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Full text of "Unsere Freiland-Nadelhölzer; Anzucht, Pflege und Verwendung aller bekannten in Mitteleuropa im freien Kulturfähigen Nadelhölzer mit Einschluss von Ginkgo und Ephedra"

®i)p i. ü. BtU ICtbrarg 




Nortlj (Earalina &tatf llniiierattg 

A COLLECTION OF SCIENTIFIC BOOKS 

TO THE MEMORY OF 

DR. WILLIAM JOSEPHUS ROBINSON 

AND DR. VICTOR ROBINSON 



THIS BOOK IS DUE ON THE DATE 
INDICATED BELOW AND IS SUB- 
JECT TO AN OVERDUE FINE AS 
POSTED AT THE CIRCULATION 
DESK. 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 

BAND I 
UNSERE FREILAND-STAUDEN 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 



UNTER MITWIRKUNG VON 
ISTVAN GRAF AMBROZY-MIGAZZI. GEORG ARENDS. 
ADOLF CIESLAR. M. GEIER, GOOS & KOENEMANN. 
C. HEICKE, HERM. A. HESSE, P. KACHE. W. KESSEL- 
RING, A. PURPUS, ALFRED REHDER, HERBERT GRAF 
SCHAFFQOTSCH, PROF. SCHWAPPACH, FRITZ GRAF 
SCHWERIN, HELLMUT SPAETH, H.TEUSCHER, E. H. 
WILSON, EGBERT WOLF, FRANZ ZEMAN. H. ZORNITZ 

HERAUSGEGEBEN VON 

ERNST GRAF SILVA TAROUCA UND CAMILLO SCHNEIDER 

ERSTER BAND 

UNSERE FREILAND-STAUDEN 



19 2 2 

HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.G. 
WIEN / G. FREYTAG G.M.B.H. / LEIPZIG 



UNSERE 

FREILAND-STAUDEN 

ANZUCHT, PFLEGE UND VERWENDUNG ALLER BEKANNTEN 
IN MITTELEUROPA IM FREIEN KULTURFÄHIGEN AUS- 
DAUERNDEN KRAUTIGEN GEWÄCHSE 

UNTER MITWIRKUNG VON 
ISTVAN GRAFAMBRÖZY-MIGAZZI, GEORG ARENDS. 
M. GEIER, GOOS & KOENEMANN, W. KESSELRING. 
A. PURPUS. HERBERT GRAF SCHAFFGOTSCH. 
H. TEUSCHER. FRANZ ZEA\AN UND H. ZÖRNITZ 

HERAUSGEGEBEN VON 

ERNST GRAF SILVA TAROUCA UND CAMILLO SCHNEIDER 



DRITTE, VOLLSTÄNDIG NEU BEARBEITETE AUFLAGE 

MIT 451 ABBILDUNGEN IM TEXT UND 23 FARBIGEN 

ABBILDUNGEN AUF 12 TAFELN 



19 2 2 

HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.C. 
WIEN / G. FREYTAG G.M.B.H. / LEIPZIG 



KULTURHANDBUCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 

ES SIND ERSCHIENEN: 
BAND 1: UNSERE FREILANDSTAUDEN 

MIT 451 ABBILDUNGEN IM TEXT UND 23 FARBIGEN BILDERN 

BAND 11: UNSERE FREILANDLAUBGEHOLZE 

MIT,497 ABBILDUNGEN IM TEXT UND 25 FARBIGEN BILDERN 

BAND III: UNSERE FREILANDNADELHÖLZER 

MIT 318 ABBILD. IM TEXT, 6 SCHWARZEN U. 13 FÄRB. BILDERN 
DER URSPRÜNGLICH GEPLANTE 

BANDIV: GARTEN UND PARK 

WIRD VORAUSSICHTLICH NICHT ERSCHEINEN 



ALLE RECHTE BES. DAS DER ÜBERSETZUNG VORBEHALTEN 
COPYRIGHT 1922 BV HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.-G., WIEN 

G. FREYTAQ G. M. B. H., LEIPZIG 
DRUCKEREI THALACKER & SCHÖFFER, LEIPZIG, INSELSTR. 12 



VORWORT ZUR DRITTEN AUFLAGE. 

Seit dem Erscheinen der zweiten Auflage haben sich weltgeschichthche Ereignisse ab- 
gespielt, die auch auf das Geschick der früheren Herausgeberin unserer Kulturhandbücher 
der „üendrologischen Gesellschaft für Österreich-Ungarn" ihre schweren Schatten geworfen 
haben. Der Unterzeichnete trat im Dezember IQl 3 eine dendrologische Forschungsreise nach 
Westchina an, um neue Schätze für den damaligen Vereinsgarten in Pruhonitz zu sammeln 
und damit die Teilnahme an der über Erwarten aufblühenden Gesellschaft in noch weiteren 
Kreisen zu wecken. Während er jedoch im fernen Yunnan weilte, brach der Weltkrieg aus. 
dessen lange Dauer ihn fast sechs Jahre von Europa fern hielt. Die auf ein .Jahr berechnete 
Forschungsreise in China selbst konnte glücklich durchgeführt werden, doch mul.Ste der Unter- 
zeichnete von dort aus sich nach den Vereinigten Staaten begeben, wo er. einer Aufforderung 
von Professor C. S. Sargent folgend, im Arnold Arboretum wissenschaftlich tätig war. Von 
den reichen Sammlungen ging leider ein Teil, der einige hundert Nummern von wertvollen 
(meist alpinen) Sämereien und etwa dreihundert farbige und schwarze Photographien um- 
faüte, verioren. Auch die Sämereien, die noch von China oder während des Krieges von 
Amerika aus über Norwegen nach Deutschland und Österreich-Ungarn gelangten, konnten 
nur teilweise die rechte Pflege finden, da ja überall die Qartenbetriebe durch den Krieg schwer 
gestört waren. Nur die botanischen Herbar-Sammlungen blieben vollständig erhalten und 
Dubletten davon konnten auch an Institute in Deutschland und der Schweiz abgegeben werden. 
Eine Verwertung der Sammlungen, wie sie ursprünglich im Interesse der Gesellschaft geplant 
war, erwies sich jedoch als unmöglich. Es stellte sich sogleich nach der Rückkehr des Unter- 
zeichneten nach Wien im Herbste 1<)1') heraus, dalJ die Gesellschaft infolge der politischen 
Zersplitterung der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie und des vollständigen 
wirtschaftlichen Zusammenbruches, der erst nach dem Kriege recht zum Ausdruck kam, nicht 
weiter bestehen konnte. So erfolgte denn am 9. Juni l'-)20 die Auflösung der Gesellschaft, 
wobei der Vereinsgarten in Pruhonitz sich unter der Leitung des früheren um die Gesellschaft 
so hoch verdienten Obergärtners F. Zeman in eine auf geschäftlicher Basis betriebene Den- 
drologische Gärtnerei umwandelte. Hierdurch wurde es möglich, einen guten Teil des früheren 
Bestandes zu erhalten, wozu auch eine ganze Anzahl von den Pflanzen gehören, die aus den 
nach Europa gelangten chinesischen Sämereien erzogen wurden. Einige sind auch bei den 
Firmen G. Arends. Ronsdorf, L. Späth, Berlin-Baumschulenweg und F. Sündermann. Lindau- 
Bayern noch in Kultur. Ebenso enthält der an Pflanzenschätzen so reiche Park in Pruhonitz 
gar manches davon. 

Während sich jedoch in Wien die Auflösung der dendrologischen Gesellschaft vollzog (die 
nichts mit der von Graf Schwerin so trefflich geleiteten Deutschen Dendrologischen Gesell- 
schaft zu tun hatte), wurde in Deutschland ein Unternehmen ins Leben gerufen, dessen Be- 
deutung für den Gartenbau Mitteleuropas heute noch nicht in seinem vollen Umfange ermessen 
werden kann: die Zeitschrift „Die Gartenschönheit" wurde durch den unermüdlichen 
Idealismus, die zielbewußte Tatkraft und Schaffensfreude des wohlbekannten Gartenbauschrift- 
stellers und Staudenzüchters Karl Foerster, Bornim, und des verantwortlichen Herausgebers 
Oskar Kühl ins Leben gerufen. Der Unterzeichnete trat als Mitherausgeber in die Schrift- 
leitung ein. Auf diese Zeitschrift, von der auch noch in der Einleitung die Rede sein wird, 
sei hier nachdrücklich hingewiesen, da sie eine wesentliche Ergänzung zu unseren Kultur- 
handbüchern darstellt. Sie ist auch ein Beweis dafür, wie trotz der ungeheueren wirtschaft- 
lichen Schwierigkeiten das Leben im Garten der Deutschen immer neu erblüht. Auch die Tat- 
sache, dal.) schon seit mehr als einem .lahre die zweite Auflage des Staudenbuches vollständig 
vergriffen war, zeigt, dal.i unsere Bücher einem Bedürfnis entsprechen. Der Unterzeichnete, 
der diesmal im \'erein mit Graf Ernst Silva Tarouca die Neuherausgabe übernommen 



VI Vorwort zur dritten Auflage 

hat und der die volle \'erantwortung für alles trägt, selbst wenn es ausdrücklich einem be- 
stinmiten Mitarbeiter zugeschrieben ist. hat sich nach besten Kräften bemüht, das Buch den 
Erfordernissen der Gegenwart anzupassen. 

Dies wäre ihm allerdings nicht möglich gewesen, wenn ihn nicht die früheren Mitarbeiter, 
soweit sie noch leben und im Beruf tätig sind, auf das entgegenkommendste unterstützt 
hätten, und wenn er nicht einige neue gefunden hätte, die ihre reichen Kenntnisse in den 
Dienst der guten Sache stellten. 

Von den alten Mitarbeitern schied durch seinen allzu frühen Tod aus Herr M. J. Goos. 
Niederwalluf. dessen Hinscheiden Alle tief beklagen werden, die diesen Pflanzenkenner und 
-Züchter und trefflichen Menschen kannten. Ferner entfällt jetzt der von James Veitch 
& Sons bearbeitete Abschnitt, da diese Firma sich inzwischen aufgelöst hat. Ihre hohe Be- 
deutung nicht nur für den englischen Gartenbau wird unvergessen bleiben. 

Als neue Haupt-Mitarbeiter gewannen wir sechs. Herr M. Geier hat sich seit Jahren als 
ausgezeichneter Staudenkenner und Pfleger bewährt, leider hat ihn ein schweres Geschick 
verfolgt, so dal.i er gegenwärtig seinem ihm so lieben Berufe untreu werden mul.ite. Möge 
es nur auf kurze Zeit sein. Er hat den Allgemeinen Teil durchgesehen und viele wertvolle 
Kultur- und Sortenwinke gegeben. Herr Wilhelm Kesselring war uns allen bekannt 
als Inhaber der Regel & Kesselringschen Gärtnerei in St. Petersburg, die der Krieg zerstört 
hat. Er ist jetzt in seiner Heimat, der Schweiz, tätig und hat trotz all der Leiden, die ihm 
der Krieg gebracht hat. in aufopferungsvollster Weise uns viele sehr wertvolle Notizen, ins- 
besondere über die Farne, geliefert. In Herrn Herbert Graf Schaffgotsch begrül.ien wir 
einen bekannten Gartenfreund und .Alpenpflanzenpfleger, dessen reizendes Alpinum in Purg- 
stall. N.-Östr., ein wahres Schmuckkästlein ist und von der Liebe zur Pflanze und dem ho- 
hen gärtnerischen Verständnis des Schöpfers zeugt. Er war so freundlich, alles das im All- 
gemeinen Teil zu prüfen, was mit .Alpenpflanzen zusammenhängt. Herr Gartenbauinspektor 
H. Teuscher, der sich während seiner Tätigkeit im botanischen Garten zu Dahlem reiche 
Kenntnisse erworben hat, sah ebenfalls den Allgemeinen Teil durch und prüfte dabei auch 
die Namengebung. Ferner unterstützte uns in weitestgehendem Maße Herr H. Zörnitz, der 
als Obergärtner in der Staudengärtnerei von Georg Arends so reiche Gelegenheit hat, all 
das zu prüfen, was für unser Buch wichtig ist. Für seine ausgezeichnete Mitarbeit, die sich 
über das ganze Werk erstreckte, zeugen die von ihm gezeichneten Abschnitte, bei deren 
Abfassung ihm Herr Arends zur Seite stand, in dem wir den Altmeister der deutschen Stauden- 
gärtnerei verehren. Ihm und Herrn Zörnitz fühlt sich der Unterzeichnete zu ganz besonderem 
Danke verpflichtet. Auch Herr Th. Körner in Wiesbaden sei bestens bedankt für einige No- 
tizen, und ebenso Herr Carl Kesselring, Zürich, für die Erlaubnis zur Wiedergabe seiner 
Photographien; ferner Herr Okonomierat Wüst, Rohrbach (Pfalzl, für die Tabelle der 
Bienen-Stauden, Herr Gartenarchitekt Poethig. Charlottenburg, für den Staudenrabatten- 
Entwurf, und nicht zuletzt Herr Richard Rothe, Glenside, Pa., Verein. Staaten von 
Nordamerika, für die gütige Überlassung seiner schönen Aufnahmen auf Seite 13 bis 15. 

Von allergröLiter Wichtigkeit erscheint es uns aber, dalj wir auch Herrn Ist van Graf 
Ambröz^'-Migazzi als Mitarbeiter für das Buch gewonnen haben, der bereits für die 
1. Auflage des Laubholzbuches einen so überaus gehaltvollen Beitrag schrieb. Es dürfte 
unter den heute lebenden Gartengestaltern und Pflanzenkennern kaum einen geben, der über 
so reiche praktische Erfahrungen verfügt. Seine Anlagen in Malonya (Slovakei) sind eine 
klassische Stätte auch für die Erprobung von Stauden. Ihm gebührt für seine herzliche Teil- 
nahme an unserem Werke unser wärmster Dank. 

Außer der oben erwähnten „Gartenschönheit" müssen wir noch zwei Werke nennen, 
deren Durchsicht für diese Neuauflage bedeutsames Material geliefert hat. Es ist vor allem 
die von L. H. Bailey in Amerika herausgegebene „Standard Cyclopedia of Horticulture" und 
ferner das Buch von Reginald Farrer „The English Rock-Garden". Näheres über beide 
Werke sagen wir in der Einleitung zu dem Abschnitt Anmerkungen. 

Im iMärz l')22 hat sich in Prag wieder eine neue Dendrologische Gesellschaft 
gebildet, an deren Spitze wiederum Graf Ernst Silva Tarouca getreten ist. .Als Vize- 
präsident fungiert Professor Dr. Karl Dom in, Prag, und die Geschäftsstelle ist in Pruho- 
nilz bei Prag, wo die neue Gesellschaft den oben erwähnten Vereinsgarten der ehemaligen 
Dendrologischen Gesellschaft für Oesterreich-Ungarn übernommen hat, als deren ideelle 
Nachfolgerin wir sie betrachten dürfen. Die Dendrologische Gärtnerei von F. Zeman & Co. 



Vorwort zur dritten Auflage. VII 

ist somit wieder aufgelöst worden und Herr Zeman leitet nun den Garten für die neue Den- 
drologische Gesellschaft in Prag, in dieser Neugründung dürfen wir wohl ein weiteres er- 
freuliches Zeichen für das Wiedererstarken der gärtnerischen und gartenkünstlerischen Be- 
strebungen in Mitteleuropa erblicken. 

DalJ wir diese neue Auflage des Staudenbuches trotz all der Nöte des Friedens in einer 
Ausstattung bieten können, die der ersten Ausgabe nicht nachsteht, dafür gebührt dem neuen 
Verlage unser wärmster Dank. Wir freuen uns, dal.i bei dem Übergange unserer Kulturhand- 
bücher in andere Hände die Anteilnahme des neuen Verlages keine geringere ist, als die des 
früheren Verlegers. 

Auch der Druckerei haben wir für die schnelle und überaus sorgfältige Drucklegung, die 
mit so grol.ier Sachkenntnis geschah, herzlich zu danken. 

Es wäre den Herausgebern eine grol.ie Freude, wenn recht zahlreiche Freunde uns helfen 
würden, auch eine weitere Auflage noch wesentlich zu vervollkommnen und zu vermehren. 
.'Xlle Mitteilungen sind an den Unterzeichneten nach Charlottenburg 4, Bismarckstr. 1'). oder 
zu Händen der Schriftleitung der Gartenschönheit, Berlin-Westend, erbeten. 

Charlottenburg, im Mai 1Q22. 

CAMILLO SCHNEIDER. 



VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE. 

Die so freundliche Aufnahme und der schnelle Absatz der ersten Auflage sind uns ein Ansporn 
gewesen, diese gründlich durchzusehen und in bereicherter Form jetzt unseren Freunden darzubieten . 
Sie möge die gleich günstige Aufnahme finden und noch stärker dazu beitragen, die Freude an der 
Staudenpflege in immer weiteren Kreisen zu wecken und zu beleben. Man beachte unsere Darlegungen 
in der Einleitung. 

Im übrigen gilt das im Vorwort zur ersten Auflage Gesagte auch für diese neue Ausgabe, an deren 
Durchsicht sich besonders die Herren Arends und Qoos hervorragend beteiligten. Zu unseren Mit- 
arbeitern trat hinzu Herr Qarteninspektor A. Purpus, Darmstadt, welcher ja auch für die erste Auf- 
lage schon viele wertvolle Bilder lieferte. Wir verdanken ihm aufjer den Photographien sehr viele be- 
sondere Hinweise für den zweiten Hauptteil. Ganz besonders verpflichtet fühlen wir uns dem bekannten 
englischen Forschungsreisenden, Herrn George Forrest, der uns in so gütiger Weise seine präch- 
tigen Aufnahmen der neuen Primeln aus Zentral -China zur Verfügung stellte, deren Übermittlung 
Mrs. Forrest so liebenswürdig war, zu besorgen. Auch Herrn Obergärtner Hans Schmid, Wädens- 
wyl, sind wir für Hinweise auf Unrichtigkeiten Dank schuldig. Ebenso Herrn Garteninspektor E. R e 1 1 i g , 
Jena, für verschiedene Angaben. Nicht unterlassen möchten wir, auf die hochbedeutsamen Mitteilungen 
unseres verehrten Mitgliedes, Herrn W i 1 he 1 rn Kesselring, St. Petersburg, über ostasiatische 
Stauden in unseren „Mitteilungen", Band 11, Heft 1 u. 2 (1913), hinzuweisen, denen wir verschiedene 
wertvolle Hinweise entnehmen konnten. Unser Herr Verleger Qeo rg Frey tag hat auch diesmal 
bereitwilligstallen unseren Wünschen entsprochen und in entgegenkommendsterWeise die Bereicherung 
der Neuauflage durch sechs weitere Farbentafeln und 76 schwarze Textbilder ermöglicht. Ihm gebührt 
herzlichster Dank. 

Wir erbitten alle freundlichen Mitteilungen an die Geschäftsstelle unserer Gesellschaft, Wien, VIII., 
Blindengasse 42. 

Wien, im März 1913. 



CAMILLO SCHNEIDER ERNST GRAF SILVA TAROUCA 

Generalsekretär Präsident 

der Dendrologischen Gesellschaft. der Dendrologischen Gesellschaft. 



VORWORT ZUR ERSTEN AUFLAGE. 

Die Dendrologische Gesellschaft zur Förderung der Gehölzkunde und Gartenkunst in Österreich- 
Ungarn hat es sich als eine ihrer Hauptaufgaben gestellt, durch die Herausgabe populärer illustrierter 
Handbücher über solche Pflanzen, welche zur dauernden Ausschmückung der Gärten und Parks in Be- 
tracht kommen, in den weitesten Kreisen das Interesse an der Gartenpflege und Pflanzenliebhaberei 
mit allen Kräften zu fördern. Schon am Schlüsse des zweiten Jahres des Bestehens unserer Gesellschaft 
sehen wir uns in der Lage, das erste dieser Werke hiermit der Öffentlichkeit zu übergeben. 

Wir haben mit Absicht die „Stauden" den Ziergehölzen vorausgesandt, weil gerade die Stauden- 
liebhaberei in den allerletzten Jahren einen sehr erfreulichen Aufschwung genommen hat und w e i 1 v o r 
allem kein den Anforderungen der Praxis wirklich entsprechendes Stauden- 
buch existiert. Das schöne Werk von Vilmorin „Les fleurs de pleine terre" von dem 1909 die 
15. Auflage erschien, ist weder in neuer deutscher Übersetzung vorhanden, noch gibt es Aufschluß 
über alle Freilandstauden. Die ausgezeichnete „Cyclopedia of American Horticulture" von Bailey um- 
faßt den gesamten Gartenbau und enthält in erster Linie das, was für Amerika speziell in Betracht 
kommt. Außerdem ist sie mit ihren vier dicken Bänden viel zu teuer. 

Es gibt mithin bis heute kein Handbuch, worin Gärtner und Liebhaber schnelle und sichere Aus- 
kunft finden über Aussehen, Kultur und Verwendung aller, auch der ganz neu eingeführten Stauden. 
Ein solches wird aber heute als ein unabweisbares Bedürfnis empfunden, und 
darum waren wir bemüht, durch unser Buch diese Lücke in der Gartenbauliteratur auszufüllen. Von wel- 
chen Grundsätzen wir uns dabei leiten ließen, wird in der Einleitung gesagt. 

Wenn unser Buch zu einem, wie wir hoffen, wirklich brauchbaren, umfassenden Handbuch geworden 
ist, dessen immer weitere Ausgestaltung wir mit aller Kraft anstreben werden, so verdanken wir das 
in erster Linie der aufopfernden Tätigkeit unserer getreuen Mitarbeiter. 

Herr Georg Arends, der als Staudenkenner, Kultivateur und Züchter sich überall des größten 
Vertrauens erfreut, hat uns nicht nur an die hundert Abbildungen und einen besonderen Beitrag zur 
Verfügung gestellt, sondern auch den besonderen Teil im Manuskript vom Anfang bis Ende eingehend 
durchgesehen. Wir schulden ihm dafür den größten Dank. Er gab auch unserem Generalsekretär, bei 
dessen wiederholten Besuchen in Ronsdorf, reiche Gelegenheit zu Beobachtungen und zum Photogra- 
phieren. Der größte Teil der aus Ronsdorf stammenden Abbildungen ist jedoch von dem dortigen Photo- 
graphen Herrn A. Böcker angefertigt worden. 

Herrn M. J. G o o s , der infolge der schweren Erkrankung des Herrn Koenemann durch die alleinige 
Leitung der so bekannten Firma mit Arbeit überbürdet war, müssen wir doppelt Dank wissen, daß er 
uns trotzdem seine Mitarbeit nicht versagte und unserem Generalsekretär bei dessen Besuchen in 
Niederwalluf stets in jeder Weise entgegenkam. 

Daß die Teilnahme des Herrn H, Veitch, des Chefs der Weltfirma James Veitch & Sons, für uns 
von höchstem Werte ist, brauchen wir wohl nicht zu betonen. Er hat uns nicht nur eigene prächtige 
Aufnahmen zur Verfügung gestellt und außerdem unserm Generalsekretär Gelegenheit zu vielen Auf- 
nahmen und Beobachtungen in seinen Kulturen gegeben, sondern ihm verdanktauch der Leiter unseres 
Vereinsgartens, Herr F. Z e m a n , seine Ausbildung in erster Linie. 

Von anderen Herren, die in sehr freundlicher Weise unsere Bestrebungen förderten, müssen wir 
an erster Stelle noch den Direktor und die Inspektoren des Botanischen Gartens in Kew bei London 
und die Herren Maurice L. de Vilmorin und Philippe de Vilmorin in Paris, sowie Herrn 
Obergärtner Mottet in Verriferes nennen. In Kew fand unser Generalsekretär ein ganz außerordentlich 
freundliches Entgegenkommen. Ferner wurde dieser auf seinen Studienreisen sehr unterstützt von den 
Herren L e m o i n e , Nancy, Direktor E. J o u i n , in Fa. Simon-Louis Frferes in Plantii^res, der Direktion 
des Palmengartens in Frankfurt am Main und den Inspektoren der Botanischen Gärten in Gießen und 
Marburg. 

Besonderer Dank gebührt noch Herrn Prof. Dr. R. von We ttste i n, dem Direktor des Botanischen 
Gartens in Wien, der uns die Aufnahmen des verstorbenen Herrn Kraskovits und die von Herrn 
W. Siehe gütigst zur Verfügung stellte. 

Weitere Aufnahmen verdanken wir den Herren: Graf M. BombeUes, Opeka, Kroatien, Hof- 
gartendirektor Q. Fintelmann, Sanssouci. Obergärtner J. Hartmann, Dresden, E.Heinrich, 
Planegg bei München, der uns auch die Aufnahmen des Herrn Dr. H. Wi el an d , Neuhausen am 
Rhein, Heb, Gartendirektor He icke, Frankfurt am Main, Kommerzienrat H. Hesse, Weener, Gärt- 
nereibesitzer H.Junge, Hameln, Garteninspektor B. Othmer, München, und vor allem Garten- 
inspektor A. P,urpus, Darmstadt, sowie ferner Qarteninspektor Rettig, Jena, A.Unger, Heidelberg, 
und schließlich dem Verlag und der Redaktion der „Gartenwelt", die uns einige Originale bereits pub- 
lizierter Aufnahmen überließen. Herr Kustos Dr. Z a h 1 b r u c kn e r , der Vorstand der botanischen Ab- 
teilung des Hofmuseums in Wien, ermöglichte uns in sehr entgegenkommender Weise die Benützung 
der reichen Bibliothek dieses Institutes, wobei uns seine Herren Assistenten bereitwilligst unterstützten. 
Allen diesen Herren danken wir aufs verbindlichste. 



X Vorwort zur ersten Auflage. 

Alle unsere Bemühungen wären aber vielleicht umsonst gewesen, hätten wir nicht in Herrn Georg 
Frey tag einen Verleger gefunden, der uns in uneigennütziger Weise die Herausgabe des Werkes in 
vorliegender Ausstattung ermöglichen half. 

Der billige Preis des Buches sagt jedem Leser, daß wir nicht die Absicht haben, damit ein Geschäft 
zu machen. Wir wollen den Wünschen des Gärtners und Liebhabers in jeder Weise entgegenl<ommen 
und tun dies in der Hoffnung, daß unser Buch in die weitesten Kreise dringen und überall von unseren 
Bestrebungen Kunde geben möge. 

Wir wissen, daß diese erste Ausgabe in sehr vieler Hinsicht noch lückenhaft und besserungsbedürftig 
ist, und wir richten an alle Leser die inständige Bitte, uns auf alles das freundlichst aufmerksam zu 
machen, was ihnen auffällt und mißfällt. 

Wien, im März 1910. 
CAMILLO SCHNEIDER ERNST GRAF SILVA TAROUCA 

Generalsekretär Präsident 

der Dendrologischen Oesclischaft. der Dendrologischcn Gesellsclialt. 



VERZEICHNIS DER FARBIGEN TAFELN. 

Tafel I. Phlox suhiiluta im Alpinum zu Pruhonitz. —Frühlingsszenerie aus dem Türkenschanzparke 

in Wien mit Beri^enien iTitelbildl. 
Tafel 11. Szenerie ans dem Alpinum in Pruhonitz. — Frühlingsszenerie aus dem Alpinum in Kew 
Qardens (Seite .Sin. 
Tafel 111. CanipunuUi Por/cnscfikigia/w (Aufnahme von A. Purpus). — Große gelbe Qartenkrokus im 

Hort. Malonya (Seite 148). 
Tafel IV. Großblütiger Qartenrittersporn (Delpliiniiim ci///oriim-SoTten). — Helianllius rigidus var. 

Ligeri (Seite 178). 
Tafel V. Henierovaüh fulva (Aufnahme von A. Purpus). — Iris sibirica (Seite 220). 
Tafel VI. Lithospermum purpiireo-coeruleum. — Omplmlodes venia (beide Aufnahmen von A. Purpus) 
(Seite 250). 
Tafel VII. Meconopsis integrifoliu. — Qroßblütige deutsche Schwertlilien (Iris germanica-FoTmen) 

(Seite 256). 
Tafel VIII. Nvmpliaea Mariiucea roseu. — Nvmpliaea Fmebeli (beide Aufnahmen von A. Purpus) 

(Seite 270). 
Tafel IX. Chinesische Pfingstrose [Paeonia c/ii/iensis-Pormen). — Feld mit P/i/ox pctnicu/afa-Formen 

bei Qoos & Koenemann, Niederwalluf (Seite 282). 
Tafel X. Papavernudicuu/e-FoTmen. — Prinuilu Cockbwnkina (Seite 306). 
Tafel XI. Primula Silva Taroucana (P. Cockbuniiuna X /-". pulvenilentu) (Seite 316). 
Tafel XII. Saponaria ocvmoides. — Viola cormita ..Q. Wermig" (beide Aufnahmen von A. PL;rpus 
(Seite 389). 



ALPHABETISCHES VERZEICHNIS DER IM ALLGEMEINENTEIL 
EINGEORDNETEN SCHV/ARZEN ABBILDUNGEN. 

Iris germanica und Dianthus plumarius, Abb. 59, 

Seite 55. 
Iris putnila, Abb. 8, Seite 8. 
leontopodiiiiii alpinum, Abb. 41, Seite 40. 
Lcmopim vcinum und Primula acaulis, Abb. 15, 

Seite 12. 
liliiiin auratuin, Abb. 53, Seite 49. 
I.ilium croceum, Abb. 25, Seite 22. 
Narzissen. Abb. 10, Seite 9. 
Paeonia alhiflora. Abb. hO. Seife 56. 
Pi'iuiisiiunn dyinnotlirix] lu/i/oliam, Abb.26,Se\te 22. 
PniiiiikicIalKiraurea imiiSvmplivtumgrandiflorum, 

Abb. 12, Suite 10. 
Prinuila pulvenilenta. Abb. 47, Seite 44. 
Primula Sieboldii. Abb. 1 1 , Seite 9. 
Ptilotrichum [Iberis) cappadocicuin. Abb. 42, Seite 40. 
Rabatte aus Stauden und Halbstauden, Abb. 31, 

Seite 32. 
Rabatte aus Stauden und Sommerblumen, Abb. 30, 

Seite 27. 
Rindera {Mattiu) umbellata, Abb. 43, Seite 41. 
Rodgersia pinnata var. alba, Abb. 48, Seite 45. 
Salvia grandiflora und Digitalis lutea, Abb. 49, 

Seite 46. 
Seriecio clivonim, Abb. 50, Seite 47. 
Senecio Wilsonianus, Abb. 51, Seite 48. 
Stauden am Bache, Abb. 16, 17, 18 und 19, Seite 

13. 14 und 15. 
Staudengarten in Amerika, Abb. 29, Seite 26. 
Staudenrabatte in Köln, Abb. 28, Seite 24. 
Steingarten -Szenerie, Abb. 44 und 45, Seite 41 

und 42. 
Trollius hybridiis „Orange Qlobe", Abb. 52, Seite 49. 
Veratrum album, Abb. 13, Seite 11. 



Aetliionema diustropliis und grandiflorum. Abb. 35, 

Seite 36. 
Alpinum -Szenerie in Pruhonitz, Abb. 33 und 34, 

Seite 34 und 35. 
Alpinum-Szenerie in Purgstall, Abb. 36, Seite 37. 
Alyssum saxatile fl. pL, Abb. 37, Seite 38. 
Anchusa italica und Dictamnus, Abb. 32, Seite 33. 
Anemone japonica, Abb. 1, Seite 4. 
Anemone japonica „Königin Charlotte", Abb. 54, 

Seite 5(}. 
Aralia racemosa. Abb. 20, Seite 17. 
Ariemisia lactiflora. Abb. 56, Seite 52. 
Aspidium varium, Abb. 21, Seite 18. 
Aster alpiniis „Rex", Abb. 55, Seite 51. 
Astilbe hvbridu rosea, Abb. 61, Seite 57. 
Astilboides (Rodgersia] tabularis, Abb. 27. Seite 23. 
Aubrietia liybrida „Lavender", Abb. 38, Seite 38. 
Campaiuila pusi/la var. alba, Abb. 39, Seite 39. 
Colchicum autummile, Abb. 3, Seite 5. 
Crinum Powellii. Abb. 22, Seite 19. 
Crocus. Abb. 4, Seite 5. 
Delpliinium cultorum. Abb. 57, Seite 53. 
Diantliiis alpinus. Abb. 40, Seite 39. 
Dicentra speclabilis, Abb. 62, Seite 57. 
Eremurus robuslus, Abb. 23, Seite 20. 
Hupatoniiiii purpureum. Abb. 6, Seite 6. 
Oalaiillnis libi-csii und byzaiitinus, Abb. 14, Seite 1 1. 
Qartenkfdkus und Hric'a carnea. Abb. 9, Seite 8. 
Glockenblumen undüartenfingerhut, Abb.5,Seite 6. 
üunnera cliilensis. Abb. 24. Seite 21. 
üypsopliila repens \'ar. monstrosa, Abb. 58. Seite 54. 
Helleborus-W'j'hnAm, Abb. 46, Seite 43. 
Hemerocallis, Abb. 7, Seite 7. 
Herbstastern, Abb. 2, Seite 4. 



INHALT. 



Seite 

Verzeichnis der farbigen Abbildungen XI 

Alphabetisches Verzeichnis der im Allgemeinen Teil eingeordneten schwarzen Abbildungen XI 

ALLGEMEINER TEIL. 

I. Einleitung 1 

II. Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. Von £. (7/-a/'5//i'fl /"«/-oöffl .... 3 

III. Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. Von C. Schneider 17 

IV. Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. Von £. Ow/5//i'ß 7(Wo«a/ 33 

V. Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. Von Georg Areiuls in 

Gemeinschaft mit Hennann Zörnitz 43 

VI. Die besten Treibstauden. Bearbeitet von H. Zörnitz in Gemeinschaft mit O. Arenc/s .... 53 

Vll. Stauden zum Verwildern. Von Isti'iin Graf Ambrözy-Migazzi 58 

VIll. Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. Von Franz Zeman. Neu 

durchgesehen und ergänzt von Hermann Zörnitz 72 

BESONDERER TEIL. 
IX. Alphabetische Aufzählung aller zurzeit im Handel, beziehungsweise in Kultur befindlichen 
Gattungen, nebst Anführung der wichtigsten Arten und Formen mit kurzen Hinweisen auf 

ihre Kulturbedingungen, ihr Aussehen, ihre Blütezeit und ihren Kulturwert 81 

X. Liste der besten Sorten für den Blumenschnitt. In Gemeinschaft mit Georg Arends bearbeitet 
von H. Zörnitz 394 

XI. Staudenzusammenstellungen nach besonderen Bodenbedingungen (mit Ausschluß der For- 
men, die nur fürs Alpinum Wert haben): 396 

a) für normalen Boden und sonnige oder halbschattige Lagen 396 

bl für trockene, sonnige Lagen 397 

cl für feuchte oder wenigstens recht frisch humose Lagen 397 

d) Schattenpflanzen 398 

elUfer- und Wasserpflanzen 399 

XII. Liste der besten Arten und Formen für Steingärten und Trockenmauern. In Gemeinschaft 
mit C. Sclineidcr bearbeitet von H. Zörnitz 399 

XIII. Staudenzusammenstellungen nach der Blütezeit : 401 

al Frühblüher (Januar-März bis Ende Mai) 401 

b) Sommerblüher (Anfang Juni bis Ende August) 402 

c) Spätblüher (Anfang September bis November) 404 

XIV. Staudenzusammenstellungen nach Farben : 405 

a) weiße oder fast weiße Farbentöne 405 

b) gelbe oder orangene Farbentöne 406 

c) rosa, rote oder purpurne Farbentöne 407 

d) blaue, lila oder violette Farbentöne 408 

XV. Stauden mit schön gefärbten Früchten 409 

XVI. Stauden mit duftenden Blüten 409 

XVII. Stauden mit besonders schöner, bunter oder lange andauernder Belaubung, einschließlich 

der Farne 410 

XVIII. Schlingstauden 411 

XIX. Stauden für Rasenersatz und Polsterbildung 411 

XX. Stauden für Einfassungen 412 

XXI. Bienenstauden. Von V. Wüst 413 

XXll. Anmerkungen 415 



Tafel I. 




I^hlox snlmldta im Alpinuiu zu Priihonitz. 




Frühlingsszenerie aus dem Türkensclianzparke in Wien mit Bcrgenien. 



ALLGEMEINER TEIL. 



EINLEITUNG. 

Wie schon der Titel sagt, handelt es sich um ein Handbuch, worin alle zurzeit be- 
kannten, bei uns im Freien kulturfähigen Stauden besprochen werden 
sollen. Jedenfalls war es in erster Linie unsere .Absicht, ein Nachschlagebuch für 
den Pflanzenfreund und Gärtner zu schaffen, das möglichst alle in den Kata- 
logen der Staudengärtnereien geführten Arten und Formen verzeichnet und schnelle Auskunft 
über deren Kulturwert, Kulturfähigkeit und Verwendung gibt. Damit war der Rahmen für 
das Ganze gegeben, und es erwies sich die alphabetische Anordnung bei der Besprechung 
der einzelnen Pflanzen im besonderen Teil als die einzig brauchbare. Wir haben hier nach 
Möglichkeit die botanisch richtigen lateinischen Namen voranzustellen versucht, die geläu- 
figeren Gartennamen jedoch ebensowohl wie die vorhandenen deutschen Bezeichnungen 
berücksichtigt. Dabei vielen Formen eine wissenschaftliche Klarstellung angebracht erscheint, 
so haben wir in dem am Schlüsse des Buches zusammengestellten Anmerkungen manches 
zu erläutern getrachtet. Es sei aber immer von neuem betont, dal.l gerade die kritischen 
Gartenformen bisher botanisch noch sehr unvollkommen behandelt worden sind. 

Als in mancher Hinsicht schwierig erwies sich die Frage der Erwähnung oder Nichter- 
wähnung einer ganzen Anzahl von Gattungen. Wir haben alle Gattungen aufge- 
nommen, die im Handel dem Liebhaber angeboten zu werden pflegen, 
obwohl sicherlich nicht wenige darunter sind, die nur in den Katalogen sich finden. Solche 
Gattungen, die lediglich für erfahrene Blumenfreunde oder besondere Zwecke Wert haben, 
führen wir in kleinem Druck, und wir beschränken uns dabei auf ganz kurze Hinweise, 
ebenso bei einigen heimischen Pflanzen, die nur hier und da im Parke mit X'orteil verwendet 
werden können. Wir haben außerdem auch die empfindlicheren Alpinen, die eigentlich nur 
der erfahrene Kenner mit X'orteil kultivieren kann, ganz knapp behandelt, da es bereits ver- 
schiedene Sonderwerke über diese Pflanzen gibt und wahrscheinlich 1023 darüber ein neues 
Buch im N'erlage der „Gartenschönheit" erscheinen wird. 

Hingegen haben wir die Zwiebelgewächse. Farne und Wasserpflanzen durchweg zu den 
Stauden gezählt und auch Hinweise auf winterharte Kakteen, Agaven usw. nicht gescheut. 
Die Bambuseen sind aber als Holzpflanzen zu betrachten und wurden nicht mit unter die Gräser 
gerechnet, sondern im zweiten Kulturhandbuche »Unsere Freiland-Laubgehölze" behandelt. 

Bei so manchen Gattungen, wie etwa Helianlhemum, Iberis, Aethionema, ist es oft schwer 
zu entscheiden, ob wir noch eine Staude oder schon einen Halbstrauch oder Strauch vor 
uns haben. In solchen Fällen ergeben sich leicht Meinungsverschiedenheiten, weshalb der 
Leser auch das oben genannte Laubholzbuch mit zu Rate ziehen möge. 

Auch die Trennung der eigentlichen Stauden, welche meist über fünf Jahre sich halten, 
gegen die sog. „Halbstauden", deren Lebensdauer zwei bis drei Jahre beträgt (wie etwa 
Camparuila Medium, Cheiranthiis Cheiri, Viola tricolor). einerseits, und die sog. „Sommer- 
blumen" (Annuellen). die nur als einjährig zu behandeln sind, anderseits, ist nicht immer 
leicht. Es kann der Fall sein, daß eine Halbstaude in wärmerem Lager zur echten Staude 
wird, und umgekehrt eine Staude des Südens im .Norden als Halbstaude oder Sommer- 
blume zu bewerten ist. Bei .Malven. Altliaea rosea, und ähnlichen Pflanzen kommt es nicht 
selten vor, daß gewisse Sorten oder individuelle Pflanzen sich wie normale Stauden verhalten. 

Auch der Ausdruck „winterhart" oder „im Freien kulturfähig" ist kein eindeutiger. Wir 
haben natürlich auch solche Pflanzen, wie Gunnera, die nicht im eigentlichen Sinne winter- 

Silva Tarouca-Schneider, Unsere Freilandstauden, 3. .Auflage. 1 



2 Hinleitung. 

hart sind, mit aufgenommen. Ja selbst auf Nelutnbiiiiii muLiten wir hinweisen, da unter ge- 
wissen Bedingungen sich derartige Pflanzen ganz gut im Freien kultivieren lassen. Wenn wir 
das ganze Gebiet des einstigen Oesterreich-Ungarn in Betracht ziehen, so hätten wir noch 
auf gar manche südliche Formen hinweisen können, die im eigentlichen Mitteleuropa oder 
gar im Norden höchstens als Zierpflanzen für die warmen Sommermonate in Betracht kommen. 

Was wir in zweiter Linie in unserem Buche anstreben, ist die Vorführung möglichst 
zahlreicher Bilder. Wir wollen nur recht kurze Wortbeschreibungen, dafür desto leben- 
digere Bildschilderungen geben. Auch bei dieser Auflage ist der beschreibende Text so knapp 
wie möglich gehalten, die Zahl der Bilder konnte jedoch unter den heute herrschenden Ver- 
hältnissen nicht wesentlich erhöht werden, zumal einige ältere Abbildungen als unzulänglich 
ausgeschaltet wurden. Das Endziel wäre freilich, alle in ihrer Tracht als verschieden gekenn- 
zeichnete Formen im Bilde vorzuführen. 

Um nun aber dem Leser die Beurteilung des vorhandenen überreichen Stoffes zu ei^leich- 
tern, haben wir im allgemeinen Teil in verschiedenen Kapiteln diejenigen Formen und ihre 
Verwendung kurz behandelt, die für viele Gartenfreunde allein von Bedeutung sein werden. 
Die in der zweiten Auflage geführte tabellarische Hauptübersicht der wichtigsten Formen 
wurde aus verschiedenen Gründen in die dritte Auflage nicht mit übernommen. Dagegen 
wurden andere Tabellen eingehender ausgearbeitet. 

Die Bewertung der Formen ist immer eine in hohem Grade subjektive. Es erscheint 
nicht unangebracht, nachdrücklich darauf hinzuweisen, dalj die Begriffe schön und häßlich, 
gut und schlecht, oder was ja für uns oft dasselbe bedeutet, brauchbar und unbrauchbar, recht 
wandelbare sind. Es gibt zahllose Gartenfreunde, die immer nach den neuesten Kulturformen 
suchen, denen die grol.iblumigen oder die gefüllten Gartenformen alles sind, während sie 
die einfachblühenden Stammarten, mit den meist kleineren Blüten, als Unkraut abtun. Andere 
hinwiederum halten eine einfache, wilde Nachtviole für ungleich schöner als eine gefüllte, 
und erblicken in den riesenblütigen gefüllten Bellis perennis nur unschöne Kulturmonstro- 
sitäten im Vergleich zu den Ursprungsformen, .leder Standpunkt ist berechtigt. Wir haben 
daher nach Tunlichkeit dafür gesorgt, dal.) jeder, der das Buch benützt seinem Geschmack 
gemäß eine Auswahl treffen kann. Was wir wollen, ist Anregungen dazu zu geben, daß 
jeder Liebhaber nach Kräften sich bemühe, mit eigenen Augen zu sehen und nach seinen 
Neigungen die Pflanzen zu verwerten. An Auswahl fehlt es nicht, und jedes Jahr bringt uns 
Neues, sei es aus der Fremde, sei es aus den Kulturstätten unserer trefflichen Züchter. 

Seit dem Erscheinen der zweiten Auflage hat sich, wie wir schon im Vorwort betonten, ein 
für die Gechichte und Entwicklung unserer Gartenkultur sehr bedeutsames Ereignis vollzogen : 
die Gründung der Zeitschrift „Die Gartenschönheit". Die iVlitarbeiter unseres Buches 
sind auch Mitarbeiter dieser Zeitschrift, die sicherlich jedem unerer Leser wohl bekannt ist. 
Sie ermöglicht eine schnellere Verständigung aller Gartenfreunde und Fachleute von den 
Neuerscheinungen im Garten, als es ein Buch kann. Wir weisen in den Anmerkungen auf 
alles das in der Gartenschönheit Erschienene hin. das die Ausführungen unseres Buches ergänzt. 

Nicht minder weisen wir hin auf die Neuauflage von Karl Försters ,.\'om Blütengar- 
ten der Zukunft. Das neue Gartenjahr in Bildern und Erfahrungen aus dem Reiche der win- 
terharten Dauerpflanzen." Hierzu soll sehrbald ein Ergänzungsband erscheinen. Auch das Werk 
des gleichen Verfassers „ Winterharte Blütenstauden und Sträucher der Neuzeit" wird in diesem 
Jahre in neuer Auflage vorliegen. Diese Försterschen Bücher ergänzen in vortrefflicher Weise 
das unsrige. Förster ist bemüht, nur eine Auswahl des „Besten" zu geben, d. h. dessen, was 
er in seinen Kulturen in Bornim bei Potsdam erprobt hat. Da die Bedingungen bei ihm 
keine allzu günstigen sind, so meint Förster, daß d i e Sorten, die seine Prüfung bestanden, 
für die Allgemeinheit empfehlenswert sind. Förster ist ein sehr feinfühliger und sorglicher 
Beobachter, wie seine Schriften mit ihrer Fülle wertvoller und oft überraschend aufklären- 
der Angaben beweisen. Bei alledem ist naturgemäß jede Wertbemessung subjektiv, und es 
lassen sich aus Beobachtungen an einem Orte nur selten allgemein giltige Erfahrungen für 
ein so großes Kulturgebiet, wie wir es hier im Auge haben, — nämlich Mitteleuropa, mit Ein- 
schluß der Schweiz - ableiten. Soweit sich Försters Angaben mit den in Ronsdorf, Nieder- 
walluf. Pruhonitz, Purgstall und Malonya gewonnenen decken, ist ein Rückschluß auf einen 
allgemeinen X'erwendungswert wohl berechtigt. Für manche Gebietsteile fehlen aber noch 
Kulturstätten, namentlich für die wärmeren kontinentalen ungarischen, die teilweise wesent- 
lich andere Bedingungen bieten. Deshalb ist es für uns von höchstem Werte, von ernsten Garten- 



Die Stauden in der landschaftliclien Anlage, im Parke. 3 

freunden, die mit Umsicht und Bedacht zu Werke gehen, aus den verschiedenen Gegenden Hin- 
weise zu erhalten, wenn unsere Angaben sich als unzureichend oder gar als falsch erweisen. 

Ganz besonders aber müssen wir betonen, dal.l jede Sortenprüfung sich auf Standorts- 
pflanzen, welche eine ganze Reihe von .lahren ihren Platz bewohnen, beziehen mulj. Erst 
dann läßt sich sagen, ob gewisse als junge Kulturpflanzen sehr üppig und schön blühende 
Formen wirklich so wertvoll sind, wie die Züchter uns glauben lassen. Es gibt unter dem 
„Neuen", mag es anscheinend auch eine „X'erbesserung " darstellen, viele Sorten, die selbst bei 
guter Pflege in einigen Jahren an Üppigkeit. GrölJe und Farbe der Blüten sehr verlieren, 
weit mehr als es bei älteren Sorten der Fall ist. Deshalb ist das Neueste, mag es auch 
zunächst besser erscheinen, in Wirklichkeit nicht immer das Beste. Denn jede /Is/^r, Paeonie, 
P/zto-Sorteusw.mul.) doch eine Reihe von .lahren, je nach der Lebensdauer ihres Geschlechtes, 
bei guter Pflege schön bleiben oder sich in ihrer Wirkung steigern. Wenn sie also nach drei 
bis vier oder mehr Jahren wohl gröl.ier wird, aber in bezug auf Blütenreichtum und Schön- 
heit trotz aller Pflege Einbul.ie erleidet, so ist sie eben doch minderwertig. 

Ein gewisses Maß von Erfahrung in Pflanzenkultur müssen wir um so mehr bei dem Leser 
voraussetzen, als es ganz unmöglich ist. aus Büchern so etwas zu erlernen. Wir können nur 
kurz andeuten, worauf es bei den einzelnen Formen ankommt, und vor allem wie man sie 
verwenden kann. 

Wir wiederholen zum Schluß unsere Bitte, es mögen alle Leser daran mitarbeiten, daß 
das Buch sich in weiteren .Auflagen immer mehr vervollkommne und den Bedürfnissen der 
Gartenfreunde und Gärtner anpasse. 

11. 

DIE STAUDEN IN DER LANDSCHAFTLICHEN ANLAGE, IM PARKE. 

Von Ernst Graf Silva Tarouca. 

Die mannigfaltige \'erwendung von Stauden im Landschal'tsgarten ist im Laufe der letzten 
Jahrzehnte immer mehr Mode geworden; diese Tatsache mag einerseits mit dem Streben der 
letzten Kunstperiode nach möglichster Naturwahrheit zusammenhängen, andererseits mit dem 
Umstände, daß die Durchforschung fremder Ländergebiete nicht nur reiche Pflanzenschätze 
den Kulturen zugeführt, sondern auch aus der Beobachtung der für bestimmte Lagen in diesen 
neueriorschten Gegenden charakteristischen X'egetationsbilder dem schöpferischen Geiste 
des Gartenkünstlers neue X'orbilder geboten hat. 

Der Landschaftsgärtner schafft mit dem ^\aterial, das Natur und Kunst ihm bieten, Bilder, 
.le nach dem Gelän'de wird seine Aufgabe eine verschiedene sein. Einmal handelt es sich um 
ein großartiges Landschaftsbild mit weit ausblickender Perspektive, das eine großzügige Be- 
handlung von X'ordergrund. Mittelgrund und Hintergrund erfordert, dann wieder ist die Klein- 
malerei am Platze, die im engen Rahmen ein intimes Bildchen hinzaubert. Im ersten Falle 
werden die Stauden nur etwas Leben und Farbe in die Landschaft zu bringen haben; im 
anderen spielen sie oft die Hauptrolle, ihre richtige Verwendung gibt dem Bilde erst den 
natürlichen Charakter und die wahre Stimmung. 

Die Kunst des Landschaftsgärtners besteht wohl hauptsächlich in der Ausnutzung der ge- 
botenen Hilfsmittel und Terrainverhältnisse zur Gestaltung immer neuer charakteristischer 
Bilder. Größe, Tiefe, Ruhe, Vorherrschen dunkler Töne in der Landschaft geben dieser einen 
ernsten Charakter, während Licht und bunte Farben im Zusammenwirken mit viel Bewegung 
in den Linien und kleineren Verhältnissen in den Formen dem Bilde Heiterkeit und Lieblich- 
keit verteihen. — Je mehr .Abwechslung geboten wird, desto interessanter ist ein Landschafts- 
garten; dasselbe gilt von der X'erwendung der Stauden im Landschaftsbilde. 

XX'ie ich im großen durch Massenanpflanzung bunter Gehölze Farbenwirkungen erzielen 
muß, so kann ich dies auch im kleinen durch Massenanpflanzung verschieden blühender Stau- 
den. XX'ir dürt'en indes unsere Stauden nicht gedankenlos auspflanzen, sondern müssen sie 
unter Berücksichtigung ihrer Farbe und Gestalt am Zustandekommen immer wechselnder 
Bilder im Landschaftsgarten mitwirken lassen. 

Bei der X'erwendung von Stauden im Landschaftsgarten wären nachstehende Grundsätze 
zu beachten : 

1. Man soll immernur gleichzeitig blühende Stauden in einer Gruppe, bzw. Partie, 
zusammenpflanzen. XVenn neben und zwischen einer Gruppe blühender Stauden verblühte 



4 Die Stauden in der landschiaftliclien Anlage, im Partce. 

und halbvertrocknete Pflanzen stehen, so sieht das abscheulich und unordentlich aus. Eine 
Gruppe in voller Blüte fesselt das Auge; ist sie aber abgeblüht, so sieht man gar nicht hin, 
vorausgesetzt, daß der Park grolj genug ist und der Aufmerksamkeit des Beschauers genügend 




Anemone /(ipon/rii. iapanlsche Anemonen, im Parke iplioi 



andere Punkte der Betrachtung bietet. Übrigens kann man die abgeblühten Stengel auch einfach 

abschneiden, ein Verfahren, das bei vielen Stauden einen zweiten Flor im Herbst herbeiführt. 

2. Von jeder Art und Farbe sollen immer möglichst viele zusammenge- 




Abb. 2. Herbstastern im Parl^e 



Die Stauden in der landscliaftlichen Anlage, im Parke. 




uunminalf, Herbstzeitln^e 



im Ra 



pflanzt werden. Ob nun die Stauden in Trupps zu 5—15 E.xemplaren möglichst unge- 
künstelt und unregelmäLiig im Rasen verteilt werden, oder ob sie in gemischten unregel- 
mäßigen Rabatten als Vorpflanzung vor Gehölzgruppen dienen — Farben und Formen wirken 
nur bei Massenpflanzung. Ein einzelner Eremurus sieht auf einer großen Rasenfläche aus 
wie ein einzelner Storch in der Wüste, während ein Trupp von 1 — 20 Eremurus sehr stattlich 




Abb. 4. Crociis im Rasen (J. Veitch & Sonsi. 



wirkt; eine Paeonia chinensis in einer Vase ist sehr hübsch anzusehen, eine Päonienstaude auf 
einer großen Wiese sieht man gar nicht, während die weißen, rosa und roten Blütenmassen von 
ein paar hundert Päonien, zwanglos in Trupps von 3 — 6 Pflanzen im Rasen zerstreut, schon 
aus der Ferne großartig wirken. Pflanzt man rote, blaue, gelbe und weiße Stauden auf einer 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parl<e. 




Abb. 5. Staudenvorpflanzung im Parl\e aus großblütigen Glockenblumen und Garten-Fingerhut, 
vorn verblühte Schwertlilien (phot. Heicke, Frankfurt a. ^\^. 



Rabatte wild durcheinander, so sieht das in der Nähe besehen, bunt und hübsch aus: aus der 
Ferne bctraclitet, wirkt es aber verschwommen, unddie Farben kommen gar nicht zur Geltung, 




Abb. b. tupatoniim purpureum, Kunigundenkraut im Parke zu Eisgrub, 1,25 m (Orig.). 

während größere rote, blaue, gelbe und weiße Farbenflecke, unregelmäßig aneinandergefügt, 
auch aus der Ferne einen lebendigen, leuchtenden, abwechslungsreichen Eindruck machen. 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 7 

Durch die Gruppierung größerer Staudenmengen gleicher Art und Farbe kann der Land- 
schaftsgärtner im Anschluß an verschieden gefärbte Baum- und Gehölzpartien auf die pla- 
stische Wirkung der betreffenden Pflanzung, sowie auf die Farbenwirkung des Landschafts- 
bildes Einfluß nehmen. 

Jede große Gehölzgruppe wirkt durch ihre F^orm und ihre mehr oder weniger bewegten 
Linien; die zurücktretenden Partien, die Einbuchtungen und tiefen Winkel der Gruppe wirken 
dunkel, die vorspringenden Ecken und Ausbuchtungen heller. Diesen plastischen Eindruck 
kann ich nun dadurch steigern, daß ich in die Einbuchtungen dunkelfarbene Gehölze (Schwarz- 
kiefern, dunkelgrüne Tannen. Blutbuchen u. a.), in die Ausbuchtungen hellfarbene und leuch- 
tende Gehölze pflanze, z. B. weiße und blaue Abies concolor, Picea piingens, weiß- und gelb- 
bunte Laubhöizer, Silberpappeln u. a. 

Nach demselben Grundsatze werde ich große Staudengruppen in der Art bepflanzen, daß 
ich im Hintergrunde mehr dunkelblühende, im Vordergrunde und besonders an vorsprin- 
genden Ecken der Gruppe hellblühende Stauden anbringe, um die erwähnte plastische 
Wirkung zu erzielen. Es empfiehlt sich jedoch, die hellblühenden Stauden nicht etwa band- 
artig und schichtenweise in Farbenabstufungen \'or die dunkelblühenden zu pflanzen, sondern 
dem ganzen Blumenbilde durch die vorspringenden weißen, leuchtendgelben, rosa- oder hell- 
blaufarbenen Staudenpartien gewissermaßen Lichter aufzusetzen und durch den Gegensatz 
der Farbenwirkung der ganzen Pflanzung mehr Leben und Bewegung zu geben. 

Durch Farbengegensätze lassen sich überhaupt hübsche Wirkungen erzielen. 




Abb. 7. /ieriierocal/is-Gruppen im Parke von Pruhonitz (Orig.) 



Während ich durch Vorpflanzung von ähnlich gefärbten Stauden vor hell- oder dunkel- 
wirkenden Gehölzen (z. B. blauen Eryngiiim. Echinops oder Delphiniiim vor blauweißen 
Koniferen, roten Papaver Orientale oder violetten Campanula macrantlia vor Blutbuchen) 
oder durch Vorpflanzung möglichst buntgemischter Perennen vor buntblättrigen oder bunt- 
blühenden Gehölzen die einheitliche Wirkung dieser Gruppe zu steigern suche, werde ich 



8 Die Stauden in der landscliaftliclien Anlage, im Parke. 

durch Vorpflanzen von hellen oder leuchtendgefärbten Stauden vor dunklen Gehölzen und 
umgekehrt überraschende Farbengegensätze erzielen, z. B. mit dem weißen Chrysanthemum 




Mall h Irispiinnli Zwtrsj Schwertlilien im F^nrke phof. Heicke, Frankfurt .i.M.i 




7, im Hintergr 
Malonya (üng.). 



inks Gahintliiis 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




niaxiinurn, der grellroten Lychnis chalcedonica, dem Papaver Orientale vor und zwischen 
saftiggrünen Koniferen, den leuchtend gelben Doronimm, Trollius u. a. vor und zwischen 
Blutbuchen, Prunus Pissardü, Berberis vulgaris atropurpurea, ferner mit den weil.i-blau-rosa- 
violett blühenden Herbstastern vor den im Herbst in allen Schattierungen von Rot prangen- 
den amerikanischen Eichen, mit den blutroten Paeonia officinalis vor silberweißen Elaeag- 




nus usw. Abwechslung in der Farbenzusammenstellung ist nicht genug zu empfehlen, je 
nachdem die Wirkung der Pflanzung in Übereinstimmung mit dem umliegenden Landschafts- 
bild eine ruhige, ernste oder bewegte und heitere sein soll. 

Einmal verwende man Stauden in allen Schattierungen einer Farbe, dann wieder Stauden 
in nur zwei oder höchstens drei Farben, z. B. Genliana acaulis und Primula rosea grandi- 



10 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 



flora, Pyrethnim rosenm und Liimm perenne, rote Geuin und gelbe Meconopsis, blaue Myo- 
sotis und orangegelbe Trolliiis. gelbe Doroniciiin caucasiciiin und rosa Ihalictrum aquilegi- 
Jolium oder Diciamnus Fraxinella, sowie blaue und weiße Campanula perskifolia, blaue Del- 
phinium, ferner weiße und rosa Malva moschata, rote Chelone barbata, gelbe Gaillardien und 
weiße Chrysantliemum maxinium u. a. Auch die Pflanzung einer Staudengruppe in allen Far- 
ben wird zuweilen am Platze sein. 

3. Gestalt und Größe der Stauden ist bei ihrer Verwendung im Landschaftsgarten 
ebenso zu berücksichtigen wie ihre Farbe, und es ist bei der Pflanzung von Stauden ver- 
schiedener Größe, also hochwachsender, mittelhoher und niedriger Stauden, nicht nur Ab- 
wechslung ratsam, sondern auch zu beobachten, daß sie sich ihrer Umgebung harmonisch 
anpassen. 

Je großartiger das Landschaftsbild ist, in dessen Rahmen Farbenwirkungen durch Anpflan- 



^^■J.v 



^^ 






'V: 



zung von Stauden erzielt werden sollen, desto größere Massen von um so höheren und stark- 
wüchsigeren Stauden müssen zur Verwendung kommen ; je intimer, abgeschlossener und 
kleiner das Landschaftsbild ist. desto mehr niedrige und bescheidener auftretende Stauden 
können da ihren Platz finden. An solchen Orten werden wir auch unsere seltenen und in- 
teressanten Pflanzen unterbringen, da sie hier zur Geltung kommen und sorgsamer gepflegt 
werden können, während sie. die in Massen nicht zur Verfügung sind, in den großen An- 
pflanzungen sich verlieren müssen. 

So werde ich auf einer lauschigen, halbschattigen Blöße, zwischen Laub- und Nadelholz- 
gruppen, möglichst natürlich meine Cypripedien. Cyclanien, Soldanella montana, Sangui- 
narla canadensis. Trillium, Podophylliim, Priinitla Sieholdii und andere pflanzen, imd datnit 
ein Stimmungsbild nach Vorbildern schaffen, die uns von Spaziergängen im duftigen Gebirgs- 
walde in lieber Erinnerung geblieben sind. Oder ich v\'erde einen sonnigen, trockenen Hang 
gleich beim Wege mit einem rot-rosa-weiß-blauen Teppich von niedrigem Frühjahrs-Z^A/oj: 
schmücken und dazwischen und weiter hinten Büsche von Antkericum, Armeria, Antennaria. 
Alyssum, Achillea, Pliysalis u. a. ungezwungen anbringen. Habe ich es jedoch mit einem 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




rniark (piu 



großen Landschaftsbilde zu tun. soll ich zwischen Gruppen alter Bäume, am Rande eines 
großen Teiches, an den Ufern eines durch ausgedehnte Wiesen zwischen mächtigen Baum- 
gruppen hinflieüenden Baches Stauden pflanzen, die auch von fern gesehen wirken sollen. 



1t .^ ^ . * 









Abb. 14. Galanthtis Elwesii und byzantinns, schon stark verblüht, in Malonya (Orig.i 



dann muß ich truppweise die großen Stauden verwenden, hochwachsende Iris, Hemero- 
callis, Astilbe, Filipendula, Rodgersia, Tlialictnim, Delphininm, Aconitum, Digitalis, Herbst- 
astern. Solidago, Helenium, Helianthus, Silphiuni, Polygonum, Heracleum u. a. 

Vorpflanzungen vor Gehölzgruppen sollen auch nicht schablonenhaft angeordnet werden, 
sondern es empfiehlt sich, im Hintergrunde hochwachsende, weiter vorn aber mittlere und 



12 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 






niedrige Stauden in natürlicher, der Ortlichkeit entsprechender Abwechslung zu pflanzen. 
Zwischen den mittleren und niedrigen Partien kann dann hier und dort wieder eine Anzahl 
hoher Stauden im Vordergrunde und truppweise im Rasen verstreut angebracht werden. 

4. Aus alledem geht hervor, dal.i der Landschaftsgärtner, bevor erden Entschlul.l falJt, diese 
oder jene Stauden hier oder dort, zu diesem oder jenem Zwecke zu verwenden, über Blüte- 
zeit. Farbe. Gröl.le und Gestalt der zu wählenden Stauden im Klaren sein muH; der wich- 
tigsteGrundsatz aber sei für ihn : S i c h i m m e r v o n d e r g r o ß e n Le h r m e i s t e r i n , 
der Natur, bei seinem künstlerischen Walten leiten zu lassen! 

Wenn der Besucher eines 
großen Parks, wie das tat- 
sächlich vorgekommen ist, 
in dessen entlegenstem Tei- 
le plötzlich auf einer Wiese 
zwischen großartigen alten 
Baumgruppen arabeskenar- 
tigen, regelmäßig angeleg- 
ten Staudenbeeten begegnet, 
oder wenn der malerische 
Eindruck einer ausgedehn- 
ten Teichpartie, deren Um- 
rahmung zum Teil aus.einer 
verwilderten Aue. zum Teil 
aus alten Baumgruppen be- 
steht, die an das Wasser her- 
antreten, dadurch gestört 
wird, daß die freien Stellen 
des Ufers mit im Rasen zer- 
streuten kreisrunden, ellip- 
tischen und anderen geome- 
trisch geformten Stauden- 
pflanzungen in regelmäßi- 
gen Abständen „verziert" er- 
scheinen. — so muß das wie 

eine moralische Ohrfeige 
empfunden werden und je- 
dem denkenden Naturfreund 
den Magen umdrehen ! 

Indernächsten Umgebung 
des Schlosses, der \'illa oder 
eines Gartenhauses erschei- 
nen reiche Schmuckpartien 
berechtigt, die dem Liebha- 
ber gestatten, im Anschluß 
an blühende und buntbelaubte Gehölze durch Massenpflanzung schönblühender Stauden 
Farben-Orgien im Rahmen der Qartenlandschaft zu feiern. In den entfernteren Teilen des 
Parkes wird der Gartenkünstler sein Streben darauf richten müssen, schöne und interessante 
Vegetationsbilder zu schaffen, welche sich dem Charakter der gegebenen verschiedenen Par- 
tien des Parkes möglichst natürlich anpassen. Im Schatten und Halbschatten des Nadelwaldes 
gedeihen andere Stauden als in dem der Laubbäume: auf nassen Wiesen andere als auf trok- 
kenen Hügeln und Abhängen; die X'egetation der sumpfigen Umgebung eines Teiches oder 
Wasserlaufes ist eine andere als die einer lauschigen Waldblöße usw. 

Wer .'^ugen hat zu sehen, wird in der Natur Vorbildern für die N'erwendung charakteristischer 
Stauden für die verschiedenen Standorte in Hülle und Fülle begegnen: Wer in den Alpen die 
Wonne des ersten Frühlings erleben durfte, erinnert sich mit Entzücken der Farbenpracht, 
welche die Frühlingssonne auf die im ersten, saftigen Grün prangenden Wiesen zaubert: 
ganze Flächen weißer Narässus poi'ticus, dazwischen große blaue, gelbe und rosa Flecke 
von Genüana excisa und verna, Aqiiilegia, Primula elatior, acaidis und farinosa und rosa 












rojinii 1 



nnm. Qartenkrokus, und Priniiila acuulis 
in Malonya (Orig.). 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




Abb. 16. Stauden am Bache in Qlenside, im Juni ipli.>t. Richard 




Abb. 17. Stauden am Bache in Glenside, im Juni iphot. Richard Rothei. 



14 



Die Stauden in der landscliaftliclien Anlage, im Parl<e. 



Cardamine pratensis u. a.. während über dem umgebenden dunklen Nadelwald die noch in 
weißer Schneedecke glänzenden Bergriesen emporragen. Oder lassen wir noch andere Er- 
innerungen aufleben: Zwischen Felsen auf einer Waldblölk in den Vorbergen üppige tielle- 
boriis m'ger m\i ihren großen weißen Blüten unter duftenden rosablühenden Daphne mezereum- 
Gebüschen, während ein dichter Rasen roter Erica carnea den Boden bis unter die Fichten 
und Kiefern überzieht: - 

am Waldrand zwischen den noch nicht aus dem Winterschlaf erwachten Laubhölzern tau- 
sende von weißen, gelben, violetten Crocus. weißen Schneeglöckchen, Cardamine trijoliata, 
Anemone nemorosa und Isopyruni thalictroides, gelben Primula und Adonis vernalis^ blauen 
Scilla, Hepatica, Myosotis, Pulmonaria usw.; — 

im Frühsommer auf freien, sonnigen Blößen des im vollen Laubschmuck dastehenden 




Abb. 18. Bach-Behandlung in einem amerikanischen Liebhaber-Garten, Phoenixville, Pa. 

(phot. Richard Ruihe). 



Buchen- und Eichenwaldes ganze Gruppen von rosaroten Liliam martagon und Dictamnus 
neben Büschen von blauen Campanula persicifolia und carpatica, rosa Malva moschata, rosa 
oder gelblichen Digitalis, violetten Lunaria und Hesperis, rotem und violettem Geranium, 
rosa und weißem Thalictrum aqailegiifolium. gelben Doroniciim im Schatten und an son- 
nigen, trockenen Stellen die weiße Graslilie, Anthcricum Liliago, und blaue Veronica spicata; — 

in der oberen Waldregion der Alpen zwischen Legföhren, saftigen Vaccinien-Polstern und 
niedrigem Rasen, aus dem nickende violette Campanula Scheuchzeri, weiße Anemone narcissi- 
flora, duftige rosa Dianthus superbus und blaue Myosotis alpestris hervorleuchten, hohe 
Büsche von dunkelblauem Aconitum Napellus, rosa Lilium Martagon, weißem Veratrum album, 
dunkelroten Oentiana purpurea und gelben Gentiana lutea; — 

ein trockener Abhang, spärlich beschattet von einzelnen Kiefern und Birken, zwischen dor- 
nigen Sträuchern, wilden Prunus, niederen Rosen und grünem, goldgelb blühenden Ginster 
und Besenpfriemen blühen die anspruchslosen Achillea, weiße und rote Antennaria, weiße 
Graslilien (Antliertcum), blaue, rosa und gelbe Papilionaceen (Astragalus, Oxytropis, Ononis, 
Coronilla u.a.), Steinnelken, Iris punula, germanica, nudicaulis u.a.,h\aue Veronica prostrata, 
rosa Armeria, gelbe Alyssum saxatile, Potentilla- und Helianthemum- Arten ; — 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 15 

am rauschenden Gebirgsbach im Halbschatten derW'eißerlen und Weiden, an denen weiße 
Clematis und blaue Atragenc mdAmsch emporranken, blühen zwischen den Steinen des Ufers, 
üppigen Farnkräutern und breitblättrigen Petasites hohe Stauden : rosa Aderiostyles, weiße 
Rananculus aconitifolhis, blaue Mulgediiini, Delplüniuiu, rosa Thalictnim aqiiilegifolium, weiße 
Filipendiila Ulmaria u. a. m.. während der träge Wasserlauf des Wiesenbaches in der Ebene 
die Ansiedlung verschiedener Schilfarten, rosablühender Butomus unibellatus, gelber Iris 
Pseiidacorus und weißer Alisma und Sagittaria in seinem Bette gestattet. An seinen Ufern 
erheben sich im Schatten derSchwarzerlen, Ulmen und Weiden große Blattpflanzen: Spiraeen, 
gelbe Lvsiniachia, rosa Lythnim u. a. ; — 

die feuchte Wiese, die er in vielen Windungen durchrinnt, schmückt sich im Laufe der 
Jahreszeiten mit goldgelben Callha palustris, rosa Lyc/inis F/os-cuculi . /ris Sibirien, Prirmila 




Abb. 19. Bach-Behandlung in einem amerikanischen Liebhaber-Garten, Fhoeni 
(phut. Richard Ratlu-i. 



elatior, Gladioliis paliister, weißflaumigem Wollgras (Eriopliorum), gelben Trollius, blauen 
Myosotis palustris und an sumpfigen Plätzen Menyanthes trifoliata, Calla palustris, Coma- 
rum palustre etc. — Ergießt der Bach sich in einen Teich, so bleibt das N'egetationsbild ziem- 
lich unverändert, nur die Verhältnisse werden größer und malerischer: der weite Wasser- 
spiegel, auf dem weiße Xymphaeen und gelbe Nupliar sich schaukeln, das rauschende Schilf 
und Rohrdickicht am Einlauf des Baches und die großartigen Gruppen alter Bäume, die das 
Landschaftsbild abschließen ! 

Der Gartenkünstler. der ausgestattet mit einem warmen Herzen und offenem Sinn für die 
Schönheit der Natur manch anmutige Gegend durchwandert hat, wird sich noch vieler, vieler 
Bilder erinnern, deren Nachahmung imd Wiedergabe im Rahmen seiner Parkanlagen ihm 
möglich und anstrebenswert erscheinen muß. V^'ir haben die vorstehenden Typen deshalb 
so ausführlich behandelt, weil wir meinen, daß uns nunmehr über die Verwendung der Stau- 
den im Landschaftsgarten nichts weiter zu sagen erübrigt als die Empfehlung, in die Vege- 
tationsbilder, die wir in der Heimat der Natur abgeguckt haben, im \'erein mit den Stauden, 
deren Standorte und natürliches Vorkommen wir beobachten konnten, noch die verwandten 
ausländischen und die aus den Gartenkulturen neu hervorgegangenen Formen einzufügen. 



16 Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 

So können wir beispielsweise das Frühlingsbild der blühenden Wiesen bereichern mit den 
verschiedenen Arten von Narzissen und Tazetten, Hyazinthen und Tulpen, Aquilegien, Garten- 
primeln usw.; — 

die Waldblöße wird das farbenprächtigste Vegetationsbild ergeben, wenn wir unter und 
vor die Kiefern und andere Koniferen winterharte Rhododendren und Azaleen pflanzen und 
zu den Urica und Helleboriis niger die schönen vielfarbigen Helleborus-\\yhx\Atn hinzuge- 
sellen; für den Sommer und Herbstflor können wir hier auch Lilien in verschiedenen Sorten 
truppweise ansiedeln; — 

der natürlichen Flora des lichten Laubwaldes und seiner sonnenbeschienenen Ränder 
fügen wir im Frühjahr allerlei Zwiebel- und Knollengewächse hinzu, wie Hrythronium, Scilla, 
Chionodoxa, Fritillarien, Dicentra. Gartenranunkeln, Gartenanemonen, Omphalodes verna, 
Vinco. Gartenvarietäten von Viola odorata, Adonis, Anchusa. Paeonia usw., im Sommer die 
verschiedenen Aconitum. Adenophora, Asclepias, Asfilbe, Filipendula, Thalictnim, Buphthal- 
mum, Campanula, Digitalis, Chelone barbata, Delphinium, Geranium, Geiim, Helenium, 
Iniila. Lathyrus latifolius, Orobus, Pentstemon, Pyrethnim, u. a., im Herbst die schöne Ane- 
mone japonica, Herbstastern, Helianthiis-kritn, Solidago u. a. : — 

den Blütenschmuck der trockenen Hügel und Abhänge vermehren wir durch Massen- 
pflanzungen von kriechendem Frühjahrs-A'Ä/ai', Anthemis. Irisflorentina, Saliireja alpina 
und grandiflora. Sciitellaria macrantha. Dianthiis plumarius, Sedum spurium u. a., Stachys 
grandiflora, gelben, weißen und roten Achillea pendulina und Millefoliuui, Asplwdelus luteus 
und ramosus, Physalis Alkckengi und Franchetii, Echinops humilis. Erynguim-kxitn, Cir- 
sium Velenovskyi u. a., während wir die einheimischen, bescheidenen Prunus durch ge- 
fülltblühende japanische u. a., die einheimischen Rosen durch Schlingrosen und andere win- 
terharte Rosenhybriden ersetzen und außerdem noch Cytisus purpureus, Lonicera Alberti, 
Cotoneaster und andere Felsensträucher dazwischenpflanzen; — 

an Bachufern und Teichrändern ist der Platz für große Blattpflanzen und Ziergräser: Hera- 
cleum, Polygonum, Rheum. Qunnera, Bocconia, Miscanthus, öynerium, Ligularien u. a., ver- 
schiedene //7s-Arten, Eremurus, Hemerocallis, Montbretien ; an feuchten sonnigen Stellen 
Iris ochroleuca undKämpferi, die schönen Senecio Clivorum. Veitcliianus und Wilsonianus. 
verschiedene Staudenspieren, Astilbe und Thalictrum. die chinesischen Aconitum, Artemisia, 
lactea, endlich in mehr sumfpigem Wiesengrund die schönen Sumpfprimeln: Primula denti- 
culata, rosea grandiflora, japonica, Cockburniana und pulverulenta. Daß auf dem Wasser- 
spiegel von Teichen, die jahraus, jahrein gleichmäßig gespannt bleiben, die herrlichen winter- 
harten Nymphaeen nicht fehlen dürfen, ist selbstverständlich. 

Wie schon bemerkt, braucht auf ausgesprochenen Schmuckpartien, z. B. in der Nähe des 
Wohnhauses, auf naturgemäße Charakterisierung keine Rücksicht genommen zu werden; 
aber auch hier muß unser Streben darauf gerichtet sein, ein harmonisch wirkendes Land- 
schaftsbild zu schaffen. Nicht in geometrischen Figuren, geraden Linien und regelmäßigen 
Beeten, sondern in natürlichen, ungezwungen in die Rasenflächen vorspringenden An- 
ordnungen werden wir hier als Vorpflanzung vor bunten Gehölzen, vor und zwischen schön- 
blühenden Ziersträuchern unsere farbenprächtigen Papaver Orientale. Paeonia chinensis, Phlox 
paniculala-Formen. Delp/iinium-Uyhridcn. Gladiolen und Gaillardien usw. in großen Massen 
verwenden und damit blendende Effekte erzielen, die im Gegensatz zu den ruhigeren 
Vegetationsbildern des Naturparks vom feinfühligen Besucher als angenehme Abwechslung 
empfunden werden. 

Je mehr der Gartenkünstler nach der Natur zu schaffen bestrebt ist, desto sicherer wird 
er sein Ziel erreichen: Natur, wenn auch bereicherte und veredelte Natur! 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



DIE STAUDEN 
IN DER ARCHITEKTONISCHEN ANLAGE, IM GARTEN. 

Von Camillo Schneider. 

Wollten wir im Garten (im Gegensatz zum Park oder der landschaftlichen Anlage, wovon 
im vorhergehenden Abschnitte die Rede war) wirklich Stauden sehen, so mußten wir bis 
vor kurzem in die alten Bauerngärten gehen die sich noch hier und da auf dem Lande finden. 




Abb. 20. Arali^ 



Dort treffen wir heute noch, wie in alter Zeit, die Pfingstrose, die Akelei, den Eisenhut, die 
brennende Liebe, das fliegende Herz, die Bartnelke, die Aurikel, die Flammenblume, die Salbei, 
die Narzisse, die Kaiserkrone und vor allem viele Gewürzstauden, wie sie seit Jahrhunderten 
vom Volke mit Vorliebe gepflegt werden. 

Solch Bauerngarten kann im bunten Gemisch dieser Stauden, denen sich noch viele Sommer- 
blumen gesellen, vom ersten Frühlingstag bis spät in den November wechselreiche Bilder 
zeigen, die uns weit mehr anheimeln als die so glatten, geleckten und gezierten Blumenbeete, 
die wir leider auch heute noch zu oft in unseren Villengärten finden. 

Wenn die Stauden noch immer nicht in jedem Garten zu ihrem Rechte kommen, liegt dies 
einmal daran, daß die Gartenbesitzer nicht mehr wie früher sich selbst im Garten betätigen, 
nicht mehr jenes innige Verständnis für Pflanzenschönheit besitzen, durch das sich noch 
unsere Großeltern so oft auszeichneten. Die ganze Entwicklung der Neuzeit hat bei den 
meisten Menschen die innigen Beziehungen zur Heimstätte gelockert, so daß sie sich nur 
als flüchtige Gäste in ihren Landsitzen und Gärten fühlen, deren Ausschmückung sie dem 
Ermessen von Fachleuten überlassen. 

Silva Tarouca-Schneider, Unsere Freilandstauden, 3. Auflage. 2 



Die Stauden in der arclnitel<tonischen Anlage, im Garten. 



In Ländern, wo das nicht in dem Maße wie bei uns der Fall ist, wo sich die alte Ober- 
lieferung erhalten hat. wie in England, finden wir auch die Stauden in reichstem Maße im 
Garten verwendet. Aus England haben wir uns ja so viele Anregungen zur Ausgestaltung 
der Gärten geholt. Immerhin hat es den Anschein, als ob gerade in der schweren Nachkriegs- 
zeit auch bei uns eine stärkere Rückkehr zum Garten einsetzt. Die während der Kriegsjahre 
und infolge des für uns so unglücklichen Kriegsausganges immer stärker einsetzende Ent- 
wicklung der Schrebergärten und das hoffentlich von Jahr zu Jahr bedeutsamer anwachsende 
Siedlungswesen dürften zu einer neuen Blütezeit des Hausgartens führen-. Wird dabei auch 
das Nützliche das Ausschlaggebende sein, so wird man immer mehr trachten, es mit dem 
Angenehmen zu verbinden. Der alte bewährte Typ des Bauerngarten wird in mannigfaltiger 
Weise neu belebt und den eigenartigen wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Zeit angepaßt 




Abb. 21. Aspidiuin variuin, 80 



■werden. Doch diese Fragen können wir hier nur ganz kurz streifen und wollen lediglich mit 
flüchtigen Strichen andeuten, wie man im Garten und überhaupt in der architektonischen 
Anlage Stauden verwenden kann und auf welche Sorten wir dabei insbesondere unser Augen- 
merk richten müssen. 

Für sich allein können wir Stauden hauptsächlich auf dreierlei Weise unterbringen : als 
Einzelpflanze, als Gruppe oder kleines Beet und als Staudenrabatte. 

In den Rabatten werden wir oft mit Vorteil Sommerblumen zu Hilfe nehmen. Schließlich 
verdienen die Staudenpflanzungen in Verbindung mit Gehölzen einige Worte, obwohl das 
Wichtigste darüber im Abschnitt Park bereits gesagt wurde. 

Die im Garten in Betracht kommenden Sorten werden sich in erster Linie mit denen decken, 
die in Abschnitt V empfohlen werden. Allein der echte Pflanzenfreund wird (abgesehen von 
Alpinen, die für sich im Abschnitt IV behandelt werden) doch gewiß hier und da eine der 
vielen selteneren Arten einschalten, die in der Hauptliste im besonderen Teile angegeben 
sind, wo die Leser auch alle näheren Angaben über die im folgenden genannten Formen, 
ihre Verwendung und Kultur finden. 

Sehen wir uns zunächst einmal die Sorten an, die für E i n z e I p f I a n z u n g oder für Q r u p- 
pen von mehreren Exemplaren (die aber wie eine einzige Pflanze wirken), in Be- 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. ig 

tracht kommen. Da haben wir von Blütenpflanzen: Acanthits longifoLius und tnollis: Aconi- 
tum; Althaea rosea pletia; Artemlsia lactijlora; Aruncus Sylvester var. KneiffU; hohe Herbst- 
astern, vor allem die Sorten von Aster novi-belgii; Anchiisa italica „Dropmore Var.'"; 
Astilbe Arendsii- und rosea-¥ oxm&n: Bocconia cordata: Centaurea ruthenica; Cephalaria ta- 
tarica ; Cimicifuga racemosa, Delpliinium cultorum ..K i n g o f D e 1 p h i n i u m s" oder andere 
der besonders empfohlenen Sorten ; Dicentra spectabilis; Doronicuin plantagineutn excelsum : 
Ecliinops spfiaerocephalus; Erenuinis robust us; Eryngiuni-HyhnAtn; Helenium autumnale 
„Gartensonne" u. a. ; Helianthus nuiltiflorus maximus und H. rigidus var. Ligeri; Lupi- 
nus polypliyllus roseus; Monarda didytna „CambridgeScarlet"; Paeonia clünensis, die 
im besonderen Teil geführten Sorten ; Papaver Orientale „G o 1 i a t h" u. a. : hohe Phlox 
paniculata-Sorten: Rudbeckia laciniata ..Qo\dha\\";Senecio climnim, Veitcliianus, Wilso- 




Abb. 22. Criniiin Powiilii, Hakenlilie, 1,2 m (pliot. .A. Purpu 



nianusu. a.; Thalictrum acpnlegiijolium; Veratrum californicumnx\d nigrum ; Verbascum pan- 
nosum und Hybriden u. a. m. i 

All die obengenannten Pflanzen sind in starken, mehrjährigen, gut gepflegten Einzelstücken 
oder zu zwei bis drei zusammen auf Rasengrund, sowie in architektonischer Umgebung 
sehr wirkungsvoll. 

Ähnliches gilt von Blattpflanzen und Gräsern, wie z.B. Aralia californica, Erianthus, Gun- 
nera, Gynerium, Gymnothrix. Heracleum giganteum. Miscanthus, Rlieum, Rodgersia, Saxi- 
fraga peltata u. a. m. Sie sind zum Teil seit langem für solche Zwecke im Gebrauch, und 
man vergleiche die diesem Abschnitte eingefügten Abbildungen. 

Wenn ich mich nun zu den Gruppenstauden wende , so meine ich solche , die . zu 
mehreren Exemplaren gepflanzt, eine mittelhohe oder auch niedrige, sattgefärbte Gruppe er- 
geben. Derartige mit einer einzigen Sorte bepflanzte Beete sind gerade im Garten leicht unter- 
zubringen und passen in architektonische Gliederungen ausgezeichnet hinein. Sie wirken 
viel besser als die üblichen Sommerpflanzen oder gar sogenannte Teppichbeete. Man kann dabei 
verschiedene Arten vereinigen, die sich in der Blüte folgen, doch ist dies nicht in dem Maße 
möglich wie bei den noch zu behandelnden gemischten Staudenrabatten. 

2* 



20 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



Ich hebe folgende Sorten als sehr geeignet für kleine Gruppenbeete hervor: Achillea 
Millefolium „C e r i s e Queen" und Ptarmica /7. /?/. ,,P e r r y s Weiße"; Aetheopappus pul- 
cherrimiis : Anthemis Kehvayi: Anemone japonica .,A 1 i c e". „Luise U h i n k" u. a. : Aquilegia 
haylodgensis, Helenae und andere Hybriden; Arabis albida //. pl.; Aster alpinus-, Amellus- 
und andere niedrige und mittelhohe Sorten; Barbaraea vulgaris fl. pl.; Campanula carpa- 
tica compacta und persicifolia „d i e F e e". sowie pers. gigantea plana Moerheimi u. a.; Cen- 
taurea montana rosea; Chelone barbat a; Chrysanthemum maximum-Soxitn: Coreopsis 
lunceolata oculata: Delphinium-Uyhnden in verschiedenen Farben; Dianthus superbus und 
D. plumarius in ihren Formen; Dicentra spectabilis; Euphorbia polychroma; Eryngium 




■ Abb. 23. Erenmrus robustus, Lilienschweif, 2 m (phot. Heicke, Frankfurt a. m. 



Zabeln, ■ Filipendula-Arten, Funkia Sieboldüu. ^.\ Qaillardia-¥ormtn; Geranium sanguineum; 
Helenium Hoopesii; Hemerocallis in verschiedenen Formen ; Iieucltera-Y\yhr\ditn ; Incarvillea 
grandiflora: Iris germanica, die in der Liste hervorgehobenen Sorten, sowie Interregna- und 
pumila-F ormtn; Liatris pycnospica; Lilium candidum, croceum, regale, tigrinumu. a. in ihren 
Formen; Lychnis chalcedonica und Viscaria splendens pleno; Myosotis palustris semperflorens 
„Perlevon Ronnenberg"; Oenothera speciosa hybrida ; Paeonia chinensis, in den in dem 
besonderen Teile hervorgehobenen Sorten, sowie P. Wittmanniana; Papaver Orientale „Pr'in- 
cess Victoria Luise", „Württembergi a" u. a. m., auch P. nudicaule in allen Far- 
ben; Phlox paniculata in sehr vielen Sorten, sowie Ph. divaricata Laphami „P errysVar."; 
Platycodon grandiflorum Mariesii; Polemonium Richardsonii , Primula Auricula, P. elatior 



Die Stauden in der architelvtonisclien Anlage, im Garten. 



aurea grandißora, P. japonica. P. pulveriilenta, P. rosea grandiflora u. a. m.; Pyrethrum- 
Hybriden in einfachen und gefüllten Sorten, Rudbeckia speciosa u. a. ; Saponaria officinalis 
plana; Sidakea „R o s y g e m" ; Solidago aspera; Stachys grandiflora superba; Statice Gme- 
linü, Limonium u. a. ; Tradescantia virginica: Tritoma Tuckeri, 7>o///«s-Hybriden; Veronica 
Hendersonii; Viola cornuta „G. Wermig"; und viele andere mehr. 

Um auch das zeitige Frühjahr auszunützen, kann man Zwiebelgewächse wie Chionodoxa, 
Crocus, Erantliis, Galanthiis.Scilla u. a. m. genügend tief ( 1 5 bis 20 cm) zwischen solcheStauden 
einpflanzen, die für den Sommerflor bestimmt sind, wie z. B. Federnelken, Gaillardien, 
Oenotheren usw. Für den ersten Flor lassen sich ferner Primula acaiilis, japonica, pni- 




Abb. 24. Gunneni clülensi. 



,5 in (Orig.) 



Iioniciana, rosea, Omphalodes verna, Bellis perennis, Veilchen, Narzissen, Iris pumila und 
ähnliche verwenden, auf die dann Sommer- oder Spätblüher wie orientalischer Mohn, Trollius, 
Doronicum, Rittersporn, japanische Anemonen, Utvhsi-Plüox und ähnliche mehr folgen 
können. Die Beete dürfen aber nicht zu klein sein, damit man soviel Pflanzen geben kann, 
um bei jedem Flor eine abgeschlossene Wirkung zu erzielen. 

Ehe wir nun auf die gemischten Staudenrabatten eingehen, wollen wir noch kurz auf 
wertvolle Einfassungs pflanzen hinweisen, da diese gerade in kleinen Gärten, 
wie überhaupt in architektonischen Anlagen, eine bedeutende Rolle spielen. Es seien genannt: 
Alyssum saxatile compactum. Antennaria tomentosa, Arabis albida grandiflora superba. Are- 
naria graminifolia, Armeria Laucheana, Arrhenatherum bulbosum fol. var., Aster alpinus su- 
perbus, Aubrietia deltoidea-Formcn, Bellis perennis-F ormcn. Brunella grandißora, Carnpa- 
nula carpatica compacta, C. glomerata acaulis, C. piisilla, Cerastium Biebersteinii, Crucia- 
nella stylosa, Diantlius caesius, D. deltoides „Brillant", D. plumarius, niedrigste Formen, 
Festuca glauca, F. scoparia, Funkia Fortiineiu. a., Gentiana Gentianella, Iberis sempervirens. 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 




Abb. 25. Liliiim croanim, orangerote LiHe, 40 cm (Orig..Verric-res 




Abb. 26. Pcnnisetum (Oviiirioi/inxi iaiijolinii 



„weißer Zwerg", Iris piimila-¥or- 
men, Linaria Cymbalaria globosa, 
*Molinia coeriilea varieg., Phlox 
setacea-F oxmtn. Saponaria ocy- 
moides, Saxifraga Arendsii, caes- 
pitosa , muscoides , Rliei superba 
u. a.. Sedtini albuni, S. spurium u. 
a., Sempervivuin-¥ ovme,n, Stacliys 
lanata, Thymus lanuginosus , Ve- 
ronica oricntalis, "Vinca, * Viola 
cuculata u. a. m. Die genannten 
vertragen Sonne, die mit * bezeich- 
neten auch Schatten ; für solche 
Lagen l<ommen noch in Betracht 
Primula elatior und vulgaris, dann 
vor allem Asarum und Epimedium- 
Arten. Man vergleiche auch die 
Liste der Schattenpflanzen. 

Wichtig sind auch die Boden- 
bekleidungspflanzen für den Gar- 
ten, um schattige oder sonnige 
Stellen gleichmäßig zu überziehen. 
Solche Sorten finden wir vor allem 
unter den alpinen Gewächsen, wel- 
che Polster oder Rasen bilden, wie 
etwa Arabis albida. Iberis semper- 
virens, viele Saxifragen usw. Wir 
haben sie zum Teil unter den Einfas- 
sungspflanzen schon mitgenannt 
und führen sie auch in Liste XIX. 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



Wir kommen nun zur Besprechung der gemischten Staudenrabatten, wie sie 
mit F-Jecht sich immer mehr bei uns einzubürgern beginnen. Die Bepflanzung einer solchen 
Staudenrabatte, die je nach Tunlichkeit vom Mai bis in den Herbst hinein einen lebendigen 
Flor bieten soll, gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Staudenfreundes. Es gibt hier 
so mancherlei zu beachten, wozu eine gründliche Kenntnis der verschiedenen Formen, die 
zur Verwendung gelangen, unerläßlich ist. Wir müssen ihre Tracht, ihre Blütezeit und -dauer 
und die Wirkung ihrer Farben genau kennen, damit wir uns schon \'or dem Pflanzen ein Bild 

vondemEffekt machen können, den 

wir erzielen wollen. Selbstverständ- 
lich hat hier der persönliche Ge- 
schmack des Gartenfreundes freien 
Spielraum. Er kann die Farben nach 
Belieben mischen und bald ein Meer 
bunt durcheinanderwogender Töne 

erzeugen, bald einen gewissen 
gleichmäl.iigen Rhythmus eintreten 
lassen, indem sich von Zeit zu Zeit 
die gleichenFarbenstimmungen wie- 
derholen, oder indem verschiedene 
volle Töne miteinander abwechseln. 

Um unseren Lesern verschiedene 
Ideen zur Bepflanzung solcher Ra- 
batten bieten zu können, haben wir 
erfahrene Staudenkenner aus der 
Reihe unserer Mitarbeiter gebeten, 
uns einige erprobte Bepflanzungs- 

pläne zusammenzustellen. Herr 
Arends war so gütig, uns einige 
Entwürfe für solche Rabatten zu sen- 
den, in denen sich in gewissen Ab- 
ständen die gleichenFarbentöne wie- 
derholen. Solche Anordnungen pflegen im allgemeinen ruhiger und kräftiger zu wirken als 
die ganz bunten Rabatten, wie wir sie dann noch besprechen werden. Natürlich ist es eines- 
teils Geschmackssache, ob wir diese oder jene Form wählen, andernteils kommt es ganz auf 
die Ortlichkeit an. wo die Pflanzen zur Geltung kommen sollen. 

Wir geben zuerst die Entwürfe von Arends für eine schmälere, einseitige Rabatte 
mitdrei Pflanzenreihen. Die Entfernungen der Pflanzen unter sich sind immer gleich 
bemessen und richten sich nach dem Umfang der stärksten Einzelpflanzen. Demgemäß muß 
man von schwächer wachsenden Formen entsprechend mehr (3 bis 5) Stücke einsetzen, 
um den gleichen Raum gut auszufüllen. 

1 2 3 4 5 ö 12 hohe ( 1 — 1 ,2 w \ 




Abb. 27. Astilboides (Rodgersia) tabulaiis, 0,b / 



mittelhohe 



Sorten 



niedrige 
Einfassung 



Erster Bepflanzungsplan (Einfassung: Armeria ruaritima, Wlarosa) : 



1. Phlox paniculata „Württembergia", leuchtend 

rosa 

2. Aster-UyhnAn „Eos", rosa 

3. Delphiniiiin Belladonna „Persimmon", lichtblau 

4. Phlox paniculata „Septemberglut", feurigrot 

5. Cimicifuga japonica, weiß 

6. Lychnis chalcedonica. leuchtend rot 

7. Campanula persicifolia, blau 

8. Papaver Orientale „Prinzeß Viktoria Luise", 

lachsrosa, und Oypsophila paniculata fl. pl., 
weiß gefüllt 

9. Aster Amellus „Rudolf Goethe", lavendelblau 



10. Rudbeckia speciosa. leuchtend gelb 

1 1 . Paeonia officinalis plena, rot 

12. Chrysanthemum muxinuini „Stern von Ant- 

werpen", weiß 

13. Centaurea montana, blau 

14. Solidago virgaurea nana, gelb 

15. Inula glandulosa. gelb, und Campanula glo- 

merata dahurica und superba, violett 

16. Achitlea Millefoüum „Cerise Queen", rot 

17. Popaver nudicaule. ge\b 

18. Viola cjrnuta „G. Wermig", blau 



Die Stauden in der architel<tonischen Anlage, im Qarten. 



Zweiter Bepflanzungsplan (Einfassung: Phlo\ setacea „Brightness". leuchtend rosa): 



1. ßf/pA/n/üOTÄf/to/o/zn« „Lamartine",dunkelblau 

2. Lupinus polypkyllus albus, weiß 

3. tieleniam punülum magnificum. gelb 

4. Phlox pankiilata „Widar", violettblau mit 

weißer Mitte 

5. Aster cordifoliüs „Ideal", lila 

6. Monarda ciidyma satmonea, lachsrosa 

7. Iris germanica puttida dalmutica. lichtblau 

8. Aster Amellus „Wienholzi", rosa 

9. Pyreihnim liybridum „James Kelway", leuchtend 

scharlachkarmin 



10. Iris germanica .Mithras", gelb und braun 

11. Achillea filipendulina „Parkers Var.", gelb 

12. Aquilegia vulgaris „Hybriden", weiß, blau, 

rosa 

13. Achillea MiLlefolium „Cerise Queen", kirschrot 

14. Tradescantia virginica alba, weiß 

15. Campanula carpatica, b\a.u 

16. Centaurea niontana rosea. rosa 

17. Sedum Fabaria „Brillant", leuchtend rot 

18. Dianthus plumarius „Diamant", weiß 



Es folgen nun sechs weitere Entwürfe von Arends für eine breitere vierreihige 
Rabatte, die ebenfalls einseitig gedacht ist. 

12 3 4 5 12 höchste (1,5-2 m] 



hohe (1 — 1 
2 mittelhohe 



niedrige 
Einfassungen 



Sorten 



Erster Bepflanzungsplan (Einfassung: 

1. Delphinium cultorum „Excelsior", leuchtend 

kobaltblau 

2. Aster novae-angliac „Lill Fardell", karmin 

3. Solidago Shortii, goldgelb 

4. Clirysanthenuini scrotinnm. weiß 

5. Rudbeciiiu nitida „Herbstsonne", goldgelb 

0. Papavcr oiientaie. rot, und Anemone japonica 
„Luise Uhink", weiß 

7. Phlox puniculata „Imperator", karmin 

8. Lupinus polypliyllus roseu^i, rosa 

9. Plilox panivulüta „Frl. v. Laßberg", weiß 



Iberis sempervirens „Weißer Zwerg", weiß): 

10. Asier-Wyhndt „Heiderose", rosa 

1 1. Rudbcckia speciosa. orangegelb 

12. Trollius liybridus „Orange Giobe", orangegelb 
l.V Campanula ghinenita supcrba, tief violettblau 

14. Chrysaritlicinuni nia.xinunn seiniplenum. weiß-. 

15. Iris germanica „Rheinnixe", rein weiß und veil- 

chenblau 

1(1. Polemonium Ricliardsonii. himmelblau 

17. Sedum Fabaria, rosa 

18. Campanula carpatica, hellblau 

]'■>. Polemonium Ricliardsonii albnni. weiß 

20. Aster novi-belgii „Plejad", purpurrot 




Abb. 28. Staudenrabatte in einer öffentlichen Anlage zu Köln a. Rhein. 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



Zweiter Bepflanzungsplan (Einfassung : Armeria maritima Lauche ana, rot) : 

10. Monarda didyma „Cambridge Scarlet", schar- 



1. Aster novi-belgii „Tom Sawyer" mattblau 

2. Rudbeckia laciniata „Goldball", gelb 

3. Delphinium cultorum „King of Delphiniums", 

tiefblau 

4. Helianthiis (Harpaliuin) rigiüus senüpleniis, hell- 

gelb 

5. Echinops Ritro, blau 

6. Rudbeckia purpurea, vveinrot 

7. PÄtojrpan/cü/fl'a „Elisabeth Campbell", leuch- 

tend karminrosa und weiß 

8. Qypsophila paniculata J'l. pL. weiß gefüllt 

9. Aster cordifotius „Ideal", lila 

Dritter Bepflanzungsplan (Einfassung 

1. Aconitum Nape/liis variegutiim. Iiellblau 

2. Helianthus (HarpuUnm) rigidüs Ligeri, hellgelb 

3. Aster novi-belgii „L^xenAeX" , hellavendelblau 

4. Solidago aspera, goldgelb 

5. Altliaea rosea pletui, rosa gefüllt 

6. Plilox paniculata „Loki", rosa 

7. PaeoniacliinensisJi.pl., rosa 

8. Delphinium cultorum „Mrs. Thomson", leuch- 

tend blau mit weiß 

9. Paeonia clünensis pleno, weiß 

10. Astilbe Arendsii „Granat", feurig karmin 



lachrot 

1 1 . Campanula peisicifolia „Moerheimi", weiß 

12. .Aquilegia vulgaris hybrida, rosa oder rot 

13. Anemone juponica „Alice", rosa 

14. Scabiosa cuucasica, hellblau 

15. Veronica Hendersonii. tiefblau 

16. Iris pumilu hybrida cyunea, dunkelviolett 

17. Centaurca montana alba, weiß 

18. Papaver nudicaule miniatum, orangerot 

19. Heucliera sanguinea. blutrot 

20. Arabis albidafl. pl., weiß 

: Sa.xifraga Arendsii „Blütenteppich", rosa) : 

11. Iris germanica „Mrs. H. Darwin", weiß 

12. Campanula persicifolia grandiflora. hellblau 

13. Iris germanica spectubilis. dunkelviolett 

14. Aquilegia caerulea „Hybriden", blau, weiß, 

rosa, purpurn u. a. 

15. Hemerocallis hybrida „Sovereign", hellorange- 

gelb 

16. Lyclinis Viscaria splendens pleno, karmin 

17. Veronica incana, tiefblau 

18. Aster subcoeruleus floribundus, lila 

19. Campanula carpatica pelviforniis, hellblau 

20. Centaurea moritcma rosea, rosa 



Vierter Bepflanzungsplan (Einfassung : Aster alpimis superbiis, lila) : 



1. Helenium (///to//W((/^ „Gartensonne", goldgelb 

und samtbraun 

2. Astilbe Arendsii „Hyacinth", leuchtend lilarosa 

3. Aster novae-angliae „Treasure", violettblau 

4. Aconitum Napellus „Spark's Var.", tiefblau 

5. Cimicifuga racemosa, weiß 

6. Lupinus polyphyllus, blau 

7. Paeonia cliinensis „Marie Jacquin", lichtrosa 

und rahmgelb 

8. Campanula macrantha, tiefblauviolett 

9. Helenium pumilum magnificum. goldgelb 
10. Lupinus polyphyllus albus, weiß 



11. Iris germanica „Mme. Chereau", reinweiß mit 

lila 

12. Achillea Ptarmica „Perrys weiße", weiß 

13. Trollius japonicus „Excelsior". orangerot 

14. Campanula persicifolia „Backhousei", weiß 

15. .\chiUea jilipenduiinu. sattgelb 

1 6. Centaurea montana grandiflora blau 

17. ,4.s/(7--Hybride „Mad. Cocheux". rosa-lila 

18. Oeum fieldreichii splcndcns, leuchtend orange 

19. Diantlius plumarius „Delicata", seidig-lilarosa 

20. Stuchys (Betonica) grandiflora superba , heW- 

purpurn 



Fünfter Bepflanzungsplan. Blau-weiße Gruppe 
(Einfassung: Aiibrietia tauricola. blau): 

Ch r vsa n th cmum m a.xim um 



1. Delphinium cultorum „King of Delphiniums", 

2. Chrysanthemum serotinum, weil.! (blau 

3. As/fr-Hybride „N. A. Baumann", violett 

4. Delphinium cultorum. „Wilhelm Stör", blau 

5. Aster pulcherrimus albus weiß 

6. Lupinus polyphyllus. blau 

7. CaiupaiuiUi luiicruut/ia alba, weiß 

8. Iris gcrniunicu „Prinzel.l Beatrice", tiefblau 

9. Lupirius polyphyllus albus, weiß 

10. Campanula macrantha superba, blau violett 

11. Aster Aniellus ..Rudolf Goethe", dunkellila 



uiplenuni, weiß 

13. Salvia ncmorosa. blauviolett 

14. Pvrcthiiim hvbridum „Bella Blonde", weiß 

gefüllt 

15. Ei-igei-on-Hy\>x\Ae „Lasur", lila 

16. Campanula glomerata dahurica und superba, 

violett 

17. Tradescuntia virginica alba, weiß 

18. Viola cornuta „0. Wermig", blau 

19. Dianlhus plumarius .Diamant", weiß 

20. Polcmonium Richardsonii, blau 



Sechster Bepf lanzungspl; 
(Einfassung: Iberis sempervirens 



1. Aster novae-angliae „Lill Fardell", rot 

2. Delphinium Belladonna „Moerheimi", weiß 

3. Monarda didyma „Cambridge Scarlet", rot 

4. /Isfer-Hybride „Blütenwolke", weiß 

5. Aster novae-ajigliae „Mrs. Raynor". rot 

6. Astilbe Arendsii „Granat", rot 

7. Clirysanthemum maximum „Weißer Stern " , weiß 

8. Phlox paniculata „Imperator", karminrot 

9. L-'apaver Orientale „Goliath", scharlach-karmin. 

und Gypsophila paniculata fl. pl, weiß gefüllt 



in. Rot-weiße Gruppe 
.Weißer Zwerg", weiß) : 
Phlox paniculata „Frl. v. Lassberg", weiß 
Oeum coccineum pl. .Mrs. Bradshaw", rot 
Achillea Ptarmica „Perrys weiße", weiß 
Centranthus ruber coccineus, rot 
Pyretlvum hybr-idum ..James Kelway", rot 
Iris germanica „Mrs. Darwin", weiß 
Achillea Millefolium ..Cerise Queen", rot 
Campanula carpatica alba, weiß 
Sedum Fabaria „Brillant", karminrot 
Lychnis Viscaria splendens pleno, rot 
Astilbe Arendsii „Deutschland", weiß 



26 Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Qarten. 

Die von Herrn M. J. G o o s für die 2. Auflage gegebenen Vorschläge für Staudenrabatten 
wurden, da unser verehrter iWitarbeiter verstorben ist, durch die Firma Goos & Koenemann 
neu bearbeitet. Wir möchten aber die beherzigenswerten Worte, die Goos damals voran- 
schickte, auch heute wiederholen. 

„Die in der ersten Auflage gegebenen Bepflanzungsvorschläge wurden seit ihrer Bekannt- 
gabe häufig in Wirklichkeit ausgeführt und haben dem Besitzer Freude und Befriedigung 
gewährt. Nur darf man sich nicht verhehlen, dal.) eine solche grol.ie gemischte Rabatte mit 
ihrer herrlichen Farbenwirkung nur dann ihre Schönheit sich erhält, wenn die Bedingungen 
des Gedeihens aller ihrer Bewohner gleichmäl.lig erfüllt sind, und ferner eine regelmäßig 




Abb. 29. Aus einem amerikanischen Staudengarten, Ende Mai, Chelten House, Elkins Park, Pa. 

(phot. Richard Rothe). 



ordnende Hand tätig ist, die diese Pflanze in ihrer Überfülle von Wachstum und Ge- 
deihen einhält, jene durch besondere Pflege unterstützt usw. und so die Harmonie des 
ganzen Eindruckes erhält, was viele Zeit und Mühe erfordert. 

Bei dem Erscheinen und der Heranzucht immer neuer Spielarten und ebenso der Ein- 
führung neuer Arten wird man auch sein Augenmerk darauf richten müssen, die gering- 
wertigeren Pflanzen gegen die Verbesserungen auszutauschen, wie es bei den hier gegebenen 
Bepflanzungsvorschlägen durchgeführt wurde. 

Weit leichter gestaltet sich die Bepflanzung von Staudenrabatten, wenn man ihre Blüte- 
zeit nur auf eine kurze Zeit des .Jahres beschränkt, wenn man also mit anderen Worten 
getrennte Frühjahrs-, Sommer- und Herbstrabatten pflanzt, je nach dem Wunsche des Be- 
sitzers. Der Eindruck einer solchen Pflanzung, wo auf eine kurze Zeit alles blüht, gestaltet 
sich naturgemäß verhältnismäßig außerordentlich viel wirkungsvoller. — Wer es also er- 
möglichen kann, sich in seinem Garten Blütenbilder getrennt, beispielsweise von Anfang 
April bis Mitte Juni, dann von Anfang Juli bis Mitte August und wieder von Anfang Sep- 
tember bis Mitte Oktober zu schaffen und wo die Verhältnisse so liegen, daß die abgeblühten 
Rabatten nicht störend fürs Auge wirken, dem ist nicht dringlich genug zu raten, sich be- 
sondere Plätze für seine Frühjahrs-, Sommer- und Herbststauden zu wählen. Hier ist ein 
Erfolg fast immer sicher und der Genuß an einer solchen Pflanzung ist eigentlich immer reiz- 



Die Stauden in der architeMonischen Anlage, im Garten. 27 

voller, weil das Gebotene ein vollkommenes abgerundetes Bild gibt. Ganz besonders anzu- 
raten ist diese Art der Pflanzung ja natürlich auch für denjenigen, der sich nur bestimmte 
Zeit im Jahre seines Gartens erfreuen kann ; — wie häufig tritt an den Privatgärtner der 
Wunsch seiner Herrschaft heran, für eine ganz bestimmte Zeit, oft wenige Wochen, Blüten- 
bilder zu schaffen ; mit Hilfe solcher Sonderrabatten hat er es dann in der Hand, diese Wünsche 
mit Leichtigkeit zu erfüllen. Nachstehend wird an einigen Beispielen die Art der Bepflanzung 
solcher Sonderrabatten näher erläutert. Da die Mannigfaltigkeit des Materials in Form und 
Farbe eine sehr große ist. so wird sich — anlehnend — jeder leicht nach seinen beson- 
deren Liebhabereien und Wünschen eine Bepflanzung zusammenstellen können. 




Abb. 30. Rabatte aus Stauden und Somnierblumen im Park zu Sanssouci. (Orig.). 



Für sehr große Anlagen eignen sich zur Einfassung langer, breiter und gerader Hauptwege 
mehrere Meter breite Rabatten, die in der Art bepflanzt sind, daß nur bestimmte Stauden- 
und Halbstaudenformen besonders dekorativer Art, deren Laub nach und vor der Blüte nicht 
stört, wie z. B. Paeonia chinensis, Iris germanica. Delp/üiiium-Hyhviden, Plilox panicidata, 
Anemone japonica, Chrysanthemum indicum, Canna, Dahlien usw. usw., in den feinsten Spiel- 
arten in starken Pflanzen über die ganze Länge der Rabatte unter sich abwechselnd verteilt 
sind. Es wird also beispielsweise zur Zeit der Päonienblüte ein langes breites Blütenband 
entstehen, das dann, nach dem Abblühen der Päonien, wieder durch eine andere Staude, 
beispielsweise die Delphinien. in ähnlicher Art ergänzt wird und so fort. 

Die Pflanzen einer solchen Rabatte müssen natürlich in großen Entfernungen von ein- 
ander stehen, damit sie sich nach allen Seiten hin voll entwickeln und von Jahr zu Jahr 
an Schönheit und Stärke zunehmen können. 

Sie bedürfen daher auch einer besonders guten Pflege und jährlicher ergiebiger 
Düngung. Dann aber ist auch die perspektivische Wirkung einer solchen Anpflanzung ge- 
radezu bezaubernd. — Die breiten Zwischenräume zwischen diesen Standpflanzen, vielmehr 
Schaupflanzen, besetzt man entweder mit jährlich wechselndem Sommerflor oder mit niedrig- 
bleibenden Stauden in großen Gruppen. Als Einfassung wähle man entweder Aster alpinus 
siiperbus, Campanula carpathica compacta, Federnelken, kleinblättrige Funkien, Iris pumila- 
Hybriden (l), Iberis sempervirens „ViJtiÜiev Zwerg" , Armeria maritima oder andere". 



28 Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 

Es mögen nun die einzelnen Beispiele folgen. Aus den Grundrissen usw. ersehen die Leser 
alles. Der IV\aßstab ist immer der gleiche. 

a. Frühjahrs-Rabatte. 

Die Rabatte von 3 m Breite ist als Frühjahrsrabatte gedacht. Wir haben hier versucht, 
Vertretern unter den frühblühenden Ziergehölzen einmal zu ihrem Recht zu verhelfen, indem 
wir solche in weiten Abständen in der Staudenrabatte verteilt haben. Die Wirkung ist eine 
schöne: die Schönheit dieser Ziersträucher kommt in der Stauden-Rabatte viel mehr zur 
Geltung als in Gehölzgruppen unter dem Druck stärker wachsender Sträucher und Bäume, 
wo man sie oft nur ein gequältes Dasein fristen sieht. 

Warnen möchten wir aber vor einer zu reichlichen Verwendung von Gehölzen in der 
Stauden-Rabatte und besonders solcher Arten, die sich stark entwickeln und in der Rabatte 
zu viel Raum beanspruchen. Es werden daher in der Hauptsache solche Sträucher vorge- 
schlagen, die am zweijährigen Holze blühen und zweckmäßig jedes Jahr durch Rückschneiden 
der abgeblühten Triebe in entsprechender Größe gehalten werden können. 

Die Anordnung der Stauden ist aus dem Plane leicht ersichtlich, sie ist in größeren und 
kleineren Streifen kulissenartig ausgeführt, auf diese Art kommt die Zusammenwirkung der 
Farben viel besser zur Geltung. Eine Umarbeitung einer solchen Rabatte nach 3 — 4 Jahren 
ist notwendig. 




Piiniulii ili'iitiriilatu i^randifloni, lila 

Aruhiy alhida IL pleno, weiß 

l'aixivcr niiiliiiinlc. gemischte Farben, weiß, 
,UX-lb. orange 

Liipinus polypliyllus roseus, reinrosa 

Ccntiiurca niontana <^randiflora, blau 

Phlox divaricata, blaßblau 

AIvssuni siixatile fl. pL, goldgelb 

Aster sninocnileus „Artemis", zartlila 

DdroriK Ulli Columnae, gelb 

Ciiiiipiiiiuhi persicifolia <rrüudiflorü alba, weiß 

tlcpulica aiicriilosa. hellblau 

A(/udix'i(i liclcnac. blau mit weiß 

Heuilieiv sariQuineu „Feuerrispe", feurig pur- 
purrot 

Ainhiisa mvosudifloni, hellblau 



!(///; 



ilir 



iiitlia 



Ah 



Polcmoniuiii Rickardsoiui, himmelblau 

Aubriciia liyrii ..Purpurteppich", dimkclviolett 

Primuki ucüiilis ..Primrose", hellgelb 

Hpimcduuu WussvliUimim, rot 

Ancliusa myosotidiflora, hellblau 

Trollius „üoldqucile", gelborange 

Liipiniis polyphyllüs snpcrbus. blau 

Viscaria vii/<rans spicndcns plena, magentarot 

Phlox aiiiocna, magentarot 

Aster alpinus ,,Rex", weichlila 

Iris piiindii cxrcisa, ockergelb 

Viscaria viüiraris spicndcns picna, magentarot 

Phlox divaricata Laphaiiii, hinunelblau 

Liipinus polyphyüns albus, weiß 

Triüiuiu graudifloruni. weiß 

Doronicuni caucusicum, gelb 



32. Iris Interregna „Frithjof", lavendelblau 

33. Aubrietia hybrida „Dr. Mules", dunkelviolett 

34. Saxifraga Arendsii „Blütenteppich", leuchtend 

rosa 

35. Viscaria vulgaris splendens plena, magentarot 

36. Oeum Heldreichii uiagnificuni, hellorange 

37. Veronica anictliyslina, amethystblau 

38. Primula Bulleyana. orangegelb 

39. Hepatica angulosa, hellblau 

40. Ancliusa myosotidiflora, hellblau 

41. Trollius „Örangegkit", rotorange 

42. Iris Interregna „Ingeborg", weiß 

43. Polcmoniuiii Ricliardsonii, himmelblau 

44. . l/i's,s7//// saxatile citrinum, hellgelb 

45. Aiichusa iiivosolidijlora, hellblau 

46. Heuclicra sniigüiiica ..Kleberger", feurig pur- 

purrot 

47. Doronicuni Cliisii, gelb 

48. Aipiilcgiii caerulea, blau mit weiß 

49. Aquilegiu chiysaiitha, gelb 

50. Lupinus /lolrphyllns superbus, blau 

51. Qcuni twcni, leuchtend orange 

52. Iris puinila hybrida evanca, ultramarinblau 

53. Iris pniuila hybrida ,, Schneekuppe", weiß 

54. Thalictruin ai/uilegii/oliuiu purpureum, lilarosa 

55. .l///;/7C//n/n'/;nV/a,",PurpleRobe",purpurlilarosa 

56. Ibcris sciiipcrvirens „Schneeflocke", weiß 

57. Asphodclus luteus, gelb 

58. Campanula persicifolia Moerheimii, weiß 

59. Veronica ainethystina, amethystblau 

60. Polenioniuin Riehardsonii, himmelblau 

61. Trillium grandiflorum, weiß 

62. Primuki Bcesiana, samtig purpurn 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



63. Arabis albidafl. pi. weiß 

64. Aster subcoeruleus „Apollon", duni<elblau 

65. Aquilegia truncata, orange mit gelb 

66. Iris Interregna „Helge", zitronengelb 

67. Alyssum saxatile fl. pl., weiß 

68. Aster alpinus superbus, blau 

69. Phlox divaricata Laphanü, himmelblau 

70. Trollius „Lichtball", orangegelb 

71. Orobus vernus, purpurblau 

72. Centaurea montana grandiflora, blau 

73. Heuchera sanguinea „Frühlicht", zartrosa 

74. Anemone sylvestris, weiß 

75. Papaver nudicaule, gemischt, weiß, gelb, orange 

76. Lupinus polyphyllus roseus. reinrosa 

77. Polemonium Richardsonii, himmelblau 



Blühende Gehölze 

I. Prunus japonica rosea pleno, rosa 
11. Spiraea arguta, weiß 
lii. Cytisus Beanii, goldgelb 
IV. Deutzia gracilis carminea, rosa 
V. Cydonia japonica grandiflora rubra, rot 
VI. Cytisus kewensis, rahmweiß 
VII. Prunus japonica alba pleno, weiß 
Vlll. Deutzia gracilis campanulata, weiß 
IX. Pliiladelphus I.emoinei „Manteau d'Hermine", 

weiß 
X. Amygdalus nanu, rosarot 
XI. Cydonia japonica cardinalis, feurig Scharlach 
XII. Forsytliia Fortunei, gelb 



/;. Sommer-Rabatte. 




Inula glandulosa superba, goldgelb 
Papaver Orientale „Loreley", zinnoberrot 
Pliysostegia virginiana, rosalila 
Aruncus Sylvester, weiß 
Iris germanica „Rheintraube", lavendelblau 

mit purpurviolett 
Pyretliruni hybridum ,, Hamlet", rosa 
Erigeron speciosus seniiplenus, hellila 
Paeonia chinensis „Avalanche", weiß 
Delpliinium cultorum „Rochusberg", tiefblau 

mit weiß 
Achillea Eupatorium „Parkers Var.", gelb 
Oenotliera glabra, goldgelb 
Chrysanthemum max. „Mrs. Tersteeg", weiß 
Viscaria vulgaris splendens fl. pl., magentarot 
Phlox paniculata „Thor", lachsrot 
Veronica amethystina, amethystblau 
Althaea rosea, gelb 

Campanula persicifolia Moerheimii, weiß 
Iris germanica „Caprice", hellblau 
Aconitum Napellus bicolor, blau mit weiß 
Viola cornuta „Q. Wermig", veilchenblau 
Papaver Orientale „Prinzessin Viktoria Luise", 

lachsrosa 
Campanula persicifolia multiflora, dunkelblau 
Incarvillea Delavayi, rosafarben 
Thalictrum dipterocarpum. rosapurpurn 
Delphiniumculiorum „Persimmon". himmelblau 
Verbascum densiflorum. kupfrig gelb 
Iberis sempervirens „Weißer Zwerg", weiß 
Pyrethrum „James Kelway", karmoisinrot 
Iris germanica „Lohengrin", cattleyarosa 
Heliopsis scabra imbricata, goldgelb 
Aruncus Sylvester, weiß 
Phlox paniculata ..Sommerkleid", weiß m. rot 
Lyclinis chaicedonica, scharlachrot 
Chrvsanthemum max. ..Hildegard v. Qrüter" 
Anchusa ilalica „Opal", himmelblau 
Achillea ptarmica „The Pearl", weiß 
Papaver Orientale „Feuerzeichen", 

brennend rot 



Scabiosa caucasica, lichtblau 
Helenium Hoopesii, gelb 
Pliysostegia virginiana rosea, rosa 
Campanula glomerata duhurica, violettblau 
Paeonia chinensis „La Perle", weiß mit lila 

Hauch 
Alihaea rosea, weiß 
Phlox paniculata „Brillant", hellblutrot 
Dictamnus albus var. alba, weiß 
Heliopsis scabra zinniaeflora, goldgelb 
Delphinium cultorum „Taunus", tiefblau 
Geum coccineum .,Mrs. Bradshaw', 

Scharlach 
Scabiosa caucasica alba, weiß 
Aetlieopappus pulcherrimus. rosa 
Verbascum densiflorum, kupfrig gelb 
Veronica rupestris, aniethystblau 
Lychnis chaicedonica, scharlachrot 
Scabiosa caucasica perfecta, hellblau 
Rudbeckia „Morgenröte", rosalila 
Delphinium cultorum „Bayard", hellasurblau 
Dianthus plumarius ,,Delicata", lilarosa 
Campanula glomerata dahurica, violettblau 
.Achillea filipendulina ,, Parkers Var.", gelb 
.Aruncus Sylvester, weiß 
Iris germanica ..Pollux", hellblau 
Phlox paniculata „Le Mahdi", violettblau 
Chrysanthemum maximum semiplenum, weiß 
Paeonia chinensis „Raphael", dunkelrot 
Althaea rosea, rot 

Pyrethrum hybridum ,, Queen Mary", rosa 
Viola cucullata grandiflora, dunkelblau 
Coreopsis grandiflora, gelb 
Thalictrum aquilegiifolium ulbum, weiß 
Geranium sanguineum , rot 
Papaver Orientale ..Oriental King", karminrot 
Centranthus coccineus, rot 
Iris germanica „Fürstin Lonyay", lila 
Heliopsis scabra gratissima, gelb 
, Aster alpinus albus, weiß 



Die Stavidfii in der architel<tonischeii Anlage, im Garten. 
c. Herbst-Rabatte. 




Cainpanula tiirbinata „White Qeni", weiß 

Campanula tiirbinata „Isabella", blau 

Rudbeckia Neiunannii, gelb 

Solidago aspera, gelb 

Aster novi-bel^ii .".Lavendel", lavendelblaii 

Liniim arboreiaii, goldgelb 

Clirysaiitliemiun indicum „Pride of Hayes", 

dunkel karminrot 
Dahlie „Schneeberg", weiß 
Chrysanthemum indicum „Champ d'or", gelb 
Heleniiim ,, Riverton Qem", braunrot 
Solidago Shortii, gelb 

Aster Arne II US ..Rudolf Goethe, lavendelblau 
Aster cordifolius „Sprühlicht", lichtlila 
Chrysanthemum serotinum, weiß 
Anemone japonica „Luise Uhink", weiß 
Aster novae-angliae „W. Bowman", dunkelblau 
Aster hybridus „Herbstwunder", weiß 
Wahlenbergia graiidiflora. blau 
Tritoma coraltina, korallenrot 
Chrysanthemum indicum „Altgold", leuchtend 

ältgold 
Rudbeckia nitida „Herbstsonne", gelb 
Aster caespitosus piirpiireus, hellrosa 
Aster ibericus „Ultramarin", ultramarinblau 
Boltonia latisquama, zart lilarosa 
Solidago aspera, gelb 
Aster novae-angliae „Lil Fardell", rosa 
Satureja montana, weiß 
Solidago elliplica. gelb 
Eupatorium purpureum, purpurrosa 
Dahlie „Fanal", scharlachrot 
Helianthus microcephalus, gelb 
Plumbago Larpentae, kornblumenblau 
Anemonejaponica „Königin Charlotte", lilarosa 
Helenium autumnale „Qartensonne", gelb 



35. Aster novae-angliae „Constance", violett 

36. Tritoma Mac Owani. orangerot 

37. Chrvsanthemiini serotinum, weiß 

38. Rudbeckia „Qoldball", gelb 

39. Wahlenbergia grandiflora, blau 

40. Dahlie „Oesterreich", orangerot 

41. Plumbago Larpentae, kornblumenblau 

42. Silene Schafta, rosa 

43. Chrysanthemum indicum ,,Miß Selby", lilarosa 

44. Helenium piimitiiiii inagnificum, gelb 

45. Heliopsis scabra zinniae/lora. gelb 

46. Aster hybridus „Climax", blau 

47. Aster Ämellus „Imperator", lila 

48. Artemisia lactiflora, weiß 

49. Plumbago Larpentae, kornblumenblau 

50. Solidago aspera, gelb 

51. Aster cordifolius ..Ideal", lichtlila 

52. Helenium „Riverton Qem", braunrot 

53. Dahlie „Mondscheibe", gelb 

54. Chrysanthemum indicum „Beacon". karmoisin- 

rot 

55. Anemone japonica „Honorine Jobert", weiß 

56. Aster ibericus „Ultramarin", ultramarinblau 

57. Solidago „Golden Wings", gelb 

58. Campanula carpatica alba grandiflora, weiß- 

59. Campanula carpatica compacta, blau 

60. Aster acris, lavendelblau 

Gehölze und Koniferen; 

I. Taxus baccata fastigiata aurea, goldgelb 
II. Buxus sempervirens suffruticosa, dunkelgr. Laub 

III. Picea excelsa Maxweih, blaugrün 

IV. Juniperus communis hibernica. blaugrün 
V. Taxus baccata fastigiata, dunkelgrün 

VI. Cotoneaster liorizontalis, grün, rote Beeren 



d. Dauer-Rabatte. 




1 . Aster novi-belgii „Heiderose", reinrosa 1 1 . 

2. Chrysanthemum maximum ,. Hildegard von 12. 

Qrüter", weiß 13. 

3. Helenium pumilum magnificum, gelb 14. 

4. Aubrietia Eyrii „Purpurteppich", leuchtend 15. 

dunkelviolett 16. 

5. Alyssum saxatile citrinum, hellgelb 

6. Ib'eris sempervirens „Schneeflocke", weiß 17. 

7. Iris germanica „Rheinnixe", reinweiß mit veil- 18. 

chenblau 19. 

8. Campanula glomerata superba, tiefblau 20. 

9. Helenium „Riverton Gern", altgoldfarben 21. 
10. Solidago Shortii. lilablau 22. 



Iris pumila hybrida cyanea, ultramarinblau 
Phlox panicülata „Rheinländer", lachsrot 
Inula glandulosa superba, orangegelb 
Veronica amethystina, amethystblau 
Aster novi-belgii „Saphir", himmelblau 
Helenium grandicephalum cupreum, kupfrig 

orange 
Viscaria vulgaris splendens ß. pl., magentarot 
Aster subcoeruleus „Artemis", zartlila 
Iris pumila hybrida „aurea". goldgelb 
Aster novae-angliae „Lill Fardell", rosa 
Campanula persifolia grandiflora alba, weili 
Iris pumila hybrida „Schneekuppe", weiß 



Die Statidcii in dur architektonischen Anlage, im üartcii. 



23. Delphiniun cultorum „King of Delphininms", 

ultramarinblau mit weinrot 

24. Diplostcphium amygdalinum, weiß 

25. Phlox pilosu „Brillant", dunkelkarmesiiirosa 

26. Polemoniiwi Richanlsonii, himmelblau 

27. Viola comuta „Gustav Werniig", veilchenblau 

28. Iberis sempervirens „Schneeflocke", weiß 

29. Campanula carpatica cotnpacta, dunkelblau 

30. Oenotliera f rasen, goldgelb 

31. Helenium autumnale „Qartensomie", goldgelb 

32. Aster hybridus „Climax", lila 

33. Aster hybridus „Herbstwunder", weiß 

34. Rudbeckia Neumannii, gelb 

35. Campanula carpatica alba grandiflora, weiß 

36. Phlox amoena, magentarot 

37. Aster Amellus „Emma Bedau", ultramarin 

38. Althaea rosea, karmoisin 

39. Oenothera missounensis, gelb 

40. Phlox paniculata „Braga", lilarosa 

41. Delphinium „Capri", hellblau 

42. Solidago aspera, gelb 

43. Helenium autumnale „Riverton Gern", altgold 

44. Helenium Hoopesii, gelb 

45. Iberis senipervirens „Schneeflocke", weiß 

46. Iberis semperfirens „Schneeflocke" 

47. Chrysanthemum maximum „Breslau", weiß 

48. Iris gerni. „Fro", goldgelb mit kastanienbraun 

49. Iris pumila hybrida cyanea, ultramarinblau 

50. Iris pumila hybrida excelsa, ockergelb 

51. Rudbeckia Neumannii, dunkelgoldgelb 

52. Aster ibericus „Ultramarin", ultramarinblau 

53. Arlemisia lactiflora, weiß 

54. Helianthus nwllis, schwefelgelb 

55. Iberis sempervirens „Schneeflocke", weiß 

56. Phlox paniculata „Geheimrat Dr. Königshöfer", 

feurig zinnoberrot 

57. Asier hybridus „Blütenwolke", zartlilarosa 



Solidago „Golden Wings", gelb 
Delphinium Belladonna ,,Bcrlichingen", dun- 

kclviülcttblau 
Iris pumila ,, Schneekuppe", weiß 
Phlox divaricata, blaßblau 
Phlox paniculata ,,Widar", violettblau m. weiß 
Aster Amellus „Rudolf Goethe", lavendelblau 
Rudbeckia nitida „Herbstsönne", gelb 
Aster novae-angliae „Constance", violettblau 
Pentstenion Scouleri, lilarosa 
Arabis albida fl.pl., weiß 
Qeum coccineum „Mrs. Bradshaw", scharlach- 
rot 
Rudbeckia Neumannii, dunkelgoldgelb 
Phlox amoena, magentarot 
Alyssum saxatile compactum, goldgelb 
Veronica amethystina, amethystblau 
Lupinus polyphylliis roseus, reinrosa 
Iberis sempervirens „Schneeflocke", weiß 
Omphalodes cappadocica, himmelblau 
Iris germanica ,, Flammenschwert", goldgelb 

mit samtig dunkelbraun 
Leucanthemum niax. „Etoile d' Anvers", weiß 
Helenium autumnale ,, Riverton Qem", altgold. 
Diplostcphium amygdalinum, weiß 



Blütenstri 



her: 



I. Prunus triloba, rosa 
II. Philadelphus l.cmoinei „Candelabre", weiß 

III. Hibiscus synacus IL alho, weiß 

IV. Deutzia discolor arciiala. weiß 

V. Peroii'slxia alriplicifolia, blau, silbergraue 
Blätter 

VI. Ceanothus hybridus „Perle rose", rosa 

VII. Hibiscus syriacus coelestis, blau 

VIII. Daphne Mezereum, lilarosa 



Einen beachtensweilen Vorschlag für 

eine Stand e'nrabatte mit rhythmischer Farbenfolge 
stellt uns Herr Gartenarchitekt Pöthig zur Verfügung. Nach ihm fehU es den Stauden- 
rabatten gewöhnlich an der genügenden Länge, um einen wirksamen Farbenrhythmus zu er- 
zielen. Man muß daher die einzelnen Intervalle kurz halten, damit sich eine wirkungsvolle 
Farbenfolge ergibt. Somit ist es notwendig, sich in der Auswahl der Arten auf die geringste 
Anzahl zu beschränken und außerdem nur solche zu wählen, die in bezug auf Blüh Willigkeit, 
Blütedauer und Blütenreichtum den höchsten Anforderungen entsprechen. 
Erster Bepflanzungsplan : 



1. Rudbeckia nitida „Herbstsonne" 

2. Artemis ia lactiflora 

3. Aster novae-angliae „Lill Fardell" 

4. Helenium autumnale 

5. Chrysanthemum uliginosum 

6. Lupinus polyphyllus 

7. Iris germanica „Rheinni.xe" 

8. Delphinium „Arnold Böcklin" 

9. Papaver Orientale „Goliath" 

10. Phlox paniculata „Frl. v. Lassberg" 

11. Aster „\Aea\" 

12. Phlox paniculata „Loki" 



13. Pyrethrum hybridum 

14. trollius hybridus 

1 5. Erigeron mesagrande 

16. Achillea Ptarmica „Perrys Weiße" 

17. Helenium punülum magnißcum 

18. Aster „Rudolf Goethe" 

19. Iris Interregna „Pullach" 

20. Scabiosa caucasica 

21. Arabis albida fl. pl. 

22. Heuchera sanguinea „Feuerrispe" 

23. Campanula carpathica 

24. Sedum Fabaria 
X Eremurus robustus 

Zweiter Bepflanzungsplan : 

1 . Solidago Shortii 8. Chrysanthemum maximum 

2. Delphinium „Moerhelmi" 9. Phlox paniculata „Wiking" 

3. Helenium autumnale „Riverton Gem" 10. Aster „Borussia" 

4. Diploslephium amygdalinum 11. Helenium „Julisonne" 

5. Delphinium „Capri" 12. Phlox „Frau Anna Buchner" 

6. Aster „Heiderose" 13. Euphorbia polychroma 

7. Papaver Orientale „Würtembergia" 14. Phlox suffruti'cosa „Sncwdown" 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



15. Iris „Purple King" 

16. Rudbeckla Neumannii 

17. Aster „Schöne von Ronsdorf" 

18. Iris „Alan Gray" 

19. Aster „Emma Bedan" 



20. Aqiiilegia vulgaris liybrida 

2 1 . Alyssum saxatUe fl. pl. 

22. Iberis sempervirens 

23. Dianthus plumurius fl. pl. 

24. Allium cyaneiim 
US robustus 




Wir wiederholen nochimals, daß solche Gruppierungen, wie die geschilderten, nicht leicht 
und nur selten mit vollem Erfolg durchzuführen sind. Versagt diese oder jene Form, so 
müssen wir mit Sommerblumen die Lücken füllen und immer gilt es, darüber zu wachen, 
daß aus dem farbenfrohen Verbände keine liederliche Wirrnis werde. Es erscheint uns zweck- 
los, die Zahl der „Rezepte" noch weiter zu vermehren, da fast jeder Garten, jede Lage eine 
besondere Wahl wünschenswert macht. Gerade in der Ausgestaltung unserer Schmuckbeete 
im Garten herrscht jetzt nur zu sehr das „Schema", so daß weitere Aufzählungen leicht zur 




Abb. 31. Rabatte aus Stauden und Halbstauden im Park zu Konopischt (Orig.). 

gedankenlosen Nachahmung verleiten und auch in die Staudenanordnungen die Steifheit und 
den Widersinn der allermeisten Teppichbeetanlagen hineintragen würden. Möge der suchende 
Leser in bestimmten Fällen lieber einen ihm bekannten erfahrenen Fachmann und Garten- 
gestalter zu Rate ziehen, oder eine Zeitschrift wie die „Gartenschönheit" aufmerksam ver- 
folgen, worin immer neue Vorschläge gemacht und erprobte Anordnungen geschildert werden. 



AlpL'iipflanzcn und ihre V( 



ALPENPFLANZEN UND IHRE VERWENDUNG IM GARTEN. 

Von Ernst Graf Silva Tarouca. 

(Man vgl. hierzu die Abb. 32—45 und die farbigen Tafeln 1— ll.i 

Die Anlage eines richtigen Alpengartens, in dem auch die schwer wachsenden Kinder 
der Hochalpen, die Felsen-, Gletscher- und Moränenpflanzen, kultiviert werden sollen, kann 
immer nur Sache eines Liebhabers sein, der mit der Liebe für die herrliche Alpenflora auch 
eine genügende Kenntnis dieser Spezialkulturen verbindet, der alle Arbeiten persönlich leitet, 
ja, der beim Bau und bei der Bepflanzung der Felsengruppen selbst mit Hand anlegt. 




Pruhonitz. Vorn Anchusa italica, hinten Dictumnus 



Weil es sich nun hier um eine Spezialliebhaberei und Spezialkulturen handelt, kann ich 
im Rahmen dieses Staudenbuches den Gegenstand nicht eingehend besprechen. Denn dazu 
wäre ein eigenes BuchM notwendig, umsomehr als außer den eigentlichen Alpenpflanzen 
auch die Flora der Pyrenäen und der Rocky Mountains, des Taurus. Libanon. Kaukasus, 
Himalaya und der arktischen und antarktischen Regionen behandelt werden müßte. Ich be- 
schränke mich hier auf einige kurze Bemerkungen bezüglich der Kultur der schönsten, 
leichtwachsenden Alpinen, welche zur Bepflanzung passender Partien im Garten 
geeignet sind. Solche Arten und Formen, die sich während der Kriegsjahre im Pruhonitzer 
Alpengarten fast ohne jede Pflege gehalten haben, sind in der Liste XII mit aufgenommen 
und dort besonders gekennzeichnet. 

In den meisten Gärten finden sich für Alpine geeignete Partien : sei es eine alte Mauer 
oder eine Ruine, sei es eine zum Schutze des Weges längs eines Teiches oder Wasserlaufes 
errichtete Trockenmauer, sei es ein kleiner freistehender Hügel, ein steiler Abhang oder eine 
Böschung, die durch Steingruppen und entsprechende Bepflanzung verschönert werden sollen, 
sei es endlich eine Felspartie oder eine natürliche oder künstliche Steingruppe in der Um- 

S i 1 V a T a r u u c a - S c h n e i d e r . Unsere Freilandstauden, 3. .Auflage. 3 



34 Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 

gebung einer Quelle oder eines Wasserfalles —alle diese Objekte sind geeignet zur Bepflan- 
zung mit Alpinen und werden durch diese zu Abwechslung und besonderes Interesse bie- 
tenden Zierden des Gartens. 

Daß in den Gärten verhältnismäßig selten die schönen Alpenpflanzen Verwendung finden, 
kann nur dadurch erklärt werden, daß in der einschlägigen Literatur dem Gärtner, der nicht 
Spezialist ist, die Kultur der .alpinen bisher zu schwierig dargestellt wurde. Die Einteilung 
in Felsen-. Humus- und Halbhumuspflanzen bereitet ihm unnütze Sorgen: die leichtwachsen- 
den Arten werden mit den ausgesprochenen Todeskandidaten in einem Atem besprochen; — 
und schließlich sieht er den Wald vor Bäumen nicht mehr! Überlassen wir daher die große 
Schar der Alpenpflanzen, die teilweise nur botanischen Wert haben, teilweise besondere An- 
sprüche an ihren Pfleger stellen oder in der Kultur noch gar nicht zur Genüge erprobt sind. 




Abb. 33. Treppe im Alpinum in Pruhonitz, im Vordergrund Bergenien (ürig.) 



dem Interesse und der Fürsorge des Spezialisten und Liebhabers und beschränken wir uns 
darauf, eine Anzahl schöner, dankbarer und leichtwachsender Alpinen zu besprechen, die jeder 
Gärtner und Pflanzenfreund unter Beobachtung einiger einfacher Grundsätze kultivieren kann. 

Nachstehende Grundsätze empfehle ich der Beachtung: 

1. Alle Alpen pflanzen verlangen Licht und Luft, also eine freie helle, sonnige 
Lage. Ostlage ist für die meisten Alpinen die günstigste, es gibt aber eine Menge harter 
Arten, welche die heißen Süd- und Westlagen auch gut vertragen, vorausgesetzt, daß sie im 
Sommer genug Wasser bekommen. Ich werde diese Arten, soweit sie zur Verwendung im 
Garten in Betracht kommen, besonders anführen. 

Im Schatten von Bäumen gedeihen die Alpenpflanzen aus höheren Lagen nicht: wenn 
später von Schattenpflanzen die Rede ist, so ist nur der Schatten einer Mauer, eines Steines 
oder Felsblockes gemeint. Nur für Pflanzen der oberen Waldregion (z. B. Gendana excisa. 
venia, lutea, purpiirea, punctata, usw.) ist teilweise Beschattung durch Nadelhölzer zulässig. 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



35 



2. In der Heimat wachsen die Alpinen an steilen Hängen und Felsen oder im Steingeröll 
oder schottrigen Boden, wo überall das Regen- und Schnee wasser rasch abläuft, bzw. 
durchsickert und guten Abzug findet, mithin ist es eine Voraussetzung des Gedeihens der 
Alpenpflanzen in der Ebene, daß sie nur in gutdrainierten Boden, auf einer starken 
Unterlage durchlässigen Schotters in natürlichen und künstlichen Felsspalten und in mög- 
lichst geneigten, abschüssigen Lagen gepflanzt werden. 

3. Der Boden, in dem Alpenpflanzen gedeihen sollen, muß im Sommer kühl und feucht, 
im Winter leicht und durchlässig sein ; ich verwende für alle Alpinen, mit .Ausnahme der 
oben erwähnten, einer Spezialkultur bedürftigen Arten, die hier nicht in Betracht kommen, 
eine Mischung von alter, abgelagerter lehmiger Rasenerde, die mindestens zwei 
Jahre liegt undöfters umgearbeitet wurde, etwas Moor- oder Heideerde (ca. 1 Viertel) 
und etwas Sand, welche Mischung mit nicht zu grobem Schotter gut vermengt wird. 




Abb. 34. Teilansicht aus dem Alpinum in Pruhonitz (Böhmen) (Orig.). 



Für Schatten- und Halbschattenpflanzen setze ich etwas mehr Moorerde zu, für Primeln 
{Primula marginata unsgtnommtn) etwas mehr Lehm; für die zwergigen und heikligen 
Pflanzen der höheren Alpenregion muß immer mehr Schotter und wenig Erde verwendet 
werden; in einem künstlichen Geröllfeld, wo zwischen Schotter und größeren Steinen nur 
noch Spuren von Erde zu finden sind, gedeihen auch die heikligen hochalpinen Pflanzen, 
wie Campanula Al/ioni, C. excLsa, Thlaspi rotundifoüum u. a. sehr gut ! 

4. Eine Voraussetzung für erfolgreiche Alpinenkultur ist die Möglichkeit, im Frühjahr und 
in der heißen Zeit reichlich spritzen, bzw. gießen zu können! Die Nähe einer Wasser- 
fläche oder eines Wasserfalles bietet den Vorteil größerer Luftfeuchtigkeit, die man übrigens 
auch durch Feuchthalten der Wege, Steine, Rasenflächen in der Umgebung der Alpinen- 
pflanzung erreichen kann. Eine ganze Reihe von Pflanzen vertragen übrigens viel Sonne 
und Trockenheit und brauchen nicht öfter begossen zu werden als andere harte Stauden. 

5. So wie in der Natur auf einer Stelle diese, an einem anderen Ort jene Pflanzenart 
dominiert und in ganzen Gruppen oder Rasen vorkommt, so empfiehlt es sich auch, im 

3* 



36 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



Garten immer e 1 n e größere Anzahl zusammen zu pflanzen, was nicht nur zum 
Wohlbefinden der Pflanzen beiträgt, sondern auch in Anbetracht des meistens niedrigen 
Habitus der Alpinen von größerer Wirkung ist. Diese Wirkung steigert sich noch, wenn man 
möglichst gleichzeitig blühende .^rten zu einer Gruppe vereinigt und. um einen 
möglichst natürlichen Eindruck zu gewinnen, solche Arten wählt, deren gesellschaftliches 
Vorkommen wir auch in der Natur beobachten können. 

6. Wo es sich nicht einfach um beetartige Bepflanzung geeigneter Plätze im Garten handelt, 
nnuß immer der Grundsatz beachtet werden, daß eine mit Alpinen bepflanzte Partie 
nur dann schön und interessant wirkt, wenn der Anlage eine bestimmte 
leitende Idee zu gründe liegt. Eine solche Anlage, mag sie groß oder klein sein, 
muß etwas ganz Bestimmtes vorstellen, sie darf nicht durch bloßes, planloses Aneinander- 
häufen von Steinen und Durcheinanderpflanzen von alpinen Blumen und Sträuchern ent- 
stehen: sie soll die Natur nachahmen und muß daher, um schön zu sein, darauf ausgehen, 
einen bestimmten charakteristischen Zug der Natur möglichst getreu wiederzugeben. Was 
immer sie vorstellen soll, sei es nun ein steiniger Bergabhang, ein von Felsen umschlossenes 
Geröllfeld, ein enges Hochkar, ein Felskamm oder eine Bergspitze: immer sei das Streben 
darauf gerichtet, ein Detail aus einer Alpenpartie nachzubilden, ein charakteristisches intimes 
Bild zu gestalten. 

Unter Beachtung vorstehender Grundsätze können die Alpenpflanzen im Garten vielfache 
und dem Blumenfreunde sehr viel Freude bringende Verwendung finden, deren gebräuch- 
lichste Formen nachstehende Beispiele darstellen mögen, ohne jedoch auf Vollständigkeit 
Anspruch zu erheben. 




Abb. 35. Aethionema diastropliis und grandiflonim im Alpinuni zu Pruhonitz lOrig.). 
Die einfachste und wohl auch am häufigsten sich bietende Gelegenheit zur Anpflanzung 
von Alpinen ist eine Böschung oder ein steiler Abhang, und da möchte ich vorausschicken, 
daß es zwar zulässig erscheint, die ganze Fläche, wenn sie nicht zu groß ist. mit hängen- 
den, kriechenden und rasenbildenden Arten zu bepflanzen, daß es aber immer schöner und 
natürlicher aussieht, wenn zwischen den größeren oder kleineren Gruppen von Alpinen da 
und dort ein paar größere Steine, einzelne Exemplare von Pirius montana, P. Mughiis.Jiini- 
oerussabina oderschönblühenden, niedrigen Felsensträuchern angebracht werden undgrößere 
oder kleinere Flächen kurzgehaUenen Rasens den Boden bedecken. Auch trachte man die- 



Tafel IL 




Milingsszeiit'rii.' aus dem Alpiniim in Kew üardeiis 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



sem mehr Bewegung zu geben, die gleichmäßigen, daher langweiligen Abdachungen zu ver- 
wischen und die Wirkung des Ganzen da und dort durch kleine Terrainvertiefungen oder 
Erhöhungen zu heben. Ist die Lage sonnig und trocken, so können hier viele Arten ver- 
wendet werden, die, wieschon 
obenerwähnt,sehranspruchs- 
los sind, nicht öfter begossen 
werden müssen als andere 
Stauden und sogar mit jeder 
ungedüngten Erde vorlieb 
nehmen,vorausgesetztdal,)für 
gute Drainage und reichliche 
Schotterunterlage gesorgt ist. 

Solche Arten sind : Aubrie- 
tia, Aster alpinus, alle Früh- 
\shxs-Phlox, Alyssum.Aclüllea 
mongolica u. a., Androsacc 
sarmentosa, Anemone Hallerl, 
A. Pulsatilla, Anthyllis, An- 
tirrhimim Asarina, A. gluli- 
nosum, Armeria, Astragalus, 
Atragene alpina, Cerastiiim 
Biebersteinü, Chrysopsis cälo- 
sa, Cirsium eriophorum und 
Velenovskyi, Coronilla Emeriis 
Dianthiis alpinus, D. caesius, 
D. inodorus, D. plumariiis, D 
Sternbergii u. a., Dracoceplia- 
liim, Erigeron. Erodiuni Ma- 
nescavii, Erysimum pulchei- 
lum, E. piunilum, E. purpure- 
um, Oalium baldense, Gera- 
niuni lancastriense, 0. argen- 
teum u. a., Geum montanum, 
Globularia cordifolia,G. nudi- 
caulis, G. WiLlkommii, Gypso- 
pliila repens, Helianthemum, 
Hypericum, Iberis sempervi- 
rens, Leontopodium alpinum, 
Linaria Cymbalaria, L. Iiepa- 
ticaejolia, L. pallida, Oxytropis, Papaver alpinum und pyrenaicum, Pentstemon, die meisten 
Potentilla (mit Ausnahme der hochalpinen P. caulescens, Clusiana, apennina, nitida, minima, 
frigida), Primula Auricula, Pteroceplialus Parnassii, Saponaria ocymoides, Sedum, Semper- 
vivum, Teucrium, Thymus, einige Veronica u. a. m. 

Für den Frühlingsflor empfehle ich : AubrietiaunA die kriechenden Phlox amoena, nivalis. ova- 
ta, divaricata. pilosa usw. in verschiedenen Farben, dazwischen Alyssum saxatile, Arabis alpina 
nndalbidafl.pL, Anemone alpina,vernalis,Halleri,atropurpurea, Pulsatilla, Adonisvernalis, amu- 
rensis.pyrenaica, sowie /rispumila,Iberissemper\'irens,Myosotisalpestrisur\d Primula Auricula. 

Eine andere sehr wirksame Zusammenstellung wäre: Aster alpinus (blau, rot, weiß), Ar- 
meria alpina odtr fornwsa, Achillea mongolica, Anthemis Aizoon, Arenaria grandiflora, 
Dianthus alpinus, plumarias u. a., Erigeron aurantiacus, Jrigidus. glandulosus, Erodium 
Manescavii u. a , Erysimum pulchellum, pumilum, purpureum, Geranium lancastriense, Gyp- 
sophila repens und repens rosea, Helianthemum. Pentstemon alpinus, Hcdlii, dijfusus, glau- 
cus, Potentilla aurea, alchemilloides, nepalensis, grandiflora, speciosa u. a., Papaver alpi- 
num, Senecio tirolensis und abrotamifolius, Saponaria ocymoides, Thymus Serpyllum splen- 
dens und lanuginosus, Tunica Saxijraga fl. pl. und Veronica prostrata. 

Ist der Abhang nach Osten gelegen oder wird er teilweise vor dem heißesten Sonnen- 
brand durch Nadelholzgruppen geschützt, so können auf diesem, Halbschatten genießenden 




Abb. 36. Szenerie aus dem Alpinum in Purgstall 
iphot. Graf Herbert Schaifgotsch). 



3« 



iiid ihre Verwendung im Garten. 



fL^- ^^^ ^^^^ ^.' . ■^flKI ^^''^ '^^'' P^''^'^ für den Frühlings- 

W^j^^^SS^iJmSaSstBiJh- ' - '-^ ^-JKa Hör noch Oentiana vulgaris und wa- 

//ß. Primiila acatilis und ocau/is coe- 
riilea. Pr. rosea grandiflora, Pr. 
cashmeriana und denticulala, Solda- 
nella nwntana (die vier letzteren Ar- 
ten verlangen mehr Moorerde bei- 
gemengt), Waldsteinia trifoliatau.a.. 
gepflanzt werden. Ostlage voraus- 
gesetzt, oder wenn natürliche oder 
künstliche I-elsen Schutz vor der 
Nachmittagssonne gewähren, end- 
lich unter der weiteren Vorausset- 
zung, dal.) täglich im Frühling und 
im Sommer gespritzt werden kann, 
dürften die meisten Alpinen, die 
nicht ausgesprochene Schatten- oder 
hochalpine Felsenpflanzen sind, an 
derartigen .Abhängen gut gedeihen, 
z. El alle Alsine. die meisten Arena- 
ria; Androsace brigantiaca, Cha- 
maejasme Chumbyi, lactea, Laggeri, 
lanuginosa, sempervivoides, foliosa, 
villosa; Anthyllis montana, Antirr- 
liiniim Asarina, glutinosiim, ver- 
schiedene Arabis, Asperula, Asfra- 
galus; Campaniila alpina, barbata, caespitosa,garganica, Portenschlagiana.piilla (Moorerde), 




Abb. .^7 




Abb. 38. Aiibrietia hybrida „Laver 



-Vrends. Ronsdorf). 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im üarten. 



39 



pusilla, turbinata, Wilsoriii, Waldsteiniana, velutiiia, Scheiiclizeri; Dianihiis neglectus, strictus, 
caesius, zonatiis u. a., Douglasia Vitaliana, Eryngium alpinum und Bourgati, Geranium 
argenteuni, verschiedene Geuin, Globularia, Hypericum, Lithospermiim , Lychnis. Matthiola, 




Onosma, Phyteiinia Scheuchzeri. hemisphaericum ; Primiila arctotis, C/usiana, spectabilis, 
Wulfeniana; Saxifraga Biirsehana, Elisabethae, oppositifolia, bronchialis, Camposi, cuneifolia, 
decipiens, hypnoides, muscoides purpurea, Rhei superba , juniperina , sancta, pseudosancta 
u. a. ; verschiedene Semperviviim ; Silene acaulis und Pumilio; Valeriana supina. Viola al- 
pina, calcarata, lutea; usw. usw. 

' Natürlich muß ich auch hier wieder auf die vorausgeschickten Grundsätze hinweisen, — 
ganz besonders auf Punkt 2 — 4 ! 

Findet sich in einer gegen die 
Nachmittagssonne geschützten, aber 
sonst freien, sonnigen Lage eine 
Mulde oder Einbuchtung am Fuße 
eines Abhanges, Hügels oder Fel- 
sens, welcher man in Ermangelung 
eines solchen durch malerischeOrup- 
pierung größerer Steine und Fels- 
stücke ein natürliches Ansehen ge- 
ben kann, so läßt sich hier ein künst- 
liches Geröllfeld mit Erfolg an- 
legen. Dieses besteht aus grobem 
und feinerem Schotter mit ganz we- 
nig Erde, welches Material 30 bis 
40 cm tief in geneigter Fläche auf- 
geschüttet wird. 

Auf dem Geröllfelde gedeihen fast 
alle Alpenpflanzen, auch solche, die 
sonst schwer wachsen, wie Campa- 
nula Allioni und Zoyssii. Saussurea 
pygmaea, Tlilaspirotundifoliumu. a.; 




40 



Alpeiipflaiizeti und ihre Vcrweiuhing im Garten. 




Abb. 41. Leontopodiuin alpinum, Edelweiß, 20 cm 

tOrig. Pruhonitz). 



die meisten von ihnen können auch 
in Felsspalten untergebracht wer- 
den. Für diese Verwendung möch- 
te ich als Geröllpflanzen besonders 
empfehlen: Alle Aethionema, Alys- 
sum. Arenaria, Als ine, Cerastium 
(wird leicht zum lästigen Unkraut), 
Dralm. Gypsopliila, Hutchinsia, Li- 
naria alpina, Liniini alpinum, Mat- 
Ihiola, Moehringia muscosa, Oxy- 
tropis, Papaver alpinum, Petrocallis 
pyrenaica; Saxifraga caesia, Bur- 
seriana, oppositifolia , Roche liana, 
marginata u.a., SempervivunuSilene, 
Veronica caespitosa, saxatilis u. a , 
Trifolium alpinum, Wahlenbergia 
usw. usw. 

Lehnt sich das Geröllfeld an na- 
türliche Felsen, so können in etwa- 
igen Nischen und Spalten vorstehende Arten vorteilhaft gepflanzt werden, besonders polster- 
bildende und solche mit hängendem Wüchse; mit Hammer und Meißel Ritzen in Felsen 
aushauen zu wollen, dürfte jedermann bald verdrießen. 

Ist das Geröllfeld in der Ausbuchtung eines Abhanges angelegt, so kann als dessen Um- 
rahmung eine künstliche Felspartie geschaffen werden. Das einfachste Verfahren 
besteht darin, daß man durch Abgraben des Terrains und Aufschütten des aus Schotter und 
Erdmischung bestehenden Materials, sowohl der Mulde als der sie begrenzenden Böschung 
eine unregelmäßige, möglichst natürlich wirkende Form gibt und dann deren Wände mit 
großen Steinen derart verkleidet, daß das Ganze den Eindruck einer von vielen Spalten und 
Rissen zerklüfteten, mehr oder weniger steilen Felswand macht oder wie eine im Abhang 
entstandene Bergrutschung aussieht, durch welche der Felsen bloßgelegt wurde, zu dessen 
Füßen im abgerutschten Geröll eine reiche Alpenflora sich angesiedelt hat, man vergleiche 
etwa Abb. 34. Die Steine müssen so aufeinandergebaut sein, daß jede Pflanze auf der ganzen 
Partie, sei es von oben oder 
von unten, Wasser bekom- 
men kann ; die Spalten und 
Risse zwischen den Steinen 
müssen mit Erde und feinem 
Schotter gut ausgefüllt wer- 
den; endlich empfiehlt es 
sich, diese Arbeiten im Som- 
mer oder Herbst auszuführen 
und erst im folgenden Früh- 
ling die Pflanzung vorzu- 
nehmen, damit der Aufbau 
und das Erdmaterial sich bis 
dahin gut setzen können. Un- 
geduld und Übereilung wür- 
den sich bei solchen Anlagen 
bitter rächen. 

Zur Bepflanzung feuchter 
Geröll- und Steinpartien hci 
einer Quelle oder am Ful'ie 
halbschattiger Felsen wäi\i' 
noc\\Saxifraga aizoidesj 1 1 1 
culus und rotundifolia zu 

empfehlen; für schattige Fei- Abt,. 42. Ptilotrichum (Iberis) cappadocin 

sen die Ramondia-kvizn, zu Pruhonitz (Orig.). 




Alpinum 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



Primula marginala, Saxifraga as- 
pera. moschata u. a.; iür sonnige 
und trockene Felsen : aulkr den an 
anderer Stelle aufgezählten Arten 
noch speziell alle üraba, Walüen- 
bergia, Artemisia, Edelweill (Leon- 
topodium alpinum]. das in altem Bau- 
schutt schön gedeiht. Saponaria cae- 
spitosa, lutea und andere Arten. 
Pterocephalus Parnassi, Saxifraga 
longifolia, Aizoon, Cotyledon, coc/i- 
learis u. a. 

Will man endlich in die Fugen von 
altem Gemäuer Alpinen pflanzen, 
oder eine Trockenmauer, die ohne 
Malter nur mit Erde zwischen den 
Steinen erbaut wurde, durch passen- 
de Bepflanzung verschönern, ohne 
viel Pflege weiter darauf verwenden 
zu wollen, so wähle man für halb- 
schattige Lage Saxifraga Andrewsii. 
brondiialis, Camposi, Geum, liyp- 
noides. juniperifolia. inuscoides, pe- 
demontana, cuneifolia u. a. ; für son- 
nige trockene Lagen : Edelweil.), Pri- 
mula Auricula, Arabis, Armeria, As- 
ter alpinus, Saponaria ocymoides. 
Gypsophila repens, Diantlius alpi- 
nus und plumariiis, Pterocephalus 
Parnassi, Campanula pusilla, Ery- 
simvm. Matthiola, Frühjahrs-PA/ar, 




r 

Abb. 43. Rirnleni (Mattia) umbdlata. 40 cm 




Abb. 44. Aus einem Steingarten von R. Rothe, Chestnut Hill, Boston, Mass. (Orig.) 



M 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



Thviinis villosus. Antirrhinum glutinosum und Asarina und andere in der Liste Xll ange- 
führten Steingartenpflanzen. 

Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß die meisten Alpinen durch Stecklinge vermehrt werden 
können, in kleinen Töpfen in einer Mischung von zwei Dritteln Sand und einem Drittel Heide- 
oder Moorerde gesteckt und unter Glas (ich bevorzuge groLie Glasglocken) zur Bewurzelung 
gebracht werden. Primeln werden in der Regel aus Samen gezogen, wie überhaupt alle Alpinen 
auch aus Samen gezogen werden können, nur pflegen Stecklingspflanzen reiciier und williger 
zu blühen. 

Die Saat muß in Töpfen oder Schalen in einer sandigen Erdmischung entsprechend den 
Bodenansprüchen der betreffenden Pflanzen (gute Drainage nicht zu vergessen) erfolgen; die 




Abb. 45. Aus dem gleichen Steingarten, wie in Abb. 44 (Orig.). 



kleinen Sämlinge sind möglichst bald einzeln oder zu drei bis vier in enge aber tiefe Töpfchen 
zu pikieren, aus welchen sie dann im nächsten Frühjahr in die Anlage verpflanzt werden. 

Hat man Gelegenheit, selbst in den Alpen Pflanzen zu sammeln, so wähle man dazu die 
Monate August, September, Oktober und achte darauf, die Wurzeln möglichst unverletzt 
herauszubekommen. Die Pflanzen werden einzeln in Zeitungspapier gewickelt und in Kistchen 
so fest verpackt, daß kein leerer Raum darin bleibt, damit die Pflanzen nicht durcheinander 
gerüttelt und beschädigt werden. Am Ort ihrer Bestimmung angelangt, werden sie in Töpfe 
oder Kästen gepflanzt und können sich bis zum Frühjahr soweit bewurzeln, daß sie dann 
mit größerer Aussicht auf sicheres Anwachsen auf die Anlagen gebracht werden können. 

Solche selbsterbeutete Alpenpflanzen, welche gleichzeitig eine liebe Erinnerung an schöne 
Gegenden darstellen, erhöhen gewiß noch die Freude an unseren alpinen Anlagen, — übrigens 
bin ich überzeugt, daß wer einmal Blut geleckt, wer einmal in seinem Garten einen Versuch 
mit der Verwendung von Alpenpflanzen gemacht hat, davon nicht mehr lassen können wird! 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



DIE EMPFEHLENSWERTESTEN ARTEN UND FORMEN FÜR 
ALLGEMEINEN ANBAU. 

Bearbeitet von Georg Arends in Gemeinschaft mit Hermann Zörnitz. 

Im Nachfolgenden sei eine Liste von Stauden geboten, die auf Grund langjähriger Erfah- 
rungen zur allgemeinen Anpflanzung sowohl dem Liebhaber als auch Berufsgärtner emp- 
fohlen werden können. Es soll damit durchaus kein erschöpfendes Verzeichnis aller kulti- 
vierten Formen gegeben werden, im Gegenteil, es wurde Rücksicht darauf genommen, daß 
die Zahl nicht allzu groß wird. Die empfohlenen Arten und Varietäten zeichnen sich durch 
schönes und reiches Blühen oder dekorativen Wuchs aus und sind wirklich kulturwert. Weg- 
gelassen wurden alle, die besonders hohe Ansprüche in ihrer Kultur machen, selbst wenn 
sie von großer Schönheit sind. 




Abb. 46. Weiße fie//ebonis-Y\ybr\den in Pruhonitz (Orig.). 



