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Full text of "Unsere Freiland-Stauden; Anzucht, Pflege und Verwendung aller bekannten in Mitteleuropa im freien Kulturfähigen ausdauernden Krautigen Gewächse"

Slif i. B. BtU lütbrarg 




Nortlj (Earoltna &tatf llmoprattg 

A COLLECTION OF SCIENTIFIC BOOKS 

TO THE MEMORY OF 

DR. WILLIAM JOSEPHUS ROBINSON 

AND DR. VICTOR ROBINSON 




THIS BOOK IS DUE ON THE DATE 
INDICATED BELOW AND IS SUB- 
JECT TO AN OVERDUE FINE AS 
POSTED AT THE CIRCULATION 
DESK. 



' Ri^H ' y i njü 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 

BAND I 
UNSERE FREILAND-STAUDEN 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 



UNTER MITWIRKUNG VON 
ISTVAN GRAF AMBROZY-MIGAZZI. GEORG ARENDS. 
ADOLF CIESLAR. M. GEIER. GOOS & KOENEMANN. 
C. HEICKE. HERM. A. HESSE, P. KACHE. W. KESSEL- 
RING. A. PURPUS. ALFRED REHDER. HERBERT GRAF 
SCHAFFGOTSCH, PROF. SCHWAPPACH, FRITZ GRAF 
SCHWERIN. HELLMUT SPAETH. H.TEUSCHER, E.H. 
WILSON. EGBERT WOLF. FRANZ ZEMAN, H. ZORNITZ 

HERAUSGEGEBEN VON 

ERNST GRAF SILVA TAROUCA UND CAMILLO SCHNEIDER 

ERSTER BAND 

UNSERE FREILAND-STAUDEN 



19 2 2 

HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.G. 
WIEN / G. FREYTAG G.M.B.H. / LEIPZIG 



UNSERE 

FREILAND-STAUDEN 

ANZUCHT, PFLEGE UND VERWENDUNG ALLER BEKANNTEN 
hN, MITTELEUROPA IM FREIEN KULTURFÄHIGEN AUS- 
DAUERNDEN KRAUTIGEN GEWÄCHSE 

L'XTIfR MlTWÜ^KUNü \0X 
ISTVAN GRAFAMBRÖZY-MIGAZZI, GEORG ARENDS, 
M. GEIER. ÜOOS & KOEXEMANN, W. KESSELRING. 
A. PURPUS. HERBERT GRAF SCHAFFGOTSCH. 
H. TEUSCHER. FRAXZ ZE.N\AN L'XD H. ZORNITZ 

MFRArSGEüEBEX VON 

ERNST GRAF SILVA TAROUCA UND CAMILLO SCHNEIDER 



DRITTE. VOLLSTÄNDIG NEU BEARBEITETE AUFLAGE 
.MIT 451 ABBILDUNGEN IM TEXT UND 23 FARBIGEN 

ABBILDUNGEN AUF 12 TAFELN 



19 2 2 

HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.G. 
WIEN / G, FREYTAG G.M.B.H. / LEIPZIG 



KULTURHANDBÜCHER 
FÜR GARTENFREUNDE 

ESSINDERSCHIENEN: 
BAND 1: UNSERE FREILANDSTAUDEN 

A\1T 451 ABBILDUNGEN IM TEXT UND 23 FARBIGEN BILDERN 

BAND II: UNSERE FREILANDLAUBGEHÖLZE 

AV1T,4')7 ABBILDUNGEN IM TEXT UND 25 FARBIGEN BILDERN 

BAND III: UNSERE FREILANDNADELHOLZER 

MIT 318 ABBILD. IM TEXT, 6 SCHWARZEN U. 13 FÄRB. BILDERN 
DER URSPRÜNGLICH GEPLANTE 

BANDIV: GARTEN UND PARK 

WIRD VORAUSSICHTLICH NICHT ERSCHEINEN 



ALLE RECHTE BES. DAS DER ÜBERSETZUNG VORBEHALTEN 
COPYRIGHT 1922 BV HÖLDER-PICHLER-TEMPSKY A.-Q., WIEN 

G. FREYTAG G. .NV. B. H., LEIPZIG 
DRUCKEREI THALACKER & SCHÖPFER, LEIPZIG, INSELSTR. 12 



VORWORT ZUR DRITTEN AUFLAGE. 

Seit dem lirscheiiien der zweiten Auflage haben sich weltgeschichtliche Ereignisse ab- 
gespielt, die auch auf das Geschick der früheren Herausgeberin unserer Kulturhandbücher 
der „Dendrologischen Gesellschaft für Österreich-Ungarn" ihre schweren Schatten geworfen 
haben. Der Unterzeichnete trat im Dezember 1013 eine dendrologische Forschungsreise nach 
Westchina an, um neue Schätze für den damaligen Vereinsgarten in Pruhonitz zu sammeln 
und damit die Teilnahme an der über Erwarten aufblühenden Gesellschaft in noch weiteren 
Kreisen zu wecken. Während er jedoch im fernen Yunnan weilte, brach der Weltkrieg aus. 
dessen lange Dauer ihn fast sechs Jahre von Europa fern hielt. Die auf ein Jahr berechnete 
Forschungsreise in China selbst konnte glücklich durchgeführt werden, doch mul.lte der Unter- 
zeichnete von dort aus sich nach den Vereinigten Staaten begeben, wo er. einer .'Xufforderung 
von Professor C. S. Sargent folgend, im Arnold Arboretum wissenschaftlich tätig war. Von 
den reichen Sammlungen ging leider ein Teil, der einige hundert Nummern von wertvollen 
(meist alpinen) Sämereien und etwa dreihundert farbige und schwarze Photographien um- 
faLite, verloren. Auch die Sämereien, die noch von China oder während des Krieges von 
Amerika aus über Norwegen nach Deutschland und Österreich-Ungarn gelangten, konnten 
nur teilweise die rechte Pflege finden, da ja überall die Gartenbetriebe durch den Krieg schwer 
gestört waren. Nur die botanischen Herbar-Sammlungen blieben vollständig erhalten und 
Dubletten davon konnten auch an Institute in Deutschland und der Schweiz abgegeben werden. 
Eine N'erwertung der Sammlungen, wie sie ursprünglich im Interesse der Gesellschaft geplant 
war, erwies sich jedoch als unmöglich. Es stellte sich sogleich nach der Rückkehr des Unter- 
zeichneten nach Wien im Herbste 1*^)1') heraus, daß die Gesellschaft infolge der politischen 
Zersplitterung der ehemaligen Österreichisch-Ungarischen Monarchie und des vollständigen 
wirtschaftlichen Zusammenbruches, der erst nach dem Kriege recht zum Ausdruck kam. nicht 
weiter bestehen konnte. So erfolgte denn am 9. Juni l')20 die Auflösung der Gesellschaft. 
wobei der Vereinsgarten in Pruhonitz sich unter der Leitung des früheren um die Gesellschaft 
so hoch verdienten Obergärtners F. Zeman in eine auf geschäftlicher Basis betriebene Den- 
drologische Gärtnerei umwandelte. Hierdurch wurde es möglich, einen guten Teil des früheren 
Bestandes zu erhalten, wozu auch eine ganze .Anzahl von den Pflanzen gehören, die aus den 
nach Europa gelangten chinesischen Sämereien erzogen wurden. Einige sind auch bei den 
Firmen G. .Arends. Ronsdorf, L. Späth, Berlin-Baumschulenweg und F. Sündermann, Lindau- 
Bayern noch in Kultur. Ebenso enthält der an Pflanzenschätzen so reiche Park in Pruhonitz 
gar manches davon. 

U'ährend sich jedoch in Wien die .Auflösung der dendrologischen Gesellschaft vollzog (die 
nichts mit der von Graf Schwerin so trefflich geleiteten Deutschen Dendrologischen Gesell- 
schaft zu tun hatte), wurde in Deutschland ein Unternehmen ins Leben gerufen, dessen Be- 
deutung für den Gartenbau Mitteleuropas heute noch nicht in seinoT) vollen Umfange ermessen 
werden kann: die Zeitschrift „Die Gartenschönheit" wurde durch den unermüdlichen 
Idealismus, die zielbewul.ite Tatkraft und Schaffensfreude des wohlbekannten Gartenbauschrift- 
stellers und Staudenzüchters Karl 1-oerster. Bornim, und des verantwortlichen Herausgebers 
Oskar Kühl ins Leben gerufen. Der L'nterzeichnete trat als Mitherausgeber in die Schrift- 
leitung ein. .Auf diese Zeitschrift, von der auch noch in der Einleitung die Rede sein wird. 
sei hier nachdrücklich hingewiesen, da sie eine wesentliche Ergänzung zu unseren Kultur- 
handbüchern darstellt. Sie ist auch ein Beweis dafür, wie trotz der ungeheueren wirtschaft- 
lichen Schw ierigkeiten das Leben im Garten der Deutschen immer neu erblüht. .Auch die Tat- 
sache, daß schon seit mehr als einem .lahre die zweite .Auflage des Staudenbuches vollständig 
vergriffen war, zeigt, daß unsere Bücher einem Bedürfnis entsprechen. Der L'nterzeichnete. 
der diesmal im N'erein mit Graf Ernst Silva Tarouca die Neuherausgabe übernommen 



VI Vorwort zvir dritten Auflage 

hat und der die volle Verantwortung für alles trägt, selbst wenn es ausdrücklich einem be- 
stimmten iWitarbeiter zugeschrieben ist. hat sich nach besten Kräften bemüht, das Buch den 
Erfordernissen der Gegenwart anzupassen. 

Dies wäre ihm allerdings nicht möglich gewesen, wenn ihn nicht die früheren Mitarbeiter, 
soweit sie noch leben und im Beruf tätig sind, auf das entgegenkommendste unterstützt 
hätten, und wenn er nicht einige neue gefunden hätte, die ihre reichen Kenntnisse in den 
Dienst der guten Sache stellten. 

Von den alten Mitarbeitern schied durch seinen allzu frühen Tod aus Herr M. .1. Goos. 
Niederwalluf. dessen Hinscheiden Alle tief beklagen werden, die diesen Pflanzenkenner und 
-Züchter und trefflichen Menschen kannten. Ferner entfällt jetzt der von James Veitch 
& Sons bearbeitete Abschnitt, da diese Firma sich inzwischen aufgelöst hat. Ihre hohe Be- 
deutung nicht nur für den englischen Gartenbau wird unvergessen bleiben. 

Als neue Haupt-A\itarbeiter gewannen wir sechs. Herr M. Geier hat sich seit Jahren als 
ausgezeichneter Staudenkenner und Pfleger bewährt, leider hat ihn ein schweres Geschick 
verfolgt, so dal.) er gegenwärtig seinem ihm so lieben Berufe untreu werden mul.lte. Möge 
es nur auf kurze Zeit sein. Er hat den Allgemeinen Teil durchgesehen und viele wertvolle 
Kultur- und Sortenwinke gegeben. Herr Wilhelm Kesselring war uns allen bekannt 
als Inhaber der Regel & Kesselringschen Gärtnerei in St. Petersburg, die der Krieg zerstört 
hat. Er ist jetzt in seiner Heimat, der Schweiz, tätig und hat trotz all der Leiden, die ihm 
der Krieg gebracht hat. in aufopferungsvollster Weise uns viele sehr wertvolle Notizen, ins- 
besondere über die Farne, geliefert. In Herrn Herbert Graf Schaffgotsch begrül.ien wir 
einen bekannten Gartenfreund und Alpenpflanzenpfleger, dessen reizendes Alpinum in Purg- 
stall, N.-Ostr., ein wahres Schmuckkästlein ist und von der Liebe zur Pflanze und dem ho- 
hen gärtnerischen Verständnis des Schöpfers zeugt. Fr war so freundlich, alles das im All- 
gemeinen Teil zu prüfen, was mit Alpenpflanzen zusammenhängt. Herr Gartenbauinspektor 
H. Tausche r. der sich während seiner Tätigkeit im botanischen Garten zu Dahlem reiche 
Kenntnisse erworben hat. sah ebenfalls den Allgemeinen Teil durch und prüfte dabei auch 
die Namengebung. Ferner unterstützte uns in weitestgehendem MalJe Herr H. Z ö r n i t z . der 
als Obergärtner in der Staudengärtnerei von Georg Arends so reiche Gelegenheit hat, all 
das zu prüfen, was für unser Buch wichtig ist. Für seine ausgezeichnete Mitarbeit, die sich 
über das ganze Werk erstreckte, zeugen die von ihm gezeichneten Abschnitte, bei deren 
Abfassung ihm Herr Arends zur Seite stand, in dem wir den Altmeister der deutschen Stauden- 
gärtnerei verehren. Ihm und Herrn Zörnitz fühlt sich der Unterzeichnete zu ganz besonderem 
Danke verpflichtet. Auch Herr Th. Körner in Wiesbaden sei bestens bedankt für einige No- 
tizen, und ebenso Herr Carl Kesselring, Zürich, für die Erlaubnis zur Wiedergabe seiner 
Photographien; ferner Herr Okonomierat Wüst, Rohrbach (Pfalzl, für die Tabelle der 
Bienen-Stauden, Herr Gartenarchitekt Poethig, Charlottenburg, für den Staudenrabatten- 
Entwurf, und nicht zuletzt Herr Richard Rothe. Glenside, Pa., Verein. Staaten von 
Nordamerika, für die gütige Überlassung seiner schönen Aufnahmen auf Seite 13 bis 15. 

Von allergröüter Wichtigkeit erscheint es uns aber, daß wir auch Herrn Ist van Graf 
Ambrözy-Migazzi als Mitarbeiter für das Buch gewonnen haben, der bereits für die 
1. Auflage des Laubholzbuches einen so überaus gehaltvollen Beitrag schrieb. Es dürfte 
unter den heute lebenden Gartengestaltern und Pflanzenkennern kaum einen geben, der über 
so reiche praktische Erfahrungen verfügt. Seine Anlagen in Malonya (Slovakei) sind eine 
klassische Stätte auch für die Erprobung von Stauden. Ihm gebührt für seine herzliche Teil- 
nahme an unserem Werke unser wärmster Dank. 

Aul.ier der oben erwähnten ..Gartenschönheif müssen wir noch zwei Werke nennen. 
deren Durchsicht für diese Neuauflage bedeutsames A\aterial geliefert hat. Es ist vor allem 
die von L. H. Bailey in .Amerika herausgegebene „Standard Cyclopedia of Horticulture" und 
ferner das Buch von Reginald Farrer „The English Rock-Garden". Näheres über beide 
Werke sagen wir in der Einleitung zu dem .Abschnitt Anmerkungen. 

Im März 1^)22 hat sich in Prag wieder eine neue Dendrologische Gesellschaft 
gebildet, an deren Spitze wiederum Graf Ernst Silva Tarouca getreten ist. Als Vize- 
präsident fungiert Professor Dr. Karl Dom in, Prag, und die Geschäftsstelle ist in Pruho- 
nilz bei Prag, wo die neue Gesellschaft den oben erwähnten X'ereinsgarten der ehemaligen 
Dendrologischen Gesellschaft für Oesterreich-Ungarn übernommen hat, als deren ideelle 
Nachfolgerin wir sie betrachten dürfen. Die Dendrologische Gärtnerei von F. Zeman i!i Co. 



Vorwort zur dritten Auflage. VII 

ist somit wieder aufgelöst worden und Herr Zenian leitet nun den Garten für die neue Den- 
drologisclie Geseilschaft in Prag. In dieser Neiigriindung dürfen wir wohl ein weiteres er- 
freuliches Zeichen für das Wiedererstarken der gärtnerischen und gartenkünstlerischen Be- 
strebungen in .Mitteleuropa erblicken. 

Dal.) wir diese neue .Auflage des Staudenbuches trotz all der Nöte des Friedens in einer 
Ausstattung bieten können, die der ersten .Ausgabe nicht nachsteht, dafür gebührt dem neuen 
N'erlage unser wärmster Dank. Wir freuen uns. dal.i bei dem Übergange unserer Kulturhand- 
bücher in andere Hände die .Anteilnahme des neuen Verlages keine geringere ist. als die des 
früheren Verlegers. 

Auch der Druckerei haben wir für die schnelle und überaus sorgfältige Drucklegung, die 
mit so groLler Sachkenntnis geschah, herzlich zu danken. 

Es wäre den Herausgebern eine grol.ie Freude, wenn recht zahlreiche Freunde uns helfen 
würden, auch eine weitere .Auflage noch wesentlich zu vervollkommnen und zu vermehren. 
.Alle .N\itteilungen sind an den Unterzeichneten nach Charlottenburg 4. Bismarckstr. 19, oder 
zu Händen der Schriftlcitung der Gartenschönheit. Berlin-Westend, erbeten. 

C h a r 1 o 1 1 e n b u r g , im .Wai 1 02 2 . 

CA.MILLO SCHNEIDER. 



VORWORT ZUR ZWEITEN AUFLAGE. 

Die so freundliche Aufnahme und der schnelle Absatz der ersten Auflage sind uns ein Ansporn 
gewesen, diese gründlich durchzusehen und in bereicherter Form jetzt unseren Freunden darzubieten. 
Sie möge die gleich günstige Aufnahme finden und noch stärker dazu beitragen, die Freude an der 
Staudenpflege in immer weiteren Kreisen zu wecken und zu beleben. Man beachte unsere Darlegungen 
in der Einleitung. 

Im übrigen gilt das im Vorwort zur ersten Auflage Gesagte auch für diese neue Ausgabe, an deren 
Durchsicht sich besonders die Herren Arends und Qoos hervorragend beteiligten. Zu unseren Mit- 
arbeitern trat hinzu Herr Qarteninspektor A. Purpus, Darmstadt, welcher ja auch für die erste Auf- 
lage schon viele wertvolle Bilder lieferte. Wir verdanken ihm außer den Photographien sehr viele be- 
sondere Hinweise für den zweiten Hauptteil. Ganz besonders verpflichtet fühlen wir uns dem bekannten 
englischen Forschungsreisenden, Herrn George Forrest, der uns in so gütiger Weise seine präch- 
tigen Aufnahmen der neuen Primeln aus Zentral -China zur Verfügung stellte, deren Übermittlung 
Mrs. Forrest so liebenswürdig war, zu besorgen. Auch Herrn Obergärtner Hans Schmid, Wädens- 
wyl, sind wir für Hinweise auf Unrichtigkeiten Dank schuldig. Ebenso Herrn Garteninspektor E. R e 1 1 i g , 
Jena, für verschiedene Angaben. Nicht unterlassen möchten wir, auf die hochbedeutsamen Mitteilungen 
unseres verehrten Mitgliedes, Herrn Wilhelm Kesselring, St. Petersburg, über ostasiatische 
Stauden in unseren „Mitteilungen", Band 11. Heft 1 u. 2 (1913), hinzuweisen, denen wir verschiedene 
wertvolle Hinweise entnehmen konnten. Unser Herr Verleger Georg Frey tag hat auch diesmal 
bereitwilligstallen unseren Wünschen entsprochen und in entgegenkommendsterWeise die Bereicherung 
der Neuauflage durch sechs weitere Farbentafeln und 76 schwarze Textbilder ermöglicht. Ihm gebührt 
herzlichster Dank. 

Wir erbitten alle freundlichen Mitteilungen an die Geschäftsstelle unserer Gesellschaft, Wien, Vlll., 
Blindengasse 42. 

Wien, im März 1913. 



CAMILLO SCHNEIDER ERNST GRAF SILVA TAROUCA 

Generalsekretär Präsident 

der Dendrologischen Gesellschaft. der Dendrologischen Gesellschaft. 



VORWORT ZUR ERSTEN AUFLAGE. 

Die Dendrologische Gesellschaft zur Förderung der Qehölzkunde und Gartenkunst in Österreich- 
Ungarn hat es sich als eine ihrer Hauptaufgaben gestellt, durch die Herausgabe populärer illustrierter 
Handbücher über solche Pflanzen, welche zur dauernden Ausschmückung der Gärten und Parks in Be- 
tracht kommen, in den weitesten Kreisen das Interesse an der Gartenpflege und Pflanzenliebhaberei 
mit allen Kräften zu fördern. Schon am Schlüsse des zweiten Jahres des Bestehens unsererGesellschaft 
sehen wir uns in der Lage, das erste dieser Werke hiermit der Öffentlichkeit zu übergeben. 

Wir haben mit Absicht die „Stauden" den Ziergehölzen vorausgesandt, weil gerade die Stauden- 
liebhaberei in den allerletzten Jahren einen sehr erfreulichen Aufschwung genonimen hat und weil vor 
allem kein den Anforderungen der Praxis wirklich e n t s p r e c h e n d e s S t a u d e n - 
buch existiert. Das schöne Werk von Vilmorin „Les fleurs de pleine terre" von dem 1909 die 
15. Auflage erschien, ist weder in neuer deutscher Übersetzung vorhanden, noch gibt es Aufschluß 
über alle Freilandstauden. Die ausgezeichnete „Cyclopedia of American Horticulture" von Bailey um- 
faßt den gesamten Gartenbau und enthält in erster Linie das, was für Amerika speziell in Betracht 
kommt. Außerdem ist sie mit ihren vier dicken Bänden viel zu teuer. 

Es gibt mithin bis heute kein Handbuch, worin Gärtner und Liebhaber schnelle und sichere Aus- 
kunft finden über Aussehen, Kultur und Verwendung aller, auch der ganz neu eingeführten Stauden. 
Ein solches wird aber heute als ein unabweisbares Bedürfnis empfunden, und 
darum waren wir bemüht, durch unser Buch diese Lücke in der Gartenbauliteratur auszufüllen. Von wel- 
chen Grundsätzen wir uns dabei leiten ließen, wird in der Einleitung gesagt. 

Wenn unser Buch zu einem, wie wir hoffen, wirklich brauchbaren, umfassenden Handbuch geworden 
ist, dessen immer weitere Ausgestaltung wir mit aller Kraft anstreben werden, so verdanken wir das 
in erster Linie der aufopfernden Tätigkeit unserer getreuen Mitarbeiter. 

Herr Georg Arends, der als Staudenkenner, Kultivateur und Züchter sich überall des größten 
Vertrauens erfreut, hat uns nicht nur an die hundert Abbildungen und einen besonderen Beitrag zur 
Verfügung gestellt, sondern auch den besonderen Teil im Manuskript vom Anfang bis Ende eingehend 
durchgesehen. Wir schulden ihm dafür den größten Dank. Er gab auch unserem Generalsekretär, bei 
dessen wiederholten Besuchen in Ronsdorf, reiche Gelegenheit zu Beobachtungen und zum Photogra- 
phieren. Der größte Teil der aus Ronsdorf stanuiienden Abbildungen ist jedoch von dem dortigen Photo- 
graphen Herrn A. Böcker angefertigt worden. 

Herrn M. J. G o o s , der infolge der schweren Erkrankung des Herrn Koenemann durch die alleinige 
Leitung der so bekannten Firma mit Arbeit überbürdet war, müssen wir doppelt Dank wissen, daß er 
uns trotzdem seine Mitarbeit nicht versagte und unserem Generalsekretär bei dessen Besuchen in 
Niederwalluf stets in jeder Weise entgegenkam. 

Daß die Teilnahme des Herrn H. Veitch, des Chefs der Weltfirma James Veitch & Sons, für uns 
von höchstem Werte ist, brauchen wir wohl nicht zu betonen. Er hat uns nicht nur eigene prächtige 
Aufnahmen zur Verfügung gestellt und außerdem unserm Generalsekretär Gelegenheit zu vielen Auf- 
nahmen und Beobachtungen in seinen Kulturen gegeben, sondern ihm verdanktauch der Leiter unseres 
Vereinsgartens, Herr F. Zeman, seine Ausbildung in erster Linie. 

Von anderen Herren, die in sehr freundlicher Weise unsere Bestrebungen förderten, müssen wir 
an erster Stelle noch den Direktor und die Inspektoren des Botanischen Gartens in Kevv bei London 
und die Herren Maurice L. de Vilmorin und Philippe de Vilmorin in Paris, sowie Herrn 
Obergärtner Mottet inVerrieres nennen. In Kevv fand unser Generalsekretär ein ganz außerordentlich 
freundliches Entgegenkommen. Ferner wurde dieser auf seinen Studienreisen sehr unterstützt von den 
Herren L e m o i n e , Nancy, Direktor E. J o u i n , in Fa. Simon-Louis Fr^res in Plantieres, der Direktion 
des Palmcngartens in Frankfurt am Main und den Inspektoren der Botanischen Gärten in Gießen und 
Marburg. 

Besonderer Dank gebührt noch Herrn Prof. Dr. R. von We tt s te i n, dem Direktor des Botanischen 
Gartens in Wien, der uns die Aufnahmen des verstorbenen Herrn Kraskovits und die von Herrn 
W. S i e h e gütigst zur Verfügung stellte. 

Weitere Aufnahmen verdanken wir den Herren: Graf M. Bombelles, Opeka, Kroatien, Hof- 
gartendirektor ü. F i n telm an n , Sanssouci. Ohergärtner J. H artm an n , Dresden, E.Heinrich, 
Planegg bei München, der uns auch die Aufnahmen des Herrn Dr. H. Wieland, Neuhausen am 
Rhein, "lieh, Qartendirektor Heicke, Frankfurt am Main, Kommerzienrat H. Hesse, Weener, Gärt- 
nereibesitzer H.Junge, Hameln, (jartLMiinspcktor B. Othmer, München, und vor allem Garten- 
inspektor A. Purpusl Darmstadt, sowie leriier Oarteninspektor Ret ti g, Jena, A.Unger, Heidelberg, 
und schließlich dem Verlag und der Redaktion der „üartenwelt", die uns einige Originale bereits pub- 
lizierter Aufnahmen überließen. Herr Kustos Dr. Z ahl br uc kn e r, der Vorstand der botanischen Ab- 
teilung des Hofmuseums in Wien, ermöglichte uns in sehr entgegenkommender Weise die Benützung 
der reichen Bibliothek dieses Institutes, wobei uns seine Herren Assistenten bereitwilligst unterstützten. 
Allen diesen Herren danken wir aufs verbindlichste. 



X Vorwort zur ersten Auflage. 

Alle unsere Bemühungen wären aber vielleicht umsonst gewesen, hätten wir nicht in Herrn Georg 
Frey tag einen Verleger gefunden, der uns in uneigennütziger Weise die Herausgabe des Werkes in 
vorliegender Ausstattung ermöglichen half. 

Der billige Preis des Buches sagt jedem Leser, daß wir nicht die Absicht haben, damit ein Geschäft 
zu machen. Wir wollen den Wünschen des Gärtners und Liebhabers in jeder Weise entgegenkommen 
und tun dies in der Hoffnung, daß unser Buch in die weitesten Kreise dringen und überall von unseren 
Bestrebungen Kunde geben möge. 

Wir wissen, daß diese erste Ausgabe in sehr vieler Hinsicht noch lückenhaft und besserungsbedürftig 
ist, und wir richten an alle Leser die inständige Bitte, uns auf alles das freundlichst aufmerksam zu 
machen, was ihnen auffällt und mißfällt. 

Wien, im März 1910. 
CAMILLO SCHNEIDER ERNST GRAF SILVA TAROUCA 

Generalsekretär Präsident 

der Dendrologisclien Gesellschaft. der Dendrologischcn Gesellschaft. 



VERZEICHNIS DER FARBIGEN TAFELN. 



- Frühlingsszenerie aus dem Türkenschanzparke 

- Friihliiigsszencrie aus dem Alpinum in Kew 
II A. Purpusi. — ürüße gelbe Qartenkrokus im 



Tafel 1. niox subiilutu im Alpinum zu Pruhomtz. 

in Wien mit Bergenien (Titelbild i. 
Tafel II. Szenerie aus dem Alpinum in Prubonitz, 
Qardens (Seite 36). 
Tafel 11! . Cumpanuki I^ortenschlagiana (Aufnalime \ 

Hort. Malonva (Seite 148). 
Tafel IV. Groliblütiger Qartenrittersporn {Dclphiniiim cii/lonim-Sonün). — Helianihiis rigidiis var. 

Z./;^'m (Seite 178). 
Tafel V. Hemerocallis fulva (Aufnahme von A. Purpusi. — Iris sibirica (Seite 220). 
Tafel VI. Litliospermum purpureo-coeruleiim.— Omplialocles venia (beide Aufnahmen von A.Purpus) 
(Seite 250). 
Tafel VII. Meconopsis integrifoliu. ~ Qroßbliitige deutsche Schwertlilien \lns gcnmiiiua-)rormen) 

(Seite 256). 
Tafel VIII. Nrmpliaea Murliucea roseu. — Nvmpluwa Froebcli (beide Aufnahmen von A. Purpus) 

(Seite 270). 
Tafel IX. Chinesische Pfingstrose [Paeoniu c/iinensis-Pormen). — Feld mit P/i/ox puruculaia-FoTmen 

bei Qoos & Koenemann, Niederwalluf (Seite 282). 
Tafel X. Papuvernudiciiu/e-Pormen. — Primula Cockburniana (Seite .306). 
Tafel XI. Primula Silva Taroucana {P. Cockburniana X P- pulverulentti\ (Seite 316). 
Tafel XII. Saponuria ocvmoicies. — Viola cornutu ..G. Wermig" (beide Aufnahmen von -A. Piirpus 
(Seite 389). 



ALPHABETISCHES VERZEICHNIS DER IM ALLGEMEINENTEIL 
EINGEORDNETEN SCHWARZEN ABBILDUNGEN. 



Aetliionemu diustropliis und granclifloruni, Abb. 35, 

Seite 36. 
Alpinum -Szenerie in Pruhonitz, Abb. 33 und 34, 

Seite 34 und 35. 
Alpinum-Szcneric in Purgstall. Abb. 36, Seite 37. 
Alyssuw saxatllffl. pL. Abb. 37, Seite 38, 
Ancliusa ilalua und Dictumnus, Abb. 32, Seite 33. 
Anemone Japonica. Abb. 1, Seite 4. 
Anemone juponica „Königin Charlotte". Abb. 54, 

Seite 50. 
Aralia rucemosa. Abb. 20, Seite 17. 
Artemisia laiiif/om. Abb. 56, Seite 52. 
Aspidium variuni. Abb. 21, Seite 18. 
Aster ulpinus „Hex", Abb. 55, Seite 51. 
Astilbe livbridu roseu. Abb. 61, Seite 57. 
As/ilboides (Rodgersia) tahuluris, Abb. 27, Seite 23. 
Aubrietiu liybriäa „Lavender", Abb. 38, Seite 38. 
Campanulu pusi/la var. alba. Abb. 39, Seite 39. 
Cokliicum uuluninale. Abb. 3, Seite 5. 
Crimim l'owcllii. Abb. 22. Seite 1 9. 
Crocus. Abb. 4. Seite 5. 
Delpliinium ciilloruni. Abb. 57, Seite 53. 
Diant/ius a/pinus. Abb. 40, Seite 39. 
Dicentra spectubilis. Abb. 62, Seite 57. 
Eremurus rohuslus. Abb. 23, Seite 20. 
Eupatorium purpureum. Abb. 6, Seite 6. 
Galantlius lilwesii und byzuntinus. Abb. 1 4, Seite 1 1 . 
Qartenkrokus und Erica curnea. Abb. 9, Seite 8. 
Glockenblumen undOartenfingerhut,Abb.5,Seite6. 
Ciunnera clnlciisis. Abb. 24, Seite 21. 
Gvpsopliila rcpens var. mons/rosa, Abb. 58, Seite54. 
/yf//('/;<'n/v-llybriden, Abb. 46, Seite 43. 
Hemerocallis. .Abb. 7, Seite 7. 
Herbslastern, Abb. 2, Seite 4. 



Iris germanica und Diunthus plumarius, Abb. 59, 

Seite 55. 
Iris puniila, Abb. 8, Seite 8. 
I.eontopodium alpinum. Abb. 41, Seite 40. 
Leucojum vernum und Primula ucuulis, Abb. 15, 

Seite 12. 
lilium auratum, Abb. 53, Seite 49. 
IJlium croceum, Abb. 25, Seite 22. 
Narzissen. Abb. 10, Seite 9. 
Pueonia albiflora, Abb. 60, Seite 56. 
Pemiisetum(Gymnotlirix\ la/ifolium.Abb 26,Seitc 22. 
Primula clafioranrea und Svmplivtum i;rundifloruni. 

Abb. 12, Seite 10. 
Primula pulvcrulcnta. Abb. 47, Seite 44. 
Primula Sicholdii. Abb. 1 1 , Seite 9. 
Plilotricliumill>eris\cappudociciim. Abb. 42.Seite 40. 
Rabatte aus Stauden und Halbstauden, Abb. 31, 

Seite 32. 
Rabatte aus Stauden und Sommerblumen, Abb. 30, 

Seite 27. 
Rindera \Muttiu) umbellata. Abb. 43. Seite 41. 
Rodgersia pinnutu var. alba, Abb. 48, Seite 45. 
Salviu grandijloru und Digitalis lutea, Abb. 49, 

Seite 46. 
Senecio clivorum, Abb. 50, Seite 47. 
Senecio Wilsonianus, Abb. 51, Seite 48. 
Stauden am Bache, Abb. 16, 17, 18 und 19, Seite 

13. 14 und 15. 
Staudengarten in Amerika, Abb. 29, Seite 26. 
Staudenrabatte in Köln, Abb. 28, Seite 24. 
Steingarten -Szenerie, Abb. 44 und 45, Seite 41 

und 42. 
Trollius liybridus „Orange Globe", Abb. 52, Seite 49. 
Veratrum album, Abb. 13. Seite 1 1. 



INHALT. 



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Verzeichnis der farbigen Abbildungen XI 

Alphabetisches Verzeichnis der im Allgemeinen Teil eingeordneten schwarzen Abbildungen XI 

ALLGEMEINER TEIL. 

I. Einleitung 1 

II. Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. Von ZT. 0/-a/'5'//i'« To/w/«/ .... 3 

III. Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. Von C. Sf/we/rff/- 17 

IV. Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. Von E. Oraf Silva Tarouca 33 

V. Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. Von Georg Arends in 

Gemeinschaft mit Hermann Zörnitz 43 

VI. Die besten Treibstauden. Bearbeitet von H. Zörnitz in Gemeinschaft mit G. Arends .... 53 

VII. Stauden zum Verwildern. Von As-/rö/2 C?/r//.4mi')/-(i2r-,U/;'(/jz/ 58 

VIII. Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. Von Franz Zeman. Neu 

durchgesehen und ergänzt von Hermann Zörnitz 72 

BESONDERER TEIL. 

IX. Alphabetische Aufzählung aller zurzeit im Handel, beziehungsweise in Kultur befindlichen 
Gattungen, nebst Anführung der wichtigsten Arten und Formen mit kurzen Hinweisen auf 
ihre Kulturbedingungen, ihr Aussehen, ihre Blütezeit und ihren Kulturwert 81 

X. Liste der besten Sorten für den Blumenschnitt. In Gemeinschaft mit Georg Arends bearbeitet 
von H. Zörnitz 394 

XI. Staudenzusammenstcllungen nach besonderen Bodenbedingungen (mit Ausschluß der For- 
men, die nur fürs Alpinum Wert haben): 396 

a) für normalen Boden und sonnige oder halbschattige Lagen 396 

b| für trockene, sonnige Lagen 397 

cl für feuchte oder wenigstens recht frisch humose Lagen 397 

dl Schattenpflanzen 398 

ei Ufer- und Wasserpflanzen 399 

XII. Liste der besten Arten und Formen für Steingärten und Trockenmauern. In Gemeinschaft 
mit C. Schneider bearbeitet von H. Zörnitz 399 

XIII. Staudenzusammenstellungen nach der Blütezeit : 401 

ai Frühblüher (Januar-März bis Ende Mai) 401 

b| Sommerblüher (Anfang Juni bis Ende August) 402 

ci Spätblüher (Anfang September bis November! 404 

XIV. Staudenzusammenstellungen nach Farben : 405 

a) weiße oder fast weiße Farbentöne 405 

b) gelbe oder orangene Farbentöne 406 

c) rosa, rote oder purpurne Farbentöne 407 

d) blaue, lila oder violette Farbentöne 408 

XV. Stauden mit schön gefärbten Früchten 409 

XVI. Stauden mit duftenden Blüten 409 

XVII. Stauden mit besonders schöner, bunter oder lange andauernder Belaubung, einschließlich 

der Farne 410 

XVIII. Schlingstauden 411 

XIX. Stauden für Rasenersatz und Polsterbildung 411 

X.X. Stauden für Einfassungen 412 

XXI. Bienenstauden. Von I'. Wüst 413 

XXll. Anmerkungen 415 



Tafel I. 




Phlox sabuhita im Alpimim zu ['riilio 




.•rii- :iiis (k'iii TnrkcMSfh. 



ALLGEMEINERTEIL. 



EINLEITUNG. 

Wie schon der Titel sagt, handelt es sich um ein Handbuch, worin alle zurzeit be- 
kannten, bei uns im Freien kulturfähigen Stauden besprochen werden 
sollen. .ledenfalls war es in erster Linie unsere .Absicht, ein Nachschlagebuch für 
den Pflanzen freund und Gärtner zu schaffen, das möglichst alle in den Kata- 
logen der Staudengärtnereien geführten Arten und Formen verzeichnet und schnelle Auskunft 
über deren Kulturwert, Kulturfähigkeit und X'erwendung gibt. Damit war der Rahmen für 
das Ganze gegeben, und es erwies sich die alphabetische .Anordnung bei der Besprechung 
der einzelnen Pflanzen im besonderen Teil als die einzig brauchbare. Wir haben hier nach 
Möglichkeit die botanisch richtigen lateinischen Namen voranzustellen versucht, die geläu- 
figeren Gartennamen jedoch ebensowohl wie die vorhandenen deutschen Bezeichnungen 
berücksichtigt. Da bei vielen Formen eine wissenschaftliche Klarstellung angebracht erscheint, 
so haben wir in dem am Schlüsse des Buches zusammengestellten Anmerkungen manches 
zu erläutern getrachtet. Es sei aber immer von neuem betont, dal.i gerade die kritischen 
Qartenformen bisher botanisch noch sehr unvollkommen behandelt worden sind. 

Als in mancher Hinsicht schwierig erwies sich die Frage der Erwähnung oder Nichter- 
wähnung einer ganzen Anzahl von Gattungen. Wir haben alle Gattungen aufge- 
nommen, die im Handel dem Liebhaber angeboten zu werden pflegen, 
obwohl sicherlich nicht wenige darunter sind, die nur in den Katalogen sich finden. Solche 
Gattungen, die lediglich für erfahrene Blumenfreunde oder besondere Zwecke Wert haben, 
führen wir in kleinem Druck, und wir beschränken uns dabei auf ganz kurze Hinweise, 
ebenso bei einigen heimischen Pflanzen, die nur hier und da im Parke mit X'orteil verwendet 
werden können. Wir haben aul.Serdem auch die empfindlicheren Alpinen, die eigentlich nur 
der erfahrene Kenner mit Vorteil kultivieren kann, ganz knapp behandelt, da es bereits ver- 
schiedene Sonderwerke über diese Pflanzen gibt und wahrscheinlich l'»2.^ darüber ein neues 
Buch im X'erlage der „Gartenschönheit" erscheinen wird. 

Hingegen haben wir die Zwiebelgewächse. Farne und Wasserpflanzen durchweg zu den 
Stauden gezählt und auch Hinweise auf Winterhärte Kakteen, Agaven usw. nicht gescheut. 
DieBambuseen sind aber als Holzpfianzen zu betrachten und wurden nicht mit unter die Gräser 
gerechnet, sondern im zweiten Kulturhandbuche .Unsere Freiland-Laubgehölze" behandelt. 

Bei so manchen Gattungen, wie etwa Helianthemiiin, Jberis, Aethionema, ist es oft schwer 
zu entscheiden, ob wir noch eine Staude oder schon einen Halbstrauch oder Strauch vor 
uns haben. In solchen Fällen ergeben sich leicht Meinungsverschiedenheiten, weshalb der 
Leser auch das oben genannte Laubholzbuch mit zu Rate ziehen möge. 

Auch die Trennung der eigentlichen Stauden, welche meist über fünf .lahre sich halten, 
gegen die sog. „Halbstauden", deren Lebensdauer zwei bis drei .lahre beträgt (wie etwa 
Campanula Medium. Cheiranthus Clieiri, Viola tricolor). einerseits, und die sog. „Sommer- 
blumen" (Annuelleni. die nur als einjährig zu behandeln sind, anderseits, ist nicht immer 
leicht. Es kann der Fall sein, dal.i eine Halbstaude in wärmerem Lager zur echten Staude 
wird, und umgekehrt eine Staude des Südens im Norden als Halbstaude oder Sommer- 
blume zu bewerten ist. Bei .Walven. Allliaea rosea, und ähnlichen Pflanzen kommt es nicht 
selten vor. daß gewisse Sorten oder individuelle Pflanzen sich wie normale Stauden verhalten. 

Auch der .Ausdruck „winterharf oder „im Freien kulturfähig" ist kein eindeutiger. Wir 
haben natürlich auch solche Pflanzen, wie Cninnera, die nicht im eigentlichen Sinne winter- 

Silva Tarouci-Schneidcr, Unsere Freilandstnuden. .V AuiLigc. 1 



2 Einleitung. 

hart sind, mit aufgenommen. Ja selbst auf Nclumbium mußten wir hinweisen, da unter ge- 
wissen Bedingungen sich derartige Pflanzen ganz gut im Freien kultivieren lassen. Wenn wir 
das ganze Gebiet des einstigen Oesterreich-Ungarn in Betracht ziehen, so hätten wir noch 
auf gar manche südliche Formen hinweisen können, die im eigentlichen Mitteleuropa oder 
gar im Norden höchstens als Zierpflanzen für die warmen Sommermonate in Betracht kommen. 
Was wir in zweiter Linie in unserem Buche anstreben, ist die Vorführung möglichst 
zahlreicher Bilder. Wir wollen nur recht kurze Wortbeschreibungen, dafür desto leben- 
digere Bildschilderungen geben. Auch bei dieser .Auflage ist der beschreibende Text so knapp 
wie möglich gehalten, die Zahl der Bilder konnte jedoch unter den heute herrschenden Ver- 
hältnissen nicht wesentlich erhöht werden, zumal einige ältere Abbildungen als unzulänglich 
ausgeschaltet wurden. Das Endziel wäre freilich, alle in ihrer Tracht als verschieden gekenn- 
zeichnete Formen im Bilde vorzuführen. 

Um nun aber dem Leser die Beurteilung des vorhandenen überreichen Stoffes zu erleich- 
tern, haben wir im allgemeinen Teil in verschiedenen Kapiteln diejenigen Formen und ihre 
Verwendung kurz behandelt, die für viele Gartenfreunde allein von Bedeutung sein werden. 
Die in der zweiten Auflage geführte tabellarische Hauptübersicht der wichtigsten Formen 
wurde aus verschiedenen Gründen in die dritte Aufkige nicht mit übernommen. Dagegen 
wurden andere Tabellen eingehender ausgearbeitet. 

Die Bewertung der Formen ist immer eine in hohem Grade subjektive. Es erscheint 
nicht unangebracht, nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß die Begriffe schön und häßlich, 
gut und schlecht, oder was ja für uns oft dasselbe bedeutet, brauchbar und unbrauchbar, recht 
wandelbare sind. Es gibt zahllose Gartenfreunde, die immer nach den neuesten Kulturformen 
suchen, denen die großblumigen oder die gefüllten Gartenformen alles sind, während sie 
die einfachblühenden Stammarten, mit den meist kleineren Blüten, als Unkraut abtun. Andere 
hinwiederum halten eine einfache, wilde Nachtviole für ungleich schöner als eine gefüllte, 
und erblicken in den riesenblütigen gefüllten Bellis perennis nur unschöne Kulturmonstro- 
sitäten im Vergleich zu den Ursprungsformen. .Jeder Standpunkt ist berechtigt. Wir haben 
daher nach Tunlichkeit dafür gesorgt, daß jeder, der das Buch benützt seinem Geschmack 
gemäß eine Auswahl treffen kann. Was wir wollen, ist Anregungen dazu zu geben, daß 
jeder Liebhaber nach Kräften sich bemühe, mit eigenen Augen zu sehen und nach seinen 
Neigungen die Pflanzen zu verwerten. An Auswahl fehlt es nicht, und jedes ,lahr bringt uns 
Neues, sei es aus der Fremde, sei es aus den Kulturstätten unserer trefflichen Züchter. 

Seit dem Erscheinen der zweiten Auflage hat sich, wie wir schon im Vorwort betonten, ein 
für die Gechichte und Entwicklung unserer Gartenkultur sehr bedeutsames Ereignis vollzogen : 
die Gründung der Zeitschrift ..Die Garten schö nh eit". Die Mitarbeiter unseres Buches 
sind auch Mitarbeiter dieser Zeitschrift, die sicherlich jedem unerer Leser wohl bekannt ist. 
Sie ermöglicht eine schnellere Verständigung aller Gartenfreunde und Fachleute von den 
Neuerscheinungen im Garten, als es ein Buch kann. Wir weisen in den Anmerkungen auf 
alles das in der Gartenschönheit Erschienene hin. das die Ausführungen unseres Buches ergänzt. 
Nicht minder weisen wir hin auf die Neuauflage von Karl Försters „\'om Blütengar- 
ten der Zukunft. Das neue Gartenjahr in Bildern und Erfahrungen aus dem Reiche der win- 
terharten Dauerpflanzen." Hierzu soll sehr bald ein Ergänzungsband erscheinen. Auch dasWerk 
des gleichen Verfassers ..Winterharte Blütenstauden und SträucherderNeuzeif wird in diesem 
.lahre in neuer Auflage vorliegen. Diese Försterschen Bücher ergänzen in vortrefflicher Weise 
das unsrige. Förster ist bemüht, nur eine Auswahl des ..Besten" zu geben, d. h. dessen, was 
er in seinen Kulturen in Bornim bei Potsdam erprobt hat. Da die Bedingungen bei ihm 
keine allzu günstigen sind, so meint Förster, daß die Sorten, die seine Prüfung bestanden, 
für die Allgemeinheit empfehlenswert sind. Förster ist ein sehr feinfühliger und sorglicher 
Beobachter, wie seine Schriften mit ihrer Fülle wertvoller und oft überraschend aufklären- 
der Angaben beweisen. Bei alledem ist naturgemäß jede Wertbemessung subjektiv, und es 
lassen sich aus Beobachtungen an einem Orte nur selten allgemein giltige Erfahrungen für 
ein so großes Kuhurgebiet. wie wir es hier im Auge haben. — nämlich Mitteleuropa, mit Ein- 
schluß der Schweiz — ableiten. Soweit sich Försters Angaben mit den in Ronsdorf. Nieder- 
walluf, Pruhonitz. Purgstall und Malonya gewonnenen decken, ist ein Rückschluß auf einen 
allgemeinen Verwendungswert wohl berechtigt. Für manche Gebietsteile fehlen aber noch 
Kulturstätten, namentlich für die wärmeren kontinentalen ungarischen, die teilweise wesent- 
lich andere Bedingungen bieten. Deshalb ist es für uns von höchstem Werte, von ernsten Garten- 



Die Stauden in der laiKiscliaftlicheii Anlage, im ['arke. 3 

freunden, die mit Umsicht imd Bedacht zu Werke gehen, aus den verschiedenen Gegenden hin- 
weise zu erhahen. wenn unsere Angaben sich als unzureichend oder gar als falsch erweisen. 

Ganz besonders aber müssen wir betonen, daü jede Sortenprüfimg sich auf Standorts- 
pflanzen, welche eine ganze Reihe von .lahren ihren i^latz bewohnen, beziehen mulJ. Erst 
dann läßt sich sagen, ob gewisse als junge Kulturpflanzen sehr üppig und schön blühende 
Formen wirklich so wertvoll sind, wie die Züchter uns glauben lassen. Hs gibt unter dem 
„Neuen", mag es anscheinend auch eine „N'erbesserung" darstellen, viele Sorten, die selbst bei 
guter Pflege in einigen Jahren an Üppigkeit. Gröüe und Farbe der F^lüten sehr verlieren, 
weit mehr als es bei älteren Sorten der Fall ist. Deshalb ist das Neueste, mag es auch 
zunächst besser erscheinen, in Wirklichkeit nicht immer das Beste. Denn jede Aster. F^aeonie, 
/^A/av-Sorte usw. mul.) doch eine Reihe von .lahren, je nachderLebensdauerihresGeschlechtes, 
bei guter Pflege schön bleiben oder sich in ihrer Wirkung steigern. Wenn sie also nach drei 
bis vier oder mehr Jahren wohl gröl.ler wird, aber in bezug auf Blütenreichtum und Schön- 
heit trotz aller Pflege Einbul.le erleidet, so ist sie eben doch minderwertig. 

Bin gewisses Maß von Erfahrung in Pflanzenkultur müssen wir um so mehr bei dem Leser 
voraussetzen, als es ganz unmöglich ist, aus Büchern so etwas zu erlernen. Wir können nur 
kurz andeuten, worauf es bei den einzelnen Formen ankommt, und vor allem wie man sie 
verwenden kann. 

Wir wiederholen zum SchlulJ unsere Bitte, es mögen alle Leser daran mitarbeiten, daü 
das Buch sich in weiteren .Auflagen immer mehr vervollkommne und den Bedürfnissen der 
Gartenfreunde und Gärtner anpasse. 



DIE STAUDEN IN DER LANDSCHAFTLICHEN ANLAGE, IM PARKE. 

N'on Ernst Graf Silva Tarouca. 

Die mannigfaltige Verwendung von Stauden im Landschattsgarten ist im Laufe der letzten 
Jahrzehnte immer mehr Mode geworden; diese Tatsache mag einerseits mit dem Streben der 
letzten Kunstperiode nach möglichster Naturwahrheit zusammenhängen, andererseits mit dem 
Umstände, dal.l die Durchforschung fremder Ländergebiete nicht nur reiche Pflanzenschätze 
den Kulturen zugeführt, sondern auch aus der Beobachtung der für bestimmte Lagen in diesen 
neuerforschten Gegenden charakteristischen X'egetationsbilder dem schöpferischen Geiste 
des Gartenkünstlers neue X'orbilder geboten hat. 

Der Landschaftsgärtner schafft mit dem Material, das Natur und Kunst ihm bieten, Bilder, 
.le nach dem Geläirde wird seine Aufgabe eine verschiedene sein. Einmal handelt es sich um 
ein grolJartiges Landschaftsbild mit weit ausblickender Perspektive, das eine großzügige Be- 
handlung von \'ordergrund, Mittelgrund und Hintergrund erfordert, dann wieder ist die Klein- 
malerei am Platze, die im engen Rahmen ein intimes Bildchen hinzaubert. Im ersten Falle 
werden die Stauden nur etwas Leben und Farbe in die Landschaft zu bringen haben; im 
anderen spielen sie oft die Hauptrolle, ihre richtige X'erwendung gibt dem Bilde erst den 
natürlichen Charakter und die wahre Stimmung. 

Die Kunst des Landschaftsgärtners besteht wohl hauptsächlich in der Ausnutzung der ge- 
botenen Hilfsmittel und Terrainverhältnisse zur Gestaltung immer neuer charakteristischer 
Bilder. Größe, Tiefe, Ruhe, Vorherrschen dunkler Töne in der Landschaft geben dieser einen 
ernsten Charakter, während Licht und bunte Farben im Zusammenwirken mit viel Bewegung 
in den Linien und kleineren Verhältnissen in den Formen dem Bilde Heiterkeit und Lieblich- 
keit verleihen. — .le mehr Abwechslung geboten wird, desto interessanter ist ein Landschafts- 
garten: dasselbe gilt von der X'erwendung der Stauden im Landschaftsbilde. 

Wie ich im grol.len durch Massenanpflanzung bunter Gehölze Farbenwirkungen erzielen 
mulJ, so kann ich dies auch im kleinen durch Massenanpflanzung verschieden blühender Stau- 
den. Wir dürfen indes unsere Stauden nicht gedankenlos auspflanzen, sondern müssen sie 
unter Berücksichtigung ihrer Farbe und Gestalt am Zustandekommen immer wechselnder 
Bilder im Landschaftsgarten mitwirken lassen. 

Bei der \'erwendung von Stauden im Landschaftsgarten wären nachstehende Grundsätze 
zu beachten: 

1. iWan soll immer nur gleichzeitig blühende Stauden in einer Gruppe, bzw. Partie, 
zusammenpflanzen. Wenn neben und zwischen einer Gruppe blühender Stauden verblühte 



4 Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 

und halbvertrocknete Pflanzen stehen, so sieht das abscheulich und unordentlich aus. Eine 
Gruppe in voller Blüte fesselt das Auge; ist sie aber abgeblüht, so sieht man gar nicht hin, 
vorausgesetzt, daß der Park groß genug ist und der Aufmerksamkeit des Beschauers genügend 




enione japonicu, japanische Anemonen 



andere Punkte der Betrachtung bietet. Übrigens kann man die abgeblühten Stengel auch einfach 

abschneiden, ein Verfahren, das bei vielen Stauden einen zweiten Flor im Herbst herbeiführt. 

2. Von jeder Art und Farbe sollen immer möglichst \'iele zusammenge- 




Abb. 2. Herbstastern im Parke iphot. Heicke, Frankfurt a. ^\.^ 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




Abb. 3. Colchicum aulumnale, Herbstzeitlosen, im Rasen (J. Vcitch & Sons) 

pflanzt werden. Ob nun die Stauden in Trupps zu 5—15 E.xemplaren möglichst unge- 
künstelt und unregelmäüig im Rasen veileilt werden, oder ob sie in gemischten unregel- 
mäßigen Rabatten als X'orpflanzung vor Gehölzgruppen dienen — Farben und Formen wirken 
nur bei iWassenpflanzung. Hin einzelner Eremurus sieht auf einer großen Rasenfläche aus 
wie ein einzelner Storch in der Wüste, während ein Trupp von 1 — 20 Eremurus sehr stattlich 




Abb. 4. CrOCIlS im Rasen (J. Vcitch & Sons 



wirkt: eine Paeonia chinensis in einer \'ase ist sehr hübsch anzusehen, eine Päonienstaude auf 
einer großen Wiese sieht man gar nicht, während die weißen, rosa und roten Blütenmassen von 
ein paar hundert Päonien, zwanglos in Trupps von 3-0 Pflanzen im Rasen zerstreut, schon 
aus der Ferne großartig wirken. Pflanzt man rote, blaue, gelbe und weiße Stauden auf einer 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




Abb. 5. Staudenvorpflanzung im Parke aus großblütigen Glockenblumen und Qarten-Fingerhut, 
vorn verblühte Schwertlilien (phoi. Hticke, F-rankiurt a. ,m.i. 



Rabatte wild durcheinander, so sieht das in der Nähe besehen, bunt und hübsch aus: aus der 
Ferne betrachtet, wirkt es aber verschwommen, und die Farben kommen gar nicht zur Geltung, 




Abb. 6, Eiiputoriiim purpureum, Kunigundenkraut im Parke zu Eisgrub, 1,25 



während größere rote, blaue, gelbe und weiße Farbenflecke, unregelmäßig aneinandergefügt, 
auch aus der Ferne einen lebendigen, leuchtenden, abwechslungsreichen Eindruck machen. 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parlie. 7 

Durch die OruppierunH gröiierer Staudenmengen gleicher Art und Farbe kann der Land- 
schaftsgärtner im Ansclilul.) an verschieden gefärbte Raum- und Gehölzpartien auf die pla- 
stische Wirkung der betreffenden Pflanzung, sowie auf die Farbenwirkung des Landschafts- 
biides Einfluü nehmen. 

Jede große Gehölzgruppe wirkt durch ihre [-orm und ihre mehr oder weniger bewegten 
Linien; die zurücktretenden Partien, die Hinbuciitungen und tiefen Winkel der Gruppe wirken 
dunkel, die vorspringenden Ecken und Ausbuchtungen heller. Diesen plastischen Eindruck 
kann ich nun dadurch steigern, dal.) ich in die Einbuchtungen dunkelfarbene Gehölze (Schwarz- 
kiefern, dunkelgrüne Tannen. Blutbuchen u. a.i. in die .Ausbuchtungen hellfarbene und leuch- 
tende Gehölze pflanze, z. B. weil.le und blaue Abies concolor, Picea pimgens, weil.')- und gelb- 
bunte Laubhölzer, Silberpappeln u. a. 

Nach demselben Grundsatze werde ich grol.ie Staudengruppen in der .Art bepflanzen, daü 
ich im Hintergrunde mehr dunkelblühende, im \'ordergrunde und besonders an vorsprin- 
genden Ecken der Gruppe hellblühende Stauden anbringe, um die erwähnte plastische 
Wirkung zu erzielen. Es empfiehlt sich jedoch, die hellblühenden Stauden nicht etwa band- 
artig und schichtenweise in Farbenabstufungen vor die dunkelblühenden zu pflanzen, sondern 
dem ganzen Blumenbilde durch die vorspringenden weil.ien. leuchtendgelben, rosa- oder heil- 
blaufarbenen Staudenpartien gewissermaLien Lichter aufzusetzen und durch den Gegensatz 
der Farbenwirkung der ganzen Pflanzung luehr Leben und Bewegung zu geben. 

Durch Farhengegensätze lassen sich überhaupt hübsche Wirkungen erzielen. 




Während ich durch X'orpflanzung von ähnlich gefärbten Stauden vor hell- oder dunkel- 
wirkenden Gehölzen (z. V>. blauen Eryni^iiim. Echinops oder Delphiniuin vor blauweilJen 
Koniferen, roten Papaver Orientale oder violetten Campaniila macrantha vor Blutbuchen) 
oder durch \'orpflanzung möglichst buntgemischter Perennen vor buntblättrigen oder bunt- 
blühenden Gehölzen die einheitliche Wirkung dieser Gruppe zu steigern suche, werde ich 



8 Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 

durch Vorpflanzen von hellen oder leuchtendgefärbten Stauden vor dunklen Gehölzen und 
umgekehrt überraschende Farbengegensätze erzielen, z. B. mit dem weißen Chrysanthemum 




Abb '^ Ins piimila Zwer^ bchwerthlien, \m Parl<e (phol Hcn.ke hnnkfurt i M i 




^ II 1 1 uliIjl Cnrtcnlsr(jkus und liiia laiiua \m Hnitcr.jrinid lumb Oulunl/iiit, 
i/nniis im ö Wunat dtr Blute nn Garten zu Milunja i<hu) 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




Narzissen im Rasen iJ 



maxinwm, der greliroten Lychnis chalcedonica, dem Papaver Orientale vor und zwischen 
saftiggrünen Koniferen, den leuchtend gelben Doronicum, Trolliiis u. a. vor und zwischen 
Blutbuchen, Prunus Pissardü, Rerheris vuli^aris atropurpurea, ferner mit den weiü-blau-rosa- 
violett blühenden Herbstastern vor den im Herbst in allen Schattierungen von Rot prangen- 
den amerikanischen Eichen, mit den blutroten Paeonia ojficinalis vor silberweißen Elaeag- 




nus usw. Abwechslung in der Farbenzusammenstellung ist nicht genug zu empfehlen, je 
nachdem die Wirkung der Pflanzung in Übereinstimmung mit dem umliegenden Landschafts- 
bild eine ruhige, ernste oder bewegte und heitere sein soll. 

Einmal verwende man Stauden in allen Schattierungen einer Farbe, dann wieder Stauden 
in nur zwei oder höchstens drei Farben, z. B. Gentiana acaulis und Primula rosea grandi- 



10 Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 

flora, Pyrethnim roseiiin und Liniim perenne, rote Geiim und gelbe Meconopsis, blaue Myo- 
sotis und orangegelbe Trollius, gelbe Doronicum caiicasiciim und rosa Ihalktrum aquilegi- 
Jolium oder Diciamniis Fraxinella, sowie blaue und weiße Campanula persicifolia, blaue Del- 
phiniam, ferner weiße und rosa Malva moschata, rote Chelone barbata, gelbe Gaillardien und 
weiße Chrysanthemum maximum u. a. Auch die Pflanzung einer Staudengruppe in allen Far- 
ben wird zuweilen am Platze sein. 

3. Gestalt und Größe der Stauden ist bei ihrer Verwendung im Landschaftsgarten 
ebenso zu berücksichtigen wie ihre Farbe, und es ist bei der Pflanzung von Stauden ver- 
schiedener Größe, also hochwachsender, mittelhoher und niedriger Stauden, nicht nur Ab- 
wechslung ratsam, sondern auch zu beobachten, daß sie sich ihrer Umgebung harmonisch 
anpassen. 

•le großartiger das Landschaftsbild ist, in dessen Rahmen Farbenwirkungen durch Anpflan- 




Abb. 12. Im Mittelgrund Primula da. 



^i^rurh/ißoniiii 



zung von Stauden erzielt werden sollen, desto größere Massen von um so höheren und stark- 
wüchsigeren Stauden müssen zur Verwendung kommen; je intimer, abgeschlossener und 
kleiner das Landschaftsbild ist. desto mehr niedrige und bescheidener auftretende Stauden 
können da ihren Platz finden. .An solchen Orten werden wir auch unsere seltenen und in- 
teressanten Pflanzen unterbringen, da sie hier zur Geltung kommen und sorgsamer gepflegt 
werden können, während sie. die in Massen nicht zur Verfügung sind, in den großen An- 
pflanzungen sich verlieren müssen. 

So werde ich auf einer lauschigen, halbschattigen Blöße, zwischen Laub- und Nadelholz- 
gruppen, möglichst natürlich meine Cypripedien. Cyclamen, Soldanella montana, Sangui- 
naria canadensis. TrilUum, Podophyllum, Primula Sieboldii und andere pflanzen, und damit 
ein Stimmungsbild nach Vorbildern schaffen, die uns von Spaziergängen im duftigen Gebirgs- 
walde in lieber Erinnerung geblieben sind. Oder ich werde einen sonnigen, trockenen Hang 
gleich beim Wege mit einem rot-rosa-weiß-blauen Teppich von niedrigem Frühjahrs-/^A/ox 
schmücken und dazwischen und weiter hinten Büsche von Anthericum, Armeria, Antennaria, 
Alyssuni, Achillea, Physalis u. a. ungezwungen anbringen. Habe ich es jedoch mit einem 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




Nord-Steiermark 



grollen Landscliaftsbilde zu tun. soll ich zwischen Gruppen alter Bäume, am Rande eines 
großen Teiches, an den Ufern eines durch ausgedehnte Wiesen zwischen mächtigen Baum- 
gruppen hinflieijenden Baches Stauden pflanzen, die auch von fern gesehen wirken sollen. 









„A4 V ■•-•,>>,. 


.•:- '^^^^,1^^ 









(iahirit/iiis Hlursii und bvzuntimis. schon stark verblüht, in Male 



dann muü ich truppweise die großen Stauden verwenden, hochwachsende Iris, Hemero- 
calLis, Astilbe, Filipendula, Rod^ersia, Tlialictntm. Delphinhim, Aconitum, Digitalis, Herbst- 
astern. Solidago, Heleniiim. Helianthiis, Silphium. Polygonum, Heracleum u. a. 

Vorpflanzungen vor Gehölzgruppen sollen auch nicht schablonenhaft angeordnet werden, 
sondern es empfiehlt sich, im Hintergrunde hochwachsende, weiter \-orn aber mittlere und 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 



niedrige Stauden in natürlicher, der Ortlichl<eit entsprechender Abwechshing zu pflanzen. 
Zwischen den mittleren und niedrigen Partien kann dann hier und dort wieder eine Anzahl 
hoher Stauden im Vordergrunde und truppweise im Rasen verstreut angebracht werden. 

4. Aus alledem geht hervor, dal.i der Landschaftsgärtner, bevor er den Entschlul.) faßt, diese 
oder jene Stauden hier oder dort, zu diesem oder jenem Zwecke zu verwenden, über Blüte- 
zeit, Farbe. Größe und Gestalt der zu wählenden Stauden im Klaren sein muLi; der wich- 
tigsteGrundsatz aber sei für ihn :Sichimmervondergroßen Lehrmeisterin. 
der Natur, bei seinem künstlerischen Walten leiten zu lassen! 

Wenn der Besucher eines 
großen Parks, wie das tat- 
sächlich vorgekommen ist, 
in dessen entlegenstem Tei- 
le plötzlich auf einer Wiese 
zwischen großartigen alten 
Baumgruppen arabeskenar- 
tigen, regelmäßig angeleg- 
ten Staudenbeeten begegnet, 
oder wenn der malerische 
Eindruck einer ausgedehn- 
ten Teichpartie, deren Um- 
rahmung zum Teil aus.einer 
verwilderten Aue. zum Teil 
aus alten Baumgruppen be- 
steht, die an das Wasser her- 
antreten, dadurch gestört 
wird, daß die freien Stellen 
des Ufers mit im Rasen zer- 
streuten kreisrunden, ellip- 
tischen und anderen geome- 
trisch geformten Stauden- 
pflanzungen in regelmäßi- 
gen Abständen „verziert" er- 
scheinen. — so muß das wie 

eine moralische Ohrfeige 
empfunden werden und je- 
dem denkenden Naturfreund 
den Magen umdrehen! 

Indernächsten Umgebung 
des Schlosses, der Villa oder 
eines Gartenhauses erschei- 
nen reiche Schmuckpartien 
berechtigt, die dem Liebha- 
ber gestatten, im Anschluß 
an blühende und buntbelaubte Gehölze durch Massenpflanzung schönblühender Stauden 
Farben-Orgien im Rahmen der Gartenlandschaft zu feiern. In den entfernteren Teilen des 
Parkes wird der Gartenkünstler sein Streben darauf richten müssen, schöne und interessante 
Vegetationsbilder zu schaffen, welche sich dem Charakter der gegebenen verschiedenen Par- 
tien des Parkes möglichst natürlich anpassen. Im Schatten und Halbschatten des Nadelwaldes 
gedeihen andere Stauden als in dem der Laubbäume; auf nassen Wiesen andere als auf trok- 
kenen Hügeln und Abhängen; die \'egetation der sumpfigen Umgebung eines Teiches oder 
Wasserlaufes ist eine andere als die einer lauschigen Waldblöße usw. 

Wer Augen hat zu sehen, wird in der Natur Vorbildern für die Verwendung charakteristischer 
Stauden für die verschiedenen Standorte in Hülle und Fülle begegnen: Wer in den Alpen die 
Wonne des ersten Frühlings erleben durfte, erinnert sich mit Entzücken der Farbenpracht, 
welche die Frühlingssonne auf die im ersten, saftigen Grün prangenden Wiesen zaubert; 
ganze Flächen weißer Narcissus poeticus, dazwischen große blaue, gelbe und rosa Flecke 
von Gentiana excisa und verna, Aqiiilegia, Primula elatior, acaulis und farinosa und rosa 




I.cucojiim vcriuim. Qartenkrokus, und Pi 
in Malonya (Orig.i. 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 




Ahh. 15. Stauden am Bache in Qlenside, im Juni ipii"l. Kkhard Roth 




Abb. 17. Stauden am IS.iclie in i,il.jnsidu 



14 



Die Stauden in der landscliaftlichen Anlage, im Partce. 



Cardanüne pratensis u. a., während über dem umgebenden dunklen Nadelwald die noch in 
weißer Schneedecke glänzenden Bergriesen emporragen. Oder lassen wir noch andere Er- 
innerungen aufleben: Zwischen Felsen auf einer Waldblölk in den Vorbergen üppige tielle- 
bonis nigermW ihren großen weißen Blüten unter duftenden rosablühenden Daphne mezereum- 
Qebüschen, während ein dichter Rasen roter Erica cartiea den Boden bis unter die Fichten 
und Kiefern überzieht: — 

am Waldrand zwischen den noch nicht aus dem Winterschlaf erwachten Laubhölzern tau- 
sende von weißen, gelben, violetten Crocus, weißen Schneeglöckchen, Cardamine trijoliata, 
Anemone nemorosa und Isopyrum thalictroides, gelben Primula und Adonis vernalis, blauen 
Scilla, Hepatica, Myosotis, Pulmonaria usw.: — 

im Frühsommer auf freien, sonnigen Blößen des im vollen Laubschmuck dastehenden 




Bach-Behandlung in einem amerikanischen Liebhaber-Garten, Phoenixville, 

iphot Richard kullie). 



Buchen- und Eichenwaldes ganze Gruppen von rosaroten Liliuni martagon und Dictamnus 
neben Büschen von blauen Campanula persicifolia und carpatica, rosa Malva moscliata, rosa 
oder gelblichen Digitalis, violetten Lunaria und Hesperis, rotem und violettem Geranlum, 
rosa und weißem Tlialictrum aquilegiifolium, gelben Doronicum im Schatten und an son- 
nigen, trockenen Stellen die weiße Graslilie, Anthericum Liliago, und blaue Veronicaspicata: — 

in der oberen Waldrcgion der Alpen zwischen Legföhren, saftigen Vaccinien-Polstern und 
niedrigem Rasen, aus dem nickende violette Campanula Scheuchzeri, weiße Anemone narcissi- 
flora, duftige rosa Dianthus superbus und blaue Myosotis alpestris hervorleuchten, hohe 
Büsche von dunkelblauem Aconitum Napellus, rosa Lilium Martagon, weißem Veratrum album, 
dunkel roten Gentiana purpurea und gelben Gentiana lutea: — 

ein trockener Abhang, spärlich beschattet von einzelnen Kiefern und Birken, zwischen dor- 
nigen Sträuchern, wilden Prunus, niederen Rosen und grünem, goldgelb blühenden Ginster 
und Besenpfriemen blühen die anspruchslosen Acliillea, weiße und rote Antennaria, weiße 
Graslilien {Anthericum), blaue, rosa und gelbe Papilionaceen {Astragalus, Oxytropis, Ononis, 
Coronilla u. a.l, Steinnelken, Iris pumila. germanica, nudicaulisu. a., blaue Veronicaprostrata, 
rosa Armeria, gelbe Alyssum saxatile, Potentilla- und Helianthemum-kxizn : — 



Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, itii Parke. 



15 



am rauschenden Gebirgsbach im Halbschatten der Weißerlen und Weiden, an denen weiße 
Clematts und blaue Atnii^eru' malerisch emporranken, blühen zwischen den Steinen des Ufers, 
üppigen Farnkräutern und breitblättrigen Petasites hohe Stauden: rosa Adenoslyles. weiße 
Ranuiiciiliis uconitlfoliiis, blaue Mul_iic'diiim, Delplünium. rosa Tlialictriini aqiiilegifol/imi, weilie 
l-ilipendiila Ulmaria u. a. m.. während der träge Wasserlauf des W'iesenbaches in der Ebene 
die Ansiedlung verschiedener Schilfarten, rosablühender Bulomiis umhcllatiis, gelber Iris 
Pseiidaconis und weißer Alisma und Sagittaria in seinem Bette gestattet. An seinen L'fern 
erheben sich im Schatten derSchwarzerlen, Ulmen und Weiden große Blattpflanzen: Spiraeen, 
gelbe Lysimachia. rosa Lythrum u. a.: — 

die feuchte Wiese, die er in vielen Windungen durchrinnt, schmückt sich im Laufe der 
Jahreszeiten mit goldgelben Callha palustris, rosa. Lyc/inis f/os-cuculi , Iris sibirica, Primula 




Bach-Behaiidlunn 



elatior. Gladioltis paluster, weißflaumigem Wollgras {Eriopiwrum), gelben Trollius, blauen 
Myosotis palustris und an suinpfigen Plätzen Menyaritlws trifoliata, Calla palustris, Coma- 
rum palustre etc. — Ergießt der Bach sich in einen Teich, so bleibt das Vegetationsbild ziem- 
lich unverändert, nur die Verhältnisse werden größer und malerischer: der weite Wasser- 
spiegel, auf dem weiße Nymphaeen und gelbe Nuphar sich schaukeln, das rauschende Schilf 
und Rohrdickicht am Einlauf des Baches und die großartigen Gruppen alter Bäume, die das 
Landschaftsbild abschließen ! 

Der Gartenkünstler. der ausgestattet mit einem warmen Herzen und offenem Sinn für die 
Schönheit der Natur manch anmutige Gegend durchwandert hat, wird sich noch vieler, vieler 
Bilder erinnern, deren Nachahmung und Wiedergabe im Rahmen seiner Parkanlagen ihm 
möglich und anstrebenswert erscheinen muß. \^'n haben die vorstehenden Typen deshalb 
so ausführlich behandelt, weil wir meinen, daß uns nunmehr über die Verwendung der Stau- 
den im Landschaftsgarten nichts weiter zu sagen erübrigt als die Empfehlung, in die \'ege- 
tationsbilder. die wir in der Heimat der Natur abgeguckt haben, im X'erein mit den Stauden, 
deren Standorte und natürliches X'orkommen wir beobachten konnten, noch die verwandten 
ausländischen und die aus den Gartenkulturen neu hervorgegangenen Formen einzufügen. 



16 Die Stauden in der landschaftlichen Anlage, im Parke. 

So können wir beispielsweise das Frühlingsbild der blühenden Wiesen bereichern mit den 
verschiedenen Arten von Narzissen und Tazetten, Hyazinthen und Tulpen, Aquilegien, Garten- 
primeln usw.; — 

die Waldblöße wird das farbenprächtigste Vegetationsbild ergeben, wenn wir unter und 
vor die Kiefern und andere Koniferen winterharte Rhododendren und Azaleen pflanzen und 
zu den Erica und Hellebonis niger die schönen vielfarbigen Helleborus-WyhnAtn hinzuge- 
sellen ; für den Sommer und Herbstflor können wir hier auch Lilien in verschiedenen Sorten 
truppweise ansiedeln; — 

der natürlichen Flora des hebten Laubwaldes und seiner sonnenbeschienenen Ränder 
fügen wir im Frühjahr allerlei Zwiebel- und Knollengewächse hinzu, wie Erythronium, Scilla, 
Chionodoxa, Fritillarien, Dicentra, Gartenranunkeln, Gartenanemonen, Omphalodes verna, 
Vinca, Gartenvarietäten von Viola odorata, Adonis, Anchusa, Paeonia usw., im Sommer die 
verschiedenen Aconitum. Adenophora, Asclepias, Astilbe, Filipendula, Thalictnim, Buphthal- 
mum, Campanula, Digitalis, Chelone barbata, Delphinium, Geranium, Geum, Heleniiim, 
Inula, Lathyrus latifolitis, Orobus, Pentsteinon, Pyrethnini, u. a., im Herbst die schöne Ane-, 
mone japonica, Herbstastern, Heliantlius-Arttn. Solidago u. a. ; — 

den Blütenschmuck der trockenen Hügel und Abhänge vermehren wir durch Massen- 
pflanzungen von kriechendem Frühjahrs-PA/av, Anthemis, Iris florentina, Satiireja alpina 
und grandiflora. Sciitellaria macrantlia. Dianthus plumarius, Sedum spurium u. a., Stachys 
grandiflora, gelben, weißen und roten Achillea pendnlina uni Millefolium, Asphodelus liiteus 
und ramosus, Physalis Alkekengi und Franchetii, Echinops humilis, Eryng/um-Aücn, Cir- 
sium Velenovskyi u. a.. während wir die einheimischen, bescheidenen Prunus durch ge- 
fülltblühende japanische u. a., die einheimischen Rosen durch Schlingrosen und andere win- 
terharte Rosenhybriden ersetzen und außerdem noch Cytisus purpureus, Lonicera Alberti, 
Cotoneaster und andere Felsensträucher dazwischenpflanzen; — 

an Bachufern und Teichrändern ist der Platz für große Blattpflanzen und Ziergräser: Hera- 
cleum, Polygonum, Rheum, Gunnera, Bocconia, Miscantlms. Gynerium. Ligularien u. a., ver- 
schiedene //7s-Arten. Eremuriis, Hemerocallis, Montbretien ; an feuchten sonnigen Stellen 
Iris ochroleuca und Kämpferi, die schönen Senecio Clivorum, Veitchianus und Wilsonianus, 
verschiedene Staudenspieren. Astilbe und Tlialictrum, die chinesischen Aconitum, Artemisia, 
lactea, endlich in mehr sumfpigem Wiesengrund die schönen Sumpfprimeln : Primula denti- 
culata, rosea grandiflora, japonica, Cockburniana und pulverulenta. Daß auf dem Wasser- 
spiegel von Teichen, die jahraus, jahrein gleichmäßig gespannt bleiben, die herrlichen winter- 
harten Nymphaeen nicht fehlen dürfen, ist selbstverständlich. 

Wie schon bemerkt, braucht auf ausgesprochenen Schmuckpartien, z. B. in der Nähe des 
Wohnhauses, auf naturgemäße Charakterisierung keine Rücksicht genommen zu werden; 
aber auch hier muß unser Streben darauf gerichtet sein, ein harmonisch wirkendes Land- 
schaftsbild zu schaffen. Nicht in geometrischen Figuren, geraden Linien und regelmäßigen 
Beeten, sondern in natürlichen, ungezwungen in die Rasenflächen vorspringenden An- 
ordnungen werden wir hier als Vorpflanzung vor bunten Gehölzen, vor und zwischen schön- 
blühenden Ziersträuchern unsere farbenprächtigen Papaver Orientale, Paeonia chinensis, Phlox 
panicula/a-'F ormen. Delp/iinium-Uybnden, Gladiolen und Gaillardien usw. in großen Massen 
verwenden und damit blendende Effekte erzielen, die im Gegensatz zu den ruhigeren 
Vegetationsbildern des Naturparks vom feinfühligen Besucher als angenehme Abwechslung 
empfunden werden. 

Je mehr der Gartenkünstler nach der Natur zu schaffen bestrebt ist. desto sicherer wird 
er sein Ziel erreichen: Natur, wenn auch bereicherte und veredelte Natur! 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 17 

111. 

DIE STAUDEN 
IN DER ARCHITEKTONISCHEN ANLAGE, IM GARTEN. 

\'on Caniillo Schneider. 

Wollten wir im Garten (im (jegensatz zum Park oder der landschaftlichen Anlage, wovon 
im vorhergehenden Abschnitte die Rede war) wirklich Stauden sehen, so mußten wir bis 
vor kurzem in die alten l-laueriieärtcn gehen die sich noch hier und da auf dem Lande finden. 




Dort treffen wir heute noch, wie in alter Zeit, die Pfingstrose, die Akelei, den Eisenhut, die 
brennende Liebe, das fliegende Herz, die Bartnelke, dieAurikel. die Flammenblume, die Salbei, 
die Narzisse, die Kaiserkrone und vor allem viele Gewürzstauden, wie sie seit Jahrhunderten 
vom X'olke mit N'orliebe gepflegt werden. 

Solch Bauerngarten kann im bunten Gemisch dieser Stauden, denen sich noch viele Sommer- 
blumen gesellen, vom ersten Frühlingstag bis spät in den November wechselreiche Bilder 
zeigen, die uns weit mehr anheimeln als die so glatten, geleckten und gezierten Blumenbeete, 
die wir leider auch heute noch zu oft in unseren X'illengärten finden. 

Wenn die Stauden noch immer nicht in jedem Garten zu ihrem Rechte kommen, liegt dies 
einmal daran, daß die Gartenbesitzer nicht mehr wie früher sich selbst im Garten betätigen, 
nicht mehr jenes innige X'erständnis für Pflanzenschönheit besitzen, durch das sich noch 
unsere Großeltern so oft auszeichneten. Die ganze Entwicklung der Neuzeit hat bei den 
meisten A\enschen die innigen Beziehungen zur Heimstätte gelockert, so daß sie sich nur 
als flüchtige Gäste in ihren Landsitzen und Gärten fühlen, deren Ausschmückung sie dem 
Ermessen von Fachleuten überlassen. 

Silva Tarouca-Schneidcr. Lnscre Hreilandslauden, 3. .\uilage. 2 



18 Die Stauden in der architektonisclien Anlage, im Garten. 

In Ländern, wo das nicht in dem iMaße wie bei uns der Fall ist, wo sich die alte Über- 
lieferung erhalten hat, wie in England, finden wir auch die Stauden in reichstem Maße im 
Garten verwendet. Aus England haben wir uns ja so viele Anregungen zur Ausgestaltung 
der Gärten geholt. Immerhin hat es den Anschein, als ob gerade in der schweren Nachkriegs- 
zeit auch bei uns eine stärkere Rückkehr zum Garten einsetzt. Die während der Kriegsjahre 
und infolge des für uns so unglückUchen Kriegsausganges immer stärker einsetzende Ent- 
wicklung der Schrebergärten und das hoffentlich von Jahr zu Jahr bedeutsamer anwachsende 
Siedlungswesen dürften zu einer neuen Blütezeit des Hausgartens führen. Wird dabei auch 
das Nützliche das Ausschlaggebende sein, so wird man immer mehr trachten, es mit dem 
Angenehmen zu verbinden. Der alte bewährte Typ des Bauerngarten wird in mannigfaltiger 
Weise neu belebt und den eigenartigen wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Zeit angepaßt 




Abb. 21. Aspidium var 



•werden. Doch diese Fragen können wir hier nur ganz kurz streifen und wollen lediglich mit 
flüchtigen Strichen andeuten, wie man im Garten und überhaupt in der architektonischen 
Anlage Stauden verwenden kann und auf welche Sorten wir dabei insbesondere unser Augen- 
merk richten müssen. 

Für sich allein können wir Stauden hauptsächlich auf dreierlei Weise unterbringen : als 
Einzelpflanze, als Gruppe oder kleines Beet und als Staudenrabatte. 

In den Rabatten werden wir oft mit Vorteil Sommerblumen zu Hilfe nehmen. Schließlich 
verdienen die Staudenpflanzungen in Verbindung mit Gehölzen einige Worte, obwohl das 
Wichtigste darüber im Abschnitt Park bereits gesagt wurde. 

Die im Garten in Betracht kommenden Sorten werden sich in erster Linie mit denen decken, 
die in Abschnitt V empfohlen werden. Allein der echte Pflanzenfreund wird (abgesehen von 
Alpinen, die für sich im Abschnitt IV behandelt werden) doch gewiß hier und da eine der 
vielen selteneren Arten einschalten, die in der Hauptliste im besonderen Teile angegeben 
sind, wo die Leser auch alle näheren Angaben über die im folgenden genannten Formen, 
ihre Verwendung und Kultur finden. 

Sehen wir uns zunächst einmal die Sorten an, die für Einzelpflanzung oder f ür G r u p- 
pen von mehreren Exemplaren (die aber wie eine einzige Pflanze wirken), in Be- 



Die Stauden in Jer arcliitel<tonischen Anlage, 



tracht kommen. Da haben wir von Blütenpflanzen: Acantliiis lonaifolius und niollis ; Aconi- 
tum; Altltaea rosea plena; Artemisia lactijlora: Aninais Sylvester var. Kneiffii; hohe Herbst- 
astern, vor allem die Sorten von Aster novi-belgii; Ancliiisa italica „Dropmore Var."; 
Astilbe Arendsü- und rosea-¥ ormtn: Bocconia cordata: Centaurea nitlienica; Cephalaria la- 
tarica ; Cimicifuga racemosa. üelpliinium cultorum ..K i n g o i D e 1 p h i n i u m s"" oder andere 
der besonders empfohlenen Sorten: Uicentra spectalnlis: Doronicum plaiüagineum excelsuni; 
Ecliinops spliaerocephalus; Eremurus robustus; Eryngium-Wyhudtn; Hclenium autunuiale 
„Gartensonne"" u. a. ; Heliantlius multiflorus ma.ximus und H. rigidus var. Ligeri; Lupi- 
nus polypliyllus roseus ; Monarda didyma „CambridgeScarlef; Paeonia cliinensis, die 
im besonderen Teil geführten Sorten; Papaver Orientale „Goliath'" u. a. ; hohe Phlox 
paniculata-Sorten ; Rudbeckia laciniata „G o 1 d b a 1 1"" ; Senecio clivorum, Veitchianus, Wilso- 




Abb. 22. Crimini I-'oucii 



nianusu. a. ; Tlialictriim aqiiilcgiijolium ; Veratrum californicum und nigrum ; Verbascum pan- 
nosum und Hybriden u. a. m. , 

All die obengenannten Pflanzen sind in starken, mehrjährigen, gut gepflegten Einzelstücken 
oder zu zwei bis drei zusammen auf Rasengrund, sowie in architektonischer Umgebung 
sehr wirkungsvoll. 

.\hnliches gilt von Blattpflanzen und Gräsern, wie z. B. Aralia californica, Erianthus, Oun- 
nera, Gynerium, Gymnotlirix, Heracleum giganteum. Miscantlius, Rlieum, Rodgersia, Saxi- 
Jraga peltata u. a. m. Sie sind zum Teil seit langem für solche Zwecke im Gebrauch, und 
man vergleiche die diesem .Abschnitte eingefügten .Abbildungen. 

Wenn ich mich nun zu den Gruppenstauden wende, so meine ich solche, die. zu 
mehreren Exemplaren gepflanzt, eine mittelhohe oder auch niedrige, sattgefärbte Gruppe er- 
geben. Derartige mit einer einzigen Sorte bepflanzte Beete sind gerade im Garten leicht unter- 
zubringen und passen in architektonische Gliederungen ausgezeichnet hinein. Sie wirken 
viel besser als die üblichen Sommerpflanzen oder gar sogenannte Teppichbeete. Man kann dabei 
verschiedene Arten vereinigen, die sich in der Blüte folgen, doch ist dies nicht in dem Maße 
möglich wie bei den noch zu behandelnden gemischten Staudenrabatten. 

1' 



20 



Die Stauden in der architektonischenAnlage, im Garten. 



Ich hebe folgende Sorten als sehr geeignet für kleine Gruppenbeete hervor: Achillea 
Millefolium ..C e r i s e Queen" und Ptarmica fl. /?/. ..P e r r y s Weiße"; Aetheopappus pul- 
cherrimus : Anthemis Kelwayi; Anemone japonica .,A 1 i c e". ..L u i s e U h i n k" u.a.; Aquilegia 
haylodgensis, fielenae und andere Hytjriden; Arabis albida fl. pL; Aster alpinus-, Amellus- 
und andere niedrige und mittelhohe Sorten; Barbaraea vulgaris fl. pL; Campanula carpa- 
tica conipacta und persicifolia „d i e F e e". sowie pers. gigantea plena Moerheimi u. a.; Cen- 
taurea montana rosea; Chelone barbata; Chrysanthemum maximum-Sorien; Coreopsis 
lanceolata oculata; Delphinium-Yiybridtn in verschiedenen Farben; Dianthus superbus und 
D. plumarius in ihren Formen; Dicentra spectabilis; Euphorbia polychroma; Eryngium 




Abb. 23. Eremurus robiistus, Lilienschweif, 2 m (phot. Heicke, Frankfurt a. M) 



Zabelii; Filipendula-Arten. Funkia Sieboldii u. a. ; Gaülardia-F ormen; Geranium sanguineum; 
Helenium Hoopesii; Hemerocallis in verschiedenen Formen; //f«c//?/-fl-Hybriden; Incarvillea 
grandiflora: Iris germanica, die in der Liste hervorgehobenen Sorten, sowie Interregna- und 
pumila-V ormtn; Liatris pycnospica; Lilium candidum,croccum, regale. tigrinumw. a. in ihren 
Foxmtn; Lychnischalcedonica und Viscaria splendens plena; Myosotis palustris semperflorens 
„Perle vonRonnenberg"; Oenothera speciosa hybrida ; Paeonia chinensis, in den in dem 
besonderen Teile hervorgehobenen Sorten, sowie P. Wittmanniana: Papaver Orientale „Pr\n- 
cess Victoria Luise", „Württembergi a" u. a. m., auch P. nudicaule in allen Far- 
ben; Phlox paniculata in sehr vielen Sorten. so\j\t Ph. divaricata Laphami ,.? txxysV zr.'"; 
Platycodon grandiflorum Mariesii: Polemoniuni Richardsonii, Primula Auricula, P. elatior 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



21 



aurea ^randiflora, P. japonica. P. pulvenüentu. P. rosea grandiflora u. a. m.; Pyrethrum- 
Hybriden in einfachen und gefnllten Sorten, Rudbeckia speciosa u. a. ; Saponaria ofßcinalis 
piena; Sidalcea „I^osy gern"; Solidago aspera; Stachys grandiflora superba; Statice üme- 
linii, Limonium u. a. ; Tradescantia virgiriica; Tritoina Tuckeri, 7>o///«s-Hybriden; Veronica 
Hendersoriii: Viola cornnta ..G. Wermig"; und viele andere mehr. 

Um auch das zeitige Frühjahr auszunützen, kann man Zwiebelgewächse wie Chionodoxa, 
Crocus, Eranthis. Galanthus.Scillau. a. m. genügend tief ( 1 5 bis 20 rm) zwischen solche Stauden 
einpflanzen, die für den Sommeiilor bestimmt sind, wie z. B. Federnelken, Gaillardien, 
Oenotheren usw. Für den ersten Flor lassen sich ferner Prinmla acatilis, japonica, pra- 




Abb. 24. Gunnera cliilensis, in Sanssouci, 1,5 



honiciana, rosea, Omphalodes venia, Bcllis perennis, \'eilchen, Narzissen, Iris pumila und 
ähnliche verwenden, auf die dann Sommer- oder Spätblüher wie orientalischer Mohn, Trolliiis, 
Doronicuni, Rittersporn, japanische Anemonen. Herbst-P///av und ähnliche mehr folgen 
können. Die Beete dürfen aber nicht zu klein sein, damit man soviel Pflanzen geben kann, 
um bei jedem 1-lor eine abgeschlossene Wirkung zu erzielen. 

Ehe wir nun auf die gemischten Staudenrabatten eingehen, wollen wir noch kurz auf 
wertvolle Einfassungspflanzen hinweisen, da diese gerade in kleinen Gärten, 
wie überhaupt in architektonischen Anlagen, eine bedeutende Rolle spielen. Es seien genannt: 
Alyssiini saxatile compactum. Antennaria tomentosa, Arahis albida grandiflora superba. Are- 
naria graminifolia. Armeria Laucheana, Arrlienalhcruni bulbosuin fl^l. var.. Aster alpinus su- 
perbus, Aubrietia delloidea-Formcn. Bellis perennis-Formen. Brunella grandiflora, Canipa- 
nula carpatica conipacta, C. glonierata acaulis. C. pusilla, Cerastium Biebersteinii, Crucia- 
nella stylosa, Diantlius caesius, D. deltoides „Brillant". D. plumarius, niedrigste Formen, 
Festucaglauca, F. scoparia, Funkia Forruneiu. a., Oentiana (jentianella, Iberis sempervirens. 



Die Stauden in der architel<tonischen'Anlage, im Garten. 




Abb. 25. Lilium croceiim, orangerote Lilie, 40 




„weißer Zwerg", Iris pumila-For- 
men, Linaria Cymbalaria globosa, 
*Molinia coenilea varieg., Phlox 
setacea-F ormtn, Saponaria ocy- 
nioldes, Saxifraga Arendsil, caes- 
pltosa , miiscoides , Rliel superba 
u. a., Sedum alhum, S. spurium u. 
a., Sempervi\>um-¥ ormtn, Stac/iys 
lanafa, Thymus lamiglnosus, Ve- 
ronlca orlentalls, * Vinco, * Viola 
cuculafa u. a. m. Die genannten 
vertragen Sonne, die mit * bezeich- 
neten auch Schatten ; für solche 
Lagen kommen noch in Betracht 
Prlmula elatlor und vulgaris, dann 
vor allem Asarum und Eplmedlum- 
Arten. Man vergleiche auch die 
Liste der Schattenpflanzen. 

Wichtig sind auch die Boden- 
bekleidungspflanzen für den Gar- 
ten, um schattige oder sonnige 
Stellen gleichmäßig zu überziehen. 
Solche Sorten finden wir vor allem 
unter den alpinen Gewächsen, wel- 
che Polster oder Rasen bilden, wie 
etwa Arabis albtda. Werls semper- 
vlrens, viele Saxifragen usw. Wir 
haben sie zum Teil unter den Einfas- 
sungspflanzen schon mitgenannt 
und führen sie auch in Liste XIX. 



Die Stauden in der architektonischeii Anlage, im Garten. 



23 



Wir kommen nun zur Fksprechung der gemischten Staudenrabatten, wie sie 
mit Recht sich immer mehr bei uns einzubürgern beginnen. Die Bepflanzung einer solchen 
Staudenrabatte, die je nach Tunlichl<eit vom iWai bis in den Herbst hinein einen lebendigen 
Flor bieten soll, gehört zu den schwierigsten Aufgaben des Staudenfreundes. Es gibt hier 
so mancherlei zu beachten, wozu eine gründliche Kenntnis der verschiedenen Formen, die 
zur Verwendung gelangen, unerläßlich ist. Wir müssen ihre Tracht, ihre Blütezeit und -dauer 
und die Wirkung ihrer Farben genau kennen, damit wir uns schon Mir dem Pflanzen ein Bild 
von dem Effekt machen können, den 
wir erzielen wollen. Selbstverständ- 
lich hat hier der persönliche Ge- 
schmack des Gartenfreundes freien 
Spielraum. Er kann die Farben nach 
Belieben mischen und bald ein Meer 
bunt durcheinanderwogender Töne 

erzeugen, bald einen gewissen 
gleichmäl.iigen Rhythmus eintreten 
lassen, indem sich von Zeit zu Zeit 
die gleichenFarbenstimmungen wie- 
derholen, oder indem verschiedene 
volle Töne miteinander abwechseln. 

Um unseren Lesern verschiedene 
Ideen zur Bepflanzung solcher Ra- 
batten bieten zu können, haben wir 
erfahrene Staudenkenner aus der 
Reihe unserer .Mitarbeiter gebeten. 
uns einige erprobte Bepflanzungs- 

pläne zusammenzustellen. Herr 
Arends war so gütig, uns einige 
Entwürfe für solche Rabatten zu sen- 
den, in denen sich in gewissen .-Xb- 
ständen die gleichenFarbentöne wie- 
derholen. Solche .Anordnungen pflegen im allgemeinen ruhiger und kräftiger zu wirken als 
die ganz bunten Rabatten, wie wir sie dann noch besprechen werden. Natürlich ist es eines- 
teils Geschmackssache, ob wir diese oder jene 1-orm wählen, andernteils kommt es ganz auf 
die Ortlichkeit an. wo die Pflanzen zur Geltung kommen sollen. 

Wir geben zuerst die Entwürfe von Arends füreine schmälere. einseitigeRabatte 
mit drei Pflanzen reihen. Die Entfernungen der Pflanzen unter sich sind immer gleich 
bemessen und richten sich nach dem Umfang der stärksten Einzelpflanzen. DemgeinälJ muß 
man von schwächer wachsenden 1-ormen entsprechend mehr 13 bis 51 Stücke einsetzen, 
um den gleichen Raum gut auszufüllen. 

1 2 .? 4 .s h 12 hohe 1 1 — 1.2 m ] 




Astilboidcs{Ro(l<i 



in I phcit. .\. Purpus). 



mittelhohe 



Sorten 



niedrige 
Einfassung 



Erster Bepflanzung splan (Einfassung: Armeria maritima, VAzxosaw 



leuchtend 



". lichtblau 
feurigrot 



paniciilata „Württembergi 
rosa 

2. .-t.sVfr-Hybride „Eos", rosa 

3. Delpliinium ßellac/onna ..Pers 

4. Phlox paniciilata .Septeniberglut 

5. Cimicifuga japonica. weiß 

6. Lychnis cliaicedonica. leuchtend rot 

7. Campanula persicifolia. blau 

8. Papavcr Orientale „Prinzeß Viktoria Luise" 

lachsrosa, und Gypsop/üla panicnlula fl. pl. 
weiß gefüllt 

9. Aster Amellus .Rudolf Goethe", lavendelblau 



10. Rnilhccitia speciüsu, leuchtend gelb 

1 1 . Paeonia officinalis plena, rot 

12. Clirysantliemum maxinuini „Stern von Ant- 

werpen", weiß 

1 3. Ccntaurea montana. blau 

14. Solidago virgaurca nana, gelb 

15. Inula glandiilosa. gelb, und Campanula glo- 

merala da/iurica und superba, violett 

16. Acliillea Mitlefolium „Cerise Queen", rot 

17. Popaver nudicaulc. ge\b 

18. Viola cornuta „G. Wermig", blau 



24 



Die Stauden in der architelitonischen Anlage, im Garten. 



Zweiter Bepflanzungsplan tEinfassung: Phloy. setacea „Brightness". leuchtend rosa) 

1. Delphiniurn Belladonna „Lamartine",dunkelblau 

2. Lupinus polypkyltiis albus, weiß 

3. Helenium pumilum magnificiim, gelb 

4. Phlox paniculata „Widar", violettblau mit 

weißer Mitte 

5. Aster cordifoliiis „Ideal", lila 

6. Monarda didyma salmonea, lachsrosa 

7. Iris germanica pullida dalmatica, lichtblau 

8. Aster Amellns „Wienholzi", rosa 

9. Pyretlinim liybridiim „James Kelway", leuchtend 

scharlachkarmin 



10. Iris germanica „Mithras", gelb und braun 

11. Achillea filipendutina „Parkers Var.", gelb 

12. Aquilegia vulgaris „Hybriden", weiß, blau, 
rosa 

13. Ackillea Millefolium „Cerise Queen", kirschrot 

14. Tradescantia virginica alba, weiß 
1 3. Campanula carpatica, blau 
Ib. Centaurea montana rosea. rosa 

17. Sedum Fabariu „Brillant", leuchtend rot 

18. Dianthus plumariüs „Diamant", weiß 



Es folgen nun sechs weitere Entwürfe von Arends für eine breitere vierreihi| 
Rabatte, die ebenfalls einseitig gedacht ist. 



2 3 4 

6 7 8 9 

12 13 14 
16 17 KS 1') 



höchste (1,5—2 

hohe (1 — 1,2 //;) 

mittelhohe 

niedrige 
Einfassungen 



Sorten 



Erster Bepflanzungsplan (Einfassung: 

1. Delphiniurn cultorum „Excelsior", leuchtend 

kobaltblau 

2. Aster novae-angliac „Lill Fardell", karmin 

3. Solidago Shortii, goldgelb 

4. Chrysanthemum serotinutii. weiß 

5. Rudbeckia nitida „Herbstsonne", goldgelb 

ö. Papaver Orientale, rot, und Anemone japonica 
„Luise Uhink", weiß 

7. Phlox pauicitlatu ..Imperator", karmin 

8. Lupinus polyphyllus roseui, rosa 

9. Phlox paniculata „Frl. v. Laßberg", weiß 



Iberis sempervirens „Weißer Zwerg", weifö): 

10. Aster-WybM^ „Heiderose', rosa 

1 1. Rudbeckia spcciosa. orangegelb 

12. Trollius liybridiis ..Orange Qlobe", orangegelb 

13. Campanula glonu'talu superba, tief violettblati 

14. Chrysanthemum maximum semiplenum, weiß- 

1 5. Iris germanica „Kheinnixe", reinweiß und veil- 

chenblau 
Ib. Polemonium Richardsonii, himmelblau 

17. Sedum Fabaria, rosa 

18. Campanula carpatica, hellblau 

19. Polemonmm Ricliardsonii album. weiß 

20. Aster novi-belgii „Plejad", purpurrot 




Abb. 28. Staudenrabatte in einer öffentlichen Anlage zu Köln a. Khe 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



25 



Zweiter Bepflanzungsplan (Einfassung 



1. Aster novi-belgii „Tom Sawyer" mattblau 

2. Ruilbeckia laciniata „Qoldball", gelb 

3. Delphiniuni cuttontm „King of Delphiniums", 

tiefblau 

4. Helianthus (Harpalium) rigidus semiplenus, hell- 

gelb 

5. Echinops Ritro, blau 

6. Rudbetitia purpurea. weinrot 

7. PÄ/o^/Jun/rü/«/ü „Elisabeth Campbell", leuch- 

tend karminrosa und weiß 

8. Gypsoplühi panicidata fl. pL, weiß gefüllt 

9. Aster cordij'oliiis „Ideal", lila 

Dritter Bepflanzungsplan (Einfassung 

1. Aconitum Napelliis vuriegiilum. hellblau 

2. Helianthus (Harpuliunn rigidus Ligeri, hellgelb 

3. Aster novi-belgii „LdiWcnieX', heliavendelblau 

4. Solidago asperu, goldgelb 

5. Althaeu rosea plenu, rosa gefüllt 

6. Phlox paniadata „Loki", rosa 

7. Paeonia chinensis fl. pl., rosa 

8. Delphiniuni cultorum „Mrs. Thomson", leuch- 

tend blau mit weiß 

9. Paeonia chinensis plena, weiß 

10. Astilbe Arendsii „Qranat", feurig karmin 



: Armeria maritima Laucheana. rot) : 
Monurdu didynia „Cambridge Scarlet", schar- 
lachrot 
Campanula petsicifolia „Moerheimi", weiß 
Aquilegia vu/garis hybrida. rosa oder rot 
Anemone juponica „Alice", rosa 
Scabiosa cuucusicu, hellblau 
Veronica Hendersonii. tiefblau 
Itis pumila hybrida cyanea. dunkelviolett 
Centaiirea niontana alba, weiß 
Papaver nudicuulc miniatiini. oraiigerot 
Heuckera sunguinea. blutrot 
Arabis albida fl. pl.. weiß 



Su.xifraga Arendsii „Blütenteppich", rosa) : 

11. Iris germanica „Mrs. H. Darwin", weiß 

12. Campanula persicifolia grandiflora. hellblau 
\?,. Iris germanica spectabilis. dunkelviolett 

14. .Aquilegia caerulea „Hybriden", blau, weiß, 

rosa, purpurn u. a. 

15. Hemerocallis hybrida „Sovereign", hellorange- 

gelb 
lö. Lychnis Viscaria splendens plena. karmin 

17. Veronica incuna, tiefblau 

18. .Aster subcoeruleus floribundus, lila 

1 4. Campanula curpatica pelviformis, hellblau 
20. Centuurea montana rosea. rosa 



Vierter Bepflanzungsplan ( Einfassung : Aster alpinus siiperbiis. lila) 



1. Helenium autumnale „Gartensonne", goldgelb 

und samtbraun 

2. Astilbe Arendsii „Hyacinth", leuchtend lilarosa 

3. Aster novae-anglia'e „Treasure", violettblau 

4. Aconduni Napellus „Spark's Var.", tiefblau 

5. Cimicifuga raceniosa, weiß 

6. Lupinux polyphylhis, blau 

7. Paeonia chinensis „Marie Jacquin", lichtrosa 

und rahmgelb 

8. Campanula mucrantha. tiefblauviolett 

9. Helenium punulum magnificum. goldgelb 
10. Lupinus polyphylhis albus, weiß 



1 1. Iris germanica „Mme. Chereau", reuiweil.) mit 

liia 

12. .Xclullca Ptarmica „Perrys weiße", weiß 
!.■?. I'rollüis japonicus „Excelsior". orangerot 
14. Campanula persicifolia „Backhousei", weiß 
I .S. .AchUlea filipendulinu, sattgelb 

1(). Centaurea montana grandiflora blau 

17. .-Is^cr-Hybride „Mad. Cocheux", rosa-lila 

1 8. Qeum Heldreictui splendens, leuchtend orange 

19. Dianthus ptuniarius „Delicata", seidig-lilarosa 

20. Stachys (Betonicu) grandiflora superba , hell- 

purpurn 



Pünfter Bepflanzungsplan. Blau-weiße Gruppe 
(Einfassung: Aiibrietia tauricola, blau): 

1. Delphiniuni cultorum „King of Delphiniums", 12. Chrysanthemum ma.ximui 

2. Chrysanthemum serotinum, weiß |blau 

3. ,4.s/V/--Hybride „N. A. Baumann", violett 

4. Delphiniuni cultorum. „Wilhelm Stör", blau 

5. Aster pulcherrimus albus weiß 

6. Lupinus polyphylhis. blau 

7. Campanula macranllia alba, weiß 

8. /ris germanica „Prinzeß Beatrice", tiefblau 

9. Lupinus polyphylhis albus, weiß 

10. Campanula mucrantha superba, blauviolett 

11. Aster Amellus „Rudolf Goethe", dunkellila 



■.cmiplcnum, weiß 

13. Salvia nemorosa. blauviolett 

14. Pvrethrum hvbridum „Bella Blonde", weiß 
■ gefüllt 

15. £>/]g-f/-ci/(-Hybride „Lasur", lila 

16. Campanula glonierala dahurica und superba. 
violett 

17. Tradcscantia virginica alba, weiß 

18. Viola cornula „(j. Wermig". blau 

19. Dianthus plumarnis ..Diamant", weiß 

20. Polcmonium Richardsonli, blau 



Sechster Bepf lanzungspl 
(Einfassung: Iberis seinpervirens 

1. Aster novae-angliae .L\\\ ^ArdeW . roi 10 

2. Delphiniuni Belladonna „Moerheimi". weiß 1 1 

3. Monarda didyma „Cambridge Scarlet", rot '^ 

4. Aster-W\hx\ÄQ „Blüten wölke", weiß '[^ 

5. Aster novae-angliae „Ws. Rasnor' . roi j- 

6. Astilbe .Arendsii „Granat", rot ,',, 

7. Chrysanthemum ma.ximuin „WeißerStern", weiß 1 7 

8. P/i/av/'a«'C"/o'a -Imperator", karminrot 18 

9. Papaver Orientale „Goliath", scharlach-karmin. 19 

und Gypsoj'hila paniculalafl. pl..\ve\ßgeiü]\t 20 



an. Rot-weiße Gruppe 

„Weißer Zwerg", weiß! : 
Phlox paniculuta „Frl. v. Lassberg", weiß 
Oeum coccineum pl. „Mrs. Bradshaw". rot 
.Achdiea Ptarmica „Perrys weiße", weiß 
Centrantlius ruber coccineus. rot 
Pyrethrum liybridum ..lanies Kelway". rot 
Iris germanica „Mrs. Darwin", weiß 
.Achillea MUlefolium „Cerise Queen", rot 
Campanula carpaüca alba, weiß 
Sedum Faharia „Brillant", karminrot 
Lychnis Viscaria splendens plena, rot 
.Astilbe Arendsii „Deutschland", weiß 



26 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



Die von Herrn M. J. Goos für die 2. Auflage gegebenen Vorschläge für Staudenrabatten 
wurden, da unser verehrter Mitarbeiter verstorben ist, durch die Firma Goos & Koenemann 
neu bearbeitet. Wir möchten aber die beherzigenswerten Worte, die Goos damals voran- 
schickte, auch heute wiederholen. 

„Die in der ersten Auflage gegebenen Bepflanzungsvorschläge wurden seit ihrer Bekannt- 
gabe häufig in Wirklichkeit ausgeführt und haben dem Besitzer Freude und Befriedigung 
gewährt. Nur darf man sich nicht verhehlen, daß eine solche grolle gemischte Rabatte mit 
ihrer herrlichen Farbenwirkung nur dann ihre Schönheit sich erhäh. wenn die Bedingungen 
des Gedeihens aller ihrer Bewohner gleichmäßig erfüllt sind, und ferner eine regelmäßig 




Abb. 29. Aus einem amerikanischen Staudengarten, Ende Mai, Chelten House, Elkins Park, Pa. 
(phot. Richard Rothel. 



ordnende Hand tätig ist, die diese Pflanze in ihrer Überfülle von Wachstum und Ge- 
deihen einhält, jene durch besondere Pflege unterstützt usw. und so die Harmonie des 
ganzen Eindruckes erhält, was viele Zeit und Mühe erfordert. 

Bei dem Erscheinen und der Heranzucht immer neuer Spielarten und ebenso der Ein- 
führung neuer Arten wird man auch sein Augenmerk darauf richten müssen, die gering- 
wertigeren Pflanzen gegen die Verbesserungen auszutauschen, wie es bei den hier gegebenen 
Bepflanzungsvorschlägen durchgeführt wurde. 

Weit leichter gestaltet sich die Bepflanzung von Staudenrabatten, wenn man ihre Blüte- 
zeit nur auf eine kurze Zeit des Jahres beschränkt, wenn man also mit anderen Worten 
getrennte Frühjahrs-, Sommer- und Herbstrabatten pflanzt, je nach dem Wunsche des Be- 
sitzers. Der Eindruck einer solchen Pflanzung, wo auf eine kurze Zeit alles blüht, gestaltet 
sich naturgemäß verhältnismäßig außerordentlich viel wirkungsvoller. — Wer es also er- 
möglichen kann, sich in seinem Garten Blütenbilder getrennt, beispielsweise von Anfang 
April bis Mitte Juni, dann von Anfang Juli bis Mitte August und wieder von Anfang Sep- 
tember bis Mitte Oktober zu schaffen und wo die Verhältnisse so liegen, daß die abgeblühten 
Rabatten nicht störend fürs Auge wirken, dem ist nicht dringlich genug zu raten, sich be- 
sondere Plätze für seine Frühjahrs-, Sommer- und Herbststauden zu wählen. Hier ist ein 
Erfolg fast immer sicher und der Genuß an einer solchen Pflanzung ist eigenthch immer reiz- 



Dk' StaiidL'ii in der archilckUjnischcn AiilagL', iiii üarttii. 2 7 

voller, weil das Gebotene ein vollkommenes abgerundetes Bild gibt, üanz besonders anzu- 
raten ist diese Art der Pflanzung ja natürlich auch für denjenigen, der sich nur bestimmte 
Zeit im Jahre seines Gartens erfreuen kann: — wie häufig tritt an den Privatgärtner der 
Wunsch seiner Herrschaft heran, für eine ganz bestimmte Zeit, oft wenige Wochen, Blüten- 
bilder zu schaffen ; mit Hilfe solcher Sonderrabatten hat er es dann in der Hand, diese Wünsche 
mit Leichtigkeit zu erfüllen. Nachstehend wird an einigen Beispielen die Art der Bepflanzung 
solcher Sonderrabatten näher erläutert. Da die Mannigfaltigkeit des Materials in Form und 
Farbe eine sehr grolk ist, so wird sich — anlehnend — jeder leicht nach seinen beson- 
deren Liebhabereien und Wilnschen eine Bepflanzung zusammenstellen können. 




Abb. .50. RabaltL' aus Slauilcn unil Süiiiiiierblumcii im Park zu Sanssouci. lOng.). 

Für sehr große Anlagen eignen sich zur Einfassung langer, breiter und gerader Hauptwege 
mehrere Meter breite Rabatten, die in der Art bepflanzt sind, daß nur bestimmte Stauden- 
und Halbstaudenformen besonders dekorativer .Art, deren Laub nach und vor der Blüte nicht 
stört, wie z. B. Paeonia chinensis, Iris oennanica. Delpliiniuni-]r\yhr\dcn, Phlox paniculata, 
Anemone japonica. Chrysanthemum indicum, Canna. Dahlien usw. usw., in den feinsten Spiel- 
arten in starken Pflanzen über die ganze Länge der Rabatte unter sich abwechselnd verteilt 
sind. Fs wird also beispielsweise zur Zeit der Päonienblüte ein langes breites Blütenband 
entstehen, das dann, nach dem Abblühen der Päonien, wieder durch eine andere Staude, 
beispielsweise die Delphinien. in ähnlicher Art ergänzt wird und so fort. 

Die Pflanzen einer solchen Rabatte müssen natürlich in großen Entfernungen von ein- 
ander stehen, damit sie sich nach allen Seiten hin voll entwickeln und von .lahr zu .lahr 
an Schönheit und Stärke zunehmen können. 

Sie bedürfen daher auch einer besonders guten Pflege und jährlicher ergiebiger 
Düngung. Dann aber ist auch die perspektivische Wirkung einer solchen .Anpflanzung ge- 
radezu bezaubernd. — Die breiten Zwischenräume zwischen diesen Standpflanzen, \ielmehr 
Schaupflanzen, besetzt man entweder mit jährlich wechselndem Sommerflor oder mit niedrig- 
bleibenden Stauden in großen Gruppen. Als Einfassung wähle man tniwtAtr Aster alpinus 
superbiis, Campaniila carpathica compacla. Federnelken, kleinblättrige Funkien, /m/jw/«//a- 
Hybriden W), /hen's sempervirens ..Weißer Zwerg" , Armeria maritima oder andere". 



28 Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 

Es mögen nun die einzelnen Beispiele folgen. Aus den Grundrissen usw. ersehen die Leser 
alles. Der Maßstab ist immer der gleiche. 

a. Frühjahrs-Rabatte. 

Die Rabatte von 3 m Breite ist als Frühjahrsrabatte gedacht. Wir haben hier versucht, 
Vertretern unter den frühblühenden Ziergehöizen einmal zu ihrem Recht zu verhelfen, indem 
wir solche in weiten Abständen in der Staudenrabatte verteilt haben. Die Wirkung ist eine 
schöne: die Schönheit dieser Ziersträucher kommt in der Stauden-Rabatte viel mehr zur 
Geltung als in Gehölzgruppen unter dem Druck stärker wachsender Sträucher und Bäume, 
wo man sie oft nur ein gequältes Dasein fristen sieht. 

Warnen möchten wir aber vor einer zu reichlichen Verwendung von Gehölzen in der 
Stauden-Rabatte und besonders solcher Arten, die sich stark entwickeln und in der Rabatte 
zu viel Raum beanspruchen. Es werden daher in der Hauptsache solche Sträucher vorge- 
schlagen, die am zweijährigen Holze blühen und zweckmäßig jedes Jahr durch Rückschneiden 
der abgeblühten Triebe in entsprechender Größe gehalten werden können. 

Die Anordnung der Stauden ist aus dem Plane leicht ersichtlich, sie ist in größeren und 
kleineren Streifen kulissenartig ausgeführt, auf diese Art kommt die Zusammenwirkung der 
Farben viel besser zur Geltung. Eine Umarbeitung einer solchen Rabatte nach 3 — 4 Jahren 
ist notwendig. 




1. Primula denticulatu gnindiflora, hla .32. 

2. Arab/s albida fl. pleno, weiß 33. 

3. Pupaver midicaule, gemischte Farben, weiß, 34. 

gelb, orange 

4. Lupinus polypliyllus roseus, reinrosa 3.S. 

5. Ccntuurea montaiia orandiflora, blau 3ö. 
b. Phlox divaiicata, blaßblau 37. 

7. A/yssui/i sa.xatdc ß. pL, goldgelb 38. 

8. Aster suhcocnileiis „Artemis", zartlila 39. 

9. Doronicum Coliimnue, gelb 40. 
10. Cainpüiuila persicifolia qnimliflom alba, weiß 41. 
11. /-/(■/)(//»■</ <///£,'«/< IN«, hell'blau ' 42. 

12. A(/ui/ci^ni liclcinic. blau mit weiß 43. 

13. Hcaclieni sum^iiinea „Feuerrispe", feurig pur- 44, 

purrut 45. 

14. Anclwsa niyostidi/kva, hellblau 46. 

15. Acpiilcifiii liirvsiiiitlia, gelb 

16. Polcmoniuin Uic/iurdsoiui, himmelblau 47. 

17. Auhndiii livni „Purpurteppich", dunkelviolett 48. 

18. Pniiiiilti aciiiilis „Frimrose", hellgelb 49. 
IQ. Hpitiicdiiuii Wiissiliianum, rot 50. 

20. Arulnisa myosotidiflom. hellblau 51. 

21. 7'-(>///üs „üoldqueile", gelborange 52, 

22. Lupinus polypliyllus supcrbiis. blau 53, 

23. Viscaria vulgaris splendcns pleno, magentarot 54, 

24. Plilox aniocna, magentarot 55. 

25. Aster ulpinus „Rex", weichlila 56. 
2b. Iris puniila excelsa, ockergelb 57. 

27. Visearia vulgaris s/>lciideiis plena, nmgeniarot 58. 

28. Plilox divancala Lapliaiiii, himmelblau 59. 

29. Lupinus poIvphvUus albus, weiß 60. 

30. Trillium graudijloruni. weiß 61. 

31. Doronicum caucasicuni, gelb 62. 



Iris Interregna ,,Frithiof", lavendelblau 
Aubrietia bybrida „Dr. Mules", dunkelviolett 
Saxifraga Arendsii „Blütenteppich", leuchtend 

rosa 
Visearia vulgaris spleudens plcna, magentarot 
Geutu Hcldreichii niagnifieuin, hellorange 
i'eronlea anietliystina, amethystblau 
Primula Bulleyana, orangegelb 
Hepatiea ang'ulosa, hellblau 
Ancliusa myosotidijlora, hellblau 
Trollius „Örangegiut", rotorange 
Iris Interregna „Ingeborg", weiß 
Polenionium Ruiiardsoiiii, hinunelblau 
Alyssum saxatile eitriuuni. hellgelb 
Anchusa myosolidijlora. hellblau 
Heuvhera sariguinea ,, Kleberger", feurig pur- 
purrot 
Doronicum Clusii, gelb 
Ac/uilegia coerulea, blau mit weil.i 
Aquilegia clirysaiitlia, gelb 
Lupinus polypliyllus superbus, blau 
Geuiii Ewcni, leuchtend orange 
Iris piimila liybrida cyanea, ultramarinblau 
//7.S piimila liybrida „Schneekuppe", weiß 
Tlialictrum aipiilegiifolium purpureum, lilarosa 
Aubrietia liybrida „Purple Robe", purpurlilarosa 
Iberis sempervirens „Schneeflocke", weiß 
Aspliodelus luteus, gelb 
Campanula persicifolia Moerlieimii, weiß 
Veroniea anietliystina, amethystblau 
Polemoniuni Ricliardsonii, himmelblau 
Trillium grandiflorum, weiß 
Primuki Beesiana, samtig purpurn 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



63. Arabis albidafl. pL. weiß 

64. Aster subcoeruleiis „Apollon", dunkelblau 

65. Aquilegia truncata. orange mit gelb 

66. Iris Interregna „Helge", zitronengelb 

67. Alyssum saxalile J'l. pl., weiß 

68. Aster alpinus superbus, blau 

69. Phlox (livaricata Laphanü. himmelblau 

70. Trollius „Lichtball", orangegelb 

71. Orobus vernus. purpurblau 

72. Cenlaurea montana grandiflora, blau 

73. Heuchera sunguinea „Frühlicht", zartrosa 

74. Anemone sylvestris, weiß 

75. Papuvernudicaule, gemischt, weiß, gelb, orange 

76. Lupinus polyphyllus roseus. reinrosa 

77. l'olcmonium Riciwrdsonii, hinunelblau 



Blühende Gehölze 

1. Prunus japonica rosea pleno, rosa 

II. Spiraea urgutu, weiß 

III. Cylisus Beanii, goldgelb 

IV. Deutzia gracilis carmineu, rosa 

V. Cydonia japonica grandiflora rubra, rot 
VI. Cytisus kewensis, rahmweiß 
VII. Prunus japonica alba pleno, weiß 
VIII. Deutzia gracilis campanulato, weiß 
IX. Philadelplius /.emoinei „Man\eau d'Hermine", 

weiß 
X. Amygdalus nana, rosarot 
XI. Cydonia japonica cardinulis. feurig Scharlach 
Xll. Forsythia Forlunci. gelb 



/;. S o m in e r - R a b a 1 1 e . 




1 . Inula glandulosa superba, goldgelb 

2. Papaver Orientale „Loreley", zinnoberrot 

3. Pliysostegia virglniana, rosalila 

4. Aruncus Sylvester, weiß 

5. Iris germanica „Rheintraube", lavendelblau 

mit purpurviolett 

6. Pyretlirum liybridum „Hamlet", rosa 

7. Erigeron speciosus seniiplenus, hellila 

8. Paeonia ctiinensis „Avalanche", weiß 

9. Delphinium cultorum „Rochusbcrg". tiefblau 

mit weiß 

10. Achillea Eupatorium „Parkers Var.", gelb 

11. Oenotliera gluhra, goldgelb 

12. Chrysanthemum max. „Mrs. Tersteeg", weiß 

13. Visiaria vulgaris splendensfl. pl., magentarot 

14. Phlox paniculata „Thor", lachsrot 

15. Veronica amethystina, amethystblau 

16. Althaea rosea,, gelb 

17. Campanula persicifolia Moerheimii, weiß 

18. Iris germanica „Caprice", hellblau 

19. Aconitum Napellus bicolor, blau mit weiß 

20. Viola cornuta „O. Wermig", veilchenblau 

21. Papaver Orientale „Prinzessin Viktoria Luise", 

lachsrosa 

22. Campanuta persicifolia multiflora, dunkelblau 

23. Incarvillea Delavayi, rosafarben 

24. Thalictrum dipterocarpum, rosapurpurn 

25. Z)?//7Ä/n/umf///to/-üm„Persimmon", himmelblau 

26. Verbascum densiflorum. kupfrig gelb 

27. Iberis sempervirens „Weißer Zwerg", weiß 

28. Pyrethrum „James Kelway". karmoisinrot 

29. Iris germanica „Lohengrin", cattleyarosa 

30. Heliopsis scabra imbricata, goldgelb 

31. Aruncus Sylvester, weiß 

32. Phlox paniculata „Sommerkleid", weiß m. rot 

33. Lyclinis cliaicedonica, scharlachrot 

34. Chrysanthemum max. ..Hildegard v.Grüter" 

35. Anchusa italica „Opal", himmelblau 

36. Achillea ptarmica „The Pearl", weiß 

37. Papaver Orientale „Feuerzeichen", 

brennend rot 



38. Scabiosa caucasica, lichtblau 
3'). Helenium Hoopesii, gelb 

40. Pliysostegia virginiana rosea, rosa 

41. Campanula glomerata dahurica, violettblau 

42. Paeonia chinensis „La Perle", weiß mit lila 

Hauch 

43. Althaea rosea, weiß 

44. Phlox paniculata „Brillant", hellblutrot 

45. Dictamnus albus var. alba, weiß 

4b. Heliopsis scabra zinniaeflora, goldgelb 

47. Delphinium cultorum „Taunus", tiefblau 

48. Geum coccineum ,.Mrs. Bradshaw', 

Scharlach 

49. Scabiosa caucasica alba, weiß 

50. Aetheopappus pulcherrimus. rosa 

51. Verbascum densiflorum, kupfrig gelb 

52. Veronica rupestris. amethystblau 

53. Lychnis cliaicedonica, scharlachrot 

54. Scabiosa caucasica perfecta, hellblau 

55. Rudbeckia ,, Morgenröte", rosalila 

56. Delphinium cultorum „Bayard", hellasurblau 

57. Dianthus plumarius „üeWcata", lilarosa 

58. Campanula glomerata dahurica, violettblau 
SO. .-\chillea filipendutina ,. Parkers Var.", gelb 
60. Aruncus Sylvester, weiß 

()1. Iris germanica „Pollux", hellblau 

62. Phlox paniculata „Le Mahdi", violettblau 

63. Chrysanthemum maximum seniiplenum. weiß 

64. Paeonia chinensis „Raphael", dunkelrot 

65. Alfhaea rosea, rot 

66. Pyrethrum liybridum „Queen Mary", rosa 

67. Viola cuciillata grandiflora, dunkelblau 

68. Coreopsis grandiflora, gelb 

69. Thalictrum aquilegiifoliüm album, weiß 

70. Geranium sanguineum, rot 

71. Papaver Orientale „Oriental King", karminrot 

72. Centranthiis coccineus, rot 

73. Ins germanica „Fürstin Lonyay", lila 

74. Heliopsis scabra grati.'^sima, gelb 

75. .\ster alpinus albus, weiß 



Die Stauden in der architelitonischen Anlage, im Garten. 
c. Herbst-Rabatte. 




Campaniila turbinata „White Qeni". weiß 

Campanala turbinata ..Isabella", blau 

Rudbeckia Neumannii, gelb 

Solidago aspera. gelb 

Aster noi'i-belgii „Lavendel", lavendelblau 

Linum arboreum, goldgelb 

Chrysanthemum indicum „Pride of Hayes", 

dunkel karminrot 
Dahlie „Schneeberg", weiß 
Chrysanthemum indicum „Champ d'or", gelb 
Helenium „Riverton Gern", braunrot 
Solidago Shortii, gelb 

Aster Amelhis ,. Rudolf Goethe, lavendelblau 
Aster cordifolius „Sprühlicht", lichtlila 
Chrysanthemum serotinum. weiß 
Anemone japonica „Luise Uhink", weiß 
Aster novae-angliae „W. Bowman", dunkelblau 
Aster hybridiis „Herbstwunder", weiß 
Wahlenbergia grandiflora. blau 
Tritoma corallina, korallenrot 
Chrvsantliemum indicum „Altgold", leuchtend 

ältgold 
Rudbeckia nitida „Herbstsonne", gelb 
Aster caespitosus purpureus, hellrosa 
Aster ibericus „Ultramarin", ultraniarinblau 
Boltonia latisquama, zart lilarosa 
Solidago aspera. gelb 
Aster novae-angliae „Lil Fardell", rosa 
Satureja montana, weiß 
Solidago elliplica. gelb 
Eupatorium purpureum, purpurrosa 
Dahlie „Fanal", scharlachrot 
Heliantlms niicrocephalus. gelb 
Plumbago Larpentae, kornblumenblau 
Anemone japonica „Königin Charlotte", lilarosa 
Helenium autumnale „Qartensonne", gelb 



35. Aster novae-angliae „Constance", violett 

36. Tritoma Mac Owani, orangerot 

37. Chrysanthemum serotinum, weiß 

38. Rudbeckia „Qoldball", gelb 

39. Wahlenbergia gramlifloru, blau 

40. Dahlie „Oesterreich", orangerot 

41. Plumbago Larpentae, kornblumenblau 

42. Silene Schafta, rosa 

43. Chrysanthemum indicum ,,Miß Selby", lilarosa 

44. Helenium pumilum magnificum. gelb 

45. Heliopsis scabra zinniac/lora, gelb 

46. Aster hybridus „Climax", blau 

47. Aster Amellus „Imperator", lila 

48. Artemisia lactiflora, weiß 

49. Plumbago Larpentae, kornblumenblau 

50. Solidago aspera, gelb 

51. Aster cordifolius „Ideal", lichtlila 

52. Helenium „Riverton Gern", braunrot 

53. Dahlie „Mondscheibe", gelb 

54. Chrysanthemum indicum „Beacon", karmoisin- 

rot 

55. Anemone japonica „Honorine Jobert", weiß 

56. Aster ibericus „Ultramarin", ultramarinblau 

57. Solidago „Golden Wings", gelb 

58. Campanula carpatica alba grandiflora, weiß 

59. Campanula carpatica compacta, blau 

60. Aster acris, lavendelblau 

Gehölze und Koniferen; 

I. Taxus baccata fastigiata aurea, goldgelb 
II. Buxus sempervirens sujfruticosa, öunke\gr. Laub 

III. Picea excelsa Maxwelli, blaugrün 

IV. Juniperus communis hibernica, blaugrün 
V. Taxus baccata fastigiata, dunkelgrün 

VI. Cotoneaster horizontalis, grün, rote Beeren 



d. Dauer-Rabatte. 




1. Aster novi-belgii „WeMerose", reinrosa 

2. Chrysanthemum maximum ..Hildegard von 

Qrüter", weiß 

3. Helenium pumilum magnificum, gelb 

4. Aubrietia Eyrii „Purpurteppich", leuchtend 

dunkelviolett 

5. Alyssum saxatile citrinum, hellgelb 

6. Iberis sempervirens „Schneeflocke", weiß 

7. Iris germanica „Rheinnixe", reinweiß mit veil 

chenblau 

8. Campanula glomerata superba, tiefblau 

9. HeJenium „Riverton Gern", altgoldfarben 
10. Solidago Shortii, lilablau 



Iris pumila hybrida cyanea, ultramarinblau 
Phlox paniculata „Rheinländer", lachsrot 
Inula glandulosa superba, orangegelb 
Veronica ametliystina, amethystblau 
Aster novi-belgii „Saphir", himmelblau 
Helenium grandicephalum cupreum, kupfrig 

orange 
Viscaria vulgaris splendens ß. pl., magentarot 
Aster subcoeruleus „Artemis", zartlila 
Iris pumila hybrida „aurea", goldgelb 
Aster novae-angliae „Lill Fardell", rosa 
Campanula persifolia grandiflora alba, weiü 
Iris pumila hybrida „Schneekuppe", weiß 



Die Stauden in der architel<tünischen Anlage, im Garten. 



23. Delpliinium cultorum „King of Delphiniiniis", 

ultramarinblau mit weinrot 

24. Diplosteplüum amygdalinum. weiß 

25. Phlox pilosa ..Brillant", dunkelkarniesinrosa 

26. Polemonium Rkhunlsonü, himmelblau 

27. Viola cornuta ..Gustav Wermig". veilchenblau 

28. Werts senipervirens ..Schneeflocke". weil3 

29. Campanula curpatiai compucta. dunkelblau 

30. Oenotliera fniseri, goldgelb 

31. Helenium autuninale ..üartensonnc", goldgelb 

32. Aster liybridus ..Climax". lila 

33. Aster liybndus „Herbstwunder", weiß 

34. Rudbeckia Neumannii, gelb 

35. Campanula carpatica alba grandijlora, weiß 

36. Phlox amoena, magentarot 

37. Aster Amellus ..Emma Bedau", ultramarin 

38. AUliaea rosea, karmoisin 

39. Oenothera missouriensis, gelb 

40. Pblox paniculata „Braga", lilarosa 

41. Delpliinium „Capri", hellblau 

42. Solidago aspera, gelb 

43. Helenium autumnale ..Riverton Gem", altgold 

44. Helenium Hoopesii, gelb 

45. Iberis sempervirens ..Schneeflocke", weiß 

46. Iberis sempenrirens „Schneeflocke" 

47. Chrysantliemam maximuni „Breslau", weiß 

48. Iris germ. „Pro", goldgelb mit kastanienbraun 

49. Iris pumila liybrida cyanea, ultramarinblau 

50. Iris pumila liybrida excelsa, ockergelb 

51. Rudbeckia Neumannii, dunkelgoldgelb 

52. Aster ibericus „Ultramarin", ultramarinblau 

53. Artemisia lactiflora, weiß 

54. Helianthus mollis, schwefelgelb 

55. Iberis sempervirens ..Schneeflocke", weiß 

56. Plilox paniculata „Gehe'imrat Dr. Königshöfer". 

feurig zinnoberrot 

57. Asier liybridus ..Blütenwolke", zartlilarosa 

Einen beachtensweilen Vorschlag für 

eine Stau denrabatte mit rhythmischer Farbenfolge 
stellt uns Herr Gartenarchitekt Pöthig zur Verfügung. Nach ihm fehlt es den Stauden- 
rabatten gewöhnlich an der genügenden Länge, um einen wirksamen Farbenrhythmus zu er- 
zielen. Man mul.i daher die einzelnen Intervalle kurz halten, damit sich eine wirkungsvolle 
Farbenfolge ergibt. Somit ist es notwendig, sich in der .Auswahl der Arten auf die geringste 
Anzahl zu beschränken und außerdem nur solche zu wählen, die in bezug auf Blühwilligkeit. 
Blütedaucr und Blütenreichtum den höchsten Anforderungen entsprechen. 
Hrster Bepflanzungsplan : 



58. Solidago „Golden Wings". gelb 

59. Delphinium Belladonna „Berlichingen", dun- 

kelviülettblau 

60. Iris pumila „Schneekuppc", weiß 

61. Phlox divaricata, blaßblau 

62. Phlox paniculata „Widar". violettblau m. weiß 

63. Aster Amellus „Rudolf Goethe", lavendelblau 

64. Rudbeckia nitida ..Hcrbstsönne". gelb 

65. Aster novae-angliae ..Constance", violeltblau 

66. Pentstemon Scouleri, lilarosa 

67. Arabis ulbidafl.pl.. weiß 

68. Gcum coccineum „Mrs. Bradshaw", scharlach- 

rot 

69. Rudbeckia Neumannii, dunkelgoldgelb 

70. Phlox amoena, magentarot 

71. Alyssum saxatile compactum, goldgelb 

72. Veronica amethystina, ametliystblau 

73. Lupinus polyphylhis roseus, reinrosa 

74. Iberis sempervirens „Schneeflocke", weiß 

75. Omphalodes cappadocica, himmelblau 

76. Iris germanica „Flammenschwert", goldgelb 

mit samtig dunkelbraun 

77. Lcucanthemum max. „Etoile d' Anvers", weiß 

78. Helenium autumnale ..Riverton Gem". altgold. 

79. Diplostephium amygdalinum, weiß 

B 1 ü t e n s t r ä u c h e r : 

1. Prunus trilobu, rosa 
11. Pliiludelphus /.c/HO/ßf/ „Candelabre", weiß 

III. lUbisrus syriacusfl. alba, weiß 

IV. Deutzia discolor arcuata, weiß 

V. Pcrou'skia atriplicifolia, blau, silbergraue 
Blätter 

VI. Ceanotlius hybridus „Perle rose", rosa 

VII. Hibiscus syriacus coelestis, blau 

VI II. Daphne Mezereum, lilarosa 



1. Rudbeckia nitida „Herbstsonne" 

2. Artemisia lactiflora 

3. Aster novae-angliae „Lill Fardell" 

4. Helenium autumnale 

5. Chrysanthemum uliginosum 

6. Lupinus polyphyllus 

7. Iris germanica „Rheinni.xe" 

8. Delphinium „Arnold Böcklin" 

9. Papaver Orientale „Goliath" 

10. Phlox paniculata „Frl. v. Lassberg" 

11. Aster JAeaX" 

12. Phlox paniculata „Loki" 



13. Pyrethrum hybridum 

14. frollius hybridus 

15. trigeron mesagrandc 

16. Acbillea Plurmicu ..Perrys Weiße" 

17. Helenium puinilum mai^nificum 

18. As/^/- „Rudolf Goethe" 
IQ. Iris Interregna „Pullach" 

20. Scabiosa caucasica 

21. Arabis albidafl. pl. 
22 Heuchera sanguinea ..Feuerrispe" 

23. Campanula carpathica 

24. Sedum Fabaria 
X F.remurus robustus 

Zweiter Bepflanzungsplan : 

1. Solidago Shortii 8. Chrysanthemum maximum 

2. Delphinium „Moerheimi" 9. Phlox paniculata „Wiking" 

3. Helenium autumnale „Riverton Gern" 10. Aster „Borussia" 

4. Diplostephium amygdalinum II. Helenium „Julisonne" 

5. Delphinium „Capri" 12. Plilox „Frau Anna Buchner" 

6. Aster „Heiderose" 13. Euphorbia polvchroiua 

7. Papaver Orientale „Würtembergia" 14. Phlox suffruii'cosa „Suayv-down" 



Die Stauden in der architektonischen Anlage, im Garten. 



15. Iris „Purple King" 

16. Rudbeckia Neumannii 

17. Aster „Schöne von Ronsdorf" 

18. Iris „Alan Gray" 

19. Aster „Emma Bedau" 



20. Aqiiilegia vulgaris hybrida 

21. Alyssiitn saxatUe fl.'pl. 

22. Iberis sempervirens 

23. Diantims piumariusfl.pl. 

24. Alliuui cyuneuiu 
US robustus 




Wir wiederholen nochmals, dal.l solche Gruppierungen, wie die geschilderten, nicht leicht 
und nur selten mit vollem Erfolg durchzuführen sind. Versagt diese oder jene Form, so 
müssen wir mit Sommerblumen die Lücken füllen und immer gilt es, darüber zu wachen, 
daß aus dem farbenfrohen Verbände keine liederliche Wirrnis werde. Es erscheint uns zweck- 
los, die Zahl der „Rezepte" noch weiter zu vermehren, da fast jeder Garten, jede Lage eine 
besondere Wahl wünschenswert macht. Gerade in der Ausgestaltung unserer Schmuckbeete 
im Garten herrscht jetzt nur zu sehr das „Schema", so daß weitere Aufzählungen leicht zur 




Abb. 31. Rabatte aus Stauden und Halbstauden im Park zu Konopischt (Orig.i. 

gedankenlosen Nachahmung verleiten und auch in die Staudenanordnungen die Steifheit und 
den Widersinn der allermeisten Teppichbeetanlagen hineintragen würden. Möge der suchende 
Leser in bestimmten 1-ällen lieber einen ihm bekannten erfahrenen Fachmann und Garten- 
gestalter zu Rate ziehen, oder eine Zeitschrift wie die „Gartenschönheit" aufmerksam ver- 
folgen, worin immer neue Vorschläge gemacht und erprobte Anordnungen geschildert werden. 



Alpenpflanzen und ihre Vcrweiidmii; im Garten. 



ALPENPFLANZEN UND IHRE VERWENDUNG L\\ GARTEN. 

Von Krnst Graf Silva Tarouca. 

(Man vgl. hierzu die Abb 3:— 4S und die farbigen Tafeln I— II.) 

Die Anlage eines richtigen .Alpengarlens, in dem auch die schwer wachsenden Kinder 
der Hochaipen. die Felsen-. Gletscher- und .Woränenpflanzen, kultiviert werden sollen, kann 
immer nur Sache eines Liebhabers sein, der mit der Liebe für die herrliche .Alpenflora auch 
eine genügende Kenntnis dieser Spezialkulturen verbindet, der alle Arbeiten persönlich leitet, 
ja, der beim Bau und bei der Bepflanzung der Felsengruppen selbst mit Hand anlegt. 




Abb. 32. Szenerie aus dein Alpinum in Pruhonitz. Vorn Am/iiisa ikilica, hinten Dictaninus (Orig.) 



Weil es sich nun hier um eine Spezialliebhaberei und Spezialkulturen handelt, kann ich 
im Rahmen dieses Staudenbuches den üegeiistand nicht eingehend besprechen. Denn dazu 
wäre ein eigenes Buch'i notwendig, umsomehr als aul.ier den eigentlichen .Alpenpflanzen 
auch die 1-lora der Pyrenäen und der Rocky .Wounlains, des Taurus, Libanon, Kaukasus, 
Himalaya und der arktischen und antarktischen Regionen behandelt werden müßte. Ich be- 
schränke mich hier auf einige kurze Bemerkungen bezüglich der Kultur der schönsten, 
leichtwachse nden .Alpinen, welche zur Bepflanzung passender Partien im Garten 
geeignet sind. Solche .Arten und I-ormen, die sich während der Kriegsjahre im Pruhonitzer 
Alpengarten fast ohne jede Pflege gehalten haben, sind in der Liste .\1I mit aufgenommen 
und dort besonders gekennzeichnet. 

In den meisten Gärten finden sich für .Alpine geeignete Partien : sei es eine alte Mauer 
oder eine Ruine, sei es eine zum Schutze des Weges längs eines Teiches oder Wasserlaufes 
errichtete Trockenmauer, sei es ein kleiner freistehender Hügel, ein steiler .Abhang oder eine 
Böschung, die durch Steingruppen und entsprechende Bepflanzung verschönert werden sollen, 
sei es endlich eine Felspartie oder eine natürliche oder künstliche Steingruppe in der L'm- 

Sil\-a Tarouca-Sclineider. Unsere Freilandstauden. 3. .Auflage. 3 



34 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



gebung einer Quelle oder eines Wasserfalles —alle diese Objekte sind geeignet zur Bepflan- 
zung mit Alpinen und werden durch diese zu Abwechslung und besonderes Interesse bie- 
tenden Zierden des Gartens. 

Daß in den Gärten verhältnismäßig selten die schönen Alpenpflanzen Verwendung finden, 
kann nur dadurch erklärt werden, daß in der einschlägigen Literatur dem Gärtner, der nicht 
Spezialist ist, die Kultur der Alpinen bisher zu schwierig dargestellt wurde. Die Einteilung 
in Felsen-. Humus- und Halbhumuspflanzen bereitet ihm unnütze Sorgen; die leichtwachsen- 
den Arten werden mit den ausgesprochenen Todeskandidaten in einem Atem besprochen; — 
und schließlich sieht er den Wald vor Bäumen nicht mehr! Überlassen wir daher die große 
Schar der Alpenpflanzen, die teilweise nur botanischen Wert haben, teilweise besondere An- 
sprüche an ihren Pfleger stellen oder in der Kultur noch gar nicht zur Genüge erprobt sind. 




Abb. 33. Treppe im Alpinum in Pruhonitz, im Vordergrund Bergenien 



dem Interesse und der Fürsorge des Spezialisten und Liebhabers und beschränken wir uns 
darauf, eine Anzahl schöner, dankbarer und leichtwachsender Alpinen zu besprechen, die jeder 
Gärtner und Pflanzenfreund unter Beobachtung einiger einfacher Grundsätze kultivieren kann. 

Nachstehende Grundsätze empfehle ich der Beachtung: 

1. Alle Alpen pflanzen verlangen Licht und Luft, also eine freie helle, sonnige 
Lage. Ostlage ist für die meisten Alpinen die günstigste, es gibt aber eine Menge harter 
.^rten. welche die heißen Süd- und Westlagen auch gut vertragen, vorausgesetzt, daß sie im 
Sommer genug Wasser bekommen. Ich werde diese Arten, soweit sie zur Verwendung im 
Garten in Betracht kommen, besonders anführen. 

Im Schatten von Bäumen gedeihen die Alpenpflanzen aus höheren Lagen nicht; wenn 
später von Schattenpflanzen die Rede ist, so ist nur der Schatten einer Mauer, eines Steines 
oder Felsblockes gemeint. Nur für Pflanzen der oberen Waldregion (z. B. Gentiana excisa, 
venia, lutea, purpurea. punctata, usw.) ist teilweise Beschattung durch Nadelhölzer zulässig. 



Alpcnpflanzfii uiici ihre Verwendung im Garten. 



2. In der Heimat wachsen die Alpinen an steilen Hängen und Felsen oder im Steingeröll 
oder schottrigen Boden, wo überall das Regen- und Schneewasser rasch abläuft, bzw. 
durchsickert und guten Abzug findet, mithin ist es eine X'oraussetzung des Gedeihens der 
Alpenpflanzen in der Ebene, daü sie nur in gutdrai nierten Boden, auf einer starken 
Unterlage durchlässigen Schotters in natürlichen und künstlichen Felsspalten und in mög- 
lichst geneigten, abschüssigen Lagen gepflanzt werden. 

3. Der Boden, in dem Alpenpflanzen gedeihen sollen, muß im Sommer kühl und feucht. 
im Winter leicht und durchlässig sein : ich verwende für alle Alpinen, mit Ausnahme der 
oben erwähnten, einer Spezialkultur bedürftigen Arten, die hier nicht in Betracht kommen, 
eine Mischung von alter, abgelagerter lehmiger Rasenerde, die mindestens zwei 
Jahre liegt und öfters umgearbeitet wurde, etwas Moor- oderHeideerde (ca. 1 Viertel) 
und etwas Sand, welche ,\\isclnuig mit nichtzu grobemSchotter gut vermengt wird. 




Abb. 34. Teilansicht ans dem Alpinuni in Pruhonitz (Böhmen) (Orig.) 



Für Schatten- und Halbschattenpflanzen setze ich etwas mehr Moorerde zu. für Primeln 
{Primula möro'/Wß/'ö ausgenommen) etwas mehr Lehm; für die zwergigen und heikligen 
Pflanzen der höheren Alpenregion muß immer mehr Schotter und wenig Erde verwendet 
werden: in einem künstlichen Gcröllfeld, wo zwischen Schotter und größeren Steinen nur 
noch Spuren von Erde zu finden sind, gedeihen auch die heikligen hochalpinen Pflanzen, 
wie Campaniila Ällioni, C. excisa, T/ilaspi rotundifolium u. a. sehr gut ! 

4. Eine\'oraussetzung für erfolgreiche Alpinenkultur ist die .Wöglichkeit. im l'rühjahr und 
in der heil.'ien Zeit reichlich spritzen, bzw. giel.len zu können ! Die Nähe einer Wasser- 
fläche oder eines Wasserfalles bietet den N'orteil größerer Luftfeuchtigkeit, die man übrigens 
auch durch Feuchthalten der Wege, Steine. Rasenflächen in der Umgebung der Alpinen- 
pflanzung erreichen kann. Eine ganze Reihe von Pflanzen vertragen übrigens viel Sonne 
und Trockenheit und brauchen nicht öfter begossen zu werden als andere harte Stauden. 

5. So wie in der Natur auf einer Stelle diese, an einem anderen Ort jene Pflanzenart 
dominiert und in ganzen Gruppen oder Rasen vorkommt, so empfiehlt es sich auch, im 



36 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



Garten immer eine größere Anzahl zusammen zu pflanzen, was nicht nur zum 
Wohlbefinden der Pflanzen beiträgt, sondern auch in Anbetracht des meistens niedrigen 
Habitus der Alpinen von größerer Wirkung ist. Diese Wirkung steigert sich noch, wenn man 
möglichst gleichzeitig blühende .^rten zu einer Gruppe vereinigt und, um einen 
möglichst natürlichen Eindruck zu gewinnen, solche Arten wählt, deren gesellschaftliches 
Vorkommen wir auch in der Natur beobachten können. 

6. Wo es sich nicht einfach um beetartige Bepflanzung geeigneter Plätze im Garten handelt, 
muß immer der Grundsatz beachtet werden, daß eine mit Alpinen bepflanzte Partie 
nur dann schön und interessant wirkt, wenn der Anlage eine bestimmte 
leitende Idee zu gründe liegt. Eine solche Anlage, mag sie groß oder klein sein, 
muß etwas ganz Bestimmtes vorstellen, sie darf nicht durch bloßes, planloses Aneinander- 
häufen von Steinen und Durcheinanderpflanzen von alpinen Blumen und Sträuchern ent- 
stehen: sie soll die Natur nachahmen und muß daher, um schön zu sein, darauf ausgehen, 
einen bestimmten charakteristischen Zug der Natur möglichst getreu wiederzugeben. Was 
immer sie vorstellen soll, sei es nun ein steiniger Bergabhang, ein von Felsen umschlossenes 
Geröllfeld, ein enges Hochkar. ein Felskamm oder eine Bergspitze: immer sei das Streben 
darauf gerichtet, ein Detail aus einer Alpenpartie nachzubilden, ein charakteristisches intimes 
Bild zu gestalten. 

Unter Beachtung vorstehender Grundsätze können die Alpenpflanzen im Garten vielfache 
und dem Blumenfreunde sehr viel Freude bringende Verwendung finden, deren gebräuch- 
lichste Formen nachstehende Beispiele darstellen mögen, ohne jedoch auf Vollständigkeit 
Anspruch zu erheben. 




Abb. 35. Aethionenia diastroplüs und giandijlorum im Alpinuni zu Pruhonitz (ürit;.). 
Die einfachste und wohl auch am häufigsten sich bietende Gelegenheit zur Anpflanzung 
von Alpinen ist eine Böschung oder ein steiler Abhang, und da möchte ich vorausschicken, 
daß es zwar zulässig erscheint, die ganze Fläche, wenn sie nicht zu groß ist, mit hängen- 
den, kriechenden und rasenbildenden Arten zu bepflanzen, daß es aber immer schöner und 
natürlicher aussieht, wenn zwischen den größeren oder kleineren Gruppen von Alpinen da 
und dort ein paar größere Steine, einzelne Exemplare von Piniis montana, P. Mughusjuni- 
oerus sabina oder schönblühenden, niedrigen Felsensträuchern angebracht werden und größere 
oder kleinere Flächen kurzgehaltenen Rasens den Boden bedecken. Auch trachte man die- 



Tafel II. 




ihlinysszciKTii.' aus dem Alpimim in Kew (jardeiis 



Alpenpflanzen und ilire Verwcnduni; im Garten. 



sem mehr Bewegung zu geben, die gleichmäßigen, daher langweihgen Abdachungen zu ver- 
wischen und die Wirkung des Ganzen da und dort durch kleine Terrainvertiefungen oder 
Erhöhungen zu heben. Ist die Lage sonnig und trocken, so können hier viele Arten ver- 
wendetvverden. die. wiescholl _ .^^^_.- 

oben erwähnt, sehranspruchs- ^'^fi^^S^'i^f^"- ■''.'t^ 
los sind, nicht öfter begossen '/'^f't'!' 
werden müssen als ander 
Stauden und sogar mit jede 
ungedüngten Hrde vorlie 
nehmen.vorausgesetztdal.ifür 
gute Drainage und reichliche 
Schotterunterlage gesorgt ist. 

Solche Arten sind : Aiibrie- 
tia, Aster alpiruis, alle Früh- 
\2i\rs-Pltlox,Alvssiim,Aclüllea 
mongolica u. a., Amlrosacc 
sarmentosa, Anemone Hüllen. 
A. Pulsatilla. Antityllis. An- 
tirrhinum Asarina, A. gliiii 
nosum. Armeria, Astragaliis, 
Atragene alpina, Cerastium 
Biebersteinii, Chrysopsis ril/i>- 
sa, Cirsium eriopliorum ui 
Velenovskyi. Coronilla Hmenis 
üianthus alpinux, D. caesiiis. 
D. inodonis, ü plunuiriiis. l) 
Sternbergii u. a., Dracocepha- 
lum, lirigeron, Eroüiiim Ma- 
nescavii, Brysimum puUiiel- 
lum, E. pumilum, E. purpure- 
um, Galiurn baldense. üera- 
nium lancastriense, G. argen- 
teum u. a., Geum monlanuni. 
Globularia cordifoHaXl- nudi- 
caulis, G. Willkommii, Gypso- 
phila repens, Hdiantliemuni. 
Hypericum, Iberis scnipervi- 
rens, Leoniopodiain alpinum, 
Linaria Cymbalaria, L. liepa- 
ticaejolia, L. pallida, Oxytropis. Papaver alpinum und pyrenaicum, Pentstenion, die meisten 
Potentilla (mit Ausnahme der hochalpinen P. caukscens, Clusiana, apennina, nitida, minima, 
frigidä), Primula Auricula, Pterocephalus Parnassii, Saponaria ocymoides, Sedum, Semper- 
vivuni, Teuerium, Thymus, einige Veronica u. a. m. 

Für den Frühlingsflor empfehle ich : ,-l«ö/-/t'//a und die kriechenden P///oj:a/«of«a, n/i'ofc.oi'ß- 
ta.divaricata.pilosawsw. in verschiedenen Farben. dazwischen Alyssumsaxatile, Arabis alpina 
undalbida fl.pl., Anemone alpiua,vernalis,Halleri,atropurpurea, Pulsatilla. Adonis vernalis.amu- 
rensis,pyrenaica, sowit Iris puinila,/berissemper\'irens,Myosotisalpestrisund Primula Auricula. 

Eine andere sehr wirksame Zusammenstellung wäre: Aster alpinus (blau, rot, weiß), Ar- 
meria alpina oder formosa , Achillea mongolica, Anthemis Aizoon, Arenaria grandiflora, 
Diantlius alpinus. plumarius u. a., Erigeron aurantiacus, Jrigidus, glandulosus. Erodium 
Manescavii u. a . lirysimum pulchellum, pumilum, purpureum, Geranium lancastriense, Gyp' 
sophila repens und repens rosea, Helianthemum. Pentstenion alpinus, Hallii, dijfusas, glau- 
cus, Potentilla aurea, alchemilloides, nepalensis, grandiflora, speciosa u. a., Papaver alpi- 
num, Senecio tirolensis und abrotamifolius, Saponaria ocymoides, Thymus Serpyllum spien- 
dens und lauuginosus, Tunica Saxijragafl. pl. und Veronica prost rata. 

Ist der Abhang nach Osten gelegen oder wird er teilweise vor dem heißesten Sonnen- 
brand durch Nadelholzgruppen geschützt, so können auf diesem, Halbschatten genießenden 




Abb. 3(1. Szenerie aus dem Alpinimi in Purgstall 
iphol. Gr.if Herbert Sclia(f|.:ol.scli). 



38 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



Teile der Partie für den Frühlings- 
flor noch Qentiana vulgaris und ver- 
na, Priinnla acaulis und acaiilis cae- 
rulea, Pr. rosea grandiflora, Pr. 
cashnieriana und dentkulata, Solda- 
nella montana (die vier letzteren Ar- 
ten verlangen mehr Moorerde bei- 
gemengt). II 'aldsteinia trifoliatau.a. 
gepflanzt werden. Ostlage voraus- 
gesetzt, oder wenn natürliche oder 
künstliche Felsen Schutz vor der 
Nachmittagssonne gewähren, end- 
lich unter der weiteren Vorausset- 
zung, dal.) täglich im Frühling und 
im Sommer gespritzt werden kann, 
dürften die meisten Alpinen, die 
nicht ausgesprochene Schatten- oder 
hochalpine Felsenpflanzen sind, an 
derartigen Abhängen gut gedeihen, 
z. B. alle Alsüie. die meisten Arena- 
ria; Androsace brigantiaca, Cha- 
maejasme Chumbyi, lactea, Laggeri, 
lanuginosa, sempervivoides, foliosa, 
villosa; Anthyllis montana, Antirr- 
hinum Asarina, glutinosuin, ver- 
schiedene Arabis, Asperula, Astra- 
galus: Campanula alpina, barbata, caespitosa,garganica, Porte nschlagiana,pulla (Moorerde), 





Abb. 38. Aiibrietia hybrida „Lavender", 8 cm fG. Arends. Honsdorr). 



Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 



39 



pusilla, turbinata. Wilsonii. Waldsteiniana, velulina, Scheiiclizeri; Diantliiis ne<ile(tiis, strutas. 
caesius, zonatiis u. a., Douglasia Vituliana, Eryngium alpinum und Bourgati. Gerunitiin 
argenteum, verschiedene Oeuni, ülobuUiria, Hypericum, Lithosperniuin, Lychnis, Matthiolu, 




Onosnia, Phyteiimu Schemhzeri . hcmisphaerictini ; Primiila arctotis, C/uslana, spectabills, 
Wulfeniuna; Saxifraga Biirseriana, Hlisabcthae, oppositifolia, bronchialis, Caniposi. ciineifolia, 
decipiens. hypnoides, muscoides piirpurea . Rliei siiperba , jiiniperina , sancta , pseiidosancta 
u. a.; \'erschiedene Semperviviim ; Silene acaulis und Piimilio: Valeriana siipina. Viola al- 
pina, caUarata, lutea; usw. usw. 

• Natürlich mul.'i ich auch hier wieder auf die vorausgeschicl<ten Grundsätze hinweisen. — 
ganz besonders auf Punkt 2 — 4! 

I-indet sich in einer gegen die 
Nachtnittagssonne geschützten, aber 
sonst freien, sonnigen Lage eine 
iWulde oder Einbuchtung am Fuße 
eines Abhanges, Hügels oder Fel- 
sens, welcher man in Ermangelung 
eines solchen durch malerischeQrup- 
pierung größerer Steine und l'els- 
stücke ein natürliches Ansehen ge- 
ben kann, so läßt sich hier ein künst- 
liches Geröllfeld mit I:rfolg an- 
legen. Dieses besteht aus grobem 
und feinerem Schotter mit ganz we- 
nig Erde, welches Material 30 bis 
40 cm tief in geneigter Fläche auf- 
geschüttet wird. 

Auf dem Geröllfelde gedeihen fast 
alle Alpenpflanzen, auch solche, die 
sonst schwer wachsen, wie Campa- 
nula Allioni und Zoyssii. Saussurea 
pygmaea, T/i/aspirotundi/o/ium u.a.: 




Abb. 40. Du 



40 



Alpenpfla 



und ihre Verwendung im Garten. 




Abb. 41. Leontopodium a/pinum, Edelweiß, 20 i 

(Orig. Pruhonitz). 



die meisten von ihnen können auch 
in Felsspalten untergebracht wer- 
den. Für diese Verwendung möch- 
te ich als Geröllpflanzen besonders 
empfehlen: Alle Aethionema, Alys- 
suin. Arenaria, A/sine, Cerastium 
(wird leicht zum lästigen Unkraut), 
Draba, Gypsophila. Hutchinsia, Li- 
naria alpina, Liniiin alpinuni, Mat- 
thiola, Moehringia muscosa, Oxy- 
tropis, Papaver alpiniim, Petrocallis 
pyrenaica; Saxifraga caesia, Bur- 
seriana, oppositifolia, Roche liana, 
niarginata u . &.,Seinpervivum,Silene, 
Veronica caespitosa, saxatilis u. a . 
Trifolium alpinum, Wahlenbergia 
usw. usw. 

Lehnt sich das Geröllfeld an na- 
türliche Felsen, so können in etwa- 
igen Nischen und Spalten vorstehende Arten vorteilhaft gepflanzt werden, besonders polster- 
bildende und solche mit hängendem Wüchse; mit Hammer und Meißel Ritzen in Felsen 
aushauen zu wollen, dürfte jedermann bald verdrießen. 

Ist das Geröllfeld in der Ausbuchtung eines Abhanges angelegt, so kann als dessen Um- 
rahmung eine künstliche Felspartie geschaffen werden. Das einfachste Verfahren 
besteht darin, daß man durch Abgraben des Terrains und Aufschütten des aus Schotter und 
Erdmischung bestehenden Materials, sowohl der Mulde als der sie begrenzenden Böschung 
eine unregelmäßige, möglichst natürlich wirkende Form gibt und dann deren Wände mit 
großen Steinen derart verkleidet, daß das Ganze den Eindruck einer von vielen Spalten und 
Rissen zerklüfteten, mehr oder weniger steilen Felswand macht oder wie eine im Abhang 
entstandene Bergrutschung aussieht, durch welche der Felsen bloßgelegt wurde, zu dessen 
Füßen im abgerutschten Geröll eine reiche Alpenflora sich angesiedelt hat, man vergleiche 
etwa Abb. 34. Die Steine müssen so aufeinandergebaut sein, daß jede Pflanze auf der ganzen 
Partie, sei es von oben oder 
von unten, Wasser bekom- 
men kann; die Spalten und 
Risse zwischen den Steinen 
müssen mit Erde und feinem 
Schotter gut ausgefüllt wer- 
den; endlich empfiehU es 
sich, diese Arbeiten im Som- 
mer oder Herbst auszuführen 
und erst im folgenden Früh- 
ling die Pflanzung vorzu- 
nehmen, damit der Aufbau 
und das Erdmaterial sich bis 
dahin gut setzen können. Un- 
geduld und Übereilung wür- 
den sich bei solchen Anlagen 
bitter rächen. 

Zur Bepflanzung feuchter 
Geröll- und Steinpartien bei 
einer Quelle oder am Fuße 
halbschattiger Felsen wären 
nozhSaxifragaaizoides.Hir- 
culiis und rotundifolia zu 

empfehlen; für schattige Fei- Abb. 42. I'inotrichum (lberis\ cappuclocicum im Alpinum 

sen die Ramonilia - kritn. zu Pruhonitz lOrig.). 




Alpenpflanzen und ihre Verwendung im (iarten. 



Primiila marginata. Saxifraga as- 
pera, moschata u. a.; für sonnige 
und trockene Felsen : aul.ier den an 
anderer Stelle aufgezählten Arten 
noch speziell alle Draba. W'ahlfii- 
bergia, Artenüsia. Edelweil.i {Leon- 
topodiiim alpiniini\. das in altem Bau- 
schutt schon gedeiht, Saponarici cae- 
spitosii , lutea und andere Arten. 
Pteroceplialus Parnassi, Saxifraga 
longifolia, Aizoon, Cotyledon, cocli- 
learis u. a. 

Will man endlich in die 1-ugen von 
altem Gemäuer Alpinen pflanzen, 
oder eine Trockenmauer, die ohne 
iWalter nur mit Erde zwischen den 
Steinen erbaut wurde, durch passen- 
de Bepflanzung verschönern, ohne 
viel r-*flege weiter darauf verwenden 
zu wollen, so wähle man für halb- 
schattige Lage Saxifraga Aiidrewsii. 
bronchialis, Camposi , Qeutn, hyp- 
noides, juniperifolia. intiscoides, pc- 
demontana, cuneifolia u. a. ; für son- 
nige trockene Lagen: Edelweil.i, Pii- 
rnulaAuricula, Arabis, Armeria, As- 
ter alpiniis, Saponaria ocymoides. 
Gypsopliila repens, Dianthiis alpi- 
nus und plumariiis. Pteroceplialus 
Parnassi, Campanula pusilla. liry- 
simum. Mattliiola, Frühiahrs-P/z/o.v, 




idcra [Maltill) umlwUuta. 4Ü cm ipliot. A- l'urpusi. 




Abb. 44. Aus einem Steingarten von R. Rotlie, Chestnut Mill, Buston, Mass. lOrig.j 



42 Alpenpflanzen und ihre Verwendung im Garten. 

Thymus villosus, Antirrhitium glutinosiim und Asarina und andere in der Liste XII ange- 
führten Steingartenpflanzen. 

Zum Schlüsse sei noch erwähnt, dal.) die meisten Alpinen durch Stecklinge vermehrt werden 
können, in kleinen Töpfen in einer Mischung von zwei Dritteln Sand und einem Drittel Heide- 
oder Moorerde gesteckt und unter Glas (ich bevorzuge große Glasglocken) zur Bewurzelung 
gebracht werden. Primeln werden in der Regel aus Samen gezogen, wie überhaupt alle Alpinen 
auch aus Samen gezogen werden können, nur pflegen Stecklingspflanzen reiciier und williger 
zu blühen. 

Die Saat muß in Töpfen oder Schalen in einer sandigen Erdmischung entsprechend den 
Bodenansprüchen der betreffenden Pflanzen (gute Drainage nicht zu vergessen) erfolgen; die 



E 2 




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'lipfria^^ ■'-•■-• 



Abb. 45. Aus dem gleichen Steingarten, wie in Abb. 44 lOrig.) 



kleinen Sämlinge sind möglichst bald einzeln oder zu drei bis vier in enge aber tiefe Töpfchen 
zu pikieren, aus welchen sie dann im nächsten Frühjahr in die Anlage verpflanzt werden. 

Hat man Gelegenheit, selbst in den Alpen Pflanzen zu sammeln, so wähle man dazu die 
Monate August, September, Oktober und achte darauf, die Wurzeln möglichst unverletzt 
herauszubekommen. Die Pflanzen werden einzeln in Zeitungspapier gewickelt und in Kistchen 
so fest verpackt, daß kein leerer Raum darin bleibt, damit die Pflanzen nicht durcheinander 
gerüttelt und beschädigt werden. Am Ort ihrer Bestimmung angelangt, werden sie in Töpfe 
oder Kästen gepflanzt und können sich bis zum Frühjahr soweit bewurzeln, daß sie dann 
mit größerer Aussicht auf sicheres Anwachsen auf die Anlagen gebracht werden können. 

Solche selbsterbeutete Alpenpflanzen, welche gleichzeitig eine liebe Erinnerung an schöne 
Gegenden darstellen, erhöhen gewiß noch die Freude an unseren alpinen Anlagen, — übrigens 
bin ich überzeugt, daß wer einmal Blut geleckt, wer einmal in seinem Garten einen Versuch 
mit der Verwendung von Alpenpflanzen gemacht hat, davon nicht mehr lassen können wird! 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemei 



DIE EMPFEHLENSWERTESTEN ARTEN UND FORMEN FÜR 
ALLGEMEINEN ANBAU. 

Bearbeitet von Georg Arends in Gemeinschaft mit Hermann Zörnitz. 

