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Full text of "Unsere Freiland-Nadelhölzer; Anzucht, Pflege und Verwendung aller bekannten in Mitteleuropa im Freien kulturfähigen Nadelholzer"

ERNST GRAF SILVA TAROUCA 

UNSERE 

FREILAND- NADELHÖLZER 

ANZUCHT, PFLEGE 
UND VERWENDUNG ALLER BEKANNTtN IN 
MITTELEUROPA [N\ FREiEN KÜLTURFÄHiGEN 

NADELHÖLZER 



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UNSERE FREILAND-NADELHÖLZER 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 

HERAUSGEGEBEN VON DER DENDROLOGISCHEN GESELLSCHAFT 
FÜR ÖSTERREICH-UNGARN 



Bisher erschienen: 

BAND I: „UNSERE FREILAND-STAUDEN" 

Anzucht, Pflege und Verwendung aller bekannten, in Mitteleuropa im Freien 
kulturfähigen, ausdauernden krautigen Gewächse. — Unter Mitwirkung von 
Georg Arends, Goos und Koenemann, Camillo Schneider, James Veitch & Sons 
und Franz Zeman, herausgegeben von ERNST GRAF SILVA TAROUCA. 

Zweite, neudurchgesehene und vermehrte Auflage. 418 Abbildungen 
im Text und 23 Abbildungen auf 12 farbigen Tafeln. In Leinwandeinband 
Preis 18 K== 15.30 M. 

BAND II: „UNSERE FREILAND-LAUBGEHÖLZE" 

Anzucht. Pflege und Verwendung aller bekannten, in Mitteleuropa im 
Freien kulturfähigen Laubgehölze. — Unter Mitwirkung von Istvan Baron 
Ambrözy, Georg Arends, C. Heicke, Herm. A. Hesse, Wilh. Kesselring, 
A. Purpus, Alfred Rehder, Camillo Schneider, Prof. Schwappach, Fritz 
Graf Schwerin, Helmut Späth, H. Veitch, Egbert Wolf und Franz Zeman, 
herausgegeben von ERNST GRAF SILVA TAROUCA. Mit 495 Abbil- 
dungen im Text und 24 Abbildungen auf 16 farbigen Tafeln. In Lein- 
wandeinband Preis 20 K =- 17 M. 

BAND III: „UNSERE FREILAND-NADELHÖLZER" 

In Leinwandeinband Preis 22 K ^ 18.70 M. 

Später wird folgen: 

BAND IV: „GARTEN UND PARK" 

In diesem Bande soll an einer Anzahl guter Beispiele gezeigt werden, 
wie man leute Gärten und Parke gestaltet und wie man die in Band I — III 
besprocho:nen Pflanzen darin verwendet. 

Vorzugspre'i^p für Mitglieder siehe auf der letzten Seite des Buches. 




I 



H 



UNSERE FREILAND- 
NADELHÖLZER 



ANZUCHT, PFLEGE UND VERWENDUNG ALLER BEKANNTEN 
IN MITTELEUROPA IM FREIEN KULTURFÄHIGEN NADEL- 
HÖLZER MIT EINSCHLUSZ VON GINKGO UND EPHEDRA 



UNTER MITWIRKUNG VON 
ADOLF CIESLAR, R. HICKEL, WILHELM KESSEL- 
RING, ALFRED REHDER, CAMILLO SCHNEIDER. 
E. H.WILSON, EGBERT WOLF U. FRANZ ZEMAN 



IM AUFTRAGE DER DENDROLOGISCHEN GESELLSCHAFT 
D FÜR ÖSTERREICH-UNGARN HERAUSGEGEBEN VON d 

ERNST GRAF SILVA TAROUCA 



MIT 307 ABBILDUNGEN IM TEXT. 6 SCHWARZEN TAFELN 
UND 14 FARBIGEN ABBILDUNGEN AUF 12 TAFELN 

^FH YORK 

cal 




WIEN Lüi— Lüi LEIPZIG 

F. TEMPSKY 1913 G. FREYTAG 



, b. H. 






Alle Rechte, einschließlich des Übersetzungsrechtes, vorbehalten. 



Buchdruckerei G. Freytag, Gesellschaft m. b. H.. Wien. 



Vorwort. 

Mit diesem dritten Kulturhandbuche hoffen wir eine wichtige Ergänzung zu den beiden 
ersten Bänden zu bieten, besitzen doch gerade die Nadelhölzer unter den Gartenliebhabern 
seit alters eine große Anzahl warmer Freunde. Für die Ausgestaltung dieses Bandes waren 
uns im allgemeinen die gleichen Richtlinien maßgebend wie bei den früheren. Da indes 
die Artenzahl der Koniferen eine ziemlich begrenzte ist, so haben wir es für das Richtige 
gehalten, alle Gattungen aufzunehmen, um so mehr als Österreich-Ungarn in seinen süd- 
lichen Gebieten auch die Anpflanzung der heikleren Formen im Freien gestattet. Vor allem 
aber erschien es uns notwendig, dies Buch in reichster Weise mit Abbildungen auszustatten, 
zumal hier die botanische Seite mehr als bei den Stauden oder Laubgehölzen betont werden 
nmßte. Hierüber ist in der Einleitung das Notwendige gesagt! 

Es war uns wieder möglich, ausgezeichnete Kenner als Mitarbeiter zu gewinnen. Allen 
diesen unseren, auf dem Titelblatt genannten, verehrten Herren Mitarbeitern fühlen wir 
uns herzhch zu Danke verpflichtet. Insbesondere gilt unser Dank Herrn Professor 
R. H i c k e 1, dem Generalsekretär der französischen Schwestergesellschaft und ausgezeich- 
neten Nadelholzkenner. Er hatte die große Güte, das gesamte Manuskript der Abschnitte 
Xn und Xni durchzusehen und ebenso den größten Teil der Abbildungen zu prüfen. 
Außerdem gestattete er uns bereitwilligst die Wiedergabe zahlreicher seiner Zeichnungen. 
In HeiTU Professor Dr. Adolf C i e s 1 a r, dem Vorstand der forstlichen Lehrkanzel an 
der Hochschule für Bodenkultur in Wien, konnten wir diesmal die österreichische Autorität 
auf dem Gebiete der Forstkultur zu Worte kommen lassen. 

Den bekannten Herren AV. K e s s e 1 r i n g und E. Wolf verdanken wir außer dem 
wertvollen Aufsatz VI auch verschiedene Abbildungen. Ebenso Herrn A 1 f r e d R e h d e r 
vom Arnold Arboretum, der uns gleich den beiden anderen Herren für das Laubholzbuch 
schon so wesentliche Dienste geleistet hatte. Sehr erfreut uns die Mitarbeit des erfolg- 
reichsten aller Gehölzsammler in China, des Herrn E r n e s t H. AV i 1 s o n, der zurzeit 
am Arnold Arboretum tätig ist. Dafür, daß wir seine prächtigen Aufnahmen wieder- 
geben dürfen, schulden wir unserem hochverehrten Ehrenmitgliede, Herrn Professor 
C. S. S a r g e n t, dem Direktor des genannten Institutes, tiefen Dank. 

Besonderer Dank gebührt allen den Herren, welche unseren Generalsekretär auf seiner 
großen Studienreise im letzten Sommer so freundlich aufnahmen und unterstützten. Er 
besuchte zunächst bei Angers das Arboretum La Maulevrie von Herrn G. All a r d, dem 
Vizepräsidenten der ,, Society Dendrologique de France" und fand hier eine unvergleichlich 
liebenswürdige Aufnahme. Wie reich die Koniferensammlung dieses enthusiastischen 
Pflanzenfreundes und ernsten Pflanzenkenners ist, beweist die große Zahl der Photographien 
aus Angers. Eine wertvolle Ausbeute ergab auch der Besuch des Gartens von Herrn 
Philippe de Vilmorin in Verrieres bei Paris, wo Herr Direktor Mottet sehr 
freundlich an die Hand ging. Auch Les Barres bot prächtige Nadelholzmotive, wobei unser 
hochverehrtes Ehrenmitglied, Herr Maurice L. de Vilmorin. und der Direktor 
der Forstschule, Herr Professor Delavaivre, unseren Generalsekretär aufs beste unter- 
stützten. 

Auf der an Nadelhölzern so reichen Insel Mainau, wo Herr Hofgärtner N o h 1 so bereit- 
willig seine Schätze zeigte, verhinderte leider regnerisches Wetter die Aufnahme. Auch die 
vielen Koniferen in den Hofgärten zu Karlsruhe, welche Herr Hofgartendirektor Gr aebener 
dem Mitunterzeichneten vorführte, erwiesen sich als ungeeignet für die Photographie. Aus 
der dendrologischen Schatzkammer im Schloßgarten zu Heidelberg können wir dank der 
■> Freundlichkeit des Herrn Garteninspektors E. B. B e h n i c k einige Aufnahmen zeigen. 
J:^ Ebenso aus dem botanischen Garten in Darmstadt, von wo unser verehrter Freund, Herr 
" Garteninspektor A. P u r p u s uns einiges sandte. 

Eine große Anzahl von Aufnahmen unseres Generalsekretärs entstammt den welt- 
bekannten Baumschulen unserer verehrten Mitglieder, der Herren Kommerzienrat H. A. 
c^ Hesse, Weener, und Dr. Helm u t Spät h, Baumschulenweg-Berlin. In Weener 
^ fanden wir größtes Entgegenkommen und außerdem wertvolle Hilfe durch Herrn P. K a c h e, 



6 



Vorwort. 



während uns in Baumschulenweg Herr J. Jensen zur Seite stand, welcher in freund- 
lichster Weise auch die Kontrolle einiger Abbildungen von Gartenformen besorgte. 

Herr Hofgartendirektor Z e i n i n g e r vermittelte uns gütigst die Erlaubnis, in den 
schönen Anlagen von Potsdam-Sanssouci zu photographieren, und der liebenswürdigen 
Genehmigung des Herrn Hofrates B o u c h e, Dresden, verdanken wir es, daß wir die 
Aufnahmen aus der wundervollen Sammlung im Schloßgarten zu Pillnitz bringen dürfen, 
welche weiland Se. Majestät König Albert von Sachsen anpflanzen ließ. Hier 
unterstützte uns aufs beste Herr Hofgärtner Herzog. 

Ferner müssen wir aufs verbindlichste danken Herrn Hofrat Dr. Klein, Karlsruhe, 
für seine wundervollen Bilder, die er uns zur Verfügung stellte, wie auch dem sehr verehrten 
Präsidenten der Deutschen D. G., Herrn Fritz Graf Schwerin, für die sehr ent- 
gegenkommende leihweise Überlassung der prächtigen Aufnahmen aus Wörlitz usw., welche 
der Photographiensammlung der D. D. G. entstammen; und ebenso Herrn Henry John 
E 1 w e s, Colesborne, England, und Herrn Dr. Enrico R o v e 1 1 i, Pallanza, Italien, 
für eine Reihe recht wertvoller Aufnahmen. 

Wärmsten Dank schulden wir Sr. Exzellenz Herrn Ministerpräsident a. D. K o 1 o- 
man von Szell, welcher gestattete, daß wir einige Prachtstücke seiner ausgewählten 
Koniferensammlung in Rätot wiedergeben. 

Außerdem vermittelten uns Photographien die Herren Kurator Alwin B e r g e r, 
La Mortola, Gartendirektor R. Lau c h e. Muskau, Dr. F. M a d e r, Nizza, J. Petz, 
3teyr, Garteninspektor E. R e 1 1 i g, Jena, Graf Herbert S c h a f f g o t s c h, Purgstall, 
und Professor Dr. Karl Wilhelm, Wien. 

Nicht vergessen dürfen wir, unserem verehrten Mitglied Herrn Professor Dr. A u- 
gustine Henry in Dublin herzlich zu danken. Ohne seine in der Einleitung und sonst 
erwähnten Arbeiten wären wir nicht in der Lage gewesen, all das zu bieten, was unser Buch 
enthält. In diesem Sinne fühlen wir uns auch Herrn Forstinspektor L. P a r d e, Beauvais, 
aufrichtig verpflichtet, sowie Herrn H. Clinton-Baker in Bayfordbury. 

Wir hätten diese Arbeit indes schwerlich durchführen können, wenn uns nicht die 
reichen Sammlungen und die wohlgeordnete Bibhothek der Botanischen Abteilung des 
k. k. Hofmuseums, Wien, zur Verfügung gestanden hätte. Dafür haben wir ihrem Leiter, 
Herrn Kustos Dr. A. Z a h 1 b r u c k n e r, und seinen Herren Assistenten, Kustos-Adjunkt 
Dr. K. Ritter von Keißler und Kustos-Adjunkt Dr. Karl R e c h i n g e r, aufs aller- 
beste zu danken. Auch der Direktor des AViener Botanischen Gartens, Herr Hofrat Professor 
Dr. R. Ritter von W e 1 1 s t e i n, bewies uns das größte Entgegenkommen, und Herrn 
Privatdozent Dr. Friedrich Vierhapper verdanken wir die freundliche Durchsicht 
von Abschnitt XL 

Die vielen Zeichnungen fertigte nach den angegebenen Vorlagen Herr Adolf Kasper, 
akademischer Zeichenlehrer, Wien, an und die Wiedergabe aller Bilder erfolgte in bester 
Weise durch die Firma Angerer& Gösch 1, Wien. 

Daß wir das Buch in dieser gewiß einzig reichen Art bildlich ausstatten konnten, ver- 
danken wir unserem verehrten Verleger, Herrn Georg Freytag, der auch diesmal 
in jeder Weise unseren gewiß nicht bescheidenen Wünschen entgegenkam. 

Wir wissen, daß unser Werk in mancher Hinsicht ein Versuch ist, der beim ersten Male 
nicht völlig gelingen konnte, deshalb bitten wir alle Leser, uns ganz offen auf alles hin- 
zuweisen, was ihnen unrichtig erscheint. Alle Zuschriften sind zu richten an die Geschäfts- 
stelle der Dendrologischen Gesellschaft, Wien, VIII., Blindengasse 42. 

Wien, im Juh 1913. 



CAMILLO SCHNEIDER, 

Generalsekretär 
der Dendrologischen Gesellschaft. 



ERNST GRAF SILVA TAROUCA, 

Präsident 
der Dendrologischen Gesellschaft. 



INHALT. 



Seite 

Verzeichnis der farbigen Abbildungen 8 

A. Allgomoiiici* Teil. 

I. Einleitung H 

II. Die Nadelhölzer in der lantlschaftlichen Anlage, im Park. Von Ernst Graf Silva Tarouca . 11 

III. Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. Von Camillo Schneider .... 41 

IV. Die Nadelhölzer Chinas. Von Ernesi H. Wilson 53 

V. Die Nadelhölzer Nordamerikas. Von Alfred Rehder 69 

VI. Die für den Norden tauglichen Nadelhölzer. Von Egbert Wolf und W. Kesselrituj 77 

VII. Die zum forstlichen Anbau geeigneten fremdländischen Nadelhölzer. Von Prof. Adolf Cieslar S.'i 

VIII. Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. Von Franz Zeman 92 

IX. Über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. Von Camillo SclDieiüer . . 108 
X. Kurze Erläuterung der bei den Beschreibungen angewendeten botanischen Kunstausdrücke, 
sowie Bemerkungen über die Gliederung und Benennung der Formenkreise. Von Camillo 

Schneider 120 

B. BesoiidtTor Teil. 

XI. Systematische Übersicht der Hauptgruppen der Coniferae auf Grund der Blüten- und Frucht- 
merkmale 126 

XII. Bestimmungstabelle für alle Gattungen (einschließlich Ephedra und (jinkijo) auf Grund der 

Zweig-, Knos])en- und Blattmerkmale 1.H3 

XIII. Alphabetische Aufzählung aller Gattungen nebst Anführung der wichtigsten Arten und Formen 

mit kurzen Hinweisen auf ihre Kulturbedingungen, ihr Aussehen und ihren Kulturwert . . 14.S 
XIV. Formenzusammenstellungen nach den Bodenbedingungen: 

a) für normalen Boden und sonnige oder halbschattige, genügend frische Lagen .... 295 

h) für trockene, sonnige Lagen 295 

c) für feuchte oder moorige Lagen 295 

d) Schattengehölze und als Unterholz geeignete Formen 295 

XV. Formenzusammenstellungen nach der Nadelfärbung: 

fl) farbiger Austrieb 295 

h) farbige Dauerfärbung: 295 

c) besonders tiefes Grün 296 

d) besonders helles Grün 296 

e) besonders glänzendes Grün 296 

/) auffallende Gegensätze zwischen den Ober- und Unterseiten der Nadeln (Zweige) . . 297 

XVI. Nadelhölzer mit besonderer Tracht: 

ö) Pyramiden- und Säulenfoimen 297 

h) Hänge(Trauer)fonnen 297 

c) niedrige kompakte oder Kugelformen 297 

d) kriechende oder niederliegende Formen (insbesondere für Felspartien) 297 

e) rutig oder monströs verästelte Formen ., 298 

XVII. Zusammenstellung der Baumformen nach Wuchs und Höhe: 

a) schnellwüchsig 298 

h) trägwüchsig 298 

c) hohe Bäume, die über 20 m hoch werden 298 

d) mittelhohe Bäume, die über 10 m hoch werden 298 

e) kleine Bäume, die 5 — 10 m hoch werden 299 

XVIII. Zusammenstellung der Strauchformen nach Höhe: 

ö) Großsträucher oder baumartig, 3 — 5 m 299 

l) :\Iittelsträucher, 1—3 m 299 

c] Kleinsträucher, 0.5^1 m -. . 299 

d) Zwergsträucher, 0,10—0.5 m 299 

XIX. Nadelhölzer, die starken Schnitt vertragen (für Hecken usw.) 299 

XX. Empfehlenswerte Bezugsquellen 300 



Verzeichnis der farbiseii Abbildungen. 



Tafel I. Gartenszenerie aus Rothenhaus (Böhmen) (Titelbild). 

Tafel II. Gartenszenerie aus Sanssouci. — Herbstszenerie aus Pruhonitz (Seite 48). 

Tafel III. Cedrus allantica var. glauca. — Picea Omorim (Seite 80). (Aufnahmen von A. Purjjus, Darmstadt). 

Ta^el IV. Chamaecyparis pisifera var. plumosa f. glaucescens und Abies concolor, in Pillnitz (Sachsen.) 

(Seite 112.) 

Tafel V. Chdmaecyparis Lawsoniana var. lutea, in Weener (Hannover) (Seite 128). 

Tafel VI. Chamaecyparis ohiusa var. aurea, in Eisenberg (Böhmen) (Seite 168). 

Tafel VII. Picea pungens var. argentea, in Eisenberg (Böhmen) (Seite 192). 

Tafel VIII. Picea canadensis und Pseudotsuga glauca, in Pruhonitz (Böhmen) (Seite 208). 

Tafel IX. Picea Engelmanni und Thuja occidentalis var. Vervaeneana, in Pillnitz (Sachsen) (Seite 224). 

Tafel X. Taxodium distichum, in Charlottenhof bei Sanssouci (Seite 256). 

Tafel XI. Thuja orientalis var. elegant issima, in La Maulevrie, Angers (Seite 272). 

Tafel XII. Tsuga Mertensiana var. glauca {Ts. Pattoniana), in Pillnitz (Seite 288). 



A. Allgemeiner Teil. 
I. 

Einleitung. 

Wir betonten schon im Vorwort, daß uns bei der Ausarbeitung dieses dritten Kultur- 
handbuches die gleichen Gesichtspunkte leiteten wie bei den beiden ersten. Allein der 
minder umfangreiche Stoff, den es diesmal zu bewältigen galt, ließ es uns doch geboten 
erscheinen, ihn gründlicher durchzuarbeiten, als es bei den Stauden und Laubgehölzen 
geschehen konnte. Wohl besitzen wir in dem allbekannten ,, Handbuch der Nadelholz- 
kunde" (2. Aufl. 1909) unseres verehrten korrespondierenden Mitgliedes, Herrn Ökonomierat 
L. B e i ß n e r, ein wertvolles Werk über Freilandkoniferen, doch entspricht sowohl dieses, 
wie auch das kleine Buch von Tuben f^) und das ganz auf Beißner fußende von 
E. Schell e^), nicht dem, was wir gern bieten möchten. Und das ist ein Buch für 
den Liebhaber und Gärtner, wonach er möglichst schnell die 
Arten und Formen bestimmen, sich durch Bilder ihre Tracht 
und sonstigen Merkmale einprägen, sowie sich über ihren 
wirklichen K u 1 1 u r w e r t unterrichten k a n n. Es liegt uns ganz fern, 
ein wissenschafthches Werk, ähnlich dem von Beißner, herauszugeben, wir wollen lediglich 
uns bei unseren botanischen x\usführungen auf die besten Quellen stützen und alle Dar- 
legungen, soweit es nur irgend geht, durch Zeichnungen oder Photographien erläutern. 
Wir fußen dabei in erster Linie auf den Arbeiten von E 1 w e s and H e n r y^), R. H i c k e F), 
H. Mayr'") und L. Parde^), welche Autoren wir wohl mit Recht als unsere besten Nadel- 
hoizkenner schätzen dürfen. Haben wir noch andere Kenner, wie etwa Beißner, Britton, 
Clinton-Baker'), Koehne, Masters, Rehder oder Sargent zu Rate gezogen, so ist die 
betreffende Arbeit stets genau angegeben. Nicht unerwähnt sei hier, daß auch das schöne 
Werk von H e m p e 1 und AV i 1 h e 1 m. Die Bäume und Sträucher des Waldes, Band I, 
uns vielerlei bot. 

Wir hätten sehr gern Herrn L. Beißner, der beim x\bschluß seiner zweiten Auflage 
die meisten Arbeiten von Elwes and Henry, Hickel und Parde nicht kannte, als Mitarbeiter 
zu Rate gezogen, doch machte dies leider seine schwere Erkrankung unmöglich. 

Ganz besonders wichtig erscheint es uns, gleich hier zu betonen, daß wir uns in der 
Namengebung an die international vereinbarten Regeln der Botanischen Kongresse von 
Wien (1905) und Brüssel (1910) angeschlossen haben! Wir befinden uns dabei in Gegensatz 
zu Beißner, Henry, Hickel und Parde, sowie den meisten Vertretern der gärtnerischen und 
forstlichen Praxis, welche diese Regeln wenigstens nicht streng befolgen. Beißner hatte 
im Jahre 1887 bereits versucht, durch ein ,, Handbuch der Koniferen-Benennung" eine 
Grundlage für eine einheitliche Namengebung zu schaffen. Es ist jedoch ohneweiters 



^) Carl von Tubeuf, Die Nadelhölzer, mit besonderer Berücksichtigung der in Mitteleuropa 
winterharten Arten. Iline Einführung in die Nadelholzkunde für Landschaftsgärtner, (iartenfreunile und 
Forstleute. Stuttgart 1897. 

-) E. Schelle, Die winterharten Nadelhölzer Mitteleuropas. Ein Handbuch für Gärtner und 
Gartenfreunde. Stuttgart 1909. 

^) Henry John Elwes and Augustine Henry, The Trees of Great Britain and Ireland; 
vols. I— VI. 

*) R. Hickel, verschiedene Arbeiten in Bulletin de la Societe Dendrologique de France. 
1906—1912. 

^) Heinrich Mayr, vor allem das Werk ..Fremdländische Wald- und Parkbäume". 1906. 

^) L. Parde, verschiedene Arbeiten in Bulletin de la Societe Dendrologique de France, 1909 
bis 1912, und das ausgezeichnete Werk Iconographie des Coniferes fructifiant en l'rance, von dem bis 
Ende März 191.S erst Lieferung 1—2, ohne Text erschienen war. 

') H. Clinton-Baker, Illustrations of Conifers. Vol. I— IH. 1909—191.3. 



\0 Einleitung. 

klar, daß auch bei den Koniferen nur eine Nomenklatur Geltung haben kann, die auf inter- 
nationalem Übereinkommen beruht! Sind die in Wien und Brüssel geschaffenen Grund- 
lagen auch in erster Linie für Botaniker, für die Vertreter der Wissenschaft, bindend, so 
wird der Gärtner und Forstmann doch nach und nach trachten müssen, seine Namen- 
gebung dieser internationalen anzupassen. Wir wollen dazu beitragen und stellen immer 
den Namen voran, den die Wien-Brüsseler Regeln als korrekt gelten lassen, doch folgt 
stets derjenige in Klammer, welcher in der Praxis gang und gäbe ist. wobei oft zwei bis drei 
genannt werden müssen, da auch bei den Gärtnern und Forstleuten keine rechte Einheit- 
lichkeit herrscht. Die Autoren fügen wir nur dort bei, wo es dringend nötig ist, und wir 
erläutern jeden Fall besonders, in dem ein allgemein üblicher Name eingezogen werden 
muß. Über die noch sehr verworrene Benennung vieler Gartenformen sprechen wir in 
Abschnitt X. Die vorhandenen deutschen Namen werden ebenfalls nach Gebühr hervor- 
gehoben. 

Wenn wir für die Erleichterung der Bestimmung die vegetativen Merkmale, also die 
Kennzeichen, welche Knospen, Zweige und Blätter (Nadeln) bieten, in den Vordergrund 
stellen, so sind wir doch mit Henry, Hickel und Parde darin einig, daß hier sehr vieleAngaben 
noch nicht unbedingt verläßlich sind. Deshalb haben wir auch die wissenschaftlich ent- 
scheidenden Merkmale der BUiten und namentlich der Früchte und Samen keineswegs 
vergessen. Wir waren jedoch bemüht, statt vieler Worte Bilder für uns sprechen zu lassen. 
Wo sie noch fehlen oder nicht genügen, werden wir bestrebt sein, in einer späteren Auf- 
lage ausreichende Ergänzungen zu bieten. Hier ist uns jeder Hinweis wertvoll, der auf 
Beobachtungen an wirklich richtig bestimmten lebenden Pflanzen beruht. 

Das Ideal einer Kennzeichnung sind freilich bei Koniferen farbige Bilder. Solche kann 
man aber im Rahmen eines so bilhgen Handbuches nie in größerer Zahl bieten. Da muß 
der Nadelholzfreund schon zu eiiu^n so teueren AVerke greifen, wie es das oben genannte 
von Parde ist, welches dem Ideal so nahe wie nur möglich zu kommen scheint. Leider konnten 
wir nur eine kleine Probe davon bisher einsehen. 

Von der Beigabe einer Tabelle der wichtigsten Arten und Formen nach ihren Zier- 
eigenschaften und Lebensbedingungen, wie in den anderen Handbüchern, haben wir 
vorläufig abgesehen. Die große Zahl ähnlicher Gartenformen bedarf noch viel zu sehr 
vergleichender Untersuchungen, um festzust?llen. welcher Form für bestimmte Zwecke 
ein Vorzug zu geben ist. Es war uns noch nicht möglich, selbst eine solche Prüfung an- 
zubahnen, und in der Literatur finden wir in dieser Hinsicht nur sehr wenig brauchbare 
kritische Angaben, wie etwa die von Garteninspektor Hübner. in Gartenflora LXII. S. ff. 
(1913). Die vielen Formen von z. B. Chamaeciiparis Lawsoxiana, oder auch von Picea excelsa, 
lassen sich gewiß auf nur wenige wirklich für den Gartengestalter verwertbare herab- 
mindern. Der SortenUebhaber freilich findet alle abweichend, doch haben solch kleine 
Unterschiede für die allgemeine Verwendbarkeit gar keine Bedeutung. Wir bitten alle 
ernsten Beobachter uns zu helfen, dieses Chaos tunhchst zu sichten! . 



IL 

Die Nadelhölzer iu der laiidscliaftlieheii Anlage, im Park. 

Von Ernst Graf Silva Tarouca, Pruhonitz. 

Betreten wir einen architektonisch schönen Saal, dessen Tiefe, Breite nnd Höhe dem 
idealen Ranniverhältnis entspricht; dessen Fenster, nicht zu groß und nicht zu klein, die 
richtige Beleuchtung des ganzen Raumes, wie der einzelnen sehenswerten Einrichtungs- 
stücke gewähren; dessen Wandschmuck — Bilder, Gobelins — mit den Teppichen und den 
Stoffen zu einer wohlabgestimmten, das Auge erfreuenden Farbenwirkung sich vereinigt; 
dessen zum Stil der Architektur passende Möbel, nicht zu viel und nicht zu wenig, geschmack- 
voll und zweckmäßig gruppiert, mit den ohne Überladung da und dort aufgestellten 




Abb. 1. Aus dem Arboretum des Herrn G Allard, La Maulevrie, in Angers: 
fastigiata, im Mittelgrund Sequoia gigantea. (Orig.) 



links vorn Taxus baccaia 



Kunstgegenständen zu ruhiger, vornehmer, harmonischer Schönheit des ganzen Interieurs 
zusammenwirken, so genießen wir den unseren Schönheitssinn voll befriedigenden Eindruck 
eines Kunstwerkes der Raumgestaltung. 

Betreten wir dagegen einen architektonisch nichtssagenden Raum in der Wohnung 
eines Antiquitätensammlers, in welchem der ganze Platz an den Wänden und auf dem 
Boden mit Möbeln, Bildern, Teppichen, Waffen und Kunstgegenständen verschiedener 
Zeiten und verschiedener Stilarten vollgepfropft ist, so beachten wir das Interieur selbst 
gar nicht, das ja auch hier keine Rolle spielt, wir bewundern die einzelnen Gegenstände, 
welche den Wert dieser S a m m 1 u n g bilden ! 



12 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



Ich kenne einen Garten, auf dessen Rasenflächen in Zwischenräumen, welche jedem 
einzelnen Exemplar die freie, vollkommene Entwicklung gestatten, die schönsten und 
seltensten Koniferen stehen, welche der Besucher, von den überall dazwischen durch- 
führenden Wegen aus bequem bewundern kann; da gibt es keine Fernsichten, keinen Durch- 
blick, keine Raumgestaltung: das ist kein Landschaftsgarten, sondern eine Konifere n- 
sammlung, und zwar die schönste meiner Bekanntschaft! Wer die Sammelpassion 
hat, besitzt das Recht, sich an seiner Sammlung zu freuen; Unrecht hat er nur dann, wenn 
er seine Koniferensammlung einen Park nennt, oder wenn er im Landschaftsgarten seine 
Sammlung unterbringen will, auf Kosten der harmonischen Gartengestaltung, auf Kosten 
der Schönheit des ganzen Landschaftsbildes! 

„Das Studium der Nadelhölzer", sagt Petzold, ,,ist wichtig für den Landschaftsgärtner 
weniger deswegen, weil er sie viel, als weil er sie mit Vorsicht anwenden soll, um durch 
sie den Effekt zu erreichen, den hervorzurufen sie fähig sind. Will man den öfter erwähnten 




Abb. 2. Aus di'm iVrboretum dos Herrn G. Allard, La M^uilevrie, in Aageis (Crig.)- 



Vergleich mit der Malerei hier weiter ausführen, so sind die Koniferen gleichsam die K e r n- 
schatte n, die charakteristischen Grundstriche des Bildes, während der Gnmdton des 
Gemäldes mit seinen unzähligen feinen Nuancierungen und Abstufungen durch die Laub- 
hölzer gegeben werden muß, selbstverständlich immer im Charakter der Gegend, welchem 
man unter allen Umständen Rechnung zu tragen hat." 

Ich habe im zweiten Bande unserer Kulturhandbücher^) über die Verwendung der 
Laubgehölze im Landschaftsgarten geschrieben und verweise, um Wiederholungen zu ver- 
meiden, auf die dort erörterten allgemeinen (Jrundsätze für die Pflanzung und Gruppierung 
von Bäumen und Sträuchern im Park, je nach den gegebenen örtlichen Verhältnissen (Boden, 
Klima, Charakter der Gegend) und je nach den künstlerischen Zwecken, denen sie in der 
Anlage dienen sollen (Gleichgewicht der Lichtflächen und Schattenpartien, Plastik im 
Landschaftsbilde; Bewegung und Abwechslung im Grundriß und in der Horizontalhnie; 



^) Silva Tarouca, Unsere Freiland-Laubgchülze; Anzucht, Pflege und Virwendung aller 
bekannten, in Mitteleuropa im Freien kulturfähigen Laubgehülze. 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



13 



Steigerung der Wirkung von Fernsichten; Kontraste in Form und Fai'be; Abwechslung 
in der Szenerie durch die Pflanzung und Gruppierung verschiedener Arten und durch 
Schaffung verschiedener charakteristischer Vegetationsbilder, unter Ausnützung der ge- 
gebenen Terrain- und Bodenverhältnisse). Diese Grundsätze gelten im all- 
gemeinen auch für die Verwendung der Koniferen im L a n d- 
s c h a f t s g a r t e n; ich werde sie hier nicht neuerdings entwickehi, doch glaube ich der 
Bequemlichkeit und dem leichteren Verständnis derjenigen zu dienen, welche meine Aus- 
führungen im Geliölzbuche gelesen haben, wenn ich bei Besprechung der Koniferen 
und ihrer Verwendung im Park dieselbe Einteilung und den gleichen Gedankengang bei- 
behalte wie dort. 

Wir werden uns also 
auch hier zunächst mit 
den Eigenschaften vertraut 
machen, durch welche die 
Koniferen sich unterschei- 
den, und welche sie für die 
verschiedenen Zwecke der 
Landschaftsgärtnerei ver- 
wendbar erscheinen lassen. 

1. Die Koniferen sind 
immergrün, mit Ausnahme 
der Lärchen, Taxodium und 
der Ginkgo hiJoha. welch 
letztere ihr Laub. bzw. ihre 
Xadehi. im Winter abwerfen 
und durch diese Eigenschaft 
unbrauchbar erscheinen für 
jene Zwecke, welchen die 
übrigen Koniferen besonders 
zu dienen berufen sind: die 
immergrünen Koniferen er- 
freuen unser Auge durch 
ihr frisches, saftig dunkles 
Grün besonders im Winter, 
wenn die anderen Bäume 
und Sträucher entblättert, 
schmucklos wie tot da- 
stehen; sie allein beleben 
den winterlichen Park im 
Verein mit anderen immer- 
grünen Gehölzen, wenn sonst 
alles um uns her weiß und 
grau und traurig aussieht! 
Die immergrüne dichte, un- 
durchsichtige Benadlung der 
Koniferen macht sie aber 
auch wie im Sommer, so 
ganz besonders im Winter 

geeignet, die Grenzen der Anlagen, unschöne Mauern. Zäune, Gebäude oder andere Dinge, 
welche der Gartenkünstler aus ästhetischen Gründen verbergen will, zu verdecken — Land- 
schaftsbilder abzuschließen — in der landschaftlichen Kaumgestaltung bei der ZusamnuMi- 
fassung größerer Baumgruppen zu einem Landschaftsbilde oder im ^'ordergrunde von Fern- 
sichten als undurchsichtige, dunkle Kuhssen verwendet zu werden. 

2. Je nach Heimat und Klima sprechen wir von einheimischen und fremden 
(exotischen) Koniferen. Die Verwendung der letzteren im Landschaftsgarten hängt im 
allgemeinen davon ab. ob sie winterhart sind. d. h. ohne Schutz unsere Winterkälte ertrairen. 
Ausländische Koniferen, welche heiklich und schutzbedürftig sind, sollten Sammler nur 




Abb. 3. Zypressen (Cupressiis sempervirens) und Seestrandkiefern {Pinus 

halepensis) am Mittelmeer (Orig., Hort. Hanbuiy, La llortola b. Ventiniiglia). 



14 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



in der Nähe des Hauses anbringen oder in besonderen Anlagen vereinigen, wo sie ohne 
größere Schwierigkeiten und Kosten geschützt und eingedeckt werden können, und wo es 
mehr darauf ankommt, die Reichhaltigkeit der Koniferensamndung zu zeigen, als land- 
schaftliche Szenerien zu gestalten. 

In den Park gehören nur solche Koniferen, welche freudig und üppig gedeihen und in 
den Anlagen nicht störend wirken, sondern im Charakter der einzelnen Landschaftsbilder 
in Form und Habitus mit den einheimischen Koniferen und Gehölzen harmonieren oder 
je nach dem Standort und der Szenerie auch mit anderen Exoten zu natürlich wirkenden 
Vegetationsbildern sich vereinigen lassen. So kann ich in einer sumpfigen Partie nahe am 
Wasser Taxodium disücJmm und Thuja occidentalis verwenden, während die Thujen einen 

störenden Eindruck machen 
würden, wollte ich sie in 
einer unserem heimischen 
Mittelgebirge nachgebilde- 
ten Waldpartie anpflanzen, 
deren Charakter naturge- 
mäß die Verwendung von 
Tannen und Fichten ent- 
spricht. Hier aber kommt 
es gar nicht darauf an, ob 
ich nur die einheimischen 
Tannen und Fichten pflanze 
oder durch Gruppierung 
von Abies Nordmannianob, 
ciUcica, subalpina, Picea 
Mariana {P. nigra), Omorica, 
sitchensis, Pseudotsuga taxi- 
folia (P. Douglasii) und an- 
deren ausländischen, aber 
im Habitus von unseren 
Tannen und Fichten sich 
wenig unterscheidenden Ar- 
ten, die Anlagen reicher und 
interessanter gestalte! Wo 
kein besonders charakteri- 
stisches Landschaftsbild be- 
absichtigt ist, können aus- 
ländische Koniferen im Park 
als Solitärs oder in Gruppen 
dort verwendet werden, wo 
sie den künstlerischen In- 
tentionen des Gärtners 
dienen und einen ihren 
Existenzbedürfnissen und 
ihrem natürlichen Vor- 
kommen entsprechenden 
Standort finden. 

3. Nach der Art des Wuchses können wir die Koniferen unterscheiden: Je nachdem 
sie hoch emporwachsen oder niedrig bleiben, in B ä u m e und S t r ä u c h e r; je nachdem 
sie sich rasch und üppig oder langsam und träge entwickeln, in schnellwüchsige 
und traf wuchs ige Nadelhölzer. Man vergleiche auch die Listen XVII 
und XVIIL 

Die Strauchform ist unter den Koniferen nur wenig vertreten. Taxus baccata kmnm 
wir meistens nur als Strauch, ebenso Juniperus communis; Pinus fnmitana pumiho und 
Mughus, Juniperus nana. J. prostrata, J. Sabina sind niedrige Sträucher; außerdem kommen 
am Boden hinkriechende und buschige Zwergformen von Picea excelsa vor. Bezüglich 
Verwendung dieser letzteren Formen im Landschaftsgarten zitiere ich Willy Langes 







' :^ 



Abb. 4. Koniferen (Thuja) und Stauden im Pruhunitzer Park (Orig.) 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



15 




Abb. 5. Grüßte und schönste Weidfeldtanne iAijies alb't) Deiitsclilaiuis, eiwa 24/«. liueii, Stammumfang 
bei 1 m Höhe 6,70 m (beim Wiedener Eck, Überrollsbacher Weidfeld) (phot. Hofrat Dr. L. Klein, Karlsruhe). 

Vorschlag!), der als Anregung zur Beachtung der Natur im Dienste der Gartengestaltung 
gewiß interessant ist: „Bei einer Wanderung durch den Thüringer Wald oder durch andere 

1) Lange und St ahn, Die Gartengt staltung der Neuzeit. 1. Aufl. 



16 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



wildreiche Mittelgebirge, wo Wiesen durch die Waldtäler ziehen, oder auch wo Herden auf Auen 
der Ebene weiden, kann man das oben Geschilderte beobachten (Kurzhalten des Rasens 
und Verbeißen durch Wild und Weidevieh). Da findet man auch noch andere GärtnerkUnste 
des Wildes: Fichten, Buchen usw. werden, soweit sie erreichbar sind, zu Kugeln, Pyramiden 
geschoren, gleichmäßig wie mit der Heckenschere. Dadurch bildet sich dann dichter Zwerg- 
wuchs, genau wie ihn gewisse Varietäten der Fichten {Picea excelsa var. pumila, var. echini- 
formis, P. canadensis var. compada gracilis, P. Engelmanni var. mürophijlla usw.) dauernd 




Abb. tj. Abiti ctpliulontcu, giiecliischc Tanuf, IS )ii, im Park zu W üiiitz 
(durch gütige Vermittlung des Herrn Fritz Graf Schwerin). 

erworben haben. Solche Abarten und Naturspiele, z. B. auch von anderen Gehölzen, wie 
Buchen (Fagus sihatica rotundifolia minor), Eichen {Quercus pedunculata conifada), Ham- 
buchen (Carpinus betulus columnaris, dichte Säulen), Ahorn {Äcer^ campestre compadum), 
Ulmen {ülmus campestris umbraculifera und Koopmanni) usw., finden also, einzeln auf 
Rasen gestellt, vor den Baumgruppen gleicher Gattung und natürlichen Wuchses ihren 
physiognomisch richtigen Platz. So lassen sich im großen Naturgarten feme Reize aus 



Die Xadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



17 



dieser Xaturbeobachtung schaffen; im kleineren Xaturgarten verzichtet man aber doch 
besser darauf. Wenn aber solche Abarten, die wie von Tieren benagt erscheinen, angepflanzt 
werden, sollte es in o-rüßeren Mengen o^eschehen. um das ..Motiv deutlich werden zu lassen; 
womit natürlicli nicht gesagt sein soll, daß wir die Tätigkeit von Wild. Weidetieren „vor- 




Abb. 7. Rechts vorn Abies nohiUs {Iß m), links daneben A. cilicica (17 /«j ^Orig.; Hurt.Vep, Ungarn; 



täuschen- wollen. AVenige einzelne Exemplare wirken aufdi-inghch, künstlich, als Kuriosität 
und fallen so aus dem natürhchen Organismus." 

Taxus haccata wird zweckmäßig als Unterwuchs in schattigen Gehölzpartien. Jmüperus 
communis ebenso in Hebten Kiefernbeständen oder truppweise an sonnigen, sterilen Lehnen 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-N'adelhölzer. " 



18 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



anzupflanz?!! sein; Pimis montana pumilio und Mughus, sowie die niedrigen, kriechenden 
Juniperus-Formen finden ihre beste Verwendung in sonnigen Felspartien und zur Bekleidung 
trockener, steiniger Abhänge. 

Für die Verwendung der Koniferen im Park ist die Berücksichtigung des schnelleren 
oder langsameren Wachstums, sowie der größeren oder geringeren Höhe, welche die ver- 
schiedenen Arten erreichen können, von großer Wichtigkeit. Handelt es sich darum, möglichst 
rasch einen Effekt zu erzielen, z. B. unschöne Gegenstände in kurzer Zeit zu verdecken oder 
in einer größeren Koniferenpartie die Horizontlinien durch hervorragend hohe Baum- 
gruppen zu unterbrechen, so 
wird man schnellwüchsige 
Arten, wie Pseudotsuga taxi- 
folia, Pinus strobus u. a., zur 
Pflanzung verwenden ; da- 
gegen wird man, wo die 
Rücksichtnahme auf eine 
Aussicht, welche durch hoch- 
wachsende Bäume bald ver- 
deckt würde, oder wenn die 
Erzielung von Kontrasten zu 
hohen, üppigen Exemplaren 
oder Gruppen es erfordert, 
trägwüchsige und niedrig- 
bleibende Koniferen wählen, 
wie z. B. Juniperus, Thuja, 
Taxus, Ginkgo bilola, Pinus 
cerribm, P. monopliyUa, Äbies 
numidica, A. Pinsapo, Picea 
Orientalis, P. polita, P. Mari- 
ana u. a. Natürlich darf man 
nicht rücksichtslos allerlei 
Arten durcheinander pflanzen, 
weil sonst die raschwüchsigen 
die andern bald unterdrücken 
würden. Will man einerGruppe 
dauernd die Eigenschaft der 
Unregelmäßigkeit in der 
Massenwirkung wie in der 
Horizontallinie geben, so 
pflanzt man am besten die 
raschwüchsigen Arten horst- 
weise zwischen die Gruppen 
von trägwüchsigen Gehölzen, 
wobei vermieden werden 
muß, die ersteren nur in der 
Mitte oder im Hintergrund 
zu verwenden, wodurch die 
Pflanzung ein pyramiden- 
oder dachartiges Aussehen 
bekäme. 
4. Durch F r m u n d Gestalt unterscheiden sich die Koniferen nur wenig. 
Die meisten: Tannen, Fichten, Lärchen, Tsuga, Pseudotsuga, TJmja, Chamaecijparis usw., 
sowie auch die meisten Kiefern haben eine spitzwipflige Krone, einen kerzengerade in die 
Höhe wachsenden Stamm, von welchem die quirlförmig gestellten Äste mehr oder weniger 
wagrecht ausgehen und nach der Spitze des Baumes zu immer kürzer werden, was den 
Koniferen mit wenigen Ausnahmen ein gleichförmig regelmäßiges und steifes Aussehen 
verleiht. Von den Kiefern werden einige Arten im Alter breitkronig, wie z. B. unsere gemeine 
Pinus sylvestris, deren leichtgebaute Krone und malerische Umrisse im Alter von großer 




Abb. 8. Abies Nordmanniana, lim {Orig.; Hort. Graf enegg bei Wien). 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen AnlaEre, im Park. 



19 



Wirkung sind, vorausgesetzt, daß sie von Jugend an freigestellt war; besonders schön sieht 
eine freistehende Gruppe alter Kiefern aus, wenn die mächtigen roten Stämme vom letzten 
Sonnenschein beleuchtet werden, während die Umrisse der dunkelschwarz wirkenden Kronen 
vom glänzenden Hintergrunde des Abendhimmels sich abheben. — Lärchen und Zedern ent- 
wickehi im Alter bisweilen auch eine breitere Krone, die aber infolge der feinen Nadehi 
und der dünnen, hängenden Zweige einen leichteren, durchsichtigeren Eindruck macht. 
Manche Formen von Thuja, Biota, Thujopsis, Chmnaecyparis wachsen mehr rund oder 
säulenartig oder pyramidal; diese Formen, wie auch die Hängeformen (Trauerbäume) 
kommen bei vielen Nadelholzarten vor, so namentlich bei Picea excelsa, die überhaupt sehr 
variabel ist. Die Verwendung solcher Formen im Park ist nur ausnahmsweise zu empfehlen, 
da sie in ein naturwahres Landschaf tsbild nicht recht hineinpassen. Im Rahmen einer intimeren 
Szenerie, z. B. am Rande eines kleinen Teiches, der von steilen, hohen Ufern eingeschlossen ist, 
können einige Trauerbäume: Äbies, Picea oder Pseudotsuga taxifolia pendula, deren lange, 




Abb. 9. Heidelandschaft mit Juiuinrax rniiuimtus im < »iilsdoilci Zentralfriedhofe bei Hamburg (Orig.)- 

kriechende Zweige über die steil abfallenden Ufer zum AVasser herabhängen, eine aparte und 
dabei hübsche Wirkung hervorbringen. Zur Erzielung von Kontrasten mit anderen, namentlich 
rundkronigen Bäumen, zur Unterbrechung einer zii gleichförmigen Horizontlinie, oder an 
Wasserflächen, sind pyramiden- und säulenförmige Koniferen gut zu verwenden, aber 
auch nur ausnahmsweise und dann in größerer Menge und so weit voneinander gepflanzt, 
daß jeder Baum sich frei entwickeln kann und vom Boden bis zum Wipfel voll beastet und 
belaubt bleibt. Sehr nützüch sind säulenartig emporwachsende Thujen und Chamaecyparis 
zur Verdeckung unschöner Gegenstände, Mauern u. a., wenn nur ein schmaler Streifen 
Landes davor zur Bepflanzung verfügbar ist, weil z. B. ein Weg nahe an dem zu verdeckenden 
Objekt vorbeiführt. Diese Thujen oder Chamaecijparis brauchen wenig Platz und wachsen 
zu einer dichten Wand zusammen, vorausgesetzt, daß sie reichlich Licht und Luft haben. 
Im übrigen sehe ich alle diese Formen lieber im Pleasure ground oder — auf Friedhöfen; 
für den Landschaftsgarten ziehe ich die freudig emporwachsenden, normal geformten Arten 
vor, welche der Gartenkünstler nicht entbehren kann, obwohl auch sie mit Vorsicht zu 

9* 



20 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



gebrauchen sind! Denn die Familie der Nadelhölzer ist wohl reich an Arten, aber arm an 
Formen; fast alle Koniferen zeigen den gleichen T^^pus, dieselbe konische Gestalt, ernst, 
steif und regelmäßig, und darum erscheint eine Anlage, in der sie allzu viel angepflanzt 
wurden, so schön das einzelne Exemplar auch sein mag, im Gesamteindruck zu ernst, düster, 
monoton und langweilig. 

5. Für die Verwendung der Laubhölzer im Park ist die Unterscheidung nach der so 
verschiedenen B 1 a 1 1 f o r m und nach den sich daraus ergebenden Typen, die entweder 
s c h w e r, massig, dunkel und ernst oder leicht, zierlich und heiter wirken, sehr wichtig. 
Bei den Nadelhölzern dagegen herrscht in der Blattform große Gleichmäßigkeit; die Blätter 
oder Nadeln sind alle schmal, mit Ausnahme von Ginkgo hüoha, welcher wirkhch Blätter 
hat, und von Thuja, Thujopsis, Chamaecijparis und Biota, deren Nadeln nicht ausgebildet 
sind, sondern aus schuppenartigen, breitgedrückten Gliedern bestehen. Die Länge der 





Abb. 10. Juniperus communis und Birken bei Groß-Tychow, Ponimtrn (durch Güte von Graf Fritz v. Schwerin). 



Nadeln ist verschieden und bei einzelnen Arten sehr auffallend, wie z. B. bei Pinus excelsa, 
P. ponderosa und einigen neueren asiatischen Kiefern, ferner bei Sciadopitys verticiUata, 
bei Ahies concolor und anderen. Die Länge der Nadeln spielt jedoch keine besondere Rolle, 
die wichtigere Unterscheidung liegt in der Stellung der Nadeln an den Ästen und in der 
Art und Weise, wie sich der Baum aufbaut. Für den Eindruck, den eine Konifere macht, 
und für ihre Verwendung im Landschaftsgarten ist also nicht die Belaubung allein, sondern 
vor allem die Form, welche der Baum darstellt, maßgebend: Die Kiefern, Tannen, Fichten, 
Pseudotsuga, Tsuga, Thuja, Biota, Chamaecyparis, Thujopsis, Libocedrus u. a. — also die 
große Mehrzahl der Koniferen — sind infolge ihres massiven Wuchses, ihrer dichten, un- 
durchsichtigen Belaubung als Vertreter der schweren, dunkel und ernst wirkenden Form 
anzusehen, während Lärchen, Pseudolarix, Zedern und allenfalls Juniperus virginiana 
den leichten, licht und heiter wirkenden Typus darstellen. Dieser letztere hat unter den 
Laubhölzern viel mehr, vielfach verschiedenere und viel anmutigere Vertreter, während 



Die Xadelhölzer in der landschaftlichen Anlao^e. im Park. 



21 



dagegen kein Laubgehölz der schweren Form in der Landschaft so schwer, so dunkel und 
ernst zu wirken vermag wie etwa Taxus. Schwarzkiefer, Tanne oder Fichte. Das ist es, 
was die Koniferen so wertvoll, ja unentbehrlich für den Landschaftsgärtner macht, — 
aber auch gefährlich für jeden, der nicht Maß zu halten versteht: ,.Die Bäume schwerer 
Form", sagt Petzold, ..sind besonders geeignet, die Schattenpartien der Landschaft zu 
bilden, wozu sie schon der dunkle P^irbenton ihres Laubes geschickt macht. Wollte man sie 
ausschließUch anwenden, so würde die Gruppierung zu schwerfällig und massig erscheinen; 
leichtere Formen müssen ihnen das Gleichgewicht halten.'" 

6. L'nseren einheimi- 
schen wie auch fast allen 
ausländischen ]N'adelhölzern 
ist, mit Ausnahme einiger 
bläulich, grau, weiß oder 
gelb gefärbter Varietäten, 
ein dunkles, lebloses Grün 
eigen; grün sind sie im 
Winter, grün in der guten 
Jahreszeit, grün im Herbst, 
während die Laubgehölze 
im Frühjahr und Sommer 
in allen Schattierungen von 
Grün, im Schmucke weißer. 
gelber, roter und bunter 
Blätter und in der duften- 
den Herrlichkeit zahlloser 
Blüten pranoen, welchen im 
Herbste allerlei zierende 
Früchte folgen, die mit der 
gelb und braun, rot, orange 
und violett sich verfärben- 
den Belaubung zu den 
schönsten Farbeneffekten 
zusammenwirken! Mit sol- 
cher Farbenpracht können 
die Koniferen nicht kon- 
kurrieren, aber gerade ihr 
dunkles Grün, das bei 

Schwarzkiefern. Tannen. 
Fichten und Taxus im 
Gegensatz zu hellgefärbten 
Gehölzen und hellbeleuchte- 
ten Lichtflächen (Wiesen. 

Wasserspiegel ) geradezu 
schwarz erscheint, macht 
die Koniferen so wertvoll 
für den Landschaftsgärtner, 
der durch Anpflanzung 
größerer XadeUiolzmassen 
die tiefen Kernschatten 
im Landschaftsbilde erzielt. ..Die Bezeichnung Schwarzhölzer oder Schwarzwälder 
ist für die Waldbestände dieser Famihe, im Gegensatz zu den Laubwäldern, sehr 
bezeichnend. Diese tiefe Farbe der Nadelhölzer macht sie zu den Trägern des Schattens 
in der Landschaft auch an trüben Tagen, verleiht ilmen aber auch bei großer Ver- 
breituno; einen hohen landschaftHchen Wert für Fernsicht. Die Einwirkung der Luft- 
perspektive tritt nämlich nirgends mit solcher Deutlichkeit auf, als wenn der Bück über 
meilenweite Xadelholzwaldungen schweift. Herrhche Farbenübergänge, vom Dunkelgrün 
des Vordergrundes zum Blaug-rün und zum lichten Blau des Horizontes, entschädigen in 




Abb. 11. Alte venvetteite Lärche {Larix dcctdiia) an der Baumgrenze 
auf der Muottas da Celerina bei Pontresina, Schweiz (phot. Hofrat Dr. L. Klein, 

Karlsruhe). 



22 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



den Kegionen des Nadelholzes, z. B. in der Lausitz, für den Mangel an landschaftlicher 
Abwechslung"*). 




Ahl). 12. Picea htcolor (P. Alcockiana) (phot. Alfred Rehder, Hort. Hunnewell, Wellesby, Mass.; 



*) Petzold, Die Landschaftsgärtnerei. 



Die Xadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



23 



Ein interessantes Beispiel solcher Farbenwirkimg großer ^S'adelholzmassen in der Fem- 
sicht gibt uns auch Fürst Pückler in einem Briefe an Petzold. Er schreibt: ..Sie werden 
sich erinnern, daß von den Fenstern, wo ich wohne, der Horizont in zienüicher ^ähe durch 




Abb. 13. Alte P 



-'7, etwa 28 m hoch, im Park zu Grafenegg. Xiederösterreich iCrig.;. 



ehien Iviefernwald bes:renzt war, ein kompletter Vorhang von einer Höhe und von einer 
Farbe. Diesem habe ich nun durch Aushauen von zirka 500 Ivlaftem nicht niu" eine sehr 
malerische gezackte Linie sesren den Himmel, sondern auch ganz verschiedene Farben 
gegeben, indem die vorderen Gruppen schwarzgrün hervortreten, che entfernteren hchtgrün 



24 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 




Abb. 14. Picea orientalis (durch Güte von Graf H. Schaffgotsch, Hort. Purgstall, Nied.-Öäterr. 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



25 




Abb. 15. ,, Schönste Arve der Schweiz" {Pinus Ltn'O'O), nahe aer iiaumgrenze 
Celerina bei Pontresina (phot. Hofrat Dr. L. Klein, Karlsruhe,. 



aer 3iuottas da 



26 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



erscheinen, und die ganz weiten, die nun erst sichtbar geworden, in verschiedenen blauen 
Nuancen sich darstellen. Eine ganz kunstgemäße Nuancierung. Und doch ist es nur ein 
und derselbe niediige Kiefernwald, kein Baum darin über 40 — 50 Fuß Länge und alle von 
gleicher Farbe." 

Hier haben die Nadelhölzer einmal etwas vor den Laubgehölzen voraus: ihnen blieb 
es vorbehalten, blaue Töne in die Landschaft zu bringen, und zwar nicht nur durch die 
Wirkung der Luftperspektive, sondern unmittelbar durch die blaue Färbung mancher 
Varietäten (Ähies coyicolor glauca, Picea pungens glauca, Chmnaecyparis Laivsoniana glauca 
und manche andere). Es gibt ja überhaupt einige und sehr beachtenswerte Ausnahmen von 
der grünen Regel bei den Koniferen; bei den meisten Gattungen, Abies, Picea, Tsuga, 
Chamaecyparis, Taxus, Juniperus, Cupressus, bei den Lebensbäumen u. a. kommen weiß, 
blau oder gelb gefärbte Varietäten vor. (Siehe Liste XV.) Was ihre Verwendung im Land- 
schaftsgarten betrifft, so möchte ich hier ganz besondere Vorsicht empfehlen und namentlich 







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Abb. 16. Große Kiefer (Pinus sylvestris) bei Kreuzwertheim am Main (phot. Holrat Dr. L. Klein, Karlsruhe) 



vor jedem Zuviel und vor ziellosem, buntscheckigen und unruhig wirkenden Durcheinander- 
pflanzen von grünen, blauen, weißen und gelben Koniferen warnen. Die dunkelgrünen 
Nadelhölzer sollen zur Schattierung der Baumgruppen, die hellgefärbten Formen zur Be- 
leuchtung der Koniferenpartien dienen; mit ihnen setzt der Künstler Lichter auf in seinem 
Landschaftsbilde! Ich verweise wiederholt auf meine Ausführungen über die Farbe der 
Gehölze und deren Verwertung im Landschaftsgarten in unserem Gehölzbuch*) (Seite 14 
und 15), aus welchem ich nur ein Beispiel zitieren will: ,,Die Erfahrung lehrt, daß AVeiß 
die meisten Lichtstrahlen zurückwirft, daß daher entfernte weiße Gegenstände näher er- 
scheinen als sie wirklich sind; ein dunkler Gegenstand auf hellem Hintergrund sieht kleiner 
aus als ein gleichgroßer heller Gegenstand auf dunklem Hintergrund. Diese Erfahrung 
gestattet uns bei Fernsichten, wo das verfügbare Terrain nicht so ausgedehnt ist, um den 
Vorder-, Mittel- und Hintergrund in ein perspektivisch richtiges Verhältnis zu bringen, 



*j Silva Tarouca, Unsere Freiland-Laubgehölze. 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



27 



die Luftperspektive in ihren AVirkiingen zu unterstützen und eine scheinbar größere Tiefe 
der Fernsicht zu erzielen, indem wir im Vordergrund Gruppen dunkelbelaubter' Bäume, 
im Mittelgrund größere Massen weiß- oder gelbblättriger Gehölze pflanzen, während der 
Hintergrund in grünen Tönen gehalten sein kann. Denken wir uns z. B. einen durch eine 
Talsperre entstandenen Teich, dessen Zufluß ein durch ein langgestrecktes Wiesental fließen- 
der Bach bildet; Teich und Wiese sind durch Berglehnen eingeschlossen, deren steile Hänge 
den Teich im Vordergrunde eng umfassen, während sie im Hintergrunde abflachen und 
weiter zurücktreten, 
abgesehen von ein- 
zelnen in die AViese 
vorspringenden Hü- 
geln, Vom Teich- 
damm, auf welchem 
einzelne alte Kiefern 
stehen, sieht man, 
eingerahmt von den 
malerisch herabhän- 
genden, schweren 
Kiefernästen, die 
scheinbar weite 
Fernsicht: Im Vor- 
dergrund den von 
mit dunklen Tannen 
bewachsenen steilen 
Hängen eingeschlos- 
senen Teich, in 
welchem sich che 
ihn beschattenden 
Tannen spiegeln, 
wodurch er tief- 
schwarz erscheint ; 

im Mittelgrunde 
leuchten auf den 
vorspringenden Hü- 
geln Gruppen von 
blauen und weißen 
Tannen und Fich- 
ten; im Hinter- 
grunde ver- 
schwimmt das matte 

Grün der mit 

Dougiasfichten und 

Weymouthskiefern 

bewachsenen, nach 

der Ebene zu sich 

verflachenden 

Hänge mit dem 

helleren Grün der 

Laubholzgruppen, 

zwischen welchen 

sich die Wiese verhert. — Ich bemerke nur noch, daß zur Erzielung von Kontrasten auch 

die schwachwüchsigeren Formen Verwendung finden können, wenn sie nur intensiv gefärbt 

sind, wie etwa Abies )iobiUs glauca, A. arizonica argentea oder Biota orientalis aurea und Taxus 

baccata aurea. Die beiden letzteren sind wirkhch leuchtend goldgelb, während manche gelbe 

Formen, z. B. Tsuga canadensis aurea nur einen kränklichen Eindruck machen. Für große 

Farbenwirkungen im Park kommen wohl nur die üppiger wachsenden weißen und blauen 

Tannen und Fichten und che blaugrüne Pseudotsuga taxifoUa glauca in Betracht. — Welchen 




Abb. 17. Wüfhsige Douglasfichte (Pseudotsuga taxifolia) 
(Orig.; Hort. Pruhonitz). 



28 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



Effekt eine Massenpflanzung, ein blauer oder weißer Wald, im Landschaftsbilde bewirken 
mag, ist mir noch nicht klar, da meine eigenen Versuche und ein „blauer Wald" in 
einem mir bekannten großen Park noch zu jung sind, um ein Urteil zu gestatten. Jeden- 
falls sind solche Versuche nur in einer dafür geeigneten Gegend und in einem sehr großen 
Park zu wagen. 

7. Wie die Laubhölzer müssen wir die Koniferen auch nach ihrem Standorte 
unterscheiden, und dieses Unterscheidungsmerkmal erscheint mir geradezu als das wich- 
tigste! Von den hier in Betracht kommenden Momenten: Bodenbeschaffenheit, Feuchtig- 
keit des Bodens und der Luft, Lage und Klima, hängt nicht nur das Gedeihen, sondern 
auch die landschaftliche Wirkung und darum die richtige Verwendung der verschiedenen 
Nadelhölzer im Park ab. Wenn wir unsere Bäume richtig pflanzen und jedes Exemplar 
zu möglichst hoher Vollkommenheit sich entwickeln sehen wollen, so müssen wir jeder 
Konifere im Park jenen Standort anweisen, der möglichst dem ihres natürlichen Vorkommens 
entspricht. Das setzt voraus, daß der Landschaftsgärtner sich über Provenienz und Stand- 
ortsverhältnisse der Koniferen informiert, welche er kultivieren will. Die wenigsten sind 
so glückhch, die Felsengebirge Amerikas, den Himalaya, den Balkan, den Kaukasus und 




Abb. 18. Regelmäßige Uartenanlage mit Koniferen (Gegenstück zu Abb. lüj, im .Mittelgrund 2 Hex, 
dahinter 2 Sequoia fjigantea, von denen eine die Spitze eingebüßt hat (Oiig.; Schloß Brühl am Rhein). 

die Gebirge Ostasiens bereisen und die verschiedenen Nadelhölzer in der Heimat studieren 
zu können, aber die einschlägige Literatur bietet ja genügende Belehrung (ich verweise 
beispielshalber auf die ausgezeichneten Jahrbücher der Deutschen dendrologischen Gesell- 
schaft) und außerdem sind die Erfahrungen, welche man mit der Kultur ausländischer 
Arten in Mitteleuropa gemacht hat, hinreichend bekannt. Ich muß mich hier auf einige 
Bemerkungen allgemeiner Natur beschränken: Die meisten Koniferen, unsere heimischen 
Fichten, Tannen und Lärchen wie ihre ausländischen Verwandten, sind ursprünglich Gebirgs- 
bewohner; Fichten und Tannen bilden unermeßliche Waldbestände im Hochgebirge wie 
im hohen Norden; für beide Gebiete ist der ernste dunkle Schwarzwald charakteristisch. 
— Der Nadelwald in den Kulturländern bietet dem Landschaftsgärtner keine Belehrung: 
reine Fichtenbestände, sorgfältig gesäubert, in gleichen engen Zwischenräumen kahle, ast- 
lose Stangen, die mit einem grünen Besen an der Spitze trübselig emporragen, darunter 
der Waldboden tot und leer wie eine Tenne: das ist kein Waldidyll, kein Vorbild für den 
Gartenkünstler! Im Urwald der Karpathen habe ich gesehen, wie die Natur es macht: an 
den nördlichen Hängen Schwarzwald von Fichten und Tannen, an der Sonnseite gemischte 
Bestände von Nadelholz mit eingesprengten Buchen, Ahorn, Ulmen, Birken und Eber- 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



29 



eschen. Windbruch, Schneedruck, das Recht des Stärkeren, der die schwächeren i!^achbam 
unterdrückt, sorgen für Lücken und Blößen, so daß nicht nur viele Bäume, wie Sohtäre 




Abb. lü. Regelmäßige Gartenanlage mit Koniferen {Taxodium distichum), vgl. Abb. 18 
(Orig.; Schloß Brühl bei Köln a. Rhein). 




Abb. 2(1. Kegfhnäljigi- Anlage mit gt-silmittenfu rsadelliulzein aui dem Uhlsdorfer Friedhofe bei Hamburj 

(durch Güte von Direktor W. Cordes). 



im Genuß von Licht und Freiheit zu kolossalen Prachtexemplaren sich entwickeln, sondern 
auch neuer Samenanflug auf diesen Lichtstellen sich ansiedelt und heranwächst. Daher 
sind im L>walde alle Generationen von Bäumen vertreten, hoch und niedrig, alt und jung; 



30 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



allerlei Sträucher und eine üppige Waldflora bedecken den Boden, und so schafft die Natur 
selbst die herrlichsten und mannigfaltigsten Szenerien. Was lernen wir daraus? 

1. Die meisten Koniferen sind Kinder der Gebirge und des hohen Nordens, wo häufige 
Niederschläge und bedeutende Luftfeuchtigkeit an der Tagesordnung sind. Wir müssen 
ihnen also einen mäßigfeuchten Standort geben oder sie in der Nähe größerer Wasserflächen 
pflanzen, deren Ausdünstung der Luft einige Feuchtigkeit verleiht. Es gibt Sumpfbewohner, 
wie Taxodium distichmn uncl manche Thuja, welche nasse Lagen lieben. Tsuga canadensis. 
Picea excelsa, P.pungens, die Sitkafichte, Chamaecyparis Lawsonimia i\. Si. (siehe Liste XIV ) 
vertragen viel Feuchtigkeit, nur stagnierende Nässe vertragen sie alle nicht, ein durch- 
lässiger Untergrund ist für ihr Gedeihen notwendig. Andere Nadelhölzer, wie z. B. die 
Sitkafichte. Douglasfichte, viele Tannen, che Weymouthskiefer u. a. gedeihen in mäßig 
feuchten oder trockenen Lagen, vorausgesetzt, daß der Boden nahrhaft und ziemlich tief- 
gründig ist, gleich gut; sandiger Lehmboden, der nicht so schnell austrocknet wie leichtere 




Abb. 21. Ree;eün;il.)iirc .Viiia'^c mir m'sciulirrcni'ii KoniliMvii in Sanssouci bei Potsdam (Orig 



Bodenarten, sagt den meisten Koniferen am besten zu. Unsere gemeinen und manche 
andere Kiefern (P. Banksiana, P. jmiderosa, P. montana u. a.) ziehen trockene Lagen und 
Sandboden vor, während die Nadelhölzer der südeuropäischen Karstgebirge und des Balkans 
noch auf heißen, trockenen, steinigen Standorten gut gedeihen, so die Schwarzkiefern, 
Pinus leucodermis, Juniperus Saiina und andere Wacholderarten; aber auch sie wachsen 
freudiger, wenn sie einiger Luftfeuchtigkeit sich erfreuen dürfen. — Im trockenen Sommer 
1911 zeigte sich unsere gemeine Fichte gegen die Dürre am wenigsten widerstandsfähig, 
während Picea Engelmanni in heißer, trockener Lage gut aushielt, und auch Abies concolor, 
Picea pungens, die Sitkafichte, ganz besonders aber die Douglasfichte noch froh gediehen 
auf Standorten, an welchen die gemeinen Fichten elend zugrunde gingen! 

Hier sei noch kurz erwähnt, daß manche sonst heikhche Koniferen unseren Winter 
gut vertragen, wenn sie am richtigen Standorte stehen, so hält Cryptomeria japonica in 
trockener Lage auf schlechtem armen Boden hier unbedeckt aus, während sie in gutem 
Boden erfriert; Sciadopytis verticillata gedeiht freudig in humosem guten Boden im Halb- 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



31 



schatten nahe dem Wasser, während sie in schwerem Boden ohne Luftfeuchtigkeit versagt. 
In trockenen kontinentalen Lagen gehen manche Koniferen des Nordens oder der hohen 
Gebirge im Winter ein, nicht weil sie erfrieren, sondern weil ihre Wurzeln vertrocknen; 
sie sollten nach einem trockenen Herbst vor Eintritt der Fröste tüchtig gegossen werden. 




Abb. 22. Geschnittene Ta.rus haccata im ..nordischen Garten" in Sunssoiici-rut-ilam (.Orig.). 



2. Die Natur siedeltdie Nadelhölzer mit Vorliebe an den Nordlehnen, auf der Schatten- 
seite an, während sie dieselben auf der Sonnenseite mit Laubhölzern gemischt auftreten läßt: 
lieber Landschaftsgärtner, 
gehe hin und tue des- 
gleichen ! Die meisten Koni- 
feren meiden solche Lagen. 
welche den größten Teil des 
Tages dem Sonnenschein 
ausgesetzt sind; intensive 
Insolation trocknet in der 
warmen Jahreszeit zu sehr 
aus. im Winter schadet und 
tötet sie, weil die in der 
Vegetation ruhenden Bäume 
ein immer wiederholtes Auf- 
tauen und Einfrieren nicht 
vertragen. Deshalb pflanzen 
wir unsere Nadelhölzer, so- 
weit sie nicht ausgesprochen 
sonnebedürftig sind, auch 
auf die Schattenseite der Hügel und Höhenzüge im Park oder, wie die Natur im Gebirge 
es uns lehrt, im Schutze von Laubbäumen, welche sie vor grellem Sonnenschein, aber auch 
vor der schädlichen Einwirkung trockener bzw. rauher Winde bewahren. Gegen letztere 




Abb. 2.3. Parterre mit geschnittenen Koniferen {Taxus) 
(Ori?.; Versailles bei Parisl. 



32 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



sind viele Koniferen sehr empfindlich. — Etwas Beschattung und Schutz heben die Koni- 
feren besonders in der Jugend; später vertragen die meisten nur Seitenschutz, Druck von 
oben kostet älteren Bäumen nicht nur die Schönheit, sondern bald auch das Leben! Im 
Halbschatten gedeihen Tannen, manche Fichten u. a. sehr gut, vorausgesetzt, daß sie 
reichlich freien Raum, also genügend Luft und Bewegungsfreiheit haben, sonst verlieren 
sie Äste und Nadeln und sehen schäbig und kümmerlich aus. Die Beschattung von oben, 
den Druck durch Kronen und Äste höherer Bäume, welche ihnen Licht, Luft und Nieder- 
schläge entziehen, sowie das beständige Reiben und Fegen der Zweige zu nahe stehender 
Bäume vertragen die Koniferen alle nicht. Eine Ausnahme bildet Taxus haccata, welche am 
meisten Schatten verträgt und darum als Unterholz die besten Dienste leistet. 

Ihre volle Schönheit können die Nadelhölzer nur zeigen, 
wenn jedes Exemplar von Jugend auf möglichst freigestellt 




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Abb. 24. Geformte Taxus und Chaniaeeijparis auf einer Grabstätte im Uhlsdorfer Friedhofe bei 

Hambure (Orig.). 



war und vom Boden bis zum Wipfel im Schmuck seiner dichten 
Beastung und Belaubung dasteht. 

Der Park ist kein AVald; die moderne Forstwirtschaft geht darauf aus, eine möghchst 
große Holzmasse zu erzeugen, ohne Rücksicht auf die Schönheit des AValdes; der Garten- 
künstler will im Landschaftsgarten Waldszenerien schaffen nach den Vorbildern, wie die 
Natur sie uns noch in den Urwäldern kulturferner Gegenden, im Hochgebirge der Alpen 
und allenfalls noch in Bauernwäldern zeigt, wie solche in manchen Gegenden abseits von 
den großen Verkehrsstraßen sich erhalten haben. Vom Urwald war schon oben die Rede; 
wir haben dort gesehen, daß in einem und demselben Bestände alle Generationen ver- 
treten sind: alte und junge, große und kleine Bäume; Blößen und Lücken gestatten ein- 
zelnen Exemplaren, sich frei und voll zu entwickeln. Dieses Vorbild kann im Park dort 
nachgeahmt werden, wo ältere, ungenügend durchforstete Waldpartien landschaftlich aus- 
gestaltet werden sollen: dies geschieht zweckmäßig durch Entfernung aller kahlen Stämme; 
Freistellung etwa vorhandener, noch voUbeasteter Bäume; Vorpflanzung jüngerer Bäume 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



33 



verschiedenen Alters und verschiedener Wüchsigkeit vor noch brauchbare, d. h. nur 
2 — 3 m vom Boden kahlgewordene Exemplare oder Gruppen von solchen, welche dann 
wieder voll und undurchsichtig aussehen ; überhaupt gründliche Lichtung und Zwdschen- 
pflanzung einzelner Koniferen, welche allmählich immer mehr freigestellt werden. 




Abb. 25. Picea excelsa am Grabmal des Musikdirigenten v. Bülow auf dem Uülsdurfcr Friedhofe bei 

Hamburg (Orig.). 



Dort, wo der Bauer sein Holz nur schwer und schlecht verwerten kann, wird er in der 
Regel zunächst die kahlen, d. h. geradschäftigen, astfreien Bäume, che ihm mehr Nutzen 
bringen, abhacken, die alten, buschigen, malerischen Exemplare aber, die ihm mehr Arbeit 
kosten, verschonen; um mehr Grasland zu gewinnen, wird er die Randbäume immer lichter 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhölztr. 3 



34 



Die Nadelhölzer in der landschaftliclien Anlage, im Park. 



stellen, aiif gutem ebenen Boden, in Mulden und Tälern den Wald abholzen, ^yodurell Wald- 
vriesen in mehr oder Aveniger tiefen Einbuchten entstehen, dagegen läßt er auf steinigem 
Boden, auf Hügeln und Berglehnen die Bäume stehen, was zur Folge hat, daß das ganze 
Landschaftsbilcl im Umriß und Aufriß bewegte Linien und eine reiche Abwechslung von 
Flächen und Höhen, von Licht und Schatten gewinnt. Dieses Beispiel bedarf keiner Er- 
läuterung oder ]N'utzanwendung; bemerken möchte ich dazu nur, daß die Bepflanzung 
von Hügeln und Höhenrücken mit raschwüchsigen Koniferen (Fichten. Douglasfichten, 
Weymouthskiefern) sich nicht nur empfiehlt, um die Wirkung cüeser Terrainerhebungen 
im Landschaftsbilde zu steigern, sondern besonders in einer Gegend, wo Laubgehölze domi- 
nieren, um die Wellenhnie der runden Baumkronen wirksam zu unterbrechen. Bei Be- 
pflanzung eines Bergrückens lasse man Gruppen hoher, raschwüchsiger Bäume mit Pflan- 




Abb. 26. Chamaecyparis nootkatensis bei den ,, römischen Bädern" im Cliarlotteiiliofer Parke bei 

Sanssouci (Orig.). 



Zungen niederer, trägwüchsiger Arten abwechseln, damit die Horizontlinie nicht lang- 
weilig gerade und einförmig gerate. 

Viele und geradezu musterhafte Vorbilder für die Pflanzung und Gruppierung von 
Koniferen finden wir in den Alpen. Der schüttere Bergwald nahe der Baumgrenze kann 
als Schulbeispiel dienen; noch schöner, vielseitiger und nachbildungswürdiger für die Ver- 
wendung von Koniferen im Landschaftsbilde sind aber die Nadelholzpartien in der Umgebung 
von Almen und hochgelegenen Bergseen! Aus ähnlichen Gründen, welche im Bauernwalde 
zur Lichtstellung der Bäume und zur Ausbreitung des Graslandes in das Innere des Waldes 
führen, wird der ohnehin schüttere Bergwald in der Umgebung der Ahnwiesen immer lichter; 
das Weidevieh läßt keinen Nachwuchs aufkommen, höchstens verbeißt es die jungen Fichten 
zu buschigen Zwergformen; auf dem vom Vieh gedüngten besseren Boden entwickeln sich 
die Bäume zu üppigen Sohtären; da und dort stehen Gruppen hoher, schlanker Fichten, 



Die Nadelhölzer iu der landschaftlichen Anlage, im Park. 



35 



und einzelne mächtige Lärchen oder prachtvolle alte Zirben heben sich majestätisch von 
dem saftgrünen Samtteppich des Abnbodens ab, während im Halbschatten des lichten 
Nadelwaldes Alpenrosen, Wacholder, Vaccinien^ebüsch und Eriken wuchern. 

Ernster wirken die Tannen und Fichten, die Zirben und Ivrunimholzkiefern in der 
UmgebunsT des stillen Bergsees, in dessen klarem, im Schatten tiefschwarz erscheinendem 
Wasser sie sich spiegehi. Ernst wii'ken die dunklen Latschen zwischen den schroffen Felsen, 
ernst die langen Schlagschatten, welche die schlanken, schütterstehenden Fichten am steilen, 
zimi Seeufer abfallenden Berghange werfen, während die saftisfgrünen Matten mit ihrem 
bunten Blumenschmuck, die blühenden Alpenrosen und der flimmernde Sonnenschein auf 
den nahen Schneefeldern der hohen 
Berge mit dem dunklen Wasser und 
dem ernsten Charakter seiner Um- 
gebung lebhaft kontrastieren. 

Bero^riesen und Schneefelder 
können wir nun allerdings im 
Landschaftso:arten nicht nachbilden, 
aber wir können auf großen Rasen- 
flächen Koniferen pflanzen, bald 
einzeln, bald in lichten Gruppen, 
die bald durch ihre Größe oder die 
charakteristische Form der Arten 
(Kiefern. Tannen. Lebensbäume), 
bald durch die Farbe untereinander 
kontrastieren. Wir können den hell- 
erleuchteten Rasen- oder Wasser- 
flächen che Schattenwirkuns: großer 
Baummassen ent2:eo:enstellen: je 
großartisfer der Umfang der Anlage, 
je ausgedehnter die Lichtflächen 
sind, desto mehr werden geschlos- 
sene waldartige Baummassen am 
Platze sein, deren Kernschatten die 
Koniferen zu bUden haben. Wii' 
können den heiteren Bildern blü- 
hender Gehölze, dem bunten Ein- 
drucke herbstlich gefärbter Laub- 
bäume und mit roten und o:elben 
Früchten geschmückter Gebüsche 
den ernsten Charakter dunkler 
Nadelholzo:ruppen gegenüberstellen. 
Endlich können wir. wenn sie im 
Gelände unseres Parkes sich finden. 
Felspartien mit dunklen Koniferen 
bepflanzen, die steilen Ller eines 
kleinen Teiches mit einzelstehenden 
Kiefern. Fichten und Tannen ein- 
rahmen und so charakteristische 
ernste, ja düstere Bilder schaffen, 
welche mit der im allffemeinen heiteren Stimmung der Landschaft kontrastieren. Das 
Thema, wie die Nadelhölzer im Landschaftsgarten naturwahr und wirksam verwendet 
werden können, ließe sich noch unendlich weiterspinnen, aber ich meine, die Phantasie 
und der Geschmack des Landschafts^ärtners weisen im einzelnen Falle am besten den Weg. 
mit welchen Mitteln am gegebenen Orte und unter den gegebenen Verhältnissen der Ert'ols: 
schöne, natürlich wirkende Bilder zu schaffen, erreicht werden kann. 

Zum Schlüsse habe ich noch einige wichtige Bemerkuns:en über die Anlage und weitere 
Behandlung der Koniferenpflanzun^en zu machen: Bei der Anlao^e erscheint es notwendig, 
ziemlich dicht zu pflanzen; zweckmäßig verfährt man dabei so. daß zwischen die besseren 




''KS drupacea .Orig.; Kaiserl. Park Laxenburg 
bei Wien). 



36 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



Koniferen mindestens ebensoviel gemeine Tannen nnd Fichten oder auch junge Eichen, 
Buchen oder Weißbuchen gepflanzt werden. Sobald die jungen Bäumchen soweit zusammen- 
wachsen, daß. ihre Zweigspitzen sich berühren, wird immer jedes zweite Exemplar entfernt, 
verpflanzt und anderswo in den Anlagen verwendet. Sind die jungen Bäume dann einmal 
so groß, daß ein Verpflanzen nicht mehr rätlich erscheint, so werden die störenden über- 
flüssigen Exemplare herausgehackt; Fichten und Tannen können als Weihnachtsbäume 

verwertet werden. Diese 
Durchforstungen sollen min- 
destens jedes zweite oder 
dritte Jahr, am besten aber 
jährlich, sorgfältig ausge- 
führt werden, von ihnen 
hängt die Schönheit der 
ganzen Anlage ab ! Hat die 
Pflanzung ein Alter von 20 
bis 3Ü Jahren erreicht, kann 
man schon energischer vor- 
gehen: die Bäume, che von 
Jugend auf frei gestellt 
waren, bedürfen keines wei- 
teren Schutzes mehr, sie 
vermögen Wind und Wetter 
besser zu trotzen als die 
hochaufgeschossenen, nicht 
im Gleichgewicht stehenden 
Bäume, die im engen Ver- 
bände herangewachsen sind. 
Daher kann man jetzt jedem 
Exemplar mehr freien Baum 
lassen, dessen die Koniferen 
auch jetzt immer mehr be- 
dürfen, sollen sie sich in 
voller Schönheit entwickeln! 
Ich kenne den Schmerz 
genau, den man empfindet, 
wenn so viele prächtige, 
hoffnungsvolle Bäume zum 
Tode verurteilt werden müs- 
sen, aber das Opfer m u ß 
gebracht werden, denn jedes 
Versäumnis rächt sich bitter. 
Wenn die Zweigspitzen sich 
berühren, und wenn später 
die untere Partie der Bäume 
infolge ihrer Höhenentwick- 
lung kein Licht mehr be- 
kommt, so verlieren die un- 
teren Äste die Nadebi, die 
Zweige sterben ab, die 
Stämme werden von unten 
nach oben zu immer kahler, 
die ganze Pflanzung wird immer durchsichtiger, ihr Zweck ist verfehlt, und ihre Schönheit 
unwiederbringlich verloren! Bei größeren Koniferenpartien mag man immerhin in der Mitte 
der Pflanzung größere Gruppen in engerem Verbände heranwachsen lassen, gegen die Peri- 
pherie zu müssen die Bäume aber immer lichter gestellt werden, so daß die äußeren Rand- 
bäume weit voneinander in unregelmäßigen Zwischenräumen, einzelne weit draußen, wie 
die Vorposten einer größeren Truppe, in der Wiese stehen. Eine so behandelte Koniferen- 




Abb. 28. AUesDelavmji, !:>; n.-'i n,. m iliin llciinat W ot-.-^/.ftschwan, 

Hung-ya Hsien, auf dem Berg Wa-WU (phot. E. H. Wilson; mit gütiger Er- 
laubnis von Proiessor C. S. Sargent). 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



37 




Abb. 29. CepJialotaxus Fortunei, 12: 0.75 ?h, in West-Szetschwan, bei Wa-shan 

(phot. E. H. Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Professor C. S. Sargent). 



38 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



Pflanzung bleibt noch im hohen Alter vollkommen undurchsichtig, erreicht die voll- 
kommenste Schönheit und erfüllt den Zweck, welchem sie dienen soll, in jeder Beziehung, 

sei es als Schutzpflanzung, 
sei es als undurchsichtige 
Kulisse oder als Deckung 
zur Verbergung unschöner 
oder im Landschaftsbilde 
störender Objekte. 

Im Anschlüsse an diese 
Ausführungen sei mir noch 
die Bemerkung gestattet, 
daß Koniferen, welche nahe 
bei Wegen stehen bleiben 
sollen, in einer Entfernung 
von mindestens 6 — 8 ni vom 
AVege gepflanzt werden 
müssen. Sonst kann es ein- 
mal geschehen, daß gerade, 
wenn die Bäume am schön- 
sten sind, entweder der Weg 
verlegt oder durch Beseiti- 
gung der unteren Aste die 
Schönheit des Baumes ge- 
opfert werden muß. 

Zum Schlüsse möchte 
ich der langen Rede kurzen 
Sinn dahin zusammenfassen, 
daß im allgemeinen eine 
Massenpflanzung von Nadel- 
hölzern im Park zu ver- 
meiden ist, weil eine solche 
infolge der steifen Regel- 
mäßigkeit ihres Baues, der 
wenig unterbrochenenLinien 
und der geringen Farben- 
unterschiede zu einförmig 
und monoton wirken muß. 
Dies gilt besonders für 
kleinere Parks, weniger für 
die ganz großenLandschafts- 
gärten, wo den Nadelholz- 
massen große Laubholz- 
pflanzungen und weite 
Lichtflächen, Wiesen und 
Teiche das Gleichgewicht 
halten. 

Dennoch sind die Koni- 
feren für den Gartenkünstler 
unentbehrlich. Ihrer dunklen 
Farbe wegen eignen sie sich 
wie kein Laubgehölz zum 
Hintergrund für helleMassen 
und zur Erzielung der tief- 
sten Kernschatten im Land- 
schaftsbilde; ihrer undurchsichtigen, dichten Belaubung wegen geben sie unübertreffliche 
Schutz- und Schirmpflanzungen; ihres raschen, hohen AVuchses halber sind sie berufen, 
durch Bepflanzung von Hügeln und sonstigen Terrainerhebungen deren Höhenwirkung im 




Abt). 30. Juniperus formosana, 12 m, in der Heimat West-Hupei, 

Changyang Hsien (phot. E. H. Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Professor 
C. S. Sargent). 



Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Park. 



39 



Gegensatz zu den ebenen Flächen des Geländes zu steigern; vermöge ihres hohen Wuchses 
und ihrer spitzwipfligen Gestalt dienen sie dazu, den Umriß der Horizontlinie in An- 
pflanzungen rundwipfliger Bäume zu unterbrechen und Kontraste mit den Rundformen 
der Laubgehölze hervorzurufen; endlich verleiht ihre massenhafte Verwendung einem Land- 
schaftsbilde einen ernsten, ja düsteren Charakter, namenthch an Wasserflächen, in sehr 




Abb. 31. KefeJeeria Davidiana, 40 w, in der Heimat Ost-Szetschwan, Taning Hsien 

■ (phot. E. H. Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Professor C: S. Sargent). 

bewegtem Terrain, in Felspartien und Schluchten, denen ohnehin schon ein gewisser Ernst 
innewohnt, welcher durch sie noch gesteigert wird. 

Liegt das Gelände in einer Gegend, deren Charakter von Nadelholzwaldungen bedingt 
erscheint, so muß man zur Bildung der Hauptgruppen und für den Kern der Anlage Laub- 
hölzer verwenden und die Nadelhölzer nur so auftreten lassen, daß sie die harmonische 



40 



•Die Nadelhölzer in der landschaftlichen Anlage, im Paris. 



Einheit mit der Umgebung vermitteln. Umgekehrt können Koniferen ausgiebiger verwendet 
werden, wenn Laubwaldungen in der Umgebung des Parkes vorherrschen. 

Jedenfalls empfiehlt es sich, nicht überall im ganzen Park Koniferen und Nadelholz- 
gruppen zwischen den Laubhölzern auftreten zu lassen, vielmehr ihre Verwendung auf ein- 
zelne Partien zu beschränken, welche durch sie besonders charakterisiert werden, — 




Abb. 32. Picea asperaia, 26 m, in der Heimat West-Szetschwan, Min-Tal, 3100 m^ 
(phot. E. H. Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Prolessor C. S. Sargent). 



Beobachtet man dann noch die so notwendige Sorgfalt bei der Behandlung der Koniferen- 
pflanzungen, so daß die einzelnen Bäume und Gruppen zu vollkommener Schönheit sich 
entwickeln können, dann wird nicht nur der Gartenkünstler, sondern jeder Besucher des 
Parkes seine Freude haben an der Pracht der Koniferen und ihrer Wirkung im Landschafts- 
garten ! 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



41 



III. 

Die Nadelhölzer in der arcliitektoniselieii Anlage, im Garten. 

Von Camillo Schneider, \Yien. 

Um die Bedeutung zu erkennen, welche die Nadelhölzer mit ihren strengen Formen 
für architektonische Gartenanlagen besitzen, brauchen wir nur die Abbildungen 21 oder 24 
zu betrachten. Sie 
sind namenthch dort 
unentbehrlich, wo eine 
wirksame Ghederuno" 
durch Steinarchitek- 
tur oder durch das 
Gelände selbst (Ter- 
rassierung) nicht mög- 
lich ist. Freihch be- 
sitzen wir auch Laub- 
gehölze, wie etwa den 

Buchsbaum, mit 
denen wir in manchen 
Fällen die gleiche oder 

eine sehr ähnliche 

Wirkung erzielen 
können, doch spielen 
die ]N^adelliölzer im 
Garten oft eine aus- 
schlaggebende Rolle. 
Allerdings sind es nur 
wenige Formen und 
ihre Mannigfaltigkeit 
in Tracht und Fär- 
bung ist keine allzu 

große. Immerhin 
kann man selbst die 
geringen Unterschiede 
sonst sehr ähnhcher 

Arten im Garten 

meist leichter zur 
Geltung bringen als 
im Park. Jedenfalls 
sind für die Verwen- 
dung hn Garten 
wesentlich andere Ge- 
sichtspunkte maßge- 
bend als in der Land- 
schaft. Während hier 
die Xadelhölzer für 
gewöhnlich nur in 
Masse von glücklicher 
Wirkung sind, ist es 

im Garten zimieist die einzehie Pflanze, deren Rhythmus den rechten Ton angibt. Im 
Gegensatz zu den meisten Laubgehölzen und Stauden ähnehi die Xadelhölzer mehr der 
sich stets gleichbleibenden Steinarchitektur und verändern auch im AVechsel der Jahres- 
zeiten ihre Wirkuns: im Verhältnis zu jenen beiden nur wenig. 

Das Scharfumrissene oder sagen wir Architektonische in der Form und die gerüige 
Veränderhchkeit im Gesamtausdruck sind die für die Verwendung im Garten wohl bedeut- 
samsten Merkmale der Xadelhölzer. Diese Kennzeichen lassen sich in ihrer Wü'kung bei 




Abb. 33. Picea complanata, 22 m, in der Heimat West-Szetschwan, bei 

Wa-slian (phot. E. H. Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Professor C. S. Sargent). 



42 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 




Abb. 34. Pinus Wilsonn, 30 w, in der Heimat West-Szetschwan, bei Mao chou 

(phot.E. H.Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Professor C. S. Sargent). 



Die Xadelhölzer in der architektonischen AnIao:e, im Garten. 



43 



allen Formen, welche Schnitt vertragen, noch steigern. Und infolge ihrer, wenn ich so 
sao-en darf, Unbeweghchkeit bilden die Nadelhölzer vortreffhche Gegensätze zur heiteren 
Lebencügkeit der Stauden und Blütensträucher und geben ausgezeichnete Hintergründe 
ab, deren ruhiges Dunkel die helle Farbenfreude bunter Blütengewächse steigert. 








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Abb^ 35. Taxus cuspidata, 20 m, in der Heimat West-Szetschwan, bei ümei Hsien 
(phot. E. H. Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Professor C. S. Sargent). 



Leider ist es heute noch nicht möglich, gerade diese "Wirkungen an guten Abbildungen 
zu zeigen; man stelle sich jedoch beispielsweise eine blühende Staudenrabatte längs einer 
dunkein Tr/;/-;/,^-Hecke vor. Solche Mödichkeiten werden im Garten noch viel zu wenig 



ausgenützt. 



Während man im Park häufis: über ein Zuviel an N'adelhölzern 



meist infolge 



44 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten, 



falscher Anwendung — klagen kann, finden wir die geeigneten Koniferen im Garten zu 
selten. Es mag dies freilich für gewöhnlich einen sehr einfachen Grund haben: die Nadel- 
hölzer sind ein verhältnismäßig teurer Werkstoff. Wenn man aber bedenkt, daß man 
mit ihnen sehr schnell eine gewünschte Wirkung hervorrufen kann und daß sie auch 
von großer Dauer sind, so sollte der wahre Gartenfreund und künstlerische Gestalter 




Abb. 36. Tsuga yunnanensis, 40 m, in der Heimat West-Szetschwan, am Ta-p'ao shan, 
nordöstlich von Tachien-lu (phot. E. H. Wilson; mit gütiger Erlaubnis von Proiessor C. S. Sargent). 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



45 




Abb. 37. Äbies concolor var. argenfea, Prachtexemplar im Garten Sr. Exzellenz Herrn Koloman 

V. Szell in Rätot, Ungarn (Orig.). 



46 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



ihnen mehr Teünahme schenken. Einige gut gewählte Nadelhölzer tragen außerordent- 
hch zur Hervorrufung der rechten Raunnvirkung bei und geben dem Garten schnell jenes 
Moment des Wohnlichen, zum Hause Gehörigen, das ihm doch innewohnen soll. Treten 
mit den Nadelhölzern immergrüne Laubgehölze, zumal auch blühende, wie Rhododendren, 
in glücldiche Verbindung und wird ihr strenger Rhythmus durch die Munterkeit von 

Blütengesträuch und Stauden er- 
höht, so umfängt uns das tiefste 
Gartenleben, das uns schon aus 
dem buxumrahmten Blumenbeet 
des Bauerngartens entgegenatmet. 
Man kann vielleicht im Garten 
die Nadelhölzer nach den Möghch- 
keiten ihrer Verwertung in zwei 
Hauptgruppen teilen, in solche, wel- 
che als Einfassungen, als Rahmen- 
werk dienen, und in solche, welche 
tonangebende Hauptpunkte bilden 
oder überhaupt für sich als Einzel- 
pflanzen wirken. 

Für den ersten Zweck, als 
Hintergrund, Einfassung, Rahmen 
usw., sind nur bestimmte Formen 
brauchbar, während die zweite 
Gruppe fast alle Formen umfassen 
kann, die bei uns willig gedeihen 
und nicht durch zu starke Ent- 
wicklung oder ungeeignete Tracht 
für Gartenzwecke untauglich sind. 
Die für Einfassungen, Um- 
rahmung und im allgemeinen auch 
als Hintergründe verwertbaren 
Formen sind in der Liste XIX ver- 
eint. Müssen doch diese Formen 
meist einen entsprechenden Schnitt 
vertragen. Den besten Werkstoff 
hierfür geben unzweifelhaft die 
Gattungen Taxus, Thuja, Chamae- 
cyparis und Picea, und zwar in 
den Hauptarten: Taxus haccata, 
Thuja occidentalis, Th. {Biota) orien- 
falis, Chamaecijparis Lawsoniana 
und Picea excelsa. Doch sei gleich 
hier auf Tsuga canadensis hinge- 
wiesen, die namentlich für hohe 
Hecken ganz ausgezeichnet ist, 
aber bei uns dafür noch sehr selten 
erprobt worden zu sein scheint. 
Handelt es sich um Erzielung 
wagrechter Flächen, so kämen Juni- 
perus Sahina und var. nana sehr in 
Betracht, doch ist J. Sabina in 
der Nähe von Obstgärten aus- 
geschlossen, da er den Birnenrost überträgt (siehe S, 117). Prächtige wagrechte Flächen- 
wirkungen erzeugt man mit gut geschnittenen und gepflegten Picea excelsa. 
h? Diese Haupttypen für Rahmenwerk in der Anlage sind in ihrer individuellen Wirkung 
recht verschieden. Um diese gut zu veranschaulichen, müßte man Hecken von Taxus, 
Thuja, Biota und Picea in Farben abbilden. Aber auch die Struktur weicht unter sich 




Abb. 3ö. Abies grandis, 28 — 30 m, vorn kleine Picea purujens, 
im Arboretum der Forstschule Les Barres, Frankreich (Orig). 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



47 



VkJL'jr 



nicht unwesentlich ab. Die Taxus und Picea sind viel steifer, rauher, trotziger als die 
zarteren, schmiegsamen Cupresseen. Vor allem Hecken von Bioia haben etwas außer- 
ordentlich Weiches. Hegsames, so daß es nur zu bedauern ist. daß ihre geringere Winter- 
härte der Verwertbarkeit der Art zu enge Grenzen zieht. Die Farbentöne variieren be- 
trächtlich, und bei der Chamaeojparis wie Thuja können wir sehr wechselnde grüne Töne 
sowie verschiedene Abstufungen in Gelb und auch Weiß oder Weißgrün wählen. Etwas 
über che Unterschiede mösen die Farbenbilder auf Tafel IV, V und VI aussagen. Gelb 
oder weiß sind allercün^s nicht konstant, sondern im Wechsel der Jahreszeiten ver- 
änderlich und auch vom Standort abhängig. Die Liste XV möge nähere Auskunft geben. 
Als verschiedenartig gelbe Töne nennen wir von Thuja occidentalis che Formen Elhvangeriana 
aurea, lutea und ^yare- 

ana lutescens. sowie .-^ - 

Chamaecyparis Lau- 
souiana lutea. Als2:ute 
blaugrüne Formen der 
letzten gelten var. 
glauca und ihre Form 
..Triumph von Bos- 
koop"; sehr frisch 
grün ist Ch. Lausoni- 
ana stricta viridis. 

Da wir jetzt von 
einer Verwendungsart 
der XadeUiölzer in 
Menge sprechen, so 
können wir gleich der 
niech'igen Formen ge- 
denken, che zur Ver- 
kleidung felsio-er 
Hänge, mi Alpinum 
und an ähnhchen 
Orten in Betracht 
konmien. Hierüber 
gibt che Liste XVIII 
c — d Bescheid. Wir 
heben besonders her- 
vor: Chamaecyparis 
obtusa var. pygmaea. 
Juniperus communis 
var. depressa imd var. 
nana, J. procumbens. 
J. squamata, J. Sabina 
var. horizontalis, var. 
prostrata und var. ta- 
mariscifolia. J. rirgi- 
niana var. tripartita. 

Picea excelsa var. echiniformis, var. pumila. var. repens, Pinu^s montana var. pumilio, 
Taxus iaccaia var. ericoides und Thuja occidentalis var. nana in diversen Formen, besonders 
f. umhraculifera. Für Felspartien unübertroffen sind wohl che genannten Juniperus. 

Gehen wir nun zu den als Einzelpflanzen brauchbaren Formen über, so fmden 
wir eine bedeutend reichere Auswahl. Hier kommt es in erster Linie darauf an, ob es sich 
um sehr scharf ausgeprägte Formen handeln soll, die vielleicht noch durch besonderen Schnitt 
in bestimmten I'mrißlinien (Pyramide. Kugel. Halbkugel oder dergleichen) erhalten werden 
sollen, oder ob wir che Pflanze in ihrer natürhchen. etwas ungezwungeneren Tracht belassen 
können. Meist ist ja auch diese sehr architektonisch, wie bei fast allen Abies, Picea und 
Pseudotsuga, während viele Pinus, wie auch Cedrus und Tsuga im Alter ihre strengen Formen 
verheren. 




Ab 



L (' [Jlt 



(■> aiiZnuixi am Uak ('ivek. loUi);«. Aiizuua; 
silberweiß (phot. C. A. Purpus, 19021. 



Beliadfluiii 



48 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



Welche Formen Schnitt vertragen, erläuterten wir oben. Hierher gehören in erster 
Linie die Cupresseen. In Liste XVI sind bestimmte Formen der Tracht in ihren Haupt- 
vertretern gekennzeichnet. Die eigenartige Form kann sich dann noch mit besonderer 
Färbung verbinden (siehe Liste XV), somit ergeben sich sehr wechselnde Möghchkeiten 
für den Gartengestalter, der seine Koniferen kennt. Das ist eben die Voraussetzung, und da 
hapert es heutzutage bei unseren besten Künstlern bedenklich. Sie glauben, mit der geo- 
metrischen Einteilung oder der architektonischen Ghederung des Geländes ist die Sache 
erledigt, und die Pflanze spielt dann eine nebensächliche Rolle, ausgenommen dort, wo sie 

als Farbe zu wirken hat. 
Welche Abwechslung aber 
in die kleinsten Anlagen 
gebracht werden kann, wenn 
der Gestalter die Pflanzen 
nach ihren Sondereigen- 
schaften auszuwählen ver- 
steht, dafür zeigen die 
meisten Künstler kein rech- 
tes Verständnis. Man be- 
achte aber, wie bedachtsam 
in der Inneneinrichtung der 
Wohnung jedes Stück — 
sei es Möbel, Bild oder was 
sonst — gewählt, wie jeder 
Raum in seiner Weise ab- 
gestimmt und jede Eigenart 
der verwendeten Werkstoffe 
gewertet wird, und ver- 
gleiche dann das im Garten 
beliebte Verfahren. Es ist 
doch nicht einerlei, ob ich 
eine Chamaeci/paris Lawso- 
niana (Abb. 52) oder CK 
nootkatensis (Abb. 26), ob 
ich eine Thuja orientaUs 
(Abb. 67) oder Thuja plicata 
(Abb. 42) oder etwa ob ich 
eine Picea pungens (Abb. 55) 
oder Picea sitchensis (Abb. 
56), eine Äbies Nordmanni- 
ana (Abb. 8) oder concolor 
(Abb. 37) verwende. Ganz 
abgesehen davon, daß eine 
Ähies concolor an Orten ge- 
deiht, wo eine Kordmanns- 
tanne versagt. Auch die 
AVirkung der niedrigen oder 
Zwergformen ist eine recht 
ungleiche ; man vergleiche 
nur etwa Abb. 129 von Chamaecyparis Lawsoniayia nana f. Forstekiana mit var. minima 
(Abb. 135). Gerade durch unsere zahlreichen, freilich noch immer an Zahl unzureichenden 
Trachtenbilder möchten wir dazu beitragen, die Aufmerksamkeit der Gartengestaltcr auf 
die bezeichnenden Unterschiede der Nadelholzformen zu lenken und sie dazu anregen, zu 
bedenken, wie diese Formen im einzelnen sich ihren künstlerischen Zwecken dienstbar 
machen lassen. Aber auch der Laie, der Gartenfreund, soll zur Einsicht kommen, daß das, 
was ihm heute im Garten an Koniferen vorgeführt wird, nur ein kümmerliches Zeichen 
des wirküchen Reichtums ist. Ich denke dabei keineswegs an Koniferensammlungen! Ganz 
und gar nicht. Die haben mit Gartenkunst nichts zu tun. Aber jede gesunde, lebensfähige, 




Abb. 40. Picea canadensis (P. alba) {Ong.; im Park zu Eisenberg, Böhmen). 