Da wir im Laute der Jahre öfters die Beobachtung machen konnten, daß bei Staudenan- 
pflanzungen die größten Fehler dadurch entstanden, daß man die Höhe der Pflanzen nicht 
kannte oder berücksichtigte, wurde die Einteilung zunächst nach der Höhe und sodann auch 
nach der Blütezeit vorgenommen. Da die Höhe vom Boden, von der Lage und dem Entwick- 
lungszustande der Pflanzen abhängt, können die angegebenen Maße nur ungefähre und ver- 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



gleichende sein. Es liegt weiter in der Natur der Sache, daß man unter den hochwachsenden 
Pflanzen namentlich Sommer- und Herbstblüher antrifft, während die zeitigsten Frühiings- 
blüher sich mehr unter den mittelhohen, niedrigen und niedrigsten finden. 

Da genaue Beschreibungen und Kulturanleitungen für die einzelnen Arten im besonderen 
Teile gegeben sind, ist davon Abstand genommen, solche hier nochmals zu bringen : wir 
beschränken uns auf kurze Angabe der Farben. Bei Gattimgen, wo durch Neuzüchtungen 
fast alle Jahre verbesserte Varietäten gebracht werden, wie Rittersporn, Phlox u. dergl. m., 
ist nur eine kleine Zahl von denen hier angeführt, die augenblicklich als die wertvollsten 
gelten dürfen. 

1. HOCHWACHSENDE STAUDEN. 1,50-2 m HÖHE, 
a) Sommerblühe r. 
Juni rf/rOTZ/rasroöws/ws.zartrosaBlütenkerzen ; Juni-Juli :.4/7//«a/5sj;/i'^5/^r,Federbusch- 
Spierstaude, weiße fedrige Rispen; Juli: Delphinium cultonun. reichverzweigte, dichtbesetzte 

Rispen leuchtender hell- bis dunkel- 
blauer und violetter, einfacher oder 
gefüllter Blumen, besonders emp- 
fehlenswert: „Queen Wilhelmina", 
himmelblau, „Excelsior", leuchtend 
kobaltblau, „King of Delphiniums", 
dunkelblau mit weißer Mitte, „Mrs. 
Creighton", dunkelviolett; Rheum 
palmatum rubrum, schöne Blatt- 
pflanze mit roten Blütenständen ; 
Verbascum densiflorum, orangegel- 
be Königskerze; Juli = August: 
Aconitum Napellus, Eisenhut, ver- 
zweigte Rispen, var. bicolor, blau- 
weiß, var. carneum, zart fleischfar- 
bigrosa, „Spark's Var.", dunkelstes 
Violett; Anchusa ifalica,, Dropmore 
Var.", Rispen leuchtend dunkelblau- 
er großer Vergißmeinnichtblüten, 
verlangt Winterschutz; Altluiea ro- 
sea fl. pL, Malve oder Stockrose, in 
allen Tönen von Weiß, Gelb, Rosa, 
Scharlach bis Schwarz; Astilbe Da- 
i7(//7.1ilapurpurneRispen;C//«/q/w5^fl 
lüccniosa, Rispen weißer Blütchen; 
Diirilalis gloxiniaeflora. Fingerhut, 
weiß, rosa bis purpurn; Telekia 

(Buphthalmuni) speciosa, gelbe 
Strahlenblüten; f^u^ust'. Bocconia 
cordata, schöne Blattpflanze mit 
rahmweißen fedrigen Rispen; Echlnops Ritro, blaue Kugeldistel; Senecio Wilsonianus, deko- 
rative Blattpflanze mit gelben Blütenrispen. 

b) Herbstblüher. 
August=September: Harpalium (tielianthus) rigidum var. „Daniel Dewar", var. Ligeri, 
var. semiplenum, mittelgroße gelbe Sonnenblumen; //^//ß/////ws multiflorusvax. maximus, ein- 
fache gelbe Sonnenblume, var. ,,M^/d'o/-", halbgefüllt, goldgelb; var. o-ra«o'//j/f'««sl„Soleild'or") 
dicht gefüllt, gelb, ferner Helianthus mkrocephalus. kleinblumig, hellgelb, reich verzweigt; 
Heliopsis scabra, neue gefüllte Varietäten, Polygonum amplexicaule, leuchtend rote Blüten- 
rispen; Ruübeckia laciniata var. „Goldball", mittelgroße gelb gefüllte Sonnenblume, R.pur- 
purea grandiflora und var. „Leuchtstern", purpurne Strahlenblüten; September: /Is/^/vzoi'/- 
A£'/^//var. „Eos", frisch hellrosa, var. „Lavendel", hellavendelblau; Chrysanthemum serotinum 
(uliginosum), große Sträuße weißer Margeriten; September-Oktober: /lco«/Y«m Wilsonii, 
hellblauer Eisenhut; Aster novae-angliae var. „LillFardell", leuchtend karminrosa, var. „Trea- 




Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allge 




Rüdgersia pinrnita 



suTt".he\\vioMt, Aster umbel/atus{DiplostepIiium amygdalinuin),vfe\ße Sternblumen ; Helenium 
autiimnale var. „Gartensonne", gelbe Strahlenblume mit schwarzer Mitte ; var. „Riverton Gern " , 
schön goldlackbraun; Polygonum polystachyiim, Herbslflieder, reichverzweigte weiße Rispen: 
Solidago SIwrtii, Königsgoldrute; Oktober: Aster novi-belgii „Tom Sawyer", mattblau; 
Rudbeckia nitida „Herbstsonne", schöne gelbe Strahlenblumen. 



46 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



2. MITTELHOCHWACHSENDE STAUDEN. 0.80—1.50 m HOHE. 
a) Sommerblühe r. 
Mai-Juni: Aqiiilegia vulgaris hybrida, von Weiß durch alle Schattierungen von Rosa.. 
Blau und Hellbraun bis Dunkelrot. Schwarzbraun und Schwarzpurpurn; Juni: Paeonia chinen- 
sisfl.pl., in Sorten von Reinweiß durch Rahmgelb und alle Töne von Rosa bis Dunkelrot; 
/^ß/^ai'^/- o/-/V/z/a/evar./;rar/?ö/H/H, dunkelpurpurn. var.,.BeautyofLivermore".dunkelzinnober- 
rot. var. „Prinzess Viktoria Luise", lachsrosa.var. „Rembrandt". scharlachorange, var. „Royal 
Scarlet", leuchtend Scharlach; Juni-Juli :/1(:o«//«/h Lycoctoniim pyrenaictim , hellgelber Eisen- 
hut; Thalictnini aqiiilegifoliiim, rosa bis purpurne Federbüsche, var. album, reinweiß; Juni- 
August: Z.w/;/>/H.s/jf)/iyj//v//«s, ausdauernde blaue Lupine, weiß. blau, rosa; Juli: Campanula 




Abb. 49. Rechts Sahia grandifloni, groUblütige Salbei, ,s 
gelber Fingerhut, 60 cm, in VerriOr 



und links Digitalis lutea, 



macrantha, dunkelblaue Glockenblume, var. alba, weiß; Delphittiiim cultonim „Belladonna" 
in den neuen Formen und weitere Hybriden, himmel- und dunkelblaue Rittersporne; Filipen- 
diila UUnaria pleno, weiß gefüllte Sumpf Spierstaude ; Juli- August : Adetxophora polymorpha, 
dunkelblaue Glockenblume; Astilbe Arendsii, schöne Hybriden mit reichverzweigten Rispen: 
„Amethyst", tief violettpurpurn, „Bergkristall", reinweiß, „Ceres", lilarosa, „Lachskönigin", 
hell lachsrosa. „Granat", grell leuchtend sattkarmin, „Rubin", leuchtend dunkelkarmin; Ceii- 
taiirea macrocephala, große gelbe Flockenblume; Eryngiiini planum, kleinköpfige blaue Edel- 
distel; Oalega bicolor Hartlandi, lilaweiße Schmetterlingsblüten; Gypsophila paniculata und 
vzx.flore pleno, Schleierkraut mit der prächtigen gefüllten Abart; Lychnis chalcedonica. Bren- 
nende Liebe, scharlachrot, var.//. pl. gefüllt blühend, scharlachrot; Lythruui roseuni superbum, 
dichte lachsrosafarbene Ähren; Monarda didyma var. „Cambridge Scarlet", scharlachrote 
Lippenblüten,var.sß/7wo;7e«, herrlich zartlachsroa; var. „Kelmiana". violettrot; Phlox macidata 
hybrida, m Weiß. Rosa, Rot; Phlo.x paniculata Hybriden siehe „Herbstblüher" ; Physostegia 
virginiana, rosa Lippenblütchen in verzweigten Ähren, var. alba, reinweiß; Senecio Clivorum 
und var., große Sträuße orangegelber Strahlenblüten; Solidago „Frühgold", herrlich altgold- 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 47 

gelb; Thalictriimflaviun, schwefelgelb: Veratrum nigriim. verzweigte Rispen schw arzbrauner 
Blütchen; Juli-September:/y<'/f/7/«mpK/////w/rt niagnißciim. reichblühende,kleine goldgelbe 
Sonnenblume; August: Echinops Itiimilis, dunkelblaue Kugeldistel. 

b) Herbstblüher. 
August-September: /ls/^/-Hybride „Schwan", blendendweiße Blüten; Liatris pycnosta- 
cliya, purpurne dichte Blütenähren; Phlox paniculata in vielen Farben: weiß „Frl. von Laß- 
berg", weiß mit rot „Sommerkleid", lila „Widar", lachsrosa „Elisabeth Campbell", lachskar- 
min „Württembergia", purpurn „William Ramsay", violett „Le Mahdi", orangescharlach „Sa- 
ladin", karminscharlach „Sieger" spät, karmin „Imperator"; Solidago aspera. gelb; Sep= 
tember: Aster ericoides „Delight", reinweiße Strahlenblütchen. A. hybridus „Nordlicht", 
zartrosa; September=Oktober: 
Aster cordijolius „Ideal", reich ver- 
zweigte Rispen von lila Strahlen- 
blütchen, A. virginicus, reinweiß, 
zierlich ; Cimicifuga japonica. weiße 
verzweigte Blütenrispen. 

3. NIEDRIGBLEIBENDE 
STAUDEN, 0,30—0,70 m HOHE. 

a) Frühjahrsblüher. 
Januar-März: Helleborus ni- 
ger, weiß ; März- April : Helleborus 
hybridus, Bastard -Christrose, von 
Weiß durch Rosa bis Dunkelbraun 
undViolett, teils einf arbig,teils punk- 
tiert oder geädert; April: Orobus 
vernus, karmin-purpurne Schmetter- 
lingsblütchen ; April-Mai : Anemo- 
ne sylvestris, schön silberweiß, für 
halbschattige Stellen ; Caltha palus- 
tris vzx.ßore pleno, gefüllte gold- 
gelbe Dotterblume, für feuchte Stel- 
len; Cardamine pratensis fl. pl., für 
feuchte Stellen; Polemonium Ri- 
chardsonii, verzweigte Rispen him- ^ ,. ,„ ,, , ^ . 

melblauerBlumen, var. album, weiß ; ^bb. so. Smcao cU^m^ Ufer-Kreuzkraut. 1 m 

Ranunculus aconitifoliusfl. pl., Sil- 

berknöpfchen, gefüllt silberweiß, R. speciosusfl. pl., große goldgelb gefüllte Blumen; Trollius 
caucasicus var. „Goldquelle", Trollblume, orangegelbe Kugelblüten, T. hybridus „Helios", 
rein gelb, reich verzweigt, „Earliest of All", hellorange, „Goliath" leuchtend dunkelorange, 
früheste Sorte, T. japonicus „Excelsior", dunkelorange; April-Juni: Papaver nudicaulc, 
kleiner sibirischer Mohn, weiß, schwefelgelb, leuchtend gelb und leuchtend orangerot; Mai: 
Centaurea montana, ausdauernde blaue Kornblume, var. grandiflora und var. rosea, große 
rosa Blüten, var. alba reinweiß; Dicentra spectabilis. fliegendes Herz, rosa; Doronicum plan- 
tagineum excelsum, leuchtendgelbe Margerite; Mai- Juni: Anthericum (Paradisea) liliastrum 
major, aufrechte reinweiße Blütentrauben ; Aquilegia caerulea, Akelei, hellblau mit weiß, und 
var. hybrida von Weiß durch Rahmgelb und Rosa bis Orange, sowie Zart- bis Dunkelblau; 
Aster subcoeruleus, schöne blaue Strahlenblüten auf schlanken Stielen, A.yunnanensis, leuch- 
tend lilablau, A. Fremontii. hellila; Campamila glomerata dahurica und superba, dunkelvio- 
lette Glockenblume mit dichten aufrechten Blütenknäueln; Euphorbia polychroma, schöne, 
goldgelbe Wolfsmilch; Geranium platypetalum, leuchtend blauvioletter Storchschnabel ; /wra/-- 
villea grandiflora brevipes, große rosa gloxinienartige Blumen; Inula glandulosa superba. 
große goldgelbe Strahlenblüten; Iris germanica, deutsche Schwertlilie, große Mannigfaltig- 
keit in der Blütenfärbung von Reinweiß, Hellgelb bis Dunkelgelb und Bräunlich, Lichtblau 
bis Dunkelblau und \'iolett, teils mit helleren oder dunkleren Adern, besonders empfehlens- 
werte Sorten sind: „Darwin" weiß, „Mrs. Reuthe" mattlavendelblau mit dunkler Schattierung 




48 Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 




Sl'rii'ilO 11 'ibo/iiu/m:s. 



am Rande, „La Beaute" liimmelblau, „spectabilis" dunkelviolett, „Mrs. Neubronner" gelb, 
„Flammenschwerf gelb mit braun, ..Rheinnixe" weiß mit blau. ..Mrs. Alan Gray" zart rosa 
„Prinzel.l Viktoria Luise" gelb und violett, „Eldorado" rötlich lila mit goldig braun; Iris si- 
hirica siehe Hauptteil: Viscaria vulgaris splendcns plcna, Pechnelke, Rispen leuchtend kar 
minrot; Phlox Laphami „Perry's Var.". prächtig mattblau auf weitverzweigten Stielen, Py 
rethrum hybridum, einfache oder gefüllte, von Weiß durch alle Nuancen von Rosa bis leuc'h 
tend Karmin und Purpurn, besonders empfehlenswerte Sorten sind: einfach: „Margarete 
Mor" hellrosa, „John Malcolm" frisch rosa, „Dr. Bosch" lachsrosa, „James Kelway" rot 
gefüllt: „Bella Blonde" weiß, „Deutsche Kaiserin" zart rosa, „Queen Mary" rosa, „Lord 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



49 



Roseberry" leuchtend karminrot. ,.\'vonne 
Cayeux" gelblich weil.i; Pueonia oJßdnaUs 
pleno, siehe Hauptteil. 

b) Sommerblüher. 

Juni : Achillea nwngolica. blendend wei- 
l.'ic lockere Sträuße: Campanula persicifolia, 
große weiße Glockenblume, in den Sorten: 
„Capri", dunkelblau gefüllt, „Coupe d'azur", 
hellila gefüllt, „Die Fee",hellila, tr/-(//;ö'//"/o/r/ 
(ilha, weiß, „Moerheimi", weiß gefüllt, Dic- 
tuiiiinis Fraxinella, Diptam, pyramidale auf- 
rechte Trauben mit purpurrosa Blumen, und 
var. alba, weiß; Hemerocallis flava var. ma- 
jor, hellgelb, und H. hybrida „Sovereign", 
hellorange. „Aureole", dunkelorange; H.au- 
rantiaca. orangegelb, H. citrina, hellgelb, 
beide spät blühend ; Hesperis matronalis fl. 
pl., gefüllte Nachtviole mit weißen Blüten- 
rispen: Iniilaglandiilosa, große orangegelbe 
Strahlenblüten; Paeonia cliinensis plena, 
gefüllte Pfingstrosen in herrlichen Farbentönen von weiß, rahmweiß, hellrosa, dunkelrosa bis 
purpurn, sowie einfache Sorten in weiß bis dunkelrot: als sehr gute nennen wir von den 
gefüllten: weiß „festiva niaxima", „Duchesse de Nemours", „Marie Lemoine"; rahmweiü 
„Solfatare". ..Duke of Wellington", „prolifera tricolor"; zartrosa „Charles Leveque" ; rosa 
„Triomphe de Lille", „edulis superba". „Ville dePoissy": fleischfarben-rosa „Marie Jacquin", 
„Faust", „triumphans gandavensis" : karmin ..Van Houtte", „Ville de Nancy: Phalaris picta. 





Abb. 53. Litium auratiim, Goldbandlilie, als Zwischenpflanzung 
Park von H. Hesse, Weener. 

ilva Tarouca-Sclineider, Unsere Freilandstaudcn, .1. .Auflage. 



Rhododendren-Gruppen im 



50 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



gelbbuntes Bandgras, Veronica amethystina, leuchtendblaue Blütentrauben; Juni -Juli: 
Aetheopappus pulclierrimns, edle rosarote Flockenblume; Aquilegia chrysantha, goldgelbe 
Akelei, und A. Skinneri, orange; /Is/Z/ö^yo/jo/z/r« /?);/!'/7a'a „Deutschland", „Möve", „Rhein- 
land", siehe Hauptteil; Erigeron mesagrande speciosus, zierliche dunkelviolette Strahlen- 
blüten in verzweigten Sträußchen, „Lasur", hellila. früheste, semipleniis, im Aufblühen 
gefüllt, lila. ..Quakeress", rosa lila; Filipendula (Spiraea) liexapetala fl. pl., verzweigte 
Sträuße weiß gefüllter Blüten; F. purpurea (Spiraea palmata Hort.), leuchtend karminrote 
Scheindolden, und var. alba, weiß; Geuin Heldreichii magnificuni, hsWorangQ; Gilleniatri- 




Abb. 54. Anemone jiiponica, „Königin Charlotte" (Ho 



foliata. zierliche weiße Blüten in weitverzweigten Rispen; Helenhun Bigelowii, kleine gold- 
gelbe Sonnenblumen mit schwarzer Mitte; Heuchera gracillinia. sehr feine und zierliche 
rosa Rispen, und H. sangiiinea, in rosa und roten Sorten ; Iris Orientalis, leuchtend dunkel- 
blau, mittelgroß, und var. „Snow Queen", schneeweiß; Malva moschata. atlasrosa, reich 
verzweigt und var. alba, weiß; Oenothera glabra. Nachtkerze, goldgelbe Blütensträuße mit 
dunklen Stielen und Blättern ; Phlox Arendsii. in weißen, lila und rosa Tönen ; Potentilla 
liybrida Jl. pl., schön gefüllte Blüten von gelborange bis dunkelroter Färbung über erdbeer- 
artiger Belaubung; Juni=August: Tradescantia virginica in Blauweiß und Rot; Juni- 
September: Scabiosa caiicasica. prächtig himmelblau, und var. alba, weiß; Juni bis 
Herbst: Gaillardia grandiflora. große Strahlenblüten von gelb bis orange Färbung, teils 
mit dunkler Zone und hellen Spitzen, sehr reich blühend; Juli: Astilbe Arendsii „Gloria", 
leuchtend dunkelrosa, und ..Weiße Gloria", reinweiß; Juli°August: Achillea filipendiilina, 
goldgelbe Schafgarbe, A. Millefolinm „Cerise Queen", karminrot, und A. Ptarmica „Perry's 
Weiße", weiß, dicht gefüllt; Asclepias tuberosa, Sträuße leuchtend orangeroter Blüten ; 
Chelone barbata. schlanke, etwas verzweigte Rispen mit rosa, Scharlach, purpurnen bis vio- 
letten Lippenblüten; Cluysantheniiini maximum var. „Breslau", halbgefüllt, früh, „Etoile 
d'Anvers", riesenblumig, weiß, „Ophelia", rahmweiß, „Lockenkopf", geschlitzte Randblüten ; 
Dianthus Caryopliyltiis. Chornelken, von Weiß durch alle Schattierungen von Rosa bis 
Scharlach und Schwarzrot. auch Gelb bis Orange, teils einfarbig, teils gestricheh. ge- 
rändert, gebändert oder getuscht; Erynginin alpinum, blaue Alpenedeldistel, E. hybridum 
„Juwel" und „Violetta". prächtig stahlblau und rötlich violett; Hemerocallis aiirantiaca, 
große orange Trichterblüten; Iris Kaempferi, große flache edle Blüten in allen Tönungen 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 51 

von Weiß, Hellblau. Dunkelblau, Hellrosa, Dunkelrosa und X'iolett; Platycodon {Wahlen- 
bergia) grandijloriini. clematisartige offene dunkelblaue Glockenblumen; Sa/via nemorosa. 
reichverzweigte lange Ähren mit leuchtend violetten Lippenblüten: Stachys {ßetonica) gran- 
dißora, superba und robusta, schöne hellpurpurne Lippenblüten in dichten breiten Ähren; 
Statice latifolia, hellvioletteSträuüe kleiner Blütchen. gut zum Trocknen, und S.tatarica,we\ß 
blühend; Veronica Hendersonii, prächtig dunkelblau ; Juli=September: Coreopsis grandi- 
flora, goldgelbe Strahlenblüten ; Phlox paniculata. niedrige Formen in vielen Färbungen, siehe 
im Hauptteil; Rudbeckia speciosa, orangegelbe Strahlenblüten mit samtig schwarzer Mitte. 




Abb. 55. Aster alf. 



Hort. Q. Arends (Orig., phot. f. Zemam. 



c) Herbstblüher: 
August=September: Aster acris. dichte Sträuße von lila Sternblüten, A. Amelliis, 
„Emma Bedau", leuchtend dunkelblau, „Schöne von Ronsdorf", malvenrosa, „Rudolf Goethe", 
lavendelblau, „Wienholzi". schön rosa; Panicum virgatiim. reizendes Ziergras mit reichver- 
zweigten Rispen kleiner brauner Blütchen ; Solidago virgaarea var. nana, niedrige gelbe 
Goldrute; Sednni Fabaria „Brillant", leuchtend purpurrosa Blütendolden; September: 
Aconitum Fischer:, dunkelblau; Physalis Francheti. Lampionpflanze, mit scharlachroten 
Fruchtkelchen; September=Oktober; Anemone Japonica var. „Alice". groLiblumig rosa, 
„Qeante blanche", großblumig, einfach weiß, „Königin Charlotte", rosa. „Luise Uhink", halb- 
gefüllt weiß, „Mont Rose", gefüllt rosa, niedrig; Aster Amelliis „Oktoberkind", große Blüten, 
dunkelviolett; Chrysanthemum indiciini. in guten besten Sorten, siehe Hauptteil ; Zaiischneria 
californica. scharlachrote Lippenblüten. 

4. NIEDRIGSTE STAUDEN. 
(Zum Teil wegen ihres polsterartigen Wuchses für Einfassungen geeignet.) 

ai Frühjahrsblüher. 
März=April: Arabis albida grandiflora superba, weiß blühende Gänsekresse; Bergenia 
hybrida, weiß, hell- und dunkelrosa; Hepatica (Anemone) angulosa, frühestes blaues Leber- 
blümchen, und //. triloba. das gemeine Leberblümchen, in Blau, Weiß, Rot. einfach und ge- 
füllt; Iberis semper\nrens\z.x. „Schneeflocke", blendend weiß, und var. „Weißer Zwerg", 



52 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



niedrigste weiße Form; Primula cashmeriana „Rubin", rubinviolette kugelrunde Blütenköpfe. 
P. denticiilata. lilafarbene BlQtenköpfe, und P. rosca grandijlora, leuchtend karminrosa für 
feuchten Boden: Vinca minor. Immergrün, blau; April: Arabis albidafl.pl., schön weiß 
gefüllt, sehr dankbar; Ilwris corifolia, weiße Schleifenblume; Primula acaulis. in vielen 
Färbungen, weiß, gelb, rosa, lila, leuchtendrot, braunrot, violett und blau, und ebenso var. 
Jl.pl. in gleichem Farbenspiel; April-Mai: Alyssum saxutile ß. pL, dicht gefüllt goldgelb, 
var. compactiuiu reich verzweigte goldgelbe Rispen, und var. citrinum, schön mattgelb; 
Aiibrietia hybrida var. „Lavender", niedrige Polster lavendelblauer Blüten, var. Moerlieimi, 
schön rosa, var. Leichtlini „Crimson", leuchtend karminrosa. var. „Dr. Mules", dunkelvio- 
lett, und A. tauricola, dunkelblau, niedrig; Epimediiim, Sockenblume, gut für Halbschatten 
in den Formen macranthiim. weiß, coccineum. dunkelrot, siilftireiim. hellgelb und violaceum, 
lila; Gentiana Gentianella {G. amH//s Hort.), leuchtend dunkelblau; Iris pumila hybrida, in 
Weiß, Gelb, Blau und Violett; Phlo.x amoena, leuchtend rosa, P. divaricata, lichtblau, P.su- 
hulata „Q. F. Wilson", hellblau, kriechend und var. atropiirpurea. purpurrosa, sowie P. ni- 
valis, schneeweiß; Primula elalior. Qartenprimeln, in ebenso reichem Farbenspiel wie P. 
acaulis, sowie var. aurea grandiflora, goldgelbe Vierländer-Gartenprimeln; Pulmonaria 
azurea, dunkelviolettes Lungenkraut, P. rubra, rot; April bis Herbst: Viola cornuta ty- 
pica. leuchtend lila und var. alba reinweiß, „G. Wermig", veilchenblau, sogenanntes Sommer- 
veilchen, sowie grandiflora stiefmütterchenartig, in Weiß. Hellrosa. Hellblau. Dunkelblau, 
Violett und Gelb: Mai: Asperula odorata. Waldmeister, weiß, für Halbschatten, Convallaria 
majalis grandiflora. großglockige Maiblume; Geuni Heldreichii. orangerot, G. coccineum 
plenum „Mrs. Bradshaw". prächtig scharlachrot. Primula Auricula, in reichem Farbenspiel 
von Weiß und Gelb bis samtig Dunkelbraun. Dunkelviolett und Schwarz, und /-•. Sieboldii. 
reiches Farbenspiel in Weiß, Rosa, Lila. Karmin und Violett, gut für Halbschatten ; Saxi- 
Jraga Arendsii [S. decipiens grandiflora hybrida). in vielen Farben von Weiß bis Dunkelrot. 




luctifloni, milchweißer BeifnI.;, 1,25 rn. 



Die besten Treibstauden. 



b) Sommerblüher. 
Mai -Juni: Aster alpint/s var. 

„Rex" und „Dunkle Schöne", herr- 
liche dunkellila Strahlenblüten ;Afi'Ci- 
son's palustris „Perle von Ronnen- 
berg". immerblühendes Vergil.imein- 
nicht; Juni: Armeria Laiicheana, 
leuchtend karminrot, und A. mari- 
tima, lilarosa; Arrhenatherum Inü- 
bosum, niedriges weißbuntes Zier- 
gras; Diantlms pliimariits. Feder- 
nelken, in vielen Färbungen z. B. 
„Diamant", reinweiü gefüllt, und 
delicata „Juwel" rosa gefüllt. Vero- 
nica Teucriiim dubia ( l '. rupestris 
Hort.), kriechend, leuchtend blau; 
Juni^Juli: Campanula glomeraia 
acaulis. dunkelviolette niedrige Blü- 
tenknäuel; Dianthus deltoides. krie- 
chend karminrot; Veronica incana. 
dunkelblaue Blütenähren.weil.ifilzige 
Belaubung ; J uli=August: CV//H/W- 
nula carpatliica compacta, niedrig, 
dunkelblau, var. alba, reinweil.l, var. 
^£'/i7/o/77//5, hellblau, und C. turbimita 
„Isabel" dunkelste Glockenblume; 
Sedum kamtschaticum, gelb, und ^'. 
spurium splendens purpurrosa. 

c) Herbstblüher. 




September : Aster hybridus 
„Plejad", purpurroteSternblümchen ; 

Plumbago Larpentae. leuchtend kobaltblau. Solidago brachystachy 
Ende Oktober: Aster hybridus „de la Toussaint". hellblau. 



1. Delphiniiim cultorum. großblumiger Garten- 
rittersporn, 1,5 m iQ. .Arends. Hunsdorli. 



kleinste gelbe Goldrute; 



VI. 

DIE IBESTEN TRElßSTAUDEN. 

Bearbeitet von H. Zörnitz in Gemeinschaft mit G. Arends. 

Gegen Ende November, wenn die letzten Chrysanthemen uns immer noch an geschützter 
Stelle durch ihren Blütenflor erfreuen, wird es still im Garten. Getrocknete Zweige der Edel- 
distel, [Erynginm und Echinops) .ludassilberlinge und Lampionfrüchte sind noch aus dem 
Garten ins wohnliche Heim gerettet worden. An ganz besonders schönen Herbsttagen leuch- 
ten noch die Blüten einzelner Stauden und legen Zeugnis davon ab, dalj sie mit Recht zu 
den dankbarsten Blütengewächsen zählen. Wenn dann aber die ersten weißen Flocken fallen 
und die Erde sich in das große weiße Leintuch hüllt, dann ist trotz alles winterlich Schönen 

der Gartengenuß nur ein ganz beschränkter. Wir empfinden Sehnsucht. Sehnsucht 

nach Farbenfröhlichkeit und Blütenpracht. Jetzt erst erkennen wir, daß uns die Blumen eine 
Lebensnotwendigkeit geworden sind. Aus den Treibhäusern bietet man Alpenveilchen, Primeln, 
groß- und kleinblumige Chrysanthemen an. „Getriebene" Maiblumen, Tulpen und Hyazinthen 
geben den Wohnräumen ein behagliches Aussehen. 

Auch unter den Stauden gibt es eine ganze .\nzahl die sich treiben lassen. Zu Weih- 
nachten können wir freilich außer Maiblumen und Dicentra kaum blühende Stauden haben, 
aber ohne große Vorbereitungen, ohne viel Heizmaterial lassen sich z. B. schon im Februar 
blühende Primeln, im iWärz blühende Astilben erzielen. Es würde zu weit führen und ganz 
aus dem Rahmen unseres Werkes herausfallen, wollten wir ausführlich auf die Behandlung 



Die besten Treibstaudeii. 



der Treibstauden eingehen. Wir müssen uns auf die einfachsten Grundlagen beschränken 
und können nur Winke und Andeutungen geben, deren vertiefende und befruchtende Aus- 
arbeitung und Nutzbarmachung dem Einzelnen überlassen bleiben muß. 

Dali man die Flieder- und Maiblumentreiberei durch Ätherisierung, durch Warmwasser- 
behandlung bedeutend abkürzen und somit noch sicherer und nutzbringender gestalten kann, 
ist allgemein bekannt, üal.! sich aber eine ganze Anzahl Stauden ebenfalls durch W'arm- 
wasserbehandlung bedeutend schneller und sicherer zur Blüte bringen lassen, verdient her- 
vorgehoben zu werden. Wenn wir z. B. den Astilbenflor etwa 4 Wochen verfrühen können, 
ist dies bei der überaus großen Beliebtheit dieser Pflanze recht bedeutsam, da diese so viel 
früher blühenden Pflanzen einen höheren Gewinn abwerfen. Unsere Abbildungen sollen die 
kurzen Angaben deutlicher veranschaulichen. Abb. Ol ztxgi Astilbe hybrida rosea am 16. Ja- 
nuar in ein Wasserbad von 24-25° C gelegt, alsdann eingetopft und in ein gemäßigt war- 
mes Haus gestellt. Während die un- 
gewässerten Pflanzen oft 3 bis 4 Wo- 
chen wie tot dastehen, zeigen die 
gewässerten schon nach einigen Ta- 
gen leben. Mitte Februar aber hatten 
die gewässerten.'Xstilben bereits Blü- 
tenstiele und am 4. April waren sie 
voll erblüht. Die ungewässerten aber 
zeigten zu diesem Zeitpunkte erst die 
mit Knospen besetzten Stiele. 

Was bei Maiblumen und Flieder 
geht, ist auch bedingt bei unseren 
Stauden durchführbar. Allerdings 
werden hier noch weitere Versuche 
gemacht werden müssen, die bei je- 
nen Pflanzen bereits abgeschlossen 
sind. Bei richtiger Sortenwahl, ge- 
eigneterVorkultur und verständigem 
Treibverfahren lassen sich aber eine 
ganze Anzahl Stauden bedeutend 
eher treiben, als es bis jetzt ge- 
schieht. Bei denAstilben z.B. wur- 
den früher in der Hauptsache ^s/z'/öe 
japonica „Amerika" und „Peach blossom" zum Treiben genommen. Astilbe japonica aber 
hat zu kurze und leichte Rispen und ist längst nicht so reichblühend wie japonica speciosa, 
die als früheste, beste, reinweiße Astilbe anzusprechen ist. Die Sorten „Amerika" und „Peach 
blossom" benötigen 13-14 Wochen Treibzeit: die alte einst gefeierte „Queen Alexandra", was 
ist sie heute mit ihrem Blaßrosa gegen die neuesten Arendsii Züchtungen. Die Sorten 
„Deutschland", „Rheinland", „Emden", „Möwe", beherrschen jetzt den Markt. Diese neuen 
Sorten werden nicht nur wegen ihrer reinen Farben, des gesunden üppigen Wuchses und 
der schönen Belaubung bevorzugt, sondern sie gebrauchen auchinderEntwickelungsperiode 
nach eigenen Versuchen und denen des Leiters der gärtnerischen Versuchsanstalt der Land- 
wirtschaftskammer für die Rheinprovinz, Garteninspektor Löbner, Bonn, teilweise 3-4 Wo- 
chen weniger Zeit wie z. B. die Sorten „Peach blossom" und „Amerika". Wir sehen also 
an diesem einen Beispiel wie wichtig auch in diesem Falle die Sortenfrage ist. 

Eine ganze Anzahl Stauden läßt sich sehr vorteilhaft im kalten Kasten antreiben. Zu 
diesem Zwecke pflanzt man die Sorten, die in folgender Aufzählung noch besonders gekenn- 
zeichnet sind, im zeitigen Herbste in ein Mistbeet aus, besser noch ist es aber, die Pflanzen 
schon während des Sommers in diesem Kasten zu kultivieren. Bei eintretendem Froste wer- 
den die Fenster auf den Kasten gelegt, und je nach Temperatur wird im Januar-Februar 
fleißig gelüftet. Es ist Sorge zu tragen, daß keine zu krassen Temperaturschwankungen 
eintreten, was durch leichte Bedeckung in kalten Nächten mit Strohmatten oder Läden er- 
reicht wird. Die herrlichen Prinmla acaulis, besonders die schöne frühe Form rubra (ibe- 
rica) hat man z. B. auf diese Weise schon im Februar im kalten Mistbeet in vollster Blüte. 
Bei höher werdenden Stauden, wie z. B. Doronicum, müssen die Kästen tiefer ausgehoben 




Abb. 58. üypsophila repens var. monstrosa, Frühlings- 
Schleierkraut, 20 cm, im Hort. Arends (Orig.). 



Die besten Treibstauden. 55 

oder später aufgesetzt werden. Sehr leicht können wir auch im Freien ein Beet überbauen 
und auf diese Weise den Flor um 3-4 Wochen verfrühen. Dies Verfahren ist bei den erwähn- 
ten Sorten von Cenlaiirea, Aqiiilegia, Hellehonis. Iris. Myosotis. Phlox. Ruiiunculus u. a. m. 
sehr nützlich. Etwas Überlegung und Erfahrung lal.it Liebhaber und Fachmann auch hier 
das Richtige finden. 

Als wichtigste Treibstauden kommen in Betracht -) : 

Anchusa nivosotidißora, das Kaukasusvergißmeinnicht, mit seinen herzförmigen Blättern, 
den reizenden dunklen Vergißmeinnichtblüten gibt schöne Topfpflanzen, die bereits Ende 
Februar in Blüte sind. 

Aquilegia caerulea und coenilea hybrida lassen sich vom Februar an in hellem, mäßig 
warmem Hause treiben. Im freien Lande überbaut liefern die Pflanzen ebenfalls um vieles 
früher feines Schnittblumenmaterial in blauen, rosa, sowie gelb mit bräunlichen Tönen. 




Abb. 59. Deutsche Schwertlilien (Iris germunicu) und Feder-Nelken {Diunthiis plumarius), Rabatte 
(G. Arends, Ronsdorf). 



Arabis albida fl. pl. mit ihren schönen levkojenähnlichen Rispen kann gut drei Wochen 
früher geschnitten werden, wenn man die eingewurzelten Pflanzen mit Brettern umbaut und 
mit Fenstern belegt. 

Astilbe. Die unter dem Namen Hoteia und Spiraea japonica bekannte Stammform wird seit 
Jahrzehnten zur Treiberei benutzt. Die neusten besten Sorten sind in Weiß : A. japonica speciosa 
„Qladstone", A. .4/-^/zf/5//,, Deutschland" ; mRosa: „Rheinland", „Emden", „Möwe". Weiteres 
über Behandlung wurde oben gesagt. 

Bergenia liybrida sowie Centaiirea montana, die ausdauernde Kornblume, in Sorten, treiben 
sich am besten im kalten Kasten. Das Treiben mit künstlicher Wärme lohnt sich nicht. 

Convallaria majalis/ dis bekannte Qartenmaiblume braucht kaum besonders erwähnt zu 
werden. 

Crocus vernus und verwandte Arten werden wie andere Blumenzwiebeln behandelt, je- 
doch ohne Bodenwärme getrieben. 

Dianthus plumarius .beiden gefüllten Federnelken werden am besten auch die eingewurzelten 
Beete mit Kästen umbaut und mit Fenstern bedeckt. Bei Topftreiberei läßt der Erfolg meist 
zu wünschen übrig. 

Dicentra (Dielyträ) spectabilis, das fliegende Herz, ist eine ganz hervorragende Topftreib- 
staude, die als solche auch schon lange geschätzt wird. Von Januar ab treibt sie sich leicht im 
hellen halbwarmen Gewächshause oder Zimmer, kommt auch nach Warmwasserbehandlung 
erheblich schneller (Abb. ö2). 



Die besten Treibstauden. 



Doronicuin caiicasiciiin inagnifi- 
ciiin und pkintagineiim excelsuni, die 
gelben Gemswurzarten, sind sehr 
dankbare Frühblüher, sowohl für 
Töpfe wie auch zum Schnitt. Man 
treibt sie vom Februar an im hellen 
Räume. 

Epimedhim . Sockenblumen , in 
Sorten sind zwar ganz reizend, aber 
zu schnell vergänglich, um großen 
Treibwert zu besitzen. 

Euphorbia polychroma, die gold- 
gelbe Wolfsmilch, hat sich in mehr- 
jährigen Versuchen als ganz vorzüg- 
liche Treibpflanze bewährt. Von 
Mitte Januar an mäßig warm und 
hell gestellt, entwickelt sie sich zu 
vollblühenden Büschen, die sowohl 
alsTopfpflanze wie auch zum Schnitt 
mit ihren grünlichgelben Dolden 
ganz eigenartig schön sind. 

Zu den eigentlichen Spirstauden, 
die für Treibzwecke in Frage kom- 
men, gehört namentlich Filipendula 
piirpiireamW. ihren leuchtend karmin- 
roten Blütensträuüen. Sie braucht je- 
doch zur vollen Entwickelung 3 Mo- 
nate an einem hellen, mäßig warmen 
Platz, also einige Wochen mehr als 
die schönen neuen rotblühenden As- 
tilben. Aus diesem Grunde wird sie 
auch nur noch wenig getrieben. 
Fritillaria Meleagris, Kiebitzei. Dies reizende Zwiebelgewächs ist angetrieben entzückend. 
Die im Herbst eingetopften Zwiebeln können vom Februar an bei nicht zu hoher Wärme 
getrieben werden. Zu Ostern sind sie schon in Blüte. Wirkungsvoll als Treibpflanze ist auch 
Fritillaria iinperialis, die Kaiserkrone, die ahnliche Behandlung verlangt, aber wegen ihrer 
Größe nicht überall gut verwandt werden kann. 

Fiinkia : hiervon sind als sehr beliebte Blatt-Treibpflanzen die weißbunten F. undiilata vittata 
und F. iindulata robusta variegata, die gelbbunte F. coerulea discolor (japonica aiireo-varie- 
gata) und die weißgeränderte F. coerulea albo-marginata zu nennen. Von Weihnachten ab 
getrieben, geben alle Sorten schöne Topfpflanzen und wertvolles Material für Schalen- und 
Körbchenbepflanzung. 

Galanlhus, Schneeglöckchen-Arten, sind der künstlichen Wärme ziemlich abhold oder doch 
kaum früher blühend als im Freien ; man läßt sie besser ungestört im Garten als sie anzutreiben. 
Helleborus niger. die Christrose, blüht bei mildem Wetter ohne jedes Treibverfahren schon 
zu Weihnachten im Freien. Um aber bestimmt den Genuß des vollen Flores dann zu haben, 
ist Eintopfen im Herbst und Antreiben im kühlen Raum zweckmäßig. Die bunten Helleborus- 
Hybriden kommen gewöhnlich erst einige Wochen später. 

Hesperis niatronalis flore pleno, die gefüllte Nachtviole kann im kalten Kasten um drei 
bis vier Wochen früher zur Blüte gebracht werden. Die langen Rispen duftender, weiß ge- 
füllter Blumen entwickeln sich dann besonders schön und liefern wundervolle Schnitt- 
blumen zur Vasenfüllung, 

Hyacinthus orientulis gehört zu den bekannten Blumenzwiebeln. 

Iris kommen für Topftreiberei nicht in Frage. Man wird alle in Betracht kommenden 
Arten und Sorten : /. germanica und piimila liybrida, sowie die zwiebelbildenden /. hispanica 




Abb. (lO. Straufj von Paconia albiflor 

Pfingstrose (G. Arcnüs. Ron 



der weißblütigen 



Die besten Treibstauden. 




Abb. 61. Astilbe liybrida rosea, links ungewässert, 
rechts gewässert, siehe Text (phot.H.zornitzi. 



und anglica zweckmäßig im kalten 
Kasten kommen lassen, um sie eini- 
ge Wochen vor dem Freilandflor zu 
haben. 

Z/7/m/h. Von den Lilien istdieMehr- 
zahl der Arten zum Treiben geeignet. 
Besonders empfehlenswert sind ne- 
ben den selteneren L. auratiim und 
longifolitt ind\tL.Ui ncifoliiini -Sorten, 
L. iimbellatum und L. croceiini. Die 
im Herbst eingetopften Zwiebeln 
können vom Februar bis März ab im 
hellen Räume gut getrieben werden. 
Myosotis alpestris „Indigo" und an- 
dere Gartenx'ergil.imeinnicht -\'arie- 

täten dürfen nicht zu früh warm gestellt werden, kommen aber doch um einige Wochen früher 
als im freien Lande und sind dann als Topfpflanzen wie auch zum Schnitt sehr schön. Die 
Sumpfvergißmeinnicht-Sorten M. palustris „Nixenauge", „Perle von Ronnenberg" und andere 
sind zum l'reiben ungeeignet. 

Narcissus. Die Narzissen gehören zu den bekannten Blumenzwiebeln. Zur frühesten 
Treiberei, Weihnachten und Neujahr blühend, eignet sich die gefüllte N. „van Sion". Zu et- 
was späterem Treiben verdienen fast alle anderen kurz-, mittel- oder langkronigen Sorten 
Beachtung, wie N. poeticiis ornalus. inconiparabilis'm Sorten. besonders „Sir Watkins", „prin- 
ceps". „bicolor". „Horsiieldi", „bic. Empress", und viele andere, auch die Tazetten (Narcissus 
Tazctta) und ihre Bastarde mit iV. poeticiis (= N. poi^taz). Alle Narzissensorten eignen sich 
gut für den Blumenfreund zur Zimmertreiberei. Später können sie dann im Garten Ver- 
wendung finden. 

Orobiis verniis, die Waldwicke, ein reizender Frühblüher im Garten, ist zur Treiberei un- 
geeignet, weil im Zimmer die Blumen sich gleich verfärben und abfallen. 

Phio.x. Hübsche, vollblühende Töpfe liefern zum Frühjahr kräftige Pflanzen von P/i/ox 
divaricata und var. Lapliami „Perry's var.", die auch im kalten Kasten schöne Schnitt- 
blumen bringen. 

Polygonatiini miiltißorum und officinale. Salomonssiegel, werden zu Treibzwecken immer 
noch viel zu wenig verwandt. Bei mäßiger Wärme ab .lanuar getrieben, entwickeln sich die 
hohen, schön übergebogenen, zweizeilig beblätterten Stengel mit den blattwinkelständigen. 
hängenden weißen Blütchen sehr gut. In großen Töpfen und Schalen wirken sie sehr de- 
korativ, besonders aber auch abgeschnitten als N'asenfüllung. 

Primiila. Eine ganze Reihe recht beachtenswerter Treibstauden liefern die Primeln. Als 
allerfrüheste Frühjahrsblumen liebt die Mehrzahl, gerade wie das Schneeglöckchen, hohe 

Wärmegrade nicht. An hellem Platz 
im Kalthause oder kühlen Zimmer 
kommen sie jedoch schon sehr früh 
zur Blüte und bilden hübsche Topf- 
pflanzen. Besonders gih dies für 
die Priiiiiila ffrft////s-\'arietäten. die 
reichblühende Büschel bringen. P. 
c/atior-Sorien sollten nur im kalten 
Kasten kommen, da sie Treibwärme 
nicht vertragen. Mit etwas Wärme 
lassen sich dagegen /-'. denticulata 
treiben, die mit ihren kugelrunden 
Blütenköpfen für Töpfe und Schalen 
ganz prächtig sind. Auch die leuch- 
tend rote P. rosea kommt ähnlich 
früh. Etwas später sind /-'. Sieboldii, 
Abb. 62. Diceiitru spectabilis, oben mit, unten ohne Warm- die in ihrem bunten Farbenspiel an 
Wasserbehandlung (phot. H. Zömiizi. die P. obconica der Gewächshäuser 




58 Stauden zum Verwildern. 

erinnern. Sehr wertvoll ist auch ihr Bastard mit P. Veitchü, die P. hybrida „Lothringen", 
mit leuchtend roten Blumen. Als letzte der Treibprimeln kommen noch die spätblühenden 
Etagenprimeln in Betracht, wie P.Beesiana. Biilleyana, japonica. piilverulenta und ihre Blend- 
hnge. Alle dürfen nicht zu warm gehalten werden, wenn sie gut blühen sollen. 

PiiUnonaria azurea. das dunkelblaue Lungenkraut, wird neuerdings als Treibstaude warm 
empfohlen, besonders dürfte aber noch P. avernensis. mit leuchtend blauen Blüten, geeignet sein. 

Raniincalus aconitifoliusßore pleno und R. hiilbosusß. pL. zwei gefüllt blühende Hahnenfuß- 
gewächse, der erste weiß, der zweite gelb, bilden bei spätem Treiben und hellem Standort 
schöne Topfpflanzen von leidlich guter Haltbarkeit. 

Scilla s/T'/Wffl mit ihren leuchtend blauen oder weißen Sternblüten ist ein reizendes Zwiebel- 
gewächs, das man schon im Januar in Töpfen oder Schalen blühend haben kann. 

Thalictrnm adiantifoliiim, die feinblättrige Wiesenraute, bildet mit ihrer zierlichen feinen 
Belaubung einen ganz brauchbaren Ersatz für die viel Heizwärme beanspruchenden Adian- 
tiim (Frauenhaarfarn). 

Trolliiis. die Trollblumen, gehören mit ihren herrlichen großen, kugelrunden, gelben Blumen 
zu den schönsten maiblühenden Gartenstauden. Kräftige Ballenpflanzen lassen sich etwas 
antreiben und vier bis sechs Wochen früher zur Blüte bringen. Sie liefern dann ein herr- 
liches Schnittmaterial. 

Viola odorata, die wohlriechenden Veilchen, sind alsTreibpflanzen so allgemein bekannt und 
beliebt daß es kaum nötig ist, besonders darauf hinzuweisen. Als vollblühende Topfpflanzen, 
wie auch als Schnittblumen sind sie gleich schön. Die dankbarsten Sorten sind „Königin Char- 
lotte", „Deutsche Kaiserin" und „Augusta". während die großblumigsten wie das „russische 
Veilchen", „Piinzesse de Galles" und andere mehr zur Treiberei im kalten Kasten sich eignen. 

Viscaria vulgaris splendens plena. die gefüllte Pechnelke, wird vielfach als Treibpflanze 
sehr warm empfohlen. Nach unseren Erfahrungen werden Topfpflanzen nicht sehr schön. 
Wert hat höchstens das langsame Antreiben im kalten Kasten, um etwas früher Schnitt- 
blumen zu haben. 

Mit diesen Aufzählungen ist die Liste der Treibstauden längst noch nicht erschöpft. Es 
bedarf noch mancher Versuche; hier ist nur das beste und erprobteste angeführt worden. 

VIL 

STAUDEN ZUM VERWILDERN. 

Von Istvän Graf Ambrözy-Migazzi. 

(Man vergleiche hierzu auch die Abb. 3,4,9, 10, 14, 15.) 

An heimischen Blumen sind die meisten Gärten arm. So war es auch bei meinem Eltern- 
hause hier in Tana (Westungarn). Ursprünglich gab es nur Veilchen, Ficaria, Qagea und 
je eine Pflanze Arum maculatiim und Anemone neinorosa. Die allerersten und liebsten Früh- 
lingsboten: Schnee- und Märzglöckchen, Blaustern, Primeln, Leberblümchen und Schach- 
brettblumen, hat alle erst kleinweise, eine Handvoll Pflanzen, meine Mutter gebracht. Zuerst 
waren es bloß zwei kleine Nester Schneeglöckchen. Das eine im tiefen Fichtenschatten — 
da war auch eine 5r/7/ß-Pflanze dabei — ist eingegangen ; das andere unter Laubholz hat 
sich zu Tausenden vermehrt, den Garten erobert. Um diese damals noch winzigen Kolonien 
war. als wir Kinder waren, der Schnee immer abgetreten. Denn täglich gingen wir mit 
meiner Schwester hin, drückten die Nase schier in den Schnee und lugten aus, ob sich 
nicht doch schon etwas zeigte. Den Schnee wegkratzen war verboten. Das Erscheinen der 
ersten Blattspitzen wurde mit .lubel begrüßt. Die erste Knospe, die erste hängende Knospe 
und die erste Blume war je ein vielbesprochenes Ereignis, das auch in der Familienkorre- 
spondenz registriert wurde. Das Abreißen von Schneeglöckchen galt als Sakrileg. Nur wenn 
eines von uns Kindern krank war. bekam es eine Blume ins Zimmer. Als ich später auf die 
Schule kam, da sandte mir meine Mutter dort — und Zeit ihres Lebens überallhin, wo ich 
gerade war, das erste Schneeglöckchen, die erste Schachbrettblume, den ersten Krokus. In- 
zwischen hatte meine Mutter immer wieder etwas gebracht, auch wir Kinder sind ihrem Bei- 
spiele gefolgt. Die Frühlingsblumen unseres Gartens wurden arten- und zahlreicher. Einen 
rapiden, sprunghaften Fortschritt erzielte allerdings erst die Einstellung des Laubrecheins 
in den Gesträuchgruppen. Der Erfolg war verblüffend. Bis dahin sah man dem Garten die 



Stauden zum Verwildern. 5g 

Hutnusarmut an. In wenigen Jahren war das Gegenteil eingetreten. Die jahrzehntelang in 
den Strauchpartien stagnierenden einzelnen Frühjahrspflanzen bildeten bald große Rasen 
und verbreiteten sich rasch auch über die Wiesen. Der Zusammenhang ist e inleuchtend. 
Durch das alljährliche Laubrecheln wird die Bildung jener Bodenschicht verhindert, die zur 
Vermehrung der meisten frühjahrsblühenden Schattenpflanzen das natürliche Substrat bildet. 
Vorhandene ältere Pflanzen werden durch das meist im Frühjahr vorgenommene Rechein 
verletzt oder gleich Keimlingen und Brutzwiebeln mit dem Laube und der darunter- 
liegenden Oberschicht entfernt. Im andern Fall tritt der der Vermehrung und dem Lebens- 
prozeß entsprechende natürliche Zustand ein. Jede Gesträuchpartie wird zu einem Humus- 
zentrum, das mit seiner Microbeninfectiva strahlenförmig auf die umliegenden Wiesen und 
sonstigen Flächen auch dort wirkt, wo die Hauptmasse des Herbstlaubes entfernt wird. 
Je früher das Laubrecheln geschieht, desto besser, schon weil in manchen Jahren, besonders 
wenn der Boden nicht gefroren, die Pflanzen unter dem Laube in Trieb kommen und dieser 
beim späten Rechein verletzt wird oder plötzlich freigestellt ins Stocken geraten kann. Ganz 
vermeiden läßt sich dies freilich nicht immer; auch hier hat uns im Verlauf der Jahrzehnte 
oft ein früher Winter überrascht, und das Laubrecheln konnte dann erst beim ersten Tauwetter 
mitten im Winter vorgenommen werden. Eine merkliche Beeinträchtigung des hier immer 
prachtvollen Winter- und Frühlingsflors konnte ich auch in solchen Fällen nie konstatieren. 
An solchen Stellen stehen hier und vermehren sich fortwährend massenhaft Galant/ms, Leu- 
cojum vernum, Scilla, Crociis Heiif'lelianiis usw. und blühen die Schneeglöckchen regelmäßig 
um viele Wochen früher als in den Waldungen der Nachbarschaft. Die Farbenwirkung ist un- 
gestörter, stärker und man hat viel mehr davon, weil man die Zeit der süßen Erwartung ge- 
nießen kann, indem sich der ganze Prozeß vom Erscheinen der ersten Triebspitze bis zur 
Entfaltung der Blüte vor unseren Augen abspielt. Im Laub geht das meiste verloren, man 
sieht oft erst die offene Blüte. 

Tana liegt bei Szombathely (Savaria), der einstigen Hauptstadt Pannoniens. auf diluvialem 
Lehmplateau mit kiesigem Untergrund in der Eichen-Region. Im Winter U)17 hatten wir 
— 33,7.5" C. Dürre und Sommerhitze sind durch die Nähe der Alpen etwas gemäßigt. 

Die Zahl der im hiesigen Garten verwendeten Arten ist gering, die der Individuen groß und 
in steter Zunahme begriffen. Schon mit den Herbstkrokus erscheinen die ersten Primeln, 
denen sich nach und nach auch andere Vorläufer anschließen. Mitte Januar wird es dann meist 
ernst. Wenn um diese Zeit Schnee- und Märzglöckchen die monatelang währende Frühlings- 
schau eröffnen, dann scheint es uns immer wie ein Gruß aus dem Jenseits, und mit tiefster 
Dankbarkeit denken wir an die Mutter, der wir all die Freude \'erdanken. 

Die hauptsächlichsten Standorte in Park und Garten wären etwa folgende : 

1. Das Innere von Gesträuchgruppen, wo kein Laub gerechelt wird. Je 
dichter und frühtreibender die Gesträuche sind, desto weniger gedeihen und wachsen die 
Unterpflanzungen. Am besten noch Schneeglöckchen und Ariim maculatiim, das gelegentlich 
schon von Dezember an durch seine grünen Blätter ziert. Wo viel gestohlen wird, sind solche 
Dickungen als relativ diebsichere Anzuchtstätten für Schneeglöckchen ganz gut. 

Lichtere Gestrüppe oder alte waldartige Laubholzpartien mit lockerem Unterwuchs, eine 
Formation, die in alten Parks ständig wiederkehrt, bedeuten, wenn nicht gerechelt wird, für 
die allermeisten Frühlingsblüher die Heimat, für den Gärtner ein Dorado. wo er zaubern kann. 

2. Um den Fuß vonSolitärsträuchern und am Rand der Gebüsche sind 
Plätze, die sich selbst im kleinsten Garten für unsere Zwecke bieten und trefflich eignen. 
Unter Sträuchern, die ohne Teller einzeln oder im Verband frei auf Rasen stehen, ist dieser 
meist schütter. Solche später vom Laubwerk bedeckte oder beschattete Teile der Erdober- 
fläche können, ehe sich die Sträucher beblättern, mit sich ansamenden Frühjahrsblumen 
bepflanzt, einen farbigen Anziehungspunkt bilden, der sich allmählich verbreitet. 

Ökologisch gleichwertig oder noch besser sind die Außenränder der Gesträuchgruppen, 
der Raum außer- und innerhalb der Traufe der Randpflanzen, wo das Laub schon entfernt 
oder noch belassen wird: Halbschatten, hart an der Humusquelle gleichsam ein Waldrand 
im kleinen. Vielfach werden an solche Stellen gelbe Narzissen gepflanzt. Das ist weder 
schön noch praktisch. Die Stöcke werden bald von den Sträuchern überwachsen und sind 
im Schatten festgebannt an die Scholle zur Blütenlosigkeit verdammt. Viel eher gehören 
dahin früh- und auch im Schatten blühende Sorten derweißen Narzissen, vor allem aber unsere 
kleineren Frühjahrsblüher. die durch Brut, Samen oder, wie manche Anemonen durch 



50 htaudeii zum Verwildern. 

Rhizome wandernd, den sich ändernden Außenlinien der Gesträuche folgen und nach Maßgabe 
der örtlichen Bodenwärme. Feuchtigkeit und Lichtverhältnisse schattenwärts das Innere der 
Gruppen oder sonnwärts die Parkwiesen erobern können. 

3. Unter Laubbäumen im Halb- oder Schlagschatten, wo schlechter oder gar 
kein Rasen wächst und das Laub im Herbst entfernt wird, lassen sich die schönsten, stärksten 
Farbenflächen erzielen, die auch mächtige Fernwirkung ergeben. Die Blumen kommen hier 
schön zur Geltung, früh zur Entwicklung und dauern länger als an der Sonne, wo sie rascher 
welken und früher befruchtet werden. An solcher Stelle hat sich hier in Tana unter Linden, 
Ahorn, Birnbäumen und Roßkastanien aus geringen Anfängen eine wahre Formation von 
Schneeglöckchen. Scilla bifolia, Croais Heiifjelianus und Friiillaria meleagris gebildet, die 
Monate hindurch auch dem schnell vorüberfahrenden auffällt und sich immer mehr über Ge- 
sträuche und Wiesen ergießt. 

4. Wiesen und Grasfluren bieten nach Höhenlage, Klima. Relief und Beschaffenheit 
des Bodens, Luft- und Bodenfeuchtigkeit, sowie ihrer floristischen Zusammensetzung, viel 
zu verschiedenartige ökologische und daher auch gärtnerische Möglichkeiten, um sie im 
Rahmen dieses Artikels aufnehmen zu können. Sie beherbergen eine Menge für unsere 
Zwecke wertvolle Pflanzen, denen, wie manchen Croais- und den meisten Colchicum- und 
Pulsatilla-kxitn das Zusammenleben mit Gräsern an der vollen Sonne Lebensbedürfnis 
ist, während andere auch den mehr lockeren Graswuchs des Halbschattens noch vertragen, 
in den sich auch noch viele Schattenpflanzen des Waldes heraus wagen. 

Dieses Kompromiß von Licht und Schatten, Wald und Wiese ist die Waldwiese und ihr 
ökologisches Gegenstück die Parkwiese, .le kühler und feuchter Standort und Klima, also je 
höher in den Bergen und gegen den Pol, desto eher dringen die Schattenpflanzen des Wal- 
des hinaus auf die sonnigen Wiesen und umgekehrt. Cyclamen ciiropaeiim. das im finstersten 
Buchenschatten wuchert, besiedeU schon in höheren Lagen des subalpinen Westungarn oft in 
großer Menge grasige Hänge und selbst Mähwiesen in der Nähe des Waldes. In Oliva bei 
Danzig fühlt es sich auf moosigen Parkwiesen sehr wohl und sogar in dem wärmeren ebenen 
Teil Westungarns, hier in Tana und Umgebung, streut sich C.europacum wie auch das me- 
diterrane C. repandum auf schattigen Parkwiesen aus, wo alle hier behandelten ihr Laub 
einziehenden Zwiebelpflanzen sich dem üblichen Parkbetrieb anpassen, ohne den Graswuchs 
zu beeinträchtigen und ohne irgendeine Beihilfe des Menschen gedeihen, blühen und sich 
vermehren. Die halbschattigen und schattigen Wiesen sind für uns schon darum von der 
größten Wichtigkeit, weil sie in der überwiegenden Zahl aller älteren Gärten und Parks weit- 
aus den größten Teil des Areals einnehmend die größten Möglichkeiten bieten. Da Bäume 
in der Regel zu nahe gepflanzt werden und wachsen, die Eigentümer aber eher noch nach- 
pflanzen als lichten, fehlt es schließlich in den meisten Gärten an Licht und Raum, und in 
diesbezüglicher Anspruchslosigkeit kann sich keine Zierpflanze mit unseren Frühjahrs- und 
Winterblühern messen. 

Ganz ungeeignet sind die eigentlichen Rasenplätze, wo das Gras vom zeitigsten Früh- 
jahr an ständig kurz gehalten oder der Boden häufig umgegraben wird. Nur als Kuriosum 
sei erwähnt, daß ich auf Ackerfeldern Cyclamen europaeum einige Jahre nach der Rodung, 
Corydalis sogar 10—15 .lahre wachsen und Gladioliis imhricatiis dauernd in großer Menge 
gesehen habe. Auch soll sich der im Herbst blühende Croais niidifloriis schwer ausrotten 
lassen. 

S.Auf Moorbeeten zwischen Rhododendren usw. gedeihen unsere Pflanzen 
meist ausgezeichnet. Croais Hciiffelianiis. Schneeglöckchen. Scilla bifolia usw. bringen auf- 
fallend große Blüten und bilden durch Brut sehr rasch große Nester. Sehr vorteilhaft nehmen 
sich diese Pflanzen auch zwischen oder besser gesagt in Erica (wwcfl-Teppichen aus. 

Zur Unterpflanzung mit Frühjahrsblumen wenig geeignet ist wenigstens nach meinen an 
verschiedenen Orten mit schweren Bodenarten gemachten Erfahrungen die Weißbuche, die 
den Boden bis in die oberste Schicht aussaugt. In sehr reichen Böden, feuchten Lagen und 
auf bewaldeten engen Talsohlen, wo sich von den Hängen alljährlich viel Laub ansammelt 
und neuer Humus bildet, ist diese Baumart auch für unsere Zwecke brauchbar und in sofern 
günstig, als sie wenig Graswuchs aufkommen läßt. Um so mehr geschieht dies bei Eichen, 
die meistens Pfahlwurzeln haben und sich hauptsächlich aus den tieferen Bodenschichten 
nähren. Bei einigen, wie Querais Ccrris, ist infolge der vielen Oberflächenwurzeln die Ober- 
schicht sehr trocken. Eine unangenehme Eigenschaft aller mitteleuropäischen Eichen ist das 



Staudüii zum Verwildern. 51 

große, harte, zähe auch tanninhaltige Laub, das über Winter den Boden hermetisch abschließt. 
die Blüte verzögert, die Sprosse behindert und die Wirkung beeinträchtigt. Die im Winter 
feuchten, flach übereinander liegenden Blätter lösen sich bei zunehmender Wärme einzeln ab, 
rollen sich und werden vom Wind hin und her bewegt. Hierdurch werden viele blühende 
Pflanzen verdeckt, ganze Partien vom Laub verweht. Schwächere Keimlinge und selbst Brut- 
zwiebeln gehen hierdurch zu Grunde. Es entstehen und erhalten sich also viel weniger Pflanzen 
und auch die blühenden kommen wenig zur Geltung. Eine weitere starke Beeinträchtigung 
des Effektes entsteht dadurch, daß die vielen welligen und bauschigen Eichenblätter mit ihren 
grell beschienenen Sonnen- und dunklen Schattenseiten bei dem niederen Sonnenstand einen 
derart unruhigen Grund abgeben, daß die Blumen sich wenig abheben, auch gar nicht photo- 
graphierbar sind. Auf solchen Bildern sieht man nichts wie Sonnenflecken, in der Natur nicht 
viel mehr. An solchen Örtlichkeiten können also die ersten Frühjahrsblumen wohl dauernd 
leben und einzeln oder in lockeren Verbänden auch den Naturfreund erfreuen, aber keine 
fesselnden Farbenbilder schaffen. Ganz anders dort, wo das Eichenlaub durch Wind undWasser 
durch die Natur oder durch den Menschen noch im Herbst entfernt wird. Die obere Bodenschicht 
besonders unter alten Eichen entspricht ganz gut. .Nur für Arten, die dem iWäusefraß sehr 
unterworfen sind, eignen sich diese Standorte weniger,weil die durch die herabfallenden Eicheln 
angelockten Mäuse gerne auf die Zwiebeln übergehen. Auch unter Platanen soll man nur 
pflanzen, wo das Laub im Herbst entfernt wird. 

Ulmen, Eschen. Linden, Ahorne, Zitterpappeln, Robinien und fast alle unsere Wald-, Park- 
und Obstbäume sind für unsere Zwecke gut geeignet. Ihr schnell vermoderndes Laub bildet 
meist schon zu Neujahr eine flach dem Boden aufliegende, lockere, leicht durchbohrbare, sich 
später nicht mehr trennende, luftige Gewebeschicht, eine einfarbige Bodendecke, von der 
sich die Blumen in Zeichnung und Farbe klar abheben. Dieses ästhetisch und biologisch 
günstige Substrat entspricht dem Naturzustande der Heimat im winterkahlen Laubwald. Die 
Pflanzen weiden blühen, so zahlreich, so früh wie dort, aber nicht früher. Dennphaenologisch 
bedeuten diese Standorte kein Optimum. 

Die Laubdecke wirkt, so dünn und rasch verwesend sie auch sei, immerhin als Isolier- 
schicht, die das Erwärmen des Bodens und Angehen der Vegetation verzögert. Dies ist bei 
empfindlichen Arten von Vorteil, bei ganz harten, heimischen Frühblühern aber von Nachteil, 
weil es im gärtnerischen Interesse liegt, den Winter zu verkürzen und den Frühjahrs-, d. h. 
Blütenbeginn zu beschleunigen. .-Xls phaenologisches Optimum, d.h. als Lagen, wo die ein- 
heimischen Winter- und Frühjahrsblüher im Park derEbene am ehesten zur Blüte gelangen, 
möchte ich humose Böden unter hohen Bäumen nennen, die der Wintersonne freien Zutritt 
gewähren und wo das Laub noch vor Eintritt der Fröste entfernt wird. 

Ga/anfAus; Schneeglöckchen sind Humuspflanzen. In meinen Malonyaer Moorbeeten 
vor Rhododendren gedeihen in- und ausländische Arten feuchtstehend sehr üppig, auch bekommt 
ihnen der den Rhododendren reichlich verabreichte Kuhdünger sehr wohl. Auch wild fand 
ich Galanthus nivalis immer dort am üppigsten und zahlreichsten, wo die größte Humus- 
ansammlung stattfand oder der Boden den größten Humusbeisatz hatte. Im Hügelland an den 
unteren Teilen der Waldlehnen und den sich ihnen anschließenden Talwiesen, in der Ebene 
in Auwäldern. In schwerem Lehm und Ton selbst sah ich sie nie ordentlich entwickelt, wohl 
aber in dem diesem Boden auflagernden Humus. In feuchten Talsohlen scheinen sie auch mit 
weniger Humus vorlieb zu nehmen. Kalk scheint ihnen zuzusagen, doch fand ich sie auch 
auf kalkarmen Böden in Menge. In der Natur fehlen sie vielerorts, doch ist mir kein Garten 
bekannt, wo sie versucht versagt hätten. Das Element der Schneeglöckchen ist der winterkahle 
Laubwald, der sich erst belaubt, wenn die Galant/ms ihr kurzes oberirdisches Leben abge- 
schlossen haben. Dies wolle man auch bei der Pflanzung sich vor Augen halten. Zur Ver- 
längerung des Flors pflanze ich gerne auch Schneeglöckchen wie Scil/a. Leitcojiini. manche 
Crociis im Schatten an die Nordseite von Nadelhölzern, wo der Boden am spätestens auftaut. 
Am besten gedeihen und vermehren sie sich, am schönsten kommen sie zur Geltung unter 
Laubbäumen, sie mögen hochkronig sein oder tief herabhängende Asten haben, um und selbst 
in Gesträuchpartien, wo der Rasen locker ist, nur in der feuchten Jahreszeit hält oder wo im 
dichtesten Schlagschatten im Wurzelfilz der Bäume überhaupt keiner wächst : diese in allen 
Gärten so überreich vertrödelten Plätze, die den Gärtner zur Verzweiflung bringen, sagen 
dem Schneeglöckchen am besten zu. Hier kann es zu einer viele Wochen, ja monatelang 
haltenden gärtnerischen Sensation werden. 



52 Stauden zum Verwildern. 

Auf einer Schneeglöckchen-AussteUung, wo alle Formen und Arten vertreten wären, hätte 
die heimische Stammform wenig Aussicht auf einen f^reis. Es gibt viele für den Garten auch 
sehr wertvolle, in Laub und Blüte schönere und gut gedeihende Formen und Arten. In Süd- 
ungarn. Kroatien und Untersteiermark, zumal in reichen Böden dürften sich die Arten aus der 
Dobrudscha. der Krim und auch manche Asiaten wahrscheinlich auch zum Verwildern eignen. 
Doch gebührt zu diesem Zweck in den meisten Gegenden Mitteleuropas trotz seiner Be- 
scheidenheit und teilweise gerade deswegen der erste Rang entschieden unserem heimischen 
Schneeglöckchen. 

Galanthiis Elwesii ist eine in allen Teilen mächtigere, daher auch anspruchsvollere Pflanze. 
Sie hat gröüere Blätter, und das hat seine Nachteile. Das Flächenverhältnis von Blüte und 
Blatt ist hierdurch ungünstiger. Auch hält sich das üppigere Laub viel länger. Es steht in 
dichten Büscheln, die sich garbenartig abwärts krümmen, sich auch noch vergilbt lange ge- 
schlossen halten, was nicht schön ist und darunter nichts aufkommen läl.it. Im entlegenen 
Teil des grol.ien Parkes, wo Raum genug für alles ist, liegt weiter nichts daran, in der Nähe 
des Hauses aber, an fortwährend besuchten Plätzen oder in ganz kleinen Vor- und Haus- 
gärten, wo man mit dem I^aume haushalten muß und Unschönes möglichst vermeiden soll, 
ist es ein Nachteil. Solche Plätze trachte ich so einzurichten, daß aus dem selben jahrelang 
unberührten Stück Land sich automatisch eine Serie von Blütenfolgen ablöse, wie Schnee- 
und Märzglöckchen. frühe und spätere Krokus. 5f/7/ff. Chioriodoxa, ?n{\\\ax\tn.Eiythroniiun, 
Mcrcndera, Piischliinia. Biilbocodiiim. Priinula officinalis, später Lilien. Gentiana pneuino- 
nanthe, im Herbst wieder Krokus. Sternbergien usw. kombiniert mit niederen Ericaceen 
und leicht gedeihenden alpinen und subalpinen Saxif ragen. Campaniila carpathica und an- 
deren. Hier ist das langlebige, massige, dichte, aufrechte, den Nachbar verhüllende, später 
umfallende Laub der meisten Narzissen. Leucojiim aesthnan und piilchelliini und der großen 
asiatischen Galarit/iiis-Arten störend, während die kleineren mageren und wenig zahlreichen 
Blätter des Narcissi/s cyiiamineiis und des heimischen Schneeglöckchen und seiner Formen 
sich strahlenförmig mehr dem Boden auflegen, dem sprießenden Nachfolger Platz machen 
und nachdem sie die erste Freude des Jahres bereitet, nach erfüUter Pflicht niemand zur Last 
fallend, auch noch unauffällig sterben. Schneeglöckchen vertragen auch Sonne; man findet 
sogar noch in dem heißen Banat stellenweise in bodenlosen Gegenden, auf Wiesengründen, 
die einst von Wald umgeben sein mochten, große Gfl/flA///ws-Kolonien ; andererseits sind 
hier im kühleren Westungarn alle mir bekannten größeren F^undstellen im und am Walde. 
Jedenfalls bin ich außerstande, mit Bestimmtheit voraus zu sagen, ob sich auf einer großen 
offenen Wiese Schneeglöckchen zu Massen vermehren und dauernd erhalten werden oder 
nicht. Entschieden ungünstig für allerlei Blumenzwiebeln sind natürlich verqueckte Wiesen 
und in Büscheln wachsende Gräser, welch letztere die Verbreitung von Brut und Keimlingen 
und die Wirkung der Farbeneffekte behindern. 

Leucojum: Auch dem Daseinskampf mit stärkeren großen Gräsern gewachsen ist Lciico- 
juni aestiviim. das in der Erscheinung und Höhe seiner Laubmassen an Narzissen, in der 
Blüte an ein viel- und kleinblumiges Schneeglöckchen erinnert, ich fand es wild im Alluvial- 
gebiet großer Flüsse, stets in reichem, aber schwerem Boden, in feuchten, selbst nassen 
Lagen. Es verträgt ziemlich viel Sonne, aber auch vollen Schlagschatten, auch große Sommer- 
dürre, vermehrt und entwickelt sich aber bedeutend üppiger in feuchteren, halbschattigen 
Lagen oder am Ufer von Gewässern. Zahl und Größe der Blumen ist im Verhältnis zur 
großen Laubmasse so gering, daß von einer Fernwirkung kaum die Rede sein kann. Diese 
Pflanze ist daher den anderen hier behandelten nicht annähernd gleichwertig und für kleine 
Gärten belanglos. Der Park im Marschlande vor allem aber sollte diese ganz harte Pflanze 
doch auch in größerer Menge beherbergen. Schon wegen ihrer späten I^lütezeit im April 
bis Mai, wenn man mit einer gewissen Wehmut an den leider schon vergangenen ersten Früh- 
ling denkt. Da heimelt es an, eine Blume zu sehen, die mit ihrem schneeglöckchenartigen 
Habitus noch einmal das Erwachen der Natur vorgaukelt. Ist der Boden gut und feucht ge- 
nug, kann man sie auch unter Bäumen zwischen Schneeglöckchen pflanzen, wo die Täu- 
schung am stärksten ist. Jedenfalls will diese Blume, besonders im Schatten in der Nähe 
gesehen, also nahe der Wege gepflanzt sein. 

Unvergleichlich schöner, großblumiger, vielsagender, dekorativer und wertvoller, eine der 
effektvollsten, fernhin wirkenden Erscheinungen unserer Gärten ist das Märzglöckchen 
Leucojum verniim. 



Stauden zum Verwildern. 



63 



Formvollendet, schön in Zeichnung und Kolorit, wirkt es einzeln und in Massen groß- 
artig, blüht lange, und das üppige mastige Laub bildet den ersten kräftigen warmgrünen 
Akzent der erwachenden Natur. Einzelne Zwiebeln ergeben durch Brut nach einigen .lahren 
mächtige Klumpen. Sie sind daher nicht zu nahe aneinander unter Bäume oder auf halb- 
schattige Parkwiesen zu pflanzen. In den ersten .lahren sind sie mager. Sie enttäuschen. 
Einmal zu Hause, geht es durch Brut und die in humosem Boden in dichten Filzen erschei- 
nenden Sämlinge rasch vorwärts. In wenigen Jahren gewinnen die Pflanzungen an Umfang, 
die einst einzeln gepflanzten Zwiebeln bilden dichte geschlossene Trupps, ein unerschöpf- 
licher Quell für weitere Pflanzungen. 

In Auwäldern im Überschwemmungsgebiet der Raab, nicht weit von hier, lebt Leucojiiin 
verniim massenhaft in Symbiose mit Carex silvatica. eine Kombination, die sich vorteilhaft 
auch im Park verwenden läl.lt. Bekanntermaüen ist diese Segge besonders dort, wo sie im 
Winter gegen grelle Besonnung geschützt ist. auch ohne Schneedecke und bei strenger Kälte 
gut Wintergrün. Am wenigsten ansehnlich ist sie im Frühjahr vor dem neuen Trieb. Da 
halten die Märzglöckchen Hochzeit und prangen im frischesten Grün, das wieder von den 
neuen Seggenblättern abgelöst wird. Sympathie scheinen Leucojum vermun für iMagnolien 
zu haben. Gerne siedeln sie sich unter ihrer Traufe und in unmittelbarer Nähe des Stammes 
an. Auch die Nähe von Wasserflächen, Wiesen mit hohem Grundwasserstand sagen ihnen zu. 

Wo der Boden gut. das Klima feucht genug ist, kann man Leucojiiin und Scilla sibirica 
auch zwischen Efeu pflanzen, wo dieser Bodendecke bildet. Vermehrung und Verbreitung 
werden dort schwächer, die Pflanzen mehr einzeln bleibend. Hat man nur wenig Zwiebeln, 
so wird man sich solche X'ergeudung nicht erlauben ; wo man aber mit dem Material nicht 
zu sparen braucht, empfiehlt sich auch diese Verwendungsart. Die düstere Efeufläche wird 
auf lange Zeit belebt. 

Scilla sibirica und bifolia sind nächst Leucojum diejenigen, die im halbschattigen 
Rasen am besten gedeihen. Im übrigen sind die beiden Arten recht verschieden in Farbe, 
Wuchs, Größe, Blatt, Blütezeit und daher auch in ihrer Verwendung. Gemein haben sie 
Widerstandsfähigkeit und Schönheit. In gutem humosem Boden vermehren sie sich willig 
und haben die gute Eigenschaft, im Gegensatz zu Crocus — die ihre Blüten nur bei Sonnen- 
schein öffnen — diese, wenn einmal geöffnet, Tag und Nacht, also auch bei trübem Wetter, 
offen zu behalten. Das bedeutet einen großen Vorzug, besonders zeitig im .lahre, wo es auch 
vorkommen kann, daß die Sonne wochenlang verhüllt bleibt. In solchen regnerischen Jahren 
hat man von der Krokusblüte sehr wenig, während die Scilla, die ihnen stammverwandten 
Chionodoxa. Leucojum und Balbocodium auch bei trübem Wetter Farbe geben, ja, infolge des 
Mangels an Sonnenschein und Insektenbefruchtung ihre Blüten viel länger erhalten. Einzeln 
betrachtet ist Scilla sibirica ein viel schöneres stattlicheres, schon durch sein im Pflanzen- 
reich recht schwach vertretenes Cyanblau sehr auffallendes und, wenn gut etabliert, auch 
viel reicher und länger blühendes Gewächs. Ein Teil der Blüten bleibt meist kurzstielig, 
während andere sich bedeutend höher erheben und blauen Insekten gleich in der Luft zu 
schweben scheinen. Sehr gut verträgt sie sich ökologisch, koloristisch und phaenologisch 
auf halb- bis recht schattigen Parkwiesen mit Märzveilchen. \'iolett und blau, die zwei Farben, 
die die Natur in der Blüte mancher Delphinien so effektvoll nebeneinander gestellt hat. 
kommen hier in großem, auf nah und fern gleich wirksam, prächtig zur Geltung. In humosem 
Boden samt sich 5. sibirica hier sehr gut an, doch brauchen die Sämlinge längere Zeit zur 
Blühbarkeit. Bei der heimischen Scilla bifolia geht dies sehr schnell, so daß sie in genügend 
humosem frischem Boden in wenigen Jahren große Flächen überzieht, auf ihren Eroberungs- 
zügen auch leicht Hindernisse wie Wege nimmt und besonders auf halbschattigen Wiesen 
und unter hohen Bäumen in der Farbe kräftige türkisblaue einheitlich wirkende Farben- 
teppiche bildet, die umso lebhafter wirken, als die Scilla als Honigblume erster Güte alles, was 
um diese Zeit fliegt, also nicht nur Bienen, sondern auch die mit ihr gleichzeitig erwachen- 
den Schmetterlinge, vor allem Pfauenaugen und den kleinen Fuchs, in Menge anlocken. 

Ihr Honig gibt die erste und so ausgiebige Tracht, daß ihr dort, wo sie, wie seinerzeit 
in manchen Laubwäldern des Banats. massenweise vorkam, die Bienenstöcke wagenweise 
zugeführt wurden. Ästhetisch wirkt sie einzeln wie in Menge besonders dadurch sehr schön, 
daß sich das Blau der Blüten mit dem lichten Warmgrün der eigenen Blätter gut verträgt, 
eine Farbenzusammenstellung, die erst viel später im Jahre beim Sumpfvergißmeinnicht 
wiederkehrt. 



64 Stauden zum Verwildern. 

Die Individuen eines Standortes blühen fast ganz gleichzeitig, was den einheitlichen Ein- 
druck erhöht, die Blütezeit der Gruppen verkürzt. Dafür ist unser Blaustern auf den Stand- 
ort phänologisch sehr empfindlich, so daß er an schattigeren oder kälteren Stellen um Tage. 
ja Wochen später blüht, was sich zielbewußt ausnützen läßt. 

Der 5n7/ö-Flor fällt in die Zeit des Schnepfenstriches. Sie beginnt hier mit der Blüte etwas 
nach dem Crociis Heuffclianus (C. hanaticiis], vjtnn Schnee- und Märzglöckchen ihren Höhe- 
punkt erreicht haben, und läßt sich weniger als diese alle durch milden Winter vorzeitig aus 
dem Schlafe wecken. Abnorm frühe Vorläufer, wie sie bei Schnee- und Märzglöckchen und 
vielen Crociis vorkommen, ganz besonders aber bei Hepatica und Prinmla acaulis häufig 
sind, gibt es bei Scilla nicht. Die letztgenannten kontrastieren in der Farbe hübsch, doch 
ist Vorsicht geboten, da die breit dem Boden aufliegenden Blätter der sehr wuchernden 
Primel der Vermehrung der Scilla hinderlich sind, die daher ohne bewußtes Eingreifen des 
Menschen früher oder später verschwinden müßte. 

Alle oben genannten blühen hier in Tana zeitweise auch noch gleichzeitig an einigen 
Stellen zusammen. 

Viel später als diese und nach Scilla sibirica kommen schon bei Nachtigallenbegleitung 
die höheren untereinander sehr ähnlichen porzellanblauen Scilla campanulata und niitans 
zur Blüte. Ihre mehr oder weniger kreuzförmigen, kleinen Hyazinthen-Blüten gleichenden, 
in lockeren Trauben stehenden oder besser hängenden Blumen entbehren der Kraft der 
Farbe. Ihr Anblick gewährt lange nicht jene intensive Freude hinreißender Begeisterung, 
wie die bisher erwähnten. Daß es dennoch dankbare Pflanzen sind, beweist die bekannte 
Tatsache, daß zur Zeit gerade dieser „BluebeU"-Blüte und ausschließlich ihrer Blüte wegen 
alljährlich Hunderttausende von Menschen Kew-Gardens besuchen, die Londoner Stadtbahnen 
den Flor durch Plakate bekanntgeben und dabei auf ihre Rechnung kommen. Eine gute 
Eigenschaft dieser Pflanze ist ihre späte Blüte zu einer Zeit, da die ersten Frühlingsboten 
schon verblüht, der Märzveilchen-Flor im Schatten seinen Höhepunkt erreicht hat. Mit diesen 
und mit dem Gartenvergißmeinnicht sind sie hier in Tana auch vereint. Es schweben also 
die lila 5r///fl-Blüten auf ihren schlanken Stielen in der ersten Zeit ihrer Blüte über einem 
niederen Teppich von Veilchen, später über einem etwas höheren dichtgeschlossenen von 
himmelblauen Myosotis alpestris. die automatisch alljährlich den verblühenden Veilchen ent- 
wachsen und auch die 5(v7/ö-Blüten überleben. Es handelt sich hier um die Qartensorten 
des Alpenvergißmeinnichtes, die breitwürfig auf die Parkwiesen gesät wurden und im hie- 
sigen Garten gerade an recht schattigen Plätzen überwältigend schöne Masseneffekte bilden, 
die sich durch alljährliche Selbstaussaat mit gelegentlich etwas Nachhilfe gut erhalten. 

Auch sonnige Wiesen können sie beleben, doch kommt es hier, und zwar je besser die 
Wiese, je mehr die dichten Gramineen vorherrschen, nur zu lockeren intermittierenden blauen 
Flecken. Zum Mähen dichte reinblaue Vergißmeinnichtwiesen erzielt man dort, wo — wie 
es im Halbschatten alter Parks häufig der Fall ist — der lockere Rasen zum großen Teil 
weniger aus Gräsern als aus März- und anderen Veilchen, Ranunkeln, Ajugen, Brunellen 
und anderen Stauden besteht, die sich biologisch mit dem zweijährigen Vergißmeinnicht sehr 
gut vertragen. Besonders hübsche Symphonien in Blau entstehen dort, wo große Ajiiga- 
Kolonien stehen. Allein wirken diese überall gemeinen Blumen mit ihrem etwas stumpfen. 
durch die düsteren Brakteen noch mißfarbeneren Blau wenig befriedigend. Dazwischen- 
stehende Myosotis beleben sie zu kräftigem Ton. Unter dem blauen Blütenschleier ziehen 
Schneeglöckchen, Crociis, Scilla und all die anderen unbemerkt ein und der Besucher im 
Mai ahnt gar nicht, wie viele Farbenstücke auf dieser Frühjahrsbühne schon gespielt wurden. 

Fritillaria: Von einheimischen Frühjahrsblühern, die im Tanaer Garten gut verwildert 
sind, möchte ich auch die Schachbrettblume, Fritillaria nieleagris, erwähnen, die in der 
Blüte Qalantliiis, Leiicojum verniim, Crociis und Scilla (etwa gegen Ende des Schnepfen- 
striches) ablöst und sich mit ihnen unter Bäumen im Laubholzschatten sehr gut verträgt. 
Wie diese alle ist sie Humuspflanze. Ich fand sie stets auf alluvialem Lehmboden in Au- 
wäldern des Überschwemmungsgebietes verschiedener Flüsse, einmal auch in der Talsohle 
zeitweilig überfluteter Wiesen in der Nähe des Waldes. Ohne sie zu fordern, verträgt sie 
mehr und auch zeitweise stagnierende Feuchtigkeit besser als alle anderen, kommt in der 
Natur in kühleren Gegenden öfters mit Leiicojum veniiini, in wärmeren mit L. aestiviini vor; 
scheint auch wie diese gegen etwas salitrige Böden nicht empfindlich zu sein und kann daher 
im Park auch dort Verwendung finden, wo der Boden etwas versauert ist. Auch gegen 



Stauden zum Verwildern. 55 

stärksten Laubholzschatten unempfindHch hat sie sehr kleine Zwiebeln und lockeres Laub, 
so daß sie unter- und oberirdisch sehr wenig Raum beansprucht, infolgedessen mitten zwischen 
Andere hineingepflanzt werden und sich auch in dichten Kolonien anderer verbreiten kann, 
ohne diese zu beeinträchtigen oder selbst zu leiden. Auch im Effekt nicht, da ihre großen 
sehr ansehnlichen purpurnen Blüten hoch über dem Laub ihrer viel niedrigeren Vorgänger 
schweben. Diese Fülle guter Eigenschaften läßt ihre etwas düstere Farbe verzeihen. 

Primula: Eine der alierdankbarsten Pflanzen für unseren Zweck ist die über einen großen 
Teil Europas verbreitete, wenn auch vielerorts fehlende stengellose Primel. Priimila 
acaulis [P. vulgaris), die mit ihren großen weithinleuchtenden Blütenpolstern selbst dem 
Schnellzugreisenden auffallen muß. Ein anspruchsloser Lückenbüßer, ein treuer Freund in 
schlechten Zeiten, ein oekologischer und phänologischer Anpassungskünstler, unempfindlich 
gegen Klima. Lichtverhältnisse und Bodenart, sollte dieses in Blatt und Blüte gleich voll- 
endete kleine Wunder der Natur vom kleinsten Vorgarten bis in den größten Park und. wo 
es fehlt, auch in Wäldern „ausgelassen" werden. Denn wo diese dekorative Primel einmal 
Fuß gefaßt, da sorgt sie schon selbst für ihre Verbreitung. 

Das Innere dichter Gesträuche, wo Galuntluis. Aniuu Corydalis noch wuchern, ist nichts 
für sie, auch ist sie kein Freund von Überschwemmungen. Sonst ist ihr aber wirklich auch 
alles recht, jede Exposition, jede Lage, feucht oder trocken, nur nicht ausgesprochen sump- 
fig naß. Offene sonnige, oder eingeschlossene schattige Wiesen. Steile sonnige Lehnen 
mit Gestrüpp oder dichte Grasmatten. Feuchte kühle Talsohlen mit süßem oder eher saurem 
verheidetem Humus, oder trockene Koppen mit Lehm. Sand oder Rohhumus. Im subalpinen 
Teil des hügeligen Westungarn, auf magerem Lehm überzieht sie in geschlossenen Massen 
millionenweise den Boden der Kiefern-, Mittel- und Hochwälder. Im schweren schlechten 
Malonyaer Tonboden gedeiht sie unter Eichen und im Gras ausgezeichnet. 

Im Hügellande des Banats habe ich sie auf kalkigem Lehm unter Qiierais conjcrta, Fraximis 
0/77«sundSilberlinde; die gleiche gelbe Primel, dieunseineCharakterpflanzederFichtenregion 
der Alpen, des Riesengebirges und so vieler Karpathenhirschreviere scheint. Im heißen Süd- 
westungarn ist sie auf kalkarmem Sand zu Hause. In Malonya gedeiht sie in frisch rigoltem 
ganz humuslosem Tonboden sogar sehr gut. Ihre Hauptblüte fällt je nach der Höhenlage in 
die Monate März bis April, doch blüht sie oft schon im Februar, mitunter auch im .lanuar in 
Mengen. In manchen und durchaus nicht in den wärmsten Gegenden beginnt der Flor sogar 
regelmäßig schon im Herbst. Ausschlaggebend für den Florbeginn sind nicht die Herbst- und 
Wintertemperatur, sondern die Luft- und Bodenfeuchtigkeitsverhältnisse des Sommers, von 
denen es abhängt, ob die Pflanze ihre Blätter behält oder nicht. Im ersten Fall genügt in- 
folge der in den Blättern aufgespeicherten Nährstoffe schon ein geringer vegetativer Reiz 
zur Entfaltung der Blüten, während dies bei entblätterten Pflanzen erst nach Zeit und mehr 
Wärme erforderlichen Vorbereitungen geschehen kann. 

In heißen, trockenen Gegenden oder Lagen vertrocknen die Blätter im Sommer. In den 
kühleren niederschlagreichen X'oralpen und in feuchteren schattigen Lagen ist die Pflanze 
ausgesprochen Wintergrün. Ist sie auch gut genährt, so entfaltet sie oft schon nach einer 
kurzen Pause im Spätsommer wieder Blumen. 

Im heißen Südwestungarn auf sich rasch erwärmendem Sandboden zieht der Frühling 
unterstützt durch die Nähe der Adria um gut drei Wochen früher ein als in den Voralpen 
Westungarns. Die Primeln beginnen demnach hier um Monate früher mit der Blüte. 

Am frühesten freilich dort, wo alle Reizfaktoren zusammenwirken, d.h. wo Pflanzen mit ein- 
fachen Blattrosetten in reichem aber feuchtem, lockerem, schwarzem Boden an steilen sonnigen 
Standorten stehen, wie sie Gebirgs- und Hügelland am häufigsten bieten. Da diese Primel auch 
tierischen Dünger gut verträgt, hat man es in der Hand, durch kombinieren obiger Faktoren, 
auch wenn man von Böschungen ganz absieht, auf ganz ebenem Gelände auch auf schwächeren 
Böden von Herbst an den Winter hindurch blühende Pflanzen zu haben. Ich meine nicht weit- 
hin leuchtende Farbenflächen wie später, aber in den mageren Zeiten der kürzesten Tage ist 
man ja auch für wenige Blümlein schon dankbar. Diese halten sich übrigens mangels be- 
fruchtender Insekten auch bei strenger Kälte monatelang und werden, wenn sie ausnahms- 
weise einmal erfrieren sollten, bei eintretendem Tauwetter rasch wieder ersetzt. 

Alle bisher behandelten Pflanzen habe ich — wie es ja der Gärtner immer tun sollte, aus 
dem Sehwinkel betrachtet : welcher Standort sagt ihr am besten zu ? Bei unserer Primel sind wir 
nach Ausschaltung der erwähnten Lokalitäten in der angenehmen Lage, uns die Frage so zu 

Silva Tarouca-Schneidcr, Unsere Freilandstauden, 3. .Auflage. 5 



66 Stauden zum Verwildern. 

stellen : Wo wollen wir sie haben ? Vor allem dort, wo garnichts recht wachsen will. Auf Park- 
wiesen um Laubholz und Gesträuchgruppen, wo das Gras meist nieder bleibt, an der Sonne 
oder im Schatten. Noch schlechter sieht es mit dem Graswuchse im Saugbereiche der Nadel- 
hölzer, besonders der flachen Fichtenwurzeln aus, wo der Boden im Schatten auch leicht 
versauert und vermoort und sogar der Reizker und die Pilze anderer Coniferen kümmern. 
Hier wo die Xerophyten versagen, weil es zeitweilig zu feucht und Feuchtigkeitliebende 
nicht wollen, weil es manchmal zu trocken ist, da wirkt die Primel als Blatt- und Blütenpflanze 
wieder. In den ersten Jahren fristen auch sie zerstreut mit ihren mageren zwergigen Blättern 
ein elendes Dasein. Allmählich wachsen, vermehren und schließen sich die Pflanzen zu einem 
immergrünen Teppich, der auch alljährlich in eitel Gold sich verwandelt, wenn die Schwestern 
an der Sonne schon längst verblüht sind. Viel gröl.ier und zahlreicher freilich werden Blätter 
und Blüten in frischem süßem Humus unter oder zwischen Parkbäumen und lockerem lichtem 
Gebüsch oder auf Parkwiesen. Sie verträgt ganz offenen Standort und dichten Graswuchs 
— ich wiederhole es ~ besser als alle Vorgenannten. Mit ihrer großen Zähigkeit und Frucht- 
barkeit ist sie auch dort befähigt, Fuß zu fassen und den Kampf mit den Gräsern zu bestehen, 
doch steigt ihre Konkurrenzfähigkeit mit abnehmender Belichtung. Im finsteren Schlagschatten 
winterkahler Bäume, wo keine Gräser mehr gedeihen, kann sie zur Alleinherrschaft gelangen. 
Solche Stellen, deren Bepflanzung eine ständige Rubrik der „Fragekästen" bildet, überzieht 
sie dauernd mit einer immergrünen und noch dazu frischgrünen Bodendecke und bringt all- 
jährlich einen wochenlang dauernden Hauptflor mit Vor- und Nachblühern in einem großen 
Teil des Jahres. So hat sie hier in Tana unter anderen eine solche Stelle erobert, wo sie lange 
vor und dann zugleich mit frühen, weißen, dann gelben van Sion-Narzissen und noch lange 
nach diesen zu Tausenden blüht, während hinter ihr große gelbe Krokus leuchten. In der Nähe 
vertragen sich diese zwei Blumen nicht. Die Primeln scheinen zu grünlich. Auf einige Ent- 
fernung aber stimmen große Flächen ganz gut zusammen. Sehr hübsch nehmen sich Primel- 
massen aus vor Forsythien, Corniis tnas und officinalis und mit Eranthis, Huflattlich (besonders 
in iVlassen auf schlechtem schwerem Boden sehr dankbar und effektvoll) und Adonis aniii- 
rensis. Vorteilhaft kontrastiert Hepatica. 

Wo der Boden feucht und reich genug, mag man unter die wilden Primeln auch einzelne 
farbige Hybriden pflanzen. Sie kreuzen sich leicht, und man kann gelegentlich angenehme 
Überraschungen erleben. Im ruhigen Landschaftsbilde des Parks haben diese Kunstformen 
nichts zu suchen, auch eignen sich die Hybriden nicht zum Verwildern, da sie viel anspruchs- 
voller und nur sehr selten samenbeständig sind. Eine große Zukunft hingegen hat für Park 
und Gärten eine Reihe von botanischen Primeiarten und -formen, die über verschiedene 
Länder der alten Welt zerstreut sind. In höheren Regionen der Quarnero-Inseln kommt eine 
weiße Form der P. acaiilis vor. Eine ähnliche empfahl den Gärtnern schon Wilkomm von den 
Balearen. Mehr oder weniger rote und bläuliche Arten vom selben Habitus beherbergen 
Pyrenäen und Kaukasus. 

Die prachtvolle P.japonica ist in Englands Parks, die neuere dunklere karminrote P. piil- 
venilenta mit ihrem unter Umständen bis fast meterhohen Blütenständen auch in Böhmen und 
Westungarn in feuchtem bis nassem Humus schon zu Hunderten verwildert eine lange an- 
dauernde weithin leuchtende Zierde mancher Parks geworden. 

Eranthis. Nicht unerwähnt kann ich den Winterakonit, Erantliis hieinalis. lassen, 
deren goldgelbe, ranunkelartige Blumen sich aus einer grünen Halskrause erheben. Sie tut 
das so früh und so willig, daß ihr die Pforten aller Gärten und Parks sperrangelweit offen 
stehen sollten. Sie blüht zugleich mit dem Schneeglöckchen, beginnt in milden Wintern unter 
Umständen fast noch früher und gedeiht am besten im Schatten und Halbschatten von Laub- 
bäumen in humosem Boden und lockerem Rasen, wo sie alljährlich massenhaft Blüten und 
viel gut keimenden Samen trägt und sich im Verlaufe der .lahre immer mehr ausbreitende, 
ganz dichte Ansiedlungen bildet, die in der Blüte weithin leuchtenden und in dieser .lahres- 
2eit sehr auffallemlen gelben Teppichen gleichen. Durch Ausstreuen des Samens an Ort und 
Stelle oder Anpflanzung der sehr leicht heranzuziehenden Sämlinge kann man sie verbreiten. 
Das Pflanzen der Knollen muß aufmerksam geschehen, damit diese nicht verkehrt zu liegen 
kommen. In Blütezeit und Farbe passen sie zum ebenfalls gelb blühenden Winterjasmin, y«*'- 
miniiin niidißoniiu. sowie zu Corruis mas und officinalis. 

Hepatica. Ein schönes Geschenk der Natur an unsere Flora war das Leberblümchen, 
Hepatica triloba. Richtig verwendet zum Verwildern, wie auch für Beete und Einfassungen 



Stauden zum Verwildern. 57 

geeignet, ermöglicht diese Pflanze überwältigende Farbenbilder, die man nicht leicht ver- 
gessen wird. Ihre Anpassungsfähigkeit bezeugt ihre weite Verbreitung, doch hat sie aus- 
gesprochene ökologische Ansprüche, die man berücksichtigen muß, soll die Pflanze nicht 
nur vegetieren und alljährlich einige armselige Blüten bringen, sondern sich in jener groß- 
artigen Prachtentfaltung zeigen, deren sie fähig ist. Hcpatica triloba ist, gleich ihrer in allem 
etwas größeren, schöneren und satter blau blühenden, aber auch anspruchsvolleren sieben- 
bürgischen Schwester Hcpatica angulosa (H. transsylvanica), ein ausgesprochen schatten- 
liebendes Kind der Buchenregion. Immerhin läßt sie sich in puncto Belichtungsverhältnisse 
einigermaßen auf Kompensationsgeschäfte ein, d. h. sie nimmt dort, wo ihr besonders zu- 
sagender Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit geboten wird, vor allem in luftfeuchten küh- 
leren Gegenden, besonders falls ihr gärtnerische Kultur die Konkurrenz vom Leibe hält, auch 
noch mit sonnigen Standorten fürlieb. Unbedingt durchlässiger, lockerer, faseriger oder san- 
diger, humoser Boden in der oberen Schicht, wo ihre übrigens nicht sehr tief gehenden 
Wurzeln stehen, ist unerläßlich. Ob unter dieser ihrer Nährschicht Geröll, Fels, Kies, Sand, 
Lehm, Ton oder sonst was liegt, ist ziemlich gleichgültig, nur darf die Nährschicht weder 
ungeeigneten Boden noch dauernde Nässe, soll aber im Frühjahr die für den sich sehr rasch 
entwickelnden Trieb nötige Feuchtigkeit haben. Fehlt diese, so bleiben die Blätter klein und 
bei Wiederholung verkümmert die Pflanze. Bei genügender Frühjahrsfeuchtigkeit kann sie, 
wenn der Trieb beendet, auch monatelange Dürre schadlos ertragen. 

Wo unter Laubbäumen sich jährlich reichlich Humus bildet und der Schatten keine Gräser 
mehr aufkommen läßt, dort findet man in der Natur die geschlossensten, bestentwickelten 
und reichblühendsten ficpafica-RasQn. Ökologisch nahe verwandt ist sie mit Cyclamcn ciiro- 
paciiin und dem allerdings viel anspruchsloseren Asaniiii europucum. Diese drei wintergrünen 
Stauden bilden an einer Stelle des bergigen Westungarns unter Hasel- und anderem Ge- 
strüpp eine geschlossene Bodendecke von mehreren Hektaren. Ich fand dieses schöne Stück 
Erde einmal im August zur Zeit der Cj'r/a/«(V7-Blüte. Als ich im Frühjahr eigens hinfuhr, hatte 
die /icpatica-BKüc ihren Höhepunkt erreicht. Der Kutscher spricht heute noch vom blauen 
Meer. Im Park wird sich bei dieser Kombination etwas Vorsicht empfehlen, da Asariim leicht 
die zwei anderen verdrängen könnte. Wo man ihnen einige Aufmerksamkeit schenkt, etwas 
jätet, den Boden locker hält und nach Maßgabe der Notwendigkeit etwa alle 8—10 — 15 Jahre 
einmal umpflanzen will, dort kann man mit diesen drei Pflanzen oder auch nur aus Cyclamcn 
und Hcpatica, ja, wenn man auf den ausgesprochen gleichmäßig üppig immergrünen Ein- 
druck verzichtet, auch nur aus Hcpatica allein Gruppen bilden, in denen die üppigen Pflanzen 
sich alljährlich in ein geschlossenes tatsächliches Blütenmeer verwandeln. Noch schöner in 
dieser Verwendung und auch zu Einfassungen besonders geeignet ist die gefüllte rote Form, 
der an Leuchtkraft ihrer karminroten Farbe und Blütenreichtum wohl sehr wenig Stauden 
gleichkommen. In vollendetster Entwicklung sah ich diese Prachtpflanzen vor .lahren nicht 
sehr weit von hier an der steiermärkischen Grenze im Garten eines Lehrers um ein ganzes 
System von Beeten in einer Länge von wenigstens hundert Meter als fehlerlos dichte Ein- 
fassung. Diese gefüllte Form kann nur durch Teilung vermehrt werden. Zum Verwildern 
eignet sich bloß die blaue Stammform. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, daß wir es mit einer 
noch dazu wintergrünen Staude zu tun haben, die jahraus jahrein auch oberirdischen Platz 
beansprucht und, um gut zu gedeihen, ihre Blätter auch behalten muß. Beraubt man sie dieser 
durch Mähen oder Rechein. so wird die Pflanze zwar nicht eingehen, aber wenn es wieder- 
holt geschieht, in Wuchs und Blüte geschwächt. Sie gehört also nur dorthin, wo weder ge- 
mäht noch gerechelt wird. Auch versagt sie gleich Cyclamcn unter großblättrigen Bäumen, 
wo durch die großen Wassertropfen ein nicht sandiger Boden besonders fest zusammen- 
geballt wird, wo Lciicojam und Oalanthiis nivalis noch ganz gut gedeihen. Auf sehr schwerem 
Boden, zumal in der Ebene, mag es manchen besonders jungen Garten geben, wo sich nicht 
leicht ein geeigneter Platz zum Verwildern der Hcpatica findet. Am ehesten bildet sich Humus 
in den Strauchpartien. Sofern diese nicht aus sehr früh grünenden Gehölzen bestehen, deren 
junge Blätter die Blüte verdecken würden, kann man Leberblumen dort ansiedeln, denn Schatten 
vertragen sie wie wenig andere. Die großzügigste Verwendung zu Hundertausenden und 
Millionen von Pflanzen gestatten und erheischen oft geradezu geschlossene Hain- oder wald- 
artige Laubholzbestände ohne oder mit lockerem, lichtem und wenig Graswuchs. Im Park, 
in Stadtwäldern mit Spazierwegen, wo nichts recht wachsen will, da ist die Hcpatica die 
wahre Panazee. Wo der Humus nicht ausgesprochen sauer und naß ist, gedeiht sie im Park 

5* 



58 Stauden zum Verwildern. 

auch unter Fichten und, falls dieBodenverhähnisse entsprechen, auch noch im tiefen Schatten 
an der Nordseite von Nadelhölzern. In beiden Lagen hat sie sich hier in Tana selbst ange- 
siedelt. 

Crocus. Am besten vertreten für unsere Zwecke ist auf Palette und Kalender des Gärt- 
ners die artenreiche Gattung Crocus. Außer ausgesprochen Rot blühen sie in allen Farben 
je nach Art. von Anfang August durch den ganzen Winter bis tief in den Frühling hinein. 
Die Hauptblüte der meisten Arten fäUt in Mitteleuropa auf die Monate Oktober und März. 
Die Gattung ist wie wenige andere dazu bestimmt, unseren Gärten über die übliche monate- 
lange Blütenlosigkeit herauszuhelfen, diese zu reduzieren, das Einschlafen der Natur zu ver- 
zögern, das Erwachen zu beschleunigen und selbst mitten im Winter an „aperen" Stellen 
Farbe in die Landschaft zu bringen, Parks, Höfe. Villen und Vorgärten in billigster Weise 
zu schmücken und hierdurch auf das Städtebild vorteilhaft zu wirken. Dazu sind freilich die 
Krokus, die am Kontinent heute fast ausschließlich in Verwendung stehen, am wenigsten 
geeignet. In bezug auf Blumengröße und Farbe gebührt ihnen vielleicht die Palme, sie sind 
daher für Treiberei und alljährlich neu anzulegende Beete die besten. Wirklich großzügige 
Dauereffekte aber lassen sich mit diesen Kultursorten, soweit meine Erfahrungen reichen, 
nicht erzielen, weil sie sich durch Samen gar nicht (wie die großen gelben) oder langsam 
(wie die großen weißen) vermehren Der Brutzuwachs ist allerdings bedeutend. Drei- bis 
vierjährige Kolonien mit ihren mächtigen Klumpen bilden oft eine Farbenpracht, die die 
meisten wilden Arten in Schatten stellt. Dann kommt aber das große Aber in Form eines 
Mäusejahres, das sich früher oder später doch einsteht, und dann ist es für viele Jahre, wenn 
nicht ganz, vorüber mit der Herrlichkeit. Mag sein, daß in sehr sandigen Boden, wo sich 
Mäuse weniger katastrophal vermehren, sich die Gartenkrokus dauernd halten. Wo dies der 
Fall ist, könnte ich ihre großzügigste Verwendung wärmstens empfehlen. Ich kenne aber 
keinen solchen Ort, im Gegenteil überall, wo ich selbst pflanzen, anregen und kontrollieren 
konnte, sind die Gartenkrokus im Verlaufe der Jahre wenn nicht ganz verschwunden, so 
doch sicher immer weniger geworden, während einige botanische Arten an verschiedenen 
Orten die ärgsten Mäuseplagen überlebend oft aus kleinen Anfängen sich vermehrt und große 
Flächen besiedelt haben. Diese Arten haben auch meist viel kleinere, infolge der Sämlings- 
vermehrung auch mehr zerstreut stehende Zwiebeln, die der Aufmerksamkeit der Maus leich- 
ter entgehen, während die in großen Klumpen dicht aneinander stehenden Brutzwiebeln der Gar- 
tensorten leichter auffindbaren und wohlgesichteten Speisekammern gleichen, die nach ein- 
ander geräumt werden. Auch scheint es, daß sich gewisse Arten wie vcrniis. die Stammart 
der meisten Gartensorten, in Mäusekreisen einer besonderen Beliebtheit erfreuen. Die Er- 
gründung dieser sowie besonders auch ökologischer Fragen wird dem Gärtner noch recht 
viel Werkstattarbeit geben, ehe sich über alle Krokus eine erschöpfende Gebrauchsanweisung 
für die Gärten Mitteleuropas geben läßt. Sehr stiefmütterlich hat leider auch Maw in seinem 
unvergleichlichen Prachtwerke über Krokus die Ökologie, also gerade den für die Kultur so 
wichtigen Teil behandelt. Die meisten Krokuserfahrungen besitzt über längst- und kürzlich- 
bekannte Arten England. Nun sind aber die Temperatur- und besonders die bei Krokus 
überaus wichtigen Sonnenschein-Verhältnisse des nebligen Inselreiches von den unsrigen so 
verschieden, daß dortige Errungenschaften hier weder unmittelbare Verwendung noch scha- 
blonenmäßiges Transponieren gestatten. 

Die Pflanzen haben in England weniger Kälte zu ertragen, können aber ihreZwiebeln viel 
weniger gut ausreifen. Wenn es also auch wahrscheinlich ist, daß einzelne Arten, die den 
englischen Winter vertragen, dem unseren erliegen möchten, so dürfte anderen unser trocke- 
nerer heißerer Sommer besser zusagen. Die Spätherbst- und Winterblüher können sich im 
milden England wohl regelmäßig entwickeln, aber bei dem ewigen Regen und Nebel nur 
sehen entfalten. Am Kontinent wechseln zu dieser Zeit längere Epochen starken Frostes 
meist mit wochenlangem Tauwetter und Sonnenschein, der genügt, um die Blüten zur Ent- 
fahung und Geltungzu bringen, und dieses Einspringen von jeweilig blühbereiten Pflanzen bei 
Tauwetter ist ja gerade das was wir von Winterblühern verlangen. Schon die sonnige Heimat 
der meisten Krokus läßt vermuten, daß bei gründlicher Beobachtung aller Arten der Ver- 
gleich zu unseren Gunsten ausfallen wird. Bei dem heutigen Stand dieser Frage und im 
Rahmen eines Artikels muß ich mich darauf beschränken, die allgemeine Aufmerksamkeit 
auf zwei Arten zu lenken, die ich als meine Landsleute gut kenne, wild und in Kultur besitze, 
und die sich beide überall, wo ich sie hingebracht, gut bewährt und vermehrt haben. 



Stauden zum Verwildern. 59 

Der eine Herbst-, der andere Frühjahrsblüher, sind sie beide Banater Kinder. Den Namen 
„hanaticus" erhielten leider auch beide, so daß diese zwei grundverschiedenen Nachbarn viel 
verwechselt und noch lange nicht genug bekannt und verbreitet wurden. Croais Ixiriaticus Gay 
[Crociis iridijlorus Heuffel. jetzt als byzantiniis gehend) findet sich in Katalogen manchmal 
noch unter dem sehr bezeichnenden Namen iridiflonis. Mit ihren drei kleineren meist leich- 
teren aufrechten und drei grolJen wagerechten Blüten-Abschnitten weicht diese Art habituell 
so sehr von allen Crocus ab. daß sie zeitweilig unter dem alles sagenden Namen Crociris den 
Rang einer Gattung einnahm. Auch ihrer ganz einzigen Schönheit huldigte der größte Cro- 
r«s-Experte Maw, als er sie an die Spitze seines Prachtwerkes stellte. Das Größenverhältnis 
der aufrechten und wagrechten Segmente ist veränderlich, auch sind die einzelnen Teile 
der Blume sehr oder wenig verschieden dunkel, was die Physiognomie stark beeinflußt, die 
meist Iris-, manchmal aber auch ganz exotisch Ferraria- oder Calochortiis-artig wirkt. Ihre 
Hauptblütezeit fällt hier und in Malonya mit Vorläufern im September und einzelnen Nach- 
züglern bis in den Dezember auf den Monat Oktober. Sehr erhöht wird die deckende Kraft ihrer 
Blüte auf Böschungen dadurch, daß sie nebst sehr langstieligen auch kurzstielige Blumen 
bringt, während bei ihren Geschwistern meist alle Blüten gleich hoch sind. In keinem Falle 
konnte ich es beobachten, daß einzelne Teile oder Blumen wärmer oder kälter, also bläu- 
licher oder rötlicher wären. Alle Blumen scheinen wie uniformiert aus dem gleichen feinen 
Damaststoff geschnitten, der in Farbe, Duft und Ton dem Kopenhagener Porzellan sehr 
nahe steht. Wie für dieses entworfen! Die gleiche Farbe tragen auch die Antheren und das 
bei Herbstkrokus oft sehr auffallend rote Pistill. Eine Ehrfurcht gebietende hohe, edle Ge- 
stalt. Das Sinnbild der Reinheit. Eine makellose Schönheit, die, ohne zu lächeln, bezaubert. 
Da die Blätter erst im Frühling erscheinen, kommt dieses wahre Kunstwerk der Natur zur 
Blütezeit ganz unverhüllt zur vollen Geltung. Mit dem grünen Grund herbstlicher Rasen kon- 
trastiert sie einzeln und in Massen vorteilhaft und wirkt mit ihrem zarten und doch sattem 
Blau auch koloristisch stark. 

Im Berg- und Hügelland des Banats wächst sie im dunklen Schatten der Fiuchen und Eichen, 
aber auch auf ganzen Lichtungen, wo es im Sommer und Herbst sehr trocken ist. Dichten 
Rasen und mageren schweren Boden verträgt sie auch in Malonya sehr gut, besser wie C. 
Heaffclianiis, doch ist lockeres, humoseres Erdreich auch ihr lieber. Sämlinge blühen sehr 
bald. Auf einer eher schwach bepflanzten Fläche von etwa einem Quadratmeter zähhe ich 
nach wenigen Jahren schon über 200 Blüten gleichzeitig. Da ihre Blüte in die Zeit des herbst- 
lichen Blätterfalls fällt, gehört sie auf Parkwiesen dorthin, wo sich kein Laub ansammelt, 
denn ein Laubrecheln vertragen die sehr langstieligen großen Blumen nicht. Sehr schön zur 
Geltung kommt sie auch auf grasigen Böschungen nahe der Wege, und sie verträgt mehr 
Sonne, als man es von einem Ombrophyten voraussetzen würde. 

Eine sehr verschiedene Erscheinung ist der im Frühjahr blühende Cmcus Hettfjelianiis 
Herbert {Crocus banatkiis Heuff., welcher Name jetzt wieder vorangestellt zu werden pflegt). 
Seine habituell gar nicht abweichende Form scepasiensis steigt in den Zentralkarpathen bis 
in die subalpine Region, wo sie die Almwiesen bevölkert. Die Stammform habe ich im Ba- 
nat kolonienweise im Auwalde, im Überschwemmungsgebiet von Flüssen, an deren Ober- 
lauf und Quellgebiet auch Crocus Iridiflonis vorkommt, der im Überschwemmungsgebiet fehlt. 
Dies beweist, daß die letzte Art der Überflutung gar nicht, C. Heüjfelianus doch einigermaßen 
widersteht, was sich auch in Malonya bestätigte. Sehr zuzusagen scheint ihr aber diese 
Kaltwasserbehandlung auch nicht, sonst müßte bei ihrer raschen Vermehrung in den dortigen 
reichen Humusböden — die sie besonders liebt — ihre Verbreitung eine allgemeinere sein. 
Im übrigen gleichen ihre ökologischen Ansprüche etwa denen des Schneeglöckchens. Wie 
diese und Scilla bifolia wuchern sie und erzeugen gröl.iere Blüten in feuchten Moor- und 
Humusbeeten, z. B. um Rhododendren. Zu Rhododendron praecox, Rh. dahuricnni und üaphne 
Mezerenni passen sie auch in Blütezeit und Farbe. Auch tiefsten Laubholzschatten vertragen 
sie und siedeln sich selbst in dichtem Gestrüpp und Nadelholzschatten an. Unter Bäumen, 
wo gar kein oder nur lockerer Rasen wächst, und auf halbschattigen Parkwiesen, je humoser 
die Oberschicht ist, desto besser gedeihen, vermehren und blühen sie in schönster Vollkommen- 
heit. Wo immer ich sie pflanzte in der trockenen warmen Region verschiedener Eichen oder 
in der feuchten Nadelholzregion, überall gedeiht und vermehrt sie sich gleich gut. um allen 
Mäuseplagen zum Trotz immer größere Blütenteppiche zu weben, immer weiter zu wandern. 
Denn das versteht sie sehr gut. Die Kolonien schieben ihre Außenlinien alljährlich vor. aber 



70 Stauden zum Verwildern. 

auch sprungweise erscheinen Pflanzen an entlegeneren Teilen des Parkes. In dichtem Rasen 
ist ihr Crociis iridifloriis überlegen. 

Im Banat fand ich blühende Croci/s Heuffelianus mit Zitterpappeln auch schon Anfang 
Jänner. Doch brachten mir die Treiber auf den ersten Schnepfenjagden um den 20. März 
immer noch grol.ie Büschel. Auch hier kommen \'orläufer Ende .lanner vor, die eigentliche 
Blütezeit aber beginnt hier wie in Malonya und wohl überall nach Schnee- und Märzglöck- 
chen und vor Scilla bifolia je nach den Schneeverhältnissen Mitte Feber oder Anfang März 
meist dann, wenn in den Morgenstunden die ersten Finken schlagen. Erst einige Wochen 
später schmettern diese ihre Triller in die warme Mittagsluft. Noch immer schön sind Ga- 
lantliiis und Leucojiim. Scilla und Primel sind es schon. Da haben die Crociis ihren Höhe- 
punkt erreicht. Mit weit geöffneten Armen empfangen sie die befruchtende Biene, und silber- 
hell klingt stundenlang das Zi-zi-be der Kohlmeise. 

Im Nadelholz-, Gebäude- oder Felsschalten und an Nordlehnen blüht sie besonders auf 
schwerem Boden viel später, so daß wir uns monatelang an diesem reizenden Geschöpf er- 
freuen können. Denn reizend ist sie einmal. Gentri.^ und Freude macht sie, mir wenigstens, 
seit ich sie zum ersten Male vor Jahrzehnten im szirboraer Walde erblickt habe, heute noch 
wie kaum eine andere Blume — und das will was sagen! 

Die Blütenfarbe ist ein an manche Orcliis morio erinnerndes, sehr warmes Rotviolett, das 
in Valeur und Nuance variiert und durch diesen Kontrast von warm und kaU. der zwischen 
Blüten und deren Teilen besteht, sowohl in der einzelnen Blüte als auch in der grolkn blü- 
henden Fläche sehr an Leuchtkraft gewinnt. Die Farbwirkung wird auch dadurch erhöht, 
daß die Oberfläche der Blüte nicht rauh wie bei Crociis verniis, sondern glatt ist. Der Ton 
wechselt auch nach Standort Im tiefen Schatten wie bei Veilchen meist einfarbig dunkel, 
doch kommt dies auch an der Sonne vor. Lichtere Blumen haben meist ausgesprochene 
dunkle Tropfenflecken. Erwärmt von den gelblichen Strahlen der zu dieser Zeit tief stehenden 
Sonne und durch die komplementäre Wirkung der sehr intensiv grünen Blätter erscheinen 
ihre Blüten neben dem stumpfen Farbton des Crociis verniis fast rot. Mit der vornehmen 
Gestalt seiner hochgewachsenen Herbstschwester kann sich dieses herzige Frühlingskind 
nicht messen. Auch der in Stoff, Farbe und Schnitt raffinierten Toilette ist das einfache 
Kleidchen nicht gewachsen. Das Sinnbild ihrer Jahreszeiten. Die Wehmut der Abschieds- 
stimmung, die erwachende, /auchzende Jugend. Wer könnte der widerstehen? 

Tulipa. Ausdrücklich warnen muß ich vor einer sehr schönen edlen Frühjahrspflanze, der 
heimischen Waldtulpe, Tulipa sylvestris. Ihre Blüte ist gut in Form, Farbe und Duft. Ihr Laub 
bildet den ersten schönsten Frühjahrsrasen, der oft schon Mitte Januar rot beginnt über ein 
leuchtendesWarmgrün. später erkaltet. Und doch sollte man dieses wunderschöne Unkraut selbst 
in den größten Park nicht hineinlassen. Die Unbescheidenheit dieses Wucherers steht nicht 
im Verhältnis mit seinen Leistungen. Hier in Tana benimmt sich diese Tulpe für ihre Ver- 
hältnisse noch unerhört anständig, denn an sonnigen Stellen halbschattiger schlechter Park- 
wiesen an der Süd- und Ostseite vor Gehölzen, besonders zwischen Taubnesseln blüht sie 
alljährlich recht reich. In der Regel tut sie das anderswo überhaupt nicht, erobert aber in 
Millionen Brutzwiebeln rasige und rasenlose Plätze unter Bäumen, ohne je zu blühen, alles 
andere verdrängend. Hat sie sich einmal wo eingenistet (hier in Tana bin ich schuld daran), 
so ist an ein Ausrotten nicht mehr zu denken. Man hüte sich vor ihr. 

Ein ständiger aber schlechter Ratgeber im Garten ist die Ungeduld. Da kleine Pflanzen 
nur in Massen wirken, pfercht man meistens, um nur ja recht schnell einen Effekt zu erzielen, 
auf einen Platz alles dicht zusammen. Ganz richtig ist dies im Vorgarten, oder wenn man 
über viel Pflanzen verfügt im Garten, keineswegs aber im Park. Bei dieser wenig zweck- 
dienlichen Methode erreicht man im besten aber wenig wahrscheinlichen Fall — daß man 
gleich beim ersten Versuch den richtigen Platz getroffen hat — eine einzige Kolonie, die 
schheßlich das Kraut nicht fett macht. Sagt der Platz den Pflanzen nicht zu, verlieren sich 
diese allmählich, man hat Zeit und Pflanzen verloren, kann von vorne anfangen, was aber 
meist mit der bequemen aber ungerechtfertigten Ausrede unterbleibt : Die Pflanze gedeiht 
bei uns nicht. 

Auf ganz kleinem Raum können Herbstpflanzungen schon im nächsten Frühjahr wirken. 
Im Park ist das nicht möglich, weil die Beschaffung und Pflanzung des hierzu erforderlichen 
Pflanzenmaterials — auf einen Morgen gehen 30 bis 40 Millionen Schneeglöckchen — 
selbst wenn jemand die Geldopfer bringen wollte, technisch kaum durchführbar wären. 



Stauden zum Verwildern. 7 1 

Diese zur Erzielung großzügiger Masseneffekte unerläßliche iMenge Pflanzen können wir nur 
an Ort undStelle erlangen, wenn wir dieNatur für uns arbeiten lassen. Das tut sie auch willig 
an geeigneten Stellen. Es handelt sich also im Park vor allem darum, die für jede Art ökolo- 
gisch günstigen Ortlichkeiten ausfindig zu machen, und das kann in unserem Fall nicht durch 
Probebohrungen, wohl aber durch Probepflanzungen geschehen. Hierzu genügen an je einer 
zu erprobenden Stelle je zehn zerstreut einzeln gesetzte Pflanzen. Ich betone einzeln und 
nicht, wie es die Gärtner, weil die Arbeit schneller geht, mit Vorliebe tun, 2 bis 3 Pflanzen 
in ein Loch. Die Zahl der an die Versuchsstellen zu setzenden Pflanzen kann man je nach 
dem verfügbaren Material höher oder niedriger wählen, jedenfalls empfiehlt, sich überallhin 
die gleiche Zahl und wie gesagt in die Pflanzlöcher nur eine zu geben, wodurch die Kon- 
trolle der Brut und Sämlinge erleichtert wird. In den ersten drei Jahren gibt es immer Aus- 
fälle, die je nach Qualität der Pflanzen, Art der Beschaffung. Zeit des Aussetzens und Wit- 
terung bei und nach der Pflanzung sehr verschieden sein können und nicht symptomatisch 
zu bewerten sind. Bei manchen Arten wie Narzissen und Leucojuiii kann es besonders in 
schweren und trockenen Böden vor allem im Gras vorkommen, daß man in den ersten Jahren 
von tatsächlich lebenden Pflanzen kaum etwas sieht. Aber auch bei den anspruchslosesten, 
auf das Verpflanzen unempfindlichsten Schneeglöckchen wird man nach 3 Jahren Fehlstellen, 
dafür aber dort, wo nur eine Zwiebel gepflanzt war, schon je ein durch Brut entstandenes 
Nest finden. Merkt man nun in der Folge auch Sämlinge, die oft plötzlich in Menge erscheinen, 
dann hat der Platz seine Prüfung bestanden und ist nun würdig, das inzwischen herangezogene 
oder zu beschaffende Material in beliebiger Menge zu erhalten, wobei man dann auch 2 bis 
3 Zwiebeln in ein Pflanzloch geben kann. 

So umständlich diese Methode auch scheinen mag, führt sie doch am sichersten, billig- 
sten und schnellsten zum Ziele, vorausgesetzt, daß die wichtigs.te Bedingung eingehalten 
wird, daß nämlich keine ESlume gepflückt wird. Das ist der springende aber auch 
wundeste Punkt der Frage, denn es hat den Menschen mit seinen Schwächen gegen sich 
und erfordert jahrelange konsequent durchgeführte Disziplin gegen andere, und was das 
schwierigste ist, gegen sich selbst. Ob die Blumen von eigenen oder fremden Kindern, von 
Gästen oder Eindringlingen aus Galanterie. Übermut oder in diebischer Absicht gepflückt 
werden und auf die Tafel des Herrn oder den Stand eines Blumenhändlers gelangen, ändert 
nichts an der Tatsache, daß die Samenbiidung und hiermit die Vermehrung unterbleibt. 
Man mag mir erwidern, die paar Blumen, die sich der Besitzer selbst gönnt, spielen keine 
Rolle. Doch. Wenn der Herr nicht mit dem guten Beispiele vorangeht, läßt sich keine Ord- 
nung halten, es wird dann auch der Gärtner Gnaden austeilen und auf Konto der Herrschaft 
wird im großen geplündert. Horstweise freilich werden sich durch Brut da und dort Gruppen 
bilden und erhalten, die in der Nähe erfreuen und dem Besitzer die Behauptung gestatten: 
Ach. Schneeglöckchen, Krokus, die habe ich auch. Nun dieses stolze Bewußtsein mag ihm 
genügen, mir nicht. Was ich vor Augen habe, was wir haben wollen, sollen und auch leicht 
können: Die ohne jeglichen Geldaufwand alljährlich wiederkehrenden reinen ununterbroche- 
nen weit hinleuchtenden weißen, roten, blauen, gelben Farbenflächen, die können sich nur 
dort bilden, wo das Pflückverbot mit der unnachsichtlichen Strenge eines Berserkers geübt 
wird. Haben sich dann einmal richtige Formationen zu Hunderttausenden und Millionen 
Pflanzen gebildet, dann kann man. ohne ihnen im geringsten wehe zu tun, nach Herzenslust 
aus dem Vollen schneiden, verschenken, stehlen lassen und meinetwegen auch verkaufen. 
Man wird mit bestem Willen kaum mehr imstande sein, auch nur die Zinsen seines Blumen- 
reichtums zu verzehren. 

Die meisten hier behandelten Pflanzenarten haben einen großen Verbreitungsbezirk und 
variieren dementsprechend stark. Die morphologischen Abweichungen sind teilweise, die für 
den Garten oft viel wichtigeren biologi sehen aber fast garnicht beschrieben. 

Das gewöhnliche Maiglöckchen, Convallaria majalis, habe ich in Malonya seit fast 30 
Jahren von drei Standorten : Aus der hohen Tatra, dem südwestungarischen Drautal und 
aus dem Banat. Die Tatraform ist weitaus die schönste. Ungewöhnlich groß sind Blüten und 
Blätter. Letzte haben schönen metallischen Schimmer und doch ist diese Prachtform wert- 
los, weil unter 50 Pflanzen kaum eine blüht. Die zwei anderen sind nicht zu unterscheiden, 
dennoch ist die Drauform minderwertig, denn sie gibt höchstens 50 Prozent Blüten, während bei 
der Banater aus den Temes- und Bega-Auen blütenlose Stengel so gut wie nicht vorkommen. 
Auch hat sich diese letzte bei der dort sehr guten Samenbildung in einer Länge von 350 m 



72 L I^iTze Angaben über Anzucht, Vernielirung und Pflege der Stauden, 

von fünfiinddreiLiigtausend auf mehrere Millionen vermehrt, während die beiden anderen 
zum Glück dies fast gar nicht getan haben. Bei Fritillarien und Galantlms aus den letzten 
zwei Gebieten verhält sich der Qartenwert umgekehrt. Die Banater sind besser in Blütenfarbe 
und -gröLie. vermehren sich aber schlechter, und besonders die Schneeglöckchen kommen 
später in Blüte. 

Die Hepatica triloba ostungarischer Provenienz sind viel intensiver blau als ihre ost- 
steierischen Schwestern. Bei Scilla bifolia ändert sich dies nach Boden und Feuchtigkeit, 
doch gibt es auch hier schlechte und gute Rassen. Bei Schneeglöckchen fand ich schon auf 
die geringe Entfernung von 15 km Formen, die in Blütengrölk und -zeit verschieden waren 
und auch nebeneinander gepflanzt bheben. 

Besonders grol.l scheinen die phänologischen Abweichungen der Standortsformen bei 
Leucojum venuun zu sein. Es wird daher zur Bereicherung des Gartens und Vedängerung 
des Flors wesentlich beitragen, wenn man sich das aus der Wildnis zu beschaffende Mate- 
rial aus möglichst verschiedenen Gebieten holt. 

Die Bienen besuchen fast alle unsere Blumen so eifrig, daß einem das Frühjahr hörbar 
wird. Eine großzügige Besiedelung der Parks mit Frühjahrsblumen liegt daher im Interesse 
der Imker. Umgekehrt wird die Samenvermehrung in der Nähe von Bienenstöcken viel 
schneller gehen. Jedenfalls ist hier in Tana durch die hier sehr entwickelte Imkerei die Be- 
fruchtung ausgezeichnet. 

Schließlich noch eins : Die Beschaffung von Pflanzen zum Verwildern ist die billigste und 
rentabelste, daher die zeitgemäßeste Investition, die man im Garten machen kann. 



VIII. 

KURZE ANGABEN ÜBER 
ANZUCHT, VERMEHRUNG UND PFLEGE DER STAUDEN. 

Von Franz Zem an. 
Neu durchgesehen und ergänzt von Hermann Zörnitz^). 

Da sich unser Buch nicht nur an Fachleute, sondern vor allem gerade an Liebhaber wen- 
det, so erscheint es geboten, einige kurze zusammenfassende Bemerkungen über die An- 
zucht und Pflege der Stauden vorauszusenden. Die Leser finden allerdings auch in den vor- 
hergehenden Abschnitten des Allgemeinen Teiles viele solcher Angaben, und hinsichtlich 
der Anzucht und Pflege der für uns in Betracht kommenden Alpinen und Steingartenpflanzen 
können wir ausdrücklich auf Kapitel IV und Liste Xll verweisen. Im Besonderen Teile jedoch 
sind Angaben über KuUur und Vermehrung meist so abgefaßt, daß die Vertrautheit mit den 
gewöhnlichen Verrichtungen bei den verschiedenen Formen der Vermehrung und Anzucht 
vorausgesetzt wird ; darüber sei mithin in diesem Abschnitt einiges gesagt. 

Wir haben zwei Vermehrungsarten, die bei der Mehrzahl der Stauden in Anwendung ge- 
bracht werden können : Die Anzucht durch Samen, die geschlechtliche Vermehrung, und die 
vegetative (ungeschlechtliche) Vermehrung, nämlich durch Teilung, Stecklinge, Senker und 
durch Veredlung. 

Alle Vermehrungsarbeiten verlangen viel praktische Erfahrung und Übung. Dem Laien, 
dem die zu diesen Arbeiten erforderlichen Hilfsmittel fehlen, kann im allgemeinen nur ge- 
raten werden, seinen Bedarf an Pflanzen durch eine sichere Bezugsquelle zu decken, oder sich 
auf die Anzucht solcher Arten zu beschränken, die mit Leichtigkeit vermehrt werden können. 

Wir beginnen mit der 

Anzucht durch Samen. 

Diese Vermehrungsweise ist überall da anwendbar, wo es sich nicht um die Erhaltung 
bestimmter Gartenformen handelt, weil diese aus Samen nicht echt zu fallen pflegen. Außer- 
dem gibt es eine ganze Anzahl von Arten, die bei uns nur selten Samen ansetzen oder von 
denen reifer Samen überhaupt schwer oder nicht zu beschaffen ist. wie etwa von Acantho- 
linwn, einigen Astilbe- und Filipen du la-kricn. Clintonia horealis, fast allen Meconopsis (außer 
M. cambrica), sowie Orchideen (Cypripediiim, Cephalanthera, Epipactis usw.), schließlich 



Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 73 

von sehr spät blühenden Herbstastern. Chrysanthemum, Cimicifuga, Pericome, Phygelius, 
Stokesia, Vernonia und ähnlichen, die keine Samen mehr ausreifen können. Ferner ist eine 
andere Anzuchtform auch dann meist vorzuziehen, wenn die Samen nursehrschwerkeimen, 
wie bei fast allen Orchideen und bei gefülltblühenden Formen, die ohnedies nur selten Samen 
ansetzen, oder wenn es sehr lange dauert, ehe die Sämlinge zu blühenden Pflanzen heran- 
wachsen, wie bei Alstroemeria, Eremunis, Fritillaria, üunnera, Iris, Liliiiin und so gut wie 
fast allen Zwiebelgewächsen. Überhaupt wird man überall da eine vegetative Vermehrungs- 
art wählen, wo die Pflanze durch Ausläufer (Asclepias syriaca, Aspiiodeliis, Convallaria. 
viele Funkia-, Goodyera, Nierembergia. Ourisia, Polygonatum-, Polygonum-krXtn. Senecio 
tanguticus, Uvularia, Sisyrinchiiim usw.), Knollen (Anemone-Arttn, Bidens dahlioides, Ere- 
murus, tiemerocallis, meiste Iris, meiste Orchideen), Brutzwiebeln {Allium, Alstroemeria, 
Buitwcodium, Chionodoxa, Eranthis, Fritillaria, Lilium, Narcissus, Ornithogalum, überhaupt 
meiste Zwiebelgewächse) und ähnliche zur Vervielfältigung bestimmte Triebstücke auf eine 
andere Form der Vermehrung uns geradezu hinweist. 

Die Keimdauer der einzelnen Staudensamen ist eine sehr verschiedene. Während z. B. 
einigeZ-l'^'/ws-Arten nur h bis 8 Tage zumAufgehen benötigen, brauchenZ./'//««; oft überein .Jahr. 
Lychnis blüht teilweise schon recht gut im ersten Jahre nach der Aussaat, bei £;7////7/ hingegen 
vergehen fast stets mehrere .lahre bis zur Blüte. Es ließen sich noch viele Beispiele anführen. 
In der Familie der Caryophyllaceen finden wir meist schnellkeimende Samen, so z. B. Dian- 
tlius, Saponaria. Cerastium, Alsine usw. Bei den Liliaceen haben wir in Lilium, Fritilla- 
ria. Asphodelus, Asparagus, Paris, Eremurus und bei den Iridaceen wieder Iris usw. schwer- 
keimende bzw. lang liegende Samen. Ebenso unter den Ranunculaceen, bei Paeonien und 
Trollius. Delplüniiim dagegen keimt schon schneller. Schwerkeimende Samen sind meist 
alle hartschaligen, mit fester Hülle umgebenen Samenkörner; das ist das sicherste Mittel, sie 
zu erkennen. 

Will man bei der Aussaat Erfolge erzielen, so muLi man danach trachten, nachstehende 
Bedingungen zu erfüllen. 

1. Beschaffung keimfähigen Saatgutes: Hier ist der Staudenfreund, sofern er 
den Samen nicht von selbst erzogenen Mutterpflanzen ernten kann, darauf angewiesen, bei 
als durchaus zuverlässig bekannten Firmen zu kaufen. Bei Benutzung von Samen, der in der 
Heimat am natürlichen Standorte der Pflanze selbst gesammelt wurde, muß man immer mit 
minder günstigen Ergebnissen rechnen, da es sehr oft unmöglich ist, zur richtigen Zeit zu 
sammeln oder gute Samenträger auszusuchen. Die Methoden zur Prüfung der Keimfähigkeit 
und dergleichen mehr können wir hier nicht besprechen. 

2. ZeitderAussaat:lm allgemeinen kann man sagen, daß die Mehrzahl der Stauden- 
samen am besten im März bis Mai in einem lauwarmen oder kalten Mistbeetkasten gesät wird, 
in dessen Ermangelung der Liebhaber sich mit kleinen flachen Handkästen oder Tonschalen 
begnügen kann, zumal wenn es sich nur um geringe Samenmengen handelt. Zur Aussaat 
präpariert man die Mistbeetkästen wie folgt : man stellt sich ein Lauwarmbeet her. indem man 
zur Hälfte Pferdedünger und Laub mischt und in üblicher Weise packt. Nach Abzug der ersten 
fliegenden Hitze bringt man die Erde auf. Diese besteht aus nicht zu humusreicher alter Rasen- 
und Lauberde mit reichlich Sandzusatz. Mit dieser Erde belegt man die glattgeebnete Mist- 
schicht etwa 12 — 20 cm hoch, so daß zwischen Erdoberfläche und dem Glase noch etwa 
10 cm Raum bleiben. Kalte Mistbeetlagen präpariert man ebenso, nur ohne die Beigabe von 
frischem Pferdedung oder einem ähnlichen Material, wodurch die Erwärmung erreicht wird. 
Die Schalen oder Handkästen füllt man ebenfalls mit solcher Erde, nachdem man auf den 
Boden eine gute Lage Scherben oder Ziegelbrocken als Dränage gelegt hat. Die Erde soll 
hier bis etwa 1 cm unter den oberen Rand gehen, damit man heikle Samen anfangs mit Glas- 
scheiben decken kann. 

Die Samen sind möglichst gleichmäßig und so dünn über die geglättete Oberfläche aus- 
zustreuen, daß die einzelnen Pflänzchen für sich Platz zur Entwicklung haben. Die Bedeckung 
der Samen richtet sich nach deren Dicke. Im allgemeinen soll man Samen nicht höher mit 
Erde bedecken, als sie dick sind. Besonders feine Sämereien behandelt man, wie weiter unten 
dargetan wird. 

Aber selbst die Aussaat in ein Frühbeet oder in besondere Gefäße ist für die meisten harten 
Stauden keine Vorbedingung, sondern man kann sie im Juni auf besondere Saatbeete im 
Freien säen, die gut durchgearbeitet sind und bei deren Anlage folgendes zu beachten ist. 



74 Kurze Artgaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

Wenn es geht, sollen die Beete stets in (besonders gegen Nordwinde) geschützter, etwas 
halbschattiger Lage angelegt werden. Am besten gräbt man ein 1,20 m breites Beet tief 
um. Dann bringt man darauf entweder eine 5 cm hohe Schicht alter Komposterde oder was 
noch besser ist. eine etwa vier Finger hohe Schicht Torfmull. Mit einem langen Dreizahn 
wird alles gründlich durcheinander gehackt und dann das Beet geebnet. Die an und für sich 
ja gute Komposterde läßt meist allzuviel darin enthaltenen Unkrautsamen aufgehen, was unter 
Umständen sehr lästig ist. Der Torf dagegen macht die schwere Erde locker, hält den Boden 
gleichmäßig feucht, und die Pflanzen halten bei dem Verstopfen aus dem Saatbeete besser 
Erdballen. 

Als zur Freilandsaat geeignet nennen wir vor allem Gattungen wie : Aconitum, AquiLegia, 
Campanula, Chelone, Coreopsis, Dianthus, Digitalis, Delphinium, Geiim, Liniim, Lupinus 
(gleich an Ort und Stelle, wie fast alle Leguminosen), Lychnis, Mnlgedittm, Oenothera, 
Papaver, Pentstemon, Salvia, Scabiosa, Senecio und die meisten dickeren Samen, soweit sie 
nicht schwer keimend sind. 

Eine zweite Klasse von Stauden wird am besten gleich nach der Reife ausgesät, weil dann 
die Samen am schnellsten keimen, so vor allem : Actaea, Anthericum, Asparagiis, Conval- 
laria, Dentaria, Dictamnus, Eranthis, Funlaa, Hellebonis, Iris, Meconopsis, Paeonia, Poclo- 
pliyllinn, Primiila Sieboldii, Trillium, Trolliiis (auch Frühjahr), Uviilaria, Viola u. a. m. Es 
sind dies meist schwerkeimende Arten, deren hartschalige Samen, bei Sommer- oder Herbst- 
aussaat dann sicher im folgenden Frühjahre aufgehen. 

Wieder andere sät man mit Vorteil im Februar-März in ein warmes Mistbeet oder im Ver- 
mehrungshause aus, wie: Acanthus. Aceranthus, Aconitum (bis April). Adonis (auch Herbst), 
Anemone, Camassia {odsrhesser Herbst) Cimicifuga, Dodecatheon, Drosera (auch im Hause 
feucht halten), Hpimedium (auch Herbst). Gerbera, Incarvillea, Libertia, Lysimacliia, Meco- 
nopsis (z. B. cambrica, Wallichii), fast alle Primeln usw. Besonders auch alpine Gewächse, 
wie Androsace, Asperula, Campanula. Codonopsis, Cortusa, Cypripedium und fast alle Orchi- 
deen. Douglasia, Eriogonum (oder Herbst). Gentiana (auch später), fiaberlea, Heucliera (auch 
später), Houstonia, Michauxia, Ramondia, Rpdgersia, Saxifraga, Silene (auch später), Sol- 
danella, Tiarella, Wahlenbergia u. a. m. 

Kann man Samen, die gleich nach der Reife zu säen wären und ihre Keimkraft nicht lange 
halten, nicht sofort säen, so wird zuweilen ein Stratifizieren nötig. Man versteht darunter 
die Einschichtung der Samen in feuchtem Sand, doch wendet man dies Verfahren bei Stau- 
den nur im Notfall an (wegen Raummangel usw.), indessen ist es für hartschalige, sehr lang- 
sam keimende Samen, wie z. B. Actaea, Asparagus, Convallaria, Dictamnus, Helleborus, Iris, 
Hemerocallis, Paeonia, Podophyllum, Trillium, Trollius, Ranunculus, Uvularia, Veratrum 
u. a. m. von Vorteil. 

Schwer keimende Samen kann man auch mit Erfolg der Einwirkung von Frost und Schnee 
aussetzen, indem man sie im Herbst ins Freiland sät, wie z. B. alle die zuletztgenannten 
hartschaligen Samen und ferner: Alliuui, Alyssum, Androsace, Anthericum, Bellevalia, Boc- 
conia, Cephalaria, Colchicum, Corydalis lutea, Codonopsis, Crocus, Cochlearia, Dictamnus, 
Erantliis, Eremurus, Fritillaria, Funkia, Helleborus (niger, caucasicus), Lilium, Ixiolirion, 
Meconopsis cambrica, Muscari, Onosma, Paeonia chinensis, Phlox, Phyteuma, Polygonatum, 
Primula cortusoides, P. Sieboldii u. a., Ranunculus, Sanguinaria, Thalictrum, Trollius, Tri- 
osteum, Tulipa, Viola usw., oder aber, indem man sie im Dezember in Schalen sät, diese 
draußen einfrieren und beschneien läßt, worauf man die Schalen im Februar-März in ein 
halbwarmes Haus- oder Mistbeet bringt. Die Samen keimen dann in der Wärme gewöhnlich 
gut und schnell. 

Nicht nur die schwerkeimenden, sondern auch alle andern Staudensamen behandelt man 
so am besten. Bei richtiger Behandlung und Aufstellung merkt man nichts von schwer- 
keimenden Samen, sie kommen alle, die einen in kaum einer Woche, die andern in etwa 
drei Wochen. Wo man nicht ganz sicher weiß, ob die Saat völhg aufgegangen ist, läßt man 
die Gefäße stehen und behandelt sie den Sommer über an schattiger Stelle weiter; es werden 
oft noch im Laufe des Sommers eine ganze Menge Pflanzen aufgehen. Im nächsten Früh- 
jahr aber wird auch das letzte Samenkorn zum Leben erweckt werden. Gewöhnlich geht 
aber im ersten Jahre schon solch eine Menge auf, daß man vollauf genug an Pflanzen be- 
kommt. Die Beobachtung hat gezeigt, daß selbst bei Sorten die Keimdauerunterschiede oft 
mehrere Tage ausmachen. Auch ist es nicht gleichgültig, ob man die Samen schon im Januar 



Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 75 

oder erst im März ins Haus holt. Bringt man die an und für sich länger liegenden Samen 
zu früh ins Haus, so liegen sie dennoch oft 5 Wochen und mehr bis sie aufgehen. Bringt 
man schnellkeimende Samen zu früh herein, so vergeilen die Sämlinge leicht, wenn sie zu 
warm stehen. Hier muß man beobachten und denken. Als Regel kann gelten, daß die Samen 
der schwerkeimenden Stauden am besten dem Frost und Schnee auszusetzen sind. Es ist 
auch gar nicht notwendig, die Staudensamen ins warme Gewächshaus zu bringen, sie keimen 
im Freien mit fortschreitender Witterung gerade so gut. Das Warmstellen ins Gewächshaus 
geschieht nur, um die lästige Arbeit des Verstopfens in die weniger arbeitsreichen Winter- 
monate zu verlegen. 

Nachfolgend sei ein kurzer Auszug aus seit Jahren gesammelten Notizen über die Keim- 
dauer einzelner Stauden gegeben. Die Aussaat dieser Stauden fand im Dezember, oft auch 
im .Januar statt. Die Tage sind vom Einstellen in das Gewächshaus bei 1 8 " C bis zur Keimung 
gezählt. Aconitums— \Q, Aquilegia 16—20, Campanula 8 — 14, Centaiirea 8, Chelone 18 
bis 25, Delphiniiim 5—15 — 20, Dianthus 6 — 8, Erigeron 6—10, *Eryngiiim 4 — 6 Wochen, 
Geum 18—25, Helenium, Heliopsis 8 — 10, Hesperis 12 — 15, Heiichera 15 — 30, Iberis 9—15, 
Leontopodiiim 8—10, Lychnis 5—8, Malven 5 — 10, Papaver 10—12. Phlox paniciilata 30, 
Primnla 8—30, Ruäbeckia 8—12, Saxifraga 25-30, *Soldanella 25, Thalictnim 25 — 30, 
*Troüiiis 10 — 20, Viola 6—10. Wahlenbergia 10 — 12. Die mit * versehenen Samen geben 
meist, wenn man die Saatgefäße bis zum nächsten .Jahre stehen läßt, noch eine schöne Aus- 
beute; diese Sachen keimen sehr unregelmäßig. Wenn bei Heiichera angegeben ist. 15 bis 
30 Tage, so sagt das, daß die Samen in einem Jahre bereits in 1 5 Tagen Leben zeigten, 
im anderen Jahre dagegen 20 — 30 Tage brauchten. Nun können diese Unterschiede ja ganz 
leicht auf den Stand der Saatgefäße, auf die Witterung, die Einwirkung des Frostes usw. 
zurückzuführen sein. Es soll mit diesen Notizen noch lange nicht gesagt sein, daß z. B. 
Trollius 10—20 Tage liegen müssen. Bei richtiger Vorbehandlung werden sie es tun, oft 
aber liegen sie auch, wenn z. B. zu spät ausgesät wird, über ein .lahr. Vor .lahren wurde 
eine ganze Kiste Trollius europaeus ausgesät ; nach der Berechnung und Pflege hätten sie 
im Frühjahr aufgehen müssen, aber es kamen kaum 20 Pflanzen, im Jahre darauf ging aber 
die ganze andere Saat restlos auf. Hier lag es am Samen, denn eine gleiche Menge Saatgut 
von anderer Quelle keimte im ersten Frühjahr so gut, daß Pflanzen genügend daraus er- 
standen, und das bei gleicher Behandlung. So könnte man noch manches Beispiel aus der 
Praxis anführen, wie einem oft die Wirklichkeit die schönste Berechnung zu schänden macht. 

3. Pflege der Same reien. Nach erfolgtem vorsichtigen Angießen sind die im Mist- 
beet oder Hause befindlichen Sämereien anfangs geschlossen und halbdunkel zu halten, 
während man bei Freilandsaat die Beete beschattet, damit die Erde sich feucht hält und die 
Keimung im Dunkel sich beschleunigt. Sowie die Keimung gut im Gange ist. gewöhnt man 
die Sämlinge nach und nach an Luft und Licht. Vor allem aber muß man die Sämereien 
und Keimlinge gegen Mäuse, Vögel u. dgl. schützen, die oft großen Schaden anrichten. 

4. Pikieren der Sämlinge. Die im freien Lande auf dem Saatbeet erzogenen Säm- 
linge setzt man teils von dort im Herbst oder kommenden Frühjahr direkt an Ort und Stelle, 
wie z. B. Acanthus, Althaea, Alyssum, Anchiisa, Campanula, Coreopsis, einige Delphinium, 
Dianthus, Digitalis, Erodium , Gaillardia, Galega, Geum, Heracleum, Helenium. Liniim. 
Oenothera. alle Papaveraceen. Polemonium, Pyrethrum usw., oder man bringt sie zunächst 
wieder auf besondere Beete oder einen Mistbeetkasten, in 10—15 cm Entfernung, wo sie 
noch ein Jahr vorkultiviert werden, wie z. B. Aconitum, Adonis, Ajiiga, Anisonia, Aquilegia, 
späte Astern, Bocconia, alpine Campanula. Centaiirea. Cimicifuga (im Schatten), Cleniatis. 
Delphinium. Dictamniis (blüht oft erst in drei bis vier Jahren). Echinacea. Eryngiuni. Har- 
paliuni, Incarvillea. Iris, Henierocallis. Liatris, viele Alpinen. Freilandfarne (schattig) usw. 
Locker- und Sauberhaltung des Erdreichs, regelmäßige Feuchtigkeit und gelegentliche Dung- 
güsse fördern das weitere Gedeihen der Pflanzen wesentlich. Mit nur etwas aufmerksamer 
Pflege und sorgfältiger Behandlung können wir von manchen Sorten auf diese Weise aus 
dem Samenkorn schon im ersten Jahre eine blühfertige Pflanze heranziehen. Alles hier Ge- 
sagte gilt in der Hauptsache für die sogenannten großen Stauden. 

5. Besondere Schwierigkeiten bietet die Anzucht durch Samen bei Orchideen, 
Erythronium, einigen Meconopsis, Diapensia. Pedicularis, vielen Alpinen, den meisten Farn- 
kräutern u. a. m., worauf hier nicht näher eingegangen werden kann. 



76 Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

Wir wenden uns nunmehr der vegetativen Vermehrungsweise zu und besprechen zu- 
nächst die 

Vermehrung durch Teilung. 

Bei der großen Mehrzahl der Stauden ist diese Vermehrungsart die bequemste. Die 
Teilung erfolgt entweder im März-April oder im ( August- iSeptember-Oktober. Frühblühende 
Stauden wird man am zweckmäßigsten im Spätsommer nach Abschluß des Wachstums teilen 
wie z. B. Acaena, Adenostyles, Aethionema, Alyssii/n. Amsonia, Anneria, Antennaria, Anthe- 
mis. Anthericum, Aqiiilegia, Arabis, Astilbe, Betonica, Boltonia, Buphthalmiim, Biitonuis, Cani- 
paniila. Caltlia, Centaurea, Chrysanthemum, Delphiniiim, Dianthus, Doroniciim, Epilobium, 
Epimediiiin, Erysimiim, Gaillardia, Geiim, Hacquctia, Heleniiim, Helianthus, Helleborus, 
fiepatica, Hcmhera (!). Iniüa, Iris, Jasione, Jejfersonia, Lindelophia, Lychnis, Lysimachia, 
Mori/ia, Mnlgediiun, Myosotis, Phlox {amoena, reptans, divaricata. siibiilata), Polemoniiun, 
Paeonia usw., sowie fast alle Gramineen. Spätblüher, wie Sommer- und Herbstastern, Achillca. 
Anemone japonica, Anthemis, Aquilegia, Arenaria, Campanula, Dianthus, Fimtiia, Harpalium 
(auch Herbst), Heleninm autumnale (ebenso), fiemerocallis (auch nach Blüte), Linosyris, 
Mertensia, Phytolacca. Phygelius, Scabiosa japonica, Silene usw. nimmt man im Frühjahr 
heraus. Bei Arten von Armeria, Astilbe, Dianthus, Coreopsis, fiepatica, Helleborus usw., 
besonders allen schattenliebenden Stauden, läßt sich die Teilung bzw. das Verpflanzen auch 
im vollen Trieb vornehmen, wenn die Pflanzen gut Ballen halten und beim Versetzen an 
halbschattige Orte kommen, worauf sie gut angegossen werden. 

Bei genauer Beobachtung der Wachstumsart der einzelnen Arten ist es nicht schwer, hier 
das Richtige zu finden. Der erfahrene Staudenfreund wird hier wie überall von Fall zu Fall 
seine Entscheidungen treffen. So kann man z.B. eine ganze Anzahl Stauden das ganzeJahr 
hindurch teilen und verpflanzen, ohne daß die Pflanzen den geringsten Schaden davon haben. 
Iris teilt man am vorteilhaftesten gleich nach der Blüte, dann aufgepflanzt und gut gepflegt gibt 
jedes Rhizom bis zum nächsten Jahr eine kräftige blühstarke Pflanze mit mehreren Köpfen. 

Die Teilung hat immer vorsichtig zu geschehen, so daß nicht unnötig Wurzeln verletzt 
werden. Ganz besonders gilt dies von Arten mit fleischigen Wurzeln, wie Acanthns, Adeno- 
phora, Adonis, Alstroemeria, Anthericum, Asphodclus, Eremurus, Erythronium. allen Orchi- 
deen, auch Aconitum, Rodgersia, den meisten Leguminosen, vielen Ümbelliferen (z.B. £/•)'»- 
gium), Paeonia, Podophyllum, Romneya, Rheum, Stenanthium und ähnlichen. Solche F'ormen, 
die wenige lange tiefgehende Wurzeln bilden, kann man überhaupt nicht oder nur im Not- 
falle teilen. Am besten wäscht man aus den oben erwähnten Pflanzen die Erde vorsichtig 
und sauber aus, um dann mit einem scharfen Messer die Operation vornehmen zu können. 
Die bei den alten Standpflanzen nicht mehr lebensfähigen Teile werden ganz entfernt und 
die Pflanze wird in gut bewurzelte mit genügend Köpfen versehene Teilpflanzen zerlegt. Die 
langen Wurzeln werden ebenfalls etwas zurückgeschnitlen. Paeonia soll man nur im Herbst. 
Oktober-November, teilen, weil dann die Köpfe besser ausgereift sind. 

Meist sehr einfach ist die Vermehrung, wenn die Pflanzen unterirdische Ausläufer be- 
sitzen, wie die Maiblumen, Polygonatum. Uvularia, Veratrum, sowie Asclepias, Bocconia, 
Nierembergia, Polygonum,Senecio tanguticus u. a. ; oder mit ihren Wurzelstöcken den Boden 
queckenartig durchziehen, wie Achillea Ptarmica, Pliysalis; oder auch oberirdische Ausläufer 
treiben, wie Acaena, Asarum, Androsace, Aster alpinus, Armeria, Antennaria. Gentiana 
Gentianella, liieracium,Potentilla, Phlox (setacea,subulata), K/o/«, viele polsterbildendeAlpinen 
u. a. m. HandeU es sich um dicke kriechende Rhizome, wie bei den meisten Iris, Bergenia, 
Chamaelirium usw., so muß man die Rhizomeso abteilen, daß man die Pflanzen nicht schädigt 
und die einzelnen Stücke Triebknospen besitzen. Diese Stücke pflanzt man dann gleich für 
sich an Ort und Stelle. 

Bei der zur Teilung zu rechnenden Vermehrung durch Brutzwiebeln (bezw. 
Knollen), wie wir sie bei Lilien, Schneeglöckchen, Fritillaria, sowie einigen Anemonen, 
Ranunkeln, den meisten Zwiebelgewächsen usw. anwenden, verfährt man wie folgt: Einige 
Wochen nach dem Abblühen der Mutterpflanzen nimmt man diese heraus und trennt vor- 
sichtig die nahe der alten Zwiebel oder Knolle sitzenden Brutzwiebeln ab. Diese bringt man 
(je nach Anzahl) in Töpfe. Handkästen oder auf ein geschütztes Beet ins Freie, das aber 
nicht frisch gedüngt sein, sondern nur eine Beigabe alten Kompostes oder von verrottetem 
Laub erhalten darf. Die Brutzwiebeln legt man ca. 4 — 5 cm tief bei 6 — 8 cm Abstand. 



Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 77 

Besonders hervorgehoben zu werden verdient die 

Vermehrungdurch Wurzelschnittlinge. 

Eine recht große Anzahl Stauden läßt sich auch durch Wurzelschnittlinge vermehren, so 
z. B. Acanihus, Anemone japonica. Anchiisa, Centanrea. einige Campaniila-ATten. Dictaniniis, 
Echinops, Izryngium. einige Primelarten. Polygoniim, Papaver Orientale. Statice und viele 
andere mehr. Zu diesem Zwecke hebt man die Pflanzen unter größter Schonung der Wurzeln 
aus dem Boden und wäscht sie sauber aus. .le nach der .Art der Wurzel schneidet man diese 
auf 5 — () cm lange StiJcke. Bei Papaver, Eryngium etc. sollen die Wurzehi etwa federkiel- bis 
bleistiftstark sein. Die dünnen Wurzeln treiben weniger gut aus, auch brauchen die von 
dünnen Wurzeln gezogenen Pflanzen nicht selten ein ganzesJahrlänger. bis sie kräftigwerden. 
Den unteren Teil des Wurzelstückes schneidet man vorteilhaft schräg an, damit man beim Ein- 
legen später besser oben und unten unterscheiden kann. Nachdem die Wurzeln so vorbereitet 
sind, legt man sie senkrecht in Kisten oder Schalen in nicht zu schwere sandige Komposterde 
ein. Die Wurzeln werden nur flach, etwa ^2 em mit Erde bedeckt. Die Behälter mit den Wurzel- 
stecklingen können im Freien oder an einem frostfreien Orte aufgestellt und müssen gleich- 
mäßig feucht gehalten werden. Der beste Platz dafür ist im Anfang unter der Stellage eines 
nicht zu warmen Gewächshauses. Sobald die Wurzeln anfangen auszutreiben, was je nach 
Art 6^8 Wochen, oft auch noch länger dauert, müssen die Gefäße ans Licht gerückt werden. 
Nach dem Erstarken der ausgetriebenen Pflänzchen werden diese unter größter Schonung 
der jungen Paserwurzeln ins freie Land auf Kulturbeete ausgepflanzt. Papaver Orientale. 
Eryngiiim, Anemone japonica pflanzt man am besten vorher noch in kleine Blumentöpfe 
und läßt die Pflanzen im Kasten zur Durch wurzelung kommen, um sie dann später mit kleinen 
Topfballen auszupflanzen. Auf diese Weise behandelt, wächst jede ausgesetzte Pflanze an, 
während sonst immer mit mehr oder weniger großem Ausfall zu rechnen ist. Die beste Zeit 
zur Vermehrung der Stauden durch Wurzelschnittlinge sind die Monate Dezember-Februar. 

Eine weitere Art ist die 

Vermehrung durch krautige Stecklinge. 

Diese Vermehrungsart kann man vom Frühjahr an, je nach Art, fast den ganzen Sommer 
hindurch vornehmen. Zu beachten ist. daß man nur ganz gesunde Triebe ohne Blütenknospen 
nimmt. Wo es sich nicht gut machen läßt, Stecklinge ohne Blütenknospen zu erhalten, da 
müssen auf jeden Fall die Knospen entfernt werden. Die Stecklinge werden am einfachsten in 
einen Mistbeetkasten gesteckt, hierbei ist nur acht zu geben, daß man solche Arten zusammen- 
bringt, die die gleichen Licht- und Feuchtigkeitsverhältnisse zum freudigen Gedeihen not- 
wendig haben und in ungefähr gleicher Zeit Wurzeln machen. Dies zu beachten ist unbe- 
dingt notwendig, denn sonst vergeilen die bewurzelten Stecklinge in der dumpfen ge- 
schlossenen Atmosphäre, die wir halten müssen, umdie vielleicht danebenstehenden anderen 
langsamwachsenderen Arten zur Bewurzelung zu bringen. 

Die Herrichtung des Stecklingskastens geschieht auf die bekannte Weise. Am besten 
nimmt man die Anzahl Fenster, welche benötigt wird und hebt etwas Erde aus: dann mischt 
man abgelagerte Komposterde. Sand und Torf durcheinander, sodaß eine lockere sandige 
Erde entsteht. Diese Mischung, (der Pflanzenfreund muß das Mischverhältnis im „Gefühl" 
haben) bringt man in den Kasten: hierauf kommt nun eine dünne Schicht reiner Sand. Die 
ganze Füllung muß möglichst dicht ans Glas gerückt werden, so daß die Stecklinge etwa 
5 cm vom Glase mit ihrer äußersten Spitze entfernt sind. Wenn alles so hergerichtet ist, wird 
der Kasten gründlich angegossen, und die Arbeit des Steckens kann beginnen. Zur Schonung 
der jungen, oft weichen Stecklinge muß man mit einem spitzen Hölzchen die Löcher vor- 
machen. Dies wird sehr häufig in der Praxis unterlassen und hat dann zur Folge, daß die 
Stecklinge beim Stecken gequetscht werden und infolgedessen faulen. Wo es sich nur um eine 
geringe Anzahl Stecklinge handelt, kann man auch Kistchen, Schalen oder Töpfe benutzen, 
die man etwa V2 " ^ 4 mit der Erdmischung füUt. so daß man eine Scheibe gut über die 
Gefäße decken kann. Diese Behälter werden nun in einen Mistbeetkasten an einem hellen 
Orte ins Gewächshaus oder ans helle Zimmerfenster gestellt. 