Im Nachfolgenden sei eine Liste von Stauden geboten, die auf Grund langjähriger Ei^ah- 
rungen zur allgemeinen Anpflanzung sowohl dem Liebhaber als auch Berufsgärtner emp- 
fohlen werden können. Es soll damit durchaus kein erschöpfendes X'erzeichnis aller kulti- 
vierten Formen gegeben werden, im Gegenteil, es wurde Rücksicht darauf genommen, daß 
die Zahl nicht allzu groß wird. Die empfohlenen Arten und X'arietäten zeichnen sich durch 
schönes und reiches Blühen oder dekorativen Wuchs aus und sind wirklich kulturwert. Weg- 
gelassen wurden alle, die besonders hohe Ansprüche in ihrer Kultur machen, selbst wenn 
sie von großer Schönheit sind. 




Abb. 46. Weiße Helleboiui^-Wxhuilm in Prulion 



Da wir im Laufe der Jahre öfters die Beobachtung machen konnten, daß bei Staudenan- 
pflanzungen die größten Fehler dadurch entstanden, daß man die Höhe der Pflanzen nicht 
kannte oder berücksichtigte, wurde die Einteilung zunächst nach der Höhe und sodann auch 
nach der Blütezeit vorgenommen. Da die Höhe vom Boden, von der Lage und dem Entwick- 
lungszustande der Pflanzen abhängt, können die angegebenen .N\aße nur ungefähre und ver- 



44 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



gleichende sein. Es liegt weiter in der Natur der Sache, daß man unter den hochwachsenden 
Pflanzen namentlich Sommer- und Herbstblüher antrifft, während die zeitigsten Frühlings- 
blüher sich mehr unter den mittelhohen, niedrigen und niedrigsten finden. 

Da genaue Beschreibungen und Kulturanleitungen für die einzelnen Arten im besonderen 
Teile gegeben sind, ist davon Abstand genommen, solche hier nochmals zu bringen ; wir 
beschränken uns auf kurze Angabe der Farben. Bei Gattungen, wo durch Neuzüchtungen 
fast alle Jahre verbesserte Varietäten gebracht werden, wie Rittersporn, Phlox u. dergl. m., 
ist nur eine kleine Zahl von denen hier angeführt, die augenblicklich als die wertvollsten 
gelten dürfen. 

1. HOCHWACHSENDE STAUDEN, 1,50-2 m HOHE. 

a) Sommerblühe r. 

Juni if/rmw/v/sroöüs/ws.zartrosaBlütenkerzen; Juni-Juli Mrawa/ssyres/^r.Federbusch- 
Spierstaude, weiße fedrige Rispen; SuW: Delplürüum «///o/v/m, reichverzweigte, dichtbesetzte 

Rispen leuchtender hell- bis dunkel- 
blauer und violetter, einfacher oder 
gefüllter Blumen, besonders emp- 
fehlenswert: „Queen Wilhelmina", 
himmelblau, „E.xcelsior", leuchtend 
kobaltblau, „King of Delphiniums", 
dunkelblau mit weißer Mitte, „Mrs. 
Creighton", dunkelviolett; Rheum 
palmatiun rubrum, schöne Blatt- 
pflanze mit roten Blütenständen; 
Verbascum densiflorum, orangegel- 
be Königskerze; Juli = August: 
Aconitum Napellus, Eisenhut, ver- 
zweigte Rispen, var. bicolor, blau- 
weiß, var. carneum, zart fleischfar- 
bigrosa, „Spark's Var.", dunkelstes 
Violett; Anchusa itaUca„ Dropmore 
Var.", Rispen leuchtend dunkelblau- 
er großer X'ergißmeinnichtblüten, 
verlangt Winterschutz; Althaea ro- 
seafl. pL, lV\alve oder Stockrose, in 
allen Tönen von Weiß. Gelb, Rosa, 
Scharlach bis Schwarz; Astilbe Da- 
i'/f///,lilapurpurneRispen;C/m/n/wo^a 
racemosa, Rispen weißer Blütchen; 
Digitalis gloxiniaeflora, Fingerhut, 
weiß, rosa bis purpurn; Teletüa 

(Buphthalmum) speciosa, gelbe 
Strahlenblüten ; August : Bocconia 
cordata, schöne Blattpflanze mit 
rahm weißen fedrigen Rispen; Echinops Ritro, blaue Kugeldistel; Senecio Wilsonianus, deko- 
rative Blattpflanze mit gelben Blütenrispen. 

b) Herbstblüher. 
August-September: Harpalium (Heliantlius) rigidum var. „Daniel Dewar", var. Ligeri, 

var. semiplenum, mittelgroße gelbe Sonnenblumen ; Heliantlius multiflorns var. maximus, tm- 
fachegelbeSonnenblume.var. „Afi'/for", halbgefüllt, goldgelb; var. o'ra/7<//]o/?««s(„Soleild'or") 
dicht gefüllt, gelb, ferner Heliantlius microcephalus, kleinblumig, hellgelb, reich verzweigt; 
Heliopsis scabra, neue gefüllte Varietäten, Polygonum amplexicaule, leuchtend rote Blüten- 
rispen; Rudbeckia laciniata var. „Goldball", mittelgroße gelb gefüllte Sonnenblume, R.pur- 
purea grandiflora nnd var. „Leuchtstern", purpurneStrahlenblüten; September: /Is/^r «ow- 
M^// var. „Eos", frisch hellrosa. var. „Lavendel", hellavendelblau; Chrysanthemum serotinum 
{uliginosum), große Sträuße weißer Margeriten; September-Oktober: /Icot/'/mw; Wilsonii, 
hellblauer Eisenhut; Aster novae-angliae var. „LillFardell". leuchtend karminrosa, var. „Trea- 




Abb. 47. Primuhi pulvcnücnta, 
(J. Veitch & Sons). 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen fiir allgemei 




Abb. 48. Rüdgcrsiü /, 



sure" \^d\\\o\ti\..Asteriunbellatus{Diplostephium amygcialinuin),v.'e\?je: Sternbluinen ; Heleniiim 
aiitumnale var. ..Gartensonne", gelbe Strahlenblume init schwarzer Mitte ; var. „Riverton Gern - , 
schön croldlackbraun; Polygonum polystachyum. Herbstflieder, reichverzweigte weiße Rispen; 
Solidago S/iortii. Königsgoldrute; Oktober: Aster novi-belgii „Tom Sawyer", mattblau; 
Rudbcckia nitida „Herbstsonne", schöne gelbe Strahlenblumen. 



46 Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 

2. MITTELHOCHWACHSENDE STAUDEN. 0.80—1,50 m HOHE. 
a) Sommerblüh er. 
Mai- Juni: Aqiülegia vulgaris hybrida. von Weiü durch alle Schattierungen von Rosa. 
Blau und Hellbraun bis Dunkelrot. Schwarzbraun und Schwarzpurpurn ; Juni : Paeonia chinen- 
sisfl.pL, in Sorten von Reinweiß durch Rahnigelb und alle Töne von Rosa bis Dunkelrot; 
/^a/7ai'^/-onV'/z/a/evar.6/-at/'£'fl/'H/«. dunkelpurpurn. var.„BeautyofLivermore",dunkelzinnober- 
rot, var. „Prinzess Viktoria Luise", lachsrosa, var. „Rembrandf. scharlachorange, var. ..Royal 
Scarlet", leuchtend Scharlach: Juni-Juli:/lro«//H/« Lycoctoniiin pyrenaicum, hellgelber Eisen- 
hut; Thalictrum aquilegifolium, rosa bis purpurne Federbüsche, var. album, reinweiß; Juni- 
August: /.«/;/>7H.s'/w/i'/^"/n'//«5, ausdauernde blaue Lupine, weiß, blau, rosa; Juli: Campamüa 




Abb. 49. Rechts Sahia grandiflora, großblütige Salbei, 80 cm, und links Digitalis lutea, 
gelber Fingerhut, 60 cm, in Verriferes (Orig.i. 

niacrantha, dunkelblaue Glockenblume, var. alba, weiß; Delphiniiim ciiltonim „Belladonna" 
in den neuen Formen und weitere Hybriden, himmel- und dunkelblaue Rittersporne; Filipen- 
dulaUlinariaplena, weiß gefüUteSumpfspierstaude; Juli-August: /4f/e/7o^/io/-a/?o/);OTor^/m, 
dunkelblaue Glockenblume; Astilbe Arendsii, schöne Hybriden mit reichverzweigten Rispen: 
„Amethyst", tief violettpurpurn. „Bergkristall", reinweiß, „Ceres", lilarosa, „Lachskönigin", 
hell lachsrosa, „Granat", grell leuchtend sattkarmin. „Rubin", leuchtend dunkelkarmin; Cen- 
taurea macrocephala, große gelbe Flockenblume; Z:/-;'«»/«/« planum, kleinköpfige blaue Edel- 
distel; Galega bicolor Hartlandi, lilaweiße Schmetterlingsblüten; Gypsophila paniculata und 
ysx. flore pleno, Schleierkraut mit der prächtigen gefüllten Abart; Lychnis chalcedonica, Bren- 
nende Liebe, scharlachrot, \ax.fl. pl. gefüllt blühend, scharlachrot; Lythruin roseiim superbum, 
dichte lachsrosafarbene Ähren; Monarda didyma var. „Cambridge Scarlet", scharlachrote 
Lippenblüten,var.sß/worteff, herrlich zartlachsroa; var. „Kelmiana", violettrot; Phlox maculata 
hybrida, m Weiß, Rosa, Rot; Phlox paniculata Wyhu&tn siehe „Herbstblüher" ; Physostegia 
virginiana, rosa Lippenblütchen in verzweigten Ähren, var. alba, reinweiß; Senecio Clivorum 
und var., große Sträuße orangegelber Strahlenblüten: Solidago „Frühgold", herrlich altgold- 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



gelb; Thalictrumfluvum. schwefelgelb: Veratrum ni<rnim. verzweigte Rispen schw arzbrauner 
Blütchen; Juli-September:/y£'/<v////w^H//;////m riiav/iif/ai/n. reichblühende, kleine goldgelbe 
Sonnenblume; August: Ecliinops hiiniilis, dunkelblaue Kugeldislei. 

b) Herbstblüh er. 
August-September: .4.s7^/--Hybride „Schwan", blendendweilk Blüten; Liatris pvcnosia- 
chya, purpurne dichte Blütenähren; Phlox paniculata in vielen Farben: weil.') .,1">1. von Lal.'i- 
berg", weilj mit rot „Sommerkleid", lila „Widar". lachsrosa „Elisabeth Campbell", lachskar- 
min „Württembergia", purpurn „William Ramsay", violett „Le Mahdi", orangescharlach „Sa- 
ladin", karminscharlach „Sieger" spät, karmin „Imperator": Solidago aspera. gelb; Sep= 
tember: Aster cricoides „Delight", reinweiße Strahlenblütchen. ,4. Iiybridus „Nordlicht", 
zartrosa; September-Oktober: 
Aster cordijolius „Ideal", reich ver- 
zweigte Rispen von lila Strahlen- 
blütchen, A. virginicus, reinweiß, 
zierlich; Cimicifuga japonica. weiße 
verzweigte Blütenrispen. 

3. NIEDRIGBLEIBENDE 
STAUDEN, 0,30—0,70 m HOHE. 

a) Frühjahrsblüher. 
Januar-März: Helleborus ni- 
ger, weiß ; März- April : Helleborus 
Iiybridus. Bastard -Christrose, von 
\Veiß durch Rosa bis Dunkelbraun 
imdX'iolett, teils einfarbig, teils punk- 
tiert oder geädert: April: Orobus 
\rrnus, karmin-purpurne Schmetter- 
lingsblütchen : April-Mai : Anemo- 
ne sylvestris, schön silberweiß, für 
halbschattige Stellen ; Caltha palus- 
tris var. Jlore pleno, gefüllte gold- 
gelbe Dotterblume, für feuchte Stel- 
len ; Cardamine pratensis fl. pl.. für 
feuchte Stellen; Polemonium Ri- 
cliardsonii. verzweigte Rispen him- 
melblauer Blumen, var. «//>«/«. weiß : 
Ranunculus aconitifoliusfl. pl.. Sil- 

berknöpfchen. gefüllt silberweiß. R. speciosiisfl. pl., große goldgelb gefüllte Blumen; Trollius 
caucasicus var. „Goldquelle", Trollblume, orangegelbe Kugelblüten, T. hybridus „Helios", 
rein gelb, reich verzweigt, „Earliest of AU", hellorange, „Goliath" leuchtend dimkelorange, 
früheste Sorte. T. japonicus „Excelsior". dunkelorange; April-Juni: l'apaver nudicaulc. 
kleiner sibirischer .Wohn. weiß, schwefelgelb, leuchtend gelb und leuchtend orangerot; Mai: 
Centaurea montana. ausdauernde blaue Kornblume, var. grandiflora und var. rosea. große 
rosa Blüten, var. alba reinweiß: Dicentra spectahilis. fliegendes Herz, rosa; Doronicum plan- 
tagineum e.xcelsum. leuchtendgelbe A\argerite: Mai-Juni: Antliericum iParadisea) liliastrum 
major, aufrechte reinweiße Blütentrauben: .\quilegia coerulea, Akelei, hellblau mit weiß, und 
var. hybrida von Weiß durch Rahmgelb und Rosa bis Orange, sowie Zart- bis Dunkelblau; 
Aster subcoeruleus. schöne blaue Strahlenblüten auf schlanken Stielen, A.yunnanensis, leuch- 
tend lilablau, A. Fremontii. hellila: Campanula glomerata daliurica und superba. dunkelvio- 
lette Glockenblume mit dichten aufrechten Blütenknäueln; Euphorbia polychroma. schöne, 
goldgelbe Wolfsmilch; Geranium platypetalum, leuchtend blauvioletter Storchschnabel; Incar- 
villea grandiflora hrevipes, große rosa gloxinienartige Blumen; Inula glandulosa superba, 
große goldgelbe Strahlenblüten: Iris germanica, deutsche Schwertlilie, große iWannigfaltig- 
keit in der Blütenfärbung von Reinweiß. Hellgelb bis Dunkelgelb und Bräunlich. Lichtblau 
bis Dunkelblau und X'iolett, teils mit helleren oder dunkleren .-\dern. besonders empfehlens- 
werte Sorten sind: „Darwin" weiß. „Mrs. Reuthe" mattlavendelblau mit dunkler Schattierung 




Abb. 50. Scni'iio flivonm 



48 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 




Abb. 51. Senecio Wilsoniuniis, 1,25 m (J. Veitch & Sons). 



am Rande. „La Beaute" liimmelblau, „spectabilis" dunkelviolelt, „Mrs. Neubronner" gelb, 
„Flammenschwert'" gelb mit braun. „Rheinnixe" weiß mit blau. „Mrs. Alan Gray" zart rosa, 
„Prinzel.) Viktoria Luise" gelb und violett. „Eldorado" rötlich lila mit goldig braun; Iris si- 
birica siehe Hauptteil; Viscaria vulgaris splcndens plena, Pechnelke, Rispen leuchtend kar- 
minrot; Phlox Laphami „Perrys Var.". prächtig mattblau auf weitverzweigten Stielen, Py- 
retlirum hybridum, einfache oder gefüllte, von Weiß durch alle Nuancen von Rosa bis leuch- 
tend Karmin und Purpurn, besonders empfehlenswerte Sorten sind: einfach: „Margarete 
Mor" hellrosa, „John Malcolm" frisch rosa. „Dr. Bosch" lachsrosa, „James Kelway" rot; 
gefüllt: „Bella Blonde" weiß. „Deutsche Kaiserin" zart rosa, „Queen Mary" rosa, „Lord 



Die cmpfehlcMiswertesten Arten und l'ornien für allgemeinen Anli: 



An 



I^oseberry" leuchtend karminrot, ..^'v()nnc 
Cayeux" gelblich wcil.l; l'aeonia ojficinalis 
plena, siehe Hauptteil. 

b ) S o in m e r b 1 ü her. 

Juni : Achillc'u moni^olica. blendend wei- 
lic lockere Sträuße; Cunipaniila persicifolia, 
;j;roße weiße Glockenblume, in den Sorten: 
.. Capri ■• . dunkelblau gefüllt, „Coupe d'azur", 
licllila gefüllt. ..Die Fee",hellila,^//-«w///7r)/« 
(///'(/. weil,). ...Woerheimi", weiß gefüllt, Dic- 
liiifiniis l-nixincUu, Diptam, pyramidale auf- 
rechte Trauben mit purpurrosa Blumen, und 
var. alba, weiß; Henierocallis flava var. nia- 
l'or. hellgelb, und H. hybrida „Sovereign", 
hellorange. „Aureole" , dunkelorange ; H. au- 
rantiaca. orangegelb, H. ritrina, hellgelb, 
beide spät blühend ; Hesperis matronulis jl. 
pl., gefüllte Nachtviole mit weißen Blüten- 
rispen; Iniilaglandiilosa, große orangegelbe 
Strahlenblüten ; l'aeonia chinensis plena, 
gefüllte Pfingstrosen in herrlichen Farbentönen von weiß, rahmweiß, hellrosa, dunkelrosa bis 
purpurn, sowie einfache Sorten in weiß bis dunkelrot; als sehr gute nennen wir von den 
gefüllten: weiß „festiva maxima". „Duchesse de Nemours", „Marie l.emoine"; rahmweiß 
„Solfatare". „Duke of Wellington", „prolifera tricolor"; zartrosa „Charles Leveque"; rosa 
„Triomphe de Lille", „edulis superba". „Ville dePoissy"; fleischfarben-rosa „Marie Jacquin", 
„l-aust". „triumphans gandavensis" ; karniin ..\'an lloutte". „\'ille de Nancy; Phalaris picta. 




Trott ins h vbriilii. 




Abb. 53. Lititini aunilnni. 



ioldbandlilie, als Zwischenpflanzung in Rhododendren-Gruppen im 
Park von H. Hesse, Weener. 



50 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



gelbbuntes Bandgras, Veronica aniethystina, leuchtendblaue Blütentrauben; Juni -Juli: 
Aetheopappus pulcherrimiis, edle rosarote Flockenblume; Aquilegia chrysantha, goldgelbe 
Akelei, und .4. Skinneri. orange; /Is/Z/^^yöpo/z/tr/ Aj;/;//«'« „Deutschland". „Möve", „Rhein- 
land", siehe Hauptteil; Erigeron mesagrande speciosiis, zierliche dunkelviolette Strahlen- 
blüten in verzweigten Sträußchen, „Lasur", hellila, früheste, semipleniis, im Aufblühen 
gefüllt, lila. „Quakeress", rosa lila; Filipendula (Spiraea) hexapetala fl. pL, verzweigte 
Sträuße weiß gefüllter Blüten ; F. purpurea {Spiraea palmata Hort.), leuchtend karminrote 
Scheindolden, und var. alba, weiß ; Geum Heldreichü magnificum, hellorange ; Qillenia tri- 




Abb. 54. Anemone japonica, ,, Königin Charlotte" (Hurt. Hesse, Wee 



/o//a/a, zierliche weiße Blüten in weitverzweigten Rispen; Helenium Bigelowii, kleine gold- 
gelbe Sonnenblumen mit schwarzer Mitte; Heiichera gracillima, sehr feine und zierliche 
rosa Rispen, und H. sangiiinea, in rosa und roten Sorten ; Iris Orientalis, leuchtend dunkel- 
blau, mittelgroß, und var. „Snow Queen", schneeweiß; Malva moschata, atlasrosa, reich 
verzweigt und var. alba, weiß; Oenothera glabra, Nachtkerze, goldgelbe Blütensträuße mit 
dunklen Stielen und Blättern; Plilox Arendsii, in weißen, lila und rosa Tönen; Polentilla 
hybrida jl. pl., schön gefüllte Blüten von gelborange bis dunkelroter Färbung über erdbeer- 
artiger Belaubung; Juni=August: Tradescantia virginica in Blauweiß und Rot; Juni= 
September: Scabiosa caucasica, prächtig himmelblau, und var. alba, weiß; Juni bis 
Herbst: Gaillardia grandiflora, große Strahlenblüten von gelb bis orange Färbung, teils 
mit dunkler Zone und hellen Spitzen, sehr reich blühend; Juli: Astilbe Arendsii „Gloria", 
leuchtend dunkelrosa, und „Weiße Gloria", rein weiß; Juli-August: Achillea filipendulina, 
goldgelbe Schafgarbe. A. Millefoliuin „Cerise Queen", karminrot, und A. Ptarmica „Perry's 
Weiße", weiß, dicht gefüllt; Asclepias tuberosa, Sträuße leuchtend orangeroter Blüten ; 
Chelone barbata, schlanke, etwas verzweigte Rispen mit rosa, Scharlach, purpurnen bis vio- 
letten Lippenblüten; Chrysanthemum maximum var. „Breslau", halbgefüllt, früh, „Etoile 
d'Anvers", riesenblumig, weiß, „Ophelia", rahmweiß, „Lockenkopf, geschlitzte Randblüten ; 
Dianthus Caryopliylliis, Chornelken, von Weiß durch alle Schattierungen von Rosa bis 
Scharlach und Schwarzrot. auch Gelb bis Orange, teils einfarbig, teils gestrichelt, ge- 
rändert, gebändert oder getuscht; Eryngium alpinum, blaue Alpenedeldistel, E. hybridum 
„Juwel" und „Violetta", prächtig stahlblau und rötlich violett; Hemerocallis aurantiaca, 
große orange Trichterblüten; Iris Kaempferi, große flache edle Blüten in allen Tönungen 



Diu empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 51 

von Weiß, Hellblau. Dunkelblau, Mellrosa. Dunkelrosa und Violett; Hatycodon {W'alilen- 
bergia) grandijloriun, cleniatisartige offene dunkelblaue Glockenblumen; Salviu nemorosa, 
reichverzweigte lange Ähren mit leuchtend violetten Lippenblüten; Stac/iys (Hetonica) gran- 
dißora, siiperba und robiista, schöne hellpurpurne Lippenblüten in dichten breiten Ähren; 
Statice latijolia. hellviolette Sträuüe kleiner Blütchen. gut zum Trocknen, und S.Uitarica,v/dü 
blühend; Vcronicu Heiidersonii, prächtig dunkelblau ; JuIi=September: Coreopsis grandi- 
flora. goldgelbe Strahlenblüten ; l^hlox punicnlutu. niedrige Formen in vielen Färbungen, siehe 
im Hauptteil; Rudbeckia speciosa. orangegelbe Strahlenblüten mit samtig schwarzer Mitte. 




Abb. 55. Aster alpiniis „Rex" im Hort. Q. Arends lOrig., phot. F. Ze 



c) Herbstblüh er: 
August^September: Aster acris. dichte Sträuüe von lila Sternblüten, .4. Aiiw/ti/x. 
„Emma Bedau", leuchtend dunkelblau, „Schöne von Ronsdorf", malvenrosa. „F^udolf Goethe", 
lavendelblau, „Wienholzi". schön rosa; Parücum virgatiitn. reizendes Ziergras mit reichver- 
zweigten Rispen kleiner brauner Blütchen ; Solidago virgaiirea var. nana, niedrige gelbe 
Goldrute; Sediim Fabaria „Brillant", leuchtend purpurrosa Blütendolden; September: 
Aconitum Fischen', dunkelblau; l'hysülis Francheti. Lampionpflanze, mit scharlachroten 
Fruchtkelchen; September-Oktober; Anemone juponica vm. „Alice", grol.'iblumig rosa, 
„Geante blanche", großblumig, einfach weiß, „Königin Charlotte", rosa. „Luise Uhink", halb- 
gefüllt weiß. „.Wont Rose", gefüllt rosa, niedrig; Aster Amei/iis „Oktoberkind", große Blüten, 
dunkelviolett; Chrvsunthemtim indicum, in guten besten Sorten, siehe Hauptteil ; Zuuschneria 
californica. scharlachrote Lippenblüten. 



iZum 



4. NIFDRIGSTE STAUDEN. 
L-s polsterartigen Wuchses für Einfassungen geeignet.) 



ai Früh jah rsblüher. 
März=ApriI: Arabis albida grandiflora superba. weiß blühende Gänsekresse; Bergenia 
hybrida, weiß, hell- und dunkelrosa; Hepatica {Anemone) angulosa, frühestes blaues Leber- 
blümchen, und H. triloba. das gemeine Leberblümchen, in Blau, Weiß. Rot. einfach und ge- 
füllt; Iberis sempervirens var. „Schneeflocke", blendend weiß, und var. „Weißer Zwerg", 



52 



Die empfehlenswertesten Arten und Formen für allgemeinen Anbau. 



niedrigste weiße Form; Priniula cashnieriana „Rubin", rubinviolette Ivugelrunde Blütenköpfe. 
P. denticiilata, lilafarbene Blütenköpfe, und A rosea grandiflorcu leuchtend karminrosa für 
feuchten Boden; Vinca minor. Immergrün, blau; April: Arabisalhidafl.pl., schön weiß 
gefüllt, sehr dankbar; Iberis corifolia, weiße Schleifenblume; Priniiilu acanlis. in vielen 
Färbungen, weiß. gelb. rosa, lila, leuchtendrot. braunrot, violett und blau, und ebenso var. 
ß.pl. in gleichem Farbenspiel; April-Mai: Alyssuni saxatile fl. pL, dicht gefüllt goldgelb, 
var. compactum. reich verzweigte goldgelbe Rispen, und var. citriniim, schön mattgelb; 
Aubrietia hybrida var. „Lavender". niedrige Polster lavendelblauer Blüten, var. Moerheimi, 
schön rosa, var. Leichtlini ..Crimson", leuchtend karminrosa, var. „Dr. Mules", dunkelvio- 
lett, und A. taaricola, dunkelblau, niedrig; Epiniediani, Sockenblume, gut für Halbschatten 
in den Formen macranthiim. weiß, coccineum. dunkelrot, sulfiireiim. hellgelb und violaceum, 
lila; Gentiana Gentianella (G. acaalisUoTt), leuchtend dunkelblau; Iris pumila hybrida, in 
Weiß. Gelb. Blau und Violett; Phlox amoena. leuchtend rosa, P. divaricata, lichtblau, P.su- 
bulata „Q. F. Wilson", hellblau, kriechend und var. atropurpurea, purpurrosa, sowie P. ni- 
valis, schneeweiß; Primula elatior, Gartenprimeln, in ebenso reichem Farbenspiel wie P. 
acaulis, sowie var. atirea grandiflora, goldgelbe Vierländer-Gartenprimeln; Pulmonaria 
azurea, dunkelviolettes Lungenkraut. P. rubra, rot; April bis Herbst: Viola cornuta tv- 
pica. leuchtend lila und var. alba reinweiß. „G. Wermig", veilchenblau, sogenanntes Sommer- 
veilchen, sowie ^/T/rto'//"/o/fl stiefmütterchenartig, in Weiß. Hellrosa. Hellblau. Dunkelblau, 
Violett und Gelb: Mai: Asperula odorata. Waldmeister, weiß, für Halbschatten. Convallaria 
inajalis grandiflora. großglockige Maiblume; Geurn Heldreichii. orangerot. G. coccineum 
plenum „Mrs. Bradshaw". prächtig scharlachrot. Primula Auricula, in reichem Farbenspiel 
von Weiß und Gelb bis samtig Dunkelbraun. Dunkelviolett und Schwarz, und P. Sieboldii, 
reiches Farbenspiel in Weiß. Rosa. Lila. Karmin und Violett, gut für Halbschatten ; Saxi- 
fraga Arendsii (S. decipiens grandiflora hybrida). in vielen Farben von Weiß bis Dunkelrot. 




Abb. 5b. ArtciUL^ia laclifloru, milchweilJer BeiUil.I. 



im Hort. Arends lOrig.i 



Diu hosten Treibstaiklcii. 



b( So mm erblüher. 
Mai -Juni: Asfer ulpiniis var. 
„Rex"' und „Dunkle Schöne", herr- 
liche dunkellilaStrahlenbliiten;A(i'('- 
sotis palustris ..Perle von Ronnen- 
berg".immerblühendes Vergißmein- 
nicht; Juni: Anneria Laiuheana. 
leuchtend karminrot, und A. mari- 
timu. lilarosa; Arrhenatlieriim hiil- 
hosiini. niedriges weißbuntes Zier- 
gras: Dianthus plumarius, Feder- 
nelken, in vielen Färbungen z. B. 
„Diamant", reinweil.') gefüllt, und 
(lelicala „Juwel" rosa gefüllt, \'ero- 
nica Teiicrium diiliia 1 1 '. riipcstris 
Hort.), kriechend, leuchtend blau; 
Juni^Juli: Campanula p^loineraia 
accKilis. dunkelviolette niedrige Blü- 
tenknäuel; Dianthus (kitoides. krie- 
chend karminrot; Veronica incana. 
dunkelblaue Blütenähren. weil.ifilziii;c 
Belaubung; Juli-August :C(/OT/)(/ 
niila curpatliica coinpucta. niedrig. 
dunkelblau, var. alba, reinweiß, var 
/)£'/i'//b/-w/'s,hellblau,und C turhinatu 
„Isabel" dunkelste Glockenblume; 
Seduin kamtschaticuni. gelb, und >'. 
spurium splendens purpurrosa. 

ci Herbstblühe r. 




7. ih'lpfiiniuni cidtorum. großblumiger Oarten- 
rittersporn, I..S ni lO. .\rcnds. lionsdurii. 



September : Aster hybridns 
„Plejad". purpurroteSternblümchen ; 
/'/iiniliairo Larpentae. leuchtend kobaltblau, Solidago brachystachya. kleinste gelbe Goldrute; 
Ende Oktober: Aster bvbridus „de la Toussaint", hellblau. 



VI. 

DIE [BESTEN TREIBSTAUDEN. 

Bearbeitet von H. Zörnitz in Qemeinscliaft mit Q. Arcnds. 

Gegen Ende November, wenn die letzten Chrysanthemen uns immer noch an geschützter 
Stelle durch ihren Blütenflor erfreuen, wird es still im Garten. Getrocknete Zweige der Edel- 
distel. (Hryngiiitn und licliinops) Judassilberlinge und Lampionfrüchte sind noch aus dem 
Garten ins wohnliche Heim gerettet worden. An ganz besonders schönen Herbsttagen leuch- 
ten noch die Blüten einzelner Stauden und legen Zeugnis davon ab, daß sie mit Recht zu 
den dankbarsten Blütengewächsen zählen. Wenn dann aber die ersten weißen Flocken fallen 
und die Erde sich in das große weiße Leintuch hüllt, dann ist trotz alles winterlich Schönen 

der Gartengenuß nur ein ganz beschränkter. Wir empfinden Sehnsucht. Sehnsucht 

nach Farbenfröhlichkeit und Blütenpracht. Jetzt erst erkennen wir, daß uns die Blumen eine 
Lebensnotwendigkeit geworden sind. Aus den Treibhäusern bietet man Alpenveilchen, Primeln, 
groß- und kleinblumige Chrysanthemen an. ,.Getriebene'" iWaiblumen. Tulpen und Hyazinthen 
geben den Wohnräumen ein behagliches Aussehen. 

Auch unter den Stauden gibt es eine ganze Anzahl die sich treiben lassen. Zu Weih- 
nachten können wir freilich außer .Waiblumen und Dicentra kaum blühende Stauden haben, 
aber ohne große X'orbereitungen, ohne viel Heizmaterial lassen sich z. B. schon im l-ebruar 
blühende Primeln, im .Wärz blühende .Astilben erzielen. Es würde zu weit führen und ganz 
aus dem Rahmen unseres Werkes herausfallen, wollten wir ausführlich auf die Behandlung 



54 



Die besten Treibstauden. 



der Treibstauden eingehen. Wir müssen uns auf die einfachsten Grundlagen beschränken 
und können nur Winke und Andeutungen geben, deren vertiefende und befruchtende Aus- 
arbeitung und Nutzbarmachung dem Einzelnen überlassen bleiben muß. 

Daß man die Flieder- und Maiblumentreiberei durch Ätherisierung, durch Warmwasser- 
behandlung bedeutend abkürzen und somit noch sicherer und nutzbringender gestalten kann, 
ist allgemein bekannt. Daß sich aber eine ganze Anzahl Stauden ebenfalls durch Warm- 
wasserbehandlung bedeutend schneller und sicherer zur Blüte bringen lassen, verdient her- 
vorgehoben zu werden. Wenn wir z. B. den Astilbenflor etwa 4 Wochen verfrühen können, 
ist dies bei der überaus großen Beliebtheit dieser Pflanze recht bedeutsam, da diese so viel 
früher blühenden Pflanzen einen höheren Gewinn abwerfen. Unsere Abbildungen sollen die 
kurzen Angaben deutlicher veranschaulichen. Abb.()l zeigt /4s////«' liybrida rosea am 16. Ja- 
nuar in ein Wasserbad von 24-25° C gelegt, alsdann eingetopft und in ein gemäßigt war- 
mes Haus gestellt. Während die un- 
gewässerten Pflanzen oft 3 bis 4 Wo- 
chen wie tot dastehen, zeigen die 
gewässerten schon nach einigen Ta- 
gen leben. Mitte Februar aber hatten 
die gewässertenAstilben bereits Blü- 
tenstiele und am 4. April waren sie 
voll erblüht. Die ungewässerten aber 
zeigten zu diesem Zeitpunkte erst die 
mit Knospen besetzten Stiele. 

Was bei Maiblumen und FHeder 
geht, ist auch bedingt bei unseren 
Stauden durchführbar. Allerdings 
werden hier noch weitere Versuche 
gemacht werden müssen, die bei je- 
nen Pflanzen bereits abgeschlossen 
sind. Bei richtiger Sortenwahl, ge- 
eigneterVorkultur und verständigem 
Treibverfahren lassen sich aber eine 
ganze Anzahl Stauden bedeutend 
eher treiben, als es bis jetzt ge- 
schieht. Bei den Astilben z. B. wur- 
den früher in der Hauptsache yis////;^' 
japonica „Amerika" und „Peach blossom" zum Treiben genommen. Astilbe japonica aber 
hat zu kurze und leichte Rispen und ist längst nicht so reichblühend wie japonica speciosa, 
die als früheste, beste, reinweiße Astilbe anzusprechen ist. Die Sorten „Amerika" und „Peach 
blossom" benötigen 13-14 Wochen Treibzeit; die alte einst gefeierte „Queen Alexandra", was 
ist sie heute mit ihrem Blaßrosa gegen die neuesten Arendsii Züchtungen. Die Sorten 
„Deutschland", „Rheinland", „Emden", „Möwe", beherrschen jetzt den Markt. Diese neuen 
Sorten werden nicht nur wegen ihrer reinen Farben, des gesunden üppigen Wuchses und 
der schönen Belaubung bevorzugt, sondern sie gebrauchen auchinderEntwickelungsperiode 
nach eigenen Versuchen und denen des Leiters der gärtnerischen Versuchsanstalt der Land- 
wirtschaftskammer für die Rheinprovinz, Garteninspektor Löbner, Bonn, teilweise 3-4 Wo- 
chen weniger Zeit wie z. B. die Sorten „Peach blossom" und „Amerika". Wir sehen also 
an diesem einen Beispiel wie wichtig auch in diesem Falle die Sortenfrage ist. 

Eine ganze Anzahl Stauden läßt sich sehr vorteilhaft im kalten Kasten antreiben. Zu 
diesem Zwecke pflanzt man die Sorten, die in folgender Aufzählung noch besonders gekenn- 
zeichnet sind, im zeitigen Herbste in ein Mistbeet aus, besser noch ist es aber, die Pflanzen 
schon während des Sommers in diesem Kasten zu kultivieren. Bei eintretendem Froste wer- 
den die Fenster auf den Kasten gelegt, und je nach Temperatur wird im Januar-Februar 
fleißig gelüftet. Es ist Sorge zu tragen, daß keine zu krassen Temperaturschwankungen 
eintreten, was durch leichte Bedeckung in kalten Nächten mit Strohmatten oder Läden er- 
reicht wird. Die herrlichen Primiila acaidis, besonders die schöne frühe Form rubra {ibe- 
rica) hat man z. B. auf diese Weise schon im Februar im kalten Mistbeet in vollster Blüte. 
Bei höher werdenden Stauden, wie z. B. Doronicum, müssen die Kästen tiefer ausgehoben 




Abb. 58. Gypsophäa repens var. monstrosa, Frühlings- 
Schleierkraut, 20 cm, im Hort. Arends (Orig.). 



Die besten Treibstauden. 55 

oder später aufgesetzt werden. Sehr leicht können wir auch im Freien ein Beet überbauen 
und auf diese Weise den Flor um 3-4 Wochen verfrühen. Dies Verfahren ist bei den erwähn- 
ten Sorten von Cenluiirea. A(/uilegni, Helleboriis. Iris. Myosotis. P/i/ox, Raiiiinciiliis u. ?i.m. 
sehr nützlich. Etwas Überlegung und Erfahrung läßt Liebhaber und Fachmann auch hier 
das Richtige finden. 

Als wichtigste Treibstauden kommen in Betracht -) : 

Amiiusa myosoticliflora. das Kaukasusvergißmeinnicht, mit seinen herzförmigen Blättern, 
den reizenden dunklen Vergiümeinnichtblüten gibt schöne Topfpflanzen, die bereits Ende 
Februar in Blüte sind. 

Aquilegia coeralea und voenileu hyhrida lassen sich vom Februar an in hellem, mäßig 
warmem Hause treiben. Im freien Lande überbaut liefern die Pflanzen ebenfalls um vieles 
früher feines Schnittblumenmaterial in blauen, rosa, sowie gelb mit bräunlichen Tönen. 




Abb. 59. Deutsche Schwertlilien [,1ns gt 



Arabis albidu ß. pl. mit ihren schönen levkojenähnlichen Rispen kann gut drei Wochen 
früher geschnitten werden, wenn man die eingewurzelten Pflanzen mit Brettern umbaut und 
mit Fenstern belegt. 

Astilbe. Die unter dem Namen Hoteia und Spiraea japonka bekannte Stammform wird seit 
Jahrzehnten zur Treiberei benutzt. Die neusten besten Sorten sindinWeiß: AJaponicaspeciosa 
„Gladstone". .4., -Iz-OTrAs//,, Deutschland" ;in/?oiY/.- „Rheinland", „Emden", „Möwe". Weiteres 
über Behandlung wurde oben gesagt. 

Bergcniu hybrida sowie CV/z/ffw^rt/wo/z/a/za, die ausdauernde Kornblume, in Sorten, treiben 
sich am besten im kalten Kasten. Das Treiben mit künstlicher Wärme lohnt sich nicht. 

Convallaria majalis. die bekannte Gartenmaiblume braucht kaum besonders erwähnt zu 
werden. 

Crocus verniis und verwandte Arten werden wie andere Blumenzwiebeln behandelt, je- 
doch ohne Bodenwärme getrieben. 

Z)/ß/z /'/z«s/;/«//;«nw.s\bei den gefüllten 1-edernelken werden am besten auch die eingewurzelten 
Beete mit Kästen umbaut und mit Fenstern bedeckt. Bei Topftreiberei läßt der Erfolg meist 
zu wünschen übrig. 

Dicentra (Dielytra) spectubilis. das fliegende Herz, ist eine ganz hervorragende Topftreib- 
staude, die als solche auch schon lange geschätzt wird. Von Januar ab treibt sie sich leicht im 
hellen halbwarmen Gewächshause oder Zimmer, kommt auch nach Warmwasserbehandlung 
erheblich schneller (Abb. 62). 



Die besten Treibstauden. 




Doronicum caiicasiciiin inagnifi- 
ciiin und pkintuii;ineiiiii excelsuiii, die 
gelben Gemswurzarten, sind sehr 
dankbare Frühblüher, sowohl für 
Töpfe wie auch zum Schnitt. Man 
treibt sie vom Februar an im hellen 
Räume. 

Epiinediiim. Sockenblumen, in 
Sorten sind zwar ganz reizend, aber 
zu schnell vergänglich, um großen 
Treibwert zu besitzen. 

Euphorbia polychroma, die gold- 
gelbe Wolfsmilch, hat sich in mehr- 
jährigen Versuchen als ganz vorzüg- 
liche Treibpflanze bewährt. Von 
Mitte .Januar an mälöig warm und 
hell gestellt, entwickelt sie sich zu 
vollblühenden Büschen, die sowohl 
alsTopfpflanze wie auch zum Schnitt 
mit ihren grünlichgelben Dolden 
ganz eigenartig schön sind. 

Zu den eigentlichen Spirstauden, 
die für Treibzwecke in Frage kom- 
men, gehört namentlich Filipendula 
piirptirea mit ihren leuchtend karmin- 
roten Blütenslräul.ien. Sie braucht je- 
doch zur vollen Entwickelung 3 Mo- 
nate an einem hellen, mäßig warmen 
Platz, also einige Wochen mehr als 
die schönen neuen rotblühenden As- 
tilben. Aus diesem Grunde wird sie 
auch nur noch wenig getrieben. 
Fritillaria Meleagris, Kiebitzei. Dies reizende Zwiebelgewächs ist angetrieben entzückend. 
Die im Herbst eingetopften Zwiebeln können vom Februar an bei nicht zu hoher Wärme 
getrieben werden. Zu Ostern sind sie schon in Blüte. Wirkungsvoll als Treibpflanze ist auch 
Fritillaria imperialis, die Kaiserkronp, die ähnliche Behandlung verlangt, aber wegen ihrer 
Größe nicht überall gut verwandt werden kann. 

Fimkia : hiervon sind als sehr beliebte Blatt-Treibpflanzen die weißbunten F. iindiilata vittata 
und /-■. unüulata robusla variegala. die gelbbunte F. coeriilea discolor (japonica aiireo-varie- 
gata) und die weißgeränderte F. coeriilea albo-marginata zu nennen. Von Weihnachten ab 
getrieben, geben alle Sorten schöne Topfpflanzen und wertvolles Material für Schalen- und 
Körbchenbepflanzung. 

Oalantlius, Schneeglöckchen-Arten, sind der künstlichen Wärme ziemlich abhold oder doch 
kaum früher blühend als im Freien ; man läßt sie besser ungestört im Garten als sie anzutreiben. 
Helleborus rüger, die Christrose, blüht bei mildem Wetter ohne jedes Treibverfahren schon 
zu Weihnachten im Freien. Um aber bestimmt den Genuß des vollen Flores dann zu haben, 
ist Eintopfen im Herbst und Antreiben im kühlen Raum zweckmäßig. Die bunten Helleboriis- 
Hybriden kommen gewöhnlich erst einige Wochen später. 

Hesperis matronalis flore pleno, die gefüllte Nachtviole kann im kalten Kasten um drei 
bis vier Wochen früher zur Blüte gebracht werden. Die langen Rispen duftender, weiß ge- 
füllter Blumen entwickeln sich dann besonders schön und liefern wundervolle Schnitt- 
blumen zur Vasenfüllung. 

Hyacinthiis orientalis gehört zu den bekannten Blumenzwiebeln. 

Iris kommen für Topftreiberei nicht in Frage. Man wird alle in Betracht kommenden 
Arten und Sorten: I. germanica \xnA piimila hybriüa, sowie die zwiebelbildenden I.hispanica 



Abb. bO. Strauß von Paconia albijloni. der weißblütigen 

Pfingstrose (0. .ArLMids'. Rc.nsdurl). 



Die besten Treibstauden. 




Abb. 61. Astilbe hybrkla rosea, links ungewässert, 
rechts gewässert, siehe Text (phot.H.Zümitz). 



und an;^lica zweckmäßig im kalten 
Kasten kommen lassen, um sie eini- 
ge Wochen vor dem l-reilandt'lor zu 
haben. 

Z.///«m. Von den Lilien ist dieMehr- 
zahl der Allen zum Treiben geeignet. 
Besonders empfehlenswert sind ne- 
ben den selteneren L. auratum und 
longifoliiitn die L.hincifoliiini-Sorten, 
L. untbellatiiin und L. croceiini. Die 
im Herbst eingetopften Zwiebeln 
können vom h'ebruar bis März ab im 
heilen Räume gut getrieben werden. 
Myosotis alpestris .,lndigo"und an- 
dere Gartenvergil.imeinnicht -\'arie- 

täten dürfen nicht zu früh warm gestellt werden, kommen aber doch um einige Wochen früher 
als im freien Lande und sind dann als Topfpflanzen wie auch zum Schnitt sehr schön. Die 
SumpfvergilJmeinnicht-Sorten M. palustris „Nixenauge", „Perle von Ronnenberg" und andere 
sind zum Ireiben ungeeignet. 

Narcissiis. Die Narzissen gehören zu den bekannten Blumenzwiebeln. Zur frühesten 
Treiberei, Weihnachten und Neujahr blühend, eignet sich die gefüllte N. „van Sion". Zu et- 
was späterem Treiben verdienen fast alle anderen kurz-, mittel- oder langkronigen Sorten 
Beaciitung, wie .Y. pocliciis orria/iis. incoinparuhilis in Sorten, besonders „Sir Watkins", „prin- 
ceps", „bicolor". „Horsfieldi", „bic. Empress", und viele andere, auch die Tazetten {Narcissus 
Tuzctla] und ihre Bastarde mit A'. poctkus (= N.poetnz). Alle Narzissensorten eignen sich 
gut für den Blumenfreund zur Zimmertreiberei. Später können sie dann im (iarten Ver- 
wendung finden. 

Orobiis verniis. die Waidwicke, ein reizender I-rühbiüher im Garten, ist zur Treiberei un- 
geeignet, weil im Zimmer die Blumen sich gleich verfärben und abfallen. 

Phlox. Hübsche, vollblühende Töpfe liefern zum Frühjahr kräftige Pflanzen von Phlox 
(IhHiricata und var. Laphanii „Perry's var.", die auch im kalten Kasten schöne Schnitt- 
blumen bringen. 

Poly<ronatiim nuiltiflorum und ofßcinale. Salomonssiegel, werden zu Treibzwecken immer 
noch viel zu wenig verwandt. Bei mäl.liger Wärme ab .lanuar getrieben, entwickeln sich die 
hohen, schön übergebogenen, zweizeilig beblätterten Stengel mit den blattwinkelständigen, 
hängenden weil.ien Blütchen sehr gut. in großen Töpfen und Schalen wirken sie sehr de- 
korativ, besonders aber auch abgeschnitten als X'asenfüllung. 

Primitla. Eine ganze Reihe recht beachtenswerter Treibstauden liefern die Primeln. Als 
allerfrüheste Frühjahrsblumen liebt die Mehrzahl, gerade wie das Schneeglöckchen, hohe 

Wärmegrade nicht. An hellem Platz 
im Kalthause oder kühlen Zimmer 
kommen sie jedoch schon sehr früh 
zur Blüte und bilden hübsche Topf- 
pflanzen. Besonders gilt dies für 
die Primiilu acY/// //'s- Varietäten, die 
reichblühende Büschel bringen. /-'. 
<'/(///o/-Sorten sollten nur im kalten 
Kasten kommen, da sieTreibwärme 
nicht vertragen. Mit etwas Wärme 
lassen sich dagegen P. denticiilata 
treiben, die mit ihren kugelrunden 
lilütenköpfen für Töpfe und Schalen 
ganz prächtig sind. Auch die leuch- 
tend rote P. rosea kommt ähnlich 
früh. Etwas später sind P. Sieholdii. 
Abb. 62. Dicentru spectabitis, oben mit, unten ohne Warm- die in ihrem bunten Farbenspiel an 
Wasserbehandlung ipiu.t, h. zr.rnii/i. die /-*. obconica der Gewächshäuser 




58 Stauden zum Verwildern. 

erinnern. Sehr wertvoll ist auch ihr Bastard mit P. Veitchii, die A hybrida „Lothringen". 
mit leuchtend roten Blumen. Als letzte der Treibprimeln kommen noch die spätblühenden 
Etagenprimeln in Betracht, wie P.Beesiana, Biilleyana, japonica, piilveriilenta und ihre Blend- 
linge. Alle dürfen nicht zu warm gehalten werden, wenn sie gut blühen sollen. 

Piilmonaria aziirea, das dunkelblaue Lungenkraut, wird neuerdings als Treibstaude warm 
empfohlen, besonders dürfte aber noch P. avernensis, mit leuchtend blauen Blüten, geeignet sein. 

Ranunciilus aconitifoliusßore pleno und R. biilbosiisfl. pL.zv/d gefüllt blühende Hahnenfuß- 
gewächse, der erste weil.'), der zweite gelb, bilden bei spätem Treiben und hellem Standort 
schöne Topfpflanzen von leidlich guter Haltbarkeit. 

Sdl/a 5/Ä//7ra mit ihren leuchtend blauen oder weil.len Sternblüten ist ein reizendes Zwiebel- 
gewächs, das man schon im .Januar in Töpfen oder Schalen blühend haben kann. 

Thalictrum adiantifoliuni, die feinblättrige Wiesenraute, bildet mit ihrer zierlichen feinen 
Belaubung einen ganz brauchbaren Ersatz für die viel Heizwärme beanspruchenden Adian- 
tiini (Frauenhaarfarn). - 

Trollius, die Trollblumen, gehören mit ihren herrlichen großen, kugelrunden, gelben Blumen 
zu den schönsten maiblühenden Gartenstauden. Kräftige Ballenpflanzen lassen sich etwas 
antreiben und vier bis sechs Wochen früher zur Blüte bringen. Sie liefern dann ein herr- 
liches Schnittmaterial. 

Viola odorata, die wohlriechenden Veilchen, sind als Treibpflanzen so allgemein bekannt und 
beliebt, daß es kaum nötig ist, besonders darauf hinzuweisen. Als vollblühende Topfpflanzen, 
wie auch als Schnittblumen sind sie gleich schön. Die dankbarsten Sorten sind „Königin Char- 
lotte", „Deutsche Kaiserin" und „Augusta". während die großblumigsten wie das „russische 
Veilchen", „Prinzesse de Galles" und andere mehr zur Treiberei im kalten Kasten sich eignen. 

Viscaria vulgaris splendens plcna. die gefüllte Pechnelke, wird vielfach als Treibpflanze 
sehr warm empfohlen. Nach unseren Erfahrungen werden Topfpflanzen nicht sehr schön. 
Wert hat höchstens das langsame Antreiben im kalten Kasten, um etwas früher Schnitt- 
blumen zu haben. 

Mit diesen Aufzählungen ist die Liste der Treibstauden längst noch nicht erschöpft. Es 
bedarf noch mancher Versuche; hier ist nur das beste und erprobteste angeführt worden. 

Vll. 

STAUDEN ZUM VERWILDERN. 

Von Istvän Graf Anibrözy-Migazzi. 
(iWan vergleiche hierzu auch die Abb. 3, 4,9, 10, 14, 15.) 

An heimischen Blumen sind die meisten Gärten arm. So war es auch bei meinem Eltern- 
hause hier in Tana (Westungarn). Ursprünglich gab es nur Veilchen, Ficaria, Gagea und 
je eine Pflanze Arum maciilatam und Anemone nemorosa. Die allerersten und liebsten Früh- 
lingsboten: Schnee- und Märzglöckchen. Blaustern, Primeln, Leberblümchen und Schach- 
brettblumen, hat alle erst kleinweise, eine Handvoll Pflanzen, meine Mutter gebracht. Zuerst 
waren es bloß zwei kleine Nester Schneeglöckchen. Das eine im tiefen Fichtenschatten — 
da war auch eine 5c/7/o-Pflanze dabei — ist eingegangen ; das andere unter Laubholz hat 
sich zu Tausenden vermehrt, den Garten erobert. Um diese damals noch winzigen Kolonien 
war, als wir Kinder waren, der Schnee immer abgetreten. Denn täglich gingen wir mit 
meiner Schwester hin, drückten die Nase schier in den Schnee und lugten aus, ob sich 
nicht doch schon etwas zeigte. Den Schnee wegkratzen war verboten. Das Erscheinen der 
ersten Blattspitzen wurde mit .lubel begrüßt. Die erste Knospe, die erste hängende Knospe 
und die erste Blume war je ein vielbesprochenes Ereignis, das auch in der Familienkorre- 
spondenz registriert wurde. Das Abreißen von Schneeglöckchen galt als Sakrileg. Nur wenn 
eines von uns Kindern krank war, bekam es eine Blume ins Zimmer. Als ich später auf die 
Schule kam, da sandte mir meine Mutter dort — und Zeit ihres Lebens überallhin, wo ich 
gerade war, das erste Schneeglöckchen, die erste Schachbrettblume, den ersten Krokus. In- 
zwischen hatte meine Mutter immer wieder etwas gebracht, auch wir Kinder sind ihrem Bei- 
spiele gefolgt. Die Frühlingsblumen unseres Gartens wurden arten- und zahlreicher. Einen 
rapiden, sprunghaften Fortschritt erzielte allerdings erst die Einstellung des Laubrecheins 
in den Gesträuchgruppen. Der Erfolg war verblüffend. Bis dahin sah man dem Garten die 



Stauden zum Verwildern. 5g 

Humusarmut an. In wenigen Jahren war das Gegenteil eingetreten. Die ialirzehntelang in 
den Strauchpartien stagnierenden einzelnen Frühjahrspflanzen bildeten bald grolle Rasen 
und verbreiteten sich rasch auch über die Wiesen. Der Zusammenhang ist e inleuchtend. 
Durch das alljährliche Laubrecheln wird die Bildung jener Bodenschicht verhindert, die zur 
Vermehrung der meisten frühjahrsblühenden Schattenpflanzen das natürliche Substrat bildet. 
Vorhandene ältere Pflanzen werden durch das meist im Frühjahr vorgenommene Rechein 
verletzt oder gleich Keimlingen und Brutzwiebeln mit dem Laube und der darunter- 
liegenden Oberschicht entfernt. Im andern Fall tritt der der X'ermehrung und dem Lebens- 
prozelj entsprechende natürliche Zustand ein. .lede Gesträuchpartie wird zu einem Humus- 
zentrum, das mit seiner Microbeninfectiva strahlenförmig auf die umliegenden Wiesen und 
sonstigen Flächen auch dort wirkt, wo die Hauptmasse des Herbstlaubes entfernt wird, 
.le früher das Laubrecheln geschieht, desto besser, schon weil in manchen Jahren, besonders 
wenn der Boden nicht gefroren, die Pflanzen unter dem Laube in Trieb kommen und dieser 
beim späten Rechein verletzt wird oder plötzlich freigestellt ins Stocken geraten kann. Ganz 
vermeiden laut sich dies freilich nicht immer: auch hier hat uns im Verlauf der .lahrzehnte 
oft ein früher Winter überrascht, und das Laubrecheln konnte dann erst beim ersten Tauwetter 
mitten im Winter vorgenommen werden. Eine merkliche Beeinträchtigung des hier immer 
prachtvollen Winter- und Frühlingsflors konnte ich auch in solchen Fällen nie konstatieren. 
An solchen Stellen stehen hier und vermehren sich fortwährend massenhaft Galantlias. Leii- 
cojiini vcrnuni. Scilki. Cnniis HciiJ'U'/ianiis usw. und blühen die Schneeglöckchen regelmäßig 
um viele Wochen früher als in den Waldungen der Nachbarschaft. Die Farbenwirkung ist un- 
gestörter, stärker und man hat viel mehr davon, weil man die Zeit der sülJen Erwartung ge- 
nieLlen kann, indem sich der ganze Prozeß vom Erscheinen der ersten Triebspitze bis zur 
Entfaltung der Blüte vor unseren Augen abspielt. Im Laub geht das meiste verloren, man 
sieht oft erst die offene Blüte. 

Tana liegt bei Szombathely iSavaria), der einstigen Hauptstadt Pannoniens, auf diluvialem 
Lehmplateau mit kiesigem Untergrund in der Eichen-Region. Im Winter 1417 hatten wir 
— iS.lr," C. Dürre und Sommerhitze sind durch die Nähe der .\lpen etwas gemäßigt. 

Die Zahl der im hiesigen Garten verwendeten Arten ist gering, die der Individuen groß und 
in steter Zunahme begriffen. Schon mit den Herbstkrokus erscheinen die ersten Primeln, 
denen sich nach und nach auch andere Vorläufer anschließen. Mitte Januar wird es dann meist 
ernst. Wenn um diese Zeit Schnee- und iN\ärzglöckchen die monatelang währende Frühlings- 
schau eröffnen, dann scheint es uns immer wie ein Gruß aus dem Jenseits, und mit tiefster 
Dankbarkeit denken wir an die Mutter, der wir all die Freude verdanken. 

Die hauptsächlichsten Standorte in Park und Garten wären etwa folgende: 

1. Das Innere von Gesträuch gruppen. wo kein Laub gerechelt wird, .le 
dichter und frühtreibender die Gesträuche sind, desto weniger gedeihen und wachsen die 
Unterpflanzungen. .-Xm besten noch Schneeglöckchen und Anim niaciilatiini. das gelegentlich 
schon von Dezember an durch seine grünen Blätter ziert. Wo viel gestohlen wird, sind solche 
Dickungen als relativ diebsichere Anzuchtstätten für Schneeglöckchen ganz gut. 

Lichtere Gestrüppe oder alte waldartige Laubholzpartien mit lockerem Unterwuchs, eine 
Formation, die in alten Parks ständig wiederkehrt, bedeuten, wenn nicht gerechelt wird, für 
die allermeisten Frühlingsblüher die Heimat, für den Gärtner ein Dorado, wo er zaubern kann. 

2. Um den Fuß vonSolitärsträuchern und am Rand derGebüsche sind 
Plätze, die sich selbst im kleinsten Garten für unsere Zwecke bieten und trefflich eignen. 
Unter Sträuchern, die ohne Teller einzeln oder im X'erband frei auf Rasen stehen, ist dieser 
meist schütter. Solche später vom Laubwerk bedeckte oder beschattete Teile der Erdober- 
fläche können, ehe sich die Sträucher beblättern, mit sich ansamenden Frühjahrsblumen 
bepflanzt, einen farbigen Anziehungspunkt bilden, der sich allmählich verbreitet. 

Ökologisch gleichwertig oder noch besser sind die Außenränder der Gesträuchgruppen, 
der Raum außer- und innerhalb der Traufe der Randpflanzen, wo das Laub schon entfernt 
oder noch belassen wird: Halbschatten, hart an der Humusquelle gleichsam ein Waldrand 
im kleinen. Vielfach werden an solche Stellen gelbe Narzissen gepflanzt. Das ist weder 
schön noch praktisch. Die Stöcke werden bald von den Sträuchern überwachsen und sind 
im Schatten festgebannt an die Scholle zur Blütenlosigkeit verdammt. Viel eher gehören 
dahin früh- und auch im Schatten blühende Sorten derweißen Narzissen, vor allem aber unsere 
kleineren Frühjahrsblüher, die durch Brut, Samen oder, wie manche Anemonen durch 



60 Stauden zum Verwildern. 

Rhizome wandernd, den sich ändernden Außenlinien der Gesträuche folgen und nach Maßgabe 
der örtlichen Bodenwärme, Feuchtigkeit und Lichtverhältnisse schattenwärts das Innere der 
Gruppen oder sonnwärts die Parkwiesen erobern können. 

3. Unter Laubbäumen im Halb- oder Schlagschatten, wo schlechter oder gar 
kein Rasen wächst und das Laub im Herbst entfernt wird, lassen sich die schönsten, stärksten 
Farbenflächen erzielen, die auch mächtige Fernwirkung ergeben. Die Blumen kommen hier 
schön zur Geltung, früh zur Entwicklung und dauern länger als an der Sonne, wo sie rascher 
welken und früher befruchtet werden. An solcher Stelle hat sich hier in Tana unter Linden, 
Ahorn. Birnbäumen und Roßkastanien aus geringen Anfängen eine wahre Formation von 
Schneeglöckchen. Scilla bifolia, Crociis Heu/Jelianus und Frilillaria meleagris gebildet, die 
Monate hindurch auch dem schnell vorüberfahrenden auffällt und sich immer mehr über Ge- 
sträuche und Wiesen ergießt. 

4. Wiesen und Grasfluren bieten nach Höhenlage, Klima. Relief und Beschaffenheit 
des Bodens, Luft- und Bodenfeuchtigkeit, sowie ihrer floristischen Zusammensetzung, viel 
zu verschiedenartige ökologische und daher auch gärtnerische Möglichkeiten, um sie im 
Rahmen dieses Artikels aufnehmen zu können. Sie beherbergen eine Menge für unsere 
Zwecke wertvolle Pflanzen, denen, wie manchen Crociis- und den meisten Colchicum- und 
Pulsatilla-Artsn das Zusammenleben mit Gräsern an der vollen Sonne Lebensbedürfnis 
ist, während andere auch den mehr lockeren Graswuchs des Halbschattens noch vertragen, 
in den sich auch noch viele Schattenpflanzen des Waldes heraus wagen. 

Dieses Kompromil.) von Licht und Schatten, Wald und Wiese ist die Waldwiese und ihr 
ökologisches Gegenstück die Parkwiese. Je kühler und feuchter Standort und Klima, also je 
höher in den Bergen und gegen den Pol, desto eher dringen die Schattenpflanzen des Wal- 
des hinaus auf die sonnigen Wiesen und umgekehrt. Cyclanicn curopaeum. das im finstersten 
Buchenschatten wuchert, besiedelt schon in höheren Lagen des subalpinen Westungarn oft in 
großer Menge grasige Hänge und selbst Mähwiesen in der Nähe des Waldes. In Oliva bei 
Danzig fühlt es sich auf moosigen Parkwiesen sehr wohl und sogar in dem wärmeren ebenen 
Teil Westungarns, hier in Tana und Umgebung, streut sich C-eiiropaeiim wie auch das me- 
diterrane C. repandnm auf schattigen Parkwiesen aus. wo alle hier behandelten ihr Laub 
einziehenden Zwiebelpflanzen sich dem üblichen Parkbetrieb anpassen, ohne den Graswuchs 
zu beeinträchtigen und ohne irgendeine Beihilfe des Menschen gedeihen, blühen und sich 
vermehren. Die halbschattigen und schattigen Wiesen sind für uns schon darum von der 
größten Wichtigkeit, weil sie in der überwiegenden Zahl aller älteren Gärten und Parks weit- 
aus den größten Teil des Areals einnehmend die größten Möglichkeiten bieten. Da Bäume 
in der Regel zu nahe gepflanzt werden und wachsen, die Eigentümer aber eher noch nach- 
pflanzen als lichten, fehlt es schließlich in den meisten Gärten an Licht und Raum, und in 
diesbezüglicher Anspruchslosigkeit kann sich keine Zierpflanze mit unseren Frühjahrs- und 
Winterblühern messen. 

Ganz ungeeignet sind die eigentlichen Rasenplätze, wo das Gras vom zeitigsten Früh- 
jahr an ständig kurz gehalten oder der Boden häufig umgegraben wird. Nur als Kuriosum 
sei erwähnt, daß ich auf Ackerfeldern Cyclamen eiiropaeum einige .lahre nach der Rodung, 
Coiydalis sogar 10—15 .lahre wachsen und Gladiolns imhricatiis dauernd in großer Menge 
gesehen habe. Auch soll sich der im Herbst blühende Crociis niidiflonis schwer ausrotten 
lassen. 

5. Auf Moorbeeten zwischen Rhododendren usw. gedeihen unsere Pflanzen 
meist ausgezeichnet. Crociis Hcuffeliatms. Schneeglöckchen. Scilla bifolia usw. bringen auf- 
fallend große [Blüten und bilden durch Brut sehr rasch große Nester. Sehr vorteilhaft nehmen 
sich diese Pflanzen auch zwischen oder besser gesagt in Erica ra/v/ra-Teppichen aus. 

Zur Unterpflanzung mit Frühjahrsblumen wenig geeignet ist wenigstens nach meinen an 
verschiedenen Orten mit schweren Bodenarten gemachten Erfahrungen die Weißbuche, die 
den Boden bis in die oberste Schicht aussaugt. In sehr reichen Böden, feuchten Lagen und 
auf bewaldeten engen Talsohlen, wo sich von den Hängen alljährlich viel Laub ansammelt 
und neuer Humus bildet, ist diese Baumart auch für unsere Zweckebrauchbar und in sofern 
günstig, als sie wenig Graswuchs aufkommen läßt. Um so mehr geschieht dies bei Eichen, 
die meistens Pfahlwurzeln haben und sich hauptsächlich aus den tieferen Bodenschichten 
nähren. Bei einigen, wie Qiiercns Cerris. ist infolge der vielen Oberflächenwurzeln die Ober- 
schicht sehr trocken. Eine unangenehme Eigenschaft aller mitteleuropäischen Eichen ist das 



Stauden zum ViTwililiTn. (, 1 

große, harte, zähe auch tanninhaltige Laub, das über Winter den Boden hermetisch abscliiiclit. 
die Blüte verzögert, die Sprosse t^ehindert und die \\'iri<ung beeinträchtigt. Die im Winter 
feuchten, flach übereinander liegenden Blätter lösen sich bei zunehmenderWärme einzeln ab. 
rollen sich und werden vom Wind hin und her bewegt. Hierdurch werden viele blühende 
Pflanzen verdeckt, ganze Partien vom Laub verweht. Schwächere Keimlinge und selbst Brut- 
zwiebeln gehen hierdurch zu Grunde. Es entstehen und erhalten sich also viel weniger Pflanzen 
und auch die blühenden kommen wenig zur Geltung. Eine weitere starke Beeinträchtigung 
des Effektes entsteht dadurch, dal'i die vielen welligen und bauschigen Eichenblätter mit ihren 
grell beschienenen Sonnen- und dunklen Schattenseiten bei dem niederen Sonnenstand einen 
derart unruhigen Grund abgeben, dal.l die Blumen sich wenig abheben, auch gar nicht photo- 
graphierbar sind. Auf solchen Bildern sieht man nichts wie Sonnenflecken, in der Natur nicht 
viel mehr, .^n solchen Ortlichkeiten können also die ersten Frühjahrsblumen wohl dauernd 
leben und einzeln oder in lockeren Verbänden auch den Naturfreund erfreuen, aber keine 
fesselnden Farbenbilder schaffen. Ganz anders dort, wo das Eichenlaub durch Wind und Wasser 
durch dieNaturoderdurch den Menschen noch im Herbst entfernt wird. Die obere Bodenschicht 
besonders unter alten Eichen entspricht ganz gut. Nur für Arten, die dem Mäusefral.i sehr 
unterworfen sind, eignen sich diese Standorte weniger.weildiedurch die herabfallenden Eicheln 
angelockten Mäuse gerne auf die Zwiebeln übergehen. Auch unter Platanen soll man nur 
pflanzen, wo das Laub im Herbst entfernt wird. 

Ulmen, Eschen. Linden. Ahorne, Zitterpappeln, Robinien und fast alle unsere Wald-, Park- 
und Obstbäume sind für unsere Zwecke gut geeignet. Ihr schnell vermoderndes Laub bildet 
meist schon zu Neujahr eine flach dem Boden aufliegende, lockere, leicht durchbohrbare, sich 
später nicht mehr trennende, luftige Gewebeschicht, eine einfarbige Bodendecke, von der 
sich die Blumen in Zeichnung und 1-arbe klar abheben. Dieses ästhetisch und biologisch 
günstige Substrat entspricht dem Naturzustande der Heimat im winterkahlen Laubwald. Die 
Pflanzen weiden blühen, so zahlreich, so früh wie dort, aber nicht früher. Dennphaenologisch 
bedeuten diese Standorte kein Optimum. 

Die Laubdecke wirkt, so dünn und rasch verwesend sie auch sei, immerhin als Isolier- 
schicht, die das Erwärmen des Bodens und Angehen der Vegetation verzögert. Dies ist bei 
empfindlichen Arten von Vorteil, bei ganz harten, heimischen Frühblühern aber von Nachteil, 
weil es im gärtnerischen Interesse liegt, den Winter zu verkürzen und den Frühjahrs-, d. h. 
Blütenbeginn zu beschleunigen. .Als phaenologisches Optimum, d.h. als Lagen, wo die ein- 
heimischen Winter- und Frühjahrsblüher im Park derEbene am ehesten zur Blüte gelangen, 
möchte ich humose Böden unter hohen Bäumen nennen, die der Wintersonne freien Zutritt 
gewähren und wo das Laub noch vor Eintritt der Fröste entfernt wird. 

O'a/anf/jus; Schneeglöckchen sind Humuspflanzen. In meinen Malonyaer Moorbeeten 
vor Rhododendren gedeihen in- und ausländische .Xrten feuchtstehend sehr üppig, auch bekommt 
ihnen der den Rhododendren reichlich verabreichte Kuhdünger sehr wohl. Auch wild fand 
ich (jalamlms riira/is immer dort am üppigsten und zahlreichsten, wo die grölJte Humus- 
ansammlung stattfand oder der Boden den größten Humusbeisatz hatte. Im Hügelland an den 
unteren Teilen der Waldlehnen und den sich ihnen anschließenden Talwiesen, in der Ebene 
in Auwäldern. In schwerem Lehm und Ton selbst sah ich sie nie ordentlich entwickelt, wohl 
aber in dem diesem Boden auflagernden Humus. In feuchten Talsohlen scheinen sie auch mit 
weniger Humus vorlieb zu nehmen. Kalk scheint ihnen zuzusagen, doch fand ich sie auch 
auf kalkarmen Böden in A\enge. In der Natur fehlen sie vielerorts, doch ist mir kein Garten 
bekannt, wo sie versucht versagt hätten. Das Element der Schneeglöckchen ist der winterkahle 
Laubwald, der sich erst belaubt, wenn die Galanr/iiis ihr kurzes oberirdisches Leben abge- 
schlossen haben. Dies wolle man auch bei der Pflanzung sich vor .\ugen halten. Zur Ver- 
längerung des Flors pflanze ich gerne auch Schneeglöckchen wie Scil/a. Leiicojiiin. manche 
Cronis im Schatten an die Nordseite von Nadelhölzern, wo der Boden am spätestens auftaut. 
Am besten gedeihen und vermehren sie sich, am schönsten kommen sie zur Geltung unter 
Laubbäumen, sie mögen hochkronig sein oder tief herabhängende .Ästen haben, um und selbst 
in Gesträuchpartien, wo der Rasen locker ist, nur in der feuchten .lahreszeit hält oder wo im 
dichtesten Schlagschatten im Wurzelfilz der Bäume überhaupt keiner wächst; diese in allen 
Gärten so überreich vertrödelten Plätze, die den Gärtner zur X'erzweiflung bringen, sagen 
dem Schneeglöckchen am besten zu. Hier kann es zu einer viele Wochen, ja monatelang 
haltenden gärtnerischen Sensation werden. 



62 Stauden zum Verwildern. 

Auf einer Schneeglöckchen-Ausstellung, wo alle Formen und Arten vertreten wären, hätte 
die heimische Stammform wenig Aussicht auf einen Preis. Es gibt viele für den Garten auch 
sehr wertvolle, in l.aub und Blüte schönere und gut gedeihende Formen und Arten. In Süd- 
ungarn. Kroatien und Untersteiermark, zumal in reichen Boden dürften sich die Arten aus der 
Dobrudscha. der Kri.m und auch manche Asiaten wahrscheinlich auch zum Verwildern eignen. 
Doch gebührt zu diesem Zweck in den meisten Gegenden Mitteleuropas trotz seiner Be- 
scheidenheit und teilweise gerade deswegen der erste Rang entschieden unserem heimischen 
Schneeglöckchen. 

Qalanthiis Elwesii ist eine in allen Teilen mächtigere, daher auch anspruchsvollere Pflanze. 
Sie hat gröüere Blätter, und das hat seine Nachteile. Das Flächenverhältnis von Blüte und 
Blatt ist hierdurch ungünstiger. Auch hält sich das üppigere Laub viel länger. Es steht in 
dichten Büscheln, die sich garbenartig abwärts krümmen, sich auch noch vergilbt lange ge- 
schlossen halten, was nicht schön ist und darunter nichts aufkommen läl.lt. Im entlegenen 
Teil des großen Parkes, wo Raum genug für alles ist. liegt weiter nichts daran, in der Nähe 
des Hauses aber, an fortwährend besuchten Plätzen oder in ganz kleinen Vor- und Haus- 
gärten, wo man mit dem Räume haushalten mul.'i und Unschönes möglichst vermeiden soll, 
ist es ein Nachteil. Solche Plätze trachte ich so einzurichten, daß aus dem selben jahrelang 
unberührten Stück Land sich automatisch eine Serie von Blütenfolgen ablöse, wie Schnee- 
und Märzglöckchen, frühe und spätere Krokus. Scilla, Chionodoxa, Fritillarien, Eiythronium, 
Merendera, Piischkinia, Biilhocodium. Primiila officinalis. später Lilien. Gentiana pneiimo- 
nantlie. im Herbst wieder Krokus. Sternbergien usw. kombiniert mit niederen Ericaceen 
und leicht gedeihenden alpinen und subalpinen Saxifragen. Campanula carpathica und an- 
deren. Hier ist das langlebige, massige, dichte, aufrechte, den Nachbar verhüllende, später 
umfallende Laub der meisten Narzissen, Leiicojiini aestivum und pulchelliiin und der großen 
asiatischen Galant/nis-Arten störend, während die kleineren mageren und wenig zahlreichen 
Blätter des Nardssiis cyclaininens und des heimischen Schneeglöckchen und seiner Formen 
sich strahlenförmig mehr dem Boden auflegen, dem sprießenden Nachfolger Platz machen 
und nachdem sie die erste Freude des Jahres bereitet, nach erfüllter Pflicht niemand zur Last 
fallend, auch noch unauffällig sterben. Schneeglöckchen vertragen auch Sonne; man findet 
sogar noch in dem heißen Banat stellenweise in bodenlosen Gegenden, auf Wiesengründen, 
die einst von Wald umgeben sein mochten, große Galanthas-KoXomen; andererseits sind 
hier im kühleren Westungarn alle mir bekannten größeren Fundstellen im und am Walde, 
.ledenfalls bin ich außerstande, mit Bestimmtheit voraus zu sagen, ob sich auf einer großen 
offenen Wiese Schneeglöckchen zu Massen vermehren und dauernd erhalten werden oder 
nicht. Entschieden ungünstig für allerlei Blumenzwiebeln sind natürlich verqueckte Wiesen 
und in Büscheln wachsende Gräser, welch letztere die Verbreitung von Brut und Keimlingen 
und die Wirkung der Farbeneffekte behindern. 

Leucojum : Auch dem Daseinskampf mit stärkeren großen Gräsern gewachsen ist Leiico- 
jiun aestivum. das in der Erscheinung und Höhe seiner Laubmassen an Narzissen, in der 
Blüte an ein viel- und kleinblumiges Schneeglöckchen erinnert. Ich fand es wild im Alluvial- 
gebiet großer Flüsse, stets in reichem, aber schwerem Boden, in feuchten, selbst nassen 
Lagen. Es verträgt ziemlich viel Sonne, aber auch vollen Schlagschatten, auch große Sommer- 
dürre, vermehrt und entwickelt sich aber bedeutend üppiger in feuchteren, halbschattigen 
Lagen oder am Ufer von Gewässern. Zahl und Größe der Blumen ist im Verhältnis zur 
großen Laubmasse so gering, daß von einer Fernwirkung kaum die Rede sein kann. Diese 
Pflanze ist daher den anderen hier behandelten nicht annähernd gleichwertig und für kleine 
Gärten belanglos. Der Park im A\arschlande vor allem aber sollte diese ganz harte Pflanze 
doch auch in größerer A\enge beherbergen. Schon wegen ihrer späten Blütezeit im April 
bis Mai, wenn man mit einer gewissen Wehmut an den leider schon vergangenen ersten Früh- 
ling denkt. Da heimelt es an. eine Blume zu sehen, die mit ihrem schneeglöckchenartigen 
Habitus noch einmal das Erwachen der Natur vorgaukelt. Ist der Boden gut und feucht ge- 
nug, kann man sie auch unter Bäumen zwischen Schneeglöckchen pflanzen, wo die Täu- 
schung am stärksten ist. Jedenfalls will diese Blume, besonders im Schatten in der Nähe 
gesehen, also nahe der Wege gepflanzt sein. 

Unvergleichlich schöner, großblumiger, vielsagender, dekorativer und wertvoller, eine der 
effektvollsten, fernhin wirkenden Erscheinungen unserer Gärten ist das Märzglöckchen 
Leucojum vernum. 



Stauden zum N'trwildern. 63 

Formvollendet, schön in Zeichnunt? und Kolorit, wirkt es einzeln und in Massen groß- 
artig, blüht lange, und das üppige mastige Laub bildet den ersten kräftigen warmgrünen 
Akzent der erwachenden .Natur. Einzelne Zwiebeln ergeben durch Brut nach einigen .Jahren 
mächtige Klumpen. Sie sind daher nicht zu nahe aneinander unter Bäume oder auf halb- 
schattige Parkwiesen zu pflanzen. In den ersten .lahren sind sie mager. Sie enttäuschen. 
Einmal zu Hause, geht es durch Brut und die in humosem Boden in dichten Filzen erschei- 
nenden Sämlinge rasch vorwärts. In wenigen Jahren gewinnen die Pflanzungen an Umfang, 
die einst einzeln gepflanzten Zwiebeln bilden dichte geschlossene Trupps, ein unerschöpf- 
licher Quell für weitere Pflanzungen. 

In Auwäldern im Überschwemmungsgebiet der Raab, nicht weit von hier, lebt Lemojum 
vcrniim massenhaft in Symbiose mit Carex silvatica, eine Kombination, die sich vorteilhaft 
auch im Park verwenden läl.lt. BekanntermalJen ist diese Segge besonders dort, wo sie im 
Winter gegen grelle Besonnung geschützt ist. auch ohne Schneedecke und bei strenger Kälte 
gut Wintergrün. Am wenigsten ansehnlich ist sie im Frühjahr vor dem neuen Trieb. Da 
halten die Märzglöckchen Hochzeit und prangen im frischesten Grün, das wieder von den 
neuen Seggenblättern abgelöst wird. S\mpathie scheinen Leiicojiim vcrniim für Magnolien 
zu haben. Gerne siedeln sie sich unter ihrer Traufe und in unmittelbarer Nähe des Stammes 
an. Auch die Nähe von Wasserflächen, Wiesen mit hohem Grundwasserstand sagen ihnen zu. 

Wo der Boden gut. das Klima feucht genug ist, kann man Leiicojiim und Scilla Sibirien 
auch zwischen Efeu pflanzen, wo dieser Bodendecke bildet. N'ermehrung und N'erbreitung 
werden dort schwächer, die Pflanzen mehr einzeln bleibend. Hat man nur wenig Zwiebeln, 
so wird man sich solche \ergeudung nicht erlauben ; wo man aber mit dem Material nicht 
zu sparen braucht, empfiehlt sich auch diese X'erwendungsart. Die düstere Efeufläche wird 
auf lange Zeit belebt. 

Scilla sihirica und hifoliit sind nächst Leiicojiim diejenigen, die im halbschattigen 
Rasen am besten gedeihen. Im übrigen sind die beiden Arten recht verschieden in 1-arbe. 
Wuchs, GrölJe, Blatt, Blütezeit und daher auch in ihrer X'erwendung. Gemein haben sie 
Widerstandsfähigkeit und Schönheit. In gutem humosem Boden vermehren sie sich willig 
und haben die gute Eigenschaft, im Gegensatz zu Crociis — die ihre Blüten nur bei Sonnen- 
schein öffnen — diese, wenn einmal geöffnet. Tag und Nacht, also auch bei trübem Wetter, 
offen zu behalten. Das bedeutet einen großen Vorzug, besonders zeitig im .lahre. wo es auch 
vorkommen kann, daß die Sonne wochenlang verhüllt bleibt. In solchen regnerischen Jahren 
hat man von der Krokusblüte sehr wenig, während die Scilla, die ihnen stammverwandten 
Cliionodoxa. Leiicojiim und Biilbocodiiini auch bei trübem Wetter Farbe geben, ja, infolge des 
Mangels an Sonnenschein und Insektenbefruchtung ihre Blüten viel länger erhalten. Einzeln 
betrachtet ist Scilla sihirica ein viel schöneres stattlicheres, schon durch sein im Pflanzen- 
reich recht schwach vertretenes Cyanblau sehr auffallendes und, wenn gut etabliert, auch 
viel reicher und länger blühendes Gewächs. Ein Teil der Blüten bleibt meist kurzstielig. 
während andere sich bedeutend höher erheben und blauen Insekten gleich in der Luft zu 
schweben scheinen. Sehr gut verträgt sie sich ökologisch, koloristisch und phaenologisch 
aufhalb- bis recht schattigen Parkwiesen mit Märzveilchen. Violett und blau, die zweiFarbcn. 
die die Natur in der Blüte mancher Delphinien so effektvoll nebeneinander gestellt hat. 
kommen hier in großem, auf nah und fern gleich wirksam, prächtig zur Geltung. In humosem 
Boden samt sich 5. sihirica hier sehr gut an, doch brauchen die Sämlinge längere Zeit zur 
Blühbarkeit. Bei der heimischen Scilla bij'olia geht dies sehr schnell, so daß sie in genügend 
humosem frischem Boden in wenigen .lahren große Flächen überzieht, auf ihren Eroberungs- 
zügen auch leicht Hindernisse wie Wege nimmt und besonders auf halbschattigen Wiesen 
und unter hohen Bäumen in der Farbe kräftige türkisblaue einheitlich wirkende 1-arben- 
teppiche bildet, die umso lebhafter wirken, als die Scilla als Honigblume erster Güte alles, was 
um diese Zeit fliegt, also nicht nur Bienen, sondern auch die mit ihr gleichzeitig erwachen- 
den Schmetterlinge, vor allem Pfauenaugen und den kleinen Fuchs, in Menge anlocken. 

Ihr Honig gibt die erste und so ausgiebige Tracht, daß ihr dort, wo sie, wie seinerzeit 
in manchen Laubwäldern des Banats. massenweise vorkam, die Bienenstöcke wagenweise 
zugeführt wurden. .Ästhetisch wirkt sie einzeln wie in .Wenge besonders dadurch sehr schön, 
daß sich das Blau der Blüten mit dem lichten Warmgrün der eigenen Blätter gut verträgt, 
eine Farbenzusammenstellung, die erst viel später im Jahre beim Sumpfvergißmeinnicht 
wiederkehrt. 



54 btauden zum Verwildern. 

Die Individuen eines Standortes blühen fast ganz gleichzeitig, was den einheitlichen Ein- 
druck erhöht, die Blütezeit der Gruppen verkürzt. Dafür ist unser Blaustern auf den Stand- 
ort phänologisch sehr empfindlich, so daü er an schattigeren oder kälteren Stellen um Tage, 
ja Wochen später blüht, was sich zielbewußt ausnützen läßt. 

Der 5(77/ß-Flor fällt in die Zeit des Schnepfenstriches. Sie beginnt hier mit der Blüte etwas 
nach dem Crociis Heiiffelianiis \C. banatia/s), wenn Schnee- und Märzglöckchen ihren Höhe- 
punkt erreicht haben, und läl.it sich weniger als diese alle durch milden Winter vorzeitig aus 
dem Schlafe wecken. Abnorm frühe Vorläufer, wie sie bei Schnee- und lV\ärzglöckchen und 
vielen Croais vorkommen, ganz besonders aber bei Hcpatica und Primula acaiilis häufig 
sind, gibt es bei Scilla nicht. Die letztgenannten kontrastieren in der Farbe hübsch, doch 
ist Vorsicht geboten, da die breit dem Boden aufliegenden Blätter der sehr wuchernden 
Primel der Vermehrung der Scilla hinderlich sind, die daher ohne bewußtes Eingreifen des 
Menschen früher oder später verschwinden müßte. 

Alle oben genannten blühen hier in Tana zeitweise auch noch gleichzeitig an einigen 
Stellen zusammen. 

Viel später als diese und nach Scilla sibirica kommen schon bei Nachtigallenbegleitung 
die höheren untereinander sehr ähnlichen porzellanblauen Scilla campanulata und mitans 
zur Blüte. Ihre mehr oder weniger kreuzförmigen, kleinen Hyazinthen-Blüten gleichenden, 
in lockeren Trauben stehenden oder besser hängenden Blumen entbehren der Kraft der 
Farbe. Ihr Anblick gewährt lange nicht jene intensive Freude hinreißender Begeisterung, 
wie die bisher erwähnten. Daß es dennoch dankbare Pflanzen sind, beweist die bekannte 
Tatsache, daß zur Zeit gerade dieser .,BluebeH"-Blüte und ausschließlich ihrer Blüte wegen 
alljährlich Hunderttausende von Menschen Kew-Gardens besuchen, die Londoner Stadtbahnen 
den Flor durch Plakate bekanntgeben und dabei auf ihre Rechnung kommen. Eine gute 
Eigenschaft dieser Pflanze ist ihre späte Blüte zu einer Zeit, da die ersten Frühlingsboten 
schon verblüht, der Märzveilchen-Flor im Schatten seinen Höhepunkt erreicht hat. Mit diesen 
und mit dem Gartenvergißmeinnicht sind sie hier in Tana auch vereint. Es schweben also 
die lila Äv/to-Blüten auf ihren schlanken Stielen in der ersten Zeit ihrer Blüte über einem 
niederen Teppich von Veilchen, später über einem etwas höheren dichtgeschlossenen von 
himmelblauen Myosotis alpeslris. die automatisch alljährlich den verblühenden Veilchen ent- 
wachsen und auch die ÄvY/a-Blüten überleben. Es handelt sich hier um die Gartensorten 
des Alpenvergißmeinnichtes, die breitwürfig auf die Parkwiesen gesät wurden und im hie- 
sigen Garten gerade an recht schattigen Plätzen überwältigend schöne Masseneffekte bilden, 
die sich durch alljährliche Selbstaussaat mit gelegentlich etwas Nachhilfe gut erhalten. 

Auch sonnige Wiesen können sie beleben, doch kommt es hier, und zwar je besser die 
Wiese, je mehr die dichten Gramineen vorherrschen, nur zu lockeren intermittierenden blauen 
Flecken. Zum Mähen dichte reinblaue Vergißmeinnichtwiesen erzielt man dort, wo — wie 
es im Halbschatten alter Parks häufig der Fall ist — der lockere Rasen zum großen Teil 
weniger aus Gräsern als aus März- und anderen Veilchen. Ranunkeln, Ajugen, Brunellen 
und anderen Stauden besteht, die sich biologisch mit dem zweijährigen Vergißmeinnicht sehr 
gut vertragen. Besonders hübsche Symphonien in Blau entstehen dort, wo große Ajiiga- 
Kolonien stehen. Allein wirken diese überall gemeinen Blumen mit ihrem etwas stumpfen, 
durch die düsteren Brakteen noch mißfarbeneren Blau wenig befriedigend. Dazwischen- 
stehende Myosotis beleben sie zu kräftigem Ton. Unter dem blauen Blütenschleier ziehen 
Schneeglöckchen, Crocus, Scilla und all die anderen unbemerkt ein und der Besucher im 
Mai ahnt gar nicht, wie viele Farbenstücke auf dieser Frühjahrsbühne schon gespielt wurden. 
Fritillaria : Von einheimischen Frühjahrsblühern. die im Tanaer Garten gut verwildert 
sind, möchte ich auch die Schachbrettblume, Fritillaria meleagris, erwähnen, die in der 
Blüte Galantliiis, Leiicojum verruim, Crociis und Scilla (etwa gegen Ende des Schnepfen- 
striches) ablöst und sich mit ihnen unter Bäumen im Laubholzschatten sehr gut verträgt. 
Wie diese alle ist sie Humuspflanze. Ich fand sie stets auf alluvialem Lehmboden in Au- 
wäldern des l'berschwemmungsgebietes verschiedener Flüsse, einmal auch in der Talsohle 
zeitweilig überfluteter Wiesen in der Nähe des Waldes. Ohne sie zu fordern, verträgt sie 
mehr und auch zeitweise stagnierende Feuchtigkeit besser als alle anderen, kommt in der 
Natur in kühleren Gegenden öfters mit Leucojum vernum, in wärmeren mit L. aesfmun vor; 
scheint auch wie diese gegen etwas salitrige Böden nicht empfindlich zu sein und kann daher 
im Park auch dort Verwendung finden, wo der Boden etwas versauert ist. Auch gegen 



Stauden ziiiii Verwildern. (,5 

stärksten Laubholzschatten unempfindlich hat sie sehr kleine Zwiebein und lockeres Laub, 
so dalJ sie unter- und oberirdisch sehr wenig Raum beansprucht, infolgedessen mitten zwischen 
Andere hineingepflanzt werden und sich auch in dichten Kolonien anderer verbreiten kann, 
ohne diese zu beeinträchtigen oder selbst zu leiden. Auch im Effekt nicht, da ihre grol.ien 
sehr ansehnlichen purpurnen Blüten hoch über dem Laub ihrer viel niedrigeren X'orgänger 
schweben. Diese Hülle guter Eigenschaften laßt ihre etwas düstere Farbe verzeihen. 

Primula: Eine der allerdankbarsten Pflanzen für unseren Zweck ist die über einen grol.ien 
Teil Europas verbreitete, wenn auch vielerorts fehlende stengellose Primel. Primula 
acaiilis iP. vii/i^aris), die mit ihren grol.ien weithinleuchtenden Blütenpolstern selbst dem 
Schnellzugreisenden auffallen mul.'). Ein anspruchsloser Lückenbül.ler. ein treuer Freund in 
schlechten Zeiten, ein oekologischer und phänologischer Anpassungskünstler, unempfindlich 
gegen Klima. Lichtverhältnisse und Bodenart, sollte dieses in Blatt und Blüte gleich voll- 
endete kleine Wunder der Natur vom kleinsten Vorgarten bis in den grollten Park und. wo 
es fehlt, auch in Wäldern ..ausgelassen" werden. Denn wo diese dekorative Primel einmal 
Fuß gefaßt, da sorgt sie schon selbst für ihre X'erbreitung. 

Das Innere dichter Gesträuche, wo Galantliiis. Arilin. Coiydalis noch wuchern, ist nichts 
für sie. auch ist sie kein Freund von Überschwemmungen. Sonst ist ihr aber wirklich auch 
alles recht, jede E.xposition. jede Lage, feucht oder trocken, nur nicht ausgesprochen sump- 
fig naß. Offene sonnige, oder eingeschlossene schattige Wiesen. Steile sonnige Lehnen 
mit Gestrüpp oder dichte Grasmatten. Feuchte kühle Talsohlen mit süßem odereher saurem 
verheidetem Humus, oder trockene Koppen mit Lehm. Sand oder Rohhumus. Im subalpinen 
Teil des hügeligen Westungarn, auf magerem Lehm überzieht sie in geschlossenen Massen 
millionenweise den Boden der Kiefern-, Mittel- und Hochwälder. Im schweren schlechten 
Malonyaer Tonboden gedeiht sie unter Eichen und im Gras ausgezeichnet. 

Im Hügellandc des Banats habe ich sie auf kalkigem Lehm unter 0//('/y//,s' coiijcna. Fnixiiuis 
OrawsundSilberlinde; die gleichegclbe Primel. dieunseineCharakterpflanzederFichtenregion 
der Alpen, des Riesengebirges und so vieler Karpathenhirschreviere scheint. Im heißen Süd- 
westungarn ist sie auf kalkarmem Sand zu Hause. In Malonya gedeiht sie in frisch rigoltem 
ganz humuslosem Tonboden sogar sehr gut. Ihre Hauptblüte fällt je nach der Höhenlage in 
die Monate März bis April, doch blüht sie oft schon im Februar, mitunter auch im .lanuar in 
Mengen. In manchen und durchaus nicht in den wärmsten Gegenden beginnt der Flor sogar 
regelmäßig schon im Herbst. Ausschlaggebend für den Florbeginn sind nicht die Herbst- und 
Wintertemperatur. sondern die Luft- und Bodenfeuchtigkeitsverhältnisse des Sommers, von 
denen es abhängt, ob die Pflanze ihre Blätter behält oder nicht. Im ersten Fall genügt in- 
folge der in den Blättern aufgespeicherten Nährstoffe schon ein geringer vegetativer Reiz 
zur Entfaltung der Blüten, während dies bei entblätterten Pflanzen erst nach Zeit und mehr 
Wärme erforderlichen X'orbereitungen geschehen kann. 

In heißen, trockenen Gegenden oder Lagen vertrocknen die Blätter im Sommer. In den 
kühleren niederschlagreichen X'oralpen und in feuchteren schattigen Lagen ist die Pflanze 
ausgesprochen Wintergrün. Ist sie auch gut genährt, so entfaltet sie oft schon nach einer 
kurzen Pause im Spätsommer wieder Blumen. 

Im heißen Südwestungarn auf sich rasch erwärmendem Sandboden zieht der Frühling 
unterstützt durch die Nähe der Adria um gut drei Wochen früher ein als in den X'oralpen 
Westungarns. Die Primeln beginnen demnach hier um Monate früher nnt der Blüte. 

Am frühesten freilich dort, wo alle Reizfaktoren zusammenwirken, d.h. wo Pflanzen mit ein- 
fachen Blattrosetten in reichem aber feuchtem, lockerem, schwarzem Boden an steilen sonnigen 
Standorten stehen, wie sie Gebirgs- und Hügelland am häufigsten bieten. Da diese Primel auch 
tierischen Dünger gut verträgt, hat man es in der Hand, durch kombinieren obiger Faktoren, 
auch wenn man von Böschungen ganz absieht, auf ganz ebenem Gelände auch auf schwächeren 
Böden von Herbst an den Winter hindurch blühende Pflanzen zu haben. Ich meine nicht weit- 
hin leuchtende Farbenflächen wie später, aber in den mageren Zeiten der kürzesten Tage ist 
man ja auch für wenige Blümlein schon dankbar. Diese halten sich übrigens mangels be- 
fruchtender Insekten auch bei strenger Kälte monatelang und werden, wenn sie ausnahms- 
weise einmal erfrieren sollten, bei eintretendem Tauwetter rasch wieder ersetzt. 

Alle bisher behandelten Pflanzen habe ich — wie es ja der Gärtner immer tun sollte, aus 
dem Seh Winkel betrachtet : welcher Standort sagt ihr am besten zu ? Bei unserer Primel sind wir 
nach Ausschaltung der erwähnten Lokalitäten in der angenehmen Lage, uns die Frage so zu 

Silva T.Trouca-Schneider, Unsere Freilandslauden. 3. .\uflage. 5 



66 Stauden zum Verwildern. 

stellen: Wo wollen wir sie haben? Vor allem dort, wo garnichts recht wachsen will. Auf Park- 
wiesen um Laubholz und Gesträuchgruppen, wo das Gras meist nieder bleibt, an der Sonne 
oder im Schatten. Noch schlechter sieht es mit dem Graswuchse im Saugbereiche der Nadel- 
hölzer, besonders der flachen Fichtenwurzeln aus, wo der Boden im Schatten auch leicht 
versauert und vermoort und sogar der Reizker und die Pilze anderer Coniferen kümmern. 
Hier wo die Xerophyten versagen, weil es zeitweilig zu feucht und Feuchtigkeitliebende 
nicht wollen, weil es manchmal zu trocken ist, da wirkt die Primel als Blatt- und Blütenpflanze 
wieder. In den ersten Jahren fristen auch sie zerstreut mit ihren mageren zwergigen Blättern 
ein elendes Dasein. Allmählich wachsen, vermehren und schlieLJen sich die Pflanzen zu einem 
immergrünen Teppich, der auch alljährlich in eitel Gold sich verwandelt, wenn die Schwestern 
an der Sonne schon längst verblüht sind. Viel größer und zahlreicher freilich werden Blätter 
und Blüten in frischem süßem Humus unter oder zwischen Parkbäumen und lockerem lichtem 
Gebüsch oder auf Parkwiesen. Sie verträgt ganz offenen Standort und dichten Graswuchs 
— ich wiederhole es — besser als alle Vorgenannten. Mit ihrer großen Zähigkeit und Frucht- 
barkeit ist sie auch dort befähigt, Fuß zu fassen und den Kampf mit den Gräsern zu bestehen, 
doch steigt ihre Konkurrenzfähigkeit mit abnehmender Belichtung. Im finsteren Schlagschatten 
winterkahler Bäume, wo keine Gräser mehr gedeihen, kann sie zur Alleinherrschaft gelangen. 
Solche Stellen, deren Bepflanzung eine ständige Rubrik der „ Fragekästen'" bildet, überzieht 
sie dauernd mit einer immergrünen und noch dazu frischgrünen Bodendecke und bringt all- 
jährlich einen wochenlang dauernden Hauptflor mit Vor- und Nachblühern in einem großen 
Teil des Jahres. So hat sie hier in Tana unter anderen eine solche Stelle erobert, wo sie lange 
vor und dann zugleich mit frühen, weißen, dann gelben van Sion-Narzissen und noch lange 
nach diesen zu Tausenden blüht, während hinter ihr große gelbe Krokus leuchten. In der Nähe 
vertragen sich diese zwei Blumen nicht. Die Primeln scheinen zu grünlich. Auf einige Ent- 
fernung aber stimmen große Flächen ganz gut zusammen. Sehr hübsch nehmen sich Primel- 
massen aus vor Forsythien, Cor/ins inas und officinalis und mit Brantliis, Huflattlich (besonders 
in Massen auf schlechtem schwerem Boden sehr dankbar und effektvoll) und Adonis ainu- 
rensis. Vorteilhaft kontrastiert Hepatica. 

Wo der Boden feucht und reich genug, mag man unter die wilden Primeln auch einzelne 
farbige Hybriden pflanzen. Sie kreuzen sich leicht, und man kann gelegentlich angenehme 
Überraschungen erleben. Im ruhigen Landschaftsbilde des Parks haben diese Kunstformen 
nichts zu suchen, auch eignen sich die Hybriden nicht zum Verwildern, da sie viel anspruchs- 
voller und nur sehr selten samenbeständig sind. Eine große Zukunft hingegen hat für Park 
und Gärten eine Reihe von botanischen Primelarten und -formen, die über verschiedene 
Länder der alten Welt zerstreut sind. In höheren Regionen der Quarnero-lnseln kommt eine 
weiße Form der P. acaulis vor. Eine ähnliche empfahl den Gärtnern schon Wilkomm von den 
Balearen. Mehr oder weniger rote und bläuliche Arten vom selben Habitus beherbergen 
Pyrenäen und Kaukasus. 

Die prachtvolle P. japonica ist in Englands Parks, die neuere dunklere karminrote P. piil- 
vcrulenta mit ihrem unter Umständen bis fast meterhohen Blütenständen auch in Böhmen und 
Westungarn in feuchtem bis nassem Humus schon zu Hunderten verwildert eine lange an- 
dauernde weithin leuchtende Zierde mancher Parks geworden. 

Eranthis. Nicht unerwähnt kann ich den Winterakonit, Eranthis hieinalis, lassen, 
deren goldgelbe, ranunkelartige Blumen sich aus einer grünen Halskrause erheben. Sie tut 
das so früh und so willig, daß ihr die Pforten aller Gärten und Parks sperrangelweit offen 
stehen sollten. Sie blüht zugleich mit dem Schneeglöckchen, beginnt in milden Wintern unter 
Umständen fast noch früher und gedeiht am besten im Schatten und Halbschatten von Laub- 
bäumen in humosem Boden und lockerem Rasen, wo sie alljährlich massenhaft Blüten und 
viel gut keimenden Samen trägt und sich im Verlaufe der Jahre immer mehr ausbreitende, 
ganz dichte Ansiedlungen bildet, die in der Blüte weithin leuchtenden und in dieser .lahres- 
2eit sehr auffallenden gelben Teppichen gleichen. Durch Ausstreuen des Samens an Ort und 
Stelle oder Anpflanzung der sehr leicht heranzuziehenden Sämlinge kann man sie verbreiten. 
Das Pflanzen der Knollen muß aufmerksam geschehen, damit diese nicht verkehrt zu liegen 
kommen. In Blütezeit und Farbe passen sie zum ebenfalls gelb blühenden Winterjasmin, /ös- 
ininiim niidifloniin, sowie zu Corniis nias und officinalis. 

Hepatica. Ein schönes Geschenk der Natur an unsere Flora war das Leberblümchen, 
Hepatica triloba. Richtig verwendet zum Verwildern, wie auch für Beete und Einfassungen 



Stauden zum Verwildern. (,7 

geeignet, ermöglicht diese Pflanze überwältigende Farbenbilder, die man nicht leicht ver- 
gessen wird. Ihre Anpassungsfähigkeit bezeugt ihre weite X'erbreitung. doch hat sie aus- 
gesprochene ökologische Ansprüche, die man berücksichtigen muß, soll die Pflanze nicht 
nur vegetieren und alljährlich einige armselige Blüten bringen, sondern sich in jener groß- 
artigen Prachtentfaltung zeigen, deren sie fähig ist. Hcpatica triloba ist, gleich ihrer in allem 
etwas größeren, schöneren und satter blau blühenden, aber auch anspruchsvolleren sieben- 
bürgischen Schwester Hcpatica anff/i/os(/ [H. transsylvanica), ein ausgesprochen schatten- 
liebendes Kind der Buchenregion. Immerhin läßt sie sich in puncto Belichtungsverhältnisse 
einigermaßen auf Kompensationsgeschäfte ein, d. h. sie nimmt dort, wo ihr besonders zu- 
sagender Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit geboten wird, vor allem in luftfeuchten küh- 
leren Gegenden, besonders falls ihr gärtnerische Kultur die Konkurrenz vom Leibe hält, auch 
noch mit sonnigen Standorten fürlieb. L'nbedingt durchlässiger, lockerer, faseriger oder san- 
diger, humoser Boden in der oberen Schicht, wo ihre übrigens nicht sehr tief gehenden 
Wurzeln stehen, ist unerläßlich. Ob unter dieser ihrer Nährschicht Geröll, Fels, Kies, Sand, 
Lehm, Ton oder sonst was liegt, ist ziemlich gleichgültig, nur darf die Nährschicht weder 
ungeeigneten Boden noch dauernde Nässe, soll aber im Frühjahr die für den sich sehr rasch 
entwickelnden Trieb nötige Feuchtigkeit haben. Fehlt diese, so bleiben die Blätter klein und 
bei Wiederholung verkümmert die Pflanze. Bei genügender Frühjahrsfeuchtigkeit kann sie, 
wenn der Trieb beendet, auch monatelange Dürre schadlos ertragen. 

Wo unter Laubbäumen sich jährlich reichlich Humus bildet und der Schatten keine Gräser 
mehr aufkommen läßt, dort findet man in der Natur die geschlossensten, bestentwickelten 
und reichblühendsten Hcpatica -Rasen, ökologisch nahe verwandt ist sie mit Cydaincn eiiro- 
puciim und dem allerdings viel anspruchsloseren Asuniin curopacum. Diese drei wintergrünen 
Stauden bilden an einer Stelle des bergigen Westungarns unter Hasel- und anderem Ge- 
strüpp eine geschlossene Bodendecke von mehreren Hektaren. Ich fand dieses schöne Stück 
Erde einmal im August zur Zeit der Cj'c/wwra-Blüte. Als ich im Frühjahr eigens hinfuhr, hatte 
die Hc'patica-B\üte ihren Höhepunkt erreicht. Der Kutscher spricht heute noch vom blauen 
]V\eer. Im Park wird sich bei dieser Kombination etwas Vorsicht empfehlen, da Asanim leicht 
die zwei anderen verdrängen könnte. Wo man ihnen einige Aufmerksamkeit schenkt, etwas 
jätet, den Boden locker hält und nach Maßgabe der Notwendigkeit etwa alle 8—10 — 15 .lahre 
einmal umpflanzen will, dort kann man mit diesen drei Pflanzen oder auch nur aus Cyclamen 
und Hcpatica. ja. wenn man auf den ausgesprochen gleichmäßig üppig immergrünen Ein- 
druck verzichtet, auch nur aus Hcpatica allein Gruppen bilden, in denen die üppigen Pflanzen 
sich alljährlich in ein geschlossenes tatsächliches Blütenmeer verwandeln. Noch schöner in 
dieser X'erwendung und auch zu Einfassungen besonders geeignet ist die gefüllte rote Form, 
der an Leuchtkraft ihrer karminroten Farbe und Blütenreichtum wohl sehr wenig Stauden 
gleichkommen. In vollendetster Entwicklung sah ich diese Prachtpflanzen vor .lahren nicht 
sehr weit von hier an der steiermärkischen Grenze im Garten eines Lehrers um ein ganzes 
System von Beeten in einer Länge von wenigstens hundert Meter als fehlerlos dichte Ein- 
fassung. Diese gefüllte Form kann nur durch Teilung vermehrt werden. Zum Verwildern 
eignet sich bloß die blaue Stammform. Hierbei dürfen wir nicht vergessen, daß wir es mit einer 
noch dazu wintergrünen Staude zu tun haben, die jahraus jahrein auch oberirdischen Platz 
beansprucht und, um gut zu gedeihen, ihre Blätter auch behahen muß. Beraubt man sie dieser 
durch Mähen oder Rechein. so wird die Pflanze zwar nicht eingehen, aber wenn es wieder- 
holt geschieht, in Wuchs und Blüte geschwächt. Sie gehört also nur dorthin, wo weder ge- 
mäht noch gerechelt wird. Auch versagt sie gleich Cyclamen unter großblättrigen Bäumen, 
wo durch die großen Wassertropfen ein nicht sandiger Boden besonders fest zusammen- 
geballt wird, wo Lciicojiim und (Jalanthiis nivalis noch ganz gut gedeihen. Auf sehr schwerem 
Boden, zumal in der Ebene, mag es manchen besonders jungen Garten geben, wo sich nicht 
leicht ein geeigneter Platz zumX'erwildern der Hcpatica findet. Am ehesten bildet sich Humus 
in den Strauchpartien. Sofern diese nicht aus sehr früh grünenden Gehölzen bestehen, deren 
junge Blätter die Blüte verdecken würden, kann man Lebcrblumen dort ansiedeln, denn Schatten 
vertragen sie wie wenig andere. Die großzügigste X'erwendung zu Hundertausenden und 
Millionen von Pflanzen gestatten und erheischen oft geradezu geschlossene Hain- oder wald- 
artige Laubholzbestände ohne oder mit lockerem, lichtem und wenig Graswuchs. Im f^ark, 
in Stadtwäldern mit Spazierwegen, wo nichts recht wachsen will, da ist die Hcpatica die 
wahre Panazee. Wo der Humus nicht ausgesprochen sauer und naß ist, gedeiht sie im Park 



68 Stauden zum Verwildern, 

auch unter Fichten und, falls die Bodenverhältnisse entsprechen, auch noch im tiefen Schatten 
an der Nordseite von Nadelhölzern. In beiden Lagen hat sie sich hier in Tana selbst ange- 
siedelt. 

Crocus. .-Xm besten vertreten für unsere Zwecke ist auf Palette und Kalender des Gärt- 
ners die artenreiche Gattung Crocas. Auljer ausgesprochen Rot blühen sie in allen Farben 
je nach Art. von Anfang August durch den ganzen Winter bis tief in den Frühling hinein. 
Die Hauptblüte der meisten Arten fällt in Mitteleuropa auf die Monate Oktober und März. 
Die Gattung ist wie wenige andere dazu bestimmt, unseren Gärten über die übliche monate- 
lange Blütenlosigkeit herauszuhelfen, diese zu reduzieren, das Einschlafen der Natur zu ver- 
zögern, das Erwachen zu beschleunigen und selbst mitten im Winter an ..aperen" Stellen 
Farbe in die Landschaft zu bringen, Parks. Höfe, Villen und Vorgärten in billigster Weise 
zu schmücken und hierdurch auf das Städtebild vorteilhaft zu wirken. Dazu sind freilich die 
Krokus, die am Kontinent heute fast ausschlieülich in N'erwendung stehen, am wenigsten 
geeignet. In bezug auf Blumengröl.ie und Farbe gebührt ihnen vielleicht die Palme, sie sind 
daher für Treiberei und alljährlich neu anzulegende Beete die besten. Wirklich großzügige 
Dauereffekte aber lassen sich mit diesen Kultursorten, soweit meine Erfahrungen reichen, 
nicht erzielen, weil sie sich durch Samen gar nicht (wie die grol.ien gelben) oder langsam 
(wie die großen weißen) vermehren Der Brutzuwachs ist allerdings bedeutend. Drei- bis 
vierjährige Kolonien mit ihren mächtigen Klumpen bilden oft eine Farbenpracht, die die 
meisten wilden Arten in Schatten stellt. Dann kommt aber das große Aber in Form eines 
Mäusejahres, das sich früher oder später doch einstellt, und dann ist es für viele .Jahre, wenn 
nicht ganz, vorüber mit der Herrlichkeit. Mag sein, daß in sehr sandigen Boden, wo sich 
Mäuse weniger katastrophal vermehren, sich die Gartenkrokus dauernd halten. Wo dies der 
Fall ist. könnte ich ihre großzügigste Verwendung wärmstens empfehlen. Ich kenne aber 
keinen solchen Ort, im Gegenteil überall, wo ich selbst pflanzen, anregen und kontrollieren 
konnte, sind die Gartenkrokus im Verlaufe der .lahre wenn nicht ganz verschwunden, so 
doch sicher immer weniger geworden, während einige botanische Arten an verschiedenen 
Orten die ärgsten Mäuseplagen überlebend oft aus kleinen Anfängen sich vermehrt und große 
Flächen besiedelt haben. Diese Arten haben auch meist viel kleinere, infolge der Sämlings- 
vermehrung auch mehr zerstreut stehende Zwiebeln, die der Aufmerksamkeit der Maus leich- 
terentgehen, während die in grol.ien Klumpen dicht aneinander stehenden Brutzwiebeln der Gar- 
tensorten leichter auffindbaren und wohlgesichteten Speisekammern gleichen, die nach ein- 
ander geräumt werden. Auch scheint es. daß sich gewisse Arten wie vcrniis. die Stammart 
der meisten Gartensorten, in Mäusekreisen einer besonderen Beliebtheit erfreuen. Die Er- 
gründung dieser sowie besonders auch ökologischer Fragen wird dem Gärtner noch recht 
viel Werkstattarbeit geben, ehe sich über alle Krokus eine erschöpfende Gebrauchsanweisung 
für die Gärten Mitteleuropas geben läßt. Sehr stiefmütterlich hat leider auch Maw in seinem 
unvergleichlichen Prachtwerke über Krokus die Ökologie, also gerade den für die Kultur so 
wichtigen Teil behandelt. Die meisten Krokuserfahrungen besitzt über längst- und kürzlich- 
bekannte Arten England. Nun sind aber die Temperatur- und besonders die bei Krokus 
überaus wichtigen Sonnenschein-Verhältnisse des nebligen Inselreiches von den unsrigen so 
verschieden, daß dortige Errungenschaften hier weder unmittelbare Verwendung noch scha- 
blonenmäßiges Transponieren gestatten. 

Die Pflanzen haben in England weniger Kälte zu ertragen, können aber ihreZwiebeln viel 
weniger gut ausreifen. Wenn es also auch wahrscheinlich ist, daß einzelne Arten, die den 
englischen Winter vertragen, dem unseren erliegen möchten, so dürfte anderen unser trocke- 
nerer heißerer Sommer besser zusagen. Die Spätherbst- und Winterblüher können sich im 
milden England wohl regelmäßig entwickeln, aber bei dem ewigen Regen und Nebel nur 
selten entfalten. Am Kontinent wechseln zu dieser Zeit längere Epochen starken Frostes 
meist mit wochenlangem Tauwetter und Sonnenschein, der genügt, um die Blüten zur Ent- 
faltung und Geltung zu bringen, und dieses Einspringen von jeweilig blühbereiten Pflanzen bei 
Tauwetter ist ja gerade das was wir von Winterblühern verlangen. Schon die sonnige Heimat 
der meisten Krokus läßt vermuten, daß bei gründlicher Beobachtung aller Arten der Ver- 
gleich zu unseren Gunsten ausfallen wird. Bei dem heutigen Stand dieser Frage und im 
Rahmen eines Artikels muLi ich mich darauf beschränken, die allgemeine Aufmerksamkeit 
auf zwei Arten zu lenken, die ich als meine Landsleute gut kenne, wild und in Kultur besitze, 
und die sich beide überall, wo ich sie hingebracht, gut bewährt und vermehrt haben. 



Stauden ziiiii Vurwildern. ()9 

Der eine Herbst-, der andere Frühjahrsblüher, sind sie beide Banater Kinder. Den Namen 
„hanaticiis" erhielten leider auch beide, so dal.! diese zwei grundverschiedenen Nachbarn viel 
verwechselt und noch lange nicht genug bekannt und verbreitet wurden. Crociis bunaticiis Gay 
(Croais iridijloriis Heuffel. jetzt als hyzantiniis gehend) findet sich in Katalogen manchmal 
noch unter dem sehr bezeichnenden Namen iridijloriis. Mit ihren drei kleineren meist leich- 
teren aufrechten und drei grol.len wagerechten HJüten-Abschnitten weicht diese .Art habituell 
so sehr von allen Crocus ab, dal.i sie zeitweilig unter dem alles sagenden Namen Crociris den 
Rang einer Gattung einnahm. .Auch ihrer ganz einzigen Schönheit huldigte der gröl.lte Cro- 
ras-Experte Maw. als er sie an die Spitze seines Prachtwerkes stellte. Das Grölknverhältnis 
der aufrechten und wagrechten Segmente ist veränderlich, auch sind die einzelnen Teile 
der Blume sehr oder wenig verschieden dunkel, was die Physiognomie stark beeinflußt, die 
meist Iris-, manchmal aber auch ganz exotisch Fcrraria- oder Ca/flc/iortiis-üTÜg wirkt. Ihre 
Hauptbliitezeit fällt hier und in Malonya mit Vorläufern im September und einzelnen Nach- 
züglern bis in den Dezember auf den A\onat Oktober. Sehr erhöht wird die deckende Kraft ihrer 
Blüte auf Böschungen dadurch, dal.) sie nebst sehr langstieligen auch kurzstielige Blumen 
bringt, während bei ihren Geschwistern meist alle Blüten gleich hoch sind. In keinem P'alle 
konnte ich es beobachten, dal,! einzelne Teile oder Blumen wärmer oder kälter, also bläu- 
licher oder rötlicher wären. Alle Blumen scheinen wie uniformiert aus dem gleichen feinen 
Damaststoff geschnitten, der in Farbe, Duft und Ton dem Kopenhagener Porzellan sehr 
nahe steht. Wie für dieses entworfen ! Die gleiche P'arbe tragen auch die Antheren und das 
bei Herbstkrokus oft sehr auffallend rote Pistill. Eine Ehrfurcht gebietende hohe, edle Ge- 
stalt. Das Sinnbild der Reinheit. Eine makellose Schönheit, die, ohne zu lächeln, bezaubert. 
Da die Blätter erst im Frühling erscheinen, kommt dieses wahre Kunstwerk der Natur zur 
Blütezeit ganz unverhüllt zur vollen Geltung. Mit dem grünen Grund herbstlicher Rasen kon- 
trastiert sie einzeln und in Massen vorteilhaft und wirkt mit ihrem zarten und doch sattem 
Blau auch koloristisch stark. 

Im Berg- und Hügelland des Banats wächst sie im dunklen Schatten der Buchen und Eichen, 
aber auch auf ganzen Lichtungen, wo es im Sommer und Herbst sehr trocken ist. Dichten 
Rasen und mageren schweren Boden verträgt sie auch in Malonya sehr gut, besser wie C. 
Hciiffclianus. doch ist lockeres, humoseres Erdreich auch ihr lieber. Sämlinge blühen sehr 
bald. Auf einer eher schwach bepflanzten Fläche von etwa einem Quadratmeter zählte ich 
nach wenigen .lahren schon über 200 Blüten gleichzeitig. Da ihre Blüte in die Zeit des herbst- 
lichen Blätterfalls fällt, gehört sie auf Parkwiesen dorthin, wo sich kein Laub ansammelt, 
denn ein Laubrecheln vertragen die sehr langstieligen groüen Blumen nicht. Sehr schön zur 
Geltung kommt sie auch auf grasigen Böschungen nahe der Wege, und sie verträgt mehr 
Sonne, als man es von einem Ombrophyten voraussetzen würde. 

Eine sehr verschiedene Erscheinung ist der im Frühjahr blühende Crocus Hciiffelianiis 
Herbert [Croais Ininaticiis Heuff., welcher Name jetzt wieder vorangestellt zu werden pflegt i. 
Seine habituell gar nicht abweichende Form scepiisicnsis steigt in den Zentralkarpathen bis 
in die subalpine Region, wo sie die .Almwiesen bevölkert. Die Stammform habe ich im Ba- 
nat kolonienweise im Auwalde, im Überschwemmungsgebiet von Flüssen, an deren Ober- 
lauf und Quellgebiet auch Crocus iridijioriis vorkommt, der im Überschwemmungsgebiet fehlt. 
Dies beweist, dal.i die letzte Art der Überflutung gar nicht. C. HeuJJclianus doch einigermaßen 
widersteht, was sich auch in Malonya bestätigte. Sehr zuzusagen scheint ihr aber diese 
Kaltwasserbehandlung auch nicht, sonst mül.ite bei ihrer raschen Vermehrung in den dortigen 
reichen Humusböden — die sie besonders liebt — ihre X'erbreitung eine allgemeinere sein. 
Im übrigen gleichen ihre ökologischen Ansprüche etwa denen des Schneeglöckchens. Wie 
diese und Scilla bifolia wuchern sie und erzeugen gröl.iere Blüten in feuchten Moor- und 
Humusbeeten, z. B. um Rhododendren. Zu Rliododcudron praecox. Rh. daliuricum und Daptine 
iWczcrcutn passen sie auch in Blütezeit und Farbe. .Auch tiefsten Laubholzschatten vertragen 
sie und siedeln sich selbst in dichtem Gestrüpp und Nadelholzschatten an. Unter Bäumen, 
wo gar kein oder nur lockerer Rasen wächst, und auf halbschattigen Parkwiesen, je humoser 
die Oberschicht ist. desto besser gedeihen, vermehren und blühen sie in schönster X'ollkommen- 
heit. Wo immer ich sie pflanzte in der trockenen warmen Region verschiedener Eichen oder 
in der feuchten Nadelholzregion, überall gedeiht und vermehrt sie sich gleich gut, um allen 
Mäuseplagen zum Trotz immer gröl.iere Blütenteppiche zu weben, immer weiter zu wandern. 
Denn das versteht sie sehr gut. Die Kolonien schieben ihre Aulienlinien alljährlich vor. aber 



70 Stauden zum Verwildern. 

auch sprungweise erscheinen Pflanzen an entlegeneren Teilen des Parkes. In dichtem Rasen 
ist ihr Crociis iridifloriis überlegen. 

Im Banat fand ich blühende Crociis Heuffelianiis mit Zitterpappeln auch schon Anfang 
Jänner. Doch brachten mir die Treiber auf den ersten Schnepfenjagden um den 20. März 
immer noch große Büschel. Auch hier kommen Vorläufer Ende Jänner vor, die eigentliche 
Blütezeit aber beginnt hier wie in Malonya und wohl überall nach Schnee- und Märzglöck- 
chen und vor Scilla bifolia je nach den Schneeverhältnissen Mitte Feber oder Anfang März 
meist dann, wenn in den Morgenstunden die ersten Finken schlagen. Erst einige Wochen 
später schmettern diese ihre Triller in die warme Mittagsluft. Noch immer schön sind Ga- 
lanthtis und Leiicojiim. Scilla und Primel sind es schon. Da haben die Crociis ihren Höhe- 
punkt erreicht. Mit weit geöffneten Armen empfangen sie die befruchtende Biene, und silber- 
hell klingt stundenlang das Zi-zi-be der Kohlmeise. 

Im Nadelholz-, Gebäude- oder Felsschatten und an Nordlehnen blüht sie besonders auf 
schwerem Boden viel später, so daß wir uns monatelang an diesem reizenden Geschöpf er- 
freuen können. Denn reizend ist sie einmal, Genul.) und Freude macht sie, mir wenigstens, 
seit ich sie zum ersten Male vor Jahrzehnten im szirboraer Walde erblickt habe, heute noch 
wie kaum eine andere Blume — und das will was sagen! 

Die Blütenfarbe ist ein an manche Oniiis morio erinnerndes, sehr warmes Rotviolett, das 
in Valeur und Nuance variiert und durch diesen Kontrast von warm und kalt, der zwischen 
Blüten und deren Teilen besteht, sowohl in der einzelnen Blüte als auch in der großen blü- 
henden Fläche sehr an Leuchtkraft gewinnt. Die Farbwirkung wird auch dadurch erhöht, 
daß die Oberfläche der Blüte nicht rauh wie bei Crociis verniis, sondern glatt ist. Der Ton 
wechselt auch nach Standort Im tiefen Schatten wie bei Veilchen meist einfarbig dunkel, 
doch kommt dies auch an der Sonne vor. Lichtere Blumen haben meist ausgesprochene 
dunkle Tropfenflecken. Erwärmt von den gelblichen Strahlen der zu dieser Zeit tief stehenden 
Sonne und durch die komplementäre Wirkung der sehr intensiv grünen Blätter erscheinen 
ihre Blüten neben dem stumpfen Farbton des Crociis verniis fast rot. Mit der vornehmen 
Gestalt seiner hochgewachsenen Herbstschwester kann sich dieses herzige Frühlingskind 
nicht messen. Auch der in Stoff, Farbe und Schnitt raffinierten Toilette ist das einfache 
Kleidchen nicht gewachsen. Das Sinnbild ihrer Jahreszeiten. Die Wehmut der Abschieds- 
stimmung, die erwachende, jauchzende Jugend. Wer könnte der widerstehen? 

Tulipa. Ausdrücklich warnen muß ich vor einer sehr schönen edlen Frühjahrspflanze, der 
heimischen Wald tulpe, Tulipa sylvestris. Ihre Blüte ist gut in Form, Farbe und Duft Ihr Laub 
bildet den ersten schönsten Frühjahrsrasen, der oft schon Mitte Januar rot beginnt über ein 
leuchtendes Warmgrün, später erkaltet. Und doch sollte man dieses wunderschöne Unkraut selbst 
in den größten Park nicht hineinlassen. Die Unbescheidenheit dieses Wucherers steht nicht 
im Verhältnis mit seinen Leistungen. Hier in Tana benimmt sich diese Tulpe für ihre Ver- 
hältnisse noch unerhört anständig, denn an sonnigen Stellen halbschattiger schlechter Park- 
wiesen an der Süd- und Ostseite vor Gehölzen, besonders zwischen Taubnesseln blüht sie 
alljährlich recht reich. In der Regel tut sie das anderswo überhaupt nicht, erobert aber in 
Millionen Brutzwiebeln rasige und rasenlose Plätze unter Bäumen, ohne je zu blühen, alles 
andere verdrängend. Hat sie sich einmal wo eingenistet (hier in Tana bin ich schuld daran), 
so ist an ein Ausrotten nicht mehr zu denken. IVlan hüte sich vor ihr. 

Ein ständiger aber schlechter Ratgeber im Garten ist die Ungeduld. Da kleine Pflanzen 
nur in Massen wirken, pfercht man meistens, um nur ja recht schnell einen Effekt zu erzielen, 
auf einen Platz alles dicht zusammen. Ganz richtig ist dies im Vorgarten, oder wenn man 
über viel Pflanzen verfügt im Garten, keineswegs aber im Park. Bei dieser wenig zweck- 
dienlichen iWethode erreicht man im besten aber wenig wahrscheinlichen Fall — daß man 
gleich beim ersten Versuch den richtigen Platz getroffen hat — eine einzige Kolonie, die 
schließlich das Kraut nicht fett macht. Sagt der Platz den Pflanzen nicht zu, verlieren sich 
diese allmählich, man hat Zeit und Pflanzen verloren, kann von vorne anfangen, was aber 
meist mit der bequemen aber ungerechtfertigten Ausrede unterbleibt : Die Pflanze gedeiht 
bei uns nicht. 

Auf ganz kleinem Raum können Herbstpflanzungen schon im nächsten Frühjahr wirken. 
Im Park ist das nicht möglich, weil die Beschaffung und Pflanzung des hierzu erforderlichen 
Pflanzenmaterials — auf einen Morgen gehen 30 bis 40 Millionen Schneeglöckchen — 
selbst wenn jemand die Geldopfer bringen wollte, technisch kaum durchführbar wären. 



blanden zum Verwildern. 7 ( 

Diese zur Erzielung großzügiger Masseneffekte unerläßliche A\enge Pflanzen können wir nur 
an Ort undStelle erlangen, wenn wir dieXatur für uns arbeiten lassen. Das tut sie auch willig 
an geeigneten Stellen. Bs handelt sich also im [-*ark vor allem darum, die für jede Art ökolo- 
gisch günstigen Ortlichkeiten ausfindig zu machen, und das kann in unserem Fall nicht durch 
Probebohrungen, wohl aber durch Probepflanzungen geschehen. Hierzu genügen an je einer 
zu erprobenden Stelle je zehn zerstreut einzeln gesetzte Pflanzen. Ich betone einzeln und 
nicht, wie es die Gärtner, weil die Arbeit schneller geht, mit Vorliebe tun, 2 bis 3 Pflanzen 
in ein Loch. Die Zahl der an die Versuchsstellen zu setzenden Pflanzen kann man je nach 
dem verfügbaren AVaterial höher oder niedriger wählen, jedenfalls empfiehlt, sich überallhin 
die gleiche Zahl und wie gesagt in die Pflanzlöcher nur eine zu geben, wodurch die Kon- 
trolle der Brut und Sämlinge erleichtert wird. In den ersten drei Jahren gibt es immer Aus- 
fälle, die je nach Qualität der Pflanzen, .Art der Beschaffung. Zeit des .•\ussetzens und Wit- 
terung bei und nach der Pflanzung sehr verschieden sein können und nicht symptomatisch 
zu bewerten sind. Bei manchen Arten wie Narzissen und Leiuojum kann es besonders in 
schweren und trockenen Böden vor allem im Gras \'orkommen,daß man in den ersten Jahren 
von tatsächlich lebenden Pflanzen kaum etwas sieht. Aber auch bei den anspruchslosesten, 
auf dasN'erpflanzen unempfindlichsten Schneeglöckchen wird man nach .^.lahren Fehlstellen, 
dafür aber dort, wo nur eine Zwiebel gepflanzt war, schon je ein durch Brut entstandenes 
Nest finden. iWerkt man nun in der Folge auch Sämlinge, die oft plötzlich in Menge erscheinen, 
dann hat der Platz seine Prüfung bestanden und ist nun würdig, das inzwischen herangezogene 
oder zu beschaffende Material in beliebiger Menge zu erhalten, wobei man dann auch 2 bis 
3 Zwiebeln in ein Pflanzloch geben kann. 

So umständlich diese Methode auch scheinen mag, führt sie doch am sichersten, billig- 
sten und schnellsten zum Ziele, vorausgesetzt, daß die wichtigste Bedingung eingehalten 
wird, daß nämlich keine Blume gepflückt wird. Das ist der springende aber auch 
wundeste Punkt der Frage, denn es hat den Menschen mit seinen Schwächen gegen sich 
und erfordert jahrelange konsequent durchgeführte Disziplin gegen andere, und was das 
schwierigste ist. gegen sich selbst. Ob die Blumen von eigenen oder fremden Kindern, von 
Gästen oder Eindringlingen aus Galanterie. Übermut oder in diebischer .Absicht gepflückt 
werden und auf die Tafel des Herrn oder den Stand eines Blumenhändlers gelangen, ändert 
nichts an der Tatsache, daß die Samenbildung und hiermit die Vermehrung unterbleibt. 
Man mag mir erwidern, die paar Blumen, die sich der Besitzer selbst gönnt, spielen keine 
Rolle. Doch. Wenn der Herr nicht mit dem guten Beispiele vorangeht, läßt sich keine Ord- 
nung halten, es wird dann auch der Gärtner Gnaden austeilen und auf Konto der Herrschaft 
wird im großen geplündert. Horstweise freilich werden sich durch Brut da und dort Gruppen 
bilden und erhalten, die in der Nähe erfreuen und dem Besitzer die Behauptung gestatten: 
Ach. Schneeglöckchen. Krokus, die habe ich auch. Nun dieses stolze Bewußtsein mag ihm 
genügen, mir nicht. Was ich vor .Augen habe, was wir haben wollen, sollen und auch leicht 
können: Die ohne jeglichen Geldaufwand alljährlich wiederkehrenden reinen ununterbroche- 
nen weit hinleuchtenden weißen, roten, blauen, gelben Farbenflächen, die können sich nur 
dort bilden, wo das Pflückverbot mit der unnachsichtlichen Strenge eines Berserkers geübt 
wird. Haben sich dann einmal richtige Formationen zu Hunderttausenden und Millionen 
Pflanzen gebildet, dann kann man. ohne ihnen im geringsten wehe zu tun. nach Herzenslust 
aus dem X'ollen schneiden, verschenken, stehlen lassen und meinetwegen auch verkaufen. 
A\an wird mit bestem Willen kaum mehr imstande sein, auch nur die Zinsen seines Blumen- 
reichtums zu verzehren. 

Die meisten hier behandelten Pflanzenarten haben einen großen Verbreitungsbezirk und 
variieren dementsprechend stark. Die morphologischen .Abweichungen sind teilweise, die für 
den Garten oft viel wichtigeren biologi sehen aber fast garnicht beschrieben. 

Das gewöhnliche AVaigiöckchen. Convallaria majulis, habe ich in Malonya seit fast 30 
Jahren von drei Standorten : .Aus der hohen Tatra, dem südwestungarischen Drautal und 
aus dem Banat. Die Tatraform ist weitaus die schönste. Ungewöhnlich grol.l sind Blüten und 
Blätter. Letzte haben schönen metallischen Schimmer und doch ist diese Prachtform wert- 
los, weil unter 50 Pflanzen kaum eine blüht. Die zwei anderen sind nicht zu unterscheiden, 
dennoch ist die Drauform minderwertig, denn sie gibt höchstens .SO Prozent F^lüten. während bei 
der Banater aus den Tenies- und Bega-.Aucii blütenlose Stengel so gut wie nicht vorkommen. 
Auch hat sich diese letzte bei der dort sehr guten Samenbildung in einer Länge von 350 m 



72 L Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

von fünfunddreiLiigtausend auf mehrere Millionen vermehrt, während die beiden anderen 
zum Glück dies fast gar nicht getan haben. Bei Fritillarien und GalanTluis aus den letzten 
zwei Gebieten verhält sich der Gartenwert umgekehrt. Die Banater sind besser in Blütenfarbe 
und -grüLie. vermehren sich aber schlechter, und besonders die Schneeglöckchen kommen 
später in Blüte. 

Die Hepatica triloba ostungarischer Provenienz sind viel intensiver blau als ihre ost- 
steierischen Schwestern. Bei Scilla bifolia ändert sich dies nach Boden und Feuchtigkeit, 
doch gibt es auch hier schlechte und gute Rassen. Bei Schneeglöckchen fand ich schon auf 
die geringe Entfernung von 1 5 km Formen, die in Blütengröl.ie und -zeit verschieden waren 
und auch nebeneinander gepflanzt blieben. 

Besonders groll scheinen die phänologischen Abweichungen der Standortsformen bei 
Lencojum vermim zu sein. Es wird daher zur Bereicherung des Gartens und Verlängerung 
des Flors wesentlich beitragen, wenn man sich das aus der Wildnis zu beschaffende Mate- 
rial aus möglichst verschiedenen Gebieten holt. 

Die Bienen besuchen fast alle unsere Blumen so eifrig. dal,i einem das Frühjahr hörbar 
wird. Eine groüzügige Besiedelung der Parks mit Frühjahrsblumen liegt daher im Interesse 
der Imker. Umgekehrt wird die Samenvermehrung in der Nähe von Bienenstöcken viel 
schneller gehen. .Jedenfalls ist hier in Tana durch die hier sehr entwickelte Imkerei die Be- 
fruchtung ausgezeichnet. 

Schlieülich noch eins : Die Beschaffung von Pflanzen zum Verwildern ist die billigste und 
rentabelste, daher die zeitgemäl.ieste Investition, die man im Garten machen kann. 



Vlll. 

KURZE ANGABEN ÜBER 
ANZUCHT, VERMEHRUNG UND PFLEGE DER STAUDEN. 

Von Franz Zem an. 
Neu durchgesehen und ergänzt von Hermann Zörnitzä). 

Da sich unser Buch nicht nur an Fachleute, sondern vor allem gerade an Liebhaber wen- 
det, so erscheint es geboten, einige kurze zusammenfassende Bemerkungen über die An- 
zucht und Pflege der Stauden vorauszusenden. Die Leser finden allerdings auch in den vor- 
hergehenden Abschnitten des Allgemeinen Teiles viele solcher Angaben, und hinsichtlich 
der Anzucht und Pflege der für uns in Betracht kommenden Alpinen und Steingartenpflanzen 
können wir ausdrücklich auf Kapitel IV und Liste XII verweisen. Im Besonderen Teile jedoch 
sind Angaben über Kultur und Vermehrung meist so abgefal.it. daß die X'ertrautheit mit den 
gewöhnlichen Verrichtungen bei den verschiedenen Formen der Vermehrung und Anzucht 
vorausgesetzt wird ; darüber sei mithin in diesem Abschnitt einiges gesagt. 

Wir haben zwei X'ermehrungsarten, die bei der Mehrzahl der Stauden in Anwendung ge- 
bracht werden können : Die Anzucht durch Samen, die geschlechtliche Vermehrung, und die 
vegetative (ungeschlechtliche) Vermehrung, nämlich durch Teilung, Stecklinge, Senker und 
durch Veredlung. 

Alle Vermehrungsarbeiten verlangen viel praktische Erfahrung und Übung. Dem Laien, 
dem die zu diesen Arbeiten erforderlichen Hilfsmittel fehlen, kann im allgemeinen nur ge- 
raten werden, seinen Bedarf an Pflanzen durch eine sichere Bezugsquelle zu decken, oder sich 
auf die .Anzucht solcher Arten zu beschränken, die mit Leichtigkeit vermehrt werden können. 

Wir beginnen mit der 

Anzucht durch Samen. 

Diese Vermehrungsweise ist überall da anwendbar, wo es sich nicht um die Erhaltung 
bestimmter Gartenformen handelt, weil diese aus Samen nicht echt zu fallen pflegen. Aul.ier- 
dem gibt es eine ganze Anzahl \'on Arten, die bei uns nur selten Samen ansetzen oder von 
denen reifer Samen überhaupt schwer oder nicht zu beschaffen ist, wie etwa von Acantho- 
linwn, einigen Astilbe- und Filipendiila-kvitn. Clintonia horealis, fast allen Meconopsis (außer 
M. canibrica). sowie Orchideen (Cypripednim. Cephalantliera. Epipactis usw.), schließlich 



Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 73 

von sehr spät blühenden Herbstastern, Chrysanthemum. Cimicifuga. Pericome. Phygehus, 
Stokesia. Venwnia und ähnlichen, die keine Samen mehr ausreifen können. 1-erner ist eine 
andere Anzuchtform auch dann meist vorzuziehen, wenn die Samen nur sehr schwer keimen, 
wie bei fast allen Orchideen und bei gefülltblühenden Formen, die ohnedies nur selten Samen 
ansetzen, oder wenn es sehr lange dauert, ehe die Sämlinge zu blühenden Pflanzen heran- 
wachsen, wie bei Alstroemeria. Bremurus. Fritillaria. Ciunnera. Iris. Liliam und so gut wie 
fast allen Zwiebelgewächsen. Überhaupt wird man überall da eine vegetative Vermehrungs- 
art wählen, wo die Pflanze durch Ausläufer (Asclepias syriaca. Aspliodelus. Convallaria. 
viele Funkia-. Gooclyera. Nierembergia. Oiirisia. Polygonatum-, Polygonum-kxitn. Seriecio 
tanguticus. Uvularia. Sisyrinchuim usw.), Knollen i,Anemone-kr\^n, Bideris dahlioides, Ere- 
murus. Heinerocallis. meiste Iris, meiste Orchideen), Brutzwiebeln (Allitim, Alstroemeria, 
Bullwcodiuni. Chionodoxa. Eranthis. l'ritillaria. Lilium, Narcissiis. Ornithogalum, überhaupt 
meiste Zwiebelgewächse) und ähnliche zur X'ervielfältigung bestimmte Triebstüclce auf eine 
andere Form der \ermehrung uns geradezu hinweist. 

Die Keimdauer der einzelnen Staudensamen ist eine sehr verschiedene. Während z. B. 
einigeZ._i''''''««-Arten nur (> bis 8 Tage zum.\ufgehen benötigen, brauchenZ.//«//// oft überein .lahr. 
Lychnis blüht teilweise schon recht gut im ersten Jahre nach der Aussaat, bei Z.//////H hingegen 
vergehen fast stets mehrere .lahre bis zur Blüte. Es ließen sich noch viele Beispiele anführen. 
In der Familie der Carxophyllaceen finden wir meist schnellkeimende Samen, so z. B. Dian- 
thus, Saponaria. Cerastium. Alsine usw. Bei den Liliaceen haben wir in Lilium. Fritilla- 
ria, Asphodelus, Asparagus. Paris. Bremurus und bei den Iridaceen wieder Iris usw. schwer- 
keimende bzw. lang liegende Samen. Ebenso unter den Ranunculaceen, bei Paeonien und 
Trollius. Delphinium dagegen keimt schon schneller. Schwerkeimende Samen sind meist 
alle hartschaligen, mit fester Hülle umgebenen Samenkörner; das ist das sicherste Mittel, sie 
zu erkennen. 

Will man bei der Aussaat Erfolge erzielen, so muß man danach trachten, nachstehende 
Bedingungen zu erfüllen. 

1. Beschaffung keimfähigen Saatgutes: Hier ist der Staudenfreund, sofern er 
den Samen nicht von selbst erzogenen iWutterpflanzen ernten kann, darauf angewiesen, bei 
als durchaus zuverlässig bekannten Firmen zu kaufen. Bei Benutzung von Samen, der in der 
Heimat am natürlichen Standorte der Pflanze selbst gesammelt wurde, muß man immer mit 
minder günstigen Ergebnissen rechnen, da es sehr oft unmöglich ist, zur richtigen Zeit zu 
sammeln oder gute Samenträger auszusuchen. Die A\ethoden zur Prüfung der Keimfähigkeit 
und dergleichen mehr können wir hier nicht besprechen. 

2. Zeit der Aussaat: Im allgemeinen kann man sagen, daß die .Wehrzahl der Stauden- 
samen am besten im März bis A\ai in einem lauwarmen oder kalten iWistbeetkasten gesät wird. 
in dessen Ermangelung der Liebhaber sich mit kleinen flachen Handkästen oder Tonschalen 
begnügen kann, zumal wenn es sich nur um geringe Samenmengen handelt. Zur .Aussaat 
präpariert man die A\istbeetkästen wie folgt : man stellt sich ein Lauwarmbeet her. indem man 
zur Hälfte Pferdedünger und Laub mischt und in üblicher Weise packt. Nach Abzug der ersten 
fliegenden Hitze bringt man die Erde auf. Diese besteht aus nicht zu humusreicher alter Rasen- 
und Lauberde mit reichlich Sandzusatz. Mit dieser Erde belegt man die glattgeebnete Mist- 
schicht etwa 12 — 20 cm hoch, so daß zwischen Erdoberfläche und dem Glase noch etwa 
10 (7« Raum bleiben. Kalte Mistbcetlagen präpariert man ebenso, nur ohne die Beigabe von 
frischem Pferdedung oder einem ähnlichen Material, wodurch die Erwärmung erreicht wird. 
Die Schalen oder Handkästen füllt man ebenfalls mit solcher Erde, nachdem man auf den 
Boden eine gute Lage Scherben oder Ziegelbrocken als Dränage gelegt hat. Die Erde soll 
hier bis etwa 1 cm unter den oberen Rand gehen, damit man heikle Samen anfangs mit Glas- 
scheiben decken kann. 

Die Samen sind möglichst gleichmäßig und so dünn über die geglättete Oberfläche aus- 
zustreuen, daß die einzelnen Pflänzchen für sich Platz zur Entwicklung haben. Die Bedeckung 
der Samen richtet sich nach deren Dicke. Im allgemeinen soll man Samen nicht höher mit 
Erde bedecken, als sie dick sind. Besonders feine Sämereien behandeh man. wie weiter unten 
dargetan wird. 

.Aber selbst die .Aussaat in ein Frühbeet oder in besondere Gefäße ist für die meisten harten 
Stauden keine Vorbedingung, sondern man kann sie im .luni auf besondere Saatbeete im 
Freien säen, die gut durchgearbeitet sind und bei deren Anlage folgendes zu beachten ist. 



74 Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

Wenn es geht, sollen die Beete stets in (besonders gegen Nordwinde) geschützter, etwas 
halbschattiger Lage angelegt werden. Am besten gräbt man ein 1,20 m breites Beet tief 
um. Dann bringt man darauf entweder eine 5 cm hohe Schicht alter Komposterde oder was 
noch besser ist, eine etwa vier Finger hohe Schicht Torfmull. Mit einem langen Dreizahn 
wird alles gründlich durcheinander gehackt und dann das Beet geebnet. Die an und für sich 
ja gute Komposterde läßt meist allzuviel darin enthaltenen Unkrautsamen aufgehen, was unter 
Umständen sehr lästig ist. Der Torf dagegen macht die schwere Erde locker, hält den Boden 
gleichmäßig feucht, und die Pflanzen halten bei dem Verstopfen aus dem Saatbeete besser 
Erdballen. 

Als zur Freilandsaat geeignet nennen wir vor allem Gattungen wie : Aconitum, Aquilegia, 
Campaniila, Chelone, Coreopsis, Dianthiis, Digitalis, Delphinium, Geiim, Linum, Lupinus 
(gleich an Ort und Stelle, wie fast alle Leguminosen), Lychnis, Miilgediiim, Oenothera, 
Papaver, Pentstemon, Salvia, Scabiosa, Senecio und die meisten dickeren Samen, soweit sie 
nicht schwer keimend sind. 

Eine zweite Klasse von Stauden wird am besten gleich nach der Reife ausgesät, weil dann 
die Samen am schnellsten keimen, so vor allem : Actaea, Anthericum, Asparagus, Conval- 
laria, Dentaria, Dictammis, Eranthis, Fiinkia, Hellebonis, Iris, Meconopsis, Paeonia, Poclo- 
phyllum, Primula Sieboldii, Trillinm, TroUius (auch Frühjahr), Uvularia, Viola u. a. m. Es 
sind dies meist schwerkeimende Arten, deren hartschalige Samen, bei Sommer- oder Herbst- 
aussaat dann sicher im folgenden Frühjahre aufgehen. 

Wieder andere sät man mit Vorteil im Februar-März in ein warmes Mistbeet oder im Ver- 
mehrungshause aus, wie: Acantliits, Aceranthus, Aconitum (bis April), Adonis (auch Herbst), 
Anemone, Cf/mflss/fl (oder besser Herbst) Cimicifuga, Dode.cath.eon, Drosera (auch im Hause 
feucht halten), Epimedium (auch Herbst), Gerbera, Incarvillea, Libertia, Lysimachia, Meco- 
nopsis (z. B. cambrica, Wallichii), fast alle Primeln usw. Besonders auch alpine Gewächse, 
wie Androsace, Aspernla, Campanula, Codonopsis, Cortusa, Cypripediiim und fast alle Orchi- 
deen, Doiiglasia, Eriogonum (oder Herbst), Gentiana {auch spättr), fiaberlea, Heuc/iera (auch 
später). Houstonia, Michauxia, Ramondia, Rodgersia, Saxifraga, Silene (auch später), Sol- 
danella, Tiarella, Wahlenbergia u. a. m. 

Kann man Samen, die gleich nach der Reife zu säen wären und ihre Keimkraft nicht lange 
halten, nicht sofort säen, so wird zuweilen ein Stratifizieren nötig. Man versteht darunter 
die Einschichtung der Samen in feuchtem Sand, doch wendet man dies Verfahren bei Stau- 
den nur im Notfall an (wegen Raummangel usw.), indessen ist es für hartschalige, sehr lang- 
sam keimende Samen, wie z. B. Actaea, Asparagus, Convallaria, Dictammis, Helleborus, Iris, 
Hemerocallis, Paeonia, Podophyllum, Trilliuni, TroUius, Ranunculus, Uvularia, Veratrum 
u. a. m. von Vorteil. 

Schwer keimende Samen kann man auch mit Erfolg der Einwirkung von Frost und Schnee 
aussetzen, indem man sie im Herbst ins Freiland sät, wie z. B. alle die zuletztgenannten 
hartschaligen Samen und ferner: Allium, Alyssum, Androsace, Anthericum, Bellevalia, Boc- 
conia, Cephalaria, Colchicum, Corydalis lutea, Codonopsis, Crocus, Cochlearia, Dictamnus, 
Eranthis, Eremurus, Fritillaria, Funkia, Helleborus (niger, caucasicus), Lilium, Ixiolirion, 
Meconopsis cambrica, Muscari, Onosma, Paeonia chinensis, Phlox, Phyteuma, Polygonatum, 
Primula cortusoides, P. Sieboldii u. a., Ranunculus, Sanguinaria, Thalictrum, TroUius, Tri- 
osteum, Tulipa, Viola usw., oder aber, indem man sie im Dezember in Schalen sät, diese 
draußen einfrieren und beschneien läßt, worauf man die Schalen im Februar-März in ein 
halbwarmes Haus- oder Mistbeet bringt. Die Samen keimen dann in der Wärme gewöhnhch 
gut und schnell. 

Nicht nur die schwerkeimenden, sondern auch alle andern Staudensamen behandelt man 
so am besten. Bei richtiger Behandlung und Aufstellung merkt man nichts von schwer- 
keimenden Samen, sie kommen alle, die einen in kaum einer Woche, die andern in etwa 
drei Wochen. Wo man nicht ganz sicher weiß, ob die Saat völlig aufgegangen ist, läßt man 
die Gefäße stehen und behandelt sie den Sommer über an schattiger Stelle weiter; es werden 
oft noch im Laufe des Sommers eine ganze Menge Pflanzen aufgehen. Im nächsten Früh- 
jahr aber wird auch das letzte Samenkorn zum Leben erweckt werden. Gewöhnlich geht 
aber im ersten Jahre schon solch eine Menge auf, daß man vollauf genug an Pflanzen be- 
kommt. Die Beobachtung hat gezeigt, daß selbst bei Sorten die Keimdauerunterschiede oft 
mehrere Tage ausmachen. Auch ist es nicht gleichgültig, ob man die Samen schon im Januar 



Kurze Angaben über Anzucht, Vernichriuig und Pflege der Stauden. 75 

oder erst im März ins Haus holt. Bringt man die an mid für sich länger liegenden Samen 
zu früh ins Haus, so liegen sie dennoch oft 5 Wochen und mehr bis sie aufgehen. Bringt 
man schnellkeimende Samen zu früh herein, so vergeilen die Sämlinge leicht, wenn sie zu 
warm stehen. Hier mulj man beobachten und denken. Als Regel kann gelten, da!3 die Samen 
der schwerkeimenden Stauden am besten dem Frost und Schnee auszusetzen sind. Es ist 
auch gar nicht notwendig, die Staudensamen ins warme Gewächshaus zu bringen, sie keimen 
im Freien mit fortschreitender Witterung gerade so gut. Das Warmstellen ins Gewächshaus 
geschieht nur, um die lästige Arbeit des Verstopfens in die weniger arbeitsreichen Winter- 
monate zu verlegen. 

Nachfolgend sei ein kurzer Auszug aus seit .lahren gesammelten Notizen über die Keim- 
dauer einzelner Stauden gegeben. Die Aussaat dieser Stauden fand im Dezember, oft auch 
im .lanuar statt. Die Tage sind vom Einstellen in das Gewächshaus bei 1 8 " C bis zur Keimung 
gezählt. Aconitti/ii S~ 10. Aqiiilegia 16—20, Campamila 8 — 14, Centaiirea 8, Chelone 18 
bis 25, Delphinium ,S— 1 5 — 20, Diunthus 6 — 8, Erigeron 6—10, *Eiyngiiim 4 — 6 Wochen, 
Oeiirn 18—25, Heleniiim, licliopsisS — \i),liesperis \2—\5,Heiichera \5—30jhens9—\5, 
LeontopodiiimH—\Q, Lychnis h — S, Malven 5 — 10, Papaver 10—12, Phlox paniciilata 30. 
Primiila 8 — 30, Rmlheckia 8—12, Saxifraga 25—30, "Soh/ane/Za 25, Thalictrum 25 — 30, 
*Trolliiis 10 — 20, Viola (>- 10, Wahlenhergia 10 — 12. Die mit * versehenen Samen geben 
meist, wenn man die Saatgefäl.le bis zum nächsten Jahre stehen laut, noch eine schöne Aus- 
beute; diese Sachen keimen sehr unregelmäl.üg. Wenn bei Heuchera angegeben ist, 15 bis 
30 Tage, so sagt das, daß die Samen in einem .lahre bereits in 1 5 Tagen Leben zeigten, 
im anderen .lahre dagegen 20 — 30 Tage brauchten. Nun können diese Unterschiede ja ganz 
leicht auf den Stand der Saatgefäl.ie. auf die Witterung, die Einwirkung des Frostes usw. 
zurückzuführen sein. Es soll mit diesen Notizen noch lange nicht gesagt sein, dal.i z. B. 
Trolüus 10 — 20 Tage liegen müssen. Bei richtiger Vorbehandlung werden sie es tun, oft 
aber liegen sie auch, wenn z. B. zu spät ausgesät wird, über ein .lahr. Vor .lahren wurde 
eine ganze Kiste Trolliiis europaeiis ausgesät; nach der Berechnung und Pflege hätten sie 
im F-rühjahr aufgehen müssen, aber es kamen kaum 20 F^flanzen, im .lahre darauf ging aber 
die ganze andere Saat restlos auf. Hier lag es am Samen, denn eine gleiche Menge Saatgut 
von anderer Quelle keimte im ersten Frühjahr so gut. dal.l Pflanzen genügend daraus er- 
standen, und das bei gleicher Behandlung. So könnte man noch manches Beispiel aus der 
Praxis anführen, wie einem oft die Wirklichkeit die schönste Berechnung zu schänden macht. 

3. Pflege der Same reien. Nach erfolgtem vorsichtigen AngieLJen sind die im Mist- 
beet oder Hause befindlichen Sämereien anfangs geschlossen und halbdunkel zu halten, 
während man bei 1-reilandsaat die Beete beschattet, damit die Erde sich feucht hält und die 
Keimung im Dimkel sich beschleunigt. Sowie die Keimung gut im Gange ist. gewöhnt man 
die Sämlinge nach und nach an Luft und Licht. \'or allem aber mul.) man die Sämereien 
und Keimlinge gegen Mäuse. Vögel u. dgl. schützen, die oft grollen Schaden anrichten. 

4. Pikieren der Sämlinge. Die im freien Lande auf dem Saatbeet erzogenen Säm- 
linge setzt man teils von dort im Herbst oder kommenden Frühjahr direkt an Ort und Stelle, 
wie z. B. Acanthus, Althaeu, Alyssnm. Arichiisu, Campanula, Coreopsis, einige Delphinium, 
Dianthiis. Üigitalis, Erodiiun . Gaillanlia, Galega, Qeuni, Heracleum, Helenium, Liniini, 
Oenothera, alle Papaveraceen. Polenwniiiin, Pyrethnun usw., oder man bringt sie zunächst 
wieder auf besondere Beete oder einen Mistbeetkasten, in 10 — 15 cm Entfernung, wo sie 
noch ein .lahr vorkultiviert werden, wie z. B. Aconitum, Aclonis, Ajuga, Amsonia, Aquilegia, 
späte Astern, Bocconia, alpine Cauipanula. Centaurea. Cimicifuga (im Schatten), Clematis, 
Delphinium, Dictamnus (blüht oft erst in drei bis \ier .lahren l, Echinacea, Eryngiuni, Harr 
palium, Incarviliea, Iris, Heuierocallis, Liatris, viele Alpinen, 1-reilandfarne (schattig) usw. 
Locker- und Sauberhaltung des Erdreichs, regelmäßige Feuchtigkeit und gelegentliche Dung- 
güsse fördern das weitere Gedeihen der Pflanzen wesentlich. Mit nur etwas aufmerksamer 
Pflege und sorgfältiger Behandlung können wir von manchen Sorten auf diese Weise aus 
dem Samenkorn schon im ersten .lahre eine blühfertige Pflanze heranziehen. Alles hier Ge- 
sagte gilt in der Hauptsache für die sogenannten großen Stauden. 

5. Besondere Schwierigkeiten bietet die Anzucht durch Samen bei Orchideen, 
Erythronium, einigen Meconopsis, Diapensia, Pedicularis, \'ielen Alpinen, den meisten Farn- 
kräutern u. a. m., worauf hier nicht näher eingegangen werden kann. 



76 Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

Wir wenden uns nunmehr der vegetativen Vermehrungsweise zu und besprechen zu- 
nächst die 

Vermehrung durch Teilung. 

Bei der großen Mehrzahl der Stauden ist diese Vermehrungsart die bequemste. Die 
Teilung erfolgt entweder im März-April oder im (August-)September-Oktober. Frühblühende 
Stauden wird man am zweckmäßigsten im Spätsommer nach Abschluß des Wachstums teilen 
wie z. B. Acaencu Adenostyles, Aethionema, Alyssiim, Ainsonia, Armeria, Antennaria, Anthe- 
mis, Anthericuni, Aqiiilegia, Arabis, Astilbe, Bctonica, Boltonia, Buphthalmiim, Biitomus, Cain- 
paniila, Caltlia, Centaurea, Chrysanthemum, Delphiniiim, Dianthus, Doroniciim, Epilobium, 
Epimedhim, Erysimiim, Gaillardia, Geiim, Hacqiietia, Helenium, Helianthus, Helleboriis, 
Hepatica, Heuchera (!). It^iila, Iris, Jasione, Jejfersonia, Lindelophia, Lychnis, Lysimachia, 
Marina, Mulgediiim, Myosotis, Phlox {amoena, reptans, divaricata. sabalata), Polemonium, 
Paeonia usw., sowie fast alle Gramineen. Spätblüher, wie Sommer- und Herbstastern, Achillea, 
Anemone japonica, Anthemis, Aqiiilegia, Arenaria, Campanula, Dianthus, Fiinkia, Harpaliiini 
(auch Herbst), Helenium autumnale (ebenso), Hemerocallis (auch nach Blüte), Linosyris, 
Mertensia, Phytolacca. Phygelius, Scabiosa japonica. Silene usw. nimmt man im Frühjahr 
heraus. Bei Arten von Armeria, Astilbe, Dianthus, Coreopsis, Hepatica, Helleboriis usw., 
besonders allen schattenliebenden Stauden, läßt sich die Teilung bzw. das Verpflanzen auch 
im vollen Trieb vornehmen, wenn die Pflanzen gut Ballen halten und beim Versetzen an 
halbschattige Orte kommen, worauf sie gut angegossen werden. 

Bei genauer Beobachtung der Wachstumsart der einzelnen Arten ist es nicht schwer, hier 
das Richtige zu finden. Der erfahrene Staudenfreund wird hier wie überall von Fall zu Fall 
seine Entscheidungen treffen. So kann man z.B. eine ganze Anzahl Stauden das ganzeJahr 
hindurch teilen und verpflanzen, ohne daß die Pflanzen den geringsten Schaden davon haben. 
Iris teilt man am vorteilhaftesten gleich nach der Blüte, dann aufgepflanzt und gut gepflegt gibt 
jedes Rhizom bis zum nächsten .lahr eine kräftige blühstarke Pflanze mit mehreren Köpfen. 

Die Teilung hat immer vorsichtig zu geschehen, so daß nicht unnötig Wurzeln verletzt 
werden. Ganz besonders gilt dies von Arten mit fleischigen Wurzeln, wie Acanihiis, Adeno- 
phora, Adonis, Alstroemeria, Anthericuni, Asphodelus, Eremiirus, Erythronium. allen Orchi- 
deen, auch Aconitum, Rodgersia, den meisten Leguminosen, vielen Ümbelliferen (z.B. fz-jw- 
giiim), Paeonia, Podophyllum, Romneya, Rheum, Stenanthiiim und ähnlichen. Solche Formen, 
die wenige lange tiefgehende Wurzeln bilden, kann man überhaupt nicht oder nur im Not- 
falle teilen. Am besten wäscht man aus den oben erwähnten Pflanzen die Erde vorsichtig 
und sauber aus, um dann mit einem scharfen Messer die Operation vornehmen zu können. 
Die bei den alten Standpflanzen nicht mehr lebensfähigen Teile werden ganz entfernt und 
die Pflanze wird in gut bewurzelte mit genügend Köpfen versehene Teilpflanzen zerlegt. Die 
langen Wurzeln werden ebenfalls etwas zurückgeschnit(en. Paeonia soll man nur im Herbst, 
Oktober-November, teilen, weil dann die Köpfe besser ausgereift sind. 

Meist sehr einfach ist die Vermehrung, wenn die Pflanzen unterirdische Ausläufer be- 
sitzen, wie die Maiblumen, Polygonatiim, Uvularia, Veratrum, sowie Asclepias, Bocconia, 
Nierembergia, Polygoniim.Senecio tanguticus u. a. ; oder mit ihren Wurzelstöcken den Boden 
queckenartig durchziehen, wie Achillea Ptarmica, Physalis; oder auch oberirdische Ausläufer 
treiben, wie Acaena, Asanini, Androsace, Aster alpinus, Armeria, Antennaria, Gentiana 
Gentianella, Hieracium,Potentilla, Phlox (setacea,subiilata), K/o/«, viele polsterbildendeAlpinen 
u. a. m. Handelt es sich um dicke kriechende Rhizome, wie bei den meisten Iris. Bergenia, 
Chamaelirium usw., so muß man die Rhizome so abteilen, daß man die Pflanzen nicht schädigt 
und die einzelnen Stücke Triebknospen besitzen. Diese Stücke pflanzt man dann gleich für 
sich an Ort und Stelle. 

Bei der zur Teilung zu rechnenden Vermehrung durch Brutzwiebeln (bezw. 
Knollen), wie wir sie bei Lilien, Schneeglöckchen, Fritillaria, sowie einigen Anemonen, 
Ranunkeln, den meisten Zwiebelgewächsen usw. anwenden, verfährt man wie folgt: Einige 
Wochen nach dem Abblühen der Mutterpflanzen nimmt man diese heraus und trennt vor- 
sichtig die nahe der alten Zwiebel oder Knolle sitzenden Brutzwiebeln ab. Diese bringt man 
(je nach Anzahl) in Töpfe, Handkästen oder auf ein geschütztes Beet ins Freie, das aber 
nicht frisch gedüngt sein, sondern nur eine Beigabe alten Kompostes oder von verrottetem 
Laub erhalten darf. Die Brutzwiebeln legt man ca. 4 — .5 cm tief bei 6 — S cm Abstand. 



Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 77 

Besonders hervorgehoben zu werden verdient die 

Vermehrung durch \V u rzelsc h nittlinge. 

Eine recht große Anzahl Stauden läßt sich auch durch Wurzelschnitthnge vermehren, so 
z. B. Acanihiis, Anemone japoniai, Anchusa, Centaurea, einige Canipanii/a-Arten, Dictamnus. 
Echinops, Eryngiiini, einige [-"rimelarten. Polygoniim, Papaver Orientale, Stalice luid viele 
andere mehr.' Zu diesem Zwecke hebt man die Pflanzen unter gröl.lter Schonung der Wurzeln 
aus dem Boden und wäscht sie sauber aus. .le nach der Art der Wurzel schneidet man diese 
auf 5 — () cm lange Stücke. Bei Pupuver. Hryniriiini etc. sollen die Wurzeln etwa federkiel- bis 
bleistiftstark sein. Die dünnen Wurzeln treiben weniger gut aus. auch brauchen die von 
dünnen Wurzeln gezogenen Pflanzen nicht selten ein ganzes .lahr länger, bis sie kräftig werden. 
Den unteren Teil des Wurzclstückes schneidet man vorteilhaft schräg an. damit man beim Ein- 
legen später besser oben und unten unterscheiden kann. Xachdern die Wurzeln so vorbereitet 
sind, legt man sie senkrecht in Kisten oder Schalen in nicht zu schwere sandige Komposterde 
ein. Die Wurzeln werden nur flach, etwa ',., cm mit Erde bedeckt. Die Behälter mit den Wurzel- 
stecklingen können im Freien oder an einem frostfreien Orte aufgestellt und müssen gleich- 
mäüig feucht gehalten werden. Der beste Platz dafür ist im .Anfang unter der Stellage eines 
nicht zu warmen Gewächshauses. Sobald die Wurzeln anfangen auszutreiben, was je nach 
Art 6 —8 Wochen, oft auch noch länger dauert, müssen die GefälJe ans Licht gerückt werden. 
Nach dem Erstarken der ausgetriebenen Pflänzchen werden diese unter größter Schonung 
der jungen Faserwurzeln ins freie Land auf Kulturbeete ausgepflanzt. Papaver Orientale, 
Eryni>ium. Anemone japonica pflanzt man am besten vorher noch in kleine Blumentöpfe 
und läßt die Pflanzen im Kasten zur Durch wurzelung kommen, um sie dann später mit kleinen 
Topfballen auszupflanzen. .Auf diese Weise behandelt, wächst jede ausgesetzte Pflanze an. 
während sonst immer mit mehr oder weniger großem Ausfall zu rechnen ist. Die beste Zeit 
zur Vermehrung der Stauden durch Wurzelschnittlinge sind die Monate Dezember-Februar. 

Eine weitere Art ist die 

Vermehrung durch krautige Stecklinge. 

Diese Vermehrungsart kann man vom I-rühjahr an, je nach Art, fast den ganzen Sommer 
hindurch vornehmen. Zu beachten ist. daß man nur ganz gesunde Triebe ohne Blütenknospen 
nimmt. Wo es sich nicht gut machen läßt, Stecklinge ohne Blütenknospen zu erhalten, da 
müssen auf jeden Fall die Knospen entfernt werden. Die Stecklinge werden am einfachsten in 
einen Mistbeetkasten gesteckt, hierbei ist nur acht zu geben, daß man solche .Arten zusannnen- 
bringt, die die gleichen Licht- und l-euchtigkeitsverhältnisse zum freudigen Gedeihen not- 
wendig haben und in ungefähr gleicher Zeit Wurzeln machen. Dies zu beachten ist unbe- 
dingt notwendig, denn sonst vergeilen die bewurzelten Stecklinge in der dumpfen ge- 
schlossenen Atmosphäre, die wir halten müssen, um die vielleicht danebenstehenden anderen 
langsamwachsenderen .Arten zur Bewurzelung zu bringen. 

