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UNTERSUCHUNGEN UND URKUNDEN
ÜBER DIE
CAMERA COLLEGII CARDINALIUM
UNTERSUCHUNGEN UND URKUNDEN
ÜBER DIE
CAMERA COLLEGII CARDINALIUM
FÜR DIE ZEIT
VON 1295 BIS i437
VON
PAUL MARIA BAUMGARTEN
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MIT DREI TAFELN
LEIPZIG
GIESECKE & DEVRIENT
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1898
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MAX SDRALEK
GEWIDMET
THE NEV/ YORK
ASTOn.LENOX AND
TILDEN FÜUNDATlüNS
R 1932 L
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VORWORT
Vor ungefähr zwei Jahren war ich damit beschäftigt, eine Recension
zu schreiben über das Buch: Kirsch, Die Finanzverwaltung des Kardinal-
kollegiums im XIII, und XIV. Jahrhundert Münster i. W. Heinrich
Schöningh 1895, VIII und 138 Seiten.
Aus der Recension wurde ein längerer Aufsatz und aus dem längeren
Aufsatze wuchs diese Veröffentlichung heraus. Weder Recension noch Auf-
satz sind gedruckt worden, darum halte ich es für meine Pflicht, vorab
hier zu dem Buche von Kirsch Stellung zu nehmen.
Die eingehende Kenntniss des handschriftlichen Materials, auf dem
sich die Studie von Kirsch aufbaut, befähigt mich, dieselbe beurtheilen zu
können. Kirsch hat zum ersten Male ein Gebiet bearbeitet, für das es
Vorarbeiten keine gab, und er hat in grossen Zügen das Beste geleistet,
was man darüber schreiben konnte. Die systematische Zusammenfassung
des jungfräulichen Materials hat der Verfasser mit eingehendem Verständniss
und scharfer Unterscheidungsgabe unternommen, so dass seine Darstellung
in ihren Grundzügen völlig unangreifbar ist und für alle Zukunft mass-
gebend bleiben wird. Schon mit Rücksicht auf die Sammlung, in der die
Studie erschien,^) war es für den Verfasser nicht angezeigt, den Einzelheiten
zu sehr nachzugehen; dadurch gewann seine erstmalige Darstellung des
Gegenstandes an Uebersichtlichkeit. Im Ganzen genommen ist darum
Kirsch 's Buch eine Musterleistung, für die ihm dankbar zu sein die Histo-
riker des ausgehenden Mittelalters alle Veranlassung haben.
*) Kirchengeschichtliche Studien, herausgegeben von Knöpfler, Schrörs und Sdralek.
THE NEW YORK
PUBLIC. LiaRARY
LIBRARY
851A
ASTOR, LENÜX AND
TILDEN FüUNDATiÜNS
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MAX SDRALEK
GEWIDMET
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• VUl •
Obschon Kirsch zahlreiche Documente in den Anmerkungen sowie
in einem Anhange mitgetheilt hat, so erschien es mir dennoch angezeigt,
eine Art von Urkundenbuch zur Finanzverwaltung des Cardinalscollegiums
im Mittelalter zusammenzustellen, das in systematischer Anordnung die
Arbeit von Kirsch sachgemäss zu ergänzen bestimmt ist. Natürlich mussten
die einzelnen Fragen in grösserer Ausführlichkeit berücksichtigt werden, als
es bei Kirsch der Fall gewesen war, so dass die Sammlung der Urkunden
allein schon weit über den Umfang seiner Arbeit hinausreicht.
Dieser meiner Urkundensammlung ein Begleitwort mit auf den Weg
zu geben, gebot sich schon deswegen, damit die Leser auf die Bedeutung
der einzelnen Stücke in sachgemässer Weise aufmerksam gemacht würden.
Weiterhin musste der Commentar auch alle diejenigen Fragen berück-
sichtigen, die zeitlich über den Rahmen der Publication von Kirsch hinaus-
ragten. Denn bei der Sammlung der Urkunden ergab sich das Bedürfniss,
die Finanzverwaltung des heiligen Collegiums bis zur grossen Reform unter
Papst Eugen IUI, nicht bloss, wie Kirsch, bis zum grossen Schisma, zu
untersuchen.
Durch eine solche Erweiterung des Gesichtskreises konnten viele von
Kirsch nur angedeutete Punkte besser beleuchtet oder zuweilen verbessert
werden, so dass das Ergebniss der Detailuntersuchung nicht selten von
demjenigen meines Vorgängers auf diesem Gebiete abweicht. Einzelne
Abschnitte sind hier zum ersten Male behandelt worden, wie z. B. die
Frage nach der äusseren Ausstattung der Urkunden und ihren Merkmalen,
die Frage der äusseren Geschichte der Abtheilung Obligationes et Solutiones
u. a. m. Demgemäss stellt sich mein Buch dar als eine mit ausführ-
lichem Commentar versehene Urkundensammlung über die Finanz-
verwaltung des heiligen Collegiums von Bonifaz VIII bis Eugen IUI.
Für diejenigen, die sich mit dem Buche beschäftigen werden, bemerke ich
hier gleich zu Beginn, dass die völlige Kenntniss der Arbeit von Kirsch
stets vorausgesetzt wird. Es wäre viel zu weitläufig gewesen, wenn ich
jeweils die gesammte Darstellung von Kirsch mit in meine Untersuchungen
hätte einflechten wollen; auch wäre eine solche Ausnützung seines Buches
eine Undankbarkeit gegenüber seinen bahnbrechenden Forschungen gewesen.
*
• VlUl •
Das handschriftliche Material, aus dem ich geschöpft habe, befindet
sich im Vaticanischen Geheimarchiv, Eine einzige Urkunde ist dem Grande
Archivio di Napoli entnommen.^)
Von den verschiedenen Abtheilungen des Archivio Segreto Vaticano
sind folgende benutzt worden:
1 . Die Bände der Obligationes et Solutiones Servitiorum Communium^
deren Beschreibung einige Abschnitte der Einleitung gewidmet sind.
2. Die verschiedenen Abtheilungen der Registerbände: Series Vati-
cana, Series Avenionensis, Series Lateranensis.
3. Die Instrumenta Miscellanea^ d. h. die Sammlung loser Acten-
stücke, die, chronologisch geordnet, in Cassetten aufbewahrt
werden.
4. Die Bestände des Archivum Gaste lli Sancti Angeli.
5. Die Biblioteca Pia.
6. Die Sammlung der Schede di Garampi,
7. Die Abtheilung der Introitus et Exitus Gamerae.
8. Die Abtheilung der Gollectoriae Gamerae.^)
Die Vertheilung der aus den vorstehenden Sammlungen entnommenen
Urkunden und Notizen erfolgte in der Weise, dass weitaus die grösste Zahl
derselben im Urkundentheile untergebracht ist. Eine kleinere Zahl von
Actenstücken ist aus leicht ersichtlichen Gründen in den Text hineinver-
woben, wodurch nicht selten eine grössere Verständlichkeit der Ausführungen
erzielt wurde. Im Urkundentheile selbst sind diejenigen Documente, die
mir erst nach der fast vollendeten Drucklegung bekannt geworden sind
oder bemerkenswerth erschienen, in einen Anhang verwiesen worden. Der
Anhang ist wegen der verhältnissmässig kleinen Zahl von Documenten,
nicht wie der Urkundentheil , nach Materien, sondern nach der zeitlichen
Aufeinanderfolge der Stücke geordnet worden.
Eine völlig abschliessende Geschichte der Finanzverwaltung des heiligen
Collegiums im Mittelalter kann — meines Erachtens — nur Hand in Hand
*) Siehe Urk. No. 337.
*) Vcrgl. unten Seite III, woselbst nur die wichtigsten dieser Bestände aufgeftlhrt wurden.
Siehe auch die in der Anmerkung Seite XVI angeführte Arbeit in den Annales de Saint-Louis-
des-Francais, sowie Cauchie, De \k cr^ation d'une ecole Beige h. Rome. Tournai, Casterman 1896.
mit einer solchen der camera apostolica geschrieben werden. Das Ver-
hältniss beider Kammern zu einander, die gemeinschaftliche Thätigkeit
beider Kämmerer, die rechnerische Auseinandersetzung und sachgemässe
Buchung der dem heiligen Collegium zukommenden Gelder und Einkünfte
in der camera apostolica, sowie viele andere Dinge sind sozusagen noch
unerforscht. Man darf von der systematischen Untersuchung des Geschäfts-
ganges in der apostolischen Kammer viele neue Aufschlüsse über die
camera collegii erwarten. Dass dabei der zahlreichen curialen Aemter,
über die wir noch herzlich wenig Authentisches wissen, eingehend gedacht
werden muss, kann fiir die Geschichte der camera collegii nur von Vor-
theil sein.
Da die Einkünfte der Römischen Kirche zur Hälfte dem heiligen
Collegium zukamen, so habe ich, um einen Ueberblick über die Höhe
gewisser Einnahmen für die camera collegii zu gewinnen, sehr häufig die
Zahlen den Geschäftsbüchern der apostolischen Kammer entnommen, wo
mich die Register des Cardinalscollegiums im Stiche Hessen. Ueberhaupt
boten die Geschäftsbücher der camera apostolica vielfach sehr werthvolles
Material für unsere Frage dar, wodurch die vollständige Ausbeutung der-
selben fiir die Zukunft zur Pflicht wird.
Da es in der Natur der Sache liegt, dass die von der camera collegii
ausgefertigten Urkunden in alle Welt hinausgingen, so konnte man nicht
erwarten, dass sich viele Originale im Vaticanischen Geheimarchiv finden
würden. Und so ist denn auch der Bestand derselben, mit wenigen Aus-
nahmen, auf die zwischen den beiden Kammern gewechselten Quittungs-
briefe und einzelne unausgefertigte Urkunden beschränkt geblieben. Es ist
nicht zu erwarten, dass in auswärtigen Archiven viele dieser einschlägigen
Urkunden erhalten sein werden, weil sowohl die verhältnissmässige Un-
bedeutendheit ihres Inhaltes wie auch die Kleinheit der Form eine Auf-
bewahrung in den meisten Fällen verhindert haben. In dem gewaltigen
Archiv von Neapel findet sich nur ein einziges Original!
Dank der Liberalität der Verlagshandlung war es mir gestattet, die
sämmtlichen Urkunden so im Druck wiederzugeben, dass sie sich nach
Möglichkeit der handschriftlichen Vorlage nähern. Wer etwas von den
Schwierigkeiten und Kosten des complicirten Satzes kennt, der sich im
Urkundentheile oft über ganze Seiten erstreckt, wird es begreiflich finden,
wenn ich der Verlagshandlung hier die Gefühle meiner ganz besonderen
Dankbarkeit zum Ausdrucke bringe. Die Ausstattung des Buches im All-
gemeinen entspricht in ihrer vornehmen Einfachheit durchaus den
ästhetischen Traditionen des Hauses Giesecke & Devrient.
Bezüglich der Auswahl der drei diesem Bande beigegebenen Tafeln
muss ich bemerken, dass es mir richtiger erschien, aus den drei wichtigsten
Handschriften aus dem Beginne der Entwicklung Stichproben vorzulegen,
als je eine Tafel aus dem Beginne, der Mitte und dem Ende des 14. Jahr-
hunderts zu bieten. Die Abbildungen sind in natürlicher Grösse und geben
den Character der Handschriften in ausgezeichneter Weise wieder.
Ausser der Einleitung und dem Urkundentheile enthält der Band eine
sehr nothwendige, streng chronologische Ueber sieht über alle verwendeten
Urkunden, ein genaues Verzeichnisse) aller im UrkuTidentheile genannten
Cardinäle nebst einem Index der Namen, cum quibus vulgariter nuncupa-
bantur, sowie einen allgemeinen Index über den ganzen Inhalt des Buches.
Sämmtliche mir erreichbar gewesenen Nachrichten über den ersten Unter-
beamten der camera collegü, Petrus de Montechiello, sind in kurzer Be-
arbeitung in den ersten Excurs verwiesen worden. Mehrere Notizen über
die hauptsächlichsten Geldsorten folgen in einem zweiten Excurse,
* *
Einige Bemerkungen über die äussere Gestalt der Texte erscheinen
mir nothwendig. Alle ((iejenigen Worte, die den Namen Gottes unter irgend
^) Bezüglich des Verzeichnisses der im Urkundentheile genannten Cardinäle sei hier das
Folgende bemerkt. Zahlreiche Cardinäle werden in den Rechnungen nur mit einem kurzen
Namen erwähnt, der ftlr den, der sich nicht eingehend mit diesen Verhältnissen beschäftigt hat,
Schwierigkeiten in der Feststellung der Person bieten könnte. Um diesem Uebelstande abzu-
helfen, gebe ich ein nach den Taufnamen alphabetisch geordnetes Verzeichniss der Cardinäle
mit allen nothwendigen Angaben. Weiterhin folgt ein Verzeichniss der Vulgämamen (cum quibus
S, /^, E. cardinaUs ^vulgariter'* ftuncupabanlur)\ dann eine Liste der Titel (im weiteren Sinne)
und schliesslich ein Index zum ersten Verzeichniss. In dem am Schlüsse des Bandes befind-
lichen Orts- und Personenregister werden alle in dem genannten Verzeichniss erwähnten Cardinäle
genannt unter Hinweis auf Seite und Nummer des eUnchus und unter Anfügung aller Stellen,
wo sie in den Untersuchungen genannt werden. Es ist also möglichste Genauigkeit angestrebt
und erreicht worden.
Das Verzeichniss der Cardinäle entlastete zahlreiche Seiten von grösseren Anmerkungen,
ersparte eine Menge Verweisungen und bot den Vortheil, die Vulgärnamen und die Titel im
Zusammenhange aufzufahren. Durch die ganze Anordnung glaube ich die Verwendung zahl-
reicher Urkunden wesentlich erleichtert zu haben.
• Xll •
einer Form enthalten, die Namen der Feste des Herrn, die Worte Ecclesia
Romana und alle von dem Worte festum abhängigen Ausdrücke habe ich
mit grossen Anfangsbuchstaben geschrieben.
Sobald ein Wort eine Besonderheit in der Orthographie aufweist, habe
ich ein (stc) beigesetzt. Da jedoch viele Worte fast ständig mit demselben
Fehler erscheinen, so glaubte ich im Verlaufe der Arbeit von dem jedes-
maligen Hinweise absehen zu sollen, um die Texte nicht zu sehr zu be-
lasten. So wird der Leser häufig peccunia, comissum, ymo, quictare, ydoneus,
thessaurarius, Marienove und andere Worte ohne einen besonderen Hinweis
in den Urkunden finden. Der Ablativ cardinale und cardinali kommt unter-
schiedslos vor. Die Eigennamen finden sich in unseren Quellen in den
verschiedensten Formen vor. Haben wir also 2, 3 und 4 verschiedene
Schreibungen, so ist das nur der sprechende Beweis dafür, dass man im
14. und 15. Jahrhundert jeglicher fester Regeln über die Schreibung der
Eigennamen entbehrte. Selbst Autographen finden sich in verschiedenen
Fassungen. Auf diese Unterschiede habe ich nur selten ausdrücklich auf-
merksam gemacht.
Was die über den Urkunden stehenden Regesten angeht, so habe ich
dieselben in deutscher Sprache abgefasst. Nur da, wo ich dieselben in
einem anderen Buche (Potthast, Regesta Clementis V, Registres de FEcole
frangaise u. s. w.) in lateinischer Sprache fand, und ich sie einfach über-
nahm, habe ich die Sprache meiner Vorlage beibehalten.
Dass sich einige der von mir gebotenen Urkunden bei Raynald,
Rymer, Spittel, Gottlob, Brom, Kirsch u. A. finden, konnte mich
nicht abhalten, dieselben doch aufzunehmen. Es handelte sich mir nicht
so sehr darum, nur neues Material zu bieten, wie darum, das Material mög-
lichst übersichtlich und umfassend und häufig in wesentlich verbesserter
Weise zusammenzustellen.
Weiterhin bedarf es wohl kaum einer Erklärung, warum nicht nur
solche Urkunden aufgenommen wurden, die in directer Weise unser Thema
berühren, sondern auch solche, die man unter dem Sammelnamen ,yVer-
wandte Actenstücke** zusammenfassen kann. Ebenso versteht man leicht,
dass viele Urkunden in zwei, drei oder vier verschiedenen Abschnitten
ihren Platz hätten finden können, je nachdem man diese oder jene
Besonderheit als massgebend ansehen will. Mich leitete bei der Ver-
theilung der Urkunden unter die einzelnen Abschnitte der Gesichtspunkt,
• xm •
eine jede Urkunde, unbekümmert um ihren sonstigen Inhalt, dem Ab-
schnitte zuzuweisen, für den sie als besonders bemerkenswerth ausgewählt
worden war.
*
Für die Erforschung der Finanzverwaltung des CardinalscoUegiums
macht es durchaus keinen Unterschied, ob man die Register der Cardinals-
coUegien der Päpste oder der CardinalscoUegien der Gegenpäpste heranzieht.
Da der erste camerarius coUegii des Gegenpapstes Clemens VII das Amt
schon vor dem Schisma innegehabt hatte, so wurde in Avignon nur die
gewohnte Ordnung der Dinge fortgesetzt. Ich habe darum niemals besonders
darauf aufmerksam gemacht, aus welcher camera collegii eine Urkunde
stammt. Da weiterhin Alexander V die Beamten aus den beiden Obedienzen
Gregor XII und Benedict XIII zur gemeinschaftlichen Verwaltung der camera
collegii heranzog, so sind dadurch etwa entstandene Verschiedenheiten in
der Geschäftsgebahrung vollständig ausgeglichen worden.*) Dass das Gleiche
noch bis unter Martin V für die camera apostolica der Fall war, ist bekannt.
Als besonders sichere Unterlage für das Eindringen in die Finanzverwaltung
des heiligen Collegiums muss man die Feststellung der Listen der Beamten
der camera collegii ansehen. Die ausgezeichneten Aufstellungen von Kirsch
über die series camerariorum collegii habe ich revidirt und bis zum Jahre 1437
fortgeführt. Bezüglich der clerici collegii habe ich einen Anlauf gemacht,
die Reihe der sich folgenden Unterbeamten festzulegen. Es muss weiteren
Untersuchungen vorbehalten bleiben, das diesbezügliche Material erschöpfend
zu behandeln. Ich will hier einen Zweifel an der Möglichkeit, eine lücken-
lose, nach Pontificaten von Päpsten und Gegenpäpsten geordnete Liste der
clerici collegii aufzustellen, nicht unterdrücken. Meine Auffassung von der
Entstehung des Amtes der clerici collegii, bezw. seiner allmählichen Ent-
wicklung, weicht von derjenigen Kirsch 's wesentlich ab. Es wird Sache
der Fachgenossen sein, zu entscheiden, welche Ansicht mehr Gründe für
sich hat.
Da Kirsch in seinem Vorworte*) bemerkt, dass Gottlob der Unter-
suchung der Frage, wann das Bestreben der Cardinäle nach einer festen Zu-
wendung eines Theiles der Einkünfle der Römischen Kirche an das heilige
*) Siehe Urk. No. 40 ff.
^ Seite VI.
• XlUl •
Collegium einsetzt, näher getreten ist, so habe auch ich davon abgesehen, hier-
über eigne Studien anzustellen, in der Erwartung, dass der Gottlob'sche Auf-
satz bald im Historischen Jahrbuche der Görresgesellschaft erscheinen werde. ^)
«
Das von allen Forschem rühmlichst anerkannte Entgegenkommen der
Herren Beamten des Vaticanischen Geheimarchivs ist auch mir in besonderer
Weise zu Theil geworden. Herrn Pater Heinrich Denifle, O. P., und Mgr.
Pietro Wenzel bin ich zu herzlichem Danke verbunden. Herr P. Conrad
Eubel, O. M. C, hatte die grosse Güte, meine Arbeiten durch Mittheilung
der Aushängebogen seines monumentalen Werkes über die Cardinäle und
Bischöfe (von Innocenz III bis Martin V), sowie durch gütige Beantwortung
zahlreicher Anfragen wesentlich zu unterstützen, wofür ich demselben meinen
besonderen Dank abstatte. Den Herren Bliss, Dr. Hayn und Dr. Pogatscher
bin ich fiir den Hinweis auf einige interessante Notizen verpflichtet.
Rom, den i. Nov. 1897. n 1 üir • n
Paul Maria Baumgarten.
^) Nach vollständigem Abschlüsse des Druckes geht mir folgendes Buch zu : Repertorium
Gcrmanicum, Regesten aus den päpstlichen Archiven zur Geschichte des deutschen Reichs und
seiner Territorien im XIV. und XV. Jahrhundert. Herausgegeben durch das K. Preussische
historische Institut in Rom. Pontificat Eugen IV (143 1 — 1447) I.Band. Unter Mitwirkung
von Johannes Haller, Joseph Kaufmann und Jean Lulves bearbeitet von Robert
Arnold, Berlin, A. Bath. 1897. In diesem stattlichen und ausserordentlich inhaltreichen Bande
befindet sich in J 12 der Einleitung (Seite XLIX — LIV) eine Ausführung über die ,tActen des
CardinalcolUgs*' , Mit den dortigen Feststellungen kann ich mich nicht ganz einverstanden
erklären. An anderer Stelle werde ich mich mit den Angaben dieses Abschnittes auseinandersetzen.
INHALTSVERZEICHNISS
Sdte
Widmung ♦ v •
Vorwort • vii •
Untersuchungen.
Theil I m
Abschnitt I.
A. Der Bestand der Bände Obligationts et Solutiones im Vaticanischen Gekeimarchiv,
1. Allgemeine Bemerkungen. Aussehen der Bände Obligationes et Solu-
tiones. — Einbände derselben. — Einstellung der Handschriften. — Ueber-
tragung der Bände aus der Guardarobba in das Geheimarchiv im
2. Theilübersichten. Katalog des Jahres 1671. — Erforschung seiner Be-
stände. — Erklärung einiger Signaturen vi
3. Alte Aufstellung in den Armarien. Angaben Garampi's villi
4. Alter Zettelkatalog. Garampi inventarisirte die Handschriften ohne die
Arbeit ganz zu vollenden X
5. Ueberweisung der Bände an das Geheimarchiv. Räumungs- und
Ordnungsarbeiten in der Guardarobba um die Mitte des XVI. Jahrhunderts .. xii
6. Archiv des heiligen Collegiums. Anregung zur Errichtung desselben
unter Paul III. — Gründung desselben unter Pius IUI, bezw. Urban VIII.. .. xiii
7. Schlussbemerkungen. Nothwendigkeit einer Concordanz aller vorhandenen
Signaturen. — Erklärung der Ausdrücke der grossen Concordanz xiiii
Concordanz alter und neuer Signaturen der Bände der Abtheilung
Obligationes et Solutiones im Vaticanischen Geheimarchiv .. .. xvii
B. Die Register der eamera coUegii im Mittelalter.
Unter Bonifaz VIII wird mangels Nachrichten in den Geschäftsbüchern der eamera
coUegii auf andere Register zurückgegriffen. — Geordnete Buchführung begann
höchst wahrscheinlich erst im Jahre 1295. — Erste Verschleppung der Ge-
schäftsbücher nach Spoleto 131 7. — Zweite Verschleppung 14 19 xxiiii
C. Nachrichten über die Bände Oblig. jA. und Oblig. 6,
Besondere Bedeutung von Oblig. i A. — Theilabschriften und wissenschaftlicher
Werth derselben. — Amtliche Anfertigung von Registerabschriften. — Inhalt
der Handschrift. — Oblig. 6 ist eine Pergamenthandschrift von grosser Ge-
nauigkeit — Verlust der Fortsetzung dieses Bandes xxvii
♦ XVI
Abschnitt II. Seite
Die Betheiligung des heiligen Collegiums als solchen an der Finanzverwaltung und die
Verwaltungsorgane des heiligen Collegiums für seine Gesammteinkünfte xxxilii
1. Die Theilnahme der Cardinäle an der Finanzverwaltung. Divi-
siones consistoriales. — Genaue Bestimmung des Zeitpunktes, an dem die
Cardinäle in den Mitgenuss der gemeinschaftlichen Einkünfte traten. —
ConsistorialfÜhigkeit. — Ausschluss der Legaten und Nuntien. — Constitution
Clemens V vom 5. Mai 13 12. — Anwendung derselben. — Ausnahmen für
Abwesende. — Absentia, Bedeutung und Anwendung derselben. — Statut
vom 12. April 143 1 über die Antheilnahme der Legaten xxxiiii
2. Die Camera computorum collegii dominorum cardinalium. Selb-
ständige Verwaltung der gemeinschaftlichen Einkünfte durch das Cardinals-
collegium. — Verhältniss der beiden Kämmerer zu einander. — Endgiltige
Ausbildung der camera collegii im Jahre 1332 XLI
3. Der Kämmerer des heiligen Collegiums.
a. Wahl des camerarius collegii. — Er bekleidete sein Amt wohl lebens-
länglich. — Wichtigkeit des Amtes XLiii
b. Stellvertretung des camerarius collegii. — Dieselbe war sowohl eine officielle,
durch den Papst bestellte, wie eine inofficielle. — Die beiden Kämmerer
vertraten sich gegenseitig. — Beispiele der Stellvertretung XLiiii
c. Die geschäftliche Thätigkeit des camerarius collegii. — Er wurde nicht
vereidigt und legte keine Rechenschaft ab XLVII
d. Ausnahmsweise Anerkennung zweier camerarii collegii zur selben Zeit
unter Alexander V. — Beendigung der doppelten Besetzung des Amtes
am 17. Juni 14 12. — Liste der Cardinalkämmerer nach Päpsten und
Gegenpäpsten geordnet XLViii
Chronologisches Verzeichniss der Cardinalkämmerer bis auf Martin V Li
4. Die Unterbeamten des camerarius collegii.
a. Die clerici collegii.
a. Erster nachweisbarer Unterbeamter ist Petrus de Montechiello. — Seine
Titel. — Nachfolger desselben und deren Titel. — Feststellung der Ent-
wicklung des Amtes bis zum Jahre 1332 LViii
ß. Vorarbeiten zu einer series clericorum sacri collegii. — Chronologische
Aufzählung derselben. — Versuch einer Feststellung, wie je zwei dieser
Beamten neben einander arbeiteten LXiii
y. Ernennung und Eid der clerici. — Die Ernennung geschah durch den
camerarius collegii ohne Einflussnahme des heiligen Collegiums. — Von
1437 ab behielt sich das Collegium die Ernennungen vor. — Einzelheiten
betreffs der Ernennungen. — Ueberlieferte Auszüge aus dem Eide der
clerici von 1361 und 1414. — Vollständige Eidesformel nach dem
Jahre 1437 Lxxi
Ö. Allgemeine Bedeutung des Amtes der clerici collegii. — Erörterung der
uns überlieferten Beförderungen derselben. — Aemter, die sie vorher
inne hatten Lxxvi
b. Die servitores collegii Lxxviii
c. Die Schreiber des Collegiums lxxviii
5. Die Gehälter der Beamten.
a. Der Cardinalkämmerer. Derselbe bezog die gesammte Siegeltaxe als Ein-
kommen. — Höhe derselben. — Spätere Festsetzungen des Einkommens. —
Berechnung und Verrechnung der Taxen LXXX
• XVll •
Seite
b. Die clerici collegii. Erste Nachrichten tlber Besoldung derselben zu Beginn
des 14. Jahrhunderts. — Dann Festsetzung des Gehaltes auf i Procent
der Bruttoeinnahme. — Am i. October 141 9 Festsetzung auf 2 Procent
der Bruttoeinnahme. — Grossi litterarum, Berechnung und Verrechnung
derselben. — Vertheilung der Einkünfte unter beide clerici Lxxxiii
Neuordnung der camera collegii im Jahre 1437. — Statuta sacri collegii. —
Modificationes potestatis camerarii dominomm Sacrosancte Romane Ecclesie
cardinalium. — Alie modificationes potestatis camerarii sacri collegii reve-
rendissimorum dominomm Sancte Romane Ecclesie cardinalium Lxxxvi
Theil II xcvi
Abschnitt IIL
Servitia commuftia — visitationes xcvii
1. DieServitien. Erklärung und Eintheilung derselben. — Verhältniss des
servitium minutum collegii zur medietas servitii communis, die dem heiligen
Collegium zustand. — Verpflichtung zur Zahlung (obligatio praelatorum). —
Obligation durch Stellvertreter. — Zahlung ohne Obligation xcvil
Höhe der Verpflichtung. — Einflussnahme des Papstes auf die Antheile
des Collegiums. — Festsetzung der Regeln bei mehrfacher Erledigung einer
Prälatur in demselben Jahre. — Erörterung einiger interessanter Fälle. —
Herabsetzung oder Erlass der Servitien. — Verfügung Johann XXIII vom
Jahre 1413. — Generelle Befreiung von den Servitien. — Verfügung Bene-
dict Xni vom Jahre 1397. — AnfUhrung einiger Jahreseinnahmen aus den
Servitien cv
2. Die Visitationen. Verzeichniss der zu visitationes reales verpflichteten
Prälaten. — Erörterung einiger Processe über die Höhe der Summe oder
über die Verpflichtung zur 2Uihlung überhaupt — Recognita bei den Visi-
tationen cxxi
Abschnitt UXL
DU Cemus der Königreiche cxxvi
1. Census von Neapel-Sicilien, beziehungsweise Neapel allein.
Erste Belege ftlr die Vertheilung. — Ständige Zahlung von 1272 ab. —
Trennung von Sicilien und Neapel, beide mit gesondertem Census. — Ver-
schuldung des Königs von Neapel. — Verhandlungen über die Bezahlung
der Censusschulden cxxvii
Berechnung des schuldigen census Ordinarius und census antiquus am
14. März des Jahres 1330 cxxxii
Berechtigung der Erben verstorbener Cardinäle zum Empfange von Census-
antheilen. — Arten der Urkunden. — Art der Auszahlung cxxxviii
2. Census Trinacriae, d. h. die Abgabe von der Insel Sicilien .. .. CXL
3. Census regni Angliae et Terrae Hiberniae CXLI
4. Census Sardiniae et Corsicae Insularum CXLI
Abschnitt V.
Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin, den PcUrimonialgütern der Römischen Kirche^
Ferrara, dem Peterspfennig und sonstigen Zinszahlungen cxLiil
1. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin CXLIII
2. Einnahmen aus den Patrimonialgütern der Römischen Kirche
und Ferrara cxLvii
3. Einnahmen aus dem Peterspfennig cxLViui
4. Kleinere Zinszahlungen cl
Baumgartbn» Finanzverw. dm Card.- CoUeg. im Mittelalter.
I
♦ XVUl •
Abschnitt VI. Seite
AusserordtntlUhe Ueberweisungen der Päpste oder dritter Personen an die camera collegii,
betw. einen Theil des heilten CoUegiums CLii
1. Geldgeschenke der Päpste an die Mitglieder ihres Conclave.
Erstes bekanntes Geschenk dieser Art von Benedict XI. — Clemens V
schenkte auch gewisse Summen, die sich jedoch nicht mit Sicherheit als auf
das Conclave bezüglich erweisen lassen. — Geschenk Johann XXII. — Die
Stellung des Cardinais Lucas de Flisco bei der Vertheilung der Summen. —
Geschenk Benedict XII. — Geschenk Clemens VI. — Geschenk Bonifaz Villi, cliii
2. Sonstige Geschenke von Seiten der Päpste. Strafgelder. — Gene-
relle Bevorzugung der Cardinäle beim Erwerb der Pfründen u. s. w CLViiii
3. Geschenke dritter Personen an das heilige Collegium CLX
Abschnitt VII.
Eigentliche Verwaltungsangelegenkeiten und Verwandtes CLX
1. Gemeinschaftliche Ausgaben des heiligen CoUegiums. Kommen
verhältnissmässig selten vor. — Ausgaben sede vacante. — Ausgaben während
des Schisma's CLX
2. Das heilige Collegium und seine Banquiers. Mercatores. — Depo-
sitarii, campsores, receptores clxiiii
3. Die Buchführung in der camera collegii - CLXVi
4. Vorschüsse, Anleihen und sonstige Angelegenheiten. Anleihen
der Päpste beim heiligen Collegium. — Anleihen der camera collegii. —
Anleihen der einzelnen Cardinäle unter Verpfändung ihrer Einnahmen. —
Besteuerung der camera collegii pro decima CLXViiii
5. Gerichtsstand des heiligen CoUegiums in Geldangelegenheiten. CLXXII
Abschnitt VUI. ^
Die Form der Vertheilung und Auszahlung der Antheile der Cardinäle CLXXiiii
Theil in \ CLXXviu
Abschnitt Vmi.
Die Censuren und ihre Handhabung CLXXVin
Beide Kämmerer hatten von jeher die Vollmacht, Censuren gegen säumige
Zahler zu verhängen. — Härte der Strafen. — Mangelnde Berechtigung
der Art der Handhabung. — Freiwilligkeit der Zahlung der Servitien war
zum directen Zwange geworden. — Nachlässigkeit oder absichtliche Säumig-
keit der Prälaten CLXXViii
Häufigkeit der Bestrafungen unter Urban V. — Untersuchung derselben. —
Form der Verhängung und Verkündigung der Censuren. — Art der Ein-
treibung der rückständigen Summen CLXXX
Drei Urkunden aus der Zeit Urban V, worin nahezu 200 italienische und spa-
nische Prälaten als Meineidige genannt werden. — Lossprechung der Be-
straften. — Gelegentlich vorkommendes milderes Verfahren. — Säumige
Prälaten wurden in ungeweihter Erde begraben CLXXXii
Abschnitt X.
Form und Ausstattung der Urkunden, Art ihrer Eintragung in die Register CLXXXV
Wenige Originale sind erhalten. — SchreibstofT, Schrift und Schreiber. — Ein-
gangsprotocoll. — SchlussprotocoU. — Besiegelung. — Camendnotizen auf
Originalen. — Eintragung in die Register CLXXXV
Abschnitt XI.
Schlussbemerkungen * cxcvii
i
4 .
«
• xvmi •
EzCUrS I. Seite
Petrus de MontechieUo, Unterbeamter in der camera collegii, später Bischof von Spoleto, cxcviiu
Bxcurs II.
Einige Bemerkungen über die Zahlungsmittel ccviii
Urkunden.
f.
)
.\
( I. Theünahme der Cardinäle an den Einkünften des heiligen CoUegiums und Aus-
schluss derselben von den Bezügen i
n. Die Kämmerer des heiligen CoUegiums. Stellvertretung derselben 12
in. Unterbeamte des camerarius collegii. Urkunden über die Ausbildung des Amtes
der derici collegii (nebst verwandten Actenstücken) 19
IUI. Die Servitien, Erlass derselben, Neueinschätzung von Bisthümem und Abteien, sowie
alle mit den Servitien zusammenhängenden Urkunden 47
V. Die Visitationen, ihre Berechnung, Vereinnahmung und Vertheilung. Untersuchungen
über Verpflichtungen einzelner Prälaten zur Zahlung von Visitationen 82
VI. Der Census fUr das Königreich beider Sicilien, beziehungsweise ftlr das Königreich
Neapel alleine ^ .. • 93
VII. Der Census Trinacriae, das ist die von dem Königreiche Sicilien trans Phxmim zu
zahlende Abgabe an die Römische Kirche 138
VIII. Der Census Regni Angliae et Terrae Hibemiae 140
VTTIT. Der Census Sardiniae et Corsicae Insularum, zahlbar durch den Lehensinhaber,
den König von Aragonien 143
X. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin, den Patrimonialgütem der Römischen Kirche,
Ferrara, dem Peterspfennig und kleineren Zinszahlungen 150
XI. Ausserordentliche Ueberweisungen der Päpste an die camera collegii, bezw. einen
Theil des heiligen CoUegiums 176
XII. Geschenke dritter Personen an das heilige CoUegium i$6
XUI. Gemeinschaftliche Ausgaben des heiligen CoUegiums, Anleihen, Vorschüsse und
Aehnliches 189
Xnil. Die Censuren und ihre Handhabung 209
XV. Actenstücke über die Vertheilung und Auszahlung der Antheile der Cardinäle .. .. 229
XVL Anhang 238
Sanctae Romanae EccUsiae CardincUium Occurrentium Elenchus,
I. Nomina et Cognomina S. R. E. cardinalium occurrentium ordine recensentur Utte-
rarum sive alphabetico 266
n. Cognomina, quibus nonnuUi S. R. E. cardinalium occurrentium „vulgariter" nomina-
bantur 283
ni. Tituli occurrentes 285
im. Primi Elenchi index generalis 286
Chronologisches Verzeichniss sämmtlicher Urkunden 292
Personen- und Ortsverzeichniss 334
Zusätze und Berichtigungen 373
Errata-Corrige 377
UNTERSUCHUNGEN.
BAUMGArrKN, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter.
THEIL I.
Wie in der Vorrede hervorgehoben wurde, beschäftigt sich die vor-
liegende VeröfTentlichung mit Urkunden der camera sacri collegii
cardinaiium. Die Erörterungen, die dem Abdrucke derselben voraus-
gehen, befassen sich in der Hauptsache nur mit den Ergebnissen, die sich
aus den Urkunden ableiten lassen. Diese Ausfuhrungen sind also im
Wesentlichen als Einleitung aufzufassen.
Um eine richtige Unterlage für die Erörterungen zu gewinnen, ist es
nothwendig, sich mit den eigentlichen Quellen, aus denen die Urkunden
geschöpft sind, des Näheren bekannt zu machen. Streng genommen würden
hierbei in Frage kommen die Serie der Obligationes et Solutiones, die Introitus
et Exitus Camerae, die Collectoriae Camerae, die Registerbände (Vaticanische,
Avignonesische, Lateranensische) und die Instrumenta Miscellanea, sämmtlich
im Vaticanischen Geheimarchiv. Von diesen verschiedenen Beständen ist
jedoch nur der erste von ausschlaggebender Wichtigkeit fiir die behandelte
Frage, während die übrigen mehr als Ergänzung herangezogen wurden. Aus
diesem Grunde, sowie weil über die anderen Bestände von anderer Seite
schon ausfuhrlicher gehandelt worden ist,^) beschränken sich die zunächst
folgenden Untersuchungen lediglich auf die Serie der Obligationen, wie man
die Bände kurz zu nennen pflegt.
Unzweifelhaft ist das Material der camera sacri collegü cardinaiium
längst nicht mehr vollständig vorhanden,') wie sich aus verschiedenen
Gründen ergiebt. Und was heute den Bestand der Obligationen ausmacht,
ist nur zum kleineren Theile in der Kammer des Cardinalscollegiums
zusammengestellt worden, der grössere Theil besteht aus Registern der
^) Vergl. die ausgezeichnete Zusammenstellung der einschlfigigen Litteratur in The
American Historical Review 11, i. Haskins, The Vatican Archives, Seite 40 — 59.
■) Siehe unten Seite XXmi fif.
a*
IUI
apostolischen Kammer. Sämmtliche alten Register beider Kammern sind
hier zu einem Ganzen vereinigt, das mehr oder weniger chronologisch ge-
ordnet, von Vielen schon benutzt und noch von Niemanden beschrieben
worden ist.
Der Umstand, dass die Urkunden ohne Rücksicht darauf, ob sie aus
den Registern der camera apostolica oder der camera collegii stanmien, aus-
gewählt worden sind, sowie die Thatsache, dass beiderlei Register ein Ganzes
für sich bilden, lassen es als nothwendig erscheinen, die Abtheilung auch als
Ganzes zu untersuchen und zu beschreiben, wobei allerdings an einigen
Orten den Registern der camera collegii besondere Aufmerksamkeit wird
geschenkt werden können.
An erster Stelle wird sich die Untersuchung auf die Register als
Archivalien und an zweiter Stelle auf die Register als Geschäfts- und
Nachschlagebücher für den Betrieb in der camera collegü erstrecken.
Drittens gebe ich eine eingehendere Inhaltsangabe und Beschreibung zweier
besonders wichtiger Bände.
ABSCHNITT I.
Der Bestand der Bände Obligationes et Solutiones im
Vaücanischen Geheimapehiv.
Nachdem die heute im Vaticanischen Geheimarchiv befindlichen Bände
der Obligationes et Solutiones aus dem directen Gebrauche beider Kammern
ausgeschieden und somit Archivalien geworden waren, haben dieselben
wechselnde Schicksale gehabt, denen ich im Folgenden nach Möglichkeit
nachzuforschen gedenke.
I. Allgemeine Bemerkungen. — Während uns die R^^ter des heiligen
Collegiums gelegentlich über kleine Ausgaben für die Kanzlei unterrichten,
z. B. über den Ankauf von cera pro conficiendis sigillis quittantiarum und
Aehnliches, ist mir keinerlei Aufzeichnung über die Anschaffung der noth-
wendigen Geschäftsbücher, des Pergamentes, des Papiers für die erste Auf-
nahme der Obligationen u. s. w. bekannt geworden. Die Register und ihr
Aussehen können wir uns. jedoch, auch ohne Angaben aus jener Zeit, noch
recht gut vorstellen, denn ganz wenige derselben sind wohl noch in ihrem
ursprünglichen äusseren Zustande auf uns gekommen. Dieselben bestanden
aus mehr oder weniger umfangreichen Heften (Fascikeln), die durch einen
dauerhaften Pergamentumschlag geschützt wurden.^) Demgemäss haben wir
es nicht mit gebundenen Büchern zu thun und wir müssen darum die heute
vorhandenen Einbände in eine von der Zeit des Grebrauches der Register
in den Kammern verschiedene Zeit setzen.
Wie unten ausführlicher dargethan werden wird, haben wir den ersten
uns erhaltenen Katalog des Materials aus dem Jahre 1671. Der Inhalt des-
sdben zeigt uns klar und deutlich, dass er sich nicht auf die heute ein-
gebunden vorhandenen Handschriften bezieht, sondern auf die alten Perga-
menthefte. Gehen wir nun weiter herauf, so haben wir die ersten sicheren
Anzeichen für einige Einbände für den Pontificat Innocenz XII (1691 — 1700),*)
und weitere Hinweise gehen auf Benedict XIII (1724 — 1730). Kurz nachher
scheint aber die ganze Masse der Hefte gebunden worden zu sein.
Meistens enthalten die Bände nur einen Fascikel; doch kommt es auch
vor, dass man 2, 3, 4, ja bis zu 6 und 7 Fascikel in einem Bande ver-
einigt findet. Durch diesen Umstand wird das Aufsuchen von Heften, die
in alten Repertorien gesondert genannt werden, oft sehr erschwert.
' Die Einstellung der Handschriften hat sehr oft gewechselt und sogar
in der neuesten Zeit sind dieselben noch zwei Mal umgestellt worden,
wodurch eine grosse Verwirrung in den Citationen entstanden ist. Die
gegenwärtige Archiwerwaltung ging von dem Grundsatze aus, Handschriften,
die früher eine eigne Abtheilung gebildet hatten, wieder zu einer solchen
zu vereinigen, und darum wurde die thörichte Einstellung in die Collectoriae
Camerae wieder rückgängig gemacht und die früher bestandene Abtheilung
Obligationes et Solutiones wieder hergestellt.
Mir scheint es wahrscheinlich, dass die Handschriften im Grossen
und Ganzen folgenden Weg gemacht haben, bevor sie an ihrem heutigen
Standorte, in einem Armarium des früheren Arbeitssaales, anlangten.
Aus dem Verwahr der apostolischen Kammer und der Kammer des
CardinalscoUegiums, sowie von Avignon, gelangten die Codices gegen Ende
des 15. oder im Anfange des 16. Jahrhunderts in die Guarda Robba') des
*) Ob dieser Pergamentamschlag von vornherein hergestellt wnrde, oder ob derselbe
später sum Zusammenfassen der vollgeschriebenen losen Quintemi gemacht wurde, ist nicht
ersichtlich. Einzelne PergamentumschlSge datiren aus sehr viel späterer Zeit, wodurch man fiist
an die zweite Möglichkeit glauben möchte.
*) Siehe unten Schlussbemerkungen, Seite XVI und XVIL
*) Vergl. unten Seite XII und XHI: Ueberweisung der Binde an das Geheimarchiv.
VI
Papstes, wo die wichtigsten Staats- und Verwaltungspapiere aufbewahrt
wurden. Im i8. Jahrhundert treffen wir dieselben in den Armarien des
Geheimarchivs, namentlich Arm. LXIX, Arm. Lxxrv, Arm. LXXIX und
Arm. LXXX. Hierüber berichtet uns zunächst der Archivpräfect Petrus
de Pretis^) (unter Benedict XUS) in seinem sehr werthvollen und grossen
Inventarium,*) und dann im Jahre 1807 Marini, wie wir weiter unten sehen
werden. Nach der Zurückbringung des Geheimarchivs aus Paris nach dem
Wiener Congress wurden die Handschriften zunächst provisorisch und dann
im früheren Arbeitssaale als eigne Abtheilung von 88 Bänden aufgestellt.
Genau in alle diese Verhältnisse einzudringen, ist nur an der Hand des
den Beamten allein zur Verfugung stehenden Materials von Berichten u. s. w.
möglich. Darum werden vorstehende sowohl, wie auch die nachfolgenden Aus-
fuhrungen sich in Zukunft wohl allerlei Verbesserungen gefallen lassen müssen.
2. Theilübersichten. — Um sich in dem Chaos der Signaturen
einigermassen zurechtzufinden, scheint es mir rathsam einige Theilüber-
sichten zu geben, bevor ich an die Aufstellung einer höchst noth wendigen
Concordanz gehe.
Wir haben es mit 100 Bänden') zu thun, die theils aus den Collectoriae
Camerae, theils aus den Introitus et Exitus Camerae stammen. Die erste
Abtheilung können wir in den alten Indices besser verfolgen, wie die
zweite, über die ich fast nichts gefunden habe.
Durch die grosse Zuvorkommenheit von Mgr. Wenzel war es mir
möglich, sowohl am Armarium selbst, in dem die Bände stehen, längere
^) Inventarium Archivii Secreti Vaticani diversis temporibus inchoatum Benedicto XHI
feliciter regnante Petrus Dominus de Pr^tis Patritius Urbinas, eiusdem Archivii custodia Prefectus
summa cum diligentia ac acerrimo studio onmia in unum per se novissime congesta erroribus
expurgata atque in elegantiorem formam redacta, ut non modo summorum Pontificum preclarissima
gesta ab omni temporum iniuria yindicaret, verum etiam Postens devotionis su^ erga Archivium
pr^fatum monimentum relinqueret absolvendum curavit
*) Bloss fllr Arm. Lxxiv finden sich Fascikel von Oblig. et Solut verzeichneti da er die
folgenden Armarien nicht mehr beschrieben hat: ,,In hoc Armario continentur quadraginta
Septem Volumina divers. Introit. et Exit. Cam. Ap. Divers. Sum. Pont** Sie führen die aus
dem vorhergehenden Armarium übernommene fortlaufende Nummer 562 — 608 inclus. Auf dem
Rande stehen dann spätere Signaturen, die man nach Umstellung der Bände als Concordanz
nachgetragen hat Sie weisen auf Arm. Lxxix und Arm. LXXX hin.
*) Als man die eigne Abtheilung Oblig. et Solut. schuf, hatte man 88 Bände (s. unten
die Worte Marini's). In neuester Zeit hat man eine Anzahl Bände, die nach ihrem Inhalte
unzweifelhaft dahin gehören, wenngleich sie sich nie in dieser Abtheilung befanden, verständiger
Weise hinzugefügt Ich selbst habe mit Bewilligung des Herrn Unterarchivars 4 Bände, die
ich noch in den Collectoriae Cam. fand, an geeigneter Stelle der Abtheilung einverleibt Auch
in Zukunft darf man wohl noch auf Zuwachs hoffen.
VII
Zeit zu arbeiten, als wie auch nach Belieben die Repertorien und Indices
zu benutzen, selbst solche, die wegen ihres Characters (lose Blätter)^) sonst
nicht zum Studium gegeben werden. Auf diese Weise nur gelang es mir
manche Punkte aufzuklären, die sich sonst weiterer Behandlung entzogen
hätten. Ich bin Mgr. Wenzel für seine liebenswürdige Unterstützung zu
lebhaftem Danke verpflichtet und bringe denselben an dieser Stelle zum
Ausdruck.
Die Bände, die aus den Collectoriae Camerae stanunen, sind zuerst
verzeichnet in einem alten Katalog vom Jahre 1671 (vergl. S. XVI Anm. i),
der folgenden Titel fuhrt:
Indice delle scritture d'Avignone, che hora stanno nella sala di
sopra TArchivio secreto nell' {sü) Palazzo Apostolico di San Pietro in
Vaticano. 1671.
Es ist ein schmaler hoher Fascikel von 74 beschriebenen Blättern.
Der Verfasser desselben nennt sich nicht, ist auch nicht zu ermitteln gewesen
(vielleicht der Pro-custode des Archivs Giovanni Bisaiga).
Dieses älteste mir bekannte Inventar, welches einen Theil der Bände
der Abtheilung Obligationes et Solutiones verzeichnet, hat folgenden Index :
„Index praesentis repertorii. Introitus (et) Exitus camerae a folio primo ad
fol. 13. Introitus (et) Exitus locorum particularium a fol. 13 ad fol. 27.
Introitus (et) Exitus Collectorum a fol. 27 ad fol. 49. Quietantiae et Obli-
gationes a fol. 49 ad fol. 57. Diversorum a fol. 57 ad fol. 69. Processus
a fol. 69 ad fol. 74." Im Ganzen sind 1325 Fascikel verzeichnet. Hiervon
entfallen die Nummern 1030 — 11 03 auf unsere Abtheilung, wobei zu bemerken
ist, dass neben No. 1091 und No. 1092 auf dem Rande verzeichnet steht:
„Deficiunt", dass diese Fascikel also damals schon fehlten. Die übrigen
Handschriften lassen sich alle in den Bänden der Abtheilungen Obligationes
und Solutiones, sowie Collectoriae Camerae wieder feststellen. Manche der
Nununern dieses Index gehören nicht unter die Oblig. et Solut. und sind
darum in die neue Abtheilung nicht eingestellt worden.
Gegenwärtig beflnden sich, in dauerhafte Pergamentbände gebunden,
die alten Fascikel dieses Inventars in folgende Bände vertheilt, die ich nach
der laufenden Nummer der Abtheilung Collectoriae anführe:
^} Hierher gehören die Zettelkataloge von Garampi, von denen weiter unten die Rede ist,
sowie die Inventaraufnahmen von Marini, aus denen ich ebenfalls einige Bemerkungen mittheile.
Weitere Nachrichten aus diesem Jahrhunderte über das Schicksal der Bände standen mir nicht
zu Gebote. Die Pariser Concordanzen habe ich ebenfidls eingesehen.
vra
In der Abtheilung Oblig. et Solut. be-
finden sich die Nummern Collect. Cam. :
297.
298.
299.
300.
301.
302,
303.
304.
305,
306,
307.
308,
309.
310,
311.
312,
313.
313*.
314.
315.
316,
317.
318,
320,
321,
322,
323.
324.
325.
326,
328,
329.
330.
331.
332,
333.
334,
335.
336,
337.
338,
339.
340,
341.
342.
343.
344.
345.
346,
348.
349.
355.
357.
363.
367.
423.
559-
In der Abtheilung CoUectoriae
Camerae befinden sich noch:
6,
7.
97.
145.
161,
292.
293.
319.
347.
363.
369.
373.
374.
378.
497-
Die Nummern 1033, 1091^) und 1092^) des alten Inventars festzustellen,
ist noch nicht gelungen.
Nach der Reihenfolge des Inventars von 1671 vertheilen sich vor-
genannte Bände wie folgt:
No.
No. (CoU. C$m.)*)
No.
No. (CoU.
Cam.)«)
No.
No. (CoU. Cwn.)«)
1030
313
I04S
316
1060
301
103 1
314
1046
317
IO61
326
1032
313*
1047
318
1062
302 und 497
1033
1048
145
1063
328
1034
161
1049
315
1064
329
1035
161
1050
320
1065
331
1036
298
105 1
321
1066
303
1037
312
1052
298
1067
330
1038
310
1053
299
1068
332
1039
311
1054
322
1069
333
1040
297
1055
323
1070
333
IO4I
373
1056
324
107 1
334
1042
293 und 310
1057
300
1072
385
1043
319
1058
325
1073
97
1044
378
1059
300
1074
97
^) Siehe vorhergehende Seite.
S) Die Bemerkung zur zweiten Reihe: (CoU. Cam.) ist dahin zu verstehen« dass alle Bände
frtlher in dieser Abtheilnng standen; die meisten derselben befinden sich hente, wie aus der
grossen Tabelle unten ersichtlich ist, in der Abtheilnng Oblig. et Solut Einige davon sind
jedoch noch in dieser Abtheilung (siehe oben).
vmi
No.
No. (CoU.
Cun.)
No.
No. (CoU. Cam.)
No.
No. (CoU. Cun.)
I07S
423
1085
355
1095
357
1076
336
1086
340
1096
363
1077
335
und
497
1087
341
1097
305
1078
392
1088
343
1098
347
1079
6
1089
342
1099
348
1080
337
1090
374
IIOO
367
I08I
304
IO9I
deficiunt
IIOI
369
1082
338
1092
deficiunt
II02
165
1083
7
1093
345
IIO3
337
1084
339
1094
346
Nach diesen vorläufigen Feststellungen bezüglich der Bände, die aus
den CoUectoriae Camerae stammen, bleibt noch zu erwägen, woher eine
Bezeichnung stammt, die fast alle diese Bände auf der Aussenseite des
Deckels tragen, nämlich M i (130), M2 (131) u. s. w. Ich glaube, dass
wir es hier mit einer Einreihung in die Abtheilung Miscellanea zu thun
haben. Es hat den Anschein, als ob diese Bemerkungen von der Hand
Marini's stammten. Demnach trugen die Bände vor der Einstellung in die
Miscellanea die in Klammem befindliche fortlaufende Nummer, während
ihnen in den Miscellanea eine neue Einordnung, beginnend mit No. i, zu
Theil wurde. Die grosse unten folgende Tabelle verzeichnet in einer eignen
Spalte diese alte Bezeichnung, aus der man auch mit Leichtigkeit die wenigen
Lücken feststellen kann.
3. Alte Aufstellung in den Armarien. — Auf dem Rücken des
Bandes No. 7 hat sich die Notiz, augenscheinlich von der Hand Garampi's,
erhalten: Armar. Lxxix, und auf der äusseren Seite des Deckels von
No. 6 steht: Armar. LXIX. Diese beiden werthvoUen Bemerkungen beziehen
sich auf die frühere Einordnung der Bände vor dem Raube des Archivs durch
Napoleon L Gaetano Marini schreibt in einer von ihm verfassten all-
gemeinen Uebersicht über den Inhalt der Armarien zunächst:
„Neil* Armario Lxm sino alla metä dell' Armario LXXix si hanno
Tj6 Tomi intitolati Rationes Camerae, cioi libri dell' Introito ed Exito^)
della Camera e del Palazzo Apostolico dal 1272 al 1520. E ciascuno ha
U numero in una scheda iseritavi, e per6 non serve a nulla il numero segnato
fuori ; entro la maggior parte di essi h una o piü carte nelle quali i notato
quello, che in esso si contiene e il tempo.**
<) Die Abtheilong Introitas et Exitus enthält zahlreiche Pignatelli- Binde.
X
Weiterhin heisst es an anderer Stelle:
„Alla metä della seconda fila dell* Armario LXXIX comincia una classe
di Codici, che si dice Solutionum et Obligationum Cameral. de' secoli XTV,
XV e XVI, cio6 gli obblighi, che i nuovi Vescovi e gli Abbati concistoriali
hanno di pagare le sollte tassi e i comuni e minuti servizi owero i paga-
menti giä fatti. Sono interessantissimi per ordinäre a dovere la serie
de' Vescovi etc. e sono stati spogliati dal Card. Garampi. Sono volumi 88.
Neil' inventario del de Pretis si h notato al margine il numero modemo,
perch^ si sappia combinare con essi l'antico.**
Es ist bedauerlich, dass nicht alle Handschriften einen Vermerk über
das Armarium tragen. Es wäre sonst manche Frage der äusseren Geschichte
der Bände leichter zu lösen.
4. Alter Zettelkatalog. — Bezüglich der in der ersten Notiz Marini's
erwähnten Zettel, die in jedem Bande beruhen und den Inhalt desselben
angeben, ist folgendes zu bemerken.
Vor dem Einbinden der Handschriften war die Zahl der einzelnen
Handschriften eine grössere, wie nachher, weil man nicht selten zwei oder
drei mehr oder weniger zusammengehörige Codices in einem Bande vereinigte.
Wir ersehen das sowohl aus dem alten Inventar vom Jahre 1671, wie auch
aus einzelnen Ergebnissen in der sechsten Spalte der unten folgenden
Concordanz. An der Hand des alten Inventars fertigte nun Garampi einen
Zettelkatalog der Handschriften an, der wohl für alle Bände im Allgemeinen
von ihm gemacht wurde, den er jedoch nicht in allen Rubriken eines jeden
Zettels endgültig ausarbeitete, wie ich gleich zeigen werde.
Dass diese Arbeit auf Garampi zurückzufuhren ist, ergiebt sich neben
der Aehnlichkeit der Handschrift auch aus den Zetteln selbst. Zur Her-
stellung dieses Katalogs bediente man sich Papiers von allerlei Format
und Herkunft. Man scheute sich sogar nicht die freien Blätter politischer
Briefe und Actenstücke abzureissen und zu Zetteln zu verschneiden. So
finden sich zahlreiche Adressenblätter mit der Aufschrift : „Duci et ReipubUc§
Venetiarum" oder „Regi Portugali^ et Duci Sabandi^** u. s. w. Andere
Zettel tragen auf der Rückseite Briefe oder Adressen, die an Mon-
signor Garampi, canonico della Basilica di San Pietro, gerichtet
sind, von denen keiner über das Jahr 1752 hinausragt. Hieraus
darf man wohl mit Recht auf die Urheberschaft Garampi's schliessen
und die Arbeit selbst ungefähr in das sechste Jahrzehnt des 18. Jahr-
hunderts setzen.
In Folge des Zusammenbindens mehrerer Handschriften in einen
Band stehen dann jedes Mal mehrere Fascikelangaben auf einem Zettel,
XI
der in dem Bande lag, oder wir haben für einen Band mehrere Zettel.
Abgesehen von dem Aussehen der Einbände, das mit grosser Wahr-
scheinlichkeit auf das i8. Jahrhundert weist, kann man aus diesem Um-
stände allein schon schliessen, dass Garampi die Handschriften gebunden
vorgefunden hat.
Die Zettel selbst sind alle nach demselben Schema angelegt. In No. 26
liegt der Zettel noch darin. Derselbe lautet:
„Alius (tomus) pagg. 113 et 121 signatus nunc olim 1067.
Continens :
Quietantias solutionum communium servitiorum a die 2$ Sept. 1349
ad a. 1353."
In No. 52^ liegt ebenfalls noch die Scheda:
Cod. ch(ariaceus) A A A (ArcA, Apost, Avinion,) pagg. 222 et sign.
No. . . . olim I IOC
Continens:
Quietantias communium servitiorum a mense lunii A. 1391 ad
Novembrem A. 1392 tempore Clem. pp. VII
Item commissiones et liberationes pag. 202
Citationes
Monitiones
Litteras denuntiatorias et participan.
Visitationes verbales.
Die Arbeit Garampi's war, wie man sieht, in zwei Theile getheilt.
Zunächst wurde auf den Zetteln festgelegt, wie viele Seiten der Codex
hatte — im ersten Falle besteht derselbe aus zwei Handschriften, zusammen-
gebunden — , dann kam der Raum ftir die neue Signatur, darauf folgte die
alte Bezeichnung und schliesslich die Inhaltsangabe. Die Zettel wurden
dann in die Codices gelegt und am Schlüsse sollte als zweiter Theil der
Arbeit die neue Signatur eingetragen werden. Dieses hat Garampi nicht
mehr ausgeführt, so dass alle Zettel die oben angegebene Lücke tragen
„signatus nunc . . . ." In neuester Zeit hat Dom Gregorio Palmieri bei der
von ihm vorgenommenen Neueinstellung der Bände, — die jetzt wieder
rückgängig gemacht worden ist — , diese Lücke ausgefiillt und die Nummer
der Bände eingetragen. Die Zettel selbst, soweit sie nicht hie und da noch
in den Handschriften liegen, sind gegenwärtig in einem Convolut im Katalog-
zimmer des Geheimarchivs aufbewahrt.
XII
5* Ueberweisung der Bände an das Geheimarchiv. — Es handelte
sich bei den bisher besprochenen Ordnungsarbeiten im Wesentlichen immer
darum, eine Uebereinstimmung mit dem Inventar von 1671 herzustellen.
Das Zurückgehen auf dieses Inventar ist wohl deswegen so wichtig, weil,
wie ich glaube, dieses Verzeichniss in indirecter Weise auf die Ueber-
weisung der Bände an das Geheimarchiv zurückreicht. Beweisen
kann ich diese Ansicht allerdings nicht. Woher jedoch diese Bände in's
Greheimarchiv kamen, glaube ich feststellen zu können.
Drei Nummern der Obligationes haben einen werthvoUen Vermerk über
ihre Herkunft und zwar sind dieses No. 43, No. 53 und No. 64. Laut Auf-
schrift gehörten dieselben zum Bestände „della Guarda Robba'S Wir wissen,
dass eine grosse Zahl von werthvolleren Actenstücken, Handschriften und
sonstigen Dingen in der Guardarobba des Papstes aufbewahrt wurden. Nach-
dem sich die Zahl der Dinge dort so vermehrt hatte, dass man einmal
räumen musste, wurden diese und andere Cameralsachen an's Geheimarchiv
abgegeben und daher stammen dann auch diese drei Bemerkungen. Wir
wissen aus anderen Quellen, dass unter Pius IIII (iSS9 — IS^S) durch Cardinal
Marc Antonio Amulio eine Uebergabe von Cameralacten an das Archiv
stattfand. Dieses stimmt nun ausserordentlich gut überein mit einer Notiz
auf dem alten Pergamentumschlag von Oblig. 43. Dieselbe Hand, die den
Vermerk: „della Guarda Robba** machte, fugte dort hinzu: „Die xlNovembris
1 563 Visum et . . .", der Rest ist durch einen Tintenklex verwischt. Bisher
nahm man das Jahr 1565 fiir die erste Uebergabe der Cameralacten an. Man
kann dabei stehen bleiben und das Jahr 1563 dann als den Zeitpunkt
ansehen, an dem mit den Räumungs- und Ordnungsarbeiten in der Guarda-
robba begonnen wurde. Eine zweite Uebergabe von Cameralacten fand
unter Paul V (1605 — 1621) statt.
An und für sich ist es sehr verständlich, dass die wichtigen Register
der Finanzverwaltung in strengste Obhut genommen wurden und unter die
Dinge eingereiht wurden, die bei Reisen des Papstes stets mitgenommen
wurden. Der, wenn auch nur drei Mal vorkommende, — d. h. uns nur drei
Mal erhaltene Vermerk genügt, um mit einiger Sicherheit aussprechen zu
können, dass sämmüiche Bände der Obligationes et Solutiones in der Guarda-
robba des Papstes aufbewahrt und im 16. und 17. Jahrhundert dem Geheim-
archiv überwiesen wurden. Dass es sich dabei nicht nur um die die
apostolische Kammer betreffenden Bände handelte, sondern dass auch
die libri collegii dort waren, ersehen wir aus No. 64, der „Oblig. Coli,
sub Mart. V Eugen. IV ab an. 1427 ad 1443** enthält. Da wir keinen
Katalog der aus der Guardarobba überwiesenen Bände haben, so lassen
XIII
sich weder die Zahlen der Bände noch die einzelnen Abtheilungen aus-
einanderhalten. ^)
6. Archiv des heiligen Collegiums. — Oblig. 71 hat eine interessante
Bemerkung aus dem Anfange des vorigen Jahrhunderts auf dem inneren
Deckel: „Un duplicato di questo tomo di obbligazioni stä nell' archivio del
Sacro Collegii s^^ato Oblig. No. i."
Es ist übrigens das einzige Mal, dass ich in den Obligationen dem
Ausdrucke „archivio dd S. Collegio" begegnet bin. Zur Erklärung dieser
Bemerkung diene Folgendes: Die acta consistorialia, deren Abfassung in den
Händen der Beamten des heiligen Collegiums ruhte, hatten bis auf Pius IUI
keinen geeigneten Ort der Aufbewahrung, wie schon oben bemerkt wurde.
Als nun das Consistorialarchiv als „Archiv des heiligen Collegiums" ge-
gründet wurde, begann man fiir die dort hinterlegten Bände eine neue
Nummerirung. Daher konmit es denn, dass Oblig. yi des Vaticanischen
Geheimarchivs und Oblig. i des Consistorialarchivs sich decken. Die aus
dieser Feststellung sich ergebende doppelte Buchführung — wenn, was aus
der Litteratur nicht klar zu ersehen ist, der Band Oblig. i ein Originalband
ist, — wird weiter unten besprochen werden. Die Gründung des Consistorial-
archivs am 6. September 1564 fallt demnach — wie schon oben bemerkt —
zeitlich mit der Ablieferung eines Theiles der Cameralacten aus der Guarda-
robba an das Greheimarchiv zusammen.
Ueber die Errichtung eines eignen Archivs des heiligen CoU^ums
li^en eine Anzahl Nachrichten vor, die ich hier zusammenstelle. In der
Bulle Urban VIII, die im Bullarium Romanum (Augustae Taurinonun)
xni. 402 SS. abgedruckt ist, heisst es, dass unter Paul III die Sache der
Gründung angeregt worden sei : ... sedente piae memoriae Paulo III etiam
praedecessore nostro . . . [cardinales] inter alia voluerint et constituerint . . .
debere duos clericos creari, quorum alter ex Italia et alter exterus esset,
et hie quidem ad annum dumtaxat, ille vero ad beneplacitum, cuius etiam
cura libri omnes et scripturae ad praefatum coUegium pertinentes con-
ficerentur et duplicarentur, et cum originalibus in archivio, quod in palatio
apostolico designandum erat, . . . remanerent. Diese Vorschläge fallen
in die Jahre 1534 — 1549. Unter Julius IIP) finden wir in den Consistorial-
acten folgenden Eintrag: 1551 Maü 22. Referente reverendissimo decano
*) Eine Art Katalog mehrerer in der Gnardaxobba vorhanden gewesenen Handschriften
befindet sich in zwei Binden im Katalogzimmer des Geheimarchivs, doch ist derselbe fitr unsere
Zwecke gänzlich werthlos. Siehe die Anmerkung zu No. 43 der grossen Concordanz.
*) Korzeniowski, Joseph, Excerpta ex libris manu scriptis archivii consistorialis
Romani Mccccix — MDXC, collecta. Cracoviae 1890 Sumptibus Academiae Litterarum Cracovien.
Seite 3. Anmerkung i.
XIIII
fuit propositum, ut ex pecuniis Sacri Collegii aedificaretur Archivium, ubi
reponerentur scripturae, quae ad CoUegium pertinent et Clerici pro tempore
existentes haberent curam tarn ipsius Archivii et scripturaram quam cubiculi.
Unter Pius Uli (iS59 — IS^S) wurde die Sache weiter gefördert, denn
in der oben angezogenen Bulle heisst es weiter, dass unter ihm, sub die
VI Septembris anni Domini MDLXIV, die Schriften und Bücher in eodem
archivio, quod tunc iam erat designatum, hinterlegt wurden. Hiermit stimmt
genau überein, was in den Consistorialacten steht ^):
1564 Septembr. 6. Sanctissimus dominus noster fecit verbum, quod
bonum esset constituere archivium, in quo deponantur onmes processus pro-
positionum, quae fierent in consistorio et mandavit reverendissimo Borromaeo,
ut cubiculum ad id idoneum in Palatio Apostolico deputaret, et fuit dictum,
quod cura huius rei daretur Camerario Sacri CollegU pro tempore existenti.
Schliesslich nahm die Sache endgültig ihre dauernde Gestalt an unter
Urban VIII, wie aus dem Regest der Seite XIII erwähnten Bulle hervorgeht:
Institutio archivU sacri coUegU Sanctae Romanae Ecclesiae cardinalium
in palatio Vaticano, in quo conservari debeant scripturae et alia acta ad
ipsum collegium quomodolibet pertinentia, necnon processus, super quali-
tatibus promovendorum ad cathedrales ecclesias et monasteria consistorialia,
coram dictis cardinalibus formati. Ac unio officU secretariatus congregationis
cardinalium super provisionibus consistorialibus deputatorum officio clerici
Itali, dicti sacri collegU secretarü.
1625 Decembr. 15 Romae apud Sanctum Petrum.
Urbanus episcopus servus servorum Dei ad perpetuam rei memoriam.
Admonet nos cura. — Datum Romae apud Sanctum Petrum, anno Incar-
nationis Dominicae MDCXXV, xvill kal. lanuarii, pontificatus nostri anno in.
7* Schlussbemerkungen. — Von sämmtlichen vorstehenden Aus-
führungen kann man sagen, dass sie nur einen Anlauf bilden, um die
äussere Geschichte der Bände klar zu stellen. Ich habe die sehr zeitraubenden
Untersuchungen anstellen zu müssen geglaubt, weil nur dann grössere
Abtheilungen wissenschaftlichen Materials nach jeder Richtung voll aus-
genützt werden können, wenn man über die Art ihrer Zusammenstellung,
die Art der Aufbewahrung und ihre wechselnden Schicksale ausreichend
unterrichtet ist. Für die Finanzverwaltung des Cardinalscollegiums ist diese
Frage auch von Wichtigkeit, namentlich wenn man an das Studium des
Abschnittes dieser Verwaltung herantreten wird, der einen völligen Um-
schwung in den aus dem Mittelalter überkommenen Verhältnissen herbeiführte.
^) Korzeniowski, Excerpta, Seite 3. Anmerkung i.
XV
Die von mir aufgestellte, nach Möglichkeit genaue Concordanz wird
in Zukunft ein Aufsuchen alter Citate (Müntz, Erler, Brom, Ehrle, Fraknoy
u. s. w.) sofort ermöglichen, wird aber auch den Pariser Gelehrten, die die
Inventare aus dem Pariser Aufenthalte des Archives andauernd gebrauchen,
nützlich und willkommen sein.
Jede Verbesserung meiner Studien über die äussere Geschichte der
Bände wird mir hochwillkommen sein und ich bitte alle Gelehrte, die sich
mit den Obligationes et Solutiones beschäftigen, mich auf Einzelheiten auf-
merksam zu machen, die mir entgangen sind.
Alle in der folgenden Uebersicht verzeichneten Bände sind Papier-
handschriften, mit Ausnahme der beiden Bände No. 6 und No. 32. In den
ursprünglichen alten Pergament -Umschlägen, wozu nicht selten auch ältere
Urkunden verschiedenster Art verwendet wurden, befinden sich noch die
Bände No. 55-^, No. 65-^, No. 70 und No. 71. Alle übrigen Handschriften sind
in starke Einbände aus weissem Pergamente eingebunden, die jedoch augen-
scheinlich aus verschiedenen Zeiten stammen. Datirte Einbände haben
No. 55, No. 64 und No. 79-^; sie wurden unter Innocenz XII (Pignatelli)
hergestellt, wie das Wappenzeichen der Pignatelli (3 Töpfe) auf dem Rücken
des Einbandes ausweist.^) Sie stammen demnach aus dem Ende des 17. Jahr-
hunderts. Die Handschriften No. 23^ und No. 87 gehören meines Erachtens
nicht in diese Sanmilung, da sie keine Obligationssachen etc. enthalten.
Wie die Uebersicht anweist, stammen 39 Bände aus der Serie der
Introitus et Exitus Camerae und $8 Bände aus der Serie der CoUectoriae
Camerae; drei Bände tragen keinerlei Vermerk, ob sie je zu einer der
beiden Abtheilungen gehört haben, nämlich No. 38-^, No. 65-^ und No. 66,^)
In einer eignen Spalte der grossen Concordanz habe ich die vorhin
zusammengestellten alten Nunmiem des Inventars von 1671 verzeichnet.
Bei jedem Bande ist bei der alten Nummer angemerkt, ob und wo sich
dieselbe auf der Handschrift selbst erhalten hat. Ich erkläre hier kurz die
gebrauchten Ausdrücke:
(Vors.) = Papiervorsetzblatt, nicht zur alten Handschrift gehörig.
(Perg.) =s Ursprünglicher Pergamentumschlag des alten Fascikels, zum
Theil ganz, zum Theil nur zur Hälfte, zum Theil nur im
Rückenstück (Titel und Signatur) erhalten.
(Text) = Erstes Folium der Handschrift, auf dem man die Nummer
verzeichnet hatte.
*) Siehe oben Allgemeine Bemerkungen, Seite V — VII.
*) Siehe oben Seite Vn.
XVI
In derselben Spalte sind auch einige andere Nummern, die fast alle
auf dem ersten Textblatte stehen, angegeben, die ich nicht zu erklären
vermag. Ich habe sie nicht auslassen wollen, weil sie vielleicht einem
späteren Benutzer der Bände Aufschlüsse zu geben vermögen.
Was die Bände, die aus der Abtheilung Introitus et Exitus Cam.
stanmien, angeht, vermag ich Aufschlüsse über ihre äussere Geschichte nicht
zu geben, soweit sie nicht in den allgemeinen Bemerkungen enthalten sind.
Ich gebe deren Signatur in eigner Spalte, Signaturen, die zum Theil sicher
aus Paris stammen. Ob alle, weiss ich nicht. ^)
^) Manche der bis hierher berührten Punkte streift eine Arbeit, die in einer gerade
gegründeten römischen Zeitschrift erschienen ist: Les ruherchis ifhistoire provinciale du Moyen
Age dans les archives du Vatican. Par M, tahbi Guerard» Annales de Saint-Lonis-des-Frangais.
Publication trimestrielle des Stades et travaux des chaplains. I^ Ann6e Ilme fiiscicole, pag. 217 — 269
(Janvier 1897). Kurze Notizen über den einen oder anderen Punkt finden sich gelegentlich in
der Litteratur, doch sind diese Hinweise, weil nicht im Zusammenhange behandelt, ftlr diese
Arbeit ohne besonderen Werth.
Die Binde der camera apostolica, die im Archive von Prato beruhen (vgl. Archivio Storico
Italiano 1884), sind wohl in diese Serie einzubeziehen, doch ergeben die Eintragungen keinen
nennenswerthen Beitrag für unsere Zwecke. Die Verschleppung der Bände nach Prato ist ander-
weit schon behandelt, so dass ich darauf nicht zurückzukommen brauche, zumal es sich um Acten
handelt, die lediglich die camera apostolica betrefifen.
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Bisher fehlte m der ganzen Abtheilung Band ^^ vollständig. Bei
meiner Durchsicht der Bände der Collectorien und der Introitus et Exitus
Camerae behufs Entdeckung dieses Codex fand ich einen Band, der der
Serie der Obligationes et Solutiones noch nicht einverleibt war und doch
seinem Inhalte nach unzweifelhaft dazu gehörte. An der Hand der alten
Indices konnte ich femer feststellen, dass diese Handschrift von Alters her
als No. ^6 der Obligationes et Solutiones bezeichnet war und dass der bis-
her unter No. ^6 gehende Band die Signatur ^^ zu tragen hat. Mit Erlaub-
niss von Mgr. Wenzel stellte ich den neugefundenen Band als No. ^6. in die
Reihe ein, während die Signatur des bisherigen Bandes 76 in No. ^^ ver-
ändert wurde.
Unter den Miscellanea Camerae befindet sich ein ganz kleiner Fascikel,
No. 296, der auf der Vorderseite des Perg^amentumschlages (Bulle Johann XXn
betreffend eine Bischofsemennung) den Titel fuhrt: nConmiissiones prelatorum
facte tempore domini Amaldi episcopi Pictaven., domini pape camerarii".
Seine alte Niunmer ist 1026 und die weitere Sigfnatur lautet ^ ' ^''
(IG)
Da das Heftchen mit Blatt 6^ beginnt, so ist es nur ein Theil eines grösseren
Buches gewesen, dessen Rest vorläufig noch nicht gefunden worden ist. Von
den sechs Blättern sind nur drei beschrieben und fol. 67 r. findet sich die
interessante Bemerkung: 131 1 Octobr. 11 Actum ut supra, presentibus domino
Petro electo Spoletano, mag. Johanne eius clerico et magistro Johanne de
Regio testibus vocatis etc. Hinten ist eine Originalscheda eingeheftet, wie
sie als Vorlagen fiir die Eintragungen dienten. Dieser Fascikel, obschon
ganz augenscheinlich zur Serie der Obligationes et Solutiones gehörig, ist
noch an seinem alten Platze. Die alten Signaturen weisen klar darauf hin,
dass derselbe früher in der genannten Abtheilung gestanden hat.