Besonders leicht durch krautige Stecklinge wachsen : Herbst-Astern, Aster Amelliis ver- 
langen erhöhte Aufmerksamkeit, Artemisia, Chrysanthemum, Helenium, Helianthus, Diplo- 
stephiuni, Phlox paniculata, Achillea, Alyssum, Arabis,Aubrietia, Cerastium,Dianthus, Veronica 



78 Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

und viele anderen mehr. (Siehe BesondererTeil.) Ebenfalls durch krautige Stecklinge wachsen 
Delphiniiim. Dicentra. Lupinen, Pyrethrum und Arten mit fast nur wurzelständigen Blättern, 
wie Erigeron, Aster alpirn/s-Qruppc:. Riidbeckia piirpiirea, R. siibtomentosa u. a.. In diesem 
Falle allerdings muli man ein kleines Stückchen vom Wurzelhalsansatz mit abschneiden. Zu die- 
sem Zwecke legt man die alten Standpflanzen oberhalb von der Erde frei und schneidet nun z. B. 
bei üelphinhim die eben 8—10 cm hohen Triebe im zeitigen Frühjahr bis auf 1 oder 2 
dicht am Wurzelstock ab. Diese Arbeit muß aber ganz vorsichtig ausgeführt werden, damit 
der alte Wurzelstock nicht zu arg verletzt wird. Die auf diese Art besonders an angetriebenen 
Pflanzen gewonnenen Stecklinge werden in kleine Töpfe in lockere Erde fest eingetopft und 
dann in einen gut geschlossenen Mistbeetkasten eingesenkt wie gewöhnliche Stecklinge be- 
handelt. Manche Arten, die sonst schwierig in der Vermehrung erscheinen, lassen sich durch 
eine dieser eben angeführten Vermehrungsmethoden mit Leichtigkeit bis ins ungemessene 
vermehren. Diese kurzen Anhaltspunkte werden genügen, um den Pflanzenfreunden richtige 
Wege zu weisen. 

Die Vermehrung durch Veredlung 
kommt nur bei ganz wenigen Stauden in Betracht. In der Hauptsache wird dieses Verfahren 
bei Gypsopliila paniciilata fl. pl. angewandt. Als Unterlage dienen hierzu Sämlinge oder 
besser noch Wurzelstücke der einfachen Stammart. Die Veredlung geschieht durch üeißfuß 
oder Kopulation. Im zeitigen Frühjahr stellt man die Mutterpflanzen im mäßig warmen Hause 
auf und läßt sie langsam treiben. Sind die Pflanzen weit genug angetrieben, so schneidet 
man von den Wurzeln der Unterlage etwa 1 cm lange Stücke ab und setzt hier mittels Geiß- 
fuß oder Kopulation ein Edelreis mit etwa 3 Augen ein. Die Veredlungen werden mit Bast 
verbunden, mit Baumwachs verschmiert und bis an die Veredlungsstelle in kleine Töpfe ein- 
gepflanzt. Die Töpfe senkt man in einen geschlossenen Kasten bei einer Temperatur von 
etwa 15" C in Torfmull ein, der mit Sand gemischt worden ist. Im Anfang soll man mög- 
lichst wenig spritzen, bei zu greller Sonne leicht schattieren, und je nach Witterung werden 
Edelreis und Unterlage in 10 — 14 Tagen verwachsen sein. Nun soll man leicht lüften, um 
nach und nach die Pflanzen abzuhärten. Nachdem die Veredlungen gut durchgewurzelt sind, 
kann man sie auf einem tief durchgearbeiteten Beet auspflanzen und erhält so bis zum nächsten 
Jahre kräftig blühbare Pflanzen dieses unvergleichlich schönen gefüllten Schleierkrautes. 

Ziemlich selten wird bei den Stauden 

die Vermehrung durch Ableger (Absenker) 
angewendet. Sie spielt aber dort, wo oft alle anderen Verfahren versagen, wie etwa bei Dian- 
thiis, Gypsopliila, Acantholimon u. a. eine große Rolle. Beim sog. ,, Absenken" verfährt man 
wie folgt: Man verwendet mit Vorliebe starke Pflanzen, deren Triebe nach allen Seiten 
entwickelt sind, wie eben bei Dianthiis, doch ist dies nicht unbedingt nötig. Die einzelnen 
Triebe werden nahe dem Stamme vom überflüssigen Laube befreit, ohne sie vom Stamme 
abzutrennen. Der einzulegende Zweig wird unter einem Qelenkknoten halb durchgeschnitten 
und mittels einer Wendung des Messers nach oben auf \/o — 2 cm Länge gespalten, so daß 
eine Art Zunge entsteht. Dann legt man diese Stelle vorsichtig auf sandigen Boden nieder, 
hakt sie fest und bedeckt sie .3 — 5 cm hoch mit sandiger Erde, die entsprechend angedrückt 
wird. Soll diese Vermehrungsart, wie bei Nelken, im großen betrieben werden, so pflanzt 
man die iMuttertriebe in Töpfe, senkt sie in ein Mistbeet ein und behandelt sie dann wie Frei- 
landpflanzen. Heiklere Formen nimmt man also ins Mistbeet, härtere beläßt man im Freien. 

Zum Schluß möchten wir noch einiges über die 

allgemeine Kultur und Pflege 
der Stauden sagen. Mit vollem Recht sprechen wir die meisten Stauden als die dankbarsten 
und anspruchlosesten Gartenpflanzen an. Es gibt in der Tat ausser Sukkulenten kaum andere 
Gewächse, die in ihren Ansprüchen an den Pfleger so geringe Anforderungen stellen, wie 
gerade unsere Stauden. Ein Versagen. Mißerfolge, braucht es nur selten zu geben. .Jahraus, 
jahrein kommen die meisten Stauden in gleicher Schönheit wieder, manche Arten erreichen 
sogar mit zunehmendem Alter eine immer höhere Vollkommenheit. Infolge dieser allge- 
meinen Anspruchslosigkeit und Lebenszähigkeit einzelner Arten glaubt nun mancher, daß 
die Pflanzen überhaupt keine Pflege verlangen und in jeder Lage, jedem Boden lustig 
wachsen. Indes wer so denkt, der wird nur zu oft schwer enttäuscht werden, .lede, selbst 



Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 79 

die allerrobusteste Staude verlangt ein gewisses Maß von Pflege, wenn sie sich zur vollen- 
deten Schönheit entfalten soll. Die Pflanzen machen uns aber selbst die Pflege so einfach 
und mühelos, daß man sich nur immer wundern muß, warum diesen geringen Anforderungen 
so verhältnismäßig selten entsprochen wird. 

Grundbedingung für das freudige und üppige Wachstum istnahrhafterGartenboden. 
Nur zu oft ist der Boden, in dem die Stauden besonders bei neuen Gartenanlagen gepflanzt 
werden, alles andere wie Qartenboden. Von Nahrung im Erdreich kann man da meist gar 
nicht reden. Das erste Erfordernis einer erfolgreichen Staudenpflanzung ist Bodenbearbeitung 
und Düngung. Wo diese gründlich und sachgemäß durchgeführt ist, da wachsen alle Stauden 
ohne weitere Pflege. In diesem Falle besteht die ganze Arbeit der späteren Jahre nur im 
Säubern von Unkraut, und solches lassen in gutem Ernährungszustande stehende Stauden 
kaum aufkommen. Gut gepflegte Senecio. Heliantlms. Astilben usw. sind die allerbesten Un- 
krautvertilger. Unter einem guten Gartenboden ist weder ein zu leichter noch zu schwerer 
Boden zu verstehen. Verlangt irgend eine Art besonders hergerichtetes Erdreich, so ist dies 
ausdrücklich bei der Gattung im Hauptteil vermerkt. Leichte, sandige, schwere, bindige, 
tonige oder Lehmböden sind unbedingt zu verbessern. Die leichten Böden gräbt man am 
vorteilhaftesten unter Verwendung von Kuhdünger um, mit dem nicht gespart werden darf. 
Auf dieses umgegrabene Land bringt man eine Schicht guter, alter, verrotteter Komposterde 
und vermengt beides gründlich miteinander. Die schweren Böden werden unter Verwendung 
von Pferdedünger verbessert. Besonders in der heutigen Zeit stößt man aber bei der Be- 
schaffung von tierischem Dünger oft auf die größten Schwierigkeiten und da möchten wir 
besonders auf die Verwendung von Torfmull zur Bodenverbesserung hinweisen. Die Erfah- 
rungen in der Praxis haben gelehrt, daß wir den Boden mit Torf in einen ganz vorzüglichen 
Kulturzustand versetzen können. Nur müssen wir bei der Behandlung des Bodens mit Torf 
berücksichtigen, daß wir mit dem Torf nur humusbildende IVlasse, aber keine Nährstoffe ins 
Erdreich bringen. 

Wo dem Boden der genügende Kalkgehalt fehlt, müssen wir noch Kalk zusetzen. Am 
praktischsten wird das Land zuerst tief umgegraben, dann bringt man auf eine Fläche von 
100 qm etwa 2 Ballen Torf (der Ballen wiegt 2 Zentner), zerkleinert ihn und streut etwa 
1 Zentner Kalk darauf. Nun wird mit einem Dreizahn das Land gründlich bearbeitet, sodal.l 
Erde, Torf und Kalk gut durcheinander gemengt werden. Der Boden muß so gründlich durch- 
gearbeitet werden, daß man bequem mit der Hand bis an den Knöchel hineinfahren kann. 

Besonders wenn es sich um Pflanzungen vor Geholzgruppen handelt, wo die Wurzeln der 
Bäume oder Sträucher bis in die Staudengruppen hineinragen, müssen wir der Bodenbearbei- 
tung die größte Aufmerksamkeit schenken. Die Wurzeln der Bäume oder Sträucher entziehen 
dem Boden soviel Nahrung, verfilzen das Erdreich dermaßen, daß die Stauden nicht gedeihen 
können. Diese Schwierigkeit kann aber mit Leichtigkeit durch geeignete Bodenbearbeitung 
behoben werden. Man kann auch die Gehölzgruppen mit einer 50 — 80 r/« tiefgehenden Dach- 
pappenschicht eindämmen. Pflanzt man an solchen Stellen nun noch die geeigneten Sorten, 
so wird man nach jeder Richtung hin zufriedengestellt sein. 

Nach dem Pflanzen der Stauden belegt man die Beete oder Gruppen mit einer 1—2 cm 
hohen Schicht verrotteten Pferdedüngers. Dieses Belegen der Beete soll man, wo es eben 
durchführbar ist. vornehmen. Die Erde behält so gleichmäßig ihre Feuchtigkeit, der Boden 
erwärmt sich schneller im Frühjahr, hält länger die Wärme und begünstigt das Wachstum 
der Stauden aufs allervorteilhafteste. 

Als flüssige Düngung kommt in Betracht aufgelöste verdünnte Kuhjauche, sowie Fäkalien- 
abwässer. Auch hier hat die Erfahrung aber gelehrt, daß man mit einer Nährsalzlösung von 
Kunstdüngergemischen nicht nur einfacher, praktischer und sauberer arbeiten kann, sondern 
die Stauden sich bei der Zufuhr sämtlicher Nährstoffe bedeutend besser und schneller ent- 
wickeln als bei der hauptsächlich stickstoffreichen .lauchedüngung. In Privatgärtnereien, 
öffentlichen Gärten und städtischen Schmuckanlagen verbietet sich der Gebrauch von .Jauche 
ohnedies von selbst. Hier leistet z. B. die unter dem Namen ..Flora-Nährsalz" zusammenge- 
setzte Düngermischung ganz hervorragende Dienste. Man kann sich diese Mischung selbst 
zusammenstellen. Sie besteht aus: 1 Teil Natronsalpeter; 2,4 Teilen schwefelsaurem Ammo- 
niak: 2,1 Teilen 18° (,Superphosphat; 1 TeiUo«,, Kalisalz. 30 Gramm von diesem zusammen- 
gesetzten Nährsalz werden in 1 Litern Wasser aufgelöst und damit die Pflanzen gründlich 
gegossen. Diese Düngung wiederholt man am besten vom zeitigen Frühjahr an bis zum Juli 



80 Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

in Abständen von 1 4 Tagen. Im Laufe der Entwicklungsperiode wirlvt das Nährsalz Wunder. 
Die Pflanzen legen ein so üppiges, freudiges und gesundes Wachstum an den Tag. die Blü- 
tenfüUe wird bei manchen Arten ums Doppelte gesteigert, so daß man für die kleine Mühe tausend- 
fältig entschädigt wird. Bei dieser Düngung ist aber zu beachten, dal.l von der Nährsalzflüssig- 
keit nichts auf die Blätter der Stauden kommt, die sonst bei manchen Arten unweigerlich 
verbrennen. Da wo sich dies nicht vermeiden läl.it, spüle man mit klarem Wasser nach. 

Man kann die Arbeit des Düngens auch vereinfachen, indem man den Stauden den Kunst- 
dünger in fester Form verabreicht. Zu diesem Zwecke lockert man im Frühjahr den Boden 
um die Pflanzen herum etwas mit einer Hacke oder einem Dreizahn auf und verteilt von 
dem erwähnten Düngergemisch 80 Gramm auf einen qm Land. Man achte darauf, daü von 
dem Dünger nichts in die Herzen der Pflanzen oder auf ihre Blätter kommt. Auch soll man 
auf keinen Fall mehr von dem Nährsalz nehmen wie angegeben ist. denn dann gehen die 
Pflanzen ein. Besonders der Laie glaubt nur zu häufig: viel hilft viel. In diesem Falle ist 
das aber gänzlich falsch, ein Zuviel bedeutet den Tod der Pflanzen. Diese Kunstdünger- 
mischung müssen wir als Medizin betrachten, und als solche darf sie auch nur in kleinen 
Dosen verabreicht werden. 

Auch bei stärker wachsenden Alpenpflanzen ist so eine Düngung überaus förderlich. Hier 
muß aber mit noch mehr Überlegung zu Werke gegangen werden. Bei den Alpenpflanzen 
soll man das Nährsalz nur in flüssiger Form verwenden. 10. höchstens 20 Gramm auf 
10 Liter Wasser ist ausreichend. Mit dieser Lösung werden die Alpenpflanzen während der 
Entwicklungsperiode ein- bis zweimal gründlich durchgegossen, aber nicht mehr, denn sonst 
kommen die Pflanzen nicht mehr zur Ruhe und verlieren den alpinen Charakter. 

Iris, Paeonien, Astilben usw. sind für eine Düngung auch noch nach der Blüte ganz besonders 
dankbar. Das Laub bleibt bis weit in den Herbst hinein frisch grün, und die Pflanzen bilden 
im Laufe des Sommers kräftige Köpfe und bereiten sich somit für das kommende .lahr vor. 
wo sie durch erhöhte Blühwilligkeit ihren Dank für die aufgewandte Mühe abstatten. 

Der aufmerksame Beobachter seiner Pflanzen wird bald die günstigen Wirkungen bei 
seinen so behandelten Stauden wahrnehmen. Wie überall, so muli auch hier von Fall zu Fall 
entschieden werden, und wer mit Lust und Liebe bei der Sache ist, wer bestrebt ist, seine Pfleg- 
linge kennen zu lernen, der wird gar bald die Eigenheiten der einzelnen Arten und Sorten 
ergründet haben. Auf diese Eigenheiten dann richtig einzugehen, das ist das ganze Kultur- 
geheimnis. 



BESONDERER TEIL. 



IX. 

ALPHABETISCHE AUFZÄHLUNG ALLER ZURZEIT IM HANDEL, BEZIEHUNGSWEISE 

IN KULTUR BEFINDLICHEN GATTUNGEN NEBST ANFÜHRUNG DER WICHTIGSTEN 

ARTEN UND FORMEN MIT KURZEN HINWEISEN ÜBER IHRE KULTURBEDINGUNGEN. 

IHR AUSSEHEN. IHRE BLÜTEZEIT UND IHREN KULTURWERT. 

Ehe wir zu den besonderen Angaben übergehen, möchten wir einige Worte vorausschicken. 
Wir bitten, vor allen Dingen das in der Einleitung und in anderen Abschnittendes allgemeinen 
Teiles Gesagte im Auge zu behalten, da wir im folgenden uns in jeder Beziehung so kurz 
wie möglich fassen müssen, um den Umfang des Buches nicht über Gebühr zu vergrößern. 
Zumal die Kennzeichnung der Formen kann nur in Stichworten geschehen. Dabei ist außer- 
dem zu beachten, daß gar manche Gartenformen botanisch noch nicht näher beschrieben 
sind. Wir haben, soweit es ging, die neuesten botanischen Arbeiten über formenreiche Gat- 
tungen zu berücksichtigen versucht, wie dies bei den betreffenden Gattungen und Arten in 
den am Schluß des Buches in Abschnitt XXII vereinigten Anmerkungen angegeben ist. In der 
Einleitung zu diesem neuen Abschnitte wird alles Weitere dargelegt. Wo sich Angaben als 




Abb. 63. Acaena microphylla. Stachel 



nicht zutreffend erweisen, bitten wir um freundliche Berichtigungen durch unsere Leser. Wir 
hätten gewünscht, daß uns über die beiden ersten Auflagen, die doch eine so weite Verbreitung 
gefunden haben, mehr Zuschriften aus dem Leserkreise zugegangen wären. Gerade solche 
Gartenfreunde, die nur über kleine Gärten verfügen und die einzelne Pflanze darin liebevoll 
beobachten, sind in der Lage, über ihre Erfahrungen zu berichten. Deshalb bitten wir noch- 
mals alle Leser, sich an der Durcharbeitung des Buches zu beteiligen. 

Mit Rücksicht auf die Kulturhinweise wollen wir auch diesmal auf die Worte der be- 
kannten und erfahrenen englischen Gartenfreundin Gertrude J eky II, in ihrem schönen 

Silva Tarouca-Schneider, Unsere Freilandstauden.. 3. .\uflagp 6 



82 



Aalgras — Acadna. 



Buche „Wald und Garten" (nach der deutschen Übersetzung Leipzig 1907), hinweisen: 
„Man findet oft in Gartenzeitungen Erörterungen über die Behandlung dieser oder jener 
Pflanze. Der eine sagt, sie dürfen nur auf seine Weise behandelt werden, der andere meint, 
sie seien nur nach einer ganz anderen Methode zu behandeln, und beide Schreiber ereifern 
sich und werden am Ende gar hitzig, und der verwirrte Leser, dessen Gartenlienntnisse 
vielleicht noch in den Kinderschuhen stecken, weil.) sich nicht zurechtzufinden. Und doch 
sind beide Schreiber tüchtige Gärtner und beide unbedingt zuverlässig; sie hätten nur sagen 
sollen: .Meiner Erfahrung nach kann in diesem Garten diese Pflanze nur so und nicht 
anders gezüchtet werden.' Selbst Pflanzen derselben Familie tun oft nicht gleichmäßig gut 
in einem und demselben Garten." 




Auch Höhenangaben und solche über Blütezeit schwanken immer innerhalb gewisser, zu- 
weilen beträchtlicher Grenzen. Von den Wertangaben ganz abgesehen, worauf in den vor- 
hergehenden Abschnitten wiederholt hingewiesen wurde. 

An dieses alles möge der Leser denken, wenn er die folgenden Angaben zu Rate zieht. 

Aalgras siehe Vallianeria. 

Acaena, Stachelnüßchen — Rosaceen — Aus Neuseeland, niedrig, rasenbildend, 
kriechend, vergleiche Abb. ()3, Blätter immergrün, gefiedert. Blüten grünlich, unansehnlich, 
in Köpfchen. Früchte auffälliger, etwas dornig: Kultur ziemlich leicht, etwas humoser, 
nicht zu schwerer Boden ; Vermehrung durch bewurzelte Ausläuferstücke, Teilung, Steck- 
linge oder Samen; Verwendung für Felspartien, Einfassungen, vor allem geeignet zur 
Begrünung des Bodens, wo Zwiebelgewächse. Orchideen oder ähnliches wachsen. 

A. glaüca, schöne, silbrig graugrüne Rasen bildend; A. microphylla, mit mehr braun- 
grünem Blattwerk, purpurrote Samenköpfchen im August zierend, siehe Abb. (i3. beste Art, 
verliert sich zumeist von ihrem ursprünglichen Standort und wandert abwärts; A. növae- 
zealändiae in allen Teilen größer als vorige, seidig purpurne Samenköpfchen im August 
auf 10 bis 15 an hohen Stielen, Ranken oft bis 1.5 w, für Sonne und Halbschatten. Außer- 



Aca^na — Acdnthus 



83 



dem noch gelegentlich in Kultur A. Biichandnü, blaugrau, A. adsa'ndens (? A. assurgens 
Hort.), auch Südamerika, kahl, bronzegrün, üppiger als die anderen, nicht rasig. 

Acantholimon (Armeridstnim) — Plumbaginaceen — Niedrige, sparrige Polsterpflanzen, wie 
Abb. 64. Blätter sehr fein, Blüten ziemlich klein, aber zahlreich im Juli-September; Kultur nicht leicht, 
in Felsspalten an geneigten Wänden, sehr gut durchlässiger Untergrund (V3 humusarme Rasenerde, 
-/g scharfer, grober Sand), recht sonnige, trockene Lage, im Winter lockere Reisigdecke; Vermehrung 
nach Kesselring anscheinend am besten durch Einschlagen älterer Pflanzen mit Topfballen im Herbst 
in Sand in einen kalten Mistbeetkasten, oder Anhäufeln der Pflanzen mit Sand, wobei sich bei dichtem 
Stande am unteren Teile derStänimchen dicht über dem Boden Wurzeln bilden; trennt man dann solche 
Stämmchen ab, topft sie in sandige Erde ein, so erhält man gute junge Pflanzen; Teilung schwierig, 
Samen ziemlich selten zu erhalten, keimt langsam, wenn nicht ganz frisch; Ve r w endu ngi nur für 
erfahrene Pfleger, außer A.gltimaceum, das leicht gedeiht. 

A. glutnäceum iSla/icc Anirali, St. glumäcea), Russisch-Armenien, Blättchen dunkelgrün, .weich, 
Blüten hellrot, leichter zu vermehren als folgende; A. venüstum {Armeridstnim diantlüföliuni, Stäticc 
üiantlüjölia], cilicischer Taurus, Blättchen stachelig, blaugrün, Blüten tiefer rot, siehe Abb. 64. 




Abb. 65. Acanthus tongifoliits, Bärenklau, 1,2 m (Orig 



Acänthus, Bärenklau — Acanthaceen — Hohe, buschige, ornamentalblättrige 
Pflanzen, wie Abb. 05 OO. mit tiefgehenden, dicken Wurzeln. Blüten ziemlich grolJ, doch nicht 
auffällig, rosa- oder purpurrot oder weiL'iIich, in aufrechten, ährigen Blütenständen ; Kultur 
einfach, leichter, aber nahrhafter, sehr gut durchlässiger Boden, Schutz gegen stagnierende 
Nässe im Winter und Frühjahr, sonnige oder leicht beschattete Lage, im Winter gute Reisig- 
decke oder in rauheren Lagen wie üiinnera; Vermehrung durch Samen im Frühjahr oder 
durch vorsichtige Teilung im April oder September, sowie durch Wurzelschnittlinge; Ver- 
wendung als sehr wirkungsvolle Einzelpflanzen in regelmäßigen Anlagen oder als Vor- 
pflanzungen im Parke. 

A. longifölius, Südeuropa (Abb. 651, bis über meterhoch, Blätter nicht dornig, glänzend- 
grün, Blütezeit Juni-August; /4.mö///s,Südeuropa, breitblättriger und verbreiteter als vorige, 
in der var. latiföliiis [A. Insitäniciis) üppiger, Blütentriebe bis fast 2 /// hoch (September-Ok- 
tober); A. Perringii (A. Üioscöridis var. Perringii, A. Caröli-Alexdndrii Hort.), aus dem 
kappadozischen Antitaurus. .^0 bis 75 cm hoch (Abb. dö), breite graugrüne, sitzende, dornige 
Blätter, rosenrote Blüten im .luni-Juli, prächtige harte Art für sonnige Lagen in kalkhal- 
tigem Lehmboden; A. spinösus, Südeuropa bis Dalmatien, mit weilJdorniger Belaubung. 
bekannte Art; A. spinosissiniiis, noch dorniger, blüht später und minder reich als vorige. 

6* 



Accranthus - Aceriphylli 



Aceränthus diphyllus (Epi- 
mc'dium diphyllum] — Berbe- 
rideen — Japanische, zier- 
liche, 10 bis 15 cm hohe Staude, 
mit Rhizomen und dünnen auf- 
rechten Stengeln, die je zwei 
schief länglich herzförmige, fast 
grannenzähnige Blätter und 
kleine bläulichweiße Blüten in 
4 — Sblütigen aufrechten Trau- 
ben tragen. Kultur und Ver- 
wendung wie Epiiiicdiiim. 

Aceras anthropöphora, 
Ohnsporn: Orchidee aus 
dem westlichen Mitteleuropa, 
Blüten unansehnlich, bräunlich 
grün, unangenehm duftend. Mai- 
.knii. Für sonnige trockne Stel- 
len mit Bodenbedeckung durch 
kurze Gräser. Nur botanisch 
von Bedeutung. 

Aceriphyllum (Saxifraga) 
Rössii; 30 cm hohe S a x i f r a - 
g a c e e aus Ostasien mit dickem 
Rhizom, Blättergestielt, lederig, 
dunkelgrün, bandförmig geteilt, mit ovalen kerbzähnigen Abschnitten, Blüten weiß, in lockeren behaar- 
ten Rispen ; für feuchte schattige Stellen im Qesteinsgarten brauchbar. 




Abb. 66. Acantlni. 




Abb. 07. Acliillea agenitijuliu \.-\iiUiciiiis Aizoon) mazedonische Schafgarbe, 25 cm 

(phot. .\. Purpus. Uarmsladt). 



Ac/i/7/ea,Schafgarbe,Qar= 
be, Edelgarbe — Komposi- 
ten — Aufrechte oder niederlie- 
gend-aufstrebende. aromatischduf- 
tende und meist Ausläufer treiben- 
de, harte Stauden mit meist fieder- 
schnittigen oder gefiederten Blät- 
tern und aufrechten, doldentraubi- 
gen Blütenständen. wie Abb. ()7/(:)H; 
Kultur im allgemeinen in trocke- 
nen, sonnigen Lagen und ziemlich 
leichtem Boden; \'ermehrung 
gewöhnlich durch Teilung oder 
Stecklinge, die spontanen Arten 
aber auch durch Samen im Früh- 
jahr, bis Ende Mai verpflanzbar: 
Verwendung für den Garten 
und vor allem als Schnittblumen 
(die /l. Millcfoliiini- und P(arniica- 
Formen sowie A. sibirica und fili- 
pendülina, die anderen im Steingar- 
ten oder Alpinum. Wir greifen im folgenden'nur die wichtigsten heraus 




Abb. b». Aclullea rupesirn 
in Kew 



Felsenschatgarbe, 



ALPHABETISCHE LISTE DER. ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN, 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl.) 



ageratifolia (Abb. 67) . . . 85 

Aizoon 85 

argentata 8ö 

argentea 86 

aurea 86 

buglossis 86 

Clavenae 86 

Eupatorium 86 

falcata 85 

filipendiilina 86 

holosericea 86 



Ptarnüca 86 

- fl. pl 85 

rupestris (Abb. 68) .... 86 

serbica 85 

serrata 85 

— plena 85 

serratifolia 85 

sibirica (Abb. 69) .... 86 

spinulifolia 86 

tomentosa 86 

umbellata 86 



Jaborneggii 86 

Kellereri 86 

lingulata 86 

macedonica 86 

macrocephala 86 

Millefolium 85 

mongolica 86 

— hybrida 86 

— — nana 86 

moschata 86 

pseudopectinata 86 

I. Arten mit fünf (3 bis 7) Strahlenblüten, die höchstens halb so lang wie die Hülle sind. 

A. Blüten weil.i oder rot: A. ageratifolia (A. Aizoon, Anthetnis Aizoon), Mace- 

donien.polsterförmig, 10bis30(r/7/, 
Blätter silberweil.), Blüten weiß, wie 
Abb.*) 7. gute Art für sonnige Plätze 
im Steingarten, fast identisch ist 
A. Serbien, ■ A. Millefolium, Eu- 
ropa, Asien. Nordamerika, 15 bis 
hO cm hoch, Blätter fein doppelt 
gefiedert, Blüten weiß oder rosa, 
hiervon am wichtigsten die präch- 
tige var. „Cerise Queen", tief 
kirschrot, Juni bis September, die 
Gartenform „Kelwayi" ist dunk- 
ler, soll im Sommer nicht so ver- 
brennen: A.serräta {A. serrati- 
folia), Sibirien, 3(ibis80 cm, Blät- 
ter einfach gefiedert, Blüten weiß, 
Juli, auch für Schnitt, was als var. 
/)/?«ß geht, ist wohl meist A. Ptar- 
nüca ß. pl. — B.Blüten h e 1 1 - 

, ^. , , u -n oder dunkelgelb; A. falcä= 

sehe Schafgarbe, 30 (7« , „ . , -_ ?• ,r, wi i. 

ta, Orient 25 bis 40 cm. Wuchs 



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Abb. (jQ. Achilli'ü sUvna 



85 Achill^a — Aconitum. 

etwas rankend, graugrün, Blüten gelb, Juli, Alpinum ; A. filipendulina (A. Eupatörium), 
Orient, Kaukasus, 0,5 bis 1 .2,5 /«, graugrün, Blätter fiederschnittig, Blüten sattgelb, über 1 5 cm 
breite Dolden, .luli bis Oktober, gut für Rabatten und Park, am besten ist die Form „Parkers 
V ar.". Dolden gewölbt; A. macedönica, Balkan, 1 5 bis 25 cm, ähnlich filipendulina, aber 
Blüten hellgelb, Alpinum, besser die nahestehende ,4. holosericea aus Griechenland, schön 
silberweiß; die macedönica Hort, dürfte A. agcratifolia sein; A. pseudopectinäta, Bul- 
garien, 10 bis .30 cm. gelblich filzig, Blüten gelb, .luli bis August, aber kaum echt im Handel; 
A. spinulifölia, Taurus. rasig, an Santolina Cliamaecyparissiis erinnernd, Blüten gelblich, 
zu mehreren auf langen Stielen, Juni, für sonnige Stellen im Steingarten; A. tomentösa, 
Gebirge von Europa bis Sibirien, rasig, bis 2ü cm, Blätter zottigwollig, Blüten goldgelb, 
Alpinum. für trockenen durchlässigen Boden, stirbt leicht ab, besser wohl die ähnliche 
A. aürea, Balkan, 15 bis 2() cm. Juli-August, goldgelb. 

II. Arten mit 10 (h bis 20) Strahlenblüten, die so lang oder länger als die meist halb- 
kugelige Hülle sind. 

A. Blätter ungeteilt, höchstens gezähnt: A. linguläta (A. bnglcssis Hort.), Ost- 
Europa, niedrig, rasig, Blätter lineal zungenförmig, schön grün, Blütenstände scheindoldig, 
bis 40 cm. weiß, Juni, effektvoll; A. Ptärmica (Ptdrmica vulgaris. A. macroa'phala), 
Deutscher Bertram, Europa Nordasien. Nordamerika, 50 bis 80 cm, Blätter gezähnt, hier- 
von wertvoll die var.y/. /;/. mit gefüllten Blüten, .luli bis August, vor allem väx.fl.pL „Perry's 
Weiße" (die eine verbesserte „The Pearl" ist) mit viel größeren Blüten, die bis zum Frost 
remontieren, ,,Boule de Neige" ist kleinblumiger aber dichter gefüllt; für Schnitt ausge- 
zeichnet, liebt frischen, nicht zu trockenen Boden; A. mongölica hybrida Arends. Zufall- 
sämlinge, 50 cm, von sibirica abweichend durch breitere Blätter, straffe, weniger verzweigte 
Stiele, Blüten rahmweiß, Mai- Juli, var. nana nur 30 oh; A- rupestris, Südeuropa, niedrig 
polsterig, Blätter ungezähnt, grün, etwas drüsig, Stengel bis 15 cm. Mai bis Juni, (siehe 
Abb. 68) ; ausgezeichnet fürs Alpinum ; A. sibirica (A. mongölica), Sibirien, siehe Abb. 69, 
ähnlich Ptärmica. aber schon im Mai-Juni blühend. — B. Blätter fiederspaltig oder 
gefiedert: A. argentea oder aroentdta.tmt Form der A. umbelldtamM besonders silbrig- 
weißer Behaarung, weiß, Juni, gute Form; A.Clavenae, weißerSpeik, Alpen, 15 — 20 cm, 
weil.lgrau behaart, Blüten weiß, Juni bis Juli; schöner die Hybride A. Kellereri, Blätter 
aspleniumartig zerschnitten, graugrün, Blüten breit, reinweiß; A. moscliäta, Bisamschaf- 
garbe, Alpen, Blätter grün, kahl, kammförmig-fiederschnittig, gut duftend, Blütenstengel 
mehrköpfig, weiß, schwer zu kultivieren, siehe die Hybride; A. umbelläta, Südosteuropa, 
alpin, noch niedriger als vorige, mehr silberweiß, Blätter feiner zerteilt, August; ferner gehört 
in diese Gruppe die für Felspartien geeignete, Clavenae nahestehende hybride Form A. 
Jaborneggii. {A. Clavenae X moschata), zwischen den Eltern stehend, aber Blätter grün, 
Blüten weiß. 

Äcis autumaälis siehe Leucöjiun uuüunmUe, 

Ächlys triphylla. — Berberideen. — }A\i Podophvilnm verwandte seltene Schattenstaude aus 
dem westlichen Nordamerika, Rhizom dünn, kriechend, Blätter grundständig, zu 1 bis 2, dreiteilig-fä- 
cherförmig, hellgrün, Stiel bis 30 cm, Blüten in zylindrischen Ähren, weißlich, Juni; humosen Boden; 
von botanischem Interesse. 

Achroänthus monophyllus {Maläxis oder Microstylis monopliylla), Fischblume, Weichwurz: 5 bis 

15 «n hohe Orchidee mit einzelnen eilanzettlicheii Blättern und kleinen gelbgrünlichen Blütchen in 
Trauben, Juni-Juli ; nur botanisch von Wert, für torfige moorige rasige Plätze. 
Achyröphorus siehe Hypochoi'ris. 

Aconitum^), Eisenhut, Wolfshut — Ranunculaceen — Sehr giftige, harte, auf- 
rechte, dekorative Stauden mit meist tief fingerförmig zerteilten Blättern und ansehnlichen 
Blütenähren oder -rispen in gelben oder blauvioletten Tönen wie Abb. 70 bis 71; Kultur 
leicht in nicht zu schwerem, etwas humosem Boden und etwas halbschattiger Lage, doch 
diese nicht unbedingt; Vermehrung durch Samen (nach Reife oder Frühjahr) oder Teüung 
(meist Frühjahr). Verwendung als prächtige Rabattenstauden (nach Blüte aber einziehend), 
große gutgepflegte Exemplare auch als Einzelpflanzen; Pflanzen lange an Ort und Stelle 
lassen, damit sie ihre volle Schönheit erreichen; auch iin Park sehr vorteilhaft unterzubringen, 
da sie Halbschatten vertragen. 



Aconitum 



87 



autumnale 87 

Barrii 88 

californicum 87 

columbianum 87 

Delavayi 87 

Fischer! 87 

— arcuatiim 87 

— Wilsoiiii 88 

Forrestii 87 

Hemsleyanum (Abb. 70) . 88 
japonicum 87 

— autumnale 87 

— Fischeri 87 

Kusnezowii 88 



pyrenaicum .... 
rostratum 

— coeruleum . . . 
Stoerl<eanum .... 
Szukini Hemsleyanum 

tauricum 

toxicarium 

variegatum .... 

— album 

— coeruleum 88 

villosum 88 

Vilmorinianum 88 

volubile 88 

— latisectum 88 

— teiuiisectum 88 

Vulparia 88 

Wilsonii 88 



88 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl.) 

albo-violaceum (Abb. 71) .88 Lycoctonum 88 

Anthora 88 — album 88 

aureum 88 — pyrenaicum 88 

Napellus 87 

— Ackermannii .... 88 

— album 87 

— bicolor 88 

— Carmichaeli . ... 87 

— eminens 87 

— superbum 87 

— tauricum 88 

— X variegatum .... 88 

neapolitanum 88 

ochroleucum 88 

oregonense 87 

Orientale 88 

pyramidale 88 

1. Straff aufrechte, nicht rankende Arten. 

A. Blüten blau oder blau mit weiLi: A. autumnale tA.Japö/iiaim var. autumnale). 
Ostasien, mittelhohe, yV//»««-«/«- ähnliche Art mit stumpf konischem, sehr breitem Helm. 
September-Oktober: A. californicum (richtiger oregoiu'nse oder colunibidnum), Nordwest- 
amerika, Wurzeln kurz rübenförmig, bis 1 m, Blätter tief eingeschnitten gelappt, Blüten ris- 
pig, bleichblau, Helm konisch, September, wohl sehr selten echt in Kultur, was hier unter 
diesem Namen geht, gehört zu Napellus; A. Fischeri (A. japonicum var. Fischeri), Kamt- 
schatka, der Typ nur 0,5 bis I m. armblütig, September; schön dagegen var. arcudtum, 
Mandschurei, bis 1.5 m, Blätter 
matt hellgrün, tief zerschlitzt. Blü- 
ten hellblau, August-September; 
die A. Fischeri Hort, pflegt eine 
Napellus-Form zu sein ; A. För^ 
restii {A. Delavayi Hort.i, West- 
china, 1 bis 1 ,2 m. klebrig behaart, 
Blüten violett, erst im September- 
Oktober; A. japonicum, Ost- 
asien, Wurzelstock kurzknollig. 
Wuchs nicht sehr straff, bis 1 ,5 //;, 
Blattabschnitte rhombisch - eiför- 
mig gelappt, Blüten etwas rispi,L:,. 
blauviolett, Helm hoch gewölbt. 
Juli- August; A. Napellus, \ c- 
nus wagen, Europa, formenreiLli. 
Wurzelstock kurz rübenförmig. bis 
1,5 m. Blätter tief eingeschnitten, 
schmallappig, Blütenstände be- 
haart, Blüten tief dunkelblau. Helm 
halbkugelig, fast kürzer als breit. 
Juli-August, Typ mäßig hübsch, 
eine sehr üppige, bis 2,5 m hohe 
Form mit mehr rispigen Blüten- 
ständen ist var. eminens. August, 
treibt früh, ferner zu nennen var. 
cilbum, Blüten fast weiß, var. Car- 
michaeli, üppig, tief dunkelblau. 
Ende August; var. superbum. sei- 
dig glänzend, intensiv dunkelblau ; 
zu Napellus wohl auch die gute 
Sorte „Spark's Var.", bis 1,5/«, 
sehr dunkelblau, gut in X'erbin- 




Abb. 70. Aconitum licinslev 



schlingender Eisenhut, 1.5 y 



88 



Aconitum— Acorus. 



düng mit weiß; Bastarde mit variegatiim dudien sein A.NapeUiis var. bicolor, blau mit weiß, 
und dessen verbesserte mittelhohe Form var. Ackermännii, lebhaft blau mit weiß, scharf 
begrenzt; .4.A'(?/;f//«s ist für Kulturzüchtungen sehr wichtig; A.Ä'usnezöw/V, Ostasien, Wur- 
zelstock mehr knollig. 1 bis 1 .5 m, kahl, Blätter tief dreiteilig, Blütenstand dicht, Blüten blaß- 
blau, Helm halbkugelig -kegelförmig; A. pyramidale Hort. (A. Stuerkeanum Hort.) ist 
Napellus X variegatum. oder eine Napelliis sehr nahe stehende Form, Wurzelstock rettich- 
förmig, 1 bis 1,8 m. Blüten violett, seidig. Helm gewölbt, Juni-August; A. taOricum {A. 
Napellus var. taiiriaini], Alpen, schön belaubte, tiefblaue, reichblütige, bis 1,5 m hohe Na- 
pe/!iis-Form, Blütenstände kahl, Juli-August; A. variegatum (A. rosträtum), Europa, 
Wurzelstock kleinknollig, bis 1,5 /«, Blätter tief und feinteilig, Blüten rispig, tiefblau bis 
weißlich, Helm gewölbt, hochgeschnäbelt, Juli-August, var. albtiin, weiß, blau getuscht, var. 
coeruleum (A. rosträtum var. coeruleuni), wundervoll leuchtend blau; A, Wilsönii{A. Fischeri 
var. Wilsonii), Mittel-China, 1 bis 1 ,5 m. Blüten groß, lichtviolettblau, September-Oktober 
sehr wertvoller Spätblüher, für Schnitt, setzt Blütezeit von Fischeri und Forrestii fort. — 
B. Blütengelb: A.Anthöra ( A.aureum Hort. ), G i f t - 
heil, Europa bis Nordasien, Wurzelslock rübenförmig, 
0,5 bis 1,5 w, Blätter tief eingeschnitten gelappt, Blüten 
hellgelb, Helm halbkugelig, so hoch wie breit, Juli-Sep- 
tember; A, Lycöctonum (wird jetzt zerlegt in A.toxi- 
carium.A. Vulpüria usw.), Europa bis Sibirien, Wurzel- 
stock faserig-fleischig, 0,5 bis 1,25 fw, Blätter mit 5 bis 
7 cm breiten Lappen, Helm zylindrischkonisch, viel höher 
als breit, Juni-Juli, ohne besonderenWert; A.pyrenäi' 
cum [A. neapolitdnum. A. Lycöctonum var. pyrenaicum], 
Südeuropa, Blätter feiner geteilt als vorige, Blüten reiner 
gelb,invollerenRispen;y4.or/enfä/eM.Z,j;<:of/ortwmvar. 
album, A. ochroleucum), Armenien, Kaukasus, Wurzel- 
stock faserig-fleischig, 0,8 bis 1 ,5 w?, Blätter mit 7 bis ') cm 
breiten Lappen, Blüten gelbweiß, Haubehochzylindrisch. 
11. Rankende Arten''). (Alle lieben Halbschatten oder 
Schatten und feuchten humosen Standort.) 

A.a/öo-\7o/äceum, Mandschurei, bis 2.5 /«.Blätter 
drei- (-5) lappig, mattgrün, tiefbuchtig, Blütenstände 
wie Abb. 7 1 , behaart, fünf- bis zehnblütig, Blüten vio- 
lett und weiß, August, liebt feuchten Ort, Halbschatten, 
Humusboden, hübsch ; A. Bärrii, Knolle wie bei volu- 
liile, Laub an variegatum erinnernd, hochschlingend, 
Blüten tiefviolett, mäl.lig schön; A. tiemsleyänum 
(A. Szulüni var. Hemsleyanum), Mittel-China, Knollen 
usw. wie bei volubile. aber Blätter breitlappiger, kaum 
bis Mitte eingeschnitten, Blütenstand etwa zehnblütig, 
Blüten licht violett-blau (siehe Abb. 70); A. villösum, 
Altai, bis 4 w, Knöllchen sehr klein, dicht behaart, feiner 
belaubt als volubile, mattgrün, lichtblau, schon im Juli, 
hävi&x d.\s Hemsleyanum; A. Vilmoriniänum, Mittel- 
China, Wurzelstock rübenförmig faserig, üppiger als 
folgende, Blüten violett. September-Oktober; A.volü' 
bile. Sibirien, China, Knolle haselnußgroß, Blätter tief 
fünf- bis siebenteilig, Blüten violett, zu wenigen hän- 
gend, Helm gewölbt, var. tenuise'ctum. wenig rankend, 
nur überhüngend,August; abweichend ist var. /ö//sfi:'/H/H, 
mit trübvioletten, innen grün gefärbten Blüten, hoch- 
schlingend, recht hart, aber Zierwert nicht allzu groß. 
Acorus, Kalmus — Aroideen — Schilf- oder 
grasartige Pflanzen mit kriechenden Erdstämmen, Blüten 
Abb. 71. Aconitum allw-violuceum ganz unscheinbar in seitenständigen Kolben. Man ver- 
(Orig., phoi. F.zeman, Hort.veitch.) gleiche die Arten. 




Acnnis— Actaei 




Abb. 72. Ac/aea alba, weißes Christophskraiit, icur I nuluzci 



A. Cälamus, bei uns heimische, schilfähnliche, O.d bis I m hohe Wasserpflanze mit 
aromatischem Erdstamm und breiten schwertförmigen Blättern, blüht Juni bis Juli. Kolben 
U) bis 15 cm lang; sehr hübsch ist die gelb- oder weil.iblättrige var. varicgätiis, die als A. 
japönicus fol. var. geht; Kultur leicht, in schlammigem fettem Boden, in seichtem Wasser 
von Teichen und Wasserläufen; Vermehrung durch Teilung der Wurzelstöcke im Herbst 
oder Frühjahr ; V e r w e n d u n g als Wasser- bzw. Uferpflanze im Park oder auch für Bassins. 
die bunte Form auch für Rabatten oder auf Rasenplätzen; A. gramineus, Japan, mehr 
grasartig, büschelig wachsend, kaum über 30 cm hoch, sattgrüne feine Blätter; Kultur in 
frischem bis feuchtem Boden in Nordlage oder Halbschatten; Vermehrung wie vorige Art; 
Verwendung besonders als Einfassungspflanze. Stengel auch zum Schnitt brauchbar.^ Die 
buntblättrige Form ebenfalls ganz hart und schön. Sehr niedlich und hart ist auch A. pu= 
sillus {A. gramineus var. piisillus). Japan, nur 15 cm, blaugrün, zierlich. 

Actäeä'') (siehe auch Cimicifuga). Christophskraut — Ranunculaceen — Auf- 
rechte, harte Kräuter mit zwei- bis dreifach gefiederten Blättern und der Tracht von Cimici- 
fuga, aber kürzeren Blütenähren. nur einen Fruchtknoten in der Blüte und Beerenfrüchten; 
Kultur in gutem, etwas feuchtem Boden in halbschattiger Laee; Vermehrung durch 
Samen (Herbstsaat. Samen lange liegend) und durch Teilung im Frühjahr; Verwendung 
für schattigere Stellen im Park, im Sommer zur Fruchtzeit zierend. 

A.acuminäta, Mandschurei, wie spicata. aberrobuster, Beeren schwarz. Stiele verdickt, 
rot; A.älba, Nordamerika, höher als spicata. bis 1 m, mit schärfer eingeschnittenen Blättern, 
Beeren weiß, auf verdickten rotenStielen (Abb. 72), August-September; A. spicata, Europa 
bis Japan, bis 401:«?, blüht Mai-Juni, Beeren glänzend schwarz. Stiel unverdickt. Juli, schöner 
die rotfrüchtige var. rubra (.4. rubra) aus Nordamerika; eine besondere Art aus Nordruüland, 
Sibirien bis Nordwestamerika dürfte A. erythrocärpa [A. spicata var. erytlirocarpa) dar- 
stellen, wozu var. leucocdrpa als weiß fruchtende Form gehört. 



90 



Actin^Ua— Adiiintum. 






Actinella (Tetraneiins): 10 bis 25 cm hohe alpine Kompositen aus dem westlichen Nordamerika, 
Blütenköpfe einzeln, gelb, mit dreizähnigen Strahlen; Kultur mühelos im Steingarten ; Vermehrung 
durch Teilung im Frühjahr oder Samen; scheinen nicht immer ausdauernd zu sein. 

A. [Ryäberaiü) grandiflöra, dicht wollig behaart, untere Blätter fiederschnittig, Blütenköpfe bis 7 cm 
breit, Sonnner; A. scapösa. Blätter grundständig, lineal-lanzettlich, Schaft nackt, Blütenköpfe 2,5 cm 
breit, Juli, sonnige trockne Stellen. 

Actinomeris squarrösa ( Verbesina alternifölia) — Kompositen — Nordostamerikanischer, 1 ,20 
bis 2 m hoher, aufrechter, harter Herbstblüher mit lanzettlichen Blättern und gelben, in Doldentrauben 

stehenden Blüten, September. Kultur 
wie Helianthus; Verwendung für 
Staudengruppen im Park. Ebenso A. 
( Verbesina) helianthoidcsmxi unterseits 
seidig behaarten Blättern. 

Actinöspora dahurica siehe Cimi- 
cifuga. — Adämsia siehe Pusclil;inia. 
A(/e/7Öp/jora,Becherglok= 
ke — C a m p a im 1 a c e e n — 
Aufrechte, glockenblumenartige 
harte Stauden von Tracht wie Abb. 
73 ; K u 1 1 u r in jedem nahrhaften, 
nicht zu schweren, aber frischen 
Gartenboden und am besten halb- 
schattiger Lage; Vermehrung 
durch Samen im Frühjahr, Teilung 
nicht leicht, daWurzelstöcke gegen 
Verletzungempfindlich: Verwen - 
düng für Rabatten sowie auch im 
Park zwischen lichtem Gebüsch 
und im Alpinum. 

A. communis {A. liliflöra, 
A.Iilifölia), östliches Mitteleuropa 
bis Sibirien, bis 1 w, Blätter rund- 
lich, gekerbt, Blüten blalJblau in 
pyramidalen Rispen, Juli; A.me= 
galäntha, Mittelchina, 50 cm, 
an Campanula rliomboidalis er- 
innernd. Blüten porzellanblau, hän- 
gend. Juli-August; A. polymör- 
pha, Ostasien. Tracht wie .Abb. 7 3. 
Blüten dunkelblau, August; A.PO' 
taninii, Turkestan, höher und 
reicher verzweigt, Blüten mattlila- 
farben in zierlicheren, kürzeren Äh- 
ren, Juli-.August; A.verticillata, 
Ostasien, bis 80 cm, Blätter und Verzweigungen des Blütenstandes wirtelig. Blüten klein, 
blau, hängend, Juli; A. infiindibiilifönnis ist e.\nt unsichere Gartenform. Neue, wertvolle, zu 
erprobende westchinesische Arten sind A. Baileydna, A. Bulleydna und A. onidta. 

Adenöstyles, Hufblatt, Drüsengriffel — Kompositen — Harte buschige Gebirgspflanzen mit 
herznierenförmigen, blaugrünen Blättern und doldentraubigen Blütenständen wie in Abb. 74; Kultur 
mühelos in etwas feuchtem Wiesenboden, auch Halbschatten, lieben Kalk ; V e r m e h r u n g durch Tei- 
lung im Herbst oder Frühjahr, oder durch Samen {Verwendung im Park für feuchte, felsige Hänge 
und dergl. 

A. älbifrons (A. Allidriae), aus den Alpen, mit grobzähnigen, ca. 25 cm breiten graufilzigen Blättern 
und lilarötlichen Blüten, Juli-August, bis 1 m hoch; A. alpina. niedriger, kleinblättriger, kahler, Blüten 
heller bis weißlich; A. crassiiölia (Abb. 74), aus Tirol, Blätter unterseits wolligfilzig, etwas lederig. 

Adiäntum pedätum, Haarfarn, Venushaar: hartes, nordamerikanisch-nordost- 
asiatisches Farnkraut mit schwarzem kriechendem Wurzelstock und aufrechten, bis 50 cm 
hohen Blattstielen mit wagerecht ausgebreiteten, bandförmig sieben- bis achtfiedrigen Wedeln ; 
Kultur in etwas, aber nicht allzu schattigen, feuchten, geschützten Lagen und leichtem, 
etwas moorigem Boden (grobe Heideerde); Vermehrung durch Teilung im zeitif;en Früh- 
jahr, auch Aussaat (Sporen) ; V e r w e n d u n g für halbschattige Partien von Gesteinsgruppen 






Abb. 73. Adenopliora polymorplui, Becherglocke, 80 cm, 
im Hort. Are'nds (Orig., Ronsdorf). 



Adiäntiim— Aetheopüppus. 



91 



oder zur Unterpflanzung in etwas feuchten Gehölzpartien ; Wedel oft für Binderei empfohlen, 
welken aber zu leicht. 

Adlerfarn siehe Ptcndium. 

Adlümia fungösaiA. cirrhösa] ist eine zweijährige.'iiordamerikanische, klettenid-klimmende Pu- 
ma r i a c e e mit adiantumarfigen Blättern. 

Adön/s'i, Adonisröschen, Feuerröschen!— Ranunculaceen — Harte, aufrechte, 
buschige Pflanzen mit fein zerschlitztem Laube und ansehnlichen Blüten; Kultur in leichter, 
aber nahrhafter, etwas humoser, 
flachgrundiger Gartenerde (auch 
auf Kalk), in sonniger oder besser 
in mehr nordöstlicher Lage, zur 
Wuchszeit feucht halten; Ver- 
mehrung durch Samen ( Saat im 
Spätherbst oder Frühjahr) oder 
durch Wurzelteilung (im zeitigen 
Frühjahr oder Herbst). 

A.amurens/s Regel etRadde, 
nicht Hort.. Mandschurei. zur Blüte- 
zeit blattlos, Blütenstengel nur mit 
3 bis 5 trockenen Schuppenblätt- 
chen, an Tussilago Farfara er- 
innernd, Blätternach Blüte.dreifach 
fiederteilig, mit schmalen scharfen 
Abschnitten, Blüten einzeln, schön 
goldgelb (in Petersburg mit Galun- 
tliiis Elwesii durch Schnee hin- 
durchbrechend), früheste Art. ohne 
Formen; A. davürica {A. dahii- 
rica, A. amurensis der meisten 
Gärten). Dahurien, Japan, der ver- 
nalis ähnelnd, aber weit früher. 
etwa zwei Wochen nach der echten 
ö/««/-f«s/s blühend, gleichzeitig die 
düstere feine Belaubung entfaltend, 
Blumen tiefgelb. März-April; hier- 
von eine gefüllte weniger leuch- 
tende Form, in Japan auch weiße 
und rosafarbene; vielleicht ist die 
wilde japanische Form mit der ech- 
ten dahurischen nicht identisch ; A. 

d/sförfa, italienische Form der ir/7/ö//s, später blühend; A. pyrenäica, Pyrenaeen, stärker 
wachsend als vernalis, mehr verzweigt, alle Blätter krautig, Blüten glänzend gelb, Juni-Juli; 
A. sibirica {A. apennina var. sibirica, A. venidlis var. sibirica). Sibirien, i'^/-«ff//s ähnlich, aber 
robuster, bis 50 cm, feiner belaubt, Stengel verzweigt, mehrblütig. Blüten gesättigt goldgelb, 
bis 5 cm breit, Mai, später als vernalis; A. Wälziana, eine großblumigere Form der vernalis 
oder eine Hybride davon mit volgensis; A.volgensis [A. nvlgensis Hort.). Blätter wie bei 
vernalis, Blüten mehr wie bei pyrenäica, aber im April, kaum zu empfehlen ; die frühesten 
sind amurensis und davürica, dann folgt vernalis mit ihren Formen, zuletzt blühen pyrenäica 
und sibirica, alle gut und schön. 

Adöxa Moschateltina, Moschusblümchen, Bisamkraut — Adoxaceen — Heimisches, 7 bis 
20 cm hohes Pflänzchen mit doppelt dreizähligen Blättern und kleinen, grünlichweißen Blütchen in Köpf- 
chen, März-April; für feuchte Partien in Qesteinsgruppen und Laubholzwäldern als Schattenpflanze 
brauchbar, zieht aber schon Ende Juni ein. 

Aegopödium Podagräria, Qiersch — U m b e 1 1 i f e r e n — Auch die \'ar. variegatum (fot. var.) mit 
gelb panachierten Blättern dieser gemeinen Staude, die bis 1 m hoch wird und im Juni-Juli weiß blüht, 
ist gleich der typischen Form ein lästiges Unkraut. 

Älirengras siehe L'niola. 

Aetheopäppus pulcherrimus (Centaurda pulcherrima), Kaukasuskornblume — 
Kompositen — Kaukasische, fast ganz harte, aufrechte, ca. «0 cm hohe, buschige Staude, 




.Adetwstyles crassifolia, Hufblatt, ,'50 i 

iphot. k. V. Wettstein, Südtirol l. 



92 



Aetheopäppus — Aethioniima. 




Abb. 75. Aellieopuppiis palclu'irimus, Kaukasus-Kornblume, 80 



wie Abb. 75, mit fiederspaltigen oder -teiligen, unten grauweiß filzigen Blättern und lang- 
gestielten, 5 bis 8 f m breiten, rosapurpurnen kornblumenartigen Blüten im Juli; in Kultur 

meist var. concinna, Laub graugrü- 
ner, mehr fiederteilig, von beiden 
weiße Formen; Kultur einfach in 
lehmigsandigem oder sonst gutem, 
nicht zu feuchtem Gartenboden; 
Vermehrung durch Teilung und 
Samen im Frühling; Verwendung 
für Rabatten, Vorpflanzungen, vor 
allem als Schnittstaude, da Blumen 
lange haltbar. 

Aethionema. Steintäschel, Bun- 
desfaden — Cruciferen — 15 bis 
20(7« hohe, am Grunde leicht verholzeu- 
de Stauden von der Tracht wie Abb. 35 
und 76, mit rosenroten Blüten im Mai- 
Juli ; Kultur und Verwendung 
\M\tlbens, lieben Kalk, sonnige trockene 
Lage, im Winter leichte Reisigdecke, 
Schutz gegen Nässe. 

A. coridifölium {/öMs ßininäa], Li- 
banon und Taurus, Triebe dicklieb, im- 
verzweigt.Blätter blaugrau, Frucht kalni- 
förmig; A. grandiflörum, Persien, üp- 
Abb. 76. Aethionema schistosum, Steintäschel, 15 cm, pigste Art, bis 30 cm, Blätter schmäler 

in Kew (Orig.). und spitzer, Frucht rundlich (Abb. 35); 




Aethionfema — Ajüga. 




Abb. 77. Agave Parryi in Arizona, 30 cm 

(phot. .\. Piirpus). 



A. diaströphis, Armenien, ähnlich fol- 
gender, Früchte aber viel kleiner, siehe 
auch Abb. 35 : A. pulchellum, Persien 
lockerer im Wuchs als coridifoUuin, nie- 
derliegend, Triebe verzweigt, Frucht 
herzförmig; A. rotundif6lium{Eunöinia 
rotundifolia), Transkaukasien,8— 10 a«, 
Blättchen rundlich, klein, blaugraugrün. 
Blüten weil.! oder rosa, gilt als härteste 
Art; 4. sc/i/sidsum (Abb. 76), cilicischer 
Taurus, Blätter ziemlich groß; A. war- 
leyease („Warley Hybrid"), breite nie- 
drige Polster, wichtige frühblühende 
leuchtend rosafarbene Hybride. Andere 
Arteu mehr halbstrauchig, so Aetlüone- 
ma {Eimörnia, Thldspi) cordütum, siehe 
Laubholzbuch. 

Affodil siehe AsphodcHus. 
Agästache (Lopitdntluis) anethio- 
döra: nordamerikanische Labiate, die 
nur botanisch interessant ist und wie 
Loplid'itlius cliineiisis Verwendung fin- 
den kann. 

Agapänthus umbellätus (A. africd- 
nus). Schmucklilie, eine als Kalthaus- 
pflanze bekannte, im Sommer in Kübeln 
im Freien viel verwendete L i 1 i a c e e mit 

prächtigen blauen (beivar. dibus weißen) Blütendolden vom Juli bis September, die in warmen Lagen 
unter leichter Decke an trockenen Stellen im Freien aushalten kann. Kultur usw. etwa wie Tritonni. 
Agä ve Parryi {A. applandta var. Parryi) — Amaryllideen — In nicht zu rauhen Lagen winter- 
harte Agave aus den Hochgebirgen des nördlichen Arizona in Nordamerika, Tracht wie Abb. 77, Ro- 
setten bis über 1 m Durchmesser, die graugrünen oder hell graublauen Blätter 20 bis 30 cm lang, Blüten 
grünlichgelb, in rispigen, bis 4 m hohen Blütenständen; Kultur in Felspartien an sonnigen geschütz- 
ten Lagen und recht trockenem Standorte, im Winter leichte Reisigdecke. Leidet leicht durch Winter- 
nässe. 

Agöseris siehe Tröximon. 

Agrimönia Bupatöria, Odermennig: gelegentlich auf Parkwiesen oder in lichtem Gebüsch kulti- 
vierbare, 0.3 bis 1,2 m hohe, heimische Rosacee mit gefiedertem Laub und kleinen gelben Blütchen in 
traubigen Blütenständen, Juni-August. Ohne besonderen Wert. 
Agrostemma siehe Lyclinis. 

Agröstis, Straußgras: heimische. 10 bis 25 fw hohe, zierliche Alpengräser; K u 1 1 u r in etwas 

iiinoriger Rasenerde in trockenen, stei- 
iiiijen sonnigen Lagen ;Vermehrung 
iiirch Saat und Teilung; Verwen- 
il u ng fürs Alpinum. 

A. alpina, lockerrasig, Rispenäste 
rauh ; A rupestris, dichtrasig, Rispen- 
äste glatt, zierlicher als vorige. 

Ainsliäea cordata; japanische, an 
Prcndiitlics erinnernde Komposite. Ob 
hei uns in Kultur? — Aira canesceas 
siehe Weincrdrlncria. — Aira flexuösa 
siehe Desclidmpsia. — Ajax Pseudo- 
Narcissus siehe Narcissus. 

Ajüga, Günsel — Labiaten 
— Harte, heimische Stauden mit 
meist oberirdisch kriechenden Aus- 
läufern, Tracht wie Abb. 78; Kultur 
in guter, nicht zu schwerer Garten- 
erde in frischem Boden; Vermeh- 
rung durch Teilung oder Samen, 
siehe sonst die Arten. 

A.genevensis (A.rugösa). ohne 
oberirdische Ausläufer, 8 bis 20 c/«, 
dichtzottig. Scheinähren locker. Blü- 
ten blau, weil,) oder rot. Mai-Juni, 
besonders schön die botanisch un- 




Abb. 78. Ajuga repum-i 
blättriger Qüi; 



opurpurea, schwarzpurpurn- 
ctn, in Kew (Orig.). 



P4 



Ajüga — Alistna. 



sichere var. Brockbanki, tiefblau, kann trockenen sonnigen Stand vertragen, an Uferhängen 
im Grase usw.; A. pyramidalis, wie vorige, aber nur kurzhaarig, bis 20 cm. Blüten- 
stände dichter. Blüten hellblau, für lichte Waldungen; die A. metällica crispa dürfte eine 

Form von pyramidalis sein mit 
eigenartigen, blasig aufgetriebenen, 
metallisch glänzenden Blättern, lo 
(/// hoch, April; A. reptans, mit 
oberirdischen Ausläufern, schnell- 
wuchsig, bis .30 (7/;. Blüten blau, 
bei var. dll)a weil.l, in Kultur vor 
allem var. rösca mit lila-rosa Blüten 
und var. atropiirpurea (var. rubra. 
Nzx.Jol.purp.), Abb. 78, mit purpur- 
nem Laub und bläulichen Blüten, 
ferner var. compdcta, sehr dicht, 
Blüten blau, und var. variegdtaifol. 
var.) mit weil.igelblich geflecktem 
Laube, für halbschattige feuchte 
Lagen, auch als Einfassungspflanze. 
, Akelei sxth^AquiUgia. — Alant siehe 
Inula. 

Alcbewilla, Frauenmantel, Sinau 
— Rosaceen — Harte, heiniische, 
buschige Qebirgskräiiter mit nierenför- 
niigen, .S- bis 91appigen oder -geteilten 
Qrundblättern und unscheinbaren, grün- 
lichgelben Blüten in dichten Rispendol- 
den ; K u 1 1 u r an steinigen feuchten oder 
auch sonnigen Orten ; Vermehrung 
durch Teilung oder Samen ; V e r w e n - 
d u n g für Felspartien, wo sie aber zu- 
weilen lästig werden, und feuchte halb- 
schattige Orte im Park. 

A. alpina, 5 bis 10 rm, behaart, hübsch 
belaubt, Juni-August, gedeiht überall, 
besonders üppig im Halbschatten; A. 
fissa, bis 30 cm, kahl, Juli-August, an 
quelligen feuchten Orten ; A.rigida und 
A. a«////c6ff, Kaukasus, hübsch und wert- 
voll für Bachufer, feuchte halbschattige Stellen und Einfassungen im Schatten. Ebenso A. pentupliylla, 
Pyrenaeen, 3 bis 15 cm. 

Alectorölophus (Rhinänihiis\, Klappertopf^ diese Sc rop h.u lari ac_een sind Halbschmarotzer 
wie Pedicuk'iris und für sie gilt das dort 
Gesagte. 

Aletrlsfarin6sa,Steri\griiS, Kolik= 
Wurzel — Haemodoraceen— Ost- 
nordamerikanische. Toßeldia ähnliche, 
unscheinbare, schwer gedeihende, nur 
botanisch interessante Staude. 
Alfredia siehe Carduus. 
A//s/na,Froschlöf f el — A 1 i s - 
maceen — Harte heimische Was- 
serpflanzen mit kriechendemWurzel- 
stock; Vermehrung durch Wur- 
zelstockteilung und Samen; Näheres 
bei den Arten. 

A. nätans {Eclünodöriis oder 
Elisma natans), Stengel im Wasser 
flutend. 1 bis 45 cm lang, Schwimm- 
blätter oval, Blüten weiß, auf dem 
Wasser schwimmend, Mai bis 
Herbst; für flache, 20bis30r«/ tiefe 
Gewässer und Bassins; A.Plan' 




Abb. 79. AUiiim Ostrowshyatium (phot. H. Zfi 




Alisma — Alli 



95 



tägO'aquättca {A. Plantagd), grundständige Rosetten langgestielter Blätter, Blüten klein, 
weiß oder fleischfarben, in aufrechten, nackten, quirligen, bis 1 m hohen Rispen, Juli-Sep- 
tember, für Gräben, Ufer, sumpfige Wiesen und flache Wasserbecken, breitet sich oft zu 
stark aus. nicht so gut wie natans. 
Eine Form mit mehr lanzettlichen 
Blättern ist A. lanceok'ita. 

Alkäaaa [Lithospcnnum] orlentälis : 
etwa 30a« hohe, drüsig behaarte, klein- 
asiatische Boraginacee mit breit- 
lanzettlichen Blättern und gelben Blü- 
ten in endständigenWictcehi mit breiten 
Brakteen, Mai-Juni bis Sommer; für 
trockene sonnige Stellen in der Fcls- 
partie; Vermehrung durch Steck- 
linge, Teilung und Samen; Verwen- 
dung im Alpinum. 

Allectorürus yedoensis {Anthc'ri- 
ciim yedoense) ; Japan ische L i I i a c e e . an 
eine winzige Clivia erinnernd, Blüten- 
stände ahn\\c\\ Anthericum, Blüten rosa- 
lila. Kultur usw. wie Antliericiiin ; 
ob bei uns schon eingeführt? 

Alllönia hirsüta — Nyctagineen 
— Harte 30 bis 90 cm hohe aufrechte, 
drüsig zottige Staude aus Nordamerika 
mit gegenständigen, lanzettlichen Blät- 
tern und endständigen, von einem far- 
bigen Involucrum umhüllten, unscheinbaren Blüten im Juli-August; Kultur in trockenem Boden, ver- 
suchswert für große Parks. 

Allium, Lauch — Liliaceen — Meist unangenehm riechende, harte Zwiebelgewächse 
mit meist kugeligen Blütendolden auf schlanken Schäften, vgl. Abb. HO bis 82; Kultur im 
allgemeinen in leichtem, sandigem, zum Teil kalkhaltigem Boden in warmer sonniger Lage; 
Vermehrung durch Brutzwiebeln im Herbst, zum Teil auch durch Samen ;Verwendung 
im Alpinum, Park und Garten, meist nur für Liebhaber, doch sind Arten wie karatawiense 
sehr ornamental. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen). 




Abb. 8 1 . Allii 



• karatawiense, turkestanischcr Lauch, 
10 an, in Kew (OriK.). 



albopilosum 96 

azureum 95 

candidissimum 96 

carinatum 97 

coeruleum 95 

cyaneum 95 

decipiens 96 

flavum 95 

fragrans 96 

giganteum 95 

grandiflorum 95 



kansuense 95 

karatawiensi; (Abb. 81) . . 96 

macranthum 95 

Moly 95 

narcissiflorum 95 

neapolitanum 96 

nutans 97 



oreophilu.il '.'.'.'.'.'. 95 Tubergen 



pskemense 96 

pulchellum (Abb. 80) . . . 96 
Rosenbachianum (Abb. 82) 96 

schoenoprasum 96 

sphaerocephalum .... 97 
stipitatum . . ." . . . .96 
.... 96 



tulipifolium 96 



Ostrowskyanuni (Abb. 

oviflorum 95 ursinum 97 

pedemonlanuni 95 Wallichianum 96 

1. Blüten deutlich gelb: A. fiävutn, schönste heimische Art, Stengel bugig an- 
steigend, gleich den schmal linealen Blättern blaubereift, Blüten glänzend gelb, nickend; 
anspruchslos ; A. Möly, Südeuropa, Blätter eilanzettlich, blaugrün, Schaft 30 bis 40rm, Blüten- 
dolde ca. 7 cm breit Blüten groß, gestielt, Mai-Juni, schöne Art, besonders in Masse, 
sät sich selbst aus. — 11. Blüten deutlich blau, violettpurpurn oder hellila: 
A. coeruleum (A. azureum), Sibirien. Blätter lanzettlich, Schaft bis 40 cm, Blütenköpfe 
kugelig, aufrecht himmelblau, Juni-Juli; A. cyäneum, Westchina, Blätter lineal, Schaft 
15 bis 25 cm, Köpfchen nickend, sonst wie vorige, sehr ähnlich ist A. konsiK^rise avs China. 
Blüten Pusc/ikinia-blau, Juli; A. giganteum, Zentralasien. Knolle breitkugelig, Blätter zu 
5 bis 9 grundständig, bis 5 cm breit, Blüten hellila. sonst ähnlich Rosenhachiüniiiu, Juni; 
A. macranthum <A. oviflomm], Himalaya, wie ein großes pulchellum. Blüten schön lila, 
nickend, ,Iuli ; hart für Steingarten ; A. narcissiflorum (.4. grandiflorum. A.pedemontanum). 
Frankreich, Italien, kriechender Wurzelstock. 5 bis 6 grundständige schmale Blätter, Schaft 
mit nickender Dolde aus zwei bis zehn großglockigen, heller oder dunkler purpurnen Blüten, 
Juni, sehr eigenartig, schönste Art für warme trockene Lagen; A. oreophilum, Kauka- 



96 



sus, Turkestan. alpin. Blätter zwei, flach, schmal, zurückgebogen, Blüten groß, schwärzlich 
dunkelrot, ähnlich folgender; A. Ostrowskyänum, Turkestan, 20 bis 30 cm. wie Abb. 7Q. 
Blüten dunkelviolettrot. .luni-Juli. eine der schönsten Arten; A.pulchellum, Europa, 30bis 

40 t7«. Blüten leucltend lilarot, Au- 
gust, Abb. 80; zierlich; A. Roseri' 
bachiänum, Zentralasien. Knolle 
kugelig. Schaft bis 70 cm, Blüten 
düsterrötlich, siehe sonst Abb. .S2; 
A. schoenopräsum, Schnitt- 
lauch, Europa. 10 bis 30 o«, Blüten 
lilarosa. Juli-August, für nasse Orte 
im Park, in Masse ganz wirkungs- 
voll; .4. Wallichiänum, Hima- 
laya, bis 80 cm. Laubhemerocallis- 
artig, Blüten dunkelweinrot, in locke- 
ren flachen Dolden, August, schön ; 
ebenso stattlich und schön sind A. 
decipiens iA. talipifolium), Mittel- 
asien, Blätter sehr breit, glänzend 
grün, Blüten lebhaft rosalila, und ,4. 
5;//7//'fl7«/H.ebendaher,Blätter schmä- 
ler, Blüten purpurn, beide hart. 
III. Blüten weil] oder nur ganz 
leicht rötlich: A. albO'pilö' 
sunt (A. Tubergenü), Kleinasien, 60 cm. Tracht wie Rosenbachianiim, Blüten in dichten flachen 
Dolden, weiß mit lila Hauch, schwach duftend; A./rä^rans{A'o///05r<wr/;//7///-ß^/-ß«s), Süd- 
westeuropa, Nordamerika, bis 1 ///, Blätter lineal. Blüten gut duftend, grünlichweiß, in lockeren 
Dolden. Mai-.Iuni; A. karatawiense, Turkestan. Zwiebel groß. Blätter zwei, breit, blau- 
grün, Dolde weiß mit rot. Mai, siehe Abb. 81 ; A. neapolitänum {A. candidissimum), Italien, 
Südfrankreich, 10 bis 25 cm, Blätter lanzettlich, Schaft dreikantig. Blüten milchweiß, Juni- 
Juli, riecht kaum nach Lauch, wohl nur für sehr warme Lagen ; .4. pskemense, Turkestan, 
bis über 1,3 m. ein imposantes //s/wAls////?, Stencjel stark hauchig aufgetrieben, Blüten weiß. 




Abb. 82. Allium Rosenbachianum, hoher Lauch, 70 cm 
in Kew (Orig.) 




Abb. 83. Alopecurus lanatus, Silberfuchsschwanz 



Allii 



-AlyssOpsis. 



97 




Abb. 84. Alyssum saxatile, Fels-Steinkraut, 40 cm 
in Pruhonitz. (Orig.i 



unscheinbar; A. ursinum, heimisch, an feuchten Stellen in schattigen Wäldern häufig, 
sehr unangenehm riechend. Blätter maiblumenähnlich. Blüten weilJ. Mai. ein nicht wieder 
auszurottendes Unkraut, vor dessen Anpflanzung dringend gewarnt wird. — Hingewiesen 
sei noch auf A. carindtum, Südost- 
europa, A. niitans, Altai, und A. 
sphairoa'phahim, Süd- und Mittel- 
europa. 

Allosoms crispus [Cryptogrämme 
crispa) Rollfarn, 12 bis 25 cm hoher, 
buschiger, heimischer üebirgsfarn mit 
feinfiederspaltigenWedeln.deren frucht- 
bare schmälere Fiederchen haben ; Kul- 
tur in Felspartien zwischen Gestein und 
im Schatten großer Steinblöcke oder in 
Felsspalten, die der Morgensonne aus- 
gesetzt sind, in mooriger Erde mit 
Sphagnumzusatz, Schutz gegen starke 
Trockenheit ; Vermehrung durch 
Teilung ;Verwendungfürs Alpinum. 

Alopecürus, Fuchsschwanz : nied- 
rige oder mittelhohe Gräser, Blüten in 
walzlichen Scheinähren; siehe die Arten. 

A.laaäius, Hochgebirge Kleinasiens, 
bis 15 cm, silbergraue, filzige, schmal 
lanzettliche Blätter, (Abb. 83) für Felsen- 
mauern und sonnige Stellen im Alpen- 
garten, durchlässiges Erdreich, Schutz 

vor anhaltender Feuchtigkeit; /l.a/p/nusanrärc(/cus, Antarktis, 50 a«, Blätter blaugraugrün wie f/iwus 
arenarius glaucus, für Steingarten; 4. pra/ens/s, W lese n fu c h s sc h vv an z, bekanntes Wiesengras, 
von dem var. variegcitiis mit gelbbunten Blättern für Einfassungen im Garten brauchbar ist. 

Alpenglöckchen siehe Soldunella. — Alpenhelm siehe Bdrlsclüa. — Alpenscharte siehe Saussü- 
reu. — Alpenquendel siehe Suliir^ja. — Alpenveilchen siehe Cycldmen. — Alraun siehe Mandrd-, 
gora und Podophyllum. 

Alsiae siehe Arenaria. 

Alstroemen'a, Inkalilie — Amaryllideen — Lilienähnliche Pflanzen mit büschligen, fleischigen 
Wurzeln, einfachen, gegenständigen Blättern und ansehnlichen Blüten in Dolden, Juni-Augiist ; Kultur 
in geschützten, warmen, halbschattigen Lagen in humosem, nahrhaftem, stets frischem, aber durchläs- 
sigem und nie nassem Boden, etwa 20 cm tief pflanzen, während Vegetation reichlich gießen, im Win- 
ter gute Laubdecke, Pflanzzeit Frühjahr, etwa 25 cm tief; Vermehrung durch vorsichtige Teilung 
oder durch Samen (im zeitigen Frühjahr, bald pikieren) ;Verwendungfür Gartenbeete und Gruppen 
im Rasen, erst ältere Pflanzen schön, auch als haltbare Schnittblume sehr empfehlenswert. 

A. auraatiaca, Chile, 0,5 bis 1 m, Blüten gelb, mit braunpurpurner Zeichnung, und die als A. au- 
rea gehende Form im Freien in entsprechenden Lagen brauchbar ; A. pulchella {A. psittacina). nördli- 
ches Brasilien, Blütenstände bis 75 cm. Blüten dunkelrot, innen braun gefleckt, Juni-September, nur 
unter Decke. 

Althäea rösea, Stockmalve, Stockrose, Pappelrose — Malvaceen — Auf- 
rechte, bis über 2 /;/ hohe, breitblättrige, ursprünglich aus China stammende Schmuckstauden 
mit ansehnlichen Blüten in weißen, gelben, roten oder schwarzroten Farbentönen, in pyra- 
midalen, oft meterlangen mächtigen, traubigen Rispen im Juli -August; vor allem sind die 
gefüllten (//. /;/) Formen geschätzt, und zwar die sogenannten Chaterschen Stock- 
malven; Kultur in sehr nahrhaftem Boden mit viel Wasser und Dunggüssen im Sommer, 
im Winter Fichtenreisigdecke zum Schutz gegen Nässe; werden meist zweijährig kultiviert, 
da sie eigentlich Halbstauden sind und besonders die gefüllten Formen sich meist nur zwei 
bis drei Jahre halten, doch dauern einige länger aus, wenn man den Wurzelhals etwas tiefer 
hält als die Oberflache der Erde, und so eine starke Neubildung von Wurzelstocktrieben be- 
günstigt; \'ermehrung durch Samen, bei besonderen Sorten zuweilen Teilung vorzu- 
ziehen, wobei darauf zu achten, daß jeder Teil eine Laubknospe behält, besser vielleicht 
sind Stecklinge aus Wurzeltrieben. Veredlung im Herbst auf Wurzelstücke zu umständlich; 
Verwendung für Rabatten (Abb. 281. Trupps auf Rasen, Vorpflanzungen im Park (Fern- 
wirkung zur Blütezeit), Farbenreichtum sehr groß. A. ficifölia, Südeuropa, ist ähnlich, 
breite tief siebenlappige Blätter und gelbe Blüten. Sie wird ebenso kultiviert und bildet Kreu- 
zungen mit rösea. Gelegentlich in Kultur sind die länger perennierenden .4. cannabina aus 
Südeuropa, bis 1.5 //;. Blüten rosa mit purpurn, und A. nudiflöra aus Turkestan. 

Alyssöpsis Kotschyl: kleine, grau behaarte, an eine Draba gemahnende Crucifere vom Libanon 
mit gelben Blüten wie ein Alyssum. Ob bei uns eingeführt? 
Silva Tarouca-Schneider, Unsere Freilandstauden, i. .Auflage. 7 



98 Alyssum 

Alyssum, Steinkraut, Steinrich — Cruciferen — Halbsträucher oder niedrige 
Stauden vom Habitus wie Abb. 3 7, 84 und 85, mit gelben Blüten; Kultur in trockenen son- 
nigen Lagen in humosem, leicht lehmigem Boden; \' erm eh rung durch Teilung, Stecklinge 
und Samen; Verwendung im Steingarten, Alpinum und an Trockenmauern, doch solche 
Formen, wie die von saxatile, auch für Einfassungen oder niedrige Gruppen. 

1. Grundblätter rosettig: A.saxätile (A.Ardnini), heimisch, etwas halbstrauchig, 
bis AOcm. Blätter grauweichfilzig, Blütentraube zur Fruchtzeit nicht verlängert. Blüten leuch- 
tend goldgelb, April-Juni (Abb. 84), eine der besten Alpengartenpflanzen; hiervon vor allem 
wertvoll var. compdctiini. nur 20 cm, vax.citriniim, wie vorige, aber Blüten hellschwefelgelb; 
var. //. /;/., Blüten prächtig gefüllt, siehe Abb. 37, var. „Tom Thumb", zwergig, 10 bis 




1 5 cm, Blüten einfach gelb, und var. variegdtum. Blätter weil.i-bunt gerändert, schlägt oft in 
Urform zurück. — II. Keine rosettigen Blätter vorhanden: A. alpestre, Südost- 
europa, Orient, etwas halbstrauchig. 1 bis 1 5 c/n. grau behaart. Traube dicht, hellgelb. Fetalen 
gerundet, Juli-August; sehr nahe steht das spanisch-nordfranzösische /l. ser/;v////ö7/tfm, sehr 
fein, thymusartig; A. argenteum {A.rostrdtum Hort.), Balkan, 20 bis 30 fw, dicht polsterig, 
unten verholzend, Blätter unterseits silbrig, Blüten in reichbiühenden Scheindolden, gold- 
gelb (Juni-) Juli- (-September); A floribündum, Cilicien, ist ein kleiner Strauch; A.mon^ 
tänum, europäische Gebirge, 10 bis 20 c/n. silbergrau sternfilzig, April-Juni, oft nochmals 
Herbst, sattgelb. Fetalen gekerbt, Trauben nach Blüte verlängert, besonders var. grandi- 
Jlörum, siehe Abb. 85; A. Möllendorfiänum, Bosnien, wie vorige, aber in allen Teilen 
kleiner, Blätter dicht silbrig, Blüten klein, Mai. gilt als eine der besten; A. repens, Sieben- 
bürgen, wie montanum. etwas dichter rasig, Blüten größer, tiefer gelb; A. Wulfeniänum, 
Ostalpen, etwas grüner als montanum, dessen Formen oft unter diesem Namen gehen, Triebe 
fleischiger, brüchiger, Blüten groß { A. montanum grandijlonim Hort.);dem Wnlfenianiim steht 
auch nahe A. iduCiim von Kreta, Blüten bleichgelb. 

Alyssum cheiraathifölium und clypeätum siehe Farsc'tia. — Alyssum creticum ( Vesicäria cri- 
tica) ist ein Straucli. — Alyssum podölicum sielie Schievemiüu. — Amaryllis lutea siehe Stembi'r- 



Amphicome — Anuphalis. 



99 



gia. — Amaryllis Pöwelli Hort, siehe Crinurn Powelli. — Amiäntbium muscaetoxicum siehe Zy- 
gadenus. — Ampfer siehe Riimex. 

Amphicome argiita ist eine mit Incarvillea verwandte, seltene Staude aus dem westlichen Hima- 
laya, Wurzelstock kriechend, 30 bis 60 cm, Blätter derb, unpaar gefiedert. Fiedern- schmal gezähnt, 
Blutenstände endständig, graziös nickend, Blüten 6 cm lang, rosa mit weiß, Juni-September; Kultur 
in trockenen, sonnigen Lagen, im Winter Schutz gegen Nässe; Vermehrung durch Samen und 
Stecklinge; Verwendung im Alpi- 
num. Ebenso A. Emödi, Afghanistan, 
Blätter behaart, 5 bis 7paarig, Blüten 
mehr orange; empfindlicher. 

Ampborlcärpusyeumayeri,Kom - 
posite aus Dalmatien, die an Centau- 
rea gemahnt, Wurzelstock dick, Roset- 
tenblätter lanzettlich, Blüten purpurröt- 
lich, auf bis 15 COT hohem Schaft, Au- 
gust; Kultur in Felspartien an grasi- 
gen, sonnigen Plätzen, nur für beson- 
dere Liebhaber. 

Amsönia — Apocynaceen — 
Ostnordamerikanische, harte, auf- 
rechte, 0,5 bis 1 m hohe Stauden 
mit einfachen Trieben mit wechsel- 
ständigen Blättern und bläuUchen 
Blüten in endständigen Cymen,,luni- 
Juli; Kultur in jedem Boden, der 
nicht zu trocken und nahrungsarm 
ist; Vermehrung durch Teilung 
oder Saat; Verwendung für 
Parks zwischem lichtem Gehölz oder 
auch auf großen Rabatten, halten 
die Blätter lange. 

A.Tabernaemontäna [A.lati- 
fölia, A. saliclfölia, Tabernaeinonta- 
na Amsoiüa) kahl. Blätter breitoval. 
Blüten blaßblau; A.angustifölia, 
jung behaart, Blätter weidenartig. 
/^^J^toOT '""*^ ''''''^ r/w//r//7/OT ac/ui- Abb. 86. A,iap/n,lis margantacea. 40 cm 

Aaacämptls pyramidalis, Hunds= '■''"'' ^ "'"^''"''™ ""^esden). 

würz: heimische, 30 bis 60 cot hohe 
Orchidee mit länglich lanzettlichen Blät- 
tern und lebhaft purpurnen Blüten in 
kegelförmigen Ähren, Juni-Juli ; Kul- 
t u r usw. siehe Orchis. 

Anäcbaris alsinästrum siehe E/ö- 
dea.^Aaacyclus siehe Leucocyclus ; die 
echten Anacyclus sind wertlose An- 
nuelle. 

Aaagällis tenella, Gauchheil, ist 
eine heimische und westeuropäische, 
winzige (oft als einjährig bezeichnete) 
Primulacee mit 3 bis \0 cm langen 
fädigen Stengeln, kleinen rundlich-eiför- 
migen gegenständigen Blättchen und 
winzigen . rosenroten achselständigen 
Blütchen, Juli-August ; tritt in Torfmoo- 
renauf und ist demgemäß im Alpinum 
zu behandeln, aber nur erfahrenen Pfle- 
gern zu empfehlen. 

Attäphalis: Antennaria ähnliche, 
harte Strohblumen mit größeren Blü- 
tenköpfchen, vgl. Abb. 86; Kultur 
usw. wie Antennaria ,• Verwendung 
antrockenenOrtenfürEinfassungenusw. 





Abb. 87. Androsace helvetica. Schweizer Mannsschild, 5 cm 
(aus der „Gartenwelt"). 



100 



Aiiaphalis— Aiidropugoii. 



A. (Antennäriin mar^'arrtäcea, Ostnordamerika, mit unterirdischen Ausläufern, bis 50 cm, breitblätt- 
rig und -blutig Juli- August; A. [ünap/ici/ium) pterocaüloa, Japan, ähnlich, Köpfchen größer; auch .4. 
tiubigena aus dem Himalaya sei erwähnt. 

Anarrhinum laxiflörum — Scrophulariaceen — Kahle Felsenstaude aus den spanischen 
Hochgebirgen mit rosettigen, lanzettlichen spateligen Blättern. Blüten klein, weiß, in bis 20 cm hohen, 
einseitswendigen Trauben, Mai-Juli; als seltene. Halbschatten liehende Alpine zu versuchen. 




Abb. 88. Aiidrösace sarmentosa, kriechender Mannsschild. 10 



Oaricn Wieland, Neuhavisen a. Rh.) 



Anchöniam Tourneförtii (A. elichrysifölium): kleine, bis 15 cm hohe, gelbblütige, an Matthiola ge- 
mahnende Crucifere aus den kleinasiatischen Hochgebirgen; Kultur als Felsenpflanze in humus- 
armem Boden und sonniger Lage im Alpinum; nur für erfahrene Liebhaber. 

Anc/ii/sa, Ochsenzunge -Boraginaceen — Aufrechte, buschige, behaarte Stau- 
den mit breitlanzettlichen Blättern und endständigen rispigen Cymen; Kultur in frischem, 
tiefem, nicht schwerem oder feuchtem (iartenboden in sonniger Lage; Vermehrungdurch 
Saat im Frijhjahr, auch durch Wurzelstücke; Verwendung für Rabatten, Rasenplätze, 
große Felspartien. 

A. Barrelieri, Italien, bis 75 cm. Blätter und Blüten kleiner als bei folgender Art. Blüten 
vergißmeinnichtähnlich. Mai-Juni, für Schnitt vei wendbar; A. itälica, höher, größerblättrig 
und -blutig, vor allem zu empfehlen die sogenannte „Dropmore variety" mit wunder- 
vollen leuchtend dunkelblauen Blüten vom .iuni bis September, noch großblumiger und leuch- 
tender ist var. ..Lissadell", recht hübsch ist auch die sonst ähnliche var. ..Opal" mit bleich- 
blauen Blüten ; ferner var. ..P r i d e o f D o v e r", kompakt, dunkelblau, reichblühend ; prächtige 
Qartenstauden, die Dropmoreform hat eine ganz eigenartige Farben Wirkung; am besten zwei- 
jährig zu kultivieren; A. myosotidiflöra, Kaukasus. 50 bis 75 cm, Wurzelhlätter lang ge- 
stie't. schön herzf rmig, behaart, vergißmeinnichtartiger Flor im April-Mai, sehr zu empfehlen 
für Halbschatten, var. grandiflöra. Altai, bis über 1 /;;, Blätter oberseits glänzend dunkelgrün, 
kahl, Blüten hellblau, mit gelbem .Auge, doppelt so groß. 

Andorn siehe Marnibmm. — Aaürocytnbium siehe tiythroslictus. — Andropögoa avenäceus 
siehe Chryitopöffon. 

Andropögon scopärius: 0.6 bis 1,2 m hohe rötlichgrüne Qraminee aus dem östlichen Nord- 
amerika mit einzelnen lockeren, langge>tielten Blütenähren, August-Oktober. Kultur in trockenen 
sandigen Böden für Liebhaber. — Bei uns noch zu erproben ist das tropische A. arg^nleus, das bis I m 
hoch wird und als sehr schön gilt. — Ferner sei verwiesen auf A. Iscliacniim. heimisch, etwa 0,5 bis 
0,6 m hoch, Ähren seidenglänzend; A Jurccit"S, O.-Nordamerika. etwa 1 m hoch, A. Gryllus, goldhaarig, 
und A. Toneyänus, südl. und mittl. Vereinigte Staaten, etwa 0,4 bis 0,5 m hoch. 



Andrusace. JOI 

Andrösace, Mannsschild — Primulaceen — Niedrige rasige Pflanzen mit schmalen 
Blättern und doldigen oder einzelnstehenden Blüten, siehe Abb. <S7 u. 88; Kultur vgl. bei 
den Arten, sie lieben sandig humosen, gut durchlässigen Boden o ler Felsenspalten und Schutz 
vor brennender Sonne ; Vermehrung durch Teilung. Stecklinge und Samen ; Verwen- 
dung nur fürs Alpinum, außer sarmentosa, die an trockenen, sonnigen Abhängen im Park 
und Garten leicht gedeiht. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl.) 



albana 103 

Aizoon coccinea . . . .103 

brigantiaca 102 

bryoides 101 

Bülleyana 103 

carnea 102 

— brigantiaca 102 

— Halleri 102 

— Laggeri 102 

Chamaejasme 102 

Chumbyi 102 



ciliata 101 

coccinea 103 

coronopifolia 103 

foliosa Dubv 101 

— Klatt . " 102 

Halleri 102 

Hausstnannii 101 

hedraeantha 103 

Helvetica (Abb. 87) .... 101 

lactea 102 

lactiflora 103 



Laggeri 102 

lanuginosa 102 

— Leichtlini 102 

oculata 102 

primuloides 102 

sarmentosa (Abb. 88) . . . 102 

— Chumbyi 102 

sempervivoides 103 

strigillosa 102 

villosa 103 



Wiilfeniana 101 



A. Blüten einzeln, nicht doldig (Gruppe An'ria). 

A. helvetica {A. b/yo/'c/fs), Schweiz, winzige behaarte Polsterpflanze, wie Abb. 87 zeigt, 
Blüten weiß bis rosenrot, lür sonnige, trockene überhängende Wände in Felsspalten, wo die 
Wurzeln tief hineindringen können und die Pflanze gegen Nässe geschützt ist; A. ciliata, 
Pyrenäen, bildet etwas lockerere, lichtgrüne Polster, Blüten rosa, Kultur wie vorige, doch ist 
sie nicht so heikel; die anderen .Arten dieser Gruppe gehören zu den „Todeskandidaten", 
und es kämen höchstens noch Wiilfeniana (halbschattige Felsspalten) und Haussnidnnii (,viel 
Sand, sonnige Felsspalten) in Betracht. 

B. Blüten doldig (Gruppe Chamaejasme). 

I. Robuste, ausläufertreibende Pflanzen, größte Blätter im Mittel über 2.5 cm 
lang. Blütensfiel im Mittel über 1^\„ mal so lang wie Braktee: A. foliösa Duby. Nordwest- 




Abb. 80. Anemone vernalis, Frühlings-Küchenschelle, 10 cm iG. Arends, Ronsdorf). 



102 






Ä^^^Pf' 






himalaya, alle Blätter grundständig, aber nicht rosettig. oboval. kahl, Schäfte 10 bis 15 cm, 
Blüten pfirsichfarben. verbenenartig, Mai bis oft September, Reisigdecke im Winter, friert sonst 
zurück, treibt aber meist wieder aus; gewöhnlich ist jedoch nach Farrer für die echte Art A. 

strigillösa {A.foliösa Klatt) in Kul- 
tur, die leichter gedeiht, aber weni- 
ger schön ist. Blätter kurz grob- 
haarig ; A. lanuginösa, Nordwest- 
himala\'a. silberfilzig. Schaft etwa 4 
c/n, Blüten auch verbenenartig, hell- 
rot, .luni bis August, über Felsen 
wuchernd, liebt Sonne, als Sommer- 
blüher im Alpinum wertvoll, als be- 
sonders üppig gilt var.Leic/itlmi {A. 
ociildia). Blüten weil,) mit gelbem 
Auge; A. sarmenfösa, Himalaya 
bis China. Blätter alle rosettig, jung 
wolligseidig, Schäfte 5 bis 10 cm, 
Blüten hellrot, Mai -Juni, siehe 
Abb. 88. sehr dankbar, hierher var. 
Chumbyi [A. Chiimbyi) eine viel 
zierlichere Pflanze mit klein-silbrig- 
blättrigen Rosetten und rosa Blüten ; 
ähnlich der sarmentosa ist A. pri= 
mu/o/des, aber Blüten größer, brei- 
tet sich üppig aus. — II. Zierliche 
Pflanzen, größte Blätter meist un- 
ter 2r/nlang,Blütenstiele kaum zwei- 
mal so lang wie E^rakteen. Blätter alle 
rosettig: Schmallineale oder 
fädliche Blätter haben: A. 
cärnea, Alpen-Pyrenäen, zierliche 
graugrüne Polster, derblederige, fleischige Blätter, Schäfte 5 bis b cm, Dolde drei- bis sieben- 
blütig, Blüten matt fleischfarben, Mai. sehr schön var. Läggeri {A. Laggeri), Pyrenäen, 
zierlicher als carnea, Blätter dun- 
kelgrün, mehr nadeiförmig, Schäf- 
te 2—3 fw, Blüten dunkler rot. wert- 
voller als typische carnea; hierher 
auch var. Hälleri (A. Halleri), 
Cevennen, 15 cm, Blüten leuch- 
tend rosa, April-Mai; ferner var. 
brigantiaca [A.lvigantiacä), ro- 
bust, 1 cm, leicht gedeihend, Blü- 
ten weiß, Mai, sehr dankbar; A. 
läctea, Kalkalpen, zierliche, ganz 
kahle Polster, Schäfte 2 bis 1 2 cm, 
Dolden ein- bis vierblütig, Blüten 
weiß mit goldenem Auge, Mai, 
meist bis Sommer, sehr reichblü- 
hend, seicht wurzelnd, für flach 
humosesandigeSlellen. Lanzett- 
liche oder eirundliche Blät- 
terhaben: A. Chamaejäsme, 
Gebirge der nördl. gemäßigten Zo- 
ne, villosa ähnlich, aber Rosetten 
flach, Blätter nur am Rande zottig. 
Blüten weiß, zuweilen zartrosa. mit 
gelbem Schlünde, sehr variabel, Abb.gi.Kulturformenvon.4«('/«om7o/wn/ca(G..\rends, Ronsdorf). 



Abb. 90. Anemone alpina var. siilp/nm 
Alpen-Anemone, 30 cm (Q. Arem 



/, gcihe For 

i, Konsdnrt). 




Andnisace— Ai 



103 



wie camea zu verwenden : A. hedraeäntha, Bulgarien, Blätter lanzettlich, derb, lebhaft 
grün, fein gewimpert, Schäfte nur etwa 1 cm hoch, Dolden fünf- bis zehnblütig, Blüten rot- 
violett, Mai, Kultur wie camea; A. sempervivoides, Nordwesthimalaya, Blätter rundlich, 
fleischig, dachziegelig, lang gewimpert. Schaft bis 3,Scm, Blüten rosa; A. vUlösa, Alpen, 
Blätter stumpflänglich, dicht weil.l behaart, Schaft bis ,S cm. zwei- bis sechsblütig, Blüten 
weiß oder rosenrot, liebt Sonne. Nur zweijährig, aber sehr kuhurwert sind A.alödna,TrSins- 
kaukasien, fleischfarben, für feuchte schattige Lagen; A.coccinea, {A. Aizöon var. coccinea, 
A. Biilleyüna), Westchina. mennigrot. und /4. lactiJlöraiA. coronopifolia), an lactea gemahnend. 

Andrösace Vitaliäna siehe Dou- 
gkisia. 

Andryäla Agärdhi (A.Ackärdn ) — 
Kompositen — Weißgelbfilzige, am 
Grunde etwas verholzendeFelsenstaii- 
de aus den Hochgebirgen Spaniens, 
Blätter rosettig, lanzetthch- spatelig, 
Blütenköpfe gelb, einzeln auf 8 — 10 cm 
hohem, drüsigem Schaft, Juni-Juli ; in 
sonnigen Felsspalten mit Schutz gegen 
Nässe versuchswert. 

Aaemia oder Anemiöpsis califor- 
nica siehe Anemöpsis. 

Anemone'^) (mit Pnlsatilla, 
aber ohne Hepdtica), Windrös= 
chen, Küchenschelle — Ra- 
nunculaceen — Verschieden- 
gestaltige schönblühende Stau- 
den, vergleiche die Abb. 89 bis 45 
und die .Arten, dort auch Kultur; 
Aussaat nur Herbst. Samen lie- 
gen lange. Die Frühlingsblüher, 
wie apennina. blanda, nemorosa, 
Pnlsatilla usw. sind fürs Alpinum 
und den Park sehr wertvoll, wäh- 
rend für den Garten als Frühblüher 
die wundervollen coronaria-, ful- 
gens-und liortensis-Formen in er- 
ster Linie in Betracht kommen und 

als Sommer und Herbstblüher die^ herrlichen A.japonica. die gleich den letzten für Schnitt- 
zwecke unentbehrlich sind; Pflanzung der nicht knollentragenden Formen im Frühjahr, der 
übrigen im zeitigen Herbst, besonders der Frühlingsblüher, am besten als einjährige Sämlinge. 




Abb. 92. Anemone narcissljlora, 40 cm 
(,.G. .\rends, Ronsdorf I. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl.) 



acutipetala 104 

alpina 104 

— sulphurea (Abb. 90) . . 104 

altaica 105 

apennina 105 

— alba 105 

— purpurea 105 

baicalensis 105 

blanda 105 

— atrocoerulea 105 

— scythirica 105 

canadensis (Abb 931 .. . 104 

caucasica 105 

chinensis 104 

coronaria 106 

dichotoma 104 

fulgens lOb 

— stellata 106 

Halleri 104 

hortensis 106 



hupehensis 104 

japonica (Abb. 91) ... . 104 

— hupehensis 104 

— Kultur-Formen .... 104 
mexicana (Abb. 941 ... 105 

montana 104 

narcissiflora (Abb. 92] . . 104 

— aconitifolia 105 

nemorosa 105 

— alba plena 105 

— Allenii 105 

— coerulea 105 

— grandiflora 105 

— Robinsoniana .... 105 

— rosea 105 

patens 104 

— lutea 104 

— ochroleuca 104 

pavoniana fulgens .... 106 
pennsylvanica 104 



pratensis 104 

Pulsatilla ........ 104 

— alba 104 

— Halleri 104 

— salmonea 104 

— rosea 104 

ranunculoides 105 

— fl. pl 106 

rivularis 105 

rubra 104 

scythirica 105 

sinensis 104 

stellata 106 

sulfurea 104 

sylvestris (Abb. 95 1 ... 105 

— fl. pl 106 

trifolia 105 

udensis 106 

vernalis (Abb. 89j . . . . 104 



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■■■':v-S%l^'^'^ 





A. Hüllblätter sitzend, fingerförmig vielteilig, Fruclit mit Pederschweif, Blüten violett 
oder weiß, Wurzelstock tiefgehend. Pflanzen meist giftig, beste Vermehrung durch Samen 
(Gruppe Piilsatilla. Küchenschelle), siehe Abb. 8^) u. (»O. 

1. Blüten nickend, glocki g, Abb.SQ: A. prafe/is/s, Europa, zurBlütezeit bis 20 cm. 
Grundblätter nicht überwinternd, Blüten dunkelviolett. April-Juni, liebt trockenere, sonnigere 
Lagen, ähnlich sind A. niontäna mit sattgrünen Blättern und etwas nickenden, glockenför- 
migen, außen seidenhaarigen, innen samtig schwarzvioletten Blüten, und die verwandte 
schöne /l. AHÖ/ö, Blüten prächtig samtig purpurrot; A. vernälis, Europa, Grundblätter 
überwinternd. Blüten außen rosa bis violett, innen weiß, April-Mai, sonst wie vorige, siehe 
Abb. 89. — II. Blüten aufrecht, mehr oder minder ausgebreitet, siehe Abb. 00; A. 
alpina (A. aaitipetala Hort.), europäische Gebirge, bis 30 cm, Blüten weiß oder bei var. 

sülphurea (A. sulfiirea) schwefel- 
gelb (siehe Abb. 00), Juni-,]uli, liebt 
etwas feucht humosen Boden in 
halbschattiger Lage; A. chinen= 
sisfA.sim'nsis). Osta^ien, Pflanze 
robust, seidenhaarig, Blätter wenig 
zerschlitzt, noch gröber als bei 
Hälleri, Blüten sehr groß, leuch- 
tendrötlich oder purpurviolett, mit 
den Blättern im März-April, sehr 
wertvoll für Steingarten; A.Pul- 
satillaiPiilsatilla vulgaris), Euxo- 
pa, Blüten hellviolett, var. alba, 
weiß(„ Weißer Schwan"), var. rö- 
sea (var. salmönea. var. „Mrs. van 
der Eist"), rosa, März -Mai, liebt 
sonnige Hänge und etwas Kalk, 
var. Hälleri [A. Halleri). größer, 
durchaus zottig behaart, Blüten 
reich violett, reich und später blühend; ähnlich ist die heimische A.pcitens, Blüten fast auf- 
recht, heller, bei var. lutea (var. ochroleiica), schwefelgelb, ebenfalls März-Mai. 

B. Hüllblätter gestielt, den Grundblättern ähnlich, Frucht nie mit Federschweif, Blüten 
rot, weiß, blau oder gelb, Wurzeln verschieden (echte Anemonen), siehe Abb. Ol bis 05. 

1. Blütenstand mehrblütig. Blüten groß, weiß, meist über 3() cm hohe üppige 
Stauden mit zuletzt holzigem Wurzelstock und tiefgehenden Faserwurzeln, siehe Abb. \, 
sowie 54, Ol bis 04; A. canadensis (A. pennsytvänica, A. diciwtoma). Nordamerika, 
Nordasien, 30 bis 50 cm. Grundblätter fein zerteilt, Blüten weiß, bis 5 cm breit, Mai-Juni, 
siehe Abb. 03, Flor an sylvestris anschließend, Kultur wkjaponica; A. japönica, Japan, 
50 bis 80 cm, Blätter dreizählig, gelappt, und gezähnt, Blüten langgestielt, siehe Abb. 1. 54 
und Ol, August bis zum Frost, bis 10 cm breit, beim Typ innen etwas karminrosa. außen 
heller, geht auch als var. „Brillant" ; von den zahlreichen prächtigen, durch Wurzelschnitt- 
linge zu vermehrenden Gartenformen seien folgende hervorgehoben : cilba (.,H o n o r i n e 
Jobert"), weiß, einfach. „Alice", Verbesserung der Königin Charlotte, silbrig lilarosa. 
„Lady Ardilaun", verbesserte ß//;ö, „Luise Uhink", rein weiß, gefüllt, „Königin 
Charlotte" (Abb. 54), seidig-rosa mit dunkler Rückseite, „Kriemhilde", rötlich flieder- 
farben, „Loreley", fliederfarbenrosa, halbgefüllt, großblumig, „Magdalene Uhink", 
hellila, „Max Vogel", dunkelrosa, „Prinz Heinrich", etwa 40(7«, halbgefüllt, dunkelrot, 
„Weißer Riese", großblumigste weiße. „Whirlwind", weiß, halbgefüllt; alle diese 
Sorten lieben frischen guten Gartenboden, vertragen Halbschatten, aber auch Sonne ; im 
Winter Reisigdecke oder guter Mistbelag des Bodens; sehr wertvolle Rabatten- und Schnitt- 
stauden, auch für Park; Vermehrung durch Teilung, Frühjahr, bis Ende Mai verpflanzbar, 
Samen reifen nur in südlichen Gegenden, und auch da erst im November; sehr nahe steht 
A.hupehensis iA. japönica vax. hiipehensis), Mittel-China, hellrosa- purpurn, blüht vor 
japönica im August; A. narcissiflöra, europäische Gebirge, Asien, Amerika. 20 bis 40 cm. 
Blätter bandförmig geteilt, Blüten doldig, weiß, etwa 2,5 cm breit, siehe Abb. 02, Mai-Juli, 
liebt feuchte, halbschattige Lage und humosen steinigen Boden, Vermehrung durch Samen; 



Abb. 93. Anemone canadensis (A. pennsyhanica), nordameri- 
kanisches Windröschen, 40 cm (Orig„Nancy.i 



Anemniie. 105 

die ostasiatische var. aconitifölia hat feiner zerschlitzte Blätter, kleinere Blüten in reicher- 
blütigen Dolden; A. rivuläris. Himalaya, üppig, an narcissijlora erinnernd. Blüten weiß. 
aulJen blau übei laufen, liebt feuchte, halbschattige Lagen. — 11. Blütenstand einblütig. 
Pflanzen meist nicht über 30 cm hoch. — a) Pflanzen mit kriechendem Rhizom oder sonst 
Blüten weil.) oder himmelblau: A. altäica, Ural, Sibirien, Rhizom wie bei nemorosa, gelblich. 
Bluten groLi, weil,'), vor den Blättern, früher und schöner als nemorosa: A. apennina^), 
Italien, l.S cm, nemorosa ähnlich, aber Wurzelstock knollig, Blüten himmelblau, April-Mai, 
auch eine var. purpiirea und allni. Septemberpflanzung, wenn Blätter eben abzusterben be- 
ginnen, Knollen 4 bis 6 cm tief, sonst wie nemorosa zu verwenden ; eine Zwergform davon 
mit erbsengroßen Knöllchen und kleinen blauen oder weißen Blütchen ist A. caiicdsica; A 
baicalensis, Ostasien, Ausläufer braun, fadenförmig, dünn, große unverwüstliche Rasen, 




Abb. 94. Anemone mexicana, mexikanisches Windröschen in der Heimat, 20 cm iphot. .x. Purpusi. 



20 cm. Belaubung rundlich, tief geschlitzt, fast kahl, Blüten weiß, größer als bei nemorosa, 
April-Mai, die baicalensis englischer Gärten ist eine sylvestris-¥ orm ; A. blanda, Griechen- 
land. Kleinasien, wie vorletzte, aber Blüten etwas größer, sehr gut var. atrocoerulea. schon 
Ende Februar oder März (April), früheste Art, für sonnige Lagen, wo sie sich zeitig erschließt, 
stirbt bald ab: eine Form mit außen blauen, innen weißen Blüten ist var. scythirica {A. scy- 
thirica); A.mexicäna, Hochgebirge Mexikos, Rhizom kriechend, 20bis25 cm. Blüten rosa, 
April-Mai, siehe Abb. 04; feuchte Stellen in humosem Kalkboden, guten Winterschutz: A. 
nemorosa, Hain windröschen, heimische bekannte Art, weiß, März-Mai, hiervon vor 
allem in Kultur: var. AUc'nii, großblumig, silbrig blau, später als Typ, var. grandiflöra. groß- 
blumig, weiß, var. alba plena, weiß gefüllt, var. rosea, rosa. var. ..Blue Bonnet", groß- 
blumig, blau und var. Robinsoniclna (var. coeriilea). blau, später blühend; für halbschattige 
Lage und frischen Boden: \'ermehrung durch Teilung und Samen, im Park in Massen an- 
wenden; ähnlich der nemorosa ist A. trijölia, Alpen, aber kräftiger, Blätter dreiteilig. Blüten 
weiß, April-Mai, A. ranuncu/o/des, heimisch, wie vorige, aber Wurzelstock etwas knollig. 
Blüten goldgelb, bei var.//./)/. gefüllt. April-iWai: A. sylvestris, heimisch, mehr an japonica 
gemahnend, Ausläufer 15 bis 40 cm, Blüten weiß, nickend, duftend, Mai-.luni. siehe Abb. 05, 



] Oh Anemone — Anemonöpsis. 

bei var. „Frühlingszauber", Blüten größer, bei var. //. pl. ( var. „Elise Fellmann"), dicht gefüllt ; 
liebt Hügelhänge, lichte Wälder und kalkhaltigen Boden, verträgt auch Schatten, ebenso für 
Rabatten und Schnitt; A. udensis, Ostasien, dichte Rasen bildend, von nemorosa-Tracht, 
Ausläufer weil.), queckenartig. Laub üppig, breit, dreiteilig, behaart, Blüten groß, weiß. — 
b) Pflanzen mit brüchigen knolligen Rhizomen, Farbenton der Blüten meist rot, die folgenden 
Arten müssen im Winter gut bedeckt werden, sie lieben frischen, gut durchlässigen, gegen 
Nässe geschützten, aber nicht zu trockenen Gartenboden, man pflanzt die Knollen im Herbst 
8 cm tief, Vermehrung durch deren Teilung oder Samen. Knollen trocken lange haltbar: 
A. coronäria, Südeuropa bis Turkestan, 20 bis 35 cm, Blätter tief bandförmig eingeschnitten, 
Blüten 3 bis 6 cm breit, beim Typ Scharlach, sonst noch in blauen und weißen Farbentönen, 
einfach und gefüllt, Sorten siehe Kataloge, März-Juni, prächtig im Garten in warmen, ge- 




Abb. 95. Anemone sylvestris, Waldanemone, 25 cm iE. H 



schützten Lagen, auch für Schnitt; A. fülgens (A. pavonidna var.Jiil^ens), Südeuropa, 15 
bis 30 cm, Blätter nicht so fein zerteilt, Blüten etwa 5 cm breit, lebhaft scharlachrot, April- 
Mai, nicht so formenreich, aber auch mit größeren und gefüllten Blüten, Verwendung wie 
vorige ; eine kleine lila Form ist var. stelldta (A. stelldta) ; A. hortensis, Südeuropa, 20 cm, 
Blüten 4 bis 6 cm breit. Abschnitte schmäler, Farbe innen tiefrosa, außen weißlich mit violett, 
ebenfalls gefüllte und andere Formen, sonst wie coronäria zu verwenden. 

Anemone angulösa und Hepätica siehe Hepatica. — Anemone thalictroides siehe Anemonäla. 

AnemonellalAnemone oder Synd^smon) thalictroides ( Thalictrum anemonoides), Rautenanemone: 
zierliche, ostnordamerikanische, bis 15 cm hohe Ranunculacee mit TV/r/Z/VV/v/m-ähnlichen Blättern 
und weißen blumenblattlosen Blütchen, März-Juni ; in leichtem humosen Boden für Massen im Halb- 
schatten, Wurzel knollig. 

Anemonöpsis macropliylla: hübsche, harte bis 35 cm hohe, japanische Ranunculacee mit Actaea- 
artiger Laubtracht und in lockeren Trauben stehenden, nickenden, innen heililafarbenen, außen purpur- 
nen Blumen im Juli-August, die an halbgefüllte Anemonen erinnern, gegen 4 cm breit und leicht 
knospenartig geschlossen sind; Kultur in gutem, tiefgründigem, gut durchlässigem Boden in halb- 
schattiger Lage ; Vermehrung durch Teilung und Samen; Verwendung für Blumenrabatten, 
dürfte sich auch im Park einbürgern lassen. 



Anemöpsis— Anthemis. 



107 



Anemöpsis {An^niia, Aneniiöpsis oder Huttuynia) californica: mexikanisch- kalifornische Wasser- 
pflanze aus der Familie der S au r u raceen , ausläufertreibende Wurzelstöcke aromatisch, Qrund- 
blätter dicklich, oboval-herzförmig, Blüten ohne Kelch und Krone mit blumenblattähnlichen, weißen, 
rotgefleckten Hochblättern, etwas an Anemonen erinnernd, übelriechend, Juli-August; wohl nur im Süden 
des Gebietes in warmen Lagen im Sumpfgelände versuchswert. 

Angelica Arcbangellca siehe Archangelica. — Aagelica verticlllärls siehe Tommasinia. 

Antennäria, Katzenpfötchen.— •Kompositen — Harte, niedrige, weißfilzigblätt- 
rige, ausläufertreibende, kriecliende Strohblumen, Kultur in armen, trockenen Böden in 
sonniger Lage; Vermehrung durch Teilung; Verwendung zur Bekleidung trockner 
steriler Flächen, auch als Einfassungspflanzen und Rasenersatz. 

A. alpina, arktisches Gebiet, 3 bis 12 an, mit mehr bräunlichen Köpfchen ; A. diolca 
{Gnaphdliiun dioiciiin, A. Candida), nördliche gemäßigte Zone, etwas üppiger, Köpfchen 




Abb. 96. Arit/iy/lis montana, Berg-Wundklee, 15 cm (phöi. a. Purpusi. 



weil,') oder rötlich, besonders in der Form A. tomentösa der Gärten zu empfehlen; hierher 
anscheinend auch A. hyperbörea, hart, sehr schön. Blütenköpfchen leuchtend rosa; A. 
plantaginifölia {A. plantaginea), Nordostamerika, bis 30 cm, Blätter größer, weißfilzig; 
A. Steetziäna, russisch Asien, ähnelt täuschend einem armen Leontopodiuni sibiricum: 
für Liebhaber. — Gelegentlich in Kultur sind A. neodioica, Nordwestamerika, und A.magel- 
Idnica. Südamerika. 

Antennäria margaritäcea siehe Anäpkalis. 

Anthemis, Kamille — Kompositen — Harte, aromatisch duftende Pflanzen mit 
fiederschnittigem Laube und gelben oder weißen Blüten, Kultur in sonniger Lage in jedem 
nicht zu schweren Gartenboden ; Vermehrung durch Teilung, Samen oder krautige Steck- 
linge, sonst vergleiche die Arten. 

I. Aufrechte, 5() bis 80 cm oder höhere, gelbblütige Arten: A. tinctöria, Südeuropa, 
Blütenköpfe lebhaft gelb, 4 cm breit, Juni- August, für trockene Böden und warme Lagen, 
Rabatten und Park. eine gute Form ist^./Ce/wäy/ausNordamerika, Laub feinerzerschnitten, 
Blüten tief goldgelb, schwefelgelb (\a.r. pdllida) oder schön rahmweiß [var. dlha), Juli bis 
zum Frost, für Schnittzwecke. — II. niedergestreckte, mehr polsterförmige, 1 bis 30 cm 



1 08 Anthemis — Aponogeton. 

hohe Arten sind: A. Biebersteiniäna, pontische Gebirge, reichlich seidig behaart. Blüten 
gelb: A. cinerea, Bulgarien. 20 cm, Blüten groß, weiß, Juli : A. montäna {A. macedönica, 
Santolina alpina), sehr variabel. Blüten weiß. Alle für das Alpinum in trockenen sonnigen 
steinigen Lagen. Auch A. nöbiüs pl.fl., die gefüllte Form dieser bekannten heimischen Art. 
bis 30 cm, sei erwähnt. 

Anthemis Alzöon siehe Achillea ageratifölia. 

Anthericum (Phaldngiiim). Graslilie, Zaunlilie — Liliaceen — Aufrechte, heimi- 
sche, harte Stauden mit fleischigen Faserwurzeln, grundständigen, grasartigen Blättern und 
weißen Blüten in traubigen oder rispigen Blütenständen ; K u 1 1 u r in warmen Lagen in leich' em 
durchlässigem Boden; Vermehrung durch Teilung nach Blüte oder Saat gleich nach Reife; 
Verwendung als Rabatten und Gruppenstauden, besonders auch für Schnitt, ebenso im 
großen Alpinum und Park. 

A. Arethüsa (A. liliago X Paradisea Liliastnim). Tracht von LUiastnim, Laub lange 
bleibend wie bei Liliago, üppig, reich blühend, schön. Blüten in Mitte zwischen Eltern, un- 
fruchtbar, Vermehrung nur durch Teilung, englischen Ursprunges; A. liliago, 30 bis 60 cm, 
Blüten traubig. Mai-.luli; A. ramösum [A. graminiföliiim], 30 bis 80 cm, Stengel ästig, 
Blüten rispig. zierlich. Juni-Juli. 

Anthericum califöralcam siehe Cklorögalum. — Aatherlcum esculentum siehe Camässia. — 
Antherlcum Liliästrum siehe Paradisea. — Anthericum yedoense siehe Aliectorunis. 

Aathoxäathum odorätum ist das bekannte Ru c hgras unserer trockenen Wiesen und Triften, 
das nach Waldmeister duftet und auch zur Bereitung von Waldmeisterbowle Verwendung finden kann. 

Anthyllls montäna, Bergwundklee : harte niedrige polsterbildende Papilionacee, siehe Abb. 96, 
von den Pyrenäen bis zum Balkan, mit wollhaarigen Fiederblättern und lebhaft rotweinfarbenen Blüten 
in Köpfchen im Juni-Juli; Kultur in Felsspalten oder steinigem Boden in sehr sonnigen, trockenen 
Lagen. Schutz gegen Nässe; Vermehrung durch Samen, Teilung und krautige Stecklinge; diese und 
andere Arten, wie auch die heimische A. vulnerdria gelb, Juli, besonders in der Form rubriflora oder 
var. Did^nii, rot oder gelblich rot, gelegentlich verwendbar. 

Aatiphylla oppositifölia siehe Saxi/raga oppositifolia. 

Antirrhinum Asariaa {Asarrluna Loebälä], Löwenmaul: 5 bis 10 cm hohe, klebrig behaarte, alpine 
Scrophulariacee mit unterirdischen Stolonen, brüchigen, niederliegenden, kriechenden, bis 50 cm 
langen Zweigen, gegenständigen, rundlichen Blättern und ziemlich ansehnlichen, hellgelben, rosage- 
streiften, achselständigen duftenden Blüten, April-September ; K u 1 1 u r im Alpinum an trockenen sonni- 
gen sehr geschützten Stellen zwischen Felsen ; Vermehrung durch Teilung und Samen ; vermehrt 
sich durch Selbstaussaat, auch wenn Pflanzen in strengen Wintern erfrieren. — A glu'inösum aus 
Spanien, mit eielliptischen kurzgestielten. Blättern und weiß-gelblichen Blüten, hat sich in St. Gallen 
härter gezeigt. Das immergrüne A. sempervirens aus den Pyrenäen ist empfindlicher. 

Apera (Stipaf arundlnäcea: bis 1 m hohes, dichtbnschiges Gras aus Neuseeland, Rhizome kriechend, 
Rispen locker, wohl nur in sehr warmen Lagen brauchbar. 

Aphyllänthes monspeliensis: binsenartige L i 11 a c e e aus dem westlichen Mittelmeergebiet, Triebe 
graugrün, Blüten zartblau, Juni-Juli; wohl nur im Süden des Gebietes in warmen Lagen versuchswert; 
will ungestört bleiben, dann Rasen bildend. 

Apiostuberösa (Qlycine Apios], Erdbirne: ostnordamerikanische, 2bis3mhochschlingende'Pap i- 
lionacee mit fleischigen Wurzeln, unpaargefiederten, fünf- bis siebenzähligen Blättern und ziemlich 
unansehnlichen düsterroten Blüten in Büscheltrauben, die aber gut duften; Kultur leicht in jedem kalk- 
haltigen, nahrhaften, nicht zu schweren und feuchten Boden; Vermehrung durch Wurzelknollen und 
Samen; V e r vv e n d u n g für die Bekleidung von Stellagen, Lauben, Mauern und Felsen usw., wird leicht 
durch Wuchern lästig. 

Apiopäppas cröceus: aufrechte, 25 bis 30 cm hohe Komposite aus den Gebirgen Kolorados, 
wurzelständige Blätter lang, länglich- spateiförmig, Blütenköpfe groß, meist einzeln, gelb, Juni-Juli; 
für sonnige trockne Lagen, auch in Felsen. — A. (Haplopäppiis) cuncätus siehe „Unsere Freiland- 
Laubgehölze". 

Apöcyaum androsaemifölium, tiundsgift: ostnordamerikanische, harte. Ausläufer treibende, auf- 
rechte, bis Turmhohe, milchsaftige Apocynac eemit wagrecht verzweigten Stengeln, gegenständigen, 
eiförmigen Blättern und weißen oder rosafarbenen, honigduftenden Blüten; Kultur in frischem Boden 
in halbschattiger, windgeschützter Lage; Vermehrung durch Teilung, Samen selten (gleich nach 
Reife säen) ; Verwendung für Gehölzränder im Park, auch für Rabatten, doch leicht durch Ausläufer 
lästig. — A.cannabinum ist üppiger, weißblühend und weniger schön. Das europäisch-asiatische A.veiu'- 
tum, bis 1,5 m, rosa, wird weniger durch Ausläufer lästig. Alle ohne großen Zierwert. 

Aponogeton distächyus, Wasser ähre — Najadaceen — Wasserpflanze vom 
Kap mit knolligem Wurzelstock, schwimmenden, ovalen Blättern und duftenden, weißen 
Blüten in aufrecht über dem Wasser stehenden, dichten, bis l<s cm langen Ähren vom Au- 
gust bis in den Winter; Kultur in 40 bis 70 cm tiefem stehenden Wasser, wo die Knollen 
sich in den Schlamm einbohren können, dann ganz winterhart, doch im Sommer Schutz 
gegen Wassergeflügel; X'ermehrung durch Samen, den man direkt ins Wasser sät und 
Teilung; Verwendung für Teiche und Bassins; man vergleiche Abb. 97. 



Aposöris— AquilL'gia. 



109 



Aposeris (Hyoserls) foetida, Hainlattich: kleine, löwenzahnähnliche, unscheinbare Alpenpflanze, 
die man an feuchten, schattigen Stellen im Alpinum verwenden kann. 

Aquilegia, Akelei— Ranunculaceen — Wertvolle, harte Stauden mit doppelt-drei- 
zähligen Blättern und schönen, eigenartig geformten, endständigen Blüten in blauen, gelben, 
roten oder weißen Farbentönen, siehe Abb. 98; Kultur in jedem guten, nicht zu schweren 




Aponogeton äistacliyus, Wasserähre, auf dem Wasser, im Vordergrunde auf dem^Lande 
blühende Saxifraga peltata (phot. c. Reitig, Jena). 



undirockenen Qartenboden, doch bevorzugen sie leichten, aber nahrhaften, humosen frischen 
Boden und etwas halbschattige oder jedenfalls geschützte, aber nicht geschlossene Lage; 
Vermehrung durch Samen (Samen dünn säen; in tiefe Schalen pikieren), doch besser 
Arten und Qartensorten nur durch vorsichtige Teilung (Pflanzzeit August-September, nicht 
später); Verwendung als erstklassige Rabattenstauden besonders für halbschatiige Lage, 
als Gruppen- und Schnittblumen; auch im Park und Alpinum (z. B. alpina) vielfach brauch- 
bar; leider viele unechte verbastartierte Aiten im Handel und die guten selten echt. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



aipma 109 

arctica 110 

atrata 110 

Bertolonii 110 

californica 110 

canadensis 1 10 

chrysantha 110 

coerulea 110 

— alba 110 

— candidissima .... 110 

— hybrida 110 

ecalcarata 110 

elegantula 110 

eximia 110 

flabellata HO 



flabellata nana 111 

formosa 110 

— truncata 110 

glandulosa 110 

haylodgensis 111 

Helenae 111 

jucunda 110 

macrantha 110 

nigricans (Abb. 98) ... 1 10 

nivea grandiflora .... 110 

olympica iio 

oxysepala 110 

pyrenaica 110 

sibirica 110 



sibirica erecta fl. pl. . . . I 

Skinneri 1 

Stuartii i 

thalictrifolia 1 

truncata 1 

vulgaris i 

— alba 1 

— atrata 1 

— ecalcarata 1 

— erecta fl.pl 1 

— nivea 1 

— olympica 1 

— stellata 1 

Wittmannianna 1 



\. Sporn am Ende gekrümmt (hakig oder nur ziemlich leicht gebogen), Blüten blau 
•oder weißblau, nickend: A. alpina, Schweiz, etwa 30 c/w, Laub sattgrün, Thalictrum-artig, 



Aquilegia 



Blüten lebhaft samtig blau, Mai bis Juni (im Gebirge später), selten echt zu erhalten, prächtig 
fürs Alpinum in schattigen Felsspalten in humoser Erde: A. flabelläta, .lapan, 1 5 bis 25 cm. 
Sporn kaum länger als Fetalen. Mai-Juni, siehe unten A. tieknae; A. jucünda (A. glan- 
diilösa Hort.), Altai-Sibirien, 30 bis 50 cm, Blüten grolJ. blau und weiß, Sporn sehr kurz und 
gekrümmt, Samen glänzend, sehr gute Art, Verpflanzzeit zeitiges Frühjahr, wenn eben Trieb 
sich zeigt; die echte glandulosa ist eine wenig dauerhafte, alpina ähnliche Art mit tiefblauen 
schönen Blüten, die allerdings nur einmal blüht und matte Samen hat : A. nigricans, heimisch, 
vergleiche Abb. QS, Blüten blauviolett, Sporn kürzer als Fetalen. Mai-.luni; A. olympica, 
{A. vulgaris var. olympica. A. Wittmannidna), Armenien-Kaukasus, steht vulgaris nahe 
aber drüsig behaart, Blüten weißlich und hellila, Sporn länger als Fetalen. Juni, wenig schön; 

A.oxysepala Hort., bis bOcm, der 
glandulosa nahe stehend, aber rei- 
cher blühend, außen blau, innen weiß- 
gelb, Mai-.luni. von den frühesten 
die schönste, botanisch aber noch 
unsicher; die echte avi'5i7;ö/r/ Traut- 
vetter et Meyer aus der Mandschu- 
rei blüht später dunkelrotbraun mit 
gelb, Blüten schön groß, Färbung 
einzigartig; A. pyrenäica, ähn- 
lich alpina, niedriger, Blüten tiefblau 
mit goldigem Innern, sehr schön und 
reich blühend ; in ihreVerwandschaft 
gehört A. Bertolönii; A. sibirica, 
Sibirien, 50 cm. gleicht jucunda. 
ebenso großblumig, aber früherblü- 
hend, blau mit gelb, schön doch 
selten echt; die oft zu sibirica ge- 
stellten gefüllten Formen mit auf- 
rechten blauen, violetten, rosa oder 
roten Blüten ( var. en'ctafl. röseo etc.) 
sind sehr schön, gehören aber in den 
vulgaris-Kveis; A. vu/g"är/s, Euro- 
pa, Sibirien, 40 bis 80 cm, Blüten 
violett oder rosa, auch weiß, var. 
alba (var n/vea, A. nivea grandi- 
florä), und schokoladenbraun, var. 
atrdtaiA. atrata); von vulgaris gibt 
es gefülhe Formen und gute Gartenhybriden, die bis 1,30 /«hoch werden, in weißen, rosafar- 
benen, hell- und dunkelblauen Farbtönen, sehr zu empfehlen; siehe auch unter sibirica, ferner 
sei auf die spornlosen A. vulgaris stelldta (var. ecalcardta] in allen Farben verwiesen, die 
nichts mit der echten A. eculcarata aus China zu tun haben. — II. Sporn ganz gerade, 
Blüten gelb, gelbrot. rot oder blau: A. coerülea (A. macrdntha). westliche mittlere Ver- 
einigte Staaten, 40 bis 50 cm, Blüten lavendelblau, mit rahmweiß, wagrecht oder aufrecht, 
Sporn länger als Fetalen, A^ai-Juni, var. alba, weiß, var. candidissima, schneeweiß, zuweilen 
leicht rahmweiß, sehr schön, hier gute Gartenformen var. hybrida (wahrscheinlich mit /l. chry- 
sdntha), bis 70 cm, mit prächtigen zart rosa und lila Tönen, liebt Zusatz von Moorerde und 
mehr halbschattige Lage; A. canadensis iA. elegantiila). Ostnordamerika, 30 bis 50 cm, 
Blüten scharlachrot mit gelb, hängend, Sporn länger als Fetalen, Staubgefäße hervorragend, 
Mai-Juni; A. chrysäntha (A. thalictrifölia). südwestliche Vereinigte Staaten, 0,8 bis 1,2«;, 
Blüten blaß goldgelb, aufrecht, Sporn sehr lang, Juni-Juli, sehr schön, var. alba, Blüten 
rahmweiß; A. formösa {A. drctica), Nordamerika, Tracht wie canadensis, Blüten ziegelrot 
mit gelb. Sporn kaum länger als Sepalen, Mai-August; A. Skinneri, Neumexiko, 60 cm. 
Blüten hängend, der lange Sporn glänzend rot. Fetalen und Kelch gelbgrün, .luli-August, 
spätblühend, liebt warme Lage und leichten Boden, zu empfehlen; A. truncäta (A. cali- 
förnica, A. eximia, A formösa var. truncäta], Westnordamerika. 40 bis hO cm. Blüten hängend, 
orange mit Scharlach und gelb, Sporn länger als Fetalen, Juni-Juli; ferner zu erwähnen die 




Aquilegia nigricans, dunkler Akelei, 

iphot. Kraskovits, Süd-Steiermark). 



Aqiiilegia — Ära 



schönen hybriden Gartenformen: A.haylodgensis [A.Jlabelldta>: coenilea], chrysantha- 
ähnhch. bis 1 m. üppig, bis Anfang Juli blühend, sehr wertvoll ; A.tielenae (ßabellata nana 
X coendeä), 40 cm, straff, tiefblau mit weiß, Mai-Juni, und A. Studrtii (jiicunda X olympica), 
nicht so üppig und reich wie Juainda. Mai-Juni. 

Ärabis, Gänsekresse — Cruciferen — Niedrige rasige Felsenpflanzen mit oft 
rosettigen Grundblättern und hübschen gelben oder weißen Blütentrauben im Frühjahr; 
K u 1 1 u r in leichtem Boden, doch siehe im übrigen die Arten ;Vermehrung durch Teilung 
(Pflanzzeit August-September), Stecklinge und Samen; Verwendung der Gartenformen 
von albida und alpina im Garten für Gruppen und Einfassungen, während die übngen Arten 
wohl nur fürs Alpinum in Betracht kommen. 

A. älbida (A. caucdska, oft als 
f//p//?a gehend), Griechenland, Klein- 
asien-Kaukasus, der folgenden ähn- 
lich, aber niedriger dichter rasig, sil- 
bergrau, Blätter sämtlich buchtigge- 
zähnt gegen Spitze, gerieben unan- 
genehm riechend, früher blühend, vor 
allem wertvoll die var.//./?/.^), weiß 
gefüllt, April, gut für Binderei, und 
deren weißbuntblättrige Form, be- 
sonders schön w&r.grandiflörasiipi'r- 
ba {A. alpina w&r. grandiflora super- 
ba), Blüten größer, verbenenartig. 
auch fürBinderei. vorzüglich für trok- 
kenste Stellen, Mauern ; einer Kreu- 
zung mit aubrietioides entstammt 
var. rösea iA. alpina var. rosea Hort. 
Arends), Blüten zartrosa, wertvoll; 
A. alpina, Europa, Nordasien, auf- 
rechter als a/te/ö, 1 5 bis 20 rm.grün, 
etwas graubehaart, Blätter mit tief 
herzförmigem Grund, stengelumfas- 
send, kurzgezähnt, Blüten kleiner als 
bei voriger, April-Mai; liebt feuch- 
tere Lagen, nasses Geröll; A. au- 
brietioides, Cilicien. ähnlich albi- 
da, Blüten hell purpurn ; A. Biliar^ 
dieri, Kleinasien, Libanon, eine 
Form der albida, besonders schön 
var. rösea mit lila Blüten ; A. ble= 
ptiaropliylla, Kalifornien. Blätter dunkelgrün, glänzend, Blüten rosenrot, gut durchlässigen 
Boden, halbschattige Lage, selten echt; A.carductiörutn [Drdba gigas). Armenien, ganz 
niedrig, Blätter steif rosettig. dichtrasig, weiß, später als A. Ferdinändi=Cobürgi, Maze- 
donien, der procurrens ähnlich, aber nicht ganz so üppig, graugrün; A. Hälleri, Mittel- 
europa, Grundausläufer, Grundblätter gefiedert, Blüten weiß. var. rösea, zart rosa. Juni-Juli, 
etwas feucht schattig; A. procurrens, Südosteuropa, dichtrasig mit beblätterten Ausläufern, 
bis 30 cm, grün, Blüten groß. weiß. Apnl-Mai. halbschattig; A.Stürii, bisSrw. dunkelgrüne 
Polster, weißblühend, für sonnige Felsen. Ferner seien erwähnt A. bryoides, Griechenland, 
Kleinasien, kleine silberweiße Polster, und die ziertiche A. vochinc'nsis, Blüten weiß. 

Arälia, Araüe — Araliaceen — Hohe dekorative Pflanzen mit aromatischem, flei- 
schigem Wurzelstock, drei- bis fünffach zusammengesetzten Blättern und unscheinbaren, 
grünlichweißen Blütchen in rispigen Blütenständen. ,iuli-September. siehe Abb. 2(» und ^)'-i; 
Kultur in genügend feuchtem, kräftigem, tiefgründigem Boden; Vermehrung durch 
Aussaat, Teilung, einige Sorten durch Ausläufer, andere durch Wurzelschnittlinge ; Verwen- 
dung als Einzelpflanzen auf Rasen, auch im Park; lieben Halbschatten, oder in Sonne 
reichliche Bewässerung. 





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Abb. 99. Aralia californica, 1,5 m (H. Junge, Hame 



Arälia— Arenaria 



A. califörnica, Kalifornien, bis über 2 m. in der Tracht der bekannteren und härteren 
raceniosa gleich, aber in allem üppiger, siehe Abb. '»'S; A. cordäta {A. edulis), Japan, eben- 
falls ähnlich. Blätter unterseits an Nerven weil.'.behaart, Früchte blauschwarz; A.nudicaülis, 
Ostnordamerika, Wurzelstock mit weit kriechenden unterirdischen Rhizomen, etwa 25 cm 
hoch, gute Schattenpflanze für humosen Boden, selten echt in Kultur; A. racemösa (Abb. 
20), Ostnordamerika, bis 1.5 m, Blätter meist kahl, Frucht purpurlich; besonders üppig 
var. sacha/im'nsis, Sachalin ; auch A. cachemirica, {A. cashmeridnä), aus Kaschmir in 
Kultur, zierlicher. 

Archaagellca officinälls, Engelwurz, ist eine nur zweijährige Umbellifere. 

Arctötia siehe HapLocdrpha\ 

Aremönla agrimonioides: niedrige Agnmonia-'ii\\r\\\c\\t Staude aus dem südlichen Mitteleuropa, 
der aber die hal<i2;en Weichstacheln an Stelle des Außenkelches fehlen; Blüten gelb, sonst wie /1^;-//7/cin/V/. 

Arenäria^°) (Alsine), Miere, 
Sandkraut — Caryophylla- 
c e e n — Rasige, polsterbildende, 
fc*»^ JP- -i^^'» * '"eist nur 2 — 5 a/^hoheFelsenstau- 

f^ " ■^^- /-äÄm^..A.. w. di_n mit feiner Belaubung und klei- 

nen tast stets weißen Blütchen, siehe 
\bb lOO.Kulturmeistmühelos.siehe 
\rten VermehrungdurchSamen, 
leilung oder bei seltenen Arten 
durch Stecklinge; Verwendung 
lur Trockenmauern, im Steingarten 
und \lpinum, siehe Arten. 

I Blättchen länglich -lanzettlich 
bis umdlich-eiförmig, A, aretioi- 
des {Siebera cherltrioides), Alpen. 
Blätterlänglich-lanzettlich, fleischig, 
oberseits tief rinnig, sich deckend, 
I-Slüten einzeln endständig, fast sit- 
zend, Juli-August, für Felsspalten ; 
A baleärica, Balearen, Corsica. 
moosartig, freudiggrün, Blätter oval, 
Blüten einzeln, deutlich gestielt, fast 
den ganzen Sommer, zur Begrünung 
halbsonniger, schattiger Felsen, im 
kleinen Alpinum oft lästig, in rauhen 
Lagen nicht ganz hart; A. gräcilis, Balkan, ähnlich ^/-flffö'//7o/fl, Blätter mehr schmal ellip- 
tisch, undeutlich gezähnt; A. graminifölia (A. Rosdnii), Südeuropa, dichtrasig, Blätter 
lineal-lanzettlich, glänzend grün, drüsig behaart, Blüten unscheinbar, zu drei, Juli-September, 
für Einfassungen, wertvolle Polsterpflanze; A. lanceoläta, Alpen. Blätter starr, schmal- 
lanzettlich, Grund gerundet, Blüten zu 1 bis 3, Juli-August; A. Z-edeöour/äna, Kleinasien, 
kahle blaugraue, an eine kleine /4/7Kf/7ö erinnernde Rosetten bildend. Blätter steif, lineal-lanzett- 
lich, Blüten etwas gelbgrün, .luli, warme Plätze im Alpinum ; A. purpuräscens, Pyrenaeen. 
Blätter glänzend dunkelgrün, spitzoval, Blüten hellrosa. .luli-August. verträgt etwas kühlere 
Lagen ; A. tetraquetra, Pyrenäen, Spanien, feste flache Polster, Blätter rundlich oval, paarig 
über Kreuz. Blüten .luli-August; A. ttnölea, Kleinasien, dichte unverwüstlich grüne Polster 
bildend. Blätter klein, steif, oblong oval, Blüten unscheinbar. — II. Blättchen pfriemlich oder 
lineal. einnervig: A. Bauhinörum (A.liniflöra), südöstliche Alpen, lockere Polster. Blätter 
halbrundlich, klebrig-drüsig, Blütenstengel mehrblütig, 8 bis 20 cm, Blüten groß. Juli-August, 
wertvolle Alpine; A. grandiflora (A. triflöra). Alpen, glänzend grüne Rasen bildend, Blätter 
derb, pfriemlich oder lanzettlich. Blutenstände 1 bis 4 blutig. Blüten weiß; A. laricifölia, 
Alpen, ähnlich voriger, flaumig, nicht drüsig, behaart. Blütenstände bis 30 rw. siehe Abb. 100, 
Juli-September, im Gegensatz zu Bauhinörum nicht auf Kalk, gut für grüne Rasen in son- 
nigen heißen Lagen ; A. verna, Europa, sehr dichte feine smaragdgrüne Polster, Blüten- 
stände trugdoldig. bis 1 cm, ,luni-.luli. auch var. //. pl. wertvoll ; prächtig die nahestehende 
A. riipc'stris vom Libanon, rosa. 




Abb. 100. Arenana (A/ame) laniijolia, Lärchenblatt-Miere, 
10 cm. (Aus der „Üartenwelt"). 



Mi^L'i^MiMwBt 



/JT;«:; 






Abb. 101. Arenaria {Alwine) g:andiJ'lo 



Arenaria caespitösa siehe Saffimi. 
— Aretia Vitaliäna siehe Dou^ldsui. 
Argemöne platyceras. Stachele 

mohn — Papaveraceen — 0,5 bis 
1,2 m hohe, südlich-nordamerikanische 
Staude, Blätter buchtig-fiederteilig. blau- 
graugrün, bis 25: 10 cm, Blüten bis lOcm 
breit, weiß, wie Abb. 102, Frucht eine 
Kapsel ; K u 1 1 u r usw. wie Papch'crorien- 
tdle, aber empfindlicher, etwas Winter- 
schutz; zur Blütezeit prächtig. 

Arisaema — Araceen — Niedrige 
Kräuter mit knolligen Wurzeln, dreitei- 
ligen Blättern und purpurlicher, an der 
Spitze eingerollterSpatha, wie Abb. 103, 
im Mai und hübsch roten Beerenfrüch- 
ten im Juli ; K u 1 1 u r in nahrhaftem Bo^ 
den, in etwas feuchter schattiger Lage, 
da sonst die Blätter zeitig einziehen ; 
Knollen nicht zu flach pflanzen, im Win- 
ter eventuell Reisigdecke; Vermeh- 
rung durch Samen oder Teilung; Ver- 
wendung für Parks in lichtem Laub- 
holzbestande oder auch im Alpinum. 

Außer der in Abb. 103 abgebildeten 
A. riogens aus Japan noch die einan- 
der ähnlichen A. amun'nse ausNordost- 
Asien und A. triphyllum aus Nordost- 
Amerika als hart zu nennen. Für Schat- 
ten auch brauchbar A. Drucöntiuin aus 
dem östlichen Nordamerika. 

Arlsärum — Araceen — Pflanzen 
wie Arisaema in Blüte, aber Blätter wie 
Arum: Kultur usw. wie diese; kaum so 
hart, Winterschutz. 




Abb. 102. Blüten vom Stachelmohn, Argemöne platyceras 

iphot. A. Purpusi. 
landen, 3. .\ufl?.ge. 8 



11^ 



Arisärum— Armeriästrum. 




Arisaenia ringe ns in Kew, 15 cm (Orig.) 



A.proboscoideum (Arum proboscoideum), Rhizom zylindrisch, Spatha mit 7 bis \bcm langem Spitzen- 
fortsatz ; A. vulgäre {Arum arisärum), Mittelmeergebiet. Rhizom oval, Spatha ohne das lange Anhängsel. 
Aristolöchia,OsteT\azei — Aristolochiaceen — 0,4bisl/n hohe, harte, heimische, kahle, auf rechte 
Stauden.die sich imPark in lichteniQebüsch, an trockenenHängenusw. gelegentlich gut unterbringen lassen. 
A. cleaiatitis, Wurzelstock kriechend, Blätter herzeiförmig, Blüten blaßgelb, gehuschelt, Mai-Juni; 
A. pällida, Wurzelstock knollig, Blätter dreieckig-nierenförmig, Blüten einzeln, achselständig; A. p6n- 
tica, Pontus, bis SO cm, Wurzelstock knollig, Blätter geöhrt-eiförmig, Blüten wie bei voriger, verhältnis- 
mäßig sehr groß, grünpurpurn. 

Armeria^^) (geht auch oft als 
Stdticc). Grasnelke — Plum- 
baginaceen —Harte, niedrige, 
rosettige, fast immergrüne Pol- 
sterpflanzen mit aufrechten, ein- 
köpfigen Blütenschäften und meist 
rosenroten Blüten, vom .luli oft bis 
in den Herbst : K u 1 1 u r in nicht zu 
schwerem, etwas humosem, san- 
digem Gartenboden in sonniger 
Lage : Vermehrung durch Tei- 
lunglPflanzzeitAugustbis Herbst) 
oder Saat ; Verwendung vor 
allem als ausgezeichnete Einfas- 
sungspflanzen, z.B. Z,ß«f//fona und 
cephalotes, auch fürs Alpinum ; für 
Schnitt plantaginea. 

A. alpi'na (Statice montdna), 
Alpen, Pyrenäen, 20 cm, Blätter 2 bis 3 mm breit, .luli-August; A.caespitösa^^) {A.Jimi- 
perijölia). Gebirge von Spanien und Portugal, bis 5 cm. dichte rundliche blaugraue Polster. 
Blätter schmal nadeiförmig, Blüten zart rosa, April-Mai, schönste und beste Art für Felsen- 
mauern und Steingärten; A. labradörica, arktisches Gebiet, rosa, Mai, ähnlich A.setcicea; 
A.latifölia (A. cephalotes, A.formösa, A. oder Stcitice pseudo-armdria) , iberische Halbinsel, 
bis 60 cm. Blätter oblong-lanzettlich. fünf- bis siebennervig, Köpfchen bis 7 cm breit, leuch- 
tend hellrosa, .luni-Juli; hierher oder zu vulgaris die A.jormösa spk'ndens Hort., 40 bis 50 cm 
hohe straffe Stiele, Juli, leuchtend karminrot; A. maritima {Statice Armeria), Nord- 
europa. 10 bis 30 cm. Blätter 
lineal, lila, var. alba{A.leuco- 
cc'phala Hort.), schneeweiü, 
var. „ B e e s r u b y" leuchtend 
karminrot, auch für Schnitt, 
MaibisSeptember.beste Form 
var. Laucheäna {A. Lauche- 
ana), leuchtend rosa, hierher 
auch die A. bractedta rubra 
Hort., 1 bis 1 5 cm. breitblätt- 
rig, dunkelrot und bracteata 
spk'ndens Hort., Blütenköpfe 
groß, karminfarben, Juni; A. 
plantaginea, Mittel- und 
Südwesteuropa, 30 bis 60 cm. 
Blätter lanzettlich, 5 bis 7 mm 
breit, rosenrot, .luni-Juli, bei 
var. leucdntha weil.l und var. 
rubra rot; A. vulgaris (A. 
elongäta), Mitteleuropa. 20 
bis 40 cm. Blätter lineal, Mai- 
Sommer, bei var. purpiirea 
Blüten purpurn. 

Armeriästrum siehe Acau- 
tkolimon. Abb. 104. Anneria 




Arnebia — Artemisia. 



Arnebia (Macrotömia) echioides, Prophetenblume — Boraginaceen — Harte, 
kaukasische, aufrechte. 10 bis 40 cm hohe, rauhhaarige Staude mit ausgebreiteten länghchen 
Blättern und goldgelben, innen anfangs schwarz gefleckten, primelartigen Blüten in reich- 
blütigen Cymen, im April-Mai; Kultur in nicht zu sonniger Lage und kalkhaltigem durch- 
lässigen Lehmboden nichtschwer.kein frischerDünger; \'e rmeh run gdurch Samen (Früh- 
jahr) und Teilung; Verwendung fürs Alpinum wie für Rabatten am Haus, in iWassen recht 

hübsch, auch halbschattig. — A.ce= 

phalötes, aus Griechenland und 
Orient, etwa 30 cm hoch, mehr anlie- 
gend behaart, in Kultur nicht leicht. 
Arnica moatäna, Wohlverleih: 
heimische, harte Qebirgskomposite mit 
grundständigen ovalen Blättern und 
großen, orangegelben Blütenköpfchen 
auf bis 50 f/« hohen Stengeln, wie Abb. 
105, im Juni-August; Kultur in etwas 
frischem kalkfreiem Boden, in grasigen 
Partien; Ve rmehrung durch Teilung 
oder Saat (Herbst); Verwenduiit; 
fürs Alpinum und auch im Park auf ge- 
eigneten Orten. Im blühenden ZustanÜL- 
giftig. 

Arnica Cliisii sieheDoröniciim Cliisii. 
— Arönicum siehe Dorönici/ni. — Aren» 
Stab siehe Ariim. 

Arrhenatherum bulbösum 
var. variegätum. Bandgras, bun= 
ter Glatthafer: Bunte Form des 
bekannten heimischen sogenannten 
französischen Ra\'grases. 
bildet 25 cm hohe, hübsche Büsche 
mit feiner silberbunter Belaubung; 
Kultur in jedem, am besten frischen 
Gartenboden; Verm ehrung durch 
Teilung;Ve rwendung f ürRabatten. 
Gesteinpartien, Einfassungen usw. 

Artemisia, Beifuß, Edelraute — Kompositen — Niedrige oder hohe aromatische 
Stauden mit meist fein zerschnittenen Blättern und kleinen, gelben oder weißen Blüten in 
rispigen Blütenständen wie Abb. 56 und 106; Kultur der niederen Arten als sonneliebende 

Felsenpflanzen zwischen Gestein, 
wo die Wurzeln tief in humos-lehmi- 
gen. sandigen Boden hineindringen 
können und die Pflanzen nicht unter 
Nässe leiden, .4. luctiflora dagegen 
als Gartenstaude in warmer, etwas 
feuchter Lage und nicht zu schwe- 
rem, gut durchlässigem, tiefem Bo- 
den; Vermehrung meist durch 
Stecklinge oder Samen; Verwen- 
dung fürs Alpinum odtx A.laciilora 
als ausgezeichnete herbstblühende 
Rabattenstaude, auch für Schnitt. 

A. lactiflöra, China, aufrecht 
bis 1.5 m. Blätter tiefgrün. Blüten 
weiß, wohlriechend. September-Ok- 
tober, wie Abb. 5b: A. lanäta(A. 
pedemontana), Italien. rasig, sil- 
berweißwollig, selten blühend. Abb. 
Abb. 106. Artemisia lanata, silberwollige Edelraute, 15 cm ' 0''^ ^ mutenina(A.läxa),Sch- 
iausder„QartLnweii-i. te Edelraute, .Alpen, rasig, 5 bis 





116 



Artemisia — Asclepias. 



20 cm, silbergrau behaart, Blüten gelb, Juli-September, sehr zierend im Felsgarten, ver- 
trägt etwas Halbschatten, fürs Alpinum ferner zu nennen A. Baumgartc'nü, cauccisica, gla- 
cidlis und var. sph'ndens u. a. m. — A. Abrötanum, tridentdta u. a. kultivierte Arten sind 
Sträucher, siehe Laubholzbuch. 

Artischocke siehe Cynara acölymus. 

Ärum, Aronstab — Araceen — Harte giftige Kräuter von der Tracht der Arisaena, aber mit 
spießpfeilförmigen, einfachen Blättern und gelblich-weißlichen oder grünlichen, an der Spitze nicht 
eingebogenen Scheidenblättern ; Blüten im Mai-Juni, Fruchtstand mit leuchtend roten Samen im Sommer 
bis Herbst ; Kultur usw. wie bei Arisaema. 

A. Itälicum, Südeuropa, höher und schöner als das heimische A. maculütam. ferner /l.n/^rum, Maze- 
donien, Scheiden sehr schön, tief schwarzpurpurn. Siehe auch unter Arisarum. 

Arüncus Sylvester {Spiraea 
Aruncus), Geißbart: europäisch- 
nordasiatisch - nordamerikanische, 
bis 1,5 /;/ hohe Saxifragacee, 
Blätter zwei- bis dreifach gefiedert. 
Blättchen scharf gesägt, Blütenstän- 
de ährig-rispig, Blüten zweihäusig, 
weil.) oder gelblichweiß, Juni-Juli, 
siehe Abb. 107; wertvoller var. 
Kneiffii, Belaubung zierlicher. Blü- 
tenstände feinfiederig, ferner var. 
pliimösus, nurbis 75 cm, Rispen sehr 
elegant, erst alte Pflanzen schon 
Kultur etc. -w'xt Astilbe. Zu letzter 
Gattung gehört auch Spiraea a^til 
holdes, die nicht identisch mit dem 
echten Aruncus astilboides iMaxim 
ist. 

Ariindo Dönax. Pfahlrohr 
bis 4 m hohe, schmuckvolle Gra 
minee aus Südeuropa mit kurzen 
dicken Rhizomen und rispigen Blu- 
tenständen, die in Mitteleuropa nicht 

zur Entwicklung gelangen: siehe*'Abb. 108: Kultur in warmer Lage in sehr nahrhaftem, 
feuchtem Boden: in kälteren Lagen an trockeneren Stellen, da die Rhizome in solchen besser 
ausreifen und durch den Winter kommen: in rauheren Lagen Winterschutz nach Abschneiden 
der Halme nach den ersten Herbstfrosten: Vermehrung durch Teilung; Verwendung für 
Uferpartien, auch im Rasen als Einzelpflanze, aberlange am selben Platz lassen; die bunte 
Form var. variegdta (var. picta) bei uns zu empfindlich fürs Freiland. 

Ariindo Phragmites siehe Phragmites. — Asarrhina Loebelii siehe Antirrhiniim Asarina. 

Äsarutn europaeum, Haselwurz: harte, heimische, 2 bis 6 cm hohe Aristo- 
lochiacee mit dünnem kriechenden Wurzelstock und immergrünen, nierenförmigen. glänzend 
dunkelgrünen Blättern wieAbb.lüH. Blüten glockig.grünlich-purpurn,nichtauffällig,aromatisch, 
Mai-Juni: Kulturan schattigen Plätzen in nahrhaftem Boden: Vermehrung durch Teilung; 
Verwendung als ganz vorzügliche Schattenpflanze und Ersatz fürRasen, zieht nach Pflan- 
zung oft für längere Zeit oberirdisch ein. Man verwende nur gut kultivierte Ware. — Noch 
wertvoller als europaeum ist A. virgtnicum, Nordamerika, üppiger, Blätter dick, lederig, 
glänzend. — Weitere gute Arten sind A. cauadense, nicht immergrün, A. caucdsicum und 
A. cauddtum. die letzte fast ganz kahl, durch ihre großen langgeschwänzten Blüten bemerkens- 
wert'-), seh wachwüchsig, nur zum Teil immergrün. 

/4sc/ep/as,Seidenpf lanze — Asclepiadaceen — Recht brauchbare.aufrechte buschige 
nordamerikanische Stauden mit gegenständigen Blättern und dichten, duftenden Blütenständen 
Juli-September; Kultur siehe unten: Vermehrung durch Teilung im Frühjahr; Verwen- 
dung von incarnata und tuherosa als Rabattenstauden, die letzte zum Schnitt geeignet, wo- 
gegen sivvV«« nur für große Parks in Betracht kommt, da sie sehr wuchert. 

A. /ncar/jäfa, ausläufertreibend, bis 1 m. kahl. Blätterlanzettlich, Blüten rosa, liebt sumpfige 
Stellen, Ufer und sonnige Lage, gute Bienenfutterpflanze; A. syriaca U. Cormiti), aus- 




Asclrpias 




Abb. 108. Aiii/ido Domn, I^fablrohr, 2 5 m, bei Ragusa in Dalmatien. (Orig 



läufertreibend, bis 2 m, behaart. Blätter breit- oval, Blüten hellpurpurn, wächst überall, als 
schöner gilt A. speciösa, nordwestl. Nordamerika, bis 1 tu, Mai-Juli, steht syriaca nahe; 
A. tuberösa, Wurzeln knollig. 40 bis 60 cm. behaart, Blätter ei -lanzettlich, Blüten hell- 




eiiiopaeum, Haselwurz, 8 cm (phot^j. Hartn 



I 1 8 Ascl(^pias — Aspferula. 

orangegelb, in einseitig rispig angeordneten Dolden. Auch auf A. Hdllii, 0,5 bis 0,6 m, aus 
Colorado, und A. purpurea aus Rußland sei verwiesen. 

Äscyrum siehe „Unsere Freiland-Laubgehölze". 

Aspäragus, Spargel — Liliaceen — Harte, sehr reich und fein verzweigte, tief- 
wurzeinde. dekorative Stauden, deren feinste Zweiglein kleinen Nadelblättern gleichen, Blüten 
winzig, aber kugelig rote Beerenfrüchte im August bis Herbst; Kultur in tiefgründigem, 
frischem Boden ; Vermehrung durch Teilung oder Samen ; \' e r w e n d u n g für den Park 
oder auch an passenden Stellen in großen üärten; Laub für Dekorationen sehr wertvoll. 

A. schoberioides, .iapan, 1 ni. schöne zierende Belaubung, Beeren rot, sitzend; A. te= 
nuifölius, südliches Mittel- und Südeuropa, 30 bis 40 cm, sehr graziös; A. verücillätus, 
Kaukasus, etwas halbstrauchig, bis über 3 m lange kriechende oder etwas windende Triebe, 




Abb. 110. Aspcrula odorata, Waldmeister, 20 cm (G.Are 



zur Bekleidung von Felsen, Geländern, über Gebüsch usw. Auch der angebaute Küchen- 
spargel, A. officinälis (A. ciltilis), läßt sich im Park verwenden. Hübsch und hart auch 
A. filicinus aus dem Himalaya. 

Asperula, Waldmeister — Rubiaceen — Kräuter mit quirlständigen, feinen Blättern 
und weißen oder rosa Blüten ; siehe im übrigen die Arten. 

A. arcadiensis {A. Athoa Hort.), griechische Gebirge, grau behaarte, bis 10 cm hohe 
Polster, Blüten zu (i- bis 8 kopfig. zart nelkenrosa, wachsig, langröhrig, schön, aber in Kultur 
und Vermehrung nicht leicht, sonnige Felsen ( Moräne) ; A. cynänchica, Gebirge vonEuropa, 
15-20 cm, sehr ästig. Blätter schmal lineal. Blüten rosa oder weiß, .luni-August, für trockne 
sonnige Stellen im Steingarten ; als besser gilt var. .lorclünii, Frankreich, zwergige Form, 
Blüten lebhafter rosa; A. hirta, Pyrenäen, weiche grüne Polster, Blätter schmal, kahl, 
Blütentriebe bis 10 cm, Blüten prächtig rosa, Mai- Juni, gut fürs Alpinum; A. NeHrelchii, 
Alpen, starre dichte niedrige Rasen, ebenfalls rosa; ähnlich und schöner A, nitida, bithy- 



Aspi'fula — Aspidium. 



119 



nischer Olymp; für durchlässigen steinigen Boden in sonniger Lage; A. odoräta, unser 
gemeiner Waldmeister, bis 20 cm. ausläufertreibend, Blätter 0- bis 8 wirtelig, Blüten weiß, 
Mai-Juni; für schattige Orte und frischen humosen Boden, siehe Abb 110; A. taurina, 
südliches Mittel- und Südeuropa, ähnlich voriger, Blätter 4 wirtelig, wie vorige zu verwenden. 

Asperula caläbrica siehe Piitöriu. — Asperula eiliäta siehe Pliuöpsis. 

Asphodeline, Junkerlilie — Liliaceen —Ganz ähnlich ^5/7/zoa'£'///s, aber mit kurzem, 
beblättertem Stamm, Blüten gelb oder weiß, siehe sonst Asphodelus und die Arten. 

A. lutea, Südeuropa, glatte Blätter, Blütenstiele bis oben beblättert, 0,6 bis 1 m, Blüten 
gelb, auch gefüllte Form, April-Mai ; A, libürnica, Südeuropa, 40 bis 60 cm, Blätter rauh 
gezähnelt, Blütentriebe nur im unteren Drittel beblättert, Blüten größer, Mai-Juni; A. Balän= 
sae,^'^^) Cilicien. bis i m. Stamm nur am Grunde beblättert, Blüten weiß, Juni, vormittags 
geschlossen, schön, aber meist nur zweijährig; 
A. globulifera aus Cappadocien (Abb. 1111 und 
A. isthmocärpa aus dem Taurus sind auch für 
Fclsanlagen geeignet. 

Asphodelus, Affodil, Goldwurz — Li- 
liaceen — Südeuropäische Pflanzen mit flei- 
schigem Wurzelstock, sitzendem Blattschopf und 
weißen Blütenständen, wie Abb. 112; Kultur 
in etwas kalkigem oder sandigem, nahrhaftem, 
gut durchlässigem Gartenboden in warmer Lage, 
während der Triebzeit genügend gießen, später 
und im Winter Schutz gegen übermäßige Nässe; 
Vermehrung durch Samen,derlangeliegt (Topf- 
aufzucht, da Wurzeln gegen Verletzungen empfind- 
lich ) oder durch .Abtrennung von bewurzelten Erd- 
sprossen; Verwendung als Zierpflanzen für 
Rabatten und im Rasen. 

A. albus (A. rumosiis zum Teil), Südwest- 
europa, bis 1 m, wie Abb. 1 1 2, Blätter 1 ,5 cm breit, 
3 kantig, Blütenstand einfach traubig, Blüten an- 
sehnlicher als bei folgender. Mai-Juni ; A. micro- 
cärpus (A. ramos/iszum Teil). Mittelmeergebiet, 
kräftiger. Blätter breiter, flach, Blütenstände rispig, 
Blüten kleiner, April-Mai. Außerdem viele ähnliche 
Formen vorhanden. 

Aspidium^*) (einschließlich Dryöpteris, Phe- 
jföpreris und Polystic/iiim). Schildfarn, Punkt- 
farn : verschieden gestaltige. zumTeil sehr schöne, 
buschige Farnkräuter (siehe Abb. 1 1 .^ bis 1 20). für 
feuchte schattige Stellen in humosem Waldboden 
(grober Torf- und Heideerdezusatz), die sich im 
Alpinum und Park sehr gut verwenden und bei 
genügend mildem Wetter den ganzen Winter hindurch pflanzen lassen. A. Dryöpteris und 
Robertianiim auch für schattige Mauern geeignet, letzte liebt Kalk. A. acrostichoides ist auch 
für trockenere humose Lagen brauchbar. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen). 




, Asphodeline globuliferaß 

(phut. W. Siehe, Mersina). 



acrostichoides 122 

aculeatum und vars. 