Die Herrichtung des Stecklingskastens geschieht auf die bekannte Weise. Am besten 
nimmt man die .Anzahl i^~enster. welche benotigt wird und hebt etwas Erde aus: dann mischt 
man abgelagerte Komposterde. Sand und Torf durcheinander, sodaß eine lockere sandige 
Erde entsteht. Diese A\ischung, ider Pflanzenfreund muß das Mischverhältnis im „Gefühl" 
haben! bringt man in den Kasten: hierauf kommt nun eine dünne Schicht reiner Sand. Die 
ganze F'üUung muß möglichst dicht ans Glas gerückt werden, so daß die Stecklinge etwa 
5 cm vom Glase mit ihrer äußersten Spitze entfernt sind. Wenn alles so hergerichtet ist. wird 
der Kasten gründlich angegossen, und die Arbeit des Steckens kann beginnen. Zur Schonung 
der jungen, oft weichen Stecklinge muß man mit einem spitzen Hölzchen die Löcher vor- 
machen. Dies wird sehr häufig in der Praxis unterlassen und hat dann zur Folge, dal,') die 
Stecklinge beim Stecken gequetscht werden und infolgedessen faulen. Wo es sich nur um eine 
geringe .Anzahl Stecklinge handelt, kann man auch Kistchen, Schalen oder Töpfe benutzen, 
die man etwa ^'2 — ^4 mit der Erdmischung füllt, so daß man eine Scheibe gut über die 
Gefäße decken kann. Diese Behälter werden nun in einen Mistbeetkasten an einem hellen 
Orte ins Gewächshaus oder ans helle Zimmerfenster gestellt. 

Besonders leicht durch krautige Stecklinge wachsen: Herbst-Astern, Aster Amellus ver- 
langen erhöhte .Aufmerksamkeit. Artemisia. Chrysanthemum, Helenium, Helianthus, Diplo- 
stephium.I'hloxpaniciilata. Achillea. Alyssum. Arahis.Aubrietia. Cerasliiim.Dianthiis. Vcronica 



78 Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden. 

und viele anderen mehr. (Siehe BesondererTeil.) Ebenfalls durch krautige Stecklinge wachsen 
Delplüniuin, Dicentra. Lupinen, Pyrethrum und Arten mit fast nur wurzelständigen Blättern, 
wie Erigeron. Aster alpinus-Oruppe. Riidbeckia piirpiirea, R. siibtomentosa u. a.. In diesem 
Falle allerdings mul.) man ein kleines Stückchen vom Wurzelhalsansatz mit abschneiden. Zu die- 
sem Zwecke legt man die alten Standpflanzen oberhalb von der Erde frei und schneidet nun z. B. 
bei Delplüniuin die eben 8—10 cm hohen Triebe im zeitigen Frühjahr bis auf 1 oder 2 
dicht am Wurzelstock ab. Diese Arbeit muß aber ganz vorsichtig ausgeführt werden, damit 
der alte Wurzelstock nicht zu arg verletzt wird. Die auf diese Art besonders an angetriebenen 
Pflanzen gewonnenen Stecklinge werden in kleine Töpfe in lockere Erde fest eingetopft und 
dann in einen gut geschlossenen Mistbeetkasten eingesenkt wie gewöhnliche Stecklinge be- 
handelt. Manche Arten, die sonst schwierig in der Vermehrung erscheinen, lassen sich durch 
eine dieser eben angeführten Vermehrungsmethoden mit Leichtigkeit bis ins ungemessene 
vermehren. Diese kurzen Anhaltspunkte werden genügen, um den Pflanzenfreunden richtige 
Wege zu weisen. 

Die Vermehrung durch Veredlung 
kommt nur bei ganz wenigen Stauden in Betracht. In der Hauptsache wird dieses Verfahren 
bei Gypsoplüla paniailata fl. pl. angewandt. Als Unterlage dienen hierzu Sämlinge oder 
besser noch Wurzelstücke der einfachen Stammart. Die Veredlung geschieht durch üeil.ifuß 
oder Kopulation. Im zeitigen Frühjahr stellt man die Mutterpflanzen im mäl.lig warmen Hause 
auf und lallt sie langsam treiben. Sind die Pflanzen weit genug angetrieben, so schneidet 
man von den Wurzeln der Unterlage etwa 1 cm lange Stücke ab und setzt hier mittels Geiß- 
fuß oder Kopulation ein Edelreis mit etwa 3 Augen ein. Die Veredlungen werden mit Bast 
verbunden, mit Baumwachs verschmiert und bis an die Veredlungsstelle in kleine Töpfe ein- 
gepflanzt. Die Töpfe senkt man in einen geschlossenen Kasten bei einer Temperatur von 
etwa 15" C in Torfmull ein, der mit Sand gemischt worden ist. Im Anfang soll man mög- 
lichst wenig spritzen, bei zu greller Sonne leicht schattieren, und je nach Witterung werden 
Edelreis und Unterlage in 10—14 Tagen verwachsen sein. Nun soll man leicht lüften, um 
nach und nach die Pflanzen abzuhärten. Nachdem die Veredlungen gut durchgewurzelt sind, 
kann man sie auf einem tief durchgearbeiteten Beet auspflanzen und erhält so bis zum nächsten 
.Jahre kräftig blühbare Pflanzen dieses unvergleichlich schönen gefüllten Schleierkrautes. 

Ziemlich selten wird bei den Stauden 

die Vermehrung durch Ableger (Absenker) 
angewendet. Sie spielt aber dort, wo oft alle anderen Verfahren versagen, wie etwa bei Dian- 
thus, Gvpsophila, Acantliolinwn u. a. eine große Rolle. Beim sog. ,, Absenken" verfährt man 
wie folgt: Man verwendet mit Vorliebe starke Pflanzen, deren Triebe nach allen Seilen 
entwickelt sind, wie eben bei Dianthus, doch ist dies nicht unbedingt nötig. Die einzelnen 
Triebe werden nahe dem Stamme vom überflüssigen Laube befreit, ohne sie vom Stamme 
abzutrennen. Der einzulegende Zweig wird unter einem Qelenkknoten halb durchgeschnitten 
und mittels einer Wendung des Messers nach oben auf \'., — 2 cm Länge gespalten, so daß 
eine Art Zunge entsteht. Dann legt man diese Stelle vorsichtig auf sandigen Boden nieder, 
hakt sie fest und bedeckt sie 3 — 5 cm hoch mit sandiger Erde, die entsprechend angedrückt 
wird. Soll diese Vermehrungsart, wie bei Nelken, im großen betrieben werden, so pflanzt 
man die Muttertriebe in Töpfe, senkt sie in ein Mistbeet ein und behandelt sie dann wie Frei- 
landpflanzen. Heiklere Formen nimmt man also ins Mistbeet, härtere beläßt man im Freien. 

Zum Schlul.i möchten wir noch einiges über die 

allgemeine Kultur und Pflege 
der Stauden sagen. Mit vollem Recht sprechen wir die meisten Stauden als die dankbarsten 
und anspruchlosesten Gartenpflanzen an. Es gibt in der Tat ausser Sukkulenten kaum andere 
Gewächse, die in ihren Ansprüchen an den Pfleger so geringe Anforderungen stellen, wie 
gerade unsere Stauden. Ein Versagen. Mißerfolge, braucht es nur selten zu geben. .Jahraus, 
jahrein kommen die meisten Stauden in gleicher Schönheit wieder, manche Arten erreichen 
sogar mit zunehmendem Alter eine immer höhere Vollkommenheit. Infolge dieser allge- 
meinen Anspruchslosigkeit und Lebenszähigkeit einzelner Arten glaubt nun mancher, daß 
die Pflanzen überhaupt keine Pflege verlangen und in jeder Lage, jedem Boden lustig 
wachsen. Indes wer so denkt, der wird nur zu oft schwer enttäuscht werden. ,Iede, selbst 



Kurze Angaben über Anzucht, Verniehrung und Pflege der Stauden. 79 

die allerrobusteste Staude verlangt ein gewisses Maß von Ptlege, wenn sie sich zur vollen- 
deten Schönheit entfalten soll. Die Pflanzen machen uns aber selbst die Pflege so einfach 
und mühelos, dal.i man sich nur immer wundern muü, warum diesen geringen Anforderungen 
so verhältnismäLSig selten entsprochen wird. 

Grundbedingung für das freudige und üppige Wachstum istnahrhafterGartenboden. 
Nur zu oft ist der Boden, in dem die Stauden besonders bei neuen Qartenanlagen gepflanzt 
werden, alles andere wie Gartenboden. Von Nahrung im Erdreich kann man da meist gar 
nicht reden. Das erste Erfordernis einer erfolgreichen Staudenpflanzung ist Bodenbearbeitung 
und Düngung. Wo diese gründlich und sachgemäß durchgeführt ist, da wachsen alle Stauden 
ohne weitere Pflege. In diesem Falle besteht die ganze Arbeit der späteren Jahre nur im 
Säubern von L'nkraut, und solches lassen in gutem Ernährungszustände stehende Stauden 
kaum aufkommen. Gut gepflegte Serwcio, Hellanthiis. Astilben usw. sind die allerbesten Un- 
krautvertilger. L'nter einem guten Gartenboden ist weder ein zu leichter noch zu schwerer 
Boden zu verstehen. Verlangt irgend eine Art besonders hergerichtetes Erdreich, so ist dies 
ausdrücklich bei der Gattung im Haiiptteil vermerkt. Leichte, sandige, schwere, bindige, 
tonige oder Lehmböden sind unbedingt zu verbessern. Die leichten Böden gräbt man am 
vorteilhaftesten unter Verwendung von Kuhdünger um, mit dem nicht gespart werden darf. 
Auf dieses umgegrabene Land bringt man eine Schicht guter, alter, verrotteter Komposterde 
und vermengt beides gründlich miteinander. Die schweren Böden werden imter Verwendung 
von Pferdedünger verbessert. Besonders in der heutigen Zeit stößt man aber bei der Be- 
schaffung von tierischem Dünger oft auf die größten Schwierigkeiten und da möchten wir 
besonders auf die Verwendung von Torfmull zur Bodenverbesserung hinweisen. Die Erfah- 
rungen in der Praxis haben gelehrt, daß wir den Boden mit Torf in einen ganz vorzüglichen 
Kulturzustand versetzen können. Nur müssen wir bei der Behandlung des Bodens mit Torf 
berücksichtigen, daß wir mit dem Torf nur humusbildende Masse, aber keine Nährstoffe ins 
Erdreich bringen. 

Wo dem Boden der genügende Kalkgehalt fehlt, müssen wir noch Kalk zusetzen. Am 
praktischsten wird das Land zuerst tief umgegraben, dann bringt man auf eine Fläche von 
100 qm etwa 2 Ballen Torf (der Ballen wiegt 2 Zentneri, zerkleinert ihn und streut etwa 
1 Zentner Kalk darauf. Nun wird mit einem Dreizaiin das Land gründlich bearbeitet, sodaß 
Erde, Torf und Kalk gut durcheinander gemengt werden. Der Boden muß so gründlich durch- 
gearbeitet werden, daß man bequem mit der Hand bis an den Knöchel hineinfahren kann. 

Besonders wenn es sich um Pflanzungen vor Gehölzgruppen handelt, wo die Wurzeln der 
Bäume oder Sträucher bis in die Staudengruppen hineinragen, müssen wir der Bodenbearbei- 
tung die größte .Aufmerksamkeit schenken. Die Wurzeln der Bäume oderSträuchcr entziehen 
dem Boden soviel Nahrung, verfilzen das Erdreich dermaßen, daß die Stauden nicht gedeihen 
können. Diese Schwierigkeit kann aber mit Leichtigkeit durch geeignete Bodenbearbeitung 
behoben werden. Man kann auch die Gehölzgruppen mit einer 5ii — yor/w tiefgehenden Dach- 
pappenschicht eindämmen. Pflanzt man an solchen Stellen nun noch die geeigneten Sorten. 
so wird man nach jeder Richtung hin zufriedengestellt sein. 

Nach dem Pflanzen der Stauden belegt man die Beete oder Gruppen mit einer 1 —2 cm 
hohen Schicht verrotteten Pferdedüngers. Dieses Belegen der Beete soll man, wo es eben 
durchführbar ist, vornehmen. Die Erde behält so gleichmäßig ihre Feuchtigkeit, der Boden 
erwärmt sich schneller im Frühjahr, hält länger die Wärme und begünstigt das Wachstum 
der Stauden aufs allervorteilhafteste. 

Als flüssige Düngung kommt in Betracht aufgelöste verdünnte Kuhjauche, sowie F'äkalien- 
abwässer. Auch hier hat die Erfahrung aber gelehrt, daß man mit einer Nährsalzlösung von 
Kunstdüngergemischen nicht nur einfacher, praktischer und sauberer arbeiten kann, sondern 
die Stauden sich bei der Zufuhr sämtlicher Nährstoffe bedeutend besser und schneller ent- 
wickeln als bei der hauptsächlich stickstoffreichen .lauchedüngung. In Privatgäiinereien, 
öffentlichen Gärten und städtischen Schmuckanlagen verbietet sich der Gebrauch von .lauche 
ohnedies von selbst. Hier leistet z. B. die unter dem Namen „Flora-Nährsalz" zusammenge- 
setzte Düngermischung ganz hervorragende Dienste. Man kann sich diese Mischung selbst 
zusammenstellen. Sie besteht aus: I Teil Natronsalpeter; 2.4 Teilen schwefelsaurem Ammo- 
niak; 2,1 Teilen Ks" gSuperphosphat; 1 Teil 40° g Kalisalz. 30 Gramm von diesem zusammen- 
gesetzten Nährsalz werden in lo Litern Wasser aufgelöst und damit die Pflanzen gründlich 
gegossen. Diese Düngung wiederholt man am besten vom zeitigen Frühjahr an bis zum .luli 



80 Kurze Angaben über Anzucht, Vermehrung und Pflege der Stauden, 

in Abständen von 14 Tagen. Im Laufe der Entwicklungsperiode wirkt das Nährsalz Wunder. 
Die Pflanzen legen ein so üppiges, freudiges und gesundes Wachstum an den Tag. die Blü- 
tenfülle wird bei manchen Arten ums Doppelte gesteigert, so daü man für die kleine Mühe tausend- 
fältig entschädigt wird. Bei dieser Düngung ist aber zu beachten, daü von der Nährsalzflüssig- 
keit nichts auf die Blätter der Stauden kommt, die sonst bei manchen Arten unweigerlich 
verbrennen. Da wo sich dies nicht vermeiden läl.it. spüle man mit klarem Wasser nach. 

Man kann die Arbeit des Düngens auch vereinfachen, indem man den Stauden den Kunst- 
dünger in fester Form verabreicht. Zu diesem Zwecke lockert man im Frühjahr den Boden 
um die Pflanzen herum etwas mit einer Hacke oder einem Dreizahn auf und verteilt von 
dem erwähnten Düngergemisch 80 Gramm auf einen qm Land. Man achte darauf, daü von 
dem Dünger nichts in die Herzen der Pflanzen oder auf ihre Blätter kommt. Auch soll man 
auf keinen Fall mehr von dem Nährsalz nehmen wie angegeben ist, denn dann gehen die 
Pflanzen ein. Besonders der Laie glaubt nur zu häufig: viel hilft viel. In diesem Falle ist 
das aber gänzlich falsch, ein Zuviel bedeutet den Tod der Pflanzen. Diese Kunstdünger- 
mischung müssen wir als Medizin betrachten, und als solche darf sie auch nur in kleinen 
Dosen verabreicht werden. 

Auch bei stärker wachsenden Alpenpflanzen ist so eine Düngung überaus förderlich. Hier 
muß aber mit noch mehr Überlegung zu Werke gegangen werden. Bei den Alpenpflanzen 
soll man das Nährsalz nur in flüssiger Form verwenden. 10, höchstens 20 Gramm auf 
10 Liter Wasser ist ausreichend. Mit dieser Lösung werden die Alpenpflanzen während der 
Entwicklungsperiode ein- bis zweimal gründlich durchgegossen, aber nicht mehr, denn sonst 
kommen die Pflanzen nicht mehr zur Ruhe und verlieren den alpinen Charakter. 

Iris, Paeonien, Astilben usw. sind für eine Düngung auch noch nach der Blüte ganz besonders 
dankbar. Das Laub bleibt bis weit in den Herbst hinein frisch grün, und die Pflanzen bilden 
im Laufe des Sommers kräftige Köpfe und bereiten sich somit für das kommende .lahr vor, 
wo sie durch erhöhte Blühwilligkeit ihren Dank für die aufgewandte Mühe abstatten. 

Der aufmerksame Beobachter seiner Pflanzen wird bald die günstigen Wirkungen bei 
seinen so behandelten Stauden wahrnehmen. Wie überall, so muli auch hier von Fall zu Fall 
entschieden werden, und wer mit Lust und Liebe bei der Sache ist, wer bestrebt ist, seine Pfleg- 
linge kennen zu lernen, der wird gar bald die Eigenheiten der einzelnen Arten und Sorten 
ergründet haben. Auf diese Eigenheiten dann richtig einzugehen, das ist das ganze Kultur- 
geheimnis. 



BESONDERER TEIL. 



IX. 

ALPHABETISCHH AL'PZAHLL'NCi ALLIiR ZL'KZHIT IM HANDEL. BEZIEHL^NGSWEISE 

IN KULTL'R BEFINDLICHEN OATTL'NÜEN NEBST ANFÜHRlNü DER WICHTIGSTEN 

ARTEN L:ND FORMEN MIT KL'RZIiN HINWEISEN ÜBER IHRI: KL'LTl'RBEDINGUNGEN. 

IHR AUSSEHEN. IHRE BLÜTEZEIT L'ND IHREN KULTURWERT. 

Llic wir zu den besonderen Angaben übergehen, möchten wir einige Worte vorausschicken. 
Wir bitten, vor allen Dingen das in der Einleitung und in anderen Abschnitten des allgemeinen 
Teiles Gesagte im Auge zu behalten, da wir im folgenden uns in jeder Beziehung so kurz 
wie möglich fassen müssen, um den Umfang des Buches nicht über Gebühr zu vergröl.iern. 
Zumal die Kennzeichnung der Formen kann nur in Stichworten geschehen. Dabei ist außer- 
dem zu beachten, daß gar manche Gartenformen botanisch noch nicht näher beschrieben 
sind. Wir haben, soweit es ging, die neuesten botanischen Arbeiten über formenreiche Gat- 
tungen zu berücksichtigen versucht, wie dies bei den betreffenden Gattungen und Arten in 
den am Schluß des Buches in Abschnitt X.XII vereinigten Anmerkungen angegeben ist. In der 
Einleitung zu diesem neuen Abschnitte wird alles Weitere dargelegt. Wo sich Angaben als 




.\bb. 63. Acaena microphylla, Stachelnüßchen, mit Friiclitcn, 5 cm, im Hort. Artnd 



nicht zutreffend erweisen, bitten wir um freundliche Berichtigungen durch unsere Leser. Wir 
hätten gewünscht, daß uns über die beiden ersten .\uflagen. die doch eine so weite Verbreitung 
gefunden haben, mehr Zuschriften aus dem Leserkreise zugegangen wären. Gerade solche 
Gartenfreunde, die nur über kleine Gärten verfügen und die einzelne Pflanze darin liebevoll 
beobachten, sind in der Lage, über ihre Erfahrungen zu berichten. Deshalb bitten wir noch- 
mals alle Leser, sich an der Durcharbeitung des Buches zu beteiligen. 

Mit Rücksicht auf die Kulturhinweise wollen wir auch diesmal auf die Worte der be- 
kannten und erfahrenen englischen Gartenfreundin Gertrud e .lekyll. in ihrem schönen 

Silva Tarouca-Schneider, Unsere Freilandstauden.. 3. .Auflage f' 



82 



Aalgras — Aca^na. 



Buche „Wald und Garten" (nach der deutschen Übersetzung Leipzig 1Q07), hinweisen: 
„Man findet oft in Gartenzeitungen Erörterungen über die Behandlung dieser oder jener 
Pflanze. Der eine sagt, sie dürfen nur auf seine Weise behandelt werden, der andere meint, 
sie seien nur nach einer ganz anderen Methode zu behandeln, und beide Schreiber ereifern 
sich und werden am Ende gar hitzig, und der verwirrte Leser, dessen Gartenkenntnisse 
vielleicht noch in den Kinderschuhen stecken, weil.! sich nicht zurechtzufinden. Und doch 
sind beide Schreiber tüchtige Gärtner und beide unbedingt zuverlässig; sie hätten nur sagen 
sollen: .Meiner Erfahrung nach kann in diesem Garten diese Pflanze nur so und nicht 
anders gezüchtet werden." Selbst Pflanzen derselben Familie tun oft nicht gleichmäßig gut 
in einem und demselben Garten." 




\l h 4 inthol mon venii^tum \s cm pt p 

Auch Höhenangaben und solche über Blütezeit schwanken immer innerhalb gewisser, zu- 
weilen beträchtlicher Grenzen. Von den Wertangaben ganz abgesehen, worauf in den vor- 
hergehenden Abschnitten wiederholt hingewiesen wurde. 

An dieses alles möge der Leser denken, wenn er die folgenden Angaben zu Rate zieht. 

Aalgras siehe Va//isncria. 

Acaena, Stachelnüßchen — Rosaceen — Aus Neuseeland, niedrig, rasenbildend, 
kriechend, vergleiche Abb. ()3, Blätter immergrün, gefiedert. Blüten grünlich, unansehnlich, 
in Köpfchen. Früchte auffälliger, etwas dornig; Kultur ziemlich leicht, etwas humoser. 
nicht zu schwerer Boden ; X'ermehrung durch bewurzelte Ausläufers! ücke, Teilung, Steck- 
linge oder Samen; Verwendung für Felspartien, Einfassungen, vor allem geeignet zur 
Begrünung des Bodens, wo Zwiebelgewächse. Orchideen oder ähnliches wachsen. 

A. glaüca, schöne, silbrig graugrüne Rasen bildend; A. microphylla, mit mehr braun- 
grünem Blattwerk, purpurrote Samenköpfchen im August zierend, siehe Abb. (i3. beste .Art, 
verliert sich zumeist von ihrem ursprünglichen Standort und wandert abwärts; A. növae= 
zealändiae in allen Teilen größer als vorige, seidig purpurne Samenköpfchen im August 
auf 10 bis 15 cm hohen Stielen. Ranken oft bis 1..t /h, für Sonne und Halbschatten. Außer- 



Aca^iia — Acantlius g3 

dem noch gelegentlich in Kultur A. Buchancinii. blaugrau, A. adscc'ndens (? A. assurgens 
Hort.), auch Südamerika, kahl, bronzegrün, üppiger als die anderen, nicht rasig. 

Acantholimon (Armericislrunn — Plumbaginaceen — Niedrige, sparrige Polsterpflanzen, wie 
Abb. 64, Blätter sehr fein, Blüten ziemlich klein, aber zahlreich im Juli-September; Kultur nicht leicht, 
in Felsspalten an geneigten Wänden, sehr gut durchlässiger Untergrund l'/a humusarme Rasenerde, 
-/3 scharfer, grober Sand I, recht sonnige, trockene Lage, im Winter lockere Reisigdecke; Vermehrung 
nach Kesselring anscheinend am besten durch Einschlagen älterer Pflanzen mit Topfballen im Herbst 
in Sand in einen kalten Mistbeetkasten, oder Anhäufeln der Pflanzen mit Sand, wobei sich bei dichtem 
Stande am unteren Teile derStämmchen dicht über dem Boden Wurzeln bilden; trennt man dann solche 
Stämmchen ab, topft sie in sandige I'.rdc ein. so erhält man gute junge Pflanzen; Teilung schwierig. 
Samen ziemlich selten zu erhalten, keimt langsam, wenn nicht ganz frisch; Verwendung^ nur für 
erfahrene Pfleger, außer A.gluniaccum. das leicht gedeiht. 

A. glumäceum (Stative Ararali, St. gliinuicca), Russisch-Armenien, Blättchen dunkelgrün, weich, 
Blüten hellrot, leichter zu vermehren als folgende; A. venüstum {Armeridstrurn diantliijolium, Slciticc 
dianthifölia), cilicischer Taurus, Blättchen stachelig, blaugrün, Blüten tiefer rot, siehe Abb. 04. 




Abb. 65. Acant/uis loni;ifoliiis, Bärenklau, 1,2 



Acänthus, Bärenklau — Acanthaceen — Hohe, buschige, ornamentalblättrige 
Pflanzen, wie .Abb. 05 (id, mit tiefgehenden, dicken Wurzeln. Blüten ziemlich groü, doch nicht 
auffällig, rosa- oder purpurrot oder weil.ilich, in aufrechten, ährigen Blütenständen : Kultur 
einfach, leichter, aber nahrhafter, sehr gut durchlässiger Boden. Schutz gegen stagnierende 
Nässe im Winter und Frühjahr, sonnige oder leicht beschattete Lage, im Winter gute Reisig- 
decke oder in rauheren Lagen wie üiinnera; X'ermehrung durch Samen im Lrühjahr oder 
durch vorsichtige Teilung im April oder September, sowie durch Wurzelschnittlinge ; Ver- 
wendung als sehr wirkungsvolle Einzelpflanzen in regelmälJigen .Anlagen oder als Vor- 
pflanzungen im Parke. 

A. longifölius, Südeuropa (Abb. 65), bis über meterhoch. Blätter nicht dornig, glänzend- 
grün. Blütezeit Juni-.August ; A. möllis, Südeuropa, breitblättriger und verbreiteter als vorige, 
in der var. latiföliiis \A. Itisitäniais) üppiger, Blütentriebe bis fast 2 iti hoch (September-Ok- 
toben: A. Perringii (A. Dioscöridis vax. I'erringii. A. Carö/i-A/exdndrii Uoxt.). aus dem 
kappadozischen .Antitaurus, .:iO bis 7.^ an hoch i.Abb. ()bi. breite graugrüne, sitzende, dornige 
Blätter, rosenrote Blüten im .luni-Juli, prächtige harte .Art für sonnige Lagen in kalkhal- 
tigem Lehmboden; A. spinösus, Südeuropa bis Dalmatien, mit weiüdorniger Belaubung. 
bekannte .Art: A. spinosissiitiiis. noch dorniger, blüht später und minder reich als vorige. 

6' 



84 



Aceranthus - Aceriphyllum 



Aceränthas diphyllus [Epi- 
mediiim dipliyllum] — Berbe- 
rideen — Japanische, zier- 
liche, 10 bis 15 cm hohe Staude, 
mit Rhizomen und dünnen auf- 
rechten Stengeln, die je zwei 
schief länglich herzförmige, fast 
grannenzähnige Blätter und 
kleine bläulichweiße Blüten in 
4— Sblütigen aufrechten Trau- 
ben tragen. Kultur und Ver- 
wendung wie Hpiinediüin. 

Aceras anthropöphora, 
Ohnsporn: Orchidee aus 
dem westlichen Mitteleuropa, 
Blüten unansehnlich, bräunlich 
grün, unangenehm duftend. Mai- 
Juni. Für sonnige trockne Stel- 
len mit Bodenbedeckung durch 
kurze Gräser. Nur botanisch 
von Bedeutung. 

Aceriphyllum iSaxiJ'ragd) 
Rössii; 30 cm hohe S a x i f r a - 
g a c e e aus Ostasien mit dickem 
Rhizom, Blätter gestielt, lederig, 
dunkelgrün, bandförmig geteilt, mit ovalen kerbzähnigen Abschnitten, Blüten weiß, in lockeren behaar- 
ten Rispen ; für feuchte schattige Stellen im Qesteinsgarten brauchbar. 




Abb. 66. Acantlnis Peiringii, 60 cm 




Ac/i/7Aea,Schafgarbe,Qar= 
be, Edelgarbe Komposi- 
ten — Aufrechte oder iiiederlie- 
gend-aufstrcbende.aromatischduf- 
tende und meist Ausläufer treiben- 
de, harte Stauden mit meist fieder- 
schnittigen oder gefiederten Blät- 
tern und aufrechten, doldentraubi- 
gen Blutenständen. wie Abb. (i7/()'); 
Kultur im allgemeinen in trocke- 
nen, sonnigen Lagen und ziemlich 
leichtem Boden; Vermehrung 
gewöhnlich durch Teilung oder 
Stecklinge, die spontanen .•\rten 
aber auch durch Samen im l-rüh- 
jahr. bis Ende .Mai verpflanzbar: 
Verwendung für den üarten 
und vor allem als Schnittblumen 
(die .'1. .WilU'J'oliiim- und Ptunnicu- 
Formen sowie A. sibirica und fili- 
peridiilinu, die anderen im Steingar- 
ten oder Alpinum. Wir greifen im folgenden nur d 




ie wichtigsten heraus. 



ALPHABKTISCHH LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl.) 



85 



a^eratifolia lAbb. 6' 

A'^i/.OCMl 

argentata .... 
argcntea .... 

aurea 

buglossis .... 

Clavenae 86 

Eupatorium 86 

falcata 85 

filipendulina 86 

holosericea 86 



86 



Ftarmica 86 

-fl.pl 85 

rupestris (Abb. 68l . . . . 86 

serbica 85 

serrata 85 

— plena 85 

serratifolia 85 

sibirica (Abb. 691 .... 86 

spinulifolia 86 

tomentosa 86 

umbellata 86 



Jaborneggii 86 

Kellereri 86 

lingulata 86 

macedonica 86 

niacrocephala 86 

Millefolium 85 

mongolica 86 

— hybrida 86 

— — nana 86 

nioschata 86 

pseudopectinata 86 

1. Arten mit fünf (3 bis 7) Strahlenblüten, die höchstens halb so lang wie die Hülle sind. 

A. Blüten weiß oder rot: A. ageratifölia {A. Aizöon. Antlwmis Aizöon). Mace- 

donien.polsterförmig. lObis.^Or/w, 
Blätter silberweil.'). Blüten weil.'), wie 
Abb.()7,gute.Art für sonnige Plätze 
im Steingarten, fast identisch ist 
A.serhica: A. Millefolium, Eu- 
ropa. .Asien, Nordamerika. 1.5 bis 
hO cm hoch, Blätter fein doppelt 
gefiedert, Blüten weil.l oder rosa, 
hiervon am wichtigsten die präch- 
tige var. ..Cerise Queen", tief 
kirschrot Juni bis September, die 
Gartenform „Kelwayi" ist dunk- 
ler, soll im Sommer nicht so ver- 
brennen: A.serräta (.4. serrati- 
Jölia), Sibirien, 30 bis so cm, Blät- 
ter einfach gefiedert, Blüten weil.!, 
,luli, auch für Schnitt, was als var. 
plena geht, ist wohl meist A Ptar- 
micajl.pl. — B.Blüten hell- 
oder dunkelgelb; A. falcä= 



■.':■■ f^^o^,^-:.'^...^::r. 


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Abb. 69. Achillea sibirica, mongolische Schafgarbe. 50 i 



ta, Orient. 2n bis 40 cm. Wuchs 



86 Achill^a — Aconitum. 

etwas rankend, graugrün, Blüten gelb, Juli, Alpinum ; A. filipendulina (A. Eupatörium), 
Orient. Kaukasus, 0,5 bis 1 ,25 in, graugrün, Blätter fiederschnittig, Blüten sattgelb, über 1 5 cm 
breite Dolden, Juli bis Oktober, gut für Rabatten und Park, am besten ist die Form „Parkers 
Var.". Dolden gewölbt; A. macedönica, Balkan, 15 bis 25 cm, vAinWdh filipendulina, aber 
Blüten hellgelb, Alpinum, besser die nahestehende A. holosericea aus Griechenland, schön 
silberweiß; die macedönica Hort, dürfte A. ageratifoUa sein; A. pseudopectinäta, Bul- 
garien, 10 bis .50 OH, gelblich filzig, Blüten gelb, Juli bis August, aber kaum echt im Handel; 
A.spinu!ifölia, Taurus. rasig, an Santolina Cliamaecyparissus erinnernd. Blüten gelblich, 
zu mehreren auf langen Stielen, Juni, für sonnige Stellen im Steingarten ; A. tomentösa, 
Gebirge von Europa bis Sibirien, rasig, bis 2^ cm, Blätter zottigwollig, Blüten goldgelb, 
Alpinum, für trockenen durchlässigen Boden, stirbt leicht ab, besser wohl die ähnliche 
A. aürea, Balkan, 15 bis 20 cm, Juli-August, goldgelb. 

11. Arten mit 10 (h bis 20) Strahlenblüten, die so lang oder länger als die meist halb- 
kugelige Hülle sind. 

A. Blätter ungeteilt, höchstens gezähnt: A. linguläta (A. buglcssis Hort.), Ost- 
Europa, niedrig, rasig, Blätter lineal zungenförmig, schön grün, Blütenstände scheindoldig, 
bis 40 cm, weiü, Juni, effektvoll; A. Ptärmica (Ptdrmica vulgaris, A. macrocc'phala), 
Deutscher Bertram, Europa Nordasien. Nordamerika, 50 bis 80 cm, Blätter gezähnt, hier- 
von wertvoll die var.,/?./;/. mit gefüllten Blüten, Juli bis August, vor allem var.//./?/. „Perry's 
Weiße" (die eine verbesserte ,,The Pearl" ist) mit viel größeren Blüten, die bis zum Frost 
remontieren, ,,Boule de Neige" ist kleinblumiger aber dichter gefüllt; für Schnitt ausge- 
zeichnet, liebt frischen, nicht zu trockenen Boden; A. mongölica hybrida Arends. Zufall- 
sämlinge, 50 cm, von sibirica abweichend durch breitere Blätter, straffe, weniger verzweigte 
Stiele, Blüten rahmweiß, Mai- Juli, var. nana nur 30 cm ; A. rupestris, Südeuropa, niedrig 
polsterig, Blätter ungezähnt, grün, etwas drüsig, Stengel bis 15 cm, Mai bis Juni, (siehe 
Abb. 68); ausgezeichnet fürs Alpinum; A. sibirica (A.mongöHca),S\b\vKn, siehe Abb. h*), 
ähnlich Ptärmica, aber schon im Mai-Juni blühend. — B. Blätter fiederspaltig oder 
gefiedert: A. argentea oder arocnMla,em& Form der A. umbelkita mit besonders silbrig- 
weißer Behaarung, weiß, Juni, gute Form; A.Clavenae, weißerSpeik, Alpen, 15 — 200«, 
weißgrau behaart, Blüten weiß, Juni bis Juli; schöner die Hybride A. Kellereri, Blätter 
aspleni umartig zerschnitten, graugrün, Blüten breit, reinweiß; A. moschäta, Bisamschaf- 
garbe, Alpen, Blätter grün, kahl, kammförmig-fiederschnittig, gut duftend, Blütenstengel 
mehrköpfig, weiß, schwer zu kultivieren, siehe die Hybride; A. umbelläta, Südosteuropa, 
alpin, noch niedriger als vorige, mehr silberweiß. Blätter feiner zerteilt, August; ferner gehört 
in diese Gruppe die für Felspartien geeignete, Clavenae nahestehende hybride Form A. 
Jaborn^ggii, {A. Clavenae X moschäta), zwischen den Eltern stehend, aber Blätter grün, 
Blüten weiß. 

Acis autumnälis siehe Leucöjnm aiitumnale. 

Ächlys triphylla. — Berberideen. — h\\i Podopfivltuin verwandte seltene Schattenstaude aus 
dem westlichen Nordamerika, Rhizom dünn, kriechend, Blätter grundständig, zu 1 bis 2, dreiteilig-fä- 
cherförmig, hellgrün, Stiel bis 30 cm, Blüten in zylindrischen Ähren, weißlich, Juni; huniosen Boden; 
von botanischem Interesse. 

Achroäathus moaophyllus (Malü.xis oder Ahcrostytis monopliylla), Fischblume, Weichwurz: 5 bis 

15(7« hohe Orchidee mit einzelnen eilanzettlichen Blättern und kleinen gelbgrünlichen Blütchen in 
Trauben, Juni-Juli ; nur botanisch von Wert, für torfige moorige rasige Plätze. 

Achyröpborus siehe Hypochoc'ris. 

Aconitum*), Eisenhut, Wolfshut — Ranunculaceen — Sehr giftige, harte, auf- 
rechte, dekorative Stauden mit meist tief fingerförmig zerteilten Blättern und ansehnlichen 
Blütenähren oder -rispen in gelben oder blauvioletten Tönen wie Abb. 70 bis 71 ; Kultur 
leicht in nicht zu schwerem, etwas humosem Boden und etwas halbschattiger Lage, doch 
diese nicht unbedingt; Verinehrung durch Samen (nach Reife oder Frühjahr) oder Teilung 
(meist Frühjahr), Verwendung als prächtige Rabattenstauden (nach Blüte aber einziehend), 
große gutgepflegte Exemplare auch als Einzelpflanzen; Pflanzen lange an Ort und Stelle 
lassen, damit sie ihre volle Schönheit erreichen ; auch im Park sehr vorteilhaft unterzubringen, 
da sie Halbschatten vertragen. 



AI.PHABHTISCHB LlSTIi ÜHR ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl.) 



albo-violaceuni lAlih. 71 1 .88 

Anthora 88 

aureum 88 

autumnale 87 

Barrii 88 

californicuni 87 

colunibianuni 87 

üelavayi 87 

Fischeri 87 

— arcuatum 87 

— Wilsonii 88 

Forrestii 87 

Henisleyanuni (Abb. 701 . 88 
japonicnm 87 

— autumnale 87 

— Fischeri 87 

Kusnezowii S8 



Lvcoctonum 8i 

— album 8i 

— pvrenaicuni 81 

Nape'llus 8' 

— Ackermannii .... 8! 

— album 8' 

— bicolor 8! 

— Carmichaeli . ... 8' 

— eminens 8' 

— superbum . . 

— tauricum . . 

— X variegatum 
neapolitanum . . . 
ochroleucum . . 

oregonensc 87 

Orientale 88 

pyramidale 88 



87 



88 



88 



pyrenaicum 88 

rostratuni 88 

— coeruleum 88 

Stoerkeanum 88 

Szukini 1 lemsleyanuni . . 88 

tauricum ..." 88 

to.xicarium 88 

variegatum 88 

— album 8S 

— coeruleum 88 

villosum 88 

Vilmorinianum 88 

volubile 88 

— latisectum 88 

— tenuisectum 88 

Vulparia 88 

Wilsonii 88 



1. Straff aufrechte, nicht rankende Arten. 

A. Blüten blau oder blau mit weiü: A. autumnale iA.Jupönia/iii var. uiiiamiidle). 
Ostasien, mittelhohe, japoniciuii-iihnWcht .Art mit stumpf konischem, sehr breitem Helm, 
September-Oktober; A. califörnicum mchWgcr oregoiu'nse oder eo/i/iiibidmim), Nordwest- 
amerika, Wurzeln kurz rübenförmig, bis 1 w, Blätter tief eingeschnitten gelappt, Blüten ris- 
pig, bleichblau, Helm konisch, September, wohl sehr selten echt in Kultur, was hier unter 
diesem Namen geht, gehört zu Napcllns; A. Fischeri [A. japonicnin var. Fischeri), Kamt- 



schatka, der Typ nur 0,5 bis 1 // 
Mandschurei, bis 1.5 ///, Blätter 
matt hellgrün, tief zerschlitzt, Blü- 
ten hellblau, August-September; 
die .1. Fischeri Hort, pflegt eine 
Napel/iis-Form zu sein : A. FÖV' 
restii [A. Delavayi Hort.i, West- 
china, 1 bis 1 ,2 m. klebrig behaart, 
Blüten violett, erst im September- 
Oktober; A. japönicum, Ost- 
asien, Wurzelstock kurzknollig. 
Wuchs nicht sehr straff, bis 1 ,5 ///, 
Blattabschnitte rhombisch - eiför- 
mig gelappt, Blüten etwas rispig, 
blauviolett, Helm hoch gewölbt, 
Juli-August; A. Napellus, \'e- 
n u s w age n , Europa, formenreich, 
Wurzelstock kurz rübenförmig, bis 
!,5 m, Blätter tief eingeschnitten, 
schmallappig, Blütenstände be- 
haart, Blüten tief dunkelblau, Helm 
halbkugelig, fast kürzer als breit, 
Juli-August, Typ mäL'jig hübsch, 
eine sehr üppige, bis 2,5 in hohe 
Form mit mehr rispigen Blüten- 
ständen ist var. eminens. August, 
treibt früh, ferner zu nennen var. 
üHnim. Blüten fast weil.'), var. Car- 
michaeli, üppig, tief dunkelblau. 
Ende August; var. sapc^rhum. sei- 
dig glänzend, intensiv dunkelblau ; 
zu Napellus wohl auch die gute 
Sorte „Spark"s Var.", bis \.hm. 
sehr dunkelblau, gut in X'erbin- 



irmblütig, September; schön dagegen var. arciidtiim. 




Aconitum llemsteydnum, schlingender Eisenhut, 
(,l. Veitch & Sons). 



88 



Aconitum— Acorus 



dungmitweiß; Bastarde m\t varieffatuni dürhen sein A.Nape/liis var. bicolor, blau mit weiß, 
und dessen verbesserte mittelhohe Form var. Ackermännii, lebhaft blau mit weiß, scharf 
begrenzt ; A.Napellus ist für Kulturzüchtungen sehr wichtig; A. KusnezöwJi, Ostasien,Wur- 
zelstock mehr knollig, 1 bis l .5 m, kahl, Blätter tief dreiteilig, Blütenstand dicht, Blüten blaß- 
blau, Helm halbkugelig -kegelförmig; A. pyramidale Hort. {A. Stuerkednum Hort.) ist 
Napellus X variegatuin, oder eine Napellus sehr nahe stehende Form, Wurzelstock rettich- 
förmig, 1 bis 1,8 m. Blüten violett, seidig. Helm gewölbt, Juni-August; A. laüricum (A. 
Napellus var. taiiriciim). Alpen, schön belaubte, tiefblaue, reichblütige, bis 1,5 m hohe Na- 
pellus-Form, Blütenstände kahl. Juli-August; A. variegätum (A. rosträtum), Europa, 
Wurzelstock kleinknollig, bis 1,5 //;, Blätter tief und feinteilig, Blüten rispig, tiefblau bis 
weißlich, Helm gewölbt, hochgeschnäbelt, Juli-August, var. dlbii/n, weiß, blau getuscht, var. 
coeruleuin (A. rosträtum var. coenüeum). wundervoll leuchtend blau; A. Wilsönii [A. Fischen 
var. Wilsönii), Mittel-China, 1 bis 1,5 /«. Blüten groß, lichtviolettblau, September-Oktober 
sehr wertvoller Spätblüher, für Schnitt, setzt Blütezeit von Fischeri und Forrestii fort. — 
B. Blütengelb: A.Anthöra [A.aun'um Hort. ), G i f t - 
heil, Europa bis Nordasien. Wurzelslock rübenförmig, 
0,5 bis 1,5 /«, Blätter tief eingeschnitten gelappt, Blüten 
hellgelb, Helm halbkugelig, so hoch wie breit, Juli-Sep- 
tember; A. Lycöctonum i wird jetzt zerlegt in A.toA/- 
cdrium,A. Vulpdria usw.), Europa bis Sibirien, Wurzel- 
stock faserig-fleischig, 0,5 bis 1,25 f//;, Blätter mit 5 bis 
7 cm breiten Lappen, Helm zylindrischkonisch,viel höher 
als breit, Juni-Juli, ohne besonderen Wert; A.pyrenäi' 
cum (A. neapolitdnum, A. Lycöctonum var. pyrenaicum), 
Südeuropa, Blätter feiner geteilt als vorige, Blüten reiner 
gelb,invollerenRispen;A.or/e/Jfä/eM.4);coc/ort«mvar. 
album, A. ochroleucum). Armenien, Kaukasus, Wurzel- 
stock faserig-fleischig, 0,8 bis 1 ,5 m. Blätter mit 7 bis Q cm 
breiten Lappen, Blüten gelbweiß, Haube hochzylindrisch. 
11. Rankende Arten^). (Alle lieben Halbschatten oder 
Schatten und feuchten humosen Standort.) 

A. albO'violäceum, Mandschurei. bis 2,5 m, Blätter 
drei- (-5) lappig, mattgrün, tiefbuchtig, Blütenstände 
wie Abb. 71, behaart, fünf- bis zehnblütig, Blüten vio- 
lett und weiß, August, liebt feuchten Ort, Halbschatten, 
Humusboden, hübsch ; A. Bärrii, Knolle wie bei volu- 
bile, Laub an variegätum erinnernd, hochschlingend, 
Blüten tiefviolett, mäßig schön; A. Hemsleyänum 
\A. Szukini var. Hemsleyänum), Mittel-China, Knollen 
usw. wie bei rolubile. aber Blätter breitlappiger, kaum 
bis Mitte eingeschnitten. Blütenstand etwa zehnblütig, 
Blüten licht violett-blau (siehe Abb. 70i; A. villösum, 
Altai, bis 4 m. Knöllchen sehr klein, dicht behaart, feiner 
belaubt als voliibile. mattgrün, lichtblau, schon im Juli, 
härter als F/emsleyanu/n: A. Vilmoriniänum, Mittel- 
China, Wurzelstock rübenförmig faserig, üppiger als 
folgende, Blüten violett, September-Oktober; >4.vo/ü= 
bile. Sibirien, China, Knolle haselnußgroß, Blätter tief 
fünf- bis siebenteilig, Blüten violett, zu wenigen hän- 
gend, Helm gewölbt, var. tennise'ctum, wenig rankend, 
nur überhängend, August; abweichend ist var. latise'ctum, 
mit trübvioletten, innen grün gefärbten Blüten, hoch- 
schlingend, recht hart, aber Zierwert nicht allzu groß. 
Acorus, Kalmus — Aroideen — Schilf- oder 
grasartige Pflanzen mit kriechenden Erdstämmen, Blüten 
Abb. 71. Aconitum albo-violaceum §3"^ unscheinbar in seitenständigen Kolben. Man ver- 
(Orig., phoi. F. zeman, Hort, veitch.) gleiche die Arten. 




Acorus— Actaea. 




Abb. 72. Actaea alba. wcilJes Christophskraut. zur Hruchtzeit iphoi. J. n.irtma 



A. Cälamus, bei uns heimische, schüfähnhche. O.u bis 1 m hohe Wasserpflanze mit 
aromatischem Erdstamm und breiten schwertförmigen Blättern, blüht Juni bis Juli. Kolben 
10 bis \r> cm lang; sehr hübsch ist die gelb- oder weiüblättrige var. varicffatiis. die als A. 
japörüaisfol. var. geht; Kultur leicht, in schlammigem fettem Boden, in seichtem Wasser 
von Teichen und Wasserläufen; X'ermehrung durch Teilung der Wurzelstöcke im Herbst 
oder Frühjahr; Verwendung als Wasser- bzw. Uferpflanze im Park oder auch für Bassins. 
die bunte Form auch für Rabatten oder auf Rasenplätzen; A. gramineus, .lapan. mehr 
grasartig, büschelig wachsend, kaum über K) cm hoch, sattgrüne feine Blätter; Kultur in 
frischem bis feuchtem Boden in Nordlage oder Halbschatten; X'ermehrung wie vorige Art; 
Verwendung besonders als Einfassungspflanze. Stengel auch zum Schnitt brauchbar. Die 
buntblättrige Form ebenfalls ganz hart und schön. Sehr niedlich und hart ist auch A. pU' 
sillus [A. gramineus var. piisilliis). .lapan, nur 1."^ cm. blaugrün, zierlich. 

Actäeä) isiehe auch Cimicifuga). Christophskraut — Ranuncul aceen — Auf- 
rechte, harte Kräuter mit zwei- bis dreifach gefiederten Blättern und der Tracht von Cimici- 
fuga, aber kürzeren Blütenähren. nur einen Fruchtknoten in der Blüte und Beerenfrüchten; 
Kultur in gutem, etwas feuchtem Boden in halbschattiger Laee; Vermehrung durch 
Samen (Herbstsaat. Samen lange liegend) und durch Teilung im Frühjahr; Verwendung 
für schattigere Stellen im Park, im Sommer zur Fruchtzeit zierend. 

A.acuminäta, Mandschurei, wie spicata, aber robuster. Beeren schwarz. Stiele verdickt, 
rot; A. alba, Nordamerika, höher als spicata. bis 1 m. mit schärfer eingeschnittenen Blättern. 
Beeren weilJ. auf verdickten rotenStielen (Abb. 72i. August-September; A. spicata, Europa 
bis Japan, bis 4()(///. blüht .Wai-Juni. Beeren glänzend schwarz. Stiel unverdickt. Juli, schöner 
die rotfrüchtige var. rubra \A. ruhra\ aus Nordamerika; eine besondere Art aus Nordruüland, 
Sibirien bis Nordwestamerika dürfte A.erythrocärpa {A. spicata vav. erythrocarpa) dar- 
stellen, wozu var. lencoccirpa als weiß fruchtende Form gehört. 



90 



Actin^lla— Adiantiim. 



Actlnella (Tetraneuns): 10 bis 25 cm hohe alpine Kompositen aus dem westlichen Nordamerika, 
Blütenköpfe einzeln, gelb, mit dreizähnigen Strahlen; Kultur mühelos im Steingarten ; Vermehrung 
durch Teilung im Frühjahr oder Samen; scheinen nicht immer ausdauernd zu sein. 

A. (Rydbergia) grandlflöra, dicht wollig behaart, untere Blätter fiederschnittig, Blütenköpfe bis 7 cm 
breit, Sommer; A. scapösa. Blätter grundständig, lineal-lanzettlich, Schaft nackt, Blütenköpfe 2,5 cm 
breit, Juli, sonnige trockne Stellen. 

Actinomeris squarrösa ( Verbesina altemifölia) — Kompositen — Nordostamerikanischer, 1 ,20 
bis 2 m hoher, aufrechter, harter Herbstblüher mit lanzettlichen Blättern und gelben, in Doldentrauben 

stehenden Blüten, September. Kultur 
wie Hclianthiis; Verwendung für 
Staudengruppen im Park. Ebenso A. 
( Verbesina) heliaiitlioidesmW unterseits 
seidig behaarten Blättern. 

Actinösporadahürica siehe Cimi- 
cifuga. — Adämsia siehe Puscliltinia. 
Adenöp/zora, Becherglok= 
ke — Campaniilaceen — 
Aufrechte, glockenblumenartige 
harte Stauden von Tracht wie Abb. 
73: Kultur in jedem nahrhaften, 
nicht zu schweren, aber frischen 
Gartenboden und am besten halb- 
schattiger Lage; Vermehrung 
durch Samen im Frühjahr. Teilung 
nicht leicht, daWurzelstöcke gegen 
Verletzung empfindlich ; Ve r w e n - 
düng für Rabatten sowie auch im 
Park zwischen lichtem Gebüsch 
und im Alpinum. 

A. communis (A. liliflöra, 
A.Iilifölia), östliches Mitteleuropa 
bis Sibirien, bis I m, Blätter rund- 
lich, gekerbt, Blüten blal.lblau in 
pyramidalen Rispen. Juli; A.mC' 
galäntha, Mittelchina, 50 cm, 
an Campaniila liiondwidalis er- 
innernd. Blüten porzellanblau, hän- 
gend, Juli-August; A.polymör= 
pha, Ostasien. Tracht wie .Abb. 7 3. 
Blüten dunkelblau, August; A.PO' 
taninii, Turkestan. höher und 
reicher verzweigt, Blüten mattlila- 
farben in zierlicheren, kürzeren Äh- 
ren, Juli-August ; A.verticillata, 
Ostasien, bis 80 cm, Blätter und Verzweigungen des Blütenstandes wirtelig, Blüten klein, 
blau, hängend. Juli; A. infimdiöul/förmis ist sme unsichere Gartenform. Neue, wertvolle, zu 
erprobende westchinesische Arten sind A. Baileydna, A. Biilleyüna und A. ornctta. 

Adenöstyles, Hufblatt, Drüsengriffel — Kompositen — Harte buschige Gebirgspflanzen mit 
herznierenförmigen, blaugrünen Blättern und doldentraubigen Blütenständen wie in Abb. 74; Kultur 
mühelos in etwas feuchtem Wiesenboden, auch Halbschatten, lieben Kalk ;Vermehrung durch Tei- 
lung im Herbst oder Frühjahr, oder durch Samen ; V e r w e n d u n g im Park für feuchte, felsige Hänge 
und dergl. 

A. älbifrons (A. Alliüriue), aus den Alpen, mit grobzähnigen, ca. 25 cm breiten graufilzigen Blättern 
und lilarötlichen Blüten, Juli-August, bis 1 m hoch; A. alpina, niedriger, kleinblättriger, kahler, Blüten 
heller bis weißlich; A. crassifölia (Abb. 74), aus Tirol, Blätter unterseits wolligfilzig, etwas lederig. 

Adiäntum pedätum, Haarfarn, Venushaar: hartes, nordamerikanisch-nordost- 
asiatisches Farnkraut mit schwarzem kriechendem Wurzelstock und aufrechten, bis .SO cm 
hohen Blattstielen mit wagerecht ausgebreiteten, bandförmig sieben- bis achtfiedrigen Wedeln ; 
Kultur in etwas, aber nicht allzu schattigen, feuchten, geschützten Lagen und leichtem, 
etwas moorigem Boden (grobe Heideerde); Vermehrung durch Teilung im zeitigen I^rüh- 
jahr, auch Aussaat (Sporen) ;Verwendungfür halbschattige Partien von Qesteinsgruppen 




73. Aäenopiwra polyiuorplia, Becherglocke, 80 cm, 
im Hort. Arends lOrig., RonsUori). 



Adiäntuiii— AL'thcopäppiis, 



91 



oder zur Unterpflanzung in etwas feuchten Qehölzpartien : Wedel oft für Binderei empfohlen, 
welken aber zu leicht. 

Adlerfarn siehe F'tC'hliuin. 

Adlümia fungösa i A. cirrhösa] ist eine zwcijälirige.'iiordamerikanische, kletterml-klinimende Fu- 
in a r i a c e e mit adiaiitiimartisen Blättern. 

Adönisu Adonisröschen, Feuerröschenl— Ranunculaceen — Harte, aufrechte, 
buschige Pflanzen mit fein zerschlitztem Laube und ansehnlichen Blüten: Kultur in leichter, 
aber nahrhafter, etwas humoser, 
flachgrundiger Gartenerde (auch 
auf Kalkl, in sonniger oder besser 
in mehr nordöstlicher Lage, zur 
Wuchszeit feucht halten ; Ver- 
mehrung durch Samen i Saat im 
Spätherbst oder Frühjahr) oder 
durch Wurzelteilung (im zeitigen 
1-rülijahr oder Herbst i. 

.4. ann/rens/s Regel etRadde. 
nicht Hort. .iWandschurei. zur Blüte- 
zeit blattlos, Blütenstengel nur mit 
3 bis 5 trockenen Schuppenblätt- 
chen, an Tiissilago Furfara er- 
innernd, Blätternach Blüte, dreifach 
fiederteilig, mit schmalen scharfen 
Abschnitten, Blüten einzeln, schön 
goldgelb ( in Petersburg mit Gulan- 
thiis Ehvcsii durch Schnee hin- 
durchbrechend i, früheste Art, ohne 
ForiTien; A. davürica (.4. da/iii- 
rica. A. ainiirensis der meisten 
Gärten I, Dahurien..lapan, der ver- 
nalis ähnelnd, aber weit früher. 
etwa zwei Wochen nach derechten 
amurensis blühend, gleichzeitigdie 
düstere feine Belaubung entfaltend. 
Blumen tiefgelb, März-.April; hier- 
von eine gefüllte weniger leuch- 
tende Form, in .Japan auch weilJe 
und rosafarbene; vielleicht ist die 
wildejapanische Form mit der ech- 
ten dahurischen nicht identisch ; A. 

d/sförfa, italienische Form der i'c77/a//s, später blühend; A.pyrenäica, Pyrenaeen, stärker 
wachsend als verrialls. mehr verzweigt, alle Blätter krautig, Blüten glänzend gelb, Juni-.luli; 
A. sibirica (.1. apennina var. sihirica. A. verndlis \'ar. Sibirien), Sibirien. i'c/v/«/« ähnlich. aber 
robuster, bis .So cm. feiner belaubt. Stengel verzweigt, mehrblütig. Blüten gesättigt goldgelb, 
bis .S cm breit, iWai. später als vernalis; A. Wälziana, cme großblumigere Form der vernalis 
oder eine Hybride davon mit mli^ensis; A.volgensis (A. wolgc'risis Hori.). Blätter wie bei 
vernalis, Blüten mehr wie bei pyrenaica, aber im April, kaum zu empfehlen; die frühesten 
sind anmrcnsis und duviiriat. dann folgt vernalis mit ihren Formen, zuletzt blühen pyrenaica 
und sibirica. alle gut und schön. 

Adöxa Afoschatellina, Moschusbliimchen, Bisamkraut — Adoxaceen — Heimisches, 7 bis 
20 cm hohes Pflänzclien mit doppelt dreizähligeii Blättern und kleinen, grünlichweißen Blütchen in Köpf- 
chen, März-April; für feuchte Partien in üesteinsgruppen und Laubholzwäldern als Schattenpflanze 
brauchbar, zieht aber schon Ende Juni ein. 

Aegopödiunt Podagrärla, Qiersch — U m b e 1 1 i f e r e n — Auch die var. variesdtuni (fol. var.) mit 
gelb panachierten Blättern dieser gemeinen Staude, die bis 1 rii hoch wird und im Juni-Juli weiß blüht, 
ist gleich der typischen Form ein lästiges Unkraut. 

Ährengras siehe L'niola. 

Aetheopäppus pulchern'musiCenraurt'a piilclierrima). Kaukasuskornblume — 
Kompositen — Kaukasische, fast ganz harte, aufrechte, ca. SO cm hohe, buschige Staude, 




Aetheopiippus— Aethionenia. 




Abb. 75. Aetlicopappiis puhheirinms, Kaukasus-Kornblume, 80 



ds. Künsuorfl. 



wie Abb. 75, mit fiederspaltigen oder -teiligen, unten grauweiß filzigen Blättern und lang- 
gestielten, 5 bis Sem breiten, rosapurpurnen kornblumenartigen Blüten im Juli; in Kultur 

meist var. concinna, Laub graugrü- 
ner, mehr fiederteilig, von beiden 
weiße Formen; Kultur einfach in 
lehmigsandigem oder sonst gutem, 
nicht zu feuchtem Gartenboden; 
Vermehrung durch Teilung und 
Samen im Frühling ; Verwendung 
für Rabatten. Vorpflanzungen, vor 
allem als Schnittstaude, da Blumen 
lange haltbar. 

Aethionema. Steintäschel, Bun- 
desfaden — Cruciferen — 15 bis 
20 fm hohe, am Grunde leicht verholzen- 
de Stauden von der Tracht wie Abb. 35 
und 76, mit rosenroten Blüten im Mai- 
Juli ; Kultur und Verwendung 
wie /beris, lieben Kalk, sonnige trockene 
Lage, im Winter leichte Reisigdecke, 
Schutz gegen Nässe. 

A. coridifölium {Ihcris jiiciinda), Li- 
banon und Taurus. Triebe dicklich, un- 
verzweigt.Blätter blaugrau, Frucht kahn- 
förmig; A. grandiflörum, Persien, üp- 
pigste Art, bis 30 cm, Blätter schmäler 
und spitzer, Frucht rundlich (Abb. 35); 




Aetliionema sc/iiatos 

in Kew (Orig 



Steintäschel, 



AetliionC'iiia — Ajuga 



93 




A. diaströphis, Armenien, ähnlich fol- 
gender, Früchte aber viel kleiner siehe 
auch Abb. 35 ; A. pulchellum, Persien 
lockerer im Wuchs als corulifoliuiii, nie- 
derliegend, Triebe verzweigt, Frucht 
herzförmig; A. rotundif6lium(Eunöiiuü 
/■o?urtrf//b//ai, Transkaukasien,8— lOf///, 
Blättchen rundlich, klein, blaugraugriin, 
Blüten weil.) oder rosa, gilt als härteste 
Art;/4.sc/»/s(dsuin(Abb.76), cilicischer 
Taurus, Blätter ziemlich groß; A. war- 
leyease („Warley Hybrid":, brc'*e "'e- 
drige Polster, vvich'tige frühbluliLinU 
leuchtend rosafarbene Hybride. Ändert. 
Arteu mehr halbstrauchig, so Aetitione 
ma iEunömia. Tliläspi) cordätum, sieht 
Laubholzbuch. 

Affodil siehe As/)lwd('!us. 
Agästache i Loiilnintliiis) anethio- 
döra: nordanierikanische LabiatL du. 
nur botanisch interessant ist und uie 
J.op/ni'it/ius r/iirn'/isis Verwendung fni 
den kann. 

Agapäathus umbellätus (A. africa 
ntts), Schmucklilie, eine als Kannaus- 
pflanze bekannte, im Sommer in Kübeln 
im Freien viel verwendete Liliacee mit 
prächtigen blauen ibeivar. o/ö/« weiüeni Blütendolden vom Juli bis September, die in warmen Lagen 
unter leichter Decke an trockenen Stellen im Freien aushalten kann. Kultur usw. etwa wie Tritoma. 
Agave Pärryi (A. applancita var. Parryi) — A m a r y 1 li d e e n — In nicht zu rauhen Lagen winter- 
harte Agave aus den Hochgebirgen des nördlichen Arizona in Nordamerika, Tracht wie Abb. 77, Ro- 
setten bis über 1 m Durchmesser, die graugrünen oder hell graublauen Blätter 20 bis 30 cm lang, Blüten 
grünlichgelb, in rispigen, bis 4 m hohen Blütenständen; Kul tur in Felspartien an sonnigen geschütz- 
ten Lagen und recht trockenem Standorte, im Winter leichte Reisigdecke. Leidet leicht durch Winter- 
nässe. 

Agöseris siehe Tröximon. 

Agrimönia Eupatöria, Odermennig: gelegentlich auf Parkwiesen oder in lichtem Gebüsch kulti- 
vierbare, 0.3 bis 1.2 OT hohe, heimische Rosacee mit gefiedertem Laub und kleinen gelben Blütchen in 
traubigen Blütenständen, Juni-August. Ohne besonderen Wert. 
Agrostemma siehe Lychnis. 

Agrostis, StrauBgras: heimische, 10 bis 25 cm hohe, zierliche Alpengräser; K u 1 1 u r in etwas 

mooriger Rasenerde in trockenen, stei- 
nigen sonnigen Lagen ;Vermehrung 
durch Saat und Teilung; Verwen- 
dung fürs Alpinum. 

A. alpina, lockerrasig, Rispenäste 
rauh ; A rupestris, dichtrasig, Rispen- 
aste glatt, zierlicher als vorige. 

Ainsliäea cordata; japanische, an 
l'nriii'il/irs erinnernde Komposite. Ob 
liui Ulis in Kultur? — Aira canesceas 
siehe WcinfriirliitrUi. — Aira flexuösa 
sielic Deiclnimpsia. — Ajax Pseudo- 
,\arcissus siehe Xarcissus. 

Aj'üga, Günsel — Labiaten 
— Harte, heimische Stauden mit 
meist oberirdisch kriechenden .Aus- 
läufern. Tracht wie Abb. 78: Kultur 
in guter, nicht zu schwerer Garten- 
erde in frischem Boden; X'ermeh- 
rung durch Teilung oder Samen, 
siehe sonst die Arten. 

A.genevensisiA.nigösa), ohne 
oberirdische .Ausläufer, 8 bis 20 an, 
dichfzottig. Scheinähren locker, Blü- 
ten blau, weiß oder rot iMai-Juni, 
besonders schön die botanisch un- 




Abb. 78. AJuiru 
blättr 



^ipurpurea, schwarzpurpurn- 
1 //;, in Kew (Orig.). 



Ajüga — Alisma. 



sichere var. Brockbdnki, tiefblau, ]\ann trocl<enen sonnigen Stand vertragen, 'an Uferhängen 
im Grase usw.; A. pyramidalis, wie vorige, aber nur kurzhaarig, bis 20 cm. Blüten- 
stände dichter, Blüten hellblau, für lichte Waldungen; die A. metällica crispa dürfte eine 

Form von pyramidalis sein mit 
eigenartigen, blasig aufgetriebenen, 
metallisch glänzenden Blättern, 10 
(/// hoch, April; A. reptans, mit 
oberirdischen Ausläufern, schnell- 
wuchsig, bis 30 cm, Blüten blau, 
bei var. alba weiß, in Kultur vor 
allem var. rösea mit lila-rosa Blüten 
und var. atropurpurea (var. rubra, 
ydx.fol.purp.), Abb. 78, mit purpur- 
nem Laub und bläulichen Blüten, 
ferner var. compdcta, sehr dicht. 
Bluten blau, und var. variegdtaifol. 
var.) mit weißgelblich geflecktem 
Laube, für halbschattige feuchte 
Lagen, auch als Einfassungspflanze. 
. Akelei siehe.-l(;ü//('V/a.— Alant siehe 
Inula. 

Alcbemilla, Frauenmantel, Sinau 
— Rosaceen — Harte, heimische, 
buschige Gebirgskräuter mit nierenför- 
migen, 5- bis 91appigen oder -geteilten 
Grundblättern und unscheinbaren, grün- 
hchgelben Blüten in dichten Rispendol- 
den ; K u 1 1 u r an steinigen feuchten oder 
auch sonnigen Orten ; Vermehrung 
durch Teilung oder Samen ; Verwen- 
dung für Felspartien, wo sie aber zu- 
weilen lästig werden, und feuchte halb- 
schattige Orte im Park. 

A.alpina, 5 bis 10 cm, behaart.hübsch 
belaubt, Juni-August, gedeiht überall, 
besonders üppig im Halbschatten; A. 
fissa, bis 30 cm, kahl, Juli-August, an 
quelligen feuchten Orten ; A.rigida und 
,4. o«////o6a, Kaukasus, hübsch und wert- 
voll für Bachufer, feuchte halbschattige Stellen und Einfassungen im Schatten. Ebenso A. pentapliviki, 
Pyrenaeen, 3 bis 15 cm. 

Alectorölophus [Rlundniluis], Klappertopf^ diese Scroph_ula 
wie Pediciikms und für sie gilt das dort 
Gesagte. 

>l/e7r/sfar/nosa, Sterngras, Kolik» 
Wurzel — Haemodoraceen — Ost- 
nordamerikanische. Toßeldia ähnliche, 
unscheinbare, schwer gedeihende, nur 
botanisch interessante Staude. 
Alfredia siehe Cdn/iiit.s. 
A//sma, Froschlöf fei —A 1 i s - 
maceen — Harte heimische Was- 
serpflanzen mit kriechendemWurzel- 
stock; Vermehrung durch Wur- 
zelstockteilung und Samen; Näheres 
bei den Arten. 

A. nätans {Echinodörus oder 
Eli'sma natans). Stengel im Wasser 
flutend, 1 bis 4 5 tv« lang. Schwimm- 
blätter oval, Blüten weiß, auf dem 
Wasser schwimmend, Mai bis 

Herbst;für flache, 20 bis 30 rm tiefe ,,, ,„, ,,,^ , , „ ■ ,• ,. i i -,„ 

„ .. j n ■ An, Abb. so. /l///«m /)///<7;?//«m. zierlicher Lauch, 30 ( 

Gewässer und Bassms; A.Plan' ici. Arenus Konsdorn. 




Abb. 



Alliiiin Ostrowskvanum ipln 



ic.een sind Halbschniarotzer 




Alisma— Allimii. 



95 



tägo-aquätica [A. Plantago), grundständige Rosetten langgestielter Blätter, Blüten klein, 
weil.; oder fleischfarben, in aufrechten, nackten, quirligen, bis I in hohen Rispen, .luli-Sep- 
tember, für Gräben, Ufer, sumpfige Wiesen und flache Wasserbecken, breitet sich oft zu 
stark aus, nicht so gut wie natuns. 
Eine Form mit mehr lanzettlichen 
Blättern ist A. lanceolüta. 

Alkänna (Lil/iospi'rmiim\ orientälis : 
et\va30(7H hohe, drüsig behaarte, klein- 
asiatische Boraginacee mit breit- 
lanzettlichen Blättern und gelben Blü- 
ten in endständigen Wickeln mit breiten 
Braktccn, Mai-Juni bis Sommer; für 
trockene sonnige Stellen in der Fels- 
partie; Vermehrung durch Steck- 
linge, Teilung und Samen ; Verwen- 
dung im Alpiiuim. 

Allectorürus yedoensis iArit/nri- 
vuniycdocnsv): i;ipanische L i I i a c c e . an 
eine winzige Clivia erinnernd, Bluten- 
stände ähnlich ,-U;//;(Y:cüm, Blüten rosa- 
lila. Kultur usw. wie Anthericuni : 
ob bei uns schon eingeführt? 

AlUönia hirsüta — Nyctagineen 
— Harte 30 bis 90 cm hohe aufrechte, 
drüsig zottige Staude aus Nordamerika 
mit gegenständigen, lanzettlichen Blät- 
tern und endständigen, von einem far- 
bigen Involucrum umhüllten, unscheinbaren Blüten im .luli-Angust; Kul 
Suchswert für große Parks. 

Alliutn, Lauch — Liliaceen — Meist unangenehm riechende, harte Zwiebelgewächse 
mit meist kugeligen Blütendolden auf schlanken Schäften, vgl. Abb. sO bis 82; Kultur im 
allgemeinen in leichtem, sandigem, zum Teil kalkhaltigem Boden in warmer sonniger Lage; 
Vermehrung durch Brutzwiebeln im Herbst, zum Teil auch durch Samen ; Verwendung 
im Alpinum. F^ark imd Garten, meist nur für Liebhaber, doch sind .Arten wie karalawiense 
sehr ornamental. 




in trockenem Boden, ver- 



ALPHABHT1SCHI-: LISTI-: DLR BRWAHNTHN LATHINISCHHN NAMHN, 
iDie Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen). 

kansuense 95 

karatawiensc (Abb. 81 1 . .96 

macranthum 95 

Moly 95 

narcissifloruni ... 95 

neapolitanum 96 

nutans 97 

oreophilum 95 

Ostrowskyanum (Abb. 79i 9() 



oviflorum 

pedemontanuni 95 



pskemense 96 

pulchellum (Abb. soi ... 96 
Rosenbachianum (Abb. H2i 9b 

schoenoprasum 96 

sphaerocephalum .... 97 

stipitatum 96 

Tubergenii 96 

tnlipifolium 96 

ursinum 97 

Wallichiaiunn 96 



albopilosum 9() 

azureum 95 

candidissimum 96 

carinatum 97 

coeruleum 95 

cyaneum 95 

d'ecipiens 96 

flavum 95 

fragrans 96 

giganteuni 95 

grandiflorum 95 

I. Blüten deutlich gelb: ^4. fiävum, schönste heimische Art, Stengel bugig an- 
steigend, gleich den schmal linealen Blättern blaubereift. Blüten glänzend gelb, nickend; 
anspruchslos ; A. Möly, Südeuropa. Blätter eilanzettlich. blaugrün. Schaft .50 bis 4 Oari. Blüten- 
dolde ca. 7 eil! breit, Blüten groß, gestielt, iMai-.luni, schöne Art, besonders in Masse. 
sät sich selbst aus. — 11. Blüten deutlich blau, violettpurpurn oder hei lila: 
A. coeruleum i.L azureum). Sibirien, Blätter lanzettlich, Schaft bis 40 cm. Blütenköpfe 
kugelig, aufrecht, himmelblau, .luni-.luli; A. cyäneum, Westchina. Blätter lineal. Schaft 
15 bis 25 cm. Köpfchen nickend, sonst wie vorige, sehr ähnlich ist .4. kansuense aus China. 
Blüten Puschkinia-hVäu. .luli; A. gigänteum, Zentralasien. Knolle breitkugelig. Blätter zu 
5 bis 9 grundständig, bis 5 cm breit, Blüten hellila. sonst ähnlich Rosenbachidnum. .luni; 
A. macranthum (.-1. oviflorum). Himalaya. wie ein grol.ies pulchellum, Blüten schön lila, 
nickend.. luli ; hart für Steingarten : -4. narcissiflörum iA. grandiflorum. A.pedemontdnum). 
Frankreich. Italien, kriechender Wurzelstock. 5 bis 6 grundständige schmale Blätter, Schaft 
mit nickender Dolde aus zwei bis zehn groüglockigen. heller oder dunkler purpurnen Blüten, 
•luni. sehr eigenartig, schönste Art für warme trockene Lagen: A. oreophilum, Kauka- 



96 



Allium 



sus. Turkestan. alpin. Blätter zwei, flach, schmal, zurückgebogen, Blüten groß, schwärzlich 
dunkelrot. ähnlich folgender; A. Ostrowskyänum, Jurkssian. 20 bis 30 cm, wie Abb. 79. 
Blüten dunkelviolettrot, Juni-Juli, eine der schönsten Arten; A.pulchellum, Europa, 30 bis 

40 rm. Blüten leucltend lilarot, Au- 
gust, Abb. 80; zierlich; A. Rosen= 
bachiänum, Zentralasien, Knolle 
kugelig, Schaft bis 70 cm, Blüten 
düsterrötlich, siehe sonst Abb. 82; 
A. schoenopräsum, Schnitt- 
lauch, Europa. 10 bis 30 «H, Blüten 
ilarosa. .luli-.August, für nasse Orte 
im Park, in Masse ganz wirkungs- 
voll; A. Wallichiänum, Hima- 
laya, bis 80 cm. Laubhemerocallis- 
artig, Blüten dunkel weinrot, in locke- 
ren flachen Dolden, August, schön ; 
ebenso stattlich und schön sind A. 
decipicns (A. tiilipifolium), Mittel- 
asien, Blätter sehr breit, glänzend 
grün. Blüten lebhaft rosalila, und .4. 
^///wYßYwm.ebendaher.Blätter schmä- 
ler, Blüten purpurn, beide hart. 
111. Blüten weil.) oder nur ganz 
leicht rötlich: A. albo^pilö' 
sum {A. Tuhergenii), Kleinasien, 60 cm, Tracht wie Rosenbachianiim, Blüten in dichten flachen 
Dolden, weiß mit lila Hauch, schwach duÜend;A.frägrans{Not/ioscördumfragrans),SM- 
westeuropa, Nordamerika, bis 1 m, Blätter lineal. Blüten gut duftend, grünlichweiß, in lockeren 
Dolden. Mai-Juni; A. karatawiense, Turkestan, Zwiebel groß, Blätter zwei, breit, blau- 
grün, Dolde weiß mit rot, Mai. siehe Abb 81; A. neapolitänum (A. candidissimum), Italien, 
Südfrankreich, 10 bis 2.S cm, Blätter lanzettlich, Schaft dreikantig. Blüten milchweiß, Juni- 
Juli, riecht kaum nach Lauch, wohl nur für sehr warme Lagen ; A. psketnense, Turkestan, 
bis über 1,3 m, ein imposantes //s/w/osh/h, Stengel stark bauchig aufgetrieben, Blüten weiß. 




Abb. 82. Allium Rosenbuchianum, hohe 
in Kew lOrig) 




Abb. 83. Alopecurus lanatus, Silberfuchsschvvaiiz (phot. ii. Zflrnitz). 



Alliiim — Aiyssopsis. 



97 





WB^^ 


I^M^W^H^Sp^ V'"t^v -''^^^^S^^^HHSBSi 




^^^m 



Abb. 84. Alyssum saxatile, Fels-Steinkraut, 40 er 
in Pruhonitz. iOrij;.i 



unscheinbar; A. ursinum, heimisch, an feuchten Stellen in schattigen Wäldern häufig, 
sehr unangenehm riechend. Blätter maiblumenähnlich. Blüten weil.'), Mai. ein nicht wieder 
auszurottendes Unkraut, vor dessen .Anpflanzung dringend gewarnt wird. — Hingewiesen 
sei noch auf A. carinutiini, Südost- 
europa, A. nutans, Altai, und A. 
sphcitroc^phalnm, Süd- und Mittel- 
europa. 

Allosörus crispus iCryptogrätnme 
crispa) Rollfarn, 12 bis 25 cm hoher, 
buschiger, heimischer Uebirgsfarn mit 
feinfiederspaltigenWedeln.deren frucht- 
bare schmälere Fiederchen haben ; K u 1 - 
tur in Felspartien zwischen Gestein und 
im Schatten großer Steinblöcke oder in 
Felsspalten, die der Morgensonne aus- 
gesetzt sind , in mooriger Erde mit 
Sphagnumzusatz, Schutz gegen starke 
Trockenheit; Vermehrung durch 
Teilung;VerwendungfürsAlpinum. 

Alopeciirus, Fuchsschwanz : nied- 
rige oder mittelhohe Gräser, Blüten in 
walzlichenScheinähren; siehe die Arten. 

4. /anätus, Hochgebirge Kleinasiens, 
bis LS c/ii, silbergraue, filzige, schmal 
lanzettliche Blätter, (Abb.83) für Felsen- 
mauern und sonnige Stellen im Alpen- 
garten, durchlässiges Erdreich, Schutz 

vor anhaltender Feuchtigkeit ; A. alpinus antärcticus, Antarktis, 50 cm. Blätter blaugraugrün wie Elymus 
arenarius gluiicus, für Steingarten : .4. pratensis, Wiesenfuchsschwanz, bekanntes Wiesengras, 
von dem var. variegdtus mit gelbhunten Blättern für Einfassungen im Garten brauchbar ist. 

Alpenglöckchen siehe SoUlum'llu. — Alpenhelm siehe Bdnschia. — Alpenscharte siehe Saiissü- 
reu. ~ Alpenquendel siehe Suttin'ja. — Alpenveilchen siehe Cyclümen. — Alraun siehe Mufulni-, 
goni und l'odophyUiim. 

Alsiae siehe Arenaria. 

Alstroemeria, Inkalilie — A m a r y 1 1 i d e e n — Lilienähnliche Pflanzen mit büschligen, fleischigen 
Wurzeln, einfachen, gegenständigen Blättern und ansehnlichen Blüten in Dolden, Juni-Augifct ; Kultur 
in geschützten, warmen, halbschattigen Lagen in humosem, nahrhaftem, stets frischem, aber durchläs- 
sigem und nie nassem Boden, etwa 20 em tief pflanzen, während Vegetation reichlich gießen, im Win- 
ter gute Laubdecke, Pflanzzeit Frühjahr, etwa 25 rm tief; Vermehrung durch vorsichtige Teilung 
oder durch Samen (im zeitigen Frühjahr, bald pikieren) ; V e r w e n d u n g für Gartenbeete und Gruppen 
im Rasen, erst ältere Pflanzen schön, auch als haltbare Schnittblume sehr empfehlenswert. 

A. auraatiaca, Chile, 0,5 bis 1 m. Blüten gelb, mit braunpurpurner Zeichnung, und die als A. au- 
rea gehende Form im Freien in entsprechenden Lagen brauchbar ; A. pulchella (A. psittacina), nördli- 
ches Brasilien, Blütenstände bis 75 em. Blüten dunkelrot, innen braun gefleckt, Juni-September, nur 
unter Decke. 

Atthaea rösea, Stockmalve, Stockrose, Pappelrose — Malvaceen — Auf- 
rechte, bis über 2 m hohe, breitblättrige, ursprünglich aus China stammende Schmuckstauden 
mit ansehnlichen Blüten in weil.ien. gelben, roten oder schwarzroten Farbentönen, in pyra- 
midalen, oft meterlangen mächtigen, traubigen Rispen im Juli -August: vor allem sind die 
gefüllten (fl.pl) Formen geschätzt, und zwar die sogenannten Chaterschen Stock- 
mal v e n : K u 1 1 u r in sehr nahrhaftem Boden mit viel Wasser und Üunggüssen im Sommer, 
im Winter Fichtenreisigdecke zum Schutz gegen Nässe: werden meist zweijährig kultiviert, 
da sie eigentlich Halbstauden sind und besonders die gefüllten Formen sich meist nur zwei 
bis drei Jahre halten, doch dauern einige länger aus, wenn man den Wurzelhals etwas tiefer 
hält als die Oberflache der Erde, und so eine starke Neubildung von Wurzelstocktrieben be- 
günstigt: \'ermehrung durch Samen, bei besonderen Sorten zuweilen Teilung vorzu- 
ziehen, wobei darauf zu achten, daü jeder Teil eine Laubknospe behält, besser vielleicht 
sind Stecklinge aus Wurzeltrieben. N'eredlung im Herbst auf V\urzelstücke zu umständlich: 
N'erwendung für Rabatten (Abb. 28i. Trupps auf Rasen, X'orpflanzungen im Park (Fern- 
wirkung zur Blütezeit I, Farbenreichtum sehr grol.l. A. ficifölia, Südeuropa, ist ähnlich, 
breite tief siebenlappige Blätter und gelbe Blüten. Sie wird ebenso kultiviert und bildet Kreu- 
zungen mit rösea. Gelegentlich in Kultur sind die länger perennierenden ,4. cannabina aus 
Südeuropa, bis 1.5 in. Blüten rosa mit purpurn, und ,4. nucliüöra aus Turkestan. 

Aiyssopsis Kotschyl: kleine, grau behaarte, an eine üraha gemahnende C r ii c if e re vom Libanon 
mit gelben Blüten wie ein Alyssum. Ob bei uns eingeführt? 

Silv.T T.irouc,l -Sehne iü er. unsere Preilandstauden. .1. .\ilT(.ii;c. 7 



98 Alyssum 

Alyssum, Steinkraut, Steinrich — Cruciferen — Halbsträucher oder niedrige 

Stauden vom Habitus wie Abb. 3 7. 84 und 85. mit gelben Blüten: Kultur in trockenen son- 
nigen Lagen in humosem. leicht lehmigem Boden ; Vermehrung durch Teilung. Stecklinge 
und Samen: Verwendung im Steingarten. Alpinum und an Trockenmauern, doch solche 
Formen, wie die von saxatile. auch für Einfassungen oder niedrige Gruppen. 

1. Grundblätter rosettig: A.saxätile iA.Ardiiini), heimisch, etwas halbstrauchig, 
bis 40 a«, Blätter grauweichfilzig. Blütentraube zur Fruchtzeit nicht verlängert. Blüten leuch- 
tend goldgelb. April-Juni (Abb. 84), eine der besten Alpengartenpflanzen: hiervon vor allem 
wertvoll var. compdctiim. nur 20 cm, var. ei t/inum. wie vorige, aber Blüten hellschwefelgelb; 
var. //. /;/., Blüten prächtig gefüllt, siehe Abb. 37, var. „Tom Thumb". zwergig, 10 bis 




1 5 cm, Blüten einfach gelb, und var. variegcitum, Blätter weiß-bunt gerändert, schlägt oft in 
Urform zurück. — II. Keine rosettigen Blätter vorhanden:/!, alpestre, Südost- 
europa, Orient, etwas halbstrauchig, 1 bis I ,S cm. grau behaart. Traube dicht, hellgelb. Fetalen 
gerundet, Juli-August: sehr nahe steht das spanisch-nordfranzösische /l. 5f/7;i'////d//H///, sehr 
fein, thymusartig: A.argenteum [A.rostrdtnm Hort.l. Balkan. 20 bis 30 «//.dicht polsterig, 
unten verholzend, Blätter unterseits silbrig, Blüten in reichblühenden Scheindolden, gold- 
gelb (Juni-) Juli- (-September); A ftoribündum, Cilicien. ist ein kleiner Strauch: A.mon= 
tänum, europäische Gebirge, 10 bis 20 cm. silbergrau sternfilzig, April-Juni, oft nochmals 
Herbst, sattgelb. Fetalen gekerbt, Trauben nach Blüte verlängert, besonders var. grandi- 
Jlörum, siehe Abb. 83 : A. MöHendorfiänutn, Bosnien, wie vorige, aber in allen Teilen 
kleiner, Blätter dicht silbrig, Blüten klein, Mai, gilt als eine der besten; A. repens, Sieben- 
bürgen, wie montanum, etwas dichter rasig, Blüten gröLkr, tiefer gelb; A. Wulfeniänum, 
Ostalpen, etwas grüner als montanum, dessen Formen oft unter diesem Namen gehen, Triebe 
fleischiger, brüchiger. Blüten groß (A. montanum grandijloriim Hort.); dem Wulfeniänum steht 
auch nahe A. idaeuin von Kreta. Blüten bleichgelb. 

Alyssum cheiranthifölium und clypeätum siehe Fanctia. — Alyssum creticum {Vesicdria cri- 
ticu) ist ein Strauch. — Alyssum podolicum siehe Sc/u'ei'eiri'/da. — Amaryllis lutea siehe Sternbi'r- 



Aniphicome— Anuphalis. 



99 



gia. — Amaryllis Pöwelli Hort, siehe Crinurn Powelli. — Amiäntblum muscaetoxicum siehe Zy- 
gadenus. — Ampfer siehe Riiinex. 

Atnphicome argüta ist eine mit Incurvillea verwandte, seltene Staude aus dem westlichen Hima- 
laya, Wurzelstock kriechend, 30 bis 60 cm, Blätter derb, unpaar gefiedert, Fiedern- schmal gezähnt, 
Blutenstände endständig, graziös nickend, Blüten 6 cm lang, rosa mit weiß, Juni-September; Kultur 
in trockenen, sonnigen Lagen, im Winter Schutz gegen Nässe; Vermehrung durch Samen und 
Stecklinge: X'crwendung im Alpi- 
num. Ebenso .1. Hmödi, Afghanistan. 
Blätter behaart, 5 bis Vpaar'ig, Blüten 
mehr orange; empfindlicher. 

Ampboricärpus .\euaiayeri, K o m - 
posite aus Dalinatien, die au Cenlaii- 
n'a gemahnt, Wurzelstock dick, Koset- 
tenblätter lanzettlich, Blüten purpurröt- 
lich, auf bis 15 cm hohem Schaft, Au- 
gust; Kultur in Felspartien an grasi- 
gen, sonnigen Plätzen, nur für beson- 
dere Liebhaber. 

Amsönia — .\ p o c y n a c e e n — 
Ostnordamerikanische, harte, auf- 
rechte, o,.T bis 1 m hohe Stauden 
mit einfachen Trieben mit wechsel- 
ständigen Blättern und bläuhchen 
Bliitenin endständigen Cymen,.iuni- 
.luli; Kultur in jedem Boden, der 
nicht zu trocken und nahrungsarm 
ist; X'ermehrung durch Teilung 
oder Saat: X'erwendung für 
Parks z Wischern lichtem Gehölz oder 
auch auf groüen Rabatten, halten 
die Blätter lange. 

A. Tabernaemontäna ( A.lari- 
löliu. A. salicifoliü. Tahernaemonra- 
/!(/ Ariisorila) kahL Blätter breito\'al. 
Blüten blaüblau; A.angustifölia, 
jung behaart, Blätter weidenartig. 

Amstelraute siehe Tlialiclriim aqtii- 
legifölium. 

Aaacämptls pyramidalis, Hunds» 




Abb, 8ö. Aiiapluilis niargarihicea, AO cm 




Abb. 87. Androsace helveiica, Schweizer Mannsschild. 

(aus der „Gartenwelt"). 



würz : heimische, 30 bis 60 cm hohe 
< )rchidee mit länglich lanzettlichen Blät- 
urn und lebhaft purpurnen Blüten in 
kugelförmigen Ähren, Juni-Juli ; Kul- 
t u r usw. siehe Orcliis. 

Anächaris alsinästrum siehe Bö- 
dea— Anacyclus siehe Lcucocydus ; dxc 
echten Anacyclus sind wertlose An- 
nuelle. 

Anagällis tenella, Gauchheil, ist 
eine heimische und westeuropäische, 
winzige (oft als einjährig bezeichnetet 
Primulacee mit 3 bis \0 cm langen 
fädigen Stengeln, kleinen rundlich-eiför- 
migen gegenständigen Blättchen und 
winzigen rosenroten achselständigen 
Blütchen, Juli-August ; tritt in Torfmoo- 
renauf und ist demgemäß im Alpinum 
zu behandeln, aber nur erfahrenen Pfle- 
gern zu empfehlen. 

Anäphalis: Antennaria ähnliche. 
harte Strohblumen mit größeren Blü- 
tL-nköpfchen, vgl. Abb. 86; Kultur 
usw. wie Antennaria ,• V e r w e n d u n g 
an trockenenOrten fürFinfassungen usw. 



100 



An;iphalis— Andropugon. 



A. (Antennaria) tnargaritäcea, Ostnordamerika, mit unterirdischen Ausläufern, bis 50 cm, breitblätt- 
rig und -blutig Juli- August; A. {Onap/id/ium) pterocaüloa, Japan, ähnlich, Köpfchen größer; auch A. 
nubigemi aus dem Hinialaya sei erwähnt. 

Aoarrhinum laxiflörum — Scrophulariaceen — Kahle Felsenstaude aus den spanischen 
Hochgebirgen mit rosettigen, lanzettlichen spateligen Blättern, Blüten klein, weiß, in bis 20 cm hohen, 
einseitswendigen Trauhen, Mai-Juli; als seltene, Halbschatten liebende Alpine zu versuchen. 




W'ieland. Neuhausi 



Anchönlum Touraeförtii (A. elichrysifölium): kleine, bis 15 cm hohe, gelbblütige, an Matthiola ge- 
mahnende Crucifere aus den kleinasiatischen Hochgebirgen; Kultur als Felsenpflanze in humus- 
armem Boden und sonniger Lage im Alpinum ; nur für erfahrene Liebhaber. 

i4nc/iüsa, Ochsenzunge -- Boragin aceen — Aufrechte, buschige, behaarte Stau- 
den mit breitlanzettlichen Blättern und endständigen rispigen Cymen; Kultur in frischem, 
tiefem, nicht schwerem oder feuchtem (iartenboden in sonniger Lage ; Vermehrungdurch 
Saat im Frühjahr, auch durch Wurzelstücke; Verwendung für Rabatten, Rasenplätze, 
große Felspartien. 

A. Barrelieri, Italien, bis 75 cm. Blätter und Blüten kleiner als bei folgender Art. Blüten 
vergißmeinnichtähnlich. Mai-Juni, für Schnitt veiwendbar; A. itälica, höher, größerblättrig 
und blutig, vor allem zu empfehlen die sogenannte „Dropmore variety" mit wunder- 
vollen leuchtend dunkelblauen Blüten vom Juni bis September, noch großblumiger und leuch- 
tender ist var. „Lissadell". recht hübsch ist auch die sonst ähnliche var. „Opal" mit bleich- 
blauen Blüten ; ferner var. „P r i d e o f D o v e r". kompakt, dunkelblau, reichblühend ; prächtige 
Gartenstauden, die Dropmoreform hat eine ganz eigenartige Farben Wirkung; am besten zwei- 
jährig zu kultivieren; A. myosotidiflöra, Kaukasus. 50 bis 75 cm, Wurzelhlätter lang ge- 
stie't, schön herzf rmig, behaart, vergißmeinnichtartiger Flor im April-Mai. sehr zu empfehlen 
für Halbschatten, var. grandiflöra. Altai, bis über 1 m, Blätter oberseits glänzend dunkelgrün, 
kahl, Blüten hellblau, mit gelbem Auge, doppelt so groß. 

Andorn siehe Mamiöium. — Androcytnbium siehe tiythrostictus. — Aadropögoa aveaäceus 
siehe Chrysopögon. 

Andropögon scopärius: 0.6 bis 1,2 m hohe rötlichgrüne Gram in ee aus dem östlichen Nord- 
amerika mit einzelnen lockeren, langge^tielten Blütenähren, August-Oktober. Kultur in trockenen 
sandigen Böden für Liebhaber. — Bei uns noch zu erproben ist das tropische A. arg^nteus, das bis I m 
hoch wird und als sehr schön gilt. — Ferner sei verwiesen auf A. Iscliacniim. heimisch, etwa 0,5 bis 
0,6 m hoch, Ähren seidenglänzend; A Jurc(it"S. O. -Nordamerika, etwa 1 m hoch, A. Qryllus, goldhaarig, 
und A. Torreyimus, südl. und niittl. Vereinigte Staaten, etwa 0,4 bis 0,5 m hoch. 



Anürusace. 1 q | 

Andrösace, Mannsschild — P r i m u 1 a c e e n — Niedrige rasige Pflanzen mit schmalen 
Blättern und doldigen oder einzelnstehenden Blüten, siehe Abb. MT u. ss; Kultur vgl. bei 
den Alten, sie lieben sandig humosen, gut durchlässigen Boden o ler F^elsenspalten und Schutz 
vor brennender Sonne; Vermehrung durch Teilung. Stecklinge und Samen; Verwen- 
dung nur fürs Alpinum. außer sarmentosa, die an trockenen, sonnigen Abhängen im Park 
und Garten leicht gedeiht. 



ALPHABHTISCH 

albana 10.^ 

Aizoon coccinea .... KB 

brigantiaca 102 

bryoides 101 

Biilleyana 103 

carnea 102 

— brigantiaca 102 

— Halleri 102 

— Laggeri 102 

Chamaejasme 102 

Chumbvi 102 



; LiSTi-: i)i-:r i-rwahntkn latkinischkn namhn. 

iDie Ziffern bczeiclinen die Seitenzahl.) 



ciliata 101 

coccinea 103 

coronopifolia 103 

foliosa Dubv 101 

— Klatt 102 

Halleri 102 

Haussmannii lOI 

hedraeantha 103 

Helvetica lAbb, 8/1 .... 101 

lactea 102 

lactiflora 103 



Laggeri 102 

lanuginosa 102 

— Leichtlini 102 

oculata 102 

primuloides 102 

sarmentosa (Abb. 88) . . .102 

— Chumbyi 102 

sempervivoides 103 

strigillosa 102 

villosa 103 

Wulfeniana 101 



A. Blüten einzeln, nicht doldig iQruppe An'tia). 

A. helvetica (/A. hiyoidfs), Schweiz, winzige behaarte Polsterpflanze, wie .^bb. 87 zeigt, 
Blüten weil.i bis rosenrot, lür sonnige, trockene überhängende Wände in Felsspalten, wo die 
Wurzeln tief hineindringen können und die Pflanze gegen Nässe geschützt ist; A.ciliäta, 
Pyrenäen, bildet etwas lockerere, lichtgrüne Polster, Blüten rosa, Kultur wie vorige, doch ist 
sie nicht so heikel; die anderen .-Xrten dieser Gruppe gehören zu den „Todeskandidaten", 
und es kämen höchstens noch W'iiljeniüna (halbschattige Felsspalten) und Haussnuirinii (viel 
Sand, sonnige Felsspalten) in Betracht. 

B. Blüten doldig (Gruppe Chaniaejüsme). 

I. Robuste, ausläufertreibende Pflanzen, größte Blätter im Mittel über 2,.S cm 
lang. Blütenstiel im .Witte! über 2'/o mal so lang wie Braktee: A. foliösa Duby. Nordwest- 





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Abb. 8M. Aneiuonr 



-rühlini;s-Küchenschelle, 1( 



102 



Andrösace. 




himalaya, alle Blätter grundständig, aber nicht rosettig. oboval. kahl, Schäfte 10 bis 15 cm, 
Blüten pfirsichfarben, verbenenartig, Mai bis oft September, Reisigdecke im Winter, friert sonst 
zurück, treibt aber meist wieder aus; gewöhnlich ist jedoch nach Farrer für die echte Art A. 

strigillösa (A.foliösa Klatt) in Kul- 
tur, die leichter gedeiht, aber weni- 
ger schön ist, Blätter kurz grob- 
haarig ; A. lanuginösa, Nordwest- 
himalaya, silberfilzig, Schaft etwa 4 
cm, Blüten auch verbenenartig, hell- 
rot, Juni bis August, über Felsen 
wuchernd, liebt Sonne, als Sommer- 
blüher im Alpinum wertvoll, als be- 
sonders üppig gilt vdiX.Leichtlini (A. 
ociikita), Blüten weiß mit gelbem 
Auge; A. sarmentösa, Himalaya 
bis China, Blätter alle rosettig, jung 
wolligseidig. Schäfte 5 bis 10 cm, 
Blüten hellrot, Mai -Juni, siehe 
Abb. 88, sehr dankbar, hierher var. 
Chumbyi [A. Cliiimbyi) eine viel 
zierlichere Pflanze mit klein-silbrig- 
blättrigen Rosetten und rosa Blüten; 
ähnlich der sarmentösa ist A. pH' 
muloides, aber Blüten größer, brei- 
tet sich üppig aus. — 11. Zierliche 
Pflanzen, größte Blätter meist un- 
ter 2 c/n lang,Blütenstiele kaum zwei- 
mal so lang wie Brakteen, Blätter alle 
rosettig : Schmallineale oder 
fädliche Blätter haben: A. 
cärnea, Alpen-Pyrenäen, zierliche 
graugrüne Polster, derblederige, fleischige Blätter, Schäfte 5 bis 6 cm, Dolde drei- bis sieben- 
blütig, Blüten matt fleischfarben, Mai, sehr schön var. Läggeri {A. Laggeri), Pyrenäen, 
zierlicher als carnea, Blätter dun- 
kelgrün, mehr nadeiförmig, Schäf- 
te 2—?> cm, Blüten dunkler rot. wert- 
voller als typische carnea; hierher 
auch var. Hälleri {A. Halkri), 
Cevennen, 15 cm, Blüten leuch- 
tend rosa, April-Mai; ferner var. 
brigantiaca [A.brigantiaca), ro- 
bust, lOcw, leicht gedeihend, Blü- 
ten weiß, Mai, sehr dankbar; A. 
läctea, Kalkalpen, zierliche, ganz 
kahle Polster, Schäfte 2 bis 1 2 cm, 
Dolden ein- bis vierblütig, Blüten 
weiß mit goldenem Auge, Mai, 
meist bis Sommer, sehr reichblü- 
hend, seicht wurzelnd, für flach 
humosesandigeStellen. Lanzett- 
liche oder eirundlic he Blät- 
terhaben: A.Chamaejästne, 
Gebirge der nördl. gemäßigten Zo- 
ne, villosa ähnlich, aber Rosetten 
flach, Blätter nur am Rande zottig, 
Blüten weiß, zuweilen zartrosa, mit 
gelbem Schlünde, sehr variabel, Abb,qi.Kulturf()rmeiivoii,4r;(';;/o/!(7fl/w;/fa((i Arends, Ronsdort). 



Abb. 90. Anemone alpina var. salphureu, gelbe Form der 
Alpen-Anemone, 30 cm (G. Arends, Konsdtirf). 




Anilrusace — Aiieniune. 



wie carnea zu verwenden: A. hedraeäntha, Bulgarien, Blätter lanzettlich. derb, lebhaft 
grün, fein gewimpert. Schäfte nur etwa 1 rwhoch. Dolden fünf- bis zehnblütig, Blüten rot- 
violett, Mai, Kultur wie carnea; A. sempervivoides, Nordwesthimalaya, Blätter rundlich, 
fleischig, dachziegelig, lang gewimpert. Schaft bis 3,5 a«, Blüten rosa; A. villösa, Alpen, 
Blätter stumpflänglich, dicht weil.l behaart, Schaft bis 5 cm, zwei- bis sechsblütig, Blüten 
weiß oder rosenrot, liebt Sonne. Nur zweijährig, aber sehr kulturwert sind A.alhdna, Trans- 
kaukasien, fleischfarben, für feuchte schattige Lagen; A.coccinea, {A. Aizöoa var. coccinea. 
A. Biilkyüna), Westchina. mennigrot. und .4. lactiJlöra[A. coronopifolia), an lactea gemahnend. 

Andrösace Vitalläaa siclic Doii- 
gUisia. 

Andryäla AgärdhI {A.Achdrdü] — 
Kompositen— Weil.igelbfilzige, am 
Grunde etwas verholzendeFelsenstau- 
de aus den Hochgebirgen Spaniens, 
Blätter rosettig, lanzettlich -spatelig, 
Blütenköpfe gelb, einzeln auf 8—10 cm 
hohem, drüsigem Schaft, Juni-Juli ; in 
sonnigen Felsspalten mitSchutz gegen 
Nässe versuchswert. 

Anemla oder Anetnlöpsls califor- 
nica sielie Ancmöpsis. 

Anemone^] (mit Pulsarilla. 
aber ohne Hepdtica). Windrös= 
chen, Küchenschelle — Ua- 
nunculaceen — Vcrschieden- 
gestaltige schönblühende Stau- 
den, vergleiche die Abb. S<) bis').5 
und die .Arten, dort auch Kultur: 
Aussaat nur Herbst, Samen lie- 
gen lange. Die Frühlingsblühcr. 
wie apennina. blanda. iienwrosa. 
I'idsatilla usw. sind fürs Alpinum 
und den Park sehr wertvoll, wäh- 
rend für den Garten als Frühblüher 
die wundervollen coronaria-, fiil- 

gens-und /lorterisis-F ormcn in er- i.u. Arcnds, Konsjoni. 

ster Linie in Betracht kommen und 

als Sommer und Herbstblüher die^ herrlichen A. japonica. die gleich den letzten für Schnitt- 
zwecke unentbehrlich sind; Pflanzung der nicht knollentragenden Formen im Frühjahr, der 
übrigen im zeitigen Herbst, besonders der Frühlingsblühcr, am besten als einjährige Sämlinge. 




Abb. 92. 



iijlora, 40 cm 



A1,PHABHTISCHK LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl.) 



acntipetala 104 

alpina 104 

— sulphurea lAbb. 90) . . 104 

altaica 105 

apennina 105 

— alba 105 

— purpurea 105 

baicalensis 105 

blanda 105 

— atrocoerulea 105 

— scythirica 105 

canadensis (Abb. 93i . . . 104 

caucasica 105 

chinensis 

coronaria 10(> 

dichotoma 104 

fulgens 10() 

— stellata 10() 

Halleri 104 

hortensis lOi) 



04 



hupehensis 104 

japonica (Abb. 91) ... . 104 

— hupehensis 104 

— Kultur-Formen . . . .104 
mexicana (Abb. 94) ... 105 

montana 104 

narcissiflora (Abb. 92| . . 104 

— aconitifolia 105 

nemorosa 105 

— alba plena 105 

— Allenii 105 

— coerulea 105 

— grandiflora 105 

— I<obinsoniana . . . .105 

— rosea 105 

patens 104 

— lutea 104 

— ochroleuca 104 

pavoniana fulgens .... lOö 
pennsylvanica 104 



pratensis 104 

Pulsatilla ........ 104 

— alba 104 



— Halleri 104 

— salmonea 104 

— rosea 104 

ranunculoides 105 

— fl. pl 10(> 

rivularis 105 

rubra 104 

scythirica 105 

sinensis 104 

stellata 106 

sulfurea 104 

sylvestris lAbb. 95i ... 105 

— fl. pl 106 

trifolia 105 

udensis 106 

vernalis lAhb. 89i . . . . 104 



104 




A. Hüllblätter sitzend, fingerförmig vielteilig, Frucht mit Federschweif, Blüten violett 
oder weiß. Wurzelstock tiefgehend. Pflanzen meist giftig, beste Vermehrung durch Samen 
(Gruppe Pulsatilla, Küchenschelle), siehe Abb. 84 u. QO. 

I. Blüten nickend, glocki g, Abb. 89: A. prafens/s, Europa, zurBlütezeit bis 20 rw, 
Grundblätter nicht überwinternd, Blüten dunkelviolett. April-Juni. liebt trockenere, sonnigere 
Lagen, ähnlich sind A. montdna mit sattgrünen Blättern und etwas nickenden, glockenför- 
migen, außen seidenhaarigen, innen samtig schwarzvioletten Blüten, und die verwandte 
schöne A. rubra. Blüten prächtig samtig purpurrot; A. vernälis, Europa, Grundblätter 
überwinternd. Blüten außen rosa bis violett, innen weiß, April-Mai, sonst wie vorige, siehe 
Abb. 89. ■ — 11. Blüten aufrecht, mehr oder minder ausgebreitet, siehe Abb. 90; A. 
alpina (A. aciitipctala Hort.), europäische Gebirge, bis 30 cm, Blüten weiß oder bei var, 

siilphiirea (A. siilfürea) schwefel- 
gelb (siehe Abb. 90), Juni-Juli, liebt 
etwas feucht humosen Boden in 
halbschattiger Lage; A. cbinen= 
sis(A.sini>nsis], Osta^ien, Pflanze 
robust, seidenhaarig, Blätter wenig 
zerschlitzt, noch gröber als bei 
Hdlleri. Blüten sehr groß, leuch- 
tend rötlich oder purpurviolett, mit 
den Blättern im März-April, sehr 
wertvoll für Steingarten; A.Pul- 
satilla (Pitlsatilla vulgdris), Euro- 
pa.. Blüten hellviolett, var. alba, 
weiß!., Weißer Schwan"), var. rd- 
sea (var. salmönea. var. ..Mrs. van 
der Eist"), rosa, März -Mai, liebt 
sonnige Hänge und etwas Kalk, 
var. Hälleri (A. /ialleri). größer, 
durchaus zottig behaart, Blüten 
reich violett, reich und später blühend; ähnlich ist die heimische A.pdtens, Blüten fast auf- 
recht, heller, bei var. lutea (var. ochroleuca), schwefelgelb, ebenfalls März-Mai. 

B. Hüllblätter gestielt, den Grundblättern ähnlich. Frucht nie mit Federschweif. Blüten 
rot, weiß, blau oder gelb. Wurzeln verschieden (echte Anemonen), siehe Abb. 91 bis 95. 

I. Blütenstand mehrblütig. Blütengroß, weiß, meist über 30 cm hohe üppige 
Stauden mit zuletzt holzigem Wurzelstock und tiefgehenden Faserwurzeln, siehe Abb. 1, 
sowie 54, 91 bis 94; A. canadensis (A. pennsylvänica, A. dichötoma), Nordamerika, 
Nordasien, 30 bis 50 cm, Grundblätter fein zerteilt, Blüten weiß, bis 5 cm breit, Mai-Juni, 
siehe Abb. 93, Flor an sylvestris anschließend, Kultur vji^ japonica; A. japönica, Japan, 
50 bis 80 cm, Blätter dreizählig, gelappt, und gezähnt, Blüten langgestielt, siehe Abb. 1, 54 
und 91, August bis zum Frost, bis 10 cm breit, beim Typ innen etwas karminrosa, außen 
heller, geht auch als var. „Brillant" ; von den zahlreichen prächtigen, durch Wurzelschnitt- 
linge zu vermehrenden Gartenformen seien folgende hervorgehoben: f/Vto („Honorine 
Jobert"), weiß, einfach, „Alice", Verbesserung der Königin Charlotte, silbrig lilarosa, 
„Lady Ardilaun", verbesserte ö//w, „Luise Uhink", rein weiß, gefüllt. „Königin 
Charlotte" (Abb. 54), seidig-rosa mit dunkler Rückseite, „Kriemhilde", rötlich flieder- 
farben. „Loreley". fliederfarbenrosa, halbgefüllt, großblumig, „Magdalene Uhink", 
hellila, „Max Vogel", dunkelrosa, „Prinz Heinrich", etwa 40 rw, halbgefüllt, dunkelrot, 
„Weißer Riese", großblumigste weiße, „Whirlwind", weiß, halbgefüllt; alle diese 
Sorten lieben frischen guten Gartenboden, vertragen Halbschatten, aber auch Sonne; im 
Winter Reisigdecke oder guter Mistbelag des Bodens; sehr wertvolle Rabatten- und Schnitt- 
stauden, auch für Park; Vermehrung durch Teilung, Frühjahr, bis Ende Mai verpflanzbar, 
Samen reifen nur in südlichen Gegenden, und auch da erst im November; sehr nahe steht 
A. hupehensis (A./aponica var. liiipelicnsis), Mittel-China, hellrosa- purpurn, blüht vor 
japönica im August; A. narcissiflöra, europäische Gebirge, Asien, Amerika. 20 bis 40 cm, 
Blätter bandförmig geteilt, Blüten doldig. weiß, etwa 2,5 cm breit, siehe Abb. 92, Mai-Juli, 
liebt feuchte, halbschattige Lage und humosen steinigen Boden, Vermehrung durch Samen; 



Abb 93 Anemone canudiri'^ii {A penrny/i'ünica), nordamen- 
kanisches Windroschen, 40 cni lUng., NjnL\.i 



die ostasiatische var. aconitifölta hat feiner zerschlitzte Blätter, kleinere Blüten in reichcr- 
blütigen Dolden; A. rivuläris. Himalaya. üppig, an narcissijlora erinnernd, Blüten wciLl, 
aulkn blau übei laufen, liebt feuchte, halbschattige Lagen. — II. Blüten stand einblütig. 
Pflanzen meist nicht über 30 cm hoch. — a) Pflanzen mit kriechendem Rhizom oder sonst 
Blüten weil.) oder himmelblau: A. altäica, Ural, Sibirien, Rhizom wie bei nemonmi. gelblich. 
Blüten grol.'), weiü, vor den Blättern, früher und schöner als nemorosa: A. apennina**), 
Italien, 15 cm. nemorosa ähnlich, aber Wurzelstock knollig. Blüten himmelblau. April-Mai. 
auch eine var. purpiirea und alba. Septemberpflanzung, wenn Blätter eben abzusterben be- 
ginnen, Knollen -1 bis 6 cm tief, sonst wie nemorosa zu verwenden; eine Zwergform davon 
mit erbsengroLicn Knöllchen und kleinen blauen oder weißen Blütchen ist A. euiicdsica: A 
baicalensis, Ostasien. Ausläufer braun, fadenförmig, dünn, große unverwüstliche Rasen, 




Abb. 94. Anemone mexicanu 



20 cm. Belaubung rundlich, tief geschlitzt, fast kahl, Blüten weiß, größer als bei nemorosa. 
April-iWai, die haiculensis englischer Gärten ist eine siVir.s/'m-Form : A. blanda, Griechen- 
land, Kleinasien, wie vorletzte, aber Blüten etwas größer, sehr gut var. atrocoeruleo. schon 
Hnde F-ebruar oder März ( April i, früheste Art, für sonnige Lagen, wo sie sich zeitig erschließt, 
stirbt bald ab; eine Form mit außen blauen, innen weißen Blüten ist var. scythirica ',A. scy- 
t/iirica); A.mexicäna, Hochgebirge Me.xikos. Rhizom kriechend, 2()bis2.S c/n. Blüten rosa, 
April-Mai, siehe .■\bb. <M : feuchte Stellen in humosem Kalkboden, guten Winterschutz; A. 
nemorosa, Hain Windröschen, heimische bekannte Art, weiß, März-Mai, hiervon vor 
allem in Kultur: var. AlU'nii. großblumig, silbrig blau, später als Typ. var. graniliflöra. groß- 
blumig, weiß. var. alba pleno, weiß gefüllt, var. rösea. rosa, var. ..Blue Bonn et", groß- 
blumig, blau und var. Robinsonicina (var. coenilea). blau, später blühend; für halbschattige 
Lage und frischen Boden; X'ermehrung durch Teilung und Samen, im Park in Massen an- 
wenden; ähnlich der nemorosa ist A. trijöliu. Alpen, aber kräftiger, Blätter dreiteilig, Blüten 
weiß, .\pril-.\\ai.A. ra/iuncu/o/des, heimisch, wie vorige, aber Wurzelstock etwas knollig. 
Blüten goldgelb, bei var.ß.pl. gefüllt. April-Mai ; A. sylvestris, heimisch, mehr an japonicu 
gemahnend, Ausläufer 1.=. bis 40 cm. Blüten weiß, nickend, duftend. Mai-.luni. siehe Abb. 95, 



106 



Anemone— Anemonupsis. 



bei var. „Frühlingszauber", Blüten gröüer. bei var. //. pl. (var. „Elise Fellmann"), dicht gefüllt; 
liebt Hügelhänge, lichte Wälder und kalkhaltigen Boden, verträgt auch Schatten, ebenso für 
Rabatten und Schnitt ; A. udensis, Ostasien, dichte Rasen bildend, von nemorosa-Tracht, 
Ausläufer weil.'i. queckenartig. Laub üppig, breit, dreiteilig, behaart, Blüten groß, weiß. — 
b) Pflanzen mit brüchigen knolligen Rhizomen, Farbenton der Blüten meist rot, die folgenden 
Arten müssen im Winter gut bedeckt werden, sie lieben frischen, gut durchlässigen, gegen 
Nässe geschützten, aber nicht zu trockenen Gartenboden, man pflanzt die Knollen im Herbst 
8 cm tief. Vermehrung durch deren Teilung oder Samen. Knollen trocken lange haltbar; 
^.coronäria, Südeuropa bis Turkestan, 20bis35rOT, Blätter tief bandförmig eingeschnitten, 
Blüten 3 bis 6 cm breit, beim Typ Scharlach, sonst noch in blauen und weißen Farbentönen, 
einfach und gefüllt. Sorten siehe Kataloge, März-Juni, prächtig im Garten in warmen, ge- 




Abb. 95. Anemone sylvestris, Waldanemone, 25 cm (E. Heinrich, Pianeggi. 



schützten Lagen, auch für Schnitt; A. fülgens (A. pavonidna var. Jiilgens), Südeuropa, 15 
bis 30 cm, Blätter nicht so fein zerteilt, Blüten etwa 5 cm breit, lebhaft scharlachrot, April- 
Mai, nicht so formenreich, aber auch mit größeren und gefüllten Blüten, Verwendung wie 
vorige ; eine kleine lila Form ist var. stelldta [A. steUcita) ; A. hortensis, Südeuropa, 20 cm, 
Blüten 4 bis 6 cm breit. Abschnitte schmäler, Farbe innen tiefrosa, außen weißlich mit violett, 
ebenfalls gefüllte und andere Formen, sonst wie coronaria zu verwenden. 

Anemone angulösa und Hepätica siehe Hepaiica. — Anemone thalictroides siehe AnemonHla. 

Anemonellal Anemone oder Syndesmon) thalictroides {Thalictnim anemonoides), Rautenanemone: 
zierhche. ostnordamerikanische, bis 15 cm hohe Ranunculacee mit 77;(7//r?ra/«-ähnlichen Blättern 
und weißen blumenblattlosen Blütchen, März-Juni ; in leichtem humosen Boden für Massen im Halb- 
schatten, Wurzel knollig. 

Aaemoaöpsis macropliylla: hübsche, harte bis 35 cm hohe, japanische Ranunculacee mit Actaea- 
artiger Laubtracht und in lockeren Trauben stehenden, nickenden, innen hellilafarbenen, außen purpur- 
nen Blumen im Juli-August, die an halbgefüllte Anemonen erinnern, gegen 4 cm breit und leicht 
knospenartig geschlossen sind; Kul tur in gutem, tiefgründigem, gut durchlässigem Boden in halb- 
schattiger Lage ; Vermehrung durch Teilung und Samen; Verwendung für Blumenrabatten, 
dürfte sich auch im Park einbürgern lassen. 



Anemüpsis— Anthemis. 



107 



Aaemöpsis (An^mia, Anemiöpais oder Huttuynia] califoralca: mexikanisch- kalifornische Wasser- 
pflanze aus der Familie der Sau ru rac een /ausläufertreibende Wurzelstöcke aromatisch, Grund- 
blätter dicklich, oboval-herzförmig, Blüten ohne Kelch und Krone mit blumenblattähnlichen, weißen, 
rotgefleckten Hochblättern, etwas an Anemonen erinnernd, übelriechend, Juli-August; wohl nur im Süden 
des Gebietes in warmen Lagen im Sumpfgelände versuchswert. 

Angelica Arcbangellca siehe Archangelica. — Angelica verticilläris siehe Tommasiniu. 

Antennäria, Katzenpfötchen, — Kompositen — Harte, niedrige, weißfilzigblätt- 
rige, ausläufertreibende, kriechende Strohblumen, Kultur in armen, trockenen Böden in 
sonniger Lage; Vermehrung durch Teilung; Verwendung zur Bekleidung trockner 
steriler Flächen, auch als Einfassungspflanzen und Rasenersatz. 

A. alpina, arktisches Gebiet, 3 bis 12 cm. mit mehr bräunlichen Köpfchen ; A. dioica 
{Gnaphdliiim dioiciini, A. cütutidu), nördliche gemälJigte Zone, etwas üppiger. Köpfchen 




Abb. 96. Anthytlis montana, Berg-Wundklee, 15 cm (phoi. A. Purpusi. 



weil.i oder rötlich, besonders in der Form A. tomentösa der Gärten zu empfehlen; hierher 
anscheinend auch A. hyperbörea, hart, sehr schön. Blütenköpfchen leuchtend rosa; A. 
plantaginifölia \A. planta^inccn. Xordostamerika. bis 30 cm, Blätter gröl.ler, weil.ifilzig; 
/\. Sfeerziana, russisch .Asien, ähnelt täuschend einem armen Leontopodium sibiricum; 
für Liebhaber. — Gelegentlich in Kultur sind A. neodioica, Xordwestamerika. und A.magel- 
Idnica, Südamerika. 

Antennäria margaritäcea siehe Anap/iu/is. 

Anthemis, Kamille — Kompositen — Harte, aromatisch duftende Pflanzen mit 
fiederschnittigem Laube und gelben oder weißen Blüten, Kultur in sonniger Lage in jedem 
nicht zu schweren Gartenboden; N'ermehrung durch Teilung, Samen oder krautige Steck- 
linge, sonst vergleiche die .Arten. 

1. Aufrechte, 50 bis 80 cm oder höhere, gelbblütige Arten : ^. r/ncför/a, Südeuropa, 
Blütenköpfe lebhaft gelb. 4 cm breit. .luni-.August. für trockene Böden und warme Lagen, 
Rabatten und Park, eine gute Form ist A.K'e/H'äyi aus Nordamerika, Laub feiner zerschnitten, 
Blüten tief goldgelb, sciiwefelgelb [\ar. pdllidu) oder schön rahmweilJ ivar. alba). .luli bis 
zum Frost, für Schnittzwecke. — 11. niedergestreckte, mehrpolstcrförmige. I0bis30(:w 



108 Anthemis— Aponogeton, 

hohe Arten sind: A. Biebersteiniäna, pontische Gebirge, reichlich seidig behaart, Blüten 
gelb; A. cinerea, Bulgarien, 20 o/;, Blüten groß. weiß. Juli; A.montäna iA. macedönica, 
SantoUna alpina), sehr variabel. Blüten weiß. Alle für das Alpinum in trockenen sonnigen 
steinigen Lagen. Auch A. nöbilis pl.fl., die gefüllte Form dieser bekannten heimischen Art. 
bis 30 cm, sei erwähnt. 

Anthemis Aizöon siehe AchilUa ageratifölia. 

Anthericum [ Phaldngiiim). Graslilie, Zaunlilie — Liliaceen — Aufrechte, heimi- 
sche, harte Stauden mit fleischigen Faserwurzeln, grundständigen, grasartigen Blättern und 
weißen Blüten in traubigen oder rispigen Blütenständen ; K u 1 1 u r in warmen Lagen in leich' em 
durchlässigem Boden ; Vermehrung durch Teilung nach Blüte oder Saat gleich nach Reife ; 
Verwendung als Rabatten und Qruppenstauden. besonders auch für Schnitt, ebenso im 
großen Alpinum und Park. 

A. Arethüsa (A. liliago X Paradisea Liliastrum). Tracht von LiUastnim , Laub lange 
bleibend wie bei Liliago, üppig, reich blühend, schön, Blüten in Mitte zwischen Eltern, un- 
fruchtbar, Vermehrung nur durch Teilung, englischen Ursprunges; A. liliago, 30 bis 60 cm, 
Blüten traubig, MaiJuli; A. ramösum {A. graminiföliiim), 30 bis 80 cm, Stengel ästig, 
Blüten rispig, zierlich, .luni-Juli. 

Anthericum califörnicum siehe Clilorögalum. — Anthericum esculentum siehe Camdssia. — 
Anthericum Liliastrum siehe Paradigea. — Anthericum yedoense siehe AUectorürus. 

Aathoxänthum odorätum ist das bekannte Ruchgras unserer trockenen Wiesen und Triften, 
das nach Waldmeister duftet und auch zur Bereitung von Waldmeisterbowle Verwendung finden kann. 

Anthyllis montäna, Bergwundklee: harte niedrige polsterbildende Papilionacee, siehe Abb. 96, 
von den Pyrenäen bis zum Balkan, mit wollhaarigen Fiederblättern und lebhaft rotweinfarbenen Blüten 
in Köpfchen im Juni-Juli; Kultur in Felsspalten oder steinigem Boden in sehr sonnigen, trockenen 
Lagen. Schutz gegen Nässe; Vermehrung durch Samen, Teilung und krautige Stecklinge; diese und 
andere Arten, wie auch die heimische A. vulnerdria gelb, Juli, besonders in der Form rubriflöra oder 
var. DiUinii, rot oder gelblich rot, gelegentlich verwendbar. 

Aniiphylla oppositifölia siehe Saxifraga oppositifolia. 

Antirrhinum Asariaa {Asarrhina Loebäii], Löwenmaul: 5 bis 10 rm hohe, klebrig behaarte, alpine 
Scrophulariacee mit unterirdischen Stolonen. brüchigen, niederliegenden, kriechenden, bis 50 cm 
langen Zweigen, gegenständigen, rundlichen Blättern und ziemlich ansehnlichen, hellgelben, rosage- 
streiften, achselständigen duftenden Blüten, April-September ; K u 1 1 u r im Alpinum an trockenen sonni- 
gen sehr geschützten Stellen zwischen Felsen ; V e r m e h r u n g durch Teilung und Samen ; vermehrt 
sich durch Selbstaussaat, auch wenn Pflanzen in strengen Wintern erfrieren. — A glu'inösuni aus 
Spanien, mit eielliptischen kurzgestielten. Blättern und weiß-gelblichen Blüten, hat sich in St. Gallen 
härter gezeigt. Das immergrüne A. sempervirens aus den Pyrenäen ist empfindlicher. 

Apera (Stipa) arundinäcea: bis 1 m hohes, dichtbuschiges Gras aus Neuseeland, Rhizome kriechend, 
Rispen locker, wohl nur in sehr warmen Lagen brauchbar. 

Aphyllänthes monspeiiensis: binsenartige L i 1 i a c e e aus dem westlichen Mittelmeergebiet, Triebe 
graugrün, Blüten zartblau, Juni-Juli; wohl nur im Süden des Gebietes in warmen Lagen versuchswert; 
will ungestört bleiben, dann Rasen bildend. 

Apiostuberösa {Glycine Apios), Erdbirne: ostnordamerikanische, 2bis3mhochschlingende'Pap i- 
lionacee mit fleischigen Wurzeln, unpaargefiederten, fünf- bis siebenzähligen Blättern und ziemlich 
unansehnlichen düsterroten Blüten in Büscheltrauben, die aber gut duften; Kultur leicht in jedem kalk- 
haltigen, nahrhaften, nicht zu schweren und feuchten Boden; Vermehrung durch Wurzelknollen und 
Samen; V e r w e n d u n g für die Bekleidung von Stellagen, Lauben, Mauern und Felsen usw., wird leicht 
durch Wuchern lästig. 

Apiopäppus cröceus: autrechte, 25 bis 30 cm hohe Komposite aus den Gebirgen Kolorados, 
wurzelständige Blätter lang, länglich- spateiförmig, Blütenköpfe groß, meist einzeln, gelb, Juni-Juli; 
für sonnige trockne Lagen, auch in Felsen. — A. (Haplopdppiis) cimeätus siehe „Unsere Freiland- 
Laubgehölze". 

Apöcynum androsaemifölium, tlundsgift: ostnordamerikanische, harte. Ausläufer treibende, auf- 
rechte, bis 70«n hohe, milchsaftige Apocynacee mit wagrecht verzweigten Stengeln, gegenständigen, 
eiförmigen Blättern und weißen oder rosafarbenen, honigduftenden Blüten; Kultur in frischem Boden 
in halbschattiger, windgeschützter Lage; Vermehrung durch Teilung, Samen selten (gleich nach 
Reife säen) ; Verwendung für Qehölzränder im Park, auch für Rabatten, doch leicht durch Ausläufer 
lästig. — /4. cannaö/num ist üppiger, weißblühend und weniger schön. Das europäisch-asiatische A.vene- 
tum, bis 1,5 m, rosa, wird weniger durch Ausläufer lästig. Alle ohne großen Zierwert. 

Aponogeton distächyus, Wasserähre — Najadaceen — Wasserpflanze vom 
Kap mit knolligem Wurzelstock, schwimmenden, ovalen Blättern und duftenden, weißen 
Blüten in aufrecht über dem Wasser stehenden, dichten, bis is cm langen Ähren vom Au- 
gust bis in den Winter; Kultur in 40 bis 70 cm tiefem stehenden Wasser, wo die Knollen 
sich in den Schlamm einbohren können, dann ganz winterhart, doch im Sommer Schutz 
gegen Wassergeflügel; Vermehrung durch Samen, den man direkt ins Wasser sät und 
Teilung; Verwendung für Teiche und Bassins; man vergleiche Abb. 97. 



Aposi'Tis— Aciuili'gia. 



109 



Aposeris (Hyoserlsß foetida, Hainlattich: kleine, löwenzahnähnliche, unscheinbare AlpenpfUuize, 
die man an feuchten, scliattigen Stellen im Alpinum verwenden kann. 

AquHegia, Akelei — Ranunciilaceen — Wertvolle, harte Stauden mit doppelt-drei- 
zähligen Blättern und schönen, eigenartig geformten, endständigen Blüten in blauen, gelben, 
roten oder weißen Farbentönen, siehe Abb. Q8; Kultur in jedem guten, nicht zu schweren 




Abb. 97. Aponogeton disiaclivus. Wasserähre, auf dem Wasser, im Vordergründe auf dem Lande 
blühende Saxijraga peltata iphot. C. Rettig, Jenai. 



und"trockenen Gartenboden, doch bevorzugen sie leichten, aber nahrhaften, humosen frischen 
Boden und etwas halbschattige oder jedenfalls geschützte, aber nicht geschlossene Lage; 
Vermehrung durch Samen (Samen dünn säen; in tiefe Schalen pikieren), doch besser 
Arten und Gartensorten nur durch vorsichtige Teilung (Pflanzzeit August-September, nicht 
später); Verwendung als erstklassige RabattenslaucJen besonders für halbschattige Lage, 
als Gruppen- und Schnittblumen; auch im Park und Alpinum (z. B. alpina) vielfach brauch- 
bar; leider viele unechte verbastartierte Arten im Handel und die guten selten echt. 

ALPHABETISCHK LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 







arctica 


. . . 110 


atrata 


. . . 110 


Bertolonii . . . . 


. . . 110 


californica .... 


. . . HO 


canadensis .... 


... 110 


chrysantha .... 


. . . 110 


coerulea 


. . . 110 


— alba 


. . . 110 


— candidissima . 


. . . 110 


— hybrida .... 


. . . 110 



ecalcarata 

elegantula 110 

e.ximia 110 

flabellata 110 



flabellata nana . . . 


. . 111 


sibirica erecta fl. pl. 


. . . HO 


formosa 


. . 110 


Skinneri 


. . . HO 


— truncata .... 


. . HO 


Stuartii 


, . . 111 


glandulosa 


. . HO 


thalictrifolia ... 


. . . HO 


haylodgensis .... 


. . Hl 


truncata 


. . . HO 


Helenae 


. . Hl 


vulgaris 


. . . HO 


jucunda 


. . HO 


-alba 


. . . HO 


macrantha 


. . HO 


— atrata 


. . . HO 


nigricans (Abb. 98) . 


. . HO 


— ecalcarata . . . 


. . . HO 


nivea grandiflora . . 


. . HO 


— erecta fl. pl. . . 


. . . HO 


olvmpica 


. . HO 


— nivea 


. . . HO 


oxvsepala 


. . HO 


— olympica . . . 


. . . 110 


pvrenaica 


. . HO 


— stellata .... 


. . . 1 1 n 


sibirica 


. . HO 


Wittmannianna . . 


. . . HO 



1. Sporn am Ende gekrümmt (hakig oder nur ziemlich leicht gebogen). Blüten blau 
oder weiCiblau. nickend: A. alpina, Schweiz, etwa 30 rm, Laub sattgrün, Thalictrum-artig, 



110 



AquilOgia 



Blüten lebhaft samtig blau, Mai bis Juni (im Gebirge später), selten echt zu erhalten, prächtig 
fürs Alpinum in schattigen Felsspalten in humoser Erde; A. flabelläta, Japan, 1 5 bis 25 cm, 
Sporn kaum länger als Fetalen. Mai-Juni, siehe unten A. Helenae; A. jucünda (A. glan- 
dulßsa Hort.). Altai-Sibirien. 30 bis 50 cm, Blüten grolj, blau und weiß, Sporn sehr kurz und 
gekrümmt, Samen glänzend, sehr gute Art, Verpflanzzeit zeitiges Frühjahr, wenn eben Trieb 
sich zeigt; die echte glandalosa ist eine wenig dauerhafte, alpina ähnliche Art mit tiefblauen 
schönen Blüten, die allerdings nur einmal blüht und matte Samen hat ; A. nigricans, heimisch, 
vergleiche Abb. 08, Blüten blauviolett, Sporn kürzer als Fetalen. Mai-Juni; A. olympica, 
{A. vulgaris var. olympica. A. Wittmannidna), Armenien-Kaukasus, steht vulgaris nahe 
aber drüsig behaart, Blüten weißlich und hellila, Sporn länger als Fetalen. Juni, wenig schön; 

A.oxysepala Hort., bis 60 f/«, der 
glandalosa nahe stehend, aber rei- 
cher blühend, außen blau, innen weiß- 
gelb, Mai-Juni, von den frühesten 
die schönste, botanisch aber noch 
unsicher; die echte axj5P/;r//a Traut- 
vetter et Meyer aus der Mandschu- 
rei blüht später dunkelrotbraun mit 
gelb, Blüten schön groß, Färbung 
einzigartig; A. pyrenäica, ähn- 
lich alpina, niedriger, Blüten tiefblau 
mit goldigem Innern, sehr schön und 
reich blühend ; in ihreVerwandschaft 
gehört A. Bertolönii\ A. sibirica, 
Sibirien, 50 cm, gleicht jucunda, 
ebenso großblumig, aber früherblü- 
hend, blau mit gelb, schön doch 
selten echt; die oft zu sibirica ge- 
stellten gefüllten Formen mit auf- 
rechten blauen, violetten, rosa oder 
roten Blüten (var. cn'ctafl. röseo etc.) 
sind sehr schön, gehören aber in den 
vulgaris-Kreis ; A. vulgaris, Euro- 
pa, Sibirien, 40 bis 80 cm, Blüten 
violett oder rosa, auch weiß, var. 
dlba (var n/vea. A. nivea grandi- 
florä), und schokoladenbraun, var. 
atrdta(A. atrata); von vulgaris gibt 
es gefüllte Formen und gute Gartenhybriden, die bis 1 ,30 /;/ hoch werden, in weißen, rosafar- 
benen, hell- und dunkelblauen Farbtönen, sehr zu empfehlen; siehe auch unter sibirica, ferner 
sei auf die spornlosen A. vulgaris sielldta (var. ecalcardta) in allen Farben verwiesen, die 
nichts mit der echten A. ecalcarata aus China zu tun haben. — 11. Sporn ganz gerade, 
Blüten gelb, gelbrot, rot oder blau: A. coerülea (A. macrdntha), westliche mittlere Ver- 
einigte Staaten, 40 bis 50 cm, Blüten lavendelblau, mit rahmweiß, wagrecht oder aufrecht, 
Sporn länger als Fetalen, Mai-Juni, var. alba, weiß, var. candidissima, schneeweiß, zuweilen 
leicht rahm weiß, sehr schön, hier gute Gartenformen var./iybrida (wahrscheinlich mit A.chry- 
säntha), bis 70 cm, mit prächtigen zart rosa und lila Tönen, liebt Zusatz von Moorerde und 
mehr halbschattige Lage; A. canadensis {A. clcgantiila). Ostnordamerika, 30 bis 50 cm, 
Blüten scharlachrot mit gelb, hängend, Sporn länger als Fetalen, Staubgefäße hervorragend, 
Mai-Juni ; A. chrysäntha [A. thalictrifölia). südwestliche Vereinigte Staaten, 0,8 bis 1 ,2 m, 
Blüten blaß goldgelb, aufrecht, Sporn sehr lang, Juni-.luli. sehr schön, var. alba, Blüten 
rahmweiß; A. formösa [A. drctica), Nordamerika, Tracht wie canadensis, Blüten ziegelrot 
mit gelb. Sporn kaum länger als Sepalen, Mai-August; A. Skinneri, Neumexiko, 60 cm. 
Blüten hängend, der lange Sporn glänzend rot. Fetalen und Kelch gelbgrün, .luli-August, 
spätblühend, liebt warme Lage und leichten Boden, zu empfehlen; A. truncäta {A. cali- 
förnica, A. eximia. A formösa var. triincata). Westnordamerika, 40 bis 60 cm, Blüten hängend, 
orange mit Scharlach und gelb, Sporn länger als Fetalen, Juni-.luli; ferner zu erwähnen die 




Abb. 98. Aqiiilegia nigricans, dunkler Akelei, 30 cm 

iphot. Kr;iskovits, Süd-Steiermark). 



Aquilegia— Aral 



schönen hybriden Gartenformen: A.haylodgensis [A.JUihellüta >r caerulea), chrysanrha- 
ähnhch, bis 1 tu. üppi^, bis Anfanj? .liili blühend, sehr wertvoll; A.Helenae (fhibellata nana 
X caerulea). 40 cm. straff, tiefblau mit weil.l, A\ai-.luni. und A. Sluürtii (jucunda X olympicu). 
nicht so üppig und reich w\q jucunda. ,\\ai-Juni. 

Ärabis, Gänsekresse — Cruciferen — Niednge rasige Felsenpflanzen mit oft 
rosettigen Orundblättern und hübschen gelben oder weißen Blütentrauben im 1-rühjahr; 
Kultur in leichtem Boden, doch siehe im übrigen die Arten; Vermehrung durch Teilung 
(Pflanzzeit August-September), Stecklinge und Samen; Verwendung der (iartcnformen 
von alhida und alpina im Garten für Gruppen und Einfassungen, während die übrigen Arten 
wohl nur fürs Alpinum in Betracht kommen. 

A. älbida [A. caucusica. oft als 
fl//;/«« gehend I.Griechenland, Klein- 
asien-Kaukasus, der folgenden ähn- 
lich, aber niedriger dichter rasig, sil- -a,^ 
bergrau, Blätter sämtlich buchtigge- "^^r 
zahnt gegen Spitze, gerieben unan- 
genehm riechend.früher blühend, vor 
allem wertvoll die var. fl.p/.''). weil.) 
gefüllt, April, gut für Binderei, und 
deren weißbuntblättrige F'orm, be- 
sonders schön var..<//'a:/r///7(V'(/.s7//)('/- 
/?a (A. alpina \&x.}!;randiJ'lora super- 
ba), Blüten größer, verbenenartig. 
auch fürl^inderei. vorzüglich fürtrok- 
kenste Stellen, Mauern; einer Kreu- 
zung mit aubrietioides entstammt 
var. rösea (4. alpina var. rosca Hort. 
Arends), Blüten zartrosa, wertvoll; 
A. alpina, Huropa. Nordasien, auf- 
rechter ahaibida. 1 5 bis 20 rm.grün, 
etwas graubehaart. Blätter mit tief 
herzförmigem Grund, stengelumfas- 
send, kurzgezähnt, Blüten kleiner als 
bei voriger, April-Mai; liebt feuch- 
tere Lagen, nasses Geröll; A. au- 
brietioides, Cilicien. ähnlich älbi- 
da, Blüten hell purpurn ; A. Biliar^ 
dieri, Kleinasien. Libanon, eine 
Form der albida, besonders schön 
var. rösea mit lila F^lüten; A. ble= 

pharophylla, Kalifornien. Blätter dunkelgrün, glänzend. Blüten rosenrot, gut durchlässigen 
Boden, halbschattige Lage, selten echt; A.carduchörum {Drdbagigas). Armenien, ganz 
niedrig, Blätter steif rosettig. dichtrasig, weiß, später als A. Ferdinändi'Cobürgi, A\aze- 
donien, der procurrens ähnlich, aber nicht ganz so üppig, graugrün; A. Hälleri, Mittel- 
europa, Grundausläufer, Grundblätter gefiedert, Blüten weiß. var. rösea, zart rosa, .luni-.luli, 
etwas feucht schattig; A. procurrens, Südosteuropa, dichtrasig mit beblätterten Ausläufern, 
bis 30 cm. grün, Blüten grol.i. weiß. April-Mai, halbschattig; A. Stürii, bis 8 cm. dunkelgrüne 
Polster, weißblühend, für sonnige Felsen. Ferner seien erwähnt A hryoides. Griechenland. 
Kleinasien, kleine silberweiße Polster, und die ziertiche A. vocliim'nsis. Blüten weiß. 

Arälia, Aralie — .\raliaceen — Hohe dekorative Pflanzen mit aromatischem, flei- 
schigem Wurzelstock, drei- bis fünffach zusammengesetzten Blättern und unscheinbaren, 
grünlichweißen Blütchen in nspigen Blütenständen. .luli-September. siehe Abb. 2() und mo ; 
Kultur in genügend feuchtem, kräftigem, tiefgründigem Boden; Vermehrung durch 
Aussaat, Teilung, einige Sorten durch .Ausläufer, andere durch Wurzelschnittlinge; Verwen- 
dung als Einzelpflanzen auf Rasen, auch im Park; lieben Halbschatten, oder in Sonne 
reichliche Bewässerung. 




Abb. 9'). Aralia catifornica, 



Aralia— Arenaria 



A. califörnica, Kalifornien, bis über 2 /«. in der Tracht der bekannteren und härteren 
raceinosa gleich, aber in allem üppiger, siehe Abb. <^)0 ; A. cordäta (A. edulis), Japan, eben- 
falls ähnlich. Blätter unterseits an Nerven weil.'.behaart. Früchte blauschwarz; A.nudicaülis, 
Ostnordamerika. Wurzelstock mit weit kriechenden unterirdischen Rhizomen, etwa 25 cm 
hoch, gute Schattenpflanze für humosen Boden, selten echt in Kultur; A. racemösa (Abb. 
20), Ostnordamerika, bis 1.5 m, Blätter meist kahl, Frucht purpurlich; besonders üppig 
var. sachalinensis, Sachalin; auch A. cachemirica, {A. cashmeriänd), aus Kaschmir in 
Kultur, zierlicher. 

Archangellca officinälls, Engelwurz, ist eine nur zweijährige Umbellifere. 

Arctötls siehe Haplocärpha.\ 

Aremönla agriwonioides: niedrige /4,e'/-//7?o/7/(/-ähnliche Staude aus dem südlichen Mitteleuropa. 
(liT :\brr die Imkisjen Wcichstacheln an Sielle de«; A\il,lenkelches fehlen; Blüten gelb, sonst w'ieAgrimönia. 

Arenaria^") (Alsine), Miere, 
Sandkraut — Caryophylla- 
ceen — Rasige, polsterbildende, 
meist nur 2 — 5 an hohe Felsenstau- 
den mit feiner Belaubung und klei- 
nen, faststetsweilJenBlütchen, siehe 
.'\bb. 1 00. Kulturmeistmühelos, siehe 
.^rten; Vermehrung durch Samen, 
Teilung oder bei seltenen Arten 
durch Stecklinge; Verwendung 
für Trockenmauern, im Steingarten 
und Alpinum. siehe Arten. 

I. Blättchen länglich -lanzettlich 
bis rundlich-eiförmig. A. aretiol- 
des iSiebera clierhrioides), Alpen. 
Blätter länglich-lanzettlich, fleischig, 
oberseits tief rinnig, sich deckend, 
Blüten einzeln endständig, fast sit- 
zend, Juli-August, für Felsspalten; 
A baleärica, Balearen, Corsica, 
moosartig, freudiggrün, Blätter oval, 
Blüten einzeln, deutlich gestielt, fast 
den ganzen Sommer, zur Begrünung 
halbsonniger, schattiger Felsen, im 
kleinen Alpinum oft lästig, in rauhen 
Lagen nicht ganz hart; A. gräcilis, Balkan, ähnlich grandißora, Blätter mehr schmal ellip- 
tisch, undeutlich gezähnt; A. graminifölia (A. Rosdnii). Südeuropa, dichtrasig, Blätter 
lineal-lanzettlich, glänzend grün, drüsig behaart, Blüten unscheinbar, zu drei, Juli-September, 
für Einfassungen, wertvolle Polsterpflanze; A. lanceoläta, Alpen, Blätter starr, schmal- 
lanzettlich, Grund gerundet, Blüten zu 1 bis 3, Juli-August; A. Ledeöour/a/ia, Kleinasien, 
kahle blaugraue, an eine kleine Armeria erinnernde Rosetten bildend. Blätter steif, lineal-lanzett- 
lich, Blüten etwas gelbgrün, Juli, warme Plätze im Alpinum ; A. purpurascens, Pyrenaeen. 
Blätter glänzend dunkelgrün, spitzoval, Blüten hellrosa, Juli-August, verträgt etwas kühlere 
Lagen; A. tetraquetra, Pyrenäen. Spanien. feste flache Polster, Blätter rundlich oval. paarig 
über Kreuz. Blüten Juli-August; A. ttnölea, Kleinasien, dichte unverwüstlich grüne Polster 
bildend. Blätter klein, steif, oblong oval. Blüten unscheinbar. — II. Blättchen pfriemlich oder 
lineal. einnervig: A. Bauhinörum (A.liniflöra). südöstliche Alpen, lockere Polster. Blätter 
halbrundlich, klebrig-drüsig. Blütenstengel mehrblütig. 8 bis 20 cm. Blüten groß. .luli-August. 
wertvolle Alpine ; Ä. grandiflora {A. triflöra], Alpen, glänzend grüne Rasen bildend. Blatter 
derb, pfriemlich oder lanzettlich. Blutenstände 1 bis 4 blutig, Blüten weiß; A.Iaricifölia, 
Alpen, ähnlich voriger, flaumig, nicht drüsig, behaart. Blütenstände bis 30 rw. siehe Abb. 1 00, 
Juli-September, im Gegensalz zu Bauhinörum nicht auf Kalk, gut für grüne Rasen in son- 
nigen heißen Lagen; A. verna, Europa, sehr dichte feine smaragdgrüne Polster, Blüten- 
stände trugdoldig. bis 10 cm. Juni-Juli, auch var.//. pl. wertvoll; prächtig die nahestehende 
A. rnpc'stris vom Libanon, rosa. 




Abb. 100. Arenaria (Alsine) taricifolia, Lärchenblatt-Miere, 

10 cm. (Aus der„Garlenwelt"). 



Arenaria— Ansariim 






■fm^z 



"^m: . . 



'f^m 



Abb. 101. An-fiariii I Alwine) /,'. anc/if/oru. iPlioi. C. Kessclring). 



Areaäria caespitösa siehe Saj/inu. 
— Aretia Vitaliäna siehe DoiigUisiu. 
Argemöne platyceras, Stachel= 

tnohn — P a p a V e r a c e e n — 0,5 bis 
1,2 m hohe, südlich-nordaiTieril<anische 
Staude, Blätter buchtig-fiederteilig. blaii- 
graugriin, bis25: \0 cm, Blüten bis lOcw 
breit, weiß, wie Abb. 102, Frucht eine 
Kapsel ; K u 1 1 u r usw. wie Pafnivcrorien- 
ta/e, aber empfindlicher, etwas Winter- 
schutz; zur Blütezeit prächtig. 

Arlsaema — Araceen — Niedrige 
Kräuter mit knolligen Wurzeln, dreitei- 
ligen Blättern und purpurlicher, an der 
Spitze eingerollter Spatha, wie Abb. 103, 
im Mai und hübsch roten Beerenfrüch- 
ten im Juli ; Kultur in nahrhaftem Bo- 
den, in etwas feuchter schattiger Lage, 
da sonst die Blätter zeitig einziehen; 
Knollen nicht zu flach pflanzen, im Win- 
ter eventuell Reisigdecke; Vermeh- 
rung durch Samen oderTeilung; Ve r- 
w e n d u n g für Parks in lichtem Laub- 
holzbestande oder auch im Alpinum. 

Außer der in Abb. 10.^ abgebildeten 
A. riagens aus Japan noch die einan- 
der ähnlichen A.amurensc ausNordost- 
Asien und ,4. triphyllum aus Nordost- 
Amerika als hart zii nennen. Für Schat- 
ten auch brauchbar ,4. Drmöntiuin aus 
dem östlichen Nordamerika. 

Arlsärum — Araceen — Pflanzen 
wie Arisaemti in Blüte, aber Blätter wie 
Arilin: Kultur usw. wie diese: kaum so 
hart, Winterschutz. 
Si Iva Tarouca-Schneider, Insere l-reilan 




)2. Blüten vom Stachelmohn, Argcnwiie pUityci 

iphot. A. Purpusi. 
.Viitlage. 8 



114 



Arisärum — Arnieriästrum. 




Abb. 103. Arisaema ringen. 



/*. profioscoideum (/Irum/j/o/w.sTo/rff um), Rhizom zylindrisch, Spatha mit 7 bis 15 cm langem Spitzen- 
fortsatz ; A. vulgäre (Anim an'sdrum], Mittelmeergebiet, Rhizom oval, Spatha ohne das lange Anhängsel. 
Aristolöchia.Osterluzei — Aristolochiaceen — 0,4bisl/n hohe, harte, heimische, kahle,auf rechte 
Stauden.die sich imPark in lichtemGebüsch,an trockenenHängen usw.gelegentlich gutunterbringen lassen. 
A. clematitis, Wurzelstock kriechend, Blätter herzeiförmig, Blüten blaßgelb, gehuschelt, Mai-Juni; 
A. pällida, Wurzelstock knollig, Blätter dreieckig-nierenförmig, Blüten einzeln, achselständig; A. pön- 
tica, Pontus. bis 50 cm, Wurzelstock knollig, Blätter geöhrt-eiförmig. Blüten wie bei voriger, verhältnis- 
mäßig sehr grolo, grünpurpurn. 

Armeria^^) (geht auch oft als 
Stdtice\. Grasnelke — Plum- 
baginaceen —Harte, niedrige, 
rosettige. fast immergrüne Pol- 
sterpflanzen mit aufrechten, ein- 
köpfigen Blütenschäften und meist 
rosenroten Blüten, vom .luli oft bis 
in den Herbst ; K u 1 1 u r in nicht zu 
schwerem, etwas humosem. san- 
digem Gartenboden in sonniger 
Lage : Vermehrung durch Tei- 
lung ( Pflanzzeit August bis Herbst) 
oder Saat: Verwendung vor 
allem als ausgezeichnete Einfas- 
sungspflanzen, z.B.Z,fl«cA£'fl«ß und 
cephalotes, auch fürs Alpinum ; für 
Schnitt plantaginea. 

A. alpina (Stdtice montdna), 
Alpen, Pyrenäen, 20 cm, Blätter 2 bis .3 mm breit, ,luli-August; A.caespitösa^^) (A. juni- 
perijöUa), Gebirge von Spanien und Portugal, bis 5 cm. dichte rundliche blaugraue Polster, 
Blätter schmal nadeiförmig, Blüten zart rosa, April-Mai, schönste und beste Art für Felsen- 
mauern und Steingärten; A. labradörica, arktisches Gebiet. rosa. Mai, ähnlich A.setdcea; 
A.latifölia (A. cephalotes. A.Jormösa, A. oder Stdtice pseudo-armc^ria) . iberische Halbinsel, 
bis bO cm. Blätter oblong-lanzettlich, fünf- bis siebennervig, Köpfchen bis 7 cm breit, leuch- 
tend hellrosa, .luni-Juli ; hierher oder zu vulgaris die A.Jormösa spl^ndens Hort., 40 bis 50 cm 
hohe straffe Stiele, Juli, leuchtend karminrot; A. maritima (Statice Armeria], Nord- 
europa, 10 bis 30 cm. Blätter 
lineal, lila. var. alba(A.leiico- 
cdphala Hort.j, schneeweiß, 
var. „B e e s r u b y" leuchtend 
karminrot, auch für Schnitt, 
Mai bisSeptember, beste Form 
var. Lauctieäna {A. Lauche- 
ana), leuchtend rosa, hierher 
auch die A. bractedta rubra 
Hort., 1 bis 1 5 cm. breitblätt- 
rig, dunkelrot und bracteata 
spk'ndens Hort., Blütenköpfe 
groß, karminfarben, Juni; A. 
plantaginea, Mittel- und 
Südwesteuropa, 30 bis 60 cw, 
Blätter lanzettlich, 5 bis 7 mm 
breit, rosenrot, Juni-Juli, bei 
var. leucdntha weiß und var. 
rubra rot ; A. vulgaris (A. 
elongäta), Mitteleuropa. 20 
bis 40 cm, Blätter lineal. Mai- 
Sommer, bei var. purpiirea 
Blüten purpurn. 

Armeriästrum siehe Acan- 
tliolinwn. 



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spitOSCI. Iphot. H. Zörnitr 



ArnC'bia— Artemisia. 



'0(^C: 






Arnebia [Macrotömia) echioides, Prophetenblume — Boraginacccn — Harte, 
kaukasische, aufrechte. 10 bis 40 cm hohe, rauhhaarige Staude mit ausgebreiteten längHchen 
Blättern und goldgelben, innen anfangs schwarz gefleckten, primelartigen Blüten in reich- 
blütigen Cymen. im April-.Wai; Kultur in nicht zu sonniger Lage und kalkhaltigem durch- 
lässigen Lehmboden nicht schwer, kein frischer Dünger; X'ermehrungdurch Samen (l-rüh- 
jahr) und Teilung: \' e r w e n d u n g fürs .Mpinum wie für Rabatten am Haus, in Massen recht 

hübsch. auch halbschattig. — ^.ce= 

phalötes, aus Griechenland und 
Orient, etwa 30 c/« hoch, mehr anlie- 
gend behaart, in Kultur nicht leicht. 
Arnica moatäna, Wohlverleih: 
heimische, harte Qebirgskotnposite mit 
grundständigen ovalen Blättern und 
großen, orangegelben Bliitenköpfchen 
auf bis.SOcm hohen Stengeln, wie Abb. 
lo.s. im Juni-August; Kultur in etwas 
frischem kalkfreiem Boden, in grasigen 
Partien ;Vermehrung durch Teilung 
oder Saat (Herbst); Verwendung 
fürs Alpinum und auch im Park auf ge- 
eigneten Orten. Im blühenden Zustande 
giftig- 

ArnlcaClüsiiSKhe/)ordfiicumCliisii. 
— Arönicum sieUe Dorönicmii. — Aron- 
stab siehe Anim. 

Arrhcnatherum bulbösum 
\ ar. yurlc<j;iitiiiii. Bandgras, bun= 
ter Glatthafer: Bunte 1-orin des 
bekamiten heimischen sogenannten 
französischen R a \- g r a s e s . 
bildet Ih cm hohe, hübsche Büsche 
mit feiner silberbunter Belaubung: 
K u 1 1 u r in jedem, am besten frischen 
Oartcnboden : \' e r m e h r u n g durch 
Teilung:\'c rwe n d u n g fürRabatten. 
Gesteinpartien, Einfassungen usw. 

Artemisia, Beifuß, Edelraute — Kompositen — Niedrige oder hohe aromatische 
Stauden mit meist fein zerschnittenen Blättern und kleinen, gelben oder weilJen Blüten in 
rispigen Blütenständen wie.Abb..=^fi und 106: Kultur der niederen Arten als sonneliebende 

Felsenpflanzen zwischen Gestein, 
wo die Wurzeln tief in humos-lehmi- 
gen. sandigen I5oden hineindringen 
können und die Pflanzen nicht unter 
Nässe leiden. A. luciiflora dagegen 
als Qartenstaude in warmer, etwas 
feuchter Lage und nicht zu schwe- 
rem, gut durchlässigem, tiefem Bo- 
den: X'ermehrung meist durch 
Stecklinge oder Samen : V e r w e n - 
dungfürs Alpinumoder,4./(7r// /ow 
als ausgezeichnete herbstblühende 
Rabattenstaude, auch für Schnitt. 

A. lactiflöra, China, aufrecht 
bis 1.5 TO. Blätter tiefgrün. Blüten 
weiß, wohlriechend. Septemher-Ok- 
tober. wie .Abb. .Sd: A. lanäta(A. 
pedemontana), Italien. rasig, sil- 
berweil.'iwollig. selten blühend. Abb. 
1 nii; A mutellina (A.läxa), ech- 
te Ldel rau te. .Alpen, rasig, 5 bis 




116 



Artemisia— Ascl^pias. 



20 cm, silbergrau behaart, Blüten gelb, Juli-September, sehr zierend im Felsgarten, ver- 
trägt etwas Halbschatten, fürs Alpinum ferner zu nennen A. Baumgart^nii, caucdsica, gla- 
cidlis und var. spU'ndens u. a. m. — A. Abrötaniim, tridentäta u. a. kultivierte Arten sind 
Sträucher, siehe Laubholzbuch. 

Artischocke siehe Cynara gcolymus. 

Ärum, Aronstab —Araceen — Harte giftige Kräuter von der Tracht der /t^/saem«, aber mit 
spießpfeilförmigen, einfachen Blättern und gelblich-weißlichen oder grünlichen, an der Spitze nicht 
eingebogenen Scheidenblättern ; Blüten im Mai-Juni, Fruchtstand mit leuchtend roten Samen i 



I Sommer 




I Mai-J 
bis Herbst; Kultur usw. wie bei Arisaema. 

A. itälicum, Südeuropa, höher und schöner als das heimische A. maciildtiim. ferner /l.m;^n/m, Maze- 
donien. Scheiden sehr schön, tief schwarzpurpurn. Siehe auch unter Arisanim. 

Arüncus Sylvester {Spirac^a 

Aruncus), Geißbart: europäisch- 
nordasiatisch - nordamerikanische, 
bis 1,5 rii hohe Saxifragacee, 
Blätter zwei- bis dreifach gefiedert, 
Biättchen scharf gesägt. Blütenstän- 
de ährig-rispig, Blüten zweihäusig, 
weil.) oder gelblichweiß, Juni-Juli, 
siehe Abb. 107; wertvoller var. 
Kneif fü. Belaubung zierlicher. Blü- 
tenstände feinfiederig, ferner var. 
pliimösus, nur bis 75 cm, Rispen sehr 
elegant, erst alte Pflanzen schön: 
Kultur etc. vfisAstilbe. Zu let/tn 
Gattung gehört auch Spirac'a ws/// 
holdes, die nicht identisch mit den 
echten Aruncus astilboides Maxim 
ist. 

Aründo Dönax. Pfahlrohr: 
bis 4 /// hohe, schmuckvolle Gra- 
minee aus Südeuropa mit kurzen, 
dicken Rhizomen und rispigen Blü- 
tenständen, die in Mitteleuropa nicht 
zur Entwicklung gelangen: siehe"[Abb. 108; Kultur in warmer Lage in sehr nahrhaftem, 
feuchtem Boden; in kälteren Lagen an trockeneren Stellen, da die Rhizome in solchen besser 
ausreifen und durch den Winter kommen; in rauheren Lagen Winterschutz nach Abschneiden 
der Halme nach den ersten Herbstfrösten; Vermehrung durch Teilung; Verwendung für 
Uferpartien, auch im Rasen als Einzelpflanze, aberlange am selben Platz lassen; die bunte 
Form var. variegdta (var. picta) bei uns zu empfindlich fürs Freiland. 

Aründo Phragmites siehe Phragiuites. — Asarrhina Loebelii siehe Aiitirrhiniiin Asarina. 

Äsarum europaeum. Haselwurz: harte, heimische, 2 bis 6 cm hohe Aristo - 
lochiacee mitdünnem kriechenden Wurzelstock und immergrünen, nierenförmigen, glänzend 
dunkelgrünen Blättern wieAbb.lüQ. Blüten glockig.grünlich-purpurn,nichtauffällig,aromatisch, 
Mai-Juni; Kultur an schattigen Plätzen in nahrhaftem Boden; Vermehrung durch Teilung; 
Verwendung als ganz vorzügliche Schattenpflanze und Ersatz fürRasen, zieht nach Pflan- 
zung oft für längere Zeit oberirdisch ein. Man verwende nur gut kultivierte Ware. — Noch 
wertvoller als europaeum ist A. virginicum, Nordamerika, üppiger, Blätter dick, lederig, 
glänzend. — Weitere gute Arten sind A. canadense, nicht immergrün, A. caucdsicum und 
A.caaddtum, die letzte fast ganz kahl, durch ihre großen langgeschwänzten Blüten bemerkens- 
wert'-), schwachwüchsig, nur zum Teil immergrün. 

Asc/ep/as.Seidenpflanze— Asclepiadaceen — Rechtbrauchbare.aufrechtebuschige 
nordamerikanische Stauden mit gegenständigen Blättern und dichten, duftenden Blütenständen 
Juli-September; Kultur siehe unten; Vermehrung durch Teilung im Frühjahr; Verwen- 
dung von incarnata und tuberosa als Rabattenstauden, die letzte zum Schnitt geeignet, wo- 
gegen äiv/wcö nur für große Parks in Betracht kommt, da sie sehr wuchert. 

A. incarnata, ausläufertreibend, bis 1 m. kahl. Blätter lanzettlich. Blüten rosa, liebt sumpfige 
Stellen, Ufer und sonnige Lage, gute Bienenfutterpflanze; A. syriaca (A. Cormiti), aus- 



Abb. 107. Aruncus Sylvester, Geißbart, 1,5 ; 

(aus der ..Gartenweif). 



Asclrpias 




2„S m. bei Ragu 



läufertreibend, bis 2 m, behaart. Blätter breit -oval, Blüten hellpurpurn, wächst überall, als 
schöner gilt A. speciösa, nordwestl. Nordamerika, bis 1 in, Mai -Juli, steht synaca nahe; 
A. tuberösa, Wurzeln knollig. 40 bis bO cm, behaart. Blätter ei-lanzcttlich. Blüten hell- 




•paciim, Haselwurz, 8 cm iph. 



118 



Ascli'pias — Asp^rula. 



orangegelb, in einseitig rispig angeordneten Dolden. Auch auf A. HdlUi, 0,5 bis 0,6 /«, aus 
Colorado, und A. purpurea aus RuiJland sei verwiesen. 

Äscyrum siehe „Unsere Freiland-Laubgehölze". 

Aspäragus, Spargel — Liliaceen — Harte, sehr reich und fein verzweigte, tief- 
wurzelnde, dekorative Stauden, deren feinste Zweiglein kleinen Nadelblättern gleichen, Blüten 
winzig, aber kugelig rote Beerenfrüchte im August bis Herbst; Kultur in tiefgründigem, 
frischem Boden ; Vermehrung durch Teilung oder Samen ; V e r w e n d u n g für den Park 
oder auch an passenden Stellen in grol.ien Gärten; Laub für Dekorationen sehr wertvoll. 

A. schoberioides, Japan, 1 m. schöne zierende Belaubung, Beeren rot. sitzend; A. fe- 
nuifölius, südliches Mittel- und Südeuropa, ,30 bis 40 rm, sehr graziös; A. verticiUätus, 
Kaukasus, etwas halbstrauchig, bis über 3 /;/ lange kriechende oder etwas windende Triebe, 




Abb. 110. Aspcrula odorata, Waldmeister, 20 



zur Bekleidung von Felsen. Geländern, über Gebüsch usw. Auch der angebaute Küchen- 
spargel. A. officinälis iA. ciltilis), läßt sich im Park verwenden. Hübsch und hart auch 
A. fHicinus aus dem Himalaya. 

Asperula, Waldmeister — Rubiaceen — Kräuter mit quirlständigen, feinen Blättern 
und weil.ien oder rosa Blüten; siehe im übrigen die Arten. 

A. arcadiensis iA. Athoa Hort.), griechische Gebirge, grau behaarte, bis 10 cm hohe 
Polster, Blüten zu (>- bis 8 kopfig. zart nelkenrosa, wachsig. langröhrig, schön, aber in Kultur 
und Vermehrung nicht leicht, sonnige Felsen ( Moräne) ; A. cynänchica, Gebirge vonEuropa, 
1 .S — 20 cm, sehr ästig. Blätter schmal lineal, Blüten rosa oder weiLi. Juni-.August, für trockne 
sonnige Stellen im Steingarten ; als besser gilt var. Jorddrüi, Frankreich, zwergige Form, 
Blüten lebhafter rosa; A. hirta, Pyrenäen, weiche grüne Polster, Blätter schmal, ^ kahl, 
Blütentriebe bis 10 cm, Blüten prächtig rosa, Mai-.luni, gut fürs Alpinum; A. Neilreichü, 
Alpen, starre dichte niedrige Rasen, ebenfalls rosa; ähnlich und schöner A. nitida, bithy- 



Aspi rula— Aspidi 



nischer Olymp; für durchlässigen steinigen Boden in sonniger Lage; A. odoräta, unser 
gemeiner Waldmeister, bis 20 cm. ausläufertreibend, Blätter b- bis8 wirtelig. Blüten weiß. 
Mai-Juni; für schattige Orte und frischen humosen Boden, siehe Abb IIU; A. taurina, 
südliches Mittel- und Sudeuropa, ähnlich voriger. Blätter 4 wirtelig. wie vorige zu verwenden. 
Asperu/a caläbrica siehe Piitdria. — Asperula cilläta siehe Phuöpsis. 

Asphodeline, Junkerlilie- Liliaceen —Ganz ähnWch Asp/iodeliis, aber mit kurzem, 
beblättertem Stamm, Blüten gelb oder weiü, siehe sonst Asp/iode/iis und die Arten. 

A. lutea, Südeuropa, glatte Blätter. Blütenstiele bis oben beblättert, 0,6 bis 1 w, Blüten 
gelb, auch gefüllte Form, April-Mai; A. libürnica, Südeuropa, 40 bis 60 n«, Blätter rauh 
gezähnelt, Blütentriebe nur im unteren Drittel beblättert, Blüten gröüer, Mai-.luni; A. Balän- 
sae,^''U Cilicien. bis i m. Stamm nur am Gründe beblättert. Blüten weil.'), .luni, vormittags 
geschlossen, schön, aber meist nur zweijährig; 
A.^lobulifera aus Cappadocien (Abb. 1 11 1 und 
A. isthmocärpa aus dem Taurus sind auch für 
Fclsanlagen geeignet. 

Asphodelus, Affodil, Gold würz Li- 
liaceen — Südeuropäische Pflanzen mit flei- 
schigem Wurzelstock, sitzendem Blattschopf und 
weiUen Blütenständen, wie Abb. 112; Kultur 
in etwas kalkigem oder sandigem, nahrhaftem, 
gut durchlässigem Gartenboden in warmer Lage, 
während der Triebzeit genügend giel.ien, später 
und im Winter Schutz gegen übermäl.iige Nässe; 
\'e r m eh rung durch Samen, der lange liegt (Topf- 
aufzucht, da Wurzeln gegen N'erletzungcn empfind- 
lich I oder durch .Abtrennung von bewurzelten [:rd- 
sprossen; Verwendung als Zierpflanzen für 
Rabatten und im Rasen. 

A. albus fA. ramosus zum Teil). Südwest- 
europa, bis 1 in, wie Abb. 112, Blätter 1 ,ö cm breit, 
.? kantig. Blütenstand einfach traubig. Blüten an- 
sehnlicher als bei folgender. .Wai-.luni ; A. micro- 
cärpus (.4. ramosiis zum Teih.Mittelmeergcbiet. 
kräftiger. Blätter breiter.flach, Blütenstände rispig, 
Blüten kleiner, April-A\ai. Auüerdem viele ähnliche 
Formen vorhanden. 