In den Instrumenta Miscellanea finden sich zahlreiche kleinere
Fragmente von Obligationen und verwandten Actenstücken, die zu sammeln
und chronologisch geordnet in unserer Abtheilung aufzubewahren, sich wohl
verlohnen würde. So wie sie jetzt verwahrt sind, sind sie der einheitlichen
Benutzung so gut wie entzogen, weil der Zeitverlust sie aufzusuchen in
keinem Verhältnisse zur Bedeutung ihres Inhaltes steht.
xxim
B.
Die Register der eamera collegii im Hittelalter.
Die Register (regestra, registra) des heiligen CoUegiums werden zwar
häufig erwähnt, jedoch finden sich nur wenige Hinweise, die sich für die
Geschichte der Geschäftsbücher und ihre Schicksale im Mittel-
alter verwerthen lassen.
Bevor wir diese Notizen untersuchen, muss ein Wort darüber gesagt
werden, wann vermuthlich mit der Führung eigner Geschäftsbücher in der
eamera collegU begonnen wurde.
In den ersten Jahren des Pontificates Papst Bonifaz VIII, mit dem das
uns vorliegende Material der Register einsetzt, haben wir keinerlei Be-
merkungen über ältere Geschäftsbücher der eamera collegü. An
zwei Stellen^) finde ich eine Beziehung auf frühere Zahlungen an die Kanmier
des heiligen Collegiums; doch verweisen die dort gebrauchten Worte ein-
mal auf die Bücher der Kaufmannsgesellschafl der Anmianati und einmal
auf die Bücher der römischen Kirche, womit nur die Aufzeichnungen der
eamera apostolica, bezw. diejenigen des Liber Censuum gemeint sein können.
Ebenso weist Bonifaz Vm bei der Auszahlung von Rückständen, die sich
viele Jahre zurückerstrecken, seinen Kämmerer, und nicht den der eamera
collegii, im Jahre 1297 an, die Zahlungen zu leisten.') Daraus darf man
zunächst folgern i. dass die Kaufleute, die damals den Geldverkehr an der
Curie besorgten, Aufzeichnungen besassen, die man in der eamera collegii
nicht hatte. Denn dass man sich ganz auf deren Bücher verlassen musste,
geht klar aus dem Wortlaute hervor: „ . . . sed aliquibus tempore dicti
domini Petri, tunc camerarii dicti collegü, sicut dicunt mercatores, et
aliquibus tempore dicti domini Ostien., sicut in libris dictorum merca-
torum continetur"; 2. dass, um eine frühere Zahlung eines Prälaten in
der eamera collegU festzustellen, die regestra Ecclesiae Romanae heran-
gezogen werden mussten, weil Register der eamera collegü nicht vorlagen;
3. dass, zum Mindesten für den genannten Fall, der päpstliche Kämmerer
in der Lage war, Auszahlungen zu veranlassen, über die augenscheinlich in
der eamera collegii nichts Genaues bekannt war.
Als Ergänzung hierzu dient folgende Thatsache: Im Jahre 1331 sollte
festgestellt werden, wie es mit dem census Siciliae und seinen Rückständen
war. Für die Zeit vom Regierungsantritte Papst Bonifaz VIQ war die zu
») Vergl. Urk. No. 79 und Kirsch, Seite 66.
^ Vergl. Urk. NN. 288« und 288 b.
XXV
diesem Zwecke eingesetzte Untersuchungscommission in der Lage, aus den
Büchern der Kammern und sonstigen Hilfsmittehi Alles ganz genau zu belegen.
Für zwei Jahresrenten jedoch, die, wie der Papst später entschied, in
die Zeit von 1283 und 1284 fielen, wurde die Commission von ihren Büchern
und Docimienten im Stiche gelassen: Es waren keine Aufzeichnungen darüber
vorhanden.^)
Alle diese Umstände machen es vorläufig für mich sehr wahrscheinlich,
dass eine geordnete Buchführung in der camera collegii erst im
Jahre 1295 begonnen hat.') Um diese wahrzunehmen, ernannte der Papst
dann hierzu, wie wir weiter imten (im Abschnitte von den Unterbeamten
der camera collegii) sehen werden, Petrus des Montechiello im Jahre 1295,
zu dem er sagt, „quod tu abolim circa camerariatus officium fratrum nostrorum
Sancte Romane Ecclesie cardinaliimi a nobis specialiter deputatus, in
eo providenter et fideliter te habuisse dinosceris".
Gestützt wird diese Ansicht auch durch die gelegentlichen Bemerkungen,
dass Beweise für bestrittene Siunmen a parte Bonifacü pape VIU citra bei-
gebracht werden müssen.')
Soweit uns die Quellen berichten, haben die Geschäftsbücher der camera
collegü den ersten Unfall erlitten im Jahre 13 17. Der bisherige verantwort-
liche erste Unterbeamte des CardinalscoUegiums, Petrus de Montechiello,
Bischof von Spoleto, war ohne Erlaubniss des Papstes in seine Diöcese
abgereist und hatte dorthin die Bücher nütgenonunen. Johann XXII, der
mit starker Hand bemüht war überall Ordnung zu schaffen, schreibt
darüber in einem sehr energischen Briefe^) wie folgt: „Sane in admira-
cione deducimur vehementi, quod idem episcopus, ad inconsulta dilapsus,
post consecrationis munus apud sedem prefatam de mandato nostro sus-
ceptum ab ipso, non absque nostro et sedis eiusdem contemptu de curia
Romana recessit, a nobis licencia non obtenta, secum nonnuUas scripturas
cameram nostram et collegium venerabilium fratrum nostrorum Sancte Ro-
mane Ecclesie cardinalium contingentes, confectas per eum diversis retroactis
temporibus deferendo.** Die Adressaten sollen den ungehorsamen Bischof
zwingen, dass er sich innerhalb zweier Monate cum scripturis eisdem an
der Curie zur Bestrafung einfinde. Ueber den Verlauf des Processes sind
^) Vergl. Urk. NN. 177, 178 und l8l, sowie Kirsch, Seite 93.
^ Sfigmflller, Die Thätigkeit und Stellung der Cardinäle bis Papst Bonifiu VIH.
Historisch-canonistisch untersucht und dargestellt Freiburg, Herder 1896, bringt über diesen Punkt
keinerlei neues Material bei, wenngleich er ttber den camerarius collegii ausftihrlicher handelt
*) Vergl. Urk. No. 90; diese und Shnliche Ausdrucke kommen mehrfiich vor.
<) Vergl. Urk. No. 61.
XXVI
wir nicht unterrichtet; doch darf man aus dem Schweigen der Registerbände
über diesen Punkt wohl schliessen, dass alle Papiere richtig zurückerstattet
worden sind. Denn die Bücher, von denen der Papst am 9. Februar 1320*)
als in der Nachlassenschaft des Bischofes Petrus befindlich spricht, sind
wohl Privateigenthum desselben gewesen.*)
Wesentlich ernstlicher liegt der Fall mit der Verschleppung der Bücher,
von der der Cardinalkänmierer Franciscus am 24. August 14 19 spricht.^)
Derselbe erliess von Florenz aus, unmittelbar nach seinem Amtsantritt,
unter dem 24. August 14 19 ein Mandat an eine Anzahl Pfarrer von Rom,
worin er das folgende auseinandersetzt: Die Cleriker des CoUegiums Johannes
de Reate und lohannes Ponceti berichteten, dass bei der Plünderung Roms
durch die Schaaren des Königs Ladislaus die damaligen clerici coUegii lo-
hannes Ponceti und der ziun Bischof von Acemo beförderte Antonellus um
die Sicherheit der Bücher des Collegiiuns sehr besorgt gewesen seien. Denn
aus dem Verluste der libri et registra collegü könnten schwere Unzuträglich-
keiten entstehen. Um solchen Schäden vorzubeugen, übergaben sie und
händigten sie dieselben ein providis viris Petro Bardelle pecimiarum dicti
collegü tunc depositario sive receptori ac Antonio Bonifatii et aliis eorum
sociis de Spinis mercatoribus Florentin. Romanam curiam sequentibus. Sie
handelten dabei in dem Glauben, dass die Genannten, wie sie versprochen
hatten, das ihnen anvertraute Gut sorgfaltig behüten würden. Nun ergab
sich bei mehrfachen Anfragen bei den Kaufleuten, ob sie die Bücher nicht
zurückerstatten möchten, dass sie dieselben, wie sie aussagten, nicht besässen;
dieselben seien vielmehr, wie sie fest glaubten, in die Hände einiger Pfarrer
gelangt. Auf Grund dieser Aussagen befahl nun der Cardinalkämmerer
Franciscus, dass die in der Adresse des Mandates genannten Pfarrer Nach-
forschungen jeder Art anstellen sollten, wo die Bücher geblieben seien. Ein
Jeder, sei er Laie oder Geistlicher, Pfarrer oder Ordensmann, sei verpflichtet
umgehend die Bücher auszuliefern, zu übergeben, ihren Aufenthaltsort anzu-
geben oder auf jede Weise mitzuhelfen, dass sie gefunden würden, wenn er
nicht der Excommunication verfallen wolle.
Ob sich Alles wiedergefunden hat, ist nur nicht gelungen festzustellen.
Haben die Nachforschungen aber kein günstiges Ergebniss gehabt, oder ist
nur ein Theil der Bücher wiedergefunden worden, so kann man für die heute
vorhandenen grossen Lücken in dem Urkundenmaterial der camera collegü
Vcrgl. Urk. No. 63.
^ Vergl. Urk. No. 68f. Seite 39 unten.
^ Vergl. Urk. No. 306.
XXVII
wenigstens einen Zeitpunkt feststellen, wann das Archiv des Collegiums die
erste grössere Einbusse erlitten hatte.
Solche Vorkommnisse, die zeigen, dass die clerici collegii volle Grewalt
über die Geschäftsbücher des heiligen Collegiums hatten, machen es, zu-
sammen mit den späteren ausdrücklichen Bestimmungen über diesen Punkt,
klar, dass nicht der Cardinalkämmerer, sondern die genannten Unterbeamten
sowohl bezüglich der Führung der Bücher, wie auch der Aufbewahrung
derselben verantwortlich waren. Zum Theil mag es damit zusammen
hängen, dass die camera collegü, wenigstens bis auf Eugen IIII hin, keine
Amtsräume hatte, in der die Geschäfte erledigt wurden. Bald arbeitete
man in hospitio domini camerarii collegii, bald in habitatione domini came-
rarU papae, bald in thesauraria donüni papae, bald in camera superiori
thesaurariae, bald in domo habitationis donüni thesaurarii papae u. s. w.
Wenn demnach Verluste zu beklagen wären, die nicht ausdrücklich
auf vis maior zurückgeftihrt werden können, so wäre die Nachlässigkeit der
clerici collegü schuld daran gewesen. Dass bei einer solchen Aufbewahrungs-
art die Geschäftsbücher leicht allerlei Fährnissen ausgesetzt waren, liegt auf
der Hand; doch bieten die vorhandenen Bände keinen Anhaltspunkt, um
dergleichen Dinge nachweisen zu können.
C.
Nachrichten über die Bände Oblig. 1^ und Oblig. 6.
Wie aus der Concordanz schon hervorgeht, stellen sich eine ganze
Reihe von Bänden als solche dar, die ftir die Untersuchung der Finanz-
verwaltung des heUigen CoU^ums wegen ihres, ausschliesslich die apos-
tolische Kammer betreffenden, Inhaltes nur ganz gelegentlich in Frage
konunen. Von den Bänden, die fiir die vorliegende Arbeit besonders ein-
gehend benutzt wurden, haben die Benedictiner in ihrer classischen Ausgabe
der Regesten Papst Clemens V diejenigen, die sich auf die Regierungszeit
dieses Papstes beziehen, in ausserordentlich genauer Weise beschrieben.
In der Vorrede zum ersten Bande des Anhanges kann man das Einschlägige
nachlesen. Ohne mich auf eine gleiche Ausführlichkeit einlassen zu können,
will ich aber doch zwei weitere Bände aus der ganzen Reihe hervorheben,
die, jeder in seiner Art, imsere besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Zunächst Oblig. i^ Kirsch bekam erst Kenntniss von dem in neuester
Zeit der AbtheUung angefügten Bande, als der Druck seiner Arbeit schon
XXVIU
begonnen hatte. Er konnte denselben fiir seine Zwecke nicht mehr ausbeuten,
hat aber am Schlüsse seines Buches ganz kurz auf denselben hingewiesen
und eine Notiz aus demselben mitgetheilt. Der Band ist ganz besonders
werthvoll, weil wir in demselben die ältesten Hinweise auf viele Dinge finden
und in demselben namentlich klar ausgesprochen wird, dass das heilige
Collegium schon unter Bonifaz VIII und Benedict XI Einkünfte vertheilte,
die wir in den anderen Bänden erst unter Clemens V verzeichnet finden, und
dann nicht immer klar und deutlich. Wir haben es demgemäss hier
mit dem ältesten uns erhaltenen Register der Kammer des heiligen
Collegiums zu thun. Zeitlich lunfasst dasselbe die Einkünfte aus den
Jahren 1295 — 1304 pecember 12).
Leider ist das Register nicht vollständig, denn es beginnt mit fol. 71
und endet mit fol. 117. Man kann nur vermuthen, dass auf den 70 heute
fehlenden Blättern die obligationes der Prälaten aus der gleichen Zeit ver-
zeichnet standen, da der uns erhaltene Theil die eingegangenen Summen
und ihre Vertheilung an die Cardinäle registrirt
Dem Schriflcharacter und der Anlage des Bandes nach zu urtheilen, muss
man ihn nicht für das Original, sondern fiir eine später angefertigte Abschrift
halten. Dass diese Aufzeichnungen häufig abgeschrieben wurden, ersehen
wir aus den vier uns noch jetzt erhaltenen Copien von Theilen dieses Bandes.
Weitere Abschriften werden sich im Laufe der Zeit wohl noch finden.
Kirsch kannte zunächst ein Bruchstück, das sich im Cod. Vat. Lat.
3457 befindet Aus diesem hat er seine Beilage XV, deren Inhalt sich zum
Theile mit dem der ersten 14 Blätter unserer Handschrift Oblig. i^ deckt,
entnommen. Eine zweite Theilabschrift fand er in den Varia Politicorum
des Vaticanischen Geheimarchivs Vol. XL. Diesen Text hat er nicht ver-
glichen. Schliesslich fand er, nach Abschluss der Arbeit, wie oben schon
bemerkt, Oblig. i^* Ich bin in der Lage einen vierten Text anzugeben,
nämlich Varia Politicorum Vol. XLVI.
Bezüglich der Zuverlässigkeit der Texte steht derjenige aus Oblig. i^
an erster Stelle; dann folgt Varia Politic. Vol. XL, weiterhin Varia Politic.
Vol. XLVI und schliesslich erst der Text des Cod. Vat. Lat. 3457.
Bei der Werthlosigkeit des letztgenannten Textes kommt es wenig
darauf an festzustellen, in welchem Verhältniss derselbe zu Oblig. i^ steht,
dagegen ist es wohl kaiun zweifelhaft, dass die Theile in Varia Politic. XL
und XLVI beide, unabhängig von einander, aus Oblig. i^ oder gemeinschaft-
licher Vorlage abzuleiten sind.
Das wichtigste an der Thatsache, das unsere Handschrift eine Copie
des 14. Jahrhunderts ist, besteht darin, dass wir feststellen können, dass für
xxvnn
den Gebrauch der Kammer ältere Bände abgeschrieben wurden. Wir haben
auf anderen Gebieten curialer Verwaltung ähnliches zu verzeichnen. So
ordnete Johann XXII einmal an, dass bei Untersuchung früherer Rechnungs-
legungen und geführter Processe der Rector des Herzogthums Spoleto alle
in seiner Verwaltung befindlichen Acten über die in Frage kommenden Punkte
abschreiben und dem mit der Sache betrauten Beamten zusenden solle. Es
ist nicht unwahrscheinlich, dass Cameralacten, wenn sie sich in einem von
dem Aufenthalte der Curie verschiedenen Aufbewahrungsorte befanden, eher
abgeschrieben wurden und die Copie den Beamten zugesandt wurde, als
dass man die Originale der Gefahr einer weiten Reise ausgesetzt hätte.
AehnUche Vorsichtsmassregeln fiir Registerbände finden wir auch in der Ein-
leitung zu den Regesten Clemens V andeutungsweise besprochen.^) Die eben
ausgesprochene Vermuthung lässt sich nicht gerade beweisen, doch ist die
Möglichkeit eines solchen Zusammenhanges durchaus zuzugeben.
Wie es kommt, dass wir keine Aufzeichnungen mehr aus der Zeit vor
1295 haben, die sich auf die camera collegii beziehen, habe ich oben
besprochen. Die augenscheinlichen Verluste an Handschriften cameralen
Inhaltes mit dem Ueberfall Bonifaz VIII in Anagni und seiner eiligen Flucht
in Verbindung zu bringen,*) hat nur den Werth einer Vermuthung; denn
gerade bezüglich des Materials für die camera collegii haben wir gar keinen
Anhaltspunkt, ob Verluste in diese Zeit zu setzen sind, es sei denn, dass
man die wiederholt vorkommenden Beschränkungen bei Untersuchung came-
raler Angelegenheiten: a parte domini Bonifatii pape vm citra, a tempore
Bonifatii pape inantea etc. so deuten wolle.')
Nun noch einige Mittheilungen bezüglich des Inhaltes der Handschrift.
Ausser den Zahlungen aus den Obligationen fiir die Servitien enthält
der Band Oblig. i^ eine Fülle von Eintragungen, die sich auf Einkünfte
*) Vergl. auch den Aufsatz von D e n i f 1 e , Die päpstlichen Registerbftnde des 13. Jahrhunderts
und das Inventar derselben vom Jahre 1339. Archiv für Litteratur und Kirchengeschichte des
Mittelalters, II S. i— 71.
*) Hier sei eine Notiz angefügt, aus der hervorgeht, dass man bei den häufigen Wande-
rungen der Curie im 14. und 15. Jahrhundert nur die nothwendigsten Bücher der camera collegii
mitführte: Oblig. 61. fol. xlix r. In margme: Ista solutio est ita de antiqua promotione, quod
in libris novis non reperitur et antiqui non habentur; et non potuit sein, quot cardinales inter-
fixerunt nee tempus promoeionis poni potuit et fnit antieipata data.
lo. de Reate. Dne Ymo*)
cor. lo. de Reate.
^ Von anderer Hand und Tinte, Das Datum der Promotion ist mckt nachgetragen.
*) Vergl. Ehrle, Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum. Romae, Typis Vatieanis,
1890. Tom. I, pag. 9. Die oben mitgetheilten Ausdrücke brauchen sich durchaus nicht auf das
Material der camera collegii zu beziehen. Man könnte sie nur so deuten. Vergl. S. XXIIII und XXV.
XXX
aus anderen Gebieten beziehen. Ich setze ein ganz summarisches Verzeichniss
dieser Posten hierher, um zu zeigen, wie werthvoll und lehrreich der
Band ist.
Census comitatus Venayssini
Visitatio archiepiscopi Turonen.
Visitatio archiepiscopi Rothomagen.
Census comit. Venasrssini
Visit, archiepi Remen.
Visit, abbatis S. Vedasti
Privatio cardinalium de Columna
Visit, archiepi Strigonien.
De decimis Siciliae
Visit, archiepi Senonen.
Visit, archiepi Cantuarien.
Visit, abbatis Burgidolen.
Census comit. Venayssini
Visit, archiepi Turonen.
Visit, archiepi Rothomagen. i
Visit, abbatis Maioris Monasterii
Census comit. Venayssini
Visit, archiepi Senonen.
Visit, abbatis S. Vedasti
Visit, abbatis S. Coliunbae Senon.
Census comit. Venayssini
Census comit. Venayssini
Visit, abbatis Burgidolen.
Visit, archiepi Bituricen.
ludenstrafe
Visit, archiepi Turonen.
ludenstrafe
Visit, archiepi Rothomagen.
Complementum visit. Rothom.
Visit. Maioris Monast.
Visit, archiepi Cantuarien.
Declaratio visit. Maioris Monast.
Distributio residui visit. eiusdem.
Census comit. Venayssini
Visit, abbatis S. Vedasti
Condemnationes in comit Venayssino
29s Nov. 25 fol. I r.
296infestoResurrectionis fol. 3 r.
296 in festo Pentecostes fol. 4 r.
296 Dec. 25
fol. 6 r.
296 Dec. 8.
fol. 6 r.
296 Dec. 25
fol. 6 V.
297 Maii IG
fol. 7 V.
297 Maii 10
fol. 8 r.
297 lun. 24
fol. 8 r.
297 lul. 15
fol. 8 V.
297 Oct. 7
fol. lor.
297 Oct. 7
fol. lOr.
297 Oct. 7
fol. lOV.
298 in festo Resurrectionis
fol. 12 V.
B dievi ante festumPaschae
fol. 13 r.
298 Sept. 5
fol. 14 r.
298 Nov. I
fol. 1 5 V.
299 lan. 17
fol. 16 V.
299 lan. 17
fol. 16 V.
299 Sept. 26
fol. 18 V.
299 Oct.
fol. 19 r.
299 Nov. I
fol. 19 V.
299 Dec. 5
fol. 19 V.
299 Dec. 5
fol. 20 r.
299 Dec. 25
fol. 21 r.
300 in vigilia Paschae
fol. 22 V.
300 Maii 13
fol. 23 r.
300 Maii 13
fol. 23 V.
300in vigiliaAssumptionis fol. 24 r.
300 Sept. 1 5 fol. 24 V.
300 Sept. 15 fol. 25 r.
300 Oct. 24 fol. 25 r.
300 Nov. II fol. 25 V.
300 Dec. 25 fol. 26 V.
301 Febr. i fol. 27 r.
301 Febr. 18 fol. 27 r.
Census comit. Venayssini
1301
Mails
- fol
28 r.
Visit, archiepi Remen.
1301
Man IS
fol
29 r.
Census Sidliae
1301
Sept 28
fol
29 v.
Visit, abliatis ButEidolen.
1301
Oct3i
fol
30 V.
Condemnatio civitatis Penisin.
1301
Dec. 14
fol
31 r.
Visit, arcliiepi Senonen.
1301
Dec. 25
fol
31 r.
Visit, archiepi Armachan,
1301
Dec. 25
fol
31 V.
Census comit. Venayssini
1302
Marl. IS
fol
32 v.
Visit, arehiepi Rotliomagen.
1302
Mart IS
fol
33 r.
Census comit Venayssini
1302
Sept 20
fol
34 r.
Visit, abbatis Maioris Monast
1302
Nov. 29
fol
35 t
Census comit Venayssini
1303
Febr. 2
fol
36 V.
Visit abbatis S. Vedasti
1303
Mart 7
fol
36 V.
Visit areUepi Eboracen.
1303
Mait 7
fol
37 r.
Visit archiepi Turonen.
1303
Mail 25
fol
38 r.
Visit archiepi Senonen.
1303
Maii2S
fol
38 r.
Visit archiepi Remen.
1303
Mali2S
fol
38 V.
ludenstraTe
I3°3
Mail 25
fol
38 V.
Strafe fiir Aufrührer
1303
Maü2S
fol
38 V.
Census comit Venayssini
1303
Mail 2S
fol
39 V.
Census Siciliae
1303
lul. 2S
fol
39 V.
Donum novi papae
1303
Oct. 20
fol
40 r.
Census comit Venayssini
1303
Nov. 11
fol
40 V.
Visit archiepi Cantuarien.
1303
Nov. II
fol
40 V.
Visit archiepi Bituricen.
1303
Dec. 18
fol
41 r.
Census duanim insulanim
■304
lan. 21
fol
41 V.
Census Apuliae
1304
Febr. s
fol
42 V.
Visit archiepi Rothomagen.
1304
Man 12
fol
44 r.
Census Trenacriae
1304
Zun. 20
fol
44 V.
Census Siciliae
1304
Oct 2
fol
45 V.
Census Patrimonü
1304
Oct 2
fol
45 V.
Visit abbatis S. Columbae
1304
Ort. 2
fol
46 r.
Visit abbatis Maioris Monast.
1304
Ort. 2
fol
46 V.
Census Siciliae
■304
Nov. IG
fol
46 V.
Census Venayssini; Condemnationes
1304
Nov. 20
fol
4;r.
Census Venayssini
1304
Dec. 12
fol
47'-
Aus dieser Uebersicht die Manchem willkommen sem wird
kann man
die mehr oder weniger regelmässige Entrichtung der Visitationen und Census
entnehmen und sich an der Hand
der späteren Ausführungen
ein l
ieines
xxxn
Bild von der Art der Einkünfte des heiligen Collegiums in jenen Jahren
machen, soweit dieselben nicht von den Einnahmen aus den Servitien ab-
hängig waren.
Der zweite hier zu besprechende Band ist Oblig. 6.
Unter allen Bänden der Abtheilung giebt es, wie früher schon erwähnt,
nur zwei Pergamenthandschriften. Eine davon ist Oblig. 6. Aus einer Be-
merkung auf dem letzten Blatte erfahren wir, dass es ein R^^ter der camera
apostoUca war: Iste Über est camere domini nostri pape et qui furabitur,
per Collum suspendetur. Die Handschrift ist auf Grund der R^^ister beider
Kammern in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zusammengestellt worden.
Sie enthält 222 gezählte und 27 nicht gezählte Blätter. Die Eintragungen
setzen mit der Wahl Johann XXII ein und gehen vom 25. October 13 16 bis
zum 15. December 1345. Bei der Eintragung fol. CCXXv., 1345 Nov. 17,
steht am Rande: Attende, quia sequentia sunt in alio libro, qui sequitur
istum. Et ille Über incipit hie in ista obligatione.^) Man hat also mitten
im Pontificate Clemens VI abgebrochen. Fast alle Eintragungen sind ObU-
gationen in ganz kurzem Auszuge. Sehr selten nur werden in streitigen
Fällen grössere Ausftihrungen gemacht, wie beim Servitium von Ravenna
und Narbonne. Sehr werthvoll sind die ganz genauen Daten für die camerarii
coUegii (Tod und Wahl des Nachfolgers). Rechts und Unks von jeder Seite
ist ein Rand gelassen, auf dem die Zahl der participirenden Cardinäle bezw.
der Name der Kirche oder des Klosters, um die es sich handelte, eingetragen
wurde. Diese Ordnung ist nur selten umgekehrt worden und noch seltener
^) Der zweite Pergamentband, auf den die genannte Bemerkung hinweist, ist auch noch
durch einen anderen Eintrag des NIheren beglaubigt und beschrieben. Oblig. ao. beginnt auf
der ersten Seite mit folgenden Worten:
to
„Anno Domini millesimo ccc • XL liu, indictione xii, pontificatus etc. de tempore domi-
norum Clementis vi et Innocentii vi recepte fnerunt obligationes, que Scripte sunt in libro
pergameni, incepte xvii mensis Novembr anni predicti et finite in dicto libro die xim mensb
lanuarii anno LX.**
Der zweite Band würde sich also nach dieser Notiz ttber die Zeit vom 17. November 1344
bis 14. Januar 1360 erstrecken. De fsLCto wird derselbe wohl nur bis 1357 benutzt worden sein,
weil wir einen dritten Pergamentband noch haben, der die Obligationen von 1357 — 1361 enthält
Est ist lebhaft zu bedauern, dass dieser zweite Band verloren gegangen ist, weil wir damit viele
genaue Angaben ttber das Beamtenpersonal beider Kammern nicht mehr besitzen. Denn ein
Vergleich von Oblig. 6. mit den noch vorhandenen Bänden, die zu seiner Zusammenstellung
gedient haben, zeigt, dass uns auch dieses Material nicht mehr ganz erhalten ist, indem wir
in dem Pergamentbande Angaben finden, die in diesen nicht vorkoounen. Das Gleiche dtirfte
darum auch bei der Fortsetzung der FaU gewesen sein.
Es liegt nahe, die Ausarbeitung dieser Pergamentoodices in die Zeit Urban V zu setzen.
Der Schriftcharacter widerspricht dieser Annahme nicht Bemerkenswerth ist noch, dass Oblig. 20.
Verbesserungen und Erläuterungen von derselben Hand zeigt, die den oben wiedergegebenen
Eintrag an den Anlang der Handschrift gesetzt hat.
xxxra
sind beide Ränder ganz freigelassen. Mit fol. ccxxii beginnt ein ganz aus-
gezeichneter Index aller im ganzen Bande vorkommenden Prälaten mit An-
gabe der Höhe ihres Servitiums und der Foliozahl, wo ihre Obligation in
der Handschrift zu finden ist. Der Index umfasst 44 Seiten und giebt erst
die episcopi, dann die abbates. Diesem schliessen sich drei Seiten mit
dedarationes verschiedener Päpste an. Die am Kopfe jeden Blattes notirte
Jahreszahl ist sehr oft falsch, daher nur mit Vorsicht zu verwenden.
Eine sehr zierliche moderne Hand hat auf dem Rande den Wechsel von
Jahr und Datum regelmässig vermerkt. Die Orthographie und Satzbildung
ist häufig sehr unregelmässig, oft geradezu falsch.
Für diesen Band sind uns die meisten Vorlagen erhalten, die bei seiner
Zusammenstellung benutzt wurden, und ein Vergleich hat ergeben, dass eine
sehr gewissenhafte Arbeit vorliegt. Für die allerverschiedensten Dinge benutzt
man die Handschrift mit Erfolg und erhält überaus genaue Resultate.
Namentlich kann man hier mit aller wünschenswerthen Deutlichkeit die
Zahl der Cardinäle verfolgen, die in curia praesentes erant vel pro praesen-
tibus reputabantur. Correcturen und Rasuren zeigen, dass die Handschrift
mit den Vorlagen genau verglichen worden ist.
ABSCHNITT H.
Die Bethelligrung des helligren Ciollegrlams als solchem an der Finanz-
yerwaltung und die Verwaltungrsorgrane des heUigen Ck>lle8riams für
seine Gesammteinkflnfte.
Die Einflussnahme des gesammten heiligen Collegiums als solchem auf
alle die , kirchliche Besitzungen und Einkünfte sowohl, wie deren Verwalter
betreffenden Dinge ist im Allgemeinen bekannt.^)
Völlig ungenügend sind wir dagegen bisher darüber unterrichtet, was
dazu gehörte, damit ein Cardinal an den dem CoUegium zustehenden Ein-
künften Antheil haben konnte; femer welche Cardinäle von dem Genuss
der Einkünfte ausgeschlossen waren und ähnliches mehr.
An zweiter Stelle wird die Frage klar zu stellen sein, wer leitete die
Geldverwaltung des heiligen CoU^ums? und drittens: welche Unterbeamte
gab es in dieser Verwaltung?
*) Vergl. luerttber zuletzt Kirsch, S. 40 — 41.
Baumoastbn, FiiuuuYcnr. des Card.-Coneg. im Mittdalter. C
xxxnn
Die Untersuchung dieser Fragen wird eine ganze Anzahl neuer Gesichts-
punkte vorführen.
z. Die Theilnahme der Cardinäle an der Finanzverwaltung. —
Wie alle wichtigen, die Leitung der Gesanuntkirche betreffenden Fragen
im Consistorium von Papst und Cardinälen gemeinschaftlich berathen wurden,
so wurden selbstverständlich auch die die Regierung der Kirche ermög-
lichenden Fragen des Einkonunens der Kirche und des heiligen Coll^ums
dort verhandelt. Da es ein natürliches Recht einer Körperschaft ist, nur
alle diejenigen an ihren Einkünften Antheil nehmen zu lassen, die auch im
Vollbesitz aller Rechte sind, so ergiebt sich, dass wir der Frage näher
treten müssen, welche Cardinäle und wie dieselben an den gemeinschaftlichen
Geldbezügen Antheil hatten, bezw. unter welchen Bedingungen dieselben von
dem Mitbezuge der Gelder ausgeschlossen waren.
„Die Theilnahme der Cardinäle an der Finanzverwaltung geschah in
der Regel im Consistorium, das sich regelmässig und zwar sehr häufig ver-
sanmielte."^) Daraus ergiebt sich der allgemeine Satz von selbst, dass nur
die in curia befindlichen Cardinäle an dieser Verwaltung und ihren Erträg-
nissen sich betheiligen konnten. Diese Erträgnisse, die in ihrer Vertheilung
divisiones consistoriales genannt wurden, werden in einem anderen Ab-
schnitte besprochen werden.
Es bleibt nun einerseits zu bemerken, dass nicht alle Cardinäle, die an
der Curie weilten, an den divisiones Antheil hatten und andrerseits manche
auswärts befindliche Purpurati trotz dieses Umstandes ihren Antheil an den
Einkünften des Collegiums erhielten. Beide Punkte verdienen an der Hand
der Urkunden eine nähere Beleuchtung.
In den Büchern des Cardinalscollegiums oder der camera apostolica
aus der ersten Hälfle des 14. Jahrhunderts finden sich bei Ernennungen von
Cardinälen stets nur ganz summarische Angaben, dass der Papst eine be-
stimmte Zahl von Cardinälen ernannt habe, von denen einige in curia weilten,
mithin an den divisiones consistoriales Antheil hätten, andere nicht. Dem-
gemäss vergrössem sich nach einer creatio cardinalium auch die auf dem
Rande der Codexblätter aufgezeichneten Zahlen über die Anzahl der parti-
cipirenden Cardinäle sofort um die Zahl der in curia weilenden Neu-
emannten. Irgend einen Anhalt über den genauen Zeitpunkt, an dem ein
neuernannter Cardinal in curia in den Genuss der divisiones trat, finden wir
in jenem Zeitabschnitt nicht. Zuweilen ist, ausser der Thatsache der Er-
nennung, auch der Umstand später nachgetragen worden, dass der Papst
*) Kirsch, S. 41. SSgmüUer, Die ThStigkeit und Stellung der Cardinäle etc., S. 97 ff.
XXXV
die MundöfTnung vorgenommen habe. In der zweiten Hälfte des 14. Jahr-
hunderts findet sich hie und da der Bemerkung über Ernennung, Anweisung
der Kirchen und Mundöilhung noch die Notiz hinzugefügt, dass die Ernannten
in Zukunft an allen Einkünften des Collegiums Antheil haben sollten.
Gleich zu B^[inn des 15. Jahrhunderts erfahren wir erst ganz genau,
wie diese Dinge sich zu einander verhalten. Als sprechendstes Beispiel fiihre
ich folgenden Fall an. Am 12. Juni 1405 ernannte der Papst eine Anzahl
Cardinäle; am 19. Juni fand die Anweisung der Titel bezw. Diaconien statt
und am 20. October 1406 nahm der Papst bei zweien der ernannten Cardi-
näle die Mundöffnung vor.^) In dem Berichte über die letzte Ceremonie
heisst es dann, dass die Cardinäle Angelus Corarius tituli S. Marci und
lohannes de Melioratis de Sulmona tituli Sanctae Crucis in lerusalem in
Zukunft in den öffentlichen und geheimen Consistorien sprechen, ihre Stimme
abgeben und an den Servitien der Prälaten Theil nehmen könnten. Damit
haben wir einen festen Punkt gewonnen, um die Frage entscheiden zu können.
Gleichwie die Cardinäle erst durch die aperitio oris in den vollen Genuss
ihrer Würde traten , d. h. consistorialfahig wurden, so konnten sie auch erst
von diesem Zeitpunkte ab die Einkünfte mitbeziehen. Dass diese Darstellung
durchaus richtig ist, ergiebt sich aus anderen Urkunden. 2) Im Jahre 141 2
Dec. I kommt Cardinal Petrus de AUiaco tituli Sancti Chrysogoni an die
Curie. Obschon derselbe seit einiger 2^it ernannt war (I4iijun. 6) und
auch schon seinen Titel hatte, notirt der Cleriker bei seinem „accessus",
dass wegen seiner Ankunft die Zahl der participirenden Cardinäle, die 20
betrug, nicht verändert würde. Die Erklärung hierfür finden wir 4 Seiten
weiter, wo es zum 19. December heisst, dass dem Cardinal Petrus der Mund
geöffnet worden sei, mithin die Zahl der berechtigten Cardinäle auf 21 steige.
Ein einziges Mal*) habe ich gefunden, dass einem Cardinal non obstante
quod sibi os apertum non fuerat nee titulus assignatus die Vergünstigung
zu Theil wird, an den Einkünften seinen Antheil zu haben. Für die
Thatsache, dass wir im 14. Jahrhundert keine derartigen Aufschlüsse haben,
will ich auf den Umstand hinweisen, dass in der Regel Ernennung, An-
weisung der Kirchen und Mundöffnung bei den in curia befindlichen Neu-
emannten innerhalb eines so kurzen Zeitraumes geschah, dass es sich nicht
verlohnte, das Einzelne genau zu verzeichnen. Allerdings kann man an
einzelnen Aufzeichnungen sehen, dass die Liste der Ernannten und die
^ Urk. NN. 13b, 18, 19, 22.
*) Urk. No. 25.
■) Urk. No. 22.
c*
XXXVI
hinter die Namen geschriebenen Titel bezw. Diaconien von zwei verschiedenen
Händen oder von verschiedenen Tagen stammen.
Einen indirecten Hinweis auf das Vorstehende finden wir in dem Briefe
des apostolischen Känmierers vom 12. Mai 1367 an den Rector der Graf-
schaft Venaysin Philippus Cabassole, ^) dem der Papst seine Ernennung zum
Cardinal nach Avignon gesandt hatte. Es heisst dort: „Quia dominus noster
papa videt, quod, quandiu estis absens a Romana curia, perditis distribu-
tiones vestras, que satis ascendunt, et presertim census Ecclesie Romane,
de quibus numquam, donec hie personaliter fueritis, aliquid percipietis, ideo
vult . . . quod huc personaliter veniatis ..." Mit diesen Ausführungen
stimmen die obigen Feststellungen vollständig überein.
Wie wir wissen, war nur der Cardinal berechtigt an den Einkünften
Antheil zu nehmen, der im Augenblicke des Zahlungsversprechens oder
der rechtlichen Fälligkeit der Census u. s. w. in curia praesens war. Diese
Bestimmung steht durchaus im Einklänge mit den Gepflogenheiten der Curie
in jener Zeit und enthielt schon deswegen keine Ungerechtigkeit gegen ab-
wesende Cardinäle, weil diese, wenn in Curialgeschäften von der Curie
entfernt, nicht unerhebliche andere Einkünfte hatten.')
Jedoch gab es auch von Anfang an Ausnahmen von dieser Regel,
d. h. abwesende Cardinäle hatten Antheil an den Einkünften. Obschon die
Nachrichten über solche Vergünstigungen in der ersten Zeit spärlich vor-
liegen, so darf man doch annehmen, dass sie keine ausserordentlichen Selten-
heiten waren. In der abgedruckten Abhandlung „De censu antiquo" bei der
Verrechnung des Census Siciliae von 1284 — 1300 sollten alle die Cardinäle
ihren Antheil erhalten, qui in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli
erant in curia residentes vel pro residentibus censebantur. Leider ist in den
*) Urk. No. 9.
*) Soweit die Nuntien und Legaten bezttglich der ihnen auf der Reise zustehenden Fxo-
curaUonen in Frage kommen, muss man den Vorbehalt machen, dass diese Einktinfte nicht
immer ausreichten, ja manchmal so gering waren, dass die Nuntien in grosse Noth kamen.
Ueber die Frocurationen im Allgemeinen finden wir in den Regesten Qemens V zahlreiche
Angaben. Wichtiger wie diese ist eine Anweisung Johann XXII, der zweien seiner Legaten je
1000 Goldgttlden anweist, da dieselben von importabilis penuria (allerdings in Folge besonderer
UmstSnde) heimgesucht seien. In der Anweisung betont der Papst aber, dass er grundsätzlich
fttr den Unterhalt der Legaten und Nuntien nicht aufzukommen habe und dieses Mal nur eine
Ausnahme machen woUe. (Urk. NN. 7« und 8.) Clemens VII dagegen weist zweien seiner
Legaten je 5000 Goldgulden das Jahr, zahlbar in vier Theilen, an, worin wir wohl ein festes
Gehalt derselben erblicken dürfen. (Urk. No. 10.) Vermuthlich erhielten die Legaten wegen
des Schismas keine Frocurationen. Aus derselben Zeit sind noch weitere Beispiele vorhanden,
dass die Legaten und Nuntien Gehilter im eigentlichen Sinne des Wortes von Clemens Vn
bezogen. (Siehe im Anhange Urk. No. 3$ 7.) Die nShere Ausftlhrung dieses Punktes gehört
nicht hierher.
xxxvu
Aufstellungen der Listen nicht angegeben, welche Cardinäle zur ersten oder
zweiten Klasse gehörten. Auf jeden Fall setzt der allgemeine Ausdruck
voraus, dass es sich nicht um ganz vereinzelte Fälle handelte, obschon wir
uns von der Häufigkeit des Privilegs mangels Nachrichten keine Vorstellung
machen können.
Erst unter Clemens V haben wir eine Constitution, die die Frage iiir
die Folgezeit regelt. Dieselbe ist erlassen unter dem 5. Mai 13 12. Es wird
in derselben angeordnet, dass in Zukunft consuetudine quacumqüe contraria
non obstante alle Cardinäle, die mit Erlaubniss des Papstes fem von
der Curie weilen, als praesentes behandelt werden für die Einkünfte aller
Art, die vom camerarius coUegii aus zur Vertheilung gelangen. Ausge-
nommen sind einzig und allein die Cardinäle, die als Nuntien oder Legaten
verreist sind.^) Diese werden stets als absentes behandelt. Durch diese
Constitution werden alle anderen Bestimmungen, die sich mit der Frage
befassen, für ungültig erklärt und zurückgenommen.
Aus dem Wortlaute darf man wohl schliessen, dass andere Gewohn-
heiten bis zum Jahre 13 12 bestanden haben und ebenso ergiebt sich, dass
auch wohl besondere Verfügungen der Päpste über diesen Punkt vorgelegen
haben. Welcher Art die einen oder anderen waren, entzieht sich, wenigstens
vorläufig, unserer Kenntniss.
Kurze Zeit nach Erlass der Constitution lernen wir aus einer Bulle
Qemens V (13 13 Jan. 13), dass dieselbe schon practisch wurde bei dem
Cardinaldiacon Ricciardus, der aus Gesundheitsrücksichten nach Italien reiste.
Ihm wird, unter Anrechnung aller Einkünfte, Urlaub auf zwei Jahre ertheilt.
Zugleich wird seinem Procurator an der Curie eingeschärft, nur ja die Inter-
essen seines Herrn wahrzunehmen, damit auch alles an ihn abgeführt werde.*)
Wenige Monate später (13 13 Jun. 28) macht uns eine Bemerkung in Oblig. 3
mit einer weiteren Anwendung der Constitution bekannt, wobei ausdrück-
lich die participatio census Apuliae mit eingeschlossen ist.')
In der Folgezeit können wir, bei dem Anschwellen der Registerbände,
eine Untersuchung nach der Seite hin nicht fuhren, wie oft wohl derartige
Anwendungen der Constitution Clemens V vorgekommen sind. Dagegen
haben wir, ausser den sehr spärlichen, gelegentlichen, ausdrücklichen Erwäh-
nungen über Urlaub in der Abtheilung Obligationes et Solutiones, ein anderes
Mittel, um uns einigermassen über diese Dinge zu orientiren. Wir müssen
^ Urk. No. 3. Ausnahmen von dieser Regel finden wir in den Urkunden NN. ii, 21,
33 und 37.
«) Urk, No. 4.
•) Urk. No. 5.
XXXVIII
einfach auf dem Rande der Cameralregister die Zahl der participirenden
Cardinäle vor und nach einem Weggang ablesen.
Ich habe beobachtet, dass zwischen 1320 und 1340 etwa 6 — 8 Mal
der Fall vorkommt, dass ein oder zwei Cardinäle die Curie in Geschäften
der Kirchenregierung verliessen und dass trotzdem die Zahl der partici-
pirenden Cardinäle auf dem Rande der Register sich nicht verminderte.
Ebenso ist mir ein Fall vorgekommen, dass der Papst eine creatio cardinalium
vornahm und dass eine Obligation, die am selben Tage gethätigt wurde,
sofort eine, um die Zahl der in curia befindlichen neuemannten Cardinäle,
erhöhte Ziffer der participirenden Cardinäle aufweist.^) Daraus darf man
wohl entnehmen, dass im ersten Falle entgegen der genannten Constitution
die abreisenden Purpurati fiir die Dauer der Legation als participantes
betrachtet wurden und dass im zweiten Falle an demselben Tage der creatio
auch alle anderen Formalitäten*) erfüllt wurden, die bei Ernennungen vor-
genommen zu werden pflegten. Hier sei der Bemerkung Raum gegeben,
dass die genaue Beachtung der bei jedem Documente angegebenen Zahl der
Participantes häufig überraschende Aufschlüsse bietet, wo andere Quellen
schweigen. Hüten muss man sich jedoch auch, stets zu glauben, dass die
Zahl der participirenden Cardinäle identisch sei mit der Zahl der in curia
Befindlichen. Besonders wichtig ist diese Frage fiir die Zeit des Schismas
und da ist sie, wie unten gezeigt werden wird, besonders verwickelt. Die
Zahl der participirenden Cardinäle in ihrem Wechsel und in ihren Fictionen
fuhrt bei genauer Beachtung aller recessus und accessus zu vielen historisch
nicht unwichtigen Aufschlüssen. Wir haben übrigens nichts destoweniger
ein ganz zuverlässiges Mittel, um festzustellen, wie viele der jedes Mal als
participirend bezeichneten Cardinäle nicht an der Curie weilten. In den
Introitus et Exitus Camerae werden die Ausgaben stets verzeichnet, die die
apostolische Kammer für die hergebrachte Lieferung gewisser Naturalien^)
an jeden persönlich anwesenden Cardinal aufwenden musste. Ein Vergleich
also dieser Zahl mit der entsprechenden Zahl in den Obligationen lässt klar
erkennen, wie viele Cardinäle auswärts weilten und doch ihren Antheil an
den verschiedenen Einnahmen hatten. Vielfach geben sowohl die Bücher
des Collegiums, wie diejenigen der apostolischen Kammer die gleichen
*) Am 3. Sept. 1342 gab es i8 participirende Cardinäle; am ao. Sept creatio von 10
CUirdinäleii, wovon 9 in curia weilten, darum in der nächsten Obligation (25. Sept.) 1 8 -|- 9=^2 7
participirende Cardinäle. Oblig. 6. fol. 185. 186.
*) Assignatio tituli, aperitio oris, traditio annuli.
*) Hierfür ein Beispiel: Item pro 16 porcis datis 14 cardinalibus et camerario, magistro
marescalle et servientibus armomm 32 flor. 16 den. Tur. gross.
XXX vmi
Nachrichten über die Cardinäle; manchmal jedoch verzichten die Eintragungen
der Camera apostolica auf Angabe dieser Zahlen. Für alle diese Beobach-
tungen ist einer der wichtigsten Codices: Obligationes No. 6, die Pergament-
handschrift, von der oben schon ausführlicher die Rede war.
Erst nach dem gprossen abendländischen Schisma beginnen unsere Quellen
uns ausdrücklich über die Participatio cardinalium zu unterrichten und da
lernen wir, dass sich die Sache schon so weit verändert hatte, dass man es
fast als eine Ausnahme ansah, wenn ein Legat oder Nuntius thatsächlich
von dem Mitbezug der Einkünfte ausgeschlossen war. Wir sehen aus den
kurzen Aufzeichnungen,^) dass sich die Handhabung des Privilegs entweder
auf die ganze Zeit der Abwesenheit erstreckte oder nur auf einen Theil;
es wird dem Einen gewährt und dem Anderen ausdrücklich verweigert, es
wird widerrufen oder nüt rückwirkender Kraft erlassen, kurz in allen denk-
baren Formen angewendet. Man hatte augenscheinlich wieder neue consue-
tudines gebildet, die uns aber nicht in ganzem Umfange bekannt sind.
Irgend einen leitenden Gesichtspunkt ftir Gewährung oder Verweigerung zu
finden — wie ihn Clemens V aufgestellt hatte — ist aus dem vorliegenden
Material nicht möglich. Zum Theil mag die Vorliebe fiir den einen oder
anderen Cardinal den Papst veranlasst haben, dieses Privileg zu geben, zum
Theile mögen die wesentlichen Verminderungen der Einnahmen der Cardinäle
manchmal mit Nothwendigkeit zu diesem Schritte gedrängt haben. Sehr
häufig heisst es einfach, dass dominus noster papa einem Cardinal das
Privileg ertheilt habe, während an anderen Stellen steht, dass der Papst im
Consistorium nach dem Willen der Cardinäle, oder unter Zustimmung der
Cardinäle einem Abwesenden den Mitgenuss der Einkünfte zugestanden habe.
Mehrere Male heisst es auch einfach, dass domini de collegio die Ver-
günstigung ertheilt hätten.
Im Laufe des 14. Jahrhunderts hatte sich dann auch ein terminus
technicus ausgebildet, der mir zuerst im letzten Decennium des 14. Jahr-
hunderts begegnet: concedere alicui absentiam, habere absentiam, dare
absentiam. Mitunter heisst es: concedere alicui portionem promotionum
onmium oder ähnlich. Ein Mal fand ich eine revocatio absentiae. In sprach-
lich unklarer, aber practisch kurzer Weise schreibt ein Clerikus an einer
Stelle: habuit absentiam omnium communium et minutorum servitiorum,
oder: non habuit absentiam nee partem in capello, oder de emolumentis
capelli participavit per sex menses.')
«) Urk. NN. 21—27.
*) Im Urknndentheile sind von No. 12 ab zahlreiche Beispiele ttber die GewShmng oder
Verweigening der absentia aufgeführt, die sich zeitlich ttber die Jahre 1391 — 14 18 vertheilen.
XL
Für einige Päpste aus der Zeit des Schismas gebe ich an der Hand
der einschlägigen Handschriften eine kurze Zusanunenstellung über das Vor-
kommen der absentia. Bonifaz Vim hat die absentia in mehr Fällen gewährt,
wie verweigert. Innocenz VH hat in seinem Register eine revocatio absentiae
und zwei recessus cardinalium de curia, bei denen eine Notiz bezüglich der
absentia sich nicht vorfindet. Bei Gregor Xu sind wohl ebensoviele Fälle
der Gewährung des Privilegiums wie seiner Verweigerung zu verzeichnen.
Alexander V hat in seinem kurzen Pontificate niemals die absentia gewährt.
Es sind übrigens im Register auch keine recessus cardinalium de curia auf-
geführt. Unter Johann XXIII kommen, salvo errore, fünf recessus vor, bei
denen drei Mal habens absentiam verzeichnet ist; zwei dieser Privil^en tragen
den Vermerk: de consensu dominorum cardinalium. Die stets vorhanden
gewesene Tendenz, sich mit Rücksicht auf die Kammerangelegenheiten dem
Eingreifen des Papstes nach Möglichkeit zu entziehen, gelangt in dem eben
besprochenen Punkte siegreich zum Durchbruch am 12. April 1431. Es
wird an diesem Tage eine Bestimmung über die Antheilnahme auswärts
weilender Cardinäle getroffen, die mit den bezeichnenden Worten schliesst,
dass die Erlaubniss etc. vom heiligen CoUegium eingeholt werden muss, papa
mm praesente,
1431 ApriL 12.
Statutum et ordinatum fuit per dominos de coUegio collegialiter congre-
gatos die xii mensis Aprilis, anno Domini millesimo quadringentesimo
trigesimo primo pontificatus sanctissimi domini nostri, domini Eugenü divina
Providentia pape IIII anno primo, quod legati de latere in eorum absentia
de temporalitate Ecclesie Romane participare debeant tamquam presentes,^)
Im Texte oben sind eine Anzahl Ausdrücke angeführt, die in Urkunden vorkommen, deren
Abdruck nicht geschah, um das Material nicht zu sehr zu häufen.
*) In dusitn Zusamnunhange mag auf folgende beiden Documente verwiesen werden'.
1851 Februar. 16.
Dilecto filio Andree de Tuderto priori Sancti Pauli ad Ortum Pisan. apostolice sedis
nuntio salutem etc.
Cum bone memorie Anibaldus, episcopus Tusculan. tarn pro pecuniis quas recepit de
oblationibus, que obvenerant in basilica principis apostolorum de Urbe, quam alias nobis et
Ecclesie Romane in magnis pecuniarum quantitatibus teneretur sibique de vicesima quinta portione
proventuum ecclesiasticorum ei ratione legationis officii, quo in ipsis partibus, dum viveret,
fungebatur, concessa certe quantitates pecunie, ut asseritur, deberentur, nos volentes nostris et
ipsius Ecclesie in hac parte indempnitatibus providere, discretioni tue . . . mandamus quatinus . . .
huiusmodi pecunie quantitates eidem episcopo debitas, ut prefertur, a quibuscumque archiepis-
copis .... ecclesiasticisque personis secularibus et regularibos, exemptis et non exemptis, locomm
et ordinum quorumcumque Tuscie, Marchie Anconitan. ac civitatis, diocesis et provincie ac
XLI
de communibus vero et minutis servitiis nullo modo participent. Item, quod
aliter absentes, quod, ut premictitur, nisi causa infirmitatis curande vel
sanitatis recuperande seu alias a coll^o licentiati nullo modo participent;
et huiusmodi licentia obtineri debeat a coUegio prefato papa non presente.
Armarium XXXI Tom. 51. fol. 12 v.
2. Die Camera computorum collegii dominorum cardinalium. — Da
es sich bei den Einkünften, die hier in Frage stehen, nicht um persön-
liche Einnahmequellen der einzelnen Cardinäle handelte, sondern um ge-
meinschaftliche Bezüge, da femer dieselben in globo eingezahlt und nicht
von den Schuldnern direct jedem berechtigten Mitgliede des heiligen
CoU^ums ausgezahlt wurden, so musste eine Behörde geschaffen werden,
die alle vorkonunenden Geschäfte erledigte. Es wäre wohl aussichtslos,
wollte man untersuchen, ob zu Beginn der Theilnahme des heiligen Collegiums
an den Einkünften der Römischen Kirche die Arbeit der Einnahme der
Gelder und alle sonstigen Geschäfte mit Ausnahme der Vertheilung nicht
vielleicht durch den Kämmerer der apostolischen Kammer geschehen sei.^)
Riparie Jannan. nostro et ipsius Ecdesie Romane nomine petere, exigere ac recipere
procnres etc. nsque in finem.
Dat Avinion. xilli kal. Maitii anno nono.
Reg. Vat. No. 144 Clem. VI (Stcret, anni IX) fol. ccXLvmi r.
1428 Hart. 1.
Antonios etc. Cum reyerendissimus in Christo pater et dominus, dominus Branda tituli Sancti
Clementis Sancte Romane Ecdesie presbiter cardinalis Placentin. etc. certam pecuniarum summam
ratione proyisionis sibi dudum per sacrum collegium dominorum cardinalium dum in regno
Bohemie etc. legationis fiingebatur officio, assignate a camera dicti collegii recipere debeat, ac
rererendus pater dominus 2^nonus Dei gratia episcopus Lexovien. prefoti domini cardinalis
nepos camere dicti collegii pro communi et minuto servitiis etc. teneatur obligatus, hinc est
quod nos de Yoluntate dominorum cardinalium communibus cardinalis et episcopi pre£atorum
intendentes et ut domino cardinali de resta provisionis huiusmodi ac camere sepedictis de
communi et minuto servitiis pre£atis etiam per modum compensationis satisfiat ad eorumdem
cardinalis et episcopi instantiam auctoritate nobis in hac parte commissa commune et minutum
servitia predicta cuiuscumque etiam quantitatis ezistant, in completam solutionem reste provisionis
predicte etc. pre&to domino cardinali duximus assignanda etc. volentes prefatorum cardinalis
et episcopi ad id accedente consensu per assignationem huiusmodi cameram pre&ti collegii ab
omni cardinalis inpetitione et omnem provisionem huiusmodi, episcopum vero a totali prefatorum
servitiorum solutione plene et integre liberatos etc. Quitationem dicti cardinalis etc. Mandatis etc.
Insnper etc. Secum etc. ^
Dat Rome, die prima Martii M • cccc • xxvni, pontificatus etc. domini Martini pape V
anno undecimo.
Gratis pro domino cardinäle et nepote
Duplicata. Reate.
Oblig. 63. fol. Lxxvi V.
^) Einen Hinweis auf eine solche Möglichkeit kann man vieUeicht in den Urkunden
NN. 288* und 2881> vermuthen. Bonifiu VIII weist den apostolischen Kimmerer an, ge-
wissen Kammer-Kaufleuten bestimmte Censusantheile der abgesetzten beiden Cardinäle Colonna
XLII
Es liegt aber durchaus in der Natur der Sache, dass, wenn das heilige
Collegium es nach und nach durchzusetzen vermochte, dass, mit ganz geringen
Ausnahmen (2^nten, Annaten u. s. w.), alle Einkünfte der Kirche zwischen
Papst und Collegium zu gleichen Theilen getheilt wurden, es auch die Ver-
waltung der eingehenden Summen ganz selbständig übernahm. Und zu
geordneter Verwaltung dieser Einkünfte wurde dann, nach Vorgang des
heiligen Stuhles, der seine camera apostolica hatte, die Behörde der camera
computorum coUegU cardinalium geschaffen. Meistens heisst sie ganz kurz
camera coUegü, entsprechend den kurzen Auszügen aus längeren Urkunden,
die in den Registern an Stelle der ganzen Documente stehen. In den
Urkunden selbst haben wir einen sehr volltönenden Titel: camera coUegU
reverendorum^) in Christo patrum dominorum Sanctae Romanae Ecclesiae
cardinalium. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts kommt der Titel vor: camera
computorum collegü dominorum cardinalium.
Die camera apostolica hatte selbstverständlich den Vorrang vor der
camera collegü. Dagegen geht der camerarius collegü dem camerarius
Summi Pontificis vor, wenn letzterer kein Cardinal ist.^) Beide Rangver-
hältnisse kommen klar zum Ausdruck, wenn beide Kämmerer gemeinschaft-
lich eine Urkunde erlassen, z. B. : „Miseratione divina Guillermus tituli Sancti
Stephani in Celio Monte Sancte Romane Ecclesie presbiter cardinalis et
Franciscus archiepiscopus Narbonen. domini pape et sacri collegü reverendissi-
morum in Christo patrum donünorum eiusdem Sancte Romane Ecclesie
auszuzahlen. Im geordneten Verwaltungswege, wie wir ihn aus späteren Urkunden kennen lernen,
hätte ein solcher Erlass dem camerarius collegü zugestellt werden mtissen, trotzdem dass die
Gesammtsumme der census f)lr gewöhnlich der apostolischen Kammer ausbezahlt wurde, von
der das CoUegium dann seinen Antheil erhielt — Einen merkwürdigen Ausdruck gebraucht
Bonifaz VlU einmal, indem er den apostolischen Kämmerer und den camerarius collegii
„camerarii nostri" nennt 1 „ . . . vosque nuper ad mandatum nostrum per venerabilem fratrem
Hugonem, Hostien, et Velletren. episcopum, ac dilectum filium magistrum Theodericum, Pisanum
electum, camerarios nostros vive vocis oraculo vobis factum . . . ."
1297 Februar. 28. Romae apud Sanctum Petrum
Dilectis filiis Raynutio, Lamberto, Albizo de.
Cum bone memorie. — Dat. Rome apud Sanctum Petrum, II kal. Martii anno secundo.
Registres de Boniface VIII. No. 1549.
Die Bemerkungen des vorhergehenden Abschnittes sind ttbrigens für diese Frage zu ver-
gleichen. Siehe besonders Seite XXTIU.
^) Nach der Mitte des 14. Jahrhunderts erst heisst es: reverendissimorum, zunächst unter
Gregor XI, soweit ich sehe. Vergl. die irrige Angabe bei Sägmüller, Thätigkeit und Stellung
der Cardinäle etc., Seite 166. Scheu ff gen. Die Hierarchie in der katholischen Kirche. Rüssel,
Münster 1897. Seite 155.
*) Die Ausführungen über den cardinalis camerarius und den camerarius der päpstlichen
Kanmier bei Ehrle (Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum I Romae 1890) Seite 4
Anm. 9 sind nicht ganz richtig und nicht klar.
XLni
cardinalium camerarii . . / Cardinal Wilhelm hat iiir seine Person den
ersten Platz und iiir sein Amt den letzten, Erzbischof Franciscus hat fiir
seine Person den zweiten und für sein Amt den ersten Platz. ^)
Die ersten Nachrichten über diese Behörde der camera collegii haben
wir aus dem Jahre 1295, die uns zwar einiges Licht geben, jedoch nicht
klar erkennen lassen, wie die Verhältnisse genau lagen. Es darf uns das
nicht Wunder nehmen, wenn wir bedenken, dass diese Einrichtung noch in
den Kinderschuhen steckte. Allmählich, entsprechend den an die camera
collegii herantretenden Bedürfnissen, gestalteten sich die einzelnen Zweige
der Verwaltung aus, so dass wir erst im Jahre 1332 die camera collegü in
ihrer später stets festgehaltenen Ausbildung finden. Fasst man diesen Zeit-
punkt in's Auge, so sind zu dieser Behörde zu rechnen: i. der camerarius
collegü als oberster Leiter; 2. die beiden clerici collegü als verantwortUche
Unterbeamte; 3. eine Anzahl servitores und 4. mehrere Schreiber zur Er-
ledigung der zahlreichen Ausfertigungen und Eintragungen.
Die Geschichte und Entwicklung dieser so wichtigen Einrichtung wird
am Leichtesten klar, wenn man den einzelnen TheUen nachgeht und darum
handele ich ün Folgenden von den genannten vier Punkten.
3. Der Kämmerer des heiligen CoUegiums. — Wie weit hinauf ein
Vertreter des CardinalscoUegiums, der der Verwaltung der gemeinschafUichen
Einnahmen vorstand, verfolgt werden kann, hat Kirsch (S. 43) dargethan.
Hier soll untersucht werden, in welcher Weise eine Stellvertretung des
camerarius collegii eintreten konnte, sowie auf den einzigen Fall aufmerksam
gemacht werden, in dem wir statt eines, zwei Cardinalkänmierer hatten.
SchUessUch führe ich noch die Obliegenheiten und eine Liste derselben an.
I. Wenngleich die meisten camerarii collegü ihr Amt auf Lebenszeit
bekleideten, so haben wir in den Quellen keinen Anhaltspunkt dafiir, dass
der im Consistorium von Papst und Cardinälen gemeinschaftlich erwählte
bezw. ernannte Cardinalkämmerer auf Lebenszeit sein Amt erhalten hätte. *)
Diese Dinge scheinen sich einfach per viam facti geregelt zu haben. Die
Wahl des camerarius collegii geschah häufig unter besonderer Rücksicht-
nahme auf die Erfahrungen der Candidaten im Finanzdienste der Curie.
Von einigen camerarii collegü (z. B. dem Cardinal Petrus Gometii) wissen
wir, dass sie früher clerici camerae apostoUcae gewesen waren, mithin genaueste
Kenntniss des verwickelten Geldverwaltungs-S3^tems besassen. Auf diese
^) Nor ausnahmsweise wurde diese Rang- und Reihenfolge nicht eingehalten. Zu ver-
gleichen ist übrigens der unten folgende Abschnitt über die diplomatischen Eigenthfimlichkeiten
unserer Urkunden, in dem diese Frage eingehend erörtert wird.
*) Siehe unten am Schlüsse der Liste der camerarii collegü.
XLIIII
Weise war es denn auch möglich, dass nie grössere Unregelmässigkeiten
vorkamen, wenigstens lassen sich in dem vorliegenden Quellenmaterial solche
in keiner Weise nachweisen. Auf jeden Fall müssen wir die Verleihung
des Amtes als einen grossen Vertrauensbeweis von Papst und Cardinälen
ansehen und demgemäss den camerarius collegii unter die einflussreichsten
Mitglieder des heiligen CoUegiums einreihen. Ausser dem, dass der camerarius
collegii dem Papste im Consistorium alle zweifelhaften Fragen der Finanz-
verwaltung vortrug, hatte er auch häufig Gelegenheit, ausserhalb des
Consistoriums mit dem Papste zu verhandeln, wodurch natürlich sein Ein-
fluss nur stieg. Die Introitus et Exitus Camerae sowie die Miscellanea
Camerae reflectiren häufig derartige Besprechungen in kurzen Notizen.
2. Es ist darum natürlich, dass der Inhaber eines so wichtigen Amtes
nicht ohne weiteres von der Curie sich entfernen konnte. Die tiefein-
schneidenden Interessen des ganzen heiligen Collegiums bedurften einer
Wahrung auch dann, wenn der camerarius collegü sie nicht selbst vertreten
konnte. Im Allgemeinen wissen wir wenig über die Art und Weise, wie
eine Stellvertretung des Cardinalkänmierers jedes Mal eingerichtet wurde;
auf jeden Fall ist mir keine Constitution bekannt geworden, die die Ange-
legenheit generell geregelt hätte. Was sich in den Quellen über die Stell-
vertretung findet, will ich hier kurz zusammenstellen.
Die Stellvertretung des camerarius collegü^) geschah in doppelter
Weise: Entweder durch einen Auftrag von Seiten des Cardinalkänmierers
an eine andere Person, ihn zu vertreten, oder durch Ernennung eines Stell-
vertreters von Seiten des Papstes. Im ersten Falle handelte es sich für
gewöhnlich um eine kürzere Abwesenheit, die nicht durch besondere Theil-
nahme an der kirchlichen Gesammtverwaltung hervorgerufen war. Im zweiten
Falle haben wir es meistens mit einer Stellvertretung fiir einen zum Nuntius
oder Legaten ernannten camerarius collegii zu thun.
Gleich zu Beginn unserer Quellen über die Finanzverwaltung des
CaftlinalscoUegiums begegnen wir zahlreichen Notizen über die Stellvertretung
des camerarius collegü durch den camerarius bezw. vicecamerarius papae.
Bei den Obligationen der Prälaten waren stets Beide anwesend, und wenn
der Cardinalkämmerer abwesend war, nimmt der Känmierer des Papstes
die Obligation entgegen in seinem Namen et nomine Petri agentis in remotis,
oder nonüne camerarii collegü et de ipsius mandato.^
*) Vgl. hiena die Urkunden des H. Abschnittes: „Die Kämmerer des heiligen Collegiums.
Stellvertretung derselben". S. 12 — 19 (Urk. NN. 28 — 44).
*) Amaldus Auxitan. archiepiscopus, domini papae camerarius, vertritt den Cardinal-
lüunmerer Wilhelm d'Aigrefeuille, 1366. Oblig. 38. fol. i r. ,f/n quorum testimonium ^esentes
XLV
Wenn ein Cardinalkämmerer einen eigens vom Papste ernannten Stell-
vertreter erhielt, so finden wir in allen von diesen erlassenen Urkunden
dieses Verhältniss ganz ausdrücklich angedeutet In den Auszügen über
die Obligationen, wie sie uns in vielen Bänden vorli^en, geschieht der
Thatsache der Ernennung des Stellvertreters zuerst wohl Erwähnung, jedoch
wiederholt sich diese Angabe in den folgenden Obligationen weiter nicht
mehr. Häufig kam übrigens eine solche Stellvertretung vor dem Schisma
nicht vor. Im Jahre 1336 wird uns eine derartige Thatsache mit folgenden
Worten mitgetheilt: „Imbertus tituli Basilice XII Apostolorum presbiter
cardinalis, gerens vices in hac parte, ex speciali commissione sibi facta per
dominum nostrum papam, reverendi in Qiristo patris domini P. tituli Sancte
Praxedis presbiteri cardinalis, camerarii sacri collegii dominorum Sancte
Romane Ecclesie cardinalium, absentis ex causa."
Dass einem Stellvertreter des camerarius collegU der Titel vicecame-
rarius gegeben worden sei, oder er ihn sich beigelegt habe, ergiebt sich
aus den Quellen nicht. Dieser Titel war nur in der päpstlichen Kammer
gebräuchlich.^)
Für das 14. Jahrhundert ist das classische Beispiel der Stellvertretung*)
die Amtszeit des Cardinais Petrus Gometii, Känmierers vom 11. März 1331
bis zum II. Juli 1340. Er war abwesend
i) 1334 lul. 20 bis Stellvertreter der päpstliche Känunerer Gasbertus
1334 Oct. 17. (recipiens nomine et de ipsius [Petrt\ mandato).
2) 1336 lun. 6 bis Cardinal Imbertus de Puteo wurde vom Papste
1336 Oct. 9. ausdrücklich zum Stellvertreter ernannt.
Hitirtu ftdmus fieri et sigüli nostri, archU^copi prefati, ei dicH sacri collegii camerenrH, cuius
vices gerimus in hac parte, mumrif*.
^) Das einzige Mal finde ich diesen Titel in den Quittungen des Schatzmeisters der
Grafschaft Veuaysin, Petrus, ftir die Jahre 1338, 1339 und 1340. Hier handelt es sich offenbar
nicht um Angabe des officiellen Titels, sondern vielmehr um eine Bezeichnung, die dem Schatz-
meister aus der apostolischen Kanmier her geläufig war und die er dann auf Cardinal Imbertus
de Puteo, der den Cardinal Petrus Gometii (siehe unten) vertrat, anwendete. Die Obligationen-
bSnde kennen meines Wissens diesen Titel nicht. Vgl. Urk. NN. 244« — 244f'
*) Vgl. die Stellvertretung des camerarius collegü Robert durch den camerarius papae in
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) Append. Tom. I, pagg. 262 rechts unten und 263 : „Nos quibus
hac vice per reverendum patrem et dominum, dominum Robertum tituli Sancte Pudentiane
presbiterum cardinalem Sancte Romane Ecclesie camerarium commissum extitit oraculo vive
vocis, solutionem huiusmodi recipere et quictationem facere nomine et pro parte collegii et
fiunilie predictorum . . ."
Dieselben Worte finden sich in der ebendaselbst abgedruckten folgenden Quittung. Ver-
muthlich war der camerarius coUegii Robert, der am 9. October 1305 starb, am 12. und
19. September, dem Datum beider Quittungen, schon erkrankt, wodurch die Stellvertretung
begrflndet wurde.
XLVI
3) 1337 Mart. 16 bis Stellvertreter Gasbertus (wie oben).
1337 lun. 17.
4) 1337 lul. 26 bis Stellvertreter Card. Imbertus de Puteo, der dann
1340 Apr. 20 (in- vom 11. Juli 1340 ab selbst als Cardinalkämmerer
travit curiam re- erscheint.
diens de Francia).
Für Cardinal Imbertus verzeichne ich folgende Stellvertretung: „Eisdem
anno (1342), indictione et pontificatu, die videlicet vin mensis Aprilis, in
thesauraria domini nostri pape, absente domino cardinale de Puteo et vices
suas conmiittente venerabili viro domino lacobo de Broa, archidiacono de
Lunnaco in ecclesia Biterren., vicecamerario domini nostri pape . . ."
Diese Stellvertretung dauerte nur einen Tag; es kommt die Andeutung
conmiittente vices suas unter diesem Cardinale noch häufiger vor, jedoch
ohne dass der Name des Stellvertreters genannt wird. Für die ausser-
ordentlich zahlreichen Stellvertretungen des camerarius collegii Cardinal
Amideus de Salutiis verweise ich auf No. 21 der unten folgenden Liste der
Cardinalkämmerer.
Endlich ist noch zu bemerken, dass, wenn der camerarius papae längere
Zeit abwesend war, der camerarius collegii für ihn die Vertretung bei den
Obligationen übernahm, wenn es keinen vicecamerarius gab. Das erste
Beispiel hierfür finde ich im Jahre 1306 Sep. 27 (17): .... promisit coram
predicto domino Johanne Monachi, camerario collegii dominorum cardinalium
et gerente vices in hac parte domini Amaldi predicti domini pape camerarii
pro communi servitio camere et collegii. Oder es heisst : domino camerario
[collegii\ pro camerario domini nostri huiusmodi obligationem recipiente et
ut commissarius domini Portuen. absentis.
Vorstehendes stellt die allgemeine Regel dar, die befolgt zu werden
schien. Zwei aus diesem Rahmen heraustretende Fälle sind mir bekannt
geworden. Im ersten Falle wird dem electus Spoletanus Petrus de Monte-
chiello, „Procurator" des heiligen Collegiums, die Stellvertretung für beide
camerarii übertragen. In promissione episcopi Macloven. heisst es : . . . pro-
misit michi Petro Spoletan. electo, procuratori collegii cardinalium Sancte
Romane Ecclesie, recipienti nomine et vice camerariorum domini pape et
collegU, de mandato ipsorum in hac parte specialiter michi facto . . . .^)
Es lässt sich nicht genau feststellen, ob diese Stellvertretung nur eine ein-
malige war, oder sich auf eine Anzahl von Fällen erstreckte.
^ Reg. Clem. V (Edit Bened.) Append. Tom. I, pagg. 184 und 232, Anm. i.
XLvn
Die Vertretung des Cardinalkämmerers durch seinen eignen Unter-
beamten sowohl in diesem, wie dem folgenden Falle, muss als durchaus
ungewöhnlich bezeichnet werden. In beiden Fällen handelt es sich jedoch
um die gleichzeitige Abwesenheit beider Kämmerer.
Und nun zum zweiten Falle. ^)
Der camerarius coUegii Wilhelm d'Aigrefeuille, Cardinalpriester von
Santa Maria in Trastevere und der camerarius sedis apostolicae Amaldus,
Erzbischof von Auch mussten den Papst begleiten, als er im Januar 1367
Montpellier verliess. Vor ihrer Abreise richteten sie einen Erlass an die
clerici domini papae et coUegii cardinalium, worin sie denselben die Ver-
tretung in allen Geschäften übertrugen und ihrem Urtheile die definitive
Regelung aller vorkommenden Fragen überliessen. Ausdrücklich wird jedoch
hinzugefugt, dass bei allen Geschäften mindestens zwei der Beamten
anwesend sein müssten, wovon einer stets der clericus coUegii sein müsse.
Es scheint damals nur einen clericus coUegU gegeben zu haben, wie sich
aus diesem Ausdrucke ergiebt. Auch ist in der Adresse neben drei Beamten
der Camera apostolica nur ein Beamter des heiligen Collegiums genannt.
Es entzieht sich vorläufig unserer Kenntniss, ob wir es hier mit einem
Ausnahmefall zu thun haben, oder ob eine an sich ungewöhnliche, durch
die Verhältnisse bedingte Stellvertretung häufiger vorgekonunen ist.
3. Die Thätigkeit des camerarius collegii ist eine doppelte:
a) Seine Geschäfte mit den Prälaten und der camera apostolica, b) Seine
Geschäfte für das heilige CoUegium.
Ein Theil der im ersten Punkte berührten Geschäfte wird klar und
erschöpfend zusammengefasst in dem ebengenannten Actenstücke der Ueber-
tragung der Gewalt auf die clerici während der Abwesenheit der camerarii.
Die Stelle lautet: . . . recipiendi . . ab archiepiscopis episcopis, abbatibus
et prelatis aliis seu procuratoribus eorum, ad hoc legitime constitutis, sub-
missiones et obligaciones communium serviciorum et iurium huiusmodi tam
a die obligandis, quam aUis hactenus obligatis, ... et litteras de soluto
necnon et dUaciones racionabiles et competentes impotentibus ad solvendum
concedendi absolucionisque beneficium impendendi ac super irregularitate
et periurio dispensandi . . . Weiterhin hatte er sich mit dem camerarius
papae über alle Dinge in's Einvernehmen zu setzen, die von beiden Kanmiern
aus zu geschehen hatten. Waren fallige Grelder an die apostolische Kammer
eingezahlt und von dort aus dem heiligen Collegium sein Antheil zugesandt
worden, so stellte er Quittung über den Empfang aus ; war das Verhältniss
Urk. No. 38.
XLvni
umgekehrt, so musste er sich durch Einziehen einer Quittung der camera
apostolica sichern. Er zahlte die Legate von Cardinälen an den Papst oder
die päpstliche Kammer aus, mit einem Worte, er vertrat nach jeder Richtung
hin die Interessen des heiligen Collegiums, er hatte, wie ein Unterbeamter
der camera collegii schreibt, ex iniunctis sibi officüs iura collegii in dampna
preservare.
Dem heiligen Collegium gegenüber hatte der camerarius collegii die
Pflicht, die falligen Gelder einzunehmen, sie nach dem jeweils üblichen Ver-
fahren an die Cardinäle selbst zu vertheilen oder sie dem Banquier des
Collegiums anzuweisen, damit sie den einzelnen Cardinälen gut geschrieben
würden, die Meinung derselben einzuholen, ob armen Prälaten ihre Schulden
vermindert oder ganz erlassen werden sollen, wie die Schulden des Colle-
giums zu bezahlen seien und seiner Collegen Anweisungen über Verwendung
bestinmiter Sunmien zur Ausfuhrung zu bringen.