(Abb. 113/115) .... 123 

angulare 123 

Braunii 124 

cristatum 120 

dilatatum und Formen 

(Abb. 120) 120 

decursive-pinnatum ... 120 

Dryöpteris 120 



Fiii.x mas und Formen 

(Abb. 116) 121 

fragrans 121 

Qoldieanum (Abb. 1171 . . 121 

hexagonopterum .... 120 

laserpitifolium (Abb. 118) . 124 

lobatum 124 

Lonchitis 122 

marginale 121 

montanum 122 

munitum (Abb. 119) . . . 123 



noveboracense 122 

Oreopteris 122 

Phegopteris 120 

remotum 122 

rigidum 122 

Robertianum 120 

setosum 124 

spinulosum 122 

— dilatatum 120 

Thelypteris 122 

varium 124 



Aspidium 

1. Schleier fehlend 
(Gruppe Phegopteris im engeren 
Sinne). 
A. decursive'pinnätum [Po- 
Ivpödiiim deciirsivc-pinnatiun; La- 
strcHt oder Plicgöpferis decursive- 
pinnata) , lOstasien, Rhizom kurz, 
nicht kriechend, Wedel kurzgestielt, 
krautig, lebhaft grün, behaart, eilan- 
zettlicii. nach Grund verschmälert, 
bis 4(1 a«, Fiedern alternierend,durch 
in jeder Bucht gelappten Flügel ver- 
bunden, interessant, aber im Winter 
schutzbedürftig; A. [Phegopteris] 
Dryöpteris ( Polypödium Dryopte- 
ris, Dryöpteris Linnaedna) .Eichen- 
f a r n , Europa bis Japan, Nordame- 
rika. Wedel 10 bis 40 cm. zart, sehr 
hellgrün, kahl, breitdreieckig, drei- 
zähiig.doppeUgefiedert,guter Schat- 
tenfarn unter Laubbäumen, auch für 
Felsen. Mauern; A. hexagonöp-^ 
terum [Polypödium hexagonopte- 
nim, Phegopteris hexagonoptera) , 
östl. Nordamerika, wie Phegopteris, 
aber Wedel bis doppelt so lang; hel- 
ler grün, meist breiter als lang; A. 
Awhodelu^ ülhus, Affodil. in Kew, 7,s cm ((.ri«.,. Phegöpteris {Polypödium Phe- 
gopteris, Phegopteris polypodioides 
oderw//^flm),Buchenfarn,nördl. 
gemäßigte Zone, Wedel 1 5 bis 30 cm 
lang, dünn-krautig, sattgrün, läng- 
lich dreieckig, lang zugespitzt, bei- 
derseits behaart, mittlere Fiedern 
am Grund verbunden, guter Schat- 
tenfarn für humosen Waldboden; 
A.Robertiänum ( Polypödium Ro- 
bertianum, Phegopteris Robertiana 
oder calcärea), Kalkfarn, wie 
Dryöpteris, aber auf Kalk, abwei- 
chend durch derbere, steifere, fein- 
drüsige, gelbgrüne Wedel, mittlere 
Hauptabschnitte gröüer als seitliche, 
für Felsen. Mauern. 

II. Schleier vorhanden 
(bei einigen Arten klein, hinfällig). 

A.Schleier nierenförmig (Gruppe 
Lastrea oder Dryöpteris). 

A. cristätum (Dryöpteris oder 
Lastrea cristata), Verbreitung usw. 
wie der Wurmfarn, aber Wedelstiel 
lang, dünn, Wedel schmal-lanzett- 
lich, 30 bis .SO rm, Spindel kahl. Fie- A ^:i« 
dem entfernt, mit meist stachelspitzigen Seitenzähnen, für moorige ^^-^P/'S^'f f "\;^:°'^J" 
tätum (Dry. oder A.spinulösum var. dilatatum, Dryöpteris oder Lastrea düatata), Heimat usw. 





Abb. 113. Aspidium (Polystichuni) ucnlcütum.lO 
(0. Arends, Ronsdorf). 



Aspidiiim 




Abb. 114. Aspidium aculealum var. rotundatum 

(Q. Arends, RonsdorfJ. 



wie 5/7/rtH/o5«/n, aber Wedel breiter, dunkelgrün, 3- bis 4-fach gefiedert. Stiele kürzer als Spreite, 
mit schwarzbraunen Schuppen, beachtenswerte Kuhurformen sind nach Kesselring var. cris- 
piirn, Wedel kraus, var. cristatiim und/oliösuni cristatiini. Fiedern kammförmig, \av.grdndiceps, 
Kämme kopfig angeordnet, var. /epi- 
dötiini, reich beschuppt, ferner var. 
anörnaluin und var. spectahile; A. 
{Dryopteris oder Lastrea) Filix 
mas, Wurmfarn, nördl. gemäßig- 
te Zone, sehr vielgestaltig. Wedel- 
stiel kurz, kräftig, dicht schuppig, 
Wedel lebhaft grün, bis 1 ///. eilan- 
zettlich. Fiedern genähert, Fieder- 
chen kerbig gesägt; von den vielen 
Kulturformen sagt Kesselring fol- 
gendes: hahnenkammförmig ver- 
zweigte Fiedern zeigen sich bei vie- 
len Formen in endloser Variation: 
cristatum [monströsum) mit Un- 
terformen : aftgustätum.Jimhridtiim, 
polyddctyliun. suhcristatiim ; kopf- 
artig gehäuft am Ende der Wedel 

sind diese kammartigen Gebilde bei: grdndiceps, capitdtum, grande-capitätum, athyrioides; 
nur gegabelte Fiedern besitzen: fiircd tum, ß/rcans; durch kr ausig gewellte Wedel, 
die zum Teil cristate Fiedern besitzen und capitat sind, fallen auf: var. crispum (mit cri- 
staten zwergigen oder auch wüchsigeren Unterformen). //wtYw()5//m mit den schönen/, cri- 
statum und Findleydnum, die zwergigen sehr schönen propinquum cristatum und propin- 
quum crispum; gekreuzte Fiedern besitzt crucidtnm und/, cristatum; fein gefiedert ist var. 
BoUdndiae(plumösum)\ durch unterbrochen gefiederte Wedel zeichnen sich aus: depauperd- 

tum.interriiptum ; linearePiedern und 
äußerst zierliche Wedel haben linea- 
re { Abb. 1 1(1 ) und grdcile; verzweig- 
te Wedel besitzen: ramosissimum. 
ramo-corönans und ramo-cristatum: 
nicht monströse besonders üppige 
dunkel belaubte Formen sind: var. 
Burnc'sii. \'ar. paledceum, var. ekvi- 
gdtum (Ostasien bis Himalaya); 
ebenfalls nicht monströse Zwergfor- 
men sind: pumilum, abbrevidtum. 
recht schmale Wedel von intensiv 
>. '^^^^^S^S^M^^^ -^"^ dunkler Färbung hat var. Pindari; 

^^1 --'^MH|^B|»Kf*^ V ^ t-'^j A. fragrans [Dryopteris oder La- 

^ ' "^^B^^HBp^^^&ÄT^ streafragrans), H e u f a r n , Kauka- 

sus, Nordasien bis Japan, arktisches 
.Amerika, Wedel kurz gestielt, dicht 
gebüschelt, lanzettlich, gegen Grund 
verschmälert. 1 5 cm, lederig. unter- 
seits bräunlich beschuppt, nach Cu- 
marin duftend, in Kultur selten, aber 
zu empfehlen: A. Goldieänum 
[Diyopteris oder Lastrea Goldieana. 
Nephnidium Goldieänum, Aspidium 
Filix mas var. Goldieänum), nördl. 
iG. Arends. Ronsdnrii. Vereinigte Staaten. Canada. üppig 

wie Filix mas, Wedel eirund-drei- 
eckig, Fiederung wie cristatum. Fiedern breiter, grob gezähnt, Sori näher der Rippe, hart; 
A. marginale (Dryopteris oder Lastrea marginalis), östl. Nordamerika. Wedel bis 50 cm. 




Aspidii 



culeatuiii var. proliferuin 



122 Aspidium 

länglich lanzettlich, Fiederung wie bei Filix mas. Fiederchen stumpf, fast ganzrandig, Sori 
fast randständig; hart; A. montänum [Polypodiuin moritaniini, Polysticliiim nwntaniini, As- 
pidium oder Lastrea Oreöpteris). Rhizom dick. Wedelstiele nur cm. Wedel krautig, lebhaft 




Abb. 1 16, Aspidium (Dryopteris) Filix mas var. lineare (G. Arends, Ronsdorf). 



grün, bis 80 cm, beiderseits stark verschmälert, unterseits mit goldgelben nach Äpfeln duften- 
den Drüsen. Schleier zart, bald abfällig, hübscher Waldfarn; A. noveboracense {Dryop- 
teris oder Lastrea noveboracensis), östl. Nordamerika, nahe Tlielypteris, aber Wedel bleich- 
grün, dichter stehend, gegen Grund verschmälert. Ränder der fruchttragenden Fiedern nicht 
eingerollt. Sori nicht zusammenflieiJend; guter Sumpffarn; A. rigidum {Dryopteris oder 
Lastrea rigida), Alpen, Grol.ibritannien, Rhizom sehr kurz. Wedel steil aufrecht, bis 30 cm. 
derbkrautig, hellgrün, lanzettlich. Fiedern und Fiederchen sehr dicht, letzte eingeschnitten 
gezähnt bis fiederspaltig. unterseits wie bei montänum hell bedrüst. Kalkgebirgsfarn ; A. spi- 
nulösum (Dryopteris oder Lastrea spinulosa), nördl. gemäßigte Zone. Wedelstiel bis iOcm. 
hellbraun beschuppt. Wedel krautig hellgrün, bis 00 cm. eilanzettlich. nach Grund nicht ver- 
schmälert. Fiederchen tief grannig gezähnt, hübscher Waldfarn; ein herrlicher Bastard, mit 
A. Filix mas ist A. remötum {Dryopteris oder Lastrea remota). Laub dunkelgrün, zierlich 
gefiedert; A. Thelypteris {Polypodium oder Lastrea T/ielipteris, Lastrea palustris, Thelip- 
teris palustris). Europa. Nordasien, östl. Nordamerika. Rhizom dünn, kriechend. Wedelstiele 
bis .50 cm. Wedel .50 bis «0 cm. krautig hellgrün, am Grunde kaum verschmälert, fruchtbare 

Fiedern am Rande eingerollt. Sori 
zusammenfließend, Schleier abfäl- 
lig, guter Sumpffarn. 

B. Schleier kreisrund 
{Gn\ppefiypopeltis od. Polystic/ium ) . 

1 . Wedel einfach gefiedert. 

A. (f^olystichum) acrostichoi- 
des, östliche Vereinigte Staaten. 
Wedel langgestielt, bis 8urm. immer- 
grün, aber kaum lederig. untere Fie- 
dern nicht kleiner als obere, lineal- 
lanzettlich. sporentragende am Blatt- 
ende zusammengezogen, unten ganz 
mit Sori bedeckt, hart und schön ; A. 
{f-'olystichum) Lonchitis, Gebirge 




Aspidii 



von Mittel- und Nordeuropa, Nordasien, Nordamerika, Wedel kurzgestielt, bis 50 cm, immer- 
grün, starrledrig. lebhaft grün. Fiedern lanzeltlich-sichelförmig. nach unten kürzer werdend, 
schöne Art; A. (Polystichum) munitum, Nordwestamerika, ähnlich acrostichoides, aber 
Fiedern dichter, länger zugespitzt, 
Sori in einfacher Reihe zwischen Rand 
und Rippe, siehe Abb. 119. schöne, 
in rauhen Lagen nicht ganz harte Art; 

2. Wedel 2 bis 4 fach gefiedert. 

a. Wedel wenigstens im unteren 
Teile doppelt gefiedert. 

A.iPo/ysrichuni) aculeätum [ein- 
schliel,)lich/4.affo-///ff/-^).Europa,Nord- 
afrika, Asien. Kalifornien. Wedelstiele 
bis 30 an, mit dunklen Schuppen We- 
del bis 1 m, nicht lederig. aber Win- 
tergrün, glanzlos, am Grunde wenig 
verschmälert. Fiedern lineal-lanzett- 
lich. siehe Abb. 1 1 3. Sori in zwei Rei- 
hen jederseits der Rippe, schöne harte 
Art, hierher sehr zahlreiche Formen, 
die meist als solche von angulare ge- 
hen, nach Kesselring sind vor allem zu nennen ; var. proliferum, Australien, wie Abb. 1 1 5, 
das wiederum eine ganze Reihe Formen aufweist, die als Unterformen des feinfiederigen 
aculeatum proliferum divisilöbum aufzufassen sind, so die hahnenkammförmigen capitdtiim, 
cristdtum, grdndiceps. die äußerst feinfiederigen decönim, midtifidum, pliimösiim, das robuste 
gründe, das dichtlaubige ddnsum, das voUaubige /o//os«w, das lockerwedelige Idxiim u. a. ; 
bezeichnend ist für diesen /^z-o/Z/en/m-Formenkreis das Ansetzen von Brutknöllchen der Mittel- 
rippe der Wedel entlang, die später abfallen und sich zu selbständigen Pflanzen entwickeln; 




1 18. Aspidium laserpitifolium, (Polystichum 
Stundishii) 0,5 m (Q. Arends, Ronsdorf). 




Aspidium (Poiystictwm) murntuiii, 60 



trotz der südlichen Heimat ist prolijerum auch in Mitteleuropa recht hart; an weiteren acule- 
atiim-iangulare-)Formen. die nicht zu proliferum gehören, seien genannt: var. pliimosum. 
Wedel feinfiederig, var. cristalum. criicidto-polyddctylum, polydactylum. Fiedern mehr oder 
weniger kammförmig. var. capitätum und. grdndiceps. Fiedern kammförmig, kopfig gehäuft. 
var. acutilöbum, grdndidens und perserrdlum, Belaubung sehr stark feingesägt oder einge- 



124 



Aspidium — Aspl^nium 



schnitten, var. congL'stnm (mit rm/ö/o-Formen) und parvissimum. zwergiger Wuchs; var. 
rotundätiim.khh. 1 1 4, Fiedern zhgerundei,vaT. Jo/iösiifii.frondösiim und imbricdtum. vollaubig, 
var. grdcile und lineare, zierHch und weniger reich belaubt : dies ist nur eine Auslese aus 
der Fülle der Formen, die mit dem Typ zu den besten winterharten Farnen gehören; A.(I^oly- 
stichiim) Braünii, Europa bis Japan und östliches Nordamerika. Stiel mit hellbraunen Schup- 
pen. Wedel dünn, hellgrün, niclit überwinternd, bis 60 cm. nach dem Grunde stark ver- 
schmälert. Fiedern kurz zugespitzt, harte Art; A.(Polystichiiin) /oöäfum, Mittleres und Süd- 
europa und Ostasien. Wedel 3() bis 80 cm. Schuppen braun, derblederig. glänzend grün, nach 
unten verschmälert. Fiedern meist sitzend, gute harte Art. 

b. Wedel im unteren Teile 3 bis 4 fach fiederspaltig, am Grunde fast dreiteilig. 

A. laserpitifolium (P. Standishii). Japan. Wedel bis 0.5 m. wie Abb. 1 Ks, blal.igrün, 
schön, aber in rauhen Lagen Winterschutz; A. ( Rolystichiim] värium {A. setösiim Hort.). 




Abb. 120. Aspidium dilatatum {Dryopteris di/atata), 1 m (0. Arcnds, Ronsdorf). 



China, Japan, Korea, Wedel bis 40 cm. lederig, wie Abb. 21. Schleier der Sori zum Teil 
nierenförmig (zur Gruppe Dryopteris übergehend). 

Aspidium Filix femina siehe Athyriiim Filix femina. 

Aspleniutn, Streifenfarn, Milzfarn: meist kleine harte heimische Farne, die sich im 
Alpinum an Felsen, sowie an Trockenmauern sehr gut verwenden lassen; Kultur im allge- 
meinen mühelos; Vermehrung durch Teilung, sie verbreiten sich meist selbst. A.angusti- 
Jöliiim ist größer und wie Atliyrium zu verwenden. Die bekanntesten Arten sind im folgen- 
den nur ganz kurz gekennzeichnet. 

A. Adiäntum nigrum, Europa-Asien, 1 bis 30 ein. Wedelstiele glänzend schwarzbraun, 
Wedel Wintergrün, fast lederartig glänzend, 2 bis 3 fach gefiedert, dreieckig-eiförmig. Fieder- 
chen eiförmig oder länglich, schattige felsige Orte; bei dem nahestehenden A.cuneifölium 
(A. Serpentinii) sterben die nicht glänzenden Blätter im Herbst ab ; A. adulterinum, Mittel- 
europa, auf Serpentin, von Tricliomanes nur wenig abweichend durch ungeflügelte gegen 
die Spitze grüne Blattspindel und rundlicher eiförmige Fiederchen; A. (Atliyrium) angusti- 
fölium, östliches Nordamerika. Wedel gehuschelt, dünn, hellgrün. 30 cm lang gestielt, bis 
60 cm lang. Fiedern spitz lanzettlich, fertile schmäler, wie Arliyriiiiii Filix femina zu ver- 
wenden ; A. fissum, Balkan. Alpen. Apennin, auf Kalk, wie Rata miiraria. aber Wedel dünner, 
länger oval, sehr fein geteilt; A. fontänutn. West- und Südeuropa, Orient, auf Kalk, Wedel 
bis 15 cm, derb, hellgrün, kurz gestielt, beidendig verschmälert, linearlanzettlich, doppelt 



lenium— Aster. 



gefiedert, quellige Orte ; A. germänicum, Südalpen bis Norwegen, wie septentrionale, aber 
Wedel zarter, am Grunde meist doppelt gefiedert; A.Rüta muräria, Mauerraute, Europa, 
Nordasien, östl. Nordamerika. 5 bis 12 cm. Wedel derb, stumpf graugrün, 2 bis 3 fach ge- 
fiedert, dreieckig-eiförmig. Stiel meist grün. Felsen, Mauern, auch etwas sonniger; A. septen- 
trionale, Europa, Nordasien. Nordamerika, kalkfeindlich, rasig, 5 bis 1 2 an. Wedel derb, 
sattgrün, bandförmig oder unregelmäLiig gabelig 2 bis Steilig, verträgt Sonne und Schatten: 
A. Trichomänes. Europa, Asien, Nordamerika, 5 bis 20 cm, Blattstiele glänzend schwarz- 
braun, starr, schmal geflügelt. Wedel derb, trübgrün, lineal, einfach gefiedert, überall gedei- 
hend, besonders an schattigen Orten; A. viride, wie voriger, aber Stiele ungeflügelt, ober- 
wärts grün, weich, Wedel krautig, hellgrün, ebenfalls nicht Wintergrün, auch für Schatten. 

Asplenlum Ceteracb siehe Ceterach ofßcinärum. — Asprella Hystrix siehe Hystrix. 

Aster, Frühlingsaster, Herbstaster — Kompositen — Harte niedrige, höhere oder 
sehr hohe, vielgestaltige, wertvolle Stauden mit einzelnen oder meist doldentraubig oder in 
vielblütigen Rispen angeordneten Blüten in roten, rosa. lila, blauen, violetten oder weißen 
Farbentönen. Strahlenblüten stets einreihig, siehe Abb. 2. 55, 121/2.?; Kultur in jedem 
guten, nicht zu schweren, tiefgründigen, frischen Gartenboden und sonniger oder etwas halb- 
schattiger Lage; Vermehrung der Kulturformen durch Stecklinge. Teilung (viele Stauden- 
astern lassen sich noch im Spätherbst verpflanzen, im allgemeinen vertragen die Astern das 
Verpflanzen im Frühjahr bis Ende Mai) oder wilde Arten auch aus Samen; Verwendung 
der hohen Herbstastern als erstklassige Rabattenstauden, ebenso für den Park (Abb. 2), die 
niedrigen, wie alpiniis, zu Einfassungen, Gruppen und fürs Alpinum. Die allermeisten sind 
ausgezeichnete Schnittstauden (Abb. 121) und gehören überhaupt zu den besten Garten- 
pflanzen.'^) 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN./ 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



acris-Formen 

alpinus-Formen (Abb. 55 

und 122) 

amelloides 

Amellus-Formen .... 

brachytrichus 

■caespitosus 

cordifolius-Formen . . . 

Datschi 

Delavayi 

diffusus . • . ■ . . . . 
diplostephioides .... 

dumosus 

•elegans 

ericoides-Formen .... 

— superbus 

Farreri 

formosissimus 

Fremontii 



gracillimus 

grandiflorus-Fornien . . 

himalaicus 

horizontalis 

hy bridus-Formen(Abb. 121) 

ibericus 

laevis 

lichiangensis 

Lindleyanus 

Lipskyi '. . 

iiiacrophyllus 

multiflorus 

novae-angliae-Fortnen . . 
novi-belgii-Formen 

(Abb. 123) .... ■ . 

oreophilus 

paniculatus 

patens 

peregrinus 



polyphyllus 129 

ptarmicoides 129 

pulchellus 126 

puniceus pulcherrimus . 129 

Purdomii 126 

recurvatus 126 

Reevesii 127 

sagittifolius 129 

scopulorum 126 

Shortii 129 

subcoeruleus-Formen . . 126 

tardiflorus-Formen ... 127 

Thomsonii 126 

— hybridus 129 

tibeticus 126 

umbellatus 129 

vimineus 129 

virginicus 129 

yunnanensis 126 



A. Blütentriebe einfach mit einem oder wenigen Blütenköpfchen. Blütezeit Frühjahr bis 
Vorsommer (ausgenommen Thomsonii). 

A. alpinus, europäische Gebirge, 15 bis 20 cm, Grundblätter rosettig, Blüten einzeln, 
hellblau mit gelber Mitte. Mai; var. spcciösus. Turkestan. robuster und grol.iblumiger; ferner 
vor allem die Kuhur-Formen: var. albus, weil.i. var. magnijicas, violettblau, sehr grol.lblütig. 
var. ruber, weinrot. var. superbus, hellila. bis 30 cm. Mai-Juni, sehr gute Form, siehe Abb. 
122, als beste Formen können jetzt gelten, var. „Rex" (Abb. 55), niedrig, reichblühend, 
große edle Blüten, leuchtend weißlila. etwas später blüht var. .Dunkle Schöne", dunkel- 
lila. fast violett; alle sehr wertvoll für Gruppen, Einfassungen und fürs Alpinum, sowie 
namentlich „Dunkle Schöne", magnificus und superbus auch für Schnitt; die A. himalaicus 
Hort., zierlicher, früher blühend, ist entbehrlich; A. brachytrichus {Aster vivace nain 
bleu. Hort. \'ilm.). W. China: Yunnan. Tracht wie subcoeruleus. Belaubung schmäler, Blüten 
früher, hellblau, schmale Strahlen, versuchswert; A. diplostephioides, Himalaya, 30 bis 
AO cm. Blüten einzeln, 7,5 cm breit, hell lila-purpurn, mit purpurner Scheibe. Mai-Juni, selten 



126 



echt, meist dafür siibcoenileiis in Kultur; A. Färreri, Westchina, bis 35 cm. Blätter schmal 
länglich, grün, behaart. Einzelköpfe sehr grol.l. innen rotorange. Strahlen zahlreich, schmal, 
sehr tief violettblau, gilt als prächtige wohl harte Hochgebirgsart; A. Fremöntii, Nord- 
amerika. 30 bis 40 cm. lilarosa, April-Mai. gute Schnittblume; A. lichiangensis, West- 
china: Yunnan. Blätter rosettig, Blütenstiele nur 8 cm hoch. Blüten prächtig purpurn, schöne 

neue Art fürs Alpinum (Moräne); 
A. Lipskyi. Tibet, in allen Teilen 
robuster als siihcocruleiis, Blüten 
größer . etwas später, mehr lila, 
nach Kesselring eine wertvolle 
Neueinführung; A. peregrinus, 
Alaska, kriechender Wurzelstock. 
25 bis 30 cm. mattlila. Mai-Juni ; A. 
pulchellus { Ureas tri! m alpige- 
niim), nordwestliche Vereinigte 
Staaten. Blätter schmal zungenför- 
mig. Blüten auf bis 15 cm hohen 
Schäften, purpurn, 3.5 cm breit, ob 
bei uns in Kultur?; /l.Purdöm//, 
neue Alpine aus Nordchina, die als 
wertvoll gilt; A. scopulörum 
(loruictis alplna). gilt gleich pul- 
chellus als einführenswert. Blätter 
lang, steif, schmal, aschgrau be- 
haart. Blütenstiele bis 1 2 cm, Blüten 
hellviolett; A. subcoerüleus, 
Nordwesthimalaya. 40 bis 50 cm, 
leuchtend hellviolett, mit braun- 
gelberMitte.Mai-Juni.guteSchnitt- 
blume. als beste Form gilt var. .„Ar- 
temis", rosa lila, ferner ,.Apol- 
lon". dunkelblau; auch var.J/ori- 
biindus, 30 bis 35 rw, lavendelblau 
mit dunkelorange A'\itte. besser als 
Stammart: A. Thomsönii, West- 
Himalaya. lavendelblau, Juli-Spät- 
herbst; var. nanus. niedrig, var. ..Winshmore Hill", dunkler als Stammart. Juli; A. yun= 
nanensis, Westchina, ähnlich alpinus, bis 20 cm, lebhaft reinblau, hat sich bei Arends 
als wertvolle Neuheit erwiesen; in die Gruppe der niedrigen Vorsommerblüher gehören 
noch die chinesischen Arten A. DcHavayi, A. oreöphiliis und A. tibc'ticus. die weniger bedeut- 
sam scheinen. 

B. Blütentriebe verästelt mit mehrblütigen Doldenrispen oder reichblütigen Rispen. Blüte- 
zeit Sommer bis Spätherbst. 

A. äcris iGa/at^/la punctata). Südeuropa. 30 bis 40 rm,' Blüten ziemlich groü. lavendel- 
blau. August-September, Typ kaum von Wert, dagegen var. nci/ius (var. compdctus), schön 
für Töpfe, ebenso var. röseus. lilarosa. und var. albus, weiß; besser ist auch die ähnliche 
A. recurvdtus, höher, straffer; A.amelloides \A. c'legans). 50 bis ()0 cm. indigoblau. August, 
Form der A. Amellus, Nordamerika. 50 bis öO cm, Doldenrispen, wenigblütig, lilablau. 
August-September, hierher die guten Formen: „Frau Emma Bedau", allerdunkelste, 
hervorragende Schnitt- und Gruppensorte, besser als ilu'ricus, ..Ultramarine," „Gruppen- 
königin" 30 bis 40 (7//, reich verzweigt. leuchtend lavendelblau. ..Oktoberkind", dunkel- 
violett. Anfang Oktober bis Frost, wertvoller Spätblüher, „Preciosa". sehr dunkelviolett, 
nibc'lliis. dunkellilarosa. ..R u d o 1 f G o e t h e"'"). beste Sorte, 50 cm, strafferWuchs. Blüten dunkel 
lavendelblau, Obis 7 cm breit, für Schnitt sehr gut. ähnlich Imperator", früher in Blüte. Einzel- 
köpfe etwas größer, aber lockerer. ..SchönevonRonsdorf". schön malvenrosa. ein groß- 
blumiger Sämling davon ist ..Herbstfreude", leuchtend lila. September-Oktober. ..Victoria", 
00 bis 70 cm, locker, violettpurpurn, gelbe A\itte mit braunem Fleck, Oktober, ähnlich „Weser- 




Abb. 121. Herbstastern-Strauß 



Aster. 127 

rühm", robuster, leuchtendrosa, „ W i e n h o 1 z i ".Wuchs kräftig, schönste rosafarbene. August. 
später blüht die ähnliche „Deutsche Treue", Oktober, dunkelrosa; A. cordifölius, Nord- 
amerika, 0,0 bis 1 m. Rispen sehr feinblütig, zartlila. gute Sorten sind „Blütenregen"', 
sehr dicht, lichtlila. Oktober. „Eduard Beckett", leuchtend lila. „Ideal", Blütenzweige 
zierlich überhängend, lila, „King Eduard", 60 cm, wagrecht abstehende Seitentriebe, zart 
hellila. „Sprüh licht", Rispen schleierartig, weißlichlila, bis Anfang November; A. Datschi. 
siehe folgende: A. diffüsus, Nordamerika, bis l.,s m. breit und zierlich verästelt, Blüten 
sehr klein, aber reich, hierher var. Dätschi, weil.!, bis tief in den November, Schutz gegen 
Frost, schön die Sorte „Findelkind", zart rosa, var. horizontülis (A. horizontalis). breit, ver- 
zweigt. 80 cm. Blüten rötlich mit bräunlicher Scheibe, Oktober, /. atropurpüreus ist eine rot- 
belaubte Form; A. dumösus, Nordamerika. 25 bis 30cm, kurz, gedrungen, weißlila. klein- 




Abb. 122. Asieralpinus superbus, prächtige Alpenaster, als Einfassung 



blumig. September-Oktober, für Einfassungen; A. ericoides [A. multijlörus). Nordamerika, 
etwa I m. dicht verzweigt, feinlaubig. Blüten klein, sehr zahlreich, zierlich, weiß. Oktober, 
wertvoll die Formen „Delight". im Verblühen zart rosa und „Maßliebchen", halb gefüllt, 
fleischfarben; ferner var. Reevc'sii (A. Reevesii Hort.l. 30 bis 40 cm, rosa, kleinblumig, vor- 
züglich ; A.gracillimus, ähnlich A. Datschi, etwa 1 .2 m. Blütchen anfangs weiß, dann licht- 
rosa. Mitte Oktober bis November; A.grandiflörus iA. tardijlörus coenileiis Hort.). Nord- 
amerika, bis 1.5/«. etwas rauhhaarig, sparrig. Blüten etwa 2 cm breit, tiefviolettblau mit zu- 
letzt dunkler Mitte, var. ruber {A. tardiflonis ruber Hort.l. rötlich. Oktober-November; A. 
hybridus, hier seien folgende Garten-Sorten geführt : höhere Sorten : „Beauty of Col- 
wall". 1.2 m, straff aufrecht. Blüten gefüllt, lavendelblau, „.lan Vaughan" ist ähnlich, aber 
zart hellblau. „Blütenwolke". 60 bis 70 cm, reichblühend, hellblau. September-Oktober. 
„ D r n r ö s c h e n ", bis 1 m. rosa. September-Oktober, gegen Kälte widerstandsfähig ; „ E o s ". 
1 m, leuchtend hellrosa. anfangs September, gut; „Herb st wund er", 0,8 m. reinweiß. 
September, als noch bessergilt „Schneelawine"; „Nancy Bay ard". 1.5 m, rotviolett. 
Oktober, verbesserte „Climax"; ..Nordlicht". 1 m, aufrechte Rispen mittelgroß, leuch- 
tendste rosa Farbe. Ende September-Anfang Oktober; „Herbstzauber". 60 bis 80 rw. 
buschig, kleinblumig, dichtrispig. dunkelblau. Oktober; „Herbstwunder", gilt als beste 
weiße; „Loreley", bis 1 m. Blüten sehr groß, rein weiß, Oktober; „Rosalinde', 80 rw. 



128 



Aster. 



reich verzweigt, aufrecht, leuchtendrosa, September-Oktober, auch für Topfkuitur, besser 
ist noch „St. Egwin". 80 cm. grol.lblumig. leuchtend hellrosa, vorzüglich für Beete und 
Töpfe; „Venus", 1 /;/, kräftig, Blüten groß, ähnlich den ^/He/tos-Formen, dunkelblau-violett, 
Oktober; niedrigste Sorten: „De la Toussainf, Allerheiligenaster, 25 an, mattlila. 
Ende Oktober-Anfang November; „Mad. Cocheux", 25 bis 30 cm. sehr reich blühend, 
hell rosalila, August-September, vorzüglich für Beete; „Mad. Soymier", 40 bis 50 cm. 
dichte SträuLie von lilarosa Blumen ; „ M r s. P e t e r s ", 40 bis 50 rw. reichblühend schneeweiß ; 
„Peggy Ballard". Miniaturausgabe von „Beauty of Colwall", „Plejad", 25 bis iO cm. 
sehr zahlreiche kleine violettpurpurne Blütchen, September-Oktober; A. ibdricas sxtht unter 
Amellus; A./aev/s, Nordamerika, bis 1.5/h, hiervon die Sorten „D. B.Cr an e", Blüten groß, 
lila, September, „Robert Parker", Blüten lavendelblau. September bis Oktober; A-tna^ 




Abb. 123. Herbstastern-Hvbride „Lavendel". (Ori 



crophyllus [Biötia mucrophylla), Nordostamerika, variabel, öObis QO cm. Grundblätter groß, 
herzförmig, Blüten doldentraubig. lavendelblau oder violett, August, liebt trockenere Lagen, 
im Park an halbschattigen Stellen brauchbar; A. novae^ängliae, Nordamerika, bis 2 ///, 
straff aufrecht, derbe Stengel behaart, Strahlenblüten 40 bis 50; hier viele Formen, von denen 
wir als besonders schön hervorheben: „Constance". 1.5 ///, dunkelblau, ab Anfang Ok- 
tober. „Lill Fardell". 1.25///, karminrosa, großblumig, September bis Oktober, sehr gut, 
„Mrs. J. F. Raynor", frischkarmin. wirkungsvollste und intensivste in Färbung, für Fern- 
wirkungen; „Treasu re", bis 1.5 w. schön violett, großblumig, September bis Oktober; 
alle novae-angliae-Soxitn nicht für Schnitt geeignet, schließen sich bei trübem kalten Wetter, 
lieben nahrhaften frischen Boden, sonst unten verkahlend ; in den Formenkreis der Neuengland- 
aster gehört auch A. caespitosus der Gärten; A. novhbelgii, 1 bis 1.5 m, dünne Stengel 
kahl, Strahlenblüten 15 bis 25, ausgezeichnete formenreiche Art mit langen großen Blüten- 
ständen, von deren zahlreichen Gartenformen wir auf folgende hinweisen: „ArcherHind", 
1,2 m, Oktober; „Heiderose", 1 m. zart reinrosa, Mitte bis Ende September; „J. W. Bur- 
bidge". dichtrispig, weichheliotropfarben. September bis Oktober, „Eos", bis 1,2/7;, leuch- 
tend hellrosa. gute Farbe. September, Massenwirkung für feuchte Plätze im Park, „Laven- 
del" (Abb. 12.3). wohl die schönste lavendelblaue Herbstaster. „Lichtflut", lichtlila, groß- 
blumig, September. „Roi des Nains", mittelhoch, buschig, lavendelblau, September; „Sa- 



Aster— Astilbe. 1 2M 

phir", 1,2 m, reich himmelblau, Oktober; „\V. M. Marshall", lange Rispen, lilafarben. 
Oktober, „Wulff", dunkellavendelblau, grol.lblumig; A.paniculätus,h\s 2 m, hierher die 
Sorte „W. Grant", dichtbuschig mit hängenden F-Jispen von kleinen lichtlilafarbenen Blüten, 
September bis Okioher , A. ptarmicoides iC/irysöpsis alba). Nordamerika, hiervon hervor- 
zuheben var. major. 40 an. dichte weil.ieDoldensträulk. Juli bis September; A. puniceus 
pulcherrimus, 1,5 /;/, zart lilafarbene, (bei var. albus weiße) grol.lblumige Pyramidendol- 
den. September bis Oktober, verträgt nasse Lagen ; A. Shörtii, bis 1 .5 m. schöne dichte. 
weil.')lilafarbene F^lütenrispen. September bis Oktober; A. Thomsönü hybridus^'), unter 
diesen Namen sind Hybriden der Thoinsonii mit Anielliis in den Handel gekommen, die reich 
und lange blühen (August bis Oktober) und Amelliis an GrölJe der Blumen übertreffen; A. 
umbellätus (Diplostc'phiam ainygdaliniim iimbellataiii). Nordostamerika, bis 2 m. weiß. 




Abb. 124. Astilbe cliinensis Hort., sog. chinesische Prachtspiere, 80 cm (0. Arends, Honsdort). 



reichrispig; A. vimineus. Wuchs elegant, mit zierlichen Rispen, bis 1 w, feine kleine weil.le 
Blütchen. September bis Oktober, hierher die Sorte .. L o v e 1 y ", schleierartig zartrosa. und var. 
siipc'rbus (A. ericoides siiperbiis). etwas grol.lblütiger und später ; A. virginicus, sehr ähnlich 
Aster Datschi, weißblütig, schon im Oktober, zum Schnitt sehr wertvoll. — Aus Nordame- 
rika stammen noch folgende gelegentlich kultivierte Arten: A.Liiidleydnus, A.pdtens, A.poly- 
phylliis und A. sagittifölias. Botanisch unsicher ist A. formosissimus Hort. 

Aster Bellidiästrum siehe Bellidiastnini. — Aster bispidus siehe Heteropäppiis. — Aster lacisus 
siehe Caliineris. — Aster Linösyris s\ehe Linosyris. — Aster mesagräadespeclösus und A. specio- 
sus siehe Erigeron. — Asterolinösyrls Wlllmöttlae siehe Linosyris. 

Astilbe {auch a.\s Spirac'a gehend). Prachtspiere — Saxifragaceen — Harte, hohe, 
fiederblättrige, ausgezeichnete Zierstauden mit federigen Blütenrispen, siehe Abb. 124 bis 
127; Kultur in jedem guten, nicht zu trockenen Gartenboden, doch bevorzugen sie etwas 
feuchtehalbschattigeStellen.auüerin Gebirgsgegenden, wo sie volleSonne vertragen. jedenfalls 
gebe man keinen mageren Boden und zur Triebzeit reichlich Bewässerung; Vermehrung 

Silva Tarouca-Schneider, Unsere Freilandstauden, 3. Auflage. 9 



130 Astilbe. 

durch Teilung. Pflanzzeit Frühjahr bis Ende Mai ; V e r w e n d u n g als erstklassige Rabatten- 
sfauden und Einzelpflanzen, sowie im Park, besonders am Wasser. Die Blüten meist für 
Schnitt wertvoll, müssen aber bald in Wasser gestellt werden. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



Arendsii-Sorten (Abb. 127) 131 

aruncoides 130 

astilboides 130 

— floribunda 130 

chinensis (Abb. 124) ... 130 

Davidii 130 



grandis 130 

— delicata 130 

hybrida crispa(Abb. 125) . 131 

— rosea 131 

japonica 130 

— Formen 130 



Lemoinei 131 

rivularis 131 

rosea 131 

siniplicifolia 131 

— hybrida (Abb. I2ö) . . 131 

Taquetii 131 

Thunbergii 131 




Abb. 125. AslUbe hybrida crispa. iphot. n. lü 



A. astilboides (Spirada astilboides, A. aruncoides), Japan, bis 70 cm, steht Thunbergii 
nahe, Blätter schärfer gesägt, braunrot, Blutenstände mehr aufrecht rispig, Juni-Juli, ist an 
Hybriden beteiligt; v^v. floribunda wohlsolche mWjaponica; A.c/i/nens/s Hort.''), Garten- 
form, die wohl Thunberirii nahe steht (Abb. 124), 50 bis 80 cm. Blütenkelch rosa, Petalen 
weiß, Juli-August, die echte chinensis steht der folgenden nahe ist, aber niedriger und blüht 
früher; A. Davidii^ Mongolei-Zentralchina, bisl ,8 m. Blüten leuchtend lilarosa, Juli-August, 
recht schön, aber durch die Hybriden schon stark überholt; A. grändis. Zentralchina, vo- 
riger ähnlich, aber noch üppiger, weil.!, Staubfäden länger als die Blumenblätter; neu und 
wertvoll ist A. grandis delicata, eine Kreuzung mit einer der besten leuchtend roten Arend- 
.s/V-Hybriden, 1,5 m. Wuchs und Haltung dtx grandis. elegante zartrosa Rispen der Arend- 
sii, Juli-August; A (Hoteia. Spirac'a) japonica, Japan, altbekannt, meist nur 30 bis 40 cm 
hoch, Blattgrund keilig, Blüten weiß, Blumenblätter nur doppelt so lang wie Kelch, Mai-Juni, 
sehr schön die var. compdcta. gedrungen, schöne Rispe, und var. aureo-reticnldta mit gold- 
bunter Belaubung, vor allem aber die Sorten : „Avalanche", dichtrispig, großblumig, her- 
vorragende späte Treibsorte; „Gladstone", ebenso, auch zum Treiben; „Washington", 
großrispig, schneeweiß, zum späteren Treiben ; geht gleich der folgenden oft als Spiraea 



Astilbe— Astilboides. 



131 



harbdtar, A. rivuläris, Himalaya. bis über 1 ///. gelb behaart. Blüten grünlichgelb, ohne 
Fetalen, nur 5 Staubblätter. August; A simplicifölia, Japan. 15 bis 20 an. ungeteilte, 
nur gelappte, sägezähnige, glänzend grüne Blätter, zierliche weiße Rispen, August; Alpen- 
garten, Topf; var. hyhrida. neue, verbesserte Kulturform (Abb. 120); A Taquetii, Süd- 
korea, niedrig. Ausläufer treibend, kaum bis 50 c/ii hoch, steht der Davidii in Blättern und 
Blüten sehr nahe, aber Tracht abweichend, AAai-Juni; A. Thunbergii, Japan-China, bis 00 
an. seidig behaart, Blüten weil.l oder rötlich, in breiten Rispen, gute Kulturformen sind var. 
c'/c'gans. bis 1 /«. blendend weilk F^ispen. August, var. rösea. leuchtend rosa. var. cdrnea, 
hell rosa, und var. Moerhcimii. weill 

Für Kulturzwecke besonders zu empfehlen sind folgende Gartenhybriden : A. Arendsii 
[A. Davidii [Waier] X Japonica, Japonica compacta, Thunbergii. astilboides jloribunda und 
A. rosea „Queen Alexandra", als Mutter). 0.8 bis I m. Blütenfarben weil.i bis rahmgelb. 




Abb. 126. .\stilbe siinplicijolia /irbrida.iphotH.Zü 



hellrosa und purpurrosa, Juli-August, ausgezeichnete Sorten sind: „Ceres", 0,8 m, leuch- 
tend lilarosa, Ende Juli (Abb. 127) ; „Amethyst", tiefviolett purpurn, frühblühend, „Berg- 
kristall", schneeweiß, Ende Juli bis Anfang August, „Deutschland", reinweiß, beste 
Treibsorte, „Emden", cattleyenrosa, gut für Treiberei, „Granat", kräftig, leuchtend dun- 
kelkarmin, Ende Juli; „Hyazinth", lilarosa, Verbesserung der alten Sorten Venus und 
Juno; „Lachskönigin", 80 an, Blüten perlartig, hell lachsrosa; „Möve", ähnlich 
Rheinland, deren Blütezeit fortsetzend; „Rheinland", prächtig in Wuchs und Rispen, 
leuchtend rosa karmin, mit Lachsschein, für Treiberei; „Rosa Perle", 60 an. aufrechte zart- 
rosa Rispen. Anfang August ; „Rubin", üppig, leuchtend dunkelkarmin. Ende Juli; „Vesta", 
hell lilarosa. Ende Juli; ferner A./j>'ör/dacr/spaArends. Zufallssämling mit fester, tiefgrüner, 
lederiger Belaubung. Blätter an krause Petersilie gemahnend, 15 an. Blüten rosaweiß, gut 
für feuchte Stellen im Steingarten, auch für Treiberei (.Abb. 125); A. Lemoinei (/l. astil- 
boides X Thunbergii]. viele Formen, doch für uns die Arendsii wichtiger; A. rösea (,4. 
hybrida rosea Hort. Arends ; wohl A.chinensis X japonica). hxtrhtr die var. „ Queen Alexandra" 
und „Peach Blossem", jetzt durch die Arendsii-^ ormtn weit überholt. 

Astilboides (Rodg^rsia. Sa.xifragd) tabuläris: eine zentralchinesische Saxifragacee, 
die von Rodgersia abweicht durch einfache, schildförmige, an Saxifraga peltata erinnernde 
Blätter, hellgrün, borstig behaart, Blütenstände bis 1,5 m, weiß, Juli, siehe Abb. 27. sehr 
eigenartig, sonst wie Rodgersia. 

9* 



132 



Asträgaliis— Athyrium 



Asträgalus. Tragant — Papilionaceen — Harte Pflanzen mit niedergestreckt-aufstrebenden 
Trieben, vmpaar gefiederten Blättern und kopfigen Blütentrauben; Kultur in recht trockenen sonnigen 
Felspartien, nicht verpflanzen :Vermehrung am besten nur durch Samen (keimen langsam), Teilung 
recht schwierig (Frühjahr) ; V e r\v e n d u n g für Alpenpflanzenliebhaber. 

A. alopecurchdes, Südeuropa, bis 80 cm, Blüten in dichten, wolligen Trauben, gelb, Juni; ganz ähn- 
lich .4. gnindiflönis aus Zentralasien : A. alpinus (P/iaai astragalina), Alpen und arktisches Gebiet, 8 
bis 25 cm, Blätter mit 8—12 Paaren, grünlich, Ahrenköpfchen blauviolett, Juli-August; A. hypoglöttis, 
analog, aber graufilzig. Blütenstände länglicher, violett, Juni-August, var. albus, weißblütig, besonders 
kulturwert, für Einfassungen; außerdem noch manche Arten in Kultur, wie die heimische A. ckiiüiiis 
und die südeuropäische .-1. purpüreus. 

Asträntia mä/or, SterndoU 
de: interessante, heimische, 0.3 bis 
1 /;/ hohe U m b e 11 i f e r e mit band- 
förmig-fünfteiligen Grundblättern u. 
von einer grol.ien. rosa geäderten 
Hülle umgebenen Dolden, siehe 
Abb. 128. Juni-August; Kultur 
in jedem Garten in nicht zu trocke- 
nem Boden und am besten in halb- 
schattiger Lage; Vermehrung 
durch Teilung. Stecklinge oder Saat 
(März); Verwendung als Rabat- 
ten- und Schnittstaude, sowie im 
Park und Alpinum. ~ A. carniölica 
hat kleinere, weiße Hüllen und Blü- 
ten und meist nur dreiteilige Grund - 
blätter; A. carniölica /iiajor ist eine 
Form der A./iel/elwriJö/ia (oder eine 
Hybride von carniölica X major}, 
ähnlich major im Wuchs, Blüten- 
stand kräftiger.Hüllblätter leuchtend 
altrosa, schöner als major rosea 
Hort. — Aul.lerdem noch verschie- 
dene Arten in Kultur. 

Astrocärpus: eine Rcsedaceen- 
Gattung von Stauden oder Halbsträu- 
chern, von der durch Sündermann einige 
noch nicht sichergestellte Arten aus spa- 
nischen Hochgebirgen eingeführt wur- 
den ; für erfahrene Pfleger heikler Al- 
pinen. 

Athamänta, Augenwurz: 
harte, aufrechte, hübsch belaubte. 
1 bis 30 (■/;; hoheU m b e 1 1 i f e re n mit 
gestreiften, starren Stengeln, zwei- 
bis dreifach gefiederten, fein fieder- 
schnittigen Blättern und weil.ien Blü- 
tendolden, Juni-Juli; Kultur in 
etwas lehmigem, frischem Garten- 
boden in sonniger Lage ; V e r m e h r u n g durch Samen ; V e r w e n d u n g im Alpinum und Park . 
A. cretensis, Alpen, 5 bis 30 cm, kurz behaart. Dolden nur vier- bis zwölfstrahlig; 
Frucht rauhhaarig; A. rupestris {Libanötis rupestris, A.Mattliioli]. Südosteuropa, bis 60 r/n, 
Stengel fast kahl, Frucht rauhhaarig, Dolde 12- bis 25strahlig; A. vestina, Südtirol bis 
Kärnten, bis 45 cm. wie vorige, aber alles wollig zottig behaart. 
Athamänta verticilläta siehe Portenschkigia ramosissima. 

Athyrium, Frauenfarn: schildfarnähnliche Farne mit 2 bis 4 fach gefiederten großen 
Wedeln, Sporenhäufchen länglich oder hakenförmig, mit seitlich angeheftetem Schleier, sel- 
ten rundlich, mit verkümmertem abfälligen Schleier; Kultur wie Asplcnimn. doch siehe Arten. 
A. (nicht Aspidium oder Polysticluini) acrostichoides [Atli. oder Diplciziiim thelipte- 
roides), Himalaya, Nordostchina, Nordostamerika, Wedelstiel strohfarben, behaart, bis 30 cm. 




33 



Wedel krautig, bis 60 cm. länglich, gegen Grund verschmälert, doppelt gefiedert, Sori 10 
bis 12 auf jedem Segment, länglich, harter Hochgebirgsfarn, liebt nahrhaften Boden: A. al- 
pestre [A. rhactUnm, A. Filix ßinirui \-ar. rliaeticiiin. P!iei{öpten's alpestris). alpine Form 
der Filix Jeiiüna. vor allem abweichend durch kleine runde nur in der Jugend mit einem ver- 
kümmerten Schleier bedeckte Sori, guter Schattenfarn; A. crenätam, Norwegen bis Sibi- 
rien, Japan. Tracht wie Cysfopreris inontana. Rhizom kriechend, dünn, wie Grund des 20 cm 
langen Wedelstieles schwarz schuppig, Wedel zart, lebhaft grün, locker behaart, breit drei- 
eckig. 3 bis 4 fach fiederspaltig, Sori 2 bis ö auf Abschnitt, fast gerade, hübsche Art; A. 
Filix femina ( Polypöclinm und ,4.s- 
pidiiim Filix fi'mina ) , nördl .gem äßig- 
te Zone, Rhizom aufrecht,Wedel ge- 
huschelt, kurz gestielt, krautig, zart 
grün. 0.3 bis 1 w, länglich lanzett- 
lich meist doppelt gefiedert. Fiedern 
lineal lanzettlich. Fiederchen schmal, 
spitz, eingeschnitten gesägt. Sori 
länglich oderhakenförmig, mit deut- 
lichem weiß gewimperten Schleier; 
bekannte sehr variable Art ; Kessel- 
ring gibt folgende Übersicht der 
Hauptkulturformen : die typische .Art 
hat öfter eine rötliche Blattspindel 
({.purpureum,) dies wiederholt sich 
auch bei vielen der monströsen l-or- 
men ; durch zwergigen Wuchs 
und nicht monströse Wedel zeich- 
nen sich aus: s?a. pümilum, v.pm- 
vum, V. congc'stum und congestum 
minus, letzte beide ganz reizende 
Formen für Felsengruppen ; stark 
wachsend sind fast alle plumosen 
feinfiederblättrigen Formen, zu den 
schönsten dieser Gruppe, als deren 
Typ das gewöhnliche v.p/umösum 
gelten mag. gehören : var. ..Dryeri". 
„Axmmstev" .e'legans. todeoides. ca- 
löthrix. pannösum, alle wetterfest. 
Wedel fast Spitzengewebe ähnlich ; 
Abstufung der Unterschiede kaum 
in Worten wiederzugeben, hier auch 
cristate Formen, wie plumosum mul- 
tifidnm, er ist dt um, polyddetylum ; 
Formen mit kämm artigen We- 
deln gibt es in unendlicher Variation, wovon viele zu den capitaten Formen überleiten, als 
Grundtyp sei \'ar. cristatum genannt, setfgerum eristatum, Vernöniae eristatum, Grdntiae, 
eristatum elegans. polyduetylum. retrojlexum eribtatum, Howardidmim eristatum, Craigii eris- 
tatum und polydaetylum: durch schmale Wedel mit hahnenkammartiger Bildung 
zeichnen sich aus: angustdtiim eristatum, curtum multifidum, doch von allen cristaten For- 
men dieallerfeinste cristate Ausbildung und zugleich kopfartige Anhäufung der Käm- 
me besitzen : augustatum eristuldtum. gemmdtum eristulatum unAeristulaluiii mdjus. es sind 
dies Edelsteine der Gruppe, krausen Petersilienbüschen vergleichbar; sie bilden den Übergang 
zu den capitatenFormen. als deren beste genannt seien : grandiceps, eoroiidtiim eapitdtum. 
muliieeps, eorymbiferum : kreuzweise, fast quadratisch zu einander gestellte Fiedern 
besitzen erucidtum. erucidto-eorönans, erueiato-eristatum und Vietöriae, letzte eine der allerzier- 
lichsten und elegantesten ; eine ganz besondere Gruppe steilen die sagittaten Form en dar 
mit auf meist ein Fiederpaar reduzierten, pfeilartig gestalteten, der Spindel entlang laufenden 
und diese verdeckenden Fiedern, hierzu gehören : üulsöniae, Pritehdrdii, sagittdtum. bei sagil- 




128. Astnintia major, Sterndolde, 60 < 
in PlantiC'res lOriK.i. 



134 Athyrium — Aubri6tia, 

tatiiin lunulätum, lanceoldtum und linedtum sind die Fiedern abgerundet, he.\Giilsoniae cris- 
tatum sind die Köpfe leicht kammartig; hierauf folgen die FritzeIliae=FoTmtn. die auch 
reduzierte, jedoch nicht so dicht gestellte kleinere Fiedern haben, zuweilen beobachtet man 
daran auch Rückschläge in gewöhnliche Fiedern, nun gibt es auch Fritze/liae-Formen mit 
weiten zierlichen halb kämm-, halb kopfartigen Verzweigungen, die äul.ierst zierlich wirken, 
wie Fritzelliae cristatiim, niiiltifidiim, dann auch allerliebste cristate Zwergformen, wie 
Fritzelliae congestum cristatiini oder niiiltifidiim. ferner nicht monströse, wie Fritzelliae con- 
gestiim; FritzcHüae-Formen mit abgerundeten Fiedern sind: rotiinddtiiin [Pidleri), und die 
gleiche Form cristat ist rotiindatiim niiiltifidiim ; in die /7-//'Z('///r/£'-Verwandtschaft gehören 
auch die törtile und Howardianiini-Formen. die oben erwähnt wurden; Zwergformen 
mit cristaten Fiedern sind: congestum cristatiim. corig. miiltifidam, cong. polydactylum, 
corig. minus cristatiim, allerliebste Formen für schattige Lagen in Gesteinsgruppen; eine wei- 




Abb. 129. Asplenium Filix femina var. cnstiiluiiim. iplmt. C. Ke 



tere Zwergform mit krausen dazu cristaten Fiedern ist var. crispum, die leicht gedeiht und 
verhältnismäßig rasch wächst, zu den allerfeinsten Formen, die fast selaginella-oder m oos- 
art i g sind, zählen var. acroclddon mit f. dc'nsiini, var. glomerdtiini und v. velatinum. letzte 
ist bis jetit die kleinste Form und bildet den Boden angedrückte, kugelige, freudig grüne, 
moosartige Polster, vorzüglich für Fclsengruppen in passender Lage. 

Attich siehe Santhi'icus. 

Atractylis oväta: als Waldpflanze in der Mandschurei weitverbreitete K o mpos i te, bis40 cm. steif- 
buschig, Blätter meist dreiteilig, lederartig, glänzend, Blüten blendend weiß, Herbst, nach Kesselring 
ganz hart, wogegen die als Qiräldia Släpjii verbreitete chinesische Form in Petersburg bald erfror. 

Atropa Belladonna, Tollkirsche: sehr giftige, heimische, bis über 1 m hohe Stande mit eiförmigen 
Blättern und nickenden, violettbraunen Blüten im Juni-August, auf welche glänzend schwarze, kugelige, 
violettsaftige Beerenfrüchte folgen. Für schattige Qehölzpartien im Park brauchbar, aber wegen ihrer 
Giftigkeit nicht zu empfehlen. 

Atropa rhomboidea siehe Salpiclirönia. 

Aubrietia — Cruciferen — Niedrige, rasige Felsenpflanzen, die im Frühjahr blühen, 
siehe Abb. 38; Kulturin trockenem, sandigem, oder besser kalkhaltigem Boden in warmen 
Lagen; Vermehrung der neuen Gartenformen durch Teilung oder Stecklinge, derechten 
Arten, die nur für wenige Pflanzenfreunde in Betracht kommen, auch durch Samen; Ver- 



Aiibrietia— Bellidiästrum. I35 

w e n d u n g als Einfassungs- und Felsenpflanzen. Die folgenden Formen stammen meist von 
dcltoidea ab und werden als deren 1-ormen geführt. 

A. croätica, Kroatien, Dalmatien, niedriger und dichter als dcltoidea, Blüten mittelgroß, 
dunkellila, April; A. dettoidea, Griechenland bis Kleinasien, 10 bis 15 cm, Blüten lilablau 
oder lilapurpurn, März, April, hierher als Formen: var. Eyrei rösca, leuchtend rosa, sowie 
A. Froebcli,gxö[}iQxh\üi\g, dnnktWWz.; A.graeca superba, heililapurpurn, gilt als sehr gut 
für Einfassungen, /l.//frtfA^/-so7?/ tiefpurpurviolett; A.hybridamit denSorten „Fireking", 
schönste in leuchtend rot, „Laven der", lilalavendelblau. spätblühend, eine der allerbesten 
und groüblumigsten, siehe ."Xbb. 38, „Dr. Mules""*),sehrgroL)unddunkelviolettblühend,beste 
dunkelste Sorte. Moerbeimii, weichrosa, sehr grol.iblumig. gut, April-.]uni; A.Leichtlini 
„Crimson", leuchtend karminrosa; A. taun'cola, sehr niedrig, dicht, dunkelblauviolett, 
frühestblühende, sehr gut, var. alba, weilj, zuletzt lila. 

Audibertia grandUlöra: nordvvestamerikanische, aromatische, behaarte, etwas rauhblättrige, bis 
75 rill hohe Labiale mit pfeilförmigen Blättern und purpurroten Blüten in dichten Knäueln; gilt als 
sehr gute Biencnpflanze ; bei uns anscheinend nicht in Kultur. 

Augenwurz siehe Atlianidnta. — Aurikel siehe Piimula Auricula. 

Avena alpina und A. planicülmis siehe Avendstruin. — Avena argentea und A. disticbophylla 
siehe Trisäiiiii. 

Avenästrum planlcülme {Avena planicülmis). Wiesenhafer: bis 1 in hohe, ganz schmuckvolle 
G r a m i n e e aus dem südlichen Mittel- und Südeuropa, das kräftige, grüne Laub bis in den Winter hal- 
tend ; für nicht zu trockene Stellen brauchbar ; auch A. alpinum (Avena u/pinaj gelegentlich im Alpinum 
kultiviert. 

Azölla caroliniäna ist ein lebermoosähnlicher, kleiner Wasserfarn, der mit unserer Salvinia ver- 
■wandt ist und aus Amerika stammt; von Wasserpflanzenliebhabern gelegentlich kultiviert; vermehrt 
sich oft unangenehm stark. 

Azorella pedunculäta : südamerikanische U m b e 1 1 i f e r e von den Anden Ecuadors, dichte rasige 
Polster, bei uns empfindlich; härter hat sich A. trifurcäta vom Magellangebiet gezeigt, Polster dicht, 
ausgebreitet, Blätter dreigabelig, Blüten grün in winzigen Dolden ; nur botanisch bedeutsam. 

Bärenklau siehe Acant/ms und Herücleuin. — Bärlapp siehe Lvcopöcliuiu. — Bärwurz siehe M^um. — 
Bähia lanäta siehe EriopfiyUnin caespitösuin. — Ballonblume siehe Platycödon. — Baidingeria siehe 
Phälaris. — Baldrian siehe Valeriana. 

Baldwinia unlflöra ist eine nur ein- bis zweijährige K o m p s i t e aus Nordamerika. 

Ballöta spinösa (B. frulescens. Moluci'lla frutescens), Stinkandorn : .italienische, 10 bis 40 cm hohe, 
filzig behaarte Felsenstaude der Labiaten mit breit-ovalen Blättern und weilien Blüten mit stechen- 
den Bracteolen, Mai-Juli; Kultur in sehr sonnigen trockenen Lagen, fürs Alpinum. 

Balsamita vulgaris, Marienblatt, siehe Chrysanthemum iiiäjus. 

Bandgras siehe .Arrtienätlierain und Phälaris anindindcea var. picta. 

Bänffya petraea siehe Gypsophila transsylvänica. 

Baptisia (Podalyria) austrälis: nordostamerikanische, harte, bis meterhohe, kahle, in Tracht an 
Lupinus gemahnende, blaublütige Staude, Mai-Juli, var. alba (B. leucantlia Hort.) ist eine bessere weiße 
Form ; K u 1 1 u r in sonniger Lage in gutem, tiefgründigem Qartenboden ;Vermehrung durch Samen 
im Frühjahr ; die Pflanzen blühen meist erst im dritten und vierten Jahre ;Verwendung gelegentlich 
für Staudenrabatten und zu Vorpflanzungen im Park. B. tinctöria hat kleine gelbe Blüten, Juli, trockene, 
sandige Böden. Alle nur botanisch wertvoll. 

Barbarea vulgaris, Barbarakraut: von dieser bekannten, heimischen, 30 bis 60 rm hohen, 
gelb blühenden Crucifere ist war. fl. pl. mit gefüllten, goldgelben Blüten und eine buntblättrige var. 
variegala für Qartenkultur brauchbar; die gefüllte Form bringt im Mai-Juni ihre langdauernden, ver- 
zweigten, massiven Blütenrispen ; K u 1 1 u r in jedem frischen Qartenboden ; Vermehrung durch Tei- 
lung und Stecklinge, die weilJbunte Form ist samenbeständig; Ver w en d u ngfür Rabatten und Gruppen. 

Bartfaden siehe Pi'ntstemon. — Bartnelke siehe Diänthiis barbdlus. 

Bärtschia (BurlsiaJ alpina, Alpenhelm : 10 bis 25 cm hohe, behaarte, dunkelviolettblaublütige, halb- 
parasitische Scrophulariacee, Alpen, Juni-Juli ; kommt nur dann für Liebhaber in Betracht, wenn 
man sie in großen Polstern an Ort und Stelle sammeln und im Verein mit ihren Standortspflanzen ins 
Alpinum überführen kann, wo sie aber auch dann nur selten sich hält. 

Baträchium aquätile siehe Rannnculns aqualilis. — Batunge, Batunke siehe Stdchvs. — Baum- 
mohn siehe Roinneya. — Becherblume siehe Piiteriuin. — Becherglocke siehe Adenöphora. — Bei- 
fuß siehe Artemisia. — Beinwell siehe Syinphytiim. 

Belamcända chinensis iB. punctata, Gemmingia, Ixia, Moraea oder Parddntlius chinensis), Leopard» 
blume : ostasiatische I r i d a c e e mit Ausläufer treibendem Rhizom, schwertförmigen Blättern und leb- 
haft gelbroten Blüten mit dunklen Tupfen, auf bis 75 cm hohen beblätterten Stengeln, August-September; 
K u 1 1 u r in nahrhaftem sandig lehmigen Boden an sonnigen Orten ;Vermehrung durch Samen oder 
Teilung; Verwendung im Garten und Alpinum. 

Bellevälia siehe tiyacinViiis und Muscari. 

Bellidiästrum Michelii (.Aster hellidiastmin) : gänseblumenähnliche, bis 20 cm hohe Alpenpflanze. 
Blüten weiß, im Verblühen rosa, Mai-Juni, Kultur in etwas schattiger Lage im Alpinum ; Vermeh- 
rung durch Teilung oder Samen (Frühjahn ; nur für Liebhaber. 



136 



BfeUis-BergSnia 




füll um 



Belllsperennis, Gänseblümchen: bekanntes heimisches Unkraut (Kompositen), das 
vom März bis zum Winter blüht. Man hat sehr viele Kulturformen gezogen, die wie var, 
tubtilösa teils einfache Blüten mit roten, geröhrten Randblüten haben, teils gefüllt sind, hier- 
unter weil.ie, rosafarbene und rote 
Kulten, z. B. „Brillant", leuch- 
kI dunkelrosa, kleine geöhrte Blü- 
Lii Fürstin von Stollberg", 
ntiosa, Blüten größer; „Deut- 
L her Riese Antaeus", weil.l, bis 
S(w dicht gefüllt; „Ruhm von 
Frankfurt". Blüten talergrol.'). rot 
gefüllt, „Kronprinzessin Ceci- 
lie ubw.. auljerdem gibt es auch 
buntblättrige Formen. Alle diese 
Kulturformen gedeihen in jedem gu- 
ten Gartenboden; Vermehrung 
nur durch Teilung; X'erwendung 
hauptsächlich als Hinfassungspflan- 
zen, bei den grol'iblütigen Kultur- 
sorten leichte Winterdecke ratsam. 
Die Bellis sind nicht als eigentliche 
Stauden zu betrachten ! 

Bellium bellidioides (Bellis drose- 
raejölia) : südf raiizösisch - italienische , 
3 bis 10 cm hohe, Ausläufer treibende, 
Bellis-ähnWche Staude mit 10 bis 12 nun 
breiten.weißenKöpfchen.im Mai-Juli; für 
feuchte sandige, sonnige Orte im Alpinum brauchbar. Als härter anzusehen ist ß. crassifölium aus 
Sardinien=Korsika (Abb. 130). Sät sich leicht selbst aus. — Ferner B. minütum iß. rotundiföliuni), 
Griechenland, Kleinasien, an Gänseblumen erinnernd, weiß, ganzen Sommer blühend, hart ; Vermehrung 
durch Samen und Teilung, noch gut im Halbschatten. 
Benediktenkraut siehe Qc'uni. 

Berärdia subacaülis .-fast stengellose,harte, französische, alpineK ompositemit rundlich-eiförmigen, 
handbreiten, weißfilzigen Blättern und einem kugeligen, weißlichen Blütenköpfchen im Juli; Kultur 
usw. wie Caiiina, doch nur für Liebhaber zu empfehlen. 

Bergenia (auch als Megasea, Saxijraga oder Qeiyönia gehendi, Bergenie, — Saxi- 
fragaceen — Harte, 30 bis 50 r//; hohe Stauden mit dickem Wurzelstock, derben, winter- 
grünen, breiten, glänzend grünen Blättern und hübschen weil.ien, rosa oder dunkelroten Blüten 
in dichten straffen Blütenständen im zeitigen Frühjahr, wie Abb. 13 1 oder farbige Tafel 11; 
Kultur in kräftigem etwas feuchtem Boden und halbschattiger Lage (sonst reichlich giel.ien); 
Vermehrung durch Teilung oder abgeschnittene, als Stecklinge zu behandelnde Triebe, 
sowie durch Samen; X'erwendung 
für Felspartien, Ufer, halbschattige 
und sonnige Gruppen usw.. Blüten 
abgeschnitten recht haltbar. 

ß.cor£f//ö//a'''), Altai, bis 50 cm, 
wie folgende, aber Blätter breiter, 
herzförmig, hellrosenrot, April-Mai, 
var. purpurea, Blätter derber, Winter- 
grün, Blüten tief purpurrot. April- 
Mai, ähnlich die ebendaher stammen- 
de ß. crassifölia, Blätter läng- 
licher, hellgrün, leiden im Winter zu- 
weilen, Blüten dunkelrot, Abb. 131 ; 
B. hybrida, großblumige Garten- 
züchtungen mit weil.ien, rosa oder 
roten Blüten, die früh und reichlich 
blühen ; B.liguläta \Sa.xifraga thy- 
sanödes Ldl.), Himalaj'a, schön weiß 




Bergenia — BlOchnuni 



blühend; B. pacifica, Gestade des Stillen Ozeans. Mandschurei, 1 5 cm, ähnlich crassiJoUu, 
aber kleinblättrig. Laub lederig. im Winter tief rotbraun. Blüten rosa, schon anfangs März; 
für Einfassungen; B. Smithii, Hybriden zwischen corcLJolia und piirpiirascens ; B. Stra= 
cheyi, Himalaya.Laub absterbend. 
Blüten im Frühjahr vor den Blättern. 
weilJlich rosa, schön. 

Bergesparsette siehe Onob/ji/ii^ 
nionldna. — Berkheya siehe S'to/i(i,<. 
— Bergminze siehü Sutiin'ju. — Berg- 
wundklee siehe Antliyllis. — Beru- 
fungskraut oder Beschreikraut siehe 
lirioeron. — Betönica siehe 67i/(7/r,s. -- 
B/ärum siehe Iscluiiuni. — Bibernell 
siehe Piiiipint'lla. — Bicuculla siehe Di- 
centni. 

Bidens dahlioides, Scheindahlie — 
Kompositen — hl bis 60 cot hohe 
kahle Staude aus dem mexilcanischen 
Hochlande, Wurzelstock fleischig, Blät- 
ter unpaarig gefiedert, Blüten weiß oder 
lilarosa, etwas cm breit, Juli-September 
(Abb. 132); Kultur in sehr sonniger, 
nicht zu trockener Lage in nahrhaftem 
Boden ; Vermehrung durch Samen ; 
Ve r w e n d u n g für Rabatten, als Schnitt- 
pflanze, leider nur in warmen Lagen im 
Süden des Gebietes hart; sonst besser 
Wurzeln frostfrei überwintern, aber 
nicht zu trocken. Wird jetzt als Cösmos 
(/iversijd/iiis geführt; ob verschiedene 
Formcn\nKu]tur?Bide/isWarszewic2id/ia 
aus Guatemala ist eine gute Bienen- 
pflanze, aber als Staude nur in warmen 
Lagen brauchbar. 

Biebersieiaia Orphäaidis — G e - 
raniaceen — Alpine Staude aus dem 
Orient mit knolligem, mehrköpfigem 
Wurzelstock, wovon eineinfacherTrieb 
mit rauhbehaarten, fein dreifach-fieder- 
teiligen Blättern und dichten, länglich ährigen, aufrechten Blütenständen mit kleinen rosa Blüten ent- 
springt, Mai-Juni; Kultur der seltenen Pflanze im Alpinum in trockenen warmen Lagen; nur für er- 
fahrene Pfleger. 

Bienenbalsam siehe Mondnia. — Bienensaug siehe Ldmiiim. — Bigelövia albicaülis ist eine 

niedrige.strauchigeKomposite aus Colo- 
rado. Siehe „Lauf)holzbuch". — BingeN 
kraut siehe Mcrciirid/is. — Binse siehe 
Sciipiis. — Binsenlilie siehe Sisv/iri- 
chiiiin. — Biötia macrophyl/a siehe 
Asier mucropliyUus. — Birnkraut siehe 
Pyivla. — Bisamhyazinthe siehe Mus- 
cdri. — Bisamkraut siehe Adöxa. — 
Bisamschafgarbe siehe Acliillea nion- 
ldna. — Bischofskappe siehe Mitellu. 
Biscutella laevigäta^riWenschöt- 
chen: harte. 10 bis 30 cm hohe, im Mai- 
Juni reich hellgelbblühende, alpine C r u - 
eifere für Qesteinspartien iQeröllfel- 
den und grasige Plätze, wo die Wurzeln 
tief genug hineindringen können; Ver- 
mehrung durch Samen, recht zierend. 
Bitterklee siehe Menydnilies.— Bit» 
terwurz siehe Lewisia. — Blaadfördia 
siehe Gulax. — Blasenfarn siehe Cys- 
töptcris. — Blaugras siehe Mo/inia. — 
Blaustern siehe Sci//cc 




Abb. 



132. Bidens dahlioides. 
(phot. F. Zenia 



in Pruhonitz 




Abb. 133. Blechnum Spii i 
Rippenfarn, 40 ci 



Blechnum spicant ( Stnithiöp- 
teris spicant). Rippenfarn: hei- 
misches Farnkraut mit lederigen. 



Blöchnum — Boccönia 




Abb. 134. Bocconia (Mai It 

lOrig., HeiüclbcTK, lUii 



wintergrünen Wedeln, deren un- 
fruchtbare kammförmig fiedertei- 
lig, im Umril.) länglich lanzettlich 
und 15 — 50 cm lang sind, bei var. 
iindüldliim. Abb. 133, Fiedern ge- 
wellt, außerdem sind schöne Spiel- 
arten: var. serrdtiim. Fiederblätt- 
chen tief gesägt, und var. ranw- 
cristätüin, Wedel kammförmig ge- 
kraust ; an feuchten schattigen 
moorigen Stellen und Bachufern 
im Park und Alpinum verwendbar. 

— Eine schöne harte niedrige Art 
ist B.pc'nnain(in'iia[LonHiria alpi- 
na) von der Antarktis. 

Bleiwurz siehe Cenitostigmu. 

Bletia (Bletilla) hyacinthi^ 
na: chinesisch-japanischeOrchi- 
dee mit breiter Knolle, lanzett- 
lichen Blättern und traubigen, bis 
40 cm hohen Blütenständen mit 
karminpurpurnen oder weißen! var. 
iilba) hübschen Blüten. Mai-.luni; 
Kultur siehe Orchis. Ist eine der 
schönsten Freilandorchideen für 
frische halbschattige Lagen, bedarf 
aber sehr guten Schutzes gegen 
Nässe im Winter. 

Bletilla siehe BIctiii.— Blltum vir- 
gätum, Erdbeerspinat, ist eine An- 
nuL'lle. — Blutauge siehe Cömarum. 

— BlutendesHerz s'ieheDicenlni spec- 
tdhilig. — Blutrösle siehe Geranium 



sunguineiim. — Blutv 



liehe Sungui- 



BoccöniaiMack'ya-"), Feder= 
mohn — Papaveraceen — Aus- 
läufer treibende, hohe, blaugrüne, 
schön belaubte, harte Stauden mit 
weißlich rosafarbenen, vielblütigen 
Rispen, wie Abb. l.M, ,luli-August; 
Kultur in gutem, nahrhaftem, tief- 
gründigem, etwas feuchtem Garten- 
boden, alte Pflanzen düngen, auch 
im Winter Bodenbelag von verrotte- 
tem Dung; Vermehrung durch 
Samen, Teilung (Frühjahr), Ausläu- 
fer (Sommer); Verwendung in 
Gruppen als Vorpflanzung vor Ge- 
hölzpartien, mehrere Jahre unge- 
stört lassen (wenn genügend bu- 
schig, Ausläufer abstechen), verträgt 
lichten Schatten gut. 

B. cordäta (B. japonica, B. je- 
(/oc'risis), China, Japan, 1 .5 bis 2,5 m, 
Abb. 134; noch üppiger und fast 
schöner ist die sonst recht ähnliche 




Abb. 135. BoLtonki latisquarna, 1,5 



Boccönia— Borstengras. 



139 



B. microcärpa aus China. Vielleicht nur eine Form davon ist B. Thiinb^rgü Hort, mit 
rot geäderten Blättern. 

Bocksbart siehe Tnigopögon. — Bockskraut siehe Himantoglössum. — Boeaalnghausenia albi- 

ilöra siehe Laubholzbuch, 2. Aufl. 

Boea hygrometrica: an jankühi Heldrekhii erinnernde, nordwest-chinesische Gesneracee. 
flache, silberhaarige Rosetten bildend, Blütenstände bis 15 cm, Blüten blau, streptocarpusartig, Juli ; K u 1 - 
t u r wie Rumöndla. sollte eingeführt werden. 

BoKönia — Kompositen — Hohe, herbstasterähnliche, aufrechte, nordamerikanische 
Stauden mit weißen oder rötlichen Blüten, wie Abb. 135, Juli-September; Kultur in jedem 




^^ *'^^' "^ 




ßoufe/oua oligostachya, Moskitogras, 



nicht zu trockenen Gartenboden; Vermehrung durch Teilung; Verwendung für Parks 
und Rabatten, haltbare Schnittblumen. 

B asterioides CB. glustifölia). bis über 2 m. Blüten weil.'i, rosa oder purpurlich. Hüll- 
schuppen spitz; B. latisquäma, schrähnlich, Blüten leicht violettblau, bei var. occidcntcilis 
weiß; wie Abb. 135 ; oft fälschlich mit Diplostdphium ainygdaliniim verwechselt, siehe unter 
Aster umbelldliis. Die botanisch unsichere B. laevigata Hort, ist schwächerwüchsig mit lila- 
rosa Blüten. 

Bongärdia Rauwölfli (Leönlice clirysösoniiin. Chrysögonum Dioscöridis): kahle, orientalisch-zentral- 
asiatische Berberidee mit knolligem, flachkugcligem Rhizom, grundständigen, gefiederten, lappig 
gezähnten Blättern, deren Blättchen am Grunde oft gerötet sind, und mehrblütigen Blütenstäiiden auf 
nacktem, bis 25 rni hohem Schaft mit nickenden, goldgelben Blüten mit gekerbten Petalen; Kultur 
in sandiger Mischung aus Lehm und Lauberde, verlangt gute Winterdecke. 

Borägo siehe Bonago. 

Borderea (Dioscoreu) pyrenäica: 5 bis 25 cm hohe, kahle Dioscoreacee aus den Pyrenäen 
mit schwarzer, eiförmiger, nußgroßer Knolle, die von Schuppen gekrönt ist und einen oberhalb doldig 
verzweigten Stengel mit ausgebreiteten, verbogenen Astchen und dicken, herzeiförmigen Blättern, sowie 
kleine Trauben von winzigen weißlichgrünen Blütchen trägt, Mai-September. Nur botanisch interessant 
und im Alpinum auf Qeröllhalden versuchswert. 

Borstengras siehe Nardus. 



1 40 Borrägo— Bulbocödium. 

Borrägo laxiflöra — Borraginaceen — Reizende, niederliegende Alpine aus Korsika, Blüten 
schön blan, nur zweijährig, sät sich jedoch im Alpinum selbst aus; für sonnige trockene Lagen. 

Borrägo Orientale siehe Psikisteinon. — Botryänthus ist eine Untergattung von Miiscdri. 

Botrycbiam, Mondraute: kleine eigenarlige Farne mit dreizähligen feinteiligen sterilen Blättern 
und rispigen, etwas an Blutenstände erinnernden, fertilen Wedeln, diegelegentlich im Alpinum an grasigen 
Plätzen kultiviert werden. Sie lieben Halbschatten, doch B. Liindna verlangt Sonne. Die heimischen 
Arten sind in jeder Flora beschrieben, am besten für Kultur dürfte ß. virginiänum sein, das bis 50 cm 
hoch wird, bei uns selten, im östlichen Nordamerika verbreitet ist und eine gute Waldpflanze darstellt. 

Bottionaeathysantoides (Ti icliopi'taliim gnicile): in guter Kultur bis über bOciii hohe L i li a c ee aus 
Chile, mit fleischigen Wurzeln, linealen, blaugrauen Blättern und grünlichweißen, nickenden, borstig 
behaarten, ährigen Blüten, im Juni-August; nur botanisch bedeutsam und wohl nicht ganz hart. 

Bouteloüa oligostächya, Moskitogras; nordamerikanisches eigenartiges Präriegras, wie Abb. 13f-, 
30 bis 40 cm hoch, Ähren bräunlich, wagerecht abstehend, Juli-September; Kultur in sonnigen Fels- 
gruppen in sehr trockenem lehmigem Sandboden ; Vermehrung durch Samen und Teilung; nur für 
Liebhaber. 

Boykinia {Saxifraga oder T/invJoin aconitifölia: ostnordamerikanische, harte, 30 bis 60 cm hohe 
Saxifragacee mit großen, rundlich-nierenförmigen, tünf- bis siebenlappigen Blättern und reizenden 
kleinen rahmweißen Blüten in rispigen Zymen, Juli; Kultur halbschattig, etwas feucht; in Masse 
recht hübsch. 

Boykinia tellimoides siehe Saxifraga tellimokks. — Brachsenkraut siehe hoctes. 

Brachypödiumpinnätuin,Zwenke: heiniisches,frischgrünes, 0,0 bis I m hohesWaldgras mit kriechen- 
dem Wurzelstock, steifen Stengeln und Blättern, Rispen Juni-Juli; gelegentlich zur Bodenbedeckung 
in halbschattigen Laubholzgruppen brauchbar, anspruchslos. 

Bradbürya virginiäna siehe CentmsL'iiia. — Brändlein siehe Nigritdla. — Brandkraut siehe Plilö- 
mis. — Brandlattich siehe Homogvne. 

Braseaia Sclireberi {B. pcitatu, B. piirpürca), Wasserschild, Schleimkraut: flutende, schleimige, 
in Nordamerika, Asien und Afrika verbreitete Nymphaeaceemit kriechendem Rhizom, langgestielten 
schildförmigen Blättern und purpurbraunen gefransten Blütchen, Juli-August; für flache Gewässer ge- 
eignet und gewiß hart, wenn aus dem nördlichen Teile der Heimat stammend; Vermehrung durch 
Wurzel-Teilung. 

Brassica, Kohl: von dieser durch ihre Nutz- und Gemüsepflanzen bekannten C r u c ife rengattung 
kommt für uns wohl nur die kleine, goldgelbe B. repünda aus Südeuropa in Betracht. Ob in Kultur? 

Braunelle siehe BnineUa. — Brauneria purpürea siehe RudbL'ckia. — Braunwurz siehe Scrophiilaria. 

Bräya alpina, Knotenschötchen : winzige, 2 bis 4 cm hohe, hochalpine, weißblühende C r u c i f e r e , 
die nur aus botanischem Interesse als Felsenpflanze für sonnige, warme Lagen in Gesteinsritzen in 
Betracht kommt. 

Brennende Liebe siehe Lvc/inis cludcedönica. — Brennender Busch siehe Dictdmniis. 

Brickellia graadiflöra: nordwestamerikanische, 50 bis 75 cm hohe, aufrechte, rispigverzweigte. an 
Eupatorium erinnernde Kompositemit weißen, ziemlich unansehnlichen, überneigenden, zylindrischen 
Blütenköpfchen im September; Kultur in Lehmboden für etwas feuchte, schattige Lagen; Vermehrung 
durch Samen, nur für Liebhaber. 

Brillenschötchen siehe Biscutella. 

Briza lutesceas, ausdauerndes hartes Zittergras, 30 bis 40 cm. Blütenährchen herzförmig, Juni- 
Juli, schön zum Schnitt. Auch die heimische B. media läßt sich auf trockenem Boden ansiedeln. 

Brodiaea — Liliaceen — Nordwestamerikanische, niedrige, schmalblättrige Zwiebelgewächse 
mit lockeren Blutendolden auf nacktem Schaft, Juni-Juli ; K u 1 1 u r in sandigem recht gut durchlässigem 
Boden in warmer Lage, Zwiebeln 5 bis 10 rm tief; Vermehrung durch Brutzwiebeln im Herbst; 
Ve r we n d u ng für Rabatten und Felspartien, auch in grasigem Grunde, im Winter eventuell Reisig- 
decke, jedenfalls Schutz gegen Nässe. 

ß. coagesta (B. pulchelta), 50 cm. Blätter flach, blaugrün. Blütenstände dicht, Blüten kurz gestielt, 
blaupurpurn; ß. graadiflöra (B. corondria). 10 bis 25 cm, Blätter etwas rundlich. Blüten lang gestielt, 
größer, purpurblau oder rosa in lockeren Dolden; außerdem noch viele Arten versuchswert, die auch 
unter dem Namen Dichelostemma oder Hoökera gehen. 

Brodiaea uaiflöra siehe Triteleia. — Bronzeblatt siehe Galax. — Bruchkraut siehe Hernidria. 

Brunella (hiinella) grandiflöra (B.pyrenciica). Braunelle: harte. 5 bis 25 cm hohe, 
heimische La b i a t e. die in Tracht zur Blütezeit an Betonica gemahnt, Blüten purpiirviolett. Juli- 
September, oder weil.igelb (var. albci). noch üppiger und schöner ist die Form B. W'ebbiana 
mit blau violetten Blüten, als beste gilt var. rösea mit leuchtend rosafarbenen Blüten; Kultur 
in jedem nicht zu schweren und nicht zu trockenen Qartenboden ; Vermehrung durch Saat 
und Teilung; Verwendung für Einfassungen. Felspartien. Rabatten, auch im Halbschatten. 
— Noch erwähnt sei B. incisa, mit geschlitzten Blättern und violetten oder rosa Blüten. 

Bryönia dio'ica, Zaunrübe: heimische, 2 bis 3 m hoch schlingende Cucurbitacee mit gelappten 
Blättern, gelblichweißlichen zweihäusigen Blüten, auf die bei den weiblichen Pflanzen im August-Ok- 
tober die kirschroten Beerenfrüchte folgen; in tiefgründigem Boden im Park zur Bekleidung von Stämmen. 
Gitterwerk usw. mit Vorsicht zu verwenden, da giftig und leicht zum Unkraut werdend. 

Buchenfarn siehe Aspidium Phegöpteris. — Buchweizen siehe Fagopyrum. — Bulbinella Hoökeri 
siehe Chrysobdctron. — Bulbocödium autumnäle siehe Merendera montäna. 

Bulbocödium vernum, Lichtblume: südeuropäische Liliacee, zur Blütezeit der 
Herbstzeitlose sehr ähnlich, Zwiebel schwarz. Blüten bis 15 cm hoch, purpurviolett, Februar- 



Bulbocötlium— Calamagröstis 



März (vor den Blättern); Kultur im Rasen, Zwiebeln im August-September 8 bis 10 cm tief 
legen; Vermehrung durch Brutzwiebeln; Verwendung für Parkwiesen, auch als Ein- 
fassungen für Rabatten usw. 

Bunge siL'he Suinotus. — Bunke siehe II 'eingärtncriu.— Bunte Margeriten siehe Pyrethnim hybndum. 

Buphthälmum, Ochsenauge, Rindsauge: hohe, aufrechte. Gebirgskompositen. 
mit abwechselnden Blättern und ebensträußigen oder einzeln endständigen, breiten Blütenköp- 
fen; Kultur in ziemlich trockenem Gartenboden in sonniger Lage, liebt Kalk; Vermehrung 
durch Samen und Teilung; Verwendung für Rabatten, trockene Parkwiesen. Gebüsch- 
ränder; auch wertvolle Schnittblumen. 

B. salicifolium, östliches Mitteleu- 
ropa bis Kleinasien. 20 bis 50 an. Blät- 
ter länglich lanzettlich, behaart. Blüten- 
köpfe einzeln, endständig, goldgelb, .luni- 
August; ß. speciosum [Telekia cordi- 
fölia, T. speciosa). Osteuropa, bis 2 ///, 
Blätter groll, herzförmig, Blütenstände 
ebensträu(.)ig, Blüten breit, orangegelb, 
Juli ; ß. speciosissimum,T\rQ\ bis Lom- 
bardei, ähnlich salicitoliiini. obere Blätter 
herzförmig, kahl; empfindlicher. 

Bupleürum ranuaculoides, Hasenohr: 
eigenartige, bis 30 cm hohe alpine U m b e 1 1 i - 
fere mit grasartigen, schmallineal-lanzettlich 
gefiederten ürundblättern und etwas ästigen 
Trieben mit gelben, zuletzt braungelben Dolden 
im Sommer; wächst leicht in sonnigen Lagen 
im Alpinuni, wo sie sich meist selbst durch Sa- 
men ansiedelt; B. petnicum (B. graniniföliiiiii] 
ist ähnlich, aber astlos. 

Bütomus umbellätus, Wasser- 
liesch — Butomaceen — Harte, heimi- 
sche Wasserpflanze mit kriechendem Wur- 
zelstock, grundständigen, steif aufrechten, 
schwertlilienartigen Blättern und rötlich- 
weißen, dunkelgeaderten, hübschen Blü- 
ten in auf 0,5 bis 1 ,5 m hohem Schaft end- 
ständigen Dolden, .luni-August; Kultur 
im Uferschlamm von Gewässern oder in Abb. 137. Cacalia culvu, ,50 cm ipiiot. a. Purpusi. 

Bassins; X'ermehrung durch Teilung im 

Frühjahr oder Samen ; V e r w e n d u n g für Gartenbassins, Parkgewässer und Ufer. Wasser- 
stand bis 15 cm. 

Cabömba caro//n/ä/ia, Fischgras : untergetauchte Nymphaeacee aus Nordostamerika mit fluten- 
den, fein zerschnittenen Blättern und winzigen weißen Blütchen ; nur für besondere Wasserpflanzen- 
Liebhaber von Wert und kaum hart. Für Aquarien brauchbar, 

Cacalia aconitiföUa, atriplicifölia und suaveolens siehe Sen&io. 

Cacalia calva ist e/ne merkwürdige umbelliferenähnliche Koniposite aus den mexikanischen 
Hochgebirgen (Abb. 137), 45 bis .'iO cm. Wurzeln fleischig, Blüten weiß, Sommer; Kultur in sonnigen 
warmen Lagen in jedem leichten Qartenboden ; Verm eh ru n g durch Samen ; Verwendung für 
Liebhaber, Winterschutz, 

Cacaliöpsis Nardösmla: bis 50 cm hohe, an Petasiles pa/malus erinnernde westnordamerikanische 
Komposite mit 5 bis 9 lappigen grundständigen Blättern und duftenden gelben Blüten. Scheint für 
frische Stellen unter lichtem Nadelholz (Kieferni geeignet. 

Cacciaia glauca: 30 bis 75 cmhohe, ranhlicli behaarte Borraginacee aus den Gebirgen Nordper- 
siens mit blaugrünlichen, etwas dickliclK-n, horstenhaarigen, breitelliptischen Blättern und anfangs violett- 
blauen, später roten Blüten in endstäiuligen trauhigen Cymen ; bedarf guten Winterschutzes, nur für er- 
fahrene Pfleger. Hübscher und härter C'. stnnosa, Persien, tief azurblau, Sandboden. 

Cächrys alpina — U m b e 1 1 i f e r e n — Bis 50 r m hohe kahle Staude aus Taurien, Blätter vielfach 
fiederteilig, Zipfel lineal, Blütendolden gelb. Sommer; für Felshänge und offene Lehnen im Park brauch- 
bar; Kultur usw. etwa wie Atkamunta. Nur botanisch bedeutsam. 

Calamagröstls argentea siehe l.asiagröstis. 

Calamagröstls epigelos, Reitgras: öO cm bis über \m hohes Gras mit violettüberlaufenen Blüten- 
ständen ; bei uns in Wäldern verbreitet und gelegentlich für den Park oder auch im Garten in sandigem 
und humosem Boden zu verwenden, besonders die bunte var. variegäta. Ebenso C. vitlösa. 




142 Calamintha— Calliänthemum. 

Calamintha alpin 3, CUnopödiam und grandiflörum siehe Siitim'Ja. 

Calandrinia umbelläta aus Chile ist eine meist einjährig kultivierte Portulacacee mit dicken 
Wurzehi und grundständigen linealen Blättern, sonst etwas verholzende Staude, Blüten 'in ^Dolden- 
büscheln, sich gegen Abend schließend, seidig blaupurpurn. Mai-September. 

Calceoläria polyrrhiza, Pantoffelblume: hochinteressante, patagonische. 10 bis 15 erhöhe S c r o- 
phulariacee mit verkehrt eilänglichen, fast grundständigen Blättern und gestielten sattgelbcn, pur- 
purn getupften, pantoffelförmigen Blüten in lockeren Scheindolden, Juni-Juli ; K u 1 1 u r in halbschattiger 
Lage an geschütztem Standort im Alpinum, im Winter gute Reisigdecke ; Vermehrung leicht durch 
Teilung der unterirdischen Rhizome ; Verwendung nur für erfahrene Liebhaber, — Außerdem wird 
noch für Freilandkultur angeboten die in ihrer Härte etwas fragliche neuere C.Simiuirii {Jovellänu Sin- 
clu'.rii], Neuseeland, etwas höher buschig, mit ei-elliptischen, doppelgezähnten Blättern und rispigen 
Blütenständen mit kleinen, fleischfarbenen gefleckten Blüten; C. biflöra {C. plantaginea). Chile, Argen- 
tinien, die in allen Teilen größer als polyrrliiza ist, läßt sich unter guter Decke hier und da halten; auch 
C. umbelläta aus Peru, die karminfarbene Blütendolden hat. wird für sonnige, recht trockene Stellen 
im Alpinuni empfohlen. Noch manche hochalpine Art aus Südamerika sollte eingeführt werden. 



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Abb. 138. Culliantlicmam (Rannnciilus) anemonoides, 2U cm. 
(phot. H. Graf Schalfgotsch, Hort. Purgstall.) 

Calitneris (Aster) incisa: harte, sibirische, 40 bis 70 cm hohe.'Herbstastern'ähnliche 
K m p o s i t e mit aufrechten, beblätterten, verästelten Stengeln und rispig angeordneten, etwa 
2,5 etil breiten Blütenköpfchen mit gelber Mitte und lila oder weißen Strahlen ; Mai-September; 
Kultur und Verwendung wie Aster, anspruchslos, im Park verwildern lassen. 

Calitneris tatärica siehe Hetcropappus. 

Calla palustris, Schlangenwurz, Sumpfcalla: heimische, giftge, 15 bis30cm^hohe Ar'acee mit 
kriechendem Wurzelstock, herzförmigen Blättern, außen grünlichen, innen weißlichen Blütenscheiden 
(Mai-Juni) und roten Beerenkolben im September; Kultur in sumpfigen, moorigen Böden oder flachem 
Wasser; Vermehrung durch Teilung; Verwendung für nasse Stellen im Park und auch für 
Bassinränder. 

Calliänthemum (Ramincii/us), Jägerkraut: harte, niedrige, 5 bis 25 f/« hohe, hahnen- 
fußartige, alpine Ranunculacee mit zusammengesetztem Laub und weißen oder rötlichen 
Blüten, die vor oder mit den Blättern erscheinen (Abb. 138); Kultur in nicht zu trockenem, 
gutem, etwas humosem Boden in halbschattiger Lage; Vermehrung durch vorsichtige 
Teilung oder Samen, die oft schwer keimen; Verwendung besonders fürGesteinspartien 
oder auch an geeigneten Orten im Park. 



Calliänthe'mum -Calyst^gi: 



143 



C. anemonoides, Ostalpen, mit zwei- bis dreizähligen Blättern aus der montanen Region, 
März bis April; C. coriandrifölium (C. nitacfolium). Pyrenaeen bis Bosnien, mit doppelt 
gefiederten Blättern aus der alpinen Region, Juni-August, Blüten rosaweil,), nicht so schön 
wie vorige. 

Calliöpsis siehe Coreöpsis. 

Callirhoe (Culiniioe) involucräta {Mulva im'o/ucraUn. Mohnmalve : texaiiische. etwas sparrige 
Malvacee mit rübenförtnigen Wurzeln, etwas niedergestrecklen, wenig verzweigten, bis 80 cm 
langen Trieben, rundlichen, fünflappigen Blättern und 5 bis 6 cm breiten, seidig purpurvioletten, am 
Grund der Petalen weiß gefleckten Blüten in lockerblütigen Rispen, Juli-September; Kultur in sehr 
leichtem durchlässigem Boden in sonniger warmer Lage, im Winter gute Reisigdecke; Vermehrung 
durch Samen im Februar-März; Verwendung für Felspartien, wo die Pflanzesich über Steine aus- 
breiten kann, für Rabatten etwas sparrig, blüht "sehr lange, auch an Wandgittern zu ziehen. Vielleicht 
ist für Felspartien die var. lineanlöba 
als kompakter mehr zu empfehlen, Blü- 
ten purpurn und weiß, Wurzeln gehen 
sehr tief. 

CaUixene (Luztindga) polyphylla: 
25 bis 60 rmhohe.etwas schlingende, fast 
halbstrauchige Liliacee aus dem süd- 
lichen Südamerika mit buxusähnlichen 
Blättern und hängenden, achselständi- 
gen, weißen, maiblumenartigen Blüten : 
nur für Kenner versuchswert. 

Calochörtus amoenus ( C. albus var. 
anwenus). Mormonentulpe : eigenar- 
tige, 10 bis 20 cm hohe Liliacee aus 
Kalifornien mit nickenden, weißlichen 
oder rosa Blüten wie Abb. 1 3Q, Mai ; K u 1 = 
t u r in sehr leichtem, sehr durchlässigem 
Boden in gegen Mittagssonne geschütz- 
ter Lage (am Fuße einer Südostwandl, 
Zwiebeln spät i. Herbst legen, etwa 8 cm 
tief, jede Zwiebel mit Sand umgeben, 
nur für wärmste Lagen und bei Schutz 
gegen Bodennässe und heftigen Regen 
verwendbar. Es gibt hiervon noch sehr 
viele interessante Arten, und als härte- 
ste ist wohl C. Niittcillii anzusehen, die viele blaue, rosa, lila und gelbe Kulturformen hat. 

Calopögon pulchellus: 30 bis 50 cm hohe, rotblühende Sumpforchidee aus Ost-Nordamerika für 
feuchte, schattige Lagen und recht durchlässigen Boden; Kultur nur für Liebhaber zu empfehlen. 

Cä/f/iapa/üsfr/s,SumpfdotterbIume: bekannte, heimische, bis25r/H hoheRanun- 
culacee mit goldgelben Blüten, April-Mai; für Kultur kommen in Betracht in erster Linie 
var. plena mit grollen, gefüllten Blüten wie Abb, 140. gedeiht auch noch in trockeneren 
Lagen und blüht dort reicher, auch eine früher blühende var. //. /;/. praecox; noch üppiger 
und groLiblumiger ist var. monströsa plena, die etwas später blüht, ferner var. rädicans, die 
bis 1 m hoch wird und sehr großblättrig ist; auch die halb gefüllte var. semiplena, ist sehr 
reichblühend, hierher die Form „HortulanusBudde" mit gedrehten Petalen; Kultur in gutem 
Boden, in feuchter Lage am Wasser oder in etwas sumpfigem Terrain; Vermehrung durch 
Teilung oder die einfache Form durch Samen; Verwendung für Garten, Park und Alpi- 
num, zur Blütezeit sehr effektvoll; C.po/ypefa/a, Gebirge von Kleinasien, Kaukasus. Nord- 
persien, üppiger als /;ß///5//75, bis 0.5/«, mit oberirdischen .Ausläufern, Blüten grol.i, bis 1.5 cm 
breit; wuchert leicht, für grol.ie Anlagen, auch im seichten Wasser brauchbar. Interessant 
auch die zierlicherenordwestamerikanischeC./epfosepa/a(C./raro(:^/;Äö/a,C,ro/«wf///o//ü:-') 
mit innen weiüen. außen bläulichen Blüten, Mai. 

Calypso boreälis ist eine ziemlich schwer gedeihende, im Humus schattiger, trockener Laubwälder 
(auf Kalki vorkommende Orchidee aus Nordeuropa und Nordamerika. 

Calystegia { Völvulus) pubescens ( Convölviilus japönicus): chinesische, schlingende, bis 
über 2 m hohe Convolvulacee mit weit kriechenden Rhizomen. pfeilförmigen, behaarten 
Blättern und langgestielten. 3 bis 8 cm breiten, fleischfarbigen, windenartigen, gefüllten Blumen ; 
Mai bis September ; K u It u r in jedem nicht zu schweren Qartenboden in warmer Lage ; V e r - 
m eh rung durch Teilung im Frühjahr ;\'er Wendung zur Bekleidung kahler Stämme, Mauern, 
für niedriges Gitterwerk usw. Wuchert zuweilen lästig. Seltener in Kultur ist die dahurische 
C.dahürica {C.st^piam incarnütum Wort,Convolvulusdahuricus).\\'t\c\\txhz\\&&r\. mitschönen, 
großen, einfachen, hellrosenroten Blüten mitfünf weißen Streifen. Auch C. sylvestris (C. oder 




134. Calochörtus umoemis. Mormonentulpe, 
in Kew lOrig ). 




Abb. 140. Cultlui palustris var. plena, gefüllte Sumpfdotterblume, 10 cm (ü. Arends, Ronsdorf). 




Abb. 141. Ca/ystegia sylvestris. Waldwinde (Orig; Hort. Vilmorin, Verrlen 



Calyst6gia — Campänula. 



Convöh'ulus silväticd), Waldwinde, aus Südosteuropa, dem Orientund Kaukasus zu emp- 
fehlen, üppiger Schlinger (Abb. 141). der gemeinen C. sdpiiwi ähnlich, doch Blumenkron- 
lappen abgerundet, Juli-Herbst. 

Camässia. — Liliaceen — Nordamerikanische, an große Scilla oder kleine Eremurus erinnernde 
Zwiebelgewächse mit meist blauen, im April-Mai erscheinenden Blüten in vielblütigen ährigen Trauben; 



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Cuiupunula glonieruta ' 



dahurica, sibirische Form 
l.0rig., Ronsdorf I. 



Vermehrung durch Samen ; K u 1 1 u r in etwas lehmigem Boden mit genügend Feuchtigkeit zurBlüte- 
zeit, aber trocken im Sommer; Pflanzung im September 10 bis 15 cm tief; Verwendung für ent- 
sprechende Lagen im Garten, Alpinum, auch massenweise im Park zu versuchen. 

C. Cusickii, Oregon, Zwiebel groß, Blätter breit, etwas gewellt, blaugrün, Blütenstände bis 90 cm, 
reichblütig, Blüten zartblau, schön : C. escu/eata Rob. (C. Fniseri, Scilla esculenla), östliche mittlere 

Vereinigte Staaten, 30 bis 50 cm, 
Blüten hellblau, kleiner als bei C. 

Quämash [C.escuUnta Ldl.), 
westliches Nordamerika, niedri- 
ger, Blütenstände weniger blutig, 
Blüten weiß bis tiefblau ; als recht 
hübsche Art gilt noch die robuste 
C. Leicinlinii, die an Eremurus ge- 
mahnt. 

Campänula, Glocken» 
blutne — Campanula- 
ceen — Sehr vielgestaltige, 

mittelhohe oder niedrige, 
schönblühende Stauden, siehe 
Abb. 142— 14Q; Kultur der 
höheren .Arten (Gruppe A) in 
jedem gut durchlässigen Bo- 
den; die Arten der Gruppe B 
hauptsächlich fürs Alpinum; 
man vergleiche das bei den 
„pu.udu luulüba ( C. gnindis), 75 cm, Arten Gesagte ; Schutz gegen 

in Pruhonitz (Orig.i. Schneckenfraß durch Ausle- 

der, L'nsere Freilnndst<iuden, 3. .Auflage. 10 




146 



Campänula 



gen von Orangeschalen (Farrerl. Vermehrung meist durch Samen, Teilung oder Steck- 
linge, Pflanzzeit August-Herbst oder Frühjahr, das letzte bei carpatica und persiciplia vorzu- 
ziehen: Verwendung der höheren Arten für Gruppen. Rabatten und vor allem als Schnitt- 
blumen; die der niedrigen im Alpinum und zum Teil auch für Einfassungen. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 



(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen. 



abietina . 
alliariaefoli 
Allionii 
alpestris . 
amabilis . 



Bellardii 

bononiensis 

caespitosa 

carpatica-Formen(Abb.l4'; 

celtidifolia 

collina 

cordifolia 

cristallocaly.x 

dahurica 

Elatines 

elatinoides 

excisa 

Fergusonii 

garganica 

— hirsuta (Abb. 1481 . . 



148 glomerata-Formen 

146 ' (Abb. 142) 146 

148 grandis 146 

148 Hendersonii 149 

149 isophvlla 149 

148 istriaca 149 

149 kewensis 149 

148 Kolenatiana (Abb. 144) . . 147 

148 lactiflora 146 

148 lanata 150 

146 latifolia-Formen .... 147 

149 latiloba (Abb. 143) . . . . 146 

146 linifolia 149 

146 macrantha 147 

146 Medium 150 

149 michauxioides 150 

149 mirabilis 150 

149 muralis 149 

149 pelviformis 148 

149 persicifolia-Formen 

149 (Abb. 145) 147 



phyctidocalyx 149 

Portenschlagiana .... 149 

pseudoraineri 149 

pulcherrima . . . . ■ . 148 

pulla 149 

pulloides 149 

punctata 149 

pusilla-Formen 149 

pyraniidalis-Formen . . .147 

Raddeana 150 

Raineri 149 

rapunculoides 147 

rotundifoIia-Formen . . . 149 

Scheuclizeri 149 

sibirica 150 

turbinata 148 

Van Houttei (Abb. 146) . 149 

velutina 150 

Waldsteiniana 150 

Wilsonii (Abb. 149) ... 149 
Zoysii . • 149 



A. (B. siehe Seite 148) Hohe aufrechte Arten, (über 30 bis 40 cm). 
C, alliariaefölia (C. cordifolia). Kleinasien, Kaukasus, 60 bis 80 cm, buschig, Blätter 
herzförmig. Blüten milchweil.'i. nickend, in langen Ähren, Juni-August, Schnittblume: leichter 
Boden, sonnige Lage; C. cristallocälyx, iihnWch persicifolia. aber Kelch borstig behaart, 
blüht später, nur erwähnt, weil die spätblühenden /;^V5/q7o//ö-Formen aus einer Kreuzung mit 
ihr stammen; C.glomeräta, Europa bis Sibirien. 30 bis 80 fw. Blütensitzend.kopfig, violett- 
blau,Juni-.luli, oft September; hiervon wertvoll var. da/jurica ( Cf/ß/Hz/vrö), 40 bis SOrm.Blüten 
tiefviolett, Mai-.luli, siehe Abb. 1 42, für Gruppen und Schnitt, sowie die seltene weiße Form, 

var allxi, ferner var. //. pl., 
hellviolett gefüllt, var. aggre- 
gcita. (C. „Mauve Queen"), 
40 cm, Blüten büschelig, hell- 
lila, und schlielilich var. acau- 
lis, bei der die stengellosen, 
lichtblauen Blütenköpfe dicht 
auf den Blattrosetten sitzen, 
fürs Alpinum; noch schöner 
als dahurica ist var. super- 
ba, aufrecht, dunkelviolett, 
14 Tage später blühend, für 
Schnitt; C. lactiflora, Kau- 
kasus-Sibirien, bis über 1 m, 
Blütenrispen weitverzweigt, 
Blüten ziemlich klein, kurz- 
röhrig. hellblau, .luli-August, 
liebt guten, etwas lehmigen 
Boden. Wurzeln wie bei den 
meisten Arten lang und brü- 
chig, sät sich selbst aus; sehr 
nahe steht ihr C. celtidifolia, 
Kleinasien, Kaukasus: C.la= 
Abb. 144. Cwupanula Kolenatiana, 40 cm, in Pruhonitz (Orig.). tllöba (C. grandis), Olymp, 




Campäniila. 



mm 



dichtbuschig, bis 80 cm. Blüten blau oder weiß (var. alba), siehe Abb. 143. Juli-August, 
wintert in rauhen Lagen aus; C. latifölia, heimisch. 0.6 bis 1 m. hellviolett. Juni-Juli, in 
Kultur besonders var. alba, weil.'), var. pdllida, bis über 1 in hoch. Rabatten, Park; ferner 
var. macräntha ( C. niacrcintha). 1 ,2 
in. Blüten dunkelviolett, sehr groß. 
,luni-Juli.guteSchnittblume; besser 
und nicht wuchernd wie typische 
tnacrantha ist deren Form alba. 
straff aufrecht, dankbarste weil.ie 
Form für Schnitt. in nahrhaftem Bo- 
den. Sonne wie Halbschatten; C. 
Ä'o/enaf/äna,Kaukasus.wie.Abb. 
I 4 4. sehr hübsch blühende. abernur 
zweijährige Art. Blüten himmel- 
blau. Juli ; C. persicifölia, hei- 
misch. 50 bis 80oH. Blüten groß, 
weitglockig. Juni-August, die var. 
graiidiflöra -Formsn mit mächti- 
gen weißen Blumen für Gruppen 
und Schnitt, wie z. B. Backlwusci 
Uilbu grandiflora). einfach. „Ca- 
pri", dunkelblau. halbgefüllt, sehr 
großblütig. Mörheiinii. halbgefüllt, 
ähnlich ist „Silber schmelze", mit schwach lila Schein, „die Fee", Abb. 145. sehr groß, 
hellila, noch größer „Telham \itSiU\y-\\\d\h\&u.itmtr\'d.r. alba corondtauudi caerulea coronata 
mit blütenblattähnlich ausgebildetem Kelch; C. pyramidalis Dalmatien. Lombardei. 1.2 w, 
reichblütige pyramidaleTrauben. hellblau oder weiß (var. alba). Juli-August, bei var. coinpdcta 
Wuchs niedriger. Blüten größer, blau oder weiß. gute, lange blühende Art. aber gleich Afff//«w 
besser zweijährig zu behandeln. Topf- und Schnittpflanze; Arten wie die heimische C.rapun- 




Abb. 145. Campanula persicifolic 
blättrige Glockenblume, 






.o^-f^,' 



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Abb. 146. Canipaiiulu Van Houilei. Van Houttes Glockenblume, 40 cm (0. Arcnds, Honsdorf). 



Campänula 




culoides (C.pulcMrrima Hort.) und die sibirisch-kaukasische C. bononiönsis sind eigenthch nur 
schöne Unkräuter, die man nur im groi.ien Park verwildern lassen sollte, im Garten leicht lästig. 

B. Niedrige, oft rasige Arten (kaum über 30 rw hoch, außer C. /«/nrfßto und C. 
van Hoiittei). 

C. abietina, Osteuropa, mattenbildend, aufrecht. 25 bis 30 cm, reichblütig, Blüten weit 
offen, rotviolett. April bis Mai; C.alpestris (C. AUiönii), Norditalien. Frankreich, krie- 
chend, 12 cm. graugrün. Blüten groß, breitglockig, rotviolett. Mai bis Juni, gut durchlässiger 
Boden, sonnig (am besten auf Geröllfeld); C. barbäta, Alpen. 10 bis 40 cm, Blüten in 

wenigblütigen, einseitswendigen Trauben, 
nickend, blau oder weiß. Juli-August, son- 
nige grasige Lage, etwas feucht ; C. caeS' 
pitösa, Alpen, oft mit pusilla {Bellardii) 
verwechselt oder vereinigt. Blütenstengel 
bis 2r^ cm. mehrblütig. Blüten länglich 
glockig, unter den Kronenlappen etwas 
eingeschnürt, hell secblau. Juli-September, 
gut fürs Alpinum; C. carpätica. Karpa- 
then, 30 bis 40 cm. buschig, reichblütig. 
hellila oder weiß (var. alba], Juli-August, 
sehr hübsch sind var. coelstina. 20 bis 25 
cm, hell himmelblau.. luli, für Gruppen und 
Felsen, und var compdcta. blau oder weiß 
(var. cdba oder besser „White Star"), wie 
Abb. 1 4 7. ferner var. pi Ivijormis (C. pelvi- 
formis Hort ), Blüten flach tellerförmig, 
hellblau, besser noch var „Isabel", ferner 
var. „Riverslea". kräftig, dunkelblau, 
großblumig, alle in Masse sehr wirksam ; 
hierher auch var. turbinäta (C. tiirbina- 
ta), zwergig, stark grau behaart, Blüten 




Abb. 148. Campänula garganica 
(aus der „Q artenwell 



Tafel III. 




Cdiitimniila Porteusclüagiana. 






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ürolJe gflbe üartenkrukus im Hürt. Maloiiv; 



Campän 




Abb 14<» C(/m/)o;;///(/ U //so«// Wilsons Glockenblume, 
15 (/// lOrig Rjnsdorl). 



groß, chinablau ; C. Fergusönii, Qartenhybride, carpatica < pyramidalis, mehr an letzte 
erinnernd, gleichen Ursprungs ist C. Hendersönii; C. gargänica, reizende Felsenpflanze 
mit blaßblauen Blumen. Juli, siehe var. hirsuta in Abb.l 4.s. an geneigten Steinhängen, sonnig. 

trocken, wertvoll ; die Form aus Dal- 
matienund Istriengeht als C.istria- 
ca; C. Portenschlagiäna (C. 
murälis), Dalmatien, dichte Rasen 
bildend, 10 bis 15 iiii, dunkelblau, 
Mai-.luni. sehr schön und willig ge- 
deihend, sonnige Lage. steht^r//-ffa- 
nica naht: C. pulla. Alpen, 5 bis 
1 an. tief dunkelviolett, liebt Moor- 
erde und etwas Schatten, aber nur 
auf Kalk (Moräne); C. pulloides, 
Hybride, wohl ähnlichen Ursprungs 
wie Wilsonii. aber etwas höher und 
kräftiger wachsend, 10 bis 15 cm, 
Juni-.]uli. auch September; hübsche 
Form davon C.kewensis; C.punc= 
täta, Sibirien. Japan. 30 bis 40 cm, 
Blüten nickend, außen weil,'), innen 
behaart und braun, violett gefleckt, 
.luni; C.pusilla (C. Bellärdii'-), 
Alpen, mit Ausläufern. 10 cm, hellblau oder weiß (var. al!7a), siehe Abb. 3Q. .luli bis Sep- 
tember, eine der bekanntesten und allerbesten, besonders die Sorten „Miß Willmott", groß- 
blumig, silbrig hellblau, und pd/lida, hellblau, auch fürEinfassungen ; C. Raineri, italienische 
Alpen, 5 bis is cm. ähnlich piilla, Blüten prächtig wachsig-chinablau, Juli-August. Kultur wie 
alpestris. Schneckenschutz; in Kultur oft statt ihrer C. pseiidoraineri (Bastard mit tiirbinata) : 
C. rotundifölia, heimisch. 15 bis 40 cm, Blüten tiefblau, weiß (var. alba), hellila (var. pdl- 
lida). auch gefüllt, tief violettblau, soldanellenartig geschlitzt (var. soldanelliflora plena). 
Juni-Oktober, trockene Lehnen, sehr variabel, zum Teil minderwertige Formen in Kultur; 
C. Scheuchzeri, Alpen. Pyrenäen, bis 30 cm, Blüten groß, satt violettblau, breitet sich 
w'xt pusilla aus. bei var. alba Blüten weiß; C. Van Hoüttei, eine punctata- Form oder 
Hybride, Stengel meist einblütig, Blüten indigoblau oder purpurn. Juni (-Juli). Abb. 146; C. 
Wilsonii (auch als C. carpatica var. „G. F. Wilson" gehend) ist C. pulla Xti/rbinata, 

1 5 cm, tiefblau, Juli bis August, eine 

der allerbesten, siehe .Abb. 149; C. 
Zoji/sy7,0esterreichische Alpen, bis 
10 rm, Blätter ganzrandig. kahl. Blü- 
ten einzeln, hellblau, bauchig, vorn 
geschlossen erscheinend, mit bär- 
tigen Zipfeln. Juli -September, für 
steinige halbschattige Lagen im .-Xl- 
pinum. vorsichtige Kultur wie alpes- 
tris, aber eigenartig schön ; außer- 
dem kommen unter den vielen .Ar- 
ten noch folgende in erster Linie in 
Betracht : C. collina, Kaukasus. Pon- 
tus. bis 25 cm, lebhaft seidig-pur- 
purn. Juni; C. Elatines, gargänica 
sehr nahe stehend, vielleicht schö- 
ner ; C. clatinoidcs, üppiger, derber 
als Elatines; C. excisa, Alpen, für er- 
fahrene Pfleger, ebenso die schöne 
italienische C. isophylla; C linijö- 
lia, der rotundifölia sehr nahe ste- . ^^b. 150 Carlma acaulis var caulescens, hohe Form der 
hend ; C.phyctidocdlyx (C. amdbilis), Wetterdistel, 20 cm iG. Arends. Ronsdorf). 




150 Campänula— Carduus. 

Taurus, nur in seltenen Fällen bei uns wirklich schön ; C. Rdddeana, Kaukasus, prächtig 
violett; C. landta (C. velutina), Balkan, bis 75 cm. an Medium gemahnend, hellgelb mit lila; 
C. Wdldsteiniana, Dalmatien. bis 20 cm, Blüten fast sternförmig, breit, offen, violett. — 
Es sei ferner darauf hingewiesen, daß die Arten wie Mi'diiim, mirdbllis, michauxioides (Po- 
aanthum cordijöliiim) und sihirica nur zweijährig sind. j 

Campänula zranditlöra und Mariesii siehe Platycödon. — Campänula pendula und Wänneri 
siehe Syiupliydiulia. — Campänula serpyiliiölia siehe WaUlenMrgia. — Campänula virgäta siehe 
Poddnlhiim. — Campanumaea lanceoläta siehe Codonöpsis. — Campernelle siehe Narcis^iis odörus. 

Camphorösma monspeliaca ist eine 30 bis 60 cm hohe, liriechende, etwas rasige Salsolacee ausSüd- 
westeuropa, die an trockenen, steinigen Orten im Alpinum gelegentlich von Liebhabern l\ultiviert wird. 

Camptosörus rhizopbyllus: eigenartiges, nordostameril<anisches Farnkraut mit einfachen, spitz- 
lanzettlichen Wedeln mit geöhrtem Grunde, für schattige, mäßig feuchte Plätze im Alpinum an Felsen 
oder an Mauern. Zierlicher C. Sibiriens aus Sibirien. 

Capnörchis siehe Dic^iürcL 

Capsella {Hutclunsia)paucifl6ra: diese gelegentlich in Katalogen geführte, kleine weiße alpine C r u - 
eifere ist einjährig, sät sich aber selbst aus. 

Carbenia Beaedicius siehe Carduus Benedictus. 

Cardämine, Schaumkraut — Cruciferen — Niedrige Kräuter mit kriechendem 
Wurzelstock und lila oder weißen Blüten in einfachen oder verästelten Trauben ; K u 1 1 u r an 
feuchten Orten, siehe im übrigen die Arten. 

Für Gartenkultur im allgemeinen ist am wichtigsten C. pratensis ß. pl., die gefüllte, 
30 bis 40 cm hohe Form unseres gemeinen Wiesenschaumkrautes mit rötlichweißen Blüten 
und verästelten Trauben, März bis Mai, alle Blätter gefiedert; Kultur in etwas feuchtem, 
kräftigem Gartenboden, in etwas schattiger Lage, auch im Alpinum am Wasser; Vermeh- 
rung durch Teilung im Frühjahr oder krautige Stecklinge und Fiederblältchen. — Nur fürs 
Alpinum kommen in Betracht: C. alpina, Hochalpen, 3 bis 5 cm, Blätter ungeteilt. Blüten 
weiß, Kultur heikel ; C. resediföh'a, 5 bis 1 5 cm, nur untere Blätter ungeteilt, halbschattig ; 
C. trifölia, Blätter dreizählig. dicklich, unterseits purpurn, Blüten weiß, April, für tiefen 
Schatten in humosem Boden zu verwenden u. a. m. — Als schön für halbschattige feuchte 
Stellen gilt C. cordifölia (C macrophylla) mit purpurnen und die japanische C. yezoi'nsis mit 
weißen Blüten. 

Carduus, Distel — Kompositen — Bekannte heimische Pflanzen, die nur für große Gesteinsan- 
lagen oder im Park Wert haben, so z. B. C. deflordtus, ?<0 bis 60 cm, Blätter dünn, seegrün und kahl. 
Triebe mit je einem purpurnen Blütenköpfchen, Juli bis September; sehr ähnlich sind C. alp^stris und 
C. cardu('lis (C.arctioides). Hierher gehören auch die an unsere gemeine C.nütans gemahnenden nord- 
asiatischen C. cirnuus, niveus und slenol^pis mit gelben Blütenköpfen, die meist als AlJ'rediu gehen, für 
trockene, steinige Lagen. Alle arten leicht zu Unkräutern aus. 

Carduus diacänthus siehe C/iamaepeüce. 

Cärex, Rietgras, Segge — Cyperaceen — Winterharte, für Einfassungen und 
feuchte, auch halbschattige Stellen in Betracht kommende Gräser; man vergleiche die Arten, 
außer den genannten namentlich noch manche alpine Arten für Gesteinsanlagen brauchbar. 

C. baldensis, niedrige alpine Art mit schönen weißen Ahrchen; C. Buchanänii, Neu- 
seeland. 30 bis 40 cm, braunblättrig, beste für Felsgarten, sonnig, trocken; C.cyperoides, 
zierliche, heimische, 10 bis 30 cm hohe Art mit saftig hellgrünen Blättern und gleichgestal- 
tigen Ähren, für sumpfige Lagen; C.firma, Alpen. Blätter blaugrün, lineal-lanzettlich, kurz, 
steif, überall im Alpinum verwertbar, am besten feucht; C, Gräyi, Nordamerika, bis 75 cm, 
Ahrchen verschieden, weiß, ebenfalls für feuchte Stellen; C. Morröwii, {C. japönica der 
Gärten, nicht Thunbergs), .lapan, und ihre buntblättrige Form i/o/, rar.) mit steifen, immer- 
grünen Blättern und bis 30 cm hohen Halmen, als Einfassung sehr zierend, ganz hart, (bunte 
Form, Winterschutz), liebt Sandboden ; C. pendula ( C. mdxima). heimisch, bis 1 .2 m, ohne 
Ausläufer, breitblättrig, nickende Ahrchen, für feuchte schattige Stellen im Park und Alpi- 
num, wervoll da fast Wintergrün; Cp/anras^/nea, Nordamerika, Blätter breit, für schattige, 
trockene Lagen; C. ripäriafo/. var., buntblättrige Form der heimischen bis I m hohen Art, 
für Bassins, Grotten, jedenfalls feuchte Lagen; C. siderosticta, Mandschurei, 40 cm, breit- 
blättrig. Ährchen rötlich, für schattige Lagen; C.silvätica, heimisch 30 bis OO cm, dicht- 
rasig, für feuchte Lagen im Schatten verwendbar; C. Vilmorinii, Neuseeland, 1 bis 1 5 cm, 
weiß oder gelbgrün. 

Carlina acaülis, Silberdistel, Eberwurz: bekannte heimische Komposite mit 
dicht am Boden sitzenden großen Blütenköpfen, deren trockenhäutige Strahlenblüten silbrig 
glänzen, in üppigem Boden 20 bis 30 cm hoch (var. a/pina oder var. cau/i'scens). wie Abb. 1 50, 



Carduus— Caulophyllum. 



51 



Juli. September; Kultur in trockenen steinigen Böden, liebt Kalk; N'ermehrung durch 
Stecklinge und Samen ; Verwendung für Felspartien sowie im Park an grasigen Hängen ; 
die Pflanze schließt die Blüten bei Regen und in der Nacht und öffnet sie bei Sonne, daher 
Wetterdistel genannt. Abgeschnittene Köpfe ewig haltbar. — Schöner ist die südeuro- 
päische C. acanthifölia, mit 15 cm breiten, gelblichen Köpfen, wie Abb. 151. aber nur 
zweiährig, sät sich meist selbst, wird nie lästig. 




Abb. 151. Carlina acunthifoliu, große Silberdistel, Blütenköpfc 15(7« breit inn-.. kuiudurfi. 



Carpesium macrocephalum: 30 bis 50 f/n hohe, aufrechte Komposita aus Japan mit großen, 
bis 30 cm langen und 10 cm breiten, ovalen, gezähnten, feinbehaarten Grundblättern, die in den Stiel 
herablaufen, und einzelnen endständigen, 2 bis 3 cm dicken, gelblichen, anfangs nickenden Blütenköpf- 
chen, August bis September; nur von botanischem Interesse. 

Carpöceras cilicicum siehe Tlilaspi. 

Cärum rigidulum von den Apenninen und andere Arten dieser bekannten Umbellifere n -Gattung 
werden gelegentlich im Alpinuin kultiviert. 

Cässia maryländica: bis über 1 «/hohe, aufrechte, ostnordamerikanische, fast kahle Papilionac ee 
mit unpaar gefiederten, sechs- bis zehnpaarigen Blättern und lebhaft gelben, in den oberen Blattachsehi 
traubig angeordneten Blüten, August bis Oktober; Kultur in nassem Boden in geschützter Lage; Ver- 
m e h r u n g durch Teilung oder Samen ; Verwendung besonders für Vorpflanzungen im Park oder 
auf Rabatten, treibt spät, in rauhen Gegenden Winterschutz. 

Castälia siehe Nympliaea. 

Casiilleja miaiäta und pällida sind nordamerikanische und arktische Scrophulariaceen aus 
der Verwandschaft von Bartschia, die in den gefärbten Hochblättern an Melampyrum gemahnen. Jetzt 
kaum noch in Kultur. 

Catabrösa iGlycMa) aquätica, Quellgras: 30 bis 60 cm hohe heimische Q r a m i n e e mit krie- 
chenden Ausläufern, die man am Ufer stehender Parkgewässer ansiedeln kann. 

Catanänche caerulea: aufrechte, südwesteuropäische, behaarte, bis 60 cm hohe, 
verzweigte Kompositemit schmalen, etwas lappenzähnigen Blättern und langgestielten, ein- 
zelnen blauen Blütenköpfchen (weiß bei var. alba). Juli-September; Kultur in trockenem 
kalkigem Boden und sonniger Lage, oftnur zweijährig; Verm ehrung durch Samen (April); 
Verwendung für Rabatten im Garten und Gruppen, sowie für Schnitt. 

Catcärthia integrifölia siehe Meconöpsis. 

Catcärthia villösa ; 25 bis 40 cm hohe P a p a v e r a c e e aus den Hochalpen von Sikkim mit gelbsaftigen 
Trieben, gestielten, weichbehaarten, herzförmigen, drei- bis fünflappigen Blättern und goldgelben, an 
Papaver pyrenaicum gemahnenden, bis 7,5 cm breiten Blüten; nur für erfahrene Pfleger zu empfehlen, da 
gegen Winternässe sehr empfindlich. 

Caulophyllum [Leontice] </ia//ctro/des: nordostamerikanische, bis 35 cot hohe Berberidacee mit 
dickem Wurzelstock, dreifachzusammengesetztem Laub und kleinen, grünlichpurpurnen Blüten in kleinen 



152 



Caulophyllum— Centaur^a 



Rispen, April bis Mai ; Kultur usw. siehe Eßimedium, hübsch für lichte Waldbestände. Unter diesem 
Namen geht auch das C. ivbüsturn aus dem Amurgebiet mit derben, minder reich gezähnten Blättern, 
blüht einige Wochen später. 

Cautlea [Röscoeci) lutea: kaum bei uns in Kultur befindliche Zingiberaceeaus dem Himalaya, 
25 bis ZO cm, Blüten gelb, in ährigen Blütenständen, Sonst wie Roscoea. 

Cayrätia siehe Cissiis. 

Cedroaella tripylla [Dmcoci^phalum canarUnse: bis 1 m hohe, aromatische, am Grunde verholzende 
L a b i a t e von den kanarischen Inseln, Blätter gefiedert 3 zählig, Blüten weiß in kopfigen Scheinwirteln, 
im Sommer; wohl nur im Süden des Gebietes hart, 

Celmisia verbasci'fölia : prächtige /Is/^r-ähnliche Komposita von den Hochgebirgen Neuseelands, 
Tracht und Blüten wie Abb. 152 zeigt, weiß; nur für warme geschützte sonnige Lagen in gut durch- 
lässigem Boden. Außer dieser noch viele versuchswert. 




Abb. 152. Celmisia verbascifölii 



Celsia bugulifölia s]ehe Jani/ie. Die übrigen Cclsien sind zweijährig, bürgern sich aber an geeigneten 
Orten durch Selbstaussaat ein. 

Centaurea, Kornblume, Flockenblume — Kompositen — Buschige, aufrechte, 
großblumige Stauden mit weißen, blauen, gelben oder roten Blütenköpfchen; Kultur in 
jedem durchlässigen, nicht zu feuchten und schweren Gartenboden in sonniger Lage, aber 
im Sommer gut gießen; Vermehrungdurch Samen und Teilung; Verwendung als sehr 
brauchbare Rabattenstauden und vor allem als sehr haltbare Schnittblumen, wie auch im 
Park. — Einige südeuropäisch-orientalische weißfilzige Arten, wie C. Cinerdria, babylö- 
nica, gymnocdrpa, werden bei uns nur als Sommerblattpflanzen behandelt und halten höch- 
stens in sehr warmen Lagen unter guter Decke aus. 

C. axillaris, Kaukasus, ähnlich montuna, durch Ausläufer noch lästiger werdend, gut 
aber var. ochrolcaai. grol.lblumig gelbweiß, wohl an der Züchtung der weißlichgelben mon- 
tana-? ormtn beteiligt ; C. bella, Kaukasus. Blätter grün, fein zerteilt. Blütenstände bis 20 cm, 
vom Außenrande der Rosetten. Blüten rosa, harte Alpine; C. dea/öä^a, Kleinasien. Persien, 
40 bis 60 cm, Blätter fiederlappig, unterseits weiß behaart. Blüten einzeln, rosa. Ende Mai- 
August, sehr gut für trockene Lagen; alsschönergiltC. /v^/V///o//ff, 50 (7H,hellrosa, Juli-August; 
C.glastifölia (C. Biebersteinii. Chartölcpis Biebersteinii), Kleinasien bis Sibirien, bis 1,25 /?;, 
Blüten mittelgroß, goldgelb, Juli-September, minder kulturwert; C. incäaa, IVlarokko, bis 
25 cm, weißfilzig, Blüten rosa, Juni-Juli, für trockene, sonnige Plätze; C. Kosaninii, Al- 
banien, bis 70 cm. Roseltenblätter einfach, breit lanzettlich, obere fein doppelt gefiedert, Blüten- 
köpfe 2 bis 3 ««dick, tief pfirsichrot, für sonnige Lagen imAlpinum;C./nacrocep/ja/a, Arme- 
nien, bis 1, 2 /«, Blätter wenig gezähnt, beiderseits grün, Blütenköpfe kugelig, steif gestielt, gelb, 
Juni-Juli ; C.monfäna, heimisch. Ausläufer treibend, 40 bis 50 rm,Blätteriung unterseits weiß- 



Centaurfea— Cerästium. 



153 



filzig. Blüten tiefblau oder weil,! (wz.x.alba) oderrosenrot (var.ras^a), rechtgut, einegroliblütige 
blaue Form ist \ar.i(raiuliflöra. kY>r\\-^\3\\C.rutbenica, Osteuropa bis Sibirien. 1 bis 1 .5 //;, 
bleichgrün. kahl. Blüten hell schwefelgelb, kugelig, lockerfedrig. Juni-Juli; C. (Chartölepis) 
Tourneförtii, Kleinasien, 1 .2 m, hellgrün, rauhlich behaart. Blüten tief goldgelb, Juli- 
August. — Ferner wäre als für steinige Parkhänge geeignet zu nennen C. heleniifölia, 
Alpen, 1 bis 1,5 m. Blätter leierförmig. unterseits weiüfilzig, Blüten purpurn, Sommer, geht 
meist als Rhapönticiim heleniiJoUum. 

Ceotaurea aniblyolepis siehe Pliaeopiippus. — Centaurea pulcherrima siehe Aetiteopappiis. 

Centränthus (Valeriana) ruber, Spornblume: südeuropäische, 0,ö bis 1 in hohe, 
aufrechte, kahle, biaugraugrüne Valerianaceemit eilänglichen Blättern und prächtig kar- 
minroten. weiLlen (var. albus), oder scharlachroten (var. cocdneus), duftenden Blüten in an 
den Zweigenden rispig angeordneten reichblütigen Cymen. Ende Mai-August, oft nochmals 
September-Oktober; Kultur 
in sonniger Lage und in jedem 
nicht zu feuchten Boden, liebt 
Kalk. Vermehrung durch 
Samen (sät sich leicht selbst 
aus) und Teilung; Verwen- 
dung für Felspartien. Mau- 
ern. Ruinen, steinige Hänge, 
auch f ürRabatten.sehr brauch- 
bare Schnittstaude. Schutz ge- 
gen Winternässe. 

Centrosema [Bradbiiiya) 
virginiänum, Spornfah= 
ne — Leguminosen — 
Bis 1.25 m hoch windende 
Staude aus Ost-Nordamerika. 
Blätter unpaar gefiedert, glän- 
zend grün. Blüten zu 1 — 4 ach- 
selständig, violett oder weil.'i. 
Juh-August. Hülse 10 bis 12 
cm lang; Kultur in jedem 
nicht zu schweren Gartenbo- 
den, sonnig oder halbschattig 
Kletterstaude im Garten. 

Cep/ia/anrftera,Orant, Waldvögelein: 15 bis 45 cm hohe heimische Erdorchideen, 
Kultur usw. siehe unter Orcliis. Die Arten wachsen in lichten Laub- und Nadelwäldern und 
lieben Kalk.]-« 

C. alba [C. i^randijlora, C. pallens), kahl, Blätter länglich eiförmig, Ähren wenigblütig, 
Blüten gelblich weil.l. Mai-Juni, halbschattig; C. rubra, oberwärts behaart. Blüten hellpurpurn 
oder rosa, .luni-Juli. liebt Kalk; C. longifölia (C. ensifölia, C. xyphophylluni). kahl. Blätter 
lanzettlich. Ähre vielblütig. Blüten kleiner als bei alba. weil.], etwa 2 Wochen vor dieser, 
liebt Schatten. 

Cephaläria iScabiosa, Sacc/sa) alpina, Schuppenkopf: harte, bis über 1 ni hohe 
verzweigte Dipsacee aus den Alpen mit aufrechten, dicken, hohlen Stengeln, elliptischen. 
bis ^)0 cm langen, behaarten, gesägten Grundblättern, grol.ien. fiederschnittigen Stengel- 
blättern und blal.igelben. endständigen Blütenköpfen,. luni-Juli; Kultur in jedem Parkboden, 
auch für recht sonnig trockene Lagen; Vermehrung durch Teilung und Samen; Ver- 
wendung für Vorpflanzungen im Park, auch Rabatten. — Ähnlich ist C. tatärica iSca- 
biösa eldta, C. alpina vieler Gärten), von Ostruülaiid bis Altai, üppiger, bis 2.5 m. Blüten 
grol.i. schwefelgelb. Juni-Juli; hübsch auch C. graeca, Balkan, 1,5 bis 2 m. weniger stark 
wuchernd als tatärica, hellgelb, August. — Die zuweilen angebotene C. transsylvdnica ist 
einjährig. 

Cerästium, Hornkraut — Caryophyllaceen — Niedrige kriechende Alpinen mit 
feinfilzigen, gegenständigen, lanzettlichen Blättern und weißen Blüten an 8 bis 20 cm hohen 




Stigma pluinbüginoidc. 
20 cm (phot. A. Purp 



Pluinbago Larpentae), 



Vermehru'ng durch'Samen; Verwendung als hübsche 



154 



Cerästium — Chamaeörchis 



beblätterten Stengeln in wenigblütigen. lockeren Cymen. Mai-Juni; Kultur der angegebenen 
Arten in leichtem, nicht nassem Boden in sonniger Lage, Schutz gegen Winternässe; Ver- 
mehrung durch Samen, Teilung im Herbst und auch Stecklinge; Verwendung für 
Einfassungen, zur Bekleidung von sonnigen Flächen und in Felspartien, wo sie etwas 
wuchern können. 

C. alpinum var. landtum (C. villösiini) schöne Form der heimischen Alpenpflanze mit 
weilJwcIüger Belaubung; C arvense coinpcictum, rasige Form der heimischen .-Xri, weil.'), 
Mai-Juni, lür Böschungen und Staudengarten brauchbar; C Biebersteinii, Taurus, dicht 
wolligweiß, schöner und größer als toinentosiini, wertvolle Art; C. Boissieri, Spanien, 
ähnlich tomentosum aber graugrün; C. grandiflörum, südosteuropäische Gebirgsform, 
mit mehr graugrünen Blättern und großen, weißen Blüten, üppig; C. purpuräscens, Kau- 
kasus, grüne etwas purpurn getönte Polster; C. tomentosum, Südeuropa, silberweiße 
Polster, wertvoll für Steingarten und große Einfassungen, auch var. Colümnae [C. Coliimnae), 
Italien, noch weißer als Art. 

Ceratostigma plumbagiaoides (Pliimbägo Larpintae), Bleiwurz : bis 25 cm hohe Plumbagina- 
cee aus China, mit kriechendem Wiirzelstocke, dünnen roten Trieben mit ganzrandigen Blättern und 
tiefblauen Blütenköpfen im August bis Oktober (Abb. 153); Kultur in recht warmen, sonnigen Lagen, 
in nicht zu schwerem, durchlässigem Boden mit Winterschutz; Vermehrung durch Teilung und 
Stecklinge; der langen späten Blüte halber für Rabatten und Steingarten wertvoll. 

Cerinthe alpiaa, Wachsblume : aufrechte, 30 bis 40 cm hohe, bläulichgrün belaubte Boraginacee 
aus den Alpen, mit gelben Blüten mit fünf violetten Flecken, Juni-August; Kultur im Alpinum auf 
steinigem Grund in halbschattiger Lage; Vermehrung durch Samen; für Liebhaber. 

Ceterach officinärum [Asplenium C^terach): niedriges, buschiges, heimisches Farn- 
kraut mit 5 bis 20 cm langen, lanzettlichen, fiederteiligen. oberseits stumpfgrünen Wedeln, 
die unterseits reich mit silbrigen oder bräunlichen Spreuschuppen besetzt sind; Kultur in 
warmer Lage an sonnigen Felsen. Mauern usw. ; Vermehrung durch Teilung ; fürs Alpinum. 
Chaenäctis Dougläsii : Westamerikanische K o ni p o s i t e 10 bis 40 cm, jung weißwollig behaart, 
Blätter doppelt gefiedert, Blumenköpfe weiß, in cymösen Büscheln ; ob bei uns in Kultur? 

Chaenorrhiauai glareösum (Linäria glareosa, Cliaen. cmssiföllum var. g/ureosii/ii): niederliegend- 
aufstrebende zierliche Scrophulariacee aus den spanischen Hochgebirgen, Stengel dünn, be- 
schuppt oder beblättert, Blüten klein, 
doldenrispig,rosa!ila, Juni-August; Fel- 
bcnpflanze in warmen, sonnigen Lagen 
zwischen Felsspalten oder auf Moränen. 
Chaenöstoma floribündum ist eine 
halbstrauchige,beiunsnichtharteScro- 
p h u 1 a r i a c e e aus dem Kaplande. 

Cherophyllum, Kälberkropf: von 
diesen Umbelliferen werden das bei 
uns verbreitete I m hohe C. aureum 
und das ähnliche, niedrigere, rosablüti- 
ge C. röseum aus dem Kaukasus hier 
und da in großen Parkanlagen kultiviert, 
letztes auch für große Qesteinsanlagen 
brauchbar, Blütezeit Juni-August; K u 1 - 
t u r mühelos, aber Vorsicht, sonst Un- 
kraut ! 

ChaixiaMycöai siehe Ramöni/ia py- 

Chawaelirium luteum (C. carollni- 
änum), Funkelstern: nordostamerika- 
iiischc. harte, 40 bis 80 cm hohe L i 1 i a - 
c e e mit bitterem, knolligem Wurzel- 
stock, stumpfspatelförmigen, gestielten 
Qrundblättern und kleinen, weißen, zwei- 
häusigen Blüten in aufrechten oder 
nickenden, dichten Aehren, Mai-Juni; 
Kultur in feuchten, halbschattigen La- 
gen, ähnlich Alliiim iirsinuin: nur von 
botanischem Werte. 

Chamaemelutn caucäsicum siehe 
Malricdria. — Chamaemelutn Tschi- 
hatschewü siehe Chiysantlieimim. — 
Chamaenerum siehe lipilölniim. 

Chamaeörchis alpiaa, Honigblüm- 
chen, Zwergstendel: hochalpine, klei- 




Abb. 154. Clirviiintliemum serotinuin {Pyretlinim uliginosum). 
1,2 m (aus der „Gartenwelt"). 



Chamaeörchis— Chionodöxa. 



155 



ne, 5 bis \2cm hohe Erdorchidee mit eiförmigen Knollen, nacktem Stengel und kleinen, gelblichgrünen, 
rötlich überhauchten Blüten in kurzen, mehrblütigen Ähren, Juli-August; Ku 1 tu r auf magerem, nicht 
nassem Wiesenboden, siehe sonst unter Orcliis. 

Chamaepeüce diacäatha siehe Cirsiiim, 

Chaptälla tomentösa ( Thyrsäntheinaseiniflosculäre) : südostnordamerikanische K o m p o s i t e . Blätter 
dick, unterseits weiGfilzig, Blütenköpfe mit purpurnen Strahlen auf kaum bis 25 cm hohen Schäften. 
Gelegentlich in botanischen Gärten zu finden, kaum winterhart. 

Cbartöiepis BiebersteiaJi und C. 
Touraeförtii siehe Centaurea. 

Cheiläathes odöra: kleines, inter- 
essantes Farnkraut aus den südeuro- 
päischen Gebirgen, mit etwas lederigen, 
2 bis 3 fach fiederspaltigen Wedeln, das 
wie Ceterach als Felsenpflanze in halb- 
schattiger Lage verwendet werden kann, 
aber guten Winterschutz verlangt. Här- 
ter wohl C. argentea, Altai, Östasien, 
mit breit dreieckigen, 2 bis 5 fach fieder- 
spaltigen, unterseits weiß mehligen We- 
deln. 

Cbeiräathus Alliöail siehe Erysi- 
muin Perowskidnun. — Cheiränthus 
alpinus: unter diesem Namen geht Ery- 
simum canescens oder auch E. oclirokü- 
cum wohl auch E. Clieiranthus. 

Chelräathus Chelrl, Goldlack, des- 
sen wilde Form bei uns heimisch ist,kann 
nicht als Freilandstaude angesehen wer- 
den, sondern ist im Kalthause zu durch- 
wintern. Im übrigen aber wertvoll für 
Schnitt und zum Treiben. 

Cheiränthus MeaziesiisXehePdrrya. 
— Cheiränthus rupestris siehe Ervsi- 
mum piiUiu'lliim. — Chelidöaiutn la- 
siocärpum siehe Stylöplionim. 

Chelidöaium majus, Schellkraut: 
eine bei uns sehrgemeine Papavera- 
cee mit gelben Blüten, die als Unkraut 
zu gelten hat. 

Chelöne, Schlangenkopf: 

aufrechte, üppige, an Pentstemon er- 
innernde Scrophulariaceen ; 
Kultur usw. siehe unten. 

C. obliqua, Xordostamerii^a. 30 
bis 40 fw. Blätter gegenständig. Blü- 
ten tlefrosa oder weiß. var. alba 
iCh.glahra). August-Oktober, liebt 
feuchte, etwas schattige Lagen in 
leichterem, etwas moorigem Boden, 
in trockenen Lagen Boden mit Kom- 
postschicht decken. X'ermehrung 
auch durch Samen; die etwas hö- 
here C. Lyöni, Carolina, ist eine verzweigte, bis 1 m hohe Staude mit fast purpurnen Blüten. 

Chelöae barbäta, coccinea und hybrlda siehe Pentslnnon barbätus. — Cherleria siehe A/sirn\ 

Chimäphila umbelläta \Pyrola lunhellata, C. corymbösa), Winterlieb: mit r^yrola 
verwandte, ebenfalls immergrüne Pyrolacee aus Europa. Japan, Nordamerika. Blüten je- 
doch in bis 2s cm holien üoldentrauben, weilj und rosa, Griffel sehr kurz nnd dick. Narben 
schildförmig; für trockene Nadelwälder, sonstwie Pyrola. Die ostnordamerikanische C. nia- 
culäta ist niedriger und weniger verzweigt. 

Chionodöxa Luciliae: harte, niedrige, an Scilla bifölia gemahnende Liliacee aus 
Kleinasien mit feinen, grünen Blättern und prächtigen blauen Blüten mit weißer Mitte in 
4 bis (1-blütigen. 12 bis 15 cm hohen Trauben. März-April; Kultur in nicht zu schwerem 
Gartenboden in grasiger sonniger Lage, mit ausreichender Feuchtigkeit zur Zeit des Trie- 
bes; Zwiebeln anfangs Herbst etwa 7 bis 10 cm tief legen; Vermehrung durch Brut- 




Abb. 155. Chrysopogon nutuns, junge Pflanze, 1,20 m 

(phr»l. .\. Piirpusi. 



156 Chionodöxa— Chrysanthemum. 

zwiebeln oder Samen. Saat gleich nach Reife; Verwendung in Massen für Rasenplätze, 
Gartenbeete. Felsgruppen usw. — Die C.grandiflöra (C.gigdntea) ist in allen Teilen üppiger 
und hat hellere Blüten: die kleinasiatische C. sardensis-^) hat kleine, reinblaue Blüten und 
gilt als üppiger und empfehlenswerter als Liiciliae; eine späterblühende Form der Luciliae 
ist C. Tniolüsii, Blüten weiß, größer. 

Chionodöxa [Cliionoscilla) Allenii g\H als Hybride zwischen C. Luciliae und Scilla bifölia. 

Chiröaia iloribünda ist eine südafrikanische Q e n t i a n a c e e , die bei uns kaum im Freien ver- 
wendet werden kann. 

Chlöris truncäta, Fingergras: australische Graminee mit Ausläufern, Blätter flach, Blüten auf 
bis Ih cm hohen Halmen in gehäuften Ähren. Kultur etc. wohl wie iVliscanthus. Scheint auch als 
C. latifölia zu gehen. 

Chlorögalum pomeridiäaum [Antltericum califörniciiin Hort.): westnordamerikanischc, mit Ca- 
nias.sia nahe verwandte und wie diese oder Ornithogaluiii zu behandelnde L i 1 i a c e e, Blätter lineal, 
Blütenstengel bis 1 iii, Blüten in Rispe, klein, sternförmig, mit purpurnen Adern, sich nachmittags öff- 
nend; ob bei uns in Kultur? 

Choadrösea Aizöon siehe Saxifraqa. — Chornelke siehe Didnthus caiyoplivllas. — Christophs- 
kraut siehe Acta^a. — Christrose siehe Hellöborus. — Chrosperma muscaetöxicum siehe Zygach'nus. 

Chrysanthemum {ohne Pyrt^t/irum im Sinne der Gärtner und Tanaaniim\. Margerite, 
Wucherblume — Kompositen— Meist mittelhohe, buschige, aufrechte Stauden mit ge- 
zähnten, fiederspaltigen oder gefiederten Blättern und einzelnen oder doldentraubigen Blüten 
in weißen, rosa oder gelben Farbentönen: Kultur usw. siehe bei den Arten-'*). 

A. Blütenköpfe am Hauptstengel oder an dessen stets einfachen Astchen einzeln (siehe auch 
unter Pyn'thrum ) : C. alpinum, von dieser dicht rasige Polster bildenden Art der Alpen gilt var. 
//. röseo mit grol.ien rosa Blütenköpfen, im Juni, als brauchbar: C. Stratum iC. coronopifö- 
liiiin ) . Alpen, 8 bis 1 8 cm. Blätter nur gezähnt, Blüten einzeln, weiß, Juli-August, fürs Alpinum in 
kalkhaltigem, frischem Geröllboden, nicht allzu sonnig, gedeiht viel leichter als das ähnliche 
alpinum mit fiederspaltigen Blättern ; C. Leucänthemum (Leiicanthemum vulgäre) , heimisch, 
40 bis 70 cm, Grundblätter langgestielt, verkehrt eiförmig, Blüten einköpfig, weiß, Mai -Juli, 
für Kultur die var. hybridum, blüht vor den /hcjc/www- Formen, hier die Sorten „Blütenmeer", 
50 cm, blüht vor folgender, wertvoll für Schnitt und Gruppen; „Breslau", imMai-.luli, halb- 
gefüllt:. .Edelstein". 40(7«, Mai. für Schnitt; „Früher Riese"; „Matador";Cmäx/mum, 
Pyrenäen, bis 50 rw. Blätter nur gezähnt. Blüten einzeln, bei dem sehr ähnlichen C.Aaf//ö//u/n 
(C. lacüstir) aus Portugal, das bis 1,2 m hoch wird, stehen, die Blüten zu 2 — 3, aus einer 
Kreuzung zwischen beiden entstanden die maximum-Sorten oder weißen Margeriten 
der Gärten, von denen wir folgende als beste hervorheben; „Beaute ni velloise", groß- 
blumigste aller, Zungenblüten zerschlitzt; „Etoile d'Anvers" („Stern von Antwerpen"), 
sehr großblumig, mit kleiner gelber Mitte ; „Hildegard vonGrüter"; „Mrs. Sander"; 
„Mrs. J. Tersteeg". bis 1 w, riesenblumig, mit sehr kleiner gelber Scheibe, semipk'num, 
großblumig, nur zwei Reihen Petalen, sehr spätblühend, „Triumph" u. a. m ; man gebe 
etwas schweren, gut gedüngten Boden und freie sonnige Lage und verpflanze am besten 
alljährlich im Frühjahr (bis Mai); prächtige Sommerblüher für Rabatten und Schnitt; C. {Cha- 
muenuHum) Tschihatschewii (C. Tclüliatchewii), Kleinasien, niedrig, dichtrasig, etwas 
farnartig belaubt, bis 15 cm. Blätter Wintergrün. Blüten weiß mit gelb. Mai-Juni, für Ein- 
fassungen und Steingärten, verträgt Trockenheit; C. serotinum [Lcuccinthcnnim und Pyn'- 
tlirum üliginösuui). Osteuropa, aufrecht buschig, bis 1.5 w. Blätter hellgrün, Blüten weiß, 
August-Oktober (Abb. 154). gute Rabatten-. Park- und Schnittstaude, hebt guten Boden 
und frische Lage, var. stellütum hat vielstrahlige Blütenköpfe. — Auch C Zawädskyi aus 
Galizien mit rosa Blüten im August-Oktober sei erwähnt. 

B. Blütenköpfe zu mehreren rispig oder doldentraubig (siehe auch Tanacctum) : C. indicum 
(Cyc/Jd/z/r///// ). Garten- Chrysanthemum, eine der Stammarten der großblumigen Winter- 
chrysanthemen. China-Japan, sie hat eine Anzahl winterharter gefüllter und einfacher Garten- 
sorten geliefert, die vom August bis in den November blühen, und etwa 0,() bis 1 m hohe 
dichte Büsche bilden ; wir geben folgende Auswahl der zur Zeit besten anspruchlosesten ge- 
füllten Sorten: frühe (Hauptflor September): „,'\ltgold", nOcm. goldbronze; „Champ d'or", 
50 cm, beste frühe gelbe: „Herbstbrokat", brauner Sport von Anastasia; „Lesquier". 80 cm, 
rosa: „Margarete Kießling", 40 cm. goldbrauner Sport von Selby. „Rosenball", 50(7/;. frisch 
rosafarben; „September White", beste frühe verbesserte Selb)', 40 (7h. silberrosa; „Zwerg- 
sonne" . gelber Sport von Altgold ;mittelfrühe( Hauptflor Oktober) : „Anastasia" ,50(7« leuch- 
tend blaurot: „Crimson Diana", 70 c/«, rotbraungold: „Goldperle" beste goldbraune; „Kanada", 



Chrysanthemum— Cimicifuga 



157 



rein kanariengelber Sport ; „Normandie", 80 cm, edelste rosafarbene ; s p ä t e (Ende Oktober bis 
November): „Herbstrubin". SO cm. samtig rotbraun; „Nebelrose". 90 cm. silberrosa; „No- 
vembersonne". ^0 cm. rein gelb; „Triomphante", ')0 cm, rosa; schließlich seien von ein- 
fachen Sorten noch hervorgehoben: „Parkinson", reingelb; „Rosenelfe", rosa; „Valeska". 
rotbraun; C. mäjus (Tanacc'tiim Balsamita, Balsamita vulgaris]. Marienblatt, Süd- 
europa. 0,0 bis 1.2 m. Blätter elliptisch, kerbsägig, Blüten gelb, in lockeren Doldentrauben. 
August-Oktober, nach Balsam duftend, besonders in Dorfgärten beliebte Zierstaude. 

Chrysanthemum argenteum, co- 
rymbösum und macrophyllum sie- 
he Tanacetiun. — Chrysanthemum 
coccineum, MarsbäWi und röseum 
siehe I-'yn'tliniin. 

Chrysobäctron (Bulbinellaf Höo- 
keri: affodilartige, hitnalayische, bis 
75 cm hohe L i 1 i a c e e mit fleischigen 
Wurzeln, aufrechten, schwertförmigen, 
graugriinenBlättern und rotgelbhchen, 
ziemlich l<ieinen, meist zvveihäusigen 
Blüten in endständiger Ähre, Juni bis 
Juli; Kultur in nahrhaftem, tief- 
gründigem, ziemHch frischem Boden 
in warmer Lage, jahrelang ungestört 
lassen; Vermehrung durch Tei- 
lung oder Samen ; V e r w e n d u n g im 
Garten und Alpinum für Liebhaber. 

Chrysöcoma Linosyris siehe /,/- 
nosyria. — Chrysögonum Dioscöri- 
dis siehe Bonganlia. 

Chrysögonum virginiänum : har- 
te, bis 50 ('«hohe, buschige Kompo- 
site aus Nordostamerika mit gelben 
Blütenköpfchen,Juni-September;Kul- 
t u r in jedem Qartenboden in feuchter 
Lage; Vermehrung durch Teilung; 
(Verwendung für Vorpflanzungen im 
■Park, aber lange blühend. 

Chrysopögonttütaas(Andropögon 
avenaceus, Sorghästrum nutans): bis 1 m 
hohe hübsche Qr am i nee wie Abb. 155 
mit bläulicher Belaubung ; K u 1 1 u r in 

trockenen, sonnigen Lagen, Winterdecke ; V e r m e h r u n g durchTeilung ; Verwendung für Rabatten 
für Liebhaber. — C. Grylliis ist eine südostsüdeuropäische Art mit goldgelb- oder bräunlich behaarten 
Ähren in quirlichen Rispen, Mai-August. 

Chrysöpsis alba siehe Asier ptarmuoides. 

Chrysöpsis villösa var. Rütter'i: 10 bis 20 cm hohe, harte, nordamerikanische Koni - 
posite mit graufilzigem Laub und gelben Blüten während des ganzen Sommers; wie .Abb. 
156; Kultur in jedem Gartenboden in sonniger, trockener Lage; Vermehrung durch 
Teilung oder Saat; Verwendung für Felspartien, wie auch für Rabatten; die bis 50 cm 
hohe Stammart ist ohne Kulturwert. 

Chrysosplenium, Milzkraut— Saxifragaceen — Winzige, kaum bis 15 cm hohe, harte, hei- 
mische Pflänzchen mit kriechendem Wurzelstock, rundlichen gekerbten Blättern und goldgelben Blüt- 
chen und [Deckblättern, März-Mai ; für quellig-sumpfige, schattige Plätze als gute Bodenbedeckungs- 
pflanze verwendbar; besonders die Form C. rosuläre (var. alpinum) von C. oppositifölium, die sehr zierlich 
und schön gelb ist; wirken nur in Masse. 

Cimicifuga (siehe auch unitv ActcK'ä), Schlangenkraut, Silberkerze — Ranun- 
culaceen — Ornamentale harte Stauden mit zusammengesetzten Blättern und hohen äh- 
rigen Rispen, wie .Abb. 157 u. 158. .luli-Oktober. nicht gut duftend; Kultur in jedem guten 
Gartenboden, der nicht zu trocken ist in sonniger oder besser halbschattiger Lage; erst äl- 
tere Pflanzen meist schön ;\'ermehrung siehe Actaea ,• V e r w e n d u n g als Einzelpflanzen, 
sowie auf Rabatten und auch im Park als Uferpflanzen ; Blüten zum Schnitt wertvoll. 

C. americäna {Actaea podocdrpa). aus den Alleghanys. wie racemosa. Blütenrispen 
straffer aufrecht; C. cordifölia. Nordostamerika, bis 1.5 m. Blätter groß. Blüten weiß oder 
leicht rosa. August-September, siehe Abb. 157 ; C. {Actinöspora) dahürica, Mandschurei, 
höher und reicher verzweigt als racemosa; C.japönica (Pitryosp^rmiim acerimim), Japan, 
Blütenrispen länger als bei racemosa, aber Pflanze niedriger, blüht Oktober bis zum Frost, 




Rillten. 20 ( 



158 



Cimicifuga— Cissus 



sehr dekorativ, als C. acerina (Actaca acerifölia Hort.) geht eine Form mit besonders glän- 
zendem Laub; C. racemösa \C. serperiUiria). Nordamerika, bis 2 w/, Juli-August, gilt als 
schönste, siehe Abb. 158; C. Simplex {Actaea Cimicifuga, C.fo^tida vzx. simplex), Kamt- 
schatka, mit doppelt gefiederten Blättern und sehr langen, dichten, gleicht überneigenden 
Ähren, .Juli-August. 

Cimicifuga palmäta siehe Tniutvelteria. — Cineräria aurantiaca und. campestris siehe Sem'cio. 
— Cionüra erecta siehe Mursch'nia. 
C/rcaea a/p/'na. Hexenkraut: 5 bis ISrm hohe, heimische, buschige, aufrechte. 

Onagracee mit Rhizom, brüchi- 
gen Stengeln, herzförmigen, fast 
durchscheinenden Blättern und klei- 
nen, rötlichweißen Blüten in end- 
ständigen, ährigen Blütenständen. 
Juni-Juli ; als Schattenpflanze in 
feuchten Lagen im Park zu verwen- 
den, breitet sich schnell aus ; et- 
was robuster und höher, bis 50 ein. 
ist C. lutetidna mit ungeflügelten 
Blattstielen, und noch üppiger der 
Bastard C. intermedia (C. alpina X 
C. lütetiana). — Als ausgezeichnete 
Schattenpflanzen für Waldpartien 
seien noch genannt die harten. 50 
bis 60 cm hohen C.cordäta Japan, 
und C. quadricaulialäta, Hima- 
laya. 

Cirsium, Distel, Kratzdistel 
— Kompositen — Bekannte hei- 
mische, stachelblättrige Stauden mit 
dekorativen Blättern und wenig hüb- 
schen Blütenköpfen, JulibisSeptem- 
ber, siehe Abb. 15Q/60; Kultur in 
jedem Boden, siehe die Arten ; V e r - 
m e h r u n g durch Samen oder auch 
Teilung, doch gehen die Wurzeln 
tief und werden leicht verletzt; Ver- 
w e n d u n g im Park, aufwiesen usw. 
C. acaü/e, Blätter sitzend, fast 
stengellos. Blüten rot. für mehr 
trockene Lagen und steinige Hänge ; 
C. diacänthum (Chamaepeuce 
diacantha, Carduus und Cnicus dia- 
cantlius). Kleinasien, Blätter ober- 
seits glänzend grün, unterseits weißfilzig. Blütenköpfe langgestielt, purpurn, Herbst; braucht 
durchlässigen Boden, wird gelegentlich auch als Blattpflanze für Blumenbeete verwendet ; 
C. heterophyllum, heimische Gebirge, bis 1.2 /«.Blätter unterseits schneeweißfilzig, Blü- 
ten purpurn. Juli-August, verdient mehr Beachtung; C.spinosisslmum, Alpen, bis 40 r/H. 
Blüten gelblichweiß, wie Abb. 159, für feuchte oder halbschattige Geröllhänge oder steinige 
Alpenwiesen; C o/eräceum, Kohldistei, bis 1.2 //;, in großen Parks zuweilen effektvoll; 
sehr ansehnlich, bis 1,5 m hoch ist die orientalische C.en'öphorum mit weißwollig filzigen 
Blättern und Blütenköpfen, die bis 8 cm breit und kirschrosa sind. Juni bis September, meist 
nur zweijährig; noch schöner soll sein C. Velenövskyi aus Bulgarien, bis über 2 ///, mit 
silberweißen Köpfen und purpurnen Blüten. — A. Purpus hat aus iMexiko C. conspi- 
cuutn (Abb. lOO) eingeführt, die durch ein ganz wundervolles eigenartiges Rot der Blüten 
sich auszeichnet ; in recht warmen, sonnigen, trockenen Lagen zu erproben. Gelegentlich 
auch die heimische C. erisithdles. bis 2 //;, hellgelbe Köpfchen, in Kultur. 

Cissus (Cayrulia] japonica: i\.2i\iii\ge, jährlich absterbende, hochkletternde V i tac ee aus dem 
temperierten Asien und Japan, Blätter gefingert, 5—7 teiiig (Abb. 162), dunkelgrün, rötlich aderig 10 bis 




■ifugu cordifoliu, herzblätlrige Silberkerze, 
1,25 /// (Orig., Ronsdori). 



Cissus — Clfematis 



159 



15 cm breit; harte Art für Grotten, Zäu- 
ne, Wände an Spalieren, Lauben ; ver- 
breitet sich weit durch unterirdische 
Ausläufer. 

Clädium tnariscus, Schneidegras: 
heimische, bis gut meterhohe, graugrüne 
Cyperacee, mit stielrunden Stengeln 
und rinnigen, scharfzahnigen Blättern ; 
als Wasser- und Sumpfpflanze im Park 
für Liebhaber brauchbar. 

Claadestiaa rectiflöra siehe la- 
tlinuhi. 

Claytönia virginica: 1 5 bis 30 
cm hohe, nordamerikanische Por- 
tulacacee mit knolligen Wurzeln 
und rosaweiüen Blüten im Mai. wie 
Abb. 1 ö 1 : empfehlenswert für lichte 
Waldpartien, breitet sich rasch durch 
Samen aus, winterhart; auch C.cor- 
(lifölia. nordwestliches Nordameri- 
ka, niedriger.dichtrasig.Blüten klein, 
rötlich, Mai, für Schatten undhumo- 
sen Boden, wird aber auf engem 
Raum durch ihre kriechenden Wur- 
zeln leicht lästig. 

Clematis, Waldrebe — Ra- 
nunculaceen ~ Unter diesen be- 
kannten Schlinggehülzen gibt es nur 
wenige Arten, die man als Stauden 
führen kann, und zwar sind dies fol- 
gende, Abb. 103 u. Ib4; Kultur in jedem guten, nicht zu schweren Gartenboden in war- 
mer sonniger Lage; Vermehrung durch Teilung oder Samen; man vergleiche im übrigen 




158. Cimicifuga lacemosa. Trauben-Silberkerze, 1,5 , 

laus der „Gartenwelt"). 



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Abb. 159. Cirsium spinosissimum, Kratzdistel, 40 cm (phot. Kraskowits, Südtirol). 



160 



Clfematis— Cochleäria 



die Arten. — Auch Cl. Davidiana, stans und tubulosa, die ebenfalls nicht schlingen, gehen 
oft als Stauden, sie sind aber besser als Halbsträucher zu behandeln. Man vergleiche diese 
und andere Arten in dem Laubholzbuch. 

C. integrifölia, Mittel-und Süd- 
europa, 50 bis 80 cm. aufrecht, bu- 
schig, Blätter eiförmig, Blüten lang- 
gestielt, nickend, innen violettblau, 
außen heller oder weiß (var. alba), 
,Iuni-August, siehe Abb. Ib3. für 
Rabatten, auch im großen Alpinum, 
ein hübscher Bastard mit der holzi- 
gen C. lanuginösa ist C. Durütidi; 
C. recta (C. erecta), heimisch, 
0,5 bis 1,25 /;/, Blätter einfach gefie- 
dert, Blüten in rispigen Trugdolden, 
weiß, var. grandiflöra. großblumig, 
auch gefüllt {var. J/. pL), ,Iuni-Juli, 
besonders für den Park, liebt trocke- 
nere Orte, Gebüsche, diese Art ist 
sehr formenreich (var. purpiirea. jun- 
ges Laub hübsch braunrot) und Abb. 
164 zeigtdie sibirische Form C.Pal- 
Idsii. — Ferner sei hingewiesen auf 
C. Dougläsii, West-Nordamerika, 
Tracht ähnlich integrifölia. Blüten 
innen tiefpurpurn,. luni, und C. Fre= 
mönf/7,Nordwest-Nordamerika,bis 
50 cm, purpurn, ,iuli-August. 