Aspidium^*) (einschließlich Dryöpteris, Phe- 
göpteris und Polystichiim). Schildfarn, Punkt- 
farn: verschieden gestaltige. zumTeil sehr schöne, 
buschige Farnkräuter (siehe Abb.l 1.? bis 120), für 
feuchte schattige Stellen in humosem Waldboden 
(grober Torf- und Heideerdezusatz), die sich im 
Alpinum und F^ark sehr gut verwenden und bei 

genügend mildem Wetter den ganzen Winter hindurch pflanzen lassen. A. Dryöpteris und 
Rohcnianiim auch für schattige Mauern geeignet, letzte liebt Kalk. A. acrostichoides ist auch 
für trockenere humose Lagen brauchbar. 

Al.PHABETlSCHK LISTH DER ERWÄHNTEN LATEINISCHI-:N NAMF:N. 
([)ie Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen). 

acrostichoides 122 Filix mas und Formen 

aculeatum und vars. (Abb. Ilbi 121 

fragrans 121 

Ooldicanum (Abb. 1 17; . . 121 

hexagonopterum .... 120 

laserpitifoliuni (Abb. 118). 124 

lobatum 124 

Lonchitis 122 

marginale 121 

montanum 122 

mnnitiim (Abb. ll<)i . . . 123 




Abb. II 



(Abb. 113 115) . . . . 123 

angulare 123 

Braunii 124 

cristatum 120 

dilatatum und Formen 

(Abb. 120) 120 

decursive-pinnatum ... 120 

Dryöpteris 120 



noveboracense 122 

Oreopteris 122 

Phegopteris 120 

remotum 122 

rigidum 122 

Robertianum 120 

setosum 124 

spinulosum 122 

— dilatatum 120 

Thelypteris 122 

varium 124 



Aspidiur 




2. Asphodchis alhiis, Affodil, in Kew, 75 i 



I. Schleier fehlend 
(Gruppe Phegopteris im engeren 
Sinne). 
A. decursive-pinnätum [Po- 
lypödiiim deciirsive-pinnatum; La- 
strea oder Phco,öpteris decursive- 
pinnata) , lOstasien. Rhizom kurz, 
nicht l<riechend, Wedel kurzgestielt, 
krautig, lebhaft grün, behaart, eilan- 
zettlich. nach Grund verschmälert, 
bis 4()fOT, Fiedern alternierend,durch 
in jeder Bucht gelappten Flügel ver- 
bunden, interessant, aber im Winter 
schutzbedürftig; A. {Pliegoptens\ 
Dryöpteris ( Polypödiiim Diyopte- 
ris. Dryöpteris Linnaedna ) . E i c h e n - 
f a r n , Europa bis Japan, Nordame- 
rika. Wedel 10 bis 40 cm. zart, sehr 
hellgrün, kahl, breitdreieckig, drei- 
zählig,doppeU gefiedert. guter Schat- 
tenfarn unter Laubbäumen, auch für 
Felsen, Mauern ; A. hexagonöp^ 
terum (Polypodium hexagonopte- 
ntiii. Phegopteris hexagonoplerd) , 
östl. Nordamerika, wie Phegopteris, 
aberWedel bis doppelt so lang; hel- 
ler grün, meist breiter als lang; A. 
Phegopteris {Polypodium Phe- 
gopteris. Phegopteris po/ypodioides 



oder ra/oT/m), Buch enfarn,nördl. 
gemäßigte Zone. Wedel 1 5 bis .50 cm 
lang, dünn-krautig, sattgrün, läng- 
lich dreieckig, lang zugespitzt, bei- 
derseits behaart, mittlere Fiedern 
am Grund verbunden, guter Schat- 
tenfarn für humosen Waldboden; 
A.Robertiänum ( Polypodium Po- 
bertianum. P/iegoptcris Robertiana 
oder calcdrcu). Kalkfarn, wie 
Dryöpteris. aber auf Kalk, abwei- 
chend durch derbere, steifere, fein- 
drüsige, gelbgrüne Wedel, mittlere 
Hauptabschnitte gröüer als seitliche, 
für Felsen. Mauern. 

II. Schleier vorhanden 
(bei einigen Arten klein, hinfällig). 

A.Schleier nierenförmig (Gruppe 
Lastrea oder Dryöpteris). 

A. cristätum {Dryöpteris oder 
Lastrea cristata). Verbreitung usw. 
wie der Wurmfarn, aber Wedelstiel ^bb. 113. Aspidium (Polystictwm) aadeatum, 70 cm 

lang, dünn, Wedel schmal-lanzett- (O.Arends, Ronsdorf i. 

lieh, 30 bis 5() cm, Spindel kahl. Fie- 
dern entfernt, mit meist stachelspitzigen Seitenzähnen, für moorige sumpfige Lagen ; A. dila- 
tätutn {Dry. oder A.spinulösuiu var. dilatatum. Dryöpteris oder Lastrea dilatata). Heimnt usw. 




Aspidi 



121 




Abb. 



Aspidium aciileatum var. rolundatutn 

(0. Areuds, Honsdorl). 



wie spiimlosiim, aberWedel breiter, diini^elgrün. 3- bis 4-fach gefiedert. Stiele kürzer als Spreite, 
mit schwarzbraunen Schuppen, beachtenswerte Kulturformen sind nach Kesselring var. ciis- 
piim. Wedel kraus, var. crisuHnin ündfoUöini/n cristatiim. 1-iedern kammförmig. var.f^nindiceps. 
Kämme kopfig angeordnet, var. /epi- 
ilötiim, reich beschuppt, ferner var. 
anömcilum und var. spectabilc: A. 
[üryopteris oder Lustreu) Filix 
mas, Wurmfarn. nördl. gemäßig- 
te Zone, sehr vielgestaltig. Wedcl- 
stiel kurz, kräftig, dicht schuppig. 
Wedel lebhaft grün, bis 1 in. eilan- 
zettlich, l-iedern genähert. Fieder- 
chen kerbig gesägt: von den vielen 
Kulturformen sagt Kesselring fol- 
gendes: hahnenkammförmig ver- 
zweigte I-iedern zeigen sich bei vie- 
len Formen in endloser Variation: 
cristatum i/nonströsiim) mit Un- 
terformen : ungiistutiim.fimbriütiim, 
polychiiiyliim, siihcristutiinr. kopf- 
artig gehäuft am Ende der Wedel 

sind diese kammartigen Gebilde bei: s^rdiii/iccps. cupitdtum, grande-capitütiim. utliyrioides: 
nur gegabelteFiedern besitzen : ßircdtiiin, Jiircuns ; durch krausiggewellle Wedel, 
die zum Teil cristate Fiedern besitzen und capitat sind, fallen auf: var. crispum (mit cri- 
statcn zwergigen oder auch wüchsigeren L'nterformeni. ////£tw(i.s7//H mit den schönen,/', cri- 
slaliini und Findlcydniim. die zwergigen sehr schönen propinqniiin cristatum und propin- 
quuni crispum: gekreuzte Fiedern besitzt cnicidlum und/, cristutum: feingefiedert ist var. 
Bolldndiue^plumösum); durch unterbrochen gefiederte Wedel zeichnen sich aus: depanperd- 

tiim.intcrrüptuin ; lineareFiedern und 
äulJerstzierliche Wedel haben lirieci- 
re ( .Xbb. 1 K) ) und irrdcilc; verzweig- 
te Wedel besitzen: ramosissimuni. 
ramo-corönans und ramo-cristutum; 
nicht monströse besonders üppige 
dunkel belaubte Formen sind: var. 
Barn^sii. var. paledceum. var. clon- 
gdtum (Ostasien bis Himalaya): 
ebenfalls nicht monströse Zwergfor- 
men sind: pumilum. abbrcvidtum. 
recht schmale Wedel von intensiv 

X** dunkler Färbung hat var. I'induri: 

^ \ "^ ' J ^iJah^'''^-^''-^ A. fragrans [Dryopteris oder Lu- 
"■ ' ^ streu frugrans).U<iuii\rn .Kauka- 

sus. Nordasien bis .lapan. arktisches 
Amerika. Wedel kurz gestielt, dicht 
gebüschelt. lanzettlich, gegen Grund 
verschmälert. \r< cm. lederig. unter- 
seits bräunlich beschuppt, nach Cu- 
marin duftend, in Kultur selten, aber 
zu empfehlen: A. Goldieänutn 
iDryopteris oder Lustreu üoldieumi. 
Nephrödium Goldieanum, Aspidium 
Filix mas var. Goldieanum), nördl. 
Vereinigte Staaten. Canada. üppig 
wie Fili.x mus. Wedel eirund-drei- 
eckig. Fiederung wie cristatum. Fiedern breiter, grob gezähnt. Sori näher der Rippe, hart; 
A. marginale iDryopteris oder La st reu murginulis), östl. Nordamerika. Wedel bis r>i) cm. 




Abb. 115. Aspidium aculeatuin var. prolifenm 

(0. Arends. Ronsdori). 



122 



Aspidium 



länglich lanzettlich, Fiederung wie bei Filix mas. Fiederchen stumpf, fast ganzrandig, Sori 
fast randständig; hart; A. montänum [Polypodiiim montanum, Polystichum montanuin, As- 
pidium oder Lastrea Oreöpteris), Rhizom dick, Wedelstiele nur cm. Wedel krautig, lebhaft 




Abb. 1 16, Aspidium (Dryopteris) Fili.x mas var. linear 



grün, bis 80 cm, beiderseits stark verschmälert, unterseits mit goldgelben nach Äpfeln duften- 
den Drüsen, Schleier zart, bald abfällig, hübscher Waldfarn; A. noveboracense (Dryop- 
teris oder Lastrea noveboracensis), östl. Nordamerika, nahe Tlwlypteris, aber Wedel bleich- 
grün, dichter stehend, gegen Grund verschmälert. Ränder der fruchttragenden Fiedern nicht 
eingerollt. Sori nicht zusammenfließend; guter Sumpffarn; A. rigidum (Dryopteris oder 
Lastrea rigida), Alpen. Großbritannien. Rhizom sehr kurz. Wedel steil aufrecht, bis 30 cm. 
derbkrautig, hellgrün, lanzettlich. Fiedern und Fiederchen sehr dicht, letzte eingeschnitten 
gezähnt bis fiederspaltig. unterseits wie bei montanum hell bedrüst. Kalkgebirgsfarn ; A. spi- 
nulösum {Dryopteris oder Lastrea spinulosa), nördl. gemäßigte Zone. Wedelstiel bis iOcm, 
hellbraun beschuppt. Wedel krautig hellgrün, bis öO cm, eilanzettlich. nach Grund nicht ver- 
schmälert. Fiederchen tief grannig gezähnt, hübscher Waldfarn; ein herrlicher Bastard, mit 
A. Filix mas ist A. remötum {Dryopteris oder Lastrea remota). Laub dunkelgrün, zierlich 
gefiedert; A. Thelypteris {Polypodium oder Lastrea Thelipteris, Lastrea palustris, Tlielip- 
teris palustris). Furopa. Nordasien, östl. Nordamerika, Rhizom dünn, kriechend. Wedelstiele 
bis 30 cm. Wedel 30 bis so cm. krautig hellgrün, am Grunde kaum verschmälert, fruchtbare 

Fiedern am Rande eingerollt. Sori 
zusammenfließend, Schleier abfäl- 
lig, guter Sumpffarn. 

B. Schleier kreisrund 
iOTU^pefiypopeltisod.Polystichum). 

1 . Wedel einfach gefiedert. 

A. (Poiystic/ium) acrostichoi- 
des, östliche Vereinigte Staaten. 
Wedel langgestielt, bis 80r/«. immer- 
grün, aber kaum lederig, untere Fie- 
dern nicht kleiner als obere, lineal- 
lanzettlich, sporentragende am Blatt- 
ende zusammengezogen, unten ganz 

.^^ ,,„ , ._,. ,„ . • > ^ ,j- ^„ mit Sori bedeckt, hart und schön;/!. 

Abb. 117. Asp/dmm (Dryopteris) Goldieanum, 60 cm ,„ , .. , > /^„^«..-♦.•„ n u- 

(G. Arends, Ronsdorf). {PolyStlc/lUm) LonchltlS, GchlTge 




Aspidium 



123 



von -Wittel- und Nordeuropa. Nordasien, Nordamerika, Wedel kurzgestielt, bis 50 an, immer- 
grün, starrledrig. lebhaft grim, 1-iedern lanzeltlich-sichelförmig, nach unten kürzer werdend, 
schöne Art; A. (Polysticlwni) munitum, Nordwestamerika, ähnlich acrostichoides, aber 
Fiedern dichter, länger zugespitzt, 
Sori in einfacher Reihe zwischen Rand 
und Rippe, siehe Abb. 119. schöne, 
in rauhen Lagen nicht ganz harte Art ; 

2. Wedel 2 bis 4 fach gefiedert. 

a, Wedel wenigstens im unteren 
Teile doppelt gefiedert. 

Aa l'olystichum) aculeätum {dn- 
schliel.ilich. 4. «/zo-w/w/Yl. Huropa. Nord- 
afrika, Asien. Kalifornien. Wedelstiele 
bis 30 cm, mit dunklen Schuppen We- 
del bis 1 m. nicht lederig. aber Win- 
tergrün, glanzlos, am Grunde wenig 
verschmälert. Fiedern lineal-lanzelt- 
lich. siehe .Abb. 1 13. Sori in zwei Rei- 
hen jederseits der Rippe, schöne harte 
Art, hierher sehr zahlreiche Formen, 
die meist als solche von angulare ge- 
hen, nach Kesselring sind vor allem zu nennen; var. proliferum, Australien, wie Abb. 1 \r>. 
das wiederum eine ganze Reihe Formen aufweist, die als Unterformen des feinfiederigen 
aaileatum prolijerum divisilubuni aufzufassen sind, so die hahnenkammförmigen capitatum, 
cristdtum, grdndiceps. die äußerst feinfiederigen decörum, multijidiun, pliiiiiösiini, das robuste 
grdnde, das dichtlaubige dc'nsiim. das vollaubige ./o//o5«m, das lockerwedelige Idxiun u. a. ; 
bezeichnend ist für diesen /woZ/Arw/w-Formenkreis das Ansetzen von Brutknöllchen der Mittel- 
rippe der Wedel entlang, die später abfallen und sich zu selbständigen Pflanzen entwickeln; 




Abb. 



118. Aspidium laserpiufolium. {Potvsticlium 

Standisilii) 0,5 m in. ,\rcnds. R..nsd"ril. 




Aspidium [l'ol\'sU(liiiiii\ innnituiii, 60 cm 



trotz der südlichen Heimat ist prolijerum auch in .Witteleuropa recht hart: an weiteren aculc- 
arum-[anffulare-)FoTmen. die nicht zu proliferum gehören, seien genannt: var. plumosum. 
Wedel feinfiederig. var. eristatum. crucidto-polyddctylum. polydactylum. Fiedern mehr oder 
weniger kammförmig. var. capitatum und grdndiceps. Fiedern kammförmig. kopfig gehäuft, 
var. ücutilöbum. grdndidens und pcrserrdlum. Belaubung sehr stark feingesägt oder einge- 



124 



Aspidium — Asplenium 



schnitten, var. congc'stum (mit ms/ß/ö-Formen) und parvissiinuin, zwergiger Wuchs; van 
rotundcitiim.Ahh. 1 1 4, Fiedern abgerundet,var./<)//(>SH/rt, /ro«a'ds//OT und /wA/'/raY«/?;, vollaubig, 
var. gnicile und lineare, zierHch und weniger reich belaubt; dies ist nur eine Auslese aus 
der Fülle der Formen, die mit dem Typ zu den besten winterharten Farnen gehören; A.(Poly- 
stic/nim) Bratinii, Europa bis Japan und östliches Nordamerika. Stiel mit hellbraunen Schup- 
pen, Wedel dünn, hellgrün, nicht überwinternd, bis öO cm. nach dem Grunde stark ver- 
schmälert. Fiedern kurz zugespitzt, harte Art; A.(Po/ystichiiiii) lobätam. Mittleres und Süd- 
europa und Ostasien. Wedel 30 bis 80 an. Schuppen braun, derblederig. glänzend grün, nach 
unten verschmälert. Fiedern meist sitzend, gute harte Art. 

b. Wedel im unteren Teile 3 bis 4 fach fiederspaltig. am Grunde fast dreiteilig. 

A. laserpitifolium {P. Standishii), Japan. Wedel bis 0.5 m, wie Abb. 118, blal.igrün. 
schön, aber in rauhen Lagen Winterschutz; A. ( Polystichnm) värium (A. setösum Hort.), 




Abb. 120. Aspidium dilatatuni (Dryopteris dilatata). 



China. Japan. Korea. Wedel bis 40 cm. lederig. wie Abb. 2 1 . Schleier der Sori zum Teil 
nierenförmig (zur Gruppe Dryopteris übergehend). 

Aspidium Filix femina siehe Atfiyriiim Filix feminu. 

Asplenium, Streifenfarn, Milzfarn: meist kleine harte heimische Farne, die sich im 
Alpinum an Felsen, sowie an Trockenmauern sehr gut verwenden lassen; Kultur im allge- 
meinen mühelos; Vermehrung durch Teilung, sie verbreiten sich meist selbst. A.angiisti- 
jölium ist größer und wie Atliyrinm zu verwenden. Die bekanntesten .Arten sind im folgen- 
den nur ganz kurz gekennzeichnet. 

A, Adiäntum nigrum, Europa-Asien. 1 bis 30 cm. Wedelstiele glänzend schwarzbraun, 
Wedel Wintergrün, fast lederartig glänzend, 2 bis 3 fach gefiedert, dreieckig-eiförmig. Fieder- 
chen eiförmig oder länglich, schattige felsige Orte ; bei dem nahestehenden A. cuneifölium 
{A.Serpentinii) sterben die nicht glänzenden Blätter im Herbst ab; A. adulten'num, Mittel- 
europa, auf Serpentin, von Triciwmanes nur wenig abweichend durch ungeflügelte gegen 
die Spitze grüne Blattspindel und rundlicher eiförmige Fiederchen; A. [Atliyrinm) angusth 
föliuw, östliches Nordamerika. Wedel gehuschelt, dünn, hellgrün. 30 cm lang gestielt, bis 
60 cm lang. Fiedern spitz lanzettlich, fertile schmäler, wie Atliyrinm Filix femina zu ver- 
wenden ; A. fissum, Balkan, Alpen, Apennin, auf Kalk, wie Rnta mnraria. aber Wedel dünner, 
länger oval, sehr fein geteilt; A. fontänutn. West- und Südeuropa, Orient, auf Kalk. Wedel 
bis \5 cm, derb, hellgrün, kurz gestielt, beidendig verschmälert, linear-lanzettlich, doppelt 



Asplenium— Aster. 



125 



gefiedert, quellige Orte; -4. germänicum, Südalpen bis Norwegen, wie septentriona/e, aber 
Wedel zarter, am Grunde meist doppelt gefiedert; y4./?üfa murär/a, Mauerraute. Iluropa, 
Nordasien, östl. Nordamerika. 3 bis 12 cm. Wedel derb, stumpf graugrün. 2 bis 3 fach ge- 
fiedert, dreieckig-eiförmig. Stiel meist grün, i-elsen. Mauern, auch etwas sonniger; A. septen- 
tn'onäle, Europa. Nordasien. Nordamerika, kalkfeindlich, rasig, 5 bis 12 ein. Wedel derb, 
sattgrün, bandförmig oder unregelmäßig gabelig 2 bis Steilig. verträgt Sonne und Schatten: 
A. Trichomänes. Europa. Asien. Nordamerika. 5 bis 2Qcm, Blattstiele glänzend schwarz- 
braun, starr, schmal geflügelt. Wedel derb, trübgrün, lineal. einfach gefiedert, überall gedei- 
hend, besonders an schattigen Orten; A. viride, wie voriger, aber Stiele ungeflügelt, ober- 
wärts grün, weich. Wedel krautig, hellgrün, ebenfalls nicht Wintergrün, auch für Schatten. 

Asplenium Ceterach siehe Cetenicli officindnim. — Asprella Hystrix siehe Hystrix. 

Aster, Frühlingsaster, Herbstaster — Kompositen — Harte niedrige, höhere oder 
sehr hohe, vielgestaltige, wertvolle Stauden mit einzelnen oder meist doldentraubig oder in 
vielblütigen Rispen angeordneten Blüten in roten, rosa. lila, blauen, violetten oder weißen 
Farbentönen, Strahlenblüten stets einreihig, siehe Abb. 2. 55, 121,23; Kultur in jedem 
guten, nicht zu schweren, tiefgründigen, frischen Gartenboden und sonniger oder etwas halb- 
schattiger Lage: \'ermehrun g der Kulturformen durch Stecklinge, Teilung (viele Stauden- 
astern lassen sich noch im Spätherbst verpflanzen, im allgemeinen vertragen die Astern das 
Verpflanzen im Frühjahr bis Ende Mai) oder wilde Arten auch aus Samen; Verwendung 
der hohen Herbstastern als erstklassige Rabattenstauden, ebenso für den Park (Abb. 2), die 
niedrigen, wie alpiniis. zu Einfassungen, Gruppen und fürs .Alpinum. Die allermeisten sind 
ausgezeichnete Schnittstauden (.Abb. 121) und gehören überhaupt zu den besten Garten- 
pflanzen.'") 

ALPllABHTlSCHl: LlSTl". OI^R liRWAHNTHN LATHINISCHI^N NAMHN. 



(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



acris-Formen 126 

alpinus-Formen (Abb. 55 

und 122) 125 

amelloides 126 

Amelliis-Formen .... 126 

brachytrichus 125 

caespitosus 128 

cordifolius-Formen ... 127 

Datschi 127 

Delavayi 120 

diffusus . • . • .... 127 

diplostephioides .... 125 

dumosus 127 

«legans 126 

«ricoides-Formen .... 127 

— superbus 124 

Farreri • . . 12() 

formosissimus 124 

Fremontli 126 



gracillimus 127 

grandiflorus-Formen . . 127 

himalaicus 125 

horizontalis 127 

hybrldus-Formen( Abb. 1 2 1 1 127 

ibericus 126 

laevis 128 

lichiangensis 126 

Lindleyanus 129 

Lipskyi '. . 126 

macrophyllus 128 

multiflorus 127 

novae-angliae-Formen . . 128 
novi-belgii-Forinen 

(Abb. 12.^) .... • . 128 

oreophilus 126 

paniculatus 129 

patens 129 

peregrinus 12() 



polyphyllus 129 

ptarniicoides 129 

pulchellus 126 

puniceus pulcherrimus . 129 

Purdomii 126 

recurvatus 126 

Reevesii 127 

sagittifolius 129 

scopulorum 126 

Short!! 129 

subcoeruleus-Formen . . 12() 

tardiflorus-Formen ... 127 

Thomson!! 126 

— hybridus 129 

t!bet!cus 126 

umbellatus 129 

v!m!neus 129 

v!rgin!cus 129 

vunnanensis I2() 



A. Blütentriebe einfach mit einem oder wenigen Blütenköpfchen. Blütezeit l-rühjahr bis 
\'orsommer (ausgenommen T/iorusonih. 

A. alpinus, europäische Gebirge, 1 5 bis 20 cm, Grundblätter rosettig. Blüten einzeln, 
hellblau mit gelber A\itte. Mai: var. speciösus, Turkestan. robuster und großblumiger; ferner 
vor allem die Kultur-Formen: var. albus, weiß. var. magnijicus. violettblau, sehr großblütig, 
var. ruber, weinrot. var. supc'rbus. hellila. bis 30 cm. Mai-Juni, sehr gute Form, siehe Abb. 
122, als beste Formen können jetzt gelten, var. „Rex" (Abb. 55). niedrig, reichblühend, 
große edle Blüten, leuchtend weißlila. etwas später blüht var. „Dunkle Schöne", dunkel- 
lila. fast violett; alle sehr wertvoll für Gruppen. Einfassungen und fürs Alpinum. sowie 
namentlich „Dunkle Schöne", magnificus und superbus auch für Schnitt: die A. himaläicus 
Hort., zierlicher, früher blühend, ist entbehrlich: A, brachytrichus iAsrer vivace nain 
bleu, Hort. \'ilm.), \V. China: Yunnan, Tracht wie snbcocruleus. Belaubung schmäler, Blüten 
früher, hellblau, schmale Strahlen, versuchswert; A. diplostephioides, Himalaya. 30 bis 
40 cm. Blüten einzeln, 7.3 cm breit, hell lila-purpurn. mit purpurner Scheibe. Mai-.luni. selten 



126 



Aster. 



echt, meist dafür siibcoenileiis in Kultur; A. Farrer/, Westchina, bis 35 cm. Blätter schmal 
länglich, grün, behaart. Einzelköpfe sehr grol.i. innen rotorange, Strahlen zahlreich, schmal, 
sehr tief violettblau, gilt als prächtige wohl harte Hochgebirgsart; A. Fremöntü, Nord- 
amerika, 30 bis 40 cm, lilarosa, April-Mai, gute Schnittblume: A. lichiangensis, West- 
china: Yunnan, Blätter rosettig, Blütenstiele nur 8 cm hoch. Blüten prächtig purpurn, schöne 

neue Art fürs .Alpinum (Moräne): 
A. Lipskyi. Tibet, in allen Teilen 
robuster als siihcoerulein. Blüten 
größer, etwas später, mehr lila, 
nach Kesselring eine wertvolle 
Neueinführung: A. peregrinus, 
Alaska, kriechender Wurzelstock. 
25 bis 3ücm, mattlila. Mai-,Iuni: A. 
pulcheHus (Orecistnim alpige- 
niim) . nordwestliche Vereinigte 
Staaten. Blätter schmal zungenför- 
mig. Blüten auf bis 15 cm hohen 
Schäften, purpurn. 3.5 cm breit, ob 
bei uns in Kultur? : A. Purdömii, 
neue .Alpine aus Nordchina, die als 
wertvoll gilt: A. scopulörum 
(loruictis alpina). gilt gleich piil- 
cheUus als einführenswert. Blätter 
lang, steif, schmal, aschgrau be- 
haart. Blütenstiele bis 1 2 cm, Blüten 
hellviolett: A. subcoerüleus, 
Nordwesthimalaya, 40 bis 50 cm, 
leuchtend hellviolett, mit braun- 
gelberMitte.Mai-.luni.guteSchnitt- 
blume.alsbesteFormgiltvar. ..Ar- 
temis", rosa lila, ferner ..Apol- 
lo n". dunkelblau: auch var. J/ori- 
bündiis, 30 bis 35 rm. lavendelblau 
mit dunkelorange Mitte, besser als 
Stammart: A. Thomsönii, West- 
Himalaya. lavendelblau. .iuli-Spät- 
herbst; var. nantis. niedrig, var. ..Winshmore Hill", dunkler als Stammart. .luli; A. yun= 
nanensis, Westchina, ähnlich alpinus. bis 20 cm, lebhaft reinblau, hat sich bei Arends 
als wertvolle Neuheit erwiesen: in die Gruppe der niedrigen Vorsommerblüher gehören 
noch die chinesischen Arten A. Di'/avayi, A. oreöphihis und A. tlbi^ticus, die weniger bedeut- 
sam scheinen. 

B. Blütentriebe verästelt mit mehrblütigen Doldenrispen oder reichblütigen Rispen, Blüte- 
zeit Sommer bis Spätherbst. 

A. äcris (Galatc'lla punctata), Südeuropa, 30 bis 40 rw,- Blüten ziemlich groß, lavendel- 
blau, August-September, Typ kaum von Wert, dagegen var. ndnus (var. compdctus), schön 
für Töpfe, ebenso var. röseiis, lilarosa. und var. albus, weil.l: besser ist auch die ähnliche 
A. rccurvatus. höher, straffer; A. amelloides (A.cHegans). 50 bis 00 cm. indigoblau. August, 
Form der A. Amellus, Nordamerika. 50 bis bO cm, Doldenrispen, wenigblütig. lilablau. 
August-September, hierher die guten Formen: ..Frau Emma Bedau". allerdunkelste. 
hervorragende Sehn itt- und Gruppensorte, besser als ibc'ricus, ..Ultramarine." „Gruppen- 
königin" 30 bis 40 (7/;, reich verzweigt. leuchtend lavendelblau. ..Oktoberkind", dunkel- 
violett. Anfang Oktober bis Frost, wertvoller Spätblüher, „Preciosa". sehr dunkelviolett. 
mb^llus. dunkellilarosa. .,R u d o 1 f G o e t h e"'"). beste Soite. 50 cm. straff er Wuchs. Blüten dunkel 
lavendelblau. ()bis 7 cm breit, für Schnitt sehr gut. ähnlich Imperator", früher in Blüte. Einzel- 
köpfe etwas grölJer. aber lockerer. „Schönevon Ronsdorf", schön malvenrosa. ein groß- 
blumiger Sämling davon ist „Herbstfreude", leuchtend lila. September-Oktober. „Victoria". 
(lO bis 70 cm. locker, violettpurpurn, gelbe iWittemit braunem Fleck. Oktober, ähnlich „Weser- 




Herbstastern-Strauß (ü. Arends Ronsdorll. 



Aster. 



127 



rühm", robuster, leuchtendrosa. .. W i e n h o 1 z i ".Wuchs kräftig, schönste rosafarbene. August, 
später blüht die ähnhche „Deutsche Treue", Oktober, dunkelrosa; A. cordiföllus, Nord- 
amerika. 0.() bis 1 ///. Rispen sehr feinblütig, zartlila. gute Sorten sind ,. 1^1 üten regen", 
sehr dicht, iichtlila. Oktober. .. l£duard Beckett". leuchtend lila. ..Ideal". Blütenzweige 
zierlich überhängend, lila. ..King Hduard", 00 cm. wagrecht abstehende Seitentriebe, zart 
hellila. „Sprüh licht", Rispen schleierartig, weilJlichlila. bis Anfang November; A. iJutschi. 
siehe folgende : A. diffüsus, Nordamerika, bis 1 ,5 m. breit und zierlich verästelt. Blüten 
sehr klein, aber reich, hierher var. Dätschl, weiß, bis tief in den November. Schutz gegen 
Frost, schön die Sorte „Findelkind", zart rosa, var. horizontdlis (A. horizontalis). breit, ver- 
zweigt, «0 cm. Blüten rötlich mit bräunlicher Scheibe, Oktober, /. atropurpüreus ist eine rot- 
belaubte Form; A. dumosus, Nordamerika. 2,S bis .M)cm. kurz, gedrungen, weil.ilila. klein- 




Uter alpinus superbus, prächtige Alpeiiaster, als Hiiifassung OJ- AreiiJs, Konsduri). 



blumig, September-Oktober, für Einfassungen; A. ericoides (A. miiltijlörus). Nordamerika, 
etwa I //;. dicht verzweigt, feinlaubig, Blüten klein, sehr zahlreich, zierlich, weill, Oktober, 
wertvoll die Formen „Delight", im Verblühen zart rosa und „Mal.iliebchen", halb gefüllt, 
fleischfarben; ferner var. Reevt'sii [A. Recvesii Mort.i. .30 bis 40 rw, rosa, kleinblumig, vor- 
züglich ; A.gracillimus, ähnlich ,4. üatschi, etwa 1 .2 m. Blütchen anfangs weil"), dann licht- 
rosa, Mitte Oktober bis November; A.granditlörus [.\. tardiflorus coenileiis Hort.). Nord- 
amerika, bis 1 ..S m. etwas rauhhaarig, sparrig, Blüten etwa 2 cm breit, tiefviolettblau mit zu- 
letzt dunkler Mitte, var. ruber \A. tardiflorus ruber Hort. i. rötlich. Oktober-November; A. 
hybridus, hier seien folgende Oarten-Sorten geführt ; h ö h e r e Sorten : „Beauty of Col- 
wall", 1,2 m, straff aufrecht, Blüten gefüllt, lavendelblau, „.lan Vaughan" ist ähnlich, aber 
zart hellblau, „Blüten wölke", oo bis 70 cm. reichblühend, hellblau, September-Oktober. 
„Dornröschen", bis 1 m. rosa, September-Oktober, gegen Kälte widerstandsfähig ; „ F o s ", 
1 m, leuchtend hellrosa, anfangs September, gut; „He rbst w und er", 0,8 m. reinweil.i, 
September, als noch bessergilt „Seh n eelawi n e"; „Nancy Bay ard". 1,.^ w, rotviolett. 
Oktober, verbesserte „Climax"; „Nordlicht", 1 ///, aufrechte Rispen mittelgroß, leuch- 
tendste rosa Farbe. Ende Septembcr-.Anfang Oktober; .Herbstzauber", 60 bis Hl) cm. 
buschig, kleinblumig, dichtrispig. dunkelblau, Oktober; ,Herbst wunder", gilt als beste 
weiße; „Loreley", bis 1 w, Blüten sehr groß, rein weiß, Oktober; „Rosalinde", 80 rw. 



128 



Aster. 



reich verzweigt, aufrecht, leuchtendrosa, September-Oi<tober, auch für Topfkultur, besser 
ist noch „St. Egwin". 80 cm. groLiblumig, leuchtend hellrosa, vorzüglich für Beete und 
Töpfe; „Venus", 1 m, kräftig, Blüten groß, ähnlich den ^me/Züs-Formen, dunkelblau-violett, 
Oktober; niedrigste Sorten: „DelaToussaint". Allerheiligenaster, 25 cm, mattlila. 
Ende Oktober-Anfang November; „Mad. Cocheux", 25 bis 30 cm. sehr reich blühend, 
hell rosalila, August-September, vorzüglich für Beete; „Mad. Soymier". 40 bis 50 cm. 
dichte Sträuße von lilarosa Blumen; „Mrs. Peters", 4übis50rA;;, reichblühend schneeweiß; 
„Peggy Ballard", Miniaturausgabe von „Beauty of Colwall", „Plejad", 25 bis 30 cw, 
sehr zahlreiche kleine violettpurpurne Blütchen, September-Oktober; A. ibäricus siehe unter 
Amelliis ; A. laevis, Nordamerika, bis 1 .5 m, hiervon die Sorten „ D. B. C r a n e ", Blüten groß, 
lila. September. „RobertParker". Blüten lavendelblau. September bis Oktober; A. ma^ 





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Abb. 123. Herbstastern-Hybride „Lavendel". (Ori> 



crophyllus [Biötia macrophylla), Nordostamerika, variabel, 60bis 00 o«, Grundblätter groß, 
herzförmig. Blüten doldentraubig. lavendelblau oder violett, August, liebt trockenere Lagen, 
im Park an halbschattigen Stellen brauchbar; A. novae^ängliae, Nordamerika, bis 2 m, 
straff aufrecht, derbe Stengel behaart, Strahlenblüten 40 bis 50; hier viele Formen, von denen 
wir als besonders schön hervorheben: „Constance", 1,5 /;/. dunkelblau, ab Anfang Ok- 
tober. „Lill Fardell". 1.25 m. karminrosa, großblumig. September bis Oktober, sehr gut, 
„Mrs. J. F. Ray no r", frischkarmin, wirkungsvollste und intensivste in Färbung, für Fern- 
wirkungen; „Treasure", bis 1.5 w, schön violett, großblumig, September bis Oktober; 
alle novae-angliaeSoxitn nicht für Schnitt geeignet, schließen sich bei trübem kalten Wetter, 
lieben nahrhaften frischen Boden, sonst unten verkahlend ; in den Formenkreis der Neuengland- 
aster gehört auch A. caespitosus der Gärten; A. novi'belgü, 1 bis 1.5 m, dünne Stengel 
kahl, Strahlenblüten 15 bis 25, ausgezeichnete formenreiche Art mit langen großen Blüten- 
ständen, von deren zahlreichen Gartenformen wir auf folgende hinweisen: „ Archer Hind", 
1,2 m. Oktober; „Heiderose". 1 m. zart reinrosa, Mitte bis Ende September; „J. W. Bur- 
bidge". dichtrispig. weichheliotropfarben, September bis Oktober. „Eos", bis \.2m, leuch- 
tend hellrosa, gute Farbe, September. Massenwirkung für feuchte Plätze im Park. „Laven- 
del" (Abb. 123), wohl die schönste lavendelblaue Herbstaster, „Lichtflut", lichtlila, groß- 
blumig. September. „Roi des Nains". mittelhoch, buschig, lavendelblau. September; „Sa- 



Aster— Astilbe. 12'» 

phir", 1.2 m, reich himmelblau. Oktober: .,\V. i\\. Marshall". lange Rispen, lilafarben. 
Oktober. „Wulff", dunkellavendelblau, großblumig ; A.paniculätusMs 2 m. hierher die 
Sorte .,W. Granf. dichtbuschig mit hängenden Rispen von kleinen lichtlilafarbcnen Blüten. 
September bis Oktoher: A. ptarmicoides {C/irysöpsis alba). Nordamerika, hiervon hervor- 
zuheben var. incijor, 40 cm. dichte weiüeDoldensträuüe. ,luli bis September; A. puniceus 
pulcherrimus, l..i m, zart lilafarbene, ibei var. albus weiße) großblumige Pyramidcndol- 
den. September bis Oktober, verträgt nasse Lagen; A. Shörtii, bis 1..S ni. schöne dichte, 
weißlilafarbcne Blütenrispen. September bis Oktober; A. Thomsönii hybridus^'), unter 
diesen Namen sind Hybriden der T/ioi/iso/üi mit Amellas in den Handel gekommen, die reich 
und lange blühen (August bis Oktober) und Anielliis an Größe der Blumen übertreffen; A. 
umbellätus iDip/osn'p/iimn aniygdtüiniini iii/ibe/latiini), Nordostamerika, bis 2 in. weiß. 



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Abb. 124. Astilbe iliinensis üort., sog. chinesische Prachtspiere, 80 cm (O. Arcnds, Ronsdo 



reichrispig; A. vimineus. Wuchs elegant, mit zierlichen Rispen, bis 1 m, feine kleine weiße 
Blütchen, September bis Oktober, hierher die Sorte „ L o v e 1 y ", schleierartig zartrosa. und var. 
su[)(>rbus 1,4. ericoides s/iperbiis). etwas großblütiger und später ; A, virginicus, sehr ähnlich 
Axter Datsclii, weißblütig, schon im Oktober, zum Schnitt sehr wertvoll. — Aus Nordame- 
rika stammen noch folgende gelegentlich kultivierte .Arten: A.Umlleydnus. A.pdtens. A.poly- 
p/iyll'is und A. sacririifö/iiis. Botanisch unsicher ist A. formos/ssi/nns Hort. 

Aster BelJidiästrum siehe Bellidiastium. — Aster hispidus siehe Heieivpdppiis. — Aster Incisus 
siehe Calinieris. — Aster Linösyris siehe Linosyris. — Aster mesagrände speciösus und A. specio- 
sus siehe Erigeron. — Asterolinösyrls Wlllmöttlae siehe Linösyris. 

Asf/7öe (auch als 5/;/m'(7 gehend!. Prachtspiere — Saxifragaceen — Harte.hohe. 
fiederblättrige, ausgezeichnete Zierstauden mit federigen Blütenrispen, siehe .Abb. 124 bis 
127; Kultur in jedem guten, nicht zu trockenen Gartenboden, doch bevorzugen sie etwas 
feuchtehalbschattigeStellen. außer in Gebirgsgegenden, wo sie volle Sonne vertragen.jedenfalls 
gebe man keinen mageren Boden und zur Triebzeit reichlich Bewässerung: Vermehrung 

Silva Tarouca-Schneider, I'hsltc Irtilandslaudcn. 3. .XiiflaRi.-. q 



130 



Astilbe. 



durch Teilung, Pflanzzeit Frühjahr bis Ende Mai ; V e r w e n d u n g als erstklassige Rabatten- 
stauden und Einzelpflanzen, sowie im Park, besonders am Wasser. Die Blüten meist für 
Schnitt wertvoll, müssen aber bald in Wasser gestellt werden. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



Arendsii-Sorten (Abb. 127) 131 

aruncoides 130 

astilboides 130 

— floribunda 130 

chinensis (Abb. 124) ... 130 

Davidii 130 



grandis 130 

— delicata 130 

hybrida crispa(Abb. 125) . 131 

— rosea 131 

japonica 130 

— Formen 130 



Lenioinei 131 

rivularis 131 

rosea 131 

siniplicifolia 131 

— hybrida (Abb. 12bl . . 131 

Taquetii 131 

Thunbergii 131 







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Abb. 12.S. Aslilbe hybrida crispii. (pIk 



A. astilboides (Spirac'a astilboides. A. aruncoides). Japan, bis 70 cm. steht Thunbergii' 
nahe, Blätter schärfer gesägt, braunrot. Blütenstände mehr aufrecht rispig, Juni-Juli, ist an 
Hybriden beteiligt; w&x. floribunda wohlsolche mit Japonica; A.c/j/nens/s Hort.' '), Garten- 
form, die wohl Thunbergii nahe steht (Abb. 124), 50 bis 80 cm. Blütenkelch rosa, Petalen 
weiß, Juli-August, die echte chinensis steht der folgenden nahe ist. aber niedriger und blüht 
früher; A. Davidii, Alongolei-Zentralchina, bis 1 .S m. Blüten leuchtend lilarosa, Juli-August, 
recht schön, aber durch die Hybriden schon stark überholt; A. grändis. Zentralchina, vo- 
riger ähnlich, aber noch üppiger, weiü. Staubfäden länger als die Blumenblätter; neu und 
wertvoll ist A. grandis delicata, eine Kreuzung mit einer der besten leuchtend roten Arend- 
.<>/AHybriden, 1 ,5 /;;, Wuchs und Haltung der grandis, elegante zartrosa Rispen der Arend- 
sii, Juli-August; A (Hoteia, Spircu'a) japonica, Japan, altbekannt, meist nur 30 bis 40 rw 
hoch, Blattgrund keilig, Blüten weil.l, Blumenblätter nur doppelt so lang wie Kelch, Mai-Juni, 
sehr schön die var. compdcta, gedrungen, schöne Rispe, und var. aureo-reticulcita mit gold- 
bunter Belaubung, vor allem aber die Sorten: „A valanche", dichtrispig, großblumig, her- 
vorragende späte Treibsorte; „Gladstone", ebenso, auch zum Treiben; „Washington", 
großrispig, schneeweiß, zum späteren Treiben ; geht gleich der folgenden oft als Spiraect 



Astilbe— Astilt-oities. 131 

harhdtar. A. rivuläris, Himalaya, bis über 1 ///. gelb behaart. Blüten grünlichgelb, ohne 
l'etalen. nur 5 Staubblätter. .August: A simplicifölia, Japan. 15 bis 20 rm. ungeteilte, 
nur gelappte, sägezähnige. glänzend grüne Blätter, zierliche weiße Rispen, .\ugust; .Alpen- 
garten. Topf; var. hybrida. neue, verbesserte Kulturtorm (.Abb. 12(V); A Taquetii, Süd- 
korea, niedrig. .Ausläufer treibend, kaum bis 50 cm hoch, steht der Duvidii in Blättern und 
Blüten sehr nahe, aber Tracht abweichend, ,\\ai-.luni; A. Thunbergü, .lapan-China, bis ()0 
(■///. seidig behaart, Blüten weil.i oder rötlich, in breiten Rispen, gute Kulturformen sind var. 
(>/i'ffaris. bis 1 /;/. blendend weiße Rispen. August, var. rösea, leuchtend rosa. var. cdrnea, 
hell rosa, und \-ar. Woerlwiniii. weiß. 

Für Kulturzwecke besonders zu empfehlen sind folgende Gartenhybriden : A. Arendsii 
iA. Davidii \\'atQr] Xjaponica, Japonica compacta, Thunbergü. astilboides jloribundu und 
A. roscci ..Queen .Alexandra", als A\utter). 0,8 bis 1 in. Blütenfarben weiß bis rahmgelb. 




Abb. 126. Astilbe simplicifölia liybrida.ijihot.H.Zi; 



hellrosa und purpurrosa. .luli-August. ausgezeichnete Sorten sind: ..Ceres", 0.8 /«, leuch- 
tend lilarosa. Ende .luli (Abb. I27i; ..Amethyst", tiefviolett purpurn, frühblühend, ..Berg- 
kristall". schneeweiß. Ende .luli bis Anfang August, ..Deutschland", reinweiß, beste 
Treibsorte, ..Emden", cattleyenrosa. gut für Treiberei, ..Granat", kräftig, leuchtend dun- 
kelkarmin, Ende .luli; ..Hyazinth", lilarosa. X'erbesserung der alten Sorten Venus und 
.luno; ..Lachskönigin". 80 cm, Blüten perlartig, hell lachsrosa; „Möve". ähnlich 
Rheinland, deren Blütezeit fortsetzend; „Rheinland", prächtig in Wuchs und Rispen, 
leuchtend rosa karmin. mit Lachsschein, für Treiberei; ..Rosa Perle", 60 an. aufrechte zart- 
rosa Rispen. .Anfang August ; .. R u b i n " . üppig, leuchtend dunkelkarmin, Ende Juli ; „V e s t a" , 
hell lilarosa, Ende Juli ; ferner/*, hybrida crispa .Arends. Zufallssämling mit fester, tief grüner, 
lederiger Belaubung, Blätter an krause Petersilie gemahnend, 15 cm. Blüten rosaweiß, gut 
für feuchte Stellen im Steingarten, auch für Treiberei (.Abb. 125); A. Lemoinei (.1. astil- 
boidcs X Tliiinbergii). viele Formen, doch für uns die Arendsii wichtiger; A. rösea (.1. 
hybrida rosca Hort. .Arends ; wohl A.chinen.'sis XJciponicii) .hierher die var. ..Queen .Alexandra" 
und ..Peach Blossom", jetzt durch die Arend.sii-F armen weit überholt. 

Astilboides ( Rodgt'rsia. Sa.\ifraga\ tabuläris: eine zentralchinesische Saxifragacee, 
die von Rodgersici abweicht durch einfache, schildförmige, an Saxifraga peltata erinnernde 
Blätter, hellgrün, borstig behaart. Blütenstände bis 1,5 /«, weiß, Juli, siehe Abb. 27, sehr 
eigenartig, sonst wie Rodgersia. 

9* 



132 



Asträgalus — Athyrium 



Asträgalus, Tragant — Papilionaceeii — Harte Pflanzen mit niedergestreckt-aufstrebenden 
Trieben, unpaar gefiederten Blättern und kopfigen Blütentrauben ; K u 1 1 u r in recht trockenen sonnigen 
Felspartien, nicht verpflanzen ; Vermehrung am besten nur durch Samen (keimen langsam), Teilung 
recht schwierig (Frühjahr) ; V e r\v e n d u n g für Alpenpflanzenliebhaber. 

A. alopecurmdes, Südeuropa, bis 80 cm, Blüten in dichten, wolligen Trauben, gelb, Juni ; ganz ähn- 
lich A. grandiflönis aus Zentralasien ; A. alpinus (Pliacii astragalina), Alpen und arktisches Gebiet, 8 
bis 25 cm, Blätter mit 8—12 Paaren, grünlich, Ahrenköpfchen blauviolett, Juli-August; A. hypoglöttis, 
analog, aber graufilzig, Blütenstände länglicher, violett, Juni-August, var. albus, weißblütig, besonders 
kulturwert, für Einfassungen; außerdem noch manche Arten in Kultur, wie die heimische A. ddnkiis 
und die südeuropäische A. purpiireiis. 

Asträntia ma/or, Sterndol= 
de: interessante, heimische. 0.3 bis 
1 /« hohe Um belli f er e mit hand- 
förmig-fünfteiligen Grundblättern u. 
von einer grol.ien, rosa geäderten 
Hülle umgebenen Dolden, siehe 
Abb. 128, Juni -August; Kultur 
in jedem Garten in nicht zu trocke- 
nem Boden und am besten in halb- 
schattiger Lage; Vermehrung 
durch Teilung. Stecklinge oder Saat 
( März ) ; \' e r \v e n d u n g als Rabat- 
ten- und Schnittstaude, sowie im 
Park und Alpinum. — A. carniölica 
hat kleinere, weil.le Hüllen und Blü- 
ten und meist nur dreiteilige Grund 
blätter; A. carniölica major \s\ eine 
Form der A./ielh'/wrifölia (oder eine 
Hybride von carniölica X major], 
ähnlich major im Wuchs, Blüten- 
stand kräftiger.Hüllblätter leuchtend 
altrosa, schöner als major rosca 
Hort. — Außerdem noch verschie- 
dene Arten in Kultur. 

Astrocärpus: eine Resedaceen- 
Gattung von Stauden oder Halbsträu- 
chern, von der durch Sündermann einige 
noch nicht sichergestellte Arten aus spa- 
nischen Hochgebirgen eingeführt wur- 
den; für erfahrene Pfleger heikler Al- 
pinen. 

Athamänta, Augenwurz: 
harte, aufrechte, hübsch belaubte. 
1 ü bis 30 rm hoheU m b e 1 1 i f e re n mit 
gestreiften, starren Stengeln, zwei- 
bis dreifach gefiederten, fein fieder- 
schnittigen Blättern und weil.len Blü- 
tendolden. Juni-Juli; Kultur in 
etwas lehmigem, frischem Garten- 
boden in sonniger Lage ; Vermehrung durch Samen ;Verwendungim Alpinum und Park . 
A. cretensis, Alpen. 5 bis 30 cm, kurz behaart. Dolden nur vier- bis zwölfstrahlig; 
Frucht rauhhaarig; A. rupestris (Liöanötis rupestris, A.Matthioli]. Südosteuropa, bisöOfw, 
Stengel fast kahl. Frucht rauhhaarig, Dolde 12- bis 25strahlig; A. vestina, Südtirol bis 
Kärnten, bis 45 cm. wie vorige, aber alles wollig zottig behaart. 
Athamänta verticilläta siehe Portenschlagia ramosissima. 

Athyrium, Frauenfarn: schildf arnähnliche Farne mit 2 bis 4 fach gefiederten großen 
Wedeln. Sporenhäufchen länglich oder hakenförmig, mit seitlich angeheftetem Schleier, sel- 
ten rundlich, mit verkümmertem abfälligen Schleier ; Kultur wie Aspleniiim. doch siehe Arten. 
A. (nicht Aspidiiim oder Polysticluim) acrostichoides (Ath. oder Diplüziiim thelipte- 
roi(les), Himalava, Nordostchina. Nordostamerika, Wedelstiel strohfarben, behaart, bis 30 cm. 





^'^V. 










7 ■' 


■mB^K^ 







Abb. 



Athyrii 



^^ 



Wedel krautig, bis ()0 an. länglich, gegen Grund verschmälert, doppelt gefiedert. Sori lo 
bis 12 auf jedem Segment, länglich, harter Hochgebirgsfarn. liebt nahrhaften Boden; A. al- 
pestre [A. r/uK'riai/n. A. l-'ilix ß'niinu var. rhaeticum, Phei^öpteris a/pestris). alpine Form 
der Filix Jemina, vor allem abweichend durch kleine runde nur in der Jugend mit einem ver- 
kümmerten Schleier bedeckte Sori, guter Schattenfarn: A. crenätam, .Norwegen bis Sibi- 
rien, Japan. Tracht wie Cystopreris moniana. Rhizom kriechend, dünn, wie Grund des 20 cm 
langen W'edelstieles schwarz schuppig. Wedel zart, lebhaft grün, locker behaart, breit drei- 
eckig. 3 bis -I fach fiederspaltig. Sori 2 bis 6 auf .Abschnitt, fast gerade, hübsche Art; A. 
Pilix femina i l'olypöiliiiin und As- 
p/(///i/ii/-i//.\Ji'/iiiiia\.nörd\.f^t^ivä\y\g- 
te Zone. Khizoiii aufrecht. Wedel ge- 
huschelt, kurz gestielt, krautig, zart 
grün. 0.3 bis l /«. länglich lanzett- 
lich meist doppelt gefiedert. I-iedern 
lincal lanzettlich. Piederchen schmal, 
spitz, eingeschnitten gesägt. Sori 
länglich oderhakenförmig, mit deut- 
lichem weil.) gewimperten Schleier; 
bekannte sehr variable .Art ; Kessel- 
ring gibt folgende Cbersicht der 
Hauptkulturformen : die typische .Art 
hat öfter eine rötliche Blattspindel 
[\. purpureum.) dies wiederholt sich 
auch bei vielen der monströsen For- 
men ; durch zwergigen Wuchs 
und nicht monströse Wedel zeich- 
nen sich aus: \ar. piim/tiim, v.par- 
viim. V. coniicstiim und con<^estiim 
minus, letzte beide ganz reizende 
Formen für Felsengruppen ; stark 
wachsend sind fast alle plumosen 
feinfiederblättrigen Formen, zu den 
schönsten dieser Gruppe, als deren 
Typ das gewöhnliche v.p/umösum 
gelten mag. gehören : var. „Dryeri". 
„.\\mmsitr' .i'leirans. todeoides. ra- 
lötliri.x. pannösum. alle wetterfest. 
Wedel fast Spitzengewebe ähnlich : 
.Abstufung der Unterschiede kaum 
in Worten wiederzugeben, hier auch 
cristate Formen, wie plumosum iiuil- 
tifidum. crisrdnim. polyddctyluni : 
l-ornien mit kammartigen We- 
deln gibt es in unendlicher Variation, wovon viele zu den capitaten Formen überleiten, als 
Grundt\p sei \ar. cristatum genannt, set/tfcrum cristatum. Vernöniae cristatum, Grdntiae, 
cristatum e/ei^ans. polydactylum. rclrojk'.xuni cristatum. Howardidmtm cristatum . Craigii cris- 
tatum und polydactylum: durch schmale Wedel mit hahnenkamm artiger Bildung 
zeichnen sich aus: ans^iistdtum cristatum. curtum multijidum. doch von allen cristaten f-or- 
mendieallerfeinste cristate Ausbildung und zugleich kopfartige Anhäufung der Käm- 
me besitzen: angustatum cristukitum. gemmdtum cristu/atum und cristula/um mdjus. es sind 
dies Edelsteine der Gruppe, krausen Petersilienbüschen vergleichbar ; sie bilden den Übergang 
zu den capitatenFormen.als deren beste genannt seien : grandiceps, corondtum capitdtum. 
muliiceps. corymln'ferum : kreuzweise, fast quadratisch zu einander gestellte Fiedern 
besitzen crucidtum. cucidto-corönans. cruciato-cristatum und Victöriae, letzte eine der allerzier- 
lichsten und elegantesten ; eine ganz besondere Gruppe stellen die sagi ttat en F o rm en dar 
mit auf meist ein Fiederpaar reduzierten, pfeilartig gestalteten, der Spindel entlang laufenden 
und diese verdeckenden Fiedern. hier7u gehören : Gulsöniae. Pritchdrdii.sagittdtum. bei sugi:- 




Abb. 128. Astnuitid major. Sterndolde, 
in PlantiOres iDnu.i. 



134 Athyriulii — Aubri6tia, 

tatiim liiniildtiim, lanceoldtum und linedtiiin sind die Fiedern abgerundet, ht\Giilsoniae cris- 
tatiiiii sind die Köpfe leicht kammartig; hierauf folgen die Fr/fze///ae-Formen, die auch 
reduzierte, jedoch nicht so dicht gestellte kleinere Fiedern haben, zuweilen beobachtet man 
daran auch Rückschläge in gewöhnliche Fiedern, nun gibt es auch Fritzel/iae-F ovmen mit 
weiten zierlichen halb kämm-, halb kopfartigen Verzweigungen, die äul.lerst zierlich wirken, 
wie Fritzelliae cristatiiin. maltifidiim. dann auch allerliebste cristate Zwergformen, wie 
Fritzelliae congestiini cristatiiin oder miiltifidiim, ferner nicht monströse, wie Fritzelliae con- 
gestiini ; Fritzdl/iae-Formen mit abgerundeten Fiedern sind: rotimddtiim (Piilleri), und die 
gleiche Form cristat ist rotiindatiim miiltifidiim ; in die /T/?Z('///ffr'-Verwandtschaft gehören 
auch die törtile und Howard iaiuim -Formen, die oben erwähnt wurden; Zwergformen 
mit cristaten Fiedern sind: congestiim cristatiim. cotig. miiltifidiim, cong. polydactyliim, 
cong. minus cristatiim, allerliebste Formen für schattige Lagen in Gesteinsgruppen ; eine wei- 




Abb. 129. Asplenium Fitix femiiui var. cristiilatuni. 



(phof. C. Kesselring. ) 



tere Zwergform mit krausen dazu cristaten Fiedern ist var. crispum, die leicht gedeiht und 
verhältnismäßig rasch wächst, zu den allerfeinsten Formen, die fast selaginella- oder m o o s- 
art i g sind, zählen var. acroclddon mit f. dc'nsiiin, var. glomerdtiiin und v. velatinum, letzte 
ist bis jetzt die kleinste Form und bildet den Boden angedrückte, kugelige, freudig grüne, 
moosartige Polster, vorzüglich für Fclsengruppen in passender Lage. 

Attich siehe Sambiiciis. 

Atractylis oväta: als Waldpflanze in der Mandschurei weitverbreitete K o m p o s i t e, bis 40 cm. steif- 
buschig, Blätter meist dreiteilig, lederartig, glänzend, Blüten blendend weiß, Herbst, nach Kesselring 
ganz hart, wogegen die als Giraldia Stdpjii verbreitete chinesische Form in Petersburg bald erfror. 

Atropa Belladonna, Tollkirsche: sehr giftige, heimische, bis über 1 in hohe Stande mit eiförmigen 
Blättern und nickenden, violettbraunen Blüten im Juni-August, auf welche glänzend schwarze, kugelige, 
violettsaftige Beerenfrüchte folgen. Für schattige Qehölzpartien im Park brauchbar, aber wegen ihrer 
Giftigkeit nicht zu empfehlen. 

Atropa rhomboidea siehe Salpichrönia. 

Aubrietia — Cr u eiferen — Niedrige, rasige Felsenpflanzen, die iin Frühjahr blühen, 
siehe Abb. 38; Kulturin trockenem, sandigem, oder besser kalkhaltigem Boden in warmen 
Lagen; Vermehrung der neuen Gartenformen durch Teilung oder Stecklinge, derechten 
Arten, die nur für wenige Pflanzenfreunde in Betracht kommen, auch durch Samen; Ver- 



Avibrietia— Bellidiastriim. 1 35 

Wendung als Einfassungs- und Felsenpflanzen. Die folgenden Formen stammen meist von 
dcltoidea ab und werden als deren 1-ormen geführt. 

A.croätica, Kroatien, Dalmatien. niedriger und dichter als dcltoidea, Blüten mittelgrol.i. 
dunkellila. April; A. deltoidea, Griechenland bis Kleinasien, 10 bis 15 cm. Blüten lilablau 
oder lilapurpurn. iWarz. .April, hierher als Formen: var. Eyrei rösca. leuchtend rosa, sowie 
/A./->o^&V/.grölkrblütig, dunkellila; A.g^racca supcrba, hellilapurpurn, gilt als sehr gut 
für Einfassungen. /l./y£w/<'/-sö/7/ tiefpurpurviolctt; A.hybrida mit denSortcn „Fireking", 
schönste in leuchtend rot. „Laven der", lilalavcndelblau. spatblühend, eine der allerbesten 
und großblumigsten, siehe Abb. 3,s. „Dr. M u 1 e s" ""). sehr groll und dunkel violett blühend, beste 
dunkelste Sorte. Aloerheimii, weichrosa, sehr grol.lblumig. gut. April-,]uni; A.Leichtli'ni 
„Crimson", leuchtend karminrosa; >1. tauricola, sehr niedrig, dicht, dunkelblauviolett, 
frühestblühende, sehr gut, var. «//;«, weiü, zuletzt lila. 

Audibertia grandUlöra: iiordwestanicrikanische, aromatische, behaarte, etwas rauhblättrige, bis 
7.S (■/// hübe l.abiatc mit pfciltörniiscn Blättern und purpurroten Blüten in dichten Knäueln: ^\U als 
sehr gute Bicnenpflanzc : bei uns anscheinend nicht in Kultur. 

Augenwurz siehe Athaiiiünta. — Aurikel siehe Piinmla Auriculu. 

Avena alpina und A. planicülmis siehe Avendstnim. — Avena argeatea und A. distichophylla 
siehe Tris^liini. 

Avenästrum planlcülme {Avena planicülmis), Wiesenhafer: bis 1 in hohe, ganz schnnickvollc 
<j r a ni i n e e aus dem südlichen Mittel- und Südeuropa, das kräftige, grüne Laub bis in den Winter hal- 
tend ; für nicht zu trockene Stellen brauchbar ; auch A. alpinum {Avenu ulpina) gelegentlich im Alpinum 
kultiviert. 

Azölla caroliniäna ist ein lebermoosähnlicher, kleiner Wasserfarn, der mit unserer Salvinia ver- 
wandt ist und aus Amerika stammt; von Wasserpflanzenliebhabern gelegentlich kultiviert; vermehrt 
sich oft unangenehm stark. 

Azorella pedunculäta : südamerikanische U m b e 1 1 i f e r e von den Anden Ecuadors, dichte rasige 
Polster, bei uns empfindlich ; härter hat sich A. trifarcäta vom Magellangebiet gezeigt, Polster dicht, 
ausgebreitet, Blätter dreigabelig, Blüten grün in winzigen Dolden; nur botanisch bedeutsam. 

Bärenklau siehe Accinllius und Herdcleiim. — Bärlapp siehe Lycopödiuw. — Bärwurz siehe Mi'um. — 
Bähia lanäta siehe /zriopliylliim caespilösum. — Ballonblume siehe IHatycödon. ~ Baldingerla siehe 
Phiiliins. — Baldrian siehe Valeriana. 

Baldwinia uniflöra ist eine nur ein- bis zweijährige Komposite aus Nordamerika. 

Ballöta spinösa (ß. friiU'scens, Moluci'lla fruttfscens), Stinkandorn sJtalienische, 10 bis 40 rm hohe, 
filzig behaarte h'clscnstaude der Labiaten mit breit-ovalen Blättern und weißen Blüten mit stechen- 
den Bractcolen, Mai-.luli; Kultur in sehr sonnigen trockenen Lagen, fürs Alpiiuim. 

Balsamita vulgaris, iVlarienblatt, siehe Clirysanthemiim niäjus. 

Bandgras siehe ArrhenäUieniin und Pliälaris anindinücea \'ar. picta. 

Bänffya petraea siehe üypsopliila transsylvunica. 

Baptisia ll'oilulvnu\ austrälis: nordost'amerikanische, harte, bis meterhohe, kahle, in Tracht an 
Lupiniis gemahnende, blaublütige Staude, Mai-Juli, var. alba [B. leucdntlia Hort.) ist eine bessere weiße 
Form ; K u 1 1 u r in sonniger Lage in gutem, tiefgründigem Qartenboden ; Vermehrung durch Samen 
im Frühjahr; die Pflanzen blühen meist erst im dritten und vierten .lahre; Verwendung gelegentlich 
für Staudenrabatten und zu Vorpflanzungen im Park. B. linctöria hat kleine gelbe Blüten, Juli, trockene, 
sandige Böden. Alle nur botanisch wertvoll. 

Barbarea vulgaris, Barbarakraut: von dieser bekannten, heimischen, 30 bis 60 cm hohen, 
gelb blühenden Crucifere ist var. /'/./;/. mit gefüllten, goldgelben Blüten und eine buntblättrige var. 
variefidia für (jartenkultur brauchbar; die gefüllte Form bringt im Mai-Juni ihre langdauernden, ver- 
zweigten, massiven Blütenrispen ; Kultur in jedem frischen üartenboden ; V e r ni e h r u n g durch Tei- 
lung und Stecklinge, die weißbunte Form ist samenbeständig; Verwendung für Rabatten und Gruppen. 

Bartfaden siehe Pt'ntslenion. — Bartnelke siehe Didntlius harbdliis. 

Bärtschia (Barlsia) alpina. Alpenhelm : 10 bis 25 cm hohe, behaarte, dunkelviolettblaublütige. halb- 
parasitische Scrophulariacee, Alpen, Juni-Juli ; kommt nur dann für Liebhaber in Betracht, wenn 
man sie in großen Polstern an Ort und Stelle sammeln und im Verein mit ihren Standorlspflanzen ins 
Alpinum überführen kann, wo sie aber auch dann nur selten sich hält. 

Baträchium aquätlle siehe Raniincnlus aquaülis. — Batunge, Batunke siehe Stdclivs. — Baum- 
mohn siehe Ronineya. — Becherblume siehe PolMum. — Becherglocke siehe Adenöpiwra. — Bei- 
füll siehe .\riemisia. — Beinwell siehe Svmpliytum. 

Belamcända chinensis {B.pumtdUi, üe'mmingia. Ixia, Morat'a oder Parddntiws chinensisl, Leopard- 
blume : ostasiatische I r i d a c e e mit Ausläufer treibendem Rhizom, schwertförmigen Blättern und leb- 
haft gelbroten Blüten mit dunklen Tupfen, auf bis 75 cm hohen beblätterten Stengeln, August-September; 
Kultur in nahrhaftem sandig lehmigen Boden an sonnigen Orten ; Vermehrung durch Samen oder 
Teilung ; V e r w e n d u n g im Garten und Alpinum. 

Beilevälia siehe Hvacinthus und Miiscari. 

Bellidiästrum Michelii (.Aster hellidiastrum) : gänseblumenätinliche, bis 20 cm hohe Alpenpflanze. 
Blüten weiLl, im Verblühen rosa, Mai-Juni, Kultur in etwas schattiger Lage im Alpinum ; Vermeh- 
rung durch Teilung oder Samen (Frühiahn; nur für Liebhaber. 



136 



Bellis-BergÄnia 




Abb. 130. Betliiiin cn 
(phüt. -V.Piirpiis 



Belllsperennis, Gänseblümchen: bekanntes heimisches Unkraut (Kompositen), das 
vom März bis zum Winter blüht. Man hat sehr viele Kulturformen gezogen, die wie var. 
tubiilösa teils einfache Blüten mit roten, geröhrten Randblüten haben, teils gefüllt sind, hier- 
unter weiLle, rosafarbene und rote 
Sorten, z. B. „Brillant", leuch- 
tend dunkelrosa. kleine geöhrte Blü- 
ten; „Fürstin von Stollberg", 
zartrosa, Blüten größer; „Deut- 
scher Riese Antaeus", weil.l. bis 
8 OK. dicht gefüllt; „Ruhm von 
Frankfurt", Blüten talergroLi, rot 
gefüllt, „Kronprinzessin Ceci- 
lie" usw., außerdem gibt es auch 
buntblättrige Formen. Alle diese 
Kulturformen gedeihen in jedem gu- 
ten Gartenboden; Vermehrung 
nur durch Teilung; Verwendung 
hauptsächlich als Einfassungspflan- 
zen, bei den grolJblütigen Kultur- 
sorten leichte Winterdecke ratsam. 
Die Bcllis sind nicht als eigentliche 
Stauden zu betrachten! 

Bellium bellldioides (Bellis ärose- 
raejölia) : südfranzösisch - italienische , 
3 bis 10 cm hohe, Ausläufer treibende, 
ßW//s-ähnliche Staude mit 10 bis 12 nun 
breiten, weißen Köpfchen.im Mai-Juli; für 
feuchte sandige, sonnige Orte im Alpinnm brauchbar. Als härter anzusehen ist ß. crassifö/ium aus 
Sardinien=Korsika (Abb. 130). Sät sich leicht selbst aus. — Ferner ß. minütum iß. rotundifötiiim), 
Griechenland. Kleinasien, an Gänseblumen erinnernd, weiß, ganzen Sommer blühend, hart ; Vermehrung 
durch Samen und Teilung, noch gut im Halbschatten. 
Benediktenkraut siehe Qeuin. 

ßerärdiasi/ftacat///s;faststengellose.harte,französische,alpineKomposite mitrundlich-eiförmigen, 
handbreiten, weißfilzigen Blättern und einem kugeligen, weißlichen Blütenköpfchen im Juli; Kultur 
usw. wie Carlina, doch nur für Liebhaber zu empfehlen. 

Bergenia (auch als Megasea, Saxifraga oder Geiyörüa gehend), Bergenie, — Saxi- 
fragaceen — Harte, 30 bis 50 cm hohe Stauden mit dickem Wurzelstock, derben, winter- 
grünen, breiten, glänzend grünen Blättern und hübschen weil.ien, rosa oder dunkelroten Blüten 
in dichten straffen Blütenständen im zeitigen Frühjahr, wie Abb. 131 oder farbige Tafel 11; 
Kultur in kräftigem etwas feuchtem Boden und halbschattiger Lage (sonst reichlich gießen); 
Vermehrung durch Teilung oder abgeschnittene, als Stecklinge zu behandelnde Triebe, 
sowie durch Samen; Verwendung 
für Felspartien, Ufer, halbschattige 
und sonnige Gruppen usw., Blüten 
abgeschnitten recht haltbar. 

ß. cord//ö//a"), Altai, bis 50cm, 
wie folgende, aber Blätter breiter, 
herzförmig, hellrosenrot, April-Mai, 
var. piirpiirea, Blätter derber, Winter- 
grün, Blüten tief purpurrot, April- 
Mai, ähnlich die ebendaher stammen- 
de ß. crassiföUa, Blätter läng- 
licher, hellgrün, leiden im Winter zu- 
weilen, Blüten dunkelrot, .Abb. 131 ; 
ß. hybrida, großblumige Garten- 
züchtungen mit weißen, rosa oder 
roten Blüten, die früh und reichlich 
blühen ; 8.%"/^^ iSaxrfraga tl,y- ^^^ ,3, .^ ^^^ .^, dickblättrige Bergenie, 30 , 

sanodes Ldl. ), Himalaya, schon weiß ^ ,phot. ß. othmer, München). 



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Bergunia— BlOcluuini 



37 



blühend: ß. pacifica, Gestade des Stillen Ozeans. iWandschurei. I 5 an. ähnlich crassijolia. 
aber kleinblättrig. Laub lederig. im Winter tief rotbraun. Blüten rosa, schon anfangs März; 
für Einfassungen; ö. Smithii, Hybriden zwischen cordifolia und piirpnruscns ; B. Stra= 
cheyi, Himalaya. Laub absterbend. 
Blüten im Frühjahr vor den Blättern, 
weil.llich rosa, schön. 

Bergesparsette siehe ü/io/inr/iis 
iiionlcina. — Berkheya siehe Siohuca. 
— Bergminze siehe Satiiivja. — Berg- 
wundklcc siehe Antliyllis. — Beru- 
fimgskraut oder Beschreikraut siehe 
Eiiiicion. — Betönica sw\k Stiuii ys. — 
Biärum siehe Ischdriwi. — Bibernell 
siehe PimpinHIa. — Bicucülla siehe D/- 
ci'ntra. 

Bidens dahlloides, Sche'indahlie — 
Ko 111 p IIS i I e 11 — .T 1 bis (iii (/// hohe 
kahle Staude aus dum iiii.'xikauischen 
Mochlande. Wurzelstück fleischig. Blät- 
ter unpaarig gefiedert, Blüten weiß oder 
lilarosa, etwa 5 cm breit, Juli-September 
(Abb. 132); Kultur in sehr sonniger, 
nicht zu trockener Lage in nahrhaftem 
Boden ; Vermehr u n g durch Samen ; 
Ve r w e n d u n g für Rabatten, als Schnitt- 
pflanze, leider mir in warmen Lagen im 
Süden des Gebietes hart; sonst besser 
Wurzeln frostfrei überwintern, aber 
nicht zu trocken. Wird jetzt als Cösiiios 
iliversiföliiis geführt; ob verschiedene 
¥oxmcn\nK\M.\.\TfBidensWarszewicziumi 
aus Guatemala ist eine gute Bieneii- 
pflanze, aber als Staude nur in warmen 
Lagen brauchbar. 

Biebersteiaia Orphäaidis — G e - 
raniaceen — Alpine Staude aus dem 
Orient mit knolligem, niehrköpfigem 
Wurzelstock, wovon ein einfacher Trieb 
mit rauhbehaarten, fein dreifach-fieder- 
teiligen Blättern und dichten, länglich ährigen, aufrechten Blütenständen mit kleinen rosa Blüten ent- 
springt, Mai-.luni; Kultur der seltenen Pflanze im Alpinum in trockenen warmen Lagen; nur für er- 
fahrene Pfleger. 

Bienenbalsam siehe Monurda. — Blenensaug siehe Lumiiim. — Bigelövia albicaülis ist eine 

iiiL-drigcstraiichigeKompositeausColo- 
railn. Siehe ..Laubhnl/huch", — Bingel= 
kraut siehe Mfiriindlis. Binse siehe 
Scirpiis. Binsenlilic siehe Sisyrin- 

cliiiiiii. — Biötia macrophyl/a siehe 
Asier mucropliylliis. — Birnkraut siehe 
Pyrola. — Bisamliyazinthe siehe .V(//,s-- 
cari. — Bisamkraut siehe ,U/(>.V(/. — 
Bisamschafgarbe siehe Achillca iiion- 
liina. — Bischofskappe siehe Milc'lUi. 
Biscutella laevigäta.BnUenschöt- 
chen: harte, !0 bis 30 cw hohe, im Mai- 
.luni reich hellgelbblühende, alpine C r u - 
eifere für Qesteinspartien iGeröllfel- 
den und grasige Plätze, wo die Wurzeln 
tief genug hineindringen können; Ver- 
mehrung durch Samen, recht zierend. 
Bitterklee siehe Mciiyiirit/ics—Bit- 
terwurz siehe Lcif/sia. — Blandfördia 
siehe (hila.x. — Blasenfarn siehe C i'>- 
töptcris. — Blaugras siehe Wolinia. — 
Blaustern siehe Scillu. 

Blechnum spicantiStnitlüöp- 
teris spicant). Rippen farn: hei- 
misches Farnkraut mit lederigen. 





Abb. 133. Blechnum Sp.. 
Rippenfarn, 40 i 



.luhilatum, gewellter 



Blfechnum — Boccönia 



1^ 




Abb. 134. Bocconia {Mai/t iin i 

(Orig., Heidelberg Bot Gar: 

sanguineum. — Blutwurz siehe Sangui- 
naria. 

Bocconia {Mack>ya-°). Feder« 

mohn — Papaveraceen — Aus- 
läufer treibende, hohe, blaugrüne, 
schön belaubte, harte Stauden mit 
weißlich rosafarbenen, vielblütigen 
Rispen, wie Abb. 134, Juli-August; 
K ultur in gutem, nahrhaftem. tief- 
gründigem, etwas feuchtem Garten- 
boden, alte Pflanzen düngen, auch 
im Winter Bodenbelag von verrotte- 
tem Dung ; Vermehrung durch 
Samen, Teilung (Frühjahr). Ausläu- 
fer (Sommeri; Verwendung in 
Gruppen als Vorpflanzung vor Ge- 
hölzpartien, mehrere Jahre unge- 
stört lassen (wenn genügend bu- 
schig. Ausläuferabstechen), verträgt 
lichten Schatten gut. 

B. cordäta (B.japönica, B. je- 
dodnsis). China, Japan. 1 ,5 bis 2,5 ni. 
Abb. 134; noch üppiger und fast 
schöner ist die sonst recht ähnliche 



wintergrünen Wedeln, deren un- 
fruchtbare kammförmig fiedertei- 
lig. im Umriü länglich lanzettlich 
und 15 — 50 cm lang sind, bei var. 
iindiiläliim. Abb. 133, Fiedern ge- 
wellt, außerdem sind schöne Spiel- 
arten: var. serrdtiim, Fiederblätt- 
chen tief gesägt, und var. ramo- 
cristdtuin, Wedel kammförmig ge- 
kraust ; an feuchten schattigen 
moorigen Stellen und Bachufern 
im Park und Alpinum verwendbar. 

— Eine schöne harte niedrige Art 
ist B.p^nnamarinadonidria alpi- 
nen von der Antarktis. 

Bleiwurz siehe Cenitostigmu. 

Bletia (Bletilla) hyacinthi= 
na : chinesisch-japanische Orchi- 
dee mit breiter Knolle, lanzett- 
lichen Blättern und traubigen, bis 
40 (■/// hohen Blütenständen mit 
karminpurpurnen oder weil')en( var. 
(/l/>a\ hübschen Blüten. Mai-Juni; 
Kultur siehe Orchis. Ist eine der 
schönsten Freilandorchideen für 
frische halbschattige Lagen, bedarf 
aber sehr guten Schutzes gegen 
Nässe im Winter. 

Bletilla siehe Bletia.— Blltum vir- 
gätum, Erdbeerspinat, ist eine An- 
niielle. — Blutauge siehe Cömantm. 

— BlutendesHerz sieheDici'ntrasper- 
Idhilis. — Blutrösle siehe Cjcraniiim 




Abb. 135. Roltonia latisqiiuina, 1,5 m (aus der „Qartenwe 



Boccünia — Borstengras. 



13<) 



B. microcärpa aus China. N'ielleicht nur eine Form davon ist B. T/iurihc'rgii Hort, mit 
rot geäderten Blättern. 

Bocksbart siehe Traf;opögon. — Bockskraut siehe MiiiHintog/össnni. — Boeaalaghausenia albi- 
(löra siehe Laubholzbiich, 2. Aufl. 

Boea hygrometrica: an Junka^u HeUlreicIiii erinnernde, nordwest-chinesische Gesneracee. 
flache, silberhaarige Rosetten bildend, Blutenstände bis 15 cm, Blüten blau, streptocarpusartig, Juli; Kul- 
t u r wie RamöndUi. sollte eingeführt werden. 

Boltönia — Kompositen — Hohe, herbstasterähnHche, aufrechte, nordamerikanische 
i-~tauden mit weißen oder rötlichen Blüten, wie Abb. 13,s. .kili-September; Kultur in jedem 











.\hb. 1.1(1. tSouteloiia oligostaiiiya, iVioskitogras, 40 cm iplioi. A. Piirpii> 



nicht zu trockenen Gartenboden; Vermehrung durch Teilung; Verwendung für Parks 
und Rabatten, haltbare Schnittblumen. 

B asterioides (B. Lilastifolla). bis über 2 ///. Blüten weiü, rosa oder purpurlich. Hüll- 
schuppcn spitz; B. latisquäma, schrähnlich, Blüten leicht violettbiau. bei var. occidcntdlis 
weiß; wie .^bb. 135 ; oft fälschlich mit üiplostöphiiim amygdalinum verwechselt, siehe unter 
Aster umhelldliix. Die botanisch unsichere B. laevigdta Hort, ist schwächerwüchsig mit lila- 
rosa Blüten. 

Bongärdia RauwöHli i Leönlice i/irysögomim. Chrysögonum Dioscöridis): kahle, orientalisch-zentral- 
asiatische Berberidee mit knolligen), flachkugcligem" Rhizom, grundständigen, gefiederten, lappig 
gezähnten Blättern, deren Blättchen am Grunde oft gerötet sind, und mehrblütigenBlütenständen auf 
nacktem, bis 2h cm hohem Schaft nnt nickenden, goldgelben Blüten mit gekerbten Retalcn; Kultur 
in sandiger .Mischung aus Lehm und Lauberde, verlangt gute Winterdecke. 

Borägo siehe Borrago. 

Borderea fDioscoreat pyrenäica: 5 bis 25 cm hohe, kahle Dioscoreacee aus den Pyrenäen 
mit schwarzer, eiförmiger, nußgroßer Knolle, die von Schuppen gekrönt ist und einen oberhalb doldig 
verzweigten Stengel mit ausgebreiteten, verbogenen Ästchen und dicken, herzeiförmigen Blättern, sowie 
kleine Trauben von winzigen weißlichgrünen Blütchen trägt, Mai-September. Nur botanisch interessant 
und im Alpinum auf Geröllhalden versuchswert. 

Borstengras siehe 



140 Borrägo— Bulbocödium. 

Borrägo laxiflöra — Borraginaceen — Reizende, niederliegende Alpine aus Korsika, Blüten 
schön blau, nur zweijährig, sät sich jedoch im Alpinum selbst aus; für sonnige trockene Lagen. 

Borrägo Orientale siehe Psilösteinon. — Botryänthus ist eine Untergattung von Muscüri. 

Bolrychiam, Mondraute: kleine eigenarlige Farne mit dreizähligen feinteiligen sterilen Blättern 
und rispigen, etwas an Blütenstände erinnernden, fertilen Wedeln, diegelegentlich im Alpinum an grasigen 
Plätzen kultiviert werden. Sie lieben Halbschatten, doch B. Lunaria verlangt Sonne. Die heimischen 
Arten sind in jeder Flora beschrieben, am besten für Kultur dürfte B. virginiänum sein, das bis 50 cm 
hoch wird, bei uns selten, im östlichen Nordamerika verbreitet ist und eine gute Waldpflanze darstellt. 

Bottionaea thysantoides (Tiiilwpctaluin unicile) : in guter Kultur bis über 50 cm hohe L i 1 i a c e e aus 
Chile, mit fleischigen Wurzeln, linealen, blaugraucn Blättern und grünlichweißen, nickenden, borstig 
behaarten, ährigen Blüten, im Juni-August; nur botanisch bedeutsam und wohl nicht ganz hart. 

Bouteloiia oligostächya, Moskitogras; nordamerikanisches eigenartiges Präriegras, wie Abb. I3f', 
30 bis 40 cm hoch, Ähren bräunlich, wagerecht abstehend, Juli-September ; K u 1 1 u r in. sonnigen Feh, - 
gruppen in sehr trockenem lehmigem Sandboden; Vermehrung durch Samen undTeilung; nur für 
Liebhaber. 

Boykinia (Saxifraga oder Tlit'rofon) aconitifölia: ostnordamerikanische, harte, 30 bis 60 cm hohe 
Saxifragacee mit großen, rundlich-nierenförniigen, tünf- bis siebenlappigen Blättern und reizenden 
kleinen rahmweißen Blüten in rispigen Zynien, .luli; Kultur halbschattig, etwas feucht; in Masse 
recht hübsch. 

Boykinia tellimoides siehe Saxifraga tcllimoidcs. — Brachsenkraut siehe /soc/es. 

ßrflc/)>'pö£//ump/onätum,Zwenke:heimisches,frischgrünes,0,ö bis ImhohesWaldgras mit kriechen- 
dem Wurzelstock, steifen Stengeln und Blättern, Rispen Juni-Juli; gelegentlich zur Bodenbedeckung 
in halbschattigen Laubholzgruppen brauchbar, anspruchslos. 

Bradbürya virginiäna siehe Centrosema. — Brändlein siehe Nigritella. — Brandkraut siehe Phlö- 
mis. — Brandlattich siehe Homogvne. 

Brasenia Scfireberi (B. pcltdta, B. purpiirca). Wasserschild, Schleimkraut: flutende, schleimige, 
in Nordamerika, Asien und Afrika verbreitete N y m p h a e a c e e mit kriechendem Rhizom, langgestielten 
schildförmigen Blättern und purpurbraunen gefransten Blütchen, Juli-August; für flache Gewässer ge- 
eignet und gewiß hart, wenn aus dem nördlichen Teile der Heimat stammend; Vermehrung durch 
Wurzel-Teilung. 

Brassica, Kohl: von dieser durch ihre Nutz- und Gemüsepflanzen bekannten Cruciferen gattung 
kommt für uns wohl nur die kleine, goldgelbe B. repündu aus Südeuropa in Betracht. Ob in Kultur? 

Braunelle siehe Bniiiclla. — Brauneria purpürea siehe Riidbcckia. — Braunwurz siehe Scrophuldna. 

Bräya alpina, Knotenschötchen : winzige, 2 bis 4 c/ii hohe, hochalpine, weißblühende Crucifere, 
die nur aus botanischem Interesse als Felsenpflanze für sonnige, warme Lagen in Gesteinsritzen in 
Betracht konunt. 

Brennende Liebe siehe Lychnis clialcedönica. — Brennender Busch siehe Dictämnus. 

Brickellla graadiflöra: n'ordwestamerikanische, 50 bis 75 c/ii hohe, aufrechte, rispigverzweigte, an 
Eupatorium erinnernde Komposite mit weißen, ziemlich unansehnlichen, überneigenden, zylindrischen 
Blütenköpfchen im September; Kultur in Lehmboden für etwas feuchte, schattige Lagen; Vermehrung 
durch Samen, nur für Liebhaber. 

Brillenschötchen siehe Biscutäla. 

Brlza lutesceas, ausdauerndes hartes Zittergras, 30 bis 40 cm, Blütenährchen herzförmig, Juni- 
Juli, schön zum Schnitt. Auch die heimische B. m^diu läßt sich auf trockenem Boden ansiedeln. 

Brodiaea — Liliaceen — Nordwestamerikanische, niedrige, schmalblättrige Zwiebelgewächse 
mit lockeren Blütendolden auf nacktem Schaft, Juni-Juli ; K u 1 1 u r in sandigem recht gut durchlässigem 
Boden in warmer Lage, Zwiebeln 5 bis 10 rm tief; Vermehrung durch Brutzwiebeln im Herbst; 
V e r w e n d u n g für Rabatten und Felspartien, auch in grasigem Grunde, im Winter eventuell Reisig- 
decke, jedenfalls Schutz gegen Nässe. 

ß. congesta (B. pulchelki), 50 cm. Blätter flach, blaugrün. Blütenstände dicht, Blüten kurz gestielt, 
blaupurpurn; ß. grandiflöra {B. corondria). 10 bis 25 cm, Blätter etwas rundlich, Blüten lang gestielt, 
größer, purpurblau oder rosa in lockeren Dolden; außerdem noch viele Arten versuchswert, die auch 
unter dem Namen Dichelostemma oder Hoökera gehen. 

Brodiaea uaiflöra siehe Triteleia. — Bronzeblatt siehe Galax. — Bruchkraut siehe Henndria. 

Brunella (Prunclla) grandiflöra (B.pyrendica). Braunelle: harte. 5 bis 2,s cm hohe, 
heimische La b i a t e. die in Tracht zur Blütezeit an Betonica gemahnt, Blüten purpurviolett, Juli- 
September, oder wei(.)gelb (var. alba), noch üppiger und schöner ist die Form B. Wc'bbiana 
mit blauvioletten Blüten, als beste gilt var. rösea mit leuchtend rosafarbenen Blüten; Kultur 
in jedem nicht zu schweren und nicht zu trockenen Gartenboden ; Vermehrung durch Saat 
undTeilung; Verwendung fürEinfassungen. Felspartien. Rabatten, auch im Halbschatten. 
— Noch erwähnt sei B. incisa, mit geschlitzten Blättern und violetten oder rosa Blüten. 

Bryönia didica, Zaunrübe: heimische, 2 bis 3 m hoch schlingende Cucurbitacee mit gelappten 
Blättern, gelblichweißlichen zweihäusigen Blüten, auf die bei den weiblichen Pflanzen im August-Ok- 
tober die kirschroten Beerenfrüchte folgen; in tiefgründigem Boden im Park zur Bekleidung von Stämmen. 
Qitterwerk usw. mit Vorsicht zu verwenden, da giftig und leicht zum Unkraut werdend. 

Buchenfarn siehe Aspidium Phegöpten^. ~ Buchweizen siehe Fagopyrum. — Bulbinella Hoökeri 
siehe Clirvsobuctron. — Bulbocödium autumnäte siehe Merendera montdna. 

Bulbocödium vernum, Lichtblume: südeuropäische Liliacee, zur Blütezeit der 
Herbstzeitlose sehr ähnlich, Zwiebel schwarz. Blüten bis 1 5 cm hoch, purpurviolett. Februar- 



Bulbocüdium — Calamagröstis 



141 



März (vor den Blättern l; Kultur im Rasen. Zwiebeln im August-September 8 bis 10 an tief 
legen; Vermehrung durch Brutzwiebeln; N'erwendung für Parkwiesen, auch als Ein- 
fassungen für Rabatten usw. 

Bunge sicIiL- i^iinn '/// v Bunke siehe II fini^äitntriu. Bunte Margeriten siehe Pyrethru/n liyhnduiii. 

Buphthälmum, Ochsenauge, Rindsauge: hohe, aufrechte. Gebirgskompositen. 
mit abwechselnden Blättern und ebensträul.iigen oder einzeln endständigen, breiten Blütenköp- 
fen ; K ul tur in ziemlich trockenem Oartenboden in sonniger 1-age. liebt Kalk ;\'ermehrung 
durch Samen und Teilung; X'erwendung für Rabatten, trockene i^irkwiesen. Gebüsch- 
ränder; auch wertvolle Schnittblumen. 

B. saUcifolium, östliches Mitteleu- 
ropa bis Kieinasien. 20 bis 50 ein. Blät- 
ter länglich lanzettlich, behaart. Blüten- 
köpfe einzeln, endständig, goldgelb. Juni- 
August; B. speciosum [Telckia cordi- 
Jölia. T. speciosa). Osteuropa, bis 2 /n. 
Blätter grol.!, herzförmig. Blütenstände 
ebensträußig, Blüten breit, orangegelb, 
.luli ; ß. speciosissiinum,lno\ bis Lom- 
bardei, ähnlich saliciJoUiiin. obere Blätter 
herzförmig, kahl; empfindlicher. 

Bupleürum ranunculoides, Hasenohr: 
eigenartige, bis 30 cm hohe alpine U ni b e 1 1 i - 
fere mit grasartigen, schniallineal-lanzettlich 
gefiederten ürinidhliittern und etwas ästigen 
Trieben mit gelben, zulet/.t braungelben Dolden 
im Sommer; wächst leicht in sonnigen Lagen 
im Alpinum. wo sie sich meist selbst dnrch Sa- 
men ansiedelt; /i. petnu'um (B. grarniniföliiiiin 
ist ähnlich, aber astlos. 

Bütomus umbellätus, Wasser= 
liesch — Butomaceen- Harte, heimi- 
sche Wasserpflanze mit kriechendem Wur- 
zelstock, grundständigen, steif aufrechten, 
schwertlilienartigen Blättern und rötlich- 
weißen, dunkelgeaderten. hübschen Blü- 
ten in auf 0..5 bis 1 .5 m hohem Schaft end- 
ständigen Dolden, .luni-August; Kultur 
im Uferschlamm von Gewässern oder in 
Bassins ;Vermehrungdurch Teilung im 

Frühjahr oder Samen; X'erwendung für Gartenbassins. Parkgewässer und Ufer. Wasser- 
stand bis 15 cm. 

Cabömbacaroliniäna.Pischgras: untergetanchte N y m p h a ea ce e aus Nordostamerika mit fluten- 
den, fein zerschnittenen Blättern und winzigen weißen Blütchen ; nur für besondere Wasserpflanzen- 
Liebhaber von Wert und kaum hart. Für Aquarien brauchbar. 

Cacälia acoaitiiölia, atriplicifölia uiul suaveolens siehe Seni'cio. 

Cacälia calva ist e/ne merkw iirJii;t' unihelliferenähnliche Komposite aus den mexikanischen 
Hochgebirgen lAbb. \?,',\. 4,S bis .S(i , /;;. \\ invuln fleischig. Blüten weit!, Sommer; Kultur in sonnigen 
warmen Lagen in jedem leichten (iartenbodcn ; Ve rm eh ru n g durch Samen ; Verwendung für 
Liebhaber, Winterschutz. 

Cacaliöpsis Nardösmia: bis 50 tv« hohe, an P^-toi/Ves /J(;/w(//us erinnernde westnordamerikanische 
Komposite mit h bis q lappigen grundständigen Blättern und duftenden gelben Blüten. Scheint für 
frische Stellen unter lichtem Nadelholz iKieferni geeignet. 

Cacciaia glauca: 30 bis 75 cm hohe, rauhlich behaarte Borraginacee aus den Gebirgen Nordper- 
siens mit blaugrünlichen, etwas dicklichen, borstenhaarigen, breitelliptischen Blättern und anfangs violett- 
blauen, später roten Blüten in endständigen traubigen Cymen ; bedarf guten Winterschutzes, nur für er- 
fahrene Pfleger. Hübscher und härter C. slrigösj, Persien, tief azurblau, Sandboden. 

Cachrys alpiaa — U m b e 1 1 i f e r e n — Bis 50 rm hohe kahle Staude aus Taurien, Blätter vielfach 
fiederteilig. Zipfel lineal, Blütendolden gelb. Sommer; für Felshänge und offene Lehnen im Park brauch- 
bar ; Kultur usw. etwa wie Athanianta. Nur botanisch bedeutsam. 

Calamagröstis argentea siehe l.usiagröstis. 

Calamagröstis epigelos, Reitgras: bO cm bis über Im hohes Gras mit violettüberlaufenen Blüten- 
ständen ; bei uns in Wäldern verbreitet und gelegentlich für den Park oder auch im Garten in sandigem 
und humosem Boden zu verwenden, besonders die bunte var. variegäta. Ebenso C. vil/ösa. 




Cacälia calva, 50 ; 



142 



Calamintha — Callianthemi 



Calamintha atpina, Cliaopödium und grandiflörum siehe Satiirdja. 

Calandrinia umbelläta aus Chile ist eine meist einjährig kultivierte Portulacacee mit dicken 
Wurzeln und grundständigen linealen Blättern, sonst etwas verholzende Staude, Blüten Mn ^Dolden- 
büscheln, sich gegen Abend schlieljend, seidig blaupurpurn, Mai-September. 

Calceoläria polyrrhiza, Pantoffelblume: hochinteressante, patagonische, 10 bis 15 cm hohe S c r o- 
phulariacee mit verkehrt eilänglichen. fast grundständigen Blättern und gestielten sattgelbcn, pur- 
purn getupften, pantoffelförmigen Blüten in lockeren Scheindolden, Juni-Juli ; K u 1 1 u r in halbschattiger 
Lage an geschütztem Standort im Alpinum, im Winter gute Reisigdecke ; Vermehrung leicht durch 
Teilung der unterirdischen Rhizome ; V e r w e n d u n g nur für erfahrene Liebhaber. — Außerdem wird 
noch für Freilandkultur angeboten die in ihrer Härte etwas fragliche neuere C. Sinclairii {Jovelldna Sin- 
c/airii), Neuseeland, etwas höher buschig, mit ei-elliptischen, doppelgezähnten Blättern und rispigen 
Blütenständen mit kleinen, fleischfarbenen gefleckten Blüten; C. bißöra (C. plantaginea). Chile, Argen- 
tinien, die in allen Teilen grö(3er als polyrrhiza ist, läßt sich unter guter Decke hier und da halten; auch 
C. iimbellata aus Peru, die karminfarbene Blütendolden hat, wird für sonnige, recht trockene Stellen 
im Alpinuni empfohlen. Noch manche hochalpine Art aus Südamerika sollte eingeführt werden. 




Abb. 138. Callianthciniiin (Rutuimiiliis) anenwnoides, 20 
iphot. H. Grai SchaifBotsch. Huri. Piirgstall.) 



Calimerls (Aster) incisa: haiie, sibirische, 40 bis 70 cm hohe.^Herbstastern'ähnliche 
Kompositemit aufrechten, beblätterten, verästelten Stengeln und rispig angeordneten, etwa 
2,5 cm breiten Blütenköpfchen mit gelber Mitte und lila oder weil.len Strahlen ; Mai-September ; 
Kultur und Verwendung wie Aster, anspruchslos, im Park verwildern lassen. 

Calimeris tatärica siehe Heteropappus. 

Calla palustris, Schlangenwurz, Sutnpfcalla: heimische, giftge, 15 bis30fm,hohe Ar'acee mit 
kriechendem Wurzelstock, herzförmigen Blättern, außen grünlichen, innen weißlichen Blütenscheiden 
(Mai-Juni) und roten Beerenkolben im September; K u 1 1 u r in sumpfigen, moorigen Böden oder flachem 
Wasser; Vermehrung durch Teilung; Verwendung für nasse Stellen im Park und auch für 
Bassinränder. 

Calliänthemum {Rannnculus). Jägerkraut: harte, niedrige, 5 bis 25 cm hohe, hahnen- 
fußartige, alpine Ranunculacee mit zusammengesetztem Laub und weißen oder rötlichen 
Blüten, die vor oder mit den Blättern erscheinen (Abb. 138); Kultur in nicht zu trockenem, 
gutem, etwas humosem Boden in halbschattiger Lage; Vermehrung durch vorsichtige 
Teilung oder Samen, die oft schwer keimen; Verwendung besonders fürGesteinspartien 
oder auch an geeigneten Orten im Park. 



Calliantlie'mum - Calystegi: 




C. anemonoides, Ostalpen, mit zwei- bis dreizäiiligen Blattern aus der montanen Region, 
März bis April; C. coriandrifölium (C. rutacj'oliiini). Pyrenaeen bis Bosnien, mit doppeil 
gefiederten Blättern aus der alpinen Region, .luni-August, Blüten rosaweil.), nicht so schön 
wie vorige. 

Calliöpsis siehe Coreöpsis. 

Callirhoe {Ccüirrhoe) involucräta {iWalva im'olucniUi]. Mohnmalve : te.xanische. etwas sparrigc 
Malvacee mit rübenförniigeti Wurzehi, etwas nicdcrgestrecklen, wenig verzweigten, bis 80 cm 
langen Trieben, rundlichen, fünflappigen Blättern und 6 bis 6 cm breiten, seidig purpurviolcttcn, am 
Qrund der Petalcn weiß gefleckten Blüten in lockerblütigen Rispen, Juli-September; Kultur in sehr 
leichtem durchlässigem Boden in sonniger warmer Lage, im Winter gute Reisigdecke; Vermehrung 
durch Samen im Februar-März; V er w e nd u ng für Felsparticn, wo die Pflanze sich über Steine aus- 
breiten kann, für Rabatten etwas sparrig, blüht sehr lange, auch an Wandgittern zu ziehen. Vielleicht 
ist für Felspartien die var. linecirilöba 
als kompakter mehr zu empfehlen, Blü- 
ten purpurn und weil.!, Wurzeln gehen 
sehr tief. 

Callixene {Liizuridi'in polyphylla: 
25bist>Orwh(ihe,etwasschiiiim'ndi.-,last 
halhstrauclii.ue Liliacee aus dem süd- 
lichen Südamerika mit buxusähiilichcn 
Blättern und hängenden, achselständi- 
gen, weißen, maiblumenartigen Blüten ; 
nur für Kenner versuchswert. 

Calochörtus amoenus i C'. a/hiis var. 
anweniis). Mormonentulpe: eigenar- 
tige, 10 bis 20 cm hohe L i I i a c e e aus 
Kalifornien mit nickenden, weißlichen 
oder rosa Blüten wie Abb. 1 39, Mai ; K u 1 = 
t u r in sehr leichtem, sehr durchlässigem 
Boden in gegen Mittagssonne geschütz- 
ter Lage (am Fuße einer Südostwand), 
Zwiebeln spät i. Herbst legen, etwa 8 cm 
tief, jede Zwiebel mit Sand umgeben, 
nur für wärmste Lagen und bei Schutz 
gegen Bodennässe und heftigen Regen Abb. 

verwendbar. Es gibt hiervon noch sehr 
viele interessante Arten, und als härte- 
ste ist wohl C. NnttaUn anzusehen, die viele blaue, rosa, lila und gelbe Kulturformen hat. 

Catopögon pulchellus: 30 bis 50 cm hohe, rotblühende Sumpforchidee aus Ost-Nordamerika für 
feuchte, schattige Lagen und recht durchlässigen Boden; Kultur nur für Liebhaber zu empfehlen. 

Cä///iapa/üsfr;s, Sumpfdotterblume: bekannte, heimische. bis2.T(VH hoheRanun- 
culacee mit goldgelben Blüten. .April-Mai; für Kultur kommen in Betracht in erster Linie 
var, plena mit grol.len, gefüllten Blüten wie Abb. 1 40. gedeiht auch noch in trockeneren 
Lagen und blüht dort reicher, auch eine früher blühende var. //. /;/. praecox: noch üppiger 
und grol.iblumiger ist var. nionstrosa plena, die etwas später blüht, ferner var. rddicans, die 
bis I m hoch wird und sehr groHblättrig ist; auch die halb gefüllte var. seiniplena. ist sehr 
reichblühend, hierher die Form „HortulanusBudde" mit gedrehten Petalen; Kultur in gutem 
Boden, in feuchter Lage am Wasser oder in etwas sumpfigem Terrain; Vermehrung durch 
Teilung oder die einfache Form durch Samen; Verwendung für Garten, Park und Alpi- 
num, zur Blütezeit sehr effektvoll; Cpo/ypefa/a, Gebirge von Kleinasien. Kaukasus. Nord- 
persien, üppiger als /;w///.s7/7.s-. bisO.,S//;. mit oberirdischen .Ausläufern. Blüten grol.i. bis 7.5 rw 
breit; wuchert leicht, für grol.le .Anlagen, auch im seichten Wasser brauchbar. Interessant 
auch die zierlicherenordwestamerikanische C. lepiosepala (C leucocdphala, C. rotundifölia-^) 
mit innen weißen, außen bläulichen Blüten. Mai. 

Calypso boreälis ist eine ziemlich schwer gedeihende, im Humus schattiger, (rockener Laubwälder 
(auf Kalki vorkommende Orchidee aus Nordeiiropa und Nordamerika. 

Calystegia { l ölvalus] pubescens ( Convölvuliis Japöniais): chinesische, schlingende. bis 
über 2 m hohe Con volvulacee mit weit kriechenden Rhizomen. pfeilförmigen. behaarten 
Blättern und langgestielten. 5 bis 8 «7/ breiten, fleischfarbigen, windenartigen, gefüllten Blumen; 
Mai bis September; Kultur in jedem nicht zu schweren Gartenboden in warmer Lage; Ver- 
mehrungdurchTeilungim Frühjahr; Verwendung zur BekleidungkahlerStämme. Mauern, 
für niedriges Gitterwerk usw. Wuchert zuweilen lästig. Seltener in Kultur ist die dahurische 
CMahürica{C.Si>piluniru■arndnlm\\Qxi..Con\■ohullusdahuricllS)^\■t\zhcrhchüari.m\Xschi)\\tn, 
großen, einfachen, hellrosenroten Blüten mit fünf weißen Streifen. Auch C. sylvestris (C. oder 



130. Ca/oc/ioiiiis amoenus. MornuincnUilpe, 
in Kew (Orig ). 



Calyst^gia. 




Abb. 140. Ciittha palustris \ar. pleno, ;j;efüllte Simipfdotterbliime, 10 cm (ü. Arcnds, Ronsdorf). 




Abb. 141. Calysiegia sylvestris. V4a.\(\\\;mAe ^Ou)!,- ho 



CalystSgia— Campanula. I45 

Convölviiliis silvdtica). Wald winde, aus Südosteuropa, dem Orientund Kaukasus zu emp- 
fehlen, üppiger Schlinger (Abb. 141), der gemeinen C. sdpiitm ähnlich, doch EiJlumenkron- 
lappen abgerundet, Juli-Herbst. 

Camässia. — Liliaceen — Nordamerikanische, an große Scilla oder kleine Eremurus erinnernde 
Zwiebelgewächse mit meist blauen, im April-Mai erscheinenden Blüten in vielblütigen ährigen Trauben; 




V e r ni e h r u n g durch Samen ; K u 1 1 11 r in etwas lehmigem Boden mit genügend Feuchtigkeit zurBlüte- 
zeit, aber trocken im Sommer; Pflanzung im September 10 bis 15 cm tief; Verwendung für ent- 
sprechende Lagen im Garten, Alpinum, auch massenweise im Park zu versuchen. 

C. Cusickii, Oregon, Zwiebel grolj, Blätter breit, etwas gewellt, blaugrün, Blütenstände bis 90 cm, 
reichbUitig, Blüten ;^artblau. schön ; C. esculenta Roh. (C. Fruseri, Sci'l/a esculenta). östliche mittlere 

Vereinigte Staaten, 30 bis 50 cm, 
Blüten hellblau, kleiner als bei C 

Quämash [C.esculMa Ldl), 
westliches Nordamerika, niedri- 
ger, Blütenstände weniger blutig, 
Blüten weiU bis tiefblau ; als recht 
hübsche Art gilt noch die robuste 
C l.eicliüinii. die an h'ir/rii/rus ge- 
mahnt. 

Campänula, Glocken- 
blume — Campanula- 
ceen — Sehr vielgestaltige. 

mittelhohe oder niedrige, 
schönblühende Stauden, siehe 
Abb. 142— U't; Kultur der 
höheren .Arten (Gruppe AI in 
jedem gut durchlässigen Bo- 
den: die Arten der Gruppe B 
hauptsächlich fürs .Alpinum: 
man vergleiche das bei den 
Arten Gesagte: Schutz gegen 
Schneckcnfral.'i durch Ausle- 
10 




143. Ciiiii/nuiii/ii lalilohu 
in Pruhonitz i(i: 



<;nimlis\, 75 cm. 



Freil.nndst.iuden, 3. .-Vuil.nge. 



146 



Campänula 



gen von Orangeschalen (Farrerl. Vermehrung meist durch Samen. Teilung oder Steck- 
linge. Pflanzzeit August-Herbst oder Frühjahr, das letzte bei carpatica und persiciJoUa vorzu- 
ziehen; Verwendung der höheren Arten für Gruppen, Rabatten und vor allem als Schnitt- 
blumen; die der niedrigen im Alpinum und zum Teil auch für Einfassungen. 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



abietina . . . 


148 


alliariaefolia . 


146 


Allionii . . . 


148 


alpestris . . . 


148 


amabilis . . . 


149 


barbata . . . 


148 


Bellardii . . . 


149 


bononiensis . 


148 


caespitosa . . 


148 


carpatica-FormenlAbb.147) 148 


celtidifolia . . 


146 


coUina . . . 


149 


cordifolia . . 


146 


cristallocalyx . 


146 


dahurica . . . 


146 


Elatines . . . 


149 


elatinoides . . 


149 






Fergusonii . . 


... .149 


garganica . . 


149 


— hirsuta (Abb. 


148) ... 149 



glomerata-Formen 

(Abb. 142) 146 

grandis 146 

Hendersonii 149 

isophylla 149 

istriaca 149 

kewensis 149 

Kolenatiana (Abb. 144) . . 147 

lactiflora 146 

lanata 150 

latifolia-Formen . . . .147 
latiloba (Abb. 143) - . . . 146 

linifolia 149 

macrantha 147 

Medium 150 

michauxioides 150 

mirabilis 150 

muralis 149 

pelviformis 148 

persicifolia-Formen 

(Abb. 145) 147 



phyctidocalyx 149 

Portenschlagiana . . . .149 

pseudoraineri 149 

pulcherrima . . . . ■ . 148 

pulla 149 

pulloides 149 

punctata 149 

pusilla-Formen 149 

pyramidalis-Formen . . .147 

Raddeana 150 

Raineri 149 

rapunculoides 147 

rotundifolia-Formen . . . 149 

Scheuchzeri 149 

sibirica 150 

turbinata 148 

Van Houttei (Abb. 146) . 149 

velutina 150 

Waldsteiniana 150 

Wilsonii (Abb. 149) . . . 14Q 
Zoysii . • 149 



A. (B. siehe Seite 148) Hohe aufrechte Arten, (über 30 bis 40 cni). 
C, alliariaefolia (C. conlijölia). Kleinasien, Kaukasus, 60 bis 80 cm, buschig, Blätter 
herzförmig. Blüten milchweil,), nickend, in langen Ähren, Juni-.-Xugust, Schnittblume; leichter 
Boden, sonnige Lage; C. cristallocalyx^ ähnlich /j?/-5/r//'o//a, aber Kelch borstig behaart, 
blüht später, nur erwähnt, weil die spätblühenden /j^7-5/q/b//ß-Formen aus einer Kreuzung mit 
ihr stammen; C.glotneräta, Europa bis Sibirien. 30 bis 80 rm, Blütensitzend.kopfig, violett- 
blau,Juni-Juli, oft September; hiervon wertvoll var. da/jur/ca ( C.f/ß/2w/7Cfl), 40 bis 50c/«, Blüten 
tiefviolett, Mai-.luli, siehe Abb. 142, für Gruppen und Schnitt, sowie die seltene weiße Form, 

var alba, ferner var. //. /;/., 
hellviolett gefüllt, var. aggre- 
gdta, (C. „Mauve Queen"), 
40 cm, Blüten büschelig. hell- 
lila, und schließlich v&r.accm- 
lis, bei der die stengellosen, 
lichtblauen Blütenköpfe dicht 
auf den Blattrosetten sitzen, 
fürs Alpinum; noch schöner 
als dalnirica ist var. super- 
ba, aufrecht, dunkelviolett. 
1 4 Tage später blühend, für 
Schnitt; C. lactiflora, Kau- 
kasus-Sibirien, bis über 1 m, 
Blütenrispen weitverzweigt , 
Blüten ziemlich klein, kurz- 
röhrig. hellblau, Juli-August, 
liebt guten, etwas lehmigen 
Boden. Wurzeln wie bei den 
meisten Arten lang und brü- 
chig, sät sich selbst aus; sehr 
nahe steht ihr C. celtidij'ölia, 
Kleinasien, Kaukasus; C.Ia= 
Abb. 144. Campänula Kolenatiana, 40 cm, in Pruhonitz (Orig.), tilöba (C grandis), Olymp, 




Campänula. 




dichtbuschig, bis 80 cm. Blüten blau oder weiß (var. albci). siehe Abb. 143, Juli-August, 
wintert in rauhen Lagen aus; C. latifölia, heimisch. O.h bis I m. hellviolett. .luni-Juli, in 
Kultur besonders var. alba, weil.!, var. palliilu. bis über 1 /// hoch. Rabatten, P^ark; ferner 
var. mamintha ( C. inacrdntliä\. 1 .2 
m. Blüten dunkelviolett, sehr grol.!. 
.luni-.Iuli.guteSchnittblume; besser 
und nicht wuchernd wie typische 
macrantlia ist deren l-orm alba. ^_^^_,_ - 
straff aufrecht, dankbarste weil.le 1^?!^^/ ^ , ■ ., X ' ^ 
Form für Schnitt. in nahrhaftem 
den. Sonne wie Halbschatten 
/Co/e/ia//äna, Kaukasus. wie 
I 44.sehrhiibsch blühende. aber 
zweijährige Art. Blüten him 
blau. .luli : C. persicUölia 
misch, 50 bis SOciii. Blüten groli. 
weitglockig, Juni-.August. die var. 
grandißöra -Formen mit mächti- 
gen weil.ien Blumen für Gruppen 
und Schnitt, wie z, B. Backlioitsci 
{alba (^randifloni). einfach, „Ca- 
pri", dunkelblau, halbgefüllt, sehr 
groUblütig, Mörlieimii, halbgefüllt, 
ähnlich ist „Silberschmelze", mit schwach lila Schein. ..die Fee", Abb. 145. sehr groß, 
hellila, noch größer „Telham Beauty". hellblau, itrner var. al/uuvrondta unA cocnilea cororiata 
mit blütenblattähnlich ausgebildetem Kdch. C. pyramidalis Dalmatien. Lombardei, 1.2 w, 
reichblütige pyramidale Trauben, hellblau oder weiß (var. «/(^<7), .luli-August, bei Yar.mmpdc/a 
Wuchs niedriger, Blüten größer, blau oder weiß, gute, lange blühende .Art, aber gleich ,U«//w//; 
besser zweijährig zu behandeln. Topf- und Schnittpflanze; .Arten wie die heimische C.rapun- 



n Bo- 1 1^- ■ iit» -^ r 1 \lVt^- ■ t^.- ,■ -^.^ 



Abb. 14.S. Campanula pcrsiiifoliu „Die Fe 
blättrige Qlockenblume, 80 cm ii'i Ai 



Pfirsich- 




Campänula 




der Karpathen-Qlockenbliime, 20 i 



ciiloidesiC.piilclu'rriina Hort.) und die sibirisch-kaukasische C. bononiensis sind eigentlich nur 
schöne Unkräuter, die man nur im grol.ien Park verwildern lassen sollte, im Garten leicht lästig. 

B. Niedrige, oft rasige Arten (kaum über 30 cm hoch, außer C. punctata und C. 
van Hoitttei). 

C, abietina, Osteuropa, mattenbildend, aufrecht. 25 bis 30 cm. reichblütig. Blüten weit 
offen, rotviolett, April bis Mai; C.alpestris (C. Alliönii), Norditalien, Frankreich, krie- 
chend, 12 cm. grauETÜn, Blüten groß, breitglockig, rotviolett, Mai bis Juni, gut durchlässiger 
Boden sonnig lam besten aut (icrolUcldi C barbäta, Alpen, 10 bis 40 cm. Blüten in 

wenigblütigen, einseitswendigen Trauben, 
nickend, blau oder weiß, ,luli-.^ugust, son- 
nige grasige Lage, etwas feucht : C. caes= 
pitösa. Alpen, oft mit piisi/la iBel/ardii) 
verwechselt oder vereinigt, Blütenstengel 
bis 25 c/n. mehrblütig, Blüten länglich 
glockig, unter den Kronenlappen etwas 
eingeschnürt, hell secblau, Juli-September, 
gut fürs Alpinum; C. carpätica. Karpa- 
then, 30 bis 40 cm. buschig, reichblütig, 
hellila oder weiß (var. alba), Juli-August, 
sehr hübsch sind var. coelstina. 20 bis 25 
cm, hell himmelblau, Juli, für Gruppen und 
Felsen, und var conipcicta, blau oder weiß 
(var. alba oder besser ..White Star"), wie 
Abb. 14 7. ferner var. /)' Iviförmis ( C. pelvi- 
formis Hort ), Blüten flach tellerförmig, 
hellblau, besser noch var „lsabel", ferner 
var. „Riverslea", kräftig, dunkelblau, 
großblumig, alle in Masse sehr wirksam ; 
148. Campwnila f;argamca var. hirsuta. 10 cm hierher auch var. turbinäta ( C. turbina- 
(aus der „Qartenweit"). tö), zwergig, Stark grau behaart, Blüten 




Tafel III. 




C '(impuiiula PorlettscIilugUina. 




OroUe gclhe Oartenkrokiis im Hort. Mal 



Canipänula 



149 




Wilsonii, Wilsons GlockenbUi 
7/ lOris.. K.insdurii. 



groü. chinablau : C. Fergusönii, Gartenhybride, carpatica x pyramidalis, mehr an letzte 
erinnernd, gleichen Ursprungs ist C". Hendersonii; C. gargänica, reizende Felsenpflanze 
mit blaßblauen Blumen, .luli. siehe var. Iiirsiüa in Abb.14S.an geneigten Steinhängen, sonnig. 

trocken, wertvoll ; die I-orm aus Dal- 

niatien und Istricngeht als C. istr/a- 
((/. C. Portenschlagiäna (C. 
murälis). Dalmatien. dichte Rasen 
bildend. 10 bis 15 an. dunkelblau. 
IWai-.luni. sehr schön und willig ge- 
deihend, sonnige Lage, steht i^art^a - 
///(wnahe; C. pulla. .^Ipen. 5 bis 
I im. tief dunkelviolett, liebt Moor- 
erde und etwas Schatten, aber nur 
auf Kalk (Moräne): C. pulloides. 
Hybride. wohl ähnlichen Ursprungs 
wie Wilsonii, aber etwas höher und 
kräftiger wachsend. 10 bis 15 cm. 
.luni-Juli. auch September; hübsche 
Form davon C.kewrnsis: C.punc= 
täta, Sibirien. .lapan. .H) bis 40 cm. 
Blüten nickend, aul.len weiü. innen 
behaart und braun, violett gefleckt, 
.luni: C.pusilla (C. Bellärdü--), 
Alpen, mit .Ausläufern, lo cm. hellblau oder weiß (var. alba), siehe .Abb. .?Q, .luli bis Sep- 
tember, eine der bekanntesten und allerbesten, besonders die Sorten ..■Wil.i W'illmott". groLi- 
blumig. silbrig hellblau, uudpdllida, hellblau, auch fürEinfassungen : C. Rainen, italienische 
Alpen, 5 bis s cm. ähnlich p/illa. Blüten prächtig wachsig-chinablau. ,luli-August. Kullurwie 
alpestris. Schneckenschutz: in Kultur oft statt ihrer C. psci/doraincri (Bastard mit tiirtiinataw 
C. rotundifölla, heimisch. 15 bis 40 cm, Blüten tiefblau, weil.l (var. alba), hellila (var. pdi- 
lida). auch gefüllt, tief violettblau, soldanellenartig geschlitzt (var. soldanelli/lorci plena). 
Juni-Oktober, trockene Lehnen, sehr variabel, zum Teil minderwertige Formen in Kultur: 
C. Scbeuchzeri, .Alpen. Pyrenäen, bis 30 cm, Blüten groß, satt violettblau, breitet sich 
v,'\c piisilla aus. bei var. alba Blüten weiß: C. Van Hoüttei, eine piirictata-Poxm oder 
Hybride. Stengel meist einblütig. Blüten indigoblau oder purpurn. Juni (-.lulii. .Abb. 140; C. 
Wilsonii (auch als C. carpatica var. ..G. F. Wilson" gehend i ist C. piillu/. lurhinata. 

1 5 cm. tiefblau, .luli bis August, eine 

der allerbesten, siehe Abb. 149: C. 
ZojKS/i.Oesterreichische Alpen, bis 
1 cm. Blätter gaiizrandig. kahl. Blü- 
ten einzeln, hellblau, bauchig, vorn 
geschlossen erscheinend, mit bär- 
tigen Zipfeln. .Ulli -September, für 
steinige halbschattige Lagen im .Al- 
pinum. vorsichtige Kultur wie alpes- 
tris. aber eigenartig schön : außer- 
dem kommen unter den vielen .Ar- 
ten noch folgende in erster Linie in 
Betracht : C. collüia. Kaukasus, Pon- 
tus. bis 25 cm. lebhaft seidig-pur- 
purn. Juni : C. Elatines, trarganica 
sehr nahe stehend, vielleicht schö- 
ner : C. clatinoidcs. üppiger, derber 
als Elatines: C. e.xa'sa. Alpen, für er- 
fahrene Pfleger, ebenso die schöne 
italienische C. isopliylla: C. linijö- 
lia. der rotundifolia sehr nahe ste- • \t,,, |,^,, ^^■,,,/,„^, ,„,,,„/,, var ,<////■ s,,»,, l,„he Form der 
hend : C.phyctidocdlyx ( C. amdhilis), ' Wetterdistel, 20 cm lO. Aremis. R.jn.-dorf). 




150 Campäiiula — Carduus. 

Taurus, nur in seltenen Fällen bei uns wirklich~schön; C. Rdc/c/earia, Kaukasus.' prächtig 
violett; C. landta [C. velutina), Balkan, bis 75 cm. an Medium gemahnend, hellgelb mit lila; 
C. Wdldsteiniana, Dalmatien. bis 20 cm, Blüten fast sternförmig, breit, offen, violett. — 
Es sei ferner darauf hingewiesen, daß die Arten wie McHliiim, mirdhilis, michauxioides (Po- 
aarilliiim cordijöliiim] und sibirica nur zweijährig sind. j 

Campämila f;randiil6ra und Mariesii siehe Platycödon. — Campanula pendula und Wäaneri 
siehe i>yiiipliyüiulra. — Campanula serpylliiölia siehe Waldenbergia. — Campanula virgäta siehe 
Poäunlluiin. — Campanumaea lanceoläta siehe Codonöpsis. — Campernelle siehe Nairisms odörus. 

Camphorösma monspeliaca ist ei ne 30 bis 60 r/« hohe, kriechende, etwas rasige SalsolaceeausSüd- 
westeuropa, die an trocl<enen, steinigen Orten im Alpinum gelegenthch von Liebhabern kultiviert wird. 

Camptosörus rhizophyllus: eigenartiges, nordostamerikanisches Farnkraut mit einfachen, spitz- 
lanzettlichen Wedeln mit geehrtem Grunde, für schattige, mäßig feuchte Plätze im Alpinum an Felsen 
oder an Mauern. Zierlicher C. Sibiriens aus Sibirien. 

Capnörchis siehe Dict'iüra. 

Capsella {Hutchinsiu)paucifl6ra: diese gelegentlich in Katalogen geführte, kleine weiße alpine C r u - 
eifere ist einjährig, sät sich aber selbst aus. 

Carbenia Benedicius siehe Carduus Renedictus. 

Cardämine, Schaumkraut — Cruciferen — Niedrige Kräuter mit kriechendem 
Wurzelstock und lila oder weil.len Blüten in einfachen oder verästelten Trauben; Kultur an 
feuchten Orten, siehe im übrigen die Arten. 

Für Gartenkultur im allgemeinen ist am wichtigsten C. pratensis ß. pL, die gefüllte, 
30 bis 40 cm hohe Form unseres gemeinen Wiesenschaumkrautes mit rötlichweißen Blüten 
und verästelten Trauben, März bis Mai. alle Blätter gefiedert; Kultur in etwas feuchtem, 
kräftigem Gartenboden, in etwas schattiger Lage, auch im Alpinum am Wasser; Vermeh- 
rung durch Teilung im Frühjahr oder krautige Stecklinge und Fiederblättchen. — Nur fürs 
Alpinum kommen in Betracht: C. alpina, Hochalpen, 3 bis 5 cm. Blätter ungeteilt. Blüten 
weiß, Kultur heikel; C. resediföUa, 5 bis 15 cm, nur untere Blätter ungeteilt, halbschattig; 
C. trifölia, Blätter dreizählig, dicklich, unterseits purpurn. Blüten weilJ. April, für tiefen 
Schatten in humosem Boden zu verwenden u. a. m. ^ Als schön für halbschattige feuchte 
Stellen gilt C. cordifölia (C. macrophylla) mit purpurnen und die japanische C.yezoi'nsismM 
weiüen Blüten. 

Carduus, Distel — Kompositen — Bekannte heimische Pflanzen, die nur für große Qesteinsan- 
lagen oder im Park Wert haben, so z. B. C. deflordtus, 30 bis 60 cm, Blätter dünn, seegrün und kahl. 
Triebe mit je einem purpurnen Blütenköpfchen, Juli bis September; sehr ähnlich sind C. cdp^stris und 
C. carduäis (C.arctioides). Hierher gehören auch die an unsere gemeine C.nütans gemahnenden nord- 
asiatischen C. c^rnuus, niveus und sienoi^pis mit gelben Blütenköpfen, die meist als .Alfredia gehen, für 
trockene, steinige Lagen. Alle arten leicht zu Unkräutern aus. 

Carduus diacänthus siehe Clwmaepeüce. 

Cärex, Rietgras, Segge -- Cyperaceen — Winterharte, für Einfassungen und 
feuchte, auch halbschattige Stellen in Betracht kommende Gräser; man vergleiche die Arten, 
außer den genannten namentlich noch manche alpine Arten für Gesteinsanlagen brauchbar. 

C. baldensis, niedrige alpine Art mit schönen weißen Ährchen; C. Buchanänü, Neu- 
seeland, .M) bis 40 cm, braunblättrig, beste für Felsgarten, sonnig, trocken; C.cyperoides, 
zieriiche, heimische. 10 bis 30 cw hohe Art mit saftig hellgrünen Blättern und gleichgestal- 
tigen Ähren, für sumpfige Lagen; C.firma, Alpen. Blätter blaugrün, lineal-lanzettlich. kurz, 
steif, überall im Alpinum verwertbar, am besten feucht; C. Gräyi, Nordamerika, bis 75 cm. 
Ährchen verschieden, weiß, ebenfalls für feuchte Stellen; C. Morröwii, [C. japönica der 
Gärten, nicht Thunbergsl. Japan, und ihre bunfblättrige Form (fol.var.) mit steifen, immer- 
grünen Blättern und bis 30 cm hohen Halmen, als Einfassung sehr zierend, ganz hart, (bunte 
Form, Winterschutz), liebt Sandboden; C. pendula (C. md.xima). heimisch, bis 1.2 ni, ohne 
Ausläufer, breitblättrig, nickende Ährchen, für feuchte schattige Stellen im Park und Alpi- 
num. wervoll da fast Wintergrün; Cp/anra^/nea, Nordamerika. Blätter breit, für schattige, 
trockene Lagen; C. ripäria fol. rar., buntblättrige Form der heimischen bis 1 m hohen Art. 
für Bassins, Grotten, jedenfalls feuchte Lagen; C. sideroslicta, Mandschurei, 40 cm. breit- 
blättrig. Ährchen rötlich, für schattige Lagen; C. silvätica, heimisch 30 bis OO cm, dicht- 
rasig, für feuchte Lagen im Schatten verwendbar; C. Vilmon'nii, Neuseeland, 1 bis 1 5 cm, 
weiß oder gelbgrün. 

Carlina acaülis, Silberdistel, Eberwurz: bekannte heimische Komposite mit 
dicht am Boden sitzenden großen Blütenköpfen, deren trockenhäutige Strahlenblüten silbrig 
glänzen, in üppigem Boden 20 bis 30 cm hoch ( var. alpina oder var. cauk'scens). wie Abb. 1 50, 



Carduus— Caiilophylliim. ]5 j 

Juli. September; Kultur in trockenen steinigen Böden, liebt Kalk; X'ermehrung durch 
Stecklinge und Samen; \' er Wendung für I-elspartien sowie im Park an grasigen Hängen: 
die Pflanze schließt die Blüten bei Regen und in der Nacht und öffnet sie bei Sonne, daher 
W'etterdistel genannt. Abgeschnittene Köpfe ewig haltbar. — Schöner ist die südeuro- 
päische C. acanthifölia, mit 15 cm breiten, gelblichen Köpfen, wie Abb. 151, aber nur 
zweiährig. sät sich meist selbst, wird nie lästig. 




Abb. 151. Carlina acantliifolia, große Silberdistcl, Blüteiiköpfe 15 cm brci 



Carpesium macrocäphalum: 30 bis 50 cm hohe, aufrechte Koniposite aus Japan mit großen, 
bis 30 cm langen und \0 cm breiten, ovalen, gezähnten, feinbehaarten Ornndblättern, die in den Stiel 
herablaufen, und einzelnen endständigen, 2 bis 3 cm dicken, gelblichen, anfangs nickenden Bliitenköpf- 
chen, August bis September; nur von botanischem Interesse. 

Carpöceras cilicicum siehe Tlilaspi. 

Cärum rigidulum von den Apenninen und andere Arten dieser bekannten LI in h e 1 1 i f e r e n -Gattung 
werden gelegentlich im Alpinum kultiviert. 

Cässla maryländica: bis über 1 /«hohe, aufrechte, ostnordamerikanische, fast kahle Papilionacee 
mit unpaar gefiederten, sechs- bis zehnpaarigen Blättern und lebhaft gelben, in den oberen Blattachseln 
traubig angeordneten Blüten, August bis Oktober; Kultur in nassem Boden in geschützter Lage; Ver- 
mehrung durch Teilung oder Samen; Verwendung besonders für Vorpflanzungen im Park oder 
auf Rabatten, treibt spät, in rauhen Gegenden Winterschutz. 

Castälia siehe NympliaCa. 

Casiilleja miniäta und pällida sind nordamerikanische und arktische Scrophulariaceen aus 
der VerwaiulsLiialt von liarlscliia, die in den gefärbten Hochblättern an Melampyrum gemahnen. Jetzt 
kamn imcli in Kultur. 

Catabrösa t(j/\\ Criai aquätica, Quellgras: 30 bis 60 cm hohe heimische G r a m i n e e mit krie- 
chenden Ausläufern, die man am Ufer stehender Parkgewässer ansiedeln kann. 

Catanänche caerulea: aufrechte, südwesteuropäische, behaarte, bis ()0 an hohe, 
verzweigte K o m p o s i t e mit schmalen, etwas lappenzähnigen Blättern und langgestielten, ein- 
zelnen blauen Blütenköpfchen (weiß bei var. ci/öa). .luii-September; Kultur in trockenem 
kalkigem Boden und sonniger Lage, oft nur zweijährig; \'erm eh rung durch Samen (.April); 
X'erwendung für Rabatten im Garten und Gruppen, sowie für Schnitt. 

Catcärthia integrifölia siehe Meconöpsis. 

Catcärthia v/llösa: 25 bis 40 rm hohe Papa veracee aus den Hochalpen vonSikkim mit gelbsaftigen 
Trieben, gestielten, weichbehaarten, herzförmigen, drei- bis fünflappigen Blättern und goldgelben, an 
Papaver pyrenaicum gemahnenden, bis 7,5 cm breiten Blüten; nur für erfahrene Pfleger zu empfehlen, da 
gegen Winternässe sehr empfindlich. 

Caulophyllum tLeontice) thalictroides: nordostamerikanische, bis 35 cm hohe Berberidacee mit 
dickem Wurzelstock, dreifachzusammengesetztem Laub und kleinen, grünlichpurpurnen Blüten in kleinen 



152 



Caulophyllum— Centaurda 



Rispen, April bis Mai; Kultur usw. siehe Epiniedium, hübsch für lichte Waldbestände. Unter diesem 
Namen geht auch das C. robüstum aus dem Amurgebiet mit derben, minder reich gezähnten Blättern, 
blüht einige Wochen später. 

Cautlea (Röscoea) lutea: kaum bei uns in Kultur befindliche Zingiberacee aus dem Himalaya, 
25 bis 30 cm, Blüten gelb, in ährigen Blütenständen. Sonst wie Roscoea. 

Cayrätia siehe Cissus. 

Cedronella tripylla {Dracocäphalam canari^nse: bis 1 m hohe, aromatische, am Grunde verholzende 
Labi ate von den kanarischen Inseln, Blätter gefiedert 3 zählig. Blüten weiß in kopfigen Scheinwirteln, 
im Sommer; wohl nur im Süden des Gebietes hart. 

Celmisia verbascifölia : prächtige /ls/^/--ähnliche K o m p o s i t e von den Hochgebirgen Neuseelands, 
Tracht und Blüten wie Abb. 152 zeigt, weiß; nur für warme geschützte sonnige Lagen in gut durch- 
lässigem Boden. Außer dieser noch viele versuchswert. 



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Abb. 152. Celmisia verbascifölia iriu.t. H.Teusche 



Celsia bugulifölia siehe Jantfie. Die übrigen Celsien sind zweijährig, bürgern sich aber an geeigneten 
Orten durch Selbstaussaat ein. 

Centaurea, Kornblume, Flockenblume — Kompositen — Buschige, aufrechte, 
großblumige Stauden mit weil.kn. blauen, gelben oder roten Blütenköpfchen; Kultur in 
jedem durchlässigen, nicht zu feuchten und schweren Gartenboden in sonniger Lage, aber 
im Sommer gut gießen; Vermehrung durch Samen und Teilung; Verwendung als sehr 
brauchbare Rabattenstauden und vor allem als sehr haltbare Schnittblumen, wie auch im 
Park. — Einige südeuropäisch-orientalische weißfilzige Arten, wie C. Cinerdria, babylö- 
nica, gymnocdrpa, werden bei uns nur als Sommerblattpflanzen behandelt und halten höch- 
stens in sehr warmen Lagen unter guter Decke aus. 

C axillaris, Kaukasus, ähnlich niontana. durch Ausläufer noch lästiger werdend, gut 
aber var. ochrolenca, großblumig gelbweiß, wohl an der Züchtung der weißlichgelben mon- 
/ana-Formen beteiligt; CöeZ/a, Kaukasus. Blätter grün, fein zerteilt. Blütenstände bis 20 cm, 
vom Außenrande der Rosetten. Blüten rosa, harte Alpine; C. dealbäta, Kleinasien, Persien, 
40 bis öO cnh Blätter fiederlappig, unterseits weiß behaart. Blüten einzeln, rosa. Ende Mai- 
August, sehr gut für trockene Lagen ; als schönergilt C. rigidijölia, 50 cm. hellrosa. .luli-August ; 
C.glastifölia {C. Bieberstei'nii, Chartölepis Biebersteinii), Kleinasien bis Sibirien, bis 1.25 /«, 
Blüten mittelgroß, goldgelb. Juli-September, minder kulturwert; C. incäaa, Marokko, bis 
25 cm, weißfilzig. Blüten rosa. Juni-.luli. für trockene, sonnige Plätze; C Kosaninii, Al- 
banien, bis 70 cm, Rosettenblätter einfach, breit lanzettlich, obere fein doppelt gefiedert. Blüten- 
köpfe 2 bis 3 cm dick, tief pfirsichrot. für sonnige Lagen im Alpinum ; C.macrocephala, Arme- 
nien, bis 1 ,2 m. Blätter weniggezähnt, beiderseits grün. Blütenköpfe kugelig, steif gestielt, gelb. 
Juni-Juli ;Cmonfäna, heimisch. Ausläufer treibend. 40 bis 50 f/n.Blätterjung unterseits weiß- 



Centaiir6a- Cerästiiim. 



153 



filzig. Blüten tiefblau oder weil.) ivar.al/xi) oderrosenrot ivar. rösea). recht gut. einegrol.'.blütige 
blaue Form ist var..<f/w»///7wY/. .\pr\\-Md\\ C.ruthenica, Osteuropa bis Sibirien. 1 bis 1 .5 m, 
bleichgrün. kahl. Blüten hell schwefelgelb, kugelig, lockerfedrig. ,luni-.iuli; C (Qa/-fo/£'/;/s) 
Tourneförtii, Kleinasien. 1.2 ///. hellgrün, rauhlich behaart. Blüten tief goldgelb. Juli- 
.August. — I-erner wäre als für steinige Parkhänge geeignet zu nennen C. heleniifölia, 
Alpen. 1 bis 1.5 ///. Blätter leierförmig. unterseits weilJfilzig. Blüten purpurn. .Sommer, geht 
meist als Rliupöntiiiim Iteleniifölium. 

Centaurea amblyolepis siehe Phaeopdppus. — Centaurea pulcherrima siehe Aet/icopappiis. 

Centränthus [Valeriana) ruber, Spornblume: südeuropäische, 0,() bis 1 m hohe, 
aufrechte, kahle, blaugraugrüne Valerianacee mit eilänglichen Blättern und prächtig kar- 
minroten, weil'ien (var. albus), oder scharlachroten (var. cocdneiis). duftenden Blüten in an 
den Zweigenden rispig angeordneten rcichblütigen Cymen. Hnde .Wai-August. oft nochmals 
September-Oktober : K u 1 1 u r 
in sonniger Lage und in jedem 
nicht zu feuchten Boden, liebt 
Kalk. N'ermehrung durch 
Samen (sät sich leicht selbst 
aus) und Teilung; Verwen- 
dung für Felspartien. Mau- 
ern. Ruinen, steinige Hänge, 
auch fürl^abatten, sehr brauch- 
bare Schnittstaude, Schutz ge- 
gen Winternässe. 

Centrosema i Ihadbürya i 
virginiänum, Spornfah= 
ne — Leguminosen - 
Bis 1,25 m hoch windende 
Staude aus Ost-Nordamerika. 
F-ilätter unpaar gefiedert, glän - 
zend grün.F^lüten zu 1—4 ach 
seiständig, violett oder weil'i. 
Juli-August. Hülse 10 bis 12 
an lang : K u 1 1 u r in jedem 
nicht zu schweren Gartenbo- 
den, sonnig oder halbschattig Vermehru'ng durch'Samen; X'erwendung als hübsche 
Kletterstaude im Garten. 

CepAja/an/ftera,Orant, Waldvögelein: 15 bis 45 cni liohe heimische Krdorchideen, 
Kultur usw. siehe unter Oniiis. Die Arten wachsen in lichten Laub- und Nadelwäldern und 
lieben Kalk.^ • 

C.alba (C. <iranditl6ra. C. pallcns). kahl. Blätter länglich eiförmig. Ähren wenigblütig, 
Blüten gelblich weil.l. Mai-.luni. halbschattig; C. rubra, oberwärts beiiaart. Blüten hellpurpurn 
oder rosa, .luni-.luli. liebt Kalk; C. longifölia iC. ensijoliu. C. xyphophylliinn. kahl. Blätter 
lanzettlich. Ähre vielblütig, Blüten kleiner als bei alba, weil.l. etwa 2 Wochen vor dieser, 
liebt Schatten. 

Cephaläria {Scahioso, Siurisa) alpina, Schuppenkopf: harte, bis über 1 /// hohe 
verzweigte Dipsacee aus den .\lpen mit aufrechten, dicken, hohlen Stengeln, elliptischen, 
bis QO an langen, behaarten, gesägten Grundblättern, grol.ien. fiederschnittigen Stengel- 
blättern und blal.'igelben. endständigen Blütenköpfen. .luni-.luli; Kultur in jedem Parkboden, 
auch für recht sonnig trockene Lagen; Vermehrung durch Teilung und Samen: Ver- 
wendung für X'orpflanzungen im F^ark. auch Rabatten. — Ähnlich ist C. tatärica iSca- 
biösa elata. C. alpina vieler Gärten I. von Ostrul.'.land bis Altai, üppiger, bis 2.5 rn. Blüten 
grol.'). schwefelgelb, .luni-.luli: hübsch auch C. ffraeai. Balkan, 1,5 bis 2 m. weniger stark 
wuchernd als tatärica, hellgelb, August, — Die zuweilen angebotene C", transsylvanica ist 
einjährig. 

Cerästlum, Hornkraut — Caryophyllaceen — .Niedrige kriechende Alpinen mit 
feinfilzigen, gegenständigen, lanzettlichen Blättern und weil.len Blüten an 8 bis 20 an hohen 




Abl5. 15.3. Ceratostigma pluiiibagiiioides {P/umOdgo Ltirpenlu 
20 cm (phot. A. I'urpusi. 



154 



Cerästium — Chamaeörchis 



beblätterten Stengeln in wenigblütigen, lockeren Cymen, Mai-.Iuni; Kultur der angegebenen 
Arten in leichtem, nicht nassem Boden in sonniger Lage, Schutz gegen Winternässe: Ver- 
mehrung durch Samen, Teilung im Herbst und auch Stecklinge; Verwendung für 
Einfassungen, zur Bekleidung von sonnigen Flächen und in Felspartien, wo sie etwas 
wuchern können. 

C. alpinum var. landtam [C. villösum) schöne Form der heimischen Alpenpflanze mit 
weißwclüger Belaubung; C. arvense compdctiitn, rasige Form der heimischen Art, weiß, 
Mai-Juni, lür Böschungen und Staudengarten brauchbar; C, Biebersteinii, Taurus. dicht 
wolligweiß, schöner und größer als toinentosuin, wertvolle Art; C. Boissieri, Spanien, 
ähnlich tonientosum aber graugrün; C. grandiflörum, südosteuropäische Gebirgsform, 
mit mehr graugrünen Blättern und großen, weißen Blüten, üppig; C. purpuräscens, Kau- 
kasus, grüne etwas purpurn getönte Polster; C. tomentösum, Südeuropa, silberweiße 
Polster, wertvoll für Steingarten und große Einfassungen, auch var. Colmnnae (C Coluninae), 
Italien, noch weißer als Art. 

Ceratostigma plambagiaoides (Plumbdgo Larp^ntae), Bleiwurz: bis 25 cm hohe Plumbagina- 
cee aus China, mit kriechendem Wurzelstocke, dünnen roten Trieben mit ganzrandigen Blättern und 
tiefblauen Blütenköpfen im August bis Oktober ( Abb. 1 53) ; K u 1 1 u r in recht warmen, sonnigen Lagen, 
in nicht zu schwerem, durchlässigem Boden mit Winterschutz; Vermehrung durch Teikmg und 
Steckhnge; der langen späten Blüte halber für Rabatten und Steingarten wertvoll. 

Cer/'n//iea/p/'na, Wachsblume: aufrechte, 30 bis 40 rmhohe.bläiilichgrün belaubte Boraginacee 
aus den Alpen, mit gelben Blüten mit fünf violetten Flecken, Juni-August; Kultur im Alpinum auf 
steinigem Qrund in halbschattiger Lage; Vermehrung durch S3men; für Liebhaber. 

Ceterach officinärum [AspU'niiini CLHeracli): niedriges, buschiges, heimisches Farn- 
kraut mit .S bis 20 cm langen, lanzettlichen, fiederteiligen. oberseits stumpfgrünen Wedeln, 
die unterseits reich mit silbrigen oder bräunlichen Spreuschuppen besetzt sind; Kultur in 
warmer Lage an sonnigen Felsen, Mauern usw.; Verm eh rungdurchTeilung;fürs Alpinum. 
Chaenäctis Dougläsii : Westamerikanische K o m p o s i t e 1 bis 40 cm. jung weißwollig behaart, 
Blätter doppelt gefiedert, Blumenköpfe weiß, in cymösen Büscheln; ob bei uns in Kultur? 

Chaeaorrhiaum glareösum (Linäriu glareosa, Cliaen. cmssiföliiim \3.r. glurcosiim): niederliegend- 
aufstrebende zierliche Scrophulariacee aus den spanischen Hochgebirgen, Stengel dünn, be- 
schuppt oder beblättert, Blüten klein, 
doldenrispig,rosalila, Juni-August; Fel- 
tenpflanze in warmen, sonnigen Lagen 
zw ischen Felsspalten oder auf Moränen. 
Chaenöstoma floribündum ist eine 
hdibstrauchige, bei unsnichtharteS c ro- 
p h u I a r i a c e e aus dem Kaplande. 

Cherophyllum, Kälberkropf: von 
diesen U m b e 1 1 i f e r e n werden das bei 
uns verbreitete I /;; hohe C, aureum 
und das ähnliche, niedrigere, rosablüti- 
ge C. röseum aus dem Kaukasus hier 
und da in großen Parkanlagen kultiviert, 
letztes auch für große Qesteinsanlagen 
brauchbar, Blütezeit Juni-August; Ku 1- 
turnuihelos, aber Vorsicht, sonst Un- 
kraut I 

ChaixiaMycöni siehe Raiminüiii py- 

Charnaelirlum luteum (C carolini- 
anumt, Funkelstern: nordostamerika- 
lusche, harte, 40 bis 80 cm hohe L i I i a - 
c e e mit bitterem, knolligem Wurzel- 
stock, stumpfspatelförmigen, gestielten 
Qrundblättern und kleinen, weißen,zwei- 
hdusigen Blüten in aufrechten oder 
nickenden, dichten Aehren, Mai-Juni; 
k u 1 1 u r in feuchten, halbschattigen La- 
gen, ahnlich Altiiim ursiniiin: nur von 
botanischem Werte. 

Chamaemelum caucäsicum siehe 

Maliudnu. — Chamaemelum Tscbi- 

hatschewii siehe Cluysantheimim. — 

Chamaenerum siehe Epilölnum. 

intlieimim seivtinum (Pvretlirum uUginosum). Chamaeörchis alpiaa, Honigblüm- 

1,2 //; (aus der „Qartenwelf). chen, Zwergstendel: hochalpine, klei- 




Abb. 154. C/in 



Chamaeörchis— Chioiiodöxa. 



155 



ne, 5bis 1 2 fw hohe Erdorchidee mit eiförmigen Knollen, nacktem Stengel und kleinen, gelblichgrünen, 
rötlich überhauchten Blüten in kurzen, mehrblütigen Ähren, Juli-August; K u 1 1 u r auf magerem, nicht 
nassem Wiesenboden, siehe sonst unter Onliis. 

Chamaepeüce diacäntha siehe Cirsiiwi, 

Chaptälla tomentösa ( Tliyrsdntlieniasemißosciildn') : südostnordamerikanische K o m p o s i t e , Blätter 
dick, unterseits weKJfilzig. Blütenköpfe mit purpurnen Strahlen auf kaum bis 25 a// hohen Schäften. 
Gelegentlich in botanischen Gärten zu finden, kaum winterhart. 

Chartöiepis BiebenteiaH und C 
Touraeförtil siehe Cenlaun'a. 

Cheilänthes odöra: kleines, inter- 
essantes Farnkraut aus den südenro- 
päischen Gebirgen, mit etwas lederigen. 
2 bis 3 fach fiederspaltigen Wedeln, das 
wie Ceteracli als Felsenpflanze in halb- 
schattiger Lage verwendet werden kann, 
aber guten Winterschutz verlangt. Här- 
ter wohl C. argentea, Altai, Ostasien, 
mit breit dreieckigen, 2 bis 5 fach fieder- 
spaltigen, unterseits weiß mehligen We- 
deln. ' 

Chelräathus Alliönil siehe Izrysi- 
mum Perowskiänum. — Cheiräathus 
alpinus: unter diesem Namen geht Ery- 
simum C(in('scens oder auch E. ochroleii- 
cum wohl auch E. Clieininthiis. 

Chelräathus Chelrl, Goldlack, des 
sen wilde Form bei uns heimisch ist, kann 
nicht als Freilandstaude angesehen wer- 
den, sondern ist im Kalthause zu durch- 
wintern. Im übrigen aber wertvoll für 
Schnitt und zum Treiben. 

CheiräntbvsMenziesUs\c\\QP(irry(i 
— Cheiränthus rupestris siehe lirysi- 
miim puhhclluin. — Chelidöaiam la- 
siocärpum siehe Slylöphoriiin. 

Chelidöaium majus, Schellkraut : 
eine bei uns sehrgemeine P a p a v e r a 
cec mit gelhen Blüten, die als Unkraui 
zu gelten hat. 

Chelöne, Schlangenkopf: 
aufrechte, üppige, an Pcntsrcnion er- 
innernde Scrophulariaceen ; 
Kultur usw. siehe unten. 

C. obliqua, Xordostamerika. 30 
bis 40 (7«. Eilätter gegenständig. Blü- 
ten ticfrosa oder weil.), var. alba 
iC/i.glaöra). .August-Oktober, liebt 
feuchte, etwas schattige Lagen in 
leichterem, etwas moorigem Boden, 
in trockenen Lagen Boden mit Kom- 
postschicht decken . Vermehrung 
auch durch Samen: die etwas hö- 
here C. Lyöni, Carolina, ist eine verzweigte, bis 1 ni hohe Staude mit fast purpurnen Blüten. 

Chelöne barbäta, coccinea und hybrlda siehe Penlsrrnion barbutiis. — Cherleria siehe Alsine. 

Chimäphila utnbelläta ü^vrolu nuibeUata, C. corynibosa), Winterlieb: mit Pyrola 
verwandte, ebenfalls immergrüne Pyrolacee aus Europa, .lapan. Nordamerika. Blüten je- 
doch in bis li cm hohen Doldentrauben, weil.) und rosa, Griffel sehr kurz und dick, Narben 
schildförmig; für trockene Nadelwälder, sonstwie Pyrola. Die ostnordamcrikanische C. ina- 
culdta ist niedriger und weniger verzweigt. 

Chionodöxa Luciliae: harte, niedrige, an Scilla bifölia gemahnende Liliacee aus 
Kleinasien mit feinen, grünen Blättern und prächtigen blauen Blüten mit weißer Mitte in 
4 bis ()-blütigen. 12 bis \h cm hohen Trauben. März-April; Kultur in nicht zu schwerem 
Gartenboden in grasiger sonniger Lage, mit ausreichender Feuchtigkeit zur Zeit des Trie- 
bes; Zwiebeln anfangs Herbst etwa 7 bis \0 cm tief legen; N'ermehrung durch Brut- 




156 Chionodöxa — Chrysanthemum. 

zwiebeln oder Samen. Saat gleich nach Reife; Verwendung in Massen für Rasenplätze, 
Gartenbeete. Felsgruppen usw. — Die C.grandiflora iC.gigdriteo) ist in allen Teilen üppiger 
und hat hellere Blüten; die kleinasiatische C. sardensis-^) hat kleine, reinblaue Blüten und 
gilt als üppiger und empfehlenswerter als Liiciliae\ eine späterblühende Form der Luciliae 
ist C. Trnoliisii, Blüten weiß, größer. 

Chionodöxa {CliionoscilUi) Allenii gWt als Hybride zwischen C. Luciliae und Sci/Ia bifölla. 

Chiröaia floribünda ist eine südafrikanische Qentianacee, die bei uns kaum im Freien ver- 
wendet werden kann. 

Chlöris truncäta, Fingergras: australische Gram! nee mit Ausläufern, Blätter flach, Blüten auf 
bis 15 cm hohen Hahnen in gehäuften Ähren. Kultur etc. wohl wie Miscantlius. Scheint auch als 
C. latifölia zu gehen. 

Chlorögalutn pomeridiäaum (An/hericinii califörniciim Hort.): westnordamerikanische, mit Ca- 
massia nahe verwandte und wie diese oder Ornilfiognlum zu behandelnde L i 1 i a c e e, Blätter lineal, 
Blütenstengel bis 1 m, Blüten in Rispe, klein, sternförmig, mit purpurnen Adern, sich nachmittags öff- 
nend; ob bei uns in Kultur? 

Choadrösea Aizöon siehe Saxifmqa. — Chornelke siehe Diüntliiis caiycphi'lliis. — Christophs» 
kraut siehe ArUii'a. — Christrose siehe Hell^borus. — Chrosperma muscaetöxicum siehe Zygaclenus. 

Chrysanthemum {ohnt Pyrt^f/inim im Sinne der Gärtner und Tanaa'tiim), Margerite, 
Wucherblume — Kompositen— Meist mittelhohe, buschige, aufrechte Stauden mit ge- 
zähnten, fiederspaltigen oder gefiederten Blättern und einzelnen oder doldentraubigen Blüten 
in weißen, rosa oder gelben Farbentönen; Kultur usw. siehe bei den Arten-''). 

A. Blütenköpfe am Hauptstengel oder an dessen stets einfachen Ästchen einzeln (siehe auch 
unter PyrcHliniiii I ; C, alpinum, von dieser dicht rasige Polster bildenden Art der Alpen gilt var. 
//. röseo mit großen rosa Blütenköpfen, im .luni, als brauchbar; C aträtum iC. coronopifö- 
liiiin]. Alpen, !S bis 1 8 cm. Blätter nur gezähnt, Blüten einzeln, weiß. Juli-August, fürs Alpinum in 
kalkhaltigem, frischem Geröllboden, nicht allzu sonnig, gedeiht viel leichter als das ähnliche 
alpinum mit fiederspaltigen Blättern ; C Leucänthemum (Leucanthcmnm i7//o-ß/r), heimisch, 
40 bis 70 cm, Grundblätter langgestielt, verkehrt eiförmig, Blüten einköpfig, weiß, Mai -Juli, 
für Kultur die var. hybridiwu blüht vor den maximiim -Formen, hier die Sorten „Blütenmeer", 
50 cm, blüht vor folgender, wertvoll für Schnitt und Gruppen; „Breslau", imMai-.luli, halb- 
gefüllt ;,, Edelstein". 40 o«, Mai, für Schnitt; ,, Früher Riese"; „Matador" ;C./näx/m um, 
Pyrenäen, bis 50 cm. Blätter nur gezähnt, Blüten einzeln, bei dem sehr ähnlichen C. latifölium 
(C. laciistre) aus Portugal, das bis 1,2 m hoch wird, stehen die Blüten zu 2 — 3, aus einer 
Kreuzung zwischen beiden entstanden die /naximiim-Soüen oder weißen Margeriten 
der Gärten, von denen wir folgende als beste hervorheben: „Beaute nivelloise", groß- 
blumigste aller, Zungenblüten zerschlitzt; „Etoile d'Anvers" („Stern von Antwerpen"), 
sehr großblumig, mit kleiner gelber Mitte ; „H i 1 d e g a r d v o n G r ü t e r" ; „M r s. S a n d e r" ; 
„Mrs. J. Tersteeg". bis 1 m, riesenblumig, mit sehr kleiner gelber Scheibe, semipk'num, 
großblumig, nur zwei Reihen Petalen, sehr spätblühend, „Triumph" u. a. m ; man gebe 
etwas schweren, gut gedüngten Boden und freie sonnige Lage und verpflanze am besten 
alljährlich im Frühjahr (bis Mai) ; prächtige Sommerblüher für Rabatten und Schnitt; C.(Cha- 
maemeliim) Tschihatschewü (C. Tchiliatchewii), Kleinasien, niedrig, dichtrasig, etwas 
farnartig belaubt, bis 15 cm. Blätter Wintergrün. Blüten weiß mit gelb. Mai-Juni, für Ein- 
fassungen und Steingärten, verträgt Trockenheit; C. serotinum {Lciicdnthemiim und Pyrd- 
tliram iiliginösiim). Osteuropa, aufrecht buschig, bis 1.5 m. Blätter hellgrün, Blüten weiß, 
August-Oktober (Abb. 154). gute Rabatten-, Park- und Schnittstaude, liebt guten Boden 
und frische Lage, var. stelldtiim hat vielstrahlige Blütenköpfe. — Auch C Zawddskyi aus 
Galizien mit rosa Blüten im .August-Oktober sei erwähnt. 

B. Blütenköpfe zu mehreren rispig oder doldentraubig (siehe auch Tanacc'tum) : C. indicum 
{ Cjapöniciim). Garten- Chrysanthemum, eine der Stammarten der großblumigen Winter- 
chrysanthemen, China-Japan, sie hat eine Anzahl winterharter gefüllter und einfacher Garten- 
sorten geliefert, die vom August bis in den November blühen, und etwa 0,(1 bis 1 m hohe 
dichte Büsche bilden; wir geben folgende Auswahl der zur Zeit besten anspruchlosesten ge- 
füUten Sorten: frühe i Hauptflor September): „Altgold", 50cm. goldbronze; „Champ d'or", 
50 cm, beste frühe gelbe; „Herbstbrokat", brauner Sport von Anastasia; „Lesquier", 80 cm, 
rosa; „Margarete Kießling", 40cm. goldbrauner Sport von Selby, „Rosenball", 50cm. frisch 
rosafarben; „September White", beste frühe verbesserte Selby, 40 cm. silberrosa; „Zwerg- 
sonne", gelber Sport von Altgold ; m i 1 1 e 1 f r ü h e ( Hauptflor Oktober) : „Anastasia", SOrw leuch- 
tend blaurot; „Crimson Diana", 70 o«, rotbraungold; „Goldperle" beste goldbraune; „Kanada", 



Chrysinthoimim— Cimicifuga 



157 



rein kanariengelber Sport ; „Normandie". SO cm. edelste rosafarbene ; s p ä t e (Ende Oktober bis 
November): „Herbstrubin'", SO cm. samtig rotbraun; „Nebelrose". 90 cm. silberrosa; „No- 
vembersonne", HO cm. rein gelb; „Triomphante", ^)0 cm. rosa; schließlich seien von ein- 
fachen Sorten noch hervorgehoben: „Parkinson", reingelb; „Rosenelfe", rosa; „Valeska", 
rotbraun; C. mäjus {Tanaci'tum Balsamita, Balsamita viili(dris}, M arienblatt, Süd- 
europa. (),ii bis 1.2 m. Blätter elliptisch, kerbsägig. Blüten gelb, in lockeren Doldentrauben, 
August-Oktober, nach Balsam duftend, besonders in Dorfgärten beliebte Zierstaude. 

Chrysanthemum argenteum, co- 
rymbösum und macrophy llum sie- 
he Tiiruucium. — Chrysanthemum 
coccineum, Marshällii und röseum 
siehe l'vrclliruiii. 

Chrysobäctron (Bulbinella) Höo- 
keri: affodilartige, himalayische, bis 
7,5 rm hoheL i 1 i a c e e mit fleischigen 
Wurzeln, auf rechten, schwertförmigen, 
graugrünenBlättern und rotgelblichen, 
ziemlich kleinen, meist zweihäusigen 
Blüten in endständiger Ähre, Juni bis 
Juli; Kultur in nahrhaftem, tief- 
gründigem, ziemlich frischem Boden 
in warmer Lage, jahrelang ungestört 
lassen; Vermehrung durch Tei- 
lung oder Samen ; V e r w e n d u n g im 
Garten und Alpiiium für Liebhaber. 

Chrysöcoma Linosyris siehe l.i- 
no.\\'ri.^. — Chrysögonum Dioscöri- 
dis siehe Bongdrdia. 

Chrysögonum virginiänum : har- 
te, bis 50 cm hohe, buschige K o m p o - 
Site aus Nordostamerika mit gelben 
BIütenköpfchen,Juni-September;Kul- 
t u r in jedem Qartenboden in feuchter 
Lage; Vermehrung durch Teilung; 
IVcrwcndung für \'orpflanzungen im 
iPark, aber lanije blühend. 

Chrysopögonnütans{AndropögO!i 
avenäceus, Sorghüstrum nutans): bisl /;/ 
hohe hübsche G r a m i n e e wie Abb. 1 ,SS 
mit bläulicher Belaubung ; K u 1 1 u r in 

trockenen, sonnigen Lagen, Winterdecke; Ve rm eh r u ng durch Teilung; Ve r we n d u n g für Rabatten 
für Liebhaber. — C. Oryllus ist eine südostsüdeuropäische Art mit goldgelb- oder liräunlicli behaarten 
Ähren in quirlichen Risper, Mai-August. 

Chrysöpsis alba siehe Asier ptarmicoiiles. 

Chrysöpsis villösa var. Rütteri: 10 bis 20 cm hohe, harte, nordamerikanische Kom- 
posite mit graufilzigem Laub und gelben Blüten während des ganzen Sommers; wie Abb. 
15ö; Kultur in jedem Gartenboden in sonniger, trockener Lage; Vermehrung durch 
Teilung oder Saat; X'erwendung für Pelspartien. wie auch für Rabatten; die bis 50 cm 
hohe Stammart ist ohne Kulturwert. 

Chrysospleaium, Milzkraut - Saxifragaceen — Winzige, kaum bis 1 5 cm hohe, harte, hei- 
mische Pflänzchen mit kriechendem Wurzelstock, rundlichen gekerbten Blättern und goldgelben Blüt- 
chen und Deckblättern, März-Mai ; für quellig-sumpfige, schattige Plätze als gute Bodenbedeckungs- 
pflanze verwendbar; besonders die Form C. rosuläre (var. alpiiuim) von C. opposiliföUuiii, die sehr zierlich 
und schön gelb ist; wirken nur in Masse. 

Cimicifuga (siehe auch nnizx Actai'a). Schlangenkraut, Silberkerze — Ranun- 
culaceen — Ornamentale harte Stauden mit zusammengesetzten Pjlättern und hohen äh- 
rigen Rispen, wie Abb. 157 u. 158. .luli-Oktober. nicht gut duftend: Kultur in jedem guten 
Gartenboden, der nicht zu trocken ist. in sonniger oder besser halbschattiger Lage; erst äl- 
tere Pflanzen meist schön ;\'ermehrung siehe Actaca; V e r w e n d u n g als Einzelpflanzen, 
sowie auf Rabatten und auch im Park als L'ferpflanzcn ; Blüten zum Schnitt wertvoll. 

C. americäna \.\ctaca podocdrpa^. aus den Alleghanys. wie racemosa, Blütenrispen 
straffer aufrecht; C. cordifölia, Nordostamerika. bis 1.5 ///. Blätter groü. Blüten weil.! oder 
leicht rosa. August-September, siehe .Abb, 157 ; C i.Actiiiöspora\ dahürica. Mandschurei, 
liöher und reicher verzweigt als racemosa; C.japönica {Pitryospc^rmiim aceriinim). Japan, 
Blütenrispen länger als bei racemosa. aber Pflanze niedriger, blüht Oktober bis zum Frost, 




158 



Cimicifuga— Cissus 



sehr dekorativ, als C. acerina (Actaea aceiifölia Hort.) geht eine Form mit besonders glän- 
zendem Laub ; C. racemösa (C. serpentdria). Nordamerika, bis 2 m. Juli-August, gilt als 
schönste, siehe Abb. 158: C.simplex (Actaea Cimicifuga, C.fo^tida war. simpIex), Kamt- 
schatka, mit doppelt gefiederten Blättern und sehr langen, dichten, jleicht überneigenden 
Ähren, .luli-August. 

Cimicifuga palmäla Siehe Trautvetteria. — Cineräria auraaliaca und] campestris s\ehe Sen^cio. 
— Cionüra erecta siehe Marsdenia. 
Circaea alpina. Hexenkraut : 5 bis 1 5 cm hohe, heimische, buschige, aufrechte, 

Onagracee mit Rhizom. brüchi- 
gen Stengeln, herzförmigen, fast 
durchscheinenden Blättern und klei- 
nen, rötlichweißen Blüten in end- 
ständigen, ährigen Blütenständen, 
Juni-Juli ; als Schattenpflanze in 
feuchten Lagen im Park zu verwen- 
den, breitet sich schnell aus ; et- 
was robuster und höher, bis 50 cm. 
ist C. Iiitetidna mit ungeflügelten 
Blattstielen, und noch üppiger der 
Bastard C. intermedia (C. alpina X 
C. latetiana). — Als ausgezeichnete 
Schattenpflanzen für Waldpartien 
seien noch genannt die harten, 50 
bis (jO cm hohen C.cordäfa. .lapan, 
und C. quadricaulialäta, Hima- 
laya. 

C/rs/um, Distel, Kratzdistel 
— Kompositen — Bekannte hei- 
mische, stachelblättrige Stauden mit 
dekorativen Blättern und wenighüb- 
schen Blütenköpfen, JulibisSeptem- 
ber, siehe Abb. 1 59/60 ; K u 1 1 u r in 
jedem Boden, siehe die Arten ; V e r - 
m e h r u n g durch Samen oder auch 
Teilung, doch gehen die Wurzeln 
tief und werden leicht verletzt; Ver- 
wendung im Park, aufwiesen usw. 
C. acaüle, Blätter sitzend, fast 
stengellos. Blüten rot. für mehr 
trockene Lagen und steinige Hänge ; 
C. diacänthum (Chamaepeiice 
diacantha. Carduus und Cnicus dia- 
canthus). Kleinasien, Blätter ober- 
seits glänzend grün, unterseits weißfilzig, Blütenköpfe langgestielt, purpurn. Herbst; braucht 
durchlässigen Boden, wird gelegentlich auch als Blattpflanze für Blumenbeete verwendet; 
C. /le^eropftjk-Z/um, heimische Gebirge, bis 1,2 /«, Blätter unterseits schneeweiüfilzig, Blü- 
ten purpurn. Juli-August, verdient mehr Beachtung; C.spinosissimum, Alpen, bis 40(7«. 
Blüten gelblichweil.), wie Abb. 150, für feuchte oder halbschattige Geröllhänge oder steinige 
Alpenwiesen; C. o/eräceum, Kohldistel, bis 1,2 m. in großen Parks zuweilen effektvoll; 
sehr ansehnlich, bis 1.5 m hoch ist die orientalische C.eriöphorum mit weißwollig filzigen 
Blättern und Blütenköpfen, die bis 8 cm breit und kirschrosa sind. Juni bis September, meist 
nur zweijährig; noch schöner soll sein C. Velenövskyi aus Bulgarien, bis über 2 m, mit 
silberweißen Köpfen und purpurnen Blüten. — A. Purpus hat aus Mexiko C. conspi- 
cuum (Abb. 160) eingeführt, die durch ein ganz wundervolles eigenartiges Rot der Blüten 
sich auszeichnet; in recht warmen, sonnigen, trockenen Lagen zu erproben. Gelegentlich 
auch die heimische C. erisithdies, bis 2 m, hellgelbe Köpfchen, in Kultur. 

Cissus (CayraUa) japonica: sidoidige, jährlich absterbende, hochkletternde Vitacee aus dem 
temperierten Asien und Japan, Blätter gefingert, 5—7 teilig (Abb. 162), dunkelgrün, rötlich aderig 10 bis 




Abb. 157. Cimicifuga corclifolia, herzblätlrige Silberkerze, 
1,25 m (Orig., Ronsdorfl. 



Cissus -ClC'iiiatis 



150 



15 cm breit; harte Art für Grotten, Zäu- 
ne, Wände an Spalieren, Lauben ; ver- 
breitet sich weit durch unterirdische 
Ausläufer. 

Clädlum mariscus, Schneidegras: 
heimische, bis gut meterhohe, graugrüne 
Cyperacee, mit stielrunden Stengeln 
uiid rinnigen, scharfzahnigen Blättern ; 
als Wasser- und Sumpfpflanze im Park 
für Liebhaber brauchbar. 