Hier mag darauf aufinerksam gemacht werden, dass wir nirgendwo
irgend eine Nachricht haben, dass der camerarius collegii einen Amtseid
geschworen oder Rechenschaft über seine Amtsführung abgelegt hätte. Es
läge nahe zu vermuthen, dass ein camerarius collegii, der das Amt nicht
bis an sein Lebensende behielt, eine Uebersicht über die Lage der Kasse
seinem Nachfolger einhändigte. Allein davon findet sich keine Spur. Eben-
sowenig bestand die Einrichtung eine jährliche Rechnungsablage zu erstatten.
Für den camerarius apostolicus haben wir zahlreiche Bullen von Päpsten,
worin ihre Amtsthätigkeit als gut bezeichnet wird und sie fiir alle Zukunft
von jeglichen Ansprüchen der camera an sie entlastet werden. Für den
camerarius collegii wurden solche Urkunden nie ausgestellt. Zum Theil
lag eine solche Befreiung von Rechnungsablage im Geschäftsbetriebe selbst,
da zuerst die von Zeit zu Zeit aufgelaufenen Summen direct und später
durch die Banquiers des Collegiums zur Vertheilung bezw. Gutschreibung
gelangten.^)
4. Wie es nur einen päpstlichen Kämmerer gab, so gab es auch nur
einen Cardinalkämmerer. Nur durch die unglückseligen Verhältnisse des
grossen abendländischen Schismas ist diese Regel ein Mal durchbrochen
wurden und zwar im Jahre 1409. Dieser Fall ist für alle Zeiten der einzige
geblieben.*)
Am 29. Juni 1409 erklärte Papst Alexander V im feierlichen Con-
sistorium, dass er zwei camerarii coUegii anerkenne. In dem um ihn
^) Diese Verhältnisse Snderten sich vollstSndig mit dem Erlass der statuta collegii am
3. (13.) September 1437. Siehe darüber weiter unten.
") Urk. No. 40.
XLvnn
versammelten Cardinalscollegium befanden sich Cardinäle zweier Observanzen,
solche von Gr^[or XII und solche von Benedict XIII. Der camerarius
coUegii des Ersten war Heinrich, Cardinalbischof von Tusculum, derjenige
des Zweiten Cardinaldiacon Amideus von Santa Maria Nuova. Pro bono
pacis wollte der Papst keinem das bisher innegehabte Amt nehmen, und
er bestimmte darum, „quod supradicti domini Henricus episcopus Tusculanus
et Amideus Sancte Marie Nove diaconus cardinales et camerarii prefati
ipsum camerariatus officium dicti sacri coUegii dominorum cardinalium
insimul exercerent."
Wie das insimul exercere sich in die Praxis übersetzte, lässt sich aus
den Quellen nicht klar ersehen. Bald zeichnet der Eine, bald der Andere.
Ob eine Theilung der Geschäfte zeitlich oder materiell stattgefunden hat,
wissen wir nicht. Einen hierher gehörigen Fall führe ich bei der Auf-
zählung der clerici collegii im Jahre 1409 an.
Die gemeinschaftliche Führung des Amtes zog sich in den Pontificat
lohannes XXIII hinein bis zum Mai 14 12. Da erhält der inzwischen zum
episcopus Sabinensis ernannte Cardinalkämmerer Heinrich den Auftrag,^)
die Wahrnehmung der gesammten Geschäfte allein zu übernehmen, da der
andere Kämmerer, Cardinal Amideus de Salutiis, abwesend sein werde.')
Wenige Zeilen weiter, unter dem 17. Juni, wird der Tod des Cardinais
Heinrich verzeichnet. Die Stellvertretung trat nicht ein und Cardinal Amideus
verlässt die Curie nicht, sondern fuhrt von diesem Zeitpunkte an die Ge-
schäfte alleine weiter. Damit ist dann auch der normale Zustand wieder
hergestellt.
Im Anschluss an diese Ausftihrungen gebe ich nunmehr eine verbesserte
und erweiterte Liste der camerarii collegii. Nach den neuesten Forschungen
von EubeP) sind darin die genauen Angaben über Ernennung zur Cardinals-
würde, Versetzungen bezw. Optionen und Todestag verzeichnet. Diese
Daten gebe ich in lateinischer Sprache, um eine leichtere Uebersicht zu
ermöglichen, da ich die Angaben über Führung des Kämmereramtes in
deutscher Sprache gebe. Jede Verbesserung dieser Liste wird mir hoch-
willkommen sein.
Für die Zeit des Schismas war die Aufstellung der series camerariorum
eine sehr mühevolle, da vielfach die Verhältnisse sehr durcheinanderlaufen.
Da in der Hauptliste alles nach den einzelnen camerarii geordnet ist, so
^) Dieser Auftrag ist auf dem Rande durch f,va-cat" und „non habuit effectum** gelöscht.
•) Urk. NN. 41, 41«.
*) Aus seinem deomSchst erscheinenden Buche über die Cardinäle und Bischöfe von
Innocenz m bis Martin V.
Baumgartbn, Finanzverw. des Card.Colleg. im Mittelalter. d
erscheint es durchaus nothwendig, hier vorher ein Verzeichniss der Päpste
und Gegenpäpste mit ihren verschiedenen Kämmerern zu geben, um zu
grosse Mühe beim Nachsuchen zu ersparen.
Urban VI (1378— 1389),
Guilelmus de Agrifolio^) bis zum Schisma, dann
Nicolaus Misquinus 1378 — 1387
Franciscus de Alifia 1387 — 1389.
Clemens VII (1378 — 1394)-
Guileknus de AgrifoHo 1378 — 1394.
Bonifatius IX (1389 — 1404.).
Franciscus de Alifia 1389 — 1390
Henricus de Minutulis 1390 — 1404.
Benedict XIII (1394 — ^424)^
Guilelmus de Agrifolio 1394 — 1401
Martinus de Salvis 1401 — 1403
Amideus de Salutiis 1403 — 1409.
Weitere camerarii coUegii eius sind mir nicht
bekannt geworden.
Innocem VII (1404 — 1406),
Henricus de Minutulis 1404 — 1406.
Gregor XII (1406 — 1415)^
Henricus de Minutulis 1406 — 1409.
Weitere camerarii collegii eius sind mir nicht bekannt geworden.
Alexander V (140p — 1410),
Henricus de Minutulis ^ gemeinschaftliche Verwaltung des Kämmerer-
Amideus de Salutüs /amtes vom 29. Juni 1409 — 1410.
lohannes XXIII (1410 — 1415)^
Henricus de Minutulis '^ gemeinschaftliche Verwaltung des Kämmerer-
Amideus de Salutiis /amtes von 1410 — 17. Juni 1412.
Amideus de Salutiis 1412 — 141 5.
Martin V (1417 — 1431)-
Amideus de Salutiis 1417 — 1419
Franciscus Landus 1419 — 1427
Antonius Pancerinus 1428 — 143 1.
Unter Eugen IUI.
Lucidus de Comite 143 1 — 1437.
^) Die Angabe der weiteren Namen, der Titel und Daten siehe jedes Mal unten in
der Liste.
LI
Liste der Cardinalkämmerer bis auf Martin V.
X. Guilelmus de Braio, tituli S. Marci, creatus 1262 m. Decembr., obiit
1282 Apr. 29.
Wird 1272 als Cardinalkämmerer genannt.
2. Petrus Peregrossus Mediolanensis, vulgariter nuncupatus „de Mediolano*^
S. R. E. vicecancellarius, diac. S. Georgii ad Velum Aureum, creatus
1288 m. Maio, postea, 1289, tit. S. Marci, obiit 1295 Aug. i.
Wann er zimi Kämmerer ernannt wurde, ^) ist ungewiss. Er behielt
das Amt bis zu seinem Tode. (i288(?) — 1295 vni. i.)
3. Hugo Seguin de Billo (Billay, Bilho), O. Pr., tit. S. Sabinae creatus
1288 m. Maio, postea episcopus Ostien., 1294 m. lulio, obiit 1297 Dec. 28.
Zum Kämmerer ernannt im Jahre 1295. Er behielt das Amt bis
zu seinem Tode. (1295 — 1297 xn. 28.)
4. RobertuSy O. Cist, tit. S. Pudentianae, creatus 1294 Sept. 18, obiit
1305 Oct. 9.
Zum Kämmerer ernannt am 3. Januar 1298, trat er sein Amt an
am 12. Februar 1298 und behielt dasselbe bis zu seinem Tode. (1298
I. 3—1305 X. 9.)
5. loannes dictus Monachus (Monachi, le Moine), tit. SS. Marcellini et
Petri, creatus 1294 Sept. 18, obiit 13 13 Aug. 22.
Zum Kämmerer ernannt am 6. November 1305; am 21. Januar 13 10
legte er sein Amt nieder. (1305 xi. 6 — 13 10 i. 21.)
6. Stephanus de Susiaco (Suisy), dicttis „Brugensis*', tit. S. Cyriaci in Thermis,
creatus 1305 Decembr. 15, obiit 131 1 Decembr. 10.
Er trat sein Amt als Kämmerer an am 18. Februar 13 10; er behielt
das Amt bis zu seinem Tode. (1310 ll. 18 — 1311. Xll. 10.)
*) Da, wie wir aus anderen Anzeichen zu schliessen berechtigt sind, die ThStigkeit des
camerarios collegii im 13. Jahrhundert sich nicht so streng wie später, bloss auf die Verwaltung
der Gelder des Collegiums beschränkte, so bin ich geneigt, in der folgenden Notiz eine Art
Amtshandlung des Kämmerers Cardinal Petrus zu erblicken. Zugleich würde damit auch seine
sofortige Ernennung zum Kämmerer angedeutet sein.
„Am 19. August 1288 quittirt Paulus Spine, civis et mercator Pistoriensis, socius et pro-
cnrator Lantis domini Agolantis civis et mercatoris Pistoriensis (hierzu bevollmächtigt durch Briefe
mit dem Siegel rev. patris domini Petri (Peregrossi) S. Georgi in velo aureo diac. cardinalis)
dem Custos Fr. Galganus de Eugubio: quatuor scrinia serrata et sigillata . . .**
Ehrle, Schott, Bibliothek und Archiv der Päpste im XIV, Jahrhundert. Archiv für Litt,
und Kirchengeschichte des Mittelalters, I, pag, 47,
d*
LH
7. Nicolaus de Freauvilla (Frovilla, Francavilla), O. Fr., tit. S. Eusebii, creatus
1305 Dec. 15, obiit 1323 lan. 15 al. Febr. 14.
Zuerst als Kämmerer genamit am i. Februar 13 12; er blieb im
Amte bis zu Beginn des Jahres 1313. (1312 n. i — 1313.)
8. Berengarius Fredoli iunior sive iuvenis, tit. SS. Nerei et Achillei, crea-
tus 13 12 Dec. 23 vel 24, deinde, paulo post 14. Aug. 13 17, epis-
copus Portuen., obiit 1323 m. Novembr.
Zuerst als Kämmerer genannt am 24. April 13 13; er behielt das
Amt bis zu seinem Tode. (1313 rv. 24 — 1323. xi.)
9. Guilelmus Testa, tit S. Cyriaci in Thermis, creatus 13 12 Dec. 23 vel 24,
obiit m. Septembr. 1326.
Zuerst als Kämmerer genannt am 26. November 1323; er behielt
das Amt bis zu seinem Tode. (1323 xi. 20 — 1326. IX.)
ZG. Petrus de Arreblayo (Arrablayo, Reblayo, d'Arabloy), tit. S. Susannae,
creatus 1316 Dec. 17 vel 18, postea episcopus Portuen. 1328, obiit
1331 m. Mart.^)
Zum Känmierer ernannt bezw. trat sein Amt an am 25. Sept. 1326;
er behielt das Amt bis zu seinem Tode. (1326 ix. 25 — 1331. m.)
zz. Petrus Gometii de Barroso, vulgariter ntmcupatus f^Hispanus", tit.
S. Praxedis, postea episcopus Sabinen. 1340 m. Aug., obiit 1348 lul. 14.
Zum Kämmerer ernannt am 11. März 1331; er trat sein Amt an am
19. März 1331 und legte dasselbe noch vor seiner Ernennung zum epis-
copus Sabinensis nieder.*) (1331 m. II — 1340. vn. II.) Er ist der erste
Kämmerer, von dem wir wissen, dass ein anderer Cardinal in Folge
ausdrücklicher Ernennung von Seiten des Papstes ihn in seiner Ab-
wesenheit vertreten hatte. Sein Stellvertreter war sein späterer Nachfolger :
Z2. Imbertus de Puteo (du Puy), loh. papae XXII nepos, vulgariter nuncupatus
„de Puteo", tit. Basilicae xn Apostolorum, creatus 1327 Dec. 18, obiit
1348 Mail 26.
Zuerst als Kämmerer genannt am 11. Juli 1340; er behielt das Amt
bis zu seinem Tode. (1340 Vll. 11 — 1348. V. 26.)
^) Entgegen allen bisherigen Annahmen, wonach das Todesjahr aof 1339 angegeben
wurde, kann ich aof Grund mehrfacher handschriftlicher Ueberlieferung obiges Datum als
einsig richtiges bezeichnen.
*) Er war frtther apostolicae camerae clericus. Registres de Bonifiice VIII No. 1035.
Mart. 7. 1296.
Lin
13. Goilelmus de Curte (Court, Curty), O. Cist., Benedict! papae XII nepos,
yycardinalis Albus** vulgariter nuncupatus^ tit. SS. nil Coronatorum,
postea episcopus Tusculan. 1350 Dec. 18, obiit 1361 lun. 12.
Zuerst als Kämmerer genannt am 31. Mai 1348; er behielt das Amt
bis zu seinem Tode. (1348 v. 31 — 1361. vi. 12.)
14. Hugo Rogeriiy O. S. B., Clem. papae VI nepos, vulgariter nuncupatus
„TuUllensis'% tit. S. Laurentii in Damaso, creatus 1342 Sept. 20, obiit
1363 Oct. 21.
Zum Kämmerer ernannt am 4. September 1361; er behielt das Amt
bis zu seinem Tode. (1361 IX. 4 — 1363 x. 21.)
15. Guilelmus de Agrifolio (Aigrefeuille), vulgariter nuncupatus „Caesarau-
gustensis", tit. S. Mariae trans Tiberim, creatus 1350 Dec. 17, postea
episcopus Sabinen. 1368 Oct. 31, obiit 1369 Oct. 4.
Zum Kämmerer ernannt am 25. October 1363; er trat sein Amt an
am 30. October 1363 und behielt dasselbe bis zu seinem Tode. (1363
X. 25 — 1369 X. 4.)
z6. Guilelmus de Agrifolio (Aigrefeuille), Clem. papae VI nepos, vulgariter
nuncupatus „de Agrifolio*', tit. S. Stephani in Caelio Monte, creatus
1367 Mail 12, obiit 1401 lan. 13.
Zum Kämmerer ernannt am 19. October 1369. War einer der Wähler
Clemens VH und blieb Kämmerer seines Collegiums; er wurde eine Zeit
lang vertreten durch Fayditus d' Aigrefeuille, Bischof von Avignon
(1382/83); er behielt das Amt auch unter Benedict XIII bis an sein
Lebensende. (1369 x. 19 — 1401 i. 13.)
17. Nicolaus ICisquinus s. Caracciolusy O. Pr., vulgariter nuncupatus
„S, Ciriaci** tit. S. Cyriaci in Thermis, creatus 1378 Sept. 28, obiit
1389 lul. 29.
Als Kämmerer des Collegiums Urban VI war er Nachfolger des
vorgenannten Wilhelm d' Aigrefeuille; er behielt das Amt bis zum
Monate Juli des Jahres 1386; gleich darauf ging er als apostolischer
L^at nach Perugia. (1378 — 1386 vn.)
z8. Franciscus de Alifia, vulgariter nuncupatus „deAlifia**, diac. S. Eustachii,
creatus c. a. 1380, obiit 1390 Sept. 26.^)
^) Cardinal Franciscus starb am 26. nicht am 27. September, wie eine Handschrift
f&lschlich angiebt.
Lim
Als Kämmerer des Collegiums Urban VI war er Nachfolger des
vorgenannten Cardinais Nicolaus Misquinus^) und verwaltete das Amt
unter Bonifaz IX bis zu seinem eignen Tode am 26. September 1390.
(1386 VII. — 1390 IX. 26.)
19. Henricus de Minutulis , vulgariter mmcupatus „Neapolitanus", tit.
S. Anastasiae, creatus 1389 Dec. 18 postea episcopus Tusculanus 1403,
denique episcopus Sabinensis 1409, obiit 1412 lun. 17.
Zum Kämmerer des Collegiums Bonifaz IX ernannt am 28. Sept. 1390,
behielt das Amt unter Innocenz VII und Gregor XII bis zum 26. Juni 1409,
verwaltete das Kämmereramt gemeinschaftlich mit Cardinal Amideus
(siehe unten) unter Alexander V vom 29. Juni 1409 an sowie unter
Johann XXIII, bis er am 17. Juni 1412 starb. (1390 IX. 28 — 1412 VI. 17.)
20. Martinus de Salvis aL Salva (Zalva), vulgariter nuncupatus „Pampilonensis",
tituli S. Laurentii in Lucina, creatus 1390 lul. 23, obiit 1403 Oct. 22.
Als Kämmerer des Collegiums Benedict XIII war er Nachfolger des
Cardinais Wilhelm d'Aigrefeuille; er wurde eine Zeit lang vertreten
durch den Erzbischof von Narbonne, camerarius apostolicus; er behielt
das Amt bis zu seinem Tode. (1401 i. 13 — 1403 X. 22.)
2Z. Amideus (Amedeus) de Salutiis , vulgariter nuncupatus „Salutiarum"
sive „de Salutiis", diac. S. Mariae Novae, creatus 1383 Dec. 23, obiit
1419 lun. 28.
Als Känunerer des Collegiums Benedict XIII war er Nachfolger des
Cardinais Martin de Salva bis zum 26. Juni 1409; am 29. Juni 1409
gemeinschaftlich mit Cardinal Franciscus de Alifia (siehe oben) zur Ver-
waltung des Kämmereramtes von Alexander V berufen, — was bis zum
Tode des Cardinais Franciscus, 1 7 .Juni 1 4 1 2 unter Johann XXIII, dauerte —
verwaltete er bis zum 29. Mai 141 5 das Amt unter Johann XXIII;*) von
^) Cardinal Nicolaus nennt sich, Oblig. 47. fol. i — 16 v., camerarius collegii bis zum Juni
des Jahres 1386. Am 23. Juli 1386 nennt sich Cardinal Franciscus ausdrücklich camerarius
collegii und führt von dort ab alle Geschäfte, Oblig. 47. fol. 23 r. Mitten in den von Cardinal
Franciscus erlassenen Urkunden begegnen wir zwei Documenten vom 8. Februar und 4. August 1388,
in denen Cardinal Nicolaus wieder als camerarius collegii genannt wird. Das grosse Datum
stimmt in seinen Einzelheiten zu einander trefflich und der Titel des Cardinais, S. Cyriaci in
Thermis, ist richtig angegeben, so dass innerhalb beider Urkunden kein Widerspruch vorhanden
ist. Wie die Frage des Verhältnisses der beiden camerarii zur selben Zeit zu lösen ist, vermag
ich vorläufig noch nicht anzugeben. Vielleicht bieten anderweitige, mir bisher nicht bekannt
gewordene Urkunden eine Lösung des Widerspruches.
*) Eine kleine Abwesenheit des Cardinais Amideus ist in dieser Zeit zu
bemerken: „1409 Oct 16 cardinalis de Salutiis recessit de civitate Pisarum, ubi ad presens
Romana curia residet, et ivit de mandato domini nostri ad civitatem lanuen.**
LV
141 5 bis zum 11. November 141 7 war er Kämmerer des Collegiums
der Constanzer Cardinäle, dami unter Martin V bis zu seinem Tode
am 28. Jun. 1419.
Dieser Kämmerer hat eine Anzahl Stellvertreter gehabt. Zunächst
vom 3. Juli 141 3 bis 6. Juli 141 3 den Cardinal Franciscus Zabarella, diac.
SS. Cosmae et Damiani; als dieser am 6. September 141 3 zu Unter-
handlungen mit dem Kaiser von der Curie abreiste, vertrat ihn Cardinal
Alamannus Adimarius, tit. S. Eusebii, für kurze Zeit vom 13. Juli 141 3
bis 22. November 141 3; vom 23. November 141 3 bis 20. April 1414
vertrat ihn Cardinal Franciscus Landus, tit. S. Crucis in Jerusalem;
vom 22. April 1414 bis 22. Mai 1414 haben wir die Stellvertretung
durch Cardinal Guilelmus tituli Sancti Marci; diesem folgte wieder
Cardinal Franciscus bis 8. März 141 5 ; vom 9. März 141 5 bis 16. Dec. 141 7
zeichnet wieder der Kämmerer Amideus, der an jenem Tage mit Er-
laubniss Martin V von Constanz ad partes suas geht, und bis zum Tode
des Amideus vertritt ihn wieder Cardinal Franciscus Landus. (1403
X. 22 — 1419 VI. 6.)
22. Franciscus Landus, vulgariter nuncupatus „ Veneiiarum*\ tit. S. Crucis
9 in Jerusalem, creatus 141 1 lun. 6, postea episcopus Sabinen. 1424 Dec. 23,
obiit 1427 Dec. 26.
Zum Känmierer ernannt unter Martin V am 19. Juli 14 19; er zeichnet
die letzte Urkunde am 23. Dec. 1427, behielt also das Amt bis zu
seinem Tode. (1419 vii. 19 — 1427 xii. 26.)
23. Antonius Pancerinus de PortogruarOy vulgariter nuncupatus „Aqui-
legensis*\ tit. Sanctae Susannae, creatus 141 1 lun. 6, postea episcopus
Tusculan. 143 1 Mart. 13, obiit 143 1 lul. 3.
Zuerst als Kämmerer genannt am 24. Februar 1428; er zeichnet zu-
letzt am 26. Februar 1431. (1428 il. 24 — 1431 11. 26.)
24. Lucidus de Comite (de Comitibus), vulgariter nuncupatus „de Comite",
„de Coniitibus'', protonotarius apostolicus, diaconus Sanctae Mariae in
Cosmedin, creatus 141 1 lun. 6, obiit 1437 Sept. 9.
Zuerst als Kämmerer genannt am 31. März 143 1 ; zuletzt genannt am
18. Aug. 1437. Er behielt sein Amt vermuthlich bis an sein Lebens-
ende. (143 1 ni. 31 — 1437 IX.)
Cardinal Lucidus hat mehrere Stellvertretungen gehabt. Die erste
fallt in die Tage vom 14. Sept. — 8. October 1432; an seiner Stelle
nennt sich Ardicinus Sanctorum Cosmae et Damiani diaconus cardinalis,
LVI
„Novariensis" vulgariter nuncupatus, als locumtenens.^) Die zweite Stell-
vertretung findet sich vom 7. — 12. Mai 1433 mit demselben locumtenens.
Vom 21. Juli — 17. August 1434 vertritt Cardinal Antonius tituli Sancti
Marcelli den camerarius collegii in dessen Abwesenheit und zwar de
mandato et ex conmiissione speciali sanctissimi in Qiristo patris et
domini, domini Eoigenii papae IIII. Er nennt sich nicht locumtenens,
sondern officium camerariatus regens. Als letzte Stellvertretung ist
diejenige vom 19. Mai — 21. Juni 1436 zu verzeichnen. Cardinal An-
tonius ist der Stellvertreter, doch ist nicht ersichtlich, ob er ebenfalls
im Auftrage des Papstes handelt und ob er sich regens oder locum-
tenens nennt. Die Briefanfänge sind durch ein Antonius etc. bezeichnet,
so dass man nichts daraus entnehmen kann.
Mit Rücksicht auf die Dauer der Amtszeit und die Genauigkeit der
Angaben über die Thätigkeit der vorgenannten Cardinäle ordnen sich die-
selben wie folgt:
I. Nur einmal wird uns als camerarius collegii genannt Cardinal Gui-
lelmus de Braio zum Jahre 1272 (siehe oben No. i).
II. Den Beginn der Amtszeit des Cardinais Petrus Peregrossus kennen
wir nicht (s. o. No. 2). •
m. Das Datum der Ernennung und die Dauer der Amtszeit kennen wir von
Cardinal Hugo Seguin de Billo (s. o. No. 3),
Cardinal Robertus (s. o. No. 4),
Cardinal lohannes Monachi (s. o. No. 5),
Cardinal Petrus de Arreblayo (s. o. No. 10),
Cardinal Petrus Gometii (s. o. No. 11),
Cardinal Hugo Rogerii (s. o. No. 14),
Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 15),
Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 16),
Cardinal Henricus de Minutulis (s. o. No. 19),
Cardinal Franciscus Landus (s. o. No. 22).
IV. Von den übrigen unter III nicht genannten Kämmerern wissen wir
nur, wann sie zum ersten Male als solche genannt werden. Meistens
liegt jedoch zwischen der ersten Erwähnung und dem Datum der
Ernennung nur ein sehr kleiner Zeitraum. Die Dauer der Amtszeit
ist bei den hier in Frage konmienden Cardinälen bekannt.
^) Während der ersten Stellvertretung erging ein Brief von beiden Kämmerern und in
diesem wird Lucidus genannt, auf die Stellvertretung also keine Rücksicht genommen. Oblig. 63.
fol. CLXXXXViii r. 1432 Sept. 18.
LVII
V. Bis zu ihrem Tode behielten das Amt:
Cardinal Petrus Peregrossus (s. o. No. 2),
Cardinal Hugo Seguin de Billo (s. o. No. 3),
Cardinal Robertus (s. o. No. 4),
Cardinal Stephanus de Susiaco (s. o. No. 6),
Cardinal Berengarius Fredoli iunior (s. o. No. 8),
Cardinal Guilelmus Testa (s. o. No. 9),
Cardinal Petrus de Arreblayo (s. o. No. 10),
Cardinal Imbertus de Puteo (s. o. No. 12),
Cardinal Guilelmus de Curte (s. o. No. 13),
Cardinal Hugo Rogerii (s. o. No. 14),
Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 15),
Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 16),
Cardinal Franciscus de Alifia (s. o. No. 18),
Cardinal Henricus de Minutulis (s. o. No. 19),
Cardinal Martinus de Salvis (s. o. No. 20),
Cardinal Amideus de Salutiis (s. o. No. 21),
Cardinal Franciscus Landus (s. o. No. 22),
Cardinal Lucidus de Comite (s. o. No. 24).
VI. Demgemäss haben wir fiinf camerarii collegii, die aus irgend einem
Grunde ihr Amt niederlegten oder vielleicht veranlasst wurden es
niederzulegen, und zwar
Cardinal lohannes Monachi (s. o. No. 5),
Cardinal Nicolaus de Freauvilla (s. o. No. 7),
Cardinal Petrus Gometii (s. o. No. 1 1),
Cardinal Nicolaus Misquinus (s. o. No. 17),
Cardinal Antonius Pancerinus (s. o. No. 23).
Obschon wir keinerlei urkundlichen Anhaltspunkt dafür haben, dass
die camerarii collegii auf Lebenszeit ernannt wurden, so ergiebt doch die
obige Zusammenstellung, dass höchstwahrscheinlich eine solche Bestimmung
bestanden hat.
Mit dem letzten in der Liste genannten Cardinalkämmerer Lucidus
schliesst die erste und bedeutsamste Periode in der Geschichte der Verwaltung
der Camera sacri collegii ab. Von nun an erscheinen nur noch camerarii
collegii, die auf ein Jahr ihr Amt verwalten. Wie die Thätigkeit des
obersten Beamten, so müssen auch die anderen Theile der Verwaltung sich
eine tiefeinschneidende Veränderung gefallen lassen, die weiter unten zur
Besprechung gelangen wird. Was aus kleinen Anfängen entstanden ist, hat
I.VIII
sich von der Zeit Bonifaz VIII an mächtig entwickelt: Aus dem arcarius sive
syndicus sive oeconomus, der nur geringe Obliegenheiten hatte, ist der
camerarius sacri collegii cardinalium geworden, dem eine ausgedehnte und
verwickelte Amtsthätigkeit und Verwaltung oblag. Wenngleich die Geschichte
der camera collegii fiir die Zeit nach 1437 noch zu schreiben ist, so wissen
wir doch genug von den späteren Verhältnissen, um sagen zu können, dass
die Glanzzeit des Amtes der Cardinalkämmerer in die Zeit von lohann XXII
bis zum grossen Schisma fällt. Es ist unverkennbar, dass der Verwalter
von Einnahmen, die sich das collegium cardinalium sozusagen Schritt für
Schritt erkämpft hatte und die der unzweideutige Ausdruck der erlangten
grossen politischen Macht waren, selbst eine wichtige Persönlichkeit werden
musste, zumal seine Thätigkeit im Consistorium eine so ausgedehnte war.
Der Zukunft bleibt es vorbehalten, die Biographien der einzelnen camerarii
von dieser Seite zu prüfen, da bisher darauf noch keinerlei Gewicht gelegt
worden ist.
4. Die Unterbeamten des camerarius collegii.
a. Die derici coUegiL — a. Entwicklung des Amtes. Um den
Anfängen des Amtes der clerici collegii genau auf die Spur zu kommen,
reichen die Bände der obligationes et solutiones nicht aus; man muss dazu
auch die Registerbände sowie die Instrumenta Miscellanea heranziehen.
Kirsch^) unterscheidet zwei zeitlich getrennte Arten dieser Beamten:
i) Procurator sacri collegii, zu Ende des 13. und Beginn des 14. Jahrhunderts,
und 2) clerici sacri collegii, die nach Abschaffung des ersten Amtes dessen
Obliegenheiten übernahmen. Dieselben seien clerici camerarii, also auch
clerici collegii gewesen. Kirsch lässt die Frage offen, ob nicht schon unter
dem procurator et ofiicialis einzelne clerici camerarü in der Verwaltung des
collegium cardinalium verwendet worden seien.
Eine Zusammenstellung allen erreichbaren Materials wird zu zeigen
haben, ob die Eintheilung richtig ist, oder ob sie in Einzelheiten geändert
werden muss. Ich lasse darum zunächst alle Aufzeichnungen über den uns
zuerst begegnenden Unterbeamten, Petrus de Montechiello, folgen.
1291 Petrus Ranerii de Montechiello,^) Senarum districtus publicus imperiali
auctoritate, nuncque praefati domini cardinalis Hugonis tituli Sanctae
Sabinae presbyteri notarius Urk. No. 45.
*) Seite 46 ff.
*) In den Reg. Clementis V (Edit. Bened.) App. Tom. I, pag. 182 oben, sowie pag. 194
wird derselbe f&lschlich als dericus camerae apostolicae bezeichnet. Pag. 182 unten wird er
richtig procurator collegii cardinalium genannt
LVIIII
1295 Petrus de Montechiello , canonicus Dolen. procurator et officialis
collegii cardinalium No. 46.
1301 Mag. Petrus, a summo pontiiice abolim circa camerariatus officium
collegii cardinalium specialiter deputatus No. 48.
1301 Petrus procurator collegii cardinalium No. 142.
1 302 Petrus circa camerariatus collegii cardinalium officium a summo ponti-
fice deputatus No. 50.
1304 Petrus procurator collegii cardinalium NN. 146 147.
1 307 Petrus communibus circa officium camerariatus collegii cardinalium servitiis
a longo iam temporis spatio insistens, nunc electus Spoletan. No. 52.
1308 Petrus circa camerariatus. officium collegii cardinalium occupatus, ad
hoc officium gerendum adhuc in Romana curia necessarius est et inde
a receptione consecrationis episcopalis excusatus habetur a summo
pontifice No. 54.
1309 — 13 13 Petrus electus Spoletan. receptor et distributor pecuniarum
collegii cardinalium No. 175.
13 13 Petrus electus Spoletan. in officio camerariatus collegii cardinalium
occupatus No. 55.
1305 — 13 14 Petrus in Romana curia in servitio domini papae et cardi-
nalium occupatus No. 62**
13 17 Petrus post consecrationis munus apud sedem apostolicam de mandato
summi pontiiicis susceptum a Romana curia licentia non'obtenta re-
cessit secum nonnullas scripturas cameram apostolicam et coUegium
cardinalium contingentes, per se confectas diversis retroactis tempo-
ribus, deferendo No. 61.
13 19 Petrus episcopus Spoletan. declarat se tempore Clementis papae V
in Romana curia in servitio papae et cardinalium fuisse No. 62^-
13 19 Petrus episcopus Spoletan. procurator iisci Ecclesiae Romanae iam
dudum extiterat NN. 68^ 72 73 75.
1320 lohannes papa XXII declarat bonae memoriae Petrum episcopum
Spoletan. multorum bonorum ad Ecclesiam Romaniam spectantium a
longis retro temporibus administrationem gessisse, de quibus debitam
non reddiderat rationem No. 63.
In den angeführten Belegstellen sind drei besondere Arten zu scheiden:
I. Solche, in denen sich Petrus selbst einen Titel beilegt; 2. solche, in denen
der Papst seine Thätigkeit kennzeichnet und 3. solche, in denen curiale
Beamte oder Beamte der camera collegii ihn nennen.
I. Petrus Ranerii de Montechiello (Monticellis, Monte Ochiello, Monte-
cello, Montechello) nennt sich (1291) notarius cardinalis Hugonis. Das hat
LX
mit der camera coUegii nichts zu thun, denn Cardinal Hugo wurde erst im
Jahre 1295 camerarius coUegii. Sobald wie der genannte Cardinal jedoch
dieses sein Amt antrat, bezeichnet sich Petrus als procurator et officialis
coll^^ cardinalium. In den Jahren 1301, 1302 und 1304 nennt er sich
nur procurator coUegii cardinalium, und 13 19 sagt er von sich, dass er
früher in Romana curia in servitio papae et cardinalium gewesen sei.
2. Bonifaz Vni sagt 1301, dass er früher den Petrus circa cameraria-
tus officium coUegii cardinaUum speciaUter deputirt habe; im folgenden Jahre
kommt derselbe Ausdruck, jedoch ohne das Wort speciaUter vor. Clemens V
fasst die Sache in ähnUche Worte im Jahre 1307: communibus circa offi-
cium camerariatus coUegii cardinaUum servitüs insistens, oder 1308: circa
camerariatus officium coUegii cardinaUum gerendum, oder 1313: in officio
camerariatus coUegii cardinaUum occupatus. lohann XXII sagt, dass Petrus
nach seiner Consecration ohne Erlaubniss die Curie verlassen habe, secum
nonnuUas scripturas cameram nostram et coUegium cardinaUum contingentes,
confectas per eum diversis retroactis temporibus deferendo, 13 17, und für
das Jahr 13 19 nennt er ihn später wiederholentUch procurator fisci Ecclesiae
Romanae.
3. Meistens wird Petrus von dritten Personen einfach capeUanus et fami-
Uaris camerarii coUegii, oder bloss einfach capeUanus oder famUiaris genannt.
Aeusserst interessant dag^en ist, wie die clerici coUegii GuUelmus Medici
und Michael Ricomanni ihren Vorgänger nennen: Petrus electus Spoletan.
receptor et distributor coUegU cardinaUum.
Bevor wir aus dem Gesagten einige Schlussfolgerungen ziehen, ist es
nothwendig, die weitere Entwicklung zu betrachten.
13 14 und 131 5 GuUelmus Formiti receptor servitiorum, proventuum, censuum
et visitationum coUegü cardinaUum, oder distributor, oder capeUanus
et famiUaris cardinaUs camerarü NN. 57 58 60 320.
13 16 Bertrandus de Montelauro recipiens pro cardinale camerario, distributor
pecuniarum NN. 59 60.
13 17 Vincentius de Serignano tenens officium distributionis pecuniarum,
capeUanus cardinaUs camerarii, receptor et distributor NN. 60 66
87 133 134 136 150 152 153 157-
1323 Pontius Assaudi recipiens pecuniarum coUegii cardinaUum No. 67.
1323 GuUelmus Medici et Michael Ricomanni distributores pecuniarum
coUegii NN. 6891.
1331 GuUelmus Medici et Michael Ricomanni clerici coUegii cardinalium,
clerici et distributores coUegü NN. 165 178 179 igi^-
LXI
Soweit sind die Benennungen schwankend, bis wir am 31. März 1332,
und von da an ständig, nur noch die Bezeichnung clerici sacri collegii cardi-
nalium haben.
Ueberblicken wir die ganze Entwicklungsreihe, so bieten sich uns fol-
gende Erwägungen dar.
Petrus de Montechiello ist familiaris, capellanus et notarius des Cardinal-
kämmerers. Er nennt sich procurator et oflficialis, oder nur procurator
coll^[ii cardinalium. Dieser Titel wird ihm von Niemanden sonst
gegeben. Papst Bonifaz VIII sagt klar und deutlich, dass er ihn ausdrück-
lich mit Geschäften in der camera collegii beauftragt habe. Daraus ist wohl
zu entnehmen, dass der camerarius collegii ihn als seinen Helfer dem Papste
vorgeschlagen und dieser die Ernennung vollzogen hat, ohne ihm einen
Titel zu geben. Wäre letzteres der Fall gewesen, dann hätten die Päpste,
statt des umständlichen, von ihnen gewählten, Ausdruckes auf jeden Fall
den einfachen Titel procurator et ofiicialis in ihren Briefen gebraucht. Die
beiden Beamten der camera collegii, die später als erste den ständigen Titel
clerici collegii fuhren, nennen Petrus einfach receptor et distributor pecunia-
rum collegii cardinalium. Auch sie kennen den Titel, den Petrus sich bei-
gelegt hatte, nicht als ofiiciellen. Dabei ist zu beachten, dass zwischen der
Thätigkeit des Petrus und dem Zeitpunkte seiner Benennung durch Jene
als receptor et distributor nur 16 — 17 Jahre liegen, die etwaige Ab-
schaffung eines früher bestandenen Amtes mithin unmöglich vergessen
sein konnte.
Wie lösen sich denn die so entstehenden Schwierigkeiten auf? Mir
will scheinen, dass Petrus, weil ihm kein amtlicher Titel beigelegt worden
war, er sich selber einen ausdachte und denselben, ohne daran behindert
zu werden, gebrauchte. Auf diese Weise finden wir die von ihm gewählten
Bezeichnungen auch in den von ihm geführten ofiiciellen Büchern der camera
collegii. Dass das im Uebrigen sehr leicht ging, kann man daraus entnehmen,
dass er diese Bücher immer mit sich führte, über sie verfugte und sogar
mit nach Spoleto nahm, als er nach seiner Consecration die Curie verliess.
Zu beachten ist femer, dass Guilelmus Medici und Michael Ricomanni im
Jahre 1331 wegen genauer Nachrechnung der gezahlten Censusraten von
Sicilien alle Bücher in eingehender Weise durchnehmen mussten, sie mithin
den Ausdruck procurator (et ofiicialis) collegü bei seinem Namen häufig
fanden und ihn dennoch nicht mit diesem Titel nannten. Ich sehe dem-
nach in dieser Benennung nichts weiter, wie eine Eigenmächtigkeit
des Petrus, die durch keinerlei amtliche Beglaubigung zu recht-
fertigen ist.
Lxn
Wie oben unter 3 gezeigt wurde, nennen die genannten Guilelmus und
Michael ihren Vorgänger Petrus schlechtweg receptor et distributor coUegii.
Das hat einfach darin seinen Grund, dass sie Mangels eines besonderen
Titels fiir die Person des Petrus ihm denjenigen gaben, der sich nach seinem
Ausscheiden aus der camera coUegii, allerdings nicht in officieller Weise,
eingebürgert hatte und mit dem sie selbst sich bis hierher bezeichnet hatten.
Es war ihnen demnach wohl bekannt, wie die verschiedenen angeführten
Päpste jene weitläufige Umschreibung gewählt hatten, weil das ganze Institut
noch in fieri begriffen war und feste Formen nicht angenommen hatte.
Hierzu ist noch zu bemerken, dass, wie oben angeideutet wurde, auch die
Beamten der apostolischen Kanmier den Gehülfen des camerarius coUegii
keinerlei Titel geben, der sich auf ihre Thätigkeit in der camera coUegii
bezieht. Wenn sie von ihnen sprechen, heisst es einfach, dass die Gelder
vom Cardinalkämmerer „per manus famUiarium suorum, capeUanorum suo-
rum, famiUarium et capeUanorum suorum'* angewiesen worden seien. ^)
Als weiteres Argimient führe ich eine in Oblig. 3 fol. 1 70 r. aufgeklebte
Originalbriefadresse an, die jeglichen Hinweises auf einen officieUen Titel
baar ist: „VenerabiU viro et discreto domino et amico suo carissimo domino
Vincencio de Serignano canonico Rosvacen., in domo reverendi patris domini
Portuen. episcopi et sedis apostoUce cardinalis."
Gegen Ende des dritten Jahrzehnts des 14. Jahrhunderts, nachdem die
Thätigkeit der Unterbeamten sich aUmähUch zu einer festumschriebenen
entwickelt hatte und namentUch hervorgetreten war, dass die Einrichtung
in der camera coUegii sich rni Allgemeinen fast ganz mit derjenigen der
camera apostolica deckte, gab man den Unterbeamten auch den entsprechen-
den Namen. Ebenso also, wie wir clerici camerae kennen, so kennen wir
vom Jahre 1332 ab clerici collegii cardinalium. Diesen Titel finde ich
zum ersten Male in folgendem Zusammenhang: „Testibus ad hoc vocatis
et rogatis magistris Micahele (sie) Ricomanni et Guilhermo (sie) Medici,
clericis dicti sacri coUegii."*)
Demgemäss steUe ich fest, dass, wenn Kirsch zwischen den clerici coUegii
und ihren Vorgängern überhaupt unterscheiden wollte, er sagen musste: i. Bis
zum Tode Clemens V haben wir einen procurator et officialis coUegii. 2. Vom
Tode Clemens V bis zum Jahre 1332 gab es distributores et receptores
pecuniarum coUegü. 3. Vom Jahre 1332 ab haben wir clerici coUegü. Rich-
tiger wUl mir scheinen, wenn man sagt, dass das Amt der Cleriker des
CoUegiums sich dem Titel und den Befugnissen nach allmählich
*) Vergl. Collect. Cam. 378. fol. I — V und sonstige Urkunden in grosser Zahl.
•) Oblig. 14. fol. I V.
LXIII
aus der Thätigkeit einiger Familiären des Cardinalkämmerers in
der Camera collegii herausgebildet hat, auf deren Ernennung der
Papst zu Beginn der Entwicklung Einfluss gehabt hat.
Nach den wenigen Andeutungen zu schliessen, die uns vorliegen, standen
dem einen verantwortlichen Unterbeamten des Cardinalkänmierers in der
Entwicklungszeit des Amtes andere, nicht verantwortliche Beamte zur Seite;
so z. B. dem Petrus de Montechiello im Jahre 1304 Guilelmus de Salomone,
clericus et familiaris camerarii collegii, 131 1 und 13 12 mag. lohannes^) und
zu B^^inn des Jahres 13 14 Guilelmus Formiti, der ihn auch vertrat, wenn
er abwesend war (Petrus . . . qui tunc absens erat). Dem Bertrandus de
Montelauro stand zur Seite Petrus de Ungholis capellanus et scriba in officio
receptionis et distributionis.
Vom Jahre 1332 ab haben wir stets zwei clerici collegii, wenngleich
es vorgekonmien sein mag, dass für längere Zeit eine erledigte Stelle un-
besetzt blieb. Vorher waren aber auch schon durch längere Jahre hindurch
zwei distributores et receptores im Amte.
Petrus de Montechiello ist nachzuweisen von 1295 bis zum Tode Cle-
mens V ungefähr, oder wenig darüber hinaus. Während der Sedisvacanz
wurde er vom CardinalscoUegium zu verschiedenen Aufträgen verwendet,
die die Ernennung eines anderen Beamten nothwendig machten. Sein Nach-
folger Guilelmus Formiti kommt vor vom 7. Sept. 13 14 bis 18. Nov. 13 16.
Bertrandus de Montelauro, camerarius des Cardinalkämmerers, erscheint
(wohl nur aushülfsweise) vom 18. Nov. 13 16 bis Mai 13 17. Vincentius de
Serignano*) ist im Amte von Mai 13 17 bis 6. Oct. 1323. Pontius Assaudi
hilft aus vom 30. Oct. 1323 bis 26. Nov. 1323, und vom 5. Dec. 1323 ab
zeichnen Guilelmus Medici') und Michael Ricomanni gemeinschaftlich, die
später den Titel clerici collegii erhielten. Mangels genauerer Angaben in
den Büchern der camera collegii sind nicht alle Punkte genau klarzustellen.
ß. Vorarbeiten zu einer series clericorum sacri collegii.
Bis auf das Jahr 1332 habe ich die Daten über die Unterbeamten der
camera collegii genau klarstellen können. Was das nun folgende Jahrhun-
dert angeht, so kann ich keine abschliessende Reihe der clerici sacri collegii
*) Vergl. dazu Miscell. Camerae No. 296. fol. 67 (i) (and oben), wo er ausdrücklich als
sein Gehttlfe genannt wird; derselbe wird wohl mit lohannes de Vemlis identisch sein.
*) Vergl. Reg. Clem. V (Edit. Bened.) App. Tom. I, pag. 194 (Mitte).
*) Oblig. 3. fol. 171 r. kommt Guillermus Medici de Serignano, clericus Biterren. diocesis
vor (1315).
Lxnii
geben, weil ich mir nur diejenigen Notizen machte, die mir gerade auffielen,
ohne besonders nach Vollständigkeit in diesem Punkte zu streben. Darum
bezeichne ich die folgende Liste auch nur als Vorarbeiten zu einer series
der Cleriker der Cardinalskammer.
Bezüglich der Angaben der Liste ist zu bemerken, i. dass nur da, wo
Ernennung bezw. Vereidigung eines Clerikers ausdrücklich angegeben ist,
der Anfang seiner Thätigkeit in der camera collegü bezeichnet werden soll;
das Gleiche gilt von der Beendigung der Thätigkeit durch Angabe des Todes
bezw. der Resignation, Promotion u. s. w.; 2. die Ausdrücke „zuerst genannt"
und „zuletzt genannt" bedeuten lediglich, dass ich damit den Zeitpunkt an-
geben will, an dem ich die ersten oder letzten Angaben über die Thätig-
keit des Clerikers aufnotirt oder gefunden habe; diese Ausdrücke geben also
nur eine relative Grenze an. Es muss übrigens bemerkt werden, dass es
wohl kaum möglich sein wird, eine fehler- und lückenlose Reihe dieser Unter-
beamten aufzustellen, da wir nur fiir einen Theil der clerici abschliessende
Angaben in den Registern haben. Immerhin bieten die Vorarbeiten schon
des Beachtenswerthen mancherlei, wodurch das weitere Studimn der Frage
sich als lohnend erweist.
Die zweite Zusammenstellung, die versucht das Zusammenarbeiten von
je zwei clerici collegü zu erweisen, dürfte wohl kaum mehr wie ein Versuch
sein, etwas Licht in diese Sache zu bringen. Weitere Studien werden wohl
mancherlei Verschiebungen in der Zusammenstellung nothwendig machen.
L
Mag, Guilelmus Media de Serig-
nano Bitteren, dioecesis, apostolica et
imperiali auctoritate notarius publicus.
Mag, Michael RicomarmL
Vom IG. Juni 1335 an zeichnet er als
clericus camerae apostolicae.
Mag, Simon Gualteri,
In Oblig. 6 finde ich stets die Form
Galeti statt Gualteri. Letzteres scheint
das Richtige zu sein.
Georgius loatmis,
canonicus Astoricen., licentiatus in
decretis, subdiaconus. Er wird 1338
Zuerst genannt 1323 Nov. 26
(Urk. No. 136^); zuletzt genannt 1335
Dec. II. (Oblig. 16. 23 v.)
Zuerst genannt 1323 Dec. S (Urk.
No. 137); zuletzt genannt 1335 lun. 2
(6. cxLin r. 14. 27 V.)
Zuerst genannt 1336 Mart. i (14.
30 V.); zuletzt genannt 1337 Mart. 19.
(6. CLII V.)
Zuerst genannt 1336 Aug. 6 (6.
CL r.); zuletzt genannt 1338 Febr. 28.
(6. CLVn r.)
LXV
lul. 3 dectus Colimbrien. (Reg. Vat.
126. cap. 187), ui^d als solcher nennt
ihn Oblig. 6. CLix v. 1338 Sept. 11
als praesens inter testes.
In Oblig. 6 findet sich promiscue
die Schreibung Georgius loannis und
Georgius Martini. Letztere Form
ist augenscheinlich falsch.
Petrus Raymundi de Savinkaco,
Gerundin. ecclesiae canonicus. Obl. 3.
LXXXl.r. 132 1 lun. 9 kommt ein
Petrus de Savinhaco, monachus mo-
nasterii Bordoniarum, Auxitan. dioe-
cesis, in der Eigenschaft als Procurator
seines Abtes an die Curie.
Berengarius de Severaco,
canonicus ecclesiae Agathen.
Franciscus Bedoäi,
rector ecclesiae de Teyrano, Maga-
Ionen, dioecesis, canonicus ecclesiae
Rigen.
Antonius de Colello (Collello),
archidiaconus Barchinonen., in sacer-
dotio constitutus.
Er wird electus Maioricarum 1349
Nov. 13 (Reg. Vat. 195 fol. 44 r. cap.
LXV r.). Als solcher wird er als prae-
sens inter testes, jedoch ohne den
Titel eines clericus camerae, genannt
1349 Nov. 19 (27. 22 V.) bis 1350
Maii 29. (27. 34 r.)
Guilelmus de Fante,
Guilelmus Textoris,
rector ecclesiae de Gandesia, Dertusen.
dioecesis, canonicus ecclesiae Agathen.
Zuerst genannt 1338 lan. 9 (6.
CLVI r.); zuletzt genannt 1345 Nov. 29.
(16. III V. 22. 2 V.)
Zuerst genannt 1339 Mart. 6 (6.
CLXI V.); zuletzt genannt 1339 ^^ ^S*
(6. CLxnn r.)
Zuerst genannt 1339 Dec. 4 (6.
CLXV r.); zuletzt genannt 1349 Mart. 9.
(23. XXX r.)
Zuerst genannt 1346 Aug. 4 (22.
12 V.); zuletzt genannt 1349 Nov. ig.
(27. 21 r.)
Zuerst genannt 1349 Mart. 14
(23. XXX V.); zuletzt genannt 1351
Aug. 18. (Urk. No. 339.)
Zuerst genannt 1349 Dec. 30 (27.
27 V.); zuletzt genannt 1356 Aug. 4.
(22. 190 V.)
BAVMGAJtTBN, Finaiixverw. des Cord.-Colleg. im Mittelalter.
LXVI
1354 Maii 7. Dominus Guillermus
Textoris, clericus collegii et rector
ecciesie de Gandesia Dertusen. dio-
cesis, eodem anno et Vll die Maii
obligavit se pro vacanti dicte ecciesie
in LXXV libr. laccen. (Oblig. 23^-
fol. xxin r.)
Joannes de la Parra,
Joannes de Meianesio,
Elias de Vodro,
sacrista ecciesiae Regen, scholasticus
ecciesiae sancti Martini Turonen.
1358 lan. 23. Dominus Helias de
Vodro sacrista ecciesie Regen, anno
Lvni et die xxm lanuar. obligavit
se pro vacanti scolastrie ecciesie s.
Martini Turonen., quod obtinet, in
XXVI flor. (Oblig. 23^- fol. Lxxnir.)
Joannes Donadei,
Cosntaius Gentilis,
licentiatus in decretis, cancellarius
ecciesiae Capuan.
Am 6. April 1380 wird er CoUector
in England : Item ponunt se mutuasse
camere, quos dederant domino lacobo
Dardani, clerico camere, et Cosmato
Gentilis, clerico collegii, die Vi Aprilis,
quando iverunt pro collectoribus, du-
centos floren. de camera. (Bulle
Urban VI vom 3. lan. 1381, Reg.
Vat. 310.)
Lucas Florelii de Neapolu
Zuerst genannt 1356 Nov. 15
(27. 120 r.), zuletzt genannt 1359
Dec. i8. (22. 246 V.)
Zuerst genannt 1361 lun. 8
(Kirsch, Seite 49, Anm. i, woselbst
seine Vereidigung erwähnt ist); zu-
letzt genannt 1387 lan. 29. (43. 5 r.)
Zuerst genannt 1362 (36. I r.);
zuletzt genannt 1364. (36.)
Genannt 1371 Oct.i9(Urk.No.346).
Zuletzt genannt 1380 Apr. 6 (R^.
Vat. 310).
Zuerst genannt 1385 lan. (48. ir.);
zuletzt genannt 1386 lun. 4. (48. XV v.)
LXVII
Leo Branca (Brancha, Brancae,
Branchae).
Erasmus de Viterbio,
lacobus Wema (Warna, Guerna,
Guama) de Salemo^ archidiaconus
Salemitan. Einmal wird er, jedoch
ohne nähere Bezeichnung, abbas ge-
nannt.
Theodericus de Wartnand,
Traiceten. dioecesis.
Ob derselbe, ebenso wie der Vor-
genannte, schon vor seiner eigent-
lichen Ernennung amtlich thätig war,
habe ich nicht festgestellt.
Flamingus Minutulus de Neapoli^
canonicus Neapolitan. in min. const.
Er wird Bischof von Nola 1400 lul. 26.
Stephanus Aliotti de Prato,
canonicus Pistorien. Er wird unge-
fähr um 1407 litterarum apostolicarum
r^strator. Ob er als solcher sein
Amt als clericus collegii beibehielt
oder vielleicht clericatus officium re-
gens wurde, konnte ich nicht fest-
stellen. Als registrator war er zu-
sammen mit Franciscus de Agello
und loannes de Nomays thätig. (Reg.
Lat. NN. 151 — 154.) Am 27. Aug.
141 1 wird er episcopus Vulterran.
(Reg. Lat. 154. fol. CXLV r.) Als
solcher wird er bei den Obligationen
der Prälaten inter praesentes genannt
bis 141 5 Mart. 28. (56. cxxi r.) Er
obligirt sich selbst 141 1 Nov. 17. (56.
Lvra r.)
Zuerst genannt 1386 Sept. 22
(48. xxn r.); zuletzt genannt 1388
lan. 2. (48.)
Zuerst genannt 1387 Nov. 26 (48.
XLn r.); zuletzt genannt 1389 lul. 26.
(48.)
Zuerst genannt 1389 lul. 26 (48.);
Emennungsdecret 1390 Mart. 18 (51.
8 V.); zuletzt genannt 1393 lul. 30. (48.)
Emennungsdecret 1*390 Mart. 18.
(48.)
Zuerst genannt 1393 Aug. 19
(48. 150 r.); zuletzt genannt 1395
Mail 29. (48. 179 r.)
Zuerst genannt 1400 Nov. 24
(56. ir.); Emennungsdecret 1401 Iun.9
(Urk. No. 359^)); wiederum emannt
und vereidigt 1409 lun. 30. (56. Ii r.)
^) Die Urkunde selbst ist vom 12. Juni
1409 datirt.
Lxvni
loattnes Panceii,
canonicus ecclesiae Bisuntin., licen-
tiatus in legibus.
Antonellus Surracha de Salemo,
canonicus Salernitan., in minoribus
constitutus. Er wird electus Nebien.
14 14 lun. 22 (Reg. Lat. 178. fol.
cCLXXVim r.) ; er wird electus Acemen.
141 5 Mart. 20. (Reg. Lat. 183. fol.
CLXXXra r.) Als electus Nebien. wird
er noch weiter als clericus collegii
genannt und zwar zuletzt 141 5
Mart. 26. 1) (56. cxxniir.) Als electus
Acemen. fuhrt er den Titel nicht
mehr, wird aber noch als praesens
inter testes genannt. Demnach muss
das Datum der Resignation in 141 5
Mart. 20, statt 1 4 14, verbessert werden,
obschon in der Urkunde die Jahres-
zahl in Buchstaben ganz ausge-
schrieben, nicht in ZifTem gefasst ist.
loannes de Reate,
decretorum doctor, litterarum apos-
tolicarum scriptor. Er wird clericus
camerae apostolicae 1429 Oct. 26.
(64. LVI V.) Er wird protonotarius
apostolicae sedis 1439 Mart. 23. (64.
CCLXXXI r.)
Das Emennungsdecret v. 30. März
14 14 nennt seinen Vorgänger Anto-
nellus schon als electus Acemen.
Daraus folgt, da Antonellus erst 141 5
Mart. 20 ernannt wurde und das Decret
für loannes de Reate das Datum 14 14
Zuerst genannt 1408 Maii 4;
wiederum emannt und vereidigt 1409
lun. 30 (56. n r.); resignirt 142 1
Nov. 6. (62. XLin r.)
Vereidigt 141 2 Maii 15 (56.
Lxvn r.); konmit schon als clericus
collegii vor 141 2 Mart. 22 (56. LXiv.);
resignirt 1414 (1415) Mart 30.
Emennungsdecret 1414 (1415)
Mart. 30; zuletzt genannt 1429 Oct. 20.
(64. LV r.)
^) Antonellus war zu dieser Zeit schon electus Acemen.; das Weiterführen des alten
Titels electus Nebien. ist auf Nachlässigkeit des Schreibers zurttckzuftthren und kommt auch
anderweitig häufiger vor.
Lxvnn
Mart. 30 trägt, dass dasselbe später
ausgefertigt und zurückdatirt wurde.
Secessit de curia 1420 lan. 19. (61.
LXXXVr.) VenitRomam 1423 lan. 10.
(62. cxxxv V.)
lacobus^).
Ga/Aardus {GBiUdirdus) de Rocanera.
Petrus PougTteterii,
magister in artibus, canonicus ecclesiae
Tüllen., archidiaconus de Marsallo in
ecciesia Meten.
lacobus Ugolini,
lacobus Radtäphi,
litterarum apostolicarum abbreviator.
(Siehe oben lacobus, sowie die dazu-
gehörige Anmerkung.)
Zuerst genannt 14 19 Dec. 23 (61);
zuletzt genannt 1420 lul. 18. (Urk.
No. 319.)
Vereidigt 1 420 Sept. 7 (62. XLin r.) ;
incepit scribere 1420 Oct. 2 (62.
xun r.); Emennungsdecret 142 1
Nov. 6 (62. cv r.); zuletzt genannt
1425 Nov. 9. (63. I r.)
Ernannt 1425 Nov. 9 (63. i r.);
zuletzt genannt 1427 lan. (64. i r.)
Zuerstgenannt i426(63.CLXVinv.);
zuletzt genannt 1435 lul. 12 (74.
xxxvn r.)
Zuerst genannt 1435 Mali 14 (64.
ccxxxxv r.); zuletzt genannt 1437
Mart. 7 (64. CCLXXX r.) ; er war zu-
nächst clericatus officium regens 1435
lul. 12. (74. XXXVII r.)
n.
Bezüglich des Zusammenarbeitens von je zwei clerici collegii lassen
sich die Angaben der vorstehenden Liste nicht stets genau vereinigen; doch
kann man sich ein ungefähres Bild davon machen, wenn man die folgende
Nebeneinanderstellung betrachtet
Guileknus Medici
Simon Gualteri
1323 Nov. 26 —
1335 Dec. II
1336 Mart. I —
1337 Mart. 19
Michael Ricomanni
Georgius loannis
1323 Dec. 5—
133s lun. 2
1336 Aug. 6—
1338 Febr. 28
*) Nach den Zetteln von Garampi kommt lacobus Radolphi als dericus collegii vor
1423 — 1456. Damach zu schliessen könnte dieser lacobus mit lacobus Radulphi vielleicht
identisch sein
LXX
Petrus Raymundi
1338 lan. 9—
134s Nov. 29
Antonius de Colello 1 346 Aug. 4 —
1349 Nov. 10
Guilelmus Textoris 1349 Dec. 30 —
Berengarius de Severaco 1339 Mart 6 —
1339 Mali 28
Franciscus Bedocii 1339 Dec. 4 —
1349 Mart 9
Guilelmus de Fönte 1349 Mart 14 —
1351 Aug. 28
1356 Aug. 4
Joannes de la Parra 1356 Nov. 15 — 1359 Dec. 18
loannes de Meianesio 1361 lun. 8 — 1387 lan. 29
Elias de Vodro
loannes Donadei
Cosmatus Gentilis
Lucas Florelii
1364
Leo Branca
1362-
1371
1380
1385 lan. — 1386 lun. 4
i386Sept22 — Erasmus de Viterbio 1387 Nov. 26 —
1388 lan. 2 1389 lul. 26—
TheodericusdeWarmond 1390 Mart. 18 lacobus Wema 1389 lul. 26 —
1393 lul. 30
Flamingus Minutulus 1393 Aug. 19 — 1395 Maii 29
Stephanus de Prato 1400 Nov. 24 —
loannes Poncet!
1408 Maii 4 —
1421 Nov. 6
[lacobus
(1422 — 1456)
1419 Dec. 23 —
1420 lul. 18]
1409 lun. 30
Antonellus Surracha 14 12 Maii 15 —
1414 (141 5) Mart. 30
loannesdeReate 1414(141 5)Mart.30—
1429 Oct 20
Galhardus deRocanera 1420 Sept. 7 —
1425 Nov. 9
Petrus Pougneterii 1425 Nov. 9 —
1427 lan.
1435 Maii 14 —
1437 Mart. 7 (1422 — 1456)1)
lacobus Ugolini
lacobus Radulphi
1426 —
143s lul. 12
^) Wann das Amt der clerici collegii ein käufliches wurde, kann ich nicht sagen.
Die erste Erwähnung dieser Thatsache finde ich am 15. December 1525:
Cum itaque, sicut accepimus, dudum tunc existentes Sanctae Romanae Ecclesiae cardinales,
tempore videlicet pontificatus felicis recordationis Leonis papae X praedecessoris nostri, officio
duorum clericorum sacri illorum collegii, quod per multos annos antea ipsius
collegii incommodo fuerat venale, communi ab eis redempto impensa et in pristinum
suum statum redacto, veteres eiusdem collegii constitutiones nova quadam forma et modo instaurari
fecerint primo . . .
Bullarium Romanum (Edit Taur.) Xin, No. CLXXV, pag. 402. Die Thatsache
glaube ich jedoch feststellen zu können, dass das Amt bis auf Eugen IUI nicht käuflich war.
LXXl
Y» Ernennung und Eid der clerici collegii.
Die Ernennung der clerici collegii erfolgte durch den camerarius
collegii^) und ist sehr oft in den Registern ganz kurz verzeichnet. Zwischen
diesen kurzen Einträgen und einem eigentlichen Emennungsdecrete muss
man scharf unterscheiden. In der früheren Zeit finden wir keine derartigen
Urkunden überliefert. Damit braucht man aber nicht anzunehmen, dass
dieselben erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts aufgekommen seien. Ich bin
der Ansicht, dass dieselben früher schon ausgefertigt wurden, jedoch keinen
Platz in den Registern fanden. Wegen der umständlicheren Erwähnung der
Persönlichkeit des zu Ernennenden sowie seines Vorgängers, haben dieselben
grossen Werth.*)
Ursprünglich war der Vorgang bei Besetzung der Stelle eines clericus
collegii folgender: Der vom Cardinalkämmerer in's Auge Gefasste wurde
zunächst Familiäre desselben, daraufhin vereidigt, dass er das Amt eines
clericus coUegü treu und ehrlich verwalten wolle, womit zugleich die Er-
nennung vollzogen wurde, und schliesslich gleich in die Geschäfte eingeführt.
Nach den vorliegenden Nachrichten zu schliessen, war das Amt des Clerikers
ein lebenslängliches. Starb ein camerarius, so traten die clerici ohne
weiteres in die Familie des Nachfolgers über, wodurch eine grosse Conti-
nuität in der Geschäftsführung gesichert wurde.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts finde ich den ersten Fall, dass ein
neuemannter Clericus nicht als Familiäre des camerarius coUegü bezeichnet
wird, nämlich lohannes de Reate, 14 14 Mart. 30. Wenn wir hier vielleicht
den Beginn einer neuen Gewohnheit haben, so wird im Jahre 1437 aus-
drücklich verboten, dass die clerici zu den familiäres oder commensales
gehören.*) Auf diese Weise wurde das historische Werden des Amtes
völlig ausser Acht gelassen. Denn früher wurde Einer clericus collegii,
*) Von einer Einflussnahme des heiligen Collegiums — beabsichtigten oder thatsäch-
lichen — auf die Ernennung der Cleriker ist vor dem Jahre 1437 nichts bekannt. Wie sich
die Dinge nach dem Jahre 1437 entwickelten, ist aus den weiter unten abgedruckten statuta
und den beiden anderen Actenstücken zu entnehmen.
*) Siehe Urk. No. 359. — Weiterhin Oblig. 62. fol. cv r. Ernennungsurkunde fUr den
clericus collegii Galhardus de Rocanera. Die Stelle war „ad presens liberum atque vacans per
liberam resignationem in manibus nostris feictam sponte per venerabiles viros dominos Aymonem
Genraisii decanum Rumilliacii, Gebennen. diocesis et Stephanum Gamerii, litterarum apostolicarum
scriptorem, procuratores ad hoc specialiter constitutos per venerabilem virum dominum lohannem
Ponceti, in decretis licentiatum, olim dicti sacri collegii clericum". (142 1 Novembr. 6.)
Nach dem Tode des Galhardus de Rocanera wird ernannt Petrus Pougneterii magister
in artibus et canonicus ecclesiae Tullensis. (Oblig. 63. Erstes Folio r. Siehe oben.)
*) Siehe unten die statuta des Jahres 1437.
LXXII
weil er capellanus et familiaris domini camerarii war^); nunmehr werden
diese völlig von dem Amte ausgeschlossen; und wenn doch ein dericus
Tisch- oder Hausgenosse des Cardinalkämmerers ist, so verliert er ipso
facto sein Amt.
Es ist anzunehmen, dass ein zum Bischöfe ernannter dericus coll^;ii
sein Amt weiterfuhren konnte und in einigen Fällen auch wohl weitergeführt
hat. Dass einem electus oder einem episcopus aber der Titd als clericus
collegii noch beigelegt wird, kann ich nur für Antonellus de Salemo, electus
Nebien. für das Jahr 141 5 belegen.*)
Von der Zeit des grossen abendländischen Schismas ab kommen zuerst
einige Fälle vor, dass Jemand die Obliegenheiten eines clericus collegii erfüllt
und dass er erst später thatsächlich ernannt wird. Am 26. Juli 1389 finde
ich lacobus Wema thätig und seine eigentliche Ernennung datirt vom
18. Mai 1390. Stephanus de Prato zeichnet schon am 24. November 1400
als clericus collegii und seine Ernennung ist unter dem 9. Juni 1401 ver-
zeichnet. Die Vereidigung des Galhardus de Rocanera fand statt am
7. September 1420, incepit scribere 1420 Octobr. 2, und er erhält seine
Bestallung am 6. November 1421. Diese Thatsachen erklären sich wohl
am Einfachsten dadurch, dass man annimmt, dass die betreffenden Personen
zunächst auf Probe angestellt wurden. Stellte sich dann heraus, dass sie
die nothwendigen Eigenschaften hatten, so wurden sie erst fest angestellt.
Dafür scheint man später den Ausdruck eingeführt zu haben, clericatus
officium regere, wie wir ihn bei lacobus Radulphi zum Jahre 1435 finden. •)
^) Damit ist natürlich nicht gesagt, dass der Cardinalkämmerer nur zwei capellani et
familiäres hatte. Er hatte deren vielmehr eine ganze Anzahl. Darum ist es auch falsch zu
sagen, dass Jemand zur Familie des camerarius collegii gehörte, mithin auch clericus war.
*) Siehe oben in der Liste der clerici collegii.
*) Universis presentes litteras inspecturis Lucidus etc. 1435 lul. 12.
Quia nuper reverendissimo in Christo patri domino Francisco eadem miseratione ütuli
Sancti Clementis Sacrosancte Romane Ecclesie presbitero cardinali, domini nostri pape camerario,
et nobis pro parte reverendi patris domini Georgii de Saluciis episcopi Augusten, provincie
Tarantasien., asserentis se pro communi et minutis serviciis camere apostolice et collegio fami-
liaribusque et officiariis eorumdem sue promocionis racione debitis ad racionem taxe octingentorum
florenorum de camera indebite obligatum exposito, quod in libris et regestris antiquis ecclesia
Augusten, ad ducentos quinquaginta florenos similes taxata tantunmiodo reperitur et ne ex huius*
modi obligatione ipse et ecclesia sua nimium gravaretur, ipsi domino cardinali et nobis fecit
humiliter supplicari, ut sibi et dicte ecclesie super hoc de opportuno remedio providere dignaremur.
Nos attendentes, si esset ita, peticionem huiusmodi fore iustam, venerabilibus viris dominis
lacobo de Ugolinis eiusdem collegii clerico et lacobo Radulphi officium clericatus eiusdem collegii
regenti, dedimus in mandatis ut unacum venerabili et circumspecto viro domino lohanne de
Reate, decretorum doctore et camere apostolice clerico, per dictum dominum cardinalem super
hac re deputato, diligenter inquirerent et nobis inde referrent seriosius veritatem. Qui quidem
Lxxni
Wenn es auch zuweilen vorkam, dass ein neuer camerarius collegii
die Cleriker wiederum vereidigte^) und gewissermassen neu bestellte, so kann
man das doch nicht als R^el aufstellen. Eine derartige Thatsache verdient
jedoch besondere Hervorhebung, weil sie parallel läuft mit der oben erwähnten
Bestätigung zweier camerarii collegii.^) Diese interessante Nachricht
findet sich Oblig. 56. fol. n r. und lautet :
1409 Ion. 80.
Die dominica ultima mensis lunii reverendissimi in Christo patres et
domini, domini Henricus episcopus Tusculan. et Amedeus Sancte Marienove
diaconus cardinales et camerarii collegii dominorum cardinalium receperunt
venerabiles viros dominos lohannem Poncet! et Stephanum de Prato, clericos
dicti sacri collegii de novo ad iuramentum fideliter exercendi officium ipsius
clericatus collegii; quod supradicti clerici tactis sacrosanctis scripturis iura-
verunt et promiserunt ipsmn eorum officium tam solicite quam fideliter
exercere.
Die erste genauere Nachricht über den Inhalt des von den Clerikem
zu schwörenden Eides stammt aus einer verhältnissmässig späten Zeit, näm-
lich aus dem Jahre 1361.^) Es ist interessant den Inhalt dieses Eides mit
demjenigen des Jahres 141 4 zu vergleichen.
Kirsch, Seite 49, Anm. 2.
(1361 lun. 8.)
„Et igitur ego lohannes de Meia-
nesio prefatus, requisitus per dominum
meum cardinalem prefatum, iuravi
sponte ad sancta Dei Evangelia, cor-
poraliter per me tacta, quod dictum
officimn quamdiu ipsum contigerit me
tenere, totis viribus, quantum michi
Dominus ministrabit, fideliter exer-
cebo pecuniasque recipiendas per me
Oblig. 61. fol. I r. (1414 Mart. 30.)
Urk. No. 362.
„Nos enim a te fidelitatis debite
et solite recepimus iuramentum, per
te ad sancta Dei Evangelia in nostris
manibus corporaliter prestitum, quod
dictum officium bene, prudenter, dili-
genter atque fideliter exercebis atque
de receptis per te l^^em racionem
et legitimum computum reddes divi-
sionesque receptorum maliciose facere
ra Teritatem magna cum diligentia perscrutati prefeitam ecdesiam ad ducentos quinquaginta
florenos reperiri taxatom . . . retulerunt .... In quorum testimonium presentes litteras fieri et
sigilli nostri camerariatus officii iussimus appensione munin.^ ^
Datum Floren, sub anno a Nativitate Domini M*cccc*xxxv, indictione xin, die Yero
XII mensis luliii pontificatus domini nostrii domini Eugenii pre£Eiti anno quinto.
flor. I gr. n
Oblig. 74. fol. xxxvii r.
*) Vergl. Oblig. 59. fol. vrai r.
*) Siehe oben Seite XLViii und XLvmi.
*) Kirsch, Seite 49, Anm. 2.
Lxxini
ratione dicti officii distribuam, con-
servabo et solvam quanto fidelius et
diligentius potero, et de ipsis receptis,
distributis, conservatis et solutis red-
dam, requisitus, annis sing^s ipsi
domino meo cardinali vel cui ipse
voluerit aut suis successoribus in ipso
officio debitam rationem, librosque
ipsius officii et scripturas quascumque
ad id ipsum pertinentes officium, cum
ipsum officium me dimittere conti-
gerit, restituam dicto domino meo
cardinali camerario vel suis succes-
soribus antedictis."
non difTeres, et singulis dominis car-
dinalibus iuxta sue debitum racionis,
facta divisione, soludonem Facies, ut
est moris, litteras absolutorias, quic-
tatorias et dilatorias, aut alias quas-
cumque, quas clerici prefati coll^;ii
facere et signare consuerunt, fideliter
Facies et conscribes seu signabis et
regestrabis seu Facies regestrari, ut
est moris, iuxta nostram aut succes-
sorum nostrorum voluntatem. Nee
ex eisdem litteris pro tuo labore nisi
salarium recipi consuetum quoquo-
modo recipies."
Der Beginn des Eides in beiden Fassungen scheint inhaltlich gleich
gewesen zu sein. Mit Bezug auF die Rechnungsablage heisst es bei Kirsch,
dass er auF Geheiss alljährlich Rechenschaft ablegen müsse über seine
Verwaltung, während die zweite Fassung die Rechnungsablage allgemein
iiir nothwendig erklärt und keinen Zeitpunkt des Geschehens Feststellt. Nach
wenigen anderen Worten gehen beide Fassungen gänzlich auseinander. Bei
Kirsch wird mit Eindringlichkeit betont, dass alle Bücher und Schriften,
die sich auF die Amtsftihrung beziehen, beim Verlassen des Amtes dem
Cardinalkämmerer unweigerlich zurückzugeben sind. Hiervon steht in
der zweiten Fassung kein Wort mehr. Dagegen Fehlt bei Kirsch
der Folgende Abschnitt über die AusFertigung der BrieFe. Der
clericus wird verpflichtet, alle Urkunden sorgfältig auszuFertigen und ein-
zutragen, beziehungsweise ausFertigen und eintragen zu lassen, ut est moris.
Auch darF er, — und damit wird ein altes Erbübel curialer Verwaltung
berührt, — sich für die Urkunden nur die herkömmUche Taxe, nicht mehr,
auszahlen lassen.
Wenn beide Auszüge aus dem Eide vollständig und getreu sind, —
und es liegt kein Grund vor das Gegentheil anzunehmen, — so haben wir
es mit einer wesentlichen Ausbildung des Eides zu thun, die es nur bedauer-
lich erscheinen lässt, dass wir bisher dem Wortlaute des Eides in den
Quellen nicht begegnet sind. Die Erinnerung an Petrus de Montechiello
und die Entführung der Register der camera collegü nach Spoleto ist in
der ersten Fassung noch lebendig, in der zweiten dagegen ganz verschwunden.
Ob es gestattet ist, daraus einen Schluss auF eine anderweitige AuFbewahrung
LXXV
der Cameralregister, einschliesslich der im Gebrauche befindlichen, zu machen,
erscheint fraglich; denn man hätte dann in der camera collegii 150 Jahre
früher begonnen, die Acten rechtzeitig zu sammeln und unter Verschluss zu
nehmen, wie in allen Dicasterien curialer Verwaltung. Warum also der
Abschnitt über die Rückgabe der Register an den camerarius collegü aus
dem Eide ausgeschieden ist, vermögen wir nicht einmal zu errathen.
Der Wortlaut des Eides, den die clerici collegii nach der Neuordnung
der gesammten Verhältnisse im 15. Jahrhunderte leisteten, ist uns im genauen
Wortlaute überliefert. Unzweifelhaft haben wir darin keine vollständig neue
Fassung zu sehen, sondern nur die Fortbildung des älteren Eides. Ich
drucke das Formular erneut hier ab, weil es den Schluss der Entwicklung
der von nur bearbeiteten Periode bildet.
luramentum quod defertur clericis
collegii reverendissimorum dominorum cardinalium.
Ego N., clericus sacri collegii reverendissimorum cardinalium, iuro et
promicto offitium clericatus collegii fideliter et soUicite exercere sine dolo
et fraude quocumque, ymmo pure et bona fide. Non ero in facto, dicto,
consilio, auxilio sive consensu, quod iura cappelli communium videlicet et
minuti servitü {sü) et quecumque emolumenta, fructus, redditus et proventus
sacri coll^U in aliquo diminuantur seu ledantur, ymmo toto posse procurabo
quod illesa serventur et contra quoscumque manutenebo et defendam,
videlicet quod de quolibet episcopatu vel archiepiscopatu sive abbatia media
pars tasse {sie) deveniat ad manus depositarii sacri coll^i et unum minutum
de quinque minutis [servitüs] solvendis, prout est hactenus consuetum^),
ymmo si contrarium fieri sensero, id pro meo posse inpediam {sie) et, si
inpedire') non potero, id ad notitiam camerarii et consultorum suorum
deducam vel notificari eis faciam per me vel per alium. Et quod tam de
introitibus sigilli quam de Omnibus alüs introitibus secundum formam con-
stitutionis collegU rationem reddam in terminis constitutis. Nee de debitis
sacri collegii quitantiam aliquam faciam vel subscribam, nee aliquid aliud
recipiam, etiam gratis oblatum, nisi prout in dictis constitutionibus continetur.