Clematls heracleifölia und var. Da- 
yidiäna siehe „Unsere Freiland-Laiib- 
gehölze". — Clinopödium vulgäre 
siehe Calamintlia. 

Clintönia (Smilacina) boreälis,: klei- 
ne, 15bis40cmhohe,nordamerikanische 
Liliacee mit dünnem Wurzelstock, 
zwei bis fünf dünnen, ovalen Blättern und gestielten, grünlichgelben, nickenden Blüten auf nacktem 
Schaft in drei- bis sechsblütiger Dolde, Mai-Juni, Beeren blau; Kultur in feuchten, schattigen Lagen 
in humosem Waldboden, nur für Liebhaber. Ebenso Clintönia umbelkita, ebendaher, etwa 20 cm, Bluten- 
dolden auf recht.weiß, und die sibirisch- 
japanische C. ud^nsis. 

Cnicusdiacäntbus siehe Cliainac- 
peiice. 

Ctticus nivalis, Schneedistel: 
eine noch zu erprobende dekorative 
K o m p o s i t e aus den Hochgebirgen 
Mexikos, wo sie an feuchten Stellen 
der Moränen wächst, sie bildet dicht- 
blättrige, niedrige Rosetten und treibt 
daraus reich beblätterte verzweigte 
Blütenstengel mit 10 bis 12 cm breiten, 
schneeweiß wolligen Blütenköpfen, 
Juli-Oktober. Auf QeröUhängen ver- 
suchswert. 

Cochleäria, Löffelkraut — C r u - 
eiferen — Kleine, harte Alpenpflan- 
zen mit rosettigen Blättern und wei- 
ßen Blütenständen auf 15 bis 30 f/« ho- 
hen, beblätterten Trieben, Mai -Juli; 
K u 1 1 u r im Alpinum in sonnig trocke- 
nen Qesteinspartien oder an Mauern ; 
Vermehrung durch Samen > und 
Teilung, nur fürLiebhaber. 

C. {Rdrnera) saxätilis ist wohl die 
verbreiteste, ferner C. (Kemera) Bois- 




100. Cirsiuni conspicuum, 1 
(phot. A. Purpus). 




Abb. 161. Claytonia virginica, in Kew. (Orig.) 



Cochleäria— Colchicum 



161 



sieri, aus Spanien. Die C.gröaländica sowie C. {Rliizobötiya) alpina aus Südtirol und pyrenäica lieben 
feuchte, frische, quellige Lagen und Schatten. 

Cochleäria brevicaülis siehe Rlüzobötrva ulpinu. 

Codondpsis"! — Camp an ulaceen — Meist niedrige, doch auch bis 2 m hoch schhngende oder 
niederliegend aufstrebende, zierliche, im Juni-Juli (August) blühende Stauden mit spindelförmigen Wurzel- 
stöcken, sonst vergleiche die Arten ; K u 1 1 u r in humosem Boden zwischen Gestein ; Vermehrung 
durch Samen; Ve r we n d u ng als sehr hübsche und interessante Alpinen für den Liebhaber. 

A. Schlingende Arten: meist Pflanzen, die sich in der Natur an Buschwerk hochranken, gleich 
gut in Sonne wie im Schatten, in nicht zu trocknem Erdreich, winterhart, aber meist nur von botanischem 
Interesse, da Blüten meist düster und verwaschen gefärbt; C.lanceoläta (Campanumaea lanceoläla). 
Japan-Mandschurei, Blätter kahl, spitz 

eilänglich, Blüten außen weiß, innen pur- 
purn, in wenigblütigen Büscheltrauben, 
Samen geflügelt (bei allen anderen ge- 
nannten Arten nicht); C. Tängshea, 
China, voriger ähnlich, aber behaart.Blu- 
men weißlich; C. ussuriensis, Mand- 
schurei, selten echt .meist dafür ersteArt, 
Wurzel rundliche Knolle, hochschlin- 
gend, stark behaart, Blüten zahlreich, 
schokoladenfarbig-violett; C.silvestrls, 
Mandschurei, Waldpflanze, Blumen an 
C.c/f//«/^/rf^ü erinnernd, bläulich gefärbt; 
C. rotuadifölla (C. gniiidiflöni Hort.), 
Himalaya. starker Schlinger mit rund- 
lichen Blättern, in allen Teilen behaart, 
Blüten groß.grünlich blau; Cv/r/(////dra, 
China, halbniederliegend, Blüten grün- 
lich bräunlich, kleine Art für Felspartien. 

B. Ni c h t schl i ngend e Arten: 
die schönste der kultivierten dieserOrup- 
pe ist Co väta.Nordwest-Himalaya.zier- 
lich, bis 30 cm, Blätter klein,eiförmig,Blü- 
ten ziemlich lang gestielt, einzeln, röh- 
renförmig-glockig, himmelblau, dunkler 
geädert; meist geht dafür C.c/e/nat/'dea 
(Qlossocömia clematidea), Zentralasien. 
80bis 100cm, großblättriger, kahler, Blü- 
ten hellblau, größer, bauchig-glockig, am 
Grunde braungelb, schwärzlich gezeich- 
net; C. Meleägris, China, bis 40 cm, Blü- 
ten grünlich gelb, purpurlich geädert und 
gefleckt, August, neue noch zu erpro- 
bende Art; ebenso C. Bulleyana. bis 35 
cm, Wurzel fleischig, Blüten bleich was- 
serblau mit dunkleren Schattierungen, 
Pflanze unangenehm riechend. 

Coeloglössum viride (Piatanthera 
viridis). Qrünstendel, HohlzUngel: 
ziemlich unscheinbare. 1 bis 20 cm hohe, 
heimische Orchidee mit länglichen Knol- 
len, zwei bis drei elliptischen unteren 
Blättern und grünlichgelben Blüten, Mai-J 

Colchicum " 




Cissus ( Cuyratia] japonicu. 
tphot. .\. Purpus I 



Kultur siehe 0/'(/«'5,fürfeuchtere oder trockenere Wiesen. 
Herbstzeitlose, Zeitlose — Liliaceen — Giftige, niedrige Zwie- 
belgewächse, die meist im Herbst blühen und im darauf folgenden Frühjahr ihre langen 
breiten Blätter (und Früchte) entwickeln, die im Juni absterben; siehe Abb. .3 und 155; 
Kultur im allgemeinen im tiefgründigen, nicht zu schweren, aber etwas feuchten Boden, 
besonders in Wiesenboden; X'ermehrung durch Brutzw'iebeln im .luli. bis 20 cm tief; 
Verwendung an sonnigen Plätzen in Masse im Park wie Abb. .3 oder auch als Einfas- 
sungen im Garten, sowie im Alpinum. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



alpinum 162 

arenarium 162 

agrippinum 164 

autumnale und Formen . 162 

Bertolonii 162 

Bivonae 164 

Bornmuelleri 162 



-Sehn 



l'nse: 



bulbocodioides 164 

byzantinum 162 

cilicicum 162 

hvdrophilum (Abb. 165) . 162 

lätifolium 164 

libanoticum 163 

luteum 163 

Freil.indstauden. .V .AiilKige. 



montanum 164 

Parkinsonii 164 

Sibthorpii 164 

speciosum und Formen . 164 

tesselatum 164 

variegatum 164 




Abb. 163. Cleiiiutis inte^rifoHu, nickende Waldrebe. 50 ; 

(Öri-., Vcrricresl. -. 



A.Blüten rein heller oder dunk- 
ler lila, rosa, weiß oder goldgelb. 

C alpinum, Schweiz, Prank- 
reich. Blüten zu 1 bis 2. kleiner als 
bei aiitiiiiuiale. hellila. oft schon ab 
Juli, liebt Heideerde; C.arenä- 
rium, Ungarn, ähnlich alpinmii. 
aber Blumenblätter schmäler. Blü- 
ten zuletzt fast sternförmig ausge- 
breitet, hellila. ab September; C. 
autumnäle, bekannte heimische 
Art, 5 bis 20 cm. Blüten zu 1—2, 
lila rosa oder weiß (var. alba), Sep- 
tember-Oktober, nur für große An- 
lagen zu empfehlen, ferner Formen 
mit lila {fl. piirpiireo pl.) oder weiß 
{./■/. ulbo-plciw) gefüllten Blüten; C. 
Bertolönn,ähn]\chaiitii!i!!iale,ro- 
saviolett. Herbstblüher, nicht iden- 
tisch mit montaniim-^''\; C. Born' 
mue//er/, Armenien, recht ähnlich 
speciosiim, Farbe sehr zart, nach 
Aufblühen dunkler, Zentrum weiß, 
ab Ende August, sehr gut, größte 
Blüten ; C.byzantinum, Sieben- 
bürgen, Südosteuropa, ähnlich spe- 
ciosiim. Blüten etwas kleiner und 
lichter, zu 3 — 4 oder gelegentlich 
bis 1 2, blüht mit Boriiiniiellcri, sehr 
ähnlich aber größer blutig ist C. ci- 
licicum: C. hydrophilum, Cili- 




Abb. 164. Clematis Pallasii, 1,2 




Abb. 165. Colchicum hydivphiliini, cilicische Zeitlose, 10 cm (phot. w. Siehe, Men 



cien, wie Abb. 165, Blüten zu 3 bis 15 zusammen, lebhaft hellrosa, im Februar-März; C. li- 
Öanöf/cum, Libanon, weil.iiila. ähnlich moff/o/wm aberAntheren gelb, nicht purpurn; C. /u- 
feum,' Zentralasien, Afghanistan, schmal- und stumpfblättrig, Blüten klein, goldgelb, zu 




164 



Colchicum— Convalläria. 



2 — 3, im Frühjahr, hart, eigenartig: C. montänum L. zum Teil (C. biilbocodioides), Süd- 
europa. Orient, ähnlich aiitiiinnale, aber Ende Februar, anfangs März mit Schneeglöckchen 
und Krokus blühend : C.speciosum, Kaukasus, Pontus, Persien. Zwiebeln dick, groß, Blätter 

üppig, bis 35 cm, Blüten zu 1—4, 
lebhaft lilapurpurn bis weiß (var. 
rt'//w///,prachtvoll!), sehr schön und 
groß, beste herbstblühende Art. 

B. Blüten mehr minder deutlich 
gescheckt (etwas schachbrettartig 
gefleckt). 

C.agrippinum (C.tesseldtum). 
Form von variegätum. aber robu- 
ster. Blätter mehr aufrecht; C.Bi= 
vönae, iMittelmeergebiet. rosa- 
purpurn, der vorigen nahestehend, 
gilt aisgut ; C./af//ö//u/n fCS/ö- 
thörpii), Mazedonien. Griechen- 
land, Blüten sehr groß, becherför- 
mig, mit übergreifenden Abschnit- 
ten, mauvelila. im Herbst, sehr 
schön, doch jetzt selten ; C. varie- 
gätum, Kreta. Kleinasien. Blätter 
ausgebreitet. Blüten zu 2 bis 3 mit 
weißer Röhre und schmalen Kro- 
nenzipfeln, eine prächtige Form 
ist die selten echte, etwas kleinere 
C. Parkinsönii von den griechi- 
schen Inseln, beide ab September. 
Cd/cAiicum monfänum LinnC' siehe 
auch Merendera montäna. 

Colobänthus aciculäris: niedrige, 
moosartige, 3 bis 5 cm hohe, kahle C a - 
ryophyilacee mit starren, dachzie- 
geligen Blättchen und sitzenden, grün- 
lichen Blütchen aus Neuseeland; Kul- 
tur in trockenen, sonnigen Lagen im 
Alpinum. doch nur für erfahrene 
Pfleger. 

Columnea velutina ist eineOes- 
Betracht kommen kann. 
triflorum und /?oss// ähnliche, gelbblütigc. 




Corcopsis lanceokita, Mädchenauge. 50 cm 
(pliut. .1. Hartmann, Dresdcni. 



neracee aus dem tropischen Amerika, die für uns nicht i 

Colüria poientilloides: diese und andere .'Xrten sindOeu 
asiatische Rosaceen, wie diese zu verwenden. 
'^'Coluteocärpus {Lagöwslra, Vesicäria) reticulätax: rasige, niedrige, kahle C ru c i fe re aus den 
Hochgebirgen Kleinasiens, Qrundblätter schmal, gezähnt, Stengelblätter eiförmig, ganzrandig, Blüten 
weiß, doldentraubig, ähnlich Thiaspi, Frühjahr, Frucht aufgeblasen, eiförmig; Kultur usw. wie Cocli- 
learia suxatilis oder Dniba. 

Comarella multifoliäla (fälschlich Ivc^siu Piirpiisii): interessante, 15 bis 20 cm hohe farnkrautartige 
Ro sac ee aus Arizona mit kleinen, rotbraunen Blütchen im Juni, wie Abb. 166; Ku 1 tu r in trockenen, 
steinigen Böden und sonniger Lage; Vermehrung durch Samen oder Teilung; Verwendung im 
Alpinum nur für Liehhaber. 

Cömarum palüstre (Potentilki paluslris], Blutauge : heimische 30 bis 80 cm hohe, aufrechte, ver- 
ästelte Sunipfpflan/A' mit fünf- bis siebcnzählig gefiederten Blättern und dunkelpurpurnen Blüten, Juni- 
Juli; für feuchte, nionrige Orte im Park oder Alpinum verwendbar. 

Commelina dianthifölia, Tagblume: etwa 30 cm hohe, aufrechte Commelinacee aus Arizona, 
mit knolligem Wurzelstock und prächtigen azurblauen Blüten im Juli; in warmen Lagen und nicht zu 
schwerem, nahrhaftem Boden versuchswert; in rauheren wie Dahlien behandeln. 

Conändrnn ramondioides : der Ramondiu sehr ähnliche, japanische Qesneracee mit glänzen- 
den, dunkelgrünen, rosettigen [blättern und bis 15 cm hohen, lockerrispentraubigen, fünf- bis zehnblütigen 
Blütenständen mit nickenden, weißen, rosa oder purpurnen Blüten, Juni-August; Kultur an schattigen 
feuchten Felsen, doch im Herbst und Winter Schutz gegen zu viel Nässe und außerdem Winterdecke, 
sonst wie Ramondia, aber nur für erfahrene Pfleger. 

Convalläria majälis, Maiglöckchen: altbekannte heimische Liliacee mit krie- 
chendem Rhizom, breit-elliptischen, grünen Blättern und weißen, prächtig duftenden Blüten- 



Convalläria— Coreöpsis. I55 

trauben. kurz vor oder mit den Blättern im April-Mai; Kultur in frischem, humosem 
Boden in Halbschatten: Vermehrung durch Teilung (Keime), wobei man den ganzen 
Winter pflanzen kann, solange der Frost es nicht verbietet; Verwendung als Unterpflanzen 
unter lichtem Gebüsch im Garten und Park, ausgezeichnete Schnittblume. Von den vielen 
Kultursorten ist var. grandiflöra („Fortin Maiblume") die schönste und größte; inter- 
essant sind die gefüllten Formen //. /;/. und die einfachen rosafarbenen. — Siehe auch unter 
Polygonatuiu. 

Coavölvulas althaeoides [ C. italicus). Winde : kriechende, rankende Convolvulacee aus dem 
Mediterrangebiet mit bis 1,50 m langen Trieben, weißliclien Blättern und ziemlich grofien rosa Blüten, 
Mai-Juli; verlangt geschützten warmen Standort und durchlässigen Boden, wo die Wurzeln tief ein- 
dringen können\md die Ausläufer im Frühling wiedtT hervorkonunen; gute Reisigdecke im Winter; 



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Abb. 168. Cornus cunadensis, nordamerikanischer Stauden-Hartriegel, 10 cm, in Kew (Orig.') 



für Liebhaber; C. lineätus aus Südeuropa und dem temperierten Asien ist eine reizende, niedrige, silber- 
weiße Polster bildende Felsenstaude, Blüten rosafleischfarben, Juni; als beste alpine Art gilt der spanische 
C nitidus, Blätter silbrig, Blüten rosaweiß, nur für erfahrene Pfleger. 

Coavölvulas dahiiricus, Japöaicus, silväticus oder sylvestris siehe Calystc'fria. — Coavölvulas 
paadurätus siehe Ipomoca. 

Cöptis trifölia: harte, nordamerikanische, niedrige, stammlose Ranunculacee mit dünnem Rhi- 
zoni, zusammengesetzten, glänzenden, wintergrünen Blättern und weißen Einzelblüten mitgelbem Grund- 
fleck auf nacktem Stiel, Mai-Juli; Kultur in schattigen, feuchten Lagen in mit Torfmoos versetztem, 
leicht sandigem Boden mit Reisigdecke im Winter; Vermehrung durch Teilung oder Samen; Ver- 
wendung im Alpinum für Kenner, C. brachypIiyUa ist in allen Teilen größer als vorige. 

Corbuläria aivälis siehe Narcissas nivalis. 

Coreöpsis {Calliöpsis) Mädchenauge, Wanzenblume — Kompositen — Auf- 
rechte, buschige Stauden mit gegenständigen Blättern und meist ansehnlichen, langgestielten 
Blütenköpfen wie .Abb. Iö7; Kultur in jedem frischen, nicht zu nassen und schweren, aber 
auch nicht zu armen, etwas kalkhaltigen Gartenboden, sonnig oder halbschattig; Vermeh- 
rung durch Teilung im Frühjahr oder durch Samen; Verwendung als eine der besten 
schönblühenden Stauden für den Garten auf Rabatten, sowie auch in Vorpflanzungen im 



166 



Coreöpsis— Ccrtoprimiila. 



Park; ausgezeichnete Schniitblunien; die meisten Corcopsis blühen sich zu Tode, machen 
wenig oder gar keine neuen Grundrosetten und gehen dann im Winter ein; es muß daher 
stets für junge Nachzucht Sorge getragen werden. 

C. grandiflöra { C. longipcs). südliche Vereinigte Staaten, etwa bO cm, obere Blätter etwas 
fiederschnittig, Blüten klar goldgelb, vom .luni-Juli bis zum Frost; C. lanceoläta, Ost- 
Nordamerika, meist niedriger. Blätter ganzrandig. Blüten sehr langgestielt, schön goldgelb. 
Juni-August, wie Abb. Ib7. bei var. orw/oYö Blüten mit blutbraunem Qrundfleck der Strahlen; 
C. pubescens (C. unriculata Hort.), südliche X'ercinigte Staaten. 30 bis 4U cm, Blätter 

einfach oder dreilappig, Blüten rein 
gelb, Juni-September, selten echt; 
C. rösea, östhche Vereinigte 
Staaten, Wurzelstock kriechend. 
Triebe bis 50 cm. Blätter schmal 
lineal, fast ganzrandig, Blüten rosa- 
purpurn; C. verticilläta (C. h- 
/?H//ii//fl). Ost-Nordamerika, reicher 
verzweigt, bis 50 cm. Blätter fein 
geteilt. Blüten kleiner mit braun- 
gelbem Innern und satt gelben 
Strahlen, Juli-September. — Auch 
C. tripteris, südliche Vereinigte 
Staaten, bis 1 ///. hellgelb, sei für 
lichte Wälder genannt. 

Coreöpsis gigäntea und C. mari- 
tima siehe Leptösyne. 

Coris moaspeliensis: wohl nur 
2jährige, französische, an Thymian ge- 
mahnende P r i m u I a c e e , bis 12 cm, 
Blätter klein, stumpf, Blüten rosavio- 
lett, August; für leichten Boden und 
sonnige Lage. 

Cörn us.Hartriegel — Cor- 
naceen — Niedrige, harte Stau- 
den mit kriechendem Wurzelstock, 
sitzenden, elliptischen Blättern und 
unscheinbaren Blütenköpfchen, die 
aber von großen, blumenblattarti- 
gen, weißen Hochblättern umge- 
ben werden, Mai-.Iuni, siehe Abb. 
168; Kultur in frischem, humo- 
sem, aber nicht nassem Boden in halbschattiger Lage; Vermehrung durch Teilung im 
Herbst; Verwendung zur Bekleidung halbschattiger Partien im Alpinum und Park, sehr 
hübsch, wenn eingebürgert, zur Blütezeit und auch später, wenn die Fruchtstände sich röten. 
C. canadensis, Nordamerika, 10 bis 15 cm hoch. Blätter quirlig. Scheinblüten über 
3 cm breit, Früchte rot, siehe Abb. 168; C. suecica, arktisches Gebiet, 5 bis 8 cm hoch, 
Blätter gegenständig, Scheinblüten kleiner, lange dauernd, Frucht glänzend rot. 
Coroaäria siehe Lyclinis. 

Coronilla, Kronwicke — Papilionaceen — Niederliegend-aufstrebende, harte Stauden mit 
unpaar gefiederten Blättern und gelben oder rosaweißen Schmettcrlingsblütcn in gestielten, doldigen 
Blütenständen, Ende Mai bis August; Kultur in sonniger Lage in Kalkgestein, doch varia auch für 
leichten Qartenboden aller Art geeignet; Vermehrung durch Sanirn; V e r \\e n düng für Felspartien 
und varia auch im Garten. 

C. cappadöcica, Orient, 15 cm, blaugrün, Blüten gelb, ziemlich ansehnlich zu 6— Q ; C. coronäta 
(C. montdmi). heimisch, höher, Blüten gelblich, kleiner, zu 15 bis 20; kompakte, runde, mir bis 25 cm 
hohe Büsclie bildet var. minor, die sehr reich blühen soll ; C. minima, südl. Mittel- und Südeuropa, 
zwergig, blaugrün, Blütenstände 5—18 blutig, Blüten goldgelb, hübsch; C. vaginalis, südosteuropäische 
Gebirge, 15 cm, leuchtend gelb, reichblühend, sonnige Stellen im Alpinum ; C. varia, heimisch, üppiger, 
gelegentlich bis 80 cm, Blüten rosa und weiß, zu 10 bis 12, fast den ganzen Sommer. 
Cortaderia argentea siehe Oviu'rium, 

CortoprimulaSctinelderiänaZeman-'): hochinteressante, im dendrologischen Garten in Pruhonitz 
1913 durch Kreuzung von Cortusa Matthioli vm. Iiirsuta mit Primula Veitc/iü erzogene Hybride, die in 




Abb. 169. Cortoprimula Schneideridn 
(phot. F. Zemanl. 



Cortoprimula — Corydalis 



167 



vieler Hinsicht genau zwischen den Eltern steht, Blätter länger als bei Cortusa, noch größer als bei Pri- 
mula Veitcliii, doch nicht so stark behaart, Blüten leuchtend rosarot, etwas nickend, fast so groß wie 
bei der Primel, aber mit langem Stigma wie bei Cortüsa; V erm e h rung nur durch Teilung; sonst 
wie Cortusa. 

Cortüsa Matthioli, Qlöckel: zierliches Primelgewächs ausden Westalpen mit Rhizomen, behaarten 
Blättern und 20 bis 30 cm hohem Blütenschaft mit 8—12 rosapurpurnen Blüten, Mai-Juni, die zentral- 
asiatische var. grandißöra ist großblumiger, auch var. hirsüta mit etwas rauhzottigen Blättern, Kultur 
in halbschattiger Lage in humosem Boden zwischen Gestein, im Winter gute Reisigdecke; Vermeh- 
rung durch Teilung im August bis September oder besser durch Samen gleich nach Reife; Verwen- 
dung im Alpinum für erfahrene Liebhaber. — C. piihens ist eine sehr weich behaarte Varietät aus 
SiebenbürgL-ii, sehr ähnlich sind ferner Arten aus dem westlichen Himalaya und Nordasien. 

Cortüsa Semenöwii siehe Kciufmdnnia. 

Corydalis-'*), Lerchensporn — Fumariaceen — Niedrige, buschige Stauden init 
fein zerteiltem Laub und purpurnen, weißen oder gelben, gespornten Blüten, wie Abb. 170 




Abb. 170. Corydalis solida, Finger-Lerchensporn, 20 cm (Q. Arfiids, Ronsdorf). 



u. 1 71 ; Kultur im allgemeinen in gut durchlässigem, frischem, humosem Gartenboden in 
Sonne oder meist halbschattig; X'ermehrung durch Teilung nach Blüte oder Samen (nach 
Reife); Verwendung als hübsche Rabattenstauden und fürs Alpinum, auch an geeigneten 
Stellen im Park zwischen lichtem Gehölz. 

C ambigua, Kamtschatka. Wurzel knollig, ähnlich solida, aber Blüten himmelblau, eigen- 
artig; C. bracteäta, Altai, bis 1.5 cm, Blätter doppelt dreizählig. Blättchen tief dreiteilig, 
blaugrün, Blüten hellgelb mit grünen Tragblättern. März-April, für sonnige oder halbschattige 
Rasen oder wie solida; C. cava (C. bulbösa), heimisch, 15 bis 30 cm, Stengel am Grunde 
knollig mit meist hohler Knolle. Blüten purpurn oder weiß, sonst wie so/zV/ff. blüht kurz nach 
dieser; C. cheilanthifölia, China, bis 25 cm, Blätter schön, feinen Farnwedeln ähnlich, 
Blüten unscheinbar, gelb, in dichten, aufrechten Ähren. April-Mai, neue harte robuste Art für 
Felsgärten, sät sich selbst leicht aus; C. decümbens, Ostasien, gelbe, zylindrische Wür- 
zelchen, Laub farnähnlich, imitiert zwergige Dicentraformosa, hellrosa. für schattige, feuchte 
Felspartien; C.Kolpako\vskyäna,lmktsiz.n. so//V/o-Tracht aber blaugrün, feiner belaubt, 
zart rosa; C, lutea, heimisch. 2» bis .30 rm, Wurzeln faserig, Blüten zitronengelb, Juni-Sep- 
tember, für Steingeröll, Felsritzen. Mauern, sät sich selbst aus und wuchert oft stark, ge- 
deiht sonnig und schattig ; C. nöbilis-'^) (Fumdria nobilis). Sibirien, bis üO cm. Blätter größer 
als bei lutea, Blüten gelb mit dunklem Tupf, duftend. April -Mai, eine der besten, verträgt 
auch Sonne; C.Scoüleri, Nordamerika, mit unterirdischen Ausläufern, bis über oO cm. rosa, 
Mai-Juni, halbschattig; C. solida {C. digitdta), 10 bis 20 cm, Stengel am Grunde knollig, 
aber Knolle nicht hohl, Blüten trübpurpurn, wie Abb. 1 70, ab Ende März, verträgt viel Schatten, 
verwandt ist C. piitnila; C. thalictrifölia (Abb. 171), China, Rhizom fast holzig, bis 2>0cm, 



168 



Corydalis — Crämbe 



Blüten goldgelb, während des ganzen Sommers, empfindlich, warme Lage, guten Winterschutz, 
aber schön; C. Wilsönii, West-China, bis 20 cm, kahl, Blätter doppelt fiederteihg, licht 
blaugrün. Blüten tief kanariengelb mit Grün, April, sehr hübsch, warme Lage. Aus West- 
china sind nach England noch wei- 
tere Arten mit zum Teil azur- und 
kobaltblauen Blumen in Kultur ge- 
kommen, wie C.cheirifölia, C.pachy- 
a'iitra u. a.. die auch bei uns ver- 
sucht werden sollten! 

Corynephorus canescens siehe 
Wiingärtneria. — Cosmos diversifö- 
lius siehe Bulens dalilioides. 

Cötula dioeca und reptaas siehe 
Leptini'//a. 

Cötula (Leptlrii'Ua) squälida: hüb- 
sche rasige, wollig behaarte K o m p o- 
site aus Neuseeland mit fiederschnit- 
tigen hraungrihien Blättern und gelben, 
wenig ansehnlichen Blüten im Sommer; 
Kultur im Alpinum in warmer Lage 
in gut durchlässigem Boden, wo sie mit 
ihren langkriechendenWurzeln zuweilen 
wuchern kann. Auch die amerikanische 
C. pygmafa wird für feuchte Lagen im 
Alpinum empfohlen. 

Cotyledon (Echev^ria oder Dudleya) 
Parpüsii : einzige imFreien kulturfähige 
Crassulacee aus der kalifornischen 
Sierra Nevada mit kleinen, weich be- 
stäubten Rosetten, aus denen sich cymö- 
se Blütenstände mit außen leuchtend 
krapproten, innen gelbenBlüten erheben, 
die an eine Lachenulia erinnern ; K u 1 - 
tu r in sehr sonniger, nicht zu feuchter 
Lage in leichtem, humusreichem Boden ; 
Vermehrung durchTeilungoderSa- 
men ; Sämlinge nicht zu trocken halten ; 
Verwend ung für sonnige Felspartien 
für erfahreneLiebhaber, in strengenWin- 
tern Reisigdecke notwendig. — Siehe sonst unter Umbiliciis. 

Cousinia Thomsöali: große, distelartige, weißwollig behaarte Komposite aus dem westlichen 
Himalaya. die nur zweijährig ist. 

Crämbe cordifölia, Meerkohl, Riesenschleierkraut, prächtig belaubte, dick- 
wurzelige, kaukasische C ru - 
eifere mit großen, herzför- 
migen Blättern und bis 2 ;ii 
hohen, sehr reich verzweigten 
Rispentrauben mit Unmassen 
kleiner, weißer, duftender Blü- 
ten. .luni-August ; Kultur in 
jedem tiefgründigen, nicht zu 
schweren Gartenboden ; V e r - 
m e h r u n g durch Wurzelsen- 
ker oder Samen gleich nach 
Reife; Verwendung als 
Einzelpflanze auf Rasen (die 
Blätter sterben aber nach Blü- 
tezeit ab i und vor allem imPark 
vor Gehölzgruppen; blüht erst 
im dritten .lahre und geht dann 
allmählich zurück. Blüten für 

Schnitt verwendbar. — Ahn- auu ,^-, , ., . ^J c ■ ■ ,^ 

... , . . Abb 172 Lnlhmiini muntimum Meerfenchtl 30 1 

lieh , doch kompakter und (ung ■ tacroma sei wagusa. 




171. Cojydalis tlialictiifolia, Rauten-Lerchensporn, 
25 cm ipliot. A. Furpus). 




Crämbe— Criniim 15g 

grol.iblumiger ist C. orientälis. — Zierlicher ist die iberische C juncea. C. tatdria, Ungarn 
bis westliches Zentralasien, ist blaugrau belaubt, und eine besonders reichbehaarte Form ist 
C. dspera. die als empfehlenswert gilt. Die heimische C. maritima mit blaugrauen dickeren 
Blättern ist eine Seestrandpflanze. 

Craspedla uaiflöra : neuseeländische K o m p o s i t e , weißzottig behaart, 1 5 bis 40 rm Höhe, Blätter 
meist grundständig. Blütenköpfe klein, gelb, zahlreich, köpf ig; hat sich bisher nicht vvinterhart geziegt. 

Crässula rubeas siehe Sedum Kirilöwü. 

Cremanthödium : xon dieser westchinesischen Kompositen -Gattung mit rosettigen Blättern und 
einzelnen nickenden, großen Blütenköpfen auf bis 20 iw hohem Schafte, sind aus den Hochgebirgen von 



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K 



Al:)b. 173. Crocus zonutiis, gestreifter Safran. 8 



Yunnan einige Arten nach England eingeführt, wie C. campunuhitum und C. rhodocephalum mit karniin- 
rosa oder stumpfpurpurnen duftenden Blüten im August. Bei uns im Alpinum an steinigen Hängen sehr 
versuchswert. 

Crenuläria euaomioides und andere Arten dieser halbstrauchigen Cruciferen-Qattung siehe im 
Laubholzbuch, 2. Aufl. 

Crepis, Pippau — Kompositen — Niedrige, löwenzahnartige Alpenpflanzen mit gelben oder 
orangeroten Blüten, Mai bis August ; K u 1 1 u r in halbschattiger Lage ; Vermehrung durch Samen, sonst 
siehe die Arten. 

C. aürea, bis 20 cm, Blütenstengel unbeblättert, einköpfig, Blüten orangerot, für schattige feuchte Wie- 
senlagen ; C. sibirica, Südosteuropa, Kleinasien, 0,6 bis 1 m. Stengel rauh behaart, Blüten lebhaft satt- 
gelb, Juli bis August; C. terglouensis (C. oder Soy&ia hvosendiföäu], bis 12 cm, Blütenstengel bis 
zum großen gelben Köpfchen beblättert, mehr für Geröllhänge im Alpinum; außerdem noch andere 
Arten in Kultur. 

Crinum Pc\velIii(Amaryllis PowelliiHoüA. Hakenlilie: schöne, über 1 m hohe Ama- 
ryllidacee mit eilänglicher Zwiebel, graugrünen Blättern und hübschen Blüten mit grün- 
lichweilkr Röhre und rötlichen Abschnitten. .luli-.\ugust. siehe Abb. 22: Kultur in sonniger 
Lage und sehr nahrhaftem, tiefgründigem, durchlässigem Boden, während der Vegetation 
viel Wasser; in nördlichen Gegenden Winterdecke, man schneide eventuell die Blätter ab 
und decke alles mit Asche zum Schutz gegen Nässe; Vermehrung durch Samen; Ver- 
wendung als prächtige Gruppenpflanze im Garten auf Rasen usw. — C. Powellii ist eine 



170 



Crinum — Crociis 



Hybride von C. Moorei und C. longifolium vom Kap. diese letzte Art ist ohne Decke winterhart 
und verlangt im Sommer fast sumpfigen Standort, im Winter aber trockene Lage. 

Crithmum maritimum, Meerfenchel : eine Umbellifere von den Küsten des Mittelmeeres, die 
bis 30f/7i hoch wird, seegrüne, glänzende, doppelt dreizählig gefiederte Blätter und gelblich- oder weiß- 
lichgrüne Blütendolden hat, Augnst bis Oktober; im Alpinum und an Mauern (siehe Abb. 172) in sonnigen 
trockenen Lagen, im südlichen Teile des Gebietes anpflanzenswert. 

Crociris irWflöra siehe Civcus iridiflorus. 

Crocus-^), Krokus, Safran — Iridaceen — Bekannte, niedrige, bis 20 c;ii hohe Knollen- 
gewächse von der Tracht wie Abb. 4 und 17,?; Kultur im allgemeinen in leichtem, nicht 




clanwii europaeuiii, gena-ines Alpenveilchen 



nassem Boden, der etwas humos ist, die Herbstblüher werden im Juni-Juli, die Frühjahrs- 
blüher im September-Oktober verpflanzt, wobei die Knollen mindestens 8 bis 10 cm tief 
kommen, zur Triebzeit lieben sie etwas feucht, aber zur Zeit der Ruhe trockene, jedenfalls 
trockenere Lagen als Colclüciim ; Verwendung an sonnigen Standorten für Frühlings- 
beete, Einfassungen, ferner in Masse im Rasen und im Park wie Abb. 4. siehe auch Seite 08. 
Schutz gegen Mäuse durch Katzen. Wir heben im folgenden die empfehlenswertesten hervor: 

ALPHABKTISCHK LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

Heuffelianus 171 

hybridus 171 

Imperati 171 

iridiflorus 171 

luteus 170 



aureus I7ü 

banaticus Gay 171 

— Heuffel 171 

biflorus 170 

byzantinus 171 

chrysanthus 171 

- Hort 171 

etruscus 171 



sativus 171 

— Elwesii 171 

speciosus 171 

susianus 171 

Tommasinianus . . . . 171 

vekichensis 171 

vernus 171 

zonatus (Abb. 173) ... 171 



A. Frühlingsblüher, Blätter mit den Blüten erscheinend. 

C. aureus (C. Intens, C. moesiacus), Banat, Balkan, Kleinasien, Knollen länglich, 
Blüten metallisch goldgelb, außen braun gestreift, Narben unzerteilt, gelb, März; C. bifI6= 



Crocus — Cvanänthus. 



171 




Abb. 



rus, schottischer Krokus, Italien bis Persien, Blätter 4 bis (i. schmal lineal. weiß ge- 
streift. Blüten innen weiß oder violett, außen lavendel mit purpurnen Streifen, Narben orange- 
rot, oft ab Januar, sehr variabel, auch Namensorten in Kultur; C. chrysänthus, Griechen- 
land. Knollen mit häutiger Hülle in wagrechten Ringen, Blüten rein orangegelb. Narbenäste 
einfach : März, schön; C. etrüscus, Italien. Blätter schmal lineal, kürzer als Blüten, diese 
lang, zierlich, äußere Abschnitte rahmfarben mit purpurner Streifung. innere lavendelblau, 
Narben orange. April ; C. Meuffelliänus ( C. banäticus Heuffel ). südöstliches Mitteleuropa. 
Knollen klein, rundlich. Blüten violett. Schlund weil,). Spitze mit purpurnen Streifen. A\ärz- 
April, sehr brauchbar, geht oft 
fälschlich als C. veliichensis; 
C. Imperäti, Süditalien, 
Knollen länglich. Blüten außen 
gelblich mit drei violetten 
Streifen. innen violett. Schlund 
gelb, früheste Art. Februar- 
März, eine der allerbesten; 
C. Olivieri (C. chiysantlnis 
vieler Gärten), Balkan bis 
kleinasiatische Inseln. Blätter 
die Blüten überragend, diese 
leibhaft orangegelb, Narben 
fein zerteilt. März -.April; C. 
siisiänus. Südwestrußland, 
Krim. Knolle eiförmig, netzig, 
Blüten goldgelb, außen pur- 
purn überlaufen, März; C. 
Tommasiniänus, Dalma- 
tien. Montenegro, Serbien. 
Blätter lineal. mit den Blüten, 
diese lavendelblau mit weißem 
Schlund, März; C. vernus, südliches Mittel- und Südeuropa. Knollen flach, Blüten hellila 
(weiß bis tief purpurn), Hauptstammart unserer bekannten Frühjahrskrokus (März-April); 
die Handelssorten (Crocus hybridiis) siehe in den Katalogen. 

B. Herbstblüher, Blätter erst im Frühjahr erscheinend, oder wenigstens erst im Frühjahr 
auswachsend. 

C.iridiflörus (C. banäticus Ga\'. C. byzantiniis. Crociris iridiflöra\. L'ngarn, Walachei, 
Knollen flach, Blätter glänzend, bis 8 mm breit. Blüten lilapurpurn, innere Kronenabschnitte 
viel kürzer als äußere (/ra- artig), Narben violett (bei allen anderen .Arten gelb oder rot), 
September-Oktober; C. sativus, Typ nur im verwilderten Zustande bekannt, Knollen groß, 
elliptisch. Blüten violett mit purpurlichen Streifen. Narben fast scharlachrot. September-No- 
vember, viele Formen, hervorgehoben sei var. Elwesii, westliches Kleinasien, mit großen, 
langen, heililafarbigen Blüten im September; C. speciösus, Kleinasien. Persien. Kaukasus, 
Knollen ziemlich klein, rundlich eiförmig. Blüten sehr groß, hellila mit dunklen verzweigten 
Adern. Narben rotgelb, stark zerteilt. September-Oktober; C. zonäfus, cilicische Gebirge, 
Knollen flach, Blüten heller lila mit feinen rotvioletten Streifen. Schlund gelb, Narben orange, 
wie .Abb. 173, früheste .Art dieser Gruppe von Ende .August ab. 

Cruciauella stylösa siehe Pliuöpsis. — Cryptogrärnme iCryptoaramma) crispa siehe Allosoms. 

Cunila mariäna, S t e i n mi n z e : bis 2b cm hohe, purpurblütige L a b i a t e aus den mittleren Ver- 
einigten Staaten, die für troctcene Lagen im Alpinum für Sammler Interesse hat. Ob bei uns in Kultur? 

Cyanättthus lobätus: niedrige, weich behaarte Campanulacee aus dem nordwestlichen Hima- 
laya mit niederliegenden und bis 20 cm hoch aufstrebenden Stengeln, kleinen, an der Spitze fiederlappigen 
Blättern und endständigen, vvagerechten oder leicht nickenden, prächtig violettblauen Blüten, deren 
Öffnung etwa 3 cm breit ist, Juli bis August; K u 1 1 u r als Felsenpflanze in warmen geschützten halb- 
schattigen, aber feuchten Lagen in lockerem, gut durchlässigem humosem (Lauberdei Boden, etwas 
Winterschutz ratsam, wenn Schneedecke fehlt. Als härter hat sich in Petersburg C.formösiis, Himalaya, 
Westchina, erwiesen, große Polster bildend, Blüten leuchtend enzianblau. Jetzt sind auch aus den Hoch- 
gebirgen Westchinas noch andere prächtige Arten in Kultur gelangt, wie C.FonCstii. lavendelblau, C.ma- 
crocülyx, primelgelb, die bei uns versucht werden sollten und zu den schönsten Hochalpinen für Qe- 
röllhänge zählen. 



175. Cvclumen hiemale, Winter-Alpenveilchen 
iphot. W. Siehe, Mersinai. 



172 



Cyclamen — Cyphomätia 



Cyclainen^°), Alpenveilchen, Erdscheibe — Pr|imulaceen — Niedrige, immer- 
grüne oder wintergrüne Pflanzen mit Knollen, meist derben, herznierenförmigen Blättern 
und einzelnen, nacktgestielten, eigenartig geformten Blüten (Fetalen nach aufwärts zurück- 
geschlagen) wie Abb. 174/1 75 ; Vermehrung durch Samen im August, im strengen Winter 
Laub- oder Reisigdecke; Verwendung als ausgezeichnete Unterholzpflanzen im Park und 
Alpinum. 

C. cilicicum, Cilicien. Knolle mit Büschelhaaren. Blätter im Sommer verdorrend, erst 
nach den ersten Blüten im Herbst neu erscheinend, fast kreisrund, oberseits dunkelgrün mit 

Silberzone. Blüten mit spitzen Kro- 
nenzipfeln, hell rosenrot. Herbst; 
C.Cöum, Südosteuropa. Kleinasien. 
Knolle mit Haarpelz. Blätter vor den 
Blüten im Herbst erscheinend, rund- 
lich nierenförmig. oberseits nur dun- 
kelgrün. Blüten im Winter und Früh- 
ling, geruchlos, leuchtend karmin, 
Kronenzipfel oval . selten echt, da 
meist ilwricnm dafür geht; zwischen 
diesem und Coiun ist ein Bastard 
C. Atkinsii; C. europaeum, mitt- 
leres und Südeuropa. Knolle mit kor- 
kiger Oberfläche. Blätter nieren- bis 
herzförmig, immergrün, Blüten Som- 
mer, duftend, karminrot, siehe Abb. 
1 7 4. liebt steinige, mehr freie Lagen; 
C.hiemäleiAhh. 1 75). europäische 
Türkei, steht folgender nahe, liebt 
schattige humose Lagen, blüht schon 
Dezember, für mildere Gegenden des 
Gebietes ; C./6er/cum, Kleinasien. 
Persien. Kaukasus, steht Coiiin sehr 
nahe, als das es meist geht, aber Blät- 
ter mit Silberzeichnung; C.neapo= 
litänum (C. hederiföliuin), Süd- 
europa. Knolle mit Korküherzug. 
Filätter nach den ersten Blüten im 
Herbst erscheinend, meist verkehrt 
herzförmig, aber auch nieren- bis 
spießförmig, oberseits mit Silberzeichnung, Blüten rosa, var. albuin, weiß, Kronenzipfel an 
Basis geöhrt. duftend, Juli-September, liebt Schatten und gilt als eine der besten Schatten- 
pflanzen; C repändum, Südeuropa, Nordafrika, Kleinasien. Knolle mit Büschelhaaren. 
Blätter sehr dünn, verkehrt herzförmig, vor den Blüten erscheinend, Blüten leuchtend karmin 
mit vorragendem Griffel, im Frühling. 

Cymbaläria murälis siehe Linüria Cymhaldria. 

Cynänchum acuminatiföliutn {Vincetöxiciiiii acumimitiim, V. /aponirum). Moskitopflanze: auf- 
rechte, an Spitze- etwas windende Asclepiadacee aus Japan, Blätter breit oval, ganzraiidig. Blüten 
klein, weil.!, in cyindsuti Sclieindolden; ist gelegentlich in botanischen Gärten in Kultur, zuweilen als 
Amsönia Tahernaeiuontdna. — Cynänchum erectum siehe Marsd^nia. — Cyaänchum Wilfördii ist 
eine ziemlich wertlose ostasiatische Schlingstaude, die in den Gärten als Metap/Ms Stauntöni geht. Die 
echte Melapli'xis ist ein Strauch; siehe Laubholzbuch. 

Cynara scölymus, Artischocke: bekannte Gemüsepflanze, die bis 1,5 m hoch wird und als Zier- 
pflanze auf Rasen verwendet werden kann. Auch gute Bienenpflanze. 

Cynoglössum amäbile, Hundszunge: südwestchinesische B o r agi n a c 6 e , 0,5bisO,75/n, Blätter 
groß, Blüten vergißmeinnichtähnlich, aber größer, schön kobaltblau. In Kultur noch zu erproben, etwa 
wie Ancliusa zu behandeln. 

Cynoglössum lanätum siehe Cyphomätia. — Cynoglössum longiflörum siehe Lindelößa. — Cy- 
noglössum nobile siehe Myositidiun. — Cynoglössum racemösum siehe Paracdryum. — Cynoglös- 
sum stylösum siehe Soleniinthus. — Cynoglössum umbellätum siehe Rindi'ra. 

Cyphomätia lanäta {Cynoirlossum lanatum] : kleinasiatische Boraginacee, bis 40 cni, Blüten rot 
und blau; für sonnige Lagen im Alpinum in warmen Gegenden versuchswert. 




Cyp^rus— Cypripedium 



Cyperus löngus, Cy pergras: heimische Cy peracee mit l^riechendem Wurzelstock 
und bis I m hohen Trieben mit Blütenständen, wie Abb. 17ö zeigt; Kultur in jedem feuchten 
Gartenboden ;Vermehrung durch Teilung;Verwendungals Uferpflanze im Garten und 
Park. — In Kultur, wie es scheint, ^zuweilen als C. nidximiis, doch ist die echte Art dieses 
Namens eine Pflanze aus Ceylon. 

Cypriped/u/n^')fCypr;ped/7um),Frauenschuh,Venusschuh: eigenartige, präch- 
tige Erdorchideen, deren Tracht aus Abb. 17 7—180 ersichtlich ist ; K u 1 1 u r im allgemeinen 
in etwas lehmig humosem, moorigem Boden, wobei die Humusschicht flach sein kann, da die 
fadenförmigen Wurzeln nicht tief 
gehen, sich aber oft weit ausbrei- 
ten, der Untergrund mul.l durch- 
lässig sein, da höchstens reginae 
etwas dauernde Nässe verträgt, 
man pflanze nicht zu tief, so daß 
die Knospen nur 1 bis 2 ein mit 
Erde bedeckt sind (Frühjahr), alle 
lieben etwas Schatten; Vermeh- 
rung durch Teilung (Frühjahr), 
die aber, da jede Wurzelverletzung 
vermieden werden muß. sehr vor- 
sichtig zu geschehen hat; man las- 
se die Stöcke ungestört, solange 
die Erde noch gut ist; Verwen- 
dung für Garten. Alpinum und 
Park, sofern man ihnen geeignete 
Plätze anweisen kann, im Winter 
ist Kiefernnadeldecke immer rat- 
sam. Man pflanze nur kultivierte 
Pflanzen ; säen sich bei rechter 
Pflege oft selbst aus. 

C. acaüle (C. hnmile), Nord- 
amerika, bis 20 cm. nur 2 grund- 
ständige Blätter, großblumig, Blü- 
ten purpurn mit rosafarbenem, dun- 
kel geädertem Schuh, bis 10 cm 
breit, Mai-.luni. sehr schön, gilt 
aber als wenig ausdauernd, frische 
mit altem Sphagnum vermischte 
Lauberde und schattige Lage; C. 
Caiceolus. heimisch, bis 0,5 m. 
Blüten rotbraun, mit hellgelber, rot 

punktierter Lippe, A\ai-,luni, siehe .Abb. 177, liebt schottrigen Untergrund (am besten Kalk- 
schotter) oder auch Mergel und etwas Lauberde, zur Blütezeit genügend Feuchtigkeit und 
schattige Lage; C. cordigerum, Himalaya. China, Mandschurei, mit ventricosiim ver- 
wandt, aber Staminodien herzförmig. Perigon grünlich. Lippe weiß; var. hitöscens. zitro- 
nengelb mitt hellerer Lippe, zuletzt weiß; C. guttätum, Rußland. Nordasien, nördliches 
Nordamerika. Rhizom queckenartig verzweigt, kaum über 30 cm. Blüten klein, weiß mit 
karmin. siehe Abb. 178. Mai-.]uni. sandige Heideerde, halbschattig, gleichmäßig feucht; 
C. macränthum, Rußland. Sibirien. Himalaya, bis 40 cm. Blüten tief rosa purpurn, bis 
10 cm Durchmesser. .Juni, wie Caiceolus zu behandeln, im Winter Schutz gegen Nässe; C. 
parviflörum, bis 30 cm, in allem wie puhescens. aber Schuh lebhafter gelb und Blüten 
wohlriechend; C. pubescens, Nordamerika, bis ^0 cm, ähnlich Caiceolus, aber Blüten 
bräunlich mit zitronengelbem Schuh, treibt und blüht früher als Caiceolus. Kultur in Laub- 
oder Heideerde, feucht, aber ohne Nässe, schattig; C. reginae (C. spectäbile), Nord- 
amerika, bis 60 cm. weiß mit karminrosa Schuh, ,luni. siehe Abb. 170, schönste Art. als 
Sumpfpflanze in anmoorigen feuchten Boden, oder auch wie pubescens; C. tibeticum. 




Abb. 



177. Cvpripediiini Caiceolus, heiii 

30(7// (Oria;., KewG.irdci 



scher Frauenschuh, 



174 Cypripödium — Cyrtöniiiim 

Sikkim. China. Blüten hellbraun mit purpurfarbener Lippe, siehe Abb. 180, seltene, mehr 
botanisch interessante, wohl bei uns etwas empfindliche Art; C. ventricösum, Sibirien. 
Mandschurei, 30 bis 40 cm. \'on macranthum durch längere seitliche Perigonblätter ver- 




Abb. 178. Cypripediiim guttatum, gefleckter Frauenschuh, 20(7« iphot. E. Heilig: aus „Garienweli") 

schieden, prächtig rosarot oder purpurn, var. albiim, schneeweiß oder leicht rosa übertuscht. 
Mai-Juni. Ferner sollten bei uns in Kultur genommen werden die schönen westchinesischen 
C. luteum, dem rei^inae nahe stehend, aber hellgelb, und C. margaritäceum, stammlos 
wie acaiile. 

Cyrtömlum falcätum (Aspidium oder Polysiichuin falcatum), Stechpalmenfarn: Qebirgsfarn aus 




Abb. 179. CypripedUini reginae (C. spectabik), Pracht-Frauenschuh, 50 cm (phot. E. Retiig, Jena. 



Cyrtömium— Däctylis. 



175 



Indien bis Japan, Rhizom kurz, gleich Grund der bis 20 cm langen Wedelstiele braun beschuppt, Wedel derb, 
immergrün, glänzend bräunlichgrün, bis 50 cm, einfach gefiedert. Fiedern spitz, breit oval, etwas sichelför- 
mig nach vorn gebogen, Sori verstreut, Schleier schildförmig: Kultur usw. wie Aspidium; in rauheren 
Lagen Winterschutz. Das ähnliche japanische C. Forliinci hat stumpfgrüne Wedel mit schmäleren Fiedern. 
Als Kalthausfarne bei uns nicht selten. 

Cystöpteris frägilis, Bla- 
senfarn: zierliches Farnkraut aus 
Europa. Asien. Nordamerika, mit 
kurzem, dickem Wurzelstock. 2- bis 
.^fach gefiederten. 10 bis 40 an 
langen Wedeln, wie Abb. 181. sehr 
formenreich; Kultur in schattigen, 
felsigen Lagen im Alpinum, an Mau- 
ern oder auch an steinigen Abhän- 
gen im Parke. — Noch zierlicher in 
der Wedelteilung ist C. alpina ( C. re- 
^/f/i ausdem südlichen Mitteleuropa 
und C. tay^ciensis aus dem Kauka- 
sus und Kleinasien, eine Garten- 
form ist C. intermedia. Von heimi- 
schen Arten ferner zu nennen die C 
niontana.\Wedt\ hellgrün, und C.sn- 
detica mit kriechendem Wurzelstock 
und dreifach gefiedertenWedeln, so- 
wie aus dem östlichen Nordamerika 
C. bnlbifera mit langen schmalen 
Brutknöllchen tragenden Wedeln. 

Czäckia Liliästrum siuhc fiiradiseu. 

Däctylis glomeräta, Knäuelgras: von diesem bekannten Wiesen- und Waldgras 
sind in Kultur eine weißbunte var. variegdta (var. gracillima), die etwa 50 rm hoch wird, und 
eine gelbbunte \'^r\aiirea. Beide in jedem Gartenboden als Hinfassungspflanzen zu verwenden. 




180. Cypripediiini tibeticum, tibetischer Frauenschuh, 

20 cm (J. Veitch & Sons). 




Abb. 181. Cystöpteris frägilis, Blasenfarn, 20 cm, in Ronsdorf 



176 



Dählia— Delphinium. 



Dählia variäbilis, Dahlie. Georgine, ist nicht als Winterhärte Freilandstaude anzusehen. — Dahtia 
Zimapänil soll identisch mit Bidens duhlioides sein. — Dälea pürpurea siehe Petalöstenmin. 

Dalibärda repens (Ruöiis Dalihdrda): eine winzige kriechende Himbeere aus dem nördl. Nord- 
amerika mit veilchenähnlichen, behaarten Blättern und Blüten, Juni-August: Kultur im Alpinum in 
humoseni Boden und schattiger Lage; Vermehrung durch Stecklinge; nur für Liebhaber brauch- 
bar, wächst langsam; leichter geA^'M D. peddlu {Riibiis pedatus), Nordwestamerika, mit bandförmig 
3 bis 5 teiligen, kahlen Blättern, Blüten einzeln, weiß, größer. 

Darllagtönla^-] califörnica: seltsame, kalifornische, insektenfressende Pflanze aus der Familie der 
Sarraceniaceen, Schläuche aufstrebend, eigenartig gedreht und geflügelt, in große aufgeblasene, 
einwärts gekrümmte Hauben mit 2 langen zungenartigen Lappen endigend, schlangenartig, purpurn und 
weiß mit grüner Aderung, Blüten einzeln, gelb und braunrot, Mai-Juli ; K u 1 1 u r usw. wie bei Sarraceniu. 

Darrgras siehe Hienkiiloa. 

Datisca cannabina, Scheinhanf: orientalische, bis 2 //; hohe, buschige Datiscacee 
mit unscheinbaren, rispentraubigen Blüten, wie Abb. 182; Kultur in jedem guten Garten- 




Abb. 182. Datisca cannabina, Scheinhanf. 2 



'iirpusl. 



boden ; Vermehrung durch Samen und Teilung ; V e r w e n d u n g als hübsche Blattpflanze 
zur Einzelstellung auf Rasen, sowie auch für Rabatten und vor allem im Parke. 

Decodon ( Lythrum. Nesaia) verticillätus — Lythraceen — Ostnordanierikanische Sumpfstaude 
(Abb. 183), bis über zwei 2 m, Blätter quirlig, Blüten rosapurpurn, Juli-September; Kultur usw. wie 
/. vtlirum. für Liebhaber. 

Deiaäathe bifida: mehr halbstrauchige Saxifragaceeaus Japan, Wurzelstock kriechend, Blätter 
gegenständig, zweispaltig, etwas begonienartig, Blüten wachsweiß, in Trugdolden, August-September ; 
für sehr schattige Waldstellen versuchswert. 

Delphinium^^], Rittersporn — Ranunculaceen — Hohe aufrechte buschige 
Stauden mit dicken oder knolligen Wurzeln, tiefiappigen oder teiligen Grundblättern und 
meist langtraubigen Blütenständen mit ansehnlichen, gespornten Blüten wie Abb. .S 7 und 1Ö4; 
Kultur in jedem guten, nicht zu nassen, tiefgründigen Gartenboden: Vermehrung durch 
Teilung. Samen oder die Gartensorten im Frühjahre durch nicht zu mastige Stecklinge mit 
Ansatz vom Wurzelhals (am besten die kleineren seitlichen Triebe); Verwendung als 
ausgezeichnete Rabatten- und Einzelpflanzen, vorzüglich zum Schnitt, auch im Park, die 
niedrigeren Arten auch im Alpinum gut zu verwenden. D. „Belladonna", elatiim und nadi- 
caule ziehen Halbschatten vor. 



Delphi 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



formosum 177 

— coelesfinuni 177 

grandiflorum 178 

— album 178 

— cineraria 178 

— sinense 178 

— sibiricum conipactum . .178 
hvbridum Hort 178 

— Stev 177 

lichiangense 177 



nudicaule 177 

ochroleucum 177 

puniceum 1 77 

semibarbatum |78 

sulphureum 178 

— Hort 177 

triste 177 

tatsienense 178 

trolliifolium 178 

Zaiil 178 



Belladonna-Sorten . . . -178 

Brunonianmn 177 

cardinale 178 

cashmerianum 177 

— atropurpureum 177 

cheilanthum 177 

chinense 178 

cultorum (Abb. 57) .... 178 
Davidii (Abb. 1841 . . . .178 
elatum 177 

A. Fetalen schwarzviolett oder 
schwärzlich, von den Kelchblät- 
tern in Farbe gut abweichend. 

1. Sporn V2 bis V3 kürzer 
alsdieKelchblätter( äußere 
Biütenhüllblätter) : D. Bruno- 
niänutn, Himalaya. bis 30 cm. 
drüsig behaart. Blätter breit fünf- 
lappig. Blüten in lockeren Trau- 
ben, hellblau, gegen Rand pur- 
purn. Juli, ganze Pflanze leicht 
nachiWoschus riechend; D.casft= 
meriänum , Nordwestindien . 
nur 30 bis 50 cm. behaart, Blät- 
ter breitfünf lappig.Blütendolden- 
traubig. grolj, tief himmelblau, 
Juni -Juli, wegen früher Blüte 
wertvoll, auch für Schnitt; vor 
allem hybride Formen, wie atro- 
piirpiireiim. 80 cm, stark remon- 
tierend, purpurviolett. .Witte sehr 
dunkel; D. lichiangense, 
Westchina, in Kultur 30 bis 60 rm, 
prächtig blau, großblumig, im 
Steingarten und Alpinum zu"er- 
proben. hart. — II. Sporn so 
lang oder länger als Kelch- 
blätter: D. cheilanthum, Si- 
birien, 0,sbis 1,5 /H.Stengel stark 
verzweigt, Blätterfünfteilighand- 
förmig, Blüten himmelblau. Juni- 
Juli ; D.e/äfu/n,heimisch. 1 bis 1 ,5 /«.Blätter tief fünfspaltig. Blüten in langen lockerenTrauben. 
blau. Juni-Juli. fürRabatten und Park, bildet jedenfalls mit cheilanthum die sog. Belladonna-Sor- 
ten der Gärten, siehe unten; D. formosum. Kleinasien. Kaukasus. 1 /;;, Blätter fünf- bis sie- 
benteilig. Blütenstand vielblütig, verzweigt, fjlüten sehr groß, intensiv dunkelblau oder bei var. 
welestinum lichtblau, schöne üppige Art. ebenfalls an Hybriden beteiligt; D. triste, Sibirien. 
0,8 bis 1 m. Blätter tief dreiteilig. Blüten braunschwarz, sehr interessant. 

B. Fetalen den Kelchblättern gleichgefärbt oder bleichgelb. 

I.Staminodien(HonigbIätter)imInnernderBIüteeiförmigoderlanzett- 
1 i c h , t i e f u n d s p i t z z w e i 1 a p p i g : D. hvbridum Stev. 1 nicht zu verwechseln mit den 
unter D. cultorum besprochenen Gartensorten ). Südosteuropa bis Turkestan. Wurzel fast knol- 
lig. Blätter bis zum Grunde in schmale Zipfel gespalten, Blüten traubig. azurblau, innen weiß- 
lich. Sommer, nur zweijährig, hierher das echte D. ochroleucum (D. sulphureum Hort.). Blüten 
gelb, orchideenähnlich, und D. puniceum. alle drei für uns hier ohne Bedeutung; D. nudi= 
caüle, Nordamerika. Wurzeln knollig. 30 bis 50 cm, Blätter dicklich, dreiteilig, Blütenstände 
langtraubig. Blüten klein, lang, außen scharlachrot, innen gelb, Juni, sehr auffällige harte 

5ilva Tarouca-Schneider, Unsere Freihnndstautlen. 3. .Auflage. 12 




83. Decodon verticilkitus, Blütenzweige 



178 



Delphiniii 



Form, liebt durchlässiges lockeres Erdreich, keine stauende Nässe; D. sulphüreum (D. 

Zälil), Persien. Turkestan, Knollen bildend, 0,5 bis 1,5 m. Blätter sehr fein zerteilt, härtlich. 
Blüten in traubigen Ähren, sattgelb. .luli-August ; D. troUiiföUum, Nordamerika. 00 bis 
100 cm, Blätter fast bis zur Basis drei- bis fünfteilig. Blüten in vielblütiger Traube, himmel- 
blau mit weil.l. Mai-.luni. vielleicht identisch mit dem turkestanischen D. scniibarhcitiim. wel- 
cher Name dann der älteste wäre. — 11. Staminodien rundlich oder rechteckig, 
ganzrandigoderstumpfgelappt. Spornstetslang: D. cardinäle, Kalifornien. 
(lO bis 100 cm. Blätter grol.'), tief fünfteilig. Blütenstände traubig, Blüten langgestielt. Schar- 
lach und metallisch glänzend, innen 
gelb, .luni bis Juli, blasser, weniger 
schön und empfindlicher als niicli- 
canle; D.Davidii, Osttibet, 30 bis 
40 cm, behaart. Blätter bis fast zur 
Basis dreiteilig. Blüten hell himmel- 
blau, siehe Abb. 1.S4: D.grandh 
flörum, Sibirien. China, 0.5 bis 1 .5 
///, Blätterfein- und vielteilig. Blüten 
tiefblau außen heller, .luni-Juli. hier- 
her die großblumige reichblütigevar. 
sinense (D. c/iint'nse), mit der 
Zwergsorte ,.Tom Thumb" für den 
Steingarten.ferner var. album weiß, 
seidig glänzend, var. cineräria, 
intensiv enzianblau; was als grandi- 
floriim sibiricum compactum geht, 
dürfte nur der Typ sein, der sehr 
wertvollist;D.fars/enense, West- 
china, Tracht des grarn/{//oriim. Blät- 
ter noch feiner zerteilt, Abschnitte 
lineal. matt düstergrün, weiß getupft, 
Blütenstände reich verzweigt, Blü- 
ten länger gespornt, prächtig blau, 
,iuni-August,hart. — In Kulturgehen 
in erster Linie die Cjartenformen,die 
unter D. cultörum (D. hybri- 
dum Hort.), Edelrittersporn 
lAbb. 57 und farbige Abb. aufTafel- 
111 1 zusammengefaßt werden, es sind 
im wesentlichen wohl Formen von 
D.elatum imdc/wi/a/it/iii/n, wir wei- 
sen auf folgende hin : 1) stark und 
hoch wachsende Sorten, 1,3 
bis 2/ir. „Andenken an August Kö- 
nemann", üppig, reich verzweigt, 
groß, leuchtend lasur- kobaltblau, 
Mitte weiß ; „Corry". himmelblau mit 
rotem Hauche, große Einzelblüten ; ..King of Delphiniums". große Rispen und Blumen, halb- 
gefüllt.-außen dunkel violett, innen rötlich mit weißer Mitte ; „Lize" . einfach, leuchtend hellblau 
mit weißer Mitte; ..Lohengrin". kompakt, leuchtend enzianblau mit weißer Mitte: „Mewrouw 
de Kat". rein hellblau mit weißem Auge, leicht gefüllt; ..Marie Closon", leicht gefüllt, lila mit 
himmelblauer Aderung, gilt als besser als „Andrew Carnegie" ; „Reverend Lascelles". Gegen- 
stück zu King of Dephiniums, leuchtend dunkelblau, Mitte weiß; „PerrysFavorite", prächtig 
enzianblau mit violettem Schein, gefüllt ; „The Alake", üppig, außen blau, innen rötlich violett, 
große edle Blumen, halb gefüllt; „William Storr", sehr üppig, große opalblaue Blüten; 2) 
niedrigbleibende, Ibisl, 2 m, „Belladonna"-artige Sorten, öfter blühend : „Arnold Böck- 
lin", tief enzianblau; „Capri", kräftiger Wuchs, große einfache warm himmelblaue Blumen; 
„Lamartine", dunkelblau, „Moerheimi", fast reinweiß. „Miki Ruys", kompakt, schönste neue 




Abb 



184. nclpluniiim Ihn 
4(1 cm iJ. 



ibetanischer Ritter 



Tafel IV. 




Delphinium — Desmödiiim. 179 

weiße, mit rahmfarbenem Haucli und gelbem Auge, „Mrs. J. S. Brunton". warm'hellblau, 
stark remontierend, „l^ersimmon", rein himmelblau, prächtige Rispen, für Schnitt. Die Sor- 
ten werden ständig verbessert. 

Dennstaedtia punctilöbula (Dicksönia /n/osiiisciifa): ostnordamerikanisches Farnkraut mit meist 
gestielten, bis 60 cm langen lanzettlichen, zweifach gefiederten Wedeln, das sich bei uns in geschützten 
Lagen wie ein Aspidium einbürgern läßt. 

Dentäria, Zahnwurz — C r u c i f e r e n — 20 bis 00 cm hohe, harte Stauden mit fleischi- 
gen Rhizomen, gefingerten oder gefiederten Blättern und weißen, gelblichen oder rosa Blüten 
im zeitigen Frühjahr oder Vorsommer, siehe Abb. 185; Kultur in feuchten schattigen Lagen 




Abb. 185. Dentäria enneaphylla, Zahnwurz (die hohen Blätter) und Soldanella (junäeri, Trottelblume 
(die weißen Blütchen) (phot. Kraskovits, Süd-Steiermark |. 



in recht humosem, fettem Boden ;Vermehrung durch Teilung nach Eintritt der Ruhezeit 
im Sommer oder durch Samen gleich nach Reife: X'erwendung im Alpinum. Garten ynd 
Park, wo man sie in Menge anbringen muß, da sie erst dann zur Blütezeit gut wirken. ' 

D. bulbifera, heimisch, 3ü bis (lO cm. Blätter gefiedert. Blüten blaß lilarot. Mai-.luni. 
nicht so schön wie die meisten andern : D. digitäta, Mitteleuropa, Blätter fünf- und drei- 
zählig, Blüten rosenrot; D. enneaphylla, 20 bis ,50 cm. Blätter gefingert, quirlständig. 
Blüten gelblichweiß, April-Mai, siehe .\bb. 1 8,s ; D. glandulösa, ähnlich voriger, aber pur- 
purblütig. gilt als schönste; D. intermedia, Schweiz, ähnlich digitäta. aber schöner; D. 
pinnäta, 25 cm. ähnlich bulbifera. aber Blätter ohne Zwiebelknospen, Traube wenigerblü- 
tig, mauve, April-Mai. .Auch aus Amerika sind Arten in Kultur, die zum Teil recht an Car- 
äamine (siehe diese) erinnern. 

Deschämpsia [Aira) flexuösa, Wald^Haargras: für schattige Stellen brauchbares Gras aus Nord- 
ost-Nordamerika mit bis 50 cm hohen Rispen, die sich auch zum Trocknen eignen. 

Descurainia (Hiigueninia]tanacetif6lia [Sisymbriuni tanacenfolium), Raukensenf: 30 bis 80 cm hohe, 
westeuropäische, aufrechte, bleichgrüne, behaarte C r u c i f e r e mit fiederschnittigen Blättern und gold- 
gelben Blüten in Trauben, Juli-August; als Felsenpflanze verwendbar, wird aber leicht lästtg. 

Desmödium [Hedysaniim canadense, Wandelklee: nordostamerikanische, bis 1 /;; hohe P a p i 1 i o- 
nacee, Blätter fiederig-Szählig, Blüten rot, in achselständigen Trauben im Juli ; gemahnt in Tracht 

12* 



180 



Desmödium— Dianthus 



an den Strauch I.espedezu hicolor: Kultur in jedem guten Qartenboden; Vermehrung durch Samen: 
V e r \v e n d n n g in größeren Anlagen, doch Zierwert mäßig. 

Dethäwia l W'allnithiu) tenuifölia ist eine an Meiim utliainänücuin erinnernde alpine U m be 1 1 if ere 
aus Spanien ; D. caespitösa von dort wird ebenfalls als in Kultur angegeben. 

Deutscher Bertram siehe AcliilUki Ptänniia. — Deutsche Schwertlilie siehe Iris germünica. 

Diänthus, Nelke — Caryophyllaceen — Niedrige, rasige oder etwas höhere, locker- 
buschige bekannte Stauden mit schönen Blüten wie Abb. 40 und 180 bis 188; Kultur der 
barbatiis-, Caiyophyllus- und plui/iariiis-Formtn in erster Linie im Garten als Gruppen- und 
Einfassungspflanzen, wobei sie etwas lehmigen Boden mit verrottetem (nicht frischem) Dung 




Abb. 186. Diantlius cuesiiis, Pfingstnelke, 20 cm (d 



lieben ; die übrigen Arten sind meist Felsenpflanzen, die in sonnigen oder halbschattigen 
Lagen zwischen Gestein in durchlässigem Boden (magere Lehm- oder Rasenerde ohne fri- 
schen Dünger) im Alpinum gut gedeihen ; V erm eh ru ng durch Teilung. Absenker, Steck- 
linge oder Samen ;Verwendung wie angegeben, siehe aber auch die Arten, die zum großen 
Teil mit zu unsern besten Schnittblumen gehören. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



aipester Balb 182 

alpestris Sternberg . . . .182 

alpinus 181 

arenarius 181 

barbatus 180 

caesius (Abb. ISb) . . . .181 

callizonus 181 

Caryophyllus-Sorten ... 181 

carthusianorum 181 

cruentus 180 

deltoides 181 



fragrans 181 

frigidns 182 

glacialis neglectus . . . .182 

grationopolitanus 181 

"hungaricus 182 

inodorus 182 

integer 182 

monspessulan.Sternbergii . 182 

neglectus 182 

oenipontanus 182 

pelviformis 181 

A. Blüten dicht kopfig gehäuft, fast sitzend. 

D. barbatus, Bartnelke, heimisch. .MibisoOrm, kahl. Blüten purpurn oder rosa, .luni- 
August, in Kultur \'iele Sorten, teils einfach, teils gefüllt, in weißen oder roten Tönen und 
Zeichnungen, die meist zweijährig kultiviert werden, aber auch oft ausdauernd und be- 
sonders als Einfassungen wertvoll sind, siehe die Kataloge ; D. cruentus, Balkan, unserer 



petraeus 182 

plumarius-Sorten (Abb. 187) 182 

scoticus 182 

spiculifolius 182 

Sternbergii 182 

strictus 182 

— grandiflorus 182 

suavis (Abb. 188) 182 

superbus 182 

sylvestris 182 

vaginatus 181 



bekannten heimischen D. cartimsianoriitn sehr ähnlich, aber schöner, etwa 30 cm, Blüten 
glühend rot. .Juli, im Alpinum und Park an rasigen Hängen gut zu verwenden ; D. peh 
viförmis, Serbien, ähnlich voriger. Blüten etwas kleiner, ebenso zu verwenden ; D. va= 
ginätus, Südeuropa, ähnlich car- 
thiisianonim. aber schöner und rei- p" 
eher blühend, Blätter scheidig ver- ' 
wachsen, .luni. 

B. Blüten einzeln oder zu weni- 
gen locker doldentraubig vereint. 
stets mehr minder langgestielt. 

D. alpinus, Ostalpen, 5 bis 10 
cm, locker- rasig, glänzend grün, 
kahl, rote Töne, weil.ie Form nicht 
gut, besser var. „Adonis", erst lachs- 
farben, dann perhveiL). .luni-August. 
siehe Abb. 40, auch halbschattig, 
feuchter; D. arenärius, heimisch, 
der Federnelke sehr ähnlich, 1 5 bis 
25 cm, rasenbildend, Blüten weiß 
oderhellrosa, duftend, Juli bis Sep- 
tember, für trockene Sandstellen ; 
D. caesius^^) (D. gratlanopoUtd- 
Ulis), heimisch, 7 bis 20 cm. blau- 
grau, Blüten rosa, duftend, Mai bis 
Juli, sehr schön, siehe Abb. 18b. 
sonnige Felsen, auch sandige Stel- 
len, Schutz gegen Drahtwürmer ; D. 
caA//zönus.transylvanische Alpen, 
breite blaugraue Poster, 5 bis 1 cm, 
Blüten größer als bei alpintis. hell- 
rosa mit dunkler Zone und purpur- 
nen Tupfen, feucht halbschattig, 
fürs Alpinum ; D. Caryophyllus, 
Chornelke, Südeuropa, 40 bis SO 
cm, meergrün, kahl. Stengel mehr- 

blütig, Blüten gefüllt, duftend, verschiedenfarbig, Juli bis August, viele Gartensorten, als ganz 
ausgezeichnet gelten folgende neue Sorten, wie : „Germania", schwefelgelb, „Leucht- 
feuer", glühend Scharlach. „Kaiserin Friedrich", schön rosa, „Nelkenkönigin", 

reinweiß, „Oberon", dunkelkasta- 

nienbraunrot, „Sonnenschein", 
aprikosenfarbig, „ T i t a n i a ", gleich 
vorigergedrungen, nur33 bis 40 cm, 
zart fleischfarben, u. a. m., prächtige 
Schnittblumen, doch tragen sich die 
großblütigen Sorten nicht selbst, 
man gieße im Sommer gut und halte 
die Erdoberfläche locker; D. del- 
fo/£/es,heimisch.20 bis 5(1 ('/«.grau- 
grün , niederliegend . lockerrasig, 
rauhlich behaart. Blüten rosa mit 
purpurnem Ring oder weiß (var. al- 
bus). gnnz besonders schön var. .. Bril- 
lant", leuchtend karminrot mit lachs- 
farbenem Schein. Juni bis Septem- 
ber, für Felspartien und Einfassun- 
Abb. 1 88, Dianülus suuvis, Duftnelke, 25 an, 8^" brauchbar ; D. frägrans, Kan- 

in Ronsdorf (Orig.). kasus, 20 bis 30 cm, steifpolstrig. 




Abb. 187. Dianlhus i)liiiininus,¥eAenK\ke, in verschii 
einfachen Qartensorten (G. .Areiuis. Ronsdoni. 




182 



Didnthus— Dicfentra 




Abb. 189. Dicentni eximia, prächtiger Doppelsporn, 30 i 

(Orig., Ronsdorf I. 



Blüten rosaweiß, stark duftend; D.inodörus {D. s>'/i'£^s/m). Alpen, etwa 30 cm. grasgrün, 
dichtrasig, Blüten rot mit gekerbtem Rand, Juni bis August, hierher Z).//7;g-/V/Hs als gute alpine 
Form ; D.neglectus (D. glacidlis var. neglectus), Westalpen, feste, fast stachelige, kleine 

Polster, Blüten karminrot mit gelb- 
licher Unterseite. .Juni bis Juli, sehr 
gut für magere, sonnige Lagen, sel- 
ten echt, meist Bastarde ; D. pe- 
traeus (D. luingdricas), Balkan. 
hübsche Polster aus kurzen, stache- 
ligen, dreinervigen, gewimperten 
Blättern, Blüten weiß oder hellrosa, 
tief eingeschnitten, fast dasselbe ist 
D. spiculiföliiis Hort. ; D. plumä- 
rius [Ü. scöticus Hort.), Feder= 
nelke, Österreich, Mähren, 15 bis 
30 cm. graugrün, Blüten purpurn 
bis weiß, duftend. Mai bis Juli, hier- 
von sehr viele Gartensorten in ver- 
schiedenen Farben und Zeichnung- 
en, auch gefüllt, siehe Abb. 187; sehr 
gut für Schnitt, werden sehr oft 
zweijährig behandelt. Anzucht aus 
Stecklingen, ausgezeichnete gefüllte Sorten sind z. B. „Delicata", seidiglila mit rahmfar- 
ben, „Diamant", weiß, „ Q 1 o r i o s a ", leuchtendrosa, „Juwel", schöner Sport von Deli- 
cata. cattleyenrosa. bis 40 cm, Juni, in rauheren Lagen im Winter Reisigdecke, als härter, 
aber nicht so schön, gelten „Altrosa", rosa, und „Maischnee", weiß; D. Stern- 
bergii, (ü. alpinster Sttrnherg. D.niorispessii/ciniis var. Sternbergü), Alpen. 15 cm. ähnlich 
plumarius. seegrün, steifpolstrig, Blüten rosa, duftend, .luli bis August; D. strictus (D. al- 
pester Balb., D. inh'ger). Italien, Griechenland, niedrig, rasig, weiß, var. grandiflönis, gxoW- 
blütig, unter den angegebenen Namen, wie auch alpcstris. gehen vielerlei Formen; D. suävis, 
ähnlich pliimariiis. aber Blüten kleiner, sehr reich, weiß, ,Iuli bis August, siehe Abb. 1 88 ; 
D.superöus, heimisch. 30 bis 60 cm. Stengel mehrblütig, Blüten mattlila, gefranst, duftend, 
Juni bis August; eine hübsche Kreuzung von siiperhiis mit alpiniis ist D. oenipontaniis. 
Außerdem sind noch eine ganze A\enge anderer Arten in Kultur. 
Diapeasia lappöaica und barbuläta siehe im Laubholzbuch. 

Dicentra (Bicncnlla. Üiciytra. Dielytra), Herzblume, Doppelsporn - Fumaria- 
ceen — Aufrechte, buschige, harte Stauden mit fein zusammengesetzten, blaugraugrünen 
Blättern und eigenartig gespornten, 
rosa, weißen oder gelben Blüten, 
wie Abb. 18Q/l')0; Kultur in fri- 
schem, nahrhaftem, leichtem Boden, 
sonnig oder halbschattig, zur Trieb- 
zeit viel Wasser; Vermehrung 
durch Teilung. Wurzelsprosse bei 
Arten von D. fonnosa-Tr?ic\\\ und 
Triebstecklinge mitAnsatz vom Wur- 
zelhals bei D. spectabilis im Früh- 
jahre, ohne Ansatz durch krautige 
Stecklinge später gegen Sommer 
(kleine seitliche Triebe am besten), 
Samen nicht vorteilhaft; Verwen- 
dung als erstklassige Frühlings - 
Stauden im Garten, besonders spec- 
tabilis. die andern vor allem im Al- 
pinum, wuchern dort nicht selten. 

D. (Capnörchis) chrysäntha, 
Kalifornien, bis 75 cm, Blüten gold- 





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190. Dicentra fomosu, schöner Doppelsporn, 20 < 
in Kew (Orig.). 



Dicintra — Didissändra 



gelb. Juni bis Juli, liebt trockenere Lagen, selten ; D. eximia, Nordostamerika. 20 bis 30 cm, 
Blüten tiefrosa, Juni bis Juli, siehe Abb. 18Q; D. formösa, Nordkalifornien. Wurzelstock, 
etwas kriechend, bis .^0 cm. Blüten blal.lrosenrot. iWai-.Iuni und oft August-September noch- 
mals, siehe Abb. 1 "^lO ; D. spectäbilis, Japan, bekannt als „fliegendes, blutendes oder 
tränendesHerz". bis 00 cm. Blüten prächtig lebhaft rosa. Mai-Juni, recht gut, auch zum 
Treiben und für Töpfe, aber die weil.ie var. a/öa nicht zu empfehlen. .Auch D. ciicallüria, Ost- 
Nordamerika. 10 (7«,/o/-OTOSß-ähnlich, mit feinzerteiltem, zartem, bläulichgrünem Laube und 
weilJrötlichen Blüten im .April, für humose Waldstellen bestandbildend zu empfehlen; \'er- 
mehrung durch Brutknöllchen. 

Dichöndra repens: niederliegcnde, 
behaarte Convoivulacee aus Nord- 
amerika und Asien mit wurzelnden Sten- 
geln, die bis 60 cm lang werden, breit 
nierenförmigen Blättern und einzelnen, 
gelben oder weißen, achselständigen 
Blüten ; für feuchte Orte versiichswert, 
aber bei uns kaum hart. 

D/chröma coccinea siehe Ourisia. 
— Dicksönia pilosiüscula siehe Den/i- 
staedtiu. — DIclytra siehe Dicentni. 

Dicranostigma Franchetiäaum: 
westchinesische Hochgebirgs - C r u c i - 
f e re aus der Verwandtschaft von Clie- 
licloniiim, Blätter rosettig, blaugrün, an 
einen Ceterm h gemahnend, Blüten gold- 
orange, wie kleine Mohnblüten, auf bis 
25 cm hohen Stengeln, April-Mai ; wohl 
bei uns noch nicht versucht. 

Dictämnus, Diptam — Ru- 
taceen — Aufrechte, aromatisch 
drüsig behaarte Stauden mit dicken, 
unpaar gefiederten Blättern, deren 
Blättchen durchscheinend gepunktet 
sind, und ansehnlichen traubigen 
Blütenständen mit rosa oder weiLien 
Blüten. Mai-.Iuli. siehe Abb. 101 und 
102; K u 1 1 u r in kräftigem, nicht zu 
leichtem Boden und sonniger oder 
auch halbschattiger Lage; Vermeh- 
rung am besten durch Saat nach 
Reife oder Stecklinge im Frühjahr. 
Teilungmuß sehr vorsichtig im März 
geschehen ; \' e r w e n d u n g als aus- 
gezeichnete Rabattenstaude im Gar- 
ten, wie auch für den Park. Blumen 
für Schnitt brauchbar ; man lasse die 
Pflanze viele Jahre ungestört; sie 

wird auch als „brennender 
Busch" oder „Gas pflanze" be- 
zeichnet, weil das an warmen Tagen ihr entströmende Öl sich entzünden läßt. 

D. albus {Fraxim'lla alba. Dictanuiiis Fraxinclla). Europa bis Nordchina. 00 bis 70 cm, 
Blüten rosa, dunkel gestrichelt, wie ,\bb. 101, die eine schwache Pflanze zeigt, var. alba. 
weiß; für den großen Park siehe .Abb. ?<2. aber für Schnitt zu empfehlen; var. caucäsicus 
{D. gigcintciis). ist üppiger, wie Abb 102; var. turcestänicus, Turkestan, bis 1.8 m, 
Blätter sehr groß, breit, matt düstergrün, in allen Teilen größer als Typ, Blütenstände bis 
80 rw lang, samenbeständig; \'ax. mandshüricus, Mandschurei, nur etwa 80 rm, Blätter 
schmäler, glänzend saftig grün. Blütenstände kürzer. Blüten leuchtend rosa. 




Abb. 



91. Dictämnus albiig, Diptam, /O , 

iphnl. J. Harlmailll. Üri-sJenl. 



Didissändra lanuginösa: interessante Q e s n t 
der Tracht an Huberlea oder Ramondia erinnert, t 
Juli; verträgt im Gegensatz zu Ramondia trockene 
uns sehr versuchswert und sicherlich hart. 



racee aus den westchinesischen Gebirgen, die in 
is l.S cm, Blüten tiefblau oder blau und weiß. Juni- 
steinige Lagen und ist in Schottland in Kultur. Bei 



184 



Didymocärpus— Diötis 



Didymocärpus aureus (Roettlera aurea): eigenartige Qesneracee, von der das bei Didissandra 
gesagte gilt, der sie in der Traclit ähnelt und mit der zusammen sie in Westcliina auftritt, Blüten leb- 
haft orange. Sollte ebenfalls bei uns im Alpinum eingebürgert werden. 

Didymophysa Aücheri: kleine, persische, mattenbildende C ru eifere mit rosafarbenen, an Petro- 
cullis gemahnenden Blüten. Ob bei uns versucht? 
DIelytra siehe Dicentra. 

Dieräma (Sparcixis) pendulum (Abb. 1Q3) — Iridaceen — Sehr hübsche südafri- 
kanische Knollenstaude, bis (lO cm. Blüten purpurn oder weil.), Juli, bis 3 c/ii lang; Kultur 
in warmen geschützten Lagen mit Schutz gegen Winternässe; wohl nur in den südlicheren 

Teilen des Gebietes verwendbar, aber recht ver- 
suchswert für Gesteinspartien und Rabatten. 

Digitalis, Fingerhut — Scrophula- 
r i a c e e n — Aufrechte, giftige, zumeist nur zwei- 
jährige, europäisch-westasiatische Pflanzen mit 
ansehnlichen Blüten in langen, ährigen Blüten- 
ständen wie in Abb. 1 93 ; Kultur in jedem Bo- 
den, der nicht zu schwer und feucht ist; Ver- 
mehrung durch Samen, säen sich meist selbst 
aus; Verwendung Atv gloxiniaeflora als Ra- 
battenstauden, aber auch in Massen im Park, 
die anderen im lichten Gebüsch, auf Lichtungen 
usw. im Park oder im großen Alpinum. 

D. ambigua (D. grandiflöra), O.b bis 1 .2 m, 
Blüten groß, weitglockig, hellgelb, bräunlich ge- 
ädert oder auch weil.), für Park und Rabatten, 
staudig; D. ferruginea, 1 in. Südeuropa, Blü- 
ten eigenartig rotbraun, Juli-August, nach Blüte 
meist absterbend, vav. gigdnWa, bis 1,5///; D. 
lanäta, südosteuropäische Art, bis 1.5 ///. Blü- 
ten rahmgelb mit braun, eigenartig. Juli, wie 
Abb. l'-)4, ebenfalls nur zweijährig; D. /üfea, 
in allem kleiner als grandiflora. kahl, zitronen- 
gelb, meist mehrjährig, siehe auch die Abb. 49 von 
Salvia grandiflora; D.purpürea, mit hellpur- 
purner Krone und weil.) umrandeten Flecken; 
hiervon stammt die Gartenform var.^/ox/n/ae= 
flöra{D.gloxiniaefIora,D.gloxinioidcs, Ü. Veir- 
chii). derenBlütenfarbevonweißbistiefrotwech- 
selt, Blüten inwendig gefleckt, Juni-Juli, auffal- 
lend ist var. ruo/iströsa mit riesigen, unfrucht- 
baren Doppelblüten (Pelorien), wie solche auch 
bei anderen Arten auftreten, 

Digraphis siehe P/udaris. — Dimorphotheca au- 
L'hc Epipdctis. 

bekannte nordanierikanische D r o s e r a c e e, die gleich 
Drosera nur für Sammler und als Frcilandstaudc wohl kaum in Betracht kommt. 

Dionysla aretioides tmd andere Arten sind mit Androsacc nahe verwandte Pr i m ul ac ec n aus 
den persischen Hochgebirgen, die bisher wohl noch nicht in Kultur kamen, aber für Alpenpflanzen- 
freunde eingeführt werden sollten. 

Dioscorea vWösa^^) — Dioscoreaceen — Hübsche windende Staude mit weit auslaufenden 
Rhizomen aus Ost-Nordamerika, Blätter sehr spitz, herzeiförmig, langgestielt, kahl, dünn, grün, Blüten 
unscheinbar, ährig-rispig, grünlich, Juni-Juli; Frucht hautige. gelbgrüne geflügelte Kapsel ; K u 1 1 u r in 
feuchten schattigen Lagen für Liebhaber. — Auch die liociiw iiiden'de knollentragende D. caucdsica. die 
besonders zur Fruchtzeit zierend ist, für schattige Lagen zu empfehlen. Ebenso D. qiiinquelöba aus der 
Mandschurei. 

Dioscorea pyrenäica siehe Bordenhi. 

Diötis candidissima: 10 bis 40 r//; hohe, dicht weißfilzige Komposite mit nicderliegend-aufstre- 
benden Stengeln, stumpf-spateligen Blättern und unansehnHchen, gelben Blütenköpfchen in lockeren 
Doldentrauben, August-September; eine europäische Meerstrandspflanze, die für Einfassungen und im 
Alpinum zu erproben ist. Kultur usw. ähnlich Avhdlea. 



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Abb. 192. Dictaninus albus var. 
caiuasicus, Riesen-Diptam, junge Pflanze, 



rantiaca ist eine Sommerblume. — Dingel 
Dionaea muscipula, Venusfliegenfalle 



Diphylleia — Dorönicum 



185 



Diphylleia cymösa: interessante, nordamerikanische B e r b e r i d e e mit kriechendem, knolligem 
Wurzelstock, gestielten, fächerförmig gelappten, großen Grundblättern und langgestielten, achselstän- 
digen, cymösen, etwa 20 blutigen Dolden mit weißen, 1,5 cm breiten Blüten im Mai und darauffolgenden 
blauen Beeren, Abb. 195 ; K u 1 1 u r in jedem nicht zu schweren Qartenboden, in trockenen Lagen nicht 
so schön ;Vermehrung durch Teilung ; V e r w e n d u n g als ganz wirkungsvolle Staude an schatti- 
gen Orten (Waldi. 

Diplostephium amygdalinum siele Aster uinbelkitus. — Diptam siehe Dictdmnus. 

Dipteracänthus (Ru^lliu) strepeas: aufrechte, bis über 1 rri hohe, meist kahle Acanthacee mit 
vierkantigen Stengeln, gegenständigen, länglich eiförmigen, großen Blättern und 3 bis 5 an langen, 
achselständigen, blauen Blüten, Mai-Juli; lebt in trockenen Wäldern in Nordostamerika und dürfte bei 
uns versuchswert sein. 

DisporumlanugiaösamiUvii- 
läria lanuginosa) : nordostameri- 
kanische, 30 bis 70 cm hohe, be- 
haarte Liliacee mit Rhizom, 
eilanzettlichen Blättern und zu 
1— 2achselständigen,hängendeii, 
grünlichen Blüten im Mai -Juni, 
auf die rote Beeren folgen ; K u I - 
t u r wie L'vii/urhi oder Convalla- 
lia. Hart ist auch l). siiuUicinum 
vindescens. Mandscluirei. Tracht 
wie S/iiilaiina niceiiu>sa. Blüten 
achselständig, hängend, klein, 
weißlich. DAProsdrt/ies) Hoöken 
aus Kalifornien geht oft als D. la- 
imginosum var. Hookeri, rauher 
behaart aber kaum so hart; schö- 
ner vielleicht das noch empfind- 
lichere indische D. Leschenaul- 
tiänum, bis 50 cm, weißblütig; 
nur für erfahrene Pfleger. Als hart 
und hübsch für schattige Lagen 
gilt auch das etwa 50 cm hohe 
D.pulluai, Indien, Ostasien, Blü- 
ten bräunlich. 

Disporum sessile Hort, siehe 
Ouh^sia. — Distel siehe Cdiduus 
und Cirsiuin. 

Dodärtia orieatälis: kahle, 
sparrige, fast blattlose Scro- 
phulariacce aus Kleinasien 
bis Sibirien mit verzweigtem Rhi- 
zom und purpurnen Blüten in end- 
ständigen, drei- bis siebenblüti- 
gen, lockeren Ahren.Juli-August; 
in Kultur selten und nur von bo- 
tanischem Interesse. 

Dodecätheoa — P r i ni u I a - 
c e e n — Eigenartige, nordameri- 
kanische Stauden mit rosa-pur- 
purnen, zyklamenartigen Blüten l"ns., Hort. Viimonn. Vcmcrcsi. 

im Mai, siehe Abb. 190; Kultur 

in etwas frischem, humosem (nicht fettem), gut durchlässigem Boden in schattiger oder halbschattiger 
Lage, jedenfalls Schutz gegen volle Mittagssonne und Wind; Vermehrung üppiger Pflanzen durch 
Teilung, sonst durch Samen, was aber langsam geht; Verwendung fürs Alpinum, zieht nach Blüte 
ein. Man unterscheidet viele sich sehr nahe stehende Arten, wir weisen nur auf folgende hin: 

D. integrifölium, 25 cm. von Meadiu durch fleischige Hochblätter unter den Blüten abweichend, hier- 
her ya.x.spk'mlidum, tief karminrot; D. Jeffrey! (D.Meudia lanciföliiim), von den Rocky Mountains, viel 
üppiger als die folgende, Blüten doppelt so groß, purpurrot mit gelb; D. Meädia (Me'ddia Dodecalliia; 
M. Dodecatheon], Nordostamerika, Blüten bei den Qartensorten auch purpurn ivar. elegaris), siehe Abb. 
196; D.pauciflörum, \bcm. ähnlich integrifölium. aber Blüten heller, Petalen wellig; hübsch sind auch 
D. Cleveldndii, [). Hcndersdnii und die Hybriden D. LemoincH u. a. m. 

Doppelsporn siehe Diccntra. — Dornkopf siehe PuUenis. 

Dorönicum, Frühlingsmargerite, Gemswurz Kompositen — Autrechte, 
harte Stauden, über deren gedrängten, herzförmigen oder ovalen Wurzelblättern sich die 
langgestielten. /l/v/Zrö-ähnlichen. gelben Blumen erheben: Kultur in jedem guten Qarten- 
boden ; N'ermehrung durch Teilung nach der Blüte oder durch Samen im Frühjahr : \' e r- 
wendung für den Garten als wertvolle Rabatten- und Schnittstauden und ebenso im Park 
oder im großen Alpinum. 




Abb. 1<)3. Dierdma pi'ndulum. O.bO m 



186 



Dorönicum — Draba 



D. austriacum, Mitteleuropa, ohne Ausläufer und grundständige Blätter, bis über 1 m, 
Juli-August, mehr für den Park an halbschattigen Stellen ; D. caucäsicum, Kaukasus. 25 
bis 50 cm. ohne Ausläufer mit grundständigen Blättern. Blüten lebhaft goldgelb, im April, 
margeritenähnlich, auch für Töpfe (noch kleinere gute Formen sollen in den Handel kommen); 
D. Clüsii (Arnica oder Aröniaim Cliisii). Alpen, mit knolligem Rhizom. 50 bis 60 cm. Blüten 
schön. groLi. in gleichmäßiger Höhe, etwas später als bei voriger; D. cordifölium {D. 

col/imnae), Alpen, ohne Ausläufer, 
mit Grundblättern. 40 bis 50 cm, 
blüht mit caacasicum, Blüten grö- 
üer. wertvoll; D. Matthioli {D. 
Parda /idnc/u's), heimisch, mit Aus- 
läufern und Grundblättern, bis über 
1 m. Blüten klein, orangegelb. Blü- 
tenstengel mehrblütig. Mai-.Juni. 
gute Gartenpflanze ; D. planta- 
gineum, Westeuropa, mit Rhizom 
und ovalen Grundblättern, ist be- 
sonders in var. excdlsiim (var. 
..Harpur Crewe"). bis 80 cm hoch, 
sehr schön, mit großen, gelben Blü- 
ten, die 1 4 Tage nach caacasicum 
erscheinen, ganz hervorragend für 
Schnitt. Massenblüher, hierher ge- 
hört D. magnificnm der holländi- 
schen Gärten. Ferner sei verwie- 
sen auf die z\p\nen D.glacidle und 
D. Hdlleri {Aronicum scorpioides). 
Dorycnlum sutfruticösum siehe 
Laubholzbuch. 

Dougläsia (Andrösace, Ardtia, Pri- 
iiiiduodeTGregön(i)Vitaliäaa,ScMüs- 
selspeik: kleine, etwas fmhohe, hoch- 
alpine, polsterförmige Primulacee 
mit rosettigen, starren, linealen Blätt- 
chen und fast sitzenden, einzelnen, 
gelben Blütchen, April-Mai, zuweilen 
schon Ende März ; schöner als der Typ 
die silbergraue Fräsen bildenden For- 
men cinerea, pnietiitiüna und S^sleri. 
Kultur im Alpinum in halbsonniger, 
geneigter Lage in sandigem, durch- 
lässigem , magerem , steinigem Erd- 
reich, w'xse'mt Andrösace. Das gleiche 
gilt für die TosabXüWge D.laevigdlu aus 
Nordwestamerika. 

Draba, Hungerblümchen 
— Cru eiferen — Niedrige, ra- 
sige . rosettige Felsenpflänzchen 
mit gelben oder weißen Blüten- 
trauben ; Kultur in sonniger 
trockener Lage in Felsspalten ; 
Vermehrung durch Teilung. Stecklinge oder Samen; Verwendung fürs Alpinum. Wir 
weisen nur auf folgende hin. doch sind eine große Anzahl sehr ähnlicher Arten und solche, 
die anderen Gruppen angehören, in .Alpenpflanzenhandlungen in Kultur. 

D. aizoides, Alpen, Voralpen, Blätter starr, immergrün, rosettig, Blütentrauben nackt, 
5 bis 10 cm, gelb, März-Juni; D. Aizoon, südöstliches Mitteleuropa, sehr ähnlich der vo- 
rigen, üppigere Rosetten, bleichere Blüten ; D. Dedeäna, Spanien, der aizoides sehr ähnlich, 
aber Blüten rein weiß, April-Mai. beste weiße. Kalkfelsen, schöne weißblühende Dedeana- 
Hybriden sind D. Salomönii und D. Sdndcrmdnnii; D. olympica, Kleinasien, Blätter eben- 
falls dachziegelig, Blüten tiefgelb, Juni, eine der allerbesten, bei var. hruniaefölia {D. bru- 




Abb. 194. Z)/;5'A///s /««(/Co. filziger Fingerhut, 
in Ronsdorf i(>rin.i- 



Draba— Drosera 



187 



niaefolia), Tracht lockerer; D. rigida {D. hryo/des, D. dkranoides), Armenien, Kaukasus, 
dicht dachziegelig beblätterte Triebe, dicht rasig, beste gelbe. 

Draba ciliäta: die unter diesem Naineii gehende Art ist Anibis Scopoliana und hat nur für Liebhaber 
Wert. — Draba gigas siehe Anibis 
carduchdrum. — Draba pyrenäica 
siehe Petrocullis. 

Dracocephalum^'], Dra- 
chenkopf, Etagen - Erika 

— Labiaten — Aufrechte, bu- 
schige, harte Pflanzen mit quirl- 
ständigen, blauen oder purpurnen 
Blüten in ährigen Blütenständen 
wie Abb, IQS/IOQ; Kultur in 
nicht zu schwerem, sandig-lehmi- 
gem, ziemlich feuchtem Boden in 
halbschattiger Lage, vertragen aber 
auch sonnige Lage und trockenen 
Standort; Vermehrung durch 
Teilung oder Samen im Frühjahr; 
Verwendung'im Alpinum und 
Park, sowie auf Rabatten. 

D altaiense [D. altdicum. D. 
grandiflönun Bentham), Sibirien. 
Altai, aufrecht, 15 bis 20 cm, Blät- 
ter wurzelständig, gebüschelt. am 
Grunde herzförmig, gelappt, be- 
haart. Blütenquirle zu dichter läng- 
licher Ähre gedrängt, mit rund- 
lichen scharf gesägten Brakteen. 
Blüten leuchtend blau, bis 4 cm 
lang. Mai-Juni, sehr gut. frischer 
Boden, halbschattig, selten echt; 
D.austriacum, Mitteleuropa, 25 

bis 40 cm. Blätter fiederteihg. Blüten rötlichblau, ,Juh-August. wie Abb. 198; D. grandi- 
flörutn Linne, Sibirien -Turkestan, aufrecht bis 40 c/n. Blätter am Grund keilförmig, grau 
behaart, ganzrandig, Blütenquirle nicht gedrängt. Brakteen länglich, fast ganzrandig, Blüten 
groß, leuchtend blau, Juli-August ; ähnlich doch mehr niederliegend sind D. peregn'niim und 
D. Ruprechtidniim, blau oder weiß; D. Ruyschiäna (Riiyschiuna spicdta), Nordeuropa- 
Nordasien. ähnlich ff//iY/7öCH/«, aber 
Blätter ganzrandig, Blüten schöner, 
(iWai-) .luni-.luli. die var. japöni- 
cum ist besser als Art. D. argii- 
ncnse, anzusehen, Ostasien-Japan, 
blüht leuchtend blau ; D. nutans 
var. alpinum, meist niedriger. 25 
cm. etwas kriechende Tracht, wie 
Abb. IQO. Blüten nickend, leuch- 
tend blauviolett, Mai-Juni, leider 
nur zweijährig. 

Dracocephalum canariense siehe 
Cedroiu'lla. — Dracocephalum spe- 
ciösum Hort, und D. virgiaicum siehe 
P/i_\'SOsU'gia. — Drehwurz siehe 5/;/- 
rcinl/ies. — Dreiblattspiere sieh 0/7- 
/i-riiii trifolidta. — Dreihöckerblume 
siehe Tricyrtis. — Dreiling siehe Tril- 
liiiiii. - Dreimasterblume siehe Tra- 




Abb. 195. Dipliyihda cymosa (phot. H. Zömitz). 




Abb, 196. Dodecatlieon Mcadia, 25 cm, in Kew. (Orig.) 



Drosera, Sonnentau: kleme, un- 
scheinbare, aber sehr interessante. 



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Abb. 197. Domniinm pluntaginciim excelsum. 50 fm (phot. H. Zö 



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Abb. 198. Dracocciiiiuluiii ,iii'.!iiinniii. österreichischer Drachenkopf, 30 c/;; (piu.i. Kraskovits, Nied.-öst). 



Drosera — Echium 




Abb. 



199. Dracocepimlum niitans var. alpinum, nickender 
Drachenkopf, 20 cm lO. ArL'nds, Ronsüorf,. 



fleischfressende Pflänzchen, die bei uns in Torfsümpfen gedeihen; nur für erfahrene Pfleger zu empfeh- 
len, die besondere Plätze dafür einrichten können; man vergleiche jede Flora. 

Drottelblume siehe So/dant'//a. — Drüsengriffel siehe Adenöstyles. — Dryas octopetala siehe Lauh- 
holzbuch. — Dryöpteris siehe Aspiäium. 

Drypisspinösa: halbstrauchartige, kahle, rasige, durchs Mediterrangebiet verbreitete Caryophyl- 
lacee mit vierkantigen, 8 bis 15 cm 
hohen Stengeln und stark stechenden, 
wacholderähnlichen Blättern, Blüten 
weiß in Trugdolden, Mai-Juli; für stei- 
nige, trockene, warme Orte in Kalk- 
schotter für Liebhaber versuchswert. 
Duchesneai Fmgüriu) indica,Trug= 
erdbeere: unserer Fiugaria vesca in 
der Tracht sehr ähnliche, indisch-ost- 
asiatische Rosacee mit oberirdi- 
schen Ausläufern, gelben Blüten und 
trockenen, ungenießbaren Früchten. 
Für warme, halbschattige, trockenere 
Lagen zur Bodenbegrünung. 

Dudleya siehe Cotyledon. 

Bbenus Montbreiii — Legumi- 
nosen — Kleinasiatische, am Grunde 
etwas verholzende Steppenstaude wie 
Abb. 200, Blätter drei- bis vierjährig, 
Blüten purpurn, in Köpfchen, alles ab- 
stehend reichlich behaart; Kultur 
und Verwendung wie Asträga/us 
in warmen sonnigen Lagen für Lieb- 
haber. 

Eberwurz siehe Carliiia, — Bebe- 
veria siehe Cotyk'don. — Echinacea 
purpürea siehe Rudbcciuu. 

Bchinocereus cocciaeusiE.phoe- 
niceus), Igelkaktus: als winterhart geltende, scharlachrot blühende Kaktee aus Kolorado und Arizona, 
wie Abb. 201, Blüten scharlachrot mit gelbem Schlünde,; Kultur usw. wie OpuntUi. 

Echinödorus sieh? Alisma. 

Echinops, Kugeldistel — Kompositen — Aufrechte, eigenartige, ornamentale 
Stauden mit distelartigen, stechenden, unten meist wollig behaarten Blättern und kugeligen 
Blütenköpfchen. Juli-August: Kultur in gutem, nicht zu schwerem, etwas kalkigem Boden 
in sonniger Lage, doch sind die Pflanzen recht anspruchslos; Vermehrung durch Samen. 
Teilung oder VVurzelstecklinge im Frühjahr, bis Ende Mai verpflanzbar: Verwendung als 
gute Rabattenstauden, vor allem auch für Blumenschnitt sowie im Park. 

E.bannäticus, Ungarn, ! m, Blätter fiederspaltig. Blüten hellblau oder weiü; E.hütnilis, 

Altai. 1 rii. Blüten intensiv 
dunkelblau, beste Art ; E. ni' 
veus, Nordwesthimalaya. 1 
bis 1 .2 m. Blüten silberweiß : 
E. Ritro, östliches Mittel- 
europa, bis über 1 m. üppig. 
Blätter doppelt fiederspaltig. 
Blüten leuchtend hellblau. 
.luni-Juli : var. tenuifölius 
{E.nitlwnicüsHorX.] ist eine 
feinbelaubte Form. .luliSep- 
tember. gilt als sehr gut ; E. 
sphaerocephalus , hei- 
misch. 1 bis 2 m. Blätter fie- 
derspahig. Blüten silbergrau. 
Juni-August. 

Echium, Natterkopf: zu- 
weilen wird E. rubrum, diese 
heimische Boragin ac e e. als 
Staude angeboten, ist aber zwei- 
jährig, — Edelraute siehe Arte- 
misiü.— Edelrittersporn siehe 




IQO Echium — Eomfecon 

Delphinium cultomm. ~ Edelweiß siehe Leontopödium. — Edraiäathua siehe Wahlenbergia. — Ehren» 
preis siehe Veivnicu. — Eibisch siehe Hibisctis. — Eichenfarn siehe Aspidium Dryöpteris. — Ein- 
beere siehe Pari-i. — Einl<nolIe siehe Herminium. — Eisenhut siehe Aconitum. — Eisenkraut siehe 
Vernönia. — Eleöcharis siehe Heleöcharis. — Elfenbeindistel siehe Hiyngium giganti'um. — Elfengras 
siehe Sesleria. — Elisma natans siehe Alisiiui. 

Blodea canadensls {Anücliurisalsindstnim], Wasserpest: ausNordanieril<a stammende, jetzt auch 
bei uns eingebürgerte, untergetauchte Wasserpflanze mit quirlständigen, linealcn Blättern an den bis 
1 m langen Stengeln und kleinen, unscheinbaren, rötlichen, langgestielten Blütchen, Juni-August. Nur 




Abb. 2ül. Edunoceieus coccineus (E. plioeniceus), Igelkaktus, l.s ,/ 



für Wasserpflanzenliebhaber von Interesse, vermehrt sich meist so stark, daß das Anpflanzen in Park- 
teichen durchaus nicht zu empfehlen ist. 

Elodea virginica siehe Hvpericiim virginiciim, 

Elymus, Haargras: aufrechte harte Gräser mit endständigen Blütenähren, siehe die 
Arten ; Kultur in jedem nicht zu schweren Gartenboden in sonniger Lage ; Vermehrung 
durch Samen im Frühjahr oder durch Teilung bei E. arenariiis; Verwendung als Zier- 
gräser für den Garten und die genannte Art auch für Felspartien. 

E. arenärius, bekanntes europäisches Dünengras mit hellen, weit kriechenden Rhi- 
zomen und langen, bandartigen, graublau bereiften, von unten aufstrebenden Blättern, Blüten 
in ziemlich dichten und langen, bis 1,2 /« hohen Blütenständen, .luli-August. geht im Handel 
oft fälschlich als folgende; E. glaucus, Turkestan. ohne Ausläufer, Blätter kürzer, blau- 
weiß bereift, Blütenstände bis 1 w, was unter diesem Namen in Kultur ist, stellt nur eine 
schön blau bereifte Form der vorigen Art dar. 

Elymus Hyslrix siehe Hystrix pdtu/u. 

Elyna Bellärdil {E. spicdia), Nacktriet: eine kleine alpine C y p e r a c e e , die man gelegentlich wie 
Agroslis ulpiiia im Apinum verwenden kann. 

EngelsüB siehe Polypödiam. — EnglischeSchwertlilie siehe Irisxiphioides. - Enzian siehe Oentiäna. 

Eomecoa chioaäatha: kahle, ostchinesische, gelbsaftige Pap av e rac ee mit weitkriechendem, 
unterirdischem Rhizom. langgestielten, herznierenförmigen, grob gekerbten, blaugraugrünen Grundblät- 
tern und nackten, violett überlaufenen Blütentrieben in lockeren Rispen im Frühjahr; eine noch seltene. 



Epigafea — Epi medium. 



mm- 






bei uns aber harte, sehr interessante Art, die für feuchte, halbschattige, humose Lagen versuchswert ist; 
wird dort, wo gut angewachsen, durch Ausläufer lästig. 

Epigaea repens siehe im Lanbholzbiiche. 

EpUöbium tCV/fz/Haw^'w«). Weidenröschen, Unholdenkraut — Oenothera- 
ceen - A\eist aufrechte, verästelte, heimische Stauden mit gegen- oder wechselständigen, 
lanzettlichen Blättern und purpurnen oder weißen Blüten in meist traubigen Blütenständen ; 
Kultur der meisten Arten nur im großen Park an feuchten Ufern und auch auf nicht zu 
trockenen Lichtungen ;VermehrungdurchTeilungoderSaat(Frühjahrl.sonstsiehedie Arten. 

E.angustiföliutn(E.spicdriirn], 

bis über 1,5 m hoch. Ausläufer trei- 
bend. Stengel verästelt, kahl. Blüten 
purpurn in ährigen Trauben, auch 
var. grandiflörum (oder weil.), var. 
album), .Juni-September; E. Dodo- 
naei {E. rosmarlnijöliiim). bis 1 in. 
Blätter schmäler, nicht netzaderig 
wie bei voriger. Blüten lilapurpurn, 
in kurzen lockerblütigen Blütenstän- 
den.. luli-.August. hiermit oft die nie- 
drigere (40 cm) E. Fleischen mit 
aufstrebendem Stengel und lebhaft 
purpurnen Blüten verwechselt, die 
nassen, schottrigen Standort liebt; 
E. hirsütum, wie die erste Art, 
aber weich behaart undBlüten größer, 
dunkelpurpurn, achselständig; E. 
Hectörü, eine sehr zierliche, krie- 
chende, bis 1 5 cm hohe, fein bräun- 
lichblättrige, winzigblütige. neusee- 
ländische Art. die ebenfalls durch 
Selbstaussaat recht lästig werden 
kann, wie alle neuseeländischen 
zwergigen Arten, z. B. E. linnaeo!- 
des und E. microphyllum . 

Epimedium, Sockenblume 

— Berberidaceen — Interessan- 
te, harte. 1 .5 bis .35 cm hohe Stauden 
mit kriechendem Wurzelstock, zwei- 
bis dreifach dreizähligen. derben win- 
tergrünen.jung bronzefarbenen Blät- 
tern und eigenartig geformten, gespornten Blüten; Kultur in jedem humosen, nicht trocke- 
nen Boden in halb- oder tiefschattiger Lage ;Vermehrung durch Teilung im zeitigen Früh- 
jahr oder Wurzelstecklinge bei Eintritt der Vegetation, auch durch Saat im zeitigen Früh- 
jahr; Verwendung im Garten für Rabatteneinfassungen, ferner im Alpinum und Park 
an geeigneten schattigen Stellen, Laub sehr hübsch, auch Blüten im Frühjahr (April-Mai) 
recht zierend. 

E. alpinum, heimisch. 1 5 bis 30 cm. Blätter zwei- bis dreizählig. hübsch. Blüten klein, 
blutrot mit gelbem Sporn, der den inneren Kelchblättern gleich lang ist, April-Mai ; E. cocci= 
neum, Form der vorigen, nicht so weit Ausläufer treibend, Blüten lebhafter, größer, rot 
mit weiß; E. macränthum, Japan. Blätter ,3 mal dreizählig. Blüten groß, wachsartig 
rahmweiß, langgespornt, orchideenähnlich, eine lilablühende Form ist E. violdceum ; E.Mus= 
schiänutn iE. niveum, E. macränthum var. nWeiim. E. Yoiingidnnm). Japan, Blätter ein- 
fach dreizählig. Blüten kürzer gespornt als bei macränthum. bei var. album reiner weiß; 
E. pinnätum, Persien. Kaukasus, Blüten lebhaft gelb, Sporn ganz kurz, besonders schön 
var. ^legans mit straffen, hohen Rispen ; hierher als Formen E. ochroleücum und E. sidphnreum. 

Epimedium diphyllum siehe Acerantfim. — Epimedium ttexändrum siehe VancouvMa. — Epi- 
medium lilacinum ist eine Hybride zwischen E. macränthum v. violaceun und Aceranthus dipliyll iis 



Epipäctis— Erdscheibe 



Epipäctis, Dingel, Sitter, Sumpfstendel: aufrechte, beblätterte, heimische Orchideen mit krie- 
chendem Wiirzelstocl< und grünlichen oder rötlichen Blüten in Trauben: Kultur usw. siehe Oniüs. 

Außer den heimischen B. palustris mit rötlich graugrünen, innen weißlichen Blüten und weiß und 
roter Lippe, für sumpfige Wiesen und E.atrorübens{E. rubiginösa] mit dunkelroten, duftenden Blüten, 
später blühend, für lichte Laub- und Nadelwälder, sei noch genannt E.Royleäaa {E.gigunt^a], Nordwest- 
Himalaya, die bis fast 1 /// hoch wird und grünliche, purpurn geäderte Blüten besitzt, Juni bis Juli. 

Bpipögon flp/iy//us, Widerbart : heimische O r c h i d e e feuchter quelliger Stellen schattiger Buchen- 
wälder. Kultur schwierig; siehe unter Orc/iis. 

Bquisetum, Schachtelhalm — Equisetaceen— Ausläufertreibende, eigenartige Stauden ohne 
richtige Blätter und Blüten, unfruchtbare und sporentragende Stengel gleich oder verscliieden gestaltet; 
lieben meist feuchte sandige schattige Orte; Kultur mühelos; für uns vor allem die Arten mit über- 
winternden Trieben brauchbar, doch meist nur im großen Park an passenden Orten ansiedlungswert. 




Abb. 203. Eninthb hieinalis. Winterling, 5 cm iOrig.,Bot.Garten, Wien 



E. byemäle, nördl. gemäßigte Zone, Triebe gleichartig, sehr rauh, meist überwinternd, fast immer 
astlos. bis 1.5 iii, aufrecht, etwas graugrün; E. mäximum [E Telmati'ja], Europa, Westasien, westl. Nord- 
amerika, fruchtbare Triebe frühe'r erscheinend, astlos, nicht grün, absterbend, unfruchtbare, bis fast 2 in, 
meist unverzweigt, bis 1 cm dick, nicht Wintergrün ; E. robüstum, Nordamerika, bis 3 m, siehe Abb. 202. 
Triebe bis 1,5 cm dick, feucht, nicht naß. auffallend, doch meist lästig durch Ausläufer; B. scirpoides, 
arktisch, dicht rasig, niederliegend-aufsteigend. Triebe gleichartig, bis 20 cm, bis 1 ,5 mm dick, hübsche 
kleine Art; B. variegätutn, Nord- und JMitteleuropa, Sibirien, Nordamerika, oft rasig, Triebe gleichartig. 
bis 30cm, bis 2 mm dick, grasgrün; ebenfalls brauchbar. 

Bränthis hiemälis, Winterakonit, Winterling, Winterstern: heimische, nied- 
rige, 8 bis lOrmhohe Ranunculacee mit knolligem Wurzelstock, schildförmigen, fieder- 
teiligen Blättern und einzelnen gelben Blüten. Februar-März, wie Abb. 20.^ ; K u 1 1 u r in halb- 
schattiger Lage in jedem nicht zu schweren Gartenboden. Knollen im Frühherbst b bis 8 cm 
tief einlegen; Vermehrung durch Teilung im Sommer oder Samen im Herbst an Ort und 
Stelle, sät sich auch selbst aus: Verwendung in Massen im Park, und im Rasen in Ge- 
meinschaft mit Ga/ant/n/s. Scilla usw., stirbt nach Blütezeit ab. man vergleiche auch das auf 
Seite 66 Gesagte; die E. cilicica ist etwas gröüerblütig. blüht etwas früher und ist noch 
härter als liiemalis. 

Erdbeere siehe Fnigüria. — Erdbeerhimbeere siehe Rubus illecebrösus. — Erdbirne siehe Apios. — 
Erdscheibe siehe Cvclamen. 



Ereinostachys — üridnthus 




Eremostächys laciaiäta: an Plilo- 
mis gemahnende, kleinasiatisch-kauka- 
sische, 30 bis 70 cm hohe, weißwollige 
Labiate mit großen, doppelt gefie- 
derten Qrundblättern und ansehnlichen, 
5 cm langen, stumpf purpurroten Blüten 
mit lebhaft rotem Mittellappen der Lippe, 
in quirligen Scheinähren, Juni ; wie Plilo- 
mis versuchswert. 

Eremürus, Cleopatrana= 
del, Lilienschweif, Steppen= 
lilie — Liliaceen — Prächtige, 
asiatische Stauden mit fleischigen 
Wurzeln, rosettigen Blättern und 
mächtigen, ährigen Blütentrauben 
wie Abb. 2.5: Kultur in nahrhaf- 
tem, tiefgründigem, frischem, nicht 
zu leichtem, aber gut durchlässigem 
Boden; man pflanze im August so 
tief, dal.) die Wurzelstöcke 1 cm mit 
Erde bedeckt sind, und gebe unter 
die Wurzelkronen eine Sandschicht ; 
zur Triebzeit gut gieüen. während 
der Ruheperiode und im Winter aber 
Schutz gegen Nässe, sowie im 
schneelosen Winter Reisig- oder 
Laubdecke und ebenso Schutz beim 
Austrieb im Frühjahr; Vermeh- 
rung durch Teilung (Wurzelschnitt- 
linge nach Blütezeit, Anzucht aus 
Samen langsam), man kultiviert am 
besten im ersten Jahre in Töpfen ; Verwendung als höchst malerische Gruppen- und 
Rabattenstauden, die bei richtiger Pflege sich zu mächtigen Exemplaren mit vielen Blüten- 
ständen entwickeln. 

E. altäicus, Altai, Mittelasien, 1 m, Blüten bräunlich oder grünlich gelb, härteste aber 
unscheinbare Art ; E. Büngei, Perslen, bis 1 ,.S m. Blätter schmal. Blüten wunderschön kana- 
riengelb mit orangeroten Staubbeuteln, Juni-Juli; E. himaläicus, Westhimalaya, 40 bis 
,=iO cm, selten höher, Blüten weiß, Mai-Juni, eine der best gedeihenden, härtesten Arten; E. 
Otgae, Turkestan, Wuchs schwä- 
cher, Blätter feiner, Schaft niedri- 
ger als bei robustiis, Blüten zart 
rosa, sehr schön groß, Juli-August, 
recht empfindlich gegen Nässe ; ähn- 
lich und ebenso schön E.lactiflö- 
rus, Blüten schneeweiß, recht win- 
terhart; E. robüstus, Turkestan, 
bis 2,5 m, Blätter lang und breit, 
Blüten weiß, Mai-Juni, wie Abb. 23, 
sehr schön ist var. supc'rbus, bis 3 m. 
hellrosa; sehr nahe steht E'Elwe- 
sii [F.. Elwesidnus), alles in allem 
üppiger als robiistus. Blütenstände 
bis über 3 m, Blüten rosa, Juni, gilt 
als schönste Art; E- spectäbilis, 
Kaukasus, Kleinasien, bis etwa 60 
cm, Blüten schwefelgelb. Abb. 204, 
nicht so schön wie die anderen. 

ßr/äntAus /?ave'nnae.- ornamentales, 
südeuropäisches, an das Pampasgras ge- 

Freilandstauden, 3. .Auflage. 13 




Eriänlhus— Erigeron 




Abb. 206. blrigenm mesugrande speciosiis, üartenformen (H. Junge, Hameln i. 

mahnendes Ziergras, wie Abb. 205, das bis über 2 m hoch wird und im Spätsommer blüht; K u i t u r in 
nicht zu schwerem und feuchtem Boden in sonniger Lage ; Vermehrung durch Teilung und Samen ; 
V e r w e n d u n g als Einzelpflanze auf Rasen, im Winter guten Schutz gegen Nässe ; Blüten für Trocken- 
buketts geeignet. 

Erigeron, Berufkraut, Beschrei kraut — Kompositen — Niedrige, buschige, 
reichverzweigte Stauden mit einfachen Blättern und einzelnen oder zu wenigen doldentrau- 
bigen Blütenköpfen mit (im Gegensatz zu Aster) mehrreihigen Strahlenblüten, wie Abb. 20(); 
Kultur usw. wie Aster. Gute Schnittblumen. 

E. aurantiacus, Turkestan, 1 5 bis 20 c/n. behaart, Blütenköpfe einzeln, orangegelb, 4 an 
breit. Juni-August, für Einfassungen 
und Felspartien, verbesserte Kultur- 
formen gehen als var. hybridus; E. 
Coülteri, Rocky Mts.. bis 40 au. 
Blätter etwas gezähnt, Blüten rein- 
weiß, zu 1 bis .3, Juni-Juli; für Rabat- 
ten und Schnitt ; E. frigidus, Pyre- 
näen, niedrig, dichtrasig, Blüten kar- 
mesin, Mai -Juni, für Felsanlagen; 
E. glabellus, Mittel- und Nord- 
amerika, etwas kriechend, 20 bis .s» 
an, Blätter ganzrandig, Blüten blal.l- 
blauviolett zu 1 bis .3, Juni-August; 
E. glandulösus, Kolorado. rasig, 
bis 25 cm. rauhlich behaart, rötlich- 
lila, in Kultur eine var. major. Juli- 
August ; £.^ranc////örus,Britisch- 
Kolumbien, Kolorado, bis 30 cm. 
Blütenstände einköpfig, mattlila. in 

Kultur var. ekitior, bis 40 cm. Juli: a^i, 207. Eriopltvllun, cuespilosum, 2.5 cm 

E. hybridus (£. aurantiacus X E- (phöt. a. Purpusi. 




Erigeron — Eritrichium 



195 




Abb. 208. Hrodiurn ehr 



santhuin. Gold-Reiherschriabul, 
phot. A. Purpiis). 



Villarsil). von diesen hybriden Formen seien erwähnt: „Antwerpia". 80 cm, hla, Blüten 
5 bis () cm Durchmesser, Juni-August, bei albus weiß; „Amos Perry", niedrig, großblu- 
mig, reichblühend, lila: „Asa Gray", aprikosenfarbig, Juli; „Elsie", 30 bis 40 cm, lila- 
rosa, lange blühend, gut, Juli- 
August ; „ Q u a k e r e s s " , 
höher, mattrosalila, Juli bis 
Herbst, reichblühend : £.//i= 
termedius, Ausläufer trei- 
bende Art mit größeren, ed- 
leren, hellila Blumen, Juli- 
August, auch als Erigeron 
„La Grandesse" und „Pcr- 
ry'sVariety" im Handel, bo- 
tanisch unsicher; E. (,4.s7<7-i 
mesagrände speciö- 
sus, Kolorado. bis 40 cm. 
Blüten groß, tiefblauviolett, 
in lockeren straffen, schönen 
Dolden, Juni -August, wie 
Abb. 200, gilt als sehr gute, 
aber botanisch unsichere") 
Sorte: E. iStendctis) spe- 
ciösus, nördliches Nord- 
west-Amerika, bis 50 an, 
Stengel reichbeblättert, Blü- 
ten groß, ülapurpurn, var. 

snpc'rbns, etwas heller, var. grandiflörus. größere Blüten, dunkelblauviolett: var. „Lasur", 
lavendelblau; var. sem/pic'niis. im Aufblühen gefüllt, gilt als gut, Juni-August. 
Erigeron trilobus siehe Vitkidinia aiistrcilis. 

Erinus alpinus, Leberbalsam: niedrige, 10 bis 15 cm hohe, buschige, alpine Scrophulariacee 
mit fast kahlen, gegenständigen, spateligen Blättern und traubig angeordneten, violettpurpurnen, karmin- 
roten (var. caniiiiieijs) oder weißen (var. a/bus) Blüten, Mai bis Juni ; Kultur Inder Felspartie in trocke- 
nen Lagen, die gegen Regen. Wind und grelle Sonne geschützt sind, auch an alten Mauern; Vermeh- 
rung durch Teilung oder Saat; die Pflanzen bürgern sich meist durch Selbstaussaat ein, wintern aber 
in zu reichem Boden leicht aus. £. hispdnicus iE. Iiirsiitiis) ist stärker behaart. 

En'ögonum, Wollknöterich : von dieser westnordamerikanischen Polygonacee sind meist Sträu- 
cher in Kultur (siehe LaubhoftbuchK Von staudigen Arten sei genannt: E. racemösum, grundständige 
Blätter vveißfilzig, Blütenstände 25 bis 50 cm^ Blüten weiß, Juli; für trockene sonnige Lagen. 

Eriöphorum, Wollgras — Cyperaceen — Auf moorigen, torfigen Wiesen bei uns heimische Cy- 
pergräser mit linealen Blättern und wolligen Blütenährchen ; Kultur im Alpinum im sumpfigen Moor- 
beet oder auch im Parke an ähnlichen Plätzen; Vermehrung durch Teilung. 

E. {Tricliöplwnim) alpinum, 5 bis 25 
cm. Stengel rauh, dreikantig, Ährchen 
einzeln, April bis Mai ; E. polystächyuai 
[E. angiistifölium), bis 45 cm. Stengel 
rundlich, Ährchen zu 3 bis 5, weißwollige 
Fruchstände. Juni bis Juli. 

Eriophyllum caespitösum [Rd/iia 
lundla): nordwestamerikanische, 15 bis 
25 cm hohe, polsterbildende, grauweiß- 
filzige Komposite mit fast doppelt 
gefiederten Blättern und gestielten, hell- 
goldgelben Blütenköpfen mit etwa acht 
breiten Strahlen, Juni bis August (Abb. 
207); für somiige trockene Felspartien 
empfehlenswert und hart. 

EritrichiumJamesis\ii\\eKrynitzkiu. 
Eritrichium terglouense {E.terglo- 
viMse. E. naniimi. Zwergvergißmein- 
nicht, Himmelsherold : winzige, kaum 
bis 2 cm hohe, rasige, zottige, hoch- 
alpine Boragin acee mit rein tief 
himmelblauen Blüten in 3 bis 6 blutigen 
13* 




Hleniim. aromatischer Reiher- 
in Kew lOrig.i. 



196 



Eritrichium — Eryngium 




Abb. 210. Eryngiiiin alpinum, Alpen-Edeldistel, Teil eines 
Blütenstandes von oben gesehen (Aus der „Qartenweit"). 



Blütenständen. Eine der reizendsten Al- 
penpflanzen, die aber nur erfahrene Pfle- 
ger sich erhalten können. 
Erne siehe Lavat&a. 
Erödium, Reiherschnabel 
— Qeraniaceen — Niedrige, 
storchschnabelähnliche Stauden, die 
fast alle sonnige, steinige Lagen lie- 
ben und. außer /:. Manescavi, in zu 
nahrhaftem Boden versagen; siehe 
im übrigen die Arten. 

■E. absinthioides l/i. amu'niim. 
E. antheiniföliiiin. li. olympicum, t. 
petrcu'iim, E. Sibthorpidniini). Klein- 
asien, Armenien, variable Art, bis 
20 cm, Blätter weich- und seidig 
behaart, dreieckig-oval, 2 fach fieder- 
schnittig, Blütenstände 2 bis s blu- 
tig, violett oder rosa; E. chrysäti' 
thum {E.absinthioides Sibth.et Sm., 
nicht Willd.) (Abb. 208). Griechen- 
land, alpin, dickes Rhizom, Grund- 
blätter doppelt gefiedert, silbrig be- 
haart, Blüten zu 2 bis 5. schwefelgelb, Mai-Juli, für Gesteinsanlagen ; E. Manescavi, Pyre- 
näen, bis 50 cm. Blätter grün, aromatisch, Blüten magentarot. etwa 3 cm breit, zahlreich. 
Juni-September, für tiefgründigen, nahrhaften, nicht zu leichten Gartenboden und nicht zu 
schattige Lage im Garten geeignet, was in Kultur, soll nicht typisch, sondern var. luxiirians 
sein; im Alpinum leicht wuchernd; Vermehrung durch Samen; E. rnacradenum, Pyre- 
näen, niedrig, grün und fast ganz kahl, Blüten hell lilapurpurn mit schwarzer Zeichnung. 
Mai-Juni, wie Abb. 20'), Felsenpflanze für sonnige Lage mit tiefgehenden Wurzeln; gleiche 
Behandlung verlangt E. c/je;7anr/i//ö//t/m, Spanien-Nordafrika, mit farnähnlichen, grauhaa- 
rigen Blättern und weil.ien. seh warz gezeichneten Blüten.Juni-Juli; zwischen dieser Art und Zr.wß- 
cradeniim die Hybride E. Willkommianiim. AuUerdem noch eine ganze Anzahl Arten in Kultur, die 
zumTeil nur für erfahrene 
Pfleger geeignet sind. 

Erpetion reniförmesiehe 
Viola hederäcea. — Ervum 
gräclle's'iehe Vicia unijüga. 

Eryngium, Edeidi= 
stel, Mannstreu — 

Umbelliferen — Eigen- 
artige, oft bizarre, ste- 
chend belaubte, aufrech- 
te Pflanzen mit kopfigen 
Blütenständen, Juni-Ok- 
tober; wie Abb. 210 bis 
2 1.3; Kultur in leichtem 
Boden und sonniger La- 
ge, sehr anspruchslos; 
Vermehrung durch 
Saat, gleich nach Reife, 
oder Wurzelschnittlinge, 
Teilung unmöglich; Ver- 
wendung als Gruppen- 
stauden und im Park für 
warme, steinige, magere 

Lehnen; prächtiges Mate- ^bb. 21 1. Ermgiunfametlmtinum, stahlblaue Edeldistel, Teil eines 

rial für Vasenschmuck. Blütenstandes von oben gesehen (Aus der „Gartenweii"). 




Hryngium— Erysimum. 



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A. Blattnervafur netzig, Blätter nicht lang und schmal. 

I. Grundblätter ganzrandig oder nur gelappt: E. alpinum, Alpen, 30 bis 
50 cm. Stengelblätter drei- bis fünfspaltig. Blütentriebe stahlblau. Ende Juni-.August, wie 
Abb. 210, hierher die üppigere var. supcrbiim und die vonTeuscher'^i neu beobachtete var. 
luxiirians. bei der sämtliche Blütenstützblätter hochblattartig vergrößert sind; E. gigan^ 
teum iE. asperijöliuni\. Armenien. Kaukasus, bis 75 cm. Grundblätter herzförmig, obere 
stengelumfassend, länglich, Blütenstände weiß, daher „Elf enbeindistel" genannt, Juli- 
August, nur zweijährig, geht nach Blüte ein, aber hervorragend für Schnitt; E. Oliveriä= 
num, Orient, bis 75 cm, Grund- 
blätter herzförmig, Stengelblätter 
tiefdreilappig, Blütentriebe ame- 
thystblau, sehr effektvoll, ebenfalls 
Bodendecke ; E.planum, heimisch, 
bis 1 m, Grundblätter herzförmig. 
Stengelblätter drei- bis fünfspaltig, 
Blütentriebe blau, Juli-September, 
kleinköpfigste Art, verwildert leicht, 
nur für große Plätze und leichten 
sandigen Boden. Zu dieser Gruppe 
gehört auch das heimische E. mari- 
timiim. See-Mannstreu, das gelegen- 
tlich kultiviert wird. - 11. Alle Blät- 
ter vielteilig; E. amethysti- 
num, Kärnten bis Dalmatien, 4(i 
bis öO cm, Blütentriebe wie .Abb. 2 1 1 . 
Blütenstand besonders schön stahl- 
blau; E. Bourgäti, Spanien, bis 
hO cm. Blätter stark zerteilt, hübsch 
h\au:E.Zabelii{E.o/piniimy Bour- 
gäti), bis 1 m, Blütentriebe herrlich 
blau, wie Abb. 212; hierher die schö- 
nen Sorten „Juwel", ■''^) stahlblau, ro- 
biistam. üppig, große Blütenstände, 
und „Violetta", rötlich violett. 

B. Blattnervatur parallel, Blätter 
lang und schmal. 

E. agavifölium, Argentinien, 
bis über 1 //;. Basalblätter rosettig, 
schwertförmig, grobdornig gesägt. 
Blütenköpfe zylindrisch, im zeitigen 
Frühjahr.mitWinterdecke; £.a(7uä' 
ticum {E.yiiccaeföliiim\. östl.N'er- 
einigte Staaten, bis über 1 ///.Blätter 
lang, lineal, steif, untere bis 75 cm, 
Blüten in ei-kugeligen Köpfen, gilt als härteste Art dieser Gruppe; E. pandanifölium, 
Brasilien, Uruguay, .Argentinien, bis 1.5 m. Blätter bis 80 cm lang, gezähnt, Blütentriebe 
bis 2 /// hoch, rispig verzweigt. Köpfe rötlichviolett, warme, geschützte feuchte Lagen und 
Winterdecke; E. proteaeflörum, Mexiko, wie Abb. 21.3. für feuchte grasige Lagen und 
nicht zu schweren kalkfreien Boden. Winterdecke ; alle nur für den südlichen Teil des Gebietes. 

Erysimum, Schotendotter — Cruciferen — Niedrige, rasige oder dichtbuschige 
Felsenpflanzen mit meist linealen Blättern und doldentraubigen Blütenständen, wie Abb. 214, 
Mai bis Juni ; K u 1 1 u r in trockenen sonnigen Lagen ; Vermehrung durch Teilung ; Ver- 
wendung für Felspartien ; manche der angebotenen .Arten wie f. ccinc^scens und Perowski- 
ümim sind nur zwei- oder einjährig. Wir heben folgende hervor: 

E. dübium iE. ochroieücum), Spanien. Schweiz. 10 bis 40 f///, Blätter graugrün, etwas 
gezähnt, Blüten zitronen- bis strohgelb, wie Abb. 2 1 4 ; £. Kotschyänum, Kleinasien. 1 5 
bis 20 cm. blaugrüne, schmalblättrige Rasen, orangegoldgelbe Blüten, in strengen Wintern 




Abb. 212. Eiyngium Zubelii. Bastard-Edeldistel 
(0. .\rends, Ronsdori;. 



198 



Erysimum— Erythrönium 



empfindlich: E. pulchellutn {Cheirdntlms nipc^stris). Kleinasien. Armenien, grünrasig, va- 
riabel. 10 bis 50 (7«, Blätter gezähnt. Blüten tieforange; ^.purpureum, Libanon, Armenien, 
bis 15 cm, untere Blätter federig behaart. Blüten purpurrot, auffällig, echt nicht in Kultur, was 




Abb. 213. Eryngiuin proteaeßoruin, mexikanische Edeldistel, in der Heimat iplmt. A. Purpus). 



als purpureum geht, ist E. asperuni aus Nordamerika, eine meist zweijährige Form; E. pü' 
milum^^), italienische Alpen, 5 bis 10 cm, Blüten hell goldgelb, grol.'i, prächtige Alpine. 

Erysltnum Perowskiänum aus dem Kaukasus ist eine jetzt oft gepflanzte tieforangeblütige Annu- 
elle, die auch als E. oder Clieiranthus Allionii geht. 

Erythraea chloödes [E. elödes), Tausend- 
guldenkraut: ganz niedrige, 5 bis 10 rm hohe 
verästelte Qentianacee aus Frankreich mit 
schön pfirsichroten Blüten, Juli-September; 
Kultur in ziemlich feuchtem, mit Moorerde 
durchsetztem, lehmigem Boden, halbschattig; 
Vermehrung durch Samen; nur für Liebhaber 
im Alpinum; ähnlich die hcimiche nur einjäh- 
rige E.pukMUu und E. spicdta vom Balkan. 
Brythrochaete palmatifida siehe SenMo 
japönicus. 

Erythrönium*"), Hundszahn, 
Schoßwurz — Liliaceen— Zwiebel- 
gewächse mit zwei Grundblättern, die oft 
hübsch gefleckt sind, Blüten einzeln oder 
mehrere auf blattlosem Schafte, nickend, 
cyclamenartig ; K u 1 1 u r in gut durchlässi- 
gem humusreichem Boden lin schwerem 
Boden Sandzusatz) inhalbschattigerLage; 
Zwiebeln 12 bis 25 rw tief legen; Ver- 



K C^M^.j:i. -h 



*4^ 



Abb. 214. Erysinuiin diibinm {E. or/irj/eiiciJiii),i\eige\hcT 
Schotendotter, 15 c/ii, in Kew (Orig.). 



Brythrönium— Euphorbia 1 gq 

m e h r u n g durch Brutzwiebeln, im Juli bis Oktober ; V e r w e n d u n g im Steingarten, Alpi- 
num und Park im Unterholz. 

I. Blüten einzeln, ohne Saum am Grunde der inneren Fetalen: E. älbidum, wie folgende, 
aber Blätter ungefleckt, blasser grün, Blüten weißlich rosa, am Grunde gelb; E. americä' 
num, östl. Nordamerika, bis 25 cm. Wuchs dicht rasig. Blätter stark gefleckt, Blüten gelb, 
außen oft purpurn überhaucht; E. Dens-Cänis, Mitteleuropa, Japan, 10 bis 1.5 cm. Blätter 
eilanzettlich, glänzend grün, purpurn gefleckt, Blüten lilapurpurn, weil.!, rosa oder fleisch- 
farben, März-April; schöner var. sibiricum (E. sibiriciim), in allen Teilen größer, intensiver 
dunkler purpurn. 

II. Blüten zu 2 bis 4 (oder mehr), innere Fetalen mit Ohrchen (nordwestamerikanische Arten) : 
E.grandiflörum (E. gigänteum), bis fast 50 cm. Blätter glänzend grün, spitz breit lan- 
zettlich. Blüten zu .^ bis 5 lebhaft gelb; eine der besten Arten; E. Hartwegii, bis 25 cm, 
Blätter im Austrieb braun mit weißlichgrün, später grün mit heller netziger Zeichnung, Blü- 
tenstände fast sitzend, doch Einzelblüten lang gestielt, blaßgelb mit orange Zeichnung; E.rC' 
volütum, Blätter zu 1 bis 4, weiß und hellbraun gefleckt, Blüten weiß oder rosa, im Ver- 
blühen purpurn, hierher var. albiflörum iE. giganU'iim oder grandij/öriim var. albijlönim), 
Blüten weiß mit grünlich und braun. Femer zu nennen E citriniim, hellgelb, innen orange, 
und B. Herulersönii, hell purpurn mit schwarzpurpurnem Innern. 

Erythrostictus palaestinus [Androcimibiiun palaestinum]: niedrige Liliacee aus Palästina mit ei- 
förmiger Zwiebelknolle und rosettigen länglichen Blättern, die die lilafarbigen Blütenköpfchen einhüllen ; 
April ; Kultur usw. etwa wie Merendera. 

Esparsette siehe Unobrycliis. —Etagenblume siehe Montinhi. — Etagen-Erika siehe Dnicoci'p/ui/uni. 

Eücom/s punctata ist eine Liliacee vom Kap, mit oberseits grünen, unterseits gleich dem Blüten- 
schaft rotbraun gefleckten Blättern, dichten Blütentrauben mit grüngelben, duftenden Blüten im Juli; 
für uns kaum von Belang. 

Euläliajapönica siehe Aliscdnt/ius sinc'nsis. — Euaömla cordäta und rotundifölla siehe Aethion^ma, 

Eupatörium, Kunigundenkraut, Wasserdost, Silberdost — Kompositen — 
Harte, nordamerikanische, aufrechte Stauden mit gegenständigen oder quirlständigen, ovalen 
Blättern und kleinen, weißen oder purpurnen Blütenköpfen in ansehnlichen doldentraubigen 
Blütenständen, August-September, wie Abb. t> ; K u 1 1 u r in jedem nicht zu armen Gartenboden ; 
Vermehrung durch Teilung, Stecklinge oder Samen; Verwendung für Rabatten und 
vor allem im Park an Ufern und vor Gehölz. 

E. ageratoides, kahl, verzweigt, bis 1 m hoch, Blätter gegenständig, Blüten weiß, August- 
September; E. arotnäticum, ähnlich, aber etwas behaart, Blätter dicklicher, blüht später, 
liebt trockenere Orte; E. cannabinum, Europa, hiervon var. albiim, 0,5 bis 1 m, weiß, 
für feuchte Lagen als Herbstblüher; ferner var. Jl. pL. Blüten gefüllt, leuchtend purpurrosa; 
E. purpureum, bis über 1,5 m. Triebe nur am Ende verzweigt, Blätter quirlig, Blüten 
purpurn, in verschiedenen Schattierungen, dunkelviolett ('var. atropiirpiireiim) und violettrot 
(var. violdceum), Ende Juli-August, Abb. b. 

Euphorbia, Wolfsmilch — Euphorbiaceen - Vielgestaltige, Milchsaft führende 
Stauden mit eigentümlichen, unansehnlichen Blüten in oft lebhaft gefärbten doldentraubigen Blü- 
tenständen. Man vergleiche die einzelnen .-Xrten, von denen wir nur auf folgende hinweisen: 

E. capituläta, Dalmatien, niedrig, kriechend, mit winzigen Blättchen und gelben Blüten- 
ständen; für sonnige Qesteinslagen und Felsritzen, Vermehrung durch Teilung und Steck- 
linge; E. corolläta. östl. Nordamerika. 60 bis SOr//;, Blütenstände auffällig, weiß, an Gypso- 
phila erinnernd, Mai bis Herbst, für sonnige trockene Lage, auch zum Schnitt ; E.Myrsinites, 
Korsika, niederliegend aufstrebend, rasig, bis 15 cm. Blätter dicklich, blaugrün, besonders 
schön im Herbst. Blütendolden auffällig giftig gelbgrün. Mai bis Juni, ebenfalls Felsenpflanze, 
verbreitet sich leicht durch Selbstaussaat, zu empfehlen; E. palustris, heimisch, 1 bis 
1,25 m, buschig, weidenblättrig. Blütendolden gelbbraun. Mai-Juni, für feuchte Stellen und 
Ufer im Park sehr brauchbar; E- polychröma, heimisch, bis 40 cm. dichtbuschig. Stengel 
einfach, aufrecht. Blütendolden leuchtend gelb, gute Rabattenpflanze, auch im großen Alpinum 
und Park in Massen verwendbar, für sehr trockene, sandige Lagen, unverwüstlich, zum lang- 
samen Antreiben im Topf geeignet; Vermehrung durch Stecklinge; sehr ähnlich, aber etwas 
kleiner und zierlicher ist die heimische E. epithymoides. beide stehen der variablen E.pilösa 
sehr nahe, von der als var. major eine der polychröma ähnliche Form mit goldgelber Be- 
laubung in Kultur ist. — Die E. variegdta {E. margindta) sowie törrida sind einjährige, weiß- 
buntblättrige amerikanische Arten, die oft als Sommerblumen kultiviert werden. 



200 



Euryängium — Festi'ica 



Buryäagium Sümbul siehe Fenilu. — Burybiöpsis austrälis siehe Vittadima. 
Eüstoma Aadrewsii: eine Qentianacee aus Kolorado, 10 bis 25 cm, Blätter oval, blaugrau, 
immergrüne Rosetten bildend. Blüten prächtig violett, fast 5 cm breit; ob bei uns erprobt? 

Euthämia gramialfölia siehe SenMo /anceo/dta. — Butöca sericea siehe Phacäia. — Ewigleben 
siehe Sempervivwn. 

Facchinia siehe Alsine. — Fackellilie siehe Tritomii. 

Fagopyrum cymösum, Buchweizen — Pol y gon ac een — 0,5 bis 1 m hohe Staude aus dem 
Himalaya, Wurzelausläufer. Blätter pfeilförmig, Blüten weiß, in endständigen Rispen, Juli-September; 
Kult u r in jedem Qartenboden; Vermehrung durch Samen und Teilung; Ve rwen du ng für Qrup- 
pi-n in (jartfn und Park, Ausläufer eindämmen, noch sehr selten. 

Falcäria vulgaris (F. Rivini, F. sioi- 
cles. Prionilis Falcäria, Sium Falcäria), 
Sichelwurz: heimische, 40 bis 80 rm 
hohe Umbellifere mit dreizähligen 
Blättern und weißen Blütendolden im 
Juli-August, die man gelegenttich im 
Park verwenden kann; liebt ziemlich 
trockene Orte. 

Falsche Alaunwurzel siehe lälima. 
— Falscher Drachenkopf siehe Phy- 
sostegia. — Falscher Salomonssiegel 
siehe Smilacina. — Faltenlilie siehe 
Lloydia. — Farfügium grande siehe 
SenMo. 

Farseiia (Fibigia) clypeäta {Alyssum 
clypedtum und c/ieiranl/ii/ölium): klein- 
asiatisch-persische, 25 cm hohe C r u c i - 
f e r e mit oblongen, sternfilzigen Qrund- 
blättern und gelben, zur Fruchtzeit sich 
verlängernden Blütentrauben. April; für 
sonnige trockene Stellen im Alpinum für 
Liebhaber brauchbar. 

Fasanenauge siehe Narcissu s poHi- 
ciis. — Federgras siehe Slipa. — Fe- 
dermohn siehe Boccönia. — Federnel- 
ke siehe Diantims pliimdrius. — Feig- 
wurz siehe Raniinciilus Ficdria. — Fel- 
berich siehe Lysimdchia. — Felsbrech 
siehe Petröcoptis. — Felsenbeere siehe 
Rubiis saxdtilis. — Felsennelke siehe 
Tiinica. — Felsröschen siehe Helidn- 
theniiim. — Ferkelkraut siehe Hypo- 
c/ioi'ris. 

Ferula, Riesenfenchel, 
Steckenkraut — Umbellife- 
re n — Hohe, sehr ornamentale 
Stauden mit dicken, fleischigen Wur- 
zeln, feingefiederten Blättern und 
gelben Blütendolden vom Juni bis August, wie Abb. 21.S; Kultur in ziemlich schwerem, 
tiefgründigem Rasenboden in warmer sonniger Lage, in schneeloseni Winter Decke; Ver- 
mehrung durch Samen: Verwendung als sehr hübsche Einzelpflanzen auf Rasen; will 
man das Grün lange erhalten, so unterdrücke man frühzeitig die Blütentriebe, aber die Pflan- 
zen sind gerade zur Blütezeit wundervoll, gehen dann jedoch zurück; besonders im Park am 
Ufer sehr wirkungsvoll. 

F. Assafoetida (Scorodosma Joetidum), Persien-Afghanistan, bis 1,5 m, reichverzweigt. 
Blätter breit doppeltfiederschnittig. feinfilzig. Blütenstände breit, gelb, bedarf des Winter- 
schutzes ; F. communis, Südeuropa. Blattbusch kompakt. Blätter sehr feinschnittig, Blüten- 
stände bis über 2 m. bei var. glaiica (F. glaiica). Blätter unterseits graugrün, gilt als schöner; 
F. giganiea, Zentralasien, höher als vorige, aber sonst sehr ähnlich. Juli-August; F. Lin- 
kii, kanarische Inseln, Blätter sehr fein zerschlitzt, bis über 2 in. in rauhen Lagen Winter- 
decke ; F. Närthex (Narthex AsafoiHida), Tibet. Blätter nur doppelt gefiedert, ganze Pflanze 
kleiner als vorige Arten, wie Abb. 215. blüht oft erst nach vielen Jahren; ferner gelegent- 
lich als Blattpflanze empfohlen F. Sumbiil {Eurydngiiim Siiinbiil) aus Turkestan. 

Festüca, Schwingel : hübsche, 1 bis 30 cm hohe Ziergräser, wie Abb. 216; Kultur 
an sonnigen trockenen Stellen in Felspartien oder auch in leichtem Boden an sonnigen Or- 




Abb. 215. Ferula Narlliex. Riesenfenchel, 80 cm, 
in Kew (Orig.i. 



Festüca — Filipfendula 



201 



ten: X'ermehrung durch Teilung (Pflanzzeit August-September) oder Samen; Verwen- 
dung als Einfassungen im Garten oder für trockene Hänge. 

F. aürea {F. spadicca). bis 40 cm. Blätter breitlineal, blaugrün, hübsche Büschel bildend; 
F.glauca (F. ovina var. glaiica), 
blaugraugrüne Form der verbreite- 
ten ovina: F. punctöria, Libanon 
und Taurus. Blätter steif, bläulich, 
stechend, bis 15 cm, für trockene, 
sonnige Standorte. Felsen, leidet 
sonst durch Winternässe ; F. scO' 
päria (F. criniim-iirsi Hort.), Pyre- 
näen, bis 30 cm. Blätter hellgrün, 
fädig, wie Abb. 21(). 

Fettblatt siehe S«/üm. — Fettkraut 
s\ehe Pinguiai/a. — Feuerlilie siehe Li- 
liumbiilbijenim. — Feuerröschen siehe 
Aäönis. 

Fibigia clypeäta siehe fars^lia cly- 
peahi. — FIcäria calthaefölia siehe Ra- 
nünculus.—Ficäria glaciälis siehe0.vi'- 
grdplüs. — Fieberlclee siehe Menydn- 
t/ies. — Fieberltraut siehe Triösteuin. 

Fiüpendula^^) [Spinu'a zum 
Teil), Spierstaude, Mädesüß 

— Rosaceen — Hohe, aufrechte, ..^ 

sehr schmuckvolle Blütenstauden 

mit unpaar gefiederten Blättern und doldenrispigen Blutenständen, wie Abb. 217 und 218, 

Blüten zwitterig; Kultur usw. wie Astilbe. siehe auch die Arten. 




tiica sroparni, Bären-Schwi 




Abb. 217. FiUpendula (Spinmi) purpurea, Purpur-Mädesüß, 75 cm (G Arend 



Ronsdorf .1 



202 



Filipfendula— Fragäria 



F.camtschätica [Sp/rcu'a oder Ulmdria camtschaticci, Spiraea gigariU'a Hort, zum Teil), 
Mandschurei, Kamtschatka, bis über 2 in, Blätter breit, 3 bis 5 lappig, Blütenstände grol.i, 
weil.), Juli (bis September) ; F. hexapetata (Spiraea oder Ulmaria Filipendiila). Europa bis 
Sibirien, 0.30 bis 0,60 in. Wurzelstock knollig. Blätter gefiedert, Blättchen klein, fiederlappig, 
Blütenstände locker, weil.'), aul.5en oft rötlich angehaucht. Juni-,luli. besonders schön var. 11. pL. 
weil.lgefüllt. lange blühend, gut für Schnitt: diese Art liebt trocknere sonnigere Orte als 
die anderen; F. palmäta {Spiraea palmata Pallas. Spiraea digitdta, Ulmaria palinata), 
Sibirien bis Sachalin, seitliche Blättchen. 3 bis 5 lappig. Blüten anfangs rosa, dann weiß, 

Juli; was unter diesem Na- 
men kultiviert wird, ist F. 
purpürea {Spiraea palma- 
ta Thunberg und Hort., Ul- 
maria purpürea). Japan, bis 
1.20 m, kahl, Blätter groß, 
herzförmig, 5 bis 7 lappig, 
aber fast ohne seitliche Blätt- 
chen, Blüten in großen Ris- 
pen, karmin oder tief rosa, 
Juni-Juli (August), prächtig- 
ste Art, hierher var. alba, 
weil.), 50 cm. var. ^legans. 
zart rosa, var. mäxima, in 
allen Teilen üppiger; F. ru- 
bra {Spiraea palmataLlnne, 
Spiraea lobdta, F. lobäta, 
Utmar/'a rubra). ösiWchcV tr- 
einigteStaaten,0,70bisl,50 
///. kahl, Blätter gefiedert, 
seitliche Blättchen, 3 bis 5- 
lappig. Blüten rosa. Juni-Juli, 
schöne Art, hierher var. pyg- 
inac'a. ostasiatische Zwerg- 
form, 20 bis 30 cm. rot, var. 
veniiste, karminrot.beson- 
ders schön die Form inagni- 
fica {Spiraea vemista inagni- 
fica). bis August, sowie var. 
„L'lnnocence" (Spiraea lo- 
bäta L'lnnocence) weiß mit 
rolen Staubfäden ; F. Ulma- 
ria {Spiraea Ulmaria. Ulma- 
ria pentapc'tala oder palu- 
stris). W i e s e n k ö n i g i n , 
Europa bis Mongolei, bis 
1.50 m. Blätter gefiedert. 
Blättchen unterseits weiß- 
lich behaart.Blüten weißoder 
gelblichweiß, stark riechend. .luni-.August. bei var./;/cv/ö ( var.,/'/. /;/.) gefüllt, schneeweiß, .luni, 
nur bis 80 cm. var. aurco-variegdta. Blättchen goldbunt. Von /•'. rubra und F. purpürea gibt 
es hybride Formen, die als Spiraea lobata und purpürea hyhrida gehen. 

Filzkraut siehe Plüöiuis. — Fingergras siehe Ciitöris. — Fingerhut siehe Digiki/is. — Fingerl<raut 
siehe Potcntitlü. — Finger=Lerchensporn siehe Coiydulis sö/ii/a. — Fischblume siehe Ar/irodii/liu.-i. — 
Fischgras siehe Cubömba. — Flammenblume siehe P/ilo.v. — Flaschenbürstengras siehe Hystrix 
puliiUi. — Flattergras siehe Milium. — Fliegendes Herz siehe Diceiilni spcctabilis. — Fliegentot siehe 
Z\'<iadenus miiscaetöxiciis. — Flockenblume siehe Ceniaun'u. — Flügelsame siehe Neogdya. 

Fragäria, Erdbeere — Rosaceen — Von den bekannten wilden Erdbeeren kom- 
men für Staudenliebhaber wohl nur die einfachblättrige f. vesca var. monopliylla in Betracht. 
In strengen Wintern Reisigdecke, sonst Kultur einfach. Für Bodenbegrünung im Halbschatten 




Fragäria— Fritilläria 




Abb. 219. Frankenia kienis, Seeheide (plint. A.Purpus 



Frauenfarn siehe .-Uli 
Fraxinella fielie /)/i7 



nacee mit 
vielblütigen 



- Frauenschuh siehe Cypripi'dii 



wird F. vesca semperflorens 
empfohlen. Ebenso F.Dal- 
toniäna (F. gikkimensis). 
Blätter glänzend dunkel- 
grün, Blüten weil.i. ob hart? 

Fragäria iadica siehe Da- 
chosnea. 

Francöa: von dieserchileni- 
schenSaxif ragacee sind seit 
mehreren Jahren verschiedene 
Arten in Kultur, die aber bei uns 
im kalten Kasten überwintert 
werden müssen. 

F ranken ia laevis [F. lürsii- 
ia), Seeheide : fast halbstrau- 
chige, winzige, lockerrasige, 
zottig behaarte oder fast kahle 
Frankeniacee aus West- und 
Südeuropa mit linealen Blätt- 
chen und rosa, weißen oder vio- 
letten Blütchen, Juni - August 
(Abb. 2191; sie treten im Küsten- 
gebiete auf und haben nur bota- 
nischen Wert, doch wo sie gut gedeihen zu empfehlen für Zwiebelgewächse. 

Fransenblume siehe Schizocödon. 

Fräsera speciösa: nordwestamerikanische, Sweerlia ähnliche, bis 1 in hohe Gent 
breitlanzettlichen, mittelgroßen Blättern und grünlichweißen, dunkel getupften Blüten 
aufrechten Rispentrauben ; ähnlich wie Sweertia verwendbar, kalkfeindlich. 

— Frauenmantel siehe AkhenüUa. 
s- ' Friggagras siehe Cjymnad(>nia. 

Fn'tilläria*-) , Kaiserkrone 

-'" Liliaceen —Bekannte, eigen- 

artige, lilienähnliche Zwiebelge- 

, wachse mit nickenden Blüten, wie 

.\bb. 2 20; Kultur im allgemeinen 
in tiefgründigem, nahrhaftem, nicht 
frisch gedüngtem, leicht sandigem 
ehmboden in warmer, geschütz- 
er, leicht schattiger oder in rauheren 
I legenden sonniger Lage, wo keine 
stagnierende Feuchtigkeit herrscht ; 
man verpflanze alle paar Jahre im 
September und bringe größere Zwie- 
beln 20 bis 30 an tief, kleinere fla- 
cher, darunter eine Sandlage; Ver- 
mehrung durch Brutzwiebeln, Sa- 
nienzucht selten; Verwendung 
\()r allem \-on iniperialis und mcle- 
(i,i^n's als altbekannte Garten- und 
Parkstauden, die jetzt leider selten 
geworden sind. Von den vielen inter- 
essanten Formen seien nur folgen- 
de hervorgehoben : 

f. aürea, Krim, 15bis20fm,Blü- 
ten einzeln, frisch-goldgelb. März- 
April, fürs Alpinum in Arabis- und 
Anbriet ia-?o\s\.üx: F. delphinen- 
sis (F. tubaeförtnis), Alpen, 15 
bis 30 c;ii. steht nieleagris nahe. 




Abb. 220. Fritillaria palUdiJlora, hellblütige Kaiserkrone, 
30 cm (phot. B. Olhnicr. .WünchL'iii. 



Fritilläria— Fiinkia 






aber die vier bis sechs lanzettliciien Stengelblätter alle den Blüten genähert, diese braun pur- 
purn mit gelb, doch gilt als besser die var. Moggridgei (F. Moggridgei) mit lebhafter gelben, 
rot oder rotbraun gefleckten Blüten, August, Verwendung wie meleaghs ; F. imperiälis, 

Persien, Zwiebel giftig, Stengel 
bis 1 m. dicht beblättert, mit meh- 
reren quirlig-doldig angeordneten, 
hängenden, gelbbraunen, schar- 
lachrot genervten Blüten, die von 
einem Blattschaft überragt werden. 
April-Mai, hiervon eine ganze Reihe 
Kultursorten in roten, orange und 
gelben Tönen, so var. mdxitna, rot, 
var. „Red Star", braunrot, die wert- 
volle Gruppen- und Rabattenpflan- 
zen bilden, auch var. /ffOf/öVr/, Pflan- 
ze geruchlos ; F. latifölia (F. lu- 
tea var. latifölia). Kaukasus, bis 
30 cm, Blüten breit glockig, gelb- 
lichgrün, purpurn genetzt, Stand- 
ort wie meleagris, wie diese blü- 
hend, verschiedene Kulturformen ; 
F. meleagris, Schachbrett- 
blume, „Kiebitzei", Europa 
bis Kaukasus, Stengel 15 bis iO cm, mit wenigen entfernten Blättern und 1 bis 3 nicken- 
den Blüten, diese fleischfarben oder gelblich mit dunkelroter, schachbrettartiger Zeichnung, 
auch reinweiß (var. alba), oder in gelblichen, silbergrauen, grauvioletten und purpurfarbnen 
Tönen, April-Mai, im Garten in Gruppen und im Park, vergleiche hierüber das auf Seite 
64 Gesagte; F. pallidiflöra, Mittelasien, Sibirien, bis 30 cm, Stengel mehrblättrig, Blü- 
ten zu 1 bis () grüngelb mit wenigen schwarzpurpurnen Flecken, wie Abb. 220, Verwendung 
wie vorige, blüht vor dieser und verträgt trockenen Standort; F. püdica, Nordwest- 
amerika, bis 25 cm, Blätter oft gegenständig, zierlich, Blüten einzeln, goldgelb, duftend, 
gilt als schön ; F. pyrenäica, Pyrenäen, der Meleagris verwandt, Blüten tiefpurpurn, mit 
grüner Zeichnung, meist einzeln, bis 40 cm; F. recürva, Kalifornien, Oregon, bis öO cm, 
untere Blätter zu 3 bis 4 quirlig, Blüten eng glockig, aulJen lebhaft rot, innen gelb mit roten 
Tupfen, auffallend; F. Waluj'ewii, Turkestan. 25 rm, blaugrün, Blüten groü, außen blau- 
grau, innen braunrot, schön, j 

Froschbiß sielie Hydröchari'i. — Froschlöffel siehe Alisma. — Frühlingsaster siehe Aster. — 



WWM^ ' 



Abb. 221. l-'unkia (Hostu) ianci/olia, schmalblättrige Taglilie, 
30 cm (Orig., Palmeiig.irten, Frankfurt a. M.l. 



Frühlingshahnenfuß siehe Ficciriu. — 
blume siehe Triteleiu. — Frühlings- 
vergißmeinnicht siehe Omphalödes. 

— Fuchsschwanz siehe Alopecünis. — 
Fumärla aöbilis siehe Corydalis nohi- 
lis. — Fünckia siehe Fiinkia. — Fun» 
kelstern siehe Cliaiiiuelinuiii. 

Fiinkia (geht botanisch als//o- 
sta und in Gärten zuweilen als He- 
mcrocdllix). Funkie, Taglilie 

— Liliaceen — Hübsche Blatt- 
und Blütenpflanzen, deren Tracht 
Abb. 221 und 2 22 zeigen; Kultur 
in jedem guten, nicht zu schweren, 
etwas sandigen, durchlässigen Gar- 
tenboden und nicht allzu sonniger 
bis schattigerLage; Vermehrung 
durch Teilung am besten im Früh- 
jahr bis in den Mai (aber bei mildem 
Wetter auch vom Herbst bis in den 
Vv'inter) oder auch durch Samen 



FrUhlingsmargerite siehe Dorönicuni. — Frühlingsstern» 




222. l-imkia (Ho.^ta) Fortunei, stahlblaue Taglil 
(Org.. Bot. Oartc-n, Wien). 