Clandestiaa rectiflöra siehe l.a- 
tlinica. 

Claytönia vir^inica: I .S bis M i 
cm hohe, nordamcrikanische F^or- 
tulacacee mit knolligen Wurzeln 
und rosaweiüen Blüten im A\ai. wie 
Abb. 161; empfehlenswert für lichte 
Waldpartien, breitet sich rasch durch 
Samen aus. winterhart : auch C.cor- 
üifölia. nordwestliches Nordameri- 
ka. nicdiiger.dichtrasig.Blüten klein, 
nitlich. i\\ai. für Schatten undhumo- 
sen Boden, wird aber auf engem 
Raum durch ihre kriechenden Wur- 
zeln leicht lästig. 

Clematis, Waldrebe ~ Ra- 
nunculaceen — L'nter diesen be- 
kannten Schlinggehölzen gibt es nur 
wenige Arten, die man als Stauden 
führen kann, und zwar sind dies fol- 
gende, Abb. 1(33 u. 1 b4 ; Kultur in jedem guten, nicht zu schweren Gartenboden in war- 
mer sonniger Lage; Vermehrungdurch Teilung oder Samen; man vergleiche im übrigen 




Abb. 158, 




Abb. 159. Cirsium spinosissimum, Kratzdistc 



160 



CR'matis— Cochleäria 



die Arten. — Auch Cl. Davidiana, stans und tnbulosa, die ebenfalls nicht schlingen, gehen 
oft als Stauden, sie sind aber besser als Halbsträucher zu behandeln. Man vergleiche diese 
und andere Arten in dem Laubholzbuch. 

C. integrifölia, Mittel-und Süd- 
europa, 50 bis 80 cm, aufrecht, bu- 
schig, Blätter eiförmig, Blüten lang- 
gestielt, nickend, innen violettblau, 
außen heller oder weil.) (var. alba), 
Juni-August, siehe Abb. 163, für 
Rabatten, auch im großen Alpinum. 
ein hübscher Bastard mit der holzi- 
gen C. laiuiginösa ist C. Diirdndi; 
C. recta (C. erecta), heimisch, 
0.5 bis 1 .25 ///.Blätter einfach gefie- 
dert. Blüten in rispigen Trugdolden, 
weiß, var. grandiflöra. großblumig, 
auch gefüllt (var.,//. /;/.). ,iuni-Juli. 
besonders für den Park, liebt trocke- 
nere Orte. Gebüsche, diese Art ist 
sehr formenreich (var. piirpurea, jun- 
ges Laub hübsch braunrot) und Abb. 
164 zeigtdiesibirischeForm C.Pal- 
Idsii. — Ferner sei hingewiesen auf 
C. Dougläsä, West-Nordamerika. 
Tracht ähnlich integrifölia, Blüten 
innen tiefpurpurn.. Juni, und C. Fre^ 
/nö/jf/7,Nordwest-Nordamerika.bis 
50 cm, purpurn, .luli-August. 

Clematls heracleiföl/a und var. Da- 
yidiäna siehe „Unsere Freiland-Laub- 
gehölze". — Clinopödium vulgäre 
siehe Cakinütitim. 

Clint6aia(Smilacinu) boreälis,: klei- 
ne, 1 5 bis 40 cm hohe, nordamerikanische 
Liliacee mit dünnem Wurzelstock, 
zwei bis fünf dünnen, ovalen Blättern und gestielten, grünlichgelben, nickenden Blüten auf nacktem 
Schaft in drei- bis sechsblütiger Dolde, Mai-Juni, Beeren blau; Kultur in feuchten, schattigen Lagen 
in humosem Waldboden, nur für Liebhaber. Ebenso Clinlonia umbellüta, ebendaher, etwa20f/H, Blüten- 
dolden auf recht.weiß, und die sibirisch- 
japanische C. udi'nsis. 

Cnicus diacäntbus siehe Chamae- 
peiice. 

Cnicus nivalis, Schneedistel: 
eine noch zu erprobende dekorative 
K m p o s i t e aus den Hochgebirgen 
Mexikos, wo sie an feuchten Stellen 
der Moränen wächst, sie bildet dicht- 
blättrige, niedrige Rosetten und treibt 
daraus reich beblätterte verzweigte 
Blütenstengel mit 10 bis 12f/«breiten, 
schneeweiij wolligen Blütenköpfen, 
Juli-Oktober. Auf Qeröllhängen ver- 
suchswert. 

CocA/eär/a, Löffelkraut — Cru- 
ciferen — Kleine, harte Alpenpflan- 
zen mit rosettigen Blättern und wei- 
ßen Blütenständen auf 15 bis 30 c//; ho- 
hen, beblätterten Trieben, Mai -Juli; 
K u 1 1 u r im Alpinum in sonnig trocke- 
nen Qesteinspartien oder an Mauern ; 
Vermehrung durch Samen , und 
Teilung, nur für Liebhaber. 

C (K^rneni) saxätilis ist wohl die 
verbreiteste, ferner C.(ÄV/«f/r/ 1 ßo/s- Abb. 161. C/avlonia virginica, m Kew. (Orig.) 




Abb. IbO. Cirsium conspicuum, 
(phot. A. Purpus). 




Cochleäria— Colchicum 



16) 



sierl, aus Spanien. Die C. gröaländica sowie C. {Rhizobdlrya i alpina aus Südtirol und pyrenäica lieben 
feuchte, frische, quellisje Lagen und Schatten. 

Cochleäria brevicaülis siehe Rlüzobölrya alpina. 

Codon6psis-''\ — C a mp an u 1 aceen — Meist niedrige, doch auch bis 2 m hoch schlingende oder 
niederliegend aufstrebende, zierliche, im Juni-Juli (August) blühende Stauden mit spindelförmigen Wurzel- 
stöcken, sonst vergleiche die Arten; Kultur in humosem Boden zwischen Gestein; Vermehrung 
durch Samen; Verwendung als sehr hübsche und interessante Alpinen für den Liebhaber. 

A. Schlingende Arten: meist F'flanzen, die sich in der Natur an Buschwerk hochranken, gleich 
gut in Sonne wie im Schatten, in nicht zu trocknem Erdreich, winterliart. aber meist nur von botanischem 
Interesse, da Blüten meist düster und verwaschen gefärbt; C. lanceoläta (Campunumaea lanccolcila). 
Japan-Mandschurei, Blätter kahl, spitz 
eilänglich, Blüten außen weiß, innen pur- 
purn, in wenigblütigen Büscheltrauben, 
Samen geflügelt (bei allen anderen ge- 
nannten Arten nicht); C.Tängshen, 
China, voriger ähnlich, aber behaart. Blu- 
men weißlich; C. ussuriensls, Mand- 
schurei, selten echt, meist dafür erste Art, 
Wurzel rundliche Knolle, hochschlin- 
gend, stark behaart, Blüten zahlreich, 
schokoladenfarbig-violett; C.silvestrls, 
Mandschurei, Waldpflanze, Blumen an 
C. cleinutidea erinnernd, bläulich gefärbt; 
C. rotuadifölla \C. srraiidiflöni Hort.), 
Himalava, starker Schlinger mit rund- 
lichen Blättern, in allen feilen behaart, 
Blüten groß,grünlich blau; C.v7r/<////öra, 
China, halbniederliegend, Blüten grün- 
lich bräunlich, kleine Art für Felspartien. 

B. Nichtschlingende Arten: 
die schönste der kultivierten dieserOrup- 
pe ist Co vä<a,Nordwest-Himalaya,zier- 
lich, bis 30 c/n.Blätter klein,eiförmig,Blü- 
ten ziemlich lang gestielt, einzeln, röh- 
renförmig-glockig, himmelblau, dunkler 
geädert; meist geht iiaiür C.clematidea 
(Qlossocömia clematidea). Zentralasien, 
80 bis 100cm, großblättriger, kahler, Blü- 
ten hellblau, größer, bauchig-glockig, am 
Grunde braungelb, schwärzlich gezeich- 
net; C. Meleagris, China, bis 40 cm, Blü- 
ten grünlich gelb, purpurlich geädert und 
gefleckt, August, neue noch zu erpro- 
bende Art; ebenso C. Bullevana. bis 35 
cm, Wurzel fleischig, Blüteii bleich was- 
serblau mit dunkleren Schattierungen, 
Pflanze unangenehm riechend. 

Coeloglössum viride \l'luluntln'ra 
viridis], Qrünstendel. Hohlzüngel: 
ziemlich unscheinbare. 10 bis 20 r/« hohe, 
heimische Orchidee mit länglichen Knol- 
len, zwei bis drei elliptischen unteren 
Blättern und grünlichgelben Blüten. .Mai-Juni; Kultur siehe O/v/ws, für feuchtere oder trockenere Wiesen. 
Colchicum-'), Herbstzeitlose, Zeitlose — Liliaceen — Giftige, niedrige Zwie- 
belgewächse, die meist im Herbst blühen und im darauf folgenden F-rühjahr ihre langen 
breiten Blätter umd F-rüchtei entwickeln, die im .hmi absterben: siehe Abb. .5 imd lö.5; 
Kultur im allgemeinen im tiefgründigen, nicht zu schweren, aber etwas feuchten Boden, 
besonders in Wiesenboden: X'ermehrung durch Brutzwiebeln im Juli, bis 20 cm tief; 
Verwendung an sonnigen Plätzen in Masse im ?a.xk wie Abb. 3 oder auch als Einfas- 
sungen im Garten, sowie im Alpinum. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seilenzahlen.) 

alpi'ium 162 bulbocodioides IM 

arenarium 162 byzantinum 162 

agrippinum ... . . 164 cilicicum 162 

hydrophilum (Abb. 165) . 162 

latifolium 164 

libanoticum 163 

luteum 163 

-reil.indslauden. .1. .\uil.iKe. 




1 ()2 . Cissus I Cayralia) japonica. 
(phot. .\. Pufpus I 



autumnale und Formen . 1()2 

Bertolonii 162 

Bivonae 164 

Bornmuelleri 162 



montanum 164 

Parkinsonii 164 

Sibthorpii 164 

speciosum und Formen . 164 

tesselatum l()4 

variegatum 164 




Abb. It)3. Cleiuütis inteirrifolia, nickende Waldrebe, 50 i 



A. Blüten rein heller oder dunk- 
ler lila, rosa, weiß oder goldgelb. 

C. alpinum, Schweiz. Frank- 
reich. Blüten zu 1 bis 2. kleiner als 
bei autainnale. hellila. oft schon ab 
Juli, liebt Heideerde: C.arenä- 
rium, Ungarn, ähnlich alpinum, 
aber Blumenblätter schmäler. Blü- 
ten zuletzt fast sternförmig ausge- 
breitet, hellila, ab September; C. 
autumnäle, bekannte heimische 
Art, 5 bis 20 ein, Blüten zu 1—2, 
lila rosa oder weiß (var.a/ha), Sep- 
tember-Oktober, nur für große An- 
lagen zu empfehlen, ferner Formen 
mit lila [fl.pnrpiireo pI.) oder weiß 
(//. albo-plcno) gefüllten Blüten; C. 
Bertolönii,ähn\khaii/ii/iir!a/e,ro- 
saviolett. Herbstblüher, nicht iden- 
tisch mit montaniiiii-^']: C. Born^ 
mue//eri, Armenien, recht ähnlich 
speciosiim, Farbe sehr zart, nach 
Aufblühen dunkler, Zentrum weiß, 
ab Ende August, sehr gut. größte 
Blüten; C.byzantinutn, Sieben- 
bürgen, Südosteuropa, ähnlich spe- 
ciosiim, Blüten etwas kleiner und 
lichter, zu 3 — 4 oder gelegentlich 
bis M.hXühimMBornimicllcri, sehr 
ähnlich aber größer blutig ist C. ci- 
licicum; C. hydrophilum, Cili- 





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Abb. 164. Cleniuüs I\illasii, 1,2 in (Orig., Les Harros J. 



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Col'hicuiii hydn'pluliii 



icische Zeitlose, 



iplinl. \V Siehe, Me 



cien, wie Abb. 165, Blüten zu 3 bis l.S zusammen, lebhaft hellrosa, im I-ebruar-<\\ärz ; C. li- 
öanöf/cu/n, IJbanon.weil.'ilila. ähnlich iiiontuniim aber Antheren gelb, nicht purpurn ; C. /ü- 
reum,' Zentralasien. .Afghanistan, schmal- und stumpfblättrig. Blüten klein, goldgelb, zu 







iirelki nmllijolialu, 20 fm iph. 



164 



Colchicum— Convalläria 



2 — 3. im Frühjahr, hart, eigenartig; C. montänum L. zum Teil (C. biilbocodioides). Süd- 
europa, Orient, ähnlich aiitnmnalc, aber Ende Februar, anfangs März mit Schneeglöckchen 
und Krokus blühend ; C. speciösum, Kaukasus, Pontus, Persien. Zwiebeln dick, groß, Blätter 

üppig, bis 35 c/ii. Blüten zu 1—4, 

lebhaft lilapurpurn bis weiß (var. 
fl//wOT, prachtvoll ! ), sehr schön und 
grol.i, beste herbstblühende Art. 

B. Blüten mehr minder deutlich 
gescheckt (etwas schachbrettartig 
gefleckt). 

Cagrippinum ( C.tesseldtum). 
Form von variegdtiim, aber robu- 
ster, Blätter mehr auf recht ; C ß/= 
vönae, Mittelmeergebiet, rosa- 
purpurn, der vorigen nahestehend, 
gih als gut ; C Aaf/7ö//um CCS/ö- 
thörpii), Mazedonien, Griechen- 
land, Blüten sehr groß, becherför- 
mig, mit übergreifenden Abschnit- 
ten, mauvelila, im Herbst, sehr 
schön, doch jetzt selten; C.varie- 
gätum, Kreta, Kleinasien, Blätter 
ausgebreitet. Blüten zu 2 bis 3 mit 
weißer Röhre und schmalen Kro- 
nenzipfeln, eine prächtige Form 
ist die selten echte, etwas kleinere 
C. Parkinsönii von den griechi- 
schen Inseln, beide ab September. 
Colchicum montänum Linnö siehe 
auch Merendcra montdna. 

Colobänthus aciculäris: niedrige, 
moosartige, 3 bis 5 rm hohe, kahle Ga- 
ry ophy 11 acee mit starren, dachzie- 
geligen Blättchen und sitzenden, grün- 
lichen Blütchen aus Neuseeland; Kul- 
tur in trockenen, sonnigen Lagen im 
Alpinum, doch nur für erfahrene 
Pfleger. 

Columnea velulina ist eine Ges- 
neracee aus dem tropischen Amerika, die für uns nicht in Betracht kommen kann. 

Colüria poientilloides: diese und andere Arten sind üeuiii triflorum und Rossii ähnliche, gelbblütige, 
asiatische Rosaceen, wie diese zu verwenden. 

'^' Coluteocärpus { Lagöwsk'a, Vesicaria} reticulätux: rasige, niedrige, kahle C ru cife re aus den 
Hochgebirgen Kleinasicns. Qrundblätter schmal, gezähnt, Stengelblätter eiförmig, ganzrandig, Blüten 
weiß, doldentraubig, ähnlich T/i/aspi, Frühjahr, Frucht aufgeblasen, eiförmig ; Kultur usw. wie Coc/i- 
learia suxatilts oder Draba. 

Comarella multlfoliäta (fälschlich Udsia Purpiisii): interessante. 15 bis 20 cm hohe farnkrautartige 
Ro sac ee aus Arizona mit kleinen, rotbraunen Blütchen im Juni, wie Abb. 166; K u 1 1 u r in trockenen, 
steinigen Böden und sonniger Lage; Vermehrung durch Samen oder Teilung; Verwendung im 
Alpinum nur für Liebhaber. 

Cömarum palüstre (Polentilla paluslris], Blutauge : heimische 30 bis 80 cm hohe, aufrechte, ver- 
ästelte Sumpfpflanze mit fünf- bis siebenzählig gefiederten Blättern und dunkelpurpurnen Blüten, Juni- 
Juli; für feuchte, moorige Orte im Park oder Alpinum verwendbar. 

Commelina dianthifölia, Tagblume: etwa 30 cm hohe, aufrechte Commelinacee aus Arizona, 
mit knolligem Wurzelstock und prächtigen azurblauen Blüten im Juli; in warmen Lagen und nicht zu 
schwerem, nahrhaftem Boden versuchswert; in rauheren wie Dahlien behandeln. 

Conändron ramoadioides : der Ramondia sehr ähnliche, japanische Qesneracee mit glänzen- 
den, dunkelgrünen, rosettigen Blättern und bis 15 cm hohen, lockerrispentraubigen, fünf- biszehnblütigen 
Blütenständen mit nickenden, weiljen, rosa oder purpurnen Blüten, Juni-August; Kultur an schattigen 
feuchten Felsen, doch im Herbst und Winter Schutz gegen zu viel Nässe und außerdem Winterdecke, 
sonst wie Ramondia. aber nur für erfahrene Pfleger. 

Convalläria majälis, Maiglöckchen: altbekannte heimische Li li acee mit krie- 
chendem Rhizom, breit-elliptischen, grünen Blättern und weißen, prächtig duftenden Blüten- 




Convalläria- Coreöpsis. 1(,5 

traiiben, kurz vor oder mit den F^lättcm im April-Mai: Kultur in frischem, humosem 
Boden in Halbschatten; X'ermehrung durch Teilung (Keime), wobei man den ganzen 
Winter pflanzen kann, solange der Frost es nicht verbietet; Verwendung als Unterpflanzen 
unter lichtem Gebüsch im Garten und Park, ausgezeichnete Schnittblume. Von den vielen 
Kultursorten ist var. grandiflöra („Fort in ,N\aiblume") die schönste und größte; inter- 
essant sind die gefüllten Formen //./;/. und die einfachen rosafarbenen. — Siehe auch unter 
l'oly^^onatnm. 

Coavölvulas althaeoides I C. italicus). Winde : kriechende, rankende C o n v o 1 v n 1 a c c e ans dem 
Mediterrangebiet mit bis 1,.50 m langen Trieben, weißlichen Blättern und ziemlich großen rosa Bliiten, 
Mai-.kili; verlangt geschützten warmen Standort und durchlässigen Boden, wo die Wurzeln tief ein- 
dringen können und die Ausläufer im Frühling wieder hervorkommen; gute Reisigdecke im Winter; 




Abb. 1()S. Cornus canadensis 



clier Stauden-Hartriegel. 



für Liebhaber; C. lineätus ansSüdcuropa und dem temperierten Asien ist eine reizende, niedrige, silber- 
weiße Polster bildende Felsenstaude, Blüten rosafleischfarben. Juni; als beste alpine Art gilt der spanische 
C. nitidus, Blätter silbrig. Blüten rosaweiß, nur für erfahrene Pfleger. 

Convölvulus dahüricus, japöaicas, silväticus oder sylvestris siehe Calystdgia. — Convölvulus 
pandurätus siL-lie Ipoinoca. 

Cöptis trifölia: harte, nordamerikanische. niedrige, stannnlose Ranunculacee mit dünnem Rhi- 
zom,zusaMHnengesLtzten, glänzenden, wintergrünen Blättern und weißen Einzelblüten mit gelbem (irund- 
fleck auf nacktem Stiel, Mai-.Juli; Kultur in schattigen, feuchten Lagen in mit Torfmoos versetztem, 
leicht sandigem Boden mit Reisigdecke im Winter; Vermehrung durch Teilung oder Samen; Ver- 
wendung im Alpinum für Kenner. C. brachyphylla ist in allen Teilen größer als vorige. 

Corbuläria nivalis siehe Xarc/ssus nivalis. 

Coreöpsis iCal/iöpsis) Mädchenauge, Wanzenblume — Kompositen Auf- 
rechte, buschige Stauden mit gegenständigen Blättern und meist ansehnlichen. langgestielten 
Blütenköpfen wie Abb. lo7: Kultur in jedem frischen, nicht zu nassen und schweren, aber 
auch nicht zu armen, etwas kalkhaltigen Gartenboden, sonnig oder halbschattig: Vermeh- 
rung durch Teilung im Frühjahr oder durch Samen: N'erwendung als eine der besten 
schönblühenden Stauden für den Garten auf Rabatten, sowie auch in Vorpflanzungen im 



166 



Coreöpsis — Ccrtoprimula. 



Park; ausgezeichnete Schnittblumen; die meisten Coreöpsis blühen sich zu Tode, machen 
wenig oder gar keine neuen Grundrosetten und gehen dann im Winter ein; es muß daher 
stets für junge Nachzucht Sorge getragen werden. 

C. grandiflöra ( C. longipes). südliche Vereinigte Staaten, etwa öO cm. obere Blätter etwas 
fiederschnittig. Blüten klar goldgelb, vom Juni-Juli bis zum Frost; C. lanceoläta, Ost- 
Nordamerika, meist niedriger, Blätter ganzrandig. Blüten sehr langgestielt, schön goldgelb, 
Juni-August, wie Abb. 167, bei var. ocm/ö/ö Blüten mit blutbraunem Qrundfleck der Strahlen; 
C. pubescens (C. auriailata Hort.), südliche Vereinigte Staaten. 30 bis 4U cm, Blätter 

einfach oderdreilappig, Blüten rein 
gelb, Juni-September, selten echt; 
C. rösea, östliche Vereinigte 
Staaten, Wurzelstock kriechend. 
Triebe bis 5() cm, Blätter schmal 
lineal, fast ganzrandig,Blüten rosa- 
purpurn; C. verticilläta (C. tt- 
/?///'/o7/V7), Ost-Nordamerika, reicher 
verzweigt, bis 5(i cm, Blätter fein 
geteilt. Blüten kleiner mit braun- 
gelbem Innern und satt gelben 
Strahlen, Juli-September. — Auch 
C. tripteris, südliche Vereinigte 
Staaten, bis 1 m, hellgelb, sei für 
lichte Wälder genannt. 

Coreöpsis gigäntea und C. mari- 
tima siehe Leplösyne. 

Coris monspeliensis : wohl nur 
2jährige, französische, an Thymian ge- 
mahnende P r i in u 1 a c e e , bis 12 cm, 
Blätter klein, stumpf, Blüten rosavio- 
lett, August; für leichten Boden und 
sonnige Lage. 

Cörnus,Hartriegel — Cor- 
naceen — Niedrige, harte Stau- 
den mit kriechendem Wurzelstock, 
sitzenden, elliptischen Blättern und 
unscheinbaren Blütenköpfchen, die 
aber von großen, blumenblattarti- 
gen, weißen Hochblättern umge- 
ben werden, Mai-Juni, siehe Abb. 
168; Kultur in frischem, humo- 
sem, aber nicht nassem Boden in halbschattiger Lage; Vermehrung durch Teilung im 
Herbst; Verwendung zur Bekleidung halbschattiger Partien im Alpinum und Park, sehr 
hübsch, wenn eingebürgert, zur Blütezeit und auch später, wenn die Fruchtstände sich röten. 
C. canadensis, Nordamerika, 10 bis 15 cm hoch. Blätter quirlig, Scheinblüten über 
3 cm breit, Früchte rot, siehe Abb. 168; C. suecica, arktisches Gebiet. 5 bis 8 cm hoch, 
Blätter gegenständig, Scheinblüten kleiner, lange dauernd, Frucht glänzend rot. 
Coronäria siehe Lyclims. 

Coronilla, Kronwicke — Papilionaceen — Niederliegend-aufstrebende, harte Stauden mit 
unpaar gefiederten Blättern und gelben oder rosaweißen Schmetterlingsblüten in gestielten, doldigen 
Blütenständen, Ende Mai bis August: Kultur in sonniger Lage in Kalkgestein, doch varia auch für 
leichten Qartenboden aller Art geeignet; Vermehrung durch Samen; Verwendung für Felspartien 
und varia auch im Garten. 

C. cappadöcica, Orient, 15 cm, blaugrün, Blüten gelb, ziemlich ansehnlich zu 6— Q; C. coronäta 
(C. montdnu). heimisch, höher, Blüten gelblich, kleiner, zu 15 bis 20; kompakte, runde, nur bis 25 cm 
hohe Büsche bildet var. minor, die sehr reich blühen soll; C. minima, südl. Mittel- und Südeuropa, 
zwergig, blaugrün, Blütenstände 5—18 blutig, Blüten goldgelb, hübsch; C. vaginalis, südosteuropäische 
Gebirge, 15 cm, leuchtend gelb, reichblühend, sonnige' Stellen im. Alpinum ; C. väria, heimisch, üppiger, 
gelegentlich bis 80 cm, Blüten rosa und weiß, zu 10 bis 12, fast den ganzen Sommer. 
Cortaderia argentea siehe Oynerium. 

Cortoprimula Sclineideriäaa Zeman-'): hochinteressante, im dendrologischen Garten in Pruhonitz 
1913 durch Kreuzung von Cortusa Mutthioli var. hirsuta mit Primula Veitchü erzogene Hybride, die in 




Abb. IbQ. Cortoprimula Sclmeideridiia 



Cortoprimula— Corydalis 



167 



vieler Hinsicht genau zwischen den Eltern steht, Blätter länger als bei Cortusa, noch größer als bei Pri- 
mula Veitcliii, doch nicht so stark behaart. Blüten leuchtend rosarot, etwas nickend, fast so groß wie 
bei der Primel, aber mit langem Stigma wie bei Cor/«sa ; V e rm eh ru n g nur durch Teilung; sonst 
wie Cortusa. 

Cortüsa Matthioli, Glöckel: zierliches Primelgewächs aus den Westalpen mit Rhizomen, behaarten 
Blättern und 20 bis 30 cm hohem Blütenschaft mit 8—12 rosapurpurnen Blüten. Mai-.luni, die zentral- 
asiatische var. grandiflöra ist großblumiger, auch var. hirsüta mit etwas ranhzottigen Blättern. Kultur 
in halbschattiger Lage in humosem Boden zwischen Gestein, im Winter gute Reisigdecke; Vermeh- 
rung durch Teilung im August bis September oder besser durch Samen gleich nach Keife; Verwen- 
dung im Alpinum für erfahrene Liebhaber. — C. piibens ist eine sehr weich behaarte Varietät aus 
Siebenbürgen, sehr ähnlich sind ferner Arten aus dem westlichen Hinialaya und Nordasien. 

Cortüsa Semenäwii siehe Kuufnuinniu. 

Corydalis-"^), Lerchensporn — FuiiKiriaceeii — Niedrige, buschige Stauden mit 
fein zerteiltem Laub und purpurnen, weißen oder gelben, gespornten Blüten, wie Abb. 170 




Abb. 170. Corydalis solida. Finger-Lerchensporn, 2' 



u. 17 1; Kultur im allgemeinen in gut durchlässigem, frischem, humosem Gartenboden in 
Sonne oder meist halbschattig; \ermehrung durch Teilung nach Blüte oder Samen (nach 
Reife); \'er wendung als hübsche Rabattenstauden und fürs Alpinum. auch an geeigneten 
Stellen im Park zwischen lichtem Gehölz. 

C. ambigua, Kamtschatka. Wurzel knollig, ähnlich solida. aber Blüten himmelblau, eigen- 
artig; C. bracteäta, Altai, bis 15 cm, Blätter doppelt dreizählig. Blättchen tief dreiteilig, 
blaugrün. Blüten hellgelb mit grünen Tragblättern. ,\\ärz-April, für sonnige oder halbschattige 
Rasen oder wie solida: C. Cava iC, hiilhösa). heimisch, 15 bis 30 cm. Stengel am Grunde 
knollig mit meist hohler Knolle, Blüten purpurn oder weiß, sonst wie solida. blüht kurz nach 
dieser; C. cheilanthifölia, China, bis 25 cm. Blätter schön, feinen Farnwedeln ähnlich, 
Blüten unscheinbar, gelb, in dichten, aufrechten Ähren, April-Mai, neue harte robuste Art für 
Felsgärten, sät sich selbst leicht aus; C. decümbcns. Ostasien, gelbe, zylindrische Wür- 
zelchen, Laub farnähnlich, imitiert zwergige Diccnrra formosa. hellrosa, für schattige, feuchte 
Felspartien; CATo/pafcowsftyä/ia, Turkestan, .v()/;V/(/-Tracht aber blaugrün, feiner belaubt, 
zart rosa; C. lutea, heimisch, 2(i bis .^(i r///, Wurzeln faserig, Blüten zitronengelb, Juni-Sep- 
tember, für Steingeröll, Felsritzen, .Mauern, sät sich selbst aus und wuchert oft stark, ge- 
deiht sonnig und schattig; C. nöbilis-'"t (Fiimaria //('/«//.vi. Sibirien, bis i)i) cm. Blätter größer 
als bei liirea. Blüten gelb mit dunklem Tupf, duftend, .April -.Wai, eine der besten, verträgt 
auch Sonne ; C. Scoüleri, Nordamerika, mit unterirdischen .Ausläufern, bis über 00 cm. rosa, 
iWai-Juni. halbschattig; C. solida (C. dif^ifdfa), 10 bis 20 cm, Stengel am Grunde knollig, 
aber Knolle nicht hohl. Blüten trübpurpurn, wie .Abb, 1 70, ab Ende März, verträgt viel Schatten, 
verwandt ist C. piimila: C. thalictrifölia (.Abb. 171), China, Rhizom fast holzig, bis 2>Qcni, 



168 



Corydalis— Crämbe 



Blüten goldgelb, während des ganzen Sommers, empfindlich, warme Lage, guten Winterschutz, 

aber schön; C. Wilsönii, West -China, bis 20 cm, kahl, Blätter doppelt fiederteilig, licht 

blaugrün. Blüten tief kanariengelb mit Grün, April, sehr hübsch, warme Lage. Aus West- 
china sind nach England noch wei- 
tere Arten mit zum Teil azur- und 
kobaltblauen Blumen in Kultur ge- 
kommen, wie C.cheirifölia, C.pacliy- 
a>ntra u. a., die auch bei uns ver- 
sucht werden sollten! 

Coryaephorus canescens siehe 
Weingärtm'riu. — Cosmos diversifö- 
lius siehe Biilens dahlioides. 

Cötula dioeca und reptaas siehe 
Le/>!ine//a. 

Cötula (Leptinellu) squälida: hüb- 
sche' rasige, wollig behaarte Kompo- 
sita' aus Neuseeland mit fiederschnit- 
tigcn braurigrünen Blättern und gelben, 
weniLi ansehnlichen Blüten im Sommer; 
Kultur im Alpinum in warmer Lage 
in gut durchlässigem Boden, wo sie mit 
ihren langkriechendenWurzeln zuweilen 
wuchern kann. Auch die amerikanische 
C. pygiiiaca wird für feuchte Lagen im 
Alpinum empfohlen. 

Cotyledon (EchevMa oder Dudleyu) 
PurpüsJi : einzige iniFreien kulturfähige 
Crassulacee aus der kalifornischen 
Sierra Nevada mit kleinen, weich be- 
stäubten Rosetten, aus denen sich cymö- 
se Blütenstände mit außen leuchtend 
krapproten, innen gelbenBlüten erheben, 
die an eine Luchenulia erinnern ; K u I - 
tu r in sehr sonniger, nicht zu feuchter 
Lage in leichtem, humusreichem Boden ; 
Vermehrung durchTeilung oderSa- 
men ; Sämlinge nicht zu trocken halten ; 
Verwend ung für sonnige Felspartien 
für erfahreneLiebhaber, in strengenWin- 

tern Reisigdecke notwendig. — Siehe sonst unter Umbilicns. 

Cousinia Thomsönii: grotie, distelartige, weißwoUig behaarte Komposite aus dem westlichen 

Hinialaya, die nur zweijährig ist. 

Crämbe cordifölia, Meerkohl, Riesenschleierkraut, prächtig belaubte, dick- 
wurzelige, kaukasische C ru 

eifere mit großen, herzfor »"^^«^"v 

migen Blättern und bis ' 

hohen, sehr reich verzweigte 

Rispentrauben mit Unmis c 

kleiner,weißer. duftender Bit 

ten. .luni-August; Kultur in 

jedem tiefgründigen, nicht zu 

schweren Qartenboden \ er 

m e h r u n g durch Wurzelsen 

ker oder Samen gleich n tcl 

Reife; Verwendung il 

Einzelpflanze auf Rasen (die 

Blätter sterben aber nach Blu 

tezeitab) und vor allem imParl 

vorGehölzgruppen; blüht erst 

im dritten .lahre und geht din i 

allmählich zurück. Blüten für 

Schnitt verwendbar. — \hn 

lieh, doch kompakter und 




vc/a/is tlialictrifotia, Rauten-Lerchensporn, 
25 cm Iphot. A. Purpusl. 




Crämbe— Cr 



169 



groLiblumiger ist C. orientdlis. — Zierlicher ist die iberische C. juncea. C. tatdria. Ungarn 
bis westliches Zentralasien, ist blaugrau belaubt, und eine besonders reichbehaarte Form ist 
C. aspera. die als empfehlenswert gilt. Die heimische C. maritima mit blaugrauen dickeren 
Blättern ist eine Seestrandpflanze. 

Craspedia unillöra : neuseeländische Komposita, weißzottig behaart, 1 5 bis 40 cm Höhe, Blätter 
meist grundständig, Bliitcnköpfe klein, gelb, zahlreich, kopfig; hat sich bisher nicht winterhart geziegt. 

Crässula rubeas sielie Sedum Kiri/öwii. 

Cremanthödium: von dieser westchinesischen Kompositen- Gattung mit rosettigen Blättern und 
einzelnen nickenden, groLScn Bli'itenköpfen auf bis H) cm hohem Schafte, sind aus den Hochgebirgen von 




Abb. 17.?. Crociis zonatiis, gestreifter Safr;i 



Yunnan einige Arten nach England eingeführt, wie C. campannlutiini und C. rhodoci'phalum mit karmin- 
rosa oder stumpfpurpurnen duftenden Blüten im August. Bei uns im Alpinum an steinigen Hängen sehr 
versuchswert. 

Crenutäria eunomioides und andere Arten dieser halbstrauchigen Cruciferen-Qattung siehe im 
Laubholzbuch. 2. Aufl. 

Crepls, Pippau — Kompositen — Niedrige, löwenzahnartige Alpenpflanzen mit gelben oder 
orangeroten Blüten, Mai bis August; Kultur in halbschattiger Lage: Vermehrung durch Samen, sonst 
siehe die Arten. 

C. aürea, bis 20 cm, Blütenstengel unbeblättert, einköpfig, Blüten orangerot. für schattige feuchte Wie- 
senlagen ; C. sibirica, Südosteuropa, Kleinasien, 0,6 bis I m. Stengel rauh behaart, Blüten lebhaft satt- 
gelb, .luli bis August: C. terglouensis iC. oder SoyMu liyoscndi/ölki\, bis \2 cm, Blütenstengel bis 
zum großen gelben Köpfchen beblättert, mehr für öeröllhänge im Alpinum; außerdem noch andere 
Arten in Kultur. 

Crinum PowelUHAmaryllis Powe/liiUori.). Hakenlilie: schöne, über 1 /;; hohe Ama- 
ryllidacee mit eilänglicher Zwiebel, graugrünen Blättern und hübschen Blüten mit grün- 
lichweißer Röhre und rötlichen .\bschnitten. .luli-.August. siehe Abb. 22 : K u 1 1 u r in sonniger 
Lage und sehr nahrhaftem, tiefgründigem, durchlässigem Boden, während der Vegetation 
viel Wasser; in nördlichen Gegenden \\'interdecke. man schneide eventuell die Blätter ab 
und decke alles mit Asche zum Schutz gegen Nässe; Vermehrung durch Samen; Ver- 
wendung als prächtige Gruppenpflanze im Garten auf Rasen usw. — C. Powellii ist eine 



170 Crinum— trocus 

Hybride von C. Moorei und C. longifoliam vom Kap. diese letzte Art ist ohne Decke winterhart 
und verlangt im Sommer fast sumpfigen Standort, im Winter aber trockene Lage. 

Crithmum maritimum, Meerfenchel: eine Umbellifere von den Küsten des Mittelmeeres, die 
bis 30fOT hoch wird, seegrüne, glänzende, doppelt dreizählig gefiederte Blätter und gelblich- oder vveiß- 
lichgrüne Blütendolden hat, August bis Oktober ; im Alpinum und an Mauern (siehe Abb. 1 72) in sonnigen 
trockenen Lagen, im südlichen Teile des Gebietes anpflanzenswert. 

Crociris iridiflora siehe Crocus iridiflorus. 

Crocus-^), Krokus, Safran — Iridaceen — Bekannte, niedrige, bis 20 cw^ hoheKnollen- 
gewächse von der Tracht wie Abb. 4 und 173; Kultur im allgemeinen in leichtem, nicht 



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Cyclamcn europaeum, gemeines Alpenveilchen, Sem ipln 



nassem Boden, der etwas humos ist, die Herbstblüher werden im Juni-Juli, die Frühjahrs- 
blüher im September-Oktober verpflanzt, wobei die Knollen mindestens 8 bis 10 cm tief 
kommen, zur Triebzeit lieben sie etwas feucht, aber zur Zeit der Ruhe trockene, jedenfalls 
trockenere Lagen als Colcliiciiin : Verwe ndung an sonnigen Standorten für Frühlings- 
beete, Einfassungen, ferner in Masse im Rasen und im Park wie Abb. 4, siehe auch Seite 08. 
Schutz gegen Mäuse durch Katzen. Wir heben im folgenden die empfehlenswertesten hervor: 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



170 Heuffelianus 



banaticus Gay . . 

— Heuffel 171 

biflorus 170 

byzantimis 171 

chrysanthus 171 

- Hort 171 

etruscus 171 

A. Frühlingsblüher, Blätter mit den Blüten erscheinend. 

C. aureus (C. Intens, C. moesiacus), Banat, Balkan, Kleinasien, Knollen länglich, 
Blüten metallisch goldgelb, außen braun gestreift, Narben unzerteilt. gelb, März; C. biflö' 



hybridus 
Imperati . 
iridiflorus 
luteus . . 
moesiacus 
Olivieri . 



71 


— Elwesii 


. . 171 




speciosus 


. . 171 




susianus 




171 


Tommasinianus . . 


. . 171 




veluchensis .... 


. . 171 


170 


vernus 


. . 171 


l/l 


zonatus (Abb. 173) . 


. . 171 



Crociis - Cvanaiitlnis. 



171 



rus, schottischer Krokus, hauen bis Persien, Blätter 4 bis h. schmal lineai. weiß ge- 
streift. Blüten innen vveilj oder violett, außen lavendel mit purpurnen Streifen, Narben orange- 
rot, oft ab Januar, sehr variabel, auch Namensorten in Kultur; C. chrysänthus, Griechen- 
land, Knollen mit häutiger Hülle in wagrechten Ringen, Blüten rein orangcgelb, Narbenäste 
einfach ; März, schön; C. etrüscus, Italien, Blätter schmal lineai, kürzer als Blüten, diese 
lang, zierlich, äußere Abschnitte rahmfarben mit purpurner Streifung. innere lavendelblau, 
Narben orange. .April ; C. Heuffelliänus ( C hanäticus Heuffel I. südöstliches Mitteleuropa. 
Knollen klein, rundlich. Blüten violett. Schlund weiß. Spitze mit purpurnen Streifen. März- 
April, sehr brauchbar, geht oft 
fälschlich als C veliuiu'nsis : 
C. Imperäti, Süditalien, 
Knollen länglich. Blüten außen 
gelblich mit drei violetten 
Streifen. innen violett. Schlund 
gelb, früheste Art. Februar- 
März, eine der allerbesten; 
C. Olivieri (C. clirysantlins 
vieler Gärten i, Balkan bis 
kleinasiatische Inseln. Blätter 
die Blüten überragend, diese 
leibhaft orangegelb. Narben 
fein zerteih. März -April; C. 
s JSiänus. Süd westrußland. 
Krim. Knolle eiförmig, netzig. 
P)lüten goldgelb, außen pur- 
purn überlaufen. A\ärz; C. 
Tommasiniänus, Dalma- 
tien. Montenegro. Serbien. 
Blätter lineai. mit den Blüten, 
diese lavendelblau mit weißem 

Schlund. März; C. ver/ius, südliches .Mittel- und Südeuropa. Knollen flach. Blüten hellila 
(weiß bis tief purpurni. Hauptstammart unserer bekannten Frühjahrskrokus (März-Aprili; 
die Handelssorten (Croais liybriclus\ siehe in den Katalogen. 

B. Herbstblüher. Blätter erst im Frühjahr erscheinend, oder wenigstens erst im Frühjahr 
auswachsend. 

C.iridiflörus iC.banäticus Ga.w C. hyzamimis. C/vdris iridiflöm). Ungarn. Walachei. 
Knollen flach. Blätter glänzend, bis 8 nun breit. Blüten lilapurpurn, innere Kronenabschnilte 
viel kürzer als äußere (/m-artigi, .Narben violett ibei allen anderen .Arten gelb oder roti. 
September-Oktober; C. sativus, Typ nur im verwilderten Zustande bekannt, Knollen groß, 
elliptisch. Blüten violett mit purpurlichen Streifen. Narben fast scharlachrot. September-No- 
vember, viele Formen, hervorgehoben sei var. Elwesii, westliches Kleinasien, mit großen, 
langen, heililafarbigen Blüten im September; C. speciösus, Kleinasien. Persien. Kaukasus, 
Knollen ziemlich klein, rundlich eiförmig. Blüten sehr groß, hellila mit dunklen verzweigten 
Adern. Narben rotgelb, stark zerteilt. September-Oktober; C. ^o/Järus, cilicische Gebirge. 
Knollen flach. Blüten heller lila mit feinen rotviolctten Streifen. Schlund gelb. .Narben orange, 
wie .Abb. I 7.3, früheste .Art dieser Gruppe von Ende August ab. 

Cruciaaella stylösa siehe Phuöpsis. — Cryptogrämme {Crypioimimimi) crispa siehe Allosörus. 

Cunila mariäna, S t e i n ni i n z e ; bis 25 cm hohe, piirpiirbliitigc L a h i a t e aus den mittleren Ver- 
einigten Staaten, die für trockene Lagen im Alpinum für Sammler Interesse hat. Ob bei uns in Kultur? 

Cyanäathus lobätas: niedrige, weich behaarte C a m p a n u 1 a c e e aus dem nordwesthchen Hima- 
laya mit niederliegenden und bis 20 cw hoch aufstrebenden Stengeln, kleinen, an der Spitze fiederlappigen 
Blättern und endständigen, wagerechten oder leicht nickenden, prächtig violettblauen Blüten, deren 
Öffnung etwa 3cm breit ist, .luli bis August; Kultur als Felsenpflanze in warmen geschützten halb- 
schattigen, aber feuchten Lagen in lockeretu. gut durchlässigeru humosem (Lauberde) Boden, etwas 
Winterschutz ratsam, wenn Schneedecke fehlt. Als härter hat sich in Petersburg C. formösiis. Himalaya, 
Westchina, erwiesen, große Polster bildend, Blüten leuchtend enzianblau. Jetzt sind auch aus den Hoch- 
gebirgen Westchinas noch andere prächtige Arten in Kultur gelangt, wie C. f-'orrcslii. lavendelblau, C.ma- 
crocd/vx, primelgelb, die bei uns versucht werden sollten und zu den schönsten Hochalpinen für Ge- 
röllhänge zählen. 




172 



Cyclamen — Cyphomätia 



Cyclamen^"), Alpenveilchen, Erdscheibe — Pr[imulaceen — Niedrige, immer- 
grüne oder wintergrüne Pflanzen mit Knollen, meist derben, herznierenförmigen Blättern 
und einzelnen, nacktgestielten, eigenartig geformten Blüten (Fetalen nach aufwärts zurück- 
geschlagen) wie Abb. 174/1 75: Vermehrung durch Samen im August, im strengen Winter 
Laub- oder Reisigdecke : Verwendung als ausgezeichnete Unterholzpflanzen im Park und 
Alpinum. 

C. cilicicum, Cilicien, Knolle mit Büschelhaaren. Blätter im Sommer verdorrend, erst 
nach den ersten Blüten im Herbst neu erscheinend, fast kreisrund, oberseits dunkelgrün mit 

Silberzone. Blüten mit spitzen Kro- 
nenzipfeln, hell rosenrot, Herbst; 
C.Cöun7,Südosteuropa.Kleinasien. 
Knolle mit Haarpelz. Blätter vor den 
Blüten im Herbst erscheinend, rund- 
lich nierenförmig. oberseits nur dun- 
kelgrün. Blüten im Winter und Früh- 
ling, geruchlos, leuchtend karmin, 
Kronenzipfel oval, selten echt, da 
meist iherictim dafür geht; zwischen 
diesem und Coiiin ist ein Bastard 
C. Arkinsii: C. europaeum, mitt- 
leres und Südeuropa, Knolle mit kor- 
kiger Oberfläche, Blätter nieren- bis 
herzförmig, immergrün. Blüten Som- 
mer, duftend, karminrot, siehe Abb. 
1 7 4. liebt steinige, mehr freie Lagen; 
C.hiemälei Ahh. 1 75). europäische 
Türkei, steht folgender nahe, liebt 
schattige humose Lagen, blüht schon 
Dezember, für mildere Gegenden des 
Gebietes ; C./öer/cum, Kleinasien. 
Persien. Kaukasus, steht Coiiiii sehr 
nahe, als das es meist geht, aber Blät- 
ter mit Silberzeichnung; C.neapo= 
litänum (C. hcderiföliiim), Süd- 
europa. Knolle mit Korküherzug. 
Blätter nach den ersten Blüten im 
Herbst erscheinend, meist verkehrt 
herzförmig, aber auch nieren- bis 
spiel.lförmig. oberseits mit Silberzeichnung. Blüten rosa. var. albiini. weiß. Kronenzipfel an 
Basis geöhrt. duftend, .luli-September. liebt Schatten und gilt als eine der besten Schatten- 
pflanzen; C repändum, Südeuropa. Nordafrika. Kleinasien. Knolle mit Büschelhaaren, 
Blätter sehr dünn, verkehrt herzförmig, vor den Blüten erscheinend. Blüten leuchtend karmin 
mit vorragendem Griffel, im Frühling. 

Cymbaläria murälis sielie Ijndiia Cvmlia/än'u. 

Cynänchum acuminatUöIium {Vincetöxiciim acumindtum. V. japönicum), Moskitopflanze: auf- 
rechte, an Spitze etwas windende Asclepiadacee aus Japan, Blätter breit oval, ganzrandig, Blüten 
klein, weiß, in cymösen Scheindolden; ist gelegentlich in botanischen Gärten in Kultur, zuweilen als 
Amsönia Taheriiüemontuna. — Cynänchum erectum siehe Marsd^nia. — Cyaäachum Wilfördli ist 
eine ziemlich wertlose ostasiatische Schlingstaude, die in den Gärten als Metap/dx/s Stauntöni geht Die 
echte Melap/i'xis ist ein Strauch; siehe Laubholzbuch. 

Cynara scölymus, Artischocke: bekannte Gemüsepflanze, die bis 1,5 m hoch wird und als Zier- 
pflanze auf Rasen \ ui wendet werden kann. Auch gute Bienenpflanze. 

Cynoglössum amäbile, Hundszunge: südwestchinesische B o r ag i n a c e e , 0,5 bis 0,75m, Blätter 
groß, Blüten vergißmeinnichtähnlich, aber größer, schön kobaltblau. In Kultur noch zu erproben, etwa 
wie Anclitisa zu behandeln. 

Cynoglössum lanätum siehe Cyphomätia. — Cynoglössum longiflörum siehe Lindelößa. — Cy- 
noglössum nobile siehe Myositidiüm. — Cynoglössum racemösum siehe Paracdryum. — Cynoglös- 
sum stylösum siehe Solendnthus. — Cynoglössum umbellätum siehe Rinddra. 

Cyphomätia lanäta {Cynoglössum lanatum] : kleinasiatische Boraginacee, bis 40 cm, Blüten rot 
und blau; für sonnige Lagen im Alpinum in warmen Gegenden versuchswert. 




r/)eriis /on,f;us. 80 cm 



Cypfriis— CypripOdiiim 



173 



Cyperus löngus, Cypergras: heimische Cyperacee mit kriechendem Wurzelstock 
und bis 1 m hohen Trieben mit Blütenständen, wie Abb. ITözeigt; K ultu rin jedem feuchten 
Gartenboden: X'ermehrung durch Teilung; \' er Wendung als L'ferpflanze im Garten und 
Park. — In Kultur, wie es scheint, ^zuweilen als C. nia.ximus, doch ist die echte Art dieses 
Namens eine Pflanze aus Ceylon. 

Cypripedium^^) CCvpr/ped/7um),Frauenschuh,Venusschuh : eigenartige, präch- 
tige Erdorchideen, deren Tracht aus .Xhb. 1 77 - ISO ersichtlich ist ; Kultur im allgemeinen 
in etwas lehmig humosem. moorigem Boden, wobei die Humusschicht flach sein kann, da die 
fadenförmigen Wurzein nicht tief 
gehen, sich aber oft weit ausbrei- 
ten. der Untergrund mul.l durch- 
lässig sein, da höchstens re</mac 
etwas dauernde Nässe verträgt, 
man pflanze nicht zu tief, so daß 
die Knospen nur 1 bis 2 cm mit 
Erde bedeckt sind (Frühjahr), alle 
lieben etwas Schatten; Vermeh- 
rung durch Teilung (Frühjahr), 
die aber, da jede Wurzelverletzung 
vermieden werden muß. sehr vor- 
sichtig zu geschehen hat; man las- 
se die Stöcke ungestört, solange 
die Erde noch gut ist; Verwen- 
dung für Garten. Alpinum und 
Park, sofern man ihnen geeignete 
Plätze anweisen kann, im Winter 
ist Kiefernnadeldecke immer rat- 
sam. Man pflanze nur kultivierte 
F^flanzen ; säen sich bei rechter 
Pflege oft selbst aus. 

C acaiile (C. hunüle). Nord- 
amerika, bis 2t) cm, nur 2 grund- 
ständige Blätter, großblumig. Blü- 
ten purpurn mitrosafarbenem. dun- 
kel geädertem Schuh, bis 10 cm 
breit. Mai-Juni, sehr schön, gilt 
aber als wenig ausdauernd, frische 
mit altem Sphagnum vermischte 
Lauberde und schattige Lage; C. 
Caiceolus, heimisch, bis 0.5 m. 
Blüten rotbraun, mit hellgelber, rot 

punktierter Lippe. .Mai-.luni. siehe .\bb. 177. liebt schottrigen Untergrund lam besten Kalk- 
schotteri oder auch Mergel und etwas Lauberde, zur Blütezeit genügend 1-euchtigkeit und 
schattige Lage; C. cordigerum, Himalaya. China. Mandschurei, mit ventricosiim ver- 
wandt, aber Staminodien herzförmig. Perigon grünlich. Lippe weiß; var. Iiiic'scens, zitro- 
nengelb mitt hellerer Lippe, zuletzt weiß; C. guttätum, Rußland. Nordasien, nördliches 
Nordamerika. Rhizom queckenartig verzweigt, kaum über 30 cm. Blüten klein, weiß mit 
karmin. siehe Abb. 178. Mai-.luni. sandige Heideerde, halbschattig, gleichmäßig feucht; 
C. macränthum, Rußland. Sibirien. Himalaya bis 40 cm. Blüten tief rosa purpurn, bis 
10 cm Durchmesser. .luni. wie Caiceolus zu behandeln, im Winter Schutz gegen Nässe; C. 
parviflörum, bis 30 cm. in allem wie piihescens. aber Schuh lebhafter gelb und Blüten 
wohlriechend; C. pubescens, Nordamerika, bis ?<0 cm. ähnlich Caiceolus. aber Blüten 
bräunlich mit zitronengelbem Schuh, treibt und blüht früher als Caiceolus. Kultur in Laub- 
oder Heideerde, feucht, aber ohne Nässe, schattig; C. reginae (C. spectäbile), Nord- 
amerika, bis öO cm. weiß mit karminrosa Schuh, .luni. siehe .Abb. 17'). schönste Art. als 
Sumpfpflanze in anmoorigen feuchten Boden, oder auch v^'ie puhesceus.- C. tibeücum. 




xpnpfiliiim Lau 
H)cm (Orig. 



174 



Cypripfedium— Cyrtöniii 



Sikkim. China. Blüten hellbraun mit purpurfarbener Lippe, siehe Abb. 180, seltene, mehr 
botanisch interessante, wohl bei uns etwas empfindliche Art; C. ventricösum, Sibirien. 
Mandschurei. 30 bis 40 cm, von macranthiitn durch längere seitliche Perigonblätter ver- 




Abb. 178. Cypripedinin giittatum, gefleckter Frauenschuh, 20 cm iphoi. H. Kc-t 



schieden, prächtig rosarot oder purpurn, var. albiim, schneeweiß oder leicht rosa übertuscht, 
Mai-Juni. Ferner sollten bei uns in Kuhur genommen werden die schönen westchinesischen 
C. luteum, dem reginae nahe stehend, aber hellgelb, und C. margaritäceum, stammlos 
wie acaule. 

Cyrtömlum falcätum (Aspk/iiim oder Polysliclmiii falcatum), Stechpalmenfarn: Qebirgsfarn aus 




Abb. 179. Cypripedium reginae (C. spectabile), Pracht-Frauenschuh, 50 c/« (phot. E. Retiig, Jena). 



Cyrtomium— Ddctylis. 



175 



Indien bis Japan, Rhizom kurz, gleich Grund der bis 20 «« langen Wedelstiele braun beschuppt, Wedel derb, 
immergrün, glänzend bräunlichgrün, bis 50 c//;, einfach gefiedert. Fiedern spitz, breit oval, etwas sichelför- 
mig nach vorn gebogen, Sori verstreut, Schleier schildförmig; Kultur usw. wie Aspidiuni; in rauheren 
Lagen Winterschutz. Das ähnliche japanische C.Forlünci hat slumpfgrünc Wedel mit schmäleren Fiedern. 
Als Kalthausfarne bei uns nicht selten. 

Cystöpteris frägilis, Bla- 
senfarn: zierliches Farnkraut aus 
Huropa. Asien. Nordamerika, mit 
kurzem, dickem W'urzclstock. 2- bis 
3 fach gefiederten, lo bis -40 cm 
langen Wedeln, wie Abb. 181. sehr 
formenreich; Kultur in schattigen, 
felsigen Lagen im Alpinum, an iWau- 
ern oder auch an steinigen Abhän- 
gen im Parke. — Noch zierlicher in 
der Wedelteilung ist C. alpina ( C. re- 
gia) aus dem südlichen A\itteleuropa 
und C. tayv^ctc^nsis aus dem Kauka- 
sus und Kleinasien, eine Qailen- 
form ist C. intentuHlia. Von heimi- 
schen Arten ferner zu nennen die C. 
monraria. W'edd hellgrün, und C.sii- 
di'tica mit kriechendem Wurzelstock 
und dreifach gefiederten Wedeln, so- 
wie aus dem östlichen Nordamerika 
C. biilbifera mit langen schmalen 
Brutknöllchen tragenden Wedeln. 

Czäckia Liliästrum sivhv/^irai/isfu. 

Däctylis glomeräta, Knäuelgras: von diesem bekannten Wiesen- und Waldgras 
sind in Kultur eine weil.lbunte var. voric^dla ivar. gracillima). die etwa 30 rw hoch wird, und 
eine gelbbunte var.]ff///r(/. Beide in jedem Oartenboden als Einfassungspflanzen zu verwenden. 




1 80. Cypripedium übeticiuii, 
20 cm 1.1. Wiivi. 




Abb. 181. Cyslopteris fnigiüs, Blasenfarn, 20 cm, in Roiisdorf lOri«.). 



176 



Dählia— Delphinium. 



Dählia varläbilis, Dahlie, Georgine, ist nicht als wiiiteriiarte Freilandstaude anzusehen. — Dahlia 
ZImapäail soll identisch mit Bidens dahliokles sein. — Dälea pürpurea siehe Petalösteiimm. 

Dalibärda repens (Rubus Daäharda): eine winzige kriechende Himbeere aus dem nördl. Nord- 
amerika mit veilchenähnlichen, behaarten Blättern und Blüten, Juni-August: Kultur im Alpinum in 
humosem Boden und schattiger Lage; Vermehrung durch Stecklinge; nur für Liebhaber brauch- 
bar, wächst langsam; leichter gedeiht Z). /;frfö7(/ {Riibiis pedatus), Nordwestamerika, mit bandförmig 
3 bis 5 teiligen, kahlen Blättern, Blüten einzeln, weilj, größer. 

Darllagtönla^-) califörnica: seltsame, kalifornische, insektenfressende Pflanze aus der Familie der 
Sarraceniaceen, Schläuche aufstrebend, eigenartig gedreht und geflügelt, in große aufgeblasene, 
einwärts gekrümmte Hauben mit 2 langen zungenartigen Lappen endigend, schlangenartig, purpurn und 
weiß mit grüner Aderung. Blüten einzeln, gelb und braunrot, Mai-Juli ; K u 1 1 u r usw. wie bei Samweniu. 

Darrgras --c'-c "■>■•'■'•'"■ 

üdtisca cannabina, Scheinhanf: orientalibche bis 2 m hohe buschige DTtiscacee 
mit uiibcliLinb ULM ribpcntraubigcn Bkiten wie \bb 1^' K ul t iir in icdcm <j;iitcn (i irten 




Datisca cannabiiiu, Scheinlian 



boden; V erm ehrung durch Samen und Teilung; Verwendung als hübsche Blattpflanze 
zur Einzelstellung auf Rasen, sowie auch für Rabatten und vor allem im Parke. 

Decodon ( Lvthruin. Nesin'a) verticillätus — Lythraceen— Ostnordamerikanische Sumpfstaude 
(Abb. 183), bis'über zwei 2 m, Blätter quirlig, Blüten rosapurpurn, Juli-September; Kultur usw. wie 
Lytlirum, für Liebhaber. 

Deiaäathe bifida: mehr halbstrauchige S a x i f r a g a c e e aus Japan, Wurzelstock kriechend, Blätter 
gegenständig, zweispaltig, etwas begonienartig, Blüten wachsweiß, in Trugdolden, August-September; 
für sehr schattige Waldstellen versuchswert. 

Delphinium^^], Rittersporn — Ranunculaceen — Hohe aufrechte buschige 
Stauden mit dicken oder knolligen Wurzeln, tieflappigen oder teiligen Grundblättern und 
meist langtraubigen Blütenständen mit ansehnlichen, gespornten Blüten wie Abb. 57 und 184; 
Kultur in jedem guten, nicht zu nassen, tiefgründigen Gartenboden ; Vermehrung durch 
Teilung. Samen oder die Gartensorten im Frühjahre durch nicht zu mastige Stecklinge mit 
Ansatz vom V/urzelhals (am besten die kleineren seitlichen Triebe); Verwendung als 
ausgezeichnete kabatten- und Einzelpflanzen, vorzüglich zum Schnitt, auch im Park, die 
niedrigeren Arten auch im Alpinum gut zu verwenden. D. „Belladonna", elatiim und nudi- 
caiile ziehen Halbschatten vor. 



Delphiiiimn 



ALPHABHTISCHH LISTB UHR ERWÄHNTEN LATEINISCHI-N NAMHN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 



Belladonna-Sorten 
Brunonianum . . 
cardinale . . . . 



178 

cashmerianum 177 



formosum 177 

— coelestiniim 177 

grandiflorum 178 

— album 178 

— cineraria 178 

— sinense 178 

— sibiricuni conipactuin . .178 
hvbridum liort 178 

— Stev 177 



nudicaule 177 

ochroleucum 177 

puniceuni 177 

seniibarbatum 178 

siilphureiini 178 

— Hort 177 

triste 177 

tatsienense 178 

trolliifoliuMi 178 

Zaiil 178 



— atropurpureum 177 

cheilanthum 177 

chinense 178 

cultorum (Abb. 57i .... 178 
Davidii (Abb. 184i .... 178 
elatum 177 HchiatigeiiSL' 177 

A. Fetalen schwarzviolett oder 
schwärzlich, von den Kelchblät- 
tern in Farbe gut abweichend. 

I. Sporn Vi bis '/g kürzer 
alsdieKelchblätter( äul.iere 
Blütenhüllblätten : D. Bruno= 
niänum, Himalaya. bis .U) cm. 
drüsig behaart. Blätter breit fünf- 
lappig. Blüten in lockeren Trau- 
ben, hellblau, gegen Rand pur- 
purn. Juli, ganze Pflanze leicht 
nachiWoschus riechend; D.cas/i= 
meriänum, Nordwestindien, 
nur M) bis ,S0 an. behaart. F)lat- 
ter breit fünf lappig. Blüten doldcn- 
traubig. groß, tief himmelblau, 
Juni-,luli. wegen früher Blüte 
wertvoll, auch für Schnitt; vor 
allem hybride Formen, wie cit/v- 
j)nr/>iin'iiin, 80 an. stark remon- 
tierend, purpurviolett, .Witte sehr 
dunkel; D. lichiängense, 
W'estchina. inKultur.5()bisi)0<7//. 
prächtig blau, grol.iblumig. im 
Steingarten und Alpinum zu"er- 
proben, hart. — 11. Sporn so 
lang oder länger als Kelch- 
blätter: D. cheilanthum, Si- 
birien, o.s bis 1 ,5 /H.Stengel stark 
verzweigt, Blätter fünfteilig hand- 
förmig, Blüten himmelblau, .kmi- 

.Iuli;D.e/äfum,heimisch.l bis \.h w.pjlättertieflünfspaltig. Blüten in langen lockerenTrauben, 
blau, .Iuni-.luli, fürRabatten und Park, bildet !cdenfallsmit(7/c/7(/«///w/H die sog Belladonna-Sor- 
ten der Gärten, siehe unten; D. formosum. Kleinasien. Kaukasus. 1 ni. P)lätter fünf- bis sie- 
benteilig. Blütenstand vielblütig, verzweigt. Blüten sehr grol.J. intensiv dunkelblau oder bei var. 
welestimim lichtblau, schöne üppige .Art, ebenfalls an Hybriden beteiligt: D. triste, Sibirien, 
0,8 bis 1 ///, Blätter tief dreiteilig, Blüten braunschwarz, sehr interessant. 

B. Fetalen den Kelchblättern gleichgefärbt oder bleichgelb. 

I. S t a m i n o d i e n ( H n i g b 1 ä 1 1 e n i m 1 n n c r n d e r P. 1 ü t e e i f ö r m i g od e r 1 a n z e 1 1 - 
1 i c h , t i e f u n d s p i t z z w e i 1 a p p i g : D. hvbridum Ste\-. (nicht zu verwechseln mit den 
unter D. cultorum besprochenen Gartensorten i, Südosteuropa bis Turkestan, Wurzel fast knol- 
lig. Blätter bis zum Grunde in schmale Zipfel gespalten. Blüten traubig. azurblau, innen weiß- 
lich. Sommer, nur zweijährig, hierher das echte U. ochroleucum (D. sulphiireum Hort.). Blüten 
gelb, orchideenähnlich, und D. puuiceum. alle drei für uns hier ohne Bedeutung; D.nudi' 
caüle, Nordamerika. Wurzeln knollig. .?() bis .SO cm, Blätter dicklich, dreiteilig. Blütenstände 
langtraubig. Blüten klein, lang, autlen scharlachrot, innen gelb. .luni. sehr auffällige harte 




178 



Delphinium. 



Form, liebt durchlässiges lockeres Erdreich, keine stauende Nässe: D. sulphüreum (D. 
Zälil), Persien. Turkestan, Knollen bildend. O.S bis 1,5 m. Blätter sehr fein zerteilt, härtlich. 
Blüten in traubigen Ähren, sattgelb. .luli-August : D. troUiifölium, Nordamerika. 00 bis 
100 cm. Blätter fast bis zur Basis drei- bis fünfteilig. Blüten in vielblütiger Traube, himmel- 
blau mit weiü, IV\ai-Juni, vielleicht identisch mit dem turkestanischen D. sanibarbdtiini. wel- 
cher Name dann der älteste wäre. — II. Staminodien rundlich oder rechteckig, 
ganzrandig oder stumpf gelappt. Sporn stets lang: D. cardinäle, Kalifornien, 
60 bis 100 cm. Blätter groß, tief fünfteilig. Blütenstände traubig, Blüten langgestielt. Schar- 
lach und metallisch glänzend, innen 
gelb, ,luni bis Juli, blasser, weniger 
schön und empfindlicher als niidi- 
caiile: D.Davidü, Osttibet. 30 bis 
40 cm. behaart. Blätter bis fast zur 
Basis dreiteilig. Blüten hell himmel- 
blau, siehe Abb. 184: D.grandh 
//drum, Sibirien. China, 0,5 bis 1,5 
W.Blätter fein- und vielteilig, Blüten 
tiefblau außen heller, .luni-.Iuli, hier- 
her die großblumige reichblütige var. 
sinense (D. c/ü/u'nse). mit der 
Zwergsorte ..Tom Thumb" für den 
Steingarten.ferner var. album weiß, 
seidig glänzend, var. cineräria, 
intensiv enzianblau: was als grancJi- 
flonim sibiricum compactiim geht, 
dürfte nur der Typ sein, der sehr 
wertvoll ist: D.fafs/enense, West- 
china. Tracht des grandij/onim, Blät- 
ter noch feiner zerteilt. Abschnitte 
lineal. matt düstergrün, weiß getupft, 
Blutenstände reich verzweigt, Blü- 
ten länger gespornt, prächtig blau, 
.luni-August.hart. — In Kultur gehen 
in erster Linie die Gartenformen, die 
unter D. cultörum (D. hybri- 
dum Hort.i. Edelrittersporn 
(Abb. 57 und farbige Abb. aufTafel- 
11! I zusammengefaßt werden, es sind 
im wesentlichen wohl Formen von 
D.elatiim und c/wi/ant/iiim, wir wei- 
sen auf folgende hin : 1) s t a r k und 
hoch wachsende Sorten, 1,3 
bis 2m: „Andenken an August Kö- 
nemann". üppig, reich verzweigt, 
groß, leuchtend lasur- kobaltblau, 
Mitte weiß: „Corry". himmelblau mit 
rotem Hauche, große Einzelblüten: ..King of Delphiniums". große Rispen und Blumen. halb- 
gefüUt.-außen dunkel violett, innen rötlichmit weißer Mitte: ..Lize", einfach, leuchtendhellblau 
mit weißer Mitte: „Lohengrin". kompakt, leuchtend enzianblau mit weißer Mitte: „Mewrouw 
de Kaf. rein hellblau mit weißem Auge, leicht gefüllt; „Marie Closon", leicht gefüllt, hla mit 
himmelblauer Aderung. gilt als besser als „Andrew Carnegie" : „Reverend Lascelles", Gegen- 
stück zu King of Dephiniums, leuchtend dunkelblau, Mitte weiß: „PerrysFavorite", prächtig 
enzianblau mit violettem Schein, gefüllt : „The Alake", üppig, außen blau, innen rötlich violett, 
große edle Blumen, halb gefüllt: „William Storr", sehr üppig, große opalblaue Blüten: 2) 
n i e d r i g b 1 e i b e n d e , 1 bis 1 ,2 m, „Belladonna"-artige Sorten, öfter blühend : „Arnold Böck- 
lin", tief enzianblau: „Capri", kräftiger Wuchs, große einfache warm himmelblaue Blumen: 
„Lamartine", dunkelblau, „Moerheimi", fast reinweiß, „Miki Ruys", kompakt, schönste neue 




Abb. 184. Delphinium Davidii. 
4U cm iJ. \'l-i(c 



ilx'tanischer Rittersporn. 



Tafel IV. 





Delphiniiim— Desmodium. 



weiße, mit rahmfarbenem Hauch und gelbem Auge, „Mrs. J. S. Brunton". warm^'hellblau, 
stark remontierend, „Persimmon", rein himmelblau, prächtige Rispen, für Schnitt. Die Sor- 
ten werden ständig verbessert. 

Dennstaedtia punctilöbula (Dicksöniu pilosiiisciila): ostnordanierikanisches Farnkraut mit meist 
gestielten, bis 00 cm langen laiizettlichcn, zweifach gefiederten Wedeln, das sich bei uns in geschützten 
Lagen wie ein Aspidiiim einliürgern läßt. 

Dentäria, Zahnwurz — C r u c i f e r e n — 20 bis ()0 cm hohe, harte Stauden mit fleischi- 
gen Rhizomen, gefingerten oder gefiederten Blättern und weißen, gelblichen oder rosa Blüten 
im zeitigen Frühjahr oder Vorsommer, siehe Abb, IM.s : Kultur in feuchten schattigen Lagen 



y:7rir^'^<^^^2nt''vmes:^ 




in recht humosem. fettem Boden ; \'erm eh rung durch Teilung nach Hintritt der Ruhezeit 
im Sommer oder durcii Samen gleich nach Reife: X'erwendung im Alpinum. Garten und 
Park, wo man sie in A\enge anbringen muß, da sie erst dann zur Blütezeit gut wirken. 

D. bulbifera, heimisch. ?iO bis <)0 cm. Blätter gefiedert. Blüten blaß lilarot, Mai-,luni. 
nicht so schön wie die meisten andern : D. digitäta, .Mitteleuropa. Blätter fünf- und drci- 
zählig, Blüten rosenrot; D. enneaphylla, 2(i bis M) cm. Blätter gefingert, quirlständig. 
Blüten geiblichweiß. April-.Wai. siehe Abb. is.s ; D. glandulösa, ähnlich voriger, aber pur- 
purblülig. gilt als schönste: D. intermedia, Schweiz, ähnlich d(<ritara. aber schöner: D. 
pinnäta, 2.S cm. ähnlich bulbifera. aber Blätter ohne Zwiebelknospen, Traube wenigerblü- 
tig, mauve, April-A\ai. .Auch aus -Amerika sind .\rten in Kultur, die zum Teil recht an Car- 
damine i siehe diese» erinnern. 

Deschämpsia (Aini) flexuösa, Wald^Haargras: für schattige Stellen brauchbares Gras aus Nord- 
ost-Nordamerika mit bis 50 rm hohen Rispen, die sich auch zum Trocknen eignen. 

Descurainia (Hugiicninia]tanacetif6lia {Sisymhrium uinacelij'oliuni), Raukensenf: .?0 bis 80 cm hohe, 
westeuropäische, an"^frechte, hieichgrüne, behaarte C r u c i f c r e mit fiederschnittigen Blättern und gold- 
gelben Blüten in Trauben. Juli-August: als Pelsenpflanze verwendbar, wird aber leicht lästig. 

Desmödium [Heilysarum\ canadense, Wandelklee: nordostamerikanische, bis 1 m hohe P a p i I i o- 
nacee, Blätter fiederig-3zählig, Blüten rot, in achselständigen Trauben im .luli; gemahnt in Tracht 

12' 



Desmödium — Dianthus 



r m e h r 11 11 g durch Samen; 
ifere 



an den Strauch Lespedeza bicolor; Kultur in jedem guten Qartenboden ; Ve 
V e r \v e n düng in größeren Anlagen, doch Ziervvert mäßig. 

Dethäwia (Wallrötlüu) tenuifölia ist eine an Meii/ii utliamänticnm erinnernde alpine U m b( 
aus Spanien ; D. caespitösa von dort wird ebenfalls als in Kultur angegeben. 

Deutscher Bertram siehe Avliillca Ptärmica. — Deutsche Schwertlilie siehe Iris germanica. 

Diänthus, Nelke — Caryophyllaceen — Niedrige, rasige oder etwas höhere, locker- 
buschige bekannte Stauden mit schönen Blüten wie Abb. 40 und ISd bis 188; Kultur der 
barbatüs-, Caryophyllus- und pliiiuarius-Poxm^n in erster Linie im Garten als Gruppen- und 
Einfassungspflanzen, wobei sie etwas lehmigen Boden mit verrottetem (nicht frischem) Dung 




Abb. 186. M(/«//;«.s (■(/«//«, Pfingstnelk 



lieben ; die übrigen Arten sind meist Felsenpflanzen, die in sonnigen oder halbschattigen 
Lagen zwischen Gestein in durchlässigem Boden (magere Lehm- oder Rasenerde ohne fri- 
schen Dünger) im Alpinum gut gedeihen ; V erm eh ru ng durch Teilung, Absenker, Steck- 
linge oder Samen : Verwendung wie angegeben, siehe aber auch die Arten, die zum großen 
Teil mit zu unsern besten Schnittblumen gehören. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen.) 

aipester Balb 182 fragrans 181 

alpestris Sternberg . . . .182 frigidus 182 

alpinus 181 glacialis neglectus .... 182 

grationopolitanus 181 

hungaricus 182 

inodorus 182 

integer 182 

monspessulan.Sternbergii . 182 

neglectus 182 

oenipontanus 182 

pelviformis 181 

A. Blüten dicht kopfig gehäuft, fast sitzend. 

D. barbäius, Bartnelke, heimisch, 3()bis(i0rw, kahl. Blüten purpurn oder rosa, .luni- 
August. in Kultur viele Sorten, teils einfach, teils gefüllt, in weißen oder roten Tönen und 
Zeichnungen, die meist zweijährig kultiviert werden, aber auch oft ausdauernd und be- 
sonders als Einfassungen wertvoll sind, siehe die Kataloge ; D. cruentus, Halkan. unserer 



arenarius 181 

barbatüs 180 

caesius (Abb. ISdi .... 181 

callizonus 181 

Caryophyllus-Sorten . . .181 

carthusianorum 181 

cruentus 180 

deltoides 181 



petraeus 182 

plumarius-Sorten (Abb. 187) 182 

scoticus 182 

spiculifolius 182 

Sternbergii 182 

strictus 182 

— grandiflorus 182 

suavis (Abb. 188) 182 

superbus 182 

sylvestris 182 

vaginatus 181 



Dianthiis 



181 



bekannten heimischen D. cartliusiationini sehr ähnlich, aber schöner, etwa 30 cm, Falliten 
glühend rot. .iuli. im .Alpinum und Park an rasigen Hängen gut zu verwenden ; D. peh 
viförmis, Serbien, ähnlich voriger. Blüten etwas kleiner, ebenso zu verwenden; D. va= 
ginätus, Südeuropa, ähnlich car- 
tliusianoriim. aber schöner und rei- 
cher blühend. Blätter scheidig ver- 
wachsen. Juni. 

B. Blüten einzeln oder zu weni- 
gen locker doldentraubig vereint, 
stets mehr minder langgestielt. 

D. alpinus, Ostalpen. 5 bis 10 
cm, locker -rasig, glänzend grün. 
kahl, rote Töne, weil.ie Form nicht 
gut, besser var.„Adonis", erst lachs- 
farben, dann perlweiß, .luni-August. 
siehe Abb. 40, auch halbschattig, 
feuchter; D. arenärius, heimisch, 
der I-edernelke sehr ähnlich, 1 5 bis 
25 cm, rasenbildend, Blüten weil.! 
oderhellrosa, duftend, Juli bis Sep- 
tember, für trockene Sandstellen ; 
D. caesius^^\ iü. gratianopoUtci- 
mis), heimisch, 7 bis 20 cm, blau- 
grau, Blüten rosa, duftend. Mai bis 
Juli, sehr schön, siehe Abb. Iso. 
sonnige Felsen, auch sandige Stel- 
len. Schutz gegen Drahtwürmer : D. 
ca///2Önus,transylvanische.Mpen. 
breite blaugraue Poster, .s bis 1 o cm. 
Blüten grölJer als bei alpinus. hell- 
rosa mit dunkler Zone und purpur- 
nen Tupfen, feucht halbschattig, 
fürs .Alpinum ; D. Caryophyllus, 

Chornelke, Südeuropa, 40 bis sO ^...la,,,^,, .v.uv^,,,-,.,.^ ..-- - 

cm. meergrün, kahl. Stengel mehr- 

blütig, Blüten gefüUt, duftend, verschiedenfarbig. .Iuli bis August, viele Gartensorten, als ganz 
ausgezeichnet gelten folgende neue Sorten, wie : ..Germania", schwefelgelb, „Leucht- 
feuer", glühend Scharlach. „Kaiserin Friedrich", schön rosa, „ N e 1 k e n k o n i g i n ", 

reinweil.), „Oberon", dunkelkasta- 

nienbraunrot, „Sonnen schein ". 
aprikosenfarbig, „ T i t a n i a ", gleich 
vorigergedrungen, nur3.S bis 40 cm, 
zart fleischfarben, u. a. m., prächtige 
Schnittblumen, doch tragen sich die 
groüblütigen Sorten nicht selbst, 
man giel.ie im Sommer gut und halte 
die Erdoberfläche locker: D. del- 
fo/c/es,heimisch. 20 bis. so cw, grau- 
grün , niederliegend . lockerrasig, 
rauhlich behaart, f^lüten rosa mit 
purpurnem Ring oder weiß (var. al- 
/'H5),ganz besonders schön var. „ Bril- 
lant", leuchtend karminrot mit lachs- 
farbenem Schein, .luni bis Septem- 
ber, für Felspartien und Hinfassun- 
gen brauchbar ; D. frägrans, Kau- 
kasus. 20 bis 30 cm, steifpolstrig. 





182 



Diäntluis— Dictntra 




Abb. 189. Ac^n/n; cAr/m/ö, prächtiger Doppelsporn, 30 ( 
lOrig.. Ronsdorl'l. 



Blüten rosaweiß, stark duftend; D.inodörus iD. syln'stris), A\pen, etwa 30 cm. grasgrün, 
dichtrasig, Blüten rot mit gekerbtem Rand, .luni bis August, hierher Z>.//-/§-/V/h5 als gute alpine 
Form; D.neglectus {D. g/acidlisYar. ricgli'cnis). Westalpen, feste, fast stachelige, kleine 

Polster, Blüten karminrot mit gelb- 
licher Unterseite. .luni bis .luli, sehr 
gut für magere, sonnige Lagen, sel- 
ten echt, meist Bastarde ; D. pe- 
traeus (D. hungaricns), Balkan, 
hübsche Polster aus kurzen, stache- 
ligen, dreinervigen, gewimperten 
Blättern, Blüten weilj oder hellrosa, 
tief eingeschnitten, fast dasselbe ist 
ü. spiculifölius Hort. ; D. plumä- 
rius (D. scöticiis Hort.), Feder= 
nelke, Osterreich, Mähren, 15 bis 
.^0 ein. graugrün, Blüten purpurn 
bis weiß, duftend. Mai bis Juli, hier- 
von sehr viele Qartensorten in ver- 
schiedenen Farben und Zeichnung- 
en. auchgefüUt.siehe Abb. 187; sehr 
gut für Schnitt, werden sehr oft 
zweijährig behandelt. Anzucht aus 
Stecklingen, ausgezeichnete gefüllte Sorten sind z. B. „Delicata", seidiglila mit rahmfar- 
ben, „Diamant", weiß, „Gloriosa", leuchtendrosa, ..Juwel", schöner Sport von Deli- 
cata, cattleyenrosa. bis 40 cm, Juni, in rauheren Lagen im Winter Reisigdecke, als härter, 
aber nicht so schön, gelten „Altrosa", rosa, und „Maischnee", weiß; D. Stern- 
bergii, {D. alpinster Sternberg. D.monspessiildnns var. Sternbergii], Alpen. 15 cm. ähnlich 
pliimarins, seegrün, steifpolstrig, Blüten rosa, duftend, ,Iuli bis August; D. strictus (D. al- 
pestcr'&d\h., D. inti'gcr), Italien, Griechenland, niedrig, rasig, weiß, var. ^/-ßßf////o/7/s, groß- 
blütig, unter den angegebenen Namen, wie auch f///;£'s//7S, gehen vielerlei Formen; D. suävis, 
ähnlich plumarius. aber Blüten kleiner, sehr reich, weiß, Juli bis August, siehe Abb. 188; 
D.superöus, heimisch. 30 bis 60 cm. Stengel mehrblütig, Blüten mattlila, gefranst, duftend, 
Juni bis August ; eine hübsche Kreuzung von siipcrbiis mit alpiniis ist D. oenipontanus. 
Außerdem sind noch eine ganze Menge anderer Arten in Kultur. 
Diapeasla lappöaica und barbuläta siehe im Laubholzbuch. 

Dicentra {ßicdciilla. üidytra, Diclyrni). Herzblume, Doppelsporn - Fumaria- 
ceen — Aufrechte, buschige, harte Stauden mit fein zusammengesetzten, blaugraugrünen 
Blättern und eigenartig gespornten, 
rosa, weißen oder gelben Blüten, 
wie Abb. 18Q/l')0; Kultur in fri- 
schem, nahrhaftem, leichtem Boden, 
sonnig oder halbschattig, zur Trieb- 
zeit viel Wasser ; Vermehrung 
durch Teilung, Wurzelsprosse bei 
Arten von D. formosa-lnchi und 
Triebstecklinge mit Ansatz vom Wur- 
zelhals bei D. spectabilis im Früh- 
jahre, ohne Ansatz durch krautige 
Stecklinge später gegen Sommer 
(kleine seitliche Triebe am besten), 
Samen nicht vorteilhaft; Verwen- 
dung als erstklassige Frühlings- 
stauden im Garten, besonders spec- 
tabilis, die andern vor allem im Al- 
pinum, wuchern dort nicht selten. 

D. iCapnörchis) chrysäntha, 
Kalifornien, bis 75 cot, Blüten gold- 




Abb. 190. Dicenlm formosu, schöner Doppelsporn, 20 , 
in Kew (Orig.). 



Dictintra— Didissandra 



183 



gelb, Juni bis Juli, liebt trockenere Lagen, selten ; D. eximia, Nordnstamerika, 20 bis 30 cm, 
Blüten tiefrosa, Juni bis .Ulli, siehe Abb. IS'i; D. formösa, Nordkalifornien. Wurzelstock, 
etwas kriechend, bis .30 cm. Blüten blalJrosenrot, Mai-.iuni und oft .August-September noch- 
mals, siehe Abb. 1 '->0 ; D. spectäbilis, .Japan, bekannt als ..fliegendes, blutendes oder 
tränendes Herz". bis()0(v», Blüten prächtig lebhaft rosa, A\ai-.Iuni, recht gut, auch zum 
Treiben und für Töpfe, aber die weiüe var. alba nicht zu empfehlen. .Auch /J. ciiciillciria. Ost- 
Nordamerika, 10 «//./orwosfl-ähnlich, mit feinzerteiltem, zartem, bläulichgrünem Laube und 
■weißrötlichen Blüten im April, für humose Waldstellen bestandbildend zu empfehlen ; Ver- 
mehrung durch Brutknöllchen. 

Dichöndra repens: iiicdi."rlii,'m.Mide, 
bfhaartu C o n v o 1 v ii 1 a c c o aus Nord- 
aincrika und Asien mit wurzelnden Sten- 
geln, die bis 60 cm lang werden, breit 
nierenförmigen Blättern und einzelnen, 
gelben oder weißen, achselständigcn 
Blüten ; für feuchte Orte versuchswert, 
aber bei uns kaum hart. 

Dichröma coccinea siehe Oiirisui 
— Dicksönia pilosiüscula siehe Den/i- 
stuedtUi. — Dlclytra siehe Diccntni. 

Dicranostigma Franchetiänum: 
westchinesische Hochirebirgs - C r u c i - 
fere aus der Verwandtschaft von L'ln- 
lidonium, Blätter rosettig, blaugrün, au 
einen O/^aöi/; gemahnend, Blüten gold- 
orange, wie kleine Mohnblüten, auf bis 
25 cm hohen Stengeln, April-.Mai ; wohl 
bei uns noch nicht versucht. 

Dictämnus, Diptam Ru- 
taceen — Aufrechte, aromatisch 
drüsig behaarte Stauden mit dicken, 
unpaar gefiederten Blättern, deren 
Blättchen durchscheinend gepunktet 
sind, und ansehnlichen traubigen 
Blütenständen mit rosa oder weil.ien 
Blüten,Mai-,luli. siehe Abb. I <H und 
1 '»2 : K u 1 1 u r in kräftigem, nicht zu 
leichtem Boden und sonniger oder 
auch halbschattiger Lage; \' erm e h - 
rung am besten durch Saat nach 
Reife oder Stecklinge im Frühjahr. 
Teilung mul.i sehr vorsichtig im März 
geschehen ; V e r w e n d u n g als aus- 
gezeichnete Rabattenstaude im Gar- 
ten, wie auch für den Park. Blumen 
für Schnitt brauchbar; man lasse die 
Pflanze viele Jahre ungestört; sie 

wird auch als „brennender iphui. .i. liartmann. DrLsdLiu. 

Busch" oder ..Gaspflanze" be- 
zeichnet, weil das an warmen Tagen ihr entströmende Öl sich entzünden läl.lt. 

D. albus [Fraxim'lla alba. Dictumniis Fraxirwlla). Europa bis N'ordchina. hO bis 70 cm, 
Blüten rosa, dunkel gestrichelt, wie Abb. 101, die eine schwache Pflanze zeigt, var. alba. 
weiü; für den großen Park siehe .Abb. M. aber für Schnitt zu empfehlen ; var. caucäsicus 
[D. gigdnteiis). ist üppiger, wie Abb U)2; var. turcestänicus, Turkestan. bis 1.8 m, 
Blätter sehr groß, breit, matt düstergrün, in allen Teilen größer als Typ. Blütenstände bis 
M cm lang, samenbeständig; \ar. mandshüricus, .Wandschurei. nur etwa sn cw, Blätter 
schmäler, glänzend saftig grün. Blütenstände kürzer. Blüten leuchtend rosa. 

DIdissändra lanuginösa: interessante Gesneracee aus den westchinesischen Gebirgen, die in 
der Tracht an Haherlea oder Ramondia erinnert, bis 15 cm. Blüten tiefblau oder blau und weiß, Juni- 
Juli; verträgt im Gegensatz zu Ramondia trockene steinige Lagen und ist in Schottland in Kultur. Bei 
uns sehr versuchswert und sicherlich hart. 







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Abb. 



üictaiiinus albus. I)ipt;i 



184 



Didymocarpus — Diötis 



Didymocärpus aureus (Roettlera aurea): eigenartige Qesneracee, von der das bei Didissandra 
gesagte gilt, der sie in der Tracht älinelt und mit der zusammen sie in Westctiina auftritt, Blüten leb- 
haft orange. Sollte ebenfalls bei uns im Alpinum eingebürgert werden. 

Didymophysa Aücheri: kleine, persische, mattenbildende C r u c i f e r e mit rosafarbenen, an Petro- 
cullis gemahnenden Blüten. Ob bei uns versucht? 
DIelytra siehe DicOntni. 

Dieräma (Sparcixis) pendulum (Abb. 1Q3) — Iridaceen — Sehr hübsche südafri- 
kanische Knollenstaude, bis ()0 cm, Blüten purpurn oder weiß, Juli, bis 3 cm lang; Kultur 
in warmen geschützten Lagen mit Schutz gegen Winternässe; wohl nur in den südlicheren 

Teilen des Gebietes verwendbar, aber recht ver- 
suchswert für Gesteinspartien und Rabatten. 

Digitalis, Fingerhut — Scrophula- 
r i a c e e n — Aufrechte, giftige, zumeist nur zwei- 
jährige, europäisch-westasiatische Pflanzen mit 
ansehnlichen Blüten in langen, ährigen Blüten- 
ständen wie in Abb. 193; Kultur in jedem Bo- 
den, der nicht zu schwer und feucht ist; Ver- 
mehrung durch Samen, säen sich meist selbst 
aus; Verwendung der gloxiniaef/ora als Ra- 
battenstauden, aber auch in Massen im Park, 
die anderen im lichten Gebüsch, auf Lichtungen 
usw. im Park oder im grollen Alpinum. 

D. ambigua [D. grandißöra). 0,(i bis 1 ,2 m, 
Blüten groß, weitglockig, hellgelb, bräunlich ge- 
ädert oder auch weiß, für Park und Rabatten, 
staudig ; D. ferruginea, I w, Südeuropa, Blü- 
ten eigenartig rotbraun, Juli-August, nach Blüte 
meist absterbend, \ ar. gigd/itea, bis 1,5/«; D. 
lanäta, südosteuropäische Art, bis 1,5 m, Blü- 
ten rahmgelb mit braun, eigenartig, Juli, wie 
Abb. U)4, ebenfalls nur zweijährig; D. /üfea, 
in allem kleiner als graruliflora. kahl, zitronen- 
gelb, meist mehrjährig, siehe auch die Abb. 49 von 
Sa/via grandißöra: D.purpürea. mit hellpur- 
purner Krone und weiß umrandeten Flecken; 
hiervon stammt die Gartenform var.^/ox/mae- 
flöra [D.gloxiniaeßora.D.gloxiiiioides, D. Vei't- 
c/iii). deren Blütenfarbe von weiß bis tiefrot wech- 
selt. Blüten inwendig gefleckt, Juni-Juli, auffal- 
lend ist var. monströsa mit riesigen, unfrucht- 
baren Doppelblüten (Pelorien). wie solche auch 
bei anderen Arten auftreten. 

Digraphis siehe P/id/aris. — Dimorphotheca au- 
rantiaca ist eine Sommerblume. — Dingel siehe Hinpdctis. 

DIonaea muscipula, Venusfliegenfalle: bekannte nordamerikanische Droseracee, die gleich 
Drosera nur für "Sammler und als Freilandstaude wohl kaum in Betracht kommt. 

Dioaysla aretioides und andere Arten sind m\i And rosace nahe verwandte Pr i m ul acee n aus 
den persischen Hochgebirgen, die bisher wohl noch nicht in Kultur kamen, aber für Alpenpflanzen- 
freunde eingeführt werden sollten. 

DIoscorea vlllösä''t — Di osco re a c e c n — Hübsche windende Staude mit weit auslaufenden 
Rhizomen aus Ost-Nordamerika, Blätter sehr spitz, herzeiförmig, langgestielt, kahl, dünn, grün, Blüten 
unscheinbar, ährig-rispig, grünlich, Juni-Juli; Frucht häutige, gelbgrüne geflügelte Kapsel; Kultur in 
feuchten schattigen Lagen für Liebhaber. — Auch die hochwindende knollentragende D. caucdsica, die 
besonders zur Fruchtzeit zierend ist, für schattige Lagen zu empfehlen. Ebenso D. qiiinquelöba aus der 
Mandschurei. 

Dioscorea pyrenäica siehe Borderhi. 

Diötis candidissima: 10 bis 40 (///hohe, dicht weißfilzige Komposite mit niederliegend-aufstre- 
benden Stengeln, stumpf-spateligeii Blättern und unansehnlichen, gelben Blütenköpfchen in lockeren 
Doldentrauben, August-September; eine europäische Meerstrandspflanze, die für Einfassungen und im 
Alpinum zu erproben ist. Kultur usw. ähnlich AcliUlea. 




Abb. ic)2 
caucasiciis. Kiesi 



albus var. 
nge Pflanze. 



Diphylleia— Dorönicum 



185 



Diphylleia cymösa: interessante, nordamerikanische Bc rbe ri dee mit kriechendem, Icnolligeni 
Wurzelstock, gestielten, fächerförmig gelappten, großen Qrundblättern und langgestielten, achselstän- 
digen, cyniösen. etwa 20 blutigen Dolden mit weiUen, 1,5 im breiten Blüten im Mai und darauffolgenden 
blauen Beeren. Abb. IQ.S ; K u 1 1 u r in jedem nicht zu schweren Qartenboden, in trockenen Lagen nicht 
so schön ; V e r m e h r u n g durch Teilung ; V e r w e n d u n g als ganz wirkungsvolle Staude an schatti- 
gen Orten iWaldi. 

Diplostephium amygdalinum siele Aster umbellütus. — Diptam siehe Dicicimnus. 

Dipteracänthus {Riiclliu\ strepens: aufrechte, bis über 1 m hohe, meist kahle Acanthacce mit 
vierkantigen Stengehi, gegenständigen, länglich eiförmigen, großen Blättern und 3 bis 5 cm langen, 
achselständigen, blauen Blüten, Mai-Juli ; lebt in trockenen Wäldern in Nordostamerika und dürfte bei 
uns versuehsvvert sein. 

Disporum lanugiaösuin(Ui'ii- 
liiria kinufiinosu) : nordostameri- 
kanische, 30 bis 70 cm hohe, be- 
haarte Liliacee mit Rhizom. 
eilanzcttlichen Blättern und zu 
1 — 2 achselständigen, hängenden, 
grünlichen Blüten im Mai-.luni, 
auf die rote Beeren folgen : K u 1 - 
t u r wie Uvularia oder Convolla- 
/•/a. Hart ist auch ü.smihhiniim 
virMscens, Mandschurei, Tracht 
wie Smilucina racemosa, Blüten 
achselständig, hängend, klein. 
weißlich. DAprosürtlies) Hoökeii 
aus Kalifornien geht oft als D. la- 
nuginosiim var. Hookeri, rauher 
behaart aber kaum so hart; schö- 
ner vielleicht das noch empfind 
liebere indische D. Leschenaul- 
tiänum, bis 50 cm. weiUlilütiL; . 
nur für erfahrene Pfleger. Als hau 
und hübsch für schattige Lagen 
gilt auch das etwa 50 cm hnlu 
b.pullum, Indien, Ostasien, Bin 
ten bräunlich. 

Disporum sessiVe Hort, siehe 
Oiiki'sia. — Distel siehe Cunluii-. 
und Cirsium. 

Dodärtia orieatälis: kahk 
sparrige, fast blattlose Scri' 
phulariacee aus Kleinasiin 
bis Sibirien mit verzweigtem Khi- 
zom und purpurnen Blüten in end- 
ständigen, drei- bis siebenblüti- 
gen, lockeren Ahren.Juli-.Xugust ; 
in Kultur selten und nur von bo- 
tanischem Interesse. 

Dodecätheon — P r i m u I a - 
c e e n — Eigenarti.ge, nordameri- 
kanische Stauden mit rosa-pur- 
purnen, zyklamenartigen Blüten 
im Mai, siehe Abb. l')ö; Kultur 
in etwas frischem, humosem (nicht fettemi, gut durchlässigem Boden in schattiger oder halbschattiger 
Lage, jedenfalls Schutz gegen volle Mittagssonne und Wind; Vermehrung üppiger Pflanzen durch 
Teilung, sonst durch Samen, was aber langsam geht; Verwendung fürs Alpinum, zieht nach Blüte 
ein. Man unterscheidet viele sich sehr nahe stehende Arten, wir weisen nur auf folgende hin: 

D. integrifölium, 25 cm. von Meiidia durch fleischige 1 locliMätler unter den Blüten abweichend, hier- 
her \a.r.splt^ndidum. tief karminrot; D.Jeffreyi iP.MeüJin laiu i'olium\. \(in den Rocky Mountains, viel 
üppi.ger als die folgende, Blüten doppelt so groß, purpurrot mit gelb; D. Meädia (Meddüi Dodecathia ; 
M. l)odecülheon\. Nnrdostamerika, Blüten bei den Qartensorten auch purpurn (var. tUegans), siehe Abb. 
196; D.pauciflörum, \hcm. ähnlich integrifölium. aber Blüten heller, Petalen wellig; hübsch sind aucli 
I). Clevcldridii. I>. Hendersönii und die Hybriden I). I.emoinei u. a. ni. 

Doppelsporn siehe Diccnlra. — Dornkopf siehe l'alli'nis. 

Dorönicum, Frühlingsmargerite, Gemswurz Kompositen — Aufrechte, 
harte Stauden, über deren gedrängten, herzförmigen oder ovalen Wurzelblättern sich die 
langgestielten. .4/77/tff-ähnlichen. gelben Blumen erheben; Kultur in jedem guten Garten- 
boden ; N'ermehrung durch Teilung nach der Blüte oder durch Samen im Frühjahr : \' e r- 
wendung für den Garten als wertvolle Rabatten- und Schnittstauden und ebenso im Park 
oder im großen Alpinum. 




Abb. 103. Dierdma iH'ndulum. 



186 



Dorönicum — Draba 



D. austriacum, Mitteleuropa, ohne Ausläufer und grundständige Blätter, bis über 1 m, 
Juli-August, mehr für den Park an halbschattigen Stellen; D. caucäsicum, Kaukasus. 25 
bis 50 (7H. ohne Ausläufer mit grundständigen Blättern. Blüten lebhaft goldgelb, im April, 
margeritenähnlich, auch für Töpfe (noch kleinere gute Formen sollen in den Handel kommen); 
D. Clüsii (Arnica oder Aröniaiiii Cliisii). Alpen, mit knolligem Rhizom. 50 bis 60 cm. Blüten 
schön, grol.), in gleichmäßiger Höhe, etwas später als bei voriger; D. cordifölium (D. 

coliimnae). Alpen, ohne Ausläufer, 
mit Grundblättern. 40 bis 50 cm. 
blüht mit caucäsicum, Blüten grö- 
ßer, wertvoll ; D. MatthioU (D. 
Pardaliäuches). heimisch. mit Aus- 
läufern und Grundblättern. bis über 
1 ni. Blüten klein, orangegelb, Blü- 
tenstengel mehrblütig. Mai-,luni, 
gute Gartenpflanze ; D. planta- 
gineum, Westeuropa, mit Rhizom 
und ovalen Qrundblättern. ist be- 
sonders in var. exa'lsnm (var. 
„Harpur Crewe"). bis 80 cm hoch, 
sehr schön, mit großen, gelben Blü- 
ten, die 14 Tage nach caucäsicum 
erscheinen, ganz hervorragend für 
Schnitt. Massenblüher. hierher ge- 
hört D. ma^nificum der holländi- 
schen Gärten. Ferner sei verwie- 
sen auf die cilplnenD.glacidle und 
D. Hdlleri (Aronicum scorpioides). 
Dorycnium suffruticösum siehe 
Laubholzbuch. 

Dougläsia (Andrösuce, Aräiu, Pri- 
tiiiila ode{Qregöna)Vitaliäna.ScMüs- 
selspelk: kleine, etwaS f/;/hohe, hoch- 
alpine, polsterförmige P r i ni ii 1 a c e e 
mit rosettigen, starren, linealen Blätt- 
chen und fast sitzenden, einzelnen, 
gelben Blütchen, April-Mai, zuweilen 
schon Ende März; schöner als der Typ 
die silbergraue Rasen bildenden For- 
men cindrea. praetutidna und Sds/eri. 
Kultur im Alpinum in halbsonniger, 
geneigter Lage in sandigem, durch- 
lässigem , magerem , steinigem Erd- 
reich, v/\ee\ne Androsace. Das gleiche 
gilt für die rosablütigefl./H^i'/^ga/« aus 
Nordwestamerika. 

Draba, Hungerblümchen 

— Cruciferen — Niedrige, ra- 
sige, rosettige Felsenpflänzchen 
mit gelben oder weißen Blüten- 
trauben ; Kultur in sonniger 
trockener Lage in Felsspalten; 
Vermehrung durch Teilung. Stecklinge oder Samen; Verwendung fürs Alpinum. Wir 
weisen nur auf folgende hin. doch sind eine große Anzahl sehr ähnlicher Arten und solche, 
die anderen Gruppen angehören, in Alpenpflanzenhandlungen in Kultur. 

D. aizofdes, Alpen, Voralpen, Blätter starr, immergrün, rosettig, Blütenlrauben nackt, 
5 bis 10 cm. gelb, März-Juni; D. Aizoon, südöstliches Mitteleuropa, sehr ähnlich der vo- 
rigen, üppigere Rosetten, bleichere Blüten ; D. Dedeäna, Spanien, der aizoides sehr ähnlich, 
aber Blüten rein weiß, April-Mai. beste weiße, Kalkfelsen, schöne weißblühende Dcdeana- 
Hybriden sind D. Salomönii und D. Siindcrmdnuii; D. olympica, Kleinasien, Blätter eben- 
falls dachziegelig, Blüten tiefgelb, Juni, eine der allerbesten, bei var. bruniaefölia {D. bru- 




Digitalislanata. filziger Fingerhut, 1 in. 
in Ronsdorf lOrig ). 



Draba— Drosera 



187 



niaefoliu), Tracht lockerer: D. rigida (D. bryohles. D. dicranokles), Armenien, Kaukasus, 
dicht dachziegelig beblätterte Triebe, dicht rasig, beste gelbe. 

Draba clliäta : clif unter dicsL-in Namen gehcndi.' Art ist Anibis Sropo/idna und hat nur für Liebhaber 
Wert. — Draba gigas siclie Arahis 
carduchöruni. — Draba pyrenälca 
siehe Petrocüllis. 

Dracocephalum^'}, Dra- 
chenkopf, Etagen - Erika 
— Labiaten — Aufrechte, bu- 
schige, harte Pflanzen mit quirl- 
ständigen, blauen oder purpurnen 
Blüten in ährigen Blütenständen 
wie Abb. 198/1')'); Kultur in 
nicht zu schwerem, sandig-lehmi- 
gem, ziemlich feuchtem Boden in 
halbschattiger Lage. vertragen aber 
auch sonnige Lage und trockenen 
Standort; Vermehrung durch 
Teilung oder Samen im Frühjahr; 
Ver wendungim Alpinum und 
Park, sowie auf Kabalten. 

D altaiense {D.altdicimi, D. 
grandiflönini Bentham), Sibirien, 
Altai, aufrecht, 15 bis 20 cm. Blät- 
ter wurzelständig, gebüschelt, am 
Grunde herzförmig, gelappt, be- 
haart, Blütenquirle zu dichter läng- 
licher Ähre gedrängt, mit rund- 
lichen scharf gesägten Brakteen. 
Blüten leuchtend blau, bis 4 cm 
lang. iWai-Juni, sehr gut, frischer 
Boden, halbschattig, selten echt; 
D.austriacum, Mitteleuropa, 25 

bis 40 (7//, Blätter fiederteilig, Blüten rötlichblau, .luli-August. wie Abb. l')S; D. grandi- 
flörum Linne, Sibirien -Turkestan, aufrecht bis 40 cm. Blätter am Grund keilförmig, grau 
behaart, ganzrandig, Blütenquirle nicht gedrängt. Brakteen länglich, fast ganzrandig. Blüten 
groB, leuchtend blau, .luli-August ; ähnlich doch mehr niederliegend sind ü. perci^riniim und 
D. Riipreclitidniim, blau oder wcili : D. Ruyschiäna (Ruyscliiana spicdta). Nordeuropa- 
Nordasien. ähnlich öHS/m/cM///, aber 
Blätter ganzrandig.Blüten schöner. 
(A\ai-) .luni-.luli. die var. japöni- 
cum ist besser als Art. D. argii- 
ru'nxc. anzusehen, Ostasien-.Iapan. 
blüht leuchtend blau ; D. nutans 
vür. alpinum, meist niedriger, 25 
cm. etwas kriechende Tracht, wie 
.\bb. l'i'). Blüten nickend, leuch- 
tend blauviolett, Mai-.Juni. leider 
nur zweijährig. 

Dracocephalum canariense siehe 
Cedrom'lla. — Dracocephalum spe- 
clösam Hnrt. und D. virgiaicum siehe 
['hvsostt'<;iti Drehwurz siehe Spi- 
i-tinll/,'\^ Oreiblattspiere sieh (id- 
/,;/,/ !i:i,<lhiui. — Ureihöckerblume 
<ii_he liuyriis. - Dreiling siehe Tril- 
hiiiii. Dreimasterblume siehe Tra- 
(Ifstdnliii. 

Drosera, Sonnentau: kleine, un- 
scheinbare , aber sehr interessante. 




Abii. 1<).S. Diphyllei 




Abb. 196. DodecaUieoii Man/ia. 25 cm. in Kew. 





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Abb. 197. Doionicuin plantai;ineiim excelsum, 50 cm iphot. H. Zömii 




198. Dmcoceplialum (iiistriüciiiii. österreichischer Drachenkopf, 30 a« (pl 



Drosera— Kc 



189 




Ahb. 10'). Dnicocepluüum niituns var. alpinum, nicküiider 
Drachenkopf. 20 cm lO. AriicIs, RonsJort,. 



nd Arizona, 



fleischfressende Pflänzchen, die bei uns in Torfsiimpfen gedeihen ; nur für erfahrene Pfleger zu empfeh- 
len, die besondere Plätze dafür einrichten können; man vergleiche jede Flora. 

Drottelblume siehe Soldum'tki. — Driisengriffel siehe Acknöstyles. — Dryas octopetala siehe Laub- 
holzbuch. — Dryöpteris siehe Aspidium. 

Drypis spinösa: balbstrauchartige, kahle, rasige, durchs .Mediterrangebiet verbreitete Caryophy 1- 
lacee mit vierkantigen, 8 bis LS cm 
hohen Stengeln und stark stechenden, 
wacholderähnlichen Blättern, Blüten 
weiß in Trugdolden, Mai-Juli; für stei- 
nige, trockene, warme Orte in Kalk- 
schotter für Liebhaber versuchswert. 
Duchesneai l-ragdria \ indica.TrugB 
erdbeere: unserer Inioana resm in 
der Tracht sehr ähnliche, indiscb-ost- 
asiatische Rosacee mit oberirdi- 
schen Ausläufern, gelben Blüten und 
trockenen, ungenielJbaren Früchten. 
Für warme, halbschattige, trockenere 
Lagen zur Bodenbegrünung. 

Dudleya siehe Cotyledon. 

Ebenus Montbreiii — Legumi- 
nosen — Kleinasiatische, am Grunde 
etwas verbolzende Steppenstaude wie 
Abb. 200, Blätter drei- bis vierjährig, 
Blüten purpurn, in Köpfchen, alles ab- 
stehend reichlich behaart; Kultur 
und Ve r w e n düng wie Astnif;u/us 
in warmen sonnigen Lagen für Lieb- 
haber. 

Eberwurz siehe Carlimi. — Eche- 
veria siehe CotyU'don. — Echinacea 
purpürea siehe Rudbcckiu. 

Echinocereus coccineus ( E.phoe- 
niceus), Igelkaktus: als winterhart geltende, scharlachrot blühende Kaktee aus Kolorado 
wie Abb. 20L Blüten scharlachrot mit gelbem Schlünde,; Kultur usw. wie Opuntiu. 

Echinödorus siebf Alisma. 

Echinops, Kugeldistel — Kompositen — Aufrechte, eigenartige, ornamentale 
Stauden mit disteiartigcn. stechenden, unten meist wollig behaarten Blättern und kugeligen 
Blütenköpfciien. Juli-.Aiigust: Kultur in gutem, nicht zu schwerem, etwas kalkigem Boden 
in sonniger Lage, doch sind die Pflanzen recht anspruchslos; N'ermehrung durch Samen. 
Teilung oder \Vurzelstecklinge im Frühjahr, bis Ende Mai verpflanzbar; X'erwendung als 
gute Rabattenstauden, vor allem auch für Blumenschnitt sowie im Park. 

E. bannäticus, Ungarn, 1 m. Blätter fiederspaitig. Blüten iiellblau oder wcil.i : E.hümilis, 

Altai. 1 III. Blüten intensiv 
dunkelblau, beste Art : E. ni- 
vcus, Nordwesthimalaya. 1 
bis 1 .2 m. Blüten silberweiß : 
E. Ri'tro, östliches Mittel- 
europa, bis über I in. üppig. 
Blätter doppelt fiederspaitig. 
Blüten leuchtend hellblau, 
.luni-.luli; var. tenuifölius 
U:.riitlieiiictisWori.) ist eine 
feinbclaubtc Form. .luli-Sep- 
tember. gilt als sehr gut; E. 
sphaerocephalus , hei- 
misch. 1 bis 2 III. Blätter fie- 
derspaitig. Blüten silbergrau, 
.luni-.-\ugust. 

Echium, Natterkopf: zu- 
weilen wird /:. rubrum, diese 
heimische Boragin acec. als 
Staude angeboten. ist aber zwei- 
lährig. — Edelraute siehe Arte- 
miski. — Edelrittersporn siehe 




190 



Echium — Eomfecon 



Delphinium cultörum. — Edelweiß siehe Leontopödiuni. — Edraiäathus siehe Wahlenbergia. — Ehren» 
preis siehe Verönica. — Eibisch siehe Hibiscus. — Eichenfarn siehe Aspidiun Dryöptehs. — Ein- 
beere siehe Paris. — Einknolle siehe Herminium. — Eisenhut siehe Aconitum. — Eisenicraut siehe 
Vernönia. — Eleöchan's siehe Heleöciiaris. — Elf enbeindiste! siehe Eryngium giganfi^uni. — Elfengras 
siehe Seslt-ria. — Elisma aatans siehe Alisnia. 

Elodea canadensls [Anäcliarisulsinastrum], Wasserpest: aus Nordatiieril<a stammende, jetzt auch 
bei uns eingebürgerte, untergetauchte Wasserpflanze mit quirlständigen, linealen Blättern an den bis 
1 m langen Stengeln und kleinen, unscheinbaren, rötlichen, langgestielten Blütchen, Juni-August. Nur 




Abb. 201. Eclutwcereus coccineus (E. plioeniceus), Igelkaktus, 15 tm ipiiot. 



für Wasserpflanzenliebhaber von Interesse, vermehrt sich meist so stark, daß das Anpflanzen in Park- 
teichen durchaus nicht zu empfehlen ist. 

Elodea virginica siehe Hypericum virginicun. 

Elymus, Haargras: aufrechte harte Gräser mit endständigen Blütenähren, siehe die 
Arten ; Kultur in jedem nicht zu schweren Qartenboden in sonniger Lage ; Vermehrung 
durch Samen im Frühjahr oder durch Teilung bei E. arenariiis; Verwendung als Zier- 
gräser für den Garten und die genannte Art auch für Felspartien. 

E. arenärius, bekanntes europäisches Dünengras mit hellen, weit kriechenden Rhi- 
zomen und langen, bandartigen, graublau bereiften, von unten aufstrebenden Blättern, Blüten 
in ziemlich dichten und langen, bis 1,2 ni hohen Blütenständen, Juli-August, geht im Handel 
oft fälschlich als folgende; E. glaucus, Turkestan. ohne Ausläufer, Blätter kürzer, blau- 
weiß bereift, Blütenstände bis I m. was unter diesem Namen in KuHur ist. stellt nur eine 
schön blau bereifte Form der vorigen Art dar. 

Elymus tlyslrix siehe Hyslti.x pdtula. 

Elyna Bellärdil iE. spicäta). Nacktriet: eine kleine alpine C y pe rac ee, die man gelegentlich wie 
Agrostis alpina im Apinum verwenden kann. 

EngelsUß siehe Polypödiuni. — EnglischeSchwertlilie siehe Irisxiphioides. - Enzian siehe Oentidna . 

Bomecoa chionäatha: kahle, ostchinesische, gelbsaftige Pap av eracee mit weitkriechendem, 
unterirdischem Rhizom, langgestielten, herznierenförmigen, grob gekerbten, blaugraugrünen Qrundblät- 
tern und nackten, violett überlaufenen Blütentrieben in lockeren Rispen im Frühjahr; eine noch seltene. 



EpigaOa-Hpii 



L'diiim. 



191 



bei uns aber harte, sehr interessante Art, die für feuchte, halbschattige, humose Lagen versuchswert ist; 
wird dort, wo gut angewachsen, durch Ausläufer lästig. 

Epigaea repens siehe im Laubholzbuche. 

Epilöbium \Cluiinaeru'rion). Weidenröschen, Unholdenkraut — Oenothera- 
ceen Meist aufrechte, verästelte. Iieimische Stauden mit s'-'g'-'"- "Jer wechselständigen, 
ianzettlichen Blättern und purpurnen oder weil.len Blüten in meist traubigen Blütenständen ; 
Kultur der meisten Arten nur im groüen Park an feuchten Ufern und auch auf nicht zu 
trockenen Lichtungen ; Vermehrung durchTeilung oder Saat ( Frühjahr L sonst siehe die Arten. 

E.angustifölium{E.spicutiim\, 

bis über l.,=i m hoch, Ausläufer trei- 
bend, Stengel verästelt, kahl, Blüten 
purpurn in ährigen Trauben, auch 
var. grandiflörurn (oder weil.!, var. 
alburri), Juni-September; E. Dodo- 
naei (E. rosmariniföliunn. bis 1 ///. 
Blätter schmäler, nicht netzaderig 
wie bei voriger. Blüten lilapurpurn, 
in kurzen lockerblütigen Blütenstän- 
den.. luli-.August. hiermit oft die nie- 
drigere (40 cm) E. Fleischen mit 
aufstrebendem Stengel und lebhaft 
purpurnen Blüten verwechselt, die 
nassen, schottrigen Standort liebt; 
E. birsütum, wie die erste Art. 
aber weich behaart undBlütengröl.ier, 
dunkelpurpurn, achselständig; E. 
Hectöni, eine sehr zierliche, krie- 
chende, bis 1.5 cm hohe, fein bräun- 
lichblättrige, winzigblütige. neusee- 
ländische Art, die ebenfalls durch 
Selbstaussaat recht lästig werden 
k:inn. wie alle neuseeländischen 
zwergigen .'^rten, z. B. E. linnaeoi- 
(k's und E. microplivlliim. 

Epimedium, Sockenblume 

— Berber idaceen — Interessan- 
te, harte. 1 .5 bis .?.=> cm hohe Stauden 
mit kriechendem W'urzelstock. zwei- 
bis dreifach dreizähligen. derben win- 
tergrünen. jung bronzefarbenen Blät- 
tern und eigenartig geformten, gespornten Blüten; Kultur in jedem humosen. nicht trocke- 
nen Boden in halb- oder tiefschattiger Lage; Vermehrung durch Teilung im zeitigen Früh- 
jahr oder W'urzelstecklinge bei Fintrilt der Vegetation, auch durch Saat im zeitigen Früh- 
jahr; X'erwendung im Garten für Rabatteneinfassungen, ferner im Alpinum und Park 
an geeigneten schattigen Stellen. Laub sehr hübsch, auch Blüten im Frühjahr (April-Mail 
recht zierend. 

E. alpinum, heimisch. 1.^ bis .30 cm. Blätter zwei- bis dreizählig. hübsch. Blüten klein. 
blutrot mit gelbem Sporn, der den inneren Kelchblättern gleich lang ist, April-.Wai ; E. cocci' 
neum. Form der vorigen, nicht so weit Ausläufer treibend, Blüten lebhafter, gröl.ier, rot 
mit weiß; E. macränthum, ,lapan. Blätter .5 mal dreizählig. Blüten groü. wachsartig 
rahmweiß, langgespornt, orchideenähnlich, eine lilablühende Form ist E. violdceum ; E.MuS' 
schiänum (£. ru'veum. E. macränthum var. nhriim. E. Yoiingidnum). .Japan. Blätter ein- 
fach dreizählig. Blüten kürzer gespornt als bei macränthum. bei var. alhum reiner weiß; 
E. pinnätum, Persien. Kaukasus, Blüten lebhaft gelb. Sporn ganz kurz, besonders schön 
var. diegans mit straffen, hohen Rispen ; hierher als l-ormen E. ochroleiicum und E.sulphiireum. 

Epimedium dipliyllum siehe Arerd'it/ui-:. — Epimedium tiexändrum siehe l'ancoiivi'n'a. — Epi- 
medium lilacinum ist eine Hybride zwischen /S. mucraritlium v. violuceiim und Arerantlms diphyll iis 




Abb. 202. Eqiiixelum ro/wstum. L.S i 



192 



Epipactis — Erdscheibe 



Epipäctis, Dingel, Sitter, Sumpfstendel: aufrechte, beblätterte, heimische Orchideen mit krie- 
chendem Wurzelslocl? und grünhchen oder rötlichen Blüten in Trauben; Kultur usw. siehe Orcliis. 

Außer den heimischen B. palustris mit rötlich graugrünen, innen weißlichen Blüten und weiß und 
roter Lippe, für sumpfige Wiesen und E.atrorübens{E. rubiginösa\ mit dunkelroten, duftenden Blüten, 
später blühend, für lichte Laub- und Nadelwälder, sei noch genannt E.Royleäna (E.giiratMa). Nordwest- 
Himalaya, die bis fast 1 m hoch wird und grünliche, purpurn geäderte Blüten besitzt, Juni bis Juli. 

Epipögon BpAy/Zus, Widerbart : heimische Orchidee feuchter quelliger Stellen schattiger Buchen- 
wälder, Kultur schwierig; siehe unter Orchis. 

Bquisetum, Schachtelhalm — Equisetaceen— Ausläufertreibende, eigenartige Stauden ohne 
richtige Blätter und Blüten, unfruchtbare und sporentragende Stengel gleich oder verschieden gestaltet; 
lieben meist feuchte sandige schattige Orte; Kultur mühelos; für uns vor allem die Arten mit über- 
winternden Trieben brauchbar, doch meist nur im großen Park an passenden Orten ansiedlungswert. 




Abb. 203. Enmtliis hieiiialis. Winterling, 



B. hyemäle, nördl. gemäßigte Zone, Triebe gleichartig, sehr rauh, meist überwinternd, fast immer 
astlos, bis 1,5 m, aufrecht, etwas graugrün; ß. mäximutn (E Telmateja), Europa, Westasien, westL Nord- 
amerika, fruchtbare Triebe früher erscheinend, astlos, nicht grün, absterbend, unfruchtbare, bis fast 2 m, 
meist unverzweigt, bis 1 cm dick, nicht Wintergrün ; E. robüstum, Nordamerika, bis 3 m, siehe Abb. 202, 
Triebe bis 1,5(7/; dick, feucht, nicht naß, auffallend, doch meist lästig durch Ausläufer; E. scirpoides, 
arktisch, dicht rasig, niederliegend-aufsteigend, Triebe gleichartig, bis 20 cm, bis 1,5 mm dick, hübsche 
kleine Art; E. variegätum, Nord- und Mitteleuropa, Sibirien, Nordamerika, oft rasig, Triebe gleichartig, 
bis 30 fm, bis 2 mm dick, grasgrün; ebenfalls brauchbar. 

Eränthis hiemälis, Winterakonit, Winterling, Winterstern: heimische, nied- 
rige, 8 bis 10(7« hohe Ranunculacee mit knolHgem Wurzelstock, schildförmigen, fieder- 
teihgen Blättern und einzelnen gelben Blüten. Februar-März, wie Abb. 203; Kultur in halb- 
schattiger Lage in jedem nicht zu schweren Gartenboden. Knollen im Frühherbst b bis 8 cm 
tief einlegen ; Vermehrung durch Teilung im Sommer oder Samen im Herbst an Ort und 
Stelle, sät sich auch selbst aus; Verwendung in Massen im Park, und im Rasen in Ge- 
meinschaft mit Galan t/n/s, Scilla usw., stirbt nach Blütezeit ab. man vergleiche auch das auf 
Seite 66 Gesagte; die E. cilicica ist etwas größerblütig, blüht etwas früher und ist noch 
härter als hicnialis. 

Erdbeere siehe Eniodna. — Erdbeerhimbeere siehe Rubus illecebrösus.— Erdbirne siehe Apios. — 
Erdscheibe siehe Cvckimen. 



Ercinostdchys— üriänthus 




v-5. 



:« ^Öfj^-».^ 



..■j::Ji 



Eremostächys laclaiäta: an Ph/u- 
rnis gemahnende, kleinasiatisch-kauka- 
sischc, 30 bis 70 cm hohe, weiljwollige 
Labiate mit großen, doppelt gefie- 
derten Grundblättern und ansehnlichen, 
5 irii langen, stumpf purpurroten Blüten 
mit lebhaft rotem Mittellappen der Lippe, 
in quirligen Scheinähren,. luni; wie/Wo- 
niis versuchswert. 

Eremürus. Cleopatrana- 
del, Lilienschweif, Steppen- 
lilie — Uliaceen [Prächtige, 
asiatische Stauden mit fleischigen 
Wurzeln, rosettigen Blättern und 
mächtigen, ährigen Blütentrauben 
wie Abb. 2.?; Kultur in nahrhaf- 
tem, tiefgründigem, frischem, nicht 
zu leichtem, aber gut durchlässigem 
Boden: man pflanze im August so 
tief, daü die W'urzelstöcke 1 nri mit 
Erde bedeckt sind, und gebe imter 
dieW'urzelkronen eine Sandschicht; 
zur Triebzeit gut gielien. während 
der Ruheperiode imd im Winter aber 
Schutz gegen Nässe, sowie im 
schneelosen Winter Reisig- oder 
Laubdecke und ebenso Schutz beim 
Austrieb im Frühjahr; Vermeh- 
rung durch Teilung 1 Wurzelschnitt- .,|^ ,^^^ ,,,,,,„..,,, mmmIu 
linge nach Blütezeit, .Anzucht aus -^ • ' ■ '',"„„,'| !„ |^,^;,^. „;.,^,„,, 
Samen langsam), man kultiviert am 

besten im ersten Jahre in Töpfen; \'er wen düng als höchst malerische Gruppen- und 
Rabattenstauden, die bei richtiger Pflege sich zu mächtigen Exemplaren mit vielen Blüten- 
ständen entwickeln. 

E. altäicus, .Altai. Mittelasien, 1 w, Blüten bräunlich oder grünlich gelb, härteste aber 
unscheinbare .Art; E.Büngei, I^ersien, bis 1 „s m. Blätter schmal, Blüten wunderschön kana- 
riengelb mit orangeroten Staubbeuteln, .luni-.luli; E. himaläicus, Westhimalaya, 40 bis 
.^0 cm. selten höher. Blüten wcili. .Wai-.Iuni. eine der best gedeihenden, härtesten Arten; E. 

Olgae, Turkestan, Wuchs schwä- 
cher, Blätter feiner, Schaft niedri- 
ger als bei robustus , Blüten zart 
rosa, sehr schön grol.^, ,Iuli-August, 
recht ertipfindlich gegen Nässe ; ähn- 
ch und ebenso schön E.lactiflö- 
rus, Blüten schneeweiß, recht win- 
terhart; E. robustus, Turkestan, 
bis 2..S m. Blätter lang und breit. 
Blüten weil.i. Mai-.luni, wie Abb. 2.3. 
sehr schön ist var. su/x'rbus, bis i m, 
hellrosa; sehr nahe steht E.EIwe- 
sii iB. Blwesiciniis), alles in allem 
üppiger als robustus. Blütenstände 
bis über 3 m, Blüten rosa, .luni, gilt 
als schönste Art; E. spectäbilis, 
Kaukasus, Kleinasien, bis etwa 60 
cm. Blüten schwefelgelb. Abb. 204, 
nicht so schön wie die anderen. 

Abb. 205. Erianthus Ruveniwe, 1 in EriäathusRavenaae orndmmUles. 

(Orig., Botan. Garten, .Marburg). südeuropäisches. an das Pampasgras ge- 

ca-Schneider, Unsere Freilandstauden, 3. .\uflage. 13 




Eriänthus— Erigeroii 




Abb. 206. Erigeron mesugrande speiiosiis, Qartenformen (H. Junge 



mahnendes Ziergras, wie Abb. 205, das bis über 2 ra hoch wird und im Spätsommer blüht; Kultur in 
nicht zu schwerem und feuchtem Boden in sonniger Lage; Vermehrung durch Teilung und Samen; 
V e r w e n d u n g als Einzelpflanze auf Rasen, im Winter guten Schutz gegen Nässe ; Blüten für Trocken- 
buketts geeignet. 

Erigeron, Berufkraut, Beschreikraut — Kompositen — Niedrige, buschige, 
reichverzweigte Stauden mit einfachen Blättern und einzelnen oder zu wenigen doldentrau- 
bigen Blütenköpfen mit lim Gegensatz zu Aster) mehrreihigen Strahlenblüten, wie Abb. 20h: 
Kultur usw. wie Aster. Gute Schnittblumen. 

E. aurantiacus, Turkestan, 1 5 bis 20 an. behaart, Blütenköpfe einzeln, orangegelb, 4 cm 
breit, .Juni-August, fürEinfassungen 
und Felspartien, verbesserte Kultur- 
formen gehen als var. hybridiis; E. 
Coülteri, Rocky Mts.. bis 40 cm, 
Blätter etwas gezähnt, Blüten rein- 
weiß, zu 1 bis 3, Juni-Juli; für Rabat- 
ten und Schnitt; E. frigidus, Pyre- 
näen, niedrig, dichtrasig, Blüten kar- 
mesin, Mai -Juni, für Felsanlagen; 
E. glabeHus, Mittel- und Nord- 
amerika, etwas kriechend, 20 bis 50 
cm, Blätter ganzrandig, Blüten blaß- 
blauviolett zu 1 bis .3, Juni-August; 
E. glandulösus, Kolorado, rasig, 
bis 25 cm, rauhlich behaart, rötlich- 
lila. in Kultur eine var. major. Juli- 
August ; £.gTa/7t//7/örus,Britisch- 
Kolumbien, Kolorado. bis 30 c/n, 
Blütenstände einköpfig, mattlila, in 

Kultur var. eldtior, bis 40 cm. ,luli ; ^bb. 207. ErioptivUum caespilosum, 25 cm 

E. hybrid US ( /•. anrantiaciis X E- (phJt. .\. Purpus), 




Erigeron— Kritrichiiim 



195 



„Antwerpia", 80 cm. lila, Blüten 
Arnos Perry", niedrig, grol.iblu- 
.liili: ..1:1 sie". .^^ his 40 cm. lila- 




Abb. JOS. l:rodiiun rkiysiiiithiim, Qold-Rc'ihcrschnabcl, \h cni 



Villarsii). von diesen hybriden Formen seien erwähnt: 
.S bis () cm Durchmesser, .luni-Aiigust, bei albus weiß; 
mig, reichbliJhend. lila; „Asa (ira\-. apriko^enfarhia 
rosa, lange blühend, gut, Juli- 
August; „Quakeress", 
hoher, mattrosalila, Juli bis 
Herbst, reichblühend ; £./n- 
termedius, Ausläufer trei- 
bende Art mit größeren, ed- 
leren, hellila blumen, Juli- 
August, auch als Brigeron 
„La Grandessc" und „Per- 
ry'sV'ariety" im Handel, bo- 
tanisch unsicher; E. [Aster) 
mesagrände speciö' 
sus, Kolorado, bis 40 cm. 
Blüten groß, tiefblauviolett. 
in lockeren straffen, schönen 
Dolden, Juni -August, wie 
Abb. 20h. gilt als sehr gute, 
aber botanisch unsichere'*' I 
Sorte; E. iSteruictis) spC' 
ciösus, nördliches Nord- 
west-Amerika, bis 50 cm. 
Stengel reichbeblättert. Blü- 
ten groß, lilapurpurn, var. 

sii/k'rbiis. etwas hcWcT. var. granc/ißöriis, größere Blüten, dunkelblau violett; var. ..Lasur", 
lavendelblau; var. semiplc'nus, im Aufblühen gefüllt, gilt als gut, Juni-August. 
Brigeron trilobus siehe \'ittadinia aiistnilis. 

Erinus alpinus, Leberbalsam: niedrige. lObis \5cin hohe, buschige, alpine Sc roph u I a r 1 a c e e 
mit fast kahlen. Ljegenstaiidigen, spateligeii Blättern und traubig angeordneten, violettpurpurnen, karmin- 
roten (var. cuniüiieus\ oder weißen (var. albus) Blüten. Mai bis Juni ,• K u 1 1 u r in der Felspartie in trocke- 
nen Lagen, die gegen Regen, Wind und grelle Sonne geschützt sind, auch an alten Mauern ; V e r ni e h - 
rung durch Teilung oder Saat; die Pflanzen bürgern sich meist durch Selbstaussaat ein, wintern aber 
in zu reichem Boden leicht aus. £. Iiispänicus iE. /lirsiitu.s) ist stärker behaart. 

Cr/dfonu/n, Wollknöterich : von dieser westnordamerikanischen P o 1 y g o n a c c e sind meist Sträu- 
cher in Kultur (siehe Laubhoftbuchl. Von staudigen Arten sei genannt: E. racemösum, grundständige 
Blätter weißfilzig, Blütenstände 25 bis 50 rm, Blüten weiß, Juli; für trockene sonnige Lagen. 

Eriöphorum, Wolljtras — C y p e r a c e e n — Auf moorigen, torfigen Wiesen bei uns heimische Cy- 
pergräser mit linealen Blättern und wolligen Blütenährchen; Kultur im Alpinum im sumpfigen Moor- 
beel oder auch im Parke an ähnlichen Plätzen; Vermehrung durch Teilung. 

E. I Trirliöplioniml alpinum, 5 bis 25 
(■/;;. Stengel rauh, dreikantig. Ahrchen 
einzeln, April bis Mai : E. polystächyum 
{/:. a'ri'iisti/ö/iuiiit. bis 45 riii. Stengel 
rundlich. .\hrchen zu 3 bis5. weißwollige 
l-ruchstiinde. Juni bis Jidi. 

Eriophyllam caespitösum [Ra/iiu 
hiridiiit: nordwestamerikanische, 15 bis 
25 cm hohe, polsterbildende, grauweiß- 
filzige Komposite mit fast doppelt 
gefiederten Blättern und gestielten, hell- 
goldgelben Blütenköpfen mit etwa acht 
breiten Strahlen, .luni bis August lAbb. 
207i; für sonnige trockene Felspartien 
empfehlenswert und hart. 

EritrichiumJawcai^luhL-Krynitz/cia. 
Erilrichium terglouönse {E.terglo- 
viCnsc. /:. minimu. Zwergverjfißmeln- 
nicht, Himmelsherold: winzige, kaum 
bis 2 cm hohe, rasige, zottige, hoch- 
alpine Boraginacee mit rein tief 
himmelblauen "Blüten in 7, bis 6 blutigen 
13' 






Erodium imicradcuuiu. aromatischer Reiher- 
schnabel. 15 (YH. in Kew iirin-i. 



196 



Eritrichium — Eryngium 




Abb. 210. Eryngium cilpinum, Alpen-Edeldistel, Teil eines 
Blütenstandes von oben gesehen (Aus der „Gartenweit"). 



Blütenständen. Eine der reizendsten Al- 
penpflanzen, die aber nur erfahrene Pfle- 
ger sich erhalten können. 
Erne siehe Lavuti'ni. 
Erödium, Reiherschnabel 
— Geraniaceen — Niedrige, 
storchschnabelähnliche Stauden, die 
fast alle sonnige, steinige Lagen lie- 
ben und, außer /:. Manescavi, in zu 
nahrhaftem Boden versagen; siehe 
im übrigen die Arten. 

\E. absinthioides iE. arminum, 
E. anthetniföliiiin. E. olyinpicum, E. 
petrac'iim. El. Sibtlwrpidniim\. Klein- 
asien, .Armenien, variable Art, bis 
20 cm, Blätter weich- und seidig 
behaart, dreieckig-oval, 2 fach fieder- 
schnittig, Blütenstände 2 bis 8 blu- 
tig, violett oder rosa; E.chrysäri' 
thum (E.absinthioides Sibth.etSm., 
nicht Willd.) (Abb. 208), Griechen- 
land, alpin, dickes Rhizom, Grund- 
blätter doppelt gefiedert, silbrig be- 
haart, Blüten zu 2 bis 5. schwefelgelb, Mai-Juli, für Qesteinsanlagen;£. Manescavi, Pyre- 
näen, bis 50 cm, [:51ätter grün, aromatisch. Blüten magentarot. etwa 3 cm breit, zahlreich, 
Juni-September, für tiefgründigen, nahrhaften, nicht zu leichten Gartenboden und nicht zu 
schattige Lage im Garten geeignet, was in Kultur, soll nicht typisch, sondern var. luxiirians 
sein; im Alpinum leicht wuchernd; Vermehrung durch Samen; E. macradenum, Pyre- 
näen, niedrig, grün und fast ganz kahl. Blüten hell lilapurpurn mit schwarzer Zeichnung. 
Mai-Juni, wie Abb. 20'i, Felsenpflanze für sonnige Lage mit tiefgehenden Wurzeln; gleiche 
Behandlung verlangt £.c/je77anr/j//ö//um,Spanien-Xordafrika, mit farnähnlichen, grauhaa- 
rigen Blättern und weilkn, seh warz gezeichneten Blüten,Juni-Juli; zwischen dieserArt und E. ma- 
cradenum die Hybride E. Willkommiunum . Außerdem noch eine ganze Anzahl Arten in Kultur, die 
zumTeil nur für erfahrene 
Pfleger geeignet sind. 

Erpetion reaiförmes'tehe 
Violu hederacea. — Ervutn 
gräclle siehe Vicia unijüga. 

Eryngium, Edeidi° 
stel, Mannstreu — 

Umbelliferen — Eigen- 
artige, oft bizarre, ste- 
chend belaubte, aufrech- 
te Pflanzen mit kopfigen 
Blütenständen. Juni-Ok- 
tober; wie Abb. 210 bis 
2 1 3 ; K u 1 1 u r in leichtem 
Boden und sonniger La- 
ge, sehr anspruchslos; 
Vermehrung durch 
Saat, gleich nach Reife, 
oder Wurzelschnittlinge, 
Teilung unmöglich ; V e r- 
w e n d u n g als Gruppen- 
stauden und im Park für 
warme, steinige, magere 

Lehnen; prächtiges Mate- Abb. 211. Ervngium'umethvstinum. stahlblaue Edcldistel, Teil eines 

rial für \'asenschmuck. Blütenstandes von oben gesehen (.Aus der „Gartenweit"). 




-rm^-'/wm 



Enngium— Erysin 



197 






A. Blattnervatur netzig, Blätter nicht lang und schmal. 

1. Grundblätter ganzrandig oder nur gelappt: E. alpinum, Alpen, 30 bis 
50 cm, Stengelblätter drei- bis fünfspaltig, Blütentriebe stahlblau, Ende .luni-.\ugust, wie 
Abb. 210, hierher die üppigere var. siipcrbum und die von Teuscher'*'*! neu beobachtete var. 
luxiirians, bei der sämtliche Blütenstützblätter hochblattartig vergrölöert sind; E. gigari' 
teum (£. asperijölium\. Armenien, Kaukasus, bis 75 cm. Grundblätter herzförmig, obere 
stengelumfassend, länglich, Blütenstände weiß, daher „Elf enbeindistel" genannt, Juli- 
August, nur zweijährig, geht nach l^lüle ein, aber hervorragend für Schnitt; E. Olheriä' 
num, Orient, bis 75 cm. Grund- 
blätter herzförmig, Stengelblätter 
tiefdreilappig, Blütentriebe amc- 
thystblau, sehr effektvoll, ebenfalls 
Bodendecke ; E.planum. heimisch, 
bis 1 m. Grundblätter herzförmig. 
Stengelblätter drei- bis fünfspaltig. 
Blütentriebe blau, .luli-September. 
kleinköpfigste .Art. verwildert leicht, 
nur für große Plätze und leichten 
sandigen Boden. Zu dieser Gruppe 
gehört auch das heimische E. man- 
timiim. See-iWannstreu, das gelegen- 
tlich kultiviert wird.- 11. Alle Blät- 
ter vielteilig; E. amethysti- 
num. Kärnten bis Dalmatien, 40 
bis ()0 cm, Blütentriebe wie Abb. 2 1 1 , 
Blütenstand besonders schön stahl- 
blau; E. Bourgäti, Spanien, bis 
MUm. Blätter stark zerteilt, hübsch 
hhiu, E.Zabeliii H. alpinum X Boiir- 
gati\, bis 1 m. Blütentriebe herrlich 
blau, wie Abb. 212; hierher die schö- 
nen Sorten „Juwel".'''*) stahlblau, ro- 
biistiim. üppig, große Blütenstände, 
und „N'ioletta". rötlich violett. 

B. Blattncrvatur parallel. Blätter 
lang und schmal. 

E. agavifölium, Argentinien, 
bis über 1 m. Basalblätter rosettig. 
schwertförmig, grobdornig gesägt. 
Blütenköpfe zylindrisch, im zeitigen 
Frühjahr.mitWinterdecke;£.a(7uä= 
ticum (E.yuccaeföliiim). östl.\'er- 
einigte Staaten, bis über 1 /».Blätter m,. akiuis i<".i!-j"ri . 

lang, lineal. steif, untere bis 75 cm. 

Blüten in ei-kugeligen Köpfen, gilt als härteste Art dieser Gruppe; E. pandanifölium, 
Brasilien, L'ruguay, Argentinien, bis 1,5 ///. Blätter bis 80 cm lang, gezähnt. Pjlütentriebe 
bis 2 w hoch, rispig verzweigt. Köpfe rötlichviolett, warme, geschützte feuchte Lagen und 
Winterdecke; E. proteaeflörum, Mexiko, wie Abb. 21.5. für feuchte grasige Lagen und 
nicht zu schweren kalkfreicn Boden. Winterdecke; alle nurfür den südlichen Teil des Gebietes. 

Erysimum, Schotendotter — Cr u eiferen — Niedrige, rasige oder dichtbuschige 
Eelsenpflanzen mit meist linealen Blättern und doldentraubigen Blütenständen, wie Abb. 214, 
iWai bis Juni ; K u 1 1 u r in trockenen sonnigen Lagen ; \' e r m e h r u n g durch Teilung ; Ver- 
wendung für Felspartien ; manche der angebotenen .Arten wie £. candscens und Perowski- 
(inum sind nur zwei- oder einjährig. Wir heben folgende hervor: 

E. dübium i£. oc/iro/eücum i, Spanien. Schweiz. 10bis40rw. Blätter graugrün, etwas 
gezähnt. Blüten zitronen- bis strohgelb, wie Abb. 2 I 4 ; £. Kotschyänum, Kleinasien. 1 5 
bis 20 cm. blaugrüne, schmalblättrige Rasen, orangegoldgelbe Blüten, in strengen Wintern 




Erysimum— Erythrönium 



empfindlich; E. pulchellum [Cheirdnthus nipc'stris], Kleinasien. Armenien, grünrasig, va- 
riabel. 10 bis.S()(;v«, Blätter gezähnt. Blüten tieforange; ^.purpureum, Libanon. Armenien, 
bis 1 ö cm. untere Blätter federig behaart. Pjliitcn purpurrot, auffällig, echt nicht in Kultur, was 




Abb. 213. Eryri'^nji:, 



iiuxikaiiische Edeldistel, in der Heimat (phot. A. Purpus). 



als purpureum geht, ist E. asperum aus Nordamerika, eine meist zweijährige Form ; E. pü- 
milum^^), italienische Alpen, 5 bis 10 cm, Blüten hell goldgelb, groß, prächtige Alpine. 

Erysimum Perowskiänum aus dem Kaukasus ist eine jetzt oft gepflanzte tieforangeblütige Annu- 
elle, die auch als E. oder Clieiranthus Allionii geht. 

Erythraea chloödes (E. elödes), Tausend- 
guldenkraut: ganz niedrige, 5 bis 10 rm hohe 
verästelte Qentianacee aus Frankreich mit 
schön pfirsichroten Blüten, Juli-September; 
Kultur in ziemlich feuchtem, mit Moorerde 
durchsetztem, lehmigem Boden, halbschattig; 
Vermehrung durch Samen; nur für Liebhaber 
im Alpinum; ähnlich die heimiche nur einjäh- 
rige E. pukhäla und E. spkata vom Balkan. 
Brythrochaete palmatifida siehe SenMo 
japöniciis. 

Erythrönium*"), Hundszahn, 
Schoßwurz — L i 1 i a c e e n — Zwiebel- 
gewächse mit zwei Grundblättern, die oft 
hübsch gefleckt sind. Blüten einzeln oder 
mehrere auf blattlosem Schafte, nickend, 
c yclamenartig ; K u 1 1 u r in gut durchlässi- 
gem humusreichem Boden (in schwerem 
Abb. 214. Ervsimmnduhn,mU-:.ochrjU;,nnin tictuuliKr Boden Sandzusatz) in halbschattigerLage; 
Schotondotter, 15 (■///, in Kew (Orig,). Zwiebeln 12 bis 2,S (w tief legen; Ver- 




Krythrönium— Huphürbia 1 qq 

mehrung durch Briitzwiebeln. im .luli bis Oktober: \' er wen düng im Steingarten, Alpi- 
mim und Parl< im L'nterliolz. 

I. I^iüten einzeln, ohne Saum am Gründe der inneren Fetalen: E. älbidum, wie folgende, 
aber Blätter ungefleckt, blasser grün. Bliiten weil.'ilich rosa, am Grunde gelb: £. americä' 
num, östl. Nordamerika, bis 2^ an. Wuchs dicht rasig. Blätter stark gefleckt, Blüten gelb, 
außen oft purpurn überhaucht; E. Dens-Cänis, Mitteleuropa, .lapan, 10 bis \r> cm. Blätter 
eiianzettiich. glänzend grün, purpurn gefleckt, Blüten hiapurpurn, weiU, rosa oder fleisch- 
farben, A\ärz-April; schöner var. sibiricutn (E. sibiriaim), in allen Teilen größer, intensiver 
dunkler purpurn. 

II. Blüten zu 2 bis -l (oder mehr), innere Fetalen mit Ohrchen (nordwestamerikanische Arten i : 
E. grandiflörum [E.gigänteum\, bis fast 5ü cm. Blätter glänzend grün, spitz breit lan- 
zettlich, Blüten zu ,? bis .=■ lebhaft gelb; eine der besten Arten; E. tiartwegü, bis 25 cm. 
Blätter im Austrieb braun mit weilJlichgrün. später grün mit heller netziger Zeichnung. Blü- 
tenstände fast sitzend, doch Einzelblüten lang gestielt, blaßgelb mit orange Zeichnung; E.re- 
volütum, Blätter zu 1 bis 4. weiß und hellbraun gefleckt, Blüten weiß oder rosa, im Ver- 
blühen purpurn, hierher var. albiflörum {E. iriirantc'iini oder grandif/önim var. alhijlönim). 
Blüten weiß mit grünlich und braun. Ferner zu nennen E citn'niim. hellgelb, innen orange, 
und E. Hendersönii. hell purpurn mit schwarzpurpurnem Innern. 

Erythrostictus palaestiaus (Androcynibiiim paluestinuni]: niedrige Liliacee aus Palästina mit ei- 
förmiger Zwiebelknolle und rosettigen länglichen Blättern, die die lilafarbigen Blütenköpfchen einhüllen; 
April ; Kultur usw. etwa wie Merendcra. 

Esparsette siehe O/ioönV/H.s. — Etagenblume siehe Moncirdu. — Etagen-Erika siehe Dracoci'p/ia/um. 

Eücomls punctata ist eine Liliacee vom Kap, mit oberseits grünen, unterseits gleich dem Blüten- 
scliatt rotbraun gefleckten Blättern, dichten Blfltentrauben mit grüngelben, duftenden Blüten im Juli; 
für uns kaum von Belang. 

Eulällajapönica siehvMi.-^ränl/ms sirn'nsis. — Eunömla cordäla und rotundifölia siehe Aethion^ma. 

Eupatörium, Kunigundenkraut, Wasserdost, Silberdost — Kompositen — 
Harte, nordamerikanische, aufrechte Stauden mit gegenständigen oder quirlständigen, ovalen 
Blättern und kleinen, weißen oder purpurnen Blütenköpfen in ansehnlichen doldentraubigen 
Blütenständen, August-September, wie Abb. (> ; Kultur in jedem nicht zu armen Gartenboden ; 
Vermehrung durch Teilung, Stecklinge oder Samen; X'erwendung für Rabatten und 
vor allem im Park an Ufern und vor Gehölz. 

E. ageratoides, kahl, verzweigt, bis 1 m hoch. Blätter gegenständig. Blüten weiß, August- 
September; E. aromäticurn, ähnlich, aber etwas behaart. Blätter dicklicher, blüht später, 
liebt trockenere Oite: E. cannabinum, Europa, hiervon var. alhum. 0.5 bis 1 m. weiß, 
für feuchte Lagen als Herbstblüher ; ferner var..//. /;/.. Blüten gefüllt, leuchtend purpurrosa; 
E. purpureum, bis über 1.5 m. Triebe nur am Ende verzweigt. Blätter quirlig, Blüten 
purpurn, in verschiedenen Schattierungen, dunkelviolett (var. «/'/■ryw/7W/-(7/w/y und violettrot 
(var. viohiccum). Ende .luli-August, Abb. 0. 

Euphorbia, Wolfsmilch — Euph orb iaceen - Xielgestaltige, Milchsaft führende 
Stauden mit eigentümlichen, unansehnlichen Blüten in oft lebhaft gefärbten doldentraubigen Blü- 
tenständen. Man vergleiche die einzelnen Arten, von denen wir nur auf folgende hinweisen : 

E. capituläta, Dalmatien. niedrig, kriechend, mit winzigen Blättchen und gelben Blüten- 
ständen; für sonnige Gesteinslagen und Felsritzen. Vermehrung durch Teilung und Steck- 
hnge; E. corolläta. östl. Nordamerika, oo bis SOcw. Blütenstände auffällig, weiß, an Gypso- 
phila erinnernd. iN\ai bis Herbst, für sonnige trockene Lage, auch zum Schnitt; E.Myrsinites, 
Korsika, niederliegend aufstrebend, rasig, bis 15 cm. Blätter dicklich, blaugrün, besonders 
schön im Herbst. Blütendolden auffällig giftig gelbgrün. Mai bis .luni. ebenfalls Felsenpflanze, 
verbreitet sich leicht durch Selbstaussaat, zu empfehlen; E. palustris, heimisch, 1 bis 
1,25 m, buschig, weidenblättrig. Blütendolden gelbbraun. .Wai-.luni. für feuchte Stellen und 
Ufer im Park sehr brauchbar: E. polychröma, heimisch, bis 40 cm. dichtbuschig. Stengel 
einfach, aufrecht. Blütendolden leuchtend gelb, gute Rabattenpflanze, auch im großen Alpinum 
und Park in .Wassen verwendbar, für sehr trockene, sandige Lagen, unverwüstlich, zum lang- 
samen .\ntreiben im Topf geeignet: Vermehrung durch Stecklinge; sehr ähnlich, aber etwas 
kleinerund zierlicher ist die heimische E.epithymoides. beide stehen der variablen E.pilösa 
sehr nahe, von der als var. major eine der polychröma ähnliche Form mit goldgelber Be- 
laubung in Kultur ist. — Die E. vanf<{dra iE. marij;indta\ sowie törrida sind einjährige, weiß- 
buntblättrige amerikanische .'\rtjn, die oft als Sommerblumen kultiviert werden. 



200 



Euryängium — Festi'ica 



Eurjäoglum Sümbul siehe Fdru/a. — Burybiöpsis austrälis siehe Vittadima. 
Büstoma Aadrewsü: eine Qentianacee aus Kolorado, 10 bis 25 cm, Blätter oval, blaugrau, 
immergrüne Rosetten bildend, Blüten prächtig violett, fast 5 cm breit; ob bei uns erprobt? 

Euihämia graminifolia siehe Senecio lanceoUita. ~ Eutöca sericea siehe Pliacelia. — Ewigleben 
siehe Sempeivivurn. 

Facchinia siehe Alsine. — Fackellilie siehe Tritomu. 

Fagopyrum cymösum, Buchweizen — Pol y gon ac e e n — 0,5 bis 1 m hohe Staude aus dem 
Himalaya, Wurzelausläufer, Blätter pfeilförmig, Blüten weiß, in endständigen Rispen, Juli-September; 
K u 1 1 u r in jedem Oartenboden ; V e r m e h r u n g durch Samen und Teilung; Verwendung für Grup- 
pen in Garten und Park, Ausläufer eindämmen, noch sehr selten, 

Falcäria vulgaris (F. Rivini. f. sioi- 
cles. Prionilis Falcäria, Sium Falcariu], 
Sichelwurz: heimische, 40 bis 80 tv/; 
hohe Umbellifere mit dreizähligen 
Blättern und weißen Blütendolden im 
Juli-August, die man gelegentlich im 
Park verwenden kann; liebt ziemlich 
trockene Orte. 

Falsche Alaunwurzel siehe lellima. 
— Falscher Drachenkopf siehe Phy- 
sosli'gia. — Falscher Salomonssiegel 
siehe Smilucinu. — Faltenlilie siehe 
I.loydia. — Fartügium grande siehe 
Senecio. 

Farsetia (Fibigia) clypeäta (Alyssum 
clypecitum und c/ieiran!/ii/ölium): klein- 
asiatisch-persische, 25 cm hohe C r u c i - 
f e r e mit oblongen, sternfilzigen Grund- 
blättern und gelben, zur Fruchtzeit sich 
verlängernden Blütentrauben, April; für 
sonnige trockene Stellen im Alpinum für 
Liebhaber brauchbar. 

Fasanenauge siehe Narcissu s poeti- 
ciis. — Federgras siehe Stipa. — Fe- 
dermohn siehe Boccönia. — Federnel- 
ke siehe Diunllius plumdrius. — Feig- 
wurz siehe Ranünciilus Ficdria. — Fel- 
berich siehe Lysimächia. — Felsbrech 
siehe Petröcoptis. — Felsenbeere siehe 
Riihiis saxdli/is. — Felsennelke siehe 
/ liii/ca. — Felsröschen siehe Helidn- 
llieninm. — Ferkelkraut siehe Hvpo- 
(hoeris. 

Ferula, Riesenfenchel, 
Steckenkraut — Umbellife- 
ren — Hohe, sehr ornamentale 
Stauden mit dicken, fleischigen Wur- 
zeln, feingefiederten Blättern und 
gelben Blütendolden vom Juni bis August, wie Abb. 215; Kultur in ziemlich schwerem, 
tiefgründigem Rasenboden in warmer sonniger Lage, in schneelosem Winter Decke; Ver- 
mehr u n g durch Samen ; Verwendung als sehr hübsche Einzelpflanzen auf Rasen ; will 
man das Grün lange erhalten, so unterdrücke man frühzeitig die Blütentriebe, aber die Pflan- 
zen sind gerade zur Blütezeit wundervoll, gehen dann jedoch zurück; besonders im Park am 
Ufer sehr wirkungsvoll. 

F. Assafoetida (Scorodösma foeticiiim), Persien-Afghanistan, bis 1,5 m, reichverzweigt, 
Blätter breit doppeltfiederschnittig, feinfilzig, Blütenstände breit, gelb, bedarf des Winter- 
schutzes ; F. communis, Südeuropa. Blattbusch kompakt. Blätter sehr feinschnittig, Blüten- 
stände bis über 2 m. bei var. glaiica (F. glatica), Blätter unterseits graugrün, gilt als schöner; 
F. gigantea, Zentralasien, höher als vorige, aber sonst sehr ähnlich. Juli-August; F. Lin- 
kii, kanarische Inseln, Blätter sehr fein zerschlitzt, bis über 2 m. in rauhen Lagen Winter- 
decke ; F. Närthex (Narthex Asafoc'tida), Tibet. Blätter nur doppelt gefiedert, ganze Pflanze 
kleiner als vorige Arten, wie Abb. 215, blüht oft erst nach vielen Jahren; ferner gelegent- 
lich als Blattpflanze empfohlen F. Siimbiil (Euryängium Sumbiil) aus Turkestan. 

Festüca, Schwingel : hübsche, 1 bis 30 c;n hohe Ziergräser, wie Abb. 2 1 o ; Kultur 
an sonnigen trockenen Stellen in Felspartien oder auch in leichtem Boden an sonnigen Or- 




Abb. 215. Ferula Narthex, Riesenfenchel, 
in Kew (Orig.i. 



Festi'ica— FilipC'ndiila 



ten: X'ermehrung durch Teilung (Pflanzzeit August-September) oder Samen; Verwen- 
dung als Einfassungen im Garten oder für trockene Hänge. 

F. aürea (/'. spudiccu). bis 40 cw. i-ilätfcr hruitlineal. biaugrün, hübsche Büschel bildend ; 
F.glauca iF. ovina var. glaiiccn. 
blaugraugrüne Form der verbreite- 
ten Lwina : F. punctöria, Libanon 
und Taurus. Blätter steif, bläulich, 
stechend, bis 1 5 cm, für trockene, 
sonnige Standorte. Felsen, leidet 
sonst durch Winternässe; F. sco= 
päria (/•'. crinum-iirsi Hort.i, Pyre- 
näen, bis 30 cm. Blätter hellgrün, 
fädig, wie .Abb. 2\(^. 

Fettblatt siehe Seduiii. — Fettkraut 
siehe Pingiiicitla. — Feuerlilie siehe /./- 
liumbulbiferum.— Feuerröschen siehe 
Adonis. 

FIbigIa clypeäta siehe l'urscHia cly- 
peuta. —FIcäria calthaefölia siehe Ra- 
nünculiis. — Ficäria glaciälis siehe0.vr- 
gnipliis. — Fieberidee siehe Menyan- 
tlies. — Fieberl<raut siehe Triösteiwi. 

Filipendula*^\ ^Spirat'a zum 
Teil), Spierstaude, MädesülS 

— Rosaceen — Hohe, aufrechte, 

sehr schmuckvoUc Blütenstauden 

mit unpaar gefiederten Blättern und doldenrispigen Blutenständen, wie Abb. 217 und 21 

Blüten zwitterig; Kultur usw. wie Astilhe. siehe auch die Arten. 




stuca scopahu, Bären-Schwingel 
(Orig., Ronsdorf). 




Abb. 21/. FUipendula (Spiraea) purpu. 



202 



FilipC'ndula— Fragär 



F. camtschätica (Spirai'a oder Ulindria caintscliatica, Spiraea giganUa Hort, zum Teil), 
Mandschurei, Kamtschatka, bis über 2 m. Blätter breit. .3 bis 5 lappig. Blütenstände groü, 
weil.'), Juli (bis September) ; F. hexapetala (Spiraea oder Ulmaria Filipendiila). Europa bis 
Sibirien. 0.30 bis 0.60 w. Wurzelstock knollig. Blätter gefiedert. Blättchen klein, liederlappig, 
Blütenstände locker, weiß, außen oft rötlich angehaucht, Juni-Juli, besonders schön var. fl. pl.. 
weißgefüllt, lange blühend, gut für Schnitt: diese Art liebt trocknere sonnigere Orte als 
die anderen; F. palmäta [Spiraea palmata Pallas, Spiraea digitdta, Ulmaria palmata), 
Sibirien bis Sachalin, seitliche Blättchen, 3 bis 5 lappig. Blüten anfangs rosa, dann weiß, 

Juli; was unter diesem Na- 
men kultiviert wird, ist F. 
purpürea (Spiraea palma- 
ta Thunberg und Hort., Ul- 
maria purpitrea), Japan, bis 
1,20 m, kahl, Blätter groß, 
herzförmig, ,S bis 7 lappig, 
aber fast ohne seitliche Blätt- 
chen, Blüten in großen Ris- 
pen, karmin oder tief rosa, 
.luni-.luli (August), prächtig- 
ste Art, hierher var. alba, 
weil,). 50 cm, var. {^legans. 
zart rosa, var. mdxima, in 
allen Teilen üppiger; F. ru- 
bra (Spiraea palmataLinne, 
Spiraea lobdta, F. lobäta, 
Ulmaria /v/ft/r/ ).östlicheVer- 
einigteStaaten,0,70bis 1,50 
///. kahl, Blätter gefiedert, 
seitliche Blättchen, 3 bis5- 
lappig, Blüten rosa, Juni-Juli, 
schöne Art, hierher var. pyg- 
maea. ostasiatische Zwerg- 
form. 20 bis 30 cm, rot, var. 
\'eni/sfa, karminrot. beson- 
ders schön die Form magni- 
fica (Spiraea veniista magni- 
fica). bis August, sowie var. 
„L'lnnocence" (Spiraea lo- 
hata L'lnnocence) weiß mit 
roten Staubfäden ; F. Ulma- 
ria (Spiraea Ulmaria, Ulma- 
ria pcntapcHala oder palu- 
stris). Wiesenkönigin, 
Europa bis Mongolei, bis 
1.50 ni. Blätter gefiedert. 
Blättchen unterseits weiß- 
lich behaart,Blütenweißoder 
gelblichweiß, stark riechend. Juni-August, bei var. /;/wzo (var.//./;./.) gefüllt, schneeweiß. Juni, 
nur bis 80 cm, var. uiireo-variegdta. Blättchen goldbunt. Von F. rubra und F. purpürea gibt 
es hybride Formen, die als Spiraea lobata und purpürea hybrida gehen. 

Filzkraut siehe Phiöinis. — Fingergras siehe Clitöris. — Fingerhut siehe Digildiis. — Fingerltraut 
siehe Potentilla. — Finger=Lerchensporn siehe Corydatis sölida. — Fischblume s\e\\e Achrodntims. — 
Fischgras siehe Cahömba. — Flammenblume siehe Phlox. — Flaschenbiirstengras siehe Jiystrix 
pdtiila. — Flattergras siehe Miliuin. — Fliegendes Herz siehe Dicentni spectdbitis. — Fliegentot siehe 
Zy<(adi'nus miiscaelöxicns. — Flockenblume siehe Ceniauröa. — Flügelsame siehe Neogdya. 

Fragäria, Erdbeere — Rosaceen — Von den bekannten wilden Erdbeeren kom- 
men für Staudenliebhaber wohl nur die einfachblättrige F. vesca var. monopliylla in Betracht. 
In strengen Wintern Reisigdecke, sonst Kultur einfach. Für Bodenbegrünung im Halbschatten 




Fragdria— Fritillaria 



wird F. vesca semperflörens 
empfohlen. Ebenso F. Dal- 
toniäna {F. sikkinu'nsis), 
Blätter glänzend dunkel- 
grün, Blüten weiß, ob hart? 

Fragäria iadica sitlic f)ii- 
(hi'sneii. 

Francöa : von dieser cliileni- 
schcnSaxifragacee sind seit 
mehreren Jahren verschiedene 
Arten in Kultur, die aber bei uns 
im kalten Kasten überwintert 
werden müssen. 

Frankenla laevis i/-. Iiirsii- 
tü). Seeheide: fast halbstrau- 
chige, winzige. Inckcrrasige, 
zottig behaarte oder fast kahle 
Frank eniacee aus West- und 
Südeuropa mit linealen Blätt- 
chen und rosa, weißen oder vio- 
letten Blütchen, Juni -August 
(Abb. 219i; sie treten im Küsten- 
gebiete auf und haben nur bota- 
nischen Wert, doch wo sie gut gedeihen zu empfehlen für Zwiebelgewächse. 

Fransenblume siehe Siiiizocödon. 

Fräsera speciösa: nordwestamerikanische, Sweertiu ähnliche, bis 1 m hohe Gent 
breitlanzettlichen, mittelgrol.Jen Blättern und grünlichweißen, dunkel getupften Blüten 
aufrechten Rispentrauben ; ähnlich wie Sweertia verwendbar, kalkfeindlich. 

Frauenfarn siehe Athynum. — Frauenmantel siehe /l/c/;<'m;V/(/, 
- Fraxinella siehe Dirtdmnii. 




Abb. 



l-'runkeniü la 



eheidc 



a n a c ee mit 
in vielblütigen 



Frauenschuh siehe Cvpn/Müiiii. 
Kaiserkrone 




220. Fritillaria pullicliflora, hellblütige Kaiserkrone, 
30 cm (phol. B. inhincr. .Wünchcni. 



Friggagras siehe öymnad^nia. 

Fritillaria^-) , 

L i 1 i a c e e n — Bekannte, eigen- 
artige, lilienähnliche Zwiebelge- 
wächse mit nickenden Blüten, wie 
.\bb. 2 20; Kultur im allgemeinen 
in tiefgründigem, nahrhaftem, nicht 
frisch gedüngtem, leicht sandigem 
Lehmboden in warmer, geschütz- 
ter, leicht schaltiger oder in rauheren 
(legenden sonniger Lage, wo keine 
stagnierende Feuchtigkeit herrscht : 
man verpflanze alle paar .lahre im 
September und bringe größere Zwie- 
beln 2(t bis ,50 cm tief, kleinere fla- 
cher, darunter eine Sandlage; Ver- 
ni e h r u n g durch Brutzwiebeln, Sa- 
menzucht selten; \'crwendung 
N'or allem von inipcrialis und mele- 
iisfrix als altbekannte Garten- und 
Parkstauden, die jetzt leider selten 
geworden sind \'an den vielen inter- 
essanten Formen seien nur folgen- 
de hervorgehoben : 

F.aürea. Krim. i5bis20rOT,Blü- 
ten einzeln, frisch-goldgelb. .März- 
,\pril. fürs .\lpinum in Aral)is- und 
/l«/;/7('//«-Polster; F. delphinen- 
sis (F. tubaeförmis). Alpen, 15 
bis 30 CHI. steht meleaorris nahe, 



204 



Fritilläria— Fünkia 




Abb. 221. Funkia (Hostu) lanci/olia, schmalblättrige Taglilie, 
30 cm (Orig., Palmengarten, Frankfurt a. M.l. 



aber die vier bis sechs lanzettlichen Stengelblätter alle den Blüten genähert, diese braun pur- 
purn mit gelb, doch gilt als besser die var. Moggridgei [F. Mogghdgei) mit lebhafter gelben, 
rot oder rotbraun gefleckten Blüten, August. Verwendung wie meleagris ; F. imperiälis, 

Persien. Zwiebel giftig. Stengel 
bis 1 ni. dicht beblättert, mit meh- 
reren quirlig-doldig angeordneten, 
hängenden, gelbbraunen, schar- 
lachrot genervten Blüten, die von 
einem Blattschaft überragt werden, 
April-Mai, hiervon eine ganze Reihe 
Kultursorten in roten, orange und 
gelben Tönen, so var. md.xima, rot, 
var. „Red Star", braunrot, die wert- 
volle Gruppen- und Rabattenpflan- 
zen bilden, auch var. /«of/d/r/. Pflan- 
ze geruchlos ; F. latifölia (F. lu- 
tea var. latifölia). Kaukasus, bis 
30 cm, Blüten breit glockig, gelb- 
lichgrün, purpurn genetzt, Stand- 
ort wie meleagris, wie diese blü- 
hend, verschiedene Kuhurformen ; 
F. meleagris, Schachbrett- 
blume, „Kiebitzei". Europa 
bis Kaukasus, Stengel 15 bis 30 cm, mit wenigen entfernten Blättern und 1 bis 3 nicken- 
den Blüten, diese fleischfarben oder gelblich mit dunkelroter, schachbrettartiger Zeichnung, 
auch reinweiß (var. alba), oder in gelblichen, silbergrauen, grauvioletten und purpurfarbnen 
Tönen, April-Mai, im Garten in Gruppen und im Park, vergleiche hierüber das auf Seite 
64 Gesagte ; F. pallidiflöra, Mittelasien, Sibirien, bis 30 cm, Stengel mehrblättrig, Blü- 
ten zu 1 bis b grüngelb mit wenigen schwarzpurpurnen Flecken, wie Abb. 220, Verwendung 
wie vorige, blüht vor dieser und verträgt trockenen Standort; F. ptidica, Nordwest- 
amerika, bis 25 cm, Blätter oft gegenständig, zierlich, Blüten einzeln, goldgelb, duftend, 
gilt als schön ; F. pyrenäica, Pyrenäen, der Meleagris verwandt, Blüten tiefpurpurn, mit 
grüner Zeichnung, meist einzeln, bis 40 cm; F. recürva, Kalifornien, Oregon, bis öO cm, 
untere Blätter zu 3 bis 4 quirlig. Blüten eng glockig, auüen lebhaft rot, innen gelb mit roten 
Tupfen, auffallend; F. Walujewii, Turkestan, 25 fw, blaugrün, Blüten groß, außen blau- 
grau, innen braunrot, schön.' 