Et quod iuxta constitutionem predictam libros faciam, quorum unum tenebo
in domo, ubi habitavero, reliquum vero coUega meus tenebit. Ac etiam
omnia ad que prefata constitutio collegii clericos sacri collegii astringit,
finniter observabo. Sic me Deus adiuvet et hec sancta Dei Evangelia.
Armarium xxxi Tom. 51. fol. 10 v.
Gottlob, Aus der camera apostolica des 15. Jahrhunderts, S. 93, Anm. i.
*) Gottlob: consultum.
*) Gottlob: impediam und impedire.
LXXVI
S. Allgemeine Bedeutung des Amtes der clerici collegii.
Mangels sämmtlicher Nachrichten, die uns über das amtliche und
gesellschaftliche Ansehen der Cleriker der camera collegii unterrichten
könnten, sind wir darauf angewiesen, uns mit dem spärlichen Material über
die Persönlichkeiten der einzelnen clerici zu b^^ügen. So weit dieselben
geeignet sind Licht auf die angeregte Frage zu werfen, sollen sie hier
untersucht werden.
Sehen wir von der eigenartigen Erscheinung des Petrus de Montechiello
ab, mit dem sich ein Excurs am Schlüsse des Buches ausfuhrlicher beschäftigen
wird, so bietet uns die erste Handhabe, die Stellung der clerici coll^^U zu
bewerthen, die Thatsache, dass Michael Ricomanni im Jahre 1335 clericus
camerae apostolicae wird, nachdem er 12 Jahre lang in der gleichen Eigen-
schaft in der Cardinalskammer thätig gewesen war. Wenngleich man darin
auf den ersten Blick keine besondere Verbesserung seiner Stellung sehen
möchte, so muss doch darauf aufmerksam gemacht werden, dass zwischen
einem Curialbeamten von angesehener Stellung und dem Familiären des
camerarius coUegü ein grosser Abstand herrschte, wenngleich die Beschäftigung
Beider sich in sehr vielen Punkten deckte. Das Gleiche ist ftir lohannes
de Reate zu verzeichnen, der im Jahre 1429 ebenfalls aus der camera coll^;ii
in die camera apostolica übertritt.
Unter dem Gesichtspunkte der Geschäftstüchtigkeit ist die Ernennung
des clericus collegii Cosmatus Gentilis, zusammen mit dem clericus camerae
apostolicae lacobus Dardani, zum CoUector in Anglia zu betrachten. Wenn-
gleich sehr häufig Bischöfe mit diesem verantwortungs- und mühevollen
Amte beauftragt wurden, so war das aber keine feste Regel. Wir gewinnen
aber durch diese Betrachtung einen nicht geringen Massstab für das Ansehen
eines geschäftsgewandten clericus collegii. Cosmatus wurde nach seiner
Rückkimft aus England zum Erzbischofe von Ravenna ernannt am 4. No-
vember 1387. Schon am 19. lun. 1389 wird er auf den Sitz von Bologna
transferirt; jedoch nach wenigen Monaten (18. Dec. 1389) erfolgte seine
Ernennung zum Cardinal. Das Erzbisthum von Ravenna behielt er in Ver-
waltung bis zum 15. September 1400. Schliesslich wurde Cosmatus im
Jahre 1404 zum Papste erwählt und er nannte sich als solcher InnocenzVU.
Am Wichtigsten sind aber fünf Ernennungen zu Bischöfen, die im
14. und 15. Jahrhundert stattgefunden haben. Ich will hier gleich bemerken,
dass es in den meisten Fällen fast nur Sache des Zufalls ist, wenn man
solchen Dingen auf die Spur kommt. Ausdrücklich verzeichnet, dass ein
clericus collegU diese oder jene Beförderung erhalten habe, ist dergleichen
Lxxvn
fast nie. Ebenso wird in Provisionsbullen diese frühere Thätigkeit meistens
nicht erwähnt. Aus diesem Grunde sind alle Zusammenstellungen dieser
Art von vornherein lückenhaft.
Der erste zum Bischof beförderte clericus collegii ist Georgius loannis.
Er wurde am S.Juli 1338 auf den Stuhl von Coimbra erhoben. Der zweite
ist Antonius de Colello, den wir am 13. November 1349 als erwählten
Bischof von Mallorca antreffen. Der dritte ist Flamingus Minutulus de
Neapoli, der unter dem 26. Juli 1400^) Bischof von Nola wird. Der vierte,
Stephanus Aliotti de Prato, wird am 27. August 141 1 Bischof von Volterra
und der (iinfle in der Reihe ist Antonellus Surracha de Salemo. Er wird
zunächst für den Bischofssitz von Nebbio ausersehen, am 22. Juni 1414,
aber bevor er noch consecrirt war, wird er transferirt nach Acemo.
Aus diesen fünf Vorkommnissen sind wir berechtigt zu schliessen, dass,
wenn die clerici collegii auch keine Curialbeamten im eigentlichen Sinne
des Wortes waren, sie sich jedoch eines so hohen Ansehens erfreuten, dass
man ihnen häufiger Diöcesen zur Verwaltung übertrug, die keineswegs zu
den kleinsten und unwichtigsten gehörten.
Alles in Allem genommen dürfen wir die clerici collegU, als selbständige
Unterbeamte der grossen Verwaltung des heiligen CoU^ums, für amtlich
und social höher stehende Persönlichkeiten ansehen, die ihre Bedeutung
auch durch Erlangung einträglicher Benefizien zur Geltung zu bringen wussten.
Wüssten wir mehr über die einzelnen Persönlichkeiten, so würde das Urtheil
über dieselben gewiss in noch viel augenscheinlicherer Weise zu ihren
Gunsten verschoben werden. Hier mag noch angeführt werden, dass manche
clerici coll^i vorher scriptores oder abbreviatores litterarum apostolicarum
waren, Aemter, die sie zum Theil wohl beibehielten. Aus dem, was sie
waren, und aus dem, was sie wurden, kann man dann mit ziemlicher
Sicherheit den Schluss auf das dazwischen liegende Amt machen.
Zum Schliisse sei noch die Bemerkung angefügt, dass die Unterbeamten,
wenn sie nicht eine geschriebene, ausdrückliche Vollmacht vom camerarius
coUegü hatten'), für gewöhnlich keinerlei Geschäfte vornehmen konnten,
*) Reg. Lat (Bon. ix a. 11 1. pr.) No. 75. fol. CLXXXVI v.
■) 13 17 Septembr. 14.
Servitiom abbatis de Rivopollo Vicen. diocesis in Catalanovia (su).
(Vom amiirer Hand:) Divisum et solutom est
Zahlt 160 flor. pro parte sui communis senricii collegii.
Unter der Eintragung später fUnMttgefiigt :
Post hoc exhibuit litteram domini Petri episcopi Spoletan. per quam dictus episcopus
atebaturi se recepisse a dicto abbate pro parte sui predicti servicii nomine dicti collegii ii flor.
fura anno Domini M • cc • cxiiii.
Lxxvra
wodurch die camera coUegii rechtskräftig gebunden worden wäre, selbst wenn
ein mündlicher Auftrag vorlag. Es kam nicht selten vor, dass z. B. die
clerici Gelder von den Banquiers in Empfang nahmen und Quittung darüber
ausstellten. Ein solches Actenstück hatte nur einen vorläufigen Werth und
gab den Banquiers nur die Sicherheit, dass eine so und so benannte Privat-
person eine bestimmte Summe empfangen hatte. Der camera collegü gegen-
über waren sie erst entlastet, wenn sie die Quittung des receptor bezw. clericus
gegen eine solche des Papstes oder Cardinalkämmerers eingetauscht hatten.
Aehnlich verhielt es sich mit allen anderen selbständig vorgenonmienen
Geschäften der Unterbeamten, wenn denselben keine ausdrückliche subdelegatio
potestatis zu Seite stand, die jedes Mal zum Ausdrucke gebracht werden musste.
b. Die servitores collegiL — Ein einziger Beamter, und später auch
zwei, waren nicht im Stande die gesammte ausgedehnte Greldverwaltung
des heiligen Collegiums zu fuhren. Wir müssen darum suchen, den weiteren
Unterbeamten auf die Spur zu konmien.
Die erste Nachricht über Beamte des Coll^ums, die nicht receptores
et distributores, bezw. clerici waren, finde ich zum Jahre 1320. Der receptor
et distributor hatte sich in seinem Namen und im Namen der alü servitores,
qui cum ipso in receptione et distributione dicte pecunie sive sumptuum
aliquorum per ipsos factorum deductione dictis dominis cardinalibus per tres
annos continuos servierunt, beklagt, dass ihnen kein Ersatz der Auslagen
seit ihrem Amtsantritte gewährt worden sei. Die Thätigkeit dieser servitores
bezog sich also lediglich auf das Geschäft der Einnahme und Vertheilung
der Gelder. Wir werden darunter also die in den cedulae am Kopfe
genannten portitores huius cedulae zu verstehen haben. Hie imd da, aber
jedes Mal in sehr allgemeiner Weise, die ein genaueres Eingehen auf den
Umfang des Amtes nicht zulässt, werden diese Unterbeamten noch später
erwähnt. Wenn wir auch recht wenig von ihnen wissen, so liegt es aber
in der Natur der Sache, dass solche Aemter bestanden, haben und be-
stehen mussten.
c Die Schreiber des Collegiums. — Nach Vorgang der apostolischen
Kammer hatte auch die camera collegii ihre eignen scribae, d. h. Schreiber,
denen die eigentliche Buchführung oblag. Wie oben schon auf Seite LXili
gesagt wurde, stand dem receptor et distributor Bertrandus de Montelauro
zur Seite Petrus de Ungholis, capellanus et scriba in officio receptionis et
distributionis. Die clerici collegii pfl^en in den Obligationsterminen, bei
Zahlungen u. s. w. ihre Notizen auf Zettel einzutragen, die dann von den
Schreibern nach bestimmten Vorlagen in die Register eingetragen wurden.
Dass dem so ist, ersehen wir aus zwei Umständen. Mit dem Wechsel de
Lxxvmi
derici collegii tritt meistens kein Wechsel in der Person des Schreibers
ein, wie die R^^ter augenscheinlich zeigen. Weiterhin unterscheidet sich
die Handschrift der die Register prüfenden und verbessernden clerici collegii
in den meisten Fällen so wesentlich von der Hand des Schreibers, dass
zwei durchaus getrennte Persönlichkeiten angenommen werden müssen.
Demgemäss gab es Beamte, denen das Schreibwerk der Buchführung ex
officio zustand. Dem thut keinen Abbruch, dass wir sehr oft die Bemerkung
finden: dominus noster mandavit nobis clericis collegü, ut scriberemus in
r^[istris et libris, denn es handelt sich hier nur um einen Auftrag an die
verantwortlichen Persönlichkeiten. Sie mussten fiir die Ausfuhrung sorgen,
ohne dass sie es — Ausnahmen abgerechnet — mit eigner Hand thaten.
Dem g^[enüber kann man auf andere Bemerkungen hinweisen, in denen
gesagt wird: ut scribere faceremus, oder: quod in registris scribi facerem,
oder wie es in dem zweiten Eide heisst: facies regestrari, ut est moris,
womit die Dinge klarer imd besser zum Ausdruck kommen.
Nach vollständiger Ausbildung der Finanzverwaltung des Cardinals-
collegiums haben wir demnach
den camerarius collegü cardinalium, dem die oberste Leitung aller
Geschäfte obliegt und der die übrigen Beamten ernennt;
die clerici camerae cardinalium, denen unter der Oberleitung des ca-
merarius die verantwortliche Ausfuhrung aller Geschäfte zukommt;
die servitores camerae cardinalium, die in besonderer Vertrauensstellung
hauptsächlich die örtliche Bew^^ng der Geldsummen zu thätigen
hatten, und schliesslich
die scribae in regestris et Ubris camerae cardinalium, die man als
Buchhalter bezeichnen kann.
Hier muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass unter
Eugen im die Beamtenclassen schon wesentlich erweitert waren, indem
ausser den clerici collegü noch andere ofRtiales camerario sufTraganeos
genannt werden, aus denen des Beispiels halber erwähnt werden : depositarius,
notarii und thesaurarü ^).
5. Die Gehälter der Beamten.
Die Untersuchung der Gehälter aller Beamten der camera collegii
einschliesslich des camerarius bietet Schwierigkeiten insofern, als man für
das 14. Jahrhundert keinerlei Angaben über die Höhe der bezogenen Sununen
hat. Immerhin haben wir aber doch einzelne Bemerkungen, die besprochen
zu werden verdienen.
') Siehe nnten die statuta vom Jahre 1437.
LXXX
SL Der Cardinalkämmerer. — Der camerarius coll^^ bezog als Ent-
gelt für seine Mühe das gesammte Einkommen aus der Siegeltaxe,
die von den clerici collegii eingezogen und mit dem Cardinalkämmerer
verrechnet wurde.
Oblig. 55^- fol. LXXXV r.: Die lovis xix lanuar. dominus lo. de Reate
recessit de Mantua ad dominum cardinalem Saluciarum et uscyie nunc
recepit pro sigillo et deinceps ego lo. Ponceti. Weiterhin Oblig. 63.
fol. cxxn r.: Hie fuit facta ratio de sigillo domino cardinali Bononien.
Die Einnahme der floreni pro sigillo lag dem zur Zeit die Registergeschäfte
führenden clericus collegii ob.
Kirsch, Seite 54, bespricht die Siegeltaxe vom 10. Juli 1318. Unter
Gregor XI bestand folgende Berechnung, die iiir die ganze in diesem Buche
behandelte 2^it in Kraft blieb.
Taxatio litterarum communium et minutorum servitiorum, prout sunt
Scripte etc.^)
Primo pro littera C iSorenor. recipitur l jflor. n gr. Pap
Secimdo de C iflor. usque ad v exclusive n iflor. n gr. Pap
Tertio de v iSor. usque ad mille exclusive m iSor. m gr. Pap
Quarto de mille iflor. nn iflor. im gr. Pap
Quinto de mille c jflor. v flor. v gr. Pap
Sexto de MCC flor. vi flor. VI gr. Pap
Septimo de MV flor. vn flor. Vll gr. Pap
Et sie de singulis ut in primo miliario.
Item de cedula dilationis I flor. I gr
Item de cedula absoluttonis i flor. i gr
Item et de cedula dispensationis l flor. l gr
Bei der Reform der Verwaltung der camera collegü wurde naturgemäss
auch das Gehalt des camerarius collegii geordnet. Zuerst wurde dasselbe
auf 200 Goldgulden jährlich, dann auf 100 (xoldgulden monatlich und
schliesslich wiederum auf 200 (xoldgulden jährlich festgesetzt. Der Rest
der Einnahme musste im Interesse des heiligen Collegiums . regelmässig ver-
rechnet werden.^)
In den Registern steht unter jeder Urkunde die Taxe angegeben in
Goldgulden und Grossi. Erstere galten fiir das Siegel, letztere (siehe oben
die Liste) fiir den Brief, die den clerici collegü zuflelen, worüber weiter
unten die Rede sein wird.
*) Oblig. 43. fol. 29 r.
*) Siehe darüber weiter unten.
LXXXI
Die höchste Taxe, die ich einige Male gefunden habe, betrug flor. xxii
gr. xxn. Das eine Mal zahlte der Erzbischof von York im Jahre 1426 sein
ganzes Servitiiim fiir das heilige Collegium und die Familiären der Cardinäle
im Betrage von 5416 Goldgulden 33 sol. 4 den.^)
Weiterhin kommen zwei Zahlungen der Erzbischöfe von Salzburg in
Frage. Ebrardus erlegte am 24. April 1427 5380 Goldgulden') und lohannes
am I. Mai 1429 die gleiche Summe. ^) Der Erzbischof Rabanus von Trier
bezahlte am 5. Aug. 1430 5384 Goldgulden ^) und für alle diese Fälle ist
die obengenannte Taxe verzeichnet.
Eine Taxe von flor. XX gr. XX wird für den Erzbischof Theoderich
von Köln berechnet, obschon derselbe pro totali parte sui communis servitii
5000 flor. und pro totali minuto servitio 357 flor. 7 sol. 5 den. bezahlte.^)
Augenscheinlich hatte man bei Bemessung der Grebühren pro sigillo et littera
den Betrag des Servitiums iiir die Familiären nicht mit gerechnet. Da mir
nur zwei Servitien von 12000 Groldgulden in jener Zeit bekannt geworden
sind, ich jedoch keine einheitliche Zahlung der 6000 Goldgulden iiir die
camera collegii aufland, so entfällt auch eine höhere Taxe. Hierbei sehe
ich von der, meines Wissens damals nie vorgekommenen Möglichkeit ab,
dass einer der so hoch taxirten Erzbischöfe oder Bischöfe zugleich mit der
Zahlung seines eignen Servitiums auch Schulden eines seiner Vorgänger
entrichtet hätte. Späterhin kamen höhere Gesammtzahlungen vor. Dem-
gemässs bedeutet die Summe von 22 Goldgulden 22 grossi theoretisch
keineswegs die Grenze der Siegeltaxe, wohl aber practisch gemäss den
Angaben der Register.
Für die doppelte oder dreifache Ausfertigung von Briefen ist jedes
Mal das Doppelte oder Dreifache der ganzen Taxe zu entrichten. Dass das
vorkam, ersehen wir aus Oblig. 47. fol. XXIIII v. : pro duplicatione et trip-
licatione flor. n gr. n; Oblig. 63. fol. xxnii v.: Duplicata de verbo ad verbum
collatione facta per me lo. de Reate et me P. Pougneterii. Beide Unterschriften
sind eigenhändig. Oblig. 55^- fol. XLVii v.: nn flor. v gr. quia fuit duplicata.
Oblig. 47. fol. 392 : Pro duplicatione flor. II cum dimidio II gross, cum dimidio.
Gänzlicher oder theilweiser Erlass der Taxe wird gegen Ende des
14. Jahrhunderts sehr häufig. Aus dem umfangreichen Materiale hebe ich
einige bezeichnende Beispiele heraus. Oblig. 55^- fol. xix r. (fasc. n): gratis
*) Oblig. 63. fol. XXX r.
*) Oblig. 63. fol. LVi V.
■) Oblig. 63. fol. cxii V.
*) Oblig. 63. fol. CXLVII r.
*) Oblig. 55A. fol. XXXVIII V.
Bavmgartbn, Finanxverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter.
Lxxxn
ad requestam domini cardinalis. Oblig. 62. fol. Ln v. : iSor. m gr. m. Remisit
sibi dominus flor. II, quia solum per duos dies transiverat terminus [solutionis]]
et etiam non solvit nisi gr. duos^). Ibidem fol. LI v.: nichil solvit; amore
Dei remisit sibi dominus propter paupertatem; nee de g^rossis solvit Ibidem
fol. XLn V. beim servitiiun ecclesiae Bambergen. solutum per manus Luteni
canonici steht keine Taxe; vielmehr haben wir hier einen eigenmächtigen
Nachlass derselben: Iste dominus Lutenus habuit Utteram post recessum
domini sine sigillo, quia aliter solvere nolebat [pecunie summam]; et habuit
prorogationem termini duorum mensiiun de voluntate dominorum Ostien.,
Montis Arragonum, Pisani; pro Uttera dumtaxat solvit n gr. et nichil pro
sigillo. lo. Ponceti. Ibidem fol. XXXIX v. : gratis de mandato domini car-
dinalis camerarii. Oblig. 55^* fol. LXliv.: gratis ad instantiam familiaris
domini cardinalis S. Marci. Ibidem, fol. LXXXXVn r. : gratis pro nepote domini
Ostien. Oblig. 62. fol. ccxn r.:
iSor. nn gr. im Solutio precedit obligationem.
totum remissum.
ObUg. 63. fol. Lxmr.: gratis per totum, und weiter: gratis ubique.
Oblig. 47. fol. 22 V.: gratis pro sigillo et Uttera.
Oblig. 55^* fol. LXXXXVI V. hatte man sich in der Taxe verrechnet,
was folgender Eintrag zum Ausdrucke bringt:
iSor. m gr. m remitti debet computanti flor. i gr. n.
sunt flor. n gr. i.
Bemerkenswerth sind noch folgende Bemerkungen: ObUg. 47. fol. 57 v.:
Vacat, quia litteras non solvit. Oblig. 47. fol. 79 r.: Nichil solvit nee um-
quam habuit litteras pro parte coUegii; pro parte camere tamen solvit per
assignationem factam in partibus.
Die kleinen Unkosten, mit denen die Siegeltaxe belastet war, zeigt
eine Bemerkung Oblig. 55^- ci r.: flor. I gr. n non computetur iste flor. quia
fuit datus pro cera sigilli
emenda.
Bei einer Taxe von flor. l gr. n steht angemerkt: Hoc non recepi;
habuit litteram per errorem, woraus hervorgeht, dass der Empfänger mit
der in aller Form ausgestellten Quittung davongegangen war, ohne die Taxe
zu zahlen.
*) Diese 2 Goldgulden und 2 Grossi beziehen sich auf Clausein, die man dem Briefe nicht
anftlgte, weil man den Zeitraum von zwei Tagen nicht als eine Verletzung der eingegangenen
Verpflichtungen ansah.
Lxxxm
2. Die clerici collegii. — Für das Ende des 13. Jahrhunderts haben
wir gar keinen Anhaltspunkt, ob und wie diejenigen bezahlt wurden, die
vom Papste ernannt oder vom camerarius collegii zugezogen wurden, um
die Arbeit der Vereinnahmung der Gelder, der Austheilung an die Cardinäle,
des Schreibens der Urkunden und der Führung der Bücher zu leisten.
Der Käounerer hatte selbstverständlich nur die oberste Leitung sämmtlicher
Geschäfte und theilte jedem seine zu erledigende Arbeit zu, von der wir
nicht wissen, ob sie imter den verschiedenen Unterbeamten wechselte, oder
jeder seinen festabgegrenzten Wirkungskreis hatte.
Für das 14. Jahrhundert finde ich die erste Notiz über die Ausgaben,
die die Beamten der camera collegii im Interesse der Geschäftsführung
machten, zum 11. Februar 1320 in einer cedula divisionis verzeichnet^). Der
Cardinalkämmerer theilt seinen Confratres mit, dass der Receptor „de
redditibus conütatus Veneyssini" 3000 Turonenser Silbergroschen zurück-
behalten habe, bis die Cardinäle sich darüber schlüssig gemacht hätten,
wie sie den Receptor und die servitores, die den genannten Beamten in
seinen Arbeiten unterstützten, fiir ihre im Interesse des Collegiums gemachten
Auslagen schadlos halten wollten. Daraus geht hervor, dass damals bestimmte
Abkommen mit den Beamten noch nicht getrofTen worden waren, vielmehr
wird der camerarius coUegü dieselben mehr oder weniger nach seinem Er-
messen ex aequo et bono bezahlt haben. Da aber die gemachten baaren
Auslagen nicht inmier von einem Conto auf das andere übertragen werden
konnten, vielmehr schliesslich, namentlich wenn sie eine bestimmte Höhe
erreicht hatten, besonders verrechnet werden mussten, so erklärt sich diese
Mittheilung an die Cardinäle ganz leicht Ich bin geneigt anzunehmen,
dass diese Anregung von Seiten des Receptors „et aliorum servitorum" den
Anstoss zu einer definitiven R^fdung der Gehalts- und sonstigen Verhältnisse
gegeben haben wird. Urkundlich bel^^en kann ich diese Ansicht vor-
läufig nicht.
Ob man auch auf die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts die in der
zweiten Hälfte geltenden diesbezüglichen Besthnmungen, die ich jetzt an
fuhren werde, anwenden kann, dürfte vielleicht zu bejahen sein.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts können wir aus den cedulae
des camerarius collegii feststellen, das der Cleriker, der allmonatlich dem
Vertheilungsgeschäfte vorstand, von jeder Zahlung den hundertsten Theil,
also ein Procent erhielt Das Gehalt des Clerikers wurde nicht von dem
servitium commime allein, sondern auch von demjenigen der Familiären,
^) Siehe oben den Absatz über die servitores coUegü.
Lxxxnu
also von der ganzen Summe berechnet Ein klares Beispiel — w^en
der runden Summen — haben wir an der Zahlung des Abtes Heinrich
von Sanct Paul in Utrecht vom 2. December 1390.*) Derselbe machte
eine Theilzahlung von 46 Goldgulden auf sein servitium conmiune und von
4 Goldgulden auf sein servitium minutum für die Familiären der Cardinäle.
Von diesen 50 Goldgulden „capit autem clericus collegii pro communi et
minuto XXV solidos''. Diese 25 solidi sind gleich Vs Goldgulden gleich
I Procent. Die übrigbleibenden 49 äor. 25 sol. wurden unter 14 Cardinäle
vertheilt, von denen jeder 3 flor. 10 sol. 7 den. iiir sich und 14 sol. i den.
für seine Familiären erhielt. Bei manchen anderen Rechnungen, die ich
an anderen Zahlungen angestellt habe, stimmt das Ergebniss stets, wenn-
gleich die Denare und zuweilen auch die Solidi kleine Unterschiede auf-
weisen. Dieses erklärt sich aus dem Brauche, dass kleine Restsummen, die
sich nicht gut vertheilen Hessen, bei den einzelnen cedulae zurückbehalten und
später gemeinschaftlich vertheilt oder für expensae coUegü verwendet wurden.
Hierbei ist zu bemerken, dass die Cleriker sich in ihren Obliegen-
heiten — wie oben schon gesagt — (wahrscheinlich) allmonatlich ablösten,
so dass jetzt dem Einen und dann dem Anderen diese Gefälle zukamen.
Sicher ist der abwechselnde Bezug der „grossi litterarum", d. h. der Ge-
bühren, die die Prälaten für die Ausfertigung der Quittungs-, Prorogations-,
Absolutions-, Citations- etc. Briefe zu zahlen hatten. Indem ich dieses, ohne
eine eigentliche urkundliche Unterlage für die Annahme der Frist eines
Monates für Ausübung der einzelnen Functionen zu haben, annehme, stütze
ich mich auf die Analogie mit der apostolischen Kammer, in der der
„clericus mensarius" eine stehende Einrichtung geworden war.
Eine wesentliche Veränderung in diesem Punkte ging unter Martin V
am I. October 14 19 vor sich. Das Collegium der Cardinäle beschloss, wohl
auf Anregung des camerarius collegii, des Cardinais Franciscus, tituU Sanctae
Crucis, Venetiarum vulgariter nuncupatus, dass die Cleriker des Collegiums
in Zukunft bei jeder Vertheilung 2 Goldgulden von jedem Hundert erhalten
sollten, so zwar, dass Jeder i Goldgulden erhalte. Dabei sollte das Recht
auf die „grossi litterarum" aufrecht erhalten bleiben, wie bisher. Ob bei
dieser Aenderung auch eine Verschiebung in Ausführung der Arbeiten vor-
genommen wurde, lässt sich nicht nachweisen; es liegt aber bei der Natur
der Sache nahe, daran zu denken.
Ich füge hier eine kurze Uebersicht über die Bezüge der clerici collegii
aus den Jahren 1413 — 1415, also vor Neuregelung der Gehaltsfrage, an.
^) Doch kommt die Erwähnung dieser Grehaltzahlungen auch schon früher vor.
LXXXV
Es sind Zusammenstellungen aus den distributiones, in denen es am Schlüsse
jedes Mal heisst: „Capit clericus collegii — flor. — sol." oder „capiunt
clerici", d. h. von der ganzen vereinnahmten und zur Vertheilung gebrachten
Sunmie erhält der clericus collegii den oben festgestellten Procentsatz. Die
Uebersicht lässt zugleich die Häufigkeit der Vertheilungen im 15. Jahrhundert
ungefähr erkennen.
capit clericus collegii flor. 12 sol. — .
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Die Summe der Einnahmen ergiebt 202 Goldgulden 16 Soldi, ein
gewiss recht bescheidene Bezahlung fiir einen mehr wie zweijährigen Zeit-
raum. Wenn man auch eine ansehnliche Summe aus den grossi litterarum
ansetzen will, so erhöht sich die Summe doch nicht so, dass man eine
Neur^elung der Einnahmen der Cleriker, wie sie kurz darauf erfolgte, nicht
als sehr nothwendig bezeichnen müsste.
Ausdrückliche Nachrichten über die grossi litterarum, die die clerici
coll^ii erhielten, finden sich erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Wie
schon hervorgehoben wurde, wechselten beide Cleriker in dem vollen Bezüge
der grossi litterarum ab. Es ergiebt sich das aus vielfachen Randbemerkungen,
von denen einige hier Platz finden mögen.
Oblig. 62. fol. XLVI r. : flor. II gr. n; isti sunt soluti Florencie; recepit
Poncet! et etiam sunt notati supra. Ibidem fol. XLm r. f usque ad istum
locum facta est ratio grossorum in recessu de Florencia et satisfactum
hindnde. Oblig. 55^- fol. LXXXV r. in margine: Hie fuit facta ratio grossorum
in recessu. lo. de Reate. Ibidem fol. C r. : Hie ego lo. de Reate incipio
recipere grossos. Auf der folgenden Seite heisst es dann: flor. im gr. nn
quos recepit mag. lo. Ponceti; et debuit regestrari supra post Michaelem
de Clusa et fuit in divisione V die lulü. Oblig. 62. fol. XXIX : flor. i gr. n
residuum gratis. Auf dem Rande: Attende si magister Ponceti habuit duos
I.
distributio
141 3 August. 31
2.
1413 Octobr. 7
3-
14 13 Octobr. 31
4.
1414 Mart. I
5.
1414 April. 7
6.
1414 Maii30
7.
1414 lul. 31
8.
14 14 Septembr. 27
9.
14 14 Decembr. 24
IG.
141 5 Februar. 23
II.
141 5 April. 14
12.
141 5 lun. 23
13.
141 5 Octobr. 31
15
kJVTAi
1 •
10
4-
16
3-
13
2.
8
8.
II
37-
5
4-
3;
2.
IS
14.
II
— .
41
— .
6
8.
LXXXVI
flor. [kgendum: grossos], quia tunc computabuntur in alia solutione. Darunter
steht als Antwort: Istos duos florenos [L e. grossos] nulle modo habui;
ymo ipse dominus episcopus manu propria me absente solvit pro hac littera.
lo. Ponceti. ^) Ibidem fol. CLXXI r. : Usque ad istum locum facta est ratio
grrossorum omnium et nichil debeo et nichil michi debetur. lo. de Reate
G. de Rocanera.
Wir wissen jedoch, abgesehen von diesen Nachrichten, dass der Em-
pfang der grossi litterarum durch die Cleriker ein alter Brauch war, sodass
man die Einnahmen derselben aus diesem Posten als einen Theil ihres
Gehaltes bezeichnen muss. Bei der glatten Zahlung der Servitien, wie sich
das bei politisch ruhigen Zeiten beobachten lässt, war diese Einnahme
wesentlich geringer, wie in bewegten Tagen. Denn dann waren die Prä-
laten wegen der Kriege und aus sonstigen Gründen sehr häufig nicht in
der Lage die Zahlungstermine einzuhalten. Sie mussten also um Aufschub
bitten, dessen Grewährung wieder mit einer Si^^l- und Brieftaxe verbunden
war. Baten sie nicht um Aufschub, so verfielen sie Censuren, von denen
sie bei der endlichen Zahlung losgesprochen werden mussten. Und ein
Brief mit der clausula absolutionis hatte eine höhere Taxe, wie der einfache
Quittungsbrief. Von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat verschob sich diese
Einnahme, sodass man sich keinerlei Bild von dem Betrage machen kann.
Die Abrechnung geschah unter den beiden Clerikem ohne Zuziehung
des Kämmerers. Als Unterlage dafiir dienten die Register, in denen unter
jedem Briefe die Taxen vermerkt standen. Da für gewöhnlich die Briefe
genau chronologisch eingetragen wurden, so bot die Verrechnui^ wenig
Schwierigkeiten. Waren jedoch mehrere Urkunden zu spät registrirt worden,
so mussten die in die frühere ratio — so hiess die Abrechnung mit dem
technischen Ausdrucke — fallenden Beträge als solche bezeichnet werden.
Das geschah beispielsweise auf folgende Weise. Oblig. 63. fol. CXin r. hat
am Rande bei der ersten Urkunde stehen: 2' ratio [grossorum] hie incipit.
Bei mehreren folgenden Briefen steht nun vermerkt: in prima ratione, oder:
habuit lo. de Reate, oder: lo. de Reate habuit grossos.
Die Neuordnung der camera collegii cardinalium am
3. (13.) September 1437.
Die ganze vorstehende DarsteUung der Aemter und der Verwaltung
der Kammer des heiligen Collegiums behält ihre Gültigkeit bis auf Papst
Eugen nil. Unter ihm wurden alle Verhältnisse einer tiefeinschneidenden
^) Der Ausdruck: solvit pro hac littera, zeigt, dass statt florenos zu lesen ist grossos.
Lxxxvn
Veränderung unterzogen, die ganz kurz beschrieben werden soll, da damit
die Grenze erreicht ist, die sich dieses Buch gesteckt hat.
Die ersten „statuta sacri collegii", die wir bisher kennen, — frühere
sind wohl kaum erlassen worden, — stammen vom 3. (13.) September 1437.
Im Anschlüsse daran giebt es, vor dem Erlasse der zweiten Statuten vom
Jahre 1466, zwei Actenstücke, die die ersten Statuten in gewisser Weise
fortbilden und auf die wichtigsten Bestimmungen der zweiten statuta überleiten.
Ein einfacher Vergleich der drei Actenstücke macht das angedeutete
Abhängigkdtsverhältniss klar. Alle drei Documente finden sich Arma-
rium XXXI Tom. 51 und haben folgende Titel:
i) Statuta sacri collegii de officio et pote State camer arii sacri collegii
reverendissimorum dominorum Sacrosancte Romane Ecclesie cardi-
nalium et de aliis ad dictum officium, pertinentibus.
2) Modificationes potestatis camerarii dominorum Sacrosancte Romane
Ecclesie cardinalium,
3) Alie modificationes potestatis camerarii sacri collegii reverendissi-
morum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium.
Der Kürze halber nenne ich die drei Documente: Statuta, modifica-
tiones und aliae modificationes.
Die Hauptbestimmung der Statuten ist die, dass der Cardinalkämmerer
in Zukunft nur auf ein Jahr im Amte bleiben darf und er erst wiederum
nach drei Jahren wahlfähig sein kann. Während früher die gesammte
Siegeltaxe dem camerarius collegü für seine Mühewaltung zufiel, wird jetzt
bestimmt, dass derselbe nur 200 Goldgulden im Jahre pro salario aus der
Siegeltaxe beziehen soll. Die clerici collegii, die die florenos pro sigillo
einnehmen und zu Weihnachten, Ostern und Mariähinmielfahrt verrechnen
müssen, dürfen in Zukunft unter keinen Umständen Familiären oder Tisch-
genossen des camerarius collegU sein; handeln sie gegen dieses Verbot, so
sind sie ipso facto entlassen. Die Ernennung derselben steht nicht mehr
dem Cardinalkämmerer zu, sondern dem CoUegium als solchem. Die clerici
sind ad nutum amovibiles, müssen einen Treueid schwören imd erhalten,
ausser den grossis quietantiarum, je einen Goldgulden von je 100 Gold-
gulden Bruttoeinnahme als Gehalt.
Ausser diesen Dingen werden noch eine Anzahl weiterer Punkte fest-
gelegt, die im Texte der unten folgenden statuta nachzusehen sind.
Die modificationes enthalten folgenden bemerkenswerthen Abschnitt:
Item nullatenus deputabit [camerarius] clericos et alios officiales
sibi suffraganeos in officio absque consensu maioris partis collegü, ut,
puta, depositarium, notarios, thesaurarios et simUes deputandos.
Lxxxvin
Merkwürdig ist die neue Bestimmung, dass das Gdialt des camerarius
collegii sich auf monatlich loo Goldgulden bdaufen soll, was einem jähr-
lichen Gehalte von 1200 Goldgulden, g^;enüber den 200 Gok^^den der
statuta, ausmacht In den aliae modificationes gri£f man dann wieder auf
die Bestimmungen der statuta bezüglich des Gdialtes zurück, um dann im
Jahre 1466 den Grundsatz aufzustellen, dass der camerarius coU^ü sein
Amt ohne j^[liche Entschädigung ausüben müsse.
Die in den statuta schon ausgesprochenen Grundsätze über die proro-
gationes, obligationes collegU, absentia u. s. w. erfahren eine sachgemässe
Fortbildung in den beiden folgenden Actenstücken, wie ein Vergldch des
Wortlautes lehrt
G^enüber der bisher beobachteten Ordnung der Dinge sind alle diese
Paragraphen grundstürtzende Neuerungen, die sich auf keinen Fall plötzlich
vollzc^en haben, sondern die sich wohl auf Grund der Erfahrungen während
des Schisma's in der Zeit des Pontificates Martin V vorbereiteten und unter
Eugen nn die erste greifbare Gestalt in den statuta annahmen. Diese
ganze Bew^[img wird am Besten durch die überaus auffällige Bestimmung
characterisirt, dass der auf ein Jahr gewählte Cardinalkämmerer nicht nur
einen Eid ablegen muss, sondern dass er auch tenetur reddere rationem
collegio omni semestri und ein strenges Verbot erlassen wird, dass er ausser
sänem Gehalte unta* keinen Umständen irgend etwas von irgend Jemanden
für seine Mühewaltung annehmen dürfe. Dag^;en erwies sich das Bestreben,
dem camerarius coUegU keinerlei selbständige Grewalt über die Zuziehung
einiger Unta^beamten des G>llegiums zu lassen, als verfehlt. Wenn in der
oben angeführten Bestimmimg über die clericos et alios ofiiciales in den
modificationes das Emennungsrecht Aller dem Collegium reservirt bleibt,
so geht man in den aliae modificationes wiederum davon ab und spricht
nur noch von den clerici collegü. Man ist wohl berechtigt anzunehmen,
dass sich Schwierigkeiten bezüglich der collegialen Ernennung der anderen,
minder wichtigen Beamten ergeben haben, mithin fielen diese Ernennungen
wieder an den camerarius zurück.
Es ist bemerkenswerth, dass in dem fast dreissigjährigen Zeitraiun
(1437 — 1466), der zwischen dem Erlasse der beiden ersten statuta liegt,
so zahlreiche einschneidende Veränderungen der ursprünglichen Bestimmungen
sich als nothwendig herausstellten. Dieser Umstand sowie die Thatsache,
dass unter Paul 11, Alexander VI und Leo X stets wieder neue Statuten
erlassen werden, lassen einestheils das unsichere Tasten nach zufrieden-
stellenden Abmachungen, andrerseits die sich schnell vollziehende Aenderung der
gesammten Einrichtung unter dem Drucke der Verhältnisse der Neuzeit erkennen.
Lxxxvnn
Ich lasse nun den Wortlaut der drei Actenstücke folgen, die bisher
meines Wissens noch nicht gedruckt worden sind. Daran schliessen sich
einige kurze Angaben über die handschriftliche Litteratur der späteren
Statuten, die übrigens zum grossen Theile schon lange gedruckt vorliegen.
I.
Statuta sacri collegii
de officio et potestate camerarii sacri collegü reverendissimorum dominorum
Sacrosancte Romane Ecclesie cardinalium ^) et de alüs ad dictum officiiun
pertinentibus.
Quoniam mandata celestia tunc efficacius, beato Gregorio attestante,
servantur, cum inter fratres honores et onera partiuntur et sentientes *) emo-
lumenta sentire conveniat et honera.^) Nos episcopi, presbiteri et diaconi
cardinales Sancte Romane Ecclesie, sacrum coUegium representantes, vocatis
specialiter ad presentem actum, et presentibus omnibus, qui poterant^)
commode interesse et vocari consuetis^), statuimus et ordinamus^), quod
camerarius collegü nostri eligatur per alteram ex vüs a iure approbatam,
qui uno anno tantum camerariatus officio fungi possit a die, qua ad dictum
offitiiun electus fuerit. Quo anno elapso intelligatur eius offitium absque
aliqua^ convocatione dominorum cardinaUum vel resignatione officii ipso
facto penitus expirasse et quod non possit ille idem^) nisi elapso triennio,
etiam omnibus^) dominis volentibus, denuo eligi vel deputari.
Item, quod prefatus camerarius collegii pro suo salario habere debeat
iSorenos auri ducentos tantum de introitibus sigUU anno quolibet. Residuum
vero introitus^^) sigilli recipiatur per clericos coUegii et deponatur penes
depositarium prefati collegü exponendum secundum dispositionem *^) domi-
norum cardinaUum, et teneantur dicti clerici prefato collegio de^*) introitu
^) Statt des folgenden hat Cod. 34 (Arm. xxxii) sub Eugenio Uli.
•) Onera et in 34,
*) et honera fehlt in 34.
^) et debebant in 34.
^ fehlt in 34.
^ et ordinamus fehlt in 34.
*) alia in 34.
*) 34 hat noch cardinalis.
*) 34 hat noch reverendissimis.
*•) fehlt in 34.
**) ordinem 34.
^*) 34 hat hier praedicto.
xc
predicto ter in anno sub pena prestiti iuramenti reddere rationem; videlicet
ante festum Nativitatis Domini Nostri Yhesu Christi et ante festum Resur-
rectionis Eiusdem et ante festum Assumptionis Beate Marie Virginis.
Item, quod^) dictus camerarius qui pro tempore fuerit quantum
potest, conformet se camerario') domini nostri nostri pape et camere
apostolice et e converso, ut Caritas servetur, et pari distributione quilibet
debeat^) manere contentus; et si inter eos aliqua contentio suboriretur^),
referat^) prefato domino nostro pape in presentia sacri collegii et camerarii
ipsius domini nostri.
Item, quod in magnis summis, videlicet a^) ducentis fiorenis supra,
non possit facere prorogationem prelatis plus quam semel sine consensu
dominorum cardinalium, neque facere possit aliquam remissionem in totum
vel in partem sine consensu etiam singulorum. Et si aliquam remissionem
vel prorogationem fecerit, habeatur^ pro infecta et de suo illud solvere
teneatur, neque super hoc remissio aliqua impetrari vel fieri possit.
Item, quod prefatus camerarius non possit deputare perpetuo vd ad
tempus clericos vel depositarium prefati collegii, sed dicti clerici et deposi-
tarius eligantur et deputentur^) per coUegium et non aliter.
Item, quod non possit in domo suo vel extra tenere de numero sue
familie conmiensales vel alias suis sumptibus et expensis clericos prefati
collegii vel alterum ex eis; et si in^ contrarium fecerit ipso facto ipsi^^)
clerici vd alter eorum sint privati dicto officio, si contra predicta stare
consenserint.
Item, quod singulis duobus mensibus prefatus camerarius debeat^^)
facere divisionem, et quod sine consensu prefatorum dominorum cardinalium
ultra nullatenus illam differre possit, inmio etiam ante facere teneatur quotiens-
cumque fuerit requisitus per coU^um.
Item, quod sint duo clerid et unus depositarius collegii et^') ab ipso
collegio eligendi et ad nutum removibiles, qui faciant et exerceant eorum
>) fehlt in 34.
*) 34 hat noch sanctissimi.
*) Später nachgetragen in 52; 34 hat habeat
*) 34 hat suborietur.
*) 34 hat referatur.
^ 34 hat ad ducentorum florenorum.
^) 34 hat habetur.
') 34 hat deponantur.
•) fehlt in 34.
") 34 hat dicti.
") 34 hat debet.
>«) fehlt in 34.
XCI
offitium more solito. Et iurent fideliter et diligenter eorum offitium exercere,
et iura et emolumenta, fructus, redditus et proventus dicti^) coUegii contra
quoscumque manutenere et defendere, et quotienscumque fuerint requisiti,
reddere rationem; et quod nichil aliquo modo ex quacumque causa recipiant,
nisi quantum fuerit eis pro salario deputatum. Qui clerici habeant pro
salario unum florenum') pro centenario emolumentorum communis servitii
dominorum cardinalium, non computatis grossis quitantiarum.
Item, quod prefatus camerarius faciat fieri per clericos duos libros
autenticos^) in quibus omnes introitus et exitus prefati coDegii describantur^),
quorum alterum prefati clerici aut alter eorum ad omnem requisitionem etiam
singulorum de collegio portare et ostendere debeant sine licentia ipsius^ camerarii.
Item, quod prefatus camerarius collegii de omnibus bis in anno, vide-
licet ante festum beati lohannis Baptiste et ante festum Nativitatis Dominik
lesu Christi teneatur reddere rationem.
Item, quod prefatus camerarius, ante quam prefatum officium incipiat
exercere, iuret in^ manibus prefati coll^i fideliter et diligenter predictum
camerariatus offitium exercere et iura^), emolumenta, fructus, redditus et
proventus ipsius collegii contra quoscumque manutenere et defendere. Et
quod nichil recipiat et quacumque causa directe vel indirecte per se vel
per alium. Et quod omnes et singulas presentes constitutiones®), ordina-
menta et statuta ac omnia et singula, in eis contenta, inviolabiliter observabit
et a suis observari faciet.
Item, quod prefatus camerarius in hiis, que tangunt collegium ad ex-
peditionem agendorum, si aliqua superveniret difficultas, habeat consilium
et consensum dominorum cardinalium per collegium deputandorum.
Prefate constitutiones et ordinamenta*^) facta^*) fuerunt Bononie in
palatio apostolico, sanctissimo domino nostro Eugenio papa quarto auctori-
zante et consensum prestante^') ad maius robur firmitatis^^) anno Domini
^) 34 hat ipsius.
*) 34 hat pro salario habeant florenum unum.
*) 34 hat antiquos.
*) 34 hat describentur.
") 34 hat dicti.
^ 34 hat noch nostri.
^ 34 hat et
*) 34 hat noch et.
•) fehlt in 34.
^^ 34 hat ordinationes.
**) 34 hat factae.
^*) 34 hat auctoritatem et consensum prestando.
^') ad m. robur firm, fehlt in 34.
xai
millesimo quadrigentesimo trigesimo septimo, die xih^) mensis Septembris,
pontificatus predicti*) domini nostri^) Eugenii anno septimo.
lordanus episcopus Sabinen, manu propria subscripsi.
Branda episcopus Portuen. manu propria subscripsi.
A^) cardinalis Sancti Marcelii manu propria subscripsi.
Nicolaus tituli Sanctae f presbiter cardinalis.
F.^) tituli Sancti Clementis presbiter cardinalis.
A. tituli Sancti Marci presbiter cardinalis.^
Prosper tituli^ Sancti Georgii ad Vellum {süy) Aureum diaconus
cardinalis.
Dominicus tituli^^) Sancte Marie in Via Lata diaconus cardinalis.
Armarium XXXI Tom. 52. fol. 9 r.
Armarium xxxil Tom. 34. fol. 104 v.
Der obige Text ist nach der Handschrift aus Arm. XXXI gegeben.
(Die Noten verzeichnen die Varianten des Codex 34 aus Arm. xxxii.)
Der Schrift nach ist er ungefähr in der Zeit von 1470 — 1500 nieder-
geschrieben. Von den vier Abschriften, die sich bis jetzt im Vaticanischen
Archiv gefunden haben, ist obige die Aelteste. Der Umstand, dass wir den
Text in einem officiellen Register des heiligen CoUegiums finden, in dem
die ab- und zureisenden Cardinäle, die Ernennung der camerarii und clerici
coUegii und sonstiges verzeichnet sind, erhöht seine Zuverlässigkeit um ein
Bedeutendes.^ Die Varianten die aus Tom. 34 (Arm. xxxn) angeführt sind,
haben mit zwei oder drei Ausnahmen besonderen Werth nicht. Es war
aber doch angezeigt auf sie Rücksicht zu nehmen, weil der Band deswegen
werth voll ist, dass er uns die ganze Entwicklung der Statuten des heiligen
CoUegiums bis auf Leo X bietet. Einiges davon hat zwar auch der an
erster Stelle genannte Codex noch verzeichnet, doch ist auf die nach Paul 11
fallenden Aenderungen keine Rücksicht mehr genommen. Die beiden anderen
*) 34 hat 3a.
*) 34 hat eiusdem.
■) fehlt in 34.
^) 34 hat Nicolaus.
«) 34 hat N.
•) Diese ganze Unterschrift fehlt in 34.
*) fehlt in 34.
») 34 hat Vellus.
•) Ueber diesen Band hat Pastor, Geschichte der Päpste etc., Herder Freiburg, I (1886)
Seite 641 ff. kurz berichtet.
xcm
noch vorhandenen Copien haben keinerlei kritischen Werth, da sie jüngeren
Datums sind.
Der Unterschied in der Schreibweise der einzelnen Wörter ist in die
Anmerkungen nicht aufgenommen worden.
Das Statut ist nicht in die auf uns gekommenen Bände der Obligationes
et solutiones aufgenommen worden. Die Zettelindices des Greheimarchivs
von Garampi verzeichnen zwar das Statut, jedoch keine diesbezügliche
Constitution des Papstes, so dass ich daraus schliesse, dass wohl keine
darüber erlassen worden ist.
n.
Modificationes potestatis camerarii dominorum Sacrosancte Romane
Ecclesie cardinaliunL
Primo, deputandus quicumque fuerit, iurabit fideliter sine dolo et fraude
offitium camerariatus collegü exercere per unum annum.
Item nuUatenus deputabit clericos et alios offitiales sibi suffraganeos
in offitio absque consensu maioris partis collegü, ut, puta, depositarium,
notarios, tesaurarios {sie) et similes deputandos, qui omnes et eorum qui-
libet possit ad nutimi maioris partis collegü ammoveri.
SimUiter de rectoribus, potestatibus, castellanis notabUium civitatum,
oppidorum castrorum et arcium, videlicet de senatore, conservatoribus, capi-
tibus regionum, castellanis castrorum Sancti Angeli, Hostie potestatis.
Idem de rectoribus provinciarum, videlicet Romandiole, Marchie, Duca-
tus, Patrimonii, Campanie, Marittime, Bononie, et Avinionis et comitatus
Veneisini.
Similiter de potestatibus Viterbü, Urbis Veteris, Tuderti, Namie, Reate,
Perusü, Spoleti, Ancone, Firmi, Esculi, Recanati, Bononie, Civitatis Castelli,
Burgi Sancti Sepulcri propter novam acquisitionem Forlivü, Ymole, Castri Plebis.
Insuper de castellanis Namie, Spoleti, Assisü, etc.
Item, tenebit duos libros autenticos in quibus pariter describentur omnia
introitus collegü, quorum alterum debeat ad omnem requisionem {sie) singulo-
rum de collegio sibi dare.
Item, ad quamcumque requisionem {sie) maioris partis collegü teneatur
reddere administrationem de administratis.
Item habebit reddere computum et de emolumentis sigiUi, et pro salario
suo poterit retinere centum florenos in mense.
Armarium xxxi Tom. 51. fol. 11 r.
xcnn
in.
Alle modificationes potestatis camerarii sacri collegii reverendissimorum
dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium.
In primis quod camerarius non possit deputare perpetuo vel ad tempns
clericos collegii, sed deputent {sic)^ qui videbitur maiori parti dominorum,
et similiter de depositario prefati collegii.
Et quamprimum alter istorum cedat vel decedat vel aliter, detur
honestus modus etc. Solum sit unus clericus, qui habeat esse secretarius
collegii et hie habeat unum florenum pro centenario emolumentorum
communis servitii dominorum, non computatis grossis quitantiarum.
Item quod camerarius non habeat potestatem faciendi remissiones
prelatis sine consensu dominorum in totum vel in parte.
Item quod in magnis summis, videlicet a v florenis supra, non possit
facere prorogationem obligatis prelatis plusquam semel, sine consensu domino-
rum et illa vice pro sex mensibus dumtaxat.
Item quod camerarius quantum potest conformet se camere apostolice
et e contra. Et si esset contentio inter eos referat domino nostro in presentia
collegii et camerarii domini nostri pape.
Item videtur servandus mos antiquus, quod omnes introitus, sicut
veniimt de commimibus servitüs dividantur equaliter inter cameram et colle-
gium et minutum servitium.
Item, quod non possit obligare collegium nee in magna nee in parva
summa sine consensu collegii vel maioris partis neque dare vel promictere
absentiam.
Item, quod camerarius collegii habeat pro salario suo n floren., resi-
duum vero recipiatur per clericum coll^;ii et expendatur secundum quod
collegium ordinabit et tenetur reddere rationem collegio omni semestri.
Armarium XXXI Tom. 51. fol. 11 v.
Ueber die weitere Ausbildung der Statuten führe ich folgende
Documente an:
I. 1466.
a. Arm. xxxi Tom. 52. fol. 12 v.
Modificationes potestatis camerarii sacri collegii reverendissimorum
Sacrosancte Romane Ecclesie cardinalium, edite anno a Nativitate Domini
M«CCCC«LXVI, pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri,
domini Pauli divina Providentia pape II anno secimdo.
xcv
b. Arm. xxxn Tom. 34. fol. 104 v.
Statuta et ordinationes sacri collegii cardinalium de officio et potestate
camerarii ipsius collegii sub Paulo papa IL 1467 (sie),
2, 1499.
Arm. xxxn Tom. 34. fol. 106 v.
Statuta sacri collegii Sanctae Romanae Ecclesiae reverendissimorum
cardinalium de officio et potestate camerarii ipsius collegii sub Alexandro
papa VI.
Arm. xxxn Tom. 34. fol. 108 r. '
Statuta et constitutiones sacri collegii Sanctae Romanae Ecclesiae
cardinalium de officio camerarii ipsius collegii sub Leone X.
Die im Jahre 15 14 festgestellten Statuten wurden auf Beschluss von
Papst und Cardinälen am i. März 15 16 officiell in das Taxenbuch eingetragen.
THEIL n.
Die Einnahmen der camera coUegiL
Der allgemeine und häufig wiederkehrende Ausdruck, unter dem die
Einnahmen des heiligen Collegiums zusanmiengefasst wurden, war pecuniae
collegii. Weiterhin sprechen die Quellen von census et aliae obven-
tiones. In diesem Ausdrucke spi^elt sich das rechtliche Verhältniss wieder:
Die Census mussten gezahlt werden und die anderen Einnahmen kamen
aus thatsächlich freiwilligen oder fingirt freiwilligen Zuwendungen. An dritter
Stelle lesen wir von servitia, proventus, census et visitationes. Die
servitia et visitationes gehören unter die fingirt freiwilligen Zuwendimgen.
Nachdem wir im vorhergehenden Abschnitte die Einrichtung der camera
collegii untersucht haben, gehen wir nun dazu über den Quellen der Ein-
künfte des heiligen Collegiums nachzugehen.
Es kann bei diesen Untersuchungen nicht so sehr die Frage der Ent-
wicklung derselben bis auf Eugen Uli in Betracht konmien, wie vielmehr
die Hervorhebung besonders wichtiger Einzelheiten. Kirsch hat das Noth-
wendige über den historischen Theil der Frage mitgetheilt.^)
1) Vergl. auch Sägmttller,Die Thätigkeit und Stellung der Cardinäle bis Papst Bonifaz VIU.
Freiburg, Herder 1896 Seite 104, 176, 190 f.
xcvn
ABSCHNITT IH.
Servitia communia. Visitationes.
1. Die Servltien.
Die Servitien waren Abgaben an Geld, die in pecunia numerata
oder in Tratten auf Bankhäuser gezahlt werden mussten und zwar von Erz-
bischöfen, Bischöfen, Aebten und Archimandriten bei Gelegenheit ihrer
Ernennung oder Versetzung durch den Papst. ^)
Die Servitien bestanden aus dem servitium commune und den quinque
servitia consueta. Das servitium commune wurde der römischen Curie
gezahlt und bestand aus einem Drittel des Jahreseinkommens der Prälaten.
Die quinque servitia consueta waren kleinere Summen, die in einem gewissen
Verhältnisse zur ersteren Summe standen und den Familiären und Beamten
des Papstes und der Cardinäle zugewendet wurden.
Im G^ensatze zu diesen genannten Servitien begegnen uns zu Beginn
des 14. Jahrhunderts zahlreiche servitia secreta'), die aber lediglich die
apostolische Kammer berühren, also hier ausser Frage bleiben können.
Bevor ich über die servitia communia spreche, seien kurz die fiinf
üblichen Servitien behandelt, da darüber nicht viel zu sagen ist.
Die quinque servitia minuta wurden von jedem zu Servitien verpflich-
teten Prälaten gezahlt und unter gewisse Familiären des Papstes zu vier
Theilen und unter die Familiären der Cardinäle zu einem Theile vertheilt;
daher haben sie auch den Namen: quinque servitia consueta. Das Ver-
hältniss der fünf Servitien zum servitum commune kann uns hier nicht
beschäftigen, viehnehr handelt es sich nur darum festzustellen, in welchem
Verhältnisse das servitium minutum collegii zu der den Cardinälen
zukommenden Hälfte des servitium commune stand. Die Rechnungen,
die ich angestellt habe, um für die ersten 50 Jahre, aus denen uns genaue
Nachrichten über die Servitien im Allgemeinen vorliegen, den Grundsatz
zu finden, nach dem das servitium minutum coU^i festgesetzt wurde, haben
ein einheitliches Ergebniss nicht geliefert. Die Proportionen sind sehr
wechselnder Natur, woraus sich klare Bestimmungen nicht ableiten lassen.
Ich gehe darum wohl nicht zu weit, wenn ich die Angaben von Urkunden
aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, wonach der Betrag der servitia minuta
*) Eine merkwürdige Ausnahme findet sich Oblig. 54. fol. 122 r. Ein Bischof war 50 Gold-
gulden schuldig. Man quittirte ihm über die Zahlung, schrieb aber im Register auf den Rand:
i,Nota quod non solvit, sed dedit carnes salitas, pro quolibet libras in • LV."
*) Vergl. Reg. Clem. V (Edit Bened.) Append. Tom. I passim. Sägmüller, Die Thätig-
keit und Stellung der Cardinäle bis Papst BonifiuE VIII. Seite 104.
Baumcaktbn, Flnanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. S
xcvm
„ad beneplacitum sedis apostolice" — wie der technische Ausdruck lautet —
festgestellt wurde, auch auf die Zeit vorher ausdehne. In der zweiten Hälfte
des 15. Jahrhunderts scheint jedoch eine feste Regel geschaffen worden zu
sein.^) Bezüglich des Verhältnisses des servitium minutiun coU^i zum
ganzen servitium conmiune haben wir in dieser Zeit die Zahlen i : 28,
demgemäss die Proportion: Medietas servitii communis cameram colleg^i
contingens : servitiimi minutum collegii =1:14. Ich setze den Wortlaut
der bezüglichen Bestimmung, die aus einem Codex Sessorianus der Bibl.
Vittorio Emanuele stammt, hierher:
„Item solvitur minutum camere, videlicet quarta decima pars
medietatis [servitii] communis; cuius minuti tres quarti sunt camerarii solius
et reliqua quarta pars clericorum camere simul." Weiterhin: „Item solvitur
quintum minutum, et istud est collegii cardinalium.** In dem bei Kirsch
angeführten Paradigma über ein servitiimi commune von 1000 Goldgulden
finden wir folgende Vertheilung bezw. Normirung der servitia minuta:
Pro conmiuni pape flor. quingentos.
Item ecclesia restan(?)*) 5.
Pro Sacra
pro subdiacono
pro minuto camere
pro tribus minutis
pro quietantia camere
Item ecclesia restan (?) *) 6.
Pro communi collegii flor. v
pro minuto collegii flor. xxxv XXXV vm
pro quietantia coU^i flor. im.
Et similiter de monasteriis.
Obschon die Einzelangaben in diesem Paradigma, namentlich bei dem
Posten „pro tribus minutis" nicht ganz stimmen, was wohl auf Lesefehler
des alten Copisten zurückzufuhren sein wird, so lassen sie doch das damals
in Geltung befindliche Princip klar erkennen und bieten sichere Anhalts-
punkte für die Erörterung dieser verwickelten Frage.
flor.
L
flor.
XVI (sol. ?)
xxxxiiu den.
(?)
mi
flor.
XXXV
xxxv
vm
flor.
c
vn
vin
flor.
nii,
') Historisches Jahrbuch der Görresgesellschaft 1888 Seite 306 ff. Kirsch, Die Annaten
und ihre Verwaltung in der zweiten Hfilfte des 15. Jahrhunderts. — Wie mir mit-
getheilt wird, soll demnächst in den Mittheilungen des Institutes für österreichische Geschichts-
forschung ein Aufsatz von Dr. Karlson erscheinen, der die Frage des Verhältnisses der servitia
minuta zum servitium commune in allgemein befriedigender Weise löst Ich konnte denselben,
da er noch nicht vorliegt, für vorstehende Ausf)lhrungen nicht mehr benutzen.
") Dieser Posten bezieht sich wohl auf den Wiederaufbau der römischen Kirchen nach
Rückkehr Martin V nach Rom. Ich schlage darum vor zu lesen : Item pro ecclesiis restaurandis
xcvnn
Die servitia communia waren, wie schon bemerkt, Abgaben in der
Höhe eines Drittels des Jahreseinkommens eines Prälaten, die an die römi-
sche Curie gezahlt wurden und von denen die Hälfte dem heiligen Collegium
zustand.^) Diese Servitien werden uns beschrieben als fructus, redditus,
proventus, iura et obventiones universa ad episcopatum (archiepiscopatum,
monasteriimi) spectantia annuatim undecumque provenientia nullis deductis
oneribus seu expensis. Jeder Prälat musste bei seiner Ernennung oder Ver-
setzung entweder persönlich oder durch einen bevollmächtigten Stellvertreter
sich zur Zahlung der Servitien verpflichten. Der Vorgang war folgender.
Dem Prälaten wurde ein Document vorgel^^ das begann mit den Worten:
Vos domine electe in (archiepiscopum, episcopum, abbatem, archimandritam),
und worin alle Punkte seiner Obligation aufgezeichnet waren: Also Zahlung
bestimmter Summen in bestimmten Terminen, Unterwerfung unter die Straf-
gewalt der beiden Kämmerer, wenn die Termine nicht eingehalten würden
und Versprechen an der Curie zu erscheinen und dort zu bleiben, bis alles
bezahlt sei. In diesem Documente wurde dem electus klar gemacht, dass
er alles das freiwillig thue: Gratis et liberaliter et sponte offertis, datis,
promittitis et donatis . . .*) Unterwarf sich einer diesen Bedingungen nicht,
so wurde die Ernennung bezw. Versetzimg rückgängig gemacht. Nahm er
sie an, so wurde er zum Eide vor die beiden Kämmerer befohlen und er
musste appositis sacrosanctis Evangeliis et manibus positis ante pectus
schwören, dass er sein servitium commune und seine quinque servitia minuta
in dem Betrage und in der Weise zahlen wolle, wie es ihm in den oben-
genannten Formulare mitgetheilt worden war.')
*) Da es höchst wahrscheinlich ist, dass man im Laufe des 15. Jahrhunderts das Ver-
hSltniss des servitium commune zum Jahreseinkommen =: i : 3 wenigstens in der Praxis zum
Nachtheile der Prälaten verschoben hat, wenn anders das ungeheure Anschwellen mancher
Taxen verständlich sein soll, so gelten die obigen Feststellungen nur für die Zeit bis Eugen Uli.
Die Untersuchung der servitia communia in ihrem Verhältniss zum Jahreseinkommen tlber diesen
Zei^unkt hinaus, fällt aus dem Rahmen dieses Buches heraus. Die Vermuthungen anderer
Schriftsteller tlber diesen Punkt sind bisher jedoch noch nicht systematisch belegt worden, da
die Obligationen flir diese Zeit noch nicht durchforscht worden sind. Auf die unglaublich
thörichten Aufstellungen von Woker, Das kirchliche Finanzwesen der Päpste, Nördlingen 1878,
der zeigt, dass er auch nicht den geringsten Begriff von einem servitium commune hat, brauche
ach hier nicht einzugehen. Vergl. S. 26, Anm. i. Bezeichnend ist u. a. die Liste auf Seite 13,
die er ganz unkritisch einer werthlosen Tendenzschrift nachdruckt
*) Den Wortlaut dieses Documentes druckt Woker, Finanzwesen, Seite 18, Anm. 2 ab,
allerdings nicht nach den Vorlagen in Oblig. 28. fol. 71 r., 43. fol. 30 r., 181 r., sondern nach
der Klageschrift der Franzosen auf dem Konstanzer Concil.
") Gelangte ein Prälat nicht in den Besitz seines Bisthums oder seiner Abtei, so war
die Obligation hinfällig und schon geleistete Anzahlungen auf die Servitien wurden zurückerstattet
oder verrechnet, wie die folgende Urkunde zeigt:
Ausser den beiden camerarii, waren auch clerici camerae et collegii
gegenwärtig, die, jeder für seine Verwaltung, den Vorgang bekundeten und
für Eintragung in die Bücher sorgten. Die Gegenwart anderer Zeugen be-
schäftigt uns hier nicht.
War ein Prälat nicht an der Curie anwesend, so wurde er durch seinen
Agenten von dem, was zu thun sei, benachrichtigt und er musste ein Notariats-
instrument einsenden, worin er eine oder mehrere Personen namhafl machte,
die an seiner Stelle sich für den ganzen Umfang der Servitien verpflichten
mussten. In den Instrumenta Miscellanea des Vaticanischen Geheimarchivs
sind uns zahlreiche Originale dieser Art erhalten.
Eine dritte Art der Verpflichtung kennen wir noch. War in einem
Lande ein Legat oder Nuntius anwesend, so wurde dieser sehr häufig
Episcopus Lincolnien. {In marghu,) ^426 lun. 12.
Franciscus etc. Quia reverendus in Christo pater dominus Richardus episcopus Lincolnien.
pro parte suomm communis et minuti serviciorum, in quibus sub certis penis et sententiis ac
termino nondum elapso ratione sue translationis de ecclesia Eboracen. ad dictam ecdesiam
Lincolnien. camere dicti collegii necnon familiarium et officiariorum dictorum dominorum cardi-
nalium solvere tenebatur et extitit efficaciter obligatus, florenos auri ^de camera octingentos,
nobis pro ipso coUegio recipientibus , per manus reverendi patris domini Hermanni Domberg,
sedis apostolice prothonotarii, die date presentium solvi fecit realiter et cum effectu. Insuper
flor. mille dudum dicte camere pro parte communis servicii ecclesie Eboracen. pre&te solutos
in deductionem et defalcationem communis et minuti serviciorum dicte ecclesie Lincolnien. de
consensu et voluntate dictorum dominorum cardinalium, cum ipsius ecclesie Eboracen. possessio-
nem non fuerit assecutus, deduci et defalcari volumus et concessimus. De quibus octingentis,
et mille florenis ipsum dominum episcopum, ecclesiam suam Lincolnien., successores suos et
eorum bona prefati collegii nomine tamquam pro debitis ipsius ecclesie Lincolnien., ut prefertur,
solutis absolvimus, quittamus et liberamus. Verum etc. usque ad unum a data presentium in
antea computandum terminum sibi duximus prorogandum etc. Ita tamen etc. In quorum etc.
Datum Rome , die duodecima mensis lunii , anno a Nativitate Domini M • cccc • xxvi,
pontificatus etc. domini Martini pape quinti anno nono.
flor. vni gr. viii
Oblig. 63. fol. XXX V.
Lagen die Verhältnisse so, dass ein PrSlat mit Recht fürchten musste, nicht oder sobald
nicht in den Besitz seines Sprengeis oder Klosters zu kommen, so wurden Vorbehalte bei der
Obligation selbst zugelassen, wie man aus folgendem Eintrag ersehen kann:
1861 Deeembp. 18*
Et cum dictus dominus [GuiUermusI archiepiscopus Mediolanen. propter maliciam domino-
rum de Mediolano dubitat pocessionem {sie) dicti archiepiscopatus non de facili obtinere, pro-
testatio fuit coram dominis camerariis, quod non intendit consentire terminis supradictis, nisi
tantummodo a die, qua pacifice pocessionem {sie) dicte ecclesie obtinebit computando. luravit
tamen bonam diligentiam habere de predicta pocessione {sie) et ut brevius poterit Qui domini
camerarii videntes dictam protestationem esse iustam et esse consonem rationi, eam ratam habu-
erunt et- acceptam.
Oblig. 35. fol. 14 r.
CI
beauftragt die Verpflichtung eines electus oder translatus in der genannten
Form entgegen zu nehmen. Bei armen Prälaten, die nicht selbst an die
Curie kommen und keinen Agenten dort halten konnten, wurden wohl
auch die zunächst wohnenden Bischöfe oder Aebte mit der Aufnahme der
Obligation betraut. Auch für diese Formen der Verpflichtungen haben
wir zahlreiche Beispiele in den litterae commissoriales de camera oder
de ^colleg^o.
Den Prälaten, die sich persönlich verpflichteten, wurden nach der
Aufnahme der Obligation die Bullen ausgehändigt; ebenso den Procuratoren
ad hoc constitutis für ihre Auftraggeber. Wurde die Verpflichtung ferne
von der Curie aufgenommen, so wurden den Bevollmächtigten zugleich die
Bullen mitgesandt. Zu solchen Sendungen wurden jedoch stets nur Vertrauens-
personen benutzt, die vorher schwören mussten, nur dann die Bullen aus-
zuliefern, wenn die Verpflichtung eingegangen worden sei. Sonst mussten
sie die Bullen den Kämmerern wieder zustellen.
War die Vollmacht für einen Procurator nicht ausreichend, so wurde
entweder eine neue umfassende Vollmacht von den Kämmerern verlangt,
oder die Sache im Consistorium zur Sprache gebracht, und vom Papste
entschieden, was zu geschehen habe. So konnte es denn kommen, dass
ungenügend bevollmächtigte Procuratoren zum Eide zugelassen wurden, ihnen
die Bullen aber erst ausgehändigt wurden^), wenn von dem Auftraggeber die
ratihabitio des ohne ausreichenden Auftrag abgeschlossenen Rechtsgeschäftes
bei den camerarii eingelaufen war. Sobald jedoch das Document in den
Händen der Kämmerer war, galt der Aufbraggeber für verpflichtet und der
Procurator war von aller Verantwortlichkeit frei. Das kommt in folgendem
Nachtrage zur obligatio eines Abtes, für den sich ein Bischof stellvertretender
Weise verbürgt hatte, zum Ausdruck: 1362 lun. 2. Die secunda lunii dictus
abbas presentavit bonum et sufßciens procuratorium ad obligandum cum
ratificatione illorum, que facta erant per dominum episcopum Clusinum; quare
dictus dominus episcopus est liberatus a dicta obligatione et immunis.
Oblig. 35. fol. 21 r.
Zwei ganz seltene Fälle, dass Jemand die Verpflichtung für einen Prä-
laten eingehen konnte, ohne irgend eine Vollmacht zu haben, verzeichnen
die Raster für die Jahre 1328*) und 1344. Cardinal Johannes de Columna
verpflichtete sich im Namen seines Bruders lacobus. Augenscheinlich, weil
es sich tun den Bruder des electus handelte, finden wir die Bemerkung:
*) Vcrgl. Urk. NN. 114 und 119.
*) Vergl. Urk. No. 97.
cn
„Attende quod suprascripta obligatio fuit recepta a prefato domino cardinali
absque omni procuratorio de special! mandato domini nostri pape." Den
zweiten, gleichen Fall siehe bei Kirsch, Seite 15, Anm. 2.
Wenn ein Prälat seine Servitien gleich zahlen wollte, oder seinem
Procurator mit der Vollmacht auch die nöthigen Summen angewiesen hatte,
so wurde meistens auf eine Obligation als unnütze Ceremonie verzichtet und
den Betreffenden die Bullen ausgehändigt, nachdem sie die Quittungen beider
Kammern erhalten hatten. In die Reg^ister wurde dann die Zahlung ein-
getragen mit dem Vermerk: nuUa precedente obligatione, den ich verschiedene
Male beobachtet habe.^) Ein anderer Fall li^ recht merkwürdig. Ein
Prälat bezahlte seine Servitien nicht gleich ganz und doch wurde keine
Obligation aufgenommen. Als es nun zur Schlusszahlung kam, — solutio
complementi servitü episcopi Pictavien., cuius servitio nuUa precessit obligatio,
per ipsum episcopum facta, — hatte man in den Büchern keinerlei Anhalts-
punkte, welche Cardinäle bei seiner Ernennung gegenwärtig gewesen waren.
Man griff darum zu dem Hilfsmittel, dass man, wie es auch ganz richtig
war, das complementum servitü an die Cardinäle vertheilte, die an der ersten
Theilzahlung AntheU gehabt hatten. Interessant ist ein Fall*), in dem eine
Verpflichtung aufgenonunen wurde und am folgenden Tage gleich die Zah-
lung stattfand. Darum heisst es nicht nur „promisit", sondern „promisit
et solvit"; und am Schlüsse der gebräuchlichen Formel steht: Dicta vero
solucio fuit facta in crastinum in thesauraria papali, quathenus contingebat
cameram domini nostri et suam familiam; quathenus vero tangebat cameram
dominorum cardinalium ivit, ut dixit, ibidem, ad solvendum domino cardinali
Sancte Praxedis. Hierher gehört auch die promissio') facta pro abbate
monasterii s. Tiberü a domino Berengario tit. SS. Nerei et Achillei cardmale
presbytero, qui obtulit solvere in presenti, satis cito absque alio termino
1000 flor. et 5 servitia famulis consueta.
In einer Obligation scheint ein Zwang zu sofortiger Zahlung aus-
gesprochen zu sein. Im December 1297 li^ss ein Bischof die Zahlung der
Servitien durch seinen Procurator versprechen und im Register wird dann
zur Summe von 250 Goldgulden hinzugefügt: qui debent sine dUatione solvi
in continenti. Auf dem Rande wird die Zahlung bestätigt durch den Ver-
merk: solvit.*)
') Vergl. u. a. Urk. No. 107 sowie Oblig. 3 fol. Lxxxv v.
•) Vergl. Urk. No. 105 sowie Kirsch, Seite 52, Anm. 3.
■) Reg. Clem. V (Edit Bened.) Append. Tom. I pag. 214 Anm. 3.
*) Vergl. Urk. No. 81.
cm
Die Stellvertreter waren anfänglich in der Regel die ständigen pro-
curatores soweit die Prälaten solche an der Curie unterhielten^), oder es
wurden befreundete Prälaten, die an die Curie reisten, gebeten procuratorio
nomine die Verpflichtung aufzunehmen.^) Seltener kam der Fall vor, dass
eigens Jemand nach Rom gesandt wurde, um die Obligation aufzunehmen.
Es erklärt sich das schon aus den grossen, damit verbundenen Unkosten.
Bald jedoch begegnen wir in den notariellen Instrumenten, die für die Pro-
curatoren ausgestellt wurden, dem, mir früher nicht aufgefallenen Ausdrucke:
„specialiter ad hoc constitutus". Man kann bei der noch völlig ungenü-
genden Untersuchung des Procuratorenwesens an der Curie an der Hand
des bisher bekannt gewordenen Materials nicht feststellen, ob mit der For-
derung einer besonderen Beauftragung auch die Wahl einer vom ständigen
Procurator verschiedenen Person verlangt wurde. Dieses scheint mir keines-
wegs zu den ganz unwahrscheinlichen Dingen zu gehören. Bedenkt man,
dass z. B. Andreas Sapiti Procurator des Königs von England sowie vieler
geistlicher und weltlicher Würdenträger in England und Deutschland war, —
was nicht nur aus der angezogenen Veröffentlichung von Kirsch, sondern
auch aus vielen anderen Belegen bekannt ist^), — so mögen die Kammern
wohl gezögert haben, ihn und sein Vermögen als volle Sicherheit fiir die
hohen Servitien einer Anzahl von Erzbischöfen und Bischöfen, die sich
ungefähr um dieselbe Zeit obligiren mussten, anzusehen, fiir den Fall die
Betreffenden nicht zahlen würden.^) Und dass es gelegentlich dazu kam,
dass die Stellvertreter für ihre säumigen Auftraggeber zahlen mussten, ersehen
wir aus Urkunde No. 79 sowie der unten angeführten.^ Successive kamen
*) Ueber die Procoratoren im Allgemeinen vergl. u. a. Kirsch, Andreas Sapiti, englischer
Procurator an der Kurie im 14. Jahrhundert. [Hist. Jahrbuch der Görresgesellschaft Bd. XIV
(1893) S. 582 — 603], sowie Simons feld, Neue Beiträge zum päpstlichen Urkundenwesen im
Mittelalter und zur Geschichte des 14. Jahrhunderts. München 1896, Verlag der Akademie.