Fiinkia— Qalänthus. 205 

gleich nach Reife; Verwendung als ausgezeichnete Einfassungspflanzen, besonders um 
Wasserbehälter, femer als Einzel- und Gruppenpflanzen und im Park an Ufern. Die Benen- 
nung der Arten ist sehr verworren*^). 

1. Blüten aufstrebend, weiß: F. [Hosta) plantaginea (Hemerocallis plantaginea 
und alba, F. subcordäta, f. alba. F. Uliiflora Hort., F. japonica Hort, zum Teil), Japan, 
Blätter breit herzförmig, hellgrün, Blüten 30 bis 40 cw, weiß, besonders schön bei var. grandi- 
ßöra {F. grandiflora), wohlriechend, Juli-September, für Schnitt geschätzt. — II. Blüten 
herabgeneigt oder nickend, lila oder blau: F. coertilea{/iemeroca/lis und Hosta 
caerulea, F. oväta, F. lanceoldta), Ostsibirien, Nordchina, Japan, 30 bis 40 cm, Blätter 
breit eiförmig, jederseits mit <i bis 8 Nerven, Blüten meist tief blauviolett, Juli-August ; hierher 
var. margindta (F. ovdta albomarginata, F. tnarginata), Blätter breit weiß gerandet, und 
wohl auch die gelbbunt austreibende F. japonica aiireo-variegdta: gute leicht verwildernde 
Art; F. Förtunei [Hosta Sieboldidna var. Fortunei), Japan, Blätter kleiner als bei Siebol- 
diana. prächtig stahlblau. Blütentrauben die Blätter gut überragend, Blüten hellila (Abb. 222), 
besonders schön blaublättrig ist var. glaiica, während var. i'fl/vfo-ß/a gelbbunte Blätter hat; 
als sehr gut gilt var. robiista. die eine Hybride mit Sieboldiana darstellen soll und deren 
starken Wuchs besitzt ; F. Fortunei und Sieboldiana werden oft verwechselt ; F. lancifölia 
{Hemerocallis Japonica und lancifölia Thunberg, Hosta japonica). Japan, bis 30 cm. Blätter 
ziemlich schmal, grün, jederseits nur mit 4 bis 5 Seitennerven, wie Abb 221. Blüten bleich 
violett, bei var. albiflora [F. minor albiflora Hort.) weiß; ferner var. unduläta {F. undu- 
Idta) mit etwas breiteren wellig gefaUeten weißrandigen Blättern, die bei var. vittdta schön 
weißbunt sind, gilt als beste derartige Form, auch zum Treiben, ebenso die kräftigere var. 
robusta variegdta, hierher auch var. tardiflöra [F. tardiflora), September-Oktober, 25 cm, 
lavendelblau ; F. [Hosta) Sieboldiana (F. oder Hosta Sieböldii), Japan, üppigste Art, deren 
Blüten sich nicht hoch über die Blätter erheben, Blätter graugrün, groß, beiderseits mit 1 2 bis 
1 3 Nerven, bei var. o-towa^stY/w oder glauca schön metallisch blaugrün (siehe aber F. Fortunei), 
für Einzelpflanzung bei guter Ernährung wohl die wertvollste. 

Fußblatt sielie Podophylliim. — Oänseblümchen siehe Bellis. — Gänsedistel siehe Sonchus. 

Gägea, Qelbstern, Goldstern : von den vielen heimischen Vertretern dieser L i 1 i a c e e kann man 
verschiedene auf feuchten, nahrhaften, grasigen Plätzen im großen Alpinum verwerten oder im Parke 
ansiedeln; Vermehrung durch Nebenzwiebeln. 

Gaillärdia, Qaillardie, Kokardenblume — Kompositen — Die in unseren 
Gärten kultivierten ausdauernden Formen dieser bekannten schönblühenden Kräuter können 
vielleicht am besten als G. grandiflora [G. hybrida grandiflora, G. lutea, G. mdxima und 
G. pcriinnis der Gärten) bezeichnet werden und stellen Kulturformen der im atlantischen 
Nordamerika heimischen G. aristdta dar; es sind aufrechte, 20 bis 60 cm hohe, buschige 
Pflanzen mit länglichen, ganzrandigen oder etwasfiederschnittigen Blättern und langgestielten, 
großen, schön geformten Blütenköpfen, die gelb, rot gerändert und gebändert, orange, 
goldgelb, weinrot usw. gefärbt sind, Juni-Oktober; Kultur in jedem nahrhaften Qarten- 
boden in sonniger Lage bei guter Bewässerung in trockener Zeit; man schneide gegen Ende 
September die Stengel über dem Boden ab, da die infolgedessen sich entwickelnden Boden- 
blätter das gute Überwintern sichern, außerdem Reisigdecke ratsam; Vermehrung durch 
Samen, Stecklinge oder Teilung, Pflanzzeit Frühjahr (bis Ende Mai); Verwendung als 
erstklassige schönblühende Garten- und Rabattenstauden sowie Schnittstauden ersten Ranges. 
Viele Gartensorten, darunter sehr niedrige Rassen. 

Galsbart siehe Arüncus. — Gaisraute siehe Oal^ga. 

Galänthus, Schneeglöckchen — Amaryllidaceen — Bekannte Frühlings- 
stauden mit weißen Glockenblüten, wie Abb. 223; Kultur der bekannten nivalis und ihrer 
Formen in nicht zu schwerem, etwas feuchtem Boden, aber besonders im Rasen in Halb- 
schatten, siehe das Seite 61 Gesagte; trockener in leichtem Boden, der im Herbst nicht naß 
ist. damit die Zwiebeln gut ausreifen, müssen stehen G. caucdsi'cus und Flwesii, ebenso G. 
byzantinus und plicatus. beide lieben etwas Kalk ; trockene Plätze in der Felspartie liebt G. 
cilicicus; Vermehrung durch Brutzwiebeln im Juli-August, Verpflanzen im August bis 
September, Knollen 8 bis \Ocm tief, man lasse aber die Pflanzen mehrere Jahre ungestört; 
Verwendung für Garten, Alpinum und Park gleich wertvoll, Massenpflanzung, auch als 
Schnittblumen. 

G. Allenii, eine gute, zwischen caucasicus und latijolius stehende Gartenform ; G. by- 
zantinus [G. Gotivaldii Hort.), Balkan (Abb. 14), steht zwischen F/wesii und plicatus. 



206 Galänthus— Qalfega 

üppiger und früher als nivalis. Fetalen grünspitzig ; G. caucäsicus, ähnlich nivalis, aber 
früher, Blätter bis 1.5 an breit, auch Form mit grüngespitzten Fetalen: G. cilicicus, cili- 
cischer Taurus, wie Abb. 22i. sehr früh (in der Heimat ab November) blühend; G. Elwe= 
sii (Abb. 14), Kleinasien, sehr formenreich, großblütig, blüht etwas vor nivalis, als beste 
Form gilt var. Cassciba (oder Ccissala); G. Fösteri, Kleinasien, Blätter wie latifoliiis, Blüten 
ähnlich lilwesü, Februar-März; G.latifölius, Kaukasus, Blätter bis über 2 cm breit, nicht ge- 
faltet, Blüten Ende März; G. nivalis, Fyrenäen bis Kaukasus, eine Anzahl Kulturformen, 
auch gefüllt, var.//. /;/., Februar-März, var. corcyrc'nsis im November-Dezember, ebenso var. 



Abb. 223. üaluntlius cilicicus, cilicisches Schneeglöckchen in der Heimat, 20 cm (phot. W. Sit-he, Mersina). 

octobn'nsis ; G.plicätus, Krim, große Knolle, üppige Sorte, Blätter bis 2,5(7// breit, Rand 
umgebogen, März-April. 

Galatella punctata siehe Aster ac/is. 

Gälax aphylla {Blandfördia corddta), Bronzeblatt: ostnordamerikanische, bis 20 cm 
hohe, immergrüne Diapensiaceemit unterirdischen Ausläufern, herzförmigen, gekerbten, 
grünen Blättern und dichten Ähren kleiner, weißer Blüten auf nackten Schäften, Mai-.Iuni ; 
Kultur in schaltigen, feuchten Lagen im Alpinum, in humosem Boden, vor allem zur Un- 
terpflanzung von R/iododendron-Oruppsn zu empfehlen; an Stellen, wo im Winter das Laub 
der direkten Sonne etwas ausgesetzt ist, färbt es sich mit bronzeartigen Tönen; Vermeh- 
rung durch Teilung; Verwendung wie oben, die Blätter werden in der Heimat ähnlich 
wie bei uns Mahonienblätter für Dauerkränze verwendet. 

Galega, Gaisraute — Papilionaceen — Aufrechte, verästelte, harte, tief wurzelnde 
Stauden mit unpaar gefiederten Blättern und blau purpurnen oder weißen Schmetterlings- 
blüten in achselständigen Rispen, Juni-August; Kultur in jedem frischen, tiefgründigen, 
humosen Gartenboden in sonniger Lage ; Verm eh rung durch Samen (April) oder Teilung 
im Frühjahr; Verwendung für Rabatten im Garten oder in Vorpflanzungen im Fark. 



Ga!6ga — Gertiäna. 



207 



G. bicolor, folgender sehr nahe, Blütenstände lockerer, Blüten weißblaii mit dunklerer 
Fahne; G. officinälis, heimisch, bis über 1 m hoch, kahl, Blätter sechs- bis achtjochig, 
Nebenblätter breitlanzettlich, Blüten lila oder weiß (var. albiflöra); außerdem noch die var. 
coinpücta, nur 60 cm hoch, schöne Rabattenpflanze und ferner folgende 1-ormen, die teils zu 
bicolor gerechnet werden und zumeist wohl hybriden Ursprungs sind: var. Hartkindii (G. 
pdtula Hartkindii). Blüten lavendelblau und weiß, größer und reicher als beim Typ, auch 
für Schnittzwecke, var. „Duchess of Bedford". sehr ähnlich voriger, aber gedrungener; var. 
„Lady Wilson", gilt als noch besser; var. „Niobe", hochwachsend, rein weiß; var. cdrncci 
plena, losalila, halbgefüllt; G. orientälis, Kaukasus. Wurzelstock kriechend, kaum bis 1 rn, 
Nebenblätter breiteiförmig, Blüten blauviolett, meist schon im Mai, sehr hart, aber durch 
Ausläufer lästig; G.pätula, Tau- 
rien, mit officinälis verwandt, aber 
Blätter unserseits behaart, acht- bis 
zehnjochig.I^lüten weiß mit hellblau. 
Hülsen abstehend , nicht aufrecht, 
sonst wie diese. 

Galeöbdolon luteum siehe iMiiiiiiiii. 

Galeörchis (Orctiis) spectäbilis, 
Schauorche : ostnordamerikanischeOr- 
c h i d e e mit fleischigen Wurzeln, zwei 
Grundblättern und bis 30 cm hohem, 
3 — 6 blutigem Blütenstande mit violett- 
purpurnen, purpurn und weiß getönten 
Blüten, Juni. Siehe auch unter Orciiis. 

Oälium, Labkraut : von den vielen 
heimischen Arten dieser Rubiacee 
interessiert uns höchstens 0. baldense 
{G.fieli'äticum)iürs Alpinum als ein klei- 
nes, kaum über 10 cm hohes, niederlie- 
gendes, kriechendes Pflänzchen mit fei- 
nen, glänzendgrünen, sechs- bis acht- 
wirteligen Blättern und gelblichweißen 
Blütenrispen. Juni-August; Kultur an 
sonnigen, nicht zu trocknen Plätzen, auf 
Qeröllhalden. Auch O. criiciätuin. das 
dichte Rasen bildet und gelb vom April 
bis Juni blüht, ist hübsch, stark honig- 
duftend; fürs Alpinum fernere raf5/5/W- 
süm,Pyrenaeen, bisSfm, Q. olympicum, 
Mittelmeergebiet, 3 cm, wei(j, u.a.m. 

Gamander: siehe Teücrium. — Gaay- 
medes albus siehe Nurcissus triündnis. 
— Qarbe siehe Achitka. — Qarten= 
ChrysanthemumsieheCAo'Äß"'''^'«''"' 
indiciim. — Qaspflanze siehe Dicldm- 
niis. — Gauchheil siehe Anagällis. — 
Gauklerblume siehe Mimulus. 

Gaüra Undhelmeri: \e\an\sche. bis'über 1 /«hohe, buschige Onagracee mit eilanzettlichen ge- 
zähnten, wechselständigen Blättern und weißen, an Gdlenia gemahnenden Blüten mit langen Staubfäden 
und purpurnen Staubbeuteln in ährigrispigen, aufrechten Blütenständen, Juni-Oktober; Kultur in 
leichtem, sandigem Boden in sonniger warmer Lage; im Winter Schutz gegen Nässe. Reisigdecke; 
Vermehrung durch Samen ; Verwendung als reich und lange blühende Rabattenpflanze, auch 
für Vasenschmuck, doch in rauheren Lagen oder überhaupt besser als Sommerblume zu behandeln. 

Geißbart siehe Aninciis. — Geißraute siehe Oakfra. — Gelbling siehe Sibbaldia. — Gelbstem 
siehe Gugea. — Gemskresse siehe Hiitckins ia. — Gemswurz siehe Doröniciim. 

Gentiäna^*), Enzian — Gentianacecn — Niedrige oder höhere, schönblüti^e Stauden, 
wie Abb. 224 bis 227 ; Kultur usw. siehe bei den Arten ; die der Gruppe A sind meist für 
halbschattige Lagen im Park und auch für Rabatten geeignet, lieben guten tiefgründigen 
Qartenboden und vertragen Halbschatten ; die der Gruppe B sind in erster Linie im Alpinum zu 
verwenden. verlangen zum Teil vorsichtige Pflege, aber auch für Einfassungen (z.B.Gra//V7«£7/f/); 
Vermehrung durch Samen, die oft ein Jahr oder länger liegen, man säe daher im Herbst ins 
Freie an halbschattige Stelle oder in Töpfe, die durchfrieren müssen, bevor sie warm gestellt 
werden ; sehr wenige Arten, wie z. B. G. Farreri, auch durch Stecklinge. Es werden sehr viele 
Arten in den Alpenpflanzen-Katalogen geführt, doch heben wir nur folgende als beste hervor. 




ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 



(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. 



acaulis 210 

aestiva 210 

alba 209 

altaica 210 

Andrewsü 208 

asciepiadea 209 

— schistocalyx 209 

bavarica 210 

Clusii 210 

crticiata 208 

dahurica 208 

decumbens mongolica . . . 208 

excisa (Abb. 226) 210 

Farreri 210 

Fetisowii 208 

flavida 209 

Freyniana 209 

Qentlanella (Abb. 225) ... 210 



Rochelii 210 

Saponaria 209 

septemfida 209 

— cordifolia 209 

— lagodechiana 209 

— latifolia 209 

siphonantha 208 

thianshanica 208 

tibetica 208 

triflora 209 

Veitchiorum (Abb. 227) . . 210 
verna 210 

— alata 210 

— chionodoxa 210 

vulgaris 210 

Walujewii 208 

Weschniakowii ...... 208 



grandiflora 210 

Grombczewskii 208 

Kesselringii 208 

Kochiana 210 

Kurroo 208 

latifolia 210 

lutea (Abb. 227) 209 

macrophylla 203 

Olivieri 208 

ornata 210 

pannonica 209 

phlogifolia 208 

Pneumonanthe 209 

Przevvalskii 208 

punctata 209 

purpurea 209 

Regelii 208 

A. Höhere (15 bis 80 cm) Arten, Stengel mehrblütig. 

L Blätter wurzelständig, lang, Stengel mehr oder minder aufsteigend oder niederliegend, 
Internodien weit gestellt oft ungleich, Blüten wirtelständig, oben oft kopfig, im Juni-.Iuli, 
Samen braun, flügellos ; Kultur leicht, im Beet oder Alpinum, sonnig oder halbsonnig, frischer 
Boden (Gruppe Aptera, cnidata-Typus). 

G. cruciäta, Europa-Nordasien, 15 bis 50 cm, Blüten tief azurblau, außen blaugrau, in 
Sibirien durch G. macrophylla vertreten, üppiger, Internodien ungleicher, blau; weit schöner 

als diese beiden G. phlogifolia, 
Transsilvanien, leuchtend dunkel- 
blau ; G.dahürica (G.KiurooHori., 
G. Przewdlskii), Dahurien, tief dun- 
kelblau, prächtig; G. thianshani- 
ca (G. OliriM Hort., G. RegcHii), 
Turkestan, polymorphe Art mit bald 
größeren, bald kleineren, heller oder 
dunkler blauen Blüten, in lockeren 
oder dichten kopfigen Wirtein, die 
echte G. Olivk'ri (G. Weschniakowii) 
nicht in Kultur; G. decumbens 
\M. mongolica, Mongolei, Blüten 
lichtblau in locker gestellten Wir- 
tein, schön und großblumig; G.ti- 
öef/ca,Tibet, robust aufrecht, groß- 
blättrig, Blüten aber klein, weiß, un- 
schön; nur botanisch interessant sind 
dieturkestanischenG./^^^/sdn'//,trüb- 
blau, G. Grombczi'wskii, schmutzig- 
weiß, G. Kesselringii, weiß und G. 
Walujewii, weißlich blau, sowie die 
chinesische G. siphonantha, klein- 
blumig, blau. 

11. Wurzelständige Blätter fehlend, 
Stengel aufrecht, mehr oder minder 
dicht beblättert, Blüten in Wirtein, 
nicht kopfig, Samen weißlich, grau- 
lich, mehr oder minder geflügelt 
( Pneumonanthe-Typ ) . 

G. Andrewsü, östliches Nord- 
amerika, 25 bis 30 cm. Blüten ge- 




Abb. 225. Qentiana Oentianella (Q. acaulis Hort.) 
Enzian, Kulturbeet (ü. .Arends, Ronsdorf). 



schlössen, amethystblau. August-September, feuchte Lagen, wenig schön ; hieran schließen 
sich die amerikanischen G.Jlävida {0. alba). G. Saponciria und andere; G. asciepiädea, 
Schwalbenwurz, Mitteleuropa, Kaukasus, 30 bis 70 c/n, Blüten azurblau, dunkler ge- 
punket, oder weiß. var. a//)a. ,Iuli-September, fi^ir 
Park, Wiesen. Gebüsch : var. schistocälyx. stark 
wachsende Form; G. Freyniäna, Kieinasien, 
Blüten himmelblau, steht scptemfida nahe. Samen 
stark geflügelt; G./üfea, Europa-Kleinasien, den 
Enzianschnaps liefernd, 0.5 bis 1.2 w, Blüten gelb, 
.luli-August. wieAbb. 224. liebt tiefgründigen leh- 
migen Boden, verbastardiert leicht mit piirpiirea 
und auch G. punctata, die sehr nahe steht und hell- 
gelbe Blüten mit schwarzen Punkten hat. G. lutea 
wächst schwer an. keine wilden Pflanzen ausheben ; 
ähnlich G.pa/inön/ca, trüb purpurn, dunkel ge- 
punket. [^öhre bleich gelb ; G. Pneumonänthe, 
Lungen bl um e. Europa. 15 bis 45 cm. Blüten 
tief azurblau, grün gestreift und gepunktet, liebt 
sumpfige, torfige humose Lagen ; in Ostasien durch 
G. trijlöra vertreten ; G.purpürea, Europa, Blü- 
ten außen hellpurpurn, innen gelb. Sommer; G. 
septemfida, Orient, Nordasien, 15 bis 30 oh. 
Tracht der asciepiädea. Blüten groß, hellblau mit uns der „G.irten\veifj. 

weißlichem Schlund, .August-September, guter 

Spätblüher, echte Form selten in Kultur, meist var. cordifölia (var. latijölia). mit herzför- 
migen Blättern, Stengel mehr aufsteigend, wie var. lagodechiana, niederliegend, leuchtend 
blau mit weißem Schlund. 

B. Niedrige (5 bis 10 cm) Arten, Stengel einblütig. 




Abb. 226. Genliuna exn'scL 8 cm 




Abb. 227. Gentiuna Veiictüoriiin. China-Enzian 10 cm (J. 
Schneider, Unsere Freilandstaiiden, 3. AuHage. 



210 



Gentiäna— Qeränium 



G.altäica, Hochgebirge von Sibirien und Mongolei, dichtrasig, Blätter lineal. Blüten groß, 
glockig-trichterartig, leuchtend dunkelblau, kurzstielig; G. bavärica, Gebirge von Mittel- 
europa, 10 cm, Blätter lebhaft hellgrün, verkehrt eiförmig, Blüten schön samtig azurblau, 
Mai-.luli. quellige schattige Lagen in Sphagnum. Alpinum ; G. excisa Presl (wilde acatilis 
zum Teil). Alpen. Voralpen. Blätter elliptisch oder oval, steif, glänzend grün. Kelchzähne 
aus verschmälertem Grunde eiförmig, lanzettlich, weit abstehend. Blüten tief azurblau, Abb. 2 2 (i ; 
G. Gentianella (die kultivierte acaülis, angeblich excisa xviilgaris), üppiger als die 
Eltern, meist Mai. oft bis Juli. var. alba, weiß, liebt ungedüngte. lehmige Gartenerde mit 
schottrigem Untergrund, genügend gießen. Schutz vor heißer Mittagssonne. Abb. 225; 
G. latifölia (wilde acaiilis zum Teil. G. grandijlöra, 0. Kochidna], von excisa und vulgaris 

abweichend durch glanzlose, gelb- 
grüne, schaufeiförmige, stumpfe 
Blätter, Kelchzähne ähnlich excisa, 
aber länger, Blüten mehr stumpf 
indigoblau, kalkfliehend, kulturell 
fast wertlos; G. Veitchiörum , 
Westchina, steht G. venia nahe, Blät- 
ter lineal, erst im August reich sa- 
phirblau blühend, Abb. 227; noch 
später blüht G.Färreri (G. orndta 
Hort.) aus Nordwestchina, Blüten 
groß, prächtig cambridge-blau, aus- 
sen purpurn und hellgelb gestreift, 
sehr guter Spätblüher ; G. verna, 
Europa, 3 bis \Ocm, Blätter stumpf- 
graugrün, spitz elliptisch, Blüten in- 
tensiv azurblau ; var. aldta, Kauka- 
sus, asiatische Alpen, Kelch stärker 
geflügelt, Blüten weit dunkler; bei 
var. cliionodöxa weiß, April-Mai. 
schönste Art fürs Alpinum, für trock- 
ne Lagen, sehr fest pflanzen ; als fast 
noch schöner gilt die nahestehende 
im Herbst blühende G. aestiva; G. 
vulgaris Neilreich (wilde acaulis 
zum Teil, G. Cliisii, G. Rochelii) von 
excisa abweichend durch schmale 
spitze Blätter. Kelchzähne dreieckig- 
lanzettlich, der Blütenröhre ange- 
drückt.Blüten ein wenig kleiner, aber 
prächtig azurblau, liebt Kalk. 
Geränium, Storchschnabel — Geraniaceen — Aufrechte, buschige Stauden mit 
gelappten Blättern und ziemlich ansehnlichen Blüten, wie Abb. 228. und 22Q; Kultur im 
allgemeinen in jedem guten, nicht zu schweren, aber frischen Gartenboden ; V e r m e h r u n g 
durch Teilung oder Samen; Verwendung als Rabaltenpflanzen auch im Park und Al- 
pinum, man vergleiche die Arten. 

G. argenteum, Alpen, 10 bis 15 c/n. silberweiß behaart, Blätter fünf- bis siebenteiHg, 
Blüten hellrosa, .luli-August, für sonnige Felsen, wo die Wurzeln tief in den Erdboden drin- 
gen können ; G. armenum, Armenien, 50 bis dO cm, Blüten groß, karminrot, ,luni-August, 
gilt als schönste der hohen Arten ; G. cinereum, Pyrenäen, ähnlich argenteum, aber Blätter 
graugrün, Blüten dunkelrosa, ebenso zu verwenden; G.Endressii (G. batrachioides), Py- 
renäen, 40 bis 50 cm, Blüten zartrosa, dunkel geädert, .luli-Herbst. sehr dankbar, ähnelt 
sanguinciim: G. eriostemon (G.platyänthum). China, .30 bis 50c/h, Blüten rosapurpurn, 
August, siehe Abb. 22s. für Rabatten; G. grandiflörum, Nordasien, 30 bis 50 cm. Blätter 
behaart, Blüten tief violettblau. Mai-.luli, für niedrige Rabatten und fürs Alpinum ; G. ibe= 
ricum, Kaukasus, 50 bis 70 cm, behaart, Blätter fünf- bis siebenlappig, Blüten blauviolett. 
Mai-Juli, für Park, verträgt viel Trockenheit und Sonne; G. macrorrhizum, Südeuropa, 




Abb. 228. Oeniniuni eriostemon (G. platyanthum), groß- 
blumiger Storchschnabel, 60 cm (J. Veitch & Sons). 



Qeränium— Qeiim 



20 bis 40 cm. Blätter hellgrün. Blüten blutrot, Mai-Juli, für Alpinum. Garten und Park, hu- 
moser Lehmboden; G.nepalense, Himalaya, locker, aufrecht-aufsteigend. bis 15 cm, zottig 
behaart. Blätter drei- bis fünflappig oder -teilig, Blüten meist einzeln, rosa oder purpurn, fürs 
Alpinum brauchbar: G.platypetalum (G. ibL'riciim var.platvperalum), Kaukasus, leuchtend 
blauviolett. ,luli-September: (i. pratense, heimisch. .^0 bis 80 cm, Blüten leuchtendblau 
oder weil.) (var. (ilhimD.auch gefüllt W^r. fl.pl.]. lila oder weiü. .luni-August. Rabatten. Park; 
G. Pylzowiänum. China. Tracht wie sangnineum. Blätter-etwas silbrig. Blüten schön rosa, 
jetzt in Holland in Kultur, hübsch; G. rivuläre (G. aconitifölium). Alpen. 20 bis ,S0 cm, 
Blüten weiß mit roten Adern, .luni-.luli, wie Abb. 21'-) \ G. sanguineum, Blutrösle, hei- 
misch, 15 bis 45 cm. im Herbst oft ganze Pflanze blutrot, Blüten groß, blutrot oder weiß 
(var. ulbiim], Mai-August, niedrige 
Rabatten, trockene sonnige Hänge 
im Park, var. lancastricnse (G. lan- 
castricnse. G. prostrdtiim) , nied- 
riger, rasenbildend, Blüten fleisch- 
farben, fürs Alpinum; G. sylväti= 
cum. von dieser heimischen Art ist 
eine gefüllte Form, var. //. /;/., in 
Kultur, blaulila, Mai-Juni. — Noch 
viele Arten nennenswert. 

Gerbera Jamesönii: diese orange- 
gelbe, südafrikanische Kompositc, 
von der jetzt so viele Kultiirformen ge- 
züchtet wurden, welche herrlicheSchnitt- 
blumen darstellen, ist in Mitteleuropa als 
Freilandstaude kaum brauchbar; doch 
sollte man sie in Dalmatien.Südtirol usw. 
in heißen, im Winter nicht zu feuchten 
Lagen für Freilandl<ultur versuchen. — 
Die Arten aus dem Himalaya, wie z. B. 
G. Kuntzednu, sind wohl hart, aber nur 
von botanischem Interesse. 

Qeriner siehe Verdtrum. — Geryö- 
nia siehe Berginia. — Gespenst siehe 
Smyrnium. 

Geum, Nelkenwurz, Bene= 
dictenkraut — Rosaceen — Niedrige oder mitlelhohe buschige Stauden mit unter- 
brochen oder leierförmig gefiederten Blättern und meist mehrblütigen, lockeren Dolden- 
rispen mit gelben oder rot getönten Blüten und federigen Fruchtständen; Kultur im all- 
gemeinen in etwas leichtem, humosem Boden, man vergleiche aber die Arten; Vermeh- 
rung durch Teilung und Samen; Verwendung als Rabattenpflanzen und fürs Alpinum; 
G. coccineiim fl. pl. auch für Schnitt. 

G.(5/'£'i't^/-s/ß)ai7emoi7o/(/es, Kamtschatka, Ostasien, niedrige kriechende Hochalpine. Wur- 
zelstock verholzend. Blätter glanzlos, dunkelgrün, an Potcntilla tridentata erinnernd. Blüten 
einzeln, blendend weiß, L'ri'ös-artig. prächtig; ähnlich G.dryadijölia, Japan, Belaubung rosen- 
artig; G. bulgäricum. Hochgebirge Bulgariens, etwa 50 cm. breitbuschig, Blüten nickend. 
gelb..luli-August (ähnelt G. rivctle. für feuchte Wiesen), für steinige, feuchte Hänge im großen 
Alpinum und Park, doch ohne besonderen Wert ; eine Hybride bulgariciim>Ccoccineiim scheint 
zu sein G. Borisii. mennigrot, den ganzen Sommer blühend ; G. coccineum. Orient. Kau- 
kasus, 40 bis 50 r/H, behaart. Blüten leuchtend orangerot. besonders wertvoll var.//. pl.. ge- 
füllt (geht auch als atrosangiiiiieiim fl. pl.). und vor allem „Mrs. Bradsh aw". Blüten sehr 
groß, leuchtend karminrot, Juni-September, für Rabatten, liebt frischen guten Boden, ver- 
trägt Halbschatten ; G. Ewenü ist eine Gartenform des coccineum. Blüten orangefarben, halb 
gefüllt, ebenso; G.Heldreichii mit mennigroten, bei var. luteum- gelben Blüten. Mai-.luni. 
besonders schön var. splendens. auch für Schnitt, ferner var. magrüficiim. 40 cm. Belaubung 
üppiger, saftig grün. Blüten groß, hellorange, halb gefüllt, Juni ; G. (Sicversiu) montänum. 
heimisch. 10 bis 30 cm. Blüten einzeln, goldgelb. Mai-Juli, Alpinum, var. anrantiacum mit 
tief orangefarbenen Blüten, bis 25 cm, ist eine Hybride mit tieldreichn; G. pruhoniciä^ 
num { G. coccineum plenum X G. strictum), bis 1 ,5 m. Blüten klein, zahlreich, leuchtend orange, 
halbgefüllt; G. pyrenäicum. Pyrenäen, ähnlich montänum, aber üppiger, bis 40 cm. Al- 

14* 




Abb. 229. Oenmhim riviitare. Bachstorchschnabel, 40 cm 

(Orig.. Kew 0.irdcnsl. 



2i; 



Qeuin — Qlobuläria 




pinum; G. reptans. Alpen, ausläufertreibend, bis 20 c/ii, Blüten grolJ. einzeln, tiefgelb. 
Juni-Juli, sonnige und halbschattige Felsen, lehmige Rasenerde mit Sphagnum, gute Alpine; 
G. riväle ..Leonards Var." ist eine besonders grol.lblütige. lebhaft rötlich gefärbte üppige 
Form der bekannten heimischen Art. — Ferner sei hingewiesen auf die nordamerikanischen 
Arten G. {Sieversia) Rössii, niedrig, klein, gelb, und G. triflönini [Sieversia cilidta) 20 bis 
30 cm. Blüten hellrosa, nickend. 

Qewitterblume siehe Stembi'rgiii. — Giersch siehe Aegopödium. — Qiftheil siehe Aconitum An- 
tltöni. — Gilbweiderich siehe Steuvn^ma. 

Gilia coronopifolia {/poniopus ^legan\) ist eint altbekannte, nordostamerikanische Gartenpflanze, 
die aber iiiii /wlii ilin^' ist 

Gillenia (^ // i trifoliäta, Dreiblattspiere: harte, aufrechte, 70 

bis 80 cm hohe, buschige, nordame- 
rikanische R s a c e e wie Abb. 230, 
mit dreizähligen, fast sitzenden Blät- 
tern und langgestielten, weiß oder 
rosafarbenen Blüten in rispigen Blü- 
tenständen, ,Iuni-August ; Kultur 
in jedem nicht zu schweren, frischen 
Gartenboden und am besten in halb- 
schattiger Lage; Vermehrung 
durch Teilung und Samen; Ver- 
wendung für Rabatten und fürs 
Alpinum. — Eine ähnliche Art ist 
0. stipiildcea. 

Qipsl<raut siehe Qypsopliila. — Gi- 
räldia Stäptii siehe Atractylis. 

Gladiolus, Siegwurz — Irida- 
ccen — Da die großblütigen vom Kap 
stammenden Arten und deren bekannte 
Qartenformen nicht winterhart sind, so 
kommen für uns nur die heimischen und mediterranen, kleinblütigen Arten in Betracht zur Einbürge- 
rung auf Parkvviesen; man pflanzt die Knollen im Herbst etwa 10 bis 15 rm tief. 

G. byzantinus, Orient, der folgenden sehr ähnlich, aber in allen Teilen üppiger. Blüten zahlreich, 
lebhaft violettrot, Mai bis Juni ; G. commüais, heimisch, 30 bis 60 cm, Ähren fünf- bis zehnblütig, Blüten 
purpurn, Juni, mehr trockene Lagen; G. Jmbricätus, sehr ähnlich, mehr für feuchte Lagen, blüht etwas 
später; G.palüster, 30 bis 45 cm, Ähren nur zwei- bis fünfblütig, Juni bis Juli. 

Qlanzbinse siehe Holosclio^nus. — Qlanzgras siehe Pha/aris. — Qlanzwurz siehe Lipuris. — Qlatt= 
hafer siehe Airhemitlicrum. 

Qlaucidium palmätutn : üppige japanische Ran u n c ul acee , bis60fw. Blätter breit, schön, ahorn- 
artig, Blüten einzeln, tief seidigviolett; für lichte Wälder; ob bei uns versucht? 

Glaücium, Hornmohn: die bekannten Arten dieser Papaveracee wie Q.flavum. rubrum und 
tricolor sind ein- oder zweijährig. Eine Staude ist Gl. graadiflörum, Kleinasien-Persien, blaugraugrün, 
feinfilzig, Grnndblätter leierförmig-fiederschuittig, Blüten groß, gelbrot mit violettem Qrundfleck, im 
April; Kultur in jedem Qartenboden in offener sonniger Lage im Alpinum. Ebenso die südeuropäische 
Q. luteum mit gelben Blüten im Juni. 

Glaux maritima, Milchl<raut: lockerrasige, 5 bis \5cm hohe Primnlacee mit dicklichen Blättchen 
und achselständigen hellrosa Blütchen, Mai bis Juni; Salzbodenpflanze und nur für erfahrene Pfleger 
von Bedeutung. 

Glechöma hederäcea {Nepeta Glecliöma], Gundermann, Gundelrebe: bekannte 
heimische, kriechende Labiate mit herznierenförmigen, gekerbten Blättern und bis 40 cm 
hohen Blütentrieben mit hellvioletten Blüten. April-Juni; hiervon die var. variegcita mit weiß- 
gefleckten Blättern als Boden- und Felsendeckpflanze ähnlich Ajiiga reptans ; Vermehrung 
durch Ausläufer. Eine wertvolle neue Art ist G. Hiiulcnlmrgidna, Urwald von Bialowies, 
Polen, üppiger als hederacect, verträgt tieferen Schatten. 
Glimmersteinbrecli siehe Zaiilbrüclineni. 

Globuläria, Kugelblume — Globulariaceen — Niedrige, harte Stauden mit spa- 
tel- oder verkehrt-eiförmigen Qrundblättern und kleinen, blauen Blütchen in gestielten, ku- 
geligen Köpfchen; Kultur in sonniger, rasiger Lage in der Felspartie und auch in nicht zu 
schwerem Gartenboden als Einfassungspflanze ;Vermehrungdurch Samen oder Teilung ; 
Verwendung im wesentlichen nur für Liebhaber in Massen. 

G. cordifölia, Alpen, etwas halbstrauchig, niederliegend, Grundblätter klein, Stengel 
fast blattlos, 2 bis 10 cm, var. alba, weiß, Mai-Juni, wenn einmal angewachsen, sich leicht 



Qlobuläria — Qunnera. 213 

im Felsgarten ausbreitend; ähnlich ist G. bcUidiJölia: G. Linnaei (G. vulgaris zum Teil), 
West- und Nordeuropa, Blätter derblederig, spateiförmig, zweispitzig, sonst wie Willköinmii; 
G. nudicaülis, Alpen, nicht verholzend, bis 1 5 au, gröl.ierblättrig, viel weniger reichblühend, 
in Moos und Lehmerde geschlossen pflanzen, verträgt auch Halbschatten ; G. trichosäntha, 
Kleinasien, Syrien, bis 15 cm, Stengel wie bei folgender beblättert, Grundblätter aber nur 
einnervig, Mai-.Juni ; G. WiHkömmü (G. iv//f/«'m zum Teil), südliches Mitteleuropa, Grund- 
blätter fünfnervig, rundiich-spatelig, an Spitze ausgerandet, bis 25 cm, Mai-.luli, bei var. 
alba Blüten weil.), liebt Kalk ; die beiden letzten auch als Einfassungspflanzen verwendbar. 

Qlöckel siehe Cortüsa. — Glossocömia clematidea siehe Codonöpsis. — Glyceria aquätica siehe 
Catubrösu. 

Glyceria (Paniciihiria) spectäbilis. Süßgras: bekanntes heimisches Ufergras mit 
kriechendem Wurzelstamm und bis 2 w hohen, dicken, aufrechten, gelbgrün beblätterten 
Stengeln und rispigen Blütenständen. Juli-.August : hiervon sind in Kultur je eine gold- und 
weil.i-bunte Form^''), die kaum über 1 m hoch werden und als dekorative Uferpflanzen zu 
empfehlen sind. Triebe für Schnitt brauchbar ; K u 1 1 u r in jedem nahrhaften, nicht zu trockenen 
Gartenboden, besonders an Wasserläufen; Vermehrung durch Teilung (Ausläufer). 

Glycine Apios siehe Apios. 

Glycyrrhiza gläbra, Süßholz: bis meterhohe, westasiatische L e g u m i ii o s e mit gefiederten Blättern 
und blauvioletten Blütenähren gegen den Herbst hin, die gelegentlich von Liebhabern kultiviert, aber 
leicht durch Ausläufer lästig wird. Als schöner gilt die italienische G. echinäta mit bestachelten Hülsen, 
blüht vom Juni ab. 

Gnadenkraut siehe Qmtiola. — Gnaphälium siehe Antennaria, Helichiysiini und l.eontopödium. — 
Goebelia siehe Söplioni. — Goldbaldrian siehe Patrinia. — Goldbandlilie siehe l.illiirn aiirdtiim. — 
Goldhafer siehe Trisctiim. — Goldkeule siehe Orötitiuni. — Goldlack siehe Clieirdnlliiis Clwin. — Gold- 
nessel siehe Ldinimn luteum. — Goldranunkel siehe Tröllius. — Goldrute siehe Soliddi;o. — Qold= 
Stern siehe Od_<(eu. — Qoldwurz siehe Aspliödelus. — Goniolimon siehe Stdtice. — Goodenia repeas 
siehe Sellii'ra nidUuns. 

Goodyera repeas, Spaltwurz: heimische, harte, 10 bis 25cm hohe Orchidee mit kriechendem, 
fleischigem Wurzelstock, wintergrünen, marmorartig geäderten, eilänglichen Blättern und grünlich- 
weißen Blüten in dichten Ähren, Juli-August ; K u 1 1 u r in trockenem, humosem Nadelwaldboden an halb- 
schattigen Orten; Vermehrung durch Teilung; Verwendung nur für Liebhaber an geeigneten 
Stellen im Alpinum und Park (in Massen), an ungeschützten Orten im Winter Schutzdecke von Laub 
und Reisig; als schöner noch gilt die nordamerikanische Form var. oplüödes, deren Blattzeichnung leb- 
hafter ist. 

Gormänia oregaoa siehe Sedum oreganuni. — Granatrispe siehe Heiicheni. 

Graphephorutn arundinäceum {Scolöc/i/oa anindinacea): 0,Q bis 1,8/« hohe Q ram i n ee der nörd- 
lichen gemäßigten Zone mit kriechender Qrundachse und großen lockeren Blütenrispen im Juni-Juli; 
als Ziergras für feuchte Plätze im Parke verwertbar, 

Graslilie siehe Antlu'rkum. — Grasnelke siehe Armcria. 

Gratiola officinälis, Gnadenkraut: heimische, 15 bis iO cm hohe S c roph u I a ri a cee mit kan- 
tigen Stengeln, gegenständigen, lanzettlichen Blättern und einzehi achselständigen, gelblichweißen oder 
rötlichen Blüten im Juni-August; als Uferpflanze im Park für Lrebhaber verwendbar, aber giftig I 

Greigia sphaceläta {Billbergia oder Bromelia spliacelala) : chilenische Bromeliacee, ananasartig, 
bis 80 cm, Blüten rosenrot, in dichten Köpfen im Sonmier; soll gelegentlich in Südtirol im Freiland 
kultiviert werden. Eine der härtesten Vertreter der interessanten Familie. 

Gregöria Vitaliäna siehe Doiigldsia. — Griffelträger siehe Stylöpliorum. 

Grindelia: 30 bis 50 rm hohe, /«u/a-ähnliche, gelbblütige Kompositen aus den südlichenVereinigten 
Staaten, wie z. B. glutinöaa und robiista, die im Sommer blühen und keine besonderen Ansprüche an die 
Kultur stellen; nur für Liebhaber. 

Grindkraut siehe Scabiösa. — Grünstendel siehe Coeloglössum. — Günsel siehe Ajiiga. — Guinea- 
gras siehe Pdnicum mdximum. — Gummiwurz siehe Opopdnax. — Gundelrebe, Gundermann siehe 
Qlecliöma. 

Günnera — Halorhagidaceen — Prächtige, leider nicht ganz harte, südamerika- 
nische Blattpflanzen mit riesigen, rundlich herzförmigen, gelappten, dickstieligen Blättern, 
wie Abb. 24, Blüten ganz unscheinbar in sitzenden Kolben am Boden: Kultur in nahr- 
haftem, tiefgründigem, durchlässigem, aber nicht zu trockenem Boden, im Sommer viel 
Wasser und gelegentlich Dungguü, warme Lage, sonnig oder halbschattig : jedenfalls mög- 
lichst windgeschützt ; nach Eintritt des Frostes schneide man die Blätter ab, stülpe einen 
Korb oder Kasten über die Pflanze und umhülle diesen mit trockenem Dung, Laub und Rei- 
sig: der Deckel bleibt offen, solange es die Witterung gestattet; die Pflanzen leiden beson- 
ders durch Nässe im Winter, im Frühjahr mul.l man zeitig lüften, damit sie nicht zu früh 
treiben, aber gegen Nachtfrost immer wieder decken ; Vermehrung durch Knospensteck- 
linge, die man am Grunde der Pflanze abschneidet, auch Aussaat, gleich nach Reife, Samen 



214 



Qünnera — Qypsöphila 



liegen aber lange ; V e r w e n d ii n g als Einzelpflanze auf Rasen und am Ufer, erst alte Pflanzen 
wirklich schön. 

G. chilensis (G. scdbra). Chile, bis 1,5 m, wie Abb. 24, Blattstiele grün, verträgt mehr 
Trockenheit, ist aber nicht so üppig wie G. manicäta, aus Siidbrasilien. mit rötlichen Blatt- 
stielen, die in halbschattigen, warmfeuchten Lagen riesige Blattdimensionen erlangt. Ferner 
sei erwähnt G. maghelldnica aus Patagonien, nur 10 cm hoch, kriechende Rhizome. Blätter 
klein, rundlich-herzförmig; für feuchten moorigen Boden in halbschattiger Lage. 

Gymnadenia (Habcndria). Mändelwurz, Höswurz, Friggagras : bekannte heimische Orchideen 

mit handförmig geteilten Knollen und 
schön duftenden, langgespornten Blüten, 
Mai-Juli; Kultur usw. siehe Orcliis, 
doch trockenere, sonnige Lagen, leicht 
lehmigen Sandboden. 

0. conopsea. 30 bis 60 cm, Blätter 
lanzettlich, Blüten langgespornt, hell- 
, , purpurn oder weißlich, breitet sich leicht 

durch Selbstaussaat aus, wenn sie im 
(jrase oder in anderen Bodendeckpflan- 
zen steht; G.odoratissima, bis 30 cm, 
Blätter lanzettlich-lineal, Sporn kürzer, 
l^lüten hell purpurrosa oder weiß, alles 
zierlicher; außerdem Q. ülbida mit klei- 
nen, weißlichen Blüten, bei denen alle 
fünf Hüllblätter helmartig zusammen- 
schließen, nichtduftend, unansehnlicher. 
Oymnändra stolonifera siehe La- 
götis. — Gymnogrämniejapönicasiehe 
Dictyogramme. 

Öymnolömia multiflöra ist eine ein- 
jährige Komposite aus den südlichen 
Vereinigten Staaten. 

GymnoJ/ieca cA/ne'ns/s; chinesische 
Staude wie Säumnis, aber etwas kleiner, 
mit geöhrt herzförmigen Blättern; ob in 
Kuhur? 

Gymaöthrix latifölia siehe Penni- 
sttum. 

Gynerium argenteum (Cor- 
taderia argen tea), Pampas- 
gras: bekanntes, prächtiges, 
schmuckvolles, bis über 2 //; hohes 
Ziergras mit wundervollen Rispen, 
wie Abb. 231, August-September; 
K u 1 1 u r am besten in warmen, son- 
nigen, gegen rauhe Winde geschütz- 
ten Lagen in gutem, durchlässigem 
Boden, der im Winter kein Wasser 
hält, dann aber im Sommer reichlich gießen und düngen ; man kann es im Winter decken 
wie Ounnera, dabei auch den Raum des übergestülpten Gestelles mit trockener Spreu oder 
Sägespänen ausfüllen, doch genügt es meist, die Pflanzen nach L>ost bis auf 30 bis 40 cm 
abzuschneiden, die Halme darüberzuschichten und alles mit Fichtenreisig zu belegen, wo- 
rauf man nach Bedarf trockenen Strohdung und Laub bringt; Verwendung als außer- 
ordentlich dekorative Zierpflanze für Rasenplätze, Ufer usw. In Kultur mehrere Formen mit 
besonders schönen rosafarbenen oder weißen Blütenrispen, die für Trockenbuketts sehr 
wertvoll sind. — Als härter gilt das sonst ähnliche G. conspiciii/iii. 

Gypsöphila, Gipskraut — Caryophyllaceen — Niedrige oder etwas höhere 
Stauden mit linealen oder lanzettlichen Blättern und doldentraubigen oder rispigen Blüten- 
ständen, wie Abb. 58 und 2,'^2-23S\ Kultur der pa niai/af a-Formen als Rabattenstauden 
in ziemlich trockenem, leichtem Boden und der anderen Arten im Alpinum in trockenen 
sonnigen Lagen; Vermehrung durch Teilung und Samen (April-IVlai) oder auch durch 
Stecklinge ; Verwendung wie oben, die paniciilata und rcpcns monstrosa auch für Schnitt. 
G. acutifölia, aus den kaukasischen Vorbergen, bis über 50 cm. grün, Stengel knotig, 
Blütenstände drüsig, weiß. Spätsommer, trockene Lagen ; G. aretiot'des, persische Hoch- 




Abb. 231. Oynerium (Cortaderia) argenteum. Pampasgras, 2 

iphol. .\. Purpus). 



Qypsöphila — Halfinia 



215 




Abb. 232. Gynsophilü , 



alpen. Transkaukasien. dichte steinharte Polster bildend, wie Androsace helvctica, holzige 
Pfahlwurzel tief in Gesteinsspalten dringend. Blüten lila-weil.), wächst sehr langsam, aber 
fürs Alpinum zu empfehlen; G. cerastioides, Himalaya, kriechend, rasig, bis lOc/w, be- 
haart, Blüten weil.) mit violetten 
Adern,]Vlai .luni.wie Abb.i.^i.schö- 
ne raschwüchsige Alpine ; G. orte= 
gioides ( 7"/////((/.vi'/()/T///>ff l.Kappa- 
dozien. am Grunde leicht verhol- 
zend, Tracht wie Abb. 233. bis 30 
cm, fein drüsigbehaart. Blüten weil.), 
rot geädert, reichblühende Felsen- 
pflanze,August ; G.panicüläta,*') 
Schleierkraut. Mitteleuropa. auf- 
recht verästelt. 0,5 bis 1 III, Blüten- 
stände fein schleierartig, weiü. Juli- 
August, gelegentlich bis September, 
graziös, sehr wertvoll ist//. /;/. mit 
gefüllten Blütchen, etwa eine Woche 
später als Typ, die durch Wurzel- 
halsveredelungen auf die einfache 
Form oder am leichtesten durch 
Stecklinge vermehrt werden kann; 

G. repens, heimisch, große Rasen bildend, kriechend, 8 bis 15 cm. weil.iblütig oder rosa 
(var. rösea), Mai-Juni, oft bis September, fürs Alpinum; die var. monsfrösa, höher ver- 
zweigt, wie Abb. 58. schön ; G. Sündertnännii (G. repens X transsylvanica). noch üppi- 
ger als repens monstrosa. Blüten weil.) ; G. transsylvanica (Bdnflya pctra(?a)Aesie. kleine, 
runde Polster, weiße Blüten. Juni ; durch die Hybride übertroffen. 

Haarblume siehe Trkiiosüntlies. — Haarfarn siehe Adidntum. — Haargras siehe clymiis. — Ha- 
beaäria siehe Oymnadi'nia. 

Haberlea rhodopeasis: niedrige, harte, Ramondia sehr ähnliche, bulgarische Qesneracee mit 
länglichen, wintergrünen Blättern und hellblau-violetten, an kleine Gloxinien gemahnenden Blüten mit 
gelbem Schlund, var. virgindlis, weiß, Mai-Juni, wie Abb. 234; Kultur usw. wie Ramondia. — Sehr 
ähnlich, aber zierlicher ist die seltene H. Ferdindndi-Cobürgi. 
Habichtskraut siehe Hiercicium. 

Hablitziatamaoides : harte, kaukasische, 2 bis 4 in hoch windende Chenopodiacee mit rüben- 
förmiger Wurzel, hohlen, gefurchten Stengeln, wechselständigen, dreieckig herzförmigen Blättern und 
kleinen, grünlichen Blüten in hängenden Rispen, Juli-August; Kultur in jedem tiefgründigen Qarten- 
boden in sonniger oder schattiger Lage ; V e r m e h r u n g durch Erdsprosse oder Samen ; V e r w e n - 

d u n g nur für den Park zurVer- 
f i^JTj'öSi^Jhs *SM^S&«**' ■'--•"• ■•■'•^'•^*M«H%Js^Biea kicidung kahler Stämme, Mau- 

'YijittflißiHi^^^KSlm^': '■7'--"''^^ ern. Ruinen; im Garten Unkraut. 

Hacquetia Epipäctis Dec, 
Schaftdolde: heimische, lObis 
20 (/«hohe U m bei 1 i f e re mit 
kräftigem Wurzeistock, hand- 
f()rniig drei- bis fünfteiligen 
(jrundblättern und gelbgrünen 
Blüten in kopfförniigen umhüll- 
ten Dolden. April-Mai ; K u 1 1 u r 
in schattigen Lagen in humo- 
semWaldboden imAlpiiimn und 
Park; Vermehrung durch 
Teilung; für Liebhaber, im Ver- 
ein mit Frühlingsanemonen. 

Händelwurz siehe Gyiniia- 
dc'iiiu — Hafer siehe Avcna. — 
Hahnenfuß siehe Runümnlus. 
— Hainlattich siehe.4/)(i.vm.v.— 
Hainsimse siehe l.üzuhi. — 
Hainwindröschen siehe Ane- 
iiionv ncmorosu. — Hakenlilie 
siehe Cn'iuiiu. 

Abb. 233. Gypsophda ortegioides, kappadozisches Gipskraut, 15 cm tialenia Perrotteti ist eine 

(phot. w. Siehe, Mcrsina). mit Sweertia verwandte, nur 




Halfenia— Helenium 




Abb. 234. Haberlea r/wdopensis. 15 cm, in Kew (Origi 



zweijährige Qe n ti a ii a cee von dem Nilgherries-Oebirge in Ostindien. — Halogeton spinosissimum 
siehe Noucki. — Haplocärpba iAir/öti^) Leichtllni ist eine bei uns wohl nicht winterharte Komposite 
vom Kap. — tlaplopäppus siehe Ap/opiippi/s. — Haplophylluw siehe Riita. 

Harbourea trachypleüra: eine an Cieiita erinnernde Umbellifere aus Kolorado und Neu-lVlexiko 
mit vielfältig geteilten, zerschnittenen Blättern und langgestieltcn. gelben Blütendolden; nur botanisch 
von Interesse. 

Harpälium rigidum siehe Heliäntlms scabeminiis. — Hartheu siehe HypMcum. — Hartmännia 
speciösa siehe Oenotlu'ra. — Hartriegel siehe Comiis. — Hasenlattich siehe Prendnthes. — Hasenohr 
siehe Bupleiirum. — Haselwurz siehe Asanim. 

Hastingia alba: nordamerikanische, dichtblättrige Liliacee mit grünlich weißen Blüten in lang- 
traubigen, dichtblütigen. bis 60 rw hohen Blütenständen; Kultur usw. w'k Ca/nassia. 

Hauhechel siehe 0//(i/;/,s. — Hauslauch, Hauswurz sichv Se/iipfn-irnm. — Hedraeänthussicbe \l'a/i 
/c/i/n'ffrui. — Hedysarum canadensesK\w Dt'siiu'n/iiiiii. — Hedysarum multijüguw siehe Laubholzbnch 

Hedysarum obscürum, Süßklee: lObisSOcwholie, heimisclieGebirgs-Leguininose mit sehr tief 
gehenden, langen Wurzeln, aufsteigenden Stengeln, unpaar gefiederten Blättern und purpurroten, wicken 
artigen Blüten in ährigen, dichtblütigen Trauben im Juli-August; Kultur in etwas feuchter, halbschat 
tiger Lage zwischen Felsgestein, wo die Wurzeln tief eindringen können ; V e r m e h r u n g durch Samen 
Teilung schwierig; Verwendung im Alpinum. Nahe steht H. neglcctiun. Turkestan, bis 50 an. 

Hegemone lilacina siehe TnUliiis liluciriiis. 

Heimia myrtifölia {Nesai'a myrtifoliu) ist eine strauchige Lythracce aus Brasilien. — heleniöpsis 
siehe Heloniöpsis. 

Helenium, Sonnenbraut — Kompositen — Hübsche, harte, nordamerikanische, 
aufrechte, buschige, sonnenbhimenähnHche Stauden mit lanzettlichen Blättern und langge- 
stielten, gelben Blütenköpfen; Kultur in jedem guten Gartenboden: Vermehrung durch 
Stecklinge, Teilung bis Spätherbst oder im Frühjahr bis Ende Mai, und Samen; \'er- 
wendung als ausgezeichnete Rabatten- und Schnittstauden, auch im Park. 



Helenium— Helianthus 



//. autumnäle (//. <rrandijl6riim , H. stridtiim Hort.), bis 2 /// hoch, reich belaubt, 
Blüten goldgelb, bei var. superbum 5 bis 7 cm breit. August-September und noch später 
bei siipeiimni nihrmn. tief goldbraun, ferner sind ausgezeichnete Formen var. ..Garten- 
sonne", goldgelb mit samtbrauner Mitte, Ende August bis Oktober, var. pümilum wag= 
nrficum^) [H. pumilnm niaiinificiim). nur 60 bis 80 cm. Blüten prächtig reingelb, schon vom 
.luni ab, noch niedriger die Form aurantiacum [H. Bigelövii aurantiaciim Hort.), leuch- 
tend orangegelb, früherblühend; hierher wohl auch die ¥ orm grandicc'plialiim cüprciim. 
kupferorange, Juni-Juli; var. ,, Riverton Gern", Goldlack-Helenium, bis 1,5 /w, Blüten im 
Aufblühen altgold mit Terrakotta, später goldlackrot, Mitte August bis Ende Oktober, und 
var. ,. Riverton Beauty, mit rein zitronengelben Blüten mit schwarzpurpurner Scheibe; 
//. Bigelövii, etwa 80 cm, Blät- 
ter ganzrandig, nicht wie bei vo- 
riger .Art gezähnt, Blüten goldgelb 
mit schwarzer Mitte, Juni-.luli; 
H. Bolanderi, niedriger als Bige- 
lövii, etwas behaart, Blüten ebenso 
gefärbt, noch größer, bis 7,5 cm. 
Stiele fester, ,luli-September, var. 
sulphürcum ist eine schwefelgelbe 
Form; //. grandiceplialum 
striätum (,\'arietät von H. niuli- 
flöriim], bis über 1 m. Blüten sam- 
tigrot, karmin marmoriert, hierher 
auch var. ,, Julisonne", nur s(i 
COT. goldgelb, mit schwärzlich brau- 
ner Scheibe, früher als vorige; H. 
Hoopesii, von lockerer Tracht, 
etwa ()0 cm, Blüten orangegelb, 
schon im Mai, wie Abb. 2,?5. 
blüht lange. 

Heleöcharis {Eleöcliaris. Scirpiis). 
ac/cu/ar/s, Sumpf riet: niedrige, hei- 
mische Cyperacee für sumpfige 
moorige Orte ; ähnlich Scirpiis caespi- 
rosiis zu verwenden. 

Helianthella quinquenervis : har- 
te, bis 1 in hohe, aufrechte, kahle, an 
Heliantlnui gemahnende K o m p o s i t e 
ans den Rocky Mountains mit schmal 
lanzettlichen, ganzrandigen Blättern 

und bleichgelben Blüteni;öpfen, Juni- iiirig.. Piantieresi. 

September; Kultur usw. wie /ie/ian- 
r/iiis. als Parkstaude verwendbar. Hier und da auch H. miiltißöra und iiniflöni in Kultur. 

Heliänthemum, Sonnenröschen, Felsröschen — Cistaceen — Kleine, harte 
Stauden mit niederliegenden, kaum bis 15 oder 20 cm hoch aufstrebenden Stengeln mit 
länglichen, gegenständigen Blättchen und hübschen, lebhaft gefärbten, aber sehr hinfälligen 
Blüten in kurzen Trauben; Kultur in leichtem, durchlässigem Boden, besonders auf Fels- 
partien in sonniger Lage; Vermehrung durch Samen i.April) und Sommerstecklinge; auch 
für Einfassungen verwendbar; die schnell vergänglichen Blüten folgen sich rasch, schließen 
sich aber ohne Sonne. 

Am verbreitetsten vielleicht H. röseum in vielen Formen mit gelben, lachsroten, blut- 
roten oder ähnlich abgetönten Blüten, auch gefüllt; als gute einfache Sorten gelten ,.Attrac 
tion'\ hellorange, „Broncc", dunkelorange, ,.Rose Queen", üppig, leuchtend rosa, ferne 
H. atnäbile fl.pl. (H. cocc/neum plemuu) mit scharlachroten gefüllten Blüten. Juni-Juli; ver^ 
bessert jetzt durch Sorte „Rubin" ; ferner H. mutäbile mit vielen Formen in gelben und 
roten Tönen; unter den Kulturformen viele Bastarde und botanisch ungeklärte Formen 
reizend ist das kleinste, gelbe^ einfache H. lunuldtiim. Mittelmeergebiet, 15 bis 20 cm. 

Helianthus, Sonnenrose, Sonnenblume — Kompositen — Aufrechte, hohe 
buschige, nordamerikanische Stauden mit kriechendem oder knolligem Wurzelstock, ein^ 



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Abb. 235. Heleniiimyioopcsii. orangegelbe Sonnenbraut, 50 1 



218 



Heliänlhus— Helichrysum. 



fachen, unten meist gegenständigen, oben meist wechselständigen Blättern und gestielten, 
schönen, gelben BlQtenköpfen ; Kultur am besten in nahrhaftem, aber nicht zu schwerem, 
etwas kalkhaltigem Boden in freier, sonniger Lage mit guter Bewässerung zur Triebzeit; 
Vermehrung durch Teilung (Spätherbst oder zeitiges Fiühjahr), Stecklinge oder Saat 
(April); Verwendung als prächtige Rabattenstauden im Garten und für Uferpflanzungen 
im Park; gute Schnittblumen. 

H. atrorübens (H. sparsifö/iiis Hort.), bis 1,2 /«. Ausläufer treibend, ähnlich scaher- 
riiniis, aber nicht so gut, Blütenköpfe gelb mit rotbrauner Scheibe, September-Oktober; 

H. gigänteus, bis über 2.5 /;/. Blät- 
ter lanzettlich, rauh, Blüten hell 
schwefelgelb, nicht sehr groi3, aber 
in Menge erscheinend, September- 
Oktober; H. Maximiliänii, mitt- 
leres Nordamerika, im dekorativen 
Wuchs und Belaubung an orgyalis 
erinnernd, aber breitblättriger, Blü- 
ten dunkelgoldgelb, ziemlich groß, 
in endständigen Sträußen. August- 
Oktober, selten echt; H. mölUs, 
bis 1.25 ///, reich belaubt, weich be- 
haart. Blätter eilanzettlich, graugrün, 
Blüten hellschwefelgelb, mittelgroß, 
September, als diese Art geht auch 
H. stniniosiis iiiacrophylliis ; h.mul= 
tiflörus Hort. (//. decapc'talus var. 
iniiltifloriis), bis 1 m, Blätter dünn, 
eilanzettlich, Juli-September, viele 
Formen, wie var. grandipk'niis 
( „Soleild'or" ). dicht gleichmäßig 
gefüllt, var. mäximus, etwa 1 .5 m, 
Blüten schön tiefgelb, wohl die 
beste Form (in rauheren Lagen im 
Winter Bodendecke), var. ..Mete- 
or", halbgefüllt, var. /;/(77//.s\ gefüllt, 
mit krauser Mitte, sowie ferner var. 
.,Perle'"; H. orgyalis {H.salici- 
föliiis), bis 2,5 m, dicht beblätterte 
Triebe, mit hängenden, weidenarti- 
gen Blättern. Blütenköpfe gelb, mit 
purpurner Scheibe, kurz gestielt, ris- 
pig, September-Oktober, liebt trok- 
kene Lagen, gute Einzelpflanze, auch 
im Park sehr effektvoll, nach Förster einem „exotischen Riesengrase gleichend"; //. scaber" 
rimusitl.rigidus, Harpälium rigidum). mit Ausläufern, bis 1 m. Blätter breitoval, rauh 
behaart, Blütenköpfe dunkelgoldgelb, mit später brauner Mitte, .luli-September; gute Kultur- 
formen sind var. Ligeri, Bluten langstielig. Abb. 2.^0 und Tafel IV, ferner ..MilJ Mellish", 
größer und üppiger als Typ. var. prcu'cox am frühesten und var. ..Oktobersonne" am 
spätesten blühend; var. „Daniel Dewar" hat kaktusdahlienartig zugespitzte Randblüten; die 
var. semipk'nns ist richtig//, lactijlönis mit gelbem Discus; H. strumösus, bis 1.5 ni, oft 
etwas blaugraugrün, verästelt, Blätter eilanzettlich, Blüten schwefelgelb, mit gelber Scheibe, 
Juli-September; zu erwähnen noch //. tiibcrösns. Topinambur, hier und da als X'iehfutter 
angebaut, auch als Gemüse empfohlen, zum Verwildern in großen Parks geeignet, aber nur 
in ganz warmer Lage zuweilen blühend, weil sehr spät; die als Helianthi-Gemüse empfoh- 
lene Sorte ist H. doronicoides; hübsche hellgelbe kleine Blumen an reich verästelten, 2 m 
hohen Stielen bringt H. mkrocc'phalus, September-Oktober. 
HeUcbrysum margaritäceum siehe Andplialis. 




Abb. 236. Heliiintlius [Harpulinm) 
Sonnenstern iG. AreiK 



cabern 

, Ronsdn 



.■ar. Ligei 



Helichrysu 



Helichrysum thiaashänicum, Strohblume: harte, kriechende, dicht verzweigte Polster bildende 
inid an£;edrückt weiß behaarte Komposite mit doldig gedrängten, gelben Köpfchen auf bis40fm hohen 
Stielen' im Jnli ; Kultur usw. wie Anaphalis. zur Kantenpflanzung brauchbar. Das heimische H. {Gna- 
phdliiim) areininum. Immerschön, ist für trockene sonnige Lagen in magerem Boden für Bodenbe- 
deckung wertvoll, 10 bis 30 rw. Blüten zitronengelb, Juli bis August. — H. bellidioides aus Neuseeland 
ist bei uns kaum hart, gilt aber als sehr schön. 

Heliöpsis, Sonnenauge — Kompositen — In der Trachtan Neliarit/ius gemahnende, 
harte, ndrdwestamerikanische. bis über 1 /// hohe Stauden mit eilänglichen BLättern und 




Abb. 237. Links eii 



Pflanze von Hellcborus nigcr. Gartenform, rechts eine Blüte von der Stamm- 
form der Weihnachtsrose i H.Junge. Hameim. 



achselständigen, gelben, gestielten Blütenköpfen. August-Oktober; Kultur usw. wie He- 
lianthiis: gute Schnittblumen. 

ti. helianthoides \H. laevis), Blätter glatt oder nur leicht rauh, besonders schön var. 
grandiflöra mit tief orangegelben, sehr haltbaren Blüten, .]uni-.\ugust; var. Pitcheriäna ist 
eine niedrigere, kompaktere Form ; als h. Pitcheriäna geht aber auch die größerblütige 
Form von Ä scaöra, durch rauhe Behaarung abweichend, hier die Sorten aiircira, .,E. Lad- 
hams". „Excelsior". bis 1 in. goldgelb, gratissima. halbgefüllt, dunkelgoldgelb, />H/;mßYö, 
und zinniaeflöra. halb- bis dichtgefüllt, hell- bis dunkelgoldgelb, August-September. 

heliosperira {Sik'rie] alpestre, Strahlensame: 10 bis 25 cm hohe C ar y op h y 1 1 a c e e aus den 
Ostalpen und Siebenbürgen, große, lockere, lebhaft grüne, kahle, nur oben etwas klebrige Polster bil- 
dend, Blätter lineallanzeftlich, Blüten weiß, mit vier- bis fünfzähnigen Kronenblättern, Kapseln einfächrig 
(bei echten Silenen am Grunde drei- bisfünffächrigi; reizend die dicht gefüllte var../'/./;/.; zieht im Winter 
ein. sehr gut für Trockenmauern. 

Helleborus, Christrose, Weihnachtsrose, Nieswurz, Schneerose — Ra- 

nunculaceen — Buschige, giftige Pflanzen mit fächerförmig geteilten, langgestielten Grund- 
blättern und großen, weißen, rötlichen oder grünlichen Blüten wie Abb. 4(i und 237; Kultur 



220 Hell(^borus — Hemerocäliis 

in nahrhaftem, etwas humosem Boden und frischer, halbschattiger, auch etwas steiniger 
Lage. Pflanzung vom August bis in den Winter, solange frostfrei; Vermehrung durch 
Teilung oder Samen (gleich nach Reife); Verwendung als prächtige Winter- und Früh- 
jahrsblijher im Garten, Park und Alpinum. Die hybriden Formen vor allem auch als Schnitt- 
blumen. Im Winter nach Bedarf Reisigdecke. 

H. cölchicus [o/ientdlis-Form], Kleinasien, 30 c/n, Blätter schön sattgrün, Blüten tief- 
purpurn. Februar - März, hierher auch var. abchäsicus iü. caiicdskiis var. abchasiciis); 
ti.cörsicus, Korsika, bis 80 cm, Blätter groü, lederig, immergrün, 3 teilig, scharf gezähnt, 
Blütenstand ahnWch foetidiis, Blüten grünlich weiß. .lanuar-April, wertvolle Immergrüne 
für Halbschatten ; H. foetidus, heimisch. Stengel ästig, bis 30 c/;i. Blüten klein, grünlich 
mit purpurnem Rand. März-April, für den Park brauchbar; h.guttätus. Kaukasus, ähnlich 
cölchicus. Blüten innen weiß, außen purpurn gezeichnet; H. niger, heimisch. Stengel ein- 
fach, blattlos, 15 bis 30 cm, Blätter Wintergrün. Blüten weiß oder rötlich, Dezember-März, 
wertvoll, hiervon diverse Gartenformen (Abb. 237), eine sehr zierliche ist var. minor und 
eine üppigere var. major, als schönste gilt var. mdximiis (var. altifölius). die größtblumige 
mit etwas rosa Schein, ferner var. angiistiföliiis ,,St. Brigid'" und ,.Mad. Fourcade"', 
zwei blendend weiße Sorten, var. röseiis. rosa; wertvoll ist var. praecox, blüht schon ab 
September im Freiland, auch für Treiberei, da viel früher als Typ; H.odörus, Ungarn. Blüten 
grünlich gelb. März- April, wohlriechend; H. orientälis, Kleinasien, Stengel verästelt, 
Blätter Wintergrün. Blüten weiß, außen purpurn, von dieser und coLclücus, giittatus. vor 
allem nigcr usw. gibt es viele Varietäten, die als H. hybrtdus gehen und zu den besten 
Zierstauden gehören, Februar-März. Abb. 46; //. viridis, heimisch, bis 50 cm, verästelte 
hohe Büsche. Blüten grünlich, für lichte Gebüsche im Park in Massen ganz effektvoll, 
März-April. 

Helmkraut siehe Svutclläria. 

Helönias bullata, Sumpfnelke : nordostamerikanischc laiichartige L il i a c c e mit dünnen, tiefgrü- 
nen ürundblättern und lileinen rosa Blüten in dichten Ähren auf fasf nacl<teni, bis 40(7/; hohem Schaft, 
April-Mai; K ul tu r in feuchtem, moorigem Boden; Ve rm eh ru n g durch Teilung; Ve r wen du ng 
an geeigneten Stellen als Sumpfpflanze im Park oder ähnlich Sarniceniu purpureu. 

Helönias asphodeloides siehe Xeropliyltum. 

Heloaiöpsis {Si/fferökia) japönica: japanische 15 bis 20 cm hohe Liliacee mit dickem, kurzem 
Wurzelstock, lanzettlichen, rosettigen, wintergrünen Blättern und trübroten, glockigen, über 1 cm langen 
Blüten, die zu zwei bis zehn auf kleinem, beblättertem Schaft in nickenden Doldentrauben stehen, April; 
hat sich in Petersburg hart gezeigt, für halbschattige trockene Lagen im Alpengarten; in England auch 
H. breviscüpa aus Japan in Kultur, Blüten leuchtend rosa. 

He/x/'oe So/e/rd///; kleine kriechende Urticacee aus Korsika und Sardinien, mit fadenförmigen 
Zweigen und rundlichen Blättern, Blüten unscheinbar; wächst in schattigen feuchten Felsspalten und 
ist für Felsenbekleidung sehr brauchbar, aber kaum hart. 

Hemerocäliis, Taglilie — Liliaceen — Hübsche, den Funkien nahestehende, 
buschige Stauden mit fleischigen Wurzeln, lanzettlichen, rosettigen Grundblättern und auf- 
rechten, traubigen Blütenständen mit gelben, orangefarbenen oder rötlichen Blüten. Juni-Juli, 
wie Abb. 7; Kultur in gutem, nahrhaftem Gartenboden, besonders in etwas feuchten, halb- 
schattigen Lagen, man lasse die Pflanzen jahrelang ungestört ;Vermehrung durch Teilung 
( Pflanzzeit Frühjahr bis Ende Mai) ; V e r w e n d u n g als gute Rabatten- und Gruppenstauden 
im Garten und Park, besonders nahe am Wasser, sehr brauchbar für Schnitt, in Kultur viele 
Kreuzungen verbreitet, so daß die Typen selten echt zu finden sind. 

H. aurantiaca, .lapan. dO bis 75 cm. Blüten prächtig dunkelorangefarben, Juli-August, 
Typ in Kultur selten, auch im Halbschatten brauchbar und der var. major (mit bis 1 2 cm 
breiten, leuchtend orangegelben Blüten) vorzuziehen, da diese gegen strenge Winter emp- 
findlich; H.citrina, China. 70 bis i^O cm. Blüten langgestreckt, hellgelb, lange blühend. 
.luli-August. späteste helle; //. Dumortieri (M. nitilans), Japan, bis 50 cm. Blüten hell- 
orangegelb, außen rotbraun, früheste Art; H. flava, Mitteleuropa bis Asien, 20 bis 50 cm. 
Blüten hellgelb, leicht hängend, köstlich nach Orangenblüten duftend. Mai bis Juni. var. major, 
Hybride mit aurantiaca major, Blüten groß, goldgelb, ,luli ; H. fulva (H. disticlia). wie 
vorige. bis75rw. Blüten gelbrot. duftlos. Juli-August (farbige Tafel V). hierher von Formen 
var. kwanso^^) (H. Iwanso fl. pl.) mit gefüllten, rötlich orangefarbenen Blüten, eine der spä- 
testen und bei der Form varicgdta mit weißgestreiften Blättern ; H. luteola [H. aurantiaca 
maJor>C Thunl)crgii). 70 cm. zitronengelb, Juli, etwas großblumiger var. major: h.hybrida, 
Gartenformen, bis 1 m. üppig, reichblühend, heller oder dunkler orangegelb, großblumig, Juli, 



Tafel V. 




Hcmcrocallis fiilva. 




Hcmerocallis — Herzblume 221 

die schönsten sind wohl: „Apricot". Ende Mai, reichblühend, hellorange. „Aureole", 
schöne lange Trichter, beste frühe, ebenso „Queen of May", langtrichtrig, gelborange, 
„Sovereign". leuchtend hellorange; ferner zu erwähnen: H. fulcitrina, eigenartige 
H)'briden zwischen.////i7/ und citrina. sowie H. strassburgensis, Hybriden zwischen /«/ra 
und verschiedenen Arten, hierher die späte Sorte „Goldball"; H.Middendorüi (H. „Dr. Regel" 
Hort.), .^murgebiet, bis ,S0 cm. zierlich belaubt, Blüten tief orangegelb. iWai-Juni. schön für 
Schnitt, sehr zu empfehlen ; H. minor (//. graminea, H. graminifölia]. Nordasien, 30 cm. 
Blätter grasartig, Blüten gelb,Juli-August, zierlich ; H.ochroleüca (H.citrinaXH. Tliiinbergn). 
80 cm. hellprimelgelb, Juli-August, reichblühend; h. Thunbergii, Japan, wie J/ava, bis 
75 cm. aber vier Wochen später blühend. 

Hemerocällis alba, H. caerulea, H. japönica und H. platttaginea siehe unter Fünkia. — Hemio- 
aitls japönica siehe (lyiunogrüinme. 

Heaniagia anisöptera: eine an Nartlieciiini gemahnende L i 1 i a c c e von den Sandwüsten des Altai, 
Blätter fleischig, schwarz gepunktet, gezähnt, Blüten weiß, mit schwärzlichem Qrundfleck. Ob bei uns 
versucht? 

Hepätica, Leberblümchen — Ranunculaceen — Bekannte, frühblühende, niedrige. 
Waldanemonen ähnliche Stauden mit wintergrünen, drei- oder selten fünflappigen Blättern 
und gestielten, blau, rot oder weiß gefärbten Blüten, Februar- .'^pril ; Kultur in nahrhaftem, 
humosem Waldboden in halbschattiger Lage; Vermehrung durch Teilung oder Samen 
(Sommer); Verwendung als hübsche Frühlingsblüher fürs Alpinum, Garten und Park, 
besonders in Massen wirkungsvoll ; Schattenpflanzen ; man beachte vor allem das auf Seite 66 
Gesagte, 

H. triloba {Anemone fiepatica). heimisch, bis 1 .S cm. Blätter stumpf dreilappig, ungezähnt. 
Blüten blau oder weiß (var. alba) oder rot (var. rubra), alle drei Farben auch gefüllt. März- 
Mai ; hierher auch var. acuta [H. acuta, H. acntiloba, H. triloba var. aciitiloba). östl. Ver- 
einigte Staaten. Blattlappen spitzeiförmig, kulturell ohne besonderen Wert; H. angulösa, 
Ungarn, drei- bis fünflappige Blätter mit oft gesägten Lappen, hellblau, rosa (var.rösea) oder 
weiß (var. alba und niveu). blüht etwas nach triloba. wirkt besonders durch ihr stärker ent- 
wickeltes Blattwerk. 

tieracleum, Bärenklau, Herkulesstaude — Umbelliferen — Harte, hohe, de- 
korative, meist zweijährige Kräuter mit dickem Wurzelstock, vielfach bandförmig geteilten 
und fein zerschlitzten, großen, schmuckvollen Blättern und mächtigen, breitrispigen, weißen 
Blütenständen, August-September, alle Arten sehr ähnlich; Kultur in gutem, nicht zu 
trockenem Boden ; Vermehrung durch Samen (gleich nach Reife), nur bei der Staude pu- 
bescens auch durch Teilung; Verwendung in erster Linie im Park am Ufer, doch auch 
als Einzelpflanzen auf Rasen im Garten, aber zur Triebzeit gut gießen; da nach Blütezeit die 
Blätter absterben, so empfiehlt es sich oft, die Blütenstände rechtzeitig auszuschneiden und 
durch gutes Feuchthalten die Blätter lange zu erhalten; man vermeide, die Pflanzen sich selbst 
aussäen zu lassen. 

H.pübescens(M.caiicdsiciim). Kaukasus, Kleinasien, ausdauernd, Blätter fiederschnittig, 
unterseits behaart; H. viUösum (fi. gigdnteum), Kaukasus, bis 3 m. Blätter buchtig ge- 
fiedert, unterseits weißfilzig, und das ebenso mächtige ti. Mantegazziänutn mit mehr 
gelblich-grünen Blättern; etwas kleiner \s{ H.platytadniiim (H. dminens) aus Kleinasien und 
recht hübsch ist auch H. lanätum {H. barbdtiwi) aus Nordamerika und Ostasien, mit drei- 
schnittigen, filzig behaarten Blättern, 

Herbstaster siehe Aster. — Herbstzeitlose siehe Colchicum. — Herkulesstaude siehe Herack'um. 

Hermiaium moaörchis, Hünge, Einknolle: kleine, heimische, 10 bis 20 cm hohe, an .Achroünthus 
erinnernde Orchidee mit lanzettlichen Blättern und winzigen, grünlich-gelben, schön duftenden Blüten 
in dichten Ähren, im Mai-Juni; Kultur siehe Orchi.^. 

Herniäria glabra, Bruchkraut, Tausendkorn: kleine, heimische, niederliegende, 
bodenbedeckende, 5 bis 15 cm hohe Gary ophyllacee mit kahlen Blättern und winzigen, 
gelbgrünen Blüten in etwa zehnblütigen Knäueln, Juni bis Herbst, eine kräftig wachsende 
Form ist fi. hirsiita: Kultur in sehr armem, durchlässigem, sandigem Boden in sonniger 
Lage ;Vermehrung durch Teilung oder Saat ; V e r w e n d u n g als gute Bodenbedeckungs- 
pflanze in trockenen Lagen, auch für Gräber. — Ähnlich ist //. alpina mit behaarten Blättern 
und nur etwa dreiblütigen Knäueln, soll aber schwer gedeihen, desto leichter dagegen H. 
pyrenäica (//. latifölia) mit etwas größeren Blättern, wohl in erster Linie zu empfehlen. 

Herzblatt siehe Pamässia. — Herzblume siehe Dici'ntru. 



222 HC'speris— Hieracium 

Hesperis matronätis, Nachtviole: bei uns heimische, bis 80 cm hohe, aufrechte, 
buschige Cru eifere mit eiförinigen Blättern und ziemlich großen, wohlriechenden, hlafarbenen 
Blüten in endständigen Trauben. Mai-Juni ; Kultur in jedem guten kalkhaltigen Gartenboden, 
in tiefgründigem, frischem Boden und nicht grellsonniger Lage aber besser als in trockenem 
Boden und heißer Lage; Vermehrung durch Teilung im Spätsommer oder Samen (Juli- 
August), auch durch Sommerstecklinge; Verwendung der einfachen Form wohl nur im 
Park, dagegen für den Garten die prächtigen, niedrigeren, kompakteren var. alba pl. und var. 
piirpiirca pl.. auch als Schnittblumen sehr wertvoll, was aber auch von der einfachen Form 
var. nana candidissima, 40 bis 50 cw, blendendweiß, gilt, die sich gleich dem Typ selbst 
anbaut. Die gefüllten halten nicht lange aus, daher immer neue Anzucht nötig, auch der Typ 
oft nur zweijährig. — Ferner li.lampsanifölia, Montenegro, Tracht wie üppige matrondlis. 
1 bis 1 ,5 m. Blätter groß, La/npsana-arüg, Blüten dunkler, purpurlila, .luli-August, prächtige 
Parkstaude. 

Hesperochiron pümilus (Capnörea piimila) : kleine nordwestanierikanische Hydrophyllacce, 
Blätter ganzraiidig, grundständig, Blüten weiß mit purpurn, einzeln in der Heimat an feuchten quelligen 
Stellen im Gebirge; bei uns wohl noch nicht erprobt. 

Heteranthera limösa: nordamerikanische Sumpfpflanze aus der Familie der Pontederiaceen, 
zum Teil kriechend oder flutend, Blätter lanzettlich, Blüten blau, einzeln inSpatha;bei uns kaum versucht. 

Heterodöma lobelioides ist eine Lobeliacee ans den mexikanischen Hochgebirgen mit präch- 
tigen gelb und roten Blüten, die aber für uns höchstens ganz im Süden brauchbar scheint. 

Heteropäppas (Aster) bispidus (Calimeris tatäricu): aufrechte, asternähnliche, verästelte Kompo- 
Site aus der Mongolei und Japan, Blätter lineal, Blütenköpfe einzeln an den Trieben, azurblau, Juli- 
August, Kultur etc. wie Aster. 

Heüchera, Qranatrispe, Purpurglöckchen — Saxifragaceen Buschige, 
aufrechte Stauden mit rundlich herzförmigen, langgestielten, grundständigen, gelappten 
Blättern und kleinen, zierlichen, weißen, rötlichen oder grünlichen Blütchen in sehr reich- 
blütigen, graziösen Rispentrauben; Kultur in jedem frischen guten Gartenboden in mög- 
lichst offenen (aber auch halbschattigen) Lagen, in schweren Böden Zusatz von Sand und 
Kalk ; Vermehrung durch Teilung (Frühjahr bis Ende Mai verpflanzbar) und Saat, sowie 
durch Sommerstecklinge ; V e r w e n d u n g als sehr brauchbare Gruppen- und Rabattenstaude, 
sowie im Alpinum und Park, wertvoll für Schnitt. 

H. brizoides (H. amerkünaXsanguinea). bis 50a«, Blätter bräunlich schimmernd und 
braun geädert, Blüten hell- bis dunkelrosa, hierher viele Formen, die meist unter sangiiinca 
eingereiht werden, besonders schön var. gracillima {H. gracilliina, H. sanguinea var. gra- 
cillitna), sehr feinrispig, Blüten zierlich, zartrosa, Verbesserungen sind supc'rba, leuchtend 
karminrosa und splendens, Blüte bis nach Juli ; H. rubescens, mittlere Vereinigte Staaten, 
Blüten weiß, in reichverzweigten rottriebigen Blütenständen ; H. sanguinea, Neu-Mexiko, 
Arizona, 30 bis 50 cm, Blüten prächtig karminrot, Mai-Juli, oder weißlich, var. alba (H. alba), 
hierher viele hybride Gartenformen, die zum Teil zu brizoides gehören, z.B. var. „Feuer- 
rispe ", feurig purpurn, Laub tiefgrün, „ F 1 a m b e a u " , 60 cm, leuchtend dunkelrosa, „ F r ü h - 
licht", zartrosa, 14 Tage früher als die anderen Sorten, „Kleeberg", noch besser als 
Feuerrispe, „Pluie de feu" (Feuerregen), beste rotblumige, „Sanglant", glühend dunkel- 
karmin, „ Titan ia", starkwachsend, lachsrosa; weitere Formen gehen a\s M. sanguinea 
grandijlöra nidxima ; man beschränke sich auf beste Namensorten. 

Heüchera tiarelloides ist eine weißblühende Hybride zwischen Heuctiera und Tiarella, bis 15 cm, 
Blüten rosa, August. — Heufarn siehe Aspidiutn fragrans. — Hexenkraut siehe Circai'a. 

Hibiscus Moscheütos (H. palustris). Eibisch: üppige, bis 1,25 m hohe, buschige Mal vacee aus 
Ostnordamerika mit eiförmigen, kaum gelappten, unten weißfilzigen Blättern und sehr großen, rosa- 
farbenen oder weißen Blüten mit purpurnem Auge, August-September; Kultur in feuchten Lagen auf 
Rabatten oder auch als Uferpflanze im Park, winterhart; Vermehrung durch Samen, seltener durch 
Teilung; Verwendung wie oben, wenn Standort nicht genügend naß, so gut gießen; die Sorten 
„Meehans Mallow Marvels", welche aus Kreuzungen von H. Moscheütos und H. militdris er- 
zogen wurden, werden l.,S bis 2 m hoch, Blüten blaßrosa, rot oder Scharlach, August, lieben tiefen, 
feuchten Boden und freie sonnige Lage und gelten als vielversprechende Pflanzen, etwas halbstrauch- 
artig, bei uns noch zu erproben. 

Hieräcium, Habichtskraut — Kompositen — Von den Hunderten von Arten 
kommen wohl nur folgende für Kultur in Betracht; es sind niedrige Kräuter mit oberirdischen 
Ausläufern, lanzettlichen, spateiförmigen Grundblättern und gelben oder orangefarbenen 
Blütenköpfen ; K u 1 1 u r in jedem Gartenboden ; Vermehrung durch Ausläufer und Samen ; 
Verwendung fürs Alpinum, wo sie aber sehr leicht zum Unkraut werden, und eventuell 
für grasige, kahle, trockene, steinige Hänge im Park. 



Mieracium— liottonia 223 

H. aurantiacum, Huropa. 25 bis 50 c/ii. grünblättn'g. Blüten zu drei bis zehn in lockeren 
Doldenrispen, dunkelorangerot. ,)uli-September; H. Bornmuelleri, Kleinasien, ähnlich villo- 
siini. aber Blätter dicker, wolliger behaart. Blütenköpfe größer, lebhafter gelb; H. rubrum. 
ein Bastard zwischen dem ersten und H. Rilosella. 25 bis M)cni. Blüten leuchtend orangerot. 
.Juli-August, trägt keinen Samen, wird daher nicht zum lästigen Unkraut; H. villösum, 
Europa. 10 bis 15 cm. silberweil.) zottig. Blüten gelb, Stengel ein- bis dreiköpfig. .luni-.luli. 
schöne dankbare, nicht lästig werdende Art; ähnlich im Laub auch H. Heldrekliii, H. lanütum 
und h. panriösiim. 

Hieröcbloe \Suvast(ina) odoräta, Darrgras, Marien gras: ein wie Antlioxantlinni duftendes 
heimisches. Wurzelausläufer treibendes, 30 bis 60 cm hohes Gras sumpfiger mooriger Wiesen und lich- 
ter Gebüsche, blüht schon im Mai. 

Himantoglössum bircinutn [Orcliis liiivina). Bockskraut, Riemenzunge: wohl die eigenartigste 
aller heimischen Orchideen mit länglich lanzettlichen Blättern und grünlichweißen und purpurnen Blü- 
ten mit langen, linealen, gedrehten Zipfeln der Lippe in walzlichen, 30 bis bO cm hohen Ähren, im Mai- 
Juni ; Kultur usw. wie Orc/iis. für sonnige trockene Hügel oder Abhänge, geht aber meist ein und ist 
nicht zu empfehlen. 

Himbeere siehe Rubiis. — Himmelsherold siehe F.ritncliium. — Himmelsleiter siehe Polemönium 
coenileum. — Himmelsschlüssel siehe Priinula. — Hiobsträne siehe Polygonutiim. 

Hippocrepis comösa, Hufeisenklee: niederliegende, 7 bis 20cm hohe heimische Leguminose mit 
unpaar gefiederten Blättern und gelben Blüten in vier- bis achtblütigen Dolden, Mai-Juli; wächst auf 
sonnigen Hügeln und liebt Kalk, im Alpinum gelegentlich verwendbar. 

Hipposelinum Levisticum siehe Levisticum. 

Hippüris vulgaris, Tannenwedel — H alor rhagi daceen — 20 bis 60 cm hohe heimische 
Wasserpflanze mit aufrechten, röhrigen, dicht quirlich beblätterten Stengeln, Blätter lineal, ganzrandig, 
im untergetauchten Teil des Stengels zurückgeschlagen, Blüten unscheinbar grünlich in den Blattachseln, 
Juni-August; Kultur in seichtem Wasser; für Liebhaber. 

Hirschzunge siehe Scolopendrium. — Hirse siehe Pdnicum. — Höckerblume siehe Meläntliiuni 
— Höswurz siehe Gymmnli'nia. — Hohlziingel siehe Coeloglössum. 

Holcus (Notliölcus) lanätus, Honiggras: von diesem gemeinen heimischen Gras ist eine buntblätt- 
rige Form, var. variegäta, in Kultur, die etwa 30 cm hoch wird und für Einfassungen im Garten brauch- 
bar ist. 

Holländische Iris siehe Iris xipliioides und /. xipliiwn. 

Holoschoeaus Linnaei i H. vulgaris, Scirpus Holosclwenus). Glanzbinse : 40 bis 80 cm hohe heimische 
Cyperacec mit kriechendem Wurzelstock, rundlichen Halmen und halbzylindrischen Blättern; als Ufer- 
pflanze im Park brauchbar. 

Holunder siehe Sumbücus. 

Homeria collina ist eine Iridacee vom Kap, über deren Erprobung als Freilandpflanze bei uns 
noch nichts bekannt zu sein scheint. 

Momögyne, Brandlattich: harte, heimische, lObisSOrm hohe Qebirgs-Kompositen mit kriechen- 
dem Wurzelstock, langgestielten, herznierenförmigen Blättern und blaß- oder dunkelroten Blüten zu 
1 bis 2 auf schaftförmigem, beschupptem Stengel, Mai-Juni; Kultur in feuchtem, humosem, etwas 
moorigem Boden in etwas schattiger Lage; Vermeh ru ng durch Teilung; Verwendung für Ge- 
steinspartien und auch in Menge an geeigneten Stellen im Park (kleine feuchte Waldblößen). 

H. {Tussildgo) alpiaa, Blätter ungelappt, unterseits nur schwach behaart, Blüten hellpurpurn oder 
fast weiß; H. discolor, Blätter ungelappt, unterseits filzig, Blüten purpurn ; H. sUvestris, Blätter gelappt. 

Honigblümchen siehe CItamaeörcliis. — Honiggras siehe Holcus. — fionkeaeya siehe Arenaria. — 
Hopfen siehe Hümulus. 

Hördeum jubätam, Mähnengerste : hübsches nordamerikanisches bis 50 cm hohes Ziergras mit 
prächtigen langährigen federigen Blütenständen im Juni-Juli; Kultur einfach, in jedem nicht zu schweren 
Boden ; Anzucht aus Samen. 

Horkelia siehe Potentilla. 

Hormiaum pyrenäicum: aus den Gebirgen Mitteleuropas und den Pyrenäen stammende, 15 bis 
25 cm hohe Labiate mit rosettigen Qrundblättern und aufrechten, leicht geneigten Blütentrieben mit 
etwas einseitig wirtelständigen, blauvioletten Lippenblüten, Mai-Juli, zu empfehlen var. grandiflörum 
purpureum, Blüten größer, purpurlich, und var. album mit etwas wintergrünen Blättern und weißen 
Blüten ; K u 1 1 u r in durchlässigem, sandigem, frischem Boden, in schattiger Lage üppigej als in Sonne; 
Vermehrung durch Teilung und Samen ; Verwendung als gute Rabattenpflanze und fürs Alpinum. 

Hornklee siehe Lotus. — Hornkraut siehe Cerdstium. — Hornmohn siehe Olaiicium. — Horn- 
veilchen siehe Viola cornutci. 

Hosäckia decümbens: nordwestamerikanische, mit Lotus verwandte und wie dieser zu verwertende, 
bei uns kaum eingeführte Leguminose, Triebe bis 25 cm aufsteigend, Blättchen 5 — 7, Blüten gelb, in 
achselständigen lockeren Dolden. 

Hosta siehe Fiinkia. — Hoteia siehe Astilbe und Spiraea. 

fiottönia palustris, Wasserfeder: interessante, heimische, 16— 45 fm hohe Primul acee mit 
untergetauchten, rosettigen, kammförmig gefiederten Blättern und weißen (oder blaßrosa) und gelben 
Blüten in über das Wasser erhobenen Trauben, Mai-Juni; Kultur in Gräben oder sonstigen seichten 
Gewässern ;Vermehrung durch Teilung der im Schlamm kriechenden Rhizome ; Verwendung 
für Liebhaber von Wasserpflanzen. 



224 



Houstönia— Hutchinsia 



tioustönia serpyllifölia: harte nordamerikanische, kriechende, dichte Polster bildende, 
kaum 1 cm hohe R u b i a c e e mit prächtigen himmelblauen Blüten, Mai. wie Abb. 238 ; Kul- 
turin lockerem, humosem. etwa sandig-lehmigem Boden in gegen grelle Sonne geschützten 
Lagen, an trockenen sonnigen Plätzen minder lange blühend und die Blätter nicht so schön 
haltend ; Vermehrung durch Teilung oder Saat (im Winter. Gefäße feucht halten ) ; prächtig 
fürs Alpinum. Ebenso H. caerulea, die nicht so üppig wächst und kriecht, mehr kleine kom- 
pakte Massen bildet, sie blüht hellblau oder weiß (var. alba). 

Houtiuynia califörnica siehe Anemiöpsis. — hüllfarn siehe Woodsia. — HUnge siehe Herminium. 
— Hufblatt siehe Aäenöstyles. — Hufeisenklee siehe Hippocrepis. — Huflattich siehe Tussilägo. — 
Hugueniaia tanacetHölia siehe Descurainia. 

Hülsea älgida: niedrige, bis 25 cm hohe, drüsig behaarte, balsamisch duftende K o m p o s i t e aus 
Californien mit am Stengelgrund gedrängten, spateligen, fiederzähnigen Blättern und einzelnen, end- 




Abb. 238. Houstönia serpyllijoüa, 3 cm ((j.Arends, Knnsdorf). 



ständigen, breiten, etwa 2,5 cm hohen gelben Blütenköpfchen ; Kultur im Alpinum für Liebhaber in 
trockenen sonnigen Qesteinslagen. 

Hümulus tüpulus, Hopfen : heimische bis 6 m hoch schlingende Urticaceemit drei- bis 
fünflappigen Blättern und unscheinbaren Blütchen, wogegen die bekannten Fruchtstände der 
weiblichen Pflanzen im Herbst ganz zierend wirken. Während man die typische Form im 
Park an feuchten Stellen zur Bekleidung von Gehölzen dort verwenden kann, wo ein Wuchern 
erlaubt ist, ist die goldgelbblättrige var. aureus eine prächtige Schlingpflanze für den Garten 
für Lauben, Stellagen usw. 

Hundsgift siehe Apöcyimm. — Hundswurz siehe Anacämptis. — Hundszahn siehe Eiytliröiuiim. — 
Hungerblümchen siehe Draba. 

Hutchinsia (Nonai'aJ alpina, Gemskresse: niedrige, 3 bis 10 cm hohe, alpine Crucifere mit 
grundständigen Blattrosetten aus fiederteiligen, glänzenden Blättern und kleinen, weißen Blüten in zur 
Fruchtzeit verlängerten Trauben, Mai-Juni, doch meist den ganzen Sommer; K u 1 tu r in feuchtem, 
steinig-sandigem Boden (Steingeröll) und halbschattiger Lage ; V e r m e h ru n g durch Samen oder durch 
Stecklinge in sandiger Erde im Kasten; Verwendung fürs Alpinum, zur Blütezeit sehr zierend. Die 
ähnliche spanische f1. Auerswäldii bildet prächtige dichte 3—5 cm hohe Rasen, Blüten blendend weiß, 
April-Mai. 

Hutchiasia pauciflöra siehe Capseila. 



Hyacinthus — Hydrästis 



225 



Hyacinthus, Hyazinthe — Liliaceen — Altbekannte Zwiebelgewächse mit grund- 
ständigen, lineallanzettlichen Blättern und endständigen Blütentrauben, Blüten röhrig oder 
glockig, unter den Kronabschnitten nicht, wie bei Miiscari, eingeschnürt; Kultur etc. der 
wilden Arten wie Wiiscari; siehe sonst Text. 

//. amethystinus, Spanien 10 bis 12 cm, Blätter zu 6 bis 8, schmal lineal. Blütenstand 
ziemlich locker, 4 bis 1 2-blütig, Blüten lebhaft chinablau. ]V\ai-Juni ; H.azüreus {H.ciliätus, 
Muscciri aziireiiin), Kleinasien, sehr an Muscari gemahnend, Blätter zu 2 bis 5, Filüten- 
stände dichttraubig. tief blau, März-April; H. orientälis, hiervon die als holländische 
Hyazinthen bekannten Gartenformen^-'), von denen sich die nachfolgenden 10 bis 12 Jahre 
lang in nicht zu schwerem und feuchtem Boden ohne besondere Pflege, außer etwa einer Kopf- 
düngung, im Garten halten lassen; man lege die Zwiebeln vom August bis Oktober 25 cyri 




Abb. 239. Hyperkiimpolypliyllam, Hartheu, 10 cm türig.. 



tief, sie blühen an südlicher Hauswand von JWitte März bis Anfang April ; als gute einfache 
Sorten werden genannt: in rosa oder rot „Gertrud", „Gigantea", „La Victoire", „Rosine", 
in weiß „Grande Blanche, „L'innocence", inblau „LaPeyrouse", „König der Blauen", „Mene- 
lik", „Queen of the blues". in gelb „König der Gelben". „Yellow Hammer", in orange „Duc 
de Malakoff", „Marchioness of Lome: als beste gefüllte, die später blühen: in rosa und rot 
„Großfürst". „Prinz von Oranien". in weiß „La virginite",inblau „General Antinck", „Kron- 
prinz von Schweden", in gelb „Goethe" und in orange „Wilhelm 111." 

Hyacinthus belgicus siehe Scilla niitans. — Hyacinthus botryoides siehe Muscciri. 

Hydrästis canadensis, Orangewurzel: harte, nordamerikanische Ranunculaceemit dickem, 
gelbem Rhizom, breiten, fächerförmigen, fünf- bis siebenlappigen Grundblättern und aufrechten, bis 
25 COT hohen Trieben mit einzelnen, kleinen, grünlichweißen Blüten im April und darauffolgenden schönen 
roten .Fruchtköpfchen; Kultur in feuchtem, gut humosem Boden und etwas Halbschatten; Vermeh- 
rung durch Teilung oder Samen; Verwendung als Parkwaldpflanze oder auch im Garten in ge- 
eigneter Lage wegen der Blätter und Früchte. 

Hydrästis carollniensis siehe TrautvettMa. 
Silva Tarouca-Schneider, Unsere Freilandstauden. 3. .Auflage. 15 



226 



Hydröcharis — Hypochoferis 



Hydröcharis morsus=ranae, Froschbiß : heimische, kleine, ausdauernde Wasser- 
pflanze mit rundlich-nierenförmigen.lederigenBlättern und i<leinen,zarten.weißen.zweihäusigen 
Blüten. Juli-August ; Kultur in stehendem Wasser ; X'ermehrung durch Winterknospen, 
die sich gegen den Herbst ausbilden, ablösen, im Schlamm überwintern und im Frühjahr auf- 
steigend zu neuen Pflanzen sich entwickeln : für Liebhaber. 

tlydrocötyle vulgaris, INabelkraut: eigenartige, 6 bis 20 crn hohe, heimische Umbellifere mit 
kriechenden Stengeln, langgestielten, schildförmigen Blättern und kopfigen, weißen oder rötlichen Dol- 
den, Juli-August; als Schattenpflanze für Sumpf- und Moorboden im Park verwendbar. Ferner in Kultur 
H. moschäta aus Neuseeland, deren Blätter mehr fünf- bis siebenlappig und beiderseits behaart sind, 
Blütenstände feingestielte kleine Doldenköpfchen, bis 30 cm, ob ganz hart? 

Hydrophyllum canadease: harte, aufrechte, bis 60 rm hohe nordamerikanische Hydrophyllacee 
mit hübsch fächerförmig eingeschnittenen Blättern und kleinen, grünlichweißen oder purpurlichen Blüten 
in zymösen Büscheln im Vorsommer; Ku 1 tu r an feuchten, etwas schattigen Stellen; Vermehrung 
leicht durch Teilung; nur als Schattenpflanze wertvoll. Auch N. appendiculätum und H. virginidnum für 
lichte Waldpartien versuchswert. 

Hylomecon vernälis {Sty/öp/iorum japönicum): mandschurisch-japanische Papaveracee, Wuchs 
rasig, Wurzelstock dicklich, Blätter kräftig gefiedert, Blüten einzeln, 2,5 cm breit, goldgelb, April-Mai ; 
wie Styloplwrum diphyllum zu verwenden. 

Hyoscyamus orientälis siehe Phy^ochlaina. — Hyoseris siehe AposMs. 
Hypericum, Hartheu, Johanniskraut — Hypericaceen Verschiedenge- 
staltige Stauden mit gegenständigen, ganzrandigen. meist drüsig gepunkteten Blättern, Blüten 
einzeln oder meist in endständigen Cymen. meist gelb; Kultur mühelos, siehe Arten; \'er- 
m e h r u n g durch Teilung, Saat und Sommerstecklinge ; X'erwendung im Garten und Alpinum. 
H. Ascyron (H. pyramiddtum). nördliches Nordostamerika, Mittel- und Ostasien, bis 
1.25 m. aufrecht. Stengel vierkantig, Blätter spitz länglich eiförmig, Blütenstände 3 bis 12- 
blütig. Blüten gelb. 3 bis 6 cm breit. Juli ; ti. calycinum, Orient, halbstrauchig, Ausläufer 
treibend, bis 2s cm, Blüten goldgelb. Juli-September, zur Begrünung sonniger und halb- 
schattiger Partien und Gräber, sowie für Einfassungen, wuchert leicht; //. Coris, südliche 
Alpen, Mittelmeergebiet. Grund verholzend, niederliegend-aufrecht. Triebe unverzweigt bis 

20 cm, Blätter schmal lineal, blau- 
grün, zu 4 bis 6 wirtelig. Blüten- 
stände wenigblütig, Blüten hellgold- 
gelb , für warme Lagen schön ; 
H. empetrifölium, Griechenland, 
Kleinasien, ähnlich vorigem, aber 
Triebe verzweigt, Petalen nach Blüte 
abfallend ; H. polyphyllum, Cili- 
cien, niederliegend, Blätter oval, et- 
was Wintergrün. Blüten schön gold- 
gelb. Ende .Mai bis .luni. siehe Abb. 
23'), für trockene sonnige Lagen, be- 
sonders gut für Trockenmauern ; //. 
reptans, Himalaya, niederliegend, 
Stengel wurzelnd, lebhaft grüne Ra- 
sen bildend, Blätter dünn, aber 
immergrün, oval, Blüten einzeln, 
breit becherförmig, goldgelb, für 
Warme Lagen, Schutz gegen kalte 
Winde; //. virginicum {Elödea 
virginica. Triack'niun virginicum). 
östl. Nordamerika, bis 35 c/n. Blüten- 
stände dichtrispig, Blüten klein 
fleischfarben,. luli-.August. für sump- 
fige schattige Lagen im Park ver- 
suchswert. Außerdem viele Arten 
aus dem Mittelmeergebiet und Klein- 
asien im Alpinum brauchbar. Andere, 
wie H. olympician. siehe im Laub- 




Abb. 240. Iheris sempem'rens, Schneekissen, 20 ( 
in Kew (Orig.). 



holzbuche. 

tlypochoeris uniflöra [Acliyröplio- 



Hypochoferis — Ibferis 



227 



ms helvMcus) , Ferkelkraut: 10 bis 40 rm hohe, heimische Qebirgslco m posi te mit hellgrünen, 
länglich lanzettlichen Qrundblättern und großen, goldgelben Blütenköpfen auf oberwärts verdickten 
Stengeln, Juli-August; Kultur in trockenem Boden in sonniger Lage, sonst wie Anika. 

Hystrixpätula (Aspnftla oder Jz/ymiis Hystrix), Flaschenbiirstengras: nordamerikanische aufrechte, 
bis 60 fm hohe Qraminee mit schilfartig beblätterten Halmen und lockeren weißlich behaarten, spreizen- 
den Ähren; für Trockensträuße geeignet, Blüten erst kurz vor Reife schneiden, Schutz gegen Nässe; 
sonst wie Hlynws. 

Iberidella rotundiflöra siehe Thlaspi. 

Iben's, Schleifenblume, Schneekissen - Cr u eiferen — Kleine, buschige, meist 
am Grunde verholzende Stauden mit niederliegend aufstrebenden Trieben, dicklichen, immer- 
oder wintergrünen, länglichen Blättern und weißen oder rosa Blüten in dichten Doldentrauben 
im Frühjahr, wie Abb. 240; Kultur in leichtem, durchlässigem Boden und sonniger Lage; 




Incanillea De/avayi, 70 



Vermehrung durch Stecklinge, auch durch Teilung (Pflanzzeit August-September, nicht 
später, aber auch Frühjahr bis Ende Mai, wenn man auf Blüte verzichtet) nach der Blüte und die 
Arten durch Samen; Verwendung vor allem für Gesteinspartien als schöne und reiche 
Frühjahrsblüher, siehe ferner die untere Abbildungder ersten Farbentafel,auch für Einfassungen. 
/. corifölia (/. saxdtilis var. corifolia). wie die echte saxatilis, aber Blätter gewimpert, 
Mai ; /. correaefölia, Gartenform, wahrscheinlich Hybride, bis 20 cm. Blätter spatelig. 
glänzend grün, Blüten weiß, reich. April-Mai, wertvoll; I.gibraltänca, bis 25 rw, Blätter 
keilförmig, tiefgrün, an Spitze gezähnt. Blüten zuletzt dunkellila..luni, für recht warme Lagen, 
selten echt, wohl nur zweijährig; /. saxatilis (/. petrm'a Hort.), Pyrenäen bis Sizilien, 
niederliegend. Zweige taxusartig, Blätter schmal, spitz, ungezähnt, Blüten weiss, oft purpurn 
überlaufen. April-Mai; /. sempervirens (nicht semperflörens. die ein Strauch ist). Alpen, 
Pyrenäen, Kleinasien, bis 30 cm, kahl, Blätter ganzrandig, gewimpert. Blüten weiß, April- 
Mai, sät sich so reichlich aus. daß sie beinahe unkrautartig wird, hierher var. Garrexiäna 
(/. Garrexiäna), Pyrenäen, lockerer in Tracht, blüht etwas früher, var. grandiflöra, Blüten 
größer, ferner die Sorten „Schneeflocke", mittelspät, „Weißer Zwerg" („Little Gern") 
zierlich, gedrungen, früheste ; /. Tenoreäna {/.petra/^a Jordan, /. saxatilis mancher Gärten). 

15' 





t1JÄ^.«,f^'l 








- .. - V. -^ 



Abb. 242. Iniiki acaulis. ii'hut. C. Kcsselringi. 

bis 1 2 c/77. Triebe behaart, ziemlich verholzend, Blätter dick, oval-keilförmig, gewimpert, 
Spitze gezähnt, Blüten weiß oder rosa, April-Mai, sehen echt. 




Abb. 243. Incarvilka 



Ib^ris — Inula 



229 



Iberis cappadöcica siehe Ptilotriciiuin cappadöcicuni. — Werls jucüada siehe Aetliionema coridi- 
Jöäum. — Iberis stylösa siehe T/i/aspi. — Igelkaktus siehe Edünoc^reus. — Igelskolben siehe Spar- 
gänivni. 

Illecebrum verticillätum, Knorpelkraut: heimische, rasige, wie //ern/ana verwendbare C a r y - 
ophyllacee mit weißen Blütchen im Juli-Olitober. 

Immenblatt siehe Meliltis. — Immergrün siehe Vinco. — Immerschön siehe Helicliiysuinarenäriuni. 
— Imperäta siehe Miscanthus. 

/mpera/driaOs(rü</j/unj, Meisterwurz: heimische Qebirgs- Um bell ifere, bis 1 m, Blätter doppelt- 
dreizählig, Blattscheiden häutig aufgeblasen, Dolden weiß, Juli bis August; für Parkwiesen von Lieb- 
habern verwendbar. 

Inkalilie siehe Alslroemeria. 

Incarvillea — Bignoniaceen — Schöne, fiederblättrige, großblütige Stauden mit 
trompetenartigen Blüten, wie Abb. 
241, 243 ; Kultur in gut durchlässi- 
gem, tiefgründigem Boden in war- 
mer, sonniger Lage; Vermehrung 
durch Samen (Frühjahr) oder Knol- 
len; Verwendung als ausgezeich- 
nete harte Rabattenstauden, ebenso 
für Gruppen und an geeigneten 
Plätzen im Park und grol.ien Ge- 
steinsanlagen. 

/. brevipes (/. grandiflöra var. 
hrevipes], ähnlich grandijbra, aber 
Laub üppiger, schön dunkelgrün, 
runzelig. Blüten intensiver gefärbt, 
gilt als beste Art dieser Gruppe ; /. 
compäcta, Nordwestchina, 25 bis 
40 cm, Grundblätter fiederschnittig. 
Blüten zart karminrot mit weißem 
Schlund, blüht fast wie lutea ; /. De= 
lavayi, mit Wurzelknollen, bis 1 iii. 
Fiederblätter groß. Blüten tief rosen- 
rot mit gelber und brauner Zeich- 
nung, kleiner als bei folgender. Mai- 
.luni. wie Abb. 241. liebt gut hu- 
mosen Boden ; I. grandiflöra, nur 
30 cm. Blätter gröber gefiedert. Blü- 
ten größer, tief rosapurpurn, mit 
weißem Schlund, wie Abb. 243 ; es 
gibt verschiedene Gartenformen in 
roten Farbennuancen; I. lutea, Süd- 
westchina. 0.5 bis 1 /;/. Wuchs und 
Tracht wie Dclavayi. Blüten gelb, zu 
6 bis 20. leider in Kultur meist nicht 
blühend, was wohl auf zu reiche Er- 
nährung zurückzuführen, man gebe 
Kalkzusatz; /.0/g-ae(/.Aoo/;m«rt/7/). 
aufrecht, reichverzweigt, bis 1 .5 m. Wurzelstock etwas verholzend. Blätter gegenständig, 
zierlicher. Blüten etwa 5 cm lang, lebhaft rosa, etwas gestreift, in endständigen Rispen. 
.luni-Juli. liebt leichte, wenig humose Böden, meidet Nässe; /. variäbilis, ähnlich der 
vorigen, aber Blätter abwechselnd. Blüten in kurz gestielten Trauben, etwa 2.5 cm breit, 
hellrosa. Mai bis Spätsommer, selten und empfindlich im Winter. Nahe steht die neue /. r//ß//r- 
Irifölia. China, Blüten prächtig schwefelgelb, wohl härter. 

/nu/a, Alant — Kompositen - Hübsche, buschige Stauden mit gelben Blütenköpfen, 
wie Abb. 244/245; Kultur in sonniger Lage in jedem guten Gartenboden; Vermehrung 
durch Teilung und Samen (Frühjahr); Verwendung für Rabatten sowie im Park und 




Abb. 244. Iniilu 



idiflom, großblütiger Alant, 40 cm 

.\rends. Roilsdorf). 



230 



Alpinum auf trockenen sonnigen Hängen (hier auch die heimischen /. germanica und hirta 
brauchbar). Blumen für Schnitt wertvoll. 

/. acaülis, Zwerg alant. niedrige alpine Art vom cilicischen Taurus, Blüten einzeln, 
goldgelb. Juni, wie Abb. 242 ; /. ensifölia (/. biiböniiun Hort.). Europa, Nordasien, 20 bis 
30 r/H, kugeliger Busch, Blätter lineal-lanzettlich, Blüten klargelb, Juli-August, selten echt: 
/. glandulösa, Kaukasus, 50 cm, Blätter lanzettlich. Blüten orangegelb. Mai-Juni, bei der 
etwas hübscheren var. lacinidta Fetalen fein zerschnitten. Juni-.luli. var, siioerba, bis 80 cm, 
grol,'). orangegelb; prächtige Schnittstaude; /. grandiflöra, Kaukasus, 50 bis 70 cm, sehr 
groi.'iblumig, Juni-Juli, wie Abb. 244. starke Büsche, gute Einzelpflanzen; /. Helenium, 
Europa. Nordasien, I bis 1.5 m. Wurzelstock knollig. Blätter grol.i, spitzherzförmig, unter- 

seits filzig, Blütenstände dolden- 
rispig. Köpfe 5 bis 7 cm breit, für 
feuchte Lagen im Park, jedoch nur 
kurze Zeit schön; /. macroce^ 
phala, Armenien, bis 1 .5 w.Blüten- 
I ^JK ■^qftl' „.JL^ "9^ stände reich verzweigt. Blüten gold- 

gelb. August, für den Park ; /. race= 
mösa, W.-Himalaya. bis 1.25 m. 
Ijjätter derb, rauh, sonst wie Abb. 
245 ; /. Roylei, Himalaya, bis 50 
cm. große ovale Grundblätter, Blü- 
tenköpfe einzeln, sehr groß, gold- 
gelb, August -September, gilt als 
recht schön. 

Ipomoea paaduräta : diese bis 4 m 
lang windende Convolvulacee aus 
Nordostamerika mit herzförmigen, spit- 
zen Blättern und weißen, 5 bis Sc/h langen 
Blüten mit purpurnen Schlundstreifen, 
Mai-September, dürfte in trockenen La- 
iben im Park sich als hart und brauchbar 
erweisen. — Für den warmen Süden des 
(iebietes kommt noch in Betracht die 
prächtige mexikanische /. stans (Abb. 
246), Wurzeln dahlienartig. Triebe 40 bis 
50 cm hoch, niederliegend oder aufstre- 
bend, alles reich behaart, Blüten prächtig 
azurblau mit purpurnem Schimmer, 7 bis 
8 cm breit, Sommer-Herbst; hei(3e trok- 
kene Lage in sandigem Boden; in rauhe- 
ren Gebieten wie Dahlia behandeln. 

Ipomöpsis elegans siehe Ciilia coro- 

nopißlia. 

j^ j M/ ^^k^^^KK' j3 Iris'"), Iris, Schwertlilie, 

^^■fc,-* il^ni fc rSBr J aB Schwertel — Iridaceen — In- 

■«f'' gg^pJSB^m ''''jäÜB^^I teressante aufrechte Stauden mit 

V~ '^^^mSKLJnK-m'' 'J^^^^H Rhizomoderknotligem Wurzelstock, 

linealischen oder schwertförmigen, 
reitenden Blättern und eigenartigen, 
schön gefärbten, ansehnhchen Blü- 
ten, deren äußere Zipfel i Hänge- 
blätter) zurückgebogen, während die 
inneren (Domblätter) meist kleiner 
und aufrecht sind, mit kronenblatt- 
artigen Narben, wie Abb. 247 — 253; Kultur und Verwendung siehe bei den Arten, doch 
gedeihen die meisten sehr leicht in jedem Gartenboden und die germanica- und pumila- 
Formen lassen sich vom August bis spät in den Winter, so lange frostfrei, verpflanzen, jedoch 
empfiehlt sich im allgemeinen zeitige Herbstpflanzung; Vermehrung gewöhnlich durch 
Teilung oder auch durch Samen, doch ist meist eine künstliche [Befruchtung notwendig und 
die Samen liegen lange; viele Formen gehören zu unseren allerbesten Gartenpflanzen. 




ALPHABKTISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die SeitenzaW.) 



acuta 232 

anglica 237 

aphylla 233 

arenaria 233 

atrofusca 236 

aurea 231 

biglumis 231 

Bloudowii 233 

bohemica 233 

Bornmuelleri 23b 

bosniaca 233 

caespitosa 232 

caucasica 236 

Cengialti 235 

chamaeiris (Abb. 247) . . .233 

chrysographos 232 

dalniatica 235 

Danfordiae 236 

Delavayi 231 

ensata 233 

flavissima 233 

florentina-Fornien .... 234 

foetidissima 231 

Forrestii 232 

Qatesii 236 

germanica u. Formen 

(Abb. 252) 234/5 

gigantea 232 

graminea 231 



Queldenstaedtiana .... 231 

halophila 231 

hispanica 237 

Histrio 237 

histrioides 237 

humilis 231 

hungarica 233 

iberica 236 

interregna-Formen 

(Abb. 250) 235 

Kaempferi (Abb. 248) ... 232 

Kolpakowskiana 237 

Korollvowii 236 

laevigata 232 

lazica 233 

lutescens 233 

missouriensis 232 

Monnieri 232 

Monspur 232 

notha 232 

nudicaulis 233 

ochroleuca 232 

olbiensis 233 

orientalis-Formen 232 

Pallasii 231 

pallida 235 

— Cengialti 235 

— dalmatica 235 



237 
232 
pumila 235 

— hybrida-Formen 

(Abb. 251) 535 

pyrenaica 237 

reticulata ?37 

— Histrio 237 

— histrioides 237 

ruthenica 232 

sambucina ?34 

sanguinea 232 

sibirica-Formen(Abb.249) .232 
spuria 232 

— notha 232 

squalens 234 

Statellae 236 

stylosa 232 

susiana 236 

unguicularis 232 

— lazica 233 

variegata 234 

verna 233 

versicolor 233 

virginica 233 

virescens bosniaca .... 233 
xiphioides (Abb. 253) . . . :37 
Xiphium 237 



A. (B. siehe Seite 23hl Pflanzen mit kurzem, dickem oder kriechendem Rhizom. 

I. (IL siehe Seite 233) ÄulJere Zipfel der Blütenhülle nicht behaart oder gekraust (bartlos), 
nur bei i'erna etwas gekielt (Gruppe Apögon). 

!. aürea, Westhimalaya, bis über 1 w, steht Monnieri und orientalis sehr nahe, aber 
Blüten tief goldgelb mit länglichen Hängeblättern ; /. Delavayi, Westchina, Blätter bis 75 
cm, Triebe bis 1,25 m. Blüten rötlich-violett mit weiß, schlank gestielt, 7 bis 8 cm breit, 
Juni-Juli, N'erwendung wie Kcu'mpferi; I. ensata (/. biglumis, I. Pal/dsii). Rußland. Kau- 
kasus, Japan, ähnlich folgender, aber Blätter die Blütenstengel nicht überragend, lebhaft vio- 
lett mit dunkleren Adern und gelblichem Schlünde; /. foetidissima, England bis Afgha- 
nistan, Wurzelstock rasig, 
Blätter zerquetscht übel rie- 
chend, Stengel bis 75 cm, 
Blüten bläulichlila mit hell- 
gelbem Nagel, Juni, leicht 
gedeihend, aber ziemlich un- 
scheinbar: /. graminea, ^mmg^gswmxStS^ '\MK^B/"'*-^"^ß^ — - -; t^^^ ■xgv-in' ■ 
heimisch. Blätter bis 60 cm, S&^^j^^mt^^i^i^Ki^i f^^'^jäfex^- ''/»•v^-^i^ 
Blütenstengel aber nur bis W^^^^ fftM ^^KS^^SJ^^^'^^Sf^^ ^f^^l ^t' ''• 'U 
30 cm, Blüten hellviolett, ^^^^"^^^ "^^ - w:r.. v ^ ,.. : ^^umxmj^ .-. 
blau geädert und weiß ge- 
fleckt, .Aprikosenduft. Mai- 

Juni, X'erwendung wie sibi- fiHBS^^?5^S^^ .Tift?V!^i^'^'-i'ü?^3SK"^-''V.'-'- .^■'■■^■■' 
rica: I. halophila (I. Guel- 
denstaedtidna) . Kaukasus, 

Sibirien, Himalaya, 50 cm, jHS^s''i''*^-'/«^' • '^'' * ■i"''?'-^^^^^^^ 
ähnlich spnria. aber Blüten ''^^raEÄffiÄJAkMrf'.lii-fe'^'^-S'iL' -''\.^i; ,:;'?•'' 
weißlichgelb, Grund orange, 
Mai -Juni, leicht anzusie- 
deln: /./iüm/7/s, Kaukasus- 
Kleinasien. Qrundachsekrie- Abb 246. //;o/«öra AtoflÄ, 40 tv« iphot. .\. Purpus). 




23: 



chend, Stengel nur bis 4 c/ii, Blüten einzeln, rötlichlila mit blauviolett und gelb, Mai, für 
sonnige trockene Lagen; I. KaempferP^), japanische Iris, Ostsibirien. Japan. Biälter 
25 bis 30 an lang. Blütentriebe bis 75 cm, Blüten groß und wundervoll gefärbt. Ende Juni- 
Juli, siehe Abb. 24l^ ; in Japan wurde eine sehr große Anzahl von Gartenformen gezüchtet, 
darunter auch sogenannte gefüllte, bei denen die 
inneren Zipfel der [Blutenhülle so breit wie die 
äußeren sind : die japanischen Iris lieben freie, 
sonnige, aber zur Triebzeit feuchte Lagen (zu- 
mindest reiche Wassergaben) und können im Som- 
mer bis über die Wurzelkrone im Wasser stehen. 
in der Ruhezeit ist Trockenheit ratsam, man gebe 
tiefgründigen, nicht zu leichten, wenig kalkhal- 
tigen, aber nahrhaften Boden, für Garten und 
Park (Uferi gleich wertvoll ; /. laevigäta ist eine 
der /. Kaempfcri sehr nahestehende, aber härtere 
Art, scheint selten echt und gilt als eine der aller- 
besten wirklich tiefblauen Iris; /. missouri' 
ensis, mittlere Vereinigte Staaten, bis 50 cm. 
Blüten lila mit weißen Adern und gelbem Mittel- 
streif, frühblühend, liebt etwas feuchte Lage; /. 
Monnieri, Herkunft unsicher, der folgenden ähn- 
lich, rein goldgelb, wie diese zu verwenden, be- 
sonders in Massen im Park, doch nicht so hart, 
ein Bastard mit spuria ist /. Monspur, robust, 
in verschiedenen Schattierungen von blau und 
blauviolett; /. orientälis Miller ( /. ochroleüca, 
I. gigcintca). Kleinasien, buschig, bis 1 m, Blüten 
groß, gelb mit weiß, Juni-Juli, besonders schön 
var. gigcinfca. reinweiß; noch besser deren licht- 
schwefelgelbe Abart sulphürca. liebt frischen Bo- 
den, für Rabatten und Park (Ufer, verträgt seichten 
Wasserstand gleich folgender); /. Pseudäcorus, 
bekannteste heimische Art, bis 1 m, gelbblütig, 
Mai-Juni, für feuchte Wiesen und Ufer im Park in 
Massen verwendbar, hierher var. alba, Blüten 
weißgelb, xzx.Jol. varieg., \\mgt Blätter gelbbunt; 
/. ruthenica (/. caespitösa), Mittelasien, Süd- 
sibirien, Nordchina, sehr ähnlich hiimilis, aber 
Stengel bis 20 cm. am Grunde nur trockenhäutig 
beblättert, Blüten lila mit blaupurpurn, Mai-Juni; 
/. sanguinea (/. sibirica sanguinea, l. sibirica 
Orientalis, I. Orientalis Thunberg), Mandschurei- 
.lapan, der folgenden sehr nahestehend, aber Blüten 
die Blätter nicht überragend. Kapseln 3-kantig, 
Blätter in der Jugend und trockene Hochblätter 
gerötet; /.s/ö/r/ca (/.ön/Yö), Europa. Ostsibirien, 
bis ()0 cm, Blätter lineal, Stengel röhrig, Blüten 
ziemlich klein, hellblau, Mai-Juni, siehe Abb. 249 
und farbige Tafel V, Kapseln kurz, fast kugelig; hiervon verschiedene Formen: var. alba 
(var. Idctea), Blüten weiß, für Binderei, var. „A. v. Humboldt", großblumig, dunkler als 
Typ, var. „Snow Queen" (/. orientälis „Snow Queen"), elfenbeinweiß und var. supirba, 
robust, 1 ni, violettblau, ebenfalls für feuchte Böden, Ufer; mit sibirica verwandt sind die 
chinesischen /. chrysögraphos, tief samtig blauviolett mit gelber Zeichnung, und /. Förrestii, 
gelb, beide jetzt in Kultur; /. spüria, Europa, Kaukasus, bis (jO cm, Blätter schwertförmig, 
Blüten weißlichgelb, blau geädert, innen violett, var. alba, weiß, Juni, für den Park brauch- 
bar am Ufer; robuster, bis 75 cm hoch wird var. notlia {/. notha), Kaukasus. Südrußland, 
Blüten etwas größer; /. unguiculäris il.stylösa), Algier, niedrig. Stengel einblütig, Blüten 




Abb. 247. //VA- Cliumaein. 
iphot. W. Sielie. Ä\ersin 



Iris 2.^3 

langgeslielt, lila, purpurn mit gelbem oder orange Band, nur für recht warme, trockene, ge- 
schützte Lagen in durchlässigem Boden, als Winterblühersehr wertvoll, nahe verwandt /. /ä= 
zica (/. iingiiiculuris var. lazica). Kaukasus, Lazistan, breitblättriger, härter ; /. verna, öst- 
liches Nordamerika, 15 an, Rhizom weit kriechend, Blätter lineal, Blüten hellviolett und 




Abb. 248. Iris Kaemp/eii. japanische Schwertlilie, in einem japanischen Garten 

(A. L'nger, Heidelberg). 



orange, ganz leicht gebartet, wie pumila zu verwenden ; /. versicolor (/. virgmica), Nord- 
amerika, bis öO cm. Blüten samtig purpurn oder blau und violett mit dunkleren Adern und 
gelbem Mittelstreif, Juni, Verwendung für feuchte Lagen wie sibirica oder Pseiiddconis. 

11. Äußere Zipfel der Blütenhülle oben längs des Mittelstreifens bebärtet oder auf der Ober- 
fläche behaart. 

a. (b. siehe Seite 2.3()l Samen ohne deutlichen Arillus (Samenmantel), außen Blütenblätter 
längs des Mittelstreifens bebärtet (Gruppe Pogoniris). 

I.aphylla (/. nadicaiilis. I. bohömica, I. hungdrlca), Balkan bis Kaukasus, Kleinasien. 5bis 
20 cm, sehr variabel, Blätter meist länger als Blütenstengel. Blüten tiefviolett, April-Mai. vor 
germanica ; I. bosniaca (/. vin'scens var. bosniaca). Bosnien, niedrig, Blüten hellzitronengelb, 
Bart goldgelb, frühblühend, für Schnitt; /. chamaeiris (/. olbi('nsis). Frankreich, Italien, 
10 bis 15 cm, Stengel einblütig, Blüten hellgelb mit brauner Zeichnung, Anfang Mai, (Abb. 
247), für sehr trockene, sonnige, warme Lagen, etwas Winterschutz, ganz ähnlich /. lu- 
tescens: I. flavissima (/. arenaria), Ungarn. Südruüland. Altai, Nordostasien, bis 1 5 cm. 
Stengel 2—3 blutig, Blätter fast grasartig, Blüten goldgelb, am Grunde purpurn gestreift, 
(April-) Mai; robuster ist var. BloiidowU (/. Bloudowii), Turkestan bis China, Blätter breiter. 



234 



Iris 



Blüten gröLier. hellschwefelgelb, leicht duftend : /. florentina, Mittel- und Südeuropa, Rhi- 
zom wohlriechend, warm, trocken, der folgenden nahe verwandt, meist als deren Form ge- 
führt, früher blühend, Typ perlmutterweiß, var. albicans, reinweiü, var. Madonna, tief dunkel- 
blau ; /. germanica, deutsche 
Schwertlilie, Mittel- und Süd- 
europa, 30 bis 60 cm. beim Typ die 
Blüten violett, am Grunde gelblich- 
weiü, braun geädert. Mai-Juni ; was 
in den Gärten als diese Art geht, sind 
Hybriden von ihr mit verwandten 
Arten, wie florentina. sanibucina, 
squalens, variegdta usw.. und diese 
Formen zählen zu unseren schönsten 
Schwertlilien . die sehr genügsam 
sind und trockenere, sonnige Lagen 
lieben . prächtig für Rabatten und 
Schnitt; wir heben von den vielen 
Sorten'") als ganz besonders gut 
folgende hervor: 1. ziemlich ein- 
farbig: a. weiü: „Blondine", weiß 
mit zart rosa geäderten Hängeblät- 
tern ; „Ivorine". elfenbeinweiß, blüht 
noch \or florentina alba, die unter 
den großblumigen die früheste ist; 
„L'Jnnocence". seidenartig weiß mit 
purpurn und orange Aderung; „Mrs. 
Darwin", wachsartig weiß, Hänge- 
blätter leicht lila geädert, spät 
blühend, b. rahm weiße und 
gelbe Töne: ..flavescens", zart 
rahmfarben. „aurea". kanariengelb, 
Hängeblätter zart geädert, höher 
als „Neubronner"; „Gajus", Dom- 
blätter rein iichtgelb, Hängeblätter 
Abb. 249. Iris Sibirien, sibirische Schwertlilie, 60 cm, mit roter Aderung ; ..Gracchus", nie- 

in Ronsdorf (Orig ). drig, blaßgelb mit rot ; „Mrs. Neu- 

bronner", halbhoch, kräftig, satt 
dunkelgelb, beste gelbe, c. rosal 
zart lila oder hellblaue Töne: 
..Caprice". hell, purpurlila, lange und 
reich blühend ; „Eckesachs". Blumen 
groß. Domblätter zart lavendelblau, 
Hängeblätter hellviolett; „Eldora- 
do", kupferig rötlichlila. sehr apart; 
„Fürstin Lonyay". bis 1.2 w, Dom- 
blätter lilaviolett.Hängeblätter wein- 
rot geädert ; „La Beaute". klar him- 
melblau.guteGruppensorte;„Lohen- 
grin", üppig, cattleyenrosa, groß- 
blumig; „Madme. Paquette", rosig 
weinrot ; „Mrs. Alan Gray", zart rosa; 
„Her Majesty", üppig, großblumig, 
eine der besten rosafarbenen; „Pol- 
lux". hellblau; „Queen of May" 
(„Maikönigin"), wertvoll, rosa lila; 
„Riese von Gönnern", hellila; „Rhein- 
traube", lavendelblau und purpur- 





inteiregna var. „ H a I f d a n ", 50 cm, in 
Niederwalluf (Orig.). 



Iris 235 

violett, d. dunkelblaue Töne: „asiatica" („Kharput"). riesenblumig, dunkelviolett ; „Black 
Prince", tief samtigblau, dunkelste ; „spectabilis", fast schwarz, sehr edel und frühblühend. — 
2. deutlich verschiedenfarbige; „Flammenschwert", grol.lblumig. edler als Iriskönig, 
Domblätter dunkelgelb, gut schliel.lend. Hängeblätter dunkel samtartig braun mit breitem Gold- 
rand ; „Fro", Domblätter goldgelb. Hängeblätter kastanienbraun; ..Iriskönig", zitronengelb. 
Hängeblätter samtig dunkelbraun; „Kitty Reuthe". große dunkle Abart der folgenden; „Mad. 
Chereau", milchweiß mit porzellanblauer Randzeichnung; ..Maori King", niedrig. Dom dunkel- 
goldgelb, sonst dunkelschwarzbraun mit gelbem Rande, gut; „Mithras", Domblätter lichtgelb. 
Hängeblätter klar weinrotviolett mit gelbem Saum ; ..Mrs. Eardley", zitronengelb mit braunrot, 
ähnlich Mithras; ..Nothung", Dom licht olivenfarben. Hängeblätter zart lila; „Rhein-Nixe", 1 m. 




Abb. 251. Ms- /»w;//ö-Hybriden im Garten des Herrn E. Heinrich, Planegg. 



Dom reinweiß. Hängeblätter tief veilchenblau mit weißem Rande ; „Richard 11". gedrungen. Dom 
schneeweiß, Hängeblätter schwarzpurpurn mit weißem Rande; /. Interregna (gennanica 
Xpiimüa). in Höhe und Blütezeit genau zwischen beiden stehend, siehe Abb. 2.50. welche die 
Sorte „Half d an", hellrahmgelb. zeigt, weitere ausgezeichnete Sorten sind : „Gerda", oben 
licht rahmgelb, unten dunkler mit goldgelber Aderung; „Frithjof", klar hellavendel und 
samtig veilchenblau; „Helge", licht zitronengelb mit perimutterfarben ; „Ingeborg", fast 
reinweiß, mit orange Bart; „Walhalla", oben lila lavendelblau, unten samtig weinrot; /. 
pällida, Istrien. Italien, Orient, 30 bis 60 cm. Blätter meist Wintergrün, Blüten hellviolett 
mit braunen Adern, duftend, .luni. sonnig trocken, bei var. varicgdta Blätter silberweiß und 
goldgelb gestreift, schönste buntblättrige, im Winter oft empfindlich; ferner var. Cengiälti 
(/. Cengiälti), Blätter absterbend, Blüten rein lavendelblau; var. dalmätica („Prinzeß Bea- 
trice"), üppig, großblumig, lavendelblau mit violetten Hängeblättern; I. pümila, Südost- 
europa, .T bis lOrm, Blüten violett, April-Mai, hierher viele zum Teil bis 30 rw hohe Garten- 
formen, die als pumHa hybrida gehen, ausgezeichnet sind z. B. aürca. kurzstielig. goldgelb ; 
compdcta, kurzstielig. veilchenblau ; cydnea, kurzstielig. dunkelviolett, „D i e F ee", oben hell- 
veilchenblau, unten dunkler. „Die Braut", reinweiß, excdlsa, langstielig, rein ockergelb, 
fortnösa. langstielig, oben dunkelveilchenblau, unten dunkelviolett, „S ch n e e k u pp e", 20 cm, 



23b 




Abb. 252. Iris gernuinica-¥oxm, reichblühende Pflanze einer 
deutschen Schwertlilie. (O. Arends, Ronsdorf i. 



schneeweiß, besonders zu Einfassungen zu empfehlen, ebenso für trockene Hänge im Alpinum 
(Abb. 251) und Park (siehe Abb. 8); /. Statellae. Sizilien, niedrig, hellschwefelgelb, wie 
pumila, es geht unter diesem Namen auch eine weiße Form, 

b. Samen mit einem Arillus, 
der so groß wie der Same ist: 
(i) Stengel einköpfig, ein- 
bis dreiblütig, äußere Blüten- 
blätter bebärtet (Gruppe Re- 
gelia] : I. Korolköwii, Tur- 
kestan , Rhizom kurz krie- 
chend, Blätter schwertförmig, 
blaugrau. Blüten weißlichgelb 
mit rotbrauner Aderung, Mai, 
harte frühe Art der Gruppe, 
siehe sonst folgende. 

ß] Stengel einköpfig und 
einblütig, äußere Blütenblätter 
meist auf ganzer Oberseite be- 
haart (Gruppe Onocycliis). 

I. atrofüsca, Palästina. 
25 t/H, Blätter bleichgrün, 
Blüten fast einfarbig, dunkel- 
purpurn; /. Gatesii. Arme- 
nien, 20 cm. Tracht der 5//5/- 
ana, Blüten sehr groß, äußere 
Blumenblätter rahmweiß mit 
graublauem Netzwerk, innere 
größer, hell purpurn oder gelb; /. iberica, Kleinasien, Persien, nur 10 cm, Blätter lineal, 
graugrün, Blüten außen gelblich, dunkelbraun geädert, mit schwärzlichem Fleck, innen weiß 
oder hellila geädert. Mai; I.süsiana. Dame in Trauer, Persien, bis über 30 cm, Blüten 
graublau, mit schwarzbläulichen Flecken und Adern, äußere Blätter in der Mitte mit schwarzem 
Fleck, Mai-Juni ; die Arten der bei- 
den letzten Gruppen sind heikler als 
die früher genannten, man pflanze 
sie im Herbst und gebe leichte Win- 
terdecke, nach der Blüte sollen die 
Rhizom e gut ausreifen, man halte 
sie also warm und trocken, an vielen 
Orten kann man die Arten nur in 
einem kalten Kasten ziehen, wo man 
sie nach Bedarf schützen und feucht 
oder trocken halten kann; gegen 
Frühfröste ist meist Schutz nötig, 
ohne die Pflanzen zu verzärteln. 

B. Pflanzen mit zwiebelartigem 
Wurzelstock. 

I. Innere Abschnitte der Blüten- 
hülle fehlend oder ganz klein, aus- 
gebreitet oder zurückgebogen( Grup- 
pe /«//ol. 

/. caucäsica, Kaukasus, Kiein- 
asien bis Turkestan. niedi ig, Stengel 
durch die 4 bis ti zweizeiligen Blätter 
verborgen. Blüten zu 1 bis 4, hell- 
gelb, März-April; /. Danfördiac 
{/. Bornmiu'llcri), Stengel fast feh- 
lend, Blätter zur Blütezeit sehr kurz 




Abb. 253. Iris xiplüoides, englische Schwertlilii 



Iris — Ischärum 



237 



hohl, vierkantig, Blüten hellgelb mit braunen Tupfen, wohlriechend. März-April; I.persica, 
Kleinasien, Persien, wie vorige, aber Blätter lineal gefaltet, Blüten hellila, äußere Blumen- 
biälter mit purpurnem Fleck und orange Streifen; in warmen Lagen ab Februar; Behandlung 
wie X/p/iiiirn-Oruppt. 

11. Innere Abschnitte der Blütenhülle etwa so lang wie die äußeren, aufrecht (GruppeAV/;/;/////;). 

/. Histrio {/. reticiildta var. Histrio, Xiphiiwi Histrio), Syrien, Blüten heller, duftlos, 
früher als bei reticiildta, empfindlicher; /. Kolpakowskiäna (Xiphhim Kolpakowskianiim). 
Ostturkestan, Stengel sehr kurz Blätter lineal zu =^ b's ^ rnjt einer einzigen Blattsche'de 
Bluten Schon blau Marz-April. hart /. reticuläta Klemasien, Kaukasus. Persicn Stengel 
sehr kurz, [Flitter nie:'~t zwei «behalt \ lerk mtit^ 7ur Blutezeit kurz. Bluten violett-purpurn. 




Abb. 254. Iscliaruni eximium, zur Blütezeit im cilicischen Taurus (phot. W. Siehe, Mersina). 

duftend, in warmen Lagen ab Februar; sehr ähnlich ist /. histrioides iL reticuläta var. histri- 
oiiies), porzellanblau, empfindlicher; /. xiphioides (/. dnglica Hort., /. pyrendica), eng- 
lische Iris. Pyrenäen, bis 60 cm. Blätter linealisch, Blüten tief violett purpurn, Ende Juni- 
Juli, Abb. 25.?, hiervon sehr viele Gartensorten; /. Xiphium (/. iüspdnica Hort., Xiphium 
vulgäre), spanische Iris, westliches Mittelmeergebiet, bis 0,6 m. Blätter fast stielrund, 
Blüten violett-purpurn mit gelber Mitte, etwas vor xiphioides, auch hier sehr viele Garten- 
formen ; zwischen xiplmim und xipliioides sind als holländische Iris eine Reihe schöner 
hybrider Formen in Kultur, deren Blüten größer sind ; alle Arten dieser Gruppe lieben durch- 
lässigen, nahrhaften aber nicht frisch gedüngten Boden; man lege die Zwiebeln 7 bis 10 cm 
tief und gebe in schneearmen Wintern eine Decke aus verrottetem Dung. Nach der Blüte 
wollen sie trockener stehen, um gut auszureifen. 

Isätis glaüca, Waid: aufrechte, bis 1 m tiohe, harte, buschige, persische Crucifere mit kahlen, 
blaugrauen, dicklichen, elliptisch-lanzettlichen Blättern und kleinen, lebhaft gelben Blüten in dichten, 
rispigen Doldentrauben. Mai-Juli; Ku 1 tu r in ziemlich trockenem, kalkhaltigem, armem Boden in sonniger 
Lage; Vermehrung durch Samen; Ve rwend u n g als zur Blütezeit sehr auffällige Rabattenstaude 
oder für den Park an geeigneten Orten. 

Iscbärum (Bidrum) eximium: kleinasiatische bis 30 cot hohe Aracee mit knolligem Rhizom und 
schwarzpurpurnen Blüten vor den Blättern, wie Abb. 254; Kultur wie ein Zwiebelgewächs im Alpinum, 
im Winter Schutzdecke. 



238 Islandmohn— Kirengeshöma 

Islandmohn siehe Papäver nudicaüle. 

Isoetes lacüstris, Brachsenkraut: kleine, heimische Isoeta ceen mit steifen, dunkelgrünen, 3 bis 
16 cm langen Blättern. Sie wachsen bei uns an sandigen Stellen von Gewässern und kommen nur für 
spezielle Liebhaber in Betracht. 

Isopyrutn thalictroides, Muschelblümchen : kleine, heimische, 15 bis 30 rra hohe Ranunciilacee 
mit kriechendemWurzelstock, doppelt dreizähligen Blättern und einzelnen, weiüen, anemonenartigen Blüt- 
chen in den Blattachseln, April-Mai ; Kultur usw. wie Anemone nemorosa, recht zierlich und in Massen 
wirksam. Als wertvolle neue Art gilt /. Färreri, Nordostchina, Blätter blaugrau, Blüten goldig mit blau 
und purpurn, an bis 8 cm hohen Stengeln, fürs Alpinum in Kalkfelsspalten in Nordlage zu erproben. 

Isötoma Uuviätile : kleine, bis 20 cm hohe, Zo6f//ö-artige Campanulaceeaus Neuseeland, Blüten 
klein, blau ; für sumpfige Lagen, aber bei uns kaum erprobt und hart. 

Ivesia Purpüsi siehe Coman'Ua, sonst Ivesia unter Potentilta. 

Ixia: reizende niedrige I r i d a c e e n vom Kap, die bei uns nur wie großblütige Gladiolen verwendet 
werden können. 

Ixia chinensis siehe Belamcdnda. 

Ixiolirlon moatänum : bis 50 cm hohe, blaublütige Amaryllidacee aus Vorderasien, die bei uns 
als hart gelten kann und Lehmboden liebt. 

JabOTÖsa integrifölia : eine niedrige Solanacee aus den Anden mit kriechendem Stamm, ovalen, 
gestielten Blättern, einzelnen achselständigen, röhrigen, weiß- oder gelbgrünen Blüten, Juli-August; 
wohl nicht hart und nur botanisch bedeutsam. 

Jägerkraut siehe Caläänthemum. — Jamswurzel siehe Dioscor^a. 

Jankaea (Ramondia) tleldreichil : thessalische, sich an Ramöndia und Haberifa eng anschließende 
Gesneracee mit dicht zottig behaarten Blattrosetten und vierzähligen violetten Blüten ; Kultur wie 
jene, aber Pflanze viel heikler und sehr selten. 

Jäathe (Cf/sia) bugulifölla: harte, südosteuropäische, dickwurzelige, aufrechte, bis 20 fm hohe 
Scrophulariacee mit gestielten, rundlich-elliptischen, gekerbten Qrundblättern und kurzen, dichten 
Blütentrauben aus metallisch blaugrünen und purpurn gefleckten Blüten, Mai-Juli ; K u 1 1 u r im Alpinum 
in rasigem Grund an halbschattigen warmen Plätzen ; erinnert etwas an Verbascum pMomoides. 

Japanische Schwertlilie siehe Iris Ka^mpferi. 

Jasiöne perenals, Sandglöckchen: Europa-Kaukasus. 15 bis40fm hohe, Ausläufer treibende, alpine 
Campanulacee mit linealen Blättern und kleinen himmelblauen Blüten in dichten Köpfchen, Juni- 
August; Ku 1 1 u r in trockenen, sonnigen Lagen im Alpinum; Vermehrung durch Teilung und Samen; 
nur für spezielle Liebhaber. Eine reizende ganz niedrige Art ist J. hümilis, Pyrenäen, die ebenso im 
Alpinum kultiviert wird, deren Winterhärte aber noch zu erproben ist. Ganz hart und ebenso schön ist 
die ähnliche / supi'na. 

Jasöaia tuberösa ist eine südwesteuropäisch-syrische, drüsig behaarte, am Grunde verholzende 
Komposite, bis 35cm, Blätter steif, lanzettlich, Blütenköpfchen doldig-rispig, gelb, Juli-August ; für 
sonnige sterile, felsige Orte in warmen Lagen versuchswert, nur von botanischem Interesse. 

JeffersöDia diphylla (J. bindta): nordamerikanische, kleine, 20 bis 30 cm hohe, mit Epimedium ver- 
wandte Berberidaceemit unterseits blaugrauen, zweilappigen, schildförmigen Blättern und einzelnen, 
weißen Blüten auf nacktem Schaft, Mai; Kultur usw. wie Epimedium; Vermehrung durch vor- 
sichtige Teilung im Frühjahr; Verwendung im Waldpark. — Schöner ist J. (PlugiorMgma) dubia, 
Mandschurei, eine typische Waldhumuspflanze, Blüten lichtblau. 

Johanniskraut siehe Hypericum. — Joaquille siehe Narcissus Jonquilla. — Jovelläna siehe Ca/- 
ceoläria. — Judassilberllng siehe Liinariu. — Judenkirsche siehe P/iysa/is. 

Juncus effüsus, Simse: bekannte heimische, buschige, dichtrasige, 30 bis 70 cm hohe Staude mit 
blattlosen, glänzenden, lebhaft grünen Stengeln und kleinen, grünlichen Blütchen in seitlichen, rispigen 
Blütenbüscheln, geht auch als J. communis, eine gelb gestreifte Form ist var. i>ittdtus(vBiT.aureo-slridtus, 
J. conglomerätus variegdtus] ; seltsam ist die Form var. spirülis mit korkzieherartig gewundenem Halm 
(braucht Winterschutzj ; Kultur als Sumpfpflanze oder in flachem Wasser ; Vermehrung durch 
Teilung ; V e r w e n d u n g in Gräben, Teichen usw. Es sind noch verschiedene heimische Arten gelegent- 
lich bei Liebhabern in Kultur. 

Juacus zebrinus siehe Scirpus. — Junkerlille siehe Asphodeline. — Juno siehe Iris, Gruppe Juno. 

Juriaea depressa, Silberscharte, Komposite aus Kleinasien, Blätter rosettig, unterseits spinn- 
webig behaart, Blüten weiß oder rosa, groß, distelartig, nach Vanille duftend; Kultur in sonnigem, 
steinigem Geröllhang; Vermehrung durch Samen; nur 2-iährig ist die kaukasische./, aidta. 

Kaiserkrone siehe Erililldria. — Kälberkropf siehe Chaerophyllum. — Kalmus siehe Acorus. — 
Kamille siehe AnUiemis. — Kammschmlele siehe KoeUria cristdta. — Kardendistel siehe Marina. — 
Katzenpfötchen siehe Anlenndria. 

Kaufmännia \Corl!isa) Semenöwii: mit Corliisa verwandte Primulacee aus Turkestan mit ge- 
stielten Grundblättern, die kreisnierenförmig und lappenzähnig sind, Blüten nickend, gelb, auf die Blätter 
wenig überragendem Schaft doldig; Kultur usw. wie Cortusa, wohl nur für erfahrene Pfleger. 

Kalkfarn siehe Aspidium Roberlidmim. — Kaukasus-Kornblume siehe Aetheopdppus. — Kelchgras 
siehe Tofiädia. 

Kellöggia galioides: bis 25 cm hohe lockerrasige Rubiacee, die in den Blättern an Houslönia 
und in den Blüten an Aspi'rala gemahnt, Blüten klein, grünlichgelb; für schattige, feuchte Plätze unter 
Gehölz versuchswert. 

Kermes siehe Pliytoldcca. — Kernera Boissierl und saxätilis siehe Cochlcdria. — Kettenfarn 
siehe Woodwdrdia. — Keulengras siehe Weingärlneria. — Kicher siehe Orobus. 

Kirengeshöma palmäta: aus Südjapan stammende, 50 bis 60 cm hohe, buschige, eigenartige S a x i - 
f rag.acee mit einfachen, kahlen Stengeln mit gegenständigen, gestielten, rundlichen, 10 bis 12 cm 



Kirengeshöma— Lämium 2.iM 

breiten, fein behaarten, spitzlappenzähnigen Blättern und langen, hellgelben, wagerechten oder nicken- 
den Blüten, die zu wenigen in den Blattachseln stehen und an den Zweigenden gehäuft sind, August- 
September; K u 1 1 u r in gutem, leichtem, frischem Boden; Vermehrung durch Teilung im Frühjahr; 
im Garten und großen Alpinum versuchswert. Winterdecke. 

Kitaibelia vitifötia: ungarische, bis 2,5 m hohe, drüsig behaarte M a 1 v a c e e mit großen, rundlichen, 
fächerförmig gelappten Blättern und ansehnlichen, reinweißen, gegen die Zweigenden achselständigen 
Blüten, Juli-August, hübsch gelbbunt wie ein Abutilon ist var. Lindenmthü: Kultur in frischem, tief- 
gründigem Boden ; wird oft ein- oder zweijährig behandelt, ist aber in nicht zu fettem Boden mehrjährig 
und für Liebhaber, z. B. für Gruppen im Park, verwendbar. 

Klappertopf siehe Alectorölophus. — Klasper siehe Thlaspi. — Klee siehe Trifolium. — Kleefarn 
siehe Marsilia. — Kleopatranadel siehe Eremürus. — Knabenkraut siehe Orckis. — Knäuel siehe 
Scleränthus. — Knäuelgras siehe Däctylis. 

Knaütia loagifölia, Witwenblume: 30 bis 60cm hohe Alpenpflanze mit meist ungeteilten Blättern 
und lila Blüten. Juni-Juli; gelegentlich wie 5caif7/dsa im Alpinum und Park zu verwenden; Vermehrung 
durch Samen. Ähnlich K. magnifica aus Mazedonien, die im unteren Teil rauh behaart ist und rosa Blü- 
ten hat; ferner sei hingewiesen auf die schöne K- macedönica mit tief karminpurpurnen Blüten. 

Knebel siehe Sagina. — Kneiffia fruticösa siehe Oenothcra. — Kniphöiia siehe Tritoma. — Knö- 
terich siehe Po/i'^o/7am. — Knopfgras siehe Schoe'nus. — Knorpelkraut siehe Illecibrum. — Knoten- 
blume siehe Le'ucöjum. — KnotenfuB siehe Slriptopus. — Knotenschötchen siehe Braya. — Koelbel 
siehe Sanguisörba. 

Koelerla, Schillergras, Ritschgras: 15 bis 60 cm hohe, heimische Gräser, von denen die Art A'. cris- 
tdla, die K am m sc h m i ele, bei uns weit verbreitet ist, sie hat flache, lineale, grasgrüne Blätter; 
graugrüne, rinnige Blätter haben A'. glauca und K. vallesiaca: lineale Blätter und behaarte Halme hat 
A'. hirsüta; Verwendung von glauca in ausgesprochen sandigem Boden und den anderen im Alpi- 
num in sonniger Lage in leicht humosem, steinigem Boden, nur für Liebhaber. 

Koellia virglniäna siehe Pycnanthemum. — Koeaigia isländica (Polygonum islandicum) ist ein 
kleines einjähriges Kraut. — Königsfarn siehe Osmünda. — Königskerze siehe Verbäscum. — Kohl- 
distel siehe Cirsium oleräceum. 

Kohlraüschia ist eine meist als Untergruppe von Tiinica behandelte Gattung, deren Arten, soweit 
uns bekannt, einjährig sind. 

Kohlröschen siehe NigritiHla. — Kokardenblume siehe Gaillärdia. — Kollbritrompete siehe 
Zauschneria. — Kolikwurzel siehe Al^tris. — KompaGpflanze siehe Silphium. — Korallenpflanze 
siehe Ndriera. — Kornblume siehe Centaur^a. — Kratzdistel siehe Cirsium. — Krauseminze siehe 
Mentlia silv('stris var. crispa. — Krebsschere siehe Stratiötes. — Kreuzblume siehe Polygala. — Kreuz- 
kraut siehe Sem'cio. — Kronlattich siehe Willem^tia. — Kronwicke siehe Coronilla. 

Kryaitzkia iEritrichium] Jamesli: eine etwas halbstrauchige, nordwestamerikanische Bo ra gl n ee 
mit seidigrauhlich behaarten Blättern und Trieben und weißen Blüten in etwas rispigen Ähren, an 
Myosölis erinnernd; für sandige Orte im Alpinum versuchswert. 

Küchenschelle siehe Anemone (Gruppe Pulsatilla]. — Kuckucksblume siehe Lychnis flos ciiculi und 
Orc/ns. — Kugelblume siehe Olobuliiria. — Kugeldistel siehe Ecliinops. — Kugelmalve siehe Sphaer- 
älcea. 

Kühnia eupatorioides: Nordostamerikanische, bis 75 cm hohe K om p osi te mit breitlanzettlichen, 
weich behaarten Blättern und weißen, /l^cra/um-ähnlichen Blüten in zymösen Büscheln; für trockene 
Böden im Parke versuchswert. 

Kuhblume siehe Tard.xacum. — Kuhtritt siehe W'ulßnia. — Kunigundenkraut siehe Eupat örium. 
Labkraut siehe Galium. 

Lactüca, Lattich : von dieser bekannten K o m p o s i t e n-Gattung sind für uns im Alpinum we rtvoll 
einige neue westchinesische hochalpine Arten, wie L. Beesidna, bleichblau, L macroirkiza. hell lave ndel- 
blau, u. a., die in Steingeröll wachsen und niedrige, kaum 5 bis \Qcm hohe Pflanzen bilden. Einfüh rung 
sehr erwünscht. 

Lactüca Bourgael siehe MulgMinm. — Läusekraut siehe Pedicnldris. 

Lagötis (öymndndra) stolonifera ist eine kaukasische Scrophulariacee mit grundständigen 
Blättern und blauen Blüten, die ohne Mühe bei uns gedeiht und sich durch oberirdische Ausläufer weit 
verbreitet. 

Lagenöphora Förster!: das „Gänseblümchen" Neuseelands, an Belli.i erinnernd, mit Brackycome ver- 
wandt, Ausläufer treibend, Blüten weiß, auf bis 15cm hohen Stielen. Bei uns noch kaum auf Härte er probt. 
Lagöwskia reticuläta siehe Coluteocdrpus, — Laichkraut siehe Potamog^ton. 
Lämium, Bienensaug, Taubnessel — Labiaten — 20 bis 60 c/n hohe, aufre chte, 
buschige Stauden mit eiförmigen Blättern und hübschen Lippenblüten in achselständigen Quir- 
len, April-Juni; Kultur in etwas humosem Boden in frischen, schattigen Lagen; Ver meh- 
rung durch Teilung oder Samen; Verwendung fürs Alpinum oder in Masse im Pa rk an 
geeigneten Orten zur Bodenbekleidung. 

L. Galeöbdolon {Ga/eohdolon hire/im, Lamiuin/iircu/n). Qoldnesse\,Europa-We stasien, 
mit oberirdischen Ausläufern, 15 bis 45 cot, Blätter weiß oder auch gelblich gefleckt, Blüten 
gelb, Mai-Juni; bei var. florennniim Blätter ausgeprägt weiß gefleckt,- L.maculätu m, Eu- 
ropa, Ausläufer treibend, Blüten hellpurpurn, geht oit iähchWch als L. purpureum oder varle- 
gdtum, Blätter zuweilen mit schönem, weißem Silberfleck. Schön ist L. Orväla iOrvala 



240 



Lamium— Leinkraut 



lainioidc's) aus Südeuropa. ZOcin. mit größeren, trübpurpurnen Blüten mit weißlicher Röhre. 
April-Juni, hübsche Büsche bildend. Eine prächtige, silbergraufilzige, zwergige Hochalpine 
aus Kleinasien ist L. erioa'phalum, Blüten purpurn, fürs Alpinum. 
Lampionpflanze siehe P/iysalis. 

Lances thibetica: kleine kriechende westchinesische Scrophulariacee, Blätter rosettig, 
lederig, gezähnt, Blüten bis 10 cm gestielt, violettblau; bei uns noch kaum erprobt. 

Laserpitium Siler, Laserkraut: europäische Umbellifere, 60 bis 10cm, Blätter dreifachge- 
fiedert, Blüten weil.), Juni-Juli; im Steingarten und Parke auf felsigen trockenen Wiesen verwendbar. 
Lasiagröstis CalamagröstisiCa/amagrostis argintea, Stipa Calamagrostis), Rauh- 
gras: bO bis 00 (7« hohes, hübsches heimisches Gras wie Abb. 25.S. Juli; Kultur in jedem 
üartenboden ; Vermehrung durch Teilung und Samen ; V e r w e n d u n g im Garten, Alpi- 
num und Park, gut zum Schnitt. 

Lastrea siehe Aspidium und Ne- 
phro c/i um. 

Lathraea clandestina {Clandesti- 
na rectiflöra), Schuppenwurz: euro- 
päischer, blattgrünloserWurzelschma- 
rotzer auf Weiden (Salix fragilis) und 
Pappeln, bis 15 cm, Blüten schön lila- 
purpurn, im Mai-Juni. Läßt sich durch 
Aussaat leicht ansiedeln im Garten und 
Parke und bildet dichte Polster. Für 
Freunde eigenartiger Pflanzen ver- 
suchswert. 

Läthyrus (ohne Orohus^-), 
Platterbse — Papiliona- 
c e e n — Harte , 1 bis 2 (bis 3) //; 
hoch kletternde Pflanzen mit meist 
einpaarigen Blättern mit Wickel- 
ranken und prächtigen Schmetter- 
lingsblüten , Juni - August oder 
länger; Kultur in frischem, nicht 
zu schwerem Boden in warmer 
sonniger Lage; Vermehrung 
durch Samen oder durch Teilung 
im Frühjahr; Verwendung an 
Spalieren im Garten, zur Bekleidung von Mauern, Baumstämmen, über Gebüsch usw., auch 
im Park. 

L.grandiflörus, Südeuropa, Triebe kantig, 0,30 bis 1 ,5 w, niederliegend-kletternd. Blätt- 
chen breit, stumpf oval, Nebenblätter schmal, Blüten sehr groß, duftlos, karminpurpurn, zu 
1 bis 3 achselständig, die Blätter überragend ; L. undiddtus ist in allen Teilen kleiner; L. lati- 
fölias (L. megaldnthus), Mitteleuropa, bis 3 m. Stengel breit geflügelt. Blättchen elliptisch, 
Nebenblätter breit. Blüten in acht- bis fünfzehnblütigen, die Blätter überragenden Büscheln, 
karminrot oder karminrosa (var. spkridens). geruchlos, oft schon Juni, bei var. albus weiß, 
ebenso bei var. „V/hite Pearl", wo sie fast doppelt so groß sind, zartrosa bei „Pink 
Beauty"; L. maritimus, Stranderbse, nördliche gemäßigte Zone, niederliegend, 15 
bis 50«;;, Blätter blaugraugrün, Blüten zu 6 bis 10, groß, purpurn, Juni-August, zur Beklei- 
dung von Sandstellen, auch im Felsengarten; auch die heimische L. syh't'ster mit gelblich 
grünen, rosarot überlaufenen Blüten ist im Park wohl verwendbar. 

_ f Läthyrus (Gruppe Orobus) wie aurantiacus, hiteus, vernus u. a. siehe unter Orobus. — Lattich 
siehe Lactiica. — Lauch siehe Allium. 

Laurentia teaella: Mediterrane C a m p a n u 1 a c e e, 5 bis 10 cm hoch, Blätter grundständig, gestielt, 
spatelig eiförmig, Blüten weich chinablau, klein, auf feinen, fädigen Stielen, Juni-September; für feuchte 
Orte im Alpinum verwendbar. 

Lavändala, Lavendel, siehe Laubholzbuch. 

Lavätera thuringiaca, Erne — Malvaceen — Heimische, aufrechte, buschige, bis 1 m hohe, 
sternhaarig filzige Pflanzen mit rundlichen, seicht fünflappigen Blättern und hellrosa Blüten mit dunk- 
lem Grundfleck, Juli-September; Kultur usw. wie KitoiMia; für den Park an Gehölzrändern, sonnig. 
Sehr ähnlich, nur höher ist L. cashmeriäna. 

Leberbalsam siehe Briniis. — Leberblümchen siehe Hepalica. — Lein siehe Linum. — Lein- 
kraut siehe Linäria. 




Abb. 255. Lasiagröstis Calamagrostis. Rauhgras, 70 i 
(Orig., Bot, Oarten, Wicni. 



Ltimna— Leptäxis 



241 






Lemaa, Wasserlinse: Kleine, schwimmende, lebermoosartige Wasserpflanzen, die bei uns auf 
SiJmpfen und Teichen auftreten und nur für spezielle Wasserpflanzenliebhaber von Interesse sind; wie 
L. minor, L. gibba, L. trisülca. 

Lemna polyrrhiza siehe Spirociela. 

Leontice altäica: Niedrige Berberidee aus dem Altai mit knolligem Wurzelstock und aufrech- 
ten, nackten, fleischigen Stengeln, die am Grunde drei fingerig-fünfteilige Blätter und am Ende lockere, 
aufrechte Trauben mit gelben Blüten tragen, April, mäßig schön; Kultur usw. etwa wie Dkintra 
fonnösa. L. Alberti aus Turkestan hat dichte konische Trauben und ockergelbe Blüten mit rötlichen 
Streifen; wohl schönste Art. 

Leontice thalictroides siehe Caulophylluin. 

Leöntodon, Löwenzahn: Von diesen bekannten heimischen Kompositen werden hie und da 
im Alpinum an trockenen felsigen Hängen Arten wie incaniis oier pyrenaiciis kultiviert, die im Juni- 
August gelb blühen. 