Froschbiß siehe Hydröcharis. — Froschlöffel siehe Alisma. — Frühlingsaster siehe Aster. — 
Frühlingshahnenfuß siehe Ficdria. — Frühlingsmargerite siehe Doröniciim. — Frühlingsstern» 
blume siehe Triteleiu. — Frühlings- 
vergißmeinnicht siehe Ompludödes. 

— Fuchsschwanz siehe Alopecünis. — 
Futnärla aöbilis siehe Corydalis nobi- 
lis. — Fünckia sielie Funkia. — Fun» 
kelstern siehe Cliainaeiinum. 

Fünkia (geht botanisch z\sHö' 
sta und in Gärten zuweilen als He- 
merocdllis), Funkie, Taglilie 

— Liliaceen — Hübsche Blatt- 
und Blütenpflanzen, deren Tracht 
Abb. 221 und 222 zeigen; Kultur 
in jedem guten, nicht zu schweren, 
etwas sandigen, durchlässigen Gar- 
tenboden und nicht allzu sonniger 
bis schattiger Lage ;Verm eh rung 
durch Teilung am besten im Früh- 
jahr bis in den Mai (aber bei mildem 

Wetter auch vom Herbst bis in den ^^^ ^^^ ^^^^^^^^^^ ^^^^^^^^ ^^^^„,,^, ^j^^,^,^^^ ^^^^^ 
Wmter) oder auch durch Samen (Org,, Bot. Garten, wiem. 




Funkia— Galdnthus. 205 

gleich nach Reife: X'erwendung als ausgezeichnete Einfassungspflanzen, besonders um 
Wasserbehälter, ferner als Einzel- und Gruppenpflanzen und im Park an Ufern. Die Benen- 
nung der .Arten ist sehr verworren^-' i. 

1. Blüten aufstrebend, weiü: F. [Hosta) plantaginea iHcmcrocallis plantaginea 
und alba. F. subcordäta, /-". alf>a. F. liliißora Hort., F. japonica Hort, zum Teil), Japan, 
Blätter breit herzförmig, hellgrün, Blüten .?() bis 40 cm, weiß, besonders schön bei var. grandi- 
flöra (/•". irraruliflora). wohlriechend. .luli-September, für Schnitt geschätzt. — II. Blüten 
herabgeneigt odernickend, lila oder blau: F.coerülea^HemerocallisunAHosta 
coerulea, F. oväta, F. lanceoldta). Ostsibirien, Nordchina, Japan, 30 bis 40 cm, Blätter 
breit eiförmig, jederseits mit (i bis s Nerven, Blüten meist tief blauviolett, Juli-August : hierher 
var. margindta \F. ovdta alhomarginata. F. /narginara), Blätter breit weil.') gerandet, und 
wohl auch die gelbbinit austreibende F. Japonica aiirco-variegdta: gute leicht verwildernde 
Art; F. Förtunei \Hosra Sicholdidna var. Fortunei). Japan, Blätter kleiner als bei Siehol- 
diana, prächtig stahlblau. Blütentrauben die Blätter gut überragend. Blüten hellila (Abb. 222), 
besonders schön blaublättrig ist var. glaiica. während var. variegaia gelbbunte Blätter hat; 
als sehr gut gilt var. robusta. die eine Hybride mit Sicboldiana darstellen soll und deren 
starken Wuchs besitzt : F. Fortiinei und Sicboldiana werden oft \-erwechselt : F. lanciföFia 
{.Hemerocallis japonica und lancifoliu Thunberg. Hosla japonica). .lapan, bis 3(i cm. Blätter 
ziemlich schmal, grün, jederseits nur mit 4 bis 5 Seitennerven, wie Abb 221. Blüten bleich 
violett, bei var. albiflora iF. minor ulbijloru Hort.l weiß; ferner var. unduläta (/•'. undu- 
Idra) mit etwas breiteren wellig gefalteten weißrandigen Blättern, die bei var. vittdta schön 
weißbunt sind, gilt als beste derartige Form, auch zum Treiben, ebenso die kräftigere var. 
robusta varicgdta. hierher auch var. tardiflöra (/% tardiflora). September-Oktober, 2.S cm, 
lavendelblau; FAÜosla) Sicboldiana \F. oder Hostu Sicbdldii), .]apan. üppigste Art. deren 
Blüten sich nicht hoch über die Blätter erheben. Blätter graugrün, groß, beiderseits mit 12 bis 
1 .^ Nerven, bei var. glaucc'sccns oder glaiica schön metallisch blaugrün (siehe aber F. Förtunei), 
für Einzelpflanzung bei guter Ernährung wohl die wertvollste. 

FuUblatt siehe Podophylliirn. — aänseblUmchen siehe Rellis. ~ Oänsedistel siehe Sonchus. 

Gägea, Qelbstern, Goldstern: von den vielen heimischen Vertretern dieser 1. iliacee kann man 
verschicdiMiL' auf iVuchtcn, iiahrhattfii. grasigen l^lätzen im großen Alpinum verwerten oder im Parke 
ansiedeln; \'crnK'hruiig durch NeluMizwiehcln. 

Gaillärdia, Qaillardie, Kokardenblume — Kompositen — Die in unseren 
Gärten kuhivierten ausdauernden Eormen dieser bekannten schönblühenden Kräuter können 
vielleicht am besten als G. grandiflöra (CA liybrida grandißora, G. lutea. G. md.xitna und 
G. perc'nrm der Gärten i bezeichnet werden und stellen Kulturformen der im atlantischen 
Nordamerika heimischen G. aristdta dar: es sind aufrechte. 20 bis 60 cm hohe, buschige 
Pflanzen mit länglichen, ganzrandigen oder etwas fiederschnittigen Blättern und langgestielten, 
großen, schön geformten Blütenköpfen, die gelb, rot gerändert und gebändert, orange, 
goldgelb, weinrot usw. gefärbt sind. .luni-Oktober: Kultur in jedem nahrhaften Garten- 
boden in sonniger Lage bei guter Bewässerung in trockener Zeit; man schneide gegen Ende 
September die Stengel über dem Boden ab. da die infolgedessen sich entwickelnden Boden- 
blätter das gute Überwintern sichern, außerdem Reisigdecke ratsam; Vermehrung durch 
Samen. Stecklinge oder Teilung. Pflanzzeit Frühjahr (bis Ende Mai) ; Verwendung als 
erstklassige schönblühende Garten- und Rabattenstauden sowie Schnittstauden ersten Ranges. 
\iele (jartensorten. darunter sehr niedrige Rassen. 

Qaisbart siehe Ariincus. — Oaisraute siehe (jal('ga. 

Galäntiius, Schneeglöckchen — .\maryllidaceen — Bekannte Frühlings- 
stauden mit weißen Glockenblüten, wie Abb. 223; Kultur der bekannten nivalis und ihrer 
Formen in nicht zu schwerem, etwas feuchtem Boden, aber besonders im Rasen in Halb- 
schatten, siehe das Seite bl Gesagte: trockener in leichtem Boden, der im Herbst nicht naß 
ist. damit die Zwiebeln gut ausreifen, müssen stehen G. caucdsi'cus und Flwesii. ebenso G. 
byzantinus und plicatus, beide lieben etwas Kalk ; trockene Plätze in der I-elspartie liebt G. 
cilicicus: Vermehrung durch Brutzwiebeln im Juli-August, Verpflanzen im August bis 
September. Knollen 8 bis \Ocm tief, man lasse aber die Pflanzen mehrere Jahre ungestört; 
Verwendung für Garten. Alpinum und Park gleich wertvoll. Massenpflanzung, auch als 
Schnittblumen. 

G. Allenii, eine gute, zwischen caucasicus und latijolius stehende Oartenform; G. by- 
zantinus (G. Gotwdldii Hort.), Balkan (.Abb. 141, steht zwischen Flwesii und plicatus. 



206 



Galänthus— Oalega 



Üppiger und früher als nivalis. Fetalen grünspitzig : G. caucäsicus, ähnlich nivalis, aber 
früher, Blätter bis 1 ,5 cm breit, auch Form mit grüngespitzten Fetalen : G. cilicicus, cili- 
cischer Taurus, wie Abb. 223, sehr früh (in der Heimat ab November) blühend; G. £/w'e= 
sü (Abb. 14), Kleinasien, sehr formenreich, großblütig, blüht etwas vor nivalis, als beste 
Form gilt var. Cassdba (oder Cdssala); G. Fösteri, Kleinasien, Blätter wie latifolias, Blüten 
ähnlich Elwesii, Februar-März; G.latifölius, Kaukasus, Blätter bis über 2 cm breit, nicht ge- 
faltet, Blüten Ende März; G. nivalis, Fyrenäen bis Kaukasus, eine Anzahl Kulturfoimen, 
auch gefüllt, var.//. pl.. Februar-März, var. conyn'nsis im November-Dezember, ebenso var. 




Abb. 223. (Jiilunllms cilicicus, cilicisches Schneeglöckchen in der Heimat, 20 cm iphot 



octobrinsis ; G.plicätus, Krim, große Knolle, üppige Sorte, Blätter bis 2,5 rm breit, Rand 
umgebogen, März-April. 

Galatella punctata siehe Aster dc/is. 

Gälax aphylla (Blandfördia cordcita), Bronzeblatt: ostnordamerikanische, bis 20 cm 
hohe, immergrüne Diapensiacee mit unterirdischen Ausläufern, herzförmigen, gekerbten, 
grünen Blättern und dichten Ähren kleiner, weißer Blüten auf nackten Schäften, Mai-Juni ; 
Kultur in schattigen, feuchten Lagen im Alpinum, in humosem Boden, vor allem zur Un- 
terpflanzung von Rliododendron-Qmppen zu empfehlen; an Stellen, wo im Winter das Laub 
der direkten Sonne etwas ausgesetzt ist, färbt es sich mit bronzeartigen Tönen; Vermeh- 
rung durch Teilung; Verwendung wie oben, die Blätter werden in der Heimat ähnlich 
wie bei uns Mahonienblätter für Dauerkränze verwendet. 

Galega, Qaisraute — Papilionaceen — Aufrechte, verästelte, harte, tiefwurzelnde 
Stauden mit unpaar gefiederten Blättern und blau purpurnen oder weißen Schmetterlings- 
blüten in achselständigen Rispen, Juni-August; Kultur in jedem frischen, tiefgründigen, 
humosen Gartenboden in sonniger Lage ; Vermehrung durch Samen ( April ) oder Teilung 
im Frühjahr; Verwendung für Rabatten im Garten oder in Vorpflanzungen im Fark. 



QalC-ga— Qeiitii'ma. 



207 



G. bicolor, folgender sehr nahe, Blütenstände lockerer, Blüten weißblau mit dunklerer 
Fahne : ü. officinälis, heimisch, bis über I /// hoch, kahl, Blätter sechs- bis achtjochig, 
Nebenblätter breitlanzettlich, Blüten lila oder weiü (var. alhif/öraW außerdem noch die var. 
compcicta. nur (jO cm hoch, schöne Rabattenpflanze und ferner folgende I'ormen. die teils zu 
hicolor gerechnet werden und zumeist wohl hybriden Ursprungs sind: var. Hartlündii (G. 
pätula Hartldndüs. Blüten lavendelblau und weiß, größer und reicher als beim Typ, auch 
für Schnittzwecke, var. „Duchess of Bedford", sehr ähnlich voriger, aber gedrungener; var. 
„Lady Wilson", gilt als noch besser; var. „Niobe", hochwachsend, rein weiß; var. cdrnca 
plcria. losalila. halbgefüllt; G. orientälis, Kaukasus. Wurzelstock kriechend, kaum bis 1 ni. 
Nebenblätter breiteiförmig, Blüten blauviolctt, meist schon im .Wai. sehr hait. aber durch 
Ausläufer lästig; G. pätula, Tau- 
rien, mit oj'jiciruilis verwandt, aber 
Blätter unterseits behaart, acht- bis 
zehnjochig. Blüten weiß mit hellblau. 
Hülsen abstehend, nicht aufrecht, 
sonst wie diese. 

üaleöbdoloa luteum siehe Luniiiiiii. 

Galeörchls [Orcliis) spectäbilis, 
Schauorche : ostnordamerikanischeOr- 
c h i d e e mit fleischigen Wurzeln, zwei 
Qrundblättcrn und bis 30 cm hohem, 
3 — 6 blutigem Blütenstande mit violett- 
purpurnen, purpurn und weiß getönten 
Blüten, Juni. Siehe auch unter Orc/iis. 

Gäliam, Labkraut: von den vielen 
heimischen Arten difSLT Rubiaci.r 
interessiert uns höchstens (1. bahU'n^e 
{Q.heMticuni)iürs Alpiniim als ein kei- 
nes, kaum über \Oci;i hohes, niederlic- 
gendes, kriechendes Pflänzchen mit fei- 
nen, glänzendgrünen, sechs- bis achi- 
wirteligen Blättern und gelblichweißen 
Blütenrispen, Juni-August; Kultur an 
sonnigen, nicht zu trocknen Plätzen, auf 
Geröllhalden. Auch G. cnicidtum. das 
dichte Rasen bildet und gelb vom April 
bis Juni blüht, ist hübsch, stark honig- 
duftend; fürs Alpinum iümiirO.caespitö- 
,vüm, Pyrenaeen, bis 5 cm, O olymplctiin, 
Mittelmeergebiet, 3 cm, weiß, u.a.m. 

Qamander : siehe Teiicriuni. — Gany- 
medes albus siehe Nanissus tridiidnis. 
— Qarbe siehe Achilk'u. — Garten- 
C\\TysanthemumiK\KCIiiysdnUicimiiii 
indiciini. — Qaspflanze siehe Dictditi- 
mis. — Qauchheil siehe Aruigdllis. — 
Oauklerblume siehe Mimitlus. 

Gaüra Undhelmeri : texanische, bis'über I m hohe, buschige O n a g r a c e e mit cilanzcttlichen ge- 
zähnten, wechselständigen Blättern und weißen, an Oilleriiii gemahnenden Blüten mit langen Staubfäden 
und purpurnen Staubbeuteln in ährigrispigen, aufrechten Blütenständen, Juni-Oktober; Kultur in 
leichtem, sandigem Boden in sonniger warmer Lage; im Winter Schutz gegen Nässe. Reisigdecke; 
Vermehrung durch Samen; Verwendung als reich und lange blühende Rabattenpflanze, auch 
für Vasenschnuick, doch in rauheren Lagen oder überhaupt besser als Sommerblume zu behandeln. 

QeiUbart siehe Arunciis. — OeiUraute siehe Q(ilt[^a. — Qelbling siehe Sibhdhlia. — Gelbstern 
siehe (jdgca. — Gemskresse siehe Hulcliinsia. — Gemswurz siehe Dorönicinn. 

Ge/ifiäna"'"' I.Enzian — Qcntianacecn — Niedrige oder höhere. schönblüti;e Stauden, 
wie .Abb. 224 bis 227; Kultur usw. siehe bei den .Arten; die der Gruppe A sind meist für 
halbschattige Lagen im Park und auch für Rabatten geeignet, lieben guten tiefgründigen 
Gartenboden und vertragen Halbschatten ; die der Gruppe B sind in erster Linie im Alpinum zu 
verwenden. verlangen zum Teil vorsichtige Pflege, aber auch für Einfassungen (z.B.G«?/-/ß/7('//o); 
Vermehrung durch Samen, die oft ein Jahr oder länger liegen, man säe daher im Herbst ins 
Freie an halbschattige Stelle oder in Töpfe, die durchfrieren müssen, bevor sie warm gestellt 
werden ; sehr wenige Arten, wie z. B. G. Farreri. auch durch Stecklinge. Es werden sehr viele 
Arten in den .Alpenpflanzen-Katalogen geführt, doch heben wir nur folgende als beste hervor. 




ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 



(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahlen. 



acaulis 210 

aestiva 210 

alba 209 

altaica 210 

Andrewsii 208 

asclepiadea 209 

— schistocalyx 209 

bavarica 210 

Clusii 210 

cruciata 208 

dahurica 208 

decumbens mongolica . . . 208 

excisa (Abb. 226) 210 

Farreri 210 

Fetisowii 208 

flavida 209 

Freyniana 209 

Qentianella (Abb. 2251 ... 210 



grandiflora 210 

Qrombczewskii 208 

Kesselringii 208 

Kochiana 210 

Kurroo 208 

latifolia 210 

lutea (Abb. 227) 209 

macrophylla 203 

Olivieri 208 

ornata 210 

pannonica 209 

phlogifolia 208 

Pneumonanthe 209 

Przewalskii 208 

punctata 209 

purpurea 209 

Regelii 208 



Rochelii 210 

Saponaria 209 

septemfida 209 

— cordifolia 209 

— lagodechiana 209 

— latifolia 209 

siphonantha 208 

thianshanica 208 

tibetica 208 

triflora 209 

Veitchiorum (Abb. 227) . . 210 
verna 210 

— alata 210 

— chionodoxa 210 

vulgaris 210 

Walujewii 208 

Weschniakowii 208 



A. Höhere (15 bis 80 cm) Arten. Stengel mehrblütig. 

\. Blätter wurzelständig, lang, Stengel mehr oder minder aufsteigend oder niederliegend, 
Internodien weit gestellt oft ungleich, Blüten wirtelständig, oben oft kopfig, im Juni-Juli, 
Samen braun, flügellos ; Kultur leicht, im Beet oder Alpinum, sonnig oder halbsonnig, frischer 
Boden (Gruppe Aptera, cnuiata-Typus). 

G. cruciata, Europa-Nordasien, 1 5 bis 50 an. Blüten tief azurblau, außen blaugrau, in 
Sibirien durch G. macrophylla vertreten, üppiger, Internodien ungleicher, blau; weit schöner 

als diese beiden G. phlogifolia, 
Transsilvanien, leuchtend dunkel- 
blau ; G.dahürica ( G.A'w/vnoHort., 
0. Rrzewdlskii). Dahurien. tief dun- 
kelblau, prächtig; G. thianshani- 
ca [G. O/ivu'ri Hort., G. Regäii), 
Turkestan, pol>'morpheArtmit bald 
größeren, bald kleineren, heller oder 
dunkler blauen Blüten, in lockeren 
oder dichten kopfigen Wirtein, die 
echte 0. Olivic'ri ( O. Wescliniaköwii) 
nicht in Kultur; G. decumbens 
var. mongolica, Mongolei. Blüten 
lichtblau in locker gestellten Wir- 
tein, schön und großblumig; G.ti- 
beticaJibeU robust aufrecht, groß- 
blättrig, Blüten aber klein, weiß, un- 
schön; nurbotanisch interessantsind 
die turkestanischenG./^£'//sdu'/7, trüb- 
blau, G. Grombczdwskii, schmutzig- 
weiß, G. Kesselringii, weiß und G. 
WaliijiHvii, weißlich blau, sowie die 
chinesische G. sipliondntha, klein- 
blumig, blau. 

II. Wurzelständige Blätter fehlend, 
Stengel aufrecht, mehr oder minder 
dicht beblättert, Blüten in Wirtein, 
nicht kopfig, Samen weißlich, grau- 
lich, mehr oder minder geflügelt 
{ Pneumonantlie-ly^). 

G. Andrewsii, östliches Nord- 
amerika, 25 bis 30 cm, Blüten ge- 




Abb. 225. Oentlana Gentianetla {G. acaulis Hort.). Garten- 
Enzian, Kulturbeet (G. .Xrends, Ronsdorf). 



209 



schlössen, amethyslblau, August-September, feuchte Lagen, wenig schön ; hieran schließen 
sich die amerikanischen Ojldvicla iG. alba), G. Sapondria und andere; G. asciepiädea, 
Schwalbenwurz, Mitteleuropa, Kaukasus, M) bis 70 ein. Blüten azurblau, dunkler ge- 
punket, oder weiß, var. alba. .luli-September, für 
Park. Wiesen, Gebüsch ; var. schistoccilyx. stark 
wachsende Form; G. Freyniäna, Kleinasien, 
Blüten himmelblau, steht scpti-injula nahe. Samen 
stark geflügelt; 0\/ürea, Europa-Kleinasien, den 
Enzianschnaps liefernd, 0..^ bis 1.2 ///. Blüten gelb, 
.luli-August. wieAbb. 224. liebt tiefgründigen leh- 
migen Boden, verbastardiert leicht mit pnrpiirea 
und auch G.piiintata. die sehr nahe steht und hell- 
gelbe Blüten mit schwarzen Punkten hat. G. lutea 
wächst schwer an. keine v\ilden Pflanzen ausheben ; 
ähnlich G./ja/7«ön/ca, trüb purpurn, dunkel ge- 
punket. Röhre bleich gelb ; G. Pncumonänthe, 
Lungenblume. Europa, LS bis 4.t c/ti. Blüten 
tief azurblau, grün gestreift und gepunktet, liebt 
sumpfige, torfige humose Lagen ; in Ostasien durch 
G. trijlöra vertreten ; G.purpürea, Europa. Blü- 
ten außen hellpurpurn, innen gelb. Sommer; G. 

septemfida, Orient. N'ordasien. l.S bis .50 cw. ./ ,.i, -.,/. s , w 

Tracht der asclepiadca. Blüten groß, hellblau mit i"- ^•■■' ..rj.uknudi-i. 

weißlichem Schlund. .August-September, guter 

Spätblüher, echte P'orm selten in Kultur, meist var. cordifölia ivar. latifolia). mit herzför- 
migen Blättern, Stengel mehr aufsteigend, wie var. hii^otlccliiana. niederliegend, leuchtend 
blau mit weißem Schlund. 

B. Niedrige (.s bis 10 an\ Arten, Stengel einblütig. 





Qentiana Veitchiorum, China-Er 
. l'nsere Freilandstaiiden, 3. Auflage. 



210 



Qentiäna- Qeränium 



G.altäica, Hochgebirge von Sibirien und Mongolei, dichtrasig. Blätter lineal. Blüten groß, 
glockig-trichterartig, leuchtend dunkelblau, kurzstielig; G. bavänca, Gebirge von N\ittel- 
europa, 10 cm. Blätter lebhaft hellgrün, verkehrt eiförmig, Blüten schön samtig azurblau, 
Mai-Juli, quellige schattige Lagen in Sphagnum, Alpinum; G. excisa Presl (wilde acaiilis 
zum Teil), Alpen. Voralpen. Blätter elliptisch oder oval, steif, glänzend grün. Kelchzähne 
aus verschmälertem Grunde eiförmig, lanzettlich, weit abstehend. Blütentief azurblau. Abb. 220 ; 
G. Gentianella (die kultivierte acaülis, angeblich excisa xviilgan's), üppiger als die 
Eltern, meist A\ai. oft bis .luli. var. a/ba. weil.'), liebt ungedüngte. lehmige Gartenerde mit 
schottrigem Untergrund, genügend gießen. Schutz vor heißer Mittagssonne. Abb. 225; 
G. latifölia (wilde acaulis zum Teil. G. grandijlöra, G. Kochidna). von excisa und vulgaris 

abweichend durch glanzlose, gelb- 
grüne, schaufeiförmige, stumpfe 
Blätter, Kelchzähne ähnlich excisa, 
aber länger, Blüten mehr stumpf 
indigoblau, kalkfliehend, kulturell 
fast wertlos: G. Veitchiörum, 
Westchina, steht G. venia nahe. Blät- 
ter lineal. erst im August reich sa- 
phirblau blühend. Abb. 227; noch 
später blüht G.Färreri (G. onidta 
Hort.) aus Nordwestchina, Blüten 
groß, prächtig cambridge-blau, aus- 
sen purpurn und hellgelb gestreift, 
sehr guter Spätblüher ; G. verna, 
Europa. 3 bis lOrm. Blätter stumpf- 
graugrün, spitz elliptisch. Blüten in- 
tensiv azurblau; var. alcita, Kauka- 
sus, asiatische Alpen. Kelch stärker 
geflügelt. Blüten weit dunkler; bei 
var. clüonodöxa weiß, April-Mai, 
schönste Art fürs Alpinum, für trock- 
ne Lagen, sehr fest pflanzen ; als fast 
noch schöner gilt die nahestehende 
im Herbst blühende G. aestiva; G. 
vulgaris Neilreich (wilde acaulis 
zum Teil. G. Cldsii, G. Rochilii) von 
excisa abweichend durch schmale 
spitze Blätter, Kelchzähne dreieckig- 
lanzettlich, der Blütenröhre ange- 
drückt.Blüten ein wenig kleiner, aber 
prächtig azurblau, liebt Kalk. 
Geränium, Storchschnabel --Geraniaceen— Aufrechte, buschige Stauden mit 
gelappten Blättern und ziemlich ansehnlichen Blüten, wie Abb. 22<s. und 22'); Kultur im 
allgemeinen in jedem guten, nicht zu schweren, aber frischen Gartenboden ;Vermehrung 
durch Teilung oder Samen; Verwendung als Rabattenpflanzen auch im Park und Al- 
pinum. man vergleiche die Arten. 

G. argenteum, Alpen. 10 bis 15 cui. silberweiß behaart, Blätter fünf- bis siebenteilig, 
Blüten hellrosa, Juli-August, für sonnige Felsen, wo die Wurzeln tief in den Erdboden drin- 
gen können ; G. armenum, Armenien. 50 bis 60 cm. Blüten groß, karminrot. .luni-August, 
gilt als schönste der hohen Arten ; G. cinereum, Pyrenäen, ähnlich argenteum, aber Blätter 
graugrün, Blüten dunkelrosa, ebenso zu verwenden; G.Endressii (G. Imtrachioides). Py- 
renäen, 40 bis 50 cm, Blüten zartrosa. dunkel geädert. Juli-Herbst, sehr dankbar; ähnelt 
sanguineum; G. eriostetnon (G.platyänthum). China, 30 bis bOcm, Blüten rosapurpurn, 
August, siehe Abb. 228, für Rabatten; G. grandiflörum, Nordasien. 30 bis 50 cm, Blätter 
behaart. Blüten tief violettblau. Mai-Juli, für niedrige Rabatten und fürs Alpinum ; G. /öe= 
ricum, Kaukasus, 50 bis 70 cm, behaart, Blätter fünf- bis siebenlappig, Blüten blauviolett, 
Mai-Juli, für Park, verträgt viel Trockenheit und Sonne; G. macrorrhizutn, Südeuropa. 




Abb. 228. üeianiuii) eriostemon (O. platyanthum), groß- 
blumiger Storchschnabel, 60 cm (J. Veitch & Snns). 



Geraniutn— Geil 



21 



20 bis 40 cm, Blätter hellgrün. Blüten blutrot. A\ai-.luli. für .Mpinum. Garten und F^ark. hu- 
moser Lehmboden; G.nepalense, Himalaya. locker, aufrecht-aufsteigend. bis 15 cm, zottig 
behaart. Blätter drei- bis fünflappig oder -teilig, Blüten meist einzeln, rosa oder purpurn, fürs 
Alpinum brauchbar; G.platypetalum iG. ibc'riaim war. platypeta/iifii). Kaukasus, leuchtend 
blauviolett, Juli-September; 0. pratense, heimisch, .50 bis 80 cm, Blüten Icuchtendblau 
oder weil.'i Ivar. a/biirin. auch gefüllt (var../7. /?/.!. lila oder weiü. .luni-August. Rabatten. Park; 
G. Pylzowiänum. China. Tracht wie sanguineiim, Blätter-etwas silbrig, Blüten schön rosa, 
jetzt in Holland in Kultur, hübsch; G.rivuläre (G. aconitiföliiim). Alpen. 20 bis hö cm, 
Blüten weiß mit roten Adern. .luni-.luli. wie Abb. 21^) ; G. sanguineum, Bl utröslc, hei- 
misch. 15 bis 45 (7/;. im Herbst oft ganze Pflanze blutrot. Blüten grol.l. blutrot oder weil.! 
(var. alhum), A\ai-August. niedrige 
Rabatten, trockene sonnige Hänge 
im Park, var. lancastrk'nse (G. lan- 
castriense, G. prostrdtiim) , nied- 
riger, rasenbildend, Blüten flei.-^ch- 
farben, fürs Alpinum; G. syhäti= 
cum. von dieser heimischen Art ist 
eine gefüllte Form. var. //. /;/.. in 
Kultur, blaulila, iWai-Juni. — Noch 
viele .Arten nennenswert. 

Gerbers Jamesönii: diese orange- 
gelbe. südafrikaniscliL' Komposite, 
von der jetzt so vii.4c Kiilturfornien ge- 
züchtet wurden.welcheherrliclieSchnitt- 
blumen darstellen, ist in Mitteleuropa als 
Freilandstaude kaum brauchbar; doch 
sollte man sie in Dalmatien,Südtirolusw 
in heißen, im Winter nicht zu feuchten 
Lagen für Freilandkultur versuchen. - 
Die Arten aus dem Himalaya, wie z. H 
G. Kuntzeäna, sind wohl hart, aber niii 
von botanischem Interesse. 

Qermer siehe Verdtrum. — Gery'd- 

nla siehe Beri;ciiiu. — Gespenst sielu ._ , lurannun m-ulan\ BuchsUirchsL-hnabel, 40 im 

Smyrnilim. lOrit;.. Kew tiarUcnsi. 

Geum, Nelkenwurz, Bene- 
dictenkraut — Rosaceen — Niedrige oder mitlelhohe buschige Stauden mit unter- 
brochen oder leieriörmig gefiederten Blättern und meist mehrblütigen, lockeren Dolden- 
rispen mit gelben oder rot getönten Blüten und federigen Lruchtständen ; K u 1 tu r im all- 
gemeinen in etwas leichtem, humosem Boden, man vergleiche aber die Arten; X'ermeh- 
rung durch Teilung und Samen; Verwendung als Rabattenpflanzen und fürs .Mpinimi ; 
G. coccinetim ß. pl. auch für Schnitt. 

G.{Siev(>rsia) anemonoides, Kamtschatka. Ostasien, niedrige kriechende Hochalpine.Wur- 
zelstock verholzend. Blätter glanzlos, dunkelgrün, an Rotcntilla tridcntaia erinnernd. Blüten 
einzeln, blendend weiß. /J/;iY/,s-artig. prächtig; ähnlich G.dryadijölia, .lapan. Belaubung rosen- 
artig; G. bulgäricum. Hochgebirge Bulgariens, etwa 50 cm. breitbuschig. Blüten nickend, 
gelb..lu!i-.August lähnelt G. rivalc. für feuchte Wiesen), für steinige, feuchte Hänge im großen 
Alpinum und Park, doch ohne besonderen Wert ; eine Hybride /wlgarici/mXcoccirieiim scheint 
zu sein G. Borisii. mennigrot, den ganzen Sommer blühend ; G. coccineum. Orient. Kau- 
kasus. 40 bis 50(7«. behaart. Blüten leuchtend orangerot. besonders wertvoll var.//. /;/., ge- 
füllt igeht auch als utrosangiiinciim Jl. pl.\. und vor allem ..Mrs. Bradshaw". Blüten sehr 
groß, leuchtend karminrot. .luni-September. für Rabatten, liebt frischen guten Boden, ver- 
trägt Halbschatten ; G.Ewenii ist eine Gartenform des coccineum. Blüten orangefarben, halb 
gefüllt, ebenso; G.tieldreichii mit mennigroten, bei var. liiteiim gelben Blüten, Mai-Juni, 
besonders schön var. splendcns. auch für Schnitt, ferner var. magnificiim, 40 cm. Belaubung 
üppiger, saftig grün. Blüten groß, hellorange, halb gefüllt. Juni ; G. iSievc'rsia) montänum. 
heimisch. 10 bis ,^0 cm, Blüten einzeln, goldgelb. Mai-.luli. Alpinum. var. aiirantiaciim mit 
tief orangefarbenen Blüten, bis 25 cm. ist eine Hybride mit Heldreichii: G. pruhoniciä' 
num {G. coccineum p/eniimXG.stricriim). bis 1.5 w. Blüten klein, zahlreich, leuchtend orange, 
halbgefüllt; G. pyrenäicum. FNrenäcn. ähnlich montänum. aber üppiger, bis 40 cm. .\1- 

14* 





^n 


:^. 






1. 


M 


B 





212 



Qeuiii— Qlübularia 




pinum; G. reptans, Alpen, ausläufertreibend, bis 20 cm. Blüten groß, einzeln, tiefgelb, 
.luni-.Iuli. sonnige und halbschattige Felsen, lehmige Rasenerde mit Sphagnum, gute Alpine; 
G. riväle ..Leonards Var." ist eine besonders großblütige. lebhaft rötlich gefärbte üppige 
Form der bekannten heimischen Art. — Ferner sei hingewiesen auf die nordamerikanischen 
Arten G. iSieversia) Rössii. niedrig, klein, gelb, und G. triflönim {Sieversia cilidta) 20 bis 
30 cm. Blüten hellrosa. nickend. 

Gewitterblume siehe Sternbirgia. — Giersch siehe Aegopödiutn. — Qiftheil siehe Aconitum An- 
thöra. — Gilbweiderich siehe Steiron^ma. 

Gilia coronopifölia {Ipomöpsis c'legans) ist eine altbekannte, nordostanierikanische Gartenpflanze, 
die aber nur zweijährig ist. 

Gillenia (Spiraea. Porterdntiws) trifoliäta, Dreiblattspiere: harte, aufrechte, 70 

bis 80 cm hohe, buschige, nordame- 
rikanische R o s a c e e wie Abb. 230, 
mit dreizähligen, fast sitzenden Blät- 
tern und langgestielten, weiß oder 
rosafarbenen Blüten in rispigen Blü- 
tenständen. Juni-August; Kultur 
in jedem nicht zu schweren, frischen 
Gartenboden und am besten in halb- 
schattiger Lage; Vermehrung 
durch Teilung und Samen; Ver- 
wendung für Rabatten und fürs 
Alpinum. — Eine ähnliche Art ist 
G. stipiildcca. 

üipsitraut siehe Qypsop/ii/a. — Gi- 
räldia Stäplii siehe Ätractylis. 

Gladiolus, Siegwurz — Irida- 
Abb. 230. Gillenia trifoliäta, Dreiblattspiere, 10 cm ceen — Da die großblütigen vom Kap 

(ü. Arends, Ronsdorf). stammenden Arten und deren bekannte 

Qartenformen nicht winterhart sind, so 
kommen für uns nur die heimischen und mediterranen, kleinblütigen Arten in Betracht zur Einbürge- 
rung auf Parkwiesen; man pflanzt die Knollen im Herbst etwa 10 bis 15 cm tief. 

O. byzantinus, Orient, der folgenden sehr ähnlich, aber in allen Teilen üppiger, Blüten zahlreich, 
lebhaft violettrot, Mai bis Juni ; G. communis, heimisch. 30 bis 60 cm. Ähren fünf- bis zehnblütig, Blüten 
purpurn, Juni, mehr trockene Lagen; G. imbricätus, sehr ähnlich, mehr für feuchte Lagen, blüht etwas 
später; G.palüster, 30 bis 45 cot, Ähren nur zwei- bis fünfblütig, Juni bis Juli. 

Qlanzbinse siehe Holoschoc'nus. — Qlanzgras siehe Plicilaris. — Qianzwurz siehe Liparis. — Qlatt- 
hafer siehe Arrlienatlicnim. 

aiaucidium palmätum : üppige japanische Ranunculacee,bis60 cm. Blätter breit, schön, ahorn- 
artig, Blüten einzeln, tief seidigviolett; für lichte Wälder: ob bei uns versucht? 

aiaücium, Hornmohn: die bekannten Arten dieser Papaveracee wie Q. flamm, rubrum und 
tricolor sind ein- oder zweijährig. Eine Staude ist Gl. graadiflörum, Kleinasien-Persien, blaugraugrün, 
feinfilzig, Qrundblätter leierförmig-fiederschnittig, Blüten groß, gelbrot mit violettem Qrundfleck, im 
April ; K u 1 1 u r in jedem Qartenboden in offener sonniger Lage im Alpinum. Ebenso die südeuropäische 
Q. luteum mit gelben Blüten im Juni. 

Glaux maritima, Milchkraut: lockerrasige, 5 bis 15 cm hohe Primulacee mit dicklichen Blättchen 
und achselständigen hellrosa Blütchen, Mai bis Juni; Salzbodenpflanze und nur für erfahrene Pfleger 
von Bedeutung. 

Glechötna hederäcea (N^peta Glechöma), Gundermann, Gundelrebe: bekannte 
heimische, kriechende Labiate mit herznierenförmigen, gekerbten Blättern und bis 4(i cm 
hohen Blütentrieben mit hellvioletten Blüten. April-Juni ; hiervon die var. variegcita mit weiß- 
gefleckten Blättern als Boden- und Felsendeckpflanze ähnlich Ajiigci reptans ;Vermehrung 
durch Ausläufer. Eine wertvolle neue .Art ist G. hindenlmrgiüna, Urwald von Bialowies, 
Polen, üppiger als hederäcea, verträgt tieferen Schatten. 
Glimmersteinbrech siehe Zaiilbnicknera, 

Globuläria, Kugelblume — Globulariaceen — Niedrige, harte Stauden mit spa- 
tel- oder verkehrt-eiförmigen Grundblättern und kleinen, blauen Blütchen in gestielten, ku- 
geligen Köpfchen; Kultur in sonniger, rasiger Lage in der Felspartie und auch in nicht zu 
schwerem Gartenboden als Einfassungspflanze; Vermehrung durch Samen oder Teilung; 
Verwendung im wesentlichen nur für Liebhaber in Massen. 

G. cordifölia, Alpen, etwas halbstrauchig, niederliegend, Grundblätter klein, Stengel 
fast blattlos, 2 bis 10 cm, var. alba, weiß, Mai-.luni, wenn einmal angewachsen, sich leicht 



Globularia— Giuinera. 213 

im l-elsgarten ausbreitend: äiinlich ist G. bcllidijöliu: G. Linnaei (0. \'iil<riiris zum Teil), 
West- und Nordeuropa, ijlätter derbiedcrig. spatelformig. zweispitzig, sonst wie Willkönimii; 
G. nudicaülis, Alpen, nicht verliolzend, bis 1 5 cm. gröl.lerblättrig, viel weniger reichblühend, 
in Moos und Lehmerde geschlossen pflanzen, verträgt auch Halbschatten ; G. trichosäntha, 
Kleinasien. Syrien, bis 15 ci/i, Stengel wie bei folgender beblättert. Grinidblätter aber nur 
einnervig, Mai-,luni : G. Willkömmii (0. i7//4W7,v zum Teil), südliches Mitteleuropa, Grund- 
blätter fünfner\-ig. rundlich-spatelig. an Spitze ausgerandet. bis 25 cm, Mai-.luli. bei var. 
alba Blüten weil.!, liebt Kalk ; die beiden letzten auch als Einfassungspflanzen verwendbar. 

Qlöckel siehe Cortiisu. — Olossocömia clematidea siehe Codonöpsis. — Glyceria aquätica sielie 
Cutahrösa. 

Glyceria [Punicuhiria) spectäbilis. Süßgras: bekanntes heimisches Ufergras mit 
kriechendem Wurzelstamm und bis 2 m hohen, dicken, aufrechten, gelbgrün beblätterten 
Stengeln und rispigen Blütenständen. Juli-August: hier\'on sind in Kultur je eine gold- und 
weiiJ-bunte Form'' 'I. die kaum über 1 /// hoch werden und als dekorative Uferpflanzen zu 
empfehlen sind. Triebe für Schnitt brauchbar : Kultur in jedem nahrhaften, nicht zu trockenen 
Gartenboden, besonders an Wasserläufen: N'ermehrung durch Teilung (Ausläufer). 

aiyciae Äpios siehe Apios. 

Oly cyrrhiza gläbra, Süliholz: bis meterhohe, westasiatische Legu min ose mit gefiederten Blättern 
und hlaiivioletten Blütenähren gegen den Herbst hin, die gelegentlich von Liebhabern kultiviert, aber 
leicht durch Ausläufer lästig wird. Als schöner gilt die italienische G. echinäta mit bestachelten Hülsen, 
blüht vom .hmi ab. 

Unadenkraut siehe Gratiolu. — Onaphälium siehe Antemiaria, HeUchryaum und l.eontopodium. — 
üoebclia siehe Söplioni. — Qoldbaldrian siehe Putriiiia. — Goldbandlilie siehe Uliuni uiinitiim. — 
(loldhafer siehe Trisäiim. — Qoldkcule siehe OnUititiin. — Goldlack siehe Clieirdntlius C/ieiri. — Gold- 
nessel siehe Lämiuin luteum. — Goldranunkel siehe Tröllius. — Goldrute siehe Solidago. — Gold» 
Stern siehe Qdgea. — Goldwurz siehe .Aspliödelus. — Goniolimon siehe Stdtice. — Ooodeaia repeas 
siehe SeUic'ra radicans. 

Goodyera repeas, Spaltwurz: heimische, harte, 10 bis 25(7« hohe Orchidee mit kriechendem, 
fleischigem Wurzelstock, uintergrünen, marmorartig geäderten, eilänglichen Blättern und grünlich- 
weißen Blüten in dichten Ähren, Juli-August ;Ku I tu r in trockenem, humosem Nadehvaldboden an halb- 
schattigen Orten ; Vermehr u n g durch Teilung; Verwendung nur für Liebhaber an geeigneten 
Stellen im Alpinum und Park (in Massen), an ungeschützten Orten im Winter Schutzdecke von Laub 
und Reisig; als schöner noch gilt die nordamerikanische Form var. opiüödes, deren Blattzeichnung leb- 
hafter ist. 

Oormänia oregaaa siehe Scdiiin oreniinuiii. — Granatrispe siehe Hviwliera. 

Oraphephorum arundinäceum ^Siotocliloa urnndimicea): ().') bis I ,Hm hohe ü r a m i n e e der nörd- 
lichen gemäßigten Zone mit kriecheiuli.-r (jiundachse und großen lockeren Blütenrispen im Juni-Juli; 
als Ziergras für feuchte [-"lätze im Parki- verwertbar. 

Graslilie siehe Arnliciiciiin. — Grasnelke siehe ArniMa. 

Gratiola officinälis, Gnadenkraut: iRiniische, 1,5 bis 30 rm hohe Scrophulariacee mit kan- 
tigen Stengeln, gegenständigen, lanzettlichvn Blättern und einzeta achselständigen, gelblichweißen oder 
rötlichen Blüten im Juni-August; als Uferpflanze im l^ark für Lrcbhaber verwendbar, aber giftig I 

Greigia sphaceläta iBillbi'rgia oder Bromelia spbacciala) : chilenische Bromeliacee, ananasartig, 
bis 80 cm, Blüten rosenrot, in dichten Köpfen im Sonuner; soll gelegentlich in Südtirol im Freiland 
kultiviert werden. Eine der härtesten Vertreter der interessanten Familie. 

Gregöria Vitaliäna siehe [kuiglusiu. — Griffelträger sivlK' Slvldphoniiii. 

Grindelia: M) bis 50 iy« hohe, ///u/(/-ähnliche, gelbblülige Ko ni p n s i t e n aus den südliehenVereinigten 
Staaten, wie z. \i.gliiliiiosa und ivbiisla. die im Sonuner blühen und keine besonderen Ansprüche an die 
Kultur stellen; nur für Liebhaber. 

Grindkraut siehe Scabiösa. — Grünstendel siehe Coeloglössum. — Günsel siehe Ajiiga. — Guinea» 
gras siehe l'unicum md.vimum. — Gummiwurz siehe Opopdna.x. — Gundelrebe, Gundermann siehe 
Olecliöma. 

Günnera — Halorhagidaccen Prächtige. leider nicht ganz harte, südamerika- 
nische Blattpflanzen mit riesigen, nuidlich herzförmigen, gelappten, dickstieligen Blättern, 
wie Abb. 24. Blüten ganz unscheinbar in sitzenden Kolben am Boden: Kultur in nahr- 
haftem, tiefgründigem, durchlässigem, aber nicht zu trockenem Boden, im Sommer viel 
Wasser und gelegentlich Dunggul.i, warme Lage, sonnig oder halbschattig: jedenfalls mög- 
lichst windgeschützt ; nach Eintritt des 1-rostes schneide man die Blätter ab, stülpe einen 
Korb oder Kasten über die Pflanze und umhülle diesen mit trockenem Dung. Laub und Rei- 
sig: der Deckel bleibt offen, solange es die Witterung gestattet; die Pflanzen leiden beson- 
ders durch Nässe iin Winter, im Frühjahr mul.l man zeitig lüften, damit sie nicht zu früh 
treiben, aber gegen Nachtfrost immer wieder decken : Vermehrung durch Knospensteck- 
linge, die man am Grunde der Pflanze abschneidet, auch .Aussaat, gleich nach Reife, Samen 



21' 



Qünnera — Qypsöphila 



liegen aber lange ; Verwendung als Einzelpflanze auf Rasen und am Ufer, erst alte Pflanzen 
wirklich schön. 

G. chilensis (G. sccihra). Chile, bis 1,5 m, wie Abb. 24. Blattstiele grün, verträgt mehr 
Trockenheit, ist aber nicht so iippig wie G. manicäta, aus Südbrasilien, mit rötlichen Blatt- 
stielen, die in halbschattigen, warmfeuchten Lagen riesige Blattdimensionen erlangt. Ferner 
sei erwähnt G. maghelldnica aus Patagonien, nur \0 cm hoch, kriechende Rhizome, Blätter 
klein, rundlich-herzförmig; für feuchten moorigen Boden in halbschattiger Lage. 

Oymnadenia {liabciidriin. Händelwurz, Höswurz, Friggagras : bekannte heimische Orchideen 

mit bandförmig geteilten Knollen und 
schön duftenden, langgespornten Blüten, 
Mai-Juli; Kultur usw. siehe Orclüs, 
doch trockenere, sonnige Lagen, leicht 
lehmigen Sandboden. 

G. conopsea. 30 bis 60 cm. Blätter 
lanzettlich, Blüten langgespornt, hell- 
'''■''- ;- purpurn oder weißlich, breitet sich leicht 

durch Selbstaussaat aus, wenn sie im 
Grase oder in anderen Bodendeckpflan- 
zen steht; O, odoratissitna, bis 30 cm, 
Blätter lanzettlich-lineal, Sporn kürzer, 
Blüten hell purpurrosa oder weiß, alles 
zierlicher; außerdem O. dlbida mit klei- 
nen, weißlichen Blüten, bei denen alle 
fünf Hüllblätter helmartig zusammen- 
schließen, nicht duftend, unansehnlicher. 
Gymnändra stolonifera siehe La- 
götis. — Gymnogrämmejapönicasiehe 
Dictyognimme. 

Gymnolömia maltiflöra ist eine ein- 
jährige Komposite aus den südlichen 
Vereinigten Staaten. 

G,>'/nno<Aecach/ne'ns/s; chinesische 
Staude wieSaururus. aberetwas kleiner, 
mit geöhrt herzförmigen Blättern; ob in 
Kultur? 

Gymaöthrlx latifölia siehe Penni- 
sc'ttim. 

Gynerium argenteum fCor- 
taderia argentea), Pampas= 
gras: bekanntes, prächtiges, 
schmuckvolles, bis über 2 m hohes 
Ziergras mit wundervollen Rispen, 
wie Abb. 231, August-September; 
K u 1 1 u r am besten in warmen, son- 
nigen, gegen rauhe Winde geschütz- 
ten Lagen in gutem, durchlässigem 
Boden, der im Winter kein Wasser 
hält, dann aber im Sommer reichlich gießen und düngen ; man kann es im Winter decken 
wie Gunnera, dabei aucli den Raum des übergestülpten Gestelles mit trockener Spreu oder 
Sägespänen ausfüllen, doch genügt es meist, die Pflanzen nach Frost bis auf 30 bis 40 cm 
abzuschneiden, die Halme darüberzuschichten und alles mit Fichtenreisig zu belegen, wo- 
rauf man nach Bedarf trockenen Strohdung und Laub bringt; Verwendung als außer- 
ordentlich dekorative Zierpflanze für Rasenplätze. Ufer usw. In Kultur mehrere Formen mit 
besonders schönen rosafarbenen oder weißen Blütenrispen, die für Trockenbuketts sehr 
wertvoll sind. — Als härter gilt das sonst ähnliche G. conspicuum. 

Gypsöphila, Gipskraut — Caryophyllaceen — Niedrige oder etwas höhere 
Stauden mit linealen oder lanzettlichen Blättern und doldentraubigen oder rispigen Blüten- 
ständen, wie Abb. 58 und 232-233; Kultur der paniciilata-F oxmtn als Rabattenstauden 
in ziemlich trockenem, leichtem Boden und der anderen Arten im Alpinum in trockenen 
sonnigen Lagen; Vermehrung durch Teilung und Samen (April-Mai) oder auch durch 
Stecklinge : V e r w e n d u n g wie oben, die paniculata und rcpens monstrosa auch für Schnitt. 
G. acutifölia, aus den kaukasischen Vorbergen, bis über 50 cm, grün, Stengel knotig, 
Blütenstände drüsig, weiß. Spätsommer, trockene Lagen ; G. aretioides, persische Hoch- 




Abb. 231. Qynerium (Cortaderia) argenteum, Pampasgras, 2 in 



üypsüphila— Ha 



215 




Abb. 232. (jypsopliilii , 



alpen. Transkaukasien. dichte steinharte Polster bildend, wie Androsace helveticu, holzige 
Pfahlwurzel tief in üesteinsspalten dringend, Bliiten lila-weil.i, wächst sehr langsam, aber 
fürs Alpinum zu empfehlen; Q. cerastioides, Mimalaya. kriechend, rasig, bis \Qcm, be- 
haart, Blüten weil.) mit violetten 
Adern,Mai.Iuni. wie Abb. 2.5 2. schö- 
ne raschwüchsige Alpine ; G. orte= 
gioides i Til/ikcixylorr/iiZiD.Kapp-d- 
dozien. am Grunde leicht verhol- 
zend, Tracht wie Abb. 2^^. bis M) 
cm, fein drüsigbehaart. Blüten weil.). 
rot geädert, reichblühende Felsen- 
pflanze. .August: O. paniculäta,^') 
Schleierkraut . Mitteleuropa. auf- 
recht verästelt. 0,5 bis 1 in. Blüten- 
stände fein schleierartig, weil.), .luli- 
August. gelegentlich bis September. 
graziös, sehr wertvoll ist,/'/. /;/. mit 
gefüllten Blütchen, etwa eine Woche 
später als Typ, die durch Wurzel- 
halsvcredelungen auf die einfache 
Form oder am leichtesten durch 
Stecklinge vermehrt werden kann ; 

G.repens, heimisch, grolJe Rasen bildend, kriechend. 8 bis 15 an. weiBblütig oder rosa 
(var. rösea). Mai-Juni, oft bis September, fürs Alpinum; die var. monstrosa. höher ver- 
zweigt, wie Abb. 58. schön; G. Sündermännü (C?. repensX transsyhanica). noch üppi- 
ger als repcns monstrosa. Blüten weil.) ; G. transsyhanica {Rdnfjya pctrcu'a). feste. kleine, 
runde Polster, weiße Blüten, .luni ; durch die Hybride übertroffen. 

Haarblume siehe Tricliosdntlies. — Haarfarn siebe Adianlitm. — Haargras siebe Llynuis. — Ha- 
beaäria siehe Gymmidenia. 

Haber/ea rhodopensis: niedrige, harte, Rainondia sehr ähnliche, bulgarische Qesneracee mit 
länglichen, uintergrünen Blättern und hellblau-violetten, an kleine Gloxinien gemahnenden Blüten mit 
gelbem Schlund, var. virgirndis. weiß, Mai-Juni, wie Abb. 2.'?4; Kultur usw. wie Ramondia. — Sehr 
ähnlich, aber zierlicher ist die seltene H. h'erdinändi-Cohiirgi. 
Habichtskraut siehe Hierüciiim. 

Hablitziatamaoides: harte, kaukasische, 2 bis 4 /" hoch windende C b e n o p o d i a c e e mit rüben- 
förmiger Wurzel, hohlen, gefurchten Stengeln, wechselständigen, dreieckig herzförmigen Blättern und 
kleinen, grünlichen Blüten in hängenden Rispen, Juli-August; K u 1 1 u r in jedem tiefgründigen Oarten- 
boden in sonniger oder schattiger Lage; Verm eh ru n g durch Krdsprosse oder Samen; Vcrwen- 

d u n g nur für den Park zurVer- 
r -' v*- J' ^.j'&i^swr äw^ ^'^^^Ss^K^KKBB&f^ klcidung k:ililcr Stännne. Mau- 

\ - ''.'.^^^^Sia/ßaSui^'^^^SMmßSSKBsiW^ (.'i-n. Ruinen; im (jartcn Unkraut. 

Hacquötia Epipäctis Dec, 
Scl);iltdolde: heimische. lObis 
'!k' U m be 1 1 i f e re mit 
:ii Wurzeistock. hand- 
iwiii;;^; drei- bis fünfteiligen 
(JiunclIilaltL-rn und gelbgrünen 
BlütL'ii in kopft'örniigcn umhüll- 
ten Dolden. April-Mai: Ku 1 tu r 
in schattigen Lagen in humo- 
semWaldboden imAlpinum und 
Park; Vermehrung durch 
Teilung; für Liebhaber, im Ver- 
ein mit Frühlingsanemonen. 

Händelwurz siehe Gymna- 
di'nia — Hafer siehe Av('mi. — 
Hahnenfuli siclii- Raniinrtilus. 
- Hainlattich siulK'.l/xwm-.- 
Hainsimse ^iuhf l.irjiUi. — 
Hainwindröschen siehe Ane- 
iihUie tu'inorösa. — Hakenlille 
siehe Crimim. 

Abb. 233. üvpsophdu oiienioides. kappadozisches üipskraiii. 1 .s , m Halenia Perrotteti ist eine 

(phui. w. Siehe. .Wcrsina). mit Snrcrlia verwandte, nur 




Halenia— Heleniiitn 




Abb. 234. Haberlea rhodopen. 



zweijährige Q e n t i a n a c e e von dem Nilgherries-Qebirge in Ostindien. — Halogeton spinosissitnum 
siehe Noaäa. — Haplocärpba {Arclötis) Leichtlini ist eine bei uns wohl nicht winterharte Komposite 
vom Kap. — Haplopäppus siehe Apiopdppus. — Haplophyllum siehe Ruta. 

Harbourea trachypieüra: eine an Ciaita erinnernde Umbellifere aus Kolorado und Neu-Mexilio 
mit vielfältig geteilten, zerschnittenen Blättern und langgestielten, gelben Blütendolden; nur botanisch 
von Interesse. 

Harpälium rigidum siehe Heliäntlius scabenimiis. — Hartheu siehe Hypi'ricum. — Hartmännia 
speciösa siehe Oenotlu'ni. — Hartriegel siehe Connis. — Hasenlattich siehe Prenäntites. — Hasenohr 
siehe Bupicnrum. — Haselwurz siehe Asanini. 

Hastingia alba: nordamerikanische, dichtblättrige Liliacee mit grünlich weißen Blüten in lang- 
traubigcn, dichtblütigen. bis 60 cm hohen Blütenständen ; Kultur usw. wie Cdii/assia, 

Hauhechel siehe b/!()"/.s'. — Hauslauch, Hauswurz siehe, SV////)C/ r/r///;;. — Hedraeänthussiehe Wa/h 
lenbi'rgiu. — Hedysarum canadease siehe Desinödiuni. — Hedysarum multijügum siehe Laubholzbuch. 

//edysarum ofiscüri/m, Süßklee: lObisSOfz/ihohe, heimische Qebirgs-Leguminose mit sehr tief- 
gehenden, langen Wurzeln, aufsteigenden Stengeln, unpaar gefiederten Blättern und purpurroten, wicken- 
artigen Blüten" in ährigen, dichtblütigen Trauben im Juli-August; Kultur in etwas feuchter, halbschat- 
tiger Lage zwischen Felsgestein, wodie Wurzeln tief eindringen können ;Vermehrung durch Samen, 
Teilung schwierig; Verwendung im Alpinum. Nahe steht H. negk'ctuin. Turkestan, bis 50 c;;/. 

Hegemone lllaciaa siehe Tröllius lilaciniis. 

Heimla myrtifölia iNe.^at'a rnyiiifölia) ist eine strauchige Lythracee aus Brasilien. — Heleniöpsis 
siehe Heloniöpsis. 

Helenium, Sonnenbraut — Kompositen — Hübsche, harte, nordamerikanische, 
aufrechte, buschige, sonnenblumenähnHche Stauden mit lanzettHchen Blättern und langge- 
stielten, gelben Blütenköpfen; Kultur in jedem guten Gartenboden; Vermehrung durch 
Stecklinge, Teilung bis Spätherbst oder im Frühjahr bis Ende Mai. und Samen; Ver- 
wendung als ausgezeichnete Rabatten- und Schnittstauden, auch im Park. 



li. autumnäle i//. _<{r(/ri(/ijh>niiti . H. stricitiim Hort.l. bis 2 m hoch, reich belaubt, 
Blüten goldgelb, bei var. superbum h bis 7 cm breit. August-September und noch später 
bei supvrimm nibnim. tief goldbraun, ferner sind ausgezeichnete Formen var. ..Garten- 
sonne", goldgelb mit samtbrauner Mitte, Ende August bis Oktober, vnr. pümilum mag' 
nificum^'] (H. pniiiiluiii maf^nifiaim). nur 60 bis 80 cw. Blüten prächtig reingclb, schon vom 
.luni ab. noch niedriger die Form aurantiacum {H. Bigelövil uiirantiuiiim Hort.), leuch- 
tend orangegelb, früherblühend; hierher wohl auch die Form grandia'p/ia/iiin aip/riini. 
kupferorange, ,luni-.Juli; var. ..Riverton Gern", Goldlack-Helenium, bis 1.5 w, Blüten im 
.Aufblühen altgold mit Terrakotta, später goldlackrot, Mitte August bis Ende Oktober, und 
var. ..Riverton Beaut}'"', mit rein zitronengelben Blüten mit schwarzpurpurner Scheibe: 
H. Bigelövii, etwa 80 cm, Blät- 
ter ganzrandig, nicht wie bei vo- 
riger Art gezähnt, Blüten goldgelb 
mit schwarzer Mitte, Juni -Juli; 
H. Bolanderi, niedriger als Bige- 
lovii. etwas behaart, Blüten ebenso 
gefärbt, noch größer, bis 7, .5 cm. 
Stiele fester, ,luli-September. var. 
siilpliiirciim ist eine schwefelgelbe 
Form: h. grandicephalum 
striätum (N'arietät von H. niidi- 
flönim). bis über 1 /;/, Blüten sam- 
tigrot, karmin marmoriert, hierher 
auch var. ,,.1 ulisonne", nur so 
rm, goldgelb, mit schwärzlich brau- 
ner Scheibe, früher als vorige; h. 
Hoopesii, von lockerer Tracht, 
etwa hO cm, Blüten orangegelb, 
schon im iWai, wie Abb. Z.^S. 
blüht lange. 

Heleöcharis {Eleöcliaris. Scirpus\. 
dCfcu/är/s. Sumpfriet: niedrige, hei- 
mische C y p e r a c e e für sumpfige 
moorige Orte; ähnlich Scirpus caespi- 
tosus zu vcruenden. 

Helianthella quinquenervis: har- 
te, bis 1 III hdhi.', aufrechte, kahle, an 
Heliantliiis i^e-niahiiuiidL' Kom p o si te 
aus dL'n R()ck\- Mountains mit schmal 
lanzettlicIiLMi,' ganzrandigen Blättern 
inid bk'ichgi.-lbi.'n Bliitenliöpfcn. Juni- 
SL'ptL-Tnb(.-r ; Kultur usw. wie Helicin- 
t/ii/s. als Parkstaude verwendbar. Hier und da auch //. miiltifloiv und uniflöm in Kultur. 

Meliänthemum, Sonnenröschen, Felsröschen Cistaceen — Kleine, harte 
Stauden mit niederliegenden, kaum bis 1 ,s oder 20 cm hoch aufstrebenden Stengeln mit 
länglichen, gegenständigen Blättchen und hübschen, lebhaft gefärbten, aber sehr hinfälligen 
Blüten in kurzen Trauben: Kultur in leichtem, durchlässigem Boden, besonders auf Fels- 
partien in sonniger Lage; X'ermehrung durch Saiuen i.Aprili und Sommerstecklinge: auch 
für Einfassungen verwendbar: die schnell vergänglichen Blüten folgen sich rasch, schliel.len 
sich aber ohne Sonne. 

Am verbreitetsten vielleicht //. röseum in vielen Formen mit gelben, lachsroten, blut- 
roten oder ähnlich abgetönten Blüten, auch gefüllt; als gute einfache Sorten gelten ..Attrac- 
tion", hellorange. ..Bronce", dunkelorangc. .,Rose Queen", üppig, leuchtend rosa, ferner 
H. amäbile fl.pl. (H. cocaneiim plcmim\ mit scharlachroten gefüllten fjlüten. .luni-.luli ; ver- 
bessert jetzt durch Sorte ..Rubin" ; ferner //. mutäbile mit \-ielen l-ormen in gelben und 
roten Tönen: unter den Kulturformen viele Bastarde und botanisch ungeklärte Formen; 
reizend ist das kleinste, gelbe, einfache H. lanulüiiim. Mittelmeergebiet. I.t bis 20 cm. 

Heliänthus, Sonnenrose, Sonnenblume Kompositen — Aufrechte, hohe, 
buschige, nordamerikanische Stauden mit kriechendem oder knolligem Wurzelstock, ein- 




Abb. 235. Ileleniuni^l loopesii. orangegelbe Somienbraut. .SO < 
lOrig.. Plantieres). 



218 



Heliänthus— Helichrysuti 



fachen, unten meist gegenständigen, oben meist wechselständigen Blättern und gestielten, 
schönen, gelben Blütenköpfen; Kultur am besten in nahrhaftem, aber nicht zu schwerem, 
etwas kalkhaltigem Boden in freier, sonniger Lage mit guter Bewässerung zur Triebzeit; 
Vermehrung durch Teilung (Spätherbst oder zeitiges Frühjahr), Stecklinge oder Saat 
(April); Verwendung als prächtige Rabattenstauden im Garten und für Uferpflanzungen 
im Park; gute Schnittblumen. 

H. atrorübens iü. sparsifölius Hort.), bis 1,2 m. Ausläufer treibend, ähnlich scaber- 
rirmis, aber nicht so gut, Blütenköpfe gelb mit rotbrauner Scheibe, September-Oktober; 

H. gigänteus, bis über 2,5 m. Blät- 
ter lanzettlich, rauh, Blüten hell 
schwefelgelb, nicht sehr groß, aber 
in Menge erscheinend, September- 
Oktober; H. Maxitniliänii, mitt- 
leres Nordamerika, im dekorativen 
Wuchs und Belaubung an orgyalis 
erinnernd, aber breitblättriger, Blü- 
ten dunkelgoldgelb, ziemlich groß, 
in endständigen Sträußen, August- 
Oktober, selten echt; H. möllis, 
bis 1.2.S /ii. reich belaubt, weich be- 
haart, Blätter eilanzettlich, graugrün. 
Blüten hellschwefelgelb, mittelgroß, 
September, als diese Art geht auch 
//. striiinosusmacrophylhis: ti.muh 
tiflörus Hort. \/i. decapcHalus var. 
imiltiflonis], bis 1 in, Blätter dünn, 
eilanzettlich, Juli-September, viele 
Formen, wie var. grandiplt^mis 
(„Soleild'or"" ). dicht gleichmäßig 
gefüllt, var. mäximus, etwa 1 ,5 ///, 
Blüten schön tiefgelb, wohl die 
beste Form (in rauheren Lagen im 
Winter Bodendecke), var. ..Mete- 
or", halbgefüllt, var. /;/(v;«s, gefüllt, 
mit krauser Mitte, sowie ferner var. 
„Perle"; ti. orgyalis (H.salici- 
föliiis), bis 2,5 w, dicht beblätterte 
Triebe, mit hängenden, weidenarti- 
gen Blättern. Blütenköpfe gelb, mit 
purpurner Scheibe, kurz gestielt, ris- 
pig. September- Oktober, liebt trok- 
kene Lagen, gute Einzelpflanze, auch 
im Park sehr effektvoll, nach Förster einem „exotischen Riesengrase gleichend"; H. scaber^ 
rimusiU.rigidus, Harpälium rigidum), mit Ausläufern, bis 1 ///, Blätter breit oval, rauh 
behaart. Blütenköpfe dunkelgoldgelb, mit später brauner Mitte, ,luli-September; gute Kultur- 
formen sind var. Ligen, Bluten langstielig. Abb. 23t> und Tafel IV. ferner „Miß Mellish", 
größer und üppiger als Typ, var. praecox am frühesten und var. „Oklobersonne" am 
spätesten blühend; var. „Daniel Dewar" hat kaktusdahlienartig zugespitzte Randblüten; die 
var. semipleniis ist richtig//, kwtijlöriis mit gelbem Discus; h. strumösus, bis 1,5 //;, oft 
etwas blaugraugrün, verästelt. Blätter eilanzettlich, Blüten schwefelgelb, mit gelber Scheibe. 
.luli-September; zu erwähnen noch H. tiiberösiis. Topinambur, hier und da als Viehfutter 
angebaut, auch als Gemüse empfohlen, zum Verwildern in großen Parks geeignet, aber nur 
in ganz warmer Lage zuweilen blühend, weil sehr spät; die als Helianthi-Gemüse empfoh- 
lene Sorte ist H. (loronicoides: hübsche hellgelbe kleine Blumen an reich verästelten. 2 in 
hohen Stielen bringt H. nticrocephaliis, September-Oktober. 
Hetichrysum margaritäceum siehe Andp/ialis. 




Abb 23ö. HeUanthus [Harpalium) scabeminus var. Ligen 
Sonnenstern (G. Arends, Ronsdorfi. 



Hclichrysiiin— HellObünis 



219 



Helichrysum thiaashänicum, Strohblume: harte, kriechende, dicht verzweigte Polster bildende 
und angedrückt weiti behaarte Komposite mit doldig gedrängten, gelben Köpfchen auf bis 40 cm hohen 
Stielen im Juli ; K u 1 1 u r usw. wie Amip/iii/is. zur Kantenpflanzung brauchbar. Das heimische M. (öim- 
plnilitim) aremiriiim. Immerschön, ist für trockene sonnige Lagen in magerem Boden für Bodenbe- 
deckung wertvoll, 10 bis 30(7«, Blüten zitronengelb, Juli bis August. — //. bellidioides aus Neuseeland 
ist bei uns kaum hart, gilt aber als sehr schön, 

ffeliöpsis, Sonnenaiige k'iniipdsiten — In der Trachtan /Miariffiii\- p;cni:iiincnde. 
harte iMi\l\\eslaiiierikaiiiSLiK- bis iiIki- 1 /// llolie Stauden mit cilaii-lidifU r.lallL-rn und 




Pflanze von Hclleboriis niger. üartenform, rechts eine Blül 
form der Weihnachtsrose (H.Junge, Hameln i. 



achseiständigen. gelben, gestielten Blütenköpfen. August-Oktober; Kultur usw. wie Hc- 
lianthus: gute Sclinittblumen. 

H. helianthoides tu. laevis), Blätter glatt oder nur leicht rauh, besonders schön var. 
grandißöru mit tief orangcgelben. sehr haltbaren Blüten, .luni-August; var. Pitcheriüna ist 
dne niedrigere, kompaktere I-orm : als H. Pitihcnanu geht aber auch die größerblütige 
Form von//, scaöra, durch rauhe Behaarung abweichend, hier die Sorten ciiinita. ,.E. Lad- 
hams". ..E.Kcelsior", bis 1 w. goldgelb, srratissinni. halbgefüllt, dunkelgoldgelb. /'w/;/7Vo7f/, 
und zinniaeflöra. halb- bis dichtgefüllt, hell- bis dunkelgoldgelb. August-September. 

Heliosperma iSilc-ne) atpestre, Strahlensame: 10 bis 25 cm hohe Ca ry op hy 1 1 a c ee aus den 
Ostalpen und Siebenbürgen, große, lockere, lebhaft grüne, kahle, nur oben etwas klebrige Polster bil- 
dend, Blätter lineallanzeftlich.'Blüten weiß, mit vier- bis fünfzähnigen Kronenblättern, Kapseln einfächrig 
(bei echten Silenen am Grunde drei- bis fünffächrigl; reizend die dicht gefüllte var.//./;/.; zieht im Winter 
ein, sehr gut für Trockenmaucrn. 

Helleborus, Christrose, Weihnachtsrose, Nieswurz, Schneerose — Ra- 
n u n c u 1 ac e e n — Buschige, gütige Pflanzen mit fächerförmig geteilten, langgesticlten Qrimd- 
blättern und grol.ien. weilJen. rötlichen oder grünlichen Blüten wie Abb. 4ii und 2,3 7 ; Kultur 



220 Helleborus — Heiiierocallis 

in nahrhaftem, etwas humosem Boden und frischer, halbschattiger, auch etwas steiniger 
Lage. Pflanzung vom August bis in den Winter, solange frostfrei; Vermehrung durch 
Teilung oder Samen (gleich nach Reife); Verwendung als prächtige Winter- und Früh- 
jahrsblüher im Garten, Park und Alpinum. Die hybriden Formen vor allem auch als Schnitt- 
blumen. Im Winter nach Bedarf Reisigdecke. 

//. cölchicus {oricntci/is-Form). Kleinasien. 30 cm, Blätter schön sattgrün, Blüten tief- 
purpurn. Februar- iMärz, hierher auch var. abchäsicus [li. caiicdsiais var. abchasiciis); 
H.cörsicus, Korsika, bis 80 cm, Blätter grol.i, lederig, immergrün, 3 teilig, scharf gezähnt, 
Blütenstand ähnlich foerii/iis. Blüten grünlich weiß, .lanuar-April, wertvolle Immergrüne 
für Halbschatten ; ti. foetidus, heimisch, Stengel ästig, bis 30 cm. Blüten klein, grünlich 
mit purpurnem Rand. iWärz-April, für den Park brauchbar; H.guttätus, Kaukasus, ähnlich 
colcliiciis, Blüten innen weiß, außen purpurn gezeichnet; H. niger, heimisch. Stengel ein- 
fach, blattlos, 15 bis 30 cm, Blätter Wintergrün. Blüten weiß oder rötlich, Dezember-März, 
wertvoll, hiervon diverse Gartenformen (Abb. 237), eine sehr zierliche ist var. mitwr und 
eine üppigere var. major, als schönste gilt var. mdximiis (var. altifölins), die größtblumige 
mit etwas rosa Schein, ferner var. angiistifölius ,,St. Brigid" und ,.Mad. Fourcade", 
zwei blendend weiße Sorten, var. röseiis, rosa; wertvoll ist var. praecox, blüht schon ab 
September im Freiland, auch für Treiberei, da viel früher als Typ ; H. odörus, Ungarn. Blüten 
grünlich gelb. März- April, wohlriechend; H. orientälis, Kleinasien, Stengel verästelt, 
Blätter Wintergrün. Blüten weiß, außen purpurn, von dieser imd colclücns, giittatiis, vor 
allem niger usw. gibt es viele Varietäten, die als H. hybridus gehen und zu den besten 
Zierstauden gehören, Februar-März. Abb. 46; H. viridis, heimisch, bis 50 cm, verästelte 
hohe Büsche. Blüten grünlich, für lichte Gebüsche im Park in Massen ganz effektvoll, 
März-April. 

Helmkraut siehe Scutellariu. 

Helöaias bullata, Sumpfnelke : nordostamerikaiiische lauchartige L i I i a c e e mit dünnen, tiefgrü- 
nen Qrundblättern und kleinen rosa Blüten in dichten Ahreii auf fast nacktem, bis 40 cm hohem Schaft, 
April-Mai; Kultur in feuchtem, moorigem Boden; Ve rni eh ru n g durch Teilung; Ve r wen du n g 
an geeigneten Stellen als Sumpfpflanze im Park oder ähnlich Surnicenia purpiirea. 

Helöaias asphodeloides siehe Xerophyllum. 

Heloaiöpsis [Siigerökia) Japönica: japanische 15 bis 20 cm hohe Liliacee mit dickem, kurzem 
Wurzelstock, lanzettlichen, rosettigen, wintergrünen Blättern und trübroten, glockigen, über 1 cm langen 
Blüten, die zu zwei bis zehn auf kleinem, beblättertem Schaft in nickenden Doldentrauben stehen, April; 
hat sich in Petersburg hart gezeigt, für halbschattige trockene Lagen im Alpengarten; in England auch 
H. breviscdpa aus Japan in Kultur, Blüten leuchtend rosa. 

Heixine Soleirölii: kleine kriechende Urticacee aus Korsika und Sardinien, mit fadenförmigen 
Zweigen und rundlichen Blättern, Blüten unscheinbar; wächst in schattigen feuchten Felsspalten und 
ist für Felsenbekleidung sehr brauchbar, aber kaum hart. 

Hemerocällis, Taglilie — Liliaceen — Hübsche, den Funkien nahestehende, 
buschige Stauden mit fleischigen Wurzeln, lanzettlichen, rosettigen Grundblättern und auf- 
rechten, traubigen Blütenständen mit gelben, orangefarbenen oder rötlichen Blüten. .Iuni-,luli, 
wie Abb. 7; Kultur in gutem, nahrhaftem Gartenboden, besonders in etwas feuchten, halb- 
schattigen Lagen, man lasse die Pflanzen jahrelang ungestört ; Vermehrung durch Teilung 
(Pflanzzeit Frühjahr bis Ende Mai) ; Verwendung als gute Rabatten- und Gruppenstauden 
im Garten und Park, besonders nahe am Wasser, sehr brauchbar für Schnitt, in Kultur viele 
Kreuzungen verbreitet, so daß die Typen selten echt zu finden sind. 

H. aurantiaca, Japan, öO bis 75 cm. Blüten prächtig dunkelorangefarben. .luli-August, 
Typ in Kultur selten, auch im Halbschatten brauchbar und der var. major (mit bis 12 cm 
breiten, leuchtend orangegelben Blüten) vorzuziehen, da diese gegen strenge Winter emp- 
findlich ; H. citrina, China, 70 bis 80 cm. Blüten langgestreckt, hellgelb, lange blühend, 
.luli-August, späteste helle; H. Dumortieri (H. rütüans). Japan, bis 50 cm. Blüten hell- 
orangegelb, außen rotbraun, früheste Art; H. flava, Mitteleuropa bis Asien. 20 bis 50 cm. 
Blüten hellgelb, leicht hängend, köstlich nach Orangenblüten duftend. Mai bis Juni, var. major, 
Hybride mit aurantiaca major, Blüten groß, goldgelb, .luli; //. fulva (H. disticlui). wie 
vorige, bis 75 r///. Blüten gelbrot, duftlos, Juli-August (farbige Tafel V). hierher von Formen 
var. kwanso^"^] (H. liwanso fl. pl.) mit gefüllten, rötlich orangefarbenen Blüten, eine der spä- 
testen und bei der Form variegäta mit weißgestreiften Blättern ; //. luteola (H. aurantiaca 
majoryi.Tlmnbergii). 10cm. zitronengelb. Juli, etwas großblumiger var. /hö/(1/-; ti.hybrida, 
Gartenformen, bis 1 m. üppig, reichblühend, heller oder dunkler orangegelb, großblumig. Juli. 



Tafel V. 




Henifiocullis futva. 




i^ff'M,-- r^'.*'*i"--i 



Ilcruerocallis — Herzbhiim; 22 1 

die schönsten sind wohl: .. Apricot ". Ende Mai. reichblühend, hellorange. „Aureole", 
schöne lange Trichter, beste frühe, ebenso ..Queen of iWay". langtriclitrig. gelborange. 
„Sovereign". leuchtend hellorange; ferner zu erwähnen: H. fulcitrina, eigenartige 
Hybriden zwischen /;//i'« und citrinu. sowie h. strassburgensis, Hybriden zwischen./«/iY/ 
und verschiedenen Arten, hierher die späte Sorte ., Qoldball" ; H. Middendorfü ( fi. „Dr. Regel" 
Hort.l, Amurgebiet, bis 50 cm, zierlich belaubt. Blüten tief orangcgelb. Alai-.iuni. schön für 
Schnitt, sehr zu empfehlen ; H. minor [H. graminea, H. oruiiii/iijölia). Nordasien, 30 cm. 
Blätter grasartig. Blüten gelb..luli-August. zierlich : H.ochroIeücaiH.citrinciXH. Thinibergii). 
80 cm. hellprimelgelb. .luli-.'\ugust. reichblühend; ti. Thunbergii, -Japan, wie //oiy/. bis 
75 cm. aber vier \Vochen später blilhend. 

Hemerocällis alba, H. caerulea, H.japönica uikI H. plantaginea siehe unter fünkia. — Hemio- 
aitls japönica siehe Ciyiiinogrdmme. 

Heaniagia aaisöptera: eine an Narlliecium gemahnende L i 1 i a c e e von den Sandwiisten des Altai, 
Blätter fleiscliis. schwarz gepunktet, gezähnt, Blüten weiß, mit schwärzlichem Grundfleck. Ob bei uns 
versucht:-' 

hepäüca, Leberblümchen — R a n u n c u 1 a c e e n — Bekannte, frühblühende, niedrige. 
Waldancmonen ähnliche Stauden mit wintergrünen, drei- oder selten fünflappigeit Blättern 
und gestielten, blau, rot oder weil.'i gefärbten Blüten. Februar- .April ; Kultur in nahrhaftem, 
humosem Waldboden in halbschattiger Lage; X'ermehrung durch Teilung oder Samen 
(Sommer); Verwendung als hübsche Frühlingsblüher fürs Alpinum. Garten und Park, 
besonders in Massen wirkungsvoll ; Schattenpflanzen ; man beachte vor allem das auf Seite ()() 
Gesagte. 

ti. triloba [Anemone Hcpatica). heimisch, bis 1 5 cm. Blätter stumpf dreilappig, ungezähnt. 
Blüten blau oder weil.) (var. allun oder rot (var. rubra), alle drei Farben auch gefüllt. März- 
Mai ; hierher auch var. acuta [H. aciita. H. ucniilobu. fi. triloba var. acntilobu). östl. Ver- 
einigte Staaten. Blattlappen spitzeiförmig, kulturell ohne besonderen Wert ; ti. angulösa, 
Ungarn, drei- bis fünflappige Blätter mit oft gesägten Lappen, hellblau, rosa (var.rdsca) oder 
weil.! (var. alba und nivea). blüht etwas nach triloba. wirkt besonders durch ihr stärker ent- 
wickeltes Blattwerk. 

tieracleum, Bärenklau, Herkulesstaude — Um bei liieren - Harte, hohe, de- 
korative, meist zweijährige Kräuter mit dickem Wurzelstock, vielfach bandförmig geteilten 
und fein zerschlitzten, grollen, schmuckvollen Blättern und mächtigen, breitrispigen. weilJen 
Blütenständen. August-September, alle Arten sehr ähnlich; Kultur in gutem, nicht zu 
trockenem Boden ; X'ermehrung durch Samen (gleich nach Reife), nur bei der Staude pii- 
bcscciis auch durch Teilung; Verwendung in erster Linie im Park am Ufer, doch auch 
als Einzelpflanzen auf Rasen im Garten, aber zur Triebzeit gut giellen ; da nach Blütezeit die 
Blätter absterben, so empfiehlt es sich oft. die Blütenstände rechtzeitig auszuschneiden und 
durch gutes Feuchthalten die Blätter lange zu erhalten; man vermeide, die Pflanzen sich selbst 
aussäen zu lassen. 

fi.pubescens{/i.cai/cdsiciim). Kaukasus. Kleinasien, ausdauernd. Blätter fiederschnittig, 
unterseits behaart; ti. vHlösum [H. friffdnteum), Kaukasus, bis 3 /;/. Blätter buchtig ge- 
fiedert, unterseits weißfilzig, und das ebenso mächtige ti. Mantegazziänum mit mehr 
gelblich-grünen Blättern; etwas kleiner ist /i.platytai'/iiiim [H. c>niincns] aus Kleinasien und 
recht hübsch ist auch ti. lanätum (H. barbdtiini) aus Nordamerika und Ostasien, mit drei- 
schnittigen, filzig behaarten Blättern. 

Herbstaster siehe Asier. — Herbstzeitlose siehe Colchicum. — Herkulesstaude siehe Uerack'um. 

herminium moaörchis, Hiin^e, Einknolle: kleine, heimische. 10 bis 20 cm hohe, an AclirodnI/iii.i 
erinnernde Orchidee mit lanzettlichen Blättern und winzigen, grünlich-gelben, schön duftenden Blüten 
in dichten Ähren, im Mai-Juni ; Kultur siehe Orchis. 

tierniäria glabra, Bruchkraut, Tausendkorn: kleine, heimische, niederliegende, 
bodenbedeckende. 5 bis 15(7// hohe Gary oph y 11 acee mit kahlen Blättern und winzigen, 
gelbgrünen Blüten in etwa zehnblütigen Knäueln. .Juni bis Herbst, eine kräftig wachsende 
Form ist H. liirsiita: Kultur in sehr armem, durchlässigem, sandigem Boden in sonniger 
Lage ; Vermehrung durch Teilung oder Saat ; V e r w e n d u n g als gute Bodenbedeckungs- 
pflanze in trockenen Lagen, auch für Gräber. — .Ähnlich ist//, alpiiia mit behaarten Blättern 
und nur etwa dreiblütigen Knäueln, soll aber schwer gedeihen, desto leichter dagegen ti. 
pyrenäica (H. latifölia) mit etwas größeren Blättern, wohl in erster Linie zu empfehlen. 

Herzblatt siehe Panuissia. — Herzblume siehe Dict'ntra. 



222 Hesperis— Hieräcium 

Hesperis matronälis, Nachtviole: bei uns heimische, bis 80 cm hohe, aufrechte, 
buschige C r u c i f e r e mit eiförmigen Blättern und ziemlich großen, wohlriechenden, lilafarbenen 
Blüten in endstandigen Trauben. Mai-,luni ; K u 1 1 u r in jedem guten kalkhaltigen Gartenboden. 
in tiefgründigem, frischem Boden und nicht grellsonniger Lage aber besser als in trockenem 
Boden und heißer Lage: Vermehrung durch Teilung im Spätsommer oder Samen (.luli- 
August), auch durch Sommerstecklinge; Verwendung der einfachen Form wohl nur im 
Park, dagegen für den Garten die prächtigen, niedrigeren, kompakteren var. alba pl. und var. 
purpiirea pl., auch als Schnittblumen sehr wertvoll, was aber auch von der einfachen Form 
var. nana candidissima, 40 bis 50 rm. blendendweiß, gilt, die sich gleich dem Typ selbst 
anbaut. Die gefüllten halten nicht lange aus, daher immer neue Anzucht nötig, auch der Typ 
oft nur zweijährig. — Ferner H.lampsanifölia, Montenegro, Tracht wie üppige matronälis, 
1 bis 1 ,5 ///, Blätter groß, Lampsana-artig, Blüten dunkler, purpurlila, Juli-August, prächtige 
Parkstaude. 

Hesperochiron pümilus (Capnörea piimila) : kleine nordwestamerikanische Hydrophyllacee, 
Blätter ganzrandig, grundständig, Blüten weiß mit purpurn, einzeln in der Heimat an feuchten quelligen 
Stellen im Gebirge; bei uns wohl noch nicht erprobt. 

Heteranthera limösa: nordamerikanische Sumpfpflanze aus der Familie der Pontederiaceen, 
zum Teil kriechend oder flutend, Blätter lanzettlich, Blüten blau, einzeln in Spatha ; bei uns kaum versucht. 

Heterodöma lobelioides ist eine Lobeliacee aus den mexikanischen Hochgebirgen mit präch- 
tigen gelb und roten Blüten, die aber für uns höchstens ganz im Süden brauchbar scheint. 

Heteropäppus (Aster) hispidus (Calimeris tatärica]: aufrechte, asternähnliche, verästelte Kompo- 
site aus der Mongolei und ,lapan. Blätter lineal, Blütenköpfe einzeln an den Trieben, azurblau, Juli- 
August, Kultur etc. wie Aster. 

Heüchera, Qranatrispe, Purpurglöckchen — Saxifragaceen — Buschige, 
aufrechte Stauden mit rundlich herzförmigen, langgestielten, grundständigen, gelappten 
Blättern und kleinen, zierlichen, weißen, rötlichen oder grünlichen Blütchen in sehr reich- 
blütigen, graziösen Rispentrauben; Kultur in jedem frischen guten Gartenboden in mög- 
lichst offenen (aber auch halbschattigen) Lagen, in schweren Böden Zusatz von Sand und 
Kalk; Vermehrung durch Teilung (Frühjahr bis Ende Mai verpflanzbar) und Saat, sowie 
durch Sommerstecklinge ; V e r w e n d u n g als sehr brauchbare Gruppen- und Rabattenstaude, 
sowie im Alpinum und Park, wertvoll für Schnitt. 

ti. brizoides (H. amcricdna'Xsanguinea), bis 50cm, Blätter bräunlich schimmernd und 
braun geädert, Blüten hell- bis dunkelrosa, hierher viele Formen, die meist unter sangiiinea 
eingereiht werden, besonders schön var. gracillima (H. gracillima, H. sangiiinea var. gra- 
cillinia), sehr feinrispig, Blüten zierlich, zartrosa, Verbesserungen sind siipc'rba, leuchtend 
karminrosa und splendens, Blüte bis nach Juli; H. rubescens, mittlere Vereinigte Staaten, 
Blüten weiß, in reichverzweigten rottriebigen Blütenständen ; H. sanguinea, Neu-Mexiko, 
Arizona, 30 bisSOrm, Blüten prächtig karminrot, Mai-.luli, oder weißlich, var. alba [H. alba), 
hierher viele hybride Gartenformen, die zum Teil zu brizoides gehören, z.B. var. „Feuer- 
rispe", feurig purpurn, Laub tiefgrün, „ F 1 a m b e a u " , bO cm, leuchtend dunkelrosa, „ F r ü h - 
licht", zartrosa, 14 Tage früher als die anderen Sorten, „Kleeberg", noch besser als 
Feuerrispe, „Pluiedefeu" (Feuerregen), beste rotblumige, „Sanglant", glühend dunkel- 
karmin, „Titania", starkwachsend, lachsrosa; weitere Formen gehen als H. sanguinea 
grandijlöra mdxima; man beschränke sich auf beste Namensorten. 

Heüchera tiarelloides ist eine vveißblühende Hybride zwischen Heucliera und Tiareita. bis 15 cm, 
Blüten rosa, August. — Heufarn siehe Aspidium fragrans. — Hexenkraut siehe Circaia. 

Mibiscus tHoscheütos (H. palustris), Eibisch: üppige, bis 1,25 in hohe, buschige Mal vacee aus 
Ostnordamerika mit eiförmigen, kaum gelappten, unten weißfilzigen Blättern und sehr großen, rosa- 
farbenen oder weißen Blüten mit purpurnem Auge, August-September; K u 1 1 u r in feuchten Lagen auf 
Rabatten oder auch als Uferpflanze im Park, winterhart; Vermehrung durch Samen, seltener durch 
Teilung; Verwendung wie oben, wenn Standort nicht genügend naß, so gut gießen; die Sorten 
„Meehans Mallow Marvels", welche aus Kreuzungen von H. Moscheutos und H. militaris er- 
zogen wurden, werden 1,5 bis 2 m hoch, Blüten blaßrosa, rot oder Scharlach, August, lieben tiefen, 
feuchten Boden und freie sonnige Lage und gelten als vielversprechende Pflanzen, etwas halbstrauch- 
artig, bei uns noch zu erproben. 

hieräcium, Habichtskraut — Kompositen — Von den Hunderten von Arten 
kommen wohl nur folgende für Kultur in Betracht ; es sind niedrige Kräuter mit oberirdischen 
Ausläufern, lanzettlichen, spateiförmigen Grundblättern und gelben oder orangefarbenen 
Blütenköpfen ; K u 1 1 u r in jedem Gartenboden ; Vermehrung durch Ausläufer und Samen ; 
Verwendung fürs Alpinum, wo sie aber sehr leicht zum Unkraut werden, und eventuell 
für grasige, kahle, trockene, steinige Hänge im Park. 



Hieracium— llottuiiia 223 

H. aurantiacum, Hiiropa, 23 bis öOew. griinblättrig. Blüten zu drei bis zehn in lockeren 
Doldenrispen, dunkelorangerot. Juli-September: h. Bornmuelleri, Kleinasien, ähnlich villo- 
siirii. aber l^lättcr dicker, wolliger behaart. Blütenköpfe grölJer. lebhafter gelb; H. rubrum. 
ein Bastard zwischen dem ersten und H. Pilosc'I/a. 25 bis iOa/i. Blüten leuchtend orangerot. 
Juli-August, trägt keinen Samen, wird daher nicht zum lästigen L'nkraut: H. villösum, 
Europa. 10 bis 15 cm. silberweiü zottig. Blüten gelb, Stengel ein- bis dreiköpfig, .luni-.luli. 
schöne dankbare, nicht lüstig werdende Art; ähnlich im Laub auch H. Hehlrculiii. H. kituitnm 
und //. pannösum. 

Hieröcbloe i.sVnv/.s/f/m/i odoräta, Oarrgras, Mari eng ras: ein wie Ant/io.xunf/iiini duftc-ndcs 
heimisches. W'iir/i-laiisläufer treibendes, 30 bis 60 rm hohes üras sumpfiger mooriger Wiesen und lich- 
ter Gebiische. blüht schdM im .Mai. 

Himantoglössum hircinum {Orc/iix hircina). Bockskraut, RiemenzunKe: wohl die eigenartigste 
aller heimischen Orchideen mit länglich lanzettlichen Blättern und grünlichweißen und purpurnen Blü- 
ten mit langen, linealen, gedrehten Zipfeln der Lippe in walzlichen, 30 bis bQ cm hohen Ähren, im Mai- 
.luiii ; K u 1 1 n r usw. wie Orcliis. für sonnige trockene Hügel oder Abhänge, geht aber meist ein und ist 
nicht zu empfehlen. 

Himbeere siehe Rubiis. — Himmelsherold siehe Eritrichium, — Himmelsleiter siehe Polemöniiim 
coenileuni. — Himmelsschlüssel siehe Primnki. — Hiobsträne siehe Polygoiiätum. 

Hippocrepis comösa, Hufeisenklee: niederliegende, 7 bis 20 rm hohe heimische Lcgnminose mit 
unpaar gefiederten Blättern und gelben Blüten in vier- bis achtblütigen Dolden, Mai-Juli; wächst auf 
sonnigen Hügeln und liebt Kalk, im Alpinum gelegentlich verwendbar. 

Hipposelinum Levisticum siehe Levisticum. 

fiippüris vulgaris, Tannenwedel — H al o r r b agi d aceen — 20 bis 60 cm hohe heimische 
Wasserpflanze mit aufrechten, röhrigen, dicht quirlich beblätterten Stengeln, Blätter lineal, ganzrandig, 
im untergetauchten Teil des Stengels zurückgeschlagen, Blüten unscheinbar grünlich in den Blattachseln, 
Juni-August; Kultur in seichtem Wasser; für Liebhaber. 

Hirschzunge siebe Scc/o/it'm/nunL — Hirse siehe Pdnicum. — Höckerblume siehe Melünlliiiim 
— Höswurz siehe (iymrnii/ciiin. -- Hohlzüngel siehe Coeloglössum. 

Holcus \Nolliölin^) lanätus, Honiggras: von diesem gemeinen heimischen Gras ist eine buntblätt- 
rige I-orm, var. vanci^iila. m Kultur, die etwa 30 cm hoch wird und für Einfassungen im Garten brauch- 
bar ist. 

Holländische Iris siehe Iris xipliioides und /. xipliium. 

Holoschoenus Linnaei ifi. vulgaris. Scirpus Holosclioeiius\. Glanzbinse : 40 bis 80 cm hohe heimische 
Cy peracce mit kriechendem Wurzelstock, rundlichen Halmen und halhzylindrischen Blättern; als Ufer- 
pflanze im Park brauchbar. 

Holunder siehe S(imt>ucus. 

Homeria collina ist eine Iridacee vom Kap, über deren Erprobung als F-'rcilandpflanze bei uns 
noch nichts bekannt zu sein scheint. 

Homögyne, Brandlattich: harte, heimische, 10bis30(7rt hoheGebirgs-Kompositen mit kriechen- 
dem Wurzelstock, langgestielten, herznierenförmigen Blättern und blaß- oder dunkelroten Blüten zu 
1 bis 2 auf schaftförmigem, beschupptem Stengel, Mai-Juni; Kultur in feuchtem, humosem, etwas 
moorigem Boden in etwas schattiger Lage; Ver m eh ru ng durch Teilung; Verwendung für Ge- 
steinspartien und auch in Menge an geeigneten Stellen im Park (kleine feuchte Waldblößen). 

H. i.Tnssildgo\ alpiaa, Blätter ungelappt, unterseits nur schwach behaart, Blüten hellpurpurn oder 
fast weiß; H.discolor, Blätter ungelappt, unterseits filzig, Blüten purpurn; H. silvestris, Blätter gelappt. 

HonigblUmchen siehe Ciiamaeörcliis. — Honiggras siehe Holcus. — Honkeneya siehe .Aremiria. — 
Hopfen siehe Hümnhis. 

Hördeutn jubätam, Mähnengerste : hübsches nordamerikanisches bis 50 cm hohes Ziergras mit 
prächtigen langährigen federigen Blütenständen im Juni-Juli; Kultur einfach, in jedem nichtzu schweren 
Boden ; Anzucht aus Samen. 

Horkelia siehe Potcntilla. 

Horminum pyrenäicum: aus den Gebirgen Mitteleuropas und den Pyrenäen stammende, 1.5 bis 
2.S cm hohe Labia te mit rdsettigen ürundbiättern und aufrechten, leicht geneigten Blütentrieben mit 
etwas einseitig wirtelsländigen, blauvioletten Lippenblüten. Mai-Juli, zu empfehlen var. graniliflörum 
purpureum. Blüten größer, 'purpurlich, und var. album mit etwas wintergrünen Blättern und weißen 
Blüten ; K u 1 1 u r in durchlässigem, sandigem, frischem Boden, in schattiger Lage üppigej als in Sonne; 
Vermehrung durch Teilung und Samen; Verwendung als gute Rabattenpflanze und fürs Alpinum. 
Hornklee siehe Lotus. — Hornkraut siehe Cerdstium. — Hornmohn siehe Olaücium. — Horn- 
veilchen siehe \'io/(i (oriuita. 

Hosäckia decümbens: nordwestamerikanische, mit Lotus verwandte und wie dieser zu verwertende, 
bei uns kaum eingeführte 1. e g u m i n o s e , Triebe bis 25 cm aufsteigend. Blättchen 5—7, Blüten gelb, in 
achselständigen lockeren Dolden. 

Hosta siehe Fiiiiliia. — Hoteia siehe Astilbe und Spirada. 

Hottönia palustris, Wasserfeder: interessante, heimische. 16— 45 rm hohe l^r i ni u 1 a cee mit 
untergetauchten, rosettigen, kammförmig gefiederten Blättern und weißen (oder blaßrosai und gelben 
Blüten in über das Wasser erhobenen Trauben, Mai-Juni ; K u 1 tu r in Gräben oder sonstigen seichten 
Gewässern ; Vermehrung durch Teilung der im Schlamm kriechenden Rhizonie ; Verwendung 
für Liebhaber von Wasserpflanzen. 



224 



Houstönia— Hutchinsia 



Houstönia serpyllifölia: harte nordamerikanische, kriechende, dichte Polster bildende, 
kaum 10 an hohe Rubiacee mit prächtigen himmelblauen Blüten. Mai. wie Abb. 23«; Kul- 
tur in lockerem, humosem. etwa sandig-lehmigem Boden in gegen grelle Sonne geschützten 
Lagen, an trockenen sonnigen Plätzen minder lange blühend und die Blätter nicht so schön 
haltend ; Vermehrung durch Teilung oder Saat (im Winter. Gefäße feucht halten ) ; prächtig 
fürs Alpinum. Ebenso //. coerülea, die nicht so üppig wächst und kriecht, mehr kleine kom- 
pakte Massen bildet, sie blüht hellblau oder weiß (var. alba). 

Houttuynia califörnica siehe Anemiöpsis. — Hiillfarn siehe Woodsia. — Hünge siehe Henninium. 
— Hufblatt siehe Adenöstyles. — Hufeisenklee siehe Hippocrcpis. — Huflattich siehe Tussilägo. — 
Hugueninia tanacetifölia siehe Descuraüna. 

Hülsea älgida: niedrige, bis 25 cm hohe, drüsig behaarte, balsamisch duftende Komposite aus 
CalifiirniL'M mit am Stengelgrund gedrängten, spateligen, fiederzähnigen Blättern und einzelnen, end-. 




tiuustoniü scrpyllijolia, 3 cm 



ständigen, breiten, etwa 2,5 cm hohen gelben Bliitenköpfchen ; Kultur im Alpinum für Liebhaber in 
trockenen sonnigen Gesteinslagen. 

Hümulus lüpulus, Hopfen: heimische bis 6 m hoch schlingende Urticacee mit drei- bis 
fünflappigen Blättern und unscheinbaren Blütchen, wogegen die bekannten Fruchtstände der 
weiblichen Pflanzen im Herbst ganz zierend wirken. Während man die typische Form im 
Park an feuchten Stellen zur Bekleidung von Gehölzen dort verwenden kann, wo ein Wuchern 
erlaubt ist, ist die goldgelbblättrige var. aureus eine prächtige Schlingpflanze für den Garten 
für Lauben, Stellagen usw. 

Hundsgift siehe Apöcyiium. — Hundswurz siehe Amicamptis. — Hundszahn siehe Erythrönium — 
Hungerblümchen siehe Draba. 

Hutchinsia (Nocccu'a) alpiaa, Gemskresse: niedrige, 3 bis 10 cm hohe, alpine Crucifere mit 
grundständigen Blattrosetten aus fiederteiligen, glänzenden Blättern und kleinen, weißen Blüten in zur 
Fruchtzeit verlängerten Trauben, Mai-.luni, doch meist den ganzen Sommer ; Ku 1 tu r in feuchtem, 
steinig-sandigem Boden (Steingeröll) und halbschattiger Lage; Vermehrung durch Samen oder durch 
Stecklinge in sandiger Erde im Kasten; Verwendung fürs Alpinum, zur Blütezeit sehr zierend. Die 
ähnliche spanische H. Auerswäldii bildet prächtige dichte 3—5 cm hohe Rasen, Blüten blendend weiß, 
April-Mai. 

Hutcliinsia pauciflöra siehe Capsella. 



Hvacinthiis— Hvdrastis 



225 



tiyacinthus, Hyazinthe — Liliaceen — Altbekannte Zwiebelgewächse mit grund- 
ständigen, iineallaiizettiichen Blattern und endstandigen Blütentrauben, Blüten röhrig oder 
glockig, unter den Kronabschnitten nicht, wie bei Muscari. eingeschnürt; Kultur etc. der 
wilden .Arten wie Mi/sairi: siehe sonst Text. 

H. amethysünus, Spanien 10 bis 12 cm, Blätter zu (> bis 8, schmal lineal. Blütenstand 
ziemlich locker, 4 bis 1 2-blütig, Blüten lebhaft chinablau. Mai-.Iuni ; H. azüreus tli.ciliätus, 
Wiiscdri aziircum). Kleinasien, sehr an .Wiiscari gemahnend. Blätter zu 2 bis 5, Blüten- 
stände dichttraubig. tief blau, März-April; h. orientäh's, hiervon die als holländische 
Hyazinthen bekannten Gartenformen''"), von denen sich die nachfolgenden lobis 12 Jahre 
lang in nicht zu schwerem und feuchtem Boden ohne besondere Pflege, außer etwa einer Kopf- 
düngung, im Garten halten lassen; man lege die Zwiebeln vom August bis Oktober 2.S an 




Abb. 2.3Q. Hypericum poly/ilivllum, Hartheu. 10 c/;; iCrig.. Vcmercs). 



tief, sie blühen an südlicher Hauswand von Mitte .Wärz bis Anfang .\pril ; als gute einfache 
Sorten werden genannt: in rosa oder rot „Gertrud", „Oigantca". „La \ictoire", „Rosine", 
in weiß „Grande Blanche, „L'innocence", in blau „LaPeyrouse", „König der Blauen", „Mene- 
lik", „Queen of the blues". in gelb „König der Gelben", „^'ellow Hammer", in orange „Duc 
de Malakoff", „Marchioness of Lome: als beste gefüllte, die später blühen: in rosa und rot 
„Großfürst". „Prinz von Oranien", in weiß „La virginite".inblau „General .Antinck", „Kron- 
prinz von Schweden", in gelb „Goethe" und in orange „Wilhelm III." 

Hyacinthus belgicus siehe Scilla niitans. — Hyacinthus botryoides siehe Muscari. 

Hydrästis canadensis, Orangewurzel: harte, nordamerikanische Ranunculacce mit dickem, 
gelbem Rhizom, breiten, fächerförmigen, fünf- bis siebenlappigen Qrundblättern und aufrechten, bis 
25 rw hohen Trieben mit einzehien. kleinen, grünlichweißen Blüten im April und darauffolgenden schönen 
roten Fruchtköpfchen: K u 1 1 u r in feuchtem, gut humosem Boden und etwas Halbschatten : V'ermeh- 
rung durch Teilung odtT Samen: Verwendung als Parkwaldpflaiize oder auch im Garten in ge- 
eigneter Lage wegen der Blätter und Früchte. 

Hydrästis caroUaiensis siehe TrautvetUria. 
Silva Tarouca-Schneider, Lnscrc Freilandstauden. 3. Aullage. 15 



226 



Hydröcharis— Hypochoferis 



Hydröcharis morsus-ranae, Froschbiß: heimische, kleine, ausdauernde Wasser- 
pflanze mit rundlich-nierenförmigen.lederigenBlättern und kleinen, zarten. weißen, zweihäusigen 
Blüten. Juli-August: Kultur in stehendem Wasser: Vermehrung durch Winterknospen, 
die sich gegen den Herbst ausbilden, ablösen, im Schlamm überwintern und im Frühjahr auf- 
steigend zu neuen Pflanzen sich entwickeln : für Liebhaber. 

Hydrocötyle vulgaris, Nabelkraut : eigenartige, 6 bis 20 cm hohe, heimische U m b e 11 i f e r e mit 
kriechenden Stengeln, langgestielten, schildförmigen Blättern und kopfigen, weißen oder rötlichen Dol- 
den, Juli-August; als Schattenpflanze für Sumpf- und Moorboden im Park verwendbar. Ferner in Kultur 
H. mosc/idta aus Neuseeland, deren Blätter mehr fünf- bis siebenlappig und beiderseits behaart sind, 
Blütenstände feingestielte kleine Doldenköpfchen, bis 30 cm. ob ganz hart? 

Hydrophyllum canadense: harte, aufrechte, bis 60 cm hohe nordamerikanische Hydrophyllacee 
mit hübsch fächerförmig eingeschnittenen Blättern und kleinen, grünlichweißen oder purpurlichen Blüten 
in zymösen Büscheln im Vorsommer; Ku 1 1 u r an feuchten, etwas schattigen Stellen; Vermehrung 
leicht durch Teilung; nur als Schattenpflanze wertvoll. Auch H. appendiculdtum und H. virginidnum für 
lichte Waldpartien versuchswert. 

Hylomecon vertiälis (Stylöphorum japöniaim): mandschurisch-japanische Papaveracee, Wuchs 
rasig, Wurzelstock dicklich, Blätter kräftig gefiedert, Blüten einzeln, 2,5 cm breit, goldgelb, April-Mai ; 
wie Stylöphorum diphyllum zu verwenden. 

Hyoscyamus orientälis siehe Phy^ocliluina. — Hyoseris siehe Aposdris. 
Hypericum, Hartheu, Johanniskraut — Hypericaceen — Verschieden ge- 
staltige Stauden mit gegenständigen, ganzrandigen. meist drüsig gepunkteten Blättern. Blüten 
einzeln oder meist in endständigen Cymen, meist gelb: Kultur mühelos, siehe Arten: Ver- 
mehrung durch Teilung, Saat und Sommerstecklinge : Verwendung im Garten und Alpinum. 
H. Ascyron (H. pyramicldtum), nördliches Nordostamerika. Mittel- und Ostasien, bis 
1 ,25 m. aufrecht, Stengel vierkantig, Blätter spitz länglich eiförmig. Blütenstände 3 bis 1 2- 
blütig, Blüten gelb, 3 bis 6 cm breit. Juli ; H. calycinum, Orient, halbstrauchig, Ausläufer 
treibend, bis 25 cm, Blüten goldgelb, Juli-September, zur Begrünung sonniger und halb- 
schattiger Partien und Gräber, sowie für Einfassungen, wuchert leicht; //. Coris, südliche 
Alpen, Mittelmeergebiet, Grund verholzend, niederliegend-aufrecht. Triebe unverzweigt bis 

20 cm, Blätter schmal lineal, blau- 
grün, zu 4 bis 6 wirtelig, Blüten- 

stände wenigblütig, Blüten hellgold- 

^|,{ JR^^ '^Ü^Mfi^^^^^l ^^"^ ' ^^^ warme Lagen schön : 

W. empefri/ö//um, Griechenland, 
^^^^^^^^^^^^^^ Kleinasien, ähnlich vorigem, aber 
^' ■rj ^Ltf^^^'^V^l^H^^^^^^I Triebe verzweigt, Petalen nach Blüte 

'" abfallend ://. po/yp/jy//um, Cili- 

cien. niederliegend, Blätter oval, et- 
was Wintergrün. Blüten schön gold- 
gelb. Ende Mai bis .luni. siehe Abb. 
23'),für trockene sonnige Lagen, be- 
sonders gut für Trockenmauern ; H. 
reptans, Himalaya. niederiiegend, 
Stengel wurzelnd, lebhaft grüne Ra- 
sen bildend, Blätter dünn, aber 
immergrün, oval, Blüten einzeln, 
breit becherförmig, goldgelb, für 
warme Lagen. Schutz gegen kalte 
Winde; //. virginicum {Ekklea 
virginica, Triadc'niim virginicum], 
östl. Nordamerika, bis 35 cm. Blüten- 
stände dichtrispig. Blüten klein 
fleischfarben.. luli- August. für sump- 
fige schattige Lagen im Park ver- 
suchswert. Außerdem viele Arten 
aus dem Mittelmeergebiet und Klein- 
asien im Alpinum brauchbar. Andere, 
wie H. olympiciiin. siehe im Laub- 

Abb. 240. Ihens scmpcmrens. Schncckisscii, 20 rm. holzbuche. 

flypochoeris uniflöra {Achyröplio- 




Hypochoferis— Ibtris 



227 



ms /leMricus) . Ferkelkraut: 10 bis 40 'to hohe, heimische Gebirgsk o m posi te mit hellgrünen, 
länglich lanzettlichen ürimdblättern und großen, goldgelben Blütenköpfen auf oberwärts verdickten 
Stengeln, Juli-August; Kultur in trockenem Boden in sonniger Lage, sonst wie Anika. 

HystrIxpätulaiAsprella oder Izlvmus Myslrix), FlaschenbUrstengras: nordanierikanische aufrechte, 
bis 60 cm hohe O r a m i n e e mit schiifartig beblätterten Halmen und lockeren weißlich behaarten, spreizen- 
den Ähren; für Trockensträuße geeignet, Blüten erst kurz vor Reife schneiden, Schutz gegen Nässe; 
sonst wie Hlymus. 

Iberidella rotundiflöra siehe I lilaspi. 

Iberis, Schleifenblume, Schneekissen - Cruciferen — Kleine, buschige, meist 
am Grunde verholzende Stauden mit niederliegend aufstrebenden Trieben, dicklichen, immer- 
oder wintergrünen, länglichen Blättern und weißen oder rosa Blüten in dichten Doldentrauben 
im Frühjahr, wie Abb. 240; Kultur in leichtem, durchlässigem Boden und sonniger Lage; 




i/l,-(i Oelavavi, 70 cm i 



N'ermehrung durch Stecklinge, auch durcii Teilung li-'llanzzcit .\ugust-Scptember, nicht 
später, aber auch Frühjahr bis Hnde .Wal. wenn man auf Blüte verzichtet ) nach der Blüte und die 
Arten durch Samen: X'erwendung vor allem für Gesteinspartien als schöne und reiche 
Frühjahrsblühcr. siehe ferner die untere .Abbildung der ersten I-arbentafel,auch für Einfassungen. 
/. corifölia (/. sa.xati/is vor. cvri/o/iu). wie die echte saxati/ls. aber Blätter gewimpert. 
Mai; /. correaefölia, Gartenform, wahrscheinlich Hybride, bis 20 cm. Blätter spatclig. 
glänzend grün. Blüten weil.l, reich. April-Mai. wertvoll; I.gibraltärica, bis 25 r/«. Blätter 
keilförmig, tiefgrün, an Spitze gezähnt. IMüten zuletzt dunkellila. .luni. für recht warme Lagen, 
selten echt, wohl nur zweijährig; /. saxätilis (/. petrac'ct Hort.i, Pyrenäen bis Sizilien, 
niederliegend. Zweige taxusartig. Blätter schmal, spitz, ungezähnt. Blüten weiss, oft purpurn 
überlaufen. April-Mai; I. sempervirens i nicht scmpcrflorens. die ein Strauch ist). Alpen. 
Pyrenäen. Kleinasien, bis 3(' cm, kahl. Blätter ganzrandig. gewimpert. Blüten weiü, April- 
Mai, sät sich so reichlich aus. dal.) sie beinahe unkrautartig wird, hierher var. Garrexiäna 
(/. Garrexiäna), Pyrenäen, lockerer in Tracht, blüht etwas früher, var. arandiflöra. Blüten 
größer, ferner die Sorten ..Schneeflocke", mittelspät. „Weißer Zwerg" („LitHe Gern") 
zierlich, gedrungen, früheste ; /. Tenoreäna i/.perrai'a .lordan. /. sc/.xa/i/is mancher Gärten). 




Abb. 242. Inula acaulis. (Phot. C. Kessciringi. 

bis 12 cm. Triebe behaart, ziemlich verholzend, Blätter dick, oval-keilförmig, gewimpert, 
Spitze gezähnt, Blüten weiß oder rosa. April-Mai, selten echt. 




Abb. 243. Incarvillea grandißora, 25 cm, in Kew (Orig. 



Ibferis— Inula 



229 



I. — Iberis jucünda siehe Aetliionimu coridi- 
siehe Echinoc^reus. — Igelskolben siehe Spar- 



k'crwendbare Gary 



Iberis cappadöcica siehe Ptilotrichuin cappadöcic 
Jölium. — Iberis stylösa siehe Tlilaspi. — Igelkakti 
f^änium. 

Iliecebrum verde Hlätum, Knorpelkraut: heimische, rasige, wie //?/ 
o p h y 1 1 a c e e mit wcilJen Bliitchen im Juli-Oktober. 

Immenblatt siehe Me/iltis. — Immergrün siehe Vinca. — Immerschön siehe Heliclirysum arenärium. 
— Imperäta siehe Viscdnl/ius. 

Imperatöria Ostrüthium, Meisterwurz: heimische Gebirgs- U m b e 1 1 i f e r e , bis 1 w, Blätter doppelt- 
dreizählig, Blattscheideii häutig aufgehlasen, Dolden weiß, Juli bis August ; für Parkwiesen von Lieb- 
habern verwendbar. 

Inkalille siehe Alslroemt'ria. 

Incarvillea — Bignoniaceen — Schöne, fiederblättrige, großblütige Stauden mit 
trotnpetenailigen [Blüten, wie Abb. 
241, 243: Kultur in gut durchlassi- 
gem, tiefgründigem Boden in war- 
mer, sonniger Lage; X'ermehrung 
durch Samen (Frühjahr» oder Knol- 
len; Verwendung als ausgezeich- 
nete harte Rabattenstauden, ebenso 
für Gruppen und an geeigneten 
Plätzen im Park und grollen Gc- 
steinsanlagen. 

I.brevipes U. }frandij'löra var. 
bri'vipes), ähnlich grandijlora. aber 
Laub üppiger, schön dunkelgrün, 
nmzelig. Blüten intensiver gefärbt, 
gilt als beste Art dieser Gruppe ; /. 
conipäcta, Nordwestchina. 2r> bis 
4U c/ii. Grundblätter fiederschnittig. 
Blüten zart karminrot mit weil.lem 
Schlund, blüht fast wie liued : I. De- 
/a\'ay/, mit W'urzelknoUen. bis 1 ///. 
Fiederblätter groLl. Blüten tief rosen- 
rot mit gelber und brauner Zeich- 
nung, kleiner als bei folgender. .Wai- 
.luni. wie Abb. 241. liebt gut hu- 
mosen Boden ; I.grandiflöra, nur 
30 an. Blätter gröber gefiedert. Blü- 
ten größer, tief rosapurpurn, mit 
weiljem Schlund, wie .Abb. 243 ; es 
gibt verschiedene Gartenformen in 
roten Farbennuancen; /./üfea, Süd- 
westchina, 0,5 bis 1 m. Wuchs und 
Tracht wie Dckimyi. Blüten gelb, zu 
6 bis 20. leider in Kultur meist nicht 
blühend, was wohl auf zu reiche Lr- 
nährung zurückzuführen, man gebe 
Ka\kzusaiz:I.OIgae{/.Koopmd!i/il\. 
aufrecht, reichverzweigt, bis 1 .5 in. Wurzelstock etwas verholzend, [glätter gegenständig, 
zierlicher. Blüten etwa 5 cm lang, lebhaft rosa, etwas gestreift, in endständigen Rispen. 
,luni-Juli. liebt leichte, wenig humose Böden, meidet Nässe; /. \-ar/äö/7ys, ähnlich der 
vorigen, aber Blätter abwechselnd. Blüten in kurz gestielten Trauben, etwa 2..t cm breit, 
hellrosa. .Mai bis Spätsommer, selten und empündlich im Winter. Nahe steht die neue/, t/ialic- 
trijölia. China. Blüten prächtig schwefelgelb, wohl härter. 

/nu/a, Alant — Kompositen - Hübsche, buschige Stauden mit gelben Blütenköpfen, 
wie Abb. 244/245; Kultur in sonniger Lage in jedem guten Gartenboden; Vermehrung 
durch Teilung und Samen (Frühjahr); Verwendung für Rabatten sowie im Park und 




230 



Alpinum auf trockenen sonnigen Hängen (hier auch die heimischen /. germanica und hirta 
brauchbar). Blumen für Schnitt wertvoll. 

/. acaülis, Zwergalant, niedrige alpine Art vom cilicischen Taurus. Blüten einzeln, 
goldgelb. Juni, wie Abb. 242 ; /. ensifölia (/. biiböniiiin Hort.). Europa. Nordasien, 20 bis 
30 cm, kugeliger Busch, Blätter lineal-lanzettlich, Blüten klargelb, Juli-August, selten echt; 
/. glandulösa, Kaukasus. 50 cm, Blätter lanzettlich. Blüten orangegelb, Mai-Juni, bei der 
etwas hübscheren var. lacinidta Fetalen fein zerschnitten. Juni-Juli, var. siinerba, bis 80 cm, 
groß, orangegelb : prächtige Schnittstaude; /. grandiflöra, Kaukasus, 50 bis 70 cm, sehr 
großblumig. Juni-Juli, wie Abb. 244. starke Büsche, gute Einzelpflanzen; /. tielenium, 
Europa, Nordasien, 1 bis 1 .5 m. Wurzelstock knollig. Blätter groß, spitzherzförmig, unter- 

seits filzig, Blütenstände dolden- 

rispig. Köpfe 5 bis 7 cm breit, für 

feuchte Lagen im Park, jedoch nur 

1 kurze Zeit schön ; /. macrocC' 

phala, Armenien, bis 1 ,5 /«, Blüten- 
stände reich verzweigt, Blüten gold- 
gelb. August, für den Park : I.race= 
mösa, W.-Himalaya, bis 1,25 m, 
Blätter derb, rauh, sonst wie Abb. 
245 ; /. Roylei, Himalaya. bis 50 
cm, große ovale Grundblätter. Blü- 
tenköpfe einzeln, sehr groß, gold- 
gelb, August -September, gilt als 
recht schön. 

Ipomoea paaduräta : diese bis 4 m 
lang windende Convoivulacee aus 
Nordostamerika mit herzförmigen, spit- 
zen Blättern und weißen,, S bis 8r/// langen 
Blüten mit purpurnen Schlundstreifen, 
Mai-September, dürfte in trockenen La- 
gen im Park sich als hart und brauchbar 
erweisen. — Für den warmen Süden des 
Gebietes kommt noch in Betracht die 
prächtige mexikanische /. stans (Abb. 
246), Wurzeln dahlienartig, Triebe 40 bis 
.SO cm hoch, niederliegend oder aufstre- 
bend, alles reich behaart, Blüten prächtig 
azurblau mit purpurnem Schimmer, 7 bis 
8 cm breit, Sommer-Herbst ; heiße trok- 
kene Lage in sandigem Boden; in rauhe- 
ren Gebieten wie Dahliu behandeln. 

Ipomöpsis elegans siehe Oiliti coro- 
iiopifölia. 
L M Kp- 'y' M " ^tik'W^IS^^ Iris-'"), Iris, Schwertlilie, 

p^^-.^i^ ''^^ ' "*Ä /-^ ,;^ F^^ Schwertel — Iridaceen —In- 

teressante aufrechte Stauden mit 
Rhizom oder knolligem Wurzelstock, 
linealischen oder schwertförmigen, 
reitenden Blättern und eigenartigen, 
schön gefärbten, ansehnlichen Blü- 
ten, deren äußere Zipfel (Hänge- 
blätter) zurückgebogen, während die 
inneren (Domblätter) meist kleiner 
und aufrecht sind, mit kronenblatt- 
artigen Narben, wie Abb. 247 — 253 ; Kultur und Verwendung siehe bei den Arten, doch 
gedeihen die meisten sehr leicht in jedem Gartenboden und die germanica- und piimila- 
Formen lassen sich vom August bis spät in den Winter, so lange frostfrei, verpflanzen, jedoch 
empfiehlt sich im allgemeinen zeitige Herbstpflanzung; Vermehrung gewöhnlich durch 
Teilung oder auch durch Samen, doch ist meist eine künstliche Befruchtung notwendig und 
die Samen liegen lange; viele Formen gehören zu unseren allerbesten Gartenpflanzen. 




ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bezeichnen die Seitenzahl) 



acuta 232 

aiiglica 237 

aphylla 233 

arenaria 233 

atrofusca 236 

aurea 231 

biglumis 231 

Bloudowii 233 

bohemica 233 

Bornmuelleri 23b 

bosniaca 233 

caespitosa 232 

caucasica 236 

Cengialti 235 

chamaeiris (Abb. 247) . . . 233 

chrysographos 232 

dalinatica 235 

Danfordiae 236 

Delavayi 231 

ensata 233 

flavissima 233 

florentina-Formen .... 234 

foetidissima 231 

Forrestii 232 

Qatesii 236 

germanica u. Formen 

(Abb. 252) 234/5 

gigantea 232 

graminea 231 



GuL'ldenstaedtiana . . . .231 

halophila 231 

hispanica 237 

Histrio 237 

histrioides 237 

humilis 231 

hungarica 233 

iberica 236 

interregiia-Forinen 

(Abb. 2501 235 

Kaempfcri lAbb. 248) ... 232 

Kolpakowskiana 237 

Korolkowii 236 

laevigata 232 

lazica 233 

lutescens 233 

missouriensis 232 

Monnieri 232 

Monspur 232 

notha 232 

nudicaulis 233 

ochroleuca 232 

olbiensis 233 

orientalis-Formen 232 

Pallasii 231 

pallida 235 

— Cengialti 235 

— dalmatica 235 



persica 237 

Pseudacorus-Formen . . 232 
pumila 235 

— hybrida-Fürmen 

(Abb. 251) 235 

pyrenaica 231 

reticulata ;37 

— Histrio 237 

— histrioides 237 

ruthenica 232 

sambucina ?34 

sanguinea 232 

sibirica-FornienlAbb. 249) .232 
spuria 232 

— notha 232 

squalens 234 

Statellae 236 

stylosa 232 

Susiana 236 

unguicularis 232 

— lazica 233 

variegata 234 

verna 233 

versicolor 233 

virginica 233 

virescens bosniaca .... 233 
xiphioides (Abb. 253) . . . .'37 
Xiphium 237 



A. (B. siehe Seite 2,?(i) Pflanzen mit kurzem, dickem oder kriechendem Rhizom. 

L iH. siehe Seite 2^^) Äul.lere Zipfel der Blutenhülle nicht behaart oder gekraust (bartlos). 
nur bei verna etwas gekielt ((iruppe Apögoii). 

!. aürea, Westhimalaya. bis über 1 ///. steht Monnieri und oricnialis sehr nahe, aber 
Blüten tief goldgelb mit länglichen Hängeblättern; /. De/ai'äy/, Westchina. Blätter bis 75 
cm, Triebe bis 1.25 m, Blüten rötlich-violett mit weil.'), schlank gestielt, 7 bis « cm breit, 
.luni-.Iuli. N'erwendung wie Kcu'nipfcri : I. ensäta l/. biglüniis. I. Palhisii), Rußland. Kau- 
kasus, .lapan. ähnlich folgender, aber Blätter die Blütenstengel nicht überragend, lebhaft vio- 
lett mit dunkleren .-Xdern und gelblichem Schlünde: /. foetidissima, l£ngland bis Afgha- 
nistan. Wurzelstock rasig. 
Blätter zerquetscht übel rie- 
chend. Stengel bis 75 cm. 
Blüten bläulichlila mit hell- 
gelbem Nagel, .luni. leicht 
gedeihend, aber ziemlich un- 
scheinbar; /. graminea. 
heimisch. Blätter bis ()0 c/ii. 
I^lütcnstengel aber nur bis 
.50 cm. BUiten hellviolett. 
blau geädert und weiß ge- 
fleckt. .Aprikosenduft. Mai- 
.luni. \'erwendung wie yihi- 
rica: I. halophila (/. üuel- 
(ienstaedtidna ) . Kaukasus. 
Sibirien. Himalaya. 50 cm. 
ähnlich spuria. aber Blüten 
weißlichgelb. Grund orange. 
Mai -Juni, leicht anzusie- 
deln; /./iüm/7/s. Kaukasus- 
Kleinasien. Grundachse krie- Abb 2-lb. Ipomoca shins 




232 



Iris 



chend, Stengel nur bis 4 cm. Blüten einzeln, rötlichlila mit blauviolett und gelb, Mai, für 
sonnige trockene Lagen; I. KaempferP^), japanische Iris, Ostsibirien. Japan. Blätter 
25 bis 30 cm lang, Blütentriebe bis 75 c/n. Blüten groß und wundervoll gefärbt. Ende Juni- 
Juli, siehe Abb. 248; in Japan wurde eine sehr groLie Anzahl von Gartenformen gezüchtet, 
darunter auch sogenannte gefüllte, bei denen die 
inneren Zipfel der Blütenhülle so breit wie die 
äußeren sind; die japanischen Iris lieben freie, 
sonnige, aber zur Triebzeit feuchte Lagen (zu- 
mindest reiche Wassergaben ) und können im Som- 
mer bis über die Wurzelkrone im Wasser stehen, 
in der Ruhezeit ist Trockenheit ratsam, man gebe 
tiefgründigen, nicht zu leichten, wenig kalkhal- 
tigen, aber nahrhaften Boden, für Garten und 
Park (Ufer) gleich wertvoll ; /. laevigäta ist eine 
der /. Kciempjeri sehr nahestehende, aber härtere 
Art, scheint selten echt und gilt als eine der aller- 
besten wirklich tiefblauen Iris; /. missourU 
ensis, mittlere Vereinigte Staaten, bis 50 cm, 
Blüten lila mit weißen Adern und gelbem Mittel- 
streif, frühblühend, liebt etwas feuchte Lage; /. 
Monnieri, Herkunft unsicher, der folgenden ähn- 
lich, rein goldgelb, wie diese zu verwenden, be- 
sonders in Massen im Park, doch nicht so hart, 
ein Bastard mit spuria ist /. Monspur, robust, 
in verschiedenen Schattierungen von blau und 
blauviolett; /. orientälis Miller (/. ochroleüca, 
I. gigdntea), Kleinasien, buschig, bis 1 m. Blüten 
groß, gelb mit weiß, Juni-Juli, besonders schön 
var. gigdntea. reinweiß ; noch besser deren licht- 
schwefelgelbe Abart siilphiirea. liebt frischen Bo- 
den, für Rabatten und Park (Ufer, verträgt seichten 
Wasserstand gleich folgender); /.Pseudäcorus, 
bekannteste heimische Art, bis 1 //;, gelbblütig, 
Mai-Juni, für feuchte Wiesen und Ufer im Park in 
Massen verwendbar, hierher var. alba, Blüten 
weißgelb, var. Jol. varieg., \unge Blätter gelbbunt; 
/. ruthenica (/. caespitösa), Mittelasien, Süd- 
sibirien, Nordchina, sehr ähnlich luimilis, aber 
Stengel bis 20 cm. am Grunde nur trockenhäutig 
beblättert, Blüten lila mit blaupurpurn, Mai-Juni; 
/. sanguinea (/. Sibirien sangiiinea, I. sibirica 
Orientalis, I. Orientalis Thunberg), Mandschurei- 
Japan, der folgenden sehr nahestehend, aber Blüten 
die Blätter nicht überragend. Kapseln 3-kantig, 
Blätter in der Jugend und trockene Hochblätter 
gerötet ; I. sibirica (/.aairö). Europa. Üstsibirien, 
bis (iO cm. Blätter lineal, Stengel röhrig, Blüten 
ziemlich klein, hellblau, Mai-Juni, siehe .^bb. 249 
und farbige Tafel V, Kapseln kurz, fast kugelig ; hiervon verschiedene Formen : var. alba 
(var. Idctea). Blüten weiß, für Binderei, var. „A. v. Humboldt", großblumig, dunkler als 
Typ. var. „Snow Queen" (/. orientälis „Snow Queen"), elfenbeinweiß und var. snp^rba, 
robust. 1 m. violettblau, ebenfalls für feuchte Böden. Ufer; mit sibirica verwandt sind die 
chinesischen /. clirysögraphos. tief samtig blauviolett mit gelber Zeichnung, und /. Förrestii, 
gelb, beide jetzt in Kultur; /. spüria, Europa, Kaukasus, bis (sO cm. Blätter schwertförmig. 
Blüten weißlichgelb, blau geädert, innen violett, var. alba, weiß, Juni, für den Park brauch- 
bar am Ufer; robuster, bis 75 cm hoch wird var. notlia {/. notlia). Kaukasus. Südrußland, 
Blüten etwas größer; /. unguiculäris (/. stylösa^, Algier, niedrig, Stengel einblütig, Blüten 




Iris Che 
W. Siehe, .Me 



30 cm 



Iris 



2i3 



langgestielt, lila, purpurn mit gelbem oder orange Band, nur für recht warme, trockene, ge- 
schützte Lagen in durchlässigem Boden, als Winterblühersehr wertvoll, nahe verwandt /. /ä= 
zica (/. im^iiiailaris var. lazicu). Kaukasus. Lazistan. breitblättriger, härter; /. verna, öst- 
liches Nordamerika, lö cm, Rhizom weit kriechend. Blätter lineal. Blüten hellviolett und 




orange, ganz leicht gebartet, wie piimlla zu verwenden: /. versicolor i/. vir<^inic(i). Nord- 
amerika, bis öO cm. Blüten samtig purpurn oder blau und violett mit dunkleren .Adern und 
gelbem AVittelstreif. Juni. \'erwendung für feuchte Lagen wie sibirica oder Pseiidiiconis. 

II. Äußere Zipfel der Blütenhülle oben längs des A\ittclstreifens bebärtet oder auf der Ober- 
fläche behaart. 

a. (b. siehe Seite 2.36) Samen ohne deutlichen Arillus iSanienmanteh. aulien l^lütenblätter 
längs des Mittelstreifens bebärtet (Gruppe Pogoniris). 

I.aphylla [l.nudicaiilis, l.hohi'mka, I.hiirmdrica\. Balkan bis Kaukasus. Kleinasien. .Sbis 
20 an, sehr variabel. Blätter meist länger als Blütenstengel. Blüten tiefviolett, April-.Wai. vor 
germanica : I. bosniaca i /. rin'scens var. bosniaca), Bosnien, niedrig. Blüten hellzitronengelb. 
Bart goldgelb, frühblühend, für Schnitt; /. chamaeiris (/. olöu'/isis). Frankreich. Italien. 
10 bis 15 cm. Stengel einblütig. Blüten hellgelb mit brauner Zeichnung. Anfang Mai. (Abb. 
247), für sehr trockene, sonnige, warme Lagen, etwas Winterschutz, ganz ähnlich /. lu- 
tescens: I. flavissima (/. arenaria^, l'ngarn. Südrul.iland. Altai. Nordostasien, bis 15 cm, 
Stengel 2^i blutig. Blätter fast grasartig. Blüten goldgelb, am Grunde purpurn gestreift, 
(.\pril-) Mai; robuster ist var. Bloiidowii (/. Rloi!ilo\vii\. Turkestan bis China. Blätter breiter. 



234 



Iris 



Blüten größer, hellschwefelgelb, leicht duftend ; /. florentina, Mittel- und Südeuropa. Rhi- 
zom wohlriechend, warm, trocken, der folgenden nahe verwandt, meist als deren Form ge- 
führt, früher blühend, Typ perlmutterweiß, var. albicans, reinweiß, var. Madonna, tief dunkel- 
blau ; /. germanica, deutsche 
Schwertlilie. Mittel- und Süd- 
europa, 30 bis 60 cm, beim Typ die 
Blüten violett, am Grunde gelblich- 
weiß, braun geädert. Mai-Juni ; was 
in den Gärten als diese Art geht, sind 
Hybriden von ihr mit verwandten 
Arten, wie florentina, sanibiicina, 
si/iialcns, varieocita usw.. und diese 
Formen zählen zu unseren schönsten 
Schwertlilien, die sehr genügsam 
sind und trockenere, sonnige Lagen 
lieben . prächtig für Rabatten und 
Schnitt; wir heben von den vielen 
Sorten''") als ganz besonders gut 
folgende hervor: I. ziemlich ein- 
farbig: a. weiß: „Blondine", weiß 
mit zart rosa geäderten Hängeblät- 
tern ; „Ivorine". elfenbeinweiß, blüht 
noch \ox florentina alba, die unter 
den großblumigen die früheste ist; 
„L'Jnnocence", seidenartig weiß mit 
purpurn und orange Aderung; „Mrs. 
Darwin", wachsartig weiß, Hänge- 
blätter leicht lila geädert, spät 
blühend, b. rahmweiße und 
gelbe Töne: „flavescens". zart 
rahmfarben, ..aurea", kanariengelb, 
Hängeblätter zart geädert, höher 
als ..Neubronner"; ..Gajus". Dom- 
blätter rein lichtgelb. Hängeblätter 
mit roter Aderung ; „Gracchus", nie- 
drig, blaßgelb mit rot; „Mrs. Neu- 
bronner". halbhoch, kräftig, satt 




Abb. 249. Iris 



■ibiricu, sibirische Schwertlilie, 60 cm, 
in Ronsdorf (Orig). 



dunkelgelb, beste gelbe, c. rosa', 
zart lila oder hellblaue Töne: 
„Caprice", hell, purpurlila, lange und 
reich blühend ; „Eckesachs". Blumen 
groß, Domblätter zart lavendelblau, 
Hängeblätter hellviolett; „Eldora- 
do", kupferig rötlichlila. sehr apart; 
„Fürstin Lonyay". bis 1.2 ///, Dom- 
blätter lilaviolett. Hängeblätter wein- 
rot geädert ; „La Beaute". klar him- 
melblau.guteGruppensorte;„Lohen- 
grin", üppig, cattleyenrosa, groß- 
blumig; „Madme. Paquette", rosig 
weinrot ; „Mrs. Alan Gray", zart rosa; 
„Her Majesty", üppig, großblumig, 
eine der besten rosafarbenen; „Pol- 
lux". hellblau; „Queen oF May" 
(„Maikönigin"), wertvoll, rosa lila; 
„Riese von Gönnern", helliia; „Rhein- 
traube", lavendelblau und purpur- 




inteiie^na var H ; 
Niederwaliuf (<)r , 



Iris 



235 



violett, d. dunkelblaue Töne: „asiatica" uKharpufl. riesenblumig, dunkelviolett; „Black 
Prince". tief samtigblau, dunkelste ; ..spectabilis". fast schwarz, sehr edel und friihblühend. — 
2. deutlich verschiedenfarbige: „Flammenschwert", grol.iblumig, edler als Iriskönig. 
Domblätter dunkelgelb, gut schliel.lend. Hängeblätter dunkel samtartig braun mit breitem Gold- 
rand ; „Fro", Domblätter goldgelb. Hängeblätter kastanienbraun; „Iriskönig", zitronengelb. 
Hängeblätter samtig dunkelbraun; „Kitty Reuthe", große dunkle Abart der folgenden; „Mad. 
Chereau",milchweilJmit porzellanblauer Randzeichnung; „A\aori King", niedrig. Dom dunkel- 
goldgelb, sonst dunkelschvvarzbraun mit gelbem Rande, gut; „Mithras". Domblätter lichtgelb. 
Hängeblätter klar wcinrotNiolctt mit gelbem Saum ; „Mrs. Eardley". zitronengelb mit braunrot, 
ähnlich Mithras; „Nothung". Dom licht olivenfarben, Hängeblätter zart lila; „Rhein-Nixe", 1 m. 




:h, PlaiicgK. 



Dom reinweiß, Hängeblätter tief veilchenblau mit weißem Rande; „Richard 11", gedrungen. Dom 
schneeweiß, Hängeblätter schwarzpurpurn mit weißem Rande; /. Interregna [f^eniumica 
Xpiinüla). in Höhe und Blütezeit genau zwischen beiden stehend, siehe Abb. IhO. welche die 
Sorte „H a If d a n", hellrahmgclb. zeigt, weitere ausgezeichnete Sorten sind : „G e rd a", oben 
licht rahmgelb, unten dunkler mit goldgelber Aderung; „Frithjof", klar hellavendel und 
samtig veilchenblau; „Helge", licht zitronengelb mit perlmutterfarben ; „Ingeborg", fast 
reinweiß, mit orange Bart; „Walhalla", oben lila lavendelblau, unten samtig weinrot; /. 
pällida, Istrien, Italien. Orient. .U) bis (>() cm. Blätter meist Wintergrün, Blüten hellviolett 
mit braunen Adern, duftend, .luni, sonnig trocken, bei var. variei^dta Blätter silberweiß und 
goldgelb gestreift, schönste buntblättrige, im Winter oft empfindlich; ferner var. Cengiälti 
(/, Cengiälti). Blätter absterbend, Blüten rein lavendelblau; var. dalmätica („F^rinzeß Bea- 
trice"), üppig, großblumig, lavendelblau mit violetten Hängeblättern; I. pümila, Südost- 
europa. ,S bis \Ocm. Blüten violett, .April-.Wai, hierher viele zum Teil bis .30(7/; hohe Garten- 
formen, die als puwila hybrida gehen, ausgezeichnet sind z. B. aiirea. kurzstielig, goldgelb ; 
compdcta, kurzstielig. veilchenblau ; lydnca, kurzstielig, dunkelviolett, „D i e F ee", oben hell- 
veilchenblau, unten dunkler. „Die Braut", reinweiß, exa'/sa. langstielig, rein ockergelb, 
fonnösa. langstielig, oben dunkelveilchenblau, unten dunkelviolett. „Sehn eekuppe". 20 cm, 



236 



Iris 




i2. In-^ genihinuu-VoTm. reichblühende Pflanze einer 
deutschen Schwertlilie. (Q. Arends, Ronsdorf i. 



schneeweiß, besonders zu Einfassungen zu empfehlen, ebenso für trockene Hänge im Alpinum 
(Abb. 251) und Park (siehe Abb. 8); /. Statellae, Sizilien, niedrig, hellschwefelgelb, wie 
piimila, es geht unter diesem Namen auch eine weiße Form, 

b. Samen mit einem Arillus, • 
der so groß wie der Same ist: 
<t) Stengel einköpfig, ein- 
bis dreiblütig. äußere Blüten- 
blätter bebärtet (Gruppe Re- 
irelia) : I. Korolköwii, Tur- 
kestan. Rhizom kurz krie- 
chend. Blätter schwertförmig, 
blaugrau. Blüten weißlichgelb 
mit rotbrauner Aderung, Mai, 
harte frühe Art der Gruppe, 
siehe sonst folgende. 

fi) Stengel einköpfig und 
einblütig. äul.Sere Blütenblätter 
meist auf ganzer Oberseite be- 
haart (Gruppe Onocychis). 

I. atrofüsca, Palästina, 
25 cm, Blätter bleichgrün, 
Blüten fast einfarbig, dunkel- 
purpurn; /. GatesiL Arme- 
nien. 20 an. Tracht der siisi- 
ana, Blüten sehr groß, äußere 
Blumenblätter rahmweiß mit 
graublauem Netzwerk, innere 
größer, hell purpurn oder gelb; /. iberica, Kleinasien, Persien, nur 10 cm. Blätter lineal, 
graugrün. Blüten außen gelblich, dunkelbraun geädert, mit schwärzlichem Fleck, innen weiß 
oder hellila geädert. jWai ; I. süsiana. Dame in Trauer, Persien, bis über 30 c/n. Blüten 
graublau, mit schwarzbläulichen Flecken und Adern, äußere Blätter in der Mitte mit schwarzem 
Fleck, Mai-Juni ; die Arten der bei- 
den letzten Gruppen sind heikler als 
die früher genannten, man pflanze 
sie im Herbst und gebe leichte Win- 
terdecke, nach der Blüte sollen die 
Rhizome gut ausreifen, man halte 
sie also warm und trocken, an vielen 
Orten kann man die Arten nur in 
einem kalten Kasten ziehen, wo man 
sie nach Bedarf schützen und feucht 
oder trocken halten kann ; gegen 
Frühfröste ist meist Schutz nötig, 
ohne die Pflanzen zu verzärteln. 

B. Pflanzen mit zwiebelartigem 
Wurzelstock. 

I. Innere Abschnitte der Blüten- 
hülle fehlend oder ganz klein, au5- 
gebreitetoderzurückgebogen(Qrup- 
pe/iino). 

I. caucäsica. Kaukasus, Klein- 
asien bis Turkestan.niedi ig. Stengel 
durch die 4 bis h zweizeiligen Blätter 
verborgen. Blüten zu 1 bis 4. hell- 
gelb. März-April; /. Danfördiac 
(/. Bornmuc'lleri), Stengel fast feh- 
lend, Blätter zur Blütezeit sehr kurz 




Abb. 2.S3. Insxiplnoidcs. englische Schwertlilie 



Iris— Ischaruin 



237 



hohl, vierkantig. Blüten hellgelb mit braunen Tupfen, wohlriechend. iWärz-April; I.persica, 
Kleinasien, Persicn. wie vorige, aber Blätter lineal gefaltet. Blüten hellila. äußere Blumen- 
blätter mit purpurnem Fleck und orange Streifen; in warmen Lagen ab l-ebruar; Behandlung 
wie A'//V;/w/«-Gruppe. 

11. Innere .Abschnitte der Blütenhülle etwa so lang wie die äußeren, aufrecht (GruppeX//?/;/«/«). 

/. Histrio (/. reticuldta var. Histrio, Xiphium Histrio), Sjrien, Blüten heller, duftlos. 
früher als bei reticuldta, empfindlicher; /. Kolpakowskiäna [Xiphium Kolpakowskianum]. 
Ostturkestan, Stengel sehr kurz. Blätter lineal. zu 5 bis 6 mit einer einzigen Blattscheide. 
Blüten schön blau. März-.April, hart; I.reticuläta. Kleinasien, Kaukasus, Persien. Stengel 
sehr kurz, Blätter meist zwei, scharf vierkantig, zur Blütezeit kurz. Blüten violett-purpurn. 




duftend, in warmen Lagen ab Februar; sehr ähnlich ist /. histrioides (/. reticulata var. Iiistri- 
oides). porzellanblau, empfindlicher; /. xiphioides (/. dn<Tlica Hort., /. pyrendica). eng- 
lische Iris. Pyrenäen, bis hO cm. Blätter linealisch, Blüten tief violett purpurn, Ende .luni- 
•luli, Abb. 25,3, hiervon sehr viele Gartensorten; /. Xiphium (/. hispdnica Hort., Xiphium 
vulgäre), spanische Iris, westliches ,N\ittelmeergebiet, bis 0.6 m. Blätter fast stielrund. 
Blüten violett-purpurn mit gelber .Witte, etwas vor xiphioides. auch hier sehr viele Garten- 
formen ; zwischen xiphium und xiphioides sind als holländische Iris eine Reihe schöner 
hybrider Formen in Kultur, deren Blüten größer sind ; alle Arten dieser Gruppe lieben durch- 
lässigen, nahrhaften aber nicht frisch gedüngten Boden; man lege die Zwiebeln 7 bis 10 cm 
tief und gebe in schneearmen Wintern eine Decke aus verrottetem Dung. Nach der Blüte 
wollen sie trockener stehen, um gut auszureifen. 

Isätis glaüca, Waid: aufrechte, bis I m hohe, harte, buschige, persische Crucifere mit kahlen, 
blaugrauen, dicislichen. elliptisch-lanzettlichen Blättern und kleinen. lebhaft gelben Blüten in dichten, 
rispi'gen Doldentrauben. .Mai-.Iuli : K u 1 1 u r in ziemlich trockenem, kalkhaltigem, armem Boden in sonniger 
Lage ; Vermehrung durch Samen : Verwendung als zur Blütezeit sehr auffällige Rabattenstaude 
oder für den Park an geeigneten Orten. 

Ischärum {Bidruim eximium: kleinasiatische bis 30 rm hohe Aracee mit knolligem Rhizom und 
schwarzpurpurnen Blüten vor den Blättern, wie Abb. 254; K ul tu r wie ein Zwiebelgewächs im Alpinum, 
im Winter Schutzdecke. 



238 Islandmohn — Kirengeshöma 

Islandmohn siehe Papdver nudicaüle. 

Isoetes lacüstris, Brachsenkraut: kleine, heimische IsoStaceen mit steifen, dunkelgrünen, 3 bis 
16 cm langen Blättern. Sie wachsen bei uns an sandigen Stellen von Gewässern und kommen nur für 
spezielle Liebhaber in Betracht. 

Isopyrum thalictroides, Muschelblümchen : kleine, heimische, 15 bis 30 cm hohe Ranunculacee 
mit kriechendemWurzelstock, doppeltdreizähligen Blättern undeinzelnen, weißen, anemonenartigen Blüt- 
chen in den Blattachseln, April-Mai ; Kultur usw. wie Anemone nemorosa, recht zierlich und in Massen 
wirksam. Als wertvolle neue Art gilt /. Färreri, Nordostchina, Blätter blaugrau, Blüten goldig mit blau 
und purpurn, an bis 8 c/ii hohen Stengeln, fürs Alpinum in Kalkfelsspalten in Nordlage zu erproben. 

Isötoma fluviätile : kleine, bis 20 cm hohe, Lobe/iu-artige C a m p a n u 1 a c e e aus Neuseeland, Blüten 
klein, blau ; für sumpfige Lagen, aber bei uns kaum erprobt und hart. 

Ivesia Purpüsi siehe Comarella, sonst Ivesia unter Potentilla. 

Ixia : reizende niedrige I r i d a c e e n vom Kap, die bei uns nur wie großblütige Gladiolen verwendet 
werden können. 

Ixia chinensis siehe Belamcdnda. 

Ixiolirloa montänum : bis 50 cm hohe, blaublütige Amaryllidacee aus Vorderasien, die bei uns 
als hart gelten kann und Lehmboden liebt. 

Jaborösa integrifölia : eine niedrige Solanacee aus den Anden mit kriechendem Stamm, ovalen, 
gestielten Blättern, einzelnen achselständigen, röhrigen, weiß- oder gelbgrünen Blüten, Juli-August; 
wohl nicht hart und nur botanisch bedeutsam. 

Jägerkraut siehe Callidnthemum. — Jamswurzel siehe Dioscoria. 

Jaakaea (Ramondia) Heldreichil: thessalische, sich an Ramöndia und Haberl^a eng anschließende 
Qesneracee mit dicht zottig behaarten Blattrosetten und vierzähligen violetten Blüten ; Kultur wie 
jene, aber Pflanze viel heikler und sehr selten. 

Jäathe (C^lsia) bugulifölla: harte, südosteuropäische, dickwurzelige, aufrechte, bis 20 «n hohe 
Scrophulariacee mit gestielten, rundlich-elliptischen, gekerbten Grundblättern und kurzen, dichten 
Blütentrauben aus metallisch blaugrünen und purpurn gefleckten Blüten, Mai-Juli ; K u 1 1 u r im Alpinum 
in rasigem Grund an halbschattigen warmen Plätzen ; erinnert etwas an Verbascnm plilomoides. 

Japanische Schwertlilie siehe Iris Kai^mpferi. 

Jasiöne perennis, Sandglöckchen : Europa-Kaukasus. 1 5 bis AOcm hohe, Ausläufer treibende, alpine 
Campanulacee mit linealen Blättern und kleinen himmelblauen Blüten in dichten Köpfchen, Juni- 
August; Ku 1 1 u r in trockenen, sonnigen Lagen im Alpinum; Vermehrun gdurchTeilung und Samen; 
nur für spezielle Liebhaber. Eine reizende ganz niedrige Art ist J. hümilis, Pyrenäen, die ebenso im 
Alpinum kultiviert wird, deren Winterhärte aber noch zu erproben ist. Ganz hart und ebenso schön ist 
die ähnliche / supina. 

Jasöaia tuberösa ist eine südwesteuropäisch-syrische, drüsig behaarte, am Grunde verholzende 
Komposite, bis 35 cm, Blätter steif, lanzettlich, Blütenköpfchen doldig-rispig, gelb, Juli-August ; für 
sonnige sterile, felsige Orte in warmen Lagen versuchswert, nur von botanischem Interesse. 

Jeffersöaia diphylla (J.bindta): nordamerikanische, kleine, 20 bis 30 cm hohe, mit Epimedium ver- 
wandte Berberidacee mit unterseits blaugrauen, zweilappigen, schildförmigen Blättern und einzelnen, 
weißen Blüten auf nacktem Schaft, Mai; Kultur usw. wie Epimedium; Vermehrung durch vor- 
sichtige Teilung im Frühjahr ; V e r w e n d u n g im Waldpark. — Schöner ist J. (Plagiorhägma) dubia, 
Mandschurei, eine typische Vv'aldhumuspflanze, Blüten lichtblau. 

Johanniskraut siehe Hypericum. — Joaquille siehe Narcissus Jonquilla. — Jovelläna siehe Ca!- 
ceoldria. — Judassilberlln'g siehe Lunaria. — Judenkirsche siehe Pliysalis. 

Juncus effüsus, Simse: bekannte heimische, buschige, dichtrasige, 30 bis 70 cm hohe Staude mit 
blattlosen, glänzenden, lebhaft grünen Stengeln und kleinen, grünlichen Blütchen in seitlichen, rispigen 
Blütenbüscheln, geht auch als J. communis, eine gelb gestreifte Form ist var. i'iWa7«s(var.aa/-eo-s/na/us, 
/ conglomerdtus variegdtus) ; seltsam ist die Form var. spirdlis mit korkzieherartig gewundenem Halm 
(braucht Winterschutz); Kultur als Sumpfpflanze oder in flachem Wasser; Vermehrung durch 
Teilung ; V e r w e n d u n g in Gräben, Teichen usw. Es sind noch verschiedene heimische Arten gelegent- 
lich bei Liebhabern in Kultur. 

Juncus zebrinus siehe Scirpus. — Junkerlille siehe Asp/iodeiine. — Juno siehe fris, Gruppe Juno. 

Jurinea depressa, Silberscharte, Komposite aus Kleinasien, Blätter rosettig, unterseits spinn- 
webig behaart, Blüten weiß oder rosa, groß, distelartig, nach Vanille duftend; Kultur in sonnigem, 
steinigem Geröllhang; Vermehrung durch Samen; nur 2-iährig ist die kaukasische/, a/dta. 

Kaiserkrone siehe Frititldria. — Kälberkropf siehe Cluieropliyllum. — Kalmus siehe Acorus. — 
Kamille siehe Anthemis. — Kammschmiele siehe Kpel^ria cristdta. — Kardendistel siehe Marina. — 
Katzenpfötchen siehe Antenndria. 

Kaufmännia iCorlusa) Semenöwii: mit Cortusa verwandte Primulacee aus Turkestan mit ge- 
stielten Grundblättern, die kreisnierenförmig und lappenzähnig sind, Blüten nickend, gelb, auf die Blätter 
wenig überragendem Schaft doldig; Kultur usw. wie Cortusa, wohl nur für erfahrene Pfleger. 

Kalkfarn siehe Aspidium Robertidnum. — Kaukasus-Kornblume siehe Aetheopdppus. — Kelchgras 
siehe TofMdia. 

Kellöggia galioides: bis 25 cm hohe lockerrasige Rubiacee, die in den Blättern an Houstönia 
und in den Blüten an Asp^rula gemahnt, Blüten klein, grünlichgelb; für schattige, feuchte Plätze unter 
Gehölz versuchswert. 

Kermes siehe Pliytoldcca. — Kernera Boissierl und saxätilis siehe Cocliledria. — Kettenfarn 
siehe Woodwdrdia. — Keulengras siehe W'eingärlni'riu. — Klcher siehe Orobus. 

KIrengesItöma palmäta: aus Südjapan stammende, 50 bis 60 cm hohe, buschige, eigenartige S a x i - 
fragacee mit einfachen, kahlen Stengeln mit gegenständigen, gestielten, rundlichen, 10 bis 12 cm 



Kirengeshöma— Lämium 239 

breiten, fein behaarten, spitzlappenzähnigen Blättern und langen, hellgelben, wagerechten oder nicken- 
den Blüten, die zu wenigen in den Blattachseln stehen und an den Zweigenden gehäuft sind, August- 
September; Kultur in gutem, leichtem, frischem Boden; Vermehrung durch Teilung im Frühjahr; 
im Garten und groüen Alpinum versuchswert. Winterdecke. 

Kitalbelia vitifölia: ungarische, bis 2.5 m hohe, drüsig behaarte M a 1 v a c e e mit großen, rundlichen, 
fächerförmig gelappten Blättern und ansehnlichen, reinweißen, gegen die Zweigenden achselständigen 
Blüten. Juli-August, hübsch gelbbunt wie ein Abutiton ist var. Undemütlui: Kultur in frischem, tief- 
gründigem Boden; wird oft ein- oder zweijährig behandelt, ist aber in nicht zu fettem Boden mehrjährig 
und für Liebhaber, z. B. für Gruppen im Park, verwendbar. 

Klappertopf siehe Atectorötophiis. — Klasper siehe Tlüaspi. — Klee siehe Trifolium. — Kleefarn 
siehe Marsilia. — Kleopatranadel siehe liremürus. — Knabenkraut siehe Orchis. — Knäuel siehe 
ScUräntliiis. — Knäuelgras siehe Ihictvlis. 

Knaütia longifölia, Witwenblume: 30 bis 60 rm hohe Alpenpflanze mit meist ungeteilten Blättern 
und lila Blüten. Juni-Juli ; gelegentlich wie Scabiösa im Alpinum und Park zu verwenden ; V e r m e h r u n g 
durch Samen. Ahnlich K. ma^nifica aus Mazedonien, die im unteren Teil rauh behaart ist und rosa Blü- 
ten hat; ferner sei hingewiesen auf die schöne A'. maceilönica mit tief karminpurpurnen Blüten. 

Knebel siehe Sagina. — Kneiffia frulicösa siehe Oenotlu'ra. — Kniphöfla siehe Tritoma. — Knö- 
terich s\c\\e Polygoniim. — Knopfgras siehe Schoi'nus. — Knorpelkraut siehe lllec^brum. — Knoten- 
blume siehe l.eucojum. — KnotenfuU siehe Slr^ptopiis. — Knotenschötchen siehe Braya. — Koelbel 
siehe Sangiiisörba. 

Koeleria, Schillergras, Ritschgras: 15 bis 60 cm hohe, heimische Gräser, von denen die Art A'. cris- 
tdta, die Kam m sc h m i ele. bei uns weit verbreitet ist. sie hat flache, lineale. grasgrüne Blätter; 
graugrüne, rinnige Blätter haben A'. glaiica und K- valtesiaca: lineale Blätter und behaarte Halme hat 
A^. /H>suta ,• V e r w e n d u n g von £/(/;;cü in ausgesprochen sandigem Boden und den anderen im Alpi- 
num in sonniger Lage in leicht humosem. steinigem Boden, nur für Liebhaber. 

Koellia virginiäna siehe Pycndnlltemum. — Koenigia isländica {Polygonum islandicum) ist ein 
kleines einjähriges Kraut. — Königsfarn siehe Osmiinda. — Königskerze siehe Verbdscam. — Kohl- 
distel siehe Cirsium olerdcenm. 

Kohlraüschia ist eine meist als Untergruppe von Tünica behandelte Gattung, deren Arten, soweit 
uns bekannt, einjährig sind. 

Kohlröschen siehe XigrilMi. — Kokardenblume siehe üailldrdia. — Kolibritrompete siehe 
y.misiiuicrui. — Kolikwurzel siehe AltHris. — KompaUpflanze siehe Silphium. — Korallenpflanze 
siehe iWrlca. — Kornblume siehe Cfntann'a. — Kratzdistel siehe Cirsium. — Krauseminze siehe 
Menllia silvi'stris var. rm/x;. — Krebsschere siehe Stratiötes. — Kreuzblume siehe Polygala. — Kreuz- 
kraut siehe Sent'cio. — Kronlattich siehe H'illemi>tia. — Kronwicke siehe Coronilla. 

Krynitzkla \Eritrichium] Jatnesii: eine etwas halbstrauchige, nordwestamerikanische Bo ra gi nee 
mit seidigrauhlich behaarten Blättern und Trieben und weißen Blüten in etwas rispigen Ähren, an 
Myo.iötis erinnernd; für sandige Orte im Alpinum versuchswert. 

Küchenschelle siehe Anemone (Gruppe Pulm/iHa]. — Kuckucksblume siehe Lyciinis ßos cticuli und 
(Jrcliis. — Kugelblume siehe (ilobuldna. — Kugeldistel siehe hxliinops. — Kugelmalve siehe Sphaer- 
dlcea. 

Kühnia eupatorioides: Nordostamerikanische, bis 75 cm hohe K o m p o s i t e mit breitlanzettlichen. 
weich behaarten Blättern und weißen. Ageralum-ähnWchen Blüten in zymösen Büscheln; für trockene 
Böden im Parke versuchswert. 

Kuhblume siehe Tardxacum. — Kuhtrltt siehe Wul/^nia. — Kunlgundenkraut siehe Eupatörium. 

Labkraut siehe Gdlium. 

Lactüca, Lattich: von dieser bekannten Korn positen-Gattung sind für uns im Alpinum wertvoll 
einige neue westchinesische hochalpine Arten, wie LBeesidna, bleichblau, L.m:icroi-rhiza.\\e\\ lave ndel- 
blau. n. a.. die in Steingeröll wachsen und niedrige, kaum 5 bis lOfmhohe Pflanzen bilden. F-:infüh rung 
sehr erwünscht. 

Lactüca Bourgael siehe WuliriUlium. — Läusekraut siehe Pediculdris. 

Lagötis \(j\'mndndra) stolonifera ist eine kaukasische Serophulariacee mit grundständigen 
Blättern und blauen Blüten, die ohne Mühe bei uns gedeiht und sich durch oberirdische Ausläufe r weit 
verbreitet. 

Lagenöphora Försterl: das „Gänseblümchen" Neuseelands, an Belli.'i erinnernd, mit Brachycome ver- 
wandt. Ausläufer treibend, Blüten weiß, auf bis I hcm hohen Stielen. Bei uns noch kaum auf Härte er probt. 

Lagöwskia reticuläta siehe Coluleocdrpus. — Laichkraut siehe PotamogHon. 

Lämium, Bienensaug, Taubnessel — Labiaten — 20 bis 60 cm hohe, aufre chte, 
buschige Stauden mit eiförmigen Blättern und hübschen Lippenblüten in achselständigen Qui r- 
ien. April-Juni ; K u 1 1 u r in etwas humosem Boden in frischen, schattigen Lagen ; V e r m e h- 
rung durch Teilung oder Samen; Verwendung fürs Alpinum oder in Masse im Pa rk an 
geeigneten Orten zur Bodenbekleidung. 

L. Galeöbdolon (Cjalcolulolon luteum, Z,a/7i(V/m /«/■«/;«), Qoldnessel,Europa-We stasien, 
mit oberirdischen Ausläufern, 15 bis 45 cm. Blätter weiß oder auch gelblich gefleckt. Blüten 
gelb, Mai-Juni; bei v^ix. florcntimim Blätter ausgeprägt weiß gefleckt,- L.maculätum, Eu- 
ropa. Ausläufer treibend. Blüten hellpurpurn, geht oft fälschlich als /,. /wr/w/n'«w oder varie- 
gdtiim. Blätter zuweilen mit schönem, weißem Silberfleck. Schön ist L. Orväla iOrvala 



240 



Lämium— Leinkraut 



lamioides) aus Südeuropa. 2>Qmn. mit größeren, trübpurpurnen Blüten mit weißlicher Röhre, 
April-Juni, hübsche Büsche bildend. Eine prächtige, silbergraufilzige. zwergige Hochalpine 
aus Kleinasien ist L. erioa'phaluni. Blüten purpurn, fürs Alpinum. 
Lamplonpflanze siehe Physalis. 

Lättcea thibetica: kleine kriechende westchinesische Scrophulariacee, Blätter rosettig, 
lederig, gezähnt, Blüten bis 10 cm gestielt, violettblau; bei uns noch kaum erprobt. 

Laserpitium Siler, Laserkraut: europäische U m bei 1 i f ere , 60 bis 10 cm, Blätter dreifachge- 
fiedert, Blüten weiß, Juni-Juli; im Steingarten und Parke auf felsigen trockenen Wiesen verwendbar. 
Lasiagröstis Calamagröstis (Ca/amagrostis argc'ntea, Stipa Calamagrostis), Rauh- 
gras: 60 bis 00 r/H hohes, hübsches heimisches Gras wie Abb. 25.5. Juli; Kultur in jedem 
üartenboden ; Vermehrung durch Teilung und Samen ; Verwendung im Garten, Alpi- 
num und Park, gut zum Schnitt. 

Lastrea siehe Aspidium und Ne- 
pliiödiam. 

Lathraea clandestina { Clandesti- 
na recti/löra). Schuppenwurz: euro- 
päischer, blattgrünloserWurzelschnia- 
rotzer auf Weiden [Salix fragilis) und 
Pappeln, bis \bcm. Blüten schön lila- 
purpurn, im Mai-Juni. Läßt sich durch 
Aussaat leicht ansiedeln im Garten und 
Parke und bildet dichte Polster. Für 
Freunde eigenartiger Pflanzen ver- 
suchsvvert. 

Läthyrus (ohne Orobus''~), 
Platterbse — Papiliona- 
ceen — Harte, 1 bis 2 (bis 3) m 
hoch kletternde Pflanzen mit meist 
einpaarigen Blättern mit Wickel- 
ranken und prächtigen Schmetter- 
lingsblüten , Juni - August oder 
länger; Kultur in frischem, nicht 
zu schwerem Boden in warmer 
sonniger Lage; Vermehrung 
durch Samen oder durch Teilung 
im Frühjahr; Verwendung an 
Spalieren im Garten, zur Bekleidung von Mauern, Baumstämmen, über Gebüsch usw., auch 
im Park. 

L.grandiflörus, Südeuropa, Triebe kantig. 0,30 bis 1 ,5 /h, niederliegend-kletternd. Blätt- 
chen breit, stumpf oval, Nebenblätter schmal, Blüten sehr groß, duftlos, karminpurpurn, zu 
1 bis 3 achselständig, die Blätter überragend ; L. undiildtus ist in allen Teilen kleiner ; L. lati' 
fölius {L. mcgaldnthiis), Mitteleuropa, bis 3 m. Stengel breit geflügelt. Blättchen elliptisch, 
Nebenblätter breit, Blüten in acht- bis fünfzehnblütigen, die Blätter überragenden Büscheln, 
karminrot oder karminrosa (var. spkndens). geruchlos, oft schon Juni, bei var. albus weiß, 
ebenso bei var. „White Pearl", wo sie fast doppelt so groß sind, zartrosa bei „Pink 
Beauty"; L. maritimus, Stranderbse, nördliche gemäßigte Zone, niederliegend, 15 
bisSOf/H, Blätter blaugraugrün, Blüten zu d bis 10. groß, purpurn, Juni-August, zur Beklei- 
dung von Sandstellen, auch im Felsengarten ; auch die heimische L. sylvc'ster mit gelblich 
grünen, rosarot überlaufenen Blüten ist im Park wohl verwendbar. 

^Läthyrus (Gruppe Orohus) wie aurantiacus. lüteus, vernus u. a. siehe unter Oiobiis. — Lattich 
siehe Lactiica. — Lauch siehe Allium. 

Laurentia tenella: Mediterrane C a m p a n u 1 a c e e, 5 bis 10 rm hoch, Blätter grundständig, gestielt, 
spatelig eiförmig, Blüten weich chinablau, klein, auf feinen, fädigen Stielen, Juni-September; für feuchte 
Orte im Alpinum verwendbar. 

Lavändula, Lavendel, siehe Laubholzbuch. 

Lavätera thuringiaca, Erne — Malvaceen — Heimische, aufrechte, buschige, bis 1 m hohe, 
sternhaarig filzige Pflanzen mit rundlichen, seicht fünflappigen Blättern und hellrosa Blüten mit dunk- 
lem Grundfleck, Juli-September; Kultur usw. wie Kitaibäia; für den Park an Qehölzrändern, sonnig. 
Sehr ähnlich, nur höher ist L. cashmeridna. 

Leberbalsam siehe Briniis. — Leberblümchen siehe Hepätica. — Lein siehe Linum. — Lein- 
kraut siehe Linäria. 




Lusiagrosüs Calamagrostis, Rauhgras, ' 

lOrig., Bot. Qarlen, Wien). 



LC'iiina— Leptäxis 



241 



Lemaa, Wasserlinse: Kleine, schwimmende, lebermoosartige Wasserpflanzen, die bei uns auf 

Sümpfen und Teichen auftreten und nur für spezielle Wasserpflanzenliebhaber von Interesse sind; wie 
/,. minor. L. gibha, /.. Irbülcu. 

Leaina polyrrhiza siehe SpirodiUa. 

Leontice altäica: Niedrige Berberidee aus dem Altai mit knolligem Wurzelstock und aufrech- 
ten, nackten, fleischigen Stengeln, die am Grunde drei fingerig-fünfteilige Blätter und am Knde lockere, 
aufrechte Trauben mit gelben Blüten tragen, April, mäßig schön; Kultur usw. etwa wie Dkc'ntia 
formösa. L. Alberti aus Turkestan hat dichte konische Trauben und ockergelbe Blüten mit rötlichen 
Streifen; wohl schönste Art. 