(Sonderabdruck.)
•) Vergl. NN. 134 und 136«.
*) Oblig. 6 hat z. B. mehrere Belege dafür.
*) Vergl. No. 133.
') Ausser der Thatsache, dass der Procurator zur Zahlung angehalten wird, erfahren wir
hier auch die sehr wichtige Thatsache, dass dem Procurator zur Wiedererlangung seines Geldes
alle Facultäten des camerarius coUegii gegen die säumigen Zahler voll und ganz übertragen
werden. Einen anderen ähnlichen Fall habe ich in den Registern bisher nicht finden können.
1420 August. 10.
Cessio actionum, remissio etc. magistro P. Negrandi. (In margine^
Franciscus etc. salutem in Domino.
Grata et accepta servicia, que hactenus venerabilis vir magister Petrus Negrandi, littera-
mm apostolicarum scriptor, sacro dominorum cardinalium coll^o impendit et impendere non
desistit, nos inducunt, ut ipsum favoribus et graciis prosequamur. Cum itaque ipse magister P.
cnn
diese Stellvertretungen bei dem genannten Procurator während seiner langen
Laufbahn natürlich häufig vor. Am Genehmsten waren den Finanzbeamten
unzweifelhaft die grossen Handelshäuser als Procuratoren, weil deren Capital-
krafl die ausreichendste Sicherheit bot und Zahlungseinstellungen von curialen
Banquiers, wie dasjenige aus den letzten Jahren der Regierung Clemens V,
höchst selten sich ereigneten.
Mit dieser Möglichkeit steht auch im Einklänge, dass grössere Prälaten
eben mehrere Procuratoren an der Curie unterhielten, beziehungsweise einzelne
Geschäfte von anderen, als den ständigen Procuratoren bearbeiten liessen.
Dieses ersehen wir deutlich aus einem Originalinstrumente des Erzbischofs
von Riga*), der bei seiner Anwesenheit in Rom im Jahre 1322 alle seine
Procuratoren durch Vermittlung der Audientia auffordern liess, ihre Rech-
nungen einzureichen und er ex nunc revocat et pro revocatis habentur
pro communibus et minutis serviciis venerabilium patrum dominorum fratrum Ludovici Sanctorum
Marie Exeldinen. (?) et Stephan! Plenipeden. Bituricen. diocesis necnon lohannes (sie) Melugden. et
lohannes (sie) Sancti Severini Lingonen. et Pictaven. diocesium monasteriorum abbatum se ut
principalem et privatam personam collegio antedicto sub certis penis et sententiis in summis tone
expressis et in certis solvendum terminis obligasset, sibique sit difficile persolvere siunmas ipsas,
dubitetque propterea excommunicationis et penas alias incurrisse, nos pro sibi compadentes affectu
ac predictorum serviciorum memores, ipsum magistnim Petrum a snspensionis, excommunicationis
et interdicti sentenciis ac reatu periurii et aliis penis, quod et qnas incurrit propter deffectum
solutionum in terminis ei prefixis, doximus absolvendum secum super irregularitate, si quam pre-
missorum occasione contraxit, interea sie ligatus se immiscendo divinis, non tamen in contemptum
clavium, nunc dispensantes et insuper de prefati coUegii consensu et voluntate medietatem onmium,
que prefato collegio dictarum promotionum ratione debet, tenore presentium remictimus et donamus
eumque de illis liberamus, absolvimus et quittamus; et nichilominus ad solvendum medietatem
medietatis restantis a septem mensibus a data presencium computandos, et reliquam medietatem
ad octo menses, prefatos septem menses immediate sequentes, terminos sibi duximus prorogandos
seu eciam concedendos. Volumus tamen, quod, si in dictis sibi prorogatis seu concessis terminis
de predictis non satisfecerit, penis et sententiis, quibus antea tenebatur, sit ligatus et astrictus,
quem extunc in hiis scriptis declaramus astringi et in easdem reincidere ipso facto. Demum
indempnitati eiusdem magistri Petri, quantum in nobis est, providere volentes, omnes et singulas
actiones ac omne ius prefato collegio contra abbates ipsos quomodolibet competencia, necnon
auctoritatem et potestatem, quas nos in prefatos abbates pro ipsorum communibus et minutis
serviciis predictis exigendis ratione nostri ofücii habemus, in dictum magistrum Petrum trans-
fundimus per presentes, sibique ab ipsis abbatibus communia et minuta servicia ipsa, in quantum
Camera predicti collegii concemit, petendi, exigendi, recipiendi, quictandi, liberandi, excommuni-
candi, denuntiandi, absolvendi et omnia alia et singula faciendi, que nos contra ipsos abbates
pro causa huiusmodi racione nostri camerariatus officii facere possemus, faciendi plenam et liberam
concedimus facultatem et etiam potestatem. In quorum testimonium etc.
Datum Florencie , anno a Nativitate Domini M • cccc • XX , die vero x mensis Augusti,
pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri, domini Martini divina providencia
pape V anno tercio. gratis de mandato domini
cardinalis camerarii.
Ob 1 ig. 62. fol. xxxvnii r.
^) Instrumenta Miscellanea ad an. 1322.
cv
[procuratores] , ita quod decetero nichil pro eo faciant. Ich glaube darum,
dass man die Möglichkeit im Auge behalten muss, dass später die Kammern
einen eigens ausgewählten, vom ständigen Geschäftsführer verschiedenen
Procurator für die Obligation verlangten.*)
Die Freiheit der Prälaten in der Auswahl ihrer Bevollmächtigten in
ihrem Namen die Obligation aufzunehmen, scheint gegen Ende des 14. Jahr-
hunderts etwas beschränkt worden zu sein. Obschon ich die überaus zahl-
reich vorhandenen Notariatsinstrumente über Bestellung der Procuratoren in
den Instrumenta Miscellanea nur flüchtig angesehen habe, glaube ich
doch sagen zu können, dass im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts einzelne
Prälaten angewiesen wurden, gewisse höhere Curialbeamte zu bevollmäch-
tigen. Den Nuntien, Collectoren und SubcoUectoren, die mit diesen Dingen
beauftragt wurden, wurde geschrieben, dass der Prälat procuratorium sufficiens
an die Curie schicken müsse, „in quo constituat procuratores suos venerabiles
viros dominos procuratorem fiscalem domini nostri pape et eius locumtenentem
ac quemlibet eorum in solidum, cum plena, speciali ac sufHcienti potestate
ipsum abbatem . . . obligandi camere apostolice et coUegio dictorum domi-
norum cardinalium pro suo communi servitio et quinque minutis servitiis . . .**
Oder wir haben folgende Formel: „. . . in quo constituet suos procuratores
venerabiles viros dominos apostolice camere clericos et procuratorem fiscalem
domini nostri pape pro tempore existentes et quemlibet eorum ..." (Oblig. 63.
fol. vni V. 1425 Nov. 14; ibid. fol. xxxvm r. 1426 Oct. 23, ibid. fol. xui r.
1426 Nov. 23 u. a. m.) Es kommen auch noch andere Beamte vor, doch
ist der procurator fiscalis — soweit ich es übersehe, — stets mitgenannt.
Eine genauere Untersuchung der Procuratorien wird festzustellen haben, wann
ein solcher Zwang einsetzte und auf wen sich derselbe erstreckte, bezw.
welche Umstände massgebend waren, um ein solches Vorgehen der Kämmerer
zu bestimmen. Ich begnüge mich damit diese Frage aufgeworfen zu haben,
wodurch vielleicht Jemand angeregt wird der Sache nachzugehen.
Die Höhe der Verpflichtung bestimmte sich in dreifacher Weise:
I. Auf Grund der in die Register eingetragenen Taxe, zu der Bisthum
oder Abtei veranschlagt waren. Diese Taxe erklärt sich ganz ungezwungen,
als aus den Einschätzungen herrührend, die zu verschiedenen Zeiten für die
^) Ueber die Sanirung nicht ausreichender Vollmachten verzeichne ich folgende Be-
merkungen aus dem Anfange des 15. Jahrhunderts: Oblig. 57. fol. xiii v. In margim: Indictione
IX (1401), die XXX mensis Maii supradictus episcopus obligavit se de novo per venerabilem virum
dominum Stephanum de Prato, clericum sacri collegii, procuratorem suum, ad hoc legitime con-
stitutum, verbis supradictis in suo robore manentibus. — Ibidem fol. xvi v. produxit mandatum
sufficiens ratihabitionis in termino. — Ibidem fol. xvil r. (1402) die xxvii mensis lanuarii procurator
ratificavit obligationem supradictam.
CVI
Zehnten gemacht worden waren. Für weitaus die meisten Fälle wird dieser
Satz wohl seine Gültigkeit behalten.
2. Auf Grund einer Einschätzung. Man ordnete eine Einschätzung an,
wenn man entweder der vorliegenden Taxe aus irgendwelchem Grunde keine
Giltigkeit mehr beimass, oder wenn dir das in Frage stehende Bisthimi oder
die betreffende Abtei überhaupt noch keine Taxe bestand. Zahlreiche Fälle
beider Art sind uns in den Registern überliefert. Eüne für die deutschen
Verhältnisse sehr interessante Neueinschätzimg war diejenige für die Erz-
bisthümer Mainz und Trier. Der Mainzer Stuhl bezahlte im 14. Jahrhundert
5000 Goldgulden als servitium conunune^), während Trier zu 1400 Mark
Silber*) oder 7000 Goldgulden') eingeschätzt war. Nun erfolgte, aus welchem
Grunde ist nicht gesagt, am S.Januar 1420 durch Martin V nach vorher-
g^angener reiflicher Prüfung der Frage im Consistorium eine neue Taxirung,
wobei beide Erzbisthümer auf loooo Goldgulden .eingeschätzt wurden.^)
Bezüglich der Höhe der Summen, um die die neuen Taxen die alten über-
trafen, nämlich 5000 bezw. 3000 Goldgulden, ist dieser Fall für jene Zeit
meines Wissens wohl einzig dastehend. Mit diesem neuen Servitium waren
sie dem Erzstuhle von Köln gleichgestellt, der immer schon bei einer Neu-
besetzung lOOOO Goldgulden zu zahlen hatte^), wie aus den schon veröffent-
lichten Taxrollen bekannt war.
3. Auf Grund freier Uebereinkunft zwischen dem betreffenden Prälaten
und den beiden Kämmerern, nachdem meistens vorher die Angel^enheit
im Consistorium zur Sprache gebracht worden war. Das konnte eintreten
sowohl wenn die Prälatur überhaupt nicht in den Cameralbüchem verzeichnet
stand, als auch wenn die bestehende Taxe, unter Umgehung einer Neu-
einschätzung, aus den verschiedensten Gründen heraufgeschraubt oder herab-
gesetzt wurde. ^) Diese so angenommene Taxe konnte in perpetuum valitura
*) Oblig. 6. fol. xxvili V. und Lxxvii v.
*) Die Mark zu 5 Goldgulden gerechnet Oblig. i. fol. 14 r.
*) Oblig. 22. fol. cxciiii r. 1354 Maii 9. obligatio archiepiscopi Boemundi.
*) Vergl. Urk. No. 127.
^ Oblig. 6. fol. cxiu r. Dass es mit der Tilgung der Schulden des Kölner Erzbischofs
gelegentlich gute Weile hatte, ersehen wir aus der Urkunde No. 353; die Geldnoth ging damals
so weit, dass der Papst dem Erzbischofe Schulden im Betrage von weit über 100 000 Goldgulden
nachlassen musste und ihn von den wegen Nichtzahlung incurrirten Censuren lossprach. Vergl.
darüber zuletzt Gottlob, Aus der Camera apostolica des 15. Jahrhunderts. Innsbruck, Wagner
1889. Seite 191.
1819 Febpuar. 26.
^ Item anno quo supra die XXVI mensis> Februarii solvit dominus lacobus episcopus
Appamiarum pro parte sui communis servitii coUegio xxx dominorum cardinalium contingente
11 • L flor. Item solvit 11 • L libr. Turon. pro parte collegium xxx dominorum cardinalium contin-
cvn
oder bloss pro hac vice gültig sein. Ausser den verschiedenen, im Urkunden-
tfaeile abgedruckten Fällen, mache ich noch auf Oblig. 62. fol. XL v. (1420)
aufmerksam, wo eine Taxe ad modum compositionis festgesetzt wurde, weil
das monasterium in libris camere taxatum non reperitur. Dieses doch nur
pro hac vice.
Hier sei eingeschaltet, dass ursprünglich die Bestimmung bestanden
haben muss, dass die Servitien, ohne bestimmte Zahlungstermine festzusetzen,
sobald wie möglich bezahlt werden mussten. Der Prälat musste versprechen,
dass er nur soviel von seinen Einkünften gebrauchen wolle, wie (lir ihn und
seine Familiären zu angemessenem Lebensunterhalte nothwendig sei; alles
Uebrige müsse er nach und nach zur Tilgung seiner Schulden nach Rom
senden.^) Dieser Brauch des 13./ 14. Jahrhunderts machte dann dem anderen
Platz, dass ein fester Zeitpunkt zur Zahlung angesetzt wurde.
Bevor wir in die Betrachtung von Einzelfragen, die sich an bestimmte,
in den Quellen mitgetheilte, Fälle knüpfen, herantreten, sei die Frage unter-
sucht, ob die der camera coUegii zufliessenden, bezw. ihr rechtlich zustehenden
Einkünfte aus den Servitien der Verfügung des Papstes gänzlich entzogen
waren oder nicht. Auf Grund eines, allerdings spärlichen, Materials muss
gesagt werden, dass verschiedene Päpste thatsächlich über derartige Einkünfte
verfugt haben, ohne dass wir von einer Mitwirkung oder Zustimmung des
heiligen CoUegiums etwas erfahren. Am auffälligsten tritt diese Sache in
einem Mandate Papst Urban VI in die Erscheinung. Ad perpetuam rei
memoriam verfugt der Papst am 2. November 1381, dass die den Cardinälen
zustehenden Antheile der Servitien dreier englischen Bischöfe der camera
apostolica zufliessen sollen pro expensarum oneribus supportandis. Die Form
ist die der Reservation: tenore praesentium specialiter reservamus dispositioni
nostrae auctoritate apostolica. Bei der früher schon betonten Schwierigkeit
sich in den sehr zahlreichen Registerbänden des 14. Jahrhunderts nach
Material fiir die camera coUegii umzusehen, muss man darauf verzichten
mehrere Fälle für eine Frage zusammenzubringen. Sehr oft ist das Finden
derartiger Urkunden reine Zufallssache, da die Indices des Vaticanischen
Archivs noch keineswegs so beschaffen sind und beschaffen sein können,
dass man sich genügend orientiren könnte. Für den vorliegenden Fall habe
gente de v libr. Tur. parvonim, quas promiserat pro augmento sibi taxato et assignato de reddi-
tibus episcopatus condam Tolosan. in v flor. auri computato flor. pro x sol. Tur. Et sie est
summa de parte sui communis servitii soluta vii . L flor.
Oblig. 3. fol. LI r.
*) Urk. No. 82. Der gleiche dort gebrauchte Ausdruck findet sich nach Woker, Finanz-
wesen der Pfipste, Seite 21, Anm. 4, in einer Beschwerdeschrift des Breslauer Capitels yom Jahre 1326.
CVIII
ich darum vorläufig nur das eine Beispiel zur Verfügung, das aber wohl
nicht das einzige gewesen sein wird.
Was die Bezüge verstorbener Cardinäle angeht, sind wir etwas besser
unterrichtet. Zunächst muss hier auf die generellen Verfügungen lohann XXII
aufmerksam gemacht werden, die im Allgemeinen die Erbfolge r^eln.
Darüber hat Kirsch^) berichtet und beim Abschnitte: Divisiones muss darauf
noch eingegangen werden. Was dann das obengenannte päpstliche Eingreifen
in die vertragsmässig festgestellten Rechte angeht, so sind hier mehrere
Anordnungen anzuführen, die von den Verfügungen lohann XXII absehen
und neue Normen aufstellen. Martin V bestimmte, scheinbar ohne auf die
Erben Rücksicht zu nehmen, dass die Antheile verstorbener Cardinäle von
der Camera collegii zum Wiederaufbau der zerstörten römischen Kirchen
angewiesen werden sollten. Ebenfalls hierher gehören die von 1421 ab
sehr häufig auftretenden Mandate de asportando pecunias de capellis domi-
norum cardinalium mortuorum pape, wovon der päpstliche Schatzmeister
sagt: quia sie habuimus mandatum a papa.^) Weiterhin belegte lohann XXIII
die Einkünfte dreier Cardinäle mit einer Auflage von zusammen 400 Gold-
gulden pro certis necessitatibus Ecclesiae Romanae. Das geschah ohne
jegliche Angabe eines Grundes, lediglich ex plenitudine potestatis.') Am
30. November 1420 berichten uns die Register, dass die Guthaben des ver-
storbenen Cardinais Balthassar Cossa durch den Papst mit 300 Goldgulden
belastet wurden, ebenfalls ohne einen Grund dafiir anzugeben.^) Papst Bonifaz IX
verfugt zu Gunsten seiner Wähler — qui presentes fuerant in conclavi, qui
sunt XII — über die Antheile der verstorbenen Cardinäle.^) Wollte man
die Bücher der camera auf diesen Punkt hin besonders durchsehen, so würden
sich zweifelsohne noch mehr Beispiele eines gewissen Verfiigungsrechtes des
Papstes über diese Gelder finden. Die mitgetheilten Beispiele bezeugen auf
jeden Fall das, dass eine gewisse Abhängigkeit vom Willen des summus
pontifex trotz der Bullen von Nicolaus und Benedict noch bestand, die erst
unter Leo X völlig beseitigt wurde. ^)
^) Seite 62, Anm. i.
') Urk. NN. 307 und 327.
») Urk. No. 296.
*) Urk. No. 308b.
*) Urk. NN. 279 — 281. Hiertiber wird unten ausfuhrlicher gesprochen werden.
^ Statutum collegii f quod portio cardinalis defuncti ex capello sibi contingente collegio
accrescat. Sub Leone X 15 14. ... Leo papa X . . . declarat omnes portiones reverendissi-
morum cardinalium defiinctorum de ecclesiis et monasteriis ratione capelli de cetero accrescere
debere sacro collegio reverendissimorum cardinalium et promisit se numquam deinceps de ipsis
intromettere, sed earum portionum dispositionem eidem collegio libere dimittere. . . . Romae die
prima Septembris MDXUii. Armar. xxxii Tom. 34 fol. 113 r.
CVIIII
Zwei Verfügungen lohann XXII vom 4. September 1331 und 4. Februar
1332^) regeln die Schwierigkeiten, die sich aus der zweimaligen Besetzung
derselben Prälatur in einem Jahre ergeben. Kirsch stellt die Sache folgender-
massen dar: „Wurde jedoch eine Bischofskirche oder eine Abtei zweimal
in demselben Jahre vakant, und ward sie auch in demselben Jahre auf's
Neue besetzt, so brauchte bloss einmal das Servitium iiir diese Pfründe ent-
richtet zu werden. In dieser Erklärung des Papstes war der Fall nicht
vorgesehen, dass der erste Inhaber einer auf solche Weise zweimal in dem-
selben Jahre besetzten Pfründe bereits einen Theil des Servitium entrichtet
hatte. Hierüber wiederum im Konsistorium befragt, entschied lohann XXU,
dass der zweite Inhaber der Pfründe seine Obligation (lir die ganze Summe
machen solle, dass jedoch für die Zahlung die bereits von seinem Vorgänger
entrichtete Summe in Rechnung zu bringen sei.*' Ein Beispiel macht die
Sache leichter klar.
Beltraminus Bischof von Como verspricht am 15. December 1339*)
als servitium commune 800 Goldgulden zu zahlen. Wir lernen aus dieser
Angabe die Höhe des Servitiums kennen. Unter dem 6. November 1 340, nach-
dem Beltraminus in festo Omnium Sanctorum 400 Goldgulden, also die Hälfte
bezahlt hatte, wird der Stuhl neu besetzt^) mit Bischof Bonifatius. Derselbe
macht am 24. December eine doppelte Obligation: i. Uebernimmt er die
Restschuldsumme von 400 Goldgulden seines Vorgängers, und 2. verspricht
er sein eignes Servitium von 800 Goldgulden abzüglich dessen, was sein
Vorgänger schon gezahlt hatte, also 800 — 400=400 Goldgfulden.*) Und
dieses geschah deshalb, weil bei einer zweiten Besetzung in demselben Jahre
nur ein servitium integrum zu zahlen war. Dass man nicht einfach sagte,
dass bei einer zweiten derartigen Besetzung der zweite Prälat einfach ein
volles Servitium bezahlen müsse, unter Aufhebung der Verpflichtungen seines
Vorgängers, hatte ausser fiir den Prälaten auch noch Interesse fiir die Car-
dinäle, qui in prima promissione continebantur. Diejenigen Cardinäle, qui
In secunda promissione continebantur, kamen, wenn man so will, zu kurz
gegenüber der ganzen Taxe, die hier nur zum Theil gezahlt wurde.
^) Kirsch, Seite 19, Anm. 2 und 3.
■) Oblig. 6. fol. CLXV r. Vergl. Reg. Vat. No. 127 cap. 729.
^ Reg. Vat No. 128 cap. 138.
*) Oblig. 6. fol. CLXX r. Item cum secundum declarationem fiictam per felicis recorda-
tionis dominum lohannem papam XXII prelati, qui promoventur ad ecclesias seu monasteria, que
vacaverunt bis infra annum, teneantur promittere unum servicium inclusa parte, que restaret ad
solvendum, idem dominus Bonif&cius promisit pro medio servitio oblato ultra recognitionem
predictam [400 flor. auri] quadringentos flor. anri et quinque servicia consueta pro rata solvendos
videlicet partem recognitam in festo Omnium Sanctorum et aliam partem, per ipsum promissam,
in festo Sancti Michaelis Septembris extunc proxime secuturo.
ex
Die weitere Verfügung lohann XXII (1332), betreffend die Gesammt-
oder Theil-Zahlungen von Obligationen, welche Prälaten, die befördert oder
versetzt worden waren, noch von ihrem früheren Servitium zu leisten hatten,^)
werden leichter an einem Beispiele verständlich. Bischof Ronald von
Lissabon war auf den Stuhl von Autun versetzt worden (1367), nachdem
Bischof Wilhelm von Autun Erzbischof von Lyon geworden war.*) Bei der
Versetzung Wilhelm's war der zweite Zahlungstermin für den Sitz von Autun
schon abgelaufen und nicht eingehalten worden. Der zweite Termin war
also fallig als Bischof Wilhelm noch nicht Erzbischof von Lyon war. Trotz-
dem musste sein Nachfolger Reginald sich fiir den Restbetrag von 668 Gold-
gulden für Autun verpflichten. Dem wird aber folgende Bemerkung beigefügt:
„Quos quidem florenos camere domini nostri pape et collegio dominorum
cardinalium ac familiarium eorumdem idem dominus Guillermus nunc archi-
episcopus Lugdunen, solvere debet pro servicio ecclesie Eduen., cui prefuit,
quia terminus secundus solucionis, cum de Eduen. ecclesia in archiepiscopum
Lugdun. fuit assumptus, erat elapsus." Demgemäss ist der Stuhl zur Zahlung
auf's Neue verpflichtet worden; die bischöfliche Mensa muss also dafür ein-
treten, wenn der Erzbischof von Lyon seine persönlichen Schulden für
den früheren bischöflichen Sitz in genanntem Betrage nicht bezahlt. An
zweiter Stelle verpflichtet sich Reginald die im dritten Termin fallige
Summe von 868 Goldgulden 19 sol. 16 den. zu zahlen. Dieser dritte Termin
war noch nicht fallig, als Wilhelm nach Lyon versetzt wurde, mithin ist es
verständlich, wenn dieser recognitio die Worte hinzugefügt wurden: „De quo
ultimo et tercio termino idem Reginaldus dudum Ulixbonen. nunc Eduen.
episcopus debet int^^aliter respondere, quia nondum venerat dictus terminus
faciende solucionis, quando translatus fuit dictus dominus Guillermus ab
Eduen. ad ecclesiam Lugdunen." Nach Erledigung und Klarstellung dieser
Verhältnisse folgt an dritter Stelle die Verpflichtung zur 2^ahlung des servi-
tium commune von 4080 Goldgulden und fünf minutis servitiis für sich selbst
ratione ecclesiae Eduen., wohin er versetzt worden war. Es handelt sich
in diesen Angelegenheiten also wesentlich um eine Anwendung des Satzes,
dass die Verpflichtungen mit den fructibus rite perceptis gleichen Schritt halten.
Dabei ist aber im Auge zu behalten, dass Schuldung von Servitien aus
einem früher inn^ehabten Sitz sich in persönliche Schulden umwandeln,
denen scheinbar Censuren bei Nichtzahlung nicht angehängt wurden. Zur
vollständigen Schadloshaltung der Interessen der Kammer und des CoUegiums
*) Ann. 35 Tom. 70. fol. CLXXXvni r. und v. sowie Kirsch, Seite 20, Anm. 2.
») Urk. No. 117.
CXI
fiigte man der erneuten persönlichen Obligation des früheren Inhabers auch
die persönlich-sachliche des Nachfolgers auf dem Stuhle hinzu.
Klarer wird die ganze Angelegenheit an den nahezu 20 jährigen Ver-
handlungen bezüglich des Servitiums des Stuhles von Ravenna.^) Erzbischof
Aymericus zahlte am 24. December 1324 einen Theil seines Servitiums an
die Cardinäle im Betrage von 650 Goldgulden und 26 Goldgulden für die Fami-
liären. Er hatte sich am 22. December 1322 verpflichtet. Dieser Zahlung
fugte er einen Protest bei, dass die Kirche von Ravenna überhaupt nicht
zur Zahlung von Servitien verpflichtet sei. Die camera coUegU nahm diesen
Protest an und bestimmte, dass, wenn der Erbischof erweisen könne, dass
Ravenna von diesen Zahlungen überhaupt frei sei, beziehungsweise geringere
Zahlungen zu machen habe, der Kirche und dem genannten Erzbischofe
aus der geleisteten Zahlung keinerlei Schaden bezüglich der Zukunfl er-
wachsen solle. Die Thatsache an und für sich, dass die Finanzbeamten die
Mög^chkeit der Befreiung Ravenna's von den Servitien zugeben, ist bei der
Bedeutung des Stuhles und bei dem klaren Worüaute der Bestimmungen
über die Besteuerung aller vom Papste besetzten Kirchen äusserst bemerkens-
werth. Erzbischof Aymericus leistete keine weitere Zahlung, wurde auch —
wie es scheint — nicht weiter behelligt, sondern am 13. Mai 1332 zum
Bischof von Chartres ernannt.^) Sein Nachfolger auf dem Stuhle von Ra-
venna, Erzbischof Guido, verpflichtete sich am 26. März 1333 zu zahlen:
1. Die Restsumme des Vorgängers von 2700 Groldgulden und den dieser
Summe entsprechenden Theil der kleinen Servitien; 2. 4000 Goldgulden fiir
sein eignes Servitium und die üblichen 5 servitia minuta. Bei seiner Obli-
gation trug Guido dem Papste im Consistorium vor, dass er die Schulden
gar nicht bezahlen könne, weil die Geldverhältnisse seiner Mensa so schlecht
seien, dass er nur etwa 1000 Goldgulden jährliche Einnahme habe. Der
Papst beauftragte darum, unter Zustimmung Guido's, den Legaten der Lom-
bardei Bertrandus de Poietto, Cardinalbischof von Ostia und Velletri, mit
einer Abschätzung der Einkünfte von Ravenna.^) Das Ergebniss solle bis
Pfingsten über's Jahr dem Papste eingesandt werden. Geschehe das nicht,
so solle die geleistete Obligation bedingungslos in Kraft treten.
Die Untersuchung fand nicht statt, vielmehr haben wir unter dem
24. Mai 1335 eine neue Obligation des Nachfolgers Guido's, Franciscus',
der sich verpflichtete zu zahlen: i. die obengenannte Summe fiir Aymericus;
2. die ganzen Servitien fiir Guido; 3. seine eignen Servitien in gleichem
») Urk. NN. 91—96.
•) Reg. Vat. No. 103 cap. 31.
*) Kirsch, Seite 8 und 9.
CXII
Betrage. Die Summen sollten in drei Jahresraten bezahlt werden. Gleich-
zeitig erhielten die Collectoren der Lombardei Poncius Stephani und Wilhelm
Truelli den Auftrag eine genaue Aufnahme der Einkünfte von Ravenna zu
machen und innerhalb eines Jahres einzusenden. Das geschah wiederum
nicht, weil Erzbischof Franciscus verhindert war die Collectoren in die Ver-
hältnisse einzufuhren und darum wurde am 25. Juni 1336 der Rector von
Romandiola beauftragt die Einschätzung bis zum 2. Februar 1337 vorzunehmen.
Ob das nun geschehen ist, wissen wir nicht; auf jeden Fall zahlte Erz-
bischof Franciscus keinen Heller seiner Servitien und Recognitionen, denn
im Jahre 1342 musste sein Nachfolger Nicolinus, ausser sämmtlichen
früheren Schulden, auch noch die des Franciscus übernehmen und
seine eignen Servitien versprechen. Die Obligation belief sich also auf
2700-1-40004-4000 + 4000 Goldgulden, einen Theil der kleinen Servitien
des Aymericus und drei Mal quinque servitia minuta, zahlbar in jährlichen
Raten von 3000 flor.^) auri und dem entsprechenden Theil der kleinen
Servitien.
Zu dieser Obligation, welche die Mensa von Ravenna so ausserordentlich
belastete, wurde eine weitere Obligation des früheren Erzbischofs Franciscus
gemacht, worin dieser sich zur Zahlung von 2700 Goldgulden und von
5 Servitien (lir Ravenna verpflichten musste. Jede Summe, die er zahlen
würde, solle als Entlastung des Conto's von Ravenna angesehen werden;
zahle er aber nicht, so müsse Erzbischof Nicolinus daiiir haften. Weiterhin
bestimmte der Papst, dass, wenn der frühere Erzbischof, jetzige Cardinal
Aymericus de Castrolucü (ernannt 1342 Sept. 20) seine Schuld von 2700 Gold-
gulden und den dieser Summe entsprechenden Betrag der 5 Servitien be-
gleichen würde, auch diese Zahlung vom Conto der Schuld der Kirche von
Ravenna abgezogen werden sollte. Wenn aber, um allen Möglichkeiten zu
begegnen, weder Cardinal Aymericus noch Erzbischof Franciscus irgend
etwas bezahlen sollten, so hafle, laut Obligation des Erzbischofes Nicolinus,
die Kirche von Ravenna iiir den ganzen Betrag von 14700 Goldgulden und
die verschiedenen Gruppen der servitia minuta.
Aus diesem und dem vorhergehenden Falle lernen wir mit aller wünschens-
werthen Deutlichkeit, wie diese an sich verwickelten Verhältnisse behandelt
wurden. Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass, während für Erz-
bischof Franciscus eine neue Obligation für seine Schulden von Ravenna
aufgenommen wurde, bei Cardinal Aymericus von einer solchen keine Rede
ist. Die bevorzugte Behandlung des Cardinais gegenüber dem Erzbischof,
Vergl. Urk. 95 Anm. i.
cxm
die auf ein Anheimgeben, ob er zahlen will oder nicht, hinausläuft, giebt
uns einen weiteren Beitrag zu Beleuchtung der grossen Machtstellung der
Cardinäle in jener Zeit. Die gleiche Bevorzugung eines Cardinais, der als
Bischof seine Servitien nicht voll bezahlt hatte, wurde demselben Aymericus
gegenüber geltend gemacht, als er als electus Carnoten. am i8. Mai 1332
2000 Goldgulden und den entsprechenden Betrag der servitia minuta iiir
seinen Vorgänger Petrus de Capis (Chappes), der zum Cardinalpriester er-
nannt worden war (1327 Dec. 18), mitübernehmen musste.^) Von einer
Obligation (lir Cardinal Petrus bezüglich seiner Schulden ist ebensowenig
die Rede, wie von einer Erklärung, warum sie dem Nachfolger zur Last
fallen, wie das in dem erstgenannten Beispiele so klar ausgeführt ist. Wir
haben es darum wohl mit einem entsprechenden Privileg der Cardinäle zu thun,
laut welchem sie nicht gezwungen werden konnten zu zahlen, wenn sie
nicht wollten.*)
Wir dürfen uns, angesichts solcher Vorgänge, die sich aus den von
lohann XXII aufgestellten Regeln über die Begleichung der recognita ergeben,
nicht verhehlen, dass ein solches System zu grossen Härten fuhren musste.
Denn die Belastung der Diöcesen und Abteien, die sich aus einem servitium
commune und 5 kleinen Servitien ergab, wurde meistens schon schwer em-
pfunden. Wenn nun bei notorischem Nothstande trotzdem oft alle alten
und die neuen Schulden aufrecht erhalten wurden, wie es bei Ravenna ge-
schah, so konnte eine Reaction gel^entlich nicht ausbleiben. Im Allgemeinen
kann man sagen, das solche Gegenströmungen sich geltend machten durch
übertriebene Darstellung des Nothstandes der mensa episcopalis oder abba-
tialis, durch muthwilliges Veranlassen von langwierigen Untersuchungen,
wodurch Zeit gewonnen wurde, durch Nichteinhalten der Zahlungstermine
ohne um Zahlungsaufschub zu bitten oder durch Missachtung der ausdrück-
lich verkündigten Censuren. Für alle diese Fälle lassen sich aus den Bänden
der Obligationes zahlreiche Beispiele anfuhren.
Man wird demgegenüber vielleicht darauf hinweisen, dass uns aus den
Büchern der Kammern zahlreiche Herabsetzungen — pro ista vice — oder
vollständiger Erlass — ne trahatur in posterum ad sequelam — der Servi-
tien bekannt sind, die eintraten, wenn die Prälaten nachwiesen, dass sie
ihren Verpflichtungen ohne ihre Schuld nicht nachkommen konnten. Im
*) Urk. No. 100.
*) Wenn nun aber zahlreiche Obligationen von Cardinälen in den Registern verzeichnet
sind, so beziehen sich diese auf Prälaturen, die ihnen als Cardinälen verliehen wurden; die
Servitien dafür mussten sie entrichten. Von einer Befreiung kann im 14. Jahrhundert keine
Rede sein.
Baumgaktbn, Finaiuverw. des Card.-Colleg. im Mittelalter. h
cxnn
Vergleich zu der unendlich grossen Zahl der Obligationen sind diese remis-
siones ex causa oder liberationes propter paupertatem so selten, dass man
schon die Register aus der Zeit des grossen Schisma's nachschlagen muss,
um sie etwas häufiger anzutreffen. Derartige Strenge bei Besteuerung der
Prälaturen mit den Servitien geht Hand in Hand mit der gesteigerten Findigkeit
in Eröffnung neuer Steuerquellen. Und wenn sehr oft einschneidende, schwer
belastende Finanzmassr^eln mit der Begründung: propter necessitates Sanctae
Matris Ecclesiae, ausgeschrieben worden sind, so lag wohl eine grosse Geldnoth
an der Curie vor, nicht aber war die Verwendung des vorher vorhanden
gewesenen Geldes stets so geschehen, dass die Geschichte sie rechtfertigen
kann. Ohne in Uebertreibungen zu verfallen, muss offen herausgesagt werden,
dass in der Verwaltung beider Kammern grosse Härten vorgekonmien
sind und dass oft der fiskalische Standpunkt leitend war, wo es sehr an-
gezeigt gewesen wäre, dass die Executivbeamten sich daran hätten erinnern
sollen, dass sie Priester, Bischöfe, Erzbischöfe und Cardinäle der Heiligen
Römischen Kirche waren. Was damit gesagt sein soll, liegt auf der Hand;
bedarf darum keiner näheren Erklärung. Mann muss Tangl zustimmen,
wenn er in seinem Aufsatze über das Taxwesen der Curie in jener Zdt^)
auf Grund eingehendster Studien zu Resultaten kommt, die unsere Kritik
der damaligen Verhältnisse geradezu herausfordern. Das Gleiche ist hie
und da bei diesem Capitel der Fall.
Bezüglich der Herabsetzung oder des Erlasses der Servitien ist zu
unterscheiden, dass die Verminderung der festgesetzten Taxe nur von
Papst und Cardinälen gemeinschaftlich geschah, während die vollständige
Befreiung von den Servitien gemeinschaftlich oder von jeder der beiden
Kammern gesondert bewilligt werden konnte.
Die Herabsetzung der Taxe konnte perpetuis temporibus valitura oder
nur für einen bestimmten Fall geschehen, sie konnte vor der Obligation
oder erst nachher, sie konnte von einer Kammer bewilligt von der andern
versagt werden. Auch kam es vor, dass die apostolische Kammer einen
von der camera collegii verschiedenen Nachlass gewährte. Die gänzliche
Nachlassung der Servitien konnte einem Prälaten wegen besonderer Um-
stände zuerkannt werden oder als für alle Zeiten gültig generell erfolgen.
Vergleicht man viele der aus den (s. o. S. XXVin f ) päpstlichen R^ster-
bänden gezogenen Urkunden mit dem gleichzeitigen Material der Cameral-
bände, so ergiebt sich von selbst, dass letzteres Material, soweit es uns zur
Verfugung steht, entweder sehr lückenhaft ist bezüglich seiner Erhaltung
^) Mittheilungen des Inst, für öster. Geschichtsforschung XIII, i ff.
cxv
oder aber, dass die Buchführung keine umfassende war. Das Wahrschein-
lichere ist wohl anzunehmen, dass uns, selbst aus dem 14. Jahrhundert, zahl-
reiche Bände verloren gegangen sind, so dass wir auf Ergänzung des Materials
aus den päpstlichen Registerbänden angewiesen sind. Für alle in den Sedis-
vacanzen erfolgenden Massnahmen fiscalischen Characters ist die Ueber-
lieferung eine sehr spärliche.^) Für den Zweck der vorli^enden Arbeit
habe ich gerade bei dem Abschnitte über die Servitien davon absehen zu
müssen geglaubt, das Material an Urkunden zu sehr zu häufen. Darum ist
auf die Registerbände so zu sagen keine Rücksicht genonmien worden.
Denn von allen Punkten, die bei der Verwaltung der camera coll^^ in
Frage kommen, ist derjenige über die Servitien wohl der am wenigsten
dunkele. Lnmerhin giebt es jedoch noch einzelne kleinere Fragen, die einer
gesonderten Untersuchung (ur die Zukunft vorbehalten bleiben müssen.
Als Musterbeispiel einer Herabsetzung des Servitiums für alle Zukunft
darf wohl der Fall des päpstlichen Kämmerers Gasbertus gelten, der am
20. October 1341 vom Bischof von Marseille zum Erzbischof von Narbonne
befordert worden war.') Weil es sich um einen so hohen Verwaltungs-
beamten handelte, haben wir auch ausfuhrliche Nachricht darüber in den
Cameralr^pistem. Erzbischof Gasbertus musste sich zu einer Zahlung von
loooo Goldgulden und zu den 5 servitia minuta consueta verpflichten. Er that
dies auch, jedoch mit dem Vorbehalt, dass er nur zu 8000 Goldg^den und
den entsprechend geringeren servitia minuta verpflichtet sei, weil ein Theil
der Erzdiöcese abgetrennt und als selbstständ^es Bisthum errichtet worden
war. Der Bischof dieser neuen Diöcese habe natürlich auch seinen ihm
zukonmienden Theil an den Einkünften von Narbonne erhalten und davon
habe er schon 2000 Goldgulden Servitium gezahlt. Diese Summe müsse
nun von seinem Servitium abgezogen werden; er verpflichte sich darum nur
unter diesem Vorbehalte zu einem Servitium von lOooo Goldgulden, unter-
werfe äch aber jeder diesbezüglichen Entscheidung des Papstes.
Erst ein Jahr später kam dieser Protest unter Papst Clemens VI zur
Veriiandlung. In Gegenwart einiger Cardinäle und Cameralbeamter ordnete
der Papst selbst am 7. November 1342 an, dass in den Cameralr^;istem
die Thatsache verzeichnet werde, dass er im Consistorium vom 6. November
unter Zustinunung des Collegiums entschieden habe, dass die Kirche von
Narbonne jetzt und in Zukunft 9000 Goldgulden und fünf servitia minuta
„et non ultra" zu entrichten habe. Zugleich wird die Obligation, die auf
') Vergl. auch Sägmttller, Die ThStigkeit und Stellung der Cardinäle bis Papst
Boni£u Vm. S. 114 fr.
*) Vergl. Urk. NN. 108 — iio und Kirsch, Seite 11.
h*
CXVI
loooo Goldgulden lautete, entsprechend verändert, dass sie in Zukunft nicht
als Handhabe dienen könne lOOCXD statt 90cx> Gulden zu fordern. Leider
fehlt uns eine eingehende Begründung, warum das Servitium gerade auf
9000 Gulden festgesetzt wurde.
In einem anderen Falle^) war man im Zweifel, ob die früher erfolgte
Herabsetzung der Servitien des Erzbischofes von Nicosia von 7800 auf
5000 Goldgulden eine einmalige Gnade gewesen oder iiir alle Zukunft gültig
sei. Darum wurde eine neue Einschätzung der Güter der Mensa angeordnet,
um zu sehen, ob dicta maior taxatio secundum morem solitum debet rema-
nere, oder ob die kleinere Summe sich als richtig erweisen würde.')
Ohne Rücksicht auf die Bedürftigkeit im einzelnen Falle ordnet
lohann XXIII um das Jahr 14 13') im Allgemeinen an, dass er auf die Dauer
von iiinf Jahren von den französischen Prälaten — pensatis guerrarum
cladibus atque variis dispendiis — nur die Hälfte der Servitien beanspruche.
Die Verfügung solle rückwirkende Kraft haben, die Schulden des Vorgängers
sollen nicht auf den Nachfolger übergehen und Kirchen und Klöster,, deren
Einkonmien 200 Pfund Turnosen nicht überschreite, sollen von den Servitien
befreit sein. Diese Massregel des Papstes war weniger vom Mitleide mit
dem von Kriegen heimgesuchten Frankreich eingegeben, wie von der Macht
der politischen Verhältnisse.*) Es war schon ein Verbot des Königs von
Frankreich erlassen worden, Gelder irgend welcher Art an die Curie zu
zahlen. Die Herabsetzung der Ansprüche des Papstes verfolgte also den
Zweck, durch Verminderung der kirchlichen Steuern die strenge Ausftihrung
des Verbotes zu henmien, was ihm auch zum Theil gelang. Im Jahre 14 18
wurde jedoch das Verbot erneuert und auch ftir eine Zeit lang durchgeführt.
Für die Verminderung der Servitien für einen besonderen Fall wurden
in der Regel Krieg, Pest, Hungersnoth oder sonstige allgemeine Calami-
täten angeführt. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts verzichtete
man in den Cameralurkunden meistens auf Angabe des besonderen Grundes
und schrieb einfach: propter paupertatem seu oppressionem hac vice.
Gewöhnlich fand die Herabsetzung der Taxen vor der Obligation statt.
In einigen Fällen, allerdings nur ausnahmsweise, kam es nach der Obligation
vor. Ausser dem schon erwähnten hierhergehörigen Falle des Gasbertus
*) Vergl. Urk. No. 103.
*) Nicosia kommt später stets nur mit einem Servitium von 5000 Goldgulden vor.
*) Vergl. Urk. No. 126.
*) Gottlob, Aus der camera apostolica des 15. Jahrhunderts, Seite 190 fr.
Vergl. Kirsch, Die Anuaten und ihre Verwaltung in der zweiten Hälfte des 15. Jahr-
hunderts. Hist. Jahrbuch 1888, Seite 305 und 307.
CXVII
von Narbonne ist noch ein zweiter zu nennen.^) Er unterscheidet sich in-
sofern von dem ersten, als zwar nach der Obligation zur Zahlung eines
Servitiums von 700 Goldg^den die Taxe auf 350 Goldgulden herabgesetzt
wurde, jedoch ohne eine neue Verpflichtung darüber aufzunehmen. Wesent-
lich häufiger kommt es vor, dass die päpstliche Kammer den auf sie
fallenden Theil der Servitien nachlässt, wie die camera collegii. Aber
iur beide Fälle sind die Beispiele in genügender Zahl vorhanden.')
Für die generelle Befreiung von den Servitien ist eine von Kirsch
schon angeführte Urkunde') interessant Zwei weitere Fälle sind folgende^):
Am 9. Februar 1342 wird der magister generalis fratrum Sanctae Mariae
de Mercede Captivorum von allen Zahlungen befreit, cum non habeat
redditus, unde servicium suum possit solvere. Am 6. April 1 392 wird weiter-
hin ein bisher nicht taxirtes Kloster propter paupertatem et indigentiam fiir
immer befreit. Der Wortlaut ist jedoch nicht so ganz unzweifelhaft; doch
scheint mir, dass eine generelle Befreiung gemeint ist. Der einmalige Nach-
lass sänmitlicher Servitien geschah stets im Consistorium von Papst und
Cardinälen gemeinschaftlich, wofiir sich, namentiich in der zweiten Hälfle
des 14. Jahrhunderts, vielfache Urkunden finden.^)
Wurde einem Prälaten die Hälfte seines Servitiums, das der Papst
erhielt, nachgelassen, während das heilige CoUegium auf seine Hälfle nicht
Vergl. Urk. No. 116.
*) In margine der solutio episcopi Caputaquen.: Non fiierunt tot pecunie solute, ut hie
habetur; set tarnen pro communi flor. XLV sol. XLi et den. viii monete Romane; et pro minuto
flor. XLI sol. XXXIII et den. im. Fuit facta quitancia de toto et ex gratia fiiit per collegium
residunm remissum. Stephanus.
Oblig. 59. fol. CLXII r.
1420 Jul. 30.
Francisctts etc. Quod venerabilis in Christo patris domini fratris Raffaelis, prioris Heremi
generalis ordinis Camaldulen., Fesulan. diocesis, dicentis, ob necessitates prioratus et monasterii
predictonim non posse pro communi et minuto servitiis collegio dominorum cardinalium üunili-
aribusque ipsorum promotionis ratione debitis satisfacere, supplicationibus inclinati, de consensu
et Toluntate prefatorum dominorum cardinalium eidem abbati . . . id, quod ratione servitiorum
predictonim prefi&to collegio eiusque funiliaribus debet, tenore presendum remictimus et dona-
mus etc.
Dat. Florencie, anno Domini MCCCCXX, die xxx mensis lulii, pontificatus sanctissimi in
Christo patris et domini nostri, domini M. pape v anno tertio
flor. I gr. II
Oblig. 62. fol. XXXVI r.
Vergl. Urk. NN. 78, 86, loi und 102, sowie Oblig. 62. fol. XLVUI v. 1420 Decembr. 6
Remissio ex parte collegii facta abbati Casaemaris ordinis Cistercien. Verulan. dioecesis „de volun-
täte et consensu unanimi dominorum de collegio**.
*) Kirsch, Seite 18, Anm. i und Urk. No. 106.
*) Urk. NN. III und 124.
•) Vergl. auch Urk. NN. 83, 112 und 116.
cxvm
verzichtete, und starb der Prälat, bevor er diese Schuld beglichen hatte, so
wurde naturgemäss in die Zahlungsverpflichtung des Nachfolgers diese Schuld
bei der camera collegii wieder miteingestellt als recognitum. Einen der-
artigen Fall haben wir in den Jahren 1332 und 1333.^) Dominus noster
remisit totam partem cameram contingentem heisst es am 17. November 1332.
Dreizehn Monate später muss der Nachfolger ausser seinem persönlichen
Servitium von 650 Goldgulden auch noch 325 Goldgulden praedecessoris
sui, qui coll^o debebantur, auf sich nehmen, wobei als Erklärung ange-
fugt wird: „sed dominus noster aliam suam partem que sue camere debe-
batur, remiserat, ut dicebatur."
Bei Verminderung des Servitiums in einem besonderen Falle wurde
nicht stets unterstellt, dass künftighin die volle Taxe wieder in Krafl treten
müsse; sondern es wurde zuweilen vorbehalten, dass bei der nächsten Obli-
gation eine neue Vereinbarung zu treffen sei, wonach die Höhe der zu
zahlenden Summe von dem Stande der Prälaturen abhängig gemacht werden
sollte, prout tunc suppetent facultates.*) Vorbehalte dieser Art, die immer
geeignet waren, in der denkbar besten Weise das Interesse beider Kamniem
zu wahren, zeigen uns so recht, wie ausserordentlich tüchtig diese Beamten
als Finanztechniker waren und wie die ständige Tradition der Curie auch auf
diesem Gebiete Resultate gezeitigt hatte, die wir unumwunden bewundem
müssen. Wer einmal die Finanzgeschichte der Curie — allerdings nicht
nach Woker'schen Recepten — schreiben wird, wird unzweifelhaft die zahl-
reichsten Beweise für eine seltene technische Ausbildung der curialen Finanz-
beamten im Mittelalter finden und verarbeiten müssen. Leider schliesst
die Anerkennung nach dieser Seite zugleich die Anerkennung grosser Härten
und oft übermässiger Belastung der Prälaten in sich. Wenn dem Gesandten
des Königs von England zum Constanzer Concil seine Servitien vom heiligen
Collegium vollständig nachgelassen wurden, so hat man darin, wie die Ur-
kunde auch offen zugesteht, nur politische Rücksichten zu erblicken. Aus
diesem Grunde ist diese Thatsache darum auch nicht ohne Bedeutung für
die Beziehungen zwischen dem heiligen Collegium und dem Könige von
England.
1415 AprU. 9.
Amedeus etc. reverendo in Christo patri domino lohanni Lishfelden.
(sü) et Conventren. ecclesiarum simul unitarum episcopo salutem in Domino
sempitemam.
*) Vergl. Urk. NN. loi und 102. Alvarus wurde ernannt am i6. Juni 1332 (Reg. Vat.
No. 102. cap. 1566) und Andreas am 30. October 1333 (Reg. Vat. I06, cap. 228).
«) Vergl. Urk. No. 112.
cxviin
Cum ad sacrum generale concilium, in civitate Constantie pro unione
Sancte Matris Ecclesie congregatum, per serenissimum principem dominum
r^em Anglie eiusdem Serenitatis orator fueritis specialiter destinatus, tarn
pro contemplatione prefati domini regis, cui complacere desideramus, quam
propter grata obsequia, que sacro collegio antedicto tam in communi quam
in particulari prestitistis hactenus et in futurum prestare proponitis, vobis
episcopo antedicto de conmiuni>et minuto servitiis, in quibus sacro collegio
et officiariorum ipsorum dominorum cardinalium ratione translacionis vestre
de ecclesia Meneven. ad dictas ecclesias Lichfelden. et Conventren. facte
fuistis efficaciter obligatus, nos nomine et de consensu dicti collegii plenam
facimus remissionem ac de dictis conmiuni et minuto servitiis vobis (sü)^
heredes vestros, dictas ecclesias et in eis successores pro hac vice liberamus,
absolvimus et quitamus. In quorum testimonium v/r.
Dat. Constantie, anno a Nativitate Domini A . cCcc . xv, indictione vin,
die vero nona mensis Aprilis, pontificatus sanctissimi in Christo patris et
domini nostri, domini lohannis divina Providentia pape anno quinto.
IUI flor. V gr. quia fuit duplicata.
Oblig. 55^- fol. XLVii V.
Eine Verfugung des Jahres 1 390^) ordnet die Verrechnung der Summen
an, wenn es sich um Zahlungen eines Prälaten handelt, der ausser seinen
eignen Servitien auch noch sogenannte recognita, d. h. Schulden seiner Vor-
gänger zu bezahlen hat. Zunächst, heisst es da, hat er seine eignen Ser-
vitien zu bezahlen; ist das geschehen, so soll er anno quolibet eine ganze
recognitio, d. h. die ganze Taxe und die fünf minuta servitia bezahlen, bis
die Schulden getilgt sind. Ist aber ein recognitum nur eine Restschuld-
summe eines seiner Vorgänger, so soll er doch in dem Jahre das Ganze
zahlen, wobei aber der Ueberschuss auf das nächstzurückliegende recognitum
verrechnet wird. Man sieht, dass in dieser Verfügung das Bestreben obwaltet,
die lebenden Cardinäle vor den an den recognitis participirenden, vielleicht
schon verstorbenen, Cardinälen, wie es Recht war, in den Vortheil zu setzen.
Auf anderen Einnahmegebieten kann man das Gleiche beobachten. Mit
dieser Verfiigung hatte man die bisher geltende Ordnung auf den Kopf
gestellt. In den Zahlungsversprechen der Prälaten hiess es bisher immer,
dass die recognita zuerst und dann die Servitien des versprechenden Prälaten
bezahlt werden müssten. Beide Arten der Verrechnung haben vom rem fis-
calischen Standpunkte aus Vortheile für sich. Die Geldnoth der camera
*) VcrgL Urk. No. 122.
cxx
coUegii während des grossen Schisma's wird wohl die Veranlassung zur ge-
nannten Verfügung gewesen sein.^)
Weiterhin verfugt Benedict XHI im Jahre 1397, dass die Theil-
zahlungen in Zukunft von sechs zu sechs Monaten erfolgen sollen. Ob diese
Bestimmung späterhin allgemein beobachtet wurde, kann ich nicht ganz
genau feststellen; es scheint jedoch der Fall gewesen zu sein, wenn man
den Wortlaut der Urkunde No. 128 ansieht.
Von der Erörterung sonstiger auf die Servitien bezüglicher Fragen
sehe ich hier ab. Alles das ist bei Kirsch nachzusehen. Seine Auf-
stellungen, soweit sie hier nicht als durch das Schisma verändert oder ver-
schoben angeführt worden sind, behalten demnach ihre Gültigkeit auch noch
bis Eugen IUI.
Zum Schlüsse noch einen kleinen Ueberblick über einige Jahresein-
nahmen aus den Servitien fiir die camera collegü.
Im Jahre 13 16 gingen ein 14394 Goldgulden.
Im Jahre 13 17 gingen ein 84005 Goldgulden.
Im Jahre 13 18 gingen ein 44405 Goldgulden.
Im Jahre 1321 gingen ein 26617 Goldgulden.
Im Jahre 1322 gingen ein 33918 Goldgulden.
Im Jahre 1323 gingen ein 30708 Goldgulden.
Im Zeitraum von 6 Jahren 234 047 Goldgulden.
Die Einnahme betrug also durchschnittlich für jedes Jahr rund 39 008 Gold-
gulden. Da die Zahl der in curia befindlichen Cardinäle in jener Zeit nicht
viel über 20 betrug, so kann man sich ein ungefähres Bild von der Höhe
dieser Einnahmequelle machen. An der Liste kann man auch ablesen, wie
gewaltig die Zahlungen schwankten. Bedenkt man nun, dass bei einer lange
dauernden Sedisvacanz diese Bezüge allmählich ganz fortfielen, so kann man
*) Sowohl die Servitien, wie die recognita wurden nicht stets zu gleichen Theilen an
beide Kammern gezahlt, sondern aus Gründen, die wir nicht kennen, manchmal zuerst hier und
dann da, oder zu gleicher Zeit in verschiedener Höhe entrichtet. Eine interessante Beleuchtung
erfuhrt das Gesagte durch folgende Notiz: 1320 Septembr. 29.
Die XXIX mensis Septembr. dominus Guillermus abbas monasterii de West Monasterio,
Londonien. diocesis, de summa octomilium flor. auri, de quibus septem milia camere domini
nostri pape et mille coUegio dominorum cardinalium ex promissione et obligatione condam
Ricardi, predecessoris sui, debebat, asserens se assignasse dicto collegio M flor. auri et domino
Guillermo de Balaeto, archidiacono Foroiulien., nomine prefati domini nostri pape recipienti,
II flor. auri, et eidem abbati remissos fuisse ex gratia speciali per dominum nostrum papam pre-
dictum II • V flor. auri, assignavit dicte camere per manus magistri Henrici de Goldingham
M e
II • V flor. auri. Reg. Aven. No. 47. fol. 399 v. Da nach Oblig. 6. fol. I v. das Servitium von
Westminster 2000 Goldgulden betrug, so war das Kloster der camera apostolica gegenüber mit
einer sieben Mal grösseren Summe im Rückstande, wie der camera collegii gegenüber.
CXXI
sich auch vorstellen, dass gelegentlich nicht so viele Hunderte fiir Servitien
einkamen, wie sonst Tausende. Während des grossen Schisma's lagen die
Dinge — aber aus anderen Gründen — ebenso.
2. Die Visitationen.
Die visitatio ad limina apostolorum war eine Pflicht der meisten
Prälaten. Man unterschied jedoch eine visitatio realis und eine visitatio
verbalis. Erstere war mit einem Geldgeschenke an Papst und CoUegium
verbunden, letztere bestand aus einem einfachen Besuche. Die Zahl der
Prälaten, die visitationes reales zu machen hatten, war eine sehr be-
schränkte. Die visitatio ad limina bestand im Grunde genommen aus einer
visitatio curiae Romanae, wo immer sich dieselbe aufhielt, so dass Name
und Sache sich durch lange Zeiten hindurch nicht deckten.
Die Liste der in den Registern der beiden Kammern vorkommenden
visitationes reales findet sich in der Hauptsache bei Kirsch (Seite 22 und 23).
Unter Vervollständigung derselben drucke ich sie nebst einigen Richtig-
stellungen hier nochmals ab.
Der Erzbischof von York zahlte alle 3 Jahre 300 Mark Sterling= i20oGold-
gulden.
Der Erzbischof von Tours zahlte alle 2 Jahre 400 Pfund Turnosen.-
Der Erzbischof von Sens zahlte alle 2 Jahre 600 Pfund Turnosen.
Der Erzbischof von Reims zahlte alle 2 Jahre 500 Pfund Turnosen.
Der Erzbischof von Ronen zahlte alle 2 Jahre 1000 Pfund Turnosen.
Der Erzbischof von Bourges zahlte alle 2 Jahre 300 Pfund Turnosen.
Der Erzbischof von Canterbury zahlte alle 2 Jahre 300 Mark Ster-
ling = 1 500 Goldgfulden.
Der Erzbischof von Gran zahlte einmal 5 Unzen Gold als visitatio an
das heilige CoUegium; wahrscheinlich erhielt die päpstliche
Kammer die gleiche Summe.
Der Erzbischof von Armagh zahlte einmal, am 25. December 1301,
50 Mark Silber als visitatio. Die im Jahre 1350 von den
Kammern geltend gemachten Ansprüche auf Zahlung der 50jährigen
Schulden wurden bestritten. Es li^en keine Nachrichten vor,
ob die Kammern ihre Ansprüche aufrecht erhalten konnten.
Zur visitatio des Erzbischofs von York ist zu bemerken, dass bei ihr
die Mark Sterling mit 4 Goldgulden berechnet wurde. Für die visitatio
archiepiscopi Cantuariensis war die Berechnung von 5 Goldgulden fiir die
Mark Sterling üblich. Der Erzbischof von Bourges hatte bis zum Jahre 1353
CXXII
die Verpflichtung, 300 Pfund Tumosen zu zahlen; von diesem Zeitpunkte
ab wurde ihm jedoch die Summe auf 300 Goldgulden herabgesetzt.
Der Abt von St. Vaast in Arras zahlte alle 2 Jahre 200 Pfund Tumosen.
Der Abt von S. Columba bei Sens zahlte alle 2 Jahre 200 Pfund Tumosen.
Der Abt von Marmoutiers bei Tours zahlte alle 2 Jahre 400 Pfund
Tumosen.
Der Abt von Bourgdeuil in Angers zahlte alle 2 Jahre 200 Pfund
Tumosen.
Der Abt von St. Augustin, Canterbury, zahlte alle 3 Jahre 10 Mark
Sterling.
Der Abt Wilhelm von Cluny versprach einmal eine visitatio von
2000 Pfund Tumosen, die durch seinen Nachfolger Bertrand
am 17. März 1296 bezahlt wurden.
Der Magister ord. Humiliatorum von Mailand zahlte jährlich 30 Gold-
gulden.
Aus der Liste ergiebt sich zunächst, dass keinerlei feste Gesichtspunkte
bezüglich der Summen wie bezüglich des Zeitraumes bestehen. Letzterer
wechselt zwischen ein und drei Jahren. Allen Angaben sieht man an, dass
sie einer zufalligen Entstehung ihr Dasein verdanken und daher erklären
sich auch die Schwankungen mit Bezug auf die Summen, die in keinem
einheitlichen Verhältniss zu den gezahlten Servitien stehen. Einige Er-
läuterungen werden die kurzen Angaben der Liste klarer stellen.
Wie aus vielen Urkunden ersichtlich ist, wurde die Verpflichtung zur
Entrichtung der visitationes reales als eine strenge angesehen und die Ver-
säumnisse wurden von den camerarii eingemahnt. Besonders bemerkens-
werth ist in dieser Hinsicht der in der Liste aufgeführte Fall des Erzbischofs
von Armagh. Im Jahre 1350 erlassen die beiden Kämmerer ein Mandat an
den Collector in Irland^), worin sie ausfuhren, dass Nicolaus, Erzbischof von
Armagh in Irland*), im Jahre 1301*) eine visitatio realis von 50 Mark
Silber = 250 Goldgulden gezahlt habe, wie sich aus den Büchem der apo-
stolischen Kammer ergebe, mithin müsse der jetzige Erzbischof Richard für
all die Jahre die nicht geleistete visitatio realis nachzahlen. Nachdem früher
schon der Collector Raymundus Pellegfrini mit Klarstellung der Angelegen-
heit beauftragt worden sei, habe sich nun jüngstens der Erzbischof Richard
persönlich nach Rom begeben, um die Grundlosigkeit dieser Forderung
») Vergl. Urk. No. 138.
•) Vergl. Reg. Vat. No. 37. cap. 43.
») Vergl. Urk. No. 132.
cxxni
nachzuweisen. Der Papst habe dann die beiden camerarii mit der Unter-
suchung beauftragt und beim Nachschlagen der Bücher habe sich ergeben,
dass ausser der 2^ahlung vom 25. December 1301, weder vorher noch nach-
her, jemals eine 2^hlung gemacht worden sei. Es sei nicht unwahrschein-
lich, dass die Auffassung des Erzbischofs, es handele sich um eine ein-
fache oblatio Überaus ohne jede Verpflichtung, den Thatsachen entspreche.
Nichtsdestoweniger wollten sie die Frage nicht endgültig entscheiden, sondern
nur verordnen, vorläufig von Eintreibung der Summen abzusehen. Dagegen
sollte der coUector inzwischen eifrig nachforschen, ob er über eine solche
Visitation an Ort und Stelle etwas erfahren könne. Da in den Cameral-
registem nie wieder von der Sache die Rede ist, so ist anzunehmen, ent-
weder, dass die Untersuchung unterlassen worden ist, oder, dass eine that-
sächlich geführte Untersuchung die Auffassung des Erzbischofs bestätigt hat.
Vfegpi des Antheils der camera coUegü an der Visitation des Abtes
von Marmoutiers entspann sich ein längerer Streit. Seine Visitation betrug
400 Pfund Tumosen. Am 5. September 1298 bezahlte er jedoch nur 380 Pfund,
200 Pfund für die päpstliche Kammer und nur 180 Pfund fiir die camera
coUegii. Offenbar haben wir es hier mit einer Eigenmächtigkeit des Abtes
zu thun, da der Antheil des Collegiums die Hälfte der ganzen Summe be-
tragen muss. Entweder mussten beide Kammern je 190 Pfund erhalten,
oder den Cardinälen standen auch 200 Pfund zu. Bei der obengenannten
Zahlung wurde der Abt nun gezwungen, 20 Pfund zu hinterlegen, die dem
CoUegium zur Vertheilung anheimfallen sollten, wenn er bis Weihnachten
nicht nachgewiesen habe, dass er nur zu 180 Pfund Visitation fiir das
CoUegium verpflichtet sei. Thatsächlich werden in der divisio vom 25. De-
cember 1298^) die hinterlegten 20 Pfund ohne weitere Bemerkung unter die
Cardinäle vertheilt. Zwei Jahre später, am 24. October 1300*), befiehlt der
camerarius coUegii, dass in die Bücher eingetragen werde, dass die Cardinäle
Morgens im Consistorium beschlossen hätten, dass in Zukunft stets 200 Pfund
als Visitation vom Abte von Marmoutiers fiir das CoUegium zu entrichten
seien. Der Abt beruhigte sich jedoch bei dieser declaratio in perpetuum
valitura in keiner Weise, denn bei der nächsten Visitation am 29. November 1 302
zahlte er wiederum nur 180 Pfund, und diesem Posten ist im Register die
Bemerkung beigefügt: „Ceterum de xx libr. Turon. pro complemento dicte
visitationis cum dicto abbate coUegium est in lite." Der Streit dauerte noch
lange Jahre, so dass wir zum Jahre 1321 wieder eine protestatio des
^) Vergl. Urk. No. 129 und Kirsch, Seite 23, Anm. 2.
^ Vergl. Urk. No. 131.
CXXIIII
Beamten des CoUegiums haben, der die fehlenden 20 Pfiind verlangt. Im
Jahre 1327 werden auch noch 180 Pfund bezahlt, dann aber in Folge eines
von mir nicht gefundenen Urtheilsspruches regelmässig 200 Pfund entrichtet.^)
Bezüglich der Visitation des Abtes Wilhelm von Cluny, die 1296 durch
seinen Nachfolger Bertrand im Betrage von 2000 Pfund Tumosen an das
Collegium bezahlt wurde,*) dürfen wir annehmen, dass es sich dabei wohl
mehr um ein Geschenk, wie eine visitatio gehandelt hat. Es heisst nämlich,
dass man bei Umrechnung in Goldgulden lo^a Soldi, statt 10 wie bei
Servitien, auf das Pfund gerechnet habe, „eo quod fuit servitium liberale
et non debitum".
Die visitatio des Erzbischofs von York wurde erst im Jahre 1321
endgültig geregelt.*) Die 300 Mark Sterling, welche dem heiligen Collegium
aus dieser Visitation zustanden, wurden vom Erzbischofe nicht zu 5, sondern
zu 4 Goldgulden verrechnet. Die beiden Kammern hatten gegen diese Be-
nachtheiligung stets Einsprache erhoben*), jedoch entschied der Papst im
genannten Jahre, dass die Kammern sine alio complemento sich mit 4 Grold-
gülden für jede Mark Sterling begnügen sollten.
Eine weitere Verhandlimg fand im Jahre 1353^) betreffend die Visi-
tation des Erzbischofs von Bourges statt. Wir haben aus dem 13. Jahr-
hundert mehrere Zahlungen der Visitation im Betrage von 300 Pfund Tur-
nosen.^) Im 14. Jahrhundert zahlten die Erzbischöfe lange Zeit gar nichts
mehr. Die Kämmerer Cardinal Wilhelm und Erzbischof Stephan richteten
im Jahre 1353 die Aufforderung an Erzbischof Roger von Bourges, seine bis-
her unterlassenen Visitations-Zahlungen sowie diejenigen einiger seiner Vor-
gänger zu erlegen. Erzbischof Roger machte geltend, dass ihm von einer
solchen Verpflichtung nichts bekannt geworden sei. Die beiden Känmierer
brachten aber ihre Bücher zur Stelle, um die Verpflichtung zu erweisen.
Schliesslich wurde die Sache im Consistorium zur Sprache gebracht und
dort die endgültige Entscheidung dem Spruche des Cardinalbischofs Bertrand
zugewiesen. Dieser Hess die Parteien vor sich kommen, untersuchte das
gesammte Beweismaterial und gab folgendes Urtheil ab: Vom nächsten Feste
') Vcrgl. Oblig. 15. fol. I r., woselbst 2 Quittungen unter dem 13. und 16. Februar 1333
über je 200 Pfund Tumosen.
*) Vergl. Kirsch, Seite 112, No. 14.
•) Vergl. Urk. NN. 136 und 136««
*) Vergl. Urk. NN. 135 und 136«.
») Vergl. Urk. No. 139.
^ Die 300 Pfund kleiner Tumosen wurden zu je loVt Soldi gerechnet, was nach altem
Stile 570 Goldgulden und 18 Tur. ausmachte. Vergl. hierzu Reg. Clem. V (Edit Bened.)
App. Tom. I No. 326.
cxxv
der Himmelfahrt Qiristi an ist der Erzbischof von Bourges und seine Nach-
folger verpflichtet, alle zwei Jahre 300 Goldgulden an die beiden Kammern,
für jede derselben 150 Goldgulden, zu zahlen. Für die verg^angenen Termine
lautete die ex aequo et bono getroffene Entscheidung, dass Erzbischof Roger
für die Schulden seiner Vorgänger nicht mehr haflen sollte. Dag^en wurde
ihm die 2^hlung der Visitationen fiir seinen eigenen Pontificat von zehn
Jahren auferlegt^), so dass er iiinf Visitationen nachzahlen musste. Er sollte
im zweiten, vierten, sechsten u. s. w. Jahre die Raten abbezahlen, so dass
er durch zehn Jahre hindurch jährlich 300 Goldgulden, und von da ab nur
seine gewöhnliche Visitation erlegen sollte. Zwar erhoben die Vertreter
der beiden Kammern Einspruch g^en das Urtheil, soweit die Kammern
dadurch benachtheiligt worden seien, doch hatte dieser Einspruch keinen
Erfolg. Die 2^hlungen des Erzbischofs von Bourges erfolgen vom Jahre 1354
an regelmässig'), woraus hervorgeht, dass er das Urtheil in allen seinen
Theilen anerkannt hat.
Waren die Prälaten mit ihren Visitationen im Rückstande geblieben,
ohne dass eine Bestreitung der 2^1ungspflicht vorgebracht wurde, so mussten
sie sich in derselben Weise für die Erlegung der schuldigen Summen ver-
pflichten, wie wir es bei den Servitien kennen gelernt haben. Als Beispiel
hierfür setze ich eine Bemerkung aus Oblig. 23^ fol. i r. hierher:
Dominus Philippus archiepiscopus Senonen. eodem anno Nativitatis
[m • CCC • XLlll], XIII die Novembr., pontificatus domini Clementis VI obligavit
se per procuratores pro arreyragiis im visitationum per ipsum debitarum,
IC
in quibus fuerat cessatum, in vill flor. auri.
In gleicher Weise wie bei den Servitien ging man auch bei Eintreibung
der rückständigen Visitationen verstorbener Prälaten vor. Die Testaments-
vollstrecker wurden (durch Androhung kirchlicher Censuren) verpflichtet, so
viel aus dem Nachlasse auszuzahlen, dass die Visitationsschulden gedeckt
werden konnten. Aus dem folgenden Documente ist das Nähere ersichtlich,
wie eine solche Angelegenheit geordnet wurde.
1851 laL 24 Avenionis.
Dilecto filio lohanni de Castronovo canonico Trecen., apostolice sedis
nuncio.
Licet archiepiscopus Remen., qui est pro tempore, sedem apostolicam
visitare ac ratione visitationis huiusmodi camere apostolice et collegio cardi-
nalium Sancte Romane Ecclesie quingentas libras parvorum Turonen., quolibet
floreno pro decem solidis et uno denario monete huiusmodi computato,
*) Transferirt am i8. Aug. 1343. Reg. Vat. No. 157. cap. 162.
■) Vergl. Urk. No. 139 zweiter Thcil.
CXXVI
solvere singulis bienniis teneatur, tarnen bone memorie lohaimes archiepis-
copus Remen.^) sedem visitare predictam et huiusmodi quingentas libras
solvere camere et coU^o antefatis novem bienniis preteritis negligenter
omisit. Volentes igitur providere in hac parte indempnitati camere et coll^^
predictorum, discretioni tue per apostolica scripta mandamus, quatinus per
te vel alium seu alios quatuomülia et quingentas libras dicte monete pro
dictis novem bienniis debitas camere et collegio memoratis ab heredibus
seu executoribus testamenti sue ultime voluntatis aut detentoribus bonorum
eiusdem archiepiscopi petere exigere ac recipere cum omni studio et solici-
tudine non omictas. Ut autem premissa onmia favorabilius exequaris tibi
quitandi, absolvendi et liberandi eos, a quibus pecuniam ipsam receperis de
hüs dumtaxat, que recipere te continget, plenam concedimus tenore presen-
tium potestatem.
Dat. Avinion. vnn kal. Augusti anno decimo
Reg. Vat. No. 145. fol. xxxv v.
Von den übrigen Visitationen ist aus den Registern nichts Besonderes
zu entnehmen. Sie wurden mehr oder weniger regelmässig bezahlt, so dass
Processe darüber sich nicht vorfinden. Aus den im Urkundentheile nütge-
theilten Visitationen ergeben sich bezüglich der Münzberechnung folgende
Einzelheiten: Marmoutiers flor. »= loVs ^1* (^o* ^^P)» Armagh Mark
SUber = 5 flor. (No. 138); Canterbury Mark Süber = 5 flor. (NN. 133, 161);
York Mark SUber = 4 flor. (NN. 136, 136*); Sens flor. «= 10 sol. 6 den.
(No. 137); Bourges zahlt flor. ohne nähere Angabe (No. 139); Humiliaten
zahlen flor. ohne nähere Angabe (NN. 140, 164); Bourgdeuil flor. = 10 sol.
6 den. (No. 165); Columba flor. == 10 sol. 6 den. (No. 166); Reims
flor. =3 IG sol. I den. (siehe oben).
ABSCHNITT im.
Die Census der Königreiche.
Die Abgaben, welche die Vasallenländer der Rönüschen Kirche an den
Papst und das CardinalscoUegium alljährlich zahlen mussten, heissen census.
Wir haben den census SicUiae, census Trinacriae, census Sardiniae et Corsicae
^) lohannes de Vienne archiepiscopus Remen. 1334 — 135 1. Aus der Regierangszeit des
EIrzbischofs ergiebt sich, dass derselbe während seines ganzen Pontificates nie eine Visitation
gezahlt hatte.
cxxvn
Insularum und den census Angliae et Terrae Hibemiae. Während die servitia
conununia auf der Höhe ihrer Ausbildung im Grunde genommen auf-
gezwungene Abgaben der Prälaten darstellen, sind die verschiedenen hier in
Betracht kommenden census Abgaben, die auf einem Vertrage beruhen.
Auf der einen Seite überträgt die Kirche ein Königreich einem Hause zu
erblichem Lehen oder sie nimmt die angebotene Oberherrlichkeit mit dem
Versprechen des Schutzes an, während dafür auf der anderen Seite die Be-
lehnten oder die freiwilligen Vasallen eine bestimmte Summe alljährlich an
die Römische Kirche zu zahlen versprechen. Wer diese Bedingung nicht
eingehen wollte, brauchte die von der Kirche gewährte Gunst nicht anzu-
nehmen oder zu erbitten.
Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, der rechtlich unangreifbar er-
scheint, stellen sich die äusserst strengen, aber oft vergeblichen Massnahmen
der Päpste im Wesentlichen als völlig einwandfrei dar, während zahlreiche,
die Servitien betreffende Verfugungen rückhaltlos als unberechtigte bezeichnet
werden müssen. Als mildernder Umstand tritt jedoch stets die unwider-
l^Iiche Thatsache in den Vordergrund, dass die Päpste sozusagen alleine
an dem Gedanken festhielten, die christliche Civilisation vor der immer
drohender aufb-etenden Gefahr aus dem Osten zu schützen, und dass sie
fast ausnahmslos bestrebt waren, Mittel fiir die Vertheidigung bereit zu
stellen. Wenn es auf diesem Wege vorkam, dass zahlreiche Prälaturen da-
durch zu sehr belastet wurden, so unterlagen dieselben halt dem Gesetze,
dass der Theil zum Wohle des Ganzen leiden muss. Pontificate, wie der
Qemens VI, gehören in dieser Beziehung allerdings zu den am wenigsten
erfreulichen.
I. Census von Neapel-Sicilien, beziehungsweise Neapel allein.
(Census antiquos und census Ordinarius.)