Tafel IL 




Gartenszenerie aus Sanssouci. 




Herbstszenerie aus Pruhonitz. 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



49 



^^?c 



nicht offensichtlich mißgestaltete und monströse Form kann am richtigen Orte zu be- 
stimmter Geltung gebracht werden. 

Gerade weil die immercrrünen Nadelhölzer durch alle Jahreszeiten üire Wirkimor be- 
halten und nicht zuletzt im Winter den sonst toten Garten beleben, müßten sie überall dort 
mehr verwendet werden, wo nicht eine besondere Abneiccung des Besitzers vorherrscht oder 
die örthchen Verhältnisse es verbieten. In Großstädten im allgemeinen tmd nahe von 
Fabriksbetrieben, welche che Atmosphäre durch Rauchgase vergiften, pflegen Abietaceen 
{Picea, Ali.es. T.suga usw. ) gfewöhnhch sanz zu versaffen. An solchen Orten ist mithin Vorsicht 
geboten und che Anwenduns: von Koniferen ganz zu vermeiden oder auf che widerstands- 
fähigsten Formen zu beschränken. 

Daß eine Überfülle an N'adelliölzem. selbst bei guter Auswahl, im Garten von Übel 
ist, leuchtet srewiß ein. Deswegen muß eben jedes Schema vermieden und jede Auswahl 
auf Gnmd der künstlerischen 
Erfordernisse der einzelnen 
Anlage getroffen werden. 
Die Masse macht es ün 
Garten nie, so wenig wie 
etwa IQ der Wohnimg. Im 
Gegenteil: es ffüt jedes 
Stück zur vollen Aus- 
nützung seiner Werte zu 
brmgen im rechten Zu- 
sammenklans^ mit den ande- 
ren Werkstoffen, aus denen 
wir aufbauen. 

Auch absonderliche Er- 
scheinimgen, wie verschie- 
dene Hängeformen (siehe 
Äbies Pinsapo pendula, Abb. 
146, Sequoia gigantea pen- 
dula, Äbies alba (pectinata) 
pendula, Abb. 68 u. a. ), oder 
Schlangenfichten, Picea ex- 
celsa rirgata-Formen und 
die eigenaitisren Araidi;arien 
(Abb. 153) können m che 
regehnäßige Anlasfe erfolsr- 
reich eingeghedert werden. 
Selbstverständhch wähle 
man für che verschiedenen 
klimatischen und Boden- 
lagen stets che rechte Form. 
In frischen, luftfeuchten 
Gebieten, wo imsere Bot- 
fichte (Abb. 13 ) einziff schön 
ist und che Xorchnannstanne 

(Abb. 51 ) ihre voUe Whkung erreicht, wird eine spanische (Abb. 61 ) oder eine griechische 
Tanne (Abb. 83), versagen, oder umgekehrt. Feuchte Lagen, welche eine Thuja occiden- 
talis oder Chamaecijparis thyoides mit Behagen erträgt, smd nichts für eine Trockenheit 
hebende Äbies concolor oder Juniperus arizonica. Andere Arten wieder, vde Picea pungens, 
sind anpassungsfähiger und ijedeihen in frischen XorcUacren wie an Südhäneen. 

Auch che Schnelli2:keit der Entwickluns: spielt eine große Rolle ün Garten. Die üppige 
Pseudotsuga taxifolia (Abb. 17) oder Thuja plicata {Th. gigantea) ist für kleine Verhältnisse 
unbrauchbar, wofür langsam wüchsige Pseudotsuga gJauca, Taxus oder Thujopsis sich 
sehr wohl eignen. 

Man bedenke, daß sich im Garten, namenthch im Schutz des Hauses oder von sonstigem 
Mauerwerk, sehr oft prächtige Plätze finden, an denen auch heiklere Arten in rauheren 

Silva Tarouca. Unsere Freiland-Xadelhölzer. 4 




Abb. 41. Picea sifchensis i^Orig.; Arboretum G. Allard. La ilaulevrie, Angers;. 



50 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



Gebieten gut gedeihen. Es ist daher kein Grund, gewisse sehr hübsche Formen, wie etwa 
die auf Tafel XII dargestellte TsugaMertensiana (T. Pattoniana), von vornherein abzulehnen. 
Das Bestreben, nur immer ganz harte, robuste Formen zu verwenden, verleitet die Gestalter 
zur Eintönigkeit. Freihch ist die spätere Pflege der Anlagen oft Gärtnern überlassen, die 




Abb. 42. Thuja plicata (= Th. gigantea) in einem englischen Park (durch Güte des Herrn Henry John Elwes). 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



51 



keine Ahnung davon haben, auf was es dabei ankommt, in dieser Hinsicht sollten die Besitzer 
einsichtsvoller werden. 

Eine große Gefahr für alle Xadelhölzer im Garten bilden nur zu vielfach die Hunde. 
Wenn den verwöhnten Hausheblingen gestattet wird, überall im Garten sich unheilvoll 




Abb. 43. Tsuga canadtilfif var. pOidida i. ^argeitfn Fairmount PatK. Paüadelphia. phot.AÜrnl K-:i'iTr; 




Abb. 44. I'tCea exttlsa vai'. pUiiula, 1.3 m hock \Urig.; Hort. Spatii, Bauiusciiuica«eg-B(rrlin\ 

zu betätigen, dann allercUnsfs ist der Gärtner machtlos. Die Hunde müssen für den Garten 
so gut wie für das Zimmer erzogen werden! 

Fassen wir zum Schluß unserer kurzen Andeutuns:en nochmals che Hauptgesichtspunkte 
zusammen, nach denen che Auswahl der Xadelhölzer für den Garten getroffen werden kann, so 



52 



Die Nadelhölzer in der architektonischen Anlage, im Garten. 



ergibt sich: 1. Verwendung als Masse (Hecke, wagrechte Fläche, Einfassung), 2. als Einzel- 
pflanzen. Im ersten Falle spielen Wüchsigkeit, Dichte und Farbe eine Rolle. Im zweiten Falle 
sind zunächst entscheidenddieTracht und Masse (Größe, Stärke), dann die Wüchsigkeit, die 
Färbung und die jeweilig durch all diese Momente bedingte Eignung für den Einzelfall. 
Unsere Listen und Bilder mögen alles das deutlicher sagen, was hier nur kurz betont werden 
konnte, sie mögen auch noch vieles verraten, was wir aus Mangel an verfügbarem Räume noch 







Abb. 45. Picea pungens var. argentea Kosten, 15 m, .39 Jahre alt, auf dem Gute Sr. Exzellenz Herrn S. D. 

Rschewsky, bei Petersburg (durch Güte des Herrn Wilh. Kesselring, Petersburg). 



nicht sagen konnten, wie z. B. die Bilder 24 und 25 über Koniferen auf dem Friedhofe, die 
Abb. 19,21 und 23 über Ghederung von Parterreanlagen und Pleasure grounds durch Kadel- 
holzhauptpunkte usw. Es wird unser Bestreben sein, später dies und anderes an der Hand 
reicherer Bilder zu behandeln und wir bitten um Mitarbeit aller Leserkreise. Nur so kann 
unser Buch zu einem erschöpfenden Ratgeber für die Verwertung der Koniferen werden. 



Die Nadelhölzer Chinas. 



53 



IV. 

Die Xadelhölzer Cliiiias. 

Von E r n e s t H. Wilson. Arnold Arboretum. 

Vertreter der Xadelholzfamilie finden sich in ganz China vom Meeresniveau bis zu 
den höchsten Höhen der Gehölzvegetation und von den tropischen Gebieten des Südens 
bis zum ^'orden, wo schon fast ein 
arktisches Khma herrscht. Alle 
auf der nördlichen Halbkugel vor- 
kommenden Gattungen sind ver- 
treten mit Ausnahme von Cednis, 
Chamaecijparis, Sciadopitijs, Se- 
quoia und Taxodium (wenn man 
GJi/ptostrohns als eigene Gattung 
auffaßt), und fast immer sind die 
Arten endemisch. Gewisse Gat- 
tungen, wie z. B. Cufuiinghawia. 
Fokienia, Pseudolarix und KeteJe- 
eria sind diesem Lande eigen- 
tümlich. 

In Mittel- und Südchina ist 
das Land bis zu einer Höhe von 
ungefähr 1600 )u vom Ackerbau 
in Besitz genommen und die Wal- 
dungen sind seit langem zerstört, 
ausgenommen in steilen Gebieten, 
die für die Kultur nicht geeignet 
sind. Über dieser Höhe und spe- 
ziell in den wilden Bergregionen 
des Westens ist das Land weniger 
bebaut und sehr dünn bevölkert. 
Und doch selbst hier ist das Land 
schon so lange bevölkert und war 
der Begehr nach Xutz- nnd Feuer- 
holz und Holzasche so stark, daß 
einzig in den unzugänglicheren 
Teilen ausgedehntere Waldungen 
übrig büeben. Das Bestehen dieser 
Waldungen, die zumeist aus Nadel- 
holz sich zusammensetzen, ist 
erst in letzter Zeit uns bekannt 
geworden. Ich hatte das Glück, 
dabei mitzuwirken, und mir wurde 
das Vorrecht zuteil, eine große 
Anzahl Xadelhölzer in Kultur 
einzuführen. 

Beim Beginn des gegenwärti- 
gen Jahrhunderts waren in Wirk- 
Hchkeit die einzigen chinesischen 
Koniferen, welche in Europa und 
Nordamerika kultiviert wurden, 
folgende: Thuja orientalis, Junipe- 
rus chinensis, Pseudolarix Kaemp- 
ferißinkgo biloba, Pinus Bungeana, 

Cryptomeria japonica, Juuiperus formosana, Cupressus funebris, Cunninghamia Janceolata, 
Cephalotaxus Fortunei, C. drupacea, Keteleeria Forhinei und Pinus Massoniana. Davon haben 




Abb. 46. Abies sibirica im Garten des Forst-Corps 

zu St. Petersburg 

^durch Güte der Herren E. Wolf und Wilhelm Kesselring). 



54 



Die Nadelhölzer Chinas, 



sich nur die ersten sechs bei uns als hart und kulturfähig in den kälteren Gebieten bewiesen. 
Heute sind ganze 30 andere Formen von chinesischen Koniferen in Kultur, aber der 
größere Teil von ihnen ist spezifisch unbekannt und von keiner kann man sagen, daß die 
Härte genügend bewiesen ist, um endgültig ihren gärtnerischen oder forstlichen Wert zu 
bestimmen. Einige davon, wie Pinus Armancli, P. tabuliformis, Larix Potmiini, Picea aspemta, 
P. Wüsonii und Tstiga yunnanensis sind vielversprechend. Andere, wie Liboceclrus macro- 
lepis, FoUenia Hodgsinii und Keteleeria Davidiana sind zart und werden wahrscheinlich 

nur in solchen Ge- 
bieten Erfolg verspre- 
chen, w^o chilenische 

und mexikanische 
Koniferen gedeihen. 
Die Zahl der neu auf- 
gefundenen Koni- 
feren, speziell der 
Fichten und Edel- 
tannen, ist jedoch so 
groß, daß eine ge- 
wisse Anzahl sicher- 
hch sich als hart 
und wertvoll erweisen 
wird. Die Mehrzahl 
sind in den Hoch- 
gebirgen von Mittel- 
und Westchina hei- 
misch, wo reichhcher 
Schneefall und ein 
kontinentales Klima 

herrschen. Diese 
Bäume werden wahr- 
scheinUch in den zen- 
tralen Teilen von 
Europa und den Ver- 
einigten Staaten 
besser als in Groß- 
britannien treiben. 
Das englische Klima, 
welches gewöhnhch 
im März mild ist mit 
Frösten im Spätfrüh- 
ling, dürfte der Mehr- 
zahl der westchinesi- 
schen Koniferen feind- 
lich sein. 

Die gemeinste und 
am weitesten verbrei- 
tetste Konifere ist 
Pinus Massoniana 

(Abb. 96). Diese Kiefer findet sich in allen wärmeren Teilen bis zu ungefähr 1600 m Höhe 
und ist die einzige Konifere, welche von den Chinesen für Nutzzwecke angebaut wird. Sie 
bildet das Hauptfeuerholz dieser Gegenden und wird oft für diesen Zweck angepflanzt. Sie 
ist gewöhnlich ein kleiner Baum von geringem Zierwert, wo sie sich aber auswachsen kann, 
ist sie so schön wie nur irgend eine ihrer Familie und wird 25 — 36 7n hoch, mit einem schönen 
Stamm, welcher in den oberen Teilen mit lockerer rötlicher Borke bekleidet ist. Im unteren 
Teile ist die Borke fest, dunkelgrau und tief gefurcht. In Niederungen ist das Holz weich 
und von geringem Wert, ausgenommen zum Heizen, aber an den Höhengrenzen des Baumes 
ist das Holz dichtkörnig, harzig und als AVerkholz geschätzt. 




Abb. 47. Larix sibirica im kaiserl. Forstinstitut zu St. Petersburg 
(durch Güte des Herrn Egb. Wolf). 



Die Nadelhölzer Chinab. 



55 



Die nützlichste Konifere in China ist Cunninghamia lanceolata. (Abb. 173.) Der Baimi ist weit 
verbreitet und bildet in den Regionen des roten Sandsteins reine Wälder. Er Vsiid be- 
trächtüch hoch, hat aber meist einen mastähnhchen Stamm mit kurzen spreizenden, dünnen 
Zweigen und macht aus einiger Entfernung etwas den Eindruck einer Araukarie. Er vermehrt 
sich "selbst leicht durch Adventivschosse, welche von den alten Stümpfen entsprmgen, 
nachdem che Bäume gefällt wurden. Das Holz ist leicht, wohlriechend und leicht zu be- 
arbeiten, es wird von den chinesischen ^'utzhölzern am meisten für Bauzwecke und Tischlerei 
geschätzt. Es ist auch das Hauptsargholz in Mittel- und Westchina. 

In den Kalkstein- und Kondomeratgebieten von Mittel- und Westchina ist Cupressus 
funehris bis zu 1400 m sehr verbreitet und bildet oft reine Wälder an steilen, steinigen Hängen. 
Dieser auffallende Baum 
wird bis 40 m hoch bei 8 m 
Umfang imd ist mit seinen 
mehr oder weniger hängen- 
den Zweigen sehr schön. 
Er wird häufis; um die 
Tempelhäuser und Grab- 
stätten gepflanzt. Das Holz 
ist weiß, schwer, sehr zäh 
und wird stark gebraucht 
für Bootbau und im all- 
gemeinen als Gerüstholz. 
In London haben Samen. 
welche von Bäumen an den 
Höhengrenzen der Art ge- 
sammelt wurden, junge 
Pflanzen ero-eben, welche 
sich dort als hart erwiesen. 

Keteleeria Davidiana 
(Abb. 31) und die andere 
Art, welche verschiedene 
Areale bewohnen, treten in 
den wärmeren Teilen von 
China auf. Alle sind schöne 
Bäume, aber keine ist 
schöner nh Davidiana. Diese 
Art erwächst zu beträcht- 
licher Stärke, 33 — 60 m. bei 
5—8 m Umfang, mit starken, 
weit ausgebreiteten Ästen. 
In Gebieten, wo Tonschiefer 
auftritt, bildet sie oft reine 
Wälder mit Unterwuchs 
von Straucheichen und 
fühlt sich in einem ziemhch 
trockenen Ivlmia wohl. 

Verstreut durch die ijleiche Region treten verschiedene Glieder der Taxaceen auf. 
Einige von ihnen sind leclighch Sträucher. andere, wie Cephalofaxus Fortunei (Abb. 29). 
Torreya nmifera und Podocarpus macrophyUa bilden mittelgroße, sehr schmuckvoDe 
Bäume. 

Lihocedrus macrolepis erstreckt sich von West-Yunnan ostwärts bis zur Seeküste in 
der Provinz Fokien und wird auch für Formosa angegeben. Sie ist nirgends gemein und ist 
viel schmucker als junge Pflanze denn als alte. Die größten Bäume habe ich bei Szemao. 
emer Stadt im Südwest-Yunnan. gesehen, woher ich die Samen erlangte, welche zu ihrer 
Einführung in England führten. "Die Bäume waren 14—25 m hoch, mit kurzen, dicht- 
stehenden Zweigen und nicht sonderüch schön in ihrer Erscheinung. Das Holz ist dicht- 
körnig, dauerhaft, für Sar^bau und im hohen Grade für Zimmerei geschätzt. 




Abb. 48. Picea excelsa var. Barry Hoit. Späth 
(Ori?.; Baumschulenweg-BerlJn\ 



56 



Die Nadelhölzer Chinas. 



Fokienia Hodgsinü ist bis jetzt nur von ein oder zwei Orten an der Küste der Provinz 
bekannt, nach der sie benannt ist. Im Laub und in der Tracht ähnelt sie sehr der oben 
erwähnten Libocedrus und ist wahrscheinUch gleich schmuckvoll und empfindhch. 

Keine der oben erwähnten Koniferen ist in den kalten Teilen von Europa und den 
Vereinigten Staaten hart. Von den Niederungskoniferen von Ostchina ist der einzige 
wirkhch harte Baum Pseudolarix Kaempferi, die Goldlärche. Dieser schöne Baum findet 
sich von der Nachbarschaft von Ningpo westwärts bis Kiukiang, wo er im Lushan-Bezirk 
auftritt. Diese Konifere ist recht gut bekannt, sollte aber viel häufiger angepflanzt werden. 

In Nordchina sind 
in den Niederungs- 
gebieten Juniperus 
chinensis und Thuja 
orientalis, der chinesi- 
sche Lebensbaum, ge- 
mein und ihr AVert 
ist bekannt und ge- 
schätzt. In den Parken 
und Tempelgärten um 
Peking finden sich 
viele außerordcnthch 
schöne Stücke — 
Bäume von nicht 
großer Höhe infolge 
der heftigen Stürme, 
welche zu gewissen 
Zeiten vorherrschen, 
aber mit weitausge- 
breiteten Kronen aus 
starken und dicken 
Ästen. 

Die gemeine Kiefer 
von Nordchina, Pintts 
tabuliformis, von wel- 
cher Pinus funebris 
Komarow eine Form 
ist, wird ebenfalls ein 
Baum von mäßiger 
Höhe und besitzt ge- 
wöhnhch eine flache 
Krone mit weitaus- 
gebreiteten Ästen. 
welche Tracht eine 
Folge der starken 
Stürme ist. In den 
Gebirgen von Schansi 
und Schensi ist dieser 
Baum schön gewach- 
sen und entschieden hübsch. Die Borke ist dunkel, die Blätter sind steif und dick. Er 
ist völlig hart in Massachusetts, und im Arnold Arboretum gedeiht eine Anzahl von jungen 
Bäumen recht gut, welche aus Samen gezogen wurden, die Professor C. S. Sargent 1903 in 
Peking sammelte. 

In den Tempelgärten in Peking und Umgebung wird die weißrindige Kiefer Pinus 
Bungeana gelegentlich kultiviert und in West-Hupei findet sich dieser Baum wild, doch 
ist er keineswegs häufig. Mit dem Alter wird die Borke der Stämme, dickeren Zweige und 
oberirdischen Wurzeln reinweiß und blättert in unregelmäßigen Platten ab. Diese auffallend 
schöne Kiefer ist vollständig hart in England, in Massachusetts und anderswo und sie sollte in viel 
ausgiebigerem Maße für Zierzwecke angepflanzt werden. Das Holz ist spröde und ohne Wert. 




Abb. 49. Pinus Cemhra var. sibirica im pomologischen Garten von 
Regel und Kesselring, St. Petersburg (durch Güte des Herrn W. Kesselring). 



Pie Nadelhölzer Chinas. 



57 



Verstreut durch Mittel- und AVestchina zwischen 800 und 1400 m und mehr tritt besonders 
in den Gebieten, wo harter Kalkstein vorherrscht, aber nirgends wirklich häufig, eine schöne 
Eibenart auf. Dieser Baum erwächst zu beträchtlicher Höhe und man trifft gelegentlich 
Stücke von 20—28 m Höhe und 4 — 8 m Umfang. Diese Art ist vielleicht identisch mit 
der japanischen Taxus cuspidata, aber es ist wahrscheinlicher, daß sie eine besondere 
endemische Art darstellt (x\bb. 35). 

Der Mädchenhaarbaum. Ginl'gobilohai Abb. 13), findet sich in allen temperierten Teilen 
Chinas bis zu 1800 m. aber immer handelt es sich um kultivierte Bäume. Ich bin der iVnsicht, 
daß sich dieser edle Überlebende einer vergangenen Flora heute nirgends mehr wild findet. 
Bei meinen Reisen habe ich keinen Ginkgo gesehen, der nicht augenscheinlich angepflanzt war. 




Abb. 5U. Pinus puDtila, kompakte Form, im Hort. Regel und Kessehiiig. i\>tersburg 
(.durch Güte von Herrn Wilh. Kesselring). 



Im allgemeinen sind die Xiederungskoniferen von China in unseren Gärten mehr oder 
weniger bekannt, obgleich nur wenige von ihnen wirklich hart sind. Aber die Koniferen 
der höheren, kalten, gemäßigten Regionen dieses Landes sind heute eigenthch unbekannt, 
daher müssen wir unter ihnen Nachschau halten nach wertvollen Bereicherungen für Garten- 
bau und Forstwirtschaft. 

Wir wissen jetzt, daß Westchina das Hauptquartier der Abietineen ist, denn hier di'ängen 
sich mehr Arten, als sonst in allen Weltteilen gefunden werden. Diese Tatsache ist eine der 
interessantesten, welche durch die neuere botanische Forschung ans Licht gebracht wurde. 
Dank der Unternehmung von Professor C. S. Sargent, dem Direktor des Arnold Arboretmns, 



58 



Die Nadelhölzer Chinas. 



ist eine Anzahl dieser neuen Fichten, Silbertannen und Kiefern jetzt in Kultur. Auf meiner 
vierten Reise, deren spezielles Ziel es war, erlangte ich eine reiche Menge Samen. 

Infolge der freigebigen und gemeinnützigen Pohtik Professor Sargents wurden diese 
Samen weit verbreitet und so finden sich daraus erzogene junge Pflanzen jetzt in vielen 
Gärten Europas, der Vereinigten Staaten und auch in Neuseeland. 




Abb. 51. Im Mittelgrund Abies Norihnanniana (davor die Herren Maiuiic L. de Vilniurin, liiü<s, und Pro- 
fessor Delavaivre); rechts Juniperus virginiana var. pendula, im Arboretum der Forstschule Les Barres, 

Frankreich (Orig.)- 



Die Nadelhölzer Chinas. 



59 



Ganz genau kann gegenwärtig nicht berechnet werden, wie viele Arten von Fichten 
in "Westchina vorkommen, da das Herbarmaterial noch nicht vollständig bearbeitet ist. 
Eine ungefähre Schätzung auf 25 ist zulässig, obwohl diese wahrscheinlich die wirkliche 
Anzahl nicht erreicht. Diese neuen Fichten schließen verschiedene flachblättrige Formen 
ein. während viele zu den viereckig-blättrigen gehören. In Westchina erstreckt sich die 
Fichte von 1800 — 4200 m Höhe, von wo an sie von der Tanne verdi'ängt wird, welche ihrer- 
seits dann wieder der Lärche Platz macht. Zwischen 3000 und 3800 m bildet die Fichte 
oft reine Wälder, obwohl sie gewöhnlich mit der Tanne, Hemlock, Lärche, Pappel und 
Birke vergesellschaftet ist. 
Im Gegensatz zur allge- 
meinen Regel sind die Arten 
verhältnismäßig lokal. Alle 
liefern wertvolles Xutzholz, 
welclies wohl in der Masse 
geringer als das der Silber- 
tanne, aber viel dauerhafter 
und wertvoller ist. 

Eine der beschriebenen 
flachblättrigen Arten ist 
Picea complanata (Abb. 33). 
welche sich in Szetschwan 
bei 1800-3000 m findet. Sie 
wird 20 — 32 m hoch bei 
einem Stammumfang von 
2,5 — 4 m und hat ausge- 
breitete, ziemlich dünne, 
mehr minder hängende 
Zweige, mit unterseits blau- 
grauen Blättern. Das Holz 
wird hochgeschätzt, da es 
dichtkörnig, fest und dauer- 
haft ist. Eine andere, noch 

schönere flachblättrige 
Fichte ist Picea purpurea. 
sie wird 28 — 38 m hoch bei 
3 — 6 m Umfang und hat 
ausgebreitete Zweige und 
kleine, purpurne Zapfen. 
Sie ist im äußersten Nord- 
westen von Szetschwan 
(Ssytsch'uan) gemein, wo 
ihr Holz für allgemeine 
Konstruktionszwecke ge- 
braucht wii'd. 

Von den Arten mit vier- 
kantigen Blättern ist eine 
der besten der beschriebenen 
Arten Picea aurantiaca, 
welche in der Nachbarschaft 

von Tachienlu zwischen 4000 und 4800 m auftritt. Sie wird 20 — 28 m hoch, bei einem L'mfang 
von 2.5—4 m. die Triebe sind orangefarben und die Zapfen sehr lang. Eine andere, ihr etwas 
ähnhche und im gleichen Gebiet gefundene Art ist Picea montigena. Im nordwestlichen 
Szetschwan findet sich noch eine verwandte Art, Picea asperata (Abb. 32), die behaarte Triebe 
hat. Ihre Tracht ist pyramidal mit ziemhch dünnen, ausgebreiteten Zweigen, che Zapfen 
sind 12. b cm lang. Noch eine andere Art vom gleichen Ort ist Picea Watsoniaua. In den 
höheren Gebirgen von AVest-Hupei ist Picea WiIso)iii sehr gemein. Diese Art ähnelt in der 
Tracht unserer Picea excelsa, aber che Zapfen sind klein und dicht gedi^ängt. 




Abb. 52. Liiik.s Ckuinatcypart^ L'iasoniana, etwa lö ;*(, rechts vorn 
PinUS Cembra var. sihirica, 6 m (Orig.; im Kgl. Hofgarten zu Pillnitz, Sachsen). 



60 



Die Xadelhölzer Chinas. 



Von den Silbertannen treten ein halb Dutzend oder mehr Arten in Westchina auf, die 
alle große und außerordentlich schöne Bäume sind. Die Tanne beginnt bei 2500 •//?. ist aber 
nicht häufig unter 3200 m. Über cUeser Höhe wächst ihre Zahl beträchtlich an und numcher- 




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ipjeri {L. leptolepis), etwa 12 m; links vorn Piuus Cernhra var. gibirica. i) m 
.(Orig-.; Kg-l. Schloßgarten zu Pillnitz bei Dresden). 



orts bildet sie reine Wälder mit breitblättrigen Rhododendren als Unterwuchs. Die Bäume 
erwachsen zu großer Stärke, und Stücke von 40—45 m Höhe und 4 — 6 m Umfang sind 
häufig, gelegentUch trifft man auch Eiesen von fast 80 m Höhe. Eine der häufigsten Arten 



Die Nadelhölzer Chinas. 



61 



auf dem Berg Omei und iii dessen nächster Umgebung ist Äbies DeJavayi (Abb. 28). Dieser 
edle Baum zei^t in der Jugend eine symmetrische Tracht mit breiter Verästehmg, während 




Abb. 5-i. Rechts Lihocedrus decurrens, links Ahies concolor var. glauca, 12 m 
(Orig.; Kgl. Schloßgarten zu Pillnitz bei Dresden). 



er im Alter flachkronig und zedernartig wird. Die zylinch-ischen Zapfen sind (ück und violett- 
purpurn gefärbt, die Blätter oberseits glänzendgrün und unterseits blaugrau. 



62 



Die Nadelhölzer Chinas. 



Eine andere erwähnenswerte Art ist Abies recurvata, welche in Nordwest- Szetschwan 
häufig ist, wo sie reine Wälder bildet; sie wird 30 — 50 m hoch bei einem Stammumfang 
von 3 — 4?w. Die Borke ist rötlichbraun und die Tracht sehr symmetrisch. Eine außer- 




Abb, 



55. Picea pungens, etwa 10 m; einige der ersten auf dem Kontinent eingeführten Pflanzen 

(Orig.; Hort. Eisgrub, Mähren). 



ordenthche Art ist Ahies squamata mit zimtroter Borke, welche wie bei der Schwarzbirke 
{Betula nigra) abblättert. Dies ist eine alpine Art und zwischen^ 4400 und 5000 m häufig, 
wo sie zu ebensolcher Stärke wie ihre Verwandten erwächst 



In den Hochgebirgen von 



Die Nadelhölzer Chinas. 



63 



Nordwest-Hupei ist Äbies Fargesii gemein und ^YaldbiIdend. Diese Silbertanne erwächst 
bis zu 40 — 48 m Höhe, bei einem Stammumfang von 4—7,5 m. An alten Bäumen sind die 
Zweige breit und die Tracht ist flachkronig, sie ähnelt in den Xadehi der Äbies Delavaiji, 
aber die Zapfen sind klein und grau gefärbt. 




Abb. 56. Picea sitchensis im Schloßpark zu Wörlitz (durch gütige Vermittlung von Graf Fritz von Schwerin). 



Die oben genannten sind in Kultur und außerdem gibt es noch einige unbestimmte 
Arten. Das Holz aller cüeser Silbertannen ist weich und nur in Anbetracht der beträchthchen 
Größe der sich ergebenden Ivlötze wertvoll. 



64 



Die Nadelhölzer Chinas. 



Die häufigere von den zwei in Westchina auftretenden Lärchen ist Larix Potanini , 
welche zwischen 3300 und 4400 m an feuchten Plätzen in Fichten- und Tannenwaldungen 
verstreut sich findet. Mit wachsender Höhe wird die Lärche zahlreicher und schließhch 



^ 

^ 




Abb. ÜK fitina rnjuiu in England (durch dutf dts lirmi Henry Jones Elwcs;. 

übertrifft'^sie die Tanne an Menge und bildet in den alpinen Regionen reine Waldungen. 
Gewöhnlich ist der Baum 20—30 m hoch, aber gelegentlich erreicht er 40 m. Der Stamm 
ist ziemlich schlank und mastartig und die Zweige sind mehr oder minder hängend. Im 



Die Nadelhölzer Chinas. 



65 



Volksmund ist sie bekannt als ,,Hwngsha" (Rotfichte) in Anbetracht der Farbe ihres Holzes, 
welches diclitkörnig und zäh ist und höher geschätzt wird als das irgend einer Konifere 
iin Westen. An den Nordhängen des AVutaishan ist Larix Prmcipis Ruprechtii häufig. 

Verstreut durch die Waldungen von Mittel- und Westchina und besonders in felsigen 
Lagen treten verschiedene Arten der Hemlocktanne zwischen 20ÜÜ und 4400 m auf. An 
den Felshängen sind es meist mittelgroße wohlgeformte Bäume, an günstigeren Orten aber 
erreichen sie einen größeren Umfang als irgend ein anderer Nadelholzbaum dieser Gebiete, 
so daß man gelegentlich Riesen von 48 m Höhe und 8—9,5 7n Stammumfang sieht. Eine 
der größten hier wachsenden Arten ist Tsuga yumianensis (Abb. 36), und dieser Baum 
verspricht im Arnold Arbo- 
retum gut zu gedeihen. 
Das Holz aller chinesischen 
Arten ist ziemlich weich und 
von geringerem Wert als das 
der Fichte und Lärche. 

Die einzige aus China 
bekannte Weißkiefer ist Pi- 
nus Ärmandii (Abb. 74), 
welche, über ganz Mittel- 
und Westchina verstreut, 
zwischen 1600 und 2000 m 
auftritt und in bestimmten 
Distrikten reine Wälder bil- 
det. Es ist ein ziemlich 
kleiner Baum, im Mittel 
16 — 20 m hoch, aber ge- 
legentlich bis 28 m, mit 
einem Umfang von 1*75 — 
2*8 7n. Man erkennt sie 
leicht an ihren kahlen 
Trieben und den ziemhch 
großen, dicken Zapfen an 
den Zweigenden. Die Borke 
ist hellgrau, glatt und blei- 
bend, che unteren Äste sind 
gewöhnlich weit spreizend, 
aber nicht sehr dick. Das 
Holz ist fest, harzig und 
für Bauzwecke geschätzt. 

Die edelste Kiefer von 
Westchina ist Piniis densata, 
welche in Borke und Tracht 
auffallend der P. silvestris 
ähnelt. Die Zapfen stehen 
dicht gedi'ängt, bleiben viele 
Jahre und haben einen sehr 

verdickten, vorspringenden Nabel an jeder Schuppe. Diese Kiefer kommt in höheren Lagen 
vor als irgend eine andere Art in Westchina; man findet sie waldbildend zwischen 3200 
und 4200 m. Sie wird 27 — ^40 m hoch, bei einem Umfang von 3,2 — 4,8 m. Das Holz ist 
feinkörnig, harzig und dauerhaft. 

In den warmen, trockenen Tälern des weiten Westens ist Pinus yunnanensis sehr häufig, 
die Art der Niederungen, P. Massoniana, ersetzend. Sie ist ein mittelhoher Baum mit 
lockerer, rötlicher Borke in den oberen Teilen, mit langen, etwas hängenden Blättern und 
ziemlich dicken Zapfen, die viele Jahre bleiben. 

In Nordwest-SzetschwanistP«'>msiri7so)i7'?' (Abb. 34) die gemeine Art zwischen 2200 und 
3500 m, wo sie reine Wälder bildet. Dies ist eine auffallende Art mit dicken Blättern und 
dunkler Borke; sie wii'd 20 — 32 m hoch bei 2,4 — 5 m Umfang und liefert wertvolles Nutz- 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhölzer. 5 




Abb. 58. Pinus excelsa, Tränenkiefer, im Vordergrund lUichsbaum 
(Orig.; Hort. Schaffgütsch, Purgstall). 



66 



Die Nadelhölzer Chinas. 



holz. Die Zapfen sind aus ziemlich wenigen und breiten Schuppen zusammengesetzt und 
bleiben eine Keihe von Jahren am Baum. Vielleicht ist diese Art mit der im nördlichen 
Kansu verbreiteten P. leucosperma identisch. 

In West-Hupei ist Pinus Henryi verbreitet, und sie tritt auch im Lushan-Gebiet in 
Kiangsi auf. Sie wird 20 — 28 m hoch mit mäßig dickem Stamm mit dunkler, gefurchter, 
bleibender Borke. Die Zweige sind ziemlich kurz, spreizend und nicht sehr dick. Die Triebe 
kahl und orangegelb gefärbt. Die Zapfen ähneln sehr denen von P. densiflora, und die 
beiden Arten sind sehr nahe verwandt. Die Hartholzkiefern von China sind ausnehmend 

schwierig zu bewerten, und 
es ist möglich, daß mehr 
oder weniger Arten, als 
oben angegeben, anzu- 
nehmen sind. 

Im nordwestlichen Sze- 
tschwan treten jenseits 
Sungpan Wälder von einem 
Wacholder auf, dessen Holz 
sehr wertvoll ist. Dieser 
Baum wird 20 — 28 m hoch 
mit einem geraden Schaft 
von 2,8 — 3,2 m im Umfang 
und schlanken, ausgebreite- 
ten Zweigen, eine pyrami- 
dale Krone bildend. Ich bin 
nicht ganz sicher, aber ich 
denke, daß diese Art von 
Juniperus chinensis ver- 
schiedenist. Die gleiche tritt 
in der Nähe von Tachienlu 
auf, wo sie sehr selten ist. 
In Hupei findet sich 
verstreut durch lichte Wäl- 
der zwischen 1200 und 
2400 m Juniperus formosana 
als ein kleiner, schlanker 
Baum von etwa 10,2 m 
Höhe (Abb. 30). Die Zweige 
sind schlank, aufrecht aus- 
gebreitet, nahe den Enden 
hängend; die Nadeln haben 
stachelige Spitzen und sind 
unterseits blaugrau. Die 
Frucht ist orange, etwa 
von der Größe einer ge- 
wöhnlichen Erbse. 
In der alpinen Zone ist ein niedrig wachsender Wacholder sehr gemein und erstreckt 
sich bis an die Grenzen des Baumwuchses. Er wächst dicht zusammen, oft bis zum 
Ausschluß jeder anderen Holzpflanze und bildet das ,,elfin-woüd" der alpinen Moore. 
Die Stämme sind knorrig und gewunden und die Zweige werden als Weihrauch in den tibe- 
tischen Lamaklöstern verbrannt. Diese Art ist vielleicht J. squamata und dürfte eine will- 
kommene Bereicherung der niedrigwachsenden Koniferen darstellen. 

In den trockenen, heißen Tälern von Westchina tritt eine Zypresse auf, die vielleicht 
zu Cupressus torulosa zu zählen ist. Dieser schöne Baum wird 32 — 48 m hoch und erreicht 
einen Umfang von 2,4 — 4,8 m. Die Borke ist rostbraun, die Zweige sind kurz, schlank und 
spreizend, die Zapfen ziemlich groß für die Gattung. Das Holz ist duftend, dichtkörnig, 
leicht zu bearbeiten und für Bauzwecke sehr wertvoll. 




Abb. 59. Pinus halepensis (Plioto erhalten durcli Kurator Alwin Berger, 
La Mortola). 



Die Nadelhölzer Chinas. 



67 



Um Kanton nnd andere Orte im Südosten von China tritt die eigenartige Glyptostrobus 
heterophyllus auf. Diese Konifere ist Taxodium sehr nahe verwandt, wenn nicht dazu gehörig. 




Abb. 60. Cnjpiomeria japonica, links, und Cedrus ailantica, rechts, im Hort. Ambrözy, Malonya, 

Ungarn (Orig.). 

5* 



68 



Die Nadelhölzer Chinas. 



Die schöne Cryptomeria japonica ist selir wahrscheinlich in China heimisch, vielleicht 
in den östKchen Teilen, südlich vom Yangtsze-Fluß. Sie wird in Westszetschwan, besonders 
um Kuan Hsien, spärhch kultiviert, aber ich traf nie ein spontanes Stück in China. Indes 
ist es unwahrscheinlich, daß dieser Baum von Japan nach Westchina eingeführt worden 
sein sollte. 

Eine Art von Pseudotsuga wurde kürzhch aus China beschrieben, ich habe aber keine 
Kenntnis von diesem Baume. 




Abb. 61. Links Abies Pinsapo var. glaucn, rechts A. Nordmanniam, im ^Vi-boretum der Forstschule 

Les Barres, Frankreich (Orig.). 



Das hier Dargelegte betrifft ganz allgemein die Koniferen von China im engeren Sinne. 
Eine Anzahl neuer Arten und eine neue Gattung wurden kürzlich von Formosa beschrieben 
und weitere Auskünfte darüber sind wünschenswert. Jedenfalls ist China an Koniferen 
so reich wie an anderen Zierbäumen und -sträuchern, und man kann wohl annehmen, daß 
einige dieser vielen neuen Arten von Pinus, Äbies und Picea sich hart und brauchbar für die 
Kultur in den kälteren Teilen von Europa und der Vereinigten Staaten erweisen. 



Die Nadelhölzer Xordamerikas. 



69 



Die Xadelliölzer Nordamerikas. 

Von Alfred R e h d e r, Arnold Arboretum. 

Nordamerika ist reich an Nadelhölzern und hat den Hauptanteil an der exotischen 
Koniferenflora der Gärten und Parke Europas geliefert. Ungefähr 90 Arten sind aus dem 
Gebiete bekannt, die fast alle in der Kultur eingeführt wurden, manche freihch. um bald 
wieder zu verschwinden, 
viele aber gedeihen vorzüg- 
lich und sind in älteren 
Anlagen oft in Exemplaren 
zu finden, die denen der 
Heimat an Größe und 
Schönheit wenig nachgeben ; 
verschiedene wie Pseudo- 
tsuga taxifoUa, Pinus Stro- 
hus. Picea sitcliensis sind 
auch hin und wieder in 
größerem ]\Iaßstabe forst- 
lich mit Erfolg angebaut 
worden. Als die älteste Ein- 
führung ist Thuja occiden- 
talis zu nennen, die bereits 
um das Jahr 1545 nach 
Europa gelangte und wahr- 
scheinlich war auch um 
dieselbe Zeit Pinus Strobus 
vorübergehend in Kultur; 
etwa 100 Jahre später wur- 
den Taxodium distichum 
und Juniperus virginiana 
eingeführt, denen dann Pi- 
nus rigida, Tsuga canaden- 
sis, Picea canadensis. P. 
Mariana und andere folgten. 
Alle diese Arten kamen aus 
dem Osten. Der Westen 
wurde erst in der ersten 
Hälfte des vorigen Jahr- 
hunderts durchforscht und 
seine Gehölzschätze in un- 
sere Kulturen eingeführt: 
er ist bei weitem reicher an 
Nadelhölzern als der Osten. 
Die "Wälder des östlichen 
Nordamerikas bestehen vor- 
wiegend aus Laubholzarten 
und nur in den nördlichsten 
Teilen bilden die Nadel- 
hölzer einen größeren Teil 
der Waldflora, während 
im Westen die Nadelhölzer 

vorherrschen und von der Küste des Stillen Ozeans bis zur Meereshöhe von 2500 m bestand- 
bildend auftreten. Nicht nur die Zahl der Individuen ist im Westen größer, sondern auch die 
Zahl der Gattungen und Arten, darunter die mächtigsten Nadelbäume der Erde, wie Sequoia 
gigantea, S. sempervirens, Abies grandis und Pinus Lamhertiana. Der Osten besitzt nur 




Abb, 62. Tsuga heterophylla (die T. Mertensiuna der Gärten), 18 m 

{Ori?.; Hort. Pillnitz a. Elbe). 



70 



Die Nadelhölzer Nordamerikas. 



eine einzige Gattung, die im Westen nicht vertreten ist, nämlich Taxodium, während dem 
Westen Libocedrus, Cupressus, Sequoia und Pseudotsuga eigentümUch sind; die übrigen 
Gattungen sind beiden Gebieten gemeinsam, aber bei Gattungen mit mehreren Arten immer 
im Westen reicher entwickelt. Beide Gebiete sind durch die Prärie und das Mississippibecken 
getrennt und haben keine Arten gemeinsam, mit Ausnahme von Picea canadensis, die im 
Norden bis zum 69. Breitegrad vorkommt und in dem die Baumgrenze bildenden Wald- 
gürtel von Ozean zu Ozean geht. 




Abb. 6.3. Chamaecyparis pisifera var. füifera, 30 Jahre alt, in Villa Loose, Lesum-Bremen 
(durch gütige Vermittlung von Graf Fritz von Schwerin). 



Im folgenden gebe ich eine kurze Übersicht der Nadelhölzer Nordamerikas, die alle 
mit wenigen Ausnahmen, wie Taxus canadensis und einige Jmiiperus-AYten, baumartig sind. 
Äbies concolor (Abb. 37) aus dem Felsengebirge ist als die Tanne zu nennen, die von 
allen amerikanischen Arten in der Regel am besten gedeiht; Äbies balsamea, A. Fraseri, 
A. subalpina sind auch völlig winterhart, aber verlangen größere Luftfeuchtigkeit und 
heiße trockene Sommer sind ihnen nicht zuträglich ; A.nobilis, A. magnifica, A, amabilis, 



Die Nadelhölzer Nordamerikas. 



71 



A. grandis (Abb. 38), Ä. venusta (A. hracteata) sind prächtige Arten, von denen die ersten 
vier ziemlich hart sind, währencl die letzte für Mitteleuropa kaum in Betracht kommt. 
Chamaecijparis Laivsoniana ist in zahlreichen Formen in unseren Gärten vertreten, 
die zum Teil allerdings kaum erraten lassen, daß der Baum in der Heimat eine Höhe von 
über 60 m erreichen kann; härter und ebenfalls sehr schön ist C. nootkatensis und noch 
härter, aber nicht von hervorragendem Zierwert ist C. tJiujoides aus den Oststaaten. 

j Cupressus arizonica (Abb. 39) ist wohl die härteste Art dieser auf den Westen beschränkten 
Gattung, ist aber auch nur für günstige Lagen zu empfehlen; sie ist besonders durch ihre 




Abb. 64. Vorn Juniperus virginiana var. globosa, 1,.5 m hoch; hinten J. virginiana var. plunwsa f. urginlea 

(Orig-.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



helle blaugrüne Belaubung auffallend. Von den übrigen Arten dürfte C. Macnabiaua noch 
die am wenigsten empfindlichste sein. 

Juniperus virginiana ist die bekannteste amerikanische Art dieser Gattung und völlig 
winterhart; sie ist auffallend durch ihren meist schmal pyramidalen AVuchs. J. scopidorum 
ist sehr ähnlich und ebenfalls hart; die übrigen baumartigen Arten sind alle nicht winter- 
hart und auch kaum von besonderem Zierwert. Die europäische J. communis kommt 
ebenfalls in Nordamerika vor, ebenso wie -/. nana, von der besonders che Varietät cana- 
densis mit aufstrebenden Zweigen zu erwähnen ist. Juniperus prostrata ist eine der 



7ä 



Die Nadelhölzer Nordamerikas. 



J. Sabina ähnliche Art mit niederliegenden Ästen und meist auffallend stahlblaugefärbter 
Belaubung; sie ist völlig winterhart. 

Larix americana ist die bekannteste amerikanische Art, aber der europäischen Art 
sehr ähnhch, und ebensowenig wie die beiden anderen Arten (L. occidentalis und L. Lijalli) 
als Zierbaum von besonderer Bedeutung; letztere sind überdies selten in Kultur und L. Lyalli 
(Abb. 201) als Hochgebirgsbaum schwieriger in Kultur, doch sind sie alle völlig winterhart. 




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Abb. 65. Picea sUchensis L Speciosa, 5 ni [Orig.; Park Charlottenhof bei Sanssouci-Potsdam). 

Libocedrus decunens (Abb. 54) ist eine schöne eigenartige lebensbaumähnhche Art 
mit schmaler pyramidaler Krone und dunkelgrüner Belaubung; sie ist in nicht zu un- 
günstigen Lagen hart und wächst rasch. In der Heimat erreicht sie eine Höhe von 50 m. 

Picea canadensis (P. alba) ist die verbreitetste der amerikanischen Fichten und geht 
im Norden von der Ostküste bis zur Westküste; sie ist auffallend durch ihre hellblaugrüne 



Die Nadelhölzer Nordamerikas. 



73 




Abb. 66. Pinus moniana var. mugims, Legföhre, auf dem Öchneeberg 
bei Wien (Orig.). 



Färbung und bildet meist einen breit pyramidalen, dichten, nicht hohen Baum (Abb. 40, 
S. 48), doch ist die in der Kultur noch seltene westliche Form Älbertiana schmal pyra- 
midal und erreicht in der Heimat bis 50 m Höhe. Picea Mariana ist ähnhch, aber mit 
dunklerer und feinerer Be- 
nadlung, während P. rubra 
der gemeinen Fichte sehr 
ähnlich, aber schwachwüch- 
siger ist. Durch hell blau- 
grüne Färbung zeichnen 
sich aus P. Engelmanni 
und P. pungens (Abb. 45), 
die letztere außerdem durch 
ihre starren, ziemlich großen 
Nadeln, und ist besonders 
in der blau weißen Form ein 
beliebter Zierbaum. 

Picea Breweriana mit 
lang herabhängenden Zwei- 
gen ist noch sehr selten in 
Kultur und wohl auch in rau- 
heren Gegenden nicht völlig 
hart. Ebenfalls nicht ganz 
hart ist die schöne P. süchen- 
sis (Abb. 41 und 65), die in 
günstigen Lagen von sehr 
raschem Wuchs ist und in der 
Heimat bis 60 m Höhe er- 
reicht. 

Pinus Stroius, die Wey- 
mouthskiefer, ist wohl die be- 
kannteste dieser großen, in 
Nordamerika durch über 30 
Arten vertretenen Gattung; 
ähnlich, aber von schmäle- 
rem, schlankerem Wuchs ist 
die westliche P. monticola. In 
diese Verwandtschaft gehört 
auch P. Lambertiana (Abb. 
245) mit sehr großen Zapfen, 
die in der Heimat bis 70 m 
Höhe erreicht, in Kultur je- 
doch meist kein sehr freu- 
diges Wachstum zeigt und 
nicht völlig winterhart ist. 
Die gleichfalls fünfnadlige 
P. aristata ist oft strauchig 
und mit ihrer dichten 
dunkelgrünen Benadlung 
eine sehr hübsche Kiefer. 
Pinus albicaulis und P. fle- 
xilis sind ebenfalls hart, aber 
selten in Kultur. Pinus edu- 
lis und P. nionophijlla mit 
großen eßbaren Samen sind 

nicht ganz hart, außerdem von langsamem AVuchs und ziemlich spärlich benadelt. 
Die zweite Gruppe mit verdickten Zapfenschuppen und mit meist zwei bis drei Nadehi in 
einer Scheide ist die artenreichste; die bekannteste ist P. rigida, der gemeinen Kiefer sehr 




Abb. 67. In der Mitte Picea pungens var. glauca, rechts davon Thuja 

Orientalis; links hinten L^'6oce(^rMS decurrens; ganz vorn links Ephedra spec. 

und rechts Juniperus Sabina var. tamariscifolia {Arboretum der Hochschule 

für Bodenkultur, Wien, Prof. Dr. Karl Wilhelm). 



74 



Die Nadelhölzer Nordamerikas. 



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ähnlich, aber dreinadhg. Eine schöne, aber empfindUche dreinadUge Kiefer ist P. ponderosa 
mit langer dnnkelgrüner Benadlung, die var. scopulorum ist härter, hat aber kürzere 
und öfter zu zwei stehende Nadeln; die nahe verwandte P. Jeffreyi mit blaugrUner 
Benadlung und großen Zapfen ist etwas härter; ebenfalls blaugrüne, bis 30 cm Länge 
erreichende Nadeln besitzt P. Sabineana, sie zeichnet sich auch durch sehr große, 

bis 25 cm lange Zapfen 
aus, die bei P. Coulteri noch 
etwas länger und bis ein 
Kilogramm schwer werden; 
die südliche P. palustris 
mit bis 40 cm langen Na- 
dehi hält nur in sehr mil- 
den Gegenden aus. Von 
den zweinadligen Kiefern 
ist P. Banlisiana eine der 
bekanntesten; sie ist voll- 
kommen hart und sehr ge- 
nügsam und ist mit Erfolg 
in größerem Maßstabe auf 
armem Boden und am 
Strande angebaut worden; 
auch P. Murrayana, der ge- 
meinen Kiefer sehr ähnlich, 

wii"d zum Anbau auf 
schlechtem Boden emp- 
fohlen, ebenso P. virgini- 
ana, die aber niedrig bleibt 
und mehr buschig wächst. 
p]ine schöne, der Schwarz- 
kiefer ähnliche Art ist P. 
resinosa mit langen dunkel- 
grünen Nadeln; sie ist voll- 
kommen hart, aber nur 
selten in Kultur anzutreffen. 
Pseudotsuga taxifolia{P. 
Douglasii) ist eine bekannte 
schöne Konifere von ra- 
schem Wuchs und bereits 
in Europa vielfach forstlich 
angebaut; in der Heimat 
(Abb. 69) erreicht sie unter 
günstigen Verhältnissen bis 
100 »i Höhe; sie ist jedoch 
nicht immer winterhart. 
Härter ist die blaugrüne bis 
bläulichweiße var. glauca 
(P.glauca), sie wächst aber 
bedeutend langsamer, und 
ist daher zu forstlichem An- 
bau nicht zu empfehlen, ist 
aber ein schöner Zierbaum 
von gedrungenem Wuchs 
mit bei den schönsten Formen auffallend weißblauer Färbung. Die südlichere P. macro- 
carpa ist empfindheh und selten in Kultur. 

Sequoia gigantea, der vielgenannte Mammutbaum Kaliforniens, erreicht in der Heimat 
eine Höhe von 120 m und einen Stammdurchmesser von etwa 15 m. In Kultur zeigt er 
in milden, etwas feuchten Lagen ein freudiges Wachstum und bildet schöne gedrungene 






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Abb. 68. Alies alba var. pendula, 8 m (Ori?.; Hort. Hesse, Weener). 



Die Nadelhölzer Nordamerikas. 



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schmale Pj^amiden mit blaugrüner schuppenförmiger Benadlung. Viel empfindlicher ist 
*S'. sempervirens (Abb. 70) mit eibenähnlicher Benadlung; in der Heimat erreicht sie 
nicht ganz die Größe der erstgenannten Art, kommt aber in größeren Beständen vor. 

Taxodium distichum, die Sumpfzypresse, ist eine der wenigen nicht immergrünen 
Nadelhölzer; sie bildet in den südlichen Staaten in sumpfigen Gegenden ausgedehnte Be- 
stände. Die Wurzeln bilden eigentümliche kegelförmige Auswüchse (Abb. 114) die bis über 
1 m Höhe erreichen können; auch in Kultur zeigen sich diese Auswüchse, Avenn die 
Bäume in sehr feuchten oder sumpfigen Boden stehen. Die Sumpfz}'presse verdient 
hauptsächhch ihrer feinen hchtgrünen Belaubung (Tafel X) halber Anpflanzung und ist 
höchstens in der Jugend gegen Frost empfindlich; sie gedeiht nur gut in feuchtem Boden. 

Taxus canadensis ist eine niech-ig bleibende strauchige Art, die auf ihrem natürlichen 
Standorte, im Schatten der Wälder meist fast dem Boden aufliegende lange Äste besitzt; 
in Kultur jedoch bei freiem Stande wächst sie mehr aufrecht und dichter, wird aber kaum 




Abb. 6y. Wald von Abies nobilis, A. Loiciana und Fseudotsuga in den Siskyou ^Its., Oregon 

(phot. Alfred Rehder). 



über 1 /// hoch. Der baumartige Taxus hrevifolia ist sehr selten und T. floridana wohl über- 
haupt nicht in Kultur. 

Torreya californica ist ein schöner Baum von regehiiäßigem Wuchs mit langen dunkel- 
grünen, zweizeilig stehenden Xadeln; leider ist er nur für wärmere Gegenden und geschützte 
Lagen geeignet. Xoch empfindhcher ist T. taxijolia aus Florida. 

Thuja occidentalis, der bekannte Lebensbaum, eröffnete, wie schon erwähnt, den 
Reigen der Konifereneinführungen aus Nordamerika. Sie hat in Kultur eine große Zahl 
der verschiedenartigsten AVuchsformen erzeugt, die sich ihrer Winterhärte wegen einer 
großen Beliebtheit erfreuen, besonders da. wo die Formen der Chamaeci/paris Lausoniana 
nicht mehr gedeihen. Während T. occidentalis auch in der Heimat nicht über 20 m Höhe 
erreicht, wird die westliche Art, T. plicata {T. gigantea) bis 60 m hoch; in Kultur ist sie fast 
so hart wie die vorhergehende Art, wächst rasch und bildet schöne schlanke Pyramiden 
(Abb. 42) mit glänzend grüner Benadlung, die sich auch durch den Winter hält, während 
T. occidentalis sich braungrün färbt. 

Tsuga canadensis (Abb. 139) ist sicher eine der schönsten nordamerikanischen Koniferen, 
Wegen, des leichten Kronenbaues und der zierhchen Benadlung ist die Wirkung dieses Baumes 



76 



Die Nadelhölzer Nordamerikas. 



in der Landschaft eine von den meisten Koniferen ganz verschiedene. Die Schönheit des 
Baumes kommt am besten zur Geltung bei freiem Stande. Er ist völhg winterhart und 
man findet in älteren Parkanlagen oft prächtige Exemplare. Eine auffallende Form var. 
pendula zeigt Abb. 43. Tsuga caroliniana ist nur wenig davon verschieden. Die westUche 
T. heterophijUa {T. Mertensiana) ist gleichfalls sehr ähnlich (Abb. 62), wächst aber rascher 




Abb. 70. Sequüia seinpervirens, Eibenzypresse, 17 m (Orig.; Arboretum der Forstschule Lcs Barres, Frankreicli;. 



und wird in der Heimat über 60 m hoch; sie ist jedoch empfindhcher und verlangt größere 
Boden- wie auch Luftfeuchtigkeit als T. canadensis. Ganz verschieden von diesen Arten 
ist T. Mertensiana (T. Pattoniana), die einen schmal pyramidalen Baum mit hellbläulich- 
grüner Benadlung darstellt ; die Nadeln sind vierkantig, nicht flach und stehen rings um 
den Zweig. Sie ist besonders ihrer hellen Benadlung wegen auffallend, die bei der var. 
argentea silbergrau und bei var. glauca blauweiß (Tafel XII) ist. 



Die für den Norden tauglichen Nadelhölzer. 77 

VI. 

Die für den Norden taiiglicheu Nadelhölzer. 

Von E. W 1 f und W. K e s s e 1 r i n g in St. Petersburg.^) 

Trotz des günstigen Seeklimas ist die Zahl der in St. Petersburg kulturwerten Koniferen 
gering im Verhältnis zur Menge der im hiesigen Forstinstitut und Pomologisehen Garten 
geprüften Arten, 

Nicht ausgeschlossen wäre es jedoch vielleicht, daß manche der aufgeführten, hier 
empfindhchen Arten besser gedeihen würden, wenn große Koniferen-Sortimente anbietende 
Samenhandlungen die Provenienz des Saatgutes mehr berücksichtigen wollten und es nicht 
nur mi Süden oder Entwicklungsoptimum, sondern auch an der polaren (horizontalen 
und vertikalen) Grenze des Verbreitungsgebietes einer gegebenen Art sammeln lassen würden. 




Abb. (1. L'Ldms aÜandca var. glauca, etwa i m breit und ü— lU tu huch 
(Ori?.; Arboretum Allard, La Maulevrie, Anders). 

Für viele Nadelhölzer ist der hiesige Sommer zu kurz; ihre ungenügend ausgereiften 
Triebe leiden im Winter, nicht selten sogar schon im Herbst, und solche einmal vom Froste 
stärker beschädigte Pflanzen wachsen sich schwer oder überhaupt nicht wieder aus, sind 
also unbrauchbar. Es können daher für unseren Norden nur diejenigen Arten in Betracht 
kommen, welche sich mit einer kurzen Vegetationsperiode begnügen, also außer ein= 
heimischen nordische Arten und von südlicheren die Bewohner hoher und höchster Gebirge. 
Nicht wenige der sonst winterharten Arten werden im Frühjahr braun und verlieren 
mithin an Kulturwert, wenn sie nicht gegen starke Besonnung geschützt stehen. Frisch 
gepflanzte, bis zum Winter nicht angewurzelte Koniferen werden hier fast immer im zeitigen 
Frühjahr braun, und ist es daher ratsam, nicht später als Ende August mit dem Verpflanzen 
der empfindlicheren und Mitte September (nach neuem Stile) mit dem der harten Arten 
aufzuhören. 

1) Eine ausführliche Darstellung ist in :\ritteil. d. Dendrol. Ges. f. Österr.-Üng., Bd. II, S. 46 ff. gegeben. 



78 



Die für den Norden tauglichen Nadelhölzer. 



Über die klimatischen Verhältnisse der Umgebung von St. Petersburg berichteten 
wir ausführlich in den Mitteilungen der Gesellschaft, I. Jahrgang, Heft 1. 

Für den Norden taugliche Arten finden sich nur in den Gattungen: Ähies, Chamaecypans, 
Juniperus, Larix, Picea, Pinus, Pseudotsuga, Taxus, Thuja und Thujopis. 



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Abb. 72. Juniperus excelsa in der Heimat (Cilicien) (phot. W. Siehe, Mersina). 

Abies. Große, wirklich schöne Exemplare besitzen wir nur von A. lalsamea, sibirica 
(Abb. 46), sibirica alba und var. pyramidalis ; alle bringen keimfähige Samen, doch wird aber die 
Balsamtanne häufiger als die sibirische im Winter braun und leidet auch bedeutender von 
Läusen (Chermes). Der ärgste Feind der Ä. balsamea und sibirica ist das Räuplein von Tortrix 



Die für den Norden tauglichen Nadelhölzer. 



79 



murinana, das die junsen Triebe samt Xadeln und neuen Knospen befrißt. (Siehe darüber 
in Abschnitt IX. S.109.') Interessant ist eine im Arboretum des Forstinstituts gefallene Hänge- 
form der Ä. sibirica. Von den Zwergformen der A. hcdsamea erwies sich gJohosa weniger 




Abb. 73. Gitikgo biloba, 21 m, im Garten des Geh. Kommerzienrates von Boch-Galhau, Mettlach, Rheinland 

(durch gütige Yermittlung von Graf Fritz von Schwerin). 



80 



Die für den Norden tauglichen Nadelhölzer. 



hart als Imdsonica: eine aus hier geerntetem Samen erzogene buntnadlige Form ist sehr 
empfindlich gegen Wintersonne, Alle anderen Arten verlangen unbedingt einen geschützten 
Standort. Viel versprechend ist ein schönes, zwar erst 1,5 m hohes Exemplar von A. holo- 
phylla, das, im Arboretum des Forstinstituts gegen Süden geschützt stehend, sogar im 
schlechten Winter 1911/12 unversehrt blieb, während gleichgroße und höhere Pflanzen 
von Ä. coneolor, subalpina, Yeitchi, sachalinensis, Picea Engelmanni, nigra und, horribile 
dictu, 6 m hohe Picea excelsa (wahrscheinlich südlicherer Herkunft) stark die Nadeln fallen 
Heßen. Empfindlicher erwies sich A. MophijUa im Pomologischen Garten. Äbies subalpina, 
coneolor mit var. lasiocarpa und var. violacea, sowie A. Yeitchi und var. sachalinensis, von 




Abb. 74. PinUS Ärmandii, 3 m (Orig.; Hort. Vilmorin, Verrieres bei Paris). 



denen wir höhere Exemplare besitzen, sind nicht auf die Dauer schön zu erhalten, da sie 
in ungünstigen Wintern leiden. Die Provenienz spielt auch hier eine nicht zu unterschätzende 
Rolle, denn zwischen den in Länge, Form, Farbe und Anordnung der Nadeln variierenden, 
in Masse vorhandenen A. coneolor unserer Baumschulen finden sich härtere und empfind- 
liche, die Schneedecke nicht überwachsende Pflanzen. 

Biota Orientalis und Cephalotaxus- Arten erfroren meist schon im ersten Wmter. 

Von Chamaecyparis erwiesen sich als kulturwert oMisa und pisifera mit der Form 
plumosa, die auf geschützten und scharfer Sonne nicht zugänglichen Standorten sich gut 
entwickeln und wenig oder gar nicht im Winter leiden. 



t3 







PL, 

PL, 




Die für den Norden tauglichen Nadelhölzer. 



81 



Cupressus arizonica, junge, vom Chiricahua-Gebirge stammende Pflanzen, die sich 
verhältnismäßig schnell entwickelten, überwinterten bis jetzt unter Schneedecke gut. 

Zwei im P'rühjahr 1911 auf einer sonnigen Steinpartie ausgepflanzte Ephecira,, und 
zwar: helvetica und eine noch unbestimmte turkestanische, überwinterten unter Decke aus- 
gezeichnet. 

Ginkgo hiJola. vor zehn Jahren ausgepflanzte Exemplare, frieren alljährlich selbst 
unter Schnee und Decke ab und werden nicht höher als 0,33 m. 

Juniperus communis mit snecica sind wohl hart und Früchte bringend, aber selten 
schön in der Kultur. In großen und schönen, fruktifizierenden Exemplaren sind vorhanden: 
J. nana mit canadensis und ./. Sabina. Empfehlenswert sind auch die Formen der ./. Sahina: 
glauca, prostraf a und tamariscifolia; empfindlicher ist die bunte variegata. Bis jetzt hart 
erwiesen sich auch die erst in jüngeren Pflanzen vorhandenen ./. occidentalis (Im hoch; 
Synon. J. Pseudociipressus 
Dieck), rigida, utahensis und 
virginiana. Empfindlich sind 
die die AVintersonne fürch- 
tende ./. pseudosahina und 
scopulorum, welche gut wach- 
send eine Höhe von 1,1 m 
erreichte, dann aber im 

Winter 1911 12 fast bis auf ^'^''^^^ Ifib ^EBTiäK^ ^m. ' ^'^ 

den Grund abfror. Kleine 
turkestanische (aus AVerny ) 

•/. excelsa überwintern gut P^^^^^H^B* r'äEM^Si^E^D^S^HISSflHB. ^^^ 
unter der Schneedecke, die 
sie aber, wie man wohl an- 
nehmen muß. kaum jemals 
werden überwachsen können. 




'in»* 



Lari.r. Keimfähigen 
Samen bringende, schöne und 
große Bäunu^ sind vorhanden 
vonL. dahurica, decidua (euro- 
paea) und ihren Formen pen- 
dula, pendidina und rossica. 
L. laricina (L. americana) 
und von der durch regel- 
mäßigen Wuchs und relativ 
frühestes Austreiben und Ab- 
werfen der Xadeln ausgezeich- 
neten L. sibirica (Abb. 47). 
L. Kaempferi (L. leptolepis). 
welche auch durch schon 
ansehnliche zapfentragende ^ 
Exemplare in unseren Gär- j^jj]-, 

ten vertreten ist, schließt 
ihren Trieb spät ab und 
leidet daher nicht selten durch Frühfrost. Hart ist auch die noch neuere L. l'urilensis hört. 
Hesse, die schon als schwaches Bäumchen Zapfen bringt. Die erst in den letzten Jahren 
bei uns eingeführte L. occidentalis erwies sich als schnellwüchsig und gut widerstandsfähig. 

Picea. Vollständio; hart sind natürlich die nordrussische P. ohovata und excelsa und 
die Übergangsformen zwischen beiden; Kotfichten südlicher Provenienzen sind empfindlich. 
Von Formen der P. excelsa kultivieren wir mit Erfolg: argenteo-spica, Barry (Abb. 48), Clan- 
hrassiliana, coliimnaris, compacta, compacta pyramidalis, conica, Cranstoni, crassifolia, Ell- 
icangeriana, eremita, Finedonensis, Gregoryana, Maxivelli, Merli. monstrosa, mucronata, 
nana, nidiformis. parviformis, procnmhens, piimila (Abb. 44), pygmaea. viminalis; etwas 
weniger hart sind: aurea, inversa, Remonti, große Exemplare von elegans Beißn. wurden 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Xadelhölzer. 6 



75. Abies sibirica-Be^tand im Kaiserl. Forstinstitut zu 
St. Petersburg (durch Güte von Herrn E. Wolf). 



82 



Die für den Norden tauglichen Nadelhölzer. 



im Frühjahr 1912 vollständig braun. Von Exoten schmücken unsere Gärten prächtige 
mannbare Bäume der F. oniorica, pungens (Abb. 45) mit ihren Farbenvarietäten und 
P. cmmdensis (P. alba) verschiedener AVachstumsformen. In schönen, ziemlich großen 
Exemplaren besitzen wir: P. nigra Mariana }iovt. (wenigstens in geschützter Lage), Glehni, 
jezoensis Carr. und die zwergige P. Maximoiviczii (obovata japonica Maxim.). Den früheren 
Liebling der hiesigen Gartenbesitzer, die in zapfentragenden Exemplaren vorhandene 
P. Engelmanni müssen wir in der Baumschule fallen lassen, da sie zu häufig von Spätfrösten 
und Schütte leidet. Picea ajanensis, P. hicolor {Alcoekiana Carr.) und nigra, die häufig im 
Frühjahr einen großen Teil ihrer Nadeln verlieren, sind für uns wertlos; die erst in kleineren 
Exemplaren vorhandene P. rubra dürfte sich vielleicht härter erweisen. 

Pinus . Außer der gewöhnlichen Kiefer — Pinus silvestris (in zwei Formen : mit gelben 
und roten männlichen Blüten), die hier ausgedehnte Wälder erster Bonität bildet, und 

einer gelbnadligen, auf den hiesigen 

Meeresdünen vorkommenden 
Form von ihr, wachsen nur 
wenige Arten zu schönen zapfen - 
tragenden Bäumen heran. Es sind 
dies: Pimis Peuce, Cem&ra und ihre 
weniger zierende und feuchteren 
Boden verlangende sibirische Form, 
P. sibirica Mayr (Abb. 49); die An- 
zucht der nicht weniger harten P. 
Strobus ist nicht lohnend, da nicht 
selten ganze Kulturen dieser Art 
dem Roste zum Opfer fallen, der, 
wie hier beobachtet wurde, auch 
auf andere Kiefern der Gruppen 
Cemhra und Strobus übergehen kann. 
P. pumila (Abb. 50) ist vollständig 
hart, aber nur in wenigen Exem- 
plaren vorhanden, von denen das 
älteste und schönste sich im Po- 
mologischen Garten befindet. Das 
Saatgut, aus welcher diese kom- 
pakte Zwergarve stammt, ergab 
auch ein höheres, locker gebautes 
Exemplar. 

Von Krummholzkiefern — P. 
))iontana mit ihren Unterarten — 
besitzen wir starke, alte zapfen- 
tragende Exemplare, die jedoch auf 
trockenen Sandböden nicht selten 
im Frühjahr durch Sonnenbrand 
leiden. Die unschöne P. Banksiana 
(P. divaricata) ist die einzige Koni- 
fere, welche hier im Laufe des 
Sommers zwei Triebe zur Reife bringt; sie wird früh mannbar. Von P. contorta, contorta 
Murrayana und resinosa besitzen wir 2 — 3 m hohe, gesunde, schöne Exemplare. Die erst in 
kleinen Exemplaren vorhandene P. leucodermis überwintert gut. Von P. koraiensis w^achsen 
junge, noch kleine, aus mandschurischem Saatgut erzogene Pflanzen unfreudig; seiner- 
zeit von Peter Smith unter diesem Namen erhaltene Exemplare gehören den Zapfen nach 
zu P. Cembra. Die Zwergformen der gewöhnlichen Kiefer: P. sylvestris globosa yiana und 
beuvronnensis sind empfindlich und leiden oft. 

Pseudolarix ivaemp/en-Sämlinge erfroren im ersten Winter. 
Pseudotsuga taxifoUa (P. Douglasi), die hier ungefähr seit 25 Jahren in Kultur ist, 
erwies sich je nach Herkunft mehr oder weniger hart; der Typ und die grünblättrige Küsten- 
form frieren alljährlich über der Schneedecke ab. Unter den Bergformen dieser Konifere, 




Abb. 76. Abies amabüis, 4?« (Orig.; Hort. Hesse, Weener). 



Die für den Xorden tauglichen Xadelhölzer. 



83 



die wir in schönen, zapfentragenden, wenn auch nicht besonders großen Exemplaren be- 
sitzen, befinden sich gleich harte o:rünnadlige, graue und weißliche Formen. Die seinerzeit 
von P. Smith m Bergedorf 

erhaltenen pendula und 
Stairi gingen nach einigen 
Jahren ein. 

Sciadopitys verticü- 
lata erwies sich als un- 
tauglich. 

Sämlino-e de? Ta.ro- 
diuni distichum erfrieren 
im ersten Winter. 

Taxus loccafa (weni- 
ger hart als die folgenden». 
cuspidata, brevifoUa und ca- 
nadensis sind in schönen, 
breiten, aber nicht hohen 
Büschen vorhanden. Die 
gelbblättrigen Formen von 
T. baccata und canadensis 
sind empfindlich. Alle Taxus 
verlangen einen geschützten 
Standort. 

Thuja occiderdaJis und 
var. plicata Mast. (Th. pli- 
cata Pari.) (mit der ^Mehr- 
zahl ihrer Formen) gehören 
zu den schönsten und här- 
testen Nadelhölzern unserer 
Gärten. Im Arboretum des 
Forstinstituts steht ein kern- 
gesunder, prächtiger Baum 
des abendländischen Lebensbaumes, der bei einer Höhe von 10 m und Kronenbreite von 
6 m, 1 m vom Boden gemessen, emen Stammdurchmesser von 0,262 m hat. Harte Formen 
der T. occidentalis sind: albo-spica, Boothi, Buchononi, caucasica, Columbia, columnaris, 

compacta, cristata, Doiiglasi 
pyramidalis, erecta. fastigi- 
ata, fiJiformis, FroebeJi, glo- 
bosa, globosa viridis, Hoveiji, 
..Little gern", pumila, re- 
curva nana, recurvata, River 
siana, Rosenthali, tatarica, 
umbraculijera. Vervaeneana. 
Wareana. Wareana globosa. 
Empfindlicher sind alle 
fixierten Jugendf ormen,wie : 

EUwangeriana, ericoides, 
SpätJii; dann aureospicata, 
lutea, pendula, Wareana lu- 
tescens, Wagneri, ,,Waxem'\ 
und besonders zart Bodmeri 
sowie EUwangeriana aurea, 
und „Rheingold"'. Hart ist 
var. plicata nana. T. Stan- 
dishi hält nicht lange aus. Bei scharfer Besonnung im Frühjahr werden nicht selten 
die Zweigspitzen der Thuja gelb. 




Al)l). II. Picea excelsa var. Clanbrassiliana, 6 m (Orig.; im Park von 
Charlottenhof bei Sanssouci, Potsdam). 




Abb. 78. Jungpflanze \nn Cephalolaxits Oliven iVeitch, Ausstellung 
London 1912; phot. F. Zeman). 



84 



Die für den Norden taudichen Nadelhölzer. 



Thujopsis dolabmta mit der var. nana überwintert gut auf geschützten trockeneren 
Standorten unter Schneedecke; wächst äußerst langsam und bildet hübsche, breite, bis 
0,5 m hohe Büsche; auf nassem Boden leidet sie im Winter. 

Tsitga: alle hier geprüften Arten dieser Gattung sind für unseren Norden wertlos. 




Abb. 79. Abies venusta {Ä. hrarltuhi] zu i:a>tli(ii Castle, England (durch Guu- dis Herrn Henry John Elweä 



Die ziun forstlichen Anbau »eeimeten fremdländischen Nadelhölzer. 



85 



VII. 

Die zum forstliclieu Anbau geeigneten frenuUändisclien 

Nadelhölzer. 

Von Prof. Dr. A. C i e s 1 a r, Wien. 

Als ZU Anfans der Achtzi^erjahre des verflossenen Jahrhunderts im Deutschen Reiche 
und bald darauf auch in Österreich die Anbauversuche mit fremdländischen Holzarten 
in den heimischen Forsten 
in größerem Umfanse und 

systematisch emgeleitet 
wurden, da war die Zahl 
der Koniferen, die hierzu 

ausersehen waren, eine 
ziemlich stattliche. Daß 
dies so war. darf nicht 
wimdeniehmen : einerseits 
waren es die oft nur gerin- 
gen Kenntnisse über die 

Standortsansprüche der 

Fremdländer, anderseits 
wieder die Absicht, mög- 
lichst vielen der Exoten im 
europäischen IValde das 
Bürgerrecht zu sichern, was 
die forstMchen Versuchs- 
anstalten bewogen hatte, 
eine längere Reihe von Holz- 
arten dem Experiment zu 
unterwerfen. Die Erfahrun- 
gen der letzten 30 Jahre. 

aus den umfansjeichen 
Anbauversuchen in Öster- 
reich und Deutschland ge- 
schöpft, nicht zuletzt auch 
die Ergebnisse älterer Kul- 
turen haben die unbrauch- 
baren Holzarten aussreschie- 
den. die anbauwürdigen in 
ihrem forstlichen Werte 
näher beleuchtet und über- 
dies einer klemen Zahl von 

fremden Koniferen den 
Platz im Rahmen weiterer 
Versuche angewiesen, sofern 
die bisherigen Ergebnisse 
ein klares Bild zu liefern 
nicht vermochten. 

Im nachfolgenden seien 
alle jene fremdländischen 
Nadelhölzer aufgezählt und 

ganz kurz besprochen, denen nach den gegenwärtigen Erfahrungen ein AVert zum f o r s t- 
mäßigen Anbau in unseren mitteleuropäischen Waldungen zugesprochen werden darf. 
Abies. Das Holz der fremdländischen Tannen ist in seinem Tyi^us und in der Qualität 
von jenem imserer heimischen Tanne in keiner Weise unterschieden: wenn also exotische 
Tannen bei ims angebaut werden, so ist nicht das Holz derselben der Anlaß hierzu, viehnehr 




Abb. SO. Abies braehyphylla. 9 m (Ori?.; Hort. Späth. Baomschulenwee-Berlin). 



86 



Die zum forstlichen Anbau geeigneten fremdländischen Nadelhölzer. 



gewisse waldbauliche Eigenschaften. Die fremden Tannen nehmen im Rahmen des forst- 
lichen Anbaues nur einen bescheidenen Platz ein. Ahies concolor, die amerikanische Silber- 
tanne (Abb. 54), steht eigentlich erst am x\nfange des Anbaues. Ihre Raschwüchsigkeit, 
in der sie unsere Weißtanne übertrifft, und ihre Schönheit sind die vornehmsten emp- 
fehlenden Eigenschaften, die sie als einen Gewinn für unseren AVirtschaftswald erscheinen 
lassen. Der Silbertanne müssen gute, frische, humose Lehmböden zugewiesen werden, auf 
strengen Böden zeigt sie kein gutes Gedeihen. Gegen Beschattung ist sie empfindlicher als die 
übrigen Tannen. Ahies Nordmanniana, N o r d m a n n s t a n n e (Abb. 51), im Kaukasus zu 
Hause, besitzt gegenüber der Weißtanne den Vorzug einer größeren Schönheit und Üppigkeit 

der Benadelimg; infolge 
des späteren Austreibens 
ist sie von Früh] ahrsf rösten 
weniger heimgesucht als 
die Weißtanne; immerhin 
ein kleiner Vorteil. Die 
Nordmannstanne wird in 
unseren AVäldern wohl meist 
aus ästhetischen Rücksich- 
ten angebaut. 

Cham aecyparis . Die 
Scheinzypressen führen ein 
Holz, dessen Typus im 
mitteleuropäischen Walde 
nicht vertreten ist; in der 
hohen Qualität des Holzes 
ist in erster Linie der Grund 
für den Anbau der Chamae- 
ctjparis- Arten in Europa zu 
suchen. Chamaecijpans 
Laiüsoniana, L a w s o n- 
zy presse (Abb. 52), 
eignet sich für frischen, 
tiefgründigen, milden, san- 
digen Lehmboden und leh- 
migen Saud. Sie ist in be- 
zug auf den Boden übrigens 
wenig wählerisch und in 
dieser Richtung nicht sehr 
anspruchsvoll. In Österreich 
beinahe von der meeres- 
oleichen Höhe bis 1500 m 
ü. d. M. (Südtirol) gedei- 
hend; lichtliebend, in der 
Jugend jedoch des Seiten- 
schutzes bedürftig; für 
große Kahlflächen somit 
nicht geeignet. Von Spät- 
frösten und Insekten nicht bedroht, von Wild nur in geringem Maße. Diese raschwüchsige 
Holzart ist wegen ihres vorzüglichen Holzes, sowie auch wegen ihrer Anspruchslosigkeit zum 
Anbau in größerem Maßstabe — zumal als Mischholz — empfehlenswert. Chamaecyparis 
obtusa, Sonnenzypresse, erzeugt ein vortreffliches Holz, das in seiner Qualität entschieden 
höher steht als jenes der Lawsonzypresse. Eine Holzart, die in frischem, sandigem Lehm- 
boden und in mildem Lehm gut fortkommt. Ziemlich raschw^üchsig, gutes Mischholz für 
Buche und Tanne, sowie für Lärche; besonders geeignet zur Ausfüllung von Lücken in 
Verjüngungen. Die Sonnenzypresse hat vom Wild nur wenig zu leiden, ist aber dem Mäuse- 
fraß in hohem Grade unterworfen. Sie kann zum Anbau in größerem Stile, jedoch mit 
Ausschluß der höheren Gebirgslagen, empfohlen werden. 




Abb. 81. Abieshomolepis, 9m(0rij.; llun. >i<d\\i. Baumschulenweg bei Berlin). 



Die zum forstlichen Anbau geeigneten fremdländischen Nadelhölzer. 



87 



Crifptomeria iaponica, cüe K r v p t o m e r i e. eignet sich zum forstlichen Anbau 
nur in au^o-esprochen milden Lasen cles Küstenlandes, von Südtirol. Südsteiermark un 
südwe^tHchen Deutschland, mi Rheinsau und am Mederrhem. Dieses schone Nadelholz 
i^t unter ^ünstisen Bodenverhältnissen selir raschwüchsig, erzeugt aber em schwammiges, 
mmderwertises Holz, dessen geringe Qualität durch die Größe des Massenzuwachses auf- 

gewosen werden muß. . ^ ■ ^ ,- ^ ■■^^ 

Jumperiis rirginiana.. vir-inischer A\ a c h o 1 d e r. eignet sich ur kühle 
Standorte als Waldbaum kemeswess und käme beim Anbau im großen :\Iaßstabe nur m 
den milderen Strichen Österreichs und hier immer nur auf besseren, frischeren Standorten 




Abb. 82. Taxus haccala var. jastigiaia. Ürländische Eibe, 5-b m .Cr:?.; .Vrboretam G. Allard. La Maulevrie. Angers . 



in Betracht In Dabuatien wurden mit dem virginischen "Wacholder befriedisende Resultate 
erzielt. Diese Holzart, che bekanntlich das wohlriechende Bleistiftholz hefert. ist frosthart, 
leidet sehr durch Wildverbiß, wie auch durch Fegen. 

Lari.T Kaempferi [L. leptoJepis). japanische L ä r c h e ( Abb. 53 ). Der außerordenthch 
üppif^e Ju^^endwuchs. (üe leichte Anzucht und Kultur haben die schöne japanische Lärche 
in nettester Zeit zu einem Lieblins: unter den Exoten gemacht : überall in den mitteleuropäi- 



88 



Die zum forstliehen Anbau geeigneten fremdländischen Nadelhölzer. 



sehen Forsten kann man ihr begegnen. Ob sie die vortreffliche Eigenschaft ihres überaus 
raschen Wuchses auch im späteren Alter beibehalten wird, ist heute eine offene Frage. 
In der Jugend übertrifft L. Kasmpferi unsere heimische Lärche im Höhenwuchse wesentlich; 
sie wird mit 25 Jahren bis 20 m hoch! Eignet sich für frische, milde bis schwerere, tief- 
gründige, humose und sandige Lehmböden; in trockenen Örtlichkeiten sollte sie nicht an- 
gebaut werden. In rauheren Gebirgslagen zeigt sie geringes Gedeihen, wenn sie unter gün- 
stigen klimatischen Verhältnissen auch in Meereshöhen bis 1200 m noch mit Erfolg angebaut 
werden kann. Durch Wildverbiß, Fegen, Schlagen und Schälen leidet sie ernstlich, des- 
gleichen durch Hallimasch, Schneedruck und Schneebruch, sowie endlich durch die Dürre 
des Sommers. Gegen Winterfröste ist sie unempfindlich. Die japanische Lärche wird in 

Europa ein Baum des Flach-, 
Hügel- und des niederen 
Gebirgslandes bleiben. In 
Anbetracht der oben an- 
gedeuteten guten Eigen- 
schaften und wegen ihres 
hochwertigen Holzes ver- 
dient die japanische Lärche 
einen breiteren forstlichen 
Anbau, der übrigens vielen- 
orts praktiziert wird. 

Picea Engehnanni, 
E n g e 1 m a n n s Fichte 
(Tafel IX), hat für tiefere, 
mildere Lagen Europas keine 
forstliche Bedeutung, es sei 
denn, daß ihre graue und 
blaue Varietät ihrer Schön- 
heit wegen da und dort 
auch in den Waldungen mil- 
derer Striche eingesprengt 
würden. Hingegen verdient 

diese nordamerikanische 
Fichte vollste Beachtung 
bei Aufforstungen im hoch- 
gelegenen Gelände, an der 
oberen Waldgrenze, wo 
mit 




Fichte in Mischung 



Abb. t>3. Äbies ccphalonica, 13 m (Orig.; llort. Pillnitz, Sachsen). 



Lärche, Zirbe und Bergkiefer 
die höchstgelegenen Vor- 
posten alpinen Waldes bil- 
den. Nach dem Vorkommen 
in ihrer Heimat ist Engel- 
manns Fichte ein ausge- 
sprochener Hochgebirgs- 
baum. Picea pungens. 

Stech flehte oder Blaufichte (Abb. 55). Vom forstlichen Gesichtspunkte bildet 
die beste Empfehlung dieser Fichte ihre stachelspitzige Benadelung, die sie vor Wild- 
verbiß mit Sicherheit sehützt. Ausgedehnte Pflanzkulturen dieser Holzart in wildreichen 
Revieren blieben vollends verschont. Diese Eigenschaft stempelt die Stechfichte unter 
gegebenen Verhältnissen zu einer anbauwürdigen; auch für feuchtere Örtlichkeiten ist sie 
geeignet, wie sie anderseits auch in trockenem Boden nicht versagt. Ihr außerordentlich 
robuster Bau macht sie gegen Schneedruek ziemlich unempfindlich. Die blaubereifte Varietät 
(glauea) bedeutet einen hohen Gewinn für die Schönheit unseres europäischen Nadelholz- 
waldes. Der verhältnismäßig langsame Jugendwuchs, die außerordentlich starke Beastung 
und die dadurch verringerte Holzqualität sind Nachteile, die man beim Anbau der Stech- 
fichte in Jagdrevieren in den Kauf nehmen muß. Picea sitchensis, Sitkafichte (Abb. 56), 



Die zum forstlichen Anbau geeigneten fremdländischen Nadelhölzer. 



89 



ist für den umfassenden forstlichen Anbau von allen fremdländischen Fichten am meisten 
zu empfehlen, wenn sie auch nicht alle jene Erwartungen erfüllt hat. die man zu Beginn der 
Anbauversuche von ihr erhofft hat. Sie ist, zumal unter günstigen Standortsverhältnissen 
— in luftfeuchten Lagen — in der Jugend wesentlich rascher wachsend als die heimische 
Fichte. In Preußen hat man pro Hektar Jahresleistungen von 26.5 fm Derbholz beobachtet! 
Infolge der großen Anforderungen an die Feuchtigkeit der Luft eignet sich die Sitka- 
fichte für den Anbau in Lagen mit kontinentalem Klima nicht. Während sie in tieferen, 
wärmeren Standorten auch 
eine größere Bodenfeuchtig- 
keit verträgt, verlangt sie 
in höheren, kühleren Ge- 
birgslagen einen trockenen 
Boden, auf dem sie im mil- 
den Khma kaum zu pro- 
sperieren vermag. Von der 
stachelspitzigen Benadelung 
der Sitkafichte haben sich 
die Forstwirte einen voUen 
Schutz gegen Wildverbiß 
erhofft: dies hat sich nur 
in sehr beschränktem Maße 
erfüUt. Ein breiterer forst- 
licher Anbau der Sitkafichte 
unter zusagenden Stand- 
ortsverhältnissen ist durch 
die großen Wuchsleistungen 
und durch die hohe Holz- 
qualität gerechtfertigt. Die 
verhältnismäßig hohe Emp- 
findlichkeit dieser Holzart 
gegen Spätfröste läßt ihren 
Anbau auf großen Kahl- 
flächen nicht rätlich er- 
scheinen. 

Pinus Bauhsiana, 
Banks- Kiefer, ist wohl 
eine der anspruchslosesten 
Holzarten, che der Forst- 
mann kennt. Erst seit Be- 
ginn der ^eunzigerjahre des 
letzten Jahrhunderts zum 
Anbau empfohlen, wurde 

diese nordamerikanische 
Kiefer in der jüngsten Zeit 
zur Aufforstung von Lagen 
mit schlechtestem Boden 
vielleicht ungebührlich viel 
verwendet; sie ist heute 

geradezu ein Modebaimi auf armem und ärmstem Sande. Banks" Kiefer wird in ihrer 
Hehnat unter günstigsten Verhältnissen 25 m hoch; weder ihr Holz noch ihre Schaft- 
oder Kronenausformung. noch auch ihre Wüchsigkeit weisen empfehlende Eigenschaften 
auf. Sie eignet sich nur zur vorbereitenden Aufforstung sehr armen, sterilen Sandes: unter 
gegebenen klimatischen Voraussetzungen leistet übrigens hier die Schwarzföhre Besseres 
mit ihrer breiten stämmigen Ivronenform, dem robusten Schafte und dem reichen 2sadeLfaIl. 
In der Jugend sehr rasch wachsend, wird die Bankskiefer von der Schwarzföhre meist schon 
im zweiten Lebensjahrzehnt überholt. Die schmale pyramidale Ivrone der P. Banlsiana 
vermag den Boden nur spärlich zu decken, vom Schnee wird sie oft gebogen. Für trockene 




Abb. S4. Abies ciUcica. etwa 14 m lOrie.; Hort. Graienegg, Niederösterreieh). 



90 



Die zum forstlichen Anbau geeigneten fremdländischen Nadelhölzer. 



Kalkböden eignet sie sich nur wenig, so daß sie am Rarste vollends versagt hat. Bei Auf- 
forstungen von armen und trockenen Lagen sollte man sich stets die Frage stellen, ob mit 
der Schwarzföhre nicht ein Erfolg zu erzielen wäre; erst in zweiter Linie greife man zur 
Bmihimia, die im kalten Klima die Konkurrenz der Schwarzföhre nicht zu fürchten hat. 
Besseren (Lehm-)Böden bleibe man mit Bankskiefern fern. Die Bedenken, die neuestens 
gegen die zu weitgehenden Anpreisungen dieser Kiefer vielfach laut werden, scheinen be- 
rechtigt zu sein. Als Helfer in der Not sei jedoch Pinus Banksiana nicht ganz vergessen. 
Pinus rigida, P e c h k i e f e r (Abb. 57), ist eine sehr anspruchslose Konifere aus Nord- 
amerika, die sich als Misch - 
^ holz zur Anzucht von Weiß ■ 

föhrenbeständen auf sehr 
mageren Sandböden eignet. 
In reinen Beständen sollte 
die Pechkiefer, die keine 
nutzbaren Bäume erzeugt, 
nicht kultiviert werden. 
Pmus rigida wird heute nur 
noch sehr selten angebaut. 
Pinus Strohus, die Wey- 
mouthskiefer, steht im 
europäischen Walde heute 
und seit etwa einem Jahr- 
hundert bereits so allgemein 
und mit so durchschlagen- 
dem Erfolge im forstlichen 
Anbau, daß es wohl kaum 
nötig erscheint, über diese 
Holzart an dieser Stelle noch 
des breiteren zu sprechen. 
Pinus excelsa, die H i m a- 
laya-Tränenkiefer 
(Abb. 58), wäre für die mil- 
deren Lagen der südlichen 
Striche Österreichs, für Dal- 
matien, das Küstenland und 
Südtirol zum forstlichen An- 
bau immerhin empfehlens- 
wert. Das Holz ist jenes 
von der Type der Strobe, 
der Baum selbst ist eine 
der schönsten Kiefern. 

Pseudotsuga taxifolia 
{Ps. Douglnsii), Douglas- 
fichte (Abb. 17). Neben 
der amerikanischen AVey- 
mouthskiefer ist im mittel- 
europäischen Walde keine 
fremdländische Konifere in so großem Umfang und mit so günstigen Ergebnissen angebaut 
worden wie die Douglasia. Diese aus dem pacifischen Nordamerika stammende schöne Nadel- 
holzart ist in ihrer grünen, mit mehr abstehenden Ästen ausgestatteten Form von Jugend 
an sehr raschwüchsig; unter günstigen Verhältnissen wurden pro Hektar laufend jährliche 
Massenleistungen von über 25 /m beobachtet! In England und Deutschland maß man im 
45. Lebensjahre Baumhöhen bis 30 m, in Österreich erwuchsen 30jährige Douglasien zu 20 m 
Höhe. (Siehe auch Abb. 17.) Solches leistet sie freilich nur auf guten, frischen, milden Lehm- 
böden; auf trockenen Böden ist diese Holzart schlechtwüchsig, dasselbe gilt für nasse 
Standorte. Hier ist sie auch vom Froste gefährdet. In den österreichischen Alpen wurden 
gute Anbauerfolge bis 1400 m, ja in Südtirol bis 1500 m Seehöhe beobachtet; anderseits 




Abb. 85. Urwald von Äbies Nordmanniana mit eingesprengten Picea 

Orientalis, bei Urschewi im Tale des Rion, südwestlicher Kaukasus, 

bei etwa 1800 m (Orig.)- 



Die zum forstlichen Anbau geeigneten fremdländischen Nadelhölzer. 



91 



ist das Gedeihen der grünen Douslasia auch in der gerinsfen Erhebung von 120 m im öster- 
reichischen Küstenlande ein sehr zufriedenstellendes. ]N>ben der sehr beträchthchen Massen- 
leistung der Douglasfichte, neben iliren vortrefflichen waldbauUcheu Eigenschaften ist auch 
die hervorrao:encre Qualität ilires Holzes ein Moment, das den Anbau dieser Holzart in 
hohem Maße gerechtfertigt erscheinen läßt. Die graue Form, che Gebii-o:s-Douo;lasia 
(Pseudotsuga gJauca]. ist lanssamwüchsis. daher für die tieferen, milderen Lagen unseres 
mitteleuropäischen Waldes nicht brauchbar; im höheren Gebii-ge wären Anbauversuche 
gewiß empfehlenswert. Die Douglasfichte ist durch Wild sehr gefährdet, sie wird verbissen, 
geschlagen und geschält: Insekten schädigen sie kaum, auch o^egen Fröste ist sie nur wenig 
empfindlich. 

Thuja plicata (Th. gigantea). Riesenlebensbaum (Abb. 60). verlangt besseren, 
milden, genügend frischen, sandigen Lehm- oder lehmigen Sandboden, meidet streno;e, nasse 
örthchkeiten. Li der Jugend ist sie für Seitenschutz dankbar, eignet sich daher nur wenig 




Abb. S6. Abies suialpina und Picea Eyigdmanni am Louise-See, Alberta, Britisch-ColuiubiLn 

(phot. Alfred Kehder). 

für den Anbau auf ausgedehnten Kahlflächen. Li der ersten Jugend empfindlich gegen 
Fröste, nicht selten von dem Pilze Pestalozzia funerea ernstlich leidend, desgleichen auch 
vom Schneedruck. Vom Wild wird der Riesenlebensbaum wohl nicht verbissen, doch gefegt 
und geschält. Diese nordaraerikanische Holzart zeichnet sich durch raschen AVuchs und 
durch eine hohe Qualität ihres Holzes aus. Sie eignet sich zum Anbau in milderen, tieferen 
Lagen; hier verdient sie forstlichen Anbau in größerem L^mfange; mi Gebirge hat sie sich 
nicht bewährt. 

Tsuga canadensis. H e m 1 o c k. findet sich bisher im Walde nur äußerst selten an- 
gebaut, würde aber seitens der Forstwirte eine größere Beachtung verdienen in Anbetracht 
ihrer Fähigkeit, selbst starke Beschattung ohne Nachteil zu ertragen; es ist dies eine sehr 
wertvolle waldbauhche Eigenschaft. Tsuga heterophijUa (T. Mertensiana Carr.) (Abb. 62), 
westliche Schierlingstanne, würde es ebenfalls verdienen, im europäischen Walde 
eingeführt zu werden, denn ilir Holz ist von vorzügücher Eigenschaft. 



92 Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 

VIII. 

Aiiziiclit, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 

Von Franz Zeman, Pruhonitz. 

Wenn wir auch im Hauptteil XI ziemlich genaue Hinweise über die Vermehrung 
und Kultur bei den einzelnen Gattungen geben, so erscheint es doch geboten, das allgemein 
Wichtige hier zusammenzufassen, wobei wir in ähnlicher Weise vorgehen, wie in den ent- 
sprechenden Abschnitten in den beiden ersten Kulturhandbüchern. 

Wir beginnen wieder mit der sexuellen Vermehrune; oder der 




Abb. 87. Keimpflanzen verschiedener Gattungen: a — i Pinus: a Pinea, h Jeffreyi, c Cemhra, d exeelsa, 
e Strohus, / — g sylvestris: f nur mit den Keimblättern, g einjährig, h Banhsiana, i contorta — • A" — m Picea: 
k exeelsa, einjährig, l sitchensis, m canadensis (alba) — n — o Tsiigra cartaf/ewsis: ganz jung und einjährig 
— p — t Abies: p — q alba (pectinaia): q Schema einer Själirigen Pflanze, r firnia, s balsamea, t sibirica 

(nach Hickel, Graines et Plantules des Coniferes). 



Anzucht aus Samen. 

Diese ist überall da am Platze, wo es sich nicht um Vermehrung von Kulturformen 
handelt, welche aus Samen nicht echt zu fallen pflegen. In allen anderen Fällen ist sie nicht 
nur die naturgemäßeste, sondern die allein ratsame, wenn es darauf ankommt, wirklich 



Anzucht, Vermehruno; und Kultur der Nadelhölzer. 



93 



schöne Pflanzen zu erzielen. Bei Massenanzucht für Forstzwecke kann allein die Aussaat 
in Betracht kommen. Aber die Saat wird nur dann erfolgreich sein, wenn das Saatgut 
frisch und zuverlässig ist. Kann man dies nicht an eigenen Mutterpflanzen sammeln, so 
beziehe man es nur aus den besten Quellen (siehe Bezugsquellenliste XXI) und scheue nie 
davor zurück, etwas mehr zu zahlen. Billiges, unzuverläßhches Saatgut ist wertlos ! Sammelt 
man selbst, so nur von gesunden, in jeder Hinsicht richtig entwickelten Mutterpflanzen. 
Man nehme dann auch nur gesunde, in keiner Weise verkrüppelte oder sonst erkrankte oder 
beschädigte Zapfen, möglichst von der Sonnenseite der Pflanzen. Setzen doch sehr oft 
unzureichend ernährte oder kränkliche Pflanzen sehr viel reicher Samen an als gesunde, 
z. B. bei Thuja, Chamaecyparis, Cryptomeria, Picea u. a. Ferner ist es wichtig, die Reife- 




Abb. 88. Keimpflanzen verschiedener Gattungen: a — b Crijptomeria japonica: jung und älter. — c Arau- 
caria araucana {A. imbricata): der Grund der Keimblätter ist aus der Samenbasis (oben) ausgetreten und 
zwischen ihnen ist das Knöspchen. — d Cunninghamia lanceolata {C. sinensis). — e — g Sciadopilifs verticillata: 
e — / einjährige, g 2jähriges Pflänzchen. — /* Pseudolarix Kaempferi. — t Cedrus aüantica. — k — l Larix decidua: 
jung und älter. — m — n Kefeleeria Davidiana: ganz jung imd fast 1 jährig. — o Pseudotsuga 
(nach Hickel, Grames et Plantules des Coniferes). 

Zeiten der Zapfen genau zu kennen oder zu beobachten, damit man nicht zu früh erntet und 
noch nicht keimfähige Samen erhält. Oft müssen wir sehr gut achtgeben, daß behn Sammeln 
nicht Vögel oder andere Tiere (siehe Abschnitt IX) uns zuvorkommen. Es ist auch vielfach 
schwierig, die Zapfen zu erlangen, wenn sie nur an der Spitze hoher Pflanzen auftreten; 
auch das Aushülsen oder Kiengen der Samen ist nicht immer ganz einfach. 

Die Hauptzeiten für das Einsammeln sind der Herbst und das erste Frühjahr. AUe 
Beerenzapfen oder Samen mit fleischiger Hülle müssen sofort eingeheunst werden, wenn 



94 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



sie ihre richtige Farbe zu erhalten und sich leicht abzulösen beginnen, denn dann sind die 
Vögel gewöhnlich sehr dahinter her, also: Dacrjjdium, Cephalotaxus, Ginkgo, Juniperus, 
Podocarpus, Taxus, Toneija. Schnell geht das Öffnen im Herbst bei Chamaecyparis, Cnjpto- 
meria, Lihocedrus, Sequoia, Taxodium, Thuja, Thujopsis, wobei der beste (schwerste) Same 
zuerst ausfällt. Im September bis Oktober reifen die meisten Abies, deren Zapfen zerfallen, 
ähnliches gilt von Pseudolarix, ferner empfiehlt sich um diese Zeit oder im Spätherbst 
abzunehmen: Larix, Picea, Pseudotsuga und Tsuga. Sehr wechselnd ist das Verhalten 



i 




Abb. 89. Keimpflanzen verschiedener Gattungen: a Taxus baccata. — b Cephalotaxus: a^ Same. — c Torreya 
nucifera. — d Ginkgo, gegen Ende des ersten Jahies. — e Juniperus communis. — / Cupressus sempervirens. 
— (j~i Chamaecyparis Lawsoniana: g ganz junge Keimpflanze, h diese von oben gesehen, i ältere Keim- 
pflanze. — k~m Thuja plicata (Th. gigantea): wie g—i. — n Thuja. — o Lihocedrus decurrens. — 
p~q Sequoia gigantea; r S. sempervirens. — s—t Taxodium distichum (nach Hickel, Graines et Plantules des 

Coniferes). 

der Pinus-Arten, man vergleiche darüber den Hauptteil. Die Cedrus behalten ihre Zapfen 
lange fest geschlossen und müssen meist künstlich geöffnet werden, wozu vorsichtiges Aus- 
bohren der Zapfenspindel empfohlen wird. Sonst öffnen sich schwer aufspringende Zapfen 
oft bemi Lagern in der Sonne oder in warmer Luft (nicht über 30'^ C). 



Anzucht, Vermelirung und Kultur der Nadelhölzer. 



95 




Abb. 90. Vermehrung diu-ch Stecklinge, siehe Text S. lUÜ 

(Orig.; phot. F. Zeman). 



Solche Samen, die längere Zeit anfbewahrt werden müssen, lasse man in den Zapfen, 

da sie sonst zu schnell ilire Kehnkraft verlieren. Es empfiehlt sich auch ein Stratifizieren 

in sandiger Erde oder Holzkohlenstaub. 