Leontopödium, Edelweiß — Kompositen — Niedrige, wollig behaarte Alpinen mit 
den bekannten silberweißen, stern- 
förmigen Blütenköpfchen, wie Abb. 
41. Juni -September: Kultur in 
sonniger trockener Lage in nicht zu 
schwerem, magerem, sandigem Bo- 
den, der keinen Dünger enthalten 
darf, am bestem in altem, kalkhal- 
tigem Bauschutt. Pflanzen nicht be- 
spritzen zur Blütezeit, degeneriert 
bei guter Pflege; N'ermehrung 
durch Samen und Teilung: Ver- 
wendung fürs.\lpinum.f ür Mauern , 
steinige . magere Hänge und der- 
gleichen Orte. 

L. alpinum (Gnapliüliuin Le- 
ontopödium). heimisch, bekannt, 5 
bis 25 cm. wie Abb. 41. als beste 
Kulturform gilt die Sorte „W'artburg- 
stern", ferner sind hübsch die For- 
men oder Hybriden linddviciim. den 
ganzen Sommer blühend, und ma- 
crdnthiim, Blütenköpfe sehr grol.l. 
sowie siilpliiireuni. Blütenköpfe zart 
schwefelgelb. Sehr ähnlich, aber in 
allen Teilen üppiger und nicht so 

reinweil.') ist L.sibiricum ausN'ord- " , i,i'„,V J^k'L■^^i■lllll^ ,', ' 

asien. gelegentlich ist in Kultur L. 

himaläicum, das später blüht und kleinere Blüten hat: schließlich noch L. japönicum 
[Gnaphalmm Sieboldidniim). das dadurch recht abweicht, daß die Blütenstände viel lockerer 
strahlig und die Blätter obcrseits glänzend dunkelgrün und nur unterseits silberweiß filzig 
sind (Abb. 250). 

Leopardblume siehe Belamcünda. — Lcopardpflanze siehe Senecio Kaempferi var. aiireo-tnaculdlus. 

Lepachys pinnatifida (L. pinndtu, Riiclheckia pinnala. Ratihida pinnata) : Rudbeckia-ähnWche^ K o m - 
posite aus Nordamerika. 0,8 bis 1,5 m, Blätter drei- bis siebenfiederschnittig, Blüten langgestielt, 
Mitte gewölbt, Strahlen gelb, mit der hohen braunen Mitte hübsch kontrastierend, 5 bis 8 cm lang, 
hängend; für trockene Lagen im Park versuchswert. 

Lepidiutn aebrodense iL. Iiiiiiim var. nebrodense): Süditalienische, kahle, 10 bis 20cm hohe Cru- 
cifere mit spitzeiförmigen Blättern und weißen Blüten, Früchte geflügelt, einsamig; im Alpinum in 
sonniger Lage auf Qeröllhängen in etwas mooriger Erde für Liebhaber verwendbar; Vermehrung 
durch Samen. 

Lepigonum rubrum {Sperguldria oder Tissa nihra\. Schuppenmiere: Heimische, rasige Caryo- 
p h y 1 1 a c e e mit 5 bis 15 cm langen Stengeln, fädlichen Blättern und kleinen rosa Blüten, Mai-Septem- 
ber; meist nur ein- oder zweijährig, für sandigen Boden im Alpinum brauchbar. 

Leptändra virginica siehe Veiönlca virginidrm. 

Leptarrhena iSaxifragm pyrolifölia: Sa.xif ragac ee aus Kamtschatka bis Nordwestamerika, 
Qrundblätter oboval, bis 4cm. immergrün, Blütenstände bis40fm, Blüten klein, weiß; sollte als immer- 
grüne Staude für sumpfige Lagen versucht werden. 

Leptäsea aizoides siehe Sa.xif raga. — Leptäxis siehe Tolmii'a. 



W^ 




2a: 



Leptinfella — Levisticum 



Leptinella — Kompositen — Aiistraliscli-neuseeländische, rasige Pflänzclien mit fiederteiligen 
Blättern und lileinen, grünlichgelben oder gelben, unscheinbaren, einzelnstehenden Blütenköpfchen; 
K u 1 1 u r in etwas feuchten Lagen, in etwas moorig-lehmiger Erde in Qesteinsgruppen ; Vermehrung 
durch Teilung; nur für Liebhaber von Interesse, etwas Winterschutz. 

L. \Cöliila\ dioica, Neuseeland, fast 
kahl, Blüten gelb; L. scariösa (Cötula 
reptans). Australien. 3 bis 6 cm. etwas 
weich behaart, Blüten grünlichgelb. 

Leptinella squälida siehe Cötula. 

Leptocödon gräcilis: eine mit Co- 
donöpsis verwandte C a m p a n u I a c e e 
aus Sikkim, die bei uns wohl nur als 
Kalthauspflanze brauchbar ist. 

Leptösyne gigantea ist eine kali- 
fornische Komposite mit fleischig- 
holzigen, bis 1,8 m hohen dicken Sten- 
geln, wechselständigen, fein fieder- 
schnittigen Blättern und doldentraubi- 
gen, gelben Blütenköpfen; L. (Coreöpsis) 
maritima gilt als gute niedrige Sumpf- 
pflanze. Beide bei uns noch kaum er- 
probt. 

Lerchensporn siehe Corydalis. 

Lesquerella Kingii [Vesicdria Kin- 
gü): Nordwestamerikanische, nieder- 
liegend-aufstrebende, feinbehaarte Cru- 
cifere mit ovalen Qrundblättern und 
gelben Blütentrauben, Mai -Juni; für 
trockene Hänge im Alpinum für Lieb- 
haber versuchswert. 

Leucäatbemum siehe C/irysäntfie- 




Abb. 257. Leiicojiim vernuin. Frühlings-Knotenbl 



Leucocyclus(Anacycliis] formdsi/s; hübsch wollig-weiß behaarte Komposite aus dem cilicischen 
Taurus, Laubwerk an eine Sutolina erinnernd, Blütenköpfe einzeln, auf bis 20 cm hohen Stielen, weiß, 
August; für durchlässigen Boden in warmer sonniger Lage im Alpinum versuchswert. 

Leucöjum, Knotenblume, Sporkelblume - Amaryllidaceen — Bekannte, 
niedrige Zwiebelgewächse mit etwas an Schneeglöckchen gemahnenden Blüten, wie Abb. 257 ; 
Kultur und Verwendung wie das gemeine Schneeglöckchen oder auch Crocus oder Sci/la, 
nicht zu schwere, frische Erde und etwas Schatten, man beachte das auf Seite 62 Gesagte. 

L.aestivum, heimisch, 30 bis 40 cnu Stengel drei- bis achtblütig, Blüten wie bei venuiiu, 
blüht aber später, erst April-Mai; L.autumnäle (Acisauliimnalis), Südwesteuropa, Blüten- 
stand ein- bis dreiblütig, Blüten weil.) mit rötlichem Hauch im Herbst, selten, ungewiß ob 
hart; L.vernum, Märzbecher, heimisch. 10 bis 25cm, ein- bis zweiblütig. Blüten weili 
mit grünen Spitzen, wie Abb. 25 7. Februar-März, etwas früher blüht var. Vcigiieri, in allen 
Teilen üppiger; goldene Blütenblattspitzen hat var. carpäticiim (L.carpatiaim), immer zwei- 
blumig, gilt als sehr gut. 

Leuzea conifera iCentaiin'a coni- 
/pra): Westeuropäische, 5 bis 30(7« hohe, 
wenig verzweigte Komposite mit 
unterseits weißfilzigen, fiederschnittigen 
Blättern und einzelnen, großen, rund- 
lich eiförmigen, purpurlila Blülenköpf- 
chen, Juni-Juli ; für felsige Orte im Alpi- 
num, nur botanisch von Bedeutung. 

Levisticum officinäle (L. paladapi- 
fölium, Hipposäinum Levisticum], Lieb- 
stöckl: harte, 1 bis 2 m hohe südeuro- 
päische Umbelliferemit doppelt oder 
einfach gefiederten Blättern und blaß- 
gelben Blütendolden.JuH-August, Früch- 
te aromatisch; Kultur in ledern Qar- 
tenboden; Vermehrung durch Tei- 
lung alter Pflanzen im Frühjahr oder 
durch Samen; Verwendung hier und 

da als Gartenpflanze, besonders in alten Abb. 258. Lewisa 

Bauerngärten zu finden. (plmt. H. Zu: 




Lewisia— Lilii 



243 



Lewisia rediviva, Bitterwurz: Nordwestamerikanische, portulakartige Pflanze mit dickem, ver- 
zweigtem Wurzelstock, linealen, fleischigen Blättern und hübschen, bis 5 cm breiten, rosafarbenen 
Blüten, die sich etwa 4 bis 10 rm über das tiefgrüne Laub erheben, Juni bis August; Kultu r in recht 
trockenen, sonnigen Lagen in nicht zu schwerem Boden, im WinterSchutz gegen Nässe; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung in Masse für geeignete Plätze im Alpinuni, zieht aber nach Blüte all- 
mählich ein. L. (Calandrinia oder Oreobröina] Cotyledon, hart. Blüten weiß, mit rosa Streifen (Abb. 258), 
durchlässigen Boden, keine grelle Sonne im Sommer, doch keinen Schatten, zieht nicht ganz ein nach 
Blüte. Seltene Arten sind noch L. How^llii. L. Twet'äyi. deren Winterhärte aber geringer ist. 

Liätris, Prachtscharte — Kompositen — Harte, aufrechte, buschige, nordameri- 
kanische Stauden mit knolligem Wurzelstock, lanzettlichen Blättern und kleinen Blütenköpf- 
chen in ährigen Trauben, wie Abb. 25'». meist Juli-Oktober; Kultur in jedem guten, auch 
selbst etwas armen, aber nicht zu trockenen Gartenboden; Vermehrung durch Wurzel- 
schößlinge oder Samen. Pflanzzeit 

Frühjahr bis Ende Alai ; V e r w e n - M9BQ|^^^HH||^H|^^H||^H|^Hn^ > ~3i 
d u n g für Rabatten oder Gruppen im 
Rasen , wie auch im großen Al- 
pinum und Park; brauchbare Schnitt- 
blumen. 

L. elegans, bis 75 cm. rosarot, 
wie Abb. 259, rechts; L. pycnO'= 
stächya, bis über I m, leuchtend 
purpurrosa vielleicht die schönste, 
blüht nach spicdta; L. pycno^ 
spica, Kreuzung aus voriger mit 
spicata, 60 bis 100 cm, lilarosa- 
farben; L. spicäta nur 30 bis 50 
cm, violettpurpurn, wie Abb. 259, 
links. 

Libaaötis siehe Atliamdnta rupestris 
und unter Siseli. 

Libertia grandiflöra ist eine neu- 
seeländische Iridacee mit kriechen- 
dem Rhizom und weißen vielblütigen 
Rispendolden, bis 75 cm; wohl nur 
in den allerwärmsten Lagen versuchs- 
wert. 

Lichtblume siehe Biilbocöclium. — 
Lichtnelke siehe Lychnb. 

L'ebstöcitl siehe Levisticum. — 
Lieschgras siehe Plileiim. — Liguläria 
siehe Sciukio. 

Ligüsticum peloponnesiacutn sie- 
he Moioposp&mum. — Ligüsticum 
Simplex siehe Neogdyu. — Ligüsticum 
tenuifölium siehe Oreocome. 

Lilie siehe Lilium. — Lilienschweif 
siehe Eremürus:\. 




Abb. 259. Liatris 
rechts L. 



Prachtscharte: links L. spicata, 

"leganf, 60 cm (0. Arends, Ronsdorfi. 



Lilium, Lilie — Liliaceen — Prächtige, meist groß- und reichblütige Zwiebelgewächse, 
die viel mehr Beachtung verdienen, als sie für gewöhnlich in Kultur finden, siehe Abb. 53 
und 2()0 bis 264; Kultur bei einiger Umsicht meist nicht schwer, in jedem guten, durch- 
lässigen, nicht zu schweren, aber nahrhaften, etwas humosen Gartenboden in eher halbschat- 
tiger als sonniger Lage. Pflanzzeit im allgemeinen im Herbst, wobei die Zwiebeln je nach 
Stärke 5 bis 25 cm tief kommen und bei heiklen Arten mit Schwefelpulver bestreut und ganz 
mit einer Sandlage umgeben werden können, die meisten Arten verlangen im Winter Laub- 
decke; Vermehrung durch Brutzwiebeln, man lasse die Pflanzen jahrelang ungestört; 
Arten wie rcgcile auch durch Samen; Verwendung für Rabatten, Gruppen, ferner im 
Park, man vergleiche die einzelnen Arten, die zum Teil gute Treib- und Schnittstauden, 
darstellen. Viele neue, wertvolle, chinesische Arten müssen bei uns noch eingeführt und 
erprobt werden. 

16* 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



aurantiacuni 248 

auratuni 244 

— macranthum 245 

245 
245 
247 
247 
247 
247 
245 
245 



giganteuni 248 

Hansonii 245 

Harrisii 247 

Henryi 245 

japonicum . . . . ■ . . 247 

— roseum 247 

Kesselringianum .... 245 

Krameri 247 

lancifolium Hort 246 

— Thunbers; 248 

Leichtlinii 245 

leucanthum 247 

linifolium 246 

longiflorinii 247 

— eximinm 247 

— Harrisii (Abb. 263a) . . 247 
Marhan 245 



— platyphyllum . . . 

avenaceiim 

Brownii 

— kansuense .... 

— leucanthum (Abb. 263) 
bulbiferum ...... 

canadense 

— coccineuni .... 

— luteum 245 

— rubrum 245 

candidum 247 

cernuum 245 

chalcedonicum 245 

Colchicum . 245 

concolor 248 

croceum 248 

dahuricum 248 

dauricum 248 

— atrosanguineum . . . 248 

— incomparabile .... 248 

elegans 248 

excelsuni isabellinum . . 246 

eximium 247 

fulgens 248 

L (II. siehe Seite 248) Blätter schmal, Blattstiel fehlend oder ganz kurz. 

A. (B. siehe S. 247) Blumen zur Blütezeit hängend oder nickend, ohne Kronenröhre, die 
Blumenkronenblätter deutlich zurückgerollt, siehe Abb. 2()1 u. 262. (Gruppen Archelirion, 
Martagon und Psciidomarfagon.) 

L. aurätum, Goldbandlilie, Japan, O.d bis über I in, Zwiebel kugelig, bis 10 cm 
breit, Blätter wagrecht abstehend, kurz gestielt, Blüten zu 7 bis gegen 30, weiß mit goldenem 



Martagon .... 

— album .... 

— albiflorum . . 
Maximowiczii . . 
monadelphum . . 

— Szovitsianum . 
myriophyllum . . 

pardalinüm 246 

penduliflorum 245 

penduluni 245 

philadelphicum . . . • . 248 



pomponium 246 

— luteum 246 

pseudotigrinum 248 

pumilum 246 

puniceuni 246 

pyrenaicum (Abb. 260) . . 246 

regale 247 

— kansuense 247 

rubrum 246 

Sargentiae 247 

speciosum 246 

— Kraetzeri 246 

— roseum 246 

— rubrum 246 

spectabile 248 

sulphureum 247 

superbum 2-t6 

sutchuenense (Abb. 261) . 246 

Szovitsianum 2J6 

tenuifolium 246 

testaccum 246 

tigrinum (Abb. 262) . . . 246 

— grandiflorum .... 247 

— secundum 245 

— splendens 247 

umbellatum 248 

Wallichianum 247 




Abb. 260. Su.xifniga dccipiens-Vorva ( 



•///;; (im Hintergrund) 



Liliuii 



Bande und purpurroten Tupfen, in der Form und Haltung mehr wie die Arten der Gruppe B, 
Juli-August, viele Kulturtormen, vor allem var.pkityp/iylhiin (var. /ucnrani /mm), üppiger, bis 
über 2 m, Blüten nur leicht getupft. September; für Topfkultur ausgezeichnet, im Freien muß 
man Winterdecke geben und die Zwiebeln in leichtem Boden bis 2() cm tief legen, im Park 
in lichten Gehölzbeständen anpflanzenswert. vergleiche z. B. Abb. 53 ; L. canadense [L.pen- 
iliiliflörum. L. pc'ndiilnm), Ostnordamerika, bis 1 ///, Zwiebeln einjährig. Ausläufer treibend, 
Blätter wagrecht, quirlig. Blüten meist nur wenige, gelb (var. luteum), orange oder rot (var. 
coccineum odtr rubrum) mit dunklen Flecken, Blumenblätter erst später stark zurückgebogen, 
.Juni-Juli, man siedle sie in humosem 
Boden und halbschattiger Lage an 
(auf Heideerdebeeten); L. cernU' 
um, Ostasien (Jaluflul.'i), 0,3 bis 
0,6 ni, Blätter schmal lineal. Blüten 
zu 5 bis (i. an älteren Zwiebeln K.) 
bis 12. leuchtend dunkel lilarosa, 
tief violett punktiert,stark angenehm 
duftend, in Petersburg hart, für halb- 
schattige Lage und nicht allzu seh we- 
ren, leicht humosen Boden; L. 
chalcedönicum , Scharlach- 
Türkenbund, Griechenland und 
Inseln, bis 1 w, Blätter abwechselnd, 
ein- bis wenig nervig, Blüten zu 3 bis 
8. leuchtend feurigrot, dick, wachsig, 
Juli- August; L. Hansönii, Gold- 
türkenbund, Japan, bis über 1 ///, 
Blätter quirlig, wagrecht, 3 bis 5 ner- 
vig, Blüten zu 1 bis 10. goldorange. 
braun gefleckt, Juni -Juli, sehr zu 
empfehlen; auch die Hybride mit 
Martagon: L. Marlian; nahe steht 
die kaum bis 50 cm hohe, ostasia- 
tische L. avenciceum, Blattwirtel an 
Ansatzstelle seh warz gepunktet.Blü- 
ten leuchtend orangerot. für feuchte, 
halbschattige Lagen; L. tienryi, 
Westchina, prächtige Art, die in der 
Tracht zwischen tigrinum und speci- 
osum steht, starke Pflanzen bis 2,5 
m. Blütenstände bis dreiüigblülig, 
Blüten glänzend nankinggelb mit 
grünem Mittelband und rotbraunen 
Flecken, August -September, liebt 
Lehmerde, sonst wie spcciosum; 
L. Kesselringiänum, Kaukasus, 
ähnlich nuniailclpluim, Blüten weiß- 
lichgelb oder fast weiß. Antheren 
stumpf braun, hart; L. Martagon, 

Türkenbundlilie, Mittel- und Südeuropa bis Südwestsibirien, 0,6 bis 1,5 w, Blätter 
quirlig, 7 bis 1 1 nervig, Blüten fleischfarben oder schmutzigpurpurn und braun geileckt, 
Juni-Juli, von den Kulturformen besonders var. alhuui (var. alhiflöruni) zu nennen, Blüfen 
zahlreich, aber klein, für den Park und das Alpinum im Gebüsch und auf Wiesen brauch- 
bar; L. Maximowiczii (/.. pscudotigrinum, L. tigrinum var^ secündum). Japan, bis 75 cm, 
ähnlich tigrinum, aber ohne Brutzwiebeln und Blüten orangerot, sonst wie diese zu ver- 
wenden; sehr ähnlich L. Leichtlinü, aber Blüten hellgelb; L. monadelphum iL. Col- 
chicum), Kaukasus, bis 1 m. Zwiebel groß, Blätter abwechselnd, vielnervig, Blüten zu 5 
bis 30, zitronengelb mit wenigen Flecken, Antheren gelb, Juli, wohlriechend, hart und 




schön; var. Szovitsiannm iL. SzoviTsianiim). Blüten größer, Antheren rotbraun; L. par^ 
dalinum, Leopardlilie, Kalifornien, Zwiebel ein schuppiges Rhizom, Blätter zu i) bis 
15 quirlig. 3 bis 5 nervig, Blüten zu 1 bis 30, rot und gelb, braun gepunktet, Juni-August; 
L. pyrenäicutn [L. pomponium var. hiteiiin). Pyrenäen, bis 1 m, Blüten gelb mit schwarz- 
roten Punkten, Mai-Juni, stark duftend, sehr brauchbar für Rabattengruppen, wie Abb. 2(iO 
usw, ; L. pompönium [L. rubrum). Westeuropa, ist ein leuchtend roits pyrenaiaim; L. SpeciÖ= 
sum (L. lanciföliiim Hort, zum Teil). Prachtlilie, Japan, 0.5 bis 1 /;/, Zwiebeibis \Ocm 
dick, rot purpurn oder braun, Blätter abwechselnd, 5 bis 7 nervig, kurz gestielt, zuletzt fast 




Abb. 202. LiUiim ligriuum. Tigerlilie, 



(Orig., Bot. Garten, .Warburgj. 



hängend, Blüten zu 3 bis 10, groß, weiß, mit rosa Hauch und rotpurpurnen Flecken, Juli- 
September, mit vielen Formen, z. B. var. röseiim und riibriiin, rosafarben, die für Freiland- 
kultur vorgezogen wird, man gebe guten Winterschutz und pflanze tief genug (20 cm), 
die Überwinterung ist überhaupt nur an geeigneten Orten anzuraten, z. B. in Rhododendren- 
beeten, ähnlich Abb. 53 ; abweichend ist var. Kraetzeri, Zwiebeln gelb. Blüten reinweiß mit 
bleichgrünen Streifen; ferner var.„Melpomene". tief karmesinrot, weiß gerandet; L. super= 
bum. amerikanischeTürkenbundlilie, Ostnordamerika, Zwiebeln rhizomartig, Blüten 
glänzend rotorange mit deutlichen Flecken, Juli-September, wie Martagon zu behandeln; 
L. sutchuenense, Westchina, 50 bis 80 cm, Zwiebel klein, Blätter wechselständig dicht. 
Blüten zu 3 bis 10. scharlachrot mit braunen Punkten, Juni-Juli, wie Abb. 2öl. schön, hart; 
L. tenuifölium [L. liniföliam, L.piimilam, L. puniceiim), Korallenlilie, Sibirien, 30 bis 
60 cm, Blätter schmallineal, Blüten zu 5 bis 6, dunkelscharlach, Juni-Juli, slark riechend, 
schön, hart, auch für den Steingarten; L. iestäceum {L.c.\c(>lsum var. isabelliinim). Nan- 
kinglilie, anscheinend eine Hybride candidnm X chalcecloniciim, 1 bis 1.5 ///. Blüten nan- 
kinggelb, oft mit rosa Hauch. .luni-Juli, gilt als sehr gut; /..f/^r/num. Tigerlilie, .lapan- 
China, 0,6 bis 1.2 m. Zwiebel 5 bis 8 cm dick. Blätter sitzend, obere mit Zwiebelchen in 
Blattachseln, Blüten zu 3 bis 10, leuchtend orangerot mit dunkelpurpurnen Flecken. Juli- 



August, wie Abb. 2b2, viele Gartenformen, z. B.,//. /;/., splendens. i^ramiiflörum. harte, 
sehr brauchbare Art. Kultur mühelos. 

B. Blüten wagrecht oder schräg abstehend. Blumenkronenabschnitte an der Spitze ausge- 
breitet, vergleiche Abb. 263 bis 254 (Gruppe Eulirion, Liriotypus). 

L. Öröwn/V, Japan, (lO bis 80 cm, 
Zwiebel ziemlich groü, Blüten zu 1 
bis 3. innen reinweiß, außen wein- 
rot überlaufen. Juni-.luli, geht meist 
vAsjapöniciini in den Gärten, beson- 
ders zu empfehlen var. leucän- 
thum (L. leiicantluim). üppiger, bis 
2 tn, reicher blühend. Blüten milch- 
weiß, wie Abb. 2i)3: L. cändh 
dum, weiße oder Madonna- 
lilie, Südeuropa, 0,ö bis 1,2 m , 
Zwiebel breit eiförmig, Blüten zu 6 
bis 20. reinweiß, duftend. Juni-Juli, 
altbekannte Gartenpflanze, Kultur 
leicht, in schwerem Boden seicht 
pflanzen, lange ungestört lassen ; L. 
japönicum und die Form L. Krä- 
meri (L. japonicuin var. röseiinn 
sind ausgezeichnete Arten, die sich 
aber für Freilandkulturals heikel er- 
weisen: Z../ong///örum,, Japan, 0,5 
bis 1 in, Blüten weiß, sehr duftend, 
und die var. Harrisii ( var. eximium, 
L. Harrisii, L. eximium), Bermuda- 
inseln . bekannte, prächtige Treib- 
lilie, wie Abb. 203a, beide im Garlen 
noch besser als5/;mfls//w brauchbar; 
L. regäle iL. myriophyllnm Hort.). 
Westchina, bis 1 ,3 m, kräftige draht- 
artige Stengel, Blätter wechselstän- 
dig, 3 bis 5 nervig, Blüten zu 2 bis 
1 0, groß, fastreinweiß, duftend, Juli- 
August, sehr wertvolle Art, die sich 




Abb 2b3 lilunn Biowt 




leicht aus Samen anziehen läßt : hier- 
her var. kansuc'nse [L. Broivniivar. 
kd/isiicnse), Blüten außen bräunlich ; 
L. Sargentiae {L. leuainthum 
Hort.). Westchina. mitKnöllchen in 
den oberen Blattachseln, Blüten zu 
3 bis h, wachsweiß mit gelb und 
außen purpurn überlaufen; hieran 
schließen sich weitere neue chine- 
sische Arten, die sehr wertvoll zu 
werden versprechen; in diese Gruppe 
gehören auch noch die interessanten 
L. sulphüreum und L. Wailichidmim 
aus dem Himalaya und aus Birma. 

C. Blüten doldig, aufrecht aus- 
gebreitet wie Abb. 2.5 (Gruppe Iso- 
lirion). 

L. bulbiferum, Feuerlilie, 

Mittel- und Nordeuropa, 40 bis 80 



248 



Lilium— Lindelöfia 




Abb. 264, 



•;■(/ pallida, Mauerflachs, 3 cm 



an, obere Blätter mit Brutzwiebeln in Achseln, Blüten rotorange, braunrot gefleckt, Juni-.luli, 
Kultur leicht; L. cöncolor, Stern lilie. Japan, bis 45 cm, Blätter abwechselnd, Blüten 
innen dunkelrot. kaum getupft, ,luni-Juli, empfehlenswert; L. cröceum iL. uiirantiaciiiii). 
Mittel- und Südeuropa, wie vorige, aber etwas früher blühend und ohne Brutzwiebeln, wie 
Abb. 25; L. daüricum iL. spectdbile, L. umbelldtiim Hort.), Ostsibirien, ähnlich croceunu 
Zwiebelschuppen deutlich gegliedert. Blüten orangerot mit schwarzpurpurner Zeichnung, 
reichblühend, Juni-Juli; viele Formen, wie var. atrosangiu'nenin (var. incomparcibile Hort.), 
Blüten tiefer blutrot; alle gut. hart; L. elegans (L.jiilgens, L. lanciföliiim Thunberg), Japan, 
50 bis 60 cm, Blüten meist nur zu 1 bis .5. rotorange mit purpurnen Flecken, sehr viele For- 
men, alle sehr zu empfehlen, Kultur nicht schwer; L. philadelphicum, Nordamerika, 45 

bis 75 cm. Zwiebeln einjährig, mit 
Rhizom, Blätter in Wirtein, Blüten 
zu 1 bis 4, glänzend rot, mit dunklen 
Tupfen, Juli, gilt als sehr wider- 
standsfähig und auch für sonnige 
Plätze passend; geht nicht selten 
gleich der vorigen als L. dahüricum. 

11. Blätter deutlich gestielt, breit 
herzförmig (Gruppe Cardiocriniim). 

L. giganteum, Himalaya, 1.5 
bis 3 m. Blüten wagrecht oder leicht 
hängend, langröhrig, außen weiß 
mit grün, innen purpurn; .luli-Au- 
gust; sehr zierend, liebt geschützte 
Lagen und leichten durchlässigen 
Boden, imWinter gut mit verrottetem 
Dung decken,alteZwiebel stirbt nach 
Blüte ab. 

Limnänthemum siehe Nymp/ioides. 
— Limönium siehe Stätice. — Liaäria giareösa siehe Ckacnoirhinum. 

Linäria, Leinkraut — Scrophulariaceen — Harte, sehr verschiedengestahige 
Stauden, vergleiche Abb. 264 bis 205 und die Arten; Kultur: die L.a/pina.Cymbalaria und 
pallida sind im Alpinum. an Mauern, Ruinen usw. leicht anzusiedeln und vermehren sich 
selbst, sie lieben leichten, durchlässigen Boden und ziehen Nordlagen vor, auch für Einfas- 
sungen brauchbar; die Arten wie macedonica oder triornithophora sind hübsch für Rabatten 
und Gruppen in leichtem Boden und sonniger Lage, auch an geeigneten Plätzen im Park in 
Masse sehr wirksam. 

L.alpina, Alpen, niederliegend -aufstrebend, bis 10 cm. zierlich, kahl. Blättchen lineal, 
blaugrün. Blüten in kopfigen Trauben, blauviolett mit goldgelben Gaumen, Juli bis August, 
eigentlich einj- hrig, sät sich aber immer selbst aus, var. rösca. schöne Abart; L. Cymba- 
läria (Cvinbalaiia mnrdlis). heimisch, wie vorige, aber Blättchen rundlich-herzförmig, eckig- 
fünflappig und Blüten einzeln, hellviolett und gelb, Juni-August; die var. globösa (lila) und 
compdcta alba (weiß) bilden kugelige, dichte Büschel und sind für Einfassungen sehr hübsch, 
die Stammart wuchert zu sehr: auch L. pallida, Mauerflachs, Abruzzen, ein kleines 
kriechendes Pflänzchen mit rundlichen behaarten Hlättern und großen bleichblauvioletten, duf- 
tenden Blüten, wie Abb. 26 4, im Alpinum brauchbar, liebt reichlich Sonne und steinigen, 
armen Boden; ebenso Z../jepar/c//ö//a, Korsika, dichtrasig. Blättchen rundlich nierenförmig, 
Blüten hellviolett, zierlichste Art, liebt frische, halbschattige Stellen im Alpinum. — L. mace- 
donica, Südosteuropa, bis über 1 m. kahl, Blätter blaugrau, Blüten lebhaft goldgelb mit 
orange in ährigen Rispen, wie Abb. 265, geht auch als L. dalmdtica, von der sie wohl nur 
eine breitblättrige Form ist; sehr schön ferner L. triornithophora, iberische Halbinsel, 
Blüten violettpurpurn mit orange, in bis 75 cm hohen Blütenständen, ebenfalls .luni bis Sep- 
tember, hierher var. rösea, rosa mit orange Schlund. 

Lindelöfia spectäbilis \Crnorrlossinii Ifliioifldruni] : Bis .50 cm hohe, aufrechte, rauhblältrisje B o rr a- 
jjinee vom Himalava mit hübschen, verijil.'.meinnichlühnlichen, großen, saphirblauen Blüten in nicken- 
den Wickeltraubeil, Mai-Juni; Kultur in sehr sreschützter Lage in t,'ut durchlässigem BoUen, leichte 



Lindelöfia — LithospC'rmum 



:49 



Winterdecke und Schutz gegen Nässe; Vermehrung durch Teilung und Saat; Ve rwe nd u ng als 
Rabattenpflanze im Garten, schön. 

Lianaea boreälis gehört zu den Sträuchern ; siehe im Laubholzbuche. 

Linösyris vulgaris {Aster oder Chrysöcoma Linosyris), Qoldschopf: Mitteleuro- 
päische, aufrechte, bis 50 cm hohe, dichtbuschige Komposite mit einfachen, dicht lineal 
beblätterten Trieben und gelben Blüten in endständigen Doldensträul.len, August bis Oktober; 
Kultur und Verwendung wie die Herbstaslern; Vermehrung durch Teilung; schöner 
Spätblüher. — Ein interessanter Bastard zwischen dieser Art und .4s/«- (/ois ist unter dem 
Namen Asterolinösyris W'illmöttiae in Kultur, aber ohne Wert. 

Linum, Lein — Linaceen — Aufrechte, harte, 30 bis 50 an hohe, meist heimische, 
buschige Stauden mit dljnnen, einfachen Trieben, abwechselnden, schmallanzettlichen Blättern 
und gelben, blauen, rosa oder wei- 
l.ien, nur in der Sonne offenen Blü- 
ten in endständigen, cymösen Trau- 
ben im Juni oder später; Kultur 
in jedem Gartenboden in sonniger 
Lage ; Vermehrung meist durch 
Aussaat, seltener durch Teilung, bei 
flaviiin auch durch Stecklinge; Ver- 
wendung als Rabattenpflanzen, 
aber auch gelegentlich im Park in 
massigen Gruppen wirkungsvoll, 
ebenso auch im Alpinum 

L. alpinum, mitteleuropäische 
Gebirge, 1 5 bis 20r/H, niederliegend- 
aufstrebend, Blüten weißlichblau; 
L. arböreum, Südeuropa, halb- 
strauchig, 25 bis 75 cm, kahl, Blüten 
goldgelb, wießavufii; L. austria- 
cum, östliches Mitteleuropa, bis 30 
cm. schön azurblau. Juni, schöner 
als alpinum: L. tlävum, Europa, 
bis 50 cm. Blätter tiefgrün, derb. Blü- 
ten hellgoldgelb. ,luni- Juli, gute Art ; 
L. Lewisii iL. pcirnnc oder sibiri- 
ciim var. Lewisii). Nordasien-Nord- 
westamerika, bis 80 cm. schön blau. 
. luni-.luli; L.naröonnense, Mittel- 
meergebiet, bis 50 cm. dichtbuschig, 
grol.iblumig. himmelblau mit vio- 
letten Adern. Juni, beste blaue Art; 
L.perenne, Europa. 30 bis 90 cm. 

hellblau und var. albiim, weiß, Mai-Juli; L. salsoloides, italienische Alpen. Grund ver- 
holzend. Stengel bis 20 cm. verästelt. Blätter klein. Blüten weiß mit purpurnem Auge, 
prächtig, besonders var. naniim. für warme, sonnige Lagen, durchlässigen Boden; L. 
viscösum, mitteleuropäische Gebirge. Pyrenäen. 30 bis bO cm. klebrig-zottig behaart. 
Blüten leuchtend rosa, fürs .Alpinum zu empfehlen ; u. a. m. 

Liparis iSliirwia) Loeselii, Qlanzwurz: winzige, 8 bis 20 rm hohe, unscheinbare heimische O r - 
chidee mit gelbgrüncn Blättern und grünlich-gelben Blütchen in 3 bis 8 blutigen Trauben, Juni-Juli; 
für moorig-sumpfige Wiesenstellen in sonniger Lage, nur botanisch bedeutsam. 

Lippia cane'scens (Z.. /r/j^«.<).- halbstrauchige, südamerikanische Verbenacee, die bei uns im 
Kalthause übe-wintert werden mul.S. 

Listera oväta, Zweiblatt: heimische, 20 bis 50 rw hohe Orchidee mit zwei elliptisch-eiförmigen 
Blättern und grünlichen Blüten in aufrechten Trauben, Mai-Juni; Kultur siehe Orchis; liebt feuchte 
Lagen. 

Lithospermum, Steinsame: Die von dieser Gattung fürs Alpinum in Betracht kom- 
menden .Arten sind reifende, meist blaue, seltener gelb blühende, kleine Felsensträucher. 
Siehe Laubholzbuch. Die heimische Staude L. purpureocoerüleum ist niederliegend, 
Stengel bis 70 cm lang und 20 bis 30 cm hoch, blüht schön saphirblau und rot im Mai- 




Abb. 265. Linuriu macci/oiiiiii. mazedonisches Leinkraut, 



250 



Lithospfernnini — Lupinus 



Juni und ist in humosem. steinig lehmigem Boden in halbschattiger Lage als Vorpfianzung 
vor Sträuchern sehr empfehlenswert. 

Litorella uniflöra (L. luciistris. P/antdgo iiniflora), Strandling: Winzige, 5 bis 10 cm hohe, heimi- 
sche PI a n tagi n a cee mit grundständigen, rosettigen, pfriemlichen Blättchen und unscheinbaren, 
weißhchen Blütchen, Juni bis August; nur für Liebhaber von Sumpfpflanzen von Bedeutung. 

Lloydia serötina (L. alpinen. Faltenlilie: Fast durch die ganze nördliche gemäßigte Zone verbrei- 
tete L i 1 i a c e e mit rhizomartigem Wurzelstock, linealen Qrundblättern und aufrechten, beblätterten, 1 
bis 50 cm hohen Blütentrieben mit meist einzelnen, weißlichen, aufrechten Blüten mit drei rötlichen 
Streifen innen und gelblichem Nagel, Juni-August; Kultur in trockenen, sonnigen Lagen im rasigen 
Grunde, zieht nach der Blüte fast ganz ein. 

Lobelia, Lobelie — Lobeliaceen — Die für uns wichtigsten Arten stammen aus 
Nordostamerika, aufrechte, bis me- 
terhohe Büsche, Blüten lebhaft ge- 
färbt in ährigen Trauben im Spät- 
sommer und Herbst; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung in 
feuchten, kühlen Lagen. 

L. cardinälis, lebhaft kardinal- 
rot ; L. syphilitica, blau oder pur- 
purviolett, gelegentlich auch weiß, 
var. a/ba; auch für Ufer; ebenso die 
ähnliche L. sess/7///öra, Ostasien, 
8ü cm. Blüten dunkelblau, Sumpf- 
pflanze. 

\Lobelia litorälis siehe Prütia. — Lo- 
belia Tupa siehe Ti/pii. — Löffelkraut 
siehe Coc/i/eariu. — Löwenmaul siehe 
Antirrlümim. — Löwenzahn siehe Le- 
önfoclon. — Lomäriaalpinas\cheß/t'c/i- 
niim penmi marina. — Lornatogönium 
siehe Sn-ccrtiii. - Lophäathus ane- 
diodöra siehe Ai'dslac/ie. 

Lophänthus chiaensis {Hyssöpns 

I.opliuntliiis): Sibirisch-nordchinesisehe, 

aufrechte Labiate von der Tracht von N(ppta. 25 bis 40 cm, Blätter gerieben aromatisch riechend, 

stumpf eiförmig, grün, Blüten in achselständigen Cymen, blau, Juli bis September; für trockene steinige 

Orte im Alpinum, aber unschön. 

Lotosblume siehe Neli'imbiiim. 

Lotus corniculätus, Hornklee : verbreitete, heimische Papilionaceemit niederliegend-aufstre- 
benden, 10 bis 30 cm hohen Stengeln, mehrzähligen Blättern und gelben, in der Knospe etwas rot über- 
laufenen Blüten in mehrblütigen, doldigen Köpfchen, Mai bis September; für Kultur nur var.//. pl. mit 
gefüllten, aber kaum größeren Blüten zu empfehlen, für trockene sonnige Standorte im Alpinum oder 
auf Rabatten als Einfassung. — Gelegentlich wird auch die heimische L. siliquösus {Tetnigonölobus si- 
liquosiis) kultiviert, die einzelne, gestielte, größere Blüten hat. 
Lotwurz siehe Onösma. 

Lubinia lubinioides {Lysimücliia maurantidna) ist eine 10 bis 40 cm hohe Prim ulacee, die sich 
als Strandpflanze der warmen Küstengebiete des Pazifischen und Stillen Ozeans findet und für uns 
wertlos ist. 

Lunäria rediviva, Mondviole, Silberblatt: 30 bis (i(i c/n hohe, heimische Cru- 
cif ere mit großen, gestielten, herzförmigen Blättern und duftenden lila Blüten, wie Abb. 2(i(), 
Mai-Juli, auf welche Früchte folgen, in denen die dünnen silbrigen Scheidewände (Judas- 
silberlinge) stehen bleiben; Kultur in schattiger Lage in humosem Boden; Vermeh- 
rung durch Samen (Selbstaussaat); Verwendung für Oehölzgruppen im Park (beson- 
ders in lichtem Buchenwalde) und auch im Alpinum ; Fruchtstände nicht so schön wie bei 
L. ännua(L. biennis).d\e für Schnittzwecke der Fruchtstände halber gezogen wird, aber 
meist nur zweijährig ist. 

Lungenblume siehe Geiüidmi Pneiimonäntlie. — Lungenkraut siehe Puimondria. 
Lupinus polyptiyllus {L. grandiflonis) Lupine: Aufrechte, dichte, buschige, nord- 
westamerikanische, bis über 1 w hohe Papilionacee mit fingerförmig 10- bis 16 zähligen 
Blättern und prächtigen, aufrechten, straffen Blütenähren wie Abb. 267, Ende Mai bis August; 
der Typ und die als besser geltende var. siipi^rbus blühen blaupurpurn, var. albus weiß, var. 
Moertieimii reinrosa mit weißen Flügeln, beste für Schnitt und gedrungener im Wuchs als 




Abb. 266 



redh'ha. Mondviole, 50 i 
E. Reitig, Jenal. 



Tafel VI. 



^^ 







L itliospcnn um purpureo- coenikuni . 




Umpluilodes venia. 



252 Lychnis— Lysichitiim 

Teilung: Verwendung als Rabatten- und Gruppenpflanzen, auch im Alpinum und im 
Park, manche Formen für Schnitt brauchbar. Siehe auch unter Mcldndiyum und Viscdria. 
L. chalcedönica. Brennende Liebe, Südrul.iland. Kleinasien, 0,3 bis 1 m. Blüten in 
Köpfen, leuchtend scharlachrot, die gefüllten var. rubra plena und var. alba plena verlangen 
leichten Winterschutz, altbekannte Gartenpflanzen; L. (Agrostdmma) coronäria (Coro- 
naria toinentösa), Vexier nelke, Südeuropa, Kleinasien. öO bis 90 cm, Pflanze weiüfilzig. 
Blüten trübpurpurn, einzeln. .Juli-August, alte Gartenpflanze, aber in rauheren Lagen als 
Sommerblume zu behandeln, liebt sonnige, trockene Lagen; L. (Coronariaj FlaS'CÜculi, 
Kuckuckslichtnelke. Europa. Nordasien. 30 bis 80 oh, graulich behaart, Blüten in 
lockeren Rispentrauben, rosenrot oder weil.'i. Mai-Juni, in Kultur besonders die gefüllten 




var. albo-plcna und var. röseo-plena. liebt etwas feuchten Standort (Wiese); L. (Agrosteinma 
oder Coronäria) Flos=Jö\'is, Jupiterblume. Südosteuropa. 20 bis 60 cm, weil.iwollig be- 
haart, Blüten in Köpfen, Blumenblätter zweispaltig, leuchtend rot oder weil.) ^var. alba), 
Juni-Juli, für sonnige, felsige Lagen ; L. Haageäna, Gartenzüchtung aus den ostasiatischen 
L. fiilgens und L. corondta. die in Kultur selten sind, 30 bis 50 cm. etwas behaart, Blüten 
zu 2 bis 3, leuchtend zinnoberrot, rosa oder weiß, ,luni-Juli (September), schöne Garten- 
pflanze, die Feuchtigkeit meidet; L. yunnanensis, Westchina, 15 cm, Blüten hellrosa, 
Mai-Juni, fürs Alpinum. 

Lychnis alpina und L. Viscäria sielie Viscuria. — Lychnis dioeca, L. diürna und L. vespettina 
siehe Meländryiim. — Lychnis Lagäscae und L. pyrenäica siehe Petrocöptis. — Lychnis nivalis 
siehe Polysrh^mone. 

Lycopödium, Bärlapp: die verschiedenen Arten dieser Gattung, die für den Alpenpfianzenliebhaber 
in Betracht kommen, erfordern eine vorsichtige Behandlung, waclisen, wenn wild gesammelt, nur sehr 
schwer an. während Pflanzen mit Topfhallen kaum zu erhalten sind. Die wichtigsten heimischen Arten 
sind /_. alpinum mit einzelnen, nngestielten .\hren, I.X'/iaiiniecv/Hirissi/s, Ähren zu 2 bis .^, Astchen büsche- 
lig, Blätter 4-reihig. L- claviitiini. ,\hreii /.u 2 bis .v Bliitter mit lanyer Haarspitze, /,. coiiipUiih'riini. Ahrmzn 
2bis3,Ästchentacherförniiuund/..,Sc/(/A'".iihneAhren.S|-»)renheluilterinden Achsehuler oberenBlättchen. 

Lysichitum camlschatcense {l.ysicliiton caiulscluiticiini) — Araceen — Sumpfstaude mit dickem, 
wagrechtem Wurzelstock aus Ostsibirien, Nordv\'est-Nordamerika, Blätter bis 60 f/«, länglich-lanzettlich, 
blaugrün, bananenartig, Blüte weiß, kalla-artig im Mai-.luni; an feuchten Stellen im [^ark für Liebhaber 
versuchswert. 



Lysimachia— Malva 253 

Lysimächia, Felberich, Weidenkraut — Primulaceen — Aufrechte oder krie- 
chende Stauden mit gegen-. Wechsel- oder quirlständigen, ganzrandigen Blättern und achsel- 
oder endständigen, ährig-rispigen Blütenständen; Kultur und X'erwendung siehe bei den 
Arten: Vermehrung durch Teilung oder Saat im Frühjahr. 

I. Kriechende Pflanzen. Blüten achselständig zu 1—2 : L. nemorum, hei- 
misch. Blätter eiförmig, spitz. Blüten klein, dottergelb. Mai-.luni, ausgezeichnet zur Bepflanzung 
des Bodens zwischen Gehölz in frischen, auch steinigen, schattigen Lagen ; L. nummuläria, 
heimisch, Blätter stumpf, rundlich. Blüten groü. goldgelb, Alai-Juli. liebt ebenfalls feuchte 
Orte, aber auch in sonnigen Lagen sehr gut zu verwenden, eine goldblättrige Form ist var. 
aiirea. — IL Aufrechte Pflanzen. Blüten ährig-rispig: L. barystächys (Z.. 
brachystachys und longistdchys Hort.), IV^andschurei. etwas rauh behaart. Blätter lineal-länglich, 
Blütenstände erst nickend, ährig. Blüten weil.!: L. clethroides (.\bb. 268). .lapan-China. 
Wurzelstock kriechend. Triebe einfach, bis 1 m. Ähren 25 b;s 30 ctii. weiLl. .hili-September, 
für Rabatten in tiefgründigem, nicht zu schwerem und genügend frischem Boden: L. Ephe= 
merutn, Südeuropa, Blätter lineal, blaugrün. Blüten weil.i mit dunklem Auge, auffällige Art, 
bedarf aber in strengen Wintern Deckung: L. punctata IL. vcrticillatu. L. velmina Hort.), 
heimisch bis Nordasien. 0.6 bis 1,2 ///, Stengel vierkantig, Blütenstände etwas rispig. goldgelb. 
Juni-Juli, gleich vulgaris für den Park als Uferpflanze und im Schatten brauchbar, ihr ähnelt 
L. Japönica: L. racemösa IL. stricta, L. tern'strisj. Nordostamerika, 30 bis 70 cm, kahl 
Blätter gegenständig, lanzettlich, schwarz gepunktet, Ähren 7 bis 12 cm. Blüten gelb mit pur- 
purner Zeichnung, grol.l, Juli-September, liebt feuchte Orte und Heideerde: L. thyrsiflöra 
(Naiimhiirgia guttata. N. thyrsiflöra). heimisch, 30 bis ()0 cm. Blüten in achselständigen 
dichten Trauben, gelb, klein, Mai- Juli, für feuchte Standorte brauchbar : L. vulgaris, heimisch, 
ähnlich punctata, 0,6 bis 1 ,25 m. aber Stengel rundlicher, Blätter gegenständig, Blüten gold- 
gelb, Juni-Juli, für feuchte Orte. 

Lysimächia ciliäta siehe Stciionema. 

Lythrum, Weiderich — Lythraceen — .Aufrechte, buschige Stauden mit meist 
gegenständigen oder quirligen, lanzettlichen Blättern und purpurnen Blüten in verlängerten, 
aufrechten Scheinähren: ,luni-,August: Kultur in jedem genügend feuchien Gartenboden: 
Vermehrung durch Stecklinge und Aussaat, Teilung sehr schwer, da Wurzeln steinhart; 
V e r w e n d u n g der typischen Formen im Parke als Ufer- und Sumpfpflanzen und der Garten- 
formen für Rabatten und für massige Gruppen. 

L. alätum, Nordamerika, bis 1 m, Blätter meist wechselständig, Blüten achselständig, 
ziemlich groß, magentapurpurn, ab Juni; L. lineare, Ost -Nordamerika, 50 bis 90 cm, 
Blätter gegenständig, hellgrün, schmal, Blüten hellpurpurn oder weißlich, zierlichste Art; 
L. Salicäria, heimisch, verästelt, bis 1 m, etwas behaart, Blätter zum Teil quirlig, breit- 
lanzetllich. Blüten purpurn, die schönsten Kulturformen sind : atropurpüreum, langrispig, 
dunkelpurpurrot, „ Pink Perf ection ", lang schmalrispig, lachsrosa, „Perry 's Var.", 
ähnlich folgender, mehr kirschrot: röseum superbum, dichte lange Rispen, leuchtend 
rosa mit lachsfarbenem Schein ; L. virgätum, heimisch, eleganter, kaum 1 m. Blätter lineal- 
lanzettlich, Blüten kleiner, rosapurpurn: L. virgätum hybridum, Bastarde mit Salicäria, 
zierliche, schmale, lange, purpurne Rispen ; L. virg. „Rose Queen" („rosa Königin") hat zier- 
liche, lachsrosa Rispen. 

Lytlirum verticillätum siehe Decodon. 

Maclaya siehe Roccötüa. — Macrotömia siehe Arn^bia. — Madonnalilie siehe Liliuin cändidum. — 
Mädchenauge siehe Coreöpsis. — Mädesiiß siehe Filip^ndiila. — Mähnengerste siehe Hördeumjuhä- 
Uun. — Mänderle siehe Paederöta. — Märzbecher siehe Leiicöjum vermmi. — Maiapfel siehe Podo- 
pliylliim. — Maiglöckchen siehe Convalldria. 

Majänttiemum bifölium (AI. Convalldria, Smilacinahifolid), Schattenblümchen: 
Zierliche, heimische, 7 bis 15 cm hohe Liliacee mit kriechendem Rhizom, aufrechtem, 
zweiblättrigem Stengel und tief herzeiförmigen Blättern, sowie kleinen, weißlichen, duftenden 
Blütchen in kleinen Trauben. Mai-Juni. Beeren erst weißlich, dann rot; Kultur im Schatten, 
in humosem Boden, wie die Maiblumen, als Schattenpflanze wertvoll. Üppiger und schöner 
ist AI. canadense {Unifölium canadc'nse), Laub nach Blüte aber absterbend. 

Maläxis siehe Acliroanthiis. — Malva involucräta siehe Callirhöe. 

Malva moscliäta, Malve: Aufrechte, heimische. 40 bis 60 cm hohe, reichverzweigte, 
buschige Malvacee mit bandförmig-fünfteiligen Blättern mit fiederspaltigen Zipfeln und 
hellrosa oder weißen (var. alba), duftenden Blüten in den Blattachseln, Juni-Juli und September ; 



254 



' Malva— Mäzus 




Abb. 269. Mattliiola varia und vallesiaca 

(im Garten H. Wieland, Neuhausen [Schweiz]). 



Kultur in jedem nicht zu schweren Qartenboden in sonniger Lage; Vermehrung durch 
Samen; Verwendung als ganz hübsche Rabaltenstaude, besonders die etwas niedrigere 
weilk Form. trocl<ene Hänge und Wiesen im Park. 

Malvästrum siehe Spliaeidlcea. 
Mandragora officiaärum (M.offici- 
nälis), Alraun : südeuropäische, mit der 
Tollkirsche verwandte, stinkende So- 
la n a c e e mit rübenförmigen Wurzeln, 
länglichovalen, bis 30 cm langen, spitzen, 
wellig gerandeten, gestielten Qrundblät- 
tern , glockigen Bluten und kugeligen 
Beeren; die Art gliedert sich in zwei 
Formen: die im Frühjahr blühende vei- 
nii/is mit grünlichgelben Blüten und die 
violettblütige, im Spätherbst blühende 
aiituninülis; Kultur usw. wie Pulmo- 
ndria im Halbschatten , doch nur von 
botanischem Wert. 

Mannsblutkraut siehe Stylöplwnim 
Uisioiärpum. — Mannstreu siehe Eiyn- 
<iii:m. — Marbel siehe Lüzula. — Mar= 
garetenblume siehe Pyritlirum röseum. 
— Margerite siehe Chrysanthemum. — 
Margyricärpus setösus ist eine süd- 
amerikanische strauchige Rosacee. Sie- 
he Laubholzbuch. — Marienblatt siehe 
Balsamita. — Mariengras siehe Hiero- 
chloa. — Marienröschen siehe Meldndiyum. 

Marrübiam supinum (M. sericcum),' Andorn: niederliegend-aufstrebende, spanische, 25 bis 15 cm 
hohe, weiß zottigbehaarte Labiate mit eirundlichen, gekerbten, oberseits ergrünenden Blättern und 
kleinen, lila Blüten in entfernten Quirlen; für sonnig warme Lagen im Alpinum versuchswert; was in 
den Gärten geht, scheint aber meist eine vulgäris-Form zu sein. Ferner zu nennen M. libanöticuni, nur 
2T>cm hoch, Blätter weißfilzig, Blüten fleischfarben, und M. candidissimum. Italien, Balkan, 30 bis 40 a«, 
silberweiße Belaubung. 

Marsdenia {Cionüra. Cyndnchum) erecta siehe Laubholzbuch. 

Marshällia caespitösa: niedrige K o m p o s i t e aus den mittleren und südlichen Vereinigten Staaten, 
Blätter rosettig, ganzrandig, kahl, Blüten einzeln auf bis 25 cm hohem Schafte, ohne Randblüten, rosa 
oder weiß, mit blauen Antheren; liebt Kalk; bei uns kaum erprobt. 

Marsilia quadrifölia, Kleefarn: eigenartiger, heimischer Sumpffarn mit bis über 50 c/n langen 
Stengeln und kleeartigen vierzähligen Blättchen; für Liebhaber an sumpfigen, nassen Orten brauchbar. 
Mastkraut siehe iiu};ina. 

Matricäria caucäsica (Chamacmc'lum oAqx PyrMhrum caucasicum): margeritenähnliche Kompo- 
s i t e aus dem Kaukasus und Kleinasien, bis 30 
schnittig, nicht siark riechend, Blüten- 
köpfe weiß, groß, endständig; für Fels- 
partien; ebenso M. (Chumaemelum) ore- 
üdes. 

Matteücia siehe Onoclea. 
Matthiola väriaiCheirdnthus varius): 
Diese aufrechte, 6 bis 30 cm hohe C r u- 
cifere und ihre Formen pedemontdna 
und vallesiaca aus der Schweiz und Süd- 
europa sind Felsenstauden mit lincalcn 
Qrundblättern und schmutzig purpur- 
violetten oder bräunlichen, wohlriechen- 
den Blüten in lockeren Trauben; Mai- 
Juni; wie Abb. 269; Kultur in sonnig 
trockenen Felsspalten oder Geröll; sonst 
wie Erysimum. 

Mäitia siehe Rindern. 
Mauerflachs siehe Linaria pulllda. 
— Mauerpfeffer siehe Sedum acre. — 
Mauerraute siehe Aspkhüum Rata Mu- 
räriu und Raronychiii. 

Mäzus pumilio: kleine, neuseelän- 
dische ausläufertreibende Scrophu- 
1 a r i a c e e mit stumpf-oblongen Grund- 
blättern und aufstrebenden, 10 bis \5cm Abb. 210!' Meconopsls cambrica fl.pl.. 40 < 
hohen Stengeln mit ein- bis fünfblütigen " (Ohg.. Langk-y, England). 



Tracht niederliegend aufsteigend, Blätter fein fieder- 




Mäzus— Meconöpsis 



255 



Trauben mit kleinen hellblauen Blütchen im Frühjahr; nur für erfahrene Pfleger, Kultur in halbschattigen 
Felsspalten oder kleinen Beeten in leichter Erde ; dürfte in kälteren Lagen selbst unter Decke bei uns nicht 
aushalten; dagegen hat sich selbst in Petersburg als hart erwiesen M. [Mimii/ns] radicans, Neuseeland, 
sehr zvvergig, bräunlichgrüne Rasen, Blüten weiü mit gelber Mitte, reizend. 

Meädia Dodecätliia, M. Dodecäthion siehe Dodecätlieon Meadia. 

Meconöpsis, Scheinmohn — Papaveraceen Sehr interessante, leider fast 
durchweg zweijälirige Kräuter, deren Tracht aus Abb. 270 bis 272 und aus der farbigen 
Tafel VI ersichtlich ist; Kultur im allgemeinen in halbschattiger Lage und lockerem, nahr- 
haftem, gleichmäl.^ig feuchtem, humosem Boden; in sonniger Lage nicht so schön, auf Rabatten 
wohl im Halbschatten versuchswert, 
wenn man den Boden frisch halten 
kann ; Vermeh rungdurch Samen 
gleich nach der Ernte oder zeitig im 
Frühjahr (junge Pflanzen nicht ver- 
zärteln), die perennierenden Arten 
können auch durch Teilung starker 
Pflanzen vermehrt werden; Ver- 
wendung als eigenartige.schmuck- 
hafte. aber etwas heikle Zierpflanzen 
an geeigneten Orten im Park und 
Alpinum, wo im Winter Schutz gegen 
Nässe gegeben werden kann, ver- 
dienen weit mehr Beachtung, als 
man ihnen bisher geschenkt hat. 

M. cämbrica yPapävcr cani- 
briciim), Westeuropa. 30 bisSO cm, 
Belaubung blaugrün. Blüten hellgelb, 
Mai-August, in Kultur auch die ge- 
füllte var. .//. /;/.. die 30 bis 40 cm 
hoch ist, Abb. 270. Blüten orange 
mit scharlachroter Streifung; Kul- 
tur leicht. Pflanze ausdauernd ; M. 
[Cathcdrtia) integrifölia, Hoch- 
gebirge von Westchina. 50 bis 70 
cm. zweijährig, Blüten grol.!. schön 
hellgelb, Mai-Juni, siehe die farbige 
Abbildung auf Tafel VI, Standort 
nicht zu feucht, sehr dekorative Art ; 
als ein staudiges blaublühendes Ge- 
genstück gilt M. grdndis aus West- 
Sikkim; M. latifölia, Westchina, 
hierher dürfte die in den Gärten als 
racemösa und sinndta angetroffene, 
in Abb. 2 72 dargestellte Art gehören, 
doch viele Formen noch zu beobach- 
ten : M. punicea, prächtige, aber 
leider zweijährige Art aus Osttibet 
und Westchina. Blüten scharlachrot, 
Juni-Juli, wie Abb. 21 \ ; M. quin= 
duplinervia, Nordwestchina, seit 

längerer Zeit in Kultur, aber kaum bekannt, eine der bestperennierenden Arten, dicht rotbraun 
steif behaart. Grundblätter spitz elliptisch. Blütcnstengcl bis 25 cm, jeder eine nickende, 
glockige, hellpurpurne Blüte tragend; M. racemösa, Osttibet, etwa 40 cm. Blätter fast 
ganzrandig. stachelig behaart. Blüten traubig. anfangs rotviolett, später in Blau übergehend, 
Juni, zweijährig; M. Wallichii, Sikkim. bis 1.5 ;//. blaugrün. Blätter fiederlappig. Blüten 
traubig. blauviolett, sehr stattliche -Art für feuchte moosige Lagen. Außerdem in England noch 
andere in Kultur, wie ,\\. horridida, M. I^rdttii. M. nidis. Man sollte die echten Stauden, wie 
cämbrica, grandis und qiiindiiplinervia mit den prächtigen anderen kreuzen. 




Meerdistel— M61ica 



Meerdistel siehe Hryngnini. — Aleerkohl siehe Cnunbe. — Meerzwiebel siehe Scilla. 
Megacarpaea armena: ästige C r u c i f ere aus dem Himalaya (?) mit fleischigem Rhizom, großen, 
fiederteiligen Qrundblättern, sowie dichtblütigeii. rispigen Blütenständen mit gelbUchpurpurnen oder 
rotvioletten Blüten im Frühjahr; wächst am Rande von Gletschern und dürfte nur für erfahrene Lieb- 
haber in Betracht kommen. Die sibirische laciniutu ist eine Wüstenpflanze. 

Megacäryon Orientale (AI armeniim] ist eine wohl nur als Halbstaude anzusehende, mit Eclünm ver- 
wandte Borraginee aus Türl\isch- 
Armenien, Blüten graublau; kaum von 
besonderem Wert. 

Megasaea siehe Bergi'nia. — Me- 
gapterium missouriease siehe Oeno- 
tlu'ra. — Mehlprimel siehe Primula 
fariiiösa. — Meisterwurz siehe Im- 
peratöiia. 

Meländryum, JV\arienrös= 
chen — Gary oph yllaceen — 
Mit Sili'/w nahe verwandte europä- 
ische Stauden oderzweijährigeKräu- 
ter, die aber gleich Heliosperma eine 
einfächrige Kapsel besitzen. Kelch 
zehnrippig. Kronenblätter zweispal- 
tig; Kultur usw. wie Silene. 

M. album (Lychnis vespert ina), 
30 bis 8(1 (VH. von rubrum abweichend 
durch oberwärts mehr drüsige Be- 
haarung. Blüten weii.i. .Juni-Septem- 
ber, in Kultur auch gefüllte Form, 
bekannte Gartenpflanze, meist nur 
zweijährig; M. iSilc'ue) EUsa-= 
bethae, Südtirol, Lombardei. Blät- 
ter rosettig, lanzettlich, samtig-drü- 
sig behaart. Blütenstengel seitlich 
aus der Blattrosette, mit 2 bis 3 
großen, lebhaft rosapurpurnen Blü- 
ten, (iVlai-) .luni-.luli, sehr schöne 
Alpine für sonnige Felsspalten und 
geschützte warme Lage; M. rU' 
brum [i.ychnis dioica. L. diiirna). 
I w, zottig, nicht drüsig behaart, 
Blüten hellpurpurn. Mai-September, 
in Kulturbesondersvar. rubra pleno. 
alte Gartenpllanze ; M. {Silene) Za= 
wädskii, Karpathen, 1 t> bis 30 cm, 
Blattrosetten dunkelgrün, glänzend, 
Blätter spitz lanzetllich, dicht ge- 
wimpert. Blüten zu 1 bis 4. grünlich 
weil.'). groL), .luni-Juli, für feuchte 
Stellen im Steingarten. 

Melänthlum virxinicum, Höcker= 

iwrig., vurrjcrt-si. blume: ostuordamerikanische Lilia- 

c e e mit dickem Wurzelstock, bis 25 cm 

langen, linealen, grasartigen Blättern, bis über 1 m hohen, verästelten Blütenständen und rahmweißen, 

innen am Grunde grünlichen Blüten, Juli; Vermehrung durch Teilung; schöne Pflanze für feuchte 

Waldstellen und Sumpfwiesen. 

Melica, Perlgras: Außer den bekannten heimischen Arten wie cilidta. die für sonnige 
Felsen geeignet ist. sowie nutans und aniflöra. die für Gebüsche in Betracht kommen, sei 
vor allem auf die nordamerikanische altissima (M. diffusa) hingewiesen, die bis 1 .2 m hoch 
wird und 10 bis 20 cm lange, saftiggrüne Blätter hat, während die silbergraue oder bei var. 
purpiirea schwarzbraune Blütenrispe bis 20(7// breit wird, Mai-Juni; Verwendung im 
großen Alpinum und Park zwischen Gebüsch usw. 




Abb. 



Meconoiisis latifolia, 40 ( 



Tafel VIL 





Melissa— Merendfera 



257 



Melissa officiaälis, Zitronenmelisse : mediterran-orientalische Labiate mit 30 bis 80 cm hohen 
Trieben, großen, ovalen, gekerbten Blättern und weißen oder rosa, quirlständigen nach Zitronen duf- 
tenden Blüten, Juni-September; für Liebhaber im Alpinum etwa wie Phlomis verwendbar. 
I- Melittis melissophyllum, Immenblatt : Schöne 20 bis 45 cm hohe, aufrechte. 
Labiate aus Mittel- und Südeuropa und Westasien, mit behaarten, breitovalen Blättern und 
großen, weilJen oder roten Blüten in den Blattwinkeln, Mai-Juni : Kultur in humosem Wald- 
boden in halbschattiger frischer Lage ; Vermehrung durch Teilung ; V e r w e n d u n g für 
Gruppen im Alpinum und vor allem in Massen im Park zwischen lichtem Gebüsch. 




Abb. 273. Merendeni soboüfera. rphoi.C.Kes; 



Mentha piperita, Pfefferminze, Minze: Stark aromatisch riechende, buschige, 50 bis 80 cm hohe 
Labiate mit Wurzelausläufern, länglich-eiförmigen Blättern und lila Blüten in autrechten, länglichen, 
dicken Ähren, Juni-August ; K u 1 1 u r in jedem feuchten Gartenboden ; Vermehrung durch feilung; 
V e r w e n d u n g für Liebhaber im Garten und Park, besonders am Ufer. — Ferner sieht man gelegent- 
lich in Gärten M. ivtundiföäafol. var. mit gelbbunten Blättern, die unterseits rauhfilzig sind, und hellen 
Blüten in dünneren Ähren, sowie M. silvi^stris var. crispa [M. ciispu\. die Krauseminze, mit ge- 
krausten Blättern ; für große Teichpartien als Uferpflanze ist die heimische M. aquatica ganz schön. 

Menthella: von dieser mit Mentha verwandten Labiate gibt es nur in Korsika eine M. iMerit/ia) 
Requienii \M. cörsica). diese verlangt die gleiche Kultur wie Mazus Pumitio. überzieht ganze Flächen 
mit ihrem stark duftenden, nur 2 bis 3 rm hohen grünen Laube, Blüten violett, winzig; da sie sich selbst 
aussät, bleibt sie der Anlage auch dann erhalten, wenn die alten Pflanzen durch starke Fröste zerstört 
werden sollten. Fichtenreisigdecke im Winter. Was als .1/. alpimi in den Gärten geht, ist unsicher. 

Menyänthes tn'foliäta, Bitterklee, Fieberklee: heimische. 15 bis 30 an hohe 
Gentianaceemit kriechendem Rhizom. dreizähligen Blättern und rötlich-weißen oder 
weil.ien. gewimperten Blüten in langgestielten Trauben. Mai-Juni ; I\ u 1 1 u r im Park als Wasser- 
und Sumpfpflanze in allen Lagen; Vermehrung durch Teilung. 

Mercuriälis perennis, Bingelkraut : heimische, 15 bis 50 cm hohe, Ausläufer treibende E u p h o r- 
b i a c e e mit gestielten, eilänglichen Blättern und unscheinbaren, zweihäusigen Blütchen, April-iVlai ; ist 
trotz seiner Unscheinbarkeit wertvoll als Rasenersatzpflanze in tiefem und schwerem steinigen Boden, 
wo weder Asantm noch Efeu oder sonst was recht gedeihen will. 

Merendera — Liliaceen — Niedrige Zwiebelgewächse, dät an Bulbocöditim unACrocus 
erinnern, Frühjahr oder Herbst: Kultur und Verwendung wie diese Gattungen. 

M. caucäsica, Taurien. Bulgarien, Blüten aus dem Zentrum der Zwiebel, zart rosalila. 
April-Mai: ähnlich M. sobolifera, Thracien. Bulgarien. Kleinasien, Blüten lila, .April, wie 
Abb. 2 73: M. Raddeäna, Kaukasus. Blüten aus dem Grunde der alten Zwiebel, rosa: ferner 

Silva Lirouca-Schneider. Lnscre Fi-cibndstauilen. 3. .Auilage. 17 



Merendöra — Meum 




Abb. 274. Mertensia sihirica, 40 cm, 
in Kew. (Ori« i 



die im Herbst blühende M. moti' 
täna [M. Bulbocödium, Colchi- 
ciiin monlaiiiim. Bnlbocodiiim aiitiim- 
ndle). Pyrenäen. Blüten zu 1 bis 3, 
Früchte wie bei Colchicum im andern 
Jahre erscheinend. 
Merk siehe Siuiii. 

yWeWens/a — Borraginaceen 
-Aufrechte, buschige oder zwer- 
^. J i/ ' ^Ä. "■'2?'A^ ^(^KY' i F-"^ / f^'^MB^ ii;ige rasenbildendeStauden mitlan- 
IpL y .^«F ^^ff s^jj^^ m^ '7. Äy ^ ^K Mf ii zcttiichen Blättern und nickenden, 
fv ^iT - "^^^^Bfffi ) 'ijl iI'^'/'TPIäwBBWj '''^' *''^'^'' purpurnen Blüten in cy- 

^ '"^^^"q?^'''*^ i^^!S^ ^^L)^*^JÖ^r?^^E niösenTrauben. wie Abb. 2 74; Kul- 
^_j*jV''i ' /. y Y>*^^?<iSBpKf^fa^y^ tur in halbschattiger geschützter 
EJSr.. *^ .y^ • '^^ßUip üpMiSMWj^W^ jH Lage in humusreichem, etwas leh- 
" ^ migem Boden; Vermehrung durch 

Teilung im Frühjahr oder durch 
Stecklinge vor oder nach der Blüte, 
sowie durch Saat; Verwendung 
fürs Alpinum, besonders für lichte 
Waldpartien, wo M. primuloides sich leicht aussät, und Rabatten. 

I. Zwergige rasenbildende Arten vom Himalaya, fürs Alpinum, Rabatten etc., den ganzen 
Sommer hindurch blühend, blau: M. primuloides, 10 bis 20 cm, Blätter spitzoval, rauh 
grau behaart, Blüten prächtig einzianblau ; M. echioides grün und weich behaart, saphir- 
blau, Korollenlappen aufrecht, nicht zurückgeschlagen; M. elongäta, dicht kurz angedrückt 
behaart, chinablau; M. tibetica, sehr klein, rauh behaart, Blüten röhrig. 

II. Arten mit fleischiger knolliger V/urzel. nicht kriechend. — A. Niedrige nordamerika- 
nische zierliche Arten fürs Alpinum, kleine blaue Blütchen, nur für Liebhaber: M. lanceo= 

lata, fast kahl, blaugrün, Blätter 

dicklich ; Blütenröhre länger als 
Kelch; M. alpina, ähnlich, aber 
Blüten mehr glockig, Röhre nicht 
länger als Kelch. - B. Höhere Arten: 
M. virginica ( f'o/eniö/uiim virgini- 
ciini. Piibiiondria virginica, M. pul' 
tnonaroides) , Östnordamerika. 
bis 50 cm. Blätter im Frühling me- 
tallisch schimmernd, nach Blüte ab- 
sterbend, Blüten sehr groß, licht 
azur- oder himmelblau, trompeten- 
förmig. April-Mai, sehr hübsch im 
Frühjahr; M. sibirica [M. cilidta), 
Ostsibirien, Rocky Mountains, wohl 
nur in der amerikanischen Form 
icUiata) in Kultur 0,75 bis 1 /«, im 
Sommer nicht absterbend, Blüten 
zart hellblau, nickend, Mai-Herbst. 

Meum athamänticum, Bär- 

würz: Heimische, 15 bis 45 cm 

hohe Umbellifere mit tiefgrünen, 

fast haarfein zerteilten Blättern und 

weißen Blütendolden, Mai-,luni; wie 

Abb. 275; Kultur in tiefgründigem 

Boden, auch zwischen Gestein, am 

besten in halbschattiger Lage; V er- ,,, ,_. ,, ,, ,• 

, . , n j -T- • Abb- 275. Meum othamantici 

mehrung durch Samen, da Fei- iphoi j HarinKmn, i 




BärwLirz, 40 cm 



Meum— Milzkraut 



259 



lung schwierig; Verwendung für große Gesteinsgruppen wegen des hübschen 
Laubes. 

Michaüxia — C a m p a n u 1 a c e e n — Hiervon in Kultur nur zwei seltene Arten bekannt : M. cam= 
panuloides, Kleinasien, bis über 1 m, Blätter anfangs rosettig, rauh behaart, lappenzähnig, später ent- 
wickelt sich der aufrechte, nach oben verzweigte Stengel, der die weißen, nickenden Blüten trägt, die 
niit den zurückgebogenen Kronblättern lilienartig aussehen, Juli bis August, blüht im zweiten oder 
dritten Jahre. Vermehriuig durch Samen, Kultur wie folgende; M. Tschihatschewii (oder Tclühat- 
chifjiu, aus dem Taurus, bildet aus den UrundbläUern heraus einen von unten auf stark verzweigten, 
kandelaberartigen Blütenstand, dessen Einzeläste ziemlich gleichstark entwickelt find, bis 2 m hoch, 
Blüten weiß, Juni-August, sehr interessante rare Pflanze ; K u 1 1 u r in sehr gut durchlässigem, mit Kalk- 
gesteinsbrocken versetztem Erdboden an einem geneigten Platz, wo das Wasser nie stehen bleiben 
kann, vor allem itu Winter Schutz gegen Bodennässe ; die Pflanzen ziehen nach der Blüte ein und blühen 
erst dann üppig, wenn der Wurzelstock mit den tiefgehenden fleischigen Wurzeln sich gut gekräftigt 
hat; Vermehrung durch Samen oder vielleicht Stecklinge. Nur für erfahrene Pfleger. 




Abb. 276. Mirubilis multiflora, vielblütige Wunderblume iphoi .\. Purpus 



Micränthes Geum siehe Saxifragu Qeuin. 

Microlepia Wilfördii ist ein etwa 50 cm hohes Farnkraut aus Ostasien mit zierlichen hellgrünen 
Wedeln; nach Kesselring hart und quellige, felsige Orte liebend. 

Micromeria — Labiaten — Kleine, 10 bis 20 rm hohe, an ThvmusunA Satw^ja gemahnende, 
halbstrauchige Stauden, mit lila, rötlichen oder weißlichen Lippenhlütchen in blattwinkelitändigen, 
lockeren Quirlen im Juni-August, die wie diese Gattungen zu behandeln und zu verwenden sind. In Kul- 
tur besonders die osteuropäischen aino^na, bulgdrica und croätica. 

Micröpus bombyciaus ist eine einjährige, mit Anlennaria verwandte, südwesteuropäische K om - 
posite. 

Microülia Benthämii ist eine kleine hochalpine Borraginacee aus dem östlichen Himalaya mit 
prächtigen blauen Blüten. Wohl noch nicht bei uns versucht? 

Micröstylis siehe Acliroanlkus. — Miere siehe Arenaria. — Milchkraut siehe G'au.v. — Milclilat= 
tich siehe Mu'iiedium. — Milclistern siehe OrnitliÖ!>alwn. 

Milium effüsum, Flattergras: heimisches, bis 1 m hohes Laubwaldgras, Wurzelstock kriechend, 
Blätter lanzettlich, lichtgrün, Blüten in großen lockeren Rispen im Mai-Juni; im Park als zierliches 
Schattengras ansiedelnswert. 

Milla siehe Triteleia. — Milzkraut siehe Chrysor.pldnium. 

n* 



260 



Mimulus— Mitchfella 



Mimulus, Gauklerblume — Scrophulariaceen — Interessante, buschige, auf- 
rechte Stauden mit gegenständigen, ovalen Blättern und eigenartigen, löwenmaulähnlichen, 
aber offenen, gelben und gefleckten Blüten, Juni-August; Kultur in genügend feuchtem 
Boden mit etwas Decke im Winter; Vermehrung durch Teilung, Grundsprosse oder Samen; 
Verwendung für feuchte Lagen im Alpinum, Park oder Garten (sumpfige Teichränder, 
feuchtes Unterholz). 

M. cüpreus {M. liitens var. cuprens), Chile, kahl, 20 bis 30 cm. sehr buschig, Blüten 
kupferig-rotgelb, mit gelbem, purpurn gepunktetem Schlund ; M. lüteus, pazifisches Nord- 
amerika, bis 40 cm. nicht ganz so dicht verzweigt, Blüten gelb mit dunkler Schlundzeichnung ; 
zwischen beiden Arten gibt es Hj'briden. die sehr reich blühen und große, leuchtend kupferig- 
orangefarbene Blüten besitzen ; aul.ierdem viele Kulturformen, die meist als Topfpflanzen ge- 
zogen werden. Prächtig sind die Hybriden M. cuprens X M. Intens: M. Burnetii, mit leuch- 
tend kupferig-orangefarbenen, den ganzen Sommer durch erscheinenden Blüten in vielen 
Formen, wie die neuen „Bees scarlef, „Coronation". ..Ladhams scarlef. Ferner seien 
genannt: AI. moschatns. West-Nordamerika, für Moorbeete zwischen Rhododendren; M. pri- 
miiloides. ebendaher, als reizende rasenbildende .Art fürs Alpinum mit goldgelben Blüten auf 
bis 10 cm hohen Stielen, Winterschutz, keine zu grelle Sonne, und M. ringens. östliches 
Nordamerika, bis 7.S cm. Blüten violett. .luni-September. Sumpfpflanze. 
Mimulus rädicans siehe Mazus. 

Miräbilis multiflöra, Wunderblume : harte, westamerikanische, niedrige, ausgebreitete Büsche bil- 
dende Nyctaginee mit bläulichgrünen Blättern und prächtig leuchtendroten Blüten, Juli-September, 
wie Abb.' 276; Kultur in sehr durchlässigem, trockenem Boden und ganz sonniger Lage; Vermeh- 
rung durch Samen und Wurzelschnittlinge; Verwendung vor allem für geneigte sonnige Hänge 
und Felspartien. 

Miscänthus (Eulälia,) Eulalie — Gramineen — Hohe Ziergräser mit breiten 
federigen Rispen; Kultur in jedem guten nahrhaften Boden, siehe Arten; Vermehrung 
durch Teilung, aber auch Samen ; \' e r w e n d u n g als Einzelpflanze oder Gruppen auf Rasen- 
plätzen in warmer Lage, siehe unten. 

M. sacchärifer [Imperäta sac- 
chariflöra). Amurgebiet bis über 1 
m. Rhizom kriechend. Blätter lineal. 
rotgeadert, Blütenrispen im Juli- 
August, Ährchen fast oder ganz 
grannenlos, liebt trockenere Böden, 
sonnige Lage, auch im Park an Ufer- 
hängen ; M. sinensis (Eulaüa 
japönica), China-Japan, bis 2 m. 
Blätter über 2 cm breit, leicht über- 
neigend, Blütenstände erst im Spät- 
herbst erscheinend und bei uns selten 
zur Entfaltung gelangend ; gute For- 
men sind \'ar. varicgcitns, Blätter 
weil.] gestreift, var. zebrinns. Blätter 
gelb quergestreift, beide empfind- 
licher als Typ, nur durch Teilung zu 
vermehren, und var. gracillinnis (Eu- 
lälia grac'llinia und gracillima nni- 
vittdta) , Tracht zierlicher, Blätter 
schmäler, dunkelgrün mit weißem 
iN\ittelnerv ; die bunten Formen brau- 
chen in rauheren Lagen Winterschutz 
ahnlich Gynerinm. 

Mitchella repens. Rebhuhnbeere 

— Rubiaceen — Winzige, kriechen- 
de, nordostamerikanische, immergrüne 
Staude, Blätter gegenständig, rundoval, 
Blüten gepaart, weißlich, duftend, April- 
.Umi, Beeren glänzend scharlachrot, eß- 
bar, aber fast geschmacklos ; Kultur 




Abb. 277. Moloposper/mirn peloj. 



Miichfella— Monarda 



261 



in hiimosem Nadelholzwaldboden im Halbschatten ; Vermehrung durch Teilung ; Verwendung 
für Qesteinsanlagen und Parl<, wohl etwas heikel, aber ganz hart und sehr zierlich. 

Mitella pentändra, Bischofskappe : nordostamerikanische Saxifragacee mit grundständigen, 
rundlichnierenförmigen, kurz gelappten, gestielten Blättern und bis 20 cm huhen, nackten Blütentrieben 
mit kleinen, gelblichen Blüten in wenig- 
blütigen, ährigen Trauben, Blumenblätter 
eigenartig fein fiederschnittig, derb.Juni; 
Kultur im Alpinum etwa wie Tellima. 
Als Schattenpflanze für lichte Wälder sei 
Mitella diphyllu empfohlen. 

Moehringia muscösa, Moosmiere: 
heimische, 10 bis 20 cm hohe, zierliche, 
lockere, rasenbildende Car yoph y 1 1- 
acee mit feinen, frischgrünen, fädlichen 
Blättchen und kleinen, weißlichen Blüt- 
chen, Mai-September; Kultur in leich- 
tem humosem Boden in halbschattiger 
Lage im Alpinum und an Felsenmauern; 
vermehrt sich leicht durch Selbstaus- 
saat ; außerdem eine Anzahl südeuro- 
päischer ähnlicher Arten. 

Mohn siehe Pupdver. — Mohnmalve 
siehe Callirliöe. 

Molinia caerulea, Blaugras: von 
diesem bekannten, heimischen, 30 bis 
80 cm hohen, buschigen Gras auf sumpfi- 
gen Wiesen und in Wäldern ist eine- 
weißbuntbiättrige Form" var. variegütu 
für Einfassungen im Garten in frischem 
Boden zu empfehlen. Wuchert nicht und 
leicht durch Teilungzu vermehren. Auch 
die stattliche, bis über 1,5 m hohe var. 
sylvdtica ist als Einzelpflanze kulturwert. 

Molopospermum pelopon= 
nesiacum {Lif^iisticum pcloponne- 
siaciim. W. ciciituriiitn). Striemen= 
same: Bis gut meterhohe, statt- 
liche, tiefwurzelnde Umbellifere 
aus dem südöstlichen A\ittel- und 
Südeuropa mit dreifach-fiederschnit- 
tigen Blättern und ornamentalen. 
weilJen Blütendolden. Mai-.Iuni, wie Abb. 277; Kultur in gutem, tiefgründigem Garten- 
boden in nicht zu sonniger Lage: X'ermehrung durch Samen ; X'erwendungals Einzel- 
pflanze auf Rasen, auch im Park. 

Möltkia petraea: südosteuropäische, bis 30 cm hohe, mehr halbstrauchige. seidig be- 
haarte Borraginacee mit himmelblauen Blüten in traubigen Köpfchen im Juni-Juli, wie 
Abb. 278; Kultur im Alpinum in sonnigen, trockenen Lagen in Felsspalten; X'ermeh- 
rung durch Samen oder Stecklinge; X'erwendung für Felsengärten. Auch AI. gramini- 
fölia, italien. Alpen, .Apenninen. 10 cm. Blätter grasartig. Blüte etwas xox petrada beginnend 

Molucella siehe Ballö/a. — Molucella spiaosa ist eine einjährige Labiale aus Südeuropa. — Mol- 
tebeere siehe Ru/>as cliumaemörus. 

Monärda didytna [M. coccinea, M. Kalmidnä), Bienenbalsam, Etagenblume, 
harte, aufrechte, buschige, nordamerikanische. 50 bis SO cm hohe, aromatisch-behaarte La- 
biate mit gegenständigen, spitzherzförmigen Blättern und hochroten Blüten in endständigen, 
quirligen Köpfchen. Juli-August ; hiervon verschiedeneGartenformen. vor allem xar.sph'ndens. 
leuchtend hochrot, ferner Formen mit scharlachroten ( var. „CambridgeScarlet"), dunkel- 
rot-violetten (var. violdcea supc^rba), rosafarbenen (var. rösea). lachsfarbenen (var. salmönea) 
oder weißen (var. alba) Blüten, Juni-August; Kultur in jedem nicht zu trockenen Garten- 
boden in sonniger Lage ; Vermehrung durch Teilung (Pflanzzeit Frühjahr bis Ende Mai ) ; 
Verwendung als eine der hervorragendsten Stauden für massige Gruppen, für Vasen- 
schmuck sehr geeignet. — Die ebenfalls hier und da kultivierte M. fistulösa blüht etwas 
später rosapurpurn oder weiß (var. alba) und wächst sehr üppig auch in trockenen Lagen, 
gut ist var. mollis {M. mollis). kompakt, hellrosa. leichblühend; ähnlich ist .U. Ramaleyi, 
nur bis 50 cm, weich weiß behaart. 




Abb. 278, 



30 cm 




Abb. 280. Muehienbergia l'aseyana, 80 cm (piiot. A.Turpusj. 



MoiiardC'lla— MulgL'diur 



203 



n hohe, nordwestamerikanische Labiale, 
rda gemahnt ; für geschützte Lagen im Al- 



Afonardella macräntba : niedrige, buschige, etwa 25 i 
die in den weißen oder purpurlichen Blütenltöpfen an Mon 
pinum für Liebhaber verwendbar, sonst wie Monarda. 

Mondviole siehe üinaiia. 

Moneses (Pyrola) uniflöra {M.grandi/tomw nordamerilianische, unserer /-"i'/o/u sehr nahe stehende 
Staude mit niederliegendem Stengel, rundlichen Blättern und auf bis 15 rm hohem Stiel stehenden nicken- 
den, weißen oder rosa Einzelblüten ; V e r w e n d u n g usw. wie Pyrola lotun lifölia. 

Montbretia ( Tritöniu) crocosmiaeflöra : diese bekannte I r i d a c e e wird gewöhnlich wie die groß- 
blütigen Gladiolen behandelt, hält aber in warmen trockenen Lagen in gut durchlässigem Buden 
unter Laubdecke im Freien aus. Es sind viele, zum Teil ganz herrliche Varietäten in Gelb, Orange bis 
Dunkelrot in Kultur. Gut für Schnitt, 

Mooskraut siehe Selaginellu. — Moosmiere siehe Moeltringia. — Moraea chinensis siehe Re- 
laincdnda. 




\bb 281 Wiil^i liiin all 



Mon'na longifölia (M. c'lcgans). Kardendistel: harte, interessante, ornamentale, 
40 bis 00 an hohe Dipsacee aus dem Himalaya. mit fiederbuchtigen Blättern, die gleich 
den Kelchen stachelig gezähnt sind, und anfangs weißlichen, später rosenroten Blüten mit 
alpenveilchenartigem Duft in aufrechten Blütenständen, wie Abb 279. .Iuni-.\ugust; Kultur 
in jedem gut durchlässigen, frischen, etwas humosen Gartenboden; Vermehrung durch 
Teilung und Samen; Verwendung als Gruppen- und Rabattenpflanze, auch für Vasen- 
schmuck. Ferner auch gelegentlich in Kultur AI. Coiilteridnu und ,11. pc'rsica. 

Morisia monänthos (M. hypogaea) : eine Cru eifere aus Korsika und Sardinien mit rosettigen, 
aspleniumartigen Blättern und fast sitzenden, goldgelben Blüten im April-Mai ; für sehr warme Lagen 
im Alpinum iMoränel versuchswert, aber gute Winterdecke und nur für erfahrene Kultivateure. 

Mormonentulpe siehe Calocliörtiis. — Moschusblümchen siehe Adöxa. — Moskitopflanze siehe 
Cyndnclium acaininatiföliuin. — Mosquitogras siehe BouUloüa. 

Mählenbeckia (Polygotuini. SarcogoniiiM adpressa und andere Arten dieser Polygonacee sind Halb- 
sträucher oder Sträucher. Siehe Laubholzbuch. 

Mühlenbeigia Vaseyäna : westamerikanisches. 70 bis 81 cm hohes Ziergras mit silbergrauen Blüten- 
ständen, wie Abb. 280; Kultur in trockenen, sonnigen Lagen, gilt als hart. 

Mulgedium alpinum, Milchlattich: bis über meterhohe, alpine Komposite mit kurzästigem, 
nicht kriechendemWurzelstock, leierförmig-fiederteiligen Blättern und blauen Blütenköpfchen in Rispen- 



264 



Mulg6diuni— Myosötis 



trauben, Juli- August, wie Abb. 281: K u 1 1 u r in sandig-steinigem Boden in etwas feuchten, halbschattigen 
Lagen ; Vermehrung durch Teilung und Saat ; Verwendung für große Qesteinsanlagen und im 
Park. — Als schöner gelten M. \Luctiku\ Bourgaei, nördliches Kleinasien, 1,5 m, lilablau, Juli-August, 
und /M. tatäricum, Rußland, Sibirien, Kaukasus, bis 1,5 in, blau, Juni-Juli. 

Mummel siehe Nupliar. 
yWuscär/ (auch als ßW/^n'ßV/öund 
Hyacinihiis gehend). Bisam- oder 
Traubenhyazinthe — Lili- 
aceen — Niedrige oder mittelhohe 
Zwiebelgewächse mit linealen Blät- 
tern und kopfigen Blütentrauben, wie 
Abb.282. meist März-Mai; Kultur in 
gut durchlässigem, sandiglehmigem 
Boden und offener, sonniger Lage, 
lieben Kalk; Vermehrung durch 
Brutzwiebeln im Herbst, etwa « cm 
tief; \'erwendung fi^ir grasige 
trockene Hänge im Park und Alpi- 
num. auch im Garten als Einfassung, 
nur in Masse wirksam, aber als Früh- 
blüher schätzenswert; wir heben in 
erster Linie folgende Arten hervor: 
M. botryoides (Abb. 282), 
A\itteleuropa. Mediterrangebiet. 10 
bis 13 r/H, Blätter steif auf recht.Blüten 
kugelig-eiförmig, blau mit weißen 
Zähnen oder weiß (var. albuin), 
fleischfarben (var. cdnieiim) und hell 
wasserblau (var. pdllidiim] , Ende 
März;yW.cö/j/cum,Grol.')britannien. 
bis 25 cm. Trauben bis fast 10 cm 
lang, Blüten verkehrt länglich-eiför- 
mig, schön himmelblau, gilt als eine 
der besten ; M. comösum, Mitteleuropa bis Orient. 50 bis 75 cm. obere Blüten unfruchtbar, 
schopfig, hell-amethystblau, untere Blüten eiförmig-glockig, gelblichgrün, in der Mitte bräun- 
lich mit weißlichgrünen Zähnen, Mai-Juni ; M. latifölium, Phrygien. robust, nur ein einziges 
sehr breites Blatt. Blüten dunkelblau, spät; ähnlich ist M. paradöxum, Armenien, schwarz- 
blau, aber .3-blättrig; M.moschätum {/iyacint/nis Miiscari). Klt'masien. Kaukasus. Kurdistan, 
Zwiebeln groß. Blütenstände bis 25 cm hoch, Blüten groß, gelbgrün mit violett, sehr nach 
Moschus duftend, April, hiervon eine besonders üppige Form var. majiis und eine gelbliche 
var. flaviim: M. pallens, Kaukasus. Iberien. zwergig. Blütenstände 12 bis 20-blütig. Blüten 
weißblau, stark duftend ; M. racemösum, Mitteleuropa und Mittelmeergebiet. 1 5 bis .30 cm, 
Blätter schlaff zurückgebogen. Blüten zylindrisch, dunkelblau, bereift, weiß gesäumt; var. 
Szovitsiänum [M. Szovitsiüniim). Nordpersien-Kaukasus, Blütenähren dicht, blau, blüht 
schon Anfang April, zu empfehlen. 
Muschelblümchen siehe Isopvniin. 

Myriophyllum, Tausendblatt — Halorrhagidaceen — Heimische eigenartige Wasserpflanzen 
mit quirlig stehenden Blättern und kleinen unscheinbaren Blütenähren im Juni-August. M. spicutum, 
0,3 bis 1,5 m, und M. x'erlicillatiim. 1 bis 30 cm. für stehende Gewässer brauchbar. 

Myosotidium (Cynoglössiinn nobile, Rlesenvergißmeinnicht : neuseeländische, bis 75 rm hohe 
iginee mit breiten, glänzenden, gerippten Qrundblättern und tiefblauen oder weißen Blüten in 




Abb. 28 



botiyoide.'i, Traubenhyacinthe, 



Bor 



dichten, blumenkohlartigen Doldenköpfen, Mai; in England hart, für uns aber wohl zu heikel, liebt feuchte 
Lagen und Schutz gegen grelle Sonne, prächtige Pflanze. 

Myosötis, Vergißmeinnicht — Borragineen — Bekannte, niedrige Stauden mit 
lanzettlichen Blättern und himmelblauen Blüten. Mai-Juni; Kultur siehe die Arten; \'er- 
mehrung durch Teilung. Triebstecklinge und Samen; Verwendungais prächtige Qarten- 
zierpflanzen (besonders alpestris) oder fürs Alpinum (besonders nipicola) und auch im Park 
an Ufern usw. [palustris, silvatica), für Schnittzwecke sehr gesucht, da die Blüten sich sehr 
lange im Wasser halten. 



Myosötis— Narcissiis 265 

M. alpestris, Alpen. 5 bis 15 an. dichtbuschig, Blüten himmelblau, wohlriechend, artet 
leicht aus und geht dann in silvdtica über: von den Gartenformen in erster Linie zu emp- 
fehlen var. „Indigo", leuchtend dunkelblau, deren Form ,. Stern von Zürich", tief 
dunkelblau, ferner „Ruth Fisher" (Abb. 2831, und var. „Victoria", mit azurblauen 
Blüten, für Einfassungen, nur als Halbstaude zu betrachten; M. palustris (M. scorpi- 
oides), Europa-.Asien, 15 bis 45 cm, hiervon besonders zu empfehlen var. ,, Perle von 
Ronnenberg" mit schönen groloen dunkelhimmelblauen Blüten, fernervar. ,,Qraf Walder- 
see" als frühblühende, dunkelblaue Form. var. Stabiüiia. dunkelste Form, alle diese ge- 
nannten sind Formen \'on var. semperjlorens: M. Rehsteineri, Bodensee. zvvergige 
palustris, etwa 2 cm, Blüten himmelblau. iWai. erinnert entfernt an Eiitrkhiuum naniim; 




Abb. 283. \\wsotis alpestris „Ruth Fisher" iphot. Richard Rothei. 



M. rupicola, niedrige Alpine, kaum bis 10 cm, Blüten dunkel-ultramarinblau, beste für 
den .\lpengarten, geht auch als Form von alpestris: M. sylvätica, Europa -Nordasien, 
50 cm. für trockenere Lagen, hierher als gut ausdauernd M. lithospermifölia. 

Myriäctis nepalensis ist eine einjährige Komposita, die als Unkraut inZentralasien wächst. 

Myrrhis aadicola sieheOreoiiiyniiis. 

Myrrhis odoräta, Myrrhe: wohlriechende, heimische, aufrechte, bis über meter- 
hohe Gebirgs-Umbellifere mit dreifach gefiederten, weich behaarten Blättern und weil.ien 
Blutendolden, Mai-Juni; Kultur in gutem, frischem Boden, gelegentlich in Bauerngärten 
angepflanzt, sonst am ehesten für den Park brauchbar, z. B. vereint mit Huflattich, wobei 
die zierlichen Blüten der Myrrhe die grol.ien Blätter überragen. 

Nabelkraut siehe Hydrocölyle. — Nabelnuß siehe Ompliakkles. — Nabelwurz siehe Unbilicus. — 
Nachtkerze siehe Oenotlieni. — Nachtviole siehe Hesperis. — Nacktriet siehe Elyna. 

Nama Rothröcki: kalifornische, 15 bis 20 cm hohe, etwas rauh und drüsigbehaarte Hy d ro p h yl- 
lacee mit lanzettlichen, kurz kerblappigen Blättern, röhrigen, weißen oder purpurlichen Blüten in end- 
ständigen Köpfchen ; für Liebhaber an grasigen Orten im Alpinum verwendbar. 

Napaea dioeca und hermaphrodita siehe Skia. 

Narcissus'*\, Narzisse — Amaryllidaceen — [bekannte, schönblühende Zwiebel- 
gewächse mit trichterigen oder schalenförmigen Blüten im Frühjahr, wie Abb. 10; Kultur 
in nahrhaftem, aber nicht zu schwerem, eher trockenem als zu feuchtem, durchlässigem 
Gartenboden; Knollen etwa 20 cm tief legen, etwa 15 cm weit; Vermehrung durch Brut- 
zwiebeln im Herbst, man lasse die Pflanzen etwa 4 Jahre stehen; Verwendung als präch- 



Narcissiis — Neliitnbium 




lige Gruppen- und Einfassungspflanzen im Garten, ferner im Park in Masse im Gras, wie 
Abb. 10. usw.. als Schnittblumen und Treibstauden wertvoll. Von den vielen Arten und 
Hybriden können nur ein paar Typen hervorgehoben werden. 

N. bicolor, wie Psetidonarcissiis, aber Blüten reinweiü mit lebhaft zitronengelber Neben- 
krone, hierher die prächtigen Gartensorten ..Empress" und ..Horsfieldi"; N. Bulbo= 
cödium var. nivalis [Corbuldria nivalis), Spanien, bis 10 cm, Blüten orangegelb, Mai; 
diese Co/-/;H/ö/7ff-Gruppe bei uns wohl sehr empfindlich, viele Gartenformen, in warmen 
Felsgruppen versuchswert; N. incomparäbilis ^Qucltia focHida). Südwesteuropa. Blätter 
graugrün. Blütentriebe bis 40 cm. Blüten einzeln. grolJ. wagerecht, blaßgelb mit tiefgelber 
Nebenkrone, duftlos. F.nde März-ApriL hierher viele Gartenformen und Hybriden, auch ge- 
füllt, als besonders schön gilt die 
Sorte ..Sir Watkin". Verwendung 
usw. wie Pseudonarcissus; N.Jon= 
quilla, .] n q u i 1 1 e . iWitteleuropa, 
zierlich, bis 30 cm. Blätter schmal, 
grün. Blüten klein, zu 2 bis 5. 
köhre grünlich, Zipfel lebhaft gelb. 
Orangenduft. April, bedarf Schutz 
gegen Nässe. Zwiebeln tief legen ; N. 
odörus {P/iilögyne odöra) . Cam- 
pernelle. Südeuropa, in allenTeilen 
üppiger wie vorige, jedoch minder 
lebhaft gefärbt, mehr an incompara- 
liilis erinnernd. April-Mai, läßt sich 
leicht im Park ansiedeln; N. poeti- 
cus, Fasanenauge, westliches 
Mediterrangebiet. 15 bis 45 cm, 
Blätter flach. Blüten weiß mit gelber 
Nebenkrone und meist rotem Rand, 
einzeln, duftend. April-Mai. altbe- 
kannte Gartenpflanze; in vielen Sorten; von var. orndtiis (N. ornatiis) mit A^. Tazetta gibt 
es eine neue hybride Rasse A^. pöetaz Hort., die als wertvoll gilt; A'^. Pseudonarcissus 
{Ajax Pseudonarcissus), Trompetennarzisse, Westeuropa. 15 bis 30 cm. Blätter stark 
gekielt. Blüten gelb mit dottergelber Nebenkrone. März bis April, viele, auch gefüllte Formen, 
ebenfalls altbekannte Zierpflanze, siehe Abb. 10 und die Sorten bei bicolor; ferner var. 
niininms (Abb. 284), Spanien, kaum bis 10 cm; N. Tazetta (N. maltiflörus] , Tazette, 
Südeuropa. Asien, bekannte Treibstaude. Mai. bis 60 cm. duftend, fürs Freiland weniger ge- 
eignet; N. triändrus {OariymcH/es albus), Spanien -Portugal, bis 35 cm. Blätter 2 bis 4, 
schmal, halb zylindrisch. Blüten nickend, weiß, äußere Abschnitte zurückgeschlagen, umfaßt 
eine Reihe für uns kaum brauchbarer Formen. 
Nardösmia frägrans siehe 7'i/ssildvo. 

Nardösmia frigida {Petasites frigiiliis]: unserem Huflattich ähnliche, großblättrige Komposita 
aus dem nördlichen Teil der gemäßigten Zone mit weißlichen Blüten, die im Gegensatz zu denen von 
PeiciHtcs Strahlenblüten besitzen, Mai-Juni ; wie Huflattich im Park verwendbar. 
Nardösmia palmäta siehe Petusitcs. 

Nardus striata, Borstengras: heimische, dichtrasige. 10 bis 25 rmhoheGrami- 
nee mit graugrünen, steif-aufrechten, borstigen Blättern und kleinen Blütenähren, Mai-Juni; 
Kultur im Alpinum auf trockenem, moorigem, rasigem Boden, auch für Erdorchideenkultur 
brauchbar. 

Narthecium ossifrägutn, Beinheil, Sumpfaffodil : heimisch -nordeuropäische Liliacee mit 
kriechendem Wurzelstock, schwertförmigen Blättern und bis 30 rm hohen lockeren Trauben mit außen 
grünlichen, innen gelblichen Blüten, Juli-August; gelegentlich als Sumpfpflanze für torfige Stellen im 
Park brauchbar, aber giftig. 

Narzisse siehe Nanis^iis. — Naumbürgia siehe Lysinicicliia. — Nelke siehe Diänthus. — Nelken- 
wurz siehe öeiim und Spigdliu. 

Nelümbium, Lotusblume — Nymphaeaceen — Wasserpflanzen mit kriechendem 
Rhizom. langgestieUen. schildförmigen, grünen Blä tern und einzeln auf langen Schäften 
stehenden, großen, weißen, roten oder gelben Blüten, wie Abb. 285 und 28h; Kultur im 
Freien bei uns in warmen Lagen dort möglich, wo man die Rhizome genügend tief legen 



Abb. 284. Narcis.iiis Pseudonarcissus nünimiis 
(pliot. C. Kesselring). 



Nelüinbium — Nepeta 



207 



kann, so daß sie im Winter nicht einfrieren, doch muß das Wasser im Sommer flach genug 
sein, um sich genügend zu erwärmen, und darf keine Zuflüsse aus kalten Quellen erhalten. 
Im Winter erhöht man mit Vorteil den Wasserstand durch Stauung. Die Pflanzung der 




ruhenden Rhizome erfolgt am besten nicht vor Ende Mai in 40 bis 60 cm tiefes Wasser. 
Im ersten .lahre treiben die Pflanzen meist nur schwach und die Blätter frieren bald zurück; 
später erstarken sie aber; wird das Wasser im Winter abgelassen, so ist eine gute Laub- 
decke notwendig; X'ermehrung durch Teilung der Rhizome; die Verwendung ergibt 
sich aus den Kulturbedingungen. Für uns kommen in Betracht folgende Arten: 

N. luteum, Nordamerika. Blätter nicht blaugrün, Blüten hellschwefelgelb, bis 24 cm 
breit, duftend. August, härteste Art; 
N. pekinense rubrum, ostasi- 
atische Kulturform mit dunkelkar- 
minroten Blüten, üppiger als vorige, 
siehe Abb. 285 bis 280; N. spe^ 
ciösum {Ncliimbo niicijcra). von 
Osttranskaukasien bis Indien. Blätter 
blaugrün. Blüten weiß. rosenrot oder 
tiefrot; von den dreien wohl die 
empfindlichste. 

Nelümbo aucifera siehe Neliimbiiim 
speciösum. 

Neogaea {Ligiisticum oder Pachy- 
pleürum] Simplex, Flligelsame: winzige 
Umbellifere aus den Alpen, bis \Ocin 
hoch, mit grasgrünen, 2 bis 3 fach ge- 
fiederten Blättern und anfangs rosa- 
farbenen, dann weißblühenden Dolden, 
Juli-August: für grasige Hänge für Lieb- 
haber verwendbar. 

iVepera.Nepte — Labiaten- 
Aufrechte , buschige . asiatische, 
durchdringend riechende Stauden 
mit blauen Blüten in ährigen Quirlen, 
wie Abb. 287; Kultur in jedem 

nicht zu schweren, durchlässigen. .,, .„, ,7 , t- 

sandig -lehmigen Gartenboden in lebemaiis in opeka}. 




N^peta— Nothothläspi 




Abb. 287. Nepeta Wilsonii. 50 < 



sonniger Lage; Vermehrung durch Samen oder Teilung; Verwendung als Rabatten- 
pflanzen für den Garten oder auch in Vorpflanzungen im Park. 

N. grandiflöra, Kaukasus, bis 1 ,2 /«, Blätter herzförmig, unterseits behaart, Blüten blau, 

Juni bis September; N. ma^ 
cräntha (üracoa'phaluni sibiri- 
cii/n), Altai, bis 1 ///, Blätter oval, 
beiderseits grün, Blüten zartblau, 
Juni-.Juli;A'.AIuss;n//, Kaukasus, 
mehr ausgebreitet-aufsteigend. bis 
25 an, Laub silbergrau, Blüten 
kleiner, himmelblau. Mai-Juli, auch 
fürs Alpinum ; N.W/7sön//, West- 
china. Blüten ebenfalls blau, siehe 
Abb. 287. 

Nepeta Glechöma siehe Olechöma 
liedenicea. 

* ^äsc^i^4^M5r .. £ ' ,;. . W Sieböldii: japanisches, etwa 30 cm 

hohes Farnkraut mit kurzem, aufrech- 
tem Rhizom und bis 40 cm langen 
Wedeln, wie Abb. 288; Kultur usw. 
wie Aspidiiim, mit Winterschutz. 

Nertera depressa, Korallen» 
pflanze: ganz niedrige, kahle, krie- 
chende, neuseeländische Rubiacee 
mit winzigen, eiförmigen Blättchen 
und gelblichgrünenBlütchen.Juni- Juli, 
(.1. VL-itcl) & Siiiisi. Früchte durchscheinend, hellorange, 

wie kleine Erbsen. Juli-August, lange 
bleibend; bei uns meist im Gewächshaus kultiviert, aber auf humosem Sandboden in etwas schattiger, 
warmer Lage bei gutem Winterschutz im Süden des Gebietes auch im Alpinum versuchswert. 
Nesaea verticilläta siehe Dt'codon. 

Nierembergia rivulän's, Weißbecher: kahle, kriechende, südamerikanische Sola- 
nacee mit bis 15 cm hoch aufstrebenden Stengeln, gestiehen spateligen Blättern und fast 
sitzenden, breitglockigen, rahmweiüen, etwa 5 c/ii breiten Blüten, Juni-September, wie Abb. 
289; Kultur in leichtem, feuchtem Boden in sonniger bis halbschattiger Lage; Vermeh- 
rung durch Ausläufer; Verwendung im Garten als Einfassungspflanze, sowie im Alpinum 
und Park in Masse in feuchten Lagen, verlangt etwas Winterschutz, da sie sonst leicht ausfriert. 
Nieswurz siehe Ne/Mwms. 

Nigritella angustifölia {N. nigra), Brändlein, Kohlröschen, Schwärzling: winzige, 8 bis 20 cm 
hohe Qebirgs Orchidee mit bandförmigen Knollen, lineallanzettlichen Blättern und dichten, kugeligen 
Ähren aus schwarzpurpurnen, sehr wohlriechenden Blüten mit wie verbrannt aussehenden Deckblättern, 
Juni-Juli; Kultur in sonnig trockener Lage, siehe bei Orcliis. — Eine rosenrot blühende Form mit läng- 
lichen Blütenständen ist A'. rubra [N. nigra var. rösea). 

Nixblume siehe Niipluir. — Noaea spinosissima {Halogi^ton spinosissininm) siehe Laubholzbuch. — 
Noccaea alpina siehe Hiitcliinsia alpina. — Noccaea stylösa siehe Tlilaspi stylosiim. — Nordmäania 
cordifölia siehe Traciiystcmon Orientale. 

Notholaena (oft Notochlaona geschrieben) Maräntae, Pelzfarn: hübscher, kleiner 
Gebirgsfarn aus Europa und Kleinasien mit feindoppeltfiederschnittigen Wedeln, die unter- 
seits dicht mit Schuppen bedeckt 
sind; Kultur usw. wie Ceterach, 
im Winter eventuell leichte trockene 
Decke geben. 

Nothölcus siehe Holciis. 

Nothoscördum Inodörum: etwa 20 
cm hohes, nordamerikanisches, Allinm- 
ähnliches Zwiebelgewächs ohne Lauch- 
geruch mit schmalenBlättern und weißen 
Blütendolden im zeitigen Frühjahr; für 
Liebhaber wie Allium verwendbar. 

Nothothläspi rosulätum, Tinten» 
wischerpflanze: neuseeländische, al- 
pineCruciferemit dicken, rosettigen 




Abb. 288. Neplirodiiim Sieböldii id. Arcnds. 



Nothothlaspi— Nymphaea 



269 



Blättern und bis 20 cm hohen Blütenständen von großen, weißen, duftenden Blumen; bei uns noch 
kaum erprobt. 

Ntiphar, Mummel, Nixblume — Nymphaeaceen — Bekannte, den Seerosen 
ähnliche, aber viel kleiner und gelbblühende Wasserpflanzen (Juni-August), die in gleicher 
Weise zu kultivieren und zu verwenden, aber nicht so schmuckvoll sind. 

N. advena, Nordostamerika, üppig, Blätter meist herz-eiförmig, bis 25 cm lang. Stiele 
rundlich, Blüten kugelig, goldgelb mit etwas grün und braun; N. luteum, Europa, Nord- 
asien, ähnlich. Stiel 3-kantig. Blüten etwas kleiner; N. /apdn/cum, Japan, Blätter schmal- 
länglich, pfeilförmig; N. minimum {N. piimilum). Europa, zierlich, Blätter klein, länglich, 
mit tiefer Bucht, Stiele 2-kantig. Blüten klein, gute, reichblühende Art ; ferner viele Bastarde. 

Nymphaea-'') {Castülia). Seerose, Teichrose — Nymphaeaceen — Bekannte 
Wasserpflanzen mit kriechenden Rhizomen. glänzenden, rundlichen Schwimmblättern und 




Abb. 289. Nieremberma rivukms, Weißbecher, 10 cm iJ 



großen, meist duftenden, weißen, gelben, rosa oder rot getönten Blüten, wie Abb. 290 und 
Farbentafel VIll ; Kultur am besten in flachen Teichen mit nahrhaftem Schlammgrund, in 
den sich die Rhizome gut einwurzeln können, ohne beim etwaigen Ausfrieren des Wassers 
im Winter zu leiden ; kann man die Teiche ablassen, so ist eine Düngung der Plätze, wohin 
die Rhizome kommen sollen, mit Kuhdung sehr angebracht, dem man gute Gartenerde zu- 
setzt; man pflanze nicht zu eng. damit die Pflanzen sich gut ausbreiten können und nicht 
ineinander wachsen (etwa 3 in Entfernung) ; tiefes, klares, kaltes Wasser lieben (1,2 m oder 
mehr Tiefe): alba rubra. Candida und fcnnica; tieferes, wärmeres Wasser (0,5 bis 1.5 ///) 
beanspruchen: die Afö'/-//ü'r(?ö'-Formen. odorata und alle ihre großen Formen und Hybriden 
und tuherosa: warmes Wasser von 20 bis 40 cm Tiefe ziehen vor die N. odorata minor und 
ihre .Abkömmlinge, die Laydekeri-¥ ormtn und überhaupt die meisten farbigen Hybriden ; alle 
Nymphäen lieben sonnigen Standort und erschließen ihre Blüten nur in Sonne, ferner lieben 
sie ruhiges Wasser und geschützte Lage; die Pflanzung geschieht am besten im Mai-.luni; 
Vermehrung durch Teilung der Rhizome ; \' e r w e n d u n g im Garten und Park, wie oben 
beschrieben. Die Seerosen gehören zu den prächtigsten Zierpflanzen für Wasserpartien. 

A. Blüten weiß, rosa oder rot. — a. Rh izom aufrecht. Blüten weiß: N. teträgona [N. 
pygmac'a), Ostsibirien bis Nordamerika. Blätter hufeisenförinig. Blüten nur 4 bis 7 cm weit, 
kleinste Art, leicht aus Samen zu ziehen, zu ihr gehört auch N.ßnnica, Finnland, für kaltes 



270 



Nympha^a— Odermennig 



Wasser. — b. R h i z o m wagrecht oder sonst Blüten rosa oder rot : N. alba, Europa. Nord- 
afr ka, Blitter am Rhizom gedrängt, rundlich, zuerst rot. dann grün, ungefleckt. Blüten weiß, 
bis 15 cm weit. Frühjahr bis Herbst; von Gartenformen vor allem var. candidissima (var. 
mdxima, var. plenfssinia], Blüten groß, reinweiß. Abb. 2^)0: ferner var. rubra (var. rösea, 
var. purpiirea, var. sphaerocdrpa rubra, N. Caspdryi), äuljere Fetalen rosa, nach innen immer 
tiefer karminrot werdend; var FroL'belii, siehe Tafel Vlil; zu den Hybriden mit odorata ge- 
hören als gute Formen A'. Gladstoiüdna, weiß, N. Marliäcea dlbida, fast weiß, A^. Mar- 
liacea cdrnea, fleischfarben unAN. Marliäcea rösea, rosa (Tafel VIU); in alba riibrax tetragona 
zahlen die Kreuzung^formen der N. Laydekeri, wie rösea, fulgens, liicida. Itrn&v N. Mar- 
liäcea igiiea und fldiiiriiea, und die Sorten „J. Qurney", J. Brydon" und „W'm. Falconer" ; 
des weiteren treten Hybriden von alba rubra mit mexicana auf, deren äußere Fetalen mehr 
minder gelb getönt sind, wie N. Robinsönii, N. Seignoritii und die neueren Sorten „Co- 




Abb. 290. Nymphaca alba var. candidissima. großblumige weiße Seerose, in Pruhonitz (Orig.) 



manche", „Phoebus", „Phoenix", „,Iean Forestier" und „Faul Hariot" ; N. odorata, östliche 
Verein. Staaten. Blätter locker am Rhizom stehend, derb, fast rundlich. Blüten bis 13 cm 
beim Typ, weiß, gute Varietäten sind : var. minor, Blüten weiß mit purpurnen Sepalen, var. 
rösea (var. rubra), Blüten rosa, schöner ist var. exquisita, var. sup^rba, weiß; eine Kreuzung 
von odorata rosea mit tuberosa dürfte darstellen N. caroliniäna [N. odorata superba zum 
Teil. A^. tuberosa superba), hierher als neuere Formen A'. Lucidna, N. suavissima, N. sal- 
möriea, N. sp^ciösa n. a. ; N. tuberosa, üppige Art. durch dünnere, oben mehr genervte 
Blätter und größere reinweiße Blüten von odorata abweichend, hiervon gute Gartenformen: 
var.Richardsönii (vav.plena). leicht gefüllt, vnr.robusta und „Helen Fowler". — B. Blüten 
gelb: hierher N. mexicana und ihre Kreuzungen, wie N. sulphürea Hort. (N. odorata 
var. sulphürea), N. chromatella {N. Marliäcea chromatella). Blätter stets braun gefleckt. 

Nymphoides peltätum [Limnüntkemum oder Villärsia nympliaroides). Sumpfblume: heimische 
Wasserpflanze aus der Familie der Qentianaceen mit weit kriechendem Rhizom, gestielten schwim- 
menden (oder bei schwachem Wasserstande aufrechten), herzförmig-kreisrunden Blättern und gold- 
gelben Blüten in achselständigen wenigblütigen Büscheln, Juli-August; Kultur usw. wie Nymphaea 
in bis 1,5 m tiefem Wasser, doch Vorsicht geboten, da sie frei ausgepflanzt ganze stehende Gewässer 
verunkrauten kann ; Vermehrung durch Teilung, Stecklinge oder Samen. 

Oakesia {Uvnidria oder Oal;esii'lla] sessilifölia: der Uvularia nahe stehende Liliacee aus dem 
östl. Nordamerika, Stengel einfach gegabelt, Blätter sitzend, Blüten einzeln, kurz gestielt, den Blättern 
gegenüber; Kultur usw. wie Polygonalum oder Uvularia. 



Oakciella siehe Oakesia. 
Obeliscäria pinnäta siehe Lepächys. — Ochsenauge siehe Baplitlialniun 
Anclnisa — Odermennig siehe Agrimönia. 



Ochsenzunge siehe 



Tafel VIII. 




Nr;iip/nmi Marliu 




Mympliuea Froebeli. 



OdontospC-r 



-Omphalödes 



271 



Odontospermum sericeum ist eine Komposite von den Kanaren, die bei uns I<aum für Frei- 
landkultur geeignet erscheint. 

Oenänthe aquätica {(). t'helldndrium, Pliellandnum aqiiaticum), Wasserfenchel: bei uns heimische, 
bis 2 m bolie, im Juni-Juli weilJblühende Umbel Ufere, die als Wasserpflanze im Park gelegentlich 
branchbar ist. 

Oenothera, Nachtkerze — Onagraceen — Aufrechte oder niederliegende, schön- 
blühende Zierstauden; Kultur der aufrechten höheren Arten als Rabattenstauden in tief- 
gründigem, etwas lehmigem, aber nicht zu schwerem, frischem Boden in sonniger Lage oder, 
wenn der Boden trocken ist. im Halbschatten, die niedrigen (wie missoiiriensis) lieben recht 
trockene, sonnige Lagen und sind 
besorders fürs Alpinum zu emp- 
fehlen; Verm eh rungdurch Teilung 
oder Stecklinge im Frühjahr und 
durch Samen; Verwendung wie 
oben angedeutet, einige sind gute 
Schnittblumen. 

O. Arendsü (O. speciösa var. 
Iiybrida), Hybride von speciösa, 12 
bis 15 cm, Blüten groü. schön, rosa 
mit weilkm Auge. Sommer, beste 
Form fürs Alpinum; dort ebenfalls 
schön O. caespitösa ( Pachylophus 
cciespitosiis], westi. mittlere Verein. 
Staaten. 5 bis 10 cm, Blüten weil.) 
oder rosa. groß. Mai-Juni, zum Teil 
le der nur zweijährig; O. (Kneiffia) 
fruticösa, nordöstl. Nordamerika, 
30bis()0 cm, Blüten goldgelb, .luni- 
August; besonders var. Yoiingii imd 
„Eldorado" für Rabatten wertvoll, 
sowie große Plätze im Park, Fern- 
wirkung; niedriger, zuweilen fast 
rasig ist 0. piimila; O. glauca 
(0. glabra Hort.l, südöstl. Verein. 
Staaten, bis 50 cm, Blätter kahl, 
blaugrün, Blüten groß. goldgelb. Juli; 
alle Gartensorten mit braunschim- 
mernden Blättern sind Hybriden oder 
Formen von 0. glauca, so „W. Cuth- 
bertson". gelb, halbgefüllt; O. Ha- 
värdii, Texas, rasig, weißfilzig. 
Blätter lineal- lanzettlich, Blüten tief- 
gelb, wie Abb. 291, sonst wie fol- 
gende; O. missounensis (Megapteriiim missouriense, 0. macroccirpa) . Nordamerika, 
Wuchs kriechend, bis 30 cm, Blätter derb, jung weißlichgrau behaart. Blüten sehr groß, 
schwefeUelb. Juli-September, für trockene, sonnige Standorte sehr empfehlenswert, auch 
in Massen im Park; O. speciösa [Hartmdnnia speciösa, Xylopleumm speciosum), mittl. 
Verein. Staaten, 40 cm, behaart, Blüten weiß, im Verblühen rosa, Juli-August, gut duftend, 
dankbare Rabat'enstaude. 

Ohnsporn siehe Aceras. 

Oligomeris dispersa: wenig ansehnliche Resedacee mit linealen Blättern und winzigen, ährigen 
Blüten, aus Südwesteuropa; wohl nur ein- bis zweijährige Wüstenpflanze, die für uns wertes ist. 

Omphalödes verna, Frühlingsvergißmeinnicht, Nabelnuß : zierliche, kahle, 
kriechende, 5 bis 15 cm hohe Borraginacee mit eiförmigen Grund- und Janzettlichen 
Stengelblättern und vergißmeinnichtähnlichen himmelblauen Blüten mit weißer Mitte (oder 
weiß.var. alba), von Ende März bis Mai ; K u 1 1 u r in jedem frischen Boden in halb- oder ziemlich 
schattiger Lage; Vermehrung durch Ausläufer; Verwendung als Halbschattenpflanze 
im Garten, Alpinum und Park, besonders in Menge der frühen Blütezeit halber sehr wertvoll. 




Abb. 29 



Oenotlicra Havc 
iphot...\. Piirpusl. 



272 



Omphalödes — Onopördon 



Wie verna zu verwenden ist O. cappadöcica (O. corniföUa, 0. Wittmannidnd) aus 
Kleinasien und dem Pontus, Wuclis ähinlicin. Blätter mehr lanzettlich, seidig behaart, Blüten 
groß, herrlich himmelblau, April-Juni. Zu selten noch ist O. Luciliae aus dem Taurus mit 
buschigem Habitus, blaugrünen, zuweilen vergrünenden Blättern und noch schöner himmel- 
blauen oder weißen (var. alba) Blüten, liebt durchlässigen humosen,mitKalkschottergemeng- 
ten Boden, gedeiht am besten an einer Mauer oder in Felsspalten in gegen grelle I\1ittagssonne 
geschützter Lage und sät sich, wenn eingebürgert, meist selbst aus. 

Oaobrychis moatäaa, Berg=Esparsette: etwa 30 fm hohe, heimische, alpine Papilionacee mit 
niederliegend-aufsteigerrden Stengehi. fünf- bis neunpaarigen Blättern und roten Blüten mit bläulichem 
Anhauch in vielblütigen Ährentrauben, JiiH- August; Kultur in sonnigen, trockenen Lagen zwischen 
Gestein im Alpinum, so daß die Wurzeln tief emdringen können; Vermehrung durch Samen; nur 
für Liebhaber. 




Abb. 292. Onoclea {Mutteuc/u) Strutlilopteiis. Straußfarn, 



Onociea (Matteücia) Struthiöpteris iStruthiopteris genndnica), Straußfarn: be- 
kannter heimischer Gebirgswaldfarn mit kriechenden unterirdischen Ausläufern, bis über 
1 in hohen, hellgrünen, /lÄ/w/zV/m -ähnlichen, unfruchtbaren und viel kleineren, ebenfalls ein- 
fach gefiederten, trichterförmig gestalteten, zuletzt dunkleren, fruchtbaren Wedeln, wie 
Abb. 2')2; Kultur in frischem, humosem Boden in halbschattiger Lage im großen Garten 
oder Park: Vermehrung durch Teilung; als noch üppiger gilt 0. pennsylvänica, Nord- 
amerika, die aber botanisch nur durch blaugrüne Färbung der Wedel und die nicht bis zum 
Grunde herablaufenden Fiedern abweicht; ferner die nordostamerikanisch-ostasiatische O. 
sensibilis, Sinnfarn , nur bis etwa 30 c/n, sterile Wedel breit dreieckig-eiförmig, fertile 
nur 10 bis 20 cm, doppelt gefiedert; für feuchte, halbschattige Lagen. 

Onocyclus siehe Iris [OnocycUis). 

Onönis hircina (O. arvensis), Hauhechel : heimische, 40 bis 60 cm hohe, dornlose Papilionacee 
mit aufrechten oder aufsteigenden, drüsig behaarten Stengeln. 3 zähligen Blättern und rosa Blüten, 
die sich gegen das Ende der Zweige zu beblätterten Trauben häufen, Juni-August ; K u 1 1 u r in jedem, 
auch magerem Gartenboden in offener, sonniger Lage; Vermehrung durch Samen, wild gesammelte 
Stücke wachsen schwer an ; Verwendung vor allem für magere Hänge im Park in Masse, wie auch 
für große Gesteinsanlagen. — Die oft genannte O. rotundiföIUi ist ein Strauch, siehe Laubholzbuch ; da- 
gegen sei noch erwähnt die südeuropäischc O. Natrix. 25 cm, Blüten gelb, rot gestreift, Juni. 

Onopördon bracteätum ist eine zweijährige Komposite aus dem nördlichen Kleinasien. 



Onösiiia— Opüntia 



273 



Onösma, Lotwurz — Borraginaceen — Südeuropäisch-orientalische, steif-borstenhaarige Stau- 
den mit niederliegend-aufstrebenden, 20 bis 30 f/« hohen Stengeln, die aus der graugrünen Qrundrosette 
sich erheben und symphytumartige, nickende Blüten in endständigen, wickeltraubigen Blütenständen 
tragen, Mai-August, wie Abb. 293; Kultur in hunuisfreiein, gut durchlässigem, sandigem Boden (mit 
etwas Schutti in trockenen sonnigen 
Lagen; Vermehrung durch Samen 
oder durch Teilung; Verwendung 
für Felspartien und O. tauricum auch 
für Rabatten in entsprechend magerem 
Boden. Fürs Alpinum noch viele Arten 
brauchbar. 

O. alba • röseum, Kleinasien, am 
Grunde etwas verholzend, Blüten weiß, 
zu sammetig rosa oder violett wechselnd; 
O. stellulätum, östliches Mediterran- 
gebiet, sehr variabel, Blüten hellgelb; 
b. tauricum (O. stellulätum var. tauri- 
cum), Kleinasien, der vorigen sehr nahe- 
stehend. Pflanze grauer, Blätter schmä- 
ler, Blüten duftend, zitronengelb, 
Abb. 293. 

Ophelia dilüta siehe SwMia. 

Ophrys, Ragwurz: Interessante, 

zierliche, 10 bis 30 cm hohe, heimische 
Orchideen mit eigenartig gestalteten 
Blüten (Mai-Juni), die in ihrerZeichnung 
an Insekten erinnern, daher die Namen 
O. muscifera. Fliegen-Ragwurz, O. ara- 
nifera, Spinnen-R., O. apifera, Bienen-R. 
usw.; Kultur in rasigem Grund in 
sonniger trockener Lage auf Alpenwiesen, 




Abb. 293. Onosma tauricum, Lotwurz, 25 cm, 
in Verri^res (Orig.). 



lieben 



meist Kalk, siehe sonst Orcliis. 

Opopäaax Chiröaium, Qummiwurz südeuropäisch-orientalische U m b e 1 1 i f e r e , 1 ,5 bis 2,5 /;;, 
Grundachse dick. Blätter doppelt gefiedert, oft meterlang, Dolden rispig, groß, gelb, Juni-August; liebt 
warme, sonnige Felslagen oder lichtes Gebüsch, wohl nur im Süden ganz hart, für Liebhaber in großen 
Felsanlagen zu versuchen. 

Opüntia, Opuntie: In den letzten Jahrzehnten sind aus den Gebirgen der Vereinigten 
Staaten, besonders aus Colorado. Nevada, Arizona und Kalifornien, eine ganzeJAnzahl von 




Abb. 294. Opuntien an einer Felswand in Pruhonitz lOrig.i 
;ider, Unsure Freilandstauden, 3. Auilage. 



274 



Opüntia— Orchis 



diesen Kakteen bei uns eingeführt worden, die sich als winterhart erwiesen haben. Sie ent- 
wickeln ihre heller oder dunkler gelb- oder rotgetönten Blüten vom Juni bis Augusl und sind 
schon wegen ihrer aparten Formen interessant, siehe Abb. 2*^)4 — 2')(); Kultur an den aller- 
mrgersten. dürrsten, felsigen Hängen der Gesteirsgruppen oder im Park, wo sie wenig 
Pflege bedürfen, doch bilden sie sich kräftiger aus, wenn man sie zur Triebzeit gut gielit 
und selbst gelegentlich einmal mit Nährsalz düngt, doch darf man sie nie zu üppig werden 
lassen und verweichlichen; Vermehrung durch Abtrennung der Glieder. Vorsicht wegen 
der feinen Widerhaken-Stacheln. Folgende Alten seien hervorgehoben, von denen die meisten 
durch den bekannten Sammler C. A. Purpus 18Q2 bis 1902 eingeführt wurden: 

0. urborc'sccns, rundgliederig. baumartig, Blüten purpurn, siehe Abb. 295; 0. arenaria, 

unter 15 cm. Glieder dick, oboval, 
5 bis 12 cm lang, Blüten gelb; 0. 
arizönica. höchste flachgliederige; 
O. fra<iilis. niederliegend. Glieder 
fast fo dick wie breit, hellgrün. Blüten 
grünlich gelb und var. brachyctrthra, 
Glieder dicker, reicher bedornt. Blü- 
ten kleiner; O. luimifi!sa[0. mesa- 
cäntlia, O. Rafinc'sqaei) , nieder- 
liegend. Glieder oboval bis rundlich, 
Blüten goldgelb, sehr variabel; O. 
pcillida. Blüten lichtgelb, reich und 
dankbar; (). iira/it'nsis. niedcrliegend 
aufsteigend. Glieder eil ptisch, etwa 
15 cm lang, Blüten karmin; O. viil- 
^/(//■«, niederliegend, bis 25 cm hoch, 
Glieder verkehrt eiförmig bis rund- 
lich, 5 bis 10 cm breit, Blüten hell- 
oder Chromgelb; ferner O. comdn- 
chica major, mit schöner Bestache- 
lung ; 0. hümilis, 0. rhoddntha 
(Abb. 29ö) u. a. 

Orangenwurzel siehe Hydrdstis. — 
Orant siehe Ccphalantlidra. 

Orchis, Kuckucksblume, 

Knabenkraut- Orchidaceen- 
Bekannle niedrige Stauden mit knol- 
ligenWurzeln und gespornten Blüten 
in ährigen oder traubigen Blüten- 
ständen, vergleiche Abb. 297/98; Kultur und Verwendung siehe unten. 

Die bekannten heimischen Arten wie 0. globösa, maciddta (Abb. 297), mdsciila, militdris 
(Abb. 298), Mörio, purpurea (füsca), iistiildta usw. Tmdet der Leser in jeder Flora beschrieben. 
Von ausländischen Arten seien noch hervorgehoben die nordamerikanischen 0. foliösa, die 
mediterrane /jfl/)/7/cwflVrff und 0. longicörnis aus der Berberei. Sie alle kommen in erster Linie 
nur für Orchideenfreunde in Betracht. Wir geben nachstehend kurze allgemeine Anleitungen'"') 
zur Kultur der in unserem Buch erwähnten Gattungen (mit Ausnahme von Cypripidium, 
das für sich behandelt wurde). 

Für Kultürzwect;e teilt man die Orchideen am besten in drei Gruppen, wie sie sich aus den natür- 
lichen Standortsverhältnissen ergeben. Es sind dies folgende: I.Orchideen für etwas schattige, 
feuchte, torfige. meistgrasigeOrte; II. Orchideen fürtrocken ere.nieistgrasige 
Orte und 111. kalkliebende Orchideen und solche für steinige Lagen in Qeröfl- 
b d e n. In Rücksicht auf diese Einteilung verfahre man bei der Bereitung von Beeten etwa folgender- 
maßen: man wähle drei verschiedenartig gelegene Plätze im Garten, Alpinum oder Park aus, den einen 
etwa an der Nordseite eines Gebüsches oder dergleichen, wo die in Gruppe I genannten Arten vorzugs- 
weise gedeihen sollen. währL-nd die beiden anderen Plätze sonnige Lage haben können. Zunächst ver- 
sieht man dann die Beete mit einer Einfassung aus tiolz, Steinen usw. und bringt dann innerhalb derselben 
eine 1 5 bis 20 r/» hohe Geröllschicht auf dem^Boden auf. um einen recht durchlässigen Untergrund herzu- 
stellen, da die Orchideen vor allem durch stagnierende Nässe leiden. Vorteilhaft ist es, die Steinschicht 
nach der Beetmitte zu etwas zu wölben, damit das Wasser nach den Seiten ablaufen kann. Auf diese 
Unterlage kommt eine 20 bis 30 cm hohe Erdschicht, die für das schattige Beet in der Hauptsache aus 





Abb. 297. Orcliis maciilata. gefleckte Kuckucksblume, 30 cm, in Kevv (Ori 



276 



Moorerde und Wiesenlehm bestehen 
kann. Für Gruppe II wähle man sandig- 
lehmige Rasenerde, mit etwas grober 
Heideerde und Kalkbrocken durchsetzt, 
welche Erdmischung auch für Gruppe III 
geeignet ist, nur daß hier das Erdreich 
reichlich mit Kalk und anderen Ge- 
steinsbrocken untermengt werden muß. 
Während der Wintermonate decke man 
die Beete mit trockenem Laub oder Rei- 
sig, sofern nicht eine genügende Schnee- 
decke den Boden gegen Frost schützt. 

In großen üesteinsanlagen wie im 
Park findet man natürlich immer ge- 
eignete Plätze, wo man die betreffenden 
Arten direkt ansiedeln kann. Die An- 
pflanzung kann zur Blütezeit geschehen, 
wenn man die Pflanzen sorgfältig mit 
soviel Erdballen ihrem Standort ent- 
nimmt, daß die unter der bleibenden 
Knolle der Wurzel anhaftenden jungen 
Knollen, welche die späteren Triebe 
liefern , mit ausgehoben werden. Man 
löst dann alles sorglich heraus und packt 
es in feuchtes Moos bis zum Einpflanzen. 
SeltenereArten dürfen nicht gesammelt 
werden. 

Gruppe I. Hierher gehören folgende Arten: Epipactis palustris, Epipogon aphyllus (als Saprophyt 
schwer zu kultivieren), Gvmrmdenia-Arten, Herminium Moiwrcliis (ziemlich feucht und schattig), Liparis 
Loeseln (moorig sandige Heideerde), I isttia coidahi (zwischen Moos und Heideerde), Ma/axis pa/uc/osa, 
Muiostvlis monoplnllus (die beiden letzten in reinem Sumpfmoos), Orcliis latifolia, incarnata, maculata, 
mono palustii^ puipuiea (ju/iok/us spec/ubi/i; und schließVich Spirant/ies aestiva/is {wie Ma/axis). 

(iiuppL II /,/ilni Lip/iu/a/it/iiia Ipipmlis luUtolia Goodvera repens, Qymnadeniu (Wiopea (etwas 




Abb. 298. Orcliis militaris, HelmoiLii 
(phüt. .^. Purpus). 




Abb. 299. Oreocome Candollci, 1 m 



Orchis— ürobus 



277 



2"^f:^'^ 






Kalk) und albida, Listera om/a, Nigritella ungiislifolia, Platantliera, Oniüs coiiophora, mascuki, militaris, 
sambiicina, tridentata, ustulata, sowie auch papilionacea. foHosa und longicornis. 

Gruppe III. Aceras. Anacaniptis, Cliamacorclüs, alle Ophrys, sowie von 0/r/«s-Arten solche wie g/o- 
bosa, patlens und simia. 

Natürlich können manche Arten der letzten Gruppe auch wie solche der zweiten behandelt werden 
und umgekehrt. Hier können nur einige Richtlinien für die Kultur gegeben werden. 

Orchis hircina siehe Himan'.oglössiim. — Orchis spectabilis siehe Galeorclüs. — Oreästrum al= 
pigeaum siehe Aster piilclu'llus. — Oreobröma Cotyledon siehe Lewisia. 

Oreöcome Candöllei {/joiisiiciirii oder Selinum tenuifölimn): hübsche, aufrechte, bis über 1 //; hohe, 
harte, indische U m b e 1 1 i f e r e mit sehr fein zerschlitzten, farnwedelartigen Blättern und weißen Blüten- 
dolden (Abb. 2Qqi, Juni-Juli; Kultur usw. etwa wie Fenihi. als Einzelpflanzen auf Rasen im Garten. 

Oreomyrrhis {Myirlüa) aadicola (O. niinösu) ist eine niedrige, rasige, neuseeländisch-ostaustralisch- 
andine Umbell ifere, bis 10 cm, Blüten fein 2 bis 
3 fach gefiedert, farnwedelähnlich , Blüten weiß, in 
kleinen Dolden, in Heimat im Frühjahr; wuchertauf 
alpinen grasigen Hängen ; für Liebhaber in Gesteins- 
anlagen interessant. 

Origanum, Dost — Labiaten — Mittel- 
hohe, meist niederiiegend-aufstrebende Stauden 
mit purpurlichen Blüten in rispigen Ähren. Juli- 
September; Kultur usw. im Alpinum etwa wie 
T/iynn/s. 

O. Dictämnus, Kreta. 10 bis l.=i c;ii. Blätter 
rundlich, wollig. Blüten in dichten W'irteln. klein, 
aber grol.')e rosa Deckblätter, Juli, in wärmsten 
Lagen, sonnig. Felspartien; O. pulchelluw, 
Orient, grau behaart. Blüten rosa, sonst wie fol- 
gende; O.pu/c/irum, Griechenland, ganz kahl. 
Blätter herzeiförmig. Kultur in sandiger humoser 
Lehm- oder Rasenerde in heil.ler trockener Lage 
an Felsen oder auf steinigen Hängen ; O. sipy- 
leutn, Kleinasien, nur im unteren Teile beliaart. 
Blätter kahl, blaugrün für Kalkfelsen; O. vulgäre, 
heimisch, 30 bis bO cm. fast kahl, hellpurpurn oder 
weiß. Juli-Oktober, zum Ansiedeln an trockenen 
Plätzen. 

Ornithögalum, Vogelmilch, Milchstern 
— Liliaceen — Zwiebelgewächse mit grund- 
ständigen, schmalen Blättern und traubigen oder 
doldigen Blütenständen auf nacktem Schaft mit 
weißen oder gelblichen Blüten . wie .Abb. .500 und 
301; Kulturin ziemlich trockenem durchlässigem 
Boden in sonniger Lage; Vermehrung durch 
Brutzwiebeln; \' er Wendung für Rabatten im Garten sowie im Alpinum und vor allem in 
Masse auf rasigen Hängen und Wiesen, sowie zwischen lichtem Gebüsch im Park. 

O. arcuätutn, Orient, bis (lO c/n. Blüten weiß mit grünlicher Zeicnnung. Mai-Juni, siehe 
sonst Abb. 300; O. montänum, Südeuropa bis Armenien. .5 bis 10 cm. Blüten weiß mit 
grün, Mai-Juni, sonst wie Abb. 3(il ; O. nutans, Orient. 40 bis bO cm. Blüten traubig, 
hängend, innen weiß, außen grünlich. April-Mai. verwildert leicht im Parke; O. pyrami' 
däle, Südeuropa. Kaukasus. Kleinasien. 30 bis 60 cm. Trauben dicht, oben kegelförmig zu- 
gespitzt, Blüten weiß mit grünlichen Rückenstreifen. Juni-Juli, schöne Art; O.pyrenäicum, 
Mittel- und Westeuropa, bis 10 cm. Blüten in langen Trauben, schwefelgelb niit gelbgrünen 
Rückenstreifen, .luni-Juli, verträgt Schatten. \ax.Jlavdscens (O. siilp/iiireiim). Blüten hellgelb- 
grün mit grünem Mittelstreifen ; O. umbellätum, Elfuhrblume. Stern von Bethle- 
hem. Europa, Mediterrangebiet, 10 bis 30 cm. Blütenstände doldig. Blüten weiß mit grünen 
Rückenstreifen. .April-Mai, blüht von 1 1 Uhr Vormittag bis 3 Uhr Nachmittag, u. a. m. 

Orobus (Ldthyriis). Walderbse, Waldwicke — Papilionaceen — Während man 
als Lathyrus im engeren Sinne die schlingenden Platterbsen (siehe Lat/iynis) bezeichnet, 
faßt man als Orobus die Formen mit aufrechten Stengeln und ohne Wickelranken an den 






Abb. 300. Onütlwgaliwi arcuatiun. 50 cm 

lOrig., Kew Gardens). 




Abb. 301. Onüthoguliim montanum. Bergvogelniilch, in Kew, 5 r//MOrig.). 

Blättern zusammen; Blätter 2 — 6 paarig, Blüten gelb, rot, blau oder weiß, März-Juli; Kul- 
turin humosem Waldboden zwischen lichtem Gebüsch oder auch in tiefem Schatten ; Ver- 




lyj 



•iimiüiilin. üüldkL'ulc, 30 cm (phut. A. Purpii 



Orobiis— Osmunda 



279 



m eh riing durch Samen, der oft sehr langsam keimt, und Teilung: \' er wen düng im Al- 
pinum und Park. 

O. aurantiacus, 60 c/n. der /iirciis sehr ähnhch. Blüten orange ; O. cyäneus, Sibirien, 
niedrig, mit kleinen Träubchen leuchtend dunkelblauer Blumen im April-Mai; O. lüteus 
(0. occidentülis) Ostalpen. 2() bis 40 cm. Blätter 4 paarig, Trauben 5—1,5 blutig, orangegelb. 
A\ai-Juli ; O. orientälis (0. Intens var. orientalis) Sibirien. Zentraiasien. 60 bis 75 cm, Blätter 
uuterseits nicht blaugrün. Blüten hellgelb, im Verblühen orange, üppiger als Intens ; O. pati' 
nönicus [0. albus var. pannonicus). heimisch, Wurzelfasern verdickt. Blätter 2- 3 paarig. 
Blüten weil.) oder gelblichweil.). .Mai-,luni. bei var. versaolor (var. vdn'ns, 0. varins). 15 cm. 
Blüten mit rosa Fahne und gelben Flügeln und Kiel: O. Smithü [Lathyrns pannonicus var. 
Smithii), Heimat ?. 50 cm hoch, Blätter weißfilzig behaart. Blütentrauben gelb, blattwinkel- 



'K^r^'^r-^ ' -s.;^^-^ 






Abb. 303. Osmunda irga/is, Königsfarn, 



ständig. .luli-.August : O. vernus, Europa. .30 bis 40 cm. Blätter 2 — 4 paarig, Blütenstände 
gerade. 4 — ö blutig. Blüten leuchtend karminrot, später bläulich. März-Mai. schöne Frühlings- 
pflanze, bei var. albus Blüten weiß und bei var. albus plenns weiß gefüllt: O. variegätus, 
südl. Mitteleuropa, etwas niedriger als vernus. Blütenstände gekrümmt, vielblütig, purpurn 
mit rosa. Mai-Juni. 

Orobus lathyroides Hort, siehe Vicia umju^a. 

Oröatium aquäticum, Goldkeule: ostnordamerikanisclie. harte Aracee mit grundständigen, un- 
terseits silbriggrünen, etwa 25 cm langen und 5 cm breiten Blättern und tiefgelben Blütenkolben auf 
langen, oben verdickten, schneeweißen Stielen, Mai bis Juni, wie Abb. 302; Kultur in flachem, stehen- 
dem Wasser oder im Sumpf, wo sie mit ihren dicken, langen Wurzeln sich tief in den Schlamm ein- 
nisten kann ; V e r m eh rungdurchSamen igleich nach Reife) ; Ve rwen d un g als interessante Wasser- 
oder Sumpfpflanze im Garten oder Park. 

Orväla lamioides siehe Ldmium orvalu. 

Osmorhiza longistylis: mit ,VIi'A-r///.s' odonitu nahe verwandte, ostnordamerikanische U m bei 1 i- 
fe re. bis 60 cm. Blätter 3 fach zusammengesetzt, Blüten klein, weiß; für feuchte halbschattige Lagen, 
ähnlich Myrr/iis. Ob bei uns versucht ? 

Osmünda regälis, Königsfarn, Traubenfarn: stattliches, heimisches, bis 1,5 m 
hohes, buschiges Farnkraut mit kräftigem Wurzelstock, kahlen, doppelt gefiederten, gelb- 
grünen, unfruchtbaren Wedeln und eigenartigen, rispig -traubig angeordneten, bräunlichen, 
fruchtbaren Wedeln. Juni-August, siehe -Abb. 303 : die X'arietäten cristdta und undnidta haben 



280 



Osmünda— Oxytropis 



gekrauste oder gewellte Wedel, die zierliche O. grcicilis ist auch nur eine Form der regalis; 
K u 1 1 u r im feuchten, torfigen, durchlässigen, humosen I^oden an sonnigen oder halbschattigen 
Orten ; Vermehrung durch Teilung, die Sporen keimen, gleich nach Reife gesät, in 4 bis 6 
Tagen, später liegen sie oft 2 bis 3 Monate; Verwendung als eines der schmuck vollsten Frei- 
landfarnkräuter im großen Alpinum und Park. — Aul.ierdem in Kultur 0. cinnamömca, Nord- 
amerika, mit anfangs grünlichen, dann zimtbraunen Fruchtwedeln und bräunlichen Barten 
in den Achseln der sterilen Wedel, ferner 0. Claytoniäna. der vorigen ähnlich, aber ohne 
die Barte. 

Osterluzei siehe Anstolöcliia. 

Oströwskia magnifica, Prachtglocke: stolze, bis reichlich 1 //; hohe Campa- 
nulacee aus der Bucharei und Turkestan mit knolligem Wurzelstock, aufrechten Trieben 
mit eiförmigen, kahlen Blättern und 10 bis 12 cm breiten, weich-lilafarbenen, seidig-glänzen- 
den, an den oben verzweigten 
Stengeltrieben endständigen 
(llockenblumen. Juni- August; 
Kultur nicht leicht, man gebe 
nahrhaften, humosen, leicht 
sandigen, tiefgründigen Bo- 
den, wo die Wurzeln tief hinein 
können, und warme, trockene, 
sonnige Lage ; die Pflanzen 
ziehen nach Blüte ein und 
müssen dann gegen Feuchtig- 
keit geschützt werden, damit 
sie nicht nochmals austreiben, 
weshalb eine geneigte Lage 
mit gutem Wasserabzug not- 
wendig ist, sowie eine trok- 
keneWinterdecke aus Kiefern- 
nadeln oder dergleichen ; im 
Frühjahr muß man die jungen 
Triebe in der ersten Zeit etwas 
gegen Spätfröste schützen ; 
Vermehrung durch Wurzel- 
stecklinge oderdurchkrautige 
Stecklinge imFrühjahr, Samen 
keimen langsam, wenn nicht 
ganz frisch. Pflanzen erst im 4. Jahre genügend stark; Verwendung in geeigneter Lage 
und mit der nötigen Vorsicht als prächtige Garten- und Parkstaude, auch für Schnitt wertvoll. 
Othonöpsis cheirifölia siehe Laubholzbuch. — Otternzunge siehe Poly^oniim Bistörta. 
Ourisia{Dichröma) coccinea: chilenische S c rophu 1 a ri acee mit niederliegenden Trieben, herz- 
förmigen, gekerbten, etwas behaarten Blättern und röhrigen, lebhaft scharlachfarbenen, hängenden 
Blüten in endständigen Trauben, Mai-Juni ; K u 1 1 u r im Alpinum in sonnigen bis halbschattigen Lagen in 
moorigem Boden ; Vermehrung durch Ausläufer ; V e r w e n d u n g für Liebhaber, Winterschutz. 

Oxalis Acetosella, Sauerklee: bekannte, zierliche, 5 bis 12 cm hohe, heimische Oxalidacee 
mit 3 zähligen Blättern und zart rötlichweißen Blüten, April-Mai ; V e r w e n d u n g für schattige huniose 
Lagen im Alpinum für Liebhaber. — O. violäceu aus Nordamerika mit schuppig-knolligem Wurzel- 
Stock und rosapurpurnen Blüten im April, ist eine reizende Waldpflanze. 

Oxygräphis glaciälis {[•'icdria oder Ranünculiis g/acia/is) : niedrige, sibirische Ranunculacee mit 
elliptischen, dicklichen, gestielten Blättchen und einzelnstehenden, 2 cm breiten, gelben Blüten ; K u 1 1 u r 
etwa wie Ranunculus alpestris. Nicht identisch mit dem weißen echten Ranunctäus glcicialis. 

Oxyria digyna, Säuerling: kleine, 10 bis 15 cm hohe, kahle, alpine Polygonacee mit langge- 
stielten, nierenförmigen Qrundblättern und kleinen Blütchen in endständigen Rispentrauben, Juli-August, 
zur Fruchtzeit durch die blutroten Fruchtflügel auffällig; Kultur auf Geröllhalden im Alpinum, nur 
botanisch wertvoll. 

Oxytropis, Spitzkiel — Pap i 1 i on aceen — 10 bis 30 cm hohe, harte Alpenpflanzen mit nieder- 
liegend-aufstrebenden Stengeln, unpaar gefiederten Blättern und endständigen, ährigen Blütenständen, 
Juni-August ; Kultur im Alpinum zwischen Felsgestein (so daß die Wurzeln tief hineindringen können), 
wo die Pflanzen sonnig und trocken stehen; Vermehrung durch Samen, Teilung meist schwierig; 
Verwendung für Oesteinspartien und Alpenwiesen, 




Abb. 304. Puconiu Veilcliii. 0,6 - 
(phot. F. Zeman, Hort. Veitch). 



Oxytropis— Paeönia 281 

O. {Arägallus) Blankeashipü [O. Besseyi), Verein. Staaten (Wyoming), 10 bis 20 cm, silberblättrig. 
Blüten purpurn, in dichten Ähren, gilt als gute Alpine; O. campestris, Europa, Sibirien, Nordamerika, 
gelblich oder selten blauviolett. Blättchen wollhaarig; O. moatäaa, Alpen, 8 bis 10 cm. dichtwüchsig, 
Laub blaugrün, Blüten rotpurpurn, später violettblau; O. ser/'cea (0. Hällen\, Schottland, Pyrenäen, 
Rumänien, lila. Blättchen seidenhaarig; O.pyreaäica, Spanien, 8 bis 10 cm. samtig-seidig behaart. 
Wuchs lockerer als bei moiilana, weißgrau behaart, Blüten purpurn mit violett. 

Pachistima {Pacliystima. Puchystigmu) siehe Laubholzbuch. — Pachylopbus caespitösus siehe 
Oc/iothmi. — Pachypleürum simplex siehe Neoguya. — Pachysändra siehe Laubholzbuch. — Pae- 
deröta Agerla und P. Bonaröta siehe Veniiiica. 




Abb. 305. Paeoiüa chincnsis Jl. pL, gefüllte chinesische Pfingstrose, 60 cm (0. Arends, Ronsdorf.) 



Paeönia, Pfingstrose — Ranunculaceen — Bekannte, aufrechte, dickwurzelige, 
buschige, schönblühende Stauden wie Abb. bO und 304 bis 300, Blütezeit meist Juni ; K u 1 - 
tur in möglichst nahrhaftem, tiefgründigem, besser schwerem als leichtem Boden in son- 
niger Lage, zur Triebzeit flüssigen Dung geben ; Vermehrung durch Teilung im Septem- 
ber-Oktober, wenn Laub im Absterben oder abgestorben ist (besser als im ganz zeitigen 
Frühjahr), man pflanze nicht zu tief, so daß die Wurzelkrone nur etwa drei Finger stark 
mit Erde bedeckt ist. und lasse die Pflanzen so lange als möglich ungestört; sie blühen erst 
im dritten Jahre nach der Pflanzung wirklich reich ; Anzucht aus Samen langwierig, Wurzel- 
veredlung für schnelle Vermehrung wertvoller Neuheiten anwendbar; Verwendung als 
erstklassige Gruppen- und Rabattenstauden, wie auch in Masse im Park; ausgezeichnete 
Schnittblumen. 

P. albiflöra, Sibirien, bis 75 cm, Stengel mehrblütig, Blüten weiß oder rosa, einfach, 
wieAbb.oO, gute Gartenformen sind var. „Celestial", rosa, und var. /j/zz-^w'/rß, purpurrot, 
diese Art ist die Stammart der P. chinensis; P. anemonaeflöra Hort.. Form aus dem 
Kreise der albiflöra. Blüten einfach, tiefrot; P. anömala (P. lobdta), Nordeuropa-Sibirien- 
Turkestan. kahl, Blätter wie bei teniiiplia, aber weniger zerteilt, Blüten einzeln, einfach, rosa- 



282 



Paeönia 



lila, Anfang Mai ; P. arietina, Südeuropa. Blätter blaugrün oder purpurn überlaufen, unter- 
seits behaart. Blüten groß, einfach, hellpurpurn. Mai; P.c/j/ne/is/s''") ( P. albiJlora\ar. sinensis). 
gefüllte ostasiatische Kulturforin mit unzähligen üartensorten (man vergleiche Abb. 305 und 
die farbige Tafel IX), von denen wir folgende als erstklassige gefüllte hervorheben: weil.) 
oder gelbweiß: .alba triümphans". kräuselig gefüllte Schalenform. Schale weil] mit zart 
lila Schein. „AlJmannshausen", lockere Nelkenform, reinweiß, spät, „Duchess de Nemours". 
Schale reinweiß. Füllung gelblich mit grünlichem Schein, „festiva mäxima", Hosenform, 
reinweiß mit elfenbeinfarbigem Untergrund, sicher blühend, eine der besten weißen. „Le 
Cygne". reinweiß, vielleicht beste weiße Sorte, „Marie Lemoine", elfenbeinweiß, „Mad. 
Crousse", schneeweiß, „Solfatare", Schale reinweiß. Füllung hell schwefelgelb. — Zart 
oder lilarosa: „Baronesse Schroeder", fleischfarben, später milchweiß, „.leanne d'Arc", 

groß, locker gefüllt. Schale pfirsich- 
blütenfarben . Füllung rahmweiß, 
„Madame Charles Leveque", Rosen- 
form, dicht gefüllt, zart fleischfarben 
losa, sehr gut, „ Madame de Galhau", 
Rosenform, außen lilarosa, Füllung 
rahmgelb mit lilarosa Mitte. „Ma- 
dame. lulesElie". dicht. fein zartrosa, 
„Modele de Perfection", Schalen- 
form, warm rosafarben, „Prinzeß 
Charlotte", zart rosa, durch späte 
Blüte wertvoll. „Solange", fleisch- 
farben mit lachsfarbener Füllung, 
„Triomphe del'exposition de Lille", 
große Nelkenform . silbrig rosa, 
„Wiesbaden", weiß, fleischfarben 
undhellrosa.— Dunkel rote Töne: 
„Felix Crousse". kirschrot, „nigri- 
cans", samtig dunkel amarantrot, 
locker gefüllt, „Adolphe Rousseau", 
ausgezeichnete dunkelrote, „rubra 
triümphans". tief dunkelrot, wir- 
kungsvoll, „Victoire de l'Alma". 
magentarot mit purpurn und sil- 
brigem Schein; von einfachen 
Sorten ssien genannt: „Angelika Kauffmann", weiß mit lila Hauch in Knospe, niedrig. „Holbcin", 
hell seidig rosa und „Watteau", großblumig, licht fleischfarben, in Knospe teerosenfarbig; P. 
corallina, südlich. Mittel- und Südeuropa. 50 bis ISO oh. einfach, purpurrosa, April-Mai ; P. 
Emödi, W.-Himalaya. bis 50 an. kahl. Blüten zu 3 bis 8. hängend, reinweiß; P. AHoko-^ 
sewitschii iP. Mlokosiewiczü) . Kaukasus. 50 bis 80 cm. dunkle Belaubung. safrangelb, 
einfach, Mai, gut; P. officinälis, südliche Alpen, Wurzel spindelförmig, kahle Form der 
peregrina. sonst wie diese, gute Formen der officinälis sind: alba plena. reinweiß gefüllt, 
mutdbilis plena, im Aufblühen zart fleischfarbenrosa, dann weiß, rubra pl. (purpiirea pl.), 
bekannte schöne dunkelpurpurne Sorte der alten Bauerngärten, rösea iccirneapl.) im Aufblühen 
leuchtendrosa. später heller; P.paradöxa, Südeuropa, ähnlich der folgenden, aber niedriger, 
Blätter kleiner, feiner zerteilt, mehr blaugrün. Blüten purpurn, mittelgroß, !^ai. P. peregrina, 
Südeuropa, Wurzelstock kriechend. 50 bis SO cm. Blätter und Stengel wenigstens im oberen 
Teile behaart, altbekannte Gartenpäonie, Blüten karminpurpurn, auch weiß und rosa, einfach 
und gefüllt, Mai-.Iuni; P. tenuifölia, Kaukasus, 30 bis 40 cm, Laub sehr fein zerschlitzt, 
Blüten einfach, glühendrot. auch gefüllt (var. plcna); P. Veitchü (Abb. 304), Westchina, 
Laub zierlich zerteilt, blaugraugrün. Blüten einfach, purpurn karminrot, zu mehreren an 
einem Stengel, nickend. Mai-Juni, interessant; P. Wittmanniäna, Kaukasus -Persien. 
50 bis 70 cm. Blätter breitlappig, glänzend. Blüten becherförmig, mittelgroß, matt- 
schwefelgelb mit dunkleren Staubblättern, einfach, April, seltene schöne Art, doch gilt als noch 
schöner P. macrophylla aus dem Kaukasus; von Wittmanniäna wurden Hybriden gezüchtet 
mit chinensis. die Lemoine in den Handel brachte, und m\\ peregrina. die von G. Arends 




Abb. .30(). Paeonia Wittmanniäna liybrida 
iQ. .Arends, Ronsdorf). 



Tafel IX, 




Feld mit P/i/ox paniiu/aht-FoTmen. 



Paeönia— Pantoffelblume 



als P. Wittmanniana hybrida 

(Abb. 306) verbreitet werden und 
sämtlich für Kultur (f^arl^. Massen- 
wirkung, keine Schnittblumen) sehr 
empfehlenswert sind, die letztge- 
nannten blühen Anfang bis Mitte 
Mai. ihre Blütenfarbe wechselt von 
schwefelgelb zu lachsrosa ; die spä- 
teste Sorte ist,, l.ePrintemps". Blüten 
an Marechal Niel-Rosen erinnernd, 
leitet in Blütezeit zu den officinalis- 
Formen über. 

Paeönia arbörea (P. Moutan) unJ 
P. lutea siehe Laubholzhuch. 

Pallenis croätica, Dornkopf: ein. 
istriscli - dalmatinische K o m p o s i t c, 
40 cm hoch, Blätter geöhrt oder leier- 
förmig, Blütenköpfe gelb, ö cm breit, 
Hüllblätter sehr stechend, liebt sonnige 
Hügel, Macchien; bei uns wohl nur im 
Süden ganz hart; für Liebhaber in Felsen- 
anlagen versuchswert. 

Pampasgras siehe Gyni'rium. 

Paacicia[Pimpinella \ serbica ist eine 
nur zweijährige Umbellifere. 

Pancrätium illyricum : südeuro- 
päische, schöne, in der Tracht an unsere 
bekannte C/ii'ia gemahnende A ni a r\' 1- 
I i d a c e e mit bis 40 cm hohen Blattei n 
und schönen Blütenständen von weißen, 
prächtig duftenden Blüten, Mai -Juni; 
Kultur in sehr durchlässigem, leich- 




maxtmum. (ju neagras, 

liot. .A. Purpu.- I. 




Abb. 308. Pii/iiciiiii vtrgatiwi. I /, 

(Q. Art'tids, Runsdorl). 



tem, sandigem Boden in sonniger, war- 
mer Lage; die großen Zwiebeln 30 bis 
40 cm tief legen und im Winter trockene 
Decke geben; Vermehrung durch 
Brutzwiebeln im Herbst, doch Pflanzen 
jahrelang ungestört lassen ; Verwen- 
dung als sehr hübsche Zierpflanze im 
Garten für erfahrene Pfleger im Süden 
des Gebietes. Auch P. mariuimun. Mittel- 
meergebiet, 30 bis 40(7//. Juli-September. 

Paniculäria siehe Olyccna. 

Pänicum, Hirse: hohe, auf- 
rechte Ziergräser, deren Tracht aus 
den Abb. .K)7 bis 308 ersichtlich ist; 
Kultur in kräftigem, tiefgründigem 
Gartenboden in sonniger Lage; Ver- 
mehrung durch Teilung; Ver- 
wendung als Einzelpflanzen auf 
Rasen ; Blütenstände für Vasen- 
dekorationen brauchbar. 

P. mäximum (A altissinmm, 
P. jiimentönim) , Guineagras, 
.Abessinien. bis über !.,"> m. in käl- 
teren Gegenden Winterdecke LAbb. 
307 ); P. virgätum, östliches Nord- 
amerika. 0.,S bis 1 m. Belaubung 
etwas bräunlich schimmernd (Abb. 
308). härter, aber nicht so schön 
wie vorige Art. 

Pantoffelblume siehe Caiceoldria. 



284 Papäver — Parnässia 

Papäver, Mohn — Papaveraceen — Bekannte Zierstauden mit fiederlappigen 
Blättern und langgestielten, ansehnlichen, lebhaft gefärbten Blumen, man vergleiche die far- 
bige Abbildung auf Tafel X; Kultur in etwas sandiglehmigem, gut durchlässigem Garten- 
boden in sonniger Lage, es empfiehh sich die Anzucht in Töpfen, damit man mit Ballen 
auspflanzen kann ; Vermehrung durch Samen, oder die großen Arten (wieo/7>«/'a/£') durch 
Wurzelstecklinge nach der Blüte; Verwendung als prächtige Rabattenstauden und die 
kleinen Arten besonders im Alpinum; sowohl der türkische Mohn wie der sibirische sind 
sehr wertvolle Schnittblumen. 