Wie Kirsch (S. 3) ausfuhrt, finden wir den ersten urkundlichen Beleg
für eine Theilung des census Sidliae zwischen Papst und heiligem Collegium
am 2. Juli 1272. „Gregor X^) überliess nämlich nach seiner Wahl zum
^) Karl I von Sicilien verpfändete am 27. Juni 1275 seinen Kronschatz Gregor X für
den am 29. Juni gleichen Jahres fälligen Census von 8000 Unzen Gold. Später wurde bei der
Nichteinhaltung eines weiteren Zahlungstermins die Pfandsumme auf 16000 Unzen Gold erhöht
Da bis zum Jahre 1298 die beiden Summen nicht bezahlt worden waren, so befond sich der
Kronschatz noch immer an der Curie. Karl n richtete nun ein Bittgesuch an den Papst, worin
er um Auslieferung der Juwelen (iocalia gratiosa) bat, damit er dieselben anderweitig verpfänden
könne, da er zum Kriege nothwendiger Weise Geld brauche und sonst keines erhalte. Bonifaz VIII
gewährte diese Bitte und Hess ihm durch die Cardinäle Matthäus, Bischof von Porto und Sancta
CXXVIII
Papste im Jahre 1272 den Cardinälen die Hälfte des Census von 8cxx) Unzen
Gold, welcher vom Königreich Sicilien entrichtet worden war. Ein Cleriker
der apostolischen Kammer, Berengrarius de S^guret, protestirte als Vertreter
der Rechte der Camera, dass durch dieses Geschenk des Papstes, »welcher
w^en seiner erst kürzlich erfolgten Wahl über die ihm zukommenden Rechte
der Römischen Kirche in einer aus billigen Gründen erklärlichen Unkenntniss
befangen sein konnte*, den Cardinälen kein Anrecht auf den Zins erwachsen
sollte. Das CardinalcoUegium (sie) suchte jedoch stets dieses Anrecht
definitiv zu erhalten; und am 18. Juni 1289 verlieh in der That Nicolaus IV
demselben endgültig die Hälfte der Census und aller sonstigen Einkünfte
der römischen Kirche.**^)
Wenn hiermit vielleicht angedeutet werden soll, dass von 1272 — 1289
nur einmal, und zwar am 2. Juli 1272, 4000 Unzen Gold an das heilige
Collegium abgeführt worden seien, so entspricht das nicht den Thatsachen.*)
Vielmehr ist anzunehmen, dass in der genannten Zeit mindestens 7 Mal
die Hälfte des Census den Cardinälen überwiesen wurde, so dass Nicolaus IV
bezüglich des census SicUiae nichts weiter that, wie eine bestehende Gewohn-
heit urkundlich anerkennen. Dieses ergiebt sich aus Folgendem.
In der gleich zu besprechenden Abhandlung de censu antiquo finden
wir Untersuchungen angestellt; über die Summen die aus den sicilianischen
Zinsgeldern dem heiligen Collegium geschuldet wurden. Es ergab sich dabei,
dass der älteste nicht, oder nur theilweise bezahlte Census aus dem Jahre 1283
stammte. Das Gleiche ergab sich für 1284, während für die Jahre 1285,
1286, 1287, 1288, 1290 und 1291 volle Zahlung an die camera coUegü
geleistet worden war. Ausser der Ueberweisung von 1272 haben wir dem-
gemäss vor der Bulle Nicolaus Uli noch die Ueberweisungen von 1283 bis
1289 ausschliesslich. Da wir, meines Erachtens, in der Abhandlung de
censu antiquo gewiss einen Hinweis auf den Ursprung der endgültigen
Antheilnahme des heiligen CoUegiums an diesen Geldern hätten, wenn
Rufina, Nicolaus, tituli Sancti Laurentii presbjrter und Matthäus Sanctae Mariae in Porticu
diaconus, die Kostbarkeiten ausliefern.
Die betreffenden Actenstücke befinden sich in den Registerbänden von Neapel; beglaubigte
Copien davon aus den Angiovinischen Registern sind im Arch. Castelli S. Angeli, Arm. xiv,
Caps. VIII NN. 65,E und 69,1.
Im Jahre 1299 verkaufte dann König Karl dem Papste die Kronjuwelen ftir 20000 Unzen
Gk>ld, worüber der Papst am 2. Juni quittirt. In die Kaufsumme waren aber die geschuldeten
16000 Unzen (Jold nicht eingeschlossen. Vergl. Urk. No. 141.
*) Sägmtiller, Die Thätigkeit und Stellung der Cardinfile bis Papst Bonifiiz Vm, S. 190,
■) Vergl. dazu Kirsch, Beilage xiii: Actenstücke betreffend die Entrichtung verschiedener
Rückstände des Tributes von Neapel. Seite 90 ff.
cxxvnn
derselbe in das Jahr 1283 fiele, so bin ich geneigt anzunehmen, dass die
4CXX) Unzen Gold auch während der Jahre 1272 — 1283 an die camera
collegii abgeführt worden sind.
In der Vertheilungsliste des Census vom Jahre 1284 werden übrigens
erwähnt:
„Geronimus, qui fuit postea papa Nicolaus IV,"
,Jacobus de Sabella, qui postea fuit papa Honorius,"
„Benedictus Gayetanus, qui postea fuit papa Bonifacius."
Bis zum Beweise des G^entheils halte ich demgemäss an der Meinung
fest, dass vom Jahre 1272 an das heilige Collegium seinen Antheil von
4CXX) Unzen Gold am census Siciliae gehabt hat.
Im Uebrigen behandelt Bonifaz VIII die Vertheilung der Hälfle des
census Siciliae (sowie des census Angliae) als eine ganz selbstverständliche
Sache in einem Briefe vom 30. Juli 1297. Einige Kammerkaufleute hatten
von den abgesetzten Cardinälen Jacobus und Petrus de Columna noch
6860 Goldgulden zu fordern. Er verfugt, dass, cum praefati lacobus et
Petrus, de cardinalatu depositi, et beneficiis ecclesiasticis finaliter sint privati,
den Kaufleuten censuum Siciliae et Angliae regnorum partes, quae illos,
dum in cardinalatus essent constituti ofHcio, contingebant, zur Deckung ihrer
Guthaben in entsprechender Höhe überwiesen werden sollten.
Nach Lage der Sache kann es keinem Zweifel unterliegen, dass, mit
Ausnahme des englischen Peterspfennigs, alle Einkünfte der Römischen Kirche,
die in der Bulle Nicolaus Uli angeführt waren, dem heiligen Coll^um auch
stets ausgezahlt worden sind. Von einer offen hervortretenden Tendenz
eines Papstes, den Cardinälen dieses Recht zu schmälern oder gar zu ent-
ziehen, ist bisher nichts bekannt geworden.^)
Vor der Trennung Siciliens von Neapel (unter Bonifaz VIII) bezahlte
der König beider Sicilien jährlich 8000 Unzen Gold, und zwar 6000 für
Neapel und 2000 für die Insel Sicilien, als Anerkennung der Oberhoheit
des römischen Stuhles. Nach der Trennung blieb der Census in der gleichen
Höhe von 8000 Goldgulden weiter bestehen für das Königreich Neapel
alleine (census antiquus und census Ordinarius).
Verschiedene Umstände hatten die Entrichtung des Census viele Jahre
hindurch verhindert, so dass die Schuldsumme Karl II an den römischen
Stuhl im Jahre 1300 auf 85340 Unzen Gold angewachsen war.*) Bis zum
^) Die diesbezüglichen Aufstellungen von Souchon, Die Papstwahlen von Bonifaz Vm
bis Urban VI, 1888, sind fast ausnahmslos unbewiesene, willkürliche Annahmen.
«) Vergl. Urk. No. 141*.
Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-Colleg. im Mittelalter. '
cxxx
Jahre 1302 stieg die Summe auf 93340 Unzen ^) und hielt sich dann auf
dieser Höhe, da inzwischen die jedes Mal falligen Jahressununen bezahlt wurden.
Zu Anfang des Jahres 1300 war eine Commission, bestehend aus den
Beamten der apostolischen Kammer und den Beamten des Königs Karl 11
in Rom zusammengetreten, die secundum computationem dudum solemniter
factam die genannte Schuld von 85 340 Unzen Gold feststellte. Bonifaz Vm
drang auf sofortige Bezahlung der ganzen Schuld, musste sich aber 1301
de fratrum suorum consilio et assensu zu einem Aufschub bis zum
29. Juni 1302 verstehen. Anstatt sich zu vermindern wuchs die Schuld bis
zu dem gesetzten Termine auf 93340 Unzen an, und es musste stets neuer
Aufschub gewährt werden, so dass die Energie des Papstes in diesem Punkte
vollständig scheiterte.*)
Clemens V ging vorsichtiger zu Werke, er liess bei einer neuen Unter-
suchung im Jahre 1307 den hergebrachten Zahlungstag fiir den census
Ordinarius eines jeden Jahres bestehen, nämlich den 29. Juni. Für die Ab-
tragung der Schuld aus dem census antiquus setzte er den Tag Maria
Hinunelfahrt fest und bewilligte dem Könige Theilzahlungen, die es ihm
ermöglichten, die grosse Summe leichter zu bezahlen.^)
Unter Johann XXII ^) erwies sich jedoch eine weitere Ordnung dieser
Schuldverhältnisse nothwendig und zwar haben wir darüber Bestinunimgen
des Papstes vom 18. September 1319, 26. August 1322 und schliesslich
vom 14. März 1330. An dem letztgenannten Termin war die Schuld
wiederum auf 88852 Unzen Grold angewachsen, nachdem sie im Jahre 1322
auf 52 500 Unzen Gold herabgegangen war.
Wie oben bemerkt, stand dem heiligen Collegium die Hälfte dieser
Censusgelder zu. Bei Schulden, die sich 30 und 40 Jahre zurückerstreckten,
— denn es handelte sich um Summen, die noch aus der Zeit Karl I ge-
schuldet wurden, — machte sich das Bedürfniss geltend, zunächst diejenigen
Cardinäle ausfindig zu machen und zu befriedigen, die schon am längsten
auf die ihnen zukommenden Antheile gewartet hatten. Viele dieser Gläubiger
waren auch schon gestorben, was also doppelte Eile nothwendig machte.
Die nähere Veranlassung zur Neuordnung der sicilianischen Censusverhält-
nisse dürfen wir wohl in den Vorkommnissen suchen, die Johann XXII in
seinem Briefe an König Robert vom 4. April 13 17 so überaus anschaulich
^) Inzwischen war der Census ftir 1301 gezahlt worden. Vergl. Urk. No. 142 und
Kirsch, Seite 93.
*) Vergl. Urk. NN. 143 und 144.
•) Für weitere Einzelheiten ist auf die Bullen Clemens V vom 22. Januar und 17. August 1306
zu verweisen. Reg. dem. V (Edit. Bened.) NN. 718, 1148 und 1149. Vergl. Urk. No. 174.
*) Siehe die Ausftihrungen bei Kirsch, Seite 32 und 60.
CXXXI
schildert.^) Zuerst aus eignem Antriebe und dann zwei Mal durch den
König ersucht, hatte der Papst dem Könige (lir die fällige Jahresrate des
Census Aufschub ertheilt. Einige Cardinäle, die sehr in Noth waren, hatten
energischen Einspruch gegen eine Verlängerung des Zahlungstermins erhoben
und es war dem Papste nur schwer gelungen, die Zustimmung des heiligen
Collegiums ziun Aufschübe zu erlangen. Trotz dieser schwierigen Verhält-
nisse behandelte der König den Papst und die Cardinäle mit unerlaubtem
Leichtsinne, indem er nur vier Tage vor dem Fälligkeitstermine um weiteren
Aufschub einkam, „quasi tibi foret, quod tamen est impossibile, plenaria
certitudo, quod tuarum portitor licterarum infra terminum absque impedimento
quolibet applicaret. Non sie, Ali, non sie progenitores tui, nee tu eciam
fecistis hucusque, quinimo consueveratis, sicut erat expediens, diu ante
terminum procuratores ydoneos ad Romanam curiam mictere, qui et proro-
gationem cum reverencia peterent, et alia facerent circa id oportuna."
Sowohl um der durch fast vollständige Ausleerung des Schatzes Clemens V
herbeigeführten grossen Geldnoth an der Curie abzuhelfen, als wie auch um
die Wiederholung solcher unwürdiger Scenen, wie die geschilderte zu ver-
meiden, griff Johann XXII mit der ihm eignen Energie die Idee der Neu-
ordnung der Schuldverhältnisse König Roberts auf. Der Erfolg war, wie
wir leider eingestehen müssen, nur ein sehr geringer.
Der sehr umsichtige und energische camerarius coUegii Cardinal
Berengarius Fredoli nahm sich der Angel^enheit bald nach seinem Amts-
antritte an und trug sie am 29. Mai 13 18') im Consistorium vor. Der
Papst entschied, dass in Zukunft alle Summen, die ratione dicti census
gezahlt würden, zunächst auf die Jahre aus der 21eit Karl I vertheilt
werden sollten, von denen sich feststellen lasse, dass fiir sie eine Zah-
lung nicht erfolgt sei. Dann erst sollten die Jahre aus der 21eit Karl n
in Betracht kommen.
Da jedoch wenige Zahlungen pro censu antiquo eingingen, so hatte
diese Bestimmung nur geringen Erfolg. Immerhin zeigen die gewaltigen
Sunmien, die aus dem Census geschuldet wurden, wie gross das Ein-
kommen der Cardinäle aus dieser Art von Einkünften war. Rechnet
man die Schuldsumme von 88852 Unzen in Goldgulden um, so ergeben
sich 444260 Goldgulden, wovon jeder einen Prägcwerth von etwa
12 Francs hatte.*)
») Vergl. Urk. 148a.
*) VergL Urk. No. 152.
■) Vergl. hierzu Tan gl, Das Taxwesen der päpstlichen Kanzlei vom 13. bis zur Mitte
des 15. Jahrhunderts, in Mittheilungen des Instituts ftir öster. Geschichtsforschung, xiii, i ff.
i*
cxxxn
lieber diese Summe, die sich bis zum Jahre 1330 unvermindert hinzog,
haben wir eine ausfuhrliche Aufstellung, soweit der Antheil des Cardinais-
collegiums in Frage konmit. Ein näheres Eingehen darauf erzeigt sich als
nothwendig wegen der Wichtigkeit der Angelegenheit fiir das heilige CoUegium.
Berechnung des schuldigen census Ordinarius (auch census Apuliae
genannt) und census antiquus am 14. März des Jahres 1330.^)
Im Jahre 1330 wurde zwischen den Bevollmächtigten des Königs
Robert von Sicilien und den Kämmerern des apostolischen Stuhles und des
Cardinalscollegiums eine grosse Rechnungsaufstellung gemacht über alle
Summen census veteris et census novi, die Karl I, Karl II und Robert an
den heiligen Stuhl gezahlt hatten, bezw. schuldig geblieben waren bis zum
Monate März des Jahres 1330.
In dieser Rechnungsaufstellung und dem Finanzplane, wie die ge-
schuldeten Summen bei ihrer späteren Zahlung zur Verwendung kommen
sollten, haben wir Mittheilung über eines der grössten Geldgeschäfte, die
je die Kammer des Cardinalscollegiums berührt haben. Aus diesem Grunde
habe ich auch die ganze umfangreiche Abhandlung unter den Urkunden
abgedruckt.') Unter manchen Gesichtspunkten bietet die Abhandlung des
Interessanten sehr viel.") Ich hebe hier nur die leitenden Gesichtspunkte
hervor. Wer sich mit der Culturgeschichte des Mittelalters beschäftigt und
besonders dem Geldwesen seine Aufmerksamkeit widmet, sei auf den Wort-
laut der Abhandlung verwiesen, wenn er grösserer Einzelheiten bedarf.
Ich ziehe in meine Betrachtung nicht hinein, was in den Regesten von
Bonifatius VIII bis über Johann XXII hinaus an reichen Einzelheiten vor-
handen ist über die Betheiligung der Handelsgesellschaften an diesen
gewaltigen Zahlungen.
Die Rechnungsaufstellung der betheiligten Parteien ergab, dass der
heilige Stuhl im Ganzen die Summe von 88852 Unzen Gold 3^/4 Gold-
gulden ^) zu empfangen hatte, die sich aus Schulden aus der 2^it Karl I,
Karl II und Roberts zusammensetzten. Naturgemäss war die Abtragung
der ganzen Schuld von 444 263 V4 Goldgulden, — die Unze zu 5 Gulden
gerechnet — auf einmal ein Ding der Unmöglichkeit. Der Papst gewährte
1) Vergl. Urk. NN. 167—207.
') Zu Beginn der Abhandlnng stehen einige solutiones, die in andere Capitel gehören.
Um die Abhandlung nicht zu theilen, habe ich dieselben an dieser Stelle stehen lassen, sie aber
in den vorhergehenden Abschnitten schon angeführt.
•) Vergl. Kirsch, Seite 32.
*) Vergl. Urk. No. 167.
CXXXIII
darum grosse Erleichterungen bezüglich der künftigen Theilzahlungen, indem
er bestimmte: Am Feste des heiligen Johannes des Täufers 1330 sollen
4CXX) Unzen und am Feste des heiligen Michael 1330 weitere 4000 Unzen
gezahlt werden. Alljährlich, bis zur völligen Tilgung der Schuld sollen an
den gleichen Tagen die gleichen Summen gezahlt werden. In etwa 1 1 ^/j Jahren
würde demnach die ganze Schuld abgezahlt worden sein. Die Zahlung des
gewöhnlichen, am 29. Juni fälligen Census von 8000 Unzen fiir jedes laufende
Jahr wurde durch diese Bestimmungen in keiner Weise berührt
Die Hälfte dieses Census kam dem heiligen CoUegium zu. Sein Antheil
wäre also 44426 Unzen gewesen. Bei einer Vergleichung der Rechnungs-
bücher der beiden Kammern stellte sich aber heraus, dass die päpstliche
Kammer von den bis 1330 gethätigten Censuszahlungen 4287 Unzen
I '/^ Goldgulden mehr erhalten hatte, wie die camera coUegü.^) Es wurde
demgemäss das Guthaben aus der rückständigen Summe von 88852 Unzen
so vertheilt, dass die apostolische Kammer 42282 Unzen 3^/4 Goldgulden,
die camera coU^i dagegen 46570 Unzen erhalten sollte.
Nachdem dieses festgestellt worden war, handelte es sich iiir die
camera coUegü darum zu untersuchen, auf welche Jahre die Rückstände
entfielen, damit die in jenen Jahren in curia befindlich gewesenen Cardinäle
ihren Antheil erhalten könnten. Wie wir sehen werden, stiess diese Unter-
suchung auf erhebliche Schwierigkeiten.
I. Zunächst wurde eine Uebersicht über die letzten Jahre und die sich
ergebenden Rückstände aufgestellt. Aus dem am 29. Juni jeden Jahres
falligen census Ordinarius fehlten
für das Jahr 13 19 1037 Unzen Gold
ftir das Jahr 1320 4000 „ „
^) Am I.Januar 1327 (Urk. No. 159b) gestattete Papst Johann XXII dem Könige Robert,
dass gewisse Erträgnisse von Zehntgeldem aus seinem Königreiche so angesehen werden sollten,
als wenn sie vom Könige zur Bezahlung seiner Censusschulden gesandt worden wären. Drei
Jahreserträge des sechsjährigen Zehnten waren nämlich dem Könige früher schon überwiesen
aber noch nicht erhoben worden. Nun bestimmte der Papst, dass die apostolischen Collectoren
die Summen erheben, sie aber nicht dem Könige, sondern der apostolischen Kammer zustellen sollten,
um dann zu dem genannten Zwecke verrechnet zu werden. Der Papst bestimmte aber aus-
drücklich, dass die eingehenden Gelder nur ftir die apostolische Kammer in Rechnung gestellt
würden; die camera coUegii solle keinen Antheil daran haben. Daher kommt es dann, dass
wir in unserer Abrechnung ein grösseres Guthaben der camera collegii aus dem census Siciliae
haben, wie es dasjenige der päpstlichen Kammer war. Die 4287 Unzen Gold, die das heilige
Collegium mehr zu fordern hatte, kommen eben ans der genannten Finanzoperation her.
(Vergl. Urk. No. 160.) Die Summen aus den Zehntgeldem stimmen allerdings nicht ganz genau
mit dem, was die camera collegii mehr zu fordern hatte; der Unterschied ist jedoch unbedeutend.
Vergl. Urk. No. 203.
cxxxim
Uebertrag 5037 Unzen Gold
für das Jahr 1321 4000
für das Jahr 1325 663
für das Jahr 1326 4000
für das Jahr 1327 2500
(tir das Jahr 1328 200
für das Jahr 1329 4000
»»
«•
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1*
ff
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99
99
99
99
Summa 20400 Unzen Gdd.
n. Auf diese Summe waren jedoch aus einer Zahlung des Jahres 1330
auf Befehl des Kämmerers Cardinal Petrus de Arreblayo 6000 Unzen ^)
getilgt worden, und zwar
iiir das Jahr 13 19 1037 Unzen Gold
für das Jahr 1320
für das Jahr 1325
für das Jahr 1327
für das Jahr 1328
für das Jahr 1329
IIOO
663
2500
200
500
99
99
91
99
99
99
99
99
99
9»
Summa 6000 Unzen Gold.
I32I „ 4000
9»
99
1326 „ 4000
9»
9*
1329 9. 3500
t)
>»
m. Es bleiben also, nach Abzug der 6000 von den 20400 Unzen,
noch 14400 Unzen Gold pro censu ordinario zu zahlen*), die sich unter
Abzug der Theilposten der zweiten Aufstellung vertheilen auf die Jahre
1320 mit 2900 Unzen Gold
für die ein eingehender VerÜieilungs-
plan aufgestellt wird.
Summa 14400 Unzen Gold
im. Die allgemeine Rechnung stellt sich demnach wie folgt:
Gesammtes Guthaben (siehe oben) 46570 Unzen Gold
Verrechnetes Guthaben*
Bezahlt 6000 Unzen
Rückständig 14400
Summa 20400 Unzen.
20400
99
99
Noch zu verrechnen bleiben ') 26 1 70 Unzen Gold.
*) Vergl. Urk. No. 168.
») VcTßl. Urk. NN. 169—173.
•; Vcrgl. Urk. No. 174.
cxxxv
V. Nach Ausweis der oben erwähnten Rechnungsaufstellung hatten
die Parteien gefunden, dass der camera collegii aus dem census antiquus
zustanden 26170 Unzen Gold. (Siehe No. im.) Diese Summe hatte man
ermittelt bei Prüfung der geschehenen Zahlungen vom Jahre 1301 ab. Unter
Bonifaz VIII waren rückständig 93340 Unzen Gold, wovon der camera
collegii zukamen 46670 Unzen Gold.^)
In der Zwischenzeit waren gezahlt worden
i) in den Jahren 1308— 1313 ^iiooo Unzen Gold
für das Jahr 1297 ICKX) Unzen
für das Jahr 1298 3000
für das Jahr 1299 1000
für das Jahr 1300 2000
für das Jahr 1302 4000
Summa 11 000 Unzen^
2) in den Jahren 13 16 — 1330*) ^9 500
für das Jahr 1283 4000 Unzen
für das Jahr 1284 3500
für das Jahr 1299 2000
9)
)) 9t
Summa 9500 Unzen,
Summa 20500 Unzen Gold.
VI. Guthaben aus dem census antiquus
vom Jahre 1301 46670 Unzen Gold
bis März 1330 waren abbezahlt^) 20500
9t )•
Mithin Rest der Schuldsumme 26170 Unzen Gold, wie oben
unter No. IIII festgestellt worden ist.
Wie diese Summe zu vertheUen sei, war aus den Büchern der camera
collegü nicht klar zu ersehen. Darum setzte der Papst auf Vorschlag des
camerarius collegii eine Commission ein, um die Sache genau zu untersuchen.^)
Dieselbe bestand aus den Cardinälen lacobus Gaietanus, Arnaldus de Pelagrua
und dem Kämmerer Petrus, wozu noch der päpstliche Kämmerer Gasbertus
hinzugezogen wurde. Zur Erledigung der zahlreichen technischen Arbeiten,
des Nachschlagens der Register und ähnlicher Dinge wurden die clerici et
distributores collegü GuUelmus Medici und Michael Ricomanni berufen.
») Vergl. Urk. No. 175.
«) Vergl. Urk. No. 176.
») Vergl. Urk. No. 177.
*) Vergl. Urk. NN. 178 und 179.
CXXXVI
Als Beweisstücke bediente man sich alter Quittungen, einiger Briefe
Papst Bonifatius VIII und der Register der beiden Kammern, i) Es muss
auffallen, dass man nicht auf die Register Benedict XI, Clemens V, Johann XXII
sowie andere Schriftstücke, die uns heute noch erhalten sind, zurück-
gegriffen hat, um die Verhältnisse klar zu stellen.
Vn. Die unter VI genannte Schuldsumme wurde mit den Einzahlungen
der einzelnen Jahre verglichen, wobei sich das folgende Resultat ergab:*)
Unter Zugrundelegung der bisherigen Einnahmen (siehe oben No. V)
aus dem census antiquus blieben noch zu vertheilen
für das Jahr 1284 5^0 Unzen Gold
für das Jahr 1292 2670
fiir das Jahr 1293 4000
für das Jahr 1294 4000
für das Jahr 1295 4000
für das Jahr 1296 4000
für das Jahr 1297 3000
für das Jahr 1298 1000
fiir das Jahr 1299 1000
für das Jahr 1300 2000
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Summa 26170 Unzen Gold, womit der
Schlussposten unter No. mi auch belegt ist.
Auf Grund dieser Feststellungen und mit Rücksicht darauf, dass weitere
Aufschlüsse über den Zusammenhang der Dinge nicht zu erwarten seien '),
wurde den clericis et distributoribus aufgetragen, dass in Zukunft alle Summen,
die einkämen, zunächst zur Abtragung der Schulden aus dem census antiquus
verwendet werden sollten. Auf diese Weise wollte man zunächst diese, in
einzelnen Theilen nahezu fünfzigjährigen Guthaben, tilgen. Damach sollten
die Guthaben aus dem census Ordinarius der Jahre 1320, 1321, 1326 und
1329 an die Reihe kommen.
In dem Actenstücke folgt dann eine genaue, auch für viele sonstige
Fragen wichtige und lehrreiche Aufstellung der Cardinäle, die an den Summen
der einzelnen Jahre ein Anrecht hatten. In den nachfolgenden Zahlungen
der einzelnen Summen *) wird der Antheil des heiligen CoUegiums jedes Mal
vom päpstlichen Kämmerer dem camerarius coUegü voll ausbezahlt. Letzterer
') Vergl. Urk. NN. i8o, i8l und 182.
•) Vergl. Urk. NN. 183—190.
») Vergl. Urk. No. 191.
*) Vergl. Urk. NN. 193—202.
cxxxvn
veröffentlichte dann einen Aufruf, worin die Erben der längst verstorbenen
Cardinäle aus dem 13. Jahrhunderte aufgefordert wurden sich zu melden,
um nach Ausweis ihrer Berechtigung den betreffenden Theil in Empfang
zu nehmen. Meistens meldete sich Niemand und dann leitete der camerarius
collegii die so frei werdenden Summen wieder an die päpstliche Kammer,
der sie zu Recht gebührten. Wir haben darüber zahlreiche Actenstücke,
die alle denselben Wortlaut haben, wovon ich unter den Urkunden eines
ganz und mehrere andere im Auszuge mittheile. Waren mehrere Sunmien
an längst verstorbener Cardinäle Erben auszuzahlen, so pflegte der Papst
zu bestimmen, dass der Aufruf der Erben nicht für jede einzelne Summe
neu erfolgen müsse. Der einmalige erfolglose Aufruf galt für alle weiteren
Antheile, so dass dieselben gleich der apostolischen Kanmier zurück-
gezahlt werden konnten.
Wenngleich man vielleicht über minder wichtige Einzelheiten des bei
der Verrechnung beliebten Verfahrens sein Erstaunen nicht unterdrücken
kann, so muss man doch im Allgemeinen anerkennen, dass die ganze Angelegen-
heit mit grosser Genauigkeit imd Gewissenhaftigkeit durchgeführt wurde.
Vni. Von den ersten Zahlungen, die dann gemacht wurden^),
wurden alle Summen laut Tilgungsplan verwendet. Zunächst zahlte man die
Antheile aus, die aus den 500 Unzen Gold des Jahres 1284 ausstanden.
Weiterhin 2535 Unzen Gold 2^/3 Goldgulden aus der Restsunmie des census
antiquus für 1292. Mit geringen Abweichungen lässt sich dann in den
Büchern beider Kammern, in den Introitus et Exitus, den CoUectoriae
Camerae und den Registerbänden ein gewisses Fortschreiten der Schulden-
tilgung verfolgen. Wie wenig regelmässig jedoch der Census fast immer
gezahlt wurde, lässt sich in der zweiten Hälfle des 14. Jahrhunderts sehen.
Wenn, wie zur 2^it Johann XXII, ein besonderer Anstoss zur Abzahlung
der alten Schulden gegeben wurde, so wurden wohl eine Zeit lang regel-
mässig der fällige Zins sowie die vorgeschriebenen Abzahlungen eingehalten.
Bald jedoch hörte man damit wieder auf, so dass wir ständig mit grösseren
Schulden zu rechnen haben. So schuldete die Königin Johanna praeter alia
arreragia 277 000 Goldgulden, die alleine den vor ihrer Krönung verstorbenen
Cardinälen zukamen. Diese bis zum Jahre 1352 sich erstreckende Schuld-
summe wurde von den Schulden der Jahre 1352 — 1363 getrennt verrechnet.*)
Hier muss auch auf die schon von Gottlob*) hervorgehobene Thatsache
*) Vergl. Urk. NN. 203—207.
^ Vergl. Urk. No. 208 b.
*) Aus der camera apostolica des 15. Jahrhunderts, Seite 231.
cxxxvm
hingewiesen werden, dass Urban VI bestimmte, dass Gottesdienstindulte für
Zeiten des Interdictes an Personen des Königreichs Sicilien nur mit der
Clausel gegeben werden sollten: „dummodo huiusmodi interdictum non
fuerit positimi propter censum dicti regni non solutum/'
Wie oben schon angedeutet worden ist, kam es bei so alten Gudiaben
sehr oft vor, dass die Cardinäle, denen Antheile zustanden, bei der wirk-
lichen Auszahlung schon längst gestorben waren. Bei Vorhandensein von
legitimirten Erben, gingen die Antheile auf diese über. Kannte man keine
testamentarisch bestimmten Erben, so wurde in der audientia publica^)
litterarum apostolicarum ein öfTentlicher Aufruf erlassen, dass die ev. Erben
sich melden und als berechtigt zur Empfangnahme der Gelder ausweisen
sollten. In der ersten Hälfle des 14. Jahrhunderts kam es beinahe bei jeder
Censuszahlung, die nicht fiir die letzten 5 — 10 Jahre geleistet wurde vor,
dass man die Erben aufrufen musste. Fast ebenso regelmässig ergab sich
ein negatives Resultat Dadurch wurden die Summen frei, die dann „ex
antiqua et approbata consuetudine" meistens der päpstlichen Kammer über-
wiesen wurden. Die freigewordenen Antheile fielen nominell dem Papste
zu und wurden theilweise dem Papste persönlich übergeben, theilweise dem
camerarius oder den clericis camerae apostolicae vom camerarius coll^pi
durch seine Unterbeamten ausgezahlt Wenn die betreffenden Summen dem
Papste persönlich eingehändigt wurden, trug der apostolische Kämmerer
dieselben unter den Exitus Camerae ein mit dem Vermerke, dass „dominus
noster recepit pecuniarum summas in suo studio ubi sunt in cofTro rubeo*'
oder ähnlichen. Gelangten die Gelder an den Kämmerer, so finden wir sie
unter den Introitus Camerae vermerkt.
Unter den abgedruckten Urkunden haben wir viererlei Arten, die sich
mit diesen Verhältnissen beschäftigen: i) Die divisiones, in denen der
Antheil eines jeden Cardinais bestimmt wird; 2) Quittungen des camerarius
papae über den Empfang bestimmter Sunmien von Seiten des camerarius
coUegii; 3) Eintragungen des camerarius papae über den Einlauf der Summen
von der camera coll^^ aus; 4) Allgemeine Quittungen des Papstes an den
König von Sicilien über bezahlte census fiir die camera apostolica und die
camera collegii. Da es in dieser Darstellung sowohl darauf ankommt einen
Begriff von der Grösse der Einnahmen des heiligen Collegfiums aus diesem
») Vergl. Urk. No. 208.
cxxxviin
Census zu geben, als wie den Geschäftsgang zu veranschaulichen, so war
es geboten zahlreiche Stichproben aus dem reichen Material in dem Urkunden-
theile zu bieten.
Schliesslich sei noch bemerkt, dass die Beamten des Königs von
Sicilien meistens die ganze fällige Summe an die camera apostolica, zu-
weilen auch an die camera collegii, oder auch wohl die eine Hälfte an den
päpstlichen und die andere Hälfte an den Cardinalkämmerer auszahlten.
Für alle drei Fälle haben wir urkundliche Belege. Die fast immer angewendete
Art der Zahlung des census Siciliae bestand in Unzen Gold, die zu ftinf
Goldgulden gerechnet wurden und zwar mussten sie bpni ponderis de camera
sein. Einige Male kommen auch Goldducaten vor und ein einziges Mal
Provisiner Pfunde. Klagen über schlechte Beschaffenheit des Geldes, Nach-
richten über Coursgewinn oder -verlust habe ich keine gefunden. Ebenso
kam nie eine Herabsetzung des Census oder ein einmaliger Nachlass von
Schuldsunmien vor, wie wir es bei den übrigen Census von Fürsten noch
finden werden. Bei der ausnehmenden Wichtigkeit, die das Königreich
Neapel für den Kirchenstaat als unmittelbarer Grenznachbar hatte, verstehen
wir die Festigkeit und Energie, mit der die Päpste stets auf völlige Klärung
der Censusverhältnisse drangen, leicht. Es durfte auch nicht im Entferntesten
die Meinung aufkommen, dass der Census nicht durchaus als ebenbürtiger
Ausdruck der völligen Oberhoheit der Kirche über Neapel anzusehen sei.
Wenngleich es bei den übrigen tributpflichtigen Staaten de iure genau so
lag, so war doch de facto stets ein grosser Unterschied in der Behandlung
ihrer Censusangelegenheiten zu merken. Sie waren eben nicht Grenznachbaren
des Kirchenstaates. Naturgemäss spielte ausser diesen Erwägungen auch
die hohe Summe des Census eine wichtige Rolle in der ganzen Angelegenheit.
Für das heilige CoUegium war wohl die finanzielle Seite der nea-
politanischen Frage das Ausschlaggebende. Denn sie besassen keine
ständige, regelmässige Einnahme von der gleichen Höhe. Und
wenn in Zeiten finanzieller Verwicklungen, wie nach dem Tode Clemens V,
bezw. nach der Wahl Johann XXII die Entrichtung des census Siciliae
ausblieb, so kamen manche Purpurati in arge Verlegenheiten, wenn nicht
in bittere Noth. Dem giebt Johann XXII in dem schon erwähnten Briefe
vom 4. April 1317^) einen überaus deutlichen und drtunatisch bewegten
Ausdruck. Weniger ins Gewicht fallend waren diese Einnahmen für die
Cardinäle, wenn durch längere Jahre hindurch anderweitige Einnahmequellen
ergiebiger flössen, so z. B. zur Zeit als Johann XXn durch Schaffung einer
*) Vergl. Urk. 148«.
CXL
grossen Zahl neuer Bisthümer ausserordentlich hohe Erträge aus den Servitien
für sich und das heilige Collegium erhielt. Von der Wahl Clemens VH
bis zur Rückkehr Martin V nach Rom lagen im Allgemeinen die Verhält-
nisse fiir die Einnahmen der Cardinäle schlimm, wie wir später sehen werden;
doch dieses hatte andere Gründe.
2. Census Trinacriae, d. h. die Abgabe von der Insel Sicilien.
Die Anerkennung eines von Neapel getrennten Königreiches Sicilien,
regnum Trinacriae genannt, geschah unter Bonifaz VIII. Die Trennung der
Insel vom Festlande hatte für Letzteres keine Verminderung des census, für
Erstere dagegen eine Auflage von 3000 Unzen Gold, jährlich zu gleichen
Theilen an camera apostolica und camera coll^i zu zahlen, gebracht. Der
Fälligkeitstermin war am Feste Peter und Paul am 29. Juni.
Von Anfang an erhielt das heilige Collegium 1500 Unzen Gold von
diesem Tribut. Die erste ausdrückliche Nachricht der Vertheilung des census
Trinacriae an die Cardinäle stammt vom 20. Juni 1304. An diesem Tage
wurden 1000 Unzen Gold = 5000 Goldgulden de parte census Insulae
Siciliae anni 1303 unter 8 Cardinäle vertheilt computato donüno nostro
summo pontifice. Es wird dort angemerkt: Et sie restat habere dictum
collegium pro dicto festo [Apostolorum Petri et Pauli anni 1303] pro comple-
mento dicti census 500 uncias auri.^)
Unter Clemens V und den folgenden Päpsten begegnen wir verhält-
nissmässig regelmässig den Zahlungen dieses Census, der nicht im Ent-
ferntesten die Schwierigkeiten verursachte, wie der census Siciliae. Irgend-
welche Besonderheiten sind darum nicht zu verzeichnen. Im Uebrigen war
der rex Trinacriae in Ansehung aller begleitenden Umstände auch viel leichter
im Stande seine 3000, wie der rex Siciliae seine 8000 Unzen Gold zu zahlen.
Bisher haben wir als feste, r^elmässige Einnahme des heiligen Col-
legiums die Hälfte des census Siciliae in der Höhe von 20000 Goldgulden
kennen gelernt; dazu kommen weitere 7 $00 Goldgulden aus dem census
Trinacriae, wodurch sich die Summe auf 27500 Goldgulden erhöht. Im
Verlaufe der Arbeit werden die weiteren festen Bezüge jedes Mal hinzu-
gezählt werden, um am Schlüsse einen Ueberblick über die unveränderlichen
Einnahmen*) der Cardinäle zu geben.
*) Vergl. Urk. No. 2io«-
') De iure waren diese Einnahmen in dem Sinne unveränderlich, dass jedes Jahr regel-
mässig dieselbe Summe fällig war. De facto waren sie ausserordentlich veränderlich wegen der
sehr häufigen Nichteinhaltung der Termine. Der obige Ausdruck ist demnach in ersterem
Sinne zu verstehen.
CXLI
3. Census Regni Angliae et Terrae Hiberniae.
Wie oben schon erwähnt,^) bezeichnet Bonifaz VHI im Jahre 1297 ^^^
census Angliae als eine selbstverständliche Einnahmequelle des heiligen
CoUegiums. Diese Abgabe betrug 1000 Mark Sterling, die Mark zu 4
[nicht zu 5*)] Goldgulden gerechnet, sodass 4000 Goldgulden jährlich zu
zahlen waren. Diese 1000 Mark vertheilten sich in der Weise, dass 700 Mark
für England und 300 Mark für Irland erlegt wurden.*)
Bis zum Jahre 1290 scheint diese Abgabe ziemlich regelmässig, wenn-
gleich nicht inuner in der dem heiligen Coll^um genehmen Form, ent-
richtet worden zu sein. Dagegen hatte der König von England während
der Jahre 1290 — 13 14 keinerlei Zahlung geleistet. Nach der alten Bestim-
mung Innocenz HI waren die Zahlungstermine auf Michaeli und Ostern (je
500 Mark) festgesetzt, die auch unverändert beibehalten wurden. Auf Grund
der Urkunden bei Rymer konnte man sich immer schon ein annäherndes
Bild von der Zahlung dieser Summen machen. In den obligationes et
solutiones werden besondere Ereignisse, die sich bezüglich dieses Census
ereignet hätten, nicht angeführt.
Bonifaz VIII, dann Clemens V und weiterhin Johann XXII*) hatten
eindringlich auf Zahlung der erwähnten Rückstände gedrungen, nachdem
Letzterem vorher schon zwei Zahlungen gemacht worden waren. Durch
eine eingehendere Untersuchung des noch nicht behobenen Materials aus
den Registerbänden wird sich erst feststellen lassen, welchen BruchtheU der
dem heUigen Collegium zustehenden Summen dasselbe auch wirklich erhalten
hat. Denn beim englischen Census war die politische Constellation vor
Allem massgebend, wenngleich das Verhältniss zwischen England und dem
heUigen Stuhle in jener Zeit weniger getrübt worden ist, wie es bei den
meisten anderen Staaten gelegentlich der Fall war.
Rechnet man die 2000 Goldgulden des census Angliae zu den
27500 Goldgulden fester Einnahmen der beiden vorhergenannten Census,
so kommen wir auf die Summe von 29 500 flor. auri.
4. Census Sardiniae et Corsicae Insularum.
Am 4. April 1297 wurde für die beiden dem Rönüschen Stuhle unter-
worfenen Inseln ein Tribut von 2000 Mark Sterling festgesetzt. Der ersten
*) Siehe oben Seite cxxvnii. Vergl. hierzu auch Sägmttller, Die Thätigkeit und Stellung
der Cardinäle bis Papst Boni&z VIU, Seite 190.
«) Kirsch, Seite 35.
■) Vergl. Urk. No. 257.
*) Vergl. Urk. NN. 213, 214, 257 und 271«-
CXLU
uns erhaltenen Nachricht — soweit die verschiedenen Abtheilungen der
Kammerhandschriften in Frage kommen, — von der Zahlung von looo Mark
vom 29. Juni 1325^) geht schon eine Verhandlung vorher, wonach die Tribut-
summe auf die Hälfte herabgesetzt worden war. Unter dem 20. November 1324
schreibt Johann XXII dem Lehensträger König Jacob von Aragonien einen dies-
bezüglichen Brief. Obschon der König gebeten, nur den vierten Theil des Census,
d. h. 500 Mark Sterling, zahlen zu müssen, da er grosse Ausgaben bei Eroberung
der beiden Inseln gehabt habe, so geht der Papst nicht darauf ein, sondern
erlässt ihm nur die Hälfte des Census und zwar nur auf zehn Jahre. Der
Papst betont, unter Hinweis auf den census Siciliae, bei dem trotz drücken-
der Kriege und grossem Anwachsen der Schuldsumme nie eine Verminde-
rung eingetreten sei, das Unerhörte des Vorganges, will aber doch für dieses
Mal nuUo tamen pacto nuUaque conventione astrictus sed de mera liberalitate
et gratia speciali diese Vergünstigung gewähren. Bleibe der König aber
auch nur in einem Termine im Rückstande, so solle die ganze Vergünstigung
für Vergangenheit und Zukunft null und nichtig sein und die ganze Schuld-
siunme von je 2000 Mark Silber für alle zehn Jahre fallig sein. Diese Ver-
günstigung müsse durch besondere Verfügung des Königs ausdrücklich ge-
nehmigt werden, damit sie Kraft erhalte. Diese letztere Bedingung wurde
durch eine Consistorialverhandlung vom 21. Juni 1325 erfüllt. Der Erlass
der Hälfle des Census wird vom Könige durch einen eignen Gesandten
anerkannt. Im Consistorium, zu dem der Gesandte zugelassen wird, lässt
Papst Johann XXn seine diesbezügliche Bulle sowie das B^laubigungs-
schreiben des Gesandten verlesen und verhandelt dann persönlich in
lingua vulgari mit dem Gesandten, der im Auftrage seines Herrn alle
Bedingungen des Censuserlasses ausdrücklich anerkennt und genehmigt.
Ueber diesen Vorgang nahmen die dazu aufgeforderten Kammercleriker
und Notare Johannes de Regio und lohannes de Lescapon einen notariellen
Act auf.i)
Acht Tage später*) erfolgte dann, wie oben bemerkt, die erste Zahlung
von 1000 Mark, wovon die Cardinäle 500 erhielten. Die Herabsetzung des
Tributes geschah nach vorgängiger eingehender Berathung im Einverständ-
nisse mit dem heUigen CoUegium, ohne welches die Entscheidung für sie
keine Rechtskraft gehabt hätte.
Die Zahlung des folgenden Jahres wurde auf Bitten des Königs vom
29. Juni erst auf den 10. Juli, dann auf den 4. August und schliesslich auf
*) Vergl. Urk. NN. 222 und 223.
•) Vergl. Urk. No. 224.
cxLm
den I. September^) verschoben, aber schon am 6. August vollzogen.') Am
gleichen Tage wurden 5CX) Mark an die camera coUegii ausbezahlt, die am
14. August zur Vertheilung an die Cardinäle gelangten.^)
Die Zahlung des Jahres 1325 an das heilige Colleg^um geschah so,
dass für die 500 Mark gegeben wurden 1020 Agni de auro, ^^^ Florentiner
Goldgulden 15 sol. 4 den. Tur. parv. Der Agnus galt 19 sol. 10^/4 den.
kleiner Tumosen, der Groldgulden 17 sol. Die Mark Silber wurde mit
4 Goldgulden weniger 15 den. Viennen. berechnet.^) Im Jahre 1326 erkannte
die camera apostoUca die Zahlung als richtig an, als der König fiir 1000 Mark
einzahlte: 2152 Groldgulden, 1500 Agni de auro 29 sol. 5 den. Viennen. Die
Mark wurde bewerthet mit 4 Groldgulden weniger i Tumosgroschen cum
o rotunda. Bei der Umrechnung der Ag^i in Goldgulden, letzterer galt
17 sol., wurden dieselben fiir 20 sol. i den. Tur. parv. eingewechselt. Im
Jahre 1327^) erhielt das Coll^um seinen Antheil von 500 Mark in 1995
Groldgulden 4 sol. 9 den. Viennen. ausbezahlt.
Da man in runder Summe gine Einnahme von 2000 Goldgulden annehmen
darf, so erhöhen sich die festen Bezüge der camera coUegii von 29 500 auf
3 1 500 Goldgulden.
ABSCHNITT V.
Einkünfte aus der Grafschaft Venajrssiny den Patrimonialgütem der
Römischen Kirche» Ferrara, dem Peterspfennig und sonstigen Zins-
zahlungen.
I. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin.
Die Grafschaft Venayssin wurde durch einen Rector verwaltet, dem
ein Schatzmeister zur Seite stand. Die Rectoren waren theils Geistliche,
und dann wohl stets Cameralbeamte, theils Laien aus dem Adelsstande.
Vom Jahre 1289 an erhielt das heilige CoUegium regelmässig die Hälfte der-
jenigen Einkünfte, die nach Abzug der Verwaltungskosten von den Steuern
und Renten übrig geblieben waren. Ausserordentliche Einnahmen aus
gerichtlich verhängten Strafen waren scheinbar der camera apostolica allein
*) Vcrgl. Urk. NN. 225—227.
^ Vcrgl. Urk. No. 228.
•) Vergl. Urk. No. 229.
^) Siehe Kirsch, Seite 34, Anm. i.
") Vergl. Urk. No. 230.
cxLiin
vorbehalten und konnten nur durch besonderen Erlass der Päpste zur Hälfte
der camera coUegii zugewendet werden.^)
Die erste Vertheilung der introitus comitatus Venajrsini unter die
Cardinäle haben wir am 25. November 1295. Der Fälligkeitstermin war das
Fest des heiligen Michael, 29. September. Der curiale Jahresabschluss für
die Verwaltung war halber August, so dass die sechs Wochen zwischen
beiden Terminen in der Theorie als tempus utile fiir die Uebersendung der
Summen anzusehen sind.') In den dreissiger Jahren des 14. Jahrhunderts
änderte sich diese Sache dahin, dass man eine assignatio reddituum ante
festum Resurrectionis Domini und eine zweite ante festum Nativitatis Domini
einführte*).
Die Antheilnahme der Cardinäle an diesen Bezügen richtete sich also
danach, ob sie an den Fälligkeitsterminen in curia weilten. Da eine genaue
Theilung der Gelder zwischen beiden Kammern stattfand und die Aufzeich-
nungen der camera apostolica über diesen Punkt wesentlich vollständiger
sind, wie die der camera coUegii, so macht es keinerlei Unterschied aus, ob
man die introitus der einen oder der anderen Behörde heranzieht.
Irgend eine feste Sunmie wurde von den Rectoren nicht abgeliefert.
Man kann demnach nicht sagen, dass zu Zeiten Bonifaz VIII der Antheil
der camera collegü scheinbar 3500 Pfund kleiner Tumosen betragen habe.*)
Vielmehr wurde der gesammte Ueberschuss einfach abgeliefert, wenn die
Rectoren ehrlich waren, was nicht ausnahmslos vorkam. Wenn die abge-
lieferten Summen durch mehrere Jahre hindurch ungefähr auf gleicher Höhe
standen, so bedingt dieser Zufall keine feste Norm, wie wir sehen werden.
Zunächst gebe ich eine Uebersicht über die Einnahmen einer Anzahl
Jahre, wobei jedes Mal die halben Summen, als der Antheil des heiligen
CoUegiums, eingesetzt sind.
Für das Verwaltungsjahr
1295^) giengen ein 1500 libr. Turon. parv.
1296 „ „ 1 500 „ „ „
') Vergl. Urk. No. 267. Zu beachten ist aber der dieser Auffassung entgegenstehende
Wortlaut der Bulle CaeUstis aUUudo. Darüber siehe unten: ,,Geschenke des Papstes an das
heilige CoUegium**.
') Aus. den Urkunden im zweiten Theile ersieht man dagegen, wie die Zahlungen in der
Praxis ausgeführt wurden.
*) Ich habe keinen Anhaltspunkt dafUr, in welchem Jahre die Sache geändert wurde;
ebenso vermag ich auch über die Gründe keinen Aufschluss zu geben.
*) Vergl. Kirsch, Seite 27.
^) Bei den Jahreszahlen dieser Liste ist stets zu verstehen das vor dem 29. September
des jedesmaligen Jahres liegende Rechnungsjahr.
CXLV
1297 giengen ein 2CXX) libr. Turon. parv.
1298 „ „ 2000 „ „ „
1299 „ „ 1500 „
2 500 libr. Paparin. novorum.
1302 „ „ 202 flor. auri.
I SCX) libr. Coronat. sive Paparin.
1303 n » 2333 flor. auri.
1304 n n 2500 „
1310 „ „ 41880 Turon. gross.
131 1 „ „ 80000
13 14 » » 35 400
13 16 „ „ 62 Va libr. Tur. gross, arg.
15000 Tur. gross.
1314— 1316 „ „ 64550 „
384 libr. Clement.
13 18 „ „ 8778 Tur. arg. cum o rotunda.
15 481 Tur. arg. cum o longa.
*■ 5^^ >> >» >> >» >>
6500 Tur. gross.
1320 „ „ II 000 Tur. arg. cum o longa.
13000 Tur. gross.
300 libr. Viennen.
70 libr. Tur. gross, cum o longa.
Da unter den Einnahmen des Rechnungsjahres 29. Sept. 13 19 bis
28. Sept. 1320 zum ersten Male redditus domorum et locorum olim Hospitalis
sancti lohannis lerosolymitani de dicto comitatu erscheinen, so muss die
Zusammenlegung der Güter der Hospitaliter mit den Domainen der Kammer
im Jahre 13 19 stattgefunden haben. Die erste dieser Einnahmen für 1320
betrug pro parte ipsam cameram contingente
CXL flor. auri et XLIII Agnos de auro et vi libr. X sol. den. Tur.
argenti cum o rotunda et in Turon. argenti cum o longa.
Für 1321 16 148 Tur. gross, cum o longa.
25 libr. Tur. cum o longa.
Für 1322 29 libr. 15 sol. 7^/2 den. Tur. gross, cum o longa.
60 libr. Tur. gross, cum o longa.
Für 1326 162 libr. 14 sol. 10 den. Tur. gross, cum o rotunda.
55 n 8 „ 5 „ „ „ „ „ longa.
Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ^
CXLVI
In dieser Verwaltung ist eine Episode merkwürdig, die mit der Ver-
schleuderung der Kirchengüter an Verwandte Clemens V in Zusammenhang
steht. Im September des Jahres 1310 wurde Raymimdus Guilelmi, Ritter
von Budos, ein naher Verwandter Clemens V, zum Rector der Grafschaft
bestellt. Derselbe fasste seine Aufgabe dahin auf, dass er zwar nach Mög-
lichkeit die Bewohner der Grafschaft aussaugen dürfe, jedoch nicht ver-
pflichtet sei, den nach Abzug der Verwaltungskosten übrig bleibenden Theil
der Einnahmen ganz abzuliefern. Er hielt sich vielmehr ungefähr an die
Summen, die seine Vorgänger an die Kanmiem gesandt hatten, und steckte
den Rest in seine eigne Tasche. Die Sache wurde aber schon Papst Clemens V
nütgetheilt; derselbe liess sich jedoch in seiner Schwachheit verleiten, dem
Ritter von Budos die zu wenig gezahlten Summen zu schenken. Wahr-
scheinlich haben die Cardinäle gegen diese sie schädigende Verfügung Wider-
spruch erhoben, so dass sich der Papst veranlasst sah, seinen Fehler vor
seinem Tode gut zu machen, indem er in sein Testament folgende Be-
stimmung aufnahm:
„Item modo, quo supra, mandavit inquiri, si pretextu remissionis facte
per eum dicto domino Raymundo Guillermi de Busos {sie) de proventibus
Veneissini, videlicet de illo, quod idem donünus Raymundus recepit plus,
quam restituit de proventibus supradictis, — quamvis tantum restituerit,
quantum aliquis, qui eum precesserit in rectoria Veneissini predicta, -^
dicto collegio in aliquo tenetur. Et si inveniatur ipsum teneri, vult et mandat
illud restitui collegio supradicto."
Johann XXII liess auf Grund dieser Testamentsbestimmung die Ange-
legenheit im Jahre 1317 untersuchen. Der Schatzmeister der camera aposto-
lica revidirte die Bücher des dem Ritter von Budos beigegebenen Schatz-
meisters, und da ergab sich, dass vom Jahre 13 10 ab, die Sedisvacanz und
den Beginn des Pontificates Johann XXII miteinbegriffen, von dem genannten
Rector die stattliche Summe von 129 100 Turon. gross, und 768 Pfund
Clement, unterschlagen worden war. Für die eine, der camera apostolica
zustehende Hälfte von 64SSoTur. gross, und 384 Pfund Clement, hatte der
Ritter von Budos den Indult Clemens V; der TheU der Cardinäle jedoch
sollte de bonis ipsius domini papae Clementis ersetzt werden. Hierdurch ging
der ungetreue Rector in jeder Beziehung frei aus.
Als Beispiel dafür, dass die dem heiligen CoUegium zustehenden Summen
sich stets mit den in der camera apostolica verrechneten Posten decken,
habe ich unter den Urkunden (NN. 244* — 244^) einige Auszüge aus Cameral-
acten gegeben, die sich allerdings in dieser Form seltener finden. Für ge-
wöhnlich wurden nicht erst die gesammten Einkünfte unter die introitus
cxLvn
gebucht und der an die camera coUegii fliessende Theil unter die exitus,
sondern man buchte nur die der camera apostolica gehörige Hälfte als
introitus und begnügte sich für den anderen Theil mit der Quittung des
camerarius collegii» die der thesaurarius comitatus Venaysini unter seine
Bel^e aufnahm.
Wenn auch die Summen in ihrer Höhe sehr wechselten, so stellen
doch die Einnahmen für das heilige CoUegium aus der Grafschaft einen
nicht unwesentlichen Posten dar. Unter die nach Umfang streng be-
grenzten Bezüge können wir darum diese Gelder nicht einreihen, wenn-
gleich sie regelmässig jedes Jahr ausbezahlt wurden.
2. Einnahmen aus den Patrimonialgütern der Römischen Kirche
und Ferrara.
Ueber die .in der Ueberschrift genannten Einkünfte des heiligen CoUe-
giums ist aus anderen umfangreichen Veröffentlichungen viel Material bekannt.
Es genügt darum, hier beispielshalber auf einige Urkunden hinzuweisen, die
bisher nicht benutzt wurden.
An erster Stelle ist die Vertheilungsaufstellung vom 2. October 1304*)
zu berücksichtigen. „Attende de quibus provincüs collegium recipiebat partem
suam". Aus sieben Gebieten waren insgesammt 2904 Goldgulden ein-
gekommen, und zwar aus dem Patrimonium, von der Abtei ad Pontem de
Herbatico, von Civitavecchia, aus der Sabina, aus der Mark Ancona, aus dem
Ducat und aus kleineren Census. Die Cardinäle waren noch im Conclave;
nichtsdestoweniger wurde das Greld vertheilt und zwar, wie wir auch aus
anderen Urkunden wissen, zu Händen ihrer Känmierer oder Verwalter, die
darüber Quittung ausstellen mussten. Merkwürdiger Weise wollte Cardinal
Matthäus Rubel seinen Antheil nicht annehmen; über die Gründe dieses Ver-
zichtes sind wir nicht unterrichtet. Die so frei gewordene Sunmie gelangte
nun nicht zur weiteren Vertheilung, sondern conversa est in solutionem
debitorum collegü et expensarum factarum pro ipsius negotiis peragendis,
worüber weiter unten die Rede sein wird.
Die Mark Ancona, deren Statuten unter Benedict XI zu einem be-
merkenswerthen Proteste des heiligen Collegfiums Veranlassung geboten
hatten*), lieferte zu Beginn des 14. Jahrhunderts nicht unerhebliche Beträge
an die Kammern ab. 1302 für vier Monate 1572 Goldgulden; 1304 für
einen nicht näher bestinmiten Zeitraum 1270 Goldgulden; 1306 zusanmien
*) Vergl. Urk. No. 247.
*) Vergl. Urk. No. 246. Sfigmüller, Die Thatigkeit und Stellung der CardinSle bis
Papst Bonifaz VIII, Seite 222 f.
k*
cxLvni
mit dem Ducat 236CX) Goldgulden; 13 18 icxx) Goldgulden; 1322 Februar i
397 Goldgulden; 1322 August 30 3000 Goldgulden und 1323 Januar 31
6000 Goldgulden.
Aus dem Patrimonium in Tuscien kamen ein im Jahre 1299 10000 Pfiind
Papariner. Benevent ergab als Ueberschuss am 19. August 1321 2531 Gold-
gulden, am 17. Mai 1323 1000 Goldgulden.
Die durch apostolische Nuntien geführte Verwaltung von Ferrara hatte
beispielsweise im Jahre 13 19 April 16 einen Ueberschuss von 4000 Gold-
gulden ergeben.*) Späterhin, nach der Belehnung der Marl^[rafen von Este
mit Ferrara, erhielten Papst und Cardinalscollegium jährlich einen festen
Census von 10000 Goldgulden.') Derselbe blieb bestehen und wurde, mit
einzelnen Unterbrechungen, ziemlich regehnässig bezahlt bis gegen Ende
des 14. Jahrhunderts. Unter Eugen IIII wurde derselbe auf 4000 Gold-
ducaten ermässigt. In der Folgezeit machte derselbe allerlei Wandlungen
durch, die uns hier nicht beschäftigen können. Von den verschiedenen
sonstigen Einkünften aus den Besitzungen der Kirche führe ich noch drei
mit ziemlich erheblichen Summen an. Der Vicariat von Piacenza und einigen
anderen Städten brachte dem Collegium 5000 Groldducaten, die Stadt Bologna
musste ihm 4000 Goldgulden entrichten und der Vicariat von Verona, Parma
und Vicenza ist mit 2500 Goldgulden einzutragen.
Anno Domini iL • CCC • XlIi, indictione X. 1842 lun. 27.
Et primo, anno quo supra, die xxvn mensis lunii, ind. et pontificatus
predictis, reverendus pater dominus Johannes Novarien. episcopus et Luquinus
de Vicecomitibus, domini de Mediolano, censum quam annis singulis ratione
vicariatus Placencie etc. in X floren. auri Ecclesie Romane solvere tenentur
in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli iidem domini censum ipsum
if
pro instanti festo dictorum Apostolorum per manus etc, solverunt dictos x flor.
in X Ducat. auri, de quibus camera pro parte sua v Ducat. auri.
Et collegium dominbrum cardinalium tantundem.
Introitus et Exitus Cam. No. 195. fol. 22 r.
1S42 lol. 8.
Die III mensis lulii. Cum secundum conventiones et pacta dudum inter
Ecclesiam Romanam et sindicos et procuratores communis universitatis et
populi Bononien. habitam, universitas et populus predicti teneantur annis
singulis in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli solvere censum
>) Vergl. Urk. No. 250.
•) Vergl. Urk. No. 254. Siehe auch Reg. Vat. No. 144. fol. ccxxxvi v. und fol. CCLXX r.
cxLViin
if
VIII flor^) auri Ecclesie Romane dicti universitas et populus censum ipsum
in VIII flor. pro festo dictorum Apostolorum proxime preterito per manus eU,
If
camere apostolice assignarunt, videlicet pro parte camere im flor. auri.
Et coUegium dominorum cardinalium habuit tantundem.
Introitus et Exitus Cam. No. 195. fol. 22 r.
1842 Deeembr. 21.
Nobiles viri domini Arbertus et Mastinus de Lestali iuxta pacta et
conventiones habitas inter dominum nostrum papam et Romanam Ecclesiam
ex parte una et dictos nobiles ex altera racione vicariatus civitatuum et
districtuum Veron. Parme et Vincentie tenentur annis singulis in festo Aposto-
lorum Petri et Pauli solvere pensionem V floren. ... de qua summa col-
legium dominorum cardinalium habuit medietatem.
Introitus et Exitus Cam. No. 203. fol. in r.
Da das heilige Collegium aus diesen Zahlungen jährlich rund 16500 Gold-
gulden erhielt, so steigt die Summe der festen Bezüge von 3 1 500 auf
48000 Goldgulden.
3. Einnahmen aus dem Peterspfennig.
Scandinavien, Polen und England waren zu regelmässiger Zahlung des
Peterspfennigs verpflichtet. Diese Abgabe war theils eine Kopfsteuer, theils
eine Vermögenssteuer, theils eine in Form einer Pauschalsumme gezahlte
Steuer. Für letztere Form führe ich ein Beispiel an:
1334. lul. 14. Die xiiii mensis lulii dominus Egisillus') episcopus
Arosien., qui ratione census, qui denarius beati Petri nuncupatur, ratione
ecclesie sue debiti et per ipsum episcopum in civitate et diocesi Arosien, recepti,
penes magistrum Petrum Gervasii canonicum Duracien., in partibus Dacie,
Norwegie et Suecie apostolice sedis nuncium, in ducentis flor. auri solvendis
camere domini nostri pape se obligaverat, assignavit camere predicte ex
dicta causa summam predictam ^ II flor. auri.
Introitus et Exitus Cam. No. 136. fol. 52 r.')
Das Nähere über diese Einzelheiten ist in der reichhaltigen Litteratur
verzeichnet, interessirt uns aber fiir unsere Frage nicht. Die zahlreichen
päpstlichen Schreiben über den Peterspfennig in den verschiedenen Ländern
^) Bologna brachte unter Martin V loooo Goldgulden und unter Julius II (vom 16. August
1508 an) 16000 Goldducaten.
*) Derselbe wird meistens Egislus genannt. Dieser Bischof von Westeraes in Schweden
regierte vom 15. Mai 1329 — 1353 (Mai). Er war ans dem Predigerorden.
*) In den Introitus et Exitus Cam. begegnen wir solchen Zahlungen häufig.
CL
enthalten häufig den Ausdruck „[denarium beati Petri] cameram nostram
contingentem*', woraus auf das Klarste hervorgeht, dass das heilige CoUegium
seinen Antheil an diesen Bezügen erhielt, wenn auch Nicolaus IUI dieselben
in seiner Bulle in keiner Weise erwähnt. In den allgemeinen Bullen kommt
dieser Ausdruck selten vor, fast immer jedoch in den sogenannten Cameral-
bullen. Die höchst unregelmässig und nur unter grossem Widerstände ge-
leisteten Zahlungen gaben zu häufigen Processen Veranlassung, von denen
ich einen der interessantesten mit verbessertem Texte im zweiten Theile
wieder abdrucke.^) Bezüglich des englischen Peterspfennigs ist zu erwähnen,
dass es eine stets wiederholte Klage war, die Prälaten sammelten denselben
zwar, lieferten ihn aber nicht nach Rom ab, sondern verwendeten ihn fiir
eigne Zwecke. Das lässt sich bis in die Zeiten Leo X verfolgen. Die Ein-
künfte waren meistens sehr wechselnd und nur selten irgendwie erheblich.
4. Kleinere Zinszahlungen.
Von den kleineren Zinszahlimgen berücksichtige ich im Urkundentheile
nur den interessanten Census des Rogerius de Lauria, den er flir die Be-
lehnung zweier Inseln im Golfe von Tunis in der Höhe von 50 Unzen Gold
zu zahlen hatte.
Bonifaz VIII belehnte den genannten gefiirchteten Seehelden mit den
von ihm eroberten Inseln am 11. August 1295. Daraus geht hervor, dass
nicht nur die im Jahre 1289 in den liber censuum schon eingetragen ge-
wesenen Zinszahlungen dem heiligen Colleg^um zu Gute kamen, sondern
auch alle später erst festgesetzten Census. Wir haben darin wohl mit Recht
einen starken Beweis dafiir zu sehen, dass das gesammte Einkommen der
Römischen Kirche, mit Ausnahme der Annaten und Zehnten, auch wenn
es nicht ausdrücklich in der Bulle Caelestis altitudo enthalten
ist, zwischen Papst und CoUegium getheilt werden musste. Bei dem
inmier mehr erstarkenden Einflüsse der Cardinäle wäre ein Abweichen von
dieser Norm für die meisten Päpste des 14. Jahrhunderts zudem wohl auch
eine Unmöglichkeit gewesen, mindestens aber verhängnissvoll geworden.
Fernerhin erblicke ich in dem bezeichneten Vorgange vor Allem ein
Zeichen dafür, dass alle kleineren Census, sei es von Klöstern und Kirchen,
sei es von kleinen Orten oder Castellen, stets zwischen beiden Theilen ge^
theUt worden sind, auch wenn das uns erhaltene handschriftliche Material
von einer ausdrücklichen Ueberweisung der Hälfte an die camera coUeg^ zu
Anfang noch nichts berichtet.
») Vergl. Urk. NN. 26ib — 26id.
CLI
Es ist weder unter Bonifaz VIII, noch unter Clemens V, noch unter
Benedict XI oder später irgend eine ausdrücklich bezeugte Neuerung ein-
geführt worden, mit Ausnahme der Hebung des Missverständnisses über den
englischen Peterspfennig unter Clemens V und Johann XXII, wovon ich
oben schon gesprochen habe. Ein argumentum ex sUentio anzuführen, ist
deswegen so misslich, weil bisher schon die Erfahrung in der so beschränkten
Litteratur über diese Dinge gezeigt hat, dass derartige Schlüsse, aus dem
Schweigen der Quellen hergeleitet, durch eine neue Handschrift oder ein
Document über den Haufen geworfen werden.
Die erste uns bekannte Zinszahlung des Roger de Lauria fallt noch
in den Pontificat Bonifaz VIII, nämlich auf den 29. Juni 1303.^) Die Hälfte
des census, nämlich 25 Unzen Gold, gleich 125 Goldgulden, gelangt am
21. Januar 1304 unter Benedict XI zur Vertheilung unter 18 Cardinäle,
computato domino nostro papa pro tempore cardinalatus sui. Lange ist
übrigens dieser Census nicht gezahlt worden, so dass wir nicht berechtigt
sind, die 125 Goldgulden unter die ständigen festen Einnahmen des heiligen
Collegiums einzureihen.
Ein näheres Eingehen auf die zur Genüge bekannten verhältnissmässig
kleinen Beträge fiir die Exemption von Klöstern und Kirchen') erübrigt sich
an dieser Stelle. An verschiedenen Orten werden im Urkundentheile einige
solcher Hinweise gemacht, die aber für die Berechnung des Einkommens der
Cardinäle und fiir Verwaltungsfragen der camera coll^i gänzlich belanglos sind.
Am Schlüsse dieses Abschnittes gebe ich noch einige Summen an,
die in einzelnen Jahren aus den bisher behandelten Einnahmequellen ein-
gingen. Es sind Auszüge aus den Registern der apostolischen Kammer,
doch gelten dieselben, wie schon erwähnt, in gleicher Weise für die camera
collegü, weil beide Kammern je die Hälfte erhielten.
1316 Aug. 12 — 1317 Aug. 6
de censibus et visitationibus 33 S37V2 Aor- auri 24 den. cum massia de auro.
unus den. Agnus de auro.
6 Duc. de auro.
I den. lanuen.
I sol. 2 den. Tur. gross, cum o longa.
246 libr. 17 sol. Tur. parv.
43 libr. 14 sol. 20 den. Viennen.')
*) Vergl. Urk. No. 264.
*) Johann XXII erlSsst im ersten Jahre seines Pontificates eine grosse Reihe von Schreiben,
die sich auf diese, lange nicht bezahlten Census erstrecken. Reg. Vat No. 63. Litterae de
Curia. Vergl. auch den werthvollen Band Collect. Cam. No. 108.
■) Introitus et Exitus Cam. No. 13. fol. I r — II v.
CLII
1317 Aug. 14 — 1318 Aug. 7
de censibus et visitationibus 51 761^2 Aor. auri 24 sol. 9 den. Tur. gross.
4 libr. 9 sol. 7 den. Viennen.^)
macht zusammen 52710 flor. auri 6 den. Tur. gross et 9 den. Tur. parv.*)
1318 Sept. s — 1319 Mai 24
census minores et visitationes 2435^2 ^or. auri.
14 Agni de auro.
57 Marabutini de auro.
12 sol. 5 den. Tur. g^oss. cum o rotunda.
64 sol. 3 den. Tur. parv.
y6 sol. IG den. ob. Viennen.*)
1326 Sept. 3 — 1327 lul.
de censibus omnibus et visitationibus 22439 ^o^- ^u^-
12 Tur. gross, cum o longa.
20 sol. 22 den. 3 obol. Viennen.
74 V2 Tur. gross, cum o rotunda.
5 sol. Tur. parv.*)
1342 Sept. — 1343 Sept.
recepta censuum et visitationum 7206^2 flor. 7 sol. 5 den. gr.
24 sol. IG den. mon. Avinion.^)
1346 lun. — 1347 Febr.
census et visitationes 39845^/3 flor. 3 sol. ig den. ob. Tur. gross. Argenti.
41 sol. 6 den. parv. Avinion.
5 sol. Basilien.^
ABSCHNITT VI.
Ausserordentliche Ueberwelsungen der Päpste oder dritter Personen
an die eamera coUegii, bezw. einen Theil des heilgen CoUegfiums.
Im 13. Jahrhunderte ragten die Cardinäle schon durch den Besitz
zahlreicher Pfründen in allen Ländern, die ihnen von den Päpsten verliehen
worden waren, hervor. Im 14. Jahrhunderte steigerte sich diese Ansammlung
^) Introitus et Exitus Cam. No. 16. fol. 81 r.
*) Ibidem, fol. 87 r.
■) Reg. Aven. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 46). fol. 1741. — ij6t,
*) Reg. Aven. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47). fol. 653 r. — 656 r.
^) Introitus et Exitus Cam. No. 203. fol. III r.
^ Introitus et Exitus C&m. No. 243. fol.
CLIII
der Beneficien in ihrer Hand so sehr, dass man, schon allein mit Rücksicht
auf die Bestimmungen des canonischen Rechtes über die incompatibilia, von
einem wahren Unwesen sprechen muss. Wenngleich die Päpste, häufig
mehr gezwungen, wie freiwillig, während der Dauer ihrer Pontificate all-
jährlich viele Pfründen an Mitglieder des heiligen CoUegiums vergaben, so
bilden doch die Registerbände über das erste Jahr eines jeden Pontificates
eine wahre Fundgrube für den Culturhistoriker, der die Geldbeweg^ng der
Einkünfte der Kirchengüter in der christlichen Welt ins Auge fasst. ^) Viel-
fach haben diese Vergabungen primi anni auch einen Partei-Beigeschmack,
indem man beobachten kann, dass fast ausschliesslich die Mehrheit, die die
Wahl zu Stande gebracht hatte, berücksichtigt, der übrige Theil des CoUegiums
aber kaum bedacht wurde.
Derartige Gunsterweise der Päpste gehören, da sie sich auf die einzelnen
Cardinäle erstrecken und nicht die Gesammtheit berühren, nicht in unsere
Betrachtung. Dieser Abschnitt befasst sich vielmehr mit solchem Anord-
nungen der Päpste, die dem CoUegium der Cardinäle als solchem oder einem
wesentlichen Theile desselben ein utile zuwandten. Man kann dieselben
eintheilen in Geldzuwendungen, die gleich nach der Wahl stattfanden und
in Zuwendungen und Gunsterweise, die mit dem Conclave in keinem directen
Zusammenhange stehen. In diesem Sinne werden wir also im Folgenden die
Frage zu beantworten suchen: Was erhielt das heilige Collegium an frei-
willigen ausserordentlichen Zuwendungen der Päpste? Weiterhin sind dann
auch noch sonstige Geschenke von dritten Personen ins Auge zu fassen.
I. Geldgeschenke der Päpste an die Mitglieder ihres Conclave.
Vielfach hat man sich schon mit den Geldgeschenken beschäftigt, die
einzelne Päpste des 14. Jahrhunderts den Cardinälen aus Anlass ihrer Wahl
machten. Die bisher beste Zusammenstellung der bekannt gewordenen
Nachrichten dieser Art finden wir bei Kirsch.') Ich glaube seinen Angaben
einiges hinzufugen und einzelne Punkte genauer feststellen zu können. Aus
diesem Grunde untersuche ich die Frage neuerdings, ohne damit ein ab-
schliessendes Resultat vorlegen zu wollen. Weitere Aufschlüsse sind un-
zweifelhaft noch zu erwarten, da man wohl nicht mit Unrecht annimmt,
dass sich der Brauch zur feststehenden Gewohnheit entwickelt hat, wenn-
gleich die Bände der Introitus et Exitus des ersten Jahres vieler Pontificate
keinerlei derartige Zahlungen vermerken.
*) Vcrgl. u. a. Reg. Vat No. 63. fol. 352 ss. (Johann XXII.)
>) Seite 37 und 38.
CLiin
Zunächst hat Benedict XI seiner Dankbarkeit (lir die Wahl Ausdruck
verliehen, indem er den 17 Cardinälen, seinen Wählern, eine Summe von rund
46000 Goldgulden zum Geschenke machte. Bei der am 30. October 1303^)
vorgenonmienen Vertheilung ergab sich folgender Antheil fiir jeden Cardinal:
2680 flor. auri; item 384 Tur. gross, de argento; item 378 duplas de auro;
item 7 gross, duplices Paris, de auro; item 223 carlenos de auro; item pro
valore residui dictarum monetarum i flor. et i duplum vel valorem. Die
Randbemerkung in der Handschrift: donum novi pape, stellt, abgesehen
vom Datum der Vertheilung, den Character der Zuwendung unzweifelhaft fest.
Von Clemens V kann nicht mit gleicher Sicherheit gesagt werden,
dass er den Cardinälen nach seiner Wahl Geld geschenkt habe. Ich vermag
nur auf eine Stelle aus einer eingehenden grösseren Quittung hinzuweisen,
die der Papst in einer Bulle vom 1 1 . Juli 1 307 der Handelsgesellschaft der
Circuli von Florenz fiir ihre Thätigkeit im Dienste der apo$tolischen Kanmier
ertheilt.^) Es heisst da: „Solvistis etiam de mandato nostro collegio car-
dinalium Sancte Romane Ecclesie, ex nostra speciali g^tia eis facta, viginti
unum milia florenorum auri, prout per nostras litteras buUatas^) constat."
Dass die Quittung über die Zahlung i^/^ Jahr nach der Krönung erfolgte,
spricht nicht dagegen, dass wir es mit einem Wahlgeschenke zu thun haben,
wohl aber die Kleinheit der Summe, deren Tausende auch in keinem rechten
Verhältnisse zur Zahl der Cardinäle des Conclave stehen. Inmierhin ist die
Möglichkeit vorhanden, dass es eine Theilzahlung einer grösseren Summe
gewesen sein kann, die doch ab Wahlgeschenk aufzufassen ist. Diese
Möglichkeit wird unterstützt durch eine Quittung an dieselbe Adresse vom
II. März 1306*), worin von einer Summe von 3125 Goldgulden zu Gunsten
des Cardinalcollegiums die Rede ist. Im Ganzen wären also 24125 Gold-
gulden zur Vertheilung gelangt.
Wenn bisher einfach angenommen wurde, dass Johann XXII aus eignem
Antriebe am 9. August 13 16 zu Lyon den Cardinälen die Hälfte des Be-
standes des päpstlichen Schatzes sowie „medietatem omnium servitiorum,
visitationum, censuum, fructuum et aliorum debitorum undecunque veniencium,
que percepti fuerant vel debebantur tempore sue creationis" geschenkt habe,
so hat man nicht auf eine Schwierigkeit geachtet. Bei der Untersuchung,
die Johann XXII über den Verbleib der Gelder Clemens V anstellte, sagte
der Magister Amelius de Beronia, canonicus Thuronen., in seinem Verhöre
*) Oblig. lA. fol. 4or. Vcrgl. Kirsch, Seite 128.
«) Vergl. Urk. No. 270.
*) Die litterae bullatae habe ich im Register nicht gefunden.
*) Vergl. Urk. No. 276.