Wenn man Saat- 
gut aus der Heimat .««csiÄJ^a««- 

bezieht. so strebe man 

immer danach, solches 

aus Lagen zu erlangen, 

die klimatisch ungün- 
stiger sind als die 

unsrigen. Pflanzen aus 

Samen von südlichen 

warmen Lagen wollen 

in rauheren Gegenden 

nicht gut gedeihen 

und leiden durch die 
Kälte. Umgekehrt 

sind die Erfolge meist 

gut, wenn auch viele 

nördliche Arten in 
heißen südhchen 

Gebieten naturgemäß 

versagen. 

Der Zeitpunkt 

der Aussaat richtet 

sich im wesentlichen nach der Dauer der Keimfähigkeit. Solche Samen, die bald ihre 

Keimfähigkeit verlieren, wie von Araucaria. den Cupressaceen und vor allem von den 

heiklen Gattungen, wie 
Adinostrobus, Agathis, Cal- 
litris, Fitzroya, Frenela, so- 
wie die Samen der Beeren- 
zapfen und solche mit flei- 
schiger Hülle (siehe oben), 
säe man gleich nach der 
Reife aus. Tut man dies 
bei Cephalotaxus, Dacry- 
äium, Ginkgo, Juniperm, 
Podocarpus, Taxus, Torreya 
u. a. nicht, so liegen die 
Samen 1 — 2 Jahre, ehe sie 
kennen. Es empfiehlt sich 
daher auch, solche Samen 
zu stratifizieren und sie 
dann in einem kühlen Raum 
(einem kalten Mistbeete) 
der Einwirkung des Frostes 
auszusetzen oder sie 2 — 5 cm 
hoch beschneien zu lassen, 
wobei natürlich die Gefäße 
bis an den Rand in Erde 
eingesenkt werden müssen, 
da sie sonst durch den Frost 
zersprengt würden. Ebenso 

empfiehlt sich sofortige Saat oder Stratifizieren bei Samen, die aus fremden Gegenden zu 

ungünstiger Jahreszeit eintreffen. 

Frühjahrssaat ergibt im allgemeinen befriedigende Erfolge bei: Abies, Athrotaxis, 

Chamaecyparis, Cryptomeria, Picea, Pimis, Sequoia, Taxodium, Thuja, Tkujopsis und Tsuga. 




Abb. 91. Veredlung I, siehe Text S. 102 [Orig.; phot. F. Zemani. 



96 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 




Abb. 92. Veredlung II, siehe Text S. 103 {Oiig.; phot. F. z.- 



Bei allen diesen Gattungen nehme man nur Samen, die im letzten Herbst gesammelt wurden. 

Zweijähriges Saatgut liefert wenig und noch dazu meist schwache, empfindlichere Pflänzchen. 

Die Aussaat erfolgt entweder in Gefäße (Töpfe, Schalen, Kistchen) bzw. in ein Mistbeet, 

oder ins freie Land. In Ge- 
fäße oder ins Mistbeet sät 
man alle im Freien nicht 
ausdauernden Arten, sowie 
neuere oder seltenere und 
solche, von denen nur 
wenig Saatgut zur Verfü- 
gung steht, also alle Samen, 
denen man eine besondere 
Sorgfalt zuwenden muß. 
Die flachen Gefäße belegt 
man auf dem Boden finger- 
dick mit Scherben und füllt 
sie dann mit Erde so weit, 
daß diese nach Glättung 
bis 1 1 2 cwi unter dem Rande 
reicht. Als Erde wird meist 
folgende Mischung gewon- 
nen: 1 Teil gute Kasenerde 
und 1 Teil gut abgelagerte 
Nadellauberde, zur Hälfte 
mit Heide- oder Moorerde 
vermengt, dazu reichlicher 
Sandzusatz. Manche Züchter 
em])fehlen auch nur mit 
scharfem Sand gemischte Laub- und Heide-(oder Moor-)Erde, doch pflegen hierin die 
Pflänzchen zu geil zu wachsen und erkranken bei zu viel Moorerde (oder Torfmullj-Zusatz leicht. 

Bei der Aussaat werden 
die Samen stets dünn über 
die Fläche verteilt, damit 
jedes künftige Pflänzchen 
Platz zur Entwicklung hat. 
Man bedeckt die Samen mit 
etwas sandigerer Erde, aber 
(vor allem die feineren!) 
nie höher als sie dick sind. 
Ganz feine drückt man am 
besten nur leicht mit einem 
Brettchen an und überdeckt 
sie dann mit einer dünnen 
Schicht von fein zerriebenem 
Torfmoos (Sphagnum). 

Die Aussaaten werden 
stets mäßig feucht gehalten, 
damit die Keimung mög- 
lichst gleichmäßig erfolgt. 
Für die Saat ins freie 
Land bereitet man entspre- 
chende Beete vor. Man wählt 
hierzu eine geschützte, na- 
mentlich gegen Nordwinde 
gesicherte, aber helle und sonnige Lage mit einem gut durchlässigen, weder zu schweren 
noch zu leichten Boden, der unter Umständen besonders vorbereitet werden muß. Er soll 
nicht zu nahrhaft sein, damit die Sämhnge nicht zu geil wachsen, darf aber auch nicht 




Abb. 93. Veredlung III, siehe S. 103 (Orig.; phot. F. Zeman). 



Anzucht, Yermehran": und Kultur der Xadelhölzer. 



97 



zu arm sein. Solche Beete lassen sich jahrelang benützen, wenn man immer durch Humus-, 
Knochenmehl- und Holzaschezufuhr che durch die Sämlinge dem Boden reichlich entzogenen 
Nährstoffe ergänzt und die Kulturen wechselt. 

Bei der Beetanlas^e beachte man in erster Linie, daß fast alle juno^en ^S'adelhölzer gegen 
Spätfröste empfindlich sind, zumal wenn die Pflanzen direkt von der Morgensonne getroffen 
werden. Man gebe daher gegen Nordost. Ost und Südosten seitUchen Schutz durch immer- 
grüne Hecken, wozu sich vor allem die Thuja eignen. Es empfiehlt sich auch noch. Quartiere 
von 4 — 6 Beeten allseits so einzusäumen durch Hecken, daß nur der Eingang offen bleibt. 
Solche Beete können natürhch auch für Laubholz- und Staudenaussaaten oder Stecklinge 
usw. benützt werden. Ebenso zum Einsenken der Töpfe mit jungen Pflanzen heiklerer 
Arten. 

Bei feinen Sämereien wendet man am besten Breitsaat an, wobei die Samen gleich- 
mäßig über die ganze geglättete Fläche verteilt werden, während bei größeren Samen Reihen- 
saat vorzuziehen ist. Große Samen, wie von Güikgo. manchen Pinus usw., steckt man mit 
der Spitze nach unten einzeln in entsprechender Entfernung bei einem Reihenabstand 
von 15 cm. 




Abb. 94. Veredlung IV, siehe S. 103; fertige angewachsene Edelreiser mit ganz ziuückgeschnittener Unterlage 

(Orig.; phot. F. Zeman). 



Xach der Aussaat bedeckt man die Beete mit Fichtennadeln oder mit einer dünnen 
Moosschicht und beschattet sie mit Xadelholzreisig. welches auch als Schutz junger Saaten 
gegen Frost dient. 

Die Hauptpflege der Saatbeete, besteht in einer gleichmäßigen Feuchthaltung, sowie 
im Entfernen von Fnkraut und Lockerhalten von zu hartem Boden. Ferner muß man 
Schutz geben gegen Vögel. Mäuse. Maulwürfe. Kaninchen. Schnecken und sonstige Feinde, 
die den Samen oder jungen Pflanzen nachstellen. Dieser Schutz darf vor allem im Winter 
nicht versäumt werden, wo auch das oft plötzliche Auftauen und Einfrieren zu beachten 
ist. da vom Frost ausgehobene Pflanzen eingedrückt werden müssen usw. Bei zu trockenem 
Wetter ist ein gutes Eingießen erforderlich: auch im Winter dürfen die Beete nie trocken 
sein. Besonders im ersten Jahre leiden die Pflänzchen durch wechsehides Winterwetter 
leicht, weshalb man den Boden zwischen ihnen mit Xadelstreu überziehen und die ganzen 
Beete mit Reisigbelag decken muß. 

Zur Unterscheidung der Sämhnge der verschiedenen Gattungen sind die Abb. 87 — b9 
beigegeben. 

Silva Tärouca, Unsere Freiland-Nadelhölzer. i 



98 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



Ein baldiges Vereinzeln (Pikieren) ist meist nicht erforderlich. Man soll Koniferen- 
Sämlinge im allgemeinen die ersten 5—6 Monate ungestört lassen. Ein Vereinzeln vor dieser 
Zeit wird nur nötig, wenn die Pflänzchen zu dicht stehen und vom Pilz (siehe Abschnitt IX) 
befallen werden oder an Wurzelhalsfäule erkranken. Meist ist falsche Erdauswahl oder 
zu reichhche Feuchtigkeit am Erkranken schuld. Bei zu dichtem Stande kann man die 
Saaten auch nur ausdünnen und die entfernten Sämlinge für sich pikieren. 

Beim Pikieren beachte man. daß die Sämlinge nie tiefer zu stehen kommen, als sie 
vorher standen. Man pikiert in eine Erdjnischung wie für die Saaten und gießt dann gut an, 
worauf die Pikierschalen ins Kalthaus oder Mistbeet kommen und etwa eine Woche ge- 
schlossen gehalten werden; 
man schütze sie dabei gegen 
Tropfenfall und jede über- 
• flüssige Feuchtigkeit. Nach 

5 — 6 Tagen beginnt man 
allmählich zu lüften, bis 
bei regem Wachsen die 
Pflanzen der Luft ganz 
ausgesetzt werden. 

Beim Vereinzeln gibt 
man den Pflänzchen um so 
mehr Raum, je kräftiger 
sie sind und je länger sie 
auf dem Beete bleiben 
sollen. Alljährliches Ver- 
pflanzen empfiehlt sich 
nicht, höchstens bei man- 
chen schnellwachsenden 
Tupressaceen. Man lasse die 
jungen Koniferen 2( — 3) 
Jahre stehen. 

Das gleiche gilt für 
Topfaufzucht heiklerer Ar- 
ten. Solche soll man stets 
3 — 5 Jahre im Topf pfle- 
gen, ehe man sie im Freien 
versucht, z. B. Ahies reli- 
giosa, Cupressus, Cedrus. 
Cri/ptomeria, Juniperus dru- 
pacea, J. thurifera, Pinus 
rddiafa (P. insignis), P. 

halepensis, Sciadopitys, 
Sequoia, Tsuga Mertensiana 
(T. Pattoniana) und natür- 
lich alle als besonders emp- 
findlich bezeichneten Gat- 
tungen, wie Ädinostrobus, 
Agathis usw. 




Abb. 95. Tsuga Mertensiana {Ts. Paüoniana), die Stämme im Vorder- 
grund mit der tief gefurchten Rinde ; dahinter zumeist Ts. heierophijUa, 
in Glacier, Alberta, Brit.-Oohimbien (phot. Alfred Rehder). 



Wir kommen nun zur ungeschlechtlichen oder 

vegetativen Vermehrung. 

Sie ist wichtig für alle die Sorten, die aus Samen nicht echt fallen, ferner für seltene, 
neue Sachen und dann, wenn Saatgut aus irgend einem Grunde nicht oder noch nicht zu 
beschaffen ist. Zuweilen gilt es auch, bestimmte Formen sehr rasch zu vermehren. 

Die wichtigste Form dieser Vermehrung ist 

die Vermehrung durch Stecklinge. 
Für Freilandkoniferen ist die beste Zeit dafür unbedingt vom August bis Mitte Sep- 
tember, sobald die Triebe gut ausgereift sind. Ist dies früher der Fall, kann man unter 



Anzucht. Vermehrang und Kultur der Nadelhölzer. 



99 



Umständen auch schon ini Juli schneiden. Bei Vermehrung von Topfpflanzen im Glashause, 
wie etwa von Äraucaria, Actinostrohus, Mirotaxis, CaMitris, Cri/ptomeria, Cunninghamm, 
Cupressus, Dammara, Frenela, Lihocedrus u. dgl. kann man die Vermehrung auch den Wmter 
durch fortsetzen. 



^ 




Abb. 96. Cunninghamia lanceolata im Hort. Ambrözy, :\Ialonya, Ungarn 

lOri?.;. 



100 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



Beim Schneiden der Stecklinge ist je nach der Gattung manches zu beachten. Im 
allgemeinen gilt, daß man immer Stecklinge von Kopf (Lang )trieben nehmen soll, sei es 
nun von Gipfeltrieben oder seitlichen Langtrieben. Gipfeltriebe nehme man bei Ämucaria, 
Cephalotaxus, Cnjptomeria, CunninghamicL Dammara, Podocarpus, Sequoia, Torreya u. a., 
auch bei niedrigen Abietineen, wie Zwergformen von Äbies, Picea und Pinus, doch wird 
diese letzte Gattung selten durch Stecklinge vermehrt. Man kann bei den erstgenannten 
Gattungen auch Triebe aus Adventivknospen (Wasserreiser) oder solche, die am Fuße der 
betreffenden Stämme entstehen, verwenden. Nach dem Abschneiden der Gipfeltriebe bilden 

die Mutterpflanzen meist 
eine Anzahl neuer Kopf- 
(Lang)triebe, die sich dann 
wieder sehr gut für Steck- 
linge eignen. 

Ln übrigen vergleiche 
man für die Brauchbarkeit 
dieser Vermehrungsart die 
Hinweise bei den Gattungen. 
Durch kräftige Seiten- 
triebe werden vorteilhaft 
vermehrt vor allem die 
C'upresseen, wie Chamae- 
ciiparis, Thuja, TJmjopsis, 
Libocedrus, Callitris, Fitz- 
roija {Frenela, Widdring- 
tonia), sowie die Junipereen. 
Beim Schneiden ver- 
fährt man so, daß man die 
Stecklinge dicht unter einem 
Gelenkknoten eines stär- 
keren Zweiges abschneidet 
und mit einem Ansatz von 
älterem Holze abreißt, so 
daß die Schnittfläche halb 
abgeschnitten und halb ab- 
gerissen ist, die die ein- 
zelnen Stecklinge auf Abb.90 

zeigen. So geschnittene 
Stecklinge bilden bald Kal- 
lus und bewurzeln sich 
rasch. Von manchen Cu- 
presseen (wie z. B. Thuja 
occid. ericoides) und Juni- 
perus (z. B. Sahina) kann 
man auch die Zweigspitzen 
als Stecklinge verwenden, 
die man dann glatt (ohne 
Holzansatz) abschneidet. Wie lang man die Steckhnge schneidet, das richtet sich 
ganz nach dem Charakter und Wuchs der Mutterpflanze. Sie können nur 5 — 10 cm, aber 
auch 10 — 20 cm lang sein (siehe Abb. 90), oder noch länger, wie z. B. bei Chamaecyparis 
Lawsoniana pendula, intertexta oder fiUformis; von Juniperus Sahina kann man 3 — 4jährige 
Triebe, die meist über 30 cm lang sind, in einem tiefen, kalten Mistbeet mit Vorteil als 
Stecklinge verwenden; ähnliches gilt von Retinosporen und Formen von Cham, pisifera. 
Auch Cryptomeria wächst aus altem Holz gut. 

Möglichst sofort nach dem Schneiden stecke man die Stecklinge in den vorbereiteten 
Sand oder in Erde, damit die Schnittfläche nicht austrocknet, weil sie dann nur schwer 
Kallus bilden. Als Erde verwendet man eine Mischung von Heideerde und rein gewaschenem 
Sand oder auch rein gewaschenem, nur nicht zu grobem Flußsand. 




Abb. 97. Abk^ aniubtU:^ (du- bi\'iteii' H'clils vom ist A. Lowiana) m 
Washington, Mt. Rainier {phot. Alfred Rehder). 



Anzucht. Vermelinme und Kultur der Nadelhölzer. 



101 



Je nach Mensfe kommen die Stecklinse in Schalen (Abb. 93). Töpfe. Kästen oder in 
ein entsprechend voro:erichtetes Beet im Vermehrnngshanse. Man kann auch für ganz harte 
Sorten ein freies Saatbeet verwenden und dort unter Glasglocken stecken. 

Im allsfemeinen dürfen die Steckhnge nicht zu dicht und nicht zu tief gesteckt werden. 
Die Erdmischung oder der Sand soll gut wasserdurchlässig, aber nicht zu locker, sondern 
gut angedrückt sein. Man sorge daher in erster Linie für ^enüsfenden AVasserabzus: durch 
eine Unterlage von Scherben. Zieselbrocken, grobem Sand. Torfstreuabfall o. dgl., die 
3 — 6cm hoch ist. Darauf kommt Sem hoch die oben angegebene Erde (oder Sand), die 
dann 1 — 2 cm dick mit rein gewaschenem, nicht zu grobem Sande bedeckt wird. Man glättet 
dann das Ganze, drückt es fest und braust es. wenn nötig, mit reinem Wasser ab. Die Gefäße 
sollen stets rein oder ganz neu sein, da sonst durch das Auftreten von Pilzen oder Fäulnis 
alles leidet. 




Abb. 98. Pinus flexiUs in den San Framiscü Mts.. Arizuua, 25n(i/;( iphot. C. A. Purpus, Februar 1902) 



Man steckt stets nur eine Art für sich oder nur solche Formen zusammen, die gleich- 
zeitio; sich bewurzehi. Heiklere Arten kommen zu wenigen in kleine Töpfe oder für sich 
allein (wie Araucaria. Dam.mara, große Podocarpus u. dgl). Die Schalen oder Töpfe stellt 
man unter eine Glasglocke oder unter das Fenster im Vermehrungsbeete, wo sie bei ent- 
sprechender Wärme geschlossen gehalten werden und bei gleichmäßiger Feuchtigkeit in 
kürzerer oder längerer Zeit AVurzeln machen. 

Auch bei Freilandkoniferen, deren Stecklinge auf Beete oder in Schalen unter Glas- 
glocken kommen, hält man sie geschlossen und feucht. An sonnigen Tagen muß man Schatten 
geben. 



102 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



Werden die Stecklinge im August oder September gesteckt, so pflegen sie gewöhnlich 
im Frühjahre sämtlich bewurzelt zu sein. Über Winter umgibt man die Mistbeete oder 
Glasglocken natürlich mit einem guten Laub- oder Pferdedungumschlag und deckt die 
Fenster mit Strohdecken und Brettern. Bei Tauwetter wird gelüftet und ordentlich aus- 
geputzt, wobei man beim Auftreten von Pilzen Holzkohlenpulver streut, um ein Umsich- 
greifen von Fäulnis und Schimmelbildung zu verhindern. 

Im Vermehrungshause hält man die Temperatur zuerst auf 9—10° C und steigert sie 
nach und nach auf 15—20" C. Hier wurzeln die Steckhnge meist in 6—12 Wochen, worauf 
man sie sofort in kleine Töpfe bringt und wie die Sämlinge behandelt. Auch die im Freien 
unter Glas erzogenen topft man am besten zunächst ein, um eine reichere Bewurzelung 
zu erzielen, und pflanzt sie dann erst auf entsprechend hergerichtete Beete aus, wie dies 
für Sämlinge angegeben wurde. 

Die zweite Hauptvervielfältigungsart der ungeschlechthchen Vermehrung ist 

die Vermehrung durch Veredlung. 

Diese spielt eine große Eolle 
in all den Fällen, wo eine Ver- 
mehrung durch Stecklinge aussichts- 
los und auch die Anzucht aus 
Samen unmöglich ist. Man erzieht 
auf diese AVeise meist schnell und 
kräftig gedeihende Pflanzen, die 
oft schon nach 4 — 5 Jahren im 
(harten oder Park Verwendung 
finden können. 

Der Erfolg einer Veredlung 
hängt im wesentlichen davon [ab, 
daß die Arten, welche Unterlage 
und Edelreis üefern, miteinander 
möglichst nahe verwandt sind. 
Ferner müssen die Unterlagen 
schon ein Jahr zuvor in Töpfe 
gepflanzt oder sonst wie eingesetzt 
werden, damit sie zur Zeit der Ver- 
edlung gut durchwurzelt sind. Ist 
dies nicht der Fall, so wird der 
ganze Erfolg in Frage gestellt. Die 
besten Unterlagen bilden gesunde, 
gut bewurzelte Samenpflanzen. 

Die geeignetste Zeit zur Aus- 
führung der Veredlungen sind die 
Monate August bis Mitte September, 
sowie fürs Vermehrungshaus Februar 
und März, wobei die Unterlagen 
mindestens im Frühjahr zuvor ein- 
gepflanzt werden mußten. 

Als Edelreiser benutzt man 
kräftige und gut ausgereifte Jahrestriebe; bei schwachwüchsigen Formen empfiehlt es sich 
jedoch, auch zweijährige Zweige als Reiser zu verwenden. 

Die Art und Weise der Veredlung richtet sich nach der Geschicklichkeit und Erfahrung 
des Züchters, doch ist im großen ganzen das Verfahren recht einfach. 

Bei immergrünen Formen, z. B. Äbies, Picea, Taxus, Cupressus usw. wendet man ein 
seitliches Veredeln (Anplatten oder Spaltpfropfen) an, wobei die Unterlage nicht bis zur 
Veredlungsstelle, sondern nur wenig zurückgeschnitten wird oder ganz bleibt. Man setzt 
das Edelreis auf einer geglätteten (ausgeputzten) Stelle des Stammes, etwa 4—6 cm vom 
Wurzelhals entfernt an oder ein (siehe Abb. 91). Laubabwerfende Formen, wie Ginkgo, 
Larix und Taxodium kann man fast durch alle Methoden wie Laubgehölze veredeln. Auch 




Abb. 99. Abies Veitchii, im Botanischen 
Garten zu Darmstadt (phot. A. Purpus). 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



103 



in diesem Falle sollen die Veredlungen möglichst nahe dem "Wurzelhalse ausgeführt werden, 
da hier in den meisten Fällen die Verwachsung am sichersten erfolgt. 

Das Verbinden der Edelreiser geschieht gewöhnlich mit dickerer "Wolle, entsprechendem 
Bleidraht oder gutem Raffiabast (Abb. 92). Ein Verstreichen mit Baumwachs ist in 
den meisten Fällen nicht nötig, zumal bei harzausscheidenden Koniferen; in anderen 
Fällen wieder empfiehlt sich ein solches Verstreichen, vor allem wenn der Veredler 
noch nicht geschickt genug ist. und dann kann zum Verband Raffiabast verwendet 
werden, da dieser bei Bestreichung mit Baumwachs sich gut hält und nicht in die Rinde 
einschneidet. 

Xach der Veredlung werden che Pflanzen tüchtig eingegossen und dann in ein gut 
schheßendes Mistbeet oder 

in das Vermehruno'shaus 
gebracht, wo man sie in - .ü-. m 

trockene Torferde oder in 
Torfmull bis an die Ver- 
edlungsstelle einfüttert und 
4 — 6 Wochen geschlossen 
hält. Während dieser Zeit 
muß mau zur rechten Zeit 
spritzen und bei Sonne 
schattieren, man vermeide 

aber jede überflüssige 
Feuchtigkeit, besonders den 
Tropfenfall vom Glas. 

Beginnen dann die Edel- 
reiser gut zu verwachsen, 
so kann man nach und 
nach alhnähhch lüften, bis 
man che veredelten Pflanzen 
an die Luft gewöhnt. Wenn 
che Verwachsung eine voll- 
ständige ist. schneidet man 
die Unterlage auf zwei 
Drittel oder noch mehr 
zurück (siehe Abb. 93) und 
hn folgenden Jahre wird 
der stehengebliebene Zapfen 
glatt über der Veredlungs- 

stelle halbschräg abge- 
schnitten (siehe Abb. 94). 
sobald che Edelreiser aus- 
treiben. 

Man pflanzt dann die 
Veredlungen auf entspre- 
chend heraerichtete Beete, 
und zwar vorsichtig so tief. 
bis die Veredlungsstelle auch 
etwas unter che Erde kommt. 
Dies ist nötig, nicht nur 

damit die veredelte Pflanze nicht so leicht abbricht, sondern auch damit das Edelreis 
an der VeredlungssteUe selbst Wurzeln schlägt, falls die Unterlage nicht genug Xahrung 
liefert. Bis zum dritten Jahre werden die Veredlungen an entsprechende Stäbe gebunden, 
damit sie nicht abbrechen können, Ihre weitere Behandlung ist dieselbe wie die der 
Sämhngspflanzen. 

Welche Formen man bei den entsprechenden Gattungen am besten als Unterlagen 
wählt, ist bei deren Beschreibung im Abschnitt XIII angegeben. 




Abb. lUU. Cülfus Diudam im Hort. Ambrözy, Malonya, 
Ungarn iOrig.i. 



104 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



oder 
und 



Wir haben nun noch zu besprechen 

die Vermehrung durch Ableger 
oder Absenker. Obwohl diese Methode bei Koniferen nur selten zur Anwendung kommt, 
tut sie doch bei manchen Arten gute Dienste. Es eignen sich hierzu vor allem alle breit- 
und sparrig-wüchsigen Formen, namentlich Zwergformen der Cupresseen, Taxaceen, von 

Juniperus, Ähies, Picea u. a. Auch 
heiklere Koniferen, die man in 
Töpfen hat, können auf diese 
Weise vermehrt werden, indem 
man sie iniMistbeetkasten einsenkt. 
AVill man diese Vermehrungs- 
art im großen betreiben, so legt 
man, wie bei Laubgehölzen, be- 
sondere Beete an, auf die man 
kräftige Mutterpflanzen setzt. Die 
geeigneten jungen Zweige werden 
dann nach allen Eichtungen 
strahlenförmig herabgebogen und 
mit sandiger lockerer Erde bedeckt. 
Dies Verfahren wendet man nur 
bei leicht wurzelbildenden For- 
men, z. B. zwergförmigen 
niederliegenden Juniperus 
manchen Cupresseen, an. 

Bei anderen Arten benützt 
man Absenker, wobei man den 
einzulegenden Zweig an der 
Biegungsstelle halb durchschneidet 
und dann mit dem Messer nach 
oben auf 2 — 3 cm Länge auf- 
spaltet. Dann legt man diese 
Stelle vorsichtig zum Boden nieder 
und bringt sie noch vorsichtiger 
mit der halboffenen Wunde in 
die Erde, wo man sie fast senk- 
recht mit einem langen Holz- 
haken befestigt und mit sandiger, 
nahrhafter Erde bedeckt. Dies 
Verfahren empfiehlt sich bei den 
meisten Arten, vor allem bei 
zwergförmigen Abies, Äthrotaxis, 
Cephalotaxus, Cedrus, Ginkgo, La- 
rix, Picea, Podocarpus, Pseudo- 
larix, Sciadopitijs u. a. 

Die beste Zeit für Ableger 
oder Absenker scheint das Früh- 
jahr zu sein, man kann das Ver- 
fahren jedoch mit gutem Erfolg 
bis zum Ende des Sommers fort- 
setzen. Sollen sich die Ableger 
gut entwickeln, so müssen sie 
stets gleichmäßig feucht und un- 
krautfrei gehalten werden. Ist 
ihre Bewurzelung eingetreten, so 
schneide man oberhalb des Endes die Triebe zunächst zur Hälfte und nach vollständiger Be- 
wurzelung ganz durch. Hierauf trennt man am besten im Frühjahr mit größter Schonung 
der Wurzehi die Ableger von den Mutterpflanzen und behandelt sie als selbständige Pflanzen. 




Abb. 



101. Junipirus rrni'niuuia var. pyramidalis, 5,5 m 
(Orig.; Hort. Späth, Berlin, Baumschulenweg). 



Anzucht, Vermehnmg und Kultur der Nadelhölzer. 



105 



Einige Formen, wie vor allem die Jugendformen von Juniperus Sabina und die soge- 
nannten Retinosporen, lassen sich auch durch Anhäufeln oder durch tiefes Einpflanzen 
in der Jugend gut vermehren. Man nimmt dazu juno:e. beim Wurzelhals reich verzweigte 
Pflanzen und setzt sie in sandige nahrhafte Erde oder häufelt sie entsprechend hoch an. 
Dann behandelt man sie wie Ableger. Zum Schluß wollen wir noch einiges über 

die Pflanzung und Pflege 

der Koniferen im allge- 
meinen sagen. Wie wir schon 
oben bei den Sämhngen be- 
merkten, ist es wichtig, die 
jungen Pflanzen alle drei 
Jahre zu versetzen, bis sie 
an den endgültigen Platz 
kommen. Beim Verpflanzen 
hat man vor allem darauf 
zu sehen, daß die AVurzeln 
in keiner AVeise beschädigt 
werden, da ja gerade durch 
das Verpflanzen eine reiche 
und dichte Bewurzeluns: er- 
zielt werden soll. ^lau ver- 
fahre daher mit der größten 
Vorsicht, denn Koniferen, 
die älter als vier oder fünf 
Jahre sind, sollten nie ohne 
festen Wurzelballen umge- 
pflanzt werden. 

Die beste Pflanzzeit ist 
hu Frühjahr von Anfang 
April bis Glitte Mai. doch 
kann man mit Vorteil auch 
Ende August bis Mitte Sep- 
tember verpflanzen, wenn 
das Holz schon genügend 
ausgereift ist. Die Spät- 
sonnnerpflanzuug empfiehlt 
sich für mildere Lagen, wo 
die verpflanzten Koniferen 
sich bis zum Eintritt der 
Fröste noch gehöris,- einwur- 
zeln können. In rauheren 
und kälteren Gegenden ist 
jedenfalls die Frühjahrs- 
pflanzung vorzuziehen, 
welche auch bei allen heik- 
leren Arten als ratsam emp- 
fohlen sei. In der Praxis 

wird man meist beide Jahreszeiten ausnützen müssen. Fürs Einpflanzen von Koniferen 
ist es immer ratsam, den Boden gut herzurichten, falls er nicht gut genug ist. Man rigole 
das Erdreich 50 — 60 em tief oder mache bei größeren Pflanzen ein entsprechendes Pflanz- 
loch, welches reichhch größer als der Ballen sein nuiß. Man setze der Erde etwas Torfmull 
und verrotteten Dung oder Kompost zu und mao:erem Boden gebe man besonders reichhch 
nahrhaften Kompost bei. Zu schwerer, bindiger Boden sagt den ^N^adelhölzern nicht zu, sie 
lieben vielmehr im Durchschnitt einen sandig-lehmigen, etwas himiosen Boden, der gut 
durchlässig ist. denn nur sehr wenige Arten vertragen stagnierende Feuchtigkeit, ^sähere 
Angaben hierüber finden sich bei den betreffenden Gattungen uud Formen. 




Abb. 102. Abies Lowiani {A. c-jucolur var. lasiocarpa}. 16 m 
lOriij.; Hort. Vilmorin, Verrieres bei Paris\ 



106 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



Nach der Pflanzung, bei welcher, wie wir schon sagten, der Ballen sehr geschont und 
mit nahrhafter, leichter Erde umgeben wird, versäume man nie gut einzugießen. Besonders 
im Herbst verpflanzte Nadelhölzer müssen eine Bodendecke aus Nadelholzstreu oder der- 
gleichen erhalten, damit sie durch den Frost nicht leiden. Es empfiehlt sich überhaupt allen 
Koniferen eine solche Nadel- oder humose Kompostschicht auf den Ballen zu geben, da 
eine solche Bodendecke das Erdreich immer frisch hält und wesentlich zum guten Gedeihen 
der Pflanzen beiträgt. 

Wie weit die einzelnen Pflanzen voneinander kommen sollen, hängt ganz von ihrem 
Alter und von dem Zweck der Pflanzung ab. Junge Pflanzen, die später nochmals verschult 

werden, oder erst bei einem 
weiteren Verpflanzen an 
Ort und Stelle kommen, 
brauchen verhältnismäßig 
wenig Abstand, nur eben, 
daß sie für die nächsten 
2 — 3 Jahre genug haben. 
Pflanzt man an den end- 
gültigen Platz, so ist es 
wichtig, ob man für später 
schöne Einzelstücke haben 
will. In diesem Falle muß 
man genau wissen, welche 
durchschnittliche Stärke die 
betreffende Art bei normaler 
Entwicklung im Alter er- 
reicht. Man beachte in dieser 
Hinsicht vor allem die hier 
im Buche gegebenen Habi- 
tusbilder. Meist pflegt man 
die Nadelhölzer viel zu eng 
zu setzen und versäumt 
dann, rechtzeitig die zu 
dicht stehenden zu entfernen 
Wenn man daher anfangs 
dichter pflanzt, so muß man 
schon, ehe die Pflanzen sich 
gegenseitig berühren und 
beeinträchtigen, so viele ent- 
fernen, daß die stehenblei- 
benden auf Jahre hinaus ge- 
nug Spielraum haben. Hat 
eine Konifere einmal durch 
seitlichen Druck gelitten, so 
ist der Schaden nie wieder 
gut zu machen. Man beachte 
aber, daß man gut erzogene 
Koniferen meist später auch 
noch dann verpflanzen kann, 
wenn sie schon recht groß 
geworden sind. 

Beim Verpflanzen größerer oder sehr starker Koniferen ist es notwendig, bereits min- 
destens ein Jahr vorher einen Graben von 40—50 cm Tiefe und etwa 30 cm Breite in solcher 
Entfernung vom Stamme um diesen zu ziehen, wie später der Ballen groß werden soll. 
Man sei hierbei sehr vorsichtig, damit so wenig als möglich Wurzeln beim Freilegen verletzt 
werden, und schneide jede verletzte glatt ab. Darauf füllt man den Graben mit leichter, 
nahrhafter Erde, damit sich junge Wurzeln bilden können. Verpflanzt man dann nach einem 
Jahre oder besser zwei Jahren, so wird die Erde vorher gut angegossen und der Ballen so 




Abb. 103. In ilci 3!ittc Tlrnju plicata (= Th. gigantea), Grund sehr 

breit, links mit dem unten kahlen Stamm Ch. nooikatensis, rechts im 

Hintergrunde hohe Abies Loiviana, im Vordergrund Juniperus Sabina 

(Orig.; Schloßpark zu Vep bei Szombathely, Ungarn). 



Anzucht, Vermehrung und Kultur der Nadelhölzer. 



107 



frei gelegt, daß die jungen Wurzeln ganz geschont werden. Ist der Ballen nicht zu groß, 
so kann man ihn vorsichtig heben und setzt ihn am besten in einen AVeidengeflechtkorb, 
mit dem dann die Pflanze neu gesetzt wird. Ist diese sehr groß und der Ballen also sehr 
umfangreich und schwer, so muß er sorgfältig in Bretter gefaßt und mit Brettern unterlegt 
werden. 

Größere Pflanzen müssen natürlich nach dem Einsetzen durch Stricke oder Drähte 
festgehalten werden, damit sie durch den "Wind sich nicht lockern. Ist es zur Zeit der Pflanzung 
recht trocken, so müssen die Pflanzen regelmäßig bespritzt und eventuell ganz in grobe 
Leinwand gehüUt werden, welche ständig naß gehalten wird. 

Sehr wichtig ist immer, daß die Pflanzen nie tiefer zu stehen kommen, als sie früher 
standen, da nur wenige IN'adelhölzer dies vertragen. Es ist im Gegenteil meist besser, die 
Nadelhölzer auf einen ganz schwachen Hügel zu setzen. 




Abb. 104. Tsuga Sieioldii, 5 m hoch (dahinter rechts die bekannte große Camellia japonica) im Schloß- 
garten zu PiUnitz a. Elbe (Orig.). 



Sonst wäre noch über die Pflege zu sagen, daß man nie vergessen soU, bei einem trockenen 
Herbste die Pflanzen vor Eintritt des Frostes reichlich zu gießen. Auch flüssige Düngung 
ist sehr ratsam, doch wende man frischen Stalldünger (Jauche) oder künstlichen Dünger 
nur in reichlicher Verdünnung an. 

Man beachte auch die Darlegungen in Artikel II. 

Einem Schnitt unterliegen die Koniferen im allgemeinen nicht, sie dürfen in den meisten 
Fällen sogar nur im Notfall irgendwie beschnitten werden. ]\Ianche jedoch, wie z. B. Taxus, 
Thuja und die übrigen in der Liste der Heckengehölze genannten Formen, vertragen den 
Schnitt sehr gut. 



108 



über die tierischen und pflanzliclien Schädlinge der Nadelhölzer. 



IX. 



über die tierisclieu imd pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



1) 



Besprechen wir zuerst 



Zusammengestellt von C. S c h n e i d e r. 



die tierischen Schädhnge. 



Hier sind es in erster Linie Insekten, welche häufig durch massenhaftes Auftreten 
beträchthchen Schaden verursachen können. Als wichtigste heben wir folgende hervor: 




Abb. 105. PodocarpUS andina {Pruinnopitys elegans), 6 m (Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



a) Kleinschmetterlinge, Microlepidopteren : Hier sind die F i c h t e n r i n d e n- 
Wickler, Grapholitha duplicana und pactolana, deren Raupen vom Juni an unregel- 
mäßige, mit Gespinst ausgekleidete Gänge in die Zweigrinde nahe den Astquirlen an jungen 
Fichten fressen. Meist folgen andere tierische Feinde. Die befallenen Stellen, an denen 



^) In der Hauptsache nach: Sorauer, Handbuch der Pflanzenkrankheiten. 3. Aufl. Bd. II und III. 
1908 — 1913, und, soweit dies Werk unvollendet ist, nach G. A. 0. H e n s c h e 1, Die schädlichen Forst- 
und Obstbauminsekten, 3. Aufl. 1895. 



über die tierischen und pflanzliclien Schädlinge der Nadelhölzer. 



109 



die Raupen überwintern, sind auszuschneiden und mit Teer zu überstreichen. Im August 
bis September frißt G. (Epiblema) tedella. — Bei G. strobilella, dem Fichtenzapfen- 
wickler, sammle man die befallenen Zapfen rechtzeitig ein, klengele sie aus und ver- 
brenne sie. — Auch der L ä r c h e n g a 1 1 e n wi c k 1 e r (G. zebeana), dessen Raupe in 
Rinde und Splint 4 — lOjähriger Lärchen frißt, worauf oberhalb der Trieb gallenartig an- 
schwillt, kann schädlich werden. Man schneide die Zweiggallen bis spätestens April des 
dritten Jahres ab; die Stammgallen sind mit Teer zu bestreichen. — Die im Mai oft massen- 
haft auftretenden und dann 
ganze Kulturen gefährden- 
den Raupen des Tannen- 
t rieb Wicklers, Cacoecia 
(Tortrix) murinana, tötet 
man durch wiederholtes Be- 
spritzen der jungen Triebe 

mit Schweinfurtergrün- 
Emulsion. Um die sich nach 
dem Abweiden der Tannen 
in der Erde (nahe der Ober- 
fläche) verpuppenden Rau- 
pen zu vernichten, nimmt 
man vorläufig keine Boden- 
bearbeitung vor und läßt 
das Unkraut unter den be- 
fallenen Bäumen stehen, 
bis die jungen Tanuentriebe 
vollständig ausgereift und 
hart geworden sind, dann 
wird es mit den Wurzeln 
ausgerissen und verbrannt 
und der Boden umgegraben. 
Die im Sommer zwecks Eier- 
ablegung schwärmenden 
Schmetterlinge lassen sich 

durch Bespritzung der 
Tannen mit Tabaksbrühe 

verscheuchen und auf 
großen, mit Klebstoff be- 
strichenen Schildern fangen. 
— Periodisch mit einer ge- 
wöhnlich 3jährigen Fraß- 
dauer tritt der Lärche n- 
WM c k 1 e r, Steganoptycha 

pinicolana, auf, dessen 
Raupe im Mai- Juni die 
Nadelbüschel innen ausfrißt. 
Auch an Fichte und Arve. 
Gegen alle diese 
W i c k 1 e r r ä u p c h e n 
sind die nützlichen 
Vögel unsere besten Helfer. Man halte und hege sie im Garten 
und Park. 

h) Großschmetterlinge, Macrolepidopteren : Der Kiefernspanner, Bupalus 
(Fidonia, Geometra) piniarius, frißt zuweilen ganze Bestände kahl, wobei der Hauptnerv 
der Nadel wenig verletzt wird, ihre Reste also lange grün bleiben und den Fraß gewöhnlich 
erst spät merken lassen. Bekämpfung durch Eintrieb von Hühnern und Zusammenrechen 
der Bodenstreu auf Haufen, wobei die Raupen und Puppen durch die entstehende feuchte 
Wärme getötet werden. — Auch die im Mai auftretende Kieferneule, Panolis (Trachea) 




Abb. 106. Alte malerische Kiefer (l'nms .^ijlrcslris) bei Berdsai an dvv 

Simplonstraße, Schweiz (phot. Hof rat Dr. L. Klein, Karlsruhe). 



110 



über die tierisclien und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



grieseovariegata oder piniperda. kann schädlich werden. Es wird Bekämpfung durch Ab- 
prellen, Abfangen mit Leimringen und Eintrieb von Hühnern und Schweinen empfohlen. 
Viel schädlicher ist der K i e f e r n s p i n n e r, Dendrolimus (Gastropacha, Borabyx) pini : 

„Die im Juli fliegenden Falter legen bis 200 Eier in Häufchen von etwa 50 an Kiefernstämme. Herbst- 
fraß bis Ende Oktober, Anfang November an den Nadeln. Dann Überwinterung in der Nähe des Stammes 

unter Bodenstreu. Im Frühling bäumen 
sich die Raupen wieder auf, und es be- 
ginnt der viel wichtigere Frühjahrsfraß, 
bei dem die ganzen Nadeln samt Basis 
und Scheidenknospe abgefressen, selbst 
der weiche Trieb befressen ■ward. Nach 
Ratzeburg verzehrt eine Raupe nahezu 
900 Nadeln. Im Juni häufig ein auf ver- 
schiedenen Ursachen beruhendes Wandern. 
Ende Juni, Anfang Juli Veqjuppung in 
spindelföiTnigem Kokon, am Stamm, in 
der Krone oder im Unterholz. Der Schaden 
ist sehr bedeutend; bevorzugt werden 
ältere Bestände, in denen die Kiefern 
nicht besonders gut gedeihen. Jeder Fraß 
wiederholt sich in kürzeren Zwischen- 
räumen und dauert mehrere Jahre, wenn 
auch bereits im zweiten eine Degeneration 
und Abnahme der Raupen eintritt. 

Feinde sind sehr zahlreich, be- 
sonders wichtig sind Pilze, die oft 
50 — 75 "/o flPi' Raupen zerstören. — 
(iegenmittel : In erster Linie Leim- 
ringe, verbunden mit Abprellen der 
Raupen." 

Ein sehr bekannter, unheim- 
licher Feind ist die Nonne, Ly- 
mantria (Psilura) monacha: 

,,Die Nonne fliegt Ende Juli, An- 
fang August, manchmal auch am Tage, 
vorwiegend aber in hellen Nächten 
zwischen 10 und 1 Uhr, gern auch um 
starke künstliche Lichtc|uellen (fast aus- 
schließlich ]\lännchen). Das Weibchen legt 
etwa 250 Eier in Häufchen von 20 — 100 
mit seiner langen Legeröhre unter Rinden- 
schuppen, Flechten usw. Von Mitte April 
an kriechen die jungen Räupchen aus den 
kurz vorher perlweiß gewordenen Eiern, 
halten sich zuerst in ,, Spiegeln'" zusammen 
und klettern dann in die Krone, Hinder- 
nisse mit ,, Schleiern'' überspinnend. An- 
fangs ist die junge Raupe sehr beweglich 
und spinnt sich namentlich gern herab, 
um dann wieder aufzubäumen. Nach der 
im .jHäutungsspiegel" stattgefundenen 
zweiten Häutung tut sie das nicht mehr. 
Aber die erwachsene Raupe wandert mor- 
gens den Stamm herab, um an seinem 
unteren Teile oder im Boden den Tag 
über versteckt zu bleiben, abends bäumt 
sie wieder auf. Ende Juli, anfangs August 
verpuppt sie sich am Stamme; Puppe 
metallglänzend, in lockerem Gespinst, mit 
Büscheln gelblicher und rötlicher Haare." 

Besonders gefährUch wird die Nonne der Fichte, die ihrem Kahlfraß unrettbar erliegt. 
Auch che Kiefer leidet sehr, wenn sie auch selten eingeht. Bei Lärche und Laubholz besteht 
der Schaden vorwiegend im Zuwachsverlust. 

Die Bekämpfungsmaßregeln der Forstwirte sind zahlreich. Am wichtigsten ist das 
Umlegen von Leimgürteln um die Stämme in Brusthöhe; da die Raupe nie über die Ringe 




Abb. 107. Abies magnifica var. glauca, 5,5 m [Orig.; Hort. Vil- 
morin, Verrieres bei Paris). 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



111 



wegziiklettern sucht, brauchen diese nur 2 — 3 cm breit zu sein; die Raupen sammeln sich 
über und unter ihnen in Mengen an und können hier leicht vertilgt werden. Sammeln aller 
Stadien empfiehlt sich, nicht dagegen das Aufstellen von Fanglampen. 

c) Käfer, Coleopteren : Von Rüsselkäfern sind zu nennen : Hylobius abietis, 
einer der schlimmsten Nadelholzschädiger und H. pinastri. Die Larven leben unter der 
Rinde. Ferner verschiedene 

Pissodes-x\rten an Kiefer, 

Fichte und Tanne, wieP.no- y 

tatus, P. pini, P. scabricolhs, 
P. validirostris, P. piceae u. a. 
Bestes Gegenmittel: Aus- 
hauen und Verbrennen der 
befallenen Pflanzen. 

Außerordentlich ver- 
derblich sind die Bast-, 
Splint- und Borken- 
käfer, unter dem letzten 
Namen am bekanntesten. 
Sie erzeugen eigentümliche 
Gänge. Eine genügend klare 
Schilderung ihrer Lebens- 
weise usw. würde uns hier 
zu weit führen. Wir weisen 
auf die S. 108 genannten 
Werke hin und betonen, daß 
es nur ein wirklich durch- 
greifendes Gegenmittel gibt: 
die gänzliche Vernichtung 
der befallenen Bäume, so- 
bald sich die Käfer bemerk- 
bar machen. AVer dies Mittel 
scheut, wird meist später 
zu viel empfindlicheren 
Opfern sich genötigt sehen ! 

In Forstschulen schaden 
leicht Engerlinge (Lar- 
ven von Maikäfern) und 
D r a h t w ü r m e r (Larven 
der sogenannten Schnell- 
käfer). Daß man sie nach 
besten Kräften durch Aus- 
lesen vertilgt, ist selbstver- 
ständlich. Das gleiche gilt 
von Maulwurfsgrillen 
und Schnecke n. 

d) Pflanzenläuse, Aphi- 
dinen: Hier ist es besonders 
die Gattung Chermes, Rin- 
denlaus, deren sehr inter- 
essante Biologie hier nur 
flüchtig gestreift sei, 

Sie treten in drei Formen auf: l."als geflügelte, parthenogenetische (jungfräuliche) Weibchen, 2. als 
ungeflügelte parthenogenetische Mütter und 3. als ungeflügelte Geschlechtstiere (Männchen und Weibchen) 
der eigenthclien Geschlechtsgeneration. Die ungeflügelten parthenogenetischen Weibchen überwintern 
am Knospenhalse oder auf der Knospe selbst. Sie saugen im April-Mai die treibenden Knospen an und legen 
Eier in großer Zahl ab. Durch das Saugen dieser Mütter und ihrer Nachkommen entstehen die ,,Chermesgallen'", 
welche etwas an eine Ananas oder an Zapfen erinnern. Aus diesen Gallen treten die sogenannten Npn])hen 
hervor, die sich zu geflügelten Läusen verwandeln. Von diesen verbleibt ein Teil auf der Nähqjflanze {Picea 




Abb. 108. Cupressus lusitanica, 8 m; davor stehen: rechts Herr 

G. Allard, Besitzer des Arboretum La Maulevrie, Angers, links 

sein Bruder (Orig.). 



112 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



excelsa oder Abiea alba), legt Eier, aus denen wieder überwinternde Stammütter herv^orgehen. Ein anderer 
Teil wandert auf andere Nadelhölzer (Zwischenpflanzen), z. B. Larix, Pinus, von wo die dort entstandenen 
geflügelten Tiere auf die Fichte zurückgehen. 

Chermes abietis ist die gefährlichste Art. Bestes Gegenmittel : Vorsichtiges Ausschneiden 
der ,, Gallen", sowie sie sich im Frühjahr zeigen. Es werden auch verschiedene Bespritzungen 
empfohlen. 

Empfindlichen Schaden richten Kaninchen, Hasen und Rehwild an. Hochwild ist 
vom Park stets ganz und gar ausgeschlossen. Auch Kaninchen und Hasen sollte man nie 
dulden. Gegen beide wie gegen Rehe empfiehlt sich als Abwehrmittel gegen Rindenfraß 
das Einreiben der Stämme und erreichbaren Äste mit Schießpulver. Außerdem wird dünner 
Aufstrich von Gleitsmanns säurefreiem Baumteer empfohlen (München, R-hstattstr. 19). 
Man berichte uns über Versuche. Im allgemeinen sollen Rehe nur im Sommer geduldet 




Abb. lOy. Finus CouUeri, 6,') m (Orig.; Arbc^retum G. Allard. La Jliiulevrie, Angers,. 



werden. Rn Winter ist jede Nadelholzpflanzung durch Drahturazäunung zu schützen, 
falls das Rehwild nicht entfernt werden kann. Nicht verbissen werden nur sehr stechend 
benadelte Arten, wie Picea pungens, oder sehr unangenehm riechende, wie z. B. 
Thuja Standishü. 

Unter den 

pflanzlichen Schädlingen 

spielen die durch Pilze hervorgerufenen Krankheiten die Hauptrolle, Wir heben nur 
die wichtigsten hervor. 

Keimlingspflanzen werden nicht selten befallen von Fusarium blasticola (Fusoma 
parasiticum): 



Tafel IV. 








Chamaecyparis pisifera var. pJumosa f. glaucescens, rechts, und J.&ies concolor, 
in Pillnitz (Sachsen). 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



113 



„Die jungen Pflanzen bekommen dunkle Flecken, werden welk und fallen schließlich um. Während 
bei trockenem Wetter äußerlich nichts weiter zu sehen ist, wächst bei feuchtem ein grauweißes ]\Iycel her\-or, 
das an den reiclilich verästelten Enden zahlreiche, etwas sichelförmig gekrümmte, beidendig zugespitzte, 
mehrfach querseptierte, hyaline Konidien bildet. Der Pilz ist in den Saatkämpen ein gefährlicher Eindringling 
und läßt sich leicht auf gesunde Pflanzen übertragen." 

Als Bekämpfiiiigs- und Vorbeugungsniittel empfiehlt Rostrup das Vernichten der 
befallenen Pflanzen und die Verlegung der Saatkämpe nach Orten, wo die Krankheit noch 
nicht aufgetreten ist, ferner das Vermeiden von zu großer Feuchtigkeit und von zu vielem 
Deckmaterial. 

Junge Pflanzen leiden 
auch zuweilen an der soge- 
nannten R i n g f ä u 1 e. Als 
Erzeuger gilt Rhizina inflata. 
Die Stämmchen und Wurzeln 
der erkrankten Pflanzen 
werden von dem Mycel 
durchwuchert. Die Krank- 
heit ist noch nicht ganz 
geklärt. 

Als W u n d p a r a s i t 
tritt besonders an Fichten, 
seltener an Tannen und Kie- 
fern auf Nectria cucurbi- 
tula; wir finden den Pilz 
namentlich an Fraßstellen 
der oben behandelten Gra- 
pholitha pactolana. ]\Iit dem 
Verschwinden des A\'icklers 
nach Frost] ahren nimmt 
die Verbreitimg der Krank- 
heit wesentlich ab. ..Fichten, 
die nur von der Motte, nicht 
aber vom Pilz befallen wer- 
den, gehen fast nie zugrunde, 
sondern erholen sich nach 
einigen Jahren. Bei freiem 
Stande und einseitigem Be- 
fallen der Stämme durch 
den Pilz erholt sich die 
Fichte ebenfalls. Es findet 

ein AVeit erschreiten des 
Parasiten nicht statt. Als 
Gegenmittel wird der Aus- 
hieb der getöteten Fichten- 
gipfel und das Verbrennen 
des Materials empfohlen."" 

Unter den Krankheiten 
der Nadeln ist die wichtigste 
die Schütte. 

„Die bekannteste und unter dem Namen S c h ü 1 1 e p i 1 z gefürchtetste Art ist Lophodermiura 
pinastri. Am meisten wirkt die Krankheit verderblich in Saatkämpen, wo häufig in einer Nacht die Nadeln 
sich bräunen und abfallen. Trotz der großen Zahl von Arbeiten, die seit einem Jahrhuiulert sowold von 
praktischen Forstleuten wie von Botanikern unternommen sind, bleibt es auch heute noch nicht ganz geklärt, 
ob der Pilz allein den Nadelfall verursacht oder ob nicht vielmehr besondere Umstände vorhergehen müssen, 
die die plötzliche Ausbreitung der Erkrankung begünstigen. ]\Ianche Untersucher haben den Pilz überhaupt 
ausgeschaltet und nehmen an, daß Frost oder Trockenheit die Schütte allein verursachen können, andere 
wieder wollen ein kombiniertes Vorgehen dieser Ursachen mit dem Pilze annehmen. Wahrscheinlich ist es, 
daß bestimmte prädisponierende Einflüsse vorhergehen müssen, welche die plötzliche Ausbreitung des Pilzes 
vorbereiten: welches aber diese Einflüsse sind und wie wir uns ihre Einwirkung auf die jungen Pflanzen vorzu- 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Xadelhölzer. 8 




Abb. HO. Cedms Deodara, 12 )n, im Schloßgarten zu Heidelberg, 
Baden (Orig.). 



114 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



stellen haben, darüber wissen wir bisher nur wenig. Die Nadeln der jungen Pflänzchen werden im Sommer 
und Herbst, etwa vom Juni ab, infiziert. Die ersten Infektionen zeigen sich durch gelbliche und bräunliche 
Verfärbung der Nadel, die dann nach dem Absterben des Gewebes in Braun übergeht. Die Pflanze kann 
sich der erkrankten Nadeln leicht dadurch entledigen, daß sie an der Basis die Trennungsschicht, welche 
zur Abgliederung der Nadel dient, ausbildet. Dadurch erklärt es sich auch, daß die Nadeln plötzlich auf 
einmal abgeworfen werden können. 

Wenn ein junges Kiefernpflänzchen alle oder einen Teil seiner Nadeln abgeworfen hat, so braucht es 
noch nicht abzusterben, sondern vermag abermals Nadeln zu bilden; indessen überstehen nur besonders 

kräftige und gut entwickelte In- 
dividuen den Krankheitsprozeß ; 

kommen noch schwächende 
äußere Faktoren hinzu, so geht 
das Pflänzchen zugrunde." 

Als Mittel gegen die 
Schüttekrankheit kommen 
in erster Linie Vorbengungs- 
maßregeln in Betracht, die 
sich darauf beziehen, die 
Kulturen vor Infektion zu 
schützen. 1 Im übrigen ist 
man zur direkten Bekämp- 
fung mittels Spritzmitteln 
übergegangen. Die ange- 
stellten Versuche von Tu- 
beufs, die mit verschiedenen 
Fungiciden. wie Kupfer- 
zuckerkalk. Kupfersoda, 
Kupferkalk usw., vor- 
genommen wurden, hatten 
zum Resultat, daß die 
Spritzungen im August den 
meisten Erfolg haben, daß 
dagegen Bespritzen im Juni 
oder September nicht das 
gewünschte Resultat ergibt. 
Von einer ähnlichen 
Krankheit wird die Fichte 
heimgesucht, nämlich von 
Lophodermium macrospo- 
rum. Die befallenen ein- 
jährigen Nadeln werden ent- 
weder im Herbst abgeworfen 
oder sie bleiben bis zur Rei- 
fung der Apothecien im näch- 
sten Jahre am Zweig sitzen. 
Der W e i ß t a n n e n- 
r i t z e n s c h r f , Lopho- 
dermium nervisequum, be- 
fällt die Nadehi der Abies 
alba, indem er sie unter 
Bräunung abtötet. Die Na- 
deln bleiben noch lange an 
den Zweigen sitzen. 
Auf anderen Koniferen sind ebenfalls Lophodermium-Arten gefunden worden, die 
aber weniger schädUch zu sein scheinen. So findet sich L. juniperinum häufig auf Nadeln 
von Juniperus communis, L. gilvum auf Pinus austriaca, L. laricinum auf der Lärche. 
Endlich kommt auf der Fichte noch eine zweite Art vor, die E. Rostrup als L. abietis 
bezeichnet; sie unterscheidet sich von L. macrosporum dadurch, daß die Nadeln zuerst 
gelbe Flecken und dann große schwarze Punkte bekommen. 




ADD. iii. 



t'hnmaectjparis ohtusa var. lycopodioides f. aurea 
(Orig.; kgl. Schloßgarten Pillnitz, Sachsen). 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



115 



Als Ursache der ^'adelschütte von Pinus Strohus gilt HyiDoderma brachysporum und 
bei Lärchen Mycosphaerella (Sphaerella) laricina. 

Bei Lärchen beobachten wir nicht selten den L ä r c h e n k r e b s, dessen Erzeuger 
Dasyscypha calycina ist. 

'„Die Krankheit ist dem bloßen Auge dadurch kenntlich, daß die älteren Holzteile mehr oder -R-eniger 
die Achse umfassende, eingesunkene abgestorbene Rindenstellen zeigen, unter denen die Tätigkeit des Cam- 
biums erloschen, dafür aber in 
der Umgebung gesteigert ist, so 
daß die Achse dadurch eine band- 
artige Verbreiterung erfährt. In 
der >Iehrzahl der Fälle befinden 
sich in der Mittelregion der toten 

Stelle abgestorbene Zweig- 
stümpfe, durch die es wahr- 
scheinlich vrird, daß an ihrer 
Basis die Erkrankung ihren Aus- 
gangspunkt genommen hat. Die 
Rinde bleibt auf dem Holzköqier 
aufgetrocknet, an der Peripherie 
der erkrankten Stelle finden sich 
meist auch die winzigen, mit 
roter Fruchtscheibe und weißem 
Gehäuse versehenen Becherchen 
des Pilzes. Das Mycel des Pilzes 
wuchert im Bast in jedem Jahre 

zentrifugal weiter, wodurch 
Krebsstellen entstehen, die An- 
sätze zu Überwallungen zeigen, 

welche aber nicht zustande- 
gekommen sind. Diese Fonn des 
Krebses ist für den Pilz beson- 
ders charakteristisch. Das erste 
S>Tnptom, das bald im Frühling, 
bald erst im Sommer auftritt. 
ist das Gelbwerden und Welken 
der Xadeln von einzelnen Ästen 
oder wohl auch vom ganzen 
Wipfel. Gewülmlich findet man 
unterhalb der Stelle, wo die 
gelben Xadelbüschel beginnen, 
am Stamme einen Harzausüuß 
aus einer auf geborstenen, abnorm 
verdickten Rindenstelle. Die be- 
fallenen Zweige sterben alsbald 
von der Spitze aus ab. In 
manchen Fällen sieht man der- 
artiges nicht, sondern der Sitz 
der Krankheit ist dann an der 
UrsprimgssteUe der Zweige zu 
suchen, wo die Rinde abnorai 
verdickt oder schon der ganzen 
Länge nach aufgelockert und 
welk erscheint. In dem Maße, 
als die Äste abzusterben fort- 
fahren, bilden sich am Stamme 
mehr und mehr Xadelbüschel mit 
oft sehr langen Xadeln aus. Im 
letzten Stadium pflegt der Baimi 
etwa im Juni noch einzelne faden- 
förmige, dünn benadelte, schlaffe 
Stammsprossen zu treiben, die 
noch vor Ende der Vegetations- 
periode welken, worauf alsbald 
das Absterben des ganzen 
Stammes folgt. 

Dies sind die Erscheinungen bei einem langsamen (chronischen) Verlaufe der Krankheit, der bis sieben 
Jahre dauern kann: es gibt aber auch eine akute Krankheitsform. Es welken dann alle Nadelbüschel gleich 
nach oder noch während der Entwicklung im Frühjahre, und der Baum geht noch in demselben Jahre zugnmde. 

Die Bäume sind in keinem Alter immun gegen den Pilz: doch scheinen jüngere Stämme bevorzugt zu 
werden. Nach allen Beobachtungen in der Natur und nach den Inipfversuchen Ilartigs ist der Pilzaus- 




Abb. 



112. Chamaecyparis pisifera var. plumosa, 1.3 m 
^O^ig.; kgl. Hofearten zu Pillnitz, Sachsen;. 



116 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



schließlich ein Wundparasit. Die Verletzungen entstehen durch Frost, durch Wind- oder Schneebruch, Hagel- 
schlag, Insektenfraß, namentlich durch Coleophora laricella und Chennes laricis, sowie durch Verletzungen 
beim Verpflanzen. Besonders häufig mag Frost und die Chermes verantwortlich für die Infektion sein." 
Für die Bekämpfung des Lärchenkrebses ist vor allen Dingen die Beobachtung maß- 
gebend, daß an Standorten mit stagnierender Luft (also Mulden, Täler usw.) oder mit nassen 
Boden die Krankheit mehr wütet als an freien, luftigen Standorten. Im Gebirge, wo die 

Lärche ihre wahre Heimat 
hat, und wo sie viel mehr 
frosthart ist als in der Ebene, 
stiftet der Krebs nur wenig 
Schaden, falls nicht die 
Übelstände eines dumpfigen, 
feuchten Standortes dazu- 
kommen. Daraus geht also 
hervor, daß man Lärchen 
nur an den ihnen zusagenden 
Standorten anpflanzen soll; 
vor allen Dingen müssen in 
der Ebene luftige Orte aus- 
gewählt werden, wo ein 
völliges Ausreifen des Holzes 
und damit eine gewisse 
Frosthärte erzielt wird. 

Einige andere Arten der 
Gattung erzeugen analoge 
Krankheiten auf anderen 
Koniferen. Dahin gehört D. 
resinaria bei der Fichte. 
Auch diese Art ist ein 
\Vundparasit und diingt 
durch Verletzimgen ein, die 
von Chermes abietis oder 
von den Keimschläuchen 
eines parasitischen Pilzes 
aus der Gattung Exosporium 
in der Rinde verursacht 
werden. Nach den Beobach- 
tungen von G. Wagner be- 
fällt D. calyciformis unter 
Umständen jüngere Weiß- 
tannen, Fichten und Kiefern, 
namentlich bei dumpfem 
Standort; nach seinen Ver- 
suchen ist die Art aus- 
schUeßlich Wundparasit. 

Wichtig sind die durch 
R s t p i 1 z e (Uredineen) er- 
zeugten Krankheiten, weil 
hier die Parasiten ihre die 
Verbreitung bewirkenden 
Sporenformen auf verschie- 
denen Pflanzen erzeugen, wobei die sogenannten Aecidien (und Pykniden) sich auf der einen, 
die sogenannten Uredo (Sommer-) und Teleuto- (Herbst- oder Winter-)Sporen sich auf der 
anderen Wirtspflanze bilden. 

,,Eine sehr bemerkenswerte Form stellt das Cronartium asclepiadeum dar, dessen Aecidienform auf 
der Kiefer nicht unbeträchtlichen Schaden anrichten kann. Die Äste sterben dadurch allmählich ab und 
jüngere Individuen gehen davon meistens ein. Durch Kultur wurde festgestellt, daß die Uredo- und Teleuto- 
sporen sich auf Cynanchum Vincetoxicum, Paeonia-Aiten (hier früher als C. flaccidum bezeichnet), Nernesia 




Abb. 113. Chamaecyparis Laivsoniana var. conica, 3,5 m (Orig.; Hort. Hesse, 
Weener, Hannover). 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer. 



117 



versicolor und Verbena feucrioides zu entwickeln vermögen. Von besonderer \\lchtigkeit ist endlich noch 
C. ribicola, dessen Aecidiengeneration auf der We^Tnouthskiefer auftritt und als Peridermium Strobi bezeichnet 
wird. Hier ergab sich der Zusammenhang mit dem auf Bibes-Arten längst bekannten Cronartium. Auf den 
\Ve}Tnouthskiefera stiftet der Pilz beträchtlichen Schaden an." 

Auch der Erreger des H e x e n b e s e n s und Krebses der W e i ß t a n n e, 
Aecidium elatiuni. ist ein Rostpilz, Melampsora Caryophyllacearum, dessen Uredo- und 
Teleutosporen sich auf Stellaria und Cerastium finden. 

„Das Aecidium elatium tritt 
außer an Äbies peciinafn auch an 
A. Nordmauninna, cephalonica, 
Pitisapo auf und wurde in Nord- 
amerika auch an A. balsamea, in 
Sibirien an .4. Pichfa festgestellt. 
Auffällig tritt die Infektion durch 
Bildung von Hexenbesen in die 
Erscheinung, an deren Nadeln 
die Aecidienbecher zur Ausbil- 
dung gelangen. Sie werden meist 
aus reich verzweigten Büscheln 
von Ästen zusammengesetzt, 
welche sich vom Zweige aus 
senkrecht erheben, also negativ 
geotropisch sind. Die Größe der 
Hexenbesen schwankt außer- 
ordentlich: ihre Verbreitung auf 
die verschiedenen Altersstadien 
der Bäume ist unbegrenzt. Es 
finden sich sowohl die Aste der 
jungen Bäumchen infiziert wie 
auch die dicken Zweige und 
Kronen uralter Bäume. In den 
Zweigen der Hexenbesen befindet 
sich das perennierende Mycel 
des Aecidiums, das von einem 
bestimmten Punkte des Haupt- 
astes ausgeht. Diese Stelle, welche 
vielleicht, aber wohl nicht immer 
dem Infektionspunkt entspricht, 
charakterisiert sich äußerlich 
durch eine mehr oder weniger 
ausgedehnte Anschwellung des 
Astes. Diese Anschwellungen 
wachsen mit dem Aste in der 
Größe fort, und ihre Rinde platzt 
später in unregelmäßigen, tiefen 
Spalten und Rissen auf, welche 
sich in der Folge zu Krebsstellen 
entwickeln; hier finden dann 
andere holzzerstörende Pilze 
ihren Angriffspunkt und machen 
die Stelle so brüchig, daß der 
Ast durch Wind oder Schnee- 
druck herunterbricht. Dadurch 
kann unter Umständen bedeuten- 
der Schaden angerichtet werden.'" 

In Beziehung zu Birn- 
bäumen steht Gymnospo- 
rangiuni sabinae. 

„Es bringt an den Zweigen des häufig angepflanzten Sadebaumes (Jimiperus Sabina), ebenso aber 
auch bei J. Oxycedrus, tripariita, phoenicea und excelsa, Verdickungen an den Zweigen hervor, aus denen 
im Frühjahr die zuerst braunen, später hellbräuiüichen, gallertigen Teleutosporenlager in Fonn von mehr 
oder weniger großen Zäpfchen heiTorbrechen. Die Aecidien finden sich an den Blättern, Blattstielen und sogar 
jungen Trieben von Pirus communis und verwandten Arten. Wenn auch der Schaden, den die Teleutosporen- 
generation anrichtet, nur gering ist, so kann dagegen der Ertrag der Bimbäimie bei starkem Befall ganz 
empfindlich herabgesetzt werden. Als Vorbeugungsmittel kommt nur die räumliche Trennung der beiden 
Wirtspflanzen in Betracht. Während man früher in Gärten sehr häufig Sadebäume anpflanzte und damit 
die Wechselwirkung beider Generationen unterstützte, hat man jetzt durch möglichste Entfernung des 
Juniperus aus der Nähe der Obstgärten bereits entschieden ein Nachlassen der Schädigungen bewirkt. 




Abb. 114. Chamaecyparis Lau:soninna var. argeuteo-variegata f. nova, 
3,75 m (Orig.; Hort. Hesse, Weener, Hannover). 



118 



über die tierischen und i3flanzlichen Schädlinge der Nadelhölzer, 



Durch Kulturversuche wurde bewiesen, daß auf dem Sadebaum noch eine zweite Art sich findet, G. con- 
fusum, deren Aecidien Cydonia vulgaris, Crataegus Oxyacantha und Mespilus germanica, seltener auch Pirus 
communis bewohnen (Aecidium Mespili). Schaden wird durch diese Art nicht angerichtet. 

Eine weitere schädliche Art ist G. tremelloides mit den Teleutosporen auf Juniperus communis und 
den Aecidien auf Pirus Malus, Sorbus Aria und \'ielleicht noch anderen »S'oröus-Arten. Da der Wacholder 
in vielen Gegenden mit Apfelkultur wild vorkommt, so wird sich nur schwer gegen den Schädling einschreiten 
lassen. 

Auf Juniperus communis kommen noch zwei andere Arten vor, von denen G. juniperinum die Aecidien 
auf Sorbus aucuparia (Roestelia cornuta), G. clavariiforaie auf Crataegus- Arten, Birne und Amelanchier 

vulgaris (R. lacerata) ausbildet. Die 
drei Wacholdergymnosporangien wurden 
früher vielfach miteinander verwechselt, 
bis erst Kultui^versuche ihre Unter- 
scheidung begründeten." 

Von den Schwaninipilzcn ist 
besonders gefürchtet der Kief ern- 
wurzelschwanim Fomes 
annosus (Trametes radiciperda). 

,,DJe dünnen Fruchtkörper haben 
verschiedenartige Gestalt, je nachdem 
sie oberirdisch an den Stämmen oder 
fast unterirdisch an den Wurzeln sitzen. 
Meist zeigen sie halbkreisfönnige Ge- 
stalt; die Oberfläche ist kastanien- 
braun, runzlig und gezont, die sehr feine 
Poren tragende Unterseite weiß bis hell- 
gelblich. Das Innengewebe ist ziemlich 
holzig und weiß. Der Pilz findet sich an 
allen Nadelhölzern, besonders Kiefern 
und Fichten, aber auch an Laubhölzern. 




Fonies Hartigii erzeugt die 
W e i ß f ä u 1 e bei Tannen und 
Fichten. Auf Juniperus virgmiana 
ruft sie Fomes juniperinus hervor 
und die hier gefährliche Rotfäule 
F. carneus. Beide Pilze werden 
erst gefährlich, wenn sie durch 
Käfergänge bis ans Kernholz ge- 
langen. Man bekämpfe also in 
erster Linie die Käfer. 

Der K i e f e r n b a u m- 
s c h w a m m (Trametes Pini) 
fügt den Kiefern einen un- 
geheuren Schaden alljährhch zu 
und gehört deshalb zu den 
gefürchtetsten Feinden unserer 
Forstkultur. 

Die von ihm erzeugte Holzzer- 
setzung wird als Ring-, K e r n- oder 
Rotfäule bezeichnet. Die Hüte 
sind meist konsolenförmig, besitzen ein 
festes, holzig - korkiges, gelbbraunes 
Innere. Die konzentrisch gezonte Ober- 
fläche ist dunkelbraun, rauh-zottig und wird später fast schwarz und rissig; die Mündungen der Poren 
sind gelb, später ockerbraun. Meistens kommen die Fruchtkörper an der Ansatzstelle von abgebrochenen 
Asten zum Vorschein und können viele Jahre perennieren, indem sie ständig ihren Durchmesser vergrößern." 

Zur Bekämpfung erscheint es notwendig, die Fruchtkörper abzuschlagen und zu ver- 
nichten. Die entstandenen Wunden sind mit Raupenleim zu bestreichen, damit keine neuen 
Hüte hervorwachsen. Ältere Bäume, die natürlich dem Absterben infolge des Angriffes 
des Pilzes am leichtesten anheimfallen, sind zu fällen. Außer an der Kiefer ist der Schädling 
auch an anderen Koniferen beobachtet worden, doch scheint er an ihnen weniger Schaden 
zu stiften. 

Ein bekannter, gefürchteter Waldverwüster ist der H a 1 1 i m a s c h (Armillaria mellea) 



Abb. 115. Cupressus macrocarpa var. hifc/i 
{Oiig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



über die tierischen und pflanzlichen Schädlinge der Xadelhölzer. 



119 



,,Er besitzt honiggelbe, später gelbbraune Hüte, die anfangs gewölbt, später ausgebreitet sind und 
auf der Oberfläche haarig-zottige, zuerst gelbbraune, dann fast schwärzliche Schuppen tragen. Das Fleisch 
wird zuletzt ziemlich zähe und ist weiß. Der Stiel ist voll, blaßrötlich, später olivenbraun, über der Glitte 
mit einem weißlichen, flockig-häutigen Ring. Die weißen Lamellen stehen weitläufig, laufen etwas herab 
und werden zuletzt rötlich oder bräunlich flockig. Die Hüte wachsen meist in dichtem Rasen in größerer Zahl 
zusammen, oft so, daß die unteren von den herabstäubenden Sporen der oberen dicht weißbestäubt erscheinen. 

Bei der außerordentlichen Häufigkeit de.? Hallimasch ist es nicht verwunderhch. wenn 
er alljährlich ungeheueren Schaden anrichtet, ohne daß es bisher möglich gewesen wäre, 
ein Bekänipfungsmittel zu finden. Bei der Eigenschaft des Pilzes, che Rhizomorphen in der 
Erde ohne Wurzeln lan^e lebend zu erhalten, ist die Gefahr, daß juns: bepflanzte Bäume 
befallen werden, nicht zu vermeiden. Besonders heftia: tritt che Erkrankuns; junger Kiefern 
ein. die auf Waldboden gepflanzt werden, der früher mit Laubholz bestanden war. Hier 
geht fast jedes Exemplar zugrunde und zeigt am Wurzelhals che eigentümhchen, wie Ver- 
drehungen und Verbildungen aussehenden Deformationen. 




Abb 



fVsr''atpmSmm^*,.»JmB£ma^<<iaim:'x^i. i ■■" ' Tt»^— ■■im !■!■ i —i^ 

I. 116. \V u r z e 1 k n i e e der auf Tafel X abgebildeten Taxodium distichum 

(Orig.; Charlottenhof bei Sanssouci-Potsdam). 

Ferner ist zu nennen die durch Fusicoccum (Foma) abietinum erzeugte sogenannte 
Einschnürungskrankheit der Tannen. 

An den Infektionsstellen an den Zweigen wird das Cambium und die Rinde getötet. Während nun die 
untere und auch noch eine Zeitlang die oben darüber liegende Partie des Astes in die Dicke wächst, bleibt 
natürlich die infizierte Partie im Dickenwachstum zurück und zuletzt sieht der Zweig wie breit geringelt aus. 
Nach vollständiger Zerstörung der Rinde an der Ringelstelle vertrocknet die ganze nach oben hin liegende 
Partie des Zweiges, indem die Nadeln daran hängen bleiben. Diese braunen, abgestorbenen Zweigenden 
sind für die Krankheit besonders auffällig. Zur Bekämpfung der oft sehr schädlich auftretenden Krankheit 
müssen die erkrankten Zweige, die sich bei einiger Übung an der eigentümlichen grüngelben Xadelfärbung 
schon in den frühesten Stadien erkennen lassen, sorgfältig abgeschnitten und vernichtet werden." 

Auch Pestalozzia funerea kann an Juniperus. Chamaeci/paris und anderen Koniferen 
eine zuweilen schädliche Einschnüruns:skrankheit erzeu2:en. 

Zum Schluß sei kurz darauf hingewiesen, daß auch ein phanerogamer Parasit bei 
Nadelholz auftritt, und zwar die Mistel {Viscum.) Sie findet sich als besondere Rasse 
Föhren miste lauf Pinus sylvestris imdnigra. selten auf Picea excelsa, und als Tannen- 
mistel auf Äbies alba und A. cephalonica. 



120 Kurze Erläuterung der bei den Beschreibungen angewendeten botanischen Kunstausdrücke. 



X. 

Kurze Erläuterung der bei den Besclireibungen angewendeten 

botanischen Kunstausdrücke, sowie Bemerkungen über die 

Gliederung und Benennung der Formenkreise. 

Von Camillo Schneider. 

Da wir in den Abschnitten XI — XIII, zumal in XI, eine Anzahl beschreibende Aus- 
drücke verwenden müssen, die dem botanisch nicht besonders vorgebildeten Nadelholz- 
freund nicht immer ohneweiters verständlich sein werden, so möchten wir eine kurze Liste 
mit Erläuterungen vorausschicken. Wir fügen hier auch diejenigen Ausdi'ücke ein, welche 
in anderen Koniferenbüchern oder in Lehrbüchern verwendet werden, indem wir anzeigen, 

welchem Ausdruck bei uns 
sie entsprechen. 

Adventivknospen, -sprosse: aus 

altem Holze hervortre- 
tende Ivnospen oder Triebe 
(als Stockausschläge, Was- 
serreiser bekannt), wie wir 
sie besonders bei einigen 
Pinus (z. B. echinata, siehe 
Abb. 238 d, S. 227) finden, 
Altersform siehe Jugendfoim. — 

Anthere = Pollensack. 
Apophyse: das an dem im ge- 
schlossenen Zapfen allein 
sichtbaren, verdickten 
Ende der Fruchtschuppen 
von Pinus meist deutlich 
ausgeprägte, gewöhnlich 
rhombische Feld (Abb. 
126 i, welches eine erhöhte, 
oft zapfenartige Hervorra- 
gung, den Nabel (Umbo), 
trägt. 
Arillus siehe Epimatium. 
Ast: hierunter verstehen wir 
durchwegs die direkt vom 
Hauptstamm (Schaft) ab- 
gehenden Verzweigungen 
ersten Grades, die nächst- 
jüngeren nennen wir 
Zweig, und die jüng- 
sten ,, diesjährigen" stets 
Trieb. 
Beerenzapfen siehe Zapfen. 
Blatt: bei den meisten Nadel- 
hölzern ist das Blatt ein- 
nervig, nadeiförmig und wird von uns als Nadel bezeichnet. Breitfläcliige mehrnervige Blätter 
haben nur Ginkgo (Abb. 182), Agaihis (unsere Art, Abb. 138 a), Araucaria araucana (Abb. 138 m) 
und Podocarpus Nagi (Abb. 272b, S. 260), während es sich bei Phyllocladus (Abb. 127) um 
Blattzweige, sogenannte P h y 1 1 o c 1 a d i e n, und nicht um echte Blätter handelt. 
Blattansatzstelle: diese ist bei den Gattungen mit deutlich vom Zweig abgesetzten Nadeln recht verschieden. 
Bei den meisten Abies (Abb.l45t) z. B. sind die Zweige glatt und rund und nach dem Nadelabfall bleibt 
an der Ansatzstelle eine runde Narbe (B 1 a 1 1 n a r b e). Bei anderen Gattungen ist diese Ansatz- 
stelle erhaben und bei Tsuga noch besonders gefärbt (Abb. 300 h, S. 287), man spricht dann von 
einem Blattkissen, dieses ist oft am Zweig herablaufend (siehe Picea, Abb. 218a, h, S. 209), 
wodurch die Zweige gefurcht erscheinen. 
Blattkissen, Blattnarbe siehe Blattansatzstelle. 

Blattoberseite: wir verstehen hierunter stets die nach oben, dem Himmel zugewendete Blattseite, sie kann 
morphologisch infolge einer Blattdrehung eigentlich die Blattunterseite sein, z. B. bei Picea- Arten. 
Zuweilen sind die Blätter auch vierflächig (Abb. 208 g, S. 201) oder rundlich (Abb. 2201, S. 211), 
bei vielen Pinus dreikantig (Abb. 257 c, e, S. 246). 
Blattscheide: bei Pinus (Abb. 257t) die Nadeln oder Nadelquirle am Grunde nur in der Jugend oder 
dauernd umgebend, aus Niederblättern bestehend, von uns meist N^a delscheide genannt. 




Abb. 117. Cupressus funebris, 3,5 m 
(Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



Kurze Erläuterung der bei den Beschreibungen angewendeten botanischen Kunstausdrücke. 121 



Blattstiel : bei Koniferenblättem selten ausgeprägt, bezeichnend z. B. für Tsuga-Xadeln (Abb. 300 b, k, S.287). 

Blattunterseite siehe Blattoberseite. — Blattzweig siehe Blatt. 

Blüte: bei den Koniferen und Ginkgo nicht deutlich ausgeprägt, da ihnen hier jede Art Blütenhülle (Kelch, 

" Krone » manselt. Die männlichen Blüten bestehen'aus einer gestreckten, mit Staubblättern besetzten 

Achse (Abb. 123 &), sie ähneln einer kleinen Ähre. Die Staubblätter sind mehr minder schUd- 

förmis" und tragen seitlich oder unterseits zwei oder mehr Pollensäcke, diese enthalten die 

P 1 f e n k ö r n e r, welche oft mit Flugblasen ausgestattet sind. Die weiblichen Blüten stehen 

wir folgen hier Wettstein — immer in den Achseln von Deckblättern (D eckschuppen, 

B r a k t e"e n) imd bestehen aus einem bis zahlreichen Fruchtblättern. Diese sind ganz oder nahezu 
ganz zur Bildung je einer Samenanlage (Ovulum, Samenknospe) verbraucht, so daß 
sterile Teile derFmchtblätter ganz fehlen oder als kleine willst- oder schuppenförmige Bildimgen 
an der Basis der Samen- 
anlagen zu konstatieren 
sind. In den weiblichen 
Blüten entstehen bei den 
Abietaceen und bei ^'ielen 
Cupressaceen aus der Ach- 
sel der Blüten schuppen- 
förmige oderwulstförmige, 
mit dem Blattkissen der 
Deckblätter zum Teil ver- 
bundene Gebilde, an deren 
Basis die Samenanlagen 
entstehen, und die als 
V u 1 a r s c h u p p e n 
oder V u 1 a r w ü 1 s t e 
bezeichnet werden. Eine 
ähnliche Bildung ist das 
E p i m a t i u m mancher 
Taxaceen. von dem es 
noch nicht sichergestellt 
ist, ob es ein Fnicht- 
blattrest oder auch eine 
Achsenbildung ist. Mit 
vereinzelten scheinbaren 
Ausnahmen (z. B. Taxus) 
stehen die weiblichen Blü- 
ten in Infloreszenzen. Die 
Samen bzw. Früchte sind 
bei einigen Taxaceen in- 
folge eigentümlicher Aus- 
bildung des Integumentes 
steinfruchtartig, sonst be- 
sitzen sie eine harte T e s t a 
(Samenschale). Bei 
einigen Gattimgen erhalten 
sie durch Verändemngeri 
benachbarter Teile (Ku- 
pula-Bildung. Fleischig- 
werden benachbarterElatt- 
oder Achsenteile ) fleischige 
Hüllen oder Anhangsbil- 
dungen (als K u p u 1 a 
oder auch A r i 1 1 u s be- 
zeichnet). Bei den meisten 
Abietaceen werden die 
Deckblätter der Fnicht- 
schuppen oder beide holzig 
und vergrößert, die ganzen 
Infloreszenzen werden zu 
F r u c h t (H 1 z)z a p f e n. 
Bei den Cupressoideen 
werden die aus Deck- 
blättern und Fnicht- 

schuppen bestehenden Teile entweder holzig und es entstehen denen der Abietaceen ähnliche Zapfen, 
oder diese Bildungen werden fleischig, sie verwachsen zu Beerenzapfen {Juniperus). Man ver- 
gleiche hierzu Abschnitt XI und die dort bezeichneten Abbildungen. 

Brachyblast = Kurztrieb. — Braktee = Deckschuppe. 

Cotyledon = Keimblatt. — Cupula = Kupula. 

Deckblatt (Deckschuppe) siehe Blüte. — dioecisch ^ zweihäusig. 

Dolichoblast = Lansrtrieb. 




Abb. 118. 



Juniperus drupacea, rechts Tsuga canadensis 

^Orig.; Schloßearten Heidelberg^ 



122 Kurze Erläuterung der bei den Beschreibungen angewendeten botanischen Kunstausdrücke. 



Doppelnadel: die Nadeln von Sciadopihjs, welche eigentlich Kurztriebe darstellen, deren zwei Nadeln 

miteinander verwachsen sind. 
Eichen = Samenanlage. 

einhäusig (monoecisch) nennt man solchePflanzen, bei denen die männlichen und weiblichen Blüten auf der- 
selben Pflanze stehen; befinden sich die beiden Geschlechter auf verschiedenen Pflanzen, so sind diese 
Gattungen oder Arten z w e i h ä u s i g (d i o e c i s c h). 
epigaeisch siehe Keimblatt. — Epimatium siehe Blüte. 

Fiedern nennen wir hier kurz die Zweigsysteme letzter Ordnung bei Cupresseen. 

Flächenblätter: die oben und unten am Zweig liegenden Schuppenblätter bei flachzweigigen Cupresseen, 

im Gegensatz zu den Kanten- 
blättern. 
Flügel: die Flugvorrichtungen der Samen. 

— Flugblasen siehe Blüte. 
Fruchtblatt, Fruchtschuppe siehe Blüte. 
Gymnospermen, d. h. nacktsamige 
Pflanzen nennt man die Koni- 
feren, weil die Samenanlagen nackt 
auf dem Fruchtblatt stehen. 

Harzgänge, Harzkanäle: ätherische Öle 
oder Harze führende Leitungen, 
die vor allem im Blatt vieler Gat- 
tungen durch ihre Lage im Quer- 
sclmitt auffällig sind. Wir be- 
zeichnen sie als r a n d s t ä n d i g, 
wenn sie in oder dicht unter der 
Oberhaut (Epidennis) liegen, und 
als m i 1 1 e 1 s t ä n d i g, wenn sie 
im inneren Blattgewebe (Mesophyll) 
eingebettet sind. Siehe Abb. 243, 
S. 232 und 257, S. 246. 

Hypocotyl, hypocotyles Glied : der Teil der 
Sämliiigspflanze zwischen den Keim- 
blättern und dem Würzelchen. 

hypogaeisch siehe Keimblatt. 

Integument: die ein- oder zweischichtige 
Hülle des Knospenkernes der 
Samenanlage. 

Jugendform nennen wir bei Cupresseen 
die durch künstliche (vegetative) 
Vermehrung festgehaltenen Formen 
der jugendlichen (Sämlings-)Pflan- 
zen, im Gegensatz zur nonnalen 
A 1 1 e r s f r m ; es gibt nun 
fixierte Stadien, welche beide 
Formen vereinen und als U b e r- 
gangsformen angesprochen 
werden. 

Kantenblätter siehe Flächenblätter. 

Keimblatt (C o t y 1 e d o n): die ersten 
sich am Sämling ausbildenden 
Blattorgane ; sie sind meist e p i- 
g a e i s c h, d. h. entfalten sich 
über der Erde, selten hypoga- 
eisch, unter der Erde bleibend. 
Ihre Zahl variiert, siehe die 
Abb. 87—89. 

Knospe: wir verstehen hierunter immer 
die Winterknospe eines Laubtriebes. 
Blütenknospen usw. sind stets be- 
sonders als solche bezeichnet. 

Kurztriebe: Triebe mit begrenztem 

Wachstume (B r a c h y b 1 a s t e n), 

wie z. B. bei Larix oder Pinus, 

im Gegensatz zu den das Längenwachstum fortsetzenden Langtrieben (Dolichoblasten), 

wie sie bei den meisten Koniferen allein auftreten. 

Langtrieb siehe Kurztrieb. 

Macrosporangien = Samenanlagen. — Microsporangien = Pollensäcke. — Microsporen = Pollenkörner. — 

monoecisch siehe einhäusig. 
Nabel siehe Apophyse. — nacktsamig siehe Gymnospermen. —Nadel, Nadelkissen siehe Blatt. —Nadelscheide = 
Blattscheide. 




Abb. 119. Juniperus cominania \iir. hiber)iica, 9,5 m 
(Orig.; Arboretum der Forstschule Les Barres, Frankreich). 



Kurze Erläuterung der bei den Beschreibungen angewendeten botanischen Kunstausdrücke. 123 

Niederblatt: trockenhäutige, nicht assimilierende Blätter, wie sie z. B. die äußeren Knospenschuppen dar- 
stellen oder die Blätter an den Langtrieben bei Pinus. 
Ovulum = Samenanlage. — Ovularschuppe, Ovularwulst siehe Blüte. 
Pollensack, Pollenkörner siehe Blüte. — Phyllocladien siehe Blatt. 
Samenanlage. Samenknospe siehe Blüte. 

Samenmantel, Samentesta: die äußere Hüllschicht des Samens. 

Schild, Schuppenschild- Apophyse. — Schuppe: gewöhnlich für Zapfenschuppe gebraucht. 
Spaltöffnung (Stoma, Mehrzahl S t o- 

mata): als kleine helle Punkte 

auf der oder den Blattflächen 

sichtbare Atmungslücken. Sie 

bilden in der Masse die hellen 

weißen oder blauweißen Streifen, 

Bänder oder Flecke, die so be- 
zeichnend sind. 
Staubblatt siehe Blüte. — Staubbeutel, 

Staubsack = Polleusack. 
Trieb siehe Ast. -- Übergangsform siehe 

Jugendform. — Umbo =- Nabel. 
Zapfen nennt man uie Frucht (oder 

den Fruchtstand), wenn die 

Fruchtschuppen verholzen. Diese 

heißen dann Z a p f e n s c h u p p e n. 
Zweig siehe Ast. — Zweihäusig siehe 

einhäusig. 



•A 




'K ^^-^'.r^ 






Über die Gliederung und 
Benenn u n g d er F o r ni e n- 
kreise seien einige Worte gesagt, 
da heute beides sehr zu wünschen 
übrig läßt. Es genügt nicht, jede 
Form, wie es Beißner tut, zu be- 
schreiben und als Varietät zu be- 
nennen. Man muß vor allem sich 
klar werden, ob und nach welchen 
Gesichtspunkten die Formenkreise 
sich gliedern lassen. Da liegt 
nun eine sehr interessante Arbeit 
vor, die Beißner 1909 noch nicht 
gekannt zu haben scheint: Va- 
riationsrichtungen der Nadel- 
hölzer, von E. Zederbaue r^). 
Dieser zeigt hier, daß bei allen 
Arten gewisse Variationen der 
vegetativen Organe^), das heißt 
von Hauptstamm, Ästen und 
Blättern, sich wiederholen. 

Er sagt in der Zusammen- -n,^^^^^--^^^---—^^^-« 

„Hauptstamm und Äste der 
Koniferen variieren in ihrem 
AVuchse auf verschiedene Weise, 
die in der Pyramiden-, Hänge-, 
Zwerg-, Kriech-, Schlangen- und 
astlosen Form zum Ausdrucke 
kommt. 

P y r a m i d e n f r m (v. pyramidalis) ist gekennzeichnet durch aufrechten Stamm 
mit stell aufstrebenden Ästen, so daß das Individuum die Gestalt einer Säule (z. B. Abb. 119) 

1) In Sitzungsberichte kais. Akad. Wissenschaften Wien. Math.-naturw. Ivlasse, Bd. CXVI, Abt. I. 
Dezember 1907. — 2) Analoges gibt er auch an für die reproduktiven Organe, die Zapfen und Samen, 
doch berührt uns das heute nicht. 






Alili. 120. Juniperus chinensis var. aurea, im 

(Orig.; Hort. Späth. Baumschulenweg-Berlin). 



124 



über die Gliederung und Benennung der Formenkreise. 



oder Pyramide (z. B. Abb. 114) annimmt. Die gebräuchlichen Bezeichnungen sind ,, Pyra- 
miden" oder,, Säulenform", f. fastigiata, pyramidalis, pyramidata, columnaris, ereda, seltener 
rohusta. Der Einfachheit halber wird sie hier nur pyramidalis oder Pyramidenform genannt, 
welche zugleich die verbreitetste Bezeichnung ist. 

H ä n g e f r m (v. pendula). Stamm aufrecht, manchmal überhängend. Äste hängend. 
Hänge- oder Trauerform, f. pendula, pendulina (z. B. Abb. 68). 

K r i e c h f r m (v. prostrata). Stamm niederliegend oder auf dem Boden kriechend, 

(z. B. Abb. 189) f. prostrata, pro- 
cumbens, repens. 

Z w e r g f r m (v. nana). 
Stamm niedrig, meist vom Grunde 
verzweigt, aufrecht, hie und da 
Kugelform bildend, Zwerg-, Kugel- 
oder Buschform, (z. B. Abb. 137) 
f. nana, compacta, pygmaea, pu- 
mila, glohosa, humilis. 

Schlangen form (v. vir- 
gata). Stamm aufrecht. Äste zweiter 
Ordnung meist unterdrückt. Äste 
erster Orchiung meist nur wenige. 
Schlangenform, f. virgata. 

A s 1 1 s e F r m (v. nudi- 
caulis). Stamm aufrecht, Äste 
fehlen oder nur in ganz geringer 
Zahl vorhanden; f. monocaulis, 
monstrosa, denudata, nudicaulis. 
Form mit weitgestellten 
Zweigen (v. intertexta). Die 
Zweige sind sehr weit voneinander 
gestellt. Vielleicht mit der Varia- 
tion ..sparriger AVuchs" identisch. 




Abb. 121. Picea orientalis var. aurea 
(Hort. Hesse, Weener, Hannover). 



Zweige 



fadenförmig 



(v. filiformis). Zweige lang, faden- 
förmig und überhängend (z. B. 
Abb. 63). Nur in der Familie der 
Cupressaceen vorkommend; f. fili- 
formis, filifera. 

Zweige gekräuselt 
(v. crispa). Zweigenden sind ge- 
kräuselt. Nur in der Familie der 
Cupressaceen vorkommend. 

Die Blätter variieren haupt- 
sächlich in der Farbe. Bläulich 
bereifte, silberfarbene, goldgelbe 
und bunte Blätter resp. Nadeln 
sind von Gärtnern und Liebhabern 
besonders gesucht und bei den 
meisten Koniferen keine Selten- 
heit. Vereinzelt findet man auch 
Abänderungen in der Gestalt, 



zurückgekrümmte, schmale und gesichelte Blätter. 

Bläulich (v. glauca). Die Nadeln sind bläulich bereift. 

Silberfarben (v. . argentea). Die Nadeln sind silberfarben. 

G 1 d g e 1 b (v. aurea). Die Nadeln sind goldgelb, und zwar entweder nur im Frühjahr 
und Sommer oder während ihrer ganzen Lebensdauer; f. aurea, semperaurea. 

Bunt (v. variegata). Das Grün der Blätter ist durch goldgelbe, weiße, silberfarbene 
Stellen unterbrochen, manchmal ist nur die Spitze anders gefärbt. Eine Trennung in mehrere 



über die Gliedenms; und Benennung der Formenkreise. 



125 




Varietäten wäre vielleicht berechtigter als die Zusanmienziehung iii eine Varietät; f. aureo- 
variegata, argenteo-variegata, albo-variegata, aureo-spica. 

J u g e n d f rm (v. versicolor, squarrosa). Obgleich diese Variation mit den vorher- 
gehenden nichts zn tun hat und eine eigene Stelhius: eiuuimmt, so möchte ich sie doch im 
Anschluß daran erwähnen. Früher wurden die Jugendformen zu einer eigenen Gattung, 
Retinospora, gezählt. Be- 
zeichnend ist das Vor- 
kommen in der einzigen 
Famiüe der Cupressaceen; 
f. plumosa, (z. B. Abb. 112) 
squarrosa, ericoides, junipe- 
roides, decussata, leptocJada. 

Es ist selbstverständ- 
lich, daß Kombinationen 
zwischen einzelnen Varia- 
tionen auftreten können, 
so V. pijramidalis mit gold- 
gelben Blättern (pyramida- 
lis aiirea) oder Zwergform 
mit bläulichen Blättern. 
Zwergform mit Pyramiden- 
gestait usw. Ob cUese Varia- 
tionstypen genügend scharf 
umgrenzt sind oder sich noch 
klarer umschreiben, viel- 
leicht vermehren oder auf 
weniger zurückführen lassen 
können, sei hier nicht weiter 
besprochen. Dies wäre Sache 
eines ernsten Monographen. 
der che Formen lebend 
studiert hat. Wünschens- 
wert erscheint es jedoch, 
bei der Benennung diese 
Typen zu kennzeichnen, in- 
dem man alle die Formen, 
welche einem T y p an- 
gehören, als Unterformen 
der Hauptbezeichnung des 
Types unterordnet. Dann 
weiß man sofort, wohin eine 
bestimmte Form gehört. 
AUercüngs stößt die Be- 
nennung insofern oft auf 
Schwierigkeiten, als Varia- 
tionen des Stammes oder der 
Äste (der Tracht ) mit solchen 
der Blätter verbunden sein 
können. Hier gilt es wohl, 
die Tracht voranzustellen 
und die Blattfärbung oder 
Form unterzuordnen. Die 

Jugend- und Übergangsformen wären wohl besonders für sich herauszuheben. Wir haben im 
Hauptteil einiges versucht, wollen jedoch die genaue DurchfiÜirung Berufeneren überlassen. 
Indem wir Zederbauers Vorschlag aufnehmen, lenken wir die Aufmerksamkeit weitester Kreise 
darauf. Die Formen von Arten, wie Picea excelsa. Chamnecijparis Laicsoniana. Thuja occi- 
dentalis und anderen bedürfen dringend besserer Klarstelhmg. Einordnung und Benennung! 



Abb. 122. Picea excelsa var. columnaris, etwa 16 m 

(Orig.; im Charlottenhofer Parke bei Sanssouci- Potsdam). 



B. Besonderer Teil. 



XL 

Sy stein atisclie Übersicht der Hanptgnippen der Coniferae') 
anf Grnnd der Blüten- nnd Frnclitnierkmale. 

Familie I: Tajcocupressaceae : weibliche Blüten in wenigblütigen Infloreszenzen 
oder einzeln, Ovularschuppe vorhanden, abortiert oder durch Ovularwulst ersetzt; Samen- 
anlagen einzeln bis zahlreich, aufrecht, schief, wagrecht oder umgewendet, Integument 

meist ein-, selten zweischich- 
tig. Frucht Holzzapfen oder 
Becrenzapfen, oder Inflores- 
zenzen bei der Samenreife 
keine Zapfen bildend, dann 
Samen steinfruchtartig oder 
trocken mit fleischiger, aus 
der Ovularschuppe hervor- 
gegangener Hülle (Epima • 
tium, Cupula, Arillus). — 
Diese Famihe zerfällt nach 
Vierhapper in (kei Unter- 
familien : 

1. U n t e r f a m i 1 i e 
Taxoideae (alte Familie 
Taxaceae im engeren Sinne): 
weibliche Infloreszenzen ein- 

bis wenigblütig, Ovular- 
schuppe frei oder mit Deek- 
schuppe mehr minder ver- 
wachsen, zu einer schuppen- 
oder becherförmigen, fleischi- 
gen oder häutigen Hülle 
(Epimatium) werdend, nur 
bei Cephalotaxus zwei freie 

Ovularschuppen. Inflores- 
zenzen bei der Reife keine 
Zapfen bildend; männliche 
Blüten achselständig, meist 
einzeln oder zu Infloreszenzen 
vereint, seltener endständig, 
jedes Staubblatt mit 2 bis 
8 Pollensäcken ; Pflanze meist 
zweihäusig (dioecisch); 
Blätter bzw. Nadeln meist wechselständig (schraubig); Keimblätter meist 2. — Diese 
Unterfamilie gliedert sich in drei Gruppen: 

Gruppe a: Cephalotaxeae: weibliche Blüten mit 2 Fruchtblättern, also in der Achsel 
jeder Deckschuppe 2 freie, aufrechte Samenanlagen, Samen steinfruchtartig, äußere Schichten 

1) In der Hauptsache nach Vierhapper, Entwurf eines neuen Systems der Koniferen, in Ab- 
handlungen Zool.-Botan. Ges. Wien, Y. Heft 4 (1910) und W e 1 1 s t e i n, Handbuch der Systemat. Botanik, 
2. Aufl. Wien (1911). 




Abb. 123. AUes alba {A.peciinata): a Zweig mit männlichen Blüten- 
ständen, i ein Blütenstand, c Staubbeutel, d weiblicher Blütenstand, 
e Ovular- und Deckschuppen, bei / vergrößert mit den Samenanlagen, 
g Deckschuppe von hinten, h Fruchtschuppe mit Samen, i — k Samen 

(a, b, d, h nach Wettstein; e, e — g nach Hempel und Wilhelm; i — k nach Hickel). 



Systematische Übersicht der Hauptgruppen der Coniferae. 



127 



des Integumentes fleischig, innere hart; männliche Blüten in Infloreszenzen, Pollensäcke 
meist 3, ohne Luftblasen, vergleiche Abb. 160, S.161, hierher nur Gs^ttimg Cephalotaxus. 

Gruppe b) Taxeae: weibliche Blüten mit 1 Ovularschuppe, also in der Achsel einer Deckschuppe nur 1 
aufrechte Samenanlage, Samen mit fleischigem, becherförmigem Epimatium (Cupula, Arillus), trocken; 
Pollensäcke 8 — 4, ohne Luftblasen; hierher 

Gattung Torreya: weibliche Infloreszenz mit 2 Blüten, Samen mit oben geschlossenem Epimatium, 
männliche Blüten einzeln in den Laubblattachseln, Pollensäcke 4; siehe Abb. 296, S. 283. 

Gattung Taxus: weibliche Infloreszenzen mit 1 Blüte, Samen mit oben offenem Epimatium, männliche 
Blüten einzeln, Pollensäcke 5 — 8, schildförmig angeordnet; siehe Abb. 286, S. 274. 

Gruppe c: Podocarpeae: weibliche Blüten mit 1 Ovularschuppe, also in der Achsel 
einer Deekschuppe nur 1 Samenanlage, diese aufrecht, schief, wagrecht oder umgewendet, 
bei der Samenreife entsteht infolge Fleischigwerdens des den trockenen Samen umgebenden 
Epimatiums ein steinfruchtartiges Gebilde und meist werden zugleich benachbarte Achsen- 
oder Blatteile fleischig; Pollensäcke 2, meist mit Luftblasen. — Diese Gruppe gliedert sich 
in vier Untergruppen: 

1. Untergruppe Podo- ^^-^^^ i'-':i'Xe />c^'=m /^ ^ 
carpinae: weibliche Infloreszenzen H^- ~>^ e3?cM fi > ot 
wenig- oder einblütig, Ovular- 
schuppe frei oder mit Deckschuppe 
verwachsen, Stellung der Samen- 
anlagen und ihr Verhältnis zur 
Fruchtschuppe wechselnd. Hierher 

Gattung Po€locarpiis: (nebst 
Acnuipyle, von der die jungen weiblichen 
Blüten noch unbekannt sind): p4)imatium 
mit Integument der Samenanlage ver- 
wachsen, mit der Samentesta abfallend, 
Ovularschuppen meist sehr reduziert, von 
der Samenanlage lang überragt (.\bb. 272). 