P. alpinum [P. Bürseri. P. Kc'rncri). Alpen, nur bis 15 cm, Blätter 1 bis 2fach fieder- 
schnittig, fenchelartig, fast kahl. Blüten weiü. rosa, gelb oder orangefarben. Juni-Juli, bei 
var. lacinidtum Blumenblätter zierlich geschlitzt und gefranst; für Felspartien, aber auch für 
Einfassungen im Garten brauchbar; P. anömatum, ähnlich niidicaiilc. kräftiger wachsend, 
Blüten gelb und weil.'i (var. f///;///;/) ; P.bracteätum \P. Orientale \'zx.bracteatum), Kaukasus- 
Persien, wie o/7>rt/'tf/i>. aber Blüten mit großen, laubartigen Hochblättern, etwas früher, glänzend 
dunkel scharlachrot, ebenfalls mit schwarzem Grundfleck; P. nudicaüle, sibirischer 
Mohn, Islandmohn, nördliche gemäßigte Zone, ähnlich alpinum, aber bis 25 cm hoch, 
Blätter nicht so fein zerschlitzt. Blüten auf festen, drahtartigen Stielen, bei der Stammart 
gelb, von Ende April bis zum Herbst, zu erwähnen die Formen var. albiim. reinweiß, var. 
minidtiim, leuchtend orangerot, und var. sulphüreiwu schwefelgelb; ausgezeichnet für Beete, 
oft zweijährig kultiviert, im Amurland vertreten durch var. amiin'nse, bO bis 75 cm, Blüten 
schön in allen Schattierungen, von dieser Varietät dürften die neuen hohen Formen ab- 
stammen, die in England als „Sunbeam" oder^/;^-^«/^//« gehen; P.or/enfä/e, türkischer 
Mohn, 0.5 bis 1 m. Blüten sehr groß, in wundervoll leuchtenden Farben. Ende Mai-Juli, 
man schneide die Blüten für Vasenschmuck noch in Knospenform, nach dem Abblühen schneide 
man die alten Stiele und das absterbende Laub ab, da Ende August der neue Austrieb ein- 
setzt; jungen Pflanzungen gebe man im Winter einen Bodenbelag; von den vielen Garten- 
sorten seien als sehr gut hervorgehoben : atrosangiiineiim mäximiim, soll Württembergia 
übertreffen, „Fürstenkind", fleischfarben mit rosa und schwarzen Flecken, „Goliath", 
bis 1,5 m, brennend scharlachrot, größte und schreiendste in Farbe (Fernwirkung, Massen), 
„Großfürst", dunkelzinnoberrot, „Mrs. Perry", sehr groß, aprikosenorangegelb, einen 
Ton dunkler als Prinzeß Victoria Louise, „Orange Queen", leuchtend orange-scharlach, 
„Oriental King", sehr groß, scharlachrot, „ Perry s White", reinweiß, am Grunde 
schwarz gefleckt. „Prinzessin Victoria Louise", zart lachsrosa, „Proserpina", 
rein lilarosa, im Verblühen heller, „Royal Scarlet", bewährte, leuchtend scharlachrote 
Sorte, „Rembrandt", Scharlach mit lachsorange Schein, sehr schön, großblumig, „Silber- 
blick", helleuchtend lachsrot. mit weißen Grundflecken. „Württembergia", tiefkarmesin- 
blutrot, sehr gut; P.pyrenäicum (P.r/iaiHiciim). europäische Gebirge, alpinum sehr ähn- 
lich, aber Blätter nur einfach fiederteilig. weich behaart, Blüten weiß oder gelb; P.radicä' 
tum, arktische Art vom Typ des alpinum und pyrenaicum, niedrig, dicht, grauzottig behaart. 
Blüten zitronengelb, echt aus Samen, für Alpinum. 

Papäver stylöphorum siehe Stylöpliornm. — Pappelrose siehe Althahi. 

Paracäryum angustifölium {P. aziireum. Cynoglösstwi raccmösuni) : bis 30 cm hohe Borraginee 
aus den kleinasiatischen Gebirgen mit rasigem Wuchs, reich behaarten Trieben und schmallanzetttichen 
Blättern sowie himmelblauen Blüten in vielblütigen, doldigen Cymen, im Juni-Juli; Kultur und Ver- 
wendung im Alpinum in sonnigen trockenen Qesteinslagen, etwa wie Onösrna. 

Paradisea Liliästrum (Antli(?ricum oder Czdckia Liliastrum), St. Bruno -Lilie: Alpen, 
Pyrenäen, Apenninen. bis 50 cm, Blüten in einseitswendiger Ähre, großglockig, duftend, 
Mai-Juni; besser var. ma/w-, Blüten an kleine Gladiolen gemahnend, und vor allem var. ^;;g-a«- 
ti'um, bis 75 cm, Blüten wie kleine Madonnalilien; hervorragend, setzt nie Samen an; sonst 
siehe Anthericum. 

Pardanthus siehe Bckirncända. 

Paris quadrifölia, Einbeere: Europa, Sibirien, giftige. 15 bis .30 cm hohe, trillium- 
ähnliche Liliacee mit kriechendem Rhizom. aufrechtem Stengel mit vier quirlständigen, 
ei-elliptischen Blättern, zwischen denen die einzelnen grünlichen Blüten stehen (Mai-Juni), 
die sich in eine schwarze Beere umwandeln ; als Schattenpflanze in humosem Boden brauchbar. 

Parnässia palustris, Herzblatt, Studentenröschen: niedrige 10 bis 20 oh hohe 
Saxifragacee. aus der nördl, gemäßigten Zone, mit langgestielten, herzförmigen Grund- 
blättern und hübschen, weißen, gestielten Einzelblüten mit 4 bis 15 drüsigen, gewimperten. 



Parnässia — Passerina 



285 



verkümmerten Staubfäden am Grunde jedes Blumenblattes, wodurch die Blumen wie mit Tau- 
tröpfchen besetzt aussehen. Juli-August; Kultur in feuchtem, sumpfigem, etwas humosem 
Boden, am besten auf Wiesengrund an Quellen. Bächen usw.. verträgt auch Halbschatten; 
Vermehrung durch Teilung und Samen; Verwendung für nasse Wiesen im Park, wo sie 
verwildern kann; hübscher die etwas früher blühende P. alpi^stris (P. alpina). — Die nord- 
amerikanischen Arten sind sehr ähnlich und die etwas größere, schmuckvollere P. nubicola 
aus dem Himalaya entbehrt der eigenartigen Blütengebilde fast ganz. 

Parochetus communis: Hochgebirgs-Legu m i n ose von Westchina, dem Himalaya und Afrika, 
mit l<riecliendem Rliizom, 5 bis 8 cm. 0.va//.s--artige Massen bildend, Blüten zu I bis 2, schön enzian- oder 
veilchenblau. April-Mai bis später, liebt warme, etwas feuchte Lagen und sollte aus westchinesischem 
Samen bei uns vermehrt werden. 




.\bb. 309. Pcgaruim Harmala. 40 cm (pli' 



Paronychia, Mauerraute — C aryophyllaceen — Winzige, kriechende Polsterpflanzen mit etwas 
dicklichen, schmalen Blättchen und sehr kleinen, gebüschelten.'bhimenblattlosen Blütchen, im Juni, die 
durch die eigentümlichen häutigen Nebenblätter verdeckt werden; Kultur in Mauerritzen in sonniger 
Lage oder auf steinigem, gut durchlässigem Untergrund ; Vermehrung durch Teilung ; Verwen- 
dung im Alpinum, dazwischen frühblühende Zwiebelgewächse. 

P. argentea, Mittelmeergebiet, niederliegend, silbrig graugrün, fast kahl ; P. (Anyclüa) argyröcoma, 
östl. Nordamerika, bis 15 cm. aufstrebend, Blätter silbrig schuppenhaarig, gilt als härteste; P. Kapela 
(oft fälschlich Afl/)^//afi. Istrien, Blätter länglich lanzettlich, silberköpfig;"^P. serpyllifölia, Süd- und 
Westeuropa, dicht angepreßt, Blätter rundlich. 

Pärrya [Clieininthm. Hcsperis) Menziesii: westamerikanische, bis 20 cm hohe C ru c if ere mit 
dickem, verzweigtem Wurzelstock, lanzettlich-spateligen Qrundblättern, die dicht sternhaarig sind, und 
hellpurpurnen Blüten in Doldentrauben, an Aubrietia gemahnend; Kultur usw. im Alpinum etwa wie 
Malttiiola. Schöner sind die asiatischen P. Ermännii. P. exscdpa u. a., aber schwieriger in Kultur. 

Parthänium integrifölium, Praerie-Ampfer: Koni posi te aus den mittleren Vereinigten Staaten. 
Wurzelstock knollig, Blätter länglich eiförmig, Blütenstände bis I m mit vielen weißen Blütenköpfchen 
in dichten Doldenrispen ; soll als Blattpflanze für trockne Böden versuchswert sein. 

Passerina nivalis siehe im Laubholzbuche unter Tliymela^a. 



286 



Passiflora — Pentasttmon 



Passiflora incarnäta, Passionsblume — Passifloraceen — Üppige, kalnle Schlingstaude aus 
Virginien, mit bis über 10 /;/ langen Trieben, Blätter 3 lappig, Blüten einzeln, achselständig, weiß mit 
purpurner Nebenkrone, Mai-Juli, Früchte länglich, gelb ; Kultur in trockenem, sandigem Boden in 
sonniger Lage; V e r m eh r u n g durch Samen; V e rwen d u n gin warmen Lagen als hübscher Schlinger 
für Pergolen, Lauben, alte Bäume, Veranden; in kalten Wintern leichte Bodendeeke. — Auch P. cae- 
rulea aus Brasilien, mit großen, duftenden grünlichweißen und blau-purpurnen Blüten an geschützten 
Mauern verwendbar, im Herbst niederlegen, gegen Nässe decken. 

Patrinia scabiosaefölia, Goldbaldrian : waldmeisterartige, etwa 25 cm hohe, kahle Valerianacee 
aus dem Amurgebiet mit leyerförmigen Qrundblättern, fiederschnittigen Stengelblättern und kleinen, 
gelben Blüten in rispigen Doldentrauben, Juli ; Kultur im Alpinum an begrasten, trockenen, sonnigen 
Hängen ; Vermehrung durch Teilung im Frühjahr, nur für Liebhaber. Ebenso die japanische /-". giü- 
bösa, 30 bis 40 cm, Blätter herzförmig. Für Halbscliatten. 

Pechnelke siehe Vigcäiia. 
Pediculäris, Läuseltraut : Halb- 
schmarotzer, die man nur dann in Kultur 
erhalten kann, wenn man sie mitsamt 
den Nährpflanzen in großen Polstern 
herauslöst und diese im Alpinum zum 
Anwachsen bringt. Man vergleiche über 
die heimischen Arten dieser Scrophu- 
a r i a c e e n - Gattung jede Flora, üanz 
prächtige Arten sind aus Westchina be- 
kannt. Eine hat man auch durch Aussaat 
lei uns zum Gedeihen bringen können, 
eine dauernde Einbürgerung ist noch 
nicht gelungen, obwohl sie in großen 
^arks, auf Waldwiesen und im Gebüsch 
eine Rolle spielen könnten. 

Pegaaum Harmäla: 30 bis 60 cn 
liohe, etwas halbstrauchige , südeuro- 
päische Z ygophyllacee mit wieder- 
holt geteilten Blättern und einzelnen 
grünlichweißen Blüten. Mai -Juli, wie 
Abb. 319; K u 1 1 u r an trockenen, sonnigen 
Plätzen im Alpinum; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung nur für 
Liebhaber. 

Pelargöaium Endlicberiäaum ^^), 
Pelargonie: buschige, aufrechte, weich 
behaarte Geraniacee aus dem süd- 
lichen Kleinasien und Nordsyrien, mit 
kräftigem Wurzelstock, grundständigen, 
gestielten herzförmigen, gelappt -ge- 
kerbten Blättern und tief rosalilafarbe- 
nen, dunkel geäderten Blüten in vier- 
bis zehnblütigen Dolden auf bis 30 cm 
hohen Stengeln, Juli; K u 1 1 u r in sandige r 
Rasenerde in sonnig-trockener Lage an 
Felsenmauern oder im Alpinum ; winter- 
hart, recht zu empfehlen. 

Pellaea atropurpürea : harter, 
pii 1 \ lirpui Trockenheit liebender, nordamerika- 

nisch-mexikanischer Felsenfarn, Wedel 
15 bis 20 cm lang, eilanzetflich, doppelt gefiedert, hlaugrün, Spindel braun ; liebt Kalk. 

Peltättdra virginica, Pfeilaron : nordostamerikanische, [bis 80 cm hohe A r a c e e mit spießpfeil- 
förmigen Blättern und grüner, bis 20 cm langer Spatha, Mai-Juni, Beeren grün; Kultur und Verwen- 
dung etwa wie Cu/Za palustris. 

Peltäria alliäcea, Scheibenkraut: nach Knoblauch duftende, heimische, etwa 30 cm hohe C r u c i - 
fere mit stengelumfassenden Blättern und kleinen, weißen,'doldentraubigen Blüten, Mai-Juli; Kultur 
in jedem nicht zu schweren Boden ; Vermehrung durch^Teilung und Samen ; nur für Liebhaber von 
Interesse. 

Pennisetum (Gymnöthrix) : 1 bis 2 m hohe schmuckvolle Ziergräser, die wie das Pam- 
pasgras kultiviert und verwendet werden können; siehe Gynenain. 

P.japönicum, China, bis 1 m. Ähren einzeln, mit weißem Haarschwanz, bis 7 cm lang, 
härter als P. latifölium, Argentinien, Montevideo, 1 bis 2 /;/, wie Abb. 26. Ähren mehrere 
an jedem Haupttrieb; P. triflörum, Ostasien, bis über 1 w, wie Abb. 310. 

Pentastemon siehe Pcntstünon. 




Abb 310 Pemusetim tili Ion 



20 m 



Penthöriim — Pericome 



287 



itii^ 




Abb. 311. Ptnistemon ff/aiwiLs, 0,3 i 



Peathörum sedoides : ostnordamerikanische, aufrechte, kahle, bis 50 cm hohe Crassulacee mit 
lanzettlichen, gezähnten Blättern und kleinen, grünlichen Blüten in endständigen, gabeligen Cynien,,luli- 
September ; K u 1 1 u r an sumpfigen Orten. 

Pentstetnon, Bartfaden — Scrophulariaceen — Nordamerikanische, aufrechte, 
buschige Stauden mit gegenständigen, ovalen oder lanzettlichen Blättern und schönen Blüten in 
reichblütigen Rispentrauben, 
meist Sommer und Herbst; 

Kultur in gutem, etwas san- .t 

digem und humosem Garten- 
boden in eher trockenen als 
feuchten, aber warmen Lagen ; 
Vermehrung durchTeilung. 
Saat oder Stecklinge: Ver- 
wendung als gute Rabatten- 
stauden im Garten, die niedri- 
gen Arten auch im Alpinum. 
Unter den vielen ,-\rten heben 
wir nur folgende hervor, doch 
gelten vor allem auch P. con- 
f^rtiis, P. Hdllii und P. linc- 
arioides noch als hart. 

P. arizönicus ( P. i^laiiciis 
stenosi>paliis\ (Abb. .312), 30 
cm, Blätter schmal, tiefgrün, 
Blüten mittelgroß , hellpur- 
purn ; P. barbätus (var. coccinciis oder var. Torn'yi) (Chelöne barbdta). Nordmexiko, bis 
1,5 in, Wurzelstock kriechend, Blütenrispen schlank, verzweigt, pyramidal, scharlachrot, auch 
weiß, rosa, lila, violett, Juli bis September, prächtige Rabatten- oder Gruppenstauden für tief- 
gründigen guten Gartenboden, im Winter leichte Reisigdecke, es gibt Kreuzungen mit /'. 
virffcitiis und wohl auch mit Chclonc obliqiia. die als Chelone barbata hybrida gehen, nicht 
über 1 m, wertvoll; P. Davidsönii, Nordwestamerika, halbstrauchig, niedrig, rasig, blau- 
grün, Blüten prächtig rosa, fürs Alpinum ; P. Digitalis (P. laevigdtus var. Digitalis), östliche 
Verein. Staaten, bis über 1 //;, Laub breitoval, oben grün, Blüten weiß mit dunkler Zeich- 
nung, Mai-Juni und Herbst; P. diffüsus, Oregon, 40 bis 50 cm, Blätter tief gezähnt, 
Blüten blauviolett, Juni-Juli; P. gläber, 30 bis 50 cm, Blätter kahl, etwas blaugrün, Blüten 
violettpurpurn, Mai-Juli; P. glaucus (Abb. 311), nordwestl. Amerika, kahl, blaugraugrün, 
bis 30 cm, Blüten rispig, lila oder violettpurpurn; P.ovätus, bis 1 m. etwas behaart, Blätter 

dünn, hellgrün, Blüten ultra- 
marin bis tief rosapurpurn, 
Ende Mai bis Juli, zuweilen 
bis Oktober; P.pubescens, 
40 bis 50 cm. Blätter behaart, 
Blüten wei Li bis tief violett oder 
purpurn, Juni-Juli, die hierher 
gestellte var. „South gate 
Gem" ist eine sehr hübsche, 
aber nicht winterharte Garten- 
sorte, die wohl z\i gcntianoidcs 
gehört ; P. tubiflörus, 50 bis 
öO cm, Blätter eilanzettlich, 
Blüten ziemlich groß, weiß mit 
lila Hauch, Juni-Juli und Sep- 
tember; P. virgätus, Neu- 
mexiko. 40 cm. Blätter schmal, 
graugrün, Blüten hell-lila. 
Pericome caudäta : südwest- 
Ahb. 312. l\-ntsteiuon arizönicus. 0,3 m nordamerikanische, breitbusch- 

i,phui. X. Purpus). ige, aufrechte, bis über I m hohe 




288 



Pericome— Phaca 



Komposite mit dreieckig-herzförmigen, langzugespitzten Blättern und gelben, nach Heu duftenden 
Blüten in dichten Doldentrauben, August-September; Kultur in leichtem, sandig-lehmigem Boden in 
heißen sonnigen Lagen ; gelangt sonst bei uns nicht zur Blüte, im übrigen aber ist die Pflanze in solchen 
Lagen ganz hart. 

Peröwskia atriplicifölia ist eine lavendelartige, bis 75 cm hohe, strauchige Labiate aus Zentral- 
asien ; siehe Laubholzbuch! 

Pestwurz siehe Petasites. 

Petalostemum purpureum [Däleu piirpnreu, P. viokiceum), Prärieklee: hübsche, aufrechte, 30 bis 
40 cm hohe, nordamerikanische Papilionacee mit feinen, unpaar gefiederten Blättern und purpur- 
violetten Blüten in dichten, kcpfigen Trauben im Juli-August, wie Abb. 313; Kultur in sandig-lehmi- 
gem Boden und sonniger, trockener Lage ;Vermehrung durch Samen ;Verwendungauf Rabatten 
oder in Qesteinsgruppen ; blüht lange und Blüten zum Schnitt geeignet. 

Petasites, Pestwurz — Kompositen — Üppige, wuchernde Stauden mit breitherz- 
förmigen, großen Blättern und vielehig-zweihäusigen, strahlenlosen Blütenköpfchen in eben- 

sträuLiigen Blütenständen auf grund- 
ständigem Schafte: Kultur mühelos 
in feuchtem Boden; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung nur 
in großen Park- und Gesteinsan- 
lagen, siehe Arten. 

P. [Nardösinia oder Ttissikigo) 
fragrans, W i n t e r h e 1 i o t r o p , 
Mittelmeergebiet, 15 bis 30 cm, 
Blätter während oder nach Blüte, 
rundlich, Blüten rosapurpurn, nach 
Vanille duftend, .lanuar-März; für 
geschlitzte, auch trockenere Lagen 
in schwerer Erde, beste der Arten, 
aber auch durch unterirdische Aus- 
läufer lästig; P. japönicus var. 
giganteus, Sachalin, ähnlich offi- 
cinalis. aber bis über 1 m. Blätter bis 
50 cm breit, wirkungsvolle Ufer- 
pflanze für große Anlagen; P. ni' 
veus, Alpen, Blätter dreieckig-herz- 
förmig, unterseits schneeweißfilzig 
für große Gesteinsanlagen und 
Wasserläufe; P. officinälis iP. 
hybridus. P. vulgaris). Europa- 
Nordasien, bis 40 cm, Blätter rund- 
lich-herzförmig, unterseits dünn be- 
haart. Blüten März -April vor den 
Blättern, nur für große Anlagen und feuchte Orte, wo sie ungestört verwildern kann; P. 
palmätus {Nardosmia palmata), Ostasien, Nordamerika, bis öO cm. Blätter kreis- oder 
nierenförmig. tief 7 bis 1 1 lappig, unterseits weißfilzig, Blüten weißlich bis purpurlich. April- 
Juni, duftend, liebt sumpfige Lagen. 

Petrocällis [Ürciba. Ziziu) pyrenäica, Steinschmückel : in Mitteleuropa heimische alpine C r u c i - 
fere mit rosettigen, lederigen Blättchen und 3 bis 5 cm hohen Stengeln mit rosa Blüten, Juni-August; 
Ku 1 tu r und V e rvven d un g im Alpinum in Felsspalten oder auf Qeröllhängen, nur für Liebhaber. 
Petrocöptis, Felsbrech — Caryophyllaceen — Lychnis nahe verwandte Felsenpflanzen aus 
den Pyrenäen, abweichend von der Lichtnelke durch mehr dachziegelige Knospenlage und gebartete 
oder wollige Samen ; sonst wie Lychnis, werden oft als Annuelle behandelt ; siehe auch Arten. 

P. Lagäscae (Lychnis Lagascue), bis 15 cm, Laub kahl und blaugraugrün, untere Blätter schmaler 
als bei folgender, Blüten hell rosa mit weißer Mitte, Juni bis August; viel schöner ist P. pyrenäica 
(Lychnis pyrenäica), bis \0 cm, Wuchs niederliegend-aufstrebend, Blätter blaugrün, kahl, fast lederig, 
Blüten hellrosa, Juni-Juli, was a\s grundiflöra rösea geht ist etwas dunkler in Blüte, sehr kulturwert, 
auch weiß, var. alba. 

Peucedanum verlicilläre siehe Tommasinia. — Pfahlrohr siehe Ariindo. — Pfefferminze siehe 
Mentha. — Pfeilaron siehe Pelländra. — Pfeilkraut siehe Sagit/äria. — Pfingstrose siehe [■'aeönia. 
— Pfingstvellchen siehe Viola ciiculläta. ~ Pfriemengras siehe Slipa. — Phaca siehe .Astrdgulus. 




m^M 



Abb. 313. Pehiloste 



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'tum purpureum. Prärieklee, 30 cm 
(phol. A. Purpuäl. 



Phacfelia— Phleum 



289 



Phacelia (Eiitocä) sericea: 15 bis 20 cm hohe, rauh und zottig behaarte, nordvvestamerilvanische 
Hydrophy llacee mit linealfiederteiligen Blättern und l<leinen, hia Blüten in dichten, zusammen- 
gesetzten Ähren, Mai-Juni; in trockenen, sonnigen Lagen im Alpinum versuchswert. 

Phaeopäppus {CentauräD amblyolepis: kaukasische Kom posite mit rosa Blüten für trockene 
sonnige Lagen; sonst wie Centaurea. 

Phalängiam siehe Aniu'ricum. — 
Phalängium esculeatuai siehe Ca- 
mdssia. 

Phälaris [Baldiiii^c'ria. Digni- 
pliis) arundinäcea, Glanzgras: 

bekanntes heimisches . 1 bis 2 //; 
hohei Ufergras mit kriechendem 
W'urzelstock. aufrechten, rauh be- 
blätterten Stengeln und einseits- 
wendigen. etwas rötlich überlaufe- 
nen [ilütenrispen.Juni-.luli; in Kultur 
meist die Form var. picta oder trico- 
lor und neuerdings die verbesserte 
Form siipi'rba. das sogenannte 
Bandgras, mit anfangs weil.irot, 
später gelblich gestreiften Blättern, 
nur bis 1 m hoch ; Kultur in feuch- 
ten, sonnigen Lagen im Garten oder 
im Park als Uferpflanze; N'ermeh- 
rung durch Teilung. 

Phegöpteris alpestris'siehe Atliy- 
riam alpestic. — Phegöpteris decut' 
sivo-pianäta, P.Dryöpteris, P. hexa- 
gonöptera, P. polypodioides und P. 
Robertiäna siehe Aspi(/iii/ir — Phel- 
lärtdrium aquäticum siehe Ocndntlic. 

Phleum alpinum, Lieschgras: eine 
unserem gemeinen Timotheegras sehr 
ähnliche. 15 bis 50 cm hohe Qebirgsart 
mit violett überlaufenen Ährenrispen. 
Juli- August; Kultur angrasigenPlätzen 
im größeren Alpinum oder an etwas 




Abb. 314. Phlonüs Samia, Brandkraut, 60 i 




Abb. 315. Phlox divaricata var. Lanlian 



Form des kanadischen Phlox. 20 cm lO. Xxma, 
?. ..\uflage. 1 9 



290 



Phleum— Phlox 



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feuchten Stellen zwischen Gestein im Park; Ve rm eh ru n g durch Teilung; nur für Liebhaber, ebenso 

die mehr Rasen bildende /-'. Miciuii aus den Alpen. 

Phlömis, Filzkraut — Labiaten — Hohe, aufrechte, behaarte, buschige Stauden 

mit an den Enden der Triebe quirlständigen, sitzenden, hübschen Lippenblüten. iMai bis Juli; 

wie Abb. 314; Kultur in offenen warmen Lagen und nicht zu schwerem, durchlässigem 

Boden: Vermehrung durch Teilung oder Samen; Verwendung für große Gesteinsan- 
lagen, sowie auf Rabatten und auch im Park. 

P.//eröa=venr/, Südfrankreich. 

^ 40 bis 60 cm. Blätter eilanzettlich. 

Blüten rosenrot ; P. Sämia, Klein- 
asien, ähnlich der vorigen. Blätter 
schmäler. Blüten gelb (Abb. .5 1 4);P. 
tuberösa, Südeuropa-Asien. Wur- 
zelstock knollig, bis 1 w. Blätterherz- 
förmig, Blüten purpurn; P. viscösa 
{P.Russeliäna),SyrknMa.\hstrau- 
chig. etwas höher, rauher behaart. 
Blätter herzeiförmig. Blüten gelb. 

Phlox, Flammenblume 
Polemoniaceen — Aufrechte 
oder niedrige Stauden mit einfachen, 
gegenständigen . eiförmigen oder 
lanzettlichen Blättern und rispigen 
oder doldigen Blütenständen mit 
schön gefärbten Blüten, siehe Abb. 
.3 1 5 bis .? l 7 und die farbige Tafel L\; 
Kultur in jedem guten, durch- 
lässigen . frischen Qartenboden in 
sonniger Lage; Ve r m e h r u n gdurch 
Teilung (Pflanzzeit meist Frühjahr, 
bei den Sommerblühern bis Ende 
Mai), Stecklinge (Frühjahr oder auch 
später) und Samen; Verwendung 

der höheren Arten als ganz vorzügliche Rabatten- und Parkstauden, wie auch für Schnitt; 

die niederen wie Ar(?ndsii, divaricäta, pilösa usw. für Gruppen im Garten, während fürs 

Alpinum vor allem die subu/afa-Formen in Betracht kommen. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 

amoena 290 glaberrima hybrida .... 291 pilosa-Formen 291 

Arendsii-Formen 291 — suffruticosa -291 reptans 291 

aristata 291 involucrata 290 setacea-Formen 291 

canadensis-Formen .... 290 Laphami . . ■ 290 stellaria 291 

Carolina 291 maculata (Abb. 316) .... 292 „, , „., ,„, 

caroliniana 291 - hybrida-Formen .... 292 '*°'7f " ^^' 

decussata-Formen . . . . 2Q2 Nelsonii 291 subulata-Formen 291 

divaricata-Formen(Ahb.315) 290 nivalis 291 suffruticosa-Formen .... 291 

Douglasii 290 ovata 291 verna 291 

glaberrima 291 paniculata-Formen (Abb.317) 292 Walteri 290 

I. Niedrige (meist nur 10 bis 40 c/?i), im Frühjahr (April-Juni) blühende Arten. 

P. amoena {P. involucrata, P. IFftV/m), Ostnordamerika, rasig, ohne sterile niederliegende 
Triebe, bis 20 cm. behaart. Blätter schmallanzettlich, Blütenstände dichtdoldig, magentarot, 
April-Mai; bei var. fol. var. Blätter gelblich-weißbunt, jung rosa, für Gruppen und Alpinum; 
P. divaricäta (P.canadensis), Kanada, bis 30 rm, mit sterilen Ausläufern, Blütendolden 
auf straffen Stielen, hellhimmelblau. (April-)Mai-.luni, hierher var. alba. Blüten weiß und für 
uns vor allem wichtig var. Laphcimi typica (P. Laplidmi Perry's Var.), vom Typ durch 
größere, violette, länger dauernde Blüten abweichend und Laphami „Violet Queen", 
dunkelviolett, siehe Abb. 3 1 5. blüht Mai (bis Anfang Juni) ; alle Formen für Schnitt und zum 
langsamen Treiben wertvoll, prächtige Frühlingsgruppenpflanzen; P. Douglasii, Nord- 



Abb. 316. P/itox inuculuta. gefleckte Flammenblume, 
(Q. Aronds. Rdiisdorf). 



Phlox 



291 



westamerika. Alpine vom siibii/dta-Typ. Blüten lila purpurn ; P. oväta (P. Carolina, P. caro- 
linidna Hort.). Ostnordamerika, niedrige, straffe Büsche, bis 40 cm, Dolden purpurrot. Juni; 
P. pilösa iP. aristcita). Vereinigte Staaten. 30 bis 40 cm. Blätter schmal, behaart, Dolden- 
rispen leuchtend rosa. .Juni. Gegenstück zu divaricdtu. besonders die neue Form ..Brillant", 
leuchtend dunkelkarmin, Mai-.Iuni. und splcndcns, grol.iblumig. leuchtend karminrosa;P.Sfe/= 
läria (P. sctdcca W'ilsoiiii Hort.), üstl. N'ercinigte Staaten, steht siibnldta nahe, aber Lappen 
der Blumenkrone tief eingeschnitten, April-Mai. hierher wohl alle schiefcrblauen Kultur- 
formen, wie var. atrolildcina , var. 
lildcina, var Nelsönii (P. subiildta 
var. Nelsönii Hort.) und var. UV/- 
sönii (var. „G. F. Wilson"), scIkhi 
schieferblau ; zwischen Stclluriu und 
sulmlata viele hybride Formen, wo- 
zu die Sorten wie,, aldboroughensis", 
„Perfection" usw. gehören; P. su- 
buläta (P. setäcea), Ostnord 
amerika. rasig, 10 cm. Blüten rosa, 
April-Mai. siehe die farbige .Abb. auf 
Tafel 11, hierher sind zu stellen die 
meist unter sctacca gehenden, sehr 
kulturwertenGartenformen.wie var. 
atropurpurea, 10 cm. purpurn mit 
dunklem Auge, var. ..Brightness". 
leuchtend lachsrosa. sehr gut, var. 
Moerlieimii. kräftige Polster, leuch- 
tend karminrosa, var. nivalis (P. ni- 
valis Hort., var. „Lenzschnee"), rein- 
weil.i. var. ..Sprite", karminrosa mit 
dunklem Auge. var. „Vivid". leuch- 
tend lachskarmin. sehr gut. doch in 
strengen Wintern leidend; P. suf' 
fruticösa (P. glabenima var. snf- 
frnticösa) . Ostnordamerika, bis 50 
cm, Blüten in grol.ien Dolden, fleisch- 
farben oder weil.!, Juni, wertvolle 
Formen sind: var. „Magnificence", 
leuchtend purpurkarmin, var. „Dr. 
Hornby", gut rosaweilj. sehr gut. 
var. „Snowdown", reinweil.); diese 
Art blüht oft bis zum Herbst, bildet 
gewissermal-ien den Übergang zu 
Gruppe II und verlangt geschützten, 
aber trockenen Standort und Schutz gegen Winternässe, übrigens gehen a.\s paniciilata in 
Kultur Formen, die mit dieser Art verwandt sind und mit derechten paniculdta (decnssdta) 
nichts zu tun haben; P. reptans (P. stolonifera, P. vcrna), Ostnordamerika, von sulmlata 
abweichend durch breitere, behaarte Blätter, Blüten tiefrosenrot, April-Juni, verträgt etwas 
Halbschatten. 

II. Höhere (0..5 bis 1,2 m), im Sommer und Herbst (Juli bis Oktober) blühende Arten. 

P. Arendsii ■'), von G. Arends gezüchtete Rasse aus Kreuzungen von P. divaricata- 
Formen mit solchen von P. paniculdta und suffruticosa. sie setzen den Flor der Frühjahrs- 
phlo.xe fon und blühen vor den paniculata-Formen (Ende Mai bis Ende Juni, oder bis An- 
fang- Juli), Höhe 35 bis 60 cm. von Sorten gelten als sehr gut: „Charlotte", 50 bis 60 cm. 
weiß mit hellila Schein und dunkellila Auge, „Grete", 50 cm. weiß, „Luise", 60 cm. hellila 
mit lilakarmin Auge, „Sophie" 40 bis 50 cm, reinweiß, Schlund zartrosa; sie sind mit Blu- 
men geradezu überschüttet und remontieren, wenn nach Blüte etwas zurückgeschnitten, bis 
in den Herbst; P. glaberrima, östl. Nordamerika, steht P. ovata nahe, aber üppiger; wichtig 
sind die G. Arendschen P. glabenima hybrida, die aus Kreuzungen mit den maculata hybrida 




Abb. 317 



l'lilox puiiiciilata, Staudeiiplilo.x 
Qartenformen (ü..\rends.Runs 



in verschiedei 



292 Phlox— Phuöpsis 

hervorgingen, bis 1,20 m. straff aufrecht, blütenreich, Blüten kleiner als bei den paniculata- 
Hybriden. sehr schön leuchtend purpurrosa: P. maculäta, wie folgende, aber Stengel meist 
braun gefleckt, Blütenrispen lang, Blüten klein, rotviolett, sehr duftend, siehe Abb. 316, hat 
mit folgender zum Teil die Qartenformen geliefert; einer Kreuzung mit siiffniticosa ent- 
stammt P. niaailata hybrida mit langgestielten Blütenständen, wertvoll, da vor den panicii- 
lata-? ormtn blühend; es sei verwiesen auf die Sorten: „Alpha", 1 bis 1,5 m, rosarot mit 
Auge, ..Rosalinde", karminrosa, dunkler als Alpha, und „Schneelawine", rein weiß, alle im 
Juli-August blühend; P. paniculäta (P. decussäta), Ostnordamerika, 0,5 bis 1 m. auf- 
rechte, dichte Büsche mit straffen Stengeln, eilanzettlichen, kahlen Blättern und schönen 
Rispendolden, hierher viele Gartenformen, die zum Teil aus Kreuzungen (die dann die eigent- 
lichen dcaissata-F oxmen darstellen) hervorgegangen sind, sie gehören zu den allerwert- 
voUsten Garten- und Parkstauden (siehe Abb. .317 und die farbige Darstellung auf Tafel X), 
wir heben folgende erstklassige Sorten hervor: A. höherwachsende : a) weiße Töne: 
„Frau Anton Buchner", blendend schneeweiß, großblumig, .luli, „Frl. von Laßberg", 
dichte Dolden, reinweiß, .luli. „Rheingau", größtblumige weiße, August-September; ferner 
„Europa", weiß mit karminrotem Auge, und „Sommerkleid", ähnlich, üppiger, bis 
1,5 m, großdoldig. mit dunkelrotem Auge. — /;) rosa in lila und purpurnen Tönungen: 
„Gefion", mäßig wüchsig. aber schön zart und warm rosa, als besser gilt „Mrs. Rut- 
gers", „Gruppenkönigin", fleischfarbenrosa mit karmin-purpurnem Auge, riesige Dol- 
den, spät, „Jules Landeau", leuchtend rosa, „Kücken", Farbe ähnlich „Gruppenkönigin", 
aber 4 Wochen früher (Juli), „Lof na", zart silbrig rosalila. großdoldig. Sämling von Laß- 
berg, „Mad. Paul Dutrie", zart kattleyenrosa mit weißschattiert, „Meteor", leuchtend kar- 
minrosa, Mitte etwas heller; „Mrs. Mill y van Ho boken". prächtig zart rosa — r) lachs- 
rosa Tönungen: „Amerika", leuchtend lachsrosa mit karminem Auge, großblumig, 
„Elisabeth Campbell", hell lachsfarben mit rosa Zentrum, August, „Evelyn", leuchtend 
lachsrosa, „Wiking", üppig, groß, lachsrosa, bester Septemberphlox. — d) leuchtend rote 
Töne: „Baron van Dedem", leuchtend scharlachorange mit dunkler Mitte, sehr groß- 
doldig und großblumig, „Dr. Königshof er", leuchtend orange -Scharlach mit dunklerer 
Mitte, „Feuerbrand", leuchtend dunkel orangescharlach, dunklere Mitte, großblumig, 
„General van Heutsz", orangescharlach mit weißer Milte, August, jetzt verbessert durch 
„Vold Jensen", „Etna". orangescharlach. ziemlich spät. „G. A. Ströhlein". glühend 
orangescharlach mit dunklem Auge, ..T h o r", blendendlachsrot. sehr gut. August. — c) k ar m i n 
und purpurne Töne: „Eclaireur". dunkel violettkarmin. Mitte heller. Juli, „Imperator", 
bis über 1,2 in, leuchtend dunkel karminrot mit noch dunklerem Auge, spät, ähnlich, aber 
niedriger „Deutschland"; „Mrs. Schotter", dunkellachsrosa. „Rosenberg", leuch- 
tend karminviolett, August-September. „Septemberglut", lachskarmin, spät. „William 
Ramsey", leuchtend dunkelpurpurn, „LeMahdi", purpurviolett, bei trübem Wetter sowie 
morgens und abends beinahe veilchenblau schimmernd. — f) lila Töne: „Antoine Mercier", 
dunkellila, Mitte weiß. „Braga". lilarosa mit hellem Mittelspiegel. „Eugen Danzan- 
villier", mattlila mit weißer Mitte, Juli-August, „Lord Raleigh", violettblau, sehr gut, 
„Wanadis", lilafarben wie A'/z.ö'nw/ra/ü', mit karminviolettem Auge, Juli-August, „Widar", 
violettblau mit weißer Mitte, Juli-August. — B. niedrige: „Belvedere", rosakarmin, 
„Clara Benz", leuchtend karminrosa, „Flora Hornung". weiß mit großem, karmin- 
rotem Auge, „Früh licht", lichtrosa. grol.ldoldig, sehr früh. „Freia", licht fleischfarben 
mit hellrosa Knospen. „Hermine", sehr niedrig, dichtdoldig, weiß, „Otto Scharmer", 
leuchtend lilarot, „Tapis blanc", großblumig, blendendweiß. 

Phragmites communis iP. vulgaris, Ariindo Pliragnütes), Schilfrohr: bekannte, 
heimische Wasserpflanze mit weitkriechendem Wurzelstock, schlanken, aufrechten, bis über 
2 in hohen Stengeln und überhängenden, ausgebreiteten Rispen, August-September; nur 
für große Teiche im Park zu empfehlen, aber dann sehr charakteristische Bestände bildend 
in seichtem, stehendem Wasser, wuchert; var. aiirea hat gelbbunte Blätter und goldgelbe 
Rispen, Eine besonders üppige Form ist var. pseudodönax, Niederlausitz, bis fast 10 m, 
Blätter bis 5 cm breit. Stengel bis 2 cm dick. 

Phuöpsis stylösa tAsprm/a ri/ui/a. CmciaiK^lla stylosa): niedrige, liarte. kriecliende, watdmeister- 
artige R u b i a c e e mit quirligen, lanzettlichen Blättern und kleinen, karminiosa oder purpurnen Blüten 
in endständigen, kopfigen Ahrcn, Mai-Juli; Kultur in nicht zu schwerem Boden und sonniger oder 
leicht schattiger Lage'; Vermehrung durch Teilung und Samen; Verwendung für Einfassung 
von Staudengruppen im Oarten und grol3e Qesteinsanlagen, wo sie nichts Wertvolles überwuchern kann. 



Phygfelius— Physost^gia 



293 




Abb. 318. P/!ysa/Ls FnuHlietii. Laternenpflanze, Früchte 



Phygelius capeasis: hübsche, aufrechte, bis etwa 75 cm hohe, eigentlich strauchige Scrophu- 
lariacee vom Kap, mit breiteiförmigen Blättern und schönen, glänzenden, röhrigen, 5 cm langen, 
hängenden, roten Blüten in reichblQtigen, aufrechten, endständigen, ährig-rispigen Blütenständen, Juli- 
Oktober; Kultur in gutem, durchlässigem Qartenboden in warmer, sonniger Lage, im Winter gute 
trockene Decke; Vermehrung durch 
Teilung oder Stecklinge und Samen; 
Verwendung als sehr hübsche, meist 
als empfindlich geltende Rabatten- 
pflanze. 

Phyläadrium ist ein verstümmelter 
Katalogname für Pliellundnum. — Phy- 
littis siehe Scotopcndrium. 

Physalis, Judenkirsche, 
Lampionpflanze, Schlutte — 
Solanaceen — Auf rechte. buschige 
Stauden mit Wurzelausläufern, ei- 
förmigen [blättern, wenig ansehn- 
lichen, kurzglockigen, einzelnen, 
nickenden, weil.ilichen Blüten und 
kugeligen, orangefarbenen, eßbaren 
Beerenfrüchten . die in scharlach- 
farbenen. aufgeblasenen, ballonar- 
tigen Kelchhüllen stecken, wie Abb. 
.^18; Kultur in frischem, etwas 
kalkigem, steinigem Boden und son- 
niger Lage ; Vermehrung durch 
Teilung; Verwendung auf Ra- 
batten, wie im Alpinum und Parke, 
wo sie wuchern kann, vor allem wegen der lange haltbaren Fruchtzweige, die prächtiges 
Schnittmaterial liefern. 

P. Alkekengi, Europa-Asien. 3() bis (lO an hoch, in allen Teilen kleiner als folgende Art, 
früherblühend; P. Franc/jef//, Japan, bis I /«.schönerund empfehlenswerter, wie Abb. 31b, 
Frucht August-September; eine Form davon ist P. Bunyärdii, die sehr reich fruchtet. 

Physäria {Vesiiüriu) didymocärpa: 
niederliegende, sternhaarige Cru ei- 
fere aus Nordwestamerika mit ganz- 
randigen Blättern und gelben Blüten in 
kurzen Trauben; Kultur usw. etwa wie 

Physochlaena orientälis: tiefwur- 
zelnde, aufrechte, bis 40 cm hohe, arme- 
nisch-kaukasische Solanacee mit 
trübgrünen, behaarten, nach der Blüte 
sich vergrößernden Blättern und trüb- 
lilapurpurnen Blüten in endständigen 
c\'mösen Dolden, Mai; Kultur im 
Halbschatten in guter, leichter Wald- 
oder Gartenerde ; V e r m e h r u n g durch 
Samen oder Teilung ; Verwendung 
im Park in geschützten Lagen unter 
lichten Baumgruppen, im Winter Laub- 
decke. P.grandijlöm aus Tibet ist drüsig 
behaart und hat viel größere grüngelbe 
Blüten in lockeren Blütenständen. 

Physöptychus gaapbalioides:k\e\- 
ne, hochalpine, persische, etwas halb- 
strauchige, kaum 8 cm hohe Cru eifere 
mit grauen, sternhaarigen Blattrosetten 
und goldgelben Blüten. Kultur usw. 
wie i'csicarlu. der sie sehr nahe steht. 
Ob bei uns versucht? 

Physostegia virginiäna (P. 
virginica Hort. Dracoc^phalurn vir- 
finianiim). Falscher Drachen- 







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Abb, 319. Phyteuma orbiculare. kug 

(Orig.. Ronsdo 



ige Teufelskralle, 30 cm 



294 



Physostfigia— Phytoläcca 



köpf: aufrechte, buschige, 1 bis l..s m hohe. nordostamerii<anische Labiate mit Wurzel- 
ausläufern, quirlständigen, eilanzettlichen, gezähnten Blättern und hellrosalila Lippenblüten 
in aufrechten, dichtblütigen. langen, endständigen Ähren. ,luli -August; von Formen zu 
erwähnen var. alba, Blüten weilj, var. alba grandiflöra , großblütiger und eine niedrige 
Form des Typs var. nana (geht als Dracoa'phalum Regc'lii), ebenso var. conipdcta rösea\ 
Kultur in jedem fruchtbaren, etwas feuchten Gartenboden: Vermehrung durch Teilung; 
Verwendung als gute [Rabatten- und Gruppenpflanze auch für Schnitt. 

Phyteüma, Rapunzel, Teufelskralle, Triftwurz — Campanulaceen — Harte, 
heimische Stauden mit eigenartigen, violetten oder blauen Blüten in Köpfchen oder Ähren 
wie Abb. .BIQ bis .^20; Kultur der höheren Arten in jedem guten, etwas lehmigen, tief- 
gründigen Gartenboden und der niedrigen alpinen Formen in Gesteinsspalten in nicht allzu 
sonnigen Lagen; Vermehrung durch Samen oder Teilung im Frühjahr nach Beginn des 
Triebes; Verwendung im. Garten. Alpinum und Park, wie angedeutet. 




Abb. 320. Pliyteiiitm Sclieiichzen, Alpenrapunzel, 40 . 



P. (Podcintliiim) campanuloides, Kaukasus, robuste Art, bis über 00 cm. Blüten tief- 
violett in lockeren Ähren, Au^nist; P. comösum, Alpen, kleine Polster, ,S cm, Blüten in 
Köpfchen, unten hellila, oben ^chwärzlich purpurn, Mai-.luni. im Alpinum. in engen Spalten 
senkrecht abfallender Felsen, im Winter mit Sand umgeben, nur bis zur Blütezeit gießen, 
Winterschutz, prächtig, aber nur für Erfahrene: P. Hälleri, Alpen, bis 1 m, Blüten tief- 
violett in länglichen Ähren. Juni-.Iuli; P. hemisphaericum, Alpen. 5 bis 10 cm, Blüten 
blau oder weiß, in kugeligen Blütenständen, .luli-August. fürs Alpinum ; P. nigrutn, heimisch, 
20 bis 50 cm, Blütenstände eiförmig, dunkelviolett, Mai-.luni, für ziemlich schattige Lagen 
im Park geeignet: P. orbicüläre, heimisch, 13 bis 50 cm. Blütenstände kugelig, himmel- 
blau, wie ,^bb. .^10. Mai-Juni; P. Scheüchzeri, ähnlich voriger, meist etwas höher, auch 
für Felsen, wie Abb. .320; P. spicätum, heimisch, 30 bis SO cm, Blütenstände länglich, 
Blüten gelblichweiß, an der Spitze grünlich, Mai-.luni, für den Park, auch etwas schattig. 

Phytoläcca americäna /'P.decandraA Kermesbeere: ostnordamerikanische, auf- 
rechte, bis über 2 m hohe, nur oberwärts verästelte Phytolaccacee mit dickem, fleischigem 
Wurzelstock, rot angelaufenen Trieben, wechselständigen, eilänglichen Blättern und rötlichen 
Blüten in langgestielten, zylindrischen Trauben. .luli-August. diespäter, wenn die schwarzen 
Beeren reifen, überhängen; Kultur in jedem guten Gartenboden; Vermehrung durch 
Teilung im Frühjahr; Verwendung besonders für halbschattige Lagen in großen Parks, 
im Herbst röten sich die Pflanzen hübsch, im Winter Laubdecke. — Ebenso hart und hübsch, 
aber gedrungener im Wuchs ist Ph. acinösa, Himalaya. Ostasien, Blütenstände bis 15 cm 
lang, Früchte blauschwarz. 



Piluläria — Pinguicula 




Abb. 321. Pingmciila alpina, Alpen-Fettkraut, 5 cm (phot.Kraskovits.Süd-stciermarkj. 

P//u/är/a^/ofti///7era, Pillenfarn : eigenartige, heimische Marsiliaceemit0,5m weit kriechenden Sten- 
geln und pfriemlichen, 3 bis lOf/« langen Blättchen; nur für Liebhaber an schlammigen Stellen kulturwert. 

Pitnpinella, Biberneil: aufrechte, heimische Umbelliferen mit gefiederten Blättern und weifJen 
oder rosa Blütendolden, Juni bis September; Kultur auf trockenen sonnigen Wiesen oder steinigen 
Hängen, wie auch in Felsrifzen {P. alpestris); Vermehrung durch Samen; Verwendung im Al- 
pinum und Park in etwas lehmigem Boden, für Liebhaber. 

P. alpestris, 15 bis 30 cm. kahl. Stengel rundlich, gerillt; P. major (P. magna L. zum Teil), 0,5 bis 
1 ///, Stengel kantig, gefurcht, hierher var. rösea. Blüten rosa; P. Saxifraga, 30 bis 60 cm. der ersten 
ähnlich, aber üppiger, Stengel unten behaart, noch feiner gerillt, Dolden mehrstrahlig. 

Pimpinella rotuadifölia siehe Scaligc'ria. — Pinellia tubifera: harte chinesische A r a c e e mit 3-tei- 
ligen Blättern, die bei uns noch kaum versucht wurde. 

Pinguicula'''], Fettkraut — Lentibulariaceen — Niedrige Stauden mit rosettigen, klebrig-drü- 
sigen Blättern und einzelnen, veilchenartigen Blüten, wie Abb. 321;Kultur dieser sogenannten Insekten- 




2Q6 



Pinguicula — Pleurosp&rmum 



fressenden Pflanzen in gut feuchtem Boden auf moosigem Grunde in sonniger oder halbschattiger Lage ; 
Vermehrung durch Samen; Verwendung für erfahrene Liebhaber im Alpinum, die Blätter sterben 
ab und die Pflanze überwintert als wurzellose Knospe. 

P. alpiaa [P.flavdscens), Blüten weiß, wie Abb. 321 ; P. graadiflöra, Westeuropa, Blüten violett mit 
Weiß, größer als bei vulgaris. Mai-Juli; P. vulgaris, Blüten blauviolett, alle bei uns heimisch, blühen 
im Sommer. 

Pippau siehe Crepis. — Pirola {Pirula] siehe Pyrola. 

Pisum tormösum ist eine kleine hochalpine Erbse aus Kleinasien mit paarigen Blättchen und 
großen, rosa Einzelblüten, die im Alpinum versucht werden sollte. 

Pitryospermum iPif/iyivspemni) aceriaum siehe Cimicifuga. 

Plantägo, Wegerich: von dieser Gattung kommen in der Hauptsache nur folgende alpine Arten für 
uns in Beiracht: P. argentea, mittel- und südosteuropäische Gebirge, Blätter rosettig, seidig behaart 
(Abb. 322), Schaft stielrund, 15 bis 30 cm, mit weißlichen, dicht eiförmigen Ähren, Mai-Juni, für sonnige 



a»??-ir'C5«'''5g-J?ir.-' 



'tc- <«. «w^-t» ^msKstPfi 




Abb. 32.V P/a'uoi/u/i i,' 



Felsen im Alpinum ; P. nivalis, Spanien, klenier als \ orige, mehi w Liß/ottig behaart und rasig, schönste 
Art. für sonnige Stellen im Alpnunn 

Plantägo uniflöra siehe l.iloitlla. 

Piatanthera bifölia, Stendelwurz: verbreitete, heimische Orchidee mit knolligen Wurzeln, auf- 
rechten, bis 40 (V« hohen Stengeln mit 2 elliptischen Blättern und weißen, duftenden Blütenähren, Mai- 
Juni ; Kultur usw. siehe unter Üir/iis. — Weniger hübsch ist P. chloräntha (P. nwntanu). Blüten gelb- 
lichweiß, fast ohne Geruch, blüht etwa 14 Tage vor bifoliu. 

Piatanthera viridis siehe Cocioglössum. — Platterbse siehe Latliynis. 

Platycödon (Campdmila oder Wahlenbc'rgia graruliflöra) grandiflörum, BalIon= 
blume: japanische, aufrechte. (lO bis 70 cm hohe, buschige, etwas blaugrüne, kahle C am - 
panulacee mit 5 bis 8 cm breiten, lief blauen oder weil.Sen (var. a/im) Glockenblumen. 
Juli-August, die var. Mariesii (P. Mariesüj ist nur 15 bis 25 cm hoch und blüht sehr reich, 
wie Abb. Mi. hiervon auch eine weiße Form und eine größerblütige, var. macrdntha; 
Kultur in frischem, nicht zu schwerem, gut durchlässigem Gartenboden, halbschattig oder 
sonnig ; V e r m e ii r u n g durch Samen oder auch durch vorsichtige Teilung ;Verwendung 
als ausgezeichnete Gartenpflanze für Rabatten usw. 

Pleurospermum austriacum, Rippendolde: 0,6 bis 1,2 m hohe, hübsche regelmäßig verzweigte 
U m b e 1 1 i f e r e aus dem östlichen Mitteleuropa, Blätter I bis 2-fach fiederschnittig, Blüten weiß, Juni- 
Juli; in großen Gesteinsanlagen brauchbar. 



Plumbägo— Polemönii 



29: 



Plumbägo Larpeatae siehe Cera/ostigma plumbaginoides. 

Plumbägo pulcbella: amerikanische P I u m b a g i n a c e e, bis 1,5 m, Blüten hellviolettblau, Septem- 
ber-01<tober. Soll unter leichter Decke im Freien aushalten. 

Poa, Rispengras: von diesen bekannten heimischen Gräsern wird im Garten zuweilen P. triviälis 
var. variegäta mit weißbunten Blättern, 50 bis 60 cm. ohne Ausläufer, als Einfassungspflanze in feuchten 
Lagen kultiviert ; P. ChaixiiiP.sudt'tica), 0,6 bis 1 ,2 ni, Blätter etwa 1 cm breit, schönes Schattengras ; ferner 
kommen diverse alpine Arten fürs Alpinum in Betracht, wie z. B. P.caesia, 10 bis 25 cm, Blätter blau- 
grau, starr, als Polsterpflanze zwischen Felsen in sonniger Lage u. a. m. 

Podalyria siehe ßapüsia. — Podäntbum campanuloides siehe P/iyleiima. 

Podänthum(Phyteiimu\virgätum{Camp(iimla i'irirutuvdws Kleinasien und dem Libanon, sowie die eben- 
falls dort heimische Art P. [P/iyteumu) cordifölium (Camparmla micluinxioitles) sind zweijährige Pflanzen. 

Podophyllum, Alraun, Maiapfel — Berberida ceen — Eigenartige, etwas gif- 
tige, harte Stauden mit kriechendem, dickem Wurzelstock, langgestielten, schildförmigen. 




Abb. 324. Podophyllum versipelle, Maiapfel, 60 cm, in KewiOria 



gelappten Blättern und achselständigen, wenig auffälligen Blüten, Mai-Juni, wie Abb. 324. 
auf die Blüten folgen rote oder gelbe, eiförmige Früchte : Kultur in humoser, frischer Erde 
an halbschattigen Orten: X'ermehrung durch Teilung im Spätsommer oder Frühjahr; 
Verwendung im Alpinum und Park am Rande von Gruppen. 

P. Emödi, Himalaya, 25 bis 40 cm. Blätter 5—7 lappig. Blüten einzeln, weiß. Frucht 
leuchtend korallenrot, hierher die Form var. niajiis, Blüten zartrosa an Christrosen erinnernd, 
Blätter jung rot marmoriert; P. Leichtlinii Hort, van der Eist. \'on Leichtlin eingeführte, 
botanisch noch unsichere Form. Tracht wie Hmodi, Blüten rosa. Frucht rot : P. peltätum, 
Nordamerika, der ersten ähnlich, aber Blätter tiefer gelappt. Blüten mit doppelt soviel Staub- 
gefäßen, Früchte gelblich, gute Waldpflanze, die mit ihren unterirdischen Rhizomen weite 
Flächen durchzieht ; P. versipelle, China, ebenfalls sehr ähnlich, aber Blüten zu 4 — 5 achsel- 
ständig, trüb rötlich, wie Abb. 324. Auch das chinesische P. pleidnthum sei erwähnt. 

Podospermum Jacquiniänum siehe Sconont'/v. 

Polemönium, Sperrkraut — Polemoniaceen — Niedrige oder mittelhohe Stauden 
mit gefiederten Blättern und meist blauen Blumen in Rispen oder Büscheln, Mai bis Juni, 



wie Abb. 325; Kultur siehe die 
Arten; Vermehrung durch Teilung 
und Samen; Verwendung siehe 
ebenfalls unten. 

P. cärneum, westlich. Verein. 
Staaten, reptans sehr nahe stehend, 
bis .SO cm. Blüten fleischfarben; P. 
coeruleum, Himmelsleiter. 
Hurnpa-Asien. aufrecht. 30 bis 80 
cm. Blüten himmelblau oder weiß 
(var. alhiim), in drüsigen Rispen, 
,luni-Juli. auch eine buntblättrige 
Form, var. variegcitiim, in Kultur; 
hierher gehört auch var. himalay- 
dniim (P. himaldiciim Hort. ; P. 
coeruleum var. grandiflöriim, nicht 
das mexikanische P. grandißoriim). 
Blüten gröl.ler, dunkler. April-.luni ; 
P. confertum, nordamerikanische 
Hochgebirge, mit dickem Rhizom, 
1 5 bis 30 c/ii hoch, klebrig behaart, 
Blüten tiefblau oder weil.) [melittim), 
kopfig gedrängt. .Juni-Juli, nach Bier 
riechend, für sehr sonnige, trockene 
Lagen auf Geröllhängen fürs Alpi- 
num; P. grandiflörum, Mexiko, ähnlich voriger, grol.le blaue Blütenglocken (Abb. 325). 
leider heikel; P. reptans, Nordamerika, kriechend. 20 bis 25 cm hoch. Belaubung nicht 
drüsig, Blüten blal.iblau oder weil.) (var. albiim), Mai-.luli. liebt feuchten, etwas schattigen 




Abb,'32:i. Polemoniiiw i^ranäij'lonwi. groliblütiges 
Sperrkraut, 20 cm iphnt. .\. Purpusi. 




Abb. 326. Polygomim alpinum, Alpen-Knöterich, 0.5 / 



F^olemöiiium— Polygomi 



;9tJ 



Standort und humose Erde, als Einfassung brauchbar, wird aber leicht von Schnecken an- 
gefressen : P. RichardsöniiWori. (nicht Graham "^M, botanisch noch ungeklärte Form, 25 
bis 40 cm, Wurzelstock etwas kriechend, Blüten grol.i. himmelblau oder weiß (var. albiiin), 
blüht zum ersten Mal April-Mai und später meist nochmals Juli-August, gedeiht in jeder Lage. 

Polemönium virginicum siehe Merlensia. 

Polygala, Kreuzblume: hiervon ist die kulturwerteste Art. P. Cliumacbiixus, ein kleiner Strauch 
(siehe Laubholzbuch), während die anderen heimischen Arten wie etwa P. amüra. P. alpestris iP. miciv- 
airpa) usw. gelegentlich im Alpinum kultiviert werden, wo sie jedoch kaum mehr als botanischen 
Wert haben. 

Polygonätum, Hiobsträne, Salomonssiegel, Weißwurz— Li liaceen— Harte. 
heimische Stauden mit kriechenden Rhizomen und einfachen, aufrechten oder übergebogenen 
Stengeln, lanzettlichen oder eiförmigen Blättern und weiüen Blüten. Mai-.luni ; Kultur in 
tiefem, etwas feuchtem Boden und etwas schattiger Lage, bei genügender Feuchtigkeit aber 
auch sonnig; Vermehrung durch 
Teilung; Verwendung für Garten. 
Alpinum und Park zwischen Ge- 
büsch usw. 

P. commutätum (P, gigan- 
teum),östi. und mittl. Nordamerika, 
bis 1..S in. Blüten zu 1 —8, Mai-Juli; 
P. latifölium, Balkan. RuI.Uand. 
Kaukasus. 0.3 bis 1 ///, Blätter unter- 
seits kurzhaarig. Blüten zu 1—3. lang- 
gestielt. Mai -Juni, steht zwischen 
oßuinale und verfidl/ariim; P./Con- 
valldria) multiflörum, 30 bis ()0 
cm. Stengel gebogen, stielrund. 
Blätter nach oben stehend. Blüten 
hängend, zu 3 — 5 achselständig. 
Beeren schwarzblau, ähnlich das 
kaukasische P. polyantbemiim ; P. 
officinäle (Convallaria Polygonä- 
tum). wie multiflörum. 1 5 bis 45 cm, 
Stengel kantig, Blüten zu 1 — 2, 
Treibstaude: P. röseum, Sibirien, 
Tracht wie folgende, aber Blätter 
nicht wirtelig. lineal. Blüten schön 
rosenrot. Beeren rot. harte, sehr 
schöne .\r\.: P. verticillätum, auf- 
recht. 30 bis 80 cm. Blätter quirlständig. Blüten zu 1—3. Beeren rot. 

Polygonum, Knöterich — Polygonaceen — Meist wuchernde, in der Tracht sehr 
variable Stauden mit einfachen Blättern und kleinen, unscheinbaren Blütchen. die aber meist 
zu ansehnlichen, ährigen oder rispigen, rötlichen oder weiüen Blütenständen vereint sind, 
siehe .'Kbb, Hb — iii; Kultu r zumeist in jedem Boden: Vermehrung durch Teilung, 
auch durch Samen; Verwendung als Rabatten-, Gruppen- und vor allem Parkstauden, 
vergleiche im übrigen die Arten. 

1. Hohe, aufrechte Pflanzen. 0.5 bis 2.5 m. 

P. alpinum, heimisch, bis 1 m. Blütenrispen weiß, Mai-Juli, wie Abb. 326. für Rabatten, 
(Schnitt!). Park und große Gesteinsanlagen, an frischen, sonnigen Hängen, nicht wuchernd: 
verwandt mit diesem, doch weit größer und üppiger ist P. divaricdtum aus russisch .'\sien; 
P. amplexicaüle fP. multiflörum I. Himalaya. bis 1 m. Wurzelstock verholzend. Blätter 
herzförmig, stengelumfassend. Blütenähren schlank, leuchtend rot oder weiß (var. albuin), 
und tiefpurpurn (var. atropurpüreum), August-September, gute Rabattenstaude (.Abb. 329); 
P. Bistörta, Otternzunge. Wiesenknöte rieh, bis 1 in. Blätter eilanzettlich. untere 
Blattstiele geflügelt. Blütenähren rötlichweiß. Mai-Juli und nochmals nach Schnitt im August- 
September, wie Abb. 32 7, schön leuchtend rote Ähren hat var. superbum, für feuchte Park- 
wiesen, üppiger ist var. ussuriense. Amurland. Blüten hellfleischfarben in weit längeren 




Abb. 327. Polygonum . 
(Orig.. Hort 



slorla, Wiesenknöterich, 1 



300 



Polygonum 



Ähren; in Holland jetzt ein Bastard BistortaX sphaerostachyurn von der Tracht der ß/stor/a 
supirbum, aber dunkler; P. compäctum. eine etwas gedrungener wachsende Form von 
Sieboldii. wie Abb. 328; P. lichiangense. Westchina, Tracht wie polystachyum, aber steif 
behaart, Blütenstände an P. baldschiianiciim erinnernd, Juli-Oktober, wuchert nicht so stark 
wie polystachyum : P. perfoliätum Himalaya, Ostasien, ausgebreitet-aufrecht, Blätter groß 
und Stengel umfassend. Blüten weil.l oder lila, ziemlich groll in Rispen, für Liebhaber, im 
Park ; P. polystachyum (fälschlich als P. amplexicaiile var. oxyphyllnin oder P. oxyphylliim 
bezeichnet), bis über 1.5 m. dichtbuschig. Blätter spitz-eilanzettlicli. Rispen rosaweiß, duf- 
tend. September-Oktober, gut für Schnitt, sog. „Staudenflieder". Abb. 330, auch gut 
im Halbschatten, wuchert oft gleich den beiden folgenden Arten stark und kann lästig werden ; 




Abb. 32S. Polygonum compuctiim. Form des Japan-Knöterich, 1,5 j 



, M.. Palmennarten). 



P. sachalitiense. Nordostamerika, Sachalin, sehr üppig, bis über 3,5 w, Blätter grol.), 
länglich-eiförmig, Rispen weißlich. September-Oktober, wuchert sehr, dekorative Einzelpflanze 
und besonders für den großen Park nahe am Wasser zu empfehlen, wo es sich ausbreiten 
kann; P. Sieböldü (P. cuspiddtnm Sieb. u. Zucc, nicht Willd.), Japan, bis 2 m, nicht so 
üppig und eleganter als vorige, reicher blühend, rahmweiß. Juli-August, gute Einzelpflanze, 
auch für den Park. var. naniini nur halb so hoch und var. spectdbHe buntblättrig, schwächer 
wachsend, etwas empfindlicher; P. viviparum, ähnlich /i/s/o/Yö, Blattstiele stets ungeflügelt, 
untere Blüten als Brutzwiebelchen ausgebildet; für frische Stellen ; P. Weyrichii. Sachalin, 
bis 1 m, Rispen grünlichweiß, September, wie Abb. 331. 

11. Niedrige, kriechende oder rasige Arten. 

P. affine'-) (P. Bninorüs), Himalaya. Blätter lanzettlich. Ähren leuchtend rosa, bis 15 cm, 
August-Oktober, für Felspartien ; P. cilinöde. nordöst. Amerika. Jahresranken bis 4 m oder 
mehr, Blüten unscheinbar, weißlich ; zur Felsbekleidung, an Bäumen etc.; P. sphaerostä- 
chyum. Himalaya, bis 30 cm. ohne Ausläufer, kurze Stöcke bildend wie Bistörta, etwas 
breiterblättrig als affine und Blüten mehr karminrot, Mai-Juni, wie Abb. ii2, ist selten, da 



Polygonum— Potamogfetoti 




Abb. 329. Polygi 

ipliot 



aiile, 1 



langsam wachsend und Samen schwer keimend ; P. vaccinifölium, Himalaya. 1 bis 20 cm. 
etwas halbstrauchig. Blüten leuchtendrosa, wie Abb. .^M, Herbst, WinterdecivC. fürs Alpinum. 
sehr wirkungsvoll in Blüte. 

Polygonum isländicum siehe Koe- 
nigia. 

Polymnia uvedälia: nordamerika- 
nische Komposite, 0.5 bis 1 /«.Blätter 
gegenständig, behaart. Blüten gelb, in 
lockeren Rispen, .luli-August; für etwas 
feuchte, halbschattige Lagen, aber wohl 
nur von botanischem Wert. 

Polypödium vulgäre,Engel' 
süß, Tüpfelfarn: bekanntes hei- 
misches Farnkraut mit kriechendem 
Wurzclstock. kahlen. derben winter- 
grünen, länglich -lanzettlichen, tief 
einfach fiederteiligen, oder bei var. 
ccimbriciini fast doppelt gefiederten, 
(ist sehr empfindlich im Winter), lu 
bis 40 cm langen Wedeln; prächtige 
Formen sind die feingefiederten var. 
ek'gantissimiim und pltimösiim und 
die gekrausten var. cristdtiim imd 
gründiceps, ferner die neueren var. 
piilclu'rrimiim. und insbesondere die 

einem Spitzengewebe gleichende var. trichomanoides, Blätter fast eine plumose Fläche dar- 
stellend, aber sehr empfindlich; Kulturan schattigen humosen Orten (Nadelwald) an Felsen, 
Baumstümpfen usw.; Vermehrung durch Teilung; Verwendung im Alpinum und Park. — 
Weitere Arten siehe unter Aspidiiini. 

Polyschemone {Lyciinis] nivalis: seltene transsylvanische Lichtnelke, die an Pclrovoplis Lagascae 
erinnern und wie diese behandeil werden soll. 

Polystichum acrostichoides, P. aculeätum, P. anguläre, P. Braünii u. a. siehe Aspidiiim. — 
Polystichurn falcätum und P. Fortünei siehe Cyrtömium. 

Pontederia cordäta — Pontederiaceen — Nordamerikanische, aufrechte, bis 1 //; 
hohe Wasserpflanze mit kriechendem, dickem Wurzelstock. langgestielten, glänzend grünen, 
tief herzeiförmigen Blättern und diese überragenden, blauen Blütenähren, Juni-August ; Kul- 
tur in 15 bis .30 cm tiefem Wasser, wo die Rhizome sich genügend im Schlainm einwurzeln 
können, so daß sie im Winter nicht leiden ; bei fehlendem Wasserstand Winterdecke notwen- 
dig; Vermehrung durch 
Teilung ; Verwendung 
als dekorative Pflanze für 
Bassins und kleine Gewässer 
im Garten imd Park. 

Portensclilägia [Atliarndn- 
ta) ramosissima (P. verlicU- 
Idtu): hohe, ästige Umbelli- 
fere aus Dalmatien mit sehr 
feinen, dreifachfiederteiligcn 
Blättern und gelben Blütendol- 
den im Sommer; Kultur und 
Verwendungetwa wixt Atha- 
inanla. 

Porteränthus siehe Qdh'ma. 
— PorzellanblUmchen siehe 

iyuxifnt'j^a vjubrdsü. 

Pota/no^e(on, Laichkraut: 

von diesen heimischen Wasser- 
pflanzen lassen sieli manche auf 
Teichen im Park einbürgern, 
vor allem die mit schwimmen- 
den Blättern , wie P. na'ans. 
fliiitans usw., andere mit unter- 



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Abb. 330. Polygonu. 



Staudenflieder, 



Potamogeton — Poteiitilla 




Abb. 331. Polygonum Weyriclui. 2 m (Ong., Bot. uarti 



getauchten Blättern, P. crispiis. Iiicens, perfolUitus usw. werden von Liebhabern zuweilen in kleinen 
Bassins kultiviert. Näheres in jeder Flora. 

Potentilla*'^), Fingerkraut — Rosaceen — Meist niederliegend-aufstrebende, höch- 
stens bis ()Ü cm hohe, buschige Stauden mit fingerförmig zusammengesetzten Blättern und 
hübschen, gelben, weil.len oder roten Blüten in lockeren Rispendolden, vergleiche Abb. 334; 
Kultur in gutem, lockerem, tiefem, etwas sandig-lehmigem Gartenboden in sonniger Lage. 

oder die meisten Arten zwischen 
Pelsgestein an warmen Hängen im 
Alpinum; Vermehrung durch Tei- 
lung oder Samen ; Verwendung 
der /n'/;m/fl-Formen als Rabatten- 
und Qruppenstauden. die übrigen 
zumeist im Alpinum oder an ent- 
sprechenden Orten im Park ; von den 
vielen fürs Alpinum geeigneten und 
empfohlenen Arten können wir hier 
nur einige hervorheben. 

P. alba, Mitteleuropa, rasen- 
bildend, Blüten weil.i, April, oft wie- 
der Herbst, gut zu Einfassungen; 
P. ambigua, Himalaya, bis lo cm, 
rasig. Blätter grau behaart, Blüten 
einzeln, goldgelb. 2.5 cm breit. ,luli- 
,um sphacrosiadn'um, Ährenknöterich, August. Steht tridcntata sehr nahe, 
25 cm lOrig., Runsdorii, wie dicse zu verwenden ; P. argy- 












Abb. 332. Po/ygo 



Potentilla 303 

rophylla, Westhimalaya, 20 bis 40 cm. Grundblätter gedreit. derb, unten dicht weiü- 
fiizig. Blüten gelb, bis 3 V w breit, Juni-August: P. atrosanguinea, Himalaya. fast wie vo- 
rige, nur etwas üppiger, bis öO cm. nicht so reich behaart. Blüten dunkelrot. bei var. Gib- 
söni („Gibson's Scarlet"! leuchtend scharlachrot, sehr dankbar, zwischen beiden gibt es Hy- 
briden, ebenso von letzter mit nepalensis : P. aürea, heimische Qebirgsart. IG bis 2r, cm. 
Blätter oberseits glänzend grün, unterseits auf Nerven seidig behaart. Blüten goldgelb mit 
orange Grund. Juni-Juli, für trockene Lagen im Alpinum und grasige Hänge im Park. var. 
chrysocrcispeda fP. chrysocraspeda). Balkan, durch dreizählige Grundblätter abweichend; P. 
Clusiäna, Alpen, weißblühendes Gegenstück zu nitida. Blättchen fünffingerig. wertvoll im 
Alpinum; P. hybrida fl.pL, unter diesem Namen gehen eine Reihe von gefüllten hybriden 




Abb. 333. Polygonuin vaccimjolium. Heidelbeer-Knöterich, 15 



Gartenformen, deren Blüten von Gelb. Orange bis zum dunkelsten Rot variieren; es sind 
ausgezeichnete Schnitt- und Rabattenstauden, die etwa 0..S /;; hoch werden und im Juni-Juli 
(oft bis Herbst) blühen ; P. nepalensis (P. formösa). Westhimalaya. 30 bis öO cm. Grund- 
blätter fünfzählig. beiderseits grün, anliegend behaart. Blüten rosa karmesin mit purpurnen 
.Adern und Grund. 2..S cm breit. Juli-.August ; von dieser Art ist eine nur 1.5 cm hohe Form 
var. Willmöttiae, mit herriich leuchtend rosafarbenen Blüten, oft bis zum Spätherbst, sehr 
zu empfehlen ; P. nitida, .Alpen, rasig. 2 bis 5 cm. seidig behaart, untere Blätter gedreit. 
Blüten rosa und weil.i (var. a/ha). .luli-.August. eine der schönsten alpinen Formen, die ihre 
langen Wurzeln tief zwischen Felsgestein eindringen läßt und mageren, sonnigen Standort 
liebt; P. pyrenäica, Pyrenäen, niederliegend-aufstrebend, 10 bis 25 cm, untere Blätter drei- 
zählig. etwas behaart. Blüten goldgelb, Juli-.August, wie .Abb. 334 ; P. reptans, heimische, 
kriechende .Art, von der nur var. //. pl. mit gelben gefüllten Blüten für trockene Hänge kul- 
turwert ist; P. recta, Europa-.Asien. sehr variable, nur bedingt zu empfehlende .Art, 20 bis 
50 cm. untere Blätter fünf- bis siebenzählig. kahlend oder locker behaart. Blüten heller oder 
dunkler gelb. Juni-Juli, eine Hybride mit nepalensis ist P. Hopwoodiäna: P. rupestris, 
Europa-Nordasien-Nordwestamerika, bis 50 cm, Blätter 2 — 4 paarig, etwas behaart, Blüten 
weiß, Mai-Juli; P. speciösa, Südosteuropa-Kleinasien, 5 bis 23 cm. Blätter gedreit, weiß- 
filzig, Blüten weiß oder gelbweiß, Juni- .August, liebt Kalk; P. Tabernaemontäna 



304 



Potentilla — Primula 



(P. verna Hort.). Europa, sehr variabel, .s bis 1 5 cm. Blätter fünf- bis siebenzählig. etwas be- 
haart. Blüten gelb. 1 bis 2 c/ii breit. März-Mai. oft nochmals August-September, wegen der 
frühen Blütezeit wertvoll und an lichten Hängen im Park in Masse zu verwenden ; P. Thür- 
beri, südwestliche X'ereinigte Staaten, ähnlich nepaldnsis, Blüten blutrot. .luni-August. für 
Rabatten ; f*. Tönguei, reizende Gartenh\'bride. ähnlich reptans. Blüten aprikosenfarben. 
Spätsommer; P. tridentäta /Siööa/diöpsis tridentata). Nordostamerika, etwas halbstrau- 
chig. 10 bis 20 cm. Blätter gedreit. meist kahl. Blättchen am Blattstielende abgegliedert. 
Blüten weiß. 15 mm breit. .luni-August. fürs .Alpinum ; P. villösa, Europa. Nordostasien- 
Nordwestamerika. 10 bis 3(1 cm. Blätter gedreit. seidenfilzig. Blüten gelb, bis 23 mm breit. 
Mai-September, hübsche Art. — Sehr nahestehend den Potentillen sind die Gattungen Hor- 




Abb. 334. Potentilla pyrenaica, Pyrenäen-Fingerkraut, 10 f/ 



kelia und Ivesia, deren .^rten in den nordwestamerikanischen Gebirgen heimisch sind . 
sie haben minder ansehnliche Blüten, nur 5 bis 10 Staubblätter und meist gefiederte Blätter; 
Verwendung für Liebhaber wie die Potentillen. 

Potentilla palustris siehe Cönuiriim. — Potentilla Sibbäldii siehe Sil)bäldia prociimberts. 

Poterium rupicolum, Becherbiume: kaum 10 r/ri hohe, spanische Ros ac e e mit gefiederten, blaii- 
g'iinen Blättern und kantigen Stengeln mit 1 bis 2 rötlichen Blütenköpfchen, Mai-Jimi; Kultur im 
Alpinum in sonniger Lage zwischen Gestein; Vermehrung durch Samen, im Winter gute Decke, 
nur für Liebhaber. 

Poterium caaadense, P. obtüsum, P. obtusätum und P. Sanguisörba siehe Sanguisorha. — 
Prachtglocke siehe Ostrawskia. — Prachtlilie siehe Lilium speciösiim. — Prachtscharte siehe Lidtris. 
— Prachtspiere siehe Astilbe. — Prärieampfer siehe Parllti'ninm. — Prärieklee siehe Pe'a!ostcmon. 

Prätia anguläta {I.olti'liii litlonilis): neuseelänJische C a m p an u 1 a c ee, kriechend, polsterbildend, 
.3 bis .S cm. Blätter dicklich, rundlich-eiförmig, Blüten achselständig, \vc:l^, .Juni, Beeren rot; für warme 
Lagen in lockerem frischen Boden mit Winterschutz versu:hs\ver!. 

Prenänthes purpürea, Hasenlattich: heimische, 0,7 bis 1,5 m hohe K o m p o s i te mit blaugrünen. 
länglich lanzettlichen kahlen Blättern und zierlich verzweigten Rispen mit h."rpurpurncn oder violetten 
Blüten. Juli-August; für schattige, feuchte, humose Waldstellen im Park gelegentlich brauchbar; Ver- 
mehrung durch Samen. 

Pn'mula'^^), Himmelschlüssel, Primel, Schlüsselblume Primulaceen — 
Niedrige, kaum bis 40 cm hohe Stauden mit einfachen, rosettigen Grundblättern und iTieist 
doldigen Blütenständen, siehe .Abb. 1 1 , 47 und 335 — 354 ; K u 1 tu r usw. siehe bei den Arten 



Primula 



unten, wenn Winterdecke des Bodens nötig, so solche von Laub, nicht von Dung geben ; 
N'ermehrung meist durch Teilung und Saat; als Qartenprimeln kommen hauptsächlich 
die Formen von acaiilis, Aiiricula. elatior, denticiilata, japonica. pulvendenta und Sieboldii 
in Betracht; die meisten anderen sind nur fürs Alpinum geeignet oder auch für entsprechende 
Stellen im Park, doch kann in folgendem nur auf die wichtigsten Formen für diese Zwecke 
eingegangen werden. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



acaulis 309 

— Qartenformen 309 

— iberica 309 

— rosea 309 

— rubra (Abb. 341) .... 309 

— Sibthorpii 309 

algida 313 

— sibirica 314 

amoena 309 

angustidens 317 

anisiaca 309 

arctotis 307 

Auricula (Abb. 3351 .... 305 

— alpina 305 

— ciiiata 305 

Balbisii 305 

Beesiana (Abb. 351 '52) . . .316 

bella 314 

Briscoli 316 

Bullesiana 316 

Bulleyana (Abb. 353) . . 316 

callia'ntha 317 

calycina 307 

capitata 312 

cashmeriana-Formen . . . 312 

cernua 312 

Clusiana 305 

Cockburniana iTaf. X.) . . .316 

Columnae 312 

cortusoides 307 

— lichiangensis 307 

— Sieboldii 307 

deflexa 313 

Delavayi 308 

denticulata (Abb. 343) . . .312 

— cachemiriana 312 

deorum 306 

Deschmannii 307 

digenea 309 

dryadifolia 312 

Dumoschinii 307 



elatior-Formen .... 30910 

elegans 314 

Facchinii 307 

Fargesii 312 

farinosa 313 

— darialica 313 

Forrestii (Abb. 340) .... 309 

frondosa 314 

Qiraldiana 312 

glaucescens 307 

glutinosa 307 

grandis 314 

gratissima 317 

Helenae 312 

helodoxa 317 

hirsuta 306 

Hoelscheri 314 

hybrida-Formen 308 

integrifolia 307 

involucrata 314 

japonica 317 

— angustidens 317 

Juliae (Abb. 342) 310 

latifolia 307 

lichiangensis 307 

Littoniana (Abb. 344/45) . .313 

luteola 314 

macrocalyx 312 

malacoides (Abb. 339) . . .308 

marginata 307 

Maximowiczii 314 

megaseaefolia 309 

minima (Abb. 336) .... 307 

Mooreana 312 

muscarioides 312 

muscoides 314 

nivalis 314 

officinalis-Formen .... 312 

patens 307 

pedemontana 307 

pinnatifida 312 



Poissonii 317 

pruhoniciana 312 

pseudosikkimensis .... 316 
pubescens 307 

— alba 307 

pulchella 314 

pulchelloides 315 

pulverulenta (Abb. 47) . . .317 
-Mrs.R.V.BerkeIey(Abb. 350)317 

Purdomii 316 

Reidij 312 

rosea-Formen (Abb. 347) . . 314 

saxatilis 307 

secundiflora 315 

sibirica (Abb. 346) 314 

— chinensis 314 

Sibthorpii 309 

Sieboldii (Abb. 11| .... 307 

sikkimensis 316 

Silva Taroucana (Taf. XI) . 316 

sonchifolia 317 

spectabilis 307 

suaveolens 312 

Sueptizii 312 

veris elatior 310 

— officinalis 312 

— suaveolens 312 

Veitchii (Abb. 338i .... 308 

Viali 313 

vincaeflora 308 

viscosa All 307 

— Vill 306 

vittata (Abb. 354) 317 

vulgaris 309 

Wanda 309 

Wardii 314 

Wilsonii (Abb. 349) .... 317 
Winteri (Abb. 348i .... 314 
Wulfeniana (Abb. 337) . . . 307 
vunnanensis 314 



A. (B. siehe S.307) Jüngere Blätter einwärts gerollt, die erwachsenen flach, dicklich, nicht 
runzelig (Gruppe Auricula). 

1. Blüten gelb: P. Auricula, Aurikel. .Alpen bis Transsylvanien, 8 bis 15 cm, kahl, 
Blätter wenigstens jung bereift, gezähnt oder ganzrandig. Blütenstiele und Kelch bereift, 
Blüten hellgelb, duftend. März bis Mai, die wilde Form geht auch als P. Auricula alpina. 
doch trennt man eine ganze Reihe von Formen ab ; die kultivierten Gartenaurikeln. die zum 
Teil hybriden Ursprungs sind, zeigen gröl.lere Blumen in reichem Farbenspiel mit gelben, 
goldbraunen, roten, violetten und fast schwarzen Tönen. Sorten vergleiche man in den Kata- 
logen ; die .Aurikeln lieben nicht zu sonnige, aber freie Lage (Nordlage) und gut durchlässigen, 
etwas humosen, frischen Boden, schön für Beete und Einfassungen ; X'ermehrung durch 
Teilung oder Saat, säen sich an geeigneten Orten selbst aus ; P. Balbisii (P. Auricula var. 
cilidta) ist eine geruchlose, dunkelgelbe Form ohne Mehlstaub, liebt Kalk. — IL Blüten 
rosa oder rot: P. Clusiäna, Ost-Alpen, 2 bis 11 cm. kahl, Blätter graugrün, mä(.5ig steif, 
ganzrandig, Blüten zu 1— ö, lilapurpurn, Kronenblätter bis fast zur Mitte zweispaltig, April; 

Silva Tarouca-Schneider. Unsere Freilandslauden. 3. Auflage. 20 




Abb. 335. Piimiitu Aiiriciilu, Qarten-Aurikel iphot. Richard Rothei. 

ausgezeichnet für felsige Hänge im Alpinum in magerem Boden, halbschattig; P. deörum, 
Bulgarien, ö bis 20 cm. Blätter drüsig, ganzrandig. Blüten zu 5—10. violettpurpurn, Juni, 
feuchte, sumpfige Stellen, verträgt dann aber Sonne; P. hirsüta (P. viscösa Villars nicht 




Abb, 336. Primuki minima, Zwergprimel, 5 



Tafel X. 




Priniuhi Cückbuniianu. 



Primula 307 

Allioni), Pyrenäen-Alpen. 5 bis 7 cm, Blätter rundlich-verkehrteiförmig, sehr drüsig. Blüten 
feurigrot. rosa oder weiü. sonniger Standort in Felsritzen, blüht reich ; P. marginäta, See- 
und Cottische Alpen. 7 bis 10 cm. Blätter dick, grau, gezähnt, goldmehlig, ohne Knorpel- 
rand. Blüten zu 2 — 20. breit offen, prächtig lavendelblau. April, liebt überhängende Felsen; 
P. minima, europäische Gebirge, winzige Polster bildend. Blüten rot. fast sitzend. Mai- 
August, recht mager halten, für grasige Orte im Alpinum. wie Abb. 3,^0 ; P. pubescens 
•lacquin ist der älteste Name für die Hybriden zwischen P. Aiiriciila und /-*. hirsnta, hierher 
gute Gartenformen, die zum Teil als A arctötis gehen. Blüten lila purpurn oder weil.! [pu- 
bescens var. alba). Mai-.luni ; P. spectäbilis, Südost-Alpen, steht Wiilfeniana nahe, aber 
Blätter graugrün, durchscheinend gepunktet, ein Bastard m\i minima ist P. Facchinii {P. Dii- 
moschinii) ; P. viscösa Allioni (P. lutifölia Lapeyr.). Tirol, südeurop. Gebirge, ähnlich hir- 
siita. aber etwas höher. Blüten trichterförmig, violett, im Aufblühen schwärzlich. Kultur wie 
hirsnta : P. Wulfeniäna, Alpen, ähnlich Cliisiana. aber Blätter blaugrün, steifer mit breitem 




Abb. 337. Primula Wulfe 



8 cm tphot. KrasI 



Knorpelrande. Blüten lila oder rosenrot, wie Abb. 337 ; liebt frische, leicht schattige, grasig 
steinige Stellen; eine Hybride mit minima ist P. Desciunannii : zu dieser Gruppe gehören 
noch die nicht selten kultivierten P. glaucdscens (P. calycina). Lombardei. P.glutinösa. Tiroler 
und Zentral-Alpen. blauviolett, kalkfeindlich. P. integrifölia. Ost-Alpen bis Pyrenäen. Blätter 
oiine Knorpelrand, und P.pedemontdna. West-Alpen, nahe hirsiita, Blätter nur am Rande drüsig. 

B. .lunge Blätter zurückgerollt mehr oder minder runzelig. 

1. (II. siehe S. 308) Blätter deutlich gelappt und gestielt. (Gruppe Sin(>nses). 

P, cortusoides, Ural bis Altai. 15 bis 30 cm. ähnlich Sieboldii. aber Kelch sich nicht 
vergrößernd. Blüten kleiner, kürzer gestielt, tiefrosa. Mai; P. lichiangensis (P. cortusoides 
var. lichiangensis). Zentralchina, an Veitchii erinnernd, aber Blüten etwas kleiner, mehr pur- 
purrosa, hart; P. saxätHis'*) (P. coriusoides Hort, nicht Finne). Nordostasien bis Alaska, bis 
25 cm. Blüten rosa-violett. deutlich gestielt, wie Sieboldii zu behandeln, doch härter; P. Sie= 
bÖldiifP. cortusoides var. Sieboldii. P.patens). Japan bis Transbaikalien. 20 bis 30 cm. drüsig 
behaart. Blätter herzfömig. Blütenstände reichblütig. Kelch becherförmig, sich nach Blüte 

20* 




Abb. 338. Primula Veitclüi. 25 cm i"rig.. L.™g 



vergrölJemd.Lappen weit abstehend, 
Blüten der Gartenformen weiß, rosa, 
rot bis dunkel violett (fast blau l.groi.^, 
ganzrandig oder gefranst; viele gute 
Kultur-Sorten, prächtige Frühlings- 
blüher von Ende April bis Juni, 
Pflanzzeit Herbst in lockerem, nicht 
zu schwerem, gut humosem Garten- 
boden in halbschattiger Lage, emp- 
fehlenswert für Gruppen, siehe Abb. 
1 1 . Vermehrung durch Teilung oder 
Samen, imWinter etwasReisigdecke; 
P. Veitchn. China, ähnelt cortu- 
soides, B\üten tief rosa mit orangenem 
Schlundring, wie Abb. 338: Kultur 
wie Sieboldii: hervorragend wertvoll 
und Vorläufer einerganz neuen Rasse 
sind Hybriden von VeitchiiX Sie- 
boldii, und zwar: P.hybrida „La 
Lorraine", starkwüchsig, die 
schöne Belaubung den ganzen Som- 
mer behaltend, viele straffe Blüten- 
stiele, Blüten leuchtend karminrosa 
mit gelbem Auge, und „Ville de 
Nancy", ähnlich voriger, Blüten 
zierlich gefranst, vielleicht einen Ton 
mehr ins Purpurne. 

11. Blätter nicht oder nur ganz un- 
deutlich gelappt. 



a) Kelch laubartig, nach Blüte sehr 
vergrößert (Gruppe Monordrpiae): 
P. malacoides, Zentralchina (N.- 
Jünnan), Blätter gestielt, herzeiför- 
mig, 6— Slappenzähnig, Blüten dol- 
dig, rosa, 1 bis 1 2 mm breit,zierliche, 
aber nur für Topfkultur geeignete 
Art (Abb. ^3'-)), es gibt winter- und 
sommerblühendeFormenin mannig- 
fachen Kultursorten. 

b) Kelch nach Blüte nicht ver- 
größert. 

aa) Blüten einzeln auf brakteen- 
losem Schafte, Blätter so gut wie un- 
gelappt (Gruppe Omphalogrdmma): 
P. v/ncae//öra,Westchina, kurzes 
Rhizom, Blätter oval, dünn, eine 
aufrechte Rosette bildend, Blüten- 
schaft 15 — 20 cm, Blüten violett- 
purpurn, etwas Pingiiiaila -arWg, 
Juni, für gut durchlässigen Boden, 
gilt als sehr kulturwert, eigenartig, 
bei uns kaum erprobt: zu dieser 
Gruppe auch P. Delavdyi. .lünnan, 
mit behaarten Blättern und vordiesen 
erscheinenden großen leuchtend vio- 
letten Blumen. 




Abb. 33'). Primula malaconU 

{phot. F. Zerr 



Primula 



309 



bbj Blüten fast stets zu mehreren auf Brakteen tragendem Schafte. 

a" (b" siehe S. 313) Blätter mehr oder minder deutlich behaart, 

I. (2. siehe S. 312) Blüten im Blütenstand deutlich gestielt. 

ö^ Blätter lederig. Wintergrün. ^ aa) Blätter klein, meist unter 8 bis 11 cm lang im 
Mittel (Guppe Bullatae): P. Forrestü, NW.-Jünnan. ausgezeichnet durch bis 75 cm lang- 
werdenden, verholzenden, der Erde aufliegenden Wurzelstock, Blätter hellgrün, kerbzähnig, 
behaart, 3,5 bis 1 1 cm lang. Stiel 3 bis ') cm, Schaft 8 bis 23 cm. Blüten doldig, schwefel- 
gelb, mit orange Schlundring, Stielchen 1 bis 4 cm ( Abb. 340), für Gesteinsgruppen in geschützter 
Nordlage, in lehmig-sandigem Boden mit Kalkbrocken, in rauheren Gegenden Winterschutz, 
doch ist bis jetzt bei uns die Kultur leider noch ohne Erfolg geblieben. — hh) Blätter größer, 
über 10 bis 15 cm lang im Mittel (Gruppe Carolim'l/a): P. megaseaefölia. pontische Ge- 
birge, Blätter groü, eirundlich herzförmig, unterseits behaart, Blüten zahlreich, leuchtend lila- 
rot, blüht im zeitigsten Frühjahr als erste Primel zugleich m\i Hepatica angiilosa, für lehmigen 




Abb. 340. Primula Forrealü (phot. Oecr^c Forrc 



humosen Boden und warme Lage, liebt Feuchtigkeit und Schatten, hält unter leichter Winter- 
decke gut aus. — hj Blätter häutig, runzelig (Gruppe Venuiles): P.acaülis (P. vul- 
garis). Europa, 8 bis 15 cm. Blütendolden zwischen den Laubblättern sitzend, Blüten bleich 
schwefelgelb, mit dunkleren Flecken, breit offen. März-April, von den Kulturformen seien 
erwähnt: var. alba, weil.'i. var. liiiea, gelb, var. sangiiinea, rot und var. coenilea. blauviolett, 
ferner von gefüllten var. atrosanguinea plena, dunkelrot, „Arthur Dumoulin", violett-purpurn, 
„Cloth of Gold", zitronengelb, Crodssei plena. rosa-purpurn. platypetala plena, violett, lild- 
cina plena, lila, alba plena, weiß, lutea plena. gelb, rösea plena, rosa u. a. m., liebt frischen 
Boden und Sonne wie Halbschatten: für Einfassungen, Beete im Alpinum, wie in A\assen im 
Park in lichtem Gehölz usw., man vergleiche die .Ausführungen S. 65 ff.; wichtig ist vor allem 
die kleinasiatisch-kaukasische Form var. rubra^') fP. acaiilis rösea. P. acaulis Sibthörpii. 
P. acaulis ib(>rica. P. Sibthörpii. P. amoena Hort.), vom Februar ab, vor dem Typ und lange 
blühend (Abb. 341). rosa, karmin. selbst purpurn, aber auch weiß: für Hybriden zwischen acaulis 
und elatior ist der Name P. anisiaca (P. digenea, P. U'anüaJ anzuwenden; P. elätior (P. 




Abb. 341. Primulü ütaulis var. nibni ipli"t. H. z.irmi/i. 

i'ms"") var. clatior). heimisch, wie vorige, aber mit bis 30 cm hohen Dolden, formenreich 
April bis i\\ai, wertvoll für den Garten die Kulturformen, die als P. elalior gigantea hybricia 
gehen. Blüten bis 4 cm. weil.igelbe oder rote Farbentöne, und die sogenannten Vierländer- 
primeln. /-•. elatior aiirea grandiflöra (fälschlich als P. ofßcindlis grandiflora zuweilen 
gehendi. siehe die Abb. 12. goldgelb, duftend, prachtig für Beete und Rabatten, in leichtem 
Boden gebe man halbschattigen Standort und gute Bewässerung; P. Jüliae, Kaukasus, 
ähnlich acaulis, siehe Abb. 342. Wurzelstock kriechend. Blätter nierenförmig. lang gestielt. 
Blüten sattviolett. Schlund gelb, doch Farbentöne wechselnd heller und dunkler. April, wie 




Abb. 342. Primula Jiiliae in Pruhonitz (plm 




Abb. 343. FrinniUi denticuluta \'W.gnindiJtora. 15 cm (O.Arends, Ronsdorf). 




Abb. 344. Primula Littoniana, Orchideenprimel, in der Heimat (phot. George Fu.-rest). 



Primula 



acaulis verwertbar; P. officinäUs fP. veris var. officinalis), heimisch, 15 bis 30 cm, Blü- 
ten duftend. Kronensaum glockig zusammen neigend, dottergelb mit fünf orangefarbenen 
Schlundflecken. April bis Mai, gedeiht auch an trockeneren Orten als die vorhergehenden, 
aber bei weitem nicht so schön: in den Formenkreis gehören P. coliimnae (P. veris var. sua- 
v^olens. P. siiaveolens), südliches Mittel- und Südeuropa, mit unterseits schneeweiß-filzigen 
Blättern und P. macrocälyx, Europa bis Sibirien; P.pruhoniciäna (P.Hel(>nae Arends'^M/, 
sehr wertvolle Kreuzung zwischen P. acaulis coendea und P. Jaliae, 1 ') 1 3 im Garten der ehe- 
maligen Dendrologischen Gesellschaft für Oesterreich-Ungarn in Pruhonitz erzogen, Hauptton 

tief blauviolett, doch Färbun- 
gen variierend, wie bei acaulis 
und/«//ü'^,leicht durch Teilung 
zu vermehren. 

2. Blüten sitzend oder sehr 
kurz gestielt. — a) Blütenhüll- 
blätter kurz und breit (Gruppe 
Solilanclloides) : P. dryadh 
fölia , Westchina , Wurzel- 
stock verholzend , Laub an 
Dryas erinnernd, Blüten zu 3 
bis 5. rosaviolett. Kelch zuletzt 
purpurn, bei uns noch kaum 
erprobte, eigenartige, schöne 
hochalpine Art; P.Fargesii, 
China (Szetschwan), Blätter 
dünnhäutig, locker behaart, 
mit Stiel 2 bis 3 cm lang, 
länglich, Schaft 4 bis 9 cm, 2 
bis 5 blutig, Blüten nickend, 
hellviolett , interessant für 
feuchte geschützte Felslagen ; 
P. Reidii, Himalaya, Blätter 
länglich, mit Stiel bis 1 1 cm, 
lappenzähnig, seidig behaart, 
Schaft die Blätter überragend, 
Dolde mehrblütig, Blüten nik- 
kend, breitglockig, elfenbein- 
weiü, Mai, liebt Felsen und 
feuchte Lage. In diese in der 
Kultur schwierige Gruppe ge- 
hören auch die bei uns noch 
kaum versuchten westchine- 
sischen P. ct'rnaa, blau, P.pin- 
natifida, violett. — b) Blüten- 
hüllblätter lanzettlich oder 
pfriemlich (Gruppe Capitdtae): P. denticuläta, Himalaya bis China. 10 bis 40 cm, Blätter 
stumpf -eilanzettlich, gezähnelt, unbestäubt, Blüten vor vollster Ausbildung der Blätter, 
hell- bis dunkellila oder weil.i (var. alba), März-April, für Kultur vor allem die Gartenformen 
var. grandiflöra. Frühjahr, wie Abb. 343, in lehmiger Rasenerde, Vermehrung durch Samen, 
sät sich meist selbst aus, Alpinum oder im Garten ; die verwandte P. capitata vom Himalaya, 
mit unterseits dicht goldig bestäubten Blättern und nickenden äul.ieren Blüten ist empfind- 
licher und weniger schön ; als härter und schöner g\\\ P. Mooreäna, üppiger, dunkler; meist 
wird aber als capitata P. cashmeriäna Hort, verbreitet, bis iOcm, Blätter unten gelb be- 
stäubt. Blüten tief violett oder tief rubinpurpurn (var. „Rubin"), auch weiü (var. alba), wie 
denticuläta zu behandeln, doch in strengen Wintern etwas Schutz, hat vielleicht nichts zu 
tun mit P. denticuläta var. cachemiridna, sondern stellt eine hybride Form der denticuläta 
dar; eine Kreuzung der cashmeriäna mit rosea grandißora ist P. Sueptizii; P. Giraldiäna 
(P. muscarioides) , Zentralchina, Blätter dicklich, hellgrün, länglich spateiförmig, 10 bis 




,S. Einzelpflanze von Primula Liltoniuna 
(phot. George Forrest in der Heimat). 



Primula 



313 



12 cm lang, kerbzähnig, Schaft bis 
24 cm. doch in Kultur anscheinend 
heikehg, Blüten dichtkopfig. zahl- 
reich, nickend, blau- oder violett- 
purpurn, für feuchte, grasige Lagen; 
P. Littoniäna, Zentralchina. .?o 
bis 60 cm. Blätter schmal oblong, 
stumpf, behaart, unregelmäßig ge- 
zähnelt, bis 20 cm. Stiel bis ^) cm. 
Schaft 40 bis 00 r/H.Blüten in dichten, 
7 bis 12 cm langen Ähren, zart lila 
bis tief violettpurpurn''^), nickend, 
sehr eigenartige, wohl harte, der P. 
Viüli sehr nahe stehende Art, Halb- 
schatten, frische Lage, man ver- 
gleiche die Abb. 344 und 34,S. Hier- 
her auch P. dcflcKm. Westchina, bis 
50 cm. Blüten vincablau, sehr gut 
duftend. 

b" Blätter kahl (oder nur ganz fein 
behaart) oder mehlig bestäubt. 

1 . Hüllblätteram Grunde sackartig 
vertieft oder spornartig verlängert 
(Gruppe Farinösae). 

P. farinösa, Mehlprimel, 
weit in den Gebirgen und borealen 

Teilen von Europa und Asien verbreitet, 10 bis 30 cm, Blätter unten dicht mehlig bestäubt, 
Blüten gestielt, klein, fleischfarben, Mai-Juni, liebt torfige feuchte Stellen, gut auch var. 
daricilica vom Kaukasus ; sehr formenreich ; recht nahe steht P. cilgida. Zentralasien Kaukasus, 




Abb. 346. Primula sibirka, 15 cm 
(Orig. Hort. Langley). 




Abb. 347. Primula rosat am Bachrande (G Arends, Ronsdorf). 



314 



Primula 



lilarosa, April -Mai, der Typ geht auch als var. sibirica und hat unterseits nicht bestäubte 
Blätter. Blüten fast sitzend; die echte P. sibirica, Zentralasien, hat ebenfalls unbestäubte 
Blätter, aber deutlich gestielte Blüten, vergleiche Abb. ,U(i. liebt feuchten, halbschattigen 
Stand, schöner ist P. Wärdii [P. sibirica cliinensis Hort.). Westchina, sehr versuchswert; 
P. frondösa^'*], Balkan. Blätter unterseits bestäubt, gezähnt. Blüten deutlich gestielt, schön 
rosa. Mai. für feuchte, schattige Felsen, leicht aus Samen zu ziehen, blüht im ersten Jahre, 
haltbar und besser ah/arinoso; P. involucräta, Himalaya, 10 bis .30 an. Blätter ohne 
Alehlstaub. saftig grün. Blüten lilaweiü. Mai. feuchte Orte, lehmig-moorige Erde. Schutzdecke 
im Winter; P. rösea (P. elegans). Westhimalaya. 10 bis 20 cm. Blätter nicht bestäubt, ge- 
zähnelt, Blüten feurig rot. ganz prächtig, etwas vor der eigentlichen Entfaltung der Blätter, 
sehr variabel, März (-Mai); besonders var. grandiflöra. eine der allerbeliebtesten Frühjahrs- 
primeln für Gartenbeete, Alpinum, gedeiht am freudigsten in humosem (Moorerde beimengen!), 
ja geradezu sumpfigem Boden, ebenso wie clenticiilata , deonim, japonica, Cockbiirniana, 

farinosa u. a., siehe Abb. 347; zu 
dieser Gruppe zählen ferner: /-*. lu- 
tcolü. Kaukasus, schwefelgelb, nach 
l-arrer im Juli - August blühend, 
Jauerhafte Art, mit rosea bastar- 
LÜerend; P. Hodsclicri, Tracht der 
liiteola. schön. 

2. Hüllblätter am Grunde weder 
sackartig noch gespornt. 

fl) Blattgrund herzförmig. Stiel 
deutlich abgesetzt; Kapseln zylin- 
drisch (Gruppe Sredinskya) : P. 
grändis, Kaukasus, Blätter grol.i. 
bis 1 5 cm breit, Blüten in vielblütiger 
die Blätter weit überragender Dolde, 
bleichgelb, an dünnen hängenden 
Stielchen, des Laubes halber wert- 
voll, für feuchte Orte. 

b) Blattgrund allmählich in den 
Stiel verschmälert. Kapsel kugelig 
(bei denNivdles zylindrisch). 

öf/) Pflanzen niedrig. Blütenstand- 
stiel lang oder nur 1 bis 3 blutig, 
a) Blütenstände I bis 2 blutig. Blätter etwas lederig. Pflanzen klein (Gruppe Tenc'/lae): P. 
muscoides, Osthimalaya, moosartig, rasig, ganz kahl, Blätter spatelig, gegen Spitze ge- 
zähnt. Blüten sitzend, satt violettblau, prächtige Hochalpine, aber bei uns kaum erprobt; 
hierher auch die westchinesischen in England eingeführten P. hella und /-". yiinnanensis. 

/)') Blütenstände mehr- oder vielblütig. Blätter gestielt oder in geflügelte Basis verschmälert. 
Mittelrippe breit. Pflanzen meist niedrig (Gruppe Petioldres): P. Winteri, Himalaya, wie 
Abb. 348, Blätter oboval spatelig. gezähnt, Blüten zu 20 oder mehr, groß, lila-lavendelblau, 
mit gelbem, weiß gerandetem Auge. April-Juni, für gut durchlässigen, nahrhaften, im Sommer 
feuchten Boden, etwas Winterschutz. 

/;/;) Pflanzen hoch, Blütenstiele lang oder vielblütig. 

'0 Kapseln zj'lindrisch (Gruppe Nivdlcs) : P. Maximowiczii, Nordchina, kahl, ausdauernd. 
Blätter grundständig, schmalelliptisch, kerbzähnig. 4bisl5: 1.8bis5f/H. oberseits hellgrün, 
unterseits etwas bleicher. Schaft bis 30 cm. Dolde einfach oder in Etagen. Blüten eigenartig 
rot mit gelb, nickend. Stielchen hls-^c/n. Lappen schmal zurückgeschlagen. März-April, dürfte 
hart sein, feuchte, schattige Lage in lehniig-sandig-moorigem Boden; P. nivalis, Kaukasus 
bis China, bis 25 cm. Blüten aufrecht, rot oder weiß, liebt im Sommer reichliche Feuchtigkeit 
und etwas schattige Lage (lehmigen Boden mit Moor und Humus versetzt), schön und ganz 
hart, im Winter aber gegen Nässe empfindlich, sehr variabel ; P. pulcheila,\\'estch\na. von 
i7//r//ö-Tracht, bis 25 cm. Blätter eilanzettlich, unterseits goldmehlig, in aufrecht abstehender 
Rosette, Dolden vielblütig. Blüten lavendelblau mit großem goldenem Auge, für grasige. 




Abb. 348. IMmiila Winteri iphot. H. Z<. 




Abb. 349. Primula Wilso 



\P. ungustickns] am natürlichen Standort in der Heimat 
(phot. George Forrcsti. 



steinige, feuchte Plätze, eine der besten Arten der Gruppe; P. pulchelloides, Westchina, 
1 5 bis 22 cm. alle Teile kleiner als bei piilchella. Blüten bleichlila mit rosa ; P. secundiflöra, 
Nord-Jünnan. kahl, junge Blätter unterseits goldig bestäubt, Blätter spitz eilänglich. 5 bis 8: 




Abb. 350. Primula pulverulenta „Mrs. R. V. Berkeley", 35 cm (phot. F. Zcm 



316 



Primula 



1,5 bis 3 cm. Blüten in b bis 10 blutiger Dolde auf üppigem, bis über 20 cm hohem Schaft, 
stumpf, aber satt purpurn, Tracht der sikkimensis. Dolden in reicher Zahl erscheinend, da- 
durch die verwandte i'/«a/f/ übertreffend. Juni-,Iuli: es wird empfohlen, in geschützten feuchten 
Lagen so zu pflanzen, daü die Pflanzen gleichsam auf einer Erhöhung stehen, die Wurzeln 
aber bis zum feuchten Untergrund dringen können ; P. sikkimensis, Osthimalaya-West- 
china. bis 40 cm. Blätter lang, gezähnt, kahl. Blüten schwefelgelb, hängend. Mai-Juni, für 
freie, feuchte Lagen, sehr apart; weniger üppig, aber durch gröllere, kanariengelbe Blüten 
ausgezeichnet ist P. pseudo-sikkimensis, .lünnan ; sehr versuchswert ist auch P. Pur= 
dömii, NordwestchiiKi. grau drüsigmehlig. Blüten bleich lavendellila. 



^^^' 




Abb. 351. Primula Reesiana in der Heimat iphot. George Foirest) 



(i) Kapseln kugelig. 

an) Blüten deutlich gestielt in übereinander stehenden Quirlen. Blätter dünn, gesägt oder 
gezähnt (Gruppe Cß/?Ä/7^/»a): P. ßees/äna, Westchina (Nord-Jünnan), Tracht wie Abb. 351 
und 352. sonst japonica nahe stehend. Blütenfarbe eigenartig samtig-purpurn mit deutlich 
gelbem Auge. ,Iuni-,Iuli. Kultur wie Japonicc/: prächtige Bastarde zwischen Beesia na und 
Biilkyana: P.Bullesiäna; P.ßu//eyäna, Westchina(Nord-,lünnan).TrachtwieAbb. 353, 
Blätter eilanzettlich. 12 bis 17: 3 bis 4 cm. nur unterseits leicht rauhlich behaart. Schaft 40 
bis '0 cm. gegen Spitze mehlig, 5 bis 7 Quirldolden tragend mit je 15 bis 17 Blüten, Blüten 
etwas duftend, 2 cm breit, orangegelb, außen bräunlich karmin, .iuni-.Iuli, kreuzt sich leicht 
mit verwandten Arten; die Hybride mit Japonica ist P. Briscoei; man gebe geschützten 
halbschattigen Standort und zur Triebzeit reichlich Feuchtigkeit, siehe auch das oben bei 
secundiflora Gesagte, im Winter in rauheren Lagen trockene Reisigdecke; P. Cockburniäna, 
Westchina, 20 bis 30 rw, kahl. Blüten eigenartig kupfrig orangerot, man vergleiche die farbige 
Abbildung auf Tafel X. Juli-August, auffällige Art. die leider meist nach Blüte abstirbt; 
zwischen dieser Art und piilvemlenta die prächtigen Bastarde P. Silva Taroucäna (P. 
piilverulenta „Unique" Hort. Bees und „Lissadell Hybrid"), die sowohl in England wie 
in Pruhonitz gezüchtet wurden, hervorragende Kulturformen, sie sind viel ausdauernder als 
piilvemlenta. deren Tracht und Üppigkeit sie geerbt haben, der Farbenton der Blüten weist 



Tafel XL 




Priniula— Pteridium 



deutlich auf CfifÄA///-ff/fl/;(7, in verschiedenen Formen vorhanden, sielieTafelXI;P. /apön/ca''^), 
Japan, 20 bis (lO cm, kahl, Blüten karmin bis purpurn, oder auch weil.) mit gelbem oder rotem 
Auge bis rosa, für feuchten lehmigen Boden, verträgt tiefen Schatten, Mai-Juli, oft September; 
auch für Einfassungen wertvoll ; P. Poissönii, W'estchina, ähnlich P. Wilsonii. aber Belaubung 
steifer, blaugrüner, am Rande etwas eingebogen. Blüten grölkr, magentarot; P. pulverU' 
lenta, W'estchina, ähnelt japonica. aber Blütenstiele und Kelche dicht weil.imehlig, Blüten 
leuchtend karminpurpurn, Mai-Juni, wie Abb. 47 : sehr wertvoll, etwas Winterschutz, leider 
nicht immer ausdauernd; sehr hübsch var. „Mrs. R. \'. Berkeley", Blüten rahmweiß mit 
sattorange Auge (Abb, 350); 
von ähnlicher Tracht, wie/«//- 
verulcnta, aber mit tiefgelben 
Blüten istP.helodöxa,\\'esi- 
china , gilt als wertvoll ; P. 
sonchifölia fP. gratissinia). 
Jünnan, Blätter dünn, kahl, 
distelzähnig, Blüten Inder Hei- 
mat vor den Blättern aus dem 
eben schmelzenden Schnee 
hervorbrechend, aurikelartig, 
prächtig leuchtend lavendel- 
blau, Schaft sehr kurz, (März) 
April, bei uns noch kaum ver- 
sucht, aber sicher sehr wert- 
voll ; P. Wilsönii {P. Japo- 
nica \'ar. angüstidcns. P. an= 
^usf/de/is),Westchina,siehe 
Abb. 34Q, kahl, unbestäubt, 
glänzend grün, Blätter läng- 
lich, stumpf, 8 bis 10: 2 bis 
3 cm, dicklich, Blütenschäfte 
zu mehreren aus einem Trieb, 
bis 80 an hoch, Traubenquirle 
entfernt, 6- bis vielblütig, Blü- 
ten fast 2,5 cm breit, leuchtend 
violett-purpurn, üppige .Art für 
feuchte Lagen, wie oben bei 
Bulleyana gesagt. 

ßli) Blüten sehr kurz ge- 
stielt oder fast sitzend, meist in 
einfachen Dolden, Blätterlede- 
rig, stumpf gezähnt (Gruppe 
Callidnthae): P. calliäntha, 
Westchina, Blätter unterseits 
mehlig, länglich, kerbzähnig, 
5 bis 7 cm. Blütenstände bis 
probt, sehr schön; P. vittäta, 
purpurn, hängend, wie Abb. J 
empfindlich, gute Winterdecke. 

Primula Vitaliäna sielie \DongUisi(i. — Prionitis Falcäria siehe Fulcäria. — Prophetenblume 
siehe Arnebia. — Prosärtes'iHoökeri siehe Dispörum. — Pruaella siehe Brunella. — Psilostetnoa 
Orientale siehe /ruc/iystcmon. 

Psorälea su6acau//s: niedrige, rauh behaarte Papilionacee aus Tennessee mit spindelförmigen 
Wurzeln, 5—7 zähligen Blättern und blauen Blüten, in 20—40 blutigen, dichten, eiförmigen Ähren im 
Frühjahr; Kultur im Alpinum auf steinigem Grunde, 

Ptärmica siehe Achillea. 

Pteridium aquilinum [Pieris aqiiilina\. Adlerfarn: bekanntes, aufrechtes. 0.5 bis 2 m 
hohes heimisches Farnkraut mit doppelt bis dreifach gefiederten, ausgebreiteten Wedeln, auch 
eine var. cristdta vorhanden ; läl.U sich leicht in grol.len Parkanlagen in trockenen Lagen an- 




352. Einzelpflanze von Primula Hcesiana am natürlichen 
Standort iphot.Ciedrge I-orresti. 

cm. Blüten groü. tiefpurpur-violett. bei uns noch kaum er- 
China-Tibet, 15 bis 2r^ cm. kahl, Blätter spatelig, Blüten 
54. duftend, wie sikkimensis zu behandeln, aber recht 



318 



Pteridium— Putöria 



siedeln, ist aber nur dort zu empfehlen, wo es wuchern darf. Wild gesammelte Pflanzen meist 
nicht verwendbar. 

Pteridophyllum racemösum: kahle, japanische Papaveracee, Wurzelstock fleischig, Blätter 
grundständig, tiefgrün, blechnumartig, Blütenstände bis 25 cm, locker traubig, Blüten weiß, an Cruci- 
feren erinnernd, Juli; ob bei uns erprobt? 

Pterocephalus Paraässü {Scabiösu pterocephulu): niedrige, rasige, seidenzottige, halbstrauchige 
Dipsacee aus Griechenland mit länglichen gekerbten und etwas iiederlappigen Blättern und rosa 
Blütenköpfen, Juli bis August, wie Abb. 355, reichblühend ; Kultur in magerem Erdreich zwischen 
Gestein in sehr sonniger, trockener Lage; Vermehrung durch Samen und Stecklinge; Verwendung 

fürs Alpinum, etwas Winter- 
schutz. 

Ptilotrichum cappadöcicutn 
(Ibcris cuppudöcica): Kleine, klein- 
asiatisch - armenische , Iberis- 
artige, rasige C r u c i f e r e mit 
weilJen Blüten, wie Abb. 42; Ver- 
wendung im Alpinum wie Ibe- 
ris. Geht auch als Scliiwercckiu 
iberiilea. 

Ptilotrichum spinösum siehe 
Laubholzbuch. 

Pulmonäria, Lungen= 
kraut: von dieser Gattung, 
deren einheimische .Arten in 
jeder Mora beschrieben sind, 
kommt für uns in erster Linie 
in Betracht P. angustifölia 
[P. azürea Hort. ), Kaukasus, 
15 bis .^0 cm. Blätter unge- 
fleckt, Stengel oberwärts drü- 
sig. Blüten schön blau. var. 
alba. weil.). April-Mai. gut zum 
Treiben . sowie P. saccha= 
rata, Südeuropa, 10 bis 30 
IUI hoch, mit steifhaarigen 
Stengeln . weiß gefleckten 
Blättern und rotvioletten oder 
weil.ien. glockigen Blüten in 
Wickeltrauben . März - April, 
var. ,.Mrs. Moon". Belaubung 
silberscheckig, Blüten rot. 
grol.ier, leuchtender; Kultur 
in humosem Boden in halb- 
schattiger Lage; Vermeh- 
rung durch Teilung; Ver- 
wendung im Garten und 
.Alpinum; ferner P. rubra, 
Südosteuropa, mit schönen roten Blüten, März-Mai. die gleich den anderen im Park unter 
Bäumen und in lichtem Gehölz verwendet werden kann, und die botanisch noch unsichere 
P. avernensis, kompakt mit purpurblauen Blüten. Auch P. mollis und die ihr nahestehende 
A mollissima. Sibirien. 40 cm. wie Abb. .^5() sind prächtige Arten luit samtig behaarten 
grollen Blättern und leuchtend blauen Blüten, später als die anderen blühend. 

Pulmonäria virginica siehe Meiii'iisia viriruüca. — Pulsatilla siehe Anemone. — Punktfarn siehe 
Aspidium. — Purpurglöckchen siehe Heikiiera. 

Puschkinia '") (Addmsia) scUloides : kleinasiatische. 1 bis 1 3 cm hohe L i 1 i a c e e mit 
kugeligen Zwiebeln, linealen Blättern und weilJblauen, fast 2 an breiten Blüten in bis 10- 
blütigen Trauben. April-Mai; var. libanötica (P. libanötica) ist eine Form mit etwas größeren 
Blüten und spitzen Zähnen der sogenannten Nebenkrone, die durch die verwachsenen Staub- 
fäden gebildet wird; Kultur usw. wie Chioiwdö.xa. Als schön gilt auch P. borsliömica. Kau- 
kasus, großblumiger und dunkler azurblau. 
Putöria caläbrica siehe Laubholzbuch. 




Abb. ,35.3. 



ünzelpflanze von Primniu Bulleyuna am natürlichen 

Standort iphot. George f-orrestl. 



Püya— Pyr^thnim 



Püya alpestris (Pilcainiea coenilea): diese in den 
Gebirgen Chiles heimische Bromeliacee gilt als 
die einzige der Familie, die im Süden des Gebietes 
versuchswert ist. Erinnert in den Blüten etwas an eine 
Yucai. Blüten metallisch blau; soll einige Grad Frost 
aushalten ; Kultur ähnlich Opuntia in geschützter, 
warmer Lage. 

Pycnänlhemum lanceoläturn (Kocilia viix'iniiimi): 
40 bis 90 cm hohe, fein behaarte, nordost-amerikanische 
Labiate mit lanzettlichen Blättern und weißen oder 
purpurlichen Blütenquirlen in endständigen Doldeii- 
trauben mit Hochblättern; September - Oktober ; für 
trockene, halbschattige Lagen im Gebüsch im Alpinum 
und Park für Liebhaber versuchswert. 

Pyrethrum — Kompositen — Unter 
diesem Namen versteht man in erster Linie P. 
rosciim und dessen Kulturformen, die anderen siehe 
unter Chrysanthemum und Tanacetiim, man \'er- 
gleiche sie im einzelnen; Kultur usw. siehe eben- 
falls bei den Arten; Vermehrung durch Teilung. 
Stecklinge und Saat. 

P. hybrid um siehe P. roseiim; P. röseum. 
Margarete nblume, Kaukasus, .50 bis (H) rw. 
Blätter fiederschnittig, Blütenköpfe einzeln, rosa 
mit gelber Mitte, Stammart der beliebten Garten- 
formen, die als P. hybridiim. bunte Margeriten, 
gehen und einfache oder gefüllte Blumen vom 
reinstenWelLibis zum dunkelsten Karminrotzeigen. 
Mai-Juni, dann meist noch ein zweiter Flor im 
August bis September; erstklassige Zier- und 




Abb. 354. Priinulü 




Abb. 355. Plerocephalus Parnassü. 8 cm ipin 



320 



Pvrfethrum— Raillardfella 



'^m 



^^m 



^m> 






Schnittstauden für jeden guten Gartenboden; von den vielen Sorten seien als wertvollste 
genannt: a) einfachblühend: „Dr. Bosch", rein lachsrosa, sehr gut, „Duchesse de 
Brabant", purpurrosa, „Elisabeth", frühblühend, mattrosa. „Hamlet", bestbewährte, 
rein rosa, „James Kel way", samtig, schwärzlich zinnober, „.lohn Malcolm", leuchtend 
rosa, riesenblumig, „Margaret Moore", sehr schön rein hellrosa, riesenblumig, „Orion", 
zartrosa, edle Form, „Sherlock", leuchtend karmin. öy gefüllt blühend: „Aphro- 
dite", reinweil.'), strahlig, „Alfred Kelway". dunkel karminrot. „Bella blonde", späte 
weiße. „Karl Voigt", frühe weil.ie, „La Vestale", herrlich zart fleischfarbenrosa, „Lord 

Roseberry", leuchtend 
karmin, „Non plus ul- 
tra", wie „La Vestale", 
„Prinzess Metternich", 
schneeweiß, „Queen Ma- 
ry" („Königin Marie"). zart- 
rosa, dichtgefüllt, edel, 
wüchsig, „Walkyrie", 
silbrig rosa, „Yvonne 
Cayeux", rahm weiß, Mit- 
te gelblich. 

Pyrethrum argeateum 
siehe Tanucetam. — Pyre- 
thrum caucäsicum siehe 
Matricüria. — Pyrethrum 
uliginösum siehe Chrysän- 
tlieniiim serötinum. 

Pyrola fPi'rola, Pi- 
nila), Birnkraut, Win= 

tergrün-Pirolaceen- 
.s bis 30 cm hohe Stauden 
mit gestielten lederigen 
Blättern und einzeln oderin 
Trauben stehenden weißen 
Blüten,Juni-Juli,Abb.357; 
Kulturin humosem Wald- 
boden, und zwar cÄ/oz-ön/Aa 
und scciinda in trockenen 
Nadelwäldern. /•o/wrtf///b//'a 
in feuchten Laubwäldern, 
Wurzeln meist weit umher- 
kriechend; Verm eh rung 
durch Teilung ; V e r w e n- 
dung im Alpinum und 
Park. 

P. chloräntha, nörd- 
liche gemäßigte Zone. 10 
bis 25 cm, Blüten offen, 
grünlichweiß, in lockeren 
Trauben; P. rotundifö- 
lia, wie vorige, (die nordamerikanische Form ist P. americdna), bis 35 cm, Blätter kürzer 
als Stiel. Blumen weiß. Abb. 357; für uns beste, besonders var. arenaria, von den Nordsee- 
inseln; P. (Ramischia) secünda, Nordeuropa bis Japan und Nordamerika, Trauben ein- 
seitswendig, Blüten grünlichweiß. 

Pyrola umbelläta siehe Chimdphila. — Pyrola uniflöra siehe Mon^ses. 
Pyxidanthera siehe im Laubholzbuch. 

Quellgras siehe Catabrösa. — Queltia foetida siehe Narcissusincomparabilis. — Quendel siehe Thymus. 
Rachenblume siehe Tözzia. — Ragwurz siehe Ophrys. 

Raillardella Pringle!: etwa ?,h cm hohe, stammlose Komposite mit kriechenden Wurzelstöcken, 
kahlen, linealen Blättern und einzelnen, endständigen, gestielten, orangefarbenen Blütenköpfen im 
Sommer; Kultur in sonnigen trockenen Lagen etwa wir Pteroceplialus. 






Abb. 356. Pnlmonaria moUissimu, 30 i 

(phot. C. Kessclrinyl. 



Rainfahn — Raniinculus 



Rainfahn, Rainfarn siehe Tanucetum. — Ramischia siehe Pyrola. 

Ramöndia — Gesneraceen — Wertvolle, harte, rosettige Felsenpflanzen mit schönen 
grolkn. tief blauvioletten Blüten, wie Abb. 358. .luni-Juli: Kultur wie folgt: Man gebe auf 
einen flachen Stein eine 1 cm hohe Schicht Moorerde mit etwas Lehm gemischt, drücke 
darauf die flach gelegten Wurzeln der Pflanze, bedecke sie wieder mit einer Schicht gleicher 
Erdmischung, beschwere das ganze mit einem flachen Stein und füge es in möglichst stehen- 
des Gestein ein; die Pflanzung erfolgt an eine senkrechte oder nur wenig geneigte Steinwand 
in halbschattiger Lage (Schaffgotsch) ; Vermeh rung durch Abtrennung der Nebenrosetten 
und .Aussaat; Verwendung als eine der schönsten Pflanzen für schattige Plätze in Fels- 
partien unweit von U'asserläufen. 

7?. Nathäliae, Serbien, wie ser- 
hica. aber [Blüten meist vierzählig, 
beste .Art; R. pyrenäica (R. 
Mycöni) , Blumenkrone radförmig. 
Staubbeutel zugespitzt; R.serbica, 
Blumenkrone ausgebreitet -glockig. 
Staubbeutel stumpf. Blätter kleiner, 
weniger schön als die anderen; von 
fast allen Arten, besonders R. pyre- 
näica. sind weil.ie l var.ö/öß) und rosa- 
farbige ( var. röseci) Formen in Kultur. 
RamöadiaHeldreichiJsiche/arikac'a. 

Raniinculus, Hahnenfuß — 
Ran unculaceen — Verschieden- 
gestaltige Pflanzen mit einfachen 
oder meist geteilten Blättern und gelb 
oder weil.len. selten rot getönten 
Blüten in lockeren Blütenständen, 
siehe Abb. 359 bis 363; Kultur 
siehe bei den Arten ; sie lieben meist 
frischen Boden und sonnige oder 
halbschattige Lage; Vermehrung 
meist durch Teilung oder auch Sa- 
men; Verwendung für Garten. 
Park und .Alpinum je nach Art. ein- 
zelne auch für Schnitt brauchbar. 






Wintergrün, 20 < 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



acer-Formen 322 

aconitifolius-Fornien 

(Abb. 3fill 322 

acris 322 

alpester 322 

alpestris (Abb. 362) .... 322 
amplexicaulis (Abb. 3601 . . 321 
aquatilis (Abb. 363) .... 324 

Arendsil 321 

asiaticus 322 



bilobus 322 

bulbosus-Formen 324 

calthaefolius 324 

crenatus 322 

Ficaria 324 

— ochroleucus 324 

Flammula 322 

glacralis 322 

gramineus (Abb. 359) . . .321 

graminifolius 321 

lanuginosus 324 



Lingua 322 

Lyallii 322 

niagellensis 322 

nyssanus 324 

parnassaefolius 322 

pyrenaeus 322 

pyrenaicus 322 

repens-Formen 324 

Seguieri 322 

speciosus 324 



I. (11. siehe S. 3241 Land- oder Sumpfpflanzen. Stengel niederliegend oder aufrecht, nicht 
flutend. — A. Blätter ungeteilt, ganzrandig. 

R. amplexicaulis, südosteuropäische Gebirge, 1 5 bis 30 cm. Blätter eilanzettlich. stengel- 
umfassend, blaugraugrün. Blüten zu 3 bis 6. groLl. reinweil.l. mit gelber Mitte. Mai-Juli, wie 
Abb. 3(i0. für steinige, frische Lagen in sandig-mooriger Lehmerde im Alpinum; R. Arend' 
sii, Hybriden zwischen vorhergehender und folgender .Art. im Wuchs die Mitte haltend. 
Blumen im Aufblühen hell schwefelgelb, später fast weiß, schön ; R. gramineus (R. gra- 
minifolius). Spanien. Marokko. 25 cm. Blätter lanzettlich, Blüten zitronengelb. ,luni, wie 

Silva Tarouca-Schneider, Unsere rrcilandstaiiden 3. Auflage. 21 



322 



Ranüiiciilus 



Abb. 33^), Verwendung wie aconiti- 
Joliiis: R. LyäHii, Neuseeland, 
Gmndblätter derb, rundlich, bis 25 
c/ii Durchmesser. Blüten weil.i. bis 
10 c/n breit. April, für feuchte, aber 
durchlässige Lagen in Felsen, kommt 
in der Natur an Orten vor wie al- 
pcstris, in rauhen Lagen Schutz; R. 
parnassaefölius, Alpen. 0' bis 
10 rm . Blätter dick, herzeiformig, 
Blüten zu 10 bis 15. weil.). 2 cm 
breit. Mai-,Iuni. Kultur wie erste 
Art. aber schwieriger auf Geröll; R. 
pyrenaeus (R. pyrcndiais Hort.), 
Alpen, südeurop. Hochgebirge, bis 
25 cm. Blätter blaugrün, lineal oder 
lanzettlich, kahl. Blüten groü, weil.i, 
,Iuli-August, sonst wie vorige; zu 
den Arten mit ganzrandigen Blättern 
gehören auch noch die heimischen 
R. Fldmmida und Lingua, die im 
Park als Lferpflanzen ganz gut zu 
verwenden sind. 

' B. Blätter eingeschnitten, geteilt 
oder gekerbt. — 1 ) Blüten weil.i. 

R. aconitifölius, Gebirge von 
Mitteleuropa. bis 1.2 /;/, Blätterhand- 
förmig 3- bis /teilig, Blütenstände 
vielblütig, Mai-,luni, wie Abb. 361 ; 
besonders schön ist var. ß. pl. mit 
dicht gefüllten Blüten, nur 30 bis 
40 cm. Mai-Juni, auch für Schnitt, 
sehr hübsche Gartenpflanze, ebenso 
für den Park an feuchten Orten; R. alpestris (R. alpJster), Alpen, niedrig, 8 cm. Blätter 
3- bis 5 spaltig, .luli -September, sonst wie Abb. ihl. Kultur usw. wie amplexicaiilis; R. 
crenäius, Ostalpen, wie vorige, aber Grundblätter nierenförmig, gekerbt; R. glaciälis, 
Hochgebirge und arktische Zone 
von Europa, Grönland, 8 bis 1 5 cm. 
Wurzeln lang, dick, Blätter mehrfach 
geteilt, Blüten grol.i,weil.i oder rosen- 
rot, zu 1 bis 3, Kelch dicht rauh- 
haarig, rotbraun. Mai-August, präch- 
tige Hochalpine; ähnlich R. Segiiieri. 
Südalpen. Abruzzen. aber Kelch kahl, 
nebst Blumenkrone abfällig; hier 
noch zu nennen R. bilöbiis. Südost- 
alpen, ähnlich alpestris. aber Winter- 
grün, und R. magelliUisis, Apennin, 
ähnlich crenatiis. 

2) Blüten gelb oder rotgelb. 
R. acer (R. acris), von dieser 
bei uns gemeinen, bis 80 cm hohen 
Art ist var.fl. pl. mit gefüllten Blüten, 
bis 60 cm. iWai bis-luni, für Rabatten 
und Schnitt brauchbar; R. asiäti= 
cus, G arten ranu n kel , Klein- 
asien, bis 25 cm. Wurzeln fleischig 




Abb, 




Abb. 350. Ranrnnilus ; 




Abb. 361. Raniinculug aconitifoliiis. 75 cm, in Kew lOrig. 



324 



Raiiiinculiis— Rebhuhnbeere 



(im Handel als Knollen bezeiclmcti. F^lätter drei- oder doppelt-dreiteilig. Blüten einfach 
oder gefüllt, in gelben oder roten Tonen. .\\ai-,)uni. vergleiche Kataloge der Blumenzwiebel- 
firmen. Kultur usw. ähnlich wie Aiu-inöiie japönica in warmen Lagen und sehr durchlässigem 
Boden mit Winterschutz: werden bei uns meist wie groHblütige Gladiolen behandelt; R. 
Öu/öösus, ähnlich euer, aber Wurzeln knollig, auch hiervon gefüllte Form var. ß.pl. (geht 
als R. s/k-ciösiis) brauchbar, nur 30 bis 35 cm. Mai-.]uni; R. calthaefölius (Ficdria calthac- 
folia). westeuropäische Form unseres gemeinen Frü hlingsh ah n enf u Lies (R. I-icaria. 
ficaria ranuncnloidcs, Ficaria venia), die diesen an Grolle ums Doppelte übertrifft. Blüten 
goldgelb, bis S cm breit. März-April, für etwas sonnige Stellen in frischen Lagen im Alpinum 
als Frühlingsblüher; von R. Ficaria auch eine gefüllte (var. _/'/. /;/.) und eine gelblichweilJe 




Abb. 362. Ruriuncalus ulpestris, Berg-Hahnenfuß, 8 cm lOrig., Schneeberg, 



Form (var. ociirolciiciis): R. lanuginösus, Europa -Kaukasus, 0.3 bis 1 m, Stengel und 
Blattstiel abstehend behaart. Blüten goldgelb. Mai-.luli, für halbschattige Stellen im Park; 
R. nyssänus, Balkan. Wurzeln knollig. Blätter seidig behaart, eingeschnitten, Blüten grol.i. 
goldgelb, Alpinum, etwas wuchernd; R. repens, gemein wie acer. auch hier nur gefüllte 
Formen, var..//. p/.. für Garten geeignet. Mai-.luni. 

11. Wasserpflanzen mit flutenden Stengeln. 

Von dieser sehr oft als Batrcicliitim gehenden Gruppe nennen wir hier nur R. aquätilis 
(Batrdchium aqudtile), heimisch, untergetauchte Blätter lineal zerteilt, schwimmende kreis- 
förmig. Blüten weil,'). Juni-,\ugust, wie .Abb. 3ö3. für Bassin und Teiche brauchbar. 

Ranünculus anemonoides und rutaefölius siehe Cüllidntlicmitm. — Raoülia Buchanänü: mit 
Hcliclirysiiiit verwandte, kriechende polslerbildende Komposite aus Neuseeland ; ob bei uns erprobt? — 
Rapistrum perenne, Reps: hie und da als Unkraut auftretende Crucifere, bis 1 ///. mit goldgelben 
Blüten, sonst wertlos. — Rapunzel siehe Pliytciinia. — Ratibida pinnäta siehe I.epücliyx pinnatifidu 

— Rauhgras siehe /.iisiugrdsfi.s. — Raukensenf siehe Descuraiiiia tunacctijöliu. — Raute siehe Riifu. 

— Rautenanemone siehe .\nciiionellu. — Rauten = Lerchensporn siehe Corvda/is Ihulictrifölia. — 
Rebhuhnbeere siehe Mitc/u'/hi. 



Rehniännia— Rheiim 



325 



f?e/jmänn/ae/äfa(/?.a/Jg"u/äfa Hort.): chinesische, aufrechte, bis 80 fw hohe, buschige, 
drüsige Scrophulariacee mit fiederlappigen Blättern und 7 — 8 cm langen, rosa-lilafar- 
benen Blüten in tranbigen Blütenständen, .luni-August, wie Abb^ 3()4, auch eine rein rosa- 
farbene Form vorhanden; Kultur in nahrhaftem, durchlässigem Boden in recht geschützter 
Lage mit guter Winterdecke oder besser zweijährig; Vermehrung durch Samen (Frühjahr), 
Ableger (Herbst); X'erwendung als eine hübsche Gartenstaude; zwischen ekita und glii- 
tinosa ist ein Bastard R. Briscoei: R. glutinösa (R. chincnsis), kleiner, rauhhaarig. Blüten 
orange mit purpurn. Zwischen dieser undder ebenfalls chinesischen drüsenhaarigen, schmutzig 
gelb mit rot blühenden R. Henry! ist ein Bastard. R. kewensis, gezüchtet worden, der 
als wertvoller gilt. 

Reiherschnabel siehe Erödiuin. — 
Reitgras siehe Cakimuiiivstis. — Reps 
siehe Rupistruni. 

Reseda complicata : bis 75 cm hohe, 
etwas halbstrauchigeStaude ausSpanien 
mit zierlichen, lockerblütigen Blüten- 
ständen. Juli-August; für etwas feuchte 
rasige Hänge im grol.ienAlpinum brauch- 
bar; außerdem wäre für Gesteinspartien 
zwischen Felsen in sonnigen, warmen 
Lagen brauchbar /?. glaiicu. bis 30 cm. 
blaugrün, Blätter lineal, Blütenstände 
dichtährig, Juni-August, ebenfalls aus 
den spanischen Gebirgen. 

Rhabarber siehe Rlieiim. — Rha- 
pönticum atriplicifölium siehe Seird- 
liila. — Rhapöniicum heleaiiföliutn 
u. a. siehe Ccnluiirca. 

Rhäzya orientälis ist eine bis 25 cm 
hohe A p o c y n a c e e aus dem west- 
lichen Kleinasien, etwa wie Amsoniu zu 
verwenden. 

Rheum. Rhabarber — Po- 

lygonaceen — Bekannte, präch- 
tige Blattpflanzen mitdickenWurzeln 
und ganz wirkungsvollen . dicht- 
rispigenBlütenständen mit unschein- 
baren Einzelblüten, vergleiche .Abb. 
3(i5 — 367. Alai-Juni (-Juli); Kultur 
in tiefgründigem recht frischem, 
nahrhaftem Gartenboden (Kompost- 
erde); Verm eh rung durch Teilung 
im Frühjahr (auch im Herbst und 
ohne Frost im Winter verpflanzbari. 
sowie durch Samen; \' er wen düng 
vor allem als schmuckvolle Einzel- 
pflanzen auf Rasen, aber besonders 
auch in Gruppen am Ufer im Park. R. Alexandrae auch als Rabattenpflanze. 

R. Alexandrae. Königsrhabarber, eigenartiger Typus aus China. Blätter glänzend 
grün, herzeiförmig. Blütenstände mit groLlen. blattartigen, hellgelben Hochblättern, bis 1 m. 
wie .Abb. 3(i5. Juni, interessante .Art; R. Colliniänum, China. Blätter tief und breit einge- 
schnitten, Blütenstände rot. aufrecht; R. Emödi (R. aiistrcile). Nepal, üppig. Blätter herz- 
förmig, kupferig überhaucht, stumpflappig, mit gewellten Rändern, Blütenrispen rot, aufrecht, 
bis 1..5 tu: R. officinäle, West-China. Blätter tief gelappt. Blütenrispen bleichgrün, wie 
.Abb. 36(j. beste .Art für Zierzwecke; R. palmätum (R. sangiimeiinij, Nordostasien. Blätter 
tief spitzlappig. Blütenstände purpurn, wie Abb. 3ö7. bei var. rubrum Blütenstände dunkel- 
rot hierher als Form R. tangüticum mit länglicheren Blättern, sehr zierend, dauerhafteste 
der rotblühenden Formen; R. pruinösum, eigenartig durch seine samtartig weichen, wie 
bereift erscheinenden jungen Blatter; R. Rotheänum, eine Z:"/«of//-Hybride. bis 3 m. Blätter 
sehr grol.'i. meist ganzrandig. gewellt. Blüten rot. Tracht ähnlich f/wof//, größte Form ; aul.ler- 
dem sind seit langem in Kultur die Speiserhabarber R. rhapönticum und anduUttum aus Si- 




Abb. 363. Rü 



iimciiliis aciimlilis. 
in einem Graben i 



Wasserhahnenfuß, 



32( 



Rhtuin — RodgC'rsia 



birien. die besten Kultursorten für Nutzzwecke sind „The Sutton". für schweren Boden, lange, 
kräftige gerötete Stiele, besser als „Victoria"', die in schwerem Boden versagt. „Davis Chal- 
lenge" treibt später. Stiele mehr grün, kürzer und dicker, gehtauch als „Weinbecks Rhabarber". 
Rhexia virginica, Wiesenschöne : nicht sehr ansehnliche, mehr botanisch interessante, aufrechte, bis 
über fußhohe nordamerikanische Melastomacee mit Knollen tragenden Wurzeln, gegenständigen, 
eiförmigen Blättern und rosafarbenen, bis 3 cm breiten Blüten in lockeren Rispentrauben, Juli-August; 
Kultur in moorigem Sumpfboden in sonniger Lage, wie auch in frischem, etwas lehmigem Qarten- 
boden; Vermehrung durch Teilung; Verwendung an entsprechenden Orten im Garten und Park; 
man gebe etwas Winterschutz. 

Rhinänthus siehe Alectorölophus. — 
Rhizobötrya alpina siehe Cocliledria. 

— Rhödea iapönica siehe Rölulea. — 
Rhodiola rösea siehe Sedum röseuni. 

— Rhomneya siehe Romneya. 
Rhynchöspora fusca, Schnabel- 
binse: 8 bis 15 cm hohe Cyperacee 
mit kriechendem Wurzelstock und brau- 
nen Ährchen ; sie wächst bei uns in Torf- 
sümpfen und moorigen Wiesen und wird 
von Liebhabern im Alpinum an ähn- 
lichen Stellen gelegentlich kultiviert 

Riccia [Ricciellu) ilüitaas ist ein auf 
seichten Gewässern bei uns schwim- 
mendes, sattgrünes gabelig verzweigtes 
Lebermoos, das von Wasserpflanzen- 
Liebhabern in Aquarien gelegentlich 
kultiviert wird. 

Riemenzunge siehe Himantoglös- 
siim. — Riesenfenchel siehe Fi'riila. 

— Riesenschleierl<raut siehe Cnunbe. 

— Riesenvergilimeinnicht siehe Myo- 
sitidium. ~ - Rietgras siehe Carex. 

Rindera iCynog/ösximi. Mdttia) um- 
belläta : südungarische Borraglna- 
c e e , 40 bis 60 cm. Tracht wie Abb. 43, 
grauweilJ-seidig behaart, Blätter lang, 
schmal, Blüten braunrot, Kelche weiß- 
borstig, Mai-Juli, Samen geflügelt; Kul- 
tur in sonnigen Lagen zwischen Ge- 
stein; Vermehrung durch Samen 
und Teilung; Verwendung im AI- 
Rindsauge siehe Buphthdlmum. — 
Rippendolde siehe Pleurospcnnum. — 
Rippenfarn siehe Blecliiumi. — Rispen- 
gras siehe l\ni. — Ritschgras siehe 
Koeleria. — Rittersporn siehe Dclplii- 
nii:ni. — Robertia taraxacoides siehe 
Hypocliocris. 

Rodgersia, Schaublatt — 

Saxifragaceen — Stattliche 
Pflanzen mit dicken Rhizomen, 
grundständigen, gestielten, finger- 
förmig fiederteiligen Blättern, die 
im Sommer sich meist bronzegrün färben und kleinen Blütchen in ansehnlichen rispigen 
Blütenständen, wie Abb. 48 und 368—369. .luni-.luli; Kultur in tiefgründigem, nahr- 
haftem, humusreichen Boden in halbschattigen, frischen Lagen, wenn Boden genügend feucht, 
auch sonniger, namentlich in rauheren Gegenden; Vermehrung durch Teilung (März-April), 
Wurzelschnittlinge und Samen; Verwendung als prächtige Gruppenstauden für geeignete 
Lagen, besonders im Park (Abb. 368). unter lichtem Gebüsch und am Ufer. 

R. aesculifölia, Zentralchina. Blätter denen der Rol.ikastanie ähnlich. Blütenstände bis 
1 ni. rosaweil,). Juni-.luli. wie Abb. 369; R. pinnäta, China, ähnlich voriger, aber Blätter 
mehr gefiedert. Blütenstände lockerer. Blüten rosa oder rosaweil.). bei var. a/ba weil.!, wie 
Abb. 48; R. podophylla, Japan, Blätter 5- bis 7 fingerig, metallisch schimmernd. [Bluten- 
stände grünlichweiü. bis 1 m. an Anincus erinnernd (Abb. 368), Mai-Juni; R.sambucifö- 
lia, China, Blätter grol,). gefiedert, bronzegrün. Blütenstände rahmweil.!. Juli-August. 




Abb. 364. Reh 

(Orig., Ve: 



eldta, 75 cm 



Rodgersia— Rollfarn 



327 



Rodgersia tabuläris siehe AstUboides. — Roettlera aiirea siehe Diäymocürpus. 

Röhdea japönica: 25 b\s 50 cm hohe, japanische Liliacee mit .4, syj/(//.s7/T;- ahn liehen, rosettigen 
Blättern, fleischigen Wurzeln, niedrigen, dicken, zwischen Blättern sitzenden, kugelig-glockigen Blüten 
im September und olivenförmigen Beeren mit rotem Fruchtfleisch ; K u 1 1 u r in jedem nahrhaften Boden 
in schattiger oder halbschattiger, feuchter Lage, die weißbunte Form ist nur Kalthauspflanze. 

Rohrkolben siehe Typha. — Rollfarn siehe Allosoms. 




.^28 



Romanzöffia — Rübus 



Romanzöffia sitcheasis: niederliegend -aufstrebende, bis 20 cm holie Hy d ropli yll ac ee aus 
Nord\vestaineril<a, von der Tracht wie Suxifni};a gninntäla. Blätter gestielt, rundlich-nierenförmig, ge- 
kerbt, Blüten weil.'), in wenigblütigen Rispentrauben, April-Mai; Kultur usw. im Alpinum, etwa wie 
die genannte Saxifraga. 

Romneya Coü/fer/, Baummohn: in der Heimat (Kalifornien) halbstrauchige. bei uns 
staudige. aufrechte, buschige, bis 1..5 in hohe Papaveracee mit kriechendem Wurzelstock, 
blaugrünen, wechselständigen, fiederteiligen oder 3 zählig zerschlitzten Blättern und endstän- 
digen, duftenden. weiLien. bis über 1 cm breiten, seidig-glänzenden Blüten (Abb. 370), mit 
gelben Staubbeuteln. .luni-August; Kultur in gut durchlässigem Boden, dernicht zu schwer 

ist. in recht sonniger, warmer Lage, 
im Winter guten Schutz gegen Kälte 
und vor allem Nässe ; V e r m e h r u n g 
durch Wurzelschnittlinge. Samen 
liegen sehr lange, wenn nicht ganz 
frisch; Verwendung als prächtige 
Gartenstaude. 

Romülea (TrichomUna) — Iri- 
daceen — Krokusartige Gewächse 
mit knolligem Rhizom , schmalen 
Blättern und meist einzeln stehenden 
Blüten; Kultur usw. wie Crocus, 
doch sind die Romu/ea-Artsn emp- 
findlicher, nur für warme Lagen zu 
empfehlen und bedürfen des Winter- 
schutzes. 

R. Bulbocödium, Westeuropa 
und iWittelmeergebiet. Blätter line- 
alisch, zusammengedrückt. Blüten 
hellviolett, am Grunde gelb, März- 
April. härterals/?.rÖsea, bis 25 cvh. 
Blütentriebe l(-3)blütig, Blüten lila- 
rosa, äuüere Abschnitte aul.ien mit 3 
purpurnen Streifen; verlängerte, bis 
3blütige Blütenstände, aber kleinere 
Blüten hat die südfranzösische f^. 
lamitlöra. 

Roscoea purpurea ist eine dunkel- 
violett blühende Scitaniinacee aus 
dem Himalaya mit knolligem Rhizom, 
bei uns wohl nur wie die großblütigen 
Gladiolen zu verwenden. blüht im Herbst. 
Wertvoller ist R. cuittleoides aus West- 
.lünnan, Blätter irisartig, Blüten wun- 
dervoll weich und zart hellgelb, die 
fleischigen Wurzeln lassen sich, 15 cm 
tief gepflanzt, in sandigem Lehmboden 
bei etwas Schutz durchwintern, gilt als 
ganz prächtig. Eine weinpurpurrote 




ijjuinulc, gemeiner Rhabarber, I 



Form, var. purpurea, sollte ebenfalls versucht werden. 

Roscoea lutea siehe Cuutica. 

Rübia Aücheri: bis 15 cm hohe, aufrechte Rubiacee aus Syrien bis Persien, mit kriechenden 
Wurzeln, 4wirteligen. spitz-eirhombischen Blättern und wenigblütigen, endständigen Blütenständen, 
April; Kultur und Verwendung etwa wie die alpinen Aspi'rula. 

Rübus, Himbeere — Rosaceen — Die zahlreichen Arten dieser Gattung gehören 
fast sämtlich zu den Halbsträucliern (siehe Laubholzbuch), und es kommen für uns nur folgende 
kriechende Arten in Betracht, die sich im Alpinum kultivieren lassen, wie Abb. 371; \'er- 
mehrung durch Ausläufer; vergleiche unten. 

R. ärcticus, nordische Art. 5—12 cm hoch. Blätter kahl, gedreit. Blüten einzeln, rosa, 
[-rüchte rot. el.ibar. liebt frische, steinige Hänge in sonniger oder halbschattiger Lage ; R. Cha= 
maemörus,M oltebeere, arktisch-subarktische Gebirgspflanze, bei uns sehr selten. 8 bis 
15 cm. Blätter einfach, nierenförmig. 5 7 lappig. Blüten zweihäusig, weil.i. einzeln. Mai- 



Rühus— Rudbeckia 



329 



Juni. Früchte orange: für feuchte, 
moorige Orte zwischen Sphagniim. 
doch Kultur wenig aussichtsvoll; 
R. illecebrösus (R. sorbijoUus). 
E rd b e er himbeere..lapan. durch 
Ausläufer leicht lästig. Blätter ge- 
fiedert. Früchte rot. nur eingemacht 
genieübar. blüht bis zum Frost; R. 
saxätilis, Felsenbeere. Europa. 
10 bis 25 cm. Stengel peitschenför- 
mig. niederliegend, fein bestachelt. 
Blätter dreizählig. Blüten zwittrig, 
weil.'), in 3 — Tblütigen Doldentrau- 
ben. Mai-.luni. Früchte rot. für 
feuchte, nicht zu schattige Stellen, 
liebt Kalk: R. xanthocärpus (R. 
/-'o/öh/h/zV. Westchina, wuchert stark. 
Blätter gefiedert, dreiblättrig. F'rüch- 
te gelb, wohlschmeckend. glciLii 
illecebrösus zur Befestigung nhii 
Böschungen wertvoll, aber kaiiiii 
wieder ausrottbar. 

Rübus Dalibärda und R. pedata 
siehe Dalibtinla. — Ruchgras siehe 
Antho.yünthurii. 

Rudbeckia, Sonnenhut — 

Kompositen — Harte . nord- 
amerikanische, aufrechte, buschige 
Stauden mit ansehnlichen, auf straf- 
fen Stielen stehenden, endständigen 
Blütenköpfchen mit stark erhabener 
Mitte und gelben oder rötlichen, 
großen Strahlenblüten, Juli bis November, wie Abb. 3 72; Kultur in jedem guten, tief- 
gründigen, nicht zu leichten Qartenboden. in sonniger oder halbschattiger Lage; Vermehrung 

durchTeilunglPflanzzeitFrüh- 

jahr bis Ende Mai. die hohen 
auch im Spätherbst und Win- 
ter, so lange frostfrei) einige, 
wie purpurea und snbtomen- 
losa, auch durch Stecklinge 
mitWurzelhaisansatz. oderSa- 
men ; Verwendung als aus- 
gezeichnete Rabatten-. Park- 
und Schnittstauden, gehören 
auch zu den besten Blüten- 
stauden. 

R. laciniäta, bis 1.5 ;ii, 

untere Blätter 3 — 5 teilig. 
obere dreispaltig. Blüten hell- 
gelb. 10 bis 12 cm breit. 
Strahlen nickend, wie .-Xbb. 
372; eine ausgezeichnete, ge- 
füllte Form ist var. „Gold- 
ball" (Golden glow). August- 
September; sehr wertvoll, be- 
Ahb. 3bS. Roügersiu poc/op/n'//a. 80 cn,. darf aber Raum und einer 

in Pruhonitz lOrig.i. Stütze; nahe steht die rauh 




Abb. 30 



/)u/iiiuliiiii, rotblütiger Rhabarber, 

lOrig.. Nicdervvalluf. ). 




Rudbickia— Rucllia 




behaarte R. calijönüca. westl. Nord- 
amerika, niedriger, untere Blätter 
nur zweilappig. Blütenköpfe grolj. 
schön ; /?. tnäxima, bis 2 in. Blätter 
blaugrün, ungeteilt, sonst ähnlich 
nitida, Blüten sehr grol.i. goldgelb 
mit schwarzer Mitte, August-Sep- 
tember, verlangt etwasWinterschutz; 
R. speciösa (R. Newmdnii, R. 
Nenmannii Hort.). 40 bis 70 cm, 
Blätter lanzettlich. Blüten bronze- 
gelb, bis lOr/H breit, mit mattbrauner 
Mittte. Juli -Oktober, liebt frische 
Lagen, sonst nicht anspruchsvoll, 
sehr gut; ähnlich in Blüte ist eine 
/if../7oiY/ der Gärten, aber drei Wochen 
früherblühend und nicht kriechend; 
R. nitida, 1 bis 1,5 w, Blätter hell- 
grün. Blüten schön gelb, hiervon 
wer(\-()ll \'or allem die Formen 
..Autumn glory". bis 2 m hoch 
(September), und deren Verbesse- 
rung „Herbstsonne" mit straffe- 
ren gröLleren Blüten, die im Oktober 
erscheinen ; R. purpiirea (Eclii- 
nacca oder Brannc'ria purpurea), 
kräftig, 1 bis 2 ni . Blüten purpur- 
rosa, mit brauner A'\itte. Strahlen 
stark hängend, .Juli-August, hierher 
die verbesserte Form var. „Abend- 
sonne", tief leuchtend weinrot, mit 



völlig kreisrunder und dabei ge- '. 
schlossener, breitblättriger Form der 
Strahlenblüten, ferner var. röseade- 
^a«s,hellrosa,var. carniinea elegans. 
dunkelkarminrot, sowie die var. 
„Leuchtstern", leuchtendste rote 
Sorte, und „Morgenröte". 1 bis 
1 .5 m. mit breiten, hängenden, frisch 
rosalila Strahlenblüten, mit orange 
Mitte, ,Iuli. wertvoll; R. subto= 
menfösa,niittl. Vereinigte Staaten, 
bis über 1 /;/, untere Biälter tief drei- 
teilig, dicht aschgrau behaart, Blüten 
gelb, Diskus stumpfbraun, gilt als 
gut, die ähnliche R. triloba ist nur 
zweijährig. 

Rudbeckia pinnäta siehe Li'pacliys. 

Ruellia ciliösa: nordamerikanische, 
.^n bis 00 cm hohe, behaarte Acan- 
thacec mit ovalen Blättern und ein- 
zelnen oder gebüschelten blauen Blüten, 
.hmi bis Herbst; in trockenen Lagen im 
Alpinum versuchswert. Als hübscher 
gilt R. strspens, Ostnordamerika, bis 
1 m. Blüten blau. Mai-Juli, etwas mehr 
feucht und schattig. * 




Abb. 370. Roriinevci Coiilten. Baummohn. 80(7« 
\phot..\. Purpusl. 



Rumex— Sagina 




Abb. 371. Rubu! 



R. graveolens, 30 bis i 



Rümex, Ampfer: von dieser Polygonacee werden im Alpinum gelegentlich die heimisclien, in 
jeder Flora beschriebenen Arten wie alpinm, arifölius, nivalis, sciikitus usw. kultiviert, die aber nur für 
Liebhaber in Betracht konunen. Auffallend der neuseeländische R.flexuösiis. durch seine braune Belau- 
bung, niederliegend, hart, sich selbst aussäend. 

/?i/ta, Raute — Ru ta c een — Aufrechte, südeuropäischc, tief wurzelnde, stark aromalisch riechende 
Kräuter mit drüsig gepunkteten, geteilten Blättern und kleinen, gelben Blüten in trugdoldigen Blüten- 
ständen, Juni-August, wie Abb. 373; Kultur in jedem guten, tiefgründigen Qartenboden in warmer, 
sonniger Lage ; Vermehrung durch Samen ; Verwendung nur für Liebhaber, ist bei uns hie und 
da verwildert. 

Blätter fast dreifach gefiedert, sehr fein zerteilt, Juni-August ; R. pata- 
vina [Huplopltyllum pataviiuun Hort.), 

1 bis 1,5 w. Blätter dreizählig, silzend, 
mit schmalen Blättchen, .luni-Juli. wie 
Abb: 373. 

Ruyschiäna spicäta siehe Dnico- 
ccphaliini Rnyscliiunu. — Rynchöspora 
siehe Rliynchospora. — Rydbergia 
grandiflöra siehe Actinella. 

Säuerling siehe Oxyria. — Safran 
siehe Crociis. 

Sagina, Knebel, Mastkraut 

— Caryophyllaceen — Harte, 
europäische, niederliegende, rasige. 

2 bis 20 cm hohe Stauden mit 
wurzelnden Stengeln, linealen. ge- 
spitzelten Blättchen und kleinen, 
weil.llichen Blütchen; Kultur im Al- 
pinum auf steinig-sandigem Grunde, 
der bei 5. procnnibens etwas feucht 
sein mul,'). während die anderen 
Arten etwas sonnige, trockenere 




Sagina — Sagittäria 




Abb. 373. Riita pataylini, Padua-Raiite ipi: 



Lage vorziehen ; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung zur 
Bekleidung steriler Hänge und 
Felsen. 

S. procümbens, Blüten vier- 
zählig, Mai -September; S. subU' 
lata (geht auch als Arenaria c'aes- 
pitösa, Spc'rgii/a pilifera und Sagina 
aciculdris oder pilifera. doch wird 
darunter auch zuweilen eine etwas 
immergrüne Form aus Korsika ver- 
standen), Sternmoos. Blüten fünf- 
zählig, Juli -August; S. Linnaei 
fS. saxätHisJ, sehr ähnlich, aber 
mit weniger gespitzelten Blättern 
und kahlen Blütenstielchen, bildet 
hübsche grüne Rasen. 

Sagittäria, Pfeilkraut — 
Alismaceen — Aufrechte Wasser- 
pflanzen mit knolligen Wurzel- 
stöcken, langgestielten, grundstän- 
digen, pfeilförmigen oder lanzett- 
lichen Blättern (in tiefem Wasser 




Abb. 374. Sagittäria sugiltifoliu fl. pl. 
Pfeilkraut, I in (H. Junge- 



gefülltes japanisches 



Sagiltäria— Salvia 



33.3 




bilden sich nur lineale flutende Blätter aus) und weil.ien Blüten mit dunklen Augen in quirligen 
Rispen, Juni-August, wie Abb. 374: Kultur in seichtem, stehendem oder langsam flieüendem 
Wasser; X'ermehrung durch Teilung im Frühjahr: Verwendung für Bassins und Ufer. 

S.latifölia fS.variciöi/isJ. Nordnmcrika. 
wie folgende, aber üppiger, Blätter breiter. 
Blüten gröl.ler. zahlreicher: S. sagitti= 
fölia, heimisch. 30 bis 8() cm. Kronen- 
blätler mit violettpurpurnem Grundfleck, 
hierher var.//. /;/., Blüten weil.), gefüllt, geht 
in den Gärten als S.japönica oder Joponna 
.//. /;/., wie .Abb. 374: beste Form; 5. 
sinensis, China. Blätter eilanzettlich. 
nicht pfeilförmig. Stiele bis 1 in. Blüten- 
stände bis 1,3 ///. Blüten schön, reinweil'i. 
es geht aber unter diesem Namen oft nur 
eine schmalblättrige Form der vorigen Art 
in den Gärten. — 5. monlevidc>nsis aus 
Südamerika ist eine sehr schöne, aber bei 
uns nicht winterharte Art. 

Salomonssiegel siehe Polygonütiwi. 

Salpichröma {Atropa) rhomboidea ist eine 
argentinische Staude, die für uns kenien Wert 
hat und leicht erfriert. 

Sälvia, Salbei — Labiaten — .Weist 
aufrechte, buschige Stauden mit gegen- 
ständigen, einfachen, gezähnten Blättern 
und quirligen Blütenähren mit oft ansehn- 
lichen, schön gefärbten Lippenblüten, siehe 
.Abb. 4') und 375 — 377; Kultur im allgemeinen in jedem durchlässigen, weder zu feuchtem 
noch zu schwerem Gartenboden in sonniger Lage; man vergleiche die Arten: Vermehrung 
durch Samen. Stecklinge iz. B. sylvestris) und Teilung; Verwendung als hübsche Rabatten- 
stauden, sowie für geeignete Stellen im Park und im grollen .Alpinum. 

S.globösa fS. verbascifölia var. 
iilobosa). kleinasiatische Gebirgsart. 
deren Tracht Abb. 3 75 gut zeigt, 
wird bis über 1 m hoch, im ersten 
,lahre nur groüe Blattrosetten bil- 
dend, aber sehr zierend, Blätter weil.) 
oder leicht gelblich, August, leider 
nur 2 jährig, doch leicht aus Samen 
zu ziehen; S. glutinösa, .Mittel- 
und Südeuropa, bis 1,2 i/i . Blätter 
spitzherzförmig, Blüten in locker- 
blütigen Quirlen, hellgelb mit bräun- 
lichen Punkten, ,luli-.August (-Sep- 
tember), feuchte Orte zwischen Ge- 
büsch fürden Park; S.^rand/7/öra, 
Kleinasien, aufrecht, bis 1 /«, etwas 
behaart, Blätter herzeiförmig, Blüten 
blau. .luni-Juli. wie .Abb. 44; S. 
pratensis, heimisch. 30 bis 60 cm. 
Grundblätter rosettig. herzeiförmig. 
Blüten violettpurpurn, rosa (var. 
röseaj und tiefviolett (var. atrovio- 
Icicea). beste Form, .luli bis .August, 
für trockene, sonnige Lagen; S. 
vhestris. 60 cm, in Pruhonitz. (Orii^.i. PrzeH'ä/sA/7,Xordchina.bis 50««, 




Abb. 376. Sali' 



334 



Sälvia — Sanguinäria 



behaart. Blüten blau, wie Abb. 377. besser ist die ähnliche 5. Iiians (S. hinialayca Hort.), 
Kaschmir. Blütenquirle d blutig. Blüten ansehnlicher blau ; S. ringens, Südosteuropa, bis 
60 cm. lockerbuschig, Blätter fiederschnittig, Blüten sehr grol.!, tiefblau, rispig, .luli-August, 
sehr schöne Art für warme Lagen; S. scabiosaefölia fS. fiablizicina). Taurien, ähnlich 
voriger, aber Blüten violett, etwas kleiner; S. sylvestris (S. ncmorösa). heimisch, 60 bis 
80 cm, tief violettpurpurn. Juli-August. Rabatten und im Park zwischen lichtem Gebüsch, 
am Rande von Gehölzgruppen brauchbar, var. siiperba ist eine Verbesserung der Stammart, 
var. alba, weil.iblühend; S. verbascit'olia vorderasiatische, wohl nur 2 jährige Art, bis 
50 cm. grau behaart, Blütentrauben gelbweiü; S. verticilläta, Osteuropa, Mittelmeergebiet, 
30 bis ()') cm, Blätter fast dreieckig herzförmig, Quirle 15- bis 30 blutig, Blüten hellilablau, 
.luli-August. trockene, sonnige Stellen; S. virgäta, Ost- und Südeuropa-Kleinasien, bis 
50 cm. ähnlich pratensis, Ähren länger, sehr graziös. Blüten hellblau, kleiner, Juli-August. 




Abb. 377. Sah'ia Przewul