CLV
aus, dass von den 70000 Goldgulden, die Clemens nicht seinen Verwandten
übergab, „medietas futuro tunc successori dicti domini C, et alia medietas
collegio dominorum cardinalium debuit assignari/*^) Diese zeugen-
eidliche Aussage würde also die Zuwendung von 35000 Goldgulden an die
Cardinäle nicht auf Johann XXII beziehen, sondern auf Clemens V. Dieser
Auffassung stehen zahlreiche Bemerkungen gegenüber, die bezüglich der
genannten Summe stets von einem donum factum Lugduni per lohannem
papam XXII sprechen. Vielleicht lassen sich beide Angaben dahin ver-
einigen, dass Clemens vielleicht mündlich den Wunsch ausgesprochen hat,
sein Nachfolger möge den Cardinälen die Summe schenken. Denn wäre
die Summe testamentarisch dem CoUegium vermacht worden, — wovon im
Testamente nichts steht, — so wären die Cardinäle sofort nach dem Tode
des Papstes in den Besitz des Geldes gelangt. Und auf der anderen Seite
hätte Johann XXn mit einem Geschenke an die Cardinäle wohl noch eine
Zeit lang gewartet, wenn nicht ein Wunsch seines Vorgängers vorgelegen
hätte, da die päpstliche Kasse ausser den 70000 Goldgulden weiter keine
Bestände aufwiess. Diese an und fiir sich sehr geringe Summe fiir die
grossen Ausgaben eines eben beginnenden Pontificates noch um die Hälfte
freiwillig kürzen, hiesse docli muthwillig den grössten Geldverlegenheiten, —
die sich gar bald bemerkbar machten, — entgegen gehen. Ich glaube
darum, dass die oben ausgesprochene Erklärung der sich scheinbar wider-
sprechenden Nachrichten viele Wahrscheinlichkeit für sich hat.
Cardinal Lucas de Flisco war nicht im Conclave gewesen, mithin hätte
er an dem ganzen Geschenke keinen Aniheil gehabt. Auf besonderen Wunsch
des Papstes sollte er aber nicht ganz leer ausgehen. Am 28. December 13 16
gelangten 10 000 Goldgulden aus dem census Siciliae pro anno 13 14 und
3500 Goldgulden als medietas depositi in domo Praedicatorum Montispesulani
per dementem papam V facti als Geschenk Johann XXII zur Vertheilung.*)
Am Schlüsse der Rechnung findet sich die Bemerkung: „Voluit enim dominus
noster papa predictus, quod dictus dominus Luchas haberet partem de
M
dictisxm* v flor., si placeret dominis cardinalibus, quamvis fecisset
donum apud Lugdunum XXn cardinalibus, qui tunc erant ibidem presentes,
de pecunUs que erant apud cameram et de debitis pro medietate; et voluerunt
dicti domini XXII cardinales, quod ob reverenciam domini pape dictus
dominus Luchas de predictis Xin • v flor. dum taxat partem haberet,
set non de residuo, quod restabat ad solvendum."
^) Vergl. Urk. No. 276.
>) Vergl. Urk. No. 321. Siehe auch Urk. No. 271b.
CLVI
Der letzte Theil dieser Bemerkung beschränkte also den Antheil des
Cardinais Lucas de Flisco auf den ihm aus der genannten Summe zufliessenden
Antheil. Nun muss der Cardinal wohl Ansprüche auf die übrigen Theile
der Schenkung gemacht haben, obschon er dazu kein Recht hatte, oder
vielleicht der Papst mit weiteren Wünschen für den Cardinal hervorgetreten
sein. Vermuthlich um langen Auseinandersetzungen auszuweichen, bestimmte
das heilige Collegium, dass er an der divisio census ordinarii pro anno 1316
Theil nehmen solle, obschon er seiner Zeit ausdrücklich per dominum papam
et collegium de dicto censu et aliis debitis extitit privatus.*) Für diese Gunst-
bezeugung musste er eine Gegenleistung machen, die, wie folgt, beschrieben
wird: „Set tempore solutionis presentis facte de pecunia suprascripta per
ipsos camerarios extitit ordinatum, quod dictus dominus Lucas de supra-
scripta pecunia porüonem haberet sicut alii domini cardinales, dum tamen
primo renuntiaret omnibus illis, que obvenerant seu obvenire debuerant
Romane Ecclesie a die obitus domini Clementis pape V usque ad diem
illam, qua dictus dominus Lucas ad curiam est reversus. Super quibus dictus
dominus Lucas dictorum dominorum cardinalium se supposuit voluntati, et
premissis omnibus renuntiavit expresse, ut in litera, suo sigillo pendenti
sigillata, quam super hoc idem dominus Luchas concessit domino Berengario
episcopo Portuensi, recipienti eam nomine suo et aliorum dominorum car-
dinalium predictorum, plenius continetur." Weitere Nachrichten über diesen
Gegenstand liegen nicht vor.
Die Cardinäle erhielten aus der Schenkung Johann XXII u. a. folgende
grössere Summen: die Hälfte des Bestandes der camera apostolica im Betrage
von 3 5 OCX) Goldgulden. Drei Mal je 10 000 Goldgulden aus dem census
Siciliae, 3500 Goldgulden als Hälfte der im Dominikanerkloster zu Mont-
pellier befindlichen Summe aus der Zeit Clemens V, 2500 Goldgulden, deren
Herkunft nicht genannt wird*) und die Kammerantheile aus anderen Census
sowie den Servitien. Im Ganzen kann man sagen, dass es annähernd wohl
90000 — 100 000 Goldgulden gewesen sein mögen.
Benedict XII schenkte seinen 23 Wählern 100 000 Goldgulden, „quos
dicto coUegio ex liberalitate nostra concessimus." Dieselben wurden durch
*) Vergl. Urk. NN. 154 und 156. Siehe Kirsch, Seite 37, Anm. I. Nicht im Ein-
klänge damit steht folgende Bemerkung:
1816 Septembr. 6.
.... et retentis pro parte domini Luce de Flisco, qui secundum ordinationem fiictam de
consilio et assensu dominorum cardinalium per dominum nostrum papam nichil recipere debet,
nisi solum de serviciis, censibus, visitationibus foctis, debitis et contractis et solutionibus fructuum
Venaysini receptis tempore predicti domini Clementis pape Vt».
Oblig. 4. fol. 7v.
*) Vielleicht aus dem Pariser Depositum Clemens V.
CLvn
seinen Kämmerer den clericis coUegii ausbezahlt; der Papst entlastet seinen
Kämmerer betreffs dieser und anderer Summen am 7. April 1335.^)
Clemens VI folgte Benedict XII am 7. Mai 1342. Gleich am 12. Mai
schon haben wir die Auszahlung von 108000 Goldgulden an das heilige
CoUegium, wie folgender Eintrag beweist:
1842 MaU 12.
Eadem die tradite fuerunt de mandato dicti domini nostri pape per
reverendum patrem dominum lohannem Avinion. episcopum et venerabilem
virum dominum lacobum de Broa archidiaconum de Lunacco in ecclesia
Bitteren., thesaurarios dicti domini nostri pape, in presencia reverendorum
patrum dominorum Gasberti Narbonen. archiepiscopi, domini pape camerarii,
et Hugonis Dei gratia abbatis Sancti Germani Angelicen., dicti domini nostri
pape germani, ac venerabilium virorum dominorum Guillermi de Petrilia,
Guillermi de Bos et lohannis de Amelio, clericorum camere apostolice,
venerabilibus viris dominis Petro Raimundi de Savinhaco et Francisco
Bedossii, clericis collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane
Ecclesie cardinalium, recipientibus pro dicto coUegio dominorum cardinalium
predictorum ex dono, eidem coUegio facto per dictum dominum nostrum
papam, de pecuniis in turri superiori repositis cvin flor. auri.
Introitus et Exitus Camerae. No. 195. fol. 18 r.
Auf jeden Cardinal, — es waren 18 Wähler gewesen, — entfielen
mithin 6000 Goldgulden. Die bisherigen donationes hatten auf die Ab-
rundung der Summe nach Massgabe der Zahl der Wähler keine Rücksicht
genommen. Aus der Schilderung des Vorganges der Auszahlung ersieht
man die Wichtigkeit der Sache; mit Ausnahme des camerarius collegii hatte
man das gesammte Personal beider Kammern aufgeboten.
lieber die vier folgenden Päpste Innocenz VI, Urban V, Gregor XI
und Urban VI habe ich bisher noch keine Nachrichten über Wahlgeschenke
gefunden. Erst unter Bonifaz IX begegnen wir in den Registern wieder
einer Zuwendung an das heilige Collegium aus Anlass der Wahl. Die
Verhältnisse des Schisma's haben wohl Bonifaz IX nicht erlaubt den Car-
dinälen eine Geldsumme anzuweisen. Er ging deswegen dazu über ihnen
portionem suam et portiones cardinalium privatorum et mortuorum zu schenken.
Vermuthlich erstreckte sich die Schenkung auf alle Einkünfte, die die
camera apostolica mit dem collegium theilen musste.
Die Bedachten werden bezeichnet als „qui revera erant presentes in
curia tempore solutionum", oder einfach „nunc presentes" oder „qui fuerunt
*) Vergl. Urk. No. 277«- Siehe auch Souchon, Die Papstwahlen, Seite 48.
CLvra
in conclavi, qui sunt XII." Auf diese Cardinäle beschränkte sich die Ver-
günstigung bis zu ersten divisio nach der ersten Cardinalsemennung des
Papstes.
Bonifaz DC wurde am 2. November 1389 gewählt und 9. November
gekrönt. Unter dem Datum des folgenden Tages wurde schon die Zuwendung
in das Register eingetragen und die Namen der Berechtigten aufgeführt:
Perusinus, Andreas Martini Bontempi.
Pisanus, Franciscus Moricotti.
Aversanus, Poncellus Ursinus.
Florentinus, Angelus Acciaiolus.
de Flisco, Ludovicus de Flisco.
Manupellus, Thomas Ursinus de Manupello.
de Alifia, Franciscus de Alifia.
Tudertinus, Stephanus Palosius.
Monopolitanus, Franciscus Carbonus.
de Brancatiis, Rainaldus Brancatius.
Bulcanus, Marinus Bulcanus
de Laude, Angelus de Anna de Summaripa.
Die ersten Namen' sind die im r^^ter cedularum verzeichneten. Je
nach der 2^it, die zwischen Verpflichtung zur Zahlung und der Zahlung
selbst verstrichen war, wurden auch die frei werdenden Summen grösser
oder kleiner. Einige Male sind es nur 2 oder 3 portiones, meistens 6 bis 10,
aber es kommen auch Bemerkungen vor, wie portiones mortuorum, qui
sunt XVI oder xvni. Auf diese Weise kam für jeden Cardinal eine statt-
liche Summe heraus, die sich allerdings nicht mit den Geschenken früherer
Päpste auf eine Stufe stellen lässt.
Die alleinige Begünstigung der Wähler hörte nach der ersten Creation
auf Dieselbe fand statt am 18. December 1389. Es wurden 4 neue Car-
dinäle creirt und 3 restituirt. In der ersten divisio nach diesem Consistorium,
nämlich am 10. Februar 1390, finden wir eine neue Verordnung des Papstes,
wonach die 7 Cardinäle vom 18. December 1389 ebenfalls ihren Antheil an
dem Geschenke haben sollten. So bleiben die Verhältnisse bis zum
17. November 1390, wo wir den Eintrag finden: „Portionem vero cardinalium
mortuorum capit dominus noster", oder „capit camera apostolica porciones
domini nostri, qui tunc erat cardinalis Neapolitanus, et mortuorum." Aus
dieser ZusammensteUung ergiebt sich, dass der Papst sein Geschenk auf die
Dauer eines Jahres ausgedehnt hatte.
Weitere Nachrichten über derartige Wahlgeschenke sind mir bisher
nicht bekannt worden.
CLvini
2. Sonstige Geschenke von Seiten der Päpste.
Es sind ausser den Wahlgeschenken noch dreierlei Arten von Zu-
wendungen der Päpste an die Cardinäle zu unterscheiden: i) Ueberweisung
von Strafgeldern aus den Besitzungen der Römischen Kirche, und
2) Gewährung von Vortheilen bezüglich der von den Cardinälen inne gehabten
Benefizien; 3) Schenkung der Antheile der abgesetzten Cardinäle Colonna.
Am 14. December 1301 gelangten 5000 Goldgulden de condemnatione
communitatis civitatis Perusinae^) zur Vertheilung an das heilige Coll^ium.
Dem Eintrag ist die Bemerkung hinzugefügt: „Fuit autem dicta pecunie
summa concessa eidem collegio per dominum nostrum summum pontificem
die X mensis Maii proxime preteriti". Ich schUesse aus diesen Worten,
dass die Strafgelder, die in den verschiedensten Theilen des Kirchenstaates
in jener Zeit häufig erhoben wurden, trotz des entgegenstehenden Wortlautes
nicht unter die Bewilligungen der Bulle vom Jahre 1289 fallen. Wenn dem
so ist, so rechtfertigt sich wohl auch die Auffassung, dass die Strafgelder
der Juden in der Grafschaft Venayssin^, ohne dass eine Schenkung von
Seiten des Papstes ausdrücldich erwähnt wird, hier angeführt werden müssen.^)
Im Bande Oblig. i^ sind eine Anzahl dieser uud anderer Verurtheilungen
verzeichnet, die ich hier kurz zusammenfasse.
1150 libr. Coronat. [= 1 122 Goldgulden] quae superfuerunt expensis
rectoris comitatus Venayssini, Coursgewinn, Judenstrafe und
Strafgelder des Bischofs von Carpentras.
750 libr. Coronat. seu Paparin. [= 672 Goldgulden] de condem-
natione ludaeorum, de aliis fructibus et condemnationibus.
400 Goldgulden de condemnatione contra ludaeos.
325 Goldgulden de condemnatione contra ludaeos.
69 Goldgulden Coursgewinn an Strafgeldern.
384 Goldgulden de solita condemnatione ludaeorum.
500 libr. Coronat. de condemnatione quorumdam hominum
laicorum.
750 libr. Coronat. de condemnatione castri de Patervis.
») Vergl. Urk. No. 267.
*) Vergl. Urk. NN. 265, 266 und 268.
^ Der betreffende Abschnitt der Bolle Nicokos IUI lautet: Quare de communi fntrum
nostrorum consilio et assensu praesenti sanctione statuimus et decemimus de plenitudine aposto-
licae potestatis, ut de universis fructibus, redditibus, proventibus, multis, condemnationibus
et censibtts supradictis fiat divisio in duas partes, quamm una papali camerae semper cedit,
reliqua vero inter cardinales eosdem aequaliter dividatur, quodque partem huiusmodi prae-
dictorum fructuum, reddituum et proventuum, multarum, condemnationum et censuum
coUegium cardinalium eorundem percipiat iure suo.
CLX
Die hier genannten Coronati oder Paparini (Pauperini) novi werden
iheils mit 25^,, theik mit 23^/, und theils mit 20 Vj solid, für den Gold-
gulden berechnet.
Bezüglich des zweiten Punktes ist zu bemerken, dass die Päpste,
namentlich nach Johann XXII, allerlei Ausnahmen von ihren allgemeinen
Bestimmungen über den Erwerb, den Besitz, die Vereinigung, den Wider-
ruf u. s. w. von Pfründen für das gesammte heilige CoUegium festsetzten.
Dadurch wurden alle Cardinäle berührt und begünstigt; doch flössen dem
Einen mehr materielle Vortheile daraus zu, wie dem Anderen, weil der
Pfründenbesitz der Cardinäle ein sehr wechselnder und verschiedener war.
Im Urkundentheile habe ich aus dem reichen, hierher gehörigen Materiale
zwei Beispiele^) angeführt, die zeigen, um was es sich hier handelt. Ueber
die Antheile der abgesetzten Cardinäle lacobus und Petrus de Colunma ist
zu vergleichen Kirsch Seite 39, No. 4.*)
3. Geschenke dritter Personen an das heilige Collegium.
Verhältnissmässig sehr selten sind die Spuren, die uns von donationes
inter vivos oder inter mortuos von dritten Personen an die Gresammtheit
der Cardinäle unterrichten. Die sechs, unter NN. 281 — 286 mitgetheilten
Urkunden, sowie noch zwei von Kirsch angeführte, sind die einzigen mir
bekannt gewordenen Zeugnisse dieser Art. Drei dieser Schenkungen gehören
zur ersten und drei zur zweiten Kategorie. Besondere Bedeutung hat des-
w^en dieser Punkt für die Verwaltung der camera collegü nie gehabt; ein
weiteres Eingehen darauf erübrigt sich darum.*)
ABSCHNITT VII.
Eigentliche Verwaltungsangrelegrenheiten und Verwandtes.
I. Gemeinschaftliche Ausgaben des heiligen Collegiums.
Es ist natürlich, dass eine Gesellschaft von Menschen, die über gemein-
schaftliche Einnahmen verfugt, auch, wenigstens in gewissem Umfange,
gemeinschaftliche Ausgaben haben muss. Bei der Eigenart der Einnahmen
*) Vergl. Urk. NN. 277 und 278. Von Clemens VI giebt es mehrere Verfilgungen dieser
Art. Siehe Reg. Vat. NN. 144 — 146.
*) Vergl. hierzu Urk. NN. 288« und 288b.
') Vergl. übrigens die Ausführungen bei Kirsch, Seite 38 und 39.
CDXI
des heiligen CoUegiums ergiebt sich nun, dass die Ausgaben so verschwindend
kleiner Art sind, dass sie nur höchst selten in den Geschäftsbüchern zum
Ausdruck gelangen. Für die Zeit des 14. Jahrhunderts hat man Mühe einige
Beispiele zusammenzutragen, während zu Beginn des 15. Jahrhunderts, aller-
dings durch die kirchenpolitischen Verhältnisse hervorgerufen, derartige
Ausgaben häufiger vorkommen und theilweise auch einen ganz verschiedenen
Character annehmen.
In diesem Abschnitte lasse ich naturgemäss die beiden früher schon
erörterten Punkte der Gehaltszahlungen an den camerarius und die clerici
coUegii bei Seite. Das sind selbstverständliche Dinge, die sich ein Jeder,
auch ohne dass ich sie näher behandelt hätte, von selbst klargemacht hätte.
Was ich hier vielmehr kurz zu besprechen gedenke, das sind jene Ausgaben,
welche uns einen, wenn auch nur kleinen Einblick in die intimere Verwaltung
des heiligen CoUegiums gewähren.
Anfang und Ende der Entwicklung für den hier behandelten Zeitraum
zeigt zunächst die, im Uebrigen ganz naturgemässe Thatsache, dass sich
die expensae collegii nicht erst im Laufe der Zeit herausgebildet haben,
sondern dass dieselben von Anfang an als solche bestanden, jedoch mit
dem Fortschritte der Zeit immer mehr anwuchsen. Die erste Nachricht
über gemeinschaftliche Ausgaben der Kammer der Cardinäle setzt mit dem
Jahre 1295 ein, also mit jenem Zeitpunkte, von welchem ab uns überhaupt
eigne Nachrichten über die durch das heilige CoUegium selbst gethätigte
Verwaltung seiner gesammten Einkünfte erhalten sind.^) Es handelt sich
in dem angezogenen Falle um eine Supplementzahlung auf Grund der Klar-
stellung einer Währungsfrage. Die nachgezahlten 60 Goldgulden 19 kleine
Turnosen „non sunt distributi, set sunt apud dictos mercatores pro faciendis
expensis in citationibus prelatorum et aliis agendis collegii*^
Im folgenden Jahre (1296) werden einem Prälaten 10 Groldgulden
für seine citatio in Anrechnung gebracht. Vier Jahre später werden den
^) Ich kann es nicht unterlassen, hier nochmals hervorzuheben, dass das, was ans vorher
über den arcarius, syndicus, oeconomus etc. des heiligen CoUegiums berichtet wird, uns in keiner
Form eine Handhabe bieten kann, eine Verwaltung, wie wir sie von 1295 ab genau kennen, auch schon
frflher vorauszusetzen. Die Vertheilung der servitia communia durch den arcarius im Laufe des 13. Jahr-
hunderts, die Empfangnahme von 500 Mark des census Angliae et Terrae Hibemiae in der gleichen
Zeit durch den camerarius collegii und ähnliche Thatsachen, die uns ttberliefert sind, lassen sich
ganz gut verstehen und erklären, wenn wir nur einen camerarius collegii, — dessen Spuren ich
allerdings nicht als bis in das 1 2. Jahrhundert reichend anerkennen kann, — annehmen, der, ohne
weiteres Beamtenpersonal, entweder durch seine Familiären, oder durch mercatores, oder durch
die Beamten der camera apostolica die wenigen Geschäfte abwickeln lässt. Früher schon erwähnte
Thatsachen stützen diese Ansicht nicht unwesentlich. Für dieses und das Folgende sind übrigens
zu vergleichen NN. 287, 288, 289, 247, 290, 64, 293, 294, 297«» 297b und 308.
Baumcartbn, Finanzverw. des Card.-CoIIeg. im Mittelalter. 1
CLXU
Kaufleuten, die die Geschäfte des heiligen CoUegiums besorgen, 14 Goldgulden
angewiesen pro aliquibus expensis iam factis et faciendis. Einen ähnlichen
Wortlaut finden wir zum Jahre 1304: „Pars vero dicti domini Mathei Rubei
conversa est in solutionem debitorum coUegii et expensarum factarum pro
ipsius coUegii negociis peragendis."
Ausser der positiven Thatsache, dass fiir die Mahnbriefe an säumige
Prälaten Geld aus der Kasse des Collegiums entnommen wurde, wird uns
nichts weiter berichtet, was uns einen Einblick in diese Seite der Verwaltung
gewährte. Mit den allgemeinen Ausdrücken der Verwendung des Geldes
für die dem CoU^ium entstehenden Unkosten ist nicht viel anzufangen.*)
Zum Jahre 13 15 haben wir dann die interessante Mittheilung, dass
dem Boten, der einen Brief der Cardinäle dem Könige von Frankreich über-
brachte, 20 Goldgulden ausbezahlt wurden. Derartige Ausgaben wiederholen
sich fiirderhin mit grösserer oder geringerer Regelmässigkeit, je nachdem
die politischen Verhältnisse es nothwendig machten. Denn solche Briefe
sind stets von hoher politischer Bedeutsamkeit gewesen, und darum bean-
spruchen diese kleinen finanzgeschichtlichen Notizen auch die Aufmerksam-
keit der darstellenden Geschichtsschreibung. Parallel hiermit laufen die
gelegentlich erwähnten Ausgaben fiir Botengelder, die an solche ausbezahlt
wurden, -die dem CardinalscoUegium Nachrichten von grösserer politischer
Bedeutung überbrachten.^) Die Ausgaben dieser Art fallen fast regelmässig
in die Zeiten der Sedisvacanz.
In der Zeit des grossen Schisma's treten neue Bedürfnisse an die
gemeinschaftliche Kasse der Cardinäle heran. Zunächst habe ich die Nach-
richt gefunden, dass die im Monate Mai des Jahres 141 5 vom Concil zu
^) Diese Ausdrücke kehren häufig wieder; und wenn sie auch an und fOr sich keine
besondere Bedeutung haben, so giebt doch die Form gelegentlich neue Hinweise. So z. B. haben
wir in der folgenden Bemerkung zunächst die Erwähnung des depositarius und zweitens den
Hinweis auf ein Register, Theil eines Registers oder vielleicht auf einen Rotulus, den man kurz
intrata et expensa zu nennen pflegte:
1420 Octobr. 7.
Ista summa non fuit divisa; remansit penes depositarium pro expensis, prout patet in
intrata et expensa. i^ j r»
'^ G. de Rocanera.
Oblig. 62. fol. XLiiiir.
^ Die gemeinschaftlichen Ausgaben wurden übrigens genau nach der Zahl der zur Zeit
der fälligen Ausgabe participirenden Cardinäle berechnet, wie man klar aus der folgenden
Bemerkung entnehmen kann:
1421 Aug. 15.
Ista summa [125 flor.] remansit depositario pro expensis, nee fiiit divisa; set dominus
cardinalis Venetiarum iunior habuit pro parte sua, quia non fiierat particeps ipsarum expensarum,
flor. quinque sol. xxxi den. III. i-^ . «
G. de Rocanera.
Oblig. 62. fol. Lxxvi r.
CLxni
Constanz an den zu Freiburg weilenden Papst abgeordneten zwei Cardinäle
vom CoUegium zweihundert Goldgulden erhielten. „Steterunt in via per
XII dies**, d. h. man stellte jedem Cardinal für jeden Reisetag^) die auch
für damalige Verhältnisse bescheidene Summe von 8^/3 Goldgulden zur
Verfügung.
Weitaus das interessanteste Actenstück fand ich jedoch unter dem
23. Juni 1415- In einer Generalabrechnung (divisio generalis) .werden von
den zu vertheilenden Geldern vorher abgezogen:
i) 14 Goldgulden fiir einen Boten, der die schuldigen Summen aus der
Obligation vom Erzbischofe von Köln einmahnen musste.
2) Für den Boten, der vom Herzoge von Oesterreich, der in Freiburg
bei Johann XXII weilte, den salvus conductus für die obengenannten beiden
vom Concil entsendeten Cardinäle holen musste, rund 12 Goldgulden.
3) Kleinere Summen für einen Cursor und für Wachskerzen zur Be-
leuchtung des Berathungszimmers der Cardinäle.
4) 20 Goldgulden für das zweimonatliche Gehalt des gemeinschaftlichen
Arztes des Collegiums.
5) 52 Goldgulden für das zweimonatliche Gehalt einiger Beamten, die
sonst immer sede plena unter den Beziehern der vadia communia der
apostolischen Kammer aufgezeichnet sind. Das heilige CoU^um war dem-
gemäss verpflichtet, soweit es die Dienste dieser Beamten für sich in An-
spruch nahm, auch für deren Lebensunterhalt aufzukommen.^)
6) 20 Goldgulden unter dem Titel von Almosen für den Bischof von Assisi.
7) Pro salario clericorum 40 Goldgulden 42 sol. 6 den.^)
Die gemeinschaftlichen Ausgaben betrugen zusammen 157 flor. 2 sol.
4 den.*)
^) Die Tagesgelder f^r reisende Cardinäle scheinen sich im Allgemeinen zwischen 15 und
20 Goldgulden bewegt zu haben, wie wir aus verschiedenen Angaben schliessen können.
*) Die einschlägigen Nachrichten in den Registern des camerarius oder thesaurarius
apostolicus konnte ich nicht zur Vergleichung heranziehen.
*) Die gesammte zur Vertheilung stehende Summe betrug 4085 flor. 14 sol. 2 den. Der
Satz des Gehaltes i flor. von je 100 flor. Roheinnahme ist also hier leicht nachzurechnen.
^) Ausser den oben angeführten Urkunden aus dem zweiten Theile dieses Buches ist
noch folgender Eintrag zu verzeichnen:
1415 lol. 20.
Anno et die suprascriptis fiiit divisio facta de tribus solucionibus immediate precedentibus,
de quibus domini cardinales et clerici collegii perceperunt, ut supra continetur, ezceptis quinqua-
ginta quinque florenis camere, qui fiierunt retenti de divisione M floren. solutorum per episcopum
Claromonten. super XX dominis cardinalibus de ea pardcipantibus, videlicet super quolibet
erorum li flor. xxxvii sol. vi den. Qui LV flor. fuerunt retenti per Carolum de Geri, mercha-
torem Florentin., pro expensis, ut dicebat, per ipsum factis litteras promocionum dominorum
episcoporum Meten, et Noviomen. mictendo de Scafusia apud Coloniam et reportando de Colonia
CLXira
Obschon in den Bänden der Obligationen gewiss noch mancherlei
weitere Beiträge fiir diese Frage enthalten sein müssen, so sind mir bei
meiner Durchsicht der Handschriften keine anderen aufgefallen. Die end-
gültige Darstellung dieses Punktes muss also bis zu eingehenderer Aus-
beutung der Obligationen hinausgeschoben werden.
2. Das heilige Collegium und seine Banquiers.
Man muss scharf unterscheiden zwischen denjenigen Kaufhäusern,
Handelsgesellschaften, Banquiers u. s. w., die den Geldverkehr an der Curie
und ftir die Curie besorgten und denjenigen, die vom heiligen Collegium
für die ureigensten Interessen und Geschäfte desselben in Anspruch genommen
wurden. Dass dieselben Personen nach beiden Richtungen hin thätig waren,
ist natürlich häufig vorgekommen, doch decken sich die verschiedenen
Thätigkeiten in keiner Weise.
Wir müssen drei Abschnitte in der Art der Vertheilung der Gelder
des heiligen Collegiums unterscheiden:
i) die thatsächliche Auszahlung der einzelnen Summen an die einzelnen
Cardinäle, also Geldbewegung im eigentlichen Sinne von Ort zu Ort, per
manus mercatorum collegii;
2) die thatsächliche Auszahlung der Antheile, wie unter i, durch die
Unterbeamten der camera collegii;
3) die bankmässige Einnahme, Gutschrift, Auszahlung, Cre-
ditirung u. s. w. von Geldern, die für die Kasse des heiligen Collegiums
fällig waren. Für diese Thätigkeit waren einzelne grosse Firmen heran-
gezogen worden, die man in den Registern campsores, depositarii oder
receptores pecuniarum sacri collegii nennt.
Die erste Vertheilungsform war von kurzer Dauer. Wir begegnen ihr
von 1295 bis ungefähr zum Beginne des Pontificates Johann XXII. Für
den übrigen Theil des 14. Jahrhunderts kann man in der Hauptsache die
zweite Art verfolgen und um die Wende des Jahrhunderts, — das genaue
Datum lässt sich nur schwer festsetzen, — treten zum ersten Male die
depositarii etc. collegii auf.^)
apud Constantiam ; et penes ipsum Carolum pro tunc remanxerant (sie) in deposito portiones
dominonim cardinalium Pisan., de Flisco, Sancü Angeli, de Comiübus et Sancti Eustachii.
Restant flor. 1105, de quibus domini capiunt ut infra sequitur.
Oblig. 61. fol. XLVi r.
*) Hierzu sind zu vergleichen die Urkunden NN. 79, 80, 129, 145, 211, 247, 264, 265,
267, 268, 287, 195, 306, 208b, 327, 328, 329.
Ueber eine Zahlungseinstellung eines Bankhauses, bei dem das heilige Collegium zu
Schaden kam, berichtet ein Eintrag Oblig. 62. fol. cxxv v. Der Bischof von Pampelona war
CLXV
Verhältnissmässig häufig begegnen wir unter Martin V verschiedenen
Randbemerkungen, die in den Vertheilungslisten neben die Namen der
einzehien Cardinäle gesetzt wurden. Dieselben veranschaulichen uns ein
wenig den Geschäftsgang, darum setze ich eine Anzahl derselben hierher.
Sie beziehen sich alle auf die Summen, die dem einzelnen Cardinale aus
der Vertheilung zustanden:
Positi ad rationem suam.
Habuit medietatem; aliam ad rationem suam.
Ad rationem suam.
Hubuit depositarius pro coUegio; ad rationem suam.
Habuit centum positi ad rationem suam.
Habuit Carolus.
Pro collegio habuit depositarius.
Habet Carolus medietatem; residuum ad rationem.
Habuit
Depositarius pro eo.
Habuit depositarius.
Der Unterschied zwischen der Thätigkeit der Handelsgesellschaften zu
Beginn des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts ist, wie die Beispiele
zeigen, in die Augen fallend. Die mercatores zahlten einfach Summen aus,
während die depositarii, campsores, receptores etc. alle möglichen finanziellen
Operationen vornahmen. Für die Cardinäle hatte das neue Verfahren die
grössten Vortheile, weil sie namentlich stets in der Lage waren, Geld er-
heben zu können, selbst wenn ihr laufendes Conto erschöpft war. Während
früher der Sicherheit wegen nie grössere Summen unvertheilt gelassen wurden,
konnte das jetzt anstandelegenheiten erfreuten. In dem regestrum divisionum
Oblig. 6$ finden wir in der ersten distributio bei jedem Posten eine Summe
gesondert verzeichnet, die pro decima abgezogen wird. Keinerlei Bemerkung
klärt uns darüber auf, dass das heilige Colleg^um freiwillig diese Abgabe
auf sich genommen hätte. Zunächst handelt es sich um die Cardinäle. Ein
Posten z. B. lautet: „Ursinus flor. CCLXXXXII sol. Ill den. X; detractis pro
decima flor. xxviiii sol. X den. V; restarunt flor. CCLXII sol. XLin den. V".
An zweiter Stelle wurden sogar die clerici coUegii zu dieser Abgabe heran-
gezogen: „Clerici coUegii flor. XLin sol. Ili den. viii; detractis pro decima
flor. im sol. XX den. nii; restarunt flor. xxxvini sol. xxiii den. im". Am
M e
Schlüsse heisst es*): „Summa recepta flor. im • im • IX
») Vergl. NN. 295, 305, 308« u. a.
*) X428 Mali 6.
CLXXII
Summa divisa flor. im • iiii . viii
Restant indivisi sol. xxvi den. XI
Summa decime flor. im • xxxx sol. xxxxiiii".
Diese Zahlungen gehen durch bis zum 20. December 1428. Die nächste
divisio vom 28. März 1429 verzeichnet keine Abgaben pro decima mehr.
5. Gerichtsstand des heiligen Collegiums in Geldangelegenheiten.
Aeusserst spärlich sind die Spuren, die uns über die für das heilige
Collegium als vermögensrechtliche Person massgebende civilrechtliche Instanz
unterrichten. Ein erster Hinweis fallt in das Jahr 13 19. Kirsch bespricht
diese Stelle, allerdings unter einem anderen Gesichtspunkte, (S. 63). Der
Vorgang war folgender: Magister Johannes de Podio Bardeco war Gläubiger
des verstorbenen Cardinais Bertrandus de Bordis. Er klagte sein Guthaben
beim auditor camerae domini papae ein, dieser erkannte die Forderung als
rechtmässig an und liess den Cardinalkämmerer wissen, dass, bevor den
Erben irgend etwas aus den noch ausstehenden Summen ausbezahlt würde,
zuerst die genannte Schuld bezahlt sein müsste. Das Tribunal für das
heilige Collegium war also die curia camerae apostolicae und die Ent-
scheidungen seines Auditors waren bindend fiir die Beamten der camera
collegii.
1819 Mart. 16.
Item anno quo supra, die XVI mensis Marcii, venerabilis vir dominus
Raimundus luvenis canonicus Petragoricen., auditor camere domini pape,
cum reverentia requiri fecit reverendum patrem dictum dominum Berengarium
Portuen. et Sancte Rufine episcopum, sacri collegii dominorum cardinalium
camerarium, quod portionem dominum Bertrandum de Bordis condam cardi-
nalem contingentem de servitiis prelatorum, si qua sibi portio debeatur, non
solvat executoribus eiusdem domini Bertrandi condam cardinalis, donec
magistro lohanni de Podio Bardaco Tholosan. diocesis de quadam pecunie
summa fuerit satisfactum, in qua quidem summa dictus magister Johannes
executores prefatos sibi fore asserit obligatos.
Qua die et eadem hora dictus dominus meus Portuen. mandavit mihi
Vincentio de Serignano, quod dictam requisitionem solicite registrarem et
cum debita diligentia adimplerem eandem.
Oblig. 3. fol. 170 V.
Erst im Jahre 141 8 finde ich wiederum einen Eintrag über eine Klage
gegen das heilige Collegium. ^) Die dort gegebene genauere Darstellung
*) Vergl. Urk. NN. 301 — 304.
CLXxni
ermöglicht uns einen tieferen Einblick in das processualische Verfahren.
Den beiden clerici collegii wird am lo. Februar 141 8 durch den Cursor Cola
Fece eine Zahlungsaufforderung überreicht, die auf Grund eines vorher-
gegangenen einseitigen mündlichen Verfahrens vor dem stellvertretenden
Kammerauditeur zu Gunsten des stellvertretenden Klägers Aldigerius Francisci
de Billiottis de Florentia^) erwirkt worden war. Diese Zahlungsaufforderung
ist uns in ihrer originalen Fassung überliefert. Dieselbe wurde von dem
Notar des Richters, der jedoch nicht Kammernotar gewesen zu sein
scheint'), abgefasst und von ihm unterschrieben. Bemerkenswerth ist das
Fehlen sämmtiicher sonst üblichen Notariatsformeln, sowie eines Hinweises
auf den Cardinalkämmerer, den wir in dem oben angeführten Actenstücke
haben. Die Ausfertigung geschah Samstag den 5. Februar 141 8 und erst
Donnerstag den 10. Februar wurde die Zahlungsaufforderung den clericis
collegii überreicht. Am Schlüsse derselben werden die Cleriker, wenn sie
Einreden zu machen hätten, in die audientia befohlen zur weiteren Verhand-
lung. Am 17. Februar findet der zweite Termin statt, die Einreden der
clerici werden vom Richter verworfen und die unter Strafe der Excommuni-
cation befohlene Zahlung der Summe erneuert. Unmittelbar nach der Ver-
handlung wird dann dem stellvertretenden Kläger das von ihm erwirkte
Zahlungsversprechen ausgestellt, das alle einschlägigen wesentiichen Punkte
aufzählt.
Nicht so ausfuhrlich, aber diesem Falle durchaus gleich, ist der Bericht
über die vom Kammerauditeur verfugte Bezahlung der Schulden eines ver-
storbenen Cardinais.') Bemerkenswerth für die äussere Form der Mandate
ist der Unterschied in der Fassung des Datums. In Urk. No. 302 lautet
dasselbe einfach: Dat. Constantie die Sabbati, v mensis Februarii, XI indic-
tionis, während hier merkwürdigerweise das grosse Datum angewandt ist:
Datum Rome, sub anno Nativitatis Domini M • CCCC • xxn, indictione XV,
die vero Veneris ih mensis lulii, pontificatus sanctissimi in Christo patris et
domini nostri, domini Martini divina Providentia pape quinti anno quinto,
sub sigillo dicte curie apostolice, quo dictus dominus auditor utitur impressioni-
bus etc. Weiterhin unterschreibt sich der Notar im ersten Falle einfach
^) Er vertrat den erwählten Bischof von Evora, Alyanis Alfonsi, der vorher electus
Portugalen. gewesen war, und schon 250 Goldgulden auf die Servitien dieses Bisthumes gezahlt
hatte, in dessen Besitz er jedoch nie gelangte. Aus diesem Grunde musste die Summe wieder
zurückgezahlt werden.
*) De quibus omnibus magister Cynus de Lambardis, eiasdem regentis et in hac
causa notarius rogatus extitit, prout in eins manuali debet plenius apparere. No. 303.
*) Oblig. 62. fol. cxxii r. Mandatum auditoris camere apostolice, quod certe peccunie
solvantur cuidam pro domino cardinali Veronensi condam.
CLxxini
mit seinem Namen: Cynus de Lombardis, — von dem man, wie oben be-
merkt, anzunehmen berechtigt ist, dass er nicht Kammemotar war, — im
zweiten Falle lautet die Unterschrift: Gotfridus Varontrappe, dicte curie
camere apostolice causarum notarius ss. Die weiteren Bemerkungen per
quemcumque cursorem und per quemcumque domini nostri pape cursorem
erklären sich von selbst.
Um Verwechslungen vorzubeugen, sei darauf aufmerksam gemacht,
dass der auditor curiae camerae apostolicae durchaus verschieden ist vom
auditor generalis oder dem auditor curiae marescallae oder anderen selbst-
ständigen richterlichen Beamten. Es ist hier nicht der Ort, den Unterschied
auseinanderzusetzen. Einige allgemeine Bemerkungen, sowie eine Anzahl
Actenstücke über den Processgang bei zwei päpstlichen Gerichtshöfen im
14. Jahrhundert hat neuerdings Simonsfeld veröffentlicht.^)
ABSCHNITT VIII.
Die Form der Vertheilung und Auszahlung der Antheile
der Cardinäle.
Die eigentliche Geldbewegung habe ich oben*) kurz berührt. In diesem
Abschnitte gilt es darzustellen, durch welche Art von Verfugungen und
Documenten die Vertheilung und Auszahlung in den Registern der camera
collegii aufgezeichnet wurden.
Mit dem Augenblicke, in dem die Quellen uns die erste Nachricht
über eine selbstständige Verwaltung der Einkünfte des heiligen Collegiums
Nachricht geben, setzen auch die Formeln ein, die uns den Vertheilungs-
modus mittheilen. Von 1295 ab') begegnen wir eine Zeit lang dem fast
kaum wechselnden Ausdrucke: „Hec peccunia nunc in presenti soluta, distri-
buta est inter (xxili) cardinales et habuit quilibet per manus dictorum merca-
torum Clarentinorum — flor. auri — sol. — den. Turon parvorum." Es sind
ganz seltene Ausnahmen, in denen die Formel lautet: „ . . . tradita sunt et
soluta manualiter per me, Petrum de Montechiello procuratorem collegii.
^) Neue Beiträge zum pfipstlichen Urkundenwesen im Mittelalter und zur Geschichte des
14. Jahrhunderts. München 1896 (Sonderabdruck. Verlag der Akademie). Seite 19 f., 53 ff*.;
siehe besonders Seite 57 No. 20.
•) Seite CLXiiii.
■) Vergl. jedes Mal die ersten Urkunden in den Abschnitten IUI — XIIII des Urkunden theiles.
CLXXV
cuilibet dictonim cardinalium de mandato reverendi patris domini Robert! Dei
gratia tituli Sancte Pudentiane presbiteri cardinalis, camerarii dicti coll^^ —
flor. auri," oder etwa: „de quibus n unc. mille unc. ego Petrus de Monte-
chiello, archidiaconus Claromonten., procurator collegii cardinalium Sancte
Romane Ecclesie, recepi et habui pro ipso coll^o, et alias M camerarius
apostolice sedis pro futuro summo pontifice habuit. Divisi autem dictas M
uncias inter xvil dominos cardinales, ad huc in inclusione manentes et tradidi
manualiter ego ipse camerario cuiuslibet dictonim cardinaliimi . . ."^)
Der ersten allgemein üblichen Form der Vertheilung der Gelder durch
die Kaufleute entspricht die Art, wie das Geld an das heilige Collegium
gelangte, nämlich meistens nicht durch directe Auszahlung an die Beamten
der Camera collegii, sondern durch Erhebung desselben durch die mercatores.
Die ausnahmsweise vorkommende Formel der Vertheilung durch Petrus de
Montechiello erwies sich als practisch, wenn den Beamten die Gelder per-
sönlich von den Verpflichteten oder deren Beauftragten, unter Umgehung
der Banquiers, ausgezahlt wurden. Die Namen der berechtigten Cardinäle
wurden von Zeit zu Zeit in den Registern einzeln aufgeführt; immer aber
finden wir einen Hinweis auf eine frühere Liste der Namen.
Diese, auf einen noch unfertigen Verwaltungsapparat hinweisenden
Verhältnisse änderten sich nach dem Ausscheiden des Petrus de Montechiello
aus der Verwaltung der camera collegii. Der Cardinalkämmerer tritt dann
den Verwaltungsgeschäften insofern näher, als er sämmtliche Guthaben that-
sächlich an die Kasse der camera collegii auszahlen lässt, von Zeit zu Zeit
den Kassenbestand prüft und dann eine Vertheilung vornimmt, bei der
sowohl die einzelnen Posten genau angemerkt werden, wie auch die Gesammt-
summe des Antheils eines jeden Cardinais in pecunia numerata von der
Kasse des Collegiums an die Kasse des einzelnen Berechtigten abgeliefert
werden. Diese Ablieferung war von einem Schriftstücke begleitet, das stets
mit den Worten begann: „Nos [Berengarius] cardinalis, camerarius collegü,
mittimus vobis per exhibitorem presentis cedule — flor. auri — sol. — den.
[Turon.] vos contingentes de — flor. auri solutis collegio — cardinalium."
Weitere Posten werden eingeleitet durch die Worte: „Item mittimus vobis,**
und am Schlüsse der Abrechnung heisst es: „Summa huius cedule —flor **
Hierfür finden sich im Urkundentheile in fast allen Abschnitten zahlreiche Belege.
Es ergiebt sich von selbst, dass die verschiedenen cedulae einer und
derselben Vertheilung nicht alle stets den gleichen Wortlaut haben konnten,
weil nicht immer alle Cardinäle gleichmässig an allen Summen Antheil
^) Siehe Urk. NN. 142 und 146.
CLXXVI
hatten. Hierfür war, wie bekannt, die Anwesenheit an der Curie entscheidend
und massgebend. In der Regel beschränkten sich die cedulae auf den
trocknen rechnerischen Inhalt. Kamen jedoch Summen zur Vertheilung,
die kurz besprochen werden mussten, so fügte man Erklärungen oder Be-
gründungen in der cedula hinzu, damit die Cardinäle die Sache prüfen und
eventuell Einspruch erheben konnten.^)
Wenn die Päpste ex tempore cardinalatus noch an Vertheilungen
Antheil hatten, so war der Wortlaut der cedula etwas verschieden, wie sich
aus dem Folgenden ergiebt:
„Pro sanctissimo patre domino lohanne summo pontifici pro tempore
sui cardinalatus nos Berengarius cardinalis, camerarius collegii, mittimus
vobis [camerario apostolico] per exhibitorem presentis cedule . . ."*), oder:
„Reverendo patri domino olim Portuen. nunc divina Providentia
pape XXII. Nos Berengarius cardinalis, camerarius collegii mittimus vobis
per exhibitorem presentis cedule xxvili flor. auri XI sol. X den. Tur. parvorum
vos contingentes de communi servitio vii- L flor. auri facto coUegio xxvi
cardinalium per episcopum Salernitan., et restant im den. ad dividendum."*)
Im ersten Falle wird das Cleld an die camera apostolica gesandt,
während es im zweiten Falle, wie aus dem Wortlaute ersichtlich ist, un-
mittelbar dem Papste zugestellt wurde.
Um die Antheile stets genau berechnen zu können, war es naturgemäss
nothwendig, dass eine eingehende Uebersicht über die recessus und accessus
der Cardinäle vorhanden war. Nachlässigkeiten in dieser Beziehung konnten
leicht zu Schwierigkeiten^) oder zur Aufstellung ganz falscher Summen bei
der Vertheilung fuhren, wie das auch thatsächlich vorgekommen ist. Diesem
Uebelstande wurde wirksam gesteuert erst unter UrbanVI, vor Allem aber
unter Bonifaz Villi. Unbekümmert um die Vermehrung des Schreibwerkes,
ordnete einer der Kämmerer an, dass bei jeder Buchung einer Zahlung
folgendes vermerkt wurde: i) Der Name und Titel des Zahlenden; 2) die
Summe; 3) das Datum seiner Promotion; 4) die einzelnen Namen der be-
rechtigten Cardinäle; 5) die Höhe des Antheils eines Cardinais; 6) der
Antheil des clericus collegii und 7) noch etwa weiter nothwendige Angaben
um die Rechnung klarzustellen.
Auf diese Weise standen in den Registern alle Dinge so verzeichnet,
dass, wenn nach einiger Zeit zur Vertheilung der aufgelaufenen Summe
*) Siehe Urk. NN. 321 und 322.
•) Introitus et Exitus Cam. No. 13. fol. 13 r.
*) Man vergleiche die zahlreichen Listen und die dazu gehörigen Bemerkungen in den
Urkunden NN. 169 — 173 und 193 — 202.
CLXXVII
geschritten werden sollte, man nichts weiter zu thun hatte, wie die bei jeder
solutio stehende Summe fiir jeden darin genannten Cardinal zusammenzuziehen.
Es bieten sich uns demnach zwei Arten von Urkunden in neuem
Gewände dar: Die cedulae divisionis und die cedulae distributionis, von denen
ich einige im Urkundentheile abgedruckt habe.^) Gegenüber den Listen
der berechtigten Cardinäle, wie sie uns in Oblig. i^- für 1295 bis 1300
begegnen, haben wir also einen ganz wesentlichen Fortschritt zu verzeichnen.
Wie schon früher hervorgehoben wurde, tritt um die Wende des 14. Jahr-
hunderts ein anderer Betrieb in der Geldbewegung in der camera coUegrü«)
ein, an den sich die erwähnte Aenderung der Formulare eng anschliesst.
Waren Besonderheiten bei einer cedula anzumerken, so fugte man sie am
Schlüsse des Schemas an, wofür ich einige Beispiele in der Anmerkung
zu Urkunde No. 326 biete.
*) Siehe Urk, NN. 279, 297b, 323, 324, 325.
*) Ein sprechendes Beispiel hierfür haben wir in Urk. No. 328 und No. 329.
Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ™
THEIL III.
ABSCHNITT Vffll.
Die Censuren und ihre Handhabung.
Bei dem feierlichen Vorgange des Versprechens der Zahlung der Ser-
vitien an bestimmten Terminen nahmen die Prälaten die Verpflichtung auf
sich, sich in allem den Anordnungen der beiden camerarii zu unterwerfen.
Die beiden Kämmerer hatten von jeher die Vollmacht, bei allen Straf-
bestimmungen selbständig handelnd vorzugehen, ohne von Fall zu Fall dem
Papste die Sache vortragen zu müssen. Und die Strafbestimmungen
säumigen Prälaten gegenüber bildeten einen wichtigen Theil der Obligations-
formel. Wer ohne rechtzeitige Entschuldigung am festgesetzten Zeit-
punkte seine Schulden nicht bezahlte, wurde als Meineidiger und suscepti
beneficii immemor bezeichnet. Der Meineid lag darin, dass die eidlich be-
schworene Verpflichtung absichtlich oder aus Nachlässigkeit nicht einge-
halten wurde.
Bei der Obligation stimmte jeder Prälat zu, dass er ipso facto Cen-
suren verfallen würde, wenn er nicht rechtzeitig zahle. Diese Censuren
werden uns dahin geschildert, dass der Prälat sich die suspensio ab exe-
cutione sui oflicii et ab administratione spiritualium et temporalium ecclesiae
suae [monasterii sui], das interdictum ab ingressu ecclesiae und die excom-
municatio maior zuziehe. Die Censuren machten demnach mit Ablauf des-
jenigen Tages ihre Wirkung geltend, an dem die Zahlung hätte geschehen
müssen, aber thatsächlich nicht erfolgt war. Da man an der Curie nicht
wissen konnte, ob ein Prälat rechtzeitig alle Vorkehrungen getroffen hatte,
seinen Pflichten nachzukommen oder nicht, und ob nicht vis maior die
Ausführung bezw. rechtzeitige Einzahlung an der Curie oder an die
CLxxvim
Collectoren verhindert hatte, so wäre es, namentlich bei der ausserordentlichen
Schwere der Strafen von vornherein angezeigt gewesen, der Strafbestimmung
eine Clausel anzufügen in dem Sinne, dass der schuldige Prälat diesen
Strafen verfalle, der unschuldige dagegen frei ausgehe. Von einer solchen
ex aequitate dictirten Milderung der allgemeinen Formel ist leider nichts
bekannt. Lediglich die fiscalischen Interessen waren massgebend bei der
Festsetzung der Strafen und bei der Beurtheilung der einzelnen Fälle.
Ueberdies muss noch betont werden, dass die Interessen der Bisthümer wie
Abteien durch eine so schematische Verhängung der schwersten kirchlichen
Censuren in sehr vielen Fällen ausserordentlich geschädigt wurden, indem
der Zwietracht unter Weltclerus und Mönchen, der Parteienbildung und allen
üblen Folgen solcher Vorkommnisse Thür und Thor geöffnet wurde. Dass
die kirchlichen Strafen selbst durch eine solche Handhabung derselben zu
rein fiscalischen Zwecken in den Augen von Clerus und Volk sehr an ihrer
Bedeutsamkeit und Wirkung verloren, ergiebt sich leider nur zu klar für
Jeden, der der Kirchengeschichte in ihren localen Aeusserungen mit Sorg-
falt nachgeht. Die lebhaften Ausbrüche des allgemeinen Unwillens über
einen solchen fiscalischen Terrorismus der Curie kamen auf dem Concile zu
Constanz zu dramatischem Ausdrucke. Nur mit Widerstreben entschliesse
ich mich, die Wunden aufzudecken, die der Kirche von der Curie selbst in
allen Theilen der Welt geschlagen wurden, weil — die Gelder nicht recht-
zeitig an die camerarii eingeliefert worden waren. Oder bin ich nicht be-
rechtigt, von Wunden der Kirche zu sprechen, wenn ungefähr um dieselbe
Zeit Hunderte von Prälaten — Erzbischöfe, Bischöfe, Aebte und Archi-
mandriten — in den verschiedensten Ländern öffentlich dem Volke als Mein-
eidige hingestellt wurden? Dazu kommt, dass der gesunde Sinn des Volkes
sich nie dazu verstehen konnte, zwischen dem Vergehen und der Strafe
irgend eine auch nur annähernde Gleichheit zu finden. In Folge dessen
erschien der Allgemeinheit der Gläubigen das Vorgehen der Finanzbeamten
der Curie und des CardinalscoUegiums in sehr vielen Fällen als das, was
es war, als missbräuchliche Anwendung eines Systems, das sich sensim sine
sensu ausgebildet und im Laufe der Jahrhunderte gefestigt hatte.
Man könnte den Einwurf erheben: Diese Klagen sind nicht berechtigt,
weil es jedem erwählten Prälaten freistand, durch Verzicht auf die ange-
botene Würde oder durch pünktliche Einhaltung der von ihm selbst ge-
billigten Zahlungstermine den Folgen auszuweichen. Theoretisch gesprochen
ist das unzweifelhafl richtig, aber die practische Seite der Frage lässt diesen
Einwurf sofort als nichtig erkennen. Aber steht nicht in der Obligations-
formel ausdrücklich, dass die Prälaten sponte, gratis et liberaliter ihre
CLXXX
Servitien versprachen und dass sie sich spontanee den Kirchenstrafen ^) unter-
warfen? Gewiss steht das im Formular und wurde auch in dieser Form
beschworen; aber solche Ausdrücke von altehrwürdigem archäologischem
Character haben im 14. und 15. Jahrhundert längst keinen Sinn mehr gehabt.
Das, was dieselben eigentlich bedeuteten, war in jener Zeit zum directen
Zwang geworden, es stellte sich einfach als eine Besteuerung dar, der sich
Niemand entziehen konnte, der den Vorzug hatte, in regestris camerae et
coUegii mit seinem Jahreseinkommen verzeichnet zu stehen.
Beleuchtet man diese Seite der Frage, so darf man aber auch nicht
vergessen, die andere Seite in Erwägung zu ziehen. Vielfach ist es vorge-
kommen, dass Prälaten, sobald sie sich in rechtlichem Besitze ihrer Prälatur
wussten, sich in keiner Weise mehr um die beschworenen Verpflichtungen
kümmerten, sondern in ihrer Obligation wohl eine Zahlungsverpflichtung
anerkannten, jedoch in den Strafbestimmungen nur Formeln sahen, denen
ii^endwelche Bedeutung nicht mehr beigemessen zu werden brauchte. Andere
Prälaten sahen ihren Obligationseid noch leichtfertiger an und waren völlig
zufrieden, wenn sie auf ihrem Bisthume oder ihrer Abtei sassen und sie von
Niemanden belästigt wurden. Sie dachten nicht an die Entrichtung ihrer
Servitien und sie bequemten sich nur dazu, wenn sie durch das strengste
Einschreiten der Curie gezwimgen wurden. Ob sie ipso facto den Censuren
verfallen seien oder nicht, kümmerte sie nicht. Sie fuhren fort. Alles so zu
thun, als ob keinerlei kirchliche Strafe auf ihnen lastete. Bezüglich der
gesammten geistiichen Thätigkeit, bezüglich der Jurisdictionsfragen aber im
Besonderen, ergeben sich aus solchen Zuständen die allerschwersten und tief-
gehendsten Bedenken. Diesen Punkt näher zu untersuchen, ist hier nicht
der Ort; diese Andeutung möge darum genügen.
Bezüglich des Umfanges, in dem die camerarii von ihrer Vollmacht,
Censuren zu verhängen, Gebrauch machten, ist, nach Ausweis der Register,
zu bemerken, dass zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Fälle, in denen diese
Dinge erwähnt werden, nicht übermässig häufig vorkommen. Unter Urban V
dagegen und später gehören dieselben fast zu den alltäglichen Dingen, wie
wir sehen werden.
*) Um die Kirchengtiter ftlr den Betrag der Obligationssumme den Kammern verpfönden
zu können, wie das vorgeschrieben war, brauchten die Prälaten die Erlaubniss des Papstes. Zu
Beginn des 14. Jahrhunderts wird diese Erlaubniss in der Verpflichtungsurkunde meistens er-
wähnt, während man dieselbe später ganz fortliess. Bemerkenswerth ist folgende ausfuhrliche
Fassung über das freiwillige Anerbieten der Zahlung „. . . non magis ex causa mere liberalitatis
et donationis quam gratuite illationis et subventionis predicte, eisdem cardinalibus .... recipienti-
bus promissionem hanc gratis oblatam ..." Kirsch, Seite 73, 74.
CLXXXI
Wenn oben gesagt wurde, dass die Prälaten ipso facto den Censuren
anheimfielen, wenn sie säumig waren, so ist das in dem Sinne zu verstehen,
dass die camerarii bei der Aufnahme der Verpflichtung schon gleich die
Sentenzen aussprachen, für den Fall die Bedingungen nicht eingehalten
würden: Nos . . . camerarii . . . si . . . non solveritis . . . canonica moni-
cione premissa in vos presentem, volentem et consentientem in his scriptis
auctoritate eiusdem domini pape, qua fungimur in hac parte, exnunc prout
extunc (supensionis) ab administratione . . et excommunicationis maioris
sententias proferimus et etiam in eisdem casibus, si contra feceritis, . . .
aut ad curiam Romanam non redieritis, vel etiam inde ante satisfactionem
integram recesseritis quoquomodo, denuntiamus periurum, cominantes et
protestantes nos processuros ad alias penas temporales et spirituales contra
vos et aggravationes earum, prout et quando nobis et cuilibet nostrum
expedire videbitur, absque alterius cause cognitione et vobis non monito vel
citato, denunciaturos per nos vel alium seu alios in locis, in quibus expediens
Visum fuerit, vos suspensum, excommunicatum, periurum et alüs penis quas
adiciemus, si parere non curabitis, alligatum; iniungentes nichilominus ex
nunc vobis, ut infra terminum suprascriptum ad Romanam curiam redeatis,
nee prius exinde discedatis, quam de predicte pecunie summa integram
satisfactionem impenderitis sub penis predictis.^) Soweit erstreckten sich
die Massnahmen gegen den sich verpflichtenden Abt selber.
Damit noch nicht zufrieden, wurden von den beiden Kämmerern noch
weiter gehende Vorsichtsmassregeln getroffen: Si vero vos, domine abbas,
quod absit, mori contingat, ante quam nobis vel alteri nostrum seu successori-
bus nostris fuerit de predicte pecunie summa plenarie satisfactum, et is qui
in reg^mine monasterii substitui vobis contingerit (sie), si infra tres menses
post substitutionem suam nobis ... de eadem simima satisfacere non
curaverit, eundem abinde similibus sententiis, quas supra pertulimus, inno-
damus eodemque modo ipsum in hüs scriptis ex nunc prout ex tunc suspen-
dimus, interdicimus et exconmiunicamus . . . Darauf folgen dieselben Be-
dingungen über das Erscheinen an der Curie u. s. w. wie oben.
Schliesslich werden die Verwalter der Klostergüter, fiir den Fall nicht
sofort ein neuer Abt ernannt werden sollte, in derselben Weise wie der
Nachfolger verpflichtet bezw. mit Strafen bedroht.*) Man ersieht aus den
mitgetheilten Worten, dass es nicht gut denkbar ist, diese Geldangelegen-
heiten mit grösseren Cautelen zu umgeben, wie es von den Känmierem
geschah. Es ist aus dem Wortlaute ersichtlich, dass die Sentenzen in Kraft
^) Kirsch, Seite 75, 76. Siehe auch oben Seite xcvuii ff.
•) Kirsch, Seite 76.
CLXXXII
treten sollen, wenn der Prälat nicht zahlt, oder nicht an die Curie zurück-
kehrt oder von der Curie abreist, bevor seine Schuld getilgt ist. Dann
soll er als Meineidiger erklärt werden und es werden ihm weitere geistliche
und zeitliche Strafen angedroht, die jedoch nicht genauer bezeichnet werden.^)
Die einzelnen Phasen sind nicht so genau im Texte unterschieden, dass man
ganz bestimmt wissen könnte, wie eigentlich die Aufeinanderfolge der Strafen
zu denken ist. Das thut aber auch nicht viel zur Sache.
Hatte man bei einem säumigen Prälaten eine Zeit lang gewartet, ob
er nicht vielleicht bald nach dem abgelaufenen Zahlungstermine seine Schuld
berichtigen würde, und war dieser Fall nicht eingetreten, so kam zur That-
sache der ipso facto eingetretenen Censuren auch noch die öffentliche Er-
klärung in der audientia publica litterarum apostolicarum, der dann wohl
stets der Auftrag an Jemanden zu folgen pflegte, diese Erklärung am Wohn-
orte des Prälaten unter den vom Rituale vorgeschriebenen Ceremonien
— pulsatis campanis et candelis accensis ac demum extinctis — bekannt
zu machen. Die hiermit Beauftragten erhielten dann auch zugleich die
Weisung, die Güter des Bisthums oder Klosters und die Habe des Prälaten
mit Beschlag zu belegen, so viel davon zu verkaufen, wie zur Deckung der
Schulden aus dem Servitium nothwendig sei und das Geld auf Kosten und
Gefahr des Prälaten an die Curie zu senden.
Einzelne Urkunden, die die Execution gegen den einen oder anderen
Prälaten enthalten, kommen in allen Jahrzehnten vor. Dass jedoch in globo
gegen sämmtliche säumige Erzbischöfe, Bischöfe und Aebte eines Landes
in dieser Form vorgegangen wurde, habe ich nur unter Urban V beobachtet.
Drei Urkunden habe ich gefunden, die nahezu zweihundert italienische und
spanische Prälaten als Meineidige denunciren. Die Listen für Deutschland,
Frankreich, England, Skandinavien u. s. w. sind noch nicht entdeckt, ob-
schon sie gewiss auch aufgestellt worden sind.
Zunächst haben wir die Urkunde vom 28. April 1365.*) Die beiden
Kämmerer wenden sich in einem langen Schreiben an den Bischof von
Veroli ; sie setzen ihm auseinander, dass eine grosse Zahl von Prälaten, ent-
gegen ihren Versprechungen, sich um die Abtragung ihrer Schulden nicht
gekümmert haben und dieselben darum in audientia publica litterarum
apostolicarum als Excommunicirte und Meineidige verkündigt worden seien.
Dieses haben dieselben „animis dampnabiliter induratis** ruhig über sich
ergehen lassen, ohne sich um die Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu
') Beschlagnahme der Güter und Aehnliches. Siehe weiter unten.
•) Siehe No. 313.
CLXXXIII
bemühen. Diesem Zustande solle nun gesteuert werden dadurch, dass die
Beschlagnahme der Güter verfugt wird, von der ich oben gesprochen habe.
Als magere Clausel wird dieser Massregel beigefugt: „Proviso tamen, quod
propter hoc cultus divinus nuUatenus minuatur ecclesie seu monasterio huius-
modi". Schliesslich wird der Bischof von Veroli angewiesen, für die öfTent-
liche Bekanntmachung der Censuren in den betrefTenden Diöcesen oder
Abteien zu sorgen.
Ungefähr den gleichen Wortlaut haben die beiden Urkunden vom
20. December 1367^) und vom 24. Januar 1368.2) In der ersten Urkunde
werden die Prälaten mit ihrem Namen und mit ihrem Titel genannt; im
zweiten Schriftstücke werden die Namen ausgelassen, dagegen dem Titel
die Summe der Schulden beigefügt; das Gleiche ist bei No. 315 der Fall.
Diese drei umfassenden Excommunicationsbriefe sind in allen ihren
Aeusserungen von ausserordentlichem Werthe, weil sie uns einen kleinen
Einblick in die Zahlungs- bezw. Versäumnissverhältnisse geben. Dabei ist
wohl im Auge zu behalten, dass der Umfang dieser Versäumnisse ein stets
wechselnder war; aber immerhin können wir daraus schliessen, dass die
nur sporadischen Aeusserungen der Register über die vorher liegende Zeit
in keiner Weise die ganze Sachlage beleuchten, sondern nur Ausnahme-
fälle hervorheben.
Im Ganzen stehen in den drei Urkunden verzeichnet: 7 Erzbischöfe,
49 Bischöfe, 123 Aebte und 2 Archimandriten; davon sind Italiener:
6 Erzbischöfe, 47 Bischöfe, 112 Aebte und 2 Archimandriten; Spanier:
I Erzbischof, 2 Bischöfe und 11 Aebte.
Wenn die censurirten Prälaten sich um Lossprechung nach Rom wandten,
so konnte das nur geschehen, wenn sie vorher alle diejenigen Schulden
bereinigten, derentwegen sie den Strafen verfallen waren. Ueber die von
den Kämmerern ertheilte Lossprechung wurde den Prälaten ein „littera
aperta" ausgehändigt, für die eine festgesetzte Taxe zu zahlen war. Diese
Briefe konnten von beiden Kämmerern gemeinschafUich ausgestellt werden,
wenn an beide Kammern versäumte Zahlungen zu machen gewesen waren.
Jedoch war es den Prälaten auch freigestellt, sich zwei getrennte Briefe
geben zu lassen, je einen von einem der camerarii. Bezogen sich die
Schulden nur auf eine der beiden Kammern, so ging die Verhängung der
Censuren sowohl wie die Lossprechung nur von dem in Frage kommenden
Kämmerer aus.
») Siehe No. 3 14-
*) Siehe No. 315.
CLXxxim
Zahlte ein säumiger Prälat nur einen Theil der Summe, wegen der er
sich die Censuren zugezogen hatte, so wurde er naturgemäss nicht losge-
sprochen, i) Hatte ein Prälat die Zahlungstermine nicht eingehalten, weil
er nicht in den Besitz seiner Prälatur gelangt war, so verfiel er, wenn die
Obligation einen diesbezüglichen Vorbehalt*) nicht enhalten hatte, dennoch
den Censuren, von denen er jedoch auch ohne Zahlung losgesprochen
wurde, wenn er nachwies, dass dieses der Grund seiner Säumigkeit sei.')
Die Kämmerer schritten nicht immer gleich mit aller Strenge ein,
sondern manchmal, „volentes micius in hac parte agere*' mit einem Prälaten,
mahnten sie den säumigen Schuldner zunächst, entweder durch einen an
ihn gerichteten Brief oder sie Hessen ihn durch seine Nachbarprälaten freund-
schaftlich zur Zahlung auffordern, bevor die Kirchenstrafen verhängt wurden.
So schrieben die beiden Kämmerer am 14. März 1351 an die Bischöfe von
Schwerin, Ratzeburg, Lübeck, Osnabrück, Minden und Paderborn, dass sie
den Erzbischof von Bremen auffordern sollten, seine schon lange (alligen
Schulden zu zahlen; und erst wenn er sich weigere, das zu thun, sollten
sie ihn mit den üblichen Kirchenstrafen belegen.*) Ein weiteres Beispiel habe
ich zum I. September 141 8 verzeichnet, das den Abt von Flavigny betrifft.
Die umfangreiche Urkunde lässt das beliebte Vorgehen klar erkennen.^)
Als naturgemässe Folge der verhängten Kirchenstrafen traf einen
säumigen Prälaten, wenn er vor der Lxjssprechung starb, auch das Loos, in
ungeweihter Erde begraben zu werden. Wenn Jemand Interesse daran hatte,
der Leiche nachträglich ein christliches Begräbniss zu Theil werden zu lassen,
so mussten zunächst sämmtliche Schulden aus den Servitien des Ver-
storbenen getilgt werden und dann eine Eingabe um Absolution an die
Kämmerer gemacht werden. Am 12. November 1332 wurde eine diesbezüg-
liche Urkunde erlassen, die den Adressaten bevollmächtigte, einen in unge-
weihter Erde begrabenen Prälaten loszusprechen und ihm ein christliches
Begräbniss angedeihen zu lassen, wenn der Prälat vor seinem Ende Zeichen
wahrer Reue über seinen schwer gefährdeten Seelenzustand gegeben habe.
Diese Vollmacht wurde allerdings mit der wenig sympathischen Formel ver-
brämt, dass sie gegeben werde, „potissime quia de promisso servitio per
successorem extitit plenarie satisfactum".
*) Siehe Urk. No. 309.
*) Siehe oben Seite xcviiii Anm. 2 und Seite c.
■) Siehe Urk. No. 319, die allerdings einen Ausnahmefall darstellt. Andere Los-
sprechungen erfolgten aus dem gleichen Grunde unmittelbar nach der ersten Mahnung und
der darauf erfolgten Rechtfertigung des Prälaten.
*) Siehe Urk. No. 113.
«) Siehe Urk. No. 318.
CLXXXV
Die Kirchenstrafen wurden, allerdings nicht sehr häufig, auch gegen
Personen angewandt, die mit den beiden Kammern direct nichts zu thun
hatten, deren Eigenschaft als Erben eines Bischofs oder Abtes sie jedoch
fiir seine Schulden haftbar erscheinen liess.^)
Wenngleich die Casuistik der Handhabung der Censuren im Zusammen-
hange mit den Servitien u. s. w. mit dem Gesagten keineswegs als abge-
schlossen zu gelten hat, so glaube ich doch die Frage genügend klargestellt
zu haben, um ein volles Verständniss derselben nunmehr annehmen zu
können. Ich verlasse darum diesen höchst unerquicklichen Abschnitt, um
mich dem Capitel über die Art der Vertheilung der Gelder in der camera
collegii zuzuwenden.
ABSCHNITT X.
Form und Ausstattung der Urkunden. Art ihrer Eintragung
in die Regrister.
Die von der camera collegii ausgefertigten Urkunden sind ihrer Natur
nach in alle Welt zerstreut worden. Die überwi^ende Mehrzahl der Urkunden
wurde den Prälaten oder ihren Procuratoren ausgehändigt und wanderte
später als Belegstücke in die Archive. Nur eine ganz kleine Zahl von
Documenten blieb an der Curie, und das waren i) die Quittungen, die der
camera apostolica über empfangene Geldsummen ausgefertigt wurden; 2) die
Erlasse des Cardinalkämmerers an seine Unterbeamten über principiell wichtige
Verwaltungsfragen; 3) die für einzelne Cardinäle oder andere curiale Prä-
laten ausgefertigten Schriftstücke über irgendwelche Gegenstände.
Häufig kehrten die Nuntien oder CoUectoren mit den sorgfaltig auf-
bewahrten, ihnen amtlich zugesandten Schriftstücken an die Curie zurück
und zugleich mit ihrem Rechenschaftsberichte übergaben sie auch dieses
ihr persönliches Archiv der camera apostolica. Auf diese Weise gelangten
manche Urkunden, die aus der camera collegii stammten, an die Curie
zurück und sie entgingen so dem leicht drohenden Verluste im Auslande.
Man kann sich nun leicht vorstellen, dass von den früheren Beständen
an losen Urkunden der camera apostolica und der camera collegii im Laufe
der Jahrhunderte ein beträchtlicher Theil in Verlust gerathen ist, so dass die
Reste an Bullen, Breven, Quittungen, Verordnungen, Commissionen u. s. w. came-
ralen Inhaltes, die wir heute noch besitzen, spärliche genannt werden müssen.
») Vergl. Urk. No. 312.
CLXXXVI
Soweit meine Kenntniss der Verhältnisse reicht, befinden sich diese
cameralen Documente nur in dem Archivum Castelli Sancti Angeli und in
den Instrumenta Miscellanea.^) Will man also Anhaltspunkte über die
Form und Ausstattung der Originalurkunden*) gewinnen, so muss man diese
beiden Bestände zu Rathe ziehen. Ich hatte geglaubt in den grösseren
Archiven Italiens weiteres Material beheben zu können. Allein der Versuch,
den ich mit dem Grande Archivio di Napoli machte, schreckte mich vor-
läufig von weiteren Untersuchungen nach dieser Richtung hin ab. Denn
in jenem gewaltigen Archive fand ich nur ein einziges Original einer
Urkunde aus der camera coUegii. Und nach den Versicherungen des
Commendatore Capasso war es völlig ausgeschlossen, weitere Documente
der bezeichneten Art zu finden, nachdem ich die Bestände in der Sala
diplomatica durchgesehen hatte.
Die folgenden Untersuchungen haben eine sehr beschränkte Grundlage,
soweit die äussere Form und Ausstattung der Originalurkunden in Frage
kommt; bezüglich der übrigen Fragen thun sowohl die Originale, wie viele
Registereinträge dieselben Dienste.
Schreibstoff, Schrift und Schreiber. Die Ausfertigung der Ur-
kunden der camera collegii cardinalium geschah auf Pergament. Entsprechend
dem meist knappen Inhalte der Formeln sind die Pergamentstücke, die man
verwandte, fast ausnahmslos recht klein. Im Allgemeinen gesprochen, ist
die plica im Verhältniss zur ganzen Urkunde unverhältnissmässig gross.
Besonderheiten des Pergaments sind mir bisher nicht aufgefallen.
Die Schrift bewegt sich streng in den Formen einer sauberen, klaren
Minuskel ohne jede hervorstechende Eigenthümlichkeit. ^) Verzierungen,
Oberlängen, Betonung einzelner Buchstaben oder sonstige die Papstbriefe
auszeichnenden Dinge sind unserer Kanzlei unbekannt. Die Schrift läuft
vom Anfange bis zum Ende der Urkunden glatt durch, ohne neue Zeilen-
anfange für den Context oder das Datum. Was die Orthographie angeht,
so finden wir in den Originalen genau dieselben eigenthümlichen Fehler,
die sich auch in den Registern finden. Die clerici collegii haben mit der
Herstellung der Reinschriften der Originale nichts zu thun. Dafür hatte
*) Siehe hierüber das Vorwort.
*) In diesem Abschnitte lasse ich naturgemäss die Untersuchung aller derjenigen ab-
gedruckten Stücke bei Seite, die sich nicht in Urkundenausstattung im engeren Sinne
erhalten haben. Aus den lediglich referirenden Einträgen in die Register lassen sich kaum
Beiträge für diese Forschungen gewinnen.
') Bis dass ich aus den einzelnen Perioden jeweils grössere Complexe von Originalurkunden
untersucht haben werde, muss ich ein näheres Eingehen auf die angewandten Kürzungen, Liga-
turen u. s. w. aussetzen.
CLXXXVII
man, wie oben schon erwähnt, Schönschreiber i), die man als ständig an-
gestellte Unterbeamte anzusehen hat. Die Revision der mundirten Urkunden
lag jedoch den clerici coUegii ob.
Eigentliche Schreibfehler kommen auch wohl vor, doch machen die
eingesehenen Urkunden im Allgemeinen den Eindruck, als ob sie mit grosser
Sorgfalt geschrieben seien. Rasuren von Bedeutung sind mir nicht auf-
gefallen. Von einer Anfechtung einer Urkunde wegen Rasur ist nichts
überliefert.
Eingangsprotocoll. Wir haben verschiedene Formeln*), nach denen
die Urkunden eingeleitet wurden:
1. „Nos [Berengarius] miseratione divina [Portuen. et Sancte Rufine
episcopus] cardinalis, sacri coUegii reverendorum [reverendissimorum] patrum
dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarius tenore presen-
tium recognoscimus [notum facimus, confitemur].*' Hierauf folgt dann der
Text der Urkunde in organischem Anschlüsse an die Einleitungsworte.
2. „[Guillermus] miseratione divina [tituli Sancti Stephani in Celiomonte
presbiter] cardinalis, sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte
Romane Ecclesie cardinalium camerarius, [religioso viro priori generali ordinis
Camaldulen.] salutem in Domino.*' Dieses Eingangsprotocoll ist ein Satz-
gefüge fiir sich, dem sich dann der Text der Urkunde in einem neuen
Satze anschliesst.
3. „Universis presentes litteras inspecturis [Guillermus] miseratione divina
[tituli Sancti Stephani in Celiomonte presbiter] cardinalis, sacri collegii
reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium
camerarius, salutem in Domino." Dadurch dass der Text der Urkunde
eine allgemein gültige Thatsache ausspricht und anerkennt, musste die
Adresse auch dementsprechend gehalten sein. Mit Rücksicht auf den Brauch
der apostolischen Kammer setzte- man dann auch die Worte „Universis
presentes litteras inspecturis" an die Spitze vor den Namen des Kämmerers.
4. „Miseratione divina [Amaldus Albanen.] domini pape et [Berengarius
Portuen. et Sancte Rufine episcopi], sacri collegii dominorum cardinalium
Sancte Romane Ecclesie camerarii, [venerabili patri domino Petro episcopo
Silvanecten.j salutem in Domino." Auf diese Adresse folgt dann die Urkunde.
Wenn der camerarius apostolicus Cardinal war, so trat er sowohl mit seinem
*) Bei dem mir vorliegenden sehr spärlichen Materiale an Originalen Untersuchungen
über die einzelnen Schreiber und die von ihnen herstammenden Urkunden anstellen zu wollen,
ist gänzlich aussichtslos.
*) Die angeführten Beispiele sind alle dem Urkundentheile entnommen. Die einge-
klammerten Worte stellen das jeweils wechselnde Element im Eingangsprotocoll dar, während
die anderen Worte das sich gleich bleibende feste Gerippe bilden.