Gattung Dacrydium: Epimatium 
vom Integument frei, sonstige Ausbildung 
sehr wechselnd, siehe für uns Abb. 128 a — e. 

2. U n t e r g r u p p e Pliyllo- 
cladmae: weibhche Infloreszenzen 
wenigblütig, Ovularschuppe frei, 
die aufrechte Samenanlage als ring- 
oder becherförmiger AVulst umhül- 
lend, Samen mit cupulaartigem 
Epimatium, Pollensäcke 2, Blätter 
sehr reduziert, dafür,.Phyllocladien" 
entwickelt, siehe Abb. 128 a — e. — 
Hierher nur Gattung Phyllo- 
cladus. 

3. Untergruppe Phero- 
sphaerinae : weibliche Infloreszenzen 
wenigblütig, zapfenartig, kein Epi- 
matium vorhanden, Samenanlagen 

an der Basis der Ovularschuppen angeheftet, aufrecht, siehe Abb. 127 h — l. 
nur PJierosphaera. 

4. Untergruppe Saxegotliaeinae : weibliche Infloreszenzen zapfenartig, wenig- 
blütig, Epimatium vorhanden, aber häutig. — Hierher 

Gattung Microcachrys: Deckschuppen quirlig, dick, stumpf, im Reifestadium frei, Blätter schuppen- 
förmig (Abb. 128/— r). 

Gattung Saxegothaea: Samenanlagen sehr klein, in Grube nahe dem Grunde der Deckschuppe 
sitzend, Deckschuppen spiralig, dachziegelig, spitz, im Reifestadium zu einem weichstacheligen, beerenartigen 
Gebilde vereinigt, dann aufspringend, Blätter nadeiförmig (Abb. 127 m — o). 

2. Unterfamilie: Taxodioideae: vegetative Blätter und Infloreszenzdeckschuppen 
schraubig; Infloreszenzen stets mehrblütig; statt der Ovularschuppen nur Ovularwülste 
vorhanden; Samenanlagen 2 — 9; es werden stets holzige Fruchtzapfen gebildet, wobei der 
Ovularwulst zur Fruchtschuppe wird, Samen trocken; männliche Blüten einzeln, in Inflo- 




Abb. 124. Picea: a männliche Blütenstände, bei h einer ver- 
größert, c — d Staubblatt von vorn und seitlich, e weiblicher 
Blütenstand, / Ovular- und Deckschuppe, g Ovularschuppe 
mit Samenanlagen, h diese Schuppe seitlich, k — l Same 

(«, b, c, e nach Wettstein; d, /, g, h, i nach Hempel und Wilhelm; k — l 
nach Hickel). 



Hierher 



128 



Systematische Übersicht der Hauptgruppen der Coniferae. 



reszenzen oder infloreszenzartig gehäuft, Pollensäcke 2—8; Pollenkörner ohne Luftblasen; 
Pflanzen meist monoecisch; Keimblätter 2—6. — Diese Unterfamilie ghedert sich in vier 
Gruppen: 

Gruppe a: Athrotaxeae: Samenanlagen in jeder Blüte 3—6, umgewendet; Pollen- 
säcke 2, Zapfenschuppen flach (siehe Abb. 128 s— *■)• Hierher Gattung Athrotaxis. 

Gruppe b: Sequoieae: Samenanlagen in jeder Blüte 5, aufrecht, dann umgewendet, 
Pollensäcke (2)— 3— 5, Zapfenschuppen schildförmig, siehe Abb. 284, S. 272: Hierher 
Gattung Sequoia (WelUngto7iia). 

Gruppe c: Cryptomerieae: Samenanlagen in jeder Blüte 3—6, aufrecht, Pollensäcke 
3—5, Zapfenschuppen flach, freie Spitze der Fruchtschuppe 3— öspaltig, siehe Abb. 169 c— i, 
S. 170. — Hierher Gattung Cryptonieria . 

Gruppe d: Taxodieae: Samenanlagen in jeder Blüte 2, aufrecht, Pollensäcke 5—8, 
Zapfenschuppen flach, freie Spitze der Fruchtschuppe wellig gekerbt, siehe Abb. 285, S. 273. 
— Hierher Gattung Tajcodiiun (mit Ghjptostrohus). 

3. Unterfamilie Cupressoideae: vegetative Blätter und Infloreszenzdeckschuppen 
gegenständig oder quirlig, weibliche Infloreszenzen stets mehrblütig, statt der Ovular- 

schuppe ein mit der Deck- 
7)7 A^ schuppe völlig verbundener 
Ovularwulst vorhanden, 
Samenanlagen 1 — 30; es 
werden holzige oder zum 
Teil oder gänzlich fleischige 

Fruchtzapfen gebildet, 
Samen trocken; männliche 
Blüten einzeln oder in In- 
floreszenzen, Pollensäcke 
3 — 5, Pollenkörner ohne 
Luftblasen; Pflanzen meist 

monoecisch, Keimblätter 
meist 2 (3—5). — Diese 
LTnterfamilie gliedert sich 
in vier Gruppen: 

Gruppe a: Cupresseae: 
Samenanlagen in jeder Blüte 
2 — 30, Holzzapfen, Zapfen- 
schuppen schildförmig, 
klappig, sieheAbb. 129/— A, 
S. 13L — Hierher 

Gattung Cupressus: 
Zapfen im zweiten Jahre reifend, 
Fruchtschuppen mit 4— 30 Samen, 
Sanienflügel gleicliartig. 

GattungFofeienia; Zapfen 
im zweiten Jahre reifend, Frucht- 
schuppen nur zweisamig, Samen- 
flügel ungleicli. 

Gattung Chaniaecyparis: Zapfen im ersten Jahre reifend, Fruchtschuppen 2—5 sämig, Samen- 
flügel gleichartig. 

Gruppe b: Thujopsem: Samenanlagen in jeder Blüte 1—5, Holzzapfen, Zapfenschuppen 
flach, dachig. — Hierher 

Gattung Thujopsis: Fruchtschuppen 4— ösamig, in 3—5 Paaren, Samen mit 2 seitlichen Flügeln, 
siehe Abb. 182 a — i. 

Gattung Libocedrus: Fruchtschuppen 2(1— 3)samig, in 3 Paaren, Samen mit 2 seitlichen, zuweilen 
ungleichen Flügeln, Abb. 132 k^-n. 

Gattung Thuja mit (Biota): Fruchtschuppen 2(1— 3)samig, in 3—5 Paaren, Samen ohne oder mit 
2 schmalen seitlichen Flügeln (und Harzbläschen), siehe Abb. 129 a— c. 

Gruppe c; Ädinostroheae: Samenanlagen in jeder Blüte 1 bis mehrere, Holzzapfen, 
Zapfenschuppen flach, klappig. — Hierher 




Abb. 125. a — A: Larix decidua (L. europaea): a Zweig mit Kurztrieben, 
links einem männlichen und einem weiblichen Blütenstande, b männlicher 
Blütenstand, c — e Staubblatt von verschiedenen Seiten, / Ovular- und 
Deckschuppe von innen mit Samenanlagen, g die Deckschuppe von 
außen, h — i Fruchtschuppe von außen und innen, k Same. — l — o 
Cedrus atlantica: l Zweigstück mit Kurztrieben und männlichen Blüten- 
ständen, m — n Staubblatt, o Fruchtschuppe von innen mit Samen 
(a, 6, h—o aus Engler-Prantl, Pflanzenfamilien, c—e, j—g nach Hempel und Wilhelm). 



Tafel V. 




Chamaecyparis Lawsoniana var. lutea, in Weener (Hannoverj. 



Systematische Übersicht der Hauptgruppen der Coniferae. 



129 



Gattung Fitzroya: schließt sich in manchem an die Thujopseae an, Fruchtblattquirle 2 — 3 zählig, 
Fruchtschuppen etwas daclüg mit drei 2 flügeligen Samen, Blätter nadeiförmig, siehe Abb. 136 i — o. 

Gattung I>ise?»»ia: wie vorige, aber Fruchtschuppen mit 2 — 3flügeligen Samen, Blätter schuppen- 

förmig, siehe Abb. 136 a — h. 

Gattung Actinostrobus: Zapfen mit 
zalüreichen Quirlen von Hochblättern behiillt. 
Fruchtblattquirle 3 zählig, Samen 2, 2 — 3 flüge- 
lig, siehe Abb. 134 a — c. 

Gattung CallUris: (mit FrcneJa und 
Widdringtonia), Zapfen unbehüUt. Quirle aller 
Blüten 2 — 3- und 4 zählig. siehe Abb. 134^ — i. 
— Hierher nach Eichler vier Sektionen (oder 
Untergattungen): 1. OctocJini^: Blattquirle 
4 zähhg. Zapfen S klappig: 2. HexacUnis (Fre- 
nela): Blattquirle 3 zählig. Zapfen 6 klappig. 
Reife 2 jährig: 3. Pachijlepis (Widdringtonia): 
Zapfen 4 klappig, mit dicken, kantigen, höcke- 
rigen Schuppen, Blätter an sterilen Trieben 
zerstreut. Blüten 2 häusig. Zapfenreife 2 jährig: 
4. EucalUtris: Blätter alle in 2 zähligen, paar- 
weise zusammengeschobenen Quirlen, Zapfen 
daher 4 klappig. 

Gruppe (t: Juuipereae: Sameii- 
anlao:en iii jeder Blüte 1 — 2. Beeren- 
zapfen siehe Abb. 134 l' — p. 
Gattung Jinüperus, die 

happer besser in drei 
Ärceutlws, Juniperiis und 




gliedern wäre; siehe das 
beschreibuns: GesasTte, 



— Hierher 
nach Vier- 
Gattungen : 
SaHua zu 
bei der Art- 



Abb.126. Pinus: a — </ uncinata: amäniüicher Blütenstand, 
h — c Staubblatt von vorn und seitlich, d weiblicher Blüten- 
stand, e Ovular- und Deckschuppe mit Samenanlagen von 
innen, / Deckschuppe und Ovularschuppe von außen, 
g diese seitlich, h Fruchtschuppe mit Samen von innen, 
/ Fruchtschuppe mit der Apophyse von außen, k Samen 
mit und ohne Flügel a—q nach Hempel und Wilhelm, h—k aus 
En?ler-Prantl. Pflanzenfamilien]. 




Abb. 127. a — g PhijUodadm alpinus: a — h Trieb mit Phyllokladien und männlichen Blüten, c Staubgefäß, 
d — e Trieb mit weiblichen Blüten, / Samen mit Arillus. bei g im Längsschnitt. — li — / Phaerosphaera Hooke- 
riana: h Triebenden mit weibliclien Blüten, i — / Ovularschuppe mit Samenanlage, bei k im Längsschnitt. 
— m — Saxegothaea conspicua: m benadelter Zweig mit Frucht, n — o Ovularschuppe mit Samenanlage, 
bei im Längsschnitt ß—g nach Hooker; h — o nach Pilger). 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhölzer. 9 



130 



Systematische UbersicM der Hauptgruppen der Coniferae. 



Familie II: Abietaceae: weibliche Blüten in den Achseln von Deckschuppen in 
vielblütigen Infloreszenzen, Sanienanlagenl— 9, umgewendet, Integument einschichtig, Frucht 
Holzzapfen, indem die Deck- oder Ovularschuppen oder beide zu holzigen Fruchtschuppen 
werden, Samen trocken. — Die Familie zerfällt nach Vierhapper in drei Unterf amilien : 

1. 'Unterfamilie Araucarioideae: weibliche Blüten mit je einer Ovularschuppe, 
also je eine Samenanlage in der Achsel einer Deckschuppe, Fruchtschuppe mit Deckschuppe 
nur im unteren Teile verbunden, mit kurzem Endteile; Pollensäcke der Staubblätter 15—5, 
Pollenkörner ohne Luftblasen; Kemiblätter 2—4; Pflanzen ein-, seltener zweihäusig. — 
Diese Unterfamilie gliedert sich in zwei Gruppen: 




Abb. 128. a-e Dacrydtum Fonkü: a Trieb mit männlicher Blüte am Ende, & ein solcher ^'l'"'^'^}';^'^'^!^^^^ 
c Ovularschuppe mit Samenanlage, d Samenanlage, . Trieb mit Frucht am Ende -~^-;/{!''''\f^^^^^^ 
gona: f Fiedei4tück, g Triebstück vergrößert, h Blatt, i Triebende mit männlicher Bl^^^e ^^-^^^^t^^^ff^"^ 
m Triebende mit weiblichem Blütenstand, n Ovularschuppe mit Samenanlage, o-p Samenanlage m^^^^^ 
matium, bei o im Längsschnitt, q-r Samen ganzundim Schnitt.- s-xAthrotaxis:s--v '«f > '^-f-^ f ^r^tu^^^ 
mit Friichten, t Triebstück, u Zapfen im Längsschnitt, v Same; io-x cupressotd,^s: w männliche Bluten 
X Staubgefäß (a-e nach Pilger; /-r nach Hooker; s, u, v aus Gardeners' Chromcle; t nach Natur; w-^ aus Engler-Prantl, 

Pflanzenfamilien). 

Gruppe a: Agatheae: Ovularschuppe nur mit ihrer nach oben gewendeten Basis mit der 
Deckschuppe vereinigt, Samen sich von der Deckschuppe ablösend eniseitig geflügelt, 
männliche Blüten achselständig, siehe Abb. 138 a-i - Hierher Gattung ^Sfat/iis {Dammara). 



Systematische Übersicht der Hauptgruppen der Coniferae. 



131 



Gruppe b: Araucarieae: Ovularschuppe mit der unteren Hälfte ihrer Außenfläche der 
Deckschuppe ano:ewachsen, Samen mit der holzigen Deckschuppe verbunden; männliche 
Blüten endständio;. siehe Abb. l'dSJ:-n. — Hierher Gattim^: Araucaria. 

2. Unterfamilie: CumütighaniioMeae: weibliche Blüten mit 9 — 2 Oviüarschuppen, 
also je 9 — 2 Samenanlagen in der Achsel einer Deckschuppe, Zapfenschnppen aus dem 
verholzenden Verwachsunssprodukt von Deck- und Fruchtschuppen entstehend; Pollen- 
säcke der Staubblätter 4 — 2, Pollenkörner ohne Luftblasen. Keimblätter 3 — 9, Pflanzen 
wohl stets einhäusig. — Diese Unterfamilie gliedert sich in zwei Gruppen: 

Gruppe a: Cunninghamieae: weibliche Blüten mit 3 — 6 Samenanlagen, Pollensäcke 
4^3, siehe Abb. 171, S. 172. — Hierher Gattimg Cumimghanüa. 

Gruppe b: Sciadopiti/eae: weibliche Blüten mit 7 — 9 Samenanlagen, Pollensäcke 2, 
siehe Abb. 280, S. 268. — Hierher Gattung Sciadopitys. 

3. Unterfamilie Abietoideae. weibliche Blüten mit 2 Ovularschuppen. also 2 (voll- 
kommen freie) Samenanlagen in der Achsel jeder Deckschuppe, die Zapfenschuppen sind 
die verholzenden Fruchtschuppen, welche die Deckschuppen meist bald bedeutend an 
Größe übertreffen. Samen frei, geflügelt oder nicht. Pollensäcke 2, Pollenkörner meist mit 
Luftblasen, Keimblätter 3 — 15, Pflanzen meist einhäusig. — Diese Unterfamilie gliedert 
sich in zwei Gruppen: 




Abb. 1::9. a — e Thuja [Biota) orientaJis: a Triebende mit weiblichen Blüten, h diese von oben, c Triebende 

mit mäimlichen Blüten, d Staubgefäße, e — f^ aufgesprungene Zapfen, seitlich und von oben. — / — h 

Cupressus sempervirens: / Trieb mit weiblichen, g mit mänrüichen Blüten, h aufgespnmgener Zapfen 

(nach Wettstein, Lehrbuch. 2. Aufl.). 



Gruppe a: Sapineae: Fruchtschuppen stets ungenabeltM. nur Lanotriebe vorhanden, 
oder solche und gleich beblätterte, vielblättrige (über 5 Blätter) Kurztriebe, die zu Lang- 
trieben auswachsen können. — Die Gruppe zert"ällt in zwei Untergruppen. 

Untergruppe a) Ahietiuae: männliche Blüten in endständis^en. durchwachsenen Inflo- 
reszenzen oder einzeln in den Achseln von Laubblättern, zuweilen inflnreszenzartio; gehäuft; 
nur Langtriebe vorhanden. — Hierher 

Gattung Keteleeria: mäimliche Blüten zu endständigen durchwachsenen Infloreszenzen vereinigt 
Zapfen aufrecht, Schuppen bleibend, sonst wie Äbies, siehe Abb. 128. 

Gattung Abies: Fmchtzapfen aufrecht, bei der Reife zerfallend, Deckschuppe oft länger als Fnxcht- 
schuppe, Samen ohne Harzbläschen, Pollenkömer mit Luftblasen, siehe Abb. 12.3. 

Gattung Tsuga: Fmchtzapfen hängend, nicht zerfallend. Deckschuppe kürzer als Frachtschuppe; 
Samen mit Harzbläschen, Pollenkömer mit oder ohne Luftblasen, siehe Abb. 300, S. 2S7. 



schuppe 



Gattung Pseudotsuga: Fruchtzapfen hängend, nicht zerfallend, Deckschuppe länger als Frucht- 
ipe, Samen ohne Harzbläschen, Pollenkömer ohne Luftblasen, siehe Abb. 276, S. 264. 



1) Hierher wohl auch Gattuns Taiicania, die noch ungenügend bekannt ist. 



132 



Systematische Übersicht der Hauptgruppen der Coniferae. 



Gattung Picea: Fruchtzapfen hängend, nicht zerfallend, Deckschuppe kürzer als Fruchtschuppe, Samen 
ohne Harzbläschen, Pollenkörner mit Luftblasen, siehe Abb. 124. 

Untergruppe h) Laricinae: männliche Blüten entweder in Infloreszenzen oder einzeln 
an Kurztrieben, Lang- und Kurztriebe vorhanden. — Hierher 

Gattung Pseudolarix: männliche Blüten in Infloreszenzen, Zapfenschuppen abfallend, Fruchtreife 
einjährig, Nadeln sommergrün, siehe Abb. 273, S. 261. 

Gattung Larix: männliche Blüten einzeln am Ende von Kurztrieben, Zapfenschuppen bleibend, 
Fruchtreife einjährig, Nadeln sommergrün, siehe Abb. 125 a— fc. 




Abb. loU. lijfiXLja nacijtni, ö m, mit i-'ruchtuii .''n. 



\rboretum G. AI 



La _Maulevrie, Angers). 



Gattung Cedrus: männliche Blüten einzeln am Ende von Kurztrieben, Zapfenschuppen bleibend, 
Fruchtreife 2—3 jährig, Nadeln immergrün, siehe Abb. 125 /— j. 

Gruppe h: Pineae: Fruchtschuppen oft an der Außenseite gegen die Spitze zu genabelt, 
Langtriebe mit dünnschuppigen Blättern und abfallende, nie zu Langtrieben ausv^-aclisende 
Kurztriebe mit basaler Schuppenhülle und 1-5 Kadelblättern vorhanden. - Hierher nur 

Gattung Pinus: männliche Blüten einzeln in den Achseln der Schuppenblä^ter der Langtriebe, oft 
infloreszenzaftig gehäuft, Pollenkörner mit Luftblasen, Zapfen nicht zerfallend, Deckschuppen bald ver- 
kümmernd, Samen ohne Harzbläschen, siehe Abb. 126. 



Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 

XII. 



133 



Bestimmimgstabelle für alle Gattungen, 

einschließlicli Ephedra und Ginkgo, auf Grund you Zweig-, 

Knospen- und Blattmerkmalen. 

1 a) Triebe Schachtelhalm- oder binsenartig, dünn, rund, feinrillig gestreift, Blätter 
zu Schuppen verkümmert, die gegenständig oder quirlig stehen und die Knospen ver- 
decken (Abb. 1 78, S. 1 79 ) : Klasse Gnetinae : Familie Ephedraceae : Gattung Ephedra. 

1 b) Triebe und Blätter nicht so 




Abb. 131. Cliamaecyparis Lawsomana var. nana l. jursitduana, 1,2 m breit, 0,'i in hoch 
(Orig.; Hort. Späth, Baumschulenweg-Berlin). 

2 a) Blätter sommergrün, mit fächerförmiger Spreite und langem Stiele nach 
Abfall der Knospen eine zweispurige Blattnarbe hinterlassend, Triebe rund, glatt 
(Abb. 182, S. 183): Klasse Ghikgoinae: Familie Ginkgoaceae: Gattung Ginkgo. 

2 h) Blätter sommer- oder immergrün, nie langgestielt, meist nadel- oder schuppen- 

förmig; wenn abfällig, eine einspurige Blattnarbe hinterlassend, Triebe dann 
nicht glatt und rund: Klasse Coniferae 3 

3 fl) Blätter sommergrün, weich, nadelartig (oder pfriemlich), an Langtrieben verstreut 

wechselständig, nur sie allein oder begrenzte Kurztriebe im Winter als Ganzes 
abfallend 4 

3 h) Blätter immergrün, derblederig, meist nadelartig oder schuppenförmig, selten 

breitflächig 6 

4 fl) Deutliche bleibende Kurztriebe vorhanden, an deren Spitze die Nadeln ge- 

huschelt stehen, Langtriebe mehr minder gefurcht (Abb. 202, S. 197) .... 5 



134 



Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 




Abb. 132. a — i Thiijopsis dolabmta: a Fiedeistiick mit männlichen Blüten, a^ Triebstück, vergrößert, von 

unten, l — c Deckschuppe von außen und innen mit Pollensäcken, d — / weibliche Blüte, mit Samenanlagen, 

(j Zweig mit Früchten, h Fruchtschuppe im Längsschnitt, i Same. — A; — n Libocedms decurrens: k Fieder 

mit Frucht, k^ Fiederstück, vergrößert, l männliche Blüte, m Deckschuppe mit PoUensäcken, n Same 

(«, b — i nach Shirasawa, a\ k^ nach Mayr; k. l — n nach Beißner). 




Abb. 133. Cnjpiomeria japonica, ü m (Orig.; Zeutralfriedhof OhlädorJ bei Hamburg). 



Bestinunungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 



135 



4 b) Kurztriebe fein, dünn, als Ganzes abfallend mit den mehr minder gegenständigen 

oder abwechselnd gestellten oder gekämmten Xadeln (Abb. 285, S. 273): Gattung 
Tajcodiutn (und Glyptostrobus) 

5 a) Knospenschuppen fein zugespitzt: Gattung; Pseudolavix, 

5 b) Knospenschuppen stumpf (Abb. 202/, S. 197): Gattung Larix. 

6 a) (Sb) ZweigeinLang-undKurztriebegeschieden^), von denen die letzten (1>— 2 — 5 

oder viele gebüschelte ^N'adelblätter tragen 7 

6 b) Xiu* einerlei Triebe vorhanden. Blätter nie o^ebüschelt (nur bei Sciadopüys quirlig 

gestellt) 8 

7 a) NadelbUschel der Kurztriebe vielzählig (15 — 4Uj, Xadeln am Grunde nicht von 

emer gemeinsamen Scheide umschlossen (Abb. 125/): Gattung Cerfrws. 

7 b) iN'adelbüschel (1) — 2 — 5 zählig, alle ?sadebi am Grunde von einer gemeinsamen 

Scheide umschlossen (Abb. 257 t. 246): Gattuns: Phius. 

8 a) Blätter deutlich ausgebildet, durchwes: breitflächig, nadeiförmig oder pfriemlich. 

wechselstäncUg. zweizeilig oder quirlig, vom Trieb abstehend 9 




Abb. 134. a — c Actinostrobus pyramidalis: a Fiederstück mit Zapfen, b Fiederstück mit mäniüichen Blüten- 
ständen, c Staubgefäß. — d — i CaUifris quadrivalvis: rf Triebe mit männlichen Blütenständen und Frucht, 
e männliche Blüte, / Staubgefäße, 3 — /;■ Frucht, i' Same. — k — p Juniperus commmüs: A- mämdicher Blüten- 
stand, / Staubgefäß, m weiblicher Blütenstand, n Samenanlagen. Same, bei p im Längsschnitt 
(a — c nach Hooker; d — /, i, k — p aus Engler-Prantl, Pflanzenlainilien; g — h nach Wettstein). 

8 b) Blätter imansehnHch, durchweg schuppenförmio-. dem Triebe angepreßt, kreuz- 

gegenständig oder in cü*eizähligen Quirlen (nur Sämlinge [Jugenclformen] haben 
pfriemliche oder nadelige. abstehende Blätter), die Verzweio-ung ist fast imnun- 
feinfiederig 30 

9 ö) Blätter deutlich breitflächig, mehrere oder zahlreiche parallel laufende Längs- 

nerven vorhanden 10 

9 b) Blätter schmallineal. nadelförmig oder pfrienüich, nur ein Mitteluerv (Rippe) 

deutlich 13 

10 a) Blätter spitz-eilanzetthch, starr, stechend, mit breitem Grunde sitzend, dicht 
schraubig um Trieb gestellt (Abb. 138?«): Araucaria araucana. 

10 b) Blätter anders geformt, stielartig verschmälert, locker wechselständig oder 

gegenständig 11 

11 a) Blätter ganzrandig, rhombisch-eiförmig oder spitz-eiförmig 12 

11 b) Blättereigenartigeingeschnittengezähnelt(Abb. 127^): Gattimg P/ji/?/oc/of/«s. 

^) Es sei bemerkt, daß im folgenden die blattartigen Kurztriebe von Phyllocladus und tlie ,, Doppel- 
nadeln" von Sciadopüys einfach als Blätter betrachtet sind. 



136 



Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 



12 a) Endknospen rundlich, Schuppen stumpf (Abb. 138 c): GsittimgAgathis (unsere Art). 

12 b) Endknospen mit lang feinzugespitzten Knospenschuppen (Abb. 272 &, S. 260): 

Podocarpus Nagi. 

13 «) (9 b) Nadeln groß und lang, zu vielen (16—40) quirlständig (Abb. 280, S. 268): 

Gattung Sciadopitys. 

13 h) Nadeln kleiner, nie zu vielen quirlständig 14 

14 a) Nadeln kurz und fein, in 3 zähligen Blattquirlen, kreuzgegenständig oder in 

3 — 5 reihigen Spiralen angeordnet, wenn flach gekämmt, so mit der Basis am 
dünnen Trieb herablaufend, nach Fall keine deuthch abgesetzte Narbe oder ein 
Blattkissen hinterlassend 15 








Abb. 135. Ephedra nebrodensis, 1,75 m hoch (Orig.; Hort. Späth, Baumschulenweg-Berlin). 

14 h) Nadeln meist größer oder jedenfalls nicht in 3 zähligen Quirlen oder kreuz- 

gegenständig, meist spiralig oder (an Seitentrieben) scheinbar zweizeilig (infolge 
Krümmung des Grundes gekämmt), nach Fall am Zweig eine deutliche Narbe 
und meist ein Blattkissen hinterlassend 19 

15 a) Nadeln in 5 reihigen Spiralen, mit dem deutlich gekielten Rücken am Zweig 

herablaufend^), auch oberseits stumpf gekielt (siehe Abb. 169, S. 170): Gattung 
Cryptotneria; siehe auch Cunninghatnia Konishii und Tahvania. 

15 h) Nadeln nicht so angeordnet, Rücken nicht gekielt und herablaufend am Zweig 16 

16 a) Nadeln nur oberseits mit hellen Spaltöffnungslinien, in dreizähligen Quirlen oder 

kreuzgegenständig, meist steif und spitz (zuweilen Nadel- und Schuppenblätter bei 
derselben Pflanze gleichzeitig auftretend) siehe Abb. 184 und 194: Gattung 
Juniperus . 

*) Vergleiche eventuell Sequoia gigantea, wo aber die länger mit dem Trieb verwachsenen Blätter in 
dreireihigen Spiralen stehen; außerdem siehe Taxodium [Glypiostrobus) heierophyllum. 



Bestünmungstabelle für alle Gattungen, einschließlicli Ephedra und Ginkgo. 



137 



16 h) Nadeln unterseits mit hellen Spaltöffnungslinien, quirlig, kreuzgegenständig 

oder spiralig. meist Aveicli, biegsam 17 

17 a) Xadeln an kurzen Trieben z^Yeizeilig (gekämmt), nach dem Grunde der Triebe 

zu kleiner werdend, so daß sie in die ganz unten bleibenden Knospenschuppen 
fast übergehen, siehe Abb. 284 >>?, S. 272: Se(j[Uoia sempevvirens . 

17 h) Nadeln nie gekämmt, sondern quirlig oder kreuzgegenständig 18 

18 a) Nadeln sehr kurz, mehr schuppenförmig. meist zu 3 quirlig, beiderseits mit 

hellen, vertieften, nicht durchlaufenden Streifen, siehe Abb. 134 i — l- Gattung Fif ;$^- 
roya. 

18 h) Nadeln deutlich schmallineal, meist kreuzgegenständig, nur unterseits mit mehr 

minder durchlaufenden hellen Streifen, siehe Abb. 163 g, m,t: Jugendformen 
von Chmnaecypavis , Cupressus und Thuja (gehen als sog. Retinospora). 

19 a) (14 h) Nadeln mit scharf abgesetzten Stielchen^ ) beim Trocknen abfallend, auf 

einem vom Trieb sich scharf abhebenden, an der Ansatzstelle der Nadel deut- 
lich abweichend gefärbten Kissen sitzend, Knospen klein, stumpf, wenig- 
schuppig (Abb. 300, S. 287): Gattung Tsuga. 




Abb. 136. a — h DiseJma Archen': a Fiederstück. 6 Blatt, c männlicher Blütenstand, d Staubgefäß, e weib- 
licher Blütenstand, / Ovularschuppe mit Samenanlagen, g Fruchtstand, li Frucht. — i — o Fifzroya pata- 
gonica: i Fiederstück, Ä- einige Blätter vergrößert, l Trieb mit Fruchtstand, m dieser vergrößert, n Schuppe 
mit Samen, O Samen [a—h nach Hooker; i—o aus Botanieal Magazine). 



19 h) Nadelstielchen nicht so scharf abgesetzt, meist undeutlich, jedenfalls Nadelkissen 

nicht so abweichend gefärbt 20 

20 a) Nadeln weidenblattartig, 3 — 10 cm: 7 — 11 mm, Ende stumpf (Abb. 272 g, 

S. 260): Podocavpus niacrophyllus. 

20 h) Nadeln viel kleiner oder sonst lang zugespitzt 21 

21 a) Nadeln auffallend sichelig gebogen, zienüich groß und breit, etwa 3 — 5 : 0,4 — 0,5 cm, 

dicht gekämmt, wie Abb. 170, S. 172, von der Mitte an oder schon tiefer sich 
allmählich sehr scharf zuspitzend. Triebe mit herablaufenden Nadelkissen und 
Furchen: Cunnitighamia lanceolata. 

^) Solch Stielchen erscheint besonders bei Keieleeria oft ausgeprägt, hier felilen aber den Trieben die 
Nadelkissen. 



]^38 Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 

21 b) Nadeln kleiner, oder sonst mehr minder o;erade und fast bis Spitze parallelrandig, 

plötzlich kurz zugespitzt 22 

22 a) Winterknospen auffällig lang zugespitzt, vielschuppig, braunrot, Nadeln fein, 

gerieben TJmja-a,rüg riechend, ziemlich weich und stumpf, Nadelkissen nur 
leicht vorspringend, mehr minder abweichend gefärbt (Abb. 276, S. 264): 
Gattung Pseudotsuga. 

22 h) Winterknospen nicht so langspitzig (außer bei Ahies venusta) und sonstige Merk- 

male mehr minder abweichend 23 

23 a) Nadeln an wagrechten Trieben flach zweizeilig, derart, daß sie im Zweigquer- 

schnitt immer e i n schichtig (nur zwei mehr minder gegenständige Nadeln in 
einer Ebene) stehen (Abb. 286, S. 274), junge Triebe meist so dünn, daß bei 
allseitiger Nadelstellung an aufrechten Trieben die Nadeln mehr locker ab- 
wechselnd als ausgesprochen schraubig (wie bei Picea und Abies) gestellt sind 
(siehe eventuell auch Keteleeria) 24 




Abb. 137. Chamaecyparis Lawsoniana var. m'mmm f. (jlauca, 1 m (Oiig.; liort. Hesse, Weener, Hannover) 



23 h) Nadeln infolge der dichten schraubigen Stellung an aufrechten Trieben auch 

an den wagrechten, wenn gekämmt gestellt, im Triebquerschnitt mindestens 
zweischichtig, in zwei Ebenen (z. B. Abb. 144, 145, 208) 28 

24 a) Nadeln unterseits mehr minder grünlich^) (jedenfalls keine deutlichen hellen 

Bänder vorhanden, welche rechts und links der Rippe liegen), im Querschnitt ohne 
Harzgang (Abb. 286, S. 274), Triebe unregelmäßig abwechselnd an den Zweigen: 
Gattung Taxus. 
24 b) Nadeln unterseits rechts und links der Rippe mit deutlichen hellen (oft blau- 
weißen) Bändern, die sich aus feinen Spaltöffnungslinien zusammensetzen, Harz- 
gang im Querschnitt vorhanden, Triebstellung verschieden 25 

1) Siehe eventuell Keteleeria, die aber im Querschnitt zwei randständige Harzgänge hat. 



Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 



139 



25 a) Xadelii nicht ausgesprochen steiflederig und kaum deutlich zweizeilig parallel- 
laufend, Knospen klein, wenigschuppig, Triebe unregelmäßig abwechselnd oder 
quirlig gestellt 26 

25 h) Xadeln ausgesprochen steif lederig, meist deutlich zweizeilig parallellaufend, 

Knospen mehr- bis vielschuppig, Triebe mehr minder gegenständig 27 

26 a) Xadelenden mit plötzlich aufgesetzten Grannenspitzchen, am Grunde am Trieb 

herablaufend, breite blauweiße Bänder unterseits sehr deutUch (Abb. 127 m). 
Triebe in Quirlen, in Winkeln aufsteigend: Saxogothaea conspicua. 
26 h) ^sadelenden mehr allmählich kurz gespitzelt, Grund ziemlich deutlich stielartig 
verschmälert, Streifung unterseits oft nicht so ausgesprochen, Triebe unregel- 
mäßig abwechsehid (Abb. 272a, S.260): Podocarpus anilina (Prumnopitys), 
am ehesten mit Taxus zu verwechseln, diese aber hat dachziegelige Knospen- 
schuppen und Podocarpiis andina klappige. 




Abb. 138. a — i Agafhis Dammara: a Blatt, h mämilicher Blütenstand, c — d, f Staubgcliillc, c Zweig mit 
Blätteni, Endknospen und Zapfen, g Schuppe mit Samen, h Same im Längsschnitt, i Deckschuppe mit 
Samenanlage im Längsschnitt. — k — /; Araucaria arancana: k männlicher Blütenstand, l Staubgefäße, m weib- 
licher Blütenstand, n Same (Zapfen siehe Tafel VI, Fig. a) 

(a — h aus Eng-ler-Prantl, Pilanzenfamilien; i. 1:, l aus Beißner; m nach Hickel). 

27 a) AVeiße Streifen der Xadelunterseiten breiter als die grüne Rippe oder die grünen 
Randstreifen (Abb. 160, S. 161), Blattspitzen kurzdornig: Gattung C'e/>/ia ?o- 
taxus^); siehe eventuell auch Keteleeria. 

^) Henry gibt noch als Unterschied an, daß bei CephaJotaxus die Ivnospenschuppen zahbeicher als 
bei Torreya seien und in größerer Zahl am Grunde der Jahrestriebe persistieren, wogegen sie bei Torreya 
meist abfallen. Dies scheint nicht immer zuzutreffen. 



140 



Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 



27 &) Weiße (oder später oft bräunliche) Streifen der Nadelunterseiten deutlich schmäler 

als die grünen (Abb. 296, S. 288), Blattspitzen meist ziemlich langdornig: 
Gattung Torreya {T. grandis ähnelt am meisten Cephalotaxus). 

28 a) (23 h) Nadeln vierkantig, im Querschnitt ein ziemlich gleichmäßiges Viereck 

darstellend (Abb. 208 g), Zweige mit durch Furchen getrennten Nadelkissen 
(Abb. 208 a) Gattung Picea (ausgenommen Sekt. Omorika). 

28 b) Nadeln flach, deutlich zweiseitig (nur bei Ähies magnijica viereckig [aber dann 

Zweige glatt] und bei Picea Breiveriana rundlich) 29 

29 a) Zweige mit durch Furchen getrennten Nadelkissen: siehe Picea, Sekt. Omorika 

(Knospen nicht verharzt) und Abies Sect. Pseudopicea (Knospen meist reich 
verharzt), siehe Abb. 145 a. 
29 b) Zweige im Querschnitt (in frischem Zustand !) rund (Abb, 145 r, t), Nadeln eine ring- 
förmige Narbe lassend: Gattung Abies (ohne Sect. Pseudopicea) und Gattung 
Keteleeria}), Abb. 196, S. 192. 




' *^- - ^ • ^' ' '>" '"■ * ^ -iaiäii^ 

... ^3^ 

Abb. 139. Cupressus Goveniana var. cornpacta i. (jlauca, 6 m (Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 

30 a) (8 b) Blätter kreuzgegenständig (in dekussierten Paaren) 31 

30 b) Blätter spiralig oder in dreizähligen Quirlen 38 

31 a) Triebe auffällig breit und flach, oberseits tiefgrün, glänzend, unterseits deutlich 

weißblau, Blattstruktur wie in Abb. 132a — a^), Leittrieb aufrecht: Gattung 
Thujopsis . 

31 b) Triebe nicht so breit und unterseits nicht so deutlich weißlich, oder Fiedern über- 

haupt nicht flach 32 

32 a) Spitzen der kreuzgegenständigen Blattpaare in gleicher Höhe liegend, alle Blätter 

lang am Trieb herablaufend, so daß nur eine ziemlich kurze dreieckige Spitze 
frei bleibt 33 

^) Bei Keieleeria stehen die Nadeln meist so locker, daß sie an Seitentrieben, wenn gekämmt, nur in 
einer Ebene (zu je zwei) liegen. 



Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 



141 



32 h) Spitzen der kreuzgegenständigen Blattpaare nicht in gleicher Höhe (wenn dies 

fast der Fall ist, so doch freier Teil des Blattes länglich) 35 

33 a) Triebe im Querschnitt deutlich abgeflacht, verbreitert (siehe Abb. 132 k—k'-), 

Leittrieb aufrecht: Gattung Libocedriis (außer L. tetragona) und Gattung 
Fokienia. 

33 h) Triebe dünn, rundlich vierkantig (Abb. 134 <?), Leittrieb aufrecht: Gattung Ca i- 

litris (C. quadrivalvis). 

34 a) Triebe im Querschnitt deutlich abgeflacht, die Blätter in Kanten- und Flächen- 

blätter gegUedert (x\bb. 294, S. 282), Blattrand nie gezähnelt 35 

34 b) Triebe im Querschnitt rundlich oder viereckig, Blätter gleichartig (Abb. 128 g), 

Rand (bei starker Vergrößerung) gezähnelt, außer bei Diselma 36 

35 a) Leittrieb steif auf rechte, siehe z. B. Abb. 103, die (an größeren Pflanzen meist 

vorhandenen) Zapfen eiförmig oder länglich mit dachig übereinander greifenden, 
flachen Schuppen (Abb. 129 e—e^): Gattung Thuja. 
35 h) Leittrieb zart, überhängend (siehe z. B. Abb. 26), die (auch meist vorhandenen) 
Zapfen mit sich nicht deckenden schildförmigen Schuppen (Abb. 163, S. 164): 
Gattung Chainaecyparis . 




Abb. 140. Tsiiga canadensis var. pendula f. Sargentii (Hort. Sargent, Brookline, Mass.; phot. Alfred Rehderj. 

36 a) Blätter ungezähnelt (Abb. 136 l): Gattung Diselma und Athrotaxis 
(Abb. 128 s, (vergleiche eventuell auch Juniyerus). 

36 1)) Blätter gezähnelt, wie Abb. 128 /i 37 

37 a) Blätter nur oberseits mit Spaltöffnungen (hellen Punkten oder Linien), Früchte 

beerenartig (Abb. 184 und 194): Gattung Juniperus. 

37 V) Blätter (freie Enden) beiderseits mit Spaltöffnungen, Früchte Holzzapfen: 

Gattung Cupressus\ auch die sehr seltene Gattung Microcachrys 
(Abb. 128 / — g) hat kreuzgegenständige gezähnelte Blätter. 

38 a) (30 h) Blätter in dreizähligen Quhlen. ." 39 

38 V) Blätter spiralig gestellt . 41 

39 a) Blätter in deutlich entfernten Quirlen, wie kurze feine Dorne abstehend, Zweige 

wie Abb. 134 &: Giiiixmg Actinostrohus. 

39 h) Blätter gedrängt, Quirle meist nicht deutlich ausgeprägt 40 

40 a) Blätter nur oberseits mit Spaltöffnungen, Früchte beerenartig (Abb. 184 und 

194): Gattung Juniperus, 

^) Abgeschnittene Zweige von Thuja und Cliamaecyparis sind ohne Zapfen schwer zu unterscheiden; 
wir verzichten vorläufig auf eine umständliche Darstellung der oft unsicheren Merkmale. Das gleiche gilt 
für Cupressus und manche Juniperus. 



142 



Bestimmungstabelle für alle Gattungen, einschließlich Ephedra und Ginkgo. 



40 h) Blätter beiderseits mit Spaltöffnungspunkten, Früchte Holzzapfen (Abb. 284 ^, 

S. 272): Seqiioia gigantea. 

41 a) (38 h) Blätter gezähnelt (wie bei Abb. 128 h): siehe Gattung Daci^dium 

und Pherosphaera. 

41 h) Blätter ungezähnelt: siehe Gattung Athrotaxis (Abb. 128 s) und vergleiche auch 

Seqiioia gigantea (Abb. 284). 




Abb. 141. Tsuga canadmsis, Ilemlocktaniu', Ib //i ,uii-.; Hort. Pillnitz b. Dnsdui,. 



Abies. 



143 



XIII. 

Alphabetische Aiifzähhiiig aller (Tattungeii nebst Anführimg 
der wichtigsten Arten nnd Formen mit kurzen HinAveisen anf 
ihre Knltnrbedingnngen, ihr Anssehen nnd ihren Knltnrwert. 

Abies, Tanne: Man verdeiche das im Abschnitt XII. S. 140. Gesagte: meist hohe 
Bäume. Verästehmg re^ehnäßig quirUg, Tracht aus Abb. 140 bis 152 ersichthch, Stamm- 
rinde meist lange glatt blei- 
bend, oder bei der Gruppe 
Pseudopicea fichtenähnhch, 
Zweige rundlich, datt oder 
bei genannter Gruppe (siehe 

Abb. 145 (1.) mit durch 
Furchen getrennten Xadel- 
kissen. Knospen in Form 

wechselnd (siehe z. B. 
Abb. 149 i. l. 0). an Seiten- 
trieben meist zu .3 — 4. von 
zahlreichen dachzieseligen 
Schuppen bedeckt, verharzt 
oder nicht, ein Teil der 
Schuppen am Grunde des 
Jahrestriebes bleibend (nur 
bei A. venusta fallen aUe 
Schuppen ab), Xadehi in 
Größe, Form und Stellung 
oft bei denselben Arten 
sehr wechselnd, an jungen 
Pflanzen meist schärfer und 
spitzer. Stelluns; und Form 
aus Abb. 144. 145 und 149 
ersichtlich. Blatts:rund rund, 
so daß beim Fall eine rins:- 
förmiffe Xarbe am Zweis; 
zurückbleibt (siehe z. B. 
Abb. 1450 Harzgäng^e stets 
2. siehe die Querschnitte auf 
Abb. 144 und 145. Blüten- 
und Fruchtcharaktere wie 

in Hauptübersicht XI. 
S. 131, Zapfen aufrecht, im 
ersten Jahre reifend, Samen 
geflügelt (Abb. 123 i. S. 126), 
Keimpflanzen mit (3—) 5—7 
Keimblättern, siehe Abb. 87 

f — t, S. 92. Wuchs bis zimi vierten oder fünften Jahre sehr langsam: Kultur: im allgemeinen 
sind die Tannen anspruchsvoller als Fichten oder Kiefern, sie gedeihen am besten in tief- 
grüncügem. nahrhaftem sandigen Lehmboden, doch passen sich che Wurzehi der Tiefe des 
Untergrundes an. der Boden soll genügend frisch, weder naß noch trocken sein, auch gegen 
zu große Lufttrockenheit sind sie meist empfindlich, doch etwas weniger als che meisten 
Fichten, Schatten vertragen che Tannen mi Durchschnitt ziemhch viel, namentüch an sonst 
geeigneten Standorten; sie Heben, wenn im Text nichts anderes gesagt. XorcUagen; Ver- 
mehrung durch Samen (Saat bald nach Reife im Herbst oder mi Frühjalir) imd 
Veredlung (nur von Gipfeltrieben) auf alba (pedinata) und Xordmanniaua, Stecklings- 
anzucht schwierig und nur für Zwergformen zu empfehlen, welche durch Veredlimg sich 




Abb. 142. Äbies yordmanniana, etwa ISm, mit Ableger, weicher Zapfen 

trägt, im Mittelgrimd; vom eine kleine Podocarpns andina 

(Orij.; Hort. Vilmorin, Verrieres oei Paris). 



144 



Abies. 



verändern, doch auch hier werden Ableger vorgezogen; Verwendung als zum Teil ganz 
hervorragende Zierbäume. x\m schönsten bei genügend freiem Stande, damit voller Behang 




Abb. 143. Abies grandis im Schloßpark zu WörlitZ (durch gütige Vernüttlung von Graf Fritz von Schwerin). 

erhalten bleibt; man vergleiche im übrigen das bei den Arten Gesagt?. A. alba forstlich sehr 
bedeutsam, über die anderen wichtigsten Arten vergleiche den Abschnitt VII, S. 85. 



Abies. 



Über die wissenschaftliche Gliederung 



145 



sei gesagt, daß [die [Einteilungen der Gattung von Mayr, auf Grund der Zapfenfarbe, von Sar- 
gent, auf Grund der Nadelmerkmale und von Hickel, welcher übrigens nur eine praktische 
Anordnung für schnelle Bestimmung geben wollte, auf Grund der Knospen-, Zweig- und Nadelkennzeichen 
sich als zu künstlich erweisen. Auch Bert ran ds und Ko ebnes Einteilung auf Grund der Harzgänge 
in den Blättern dürfte noch nicht das letzte Wort sein. Zum Vergleich unserer künstlichen Übersicht 
geben wir folgende Aneinanderreihung der behandelten Arten nach B e i ß n e r, um deren wirkliche Verwandt- 
schaft ungefähr anzudeuten : Ä. alba, A. Nordmanniana, A. cephalonica, A. numidica, A. cilicica, A. Pinsapo, 
A. holophylla, A. wnhellata, A. homolepis, A. hrachyphylla, A. amahilis, A. Wehiiana, A. Pindrow, A. 
concolor, A. Lowiana, A. grandis, A. magnifica, A. nobilis, A. venusta, A. religiosa, A. Fraseri, A. 
ialsamea, A. suialpina, A. arizonica, A. sibirica, A. sachalinensis, A. Veitchi, A. Mariesii, A. Delavayi, 
A. Fargesii, A. squamata, A. recurvaia. 




Abb. 144. Abies: a — c magnifica: a benadeltes Zweigstück, b Nadelquerschnitt, c Nadelende und -grund, 
— d — g concolor: d Knospe, e benadeltes Zweigstück, / Nadelende und -grund, g Nadelquerschnitt. — h — h 
balsamea: h benadeltes Zweigstück, i Nadelenden und -grund, A- Nadelquerschnitt. — l — m subalpina: l Nadel- 
grund, -ende und -querschnitt, m Nadelende. — n arizonica: benadeltes Zweigstück (a, e nach Mayr; h, i, 

l, m nach Masters; c, / nach Natur; &, d, g, k nach Hickel). 



Über die richtige Benennung 

muß folgendes gesagt werden: Für A. pectinata De Candolle (1805) muß als ältester Name A. alba Miller 
(1768) gesetzt werden. Die Benennung A. Picea Lindley (18.3.3) ist zu verwerfen, da schon früher Miller 
A. Picea für die Fichte gebrauchte. In der Anwendung der Namen A. homolepis Siebold et Zuccarini 
(1844) und A. brachyphyUa Maximowicz (1866) schließen wir uns an A. Hemy an. A. umbellaia Mayr 
(1890) muß für A. umbilicata Beißner ex Mayr (1906) beibehalten werden. Für A. bracteata Nuttall 
(1849) ist A. venusta Koch (187.3) der ältere Name, weil sie zu allererst als Pinus venusta Douglas 
(1836) beschrieben wurde. Strittig ist die Bezeichnung A. lasiocarpa. Der Name wurde zuerst als 
Pinus lasiocarpa von Hooker 1839 gebraucht, worauf nach Sargent und Henry A. lasiocarpa von 
Nuttall 1849 sich gründet. Beide Autoren halten den Hooker-Nuttallschen Namen für identisch mit 
subalpina Engelmann (1876), wogegen Hickel das für echte lasiocarpa hält, was wir mit den beiden 
anderen Autoren als A. Lowiana A. Murray (1863) führen. Da die Bezeichnung A. lasiocarpa sehr strittig 
ist, lassen wir sie ganz fallen und behalten auch ^4. subalpina bei. Jedenfalls ist A. Lowiana, also die 
concolor var. lasiocarpa Beißner (1887) und vieler Autoren, nach Henry, wie nach Hickel, gut von concolor 
geschieden! 



Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhölzer. 



10 



146 



Abies, 



Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 

(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



alba 150 

— brevifolia ....... 151 

— columnaris 151 

— pendula ........ 151 

— pyramidalis 151 

— tortuosa 151 

— virgata 151 

amabilis^. 151 

Äpollinis 148 

arizoniea 156 

haborensis 149 

balsamea 156 

bifida 153 

brachyphylla 147 

bradeaia 148 

cephalonica 148 

— Äpollinis 148 

cilicica 149 

concolor 155 

— argentea 155 

— aurea 155 

— lasiocarpa 154 

— Lowiana 154 

— violacea 155 

Delavayi 152 

Eichlerii 152 

Fargesii 151 



firma 153 

— tardiva 147 

Fraseri 152 

Gordoniana 149 

grandis 149 

— Loiviana 154 

holophylla 154 

homolepis 147 

insignis 154 

lasiocarpa 154, 156 

— arizoniea 156 

Lowiana 154 

magnifica 155 

— glauca 155 

— slmstensis 155 

Mariesii 151 

Monii 153 

nobilis 155 

— argentea 155 

— glauca 155 

Nordmanniana 149 

— pendula 149 

numidica 149 

panachaica 148 

pectinata 150 

— brevifolia 151 



pectinata columnaris . . . . 151 

— pendula 151 

— pyramidalis 151 

— tortuosa 151 

— virgata 151 

Picea 150 

Pichta 153 

Pindrow .154 

Pinsapo 154 

— pendula 154 

recurvata 148 

Reginae Amaliae 148 

religiosa 150 

saclialinensis 153 

Semenowii 153 

slmstensis 155 

sibirica 153 

spectaMlis 147 

squamata 151 

subalpina 156 

umbellata 147 

umbilicata 147 

VeitcJiii 152 

venusta 148 

Vilmorini 154 

Webbiana 147 




Abb. 145. Abies: a-~e brachyphylla {homolepis): a Zweigstück ohne ?sadehi, b benadeltes Zweigstück, c — d 
Nadeln, e Nadelquerschnitt. — f—h grandis: f Knospen, g Zweigstück mit Nadeln. — k—l religiosa: k Knospen, 
l Nadel. — m—n Mariesi: m Zweigstück mit Nadeln, n Nadeln. — o—p Veitchii: o Zweigstück mit Nadeln, 
p Nadeln. — q Delavayi: Nadeln. — r—s Fargesii: r Zweigstück, s Nadel. — t—u squamata: i Zweigstück, 
M Nadeln [a—e, n, p nach Shirasawa; / nach Hickel; g, m, o nach Mayr; q—u aus Gardener's Chronicle; k—l nach Natur). 



Abies. 



147 



Übersicht der Arten. 

Anordnung auf Grund der Zweig-, KnoJ^pen- und Xadelmerkmale^). 

I. (IL siehe S. 148) Zweige im Q u e r s c li ii i 1 1 nicht r u n d. z w i s c h e n 

den dicken herablaufenden Blattkissen gefurcht. 

A) {B siehe unten). Zweige ganz kahl, Xadeln höchstens bis 3cm lang: 1. .4. hrachy- 
phyUa {A. homölepis der meisten Autoren, siehe aber unten), Schraubentanne 

(wegen des schraubigen Verlaufes der quirlständigen Verästelung siehe Abb. 80 und 81 ), 
Japan, hier bis 42 m. Triebe 
glänzend hell ockerfarben, 
Ivnospen harzig, konisch, 
Nadeln gescheitelt, die obe- 
ren, kürzeren aufwärts und 
auswärts gerichtet, steif, 
verboo-en. oben glänzend 

dunkelgrün, unten zwei 
breite weiße Streifen. Spitze 
meist rundlich, seicht zwei- 
spitzis; (Abb. 145 a—e). Zap- 
fen etwalO:3.5n//(TafelI. 
Fig. g), jung purpurviolett, 

Schuppe leicht nieren- 
förmig. sehr dünn. Deck- 
schuppen kurz, winzig ge- 
zähnelt: hart und üppis,-. 
meidet Kalk, geht zuweilen 
als A. firma tardiva. Xach 
Henry und Masters ist die 
echte.-l. Iiomölepis (siehe 
S. 145). deren Zapfen man 
noch nicht kennt, abwei- 
chend durch minder deutlich 
geriefte-) zweijährige Zweige 
und mehr ///7;;«-artige Be- 
nadelung, siehe Abb. 80. die 
gleich 81 von Henry be- 
stimmt wurde. — Sehr selten 
ist die unsichere .4 . uiubel- 
läta (A. mubilicata). 
welche nach Henry viel- 
leicht als Hybride 1. brach )/- 
plujUa mit A. finna an- 
zusehen wäre. 

B) Zweio-e in den 
Furchen mit rotbraunen 
Schuppenhaaren. ?vadeln 
4 c))i oder mehr laus;: 2. 

A. Webbiäna [A. spectdhiJis). Hochgebirge des Himalaya von Afghanistan bis Bhutan. 
hier bis über 60 m. Triebe dick, rotbraun. Knospen selir dick, kugelig, sehr verharzt, 
rotbraun. Xadeln flach gescheitelt, mehrreihig. 30—50 : 3.5 mm. oben tief^rün. unten silber- 
weiß. Spitze deutlicher 2 spaltig (Abb. 149«— J). Zapfen etwa 15 : 6 f>?^ violettblau, siehe 
Tafel n, Fig. e; gilt als schönste Silbertanne, aber gegen Spätfrost des frühen Austriebs 

^) In der Hauptsache nach R. H i c k e 1, in Bulletin Societe Dendrol. France 1907 p. 82 ff., welcher 
jedoch die neuen chinesischen Arten nicht berücksichtigt hat. — -i Hickel betont (brieflich), daß in Flora 
japonica II. Tab. 108 (1870) doch eigentlich die deutlich gefurchtzweigige Form, also das. was Henry für 
brachyphyUa hält, von den Autoren als homolepis abgebildet wird. Mithin ist die Xameno-ebuno- wohl "noch 
strittig. "^ ° 




Abb. 14f3. Junge Abie^ firma, 7 rn ^Orig.; Hort. Hesse, Weenen. 



10=' 



148 



Abies. 



halber empfindlich, für niilda Gegenden, man gebe geschützte Nordlage und tiefgründigen 
sandigen, gut durchlässigen Lehmboden. 



IL Z w e i g e im Querschnitt rundlich, glatt. 
A) Knospen lang spindelförmig (Abb. 149 i), bleichgelb, nicht harzig: 3. A.T>eniista 
(A. bracteäta, siehe S. 145), Südkalifornien, dort bis 60 m, Tracht wie Abb. 79, Nadeln 
gescheitelt, flach, 30—55 : 2,5—3 mm, steif, dünn, zugespitzt (Abb. 149 h), unterseits blau- 
weiß, Zapfen siehe Tat II, Fig. c, Deckschuppen lang steifspitzig, durch Knospen 

und Brakteen gut gekenn- 
zeichnet; schön, aber sehr 
selten und nur im Süden des 
Gebietes kulturfähig, Schutz 
gegen Spätfrost. 

B) Knospen niemals lang 
zugespitzt und bleichgelb: 
1. (2. siehe S. 154) Nadel- 
oberseiten glänzend 
grün, ohne weißliche 
Spaltöffnungen, 
a) (b siehe S. 153) Nadeln 
2 farbig, unterseits längs des 
Nerven mit zwei weißen oder 
blauweißen Streifen: I. Nadel- 
spitzen scharf stechend, Na- 
deln an Seitentrieben ziem- 
lich allseits abstehend (Abb. 
149^), Knospen ganz harzig: 4. 
A. cephaJönica, griechi- 
sche Tanne, Griechenland, 
dort bis 38 m, Tracht wie 
Abb. 6 und 83, Triebe glän- 
zend hellbraun, Knospen 
stumpfeiförmig, Nadeln etwa 
25 : 2 mm., etwas sichelig, 
Zapfen etwa 15 : 4 cm (Tafel I, 
Fig. e), rötlichbraun, Deck- 
schuppen hervorragend, 
zurückgeschlagen, als Form 
hierher var. Apollinis (A. 
Apollinis), Blätter mehr 2zei- 
lig, gedrängter, dagegen sind 
A. Reginae Amdliae und pa- 
nacJiäica kaum vom Typ ver- 
schieden; recht gute Art, An- 
sprüche wie alba (pectinata), 
Schutz gegen scharfe Winde. 
II. Nadelspitzen nicht 
scharf stechend (vergleiche 
aber eventuell ]vinge numidica) : Ä) (ß siehe S. 150) Triebe kahl, glänzend olivbraun: 1) (2 siehe 
S. 149) Nadeln nicht flach gekämmt^): a) Nadeln kurz, breit (15 — 25: 2,5 mm), dick, mit 
rundlicher Spitze, etwas an Nordmanniana erinnernd, gedrängt, aufwärts (und mittlere 




Abb. 147. Abies Lowiana, etwa i^ in, liuks vuiii ^1. J't-nsapij, im 
kgl. Schloßpark zu PiUnitz a. Elbe, Sachsen (Orig.). 



^) Hier sei hingewiesen auf die neue A.recurväta aus Westchina, vergleiche auch S. 62, Zweige hell 
braunrot, ebenso die fast kugeligen, verharzten Knospen, Nadeln spiralig gestellt, herabgekrümmt, aber 
aufsteigend, 10 — 12 : 2—3 mm, Spitze rundlich und gespitzelt, Oberseite bläulich oder tiefgrün, Unterseite 
mit 2 bläulichen Streifen, Harzgänge randständig, Zapfen etwa 7 — 8 cm lang, Schuppen etwa 2 cm, breit, 1 cm 
lang, querelliptisch, Deckschuppen fast so lang. 



Abies. 



149 



rückwärts) gerichtet, Zweigoberseite bedeckend, Knospen nicht oder wenig harzig: 5. 
A.nuniidica(A. laborensis): Algier, dort bis 25 w, Tracht wie Abb. 211, iS'adeln oben 
gegen Spitze mit weiJ3en Spaltöffnungshnien (Abb. 149 n). Zapfen etwa 15—20 : 3,5 cm 
(Tafell, Fig.?)); so hart v^ie Norchnanniana, jedenfalls härter als die verwandte Pinsapo. — 
h) Xadeln lang, ziemlich schmal, 
schief zum Zweig gestellt und nach 
vorn gerichtet (wie Abb. 149 c), 

locker, Knospen nicht harzig: 
a) Knospen zugespitzt mit ab- 
stehenden Schuppenspitzen 
(Abb 149 Zj, Xadeln schmal. 25—35 : 
1,5 — 2 mm, Spitze rundlich-spitz 
oder leicht 2 spitzig, Grund bleich- 
grün: 6. A. cilicica,, cilicische 
Tanne: Südkleinasien, Xordsyrien. 
dort bis 40 ))i. Tracht wie Abb. 7 
und 84, Xadeln stark gedreht am 
Grunde (Abb. 149 m). Zapfen bis 
über 20 : 5—6 cm (Tafel II, Fig. d). 
nach Hickel durch die Knospen 
gut gekennzeichnet; sehr gute Art. 
Schutz gegen Spätfrost, sonst wie 
folgende — ß) Knospen stumpf. 
Schuppenspitzen angepreßt (wie in 
Abb. 149 0), Xadeln 20—30 : 2,bmm, 
Spitze abgestutzt, ausgerandet. 
Grund gelbo:rün: 7. A.Xovdnimi- 
nidna, Nordmannstanne: Nörd- 
liches Kleinasien, Westkaukasus, 
dort bis über 80 »; (Abb. 85), Tracht 
in Kultur wie Abb. 51 und 140. 
junge Triebe zuweilen verstreut be- 
haart, rsadeln unregebnäßig zwei- 
zeilig, obere vorwärts gerichtet, den 
Zweig bedeckend, dichter als bei 
voriger, Zapfen etwa 15 : 5 cm. braun 
(Tafell. Fig. f/). Deckschuppen vor- 
ragend und umgebogen ; altbekannte 
prächtige und sehr wertvolle Kultur- 
art mit verschiedenen Kulturformen, 
von denen wir nur var. pendula 
mit hängenden Zweigen hervor- 
heben, die gelb- und weißbunteu 
Formen scheinen kaum von Belanu 
zu sein; Kultur wie alba (pectinatn ). 
treibt später aus. Hebt luftfeucht r 
Nordlagen, in Jugend langsam 
wachsend. — 2) Nadeln sehr deut- 
lich flach gekämmt (Abb. 145 g): 8. 
A.grandisiÄ.Gordouidua): Nord- 
westliches Nordamerika (Brit.-Ko- 
lumbien bis Kalifornien, östlich bis 
Idaho. Montana). Tracht wie 
Abb. 38 und 141; Triebe dünn, 
biegsam, Knospen klein, länglich- 
eiförmig, harzig, blaugrau. Nadeln 20— 30(— 55): 2,25 ?»>>?, obere viel kürzer als untere, 
Zapfen etwa 10— 12 : Acm (Tafel III, Fig.?)). Deckschuppen verborgen; es gibt eine goldbunte, 




Abb. 148. .4&iV.« Pinsapo var. pendula, 6,5 tn, im Arl uietum 
des Heim Allaid, La Maule\Tie, Angers ^Orig.). 



150 



Abies. 



eine zwergige und eine hängende Form; in Seeklima gedeiht grandis sehr gut, aber auch 
im Inland bei genügender Bodenfrische und Schutz gegen austrocknende Winde. — 
B) Triebe mehr oder weniger behaart: 1) (2 siehe S. 151) Nadeln mehr oder weniger deutlich 
flach gekämmt, a) Knospen verharzt, weißgrau, Schuppen etwas vortretend (wenn Knospen 
karminviolett und wie lackiert verharzt, siehe A. halsamea unten): d. A. religiös a, Mexiko- 
Nordguatemala, dort bis 60 m, Triebe olivbraun, Blattkissen zuweilen leicht vorspringend, 
Knospen stumpf (Abb. 145 k), 12 — 14 ww», Nadeln 15 — 30 : 1,5 — 1,1b mm, allmählich zugespitzt 
(Abb. 145 1), Zapfen etwa 10 — 12 : 5 cm (Tafel VI, Fig. /), Braktee vorragend, zurückgeschlagen ; 
kaum in Kultur, aber im Süden gewiß kulturwert, — b) Knospen nicht, harzig, braunrot, 




Abb. 149. Abies: a — b Webhiana: a benadeltes Triebende mit Knospen, b Nadeln. — c — d Nordmanniana: 
c benadeltes Triebende mit Knospen, d Nadel. — e — / Pinsapo: e benadeltes Triebende mit Knospen, / Nadel. 

— g — h cephakmica: g benadeltes Triebende mit Ivnospen, h Nadel. — i — k venusta (bracteafa): i Knospen, 
k Nadelspitze. — l — in cilicica: l Knospen, m Nadel und deren Enden. — n numidica: Nadel und deren Enden. 

— — t alba (peciinaia): o Knospen, p Langtriebende, q Seitentriebstück. r Nadel, s deren Ende, / Triebstück 

mit Nadelbasen {a—h nach Parde; V — l nach Hickel; m, r — s nach Natur; n nach Trabut; o — p, q, t nach Hempel u. Wilhelm). 



Schuppen angedrückt (Abb. 149 o): 10. A. alba (A. pectindta, A. Picea, siehe S. 145), 
heimische Weißtanne, Edeltanne, Gebirge von Mittel- und Südeuropa (fehlt im Südosten und 
Kleinasien), bis über 60 m, siehe Abb. 5, Triebe hellgraubraun, Knospe leicht zugespitzt- 
eiförmig, Nadeln 18—30 : 2 mm, Spitze rundlich, ausgerandet (Abb. 149 o—t), Zapfen 
etwa 12 — 15 : 3 — 5 cm (Tafel I, Fig. c), stumpfbraun, Deckschuppen vorragend, etwas 
zurückgeschlagen, mit langer Spitze; nach Hickel von den europäisch-westasiatischen 
Arten und grandis durch die behaarten Zweige und von der in Tracht ähnhchen hal- 



Abies. 



151 




^^^ 



samea durch nicht verharzte Knospen und breitere Xadehi verschieden; allbekannte, 
wertvolle Art. von welcher in Kultur verschiedene Formen auftreten, wie var. pendula, 
Zweige hängend (Abb. 6S). var. rirgdfa. Schlangentanne, auch hängend, var. puramiddlis, soll 
schöne schmale Pyramiden bilden, var. columndris, schmal säulenförmig, und Zwerg- 
fomien wie var. tortuösa und var. breviföUa. 

2) Xadehi nicht gekämmtM. Knospen stets ganz verharzt: a) (h siehe S. 153) Xadeln min- 
destens 2 m m breit : a ) (3 siehe S.152 ) ^'adehi nach voragerichtet wie in Abb. 151 : a/z^Xadeln lans:. 
'2b mrn oder mehr: 11. ^4. 
amdbilis (2:eht auch als 
graitdis ). Purpurtanne: ]N'ord- 
westamerika. dort bis gegen 
100 w. Tracht wie Abb. 76 
bis 97. Triebe graubraun. 
Knospen klein, kugelig. 

grünüchweiß. ^s adeln 
25 — 35 : 2.15 mm. gedrängt, 
stark gedreht, wie bei Xord- 
manniana gestellt. Spitze 

abgestutzt, ausgerandet 
(Abb. 151 a — c). an jungen 
Pflanzen auch wie d. Zapfen 
etwa 10 — 14 : 6 — 7 cm. tief- 
purpurn vor Eeife (Tafel II. 
Fig. /). Brakteen nicht vor- 
tretend, von Sordmanniana 
durch die harziEren kugeligen 
Knospen und die stark aro- 
matischen Xadeln abwei- 
chend, während magnijica 
und nohilis. mit denen sie 
oft verwechselt wird, durch 
die (unten) angegebenen 
Knospenmerkmale gut ab- 
weichen: in Kultur noch 
recht selten, wächst lang- 
sam, gilt aber als sehr 
schön. — hh) Xadeln kurz, 
höchstens '22 mm lang: 12. 

A. Mariesii: Japan 
(Hondo). Formosa. dort bi> 
32 m. junge Triebe kurz und 
dicht behaart. Knospen 

klein, kugehg. ^N'adehi 
12 — 22: 2 mm. Spitze rund- 
lich, ausgerandet (Abb. 145 
7)1 — n). Stellung wie bei 
Xordmanniana. gedrängt, 
alle zusammen flach. Zapfen 
8—10 : 4—5 cm (Tafel III. 

Fig. f/), Deckschuppen eingeschlossen; selten echt, oft mit I>//(7??'/ verwechselt, sicherlich 
ganz hart, aber kaum von besonderem Zierwert. Im Anschluß sei hier erwähnt: A.Far- 
gesij, Mittel- und Westchina, siehe auch S. 63. Triebe kahl, Ivnospen anscheinend klein. 
kugelig, Xadeln bis 20: 2 mm, siehe Abb. 145 r — 5. unterseits sehr weiß, Harzgänge rand- 




Abb. 150i Abies nohiJis var. glauca Ori?.; Hort. Hesse-, Weener). 



\) Hier sei vorläufig erwähnt die neue A. squatndfa aus Westchina, siehe auch S. 62, Borke orange- 
gelb, platanenartig abblätternd, Triebe schwärzlich behaart, Nadeln spiralig gestellt, 16 — 20 : 2 »i»i, siehe 
Abb. 145/ — H. Harzgänge mittelständig. Zapfen wie Tafel VI. Fig. c. ö — 6 cm lang, ^•iolett, Zapfenschuppen 
fächerförmig, etwa 1,6 c»; breit und 1,5 c»i hoch, Deckschuppen wenig vorragend. 



152 



Abies. 



ständig, Zapfen wie Tafel VI, Fig. d, purpurn, bis 8: 4 cm, Schuppen am Grunde geöhrt, 
Decksehuppen nicht vorragend. — Ferner sei hier eingefügt die der folgenden wohl noch 
näher verwandte A, Delavayi aus Westchina, siehe auch S. 63, ausgezeichnet durch stark 
eingerollte Nadelränder, Abb. 145^, Nadehi 15 — 25: 1,5 mm, unterseits nicht so ^Yeiß wie 
bei Fargesii, Harzgänge mittelständig, Zapfen wie Tafel VI, Fig. i, 6—7 cm lang, Schuppen 
breit keilförmig, Deckschuppen mit feiner Spitze kurz vorragend. — ß) Nadeln mehr bürsten- 
artig gestellt (wie Abb. 145 o): aa) Nadeln 22—25 mm lang: 13. A. Veitchii {Ä. Eiclileni): 
Mitteljapan (Nordchina nach Henry unsicher), dort bis über 25 m, Tracht wie Abb, 99, 
Triebe helhotbraun, Knospen klein, stumpfkonisch, purpurlich, Nadeln der oberen Lagen 




Abb. 151. Abies: a—d amabilis: a Zweigstück mit Nadeln, l Xadel, c deren Querschnitt, d Nadelspitze. — 
e sibirica: Zweigstück mit Nadeln. — j—g sachalinensis : /Zweigstück mit Nadeln, j/ Nadeln. — i—kjirma: 
i benadeltes Zweigstück, fc Nadel, Ende und Grund vergrößert, A;i Nadelquerschnitt, — IPindrow: wie A;. — 
m—pnoUlis: m Zweigstück mit Nadeln, n Knospen, a Nadelquerschnitt, p Nadel («t, e, i, m nachMayr; h—d, 

nach Masters; fc, l, nach Natur; /— g nach Shirasawa; k^, n — p nach Hickel). 

kürzer, etwas aufgestellt, so daß von vorn betrachtet die weißen Unterseiten zu sehen, Spitze 
abgestutzt ausgerandet (Abb. 145 y\ Zapfen 5—7,5 : 2,5—3 cm (Tafel III, Fig. i), bis zur 
Reife bläulich, Deckschuppen eingeschlossen oder mit Spitzchen vorragend; gute, harte Art, 
meidet Kalk, wächst sonst üppig und wirkt durch die mehr als sonst auffallende Weiße der 
Nadelunterseiten zierend. — 6&) Nadeln meist 12— 20 : 1,15 ww: 14. ^.FmseW, Ost-Nord- 
amerika (Südwest-Virginien, Nord-Carolina, Ost-Tennessee), dort bis 25 vi, im großen 
ganzen der vorigen ähnhch, auch oft mit halsamea verwechselt, aber von letzterer außer in 



Abies. 



153 



den größeren, mehr hervortretenden Deckschuppen durch che breiteren, imterseits weißereu 
Xadehi und die nicht so ..lackierten" Ivnospen mit etwas vortretenden Schuppen gut 
abweichend: kurzlebig und wenis kulturwert. — h) X'adehi schmal, weniger als 2 mm breit. 
nach vorn gerichtet: a) Triebe ^rauselb. glatt, verstreut fein behaart; 15. A. Sibirien 
(A. Pichta. A. Sememicii): Xordost-Rußland, Sibirien, bis Dahurien, dort bis 41) //;, 
Wuchs schlank kegelförmig (siehe Abb. 46 und 75), Knospen klein kugelig, ]^adebi weich, 

fem. 5 — 10 : 1 — 1.5 mm 
(Abb. 151 e). Spitze rundhch, 

leicht ausgerandet oder 
nicht, oben ziemhch hell- 
grün, unterseits grauweiß. 
Zapfen etwa 5 — 8 : 3 — -4 cm 
(Tafel III. Fig. e\ Deck- 
schuppen emgeschlossen : 
von zierhcher Tracht, sehr 
hart, namentüch für nor- 
dische Lagen sehr gut. siehe 
S. 78. gegen Trockenheit 
und Hitze empfindlich. — 
ß) Triebe schiefergrau, nach 
Henry durch che etwas vor- 
tretenden Blattkissen leicht 
gerieft, m den Riefen kurz 

und dicht behaart: 16. 
A. sachaliueusis: ]N'ord- 
japan. Kurilen. Sachahn. 
dort bis 40 ///. Tracht ähn- 
lich sihirica. Knospen blau- 
grün. ]N\ideln 30 bis 40 mm. 
dünn, unterseits mattweiß 
(Abb. 151 / — g). Zapfen etwa 
8 : 2.5 cm (Tafel III. Fig. g). 
Deckschuppen vorragend : 
gilt als raschwüchsig, hart 
wie vorige, für den Xorden 
mit schneereichen Wintern 
geeignet. 

b) rsadehi oben glän- 
zend grün, unten aber bei- 
derseits des Xerven bleicher, 
matter, che Spaltöffnungen 

als emzehie ferne weiße 
Punkte zeigend: L X'adeln 
mehr oder minder deutlich 
flach gekämmt, derblederig. 
(15— ) 20— 30 (—40) : 2.^-3 
(-3.15) mm. Knospen harzlos 
oder fast so. ihre Schuppen 
angepreßt: 17. A. firnio 
{A. hifida. A.Momi\. Momi- 
tanne: Süd- imd Mittel- 
Japan, dort bis 60 m, Tracht 

in Jugend wie Abb, 146, Triebe etwas glänzend, hellgrün, braun, bald kahlend. Ivnospen 
stumpfeiförmig, ]S^adeln gegen Spitze schmäler, am Ende kurz, scharf 2 spitzig, untere 
hellgrün (Abb. 151 i' — Tc^\ Zapfen S — 15:3.5 — b cm (Tafel I, Fig. /). Deckschuppen vor- 
ragend, nicht zurückgeschlagen; sehr schöne Art. jedoch nur für günstigste Lagen mit 
Schutz, vor allem gegen Spätfrost. — Im Anschluß hieran sei die verwandte, in Kultur 




Abb. 152. Ai 



;......,■, L'iwu 1'.';;.. 1111 .Üb ort: um der i:'L'r;t;':u".ile 

Les Barres, Frankreich (Orig.). 



154 



Abies, 



noch recht seltene A. holophylla aus der Mandschurei und Nordkorea erwähnt; sie 
hat scharf einspitzige, 35 — 42:1.5w^m messende Nadeln, reicher verharzte Knospen und 
eingeschlossene Deckschuppen. — II. Nadeln nach vorn gerichtet, schmal, dick, aber 
weich. 30 — 60( — 90) :2 mm, Knospen sehr dick, sehr harzig, Schuppen etwas vorspringend: 18. 
A. Pindroiv: Himalaya (Kaschmir bis Nepal), dort bis über 80 w, Tracht schmal pyra- 
midal, Nadeln an Spitze ausgerandet oder 2 spitzig (Abb. 151 1), unten hellgrün, Zapfen 
etwa lb:l,bcm (Tafel VI, Fig. e), Deckschuppen eingeschlossen; wohl sehr schöne Art, 
aber noch empfindlicher als Webbiana. 

2. Nadeloberseiten matt, beiderseits Spaltöffnungen vor- 
handen (also weißlich oder weiß gestrichelt). 
a) Nadeln quirlig um den Zweig gestellt (allseitswendig), kurz, dick, Oberseite rundhch: 
19. A.Pinsapo, spanische Tanne: Spanien, bis 40 w, Tracht wie Abb. 61, S. 68, Triebe 

bräunlich, kahl, Knospen 
konisch-eiförmig, stumpf, 
sehr verharzt, Nadeln 10 bis 
15(— 18) :2,5 ww, starr, Spitze 
stechend (Abb. 149 e—f), 
ZapfenlO— 15:4«»(TafelI, 
Fig. d), Deckschuppen sehr 
klein, eingeschlossen; sehr 
schöne Art für warme, son- 
nige, aber frische Lagen, 
auch Kalk, man lasse die 

Pflanzen sich frei ent- 
wickeln, was eigentlich für 
alle Abies gilt, damit der 
Behang bis unten bleibt, 
sehr gut gekennzeichnete 
Art; eine sehr auffällige 

Form ist var. pendula, 
Abb. 148, die übrigen kaum 
von Belang; dagegen Ba- 
starde interessant, z. B. 
A. Vihnorini {Pinsapo x 
X cephalon ica), auf Abb. 301 , 
S.287istdieMutterpflanzein 
Verrieres zu erkennen, ferner 
A. insignis (Pinsapo X 
X Nordmanniana) ; bei Aus- 
saaten hier gereifter Pin- 
sapo-Samen treten solche 
Mischlingsformen mit diesen 
Arten nicht allzu selten auf. 
b) Nadeln gekämmt 
oder bürstenförmig gestellt: 
I. Nadeln flach gekämmt, 
2 zeilig, 1- oder 2 reihig. 
Zweige kahl oder fast so: 20. 
A. Löwiana (geht auch 
als grandis var. Lowiana, 
concolor var. Lowiana und 

concolor var. lasio- 

Abb. 153. Junge Äbies subalpina, 3 m (Orig.; Hort. Hesse, Weener). cdt'pa Vergleiche daS auf 

S. 145 über die Benennung 
Gesagte): Kalifornien (Sierra Nevada), Tracht ziemlich schmal mit deutUchen flachen 
Astquirlen, wie in Abb. 86, 102 und 147, dadurch mehr an grandis als concolor gemahnend, 




Abies 



155 



Triebe dünn, gelbgrün, Knospen klein, leicht harzig. Xadelnlang.(35— )45— 60(— 75) : 2—2.5 mm, 
Spitze rundlich. 2 spaltig. oben gefurcht im unteren Teil, unten zwei weiße Streifen. Zapfen 
nicht wesentlich von fo/(fo?o/* verschieden: außer mit dieser Art wird Loiciana oft noch mit 
der im Gesamteindruck ähnlichen grandis verwechselt, die aber durch Xadeloberseiten ohne 
Spaltöffnungen und durch die um che Hälfte kürzeren Xadeln der oberen Schicht ab- 
weicht (siehe oben S. 149). nach Hickel ,s:ibt es keine Mittelformen zwischen Louiana (= lasio- 
carpa Hort.) und concohr. nur konvertierende Ju2:endformeu; Kultur und Verwendung 
wie concolor. die aber in rauheren Lagen vorzuziehen ist. 

IL Xadehi mehr bürstenförmig aufgerichtet : ^1) (5 siehe unten) Ivnospen wenig harzig, 
am Grunde von einem Kranz freier, lans: zugespitzter Schuppen umgeben (Abb. 151 n), 
die mehr oder minder von den Xadehi verdeckt werden. Zweis"e dicht feinfilzig: 1) ^s adeln 
oberseits deuthch gefurcht. Quer- 
schnitt wie Abb. 151 o: 21. .4. nö- 
bilis. Adeltanne: ]N\)rdwest- 

amerika (Washington. Oregon, 
rsordkalifoniien). dort bis 100»'. 
siehe Abb. 86. in Kultur wie Abb. 7. 

Triebe dick. Knospen rundlich, 
rs adeln oben tiefgrün, ausgenommen 
die Spitze, Stellung wie Abb. 151 //' 
bis p. unten weiß gestreift. Zapfen 
sehr dick, etwa 15 — 25:7 — Scw. 
Deckschuppen groß, zurückgeschla- 
gen, siehe Tafelll. Fig. a: dieXadel- 
färbung wechselt und man unter- 
scheidet var. gJauca, blaugraugrün 
(Abb. 150), gilt als beste Form und 
var. argeutea. silberweiß; hart, in 
günstigen Lagen sehr schön, liebt 
nach Elwes tiefen sandigen Grund 
auf Fels- oder Hügellehnen, wo 
guter AVasserabzug und viel Humus 
vorhanden. — 2) Xadeln im Schnitt 
4 eckig (Abb. 144 6 ): 22. .4 . inagn i- 
fic a . Prachttanne : Kalifornien . 
Süd-Oregon, dort bis 80 m. siehe 
Abb. 107. Zweige und Knospen wie 
nohilis, von dieser außer in der 
Tracht noch abweichend durch län- 
gere Xadeln. 25 — -LO-.l.omm, 1 mm 
dick, gegen Grund verschmälert. 
Spitze rund (Abb. 144f/-f). Zapfen 
15—22 ■.S—9cm. Deckschuppen ein- 
geschlossen, siehe Tafel IL Fig. b: 
die var. shastensis {A. shastensis) 
weicht durch die vorragenden, 

gelben Deckschuppen ab. die var. gJauca hat etwas mehr blaugefärbte Xadeln: gleich nohilis 
in günstigen Lagen sehr schön, will freistehen, jung langsam wachsend, treibt spät aus. 
B) Knospen reich verharzt: 1) Xadeln sehr lang und breit. 45 — 65:2.25 m/», Fuß 
verdickt. Triebe so gut wie kahl: 23. A. concolor. Grautanne: westhches Xordamerika 
(Colorado, Utah. Südkalifornien), dort bis 50 m. Tracht wie Abb. 37 und 152. Triebe dick, 
olivgrau bis weißlich. Knospen eikugelig, Xadeln beiderseits fast gleichfarben. blaugrau, 
steif, im Querschnitt wie Abb. 144 (/. Spitze rundlich oder spitzlich (r/ — /). Zapfen klein, 
8 — 10: 4 //////. Deckschuppen verborgen. Tafel III. Fig. c. vor Reife grün oder blauviolett; 
Gartenformen ziemlich zahlreich, da die Färbung bald tiefer bläulich (var. violdcea oder glauca. 
Abb. 54), bald mehr silberweiß (var. argeniea), auch in Jugend goldgelb (var. aürea) ist, ferner 
Hänge-, Säulen- und gedrungene Formen u.a.: besonders in Jugend schöne, wertvolle Tanne. 




Abb. 154. Ab.:. 



Ori?.: Hort. Hesse. Weener). 



156 



Abies;— Acmopyle. 



raschwüchsig, verträgt trockenere, sonnige Lagen auf felsigem Untergrund bei genügender 
Humusschicht, jetzt neben der Blaufichte in Kultur sehr verbreitet, siehe auch Seite 86. — 2) 
Nadeln meist unter 40 w;m lang, kaum l,bmm breit, Triebe mehr minder behaart: a) Knospen 
violett-karmin, wie lackiert, Nadeln oberseits dunkelgrün: 24. A. halsdmea, Balsam- 
tanne: Kanada, nördliche Vereinigte Staaten, dort bis 25 m, Triebe hellgrau oder gelblich, 
Nadeln 15 — 25(^ — 30): 1,25 — 1,5 wmi, Spitze leicht ausgerandet oder spitzhch, unten zwei 
weißhche Streifen, gerieben sehr balsamisch riechend, Stellung wechselnd, seicht bürsten- 
förmig oder mehr flach gekämmt (Abb. 144 li—k), Zapfen klein, 7—10 : 2,5 cm (Tafel III, 

Fig. /i), Deckschuppen 
leicht vorragend oder ein- 
geschlossen; in Wuchs und 
Färbung recht variabel, im 
allgemeinen nur für frische, 
luftfeuchte Gebirgslagen zu 
empfehlen, sonst kümmernd 
und struppig. — h) Knospen 
grau, ziemlich matt, Nadeln 
oberseits mit hellen Spalt- 
öffnungsreihen : 25. 4 . suh- 
alpina {A. lasiocdrpa 
nach Henry und Sargent, 
siehe S. 145), Felsentanne: 
Gebirge des westlichen 
Nordamerika, besonders 
Rocky Mts., dort bis 70 m, 
Tracht siehe Abb. 86 u. 153, 
Triebe aschgrau, Knospen 
stumpf, Nadeln 15 — 35 zu 
l,b7)im, Spitze ganzrandig 
(Abb. 144 l—7n), Stellung 
unregelmäßig, bald mehr 
gekämmt, bald (meist) mehr 
bürstenförmig, Zapfen wie 
halsmnea; Kultur usw. wie 
26.A.ariz6nic a {lasiocarfa 
var. arizonica), Korktanne: 

westliches Nordamerika 
(Arizona), bis 15 m, siehe 
Abb. 154, welche wohl das 
größte in Deutschland vor- 
handene Stück zeigt, Stamm 
sehr bald korkige, weiße 

Rinde entwickelnd, wird 
von Henry u. a. als Varie- 
tät zu voriger gezogen, 
nach Hickel und Beißner 
aber von dieser gut ab- 
weichend, Nadeln mehr flach 
liegend (Abb. 144 w), oberseits später glänzend grün, mehr an amabüis gemahnend, 12 — 30 : 
1 — 1,5 mm, Spitze ausgerandet, unterseits stärker weiß, silbrig, Zapfen wie Tafel III, 
Fig. a, gleich suhalpina harte Gebirgsform, beide wohl widerstandsfähiger als coficolor, 
aber langsamer wachsend, für frische Lagen. 

Abies Griffithidna siehe Larix Griffithiana. — Abies leptölepis siehe Larix leptolepis. — Abies 
Smithidna siehe Picea spinulosa, 

Acmopyle Pdncheri (Dacrydium Pancheri, Podocärpus pedindta): bis 20 rw hoher Baum aus 
Neukaledonien, Blätter immergrün, teils schuppeuförmig (Langtriebe), teils nadelföraiig (Kurztriebe); für 
uns wohl ohne Belang; Angaben über Versuche im Freiland im Gebiet sehr erwünscht. 




Abb. 155. Araucaria araucana {A. uubncata), 
(Hort. Rovelli, Pallanza; durch Güte von Dr. E. Rovelli). 



Actinostrobus — Araucaria. 



157 



Actinostrobus pyratniddlis, Schuppenzypresse: dichtästiger, breitverzweigter Strauch aus Süd- 
westaustralien, Blätter durchaus schuppenförmig oder an sterilen Trieben nadelig, abstehend, steif, sattgrün, 
Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 129, und Abb. 134 a—c, S. 135, Frucht Holzzapfen, im 1. Jahre reifend; 
für uns wohl nur Kalthauspflanze, ob im mediterranen Teile des Gebietes im Freiland versucht?; Ver- 
mehrung durch Samen (nach Reife), durch Stecklinge im Hause oder auch durch Veredhmg auf Cupressus 
oder TJmja orientalis, 

Adeltanne siehe Abies nobilis. 

Agäthis {Dammära), Dammaratanne: hohe immergrüne Bäume, Blätter derb, laubartig, siehe Abb. 138 a, 
S. 139, Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 130 und Abb. 138 l- — i, Reife im 2. Jahre; bei uns, außer etwa 
ganz im Süden, nur Kalthauspflanzen ; Ver- 
mehrung wie bei Araucaria, Veredlung am 
besten auf junge Pflanzen von Araucaria arau- 
caria. — Wir nennen nur kurz die gelegentlich 
im Kalthaus zu findenden: A. Dammdra 
(Dammara orieniälis), Malayischer Archipel, Phi- 
lippinen (siehe Abb. 138 a—i) und A. austrdlis 
(D. australis), K a u r i f i c h t e, Neuseeland. 

Ajanfichte siehe Picea ajanensis. — Aleppo- 
kiefer =^ Pinus halepensis. ■ — Alerce siehe Fiiz- 
roya. — Altaifichte = Picea, obovata. — Ameri- 
kanische Rotfiehte siehe Picea rubra. 

Araucaria araiicdna^) (A. iin- 
hricäta, A. t7H7e».s?'8). chilenische Arau- 
karie, Schmucktanne: Süd-Chile, Baiiiii 
bis 40 : 1 m, Tracht in Kultur wie 
Abb. 155, Verästelung: quirlig, Borke 
rauhschuppig, Nadeln gleichartig, spiralig 
dicht um die Triebe gestellt, sitzend, 
lederig, steif, stechend, glänzend grün, 
3 — 5 : 0,8 — 2 cm, beiderseits mit Spalt- 
öffnungen, 10 — 15 Jahre bleibend, dann 
eintrocknend, vergleiche auch S. 135; 
Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 131 
(Abb. 138 li~n, S. 139), Zapfen groß, 
kugelig, bis 15 cm. dick, braun (Tafel VI, 
Fig. a). im zweiten Jahre im Spätsommer 
reifend, nach Reife zerfallend, Samen wie 
Abb. 138 n, Keimling mit unterirdischen 
Keimblättern (Abb. 88c, S. 93); Kultur 
in gutem, frischem, aber durchlässigem 
Boden in genügend luftfeuchter, gegen 
kalte Winde geschützter Lage; in Eng- 
land wie auch in Frankreich und Belgien 
in Seeklima schön, bei uns nur dort ohne 
Decke versuchswert, wo die Winterkälte 
— 15° C nicht übersteigt, sonst durch Um- 
bau schützen ; V e r m e h r u n g durch Aus- 
saat gleich nach Erhalt der Samen, diese 
werden mit der Spitze nach unten halb- 
schief in kleine Töpfe zu etwa ^1^ der 
Länge in die Erde gesteckt; ferner durch 
Stecklinge im lauwarmen Vermehrungs- 
schwierig: 




Abb. 156. CaUitris qnadrivalvis (phot. Alwin Berger, 
Hort. Hanbury, La Mortola, italienische Riviera). 



hause, doch wachsen sie 

Verwendung als ganz eigenartigen Gartenschmuck für Liebhaber; in Gegenden, wo 

sie gut gedeihen, sind die Araukarien prächtige Bäume, daher Versuche immer ratsam! 



^) Der älteste Name ist Pinus araucana Molina (1782), so daß die Art A, araucana C. Koch (1873) 
heißen muß. 



158 



Arceuthos— Cedrus. 



Arceüfhos drupdcea siehe Juniperus drupacea. 
Pinus Cembra. 



Arizonatanne =^ Abies arizonica. 



Arve siehe 



Athrotdxis^) laxifölia {A. Doniäna): Tasmanien, dort Baum bis 15 ?/i, bei uns nur Strauch, Borke 
rötlich, zuletzt abfasemd, Triebe scKlank, Knospen nicht ausgebildet, Blätter mehrjährig, spiralig-dach- 
ziegelig, leicht spreizend, etwa 6 mm lang (Abb. 128/), Spitze eingebogen, Rückseite gekielt, mit 2 seitlichen 
.Spaltöffnungsflecken, Bauchseite konkav, mit 2 Spaltöffnungsstreifen, Rand ganzrandig', düim, gegen Spitze' 
durchscheinend, siehe auch S. 141; Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 128 und Abb. 128 s — x, Zapfen fast 
kugelig, 16 mm dick, 15 — 20 holzige Schuppen, wie Abb. 141 u\ K u 1 1 ut ansprüche etwa wie Cryptomeria; 
Vermelrrung wie Cryptomeria, besonders durch Veredlung aui Cryptomeria japonica var. elegans; 
Verwendung nur in den südlichsten Teilen des Gebietes in genügend luftfeuchten, warmen Lagen; 
ob erprobt? 

Atlaszeder siehe Cedrus atlantica. 

Balsamtanne siehe Abies balsamea. — Bankskiefer siehe Pinus Banksiana. — Bergkiefer siehe 
Pinus montana. — Bergspirke siehe Pinus uncinaia. — Belis siehe Cunninfjhamia — Biöta und ins- 
besondere ß. oi'ie/»f«/js und Formen siehs Thuja orientalis. — Bischoffskiefer siehe Pwms mwncö^a. — 
Blatteibe siehe PhyJlocJadus. — Blaufichte siehe Picea pungens. — Bleistiftwacholder siehe Juniperus 
virginiana. — Buschföhre sielie Pinus montana. 




Abb. 157. Cedrus Libani im Hochgebirge des cilicischen Taurus (phot. Walter Siehe, Mersina). 



Callitris qiiadrivdlris ( Thuja articuMta), S c h m u c k z y p r e s s e : bis 6 m hoher Strauch oder Baum 
aus dem nordwestlichen Afrika, Tracht wie Abb. 156, Triebe usw. sowie Blüten- und Fruchtmerkmale 
siehe S. 129 und Abb. 134 d—i, Zapfenreife Ijährig; Vermehrung durch Saat (nach Reife), Stecklinge 
von kräftigen Seitentrieben unter Glas halbwarm oder Veredlung auf Thuja orientalis oder Cupressus 
sempervirens unter Luftabschluß im Vermehrungshause; ob im Süden des Gebietes bei uns im Freien 
versucht? ; an der italienischen Riviera hart, wie Abb. 156 zeigt. 

Caryotäxus siehe Torreya. 

Cedrus^), Zeder: siehe auch S. 135; große immergrüne Bäume, Tracht wie Abb. 157 — 158, 
Verästelung unregelmäßig, malerisch, Borke alter Stämme dick, rauh, kleinschuppig; Zweige 

1) Oft Arthrotßxis nach Endlicher (1841) geschrieben, doch Don gab 1839 den Namen Athrotaxis, vom 
griechischen ddoöoq gedrängt, und zä'cig Anordnung (nach Henry). Der sogenannte deutsche Name ,, Glieder- 
fichte" ist daher unrichtig! — ^) Im wesentlichen nach Henry andElwes, Trees of Great Britain III 
p. 451 ff. (1908). 



Cedrus. 



159 



in Lang- und Kurztriebe gegliedert, Knospen klein, eiförmig, wenigschuppig, die Schuppen 
am Grunde der Langtriebe oder um die Jahresringe der Kurztriebe bleibend, Nadeln 3 — 6- 
jährig, am Grund gegliedert, steif, stumpf, 4- oder 3 kantig, auf allen Seiten mit Spaltöff- 




Abb. 1Ö6. Cidrus Libani, etwa 22 m lOrig.; Hort. Vilmonu, Verrieres bei Paris). 



nungen, an Langtrieben spiralig, an Kurztrieben gebüschelt, Gefäßbiindel einfach, Harzgänge 
2, randständig, Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 132, und Abb. 125 l—o, S. 128, Zapfen 
einzeln, aufrecht, gestielt, stumpfbraun, im Oktober-November des dritten Jahres reifend, 
Deckschuppen klein, Samen in jeder Zapfenschuppe 2, weichschalig, mit Harzblasen, die 



160 



Cednis. 



aromatisch nach Terpentin duften, Keimling mit 9—10 Keimblättern (Abb. 88*, S. 93); 
Kultur in gut durchlässigem, lehmig-sandigem Boden in recht warmer Lage; Ver- 
mehrung durch Samen (nach Reife oder bis März stratifizieren), Sämlinge erst in 
Gefäßen halten; Formen durch Veredlung auf C. Lihani oder atlantica; Stecklinge aus 
Kurztrieben aus altem Holze mit etwas davon daran, doch Erfolg nicht besonders; 
Verwendung als prächtige Einzelbäume für genügend warme Lagen, siehe bei den 
Arten. Diese stehen sich so nahe, daß man sie oft als Varietäten einer Art ansieht. 

/. Leittrieb junger Bäume aufrecht (Tafel III) oder nur leicht übergebogen, nicht hängend, 
auch Zweige nicht hängend, Zapfen abgestutzt, eher leicht hohl, nicht gerundet an Spitze: 
A) Triebe kahl oder nur leicht kurz behaart, Nadeln breiter als dick: 1. Nadeln meist über 
15(— 30) mm lang: 1. C. Lihani, Libanonzeder: Gebirge des Libanon, Taurus und 
Antitaurus, zwischen 1000 und 2800 m, Tracht wie Abb. 157 und 158, Zapfen groß und 
breit, 7,5—12,5 : 4,3—6,5 cm, Tafel VI, Fig. m, Schuppen 5 cm oder mehr breit, Nagel 
meist rechtwinklig eingebogen, außen behaart; sehr schöne Art, welche Siehe (in Mitt. 




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Abb. 159. Cepkalotaxus Harrimjtonia {C. fedimculata) (Orig.; Hort. Vep, Ungarn). 

Dendrol. Ges. Öst.-Ung., I. S. 68, 1912) für den Süden Österreichs als Forstbaum empfiehlt; 
variiert in der Blattfärbung von Hellgrün bis Silberblau (var. argentea), ebenso in der 
Tracht, var. 7iana, Zwergform, var. stricta, pyramidale Form und var. pendula, Hängeform. 
— 2. Nadeln sehr kurz, nicht über 12 mm lang: 2. C. htevifölia (C. Libani var. 
hrevifolia): Cypern, noch durch kleinere Zapfen abweichend, empfindlicher als vorige. — 
B. Triebe reich kurz behaart, Nadeln meist eher dicker als breit: 3. C. atldntica, Atlas- 
zeder: Algier, Marokko, zwischen 1600 und 2700 m, auf Sand wie Kalk, bis 50 m, Tracht 
steifer als bei Li&am, Verästelung regelmäßiger, Leittrieb ganz aufrecht,wie Abb.60, S.67. Zapfen 
kürzer und mehr zylindrisch (Tafel VI, Fig. l); von Gartenformen die blaugrün benadelte 
var. glauca, siehe das farbige Bild auf Tafel III, die Abb. 71 zeigt eine etwas abweichend 
gewachsene Form; auch pyramidale Formen var. pyramidalis, var. columndns und var. 
fastigidta treten auf; diese Art ist die härteste, liebt Kalkboden, gedeiht aber auch auf Sand, 
nach Elwes wächst sie in der Jugend bedeutend schneller als Libani, ist jedenfalls in erster 
Linie zu empfehlen. 



Cedrus — Cephalotaxus. 



161 



//. Leittriebe junger Bäume deutlich überhängend (Abb. 100), auch Triebe stets hängend, 
grau, dicht behaart, Zapfen an Spitze gerundet: 4. C. Deodära (C.Lihani var. Deodara), 
Himalayazeder : West-Himalaya (Kumaon bis Afghanistan), meist bei 2400 — 3200 m, erreicht 
riesige Größe, bis 100 in Höhe bei 16 m Umfang; Tracht siehe Abb. 100 und 110, Nadehi bis 
5 cm und so dick wie breit, Zapfen groß und breit, 10 — 12,5 : 7,5 — 10 cm (Tafel VT, Fig. n), 
Schuppennagel nicht eingebogen, Schuppen meist weniger behaart als bei den anderen Arten; 
die Hauptformen sind die grüne var. viridis und die silbrige var. argentea; diese Art ist für 
wärmere und feuchtere Lagen geeignet, soll kalkarmen Boden vorziehen und mit 40 — 50 
Jahren oft plötzlich absterben; jedenfalls dürfte die Himalayazeder für uns die am wenigsten 
wertvolle sein, sie gedeiht jedoch im Hort. Malonya bei Baron Ambrözy sehr gut, wie 
Abb. 100 zeio-t. 




Abb. 160. Cephalotaxus: a — e drupacea: a Zweigstück mit nicännlichen Blüten, h nitännliche Blüte, c Zweigstück 
mit weiblichen Blüten, / weiblicher Blütenstand (vonFortunei), d Frucht, bei e im Querschnitt. — g Harringtonia 
(pedunculata) xar.fastigiata: Triebstück. — h—i Fortunei: Nadeln und ihre Enden von unten. — k—lOliverii: 
k Triebende mit IVadeln, l Nadelgrund und -spitze von unten {a—e nach Shirasawa; / nach Wettstein; 17, k nach 

Gardener's Chronicle; sonst nach der Natur). 



Cephalotaxus, Kopfeibe: meist Sträucher, seltener kleine Bäume, Tracht siehe 
Abb. 29 und 159. Knospen grün, mit zahlreichen dachziegeligen Schuppen, die als deutliche 
Scheide an der Spitze der zweijährigen Triebe persistieren. Triebe grün, weißpunktig, mit 
linearen Nadelbasen, Nadeln spiralig gestellt, an senkrechten Trieben ringsum abstehend 
(Abb. 160 g), an seitlichen infolge Krümmung des Grundes gekämmt (Abb. 160 a, k), 
3 — 4jährig, sehr kurz gestielt, spitz, oberseits grün, Rippe in Vertiefung vorspringend, 
unterseits zwei weißliche Spaltöffnungsstreifen mit sehr schmalen, grünen Randstreifen, 
Gefäßbündel einfach, darunter ein Harzgang (Abb. l&)]i,i,l), siehe auch S. 139; Blüten- 
und Fruchtmerkmale siehe S. 126/7 und Abb. 160; Frucht ein steinfruchtartiger Same, Außen- 
schicht fleischig, Samen siehe Abb. 160 d — e, Keimpflanze mit 2 Keimblättern, siehe 
Abb. 89 &, S. 94; Kultur in frischem, gut durchlässigem, sandig-lehmigem Boden in 



Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhölzer. 



11 



162 



Cephalotaxus. 



leicht beschatteter, warmer, geschützter Lage (außerhalb des Weingebietes kaum hart); 
Vermehrung durch Samen, aber gleich nach Reife, sonst liegen die Samen 
1 — 2 Jahre und müssen stratifiziert werden, Sämlinge erste Jahre in Töpfen halten; auch 
Sommerstecklinge unter Glas w^achsen meist gut, doch nur von Kopftrieben wertvoll; dies 
gilt auch für Veredlung, wobei Stecklinge von C. Harringtonia (C. pedunculata) als Unter- 
lagen dienen; auf Taxus haccata Erfolg sehr unsicher; Verwendung in geeigneten 
Lagen für Liebhaber; C. Fortunei schönste Art. 