Leontice thalictroides siehe CuiilopliyUiini. 

Leöntodon, Löwenzahn: Von diesen bekannten heimischen Kompositen werden hie und da 
im Alpinuin an trockenen felsigen Hängen Arten wie incdnus oAcr pyremiiais kultiviert, die im Juni- 
August gelb blühen. 

Leontopödium, Edelweiß — Kompositen — Niedrige, wollig bchrKirtc Alpinen mit 
den bekannten silberweil.len, stern- 
förmigen Blütenköpfchen, wie .Abb. 
41. .luni- September; Kultur in 
sonniger trockener Lage in nicht zu 
schwerem, magerem, sandigem Bo- 
den, der keinen Dünger enthalten 
darf, am bestem in altem, kalkhal- 
tigem Bauschutt. Pflanzen nicht be- 
spritzen zur Blütezeit, degeneriert 
bei guter Pflege; X'ermehrung 
durch Samen und Teilung; \'er- 
w en d u n g fürs.Mpinum.für .Wauern. 
steinige, magere Hänge und der- 
gleichen Orte. 

L. alpinum [Gnuphdliiiiii Le- 
ontopödium). heimisch, bekannt. 5 
bis 25 cm. wie Abb. 41. als beste 
Kulturform gilt die Sorte ..Wartburg- 
stern", ferner sind hübsch die For- 
men oder Hybriden limkiviciim. den 
ganzen Sommer blühend, und ma- 
crdrühiim. Blütenköpfe sehr grol.i. 
sowie siilphüreiim. Blütenköpfe zart 
schwefelgelb. Sehr ähnlich, aber in 
allen Teilen üppiger und nicht so 
rein weil.) ist L.sibiricum aus Nord- 
asien, gelegentlich ist in Kultur L. 
himaläicum, das später blüht und kleinere Blüten hat; schließlich noch L. Japan icum 
[Gnaphuliiim Sieboldiciniim). das dadurch recht abweicht, dal.l die Blütenstände viel lockerer 
strahlig und die Blätter obcrseits glänzend dunkelgrün und nur unterseits silberweiß filzig 
sind (Abb. 25<)i. 

Leopardblume siehe Belamcünda. — Lcopardpflanze siehe Sennio K(i('nipferi var. aiireo-maciikitus. 

Lepachys pinnatifida I L. pinndta. Riulhcclua pinmitu. Ruiihidu pinnala): /?/;(Äf (/.'«/-ähnliche K o m - 
posite aus Nordamerika. 0,8 bis 1.5 w. Blätter drei- bis siebenfiederschnittig. Blüten langgestielt, 
Mitte gewölbt, Strahlen gelb, mit der hohen braunen Mitte hübsch kontrastierend, 5 bis 8 an lang, 
hängend; für trockene Lagen im Park versuchswert. 

Lepidium nebrodense (/.. Iiirlum var. nehrodensi']: Süditalienische, kahle, 10 bis 20 r/H hohe Cru- 
cifere mit spitzeiförmigen Blättern und weißen Blüten, Früchte geflügelt, einsamig; im Alpinum in 
soimiger Lage auf Qeröllhängen in etwas mooriger Hrde für Liebhaber verwendbar; Ve rm eh rung 
durch Samen. 

Lepigonum rubrum iSperguldria oder Tissa mhrai. Schuppenmlere: Heimische, rasige Caryo- 
p h y 1 1 a c e e mit 5 bis \h cm langen Stengeln, fädlichen Blättern und kleinen rosa Blüten, Mai-Septem- 
ber; meist nur ein- oder zweijährig, für sandigen Boden im Alpinum brauchbar. 

Leptändra virginica siehe Veiönica virginidna. 

Leptarrheaa iSaxifnif^a) pyrolifölia: Saxifragacee aus Kamtschatka bis Nordwestamerika, 
Grundblätter oboval. bis icm. innuergrün. Blütenstände bis 40 cm, Blüten klein, weiß; sollte als immer- 
grüne Staude für sumpfige Lagen versucht werden. 

Leptäsea aizoides siehe Saxifraga. — Leptäxis siehe To/mica. 
Sil\ ,1 T.Tri.iu .T-Schneidcr. L'nscrc Freilandstaudcn. .3. Auilagc. 16 




Abb. 



. Lconlopodiiiin japi 
( pliul. C. Kcssclrinii'i. 



242 



Leplinfella — Levisticum 




57. Leiicojnm 

(phot. Kraskov 



Leptinella — Kompositen — Australisch-neuseeländische, rasige Pflänzchen mit fiederteiligen 
Blättern und kleinen, grünlichgelben oder gelben, unscheinbaren, einzelnstehenden Blütenköpfchen; 
K u 1 1 u r in etwas feuchten Lagen, in etwas moorig-lehmiger Erde in Qesteinsgruppen ; Vermehrung 
durch Teilung; nur für Liebhaber von Interesse, etwas Winterschutz. 

L. [Cdiiilu] dioica, Neuseeland, fast 
kahl, Blüten gelb; L. scariösa [Cötula 
reptuns\. Australien, 3 bis 6 cm. etwas 
weich behaart, Blüten grünlichgelb. 
Leptinella squälida siehe Cötula. 
Leptocödon gräcilis: eine mit Co- 
donöpsis verwandte C a m p a n u 1 a c e e 
aus Sikkim, die bei uns wohl nur als 
Kalthauspflanze brauchbar ist. 

Leptösyne gigantea ist eine kali- 
fornische Komposite mit fleischig- 
holzigen, bis 1,8 m hohen dicken Sten- 
geln, wechselständigen, fein fieder- 
schnittigen Blättern und doldentraubi- 
gen, gelben Blütenköpfen; L (Coreöpsis) 
maritima gilt als gute niedrige Sumpf- 
pflanze. Beide bei uns noch kaum er- 
probt. 

Lerchensporn siehe Corydalis. 
Lesquerella Kingii [Vesicariu Kin- 
gii): Nordwestamerikanische, nieder- 
liegend-aufstrebende, feinbehaarle C r u- 
cifere mit ovalen Qrundblättern und 
gelben Blütentrauben, Mai -Juni; für 
trockene Hänge im Alpinum für Lieb- 
haber versuchswert. 

Leucäatbemum siehe Chrysanthe- 
mum. 
Leucocyclus {Anacyc/us) formdsus; hübsch wollig-weiß behaarte Komposite aus dem cilicischen 
Tauriis, Laubwerk an eine Sato/üia erinnernd, Blütenköpfe einzeln, auf bis 20 cm hohen Stielen, weiß, 
August; für durchlässigen Boden in warmer sonniger Lage im Alpinum versuchswert. 

Leucöjum, Knotenblume, Sporkelblume - Amaryllidaceen — Bekannte, 
niedrige Zwiebelgewächse mit etwas an Schneeglöckchen gemahnenden Blüten, wie Abb. 257 ; 
Kultur und Verwendung wie das gemeine Schneeglöckchen oder auch Croctis oder Scilla, 
nicht zu schwere, frische Erde und etwas Schatten, man beachte das auf Seite 62 Gesagte. 
L.aestivum, heimisch, 30 bis 40 cm. Stengel drei- bis achtblütig, Blüten wie bei vernum, 
blüht aber später, erst April-Mai; L.autumnäle (Acisaiitiimnalis), Südwesteuropa, Blüten- 
stand ein- bis dreiblütig. Blüten weil.) mit rötlichem Hauch im Herbst, selten, ungewiß ob 
hart; L.vernum, Märzbecher, heimisch. 10 bis 25 cm. ein- bis zweiblütig, Blüten weiß 
mit grünen Spitzen, wie Abb. 257. Februar-März, etwas früher blüht var. Vdgneri, in allen 
Teilen üppiger; goldene Blütenblattspitzen hat var. carpciticiitn {L.carpaticiim), immer zwei- 
blumig, gilt als sehr gut. 

Leuzea conifera {Ceritaiin'a co/ii- 
/era): Westeuropäische, 5 bis 30c7h hohe, 
wenig verzweigte Komposite mit 
unterseits weißfilzigen,fiederschnittigen 
Blättern und einzelnen, großen, rund- 
lich eiförmigen, purpurlila Blütenköpf- 
chen, Juni-Juli ; für felsige Orte im Alpi- 
num, nur botanisch von Bedeutung. 

Levisticum officinäle iL. palnctapi- 
fölium, Hipposeliniini Levisticum). Lieb- 
stöckl: harte, 1 bis 2 m hohe südeuro- 
päische U m b e 1 1 i f e r e mit doppelt oder 
einfach gefiederten Blättern und blaß- 
gelben Blütendolden, Juli- August, Früch- 
te aromatisch; Kultur in jedem Gar- 
tenboden; Vermehrung durch Tei- 
lung alter Pflanzen im Frühjahr oder 
durch Samen; Verwendung hier und 

da als Gartenpflanze, besonders in alten Abb. 258. Lcwisia Cotylcdon. 

Bauerngärten zu finden. (phot. H. Zömitz.i 




Lcwisia— Lilium 



!-13 



Lewisia redhiva, Bitterwurz: Nordwestamerikanische, portulakartige Pflanze mit dickem, ver- 
zweigtem Wurzelstock, linealen, fleischigen Blättern und hübschen, bis 5 cm breiten, rosafarbenen 
Blüten, die sich etwa 4 bis \Ocni über das tiefgrüne Laub erheben. Juni bis August; Kultu r in recht 
trockenen, sonnigen Lagen in nicht zu schwerem Boden, im WinterSchutz gegen Nässe; Vermehrung 
durch Teilung; V erwendung in Masse für geeignete Plätze im Alpinum, zieht aber nach Blüte all- 
mählich ein. L. I Calanclrinia oder Ureobröma] Cotyledon, hart. Blüten weiß, mit rosa Streifen (Abb. 258), 
durchlässigen Boden, keine grelle Sonne im Sommer, doch keinen Schatten, zieht nicht ganz ein nach 
Blüte. Seltene Arten sind noch L. HowcHlü. L. TweMyi. deren Winterhärte aber geringer ist. 

Liätris, Prachtscharte — Kompositen — Harte, aufrechte, buschige, nordameri- 
kanische Stauden mit knolligem W'urzelstock, lanzettlichen Blättern imd kleinen Blütenköpf- 
chen in ährigen Trauben, wie Abb. 25'), meist Juli-Oktober; Kultur in jedem guten, auch 
selbst etwas armen, aber nicht zu trockenen Gartenboden; N'ermehrung durch Wurzcl- 
schüLUinge oder Samen. Pflanzzeit 
Frühjahr bis Ende iWai ; V e r w e n - 
düng für Rabatten oder Gruppen im 
Rasen, wie auch im grollen Al- 
pinum und Park; brauchbare Schnitt- 
blumen. 

L. elegans, bis 75 cm. rosarot, 
wie Abb. 25'i. rechts: L. pycno- 
stächya, bis über 1 m, leuchtend 
purpurrosa vielleicht die schönste, 
blüht nach spiaita; L. pycnO' 
spica, Kreuzung aus voriger mit 
spicata, 60 bis 100 cm, liiarosa- 
farben; L. spicäta nur 30 bis 50 
cm, violettpurpurn, wie Abb. 25'i, 
links. 

Libanötis siehe Atltamdnta rupestris 
und unter Seseli. 

LIbertia grandUlöra ist eine neu- 
seeländische Iridacee mit kriechen- 
dem Rhizom und weißen vielblütigen 
Rispendolden, bis 75 cm; wohl nur 
in den allerwärmsten Lagen versuchs- 
wert. 

Lichtblume siehe BiiWocöilium. — 
Lichtnelke siehe Lyclmis. 

L'ebstöckI siehe Levisticum. — 
Lieschgras siehe Plileum. — Liguläria 
siehe Sem'cio. 

Ligüsticum peloponnesiacum sie- 
he Molopospi'rmnm. — Ligüsticum 
Simplex siehe ,\'cO!/ayii. — Ligüsticum 
tenuifölium siehe Orcinomc. 

Lilie siehe Lilium. — Lilienschweif 
siehe I:remüius-\ 




.=>'(. Liatris. Prachtschartc: links L. spicata. 40 , 
rechts L. elegaiif, 60 cm lO. Arcnds, Ronsjoni. 



Lilium, Lilie — Liliaceen — Prächtige, meist groß- und reichblütige Zwiebelgewächse, 
die viel mehr Beachtung verdienen, als sie für gewöhnlich in Kultur finden, siehe .-Xbb. r>i 
und 2()0 bis 2ö4; Kultur bei einiger Umsicht meist nicht schwer, in jedem guten, durch- 
lässigen, nicht zu schweren, aber nahrhaften, etwas humosen Gartenboden in eher halbschat- 
tiger als sonniger Lage. Pflanzzeit im allgemeinen im Herbst, wobei die Zwiebeln je nach 
Stärke 5 bis 25 cm tief kommen und bei heiklen .Arten mit Schwefelpulver bestreut und ganz 
mit einer Sandlage umgeben werden können, die meisten .•\rten verlangen im Winter Laub- 
decke: Vermehrung durch Brutzwiebeln, man lasse die Pflanzen jahrelang ungestört; 
Arten wie rcgcile auch durch Samen: N'erwendung fiir Rabatten. Gruppen, ferner im 
Park, man vergleiche die einzelnen .-Xrten. die zum Teil gute Treib- und Schnittstauden, 
darstellen. \'iele neue, weilvolle, chinesische Arten müssen bei uns noch eingeführt und 
erprobt werden. 

16* 



ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



giganteum 248 

Hansonii 245 

Harrisii 247 

Henry! 245 

japonicum . . . . • . . 247 

— roseum 247 

Kesselringianum .... 245 

Krameri 247 

lancifolium Hort 246 

— Thunberg 248 

Leichtlinii 245 

leucanthum 247 

linifolium 246 

longiflorum 247 

— exitniuni 247 

~ Harrisii (Abb. 203a) . . 247 

Marhan 245 

Martagon 245 

— album 245 

— albiflorum .... -245 

Maximowiczii 245 

monadelphum 245 

— Szovitsianum .... 246 

myriophyllum 247 

pardalinum 246 

penduliflorum 245 

pendnlum 245 

philadelphicum . . . • . 248 

I. (II. siehe Seite 2481 Blätter schmal, Blattstiel fehlend oder ganz kurz. 

A. (B. siehe S. 247) Blumen zur Blütezeit hängend oder nickend, ohne Kronenröhre, die 
Blumenkronenblätter deutlich zurückgerollt, siehe Abb. 261 u. 262. (Gruppen Archelirion, 
Martagon und I^seucloniartagon. ) 

L. aurätum, Goldbandlilie, Japan. 0,6 bis über 1 ni, Zwiebel kugelig, bis 10 cm 
breit, Blätter wagrecht abstehend, kurz gestielt. Blüten zu 7 bis gegen 30, weiß mit goldenem 



aurantiacum 248 

auratiini 244 

— macranthuni 245 

— platyphyllum .... 245 

avenaceum 245 

Brownii 247 

— kansuense 247 

— leucanthum (Abb. 263) . 247 

bulbiferum 247 

canadense 245 

— coccineum 245 

— luteum 245 

— rubrum 245 

candidum 247 

cernuum 245 

chalcedonicum 245 

Colchicum . 245 

concolor 248 

croceum 248 

dahuricum 248 

dauricum 248 

— atrosanguineum . . . 248 

— incomparabile .... 248 

elegans 248 

excelsum isabellinum . . 246 

eximium 247 

fulgens 248 



pomponium 246 

— luteum 246 

pseudotigrinum 248 

pumiluni 246 

puniceum 246 

pyrenaicum (Abb. 260) . . 246 
regale 247 

— kansuense 247 

rubrum 246 

Sargentiae 247 

speciosum 246 

— Kraetzeri 246 

— roseum 246 

— rubrum 246 

spectabile 248 

sulphureum 247 

superbum 246 

sutchuenense (Abb. 261 ) . 246 

Szovitsianum 246 

tenuifolium 246 

testaceum 246 

tigrinum (Abb. 262) ... 246 

— grandiflorum .... 247 

— secundum 245 

— splendens 247 

umbellatum 248 

Wallichianum 247 




Abb. 260. Siixi/raga dccipleii. 



Hintergrund) 



Liliiim 



Bande und purpurroten Tupfen, in der Form und Haltung mehr wie die Arten der Gruppe B, 
Juli-August, viele Kulturformen, vor allem wdx.platypliylliim (vav.niuaafii/iiiin), üppiger, bis 
über 2 w, Blüten nur leicht getupft. September: für Topfkultur ausgezeichnet, im Freien mulj 
man Winterdecke geben und die Zwiebeln in leichtem Boden bis 2() cm tief legen, im Park 
in lichten Gehölzbeständen anpflanzenswert, vergleiche z. B. Abb. 53 ;/,. canadense {L.pen- 
(hilißönuii, /,. penduliunS. Ostnordamerika, bis 1 m, Zwiebeln einjährig. Ausläufer treibend, 
Blätter wagrecht, quirlig, Bliiten meist nur wenige, gelb (var. luteum), orange oder rot (var. 
cocdfwiim oder riihnim) mit dunklen Flecken, Blumenblätter erst später stark zurückgebogen, 
Juni-.luli, man siedle sie in humosem 
Boden und halbschattiger Lage an 
(auf Heideerdebeeteni; L. cernU' 
um, Ostasien (Jaluflul.'il, 0,3 bis 
0,6 m. Blätter schmal lineal. Blüten 
zu 5 bis (), an älteren Zwiebeln in 
bis 12. leuchtend dunkel lilarosa, 
tief violett punktiert, stark angenehm 
duftend, in Petersburg hart, für halb- 
schattige Lage und nicht allzu schwe- 
ren, leicht humoscn Boden; L. 
chalcedönicum , Scharlach- 
Türkenbund, Griechenland und 
Inseln, bis 1 ni, Blätter abwechselnd, 
ein- bis wenig nervig, Blüten zu 3 bis 
8, leuchtend feurigrot, dick, wachsig, 
Juli-August; L. Hansönii, Gold- 
türkenbund, .lapan, bis über 1 m. 
Blätter quirlig, wagrecht. 3 bis S ner- 
vig, Blüten zu 1 bis lo, goldorange, 
braun gefleckt, Juni -Juli, sehr zu 
empfehlen; auch die Hybride mit 
Murtagon: L. Murlian; nahe steht 
die kaum bis 50 cm hohe, ostasia- 
tische L. civenciceiim, Blattwirtel an 
.Ansatzstelle schwarz gepunktet. Blü- 
ten leuchtend orangerot. für feuchte, 
halbschattige Lagen; L. Hcnryi, 
Westchina, prächtige .Art. die in der 
Tracht zwischen ri^riniim und spcci- 
osuiii steht, starke Pflanzen bis 2.5 
m. Blutenstände bis drcilligblülig. 
Blüten glänzend nankinggelb mit 
grünem Mittelband und rotbraunen 
Flecken, August -September, liein 
Lehmerde, sonst wie spcciosi/m 
L. Kesselringiänum, Kaukasus, 
ähnlich monadelpliiim, Blüten weill- 
lichgelb oder fast weil.;, .Antheren 
stumpf braun, hart ; L. Märtason, 

Türkenbundlilie, ;\\ittel- und Südeuropa bis Südwestsibirien, 0,6 bis 1,5 m. Blätter 
quirlig, 7 bis 1 I nervig, Blüten fleischfarben oder schmutzigpurpurn und braun geileckt, 
.luni-Juli, von den Kulturformen besonders var. albiim (var. ulhiflöriini) zu nennen, Blüten 
zahlreich, aber klein, für den Park und das .Alpinum im Gebüsch und auf Wiesen brauch- 
bar; L. Maximowiczii (/.. psciidotigrinam, L. ti;jrinum var seciindunn. Japan, bis 75 cm. 
ähnlich tigriniim. aber ohne Brutzwiebeln und Blüten orangerot, sonst wie diese zu ver- 
wenden; sehr ähnlich L. Leichüinii, aber Blüten hellgelb; L. monadelphum iL. Col- 
chicum). Kaukasus, bis 1 m. Zwiebel groU, Blätter abwechselnd, vielnervig, Blüten zu 5 
bis 30, zitronengelb mit wenigen Flecken, Antheren gelb. Juli, wohlriechend, hart und 




246 Lilii'm 

schön ; var. Szovitsianuni {L. Szovitsianum), Blüten größer, Antheren rotbraun ; L. par^ 
dalinum, Leopardlilie. Kalifornien, Zwiebel ein schuppiges Rhizom, Blätter zu bis 
15 quirlig, 3 bis 5 nervig, Blüten zu 1 bis 30. rot und gelb, braun gepunktet. Juni-August; 
L. pyrenäicum [L. pompöniiim var. luteum). Pyrenäen, bis I m. Blüten gelb mit schwarz- 
roten Punkten, Mai-Juni, stark duftend, sehr brauchbar für f^abattengruppen, wie Abb. 260 
usw. ; L. pompöniiim (L. rubrum), Westeuropa, ist ein leuchtend rotts pyrenaiaim; L. speciÖ= 
sutn (L. lancifölium Hort, zum Teil), Prachtlilie. Japan, 0,5 bis 1 m, Zwiebel bis XOcm 
dick, rot purpurn oder braun. Blätter abwechselnd, 5 bis 7 nervig, kurz gestielt, zuletzt fast 




Abb. 262. Liliiim ügrimim 



hängend, Blüten zu 3 bis 10. groß, weiß, mit rosa Hauch und rotpurpurnen Flecken. Juli- 
September, mit vielen Formen, z. B. var. röseam und rubrum, rosafarben, die für Freiland- 
kultur vorgezogen wird, man gebe guten Winterschutz und pflanze tief genug (20 cm), 
die Überwinterung ist überhaupt nur an geeigneten Orten anzuraten, z. B. in Rhododendren- 
beeten, ähnlich Abb. 53 ; abweichend ist var. Kraetzeri, Zwiebeln gelb, Blüten reinweiß mit 
bleichgrünen Streifen; ferner var.„Melpomene", tief karmesinrot, weiß gerandet; L. super= 
bum, a m c r i k a n i s ch e T ü r k e n b u n d 1 i 1 i e , Ostnordamerika, Zwiebeln rhizomartig, Blüten 
glänzend rotorange mit deutlichen Flecken, Juli-September, wie Martagon zu behandeln ; 
L. sutchuenense, Westchina, 50 bis 80 cm. Zwiebel klein, Blätter wechselständig dicht, 
Blüten zu 3 bis 10. scharlachrot mit braunen Punkten, Juni-.luli, wie Abb.2öl. schön, hart; 
L. tenuiföUum iL linifölium, Lpümilum. Lpuniceum), Korallenlilie. Sibirien, 30 bis 
60 cm, Blätter schmallineal, Blüten zu 5 bis 6, dunkelscharlach, Juni -Juli, stark riechend, 
schön, hart, auch für den Steingarten; L. testäceum [L.cxaHsum var. isabellimim). Nan- 
king 1 i 1 i e . anscheinend eine Hybride candidum X cluüccdonicum. 1 bis 1 .5 m. Blüten nan- 
kinggelb, oft mit rosa Hauch. Juni-Juli, gilt als sehr gut ; L. tigrinutn. Tigerlilie. Japan- 
China. 0,6 bis 1.2 m. Zwiebel 5 bis 8 cm dick. Blätter sitzend, obere mit Zwiebelchen in 
Blattachseln, Blüten zu 3 bis 10, leuchtend orangerot mit dunkelpurpurnen Flecken, Juli- 



August, wie Abb. 262, viele Gartenformen 
sehr brauchbare Art. Kultur mühelos. 

B. 151üten wagrecht oder schräg abstehend. Blume 
breitet, vergleiche Abb. 2bi bis 2ö4 (Gruppe Eiilirioi 

L. öröu-n//, Japan. ()0 bis SO cm, 
Zwiebel ziemlich grol), Blüten zu 1 
bis 3. innen reinweiü, aulkn wein- 
rot überlaufen, Juni-.luli, geht meist 
als Japöniaim in den Gärten, beson- 
ders zu empfehlen var. leucän- 
thutn (L leiicanthiim). üppiger, bis 
2 m, reicherblühend, Blüten milch- 
weiß, wie Abb. 2hi\ L. cändi- 
dum. weiße oder Madonna- 
lilie, Südeuropa, O.ö bis 1,2 /«, 
Zwiebel breit eiförmig, Blüten zu 6 
bis 20, reinweiß, duftend. .luni-.Iuli, 
altbekannte Gartenpflanze. Kultur 
leicht, in schwerem Boden seicht 
pflanzen, lange ungestört lassen : L. 
japönicum und die Form L. Krä- 
meri iL. Japoniiuni var. rösciinn 
sind ausgezeichnete .Arten, die sich 
aber für Freilandkulturals heikel er- 
weisen; Z,./ong///örun7,.Iapan.0..T 
bis 1 //;, Blüten weiß, sehr duftend, 
und die var. //arr/s//( var. exiiiüiiin. 
L. Harrisii. L. exiniiiitn). Bermuda- 
inseln , bekannte, prächtige Treib- 
lilie, wie .Abb. 203a. beide im Garten 
noch besser als, syjmosww brauchbar; 
L. regäle [L. myriopliyUiun Hort.i. 
Westchina, bis 1 .3 in. kräftige draht- 
artige Stengel, Blätter wechselstän- 
dig. 3 bis 5 nervig, Blüten zu 2 bis 
10. groß, fast reinweiß, duftend.. luli- 
August. sehr wertvolle .\rt, die sich 



B. /'/. pl.. splendens. frnindi/löruiri, harte. 



nkronenabschnitte an der Spitze ausge- 

i. Uriotypiis). 




Abb. 




Abb. 263a. Lilium lom^iflomm \-ar. Hairisii 

^J. Veitch&Sons. l.ondnri. 



leicht aus Samen anziehen läßt ; hier- 
her var. /;a/isiui;isc' iL. linnvnii \ür. 
kunsiiciisc). Blüten außen bräunlich; 
L. Sargentiac lA. Icindutbam 
Hort.). W'estchina. mitKnöllchen in 
den oberen Pilattachseln, Blüten zu 
3 bis 0. wachsweiß mit gelb und 
außen purpurn überlaufen; hieran 
schließen sich weitere neue chine- 
sische Arten, die sehr wertvoll zu 
werden versprechen; in diese Gruppe 
gehören auch noch die interessanten 
Z. siilphiirciim und /.. Wallichicimim 
aus dem Himalaya und aus Birma. 
C. Blüten doldig, aufrecht aus- 
gebreitet wie Abb. 25 (Gruppe Iso- 
liriori). 

L. bulbiferum, Feuerlilie, 

Mittel- und Nordeuropa, 40 bis 80 



248 



Liliiiiii— Liiidelöfia 




Abb. 264. Linaiia pallida, Maucrflachs, 3 i 



{■m, obere Blätter mit Brutzwiebeln in Achseln, Blüten rotorange, braunrot gefleckt, Juni-Juli, 
Kultur leicht; L. cöncolor, Sternlilie, Japan, bis 45 cm, Blätter abwechselnd, Blüten 
innen dunkelrot, kaum getupft, Juni-Juli, empfehlenswert; L. cröceum \L. anruntiaaim), 
Mittel- und Südeuropa, wie vorige, aber etwas früher blühend und ohne Brutzwiebeln, wie 
Abb. 25; L. daüricum (L. spectdbile. L. iimbellatum Hort.), Ostsibirien, ähnlich croceum, 
Zwiebelschuppen deutlich gegliedert. Blüten orangerot mit schwarzpurpurner Zeichnung, 
reichblühend. Juni-Juli; viele Formen, wie var. atrosangiüneum (var. inconipardbile Hort.), 
Blüten tiefer blutrot; alle gut. hart; L. elegans (Ljnlgens. L. lancifölium Thunberg), Japan, 
50 bis ()0 cm, Blüten meist nur zu 1 bis 3, rotorange mit purpurnen Flecken, sehr viele For- 
men, alle sehr zu empfehlen, Kultur nicht schwer; L. philadelphicum, Nordamerika. 45 

_ bis 75 cm. Zwiebeln einjährig, mit 

Rhizom, Blätter in Wirtein, Blüten 
zu 1 bis 4, glänzend rot, mit dunklen 
Tupfen, Juli, gilt als sehr wider- 
standsfähig und auch für sonnige 
Plätze passend; geht nicht selten 
gleich der vorigen als L. duliürictim. 

11. Blätter deutlich gestielt, breit 
herzförmig (Gruppe Cardiocriniim). 

L. giganteum, Himalaya, 1.5 
bis 3 m. Blüten wagrecht oder leicht 
hängend, langröhrig. außen weiß 
mit grün, innen purpurn; Juli-Au- 
gust; sehr zierend, liebt geschützte 
Lagen und leichten durchlässigen 
Boden.imWinter gut mit verrottetem 
Dung decken, alte Zwiebel stirbt nach 
Blüte ab. 

Limnänthemum siehe Nyniplioidcs. 
— Lintönium siehe Stutice. — Linäria giareösa siehe Chaciwirhinnni. 

Linäria, Leinkraut — Scrophulariaceen — Harte, sehr verschiedengestallige 
Stauden, vergleiche Abb. 264 bis 265 und die Arten; Kultur: die L.alpinaXymbalaria und 
pallida sind im Alpinum, an Mauern. Ruinen usw. leicht anzusiedeln und vermehren sich 
selbst, sie lieben leichten, durchlässigen Boden und ziehen Nordlagen vor, auch für Einfas- 
sungen brauchbar; die Arten wie macedonica oder triornithophora sind hübsch für Rabatten 
und Gruppen in leichtem Boden und sonniger Lage, auch an geeigneten F'lätzen im Park in 
Masse sehr wirksam. 

L.alpina, Alpen, niederliegend -aufstrebend, bis 10 c/ii. zierlich, kahl. Blättchen lineal. 
blaugrün, Blüten in kopfigen Trauben, blauviolett mit goldgelben Gaumen, Juli bis August, 
eigentlich einj'hrig, sät sich aber immer selbst aus, var. rösea, schöne Abart; L. Cymba- 
läria (Cynibalariamurdlis), heimisch, wie vorige, aber Blättchen rundlich-herzförmig, eckig- 
fünflappig und Blüten einzeln, hellviolett und gelb, Juni-August; die var. globösa (lila) und 
compdctd alba (weil.i) bilden kugelige, dichte Büschel und Sind für Einfassungen sehr hübsch, 
die Stanmunt wuchert zu sehr; auch L. pallida, Mauerflachs, Abruzzen, ein kleines 
kriechendes Pflänzchen mit rundlichen behaarten Hlättern und großen bleichblauvioletten, duf- 
tenden Blüten, wie Abb. 2()4. im Alpinum brauchbar, liebt reichlich Sonne und steinigen, 
armen Boden; ebenso/.. /2epaf/c//ö//a, Korsika, dichtrasig. Blättchen rundlich nierenförmig, 
Blüten hellviülett, zierlich-te Art, liebt frische, halbschattige Stellen im Alpinum. — L. tnace^ 
dönica, Südostcinopa. bis über 1 ///. kahl. Blätter blaugrau. Blüten lebhaft goldgelb mit 
orange in ährigen Rispen, wie Abb. 265, geht auch als L. dalmdtica, von der sie wohl nur 
eine breitblättrige Form ist; sehr schön ferner L. triornithophora, iberische Halbinsel, 
Blüten violettpurpurn mit orange, in bis 75 cm hohen Blütenständen, ebenfalls Juni bis Sep- 
tember, hierher var. rösea, rosa mit orange Schlund. 

Lindelöfia spectäbilis {Cynoalössuin lonniflömiii) : Bis 50 cm hohe, aufrechte, rauhblättrigc B o rr a- 
ginee vom Himalaya mit hübschen, vergißmeiniiichtähnhchen, großen, saphirblauen Blüten in nicken- 
den Wickeltrauben, Mai-Juni; Kultur in sehr gescluitzter Lage in gut durchlässigem Boden, leichte 



Liiidc'löfia— l.itlu 



249 



Winterdecke und Schutz gegen Nässe ; Vermehr u n g durch Teilung und Saat ; V e r \v e n d u n g als 
Rabattenpfkuue im (jarten, schön. 

Linnaea boreälis gehört zu den Sträuchern ; siehe im Laubholzbuche. 

Linösyris vulgaris {Aster oder Clirysöcoma Linosyris). Qoldschopf: Mittclciiro- 
paischc, aufrechte, bis 50 cm hohe, dichtbiischige Komposite mit einfaclicii, dicht lineal 
beblätterten Trieben und gelben l^lüten in endständigen üoldensträul.ien. August bis Oktober; 
Kultur und Verwendung wie die Herbstaslern: X'ermehrung durch '1 eilung; schöner 
Spätblüher. — Ein interessanter Bastard zwischen dieser Art und Aster ticris ist unter dem 
Namen Asteroliiiösyris Willmöttiiw in Kultur, aber ohne Wert. 

Linum, Lein — Linaceen — Aufrechte, harte. 30 bis 50^7« hohe, meist heimische, 
buschige Stauden mit dünnen, einfachen Trieben, abwechselnden, schmallanzettlichen Blättern 
und gelben, blauen, rosa oder wei- 
l.len. nur in der Sonne offenen Blü- 
ten in endständigen. c}'mösen Trau- 
ben im Juni oder später; Kultur 
in jedem Gartenboden in sonniger 
Lage ; \' e r m e h r u n g meist durch 
Aussaat, seltener durch Teilung, bei 
fluviim auch durch Stecklinge; Ver- 
wendung als Rabattenpflanzen, 
aber auch gelegentlich im Park in 
massigen Gruppen wirkungsvoll, 
ebenso auch im Alpinum 

L. alpinum, mitteleuropäische 
Gebirge, l.'i bis 20 r/«, niederliegend- 
aufstrebend, Blüten weißlichblau; 
L. arböreum , Südeuropa, halb- 
strauchig. 2r, bis lr< rw, kahl. Blüten 
goldgelb, wie //(/v/nii: L. austria^ 
cum, östliches Mitteleuropa, bis M) 
an, schön azurblau, .luni. schöner 
als alpiniim\ L. fiävum, Europa, 
bis ,S( )(■///, Blätter tiefgrün, derb. Blü- 
ten hellgoldgelb, .luni-.luli. gute Art ; 
L. Lewisii (/.. pcrcnnc oder sihi'ri- 
ciiin var. Lewisii), Nordasien-Nord- 
westamerika, bis so cm, schön blau, 
.luni-.luli; Z..^aröo^^e^se,^\ittel- 
meergebiet, bis .SO cm. dichtbuschig. 
groLlblumig, himmelblau mit vio- 
letten .Adern, .luni. beste blaue Art; 
L.perenne, Europa, M) bis ')0 cm. 

hellblau und var. alhiim. weil.), Mai-.luli; L. salsoloidcs, italienische Alpen. Grund ver- 
holzend. Stengel bis 20 cm. verästelt. Blätter klein. Blüten weiß mit purpurnem Auge, 
prächtig, besonders var. namim. für warme, sonnige Lagen, durchlässigen Boden; L. 
viscösum, mitteleuropäische Gebirge, Pyrenäen, 30 bis oO oii. klebrig-zottig behaart. 
Blüten leuchtend rosa, fürs Alpinum zu empfehlen ; u. a. m. 

Liparis [Stiir/iiiin Loeselii, Qlanzwurz: winzige, 8 bis 20 cm hohe, unscheinbare heimische O r - 
chidee mit gelbgrünen Blättern und grünlich-gelben Blütchen in 3 bis 8 blutigen Trauben, Juni-.luli : 
für moorig-sumpfige Wiesenstellcn in sonniger Lage, nur botanisch bedeutsam. 

Lippia canescens {I.. repens):\\a\bsUü\\Q.\\\ge, südamerikanische Verbenacee, die bei uns im 
Kalthaiise überwintert werden mul.!. 

Listera oväta, Zweiblatt: heimische, 20 bis 50 cm hohe Orchidee mit zwei elliptisch-eiförmigen 
Blättern und grünlichen Blüten in aufrechten Trauben, Mai-Juni; Kultur siehe Orcitis; liebt feuchte 
Lagen. 

Littiospermum, Steinsame: Die von dieser Gattung fürs Alpinum in Betracht kom- 
menden Arten sind reifende, meist blaue, seltener gelb blühende, kleine Felsensträucher. 
Siehe Laubholzbuch. Die heimische Staude L. purpureocoerüleum ist niederliegend. 
Stengel bis 70 cm lang und 2(i bis 30 cm hoch, blüht schön saphirblau und rot im .Wai- 




Abb. 265. I.imirid . 



.■donisches Leinkraut, 1 /;; 



250 



Lithospfermum— Lupinus 



Juni und ist in humosem. steinig lehmigem Boden in halbscliattiger Lage als Vorpflanzung 
vor Sträuchern sehr empfehlenswert. 

Litorella uniflöra (L. Uuiistris, Plantägo iinifloia), Strandling: Winzige, 5 bis 10 cm hohe, heimi- 
sche PI an tagi n a cee mit grundständigen, rosettigen, pfriemhchen Blättchen und unscheinbaren, 
weilolichen Blütchen, Juni bis August; nur für Liebhaber von Sumpfpflanzen von Bedeutung. 

Lloydia serötina (L. ulpina], Faltenlilie: Fast durch die ganze nördliche gemäßigte Zone verbrei- 
tete L i 1 i a c e e mit rhizomartigem Wurzelstock, linealen Qrundblättern und aufrechten, beblätterten, 10 
bis 50 cm hohen Blütentrieben mit meist einzelnen, weiljlichen, aufrechten Blüten mit drei rötlichen 
Streifen innen und gelblichem Nagel, Juni-August; Kultur in trockenen, sonnigen Lagen im rasigen 
Grunde, zieht nach der Blüte fast ganz ein. 

Lobelia, Lobelie — Lobeliaceen — Die für uns wichtigsten Arten stammen aus 

Nordostamerika, aufrechte, bis me- 
terhohe Büsche. Blüten lebhaft ge- 
färbt in ährigen Trauben im Spät- 
sommer und Herbst; Vermehrung 
durch Teilung; X'erwendung in 
feuchten, kühlen Lagen. 

L. cardinälis, lebhaft kardinal- 
rot ; L. syphilitica, blau oder pur- 
purviolett, gelegentlich auch weiß, 
var. alba: auch für Ufer; ebenso die 
ähnliche L. sessiliflöra, Ostasitn, 
80 cm, Blüten dunkelblau, Sumpf- 
pflanze. 

\Lobelia litorälis siehe Pnitia. — Lo- 
belia Tupa siehe Tupu. — Löffelkraut 
siehe Cochlcdria. — Löwenmaul siehe 
Antirrliinum. — Löwenzahn siehe Le- 
öntodon. — LomäriaalpinasieheßU'c/t- 
num penna muriuu. — Lomatogonium 
sielie Swccrlia. — Lophäathus aae- 
diodöra siehe Agdslaclie. 

Lophänthus chinensis {Hyssöpus 

LopInmtliusY. Sibirisch-nordchinesische, 

aufrechte Labia te von der Tracht von N^ppta. 25 bis 40 rm, Blätter gerieben aromatisch riechend, 

stumpf eiförmig, grün, Blüten in achselständigen Cymen, blau, Juli bis September; für trockene steinige 

Orte im Alpinum, aber unschön. 

Lotosblume siehe Nelümbium. 

Lotus corniculätus, Hornklee : verbreitete, heimische Papilion acee mit niederliegend-aufstre- 
benden, 10 bis 30 cm hohen Stengeln, mehrzähligen Blättern und gelben, in der Knospe etwas rot über- 
laufenen Blüten in mehrblütigen, doldigen Köpfchen, Mai bis September; für Kultur nur var.//, pl. mit 
gefüllten, aber kaum größeren Blüten zu empfehlen, für trockene sonnige Standorte im Alpinum oder 
auf Rabatten als Einfassung. — Gelegentlich wird auch die heimische L. si/iquösus (Tetragonölobiis si- 
liqiiosiis) kultiviert, die einzelne, gestielte, größere Blüten hat. 
Lotwurz siehe Onösma. 

Lubinia lubinioides (Lysimächia maurantidna) ist eine 10 bis 40 cm hohe P r i m u lacee , die sich 
als Strandpflanze der warmen Küstengebiete des Pazifischen und Stillen Ozeans findet und für uns 
wertlos ist. 

Lunäria rediviva, Mondviole, Silberblatt: 30 bis (»0 cm hohe, heimische Cru- 
cif ere mit großen, gestielten, herzförmigen Blättern und duftenden lila Blüten, wie Abb. 266, 
JWai-.luli. auf welche Früchte folgen, in denen die dünnen silbrigen Scheidewände (Judas- 
silberlingei stehen bleiben; Kultur in schattiger Lage in humosem Boden; Vermeh- 
rung durch Samen (Selbstaussaat); Verwendung für Gehölzgruppen im Park (beson- 
ders in lichtem Buchenwalde) und auch im Alpinum ; Fruchtslände nicht so schön wie bei 
L. ännua(L. biennis),dis für Schnittzwecke der Fruchtstände halber gezogen wird, aber 
meist nur zweijährig ist. 

Lungenblume siehe Gentidna Pneumonänthe. — Lungenkraut siehe Pulmondria. 
Lupinus polyptiyllus (L. grandiflonis] Lupine: Aufrechte, dichte, buschige, nord- 
westamerikanische, bis über I m hohe P a p i 1 i o n a c e e mit fingerförmig 1 0- bis 1 ö zähligen 
Blättern und prächtigen, aufrechten, straffen Blütenähren wieAbb.2ö7. Ende Mai bis August; 
der Typ und die als besser geltende var. siipi'rbas blühen blaupurpurn, var. albus weiß, var. 
Moerheimii reinrosa mit weißen Flügeln, beste für Schnitt und gedrungener im Wuchs als 



.^'- 






Abb. 266. Limaria reclhha, Mondviole, 50 < 

iphot. E, Rettig, Jen.Tl. 



Tafel VI. 




L ithospcnn um purpu reo-cocruteum . 




ümplialüäcs i'criia. 



Lupimis— Lychnis 



:5i 



var./-as«Kreinrosa. ferner var.„Riiby King", stumpf karminpurpurn, und var. „Prinzcss. luliana" 
fast fleischfarben; Kultur in allen Böden, sonnig oder halbschattig; Vermehrung 
durch Samen, Teilung (Frühjahr) oder am besten durch Stecklinge mit Wurzelstockansatz 
wie Ddphinhim; Verwendung als eine der besten, wirksamsten Rabatten- und Gruppen- 
stauden, sowie im Parke für Fernwirkung, auch für Rlumenschnitt. — Die L. arhöreus ist 
strauchig und nicht ganz hart, siehe Laubholzbuch ; dagegen kann man schon mit der oft 
angebauten. .Ausläufer treibenden/., pert^nnis aus Nordostamerika, die früher blüht, im Parke 
gute iWassenwirkungen erzielen. Auch L nootkak'nsis. nordwestl. Nordamerika, 00 bis 15 cm, 




Abb. 267. Lupiiiiis poly 



Blüten blau mit rot und gelb. .April-.Wai. kulturwert. .\us /.. polypIiyHiis und L. urhoreiis hat 
man in Fngland eine Reihe herrlicher Hybriden erzogen, die zartgelb, zartrosa. hellblau, 
schwarzblau und in anderen neuen Tönen erblühen. 

Lüzula, Hainsimse, Marbel: von den heiiiiisclien Arten dieser .luncacee kommen wolil nnr in 
Betracht: L. nivea, 30 b's 60 cm. Blätter lincal. Blütenhüllblätter glänzend weiß. Blüten in dichten Bü- 
scheln. Juli-August, für Trockensträuße geeignet, imd L. silvätica iL mäxima. Lsilv^strut), 0.3 bis I m. 
wertvolles frisch- und wintergrünes Schattengras, kann dicht um die Stämme von Bäumen gepflanzt 
werden, blüht April-Juni. 

Luzuriäga siehe Cullixctie. 

Lychnis' K Lichtnelke — Gary o ph yllaccen — .Aufrechte. buschige. verschieden- 
gestaltige. schönblühende Stauden mit meist lanzettlichen Blättern und doldentraubigen oder 
trugdoldigen Blütenständen; Kultur in jedem nicht zu schweren, nahrhaften, frischen, 
durchlässigen Gartenboden in sonniger Lage ; N'ermehrung durch Samen und meist auch 



252 



Lychnis— Lysichitum 



Teilung; Verwendung als Rabatten- und Gruppenpflanzen, auch im Alpinum und im 
Park, manche Formen für Schnitt brauchbar. Siehe auch unter Mclandryiim und Viscäria. 
L. c/ja/cedön/ca, Brennende Liebe. Südrul.lland. Kleinasien. 0.3 bis 1 /;/, Blüten in 
Köpfen, leuchtend scharlachrot, die gefüllten var. rubra pleno und var. alba plcna verlangen 
leichten Winterschutz, altbekannte Gartenpflanzen; L. (Agrostemma) coronäria (Coro- 
naria tomentösa). Vexier nclke. Südeuropa. Kleinasien. 00 bis ')ü cm, Pflanze weißfilzig, 
Blüten trübpurpurn, einzeln. Juli-August, alte Gartenpflanze, aber in rauheren Lagen als 
Sommerblume zu behandeln, liebt sonnige, trockene Lagen ; L. (Coronäria) Flos^cücuU, 
Kuckuckslichtnelke. Europa, Nordasien. 30 bis 80 an. graulich behaart. Blüten in 
lockeren Rispentrauben, rosenrot oder weil.!. Mai-Juni, in Kultur besonders die gefüllten 




l^':!^» 



F.M 






Abb. 268. Lysiniacliia cletliroides. 1 m lO.Arcnds.Ronsdorfi. 

var. albo-plena und var. röseo-plena, liebt etwas feuchten Standort (Wiese); L. (Agrostemma 
oder Coronäria) Flos=Jövis, J u p i t e r b 1 u m e . Südosteuropa, 20 bis bü cm, weil.iwollig be- 
haart, Blüten in Köpfen. Blumenblätter zweispaltig, leuchtend rot oder weiß /'var. alba), 
Juni-.luli. für sonnige, felsige Lagen ; L. Haageäna, Gartenzüchtung aus den ostasiatischen 
L. fn/gens und L. coroncira, die in Kultur selten sind. 30 bis 50 cm, etwas behaart. Blüten 
zu 2 bis 3. leuchtend zinnoberrot, rosa oder weiß. Juni-Juli (September), schöne Garten- 
pflanze, die Feuchtigkeit meidet; Z<. yunna/iens/s, Westchina, 15 cm, Blüten hellrosa, 
Mai-Juni, fürs Alpinum. 

Lychnis alpina und L. Viscäria siehe Viscäria. — Lychnis dioeca, L. diürna und L. vespertina 
sielie Meldndryum. — Lychnis Lagäscae und L. pyrenäica siehe Petrocöptis. — Lychnis nivalis 
siehe Polyschctnone. 

Lycopödium, Bärlapp: die verscliiedenen Arten dieser Gattung, die für den Alpenpflanzenliebhaber 
in Betracht l<omnien, erfordern eine vorsichtige Behandlung, wachsen, wenn wild gesammelt, nur sehr 
schwer an, während Pflanzen mit Topfballen kaum zu erhalten sind. Die wichtigsten heimischen Arten 
sind /,. alpinum mit einzL-hien, ungestielten ;\hren. L.Cliamuecypanssiis. Ähren zu 2 bis 3, Ästchen büsche- 
lig, Blätter 4-reihig, L. clavCitiim. Ähren zu 2 bis 3, Blätter mit langer Haarspitze, L. compland'iim. Ährenzu 
2 bis 3, Astchen fächerförmig und Z..&'/(/i/o,ohneAhren. Sporenbehälter in den Achseln der oherenBlättchen. 

Lysichitum camtschatcense {Lrsicliiton cnnitschtiticniin — Araceen — Sumpfstaude mit dickem, 
wagrechteni Wurzelstock aus Ostsibirien, Nordwest-Nordamerika. Blätter bis 60 rm, länglich-lanzettlich, 
blaugriin, bananenarlig, Blüte weiß, kalla-artig im ,\\ai-Juni; an feuchten Stellen im Park für Liebhaber 
versuchswert. 



Lysimachia— Malva 253 

Lysimächia, Felberich, Weidenkraut — Primulaceen Aufrechte oder krie- 
chende Stauden mit gegen-. Wechsel- oder quiriständigen. ganzrandigen Blättern und achsel- 
oder endständigen, ährig-rispigen Blutenständen; Kultur und Verwendung siehe bei den 
Arten; Vermehrung durch Teilung oder Saat im Frühjahr. 

I. Kriechende Pflanzen. Blüten achselständig zu I — 2: L. nemorum, hei- 
misch. Blätter eiförmig, spitz. Blüten klein, dottergelb. A\ai-.Juni, ausgezeichnet zur Bepflanzung 
des Bodens zwischen Gehölz in frischen, auch steinigen, schattigen Lagen ; L. nunitnuläria, 
heimisch, Blätter stumpf, rundlich. Blüten grol.'i. goldgelb, Mai-.luli. liebt ebenfalls feuchte 
Orte, aber auch in sonnigen Lagen sehr gut zu verwenden, eine goldblättrige Form ist var. 
aiirea. — II. Auf rechte Pf lanzen . Blüten ährig-rispig: L. barystächys i/.. 
brachystachys und lonf^istaihys Hort. ). A\andscluirei, etwas rauh behaart. Blätter lincai-länglich. 
Blütenstände erst nickend, ährig. Blüten weil.!; L. clethroides (Abb. 268), .lapan-Cliina. 
Wurzelstock kriechend. Triebe einfach, bis 1 m. Ahrcn 2ö bis .U) cm. weil.l, .luli-Scptember. 
für Rabatten in tiefgründigem, nicht zu schwerem und genügend frischem Boden; L. EphC' 
merum, Südeuropa, Blätter lineal, blaugrün. Blüten weil,! mit dunklem .-Xuge. auffällige .Art, 
bedarf aber in strengen Wintern Deckung; L. punctata iL. vcrticilluta, L. velntina Hort.), 
heimisch bis Nordasien. O.O bis 1 .2 m. Stengel vierkantig, Blütenstände etwas rispig, goldgelb, 
Juni-Juli, gleich vulgaris für den Park als L'ferpflanze und im Schatten brauchbar, ihr ähnelt 
L.japönica: L. racemösa (L. stricto. L. tern>stris). Nordostamerika, 30 bis 70 cm. kahl 
Blätter gegenständig, lanzettlich, schwarz gepunktet, .Ähren 7 bis 12 cm. Blüten gelb mit pur- 
purner Zeichnung, grol.i. Juli-September, liebt feuchte Orte und Heideerde ; /,. thyrsiflöra 
(Naumljiirgia t^iittüta. N. thyrsiflöra). heimisch, .30 bis bO cm. Blüten in achselständigen 
dichten Trauben, gelb, klein. Mai-Juli. fürfeuchteStandorte brauchbar;/., vu/g'är/s, heimisch, 
ähnlich punctata. 0.() bis 1,25 m. aber Stengel rundlicher, Blätter gegenständig, Blüten gold- 
gelb, .luni-Juli, für feuchte Orte. 

Lysimäcljia ciliäta siehe Slciio/iema. 

Lythrum. Weiderich — Lythraceen — Aufrechte, buschige Stauden mit meist 
gegenständigen oder quirligen, lanzettlichen Blättern und purpurnen Blüten in verlängerten, 
aufrechten Scheinähren ; .luni-.August ; Kultur in jedem genügend feuchien Ciartenboden ; 
Vermehrung durch Stecklinge und Aussaat, Teilung sehr schwer, da Wurzeln steinhart; 
V e r w e n d u n g der typischen Formen im Parke als Ufer- und Sumpfpflanzen und der Garten- 
formen für Rabatten und für massige Gruppen. 

L. alätum, Nordamerika, bis 1 m, Blätter meist wechselständig, Blüten achselständig, 
ziemlich grol.i, magentapurpurn, ab .luni ; L. lineare, Ost -Nordamerika, 50 bis 90 cm. 
Blätter gegenständig, hellgrün, schmal. Blüten hellpurpurn oder weißlich, zierlichste Art ; 
L. Salicäria, heimisch, verästelt, bis 1 m. etwas behaart, Blätter zum Teil quirlig, breit- 
lanzetllich, Blüten purpurn, die schönsten Kulturformen sind: atropurpürcum. langrispig, 
dunkelpurpurrot, „Pink Perfection". lang schmalrispig, lachsrosa, „Perry's Var.", 
ähnlich folgender, mehr kirschrot ; röseum superbum, dichte lange Rispen, leuchtend 
rosa mit lachsfarbenem Schein ; L. virgätum, heimisch, eleganter, kaum 1 m. Blätter lineal- 
lanzettlich, Blüten kleiner, rosapurpurn ; L. virgätum hybridum, Bastarde mit Salicäria. 
zierliche, schmale, lange, purpurne Rispen ; L vir^r. ,Rose Queen" („rosa Königin") hat zier- 
liche, lachsrosa Rispen. 

Lythrum verticillätum siehe /krnJori. 

Maclaya siehe loccoiüa. — Macrotötnia siehe Arndbta. — Madonnalilie siehe Liliuni cdndidum. — 
Mädchenauge sielie Coiröpsls. — Mädesül.! siehe Filipdndiila. — Mähnengerste siehe Hördeiim juhä- 
lum. — Mänderle sielie l'aederöta. — Märzbecher siehe Leucöjum vermini. — Maiapfel siehe l\^(lo- 
phyllum. — Maiglöckchen siehe Convaliäria. 

Majänthemum bifölium lAL Conralldria, Smilacinahifolia), Schattenblümchen: 
Zierliche, heimische, 7 bis 15 cm hohe Liliacee mit kriechendem Rhizom, aufrechtem, 
zweiblättrigem Stengel und tief herzeiförmigen Blättern, sowie kleinen, weiblichen, duftenden 
Blütchen in kleinen Trauben. AVai-Juni. Beeren erst weiüiich, dann rot; Kultur im Schatten, 
in humosem Boden, wie die Maiblumen, als Schattenpflanze wertvoll. Üppiger und schöner 
ist M. canadcnse ( Unifölium canadense), Laub nach Blüte aber absterbend. 

Maläxis siehe Aclircantluis. — Malva involacräta siehe Callir.'iöe. 

;VIa/\'a moscbäta, Malvc: Aufrechte, heimische. 40 bis ()0 n/; hohe, reichverzweigte, 
buschige .Walvacee mit bandförmig-fünfteiligen Blättern mit fiederspaltigen Zipfeln und 
hellros.i oder weil.'ien ( var. alba), duftenden Blüten in den Blattachseln, Juni-.luli und September; 



254 



Malva— Mäzus 






Abb. 269. Mattliiola varia und vallesiaca 

(im Garten H. Wieland, Neuhausen [Scliweiz]). 



Kultur in jedem nicht zu schweren Gartenboden in sonniger Lage ; Vermehrung durch 
Samen; Verwendung als ganz hübsche Rabaltenstaude, besonders die etwas niedrigere 
weilöe Form. trocl\ene Hänge und Wiesen im Park. 

Malvästrum siehe Spliaerälcea. 
Mandragora oUicinärum (M.offici- 
nälis), Alraun : südeuropäische, mit der 
Tollkirsche verwandte, stinkende So- 
lan acee mit rübenförmigen Wurzeln, 
länglichovalen, bis 30 cm langen, spitzen, 
wellig gerandeten, gestielten Qrundblät- 
tern , glockigen Bluten und kugeligen 
Beeren; die Art gliedert sich in zwei 
Formen: die im Frühjahr blühende ver- 
nälis mit grünlichgelben Blüten und die 
viulettblütige. im Spätherbst blühende 
autiimnatis; Kultur usw. wie Piilmo- 
näria im Halbschatten , doch nur von 
botanischem Wert. 

Mannsblutkraut siehe Stylöplwriim 
lasiocärpiim. — Mannstreu siehe Eryn- 
l[ii:;ii. — Marbel siehe Lüzula. — Mar- 
garetenblume siehe Pyr^thrum röseuin. 
— Margerite siehe Clirysdnthemum. — 
Margyricärpus setösus ist eine süd- 
amerikanische strauchige Rosacee. Sie- 
he Laubholzbuch. — Marienblatt siehe 
Balsumita. — Mariengras siehe Htero- 
chloa. — Marienröschen siehe Melandryum. 

Marrübium supinum tM. sericeum). Andorn: niederliegend-aufstrebende, spanische, 25 bis 75 cm 
hohe, weiß zottigbehaarte Labiate mit eirundlichen, gekerbten, oberseits ergrünenden Blättern und 
kleinen, lila Blüten in entfernten Quirlen; für sonnig warme Lagen im Alpinum versuchswert; was in 
den Gärten geht, scheint aber meist eine viilgdris-Form zu sein. Ferner zu nennen M. libanöticum, nur 
2t, cm hoch, Blätter weißfilzig, Blüten fleischfarben, und M. candidissimnm. Italien, Balkan, 30 bis 40 cm, 
silberweiße Belaubung. 

Marsdenia [Cionära. Cyndiichum) erecia siehe Laubholzbuch. 

Marshällia caespitösa: niedrige K o m p o s i t e aus den mittleren und südlichen Vereinigten Staaten, 
Blätter rosettig. ganzrandig, kahl, Blüten einzeln auf bis 25 cm hohem Schafte, ohne Randblüten, rosa 
oder weiß, mit blauen Antheren; liebt Kalk; bei uns kaum erprobt. 

Marsilia quadrifölia, Kleefarn: eigenartiger, heimischer Sumpffarn mit bis über 50 cm langen 
Stengeln und kleeartigcn vierzähligen Blättchen; für Liebhaber an sumpfigen, nassen Orten brauchbar. 
Mastkraut siehe Sa^'i/iu. 

Matricäria caucäsica {C/iamaemc'/nm oder Pyr^t/irum caucasiciim): margeritenähnliche Kompo- 
s i t e aus dem Kaukasus und Kleinasien, bis 30 cm, Tracht niederliegend aufsteigend, Blätter fein fieder- 
schnittig, nicht siark riechend, Blüten- 
köpfe weiß, groß, endständig; für Fels- 
partien; ebenso M. (Cliamaemeliim) ore- 
ädes. 

Matteücia siehe Onoclea. 
Matthiola väriaiCIieininthus variiis): 
Diese aufrechte, 6 bis 30 cm hohe C r u- 
cifere und ihre Formen pedemontdiia 
und vallesiaca aus der Schweiz und Süd- 
europa sind Felsenstauden mit linealen 
Qrundblättern und schmutzig purpur- 
violetten oder bräunlichen, wohlriechen- 
den Blüten in lockeren Trauben; Mai- 
Juni; wie Abb. 269 ; K u 1 1 u r in sonnig 
trockenen Felsspalten oder Geröll; sonst 
wie Eiysi/num. 

Mäitia siehe Rindern. 
Mauerflachs siehe Lindria pdllida. 
— Mauerpfeffer siehe Sediim acre. — 
Mauerraute siehe Aspicniiim Rata Mu- 
räria und Paronycliia. 

Mäzus pumilio: kleine, neuseelän- 
dische ausläufertreibende Scrophu- 
lariaceemit stumpf-oblongen Grund- 
blättern und aufstrebenden, 10 bis 15 cm 
hohen Stengeln mit ein- bis fünfblütigen 




Abb. nofMeconopsis cumbrica fl. pl., 40 cm 
(Orig.. Langley, England). 



Mäzus— Meeonöpsis 



Trauben mit kleinen iiellblauen Blütchen im FriHijahr; nur für erfahrene Pfleger, Kultur in lialbschatligen 
Felsspalten oder kleinen Beeten in leichter Hrde ; dürfte in kälteren Lagen selbst unter Decke bei uns nicht 
aushalten ; dagegen hat sich selbst in Petersburg als hart erwiesen /M. [Mimulus] radicans, Neuseeland, 
sehr zwergig. bräiinlichgrüne Rasen, Blüten weilj mit gelber Mitte, reizend. 

Meädia Dottecäthia, M. üodecäthion siehe Doüecdllieon Meuditi. 

Meconöpsis, Scheinmohn — Papaveraceen Sehr interessante, leider fast 
durchweg zweijährige Kräuter, deren Tracht aus ,4bb. 270 bis 272 und aus der farbigen 
'Tafel VI ersichtlich ist; Kultur im allgemeinen in halbschattiger Lage und lockerem, nahr- 
haftem, gleichmäßig feuchtem, humosem Boden ; in sonniger Lage nicht so schön, auf Rabatten 
wohl im Halbschatten versuchswert. 
wenn man den Boden frisch halten 
kann ; V'ermehrungdurch Samen 
gleich nach der Ernte oder zeitig im 
Frühjahr (junge Pflanzen nicht ver- 
zärteln i, die perennierenden Arten 
können auch durch Teilung starker 
Pflanzen vermehrt werden; Ver- 
wendung als eigenartigcschmuck- 
hafte. aberetwas heikle Zierpflanzen 
an geeigneten Orten im Park und 
Alpinum, wo im Winter Schutz gegen 
Nässe gegeben werden kann, ver- 
dienen weit mehr Beachtung, als 
man ihnen bisher geschenkt hat. 

M. cämbrica [Ihipavcr cum- 
briiiinn. Westeuropa. 3t) bisSü cm. 
Belaubungblaugrün. Blüten hellgelb, 
Mai-.^ugust. in Kultur auch die ge- 
füllte var.//. /;/.. die M) bis 40 an 
hoch ist. Abb. 2 70. Blüten orange 
mit scharlachroter Streifung: Kul- 
tur leicht. Pflanze ausdauernd ; yVI. 
(Cathcdrtui) integrifölia, Hoch- 
gebirge von Westchina. .SO bis 70 
cm. zweijährig. Blüten grol.i. schön 
hellgelb. Mai-Juni, siehe die farbige 
Abbildung auf Tafel VI. Standort 
nicht zu feucht, sehr dekorative Art ; 
als ein staudiges blaublühendes Ge- 
genstück gilt .\/. frründis aus West- 
Sikkim; M. latifölia, Westchina, 
hierher dürfte die in den Gärten als 
racemösa und siniiüta angetroffene, 
in Abb. 2 72 dargestellte .Art gehören, 
doch viele Formen noch zu beobach- 
ten ; M. punicea, prächtige, aber 
leider zweijährige Art aus üsttibct 
und Westchina. Blüten scharlachrot. 
Juni-Juli, wie Abb. 27 1 ; ;W. quin- 
duplinervia, Nordwestchina. seit 

längerer Zeit in Kultur, aber kaum bekannt, eine der bestperennierenden Arten, dicht rotbraun 
steif behaart. Grundblätter spitz elliptisch. Blütcnstengcl bis 2.S cm. jeder eine nickende, 
glockige, hellpurpurne Blüte tragend ; M. racemösa, Osttibet, etwa 40 cm. Blätter fast 
ganzrandig. stachelig behaart. Blüten traubig. anfangs rotviolett, später in Blau übergehend, 
Juni, zweijährig; yVI. Wallichü, Sikkim. bis 1.3 m. blaugrün. Blätter fiederlappig. Blüten 
traubig, blauviolett, sehr stattliche Art für feuchte moosige Lagen. Außerdem in England noch 
andere in Kultur, wie .\I. Iionidula. M. Prdttii. M. ritdis. i\\an sollte die echten Stauden, wie 
camhrica. grandis und qiiindiiplinervia mit den prächtigen anderen kreuzen. 




coiiop. 



: punicea. roter Scheinniohn, 50 cm 



256 



Meerdistel— Mfelica 



Meerdistel siehe E/yngitim. — Meerkohl siehe Cnirnbe. — Meerzwiebel siehe Scilla. 
Megacarpaea armena: ästige Cru eifere aus dem Himalaya (?) mit fleischigem Rhizom, großen, 
fiederteiligen Qrundblättern, sowie dichtblütigen, rispigen Blütenständen mit gelblichpurpurnen oder 
rotvioletten Blüten im Frühjahr; wächst am Rande von Gletschern und dürfte nur für erfahrene Lieb- 
haber in Betracht kommen. Die sibirische laciniäta ist eine Wüstenpflanze. 

Megacäryon Orientale (M anm'num] ist eine wohl nur als Halbstaude anzusehende, mit Ecliiiiin ver- 
wandte Borraginee aus Türkisch- 
Armenien, Blüten graublau; kaum von 
besonderem Wert. 

Megasaea siehe Berg^nia. — Me- 
gapteriuw missouriease siehe Oeno- 
tlieni. — Mehlprimel siehe Primula 
fiirindsü. — Meisterwurz siehe Im- 
penilöria. 

Meländryutn, Marienrös= 
chen — Caryophyllaceen — 
Mit Sili'ne nahe verwandte europä- 
ische Stauden oderz weijährigeKräu- 
ter, die aber gleich Hciiospenna eine 
einfächrige Kapsel besitzen, Kelch 
zehnrippig. Kronenblätter zweispal- 
tig; Kultur usw. wie Silene. 

IH. album (Lychnis vespcrtina). 
30 bis 80 (7H.von/7/ /;/•///» abweichend 
durch oberwärts mehr drüsige Be- 
haarung. Blüten weil.), ,Iuni-Septem- 
ber. in KuUur auch gefüllte Form, 
bekannte Gartenpflanze, meist nur 
zweijährig; M. (Si^ne] Elisa" 
bethae, Südtirol, Lombardei, Blät- 
ter rosettig, lanzettlich, samtig-drü- 
sig behaart. Blütenstengel seitlich 
aus der Blattrosette, mit 2 bis 3 
großen, lebhaft rosapurpurnen Blü- 
ten, (Mai-) .Juni-.Iuli, sehr schöne 
.\lpine für sonnige Felsspalten und 
geschützte warme Lage; M. ru' 
brum {Lychnis dioica, L. diürna), 
I m . zottig, nicht drüsig behaart, 
Muten hellpurpurn. Mai-September, 
in Kultur besondersvar. rubra plena, 
alte Gartenpllanze ; M. [Silene] Za^ 
wädskii, Karpathen, 15 bis 30 cm. 
Blattrosetten dunkelgrün, glänzend, 
Blätter spitz lanzettlich, dicht ge- 
wimpert, Blüten zu 1 bis 4, grünlich 
weil.), groß, .luni-Juli, für feuchte 
Stellen im Steingarten. 

Melänthlum virxinicum, Höcker» 

blume: ostnordamerikanische Lilia- 

c e e mit dickem Wurzelstock, bis 25 cm 

hohen, verästelten Blütenständen und rahmweißen, 

hrung durch Teilung; schöne Pflanze für feuchte 




Abb. 272. Mecoiwpsis latijoliu, 40 < 



langen, linealen, grasartigen Blättern, bis über I m 
innen am Grunde grünlichen Blüten, Juli; Vermi 
Waldstellen und Sumpfwiesen. 

Melica, Perlgras: .\ußer den bekannten heimischen Arten wie cilidta. die für sonnige 
Felsen geeignet ist, sowie nutans und uniflöra. die für Gebüsche in Betracht kommen, sei 
vor allem auf die nordamerikanische altissitna (M. diffusa] hingewiesen, die bis 1 ,2 ni hoch 
wird und 10 bis 20 cm lange, saftiggrüne Blätter hat. während die silbergraue oder bei var. 
purpiirea schwarzbraune Blütenrispe bis 20 cm breit wird, Mai-Juni; Verwendung im 
großen Alpinum und Park zwischen Gebüsch usw. 



Tafel VII, 





Melissa— Merendtr 



257 



Melissa oificinälis, Zitronenmelisse: mediterran-orientalische Labiale mit 30 bis 80 cm hohen 
Trieben. groUen. ovalen, gekerbten Blättern und weißen oder rosa, qiiirlständigen nach Zitronen duf- 
tenden Blüten. Juni-September; für Liebhaber im Alpinum etwa wie Plilomis verwendbar. 
r Melittis melissophylluin, Immenblatt: Schöne 20 bis 4.S nn hohe, aufrechte. 
Labiate aus ^\ittel- und Siidciiropa und Westasien, mit behaarten, breitovaicn Blättern und 
j^oßen, weiLlen oder roten 151iiten in den Biattwinlveln. Mai-.luni ; Kultur in humosem Wald- 
boden in haibschattiger frischer Lage ; Vermehrung durch Teilung ; \' e r w e n d u n g für 
Gruppen im .Alpinum und vor allem in Massen im Park zwischen lichtem (iebüsch. 




Abb. 273. Mereridem sobolifera. 



. Kesselrinjji. 



Mentha piperita, Pfefferminze, Minze: Stark aromatisch riechende, buschige. 50 bis 80 cm hohe 
Labiate mit Wurzelausläufern, länglich-eiförmigen Blättern und lila Blüten in aufrechten, länglichen, 
dicken Ähren, Juni-August ; K u 1 1 u r in jedem feuchten Gartenboden ; Vermehrung durch Teilung; 
Verwendung für Liebhaber im Garten und Park, besonders am Ufer. — Ferner sieht man gelegent- 
lich in Gärten AI rotundifölia fol. rar. mit gelbbunten Blättern, die unterseits rauhfilzig sind, und hellen 
Blüten in dünneren Ähren, sowie Af. siliu'stris vaT. crispa {M. crispa], die Krauseminze, mit ge- 
krausten Blättern ; für große Teichpartien als Uferpflanze ist die heimische M. aquälica ganz schön. 

Menthella: von dieser mit Mentha verwandten Labiate gibt es nur in Korsika eine M. {Mentfia) 
Requienii iM cörsica\. diese verlangt die gleiche Kultur wie Muzug Piiwilio. überzieht ganze Flächen 
mit ihrem stark duftenden, nur 2 bis 3 cm hohen grünen Laube. Blüten violett, winzig; da sie sich selbst 
aussät, bleibt sie der Anlage auch dann erhalten, wenn die alten Pflanzen durch starke Fröste zerstört 
werden sollten. Fichtenreisigdecke im Winter. Was als .\/. alpina in den Gärten geht, ist unsicher. 

Menyänthes trifoUäta, Bitterklee, Fieberklee: heimische, l.i bis 30 cm hohe 
Gentianacee mit kriechendem Rliizom. dreizahligen Blättern und rötlich-weißen oder 
weißen, gewimperten Blüten in langgesticlten Trauben. .N\ai-Juni ; !\ u 1 1 u r im Park als W'asser- 
und Sumpfpflanze in allen Lagen; X'ermehrung durch Teilung. 

Mercuriälis perennis, Bingellcraut : heinüsche. 15 bis 50 cm hohe. Ausläufer treibende E u p h o r- 
b i a c e e mit gestielten, eilänglichen Blättern inid unscheinbaren, zweihäusigen Blütchen. April-Mai ; ist 
trotz seiner Unscheinbarkeit wertvoll als Rasenersatzpflanze in tiefem und schwerem steinigen Boden, 
wo weder Asariiin noch Hfeu oder sonst was recht gedeihen will. 

Merendera — Liliaceen — Niedrige Zwiebelgewächse, die an Biilhocöc/iuin undCrocus 
erinnern, Frühjahr oder Herbst; Kultur und Verwendung wie diese Gattungen. 

M. caucäsica, Taurien. Bulgarien, Blüten aus dem Zentrum der Zwiebel, zart rosalila, 
April-.Mai; ähnlich M. sobolifera, Thracien. Bulgarien. Kleinasien, Blüten lila, .April, wie 
Abb. 273; ;VI. 7?ad{/eäna, Kaukasus. Blüten aus detn Grunde der aUen Zwiebel, rosa; ferner 



258 



Merend&ra— Meum 




Abb. 274. Mertensia sibinca. 40 cm, 
in Kew. (Orig i 



die im Herbst blühende M. moti' 
läna [M. Bulbocödium, Colchi- 
cum montcumm, Bulbocödium cnitum- 
nülc), Pyrenäen, Blüten zu 1 bis 3, 
Früchte wie bei Colchicum im andern 
.fahre erscheinend. 
Merk siehe Siiim. 

Merrens/a — Borraginaceen 
Aufrechte, buschige oder zwer- 
^.M\l ' 7E •"■'"A'' V'^TT-' i /■-""*' / f^"^ MM^ K'ge rasenbildendeStauden mitlan- 
Pv^ J .!^C vPI^mS*! <Ä ''~^' ^K^^^^BBI ^ettlichen Blättern und nickenden. 
' '"' lila oder purpurnen Blüten in cy- 

mösen Trauben, wie Abb. 274; Kul- 
tur in halbschattiger geschützter 
K-viy»* - '.( ^y ,<j^^ C*''"^Äl^Br ^m '-'^S'^ '" humusreichem, etwas leh- 
^jC-.. ■ ' ^ ^^' j^4 ß S^^^^m^^^ ^Bä ■ > <!^B migem Boden; X'ermehrung durch 
^^^'''*''* v^»ViwÄfcä«»\«I.»»«^B«Ji^M»^iä^B Teilung im Frühjahr oder durch 

Stecklinge vor oder nach der Blüte, 
sowie durch Saat; Verwendung 
fürs Alpinum, besonders für lichte 
Waldpartien, wo h\. primuloides sich leicht aussät, und Rabatten. 

I. Zwergige rasenbildende Arten vom Himalaya, fürs Alpinum. Rabatten etc.. den ganzen 
Sommer hindurch blühend, blau: M. primuloides, 10 bis 20 cm. Blätter spitzoval, rauh 
grau behaart. Blüten prächtig einzianblau ; M. echioides grün und weich behaart, saphir- 
blau, Korollenlappen aufrecht, nicht zurückgeschlagen; M. etongäta, dicht kurz angedrückt 
behaart, chinablau; M. tibetica, sehr klein, rauh behaart, Blüten röhrig. 

II. Arten mit fleischiger knolliger Wurzel, nicht kriechend. — A. Niedrige nordamerika- 
nische zierliche Arten fürs Alpinum, kleine blaue Blütchen, nur für Liebhaber: M. tanceo= 
lata, fast kahl, blaugrün, Blätter 
dicklich ; Blütenröhre länger als 
Kelch; M. alpina, ähnlich, aber 
Blüten mehr glockig, Röhre nicht 
länger als Kelch. — B. Höhere Arten: 
M. virginica i Polemönimu virgini- 
cum, Pnlmondria virginica, M.puh 
monaroides) , Ostnordamerika, 
bis 50 cm. Blätter im Frühling me- 
tallisch schimmernd, nach Blüte ab- 
sterbend, Blüten sehr groLl, licht 
azur- oder himmelblau, trompeten- 
förmig, April-iWai, sehr hübsch im 
Frühjahr; M. sibirica (M. cilidta). 
Ostsibirien. Rocky Mountains, wohl 
nur in der amerikanischen Form 
(ciliata) in Kultur 0.75 bis 1 m. im 
Sommer nicht absterbend, Blüten 
zart hellblau, nickend, Mai-Herbst. 

Meum attiamänticum, Bär= 

würz: Heimische, 15 bis 45 cui 

hohe Umbellifere mit tiefgrünen. 

fast haarfein zerteilten Blättern und 

weißen Blütendolden, .\\ai-,luni; wie 

Abb. 275; Kultur in tiefgründigem 

Boden, auch zwischen Gestein, am 

besten in halbschattiger Lage; Ver- ,,, ^..^ ,, ,, ,. „.. 

, j 1 o j -T- ■ Abb. 275. Meum athamantuum. Barwurz, 40 > 

mehrung durch Samen, da Tei- iphot J. Hartmann, Dresden). 




Meiim— Milzkraut 



259 



lung schwierig; Xerwendung für groQe Gesteinsgriippen wegen des hübschen 
Laubes. 

Michaüxia — C a iii p a n u 1 a c e e n — Hiervon in Kultur nur zwei seltene Arten bekannt : M. cam- 
panuloides, Kleinasien, bis über I m. Blätter anfangs rosettig. rauh behaart, lappenzähnig, später ent- 
wickelt sich der aufrechte, nach oben verzweigte Stengel, der die weiUen, nickenden Blüten trägt, die 
mit den zurückgebogenen Kronblättern lilienartig aussehen, .Juli bis August, blüht im zweiten oder 
dritten Jahre, Vermehrung durch Samen, Kultur wie folgende; AI. Tschihatschewil (oder Tchiliut- 
cMffü), aus dem Taurus, bildet aus den (irundbläitern heraus einen von unten auf stark verzweigten, 
kandelaberartigen Blütenstand, dessen Einzeläste ziemlich gleichstark entwickelt find, bis 2 m hoch, 
Blüten weiü, Juni-August, sehr interessante rare Pflanze ; K u 1 1 u r in sehr gut durchlässigem, mit Kalk- 
gesteinsbrocken versetztem Erdboden an einem geneigten Platz, wo das Wasser nie sieben bleiben 
kann, vor allem im Winter Schutz gegen Bodennässe ; die Pflanzen ziehen nach der Blüte ein und blühen 
erst dann üppig, wenn der Wurzelstock mit den tiefgehenden fleischigen Wurzeln sich gut gekräftigt 
hat; Vermehrung durch Samen oder vJL'lk'icht Stecklinge. Nur für erfahrene Pfleger. 




Abb. 276. Minihilis muiüjlora. vielblütige Wunderblume ipiiot A. Purpusi. 



Micränthes üeum siehe Saxifraga Geurn. 

Microlepia Wilfördii ist ein etwa 50 cm hohes Farnkraut aus Ostasien mit zierlichen hellgrünen 
Wedeln; nach Kesselring hart und quellige, felsige Orte liebend. 

Micronteria — Labiaten — Kleine, 10 bis 20 cm hohe, an Thymus \ir\A Satun'ja gemahnende, 
halbstrauchige Stauden, mit lila, rötlichen oder weißlichen Lippenblütchen in blattwinkelständigen, 
lockeren Quirlen im Juni-August, die wie diese Gattungen zu behandeln und zu verwenden sind. In Kul- 
tur besonders die osteuropäischen amodna, hulgdrica und cmcilica. 

Micröpus bombyciaus ist eine einjährige, mit Antennaria verwandte, südwesteuropäische K o m - 
posite. 

Microülia Benthämii ist eine kleine hochalpine Borraginacee aus dem östlichen Himalaya mit 
prächtigen blauen Blüten. Wohl noch nicht bei uns versucht? 

Micrösiylis siehe Adinniiitlius. — Miere siehe Amiaria. — Milchkraut siehe G'aux. — Mllchlat° 
tich siehe Mu'i'cdlurri. — Milchstern siehe Ornit/iö^a/um. 

Milium effüsum, Flattergras: heimisches, bis 1 m hohes Laubwaldgras, Wurzelstock kriechend, 
Blätter lanzettlich, lichtgrün, Blüten in großen lockeren Rispen im Mai-Juni; im Park als zierliches 
Schattengras ansiedelnswert. 

Milla siehe Triteleia. — Milzkraut siehe CltrysosplMum. 

\r 



260 



Mimulus— Mitchfella 



Mimulus, Gauklerblume — Scrophulariaceen — Interessante, buschige, auf- 
rechte Stauden mit gegenständigen, ovalen Blättern und eigenartigen, löwenmaulähnlichen, 
aber offenen, gelben und gefleckten Blüten, Juni-August; Kultur in genügend feuchtem 
Boden mit etwas Decke im Winter: Vermehrung durch Teilung, Grundsprosse oder Samen; 
Verwendung für feuchte Lagen im Alpinum, Park oder Garten (sumpfige Teichränder, 
feuchtes Unterholz). 

M. cüpreus (AI. hiteiis var. ciiprciis), Chile, kahl, 20 bis 30 cnu sehr buschig, Blüten 
kupferig-rotgelb, mit gelbem, purpurn gepunktetem Schlund ; M. lüteus, pazifisches Nord- 
amerika, bis 40 cm. nicht ganz so dicht verzweigt, Blüten gelb mit dunkler Schlundzeichnung; 
zwischen beiden Arten gibt es Hybriden, die sehr reich blühen und grol.')e, leuchtend kupferig- 
orangefarbene Blüten besitzen ; außerdem viele Kulturformen, die meist als Topfpflanzen ge- 
zogen werden. Prächtig sind die Hybriden M. ciipreiis X M. Intens: M. Burnetii, mit leuch- 
tend kupferig-orangefarbenen, den ganzen Sommer durch erscheinenden Blüten in vielen 
Formen, wie die neuen „Bees scarlet", „Coronation", „Ladhams scarlet". Ferner seien 
genannt: M. inoschdtus, West-Nordamerika, für Moorbeete zwischen Rhododendren ; M.pri- 
muloidcs, ebendaher, als reizende rasenbildende Art fürs Alpinum mit goldgelben Blüten auf 
bis 10 cm hohen Stielen, Winterschutz, keine zu grelle Sonne, und M. ringens, östliches 
Nordamerika, bis 75 cm, Blüten violett, .Juni-September, Sumpfpflanze. 
Mimulus rädicans siehe Mazus. 

Miräbilis tnultiflöra, Wunderblume : harte, westamerikanische, niedrige, ausgebreitete Büsche bil- 
dende Nyctaginee mit bläulichgrünen Blättern und prächtig leuchtendroten Blüten, Juli-September, 
wie Abb. 276; Kultur in sehr durchlässigem, trockenem Boden und ganz sonniger Lage; Vermeh- 
rung durch Samen und Wurzelschnittlinge; Verwendung vor allem für geneigte sonnige Hänge 
und Felspartien. 

Miscänthus (Eulälia,) Eulalie — Gramineen — Hohe Ziergräser mit breiten 
federigen Rispen; Kultur in jedem guten nahrhaften Boden, siehe Arten; Vermehrung 
durch Teilung, aber auch Samen : V e r w e n d u n g als Einzelpflanze oder Gruppen auf Rasen- 
plätzen in warmer Lage, siehe unten. 

M. sacchäriter ilmperdta sac- 
chariflör.a), Amurgebiet bis über 1 
///, Rhizom kriechend, Blätter lineal, 
rotgeadert, Blütenrispen im Juli- 
August, Ährchen fast oder ganz 
grannenlos, liebt trockenere Böden, 
sonnige Lage, auch im Park an Ufer- 
hängen ; M. sinensis (Eulalia 
japönica), China-.lapan. bis 2 m. 
Blätter über 2 cm breit, leicht über- 
neigend, Blütenstände erst im Spät- 
herbst erscheinend und bei uns selten 
zur Entfaltung gelangend ; gute For- 
men sind var. variegdtiis, Blätter 
weil.) gestreift, var. zebriniis, Blätter 
gelb quergestreift, beide empfind- 
licher als Typ, nur durch Teilung zu 
vermehren, und var.gracillimiis (Eu- 
lalia gracillima und gracillima uni- 
vittdta) , Tracht zierlicher, Blätter 
schmäler, dunkelgrün mit weißem 
Mittelnerv ; die bunten Formen brau- 
chen in rauheren LagenWinterschutz 
ähnlich (Jyneriiim. 

Mitchella repeas, Rebhuhnbeere 

— Rubiaceen — Winzige, kriechen- 
de, nordostamerikanische, immergrüne 
Staude, Blätter gegenständig, rundoval, 
Blüten gepaart, weil.ilich. duftend, April- 
.luni. Beeren glänzend scharlachrot, eß- 
bar, aber fast geschmacklos ; Kultur 




Abb. 277. Molopospernmm pelopoiinesiaci 
1 m laus „Oartcnwelt"). 



Striemensame, 



Milchtlla-Monarda 



in humosem Nadelholzwaldboden im Halbscliattuii ; V u r m e h r u n g durch TüiUing ; Verwendung 
für Qesteinsanlagen und Park, wohl etwas heikel, aber ganz hart und sehr zierlich. 

Mitella pentändra, Bischofskappe : nordostanierikanische Saxifragacec mit grundständigen, 
rundlichnierenförmigen, kurz gelappten, gestielten Blättern und bis 20 cm buhen, nackten Blüteiitrieben 
mit kleinen, gelblichen Blüten In wenig- 
blütigen,ährigen Trauben, Blumenblätter 
eigenartig fein fiederschnittig, derb.Juni; 
Kultur im Alpinum etwa wie Telliimi. 
Als Schattenpflanze für liebte Wälder sei 
Mite IIa dipliylki empfohlen. 

Moehringia muscosa, /Vloosniiere: 
heimische, 10 bis 20 cm hohe, zierliche, 
lockere, rasenbildende C a r y o p h y 1 1 - 
acee mit feinen, frischgiünen, fädlichen 
Blättchen und kleinen, weißlichen Blüt- 
chen, Mai-September; Kultur in leich- 
tem humosem Boden in halbschattiger 
Lage im Alpinum und an Felsennianern: 
vermehrt sich leicht durch Selbstaus- 
saat ; außerdem eine Anzahl südeuro- 
päischer ähnlicher Arten. 

Mohn siehe Papäver. — Mohnmalve 
siehe Callirliöe. 

Moliaia caerulea, Blaugras: von 
diesem bekannten, heimischen, 30 bis 
80 cm hohen, buschigen üras auf sumpfi- 
gen Wiesen und in Wäldern ist eine- 
weißbuntblättrige Form" var. varics/dli: 
für Einfassungen im Garten in frischem 
Boden zu empfehlen. Wuchert nicht und 
leicht durchTeilungzu vermehren. Auch 
die stattliche, bis über 1,5 m hohe var 
st'h'üNca ist als Einzelpflanze kulturwert. 

Molopospermum pelopon- 
nesiacum tU^iisn'cinn pcloponnc- 
siacuni, AI. ciciitdriiini). Striemen» 
same: Bis gut meterhohe, statt 
liehe, tiefwurzelnde L' m b e 111 f e r e 
aus dem südöstlichen Mittel- und 
Südeuropa mit dreifach- fiedcrschnit- 
tigcn Blättern und ornamentalen, 
weilJen Blütendolden. Mai-Juni, wie Abb. 277 ; Kultur in gutem, tiefgründigem Qarten- 
boden in nicht zu sonniger Lage ; \' e r m e h r u n g durch Samen ; \e r vv e n d u n g als Einzel- 
pflanze auf Rasen, auch im Park. 

Möltkia petraea: südosteuropäische, bis .?0 cm hohe, mehr halbstrauchige. seidig be- 
haarte Borraginacee mit himmelblauen Blüten in traubigen Köpfchen im .iuni-Juli. wie 
Abb. 278; Kultur im Alpinum in sonnigen, trockenen Lagen in Felsspalten: Vermeh- 
rung durch Samen oder Stecklinge; N'erwendung für Felsengärten. Auch M. gramini- 
fölia, italien. Alpen, Apenninen. 10 cm. Blätter grasartig. Blüte etwas vor petrac'a beginnend 

Molucella siehe Ballöta. — Molucella spiaösa ist eine einjährige Lahiate aus Südeuropa. — Mol- 
tebeere siehe Kahns cltumuemönis. 

Monärda didyma (A/. coccineci. A/. Kalmidna). Bienenbalsam, Etagenblume, 

harte, aufrechte, buschige, nordamerikanische. .SO bis .sOrw hohe, aroniatisch-behaarle La- 
biate mit gegenständigen, spitzherzförmigen Blättern und hochroten Blüten in endständigen, 
quirligen Köpfchen. ,luli-.August ; hiervon verschicdeneQartenformen. vor allem var. splcnc/r/is. 
leuchtend hochrot, ferner Formen mit scharlachroten i var. „CambridgeScarlet"), dunke!- 
rot-violetten (var. vioicicea siipc'r/xi). rosafarbenen Ivar. rdscciK lachsfarbenen (var. sa/mönca) 
oder weil.ien (var. alba) Blüten. .Iuni-.\ugust ; Kultur in jedem nicht zu trockenen Garten- 
boden in sonniger Lage ; \'ermehru n g durch Teilung (Pflanzzeit Frühjahr bis Ende Mai); 
X'erwendung als eine der hervorragendsten Stauden für massige Gruppen, für \'asen- 
schmuck sehr geeignet. — Die ebenfalls hier und da kultivierte M. fistulösa blüht etwas 
später rosapurpurn oder weil.l (var. alba) und wächst sehr üppig auch in trockenen Lagen, 
gut ist var. mollis (Af. mollis). kornpakt, hellrosa. leichblühend ; ähnlich ist M. Ramaleyi, 
nur bis 50 cm, weich weilJ behaart. 




Abb. 278. Molllmi petracu. 30 cm 
(phiil. .\. Piirpiisi. 




Abb. 280. Mnchienbergia Va^eyana, 80 cm fpli"!. .\..Purpus). 



MoiiardC'lla— Miilgt-dium 



263 



Monardella macräntha: niedrige, buschige, etwa 25 cm hohe, nordwestamerikanische Lahiatc, 
die in den wcilJen oder piir|Mir!ichen BliUenl<c)pfen an Monurda gemahnt; für geschützte Lagen im Al- 
piniim für I.iebliaber VL-rwi'iidbar, sonst wie Monanla. 

Mondviole siehe Liuniria. 

Moaeses {Pyro/a) uniflöra [M.rrrariJißöra): nordameriiianische, unserer /-"rw/a sehr nahe stehende 
Staude mit niederliegendem Stengel, rundlichen Blättern und auf bis 1 5 an hohem Stiel stehenden nicken- 
den, weißen oder rosa I-inzclblüten ; V e r w e n d u n g usw. wie Pym/a lotun lifölia. 

Montbretia ( Tritoiüm crocosmiaetlöra : diese bekannte 1 r i d a c e e wird gewöhnlich wie die grolj- 
bliitigen (iladiolen beliandelt, hält aber in warmen trockenen Lagen in gut durchlässigem liuden 
unter Laubdecke im l-reien aus. Hs sind viele, zum Teil ganz herrliche Varietäten in Qelb. Orange bis 
Dunkelrot in Kultur. Gut für Schnitt. 

Mooskraut siehe Selaginclla. - Moosmlere siehe Mocltriii^ia. — Moraca chincnsis siehe ße- 
lüimdnda. 




Abb. 281. .Wiil^anlium alpiiimii. Milchlattich, 1 



Marina longifölia (M. ^legans). Kardendistel: harte, interessante, ornamentale. 
40 bis ()0 cm hohe Dipsacee aus dem Himalaya. mit fiederbuclitigen Blättern, die gleich 
den Kelchen stachelig gezähnt sind, und anfangs weil.'ilichcn. später rosenroten Blüten mit 
alpenveilchenartigem Duft in aufrechten Blütenständen, wie Abb 279. .Iuni-.\ugust: Kultur 
in jedem gut durchlässigen, frischen, etwas humosen Gartenboden: N'ermehrung durch 
Teilung und Samen : X'erwendung als Gruppen- und Kabattenpflanze. auch für \'asen- 
schmuck. Ferner auch gelegentlich in Kultur .\/. Coiiltcrldiia und M.pi'rsica. 

Morisia monänthos (M. hypogaea) : eine Crucifcre aus Korsika und Sardinien mit rosettigen, 
aspleniumartigcn Blättern und fast sitzenden, goldgelben Blüten im April-Mai; für sehr warme Lagen 
im Alpinum iMoräiici versuchswert, aber gute Winterdecke und nur für erfahrene Kultivateure. 

Mormonentulpe siehe Ca/oc/iör/iis. — Moschusblümchcn siehe Adöxa. — Moskitopflanze siehe 
C'yndncliuin acuiiümiliidlium. — Mosquitogras siehe Boiileloüu. 

Mühlenbeckia \Poly<roniiin, Siircoi;öniiiu\ adpressa und andere Arten dieser Polygonacce sind Halb- 
sträucher oder Sträucher. Siehe Lauiiholzbuch. 

Mühlenbergia Vaseyana : w estamerikanisches, 70 bis 8"> cm hohes Ziergras mit silbergrauen Blüten- 
ständen, wie Abb. 2.S'); Kultur in tmckenen, sonnigen Lagen, gilt als hart. 

Mulgedium alpinum, Milchlattich: bis über meterhohe, alpine Komposite mit kurzästigem, 
nicht kriechendemWurzelstück. liMirtdriuig-fiederteiligen Blättern und blauen Blütenköpfchen in Kispen- 



264 



MulgiJdium— Myosötis 



traubeii, Juli- August, wie Abb. 281; Kultur in sandig-steinigem Boden in etwas feuchten, halbschattigen 
Lagen ; Vermehrung durch Teilung und Saat ; V e r w e n d u n g für große Qesteinsanlagen und im 
Park. — Als schöner gelten AI. (Lactika) Bourgaei, nördliches Kleinasien, 1,5 m, lilablau, Juli-August, 
und M. tatäricum, Rußland, Sibirien, Kaukasus, bis 1,5 in, blau, Juni-Juli. 

Mummel siehe Nuphar. 
yWuscär/fauch alsßc//t'i'o7/flund 
Hyacinthüs gehend), Bisam- oder 
Traubenhyazinthe — Lili- 
aceen — Niedrige oder mittelhohe 
Zwiebelgewächse mit linealen Blät- 
tern und koptigen Blütentrauben, wie 
Abb.282, meist März-Mai; Kultur in 
gut durchlässigem, sandiglehmigem 
Boden und offener, sonniger Lage, 
lieben Kalk; Vermehrung durch 
Brutzwiebeln im Herbst, etwa 8 cm 
tief; Verwendung für grasige 
trockene Hänge im Park und Alpi- 
num, auch im Garten als Einfassung, 
nur in Masse wirksam, aber als Früh- 
blüher schätzenswert; wir heben in 
erster Linie folgende Arten hervor: 
M. botryoides (Abb. 282), 
Mitteleuropa, Mediterrangebiet. 10 
bis 1 ,s (7;/,[31ättersteif aufrecht, Blüten 
kugelig -eiförmig, blau mit weißen 
Zähnen oder weiß (var. album). 
fleischfarben (var. cärneum] und hell 
wasserblau (var. p(illidiim) , Ende 
März;/W.cön/cum,Großbritannien, 
bis 2,S cm, Trauben bis fast 10 cm 
lang. Blüten verkehrt länglich-eiför- 
mig, schön himmelblau, gilt als eine 
der besten ; M. comösum, Mitteleuropa bis Orient, ,50 bis 75 cm, obere Blüten unfruchtbar, 
schopfig, hell-amethystblau, untere Blüten eiförmig-glockig, gelblichgrün, in der Mitte bräun- 
lich mit weißlichgrünen Zähnen, Mai-Juni; /M./a^/7ö//um, Phrygien, robust, nur ein einziges 
sehr breites Blatt. Blüten dunkelblau, spät; ähnlich ist M. paradöxum, Armenien, schwarz- 
blau, aber 3-blättrig; M.tnoschätum {/iyacint/uis Mi/scari], K\einas\en. Kaukasus. Kurdistan, 
Zwiebeln groß. Blütenstände bis 25 cm hoch, Blüten groß, gelbgrün mit violett, sehr nach 
Moschus duftend, April, hiervon eine besonders üppige Form var. majiis und eine gelbliche 
Max . flaviim : M.pallens, Kaukasus, Iberien, zwergig. Blütenstände 12 bis 20-blütig, Blüten 
weißblau, stark duftend ; M. racemösum, Mitteleuropa und Mittelmeergebiet. 1 5 bis 30 cm, 
Blätter schlaff zurückgebogen. Blüten zylindrisch, dunkelblau, bereift, weiß gesäumt; var. 
Szovitsiänum {M. Szovitsid/u/m), Nordpersien-Kaukasus, Blütenähren dicht, blau, blüht 
schon Anfang April, zu empfehlen. 
Muschelblümchen siehe Isoprniin. 

Myriophyllum, Tausendblatt — Halorrhagidaceen — Heimische eigenartige Wasserpflanzen 
mit quirlig stehenden Blättern und kleinen unscheinbaren Blütenähren im Juni-August. M. spicaluin, 
0,3 bis 1,5 in, und M. verlicillätiim, 1 bis 30 cm, für stehende Gewässer brauchbar. 

Myosotidium [Cynoglössum] nobile, Riesenvergißmeinnicht: neuseeländische, bis 75 rm hohe 
Borraginee mit breiten, glänzenden, gerippten Qrundblättern und tiefblauen oder weißen Blüten in 
dichten, blumenkohlartigen Doldenköpfen, Mai ; in England hart, für uns aber wohl zu heikel, liebt feuchte 
Lagen und Schutz gegen grelle Sonne, prächtige Pflanze. 

Myosötis, Vergißmeinnicht — Borragineen — Bekannte, niedrige Stauden mit 
lanzettlichen Blättern und himmelblauen Blüten, Mai-Juni; Kultur siehe die Arten; Ver- 
mehrung durch Teilung, Triebstecklinge und Samen; Verwendung als prächtige Garten- 
zierpflanzen (besonders alpesrris) oder fürs Alpinum (besonders nipicola) und auch im Park 
an Ufern usw. [palustris, silvatica), für Schnittzwecke sehr gesucht, da die Blüten sich selir 
lange im Wasser halten. 




Abb. 282 



Myosötis— Narcissus 



265 



M. alpestris, Alpen, 5 bis 15 cm. dichtbuschig. Blüten himmelblau, wohlriechend, artet 
leicht aus und geht dann in sihdtica über: von den Gartenformen in erster Linie zu emp- 
fehlen var. ..Indigo", leuchtend dunkelblau, deren Form ..Stern von Zürich", tief 
dunkelblau, ferner ..Ruth Fisher" (Abb. lSi\, und var. „X'ictoria". mit azurblauen 
Blüten, für Einfassungen, nur als Halbstaude zu betrachten; M. palustris [M. scorph 
oides), Europa-.Asien. 15 bis 45 cm. hiervon besonders zu empfehlen var. „Perle von 
Ronnenberg" mit schönen grollen dunkelhimmelblauen Blüten, fernervar. „Graf Walder- 
see" als frühblühende, dunkelblaue Form. var. Stabidna. dunkelste Form, alle diese ge- 
nannten sind Formen \»n var. scniperjlörens; M. Rehsteineri, Bodensee, zwergige 
palustris, etwa 2 cm. Bliitcn himmelblau. A\ai. erinnert entfernt an Eritrichmum naniim; 




Abb. 2S3. .\]yosotig d/pcsfr 



M. rupicola, niedrige .Alpine, kaum bis lo cm. Blüten dunkel-ultramarinblau, beste für 
den Alpengarten, geht auch als Form von alpc'stris; M. sylvätica, Europa- Nordasien, 
50 cm. für trockenere Lagen, hierher als gut ausdauernd .M. litliospermifölia. 

Myri'äctis nepalensis ist eine einjährige Koniposite, die als Unkraut inZuntralasicn wächst. 

Myrrhis andicola s\cheOn-oinyrr/iis. 

Myrrhis odoräta, Myrrhe: wohlriechende, heimische, aufrechte, bis über meter- 
hohe Gebirgs-L'mbellifere mit dreifach gefiederten, weich behaarten Blättern und wcil.lcn 
Blutendolden. Mai-.iuni; Kultur in gutem, frischem Boden, gelegentlich in Bauerngärten 
angepflanzt, sonst am ehesten für den Park brauchbar, z. B. vereint mit Huflattich, wobei 
die zierlichen Blüten der .Wyrrhe die grol.ien Blätter überragen. 

Nabelkraut siehe Hyürocöiyle. — Nabelnult siehe Omp/iuhU/e.'i. — Nabelwurz siehe Umbiliciis. — 
Nachtkerze siehe Oenotliera. — Nachtviole siehe Hi'speris. — Nacktriet siehe Hlynu. 

NawaRothröcki: kalifornische. 15 bis 20(7« hohe, etwas rauh und drüsig behaarte Hydrophy I- 
lacce mit lanzettlichen, kurz kerblappigen Blättern, röhrigen, weiUcn oder purpurlichen Blüten in end- 
ständigen Köpfchen : für Liebhaber an grasigen Orten im Alpinum verwendbar. 

Napaea dioeca und hermaphrodita siehe Shhi. 

Narct'ssus'^U Narzisse Amaryllidaceen — Bekannte, schönblühende Zwiebel- 
gewächse mit trichterigen oder schalenförmigen Blüten im Frühjahr, wie Abb. 10; Kultur 
in nahrhaftem, aber nicht zu schwerem, eher trockenem als zu feuchtem, durchlässigem 
Gartenboden; Knollen etwa 20 cm tief legen, etwa 15 cm weit; Vermehrung durch Brut- 
zwiebeln im Herbst, man lasse die Pflanzen etwa 4 .lahre stehen: X'erwendung als präch- 



266 



Narcissiis— Nelümbiiim 




lige Gruppen- und Einfassungspfianzen im Garten, ferner im Park in Masse im Gras, wie 
Abb. 10, usw.. als Schnittblumen und Treibstauden wertvoll. Von den vielen Arten und 
Hybriden können nur ein paar Typen hervorgehoben werden. 

N. bicolor, wie Pseiidonarcissns. aber Blüten reinweiß mit lebhaft zitronengelber Neben- 
krone, hierher die prächtigen Gartensorten ..Empress" und ..Horsfieldi"; N. Bulbo= 
cödium var. nivalis \Corbiildria nivalis). Spanien, bis 10 cm. Blüten orangegelb. Mai; 
diese CVto/ß/va-Gruppe bei uns wohl sehr empfindlich, viele Gartenformen, in warmen 
Felsgruppen versuchswert; N. incomparäbilis [Qiwltia foc'tida). Südwesteuropa. Blätter 
graugrün, Blütentriebe bis 40 cm. Blüten einzeln, groLi, wagerecht, blaßgelb mit tiefgelber 
Nebenkrone, duftlos, Ende März-April, hierher viele Gartenformen und Hybriden, auch ge- 
füllt, als besonders schön gilt die 
Sorte „Sir Watkin", Verwendung 
usw. wie Pseiidonarcissns; N.Jon= 
quilla, J n q u i 1 1 e , Mitteleuropa, 
zierlich, bis 30 cm. Blätter schmal, 
grün, Blüten klein, zu 2 bi5 5, 
Röhre grünlich, Zipfel lebhaft gelb. 
Orangenduft. April, bedarf Schutz 
gegen Nässe. Zwiebeln tief legen ; N. 
odörus [ Pliilögyne odöra ) . Cam- 
pernelle. Südeuropa, in allenTeilen 
lippiger wie vorige, jedoch minder 
ebhaft gefärbt, mehr an incomparä- 
bilis erinnernd. April-Mai. läßt sich 
leicht im Park ansiedeln; N. poeti- 
cus, Fasanenauge, westliches 
Mediterrangebiet. 15 bis 45 cm, 
Blätter flach, Blüten weiß mit gelber 
Nebenkrone und meist rotem Rand, 
einzeln, duftend, April -Mai, altbe- 
kannte Gartenpflanze; in vielen Sorten; von var. orndtns {N. ornatns) mit A'. Tazetta gibt 
es eine neue hybride Rasse A^. pöetaz Hort., die als wertvoll gilt; N. Pseudonarcissus 
{Ajax Pseudonarcissus). Trompetennarzisse, Westeuropa, 15 bis .30 cm. Blätter stark 
gekielt. Blüten gelb mit dottergelber Nebenkrone. März bis April, viele, auch gefüllte Formen, 
ebenfalls altbekannte Zierpflanze, siehe Abb. 10 und die Sorten bei bicolor; ferner var. 
nu'nimus (Abb. 2<S4). Spanien, kaum bis 10 cm; N. Tazetta (N. multiflörus) . Tazette, 
Südeuropa. Asien, bekannte Treibstaude. Mai. bis 60 cm. duftend, fürs Freiland weniger ge- 
eignet; N. triändrus [Oanymc'des albus). Spanien -Portugal, bis 35 cm. Blätter 2 bis 4, 
schmal, halb zylindrisch. Blüten nickend, weiß, äußere Abschnitte zurückgeschlagen, umfaßt 
eine Reihe für uns kaum brauchbarer Formen. 
Nardösmia irägrans siehe Tussilago. 

Nardösmia frigida [Petasites frigidus) : unserem Huflattich ähnliche, großblättrige Komposita 
aus dem nördlichen Teil der gemäßigten Zone mit weißlichen Blüten, die im Gegensatz zu denen von 
Petu-ili's Strahlenblüten besitzen, Mai-Juni ; wie Huflattich Im Park verwendbar. 
Nardösmia palmäta siehe Petasitcs. 

Nardus stricta, Borstengras: heimische, dichtrasige. 10 bis 25 rm hohe Grami- 
nee mit graugrünen, steif-aufrechten, borstigen Blättern und kleinen Blütenähren, Mai-Juni; 
Kultur im Alpinum auf trockenem, moorigem, rasigem Boden, auch für Erdorchideenkultur 
brauchbar. 

Narthecium ossifrägum, Beinheil, Sumpfaffodil : heimisch -nordcuropälsche Llliacee mit 
kriechendem Wurzelstock, schwertförmigen Blättern und bis 30 cm hohen lockeren Trauben mit außen 
grünlichen, innen gelblichen Blüten, Juli-August; gelegentlich als Sumpfpflanze für torfige Stellen im 
Park brauchbar, aber giftig. 

Narzisse siehe iVairis.siis. — Naumbürgia siehe Lysimdchia. —Nelke siehe Didnthns. — Nelken- 
wurz siehe Geiiiu und Spigi'lia. 

Netümbiutn, Lotosblume — Nymphaeaceen — Wasserpflanzen mit kriechendem 
Rhizom. langgestiehen. schildförmigen, grünen Blä fern und einzeln auf langen Schäften 
stehenden, großen, weißen, roten oder gelben Blüten, wie Abb. 285 und 2Si^: Kultur im 
Freien bei uns in warmen Lagen dort möglich, wo man die Rhizome genügend tief legen 



Narcissus Pseiidonan 
(phot. C. Kesselringl. 



Nelutnbium— Nepeta 



267 



kann, so daß sie im Winter nicht einfrieren, doch muß das Wasser im Sommer flach genug 
sein, um sich genügend zu erwärmen, und darf keine Zuflüsse aus kalten Quellen erhalten. 
Im Winter erhöht man mit N'orteil den Wasserstand durch Stauung. Die Pflanzung der 




Abb, 28.i. \'elumbium pckiiwnse. chinesische Lotosblume 
lim Park von Ural .\\. Bombglks in üpeka. Kroatien I. 



ruhenden Rhizome erfolgt am besten nicht vor Ende Mai in 40 bis 60 cm tiefes Wasser. 
Im ersten .lahre treiben die Pflanzen meist nur schwach und die Blätter frieren bald zurück; 
später erstarken sie aber; wird das Wasser im Winter abgelassen, so ist eine gute Laub- 
decke notwendig; X'ermehrung durch Teilung der Rhizome; die Verwendung ergibt 
sich aus den Kulturbedingungen. L'ür uns kommen in Betracht folgende .-Vrten: 

N. luteum, Nordamerika. Blätter nicht blaugrün. Blüten hellschwefelgelb, bis 24 cm 

breit, duftend. .August, härteste .Art ; 

N. pekinense rubrum, ostasi- 
atische Kulturform mit dunkelkar- 
minroten Blüten, üppiger als vorige, 
siehe Abb. 2S.T bis 286; N. spC' 
ciösum [Xcliimbo niicijcra). von 
Osttranskaukasien bis Indien. Blätter 
blaugrün. Blüten weiß, rosenrot oder 
tiefrot; von den dreien wohl die 
empfindlichste. 

Nelümbo nucifera siehe Nelümbinm 
speciösiim. 

Neogaea U.ii;iisticum oder Pac/iy- 
plciinini I Simplex, FlUgelsame: \\i iizige 
U ni b c 1 1 i f e r e aus den Alpen, bis 1 im 
hoch, mit grasgrünen, 2 bis 3 fach ge- 
fiederten Blättern und anfangs rosa- 
farbenen, dann weißblühenden Dolden, 
Juli-August; für grasige Hänge für Lieb- 
haber verwendbar. 

Nepefa.Nepte— Labiaten — 

Aufrechte, buschige, asiatische. 

durchdringend riechende Stauden 

mit blauen Blüten in ährigen Quirlen. 

wie -Abb. 287; Kultur in jedem 

nicht zu schweren, durchlässigen. ,,, ,„, ,. , . ■ 

,. , , . /-.,.■ Abb. 2äb. .\e/umhiijm nekincris 

sandig -lehmigen Gartenboden in ^cbunfalls in opekai 




268 



N^peta— Nothothläspi 




Abb. 287. Nepeta Wilsonii, 



sonniger Lage; Vermehrung durch Samen oder Teilung; Verwendung als Rabatten- 
pflanzen für den Garten oder auch in Vorpflanzungen im Park. 

N. grandiflöra, Kaukasus, bis 1 ,2 //;, Blätter herzförmig, unterseits behaart, Blüten blau, 

Juni bis September; N. ma- 
cräntha \Dracoa>phahim sibiri- 
cuni). Altai, bis 1 ///. Blätter oval, 
beiderseits grün, Blüten zartblau, 
Juni-Juli; N.yMuss//j;7, Kaukasus, 
mehr ausgebreitet-aufsteigend, bis 
25 cm. Laub silbergrau, Blüten 
kleiner, himmelblau. Mai-Juli, auch 
fürs Alpinum ; N. Wils6nii,\West- 
china, Blüten ebenfalls blau, siehe 
Abb. 287. 

Nepeta Glechöma siehe ülecliöma 
Itcilcniceu. 

Nephrödium iAspidiiim, Laslr^ä) 
Sieböldii: japanisches, etwa 30 cm 
hohes Farnkraut mit kurzem, aufrech- 
tem Rhizom und bis 40 cm langen 
Wedeln, wie Abb. 288; Kultur usw. 
wie Aspic/iiim. mit Winterschutz. 

Nertera depressa, Korallen- 
pflanze : ganz niedrige, kahle, krie- 
chende, neuseeländische Rubiacee 
mit winzigen, eiförmigen Blättchen 
und gelblichgrünenBlütchen.Juni- Juli, 
Früchte durchscheinend, hellorange, 
wie kleine Erbsen. Juli-August, lange 
bleibend; bei uns meist im Gewächshaus kultiviert, aber auf humosem Sandboden in etwas schattiger, 
warmer Lage bei gutem Winterschutz im Süden des Gebietes auch im Alpinum versuchswert. 
Nesaea verticilläta siehe Dicodon. 

Nierembergia rivuläris, Weißbecher: kahle, kriechende, südamerikanische Sola- 
nacee mit bis 15 cm hoch aufstrebenden Stengeln, gestielten, spateligen Blättern und fast 
sitzenden, breitglockigen, rahmweiUen. etwa 5 an breiten Blüten, Juni-September, wie Abb. 
280; Kultur in leichtem, feuchtem Boden in sonniger bis halbschattiger Lage ; Vermeh- 
rung durch Ausläufer ;Verwendungim Garten als Einfassungspflanze, sowie im Alpinum 
und Park in Masse in feuchten Lagen, verlangt etwas Winterschutz, da sie sonst leicht ausfr iert. 
Nieswurz siehe Helleboms. 

Nigritella angustifölia iN. nigra}. Brändlein, Kohlröschen, Schwärzung: winzige, 8 bis 20 cm 
hohe Gebirgs o r c h i d e e mit bandförmigen Knollen, lineallanzettlichen Blättern und dichten, kugeligen 
Ähren aus schwarzpurpurnen, sehr wohlriechenden Blüten mit wie verbrannt aussehenden Deckblättern, 
Juni-Juli ; Kultur in sonnig trockener Lage, siehe bei Orclüs. — Eine rosenrot blühende Form mit läng- 
lichen Blütenständen ist N. rubra (N. nigra var. rösea). 

Nixblume siehe Nnpluir. — Noaea spinos/ssima {HalogClon spinosissimiim) siehe Laubholzbuch. — 
Noccaea alpina siehe Hntcliinsia ulpina. — Noccaea stylösa siehe Tlilaspi stylosnni. — Nordmännia 
cordifölia siehe Trachystcmon orientdlc. 

Notholaena (oft Noroc/üaena geschrieben) Maräntae, Pelzfarn: hübscher, kleiner 
Gebirgsfarn aus Europa und Kleinasicn mit fein doppeltfiederschnittigen Wedeln, die unter- 
seits dicht mit Schuppen bedeckt 
sind; Kultur usw. wie Ceterach. 
im Winter eventuell leichte trockene 
Decke geben. 

Nothölcus siehe Holciis. 

Nothoscördum Inodörum: etwa 20 
cm hohes, nordamerikanisches, Alliiim- 
ähnliches Zwiebelgewächs ohne Lauch- 
geruch mit schmalen Blättern und weißen 
Blütendolden im zeitigen Frühjahr; für 
Liebhaber wie Alliiim verwendbar. 

Nothothläspi rosulätum, Tinten» 
wischerpflanze: neuseeländische, al- 
pine C r n c i f e r e mit dicken, rosettigen 




Abb. 288. Neplirodiiim Sieböldii (0. .\rcnds. Ronsdorf). 



Nothothlaspi— Nymplii 



269 



Blättern und bis 20 cm hohen Blütcnstäntlcn von groüen. weitien, duftenden Blumen; bei uns noch 
kaum erprobt. 

Nüphar, Mummel, Nixblume — Nymphacaceen — Bekannte, den Seerosen 
ähnliche, aber viel kleiner und gelbbliihende Wasserpflanzen iJuni-August). die in gleicher 
Weise zu kultivieren und zu verwenden, aber nicht so schmuckvoll sind. 

N. advena, Xordostamerika. üppig, Blätter meist herz-eiförmig, bis 25 cm lang. Stiele 
rundlich, Bliiten kugelig, goldgelb mit etwas grün und braun; N. luteum, Europa, Nord- 
asien. ähnlich. Stiel .5-kantig. Blüten etwas kleiner: N. japönicum, .]npdn. Blätter schmal- 
länglich, pfeilförmig; N. minimum (/V. pnmilnm\. Huropa, zierlich, Blätter klein, länglich, 
mit tiefer Bucht, Stiele 2-kantig. Blüten klein, gute, reichblühende Art; ferner viele Bastarde. 

Nymphaea'^'\ {C(istalia\. Seerose, Teichrose — Xymphaeaceen — Bekannte 
Wasserpflanzen mit kricchciKlcn K'lii/Kinicn. ,u;laii/endcn. rundlichen Schwimmblättcin und 





— — -7— ^- 


- -^-f^-^'-^^i^''^^ 











Abb. 289. Mcrembergia nrii/ans. Weißbecher, 10 ( 



großen, meist duftenden, weißen, gelben, rosa oder rot getönten Blüten, wie -Abb. 2<)() und 
Farbentafel \'lll; Kultur am besten in flachen Teichen mit nahrhaftem Schlammgrund, in 
den sich die Rhizome gut einwurzeln können, ohne beim etwaigen Ausfrieren des Wassers 
im Winter zu leiden; kann man die Teiche ablassen, so ist eine Düngung der Plätze, wohin 
die Rhizome kommen sollen, mit Kuhdung sehr angebracht, dem man gute Gartenerde zu- 
setzt; man pflanze nicht zu eng. damit die Pflanzen sich gut ausbreiten können und nicht 
ineinander wachsen (etwa .? m Entfernungi ; tiefes, klares, kaltes Wasser lieben (1.2 m oder 
mehr Tiefe): a/ba rubra. Candida und fcrinica ; tieferes, wärmeres Wasser iO,.t bis \ .r> //;) 
beanspruchen: die .\/ff/7/V7r('f/-l"ormen. odorata und alle ihre großen Farmen und Hybriden 
und tubcrosa: warmes Wasser von 20 bis 40 cm Tiefe ziehen vor die A'. odorata minor und 
ihre .Abkömmlinge, die Ar/iv/^'Am-l-ormen und überhaupt die meisten farbigen Hybriden ; alle 
Nymphäen lieben sonnigen Standort und erschließen ihre Blüten nur in Sonne, ferner lieben 
sie ruhiges Wasser und geschützte Lage; die Pflanzung geschieht am besten im A\ai-.luni; 
X'ermehrung durch Teilung der Rhizoine ; \' e r w e n d u n g im Garten und Park, wie oben 
beschrieben. Die Seerosen gehören zu den prächtigsten Zierpflanzen für Wasserpartien. 

A. Blüten weiß, rosa oder rot. — a. F^ h i z o m aufrecht. Blüten weiß : N. teträgona ( A'. 
pygma('a). Ostsibirien bis Nordamerika. Blätter hufeisenförmig, Blüten nur 4 bis 7 cm weit, 
kleinste .-^rt, leicht aus Samen zu ziehen, zu ihr gehört auch N.f(>nnica. Finnland, für kaltes 



270 



Nymphafea— Odermennig 



Wasser. — b. Rhizom wagrecht oder sonst Blüten rosa oder rot: N.alba, Europa, Nord- 
afrka. Blitter am Rhizom gedrängt, rundhch, zuerst rot, dann grün, ungefleckt, Blüten weiß, 
bis 1 5 cm weit, Frühjahr bis Herbst ; von Gartenformen vor allem var. candidissima (var. 
mcixiina. var. plem'ssinia), Blüten groß, reinweiß, Abb. 290; ferner var. rubra (var. rösea, 
var. piirpiirea, var. sphacrocärpa rubra, N. Caspdryi), äuljere Fetalen rosa, nach innen immer 
tiefer karmmrot werdend ; var Froc'belü, siehe Tafel Vlll ; zu den Hybriden mit odorata ge- 
hören als gute Formen A'. Gladstonidna, weiß, N. Marliäcea dlbida, fast weiß, N. Mar- 
liacea cdrnea, fleischfarben und N. Marliäcea rösea, rosa (Tafel Vlll) ; zu a/ba nibrax tetragona 
zahlen die Kreuzung^sformen der N. Laydekeri, wie rösea, fulgens, liicida, itxnzr N. Mar- 
liäcea ignea und J/diiiinea. und die Sorten „J. Gurney", J. Brydon" und „Wm. Falconer" : 
des weiteren treten Hybriden von a/ba rubra mit mexicana auf, deren äußere Fetalen mehr 
minder gelb getönt sind, wie A^. Robinsönii, N. Seignordtii und die neueren Sorten „Co- 




Abb. 290. Nvmpliaca alba var. cundulis 



großblumige weiße Seerose, in Pruhonitz (Cr 



manche", „Fhoebus", „Fhoenix", ...lean Forestier" und „Faul Hariot" ; N. odorata, östliche 
Verein. Staaten, Blätter locker am Rhizom stehend, derb, fast rundlich. Blüten bis 15 cm 
beim Typ, weiß, gute Varietäten sind: var. minor, Blüten weiß mit purpurnen Sepalen, var. 
rösea (var. rubra), Blüten rosa, schöner ist var. exc/uisita, var. supi'rba, weiß; eine Kreuzung 
von odorata rosea mit tuberosa dürfte darstellen N. caroliniäna (N. odorata superba zum 
Teil, N. tuberosa superba). hierher als neuere Formen A'. Lucidna, N. suavissima, N. sal- 
mönea, N. sp''ciösa u. a. ; N. tuberosa, üppige Art, durch dünnere, oben mehr genervte 
Blätter und größere reinweil.le Blüten von odorata abweichend, hiervon gute Gartenformen : 
var.Ric/iardsönii (wax.plena), leicht gefüllt, v&x.robnsta und „Helen Fowler". — B. Blüten 
gelb : hierher N. mexicana und ihre Kreuzungen, wie N. sulphürea Hort. (A^. odorata 
var. sulphürea), N. chromatella (N. Marliäcea chromatella). Blätter stets braun gefleckt. 

Nymphoides peltätum (Limnäiitliemtim oder Villärsia nympharoides). Sumpf blume: heimische 
Wasserpflanze aus der Familie der Q e n t i a n a c e e n mit weit' kriechendem Rhizom, gestielten schwim- 
menden (oder bei schwachem Wasserstande aufrechten), herzförmig-kreisrunden Blättern und gold- 
gelben Blüten in achselständigen wenigblütigen Büscheln, Juli-August; Kultur usw. wie Nymphaea 
in bis 1,5 m tiefem Wasser, doch Vorsicht geboten, da sie frei ausgepflanzt ganze stehende Gewässer 
verunkrauten kann ; Vermehrung durch Teilung, Stecklinge oder Samen. 

Oakesia {Uvularia oder Oakesieila] sessilifölia: der Uvularia nahe stehende Liliacee aus dem 
östl. Nordamerika, Stengel einfach gegabelt, Blätter sitzend, Blüten einzeln, kurz gestielt, den Blättern 
gegenüber; Kultur usw. wie Polygonatum oder Uvularia. 

Oake^iella siehe Oakesia. 

Obeliscäria pinnäta siehe Lepücliys. — Ochsenauge siehe Biiphtltalniiim. — Ochsenzunge siehe 
Ancluisa — Odermennig siehe Agrimönia. 



Tafel VIII. 





Xynipliaea l-roebeli. 



OdotitospCTimitH"Omphal6d(.'S 



Odontospermum sericeum ist eint K ü ni p o s i t e von den Kanaren, die bei uns kaum für Frei- 
landkultur ,L;eci,L;net ersclieiut. 

Oenänthe aquäticaU). I'liflliiiidnuin. I'lic/Iamlnum (ii/iKitiriiiii}. Wasserfenchel: bei uns heimische, 
bis 2 //; liohe, im Juui-Juli weiUblüliende LI m b e 1 1 i f e r e , die als Wasserpflanze im Park gelegentlich 
brauchbar ist. 

Oenor/iera, Nachtkerze — Onagracccn — Aufrechte oder niederliegende, schön- 
blühende Zierstauden: Kultur der aufrechten höheren Arten als Rabattenstauden in tief- 
gründigem, etwas lehmigem, aber nicht zu schwerem, frischem i^oden in sonniger Lage oder, 
wenn der Boden trocken ist. im Halbschatten, die niedrigen Iwie iiiissoiirie/isis) lieben recht 
trockene, sonnige Lagen und sind 
besoi ders fürs Alpinum zu emp- 
fehlen: \' e r m c h r u n g durch Teilung 
oder Stecklinge im i-rühjahr und 
durch Samen: \' er wen düng wie 
oben angedeutet, einige sind gute 
Schnittblmnen. 

O. Arendsii (O. spcciösa var. 
hybrida), Hybride von spcciosa. 12 
bis l.T cm, Blüten grol.l. schön, rosa 
mit weil.lem .Auge, Sommer, beste 
Form fürs Alpihum: dort ebenfalls 
schön O.caespitösa i Pachyloplius 
caespitosiis). wcstl. mittlere Verein. 
Staaten, 5 bis 10 cm, Blüten weil.) 
oder rosa, grol.i, Mai-.Iuni, zum Teil 
le der nur zweijährig: O. [Kneiffia) 
fruticösa, nordöstl. Nordamerika, 
.^Obisoo cm, Blüten goldgelb, .luni- 
August; besonders var. Yoiini^ii und 
„Eldorado" für Rabatten wertvoll. 
sowie grol.le Plätze im Park, Fern- 
wirkung; niedriger, zuweilen fast 
rasig ist O. piimila : O. glauca 
{(). ,i;labra Hort.}, südöstl. Verein. 
Staaten, bis ,S0 cm, Blätter kahl, 
blaugrün. Blüten grol.'),goIdgelb„]uli; 
alle üartensorten mit braunschim- 
mernden Blättern sind Hybriden oder 
l-ormen von O.iihnica. so „W. Cuth- 
bertson". gelb, halbgefüllt; O. Ha- 
värdii, Texas, rasig, weißfilzig. 
Blätter lineallanzettlich, Blüten tief- 
gelb, wie Abb. 2')1, sonst wie fol- 
gende: O. missouriensis (Megapteriiim missoiiriense. O. macroccirpa) . Nordamerika, 
Wuchs kriechend, bis 30 cm. Blätter derb, jung weißlichgrau behaart, Blüten sehr groß, 
schwefeUelb, .luli- September, für trockene, sonnige Standorte sehr empfehlenswert, auch 
in Massen im Park: O. speciösa [Hartmdnnia spcciosa, Xylopleiinim speciosiim). mittl. 
Verein. Staaten. 40 cm. behaart, Blüten weiß, im N'erblühen rosa, Juli-August, gut duftend, 
dankbare Rabat'enstaude. 

Ohnsporn siehe .Armis. 

Oligomeris dispersa: wenig ansehnliche Resedacee mit linealen Blättern inid winzigen, ährigen 
Blüten, aus Südwesteuropa; wohl nur ein- bis zweijährige Wüstenpflanze, die für uns wertes ist. 

Omphalödes verna, Frühlingsvergißmeinnicht, Nabelnuß : zierliche, kahle, 
kriechende, ö bis 15 cm liohe Borraginacee mit eiförmigen Grund- und lanzettlichen 
Stengelblättern und vergißmeinnichtähnlichen himmelblauen Blüten mit weißer .Mitte (oder 
weiß.var. a/ba). von Ende iNlärz bis .Mai ; K u 1 1 u r in jedem frischen Boden in halb- oder ziemlich 
schattiger Lage: Vermehrung durch Ausläufer: Verwendung als Halbschattenpflanze 
im Garten, .\lpinum und Park, besonders in .Menge der frühen Blütezeit halber sehr wertvoll. 




Abb. 291. Oenfltheia Huvardii. 

ipliiil. .\. Purpus). 



272 



Omphalödes — Onopördon 



Wie verna zu verwenden ist O. cappadöcica (O. corniföUa, 0. Wittmannidna) aus 
Kleinasien und dem Pontus, Wuchs ähnlich, Blätter mehr lanzettlich, seidig behaart, [Blüten 
groß, herrlich himmelblau, April-Juni. Zu selten noch ist O. Lucitiae aus dem Taurus mit 
buschigem Habitus, blaugrünen, zuweilen vergrünenden Blättern und noch schöner himmel- 
blauen oder weißen (var. (//to) Blüten, liebt durchlässigen humosen, mit Kalkschotter gemeng- 
ten Boden, gedeiht am besten an einer Mauer oder in Felsspalten in gegen grelle Mittagssonne 
geschützter Lage und sät sich, wenn eingebürgert, meist selbst aus. 

Onobrychis montäna, Berg=Esparsette : etwa 30 cm hohe, heimische, alpine Papilionaceemit 
niederliegend-aufsteigenden Stengeln, fünf- bis neiinpaarigen Blättern und roten BKiten mit bläuMchem 
Anhauch in vielblütigen Ahrentrauben, Juli-August; Kultur in sonnigen, troci<enen Lagen zwischen 
Gestein im Alpinum, so daß die Wurzeln tief emdringen können ; V e r m e h r u n g durch Samen ; nur 
für Liebhaber. 




Abb. 202. Onociea [Matfeiicia] Strutliiopieris. Straußfarn, 60 cm (Orig., Bot. G.artcn. Marburg). 



Onoclea (Matteücia) Struthiöpteris (Stnit/iiopferis germanica), Straußfarn: be- 
kannter heimischer Gebirgswaldfarn mit kriechenden unterirdischen Ausläufern, bis über 
1 /// hohen, hellgrünen, Aspidii/m -ähnWchen, unfruchtbaren und viel kleineren, ebenfalls ein- 
fach gefiederten, trichterförmig gestalteten, zuletzt dunkleren, fruchtbaren Wedeln, wie 
Abb. 2Q2; Kultur in frischem, humosem Boden in halbschattiger Lage im großen Garten 
oder Park; Vermehrung durch Teilung; als noch üppiger gilt 0. pcnnsylvdnica, Nord- 
amerika, die aber botanisch nur durch blaugrüne Färbung der Wedel und die nicht bis zum 
Grunde herablaufenden Fiedern abweicht; ferner die nordostamerikanisch-ostasiatische O. 
sensibilis, Sinnfarn, nur bis etwa 30 cm. sterile Wedel breit dreieckig-eiförmig, fertile 
nur 10 bis 20cm, doppelt gefiedert; für feuchte, halbschattige Lagen. 

Onocyclus siehe Iris [Onocyc/us). 

Onönis hircina (0. ann'nsis], Hauhechel : heimische, 40 bis 60 cm hohe, dornlose Papilionacee 
mit aufrechten oder aufsteigenden, drüsig behaarten Stengeln, 3 zähligen Blättern und rosa Blüten, 
die sich gegen das Lnde der Zweige zu beblätterten Trauben häufen, Juni-August ; K u 1 1 u r in jedem, 
auch magerem Qartenboden in offener, sonniger Lage; Vermehrung durch Samen, wild gesammelte 
Stücke wachsen schwer an; Verwendung vor allem für magere Hänge im Park in Masse, wie auch 
für große Qesteinsanlagen. — Die oft genannte O. rotonrf//Ü//a ist ein Strauch, siehe Laubholzbuch; da- 
gegen sei noch erwähnt die südeuropäische O. Natrix. 25 cm. Blüten gelb, rot gestreift, Juni. 

Onopördon bracteätum ist eine zweijährige Komposite aus dem nördlichen Kleinasien. 



Oiiüsiiia— Opuntia 



273 



Ottösma, Lotwurz — Borraginaceen — Südeuropäisch-orientalischc, steif-borstcnhaarige Stau- 
den mit niederliegend-aufstrebendcn, 20 bis 30(7// hohen Stengeln, die aus der graugrünen Qrundrosettc 
sich erheben und symphytumartige, nickende Blüten in endständigen, wickeltraubigen Blütenständen 
tragen, Mai-Augusti wie Abb. 293; Kultur in huniusfreiem, gut durchlässigem, sandigem Boden (mit 
etwas Schutti in trockenen sonnigen 
Lagen; Vermehrung durch Samen 
oder durch Teilung ; V e r w e n d u n g 
für Felspartien und O. tauricum auch 
für Rabatten in entsprechend magerem 
Boden. Fürs Alpinum noch viele Arten 
brauchbar. 

O. alba • röseum, Kleinasien, am 
Grunde etwas verholzend, Blüten weil.!, 
zu sammetig rosa oder violett wechselnd; 
O. stellulätum, östliches Mediterran- 
gebiut. sehr variabel, Blüten hellgelb; 
O. tauricum {(_). stellulätum \'ar. taiiri- 
cum\, Kleinasien, der vorigen sehr nahe- 
stehend. Pflanze grauer, Blätter schmä- 
ler , Blüten duftend , zitronengelb, 
Abb. 203. 

Ophelia dilüta siehe Sw&tia. 

Ophrys, Ragwurz: Interessante, 
zierliche, 10 bis 30 cm hohe, heimische 
Orchideen mit eigenartig gestalteten 
Blüten (Mai-Juni), die inihrerZeichnung 
an Insekten erinnern, daher die Namen 
O. muscifera. Fliegen-Ragwurz, O. ara- 
nifera, Spinnen-R., O. apij'era, Bienen-R. 
usw.; Kultur in rasigem Grund in 
sonniger trockener Lage auf Alpciiwiesi' 

Opopäaax Ctiironiutn, Uummiwurz .süilcuniiiaisch- 
Qrundachse dick. Blatter ilnppcll uufiederi, (ilt inelerlani;, 
warme, sonnige Felslagen oder lichtes Gebüsch, wohl nur 
Felsanlagen zu versuchen. 

Opüntia, Opuntie: In den letzten Jahrzehnten sind aus den Gebirgen der Vereinigten 
Staaten, besonders aus Colorado. Nevada. Arizona und Kalifornien, eine ganze Anzahl von 




Abb. 2<)3. Onosma tauricum. Lotwurz, 25 ( 
in Verri^res (Orig.). 



meist Kalk. 



sielie sonst Oivliis. 

.■ntalisclie II m be 1 1 if e re, 1,5 bis 2.5///, 
kkn rispig, grol.'i, gelb, Juni-August; liebt 
Süden ganz hart, für Liebhaber In groLien 




274 



Opüntia — Orchis 



diesen Kakteen bei uns eingeführt worden, die sich als winterhart erwiesen haben. Sie ent- 
wickeln ihre heiler oder dunkler gelb- oder rotgetönten Blüten vom Juni bis Augusl und sind 
schon wegen ihrer aparten Formen interessant, siehe Abb. 20 4 — 2')0; Kultur an den aller- 
mrgersten. dürrsten, felsigen Hängen der Gesleinsgruppen oder im Park, wo sie wenig 
Pflege bedürfen, doch bilden sie sich kräftiger aus, wenn man sie zur Triebzeit gut giel.it 
und selbst gelegentlich einmal mit Nährsalz düngt, doch darf man sie nie zu üppig werden 
lassen und verweichlichen; Vermehrung durch Abtrennung der Glieder, Vorsicht wegen 
der feinen W'iderhaken-Slachcln. Folgende Aiten seien hervorgehoben, von denen die meisten 
durch den bekannten Sammler C. A. Purpus \8'-)2 bis 1902 eingeführt wurden: 

0. arbor^scens, rundgliederig. baumartig, Blüten purpurn, siehe Abb. 205; O. arenaria, 

unter 15 cm, Glieder dick, oboval, 
5 bis 12 cm lang, Blüten gelb; 0. 
arizonica, höchste flachgliederige; 
0. fidgilis, niederliegeiid. Glieder 
fast fo dick wie breit, hellgrün. Blüten 
grünlich gelb und var. brachyärthra, 
Glieder dicker, reicher bedornt. Blü- 
ten kleiner; 0. humifüsa[0. mesa- 
uintha , O. RafirK^scjuei) , nieder- 
liegend. Glieder oboval bis rundlich. 
Bluten goldgelb, sehr variabel; 0. 
puUida, Blüten lichtgelb, reich und 
dankbar; O. iita/n'/isis. niedcrliegend 
rufsteigcnd. Glieder eil ptisch, etwa 
l,s (/;; lang. Blüten karmin; 0. vul- 
i^uns, niederliegend, bis 25 rm hoch, 
Glieder verkehrt eiförmig bis rund- 
lich, 5 bis 10 cm breit, Blüten hell- 
oder Chromgelb; ferner 0. comdn- 
Lhuu major, mit schöner Bestache- 
Imt?, O. hümilis, 0. rhodäntlia 
(Abb. 206) u. a. 

Orangenwurzel siehe Hydrästis. — 
Orant siehe Cephalantli&a. 

Orchis, Kuckucksblume, 
Knabenkraut- Orchidaceen- 
Bekannte niedrige Stauden mit knol- 
ligenWurzeln und gespornten Blüten 
in ährigen oder traubigen Blüten- 
ständen, vergleiche Abb. 291 198; Kultur und Verwendung siehe unten. 

Die bekannten heimischen Arten wie O. globösa. maciildta (Abb. 207). mdsctila, militdris 
(Abb. 208), Mörio, purptirea (füsca), iistuldta usw. findet der Leser in jeder Flora beschrieben. 
Von ausländischen Arten seien noch hervorgehoben die nordamerikanischen O. foliösa. die 
mediterrane /jfl/j///o//c/a'fl und 0. longicörnis aus der Berberei. Sie alle kommen in erster Linie 
nur für Orchideenfreunde in Betracht. Wir geben nachstehend kurze allgemeine Anleitungen ■'*^) 
zur Kultur der in unserem Buch erwähnten Gattungen (mit Ausnahme von Cyprip^diiim. 
das für sich behandelt wurde). 

Für Kultiirzwecke teilt man die Orchideen am besten in drei Gruppen, wie sie sich aus den natür- 
lichen Standortsverliältnissen ergeben. Es sind dies folgende: I.Orchideen für etwas schattige, 
feuchte, torfige, nie ist grasige Orte; II. Orchideen für trockenere, meist grasige 
Orte und III. kalkliebende Orchideen und solche für steinige Lagen in QeröII- 
b o d e n. In Rücksicht auf diese Einteilung verfahre man bei der Bereitung von Beeten etwa folgender- 
ma(3en: man wähle drei verschiedenartig gelegene Plätze im Garten, Alpinum oder Park aus, den einen 
etwa an der Nordseite eines Gebüsches oder dergleichen, wo die in Gruppe I genannten Arten vorzugs- 
weise gedeihen sollen, während die beiden anderen Plätze sonnige Lage haben können. Zunächst ver- 
sieht m"an dann die Beete mit einer Einfassung aus Holz, Steinen usw. und bringt dann innerhalb derselben 
eine 15 bis 20 rm hohe Geröllschicht auf dem Boden auf, um einen recht durchlässigen Untergrund herzu- 
stellen, da die Orchideen vor allem durch stagnierende Nässe leiden. Vorteilhaft ist es, die Steinschicht 
nach der Beetmitte zu etwas zu wölben, damit das Wasser nach den Seiten ablaufen kann. Auf diese 
Unterlage kommt eine 20 bis 30 cm hohe Erdschicht, die für das schattige Beet in der Hauptsache aus 




Abb. 295. Opuntiu arborescci 

(phot. A. Purpusl. 




Abb. l'H). Opiinlia rlwilantlia (pi« 




Abb. 2'»;. Uirlns macuUUa. gefleckte Kiakucksblunie, 30 cm, in Kew (Or;g.). 



Moorerde und Wiesenlehm bestehen 
kann. Für Gruppe II wähle man sandig- 
lehmige Rasenerde, mit etwas grober 
Heideerde und Kalkbrocken durchsetzt, 
welche Erdmischung auch für Gruppe III 
geeignet ist, nur daß hier das Erdreich 
reichlich mit Kalk und anderen Ge- 
steinsbrocken untermengt werden mul.!. 
Während der Wintermonate decke man 
die Beete mit trockenem Laub oder Rei- 
sig, sofern nicht eine genügende Schnee- 
decke den Boden gegen Frost schützt. 

In großen Gesteinsanlagen wie im 
Park findet man natürlich immer ge- 
eignete Plätze, wo man die betreffenden 
Arten direkt ansiedeln kann. Die An- 
pflanzung kann zur Blütezeit geschehen, 
wenn man die Pflanzen sorgfältig mit 
soviel Erdballen ihrem Standort ent- 
nimmt, daß die unter der bleibenden 
Knolle der Wurzel anhaftenden jungen 
Knollen , welche die späteren Triebe 
liefern, mit ausgehoben werden. Man 
löst dann alles sorglich heraus und packt 
es in feuchtes Moos bis zum Einpflanzen. 
SeltenereArten dürfen nicht gesammelt 
werden. 

Gruppe I. Hierher gehören folgende Arten: Epipactis pa/usliis, Epipogon apliylliis (als Saprophyt 
schwer zu kultivieren), Gymiiddenia-Arten, Henninium Monorcliis (ziemlich feucht und schattig), Liparis 
Loeselii (moorig-sandige Heideerde), Listera cordata (zwischen Moos und Heideerde), Malaxis paludosa, 
Micivstytis rnonophyllus (die beiden letzten in reinem Sumpfmoos), Orclüs latifolia. incarnata, maculata, 
mono, palustris, purpurea, Galeorchis spectabilis, und schließlich Spinintlies aestivalis (wie Malaxis). 

Gruppe II. Bletia, Cephalanthera, Epipactis latifolia. Goodyera rcpens. Gymnadenia conopea (etwas 




298. Orcliis militaris. Helmorche, 25 cm 
(phot. .\. Piirpus). 




Abb. 299. Oreocome Candollei, 



(ü. .Arends, Ronsdor 



Orchis— Orobus 



Kalk) und albida, Listera ova/a, Nigritelki ani^uslifolia, l'kiUinlliem. Orcliis coriophora, mascula, militaris, 
sambucimi. triäentata, ustulata, sowie auch papi/iomired. fo/iosa und longicornis. 

Oruppe III. Aceras, Anacaniptis, Cluimaconliis, alle Op/irvs. sowie von Orc/iis-Arten solche wie g!o- 
bosa, palleiis und simia. 

Natürlich können manche Arten der letzten Gruppe auch wie solche der zweiten behandelt werden 
und umgekehrt. Hier können nur einige Richtlinien für die Kultur gegeben werden. 

Orchis hircina siehe Himan'.oglötisum. — Orchis spectabilis siehe Ciuleonliis. — Oreästrum al- 
pigenum siehe Aster puUlu'lliis. — Oreobröma Cotyledon siehe Lewisia. 

Oreöcome Candöllei \l.inüsiicuni oder Selinuni teniiifölium): hübsche, aufrechte, bis über I m hohe, 
harte, indische LI m b e 1 1 i f e r e mit sehr fein zerschlitzten, farnwedelartigen Blättern und weißen Blüten- 
dolden lAbb. 2091, Juni-Juli: Kultur usw. etwa wie l-i'rnhi. als Kinzelpflanzen auf Rasen im üarten. 

Oreomyrrhis {My/r/iis\ andicola (O. raniösa) ist eine niedrige, rasige, neuseeländisch-ostaustralisch- 
andine Umbellifere, bis 10 cm, Blüten fein 2 bis 
3 fach gefiedert, farnwedelähnlich , Blüten weiß, in 
kleinen Dolden, in Heimat im Frühjahr; wuchertauf 
alpinen grasigen Hängen; für Liebhaber in Qesteins- 
anlagen interessant. 

Origanum, Dost — Labiaten — Mittel- 
hohe, meist niederiiegend- aufstrebende Stauden 
mit purpurlichen Blüten in rispigen Ähren. .luii- 
September; Kultur usw. im AJpinum etwa wie 
Thymus. 

O. Dictämnus, Kreta, lo bis LS cni. Pilätter 
rundlich, wollig. Blüten in dichten W'irteln. klein, 
aber große rosa Deckblätter, .luli. in wärmsten 
Lagen, sonnig. Felspartien; O. pulchellum, 
Orient, grau behaart. Blüten rosa, sonst wie fol- 
gende; 0. pu/c/jrum, üriecheiiland. ganz kahl. 
Blätter herzeiförmig. Kultur in sandiger humoser 
Lehm- oder Rasenerde in heil.icr trockener Lage 
an Leisen oder auf steinigen Hängen ; O. sipy' 
leum, KIcinasien. nur im unteren Teile behaart. 
Blätter kahl, blaugrün für Kalkfelsen ; O. vulgäre, 
heimisch. 30 bis ()0 cm. fast kahl, hellpurpiirn oder 
weil.). Juli-Oktober, zum .Ansiedeln an trockenen 
Plätzen. 

Ornithögalum, Vogelmilch, Milchstern 
— Liliaceen — Zwiebelgewächse mit grund- 
ständigen, schmalen Blättern und traubigen oder 
doldigen Blütenständen auf nacktem Schaft mit 
weil.len oder gelblichen Blüten . wie .Abb. .?00 und 
301; Kulturin ziemlich trockenem durchlässigem 
Boden in sonniger Lage ; \'e rm eh rung durch 
Brutzwiebeln; \' er Wendung für Rabatten im Garten sowie im .Alpinum und vor allem in 
Masse auf rasigen Hängen und Wiesen, sowie zwisciien lichtem Gebüsch im Park. 

O. arcuätum, Orient, bis oo cm. Blüten weilj mit grünlicher Zeicnnung. Mai-Juni, siehe 
sonst Abb. 3()0 ; O. montänum, Südeuropa bis Armenien. 5 bis 10 cm, Blüten weiß mit 
grün, Mai-.luni. sonst wie .Abb. 3(il ; O. nutans, Orient. 40 bis oo cm. Blüten traubig. 
hängend, innen weil.'), außen grünlich. .April-,\\ai. verwildert leicht im Parke; O. pyrami' 
däte, Südeuropa. Kaukasus. Kleinasien. 30 bis 00 cm. Trauben dicht, oben kegelförmig zu- 
gespitzt. Blüten weil.'i mit grünlichen Rückenstreifen. Juni-Juli, schöne Art; O.pyrenäicum, 
Mittel- und Westeuropa, bis 7o cm. Blüten in langen Trauben, schwefelgelb mit gelbgrünen 
Rückenstreifen. Juni-Juli, verträgt Schatten, xzr. Jlavdscens {(). siilpliiirciim]. Blüten hellgelb- 
grün mit grünem .Witteistreifen ; O. umbellätum, Elfuhrblume. Stern von Bethle- 
hem. Europa. Mediterrangebiet. 10 bis 3o cm. Blütenstände doldig. Blüten weil.l mit grünen 
Rückensfreifen. .April-.Wai. blüht von 1 1 L'hr Vormittag bis 3 Uhr Nachmittag, u. a. m. 

Orobus {Ldtliyriis\. Walderbse, Waldwicke — Papilionaceen — Während man 
als Lathyrus im engeren Sinne die schlingenden Platterbsen (siehe Lathynis) bezeichnet, 
faßt man als Orobus die Formen mit aufrechten Stengeln und ohne Wickelranken an den 



■i^Ml 






m^ 



Abb. 30U. Ormlho<iülwn arcmitum. 50 




Abb. 301. Ondthogahim moiUanuin. Bergvogelmilch, in Kew, 5 cmiOris. 



Blättern zusammen; Blätter 2 — paarig, Blüten gelb, rot, blau oder weiß, März-Juli; Kul- 
tur in humosem Waldboden zwischen lichtem Gebüsch oder auch in tiefem Schatten ; V e r - 




Abb. ,302. (Jrontiiiiii (ii/iiariruw. üoldkeuie, 30 cm ,pli..f. -X. Purpu 



Orobiis— Osmiinda 279 

melirung durch Samen, der oft sehr langsam keimt, und Teilung; Verwendung im Al- 
pinum und Park. 

O. aurantiacus, fio c/n. der /utciis selir ähnlich. Blüten orange; O. cyäneus, Sibirien, 
niedrig, mit kleinen Träubchen leuchtend dunkelblauer Blumen im April-Mai ; O. lüteus 
[0. occiclentcilis) Ostalpen. 20 bis 40 cm. Blatter 4 paarig. Trauben 5 — 15 blutig, orangegelb. 
Mai-Juli ; O. orientälis ( O. Intens var. orientalis) Sibirien. Zentralasien, 60 bis 7.S cm. Blätter 
uiiterseits nicht blaugrün, Blüten hellgelb, im Verblühen orange, üppiger als Intens: O. pan- 
nönicus iü. albus var. /xinnonicns). heimisch, Wurzelfasern verdickt, Blätter 2- .? paarig, 
Blüten weil.! oder gelblichweil.), Mai-,luni. bei var. versicolor (var. vdrins. Ü. varins). LS cm. 
Blüten mit rosa Fahne und gelben Flügeln und Kiel ; O. Smithii {Lc/t/iynis pannonia/s var. 
Smit/iii\. Heimat ?. 50 cm hoch. Blätter weiüfilzig behaart. Blütentrauben gelb, blattwinkel- 




Abb. 303. Osmunda regu/is. Königsfat 



ständig, .luli-.August ; O. vernus, Europa, .Vi bis 4o (/;/. Blätter 2 — 4 paarig, Blütenstände 
gerade, 4—1) blutig, Blüten leuchtend karminrot, später bläulich, März-Mai, schöne Frühlings- 
pflanze, bei var. a/bns Blüten weil.) und bei var. albus plenns weiß gefüllt; O. variegätus, 
südl. Mitteleuropa, etwas niedriger als vernns. Blutenstände gekrümmt, vielblütig. purpurn 
mit rosa. .Wai-.luni. 

Orobus lathyroides Hort, siehe Vicia i'/iiji/sra. 

Oröatlum aquälicum, Goldkeule : ostnordamcrikanischc, harte Aracee mit grundständigen, un- 
terseits silbriggrünen, etwa 25 cm langen und h cm breiten Blättern und tiefgelben Blutenkolben auf 
langen, oben verdickten, schneeweißen Stielen. Mai bis Juni, wie Abb. .302 : K u 1 1 u r in flachem, stehen- 
dem Wasser oder im Sumpf, wo sie mit ihren dicken, langen Wurzeln sich tief in den Schlamm ein- 
nisten kann ; V e rm eh rungdurch Samen (gleich nach Reifci : \' e rwe n d u n g als interessante Wasser- 
oder Sumpfpflanze im Garten oder Park. 

Orvala lamioides siehe Ldnütim orvala. 

Osmorhiza longistylis : m'\t .Myrr/iis otloivlti nahe verwandte, ostnordamerikanische U m bell i- 
f e re, bis 60 cm. Blätter 3 fach zusammengesetzt. Blüten klein, weiß; für feuchte halbschattige Lagen, 
ähnlich .Wyrrliis. Ob bei uns versucht ? 

Osmunda regälis, Königsfarn, Traubenfarn: stattliches, heimisches, bis LS tn 
hohes, buschiges Farnkraut mit kräftigem Wurzelstock, kahlen, doppelt gefiederten, gelb- 
grünen, unfruchtbaren Wedeln und eigenartigen, rispig -traubig angeordneten, bräunlichen, 
fruchtbaren Wedeln. .luni-.August, siehe .Abb. .V).1 ; die N'arietäten cristdta und u/idnlcita haben 



280 



Osmiinda — Oxytropis 



gekrauste oder gewellte Wedel, die zierliche O. grdcilis ist auch nur eine Form der regalis ; 
K u 1 1 u r im feuchten, torf igen, durchlässigen, humosen Boden an sonnigen oder halbschattigen 
Orten ; V e r m e h r u n g durch Teilung, die Sporen keimen, gleich nach Reife gesät, in 4 bis 6 
Tagen, später liegen sie oft 2 bis .^ Monate; Verwendung als eines der schmuckvollsten Frei- 
landfarnkräuter im großen Alpinum und Park. — Außerdem in Kultur O. cinnamömca, Nord- 
amerika, mit anfangs gri^mlichen. dann zimtbraunen Fruchtwedeln und bräunlichen Barten 
in den Achseln der sterilen Wedel, ferner 0. Claytonidna, der vorigen ähnlich, aber ohne 
die Barte. 

Osterluzei siehe Arislokicliia. 

Oströwskia magnifica, Prachtglocke: stolze, bis reichlich 1 m hohe Campa- 
nulacee aus der Bucharei und Turkestan mit knolligem Wurzelstock, aufrechten Trieben 
mit eiförmigen, kahlen Blättern und 10 bis 12 cm breiten, weich-lilafarbenen, seidig-glänzen- 
den, an den oben verzweigten 
Stengeltrieben endständigen 
(Tlnrk-enblumen,, Juni- August; 
Kultur nicht leicht, man gebe 
Jbi^^B^BBPIlHBiWIlf^Jftüffltf lifr^ niln haften, humosen. leicht 

[ -y «ifl^ll!vllK<isl^^^^HBmllfVTklS'-'^ '- mdigen , tiefgründigen Bo- 

r' ^*. M^^MSk MHB^BtMwMtSSiraHM j. «f ^<,' den wodieWurzelntiefhinein 

I iiimcu.und warme, trockene, 
sciunige Lage; die Pflanzen 
/ chen nach Blüte ein und 
MHissen dann gegen Feuchtig- 
keit geschützt werden, damit 
SIC nicht nochmals austreiben, 
weshalb eine geneigte Lage 
mit gutem Wasserabzug not- 
wendig ist, sowie eine trok- 
, , ,,, ^ ^^ ■ ^'C•3«^^ kcneWinterdeckeausKiefern- 

'^Xj i^fl^^^H '^'^<^^''^ ^'^^^ dergleichen; im 

Jv^k '^ ^' ^Hi^^H I ruhiahr muß man die jungen 

I^Br^ ***"'' 1 *i|^i ' "<* ^fl^^^n Triebe in der ersten Zeit etwas 

itrl'' '^^SWJhL;"*«-^^»»'"^ JnH^U '^''-'^^" Spätfröste schützen; 
«fc^A- . ..^^asm^^. J^^^jmsM^^m \ „mehrung durch Wurzel- 

stecklingeoderdurch krautige 

Stecklinge imFrühjahr,Samen 

keimen langsam, wenn nicht 

ganz frisch. Pflanzen erst im 4. Jahre genügend stark; Verwendung in geeigneter Lage 

und mit der nötigen Vorsicht als prächtige Garten- und Parkstaude, auch für Schnitt wertvoll. 

Othonöpsis cheirifölia siehe Laubholzbuch. — Otternzunge siehe Polygonum Bistörta. 

Ourisia (Dicliröma) coccinea : chilenische Scrophulariacee mit niederliegenden Trieben, herz- 
förmigen, gekerbten, etwas behaarten Blättern und röhrigen, lebhaft scharlachfarbenen, hängenden 
Blüten in endständigen Trauben, Mai-Juni; K u 1 tur im Alpinum in sonnigen bis halbschattigen Lagen in 
moorigem Boden ; Vermehrung durch Ausläufer ;Verwendungfür Liebhaber, Winterschutz. 

Oxalis Acetosella, Sauerklee: bekannte, zierliche, 5 bis 12 cm hohe, heimische Oxalidacee 
mit 3 zähligen Blättern und zart rötlichweißen Blüten, April-Mai ; Verwendung für schattige humose 
Lagen im Alpinum für Liebhaber. — O. violäcea aus Nordamerika mit schuppig-knolligem Wurzel- 
stock und rosapurpurnen Blüten im April, ist eine reizende Waldpflanze. 

Oxygräphis glaciälis [Ficäria oder Ranünculus glacialis) : niedrige, sibirische Ranunculacee mit 
elliptischen, dicklichen, gestielten Blättchen und einzelnstehenden, 2 cm breiten, gelben Blüten ; K u 1 1 u r 
etwa wie Ranünculus ulpestris. Nicht identisch mit dem weißen echten Ranünculus glacialis. 

Oxyria digyna, Säuerling: kleine, 10 bis 15 cn hohe, kahle, alpine Polygonacee mit langge- 
stielten, nierenförmigen Qrundblättern und kleinen Blütchen in endständigen Rispentrauben, Juli-August, 
zur Fruchtzeit durch die blutroten Fruchtflügel auffällig; Kultur auf Qeröllhalden im Alpinum, nur 
botanisch wertvoll. 

Oxytropis, Spitzkiel — Pap i 1 i on aceen — 10 bis 30 cm hohe, harte Alpenpflanzen mit nieder- 
liegend-aufstrebenden Stengeln, unpaar gefiederten Blättern und endständigen, ährigen Blütenständen, 
Juni-August ; Kultur im Alpinum zwischen Felsgestein (so daß die Wurzeln tief hineindringen können), 
wo die Pflanzen sonnig und trocken stehen ; Vermehrung durch Samen, Teilung meist schwierig ; 
V e r w e n d u n g für Qesteinspartien und Alpenwiesen. 




Abb. 304. Pucc 
iphot. F. Zem 



(/ Veilcliii. 0,0 / 

Hort. Veitch). 



Oxytropis— Paeönia 



281 



O. [Anigullas\ Blankenshipii lO. Besseyi), Verein. Staaten (Wyoming), 10 bis 20 cm, silberblättrig, 
Blüten purpurn, in diL'hti'n Ähren, gilt als gute Alpine; O. campestris, Europa, Sibirien, Nordamerika, 
gelblich oder selten hiauviolett. Blättchen wollhaarig; O. montäna, Alpen, 8 bis 10 cm, dichtwüchsig, 
Laub blaugrün, Blüten rotpurpurn, später violettblau; O. sericea (0. Hüllcri), Schottland, Pyrenäen, 
Rumänien, lila, Blättchen seidenhaarig; O.pyrenäica, Spanien, 8 bis lo cm. samtig-seidig behaart, 
Wuchs lockerer als bei montana, weißgrau behaart, Blüten purpurn mit violett. 

Pachistima iPac/ivatima. Pucliystigiiui) siehe Lanbholzbucli. — Pachylophvs caespitösus siehe 
OenotMra. — Pachypleürum Simplex siehe \'eogayu. — Pachysändra siehe Lauhholzbnch. — Pae- 
deröta Agerla und P. Bonaröta siehe Verönica. 




Abb. .^05. I'ucüiüa chincmiig J'l. pl.. gefüllte chinesische Pfingstro: 



Paeön/a, Pfingstrose — Raniinculacecn — P>ekaiinte. aufrechte, dickwurzelige, 
buschige, schönblühende Stauden wie .\bb. ()0 und .304 bis .M)(>. Blütezeit meist .Juni : K u 1 - 
tur in möghchst nahrhaftem, tiefgründigem, besser schwerem als leichtem Boden in son- 
niger Lage, zur Triebzeit flüssigen Dung geben; Vermehrung durch Teilung im Septem- 
ber-Oktober, wenn Laub im Absterben oder abgestorben ist (besser als im ganz zeitigen 
Frühjahr), man pflanze nicht zu tief, so daß die Wurzelkrone nur etwa drei I-inger stark 
mit Erde bedeckt ist. und lasse die Pflanzen so lange als möghch ungestört; sie blühen erst 
im dritten .lahre nach der Pflanzung wirklich reich ; Anzucht aus Samen langwierig. Wurzel- 
veredlung für schnelle X'ermehrung wertvoller Neuheiten anwendbar; \'e r Wendung als 
erstklassige Gruppen- und Rabattenstauden, wie auch in Masse im Park ; ausgezeichnete 
Schnittblumen. 

P. albiflöra, Sibirien, bis 7.s eni. Stengel mehrblütig. Blüten weiß oder rosa, einfach, 
wie Abb. (iO. gute Gartenformen sind var. .. C e 1 e s t i a 1 ". rosa, und var. purpiirea, purpurrot, 
diese Art ist die Stammart der P. chinensis: P. anemonaeflöra Hort.. Form aus dem 
Kreise der albiflöra. Blüten einfach, tiefrot; P. anömala iP. lolnita). Nordeuropa-Sibirien- 
Turkestan. kahl. Blätter wie bei tenuijolia. aber weniger zerteilt, Blüten einzeln, einfach, rosa- 



282 



lila, Anfang Mai ; P. arietina, Südeuropa. Blätter blaugrün oder purpurn überlaufen, unter- 
seitsbehaart. Blüten grol.!,einfach,hellpurpurn, Mai; P.c/j/nens/s"*)(Ao/ö///o/-övar.s/>!(*;z5/5). 
gefüllte ostasiatische Kulturform mit unzähligen üartensorten (man vergleiche Abb. 305 und 
die farbige TafellX), von denen wir folgende als erstklassige gefüllte hervorheben: weiß 
oder gelb weiß: .alba triümphans". kräuselig gefüllte Schalenform, Schale weiß mit zart 
lila Schein. „Aßmannshausen". lockere Nelkenform, reinweiß, spät, „Duchess de Nemours", 
Schale reinweiß. Füllung gelblich mit grünlichem Schein, „festiva mäxima". Rosenform, 
reinweiß mit elfenbeinfarbigem Untergrund, sicher blühend, eine der besten weißen, „Le 
Cygne". reinweiß, vielleicht beste weiße Sorte. „Marie Lemoine", elfenbeinweiß, „Mad. 
Crousse", schneeweiß, „Solfatare". Schale reinweiß, Füllung hell schwefelgelb. — Zart 
oder lilarosa: „Baronesse Schroeder", fleischfarben, später milchweiß, „Jeanne d'Arc", 

groß, locker gefüllt. Schale pfirsich- 
blütenfarben, Füllung rahmweiß, 
„Madame Charles Leveque", Rosen- 
form, dicht gefüllt, zart fleischfarben 
rosa, sehr gut, „ Madame de Galhau", 
Rosenform, außen lilarosa, Füllung 
rahmgelb mit lilarosa Mitte, „Ma- 
dame .lules Ehe", dicht, fein zartrosa, 
„Modele de Perfection", Schalen- 
form, warm rosafarben, „Prinzeß 
Charlotte", zart rosa, durch späte 
Blüte wertvoll. „Solange", fleisch- 
farben mit lachsfarbener Füllung, 
„Triomphe del'exposition de Lille", 
große Nelkenform . silbrig rosa. 
„Wiesbaden", weiß, fleischfarben 
undhellrosa.— Dunkelrote Töne: 
„Felix Crousse", kirschrot, „nigri- 
cans", samtig dunkel amarantrot, 
locker gefüllt, „Adolphe Rousseau", 
ausgezeichnete dunkelrote, „rubra 
triümphans", tief dunkelrot, wir- 
kungsvoll, „Victoire de l'Alma", 
magentarot mit purpurn und sil- 
brigem Schein; von einfachen 
Sorten s?ien genannt: „Angelika Kauffmann", weiß mit lila Hauch in Knospe, niedrig, „Holbein", 
hell seidig rosa und „Watteau", großblumig, licht fleischfarben, in Knospe teerosenfarbig; P. 
corallina, südlich. Mittel- und Südeuropa, 50 bis 80 cm, einfach, purpurrosa, April-Mai ; P. 
Emödi, W.-Himalaya. bis 50 cm. kahl, Blüten zu 3 bis 8. hängend, reinweiß; P. Mloko- 
sewitschü [P. MlokosicwiczU) . Kaukasus. 50 bis 80 cm. dunkle Belaubung. safrangelb, 
einfach. Mai, gut; P. officinälis, südliche Alpen. Wurzel spindelförmig, kahle Form der 
peregrina, sonst wie diese, gute Formen der officinälis sind: alba plena, reinweiß gefüllt, 
miitcibilis plcna , im Aufblühen zart fleischfarbenrosa, dann weiß, rubra pl. [purpiirea pl.), 
bekannte schöne dunkelpurpurne Sorte der alten Bauerngärten, wäy/ (ra/v/«//;/.) im Aufblühen 
leuchtendrosa, später heller ; P.pararföxa, Südeuropa, ähnlich der folgenden, aber niedriger, 
Blätter kleiner, feiner zerteilt, mehr blaugrün, Blüten purpurn, mittelgroß, Mai ; P.peregrina, 
Südeuropa, Wurzelstock kriechend. 50 bis 80 cm. Blätter und Stengel wenigstens im oberen 
Teile behaart, altbekannte Gartenpäonie. Blüten karminpurpurn, auch weiß und rosa, einfach 
und gefüllt, Mai-.luni; P. tenuifölia, Kaukasus. 30 bis 40 cm, Laub sehr fein zerschlitzt. 
Blüten einfach, glühendrot. auch gefüllt (var. p/cna): P. Veitchii (Abb. 304). Westchina. 
Laub zierlich zerteilt, blaugraugrün, Blüten einfach, purpurn karminrot, zu mehreren an 
einem Stengel, nickend, Mai-Juni, interessant; P. Wittmanniäna, Kaukasus -Persien. 
50 bis 70 cm, Blätter breitlappig, glänzend, Blüten becherförmig, mittelgroß, matt- 
schwefelgelb mit dunkleren Staubblättern, einfach, April, seltene schöne Art, doch gilt als noch 
schöner P. macrophylla aus dem Kaukasus ; von Wittmanniäna wurden Hybriden gezüchtet 
mit chinensis. die Lemoine in den Handel brachte, und mW peregrina. die von G. Arends 




Abb. 300. Paeoniu Wittmanniäna liyljrulu 
(G. Arends, Ronsdorij. 



Tafel IX, 




I Tiiit P/i/ox pa/iuu/afa-Pormen. 



[^aeöiiia— Pantoffelhlumc 



als P. Wittmanniana hybrida 

(Abb. 306) verbreitet werden und 
sämtlich für Kultur (Park. iWassen- 
wirkung. ke'ne Schniltblumenl sehr 
empfehlenswert sind, die letztge- 
nannten blühen Anfang bis Mitte 
Mai. ihre Blütenfarbc wechselt von 
schwefelgelb zu lachsrosa: die spä- 
teste Sorte ist „Le Printemps", Blüten 
an Marechal Niel-Rosen erinnernd, 
leitet in Blütezeit zu den ofticinalis- 
Formen über. 

Paeönia arbörea (P. Moutan) und 
P. lutea siehe LaiibhuUhuch. 

Pallenis croätica, Dornkopf: eine 
istrisch - dalmatinische K o ni p o s i t e, 
40 cm hoch, Blätter geöhrt oder leier- 
förniig, Blütenköpfe gelb, cm breit, 
Hüllblätter sehr stechend, liebt sonnige 
Hügel, Macchien; bei uns wohl nur im 
Süden ganz hart; für Liebhaber in Felsen- 
anlagcn versuchswert. 

Pampasgras siehe Gym'riiiiii. 

Pancicia \ Pinipirn'lla i serbica ist eine 
nur zweijährige Umbellifere. 