/. Nadeln 5 — 8,5 cm lang, beidendig allmählich zugespitzt, oberseits tiefgrün, unter- 
seits deutlich weißlich (jedes Band 18 — 22 Linien umfassend), siehe Abb. IQO h—i: 1. C. 

Fm^tünei: Ost- und Mittel- 
china, großer Strauch oder 
kleiner Baum, bis 15 m, 
Tracht wie Abb. 29, S. 37, 
Nadeln unterseits mit nur 
sehr schmalen grünen Rän- 
dern, Frucht olivgrün, läng- 
lich-eiförmig. — //. Nadeln 
kaum über 4( — 5) cm lang, 
ziemlich plötzlich kurz zu- 
gespitzt oder sonst Grund 
abgerundet oder abgestutzt, 
oberseits mehr gelbgrün: 
A) Grund der Nadeln ver- 
schmälert, wie in Abb. 160 h : 
2. C. drupdcea: Mittel- 

und Ostchina, Japan, 
Strauch oder Baum, ge- 
legentlich bis 20 m, Wuchs 
mehr aufrecht ausgebreitet, 
nicht überhängend, Nadeln 
1,8 — 4: cm, wie Abb. 160«, 
Spaltöffnungsstreifen aus 
13—15 Linien, Frucht braun, 
birnförmig, wie Abb. 160 d, 
diese Art scheint selten echt 
iu Kultur, hier findet man 
fast stets 3. C Harring- 
tonia^) (C. peduncu- 
Idta,) die nach Henry 
höchstwahrscheinlich ein in 
der Heimat (Ostchina) ent- 
standener Bastard von C. 
Fortunei X C. drupacea ist, 
sie ähnelt meist in den im 
Durchschnitt 3—4 cjn langen 
Nadeln mehr Fortunei, in 
den Früchten drupacea, hält 
auch im Wuchs ziemlich die Mitte zwischen beiden (Abb. 159), hierher außer var. sphae- 
rdlis, einer Form mit kleineren kugeligen Früchten, noch var. fastigidta (C. Buergeri, 
Podocdrpus Icoraidna, C. koraiana), die in der Tracht zuweilen an Taxus haccata hihernica er- 
innert, siehe Abb. 161, Nadeln radial um Triebe gestellt (Abb. 160 ö'), doch treten nahe dem 
Grunde der Pflanzen auch normale Seitentriebe auf, Blüten und Früchte unbekannt; 
C. Harringtonia ist die härteste und verbreitetste Art, sichere Unterschiede zu den mut- 




Abb. 161. Ceplmlotaxus Harringtonia {pedunculata) var. fastigiata, 3,5 m 
(Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



^) Der älteste Name ist Taxus Harringtonia Knight, ex Forbes, Pinet. Woburn. 217, tab. 66. (1839); 
C. pedunculata Siebold et Zuccarini wurde erst 1846 publiziert, mithin ist C. Harringtonia K. Koch (1873) 
voranzustellen. Die Abbildung der pedunculata von Siebold et Zuccarini erschien erst 1870 in dem von Miquel 
herausgegebenen 2. Teile der Flora japonica auf Tafel 132. 



Cephalotaxiis— Chamaecj^aris. 



163 



maßlichen Eltern sind schwer festzustellen. — B) Grund der Nadeln abgerundet oder 
abgestutzt (Abb. 160 Z): 4. C, Oliverii, Zentral- und Westchina, Strauch oder kleiner 
Baum, Nadeln steif, sehr dicht, wie Abb. 160 k — l, 2 — 3 cm : 3,5 — 4,5 mm, Frucht eiförmig, 
etwa 2,5 cm lang; soll bei Veitch in Kultur sein, doch hält Henry (1912) diese Pflanzen 
(Abb. 78) für drupacea; C. Oliverii wurde erst mit C Griff ithii aus Assam vereint, doch 
hat dieser dünnere, mehr an Fortunei in Größe (bis 6 cm) und Form (Zuspitzung) 
erinnernde, am Grunde mehr abgerundete, dem Trieb nicht dicht aufsitzende Nadeln; 
kaum in Kultur. 

Ch am aec yp aris , 

Scheinzypresse : man ver- 
gleiche das im AbschnittXII, 
S. 141, Gesagte; immergrüne 

Bäume oder Sträucher, 

Tracht meist pyramidal 
(Abb. 162 bis 168), Stamm 
mit Schuppenborke, Ver- 

zwTigung reich, zuletzt 
2 — 3 fach fiederig. Triebe 
grün, meist im dritten oder 
vierten Jahre abfallend, 

Blätter schuppenförmig, 
kreuzgegenständig, an Säm- 
lingen und Schossen lineal, 
nadelartig, abstehend, sonst 
kurz, anliegend, zweigestal- 
tig, ganzrandig (z. B. wie 
in Abb. 163 a — c); Blüten- 

und Fruchtcharaktere 
siehe S. 128 und vergleiche 
Fig.r29/—/«,S. 131; Zapfen 
kugelig, im ersten oder bei 

nooikatensis im zweiten 
Jahre reifend, Schuppen 
4 — 12, holzig, Samen fein 
geflügelt (Abb. 163 e, k, o, 
r, v) und Keimlinge wie 

Abb. 89 g—i, S. 94; 
Kult u r in etwas feuch- 
tem, sandigem Lehmboden, 
leicht beschattet, man ver- 
gleiche jedoch die Arten; 
Vermehrung der Arten 
durch Samen (Frühjahr) 
und der Formen durch reife 
Stecklinge, vergleiche auch 
S. 100, bei Veredlung ist Ch. Latvsoniana die beste Unterlage; Verwendung als 
geschätzte Zierpflanzen, auch als Nutzhölzer brauchbar, siehe die Arten. 




Abb. 162. Clvimaecyparis pisijera var. squarrosa etwas im Schnitt 
gehalten, 5 m hoch (Orig.; Hort. Hesse, Weener, Hannover). 



Über die richtige Benennung 

sei gesagt, daß bei den zahlreichen Formen eine genaue Sichtung und Richtigstellung der Namengebung 
woM noch zu erfolgen hat, aber auch sehr schwierig ist. Man vergleiche Abschnitt X, S. 123/5. Die Zahl der 
SynonjTne ist erheblich, schon bei den Arten und Hauptformen, da ja viele Autoren die Gattung unter 
Cupressus einreihen und viele Formen unter Betinospora gehen. Die Retinosporen umfassen die Jugend- 
und Übergangsformen, ebenso viele Monstrositäten. Von Hauptnamen ist Ch. ihyoides Britt., Steens and 
Poggb. (1888) auf Grund von Cupressus ihyoides L. (1753) voranzustellen gegen Thuja sphaeroidea Sprengel 
(1826), bzw. Ch. sphaeroidea Spach (1842). Verschieden ist die Rechtschreibung bei Nr. 3. Der älteste 
Name ist Cupressus nootkatensis Don (1824), Hookers Cupr. 7iuikaensis datiert von 1839. 

11* 



1(14 



("ii.-iiniiccvparii- 







Abb. Ki.'J. ('Ii'iniii(riiii((ris: ti r (ihhisa: a /j Triebe, r Triel) Vdii .liif^eiHllorin, f/ h'iedcistück mit l"'i iiehlen, 
(• Samen, einer ibivon verf;;i(iüeil. / /,■ iiisijcni: / Tiiebsliick, ;/ Trieb von Jn{;;en(l-, li. von nberf^ani^sloitn, 
/ l''ie(ieisliick mit h'riieiiten, /,■ Same (\viel)eir). / tnidolhilciisis {milkdcusis): / Triebst iick, iit von .lu^aMul- 
lurni, II l''ie(lerslii('k mit l<'riielilen, o Same (wie bei r). /) /• ./if///',s70//Vo(r(.- /> 'l'riebstiick, r/ aul't,M'S|»riin^'ener 
Zapfen, r Same (wie bei c). s r llnjuidix (sjiliiuroidtit): k Triebstiick, / von Jugendl'orm, i( Trieb mit, 

Kri'U'llten, r Same (.<, />, /, /. />, n iiach Mn.vr: ,-. ,i. li. m. u nadi H,'il.liii'r; i/, / iiiiüii Sliirasawa; c, /,-, o. r. r luioh lliclicl). 



Alphabetische Übersicht der im lolgenden erwähnten 



(Siel 



hrcvirdniiii .... 
/oniiosriisis . . . 
Ijiiirsiinidnit . . . 

<illHini(iriiliil(i . 
(tlhitpirht. 

iilhiisiiiai . . . 

iilliiispiriilii . . 

iillxiritniyitht 
-'- Alumi .... 

— nnjnilca . . . 

nivvit . . . 

' artjvnttvriiiirijitlii 

niimi .... 

lutea . . . 

hilcscnis . . 

Wvstrrmauiii 

Iici)^s)i('ria)ia . 

— conim .... 

— ercdn .... 
viridis . . 

— mcoidcs . . . 

— filifcra .... 

— filiform ix . . . 

— — coniparld 

— forsli'hrnsis . . 
-- forsIckiKiiii . . 



II' aiii'l 
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168 



unter Ciiiinssiis, lulinnsparK n 
Zil'l'ern liedeiiten tue Seiten/alil 



Lnirsiiiiiiiiiii /■'riisiri 

(jltnira .... 

lüissiii riiiiiii 

lp^ll(■ilis .... 



. . i(;s 

. . KiS 

. . KiS 

, . ibs 

iiilrrlcrlit KiS 

hdca 168 

tiilrscctis 168 

mini Hin 168 



ijldiint . . 

miiiiKmniliili.y 

Hiniii . . 



itora 



168 
K)8 
168 

liirsIcLriisis .... 168 
• — — forsIchidiKi .... 1()8 

— — - mini mit ijldiica . \{S^ 

— — PHiJDi'ii'd 168 

pi'inhild 168 

dlhd 168 

aurm 168 

vcra 168 

• - proslrnln 1(58 

— pilijmacn 168 

— pjirdmiddlitt Ki? 

— ' Alumi 168 

— — couica 168 

ercda 168 

viridis 168 



lateinischen Namen. 

1(1 'Um ja.) 

Liirsonidiiii iitjriim. Fnisrri 168 

ilhiiirii 168 

h'dsciiflidlii 168 

Wissdii 168 

Jfnscnllidlii KiS 

stpmrrosd 167 

varicijnld 168 

nlhiiiiiiiriildlii .... 168 

dlhopiiid 168 

ullmxpirdid 168 

dllHirdriciidtd .... 168 

dnifiilvovitrictjdla . . 1(58 

rcr.<icolor 168 

rcrsicohir 168 

Wrslcniidtnii 168 

Wissdii 168 

Hootlcdloisis 167 

— compacia KiT 

— comprcssa K!? 

— qlmwa 1()7 

— — rvra 1(57 

ip-nrilis 167 

naiin I(i7 

— — compdcta 1(57 

— — coniprcssii 167 

ijrdrllis 167 



Chamaecyparis. 



165 



nootJcaiensis nafm m'diformis 167 

— nidiformis 167 

— pendula 167 

nutkaensis = nootkatensis . 167 

ohtusa 165 

— alhospica 166 

— aurea 166 

graeilis 166 

Keteleeri 166 

— breviramea 166 

— compacta 165 

— ericoides 165 

— füicoides 166 

— füiformis 165 

— graeilis aurea 166 

— Keteleeri 166 

— lycopodioides 166 

aurea 166 

— nana 165 

compacta 165 



ohtusa nana pygmaea . . . 165 

— pendula 165 

— pygmaea 165 

— squarrosa 165 

— variegata 166 

alhospica 166 

pendula 165 

pisifera 166 

— aurea 167 

— cohwumris 167 

— fili^era 167 

— filiformis 167 

— nana 167 

aurea 167 

— plumosa 166 

aurea 167 

— — alhospica 167 

argentea 167 

— — flaiescens 167 

— — glaucescens 167 



pisifera pyramidalis . . . 167 

— — columtiaris 167 

stricia 167 

— squarrosa 166 

dumosa 166 

sulphurea 166 

— stricia 167 

sphaeroidea = thyoides . . 168 

squarrosa 166 

thyoides 168 

— andelyensis 169 

— ericoides 169 

— glauca 169 

— keuensis 169 

— leptoclada 169 

— nana 169 

pygmaea 169 

-- pygmaea 169 

— squarrosa 169 



Übersicht der Artend. 
(Anordnung auf Grund der Zweig- und Blattmerkmale.) 
/. (//. siehe S. 166 ) Blätter stumpf oder kaum gespitzelt, ens: an die Zweige ansfepreßt. be- 
blätterte Zweige auf den Flächen mehr minder gefurcht, ihre Unterseiten deutlich weißlich 
{ Xhh. im ay.lX'h. ohtusa 
[Cupressus oder Refinosporn 

ohtusa). Hinoki-Schein- 
zypresse, Feuerbaum: Mittel- 
und Südjapan. bis über 50 //'. 
Tracht breit kegelförmio;. 
Äste watrrecht. Z Weltspitzen 

überhängend. Borke in 
langen Streifen abreißend, 
beblätterte Triebe flach zu- 
sammengedrückt, oberseits 

tiefgrün, unterseits weiß 
gezeichnet. Blattpaare un- 
gleich, die seitlichen viel 

größer als die Flächen- 
blätter, nicht drüsis; 

(Abb. 163 a—e). Zapfen 

8— 10(— 12 ) schuppis:. 

10— 12 mm (Abb. 163 d). 
Samen mit Harzbläschen ( e ) : 
infolge der langen Kultur in 
Japan sehr viele Kultur- 
formen bekannt, wir heben 
hervor: var. ericoides 
(var. squarrosa, Retinosporu 
Sa)}derü ). J u s; e n d f o r m. 
nach Beißner prächtige blau- 
graue Kugeln bildend: var. 
erecta. etwas säulenförmis:. 
Äste aufstrebend, lebhaft 

grün, gilt als zart ; var. nana. Zwergformen, hierher f. compacta und die sehr niedrige f. pygmaea, 
für Gesteinsanlaofen empfohlen: var. pendula (Ch. pendula Maxim.. Cupressus obtusa var. 
/>p«^(<?a Mast. . C/l o6/(/.?rt var. /////ör//n'i; ). eine monströse japanische Form mit lansfen . hängenden 
Zweigen und 4 kantigen Trieben; was Beißner unter dem Xamen pendula Mirt, ist eine 

1) Im wesentlichen nach P a r d e. in Bullet. Soc. Dendrol. France (1912) Xr. 23. S. 26. und H e n r v, 
in Elwes a. H., Trees of Great Britain V. p. 1149 ff. (1910). 




Abb. 1H4. L'hamafojparifniKitkattnsis \a.r. nana i. compacta, Form 
diu-ch Schnitt beeinträchtigt, da eigentlich p^Tamidal, 1,5 m 

(Ori?.; Hort. Hesse. Weener. Hannover^. 



166 



Chamaecj'pans. 



wohl ziemlich identische, in Europa entstandene monströse Form; in diese Gruppe gehört 
auch var. lycopodioides {Retin. lycopodioides, Cupr. obt. v. hjcopodioides), eine pyramidale 
Form mit steifen Zweigen, äußerste Triebe verbändert, tiefgrün, hiervon eine gelbtriebige 
f. aurea (Abb. 111); ebenso ist eine monströse Form var. hrevirdmea {Ch. hreviramea Max., 
Ch. oder Cupr. oU. var. filicoides. Betin. filicoides und NoUeäna), dichter und kleiner als 
Typ, ^Verzweigung farnwedelartig, Wuchs langsam; var. aüvea, hier besitzt die typische 

Form goldgelbe Triebe 
(siehe Tafel VI), ferner ge- 
hören hierher f. grdcilis 
aurea mit zierlicher hän- 
gender Verzweigung, f. Ke- 
teleeri (oft fälschlich als 
Übergangsform bezeichnet), 
mit gelben Triebspitzen u. a. ; 
var. v>ariegdia, bunte 
Formen, hierher f. albospica, 
Triebspitzen weiß u. a. ; Ch. 
oUusa ist in guten, frischen 
Böden und nicht zu luft- 
trockenen Lagen wüchsig 
und ganz hart, daher wohl 
zu empfehlen, s. auch S. 86. 
//. Blätter deutlich zu- 
gespitzt, beblätterte Zweige 
auf den Flächen nicht ge- 
furcht: A. {B siehe S. 168) 
Beblätterte Triebe weder 
sehr kurz noch sehr dünn, 
regelmäßig 2 zeilig, flache, 
regelmäßig gestellte Fiedern 
bildend, Zapfen über 6 mm 
dick : 1 . Blätter der Triebe 
lang zugespitzt, die Spitzen 
mehr minder vom Trieb ab- 
stehend, mithin Triebe beim 
Hinaufstreichen rauh an- 
zufühlen, seitliche und 
Flächenblätter ziemlich 
gleichlang (Abb. 163/, Z): 
a) Beblätterte Triebe 
deutlich weißlich gefleckt 
unterseits, Zapfen 8 — 12- 
schuppig, 6 — 8 mm, Samen 
mit Harzbläschen: 2. Ch. 
pisifera {Cupr. oder Retin. 
pisifera), Sawara-Schein- 
zypresse: Mittel- und Süd- 
japan, bis über 40 m, Tracht 
ähnlich ohtusa, etwas zier- 
licher, Belaubung oberseits glänzendgrün, Zapfen siehe Abb. 163 i; der Typ ist ziemhch 
selten, häufig sind dagegen die Formen, von denen wir folgende nennen: var. squarrösa 
{Retin. oder Ch. squarrösa, Cupr. pisif. var. squarrösa), die Jugend for m, niedriger 
Baum oder dichter Strauch (Abb. 162), Blatttriebe wie Abb. 163gf, Belaubung silbrigblau, 
sehr hübsch, viel angepflanzt; eine zwergige Form davon ist f. dumösa und eine gelbhch 
belaubte f. sulphürea; var. plurnösa {Retin. plumosa, Cupr. pisif. var. plumosa) ist die 
Ü b e r g a n g s f r m, sie ist in Tracht voriger ähnlich (Abb. 112), zeigt aber neben den 
Jugendtrieben solche des Ty pes oder beide Merkmale vereint (Abb. 163 h) ; sie ist recht schmuck- 




Abb. 165. Chatnaerijparis nootkatensis var. pendula 
(Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Ansfers). 



Chamaecj'paris. 



167 



voll und hart, häufig angepflanzt, von ihr gibt es gelbe (f. amea, auch tflavescens), weiße 
(f. aJhospica). silbrige (f. argentea), bläuliche (f. glaucescens, Tafel IV) u. a. Unterformen; var, 
filifera (Retin. fiUfera, Cupr. pisif. var. füifera, var. füiförmis) ist eine monströse Form 
mit langen, hängenden Trieben, wie Abb. 63, wenn gut entwickelt, recht schmuckvoll; 
ferner sei noch genannt var, aürea (Cupr. pisif. var. aurea), gelbbunte, sonst typische 
Formen, var. nana, Zwergform mit f. fl?/rert, und var. j3«/ro»>if(/d/is, Säulenformen, mit 
f. stricfa und f. columndris; die Formen sind sehr beliebte Kulturpflanzen, sie sind ganz 
hart, wachsen üppiger als ohtusa und vertragen mehr Feuchtigkeit. 

b) Beblätterte Triebe 
unterseits nicht weißlich, 
sondern grünlich^) oder blau- 
grün (Abb. 163/). Zapfen 

4 — 6 schuppig. 10 mm, 
Samen ohne Harzbläschen: 
3. Ch. {Cupressus) noot- 

katensis (auch nut- 

kaensis geschrieben) 
(Thujöpsis horeäJis). Sitka- 
oder Nutka- Scheinzypresse: 
nordwestliches Nordamerika 
(Alaska und Britisch-Ko- 

lumbien bis Washington 
und Oregon), bis 36 : 1.8 m. 
Tracht wie Abb. 26. Borke 
dünnschuppig. Zweige fast 
rund, gelb- oder rötlich, 
später braungrau. Blätter 
siehe Abb. 163 l. n, Zapfen 
wie Abb. 163 w, variiert 
ziemlich wenig, vor allem 
xsiY. pendula^ Zweige und 

Triebe stark hängend. 
Abb. 165, recht auffällig, 
ferner var. nana, Zwerg- 
formen, wie f. compdcta 
(Abb. 162), f. compressa, 
f. gräciJis. f. nidifonnis. und 
var. glaiica, bläuliche Be- 
laubung mit f. glauca rera: 
Ch. nootkatensis ist wüchsig, 
hart und schmucla^oll, 

2. Blätter der Triebe 
kurz zugespitzt, der Achse 
anliegend (außer an jungen 
Pflanzen ), Zweige also nicht 
rauh beim Hmaufstreichen, 
seitliche und Flächenblätter 
ungleichlang (Abb. lüS p). Zapfen 8— 10(— 12) schuppig. 10 mm. Samen mit Harz- 
bläschen: 4. Ch. (Cupressus) Laicsonidna, Lawson's Scheinzypresse: westliches Nord- 
amerika (Südwest-Oregon. Xordkalifornien). bis 60 : 3.6 *y^ prächtige Art. Tracht siehe 
Abb. 52 und 166, Stammgrund plötzlich verbreitert, Blätter oberseits hellgrün, mit Drüse, 
unterseits mit verschwommenen weißen Streifen, Zapfen siehe Abb. 163 q: außerordentlich 
formenreich; wir heben hervor: var. squarrösa, Jugendform; var. ericokles, Über- 
gangsform, beide wohl ziemlich bedeutungslos; var. pyvamiddUs, aufstrebende, 

^) Dies gilt auch von der neuen Ch. (Cupressus) forttiosensis aus Formosa, die sonst in den 
Blattmerkmalen der Ch. pisifera sehr gleicht, aber stumpf grün ist und elliptische Zapfen besitzt. 




Abb. 166. Clunnaccyparis Laasuiilana var. pyraiitidalis i. tncia viridis 
(Orig.; Hort. Grafenegg. Niederösterreich). 



168 



Chamaecyparis. 



pyramidale oder Säulenformen, hierher: f. erkia mit der grünen Form viridis {Cwpr. erecta 
viridis) (wie Abb. 116, eine prächtige Form) und der bläulichen glauca (var. 7nonumentdlis 
novo), f. Rosenthdlii, gute Säulenform, f. Alümvi (f. Frdseri) u. a. ; f. cönica (f. Wisseli), 
monströs, hahnenkammartige, kurze Verzweigung (Abb. 113); va.r. pendula (auch als var. 
gracilis), mit f. alba, weißtriebspitzig, f. aurea, goldtriebig, f. vera, niederliegend, wenn 
nicht aufgebunden; var. nana, Zwergformen, hierher f. minima (Abb. 167) und minima 
glauca (Abb. 137), f. forstekidna (f. forsteMnsis) (Abb. 131), diese letzte monströs, geknäuelt 
zweigig, f. pygmaea u. a. ; var. prostrdta, Kriechform, nach Beißner nur für warme 
Lagen, Felshänge; var. filiföi^mis (var. fiUfera), Zweige fädig, überhängend, nach Beißner 

nur für warme Gebiete, 
die niedrige f. compacta 
(Abb. 167) gilt als härter; 
var. intertejcta, schöne 
Form mit weitgestellten 
Zweigen und in Bogen über- 
hängenden Trieben, gilt 
auch als nicht recht hart; 

var. glauca, bläuliche 
Belaubung, Typ stahlblau, 

wertvoll, hart, hierher 
f. Beißneridna, lebhaft grau, 

widerstandsfähig, ebenso 
f. „Triomf van Boskoop"; 
var. argentea, silbrig - 
blauweiß, mit f. nivea, noch 
weißer; var. aiirea, gelbe 
Formen, hierher f. lutea 
(f. lutescens), schlank kurz- 
zweigig, erst hell-, [später 
dunkler gelb (siehe Tafel V), 
f. Westermdmii, pyramidal, 
goldgelb; var. variegdta, 
bunte Formen, hierher f. 
alhospica (f. alhospicdta), 
weiße Triebspitzen, ähnlich 
sind nach Henry f. alho- 

maculdta, f. albo-picta, 
ferner f. argenteovariegdta 
(Abb. 114), hart und hübsch 
auch f. versicolor (Abb. 168) ; 
f. alhovariegdta, niedrige, 
kompakte, weiß gefleckte 
Form, u. a. m. ; Ch. Lawso- 
niana liebt frischen, sandig- 
lehmigen Boden, leidet selten 
vom Frost und gedeiht 
namentlich in wärmeren 
Teilen des Gebietes gut, 
schnellwüchsig, über forstlichen Wert vergleiche man Abschnitt VIT, S. 86; die Formen zum 
Teil sehr wertvoll im Garten, aber auch der Typ, zumal in alten schönen Exemplaren. 
B) Beblätterte Triebe kurz und dünn, nicht regelmäßig 2 zeilig, wenig ausgebreitete 
Fiedern bildend, die mehr minder unregelmäßig gestellt sind gegen das Ende der Zweige, 
Zapfen 6 — 8 schuppig, höchstens 6 mm, dick, Samen ohne Harzbläschen: 5. Ch . {Cupressus) 
thyoides (Ch. sphaeroidea), Kugel- Scheinzypresse, weiße j^Zeder: östliches Nord- 
amerika (von Süd-Maine südlich bis Golfstaaten, westlich bis AVest-Mississippi), bis 24:1,2 m, 
Tracht schmalkonisch. Äste wagrecht; Zweige flach, hellgrün, später rund, rotbraun, Blätter 
blau- oder hellgrün, angepreßt, außer an jungen Zweigen, mit Drüse (Abb. 163 s), Zapfen 




Abb. ItlT. l.inks Cliamaecyparis Lnwsoniana var. minima, in der 

Mitte Juniperus drupacea, rechts Cham. Lawsoniana var. filiformis 

f. compacta (Orig.; Hort. Vilmorin, Verrieres bei Paris). 



Tafel VI. 




Chamaecyparis obtusa var. aurea, in Eisenberg (Böhmen). 



Chamaecyparis — Cryptomeria. 



169 



wie Abb. 163 m; Formen nicht so reich, z. B. var. evicoides (var. squarrosa, Ret. pseudo- 
squarrosa). Jugendform (/), etwas unsicher, kleiner, dichter, pyramidaler Busch; var. 
atidelyensis {Ret. nndelyensis und leptocläda, Ch. und Cupr. t'hyoid. oder sphaeroidea 
var. leptocläda), eine Ü b e r g a n g s f o r m, bei guter Entwicklung pyramidal, zypressen- 
artig; var. glaüca (var. l-eicensis), gedrungen kegelförmig, silbrigblau: var. nana, blau- 
grüne, kugelige Zwergform, hierher f. pygmaea, kissenfürmis über Erde ausgebreitet, u. a. m.; 
diese Art bewohnt Sümpfe und sehr feuchte Wälder, nach Mayr sind ihr aber solche Orte 
im I^orden zu kalt, was 
schon London angibt, in 
rauheren Gegenden pflanze 
man sie in tiefen, feuchten 
Sand. 

Chilenische Araukarie siehe 
Araucaria. — Cilicische Tanne 
siehe J.5jes cilicica. — Colittti- 
bea ist Araucaria araucana. 

Cryptomeria japö- 
nica. Kryptomerie: Ost- 
china (Fokien. Tschekiano:). 
Nordjapan, Baum, gelegent- 
lich bis über 60 : 2 m. Tracht 

breit pyramidal (siehe 
Abb. 60 und 133). Veräste- 
lung spiralig. Borke rot- 
braun, abblätternd, Kno- 
spen klein, aus 3 Blättchen. 

Nadeln 4 — 5 jährig, in 
5 Reüien spiralig um Trieb 
gestellt, pfriemlich, spitz, 
leicht gekrümmt, Grund am 
Trieb bis zur nächsten Nadel 

herablaufend, beiderseits 
gekielt und Spaltöffnungen 
trao^end (Abb. 169). siehe 
auch S. 136; Blüten- und 
Fruchtmerkmale siehe S. 128 
und Abb. 169; Zapfen kuge- 
lig, braun, im ersten Jahre 
reifend, aber erst im näch- 
sten Jahre oder noch später 

abfallend (Abb. 169 gl 
1,8 — 2.8 cm dick. Samen 
schmal geflügelt (Abb. 169 f) 
und Keimlins: wie Abb. 88 a 
bis h. S. 93; von wilden 
Formen kann man nach 
Henry (in Elwes a. H.. 
Trees of Great Britain I. 
129 [1906]) festhalten: den 
japanischen Typ mit 

gestreckter, auss;ebreiteter Verästelung, kurzen, steifen, dunkelgrünen Nadeln. Zapfen mit 
zahlreichen Schuppen mit lang zugespitzten Fortsätzen und Deckenschuppenspitzen; var. 
Lobbii, jedenfalls japanisch, Tracht schmäler pyramidal, gedrungener. Nadeln länger, 
hellgrün, Zapfen ähnlich, doch Schuppenfortsätze und Deckschuppenspitzen eher noch 
länger, wohl härteste Form; var. sinensis (C. Fortunei, C. sinensis): China, locker, mehr 
übergebogen verzweigt, Triebe schlank. Nadeln lang, schlank. Zapfen mit nur etwa 20 Schup- 
pen, deren Fortsätze und Deckschuppenspitzen kurz sind, nicht so hart; ferner Kultur- 




Abb. 168. Chamaecyparis Lawsoniana var. versicolor, 4,5 m 

(Orig.; Hort. Hesse, Weener, Hannover). 



170 



Cryptomeria — Cunninghamia. 



formen: var, amucarioides: Verzweigung entfernt, Zweige lang, hängend, Nadeln steif, 
kurz, tiefgrün; var. pungens, Nadeln steif, gerade, spreizend, stechend, gilt als hart 
(Abb. 172); var. 7iana, dichte, niederliegend-kugelige Zwergform mit kleinen Nadeln; var. com- 
pada (Abb. 70), gedrungen wachsende Form des Types, die hübsch und recht hart ist; außer- 
dem verschiedene monströse (var. spirdUs, var. spirälüer-falcäta; var. dacrydioides) und 
weiß- oder gelbbunte Formen; schließlich sehr eigenartig var. elegans {C. elegans), eine 
fixierte Jugendform, Triebe wie Abb. 169 Ä;, baumartiger, dicht verzweigter Strauch, Nadeln 
im Winter rotbronze-braun, sehr effektvoll, hiervon f. nmia, eine Zwergform; Kultur 
in den wärmeren, besonders genügend luftfeuchten Gegenden des Gebietes in frischem, 
gutem, etwas lehmigem Boden, in rauheren Gegenden gut geschützten Standort; Ver- 
mehrung durch Samen gleich nach Reife, da nicht lange keimfähig, die Sämlinge werden 




Abb. 169. Cryptomeria japonica: a Triebstück mit Blättern, b Blattquerschnitt, c—d männliche Blüte, 

c^ Deckschlippe mit Pollensäcken, e—e^ Deckschuppe mit Samenanlage, / weiblicher Blütenstand, g Zapfen, 

h Zapfenschui)pe, i Same, k Trieb der Jugendform {a—c, d—i nach Parde; c\ k nach Beißner). 



bis zum dritten Jahre in Töpfen gezogen; Formen durch Stecklinge unter Glas oder Ver- 
edlung auf Hauptart (nur Gipfeltriebe verwenden); Verwendung als sehr hübsche 
Zierpflanze, wo sie gut gedeiht und sich frei entwickeln kann, besonders var. elegans eigen- 
artig, über Forstwert siehe S. 87. 

Cunninghamia lanceoläta^) (C. sinensis)^ Spießtanne: vergleiche das im Ab- 
schnitt XII, S. 137, Gesagte; Mittel-, West- und Südchina, gelegentlich bis 60 m, meist 
viel niedriger, Verästelung meist unregelmäßig quirlig, Tracht siehe Abb. 96 und 173, 
gelegentlich Wurzelschosse, Stammborke abblätternd, Rinde rötlich, Triebe fast gegen- 

1) Der älteste Name ist Pinus lanceoläia Lambert (1803), daher ist C. sinensis R. Brown (1826) durch 
C. lanceolata \V. J. Hooker (1827) zu ersetzen. 



Canninghamia — Cupressus. 



171 



ständig, o^rün, später braun mit crrünen Xadelbasen. Xadeln 5 — 7 jährig, auch trocken 
noch bleibend, dicht spirah? um Zweige gestellt, aber fast 2 zeilig abstehend, steif, 
schmal lanzettlich, sehr spitz, S—lcmib—lmm. oberseits sattgrün, unterseits leicht 
konvex, mit 2 hellen Spaltüffnunsrsstreifen. Rand fein gesägt, ein Harzkanal und ein 
Gefäßbündel vorhanden (Abb. 171); Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 131; Zapfen 
eikucreliff. bräunhch (Abb. 171 h),S—b: 3 — 4cw. nach Reife noch eui Jahr oder länger am 
Zweig bleibend. Schuppen dünn-holzig. Samen klein, schmal geflügelt (Abb. Id A-), Keim- 
lino- wie Abb. 88 d. S. 93: Kultur in recht warmen Lagen bei genügender Frische, daher 
nur in südlicheren Teilen des Gebietes ganz hart, man gebe gut durchlässigen Grund und 
vor allem in Jugend Schutz 
gegen kalte tVinde und 

Spätfröste: Yermeh- 
r u n g durch Samen (nach 
Erhalt) und halbreife Steck- 
linge im Sommer, doch diese 
ergeben nur von Endtrieben 
gute Pflanzen : V e r w e n- 
d u n g nur in genügend 
warmen Lagen zu empfeh- 
len, — Es gibt noch eine 
Art, C Konishii. aus 
Formosa, die, durch ilire 
nur 15:2.5 mm messenden, 
beiderseits blaugrünen ]lsa- 
deln und nur '2{):lb mm 
großen, rundlichen Zapfen 
gut abweicht, aber noch 
nicht eingeführt und ver- 
sucht wurde. Sie steht auch 
Taiwcüüa sehr nahe. 

Cupressus . Zypresse : 
man vergleiche das im Ab- 
schnitt XII, S. 141. Ge- 
sagte; ebenso bei Chamae- 
cyparis. S. 163, che oft mit un- 
serer Gattung vereinigt wird : 
Bäume, bei uns oft strau- 
chig, Tracht siehe Abb. 175 
bis 177. feine Verzweigung 
flach in einer Ebene oder 
in verschiedenen Winkeln 
entspringend, so daß die 
,. Fiedern" in verschiedenen 

Ebenen liegen, Blätter 
(unter starker Lupe!) fein 

gesägt, gleichförmig in 
4 Reihen oder 2gestaltig 

(Flächen- und Kanten- 
blätter). Jugendformen wie Chamaecuparis. Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 128 und 
Abb. 129 f—h. Zapfen meist zienüich groß (Abb. 174). im zweiten Jahre reifend. Schuppen 
6 — 14, holzig, Samen feingeflügelt, wie bei Chamaecijparis. Keindinge mit 2—4 Keimblättern 
(Abb. 89 /); Kultur vor allem in warmen, eher heißen Lagen in tiefem, sandig-lehmigem 
Boden, doch vergleiche die Arten; Vermehrung durch Samen (gleich nach Erhalt 
oder zeitig im Frühjahr), vegetativ durch Stecklinge im Glashause oder besser durch Ver- 
edlung auf C. sempenirens (im Notfälle auf Juniperus virginiana, Thuja orientalis oder 
Chamaecuparis Lausoniana, doch Erfolg zweifelhaft): Verwendung im allgemeinen 
nur im Süden des Gebietes, jedenfalls m den wärmsten Gegenden, sonst nur an besonders 




Abb. I7u. L'rijptorntna juponua var. annpacia. 1.^ //( : ilahiiitt-r 

Chamaecijparis pisifera var. pUimosa f. favescens, 6 — 7 m (Orig.; 

Hort. Pillnitz. Sachsen^ 



172 



Cupressus. 



geschützten Orten aushaltend, ohne ihre wahre Schönheit zu erreichen, siehe Arten; wir 
geben eine weit reichere Übersicht als Beißner, da Südtirol, Mittel- und Südungarn und 
das adriatische Küstengebiet sich zur Kultur eignen. 

Über die richtige Benennung 

ist nichts besonderes zu sagen; die angegebenen Hauptnamen sind allgemein anerkannt. 

Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 

(Man vergleiche auch unter Chamaecyparis.) 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



arizonica 174 

— compacta 174 

attenuata 175 

Benthami 173 

californica 175 

cashmeriana 173 

Corneyana 173 

fastigiata 174 

funebris 173 

— glauca 173 

Goveniana 175 

— compacta glauca .... 175 



Hartwegii 175 

horizontaUs 174 

Knightiana 173 

Lambertiana 175 

lusitanica 175 

— Benthami 173 

Macnabiana 174 

macrocarpa 175 

— fastigiata 175 

— Lambertiana 175 

— lutea 175 

majestica 173 



pendula 173 

pyramidalis 174 

Sargentü 175 

sempervirens 174 

— fastigiata 174 

— horizontaUs 174 

— pyramidalis 174 

— stricta 174 

iorulosa 173 

— Corneyana 173 

— kashmiriana 173 



Übersicht der Arten^). 
(Anordnung auf Grund der Zweig- und Blattmerkmale.) 
/. (//. siehe S. 173.) Alle „Fiedern" der Zweige in einer Ebene. 
A. Blätter angepreßt, höchstens Spitzen kurz abstehend, siehe Abb. 174 a — h: 1 . Triebe 
gleichseitig, Blätter stumpf, gleichartig, in 4 Keihen (Abb. 174 a — h), männliche Blüten tief 




Abb. 171. Cunninghamia lanceolata (C. sinensis): a Zweig mit männlichen Blüten, h — c Deckschuppe mit 
Pollensäcken, d weiblicher Blütenstand, e — g Deckschuppe mit Samenanlagen, h Zweig mit Nadeln imd 
Zapfen, i Zapfenschuppe, h Same, l Zweigstück entnadelt, m — o Nadel von beiden Seiten und im Querschnitt 

{k nach Hickel, sonst nach Shirasawa). 

1) Zumeist nach H e n r y, in Elwes a. H., Trees of Great Britain V. p. 1147 ff. (1910) und auch nach 
P a r d e, in Bulletin Soc. Dendrol. France (1912) Nr. 23. 



Cupressus. 



173 



violett!, Zapfen höchstens 25r»mlang: 1. C. torulösa (C. majestica). Himalaya-Zypresse : 

westlicher Himalaya. gelegentlich bis 60 m, Verästelung wagrecht oder anfstrebend, aber 
Zweigspitzen überhängend. Krone breit pyramidal, siehe Abb. 175, ältere Zweige rötüch- 
brann, nicht bereift, Zapfen tiefrötlichbraun, elliptisch, wenn reif, an kurzen, zurück- 
gekrümmten Stielen, dann oft noch 1 — 2 Jahre bleibend (Abb. 174 c—d); eine Form mit 
hängenden Zweigen und Trieben ist var. Conieijdna (C. Cornenana), hier die ,, Fiedern" der 
Zweige nicht alle in einer Ebene; liebt Kalk, sonnige Hänge, Kulturbedingungen usw. also 
wohl wie beiC. sempenirens. 
2. Triebe zusammen- 
gedrückt, Blätter spitz, ver- 
schiedenartig ( Abb. 174 e, g) : 
a) Tracht deutlich über- 
hängend (Abb. 117). Blätter 
nicht drüsig. Spitze kaum 
etwas abstehend (Abb. 175 ej, 
Zapfen höchstens 10—12 7nm 
dick, Schuppen kaum ge- 
hörnelt: 2. C. funebris 
{C. pendula Staunt., nicht 
anderer Autoren), Tränen- 
zypresse: Zentralchina, bis 
fast 30 m. Tracht siehe 
Abb. 117. Blätter hell- oder 
graugrün. Zapfen pflaumen- 
artig bereift, an langen. 

dünnen, oft gebogenen 
Stielen (Abb. 174/), Schup- 
pen 8; diese Art Hebt heißes 
KontinentalkHnia. obwohl 
sie gelegentliche Schneefälle 
und einige Kältegrade ver- 
trägt, Kultur usw. wie C. 
sempervirens. das Holz soll 
hochwertig sein, —b) Tracht 
nicht ausgesprochen über- 
hängend, Blätter meist 
drüsig. Spitzen deutlicher 

abstehend (Abb. 174(/), 
Zapfen 15 — 20 mm. Schup- 
pen deutlich gehörnt: 3. 
C. Benihihni (C. lusitä- 
nica var. Benthami. C. 
KnkjMiana). Bentham's 
Zypresse: ^lexiko. bis fast 
40 ///. Tracht schmal pyra- 
midal, regelmäßig verästelt, 

Blätter glänzendgrün, 
Zapfen wie Abb. 174 h. be- 
reift (in heißen Lagen!); bei uns wohl nur für mediterranes Klima geeignet, im Vereins- 
garten in Pruhonitz werden Sämlinge von in hohen Lagen in Mexiko durch Purpus 
gesammelten Samen erprobt. 

B) Blätter deutUch abstehend, pfriemlich. Zweige zusammengedrückt, Tracht deutlich 
überhängend: 4. C. casluneridna {C. torulösa var. l-askmmana, C. funebris var. glanca). 
Kaschmirzypresse: Heimat unsicher, überhaupt ist die x\rt noch wenig bekannt und 
unsicher; was in Kultur ist. gehört zu torulösa und funebris. 

II. ..Fiedern" in verschiedenen Winkeln zum Zweig entspringend, nicht alle in der- 
selben Ebene. 




AI)I). 172. Crijpfomeria japonica var. pungens, im Hort. Rovelli, 
Pallanza (durch Güte von Dr. E. Rovelli). 



174 



Cupressus. 



A) (B siehe unten) Blätter mit deutlichen weißen Harzausscheidungen: 1. Triebe kurz 
und dünn. Blätter tiefblaugrün, 2gestaltig, meist stumpf , dick (Abb. 174 i): 5. C. Macna- 
bidna, Macnab's Zypresse: Nordkalifornien, bis 9 : 0,4 m, meist strauchig, siehe Abb. 176, 
Verästelung unregelmäßig. Triebe angenehm aromatisch, Blätter junger Pflanzen spitz, 
Zapfen fast sitzend, dunkelbraun, zuweilen bereift, 15 — 20( — 25) mm (Abb. 174 k), untere 
Schuppen dünn gehörnt; wächst an trockenen Hängen, in rauheren Gegenden nur in 
geschütztesten Lagen mit Winterschutz versuchswert, gilt sonst als eine der härtesten, 
im Süden des Gebietes brauchbar; durch den tiefgrünblauen Farbenton ausgezeichnet. 
— 2. Triebe weder kurz noch dick, Blätter auffällig bleich oder blauweißgrün, gleichartig, 

spitz (Abb. 174/. w): 
6. C arizönica, Arizona- 
zypresse: Arizona und an- 
grenzendes Mexiko, bis 
21 : 1,2 m, Tracht wie 
Abb. 39, S. 47, Zweige rot- 
braun, Zapfen dick gestielt, 
20 — 25 mm, dicht bereift 
(Abb. 174 n), Schuppen ge- 
hörnt ; eine niedrige Form ist 
var. compacta (Abb. 177) 
wohl die härteste Zypresse, 
sehr schnellwüchsig, schwer 
zu verpflanzen, für recht 
sonnige, warme Hänge mit 
nicht zu trockenem Boden, 
jedenfalls eine sehr auf- 
fallende, schmuckvolle Zier- 
pflanze für die südhcheren 
Teile des Gebietes. 

B) Blätter ohne weiße 
Harzausscheidungen: 1. {2, 
siehe S. 175), Triebe gleich- 
seitig, Blätter gleichartig 
in 4 Reihen, meist fest an- 
liegend: 

a) Blätter stumpflich, 
Zweige beim Hin auf streichen 
nicht rauhlich, Zapfen meist 
länger als breit: /. Triebe 
sehr fein und kurz (Abb. 
174 o), Zapfen graubraun: 7. 
C. senipervirens y Mittel- 
meerzypresse: Nordpersien, 
Syrien, Cilicien, Griechen- 
land, Rhodos, Kreta, Cy- 
pern, seit alters im Mittel- 
meergebiet eingebürgert, ge- 
legentlich bis 50 m hoch. 
Zweige rötlich, Blätter wie Abb. 174/), Zapfen im ersten Winter oder folgenden Frühling reifend, 
im folgenden Herbst sich öffnend, kurz gebogen gestielt, eiförmig (Abb. 174 o); nach dem 
Kronenbau werden 2 Varietäten geschieden: var. horizontdlis {C. horizontalis), Krone breit 
kegelförmig, Äste wagrecht, zedernartig, häufigere wilde Form, und var. stricta {C. pyrami- 
dalis, C. fastigiäta oder C. semp. var. pyramidalis, var. fastigiata), Krone schmal pyramidal, 
wie etwa Abb. 3, S. 13, Äste angedrückt aufrecht, überall im Süden angepflanzt; sonstige 
Kulturformen für uns belanglos; diese Art ist im Süden sehr wertvoll, weiter im Norden aber 
nur in sehr günstigen Lagen für Liebhaber versuchswert. Wuchs langsam, liebt Kalk, 
heiße Lage, bzw. mildes Seeklima. — //. Triebe weder sehr fein noch sehr kurz, dicklich, 




Abb. 173. Cunninghamia lanceolata, 10 m; links hinten eine sehr 

starke Sequoia Sempermrens (Orig.; Arboretum der Forstschule Los Barres, 
Frankreich). 



Cupressus. 



175 



fädig, überhängend, Zapfen glänzend rotbraun: 8. C. macrocdrpa {C. Hartwegii), 
Monterey-Zypresse : Kalifornien, bis 21:2m, Tracht siehe Varietäten, Zweige dick, 
Blätter wie Abb. 174 /, an jungen Trieben nadelartig, Zapfen 2,5 — 3,5 cm lang, hellbraun, 
8 — 12schuppig (Abb. 174s); man unterscheidet zwei Trachtformen: var. fastigidta, schmal 
pjTamidal (Abb. 115), und var. Lmnbertidna (C. Lamhertiana), breit, zedernartig verästelt, 
außerdem verschiedene Kulturformen, wie z. B. var. liUea,iunge Triebe gelb (Abb. 115) u. a.; 
bildet im günstigen Seeklima mächtige Bäume, verträgt einige Grade Frost, liebt gut durch- 
lässigen, kalkigen oder sandigen Boden; nicht so hart wie arizonica oder Macnabiana. 

5) Blätter zugespitzt. Triebe beim Hinaufstreichen rauhlich, kurz, nicht hängend, Zapfen 
kugehg, 15 — 20 mm dick: 9. C. Govenidna {C. attenuäta, C. califörnica, C. Sargentü): 
Kalifornien, bis 15 : 0,6 m, Tracht ziemlich steif oder mehr breit, offenkronig, vgl. Abb. 177; 




Abb. 174. Cupressus: a — d torulosa: a — h Triebstücke, c — d Zapfen, bei d aufgesprungen. — e — / junehris: 

e Triebstück, / Zapfen. — g — h Bentlmmi: q Triebstück, h Zapfen. — i — k Macnabiana: i Triebstücke, k Zapfen. 

— l — narigonica: l—m Triebstücke, /; Zapfen. — o — q semperrirens: o Fieder und Zapfen, p Triebstück, q dessen 

Querschnitt. — r — s macrocarpa: r Triebstück, s Zapfen. — t — v lusitanica: t — u^ Triebstücke, v Zapfen 

[a — e, g — t, l — m, r — v nach Natur'^); / nach Masters; fc, n nach Sargent; o — p nach Hempel und Wilhelm). 



Zapfen kugelig, 12,5—18 mm- dick, glänzend purpurbraun, an langen dicken Stielen, 
mehrere Jahre bleibend, variable Art, deren verschiedene Formen selten in Kultur, 
vergleiche z. B. var. compaeta f. glauca (Abb. 139); nur für den Süden bei uns brauchbar. 
2. Triebe zusammengedrückt, Blätter fast gleichartig, Spitzen abstehend (Abb. 174 t—u), 
gleich den Zapfen auffällig blaugrau, diese lö—20mm: 10. C. lusiidnica, portugiesische 
Zypresse: wahrscheinlich aus Mexiko nach Südwesteuropa eingeführt, bis etwa 20 m, 
Verästelung ausgebreitet, Zweige überhängend, siehe Abb. 108, Zapfen im zweiten Jahre 



^) Diese Einzelheiten konnten leider nicht nach frischem Material gezeichnet werden, sondern nur 
nach echten getrockneten Stücken aus der Heimat, deshalb kommen die Unterschiede nicht oder nur un- 
genügend zum Ausdruck. Wir hoffen, in späterer Auflage hier bezeichnendere Abbildungen geben zu 
können. 



176 



Cupressus— Ephedra. 



reifend (Abb. 174 v), im dritten fallend, Schuppen 8, im Zentrum gehörnelt; in Westeuropa 
verbreitete Art, für die das gleiche wie für die sehr nahe verwandte Benthami gilt. 
Cupressiis siehe auch Chamaecijparis. — Cypresse siehe Cupressus. 

Dacrydimn {Lepidothdmrms) Fönkii, chilenisehe Harzeibe: Südchile, Westpatagonien, reich ver- 
zweigter Strauch, Zweige aufrecht, Blätter schuppig, angepreßt, dicht dachziegelig, gekielt, stumpf (Abb. 128 a, 
S. 130); Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 27 und Abb. 128 a— e; von den zahlreichen, zumeist tasmanisch- 

neuseeländischen Arten dieser Gattung 
•, • „ . ■ ^, scheint die genannte aus Südamerika 

am ehesten zu Versuchen für Freiland- 
kultur geeignet. Als sonst härteste gilt 
D. Franklini aus Tasmanien, pyra- 
midaler Baum, bis 30 m, junge Triebe 
hängend, Blätter sehr klein, schuppen- 
förmig, angepreßt, 5 reihig; soll bis 1.5" C 
Kälte in England aushalten; bei uns 
wohl nur in den wärmsten, geschütztesten 
Lagen versuchswert für Liebhaber; Ver- 
mehrung durch Samen oder Steck- 
linge im Hause, aber nicht zu warm 
halten. Mitteilungen über Freilandver- 
suche erwünscht. 

Dacrydhitn Pdncheri siehe 

Acmopyle. 

Dahurische Lärche siehe Larix 
dahurica. — Daninidra und Dani- 
maratanne siehe Agathis. — Dick- 
zapfenkiefer siehe Pinus CouUeri. — 
Dottibeya chilensis ist Araucaria 
araucana. — Douglasfichte Douglas- 
tanne siehe Pseudotsuga. 

Diselnia (Fitzroya) Archeri ist 
eine tasmanische, meist mit Fitzroya 
vereinte Art; sicherlich nur fürs Kalt- 
haus und kaum in Kultur; man ver- 
gleiche das S. 129 Gesagte und Abb. 
136 a^Ji, S. 137. 

Drehkiefer = Pinus contorta. 

Edeltanne siehe Abies alha. — 
Eibe siehe Taxus. — Eibenzypresse siehe 
Sequoia sempervirens. — Einnadelige 
Kiefer siehe Pinus monophylla. 

Ephedra^), Meerträubel: — 

Familie G n e t a c e a c — Man 
vergleiche das im Abschnitt XII, 
S. 133, Gesagte; meist niedrige 
oder höhere Sträucher, selten 
baumartig, Verzweigung wirtelig 

gegenständig. Triebe gerillt, 
schachtelhalmartig oder an ge- 
wisse Ginster erinnernd, Blätter 
winzig, krautig, lineal oder auf 
die Scheiden beschränkt, die bei 
den Blättern eines Quirls zu 
einer stengelumfassenden Scheide 
verwachsen (Abb. llSh—c) ; Blüten 
zumeist 2 häusig, unscheinbar, 
männhche in kurzenÄhren mit einfacher Hülle und 2—8 Staubblättern (Abb. llSe—g), weib- 
liche zu 1 — 3 in Deckblattachseln mit schlauchartiger Blütenhülle und einer Samenanlage 
(Abb. 178 h—i), Früchte (Fruchtzäpfchen) beerenartig, oft ansehnlich und schön gefärbt 

^) Die Arten sind formenreich und schwer zu bestimmen. Die beste Arbeit über Ephedra ist auch heute 
noch die von Otto Stapf, Die Arten der Gattung Ephedra (1889), auf die wir uns ganz stützen. 




Abb. 175. Cupressus lorulosa, 6 m (Orig.; Arboretum G. AUard, 
La Maulevrie, Ansera). 



Ephedra, 



177 



(Abb. 178 Ä-); Kultur meist m trockenen, sandigen oder steinigen Lagen, siehe die'Arten; 
Vermehrung durch Samen, wie auch Ableger und Ausläufer ; Verwendung im allge- 
meinen nur für besondere Liebhaber im Alpinum und an entsprechenden Plätzen; siehe unten. 

/. Deckschuppen der Fruchtzäpfchen trocken bleibend. 

A) Deckschuppen der Fruchtzäpfchen frei und häutig geflügelt (Gruppe Alatae): 
1 . Deckschuppen der Fruchtzäpfchen auf dem Kücken dicklich verhärtet : 1. E .Przewdlskii 
Gebirge Zentralasiens, Tracht niedrig, reich aufstrebend verästelt, wenig sparrig, bis 1,5 m. 
Zweige und Triebe hellgelbgrün, steif, Fruchtzäpfchen 5 — 6 mm dick, Deckschuppen einwärts 
gebogen, nicht zurückgekrümmt, Samen 3 — 4 mm, für sonnige, trockene, sandig-steinige 
Lagen, wohl noch sehr selten. — 2. Deckschuppen der Fruchtzäpfchen fast durchwegs 
dünnhäutig: 2. E. trifürca: Wüsten und Steppen von Colorado, Arizona und Neumexiko, 
aufrecht, 0,5 — 2 m. Zweige steif, gelblich- oder hellgrün, Endknospen bis 1 cm lang, 
zuletzt stechend!, Frucht- 
zäpfchen kreiseiförmig, bis 
1,2 cm lang, Deckschuppen 
breit und dünn geflügelt, 
Flügel ganzrandig; für Fels- 
anlagen; ähnlich ist 
E. Torreifana aus Xeu- 
niexiko und Utah, aber 
Endknospen spitzkonisch- 
eiförmig, nicht stechend, 
Flügel der Fruchtschuppen 
ausgefressen gerandet. 

B) Deckschuppen der 
Fruchtzäpfchen dem Samen 
eng anliegend, am Grunde 
verwachsen, kaum geflügelt : 
3. E. dspera: Steppen- 
gebiet von Xordmexiko bis 
Nordkalifornien und Ne- 
vada, dicht aufrecht ver- 
zweigter Strauch bis 1 m. 
Triebe gestreckt, gelbgrün. 
Endknospen kurz, 1—2 mm. 
Fruchtzäpfchen eiförmig. 
7 — 8 mm lang, Samen zwi- 
schen Deckschuppen vor- 
ragend; wohl sehr selten 
in Kultur. 

//. Deckschuppen der 
Fruchtzäpfchen fleischig, 
rot, Früchte beerenartig 
(nur bei neuadensis fast 
ganz trocken!). 

A) Tracht kletternd oder niedergestreckt, eine mehr minder deutliche Gliederung 
in Stamm und Krone zeigend, diese ein lockeres Gewirr bildend (Abb. 179) oder mähnen- 
artig überhängend. Triebe zartkrautig: 1. Triebe lebhaft oder bläulichgrün, Antheren 3 — 4, 
Fruchtzapfen bis 6 mm lang: 4. E. foUata (E. kokdnica): Turkestan, Persien, Afgha- 
nistan bis Südarabien, bis über öm hoch kletternd, siehe Abb. 179, hat sich als hart erwiesen. 
— 2. Triebe stumpfgrün, ziemlich brüchig, Antheren 6 — 5, Fruchtzapfen bis 9 mm lang: 
5. E. frdgilis: sehr variabel, für uns besonders var. canipylopoda von Dalmatien durch 
Mazedonien und Griechenland bis Kleinasien. Syrien, mehr baumartig, wohl selten in Kultur 
und nur für den Süden des Gebietes brauchbar. 

B) Tracht aufrecht, Sträucher hoch (siehe auch Nr. 5), mittelhoch oder zwergig, rasig, 
Triebe derb: I. Sträucher 0,5 — 2 m hoch (nicht ausgesprochen zwergig, rasig): a) junge 

Silva Tarouca, Unsere Freilaod-Xadelhölzer. 12 




Abb. 176. Cupressus Macnabiana. .'i.ri /;, n 

La Maule vrie, Angers). 



Arboretum G. Allard, 



178 



Ephedra. 



Zweige und Triebe sehr steif und dick (2 — 3mm): I. Fruchtschuppen nur am Grund 
oder höchstens zu Vs verwachsen, Samen diese lang überragend, beiderseits konvex: 
6. E. pachycldda: Südpersien, Behidschistan, 0,5 — 1 m, meist lebhaft blaugrün; in 
Kultur, aber sehr selten, ob hart? — II. Fruchtschuppen bis über Mitte oder 2/3 verwachsen, 
Samen nur sehr kurz vorragend, im Querschnitt plankonvex: 1. E. intermedia: Steppen 
und Wüsten Zentralasiens, sehr variabel, gelb- bis blaugraugrün; soll sich in Kultur hart 
gezeigt haben. — b) Junge Zweige und Triebe ziemlich dünn (1 — 2 mm): I. Fleischige 
Fruchtschuppen ohne schmalen Hautrand: 7. E. nebrodensis (E. pröcera): von 
Istrien, Dalmatien, Herzegowina durchs Mittelmeergebiet bis Himalaya und Kanaren, 
bis 2 m, sehr variabel, tiefgrün, siehe Abb. 135, männliche Blütenstände meist einzeln, 
weibhche einblütig, Fruchtzapfen 5 — 7 mm lang, rot (oder gelb), Samen 4 — 7 mm, kurz 
vorragend; harter Strauch. — II. Fleischige Fruchtschuppen mit schmalem Hautrand: 




Abb. 177. Cupressus arizonica var. compacta, 3 m; hinten rechts C. Govcnimia 
(Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



a) Fruchtzäpfchen locker, kaum fleischig (Fruchtschuppen eher trocken): S.E.nei'adensis: 
Utah, Nevada, Arizona, Kalifornien, in Wüsten und Steppen, 0,5 — 1 w, blau- oder bleich- 
graugrün; soll ziemlich gut gehen. — &) Fruchtzäpfchen deutlich fleischig: 9. -E. atnericdna: 
Bolivia bis Argentinien, Ecuador, sehr variabel, siehe Abb. 180, am einführenswertesten 
dürfte die rasige var. rupestris aus den Hochanden sein, zu erproben. 

2. Rasige Zwergsträucher (zum Teil auch höhere Formen, aber diese für uns kaum von 
Belang): a) Hals der Samenanlage gedreht: 10. E. helvetica: Rhonetal im Wallis, Pie- 
mont; sonst ganz wie distachya! — b) Hals der Samenanlage gerade: hierher die sehr variable 
11. E, distachya (E. vulgaris) von Frankreich bis Sibirien, mit Einschluß von E. mono- 
stdchya, sehr zwergig, und E. tristächya, 0,5 — 1 m, während der Typ (var. Linnaei) bis 
30 cm hoch wird; ferner die zwergigen, 3 — 5 cm hohen, für Felsanlagen zu empfehlenden: 



Ephedra — Fokienia. 



179 



12. E. nwnospenua. Turkestan, Tibet, Mongolei. Xordchina, mit zylindrischen End- 
knospen, und 13. E. Gerardidna vom Himalaya. mit kurzeiförmioren. stumpfen, am 
Grunde etwas eingeschnürten Ivnospen. Die Arten KJ — 12 sind für Gesteinsanlagen die besten. 
Europäische Lärche siehe Larix decidua. 

Felsenkiefer siehe Pinus scopulonon. — Felsentanne siehe Abies s^ubalpina. — Feuerbaum siehe Cha- 
maex^yparis obtusa. — Fichte siehe Pice^. — Filzige Lärche siehe Larix Lyalli. — FUzröya Archeri siehe 
Disebna, 

Fitzröya patagönica. Alerce^i: Chile, Xordpatagonien, Baum bis über 60?« oder Strauch, Borke 
rötlich, in schmalen Streifen abblätternd, Triebe grün, kahl, dünn, biegsam, von den herablaufenden Blatt- 
basen bedeckt, diese zwischen den Quirlen durch 3 Furchen getrennt, ältere Zweige rötlich, Knospen eiförmig 
oder kugelig, grimschuppig, Blätter nadelartig, mehrjährig, zu 3 in abwechselnden Quirlen, etwa 3 mm lang. 




Abb. 178. Ephedra: a — d disiachya: c — c Triebstücke, bei b-^-c vergrößert mit den Blattscheiden: 
d Trieb mit weiblichen Blütenständen. — e — Ic altissima : e männliche Blüte, / männlicher Blütenstand. 
g ein Ästchen aus / vergrößert (1 Blütenhülle, 2 Deckblatt), h weiblicher einblütiger Blutenstand 
(1 Integument, 2 Fruchtblatt, 3 Hochblätter), i Längsschnitt diu-ch obersten Teil von h (1 Hoch- 
blätter, 2 Integument. 3 Pollenkammer, 4 Fruchtblatt. 5 Xucellus). Ic Fruchtstände. — / campyhpoda : 

Fruchtstände 'a — c nach Koelme; sonst aus Wettswin. Lehrb. 2. Aufl.^. 



wie Abb. 136 / — o, S. 137: oberseits konkav, unterseits konvex, beiderseits mit 2 schmalen, weißen Spalt- 
öffnungslinien längs der erhabenen grünen Rippe; Blüten- und Fnichtmerkmale siehe S. 129. Zapfen wie 
Abb. 136 /, etwa S mm dick, in einem Jahre reifend, Samen mit 2 — 3 Flügeln: bewohnt in der Heimat zum 
Teü siunpfigen, moorigen Grimd, ist in England hart: bei uns nur in den wärmsten Teüen des Gebietes 
mit Ert'olg versuchswert; ob im FreUand schon erprobt? : Vermehrung durch Saat (nach Erhalt) oder 
Stecklinge ün Yermehnmgsbeet : Veredlimg auf Cupressus oder Thuja orientalis zu versuchen. 

Flußzeder siehe Libocedrus. — Föhre (auch Fohre, Forche) siehe Pinus. 

Fokienia Hodginsii-): China (Fokien), Baimi bis 16 : 0.75 w, Tracht und Verzweigimg der Triebe 
wie bei Libocedrus, alle ..Fiedem"" in einer Ebene stehend, Blätter schuppenfömiig in i Reihen, in Flächen- 
und Kantenblätter geschieden, im allgemeinen sehr an Libocedrus macrolepis erinnernd, an jimgen Pflanzen 
im Mittel 8 »im lang, in doruartige Enden ausgehend, seitliche 3 eckig, länger als die unterseits weiß 
gezeichneten Flächenblätter, an älteren Bäumen Blätter zu 4 quirlig, fast gleichlang, spitz oder eher 



^) Spanischer Xame für Lärche, doch gibt es in Spanien keine Lärche. 
Thomas, in Gard. Chronicle (1911) I, p. 66. 



-j Xach Henry et 



12* 



180 



Fokienia— Juniperus, 



stumpflich, vgl. auch S. 141 und über die Blüten- und Fruchtmerkmale S. 128; Zapfen ähnlich Chamaecyparis 
Laivsoniana, im 2. Jahre reifend, Samen mit sehr ungleichen Flügeln ; Kultur usw. vielleicht wie Libocedrus ; 
Verwendung für Gebiete wie Cumiingliamia sinensis oder Keteleeria Foriunei, in Kultur noch äußerst 
selten. 

Frenela ist eine für uns wohl belanglose Untergattung von CalUtris. — Frenela ericoides ist 
Chamaecyparis ihyoides ericoides. — Fuchsschwanzkiefer siehe Pinus Balfouriana. 

Gelbkiefer siehe Pinus ponderosa. — Gemeine Fichte siehe Picea excelsa. — Gemeine Kiefer siehe 
Pinus sylvestris. — Gemeine Lärche siehe Larix decidua. 

Ginkgo biloba {SalisMria adiantifölia), Mädchenhaarbaum — Ginkgoaceae 

— Heimat wohl China, doch nur noch in Kultur bekannt, Baum, bis über 40 : 1,3 m, Tracht 
anfangs pyramidal, später Krone breit ausgebreitet^), siehe Abb. 73, S. 79; Borke grau, 
Blätter sommergrün, an den Langtrieben verstreut, an der Spitze der Kurztriebe gedrängt, 
gestielt, breit-rhombisch-fächerförmig, meist gelappt (an Fiedern von Ädiautum erinnernd), 
variabel, 10 — 12 : 6 — 8 cm, siehe Abb. 182 d, e, im Herbst vor Abfall schön hellgelb; Blüten 
klein und 2 häusig, an Spitze von Kurztrieben stehend (Abb. 182), männliche in hängenden 
Kätzchen (/), weibliche zu 1 — 3, bestehend aus einem Stiel, der unter der Spitze beiderseits 

eine Samenlage trägt (h—k); 
Früchte zur Reifezeit wie 
gelbe Pflaumen, steinfrucht- 
artig, hängend, ranzig rie- 
chend, die Samen werden 
geröstet gegessen (Abb. 182 
l — n); Kultur am besten 

in tiefgründigem, gut 
durchlässigem, nahrhaftem 
Boden, bei ims ganz hart; 
V e r m e h r u n g durch 
Samen gleich nach Reife 
(oder stratifizieren), liegt 
1 — 2 Jahre; auch kraut- 
artige wie reife Stecklinge 
unter Glas wachsen, ebenso 
Winterveredlung angewen- 
det, doch Samenpflanzen, 
außer bei Formen, stets vor- 
zuziehen ; V e r w e n d u n g 
als interessante, prächtige 
Parkbäume, frei stellen!, 
auch gelegentlich als Straßenbaum; es gibt Formen mit überhängenden Ästen (var. 
pmdula), mit aufstrebender, pyramidaler Verzweigung (var. fastigidta) und mit gold- 
gelber Belaubung (var. aürea). 

Gliederfichte siehe Aihrotaxis. — Glyptoströbus siehe Taxodium. — Goldlärche siehe Pseudolarix. 

— Grannenkiefer siehe Pinus aristata. — Grautanne siehe Abies concolor. — Griechische Tanne siehe 
Abies cephalonica. — Großfrüchtiger Wacholder siehe Jimiperus macrocarpa. 

Hakenkiefer siehe Pinus uncinata. — Harzeibe siehe Dacrydiwn. — Hemlocktanne siehe Tsuga. — 
Heyderia siehe Libocedrus. — Hiba siehe Thujopsis. — Himalayazeder siehe Cedrus Deodara. — Hinoki- 
Scheinzypresse siehe Chamaecyparis ohhisa. — Hondofichte siehe Picea hondoensis. — Isländische Eibe 
siehe Taxus baccata var. fastigiata. — Italienische Kiefer siehe Pinus Brutia. — Japanische Lärche siehe 
Larix Kaempferi. — Japanische Rotkiefer siehe Pinus densijlora. — Japanische Schwarzkiefer siehe 
Pinus Thunbergii. — Jerseykiefer siehe Pinus virginiana. 

Juniper US, VJsLCholder: man vergleiche das im Abschnitt XII, S. 136 und 141, Gesagte; 
meist Sträucher, seltener Bäume, Holz angenehm duftend, Tracht siehe Abb. 185 — 195, Blätter 










Abb. id). Ephcdra Joliata, l,b rn iphot. A. Purpus. Dannstadtj. 



^) Die oft angegebenen, auch von mir in meinen Dendrologischen Winterstudien, S. 127 (1903) erwähnten 
Unterschiede in der Tracht männlicher und weiblicher Bäume entsprechen nicht den Tatsachen; schon Sargent 
(1890) betont, daß man vor dem Auftreten von Blüten das Geschlecht der Bäume nicht bestimmen kann. 

C. Schneider. 



Juniperus. 



181 



gegenständig oder quirlig, an jungen Pflanzen immer nadeiförmig, spreizend, an älteren ent- 
weder so oder schuppig, angepreßt, z^^pressenartig, weiße Spaltöffnungsstreifen nur oben vor- 
handen; Blüten- und Fruchtcharaktere siehe S. 129 und Abb. 134 k — p; Zapfen, wenn reif, 
fleischig, beerenartig, aus 3 — 8 verwachsenen fleischigen Schuppen, im 1., 2. oder 3. Jahre 
reifend, Samen mit holziger Schale (z. B. Abb. 181 m, u), Keimlinge wie Abb. 89 e, S. 94 ; K u 1- 
tur im allgemeinen in sandig-lehmigen, nicht zu feuchten Boden, doch manche Arten auch 
ziemlich trocken, siehe diese; Vermeh- 
r u n g meist durch Samen, diese liegen 1 — 2 
( — 3) Jahre, daher gleich nach Reife säen 
oder stratifizieren; empfindlichere Arten, 
wie ./. drupacea, mncrocarpa, thuriferaii. a., 
sind erst im Topfe heranzuziehen, bis sie 
genügend erstarkt sind; fast alle Formen 
wachsen gut aus fast ausgereiften Steck- 
lingen (besonders die nadelblättrigen 
Arten) oder auch Ablegern; Veredlung 
besonders bei den schuppenblättrigen 
Arten je nach Verwandtschaft auf com- 
munis oder virgimana; V e r w e n d u n g 
siehe bei den Arten. 



Über die richtige Benennung 

sei nachstehendes gesagt: Zu Jiniiperus nana 
Willdenow ( 1 796 ) wird meist als S}iion\in J.sib irica 
Burgsdorf, Anleit. zur sich. Erzieh. Ilolzarten IL 
S. 124 (1787), genannt. Dieser Xame ist, wie uns 
eine Einsicht in Burgsdorfs Werk beleint, ganz 
unsicher und zumindest ein Nomen seminudum, 
also unverwendbar. Nach den Wiener Regeln 
wäre der korrekte Varietäts name nicht 
J. communis var. nana, sondern J. communis 
var. alpestris Pallas, Flora Rossica II. tab. 54, 
p. 12 (1788), doch scheint auch dieser Name 
unsicher zu sein. 




Al)h. iMi. 



El'hi ilyit (DIU ridota. 1 m jili..t. A. Purpus, 
Darmstadt). 



Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 



(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



aegaea 202 

alpina 186 

arborescens 202 

harbadensis 204 

Bedjordiana 204 

irevifolia 190 

Burkei 199 

californica 198 

— idahensis 199 

caroliniana 202 

cemua 199 

cliinensis 199 

— aurea 202 

— japonica 202 

aurea 202 

— Pfiizeriana 201 

— procumbens 196 

— Smithii 202 

communis 183 

— alpestris 181 

— caucastca 186 

— compressa 186 

— depressa 186 

— echiniformis 186 

— fastigiata 185 

— hemisplmerica 186 



communis hibcrnica .... 186 
compressa 186 

— intermedia 186 

— nana 186 

— oblonga 186 

— pendula 186 

— prostrat a 186 

— pyramidalis 185 

— saxatilis 186 

— sibirica 186 

— suecica 185 

— vulgaris 185 

— Weckii oblonga . . . .186 

densa 196 

dimorpha 199 

drupacea 193 

excelsa 202 

— Perkinsii 202 

— stricta 202 

— venusta 202 

flaccida 196 

flagelliformis 201 

foetidissima 202 

formosana 192 

Fortunei 202 

fragrans 199 



gracilis 204 

haemispJmerica 186 

hispanica 199 

horizontalis 206 

hybernica 186 

intermedia 186 

isophyllos 202 

japonica 202 

Kanitzii 186 

LobeJii 191 

lusitanica 206 

macrocarpa 191 

— ellipsoidea 191 

monosperma 199 

morrisonicola 196 

myosuros 197 

nana 186 

— alpitm 186 

— canadensis 186 

— sibirica 186 

oblonga . 186 

— pendula 192 

occidentalis 199 

— monosperma 199 

— idahensis 199 

Olivierii 202 



182 



Juniperus. 



oophora 197 

Oxycedrus 190 

— brevifolia 190 

— echiniformis 186 

— ellipsoidea 191 

— macrocarpa 191 

— microcarpa 190 

— rufescens 190 

brevifolia 190 

pachyphlaea 197 

phoenicea 196 

— filicaulis 197 

— myosuros 197 

— turhinata 197 

plochyderma 197 

polycarpos 202 

prociimhens 196 

prostrata 206 

pseudosabina 196 

pygmaea 186 

recurva 195 

— densa 196 

— squamaia 196 

Reevesiana 201 

rigida 186 



repens 206 

rufescens 190 

■ — brevifolia 190 

Sabina 204 

— cupressifolia 206 

horizontalis .... 206 

— ereda 206 

— fasfigiaia 206 

— horizontalis 206 

— humilis 206 

— lusitanica 206 

— nana 206 

— procumbens 206 

— prostrata 206 

— pyramidalis 206 

— famariscifolia 205 

scopulorum 204 

sibirica 186 

sphaerica 202 

squamaia 196 

siricta 186 

struthiacea 201 

suecica 185 

taxifolia 192 

ihurifera 199 



turbinata 197 

mnbilicata 190 

utahensis 199 

virginiana 202 

— albovariegata 204 

— argentea 204 

— aureovariegata 204 

— Bedfordiana 204 

— Chamberlainii 204 

— cinerascens 204 

— compada 204 

— dumosa 204 

— elegantissima 204 

— glauca 204 

— globosa 204 

— gracilis 204 

— internipta 204 

— nana 204 

compada 204 

dumosa 204 

globosa 204 

— — tabulaeformis . . . . 204 

— nutans 204 

— pendula 204 

Chamberlainii . . . 204 




Abb. 181. Juniperus: a — e communis: a Trieb mit Knospen, b Trieb mit Früchten, c — d Frucht, e Same. — / var. 
nana: Triebstück. — g rigida: Triebe und Früchte. — h—m Oxycedrus: h Triebstück, i Blatt von oben, k—l 
Frucht, m Same. — n—o brevifolia: n Triebstück, o Blatt. — p — r macrocarpa: p Blattspitze und Oberseite, die 
weißen Spaltöffnungsbänder zeigend, q—r Frucht. -* s—u drupacea: s Zweig mit Frucht, t Fruchtquerschnitt, 
U Same (a, 6, /, h—tn, q—r, t — u nach Hempel und Wilhelm; c — e nach Kirchner, Loew, Schroetcr; g nach Shirasawa; s nach 

Gardener's Chronicle; sonst nach der Natur). 



Juniperus. 



183 



virginiana pendula nutans . 204 

_•_ Smithü 204 

— pyramidalis 204 

Schottii 204 



lirginiatm Smithü .... 204 

— — pendula ...... 204 

— tripartita 204 

inier rupta 204 



— Schottii 204 — tripartita plumosa. 



204 



virginiana variegata . . 


. . 204 


albovariegaia . . 


. . 204 


aureovariegata . 


. . 204 


— Wallichiana .... 


. . 196 



Übersicht der Arteni): 

vor allem auf Grund der Zweig- und Blattmerkmale. 



/. (// siehe S. 195.) Deut- 
liche kleine x\chselknospen aus 

Schuppenblättern vorhanden 
(Abb. 181 a), Blätter alle schmal 

lanzettlich (nadeiförmig), in 
3 zähligen Quirlen, am Grunde 
abgegliedert, Blüten achselstän- 
dig, 2 häusig. 

^.(ß. siehe S. 192.) Blätter 
immer spreizend, niemals an- 
gepreßt, linear, 1 — 2(2,5) mm 
breit, steif, meist scharfspitzig, 
unterseits konvex und grün. 
oberseits mit 1 — 2 weißen Spalt- 
öffnungsstreifen, ganzrandig, 
drüsenlos, nicht am Zweige 
herablaufend (Abb. 181 a, /, >?)■ 
Triebe kahl, im Schnitt 3 eckig; 

Blüten einzeln achselständig, 
Frucht aus 3( — 6) Schuppen 

zusammengesetzt, 4 — 16 7nm 
dick, Samen meist 3: Unter- 
gattung Oxycedrus. 

1. {2 siehe S.190.) Blattober- 
seiten mit nur 1 weißen Spalt- 
öffnungsstreifen: a) (b siehe 
S. 186) Blätter oberseits ziem- 
lich flach, der weiße Mittel- 
streifen breiter als die grünen 
Ränder, Unterseite nur stumpf 
gekielt: 1. J.comniünis, ge- 
meiner Wacholder: eine sehr 
variable, weit verbreitete Art, 
von der wir drei Formengruppen 
festhalten, deren erste den Typ 

^) In der Hauptsache nach 
H e n r v, in Elwes a. H.. Trees of 
Great Britain, VI. p. 1395 ff. (1912); 
einiges aucli nach K o e h n e, Deutsche 
Dendrologie (1893) p. 51 ff., Asche r- 
son und Gr aebner, Synopsis d. 
mitteleurop. Flora I. p. 24l"ff. (1897) 
und Britton a. Shafer, North- 
american Trees, p. 107 ff. (1908). - Es 
sei hier ausdrücklich betont, daß 
es sehr schwierig ist. viele 
Juniperus nach vegetativen Merk- 
malen zu bestimmen. Der hier ge- 
machte Versuch bedarf sehr der Über- 




Abb. 182. Ginkgo biloba: a Winterzweig, b — c Knospe, d Kurztrieb 
mit Blättern und Früchten, e tief gelapptes Blatt, / Kurztrieb mit 
männlichem Blütenstand, g Staubgefäß, h weibliche Blüten, bei 
i vergrößert, bei A- im Längsschnitt, / Früchte, m — n Same im 
iSchnitt und ganz i« — c nach C. Schneider; e nach Mayr; sonst nach Shirasawa). 



Prüfung. Auch die Zeichnungen auf Abb. 181, 184 und 194 sind noch äußerst verbesserungsbedürftig 
und müssen nach echten lebenden Vorlagen ergänzt werden!! 



184 



Juniperus. 



im engeren Sinne darstellt, während die dritte sehr oftalsbesondere Art (J. nana) geführt wird 
und die zweite einigen Autoren als Hybride {J. intermedia) gilt; wir halten vorläufig die von 
Henry und auch Ascherson und Graebner vertretene Auffassung fest, da sich 



eine 




Abb. Ib3. Juniperus communis an der Neiße bei .Skerbersdorf, Lausitz 
(phot. Parkdirektor K. Lauche, Muskau). 




Abb. 184. Juniperus: a — c phoenicea: a Triebstücij, b Fruclit, c Same. — d — / recurva: d — c Triebstück, / Frucht. 

— g — (f- squamata: g Triebstück, g^ Frucht. — h — k formosatia: h Triebstück, i Blatt, k Frucht. — l — m taxifolia: 
l Triebstück mit Frucht, m Blatt. — n procumbens: Triebstück. — o — p pachyphlaea: o Trieb mit Früchten, 
p Triebstück. — q — r thurifera: q Triebstück, r Frucht. — s — ( californica: s Triebstück, / Trieb mit Frucht. 

— U — V occidentalis : U Triebstück, V Trieb mit Frucht {a—c nach Hempel und Wilhelm; d, j nach Gardener's 

Chronicle; h — m nach Hayata; ?! nach Siebold und Zuccarini; s, t, v nach Sargent; sonst nach der Natur). 



Juniperus. 



185 




Abb. 1^5. Junipews cuuuuuuk wai. nana auf de: Mu3 Allah, RUa planina. 
Bulgarien Orig.,. 



sichere Treimuns schwer durchluhren läßt, können aber der Formengliedenmg der beiden 
letzten Autoren nicht folgen, sondern enthalten uns lieber so bestimmter ^^ erturteüe, mdem 
vrir die für uns wich- 
tigsten Formen wie 

folgt anordnen: 
Gruppe fl) typische 
Formen; Blattquirle 
mehtb—l(\— 20) mm 
unter sich entfernt. 
Blätter meist über 

10( — 22) mm laug, 
■weit abstehend, eher 

abwärts geneigt 
(Abb. 181«— &). meist 
aufrechter Strauch 
oder Baum. Heimat 
ganz Europa bis Per- 
sien (ob auch Hima- 
laya?) imd Sibirien, 
in Nordamerika in 

Neuschottland bis 
Britisch - Kolumbien. 

sücUich bis Penn- 
sylvanien, Michigan 
und Rocky-^Its. bis 
Neumexiko, hierher: 
var. viilgdvis: als Baum 
bis 15 ///, meist vom Grund 
aus verästelt, siehe Abb. 10 

und ISo, Borke zuletzt 
faserig abschälend, rötlich- 
braun. Triebe glänzend 
gelb bis rötüchbrauu, durch 
Längsleisten unter den 
Blättern Skanticr. chese 
meist schmallineal und srau- 
grün, selten über 1 mm. 
breit, Frucht meist (3—) 
6 — ^9 mm dick, schwarz, 
blau bereift, im 2. oder 
3. Jahre reifend (Abb. ISl 
h—d), tritt bei uns beson- 
ders als Tut erwuchs in 
Kiefernwäldern {Pimis syl- 
vestris, P. nigra tmd P. 
Peul-e) auf. baumartig vor 
allem in Norwegen, für den 
Garten auch als Hecken- 
pflanze geschätzt, da sie 
stärksten Schnitt verträgt : 
diesem Typ stehen sehr 
nahe: var. suecica (J. sue- 
cica, J. c. var. fastigidta imd 
var. pyramidalis), bis 10 m. 

zypressenartig (Abb. 9. 
S. 19), Zweige dicht, auf- 
steigend. Blätter stechend: 




b. 186. Juniperus chinensis var. Pjitzeriana, 5,5 m 

(Ori?.; Hort. Späth, Baumschulenweg bei BerUn). 



186 



Juniperus. 



var. hihemica (J. hyiernica, J. strida), schmal säulenförmig, wie Abb. 119, Blätter wenig 
stechend, beide Formen wertvoll für den Garten; var. j^^ndida, Strauch oder kleiner 
Baum, Verästelung locker, Zweige überhängend, var. prostrdta, Wuchs niederliegend, 
Blattquirle sehr genähert, an var. nana gemahnend, ferner zu nennen var. oblönga (J. 
oblonga, J. c. var. caucdsica, J. c. var. WecMi f. oUonga), schlank aufrecht verzweigt, Blätter 
15 — 22 mm lang, Zapfen nur 4 — 6 mm. dick, gilt als hübsche Form; Gruppe i) Mittel- 
formen: Blattquirle 3 — 6 mm unter sich entfernt, Blätter 7 — 10 mrn lang, selten über 
1 mm breit, meist gerade abstehend, Zapfen bis 9 7nm dick. Pflanzen aufrecht oder kurz- 
buschig bis niederhegend, 
meist über 40 cm (bis 1 m) 
hoch; hierher seien gestellt 
unter Anlehnung an Ascher- 
son und Graebner: var. 
cornpress a (./. com. hiber- 

nica compressa), dichte, 
kurze Pyramiden bildend, 
bis 1 m, hübsche Zierform, 
gilt in rauhen Lagen als 
heikel, var. depressa {J. 
nana var. canaäensis), dies 
dürfte wohl nur die nord- 
amerikanische Form der 
nana sein, soll bis 60 cm 
hoch werden; var. hemi- 
sphaerica (J. hemisphae- 
rica), rasige bis kugelige 
Form aus Süditalien, Grie- 
chenland, Algier, bei uns 
wohl nur im Süden brauch- 
bar, weiter im Norden in 
Kultur durch die var. echi- 
niförtnis {J. Oxycedrus 
var. echinijormis) ersetzbar, 
kugelige Büsche, bis 50 cm\ 
var. intertnedia {J. inter- 
media), angebliche Hybride 
J. communis var. vulgaris X 
nana, schlanktriebig, bis 
1 m, besonders in den Berg- 
regionen (nicht alpin) der 
Alpen und Karpathen, — 

't:' -■'- '-■■^- ' Y^ ^m:^mti*!^ir±''*tJPi^^^MBBS^^i^XLt'MS^ 'i "^ Gruppe c) ganz nieder- 
p^^^^^^l^l^^llE'fl^jBR '^ liegende Formen: bis 

30 f^», Zweige kurz und dick, 
häufig verbogen, Blattquirle 
nur 1( — 3) mm entfernt, 
Blätter 4 — 8 : 1 — 2mm, auf- 
wärts gebogen-anliegend, 
mehr kahnförmig, derber, 
stechender (Abb. 181 /), arktische und Hochgebirgsform," Verbreitung in den alpinen und 
arktischen Regionen des Types: var. nana [J. sihirica, J. com. var. saxdtilis, J. nana, 
J. alpina, J. nana var. alpina, J. pygmaea, J. nana var. sihirica), Z\yergwacholder, vergleiche 
über Benennung das S. 181 Gesagte, wertvolle Art für Gesteinsanlagen, Böschungen, siehe 
Abb. 185, bildet oft viele qm große Flächen; als ein Bastard von J. communis X J. Sabina 
gilt J. Kanitzii. 

b) Blätter oberseits ziemlich rinnig, mit eingebogenen Rändern, der weiße Mittelstreif 
schmäler als die grünen Ränder: 2. J. rigidä: Mittel- und Südjapan, Korea, Südost- 




Abb. IbT. Juniptitis piucuiiihtits (aufgebunden !j (Orig.; Hon. .^puili 
Baumschulenwe? bei Berlinl. 



Juniperus. 



187 



Mandschurei, kleiner Baum, bis 12 m, meist niedriger, ausgebreiteter Strauch, Blätter 13 — 25: 
1 mm, scharfspitzig, unterseits deutlich gekielt, Frucht im 2. Jahre reifend, dunkelviolett 
(Abb. 181 ö'); erinnert in Tracht nach Rehder an J. communis var. ohlonga, aber Blatt- 




Abb. 188. Vorn Jiinipems virginiam (?) var. tahdaeformis\ hinten linlvs Picea Morinda, rechts Abtes concolor 

(OHg.; Arborefjum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



188 



Juniperus. 



quirle gedrängter, Blätter steifer, selten in Kultur, aber hart und hübseh, wenn freistehend; 
wächst in der Heimat vielfach auf trockenem, sterilem Boden. 




Abb. 189. JuniperUS Sabina var. prostrala (Orig-.; Ilurt. Grafenegg, Niederösterreich). 




Abb. 190. Juniperus virginiana var. cßauca, 9 tn (Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



Jimiperus. 



189 




Abb. r.)l. Jan'qjtras Sabina (Orig-.; Hort. Graf enegg bei Wi-n^. 




Abb. 192. Juniperus oxycedrus in der Macchie bei Ragusa, Dalmatien, 1 m lürig. 



190 



Juniperus. 



2. Blattoberseiten mit 2 weißen Spaltöffnungsstreifen: a) Blätter sehr kurz, 6 — 9 mm, 
eiförmig lineal, Mitte etwa 2 mm breit, Ende stumpf oder nur kurz gespitzt (Abb. 181 
n — o), blaugrau, Samen oberseits mit 2 — 3 Längsfurchen, ohne scharfe Seitenkanten: 
3. J. brevifölia (J. Oxycedrus var. hrevifolia, J. rufescens var. hrevifolia, J. Oxijcedrus 

subsp. rufescens var. hrevi- 
folia): Azoren, Strauch oder 
kleiner Baum, Blätter ober- 
seits mit schmaler, grüner 
Mittelrippe, die nicht ganz 
bis zur Spitze geht, weiße 
Streifen breiter als die 
grünen Randstreifen, ganz- 
randig, Frucht fast kugelig, 
S nnii dick, dunkelrotbraun, 
wenn reif; nach Henry gut 
gekennzeichnete schöne Art ; 
ob im Süden in Kultur? — 
b) Blätter über 10(— 25) mm 
lang, lineal, mehr minder 
lang zugespitzt, Samen mit 
2 scharfen Seitenkanten : 
I. (IL siehe S.191 ) Sträucher, 
Zweige nicht ausgesprochen 
hängend, Blätter mehr min- 
der senkrecht vom Zweig ab- 
stehend: A) Blätter starr, 
12—18 mm lang, erst von 
Mitte ab gegen Spitze ver- 
schmälert (Abb. 181 i), 
Zapfen glänzend, höchstens 
stellenweise etwas bereift, 

nur 6 — 9 mm dick : 
4. J. Oxycedrus (./. Oxy- 
cedrus var. microcärpa; 
J. rufescens, J. Oxijc. sub- 
si)ec. rufescens), spitzblätt- 
riger Wacholder; Mediter- 
rangebiet (Madeira bis Nord- 
persien), Strauch oder 
kleiner Baum, gelegentlich 
bis 12 m, aufsteigend oder 
ausgebreitet, sparrig ver- 
zweigt, kompakt (Abb. 192), 
Blätter 1 — 2 mm breit, ober- 
seits mit schmaler, erhabener 
Mittelrippe, weiße Streifen 
kaum so breit wie grüne 

Randstreifen, Unterseite 
scharf gekielt, ganzrandig, 
Zapfen rotbraun, im 
2. Jahre reifend, siehe 
Abb. 181 k — l; wächst auf 
Kalk, Sand und anderen 
Böden, liebt trockene, warme Lagen; in nördhcheren Teilen nur in recht milden, geschützten, 
sonnigen Lagen brauchbar; auf die Formen braucht hier nicht eingegangen zu werden; eine 
Hybride mit folgender Art ist vielleicht J.ufnbilicdta. — ß) Blätter biegsam, meist 
18— 25 mm, von Grund an sich allmählich gleichmäßig verschmälernd (Abb. 181 p), Frucht 




Abb. 193. Juniperus OCcidentalis, 5 m (Orig.; G. Allard, La Maulevrie, 
Angers). 



Juniperus. 



191 



bereift, glanzlos. 12 — Ibmm dick: 5. J. macrocdrpa (./. Oxyc. subspec. wacrocö/"/)«), groß- 
früchtiger Wacholder: im wesentlichen alles wie vorige Art, Blätter mit eher breiteren ober- 




Abb.. 19-i. Juniperus: a — c chinensis: a Triebstück mit Nadel- und Schuijpenblättern, i mit Schuppenblättern, 
c Fiederstück mit Früchten. — d — e foetida: d Triebstück, e Frucht. — / — g excelsa: / Triebstück, g Frucht. 
— /» — k virginiana: h — i Triebstücke, k Fiederstück mit Früchten. — / — p Sabiua: l — m Triebstücke, o Frucht, 
p Same («, 6, d — g nach Xatur; c nach Shirasawa; h — i nach Mayr; k nach Sargent; 1 — o nach Kirchner, Loew, Schroeter; 

p nach Henipel und Wilhelm). 




Abb. 195. Juniperus squamata (Orig.; Hort. Hesse, Weener, Hannover) 



seitigen weißen Streifen, mehr aufrecht abstehend, eine Varietät mit birnförmigen Früchten 
ist var. elUpsoidea (./. Lobelii); ist eher empfindhcher als Oxijcedrus. — IL Bäume, Zweige 



192 



Jimiperus. 




Abb. 196. Keieleeria: a — c Davidiana: a benadeltes Zweigstück mit Knospen, b Nadelende und -grnnd, c Same. 
d g Evelijniana: d benadeltes, e entnadelte« Triebstück, / Nadelquerschnitt, g Same. — h Fortunei: 

Nadel (nach Masters, h nach Natur). 

ausgesprochen Überhängend, 
Blätter mehr vor\Yärts gegen 
die Zweigspitzen gerichtet^), 
lineal pfriemlich (Abb. 184 i) : 
6. J. fomiosdna {J. oh- 
lönga pendula, J. taxifolia 
Mast. u. a. Autoren zum 
Teil, nicht Hook, et Arn.^): 
China (von Schensi bis 
Hupei), Formosa, bis 16 m, 
Tracht wie Abb. 30, S. 38, 
Triebe 3 kantig, gelbgrün, 
Blätter scharfspitzig, ober- 
seits konkav, Mittelrippe 
grün oder blaugrün, sehr 

schmal, weiße Streifen 
breiter als grüne Ränder, 
Frucht kugelig, 8 — 9 mm 
dick, im 2. Jahre reifend, 
glänzend dunkelrotbraun 
(Abb. 184 h) ; in Kultur sel- 
ten, meist mit rigida ver- 
wechselt, soll als alte Pflanze 
in hängender Tracht hübsch 
sein, dürfte auch, wenn aus 
dem nördlichen Teile der 
Heimat stammend, ziemlich 
hart sein. 

B) Blätter wie unter 
A, S. 183, aber 3 — 4 mm 
breit (Abb. 181s), männ- 
liche Blüten zu 3—6, Frucht 
aus 6 — 9 Schuppen zu- 

Keteleeria Davidiana, 1 m (Oiig.; Hon. Vilmorin, Verrieres bei sammengesetzt, 15—23 mm 

Paris). dick, Samen zu emem 




197. 



1) Die echte J. taxifolia ist nach Henry ein Strauch, der fomiosana nahe steht, aber stumpfe, dickere 
Blätter besitzt (Abb. 184 l—m); kaum in Kultur, bisher nur von der Bonin-Insel (östlich von Japan) bekannt. 



Tafel VII. 




Picea pungens var. argeniea, in Eisenberg (Böhmen). 



Juniperus. 



193 



3 zelligen Steinkeni verwachsen: Untergattuns: Carifocedrus. Hierher nur eine Art: 7. J. 
drupdcea (Arceüfho.s drupacecn. Pflaumen -Wacholder: Kleinasien. Syrien. Griechenland, 
bis 2öm, in Heimat breit pyramidal, in Kultur säulenfürmis:. wie Abb. il8 und 211. Blätter 




Abb. 19S. Keteleeria Fortunei Jiort. Rovelli. Pallauza. Italien; durch Güte von Dr. E. Rovelli 
Silva Tarouca, Unsere Freiland-Sadelhölzer. 



13 



194 



Juniperus. 



12—22 mm lang, am Zweige bis zum nächsten Quirl herablaufend, scharfspitzig, mit 
2 weißen Streifen oberseits, ganzrandig, Frucht im 2. Jahre reifend, 18—25 : 15-23 mm 
(Abb. 181s— m); prächtige Art, Härte und Ansprüche etwa wie die Libanonzeder; im mittleren 
Teile des Gebietes nur in recht geschützten, warmen Lagen ohne Decke sich haltend. 




Abb. 199. Larix Poianini in der Heimat {phot. E. H. Wilson, mit Erlaubnis von Professor C. S. Sargent, Arnold 

Arboretum). 



Juniperus. 



195 



//. Keine deutlichen Laubknospen vorhanden, Blätter alle schuppenartig und an- 
gepreßt, oder alle nadeiförmig oder beide Formen vertreten, nie am Grunde abgegliedert, 
immer am Zweig herablaufend, gegenständig oder zu 3 quirlig (Abb. 184 und 194), Blüten 
1- oder 2 häusig, Frucht aus 4 — 9 Schuppen, Samen 1 — 12, nicht verwachsen. (Untergattung 
Sahina [Gattung Sabina].) 

A) {B siehe S. 196.) Blätter an alten Pflanzen durchweg nadeiförmig (vergleiche 
auch die Formen von ckinensis, communis und rirginiana): 1. Baum, Zweige gekrümmt 
und hängend, Blätter zu 3. schmal, locker angepreßt, freier Teil 4 — 8 mm lang und 0,5 — 1 mm 




Abb. 200. Larix: a Cajanderi: Zapfen. — h — h Poianini: b Endknospe von Langtrieb, c Kurztiiebe mit Nadeln, 
d Nadel, e deren Querschnitt, / Zapfen, g Deck- und Fruchtschuppe, h Same. — i — m Kaempferi (lephJepis): 
i Langtriebe, k Kurztriebe und Zapfen, / Zapfenschuppe, m Samen. — /( — t kurüensis: n Kurztriebe und 
Zapfen, o Nadel, p deren Querschnitt, q Deck- und Fruchtschuppe, r letztere von innen, t Samen [a nach 

Mayr; 6 — h nach Gardener's Chronicle; i — t nach Shirasawa). 

breit (Abb. 184f^ — e): 8. J. recürva: Ost-Himalaya (Sikkim-Bliutan), bis über \bm. Blätter 
scharfspitzig, Rückseite vom Ansatz bis zur Mitte gefurcht, graugrün, Innenseite konkav, 
weißlich, im 3. — 4. Jahre bräunen die Blätter, Frucht im 2. Jahre reifend, eiförmig, purpur- 
braun, etwa 9 mm lang (Abb. 184/), aus 3 — 6 Schuppen gebildet, Samen einzeln; nach Henry 
als Art zu behandeln, die in feuchtem Gebirgsklima wächst, bei uns kaum vorhanden und 
viel empfindlicher als folgende!. Kultur nur dort, wo der Sommer feucht genug ist (z. B. 
Schottland). — 2. Strauch, meist niederliegend, Blätter zu 3, ziemlich dicht angepreßt, 
im freien Teil 4 : 1 mm messend (Abb. 184 g): 9. J. squatndta (J. recurva var. squamdta; 

13* 



196 



Juniperus. 



J. monisonicola): von Afghanistan bis Mittelchina, Formosa, Tracht wie Abb. 195, 
von den niederUegenden Ästen erheben sich kurze aufrechte Zweige, Triebe gekrümmt, 
grün, Blattfarbe wechselnd, Rückseite meist grün, hier die Furche fast bis Spitze 
gehend, Frucht zuletzt schwarz im 2. Jahre, Form abweichend von recurva, 6 — 8 mm dick 
(Abb. 1849»^), Samen einzeln (dadurch und die breiteren kürzeren Blätter von J. communis 
nana gut zu unterscheiden), die ./. äensa (./. recurvavsn: densa) ist wohl nur t3'pische squamata, 
dagegen weicht J .procütnhens Sieb., nicht anderer Autoren! (J. cJiinensis var. procumhens 
Endl) von den Hochgebirgen Mitteljapans nach Henry ab durch an den Kanten der Höcker 

blauweiße Triebe, längere 
(freier Teil 8 mm), lang 
und fein zugespitzte Blätter 
(Abb. 184 71) ab, deren hohle 

Oberseite eine erhabene, 
meist grüne Rippe und da- 
neben 2 weiße Streifen mit 
schmalen grünen Randlinien 
zeigt, während die Unter- 
seite blaugrün mit weißen 
Flecken ist, Frucht noch 
unbekannt, Henry nennt 
J. procumbens den schmuck- 
vollsten der kriechenden 
Arten! Sie hat nichts zu 
tun mit J. japonica oder 
J. clihiensis var. japonica 
vieler Autoren und Gärten, 
siehe S. 202! Die Abb. 187 
zeigt ein wohl echtes Stück, 
das aber leider durch Auf- 
binden seine eigentliche 
Tracht eingebüßt hat. 

B) Blätter an alten 
Pflanzen in der Hauptsache 
schuppenförmig (an ein- 
zelnen Zweigen oft auch 
^Xadelblätter, nur Formen 
von communis u. a. ganz 
mit solchen). 

t.(2 siehe S. 199.) Blatt- 
rand ganz fein gezähnelt (nur 
unter scharfer Lupe deut- 
lich!): a) {b siehe S. 199.) 

Die vorhandenen Nadel- 
blätter in Quirlen zu 3 ge- 
stellt^): I. Schuppenblätter 
in gegenständigen Paaren 
(Abb. 184 a) : A) Triebe rund, 
Blätter ziemlich hellgrün, Frucht glänzend rotbraun, wenig bereift: 10. J. phoenicea: 
meist niedriger, aber aufrechter, reich verzweigter Strauch, selten bis 2,5 m oder Baum 
bis 8 m, Blätter vor allem an jungen Pflanzen nadelförmig, bis 6 mm, beiderseits rnit 
2 hellen Streifen, Schuppenblätter 1 — 2 mm, dreieckig-eiförmig, auf rundlicher Rückseite 




Abb. 2(J1. Larix Lyaili am Agnes-See, Alberta, Britisch-Kolumbien 
(phot. Alfred Rehder). 



1) Hier reihen sich nach Henry ein zwei meist vermengte Arten: J. WaUichiäna Hook., eine Baumart 
aus dem Ost-Himalaya, und J . pseudosabina Fisch, et Mey., von den Gebirgen tles Altai und Turkestans, 
ein niedriger Strauch von J. S abina-Tr ncht. Die letzte scheint bei uns schon in Kultur, ganz hart und wie 
Sabina verwertbar zu sein. Wir erbitten Material und Mitteilungen. Femer J. fldccida aus Südwest- 
Texas und Ostmexiko, Baum oder Strauch, ausgezeichnet durch schlanke hängende Zweige, nur fürs 
Mediterrangebiet geeignet, Schuppenblätter scharf zugespitzt, drüsig, Frucht 4— 12samig. 



Juniperus. 



197 



oft gefurcht oder grubig, Frucht im 2. Jahre reifend, auch gelb, 6 — 12 mm dick (Abb. 1846), 
Fleisch trocken, faserig, Samen 3 — 9; bei var. turbinäta (./. turlindta, J. oöphora) ist die 
Frucht eiförmig oder kurzkonisch, auffallend die Form var. fiUcaülis (./. mi/osüros, J. plioe- 
nicea var. mijosiiros), mit dünnen, fädigen, hängenden Zweigen; mediterrane Art, die warme, 
sonnige Lagen und Kalk hebt, nur im Süden des Gebietes mit Erfolg verwendbar, sonst 
höchstens hie und da in sehr günstigen, geschützten Lagen sich haltend. — B) Triebe 
4kantig, Blätter auffallend weiß- oder blaugraugrün, oft mit Harzausscheidung, Frucht 
stets deutlich bereift: IL J. pachyphlaea (./. plochuderma): Vereinigte Staaten (Texas, 
Neumexiko, Arizona, Mexiko), meist Baum. bisl8:l,5»?, alte Pflanzen breit verzweigt 




Abb. 202. Larix: a — c Griffithiana: a Zweig mit Kuiztrieben und jungem Zapfen (alten Zapfen siehe Tafel V, 
Fig. a), l Deck- und Fruchtschuppe, bei c mit Samen. — d — u decidua (europaea): d Langtriebspitze, e Kurz- 
triebe, / Winterknospe g Kurztrieb-, h Langtriebnadel, / Xadelcjuerschnitt, A- Zapfen, l Deck- und Frucht- 
schuppe, m Fruchtschuppe mit Samen, diese bei « besonders. — o laricina {americand): Zweigstück mit Kurz- 
trieben und Zapfen. — p dahurica: Zapfen. — q — r occidenialis: q Deck- und Fruchtschuppe (Zapfen siehe 
Tafel V, Fig. i), r Xadelquerschnitt. — s — f Lijalli: s Deck- und Fmchtschuppe (Zapfen siehe Tafel V, 
Fig. c), t Nadelquerschnitt (o — c nach Botanical Magazine; d—j nach C. Schneider; g — n nach Hempel und Wilhelm; 
— p nach Clinton-Baker; g — i nach Gardener's Chroniele). 

oder dicht rundkronig, Borke auffällig, eichenartig. Blätter an jungen Trieben verlängert, 
langgespitzt, an älteren wie Abb. 184 p, alle Teile stark bläulichweiß bereift, Frucht im 
Herbst des 2. Jahres reifend, wie Abb. 184 o, meist 4 sämig. Fleisch trocken, faserig-mehlig; 
prächtige Art, die sich ziemlich hart gezeigt hat, jedenfalls sonnige, trockene Lagen hebend, 



198 



Juniperus. 



WO das Holz gut ausreift, sonst sehr geschützt. — II. Schuppenblätter (meist) in Quirlen zu 3 
(Abb. 184s): Ä) Fruchtfleisch trocken, faserig, süß: 12. J. califö^mica: Kalifornien, 










'^. 







Abb. 203._Große Lä/'c/te {Lanx decidua) von Blitzingen (durch gütige Vermittlung von Graf Fritz von Schwerin). 

Baum bis 12:0,6 m oder meist Strauch, Tracht^ konisch, Verästelung unregelmäßig, 
Blätter gelbgrün, eiförmig, etwa 2 mm lang, außen konvex, drüsig, Spitze ziemlich stumpf 
(Abb. 184 s), an üppigen Trieben scharf spitzig, länger, außen weißlich, Frucht im 2. Jahre 



Juniperas. 



199 



reifend, kugelig oder länglich, 12—20 mm lang (Abb. 184 1), rotbraun, blau bereift, 
Samen 1—2; liebt trockene Küstenhänge, kaum echt in Kultur, dort mit occidentalis ver- 
wechselt; nahe steht J. utahensis (./. californica oder occidentalis var. utahensis), aus 
Südost-Kalifornien, Ost-Utah, ]N'ord-Arizona. AVest-Colorado, buschiger Baum oder 
Strauch der AVüste, der durch dünnere Triebe, spitzere, drüsenlose, zum Teil gegen- 
ständige Blätter, meist kugelige und einsamige Früchte abweichen soll; wohl noch nicht 
in Kultur versucht. — ß) Fruchtfleisch harzig: 13. J. occidentalis (./. frdgrans, weib- 
liche Pflanze, J. BürM, männliche Pflanze): Kalifornien, im Gebirge höher gehend als 
californica, Baum bis 
18 : 0.9 m oder meist 
Strauch, selbst nieder- 
liegend, breit ver- 
zweigt, rund-flach- 
kronig, Blätter hell- 
grün, spitzeiformiü". 
2 — S mm lang, deut- 
lich di-üsig (Abb. 
184 m), Blüten ein- 
häusig, Frucht mehr 

minder kugelig. 
6 — 8 mm dick, blau - 
schwarz und bereift 
(Abb. 184 r). Samen 
2—3; liebt trockene, 
steinige Hänge, bei 
uns selten in Kultur. 
siehe Abb. 193, wächst 
langsam, in rauheren 
Lagen nicht hart, nur 
in milderen Gegenden 
brauchbar, nahe steht 
J. nionospevma 
(J. occ. var. monosper- 
ma), von den Ostab- 
hängen der Rocky- 
Mts., welcher durch 
dünnere Triebe, meist 
drüsenlose Blätter und 
1( — 2) sämige Früchte 
abweichen soU. 

b) Xadel- und 

Schuppenblätter zu 

2 gegenst audio;, lang 

zugespitzt (Abb. 184^ ) : 

Früchte dunkelblau. 

Fleisch süß. körnis;; 

14. J. thurifera 

(J. hispduica): Abb. 

Südost-Frankreich. 

iberische Halbinsel, 

Sardinien. Marokko. Alsier. Baum, bis über Ibm. Triebe 4kantig. Blätter rückwärts drüsig, 
oberseits weißlich. Frucht S— 9 wm dick (Abb. 184 r). mit 2—4 Samen; liebt sonnige Kalk- 
hänge, nur fürs mediterrane Gebiet brauchbar. 

2. Blätter ganzrandig: a) Xadelblätter gewöhnlich in Ouirlen zu 3, Schuppenblätter 
stumpf (Abb. 194 ff— &): 15. J. chitieusis {f.cernua. J. dimörpha), Mittel- und Xordchina, 
Mongolei. Japan: Baum bis fast 25 m oder Strauch. Triebe dünn, kaum 1 mm dick. Schuppen- 
blätter schmal-rhombisch, etwa 2 mm. außen grün mit bleichen Rändern, drüsig, iimcn 




204. Die Kugellärche (Larix decidua) auf dem Stiirzberge bei Steyr, 
Überösterreich durch Güte des Herrn Josef Petz. Steyr). 



200 



Juniper 




Abb. 205. Links Larix decidua, ]\liiir rums im/ra var. (iiislriacn, 14 in, rechts lüium l'nra paHijer 

(Ürig.; ScliluLlpark zu Pillnitz a. Elb(). 




Abb. 206. Links Picea Mariana, rechts Picea excelsa var. Remontii (phot. Graf Herbert Schatfgotsch, Purgstall, 

Niederösterreich). 



Juniperus. 



201 



mit schmaler Rippe, blaugrau; Nadelblätter (an jungen Pflanzen und gelegentlich an alten) 
sehr schmal, 8 tum, spreizend, auch oft zu 2 gegenständig, spitz, Frucht im 2. Jahre reifend, 
an schuppigen Kurztrieben, braun mit weißem, mehligem Reif, niedergedrückt kugelig, 
5 — 7( — 11) mm breit (Abb. 194 c), Samen 2 — 3, selten 4 — 5; ziemlich variable Art, hierher 
gehören J \strutliiacea, J. flagelliformis, J. Reevesidna, ferner Kulturformen: var. Pfitze- 




Abb. 207. Libocedrus: a — d chüensis: a Fiederstück, h Trieb, c Frucht, d Same. — e — / Doniana: e Fiederstück, 
/ Trieb mit Fracht, g Same. — h — i tetragona: h Fiederstück, i Trieb mit Fracht (nach Hooker). 




Abb. 208. Picea: a canadensis {alba): Triebende mit Knospe. — b — c orienialis: b Triebende mit Knospen, 
c Nadel. — d—g Glelmii: d—e ent- und benadeltes Triebstück, / Nadel, g Nadekiuerschnitt. — h Mariana 
{nigra) Triebende mit Knospen. — i—k Morinda: i Triebende mit Knospen, k benadeltes Triebstück. — 
l — polita: l benadeltes Triebende mit Knospe, m Nadel, n Nadelquerschnitt, o Triebende mit Knospen. — 
p — q pungens: p benadeltes Triebstück, q Knospen. — r — s Schre.nkiann: r benadeltes Triebstück, s Triebende 
mit Knospen {a—c, h—i, o, s nach Natur; d—g, l—n nach Shirasäwa; k, r nach Clinton-Baker; p — j aus Gärdener's Chronicle). 



202 



Juniperus. 



ridna, Tracht wie Abb. 186 breitpyramidal, Zweige überhängend, ya.Y. japönica{J.jap6- 
nica), breitbuschige Pflanze, meist nur Jugend(Nadel)blätter vorhanden; wie oben S. 196 ge- 
sagt; fälschlich mit./, procümhens Sieb, verwechselt; var. ailrea, aufrechte, schuppenblättrige 
goldgelbspitzige Form (Abb. 120), eine niederliegende gelbtriebige Form geht als var. 
japönica aurea u. a., deren Benennung zum Teil sehr verworren ist; recht hübsche harte 
Art, die für den Garten Avertvoll ist, Holz wohlriechend, wie bei virginidna; hierher wohl 
als Form J. sphaerica {J. dunensis var. Smithii, J. Fortünei) aus China (um Shanghai, 
auch in Hupei), soll größere, kaum bereifte Früchte haben, noch näher zu beobachten. — 
b) Nadelblätter in gegenständigen Paaren wie die Schuppenblätter, diese meist spitz: 

I. junge Triebe ziemlich 
kurz und dicklich , über 1 mm 
dick, Blätter drüsenlos, 
i^ Beeren ziemlich groß, bis 

über 12 mm cUck, Samen 
1 — 2: 16. J. foetidissi- 
fna: Mazedonien, Griechen- 
land, Kleinasien, Syrien, 
Armenien, Transkaukasien, 
Baum bis 17 : 1 m oder 
Strauch, von zypressen- 
artiger Tracht, sonst 
folgender Art recht ähn- 
lich, aber sehr unangenehm 
riechend beim Reiben; liebt 
Kalk und trockene felsige 
Lagen, dürfte aber sehr 
selten echt in Kultur sein. 
— II. Junge Triebe schlank, 
dünn, kaum 1 mm. dick, 
Früchte höchstens 12 mm 
dick: Ä) (B siehe S. 204) 
Triebe beim Reiben ange- 
nehm aromatisch riechend, 

Früchte aufrecht oder 
nickend, Hauptstamm auf- 
recht: 1) Schuppenblätter 

rhombisch-eiförmig 
(Abb. 194 /), Frucht 8 bis 
12 mm dick, Samen etwa 6 : 
n.J. excelsa (J. aegaea, 
./. Olivierii): Mazedonien 
durch Kleinasien bis Syrien, 
Kaukasus, Krim, Baum, bis 
40 »^ siehe Abb. 72, Schup- 
penblätter etwa 1 mm lang, 
mäßig spitz, außen drüsig, 
Xadeiblätter 4 bis 6 m7n, 
oberseits konkav, mit 2 weißen Streifen, unterseits am Grunde drüsig, Frucht im 2. Jahre reifend, 
an kurzen beschuppten Stielen, tiefpurpurn, etwas bereift (Abb 194 g) ; eine auffallende Form ist 
var. sfWc^a (var. Perkinsii, YSir.venüsta), schmalpyramidal, Blätter meist nadeiförmig, blau- 
grau; nur für nicht zu rauhe Gegenden, dann aber recht schnnickvoll; in den Formenkreis 
gehören die transkaukasischen J. isophyllos und J.polycdrjws. — 2) Schuppenblätter 
spitzeiförmig (Abb. 194 *), Frucht nur 5— S mm dick, meist 1—2 sämig: 18. J. virgini- 
dna (./. ariorescens, J. carolinidna), Bleistift-Wacholder: Xeu-Schottland und Neu-Braun- 
schweig bis West-Ontario, Süd-Dakota, südlich bis Nord-Florida, Alabama und Ost-Texas, 
meist Baum, bis 30 : 1,5 m, Tracht anfangs dicht konisch, später mehr breit gewölbt, Borke 
grau- oder rotbraun. Triebe Ikantig, Blätter dunkelblaugrün, Schuppenblätter 1,5—2 mm, 




Abb. 209. Libocedrus decurrens in den Siskiyou Mts., Oregon 

(phot. Alfred Rehdcr). 



Juniperus. 



203 




Abb. 210. Naturableger von Picea canadeusis, von der rechts stehenden (im Stamme nicht sichtbaren) Mutter- 
pflanze schon abgelöst fOri?.; Hort. Bo?ath, Unsrarn). 




Abb. 211. Links: Cupressus turulisn: in der ^Mirti': Picea Mariana var. Doumeiti, 8m breit; rechts Juni- 
perus drupacea; hinten links AbifS )ianiidica (Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



204 



Juniperus. 



rückwärts meist gerundet und an jungen Pflanzen drüsenlos, Nadelblätter lineal-lanzettlich, 
bis über 10 mm; Frucht im ersten Herbst reifend, kugelig, süßlich, bereift (Abb. 194 k); 
vom Typ eine ganze Reihe Kulturformen bekannt; wir nennen: var. tripartita, niedrige, 
zierlich verzweigte Form mit blaugrüner Belaubung, nur Nadelblätter, dies letzte gilt auch 
für f. interrüpta, gedrungen pyramidal, f. plumosa (Abb. 64) u. a. ; var. pyraniklälis, 
Tracht säulenförmig (Ablo. 101), Belaubung blau- oder frischgrün, eine zwergige frischgrüne 

Pyramide bildet f. Schöttii 
{virg. Scliottii) ; \ar. pendula, 
hierher verschiedene Hänge - 
formen, f. Chamherlamii, f. 
Smithii {virg. Smithii pen- 
dula), f. nutans u. a. ; var. 
nana, Zwergformen, hierher 
f. glohösa {virg. glohosa), frisch- 
grüne Kugelform (Abb. 64\ 
nur Schuppenblätter, f. du- 
mosa {virg. dumosa), rundlich- 
pyramidal, bläulich belaubt, 
mehr Nadelblätter, f. com- 
pääa u. a. ; unsicher ist die 
eigentümliche f. tabulaeformis 
(Abb. 188); var. cjlauca, 

üppig, schön blaugrün 
(x\bb. 190); var. cinerd- 
scens (var. argmtea), asch- 
grau-silbrige Triebspitzen, 
üppig; var. elegantissima 
pyramidal, goldgelbtriebig, 
sehr empfehlenswert nach 
Beißner; var. variegdta, 
bunte Formen, hierher f. alho- 
variegäta, f. aureovariegäta 
u. a., als schön silberbunt 
gilt die Sorte ,,Triomphe 
d'Anvers"; diese Art kommt 
häufig auf ziemlich armem, 
felsigem Boden vor, sie ist 
ein sehr geschätztes Nutzholz 
in der Heimat, für den Garten 
sind viele Formen wertvoll, 
AVuchs aber langsam, Ver- 
setzung alter Pflanzen schwie- 
rig, sonst ist die Art hart und 
liebt frischen, nicht trockenen, 

sandigen Boden; nahe- 
stehende Arten sind J. sco- 
pulörmn, westliches Nord- 
amerika, Früchte erst im 
2. Jahre reifend, gewiß hart, 
und J. barbadensis, süd- 
östliche Vereinigte Staaten, AVestindien, Früchte nur S—^nwi dick, für uns ohne Belang; 
unklar ist eine ,, Jugendform" J .Bedfordiäna {J. gräcüis, J. virg. var. Bedfordidrm oder 
var. gracilis), empfindlich. 

B) Triebe beim Reiben sehr unangenehm riechend, Früchte hängend, auf meist 
kurzen, übergebogenen Stielen, Hauptstamm niederliegend oder aufsteigend: 19. J. Sabina 
{Sahina officina.lis), echter Sadebaum: Mittel- und Südeuropa, Kaukasus, Nordpersien 
(Nordasien fraglich), siehe auch unten var. prostrata, meist niederliegend, wie Abb. 191, 




Abb. 212. Picea Alberiiana, bei Banff, Albeita, Brit. -Kolumbien 

(phot. Alfred Rehder). 



Juniperus. 



205 



seltener aufrecht bisl,5( — 4) m, Triebe 4 kantig, Schuppenblätter eiförmig:. 1^2 mm, rückwärts 
gerundet. Xadelblätter bis 9 mm. schmallanzettlich (Abb. 194 /. m\. Früchte bräunlich- 
schwarzblau, bereift, bis d mm dick (Abb. 194 o — p); von Formen zu nennen: var. tatna- 




Abb. 21.3. Picea orientalis. 



40 Jahre, im Park der Villa Loose, Lesum bei Bremen ^durch gütige Vermirtlung 

von Graf Fritz von Schwerini. 



206 



Juniperus. 



riscifölia, fast nur Nadelblätter, auffällig; var. cupressifölia, alle Blätter schuppen- 
förmig, häufigste Form, hierher f. horizontälis (./. liorizontalis, J. Sab. ye^v. JiumiUs und 
var. 7iana) niedrig, flach ausgebreitet ; var. lusitdnica {J. lusüanica), aufrecht, Äste wagrecht 
abstehend, Schuppenblätter sehr spitz, verbreitete Form in Südeuropa; var. pyraniiddlis 




Abb. 214. Picea morinda im Schloßpark zu Friedrichshafen (durch gütige Vermittlung von Graf Fritz von Scliwerin). 

(var. fastigidta, var. erkta), Säulenformen, Äste aufstrebend, sehr schmuckvoll; schließhch 
die amerikanische var. prostrdta (./. prostrata, J. Sah. var. jjrocumhens, J. repens), nieder- 
liegend, rasig, weithin kriechend (Abb. 189), bläulichgrün, nördliche Vereinigte Staaten, 
wo er vor allem auf Sand wächst, während unsere Formen kalkliebend sind, diese Form 



Janiperus. 



207 




Abb. 215. Prachtexemplar von Picea excelsa var. inversa. etwa 50 Jahre alt, im Wessely'schen Schloßpark 

zu Zinkau (Böhmen^ {durch entige Venninlung des Herrn Ritter von Wessely). 




•aÄi^^&5r?!r«'T^ 



Abb. 



f-ls Maßstab I. 



208 



Juniperus — Keteleeria. 



ist sehr hart und 
breitet und wird 



Abb. 217. Picea 



recht wertvoll für Felshänge ; der Sadebaum ist bei uns in Gärten sehr ver- 
leicht durch Wuchern lästis:, in Parkanlagen, wo er oft weite Strecken über- 
zieht, bildet er gute Schlupf- 
winkel für Kaninchen ; diese 
Art enthält giftige Stoffe, 
die medizinisch wertvoll 
sind, in manchen Gegenden 
ist jedoch das Anpflanzen 
verboten, weil das Volk die 
Pflanzen mißbräuchlich ver- 
wendet. 

Kaukasusfichte sielie Picea 
Orientalis. — Kaurificlite siehe 
Ayäthis australis. 

Keteleeria, Ketele- 
erie, Stechtanne: man ver- 
gleiche das im iVbschn. XII, 
S. 140, Gesagte ; hoheBäume, 
Verästelung unregelmäßig, 

siehe Abb. 31 und 198, 
Stammrinde zuletzt korkig, 
hell. Triebe rundlich, mit 
kreisförmigen Blattnarben 
(Abb. 196 e), Knospen mit 
dachziegeligen Schuppen, 
die später am Grunde 
der Jahrestriebe als 
Scheide bleiben, Nadeln 
tannenartig, an Seiten- 
trieben gekämmt, oberseits 
gefurcht, unterseits Rippe 

erhaben, daneben weiße 
Spaltöffnungslinien. Harz- 
gänge 2, randständig; 
Blüten- und Fruchtmerk- 
male siehe S. 31; Zapfen 
tannenartig, Samen geflü- 
gelt (Abb. 196 c), Keimling 
wie Abb. 8S rn—n, S. 93: 
Kultur: bei uns dürfte 
K. Fortünei nur dort ge- 
deihen, wo sich auch Qiier- 
cus ilex hält, also in den 

wärmsten Gebieten, vor 
allem im Seeklima der süd- 
lichen Teile; in England 
und im Norden an der See 
nicht hart, da die Triebe 
augenscheinlich nicht genug 
ausreifen; Ansprüche viel- 
leicht ähnhch wie Ahies 
Pinsapo, nach Mayr ver- 
tragen sie Halbschatten, 
angeblich schwer zu ver- 
pflanzen ; Vermehrung 

pungens var. pendula, b m (Orig.; Ei<i.Lber-tr Baum- '^'^^ besten durch Samen, da 
schulen, Böhmen). dicscr schwcr ZU beschaffen, 




Tafel Till. 




'■-■--■*- ^-*i 



Picea canadensis, links, und Pseudotsuga glauca, in Prulionitz (Böhmen). 



Keteleeria. 



209 



meist durch VerecUuno:. hierbei käme als Unterlage vielleicht Pseudotsuga in Betracht; 
Verwendung in den oben angedeuteten Teilen des Gebietes, vorläufig weiter im 
Is'orden nur als kleine Pflanzen versucht. 

A) Xadebi stumpf (Abb. 196«^, S. 192). Zapfen 12 — 20 c>/?. Schuppen gegen Spitze ver- 
schmälert: K. Davididua: China (Schensi bis Jünnan), dort bis 40 w, siehe Abb. 31. S. 39, 
und Abb. 197, S. 192. Triebe dicht kurz behaart. Knospen rundlich-eiförmig. Xadeln ver- 
schieden an jungen und alten Pflanzen, an ersteren 30 nim oder länger, bis 3 ////// breit, fein 
scharf zugespitzt, unterseits 3Iittelrippe stark hervortretend, beiderseits mit 9 hellen 
Spaltöffnungslinien, außen grün gerandet. an älteren Pflanzen Xadehi kürzer. Spitze 
stimipf oder rundUch, Oberseite sattgrün. Rippe beiderseits vortretend, siehe Abb. 196 a — b, 
Zapfen 15 — 20 cm lang, siehe Tafel VI, Fig. g. Schuppen am Rande etwas aufgebogen, so 




Abb. 218. Picea: a — d hondoensis: a Triebende mit Ivnospen, b benadeltes Triebstück, c Xadel. d deren Quer- 
schnitt. — e — g ajanensis: e benadeltes Triebstück, / Xadel, g Xadelquerschnitt. — h — P- Wilsonii: h Trieb- 
ende mit Ivnospen, (' Xadel. ?■ Ende tmd Grund vergrößert. — k — m Xeoreitchü: l- — l benadeltes imd entnadeltes 
Zweigstück mit Ivnospe, m Xadelquerschnitt. — /( — p montigena: n Zweigstück, o Xadel, p deren Querschnitt. 
■ — q — s complanata : q Zweigstück, r Xadel. 5 deren Querschnitt [a. h — i^ nach N'aiur: f— ^ nach Shiiasawa; 

k — t nach Mastersl. 



daß der iSamenflügel hervortritt: diese neue Art ist in jungen Pflanzen in England und 
Frankreich in Kultur und dürfte härter als folgende sein! — Hier schließt sich nach 
Masters, dem wir hier folgen, die noch nicht emgeführte K. Fabvi aus Szetschwan an, 
IS'adeln kürzer, oberseits gefurcht. Zapfen nur etwa 5 on lang. Schuppen nmdlich. 

B) Xadehi stets scharf gespitzt (Abb. 196 li. S. 192). Zapfen meist nur 8 — 12 cm lang, 
Schuppen rundhch: /i. FoHihiei: Ostchina, nicht ganz so hoch wie vorige, Tracht, wie 
Abb. 198. Triebe etwas kahler, rotbraun. Zapfen kleiner. 8 — 12 cm lang, ähnlich folgender, 
aber Schuppen rundlicher, Samen ganz verdeckend: bisher nur im Mediterrangebiet mit 
Erfolg versucht. — Hieran schheßt sich K. Evelynidna aus Jünnan, wie Abb. 196 d — g, 
Zapfen wie Tafel VI, Fig, h, Fruchtschuppen gegen Spitze verschmälert. 



Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhölzer. 



14 



210 



Kiefer — Larix. 



Kiefer (auch Kiene, Kienbaum) siehe Pinus. — Kleinzapfige Lärche siehe Larix laricina, — Knie- 
holz siehe Pinus montana. — Kopfeibe siehe Cephalotaxus. — Korktanne siehe Abies arizoyiica. — Kor- 
sische Schwarzkiefer siehe Pinus nigra var. Poiretiana. — Kranawitt = Juniperus communis. — Kremsen, 
Krummholz siehe Pinus montana. — Kryptomerie siehe Cryplomeria. — Küstenkiefer siehe Pinus 
contorta. — Kugel-Scheinzypresse siehe Chamaecyparis ihyoides. 

Larix, Lärche: man vergleiche das im Abschnitt XII, S. 135, Gesagte; Bäume, nur 
als Formen strauchig, Tracht und Verästelung siehe Abb. 199, 201, 203, Zweige in Kurz- und 
Langtriebe gegliedert, die letzten tragen einzelne, spiralig angeordnete Blätter, wogegen bei 
den Kurztrieben zahlreiche Blätter am Ende gebüschelt stehen, die ungleich lang sind und 
von denen jedes in der Achsel einer Knospenschuppe entspringt (Abb. 200 und 202), 
Blätter sommergrün, nadelartig, oberseits flach oder gekielt, unterseits stets stark gekielt, 
_ 1 Gefäßbündel, 2 Harzgänge 

unter der Epidermis (Abb. 
202 i, r, ty, Blüten- und 

Fruchtmerkmale siehe 
S. 132 ; Zapfen aufrecht, kurz 
gestielt, im 1. Jahre reifend, 
abermehrere Jahre bleibend, 
dann als Ganzes abfallend, 
Schuppen holzig, Samen wie 
Abb. 125 Ä-. 8.129, siehe auch 
Abb. 200 und 202; Kultur 
im allgemeinen in etwas 

feuchtem, tiefgründigem 
Boden in freier Lage, indes 
sind die Lärchen meist wenig 
heikel, doch soll nach Mayr 
der Boden um so tiefgrün- 
diger und besser sein, je 
wärmer die Lage ist; sie 
sind ganz hart, lichtbedürf- 
tig und im allgemeinen 
gegen Wärme und Trocken- 
heit, vor allem trockene 
Wärme, empfindlich; V e r- 
m e h r u n g durch Samen 
(Anfang April ins Freie 
säen, außer bei seltenen, 
heiklicheren Arten), sonst 
nur bei Neuheiten oder 
Seltenheiten durch Vered- 
lung (Frühjahr) auf L. de- 
cidua, möglichst tief auf 
AVurzelhals ; durch Steck- 
linge (aus fast reifem Holze) 
vermehrt man selten, besser 
sind dann noch Ableger, namentlich von jungen, kräftigen Pflanzen; Verwendung 
als wertvolle Park- und Nutzbäume, die fast alle ganz hart sind, siehe die Arten. 

Über die richtige Benennung 

ist manches zu sagen. Der älteste Name für L. leptolepis Endlicher ist Pinus Kaempferi Lambert 
(1824), so daß diese Art L. Kaempferi Sargent (1898) heißen muß. Abies leptolepis Sieb, et Zuec 
ist erst 1842 veröffentlicht. Wegen Pseudolarix Kaempferi kann L. Kaempferi sehr wohl bleiben, da 
jene erst später so benannt wurde und für sie heute der letzte Xame gar nicht angewendet 
wird. L. Griffithii J. D. Hooker (1855) ist zuerst als Abies Griffiihiana Lindley et Gordon (1850) 
beschrieben worden, so daß L. Griffithiana Carriere (1855) vorangestellt werden muß. Für L. sibirica 
Ledebour (1833) wäre vielleicht der älteste Name Pinus intermedia Fischer (1831), doch ist der gleiche 
Name schon früher gebraucht worden von Wangenheim (1787) für L. laricina, wobei die Deutungen augen- 
scheinlich noch strittig sind. Daß für L. europaea De Candolle (1805) der ältere Name L. decidua Miller 
(1768) zu setzen ist, wird bereits in den meisten Büchern durchgeführt. Zu L. decidua var. pendula 




Picea Engelnuüuii am Louisa-Ste, Alberta, Britisch- 

Kolumbien (phot. Alfred Rehder). 



Larix. 



211 



Regel. (1S71) = L. europaea var. pendula Lawson (1836) wird oft als S}Tion\Tii Pinus pendula Alton oder 
Solander in Ait. (1789) = L. pendula Sarisbiiry (1807) = L. americana var. pendula London (1838j zitiert. 
Nach Rehder und Britton würde die Pinus pendula Alt. zu L. laricina gehören, während Henry sie zu L. 
dahurica stellt. Aus Henrys Angaben geht heni-or, daß Solander laricina und dahurica vermengt und in 
erster Linie dalmrica vor sich gehabt hat. Mithin hat sein Xame nichts mit decidua zu tun. Für L. ameri- 
cana 'Slkh.a.ux {ISfJS } ist der älteste y^ame Pinus laricina Du Roi (1771), weshalb die Art also L. laricina 
Koch (1873) zu heißen hat. 




Abb. 220. Picea: a — b Emjelmanni: a benadeltes Triebstück, h Ivnospen. — c — / excelsa: c Langtriebspitze, 
d Seitentriebspitze aus dem Wipfel, e ebenso tiefer am Stamme, / ganz unten am Stamme. — g — i spinulosa 
{morindoides): h benadeltes Triebstück, i Xadel. — k — l Breueriana: k Ivnospe, l Xadelquerschnitt. — 
mbicoJor: KnosTpe. — n — pOmorica: n Knospe, o Zweigstück mit den Xadelbasen, p benadeltes Zweigstück. — 

q — r sitchensis: q Knospen, r benadeltes Triebstück a nach Beißner; 6, g—i, q^—r nachi Sargent; c— /, a—p nach Hempel 

und Wilhelm; Tz — n nach Xatur). 



Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 

(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



alaskensis 218 

americana 217 

— pendula 218 

Cajanderi 218 

chinensis 212 

dahurica 218 

— japonica 214 

decidua 217 

— pendula 217 

— pendulina 217 

— prostrata 217 

— repens 217 

— sibirica 216 

— virgata 217 

europaea 217 



europaea pendula 217 

— pendulina 217 

— repens 217 

— sibirica 216 

— virgata 217 

Griffithiana 214 

Griffithii 214 

intermedia 216 

japonica 214 

Kaempferi 212 

— duniosa 213 

— minor 214 

— pendula 213 

kurilensis 214 

laricina 217 



Larix 

leptolepis 

— dunwsa 

— minor 

— Murrayana 

— peiidula 

Lyalli 

microcarpa 

Occidental is 

pendula 211, 

Potanini 

Principis Ruprecht i . . . 

rossica 

sibirica 

thibetica 



217 
212 
213 
214 
214 
213 
212 
217 
214 
218 
212 
217 
216 
216 
212 



14* 



212 



Larix. 



Übersicht der Arten.^) 

(Anordnung auf Grund der Zweig- und Blattmerkmale.) 

/. (//siehe unten.) Nadeln beiderseits gekielt, im Querschnitt 4kantig (Abb. 202 1, S. 197): 
A) Triebe im 1. und 2. Jahre dicht braunfilzig, Nadeln 25 — 40 mm lang: l.L. Lydlli, filzige 
Lärche: nordwestliches Nordamerika (Montana, Oregon, Washington, Süd-Britisch-Kolum- 
bien), bis 25: 1,2 m, Tracht in Heimat siehe Abb. 201, Krone breit, unregehnäßig, Kurz- 
triebe 1,5 — 2 cm, Knospenschuppen reich verworren weiß gewimpert, Nadeln hell- oder 
bläuhchgrün,ziemhch spitz, Zapfen 3,5 — 4,5 : 2 cm, siehe Tafel V, Fig. c, im I.Winter fallend, 

vor Reife schön rosa mit 
gefransten Schuppen, Deck- 
schuppen herausragend 
(Abb. 202 s); Gebirgsbaum, 
der als schön gilt, aber 
kaum in Kultur zu sein 
scheint. — B) Triebe glän- 
zend gelb, verstreut (am 
Grunde der Jahrestriebe 
dichter) behaart, Nadeln 
nur 20 — '2b mm lang: 2. 
L. Potanini {L. thibe- 
tica, L. chinmsis): China 

(Szetschwan, Jünnan, 
Tibet), bis über 25 m., Tracht 
wie Abb. 199, S. 194, Na- 
deln scharfspitzig, ihre 
Seiten weiß gestreift, Zapfen 
zylindrisch, 4,5 cm lang, siehe 
Tafel V, Fig. e ; in der Hei- 
mat sehr wertvolles Holz, 
jetzt erst in Kultur gebracht, 
als Zierbaum gewiß recht 
brauchbar. 

//. Nadeln nur unter- 
seits gekielt, Oberseite flach 
oder rundlich (Abb. 202 *, r): 
A) (B siehe S. 217.) Triebe 
behaart (außer zuweilen bei 
sibirica und occidentalis) : 
/ . (2 siehe S. 214.) Nadeln 
blaugraugrün, unterseits mit 
2 deutlichen Spalt Öffnungs- 
streifen, deren jeder aus fünf 
Linien besteht: a) Triebe 
hell bis dunkelrot, zuweilen 
schwach bereift, Behaarung 
oft schwach, Knospen rot, 
Nadeln zahlreich, wenigstens 
zu 40 gebüschelt, dünn, (15— )20— 35 : 0,5—1 mm, pinselartig aufrecht gestellt : 3. L. Kaetnpferi 
(L.leptölepis), japanische Lärche: Mitteljapan, bis 40 m, Tracht wie Abb. 53, S. 60, 
Kurztriebe dicker als bei L. decidua, rötUch, kahl, Nadeln mit runder Spitze, ober- 
seits flach, mit 2 (2 — 4 Linien breiten) Spaltöffnungsstreifen, Zapfen 2,5 — 3,0 cm 
(A.bb. 200 Ä; — m). Zapfenschuppen am Rand umgeschlagen, Deckschuppen nicht vorragend; 




Abb. 221. Picea excelsa, Übergaiigsiuim zu var. virgata, 6 tn, junge 
Schlangenfichte (Orig-.; Hort. Späth, Baumschulenweg bei Berlin). 



^) Wir schließen uns hier ganz an A. H e n r y, in Henry a. Elwes, Trees of Great Britain, IL p. 347 ff. 
(1907), unter Berücksichtigung von H. M a y r s Angaben, in Fremdl. Wald- und Parkbäume (1906) p. 293 ff. an. 
Die Bestimmung der Lärchen auf Grund vegetativer Kennzeichen ist durchaus nicht leicht und viele 
Angaben bedürfen noch einer viel genaueren vergleichenden Untersuchung. 



Larix. 



213 



von Kulturformen: var. pendula, hängend, var. dumösa, rundlich buschig, u. a., bei uns schon 
viel angepflanzte, in der Jugend raschwüchsige Art, siehe das im Abschnitt VII, S. 87, 




Abb. 222. Große Kandelabei-Weidfichte {Picea excelsa), auf dem Brandenburger Weidfeld (Schwarzwald) 

(phot. Hofrat Dr. L. Klein, Karlsruhe). 



214 



Larix. 



Gesagte; als Parkbaum besonders wegen der lebhaft gelben Nadelfärbung im Herbst wert- 
voll, °Es scheinen Bastarde mit decidua (europaea) aufzutreten. Eine Gebirgsform 
ist var. minor (L. japonica Murr., L. leptolepis var. minor, L. Jeptolepis var. Miirrayana), 
niedriger Baum mit kleinen Zapfen. — b) Triebe glänzend dunkelviolctt bis fast schwarz- 
braun, selten etwas bereift, deutlich behaart, Knospen braunrot, :s\adeln meist nur zu 

20 — 30, ziemlich kurz und 
breit, 15 — 25(30) : 1 — 2 mm, 

auseinanderspreizend: 4. 
L. kurilensis (L. äalmrica 

var. japonica): Kurilen- 
Inseln, bis gegen 30 m, 
Merkmale wie oben, ]N'adel- 
oberseiten grün, ohne helle 

Streifen. Zapfen klein, 
1,5—2,5 cm (Abb. 200 n, 
S.lOö); gilt als sehr wüchsig, 
frühtreibend und hart, noch 
selten in Kultur. 

2. Nadeln grünlich, 
unterseits mit zwei undeut- 
lichen Spaltüffnungsstreifen 
aus je 2 — 3 Linien: a) Triebe 
im 2. Jahre sehr dick, stumpf, 

rötlichbraun, Kurztriebe 
breit, oberwärts befranst 
durch sehr große, locker 
zurückgeschlagene, behaarte 
häutige Knospenschuppen, 
Zapfen zylindrisch, 7 — 10 cm 
lang (Abb. 202 a und Tafel V, 
Fig. a): 5. L.Griffithiäna 
(L. Grijßhii), Sikkim- 
Lärche: Ost-Nepal bis 
Bhutan, bis über 20 m, 
Tracht weit ausgebreitet 
überhängend, Triebe röthch- 
brauu, angepreßt wollig be- 
haart, Endknospen konisch, 
behaart, Nadeln hellgrün, 
20 — 35 mm, stumpf, ober- 
seits flach oder rundlich, 
mit 1—2 gebrochenen hellen 
Linien nahe der Spitze, an 
kultivierten Pflanzen nach 
Henry etwas durchschei- 
nend gerandet, Zapfen wie 
Tafel V, Fig. a, Deckschup- 
pen vorragend ; scheint nicht 
echt in Kultur zu sein, wohl 
auch nur in den wärmeren 
Gebieten hart, — h) Triebe 
im 2. Jahre dünn, glänzend, 
behaart oder kahl. Kurz- 
triebe ebenfalls dünner, Schuppen klein, wenig auffäUig, Zapfen viel kleiner: L Triebe im 
2. Jahre heU- oder orangebraun, weich behaart, Nadeln 30—40 : 0,5 wm, Deckschuppen- 
spitzen vorragend (Abb. 202^): 6. -L. occidentdlis : nordwestliches Nordamerika 
(Britisch-Kolumbien, Nord-Montana, AVashington, Oregon, Idaho), größte Art, bis lb:2m. 




Abb. 223. Große Trauerfichte {Picea excelsa, Form der var. pendula), 
30 m, oberhalb Melchtal, Schwarzwald (phot. Hof rat Dr. L. Klein, Karlsruhe). 



LarLx. 



215 

breit offenkronig, Triebe nach Henry und Hickel bei einer in England und der Normandie 
kultivierten Form kahl, Kurztriebe kastanienbraun, Knospen kugelig, oben o-erundet, 
bleichgrün, Zapfen 3— 4:2c//^ Tafel VI, Fig. &, in Kultur sehr selten, soll schön^sein. — 




Abb. 22-1. Picea exeelsa var. piinüla i. glauca, 1 tu hoch, .3 m breit (Ori-.; Hurt. Hesse, Vi 



eener). 




^5. Picea MaxmOtcic:.! .i^ -■'- Alfred ßrlid-r; ll-rt. llumiuwtU, WclL- 



216 



.Larix. 



II. Triebe mi 2. Jahre gelbgrau, kahl, sehr jung in den Purchen behaart, Nadeln meist 
40 — 50 mm lang, Deckschuppen eingeschlossen: l.L.sihirica {L. intermedia, L. europaeavai. 




Abb. 226. Pinus: Samen von: a Strobus, b Banksiana, c excelsa, d Peuce, e rigida, / pungens, g radiata 
(insignis), h mitis, i Taeda, k palustris, l Coiilteri, m Pinaster, n ponderosa, o nigra {Laricio), p sylvestris, 

q montana var. mughus (nach Hickel, Graines et Plantules des Coniferes). 




Abb. 227. Picea excelsa var. Ohlendorffii, 2 m (Orig.; Hort. Späth, Baumschulenweg bei Berlin). 



sihirica, L. rössica, L. decidua var. sihinca), russische Lärche: Kordostrußland, Sibirien 
(bis Baikalsee), bis über 40 m, Stamm sehr schlank, gerade, siehe Abb. 47, S- 54, Knospen breit. 



Larix. 



217 



konisch, Nadeln weich, spitz, sonst wie decidua, Zapfen in Größe variabel, bis 3,7 cm lang, 
Schuppen in geringerer Zahl als bei rfm<?wa und auch der Länge nach gewölbt; gilt als ganz aus- 
gezeichnete, schöne, aber jung langsam wachsende Art, die besonders im Norden prachtvolle 
Bäume bildet, treibt früher aus als decidua, in Kultur noch nicht häufig, Holz sehr geschätzt. 
B) Triebe stets kahl (vergleiche auch Nr. 6 und 7): I.Triebe gelbgrau oder hellgrünlich- 
gelb (wenn Nadeln 30—50 cm lang, siehe Nr. 7): 8. L. decidua (L. europaea, L. Larix), 
gemeine oder europäische Lärche: wild in den Alpen, Schlesien, Mähren, Russisch-Polen, 
Tatra-Karpathen, bis 52: 1,6 m, Tracht siehe Abb. 203 und 204, Kurztriebe dunkelbraun, 
Knospen klein, kugelig, harzig, kahl (Abb. 202 fZ—/), Nadeln hellgrün, gleichfarbig, 10— 30 mm, 
stumpf, oberseits flach oder gerundet (Abb. 202 g—h), Zapfen 1,5—4: 2 cm, hellbraun 
(Abb.202Ä;— Z), Deckschuppen vorragend, eine Anzahl Formen bekannt: var. peiicit«?a (var. 
pendülina, L. europ. var. pendula), hängezweigige, hübsche Form; var. virgcUa (L. europ. var. 
virgata), Schlangenlärche; var. repens (var. prostrdta, L. eur. var. repens), kriechende 




Abb. 228. Picea Omorica in der Nähe des Dorfes Zaovina, Serbien (nur die Gruppe im Mittelgrund ist 

diese Art) (Orig.). 



Zwergform u. a., eine eigenartige ..Kugellärche'- zeigt Abb. 204: allbekannte Art, die aber als 
Parkbaum durch Kaempferi {leptolepis), sihirica u. a. übertroffen wird. Ihr steht nahe 
L. Principis Ruprechtii aus Nordchina, deren Zapfen mit den nur bei den unteren 
Schuppen etwas vorragenden Deckschuppen mehr an intermedia (sibinca) gemahnen 
(Tafel V, Fig. d). 

^.Triebe gebräunt: «j Triebe oft bereift, Knospenschuppen einfarbig, Nadeln 10-25?»»?, 
lang, bleichgrün, fädig (Abb. 202 o), oberseits gerundet: 9. L. laricina (L. americdna, 
L. microcdrpa), kleinzapfige Lärche: östliches Nordamerika (Ostkanada bis Nord-Pennsyl- 
vanien), bis 35 : 1 m. Tracht zuletzt breit rundlich-kronig. Triebe hie und da mit verstreuten 
Haaren in, den Furchen, später tiefbraun, Knospen kugelig, dunkelrot glänzend. Kurztriebe 
schwärzlicli, Zapfen sehr klein, 12— 20 mm (Abb. 202 o), Deckschuppen verborgen; liebt 
feuchte, sumpfige Stellen, ist nicht zu häufig echt, üppig wachsend; ihr steht sein* 



218 



Larix — Libocedrus. 



nahe L. alaskensis aus Alaska. — b) Triebe nie bereift^), Knospenschuppen mit dunklerem 
Grundfleck, Nadehi 28 — 35 mm, ähnlich decidua: 10. L. dahürica (L. pendula, L. americana 
var. 'pendula), dahurisehe Lärche: Ostsibirien, Mandschurei, Korea, Sachalin, bis 55 m, Tracht 
zuletzt sparrig, etwas überhängend, Triebe nach Henry lang, gestreckter, üppig, bei laricina 
kurz und mehr verbogen, Zapfen eher größer, 20 — 25 mm (Abb. 202 f), mehrschuppig; selten 
echt, meist mit sibirica verwechselt, die größere Zapfen und graugelbe Zweige hat; der 
dahürica steht sehr nahe L. Cajänderi, Ostsibirien, abweichend durch hellgelbbraune, 
leicht behaarte Triebe, 40—50 mm lange IS'adeln, Zapfen wie Abb. 200 a, S. 194. 

Latsche siehe Pinus moniana var. fumilio. — Lawson's Scheinzypresse siehe Chatnaecyparis Laiv- 
soniana. — ^Lebensbaum siehe Thuja. — Legföhre siehe Pinus montmia. — Lepidothäninus siehe 
Dxcrydium. — Libanonzeder siehe Cedrus Libani. 







Abb. 229. Pinus parvißora, 7 tn (Orig.; Charlottenhof bei Sanssouci-Potsdam). 

Libocedrus decürrens (Heydena decurrens), Weyrauchzeder, Flußzeder: siehe 
auch Abschnitt XII, S. 141 ; westhches Nordamerika (Oregon bis Kalifornien und Nevada), 
bis 45 m, Tracht wie Abb. 209 und 54, S. 61); Stamm am Grunde breit, Borke hellzimtrot, stark 
abblätternd, junge Triebe abgeflacht, bei Kulturpflanzen oberseits glänzendgrün, unterseits 
kaum heller und ohne weiße Spaltöffnungslinien, Zweige später rundlich, braun oder pur- 
purlich, mit kreisrunden Blattnarben; Blätter schuppenförmig; zu 4 quirlig, verschieden 
geformt, die der Triebflächen flach, die der Triebkanten gefaltet und gekielt, alle mehr 
minder dem Trieb angepreßt (mit Ausnahme der verdickten scharfen Spitze), weit am Trieb 
herablaufend, je nach Triebstärke 3—10 7nm lang (siehe Abb. 132 ]c—¥, S. 134); Blüten- und 
Fruchtcharaktere siehe S. 128; Zapfen hängend, 18—25 mm lang, hellröthchbraun, aus 
6 Schuppen zusammengesetzt (Abb. 132 Jt), im ersten Herbst reifend und bis Frühling bleibend, 

1) Nach Mayr wären die Triebe dieser Art auffallend rosa bereift, also stärker als bei laricina. Die vegeta- 
tiven Merkmale der Lärchen scheinen vielfach zu variieren und sind wohl noch sehr ungenügend vergleichend 
untersucht, worauf wir schon oben hinwiesen. 



Libocedrus— Pherosphaera. 



219 



Samen 4, länglich-lanzettlich, 8 — 12 mm. lang, geflügelt (Abb. 132 n), Keimling siehe 
Abb. 89 0, S. 94; Vermehrung durch Samen, erst nach Erstarkung auspflanzen, auch durch 
Stecklinge, die sich erst nach längerer Zeit bewurzeln, oder Veredlung im Hause auf Chamae- 
cyparis Lawsoniana oder Thuja orientalis oder eine andere Thuja; geht sehr oft als Thuja 
gigaiiteain den Gärten, geschätzter, raschwüchsiger Zierbaum, der noch in mittelguten, auch 
etwas sandigen Böden gedeiht, in Mitteleuropa hart ist und im Süden luftfeuchte Standorte 
liebt, Holz für Tischler geschätzt, Blätter beim Reiben im Geruch etwas an Juniperus SaMna 
erinnernd; die Gartenformen kaum von Belang, zu nennen var. gJauca {Thuja Craigiana 
glauca), Belaubung blaugrün und var. compada, Wuchs dicht, kurz, gedrungen, für orna- 
mentale Gärten gut verwendbar. — Noch ganz selten in Kultur ist L. macrolepis aus 
Zentralchina und Formosa, 
die Art gehört ebenfalls zur 
Heiideria- Gruppe und 
weicht durch oberseits 
stumpfgrüne beblätterte 
Triebe, die auf der Unter- 
seite weiße Spaltöffnungs- 
linien zeigen, ab; Härte zu 
erproben. 

Die echten Libocedrus stam- 
men aus Australien, Neuseeland 
und Chile. Die härteste Art dürfte 
die bis Patagonien gehende L, 
tetragöna (L. cupressoides) sein, 
welche durch fast 4kantige Blatt- 
triebe und fast gleichartige 
Blätter, die vom Zweig abstehen, 
ausgezeichnet ist (Abb. 207 /t— i), 
Zapfen 4schuppig; im Süden des 
Gebietes gewiß hart. Auch L. 
chilensis, Chile, rmd L. Do- 
nidna, Neuseeland, erwiesen 
sich als ziemlich hart in Frank- 
reich, beide haben flache End- 
triebe, doch sind hier die Kanten- 
blätter viel länger als die Flächen- 
blätter. Diese sind bei chilensis 
klein, an Spitze gerundet und 
drüsig, bei Doninna dagegen 
spitzeiförmig und kaum drüsig; 
vgl. Abb. 2U7 a—f. 

Machandel ^^ Juniperus 
communis. — Mädchenhaarbaum 
siehe Ginkgo. — Mahin = Saxe- 
gothaea. — Mammutbaum siehe 
Seguoia. — Meerstrandskiefer siehe 
Pinus halepensis. 

Microcdcfn'ys tetragö- 
na: kleiner, dem Boden auflie- 
gender Strauch der Gebirge Tas- 
maniens, Zweige dick, kriechend, 

Triebe aufstrebend, 4kantig, 
Blätter schuppig, 4reihig, ange- 
preßt, siehe Abb. 128 /-/i, Blüten- 

und Fruehtmerkmale siehe S. 127, Frucht fleischig, wie Abb. 128 i — r, wächst in nassem, moorigem Boden; ob 
bei uns irgendwo im Alpinum versucht.'' Vermehrung und Kultur wie Athrotaxis. 

Momitanne siehe Alies] finna. — Montereykiefer siehe Pinus radiata. — Morindafichte siehe Picea 
Morinda. — Moorspirke siehe Pinus uncinata. — \ageia japönica siehe Podocarpus Nagi. — Nord- 
manns- Tanne siehe Abies Nordmanniana. — Nußeibe siehe Torreya. — Nußkiefer siehe Pinus edulis. — 
Nutka-Scheinzypresse siehe Chamaecyparis nootkaiensis. — österreichische Schwarzkiefer siehe Pinus 
nigra var. austriaca. — Omorikafichte siehe Picea Omorica. 

Pherosphaera: eine nur zwei Arten umfassende Gattung aus Australien und Tasmanien, Sträucher, 
Blätter schuppenförmig, Merkmale siehe S. 142; über Blüte und Frucht vergleiche S. 127 und Fig. 127 h — l; 
für uns wohl ohne Belang, jedenfalls wären uns Angaben über Kultuiversuche im Freiland innerhalb des 
Gebietes angenehm. 




Abb. 230. Junge Triebe von Picea excelsa var. albospica (vergleiche 
Abb. 231). 



220 



Panzerföhre— picea. 



Panzerföhre siehe Pinus leucodermis. — Patagonische Eibe siehe Saxegothaea. — Pechkiefer siehe 
Pinus palustris und P. rigida. — Pflaumenwacholder siehe Juniperus drupacea. 

Phylloclädiis alpinits, Blatteibe, Sellerie- Kiefer : Gebirge von Neuseeland, Strauch oder kleiner 
Baum, 1,5 — 8 m, echte Blätter schuppenförmig, in ihren Achseln Blattzweige (Phyllokladien), wie Abb. 127 
a — c, diese lederig, steif, 13 — 20 mm lang, zuweilen aber bis 6 : 2 cm werdend; Blüten- und Fruchtmerkmale 
siehe S. 127 und Abb. 127 a — g; Frucht rot; ob in Freilandkultur in den günstigsten Gegenden des Gebietes 
versucht? Nähere Mitteilungen erwünscht. Ob andere Arten härter sein könnten? 

Picea, Fichte: man vergleiche das im Abschnitt XII, S. 140, Gesagte; meist hohe 
Bäume, Verästekmg regelmäßig quirlig, Tracht aus Abb. 205 usw. ersichthch, Stammrinde 
meist bald in Schuppenborke umgebildet. Zweige mit durch Furchen getrennten Nadel- 
kissen (Abb. 208, 218, 220), 
Knospen zu 3 — 5, wechselnd 
geformt, vielschuppig, meist 
nicht verharzt, Nadeln an 
aufrechten (oder hängenden) 
Langtrieben immer radial 
um den Zweig gestellt, siehe 
Abb. 220 c—d, an wagrechten 
Scitentrieben meist mehr 
minder unvollkommen ge- 
scheitelt. Form und Quer- 
schnitt siehe Abb. 208, 218, 
220, Harzgänge 2 oder 
fehlend ; Blüten- und Frucht- 
charaktere siehe S. 132 und 
Abb. 124, Zapfen meist hän- 
gend, im 1. Jahre reifend, 
Samen geflügelt (Abb. 124 1), 
Keimlinge wie Alab. 87Ä;— m, 
S. 92; Kultur: im all- 
gemeinen sind die Fichten 
anspruchsloser als die 
Tannen, aber anspruchs- 
voller als die Kiefern, sie 
lieben mittelschwere, nicht 
zu arme, vor allem nicht zu 
trockene Böden; da die Be- 
wurzelung flach verläuft, 
braucht der gute Boden 
nicht so tiefgründig zu sein; 
Luftfeuchtigkeit meist er- 
wünscht, doch wechseln alle 
Ansprüche je nach Art, oft 
bedeutend, wie das folgende 

zeigt ; Vermehrung 
durch Samen oder Veredlung 
(Langtriebe) auf P. excelsa, 
orientalis oder auch canadensis; Zwergformen vor allem durch Stecklinge von Langtrieben; 
Verwendung als vielfach höchst schmuckhafte und wertvolle Zierbäume, namentlich 
bei freiem Stande ; viele Formen auch zur Heckenbildung geeignet, da sie Schnitt vertragen ; 
die, forstliche Bedeutung von excelsa ist allbekannt; über die nicht heunischen Arten siehe 
den Abschnitt VII, S. 88. 

über die wissenschaftliche Gliederung 

sei gesagt, daß man nach Willkomms Vorgange zumeist 2 Sektionen unterscheidet: 1. Eupicea: Nadeln 
4seitig und 4kantig, alle Flächen mit Spaltöffnungen, reife Zapfen stets hängend; und 2. Omorica: Nadeln 
flach, 2seitig, Spaltöffnungen nur auf einer Seite, reife Zapfen hängend, wagrecht oder aufrecht. | Hierbei 
gehören in die letzte Gruppe die gleichen Arten, wie unten in der Hauptübersicht nach P a r d e. In 
dessen neuer Einteilung, in Bullet. Soc. Dendrol. France (1911) p. 7 — 10, der wir folgen, wird nun von 
Eupicea die Gruppe Alcockiana ausgeschieden, welcher Name insofern unglücklich gewählt wurde, da diese 




Abb. 231. Picea excelsa var. albospica, vergleiche hierzu Abb. 230 
(Hort. Hesse, Weener). 



Picea. 



221 



Art jetzt Ucolor heißen njuß. Diese Gruppe ist auch nicht als natürliche anzusehen, da nach Hickel (briefl.) 
spinulosa zur Ornorica-Gruppe, Ucolor zu Eiipicea gehört und die Zugehörigkeit von Glelmii und Breweriana 
noch unsicher ist. — Eine andere Einteihmg hat May r, Monogr. Abietin. jap. Reiches (1890) p. 44, 
gegeben, wobei er unterscheidet: 1. Sect. Morinda: Nadeln 4kantig, allseits mit Spaltöffnungen, Zapfen- 
schuppen bis zur Reife fest zusammenschließend, gewölbt, hartholzig: hierher die bei 2 und 3 nicht genannten 




Abb. 232. Picea hondoensis (als P. ajanensis im Hort. Hesse, Weener) (Orig.), 



Arten; 2. Sect. Casicta: Nadeln flach oder 4kantig, nur eine . Seite oder alle Seiten mit Spaltöffnungen, 
Zapfenschuppen von Jugend an locker, dünn, etwas längsfaltig, ausgefressen gezähnelt; hierher: ajanensis, 
Engelmanni, hondoensis, pungens, sitchensis; 3. Sect. Omörica: Nadeln nur (oder fast nur) auf einer Seite 
mit Spaltöffnungen, Zapfenschuppen wie bei 1 ; hierher bicolor {Alcockiana), Glehmi, Omonca. 

Über die richtige Benennung 
wäre folgendes hervorzuheben. Für P. alba Link (1831) ist P. canadensis Britton, Sterns and Poggenburg 
(1888) zu setzen, da der älteste Name AUes canadensis Miller (1768) ist. Für P. nigra Link (1831) ist der 



222 



Picea. 



älteste Name Ädies Mariana Miller (1768), so daß die Art jetzt P. Mariana Britt., Sterns a. Poggbg. 
heißen muß. P. Alcockiana Carriere (1867) hat F. bicolor Mayr (1890) zu heißen, da der Name Abies Alco- 




Ai)l). 'S-]}], l'irm spinulosa, 8ni (<Jn-.; Arliurrlum (r. AUanl, La Maulevrie, Angers;. 

quiana Veitch et Lindley (1861) unhaltbar ist. Der Name Picea Äbies Karst. (1880), wegen des ältesten 
Namens Pinus Abies Linne (1753), für Picea excelsa wurde von uns nicht aufgenommen. 

Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 

(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 

Äbies 222 ajanensis 235 alba 224 

acicularis 232 — microsperma 234 — Alberiiana 224 



Picea. 



223 



alba argeniea 224 

— glanca 224 

— prosirata 224 

Alhertiana 224 

ÄlcocJciana 232 

asperaia 225 

aurantiaca 224 

hicolor 232 

irachyhjla 233 

Breueriana 233 

canadensis 224 

— Alhertiana 224 

■ — caerulea 224 

— nana 224 

— pendula 224 

columliana 228 

complanata 232 

Engelmannü 228 

— arcjentea 229 

— glauca 229 

— microphylla 229 

excelsa 229 

— alhospica 230 

— alpestris 229 

— argenteospica 230 

— aurea 230 

— — • finedonensis .... 230 
magnifica 230 

— aureospicata 230 

— Barry 230 

— Clanhrassüiana .... 230 

— coendea 231 

— columnaris 230 

— compada pyramidalis . 230 

— conica 230 

— Cranstoni 230 

— cupressina 230 

— dumosa 230 

— echiniformis 230 

— erecta 230 

— eremiia 230 

— jennica 229 

— finedonensis 231 



excelsa glauca 231 

— Gregoryana 230 

— inversa 230 

— inverta 230 

— magnifica 230 

— medioxima 229 

— monocaulis 230 

— monstrosa 230 

— niutabilis 230 

— nayia 230 

— nudicaulis 230 

— obovafa 229 

japonica 227 

— Ohlendorffii 230 

— pendula 230 

inversa 230 

reflexa 230 

viminalis 230 

— prostrata 230 

— procumhens 230 

— pumila 230 

— pygmaea 230 

— pyramidalis 230 

— — columnaris 230 

cupressina 230 

— — pyramidata .... 230 

— pyramidata 230 

— reflexa 230 

— Remontii 230 

— repens 230 

— stricta 230 

— tabulaeformis 230 

— viminalis 230 

— virqata 230 

Glehnii 225 

hondoensis 234 

jezoensis 225 

Khutrow 227 

laxa 224 

likiangensis 233 

Mariana 226 

Mariatm Doumetii .... 227 

Maximouiczii 227 



Memiesii 234 

— Parryana 227 

montigena 225 

Morinda 227 

morindoides 232 

Neoveitchii 224 

nigra 226 

— Doumetii 227 

— Mariana 227 

— rubra 225 

obovata 229 

— alpestris 229 

— ■ fennica 229 

— japonica 227 

— Schrenkiana 228 

Omorica 233 

Orientalis 225 

— aurea 225 

— nana 225 

Parryana 227 

polita 228 

pungens 227 

— argentea 228 

— caerulea 228 

— glauca 228 

pendula 228 

— Kosteriana 228 

- — pendula 228 

purpurea 233 

rubens 225 

rubra 225 

— virgata 225 

Schrenkiana 228 

sitchensis 234 

— speciosa 234 

sitkaensis 234 

SmUhiana 232 

spinulosa 232 

Torano 228 

Tschonoskii 227 

Watsoniana 224 

Wilsonii 224 




Abb. 234. Pinus: Samen von: a monophylla, unten Querschnitt, b edulis, c Gerardiana, unten Basis im Profil, 
d Cembra, e koraiensis, f Armandi, g Sabineana, h Pinea, i Bungeana, k Lambertiana, l canariensis (nach 

Hickel, Graines et Plantules des Coniferes). 



Übersicht der Arten^). 

(Anordnung auf Grund der Zweig-, Knospen- und Xadelmerkmale.) 

/. (// siehe S. 233.) ]S^adeln 4kantig, im Querschnitt ein ziemhch gleichseitiges Viereck"^) 
darstellend (Abb. 208 g, r, S. 201): 

^) Nach P a r d e, siehe die oben S. 221 zitierte Arbeit, worin aber die neuesten chinesischen Arten 
nicht behandelt werden. — ^) Bei Breweriana ziemlich rundlich und bei complanata fast flach. 



224 



Picea. 



m^--' 



A) (B siehe S. 231.) Nadeln ziemlich gleichfarben auf allen Seiten, oben wie unten^) 
(siehe aber Nr. 4) (Gruppe Eupicea im Sinne vonParde): 1. (2. siehe S. 227) Nadeln kurz, 
höchstens 15 mm lang (ausgenommen bei Nr. 1), Zapfen klein, bis 6 : 2 cm (bei orientalis und 
den neuen P. asper ata, aurantiaca, montigena und Neoveitchii größer): ] 

a) Triebe kahl-): 1. P. canadensis (geht meist als P. alba, siehe S. 221. P. laxa), 
Schimmelfichte, Weißfichte : Ostkanada und nordöstliche Vereinigte Staaten, dort bis 40 m, 
meist aber et^ya 20 7/; Tracht wie Abb. 40, S. 48, Triebe hellrötlichbraun oder leicht bereift, Knos- 
pen eiförmig, harzlos, Nadeln 10— 15(— 20) »?»?. gerieben unangenehm nach schwarzen Johannis- 
beeren riechend, blaßgrün, Spitze rundüch oder spitzlich, Stellung wie bei excelsa, Zapfen 

3— 6: 1,5 bis 2 fw (TafellV, 

Fig. c), Schuppen herz- 
förmig, an Spitze leicht ab- 
gestutzt; von Formen her- 
vorzuheben: var. nana (P. 
alba prosträta), breite, rund- 
liche Büsche bildend, var. 
coerülea (P. alba var. arghitea 
und var. glauca), auffallend 
silbergrau benadelt, sehr 
hübsch, dicht pyramidal, 
var. pendula, Trauerform, 
ferner gelb und weiß aus- 
treibende u. a. Formen, ähn- 
lich wie sie bei excelsa auf- 
treten; wird für geringe 
Sandböden empfohlen, liebt 
Küstengebiete, feuchte Dü- 
nen, auch als Hecke dort 

brauchbar, für schwere 
feuchte Böden ungeeignet; 
ihr steht sehr nahe: 2. P. 
AWeriidna (P. alba var. 
ÄIbeiiiana,P.cana(lensis\3T. 
Älbertiana), aus dem nord- 
westlichen Nordamerika, 
siehe Abb. 212, S. 204, viel 
leicht nur geographische 
Form, aber nach Henry ab- 
weichend durch : Zweige 
oft fein behaart (am Nadel- 
wulst), Knospen leicht har- 
zig, ihre Schuppen ganzran- 
dig (nicht gelappt), Nadeln 
an Zweigoberseite gedräng- 
ter, Zapfen nicht so rötlich- 
braun, Schuppen geschmei- 
diger (nicht so zerbrechlich) ; 




Abb. 235. Pkea Breweriana in den Siskiyou Mts., Oregon 

(phot. Alfred Rehder). 



1) Als Oberseite gilt hier immer die gegen den Himmel gewendete Seite, die morphologisch infolge einer 
Blattdrehung in ^Yirklichkeit die echte Unterseite sein kann. — ^) Hier sei vorläufig noch auf folgende 
vier kahlzweigige, kurznadelige Arten aus Westchina hingewiesen, die noch weiterer Beobachtung bedürfen: 
P. aurantiaca: 6—lQm, Triebe?, Zweige tief orangefarben, Nadelkissen kahl, glänzend, lineallänglich, 
abstehend, Nadeln bis 15 mm, spitz, Zapfen nach Wilson recht lang (unreif nach Masters 5—6 cm), siehe 
auch S..59. — P. Neoveitchii: bis 12 ?h, Krone sehr s\inmetrisch, Zweige hellbraunrot, glänzend, 
Knospen eifönnig, Nadeln 15 mm, lineal, spitz, gekrümmt, Zapfen 12— 14 cm, siehe Tafel VI, Fig. ä;. — 
P. Watsonidna, bis 16 m, Triebe durch in einen kurzen Stiel verschmälerte Nadelkissen auffällig, Nadeln 
10—12 mm, gekrümmt, spitz, Zapfen 5—6 cm lang, länglich, herabgebogen, Schuppen spatelfönnig, 13— 14 mm 
lang, Rand abgerundet. — P. Wilsönii: 16— 36 m, Tracht wie excelsa, Zweige hellgrau, Knospen kugelig- 
eiföi-mig, Nadeln 1cm, gekrümmt, spitz, Zapfen nur 4— 5 cm, wie Tafel IV, Fig. u, siehe auch S. 59. 



Tajel IX, 




Picea Engelmanni und Thuja occidentalis var. Venaeneana, ganz rechts, 
in Pillnitz (Sachsen). 



Picea. 



225 



im Wuchs üppiffer und höher, dürfte für Kiütiu: wertvoller sein und ist nach Henry neben 
sitchensis die beste nordamerikanische Fichte, in Kultur bei uns noch recht selten. 

b) Triebe behaart^ (vergleiche eventuell Nr. 2): I. (II. siehe unten) ]S'adeln höchstens 
10 mm lanff. äußere Knospenschuppen ^ezähnelt. Zapfen meist über Acm lang: A) 2sadehi 
tiefo;rün. auf Zweis-tiberseite nach vorn crerichtet, Triebe durchaus behaart; 3. P. orien- 
talis. Kaukasusfichte, Sapindusfichte: Kleinasien. AVestkaukasus. gelegenthch bis 70*«, 
Tracht ziemlich pyramidal. Abb. 14. vS. 24 und 213. Triebe hellbraun. Knospen konisch-eifönnig, 
N'adeln sehr kurz, stumpf, 

wie bei excelsa o;estellt, 
Zapfenö— 8(— 10) : 2—2,5 cm 

(Tafel IV^, Fig. e), von 
Formen zunennen var. nana, 
niechicr. breit kegelförmig 
(Abb. 300. S. 287) und var. 
aurea, Abb. 121. S. 124; 
Zweiojspitzen ziemhch lange 
goküg; prächtisre harte Art 
für kontinentales Klima, 
liebt lehmis^en Sandboden, 
wächst langsam, hält sich 
auch unter Druck von oben. 
— B) Xadeln graus^rün. 
unterseits etwas bläuhch. 
Zweis:e rotbraun, nur m den 
Furchen behaart: 4. P. 
Glehnii: Sachalin, Xord- 
japan, bis über 40 m, auch 
Borke rötHch. Knospen eiför- 
mig, Xadeln 6—7 : 1,5—2 mm, 

gespitzelt. Stellung wie 
Abb. 208 d—g, S. 201. Zapfen 
4 — 6:2 — 2,5 cm. geschlossen 
(Tafel jy, Fig. cT), vor Reife 
violett mit roten Schuppen- 
rändern; Wert usw. wie 
orienfaJis, aber in Kultur 
noch sehr selten. 

II. rsadehi oft über 
10 mm lan?. äußere Knospen- 
schuppen nicht gezähnelt. 
Zapfen höchstens 4 cm lansr: 

A) Benadelung glänzend 

hellgrün, etwas gelbhch. 
10 — 15 mm. Zapfen sehr 
kurz srestielt, bald abf älliff : 5. 
P. rubra (P. nigra var. 
rubra. P. ruhens). ameri- 
kanische Rotfichte: östliche 

Vereinijite Staaten von Carolina bis Xeuschottland. bis 35 m. sonst im wesentlichen wie 
folgende Art. doch Zapfen srößer (Tafel IV. Fis:. h): eine Schlaneenfomi (f. rirgata) bekannt; 
selten echt in Kultur, wie folgende brauchbar, aber wnhl wertvoller. — B) Benadelung 




Abb. 2.36. Picea hondoensis ^phot. Allred Behder; Hort. Uamieweli, 
Wellesby. Mass.). 



^j Hier sei vorläufig erwähnt die neueP. asperdfa aus Westchina, siehe S. .59. Tracht wie Abb. 32. Wilson 
nennt die Zweige behaart, Masters aber beschreibt eigenartige, borstig verlängerte Nadelkissen. Knospen 
konisch, harzig, Nadeln 12 — Ib mm. gekrümmt. Zapfen S — 9:1.2 — lAcm. längliclr-zylindrisch, Schuppen 
am Gnmde verschmälert. Spitze abgenmdet. — Femer P. ttiontigena: Westchina, b — 2b m. Triebe bleich 
orangefarben. Zweige kahlend, Knospen länglich-eiförmig. Nadeln K» — 12 : 1.5 — 2 mm, gebogen, kurz gespitzt, 
Zapfen wie Tafel IV, Fig. q, 11 — 12 : 4 — 5 cm, jung purpurn und zurückgebogen, zuletzt aufsteigend. 



Silva Tarouca, Unsere Freiland-Xadelhölzer. 



15 



226 



Picea. 



sehr tief oder meist blaugraugrün, Zapfen etwas deutlicher gestielt, mehrere Jahre am 
Baum haftend: 6. P. Mariäna (P. nigra, siehe S. 222), Schwarzfichte: Kanada und 
nördliche Vereinigte Staaten, bis 30 m, meist viel kleiner, Tracht gewöhnUch viel schmäler 




Abb. 237* Picea SÜchensis in England (durch Güte des Herrn Henry John Elwes). 

pyramidal als auf Abb. 206, Triebe bräunlich, dicht kurz drüsig behaart, im 2. Jahre 
dunkler, Knospen klein, spitzeiförmig, Nadeln |7— 12 mm, gespitzelt, Stellung wie bei 
excelsa, Zapfen klein, 2— 3: 1,5— 1,8 cm (Tafel IV, Fig. a), vor Reife dunkelpurpurn, 



Picea. 



227 



k/ 



W 







Schuppen steif, holzis, behaart: die dem Boden aufhegenden Zweige cüeser Art schlagen 
oft AVurzehi und erzeugen Kolonien neuer Pflanzen, wie Abb. 210 erkennen läßt, von 
Formen vor allem var. Dounietii {nigra var. Doumetii). Tracht typisch cücht schmal 
pvramidal, wogegen besonders breit kegelförmige dichte Formen als P. nigra var. Mariana 
gehen (Abb. 211). welch letzter 2same aber der älteste Hauptname der Art ist, die 
abgebildete Form aus Angers war prächtig blaugrau und als Doumetii bezeichnet, welche 
also wohl in ihrer Tracht nicht konstant ist; brauchbare harte Kulturart, besonders die 
Formen; für Sumpflagen empfohlen, aber durch die Sitkafichte weit übertroffen, bewohnt 
in Heimat sehr verschiedene Lagen. 

2. Nadeln meist über lö mm lang. Zapfen oft über 6:2f/>/: 
a) N'adehi oft über . . 

40 mm lang, allseits imi \i , iul .,!/ 

che Zweige gestellt ^ ^ \V. f fl 'Jflf^ 
(Abb. 208, S. 201 Ä:). 
diese hängend, hellgrau. 
Zapfenschuppen ganz- 
rancUg; 1 . P . Mor mda 
(P. Khütroir). Morinda- 
fichte : westlicher Hima- 
laya. Afghanistan, hier 
bis über SO m. Tracht 
wie Abb. 188 und 214. 
Knospen spitzeiförmig. 

harzig, vielschuppig 

(Abb. 208 i). Nadeln 
30 — 10(— 50): 1.5 mm, 
spitz, Zapfen 12 — 15 : 
3,5—5 cm (Tafel R\ 
Fig. n), reif glänzend 
braun; sehr schön in 
freier Stellung, hebt 
aber warme, luftfeuchte 
Lagen, geschützt gegen 
Nord- und Ostwinde: 

gut gekennzeiclmet 
durch Tracht und lange 
Xadeln. — h) Nadeln 
stets unter 40 ww lang: 
L (IL siehe S. 228.) Na- 
deln deuthch. wenn 
auch oft unvollständig, 
rings um die jungen, 
üppigen Zweige gestellt 

(wie Abb. 2081, p). 
Triebe kahl: A) Knos- 
pen blauweiß harzig. 

Nadeln kurz. 9 — 20 »'//;. gerade, spitz, fast rechtwinkhg zum Zweig gestellt: S. P.Ma- 
xinioiviczii (P. obovdta var. japönica. P. Tschonöskii. P. excekaxciv.ohordtaf. japc- 
nica): Japan (Hondo). kleiner Baum. Triebe röthchbraun. Knospen spitzeiförmig. Nadel- 
spitzen etwas nach vom gerichtet. Zapfen 3 — 5:2.5 cm. reif glänzend braun; in Kultur 
hier und da. gedrungen, aufrechttriebig wie Abb. 225. wohl hart, aber nur für Liebhaber 
von Bedeutung. — B) Knospen nicht weißharzig: 1) (2 siehe S. 228.) Nadeln höchstens 
2b mm lang, fast rechtwinklig zum Zweige gestellt: a) Nadeln mehr minder blaugrün, 
gerieben unangenehm riechend. Spitzen der oberen Knospenschuppen locker und ziurück- 
gebogen. Zapfenschuppen gezähnelt: 9. P. püngens {P. Menziesii var. Parryana. P. Par- 
rydna). Blaufichte: westliches Nordamerika (Kolorado. L'tah. Wyoming), dort bis 40/«. 
Tracht wie Abb. 45 oder Abb. 55. Triebe erst etwas bläulich, dann orangebraun, Knospen 

15* 








Abb. 2.38. Pimis: a Banksiana: mehrknotiger Trieb, & Bungeana: ein- 
knotiger Trieb mit „Sommertrieb", c halepensis: mehrknotiger Trieb, 

d echitiaia (mitisj: AdvenÜNtrieb a—b nach Shaw, c nach Hempel und Wilhelm, 

d nach Parde . 



228 



Picea. 



stumpf eiförmig (Abb. 208 q), Nadeln an Zweigoberseite mehr gedrängt, 18 — 27 : 1,5 mm, 
ziemlich steif, stechend (p), Färbung sehr wechselnd, bald mehr grünlich, bläulich oder 
silbrig, daher die vielen Gartenformen, Zapfen 5—10 : 2,5 — 3,8 cm, zuletzt rotbraun, etwas 
glänzend, bis zum 2, Winter bleibend (Tafel IV, Fig. ^) ; jetzt sehr verbreitete schöne Kulturart, 
im Alter weniger schön, auch die feine Färbung der Formen, wie var. glauca (Abb. 67), var. 
coerülea, var. argentea (Farbentafel VII), verlierend, eine Hängeform des Typs (var. pendula) 
zeigt Abb. 217, die var. Kosteridna (var. glauca pendula) nach Henry auch hängend, siehe aber 
Abb. 45, veredelt nur schön im Wuchs, wenn von Gipfeltrieben stammend; sehr hart, auch gegen 

Spätfröste, verträgt sonnige, 
trockene und auch zienüich 
feuchte Lagen, wird vom 
AVild nicht verbissen, siehe 
auch S. 88. — b) Nadeln 
glänzend frischgrün, sehr 
steif, starr, dornig stechend 
(Abb. 208 l—7n), Knospen- 
schuppen anliegend, Zapfen- 
schuppen ganzrandig: 10. 
P. j^olita (P. Törano), 
Tigerschwanzfichte, Stachel- 
fichte: Mitteljapan, dort ge- 
legentlich bis 40 }ii, meist viel 
kleiner, Triebe bleichgelb, 
Knospen groß, glänzend 
rötlichbraun (Abb. 208 o), 

Nadeln 15 — 23 : 2 mm, 
Zapfen 7,5 : 9—3,5 : 4,5 cm 
(Tafel IV, Fig. p); auffäUige, 
steife Art, die hart ist und 
spät treibt, die großen 
Knospen werden nach Mayr 
gern von Eichhörnchen ge- 
fressen; für Liebhaber wert- 
voll, verliert aber leicht den 
Haupttrieb und wächst un- 
schön. 

2) Nadeln mehr minder 
nach vorn gerichtet, nicht 
senkrecht vom Zweig ab- 
stehend, dünn, bis 35 mm 
lang, scharf fein spitzig 
(Abb. 208 r), Triebe sehr 
hell und glänzend, etwas 
hängend, Zapfenschuppen 
ganzrandig: 11. P.Schren- 
kiäna (P. obovata var. 
Schreniciana) : Turkestan 
(Thianshan, Alatau) bis 
Westmongolei, dort so hoch wie excelsa, Knospen stumpf oder rundlich-eiförmig, hellbraun, 
Nadeln mattgrün (Abb. 208 r—s), Zapfen zylindrisch, bis 10:2,8 cm. (Tafel IV, Fig. m); 
ganz hart, erinnert in Tracht etwas an Morinda, als Zierart wertvoll, aber noch selten, 
Kulturansprüche wie excelsa. 

II. Nadeln nicht strahlig allseits rings um den Seitenzweig gestellt (siehe Abb. 220«, /): 
Ä) Zweige ganz feindrüsig behaart, gelbgrau, Nadeln bläulich grün, gerieben unangenehm 
riechend, Zapfen höchstens 7 cm lang, Schuppen dünn, gezähnelt: 12. P. Engel- 
tndnnii (P. columUdna): westHches Nordamerika (Britisch-Kolumbien bis Mexiko), 
bis 45 m, Tracht wie Abb. 219, siehe auch Tafel IX, Knospen wie Abb. 220 h, Nadeln 




Abb. 239. Strobe {Pinus Strohus) bei Saas-Fee im Wallis, Schweiz 
(phot. Hofrat Dr. L. Klein, Karlsruhe). 



Picea. 



229 



weicher und biegsamer als bei pungens. 17 — 23 : 1,5 — 2 mm, spitz, stechend (Abb. 220 a), Zapfen 
4 — 7 : 2.5 — 3 cm (Tafel IV, Fis. r), je nach der mehr bläulichen oder silbrigen Xadel- 
färbuno; gibt es var. glauca undvar, argentea, davon wieder Hängeformen, eine kleinblättrige 
Zwergform ist var. microphyUa; gleich pungens viel in Kultur, doch nicht ganz so 
brauchbar, da gegen Spätfrost empfindUch und langsamer wachsend, siehe auch S. 88. 
— B) Zweige kahl oder nicht drüsig behaart, rötlichbraun. Xadeln glänzend tiefgrün, 
nicht unangenehm riechend: 1) Triebe dicht fein behaart, Zapfen kaum bis 10 cm lang, 
Schuppen dünn, biegsam, länger als 
breit, oberer Rand abgerundet oder ab- 
gestutzt (Tafel IV, Fig. s): 13. P. obo- 
vdta (P. e.rcelsa var. ohovdta): von 
Nord - Skandinavien durch Finnland. 
Nord- und Ostrußland. Sibirien bis 
Kamtschatka, Mandschurei, steht excelsa 
in allem sehr nahe und ist in den Grenz- 
gebieten mit ihr durch (vielleicht hy- 
bride) Zwischenformen verbunden, zu 
ohovata gehört nach Henry auch var. 
alpestris (P. exceJsa var. aJpestris). 
lokal in den Alpen. Blätter kürzer. 
15 — IS mm. steifer, blaugrau, die Zapfen 
sind jedoch nach Hickel (briefl.) viel 
größer: ferner hierher nach Henry var. 
fennica [P. exceJsa var. fenuica. P. ex- 
celsa var. mediöxima [Xylander, nicht 
Heer] Willkomm), obere Ränder der 
Zapfenschuppen fein gezähnelt, Nadeln 
tiefo^rün. hie und da im Verbreitungs- 
gebiet des Typs, dieser selten echt in 
Kultur, langsamer wüchsig als excelsa 
und nur für Liebhaber wertvoU. 

2) Triebe kahl oder verstreut fein 
behaart, oft nur in den Furchen zwischen 
den Nadelkissen. Zapfen meist über 
10 cm lang. Schuppen härter, mehr 
lederig, oberer Rand wechselnd (meist 
wieTafeir\\ Fig. /): 14. P. excelsa. ge- 
meine Fichte, Rottanne : Europa, bis über 
40 m, Tracht siehe Abb. 13. S.23 u. Abb. 
222, Triebe rötlich oder gelblichbraun. 
Knospen harzlos. spitzkonisch, rötlich- 
braun, Schuppen häutig, abgerundet. 
Nadeln 15 — 2b :1mm, steif, stechend. 
Stellung wie Abb. 220 c— /, Zapfen im 
Oktober reifend, hängend, bis 16 cm 
lang; die Fichte nimmt mit geringeren 
Böden vorlieb als die Tanne, ist da- 
gegen etwas anspruchsvoller als die 
Kiefer; excelsa verlangt, wie fast alle 
Fichten, stetige mäßige Bodenfeuchtig- 
keit, meidet aber nassen Boden. Hebt nahrhaften Verwitterungsboden, der nicht 
unbedingt tiefgründig zu sein braucht; kühleres Klima und größere Luftfeuchtig- 
keit zieht sie trockeneren, wänneren Lagen vor. wo man sie besser durch andere 
Arten ersetzt, wie etwa die Douglastanne. Außerordentlich groß ist der Formen- 
kreis der P. excelsa: wir geben folgende Übersicht der hauptsächlichsten Formen 
ohne Beachtung solcher, die sich auf Form und Farbe der Zapfenschuppen oder Zapfen 
gründen. 




^tttktmmmmmm 



Abb. 240. Pinus Cemhra, Zirbel-Kiefer, im Park zu 
Muskau iphot. Parkdirektor R. Lauche). 



230 



Picea. 



W u c h s f r m e n : 

Var. pyramiddlis , Wuchs pyramidal oder säulenförmig: hierher vor allem subvar. 
columnäris, ähnlich wie Abb. 122, S. 125, Hauptäste wagrecht oder leicht geneigt, subvar. 
pyramidäta (excelsa strida, excelsa ereda) Hauptzweige spitzwinkhg aufsteigend, Tracht kegel- 
förmig ; mehr schmal säulenförmig ist die noch seltene subvar, cupressina, zu dieser Gruppe auch 
die var. eremita und cönica. — var. pendula^ Hänge- oder Trauerformen (Abb. 223), wie 
z. B. subvar. virnmälis, YerMtelung normal, aber Äste 2. Ordnung dünn und lang peitschen- 
förmig herabhängend, subvar. pendula, schon Hauptäste am Stamm direkt herabhängend, 
wenn nur ein Hauptstamm, so Tracht ähnlich wie Abies alba pendula, Abb. 68, sehr 

malerisch aber wenn reich 
'«»«S* ;j. ^^ . gegliedert wie Abb. 215 

. v^^i!* . 'Vi,. viA und 216, hierher die iwvma- 

{inverta) und rejlexa-¥oY\ü^:n 
der Gärten; es kommen 
gewissermaßen Übergänge 
vor zur var. virgdta, der 
Schlangenfichte, siehe Abb. 
221, die indes kein typisches 
Stück zeigt, nur Äste 1. Ord- 
nung (nicht hängend) ent- 
wickelt, die 2. Ordnung meist 
unterdrückt, hierher die var. 
Cranstoni. - var. niidicaü- 
lis, astlose oder kaum ver- 
ästelte Formen, hierher var. 
nwnocaülis und monströsa. 
— var. nana, Zwergformen, 
Stamm niedrig, Verzweigung 
kurz und dicht, Tracht oft 
kugelig, Nadeln meist kür- 
zer als beim Typ, hierher 
var. Clanbrassiliäyia, Tracht 
wie Abb. 77, S. 83, solche 
Formen gehen auch als var. 
compdda pyramiddlis ; regel- 
mäßige Eif ormen oder spitze 
Kegel bildet var. Remöntii 
(Abb. 206), ferner hierher 
var. pümila (Abb. 224), var. 
pygmaea (Abb. 44, S. 51), 
var. Ohlendorffii (Abb. 227), 
var. Gregoryäna, var. echini- 
jörmis u. a. — Sie leiten 
gewissermaßen über zu var. 
prosträta, den Kriech- 
formen, wohin die var. 
procümhens, var. tahulaeför- 
mis, var. dumösa oder var. 
repens gehören, hier Hauptstamm niederliegend oder auf dem Boden kriechend. Außer- 
dem noch mancherlei monströse Formen auftretend, deren Einreihung schwierig ist, 
z. B. var. Barry, siehe Abb. 48, S. 55. u. a. 




Abb. 241. Dreiteilige Riesenarve (Pinus Ccmhra), 5,15 m Stainmuinfaiig 

Riffelalp, am Fondebenweg, Schweiz (phot. Hotrat Dr. L. Klein, Karlsruhe 



Färbungsformen: 

Hier die besten wohl var. argenteospica oder alhospica, wie Abb. 230 und 231, Triebspitzen 
beim Austrieb schön weiß; var. mutdUlis (var. aureo-spicdta), Triebspitzen goldgelb aus- 
treibend; var. a'Xrea, Benadelung gelb, beste Form hier suWar. magnifica; bei subvar. 



Picea. 



231 



finedonensis sind nach Hübner die junsen Triebe oberseits hellgelb, dann bronzeartig 
o-efärbt: var. gJauca oder var. coendea, junge Triebe stahlblau. 




Abb. 242. Pinus Massmiam [P. sinensis), etsva 35 m. m der Heimat West-Hupei, bei Ichang ,pbot. E. H.Wilson; 

mit eütiger Erlaubnis von Prof. C. S. Sargent). 

B) Xadeln nicht einfarbig, oberseits grün und unterseits weißlich (siehe aber oben 
P. GUliniiy. 



232 



Picea. 



1. (2 siehe S. 233.) Triebe kahF), Nadeln deutlich 4kantig: a) Triebe hängend, Nadeln 
fast ausgesprochen radial um die Zweige gestellt, etwas abgeflacht, 25 — 35 7nm lang: 
15. P. spinulosa (P. morindoides, Abies Smithidna), Sikkim-Fichte : Ost-Himalaya (Sikkim, 
Bhutan), hier bis über 80 m, Tracht wie Abb. 233, Triebe gelblichgrau, Knospen stumpf 
eiförmig, braun, kaum harzig, Nadeln scharf spitzig, im Querschnitt rhombisch-ellip- 
tisch, siehe Abb. 220 g—i, Zapfen wie Tafel IV, Fig. o, 5— 7,5(— 10) : 2,5—3,5 cm, 
Schuppen dünn, biegsam, oberer Rand ganzrandig oder leicht gezähnelt; ganz selten 
in Kultur und vermutlich nur für die wärmeren Teile des Gebietes geeignet. — b) Triebe 
nicht hängend, Nadeln wie bei excelsa gestellt, kaum 20 mm lang: 16. P. bicolor 
{P. Alcockidna, siehe S. 222, P. aciculäris): Mitteljapan, hier bis gut 30 m, Tracht siehe 

4 Jt'^h 




Abb. 243. Pinus: a palustris: Knospe. — b—e canariensis: i Zweig mit Knospen und jungen Zapfen, c blei- 
bende Knospenschuppensclieide am 2jährigen Trieb. — d—cV- Jialepensis: d Knospe, # entnadeltes Trieb- 
stück. — e leucodermis: Knospe. — / nigra: Knospe. — g sylvestris: Knospe. — h Pinaster: Ivnospe. — 
i resinosa: Knospe. — k muricata: Triebstück mit Nadelbüscheln und Knospen. — l—m edulis: l Knospe, 
m Nadelscheide. — n — p monophylla: n Nadel, o deren Spitze, p deren Querschnitt — q — s Parryana 
(quadrifolia): q Trieb mit Nadelbüscheln, r Nadelspitze, s Nadelquerschnitt {a, », fc— s nach Sargent; b—c aus 

Gardener's Chronicle; sonst nach Natur). 

Abb. 12, S. 22, Triebe gelblich (üppige Seitentriebe zwischen Nadelkissen in Furchen behaart), 
Knospen konisch, rimdhch, harzlos (Abb. 220m), Nadeln steif, stechend, 12—18 : 1—1,5 mm, 
Zapfen bis 12 : 5 cm wenn offen, siehe Tafel IV, Fig. /, Schuppen am gerundeten 

1) Dies gilt auch von der nach Masters nahestehenden P. complatidta aus Westchina, siehe S. 59, 
Tracht wie Abb. 33, Triebe orangerot, kahl, Knospen wie Abb. 218 q, kastanienbraun, Nadeln radial am Zweig 
gestellt, etwas abgeflacht, 20—22 : 1 mm, unterseits blaugrau, oben grün, Abb. 218 r, Zapfen 13—14 cm, 
braunrot, wie Tafel VI, Fig. i; wohl schon in Kultur. 



Picea. 



233 



oberen Eande fein gezähnelt; sehr hübsche harte, spät treibende Art, nicht allzu häufig 
echt, da die meisten Pflanzen dieses ]N'amens zu Jiondoensis oder auch ajanensis ge- 
hören, welche aber flache Xadehi haben, siehe unten. — An bicolor schließt sich an die west- 
chinesische neue P. brachytyla: hoher Baum, Triebe fast kahl, A'adeln 12—15 : 1,2 mm, 
Zapfen 7— 9:4,5 cm, noch zu beobachten. — 2. Triebe grau behaart^), IS'adeln rundlich 
(kaum kantig) siehe Abb. 220 /. zumeist regelmäßig rings um die hängenden Triebe gestellt: 
11 .P .Breicetidna : ]\'ordkalifornien, Siidoregun, dort bis 36 m, Tracht siehe Abb. 235. recht 
ähnlich P. excelsa, Triebe 
rötlichbraun, Knospen ko- . 
nisch, hellbraun, etwas ver- 
harzt (Abb. 220 1-), äußere 
Schuppen lang gespitzt, 

Nadeln 20— 30:l.o mm. 
ziemlich stumpf, Zapfen 
6-12 : 2-3 cm, siehe Taf . IV, 
Fig. r, Schuppen im 2. Winter 

zurückgeschlagen, oberer 
Kand abgerundet, ganz- 
randig; in Kultur noch 
sehr selten, dürfte vor allem 
für Gebirgsklima zu emp- 
fehlen sein, da sie nach 
Mayr nur in solchen Lagen 
ihre bezeichnende Tracht 
behalten würde. 

//. Xadeln flach (wie bei 
Äbies), vergleiche Abb. 218, 
Fig. (j. zweifarbig, oberseits^) 
grün, unterseits weißlich 
(Gruppe Omörica im Sinne 
von Parde): 

A) Triebe braun be- 
haart^), Zapfenschuppen 
fest, streng dachziegelig 
(siehe auch P. Breweridna 
oben): IS. P. Omörica, 
Omorika-Fichte: Südwest- 
serbien. Ustbüsnien, ]\lontc- 
negro, Abb. 228 zeigt den 
Standort bei Zaovina in 
Serbien, wo Pancic die Art 
entdeckte, bis 35 m, Tracht 
schmal pyramidal, siehe 
auch Tafel III. Knospen 
breit kegelförmig, äußere 
Schuppen fädig zugespitzt, 
Nadeln dickhch, ziemlich 
stumpf, 10—16 : 2—3 mm 

(Abb. 220 n — p). an jungen Pflanzen sjntzer und schmäler. Zapfen 4,5 — 6 : 2,5 cm, siehe 
Tafel IV, Fig. g; sehr hübsche, auffällige Art. die infolge des schmalen Wuchses für 
kleinere Anlagen sich eignet, ganz hart, Ansprüche etwa wie excelsa. 




Abb. 244. Pi)ius Lamhertiana in Oregon {phot. Alfred Rchder). 



1) Behaarte Triebe hat dieP. likiangensis aus Jünnan, die flach 41iantige Nadeln besitzen soll, diese 
messen 10 — 12: 1 mm, Zapfen 8 — 9: 4,5 cm, Schuppen länger als breit, nach P'ranchet an ajanensis, also 
hondoensis erinnernd. — '^) In Wirklichkeit ist hier moq)hologisch betrachtet die nach oben gewendete 
Seite die Unterseite. — =•) Behaarte Triebe hat auch die neue P.j>Mi7>»ii'fa, Westchina, siehe S. 59, Triebe 
orangegelb, borstlich behaart, Knospen breit eiförmig, Nadeln lU — 12 mm, spitz, gekrümmt, unterseits 
gefurcht, blaugrau, unreife puq)urn, spitz länglich-zylindrisch, 5 — 6 cm lang: ob in Kultur? 



234 ^^*^^^- 

B) Triebe kahl. Zapfenschuppen dünn, locker dachziegelig: 1. Nadeln gerade, scharf 
stechend, Knospen eiförmig, glänzend hellgelbbraun. Zapfenschuppen länglich, Deckschuppen, 
am Grund zwischen ihnen sichtbar: 19. P. sitchensis (P. sitkaensis, P. Menziesii), 
Sitkafichte: westliches Nordamerika, von Alaska bis Kalifornien, hier bis 90 m, Tracht 
wie Abb. 56, S. 63, und Abb. 237, jüngerer Pflanzen wie Abb. 41, S. 49. Triebe glänzend 
gelb, Nadeln 15—20 : 1—1,5 mm, oberseits glänzend grün, nur an unteren Seitentrieben 

mehr 2zeilig, sonst 
rings um den Zweig 

gestellt (Abb. 220 
q—r, S. 211), Zapfen 
5,5 — 10 : 2,5 — 4 cm, 

Tafel IV, Fig. k, 
im 1. Winter fallend, 
Schuppen gezähnelt; 

diese Art liebt 
feuchten, sumpfigen 
Boden, außerdem 

Luftfeuchtigkeit, 
sie wächst rascher 
als excelsa, leidet 
aber leicht durch 

Spätfröste und 
dürfte im allgemei- 
nen für wärmere 
geschützte Lagen 
zu empfehlen sein, 
siehe auch S. 88/89; 
eine langsamwüch- 
sigere, viel niedri- 
gere Form, mit kür- 
zeren, stärker blau- 
weißen Blättern ist 

var. speviösa^ 
x\bb. 65. S. 72; sie 
dürfte fürZierzwecke 
vorzuziehen sein. 

2. Nadeln oft 
gebogen, weniger 
steif, nicht so scharf 
stechend, Knospen 
breit konisch, 
Zapfenschuppen 
oval, die kleinen 
Deckschuppen ganz 
verbergend: a) ein- 
jährige Triebe glän- 
zend rötlichbraun, 
im 2. Jahre Zweige 
schon deutlich 
dunkler braun, Knospen violett, leicht harzig, Nadelaustrieb grün, Nadelkissen mit seitlichen 
Wülsten (Abb. 218«, S. 209): 20. P. hondoensis (P. ajanensis vieler Autoren, Gärten. 
P. ajanensis var. microsperma Beißner, nicht Masters), Hondofichte: Japan (Hondo), 
bis gegen 30 m, Tracht wie Abb. 232 und 236, steht folgender Art nahe, aber nach Henry, 
Mayr und Parde gute Art, Nadeln etwas kürzer, stumpfer, Zapfen wie Tafel IV, Fig. i. 
Austrieb später, daher für Kultur wertvoller, Tracht sehr schmuckvoll durch die oberseits 
matt tiefgrüne, unten silbrige Benadelung. — b) Einjährige und ältere Triebe gelbgrün 
oder gelb, Knospen gelbbraun, harzlos, Nadelaustrieb rot, Nadelkissen ohne Wülste: 




Abb. 245. Pinus Limbertimta, im Hort. Rovelli, Pallanza (durch Güte von 
Dr. E. Rovelli-. 



Picea — Pinus. 



235 



21. P. ajanensis (P. jezoensis), Ajanfichte: Amurgebiet, Mandschurei, Nordjapan 
(Eso), Sachalin, bis 60 m, Tracht etwa wie Abb. 233, Nadehi dünn, stumpf oder kurz 
gespitzelt, 10 — 20:1,5 — 2 mm, oberseits glänzendgrün, Zapfen wie Tafel IV, Fig. h, 5 bis 
7,5:1,5 — 2 cm; ebenfalls schöner Zierbaum, aber öfter durch Spätfröste leidend, wohl 
noch selten echt in Kultur, 



da meist kondoensis dafür 
geht; die Ajanfichte liebt 
guten, genügend feuchten 
Boden. 




Pinie siehe Pinus Pinea. 

Pinus, Kiefer, Föhre: 
man vergleiche das im Ab- 
schnitt XII, S. 135 Gesagte; 
Bäume verschiedener Größe, 
seltener Sträucher, Veräste- 
lung nur anfangs regel- 
mäßig, wie bei AUes oder 
Picea, später mehr laub- 
holzartig, oft sehr malerisch, 
siehe Abb. 239 und folgende, 
Stammrinde meist dick, 

rauh, tief gefurcht, bei 
einigen Arten dünn oder 

auch platanenartig ab- 

schülfernd (Abb. 250), 
Zweige in Lang- und Kurz- 
triebe gegliedert, die Lang- 
triebe tragen (außer an ganz 

jungen Pflanzen) nur 
trockenhäutige Schuppen- 
blätter, in deren Achseln 
die Kurztriebe stehen; bei 
den meisten Arten besteht 

der Jahreslangtrieb aus 
einem einzigen Internodium, 
das aus einer blattlosen 
Basis (welche die männ- 
lichen Blüten, wenn ent- 
wickelt, trägt) und einem 
längeren oberen Teil, welcher 

Kurztriebe mit Blättern 
trägt, besteht und in eine 

Endknospe endet, unter 
welcher ein Quirl kleinerer 
Knospen sitzt, von denen 
eine oder mehrere durch 

weibliche Blüten (junge 
Zapfen, die dann subtermi- 
nal stehen) ersetzt sein 
können (Abb. 243 ?>, S.232); 
diesen Kiefern steht nach 
Shaw^) eine andere Gruppe 
gegenüber, deren Jahreslangtriebe sich aus 2 (selten 3 oder mehr) Internodien zusammen- 



Abb. 246. 



Pinus mo)i(icola im Schloßpark zu A\'ürlitz (durch j^üiij; 
Verniittlun? von Graf Fritz v. Schwerin). 



1) In Botanical Gazette XLIII. p. 205 (1907); M a y r, siehe S. 239, hat schon 1906 dies Merkmal ver- 
wendet, aber Shaw berichtigt einiges. 



236 



Pinus. 



setzen, von denen jedes aus einer blattlosen Basis^). einem Nadeln tragenden Teil und einem 
Knospenquirl (mit oder ohne, dann ,, lateral" stehende junge Zapfen) besteht (Abb. 238 a, c)\ 
bei einigen Arten (z. B. ziemlich regelmäßig bei F. Bungeana, Abb. 238 J, und 
Gemrcliana) treten an einknotigen Trieben noch vSommertriebe auf, die sich durch grüne 
Deckschuppen und kürzere Xadeln von den normalen unterscheiden, der Trieb wird dadurch 
scheinbar 2 knotig und die Zapfen stehen ..pseudolateral"; bei wirklich mehrknotigen Trieben 
können die jungen Zapfen sowohl , .lateral" als auch subterminal stehen; alte Zapfen 
stehen stets lateral; Knospen in Form und Ausbildung der dachziegehgen Beschuppung 
wechselnd (siehe z. B. Abb. 243), harzlos oder verharzt; Nadeln zu 1 — 5 zusammen an 
Kurztrieben, die am Grunde scheidige Schuppenblätter (Nadelscheiden) tragen, 3 kantig oder 
halbstielrund, an den Kanten meist fein rauh gesägt (siehe Abb. 257 r, u), Länge, Farbe usw\ 




Ab 



LaauuLiikiekni, L'inui anstala, in don San Francisco Mts., Arizona, 2740m 
(phot. C. A. Purpus, 1902). 



sehr wechselnd, Gefäßbündel einfach oder verzweigt, Harzkanäle 2 — 12, rand- oder 
mittelständig (siehe Querschnitte auf Abb. 243, 257 usw.); Blüten und Fruchtmerkmale siehe in 
Hauptübersicht, S. 132 und Abb. 126, S. 129 ; Zapfen holzig, aufrecht abstehend oder meist hän- 
gend, fast stets am Ende des 2. Jahres reifend, oft aber geschlossen und lange am Baum bleibend. 
Samen variabel, mit oder ohne Flügel, siehe Abb. 226, S. 216, und 234, S. 223; Keimlinge wie 
Abb. 87 a — i, S. 92. Kultur: die Kiefern gehören im allgemeinen zu den anspruchslosesten 
Nadelhölzern, insbesondere was den Boden anbetrifft; sie wurzeln zumeist tief, passen sich 



^) Diese sich wiederholende blattlose Basis ist das oft einzige Erkennungszeichen, da ja Knospen und 
junge Zapfen an solchen mehrknotigen Jahrestrieben fehlen oder nur am Ende entwickelt sein können wie 
bei einknotigen. 



Pinus. 



237 



aber in hohem Cxrade dem Untergrund an; nur gegen Beschattung smd sie empfmdhch 
und auscresprochene Lichtholzarten; die Ansprüche der verschiedenen Arten smd aUerdmgs 
sehr wechsehid man vergleiche das bei den Einzelnen Gesagte, sie vertragen nur jung 




Abb. 248. Pimis Moniezumae (P. Russeliam), im Hort. RoveUi, Pallanza {durch Güte von Dr. E. Rovelli). 



das Verpflanzen gut; Vermehrung durch Samen im Frühjahr, oder die hartschaligen, 
wie RCenibra. duliri, SaUneana im Herbst, da sie oft 2-10 Monate hegen, man kann 
sie auch stratifizieren; in einigen Fällen Vermehrung durch \ eredlung. ^i^^be^ di * ^ur 
2 nadelige Arten meist P. sylvestris als Unterlage, für üppige hormen v.ird P. nigra austriaca 



238 



Pinus. 



empfohlen, für fünfnadelige P. Cemhm oder P. Strohus; Verwendung als in vielen 
Fällen sehr wertvolle Zierbäume; auch hier Freistellung notwendig, um die malerische 
Alterstracht gut zur Geltung zu bringen; viele Arten forstlich infolge ihrer Holzgüte oder 
sonstiger Verwertungsmöglichkeiten sehr geschätzt, mancher Samen beliebte Handelsartikel 
(Piniolen, Zirbelnüsse usw.); man vergleiche auch den Abschnitt VII, S. 89, und die 
Angaben bei den Arten. 

Über die wissenschaftliche Gliederung 

sei gesagt, daß die Einteilung der Gattung auf verschiedene Schwierigkeiten stößt. Um die Haupt- 
einteilung haben sich namentlich M a y r, Waldungen von Nordamerika (1890) und Koehne, Deutsche 
Dendrologie (1893) Verdienste erworben. Die Umgrenzung und Benennung der Gruppen und Untergruppen 
ist noch recht schwankend. Wir geben im folgenden eine kurze Übersicht, um anzudeuten, wie die von 




Abb. 249. Pinus Torreyana, b m (Orig.; Hort. Vilmorin, Verrieres bei Paris). 



uns besprochenen Arten sich wissenschaftlich auf Grund ihrer wirklichen Verwandtschaft gliedern. Es liegt 
uns jedoch fern, über die Umgrenzung oder Benennung der einzelnen Untergruppen etwas Endgültiges 
sagen zu wollen. Wir legen außer M a y r, Koehne und B e i ß n e r, auch Henrys Angaben 
(siehe Aimierkung S. 242) zugrunde. 

A) Hauptgruppe Haploxißrm, W e i c h h o 1 z k i e f e r n : ]N'adeln nur mit einem 
einzigen Gefäßbündel, Xadelscheiden auf vorspringenden, auf den Zweigen nicht herab- 
laijfenden Kissen sitzend, Samenflügel, wenn vorhanden, nicht leicht abtrennbar vom 
Samen; Holz meist weich, hellfarben. 

I. Gruppe Strohus, W e i ß k i e f e r n : Nadeln zu 5, Scheiden ganz abfällig, Zapfen 
langgestreckt (fichtenähnlich), hängend, dünnschuppig, Samen langgeflügelt. Hierher 
(Stellung von parviflora zwischen Gruppe I und II): excelsa, Lamlertiana, monticola, parvi- 
flora, Peuce, Strohus. 