Paacrätium illyricum: südeuro- 
päische, schöne, in der Tracht an unsere 
bekannte Clivia gemahnende Amaryl- 
1 i d a c e e mit bis 40 cm hohen Blättern 
und schönen Blütenständen von weißen, 
prächtig duftenden Blüten, Mai -Juni; 
Kultur in sehr durchlässigem, leich- 







Abb. 308. Puniciim virgulum. 
(G. .\rends, HuiisdorO- 



tem, sandigem Boden in sonniger, war- 
mer Lage ; die großen Zwiebeln .^0 bis 
40 cm tief legen und im Winter trockere 
Decke geben; Vermehrung durch 
Brutzwiebeln im Herbst, doch Pflanzen 
jahrelang ungestört lassen ; V e r w e n - 
d u n g als sehr hübsche Zierpflanze im 
Garten für erfahrene Pfleger im Süden 
des Gebietes. Auch P. miirUimniii. Mittel- 
meergebiet,. 30 bis 40cm.. luli-September. 

Paniculäria siehe (l/vc&ui. 

Pänicum, Hirse: hohe, auf- 
rechte Ziergräser, deren Tracht aus 
den Abb. M)l bis .30« ersichtlich ist; 
Kultur in kräftigem, tiefgründigem 
(iartenboden in sonniger Lage; \'e r- 
nichrung durch Teilung; Ver- 
wendung als Einzelpflanzen auf 
Rasen ; Blütenstände für X'asen- 
dekorationen brauchbar. 

P. mäximum U\ uliissiniiitu. 
I'. jiinicntönim) . Guineagras, 
.\bessinien. bis über l.S ni. in käl- 
teren Gegenden W'interdecke i.Abb. 
.307 i;P.vir;fäfum, östliches Nord- 
amerika. ()..S bis 1 /// . Belaubung 
etwas bräunlich schimmernd (.Abb. 
Mm\. härter, aber nicht so schön 
wie vorige .Art. 

Pantoffelblume siehe Caiceoläria. 



284 Papäver — Parnässia 

Papäver, Mohn — Papaveraceen — Bekannte Zierstauden mit fiederlappigen 
Blättern und langgestielten, ansehnlichen, lebhaft gefärbten Blumen, man vergleiche die far- 
bige Abbildung auf Tafel X; Kultur in etwas sandiglehmigem, gut durchlässigem Qarten- 
boden in sonniger Lage, es empfiehlt sich die Anzucht in Töpfen, damit man mit Ballen 
auspflanzen kann ; Vermehrung durch Samen, oder die grol.len Arten (wie Orientale) durch 
Wurzelstecklinge nach der Blüte; Verwendung als prächtige Rabattenstauden und die 
kleinen Arten besonders im Alpinum; sowohl der türkische Mohn wie der sibirische sind 
sehr wertvolle Schnittblumen. 

P. alpinum (P. Bürseri. P. Ki^rneri). Alpen, nur bis 15 cm, Blätter 1 bis 2 fach fieder- 
schnittig, fenchelartig, fast kahl, Blüten weil.'), rosa, gelb oder orangefarben, Juni-Juli, bei 
var. lacinidtum Blumenblätter zierlich geschlitzt und gefranst; für Felspartien, aber auch für 
Einfassungen im Garten brauchbar; P. anömalutn, ■A\\n\\c\\niidicaule. kräftigerwachsend, 
Blüten gelb und weiü (var. albnm) ; P. bracteätum ( /-*. Orientale var. bracteatum), Kaukasus- 
Persien, wie om7?/a/£', aberBlüten mit großen, laubartigen Hochblättern, etwas früher, glänzend 
dunkel scharlachrot, ebenfalls mit schwarzem Grundfleck; P. nudicaüle, sibirischer 
Mohn, Islandmohn, nördliche gemäl.iigte Zone, ähnlich alpinum. aber bis 25 cm hoch, 
Blätter nicht so fein zerschlitzt, Blüten auf festen, drahtartigen Stielen, bei der Stammart 
gelb, von Ende April bis zum Herbst, zu erwähnen die Formen var. albiim, reinweiü, var. 
minidtum. leuchtend orangerot. und var. siilpliiireiini, schwefelgelb ; ausgezeichnet für Beete, 
oft zweijährig kultiviert, im Amurland vertreten durch var. amiin'nse, W bis 75 cm, Blüten 
schön in allen Schattierungen, von dieser Varietät dürften die neuen hohen Formen ab- 
stammen, die in England als „Sunbeam" oder gigantc'iim gehen ; P. Orientale, türkischer 
Mohn, 0,5 bis 1 m. Blüten sehr groli, in wundervoll leuchtenden Farben, Ende Mai-Juli, 
man schneide die Blüten für Vasenschmuck noch in Knospenform, nach dem Abblühen schneide 
man die alten Stiele und das absterbende Laub ab. da Ende August der neue Austrieb ein- 
setzt; jungen Pflanzungen gebe man im Winter einen Bodenbelag; von den vielen Garten- 
sorten seien als sehr gut hervorgehoben : atrosangii/neum mdximum, soll Württembergia 
übertreffen, „Fürstenkind", fleischfarben mit rosa und schwarzen Flecken, „Goliath", 
bis 1,5 ///, brennend scharlachrot, größte und schreiendste in Farbe (Fernwirkung, Massen), 
„Großfürst", dunkelzinnoberrot, „Mrs. Perry", sehr groß, aprikosenorangegelb, einen 
Ton dunkler als Prinzeß Victoria Louise, „Orange Queen", leuchtend orange-scharlach, 
„Oriental King", sehr groß, scharlachrot, „ Perry s White", reinweiß, am Grunde 
schwarz gefleckt, „Prinzessin Victoria Louise", zart lachsrosa. „Proserpina", 
rein lilarosa, im Verblühen heller, „Royal Scarlet", bewährte, leuchtend scharlachrote 
Sorte, „Rembrandt". Scharlach mit lachsorange Schein, sehr schön, großblumig. „Silber- 
blick", helleuchtend lachsrot. mit weißen Grundflecken, „Württembergia", tiefkarmesin- 
blutrot. sehr gut; P.pyrenäicum (P.rhacHiciim). europäische Gebirge, alpinum sehr ähn- 
lich, aber Blätter nur einfach fiederteilig, weich behaart, Blüten weiß oder gelb; P.radicä- 
tum, arktische Art vomT\'p des alpinum und pyrenaicunu niedrig, dicht, grauzottig behaart, 
Blüten zitronengelb, echt aus Samen, für Alpinum. 

Papäver sty/öpborum siehe Stylöptwnim. — Pappelrose siehe Altha^a. 

Paracäryum aagustifölium (P. azüreum, Cynoglössu/ri racemösum) : bis iOcm hohe Borraginee 
aus den kleinasiatischen Gebirgen mit rasigem Wuchs, reich behaarten Trieben und schmalianzetthchen 
Blättern sowie himmelblauen Blüten in vielblütigen, doldigen Cynien, im Juni-Juli; Kultur und Ver- 
wendung im Alpinum in sonnigen trockenen Qesteinslagen, etwa wie Onösma. 

Paradisea Liliästrum (Antlu'ricum oder Czdckia Liliastrum). St. B r u n o - L i 1 i e : Alpen , 
Pyrenäen, Apenninen, bis 50 cm, Blüten in einseitswendiger Ähre, großglockig, duftend, 
Mai-Juni; besser var. wö/'ö/-, Blüten an kleine Gladiolen gemahnend, und vor allem var. ^§'/^ßrt- 
tt^um, bis 75 cm, Blüten wie kleine Madonnalilien; hervorragend, setzt nie Samen an; sonst 
siehe Anthericum. 

Pardaathus sielie Relamcända. 

Paris quadrifölia, Einbeere: Europa, Sibirien, gütige, 15 bis 30 cm hohe, trillium- 
ähnliche Liliacee mit kriechendem Rhizoni, aufrechtem Stengel mit vier quirlständigen, 
ei-elliptischen Blättern, zwischen denen die einzelnen grünlichen Blüten stehen (Mai-Juni), 
die sich in eine schwarze Beere umwandeln ; als Schattenpflanze in humosem Boden brauchbar. 

Parnässia palustris, Herzblatt, Studentenröschen: niedrige 10bis20r/H hohe 
Saxifragacee. aus der nördl. gemäßigten Zone, mit langgestielten, herzförmigen Grund- 
blättern und hübschen, weißen, gestielten Einzelblüten mit 9 bis 15 drüsigen, gewimperten. 



Parnässia — Passerina 



285 



verkümmerten Staubfäden am Grunde jedes Blumenblattes, wodurch die Blumen wie mit Tau- 
tröpfchen besetzt aussehen. Juli-August; Kultur in feuchtem, sumpfigem, etwas humosem 
Boden, am besten auf Wiesengrund an Quellen. Bächen usw., verträgt auch Halbschatten; 
N'ermehrung durch Teilung und Samen; X'erwendung für nasse Wiesen im Park, wo sie 
verwildern kann; hübscher die etwas früher blühende /-". a/pc'stris (/■'. ulpina). — Die nord- 
amerikanischen .Arten sind sehr ähnlich und die etwas größere, schmuckvollere /-". mibicola 
aus dem Himalaya entbehrt der eigenartigen Blütengebilde fast ganz. 

Parochetus communis: Hochgebirgs-Legu m i nose von Westchina, dem Himalaya und Afrika, 
mit kriechendem Phizoin, 5 bis 8 cm. 0.v(///.v-artige Massen bildend, Blüten zu I bis 2, schön enzian- oder 
veilchenblau. April-Mai bis später, liebt warme, etwas feuchte Lagen und sollte aus westchinesiscbem 
Samen bei uns vermehrt werden. 




/'a/uiiiiiii HaiiiHila. 40 



Paron/cA/a, Mauerraute — C aryoph yllaceen — Winzige, kriechende Polsterpflanzen mit etwas 
dicklichen, schmalen Blättchen und sehr kleinen, gebüschelten, blumenblattlosen Bliitchen, im Juni, die 
durch die eigentümlichen häutigen Nebenblätter verdeckt werden ; K u 1 1 u r in Mauerritzen in sonniger 
Lage oder auf steinigem, gut durchlässigem Untergrund ; Vermehrung durch Teilung ; Verwen- 
dung im Alpinum, dazwischen frühblühende Zwiebelgewächse. 

P. argentea, Mittelmeergebiet, niederliegend, silbrig graugrün, fast kahl ; P (Anychia) argyröcoma, 
östl. Nordamerika, bis 15 cm. aufstrebend, Blätter silbrig schuppenhaarig, gilt als härteste: P- Kapela 
(oft fälschlich Ao/'^//('c), Istrien, Blätter länglich lanzettlich, silberköpfig; P. serpyllifölia, Süd- und 
Westeuropa, dicht angepreßt, Blätter rundlich. 

Pärrya \Clieinintlms. H^sperix) Menziesii: westamerikanische, bis 20 cm hohe Cru c i f e re mit 
dickem, verzweigtem Wurzelstock, lanzettlich-spateligen Qrundblättern, die dicht sternhaarig sind, und 
hellpurpurnen Blüten in Doldentrauben, an Aubrietia gemahnend; Kultur usw. im Alpinum etwa wie 
.Wultliiola. Schöner sind die asiatischen P. Ermannii. P. exscdpa u. a.. aber schwieriger in Kultur. 

Parthenlum integrifölium, Praerie-Ampfer: Kom pos i te aus den mittleren Vereinigten Staaten. 
Wurzelstock knollig, Blätter länglich eiförmig, Blütenstände bis 1 m mit vielen weißen Blütenköpfchen 
in dichten Doldenrispen; soll als Blattpflanze für trockne Böden versuchswert sein. 

Passerina nivalis siehe im Laubholzbuche unter Tlivmelai'a. 



286 



Passiflora — Peiitastfemon 



Passiflora incaraäta, Passionsblume — Passifloraceen — Üppige, kahle Schlingstaude aus 
Virginien, mit bis über lU m langen Trieben, Blätter 3 lappig, Blüten einzeln, achselständig, weiß mit 
purpurner Nebenkrone, Mai-Juli, Früchte länglich, gelb; Kultur in trockenem, sandigem Boden in 
sonniger Lage; Vermehrun g durch Samen; Verwendun g in warmen Lagen als hübscher Schlinger 
für Pergolen, Lauben, alte Bäume, Veranden ; in kalten Wintern leichte Bodendecke. — Auch P. cae- 
rulea aus Brasilien, mit großen, duftenden grünlichweißen und blau-purpurnen Blüten an geschützten 
Mauern verwendbar, im Herbst niederlegen, gegen Nässe decken. 

Patrinia scabiosaefölia, Qoldbaldrian : waldmeisterartige, etwa 25 cm hohe, kahle Valerianacce 
aus dem Amurgebict nut IcNeitormigcn Grundblattern ficderschnittigen Stengelblättern und kleinen, 
gelben Bluten m rispigLn Doklentnuhcn Juli Kultur nn Alpinum an begrasten, trockenen, sonnigen 
Hangen Vermehrung durch Kilun^ nn Pruhi ihr nur tur Liebhaber. Hbenso die japanische P. giü- 
bosa 30 bis 40 tm Blatter herztornu^ tui Hilhschattcn 

Pechnelke siehe Viscwui. 
Pediculäris , Läusekraut: Halb- 
schmarotzer, die man nur dann in Kultur 
erhalten kann, wenn man sie mitsamt 
den Nährpflanzen in großen Polstern 
herauslöst und diese im Alpinum zum 
Anwachsen bringt. Man vergleiche über 
die heimischen Arten dieser Scrophu- 
1 a r i a c e e n - Gattung jede Flora. Ganz 
prächtige Arten sind aus Westchina be- 
kannt. Eine hat man auch durch Aussaat 
bei uns zum Gedeihen bringen können, 
eine dauernde Einbürgerung ist noch 
nicht gelungen, obwohl sie in großen 
Parks, auf Waldwiesen und im Gebüsch 
eine Rolle spielen könnten. 

Peganum harmäla: 30 bis 60 cn 
hohe, etwas halbstrauchige, südeuro- 
päische Zygophyllacee mit wieder- 
holt geteilten Blättern und einzelnen 
grünlichweißen Blüten, Mai -Juli, wie 
Abb.3L9; K u 1 1 u r an trockenen, sonnigen 
Plätzen im Alpinum; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung nur für 
Liebhaber. 

Pelargönium Endlicberiäuvm °s), 
Pelargonie : buschige, aufrechte, weich 
behaarte Qeraniacee aus dem süd- 
lichen Kleinasien und Nordsyrien, mit 
kräftigem Wurzelstock, grundständigen, 
gestielten herzförmigen, gelappt -ge- 
kerbten Blättern und tief rosalilafarbe- 
nen, dunkel geäderten Blüten in vier- 
bis zehnblütigen Dolden auf bis 30 cm 
hohen Stengeln, Juli; K u 1 1 u r in sandige r 
Rasenerde in sonnig-trockener Lage an 
Felsenmauern oder im Alpinum ; winter- 
hart, recht zu empfehlen. 

Pellaea atropurpürea : harter, 
Trockenheit liebender, nordamerika- 
nisch-mexikanischer Felsenfarn, Wedel 
15 bis 20 cm lang, eilanzettlich, doppelt gefiedert, tlaugrün, Spindel braun; liebt Kalk. 

Peltäadra virgiaica, Pfeilaron: nordostamerikanische, [bis 80 rw hohe Ära cee mit spießpfeil- 
förmigen Blättern und grüner, bis 20 cm langer Spatha, Mai-Juni, Beeren grün; Kultur und Verwen- 
dung etwa wie Ca//a palustris. 

Peltäria alliäcea, Scheibenkraut: nach Knoblauch duftende, heimische, etwa 30 cm hohe C r u c i- 
fere mit stengelumfassenden Blättern und kleinen, weißen,''doldentraubigen Blüten, Mai-Juli; Kultur 
in jedem nicht zu schweren Boden; Vermehrung durch^Teilung und Samen ; nur für Liebhaber von 
Interesse. 

Pennisetum (Gymnöthrix): 1 bis 2 m hohe schmuckvolle Ziergräser, die wie das Pam- 
pasgras kultiviert und verwendet werden können; siehe Gynen'nm. 

P. japönicum, China, bis 1 //;. Ähren einzeln, mit weißem Haarschwanz, bis 1 an lang, 
härter als P. latiföUum, Argentinien, Montevideo, 1 bis 2 w, wie Abb. 26. Ähren mehrere 
an jedem Haupttrieb; P. triflörum, Ostasien, bis über 1 in, wie Abb. 310. 
Pentastemott siehe Pcntstünon. 




Abb 310 Penmseti m tntloii 
(pl ot A Pirpu I 



Penthörum— Pericome 



287 




Peathörum sedoides: ostnordamerikanische, aufrechte, kahle, bis 50 cm hohe Crassulacee mit 
lanzettlichen, gezähnten Blättern und kleinen, grünlichen Blüten in endständigen, gabeligen Cymen,.)uli- 
September ; K u 1 1 u r an sumpfigen Orten. 

Pentstemon, Bartfaden — Scrophulariaceen — Nordamcriknnische, aufrechte, 
buschige Stauden mit i;egenständigen, ovalen oderlanzettliclien Blattei u luid schönen Blijten in 
reichbliitigen Rispentrauben, 
meist Sommer und Herbst; 
Kultur in gutem, etwas san- 
digem und humosem Oarten- 
büdcn in eher trockenen als 
feuchten, aber warmen l.agen ; 
VermehrungdurcliTeiiung, 
Saat oder Stecklinge; \'er- 
wendung als gute i^abatten- 
stauden im Garten, die niedri- 
gen Arten auch im Alpinum 
Unter den vielen .Arten hebi i; 
wir nur folgende hervor. doJi 
gelten vor allem auch P.con 
fMiis. P. Hdllii und /-". lin: 
arioides noch als hart. 

P.arizönicus i l'.^Liluinn 
stenosc'puliis) (.Abb. ,512i, .i'i 
cm. Blätter schmal, tiefgrün, 
Blüten mittelgro/J , helipur- 
purn; P. barbätus (var, coccinciis oder var. Torn'yi) {Clielöne barbcita). .Nordmexiko, bis 
1,5 in. Wurzelstock kriechend, Blütenrispen schlank, verzweigt, pyramidal, scliarlachrot, auch 
weiß. rosa, lila, violett. ,luli bis September, prächtige Rabatten- oder Gruppenstauden für tief- 
gründigen guten Gartenboden, im Winter leichte Reisigdecke, es gibt Kreuzungen mit /'. 
virgatus und wohl auch mit ClicIonc ohliqiia. die als Chelone barbata bybrida gehen, nicht 
über 1 m. wertvoll; P. Davidsönii, Noidwestamerika, halbstrauchig, niedrig, rasig, blau- 
grün, Blüten prächtig rosa, fürs Alpinum: P. Digitalis iP. lae\<ii;dtus\zr. Dinitalis\. östliche 
N'erein. Staaten, bis über 1 in. Laub breitoval, oben grün, Blüten weilJ mit dunkler Zeich- 
nung, Mai-.luni und Herbst; P. diffüsus, Oregon, 40 bis 50 cm, Blätter tief gezähnt, 
Blüten blauviolett, .luni-.Iuli; P. gläber, 30 bis .^0 cm. Blätter kahl, etwas blaugrün, Blüten 
violettpurpurn. .\\ai-,luli; P. glaucus (.\bb. 31 1 1. nordwestl. .Amerika, kahl, blaugraugrün, 
bis 3(1(7//, Blüten rispig. lila oder viulettpurpurn ; P.ovätus, h\s 1 ///. etwas behaart, Blätler 

dünn, hellgrün, Blüten ultra- 
marin bis tief rosapurpurn, 
l'jide iWai bis ,luli, zuweilen 
bis Oktober; P.puöescens, 
4(1 bis 30 an. Blätter behaart, 
Blüten weil.) bis tief violett oder 
purpurn, .luni-.Iuli, die hierher 
gestellte var. „Southgate 
Gem" ist eine sehr hübsche, 
abernicht winterharte Garten- 
sortcdie wohl zugentianoides 
gehört ; P. tubiflörus,hOh\s 
hO cm. Blätter cilEnzeltlich, 
F^lüten ziemlich grol.l, weiß mit 
lila Hauch, ,luni-,luli und Sep- 
tember; P. virgätus, Neu- 
mexiko, 40 cm, Biäfterschmal, 
graugrün, Blüten hell-lila. 
Pericome caudäta : süd west- 
.Abb. 312. r\-nlsU;non anzcnicus. 0,3 /// nordamerikanische breitbuscb- 

Ige, autrechte, bis uoer 1 m tione 




288 



Pericome — Phaca 



Komposite mit dreieckig-herzförmigen, langzugespitzten Blättern und gelben, nach Heu duftenden 
Blüten in dichten Doldentrauben, August-September; Kultur in leichtem, sandig-lehmigem Boden in 
heißen sonnigen Lagen ; gelangt sonst bei uns nicht zur Blüte, im übrigen aber ist die Pflanze in solchen 
Lagen ganz hart. 

Peröwskia atriplicifölia ist eine lavendelartige, bis 75 cm hohe, strauchige Labiate aus Zentral- 
asien ; siehe Laubholzbuch! 

Pestwurz siehe Pctasites. 

Petalostemum purpureum [Dülea piirpurea. P. violdceum), Prärieklee: hübsche, aufrechte, 30 bis 
40 cm hohe, nordamerikanische Papilionacee mit feinen, unpaar gefiederten Blättern und purpur- 
violetten Blüten in dichten, kopfigen Trauben im Juli-August, wie Abb. 313; Kultu r in sandig-lehmi- 
gem Boden und sonniger, trockener Lage ;Verniehrung durch Samen ; V e r w e n d u n g auf Rabatten 
oder in Qesteinsgruppen ; blüht lange und Blüten zum Schnitt geeignet. 

Petasites, Pestwurz — Kompositen — Üppige, wuchernde Stauden mit breitherz- 
förmigen großen Blättern und vielehig zweihäusigen strahlenlosen Blütenköpfchen in eben- 

strauliigen Blütenständen auf grund- 
ständigem Schafte; Kulturmühelos 
in feuchtem Boden; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung nur 
m großen Park- und Qesteinsan- 
1 igen siehe Arten. 

P. (Nardösmia oder Tiissildgo) 
fragrans, W i n t e r h e 1 i o t r o p , 
\\ittelnieergebiet, LS bis 30 cm, 
Blatter während oder nach Blüte, 
rundlich, Blüten rosapurpurn, nach 
\anille duftend. ,lanuar-März; für 
geschützte, auch trockenere Lagen 
in schwerer Erde, beste der Arten, 
aber auch durch unterirdische Aus- 
hufer lästig; P. japönicus var. 
giganteus, Sachalin, ähnlich offi- 
( ina/is. aber bis über 1 m. Blätter bis 
-lO cm breit, wirkungsvolle Ufer- 
pflanze für große Anlagen; P. ni- 
\ eus, Alpen, Blätter dreieckig-herz- 
förmig, unterseits schneeweißfilzig 
lur große Gesteinsanlagen und 
Wasserläufe; P. officinälis (P. 
hybridus . P. vulgaris). Europa- 
Nordasien, bis 40 cm, Blätter rund- 
lich-herzförmig, unterseits dünn be- 
haart. Blüten März -April vor den 
Blättern, nur für große Anlagen und feuchte Orte, wo sie ungestört verwildern kann ; P. 
palmätus {Nardösmia palmata), Ostasien, Nordamerika, bis 00 cm, Blätter kreis- oder 
nierenförmig. tief 7 bis 1 1 lappig, unterseits weißfilzig. Blüten weißlich bis purpurlich. April- 
Juni, duftend, liebt sumpfige Lagen. 

Petrocällis {Drdbci. Ziziu) pyrenäica, Steinschmückel : in Mitteleuropa heimische alpine Cruci- 

t rosettigen, lederigen Blättchen und 3 bis 5 cm hohen Stengeln mit rosa Blüten, Juni-August; 

und Verwendung im Alpinum in Felsspalten oder auf Geröllhängen, nur für Liebhaber. 

Petrocöptis, Felsbrech — CaryophyUaceen — Lychnis nahe verwandte Felsenpflanzen aus 

den Pyrenäen, abweichend von der Lichtnelke durch mehr dachziegelige Knospenlage und gebartete 

oder wollige Samen ; sonst wie l.ychnis, werden oft als Annuelle behandelt ; siehe auch Arten. 

P. Lagäscae (Lychnis l.agascae). bis 15 cm, Laub kahl und blaugraugrün, untere Blätter schmaler 
als bei folgender, Blüten hell rosa mit weißer Mitte, Juni bis August; viel schöner ist P. pyrenäica 
{Lychnis pyrenuica), bis \Q cm, Wuchs niederliegend-aufstrebend, Blätter blaugrün, kahl, fast lederig, 
Blüten hellrosa, Juni-Juli, was als granclißöra rösea geht ist etwas dunkler in Blüte, sehr kulturwert, 
auch weiß, var. alba. 

Peucedanum verlicilläre siehe Tommasinia. — Pfahlrohr siehe Anirido. — Pfefferminze siehe 
Mentha. — Pfeilaron siehe Peltcindra. — Pfeilkraut siehe Sagidäria. — Pfingstrose siehe Paeönia. 
— Pfingstveilchen siehe Viola cuculläta. — Pfriemengras siehe Stipa. — Phaca siehe Astrcigalus. 




PttuloslLI 



(pht 



■ piiipwcum Prarieklee 30 < 

t. A. Purpui). 



f e re 
Kuli 



289 



PhaceUa (Ei/toca) sericea: 15 bis 20(7« hohe, rauh und zottig behaarte, nordwestamerikanische 
H y d r op h y 1 1 a c ee mit linealfiederteiligen Blättern und kleinen, lila Blüten in dichten, zusammen- 
gesetzten Ähren, Mai-Juni; in trockenen, sonnigen Lagen im Alpinum versuchswert. 

Phaeopäppus (Cfntaumn amblyolepis: kaukasische Komposita mit rosa Blüten für trockene 
sonnige Lagen; sonst wie Ccntaiiira. 

Phalängium siehe Atfln'riiUin. — 
Phalängium esculentum siehe Ca- 
riuissüi. 

Phälaris {Baldiniferia. Digid- 
p/iis) arundinäcea, Qlanzgras: 
bekanntes heimisclies. 1 bis 2 w 
hohes Ufergras mit kriechendem 
Wurzelstock. aufrechten, rauli be- 
blätterten StenjTchi und einseits- 
wendigen. etwas rotlicli überlaufe- 
nen Blütenrispen. Juni-. hih:in Kultur 
meist die Form var. picto oder m'co- 
lor und neuerdings die verbesserte 
Form sup'Jrha . das sogenannte 
Bandgras, mit anfangs weil.'irot, 
später gelblich gestreiften Blättern. 
nur bis 1 tu hoch ; Kultur in feuch- 
ten, sonnigen Lagen im Garten oder 
im Park als L'ferpflanze: X'ermeh- 
rung durch Teilung. 

Phegöpteris alpestris siehe Atliy 
li'uu iilpestrc. — Phegöpteris decur- 
sivo-pianäla, P. Dryöpteris, P. hexa- 
gonöptera, P. polypodioides uml /'. 
Robertiäna siehe Aspii/iuiii — Phel- 
ländrium aquäticum siehe Ocruiiillic. 

Phleum alpinum, Lieschgras : eine 
unserem gemeinen Tiiuntheegras sehr 
ähnliche. 15 bis 5U cm hohe Qebirgsart 
mit violett überlaufenen Ahrenrispen. 
Juli- August; K u 1 1 u r an grasigenPlätzen 
im gröUeren Alpinum oder an etwas 




Saiiiia. Brandkraut, 60 i 




Abb. 315. Phlox divaricala var. Laoliami. Form des kanadischen Phlox, 20 cm 
Tarnuci-Sclincidcr, L'nsere Fri;ilandslaiiden. 3. Autlage. 



.\^c^d^l 
19 



290 



Phleum— Phlox 



feuchten Stellen zwischen Gestein im Park ; Vermehrung durch Teilung; nur für Liebhaber, ebenso 
die mehr Rasen bildende P. Micheli aus den Alpen. 

Phlömis, Filzkraut — Labiaten — Hohe, aufrechte, behaarte, buschige Stauden 
mit an den Enden der Triebe quirlständigen, sitzenden, hübschen Lippenblüten. Mai bis Juli; 
wie Abb. 314; Kultur in offenen warmen Lagen und nicht zu schwerem, durchlässigem 
Boden; Vermehrung durch Teilung oder Samen; Verwendung für grolJe Gesteinsan- 
lagen, sowie auf Rabatten und auch im Park. 

P.//eröa=venf/, Südfrankreich, 
40 bis (iO c/n. Blätter eilanzettlich. 
Blüten rosenrot; P. Sämia, Klein- 
asien, ähnlich der vorigen. Blätter 
schmäler, Blüten gelb (Abb. 3 1 4); P. 
tuberösa, Südeuropa-Asien, Wur- 
zelstock knollig, bis 1 ///, Blätterherz- 
förmig, Blüten purpurn; P. viscösa 
(P./?usse/iäna),Syrien,halbstrau- 
chig. etwas höher, rauher behaart, 
Blätter herzeiförmig. Blüten gelb. 

Phlox, Flammenblume — 
Polemoniaceen — Aufrechte 
oder niedrige Stauden mit einfachen, 
gegenständigen , eiförmigen oder 
lanzettlichen Blättern und rispigen 
oder doldigen Blütenständen mit 
schön gefärbten Blüten, siehe Abb. 
3 1 5 bis 3 1 7 und die farbige Tafel IX; 
Kultur in jedem guten, durch- 
lässigen , frischen Qartenboden in 
sonniger Lage; Verm eh rungdurch 
Teilung (Pflanzzeit meist Frühjahr, 
bei den Sommerblühern bis Ende 
Mai), Stecklinge (Frühjahr oder auch 
später) und Samen; Verwendung 
der höheren Arten als ganz vorzügliche Rabatten- und Parkstauden, wie auch für Schnitt; 
die niederen wie Ar(>ndsii, clivaricdta, pilösa usw. für Gruppen im Garten, während fürs 
Alpinum vor allem die swö«/a/a-Formen in Betracht kommen. 

ALPHABETISCHE LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 

amoena 290 glaberrima hybrida .... 291 pilosa-Formen 291 

Arendsii-Pormen 291 — suffruticosa -291 reptans 291 

aristata 291 involucrata 290 setacea-Formen 291 

canadensis-Formen .... 290 Laphami . . ■ 290 stgii^ria 291 

"^1!"^ 291 maculata (Abb.316) • • • ■ 292 gf^i^nifera '.'.'.'.'.'.'.. l'iX 

caro miana 29 — hybrida-Formen .... 292 , , , r- -.m 

decussata-Formen .... 292 Nelsonü 291 subulata-Formen 29 

divaricata-Formen(Abb.315) 290 nivalis 291 suffruticosa-Formen .... 291 

Douglasii 290 ovata 291 verna 291 

glaberrima 291 paniculata-Formen (Abb.317) 292 Walteri 290 

1. Niedrige (meist nur 10 bis 40 cm), im Frühjahr (April-Juni) blühende Arten. 

P. amoena iP. involucrata. P. Walteri). Ostnordamerika, rasig, ohne sterile niederliegende 
Triebe, bis 20 cm. behaart, Blätter schmallanzettlich, Blütenstände dichtdoldig, magentarot. 
April-Mai; bei var./o/. var. Blätter gelblich-weißbunt, jung rosa, für Gruppen und Alpinum; 
P. divaricäta [P.canadensis), Kanada, bis 30 rw, mit sterilen Ausläufern, Blütendolden 
auf straffen Stielen, hellhimmelblau, (April-)Mai-Juni, hierher var. alba, Blüten weiß und für 
uns vor allem wichtig var. Laphdmi typica iP. Laphdmi Perry's Var.). vom Typ durch 
größere, violette, länger dauernde Blüten abweichend und Lapliami „Vi ölet Queen", 
dunkelviolett, siehe Abb. 3 1 5, blüht Mai (bis Anfang Juni) ; alle Formen für Schnitt und zum 
langsamen Treiben wertvoll, prächtige Frühlingsgruppenpflanzen; P. Douglasii, Nord- 




Abb. 316. P/ilox maculata. gefleckte Flammenblume, 

(G. Aronds. Rcnsdorfi. 



westamerika. Alpine vom siibiihUa-Typ. Blüten lila purpurn ; P. oväta (f. Carolina, P. caro- 
linicina Hort.). Ostnordanierika. niedrige, straffe Büsche, bis 40 cm. Dolden purpurrot. Juni: 
P. pilösa (/-'. aristcita). \'ereinigte Staaten, 30 bis 40 cm, Blätter schmal, behaart. Dolden- 
rispen leuchtend rosa. .iuni. Gegenstück zu clivaricdta, besonders die neue Form „Bri 1 lan t". 
leuchtend dunkelkarmin, Mai-.luni. und sp/cndcfis. grol.lbkimig. leuchtend karminrosa : P. Stel' 
läria U\ sctücea Wilsonii Hort.), östl. X'ereinigtc Staaten, steht siihii/ün/ nahe, aber Lappen 
der Blumenkrone tief eingeschnitten. April-.Wai. hicriicr wohl alle schicferblaucn Kulliir- 
formen, wie var. atrolildcinu , var. 
lildcina, var Nelsönii (P. subuldta 
var. Nelsönii Hort.) und var. Wil- 
sonii (var. ,.G. F\ Wilson"), schön 
schieferblau ; zwischen Stcllaria und 
suhuluta viele hybride Formen, wo- 
zu die Sorten wie,, aldboroughensis", 
„Perfection" usw. gehören: P. sU' 
buläta (P. setäcea), Ostnord- 
amerika, rasig, 10 cm. Blüten rosa. 
April-Mai. siehe die farbige Abb. auf 
Tafel 11. hierher sind zu stellen die 
meist unter seracca gehenden, sehr 
kulturwerten Gartenformen, wie var. 
atropurptirea , 10 cm. purpurn mit 
dunklem Auge, var. „Brightness", 
leuchtend lachsrosa, sehr gut, var. 
Mocrlieimü, kräftige Polster, leuch- 
tend karminrosa, var. ni\'dlis (P. ni- 
valisWori., var. „l.enzschnee"), rein- 
weil.), var. ..Sprite", karminrosa mit 
dunklem Auge. var. „\'ivid". leuch- 
tend lachskarmin. sehr gut. doch in 
strengen Wintern leidend: P. suf^ 
fruticösa {P. glabcnima var. siif- 
fniticösu] . Ostnordamerika, bis ,50 
cm, Blüten in großen Dolden, fleisch- 
farben oder weil.), Juni, wertvolle 
Formen sind: var. „Magnificence". 
leuchtend purpurkarmin, var. „Dr. 
Hornby", gut rosaweilJ. sehr gut. 
var. „Snowdown", reinweil.) : diese 
Art blüht oft bis zum Herbst, bildet 
gewissermaßen den (''bergang zu 
Gruppe 11 und verlangt gesclüitzten. 

aber trockenen Standort und Schutz gegen Winternässe, übrigens gehen a\s paniciilata in 
Kultur F'ormen. die mit dieser Art verwandt sind und mit derechten paniciildla {dcciissdta\ 
nichts zu tun haben: P. reptans tP. stolonifera, P. venia). Ostnordamerika, von siihulutu 
abweichend durch breitere, behaarte Blätter. Blüten tiefrosenrot. April-.Iuni, verträgt etwas 
Halbschatten. 

11. Höhere i0..i bis 1,2 m\, im Sommer und Herbst (.luli bis Oktober) blühende Arten. 

P. Arendsü'-'), von G. Arends gezüchtete Rasse aus Kreuzungen von P. diraricara- 
Formen mit solchen von P. paniciildta und suffniticosa. sie setzen den Flor der Frühjahrs- 
phloxe fort und blühen vor den panicalafa -Formen (Ende Mai bis Ende .Iuni, oder bis An- 
fang Juli). Höhe ir> bis 60 cm. von Sorten gelten als sehr gut: „Charlotte", .50 bis 60 cm. 
weiß mit hellila Schein und dunkellila Auge. ..Grete". 50 cm. weiß, „Luise", 60 cm. hellila 
nüt lilakarmin Auge. „Sophie" 4i) bis 50 cm. reinweiß. Schlund zartrosa: sie sind mit Blu- 
men geradezu überschüttet und retnontieren. wenn nach Blüte etwas zurückgeschnitten, bis 
in den Herbst: P.glaberrima, östl. Nordamerika, steht P. ovuta nahe, aber üppiger: wichtig 
sind die G. .Areiidschen P. glabcnima hybrida, die aus Kreuzungen mit den iiiaciilata hybrida 




Abb. .^1 



Plilo.x piinuuldld. Stauile))pl)l 
Qartenforiiien ki. Arends. i< 



292 Phlox— Phuöpsis 

hervorgingen, bis 1,20 m. straff aufrecht, blütenreich, Blüten kleiner als bei den paniculata- 
Hybriden. sehr schön leuchtend purpurrosa; P. maculäta, wie folgende, aber Stengel meist 
braun gefleckt, Blütenrispen lang. Blüten klein, rotviolett, sehr duftend, siehe Abb. 316, hat 
mit folgender zum Teil die Gartenformen geliefert; einer Kreuzung mit siiffniticosa ent- 
stammt P. maculäta hybrida mit langgestielten Blütenständen, wertvoll, da vor den panicu- 
/ßra-Formen blühend; es sei verwiesen auf die Sorten: „Alpha", 1 bis 1.5 m, rosarot mit 
Auge. ..Rosalinde", karminrosa. dunkler als Alpha, und ..Schneelawine", rein weil.), alle im 
Juli-August blühend; P. paniculäta (P. decussäta), Ostnordamerika. 0.5 bis 1 m, auf- 
rechte, dichte Büsche mit straffen Stengeln, eilanzettlichen, kahlen Blättern und schönen 
Rispendolden, hierher viele Gartenformen, die zum Teil aus Kreuzungen (die dann die eigent- 
lichen deaissata-Formen darstellen) hervorgegangen sind, sie gehören zu den allerwert- 
vollsten Garten- und Parkstauden (siehe Abb. .317 und die farbige Darstellung auf Tafel X), 
wir heben folgende erstklassige Sorten hervor: A. höherwachsende: a) weiße Töne: 
..Frau Anton Buchner", blendend schneeweiß, großblumig, Juli, ..Frl. von Laßberg", 
dichte Dolden, reinweiß, Juli. ..Rheingau", größtblumige weiße. August-September; ferner 
„Europa", weiß mit karminrotem Auge, und „Sommerkleid", ähnlich, üppiger, bis 
1,5 ni, großdoldig. mit dunkelrotem Auge. — /)) rosa in lila und purpurnen Tönungen: 
„Gefion", mäßig wüchsig, aber schön zart und warm rosa, als besser gilt „Mrs. Rut- 
gers", „Gruppenkönigin", fleischfarbenrosa mit karmin-purpurnem Auge, riesige Dol- 
den, spät. „Jules Landeau". leuchtend rosa. „Kücken". Farbe ähnlich „Gruppenkönigin", 
aber 4 Wochen früher (Juli). „Lofna". zart silbrig rosalila. großdoldig. Sämling von Laß- 
berg, „Mad. Paul Dutrie". zart kattleyenrosa mit weißschattiert, „Meteor", leuchtend kar- 
minrosa. Mitte etwas heller; „Mrs. Mill y van Ho boken". prächtig zart rosa— ci lachs- 
rosa Tönungen: „Amerika", leuchtend lachsrosa mit karminem Auge, großblumig. 
„Elisabeth Campbell", hell lachsfarben mit rosa Zentrum. August, „Evelyn", leuchtend 
lachsrosa. „Wiking", üppig, groß, lachsrosa, bester Septemberphlox. — d) leuchtend rote 
Töne: „Baron van Dedem", leuchtend scharlachorange mit dunkler Mitte, sehr groß- 
doldig und großblumig, „Dr. Königshof er", leuchtend orange -Scharlach mit dunklerer 
Mitte, „Feuerbrand", leuchtend dunkel orangescharlach, dunklere Mitte, großblumig. 
„General van Heutsz", orangescharlach mit weißer Mitte. August, jetzt verbessert durch 
„Vold Jensen", „Et na", orangescharlach. ziemlich spät. „G. A. Ströhlein". glühend 
orangescharlach mit dunklem Auge. „T h o r". blendendlachsrot. sehr gut. August. — c ) k ar m i n 
und purpurne Töne: „Eclaireur". dunkel violettkarmin. Mitte heller, Juli, „Imperator", 
bis über 1.2 /«, leuchtend dunkel karminrot mit noch dunklerem Auge, spät, ähnlich, aber 
niedriger „Deutschland"; „Mrs. Scholter". dunkellachsrosa. „Rosenberg", leuch- 
tend karminviolett, August-September. „Septemberglut", lachskarmin. spät. „William 
Ramsey", leuchtend dunkelpurpurn. „LeMahdi". purpurviolett, bei trübem Wetter sowie 
morgens und abends beinahe veilchenblau schimmernd.— ,/y lila Töne: „Antoine Mercier", 
dunkellila. Mitte weiß. „Braga". lilarosa mit hellem iWittelspiegel. „Eugen Danzan- 
villier". mattlila mit weißer Mitte. Juli-August. „Lord Raleigh". violettblau, sehr gut. 
„ Wan ad i s". lilafarben wie P/i. divaricata. mit karmin violettem Auge. Juli-August. „ W i d a r" . 
violettblau mit weißer Mitte. Juli-August. — B. niedrige: „Belvedere". rosakarmin. 
„Clara Benz", leuchtend karminrosa, „Flora Hornung", weiß mit großem, karmin- 
rotem Auge. „Frühlicht", lichtrosa, großdoldig. sehr früh, „Freia". licht fleischfarben 
mit hellrosa Knospen. „Hermine", sehr niedrig, dichtdoldig. weiß. „Otto Scharmer", 
leuchtend lilarot. „Tapis blanc", großblumig, blendendweiß. 

Phragmites communis {R. vulgaris, Anindo Pliragmites), Schilfrohr: bekannte, 
heimische Wasserpflanze mit weitkriechendem Wurzelstock, schlanken, aufrechten, bis über 
2 m hohen Stengeln und überhängenden, ausgebreiteten Rispen. August-September; nur 
für große Teiche im Park zu empfehlen, aber dann sehr charakteristische Bestände bildend 
in seichtem, stehendem Wasser, wuchert; var. aiirea hat gelbbunte Blätter und goldgelbe 
Rispen. Eine besonders üppige Form ist var. pseudodönax, Niederlausitz, bis fast 10 /«. 
Blätter bis 5 cm breit. Stengel bis 2 cm dick. 

Phuöpsis siytösa iAsptm/a ci/idta. CnicianHIa atylosa): niedrige, harte, kriechende, waldnieister- 
artige R u b i a c e e mit quirligen, lanzeltlichen Blättern und kleinen, l<arminiosa oder purpurnen Blüten 
in endständigen, kopfigen Ähren, Mai-Juli; Kultur in nicht zu schwerem Boden und sonniger oder 
leicht schattiger Lage; Vermehrung durch Teilung und Samen; Verwendung für Einfassung 
von Staudengruppen im Garten und grol3e Qesteinsantagen, wo sie nichts Wertvolles überwuchern kann. 



PhygC'lius— PhysostOgia 



293 




Abb. 318. P/ivsa/is l-ruiulietii. Lateriieiinflaiizc, Früchte 



Phygelius capensis: hübsche, aufrechte, bis etwa 75 cm hohe, eigentlich strauchige Scrophu- 
lariacee vom Kap, mit breiteiförmigen Blättern und schönen, glänzenden, röhrigen, b cm langen, 
hängenden, roten Blüten in reichblütigen, aufrechten, endständigen, ährig-rispigen Blütenständen, Juli- 
üktober; Kultur in gutem, durchlässigem Gartenboden in warmer, sonniger Lage, im Winter gute 
trockene Decke; Vermehrung durch 
Teilung oder Stecklinge und Samen; 
V e r w e n d u n g als sehr hübsche, meist 
als empfindlich geltende Rabatten- 
pflanze. 

Phyländrium ist ein verstümmelter 
Katalogname für PUeUdndnum. — Phy- 
litlls siehe Scolopcfidruim. 

Physalis, Judenkirsche, 
Lampionpflanze, Schlutte — 

Solanaceen — .aufrechte. buschige 
Stauden mit Wurzelausiäufern. ei- 
förmigen Blättern, wenig ansehn- 
lichen, kurzglockigen, einzelnen. 
nickenden, weil.ilichen Blüten und 
kugeligen, orangefarbenen, elöbaren 
Beerenfrüchten, die in scharlach- 
farbenen. aufgeblasenen, ballonar- 
tigen Kelchhüllen stecken, wie .Abb. 
.?1«; Kultur in frischem, etwas 
kalkigem, steinigem Boden und son- 
niger Lage : \' e r m e h r u n g durch 
Teilung; \' er wen düng auf Ra- 
batten, wie im .Alpinum und Parke. 
wo sie wuchern kann, vor allem wegen der lange haltbaren Fruchtzweige, die prächtiges 
Schnittmaterial liefern. 

P. Alkekengi, Europa-.Asien. M) bis (»0 c/ii hoch, in allen Teilen kleiner als folgende .Art. 
früher blühend: P. franc/ief//, Japan, bis I ///, schonerund empfehlenswerter, wie .Abb.. S Ib. 
Frucht August-September: eine Form davon ist P. Bunyärdii, die sehr reich fruchtet. 

Physäria (\'esicdna] didymocärpa: 
niederliegende, sternhaarige Cru ei- 
fere aus Norduestamerika mit ganz- 
randigcn Blättern und gelben Blüten in 
kurzen Trauben ; K u 1 1 u r usw. etwa wie 



Physochlaena orientälis: tiefwur- 
zehide. aufrechte, bis 40 cm hohe, arme- 
nisch kaukasische Solanacee mit 
triihjirünen, behaarten, nach der Blüte 
sich" \ergrößernden Blättern und trüb- 
lilapurpiirnen Blüten in endständigen 
CMnösen Dolden, Mai; Kultur im 
Halbschatten in guter, leichter Wald- 
(ider Gartenerde; Vermehrung durch 
.'^amen oder Teilung: Verwendung 
im Park in geschützten Lagen unter 
lichten Baumgruppen, im Winter Laub- 
> lecke. P.^rondiflora aus Tibet ist drüsig 
:ichaart und bat viel größere grüngelbe 
i;lüten in lockeren Blütenständen. 

Physöptychus gnaphalioides: klei- 
ne, hochalpine, persische, etwas halb- 
strauchige, kaum 8cm hohe Crucif ere 
mit grauen, sternhaarigen Blattroselten 
und goldgelben Blüten. Kultur usw. 
u ie Venicariu. der sie sehr nahe steht. 
Ob bei uns versucht? 

Physosiegia virginiäna iP. 
virgi'nica Hort. Dracoa'phalurn vir- 
finianiiitn. Falscher Drachen- 




Abb. 3\9.P/ivtci 



I orhicularc. kugelige Teufelskralle. 30 i 

lOr.g,. Runsdorii. 



294 



Physostfigia— Phytoläcca 



köpf: aufrechte, buschige, 1 bis 1,5 m hohe, nordostamerikanische Labiate mit Wurzel- 
ausläufern, quirlständigen, eilanzettlichen, gezähnten Blättern und hellrosalila Lippenblüten 
in aufrechten, dichtblütigen. langen, endständigen Ähren. Juli -August; von Formen zu 
erwähnen var. alba, Blüten weiß. var. alba grandiflöra , großblütiger und eine niedrige 
Form des Typs var. nana (geht als Dracoa'phaliim Regc^ii), ebenso var. compdcta rösea; 
Kultur in jedem fruchtbaren, etwas feuchten Gartenboden; Vermehrung durch Teilung; 
X'erwendung als gute Rabatten- und Gruppenpflanze auch für Schnitt. 

Phyteüma, Rapunzel, Teufelskralle, Triftwurz — Campanulaceen — Harte, 
heimische Stauden mit eigenartigen, violetten oder blauen Blüten in Köpfchen oder Ähren 
wie Abb. .31') bis MO: Kultur der höheren Arten in jedem guten, etwas lehmigen, tief- 
gründigen Gartenboden und der niedrigen alpinen Formen in Gesteinsspalten in nicht allzu 
sonnigen Lagen; Vermehrung durch Samen oder Teilung im Frühjahr nach Beginn des 
Triebes; Verwendung im. Garten. Alpinum und Park, wie angedeutet. 







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Abb. 320. Phyteüma Siitcuclizeii. Alpenrapunzel, 40 cm i(j. Arends, Ronsdorfi. 



P. (Podcinthum) campanuloides, Kaukasus, robuste Art. bis über 60 cm. Blüten tief- 
violett in lockeren Ähren. August; P. comösutn, Alpen, kleine Polster, 5 cm, Blüten in 
Köpfchen, unten hellila. oben „:hwärzlich purpurn. Mai-Juni, im Alpinum. in engen Spalten 
senkrecht abfallender Felsen, im Winter mit Sand umgeben, nur bis zur Blütezeit gießen. 
Winterschutz, prächtig, aber nur für Erfahrene; P. hälleri, ,\lpen. bis 1 w, Blüten tief- 
violett in länglichen Ähren. Juni-Juli; P. hemisphaericum, Alpen. 3 bis 10 cm, Blüten 
blau oder weiß, in kugeligen Blütenständen, .luli-August, fürs Alpinum ; P. nigrutn, heimisch, 
20 bis 50 cm, Blütenstände eiförmig, dunkelviolett. Mai-Juni, für ziemlich schattige Lagen 
im Park geeignet; P. orbiculäre, heimisch. 15 bis 50 cw, Blütenstände kugelig, himmel- 
blau, wie Abb. .310, Mai-Juni; P. Scheiichzeri, ähnlich voriger, meist etwas höher, auch 
für Felsen, wie Abb. .320; P. spicätutn, heimisch. .3t) bis SO cm, Blütenstände länglich, 
Blüten gelblichweiß, an der Spitze grünlich, iWai-.Iuni, für den Park, auch etwas schattig. 

Phytotäcca americäna fP.decändra), Kermesbeere: ostnordamerikanische. auf- 
rechte, bis über 2 m hohe, nur oberwärts verästelte Phytolaccacee mit dickem, fleischigem 
Wurzelstock, rot angelaufenen Trieben, wechselständigen, eilänglichen Blättern und röthchen 
Blüten in langgestielten, zylindrischen Trauben. .luli-August. die später, wenn die schwarzen 
Beeren reifen, überhängen; Kultur in jedem guten Gartenboden; Vermehrung durch 
Teilung im Frühjahr; Verwendung besonders für halbschattige Lagen in großen Parks, 
im Herbst röten sich die Pflanzen hübsch, im Winter Laubdecke. — Ebenso hart und hübsch, 
aber gedrungener im Wuchs ist Ph. acinösa, Himalaya, Ostasien, Blütenstände bis 15 cm 
lang, Früchte blauschwarz. 



PiUiL-lria— Pinguicula 




Abb. 321. Pini^nuiilu alpiiia. Alpen-Fettkraut, 5 



Piluläria globulifera. Pillenfarn : eigenartige, heimische Marsiliacee mit 0,5 m weit kriechenden Sten- 
geln und pf riemlichen, 3 bis 1 0cm langen Blättchen ; nur für Liebhaber an schlammigen Stellen kulturwert. 

Pimpinella, Blbernell: aufrechte, heimische Umbelliferen mit gefiederten Blättern und weißen 
oder rosa Blütendolden, Juni bis September; Kultur auf trockenen sonnigen Wiesen oder steinigen 
Hängen, wie auch in Felsritzen i/-". a/pestris); Vermehrung durch Samen; Verwendung im Al- 
pinum und Park in etwas lehmigem Boden, für Liebhaber. 

P. alpestris, 15 bis 30 cm. kahl, Stengel rundlich, gerillt; P. major (P. magna L. zum Teil), 0,5 bis 
1 m, Stengel kantig, gefurcht, hierher var. rösea, Blüten rosa; P. Saxifraga, 30 bis 60 cm, der ersten 
ähnlich, aber üppiger! Stengel unten behaart, noch feiner gerillt, Dolden mehrstrahlig. 

Pimpinella rotuadifölia siehe Scaligi'ria. — Pinellia tubifera: harte chinesische A r a c e e mit 3-tei- 
ligen Blättern, die bei uns noch kaum versucht wurde. 

Pinguicula'), Fettkraut — Lentibulariaceen — Niedrige Stauden mit rosettigen, klebrig-drü- 
sigen Blättern und einzelnen, veilchenartigen Blüten, wie Abb. 32 1 ; K u 1 1 u r dieser sogenannten Insekten- 




2q6 



Pinguicula— Pleurosp^rmi 



fressenden Pflanzen in gut feuchtem Boden auf moosigem Grunde in sonniger oder halbschattiger Lage; 
Vermehrung durch Samen; V er w en d ung für erfahrene Liebhaber im Alpinum, die Blätter sterben 
ab und die Pflanze überwintert als wurzellose Knospe. 

P. alpina {P.ftav^scens), Blüten weiß, wie Abb. 321 ; P. graadiftöra, Westeuropa, Blüten violett mit 
Weiß, größer als bei vulgaris, Mai-Juli; P. vulgaris, Blüten blauviolett, alle bei uns heimisch, blühen 
im Sommer. 

Pippau siehe Crepis. — Pirola (Pirulu] siehe Pyrola. 

Pisum fortnösum ist eine kleine hochalpine Erbse aus Kleinasien mit paarigen Blättchen und 
großen, rosa Einzelblüten, die im Alpinum versucht werden sollte. 

Pitryospermum {Pilliyrosperma) acerinum siehe Cimicifuga. 

Plantägo, Wegerich: von dieser Gattung kommen in der Hauptsache nur folgende alpine Arten für 
uns in Betracht: P. argentea, mittel- und südosteuropäische Gebirge, Blätter rosettig, seidig behaart 
(Abb. 322), Schaft stielrund, 15 bis 30 cm, mit weißlichen, dicht eiförmigen Ähren, Mai-Juni, für sonnige 




\bb ^ 



Felsen im Alpinum: P. nivalis, Spanien, kleiner als vorige, mehr weißzottig behaart und rasig, schönste 
Art, für sonnige Stellen im Alpinum. 

Plantägo uniflöra siehe Utorella. 

Piatanthera bifölia, Stendelwurz: verbreitete, heimische Orchidee mit knolligen Wurzeln, auf- 
rechten, bis 4(1 cm hohen Stengeln mit 2 elliptischen Blättern und weißen, duftenden Blütenähren, Mai- 
Juni ; Kultur usw. siehe unter Orcliis. — Weniger hübsch ist P. chloräntha (P. montüna), Blüten gelb- 
lichweiß, fast ohne Geruch, blüht etwa 14 Tage vor bifolia. 

Piatanthera viridis siehe Coeloglössum. — Platterbse siehe Ldl/iyms. 

Platycödon (Campdnula oder Wahlenb(>rgia grandißöra) grandiflörum, Ballon= 
blume: japanische, aufrechte, bO bis 70 cm hohe, buschige, etwas blaugrüne, kahle Cam- 
panulacee rtiit 5 bis 8 cm breiten, tief blauen oder weißen (var. alba) Glockenblumen, 
Juli-August, die var. Mariesii (P. Mariesii) ist nur 15 bis 25 cm hoch und blüht sehr reich, 
wie Abb. 323, hiervon auch eine weiße Form und eine größerblütige. var. macrdntha; 
Kultur in frischem, nicht zu schwerem, gut durchlässigem Gartenboden, halbschattig oder 
sonnig ; Vermehrungdurch Samen oder auch durch vorsichtige Teilung ; Verwendung 
als ausgezeichnete Gartenpflanze für Rabatten usw. 

Pleurospermum austriacum, Rippendolde: 0,6 bis 1,2 /;; hohe, hübsche regelmäßig verzweigte 
U m b e 1 1 i f e r e aus dem östlichen Mitteleuropa, Blätter 1 bis 2-fach fiederschnittig, Blüten weiß, Juni- 
Juli; in großen Gesteinsanlagen brauchbar. 



Plumbago— Pole 



297 



Blüten hellviültttblau, Septei: 



Plumbägo Larpeatae siehe Ceratostigmu plumlms^'inoides. 

Plumbago pulchella: amerikanische Plumbaginacee, b 
ber-üktobLT. Soll unter leichter Decke im Freien aushalten. 

Poa, Rispengras: von diesen bekannten heimischen Gräsern wird im üarten zuweilen P. triviälis 
var. variegiitu mit weißbunten Blättern, 50 bis 60 cm. ohne Ausläufer, als Einfassungspflanze in feuchten 
Lagen kultiviert; P.Chaixil\P.sud^tica),Q.bh\i 1,2 m. Blätter etwa 1 cm breit, schönes Schattengras; ferner 
kommen diverse alpine Arten fürsAlpinum in Betracht, wie z. B. P.caesia, 10 bis 25 cm. Blätter blau- 
grau, starr, als Polsterpflanze zwischen Felsen in sonniger Lage u. a. m. 

Podalyria siehe Baptisiu. — Podänthum campanuloides siehe Hiyteüma. 

Podän(/ium(A-'Ai'/Cüm</lvir^ätumiCi/m/)i;/;///(;i7/;i^(;/(; laus Kleinasien und dem Libanon, sowie die eben- 
falls dort heimische Art P.iP/iylcitrinn cordiföliuw (Campuriuhi mic/iuiixioides) sind zweijährige Pflanzen. 

Podophyllum, Alraun, Maiapfel — Berberidaceen — Eigenartige, etwas gif- 
tige, harte Stauden mit kriechendem, dickem Wurzelstock, langgestieHen, schildförmigen. 




Abb. 324. l'odophyllnm vcrsipcllc. Maiapfel. i)i 



gelappten Blättern und achselständigen, wenig auffälligen Blüten. Mai-.luni. wie Abb. 324. 
auf die Blüten folgen rote oder gelbe, eiförmige I-rüchte; Kultur in humoser. frischer Erde 
an halbschattigen Orten; X'ermehrung durch Teiliuig im Spätsommer oder Frühjahr; 
Verwendung im .'\lpinum und Park am Rande von (iruppen. 

P. Emödi\ Himalaya, 2.=. bis 40 cm. Blätter ,=l — 7 lappig, Blüten einzeln, weiß. Frucht 
leuchtend korallenrot, hierher die Form var. /najus. Blüten zartrosa an Christrosen erinnernd, 
Blätter jung rot marmoriert : P. Leichtlinii Hort, van der Eist, von Leichtlin eingeführte, 
botanisch noch unsichere I-orm, Tracht \\\c Eniodi, Blüten rosa. Frucht rot : P. peltätum, 
Nordamerika, der ersten ähnlich, aber Blätter tiefer gelappt. Blüten mit doppelt soviel Staub- 
gefäßen, Früchte gelblich, gute Waldpflanze, die mit ihren unterirdischen Rhizomen weite 
Flächen durchzieht; P. versipelle, China, ebenfalls sehr ähnlich, aber Blüten zu 4 — 5 achscl- 
ständig, trüb rötlich, wie .Abb. .^24. .Auch das chinesische P. pleiänthum sei erwähnt. 

Podospermum Jacquiniänum siehe Scorzoncni. 

Polemönium, Sperrkraut -Polemoniaceen — Niedrige oder mittelhohe Stauden 
mit gefiederten Blättern imd meist blauen Blumen in Rispen oder Büscheln. Mai bis Juni. 



2QS 



Polemöiiiiiiii 



wie Abb. 325; Kultur siehe die 
Arten; Vermehirung durcli Teilung 
und Samen; Verwendung siehe 
Lhenfills unten. 

P cärneutn, westlich. Verein. 
Staaten, reptans sehr nahe stehend, 
bis -lO (■/«. Blüten fleischfarben; P. 
coerüleum, Himmelsleiter. 
Euiopa-Asien. aufrecht. 30 bis 80 
cm Blüten himmelblau oder weiß 
(\ar alhiim), in drüsigen Rispen, 
iuni luli. auch eine buntblättrige 
Form. var. variegdtiim. in Kultur; 
hierher gehört auch var. himalay- 
dniini (P. hiinalciiciiiii Hort. ; P. 
coenileuin var. <rnindiftdniin. nicht 
das mexikanische P. i^rdiulißaritin). 
Blüten gröLier. dunkler. April-.luni ; 
P. confertum, nordamerikanische 
Hochgebirge, mit dickem Rhizom. 
1 ,=i bis 30 cm hoch, klebrig behaart, 
Blüten tiefblau oder weil.) [melitiim), 
kopfig gedrängt. Juni-Juli, nach Bier 
riechend, für sehr sonnige, trockene 
Lagen auf Geröllhängen fürs Alpi- 
num; P. gratidiflörum, Mexiko, ähnlich voriger, große blaue Blütenglocken (Abb. 325), 
leider heikel; P. reptans, Nordamerika, kriechend, 20 bis 25 cm hoch. Belaubung nicht 
drüsig. Blüten blaßblau oder weiß (var. alhiim). Mai-Juli, liebt feuchten, etwas schattigen 




Abh,j325. Polcmoniam giandißoriiin, großblütiges 
Sperrkraut, 20 cm iphoi. .\. Purpusi. 



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Abb. 326. Polygonuni alpinum, Alpen-Knöterich, 0.5 m (ü..\rcnd5, Ru 



^)lemötiiuni— Polygoiuii: 



299 



Standort und liumose Erde, als Einfassung brauchbar, wird aber leicht von Schnecken an- 
gefressen ; P, RichardsöniiHovt. (nicht Graham ''M, botanisch noch ungeklärte Form, 25 
bis -10 cm. Wurzelstock etwas kriechend, Blüten grol,'). himmelblau oder weilj (var. alhuiii), 
blüht zum ersten .Wal April-Mai und später meist nochmals .luli-August, gedeiht in jeder Lage. 

l'olemdnium \ irginicum siehe Merti'nsiu. 

Polygala, Kreuzblume: hiervon ist die kulturwerleste Art. I'. Cliainacbiixus, ein kleiner Strauch 
(siehe Laubholzhnch), während die anderen heimischen Arten wie etwa P. arndni, P. ci//n'stns iP. miciv- 
cdipa) usw. gelegentlich im Alpinum kultiviert werden, wo sie jedoch kaum mehr als botanischen 
Wert haben. 

Polygonätum, Hiobsträne, Salomonssiegel, Weißwurz— L i 1 i a c e e n— Harte, 
heimische Stauden mit kriechenden i^hizomcn und einfachen, aufrechten oder übergebogenen 
Stengeln, lanzettlichen oder eiförmigen Blättern und wcil.'ien Blüten. Mai-.luni ; Kultur in 
tiefem, etwas feuchtem Bioden und etwas schattiger Lage, bei genügender L'euchtigkeit aber 
auch sonnig; Vermehrung durch 
Teilung: Yervs'endung für Garten. 
Alpinum und Park zwischen Ge- 
büsch usw. 

P. commutätum (P. gigan= 
reu/n),östl. und mittl. Nordamerika, 
bis 1 ..5 m. Blüten zu 1 — s, Mai-.luli . 
P. latifölium. Balkan. Rul.lland. 
Kaukasus. 0..^ bis 1 //;, Blätter unter- 
seits kurzhaarig. Blüten zu 1— .Hang- 
gestielt. .N\ai-.luni. steht zwischen 
o/fkinalc und vcnicillatiim: P.fCon- 
valldriu) mulüflörum , .30 bis oo 
cm, Stengel gebogen, stielrund. 
Blätter nach oben stehend. Blüten 
hängend, zu 3 — ,S achselständig. 
Beeren schwarzblau, ähnlich das 
kaukasische /-". polydnthcmiim ; P. 
officinäle (Convulluria Polygonä- 
tum). wie multiflorum. 1 .5 bis 4.S cm. 
Stengel kantig. Blüten zu 1—2. 
Treibstaude; P. röseum, Sibirien. 
Tracht wie folgende, aber Blätter 
nicht wirtelig. lineal. Blüten schön 

rosenrot. Beeren rot. harte, sehr ((in-,. Hun. viinu.rin, Xcrricre.si. 

schöne Art; P. verticillätum, auf- 
recht, 30 bis 80 cm. Blätter quirlstäiidig. Blüten zu 1—3. Beeren rot. 

PoH'gonum, Knöterich — Polygonaceen — .Weist wuchernde, in der Tracht sehr 
variable Stauden mit einfachen Blättern und kleinen, unscheinbaren Blütchen. die aber meist 
zu ansehnlichen, ährigen oder rispigen, rötlichen oder weil.ien Blütenständen vereint sind, 
siehe .Abb. 320 — 333; K u Itu r zumeist in jedem Boden; X'erniehrung durch Teihmg. 
auch durch Samen; Verwendung als Rabatten-. Gruppen- und xor allem Parkstauden, 
vergleiche im übrigen die Arten. 

1. Hohe, aufrechte Pflanzen, o..^ bis 2..^ ///. 

P. alpinum, heimisch, bis 1 m. Blütenrispen weil.l. .Wai-.luli. wie Abb. ilh. für Rabatten, 
(Schnitt !i. Park und grol.ie Gesteinsanlagen, an frischen, sonnigen Hängen, nicht wuchernd; 
verwandt mit diesem, doch weit gröl.ier und üppiger ist P. divaricätum aus russisch Asien; 
P. amplexicaüle fP. nmltiflöruml. Himalaya, bis 1 m. Wurzelstock verholzend, Blätter 
herzförmig, stengelumfassend, Blütenähren schlank, leuchtend rot oder weil.'i (var. album), 
und tiefpurpurn (var. atropurpiircum). .August-September, gute Rabattenstaude (Abb. 329); 
P. Bistörta, 1 1 e r n z u n g e . W i e s e n k n ö t e r i c h . bis 1 m. Blätter eilanzettlich, untere 
Blattstiele geflügelt. Blütenähren rötlichweil.'i. Mai-.luli und nochmals nach Schnitt im .August- 
September, wie .Abb. 327. schön leuchtend rote Ähren hat var. siipcrbum. für feuchte Park- 
wiesen, üppiger ist var. ussuriense. .Amurland, Blüten hellfleischfarben in weit längeren 




Abb. 327. I\ 



L'SL'Mknöterich, 1 



300 



Polygonum 



Ähren; in Holland jetzt ein Bastard BistortaX sphaerostachynm von der Tracht der ZJ/'s/or^a 
supörbum, aber dunkler; P. compäctum. eine etwas gedrungener wachsende Form von 
Sieboldii, wie Abb. 328 ; P. lichiangense, Westchina, Tracht wie polystachyum, aber steif 
behaart. Blütenstände an P. baldschuanlcum erinnernd, .luli-Oktober, wuchert nicht so stark 
wie polystachyum ; P. perfoliätum Himalaya. Ostasien, ausgebreitet-aufrecht. Blätter groß 
und stengelumfassend. Blüten weiß oder lila, ziemlich groß, in Rispen, für Liebhaber, im 
Park ; P. polystachyum (fälschlich als P. amplexicaule var. oxyphylliim oder P. oxyphyllum 
bezeichnet), bis über 1.5 w, dichtbuschig. Blätter spitz-eilanzettlich. Rispen rosaweiß, duf- 
tend, September-Oktober, gut für Schnitt, sog. „Staudenflieder". Abb. 330. auch gut 
im Halbschatten, wuchert oft gleich den beiden folgenden Arten stark und kann lästig werden ; 




Abb. 32S. Polygoiniin i 



ctiiiii. Form des Japan-Knöterich 



\\.. Palmengartcn). 



P. sachalinense. Nordostamerika. Sachalin, sehr üppig, bis über 3.5 /;/. Blätter groß, 
länglich-eiförmig, Rispen weißlich. September-Oktober, wuchert sehr, dekorative Einzelpflanze 
und besonders für den großen Park nahe am Wasser zu empfehlen, wo es sich ausbreiten 
kann; P. Sieboldii fP. caspiddtiim Sieb. u. Zucc. nicht Willd.). .lapan. bis 2 w, nicht so 
üppig und eleganter als vorige, reicher blühend, rahmweiß. .luli-August. gute Einzelpflanze, 
auch für den Park, var. naniim nur halb so hoch und var. spcctdbile buntblättrig, schwächer 
wachsend, etwas empfindlicher; P. viviparum. ähnWch ßistorta. Blattstiele stets ungeflügelt, 
untere Blüten als Brutzwiebelchen ausgebildet; für frische Stellen; P. Weyrichii. Sachalin, 
bis 1 in, Rispen grünlichweiß, September, wie Abb. 33 1 . 

11. Niedrige, kriechende oder rasige Arten. 

P. affine'-) (P. Hninönis). Himalaya. Blätter lanzettlich. Ähren leuchtend rosa, bis 15 cm, 
August-Oktober, für Felspartien ; P. cilinöde, nordöst. Amerika. .lahresranken bis 4 in oder 
mehr. Blüten unscheinbar, weißlich ; zur Felsbekleidung, an Bäumen etc.; P. sphaerostä= 
chyum, Himalaya. bis 30 cm. ohne Ausläufer, kurze Stöcke bildend wie ßistorta, etwas 
breiterblättrig als affine und Blüten mehr karminrot. Mai-Juni, wie Abb. 332, ist selten, da 



Polygoiuim — PotamogC'ton 



301 




l'olvi^oiiiiin cnipU 



langsam wachsend und Samen schwer keimend ; P. vaccinifölium, Himalaya, 10 bis 20 cot, 
etwas halbstrauchig. Blüten leuchtendrosa. wie Abb. 333. Herbst. Winterdecke, fürs Alpinum. 
sehr wirkungsvoll in l^lüte. 

Polygonum isländicum sk'he Km'- 
m'nia. 

Polymnia uvedälia: iiordaiiicrika- 
nische Kompositu, 0,,5 bis 1 m, Blättur 
gegenständig, behaart, Blüten gelb, in 
lockeren Rispen, .Uili-Angust: für etwas 
feuchte, halbschattige Lagen, aber wcihl 
nur von botanischem Wert. 

Polypödium \ulgäre,Enge\' 
süß, Tüpfelfarn: bekanntes hei- 
misches Farnkraut mit kriechendem 
Wurzclstock. kahlen. derben winter- 
grünen, länglich -lanzettlichen, tief 
einfach fiederteiligen. oder bei var. 
cdinbriaini fast doppelt gefiederten, 
(ist sehr empfindlich iiu Winter). In 
bis 40 cm langen Wedeln: prächtige 
I-ormen sind die feingefiederten var. 
clegantissimiiiii und p/iiniösii;ii und 
die gekrausten var. cristatiiiii und 
^nindkcps, ferner die neueren var. 
pulclu'rriiniini. und insbesondere die 

cineiTi Spitzengewebe gleichende var. triilioiiunioliles. Blätter fast eine plumose l-lächc dar- 
stellend, aber sehr empfindlich; Kulturan schattigen huiuosen Orten i.Xadelwaldi an 1-elsen, 
BauiTistümpfen usw.; \'ermehrung durch Teilung; X'erwendung im .Alpinum und Park. — 
Weitere .Arten siehe unter Aspidiiim. 

Polyschemone {l.ycluiis) nivalis: seltene transsylvanisclie Lichtnelkc, die an Pctrocoplis Lai^ascae 
erinnern und wie diese beliandeli werden soll. 

Polystichum acrostictioides, P. aculeätum, P. anguläre, P. Braünli u. a. siehe Aspidiiini. — 
Polysticlium falcätum und P. Fortünei siehe CyrUinüum. 

Pontederia cordäta -- Fon tederiaceen — Nordamerikanische, aufrechte, bis 1 m 
hohe Wasserpflanze mit kriechendem, dickem Wurzelstock, langgestielten, glänzend grünen, 
tief herzeif()rmigen Blättern und diese überragenden, blauen Blütenähren. .luni-August ; Kul- 
tur in l.s bis 311 Uli tiefem Wasser, wo die Rhizome sich genügend im Schlamm einwurzeln 
können, so dal.i sie iin Winter nicht leiden ; bei fehlendem Wasserstand Winterdecke notwen- 
dig Vermehrung durch 
Teilung ; Verwendung 
als dekorative Pflanze für 
\' i'-'-ms und kleine Gewässer 
1 (larten und Park. 

Portenschlägia ( Alliamün- 
ramosissima {P. vcrucil- 
</l hohe, ästige Um bell i- 
i re aus Dalmatien mit sehr 
k nicn , dreifachfiederteiligen 
l'.l.ittLrn und gelben Blütendol- 
ikn nn Sommer; Kultur und 
\ e r \v e n d u n g etwa wie Atlia- 

Porteränthus siehe (idlcnia. 
— Porzellanblümchen siehe 

^a.xifrana umhrosn. 

Pota/no^e'fon, Laichkraut: 

viin diesen heimischen W'asscr- 
pllanzen lassen sich manche auf 
Teichen im Park einbürgern, 
vor allem die mit schwimmen- 
Abb. 330. A)/r?o«üm/;o/i'.s-tof/7rH/n, Standenflieder, 1,2 /;; ^Icn Blättern, wie /-'. mfans. 

(phrit. .\. l'urpusi. //;//7fl/;\ usw., andere mit unter- 




Potamogeton — Potentilla 




Polyg 



getauchten Blättern, P. crispns, lucens, perfoliatus usw. werden von Liebhabern zuweilen in kleinen 
Bassins kultiviert. Näheres in jeder Flora. 

Potentilla'^), Fingerkraut — Rosaceen — Meist niederliegend-aufstrebende, höch- 
stens bis Ol) cm hohe, buschige Stauden mit fingerförmig zusammengesetzten Blättern und 
hübschen, gelben, weißen oder roten Blüten in lockeren Rispendolden, vergleiche Abb. 334; 
Kultur in gutem, lockerem, tiefem, etwas sandig-lehmigem Gartenboden in sonniger Lage, 

oder die meisten Arten zwischen 

Felsgestein an warmen Hängen im 
Alpinum; Vermehrung durch Tei- 
lung oder Samen ; Verwendung 
der hybricla-^ovmtn als Rabatten- 
und Gruppenstauden, die übrigen 
zumeist im Alpinum oder an ent- 
sprechenden Orten im Park ; von den 
vielen fürs Alpinum geeigneten und 
empfohlenen Arten können wir hier 
nur einige hervorheben. 

P. alba, Mitteleuropa, rasen- 
bildend. Blüten weil,'). April, oft wie- 
der Herbst, gut zu Einfassungen; 
P. ambt'gua, Himalaya, bis 10 cm, 
rasig. Blätter grau behaart. Blüten 
einzeln, goldgelb. 2.5 cm breit, Juli- 
August, steht tridentata sehr nahe, 
wie diese zu x'erwenden ; P. argy^ 






mm 



Abb. 332. Polygonnm sphucro^lucliy 
25 cm lOrig., Ronsdt 



^^ ^0^^ 



Ahrenknöterich, 



Potentilla 303 

rophylla, Westhimalaya. 2(» bis AO cm. (Jmndblätter gedreit. derb, unten dicht weiü- 
filzig, Blüten gelb, bis .^Vw breit. Jiini-.August ; P. atrosanffuinea, Himaiaya, fast wie vo- 
rige, nur etwas üppiger, bis bO cm. nicht so reich behaart. Blüten dunkelrot. bei var. Gib- 
söni {..Gibson's Scarlefi leuchtend scharlachrot, sehr dankbar, zwischen beiden gibt es Hy- 
briden, ebenso von letzter mit nepalcnsis : P. aürea, heimische Gebirgsart. 10 bis 2.S cm. 
Blätter oberseits glänzend grün, unterseits auf Nerven seidig behaart. Blüten goldgelb mit 
orange Grund, .luni-.luli, für trockene Lagen im .Alpinum und grasige Hänge im Park. var. 
chrvsocrdspcdu (P. chrysocntspeda). Balkan, durch dreizählige Qrundblätter abweichend ; P. 
Clusiäna, .\lpcn. weilJblühcndes Gegenstück zu nitida. Blättchen fünffingerig. wertvoll im 
Alpinum ; P. hybrida fl. pL, unter diesem Namen gehen eine Reihe von gefüllten hybriden 




Abh. 333. Polygormm 



Vrtnds. konsdii 



Gartenformen, deren Blüten von Gelb. Orange bis zum dunkelsten Rot variieren ; es sind 
ausgezeichnete Schnitt- und Rabattenstauden, die etwa 0.,S m hoch werden und im .luni-.luli 
(oft bis Herbst I blühen ; P. nepalensis ff. formösa). Westhimalaya. .30 bis hO cm. Grund- 
blätter fünfzählig. beiderseits grün, anliegend behaart. Blüten rosa karmesin mit purpurnen 
Adern und Grund. 2..^ cm breit. .luli-.August ; von dieser Art ist eine nur LS cm hohe I-orni 
var. Willmöttiae, mit herrlich leuchtend rosafarbenen Blüten, oft bis zum Spätherbst, sehr 
zu empfehlen; P. nitida, Alpen, rasig. 2 bis 5 cm. seidig behaart, untere [Blätter gedreit. 
Blüten rosa und weil.) ivar. a/ha). .luli-.August. eine der schönsten alpinen Formen, die ihre 
langen Wurzeln tief zwischen Felsgestein eindringen läßt und mageren, sonnigen Standort 
liebt ; P. pyrenäica, Pyrenäen, niederliegend-aufstrebend. 1 bis 25 cm. untere Blätter drei- 
zählig. etwas behaart. Blüten goldgelb. .Iuli-.\ugust. wie .Abb. 334 ; P. reptans, heimische, 
kriechende .Art, von der nur var. //. pl. mit gelben gefüllten Blüten für trockene Hänge kul- 
turvvert ist; P. recta, Huropa-Asien, sehr variable, nur bedingt zu empfehlende .Art. 2(i bis 
50 cm. untere Blätter fünf- bis siebenzählig. kahlend oder locker behaart. Blüten heller oder 
dunkler gelb. Juni-.]uli, eine Hybride mit nepalensis ist P. Hopwoodidna: P. rupestris, 
Europa-Nordasien-Nordwestamerika, bis 50 cm, Blätter 2 — 4 paarig, etwas behaart. Blüten 
weiß. Mai-Juli ; P. speciösa, Südosteuropa-Kleinasien. 5 bis 25 cm, Blätter gedreit weiß- 
filzig. Blüten weiß oder gelbweiß. .luni - August, liebt Kalk; P. Tabernaemontäna 



304 



Potentilla— Primula 



(P. verna Hort.). Europa, sehr variabel. 5 bis 1 5 cm. Blätter fünf- bis siebenzählig, etwas be- 
haart. Blüten gelb. 1 bis 2 cm breit. März-Mai, oft nochmals August-September, wegen der 
frühen Blütezeit wertvoll und an lichten Hängen im Park in Masse zu verwenden ; P. Thür- 
beri, südwestliche \'ereinigte Staaten, ähnlich nepak'nsis, Blüten blutrot. Juni-August, für 
Rabatten ; P. Tönguei, reizende Gartenhybride, ähnlich reptans, Blüten aprikosenfarben. 
Spätsommer; P. tridentäta (Sibbaldiöpsis tridentata), Nordostamerika, etwas halbstrau- 
chig, 10 bis 20 cm, Blätter gedreit. meist kahl. Blättchen am Blattstielende abgegliedert, 
Blüten weiß, 15 mm breit, Juni-August, fürs Alpinum ; P. villösa, Europa, Nordostasien- 
Nordwestamerika, 10 bis 30 c/n. Blätter gedreit, seidenfilzig. Blüten gelb, bis 2.S /um breit, 
Mai-September, hübsche Art. — Sehr nahestehend den Potentillen sind die Gattungen lior- 




Abb. 334. Potentilla p\ 



ca, Pyrenäen-Fingerkraut, 10 < 



.Arcnds. Ronsdor!' 



kelia und Ivesia, deren .\rten in den nordwestamerikanischen Gebirgen heimisch sind, 
sie haben minder ansehnliche Blüten, nur .S bis 10 Staubblätter und meist gefiederte Blätter; 
Verwendung für Liebhaber wie die Potentillen. 

Potentilla palustris siehe Cömarum. — Potentilla Sibbäldii siehe Sihbäldia procümhens. 

Poterium rupicolum, Becherblume: kaum 10 cm hohe, spanische Ros a c e e nut gefiederten, blau- 
g'ünen Blättern und kantigen Stengeln mit 1 bis 2 rötlichen Biiitenköpfchen, Mai-Juni; Kultur im 
Alpinum in sonniger Lage zwischen Gestein; Vermehrung durch Samen, im Winter gute Decke, 
nur für Liebhaber. 

Poterium caaadense, P. obtüsum, P. obtusätam und P. Sangvisörba siehe Saiiouisorha. — 
Prachtglocke siehe Oströwskia. — Prachtlilie siehe Lilium speciösum. — Prachtscharte siehe IJdtris. 
— Prachtspiere siehe Astilbe. — Prärieampfer siehe Pwtlienium. — Prärieklee siehe Pc'alosti'mon. 

Pcätia anguläta {Lolu'lia littordlis): neuseeländische Campanulacee, kriechend, polsterbildend, 
3 bis .S cm. Blätter dicklich, rundlich-eiförmig, Blüten achselständig, wc:P, Juni, Beeren rot; für warme 
Lagen in lockerem frischen Boden mit Winterschutz versuchswert. 

Prenänthes purpürea, Hasenlattich: heimische, 0,7 bis LS m hohe Komposite mit blaugrünen, 
länglich lanzettlichen kahlen Blättern und zierlich verzweigten Rispen mit h-l'purpurnen oder violetten 
Blüten, Juli-August; für schattige, feuchte, humose Waldstellen im Park gelegentlich brauchbar; Ver- 
mehrung durch Samen. 

Pn'mula'^^), Himmelschlüssel, Primel, Schlüsselbluiiie — Primulaceen — 
Niedrige, kaum bis 4() cm hohe Stauden mit einfachen, rosettigen Grundblättern und meist 
doldigen Blütenständen, siehe Abb. 11,47 und 33.S- 334 ; Kultur usw. siehe bei den Arten 



305 



unten, wenn Winterdecke des Bodens nötig, so solche von Laub, nicht von Dung geben ; 
X'ermehrung meist durch Teilung und Saat: als Gartenprimeln kommen hauptsächlich 
die Formen von acaulis, Aiirictila. elatior, denticulata. japonica, piilveriilcnta und Sieboldä 
in Betracht; die meisten anderen sind nur fürs Alpinum geeignet oder auch für entsprechende 
Stellen im Park, doch kann in folgendem nur auf die wichtigsten Formen für diese Zwecke 
eingegangen werden. 

ALPHABHTISCHH LISTE DER ERWÄHNTEN LATEINISCHEN NAMEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



acaulis 309 

— Qartenformen 309 

— iberica 309 

— rosea 309 

— rubra (Abb. 341) . . . . .309 

— Sibthorpii 309 

algida 313 

— sibirica 314 

amoena 309 

aiigustidens 317 

anisiaca 309 

arctotis 307 

Auricula (Abb. 3351 . . . . 30.S 

— alpina 305 

— ciliata 305 

Balbisii 305 

Beesiana(Abb. 351 52) . . .316 

bella 314 

Briscoli 316 

BuUcsiana 316 

Biilleyana (Abb. 353) . . 316 

calliantha 317 

calycina 307 

capitata 312 

cashnieriana-Formen . . .312 

cernua 312 

Clusiana 305 

Cockburniana (Taf. X.) . . .316 

Columnae 312 

cortusoides 307 

— lichiangensis 307 



elatior-Formen .... 309 10 

elegans 314 

Facchinii 307 

Fargesii 312 

farinosa 313 

— darialica 313 

Forrestii l Abb. 340) .... 309 

frondosa 314 

Giraldiana 312 

glaucescens 307 

glutinosa 307 

grandis 314 

gratissinia 317 

Helenae 312 

helodoxa 317 

hirsuta .306 

Hoelscheri 314 

hybrida-Formen 308 

integrifolia 307 

involucrata 314 

japonica 317 

— angustidcns 317 

Jiiliae (Abb. 342) 310 

latifolia 307 

lichiangensis 307 

Littoniana (Abb. 344 45) . .313 

lutcola 314 

niacrocaIy.\ 312 

malacoides (Abb. 339) . . . 308 

marginata 307 

Maximowiczii 314 

niegaseaefolia 309 

minima (Abb. 33b) .... 307 

Mooreana 312 

muscarioides 312 

niuscoides 314 

nivalis 314 

officinalis-Formen . . . .312 

patens 307 

pedemontana 307 

pinnatifida 312 



Poissonii . . . . 
pruhoniciana . . . 
pseudosikkimensis 
pubesccns . . . . 



pulchella 

pulchelloides 

pulverulenta (Abb. 47) . . . 
-Mrs.R.V.Berkeley(Abb.350 

Purdomii 

Reidii 

rosea-Fornien (Abb. 347i . . 

saxatilis 

secundiflora 

sibirica (Abb. 346) 

— chinensis 

Sibthorpii 

Sieboldii (Abb. 11) . . . . 

sikkimensis 

Silva Taroiicana (Taf. XI) . 

sonchifolia 

spectabilis 

suaveolens 

Sueptizii 

veris elatior 

— officinalis 

— suaveolens 

Veitchii (Abb, 338) . . . . 

Viali 

vincaeflora 

viscosa All 

— Vill 

vittata (Abb. 354i 

vulgaris 

Wanda 

Wardii 

Wilsonii (Abb. .349) . . . . 
Winteri (Abb. 348| . . . . 
Wulfeniana (Abb, 3371 . . . 



— Sieboldii 307 

deflexa 313 

Delavayi 308 

denticulata (Abb. 343) . . .312 

— cacheniiriana 312 

deorum 306 

Deschniannii 307 

digenea 309 

dryadifolia 312 peoemontana .507 yunnanensis 

Dumoschinii 307 

A. (B. siehe S.307J .lungere Blätter einwärts gerollt, die erwachsenen flach, dicklich, nicht 
runzelig (Gruppe Auricula). 

I. Blüten gelb: P. Auricula, .A u r i k e 1 . Alpen bis Transsylvanien. 8 bis 1 .S cm, kahl. 
Blätter wenigstens jung bereift, gezähnt oder ganzrandig. Blütenstiele und Kelch bereift. 
Blüten hellgelb, duftend. März bis Mai. die wilde Form geht auch als P. Auricula alpina, 
doch trennt man eine ganze Reihe von Formen ab: die kultivierten Gartenaurikeln. die zum 
Teil hybriden Ursprungs sind, zeigen gröl.iere Blumen in reichem Farbenspiel mit gelben, 
goldbraunen, roten, violetten und fast schwarzen Tönen. Sorten vergleiche man in den Kata- 
logen : die .\urikeln lieben nicht zu sonnige, aber freie Lage (Nordlage) und gut durchlässigen, 
etwas humosen, frischen Boden, schön für Beete und Einfassungen : N'ermehrung durch 
Teilung oder Saat, säen sich an geeigneten Orten selbst aus: P. Balbisii IP. Auricula var. 
cilidta) ist eine geruchlose, dunkelgelbe Form ohne .Wehlstaub. liebt Kalk. -^ II. Blüten 
rosa oder rot: P. Clusiana, Ost-.Alpen. 2 bis 11 cm. kahl, Blätter graugrün, mäßig steif, 
ganzrandig, Blüten zu I — h, lilapurpurn, Kronenblätter bis fast zur ,\\itte zweispaltig, .April: 

Silva Tarouca-Schneider, L'nsere Krcilandstauden. .!. Auflage. 20 





iP 




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^ 



Abb. 335. Pniiiiiki Auricula, Qarten-Aurikel (phoi. Kichard Ri.ihe). 

ausgezeichnet für felsige Hänge im Alpinum in magerem Boden, halbschattig; P. deörum, 
Bulgarien, d bis 20 cm. Blätter drüsig, ganzrandig. Blüten zu 5 — 10, violettpurpurn. Juni, 
feuchte, sumpfige Stellen, verträgt dann aber Sonne; P. hirsüta (P. viscösa Villars nicht 




Abb. 336. Primula niininm, Zwergprimel, 5 



Tafel X. 




l'apuvcr iiii(/n aii/cA-iirmun. 




I'riinula Cock/mmiuna. 



Prmuila 307 

Alüonil, Pyrenäen-Alpen. 3 bis 7 cm. Blätter rundlich-verkehrteiförmig. sehr drüsig. Blüten 
feurigrot, rosa oder weil.l. sonniger Standort in Felsritzen, blüht reich ; P. tnarginäta, See- 
und Cottische Alpen. 7 bis 10 cm. Blätter dick. grau, gezähnt, goldmehlig, ohne Knorpel- 
rand. Blüten zu 2 — 20. breit offen, prächtig lavendelblau. .April, liebt überhängende Felsen; 
P. minima, europäische Gebirge, winzige Polster bildend. Blüten rot, fast sitzend, Mai- 
August, recht mager halten, für grasige Orte im Alpinum. wie Abb. 3.^(); P. pubescens 
.lacquin ist der älteste Name für die Hybriden zwischen /-*. Aiiriciila und P. Iiirsiita. hierher 
gute Gartenformen, die zum Teil als P. arctötis gehen. Blüten lila purpurn oder weil.) [pu- 
hc'scens var. alba). Mai-.luni ; P. spectäbilis, Südost-.Alpen. steht Wiilfcnkina nahe, aber 
Blätter graugrün, durchscheinend gepunktet, ein Bastard mit minima ist /-•. Facchinii (A Ün- 
moscliinii) : P. viscösa .Allioni fP. latiföliu Lapeyr.). Tirol, südeurop. Gebirge, ähnlich hir- 
siita. aber etwas höher. Blüten trichterförmig, violett, im .Aufblühen schwärzlich. Kultur wie 
hirsuta: P. Wulfeniäna, .Alpen, ähnlich Clusiaiiu. aber Blätter blaugrün, steifer mit breitem 




Abb. 337. Primula Wulfe 



' (phot. Kraskovitä, Süd-Steiermark). 



Knorpelrande. Blüten lila oder rosenrot, wie Abb. 337; liebt frische, leicht schattige, grasig 
steinige Stellen; eine Hybride mit minima ist P. üeschmannii ; zu dieser Gruppe gehören 
noch die nicht selten kultivierten /-". ff/ancc'scens (P. calya'na). Lombardei. P.fflntinösa. Tiroler 
und Zentral-.Alpen. blauviolett, kalkfeindlich. P. integrifölia. Ost-Alpen bis Pyrenäen. Blätter 
ohne Knorpelrand, und P.pedemontdna. West- Alpen, nahe hirsuta. Blätter nur am Rande drüsig. 

B. .lunge Blätter zurückgerollt mehr oder minder runzelig. 

1. ill. siehe S. 30Si Blätter deutlich gelappt und gestielt. (Gruppe Sinc'nses). 

P. cortusoides, Ural bis .Altai. 15 bis 30 cm. ähnlich Sieboldii. aber Kelch sich nicht 
vergrößernd. Blüten kleiner, kürzer gestielt, tiefrosa, .Wai; P. lichiangensis fP. cortusoides 
var. lichiangensis). Zentralchina, an Veitchii erinnernd, aber Blüten etwas kleiner, mehr pur- 
purrosa, hart; P. saxätilis'*) (P. cortusoidesUori. nicht Linne). Nordostasien bis .Alaska, bis 
25 cm. Blüten rosa-violett. deutlich gestielt, wie Sieboldii zu behandeln, doch härter; P. Sie= 
böldii (P. cortusoides vvlt. Sieboldii. P.patens). .lapan bis Transbaikalien. 20 bis 30 rm, drüsig 
behaart. Blätter herzfömig. Blütenstände reichblütig. Kelch becherförmig, sich nach Blüte 

20" 




Abb. 338. h-iiinila 



vergrößernd. Lappen weit abstehend, 
Blüten der Gartenformen weiß, rosa, 
rot bis dunkelviolett (fast blau), groß, 
ganzrandig oder gefranst ; viele gute 
Kultur-Sorten, prächtige Frühlings- 
blüher von Ende April bis Juni, 
Pflanzzeit Herbst in lockerem, nicht 
zu schwerem, gut humosem Garten- 
boden in halbschattiger Lage, emp- 
fehlenswert für Gruppen, siehe Abb. 
I 1 . Vermehrung durch Teilung oder 
Samen. imWinter etwasReisigdecke; 
P. Veitchii. China, ähnelt cortu- 
soides. li\ü\en tief rosa mit orangenem 
Schlundring, wie Abb. 338; Kultur 
wie Sieboldii; hervorragend wertvoll 
und Vorläufereinerganz neuen Rasse 
sind Hybriden von Veitchii xSie- 
boldii. und zwar: P.hybrida „La 
L o r r a i n e " , starkwüchsig , die 
schöne Belaubung den ganzen Som- 
mer behaltend, viele straffe Blüten- 
stiele. Blüten leuchtend karminrosa 
mit gelbem Auge, und ,.Ville de 
Nancy", ähnlich voriger, Blüten 
zierlich gefranst, vielleicht einen Ton 
mehr ins Purpurne. 

IL Blätter nicht oder nur ganz un- 
deutlich gelappt. 



a) Kelch laubartig, nach Blüte sehr 
vergrößert (Gruppe Monocdrpiae]: 
P. malacoides, Zentralchina (N.- 
.iünnan). Blätter gestielt, herzeiför- 
mig. 6 — 8 lappenzähnig, Blüten dol- 
dig, rosa. 1 bis 1 2 wwbreit. zierliche, 
aber nur für Topfkultur geeignete 
Art (Abb. ^3'^\, es gibt winter- und 
sommerblühendeFormen in mannig- 
fachen Kultursorten. 

b) Kelch nach Blüte nicht ver- 
größert. 

aa) Blüten einzeln auf brakteen- 
losem Schafte. Blätter so gut wie un- 
gelappt (Gruppe Oniphalogrdnima): 
P.v/ncae//öra, Westchina, kurzes 
Rhizom, [glätter oval, dünn, eine 
aufrechte Rosette bildend. Blüten- 
schaft 15 — 20 cm. Blüten violett- 
purpurn , etwas Pingiiicula - artig, 
Juni, für gut durchlässigen Boden, 
gilt als sehr kulturwert, eigenartig. 
bei uns kaum erprobt; zu dieser 
Gruppe auch P. Delavdyi . .lünnan. 
mit behaarten Blättern und vordiesen 
erscheinenden grol.len leuchtend vio- 
letten Blumen. 




Abb. 33H. Primuki nuiliuvides. 20 
(phot. F. Zemani. 



in l^iuhonitz 



Priimiia 309 

bb) Blüten fast stets zu mehreren auf Brakteen tragendem Schafte. 

a" (b" siehe S. .313) Blätter mehr oder minder deutlich behaart, 

1. (2. siehe S. 3121 BUiten im Blütenstand deutlich gestielt. 

ß^ Blätter lederig. Wintergrün. — aa) Blätter klein, meist unter 8 bis 1 1 cm lang im 
Mittel iGuppe BiilUitae): P. Forrestii, NW.-Jünnan. ausgezeichnet durch bis 75 cm lang- 
werdenden, verholzenden, der Erde aufliegenden Wurzelstock, Blätter hellgrün, kerbzähnig, 
behaart, 3,5 bis 1 1 cm lang. Stiel 3 bis ') cm. Schaft 8 bis 23> cm. Blüten doldig, schwefel- 
gelb, mit orange Schlundring, Stielchen Ibis 4 c'wl Abb. 3 40). für Gesteinsgruppen in geschützter 
Nordlage, in lehmig-sandigem Boden mit Kalkbrocken, in rauheren Ciegenden Winterschutz, 
doch ist bis jetzt bei uns die Kultur leider noch ohne Erfolg geblieben. — bb) Blätter größer, 
über 10 bis 15 cm lang im Mittel [Gruppe Carolim'/la): P. megaseaefölia. pontische Ge- 
birge, Blätter grolj, eirundlich herzförmig, unterseits behaart, Blüten zahlreich, leuchtend lila- 
rot, blüht im zeitigsten Frühjahr als erste Primel zugleich mit Hepatica angulosa, für lehmigen 




Abh. ,W0. l'iiinuUi I 



humosen Boden und warme Lage, liebt Feuchtigkeit und Schatten, hält unter leichter Winter- 
decke gut aus. — b) Blätter häutig, runzelig (Gruppe Verndlcs): P.acaülis (P. viil- 
gdris). Europa. 8 bis 15 cm. Blütendolden zwischen den Laubblättern sitzend. Blüten bleich 
schwefelgelb, mit dunkleren E-Iecken, breit offen. A\ärz-.April. von den Kulturformen seien 
erwähnt: var. alba, weil.!, var. liitca. gelb. var. ."sangii/nca, rot und var. coenilca. blauviolett, 
ferner von gefüllten var. atrosangumea pleno, dunkelrot. ...-Xrthur Dumoulin". violett-purpurn, 
„Cloth of Gold", zitronengelb. CroiLssei ptena. rosa-purpurn. platvpiHala plena. violett, lilä- 
cina plena. lila, alba pleno, weil.l. lutea pleno, gelb, rösca pleno, rosa u. a. m., liebt frischen 
Boden und Sonne wie Halbschatten: für Einfassungen. Beete im Alpinum. wie in iWassen im 
Park in lichtem Gehölz usw., man vergleiche die Ausführungen S. 65 ff.; wichtig ist vor allem 
die kleinasiatisch-kaukasische Form var. rubra*^') (P. ocaulis rösea. P. acaulis Sibthörpii, 
P. ocaulis ibörica. P. Sibthörpii. P. amoc'na Hort.), vom Februar ab. vor dem Typ und lange 
blühend (Abb. 341). rosa, karmin. selbst purpurn, aber auch weiß: für Hybriden zwischen acaulis 
und elatior ist der Name P. anisiaca /P. digc'nea. P. Wanda) anzuwenden: P. elätior (P. 




Abb. 341. Primulu ucaulis var. nibni iphdt. H. Znmitzi. 

iw/s"'") var. elatior), heimisch, wie vorige, aber mit bis 30 cm hohen Dolden, formenreich 
April bis Mai, wertvoll für den Garten die Kulturformen, die als P. elatior gigank'a hybrida 
gehen, Blüten bis 4 cm. weil.igelbe oder rote Farbentöne, und die sogenannten Vierländer- 
primeln. P. elatior aiirea grandiflöra (fälschlich als P. officincUis grandiflora zuweilen 
gehend), siehe die Abb. 12. goldgelb, duftend, prächtig für Beete und Rabatten, in leichtem 
Boden gebe man halbschattigen Standort und gute Bewässerung; P. Jüliae, Kaukasus, 
ähnlich acaii/is, siehe Abb. 342. Wurzelstock kriechend. Blätter nierenförmig. lang gestielt, 
Blüten sattviolett. Schlund gelb, doch Farbentöne wechselnd heller und dunkler, April, wie 




Abb. 342. I'rhmila juliae in Pruhonitz (ph»t. F. Ze 




Ahh, .^43. riiiiiiiki denticiilala \i\x. L;ranüiflom. 15 cm id Arcnds, Ronsdorfi 




Abb. 344. Pnmula Linoniami, ( )rcliideenprimel, in der Heimat (phot. Qcorge Fo.-rest). 



312 



Primula 



acaulis verwertbar; P. officinälis (P. veris var. officinalis), heimisch. 15 bis 30 cm, Blü- 
ten duftend. Kronensaum glockig zusammen neigend, dottergelb mit fünf orangefarbenen 
Schlundflecken. April bis Mai, gedeiht auch an trockeneren Orten als die vorhergehenden, 
aber bei weitem nicht so schön ; in den Formenkreis gehören A coliimnae (P. veris var. sua- 
väolens, P. suaveolens), südliches Mittel- und Südeuropa, mit unterseits schneeweiß-filzigen 
Blättern und P. wacrocdlyx. Europa bis Sibirien: P.pruhoniciäna (P. Hek'nae Arends*'''V, 
sehr wertvolle Kreuzung zwischen P. acaulis coendea und P. JuUae, 1913 im Garten der ehe- 
maligen Dendrologischen Gesellschaft für Oesterreich-Ungarn in Pruhonitz erzogen, Hauptton 

tief blauviolett, doch Färbun- 
gen variierend, wie bei acaulis 
und /«//ae.leicht durch Teilung 
zu vermehren. 

2. Blüten sitzend oder sehr 
kurz gestielt. — a) Blütenhüll- 
blätter kurz und breit (Gruppe 
Soldunclloides): P. dryadi' 
fölia , Westchina , Wurzel- 
stock verholzend , Laub an 
Dryas erinnernd, Blüten zu 3 
bis 5, rosaviolett, Kelch zuletzt 
purpurn, bei uns noch kaum 
erprobte, eigenartige, schöne 
hochalpine Art: P.Fargesii, 
China (Szetschwan), Blätter 
dünnhäutig, locker behaart, 
mit Stiel 2 bis 3 cm lang, 
länglich. Schaft 4 bis 9 cm. 2 
bis 5 blutig, Blüten nickend, 
hellviolett . interessant für 
feuchte geschützte Felslagen ; 
P. Reidii, Himalaya, Blätter 
länglich, mit Stiel bis 1 1 cm, 
lappenzähnig, seidig behaart, 
Schaft die Blätter überragend, 
Dolde mehrblütig, Blüten nik- 
kend, breitglockig, elfenbein- 
weil.'). Mai. liebt Felsen und 
feuchte Lage. In diese in der 
Kultur schwierige Gruppe ge- 
hören auch die bei uns noch 
kaum versuchten westchine- 
sischen P. a'nuia, blau, P.pin- 
mitijida, violett. — b) Blüten- 
hüllblätter lanzettlich oder 
pfriemlich (Gruppe Capitdtae): P. denticuläta, Himalaya bis China. 10 bis 40 cm. Blätter 
stumpf -eilanzettlich, gezähnelt, unbestäubt, Blüten vor vollster Ausbildung der Blätter, 
hell- bis dunkellila oder weiß (var. alöa). März-April, für Kultur vor allem die Gartenformen 
Vax. grandiflöra. Frühjahr, wie Abb. 343, in lehmiger Rasenerde. Vermehrung durch Samen, 
sät sich meist selbst aus, Alpinum oder im Garten ; die verwandte P. capitata vom Himalaya, 
mit unterseits dicht goldig bestäubten Blättern und nickenden äußeren Blüten ist empfind- 
licher und weniger schön ; als härter und schöner g\\t P. Mooreäna, üppiger, dunkler; meist 
wird aber als capitata P. cashmeriäna Hort, verbreitet, bis 50 cm. Blätter unten gelb be- 
stäubt, Blüten tief violett oder tief rubinpurpurn (var. „Rubin"), auch weiß (var. alöa). wie 
denticuläta zu behandeln, doch in strengen Wintern etwas Schutz, hat vielleicht nichts zu 
tun mit P. denticuläta var. cachemiridna, sondern stellt eine hybride Form der denticuläta 
dar; eine Kreuzung der cashmeriäna mit rosea grandiflöra ist P. Sueptizii: P. Giraldiäna 
(P. muscarioides). Zentralchina. Blätter dicklich, heilgrün, länglich spateiförmig, 10 bis 




Abb. Mt<. Einzelpflanze 

(phot. Qeurgc Horre 



on Primula Littoiiiunu 
tinderHeimati. 



1 2 an lang, kerbzähnig. Schaft bis 
24 cm. doch in Kultur anscheinend 
heikeiig, Blüten dichtkopfig. zahl- 
reich, nickend, blau- oder violett- 
purpurn, für feuchte, grasige Lagen; 
P. Littoniäna, Zentralchina, .^o 
bis 60 cm. Blätter schmal oblong, 
stumpf, behaart, unregelmäüig ge- 
zähnelt, bis 20 cm. Stiel bis ') cm. 
Schaft 40 bis ()0(v«,Blüten in dichten. 
7 bis 1 2 cm langen Ähren, zart lila 
bis tief violettpurpurn'"*), nickend, 
sehr eigenartige, wohl harte, der /-'. 
\'iali sehr nahe stehende Art. Halb- 
schatten, frische Lage, man ver- 
gleiche die Abb. 344 und ,54,S. Hier- 
her auch P. deßi'xa. Westchina, bis 
.SO cm. Blüten vincablau, sehr gut 
duftend. 

b" Blätter kahl ( oder nur ganz fein 
behaart) oder mehlig bestäubt. 

1 . Hüllblätteram Grunde sackartig 
vertieft oder spornarlig verlängert 
(Gruppe Farinösae). 

P. farinösa , .\\ e h 1 p r i in e 1 . 
weit in den Gebirgen und borealeii 
Teilen von Europa und Asien verbreitet 
Blüten gestielt, klein, fleischfarben. .W; 
tlaridlica vom Kaukasus: sehr formenreit 




Abb. 346. PriniiiUi 

lOrig. llort. I,;i 



■ihincu, 

ilüley). 



10 bis .^0 cm. Blätter unten dicht mehlig bestäubt, 
li-.luni. liebt torfige feuchte Stellen, gut auch var. 
Ii ; recht nahe steht P. cilgidu. Zentralasien Kaukasus. 




3h 



Primula 



lilarosa, April -Mai, der Typ geht auch als var. sibirica und hat unterseits nicht bestäubte 
Blätter. Blüten fast sitzend: die echte P. sibirica^ Zentralasien, hat ebenfalls unbestäubte 
Blätter, aber deutlich gestielte Blüten, vergleiche Abb. ,340, liebt feuchten, halbschattigen 
Stand, schöner ist P. Wärdii (P. sibirica diinensis Hort.), Westchina, sehr versuchswert; 
P. frondösa'"), Balkan. Blätter unterseits bestäubt, gezähnt. Blüten deutlich gestielt, schön 
rosa, Mai. für feuchte, schattige Felsen, leicht aus Samen zu ziehen, blüht im ersten .lahre. 
haltbar und besser ahfctrinosa: P. involucräta, Himalaya, 10 bis 30 cm. Blätter ohne 
Mehlstaub, saftig grün. Blüten lilaweil.). Mai. feuchte Orte, lehmig-moorige Erde, Schutzdecke 
im Winter; P. rösea fP. elegaiis). Westhimalaya, 10 bis 20 cm. Blätter nicht bestäubt, ge- 
zähnelt, Blüten feurig rot, ganz prächtig, etwas vor der eigentlichen Entfaltung der Blätter, 
sehr variabel. März (-Mai); besonders var. grandiflöra. eine der allerbeliebtesten Frühjahrs- 
primeln für Gartenbeete. .Mpinum. gedeiht am freudigsten in humosem (Moorerde beimengen!), 
ja geradezu sumpfigem Boden, ebenso wie dcnticulata . cleornm, japonica, Caclibiirniana, 

farinosa u. a.. siehe Abb. 347; zu 
dieser Gruppe zählen ferner: P. lii- 
tc'ola. Kaukasus, schwefelgelb, nach 
Farrer im .luli - August blühend, 
dauerhafte Art, mit rosca bastar- 
dierend: P. Hoelschcri, Tracht der 
liitcola. schön. 

2. Hüllblätter am Grunde weder 
sackartig noch gespornt. 

fl) Blattgrund herzförmig. Stiel 
deutlich abgesetzt; Kapseln zylin- 
drisch (Gruppe Sredinskya): P. 
grändis, Kaukasus, Blätter groü. 
bis 1 .5 cm breit. Blüten in vielblütiger 
die Blätter weit überragender Dolde, 
bleichgelb, an dünnen hängenden 
Stielchen, des Laubes halber wert- 
voll, für feuchte Orte. 

/;) Blattgrund allmählich in den 
Stiel verschmälert. Kapsel kugelig 
(bei denNivdies zylindrisch). 

flf/) Pflanzen niedrig. Blütenstand- 
Stiel lang oder nur 1 bis 3 blutig. 
a) Blütenstände I bis 2 blutig. Blätter etwas lederig. Pflanzen klein (Gruppe Tenc'llae): P. 
muscoides, Osthimalaya, moosartig, rasig, ganz kahl. Blätter spatelig, gegen Spitze ge- 
zähnt, Blüten sitzend, satt violettblau, prächtige Hochalpine, aber bei uns kaum erprobt; 
hierher auch die westchinesischen in England eingeführten P. bella und P. yiinnanensis. 

ß) Blütenstände mehr- oder vielblütig, Blätter gestielt oder in geflügelte Basis verschmälert. 
Mittelrippe breit. Pflanzen meist niedrig (Gruppe Petioldres) : P. Winteri, Himalaya, wie 
Abb. 348, Blätter oboval spatelig. gezähnt, Blüten zu 20 oder mehr. groß, lila-lavendelblau, 
mit gelbem, weiß gerandetem Auge. April-Juni, für gut durchlässigen, nahrhaften, im Sommer 
feuchten Boden, etwas Winterschutz. 

bb) Pflanzen hoch. Blütenstiele lang oder vielblütig. 

a) Kapseln z>'lindrisch (Gruppe Nivales) : P. Maxitnowiczii, Nordchina, kahl, ausdauernd, 
Blätter grundständig, schmalelliptisch, kerbzähnig, 4 bis 15: KSbisöa«. oberseits hellgrün, 
unterseits etwas bleicher, Schaft bis 30 cm. Dolde einfach oder in Etagen. Blüten eigenartig 
rot mit gelb, nickend. Stielchen bis 3 cm. Lappen schmal zurückgeschlagen. März-April, dürfte 
hart sein, feuchte, schattige Lage in lehmig-sandig-moorigem Boden; P. nivalis, Kaukasus 
bis China, bis 25 cm, Blüten aufrecht, rot oder weiß, liebt im Sommer reichliche Feuchtigkeit 
und etwas schattige Lage (lehmigen Boden mit Moor und Humus versetzt), schön und ganz 
hart, im Winter aber gegen Nässe empfindlich, sehr variabel ; P. pu/cfte//a, Westchina, von 
wY/ato-Tracht, bis 25 rm, Blätter eilanzettlich, unterseits goldmehlig, in aufrecht abstehender 
Rosette, Dolden vielblütig, Blüten lavendelblau mit großem goldenem Auge, für grasige. 




Abb. 348. Primiihi Winteri iphot. H. z.irnii 





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1^; 





Abb. 349. Primiilü H //m 



aiiiiuslidcns] am natürlichen Standort 
iph..t. Cci.ruc ForrL'Sti. 



steinige, feuchte Plätze, eine der besten .Arten der Gruppe; P. pulchelloides, Westchina, 
1 .S bis 22 an. alle Teile kleiner als bei piikiiclla, Blüten bleichlila mit rosa ; P. secundiflöra, 
Xord-Jünnan. kahl, junge Blätter unterseits goldig bestäubt. Blätter spitz eilänglich. 5 bis 8: 




Abb. 350. Pnmula putvemlenta „Mrs. R. V. Berkeley", 35 cm (phot 



316 



Primula 



1.5 bis 3 cm. Blüten in 6 bis 10 blutiger Dolde auf üppigem, bis über 20 cm hohem Schaft, 
stumpf, aber satt purpurn. Tracht der sikkimensis. Dolden in reicher Zahl erscheinend, da- 
durch die verwandte r/rtoto übertreffend. Juni-Juli ; es wird empfohlen, in geschützten feuchten 
Lagen so zu pflanzen, dalj die Pflanzen gleichsam auf einer Erhöhung stehen, die Wurzeln 
aber bis zum feuchten Untergrund dringen können ; P. sikkimensis, Osthimalaya-West- 
china. bis 40 cm. Blätter lang, gezähnt, kahl. Blüten schwefelgelb, hängend. Mai-Juni, für 
freie, feuchte Lagen, sehr apart; weniger üppig, aber durch gröüere. kanariengelbe Blüten 
ausgezeichnet ist P. pseudO'Sikkimensis, .lünnan ; sehr versuchswert ist auch P. Pur= 
dömii, Nordwestchina, grau drüsigmehlig, Blüten bleich lavendellila. 




Abb. 351. Primula Reesiana in der Heimat (phot. George i-oireät). 

ß) Kapseln kugelig. 

au) Blüten deutlich gestielt in übereinander stehenden Quirlen. Blätter dünn, gesägt oder 
gezähnt (Gruppe Cankric'nia): P. Beesiäna, Westchina (Nord-Jünnan). Tracht wie Abb. 35 1 
und 352. sonst japonica nahe stehend. Blütenfarbe eigenartig samtig-purpurn mit deutlich 
gelbem Auge. ,luni-.luli. Kultur wie japonica; prächtige Bastarde zwischen Beesiäna und 
Bulleyana: P.BuUesiäna; P.ßu//eyäna, Westchina (Nord-Jünnan), Tracht wie Abb. 353, 
Blätter eilanzettlich. 1 2 bis 17:3 bis 4 cm. nur unterseits leicht rauhlich behaart, Schaft 40 
bis 70 cm. gegen Spitze mehlig, 5 bis 7 Quirldolden tragend mit je 15 bis 1 7 Blüten, Blüten 
etwas duftend, 2 cm breit, orangegelb, außen bräunlich karmin, Juni-Juli, kreuzt sich leicht 
mit verwandten Arten; die Hybride mit japonica ist P. Briscoei; man gebe geschützten 
halbschattigen Standort und zur Triebzeit reichlich Feuchtigkeit, siehe auch das oben bei 
secundiflora Gesagte, im Winter in rauheren Lagen trockene Reisigdecke ; P. Cockburniäna, 
Westchina, 20 bis 30 cm, kahl, Blüten eigenartig kupfrig orangerot, man vergleiche die farbige 
Abbildung auf Tafel X, Juli-August, auffällige Art, die leider meist nach Blüte abstirbt; 
zwischen dieser Art und puheriüenta die prächtigen Bastarde P. Silva Taroucäna (P. 
pulverulenta „Unique" Hort. Bees und „Lissadell Hybrid"), die sowohl in England wie 
in Pruhonitz gezüchtet wurden, hervorragende Kulturformen, sie sind viel ausdauernder als 
pulverulenta. deren Tracht und Üppigkeit sie geerbt haben, der Farbenton der Blüten weist 



Tafel XL 




Primula— Pteridiiim 



deutlich auf Cockbnrniana. in verschiedenen Formen vorhanden, sieiie Tafel XI: P.Japönica''^}, 
Japan, aObishOrm, kahl. Blüten karmin bis purpurn, oder auch weiß mit gelbem oder rotem 
Auge bis rosa, für feuchten lehmigen Boden, verträgt tiefen Schatten. Mai-.luli. oft September; 
auch für Einfassungen wertvoll ; P. Poissönii, W'estchina. ähnlich P. II 'i/soriii. aber Belaubung 
steifer, blaugrüner, am Rande etwas eingebogen. Pilüten gröl.ier. magentarnt; P. pulveru- 
lenta, Westchina, ähnelt Japoniai. aber Blütenstiele und Kelche dicht weil.imehlig. Blüten 
leuchtend karminpurpurn. Mai-Juni, wie Abb. 47 ; sehr wertvoll, etwas Winterschutz, leider 
nicht immer ausdauernd; sehr hübsch var. „.Wrs. R. \'. Berkele>"'. Blüten rahmweiß mit 
sattorange Auge (.Abb. .^50i; 
von ähnlicher Tracht, wie/w/- 
verulenta, aber mit tiefgelben 
Blüten istP./je/odöxaAN'est- 
china, gilt als wertvoll; P. 
sonchifölia (P. irnit/ssimaj. 
Jünnan, Blätter dünn. kahl, 
distelzähnig. Blüten Inder Hei- 
mat vor den Blättern aus dem 
eben schmelzenden Schnee 
hervorbrechend, aurikelartig. 
prächtig leuchtend lavendel- 
blau, Schaft sehr kurz. (März) 
April, bei uns noch kaum ver- 
sucht, aber sicher sehr wert- 
voll ; P. Wilsönii W. japo- 
nica \'ar. an^iistidcris. P. an= 
gustidensuWzsidmvA.sMK 
Abb. .?4i). kahl, unbestäubt. 
glänzend grün. Blätter läng- 
lich, stumpf, S bis 10: 2 bis 
3 cm, dicklich. Blütenschäfte 
zu mehreren aus einem Trieb, 
bis 80 677/ hoch. Traubenqiürle 
entfernt, (i- bis vielblütig. Blü- 
ten fast 2.. S cm breit, leuchtend 
violett-purpurn, üppige Art für 
feuchte Lagen, wie oben bei 
BiilUyanu gesagt. 

(ifi) Blüten sehr kurz ge- 
stielt oder fast sitzend, meist in 
einfachen Dolden. Blätterlede- 
rig. stumpf gezähnt ((iruppe 
CallidnthaeV. P. calliäntha, 
Westchina, Blätter unterseits 
mehlig, länglich, kerbzähnig. 
5 bis 7 cm. Blütenstände bis 1 ."i 
probt, sehr schön; P. vittäta, 
purpurn, hängend, wie Abb. . 
empfindlich, gute Winterdecke. 

Primula Vitaliäna siehe JDoiighisiu. — Prioaitis Falcäria siehe Fu/airia. — Prophetenblume 
siehe Arncbia. — Prosärtes'^Moökeri siehe Dispönim. — Pruaella siehe Bruni>lla. — Psilostemon 
Orientale siehe I nu-hy^tinioti. 

Psorälea su6acau/;s: niedrige, rauh behaarte Papilionacee aus Tenncssee mit spindelförmigen 
Wurzeln, 5— 7 zähligen Blättern und blauen Blüten, in 20— 40 blutigen, dichten, eiförmigen Ähren im 
Frühjahr; Kultur im Alpinum auf steinigem Grunde. 

Ptärmica siehe Achillcti. 

Pteridium aquilinum [Pterisaquilina). Adlerfarn: bekanntes, aufrechtes. 0.5 bis 2 m 
hohes heimisches Farnkraut mit doppelt bis dreifach gefiederten, ausgebreiteten Wedeln, auch 
eine var. cristdta vorhanden: läl.U sich leicht in grol.len Parkanlagen in trockenen Lagen an- 




i-lpflanzc VüM l'ri 
Standort iph 



cm. Blüten grol.i, 
China -Tibet, i; 
."'4. duftend, w 



tiefpurpur-violett. bei uns noch kaum er- 
his 2.S cm. kahl. PJätter spatelig. Blüten 
e sikkimcnsis zu behandeln, aber recht 



318 



Pteridium — Putöria 



siedeln, ist aber nur dort zu empfehlen, wo es wuchern darf. Wild gesammelte Pflanzen meist 
nicht verwendbar. 

Pteridophyllum racemosum: kahle, japanische Papaveracee, Wurzelstock flejschig, Blätter 
grundständig, tiefgrün, blechnumartig, Blutenstände bis 25 cm, locker traubig, Blüten weiß, an Cruci- 
feren erinnernd. Juli; ob bei uns erprobt? 

Pterocephalus Paraässii {Sciibiösa pterocephala] : niedrige, rasige, seidenzottige, halbstrauchige 
Dipsacee aus Griechenland mit länglichen gekerbten und etwas fiederlappigen Blättern und rosa 
Blütenköpfen, Juli bis August, wie Abb. 355, reichblühend ; Kultur in magerem Erdreich zwischen 
Gestein in sehr sonniger, trockener Lage; Vermehrung durch Samen und Stecklinge; Verwendung 

fürs Alpinum, etwas Winter- 
schutz. 

Ptilotrichum cappadöcicum 
(Ib^ris cappuihkiai): Kleine, klein- 
asiatisch - armenische , Jbi'n's- 
artige, rasige C r u c i f e r e mit 
weißen Blüten, wie Abb. 42; V e r- 
wendung im Alpinum wie //>e- 
ris. Geht auch als Schiwerdcliia 
ibehdea. 

Ptilotrichum spinösurn siehe 
Laubholzbuch. 

Pulmonäria, Lungen= 
kraut: von dieser Gattung, 
deren einheimische Arten in 
jeder Flora beschrieben sind, 
kommt für uns in erster Linie 
in Betracht P. angustifölia 
\P. azürea Hort. ), Kaukasus, 
15 bis .30 cm. [31ätter unge- 
fleckt, Stengel oberwärts drü- 
sig, Blüten schön blau. var. 
alba, weiß, April-Mai, gut zum 
Treiben . sowie P. saccha= 
rata, Südeuropa. 10 bis 30 
cm hoch, mit steifhaarigen 
Stengeln . weil.! gefleckten 
Blättern und rotvioletten oder 
weil.len. glockigen Blüten in 
Wickeltrauben , März - April, 
var. „Mrs. Moon". Belaubung 
silberscheckig, Blüten rot. 
gröl.Ser, leuchtender; Kultur 
in humosem Boden in halb- 
schattiger Lage; Vermeh- 
rung durch Teilung; Ver- 
wendung im Garten und 
Alpinum; ferner P. rubra, 
Südosteuropa, mit schönen roten Blüten, März-Mai, die gleich den anderen im Park unter 
Bäumen und in lichtem Gehölz verwendet werden kann, und die botanisch noch unsichere 
P.avernensis, kompakt mit purpurblauen Blüten. Auch P. mollis und die ihr nahestehende 
P. mollissiina . Sibirien. 40 cm. wie Abb. .35() sind prächtige Arten mit samtig behaarten 
großen Blättern und leuchtend blauen Blüten, später als die anderen blühend. 

Pulmonäria virginica siehe Merterisia vb\<;inicu. — PulsatUla siehe Anemone. — Punktfarn siehe 
Aspidium. — Purpurglöckchen siehe Heihiieni. 

Puschkinia ' " ) (Aücimsia) scilloides : kleinasiatische, 1 bis 1 5 cm hohe L i 1 i a c e e mit 
kugeligen Zwiebeln, linealen Blättern und weißblauen, fast 2 cm breiten Blüten in bis 10- 
blütigen Trauben, April-Mai; var. libanötica (P. lihanötica) ist eine Form mit etwas größeren 
Blüten und spitzen Zähnen der sogenannten Nebenkrone, die durch die verwachsenen Staub- 
fäden gebildet wird; Kultur usw. wie Chionodö.xa. Als schön gilt auch P. borslwmica, Kau- 
kasus, großblumiger und dunkler azurblau. 
Putöria caläbrica siehe Laubholzbuch. 




Abb. 353. Einzelpflanze von Primula BuUeyana am natürlichen 

Standort iphot. George Forrest). 



Piiya— PyrCthrum 



Püya alpestris (Pitcairnea coeniica): diese in den 
Gebirgen Chiles heimische Bromeliacee gilt als 
die einzige der Familie, die im Süden des Gebietes 
versuchswert ist. Hrinnert in den Blüten etwas an eine 
)■;;(■(■(;, Blüten metallisch blau; soll einige Grad Frost 
aushalten; Kultur ähnlich Opii/itia in geschützter, 
warmer Lage. 

Pycttänihemum lanceolätum (Koc'llia viri^inUimi): 
40 bis 90 cm hohe, fein behaarte, nordost-amerikanische 
Labiate mit lanzettlichen Blättern und weißen oder 
purpurlichen Blütenquirlen in endständigen Dolden- 
trauhen mit Hochblättern; September - Oktober ; für 
trockene, halbschattige Lagen im Gebüsch im Alpinum 
und Park für Liebhaber versuchswert. 

Pyrethrum — Kompositen — Unter 
diesem Namen versteht man in erster Linie P. 
roseiim und dessen Kulturformen, die anderen siehe 
imter Cliryscinthcmtim luid Tanaa'tiini, man ver- 
gleiche sie im einzelnen ; Kultur usw. siehe eben- 
falls bei den Arten; \' erm eh rung durch Teilunj^. 
Stecklinge und Saat. 

P. hybn'dum siehe f. rosciiiu: P. röseum. 
Margaretenblume. Kaukasus. 5i) h\sh{) cm. 
Blätter fiederschnittig. Rlütenköpfe einzeln, rosa 
mit gelber Mitte. Stammart der beliebten Garten- 
fornien, die als P. hybridiirn, bunte Margeriten, 
gehen und einfache oder gefüllte Blumen vom 
reinstenWeiLSbiszum dunkelsten Karminrot zeigen. 
iWai-.luni. dann meist noch ein zweiter Flor im 
.August bis September; erstklassige Zier- und 




Abb. 354. I'riimihi vi IIa In, Blutenstand 
i.l. Voilch & S(ins). 




Abb. 355. nerocephalus farrinssii. 8 cr?i iph. 



320 



Pvrfethriim— Raillard^lla 



Schnittstauden für jeden guten Qartenboden; von den vielen Sorten seien als wertvollste 
genannt: a) einfachblühend: „Dr. Bosch", rein lachsrosa, sehr gut, „Duchesse de 
Brabant", purpurrosa, „Elisabeth", frühblühend, mattrosa, „Hamlet", bestbewährte, 
rein rosa. „James Kelway". samtig, schwärzlich zinnober, „.lohn Malcolm", leuchtend 
rosa, riesenblumig. „Margaret Moore", sehr schön rein hellrosa. riesenblumig. „Orion", 
zartrosa. edle Form, „Sherlock", leuchtend karmin. /!?y gefüllt blühend: „Aphro- 
dite", reinweil.), strahlig. „Alfred Kelway". dunkel karminrot. „Bella blonde", späte 
weiße, „Karl Voigt", frühe weiße, „La Vestale", herriich zart fleischfarbenrosa, „Lord 

Roseberry", leuchtend 
karmin, „Non plus ul- 
tra", wie „La Vestale", 
„Prinzess Metternich", 
schneeweiß, „Queen Ma- 
ry" {„Königin Marie").zart- 
rosa. dichtgefüllt, edel, 
wüchsig, „Walkyrie", 
silbrig rosa, „Yvonne 
Cayeux", rahmweiß, Mit- 
te gelblich. 

Pyretbrum argenteum 
siehe Tunaa^tum. — Pyre- 
thrum caucäsicum siehe 
Mulricdriu. — Pyrethrum 
uliginösum siehe Chrysdn- 
llienuiin serötuuun. 

Pyrola (Pirola, Pi- 
rula), Birnkraut, Win= 

tergrün-Pirolaceen- 
5 bis ?>0 cm hohe Stauden 
mit gestielten lederigen 
Blättern und einzeln oderin 
Trauben stehenden weißen 
Blüten. Juni-.luli, Abb. 357; 
Kulturin humosem Wald- 
boden, und zwar f///c>/-a/2/Aa 
und secunda in trockenen 
Nadelwäldern, rotiirulifolia 
in feuchten Laubwäldern, 
Wurzeln meist weit umher- 
kriechend; \'e rmehrung 
durch Teilung ; V e r w e n- 
dung im Alpinum und 
Park. 

P. chloräntha, nörd- 
liche gemäßigte Zone, 10 
bis 25 cm, Blüten offen, 
grünlichweiß, in lockeren 
Trauben ; P. rotundifö' 
IIa, wie vorige, (die nordamerikanische Form ist P. ame/icdna). bis 35 cm. Blätter kürzer 
als Stiel, Blumen weiß, Abb. 357; für uns beste, besonders var. arenaria, von den Nordsee- 
inseln; P. (Ramischiaj secünda, Nordeuropa bis Japan und Nordamerika. Trauben ein- 
seitswendig. Blüten grünlichweiß. 

Pyrola umbelläta siehe Chimäphiki. — Pyrola uaiflöra siehe Moneses. 
Pyxidaathera siehe im Laubholzbuch. 

Quellgras siehe Calabrösa. ~ Queltiafoetida siehe Narcissusincomparäbilis. — Quendel siehe Thymus. 
Rachenblume siehe Tözzia. — Ragwurz siehe Op/irvs. 

Raillardella Pringle!: etwa 35 cm hohe, stammlose Komposite mit kriechenden Wurzelstöcken, 
kahlen, linealen Blättern und einzelnen, endständigen, gestielten, orangefarbenen Blütenköpfen im 
Sommer; K u 1 1 u r in sonnigen trockenen Lagen etwa wir Pterocephaliis. 




Abb. 35ö. I'nlmomiria mollissima. 30 i 
(phot. C. Kesselring). 



Raiiifahii — Rainuiciihis 



321 



Rainfahn, Rainfarn siehe Taruxeluin. — Ramischia siehe l'yrola. 

Ramöndia — Gesneraceen — Wertvolle, harte, rosettige Felsenpflanzen mit schönen 
großen, tief blauvioletten Blüten, wie Abb. .^58, .luni-Juli: Kultur wie folgt: »Man gebe auf 
einen flachen Stein eine 1 cm hohe Schicht .Woorerde mit etwas Lehm gemischt, drücke 
darauf die flach gelegten Wurzeln der Pflanze, bedecke sie wieder mit einer Schicht gleicher 
Frdmischung. beschwere das ganze mit einem flachen Stein und füge es in möglichst stehen- 
des Gestein ein; die Pflanzung erfolgt an eine senkrechte oder nur wenig geneigte Steinwand 
in halbschattiger Lage (Schaffgotschi ; X'ermeh rung durch .Abtrennung der Nebenrosetten 
und .Aussaat: Verwendung als eine der schönsten Pflanzen für schattige Plätze in Fels- 
partien unweit von Wasserläufen. 

R. Nathäliae, Serbien, wie ser- 
/)ica. aber Blüten meist vierzählig, 
beste .Art; /?. pyrenäica (R. 
Mycöni/ . Blumenkrone radförmig, 
Staubbeutel zugespitzt: R.serbica. 
Blumenkrone ausgebreitet -glockig, 
Staubbeutel stumpf, Blätter kleiner, 
weniger schön als die anderen; von 
fast allen Arten, besonders R. pyre- 
näica. smd weiüe ( WAV. alba ) und rosa- 
farbige ( var. rösca i Formen in Kultur. 

Ramöadialieldreichiisw\w Jciiikac'a. 

Ranünculus, Hahnenfuß — 

Ran unculaceen — Verschieden- 
gestaltige Pflanzen mit einfachen 
oder meist geteilten Blättern und gelb 
oder weil.ien. selten rot getönten 
Blüten in lockeren Blütenständen, 
siehe Abb. 35'-) bis .?6.V, Kultur 
siehe bei den .Arten ; sie lieben meist 
frischen Boden und sonnige oder 
halbschattige Lage; Vermehrung 
meist durch Teilung oder auch Sa- 
men; Verwendung für Garten. 
Park und .Alpinum je nach .Art, ein- 
zelne auch für Schnitt brauchbar. 




ALPHABETISCHE LISTE U\IH ERWÄHNTEN LATEINISCHI-:N NA.MEN. 
(Die Ziffern bedeuten die Seitenzahlen.) 



acer-rormen 322 

aconitifoIius-Formen 

(Abb. 3bli .322 

acris 322 

alpester 322 

alpestris (Abb. .362) .... 322 
amplexicaulis (Abb. 360) . . 321 
aquatilis (Abb. 363 1 .... 324 
Arendsii 321 



hilobus 322 

bulbosus-Formen 324 

calthaefolius 324 

crenatus 322 

Ficaria 324 

— ochroleiiciis 324 

Flatnmiila 322 

glacralis 322 

gramineus (Abb. 3.5')) . . .321 
graminifolius 321 



Lingua 322 

Lyallii 322 

magellensis 322 

nyssanus 324 

parnassaefolius 322 

pyrenaeus 322 

pyrenaicus . . 322 

repens-Formen 324 

Seguieri 322 



asiaticus 322 lanuginosus 324 speciosus 324 

1. (11. siehe S. .3241 Land- oder Sumpfpflanzen. Stengel niederliegend oder aufrecht, nicht 
flutend. — .A. Blätter ungeteilt, ganzrandig. 

R. amplexicaulis, südosteuropäische Gebirge. 1 r> bis .30 cm. Blätter eilanzettlich. stengel- 
umfassend, blaugraugrün. Blüten zu .3 bis (i. grol.l, reinweiü, mit gelber .Witte. .Wai-.Iuli, wie 
Abb. ,300. für steinige, frische Lagen in sandig-mooriger Lehmerde im .Alpinum: R. Arend- 
sii, Hybriden zwischen vorhergehender und folgender .Art. im Wuchs die .Witte haltend. 
Blumen im .Aufblühen hell schwefelgelb, später fast weül. schön; R. gramineus (R. gra- 
mirüföliiis). Spanien. .Marokko. 2.t cm. Blätter lanzettlich, Blüten zitronengelb, .luni, wie 

Silva T.Trouca-ScIineider, Unsere r-rcilandslaujen 3. Aullas;e. 21 



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Abb. 35Q. \'erwendung wie aconiti- 
föliiis: R. Lyällii, Neuseeland, 
(Iriindblätter derb, rundlich, bis 25 
CHI Durchmesser. Blüten weil.'), bis 
10 cm breit. April, für feuchte, aber 
durchlässige Lagen in Felsen, kommt 
in der Natur an Orten vor wie al- 
pt'snis. in rauhen Lagen Schutz; R. 
parnassaefölius, Alpen, 6' bis 
luv/;/. Blätter dick, herzeiförmig, 
Blüten zu 10 bis 15. weil.), 2 cm 
breit. Mai -Juni. Kultur wie erste 
Art. aber schwieriger auf Geröll; /?. 
pyrenaeus (R. pyrcndiciis Hort.), 
Alpen, südeurop. Hochgebirge, bis 
25 cm. Blätter blaugrün, lineal oder 
lanzettlich, kahl, Blüten grol.l. weil.i, 
Juli-August, sonst wie vorige; zu 
den Arten mit ganzrandigen Blättern 
gehören auch noch die heimischen 
R. Fldmmiila und Lingua, die im 
Park als Uferpflanzen ganz gut zu 
\erwenden sind. 

' B. Blätter eingeschnitten, geteilt 
(ider gekerbt. — 1 ) Blüten weiß. 

R. aconitifölius, Gebirge von 
Mitteleuropa, bis 1.2/;/. Blätterhand- 
förmig 3- bis 7 teilig. Blütenstände 
vielblütig. Mai-Juni, wie Abb. 301 ; 
besonders schön ist var. ß. pl. mit 
dicht gefüllten Blüten, nur 30 bis 
40 (■/;/, Mai-.luni, auch für Schnitt, 
sehr hübsche Gartenpflanze, ebenso 
für den Park an feuchten Orten; R. alpestris IR. ulpJster). Alpen, niedrig, 8 cm. Blätter 
3- bis 5 spaltig, Juli -September, sonst wie Abb. ?<h2. Kultur usw. wie amplexicaiilis: R. 
crenäius, Ostalpen, wie vorige, aber Grundblätter nierenförmig, gekerbt; R. glaciälis, 
Hochgebirge und arktische Zone 
von Europa. Grönland, 8 bis 15 cm. 
Wurzeln lang, dick, Blätter mehrfach 
geteih, Blüten grol.i, weil.) oder rosen- 
rot, zu 1 bis 3. Kelch dicht rauh- 
haarig, rotbraun. Mai- August, präch- 
tige Hochalpine; ähnlich R. Seguieri. 
Südalpen, Abruzzen, aber Kelch kahl, 
nebst Blumenkrone abfällig; hier 
noch zu nennen R. bilöbiis. Südost- 
alpen, ähnlich alpestris. aber Winter- 
grün, und R. magellc>nsis. Apennin, 
ähnlich crcnatiis. 

2) Blüten gelb oder rotgelb. 
R. acer (R. acnsj. von dieser 
bei uns gemeinen, bis 80 cm hohen 
Art ist var..//. pl. mit gefüllten Blüten, 
bis 60 cm. Mai bis Juni, für Rabatten 
und Schnitt brauchbar; R. asiäti^ 

cus, Gartenranunkel. Klein- Abb. 35'i. /?<//) 

asien, bis 25 cm. Wurzeln fleischig ,(,, . 



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Abb. 360. RaniirwuliL^ amnlcxicuuiis, Ih cm lü. .Arends, Honsdorfi. 




324 



Raiiünculiis— Rebhuhnbeere 



(im Handel als Knollen bezeichnet), Blätter drei- oder doppelt-dreiteilig. Blüten einfach 
oder gefüllt, in gelben oder roten Tönen. Mai-.luni. vergleiche Kataloge der Blnmenzwiebel- 
firmen. Kultur usw. ähnlich wie Anemone japönica in warmen Lagen und sehr durchlässigem 
Boden mit W'interschutz; werden bei uns meist wie grol.iblütige Gladiolen behandelt; R. 
öu/öösus, ähnlich acer, aber Wurzeln knollig, auch hiervon gefüllte Form \nv. fl.pl. (geht 
als R. speeiösns) brauchbar, nur 30 bis 35 eni. Mai-,Juni; R. calthaefölius {Fiairia calthae- 
folia). westeuropäische Form unseres gemeinen Frühlingshahnenf ul.ies <R. Ficaria, 
Ficaria ranunculoides. Ficaria venia), die diesen an Gröl.ie ums Doppelte übertrifft, Blüten 
goldgelb, bis .S cm breit. März-April, für etwas sonnige Stellen in frischen Lagen im Alpinum 
als Frühlingsblüher; von R. Ficaria auch eine gefüllte (var. ./7. pl.) und eine gelblichweilk 







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Abb. 362. Rammculus alpestris, Berg-Hahnenfuß, 8 cm tOrig., Schneeberg, I 



Form (var. ocliroieücns): R. lanuginösus, Europa -Kaukasus, 0,3 bis 1 /n. Stengel und 
Blattstiel abstehend behaart, Blüten goldgelb, Mai-.luli. für halbschattige Stellen im Park; 
R. nyssänus, Balkan. Wurzeln knollig. Blätter seidig behaart, eingeschnitten, Blüten grol.l. 
goldgelb, Alpinum, etwas wuchernd; R.repens, gemein wie acer, auch hier nur gefüllte 
Formen, var..//. pl., für Garten geeignet. Mai-.luni. 

H. Wasserpflanzen mit flutenden Stengeln. 

Von dieser sehr oft als Batrcicliiiim gehenden Gruppe nennen wir hier nur R. aquätilis 
(Batrdcliiiim aqmilile), heimisch, untergetauchte Blätter lineal zerteilt, schwimmende kreis- 
förmig. Blüten weil.'), .luni-.August, wie Abb. 363. für Bassin und Teiche brauchbar. 

Ranünculus anemonoides und rutaefölius siehe Cuilianthemum. — Raoülia Buchanänü: mit 
Heliclirvsani verwandte, kriechende polsterbildende Komposite aus Neuseeland ; ob bei uns erprobt? — 
Rapisirum perenne, Reps: hie und da als Unkraut auftretende Crucifere, bis 1 m. mit goldgelben 
Blüten, sonst wertlos. — Rapunzel siehe I^liyteüma. — Ratibida pinnäta siehe /.e/nicl/ys pinnutifidu 

— Rauhgras siehe Lasiagröstis. — Raukensenf siehe Desniivinia laiiarcti/d/ia. — Raute siehe Ri/ta. 

— Rautenanemone siehe AnemoriHla. — Rauten = Lerchensporn siehe Coryila/is llwlictriföliu. — 
Rebhuhnbeere siehe Mitchdlla. 



Rehmannia— RhOuni 



325 



/?e/ima/in/ae/äfa(/?.anjg'u/äfa Hort. i: chinesische. aufrechte, bis 80 r/« hohe. buschige, 
drüsige Sc ro pli u 1 ari ac ce mit fiedcriappigen Blättern und 7 — Sem langen, rosa-lilafar- 
benen Blüten in traubigen Blütenständen. ,luni-August. wie Abb 3(i4. auch eine rein rosa- 
farbene Form vorhanden; Kultur in nahrhaftem, durchlässigem Boden in recht geschützter 
Lage mit guter Winterdecke oder besser zweijährig; Vermehrung durch Samen (Frühjahr). 
.Ableger (Herbst); N'erwendung als eine hübsche Gartenstaude; zwischen eldta und gl u- 
tinosa ist ein Bastard R. Briscoei: R. glutinösa (R. chinensis), kleiner, rauhhaarig. Blüten 
orange mit purpurn. Zwischen dieser und der ebenfalls chinesischen drüsenhaarigen, schmutzig 
gelb mit rot blühenden R. Henryi ist ein P)astard. R. kewensis. gezüchtet worden, der 
als wertvoller gilt. 

Retherschnabel siehe ßnUtiiim. — 
Reitgras siehe Ca/aiiiuirrösris. — Reps 
siehe Rii/)isiruiii. 

Reseda complicata: bis 75 cm hohe, 
etwas halbstrauchigeStaude ausSpanieii 
mit zierlichen, lockerblütigen Bluten- 
ständen. .luli-Augiist; für etwas feuchte 
rasige Hänge im großenAIpinum brauch- 
bar; aulücrdem wäre für Qesteinspartien 
zwischen Felsen in sonnigen, warmen 
Lagen brauchbar R. gluiicu. bis 30 cm. 
blaugrün. Blätter lineal. Blütenstände 
dichtährig, Juni-August, ebenfalls aus 
den spanischen Gebirgen. 

Rhabarber siehe Rlieiim. — Rha- 
pönticum atriplicifölium siehe Senv- 
liilu. — Rhapdnticum heleniiföliuni 
u. a. siehe Ccnlaiiirii. 

Rhäzya orientälis ist eine bis 25 ein 
hohe Apocynacee aus dem west 
liehen Kleinasien, etwa wie Amsonia zu 
verwenden. 

Rheum. Rhabarber — Po- 
lygonaceen — Bekannte, präch- 
tige Blattpflanzen mit dickcnW'urzeln 
und ganz wirkungsvollen . dicht- 
rispigenBlütenständcn mit unschein- 
baren Einzelblüten, vergleiche Abb. 
3()5 — 367,,N\ai-.luni (-.lulii; Kultur 
in tiefgründigem recht frischem, 
nahrhaftem Gartenboden (Kompost- 
erde); Vermehrung durch Teilung 
im Frühjahr (auch im Herbst und 
ohne Frost im Winter verpflanzban. 
sowie durch Samen; N'erwendung 
voT allem als schmuckvolle Einzel- 
pflanzen auf Rasen, aber besonders 
auch in Gruppen am L'fer im l^aik. A*. Alcxandrae auch als Rabattenpflanze. 

R. Alexändrae. Königsrhabarber, eigenartiger Typus aus China. Blätter glänzend 
grün, herzeiförmig, Blütenstände mit grollen, blattartigen, hellgelben Hochblättern, bis 1 m, 
wie Abb. 3h3. .luni, interessante Art; R. Colliniänum, China. Blätter tief und breit einge- 
schnitten, Blütenstände rot. aufrecht; R. Emödi (R. austrdle), .\epal. üppig. Blätter herz- 
förmig, kupferig überhaucht stumpflappig, mit gewellten Rändern. Blütenrispen rot aufrecht, 
bis 1,5 w; R. officinäle, West-China. Blätter tief gelappt. Blütenrispen bleichgrün, wie 
.Abb. 36ö. beste Art für Zierzwecke; R. palmätum iR. sanguineiituj, Xordostasien. Blätter 
tief spitzlappig, Blütenstände purpurn, wie .Abb. 3b7. bei var. rubrum Blütenstände dunkel- 
rot hierher als Form R. tangüticutn mit länglicheren Blättern, sehr zierend, dauerhafteste 
der rotblühenden Formen; R. pruinösum, eigenartig durch seine samtartig weichen, wie 
bereift erscheinenden jungen Blätter; /?. Rotheänum, eine £OTm//-Hybride. bis 3 m. Blätter 
sehr groLi, meist ganzrandig. gewellt. P^lüten rot. Tracht ähnlich /:"mof//, gröl.lte Form ; außer- 
dem sind seit langem in Kultur die Speiserhabarber R. rhapörilictiin und undukitum aus Si- 




Abb. .36,?. Rütiunculus aqmüilis. 
in einem Graben i 



Wasserhahnenfuß, 



326 



Rlieum— Rodgersia 



birien. die besten Kultursorten für Nutzzwecke sind „The Sutton". für schweren Boden, lange, 
kräftige gerötete Stiele, besser als .A'ictoria". die in schwerem Boden versagt. „Davis Chal- 
lenge" treibt später. Stiele mehr grün, kürzer und dicker, gehtauch als „W'einbecks Rhabarber". 
Rhexia virginica, Wiesenschöne : nichtsehr ansehnliche, mehr botanisch interessante, aufrechie, bis 
über fußhohe nordamerikanische Melastomacee mit Knollen tragenden Wurzeln, gegenständigen, 
eiförmigen Blättern und rosafarbenen, bis 3 cm breiten Blüten in lockeren Rispentrauben, Juli-August; 
Kultur in moorigem Sumpfboden in sonniger Lage, wie auch in frischem, etwas lehmigem Garten- 
boden ;VermehrungdurchTeilung:Ver Wendung an entsprechenden Orten im Garten und Park ; 
man gebe etwas Winterschutz. 

Rhinänthus siehe Alectorölophus. — 
Rhizobötrya alpiaa siehe Cochledria. 

— Rhödea iapönica siehe Rölidea. — 
Rhodiola rösea siehe Sedam röseum. 

— Rhomneya siehe Romneyu. 
Rhynchöspora fusca, Schnabel- 
binse : 8 bis 15 ein hohe Cyperacee 
mit kriechendem Wurzelstock und brau- 
nen Ährchen ; sie wächst bei uns in Torf- 
sümpfen und moorigen Wiesen und wird 
von Liebhabern im Alpinum an ähn- 
lichen Stellen gelegentlich kultiviert 

Riccia (Riccii^Ua) flüitans ist ein auf 
seichten Gewässern bei uns schwim- 
mendes, sattgrünes gabelig verzweigtes 
Lebermoos, das von Wasserpflanzen- 
Liebhabern in Aquarien gelegentlich 
kultiviert wird. 

Riemenzunge siehe Himantoglös- 
Kiim. — Riesenfenchel siehe F^rula. 

— Riesenschleierkraut siehe Crambe. 

— RiesenvergilJmeinnicht siehe Myo- 
siliiliiini. - - Rietgras siehe Carex. 

Rindera {Cyi/off/össn/n. Mättia) um- 
belläta: südungarische Borragina- 
c e e , 40 bis öO im, Tracht wie Abb. 43, 
grauweiß-seidig behaart, Blätter lang, 
schmal, Blüten braunrot, Kelche weiß- 
borstig, Mai-Juli, Samen geflügelt; Kul- 
tur in sonnigen Lagen zwischen Ge- 
stein; Vermehrung durch Samen 
und Teilung ; Verwendung im Al- 
pinum. 

Rindsauge siehe Buphlluilmiim. — 
Rippendolde siehe Pleiirospcrmiim. — 
Rippenfarn siehe /?/('('/; /;«m. — Rispen- 
gras siehe I'oa. — Ritschgras siehe 
Koclcria. — Rittersporn siebe Delphi- 
iiii'in. — Robertia taraxacoides siehe 
Hypociiocriü. 

Rodgersia, Schaublatt — 

Saxifragaceen — Stattliche 
Pflanzen mit dicken Rhizomen. 
grundständigen, gestielten, finger- 
förmig fiederteiligen Blättern, die 
im Sommer sich meist bronzegrün färben und kleinen Blütchen in ansehnlichen rispigen 
Blütenständen, wie Abb. 48 und 368 — 369, Juni-Juli; Kultur in tiefgründigem, nahr- 
haftem, humusreichen Boden in halbschattigen, frischen Lagen, wenn Boden genügend feucht, 
auch sonniger, namentlich in rauheren Gegenden; Vermehrung durch Teilung (März-.'\pril). 
Wurzelschnittlinge und Samen; Verwendung als prächtige Gruppenstauden für geeignete 
Lagen, besonders im Park (.'\bb. 368), unter lichtem Gebüsch und am Ufer. 

R. aesculifölia, Zentralchina. Blätter denen der Rol.lkastanie ähnlich. Blütenstände bis 
1 /;;, rosaweil.), Juni-Juli, wie Abb. 369; R. pinnäta, China, ähnlich voriger, aber Blätter 
mehr gefiedert. Blütenstände lockerer, Blüten rosa oder rosaweil.i, bei var. a/ba weil.i. wie 
Abb. 48; R. podophylla, Japan, Blätter 5- bis 7 fingerig. metallisch schimmernd. Blüten- 
stände grünlichweil.), bis 1 ni. an Aniiicus erinnernd (Abb. 368). Mai-.luni; R. sambucifö^ 
lia, China. Blätter grol.i. gefiedert, bronzegrün. Blütenstände rahmweil.i. Juli-.August. 




Abb. 3ö4. Relimannia elata. 75 cm 
(Orig.. Verrieresi. 



Rodgersia— Rollfarn 



327 



Rodgersia tabuläris siehe Astilbokles. — Roettlera uiireu sielie Didymocärpus. 

Röhdea japönica: 25 bis 50 cm hohe, japanische Liliacee mit .4,sy;;V//.s7/-ö- ahn liehen, roseltigeii 
Bläticrn, fleischigen Wurzeln, niedrigen, dicken, zwischen Blättern sitzenden, kugelig-glockigen Blüten 
im September und olivenförmigen Beeren mit rotem Fruchtfleisch ; K u 1 1 u r in jedem nahrhatlen Boden 
in schattiger oder halbschattiger, feuchter Lage, die weißbunte Form ist nur Kalthauspflanze. 

Rohrkolben siehe 7'yp'ui. — Rollfarn siehe A//osJnis. 





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328 



Romanzöffia — Rübus 



Romanzöflia sitcheasis: niederliegend -aufstrebende, bis 20 cm hohe Hy d roph y 11 ac ee aus 
Nordwestamerika, von der Tracht wie Suxifraga granulcita. Blätter gestielt, rundlich-nierenförmig, ge- 
kerbt, Blüten weiß, in wenigblütigen Rispentrauben, April-Mai; Kultur usw. im Alpinum. etwa wie 
die genannte Suxifnigu. 

Romneya Coü/feri, Baummohn: in der Heimat (Kalifornien) halbstrauchige. bei uns 
staudige. aufrechte, buschige, bis 1 ..5 m hohe Papaveracee mit kriechendem Wurzelstock, 
blaugrünen, wechselständigen, fiederteiligen oder 3 zählig zerschlitzten Blättern und endstän- 
digen, duftenden, weil.len. bis über \0 cm breiten, seidig-glänzenden Blüten (Abb. 370). mit 
gelben Staubbeuteln. .luni-August; Kultur in gut durchlässigem Boden, dernicht zu schwer 

ist. in recht sonniger, warmer Lage, 
im Winter guten Schutz gegen Kälte 
und vor allem Nässe ; V e r m e h r u n g 
durch Wurzelschnittlinge , Samen 
liegen sehr lange, wenn nicht ganz 
frisch; Verwendung als prächtige 
Gartenstaude. 

Rotnülea (Trichonc'ma) — Iri- 
daceen — Krokusartige Gewächse 
mit knolligem Rhizom . schmalen 
[blättern und meist einzeln stehenden 
Blüten ; Kultur usw. wie Crocns. 
doch sind die Romiilea-.\r\tn emp- 
findlicher, nur für warme Lagen zu 
empfehlen und bedürfen des Winter- 
schutzes. 

R. Bulbocödium, Westeuropa 
und Mittelmeergebiet. Blätter line- 
alisch, zusammengedrückt. Blüten 
hellviolett, am Grunde gelb, März- 
,'\pril.härterals/?.rösea,bis2,S(;77;. 
Blütentriebe l(-3)blütig. Blüten lila- 
rosa, äuüere Abschnitte auüen mit 3 
purpurnen Streifen; verlängerte, bis 
.iblütige Blütenstände, aber kleinere 
ISlüten hat die südfranzösische R. 
lumiflöra. 

Roscoea purpurea ist eine dunkel- 
\iolett blühende S c i t am i n acee aus 
dem Himalaya mit knolligem Rhizom, 
bei uns wohl nur wie die groloblütigen 
Gladiolen zu verwenden, blüht im Herbst. 
Wertvoller ist R. caiäkoides aus West- 
.lünnan, Blätter irisartig, Blüten wun- 
dervoll weich und zart hellgelb, die 
fleischigen Wurzeln lassen sich, 15 cm 
tief gepflanzt, in sandigem Lehmboden 
bei elwas Schutz durchwintern, gilt als 
ganz prächtig. Eine weinpurpurrote 




Abb. 3b5. Rlu'tiiii ojjuiriali', gemeiner Rhabarbe 



Form, var. piirpiiiva. sollte ebenfalls versucht werden. 

Roscoea lutea siehe Cuiitica. 

Rübia Aücheri: bis 15 an hohe, aufrechte R u b i a c e e aus Syrien bis Persien, mit kriechenden 
Wurzeln, 4 Wirteligen, spitz-eirhombischen Blättern und wenigblütigen, endständigen Blütenständen, 
April ; Kultur und Verwendung etwa wie die alpinen Aspcnila. 

Rübus, Himbeere — Rosaceen — Die zahlreichen Arten dieser Gattung gehören 
fast sämtlich zu den Halbsträuchern (siehe Laubholzbuch ). und es kommen für uns nur folgende 
kriechende Arten in Betracht, die sich im Alpinum kultivieren lassen, wie Abb. 371; Ver- 
mehrung durch Ausläufer; vergleiche unten. 

R. ärcticus, nordische Art, 5—12 cm hoch. Blätter kahl, gedreit. Blüten einzeln, rosa, 
Früchte rot, el.lbar. liebt frische, steinige Hänge in sonniger oder halbschattiger Lage; R. Cha^ 
maemörus, M o 1 1 e b e e r e. arktisch-subarktische Gebirgspflanze, bei uns sehr selten. 8 bis 
l.S cm. Blätter einfach, nierenförmig. ,S — 7 lappig, Blüten zweihäusig. weil.!, einzeln. Mai- 



Riibus— RudbC'ckia 



Juni. Früchte orange; für feuchte, 
moorige Orte zwischen Sphagniini, 
doch Kultur wenig aussichtsvoll; 
R. illecebrösus (R. sorbiföliusl. 
I£ r d b e e r h i m b e e r e. Japan, durch 
Ausläufer leicht lästig, Blätter ge- 
fiedert. Früchte rot, nur eingemacht 
geniel.'ibar. blüht bis zum Frost; R. 
saxätilis, Felsen beere, Europa. 
10 bis 23 an. Stengel peitschenför- 
mig. niederliegend, fein bestachelt. 
Blätter dreizählig, Blüten zwittrig, 
weil.), in 3 — Tblütigen Doldentrau- 
ben, Mai-Juni. Früchte rot. für 
feuchte, nicht zu schattige Stellen, 
liebt Kalk; R. xanthocärpus fU. 
/-'('/«///«//V. Westchina. wuchert stark. 
Blätter gefiedert, dreiblättrig. Früch- 
te gelb, wohlschmeckend, gleich 
illecebrösus zur Befestigung von 
Böschungen wertvoll, aber kaum 
wieder ausrottbar. 

Rübus Dalibärda uiid R. pedäta 
siehe Da/i/nin/a. — Ruchj;ras siclu' 
AnthüXüntliiiiii. 

Rudbeckia, Sonnenhut - 

Kompositen — Harte . nord- 
amerikanische, aufrechte, buschige 
Stauden mit ansehnlichen, auf straf- 
fen Stielen stehenden, endständigen 
Blütenköpfchen mit stark erhabener 
Mitte und gelben oder rötlichen, 
grol.len Strahlenblüten, .luli bis November 
gründigen, nicht zu leichten Oartenboden.in 





lialmatiini, rotblütiger Rhabarber. 

. wie .\bb. M2; Kultur in jedem guten, tief- 
sonniger oder halbschattiger Lage; Vermehrung 
durchTeilungl PflanzzeitFrüh- 
jahr bis Ende Mai. die hohen 
auch im Spätherbst und Win- 
ter, so lange frostfrei) einige, 
wie pnrpiirea und suMomen- 
losa, auch durch Stecklinge 
mit Wurzelhalsansatz. oderSa- 
111 en ; \' er Wendung als aus- 
L^czeichnete Rabatten-, Park- 
inul Schnittstauden, gehören 
auch zu den besten Blüten- 
stauden. 

R. laciniäta, bis \.r< ni. 
untere Blätter .^ — .3 leilig. 
cibere dreispaltig. Blüten hell- 
gelb. 10 bis 12 cm breit, 
Strahlen nickend, wie Abb. 
M2\ eine ausgezeichnete, ge- 
füllte Form ist var. „Gold- 
ball" (Golden glow I.August- 
September; sehr wertvoll, be- 
darf aber Raum und einer 
Stütze; nahe steht die rauh 



F^iicibt^ckia-Riiellii 




Abb. 369. Rodfrersia aesculifoüa. 60 



behaarte R. callfömica, westl. Nord- 
amerika, niedriger, untere Blätter 
nur zweilappig. Blütenköpfe groß, 
schön ; R. mäxima, bis 2 m. Blätter 
blaugrün, ungeteilt, sonst ähnlich 
nitida. Blüten sehr grol.'). goldgelb 
mit schwarzer Mitte. August -Sep- 
tember.verlangtetwasWinterschutz; 
R. speciösa (R. Newmdnii. R. 
Ni'iiinannii Hort.). 40 bis 70 cm, 
Blätter lanzettlich. Blüten bronze- 
gelb, bis 1 Oew breit, mit mattbrauner 
Mittte. Juli-Oktober, liebt frische 
Lagen, sonst nicht anspruchsvoll, 
sehr gut: ähnlich in Blüte ist eine 
/^'.//r/rflderOärten.aberdrei Wochen 
früher blühend und nicht kriechend; 
R. nitida, 1 bis 1.5 m, Blätter hell- 
grün. Blüten schön gelb, hiervon 
wertvoll vor allem die Formen 
„Autumn glory". bis 2 m hoch 
(September), und deren Verbesse- 
rung „Herbstsonne" mit straffe- 
ren größeren Blüten, die im Oktober 
erscheinen ; R. purpürea (Hchi- 
iidcca oder Braiineria purpürea), 
kräftig. 1 bis 2 m. Blüten purpur- 
rosa. mit brauner Mitte. Strahlen 
stark hängend. .luli-August, hierher 
die verbesserte Form var. „Abend- 
sonne", tiefleuchtend weinrot. mit 



völlig kreisrunder und dabei ge- 
schlossener, breitblättriger Form der 
Strahlenblüten, ferner var. röseaele- 
^ß«s,hellrosa.var. canninea elegans, 
dunkelkarminrot, sowie die var. 
„Leuchtstern", leuchtendste rote 
Sorte, und „Morgenröte". 1 bis 
1 .5 m, mit breiten, hängenden, frisch 
rosalila Strahlenblüten, mit orange 
Mitte, Juli, wertvoll; R. subto= 
menfösa, mittl. Vereinigte Staaten, 
bis über 1 in. untere Biälter tief drei- 
teilig, dicht aschgrau behaart. Blüten 
gelb. Diskus stumpfbraun, gilt als 
gut. die ähnliche R. triloba ist nur 
zweijährig. 

Rudbeckia pinnäta siehe Upachrs. 

Ruellia c/7#dsa: iiordaiiierikanischc, 
30 bis 00 cm hohe, behaarte Acan- 
thacec mit ovalen Blättern und ein- 
zelnen oder gebüschelten blanen Blüten, 
Juni bis Herbst; in trockenen Lagen im 
Alpinum versuchswert. Als hübscher 
gilt R. strspens, Ostnordamerika, bis 
I //;. Blüten blau. Mai-Juli, etwas mehr 
feucht und schattig. ' 




Rümex —Sagina 




Alib. .^71. Rnbiis antiais. arktischi; Himbe 



Rümex, Ampfer: von dieser Polygonacee werden im Alpinum gelegentlich die heimisclien, in 
jeder Flora beschriebenen Arten wie a/pinus. arifölius, nivülis. scutätiis us*. kultiviert, die aber nur für 
Liebhaber in Betracht kommen. Auffallend der neuseeländische R.flexuösiis. durch seine braune Belau- 
bung, niederliegend, hart, sich selbst aussäend. 

Rüta, Raute — Rutaceen — Aufrechte, südeuropäische, tief wurzelnde, stark aromatisch riechende 
Kräuter mit drüsig gepunkteten, geteilten Blättern und kleinen, gelben Blüten in trugdoldigen Blüten- 
ständen, Juni-August, wie Abb. 373; Kultur in jedem guten, tiefgründigen Qartenboden in warmer, 
sonniger Lage ; V e r m e h r u n g durch Samen ;Verwendungnurfür Liebhaber, ist bei uns hie imd 
da verwildert. 

/?. graveolens, MI bis HO rrii. Blätter fa^t dreifach gefiedert, sehr fein zerteilt, Juni-August ; R. pata- 

yina [Haplopliylliim putaviiiinn Hort.i, 

1 bis l..^ ///. Blätter dreizählig, sitzend, 
mit schmalen Blättchen, .luni-.luli, wie 
Abb; .373. 

Ruyschiäna spicäta siehe Divco- 
ccpliulnm Kiiyschiunu. — Rynchöspora 
siehe Rliyiicliosporu. — Rydbergia 
grandiflöra siehe Actinclla. 

Säuerling siehe Oxyrui. - Safran 
siehe Cmris. 

Sagina, Knebel, Mastkraut 

— C a r y o p li y 11 a c e e n — Harte, 
europäische. niederJiegendc. rasige. 

2 bis 20 cm hohe Stauden mit 
wurzelnden Stengeln, linealen. ge- 
spitzelten Blättchen und kleinen, 
weil'ilichen Blütchen: Kultur im Al- 
pinum auf steinig-sandigem Grunde, 
der bei 6'. proaimbens etwas feucht 
sein muL). während die anderen 
Arten etwas sonnige, trockenere 




Sagiiia — Sagittäria 




Abb. 373. Rulü fiilav 



Lage vorziehen ; Vermehrung 
durch Teilung; Verwendung zur 
Bekleidung steriler Hänge und 
Felsen. 

S. procümbens, Blüten vier- 
zählig, Mai -September; S. subu= 
lata (geht auch als Arenaria caes- 
pitösa, Sp^rgiila pilifera und Sagina 
aciculciris oder pilifera, doch wird 
darunter auch zuweilen eine etwas 
immergrüne Form aus Korsika ver- 
standen). Sternmoos. Blüten fünf- 
zählig, .luli- August; S. Linnaei 
(S. saxätilis), sehr ähnlich, aber 
mit weniger gespitzelten Blättern 
und kahlen Blütenstielchen, bildet 
hübsche grüne Rasen. 

Sagittäria, Pfeilkraut — 
Alismaceen— Aufrechte Wasser- 
pflanzen mit knolligen Wurzel- 
stöcken, langgestielten, grundstän- 
digen, pfeilförmigen oder lanzett- 
lichen Blättern (in tiefem Wasser 




Abb. 374. Sagittäria suffittifolia fl. pl., gefülltes japanisches 
Pfeilkraut, \' in iH.' Junge. H.imclm. 



Sa^iltäria— biilv 





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bilden sich nur lineale flutende Blätter ausi und vveil.len Blüten mit dunklen Augen in quirligen 
Rispen, Juni-August, wie Abb. 374: Kultur in seichtem, stehendem oder langsam fliel.iendem 
Wasser; V'ermehrung durch Teilung im Frühjahr: \'erwendung für Bassins und Ufer. 

S./a///Ö//a^S'.iY//7V/Y;///;sV, Nordamerika, 
wie folgende, aber üppiger. Blätter breiter. 
Blüten gröLler. zahlreicher: S. sagitti' 
fölia, heimisch, M) bis Mo cm. Kronen- 
blätter mit violettpurpurnem Orundfleck. 
hierher var../?./j/., Blüten weil.!, gefüllt, geht 
in den Gärten als S.japörika oder Japoriica 
fl. pl., wie Abb. 374; beste Form; S. 
sinensis, China, Blätter eilanzettlich. 
nicht pfeilformig. Stiele bis 1 in, Blüten- 
stände bis I..S III, Blüten schön, reinweiß, 
es geht aber unter di