Knus. 



239 



II. Gruppe Cembra, Kernkiefern: Nadeln zu 5, Scheiden ganz abfällig, Zapfen 
meist kurz und dick, dickschuppig, Samen so gut wie flügellos, groß, eßbar. — Hierher: 
albicaulis, Armandii, Cembra, flexilis, lioraiensis, pumila. 

III. Gruppe Balfoiirianae (Balfouria), F u c h s s c h w a n z k i e f e r n : Nadeln zu 5, 
Scheiden bis auf Rosette abfällig, Zapfen zylindrisch, Samen mit langen Flügeln. — Hierher: 
aristata, Balfouriana. 



Scheiden 
Hierher: 



IV. Gruppe Gerardianae, S c h 1 a n g e n h a u t k i e f e r n : Nadeln zu 3, 
ganz abfallend. Zapfenschuppen sehr verdickt, Samen flügellos, groß, eßbar. — 
Bungeana, Gerardiana. 

V. Gruppe Cembroides 
(mit IV auch als Parrya 
vereint), Nußkiefern: 
Nadeln zu 1 — 4, Scheiden 
bis auf Rosette abfällig, 
Zapfen kugelig, wenig- und 
dickschuppig, Samen wie 
bei LV. — Hierher: cembroi- 
des, edulis, monophyUa, Par- 
ryana. 

B) Hauptgruppe Diplo- 
xylon, Hartholzkiefern: 
Nadeln mit doppeltem Gefäß- 
bündel. Nadelscheidenkissen 

am Zweig herablaufend, 
Samenflügel, wenn vorhan- 
den, leicht von Samen ab- 
trennbar, Holz meist schwer, 
dunkelfarben. 

VI. Gruppe Pseudostro- 
bus: Nadeln zu 5. Scheiden 

bleibend. Jahreslangtricbe 
stets einfach. — Hierher: 
Montezumae, Torreyana. 

VII. Gruppe Taeda^): 
Nadeln zu 3, Scheiden blei- 
bend. Harzgänge (nach Henry ) 

mittelständig, Jahreslang- 
tricbe einfach oder mit 2 
(oder mehr) Internodien. — 
Hierher: canariensis, Coulteri. 
Jeffreyi, palustris, patula. 
ponderosa, radiata, rigida, Sa- 
bineana, SCOpuJorion, serotina, Abb. 250. Stamm von Pinus Bumjeana, der Schlangenhaut-Kiefer 

Taeda, TeOCOte, tuberculata. (Orig.; Hort. Vilmona, Vemeres bei Paris). 




^) Die Benennung und Umgrenzung von Gruppe VII und VIII sind sehr strittig. Wenn man. wie Mavr, 
Fremdl. Wald- und Parkbäimie (1906) es tut, diejenigen Arten zusammenbringt, deren iii)pige Jahrestriebe 
aus 2 oder mehr Internodien bestehen und bei denen mithin die jungen Zapfen meist aus Knospen am Trieb 
zwischen 2 Quirlen mit Endknospen hervorgehen, also , .lateral", nicht ..subterminal" gestellt sind (ver- 
gleiche das oben S. 236 Gesagte), so erhält man Mayrs neue Sektionen Murraya (mit Banksimia, 
contoria, ecMnaia, muricata, patula, pungens, radiata, rigida, serotina, Taeda, T eocote, tuberculata, virginiana) 
und Jeffreya (mit canariensis, Coulteri, Jeffreyi. palustris, ponderosa. Sabiueana, scopulorum), wobei 
diese letztere die Arten mit stets einknotigen Jahreslangtrieben umfaßt. Da nun P. Murrayana kaum als 
Art zu halten ist, bleibt die Wahl des ?\amens Murraya sehr unglücklich, was auch für Jejfretja gilt, da 
P. Jeffreyi vielfach auch nur als Varietät von ponderosa geführt wird. 



240 



Pinus. 



VIII. Gruppe Banksia: Nadeln zu 2 (bei ecMnafa 2 — 3), Scheiden bleibend, Harz- 
gänge rand- oder mittelständig, Jahreslangtriebe 2- bis mehrknotig, junge Zapfen lateral. — 

Hierher: Banksiana, contorta, 
echinata, halepensis, muricata, 
pungens, virginiana. 

IX. Gruppe Pinaster: 
Nadeln zu 2, Scheiden blei- 
bend, Harzgänge rand- oder 
mittclständig, Jahreslang- 
triebe einknotig, junge 
Zapfen subterminal. — Hier- 
her: densiflora, leucodermis, 
Massoniana, montana, nigra, 
Pinaster, Pinea, resinosa, syl- 
vestris , Tlmnbergii. 

über die richtige Benennung 

ist folgendes zu sagen: für P. insig- 
nis Donglas (1838) ist P. radiata 
Don (1836) zu setzen, da dies nach 
Henry der unzweifelhaft älteste, 
in Amerika allgemein gebräuch- 
liche Name ist. An Stelle von 
P. miiis Michaux (1803) hat P. 
echinata Füller (17G8) zu treten. 
Ebenso hat Millers (1768) P. 
virginiana den Vorrang vor P. 
inops Solander (1789). P. Mas- 
soniana Lambert (1803) (nicht 
Sieb, et Zucc. (1842) = P. 
Thiiniergiil) ist für P, sinensis 
Lambert (1828) aufrecht zuhalten. 
Für die P. halepensis nahestehende 
P. Bndia Tenore (1811) ist dies 
wohl der einzig richtige Haupt- 
name, denn nach Henry ist P. pij- 
renaica Lapeyrouse (1818) nicht 
nur jünger, sondern auch unsicher. 
Für P. Laricio Poiret (1804) ist 
P. nigra Arnold (1785) als Haupt- 
name voranzustellen. 

lateinischen Namen. 

en.) 

humilis 257 

inops 253 

insignis 252 

Jeffreiji 249 

Ivraiensis 242 

Lamiertiana 244 

lapponica 258 

Laricio 261 

— • austriaca 261 

— calabrica 261 

— celennensis 262 

— corsicana 261 

— leucodermis 263 

— nigricans 261 

— Pallasiana 261 

— Poiretiana 261 

— pyrenaica 262 

— Salzmanni 262 

— ienuifolia 262 

leucodermis 263 

maritima 259 




Abb. 251.^Jange Piniis punäcrusa lUri-.; Ilurt. UralL-uugi; bei Wiuü). 



Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten 

(l)ie Ziffern bedeuten die Seitenzalil 



aleppensis . . . 

albicaulis . . . 

aristaia . . . . 

Armandii . . . 

attenuata . . . 

australis . . . . 

austriaca . . . 

Balfouriana . 

■ — aristata . . . 

Banksiana . . . 

Boursieri . . . 

Brutia . . . . 

Bungeana . . . 

canariensis . . 
Celakowskiorum 

Cemhra . . . . 

— pumila . . . 

— pygmaea . . 

— sihirica . . . 
cembroides . . . 

— edulis . . , 



252 
242 
245 

245 
252 
248 
261 
246 
246 
253 
254 
253 
247 
248 
256 
244 
242 
242 
244 
247 
264 



cembroides monophylla. . . 265 

— Parryana 265 

contorta 254 

— Murrayana 254 

Coulteri 249 

densata 259 

densiflora 258 

digeuca 257 

divaricata 253 

echinata 252 

edulis 264 

eldarica 253 

excelsa 245 

flexilis 242 

• — albicaulis 242 

Frieseana 258 

Gerardiana 247 

halepensis 252 

— Brutia 253 

Hartwegii 246 

Henryi 259 



Pinus. 



241 



Massoniana 259 

mitis 252 

monoplujlla 265 

— edulis 264 

monsfeliensis 262 

moniana 255 

— arborea 257 

— frufescens erecta . . . 255 

— mughus 255 

— prostrata 255 

— pumilio 255 

— uncinata 257 

rostrata 257 

rotundata 257 

Montezumae 246 

— Harhcegü 246 

monticola 244 

mughus 255 

muricata 254 

Murrayana 254 

nigra 261 

— austriaca 261 

— caläbrica 261 

— Pallasiana 261 

■ — Poireiiana 261 

— pyrenaica 261 

— ienuifolia 262 

nigricans 261 

obliqiia 257 

Pallasiana 261 

palustris 248 

Paroliniana 253 

Parryana 265 

parviflora 245 

— • pentaphylla 245 

patiiln 250 

pentapitylla 245 

Peuce 245 



Pinaster 259 

Pinea 259 

Piihyusa 253 

ponderosa 248 

— Jeffreyi 249 

— scopulorum 249 

prominens 259 

pumila 242 

pumilio 255 

pungens 254 

pyrenaica 262 

quadrifolia 265 

radiata 252 

resinosa 261 

rlutetica 257 

rigensis 257 

rigida 251 

— serotina 251 

rubra 261 

Sabineana 249 

Salzmanni 262 

scipioniformis 242 

scopulorum 249 

serotina 251 

sibirica 244 

sinensis 259 

Strobus 243 

— argentea 243 

— aurea 243 

— fastigiata 243 

— monophylla 243 

— nana 243 

— nivea 243 

— pyramidalis 243 

— umbraculifcra 243 

sylvestris 257 

— aurea 258 

— — Beißneriana .... 258 



sylvestris Beissneriana . . 258 

— bevronensis 258 

— columnaris 258 

— compacta 258 

— compressa 258 

— engadinensis 258 

— fastigiata 258 

— lapponica 257 

— monophylla 258 

— nana 258 

bevronensis .... 258 

compacta 258 

pumila 258 

pyg'tnaea 258 

umbraculifera . . . 258 

— pendula 258 

— pumila 258 

— pygmaea 258 

— pyramidalis 258 

columnaris compacta 258 

compressa 258 

fastigiata 258 

— rigensis 257 

— iabuliformis 259 

— 2imhraculifera 258 

— virgata 258 

Taeda 251 

Teocote 251 

Thunbergii 258 

Torreijana 247 

tuber culata 252 

uliginosa 257 

uncinata 257 

— rostrata 257 

— rotundata 257 

virginiana 253 

Wilsonii 255 

yiinnanensis 248 




Abb. 252. Pinus Scopulorum (.Mitte und rechts) und P. ponderosa (ganz links) in den San Francisco 

MtS., 2440 m (phot. C. A. Purpus, 1912). 



Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhölzer. 



16 



242 



•Pinus. 



Übersicht der Arten i). 

: (Anordnung auf Grund der Zweig-, Knospen- und Nadelmerkmale.) 

/. (// siehe S. 247) Nadeln vorwiegend zu fünf. 

A) {B siehe S. 245.) Nadelscheiden zeitig (im 1. Jahre) ganz abfallend (vgl. 
Abb. 257 d-g, S. 246). 

1. Nadelränder ganzrandig (sich glatt anfühlend beim Überstreichen), Harzgänge 
randständig (Abb. 243 o, ]ß,s): a) Triebe kahl (oder nur ganz jung sehr fein behaart): 
1. P. flexilis: West-Nordamerika (Rocky Mountains von Alberta südwärts bis Texas 

und Südostkalifornien), bis 
15( — 25) m, rundkronig, Abb. 
98, S. 101, Triebe zäh, bieg- 
sam, hellorangefarben, Knos- 
pen eiförmig, kurz zugespitzt, 
harzig, Nadeln steif, spitz, 
5 — 6( — 7,5) cm : 1 mm, siehe 
Abb. 257 a — c, reifer Zapfen 
ziemhch wagrecht, 7,5 — 14 
(—25) cm (Tafel V, Fig. l), 
September, bald abfallend; 
bei uns noch selten in Kultur, 
gilt aber als hart und an- 
spruchslos; sehr nahe steht 
P. albicaülis {P. flexilis 

var. aJbicaulis), Britisch- 
Kolumbien bis Südkalifor- 
nien, Zapfen meist bis zum 
Abfallen geschlossen, Schup- 
pen purpurn, nicht braun, 
ihre Spitzen mehr Seckig, 
junge Triebe mit verstreuter 
feiner, steiferer Behaarung, 
die bei flexilis fehlt oder 
durchaus fein weich ist, kaum 
in Kultur. — b) Triebe dicht 
fein, etwas zottig bräunlich 
behaart: 2. P. j^umila (P. 
Cemhra var. pumila, oder var. 
pygmaea): Sibirien (von Ja- 
kutsk an östlich) bis Man- 
dschurei, Mittel] apan, Kam- 
tschatka, Gebirgsstrauch, bis 
höchstens 4 m. (Abb. 50, S. 57), 
oft niederUegend, Knospen 
wie bei Cemhra, Nadeln ähn- 
lich, aber kürzer, 3,5 — 5 
( — 7,5) cm, zuweilen Rand 
leicht gezähnelt, siehe 
Abb. 257 d^e, Zapfen wie Tafel III, Fig. z, stets geschlossen, 3,5—4,5 : 2,5 cm; sehr selten 
echt, ganz hart, Samen eßbar. — 2. Nadelränder mehr minder, besonders gegen Spitze 
zu, gezähnelt (sich also rauh anfühlend), Harzgänge rand- oder mittelständig {Ahh.2bl h,i,u). 
a) (ö siehe S. 245.) Triebe behaart: I. Freie Spitzen der Knospenschuppen abstehend^) 
(Abb. 257 /, S. 246): 3. P. koraiensis: Ostasien: Amurgebiet, Mandschurei, Korea, 

^) Vorwiegend unter Benutzung der Übersichten von A. Henry, in Elwes and Henry, The Trees of 
Great Britain and Ireland V. S. 1004—1010 (1910), und L. P a r d e, in Bullet. Soc. Dendrol. France;(1912) 
P- 47 — 56, — -) Dies dürfte wohl auch von der noch kaum eingeführten P. scipioniföi'niis aus Hupei 
gelten, Nadeln 3 kantig, bis 12 cm, Harzgänge randständig, Zapfen stumpf länglich, 3— 5 cm lang. 




Abb. 253. Pinus canariensis (phot. Alwin Berger, Hort. Hanbury, 
La Mortola, italienische Riviera). 



•Pimis. 



243 



Japan (in China durch P. Armandi vertreten). 30 — 60 m, Tracht wie Cemhra, der sie 
sonst sehr ähnelt, aber Nadeln reicher und schärfer gesägt, stumpfer, an den Seiten weiß- 
licher, Harzgänge niittelständio;. siehe Abb. 257 / — i. Zapfen aber viel größer, 12,5 — 15 : 
5 — Sem, siehe Tafel II. Fig. /; eine der schönsten Kiefern, hart und wüchsig. 

II. Spitzen der Knospenschuppen ano:epreßt (Abb. 257 k. S. 246); Ä) {B siehe 
S. 245 oben) Xadehi 5.5 — 10 cm lang, mehr minder vorherrschend grün: 1) junge Triebe 
grünlich, nur unter den Ansatzstellen der rsadelbündel behaart. Xadeln fein 
und weich: 4. P. 
Ströbiis , Strobe, 

Weymouthskiefer: 
östüches N'ordame- 
rika (Kanada bis 
Georgia. Ost-Tennes- 
see, Illinois, Iowa), 
bis 80 m. Tracht 

siehe Abb. 239, 
S. 228. Triebe später 
violettbraun, dann 
braunorau. Knospen 

spitzeiförmig, 
Nadeln 2 — 3j ährig, 

7 — 12 cm : 0,5 mm, 

gespitzt. Seiten- 
flächen etwas bläu- 
lichweiß gestreift. 

Harzgänge rand- 
ständig, siehe Abb. 

257 k — m. Zapfen 
10-16 : 3 n» (Tafel I. 
Fig. q), September 
reifend, sich bald 

öffnend, im Jahr 

nach Reife oder 

später abfallend. 
Samen wie 
Abb. 266«, S. 216; 
von Formen seien 
erwähnt: var. pyra- 
midalis (var. fastigi- 
dta). AVuchs spitz- 
kegel- oder säulen- 
förmig, var. nana. 

hübsche rundliche 
Zwergform, hierher 
subvar. umhracidi- 
fera, ferner verschie- 
dene rsadelfärbun- 
gen: var. argentea. 
silbrigweiß, hierher 

besonders subvar. 
7iirea. doch Wuchs 

unschön; var. aürea, Nadeln jung goldgelb; monströs ist var. monoyliiiUa. Nadeln mehr 
oder weniger zu einer verwachsen: die Weymouthskiefer liebt tiefgründige, fruchtbare, 
ziemlich feuchte Böden (lehmhaltigen Sandboden), ohne allzu anspruchsvoll zu sein, 
meidet aber heiße, zu trockene Kalkböden, wie auch zu trockene Luft, sie ist ganz hart 
und rasch wüchsig. jedenfalls ein ausgezeichneter Parkbaum, auch forstUch von AVert, 
siehe dazu Artikel VII. S. 90. 




Abb. 254. Pimis palustris (P. australis). im Hort. Rovelli, 
PaUanza (durch Güte von Dr. E. Rovelli), 



16* 



244 



Pinus. 





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2) Junge Triebe durchaus bräunlich oder orangebraun behaart, Nadehi steifer, 
dicker: a) Triebe etwas kurz zottig orangebraun behaart, Nadeln 5—9 cm lang, Harzgänge 
mittelständig: 5. P. Cemhra, Arve, Zirbe, Zürbelkiefer: Alpen und Karpathen, außerdem 
Nordostrußland, Sibirien (var. siUrica), heimische Form bis 22, sibirische bis über bOm hoch, 
Tracht siehe Abb. 15, S. 25 und Abb. 223, Zweige später grau, Knospen eiförmig, langspitzig, 
harzig, Nadeln 3— 5jährig, etwa l,bmm breit, 3kantig, Zähnelung entfernt, gegen Spitze 
zuweilen fehlend, Seitenflächen weißlich gestreift, spitz, siehe Abb. 2bln—o, Zapfen 
aufrecht abstehend, stets geschlossen, 5— 10:4— 6 cm (Tafel VI, Fig. p), Oktober- 
November reifend, im näch- 
sten Frühjahr abfallend, Sa- 
men wie Abb. 2.34 6?,S. 223 die 
var. sibirica (P. sibirica) 
ist fast nur durch schnelleren, 
höheren Wuchs, schmalpyra- 
midale Tracht (Abb. 49, 
S. 56 und Abb. 52, S. 59), 
ähnlich P. Strohis, und 
reichere Zweigzahl in jedem 

Quirl ausgezeichnet, für 
Zierzwecke wird diese Varie- 
tät oft vorgezogen, sie ver- 
langt etwas feuchtere Lage ; 
das Holz der Zü'be ist für 
Tischlerei, Schnitzerei usw. 
geschätzt und diese Art 
forstUch als Hochgebirgs- 
baum sehr wertvoll, sie 
liebt frische bis feuchte 
Standorte, vor allem kühle 
Nordlagen. — h) Triebe 
fein, zum Teil etwas di'üsig, 
bräunlich behaart, Nadeln 
mit randständigen Harz- 
gängen: a) Nadeln steif, 
scharf gespitzt und gedreht, 
Zapfen 30-45: 8-10 cm: 6. 
P.Lmnbertidna, Zucker- 
kiefer: westliches Nordame- 
rika (Oregon, Kalifornien), 
höchste Kiefer, bis fast 90 m, 

Tracht siehe Abb. 244 
und 245, Triebe ziemlich 
dick, Knospen zylindrisch, 
abgerundet oder kurz ge- 
spitzt, harzig, Nadeln 2 — 
3 jährig, 9 — 12 an, tief grün, 
3kantig, Zapfen hängend, 
aufspringend, siehe Tafel II, 
Fig. i, im 3. Jahre abfallend, 
Samen wie Abb. 234 Ä;; aus 
Oregon stammende Pflanzen sind hart, doch empfiehlt sich Veredlung, jedenfalls ist der 
Wuchs langsam und die Art nur für Liebhaber wertvoll, ihre wirkliche Schönheit kommt 
nur in alten, gut gewachsenen Exemplaren zum Ausdruck, Ansprüche wie die Wey- 
mouthskiefer. — ß) Nadeln weniger steif, ziemlich stumpf gespitzt, kaum gedreht, Zapfen 
12 — 20 : 3 — 5 cm: 7, P. monticola, nordwestliches Nordamerika (Süd-Britisch-Kolumbien, 
Nord-Montana bis Mittelkalifornien), bis 50 tn, Tracht ähnlich P. Strohus, siehe aber 
Abb. 246, S. 235, auch Knospen ähnlich, Triebe ziemlich schlank, Nadeln 5,5 — 10 cm lang, grau- 




Abb. "Zoo. tinus ponderosa, Gelbkiefer, in Oregon (phot. Alfred Ri-hderj. 



Pinus. 



245 



grüner als bei Lamheiiiana, Zapfen hängend, wie Tafel I, Fig. /;, viel größer als bei 
Strobus; sonst ähnlich dieser verwendbar für feuchte, frische Lagen, leidet aber noch 
leichter an Pilzkrankheiten. 

B) Xadeln nur bis 5 cm lang, an Seitenflächen ziemlich stark weißblau: 8. P.parvi- 
flöra, Japan, Kurilen, bis 40»;, meist viel kleiner, siehe Abb. 229, S. 218. Triebe grau, 
Behaarung fein, verstreut, Knospen kurz, eiförmig, leicht harzig, Xadeln 3jährig, gedreht, 
ziemlich stumpf, Harzkanäle randständig, Zapfen 4.5 — 7.5 : 3,4 cm, siehe Tafel III, Fig. ic, 
Samen ähnlich Abb. 234 i; hübsche, meist ziemUch buschig bleibende, harte, für kleine Gärten 
geeignete Art. Xach Henry gehört als var. pentaphylla hierher die P. penfaphijUa, 
welche in Xordjapan zu Hause ist. sie weicht im wesentlichen durch etwas größere, stärker 
hängende Zapfen und breiter geflügelte Samen ab. Xadeln etwas dunkler. In Kultur 
wohl sehr selten bei uns. 

b) Triebe kahl (oder 
bei P. Armandii unter Lupe 
ganz fein behaart): I. Xa- 
deln der Büschel spreizend 
oder scharf herabgebogen, 
schlaff, meist über 10 cm 
lang: Ä) Triebe olivgrün 
oder mehr grau, zuweilen 
ganz fein behaart, Harz- 
kanäle der Xadehi mittel- 
ständig: 9, P, Armandii: 
AVestchina (Schensibis Jün- 
nan ), bis 25 m, Tracht excelsa 
ähnlich, siehe Abb. 74, S. 80, 
Knospen stumpf zylindrisch, 
Schuppen mit freien Spitzen 
oder verharzt, Xadeln 10 bis 
15 cm, Zapfen hängend oder 
abstehend,4— 17.5 •.b—l.öcm, 
siehe Tafel II, Fig.o ; hübsche 

neue Art, die härter als 
folgende sein dürfte und 
für Liebhaber wertvoU ist, 

siehe auch S. 65. 
— B) Triebe jung blau- 
graugrün. Harzkanäle der 
Xadeln randständig: 10. 
P. excelsa, Tränenkiefer: 
Hinuüaya (Afghanistan bis 
Xepal, Bhutan), bis 60 )/^ 
Tracht siehe Abb. 58, S. 65, 
Knospen spitzlänglich-konisch. Zweige im 1, Winter olivgrün, dann dunkelgrau. Xadeln 
Sjährig, hängend, 12 — 18 cm, weich, frisch grün, Seiten blauweiß. Zapfen hängend, lang 
gestielt. 15 — 27 : 5 — 7 cm, Tafel II, Fig. p, Samen wie Abb. 226 c; bekannte und fast ganz 
harte Art, außer in sehr kalten, rauhen Lagen, schnellwüchsig, liebt guten Boden, muß 
zur Entfaltung der vollen Schönheit ganz frei stehen und gut beastet sein. 

II. Xadeln mehr minder den Zweigen angepreßt. 8 — 10 cm lang: 11. P. Peüce: 
Bulgarien, Mazedonien, Montenegro, bis 40 m, Tracht zwischen Strohis und Cemhra, Triebe 
glänzend grün, im 2. Jahre braungrau. Knospen stumpf eiförmig, gespitzelt. Xadeln 2 — 3jährig, 
ziemhch steif, spitz, zienüich gleichmäßig grün bis graugrün, allseits hell gestreift. Zapfen 
kurz gestielt, abstehend oder hängend. 10 — 15:3 — öcm, Tafel V. Fig. q; sehr hübsche, 
harte, wüchsige Art. deren Holz recht geschätzt wird, jedenfalls noch wertvoller als Sirohus. 

B) Xadelscheiden bleibend (oder bei P. aristata bis auf 5 am Xadelbündelgrunde blei- 
bende Lappen abfallend, siehe Abb. 257/). S.246): 1. Xadelscheiden bis auf Lappen abfällig, 
Xadeln ganzrandig, Harzgänge randständig. Triebe fein weich behaart: 12. P. aristata 



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Abb 256. Pinus Jefjreiji ph.jt. A. Purpus, Hort. Bot., Darmsty 



246 



Pinus. 



(P. Balfouridna var. aristäta), Grannenkiefer: westliches Nordamerika (Kolorado, Nevada, 
Arizona, Südostkalifornien), bis 15 m, Tracht wie Abb. 247, Triebe gelbbraun, Knospen spitz- 
eiförmig, Nadeln 10— 12jährig, dicht gedrängt an den Trieben (diese fuchsschwanzartig), 
angepreßt, 2,5— 4 m, glänzend grün, spitz, steif , mit weißen Harzausscheidungen *) siehe 
Abb. 257 p—q, Zapfen abstehend, 6—10 : 4 cm, Tafel V, Fig. g, Schuppen grannig bedomt; 
recht harte, langsam wüchsige, meist buschige Art, selten, für Liebhaber. — ;2. Nadelscheiden 
bleibend, Nadeln gezähnelt, Harzgänge mittelständig, Triebe kahl: a) Triebe nicht 
bereift, rötlichbraun, die hneal-lanzettlichen, weißgewimperten Schuppenblätter im 1. Jahr 
bleibend: IS. P . Montezümae: Mexiko, bis 25 w, Abb. 248, Knospen spitzeiförmig, harzfrei, 
Schuppen lang gespitzt, Nadeln Sjährig. (10— )22(— 45) r»?. am Trieb gedrängt, spreizend, 




Abb 257. Pinus: a—c ßexilis: a Knospen, b Nadel und die Enden, c Nadelquerschnitt. — d—e pumtla : 
d Nadelbüschel, e Nadelquerschnitt. — j—i koraiensis: / Knospe, g Nadelbüschel, h Nadelende, ^ Nadelquer- 
schnitt. — k—m Strohus: k Knospen, l Nadelenden, m Nadelquerschnitt. — yi—o Ccmhra: n Zweigende mit 
jungen Blütenständen (1) und Knospe (2), o Nadelquerschnitt. — p—q aristäta: p Nadelbüschel und Nadel- 
ende, q Nadelquerschnitt. — r Bungeana: Nadelenden. — s—v Coulteri: s Knospe, t Nadelbüschelgrund mit 
Scheide, u Nadelende, v Nadelquerschnitt. — w Sabineana: Knospen. — x rigida: Knospen. — ij tuberculata: 
Knospe. — z-z^ densiflora: z Knospen, z" Nadelscheide und Nadelende (links). — z'—z' Thunbergi: z^ Knospen, 
S^ Nadelscheide (a- '•: s, «', x nach Sargent; h, f, h, k, l, y, z\ s" nach Natur; d—e, g—i nach Shirasawa; n nach Hempel und 

Wilhelm; sonst nach Masters). 

gespitzelt, aUseitig mit hellen Linien, Scheide 2—5 cm im 1. Jahre, Zapfen abstehend oder 
herabgebogen, sich öffnend und dann bald abfallend, 6—10 cm, Tafel V, Fig. r; variable 
Art, besonders auffallend die var. Hartwegii (P. Hartwegii), abweichend durch kleinere, 
etwas verharzte Knospen, kaum über 15 cm lange, steifere Nadeln, kürzere Scheiden; diese 
Form ist härter als der Typ und eher versuchswert, beide nur für wärmere Teile im Gebiete 

*) Diese Harzausscheidungen fehlen der kalifornischen P. Balfouridna, Fuchsschwanzkiefer, 
welche kaum echt in Kultiu: ist. 



Pinus. 



247 



brauchbar, für Liebhaber, in Kultur noch ganz selten. — b) Triebe bereift. Schuppenblätter 
abfällig: 14. P. Tovreydna: Kalifoniien. bis IS m. Tracht siehe Abb. 249, 2jälu:ige Zweite 
stumpf grau. Ivnospen zylinclrisch-konisch, Nadeln 2iälirio:, 1.5 — 30 cm, steif, stechend, 
tiefgrün, Scheide 2 — 4 cm, Zapfen im 3. Jahre reifend, dann lansr gestielt, abstehend, 
10 — Ib cm lans:, Tafel II, Fi?. l\ ein Jahr nach Reife fallend: nur für warme, geschützte 
Lagen Liebhabern zu empfehlen, kurzlebig. 

//. Xadeln zu 3. 2 oder einzeln (bei P. Parryana meist zu 4, siehe bei P. mono- 
phyUa. S. 265). 

A) (B siehe S. 252) Nadeln zu 3 (wenigstens vorwiegend!). 



c 
■^ 

V 



1. Nadelscheide vöUis: abfällig im 1. oder 

ständig, Stammborke platanenartig abblätternd 

schlank, Nadelscheiden im 
1. Jahre abfallend: 15. 

P.Biuigedua. Sehlangen- 

hautkiefer: Nordchina (bis 

Hupei). bis 40 m, bei uns 

meist melu-stämmig, Ivrone 
breit, nmdhch, siehe 

Abb. 302, Ivnospen spindel- 
förmisr. Schuppenspitzen 

frei, Nadehi 3— 4i ährig, ent- 
fernt am Zweig, 6 — 7.5 

( — ^9) cm, steif, gekrümmt. 

spitz, gezähnelt, hellgrün, 

allseits bläuüch gestreift . 

siehe Abb. 257 r. Zapfen 

5— 6:3— 4tw, Tafel III, 

Fig.^. Samen siehe Abb.2o4 /, 
S. 223; sehr eigenartige. 

harte Art, für Liebhaber zu 

empfehlen, erst alte Bäume 

zeigen che weiße Farbe der 

Berindung. — b) Triebe 

hellbraun leicht rauh von 

den Nadelkissen, ziemhch 

dick, Nadelscheiden erst im 

2. Jahre abfallend: 16, P. 

Gerardiana: Westhima- 

laya (Afghanistan bis Garh- 

wal), bis 35 ///, Ivrone pyra- 
midal, Ivnospen spitz- 
konisch. Schuppen ange- 
preßt, etwas verharzt, Na- 
deln stmnpfer, grün und 

weniger steif als bei voriger. 

8 — 10 cm lans:. Zapfen wie 

Tafel I, Fig. ). 10—20 : 7— 

11 cm-, noch ffanz selten. 

aber ge\\-iß hart und in nicht 



Jalire^). Harzgänge der Nadeln rand- 
lAbb. 250): a) Triebe oHvgrün, glatt. 




Abb. 258. 



Pinus Sabineana, 17 m (Orig.; Arboretum G. Anard. La Maulevrie, 
An^rs\ 

zu rauhen Lagen anpflanzenswert für Liebhaber. 

2. Nadelscheiden bleibend. Harzs:äns:e mittelständis:: 

a) ( b siehe S. 250.) Jahreslangtriebe einknotis:. jun^e Zapfen also niemals lateral stehend-) : 



^ ) Bei der für uns wohl belanglosen P. cenibroides aus Südwest-Xordamerika bleiben Reste der Scheide 
erhalten. — - ) Indem wii dies auf S. 2.39 erwähnte und auf S. 235 besprochene Keimzeichen voranstellen, 
folgen wir einer besonderen Anregung von Herrn Dr. E. Zederbau er, Wien, welcher sich seit Jahren mit den 
Vegetativen Merkmalen der Nadelhölzer beschäftigt. Jedenfalls wäre nachzuprüfen, ob das Merkmal immer gut 
nachweisbar ist. An älteren Pflanzen von Arten mit sonst mehrknotisen Trieben werden diese meist einknotig. 



248 



Hnus. 



I. (II siehe unten.) Knospen nicht (oder kaum) harzig, Schuppenspitzen frei^), zurück- 
gekrümmt (Abb. 243 &), an der Spitze der2iährigen Zweige eine aus den bleibenden Knospen- 
schuppen gebildete Scheide vorhanden: A) Nadeln fein (1 mm dick), häufig kleine beblätterte 
Zweiglein auf dem Stamm und den Ästen vorhanden, Triebe gelb, Knospen rotbraun, 
Nadeln im Mittel 22 cm lang: 17. P. canariensis: Kanarische Inseln, bis über 30m, Tracht 
schmal pyramidal (Abb. 253), Nadeln 2jährig, grasgrün, weich, biegsam, gezähnelt, fein 
gespitzelt, Zapfen mehr minder hängend, 15 — 22 cm lang, Tafel I, Fig. w; hübsche, aber 
nur für mediterrane Gegenden geeignete Art, liebt trockene, sonnige Hänge. — B) Nadeln 
stark, 1,5 — 2 mm dick, keine solchen kleinen Zweiglein vorhanden. Triebe dick, rotbraun, 
Knospenschuppen silbrigweiß (oder hellgelblich), Nadeln an jungen Pflanzen 30 bis 40 cm 
(an älteren etwa 20 cm): 18. P. palustris (P, austrdlis), echte Pechkiefer (Pitch p ine): 
südöstliche Vereinigte Staaten, bis 40 m, Krone wenig verzweigt, breit offen (Abb. 254), 
Nadeln 2 jährig, hellgrün, gezähnelt, spitz, Zapfen wagrecht oder hängend, 15 — 25 cm lang 
(Tafel II, Fig. n), in Heimat sehr wertvolle, leider fast ausgerottete Art, bei uns nur im 
Süden für Liebhaber von Bedeutung. 




Abb. 259. PinUS muricata^ Bischoffskiefer, 7 m hoch und breit (Orig.; Arboretum G. Allard, La Maul6vrie, Angers), 



IL Knospe etwas harzig, Spitzen der Schuppen angepreßt (ausgenommen P, Jeffreyi, 
die durch bereifte Zweige von Gruppe labweicht): Ä){B siehe S. 249) Nadeln im Mittel über 
15( — 40) cm lang: 1) Triebe rötlich oder orangegelb (nicht bereift!), im 2. bis 3. Jahr fast 
schwarz, glänzend: 19. P. ponderösa, Gelbkiefer; Nordwest-Nordamerika (Montana, 
Britisch-Kolumbien bis Kalifornien), bis 70 m, Tracht siehe Abb. 251 und 252, Zweige 
geschnitten nach Terpentin riechend, dick, Knospen zylindrisch-konisch, 12 — 18 m.m lang, 
Nadeln 3jährig, spreizend, dicht gedrängt am Zweige, 15 — 25 cm lang, dunkel gelblichgrün, 
steif, gezähnelt, spitz, Scheiden kaum bis 15 mm, Zapfen meist sitzend, wagrecht oder 



'■) Hier kann man vielleicht einreihen P. yunnanensis, Jünnan, Szetschwan, Osttibet, 12 — 40 m, 
Triebe glänzend orangebraun, Knospen konisch-eiförmig, Nadeln zu 3( — 2), 16 — 23 cm, dünn, halb- 
rund, feingesägt, junge Scheiden 22 mm lang, Harzgänge meist randständig, Zapfen wie Tafel V, Fig. p, 
spreizend oder herabgebogen, 10 — 13 cm lang. Siehe auch S. 65. 



Pinus 



249 



leicht geneigt (Tafel I, Fig. o), 7,5 — 15 cm lang, bald nach Reife im 2. Herbste bis auf 
unterste Schuppen (also meist nicht o^anz) abfallend. Samen siehe Abb. 226)?; variable, aber 
recht hübsche, sut wüchsige, bei uns ganz harte Art, liebt nicht feuchten, aber tiefgrüncügen 
Boden. Siehe auch die folgende. 

2) Triebe bereift, im 2. Jahre grün oder graubraun: «) Knospen nicht verharzt, Triebe mi 
2. Jahre glänzend, graubraun, geschnitten nach Orangen duftend. Xadelbüschel am Zweige 
gedrängt: 20. P. Jeff'reyi {P. ponderosa var. Jeffreyf): Süd-Oregon bis Kalifornien 
(Abb. 256). von voriger noch abweichend durch: ^S^adehi etwas steif er. elastischer, stechender, 
weißlichoTÜn. 6 — Ojähris:. Zapfen 12.5 — oOf///. kurz gestielt (Tafel II, Fig. /o; diese Art ist 
empfehlenswerter als vorige, sie Hebt ziemlich trockenen, aber guten Boden, man stelle 
sie genügend frei, damit sie von unten auf die Beastung behält. 

h) Knospen 
verharzt, Triebe im 
2. Jahre grün, kaum 
glänzend, Xadeln in 
entfernten Schöpfen: 
a) Triebe dick. Knos- 
pen dick eiförmig. 
lang zugespitzt, bis 
4 c»; lang. ^N'adehi steif 
abstehend, Rand sehr 
rauh: 21. P. Coül- 
teri, Dickzapfen- 
kiefer: Kalifornien. 
bis 21 m. Tracht pyra- 
midal, wie Abb. i(J9, 
S. 112. Triebe mit sehr 
vortretenden Nadel- 
kissen. Knospen hell- 
braun. XadehiS— Ijäh- 
rig, 15 — 35 on : 3 mm. 
steif, lang scharf ge- 
spitzt, tiefblaugrün, 
siehe Abb. 257 s — r. 
Zapfen hängend, lange 
bleibend. 25 — 35 : 10 
bis 12,5 cm. Tafel II. 
Fig. m, Samen siehe 
Abb. 226?; der Zapfen 

halber interessante 
Art. die in nicht zu 
rauhen Gegenden in 

geschützten Lagen 
hart ist und trockenere 
Lagen in gutem Boden 
liebt. — ß) Triebe 

mäßig dick. Knospen mehr schmallänglich, bis 2 cm (Abb. 257 iv). 2sadeln mehr minder 
hängend: 22. P. Sabinedna: AVestkalifornien. bis 24 m. nach Britton meist von Grund 
aus mehrstämmig. Krone breit rundlich, siehe auch Abb. 258. von voriger vor allem 
noch durch die blaugraugrüne, nicht so steife Benadelung abweichend. Zapfen 15 — 25 ; 10 
bis 15 cm (Tafel II. Fig. g). gestielt. Samen siehe Abb. 234 </; nicht so hart wie Coulteri, 
nur in milderen Gegenden für Liebhaber wertvoll. — B) Nadeln kaum über 13( — 15) cm 
lang. Triebe dunkelbraungrün, zuweilen leicht bereift: 23. P. scopulörmn (P. ponderosa 
var. scopidorum), Felsenkiefer: Nordwestamerika (Rocky Mts,), bis 37 m. Wuchs gedrun- 
gener als bei P. ponderosa. siehe Abb. 252, Nadeln zu 2 (oder 3), steif, hellgrün, 7 — ^15 cm 
lang. Zapfen kleiner, bis 11 cm lang, gilt als widerstandsfähiger, wächst langsam, auch 
für felsige Hänge geeignet. 




Abb. 260. Pinus pafida, mi Hort- Rovelli, Pallanza (durch Güte von 

Dr. E. Rovelli). 



250 



Pinus. 



b) Jahreslangtriebe an gesunden, üppigen Pflanzen 2- bis mehrknotig, junge Zapfen 
also vielfach lateral stehend: L Triebe gewöhnlich deutlich bereift (siehe eventuell P. Teocote), 
dünn, Nadeln sehr fein (höchstens 1 mm dick), hängend: 24. P. pdtula: Mexiko, bis 28 m. 




Abb. 261. Pinus radiaia {P. insignis), 10 m; davor Herr Abbe Hy, im Arboretum des Herrn G. Allard, 

La Maulevrie, Angers (Orig.). 



Knus. 



251 



Tracht wie Abb. 260. Borke im oberen Teil der Stämme w'iQhei siflrestris abblätternd, 2iähri2;e 
Zweige rötlichbraun. Knospen sehr spitz. Schuppenspitzen frei. Nadeln 15 — 22 cm, biegsam, 
Zapfen wie Tafel III, Fig. s; wird in jungen Pflanzen im Vereinsgarten versucht, wohl 
nur für mediterranes Klima. 

IL Triebe nicht (oder nur selten und schwach) bereift. ^S'adeln derber oder nicht so 
hängend: Ä) Knospenschuppen mit (meist ) freien Spitzen. 1 ) Nadeln nur 6 — 12 cm. Adventiv- 
triebe an Stamm und Ästen häufig (Abb. 238 f/j: 25. P. rigida. nördliche Pechkiefer: östliches 
Nordamerika, bis 25 m , breit- 
kronig (Abb. 57. S. 64 ), Knos- 
pen selten harzig, glänzend 
tiefbraun, siehe Abb. 257 x. 
Triebe erst hellgrün, dann 

gelblich, Nadeln 2jähri2:, 

steif, tief grün, gezähnelt, 
Zapfen 4 — 7 cm (Tafel III, 

Fig. '/), sehr lan^e am 
Zweig bleibend Samen siehe 
Abb. 226 e; diese Art ist auf- 
fäUig durch das Erscheinen 
von Adventivknospen aus 
altem Holze (wie bei eclü- 
nata, siehe Abb. 238 f?) und 

Stockausschlag an abge- 
schnittenen Stämmen: sie 
tritt teilweise in schlech- 
testem Boden auf. doch ist 
bei Anbau auf Ödländereien 
ihr Holzwert gering, sonst 
für Liebhaber als anspruchs- 
lose Art für schlechte, ma- 
gere Böden brauchbar, hat 
mit derechten ..Pitch-pine", 
siehe oben, nichts zu tun. 
vergleiche auch S. 90. — 
Ihr steht nahe 26. P. se- 
rötina aus Südost- Nord- 
amerika. Nadeln meist bis 
20 on lang. Zapfenschuppen 
ohne feste Spitzchen, kaum 
in Kultur, nicht so hart, 
vielleicht nur sücUiche Varie- 
tät (P. rigida var. serotina). 
— 2) Nadeln 10— 20f/». 
Adventivtriebe fehlend: 27. 
P. Teocöte: Mexiko, bis 
60 m, Triebe hellbraun, oft 

bereift. Knospen harzig, 
stumpf zylin dris ch . Na dehi 
spreizend, steif, stechend, ge- 
sägt. Zapfen wie Tafel V. 

Fig. o; im Vereinsgarten zu Pruhonitz in jungen Pflanzen in Kultur, wohl wie patuJa. 
B) Knospenschuppen mit mehr angepreßten Spitzen. Knospen harzig: 1) Nadelscheiden 
lang (20 mm im 1., 10 mm im 2. Jahre), Nadeln ziemhch dick (2 mm). 15 — 2b cm lang, 
Zapfen symmetrisch : 28. P . Taeda , L o b 1 o 1 1 y - K i e f e r. östUches Nordamerika (von 
New- Jersey südlich), bis 50 »^ rundkronis:. Triebe gelbbraun, etwas bereift und rauh von 
den Nadelkissen, Knospen konisch, spitz. Schuppenspitzen frei. Nadel Sjähri?, bleichgrün, 
gezähnelt, spitz, ziemhch steif, in Büscheln am Zweigende, Zapfen seitenständig, 10 — 13 cm 




Abb. 262. Pwü^ I. 



:iarl';'tt-nh:'f h>A Sanas 



252 



Pinus. 



lang, Tafel I, Fig. l; kaum echt in Kultur nur für südlichere Teile des Gebietes, liebt 
feuchte Lagen, Holz sehr harzreich, vielfach als ,,Pitch-pine" im Handel. — 2) Nadel- 
scheiden kurz (10 7mn im 1., 5 mm im 2. Jahre), Nadeln dünn (1 — 1,5 mm), Zapfen 
unsymmetrisch: a) Knospen 12 — Iß mm lang, spindelförmig (Abb. 257 y), Nadeln locker 
über Zweig verstreut, spreizend, gelblich- oder bläuHchgrün, ziemlich steif, spitz: 29. 
P , tuber culdta (P .attenudta) , Warzenkiefer: Oregon bis Südkalifornien, selten bis 30 m, 
meist nicht über 6 w, oder buschig, Nadeln 3 — Irjährig, 7,5 — 13 cm : l,ömm, entfernt gezähnelt, 
Zapfen zurückgebogen, 7,5 — 13 cm (Tafel V, Fig. s), viele Jahre geschlossen und bleibend; 
diese Art ist noch ziemlich ganz hart, wächst in trockenen, armen Böden an Lehnen 
u. dgl., insofern für Liebhaber brauchbar, selten echt. — h) Knospen kaum 12 mm lang, 

mehr spitzeiförmig, Nadeln 
dicht am Zweig, ziemlich 
weich, glänzend grasgrün: 
30. P. radiäta (P. in- 
signis), Monterey- Kiefer: 
Südkalifornien, bis 30 m, 
Tracht siehe Abb. 261, Na- 
deln 3 jährig, 10 — 15 cm: 
1 mm, Zapfen zurückge- 
bogen, 7,5— 12,5 cm (Tafel I, 
Fig. Ji), meist lange ge- 
schlossen und bleibend, sehr 
hübsche, durch das lebhafte 
Grün der Nadeln auffallende 
Art, die aber nur im Süden 
des Gebietes im Seeklima 
recht gedeihen dürfte. 

B) Nadeln fast stets 
zu 2 (siehe auch unter A, 
S. 247) oder einzeln. 

1. {2 siehe S. 265) 
Nadeln zu 2 (bei ecJimäta 
zu 2—3): 

a) {b siehe S. 255) 
Jahreslangtriebe mehrkno- 
tig, lateral, Nadelscheiden 
stets ganz bleibend an 
Stamm und Ästen oft Adven- 
tivtriebe (siehe Abb. 238 d) : 
I. Nadeln zu 2 — 3 am selben 
Zweig: 31. P. echindta 
(P. niitis): östliche Ver- 
einigte Staaten, bis 40 m, 
ZwTigrinde schon im 3. Jahre 
abblätternd, Knospen 
spitzeiförmig, glänzend- 
braun, verharzt, Schuppen 
angepreßt, Nadeln 2 — Sjäh- 
rig, spreizend, fein gezähnt, 
spitz, weich, biegsam, dunkelblaugrün, 7 — 13 cm: 1,5 mm, Triebe blauweiß bereift, 
spröde, Zapfen 5 — 6,5 cm (Tafel III, Fig. w), kurz gestielt, hängend, Gebrauchswert 
etwa W'ie bei rigida, wenn aus dem Norden der Heimat eingeführt. 

II. Nadelnfast stets nur2, Adventivtriebe nicht auftretend: J.)(5siehe S. 253): Knospen- 
schuppen frei, zurückgeschlagen, Knospen harzfrei (Abb. 243 (Z): 1) Nadehi 5 — 7 — 10 mm 
lang, Zapfen kurz gestielt, abstehend oder hängend: 32. P. halepensis (P. deppensis), 
See-, Meerstrandskiefer: Mediterrangebiet, bis reichlich 15 (in Algier bis 29 m), Tracht 
pyramidal, siehe Abb. 3, S. 13 und 59, S. 66, Triebe anfangs grün, dann rötlich, leicht bereift, 




Abb. "JÜ3. J'tHug utK-tnata, Haun deir Ana am Ufenpaß, etwa 2150 m 

Ü. M., Schweiz (phot. Ernst Meyer; durch gütige Vermittlung von Professor 

C. Schröter, Zürich). 



Pinus. 



253 



rsacleln 2jährig. dünn, hellgrün. 1mm dick, Zapfen im 3. Jahre reifend, 7 — 10 : 5 f m 
(Tafel V, Fig. w), lange bleibend. Samen ähnlich Abb. 226 f/; ziemlich raschwüchsige Art, jedoch 
nur für ^Yarme. südhche Ges^enden sjeeiginet. — 2) ]Xadeln 10 — 12( — 16) cm lang, Zapfen so 
gut wie sitzend, etwas aufrecht oder abstehend, nie hängend: 33. P-ßnifio, siehe S. 240 
{P. halepensis var. Brufia, P. ParoJihiauä). italienische Kiefer: Süditahen. Kleinasien, 
Syrien (in Transkaukasien durch die nahe verwandten P. Pithm'isa und P. eUärica vertreten), 
Tracht ähnlich halepensis, aber breiter. Xadeln (10 — )12 — 16( — 23) mm lang, Zapfen siehe 
Tafel V, Fig. h, zu 
3 — 4( — 6); man ver- 
gleiche das bei hale- 
pensis Gesagte, doch 
ist Bridia forstlich 
wertvoller. 

B) Knospen- 
schuppen angepreßt. 
Knospen meist ver- 
harzt, zyUnch-isch 
1) Triebe ziemlich 

dünn, deutlich 
blauviolett bereift. 

Xadeln lebhaft 
grün: 34. P. vityi- 
tiidtia (P. mops), 

Jersey- Kiefer: öst- 
liches Xurdamerika. 
meist nicht über 12, 

selten bis 36 m, 
Tracht fichtenartig. 

Nadeln 3 — 4iährig. 
sehr aromatisch, wenig 
abstehend, ziemlich 
dicht über Zweig ver- 
streut, 4— 7fw :1 nun. 
tiefgrün, gezähnelt. 
steif, aberweich, spitz. 

Zapfen abstehend. 
4—7 cm lang ( Tafel III. 
Fig. /). oft "3—4 Jahre 
bleibend; harte, für 
arme trockene Böden 
brauchbare Art. für 
Zierzwecke kaum von 
Belang; was im Nor- 
den zur Dünenfesti- 
gung benutzt wird und 
als inops geht, ist nach 
Mayr P. uncinata. — 
2) Triebe nicht be- 
reift: a) {b siehe 
S. 254.) Nadeln kurz, 
selten bis 10 cm 
gewundenen Zweigen 




Abb. 264. 



^lalerische mehrstämmige Kieler i /'''/"'- ^j . -• - 
Muskau, 2s. -Lausitz tphot. Parkdirektor R. Lauche). 



lang: a) Nadeln sehr divergierend. Büschel an den oft 
verstreut. Zapfen meist aufwärts gebogen: 35. P. Banksidna 
(P. divaricäta). Bankskiefer: Nordostamerika, bis 30 (meist 10 — 20) m, siehe Abb. 262, 
Knospen harzig, ockerfarben, Nadeln 2 — 3iährig. sehr spreizend, an älteren Pflanzen 
3 c???: l,5 7»w, an jungen bis 5( — iS) cm, grün, steif, kurzspitzig. Zapfen 3 — h cm lang 
(Tafel III, Fig. ?/). Samen siehe Abb. 226 J; ganz harte Art, die für ganz geringwertige 
Sand- und Kiesböden zur Aufforstuns: sich empfiehlt, wo sylvestris nicht mehr gedeiht, 



254 



Pinus. 



ist gegen Trocknis, Frost und Schüttekrankheit unempfindlich, wächst ziemüch rasch 
und wirkt als Zierbaum durch zierliche Benadelung, siehe auch S. 89. — ß) Nadeln nicht 
sehr divergierend, Zapfen abstehend oder zurückgebogen: aa) Triebe glänzend braunrot, 
Nadeln sehr dick, steif und stechend, nicht sehr gedreht: Sß. P. pungens, Stechkiefer: 
Ostnordamerika (New-Jersey, Pennsylvanien bis Nord-Carolina und Nord-Georgia), 
trockene steinige Berghänge, meist niedrig, selten bis 18 m, breitkronig, Knospen schmal- 
elliptisch, bis 12 mm, Nadeln tiefgrün, 4—10 cm : 2 mm, an den Zweigen gedrängt, 
spreizend, gezähnelt, Zapfen seitenständig, zu 3—5 zusammen, 8—12 cm lang, bis über 
15 Jahre oft am Baum (Tafel VI. Fig. q); selten in Kultur und kaum von besonderem Werte. 

— ih) Triebe gelb- oder röt- 
lichbraun, nicht glänzend, 
Nadeln nicht ausgesprochen 
stechend, sehr gedreht: hier- 
her 2, oft nur als Varietäten 
einer Art betrachtete Arten: 
37. P. contörta, Küsten- 
kiefer: westliches Nordame- 
rika (Alaska bis Kauf ornien), 
meist kleiner Baum (bis 
7,5 m) oder Strauch, selten 
bis 24 m, Tracht dicht, 
rundkronig (hierher viel- 
leicht die P. Boursieri der 
Gärten), Nadeln ziemlich 
locker am Triebe, so daß 
dieser sichtbar, sattgrün, 
2,5 — 5 cm: 1 7mn, 6 jährig, 

kaum gespitzt, Zapfen 
wie Tafel III, Fig. m., 
oft lange geschlossen am 
Baum bleibend; — die 
andere Art ist: 38. P. Mur- 
raydna {P. contorta var. 
Murrayana): im Gegensatz 
zur vorigen Gebirgsbaum 
in Nordwest-Nordamerika, 
meist niecüig, gelegenthch 
bis 50 m, Tracht in Heimat 
lärchenartig, Nadeln am 
Zweig dicht gedrängt, steifer, 
schärfer, dicker, mehr gelb- 
grün, 5 — 7,3 cm : 1,5—2 mm, 
Zapfen 4 — 5 cm, die Samen 
nach Reife entlassend; ganz 
harter, nach Mayr selbst 
auf Sandboden raschwüch- 
siger Baum, empfehlens- 
werter als die typische con- 
torta, welche indes in Küsten- 
gebieten als kleiner Baum Anpflanzung verdient. Beide sind variabel und vielleicht durch 
nicht hybride Formen verbunden. Von der ähnlichen P. uncinata durch die kürzeren 
Nadelscheiden und mittelständigen Harzgänge der Nadeln leicht zu scheiden. 

h) Nadeln 10—15 cm lang, Knospen etwa 8 mm lang, stark weiß überzogen: 
39. P.muricdta, Bischoffs-Kiefer : Kalifornien, Küstengebiete, gelegentlich bis 27 m, 
Tracht wie Abb. 259, Triebe gelbgrün, dann gelbbraun, Nadeln 3— 4iährig, am Zweige 
gedrängt, spreizend, 10—15 cm: fast 2 mm, Zapfen seitenständig, zu 3— 5, hängend, 5—8,5 cm 
(Tafel V, Fig. i), sich meist erst nach Jahren öffnend und sehr lange am Zweig bleibend; 




Abb. 265. Pinus syUtsin.^ \cti. cu/nijaila 1. (jlauca, 1,5 w 
(Orig.; Hort. Hesse, Weener). 



Pinus. 



255 



eine x\rt der Küste, bei uns wohl nur in geschütztesten Lagen (außer im Süden) hart, 
selten und nur für Liebhaber von Bedeutung. 

b) Jahreslangtriebe einknotig^): L (II siehe S. 264.) ^'adelscheiden bleibend, ^'adeh•ände^ 
gesägt: A) {B siehe S.258.) Nadehi meist unter 8 cm lang. Harzgänge randständig (vergleiche 
eventuell auch P. densiflora \md Henrni): 1) (2 siehe S. 257.) Knospen harzig. Schuppen an- 
gepreßt. ]N'adeln tiefgrün. Zapfen glänzend. Schuppenschilder mit konkaven Flächen a) ih siehe 
S. 257) Tracht niederliegend-aufstrebend. Hauptstamm mehrteilig (nie ein aufrechter un- 
geteilter Schaft entwickelt), Zapfen symmetrisch oder nicht, eiförmig oder kugehg. bis 
zur Reife aufrecht oder abstehend, in der Achse gestielt, Schuppenschilder wie auf 
Tafel III, Fig. k oder l: 40. P. tnotüdna. Bergkiefer, Krummholz, Knieholz, Legföhre: 
Heimat siehe unten, Tracht 

strauchig, 0.5 — 3( — 4) m, 
Knospen eiförmig, rötlich- 
braun, Xadehi 5 — lOj ährig, 
ziemlich derb, stumpf, meist 
gekrümmt, 2 — 5 cm, Scheiden 

zuletzt grau, 12 — 15 mm 
lang; hierher zwei Haupt- 
formen: var. pinniUo (P. 
pumüio, P. moutana var. 

prostrdta Tubeuf): Tracht 
ausgesprochen niederliegend, 
echte Latschenform. Abb. 66. 
S. 73. Zapfen bis zur Reife 
deutlich bereift. Oberfeld der 

Schuppenschilder gewölbt 
(kapuzenförmio;), Ünterfeld 
vertieft. Nabel eingedrückt, 
an den unteren Schuppen- 
schildern unter deren Mitte 
(Tafel III, Fig. /): diese 
Form tritt auf in der Schweiz. 

im Schwarzwald. Fichtel- 
gebirge, in Bayern, Böhmen. 
Schlesien. Bosnien, Herzego- 
wina. Montenegro; auf die 
Formen brauchen wir hier 
nicht einzugehen; ihr ähnelt 
sonst sehr var. niüghus 
(P. mnghus, P. moutana var. 
frutescens erecia Tubeuf), auf- 
rechte Buschföhre, Zapfen nie 
bereift. Felder der Schuppen- 
schilder gleichartig, ^salDel in 
der Mitte, meist stechend 
(Tafel III, Fig. Je), tritt vor 
allem in den Ostalpen bis 
zum Balkan (Bulgarien, Ru- 

mehen) auf, im allgemeinen üppiger, höher, kaum so ausgesprochen niederliegend wie var. 
pumilio, cüese letzte ist für uns die wertvollste für Felsen, Abhänge usw.: gewöhnlich zieht 
man zu moutana auch die folgende Art, doch dürfte es in Übereinstimmung mit Mayr 
und Hickel richtiger sein, diese als besondere Art zu nehmen: die Bergkieferformen wurzeln 
im Gegensatz zu P. sylvestris flach, sie sind sehr bedürfnislos, gedeihen noch auf nacktem 
Geröll, armem Sand-, Moor- und Torfboden, heben aber Luftfeuchtigkeit. — Zwischen den 




Abb. 266. Pinus Pinaster (phot. AW-m Berger, Hort. Hanburv, 
La Mortola, italienische Riviera). 



'j Hier wäre wohl die P. WilsoHÜ aus Zentralchina einzureihen, deren Beschreibung, uns unbekannt 

blieb, man sehe die Abb. 34, S. 42, und das S. 65 Gesagte. 



256 



Pinus,. 



Formen der sylvestris und montana treten Bastarde auf, z. B. P. CelakowsUörum. Die 
sogenannten Mittelformen zwischen dem Kreis der montana und uncinata sind wohl auch 
hybrider Natur. 




Abb. 267. Hinten Fmus nigra var. austriaca, 11 m., vorn Juniperus Sabina var. tamanscijolia 
(Orig.; Schloßgarten zu Pillnitz bei Dresden). 



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Pinus. 257 

h) Tracht baumartig, stets ein aufrechter, ungeteilter Schaft entwickelt (Abb. 263), 
Zapfen unsymmetrisch mit schiefem, verschmähn-tem Grunde, abwärts gerichtet oder 
hängend, 2,7 — 5 cm lang, Schuppen auf der äußeren (Licht-jSeite stärker entwickelt, 
ihre Schilder (Apophysen) mit Haken oder Schnäbeln versehen: 41. P. uncindta 
(P. montana var. unciuafa. P. mont. var. arhörea Tubeuf), Hakenkiefer, Bergspirke, 
Moorspirke, Pyrenäen. Alpen. Vogesen, Jura. Böhmen, ^Xiederösterreich. gelegentlich bis 
30 m, cüese Formgruppe wird nach der Ausbildung der Apophysen, Zapfenfarbe und 
-große in viele Formen gegliedert ; für die Gartenkultur dürfte sie ohne besonderen "Wert 
sein; hierher die Abarten ros^rato, rotundäta, femer P.hümilis Lk., oUiqua Saut., tdiginösa 
Tseum. Als [Bastarde von v.ncinata mit sylvestris gelten P. rhaetica (sehr fraglich) und 
P. digenea. 

2) Knospen selten harzig, ihre Schuppenränder frei, Nadeln blau- oder graugrün, 
Zapfen i]icht dänzeiid. Schuppenschildor mit konvexen Flächen: 42. P. sylvestris, 









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Abb. 268. Alte Pinie, Pinus Pinea, Stammumfang 5,20 /», Beitand bei St. Tropez, fi'anzösische 

RiNnera (phot. Dr. Fritz ilader). 



gemeine Kiefer oder Föhre: Verbreitung siehe bei den Abarten, bis 40>/l Tracht siehe Abb. 16, 
S. 26, Abb. 106, S. 109, und Abb. 264, oft recht malerisch, Borke der oberen Stammteile auf- 
fallend röthch (was nach Shaw nur noch bei P. deusiflora und P. patuJa der Fall ist). Zweige 
später gelblichgrau. Knospen eiförmig! Abb. 243^). 1 — 2cm. röthchbraun. Nadeln Sjährig. ziem- 
lich blau- oder graugrün, meist 5 — 6 cm : 1.5 — 2 mm. derb, etwas stechend, fein gezähnelt, 
Zapfen zu 1 — 2. gestielt, hängend, 3 — 6 :3cm. matt, sich im Frühjahr öffnend, bald abfallend, 
Samen ^vie Abb. 226 p ; ziemlich formenreiche Art, der Typ zeichnet sich im wesentlichen 
aus durch kaum harzige Knospen, mehr graugrüne. 5 — 6 mm lange, wenig stechende Nadeln, 
Schuppenschilder des Zapfens gewöhnlich nicht hakig vorgezogen (Tafel III. Fig. p). durch 
Deutschland, Südskandinavien. Polen. Nordwestrußland verbreitet, auch in Österreich und 
der Schweiz, sowie Ostfrankreich, bewohnt meist sandige Böden, eine forstlich hervorragende 
Form ist var. rigensis (P. rigensis), sehr geradschaftig (was auch bei südfranzösischen 
Bergformen nach Hickel der FaU ist); als andere Hauptform ist anzusehen var. lappönica 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Xadelhölzer. * 



258 



Pinus. 



{P.Friesedna, P.lapponica), Nordschweden, Finnland, Knospen kaum harzig, Nadeln kürzer, 
steifer, gerader, im Winter gelbgrün, Schuppenschilder hakig; dieser letzten kommt sehr 
nahe die var. engadinensis , Schweiz (Engadin), Knospen sehr harzig, Nadeln sehr 
starr, öjährig, kaum über 4 cm lang, Schuppenschilcler erhaben (wird auch als Hybride mit 
P. micinata angesehen); von sonstigen Formen seien als für die Kultur von Belang genannt: 
var. pyramidalis, Säulenkiefer, hierher f. fastigiäta, f. columndris compdcta und f. com- 
pressa; var. pendula, Trauerkiefer; var. virgdta, Schlangenkiefer; var. nana, Zwerg- 
kiefer, hierher f. compacta (Abb. 265), f. pümila, f. pygmaea, f. hevronensis, f. umbracuUfera; 
von Nadelfärbungen dürfte am ehesten var. aürea f. Beissnendna zu nennen sein, welche 
die goldige Färbung im Sommer erhält und bis Winter behält, ferner auffällig var. mono- 
phylla, die von P. monophylla durch die mehr blaugrünen, weniger robusten Nadeln gut ab- 
weicht; im allgemeinen 
spielt unsere Kiefer nur in 
größeren Anlagen eine Rolle, 
wo sie durch die rote Fär- 
bung der oberen Teile der 
Stämme sehr wirksam sein 
kann ; ihre Kulturansprüche 
sind in jeder Hinsicht 
gering, siehe das im Be- 
ginn bei der Gattung Ge- 
sagte. 

B) Nadeln gewöhnlich 
über 8 cm lang (siehe aber 
P. leucodermis): 1) Nadel- 
scheiden in 2 lange fädige 

Zipfel endigend (siehe 
Abb. 2572^, 2^): a) Knospen- 
schuppen angepreßt (Abb. 
257 z^), stahlgrau bis blen- 
dendweiß, Triebe hellbraun, 

glänzend, Nadeln starr, 
stechend : 43. P . Thunber- 
gii, japanische Schwarz- 
kiefer: Süd- und Mitteljapan, 

Tracht unserer Schwarz- 
kiefer ähnlich, bis 43?», am 
Grund Ijähriger Zweige die 
Knospenschuppen noch vor- 
handen, nach Abfallen Quer- 
furchen hinterlassend, Na- 
deln 3] ährig, am Zweig ge- 
drängt, (7,5) — 10 — 14 cm, 
spreizend, etwas gedreht, 
lebhaft grün, gezähnelt, ' 
Harzgänge mittelständig, 
Zapfen 5 bis 6 : 3 — 4 cm (Tafel V, Fig.Ä;), abstehend; in Heimat viele Formen, für uns diese 
wohl belanglos; für Liebhaber brauchbar, da hart, ganz malerisch und noch in 
armen Böden, aber schwach, gedeihend. Wuchs langsam. — h) Knospenschuppen 
locker oder zurückgerollt (Abb. 257 0), braunrot. Triebe bereift, grün, Nadeln weich: 44. 
P. densiflöra, japanische Rotkiefer: Japan, vornehmlich Nord-Hondo (Korea zweifel- 
haft, soll aber in China vorkommen), bis 36 m, Tracht, wie auch in Borke und Knospen 
der sylvestris ähnhch, aber Nadeln 6 — 11 cm :1,5 mm, mehr graugrün, zarter, Harzgänge 
meist randständig, Zipfel der Scheiden zuweilen fehlend, Zapfen abstehend, 5 — 5,5 : 3 cm 
(Tafel III, Fig. r); in Japan sehr viele Kulturformen, die bei uns noch kaum eingeführt, 
auch Bastarde mit voriger Art vorhanden; im großen ganzen bei uns hart und als Zier- 
baum brauchbar, Ansprüche wie sylvestris. 




Abb. 269. Pinus edulis, 2,5 m (Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



Pinus. 



259 



2) Xadelscheiden ohne solche ZipfeP) höchstens ausgefranst: a) Knospen harzlos^), 
Schuppenspitzen frei und Harzgänge der >'adehi randständig: a) Triebe dick, Knospen 
spindelförmig, 3—b cm lang (Abb. 243/0: 45. P.Pindster (P. maritima Lam., ob auch 
Miller?), Sternkiefer: Mediterrangebiet (von Griechenland bis Portugal), bis 42 w, Tracht 
wie Abb. 266, Triebe rotbraun, ^'adeln Sjährig. freudioorün. scharfrandig, derb, stechend, 
12— 20 cm: 2S mm. Scheiden lang (2— 2.5c//n, Zapfen zu 2— S. abwärts geneigt, 
10—18: 3—5 cm. (Tafel I, Fig. m), Samen wie Abb. 226 ///. S. 216: hübsche, raschwlichsige, 
tief wurzehide Art, che aber nur im Süden des Gebietes für uns Bedeutung hat. sie ist ziemlich 
variabel, doch brauchen wir hier auf die Formen nicht einzugehen. — ß) Triebe schlanker, 
Knospen viel kleiner, spitzeiförmig: aa) Xadeln helkrün. kaum stechend. Triebe nicht 
bereift : 46. P. Pinea . Pinie: 
Mediterrano;ebiet (von den 
Kanaren bis Kleinasien und 
bis zum Schwarzen Meer), 
bis 40 /// hoch, dichte, breit- 
rundhche ( schirmf örmia-e i 
Kronen bildend (Abb. 268). 
Triebe gelbgrün, Xadeln 
2 jährig, 10—15 cm :1,5— 2 /»?« 
dick. Scheiden 10—12 mm. 
Zapfen erst im 3. Jahre rei- 
fend zu 1 — (2 — 3). gestielt, 
aufrecht abstehend. 8 — 15 : 
7— 10 cw (Taf eil, Fig. Ä-) Sa- 
men (Piniolen) mandelähn- 
lich, eßbar( Abb. 234 /; ) :recht 
hübsche, durch ihre Tracht 
auffallende, aber nur im 
Süden des Gebietes wMdich 
brauchbare Art, sehr tief- 
wurzelnd. 

h) Knospen verharzt. 
Schuppenspitzen angepreßt. 
Harzgänge der Xadeln rand- 
oder mittelständig: a) ]N'a- 
deln ziemhch weich, bieg- 
sam 9,5 — 15 cm, Scheiden 
lang (etwa 2.2 cm im 
1. Jahre), aber in der Mitte 
gegliedert, die obere Hälfte 
oft früh abfallend, Harz- 

e:änge randständig: 




Abb. 2<n. Pinus monophyUa, Einblattkiefer, 3 m iOrie.; Hort, Vilmorin, 

Verrieres bei Paris). 



1) Hier seien vorläufig erwähnt die folgenden, unter sich wohl venvandten und densifhra nahestehenden 
3 Arten: P. densdta, Westchina. Triebe kahl, orangerotbraun. Knospenschuppen anscheinend frei, ^'adel- 
scheiden 10— 15 »iw. Xadeln zu 2—3, gesägt, spitz.'e- 12 m. Harzgänge meist randständig. Zapfen ab- 
stehend oder zurückgebogen, 5:4 cm, Schuppen mit dicker, polsterartiger Apophyse. siehe S. 65. — 
P.Henryi. Hupei, 6—12/», Zweige kahl, Knospen eikonisch. Schuppen zurückgerollt an Spitze, Xadehi 
7,5 cm, lineal, spitz, gesägt, Harzgänge randständig. Zapfen densiflora sehr ähnlich. 3 — 3.5: 2 — 2.5 f»(. eifömiig, 
Schuppen durch den tief niedergedrückten Nabel abweichend, siehe S. 66. — P.piwniHeHS. Westchina, 
10 m, Triebe kahl, orangebraun, Knospen eiförmig, mit langer Spitze, Xadelscheiden bis 'Ion, Xadeln zu 2, 
kaum gesägt. K»— 14f/H, Harzgänge randständig" Zapfen 4— 5:3f/», beidendig verschmälert, Nabel vor- 
tretend, zurückgebogen-aufstrebend, rhombisch mit pfriemlicher Spitze. — P. fabuUförtuis undP. Jutie- 
bris, die Wilson S. 56 erwähnt, sind uns nicht näher bekannt. Masters zählte die erste als Synonrai zu 
densiflora. Es dürfte sich erst in allerletzter Zeit herausgestellt haben, daß {ahdijormis als Art zu halten 
ist P. funebris tritt nach Clinton-Baker. Illustr. of Conifers vol. III. p. 35 (1913>. in Korea und der 
Mandschurei auf. wo sie die ähnliche Thunhergii vertritt: sie hat randständige Harzgänge. 

2) Dies dürfte auch für P. Massouidna Lamb., nicht sonstiger Autoren (P. sinemis) aus China 
gelten, die dort noch im Norden aushält, sie besitzt 12—14 cm lange, dünne, weiche feingesägte Nadeln 
und dürfte kaum echt in Kultiu- sein: was unter diesen Namen geht, ist meist Thunbergii oder 
densiflora. Siehe Abb. 96, S. 99 und S. 65. 



260 



Pinus. 




Ahh. 271. PoäocarpUS macropllljllus, 2,20 m [Ong.; Artoretum G. Allard, La Maulevrie, Angers) 




Abb. 272. Podocarpus: a andinus {Prumnopitys elegans): Blattzweigstück mit weibliciien Blüten. — b — / 

Nagi: h Blattzweigstück mit männlichen Blüten, V- Blattquerschnitt, c Staubblätter, d weibliche Blüte, bei 

d^ im Längsschnitt, e Fruchtzweigstück, / Frucht im Längsschnitt. — g — i macroplußlus: g Blätter, 7t Früchte, 

i Fruchtlängsschnitt [a aus Engler, Pflanzenreich; 6— i nach Shirasawa). 



Pinus. 



261 



47. P. resinösa (P. rubra), Rotkiefer: Xordostamerika, dort bis 457», Krone breit, unregel- 
mäßig", Triebe derb, orange- oder piirpurlichbraun. Knospen spitzeiförmig, etwa 18 mm, nur teil- 
weise harzig (Abb. 2340, Xa dein ijährio:, glänzend grün, spitz, an Zweigspitzen gecb'ängt, dünn 
(1 mm dick), Zapfen zu 1—2. wagrecht, 5 — 7 cm lang (Tafel III, Fig. r), im Jahr nach Keife 
fallend, oft dabei Basis stehen bleibend; vertritt in der Heimat sylvestris, wie diese ver- 
wendbar und kaum von höherem Zierwert, in Zweigen und Xadeltracht mehr an nigra ge- 
mahnend. — ß) Xadehi ziemlich steif, stechend, meist kürzer, Scheiden 10 — 12 mm, un- 
gegliedert, Harzgänge mittelständig: aa) (bb siehe S. 263) Triebe niemals deutlich bereift. 
Xadehi im Mittel über 10 e//L Knospen hellbraun: 48. P. nigra fP.Laricio). Schwarzkiefer: 
Verbreitung siehe unten, Tracht variabel, Typ bis 30 //(, Triebe gelbgrün bis gelbbraun, 
glänzend, nach Xadelf all etwas 
gefeldert, Knospen spitz, an 
Spitze durch Harz weißUch. 
Xadeln 4 — 5jähri2;. aufwärts 

gerichtet oder abstehend. 
8 — 11 — (15) cm lang, dunkel- 
grün, nur Spitze gelblich, 
Zapfen zu 1( — 3), meist was;- 
recht. 4—9 : 3 cm (Tafel VI. 
Fig. o). im 3. Jahre sich öff- 
nend, bald abfallend. Samen 
wie Abb. 226 o ; man kann 5 
geographische Varietäten fest- 
halten, die sich in 2 Gruppen 
ghedern; die erste hat steife. 
i.5 bis 2 mm dicke Xadehi: 
hierher gehört var. austtiaca 
(P. austriaca, P. nigricans, P. 
Laricio var. niqricans). die 
österreichische Schwarzkiefer, 
bis 30 m. Krone breiteiförmig 
(Abb. 267. S. 256). auf Fels- 
boden schirmförmig, ähnlich 
Abb. 268. Xadeln tief grün. 
Schuppenschilder der Zapfen 
scharf gekielt (Tafel VI o). in 

Xiederösterreich, Kärnten, 
Krain bis Kroatien-Bosnien, 
Banat, Galizien, auf Kalk, 
überhaupt Felsgestein: recht 

wertvoll. infols:e der An- 
spruchslosigkeit in bezug auf 
Bodengüte und Boden- und 

Luftfeuchtigkeit noch auf 
allertrockensten Felsen ge- 
deihend, wobei die Wurzel 
sich der Tiefe des Grundes 
anpaßt, doch ist sie wärme- 
bedürftiger als sylvestris; ferner \3.r.Poivetidna (Laricio var. corsicäna). korsische Schwarz- 
kiefer, und che sehrähnhche var. caldbrica, Südostspanien. Korsika, Süditalien, Griechen- 
land, Kreta, etwas höher (bis 50 m) und schmalkroniger als vorige, Xadeln heller grün, 
lockerer gestellt, Knospen sehr wenig verharzt, Schuppenschilder der Zapfen stumpf, gilt 
ebenfalls als gut, wächst schneller und Schaftbildung besser, für Zierzwecke wohl nicht 
besser; ob die meist als var. Pallasidna (Laricio var. PaJIasiana, P. Pallasiana) bezeichnete 
Schwarzkiefer aus Kleinasien, der Krim und dem Kaukasus zur letzten Unterart oder zu 
var. austriaca gehört, scheint noch strittig. Henry nimmt das letzte an: die fünfte Unterart 
besitzt weniger steife, nur 1mm breite Xadehi, orangefarbene Triebe und nur (3 — 7 : 3 — 3,5 c»i 




Abb. 273. Pseudolarix Kaempferi: A Zweig mit Kurztrieben und 

männlichen Blütenständen, diese bei a vergrößert, h Staubbeutel, 
c — d Frucht- und Deckschuppe, B Zapfen (aus Engler-PraEtl, 

Pflanzenfamilienl. 



262 



Pinus. 



messende Zapfen; ihre Benennung ist sehr wechselnd, der korrekte Varietätsname 
dürfte var. tenidfölia sein (Synonyme: P. monspeliensis Salzmann, 1851, nomen 
ineditum; P. Salzmdnni Dunal, 1851; P. Laricio var. tem*i/oZm Pariatore, 1868; P. Laricio 



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Abb. 274. Pseudolarix, Kaempferi, Goldlärche, 8,5 m (Urig.; Hort. Vürnorin, Verrieres bei Paris). 



var. Sahmanni Calas, 1900; P. pyrendica und P. cebennensis, sowie P. Larim var. pyrenaica 
und var. cebennensis verschiedener Autoren in unsicherer Umgrenzung), sie tritt in 
Südwestfrankreich (Pyrenäen, Cevennen) auf, für uns sonst ohne Bedeutung. 



Pinus. 



263 



hh) Triebe lueL^t deutlich bereift, ^'adeln ini Mittel nur 6—9 cm. Knospen tiefbraun: 
49. P. leiicodermis (P. Laricio var. leueodermis), Panzerföhre, weißrindige Kiefer: 




Abb. 2(5. P^emotni'ja ia.(iju'ita i P. D'j'.uj'.a: 



.U...O... x3 )u On;.; Hort. Hcäse. W^n.r . 



Gebirse von Bosnien. Herzegowina. Montenegro. Albanien, dort gelegentlich bis 35 m. 
Tracht ziemlich pvraniidal. von der nahestehenden P. nigra noch abweichend durch: 
Ivnospen etwas kleiner. Spitze weißhch. ^'adehi kürzer (4— )6— 9 cm. Zapfen bis 8: 2,5 m 



264 ^^™^- 

(Tafel in, Fig. o), gleichmäßig trübbraun; noch seltene Art, welche unsere Schwarzkiefer 
an Härte übertrifft, sonst wie diese. 

IL Nadelscheiden bis auf einen Lappenkranz am Grunde abfällig (Abb. 243 m), JNadebi 
nur 1,8—4 cm lang, steif, ganzrandig, Harzgänge randständig: 50. P. edülis (P. mono- 
fhyUaYM. edulis, P. cemlroides var. ecluUs), Nußkiefer: Nordamerika, Ostseite der Rocky 
Mts., 1800—2400 m (Wyoming bis Mexiko), kleiner Baum, kaum bis 12 m, junge Pflanze 
siehe Abb. 269, Triebe zienüich derb, hellgrau oder rötlichbraun, Knospen klein, spitz- 




Abb. 276. Pseudotsuga: a—l taxifolia (Douglasii): a benadeltes Triebstück, a^ Nadelende, l Tnebstuck von 
var. glauca, c Knospen, d entnadeltes Zweigstück, e männlicher Blütenstand, f—g Staubbeutel, h weiblicher 
Blütenstand, i Same, k Same ohne Flügel im Längsschnitt, l Embyro. — m—iv japomca: m benadeltes i neb- 
stück mit Knospe, n Nadeln, o Nadelende, p Nadelgrund, q Nadelquerschnitt, r Ovular- und Dec^kschuppe, 
s Deckschuppe von außen, t Pruchtschuppe von außen mit zurückgebogener Deckschuppe, u I^ ruchtschuppe 
von innen mit Samen, v Deckschuppe, w Same. - x macrocarpa: Knospen {a-b nach Mayr; a\ c-l, x nachSargent; 

d nach Hickel; ni— mj nach Shirasawa). 

eiförmig (Abb. 243 1), Nadehi 5— 9jährig, selten zu 3, tiefgrün, fast rund, stechend, Zapfen 
etwa 4 cm (Tafel III, Fig. n), Samen wie Abb. 234 J, eßbar; der folgenden sehr verwandt, 
aber viel seltener, in trockenen, warmen Lagen für Liebhaber versuchswert, Samen eßbar. 
— Die S. 247 erwähnte P. cembroides hat dünnere, weichere Nadeln. 



Pinus— Podocarpus. 



265 



m 



2. Xadeln einzeln oder meist zu 4: a) Xadeln (meist) einzeln (siehe auch P. sylvestris 
var. mouophnUa, S. 258): 51. P. inonophyUa (P. cemhroides var. nwnophyUa). einnadelige 
Kiefer: Gebirge von Utah, Xevada. Arizona. Süd- und Mittelkahfornien, meist nicht über 7, 
selten bis 15 m, junge Pflanzen wie Abb. 270. Triebe hellorangegrau. verstreut fem behaart, 
Knospen stumpf eiförmig, etwa 6 mm, Xadeln 4 — 5j ährig. graugrün, entfernt gestellt. 4 cm, 
runcUich-3eckig, spitz. Harzkanäle randständig. Scheiden bis auf Grundrosette abfäUig, 
Zapfen 4 — 6.5 c-/« (Tafel V. Fig. m); interessante, bei uns noch seltene, kleine Art, hebt trockene 
sonnige Lagen, etwas sandig-kalkigen Boden, m geschützter Lage auch m rauheren Teilen 
des Gebietes ziemhch hart. — b) Xadehi meist zu 4 (3 — 5): 52. P.Pavvydna (P. ([uadri- 
fölia, P. cemhroides var. 
Parryana), Viernadelkiefer : 
Südkalifornien, im wesent- 
lichen aUes wie bei mono- 
phylla. X'adehi 3.5 — 4.5 cm. 
auch Zapfen sehr gleich- 
artig; die Art hebt feuch- 
teres Kluna und kommt für 
uns kaum in Betracht. 

Pinus arancdiia siehe 
Araucaria. — P. intermedia 
siehe Larix. — P. Kaetnpferi 

siehe LarixKaempfen. — P.lan- 
ceoldfa siehe Cuniünfjli-amia 
lanceolata. — P. laricina siehe 
Larix laricina. — P. pendula 
siehe Larix. — P. venüsta siehe 
Äbies venusta. — Pitch Pine siehe 
Pinus palustris. 

Podocdrjius . Stein- 
eibe; siehe auch Abschnitt 
XII, unsere Arten m der 
Hehuat Bäume, bei uns 
meist Sträucher, Blätter 

üumergrün. nadeiförmig 
oder laubblattartig (siehe 
Abb. 272), meist wechsel- 
ständig, oft 2zeüig, oder 
mehr minder gegenständig. 
Blüten- und Fruchtmerk- 
male siehe S. 127 und 
Abb. 272; Kultur und 
Vermehrung etwa wie 
CepJialotdxus ; Verwen- 
dung von andinus in ge- 
schützten warmen Lagen 
im mittleren Teile des Ge- 
bietes, sonst nur im Mecü- 
terrangebiet fürs Freiland 
brauchbar. Vielleicht noch weitere Arten versuchswert. Berichte erwünscht. 

/. Blätter breit eilanzetthch, mehr minder gegenständig (Abb. 272 l): 1. P. Xagi^) 
(P. nageia, Xageia japonica): Südjapan, Baum bis 25 : 0,6 m. breit verästelt, Borke zuletzt 
platanenartig ablösend, Zweige überneigend. Triebe grün. Blätter 2zeilig. lederig. oberseits 
etwas glänzend grün, unterseits bleicher. 5..5 — 9 : 1^2.3 cm. Samen wie Abb. 212 e — /. zuletzt 
schwarzrot. bis 15 mm dick. — //. Blätter breit nadeiförmig, abwechselnd (Abb. 272 a. g): 
A) Blätter 8—10 cm : 9 — 10 mm (Abb. 272 g): 2. P. inacrophijUus: Südjapan, Baum 




Abb. 27(. /■- ' ' -'_,./ ;-:--,----: \.ii. ^..i.u:a yl'. •j.au'ja) im 5cliluJipark 
zu WörlitZ, Deutschland (durch gütige Vennittlnng von Graf Fritz t. Schwerin). 



^) Der älteste Xame ist nach Pilger, in Engler, Pflanzenreich, Taxaceae (1903) p. 60, Mijrica Xagi Thun- 
berg (1784). 



266 



Podocarpus — Pseudolarix. 



bis 20: 0,8m, Borke dünn, kleinschuppig, junge Pflanze wie Abb. 271, Samen wie Abb. 272 Ä. 
— B) Blätter 15 — 22 : 2 mm (Abb. 272 a) : 3. P.andinus (Prumnopitys elegans) : chile- 
nische Anden, kleiner Baum, 4—7 m, reich verästelt, siehe Abb. 105, S. 108, Blätter oberseits 
tiefgrün, unterseits etwas bläulichgrün, stumpf lieh, unvollkommen 2zeilig; wie oben ge- 
sagt, härteste der für uns in Betracht zu ziehenden Arten. 

Podocarpus koraidna siehe Cephalotaxus Harringionia var. fastigiafa. — P.pectindta siehe 
Acmopyle. — Prachttanne siehe Abies magnijica. — Prmnnopitys elegans siehe Podocarpus andina. 

Pseudolarix Kaenipferi (P. Fortünei), Goldlärche: Ostchina (Tschekiang, Kiangsu), 
Baum, bis 50 m, Tracht siehe Abb. 274, Borke rötlichbraun, kleinschuppig. Langtriebe kahl, 
bereift, mit linearen Nadelbasen, im 2. Jahre rötlichbraun, mit breiten weißen korkigen 
Rissen zwischen den Nadelbasen, Kurztriebe wie x\bb. 273 A, Endknospen konisch, mit 




Abb. 278. Von ganz links nach rechts: Saxegothaea conspicua (mit weißem Pfahl); Tsuga Mertensiana (T. 
Paitoniana); Athrotaxis selaginoides , hinten zwischen der Tsuga und dem folgenden Libocedrus tetragona; 
Sciadopitys verticillata (die große Pflanze vorn); Podocarpus macrophylla (kleine Pflanze rechts mit Stab) 

(Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 

.pfriemlich zugespitzten Schuppen, Nadeln sommergrün, im Herbst sich gelb färbend, an 
Kurztrieben zu 15 — 30, weich, 3 — 7,5 cm: 1 — 2 mm, spitz, oberseits grün, erhaben, unterseits 
mit etwas erhabener grüner Rippe, und längs dieser zwei leicht vertiefte Spaltöffnungsstreifen, 
Gefäßbündel einfach, 3 Harzkanäle unter der Epidermis; Blüten- und Fruchtmerkmale 
siehe S. 132 und Abb. 273, Zapfen aufrecht (nicht hängend!), im ersten Herbst reifend, 
nach Reife zerfallend, so daß nur die Spindel wie bei Äbies stehen bleibt, eiförmig, 
bis 5 cm lang (Abb. 273 B); Kultur in offener, sonniger, geschützter Lage in gut durch- 
lässigem, kalkfreiem Boden bei freiem Stande; Vermehrung am besten durch ein- 
geführten Samen; Stecklinge, Ableger und Veredlung sind nur unbefriedigende Notbehelfe, 
dih Unterldige kamn Larix Kaempferi {L. Teptölepis) dienen; Verwendung als interessante 
Art, die aber nur in solchen Teilen des Gebietes ein brauchbarer Zierbaum wird, wo die 
Edelkastanie noch gut ausreift; Wuchs in günstigen Lagen rasch. 



Pseudotsuga. 



267 



Pseudotsuga, Douglastanne, Douglasfichte: man vergleiche das in Abschnitt XII, 
S. 138, Gesagte; hohe Bäume. Verästehmo; imre^ehnäßig. quirhg, Tracht siehe Abb. 17, S,27, 




Abb. 2(y, Sciadopitys vertlcUlata, .'^fhinnranue, > m_'Jn?.; >enlobgarten zu PiUmtz b« Dresaen;. 

Abb. 69, S. 75 imd 275. Stammrinde anfangs glatt, hell, im Alter dickborkig, dunkel, korkig; 
"Triebe mit nur leicht herablaufenden Nadelkissen (Abb. 276 d). Ivnospen spitz spindel- 



268 



Pseudotsuga. 



förmig, vielschuppig (Abb. 276 c, x), Benadelung tannenartig, Nadeln meist allseits abstehend, 
am Grund verschmälert, oben grün, unten mit 2 hellen Spaltöffnungsreihen, Gefäßbündel 
einfach, Harzkanäle 2, randständig, siehe Abb. 276; Blüten- und Fruchtcharaktere siehe 
S. 131 und Abb. 276, Zapfen hängend, holzig, im 1. Jahre reifend, bald danach abfallend, 
Samen geflügelt, Keimlinge wie Abb. 88 o, S. 93 ; Kultur: die Douglastanne gedeiht in 
fast jedem Boden mit Ausnahme ganz mageren Sandes und schwerer Tonböden, liebt aber 
vor allem humusreichen, lockeren, tiefgründigen, frischen Lehmboden; sie ist in jeder 
Weise sehr anpassungsfähig, wurzelt aber in gutem Boden tief; hinsichtlich des Licht- 
bedürfnisses gleicht sie fast der Tanne, verträgt leichte oder seitliche Beschattung; Ver- 
mehrung durch Samen (nach Reife oder Frühjahr), die meisten Formen durch Veredlung 
auf die Stammart, für Zwergformen werden Stecklinge empfohlen; Verwendung: für 
uns kommen fast nur P. taxifoUa und ihre Formen in Betracht, siehe diese Art. 

Über die richtige Be- 
nennung 

ist zu sagen, daß nach 
den Wiener Regeln der 
Name P. Douglasü Carr. 
(1867), welcher sich auf 
Pinus Douglasü Don, in 
Lambert (1837) gründet, 
durch den Namen P. taxi- 
folia Britten (1889) zu 
ersetzen ist, da der älteste 
Name Pinus taxifolia 
Lambert (1803) ist. 

/. Nadeln an der 
Spitze ungeteilt, nicht 
2spaltig, Triebe fast 

stets behaart^): 
A) Nadeln fast stets 
ganz gerade, Triebe 
fein weich behaart 
oder kahlend, Zapfen 
5 — 10 cm lang, Deck- 
schuppen 2,5—3,5 cm : 
5 — 1 mm: l.P.taxi- 
f6lia{P. Douglasü , 
P. mucronäta): nord- 
westliches Nordame- 
rika (Britisch-Kolum- 
bien bis Neu-Mexiko), 
in Oregon und Wa- 
shington bis 90 m, in 
großen Höhen viel 
kleiner, Tracht wie 

Abb. 275 oder 
Abb. 17, S. 27, Triebe 
glänzend orangegelb, 
später rotbraun oder 
dunkelgrau, Knospen 

etwa 10 cm lang 
(Abb. 276 c), Nadeln 

im Mittel 2— Sem: 2 mm, stumpf, Färbung siehe unten, Zapfen wie Tafel VI, Fig. r, Deck- 
schuppen oft zurückgebogen; vom Typ, der sich durch üppigen Wuchs und schlanke, fast 

1) Behaarte Triebe hat auch P. sinensis: China (Yünnan), großer Baum, Nadeln ähnlich japonica 
mit ausgerandeter Spitze, an Fruchttrieben 15—20 : 1,5—2 mm, Zapfen bis 6 cm lang, Schuppen zahlreicher 
als bei japonica, Seitenlappen der Brakteen spitzer und Samen mit Flügel bis 25 mm lang ; ganz neu für Kultur. 




Abb. 280. Sciadopitys verticülala: a Kurztrieb mit weiblichem Blütenstand und 

Nadeln, 6 — d Deck- und Fruchtschuppe und Samenanlagen; e männliche Blüten, 

/ — g Pollensack, h Zapfen, i — k Zapfenschuppe mit Samen, bei l diese für sich, 

m Nadelquerschnitt (a— & nach Shirasawa; l nach Hickel; m aus Engler-Prantl, 

Pflanzenfamilien) . 



Pseudotsuga— Purpur tanne. 



269 



wagrecht abstehende Zweige (Abb. 275) auszeichnet, hat man hauptsächlich 2 wilde Varie- 
täten zu unterscheiden: var. inridis, die verbreitete grünnadelige Form und var. caesia 
mit bläulich bereiften Nadeln, hierzu treten noch verschiedene Kulturformen, wie var. pen- 
dula, Hängeform, var. pyramidalis, Säulenform mit f. stricta und fastüjiäta und var. nana, 
Zwergform, mit f. Irevifölia, compdda und Fretsii; die var. caesia ist forstlich wie für den 
Park für kältere Gegenden vorzuziehen, sonst sind beide Formen des Types gleich wertvoll, 
siehe auch Artikel VII, S. 90 ; über die Ansprüche vergleiche man das oben Gesagte, die typische 
Douglastanne ist für Mittel- 
europa eines der allerwert- 
vollsten Nadelhölzer; ab- 
weichend ist var. glaüca ^. 
(P. glauca, P. Douglasü 
var. glauca) durch meist 
kürzere, steifere, dickere, am 
Trieb mehr nach vorn ge- 
richtete Nadeln (Abb. 276 b), 
schmäleren Wuchs und mehr 
kegelförmige Krone (Abb. 
277 undTafelVIII), dieFarbe 
der Nadeln wechselt von 
dunkelbläulichgrün bis hell- 
weißgrün (f. glaucescens, f. 
argentea), auch eine f. pen- 
dula vorhanden; im Gegen- 
satz zur typischen Form, 
die mehr ein Baum des 
feuchten Küsten- oder Ge- 
birgsklimas ist, bewohnt die 
glauca von Kolorado bis 
Mexiko trockenere, konti- 
nentale Lagen, sie ist ganz 
hart, nur gegen Spätfrost 
empfindlich, für Zierzwecke 
ebenfalls recht brauchbar, 
zumal in kleineren An- 
lagen, da sie nicht so groß 
wird und langsam wächst. 
B) Nadeln leicht gekrümmt, 
Behaarung der Triebe fein, 
aber steif, Zapfen 10 — 17 cm 
lang, Deckschuppen kürzer 
(Tafel VI, Fig. ^): 2. P.ma- 
crocdrpa (P. DouglasÜYSiT. 
macfocarpd) : Südkalifornien, 
kaum über 30 >H hoch, durch 
das angegebene gut unter- 
schieden, für uns nur im 
Süden brauchbar, gegen 
Frost empfindlich. 

//. Nadeln an Spitze '^'^'^- -^^- '^cifo'c 'j''J'^'"^'''^'i •'^" '"> i"^ Schloßi)aik zu Bogath, Ungarn (Orig.). 
2spaltig (Abb. 276 m — o). 

Triebe kahl: 3. P. japönica: Mitteljapan, bis 20 w, Krone breitkegelförmig, Nadeln 
gekämmt, 20 — 25 : 2 mm, gerade oder gebogen, gelbgrün, unterseits weiß, Zapfen klein, 
4 — 5:2,5cm (Tafel VI, Fig. s), Deckschuppen über die Schuppen zurückgeschlagen; in 
Kultur noch ganz selten, liebt feuchte Luft. 




Purpurtanne siehe Ahies amabilis. 



270 



Retinospora — Sciadopitys. 




Retitiöspora andelyensis siehe Chamaecyparis thyoides andelyensis. — R. dubia siehe unter 
Thuja occidentalis. — R. Ellwangeridna siehe imter Thuja occidentalis. — R. filicoides siehe 
Chamaecyparis oUusa breviramea. — R. filifera siehe Chamaecyparis pisifera filifera. — R. leptocldda 
siehe Chamaecyparis thyoides leptoclada. — R. lycopodioides siehe Chamaecyparis ohtusa lycopodioides. 

R. meldetisis siehe unter Thuja orientalis. — R. Nöbledna 
siehe Chamaecyparis ohtusa breviramea. — R. obtiisa siehe 
Chamaecyparis obtusa. — R. pisifera siehe Cliamaecyparis 
pisifera. — R.plutnösa siehe Chamaecyparis pisifera plumosa. 

— jR. pseudosquarrösa siehe Chamaecyparis thyoides erico- 
ides. — R. Sdnderi siehe Cliamaecyparis obtusa ericoides. — 
R. squarrösa siehe unter Thuja orientalis und auch Cliamae- 
cyparis pisifera squarrösa. 

Rotholz siehe Sequoia. — Rotkiefer siehe Pinus resinosa. 

— Rottanne siehe Picea excelsa. — Russische Lärche siehe Larix 
sHirica. — Sabina officindlis siehe unter Juniperus 8a- 
hina. — Sadebaum siehe Juniperus Sabina. — Salisbiiria 
(tdiantifolia sielie Ginkgo biloba. — Sapindusfichte siehe Picea 
Orientalis. — Sawara-Scheinzypresse siehe Chamaecyparis pisifera. 

Saxegöthaea conspicua (Taxus patagonica), pata- 
gonische Eibe: reichverzweigter Baum aus Chile und Patagonien, 
Verästelung quirlig, ausgebreitet-aufrecht (Abb. 278), Blätter 
nadeiförmig, lederig, oberseits etwas glänzend, unterseits mit 
2 weißen Streifen, Grund am Trieb herablaufend, Spitze leicht 
stechend, (10— )15— 20(— 24) : 2—2,5 mm (Abb. 127), siehe auch 
S. 1.39; Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 127 und Abb. 127, 
S. 129; Frucht fleischig, unregelmäßig kugelig (Abb. 127), etwa 
1 cm lang, Samen eiförmig, mit 2 scharfen Kanten, glatt, 
glänzend braun; Kultur etwa wie Taa;««; Vermehrung 
durch Saat (gleich nach Erhalt oder Reife der Samen); oder 
durch Stecklinge im nicht zu warmen Vermehrungshause ; Ver- 
wendung wohl nur im Süden des Gebietes in den geschütz- 
testen Lagen; ob bei uns schon im Freiland versucht? 

Scheinzypresse siehe Chamaecyparis. — Schiminelfichte 
siehe Picea canadensis. — Schirlingstanne siehe Tsuga. — 
Schirmtanne siehe Sciadopitys. — Schlangenfichte siehe Picea 
excelsa virgata. — Schlangenhautkiefer siehe Pinus Bungeana. — 
Schmuckzypresse siehe CaUitris. — Schmucktanne siehe Arau- 
caria. — Schraubentanne siehe J.i(>s brachyphylla. — Schwarz- 
fichte siehe Picea Mariana. — Schwarzkiefer siehe Pinus nigra. 

— Schubertia ist Taxodimn. 

Sciadopitys rerticiUata, Schirmtanne: ver- 
2:leiche das im Abschnitt XII, S. 136, Gesagte; Japan 
(Hondo), dort bis über 40 m, Tracht wie Abb. 279, 
S. 267, in erster Jugend noch regehnäßiger quirlig 
verästelt, Borke der Stämme in langen Streifen 
sich ablösend, rotbraun, Triebe braun, kahl, Knospen 
kugehg, echte Blätter zu kleinen Schuppen verkümmert, 
,, Nadeln" in Wirklichkeit Kladodien (blattartige Triebe, 
die einen Achseltrieb mit 2 zusammenhängenden 
Blättern oder ,, Doppelnadeln" darstellen), zu 10 — 30 
quirlig am Triebende gestellt, vieljährig, 8 — 15 cm : 
4 — 7 mm, starr, gespitzelt, oberseits glänzendgrün mit 
Mittelfurche, unterseits mit tiefer weißer Mittelfurche 
(Abb. 280); Blüten- und Fruchtcharaktere siehe S. 131 
und Abb. 280 ; Zapfen kurz gestielt, im 2. Jahre reifend, 
dann noch einige Monate bleibend, 7 — 10 : 4 — 5,5 cm 
(Abb. 280 h), Schuppen holzig, Samen klein, schmal 
geflügelt (Abb. 280 Z), Keimling wie Abb. SSe-gr, S. 93; 
Kultur: die Schirmtanne verlangt etwa das gleiche 
wie unsere Weißtanne und erträgt auch so gut Schatten, 
sie wächst langsam, und ist ganz hart bei etwas windgeschützter Lage; Vermehrung 
vor allem durch Samen (gleich nach Erhalt, Sämlinge erst in Töpfen halten) gelegentlich 




Abb. 2b2. Sequoia gigantca var. pendula, 

16 — 17 m {Orig; Arboretum G. Allard, LaMau- 

levrie, Angers). 



Sciadopit y s — Sequoia . 



271 



durch Ableo:er oder auch halbreife Sommerstecklinge von kurzen Nebenzweigen; auch 
durch Veredlung auf eigene Wurzeln ; Verwendung als prächtiger Zierbaum im 
Garten und Park. — Nur diese eine Art bekannt. 

Seekiefer siehe Pimis halepensis. — Sellerie-Kiefer: siehe PhyllocJadus alpinus. 

Sequoia, Mammutbaum, Rotholz: vergleiche das mi AbschnittXII, S.137 und 142, Ge- 
sagte; sehr hohe Bäume. Stammborke dick, Äste kurz und steif, Triebe schlank, rundhch, abfällig, 
Knospen und N'adeln siehe bei den 
Arten, Blüten- und Fruchtcharak- 
tere siehe S. 128 und Abb. 284. 
Zapfen hängend, im 1. oder 2. Jahre 
reifend, ziemlich lange bleibend. 
Schuppen holzig. Samen schmal 
geflU2:elt (Abb." 284 l), Keimling 
wie Abb. 89 r-q, S. 94 ; Kult u r 
in outem. tiefgrünchgem. durch- 
lässigem Boden, in warmer Lage, 
siehe aber die Arten; Vermeh- 
rung durch Samen, die Formen 
durch Langtriebstecklino:e oder Ver- 
edlung auf Stammart: V e r w e n- 
d u n g siehe Arten. ]S'ur 2 bekannt. 

S.gigantea {Welliitgtönia gi- 
gantea; S. WeUingtonia. S. Washing- 
tonidua). Mammutbaum, Welling- 
tonie : Kalifornien (Westabhänge 
der Sierra Nevada), bis fast 100 m 
hoch bei einem Stammdurchmesser 
bis über 10 m, als sehr alte große 
Bäume bekannt. Tracht wie Abb. 281, 
Stamm am Grunde geschwollen, 
Triebe erst dunkelblaugrün, dann 
braunrot. Knospen ohne Schuppen, 
Nadeln pfriemlich oder eiförmig, 
radial gestellt, mehr minder an- 
gepreßt (Abb. 284 a—c). an üppigen 
Trieben bis 12 mm; Zapfen 5 — 8: 
3.5 — 6 cmi, rotbraun, im 2. Jahre 
reifend. Schuppen holzig (Abb. 284 i); 
bekannte, schöne Art, die selbst in 
wärmeren Lagen gelegentlich zu- 
rückfriert, meist aber sich wieder 
erholt; besonders schön in warmen 
Gebieten, wo das Holz gut ausreift, 
liebt freie Gebirgslagen; sehr auf- 
fällig ist var. pendula (Abb. 282), 
ferner zu nennen var. glauca. Be- 
laubung mehr blaugrün und die 
gelbe var. aurea, für Gärten auch 
die sehr schmalsäulenförmige var. 
pyramidalis f. Holmesii zu emp- 
fehlen. — S. sempevvivens, 
Rotholz, Eibenzypresse : Küsten- 
gebiet von Südwest-Oregon und Kalifornien, bis 105 m, Tracht wie Abb. 70, S. 76, von 
giganfea abweichend durch: Knospen beschuppt. Nadeln hneal. 6 — 20 mm, flach, 2zeilig, 
steif lederig. oberseits glänzend tiefgrün, unterseits bläulich (Abb. 284 m — n), Zapfen klein, 
2,5 — -1cm, ün 1. Jahre reifend (Abb. 284 p); prächtige Art, aber nur für genügend warme 




Abb. 283. Sequoia sempervirens var. pendula 

(Hort. Rovelli. Pallanza; durch Güte von Dr. E. Rovelli). 



272 



Sequoia — Taxodiiim. 



Lagen, besonders an den Südküsten des Gebietes; wenigstens jung genügend Schutz in 
rauheren Gegenden, Holz in Heimat sehr wertvoll, Stockausschläge werden reichlich 
gebildet; interessant ist var. pendula (Abb. 283). 

Sevenbaum = Jimipems Sdbina. — Sikkimfichte siehe Picea spinulosa. — Sikkimlärche siehe 
Larix Griffiihiana. — Silberfichte siehe Picea pmujens argenfea. — Silbertanne siehe Ahies concolor- 
Formen. — Sitkafichte sielie Picea sitchensis. — Sitka^Scheinzypresse siehe Chamaecyparis nootkatensis. 
— ■ Sonnenzypresse = Chamaecyparis obtusa. — Spanische Tanne siehe AMes Pinsapo. — Spießtanne siehe 
Cimningliamia. — Spirke siehe Pimis uncinata. — Spitzblättriger Wacholder siehe Juniperus Oxycedrus. 
— Sumpfzypresse siehe Taxodium. — Stachelfichte siehe Picea polita. — Stechfichte = Picea pungens. 
■ — Stechkiefer siehe Pinus pungem. — Stechtanne siehe Keteleeria. — Steineibe siehe Podocarpus. — 
Sternkiefer siehe Pinus Pinasier. — Stinkeibe siehe Torreya. — Strobe siehe Pinus Sfrohus. — Tanne 
siehe Alies. 




Abb. 284. Sequoia: a — e gigantea: a Triebstück, b- — c Blatt, d im (^luerschnitt, e Zweig mit männlichen Blüten, 
/ männliche Blüte, g Zweig mit weiblichen Blütenständen, /* weiblicher Blütenstand, i Zapfen, k Zapfen- 
schuppe, l Same. — m — q sempervirens: m Zweigstück mit Blättern, n Zweig mit männlichen Blüten, o Pollen- 
säcke mit Deckblatt, p Zapfen, q Zapfenschuppe mit Samen [a—U, k—l nach Parde; inach Hickel; »i— 2 nach Beißmr). 



Taxödium, Sumpfzypresse: siehe auch S. 135, Bäume, Tracht wie Abb. 19, S. 29 und 
Tafel X, an den Wurzeln entstehen bei alten Bäumen eigenartige knieförmige Bildungen 
(Wurzelknie), siehe Abb. 116, S. 119, Triebe von zweierlei Art, die an der Triebspitze bleibend, 
Achselknospen tragend, die darunter am Trieb abfallend, ohne Knospen, Knospen an der 
Spitze der bleibenden Triebe gepaart, wie Abb. 285 c, die darunter, aus denen die 
abfallenden Triebe entspringen, wie Abb. 285 fl — 5; Blätter nadeiförmig, spiralig, an den 
bleibenden Trieben ringsum abstehend, an den abfallenden Zweiglein gekämmt, wie 
Abb. 285 0, d, oder angepreßt, wie Abb.285r; Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S.128 und 



Tafel XL 




Thuja orimtalis var. elegant issima, in La Maiilevrie, Angers. 



Tasodium. 



273 



Abb. 285, Frucht Holzzapfen, mi 1. Jahre reifend. Schuppen dick lederig, Samen wie 
Abb. 285 A-—/. Sänüins:e wie Abb. 89.^— ^ S. 94: Kultur in feuchtem, etwas sandigem, in 
wärmeren Gebieten auch sumpf isrem Boden, doch gedeihen sie auch (namentlich in rauheren 
La^en) auf trockenerem Stande noch, wachsen aber dann anscheinend mehr schmal 
pyramidal; V e r m e h r u n 2; durch Saat, gleich nach Reife oder Ankunft, in feuchtem Boden, 
jiinse Pflanzen schnellwüchsiE:. aber schutzbedürftig: auch durch Stecklinge im Glashaus 
oder die Arten oder Formen durch Veredlune auf Stanmiart : V e r w e n d u n e als sehr 
hübsche Zierbäume, siehe Formen. 

/. Blätter der abfallen- 
den Triebe gekämmt (Abb. 
285 d — e). Zweige wagrecht 
abstehend. Borke ziemlich 
dünn und sclatt: 1. T. di- 
stichinu: südöstliche Ver- 
einigte Staaten, gern auf 
Kalk. Knie schlank und 
spitz, in Heimat gelegent- 
lich bis 1 nK Stammgrund 
scharf abgesetzt. Tracht 
siehe Abb. 19. S. 29 und far- 
bige Tafel X. bis 50 : 4 /«. 
Triebe hell£:rün. später glän- 
zend röthchbraun. Xadeln 
1 — 2 OH lans:. srelblichsrün. 
unterseits oft etwas weiß- 
lich, vor dem Abfall bräu- 
nend, Zapfen kuofelig. 2.5 f/// 
dick, wie Abb. 285 i: be- 
kannte, durch das lichte 
Grün der feinen Belaubung: 
auffälliffe Art. prächtisfer 
Zierbaum, der viel mehr an- 
gepflanzt zu werden ver- 
dient; sehr nahe steht das 
für uns zu empfindliche 
T. nmcvoiidtiuu {T. nm- 
cromdätum. T. mexicänum. 
T. disticlunn var. mucrona- 
tum oder var. mexicänum) 
aus Xordostmexiko. 

//. Blätter der ab- 
fallenden Triebe ziemlich an- 
gepreßt (Abb. 285 0), Zweige 
aufrecht. Borke dick, tief 
gefurcht: 2. T. adscen- 
ilens^) ( T. itubricdriinn . 
T. distichum var. imhrica- 
rium, T. distichum var. erecii- 
frons). südöstliche Ver- 
einigte Staaten (Virdnia bis 
Florida. Alabama), meidet 
Kalk. Knie niedris:. rundlich. Stammsrund alhnählich sich konisch verbreitenid. bis 25 -.Im, 
die feinen abfallenden Triebe meist länger. Blätter pfriemhch. ö— 10 mm (Abb. 285 0). sonst 
Früchte sehr ähnüch der ersten Art; T. adscendens seht meist als Form von distichum und 




Abb. 285. Taxodium: a—n (distichum: a—b Wmterzweigstücke, c Endknospen, 
d beblätterter Kiirztrieb. e Stück davon vergrößert, f—^j weibliche Blüte, 
h Deckschuppe mit Samenanlagen, i Zapfen. k—J Same in Längs- und 
Querschnitt, m männliche Blüten, n Deckschuppe mit Pollensäcken. — 
o—p adscendens (microphijUum): Triebstück mit Blättern, p Blatt- 
querschnitt. — q-—s heterophißum [Glyptostrobusl): q—r Triebstücke mit 
abstehenden und anliegenden Blättern, .* Blattquersclmitt von q. i Zapfen 

[d. f. m. V. s. t nach Koelme: g—J. n nach Engler-Prantl: sonst nach der Xatnr\ 



1) Der älteste Name ist Taxodium adscendens Brongniart. in Ann. Sei. nat. XXX. 12S (1S33) (oder 
das gleichzeitig publizierte T. microphyUum Brongniart). er hat nichts mit T. distichum var. fasiigiatum 
zu tun. 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Nadelhöker. *■" 



274 



Taxodium— Taxus. 



ist in den Gärten besonders in der Kulturvarietät mit hängenden Zweigen, var. pen- 
diilum {Taiod. distichum var. pendulum, Glyptostrohus pendulus) vertreten, sehr eigen- 
artig; bei T. adscendens treten gelegentUch Triebe wie bei distichum auf und Henry ist 
geneigt, in der Art nur eine Jugendform davon (entsprechend Cryptomeria japonica var. 
elegans) zu sehen, doch scheint es besser nach Harper T. adscendens als eigene Art an- 
zusehen. Außer var. pendulum noch mannigfache Formen in Kultur, die durch Veredlung 
erhalten werden und sehr verschieden aussehen. Man verwechselt die Art oft mit T. 

{Glyptostrohus) heterophyllum 
aus Südostchina, welches sicher- 
lich nicht hart und nur in Kalt- 
hauskultur vorhanden ist, es hat 
kürzere Kurztriebe als T. adscen- 
dens und die Blattstellung und 
-form ist ganz abweichend, die 
Nadeln sind Skantig (siehe Quer- 
schnitt Abb. 285 s im Vergleich 
zu p), der gekielte Rücken läuft 
am Zweig hinab (Abb. 285 q), 
Zapfen wie t. 

Taxus ^ Eibe: siehe auch 
Abschnitt XII, S. 138; Bäume oder 
Sträucher. Tracht siehe Abb. 287 
bis 290, Verästelung meist aus- 
gebreitet, Stammborke rötlich, 
(Uinn, schuppig, Knospen mit 
dachziegeligen Schuppen, Blätter 
nadeiförmig, an aufrechtenSchoßen 
spiralig, an wagrechten kamm- 
förmig-2zeilig gestellt (Abb. 286), 
fhu'h, Rand umgebogen, Oberseite 
tiefgrün, Unterseite heller, nicht 
weißstreifig, Grund kurzgestielt, 
Harzgang fehlend; Blüten- und 
Fruchtmerkmale siehe S. 127; 
Frucjit beerenartig, aus einem 
Samen mit fleischiger Hülle be- 
stehend (Abb. 286^1—/), meist rot, 
im ersten Herbst reifend und ab- 
fallend, Sämling wie Abb. 89 a, 
S. 94; Kultur meist ohne be- 
sondere Mühe, die Eiben lieben 
sandiglehmigen, genügend frischen 
Boden und meiden trockene heiße 
Standorte, reichliche Luftfeuchtig- 
keit tut ihnen gut, sie vertragen 
sehr viel Schatten ; Ve r m e h r u n g 
durch Samen, im Herbst, die 
jedoch 1 — 2 Jahre liegen; Steck- 
linge aus reifen Trieben im Herbst 
unter Glas wachsen gut, doch nur 
solche aus Kopftrieljen zu emp- 
fehlen (Stecklingspflanzen aus 
Seitentrieben sind aber z. B. für Bekleidungen von Böschungen brauchbar); ferner Ver- 
edlung der zahllosen Formen auf den haccata-Ty^^ ; V e r w e n d u n g des Typs als Schatten- 
pflanze, Wuchs langsam; viele Formen für den Garten sehr geschätzt, vor allem auch für 
Hecken, da sie Schnitt sehr gut vertragen, so daß oft die absonderlichsten Figuren daraus 
gezogen werden; wertvolle Zierpflanzen! 




Abb. 286. Taxus: a — g haccata: a Zweig mit Früchten, h weibliche, 
c mämiliche Blüte, d Früchte, e Frucht im Längsschnitt, / Same 
im Längsschnitt ; cj Triebstück von var. adpressa. — h—k cuspidata: 
h Zweig mit Frucht, i Blätter, k entnadeltes Zweigstück. — l flori- 
dana: Triebstück. — m — o brevifolia: m Triebstück, o Frucht. 
— p baccata var. Wallichiana: Blatt («— / nach Engler, Pflanzen- 
reich; h — k nach Shirasawa; m — o nach Sargent; sonst nach der Natur). 



Taxus. 
Über die richtige Benennung 



275 



ist Besonderes niclit zu sagen. Die Namengebung der haccata-F ormen wäre allerdings noch in mancher Hinsicht 
zu berichtigen. ]\Ian vergleiche das im Abschnitt X, S. 123 ff. allgemein Gesagte. 

Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 

(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



adpressa 277 

baccata 276 

— adpressa 277 

aurea 277 

stricfa 277 

— aurea 277 

— aure.o-varie.gata .... 277 

— hrevifolia 276 

— canadensis 276 

— chesihuntensis 277 

— columnaris 277 

— cuspidaia 276 

— Davisi 277 

— Dovastoni 277 

— elvastonensis aurea . . . 277 

— erecia 277 



iaccata ericoides 277 

— fasiigiata 276 

aurea 277 

■ aureo-variegata . . . 277 

• chesthuniensis . . . . 277 

columnaris 277 

nova 277 

— hibernica 277 

— Iwrizontalis 277 

— minor 276 

— nana 277 

— pendula 277 

— procumbens 277 

— recurvafa 277 

— stricfa 277 

— WaUichiana 276 



baccata Washingtoyii ... 277 

brevifolia 276 

canadensis 276 

cuspidaia 276 

— chinensis 276 

— laiifolia 276 

— nana 276 

Dovastoni 277 

empetrifolia 277 

ericoides 277 

Foxii 277 

hibernica 276 

ininor 276 

tardiva 277 

WaUichiana 276 




Abb. ■2> 



hfir(_(ihi_ var. 



1)..,. 



Arboretum Ällard, La Maule^ i 



Übersicht der Arten^). 

(Anorclnung auf Grund der Zweig-, Knospen- und JXadelmerkmale.) 

/. Nadebi oberseits im Sommer gelblichgriin. ziemlich kurz, 12 — 16( — 20) mm lang: 
A) Knospenschuppen spitz lanzettüch, Nadebi wie Abb. 286 w — n, meist Baum: 

^) Die Bewertimg der Arten ist sehr wechselnd. Henry in Elwes and Henry, Trees of Great Britain 
I. p. 99(1906), und P i 1 g e r, in Engler, Pflanzenreich IV. 5. taxaceae p. 110 (1903) unterscheiden nur Varie- 
täten oder Subspecies einer Art. Wir halten die Hauptformen als Arten aufrecht, weil das für unsere Zwecke 
praktischer ist. 

18* _^ 



276 



T>i:;us. 



1. T. brevifölia (T. laccata var. Irevifolia): Nordwestamerika (Britisch-Kolumbien bis 
Mittelkalifornien, Montana, Idaho), im Gebirge bis 2400 w, Höhe bis 24 : 1,2 w, breit ver- 
zweigt. Triebe grün, später glänzend rotbräunlich, Knospen gelbgrün, Schuppen gekielt, 
Nadeln 4— öjährig, hneal, flach, dick, spitz. Stielchen gelb; Frucht wie Abb. 286 o, 
8—12 mm lang, braunrot; anscheinend selten echt in Kultur, nicht ganz so hart wie laccata. 
— B) Knospenschuppen stumpfeiförniig, Nadeln wie Abb. 286 Z, niederliegender Strauch: 

2. T. canadensis (T. laccata 
var. minor oder var. canadensis, 
T. minor): östliches Nordamerika 
(Neufundland bis Virginia, Mani- 
toba, Jowa), soll in Kultur mehr 
aufrecht w^erden, Knospen grün- 
lich, Schuppen gekielt, Nadeln 
dicht, 11 — 20:0,5 — 2 wmi, siche- 
lig, Ende plötzlich kurz zugespitzt, 
im Winter sich rötend, Frucht 
kleiner als bei laccata, 2 Monate 
früher reifend; scheint sehr selten 
echt in Kultur zu sein, sollte als 
Unterholz in feuchten Gehölz- 
gruppen mehr versucht werden. 
//. Nadeln oberseits sattgrün 
(außer bei gewissen laccata-Ga-rten- 
f ormen), 18—32 mm lang : A) Knos- 
penschuppen sehr spitz und ge- 
kielt, Nadeln wie Abb. 286 Ji, i, 
ihr Stiel hellgelb bis bräunhch: 3. 
T. cuspiddta (T. laccata var. 
cuspidata): Japan (Hondo), Baum, 
bis 22 m, oder Strauch, Nadeln 
18 — 26 mm, steif, gerade, scharf- 
spitzig, dick, unterseits bei Kultur- 
pflanzen nach Henry meist gelb- 
lich, Frucht wie Abb. 286 A; ge- 
drungen aufstrebend verästelte 
hübsche Art, hierher var. nana 
(geht in den Gärten fälschlich 
als T. Irevifolia), kompakte Zwerg- 
form, Blätter kürzer, für Kultur 
recht brauchbar und ganz hart!, 
nahe stehen Formen aus der Man- 
dschurei mit sehr breiten Blättern 
(var. latifölia) und ferner die 
zentralchinesische var. chinen- 
sis, siehe Abb. 35, S. 43, die nach 
Wilson (S. 57) vielleicht eine gute 
Art darstellt und nach Pilger nur 
15 — 20 : 2,5 — 3 mm messende Na- 
deln hat. 

B) Knospenschuppen abge- 
rundet, kaum gekielt, Nadeln wie 
Abb. 286 a; ihr Stiel grün: 4. T.öaccdta: heimisch (doch nur stellenweise), sonst ganz Europa, 
Algier bis Nordpersien und Kaukasus, Baum, bis über 20: 1,5 *>^ mit rundlicher, dichter 
Krone oder Strauch (Abb. 290), Nadelnl5— 30:2— 2,5 mw, sich allmähhch zuspitzend, Frucht 
wie Abb. 286 d-f, 8-12 mm, süß, Saft klebrig; von wilden Formen zu nennen var. Walli- 
chidna (T. Wallichiana), Ostindien bis Philippinen, Nadeln sehr lang zugespitzt (Abb. 286 p), 
sonst sehr viele Kulturformen, als deren wichtigste wir nennen: vslY. fastigidta (T. hiber- 



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Abb* 288. TaaiMS taccate var. Davisi, 4 m (Orig.; Hort. Hesse, Weener). 



Taxus. 



277 



nica, hacc. var. hihernica), die sogenannte irländische Eibe, prächtige schwarzblausrüne 
Säulen, wie Zypressen, siehe Abb. 82, S. 87. alle Blätter radial spreizend, leider nur für 
geschützte, warme Lagen hart, sehr wertvoll für Gärten, hierher gelbe (f. aurea). gelbbunte 
(f. aureo-yariegata) und weißbunte Formen, ganz hart soll sein f. nova. mit etwas reiner 
grüner, feinerer Benadeluno:: ähnhche Säulenformen sind f. columnäris (ob damit identisch 
die in Abb. 288 dargestellte var. Darisii Hort. Hesse?), f. chesthuntensis: ferner var. 
er ecta (\-a.r. stvicta). breit, dicht, pyramidal. ^N'adehi kurz, spitz, schmal, glänzendgrün. 
recht brauchbar und hart, auch hiervon bunte Formen; var. pendula, Hängeform, 
von dieser Gruppe ist wichtig var. Dorastöni {T. Dovastoid), überhängend, wie 
Abb. 287, noch malerischer, wenn Haupttrieb entwickelt, sehr dunkelgrün, Tracht 




Abb. 289. Taxus baccata var. adpressa, 4,5 //' : n-clits ilaluiirer liie l'aline T 
(Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



breit, var. /ior/^o/i/a/i.s . ausgebreitet verästelt, aber Spitzen aufrecht: ferner mteressant 
var. recunäta mit ziirückgekrümmten Blättern und die niederliegende var. procümbens; zu 
den Zwergformen var. tiaua (T. Föxii) gehört auch var. ericoides (T. ericoides, T. empetri- 
fölia), feinzweigig. schmal- und spitznadelig. var. aürea (var. elvastonensis aurea). ]Xadeln 
goldgelb, hart, gilt als sehr hübsch im AVinter. dagegen treibt var, Waslüngtöni goldgelb 
aus; schließUch noch zu nennen die ganz abweichende var. adpressa [T. adpressa. T. tar- 
diva), siehe Abb. 289, dichtzweigig. dichtbenadelt, Nadeln stumpfgrün, nur 6 — 10 : 2 — S.ömm, 
stumpf, nur gespitzelt (Abb. 286 g), nicht aus Japan, wie meist angegeben, sondern in 
England in Kultur entstanden, eine kleine Säulenform davon ist f. sirida. auch eine gelb- 
bunte Form, f. aurea; die Eibe ist eine sehr geschätzte Kulturpflanze, welche infolge 
ihrer feinen Bewurzelung gute Ballen hält und sich somit auch in größeren Stücken noch 



278 



Taxiis— Thuja. 



verpflanzen läßt; verträgt stärksten Schnitt, liebt schattige oder, wenn sonnig, genügend 
luftfeiichte Lagen. 



Taxus Harringtönia siehe Cephalotaxus. 
Tränenkiefer siehe Pinus excelsa. 



Taxus patagönica siehe Saxegothaea. — 



Thuja (Thüya^ Thya), einschließlich Biöta, Lebensbaum: man vergleiche das 
S. 141 Gesagte; immergrüne, meist unangenehm und nur bei plicata {gigantea) aromatisch 
duftende Bäume (oder Formen strauchig), Tracht meist pjTamidal, Z^Yeige flach, meist 
in einer Ebene fiedrig oder fächerförmig fein verzweigt, Blätter klein, schuppenförmig 
(selten etwas nadelartig, die sogenannten Retinospora, Jugendformen), zu 4 in kreuzgegen- 
ständigen Paaren, auf den 
Zweigflächen flach, an den 
Kanten gefaltet, Zweiglein 
als Ganzes abfälhg; Blüten- 
und Fruchtcharaktere siehe 
S. 128 und Abb. 129 a—e und 
294; Zapfen einzeln, umge- 
bogen, oder bei Biota auf- 
recht, die 3 — 6 Paar kreuz- 
gegenständigen Schuppen 
schwächer oder stärker ver- 
dickt, Samen länglich, 
schwach- oder nicht geflügelt 
(Abb. 294gf); Kultur am 
besten in frischem, eher 
feuchtem, lehmig-sandigem 
Boden ; Vermehrung 
durch Saat (gleich nach 
Reife oder Frühjahr), die 
Formen durch Spätsommer- 
stecklinge oder Veredlung 
auf occidentalis ; V e r- 
w e n d u n g als höchst 
brauchbare Gartenpflanzen, 
ausgezeichnet für Hecken, 
Deckpflanzungen, ferner als 
Grabschmuck und im Gar- 
ten; im Park nur mit Vor- 
sicht zu verwenden, da sie 
hier nur am richtigen Ort 
(z. B. feuchte Niederung, 
Flußufer) und in Masse 
wirken, gewöhnlich emp- 
finden wir sie in unseren 
Landschaftsbildern als stö- 
rend; vergleiche im übrigen 
Abb. 290. Junge wilde Eibe (Taxus baccata) im Höllental, Schwarz- die Arten, 
wald (phot. Hof rat Dr. L. Klein, Karlsruhe). 




Über die richtige Benennung 

wäre zu sagen, daß der Name Th. (jigantea Nuttall (1834) durch den Mteren'Th. plicata D. Don (1824) ersetzt 
werden muß, wie dies auch Henry auseinandersetzt. In der Literatur herrscht vielfach eine Verwirrung zwischen 
dem gut begründeten Namen Th. plicata D. Don, in Lambert, Pinus IL 19 (1824), und dem obskuren Garten- 
namen Th. plicata J. Donn, Hort. Cantabrigiensis ed. 6. p. 249 (1811). Wir konnten nur die 8. und 9. Auflage 
von 1815 und 1819 einsehen, die F. Pursh herausgegeben hat; dort steht p. 307 unter Thuja nur ,,3 plicata, 
plaited" ohne Angabe einer Heimat usw. Da nun die 6. Auflage sicherlich nicht mehr besagen wird, ist dieser 
Name ein nomen nudum und ganz und gar belanglos für uns. Die beiden Autoren D. Don und J. Donn werden 
vielfach verwechselt! Die als Thuja japonica Maximowicz (1866) gehende Art wurde zuerst als Thujopsis 
Standishii Gordon (1862!) beschrieben, mithin hat der Name Th. Standishii Carriere (1867) den Vorrang. 



Thuja. 



279 




Abb. 291 



Thuja occidentalis im gräflich Schafigotsch'scheii Park zu i'iiri:;tail. Xit'J.-iJiterreieh 
(phot. GraJ Herbert Schaffgotsch). 



Alphabetische Übersicht der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 
Die zu a n d e r e n Gattungen gehörenden SjTion^Tne siehe am Schlüsse dieser Gattimg. 



elegantissima 286 

füijormis 285 

ffi^antea 284 

— atrovirens 28.5 

— peMula 285 

— pyramidalis 285 

japonica 285 

Lohhi 284 

— atrovirens 285 

meldensis 285 

Menziesii 284 

occidentalis 281 

— alba 284 

— albospica 284 

— allovariegaia 284 

— argentea 284 

— asplenifoUa 281 

— aurea 283 

aurescens 28-3 

lutea 28.3 

Vervaeneana .... 283 

— aurescens 283 

— Bodmeri 281 

— Columbia 284 

— Columna 281 

— columnaris 281 

— compacta 281 

— crispa 282 

cristata 282 



occidentalis cristata .... 282 

— Douglasii 281 

— Elhcangeriana 281 

aurea 281 

„Rheingold ■ .... 281 

-- ericoides 281 

— fastigiata 281 

— filicoides 281 

— filiformis 281 

aspletiifolia 281 

Bodmeri 281 

— — filicoides 281 

Ohlendorffii .... 281 

— — recurvata 281 

Spaethii 281 

— Froebelii 281 

— globosa 281 

— globularis 281 

— hoersholmensis 281 

— Hoveyi 281 

— intertexta 281 

thujopsoides .... 282 

— lutea 283 

— nana 281 

— malonyana 281 

compacta 281 

Froebelii 281 

globosa 281 

• globularis 281 



occidentalis nana hoershol- 



mensis 

— Hoveyi . . . 

— Spihlmanni . 

— umbraculifera 
Ohlendorffii . . . 
pendula . . . . 

— reflexa . 
plicata 

— dumosa . . . 

— Llaveana. . . 
pyramidalis . 

— Columna . . 

— columnaris . . 

— fastigiata . . 

— malonyana. . 

— Rosentlmlii 

— stricta . . . . 

— tatarica . . . 
recurvata . . . . 

reflexa 

Rosenthalii . . . 
Spaethii . . . . 
Spihlmanni . . . 
squarrosa . . . . 

— ericoides . . . 

stricta 

tatarica .... 
thujopsioides . . 



281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
281 
282 



280 



Thuja. 



occidentalis umbraculifera . 281 

— variegata 283 

alba 284 

albospica 284 

albovariegata .... 284 

argentea 284 

Columbia 284 

— Vervaeneana 283 

— Wareana 281 

aureovariegata . . . 281 

globosa 281 

lutescens 281 

Orientalis 285 

— aurea 286 

elegantissima .... 286 

semperaurescens . . 286 

— compada 286 



Orientalis decussata .... 285 

— elegantissima 286 

— filiformis 285 

stricta 285 

tetragona 285 

— intermedia 285 

— laxenburgensis 285 

— meldensis 285 

— nana 286 

compada 286 

— pendula 285 

— pyramidalis 285 

laxenburgensis . . . 285 

— semperaurescens .... 286 

— squarrosa 286 

— strida 286 



Orientalis iatarica 285 

— tetragona 285 

— variegata 286 

Verschaffelti .... 286 

— Verschaffelti 286 

pendula 285 

plicata 281, 284 

— atrovirens 285 

— dumosa 281 

— fastigiata 285 

— Llaveana 281 

— pendula 285 

— pyramidalis 285 

fastigiata 285 

Standishii 285 

tatarica 285 



Übersicht der Arten^). 

(Anordnung auf Grund der Zweig- und Blattmerkmale.) 
/. (// siehe S. 285) Zweige in wagrechter (oder etwas schiefer) Ebene verzweigt, Ober- 
und Unterseite deutUch ausgeprägt, Zapfenschuppen wenig verdickt, unter Spitze nur schwach 
gehörnt (Abb. 294 rf), Samen geflügelt (Abb. 294: g), Gruppe Euthüja (Gattung Thuja im 
engeren Sinne). 




Abb. 292. Thuja occidentalis var. umbraculifera, 1 m hoch, 2 m breit 
{Orig.; Hort. Späth, Baumschulenweg bei Berlin). 

A) (ß siehe S. 284) Hauptzweige abgeflacht, beblätterte Triebe unterseits nicht weißlich, 
sondern gelblich oder bläulichgrün, Blätter entfernt gestellt, Spitzen nicht abstehend, 
flache Blätter der Hauptachsen auf Rücken mit Drüse (Abb. 294 a), Zapfen 6 — 8( — 10)schuppig, 



1) Im wesentlichen nach P a r d e, in Bullet. Soc. Dendrol. France (1912) Nr. 23, p. 24 und Henry, 
in Elwes a. H., Trees of Great Britain I. p. 183 (1906). 



Thuja. 



281 



davon 2( — 4) Schuppen fertil: 1. Th. occidetitdlis , abendländischer Lebensbaum: öst- 
liche Vereinigte Staaten (von Neu-Braimschweig bis Ostnord-Karolina und Tennessee), 
bis 22 m, oft nur Strauch, Tracht siehe Abb. 291, oft mehrstcämmig, Borke abrollend, aber 
nicht so sehr und so dünn wie bei Standishii, Blattobcrseiten sattgrün, Triebe gerieben 
unangenehm riechend, Zapfen ^Yie Abb. 294 rf; sehr formenreich, wobei zwischen Jugend-, 
Alters- und Übergangsformen zu unter- 
scheiden ist : die J u g e n d f o r m e n 
gehen oft fälschlich als Retinospora (siehe 
unter Chamaecijparis), sie seien geführt 
als var. sqiiarrösa: hierher gehören f. 
ericoides {Ret. dubia), durch vegetative 
Vermehrung (Stecklinge) festgehaltene 
Sämlingsformen, Blätter lineal, spreizend, 
weich (Abb. 294 c). oberseits matt-, unter- 
seits graugrün, im Winter schmutzig- 
grün, bildet dichte rundliche oder pyra- 
midale Büsche, besonders für niedrige 
Hecken, die stets im Schnitt gehalten 
werden, brauchbar; eine Übergangsform 
ist var. EUwangeridna {R. ElJwan- 
geriana). Zweige der Jugend- und Alters- 
form auf derselben Pflanze (Abb. 294 &), 
aber unregelmäßig verteilt, bildet hübsche 
Pyramiden, als Grabschmuck viel ver- 
wendet, hiervon auch eine goldgelbe 
Form, f. aurea (f. ,,Rheingokr') vorhan- 
den; die Zahl der Altersformen ist Legion, 
wir gruppieren sie, indem wir nur die 
wichtigsten nennen, wieder nach den 
S. 123 besprochenen Variationstypen: var. 
pyraniiddlis , Tracht schmal säulen- 
förmig, hierher f. fasticjidta (f. sirkta. f. 
columndris), f. colümna, f. malonyäna 
(Abb. 293). f. Roseuthdiü, glänzend grün, 
f. tatdrica gelblichgrün u. a. ; \ry. pen- 
dula, Trauerform, hierher f. reflexa; var. 
plicata {Th. plicdta Pariatore, nicht 
Don). Wuchs dichter, gedrungener pyra- 
midal, Zweigenden mehr senkrecht ge- 
stellt, seitliche Blätter flacher, unterseits 
mehr blaugrün, zuweilen als ,,Art'' an- 
gesprochen, aber nur Variation des Typ. 
ähnlich ist var. Wareäna, rein grün, 
robust, für Hecken sehr geschätzt, von 
var. plicata kommt eine Zwergform f. du- 
mosa (f. Llavedna) vor, wie auch von var. 
Wareana eine f. glohösa. letztere hat auch 
gelbbunte Formen (f. lutescens, f. aureo- 
variegdta); var. nana, Zwergformen des 
Typs, Bau meist kugelig, hierher f. com- 
pdcta (f. Froehelii. f. globuldris, f. SpiU- 
mdnnii, f. hoersJioImiensis), f. globösa, f. 
Hoveiji, alle 3 kugelig, und f. umiraculifera, 

wie Abb. 292, schließlich f. ..Little gern", ganz gedrungen, schwach und breitwüchsig; var. 
filiförmis, Formen mit langfadenförmigen, überhängenden Trieben, wie z. B. tOhJendörffii 
(f. Spaethii), f. Dougldsii (f. filiformis), oder mit mehr monströsen, dicklichen Zweigen, 
wie f. Bödmen, f. recurvdta, f. asplenifölia, f. filicoides; var. intertexta, Zweige sehr weit 




Abb. 293. Thuja occidmtalis var. makmyana, Mutter- 
pflanze im Hort. Ambrözy, Malonya Ungarn (Orig.). 



282 



Thuja. 



voneinander gestellt, auch monströs, hierher f. thujopsoides ; var. crispa, Zweigenden 
gekräuselt, hierher f. cristdta, Hahnenkanimform, alle diese monströsen Sachen fast nur 




Abb. 294. Thuja: a — d occidentalis: a Triebstück, h Tiiebstück der Übergangs-, c der Jugendform, d Frucht. 

— e — g plicata (giganiea): e — e^ Triebstück, / Frucht, g Same. — h — i Standishi: h Triebstück, i Fiederstück 

mit Frucht. — k — m orientalis (Biota): k Triebstück, l von der Jugendform, »i Frucht 

(a, e, e', h, k nach Mayr; b — c, / — m nach Beißner; d nach Sargent; / — g nach Hempel u. Wilhelm; i nach Shirasawa). 




Abb. 295. Thuja orientalis var. filiformis (Orig.; Arboretum G. Allard, La MauUvrie, Angers). 



nniia. 



283 



für Liebhaber: nun folgen noch die bimteii Formen: var. aürea, gelbe oder soldige 
Belaubuug. so bei f. Vervaenedna (f. aurescens) goldbronze, f. lutea u. a., dann yrnwariegdta^ 




Abb. 296. Riesen-Lebensbaimi, Thuja plicata {Th. giganfea) im Schloßpark zu Wörlitz 
(durch gütige Yermittlung des Herrn Fritz Graf Schwerin). 



284 



Thuja. 



weißbunt, z. B. f. alba (f. albospica), junge Triebspitzen weiß, f. argentea (f. albo-variegata), 
Triebe weißbunt, f. Columbia, Zweigspitzen besonders im AVinter weiß u. a. ; die Stamraart 
und var. plicata sind verbreitete Garten- und Friedhofspflanzen, manche Formen werden 
in architektonischen Gärten mit Vorteil verwendet (siehe S. 41), manche sind wertvolle 
Heckenpflanzen (siehe Liste XIX), aber sehr oft wirkt gerade diese Thuja sehr tot und 
schwer und erreicht nicht den Wert der echten plicata oder gar der orientalis ; in der Heimat 
bewohnt die occidentalis Sümpfe, feuchte Waldungen der Ebene, felsige Flußufer, sie ist 
nicht sehr raschwüchsig, besitzt aber ein hartes, wertvolles Holz. 




Abb. 297. Torreya: a — k nucifera: a benadeltes Triebstück, b — c Pollensäcke aus männlicher Blüte, 
d 2 weibliche Blüten, e weibliche Blüte mit Deckschuppe 1 und Fruchtschuppe 2, / Samenanlage mit junger 
Cupula, g Zweigstück mit Frucht, h Same, i Nadel, Ä: deren Enden vergrößert von unten gesehen. — l — o cali- 
fornica: l Nadel, m deren Enden von unten gesehen vergrößert, n Winterknospen, o Zweigstück mit Frucht. 
— P — Q iaxifoUa: p Nadel, q deren Enden vergrößert von imten gesehen — r — s grandis: wie p — q [a — / 
aus ,, Pf lanzenreich"; g — h nach Shirasawa; n — o nach Sargent, sonst nach der Natur). 



B) 'Hauptzweige rundlich, beblätterte Triebe unterseits etwas weißlich, Blätter der 
Hauptachsen ohne (oder mit nur undeutlicher) Drüse, Zapfen 8— 10(— 12)schuppig, davon 
4— 6(— 8) Schuppen fruchtbar: 1. Triebe gerieben eigenartig aromatisch (nach Mayr 
nach Bergamottbirnen) riechend, Blätter entfernt gestellt, Spitzen lang, nicht abstehend 
(Abb. 294 e und e^)\ 2. Th. plicata {Th. gigantea, Th. Lobbi, Th. Menziesii), Riesen- 



Thuja. 



285 



Lebensbaum: nordwestliche Vereinigte Staaten (Alaska bis Kalifornien, Idaho, Montana), 
bis 75 m, Stammbasis verbreitert, Borke dickschuppig, Tracht siehe Abb. 103, S. 106 und 
Abb. 296, Blattdrüsen undeuthch, nicht alle Blatttriebe unterseits weißlich, meist im Alter von 
2 — 3 Jahren abfallend, Zapfen wie Abb. 294/; wenig formenreich, hervorzuheben var. 
atrovirens {Th. Lohhi atrovirens), besonders schön tiefgrüne Form, ferner eine Säulenform, 
var. pyramidalis f. fastigidta, und eine Hängeform, var. pendula; diese Art ist rasch- 
wüchsig und erinnert vielfach an Chamaecyparis Lausoniana, ist aber wohl noch schmuck- 
voller; sie ist gegen Lufttrockenheit empfindhch und verträgt als ältere Pflanze das Ver- 
pflanzen nicht sehr gut, sonst aber für große Anlagen sehr zu empfehlen, gilt als ziemlich 
anspruchslos, siehe auch S. 91. — 2. Triebe gerieben ziemlich unangenehm (nach Fichtenharz) 
riechend, Blätter genähert, 
Spitzen kurz abstehend 

(Abb. 294 /i): 3. T/i.Sf an- . 

dishii (Th. japönica), |^ 

japanischer Lebensbaum: 
Mitteljapan, Isordkorea, bis 
gegen 35 m, meist viel 
kleiner, Borke hell röthch. 
Wuchs nicht so dicht, Be- 
laubung oberseits hellgrün, 
Zapfen wie Abb. 294 i; sel- 
tener bei uns als vorige, 
wächst weniger schnell, aber 
hart und kulturwert. 

//. Zweige m senk- 
rechter Ebene verzweigt, 
beide Flächen ziemlich 
gleich. Zapfenschuppen 

deutlich verdickt, unter 
Spitze deuthch gehörnt 
(Abb. 294 m), Samen unge- 
flügelt: Gruppe (oder Gat- 
tung) ß/öfo: 4. Th . (Biöta) 

orieu fdlis , chinesischer 

Lebensbaum : ^sordchina ; 
meist Strauch, selten kiemer 
Baum, Tracht wie Abb. 67, 
S. 73, bis 2b m, Borke dünn, 

fein abrollend, Triebver- 
zweigung sehr fein und dicht, 
frisch oder gelbgrün, Mittel- 
blätter mit drüsigen Ver- 
tiefungen (Abb. 194 Ä:); 
Zapfen aufrecht (Abb. 129 
e-6'i.S.131undAbb.294w), 




Abb. 298. Turreya calijornica, 6 m 
(Orig.; Arboretum G. Allard, La Maulevrie, Angers). 



meist 6schuppig, SämUnge 
wie Abb. 89 n, S. 94; recht 
formenreich, als eine der 

härtesten und üppigsten gilt var. pyramidalis (var. fatdrica). nach Beißner für die 
rauheren Gegenden vorzuziehen, hierher die schmalpyramidale f. laxenhurgensis; sonst 
ghedern sich die Formen wie bei occidentalis; var. decassdta (var. squarrösa, Retinospora 
juniperoides), fixierte Jugendform (Abb. 294 Z), rundhche, dichtzweigige Büsche bildend; 
var. meldensis (Biota, Retinospora oder Thuja meldensis), Übergangsform, Tracht 
aufrecht, ähnlich var. intermedia, aber Tracht hängend, diese geht auch als var. pendula, 
während nach Henry die richtige \w:. pendula {Thuja oder Biota pendula) die var. fili- 
förtuis {Thuja filiförmis, Biota orientdlis var. filiförmis) ist, Zweige fädig herabhängend, 
vergleiche Abb. 295, während bei f. strida und tetrdgona die fädigen Triebe aufrecht 



286 



Thuja— Thujopsis. 



stehen; var. nana, niedrige, zwergige oder kompakte Formen, hierher f. compäcta u. a.; 
var. aürea, goldgelb gefärbt, hierher auch f. elegantisswia {Thuja oder Biota elegantissima), 
im Frühjahr goldig, dann hellgrüngelb (Tafel XI), kleiner ist die dauernd gelbe f. semper- 
aurescens; zu var. variegdta, den bunten Formen, gehören verschiedene weiß- oder 
gelbbunte, z. B. f. Verschaffeltii {Biota- oder Thuja V erschaff elti), Zweige goldspitzig u. a, ; 
der eigenthchen Heimat nach müßte Th. orientalis ganz hart sein, sie wird jedoch seit 
langem im Orient und Südeuropa als Zierbaum gepflegt und scheint von dort sich ver- 
breitet zu haben, nach Mayr dort als Nutzbaum anzusehen, wo die Edelkastanie noch 
fruchtet, sonst für geschützte, milde Lagen; sehr wertvolle und schöne Zierart, welche 
nicht den düsteren Eindruck der echten Thujen macht, auch prächtig für Hecken, man 
sollte wieder Samen aus den rauhen Gebieten der Heimat einführen. 




Abb. 299. Tsuga: a — c Sieboldii: a benadeltes Zweigstück mit Zapfen, l — c Nadeln. — d — g caroliniana: 
benadeltes Zweigstück mit Zapfen, e — / Nadeln, g Same. — h — k dumosa: h benadeltes Zweigstück mit Zapfen, 
i — k Nadel. — l — p heferophylla {Mertensiana der Gärten!).- l benadeltes Zweigstück mit offenem und 
geschlossenem Zapfen, m Triebende mit Knospen, n — o benadeltes Triebstück und Nadel etwas vergrößert, 
p — s Mertensiana {Pattoniana) : p Nadelquerschnitt, q benadeltes Zweigstück mit Zapfen, r — t Nadeln, 
(a nach Clinton-Baker; 6, c, e, /, i — k, n, o, r — l nach Mayr; d, h, aus Gardener's Chronicle; l, m, p, q nach Sargent). 



Thuja articuldta siehe Callitris quadrivalvis. — Th. Craigianaglauca siehe Libocedrus. — Th. 
excelsa ist Chamaecyparis nooikatensis. — • Th. gigantea siehe auch Libocedrus decurrens. — Th. ob- 
tusa ist Chamaecyparis obtusa. — Th. pisij'era ist Chamaecyparis pisifera. — Th. sphaeroidalis 

ist Chamaecyparis thyoides. — Thujopsis boredlis siehe Chamaecyparis noofkatensis. 

Thujopsis dolabrdta, Hiba: Japan, dort Baum bis 30: 0,7 m, Tracht zuckerhut- 
förmig, bei uns meist Strauch, wie Abb. 300, Triebe ziemlich breit und flach, Zweiganordnung 
ähnUch Cupressus und Thuja, vergleiche auch über die Blätter S. 140, Abb. 132 a, a^, Blüten- 



Thujopsis — Torreya. 



287 



und Fruchtmerkmale siehe S. 128: Zapfen kugehg. meist aufrecht (Abb. 132^. S. 134). Henry 
unterscheidet 2 seoorraphische Hauptformen, zunächst yar.aiistrdlis. die üi Kultur befind- 
licheForm. kleiner Baum bis 20 m oder Strauch als Unterholz im Waldschatten, als Baum von 
sehmalpyramidaler Tracht mit nickenden Zweigen. Triebe sehr flach, sich nur leicht über- 
deckend, seithche Blätter mit spitzen, einwärts gebogenen Enden. Zapfen breit eifönnig, 
Schuppen an Spitze verdickt, außen in stumpfe 3eckige Fortsätze verläno:ert ; ferner var. 
Hotiddi. höherer Baum, dichter verzweigt, Zweisre sich mehr überdeckend. Blätter kleiner, 
unterseits weißer, dichter gedrängt, seitliche stumpfendig. Zapfen kugelig, Schuppenenden 
nicht verdickt, ohne oder mit winzigen Fortsätzen, soll noch nicht eingeführt, aber zienüich 
abweichend sein (vielleicht als Th. Hondai zu führen); außerdem von Kulturfonnen der 
ersten Varietät zu nennen: var. fiatia (T. Jaetevirens. T. dolairata var. laeterirens). eine 
dichtverzweio:te Zwerrform mit sehr kleinen, hellsfrünen Blättern, die oft nadelartis und 
rins:s um die Zwei2:e sfestellt sind ( Jusendf orm ). nach Hickel (briefl. ) vielleicht sute Art: 




Abb. 300. Rechts Picea orienialis var. nana. 2.0 m (dahinter Chamaecyparis Lausoniana): links Thujo- 

psis dolabrata, .3,5 m (Orig.: Hort. Pillnitz a. Elbe). 



ferner eine weißbunte var. vaviegdta. soll üppi»- wachsen: Kultur in tiefgründigem, 
genüo:end frischem bis feuchtem Bdden bei entsprechender Luftfeuchtio-keit. ist hart, aber 
gegen trockene, heiße Sommer empfindlich, hebt Halbschatten, doch freien Stand; V e r- 
m e h r u n g durch Stecklinge sowie durch Veredluns: auf die Form aJtissima. die als sehr 
wüchsig gilt, auf Thuja occidentalis sind Veredlunsen kurzlebis:. besser auf Tli. orientalis: 
Samen keimen fast niemals ; V e r w e n d u n g als hübsche Gartenpflanzen, im Park auch 
als Unterholz versuchswert. 

Tigerschwanzfichte siehe Picea poliia. 

Torreya (Canjotaxus. Tümian). Stinkeibe, Nußeibe: Bäume, bei uns meist strauchartig. 
Tracht wie Abb. 13(1. S. 132. und 298. VerzweiiTuns- seofenständis: oder cpiirlis:. Triebe grün, mit 
schmalen, durch feine Furchen getrennten Nadelkissen. Knospen mit wenigen, kreuz- 
gegenständigen Schuppen (^Abb. 297 n): Xadeln spkahg. aber an Seitentrieben diu'ch 



288 



Torreya. 




Abb. 301. Tstiga: a — d diversifolia: a Zweigstück mit Zapfen, l Nadeln, c ZapfenschupiDen, d Same. — e — g 
yunannensis: e Zweigstück mit Zapfen, / Nadel, g Same. — /* — iv canadensis: h Zweigstück mit Nadel, i Winter- 
knospen, Ä; Nadeln, T Nadelquerschnitt, m Zweig mit mänidichen Blütenständen, ein solcher bei n vergrößert, 
Staubbeutel, p weiblicher Blütenstand, q — r Deckschuppe und Samenanlagen, s Zweigstück mit Zapfen, 

t Schuppe von innen und Samen (w), v Samenlängsschnitt, iv Embryo 
(a, c—d nach Shirasawa; 6, k nach Mayr; e, g aus Gardener's Chronicle; / nach Natur, h nach Hickel, i, l — w nach Sargent). 




Abb. 302. Tsuga Sieboldü, 1,5 m; rechts im Hintergrund Pinus Bungeana, von welcher der Stamm auf Abb. 250 
dargestellt ist; links auf dem Bilde sieht man einen Teil von Abies Vilmorini 

(Orig.; Hort. Vihnorin, Verrieres bei Paris). 



Tafel XII. 




Tsuga Mertensiana var. glauca (Ts. Pattoniana) in Pillnitz (Sachsen). 



Torreya. 



289 



Krümmuno; der Basis gekämmt wie bei Taxus, 3 — 4iährig. gestielt, lang fein zugespitzt, 
oberseits grün, gewölbt, unterseits neben der erhabenen grünen Rippe 2 helle Spalt- 
öffnungsfurchen, Gefäßbündel ungeteilt, darunter ein einzelner Harzgang (Abb. 297), 
Blüten- und Fruchtmerkmale siehe S. 127. Samen steinfruchtartig (Abb. 297 h), im 2. Jahre 
reifend, Sämlinge wie Abb. 98 c. S. 94; K u 1 1 u r in genügend frischem. lehmio;-sandigem 
Boden in geschützter Lage; siehe Arten; Vermehrung durch Samen (gleich nach 
Erhalt säen oder stratifizieren. wird leicht ranzig!), junge Pflanzen erst in Töpfen halten; 
Stecklinge nur aus Langtrieben brauchbar, wachsen langsam; Veredlung auf Taxus 
haccata möglich, doch besser auf Torreya nucifera, wozu man aus Seitentrieben gezogene 
Stecklinge verwenden kann; V e r w e n d u n g nur für Liebhaber, außer in genügend 
geschützten Lagen, wo Pflanzen aus Samen sich heranziehen lassen! 

/. 2sadeln und Zweige 
stinkend: 1. T.taxifölia: 
Südost-Xordamerika (Flo- 
rida), Baum, gelegentlich bis 
IS : 0,9 m, Krone offen, breit 
konisch. Zweige etwas über- 
neigend, Borke dünnschup- 
pig. Triebe rund, hellgrün, 
leicht behaart, später rot- 
gelb, Knospen spitzeiförmig. 
Nadeln L5 bis 4.5 f»; : 3 tum, 
oberseits glänzend, unter- 
seits bleichgrün. Stielchen 
1 mm. siehe Abb, 297 p — q. 
Frucht im Sommer reifend, 
bis Herbst bleibend, pur- 
purn, 3 — 4 cm lang, Samen 
hell röthchbraun; nur für 
wärmste Lagen, wächst auf 
Kalk und in feuchten Böden. 

//. Xadeln und Zweige 
scharf, aber aromatisch rie- 
chend, oder geruch- und 
geschmacklos: A) Geruch 
scharf aromatisch : 1. Xadehi 
Schmallineal. 3—7 f/>; -.3 mm. 
Spaltöffnungsstreifen unter- 
seits schmal, nur leicht ein- 
gecb-ückt: 2. T. califör- 
nica (T. Mijristica): mitt- 
leres Nordkalifornien, Baum 
bis 30 : 1,2 m, Tracht aus- 
gebreitet rundkonisch (Abb. 298), Triebe kahl. Nadeln oberseits glänzend, unterseits 
bleichgrün. Stielchen 2 mm (Abb. 297 l—m). Frucht grünlich mit Purpurn, 2.5 cm lang 
(Abb. 297 o); ein wenig härter als taxifoh'a: größtblättrige Art. — 2. Nadeln lineal- lan- 
zettlich, 1,8 — 3 cm : 3—4 mm (an jungen Pflanzen länger). Spaltöffnungsstreifen unterseits 
breiter, deutlich eingedrückt: 3. T. nucifera: Süd- und Mitteljapan. Baum bis 30 w, 
Borke rötlich, Tracht siehe Abb. 130, Triebe kahl, grün, dann rötlich. Knospen länglich, 
Nadeln oberseits glänzend dunkel- oder gelbhchgrün, Stielchen 1.3 mm (Abb. 297 a. i—k), 
Frucht bis 2,5 cm, wie Abb. 297 g; grün mit Purpurn. Samen hellbraun; härteste Art. aber 
auch nicht häufig in Kultur; in der Heimat als Unterholz auftretend. — B) Nadeln und 
Zweige geruchlos. Nadeln lineal-lanzettlich, 1.3—2,5 cm : 3 mm. dünner als bei nucifera, aber 
unterseits ganz ähnlich gestreift (Abb. 297r— s): 4. T.grandis {T. nucifera var. grandis): 
Ost-, Mittel- und Westchina, sonst ähnUch voriger Art, Frucht breit elliptisch, 18—25 mm 
lang, röthchbraun; in Kultur sehr selten; die "als T. Fargesii von Franchet besonders 
beschriebene westchinesische Form vielleicht so hart wie nucifera. 

Silva Tarouca, Unsere Freiland-Xadelhölzer. 19 




Abb. 303. Tsuga dicersifoUa [llon. Htsse, Wit-mr, Hannover 



290 



Tsuga. 



Ts »<</«, Hemlocktanne, Schierlingstanne: man vergleiche das im Abschnitt XII, S. 137, 
Gesagte; meist hohe Bäume, Verästelung unregelmäßig, Haupttrieb übergebogen, Tracht 
wie Abb. 302 — 307; Stammrinde im Alter ziemlich dünnborkig. Triebe mit nur leicht 
herablaufenden Nadelkissen (Abb, 301 h), diese mit glänzendem Endteil; Knospen wie 
Abb. 301 i; Benadelung tannenartig, meist gekämmt, Kadeln mehrjährig, meist flach 
und unterseits hell, selten rundlich-vierkantig, gestielt, nur 1 Harzkanal vorhanden; Blüten- 
und Fruchtcharaktere siehe S. 131 ; Zapfen klein, einzeln, im 1. Jahr reifend, aber nach 
Samenfall noch bis zum 2. Jahre bleibend, Samen klein, geflügelt (Abb. 301 g, u), Sämling 
wie Abb. 87 w — o, S. 92; Kultur: Ansprüche etwa wie die Tannen, aber gegen Beschattung 
empfindlicher, sie lieben guten, tiefgründigen und genügend frischen Boden und Luft- 
feuchtigkeit, siehe auch die Arten; Vermehrung zumeist durch Samen (Frühjahr), 

die Gartenformen und 
japanischen Arten auch 
durch Stecklinge (Lang- 
triebe im Spätsommer), 
zuweilen auch Veredlung 
auf canadensis angewendet ; 
V e r w e n d u n g als zu- 
meist hervorragende Zier- 
bäume, Tracht sehr male- 
risch, siehe die Arten. 

Über die richtige Benennung 

ist bei dieser Gattung manclierlei 
zu sagen und es ist hier von ganz 
besonderer Wichtigkeit, die\\'ien- 
Brüsseler Regeln zu befolgen, 
will man eine internationale 
Einheitlichkeit erzielen. 

Der Name T. Araragi 
Koehne (1893) für T. Sieboldü 
Carriere (1855) ist nicht anzu- 
nehmen, da Pinus Araragi Sieb. 
(1830) kein korrekt veröffent- 
lichter Name ist. T. Brunoniana 
Carriere (1885) ist durch T. du- 
mosa Sargent (1898) zu ersetzen, 
da der älteste Name Pinus du- 
ni'jsa Don (1825j ist. Sehr um- 
stritten ist die Benennung von 
Nr. 5. Als ältester Name käme 
nach Sargent, Henry, Mayr, 
Rehder und Britton Abies hetero- 
phylla Rafinesque (1832) in Be- 
tracht. Es bleibt also nichts übrig 
nach den Wiener Regeln, als 
diesen Speziesnamen zu verwen- 
den und die Mertensiana (oder 
Albertia)ia Seneclause 1867) der 
meisten Autoren und der Gärten 
Europas durch T. heierophylla 
Sargent (1898) zu ersetzen. Der Beiname Mertensiana wurde zum ersten Male für Pinus Mertensiana Bongard 
(1832) aufgestellt. Darunter ist nach Sargent, Henry und Rehder das zu verstehen, was heute immer als T. Pat- 
toniana Seneclause (1867) oder Hookeriana Carriere (1867) geht. Es ist natürlich nicht angenehm, daß man nun 
gezwungen ist, den Namen T. Mertensiana, unter dem Carriere (1867) zwei Arten veraiengt hat, auf eine 
andere Art zu übertragen, aber solange eine internationale Vereinbarimg über die Nichtanwendung solcher 
Artnamen nicht getroffen wurde, ist es für die Zukunft richtiger, genau nach den Regeln vorzugehen. 
Wenn jeder Autor seine eigenen Bedenken geltend macht, kommt nur eine noch erößere Verwirrung heraus! 

Alphabetisches Verzeichnis der im folgenden erwähnten lateinischen Namen. 

(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 




Abb. 3U4. Tsaya htterophyUa in Vancouver (phut. Alfred ReLdtr) 



Albertiana 293 

Araragi 291 

Brunoniana 293 

canadensis 294 

— albospica 294 



canadensis columnaris . . . 294 

— compacta 294 

— fastigiata 294 

— globosa 294 

— gracilis 294 



cmmdensis 7nicropJiylla . . 294 

— nana 294 

— pendula 294 

— parvifolia 294 

— pendula 294 



Tsusra. 



291 



cmiadensis pumila .... 294 

— ■ pyramidalis 294 

— Sargentü 294 

pendula 294 

carolimana 291 

diversifolia 291 

dumosa 293 



heterophylla 293 

— argenteo-variegata . . . 294 

Hookeriana 294 

Mertensiana 293, 294 

— argentea 294 

— argenteo-variegata . . . 294 



Übersicht der Arten^). 



Merfemiana Jeffreyi . . . 294 
Pattoniana 294 

— argentea 294 

— Jefjreyi 294 

Sieboldii 291 

yunnanensis 292 



/. (// siehe S. 294) Nadebi flach, oben gefurcht, nur unten mit Spaltöffnungen (weiß- 
lichen Streifen), gekämmt, Zapfen höchstens 35 mm lang (Sekt. Micropeuce oder Euisuga). 
A) Nadeln meist an Spitze ausgerandet oder gekerbt (Abb. 301 i, /), jedenfalls ganz- 
randig, unterseits 2 schmale, aber deutliche weiße Linien zeigend: 1. ISadelenden immer 
ausgerandet : a) Triebe kahl, 
hell gelbbraun mit roten 
Nadelkissen, Nadeln ober- 

seits glänzendgrün, bis 
25 : 3 mm lang, Zapfen 20 
bis 2b mm lang: 1. T. Sie- 
boldii {T. Ärardgi): Japan, 
(Nordchina?), bis 40?», breit 
schlank \Trästelt (Abb. 104, 
S. 107 u. x\bb. 302), Knospen 
rötlich, eiförmig, leicht zu- 
gespitzt, Nadeln unterseits 
mäßig heller, Zapfen wie 
Abb. '299 f/, S. 286, Deck- 
schuppea eingeschlossen, 
dürfte härter sein als meist 
angegeben, nur aus Samen 
gezogene Pflanzen werdeji 
schön und üppig; für nicht 
zu rauhe geschützteLagen. - 
b) Triebe behaart, rot- 
braun, Nadelkissen von fast 
gleicher Farbe ; Nadeln ober- 
seits dunkler grün, nur bis 

15 mm (Abb. 301 a, b), 
Zapfen höchstens 20 mm 
lang: 2. T. dirersiföUa: 
Japan, nur bis 25 m, Knos- 
pen rot, birnförmig, ober- 
seits abgeflacht, Tracht wie 
Abb. 303; Nadeln sehr un- 
gleich lang, unterseits 
kreideweiß, Zapfen wie 
Abb. 301 a, Deckschuppen 
eingeschlossen ; sehr hübsche 
Art, härter als vorige, ver- 
trägt etwas Beschattung. — 

2. Nadelenden zuweilen gekerbt, meist nur stumpf (Abb. 299/), Nadeln oberseits dunkel- 
grün, bis 25 mm, Triebe inP^irchen zwischen den kahlen Nadelkissen behaart, zuerst hellgelb- 
braun, dann dunkelbraun, Zapfen 20— 35 »;>». Schuppen länger als breit: 3. T.caro- 
linidna: Ost-Nordamerika (Virginia, Karolina, Nordost-Georgia), bis 15—25//?, Knospen 
stumpf, dunkelrotbraun, behaart, Nadeln 15—20 : 1 mm, Zapfen wie Abb. 299, S. 286, 

^) Folgende Übersicht im wesentlichen nach H e n r v and E 1 w e s, Trees of Great Britain II. S. 228 
(1907) und Parde, in Bull. Soc. Dendrol. France (19li), S. 10. 

19* 




Abb. 305. Tsuga Jieterophylla var. argenteo-variegata 

(Orig.; Hort. Hesse, Weener). 



292 



Tsuga. 



Deckschlippen verborgen; harte schöne Art, auffallend durch tiefgrüne Benadelun^ und 
gedrungene pyramidale Tracht. — An diese Art scheint sich in den vegetativen Merk- 
malen anzuschließen die neue, jetzt in Kultur gekommene T.i/tmnanensis aus Szetschwan 




Abb. 306. Tsuga heterophylla [{T. Mertensiana der Gärten) im Schloßpark zu Wörlitz 

(durch gütige Vermittlung des Herrn Fritz Graf Schwerin). 

und Yunnan, siehe Abb. 36 und S. 65, Nadeln bis 25 mm lang, Zapfen fast kugelig, 
bis 25 mm lang, Schuppen eher breiter als lang. 

B) Nadelenden weder ausgerandet noch gekerbt (vergleiche eventuell auch die vorher- 
gehende Art), Nadelränder (unter Lupe) mehr oder weniger fein gezähnelt (Abb. 299 1, ho) 
Triebe behaart: 1. Nadeln wenigstens 25 wm lang, sich vom Grund zur Spitze allmählich 



Tsng:a. 



293 



verschmälernd, spitzlich, initerseits deutlich weiÜstreifig. Zapfen sitzend, 20 — 2d mm lang: 
4. T. diuuösa (T. Bvmwnidna): Hinialaya. bis bm, bei uns meist buschig, Ver- 
ästelung breit, überneigend. Triebe kurz, nicht sehr dicht behaart, Knospen kugehg, an 
Spitze abgeflacht, Zapfen siehe Abb. 299 Ji ; selten in Kultur, Härte noch zu erproben. 




Abb. 307. Tsuga Mt/itii^iUuu wu. a,._,w.:cij yl'. i'uj,^^/. ,.;/>.:; \.a. u,. 
(Orig.; im Garten Sr. Exzellenz Herrn Koloman von Szell, Eätot, Ungarn) 



2. Nadeln höchstens 20 mm lang: a) Xadeln 6 — 20 mm. fast durchweg gleichbreit, 
stumpf spitzig (Abb. 299 o), oberseits hellgrün, unterseits weißlich, ohne deuthche grüne 
Randlinien, Zapfen sitzend. Schuppen länger als breit, oft in der Mitte verschmälert: 
5. T. heterophylla (T. Alhertiäna. T. Mertensidna vieler Autoren, siehe oben S. 290!): 
Nordwest-Nordamerika (von Süd-Alaska bis Montana. Idaho und Kalifornien), größte Art. 



294 Tsuga — Zwergkiefer. 

bis 60 m, Tracht wie Abb. 62, S. 69 oder Abb. 304, Triebe schlank, ziemlich langhaarig, matt- 
braun, später dunkelrotbraun, Knospen eiförmig, graubraun, Nadeln etwa 1 mm breit, 
Zapfen 25 — 30 mm (Abb. 299 1 — p, S. 286), Schuppen filzig behaart; vielleicht noch wertvoller 
als canaäensis, doch jung gegen Früh- und Spätfröste empfindlich, liebt guten Boden, frische 
Lage, siehe S. 91; von Formen sei YSiY. argenteo-vanegdta{T. Mertensiana arg. -varg.) mit weißen 
Triebspitzen erwähnt (Abb. 305). — b) Nadeln 8—15 mm, meist sich allmählich zuspitzend 
(Abb. 301 h, Ä'), oberseits tiefer, glänzender grün, unterseits längs der weißen Streifen außen 
noch deutlich grünrandig, Zapfen gestielt, Schuppen fast kreisrund: 6. T. canadensis: 
Ost-Nordamerika (Kanada bis Nordwest-Alabama), bis Sl m, Tracht wie Abb. 141, S. 142, 
Triebe grau oder röthchpurpurn, ziemlich steif behaart, Knospen spitzeiförmig, hellbraun, 
Zapfen wie Abb, 301s, Schuppen fast kahl; bekannteste und verbreitetste Art, ganz hart, 
bei freiem Stande sehr malerisch, meist mehrstämmig, siehe auch S. 91 ; von Formen zu 
nennen: var. pyramidalis mit f. fastigidta und f. columnäris, Tracht schlank aufstrebend, 
säulenartig; var. jyendula, hierher f. Sargentii {T. canadensis Sargentii pendula), sehr 
eigenartig, wie Abb. 43, S. 51 und Abb. 140, S. 141, eigentlich wohl eine nana pen- 
dula-Form; var. nana, hierher die Zwergformen compdcta, glohösa, pümüa; dann die 
Nadelfärbung- und farbigen Austriebsformen var. albospica u. a., schüeßlich kurzblättrige 
Formen, wie var. grdcilis, micropliylla, pannfölia. 

II. Nadeln oberseits abgerundet oder gekielt, beiderseits Spaltöffnungen tragend, 
allseits um die Zweige gestellt, Zapfen 5 — 8 cm lang (Gruppe (Hesperopeüce): 7. T. Mer- 
tensidna {T.HoöJceriavia, T. Pattonidna, siehe oben S. 290): nordwestMches Nordamerika 
(etwa wie Jieterophylla), bis 40 w, Tracht wie Abb. 95, S.98 oder Abb. 307, Triebe hellrot oder 
graubraun, dichtbehaart, Knospen unter bmm lang, spitz, braun, Nadeln 12 — 20:lww«, 
ganzrandig (Abb. 299/ — t), hellblaugraugrün (siehe Farbentafel XII), Zapfen wie Abb. 299g', 
Schuppen länger als breit; von Formen zu nennen eine mit grünhcher Benadelung: var. 
Jeffreyi (T. Pattoniana var. Jeffreyi) und eine silberweiße var. argentea [T. Pattoniana 
var. argentea, auch als T. Hool'eriana gehend), siehe Abb. 307; der blaugraugrüne Typ und 
die mehr weiße var. argentea sind hervorragende Zierpflanzen, langsam wachsend und für 
kleinere Anlagen geeignet. 

Tilmion siehe Torreya. 

Viernadelkiefer siehe Pinus Parryana. 

Wacholder siehe .Juniperus. — Warzenkiefer siehe Pinus tuberculaia. — Weiße Zeder siehe Cha- 
jnaeeyparis thyoides. — Weißfichte siehe Picea canadensis. — Weißrindige Kiefer siehe Pinus leucodennis. — 
Weißtanne siehe Abies alba. — Wellingtönia, Wellingtonie siehe Sequoia. — Weymouthskiefer siehe 
Pinus Strobus. — Weyrauchzeder siehe Libocedrus. — Widdringtönia ericoides ist Chatnaecyparis 
thyoides ericoides; sonst siehe Widdringtönia auch unter Calliiris, S. 158. 

Zeder siehe Cedrus. — Zirbe (auch Zimie) siehe Pinus Cembra. — Zuckerkiefer siehe Pintis 
Lamberiiana. — Zürbel siehe Pinus Cembra. — Zwergföhre, Zwergkiefer = Pinus montana. 



Formenzusammen stellunffen nach den Bodenbedinsnmgen. 



295 



XIV 



Formeuzusammeustellimgeu nach den Bodeubediugimgeu. 

a) für normalen Boden^) und sonnige oder halbschattige, genügend frische Lagen. 



Äbies, meiste Arten, siehe S. 143 

Araucaria araucana 

Cedrw;?-Arten, sonnig 

Cephalofaxus, halbschattig 

Chamaecyparis, meiste Arten 

Crypfomeria. luftfeuchte Lage 

Ciinningho.mia, ^vännere Lagen 

Ginkgo 

Jiiniperus, meiste Arten, sormig, siehe aber auch 

unter b und c 
Kefeleeria, wann, leicht halbschattig 
Larix, vor allem für frische Lagen, nicht in heißer 

Ebene 



Libocednis decurrens 

Picea, meiste Arten, siehe S. 220 

Pinus, meiste Arten, dabei seimig, siehe S. 235 

Podocarpus, warme Lagen 

Pseudolarix 

Pseudotsuga 

Seiadopitys, halbschattig 

Sequoia 

Taxus, Schatten vertragend 

Thuja, meiste Arten, sonnig 

Thujopsis, eher feucht als trocken 

Torreya 

Tsuga 



b) für sonnige, trockene Lagen. 



Al'ies concolor 

Cupressus ari-onica. C. sempervirens und meiste 

Arten, beben Kalk, wanne geschützte Lagen, 

sonst nur für den Süden 
Ephedra, meiste Arten 
Juniperus communis und Formen, namentlich in 

sandigen Böden, doch dann nicht allzu trocken 
/. macrocarpa, nur für wännste Gegenden, ebenso 

J. ihurifera 
J. occidentalis 
J. oxycedrus, nur für südbche Gebiete 



J. pacJiyphlaea, wärmste Lagen 

Picea pungens, sehr anpassungsfähig 

Pinus Banlsiana, arme Böden, in ähnlicher Weise 

auch P. echinuta, P. rigida, P. sylvestris, P. vir- 

giniana [inops) 
P. canariensis. nur im Süden 
P. »io/i/a/Mf-Fomien 

P. nigra austriaca, P. pungens, P. tuherculata 
Pseudotsuga iaxifolia (Douglasii), im Xotfalle sehr 

anpassimgsfähig 



c) für feuchte, fsumpfige oder *moorige Lagen. 



Chamaecyparis thyoi-des, in rauhen Gegenden aber 

in dmchlässigen Böden 
Juniperus communis *nana 
J. lirginiana, aber nur in südlichen Gebieten, sonst 

trockener 
Larix ^laricina (americana), in warmen Gebieten 
Picea f canadensis (alba) 
P. 7 Mariana. wenigstens in wärmeren Lagen 
P. t sitchensis 



Pinus * /Ho«/aHfl-Formen 

P. Strobu^, feucht, besser aber nur frisch. 

P. Taeda. nur im Süden des Gebietes 

P. * uncinata 

Taxodium, in rauhen Lagen auch trockener 

Taxus canadensis 

Thuja j occidentalis 

Torreya taxifolia, liebt Kalk 



d) Schattengehölze und als Unterholz geeignete Formen. 



Abies alba, jung Schatten vertragend 
Juniperus communis, für lichte Kiefernwälder 
Podocarpus andina, warme Lagen 
Taxus, insbesondere baccata-Fonnen 



Thuja occidentalis, aber im Schatten wenig schön 

Torreya nucifera 

Tsuga canadensis, sollte viel mehr beachtet werden 



XV. 



Formeuzusammeustellimgeu uacli der Xadelfärbung. 

a) farbiger Austrieb. 



Abies concolor aurea. gelb 

Chamaecyparis obtusa Keteleeri, gelb, und albospica, 

weiß 
Ch. pisijera plumosa argentea. weiß 
Ch. Lawsoniana variegata albospica u. a., S. 168, 

weißlich 



Cupressus macrocarpa lutea, gelb 

Juniperus chinensis aurea. goldgelb 

J. lirginiana elegantissima, goldgelb, und ,,Triomf 

d'Anvers", silberbunt 
Picea exeelsa argenteospica, weiß, mutabilis, goldgelb 

und glauca, stahlblau 



1) Darunter ist im allgemeinen tiefgründiger, nahrhafter, sandiger Lehmboden von genügender Frische 
mit etwas Humusgehalt zu verstehen. 



296 



Formenzusammenstellungen nach der Nadelfärbung. 



P. Orientalis aiirea, goldgelb 

Pinus Strobus argentea, silbrig, aurea, goldgelb 

Taxus iaccata Washingtoni, gelb 



Thuja occidentalis EUwangeriana aurea, hellgoldgelb 

und var. Wareana lutescens, gelb 
Th. Orientalis awrea-Formen, S. 285, goldig 



h) farbige Dauerfärbung. 



Abies arizonica, bläulich-weißgrün 

A. concolor, grauweißgrün, und var. argentea, silber- 
weiß, var. violacea, blaugrau 

A. magnifica, blaugrün, und var. glauca, blaugrau 

A. nobilis, Typ und var. glauca, blaugrün, var. 
argentea, silberweiß 

A. Pinsapo glauca, blaugraugrün 

A. subalpina, etwas bläiüich 

A. VeitcJiii, silbergraugrün dui'ch die sichtbaren 
Nadehinterseiten 

Cedrus atlantica glauca, blaugrau (Tafel III) 

C. Deodara, graugrün, C Libani argentea, silber- 
graublau 

Chamaecyparis Lawsoniana argentea, silbergrau, bei 
f. nivea. weißlich 

Ch. Laivs. aurea, gelb, hierher f. lutea, f. Westermanni 

eil. Laws. glauca, stahlblau, hierher f. Beißneriana, 
graublau, f. ,,Triomf van Boskoop", blaugrau 

Ch. Laws. pyramidalis f. Alumii, stahlblau, f. glauca, 
blaugrün 

Ch. nootkatensis glauca, blaugrün 

Ch. obtusa aurea,' goldgelb, ' var. ericoides, blaugrau 

Ch. pisifera plumosa f. aurea, goldgelb, f. albopicia, 
weiß gespitzelt 

Ch. pisifera squarrosa, silbrigblau, f. sulphurea in 
Sonne hellgelblich 

Ch. thyoides glauca, silbrigblau, var. nana, blaugrün 

Cryptonieria japonica elegans, rotbronzebraun im 
Winter 



Cupressus arizonica, blauweißgrün 

Ephedra nevadensis, bleich graugrün 

Juniperus pachyphlaea, weißgrau, J. thurifera 

J. virginiana glauca, blaugrau 

Libocedrus decurrens glauca, blaugrün 

Picea canadensis, graugrün, var. caerulea, silbriggrau 

P. Engelmanni, bläulichgrün, var. coerulea, blaugrau, 
var. argentea, silbrig 

P. excclsa aurea, hellgoldgelb 

P. Mariana, blaugraugrün 

P. pungens, graugrün, var. coerulea, blaugrau, var. 
argentea, silbrig 

P. sitchensis, blauweißgrün 

Pinus Cembra, freudig grün mit blauweißem Schimmer 

P. excelsa, mit bläulich-silbrigem Schimmer 

P. Jeffreyi, leicht blauweißgrün 

P.koraien'sis, blaugraugrün, P. parviflora, blau- 
weißgrün 

P. monophylla, graugrün 

P. Sabineana, etwas blaugraugrün 

Pseudotsuga taxifolia var. caesia, bläulichgrün, ebenso 
P. taxifolia var. glauca oder heller weißblau 

Sequoia giganiea glauca, bläulichgrün 

Taxus baccata aurea, goldgelb 

Thuja occidentalis aurea, goldgelb, var. variegata- 
Formen, S. 283 

Th. Orientalis aurea, hellgelbgrün 

Thujopis dolobrata variegata, weißbunt 



c) besonders tiefes* oder frisches Grün^). 



Abies * alba 
A. Nordmanniana 
A. * numidica 
A. * Webbiana 

* Cephalotaxus, meiste Formen etwas glänzend 
Chamaecyparis Lawsoniana und besonders var, 

erecta viridis, sehr frisch grün 
Ch. nootkatensis, etwas blaugrün 
Ch. obtusa * lycopodioides 
Ch. pisifera * plumosa 
Cupressus Macnabiana, tiefblaugrün 
C. * sempervirens, * macrocarpa, *.Goveniana 

* Juniperus, meiste benadelte Arten tiefgrün mit 

blauweißem Schimmer der Blattoberseiten, 
J. virginiana, ziemlich blaugrün 



Libocedrus decurrens, sattgrün 

Picea hondoensis, matt tiefgrün 

Pinus aristata, Nadeln mit weißen Harzpunkten 

P. canariensis, graugrün 

P. * Coulteri, blaugrün 

P. * echinata (mitis), blaugrün 

P. radiata, lebhaft reingrün 

P. nigra, P. * leucodermis 

P. Pinaster 

P. * virginiana (inops) 

Taxus * cuspidata und * baccata, meiste Formen 

Thuja plicata (Th. gigantea) 

Tsuga * caroliniana 



d) besonders helles Grün. 



Abies concolor, graugrün 

Ephedra Przewalskii 

Juniperus occidentalis, gelblich 

Larix, meiste Arten, besonders beim Austrieb 

Pinus Bungeana 



P. halepensis 
Taxodium distichum 
Thuja Orientalis 
Thujopis dolabrata nana 



e) besonders glänzendes Grün. 



Abies hrachyphylla {A. homolepis), dunkelgrün 

A. cephaloncia, infolge der ziemlich allseits ab- 
stehenden Nadeln ganze Pflanze etwas silbrig 
scliimmernd 

A. cilicica, dunkelgrün 

A. grandis, dunkelgrün 

Araucaria araucana 



Picea polita, frischgrün 

Sciadopitys verticillata, mit bläulichweißem Schimmer 

Sequoia sempervirens 

Thuja occidentalis Rosenthali . 

Torreya-Artm, S. 286 

Tsuga Sieboldi 



^) Die meisten Nadelhölzer haben ein schweres, dunkles Grün. 



Nadelhölzer mit besonderer Tracht. 



297 



/) auffallende Gegensätze zwischen den Ober- und Unterseiten der Nadeln (Zweige). 

Äbies arizonica Picea omorica, P. hondoensis 

Ä. Veifchü Thujopsis dolabrata 

A. WebUana Tsuga diversifolia 



XVI. 



Nadelhölzer mit besonderer Traclit. 

o) Pyramiden- und * Säulenform. 



Aiies alba pyramidalis 

A. grandis (Abb. 143) 

.4. sibirica (Abb. 46) 

Cedrus atlantica columnaris, jastigiaia und pyra- 
midalis 

Cephalotaxus Harringtonia fasiigiaia 

Charnaecyparis Lawsoniana pyramidalis-Formen, 
S. 167 ■ 

Ch. pisifera pyramidali s-Formen 

Ch. thyoides andelyensis 

Cupressus viacrocarpa fasiigiaia 

C. sempervirens sirida (Abb. 3) 

Ginkgo biloba fasiigiaia 

Juniperus * drupacea (Abb. 27) 

J. communis suecica und * hihernica (Abb. 119) 

J. virginiana pyramidalis (Abb. 101) 

Libocedrus * decurrens (Abb. 54) 

Picea excelsa pyramidalis-F ormen, siehe auch 
Abb. 122 



P. Mariana (nigra) Doumeiii, aber sehr breit 

(Abb. 211) 
P. omorica (Tafel III) 
P. Orientalis, breit pyramidal (Abb. 213) 
Pinus Ccmbra sibirica, wenigstens in Jugend (Abb. 53) 
P. Strobus pyramidalis 
P. uncinafa (Abb. 263) 

Pseudotsuga taxifolia {Douglasü)pyram.idalis-Formen 
Sciadopiiys (Abb. 279) 
Sequoia gigantea (Abb. 281) 
Taxus baccaia fastigiata- (Abb. 82) und erecta- 

Formen 
T. baccaia adpressa stricta 
Thuja occidentalis Ellwangeriana und die vielen 

pyramidalis -Formen, vne f. * malonyana 

(Abb. 293) u. a. 
Th. Orientalis pyramidalis und * laxenburgensis 
Th. plicata (gigantea) pyramidalis und * /. fastigiata 



b) Hänge- (Trauer-) Formen. 



Abies alba (pectinata) pendula (Abb. 68). 

A. Nordmanniana pendula 

A. Pinsapo pendula (Abb. 148) 

Cedrus Z)eorfara,überhängende Zweigenden (Abb. 100), 

auch Formen von atlantica und Libani 
Chamaecyparis Lawsoniana pendula-F ormeii 
Ch. nootkaiensis, besonders var. pendula (Abb. 165) 
Ch. obiusa pendula 
Cryptomeria japonica araucarioides 
Cupressus torulosa Corneyana 
Ginkgo biloba pendula 
Juniperus communis pendula 
J. virginiana pendula 
Larix dahurica, etwas überhängend 

c) niedrige, kompakte 

Chamaecyparis Lawsoniana nana-Formen, z. B. 

Abb. 131, 137 u. a. 
Ch. nootkaiensis nana-Foimen, z. B. Abb. 164 
Ch. obiusa * ericoides und var. /iaHa-Formen 
Ch. pisifera nana 
Ch. thyoides * nana 
Cryptomeria japonica nana, compacta (Abb. 170) und 

elegans nana 
Cupressus arizonica compacta (Abb. 177) 
Juniperus communis compacta und hemisphaerica 
J. virginiana nana-Formen, z. B. Abb. 64 
Libocedrus decurrens compacta 
Picea canadensis nana 



L. decidua pendula 

L. Kaempferi (leptolepis) pendula 

L. Poianini (Abb. 199) 

Picea canadensis pendula ' 

P. excelsa pendula-F oimen, z. B. f. inversa (Abb. 216) 

P. pungens pendula (Abb. 217) 

Pseudotsuga taxifolia (Douglasii) pendula 

Sequoia gigantea pendula (Abb. 282) 

S. sempervirens pendula (Abb. 283) 

Taxodium adscendens pendulmn 

Taxus baccaia pendula, z. B. i. Dovastoni (Abb. 287) 

Thuja occidentalis pendula-Formen 

Th. plicata (gigantea) pendula 

Tsuga canadensis pendula (Abb. 43 und 140) 

oder * Kugel-Formen. 

P. Engelmanni microphylla 

P. excelsa »fl»a-Formen, z. B. Abb. 44 

Pinus Sirobus nana 

P. sylvestris nana-Fonnen 

Pseudotsuga taxifolia (Douglasii) Hawa-Formen 

Taxus baccaia nana-Formen 

T. cuspidaia /««««-Formen 

Thuja occidentalis nana-Formen, z. B. Abb. 292 

Th. occid. plicata dumosa 

Th. occid. squarrosa ericoides 

Th. occid. Wareana globosa 

Thujopsis dolabrata nana 



d) kriechende oder *niederliegende Formen (besonders für Felspartien). 



Chamaecyparis Lawsoniana pendula * vera 

Ch. Laus, prostrata 

Ch. thyoides pyqmaea, kissenförmig 

Ephedra distachya, E. helvetica, E. monosperma 

Juniperus chinensis aurea 

J. communis * nana (Abb. 185) und prostrata 



J. procumbens 

J. Sabina und Formen (Abb. 189) 

J. * squamata (Abb. 195) 

Larix decidua repens 

Picea excelsa * prostrata-F ormen 

Pinus montana-F oxmen (Abb. 66) 



298 



Zusammenstelliing der Baumlormett nach Wuchs und Höhe. 



e) rutig oder *monströs verästelte Formen. 



Chamaecyparis Lawsoniana jiliformis 

Ch. Laivs. nana * forstekensis 

Ch. Laxes, 'pyramidalis * conica 

Ch. oUusa hrevimmea imd lycopodioides 

Ch. pisifera Jilifera 



Larix decidua virgaia 

Picea excelsa niidicaulis und virgata-F ormen 
Thuja occidentalis * filijormis- und intertexta-F ormen 
Th. occidentalis * crispa-F ormen 



XVII. 



Ziisaiimieustellimg der Baumformeu nach Wuchs und Höhe^. 

a) schnellwüchsig (ausgenommen meist in den ersten Jugendjahren). 



Aiies concolor, A. Nordmanniana 

Cedrus aüantica 

Chamaecyparis Lawsoniana, auch Ch. pisifera, 

weniger Ch. obtusa 
Cryptonieria japonica, in günstigen Lagen 
Cupressus arizonica 

Larix Kaempferi (leptolepis), auch L. kuriletisis 
Libocedrus decurrens, in guten Lagen 
Picea sitchensis, in luftfeuchten Lagen 



Pinus excelsa 

P. halepensis, im Süden 

P. koraiensis, P. Murrayana 

P. nigra austriaca, P. ponderosa 

P. Strobus 

Pseudotsuga taxifolia {Douglasii), Tyj) 

Sequoia giganiea, in guten Lagen 

Thuja plicata (Th. gigantea) 

Tsuga heterophylla 



b) trägwüchsig^). 



Äbies amabilis, meist auch A. numidica, A. Pinsapo 

Cephalotaxus 

Ginkgo, ob immer? 

Juniperus 

Picea Engelmanni, ziemlich langsam 

P. Mariana 

P. Orientalis, auch P. polita 

P. pungens, bis zum 10. Jahre 



Pinus aristata, P. scopulorum, P. Thunbergii 

Podoearpus andina 

Sciadopitys 

Taxus 

Thuja occidentalis 

Thujopsis 

Tsuga Merlensiana (Pattoniana), Ts. Sieloldü 



c) hohe Bäume, die über 20 m hoch werden. 



Abies, meiste Arten 

Araucaria araucana (in Heimat) 

Cedrus-Arten 

CJhamaecyparis-Arten, ausgenommen thyoides 

Cryptonieria japonica, bei uns aber wohl meist 

niedriger 
Cupressus Benthami, C. sempervirens, C. torulosa 
Ginkgo biloba 

Juniperus excelsa, J. virginiana 
Keteleeria, die Arten in der Heimat 
Larix, meiste Arten 
Libocedrus decurrens 
Picea, meiste Arten 



Pinus, meiste Arten, vergleiche die Höhen bei den 

Arten 
Podoearpus Nagi, in Heimat 
Pseudolarix, in Heimat, bei uns meist kleiner 
Pseudotsuga taxifolia (Douglasii), ohne var. glauca, 

und P. macrocarpa 
Sciadopitys, in Heimat 
Sequoia gigantea, S. sempervirens 
Taxodium distichum, T. mucronatum 
Thuja plicata (gigantea), Th. Standishi 
Thujopsis dolabrata, in Heimat 
Torreya California, T. grandis, T. nucifera, in Heimat 
Tsuga canadensis, Ts. Sieboldi, Ts. heterophylla 



d) mittelhohe Bäume, die über 10 m hoch werden. 



Abies arizonica, bis 15 m 
Agathis (in Heimat) 
Araucaria araucana (bei uns) 
Athrotaxis taxifolia (in Heimat) 
Cephalotaxus drupacea und Fortunei (in Heimat) 
Cham, thyoides (Ch. sphaeroidea) 
Cunninghamia lanceolata, in Heimat viel höher 
Cuvressus arizonica 



C. drupacea 
C. funebris 
C. Goveniana 
C. macrocarpa 
C. lusitanica 
Juniperus chinensis 
J. foetidissima 
J. monosperma 



1) Die Höhenangaben können nur sehr ungefähre sein. Es liegen viel zu wenig genaue Messungen vor, 
namentlich für die Garten formen. Wir erbitten daher aus unserem Leserkreise Mitteilungen darüber. 
— 2) Die Wüchsigkeit hängt sehr von Standort und Klima ab. Es fehlen auch hier wirklich gute Be- 
obachtungen noch recht sehr. 



Zu&ammenstellunEr der Strauchfonnea nach Höhe. 



299 



J. occidenfalis 

J. pachyphlaea 

J. recurva 

J. thurifera 

Keteleeria, die Arten bei uns in günstigen Lagen 

Larix Griff ithiana 

Pinus albicaulis 

P. aristata 

P. Banksiana 

P. CouUeri 



P. flexilis 

P. Torreyana 

Podocarpus macraphylla, in Heimat 

Pseudotsuga iaxifolia var. glauca, P, japonica 

Taxodium adscendens 

Taxus haccata, meist kleiner 

T. brevifolia, in Heimat 

Thuja occidenfalis, Typ 

Torreya taxifolia, in Heimat 

Tsuga 



e) kleine Bäume, die 5 — 10 ni hoch werden. 

(Vergleiche auch Liste XVI H a.) 



Chamaecyparis Lawsoniana pyramidalis-FoTmen, wie 
überhaupt die meisten aufrecht wachsenden 
Formen dieser Art 

Ch. nootkatensis pendula 

Ch. pisifera plumosa 

Ch. thyoides andelyensis 

Juniperus californica, J. formosana, J. rigida 

Larix Eaempferi (leptolepis) minor 

Picea Mariana-Formen 



P. Maximouiczii 

Pimis Murrayana, in der Heimat gelegentlich \*iel 

höher 
P. pungens, P. (uberculata 
P. uncinata, selten \\e\ höher 
P. virginiana (inops), meist nicht höher 
Seiadopitys, bei uns 
Thuja orienfalis, meist kleiner 



XVIII. 



Zusauiiiieustellimg der Straiicliformeu uacli Hölie^j. 

a) Großsträucher oder baumartig, 3 — 5 m. 



Afhrotaxis Iaxifolia 

Cephalofaxus (bei uns), meist eher kleiner 

Chamaecyparis obtusa aurea-, variegata-Forvaen und 

pendula 
Ch. pisifera squarrosa und var. pyramidalis-Fom\en 
Cryptomeria japonica elegans 
Cupressus Macnabiana, bei uns 
Juniperus communis, typische Formen, S. 185 
J. brevifolia 
J. chinensis japonica 
J. macrocarpa, meist kleiner 
J. oxycedrus, meist kleiner 
J. utahensis 



Libocedrus decurrens compacta, meist wohl kleiner 

Pinus contorta, selten höher 

P. edulis, bei uns 

P. monophylla, bei uns 

P. Parryana, bei uns 

P. parviflora, bei uns 

Podocarpus andina 

Taxus cuspidata 

T. baccata Doiastoni 

Thuja occidenfalis, viele Formen, außer von var. nana 

Thujopsis dolabrata, bei uns oft kleiner 

Torreya, meiste Alten bei uns 



h) Mittelsträucher, 1 — 3 m. 



Acfinosfrobus 

Chamaecyparis Lawsoniana variegata f. albovariegafa 

Ch. noofkatensis Ha«fl-Formen 

Ch. obtusa ericoides und lycopodioides 

Ch. pisifera filifera, bis über 3 m und nana 

Ch. pis. squarrosa dumosa 

Cryptomeria japonica compacta 

Ephedra intermedia, E. nebrodensis, E. pachyclada, 

E. Przeualskii, E. trifurca 
Juniperus Sabina, siehe aber c) 
J. virginiana »aHa-Formen und var. tripartita 
Larix Kaempferi (leptolepis) dumosa 
Picea excelsa ««««-Formen, wie Barry, Clan- 

brassiliana, Ohlendorfjii, Remonti u. a. 



P. canadensis nana 

P. orienfalis nana 

Pinus montana mughus 

P. pumila 

P. Strobus nana 

Taxus baccata nami, auch var. adpressa 

T. canadensis 

T. cuspidata nana 

Thuja occidenfalis ««««-Formen, wie compacta, 

Hoveyi u. a. 
Th. Orientalis ««««-Formen 
Thujopsis dolabrata nana 
Tsuga 



c) Kleinsträucher, 0,5 — 1 m. 



Chamaecijparis Lawsoniana ««««-Formen 
Ch. Laus, filiformis compacta 
Ch. noofkatensis nana gracilis 
Ch. thyoides nana 



Cryptomeria japonica elegans nana 
Ephedra americana 
E. aspera 
E. nevadensis 



^) Siehe Anmerkung 1, Seite 298. 



300 Nadelhölzer, die starken Schnitt vertragen. — Empfehlenswerte Bezugsquellen. 

Juniperus communis compressa Pinus montana pumilio 

J. phoenicea, auch höher P. sylvestris nana-Formen 

J. Sahina, meiste Formen Thuja occidenialis nana-Formen, wie umlracülifera. 

Picea Engelmanni microphylla „Little Gern" u. a. 

P. excesa nana-Formen, wie pumila, pygmaea u. a. Taxus baccata ericoides 

d) Zwergsträucher, 0,10 — 0,50 m. 

(Die mit * bezeichneten sind rasige Formen.) 

Chamaccyparis Lawsoniana prostrata J. * squamata, J. * procumbens 

Ch. thyoides nana pygmaea J. chinensis japonica aurea 

Cryptomeria japonica nana J. Sabina cupressifolia horizontälis 

Ephedra distachya, Gerardiana* , helvetica*, mono- J. Sab. prostrata 

Sperma, auch die kriechend-rankenden foliata Larix decidua (europaea) repens 
und fragilis Picea excelsa prostrata-F ormen 

Juniperus communis var. prostrata und var. nana*, 
auch var. depressa 

XIX. 

Nadelhölzer, die starken Scliuitt yertragen 

(für Hecken usw.). 

Chamaecyparis L'iwsoniana, meiste Formen, auch Picea excelsa, besonders die nawfl-Formen 
Ch. pisifera plumosa u. a. P. orientalis, braucht wenig Schnitt 

Cryptomeria Taxus baccata-F onnen 

Cupressus sempervirens u. a., nur im Süden des Thuja, fast alle Arten, besonders occidentalis- und 
Gebietes orientaUs-Formen 

Juniperus communis, J. Sabina, J. virginiana Tsuga canadensis 

Picea canadensis 

XX. 

Empfelilenswerte Bezugsquellen. 

Wir geben im folgenden nur solche Bezugsquellen an, die über reichere Nadelholzsortimente verfügen 
und uns als durchaus zuverlässig bekannt sind. Wir stellen dabei diejenigen Firmen voran, die besonders 
reiche Sammlungen führen oder durch Neueinführungen und Züchtungen sich hervortun: 

Leon Chenault et Fils, Orleans, 79, Route d'Olivet, Frankreich. 

Herrn, A. Hesse, Weener a. d. Ems, Provinz Hannover. 

E. Regel & J. Kesselring, St. Petersburg, Wyborger Seite, Laboratorium-Chaussee 1, Rußland. 

W. Klenert, Graz, Steiermark. 

Fratelli Rovelli, Pallanza, Oberitalien. 

L. Späth, Baumschulenweg b. Berlin. 

James Veitch & Sons, Chelsea, London WC, England. 

Ferner sind als gute Bezugsquellen für den normalen Bedarf an Nadelhölzern oder für besondere Sorten 
zu nennen: 

In Österreich-Ungarn: 

Eisenberger Baumschulen, Eisenberg bei Brüx, Böhmen, 

V. M a s e k, Turnau, Böhmen. 

J. M a z ä n e k, Soudnä, Post Jicin, Böhmen. 

Arpad Mühle, Temesvär, Ungarn. 

W. F. N i e m e t z, Temesvär, Ungarn. 

Freih. v. Pirquetsche Baumschule, Wien, XXI/,, Hirschstetten. 

G. R ü t g e r s, Ybbs a. d. Donau. 

Stephane um-Ba umschule, Oroszvär bei Preßburg. 

Karl Ritter v. Wesselysche Baumschule, Tulln, Niederösterreich, 



Empfehlenswerte Bezugsquellen. 301 

In Deutschland: 



C. B e r n d t, Zirlau bei Freibuig in Schlesien. 

G. D. Bohl j e, Wesierstede, Oldenburg. 

T. B e h m, 'Oberkassel bei Bonn a. Rhein. 

Böttcher & Völker, Großtabarz, Thüringen (Sämereien). 

Jobs. V. Ehren, yienstedten, Holstein. 

G. F r a h m, Elmshorn, Holstein. 

Goos & Koenemann, Nieder-Walluf, Rheingau. 

J. Heins Söhne, Halstenbek, Holstein (Sämereien, junge Pflanzen). 

0. P s c h a r s k y, Laubegast bei Dresden. 

Simon-Louis Freres, Plantieres-Metz, Lothringen. 

Im Auslande: 

Barbier & Co., Orleans, 16, Route d"01ivet, Frankreich. 
L. Boehmer & Co., Yokohama, Japan (Sämereien i. 
Groene wegen & Zoon, de Bilt bei L'trecht, Holland. 
J a c q's J u r r i s s e n & Zoon, Naarden, Holland. 



In unserem Vereinsgarten in Pruhonitz haben wir von Xadelhölzern nur eine kleine Auswahl, da ihre 
Anzucht meist zu lange Zeit erfordert und melu- Raum beansprucht, als uns dafür zur Verfügung steht. 



Man beachte die letzte Seite. 



Was will unsere Gesellschaft und was bietet sie ihren Mitgliedern? 

Wir wollen die Gartengestaltung, die Freude an der Gartenpflege, an der Erziehung 
schöner Gehölze und Stauden in den weitesten Kreisen beleben und fördern. Wir wollen 
keine Vereinsmeierei betreiben, sondern allen Gartenfreunden, Gartenpflegern und Garten- 
gestaltern mit Kat und Tat zur Seite stehen. Unsere Bestrebungen sind 
durchaus gemeinnützige und zielen darauf hin, für einen 
verhältnismäßig sehr geringen Beitrag unseren Mitgliedern 
recht viel zu bieten. 

Der Mindestbeitrag für ein Jahr beträgt nur K 20. — . Was wir hierfür und für 
entsprechend höhere Jahresspenden bieten, ergibt sich aus Nachstehendem: 

1. Gute und seltene Pflanzen in jedem Frühjahr. Es werden dabei die Pflanzen- 
gaben wie folgt bemessen: 

Die zur Verteilung gelaiigeiiden Pflanzen werden nach dem vorhandenen Vorrat in zwei Gruppen 
gesondert. Von den Formen der ersten Gruppe können alle Mitglieder beziehen, wälirend die 
Pflanzen der zweiten Gruppe denjenigen Mitgliedern vorbehalten sind, welche einen Jahres- 
beitrag von 50 oder mehr Kronen zahlen oder beim Eintritt eine einmalige Spende von mindestens 
200 K, sowie einen laufenden Jahresbeitrag von mindestens 30 K entrichten. 

Wieviel Pflanzen jedes Mitglied beziehen kann, ergibt sich aus fol- 
gender Übersicht: 

Mitglieder mit nur 20 K Beitrag haben Anspruch auf insgesamt 50 Pflanzen der Arten der Gruppe I. 

Bei einem Beitrag von .30 K erhöht sich das Bezugsrecht auf 80 Stück und bei 40 K auf 120 Stück. 

Bei Beiträgen von 50 bis 80 K jährlich stehen 120 Stück von Gruppe I und außerdem je 3 Stück 
jeder Form von Gruppe II zur Verfügung. Das gleiche gilt für die Mitglieder, welche 200 bis 400 K 
beim Eintritt und dann laufend mindestens 30 K zahlen. 

Diejenigen Mitglieder, welche 100 K .oder mehr jährlich spenden, oder eine einmalige Gabe von 
500 K und dann laufend 50 K jährlich zur Verfügung stehen, erhalten 1.50 Stück von Gruppe I und 
je 5 Stück von Gruppe II; sie haben außerdem das Recht, sich im Vereinsgarten von den noch nicht 
zur Ausgabe gelangenden Vorräten insgesamt 20 Stück von solchen Nummern nach eigener Wahl aus- 
zusuchen, die in über 20 Exemplaren vorhanden sind. 

2. Ein prächtig ausgestattetes Jahresheft, worin die „Gartenanlagen Österreich- 
Ungarns" in Wort und Bild geschildert werden. Bisher erschienen fünf Hefte, von 
denen Nr. 1 — 4 den ersten Band bilden. Neu eintretende Mitglieder können diese zu 
bestimmten Preisen nachbeziehen. 

3. Vorzugspreise auf unsere Kulturhandbücher. Außer dem vorhegenden, welches 
bei Bezug durch die Geschäftsstelle gebunden und postfrei K 15.85 kostet, erschienen 
noch Band I ,, Unsere Freiland- Stauden", zweite Auflage, 382 Seiten, 417 Text- 
abbildungen und 12 farbige Tafeln. Preis gebunden und postfrei K 12.85; sowie 
Band 11 „Unsere Freiland-Laubgehölze", 420 Seiten, 495 Textabbildungen und 16 farbige 
Tafeln. Preis gebunden und postfrei K 14.85. Man beachte Seite 2 ! 

4. Teilnahme an den Jahresausflügen, auf denen stets interessante Parke, Schlösser 
und Kulturstätten besichtigt werden. 

5. Teilnahme an den Vortragsabenden, welche im Verein mit der k. k. Gartenbau- 
gesellschaft und dem Österreichischen Ingenieur- und Architekten -Verein in Wien 
während der Wintermonate veranstaltet werden. 

6. Kostenfreie Ratschläge in allen Fragen über Gartengestaltung und Pflanzenlieb- 
haberei (Nachweis von Bezugsquellen und tüchtigen Fachleuten und Gärtnern, Ver- 
mittlung von Einkäufen usw.). 

7. Die „Mitteilungen". Sechs Hefte in zwangloser Folge im Jahre. Jedes ist etwa 
32 Seiten stark und enthält wertvolle Aufsätze über Freilandpflanzenpf lege, Gartengestaltung 
und alle Gebiete, welche diese berühren, Bekanntmachungen an Mitglieder, Berichte über 
Fachbücher, Ausstellungen, verwandte Bestrebungen u. dgl. m. 

Für diese „Mitteilungen" ist ein Sonderbeitrag von K 4. — für den Band (6 Hefte) zu entrichten. 
Band I kann zum Preise von K 4.85 postfrei nachbezogen werden. 

In Heft 4 (Band I) der „Mitteilungen" finden die Leser einen genauen Bericht 
über unsere bisherige Tätigkeit. Es steht zum Preise von 1 K auf Wunsch zur Verfügung. 

Wien, Ende Juli 1913. Die Geschäftsstelle 

VIII., Blindengasse 42. ^e,. Dendrologischen Gesellschaft. 




il-n .Ibirs: „ y,,rJm„miiini. Ii nmntdim, r alba fpeliialaj d P « ai e il ihia I I Pia q Iriu-I l/l lila h If !• 




n— / Aliivs: n ivibHis, b maijni/ica. c laiusla fhraclcala), d ciUdca, f TlVifeiVma, / amahilis. — ff— Ji Pinun: q Snbineam, h Jqinyi, i Lamheilmm. k Torifijana, I kornientis, m CaiiUert. n paluflris fauslrali!'), o AninuJt, p exceka 




PIrm: a Mnrmm ti'm'O. ' ruhra. r raiiii<)riisi.. Iiilba), ,1 Clehnii e I I 11 
I pun),-,,,, ,, lr,(ro,,„. , Kn.ielmami (klrimr Zapfcn) i«-, n..i, II » j 



. h a/atmms. i /loHdomsi.«, A- xitthemis. I ticeUa. m Sehtmkitmn. n Moritula. o spmitlim (vnrinä'jidn), p p'ih'ta. 9 umili'/mri. r Bn 




1— e Lartx: a Criflithiani. b oecidmialis. c Lyalti. d Principis finprwft(i', p Polanini. ~ f CunressttH vtaerofanm — a—s Pinus: -i an* 

I PctUC (V,). r UarluCffil, S tuberculala (o ddcU Hookor; l. c. i. p. j, i meli üirilvo«-» Ohroniol«; d n.ch Mayr. t a»eh DciOn^r. I. g. Tiniich Cl inten- D«kcr; k nsi^h Sl„ 



fi/a, h firiiliii, I rHHnivz/«. A" Thunbenjii, I jlcxilin, tu monoplitjlta, n halqtcnsin, o Teorote {'/,), p ijumuinensis (';'j 




! fil?"""''!. '■""'"™ '•'■ "«^"nl«). - b~f Abtea: b Dilamyi, c tjmmila. ,t Fiirgctu. e l'iudrow. f religiom. - g-h Keteleeriai g Davidma. h Ectlymam. - i-k Picea: i amplamla. k Nmmichii. — I— 11 Cedriu: l allunlica, m libani. 
luramm o q riHUH. o nu)ra v, amirmca I',,), p Cernbra (',',), ) piinjnu (',,i. - r-( Psmiaolaugn: rtai/olin (Daw/asUj. i japmiica. I viacrocarpa I«, i-,., , u.oh a,«.oii-D.l.,t: l_l.- n..l. (;ud.rir.'. raroolol.; o, p »«1, ILmpil und w.li..l„ii r n.cii Je. SMut;