CLXXXVIII
Namen, wie mit seinem Amte an die Spitze der Urkunde, wenn beide
Kämmerer gemeinschaftlich eine solche erliessen.
S- „Miseratione divina [Petrus tituli Sancte Praxedis presbiter] cardinalis,
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie
cardinalium, et [Gasbertus Arelaten. archiepiscopus], domini pape camerarii,
[providis et discretis viris dominis Amaldo Regis Cameracen. et Bertrando
de Golardo Gonden. in ecclesia Tomacen. archidiaconis] salutem in Domino."
War nur der camerarius collegii Cardinal, der apostolische Kämmerer da-
gegen Bischof oder Erzbischof, so konnte die Combination von Namen und
Amt in verschiedener Weise geschehen, wobei jedoch der Name des Cardinais
stets an die Spitze trat. Im gegebenen Beispiele folgt dem Namen gleich
auch das Amt und darauf erst kommt der apostolische Kämmerer mit
Namen und Amt.
6. „Miseratione divina [Guillermus tituli Sancti Stephani in Celiomonte
Sancte Romane Ecclesie presbiter] cardinalis et [Franciscus archiepiscopus
Narbonen.], domini pape et sacri collegii reverendissimorum in Christo patrum
dominorum eiusdem Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarii, [venera-
bili patri domino fratri Philippo abbati monasterii beate Marie de Cam-
pania ordinis Cistercien., Cenomanen. diocesis] salutem in Domino.** In
diesem Beispiele folgen sich erst die beiden Namen nach der kirchlichen
Würde und darauf folgen die beiden Aemter in der umgekehrten Reihen-
folge, so dass dadurch hervorgehoben wird, dass das Amt des Papstes
demjenigen der Cardinäle vorgeht.
7. ,, [Guillermus] miseratione divina [tituU Sancte Marie in Transtiberim
presbiter] cardinalis et [Amaldus] eadem gratia [archiepiscopus Auxitan.]
domini nostri pape et sacri collegii dominorum cardinalium camerarii, [venera-
bili in Christo patri domino lohanni episcopo Verulan.] salutem in Eo, qui
est omnium vera salus.** Dadurch, dass man in der vorstehenden Adresse
die Worte „miseratione divina** hinter den Namen des camerarius collegii
setzte, erwies sich ein ähnlicher Ausdruck (eadem gratia, eadem miseratione
u. s. w.) hinter dem Namen des apostolischen Kämmerers als nothwendig.
Im Uebrigen können in der vorliegenden Form der Adresse dieselben Unter-
schiede in der Reihenfolge von Namen und Amt eintreten, die unter NN. 4,
S und 6 erwähnt wurden.
8. „Miseratione divina [Guillermus tituli Sanctorum im Coronatorum
presbiter] cardinalis, sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte
Romane Ecclesie cardinalium, et [Stephanus Arelaten. archiepiscopus], domini
pape camerarii, notum facimus universis.** Diese Formel entspricht durch-
aus der ersten, nur dass hier beide Kämmerer genannt werden. Betreffs
CLxxxvmi
der Reihenfolge des Amtes können Verschiebungen eintreten, wie oben schon
hervorgehoben wurde.
9. „Miseratione divina episcopi, presbiteri et diaconi Sancte Romane
Ecclesie cardinales [providis viris lohanni de Medicis et sociis Romanam
curiam sequentibus] salutem in Domino/' Adresse eines Briefes cameralen
Inhaltes, der vom gesammten heiligen CoUegium ausging.^)
Die salutatio lautete meistens: „salutem in Domino." Vereinzelt kommt
nur: „salutem" vor sowie: „salutem in Eo, qui est omnium vera salus,"
und: „salutem in Filio Virginis benedicte" oder ähnliche.
Das erste der genannten EingangsprotocoUe kommt hauptsächlich zur
Anwendung bei den einfachen Quittungen, Prorogationen, Liberationen und
Absolutionen, in denen keine Auseinandersetzungen, Erzählungen von That-
sachen und ähnliche Dinge vorkommen. Es enthält nur die intitulatio nebst
Devotionsformel ohne inscriptio. Das li^ in der Natur der Urkunde
begründet.
Die folgenden EingangsprotocoUe setzen sich, mit Ausnahme von
No. 8, alle aus der Devotionsformel, der intitulatio, der inscriptio und der
salutatio zusammen. Die Reihenfolge der einzelnen Theile ist in den einzelnen
Protocollen verschieden. Alle eben nicht genannten Urkundenarten beginnen,
je nach ihrem Inhalte, mit einer der unter 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 9 genannten
einleitenden Formeln. Die Scheidung der Urkundenarten ist nun nicht so
streng durchgeführt worden, dass es z. B. keine Lx>ssprechung von Censuren
gäbe, die nicht ein anderes Eingangsprotocoll, wie das Erste hätte; der
Unterschied ist vielmehr nur im Allgemeinen festgehalten worden und der
ausgesprochene Satz darum nur mit der üblichen Reserve richtig. Von den
im Urkundentheile dieses Buches, bei Kirsch unter den Beilagen und bei
Brom*) aufgeführten Actenstücken vertheilen sich folgende auf die einzelnen
EingangsprotocoUe :
I.
2.
4 :
J-
333
1311
119
1370
Kirsch IX
1318
256
1316
Brom XV
1389
Kirsch X
1318
*) Es bleibt noch zu erwShnen, dass im 15. Jahrhundert ausser den genannten Elementen
auch noch der Name des Cardinalkämmerers , mit dem er vulgariter nuncupabatur, fast
stets seinen Platz im Eingangsprotocoll findet Aus dem Verkehre zwischen den beiden Kämmerern
ist noch folgendes Eingangsprotocoll zu vermerken: Reverendissimo in Christo patri domino
[Guillermo] miseratione divina [tituli Sancti Stephani in Celiomonte] Sancte Romane Ecclesie
[presbitero] cardinali, sacri coUegii reverendissimorum patrum dominonim eiusdem Ecclesie car-
cinalium camerario, [Fransciscus] eadem miseratione [archiepiscopus Narbonen.], domini pape
damerarius, salutem in Domino.
*) Bullarium Trajectense, II. Appendix.
cxc
I.
4—7.
148
1316
42
I4«3
Kirsch xi
I3«8
274
1317
296
1413
98
«332
218
1320
317
1418
310
1332
Brom III
1324
318
1418
311
1348
337
1326
306
1419
3«2
1363
254
1344
308»-
1420
3«3
1365
338
•349
3«4
1367
339
«35»
3«5
1368
343
1363
3-
316
«369
209
1369
345
«37«
. 347"
«373
346
1371
124
«392
348
«374
349
1374
3SJ
«374
352
«374
8.
Brom xin
1386
138
1350
120
1386
121
1386
9-
327
1421
329
1422
330
1423
Schlussprotocoll. Unter dem Cardinalkämmerer Berengarius^) haben
wir im Schlussprotocoll zwei Formeln, die sich später, soweit meine Be-
obachtung reicht, nicht wieder vorfinden. Die erste Formel lautet: „Presentes
autem litteras registrari fecimus ad cautelam.** In sehr vielen seiner Ur-
kunden findet sich dieselbe, so dass man sie als eine Eigenthümlichkeit
seiner Amtsführung ansehen kann. Hieran schliesst sich ein zweiter Satz
an: „De quarum [litterarum] presentatione latori earum dabimus plenam
fidem.'* Beide Sätze stehen unmittelbar vor dem Datum.
Das Datum selbst hat im Beginne des 14. Jahrhunderts folgende Theile:
Namen der Stadt, in der die Urkunde gegeben wurde, Angabe des Tages,
Monates und Pontificatsjahres. Vielfach hat die Devotionsformel auch ihren
Platz in der Angabe des Pontificatsjahres. Die Tagesdaten werden nur in
ganz vereinzelten Fällen nach Kaienden, Nonen und Iden gerechnet. Der
Wochentag wird fast nie genannt; ebensowenig die Stellung im kirchlichen
Festkalender. Später tritt noch die Angabe der Indiction hinzu und damit
ist die Entwicklung abgeschlossen. Dass hie und da Data vorkommen, die
') 1313— 1323
CXCI
unvollständig sind, kann nicht Wunder nehmen. Dieselben sind nur als
Ausnahmen anzusehen. Dass das Datum anderswo, wie am Schlüsse der
Urkunden stände, ist mir nicht aufgefallen. Die Zeitangabe wird eingeleitet
mit dem Worte da tum. Ein einziges Mal finde ich statt dessen das Wort
actum, und zwar zum 19. October 1371, Urk. No. 346. Die übUche Formel
anno a Nativitate Domini millesimo ist in Urk. No. 316 verändert in
anni Nativitatis Domini millesimi etc. Das Datum bildet fast immer
einen Satz fiir sich am Schlüsse der Urkunde, steht also mit dem Vorher-
gehenden in keinerlei Zusammenhang. Als Ausnahme von dieser R^el ist
folgende Formel ^) zu erwähnen, in der Ausstellung, Besiegelung und Datum
zusammengezogen worden sind : „In cuius rei testimonium presentem cedulam
fieri iussimus et signeto nostro signavimus anno Domini M * CCCC • xxi, die
u
VII mensis Madii, pontificatus domini nostri Martini pape V anno quarto."
Weiterhin finden wir Angaben über die Besiegelung im Schluss-
protocoll. Die corroboratio lautet ursprüngUch:*) „In cuius rei testimonium
presentes Utteras fieri fecimus et sigilli nostri appensione muniri," oder: „In
cuius rei testimonium presentes litteras eidem concedimus sigilli nostri
appensione munitas." Im Jahre 13 17*) finde ich den Ausdruck: „. . . has
sibi litteras sigillo nostro munitas in testimonium concedentes." In der
Folgezeit macht sich aber der erstgenannte Wortlaut zum herrschenden fiir
das ganze 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert finde ich einigermassen
abweichende Ausdrücke: „Hec igitur ex certa scientia approbamus et Omni-
bus, quorum interesse posset, notum facimus tenore presentium, quas nostro
sigillo camerariatus collegii iussimus appensione muniri in fidem et testi-
monium premissorum." (1418.) Drei Jahre später lautet eine Fassung: „In
cuius rei testimonium presentem cedulam fieri iussimus et signeto nostro
signavimus . . ." Schliesslich ist zum Jahre 1423*) folgende Formel zu ver-
zeichnen: „In quorum testimonium hanc cedulam fieri fecimus et signeti
nostri impressione muniri."
Was die eigentliche Handlung der Besiegelung angeht, so muss bemerkt
werden, dass wir keinerlei Nachrichten darüber haben, ob den Unterbeamten
das Siegel anvertraut wurde oder nicht, d. h. ob die Besiegelung in der
Kanzlei oder im Haushalte des Cardinalkämmerers oder gar von ihm selbst
vorgenommen wurde. Die einmal vorkommende Notiz, dass eine kleine
') Urk. No. 327 vom 7. Mai 142 1. In Urk. 308b liegt wohl eine Nachlässigkeit des
Schreibers vor. Das Datum in dieser Form hat keinen Sinn.
•) Kirsch, Seite 53. Urk. No. 333 vom Jahre 131 1.
") Urk. No. 274. Dieses ist ein in der camera apostolica gebräuchlicher Ausdruck.
*) Siehe die Urkunden NN. 317, 327 und 333.
CXCII
Summe aus der Einnahme der Siegeltaxe zum Ankaufe von Siegelwachs
verwendet wurde, könnte den Gedanken nahe legen, dass die Cleriker auch
die Verwaltung des Si^els geführt hätten.
Das Siegel, das die Urkunden beglaubigte und wofiir eine Gebühr^)
zu entrichten war, wurde an einem schmalen Pergamentstreifen befestigt, der
durch einen wagerechten Einschnitt der plica und des Blattes ging.*) Die
Form des Siegels, — ein Abdruck ist mir bis jetzt noch nicht zu Gesicht
gekommen, — scheint eine parabolische oder ovale ^) gewesen zu sein, soweit
die rothen Wachsspuren auf dem Siegelstreifen ein Urtheil zulassen.
Im Laufe der Entwicklung werden uns am Schlüsse der Urkunden
verschiedene Arten von Si^elstempeln genannt. Zunächst wird am Häufigsten
erwähnt das [persönliche] Si^el des Cardinalkämmerers; an zweiter Stelle
erscheint das sigillum camerariatus coUegii, und drittens konmit der Aus-
druck signetum camerariatus coll^[ii vor. In den von beiden Kämmerern,
— demjenigen der apostolischen und demjenigen der Cardinalskammer, —
ausgehenden Urkunden werden einfach sigilla nostra oder sigilla cameraria-
tuum nostrorum genannt. Unter Angabe der Nummer der Urkunde und
des Jahres ordnen sich die Dinge wie folgt:
Sigillum camerarii
Sigillum cameraria-
Sigilla camerari-
collegii:
tus collegii:
orum:
333
1311
317 1418
Kirsch Beil. viii
1320
Kirsch S. 53
1311
Kirsch Beil. x
1320
274
1317
98
1332
218
1320
310
1332
Brom App. ill
1324
Signetum camera-
138
1350
337
1326
riatus collegii:
313
1365
244»
1338
327 1421
316
1369
254
1344
330 1423
338
1349
Sigilla cameraria-
339
1351
tuum:
343
1363
347'
1373-
345
1371
348
1374
349
1374
*) Ueber die Siegeltaxe siehe oben Seite Lxxx ff. Daselbst sind auch einige Besonderheiten
angeführt, auf die ich in diesem Zusammenhange zurückverweisen muss.
*) Irgend eine Verschlingung der Pergamentstreifen fand nicht statt.
*) Vergl. Br esslau, Handbuch der Urkundenlehre, I. 940 Anm. 4 und 941
cxcm
Man kann aus dieser Uebersicht einen doppelten Schluss ziehen: Ent-
weder hat in der Sache dieselbe Gewohnheit bezw. Einrichtung stets fort-
bestanden und hat nur im Laufe der Zeit ihren Namen gewechselt, oder
aber man muss annehmen, dass früher die Urkunden mit dem persönlichen
und später mit einem Amtssiegel beglaubigt wurden. Da die Urkunden
mit den verschiedenen Ausdrücken zeitlich durcheinander laufen, ist es nicht
ganz leicht eine der beiden Annahmen als die wahrscheinlichere zu bezeich-
nen. Eine ausreichende Klärung der Sachlage kann nur an der Hand
unbeschädigter Originalsiegelabdrücke erfolgen.
Cameralnotizen^) auf Originalen. Unter den Urkunden befinden
sich Abschriften von 12 Originalen, die sich in chronologischer Ordnung
einreihen wie folgt: ^
No. 274 aus dem Jahre 13 17
No. 218 aus dem Jahre 1320
No. 337 aus dem Jahre 1326
No. 338 aus dem Jahre 1349
No. 339 aus dem Jahre 135 1
No. 343 aus dem Jahre 1363
No. 345 aus dem Jahre 1371
No. 346 aus dem Jahre 1371
No. 348 aus dem Jahre 1374
No. 349 aus dem Jahre 1374
No. 351 aus dem Jahre 1374
No. 352 aus dem Jahre 1374.
Die ersten drei Urkunden enthalten keinerlei Cameralnotizen. No. 338
dag^en ist reich an solchen. Zunächst stehen rechts und links auf der
plica die eigenhändigen Unterschriften der beiden clerici coUegii Franciscus
Bedocii und Antonius de Colello. Hinter beiden Namen ist ein gleicher
Schnörkel. Vor dem Namen des Ersteren ist folgendes Zeichen: .•. und
zwischen dem Namen des Letzteren und dem Schnörkel befinden sich zwei
schräg übereinanderstehende Punkte. Auf dem Si^elstreifen ist von dem
Schreiber der Urkunde das R^istrationszeichen angebracht: R. Sub plica
rechts: • Gratis pro camera.* Dahinter ist ein Schnörkel. Der Schrift nach
rührt diese Bemerkung von Antonius de Colello her.
In No. 339 vom Jahre 135 1 findet sich nur die Unterschrift eines
clericus coUegii und zwar links: „Guillermus de Fönte c." Unter der plica
') In diesem Zusammenhange ziehe ich den Ausdruck Cameralnotizen dem Ausdrucke
Kanzleinotizen vor, weil man wohl kaum von einer Kanzlei im eigentlichen Sinne des Wortes
sprechen kann.
Baümgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ^
cxcmi
ist von dem Cleriker die Taxe vermerkt: „ • m • flor. • lii • Turon. c." Auf
dem Si^elstreifen hat der Schreiber der Urkunde das Registrationszeichen
vermerkt: 5^.
In der Urkunde von 1363 (No. 343) ist nur eine Unterschrift: „lohannes
de Meianesio" (in plica links) und die Taxe: „il flor. il Turon." (sub plica
rechts) notirt, während No. 345 vom Jahre 1371 dieselbe Unterschrift, das
Registrationszeichen und Taxe (l flor. il Turon.) aufweist.
Der zweite clericus coUegii, der im Jahre 1371 im Amte war, hat in
No. 346 seiner Unterschrift einige Besonderheiten hinzugeftigt: „••• loh.
Donadei c", und die Taxe rechts, statt links gesetzt: „•.• i flor. il gr. c";
zudem sind die einleitenden Worte bis sacri coUegii einschliessUch von
anderer Hand und '^inte geschrieben, wie der übrige Theil der Urkunde.
Die in das Jahr 1374 fallenden Urkunden NN. 348 und 349 haben
einige sehr beachtenswerthe Notizen, die bis jetzt einzig dastehen. Beides
sind Quittungen fiir die camera apostollca, die dem Collegium Antheile an
den Einkünften gewisser Census ausgezahlt hatte. Zum Verständniss der
merkwürdigen Notizen auf der plica muss man beachten, dass in beiden
Instrumenten das Tagesdatum später beigefügt worden ist. Ich schliesse
daraus, dass die ausgefertigten Urkunden ohne das Tagesdatum dem
päpstlichen Schatzmeister zur Mahnung überreicht wurden, weil die Summen
schon längst fallig waren. Der Schatzmeister verfugte dann durch persön-
lichen Eintrag des Zahlungsbefehls auf der pUca die Ordnung der Angelegenheit
und mit der so ausgestatteten Urkunde ging der clericus coUegii zu dem
auszahlenden Beamten. Nachdem er das Geld richtig empfangen hatte,
füllte er das Tagesdatum aus und übergab die Urkunde als vollwerthige
Quittung dem Kassirer. Beide Urkunden sind vom 6. März 1374^) und sie
zeigen dieselbe Schrift und Tinte in den berührten Einzelheiten. Der erste
Zahlungsbefehl lautet: „Dne Rde ut scicius poterit solvatis collegio domi-
e
norum meorum dictos vi • L flor. camere. P. thesaur.** Der zweite Zahlungs-
befehl ist kategorischer gefasst:
„Restituantur dicti mille flor.
collegio dominorum meorum cardinalium
XXIIII Febr. P. thesaur.**
Der päpstliche Schatzmeister vertrat im Jahre 1374 den camerarius
apostolicus Petrus, Erzbischof von Arles, deswegen wurden die genannten
*) Es ist jedoch zu bemerken, dass No. 349 schon am 24, Februar zur Zahlung angewiesen
wurde. Wegen Mangel an Geld konnte die Uebergabe der Summe nicht stattfinden und darum
nahm der clericus collegii die Quittung wieder mit, um sie am 6. März wiederum vorzuweisen.
cxcv
Angelegenheiten direct mit ihm verhandelt. De iure gehörten sie zur Compe-
tenz des päpstlichen Kämmerers.
Die folgende Quittung (No. 351) ist ebenfalls im Jahre 1374 zu Gunsten
der apostolischen Kammer ausgestellt worden. Das Datum wurde, wie oben,
später nachgetragen, doch ist ein Zahlungsbefehl des Schatzmeisters oder
Kämmerers darauf nicht vermerkt worden. Die letzte Quittung (No. 352)
scheint nur Entwurf geblieben zu sein, da Monat und Tagesdatum nicht
eingetragen worden sind.
Aus diesem, wie man sieht, recht spärlichen Materiale lassen sich kaum
einige allgemein gültige Schlüsse ziehen. Was die Unterschriften der clerici
coUegii angeht, hat sicher keine feste Vorschrift bestanden, denn die Mehr-
zahl der hier verzeichneten Originale entbehrt jeglicher derartigen Notiz,
ein Theil hat einen Namen, eine Urkunde nur hat beide Namen. Mit dem
Registrationszeichen ist es nicht besser bestellt. Da wir aus anderen Quellen
bisher nicht mit Sicherheit unterrichtet sind, ob einfach sämmtliche
Urkunden registrirt wurden, oder nur eine bestimmte Auswahl, so können
wir auch nicht sagen, ob die Urkunden ohne R nicht doch registrirt
worden sind.
Was die Taxen angeht, so bestätigen die Cameralnotizen, was wir
schon aus den Registern wissen, nämlich dass die Quittungen fiir die camera
apostolica taxfrei waren. Unter den 12 Urkunden sind 7 Quittungen fiir
die apostolische Kammer (NN. 274, 218, 338, 348, 349, 351 und 352), von
denen keine eine Taxe, eine dagegen den ausdrücklichen Vermerk: „gratis
pro camera" (No. 338) trägt. Die übrigen fiinf an Prälaten gerichteten
Urkunden haben alle die übliche Taxenangabe.
In Ansehung des Wunsches tiefer in die Gebräuche der Urkunden-
ausfertigung der camera coUegü einzudringen, muss man sich vorläufig
bescheiden, bis umfangreicheres Material an Originalurkunden veröffentlicht
sein wird.
Aus den Registern bleibt noch die Nachricht zu verzeichnen, dass der
Cardinalkämmerer Heinrich ^) im Jahre 1 392 angeordnet hatte, dass in Zukunft
alle Quittungen die Unterschrift des camerarius tragen müssten, sonst würden
sie nicht anerkannt werden. Diese Vorschrift scheint später erweitert worden
zu sein, so dass wir im Jahre 141 3 auch eine andere Urkunde*) mit der
Unterschrift des (stellvertretenden) Kämmerers finden.^)
») Siehe Urk. No. ^95.
*) Siehe No. 296.
") Ich will hier bemerken, dass ich es fUr ausgeschlossen halte, dass vor der Einführung
der ProtocoUfÜhrung durch Notare Zeugen in den Urkunden genannt werden.
CXCVI
Eintragung in die Register. Allgemeine Regeln über die Art und
Weise, wie die einzelnen Vorgänge in die Register einzutragen waren, sind
uns schriftlich nicht überliefert. Aus den Registern selbst derartige Gewohn-
heiten abzuleiten, ist w^en des sehr ausgedehnten Materials mit grossen
Schwierigkeiten verbunden. Einzelne Punkte jedoch fallen besonders in die
Augen und diese will ich, salvo errore, kurz hier verzeichnen. Die eigent-
lichen Obligationen sind nur ausnahmsweise im vollständigen Wortlaute
aufgenommen worden. Durchgängig wird nur ganz kurz der Prälat, die
Prälatur, die Obligation, die Recognitionen, die Termine und das Datum
notirt. Die Zahlungen werden in durchaus wechselnder Weise bald in
der Form der Urkunde (mit Kürzungen in den Formeln), bald in der Form
der einfachen Thatsache registrirt. In der Zeit des Schisma's tritt eine fast
an's UnverständUche grenzende Form der Kürzung ein, so dass der Sinn
der Eintragung dem Nichteingeweihten gänzlich verschlossen bleibt. Com-
missionen und Prorogationen sind nur selten ausfuhrlich wiedergegeben.
Principielle Entscheidungen in Rechts- und Gewohnheitsfragen, sei es
dass sie vom Papste, sei es dass sie vom camerarius collegii ausgehen, sind
— wie es auch natürlich ist, — nur erzählend eingetragen, weil sie auf
mündlicher Anweisung des Kämmerers an die clerici collegii beruhen. Eine
Ausnahme davon macht — in gewissem Sinne — Urkunde No. 296.
Die Registrirung erfolgte im Allgemeinen nach den kurzen Aufzeich-
nungen, die sich die clerici coUegü in den öffentlichen Amtsstunden machten.
Diese auf Zettel geschriebenen Notizen dienten den Schreibern als Anhalts-
punkt, wonach nicht nur die Register anzulegen, sondern auch die Urkunden
auszufertigen waren, so dass man hier von Registrirung nach Minuten reden
muss. Dass damit ein Brauch eingeführt worden war, der von dem der
Camera apostolica etwas abwich, kann nicht weiter auffallen. Zu Beginn
des 14. Jahrhunderts galt allerdings die Geschäftsführung in der apostolischen
Kammer als Vorbild für die Kammer der Cardinäle. Nachdem jedoch die
Camera collegii sich consolidirt hatte, ging sie vielfach ihre eignen Wege.
Mit Rücksicht auf die nicht in Urkundenform gethätigten Eintragungen
in die Register kann man die Beobachtung machen, dass die Orts- und
Zeitbestimmungen im Allgemeinen viel eingehender vermerkt wurden, wie
in den Urkunden selbst. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts kann
man dieses hauptsächlich in Oblig. 6 sehen. Mit dem Fortschreiten der
Zeit wuchs die Häufigkeit des Vorkommens, so dass wir Ende des 14. Jahr-
hunderts^) beispielsweise Folgendes lesen; „Anno a Nativitate Domini millesimo
') Urk. No. 319 vom i8. März 1392 (23. Dec. 1419). üeber die Vertheilung der Urkunden-
arten in die dafür angelegten Register siehe oben.
cxcvn
trecentesimo nonagesimo secundo, indictione XV, pontificatus sanctissimi in
Christo patris et domini nostri, domini Bonifacii pape villi anno tercio, in
Urbe in palacio apostolico apud Sanctum Petrum, in thesauraria apostolice
camere, die vero Lune decimaoctava mensis Marcii . . ."
ABSCHNITT XL
Schlussbemerkungen.
Ein Rückblick auf die gemachten Untersuchungen legt die Frage nahe,
ob nunmehr in einigermassen abschliessender Weise die Finanzverwaltung
des Cardinalcollegiums bis auf Eugen IUI klargestellt sei.
Was die Grundzüge und die hauptsächlichsten Einrichtungen angeht,
so darf man diese Frage wohl bejahen. Denn nachdem Kirsch seine
tüchtigen Untersuchungen, die sich in der Hauptsache auf die erste Hälfte
des 14. Jahrhunderts erstrecken, veröffentlicht hatte, war der wichtigste
Schritt in der Erforschung der Angelegenheit geschehen: Er hatte eine
systematische Darstellung gegeben, die sich um die eigentliche Kleinarbeit
der Casuistik und ihrer Bedeutung im einzelnen Falle nur gelegentlich
kümmerte. In diesem Werke ist die Untersuchung im Grossen bis auf
Eugen IUI fortgesetzt worden, dabei aber mehr Rücksicht auf das Verhältniss
einzelner, besonders wichtiger Fälle zum Ganzen genommen worden. Das
Resultat dieses Vorgehens war jedes Mal ein sehr befriedigendes, so dass weitere
Studien nach dieser Richtung daraus nur Ermuthigung schöpfen können.
Was in dieser Arbeit grundsätzlich vermieden worden ist, ist die
Herstellung von Beziehungen zwischen den Angaben der Register und den
Thatsachen, die die locale Kirchengeschichte verzeichnet. Wer in Zukunft
der Erforschung unseres Themas einen sehr grossen Dienst leisten will,
untersuche die Eintragungen der Register über eins oder mehrere Bisthümer
und Abteien und vergleiche sie mit den anderweitig überlieferten Nachrichten
über die öconomischen Verhältnisse derselben. Durch eine solche Arbeit
wird die Finanzverwaltung des heiligen CoUegiums (und der camera apostolica)
in ein völlig neues Licht gerückt und das Verständniss fiir viele bisher
dunkle Punkte erschlossen werden.
Rücksichtlich der Einzelheiten, der Unterfragen möchte ich sagen,
kann nicht behauptet werden, dass das Ergebniss in gleicher Weise ab-
schliessend sei, wie fiir die Hauptgesichtspunkte. Bevor man auf diesem
CXCVIIl
Standpunkte anlangen wird, sind noch zahlreiche weitere Einzeluntersuchungen
zu machen. Um einige derselben anzudeuten, weise ich des Beispieles halber
auf die Procuratorien hin, auf die Verpflichtungen der Cardinäle betrefl*s
Schulden aus der Zeit, in der sie einfache Bischöfe oder Aebte waren, auf
die series clericorum collegii, auf das Verhältniss des heiligen Collegiums
zu den mercatores am Ende des 13. Jahrhunderts und zu den depositarii
collegii am Ende des 14. Jahrhunderts u. s. w. Unzweifelhaft werden noch
ansehnliche Resultate gezeitigt werden können, die allerdings den grossen
Rahmen der Ergebnisse nicht wesentlich zu verschieben im Stande sein werden.
Will man weiterhin ein genaueres Bild von den Einkünften der einzelnen
Cardinäle gewinnen, so mag sich die Forschung der Zusammenstellung der
denselben verliehenen Beneflzien widmen, deren Erträgnisse dann, zusammen
mit der annähernden Schätzung der Jahreseinkünfte aus den Registern, zeigen
werden, wie gewaltig die finanzielle Stellung der einzelnen Cardinäle sich
ausgewachsen hatte. Derartige interessante Studien zu erleichtem, habe ich
absichtlich eine nicht unerhebliche Zahl von Jahresübersichten vieler einzelnen
Zweige der Einkünfte der camera collegii gegeben. An ihnen kann man
am Ehesten zu einem vollen Verständniss dieser Sache gelangen.
Dem Anscheine nach nicht wichtig, und doch fiir die Entscheidung
zahlreicher Fragen ausschlaggebend, wäre eine gewissenhafte Aufstellung
der Präsenzziffem der Cardinäle durch das ganze 14. Jahrhundert hindurch.
Eine solche Arbeit, fiir die man eine leichte ControUe ihrer Richtigkeit in
den doppelten Registern hat, erfordert weder gar zu viel Zeit noch ist sie
sehr schwierig.
Alle diese und noch manche andere Fragen bleiben des Weiteren zu
untersuchen. Wenn ich aber im Vorworte darauf aufmerksam machte, dass
die Erforschung des Geschäftsganges der camera apostolica fiir diejenige
des Geschäftsganges der camera collegii von grossem Nutzen sein werde,
so ist aber auch das Umgekehrte bis zu einem gewissen Grade richtig.
Die bisher veröffentlichten oder in Bälde zu erwartenden finanzgeschicht-
lichen Publicationen haben wohl einzelne Punkte der curialen Geldwirthschaft
in's Auge gefasst, ohne jedoch der umfassenden Untersuchung des Geschäfts-
ganges an der Centralstelle näher zu treten. Man kann zweierlei
Meinung darüber sein, ob es practischer ist so oder so zu handeln. Der
Nutzen wäre, will mir scheinen, grösser sowohl fiir die Geschichte der einzelnen
Länder, wie fiir die Profan- und Kirchengeschichte im Allgemeinen, wenn
die Theilpublicationen sich an eine documentarisch gut belegte Geschichte
des Geschäftsganges in der camera apostolica anlehnen könnten.
EXCURS I.
Petrus de Montechiello , Unterbeamter in der camera collesrii, später
Bischof von Spoleto.
Unter allen amtlichen Persönlichkeiten, die in der Geschichte der
Finanzverwaltung des Cardinalscollegiums von Bonifaz VIII ab bis auf
Eugen im eine wichtigere Rolle spielen, giebt es keine merkwürdigere und
keine, deren Lebensschicksale fiir den Historiker interessanter wären, wie
diejenige des Petrus de Montechiello. Da es mir gelungen ist, eine be-
trächtliche Zahl von Notizen über diesen Mann zusammenzutragen, so will
ich versuchen, dieselben systematisch zu ordnen, wodurch ich hoffe eine
nicht unerhebliche Vorarbeit für eine monographische Behandlung der Lebens-
schicksale des „procurator et officialis sacri coUegii cardinalium*' und späteren
Bischofs von Spoleto zu liefern.
lieber seine Geburt und Erziehung liegen bisher keinerlei Nachrichten
vor. Was unsUghelli^) über seinen Namen und seinen Vater berichtet, ist
in den Nachrichten des vaticanischen Archivs in keiner Weise beglaubigt,
womit allerdings die Unrichtigkeit der Angaben durchaus noch nicht be-
wiesen ist. Sich selbst nennt er Petrus Ranerii de Montechiello, oder ein-
fach Petrus de Montechiello.*) Der Ort Montechiello liegt in der Diöcese
von Chiusi in Mittelitalien. An den sehr zahlreichen Stellen in officiellen
Actenstücken, in denen Petrus erwähnt wird, wird er ebenfalls nie anders
wie de Montechiello genannt, so dass man wohl berechtigte Zweifel in
Ughelli's Angaben setzen kann. Eine Verwechslung mit einem anderen
^) U. Auflage I. No. 65 : „Petrus Paulus Trincius Fulginas, Naldi Fulgini Domini filius**.
*) Es kommen folgende Schreibweisen vor: de Montechiello, de Montechello, de Monte
Ochiello, de Montecellis, de Montecello und de Montechellis.
cc
Petrus mit dieser Familienzugehörigkeit dürfte dann wohl der einfachste
Erklärungsgrund sein.
Drei seiner Verwandten werden uns mit Namen genannt und zwar
zunächst sein Bruder, Minaldescus de Trevio^), und dann zwei Neffen, Petrus
Primayrani (Primarani) und Franciscus Bindi de Montechiello.*) Man darf
wohl nicht annehmen, dass der Familienname bei Ughelli: Trinci, Trincius,
und der Zuname de Trevio (de Tronio) bei Minaldescus, dem Bruder des
Petrus, nur verschiedene Lesarten desselben Namens sind, da der Unter-
schied zu gross erscheint.
Die Hauptdaten aus dem Leben des Petrus de Montechiello — wovon
ich früher schon gesprochen habe — sind: 1295 Unterbeamter in der camera
collegii cardinalium ; in dieser Eigenschaft zum electus Spoletanus befördert
1307 Jun. 3; zum Bischöfe consecrirt zwischen dem 22. October 1316^) und
dem 16. März 13 17*); kurz vor dem 29. Mai 1317^) übernimmt er die Ver-
waltung seiner Diöcese und stirbt zu Beginn des Jahres 1320. Um diese
Daten gruppiren sich eine Anzahl von Ereignissen, die sich wie folgt zu-
sammenfassen lassen. Dieselben beziehen sich wohl auf das Leben des
Petrus, wie auf die Schicksale, die einen Theil seines Vermögens nach
seinem Tode trafen. Petrus de Montechiello muss ein sehr brauchbarer, ja
sogar hochbegabter Mann gewesen sein, wenn man aus seiner Thätigkeit,
den ihm verliehenen Benefizien und Ehrenstellen einen Rückschluss machen
darf. Hohe Freunde und Gönner erwuchsen ihm in Folge dessen sozusagen
von selbst, so dass es sich leicht erklärt, warum er so viele, zum Theil
ausserordentlich einträgliche Benefizien hat erlangen können. In der chrono-
logischen Aufeinanderfolge ihrer Erwähnung in den Urkunden ordnen sich
seine Pfründen wie folgt:
1295 canonicus Dolen.
1296 rector ecclesiae sancti Gangulfi, Cabilonen. dioecesis.
1298 canonicus Andegaven.
1299 archidiaconus Aureliacen. in ecclesia Claromonten.
1302 consideratione Roberti cardinalis camerarii sacri collegii wurde
er zum canonicus et sacrista Narbonen. ernannt, „non obstantibus,
quod archidiaconatum Aureliacen. in ecclesia Claromonten. et in
*) Siehe unten Seite 37 (No. 68 f). In Urk. No. 72 wird er Monaldescus de Tronio
genannt; diese Form ist gewiss falsch.
*) Siehe unten Seite 39 und 40 (No. 68 g).
*) Kirsch, Seite 77, Zeile i v.o.
*) Urk. No. 61.
*) Kirsch, Seite 87, No. X. Der dort genannte Petrus, Bischof von Zaragoza, wurde
an diesem Tage zum Bischöfe ernannt und Petrus de Montechiello war damals schon consecrirt.
CCI
eadem, ac in Dolen., Andegaven., Bononien. et Sancti Arriani
ecclesiis canonicatus et prebendas, et ecclesias sancti Gangulfi,
curam animarum habentem, ac ruralem de Villario, cui annexa
dicitur ecclesia sancti Laurentii, Cabilonen. et Narbonen. dioce-
sium ex dispensatione apostolica" inne habe, die er alle behal-
ten darf.
1307 parochialis ecclesia sancti lohannis de langon. Matisconen.
dioecesis.^)
Für fast alle genannten Pfründen konnte ich nur das Datum ihres
ersten Vorkommens in den Urkunden, nicht jedoch das Datum ihrer Ver-
leihung angeben.*)
Am 25. Januar 1301 gestattet Bonifaz VIII dem Petrus de Montechiello,
dass er seinen Archidiaconatsbezirk von Anderen visitiren lassen dürfe. Ver-
schiedentlich wird er in Geldangelegenheiten beschäftigt, die mit der Ver-
waltung der Camera collegii nichts zu thun haben, so am 20. und am
25. Februar 1299*) und am i. Februar 1302.*) Auch erhält er einzelne Auf-
träge, die französische Benefizien betreffen, wie z. B. am 27. Jan. und
6. Juni 1296^), am 23. März 1298*) und am 29. Juni 1298.^)
Kurz nach seiner Erwählung zum Bischöfe erlaubt ihm Papst Clemens V,
dass er seine Consecration noch hinausschieben dürfe, weil seine Thätigkeit
in der camera collegii noch noth wendig sei.®) Und am 27. November 13 13
wird ihm die früher schon mehrere Male ertheilte Erlaubniss erneuert, seine
Diöcese von Anderen visitiren lassen zu dürfen.^
Nachdem Petrus zum Bischöfe consecrirt worden war, verliess er in
den Monaten April — Mai die Curie, um nach Spoleto zu gehen. In einem
Schreiben Johann XXIP®) geschieht dieser Thatsache Erwähnung und dabei
wird zugleich gesagt, dass Petrus — wie oben schon angedeutet — in höchst
eigenmächtiger Weise Register und Schriftstücke, die beiden Kammern
gehörten, mit sich genommen habe. Wenn der Papst beifugt, dass diese
Acten von Petrus selbst früher angefertigt worden seien, so muss derselbe
*) Siehe Urk. NN. 47, 48, 50, 52 und 53.
') Aus Urk. No. 53 glaube ich folgern zu dürfen, dass Petrus seine Pfrttnden bis zu
seiner Consecration hat behalten dürfen.
*) Registres de Boniface VIII NN. 2904 und 291 1.
*) Urk. No. 49.
•) Registres de Boniface VIII NN. 11 16. 1135 und 1304.
•) Registres de Boniface VIII No. 2681.
') Registres de Boniface VIU No. 2685.
•) Siehe Urk. No. 54.
^ Siehe Urk. No. 56.
*^ Siehe Urk. No. 27.
CCII
sowohl in der camera coUegii, wie auch in der camera apostolica zu
gleicher Zeit beschäftigt gewesen sein. Denn wenngleich vom Jahre 13 14
an regelmässig andere Unterbeamte der camera collegii genannt werden, so
behielt doch Petrus eine Art von Oberaufsicht über die Geschäftsführung,
wie aus zahlreichen Bemerkungen in den Rastern hervorgeht. Wenn ihn
die Cardinäle während der langen Sedisvacanz mit Aufträgen von der Curie
wegsandten, so hinderte das nicht, dass die definitive Entscheidung in
schwierigen Fragen der Verwaltung der camera collegii aufgeschoben wurde,
bis Petrus wieder zurückgekehrt war.*) Da nun die Register der aposto-
lischen Kammer seinen Namen in keiner Weise erwähnen, so müssen sich
die für die camera domini papae ausgeführten und von Johann XXII in
seinem Briefe erwähnten Geschäfte auf seine Thätigkeit in der Sedisvacanz
beziehen.*)
Wegen der Verschleppung der genannten Acten sollte Bischof Petrus
sich bis Ende Juli in Avig^on zur Verantwortung stellen. Dass er that-
sächlich an die Curie gegangen sei, ist nicht überliefert, und ich glaube das
auch nicht annehmen zu sollen. Mittlerweüe Hess er am 7. Juni 13 17 sein
Zahlungsversprechen für seine Servitien durch den Magister Bonifacius de
Vercellis, seinen Procurator ablegen, und zwar statt über 1000 nur über
400 Goldgulden.')
Gleich nach Ankunft in seiner Diöcese beschäftigte sich Bischof Petrus
mit Eifer mit der Angelegenheit der im Rufe grosser HeUigkeit verstorbenen
Ordensfrau Clara von Montefalco. Im Verein mit den Bischöfen von Assisi
und Foligno untersuchte er ihren Lebenswandel und alle drei berichteten
darüber an den Papst. Dieser nahm die Bitte der drei Prälaten, den Process
einzuleiten, gnädig auf und verfügte weitere Aufnahmen,*) die dann zur
Heiligsprechung führten.
Am IG. März 1319^) erklärt Bischof Petrus dem Schatzmeister des
Herzogthums Spoleto auf Befragen, dass er über die Erträge gewisser
Zehnten in seiner Diöcese keine Auskunft geben könne, weil er zur Zeit
der Einsammlung derselben nicht in seiner Diöcese geweilt habe, sondern
*) Kirsch, Seite 47.
*) Siehe weiter unten.
3) Siehe Urk. No. 62.
*) Siehe u. A. Bolland. Tom. IUI Augusti, pag. 664. Johann XXII schreibt am 25. Octo-
ber 131 7 in dieser Sache an den Rector des Herzogthums Spoleto, Reginaldus de Sancta Arthemia.
Sane dudum ex parte. (VIII kal. Nov. anno secundo). Ughelli I. 1265 (II. Aufl.): „Hie
(Petrus) iussu loannis XXII acta ad vitam Beat^ Clar^ de Montefalco, ordinis Sancti Augustini,
diligenter investigavit*'.
*) Siehe Urk. No. 62a.
CCIII
an der Curie im Dienste des Papstes und der Cardinäle beschäftigt
gewesen sei. Mittlerweile muss aber Bischof Petrus zum procurator fisci
Ecclesiae Romanae für den Bereich seiner Diöcese ernannt worden sein*),
weil Johann XXII unmittelbar nach dem Tode des Petrus Anweisung ertheilt,
seine gesammte Habe mit Beschlag zu belegen*), da er gestorben sei, ohne
über die von ihm seit langer Zeit geführte Verwaltung multorum bonorum
ad cameram apostolicam spectantium Rechenschaft abzul^en. Sein Tod
muss mithin ein ziemlich rascher gewesen sein, wodurch dieses verhindert
worden ist Das in Spoleto befindliche Vermögen dürfte wohl, mit Aus-
nahme von 3500 Goldgulden, die bei Spoletaner Kaufleuten niedergel^
worden waren und erst am 9. December 1331') eingefordert wurden, anstands-
los in die Hände der Beamten der camera apostolica gelangt sein, da wir
darüber nichts hören. Nicht so verhielt es sich dagegen mit einem depo-
situm, dass er den Dominicanern in Perugia anvertraut hatte.
Am II. November 13 19, also kurz vor seinem Tode, sandte Bischof
Petrus drei verschlossene und versiegelte Kisten sowie ein mit Stricken ver-
schnürtes und versiegeltes Packet an den Convent der Predigerbrüder in
Perugia.*) Die Ueberbringer dieser Dinge, Conradus, domicellus des Bischofs,
und Minaldescus de Trevio, sein Bruder, sagten den Ordensleuten auf Be-
fragen, dass darin Bücher und Kleider von Clerikem, die in Bologna studirten,
enthalten seien. Die wahre Herkunft der Kisten verschwi^en sie auf An-
weisung des Bischofs. Alle Effecten wurden in der Sacristei des Conventes
niedergelegt und mit grober Sackleinwand überdeckt. Zwölf Tage später,
also am 23. November, sandte dann Bischof Petrus einen Brief*) an die
Dominicaner, worin er ihnen erklärte, dass die bei ihnen deponirten Gegen-
stände ihm gehörten und Dinge enthielten, die für ihn grossen Werth hätten.
Er bat die Mönche, die Sachen gut zu verwahren, da er wegen seiner Vor-
liebe für sie und ihren Orden besonderes Gewicht darauf lege, dieselben in
ihrer Obhut zu wissen. Damit nun Niemand dieselben abholen könne, der
nicht genügend legitimirt sei, ersuchte er die Dominicaner, diesen seinen
besiegelten Brief aufzubewahren und nur dem Boten die Sachen auszuliefern,
der eine von der gleichen Hand geschriebene, mit dem gleichen Siegel
beglaubigte Vollmacht vorweise. Bevor jedoch die Erhebung des depositum
stattfinden konnte, starb der Auftraggeber.
*) Vergl. Urk. NN. 72 und 73.
«) Vergl. Urk. No. 63.
•) Siehe Urk. No. 69.
*) Vergl. Urk. NN. 68 c und 68 f-
•) Vom 23. November 1319; siehe Urk. No. 68f-
CCIIII
Unmittelbar nach dem Tode des Bischofs Petrus schrieb Papst
Johann XXII unter dem Datum des 9. Februar 1320^) an den Rector von
Spoleto, Reginaldus de Sancta Arthemia, dass er, in Gemeinschaft mit dem
Schatzmeister des Herzogthums, lohannes de Amelio, alle Bücher, goldenen
und silbernen Gefässe, Gelder und sonstigen Dmge, die dem verstorbenen
Bischöfe von Spoleto gehört hätten, und die kürzlich durch den genannten
Bischof oder durch Andere in seinem Auftrage zu seinen Lebzeiten sowohl,
wie nach seinem Tode bei dem Prior und den Mönchen des Dominicaner-
klosters von Perugia oder bei Anderen, wo immer es sei, niedergelegt worden
wären, im Namen der Römischen Kirche zu verlangen, zu beanspruchen und in
Empfang zu nehmen habe. Wer sich diesem Auftrage nicht gutwillig füge,
sei durch Kirchenstrafen zu zwingen und, wenn es nothwendig erscheine,
sollten sie den Arm der weltlichen Gerechtigkeit zu Hülfe rufen. Der Rector
und der Schatzmeister sollten femer von allen Büchern, Gefassen, Geldern
und sonstigen Dingen zwei genaue notariell beglaubigte Verzeichnisse an-
fertigen, von denen sie das eine bei sich behalten und das andere dem
Papste schicken sollten.
Dieser Auftrag wurde nicht ausgeführt,*) weil der Rector zu viel mit
den ihm obliegenden zahlreichen anderen Geschäften zu thun hatte. Soweit
ich es übersehe, ruhte die ganze Sache ungefähr sechs Jahre lang und wurde
dann erst — aus welcher Veranlassung, ist nicht ersichtlich — wieder auf-
genommen. Von 1327 bis 1332 liegen dann wiederum keine Nachrichten
vor, jedoch sind aus den drei folgenden Jahren mehrere Schreiben zu ver-
zeichnen, die jedoch keine Lösung der Frage bringen. Wie die Streitfrage
schliesslich entschieden wurde, habe ich nicht finden können. Einen Theil
dieses Auftrages führte der Rector aus, indem er die in Spoleto selbst be-
findlichen Güter des verstorbenen Bischofs an sich nahm. Er lieferte die-
selben jedoch nicht an den Schatzmeister ab, wie es seine Pflicht gewesen
wäre, sondern behielt sie für sich. Als dieses dem Papste zu Ohren ge-
kommen war, schrieb er dem Rector am 27. Juli 1322, dass er unverzüglich
alles aus der Nachlassenschaft an den Schatzmeister abzuliefern habe und
an die Curie über die geschehene Auslieferung und Rechnungsablage be-
richten müsse. ^)
Am 5. November 1326 sandte Johann XXII an die päpstlichen Nuntien,
den Magister Bertrandus Cariti und den Generalprocurator der Dominicaner
») Siehe Urk. No. 63.
*) Siehe unten und Urk. No. 72.
») Siehe Urk. No. 337.
ccv
Guilelmus Dulcini, zwei Briefe, von denen der erste^) den allgemeinen Auftrag
enthielt, nach allen im Ducatus verborgen gehaltenen deposita zu suchen,
die etwa der apostolischen Kammer gehören könnten; der zweite Brief*)
beschäftigte sich im Besonderen mit einem depositum von 7000 Groldgulden,
das der verstorbene Bischof Petrus de Montechiello den Dominicanern von
Perugia in Verwahr gegeben habe. Der Papst beauftragte die beiden ge-
nannten Adressaten, die Angelegenheit summarie, de piano et simpliciter
zu untersuchen und ihm darüber Bericht zu erstatten. Diesen Bericht haben
die Nuntien in einer Jnformacio super deposito olim facto in domo Predica-
torum Perusin. super quibusdam bonis condam episcopi Spoletani, videlicet
M
VII florenorum" niedergelegt. Abgefasst wurde der Bericht von dem kaiser-
lichen und apostolischen Notar Hugo Fabri, clericus, wobei er von dem
Notar lohannes Andreae unterstützt wurde.
Zur Ausführung des ihnen gewordenen Befehles begaben sich die
Nuntien nach Perugia in das Dominicanerkloster und verhörten die älteren
Brüder der Reihe nach, nachdem sie ihnen vorher ihren Auftrag bekannt
gegeben und sie zum Stillschweigen verpflichtet hatten. Zunächst erhielten
die Nuntien von den ältesten Mitgliedern des Conventes die oben schon
mitgetheilten Nachrichten über die Art des depositum und die Geschichte
seiner Niederlegung in der Sacristei des Klosters. Drei Monate ungefähr
nach Empfang des Briefes des Bischofs von Spoleto,^) wurde den Nuntien
dann weiter erzählt, seien zwei Neffen des Bischofs, Petrus Primarani und
Franciscus Bindi de Montechiello, beides Bürger von Siena, gekommen und
hätten um Auslieferung der Sachen gebeten. Dieselbe sei verweigert worden
mit dem Hinweise, dass der verstorbene Bischof recoUector thesauri seu
decimarum Romanae Ecclesie gewesen sei und die Brüder darum glaubten,
dass die in Frage stehenden Güter der Römischen Kirche gehörten. Gegen-
über dieser Weigerung versuchten es die Neffen, durch Bestechung in den
Besitz der Sachen zu gelangen, indem sie dem Prior 1000 Goldgulden ver-
sprachen und sich bereit erklärten, in der Kirche der Dominicaner eine
schöne Capelle zu bauen. Auch auf diese Anerbieten hin erhielten sie die
Antwort, dass die Brüder über die ihnen nicht gehörigen Sachen nicht ver-
fugen könnten, dieselben gehörten zum thesaurus Ecclesiae Romanae.
Da die Neffen mit Güte nichts ausrichten konnten, wendeten sie sich
an den Rath der Stadt um Hülfe. Auf dessen Einschreiten, dass sich die
Neffen mit dem Versprechen eines Darlehens an die Stadtkasse erkauft
») Siehe Urk. No. 68c.
«) Siehe Urk. No. 68c.
*) Am 2. oder 3. Februar. Siehe im Urkundentheile Seite 40.
CCVI
hatten, wurde zunächst die gleiche Antwort g^eben und erst als der Pöbel
der Stadt, von den Rathsherren dazu aufgefordert, in grossem Tumulte heran-
rückte, um das Kloster in Brand zu stecken, wichen die Brüder der Gewalt
und lieferten die versi^elten Kisten aus.*) Auf Befragen der Nuntien,
welchen Werth die Sachen wohl gehabt hätten, antwortete der frühere Prior,
dass dieselben nach seiner Schätzung wohl mehr wie 20000 Goldgulden
werth gewesen sein müssten, weil die Neffen 1000 Goldgulden und den Bau
einer Capelle versprochen hätten.
Die Neffen und die Rathsherren Hessen ad cautelam ein Notariats-
instrument ausfertigen, worin sie unter Anderem versprachen, dass sie die
Brüder und das Kloster vor den Ansprüchen der bischöflichen Curie von
Spoleto schützen wollten, die, weil es sich um einen Vermögenstheil eines
verstorbenen Bischofs von Spoleto handelte, die Güter mit Beschlag be-
legen wollte.
Dieses waren die Vorgänge, die sich in der ersten Hälfte des Jahres 1320
abgespielt hatten. Auf Grund dieser Informationen schritten die Nuntien
nunmehr am 27. Juli 1327 zum Verhöre der Rathsherren von Perugia, deren
gewaltthätigem Eingreifen die Auslieferung des depositum an die Neffen
zuzuschreiben gewesen war.
Nach den einleitenden Verhandlungen gaben die Sprecher des Rathes
von Perugia zu, dass das ganze depositum in unversehrtem Zustande in die
Hände des Rathes gekommen sei. Die Neffen des verstorbenen Bischofs
hätten dann aus den vorgefundenen Geldsummen der Stadt Perugia ein
Darlehen gemacht, über das notarielle Schuldverschreibungen ausgefertigt
worden seien. 2) Wenn die Nuntien dieses Geld als der apostolischen Kammer
gehörig beanspruchten, so sei der Rath bereit es herzugeben, wenn er vorher
von der Verpflichtung den Neffen die gleiche Summe zurückzugeben, befreit
würde. Auf andere Bedingungen könne sich die Stadt nicht einlassen.
Die Nuntien gingen auf diese verworrene Aussage nicht weiter ein,
sondern erklärten einfach, dass die gesammte Nachlassenschaft des verstorbenen
Bischofs Petrus der Römischen Kirche gehöre und dass es dem Rathe
verboten sei Jemanden anders, wie den von der camera apostolica Beauf-
tragten irgend etwas von der Schuld oder dem depositum auszuliefern.
In einer zweiten Sitzung desselben Tages gaben die Rathsherren die
Namen der damaligen Rathsherren bekannt und erklärten sich über den
') Der Bericht giebt eine dramatische Beschreibung des Auflaufes und der geplanten
Gewaltmassregeln, die man in Urk. NN. 68c. und 68<1- Seite 34 und 35 nachlesen kann.
*) Siehe im Urkundentheile Seite 40. Die Instrumente wurden am 3. Februar 1320
ausgefertigt.
CCVII
Inhalt des depositum wie folgt. Die Werthgegenstände bestanden aus silbernen
Geiassen im Gewichte von 109^4 Pfund, einem Paare glossirter Decretalen,
einem glossirten Decrete und baarem Gelde. Die Höhe des empfangenen
Darlehens gaben sie auf jooo Goldgulden an. Weitere Ausflüchte der Stadt-
verwaltung, die den Nuntien schriftlich überreicht wurden, Hessen dieselben
nicht zu, sondern schlössen den Process vorläufig, da sie nur den Auftrag
hatten eine informatio aufzunehmen und an die Curie zu senden.
Nachdem die apostolischen Nuntien den Peruginem recht energisch klar
gemacht hatten, dass sie sich wohl hüten müssten den Neffen des verstorbenen
Bischofs die Schuld von 7000 Goldgulden zurückzuzahlen, machten diese
hingegen Anstrengungen das Geld einzutreiben. Nachdem man an der Curie
davon erfahren hatte, sandte Johann XXII einen Brief an die Stadt Perugia,
worin er von Neuem untersagte bona huiusmodi eisdem nepotibus vel affinibus
seu quibusvis aliis absque nostra speciali licentia auszufolgen. Zwei Jahre
später, am 18. August 1334,^) wird der Schatzmeister des Herzogthums
Spoleto bevollmächtigt im Namen der apostolischen Kammer über alle ein-
gelieferten Gelder, Sachen und Werthgegenstände Quittung zu ertheilen,
sofern sie aus dem Nachlasse des verstorbenen Bischofs Petrus stammten.
Diesem Briefe war ein diesbezüglicher Bericht des Rectors des Herzogthums
an die Curie vorausgegangen,*) der über den Stand der Frage orientirte.
Ein zweiter Brief vom gleichen Datum ging an den Rector mag. Petrus de
Castaneto ab, worin hervorgehoben wurde, dass der Papst dem früheren
Rector Reginaldus de Sancta Arthemia schon befohlen habe, die Summe
von 7000 Goldgulden aus dem Nachlasse des Bischofs Petrus Namens der
Kammer von der Stadt Perugia einzuziehen. Er erneuert seinen früheren
Befehl und fugt hinzu, dass alle Güter des Verstorbenen dem heiligen Stuhle
vorbehalten seien, weil er sie dudum temporibus, quibus procurator fisci
Ecclesiae Romanae extiterat, erworben habe. Der frühere Rector habe
wegen sehr dringlicher anderweitiger Geschäfte zwar einige Schritte in der
Sache unternommen, sie aber nicht zu Ende fuhren können.
In einem dritten an die Stadt Perugia gerichteten Briefe, ebenfalls vom
18. August 1334,^) wird befohlen, dem Schatzmeister des Herzogthums die
Summe von 7000 Goldgulden auszuzahlen.
Nachdem die früheren Schritte des Papstes zu Ohren des einen NefTen
Franciscus de Montechiello gelangt waren, veranlasste er in seinem Zorne
seine Vaterstadt Siena gegen die Peruginer Bürger mit Repressalien
*) Siehe Urk. No. 71.
*) Siehe Urk. No. 72.
^ Siehe Urk. No. 73.
ccvin
vorzugehen. Einige Besitzungen des Erzpriesters von Perugia Franciscus
Gratie, die im Gebiete von Siena lagen, waren von den Bürgern dieser Stadt mit
Beschlag belegt worden. Aus diesem Grunde richtete der Papst ein viertes
Schreiben^) an den Schatzmeister des Herzogthums, worin er ihn beauftragt
den Erzpriester zu schützen und die Herausgabe seiner Güter zu veranlassen.
Gleichzeitig ergeht ein scharfes Mandat*) an die Stadt Siena, alle Bedrängungen
der Peruginer zu unterlassen und dem Erzpriester seine Güter zurückzugeben.
Mit diesen fünf Schreiben verschwindet der Name des Bischofs Petrus
von Spoleto aus den R^sterbänden der Päpste. Es hat den Anschein,
als ob die Stadt Perugia der Herausgabe der 7000 Goldgulden weitere
Schwierigkeiten nicht entgegengesetzt hat, so dass die apostolische Kammer
zu ihrem Rechte gekommen ist. Da wir nie von einer Rechnungsaufstellung
über die von Bischof Petrus gesammelten Zehnten hören, so hat wohl die
camera apostolica, unbekümmert um etwaige Rechte Dritter, alles an sich
gezogen, was dem Bischöfe gehört hatte. Eine Ausscheidung des Privat-
vermögens, bezw. eine Ausscheidung derjenigen Dinge, die notorisch nicht
zur Verwaltung der Fiscaladvocatur gehört hatten, fand nicht statt oder
ist abgelehnt worden.
EXCURS n.
Einige Bemerkungen über die Zahlungsmittel.
Gegenüber den ausserordentlich zahlreichen Geldsorten, die für die
kleineren Census der apostolischen Kammer gezahlt werden mussten, begeg-
nen wir fiir die grösseren Zahlungen der servitia und visitationes und anderer
Abgaben im Allgemeinen drei Geldsorten: Die französischen Prälaten
pflegten in Turonenser Pfunden, die meisten englischen Prälaten in Pfund
Sterling, zahlreiche deutsche Prälaten in Mark Silber zu bezahlen. Es liegt
ausserhalb des Bereiches dieser kurzen Untersuchung klarzustellen, wie man
vorging, um sowohl nach der Seite des Zahlenden wie nach derjenigen des
Empfängers gerecht vorzugehen, wenn in den Münzen gezahlt wurde, die
thatsächlich im Liber Censuum Sanctae Romanae Ecclesiae verzeichnet
standen. Dass sich dabei nicht nur Schwierigkeiten sondern auch Streitig-
keiten erhoben, ist ausser allem Zweifel.
*) Siehe Urk. No. 74.
«) Siehe Urk. No. 75.
ccvmi
An der römischen Curie machte sich darum das Bedürfniss geltend,
dass der umfangreiche Geldverkehr, in dem sie mit der ganzen christlichen
Welt stand, nach Möglichkeit durch eine Geldsorte bestimmt und geregelt
würde, die am ehesten von allen Schwankungen, sei es ihrem Feingehalte
nach, sei es nach ihrer Notirung an den hervorragendsten Handelsplätzen,
verschont bliebe. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde diejenige Münze an
der Curie als Zahlungsmittel ausgewählt, die sich vermöge ihrer ausgezeich-
neten Eigenschaften sofort der grössten Beliebtheit auf allen bedeutenden
Plätzen des Geldverkehres erfreute. Dieses Zahlungsmittel war der im
Jahre 1252 zum ersten Male geprägte Florentiner Goldgulden, florenus
auri de Florentia.
Das Bestreben der curialen Finanzbeamten ging nun dahin, nach und
nach alle in Betracht kommenden älteren Geldsorten einheitlich auf den
Goldguldenfuss umzurechnen und zwar im Einverständnisse mit den zur Zah-
lung Verpflichteten. Dieser Process ging nur langsam vorwärts und wir
können Einzelheiten noch bis tief in das 14. Jahrhundert hinein verfolgen,
obschon man bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, namentlich
unter Nicolaus Uli damit begonnen hatte. Die Bewerthung neuer Prägungen
nach dem Groldguldenfuss erfolgte sofort, wenn zum ersten Male eine solche
Geldsorte an der Curie in Zahlung gegeben wurde.
Dass eine solche Massregel für die Curie von entscheidender Bedeutung
war, ergiebt sich aus den zahlreichen Klagen über die Schwierigkeiten, die
sich, namentlich während des 14. Jahrhunderts, aller Orten hören liessen.
Hierfür nur ein Beispiel statt vieler. Der französische Clerus schrieb an
Papst Urban V^) „quod vix moneta reperiatur, que stet in eodem valore
per medium annum, ymo ex quo cusa est paulatim diminuitur et iterum
fortis moneta de novo cuditur, que eodem modo diminuitur.** Gegenüber
diesen überall gehandhabten mehr oder minder officiell betriebenen Schädi-
gungen des öffentlichen Wohlstandes hatte sich die Republik von Florenz
ein überaus grosses Verdienst erworben, dass sie nüt der grössten Aengstlich-
keit darauf bedacht war, den von ihr geprägten Goldgulden stets unverändert
zu erhalten.*)
Die Curie selbst prägte schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts den
Florentiner Goldgulden nach und verwendete selbst die grösste Sorgfalt
^) Garampi, Saggio di monete pontificie. Auch Air das Folgende mit grossem Nutzen
zu Rathe gezogen.
*) Ftlr Avignon und die Grafschaft Venayssin sorgte der Papst ständig, dass keine schlechten
Geldsorten zugelassen wurden. Unter anderen Stellen, die darüber berichten, verweise ich auf
den Schluss der Urkunde No. 9 (1368 mense Februario).
Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Büttelalter. O
ccx
auf die Continuität seines inneren und äusseren Werthes. Ja die Päpste
gingen sogar so weit, dass sie specinüna ihrer Münzen nach Florenz sandten,
um sich dort die vollständige Gleichförmigkeit der Florentiner und der
päpstlichen Goldmünzen bestätigen zu lassen. Die Republik hatte auch ein
eignes Institut geschaffen, das über die Prägung zu wachen, die Goldgulden
einzeln zu prüfen und späterhin sogar einzeln zu siegeln hatte, damit die
als voUwerthig anerkannte Münze auch äusserlich sofort kenntlich sei. Die
mit diesem Amte betrauten Männer nannte man sentenziatori delle monete
d'oro, von dem Urtheilspruche, sententia, den sie über das einzelne Stück
abgaben.^)
Die päpstlichen Goldgulden wurden floreni papales oder floreni de
Camera genannt. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts überwiegt der
Ausdruck floreni auri de Florentia oder floreni auri boni ponderis et cimei
Florentini in den Cameralregistem. Der Ausdruck floreni auri de camera
oder floreni boni et puri auri ponderis camerae kommt zwar auch vor, doch
nicht so häufig, wie später.^) Am 3. October 1366 schreibt noch der
apostolische Kämmerer, dass es iuxta observantiam camerae apostolicae sei,
die Servitien ad valorem florenorum sententiae vel de Florentia zu berechnen.
Bezüglich der thatsächlichen Annahme anderer Goldgulden im Zahlungs-
verkehr, wie derjenigen de camera oder von Florenz, durch die apostolische
Kanmier, ist zu bemerken, dass stets eine genaue Untersuchung ihres Werthes
angestellt und darnach die Umrechnung der Summe vorgenommen wurde.
Selbst wenn in den Registern einfach floreni auri genannt werden ohne
weiteren Zusatz, so sind doch stets Kammergulden oder Florentiner Gulden
zu verstehen.
Als Urban V im Jahre 1364 die Prägung von Goldgulden anordnete,
nannte er dieselben florenos boni et fini auri papales, alias dictos de camera
^) In anderen Städten schuf man dann auch ähnliche Aemter, die in enger Verbindung
mit der Münze standen, deren Inhaber oft sogar Mtlnzbeamte waren.
*) Für die audientia litterarum contradictarum ist aus den „nove constitutiones audientie
contradictarum" vom Jahre 1375 folgender Abschnitt von Bedeutung:
XXIII De quibus grossis et ilorenis intelligatur, cum de grossis et florenis in audientia
agitur erogandis. Rubrica.
Quia in audientia interdum vidimus dubitari cum de grossis Turonensibus vel florenis
in constitutionibus audientie fit mentio, vel alias in audientia quomodolibet disceptatur an debeat
in dubio intelligi de grossis usualibus vel florenis aut papalibus vel de quibus: statuimus ymmo
potius declaramus de papalibus grossis et florenis de camera, quos buUatores recipere sunt soliti
aut eorum valore debere intelligi, nee audiri quempiam deinceps super hoc disceptantem , cum
in hac literarum domini nostri pape contradictarum audientia ad papalem roonetam se referre
debeant quicunque in ea militant vel insistant
Förstemann,. Novae Constitutiones Audientiae Contradictarum in Curia Romana, pro-
mulgatae A. D. 1375. Lipsiae, Veit et Comp. 1897. Pag. 55, 56.
CCXI
und Clemens VII nennt dieselbe Münze florenos de camera; auch findet man
die Bezeichnung floreni ponderis camerae.
Der eigentliche kaufmännische Werth dieser Geldsorten beruhte dem-
nach, wie schon angedeutet, nicht darin, dass diese Goldgulden den meisten
Goldgehalt hatten, sondern darin, dass sie ständig bei allen Prägungen genau
denselben Goldgehalt hatten und stets in derselben Legirung hergestellt
wurden, so dass Femgehalt und Gewicht sich stets gleich blieben. Denn
bei den Transportverhältnissen der damaligen Zeit machte es sehr viel aus,
ob zwei ihrem inneren Werthe nach gleiche Goldmünzen im Gewichte,
wenn auch nur um ^/^q — ^j^q Loth oder noch weniger sich unterschieden.
Gegenüber den zahlreichen in Südfrankreich gangbaren Goldmünzen,
die alle weniger werth waren, wie der florenus papalis, wurde derselbe
florenus fortis genannt. Dieser Ausdruck findet sich schon im Jahre 1358.
Er besagt aber nicht so sehr, dass der so benannte florenus der eigentliche
florenus ad pondus camerae sei, sondern nur dass er minderwerthigen
Goldgulden gegenüber als der Bessere angesehen werden müsse. Darum
geht der Ausdruck floreni fortes über in denjenigen floreni currentes oder
floreni novi, nachdem Clemens VII einen vom eigentlichen florenus camerae
verschiedenen Goldgulden hatte prägen lassen. Von diesen floreni currentes
(Clementini) heisst es in Urk. No. 295 vom Jahre 1408: „Isti il floren. currentes
fuerunt soluti in CLX^ flor. camere." Die Clementinische Münze von 24 solidi
war unter Johann XXIII weiter verschlechtert worden und hiess dann ein-
fach florenus currentis monetae Avenionensis, wie wir es oft in den Rech-
nungen finden. In der eben angeführten Umrechnung ergiebt sich für die
Kammergulden ein ausserordentlich hohes Agio (avantagium). Die Con-
fusion der Avignoneser Goldgulden war damals recht gross, weil man
gleichzeitig diejenigen prägte, qui erant de tempore bonae memoriae lo-
annis papae XXII, also den florenus auri de camera, und eine andere
Goldmünze, den florenus auri nuncupatus papalis de camera, der sich von
dem ersten nur um ein ganz Geringes unterschied.
Das Verhältniss von Ducaten zum Goldgulden ist in Urk. No. 322^)
(13 18) zum Ausdrucke gebracht. Der census Siciliae musste bekanntlich in
Unzen Gold, jede Unze zu 5 Goldgulden gerechnet, ausbezahlt werden.
Nun wurden damals 1000 Unzen Gold (== 5000 Goldgulden) in 5298 Ducaten
erlegt. Für gewöhnlich standen der florenus Ducatus und der florenus
Florentiae al pari. Handelsconstellationen veranlassten allerdings hie und
da Schwankungen, die in einem Agio ihren Ausdruck fanden. Während
^) Vergl. auch die entsprechende Urk. No. 155.
CCXII
wir um die Mitte des 14. Jahrhunderts fast regelmässig finden, dass die
Ducaten je 6, 8 oder 10 Denare mehr werth waren wie die Goldgulden,-
ist hier das Umgekehrte der Fall: 5CXX) Goldgulden sind gleich 5298 Ducaten.
Es war demnach ein Agio ^) von ungefähr 6 ^/^ erfordert, um die Umwechslung
zu bewirken. Die Ducaten wurden mit 13 sol. 8 den. Tur. parv. und die
Goldgulden mit 14 sol. 6 den. Tur. berechnet.
Eine andere Geldsorte, Giulati, wird in No. 251 (1321) erwähnt. Es
werden 600 Unzen lulhati argenti für 2531 Goldgulden 5 Schilling 4 Vienneser
Denare in Zahlung genommen. Eine Unze enthielt 60 Giulati und ein Gold-
gulden 14 Giulati 4 Denare, und i Giulato war 18 Vienneser Denare werth.
Die polnische Mark Gold war erheblich höher bewerthet, wie die
curiale Mark, so dass im Jahre 13 13 (Urk. No. 261) 22 Mark 3^2 Unzen
für 23*/j Mark Gold in Zahlung genommen wurden.
Die englische Mark Sterling war nach altem Herkommen auf 4 Gold-
gulden berechnet.*) Sowohl der Census wie die Visitationen der englischen
Prälaten wurden nach diesem Fusse bezahlt, wenngleich sich für einige
Visitationen, wie oben schon angedeutet, gelegentlich Schwierigkeiten ergeben
haben, die aber im Sinne der Prälaten erledigt wurden.
Im Jahre 1326 (NN. 228, 229) werden Ag^i de auro an der Curie
umgerechnet: „. . . mille marchas argenti Sterlingorum in duobus milibus
centumquinquaginta duobus flor. de Floren., mille quingentis Agnis de auro
vigintinovem solidis et quinque denariis Viennen., qualibet marcha pro
nii florenis auri minus uno Turon. argenti cum o rotonda, et facto cambio
de Agnis ad florenos, singulis florenis pro XVII et Agnis pro XX solidis uno
denario parvorum Turon. computatis ..." Die ganze Summe in Goldgulden
umgerechnet ergiebt 3990 Goldgulden 8 sol. 22 den. Viennen., so dass an
den falligen 4000 Goldgulden annähernd IG Goldgulden fehlen. Je nach
dem Feingehalte der ausgeprägten Geldsorte schwankte dieselbe zwischen
4 Goldgulden weniger i Tumosgroschen cum o rotunda und 4 Goldgulden
weniger 20 Vienneser Denaren.
In unseren Urkunden werden eine grosse Zahl von Turnosen genannt.
Wenn wir in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts schlechtweg Turnosen
angeführt finden, so sind darunter Turonenses antiqui, die später auch
gegenüber den verschlechterten Prägungen fortes genannt werden, zu ver-
^) Verschiedentlich kommen ausdrückliche Angaben über Geldsummen vor, die das heilige
CoUegium auf Grund der höheren Preisnotirung einzelner Geldsorten erzielte, z. B. Urk. NN. Ii8
und 266.
') Vergl. u. A. Urk. No. 256. Für Sardinien und Corsica gilt im Princip dasselbe.
Vergl. Urk. No. 230 u. a.
CCXIII
stehen. Dieselben werden zu je lo auf einen Goldg^lden gerechnet. Vom
Jahre 1 294 ab begannt die Verschlechterung dieser Geldsorte, so dass schon
wenige Jahre später (1299, Urk. No. 231*) 10 V2 Turonenses auf den Gulden
gehen. Je weiter man geht, um so grösser wird die Zahl der Turonenses,
die an der Curie für einen Florin angenommen werden. In den Jahren 13 19
und 1320 sind es schon 12 und 13^) und um die Mitte des Jahrhunderts
nähert man sich mit Riesenschritten der Zahl 20.*)
Zwei interessante Stücke'), die sich über den Werth einer grossen
Zahl von Geldsorten aussprechen, habe ich im Anhange mitgetheilt. Die-
selben sind fiir die Zeit, die sie betreffen, massgebend und bilden zusammen
mit dem Actenstücke Beilage I (Seite 71) bei Kirsch einen kleinen Beitrag
zur Geldgeschichte des 14. Jahrhunderts.*)
^) Veigl. z. B. Urk. No. 240 und 242.
■) Vergl. Urk. No. 299 vom 14. August 1326.
•) Siehe Urk. No. 332 vom ii. Juli 1304 und No. 342 aus dem Jahre 1358.
^) Vci^l* ^ <las 15. Jahrhundert die Liste bei Kirsch, die Annaten und ihre Ver-
waltung in der 2. Hälfte des 1 5. Jahrhunderts, Historisches Jahrbuch der Görresgesellschaft, 1888,
Seite 311 und 312.
Ueber die Umwechslung der Papariner im Jahre 1301, Urk. No. 232, habe ich oben
schon gesprochen. — Vergl. femer die Bemerkung am Schlüsse von No. 244b vom 23. Decem-
ber 1338.
URKUNDEN.
URKUNDEN.
L Theilnahme der Cardinäle an den Einkünften des helligen Ck>ll^ums
und Ausschluss derselben von den Bezügen.
I.
Legaten haben keinen Antheil an den Einkünften des Collegiums. 1296 lun. 20.
Venerabilis pater dominus Petrus de Pipemo Sancte Marie Nove
diaconus cardinalis recessit de curia et ivit in legationem suam; et sie de
futuris servitiis, donec redierit, non percipit portionem.
Oblig. I. fol. 3 V.
2.
Legaten haben keinen Antheil an den Einkünften des Collegiums, (1810.)
Et est sciendum, quod cardinales legati, quamdiu sunt in legatione vel
in itinere eundo et redeundo, videlicet a die, qua recedunt a curia, usque
ad diem qua redeunt, nichil recipiunt de distributionibus coU^i.^)
Oblig. 3. erstes (nicht nummerirtes) Blatt.
Kirsch , S. jg, Anm, s* VergL No. i.
*) y^gl* äU Ausnahme ijoi, R^, Clem, V (Edit, Bened,) Appcnd» Tom. j, S. 201. Anm.
Spalte I.
3-
Clemens V bestimmt für alle Zukunft y dass die von der Curie als Legaten
abwesenden Cardinäle keinen Antheil an den Einkünften haben sollen; Car-
dinäle jedoch, die aus anderen Gründen mit Erlaubniss des Papstes von der
Curie abwesend sind, werden bezüglich der Einkünfte als anwesend betrachtet.
Der Papst hebt durch diese Constitution alle anderen früheren Bestimmungen
oder Gewohnheiten auf 1812 Mali 5 Viennae.
Baumcartsn, Fiiumzverw'. des Card.-Colleg. im Mittelalter. I
— 2 —
Ad pcrpetuam rei memoriam.
De fratrum nostrorum consilio, hac in perpetuum valitura constitutione
sanccimus, ut Sancte Romane Ecclesie cardinales presentes pariter et futuri,
qui sunt vel deinceps erunt, de nostra vel successorum nostrorum Romanorum
pontificum licentia speciali absentes a loco, in quo Romanus pontifex cum
sua curia duxerit residendum, Ulis tamen, qui legationis funguntur adpresens
vel imposterum fungentur officio dumtaxat exceptis, ad omnes fructus,
redditus et proventus ac obventiones inter cardinales dividi consuetos, unde-
cumque et ex quacumque causa proveniant, quocumque nomine censeantur
et in quibuscumque consistant, velud presentes admicti per omnia debeant,
et quo ad plenum in illis participium, habeantur pro presentibus, consuetudine
quacumque contraria non obstante. Per hanc autem constitutionem omnem
aliam super hoc editam revocatam esse decemimus et prorsus viribus vacuatam.
NuUi ergo etc.
Dat. Vienne III non. Maii, anno septimo.
Reg. Vat. No. 59. cap. cxv (1163) fol. 247 v.
Reg. Clem. V (Ed. Bened.) No. 8871.
VergL NN, i und 2,
4.
1818 Januar. 13 Avenlonis.
Clemens papa V Ricciardo Sancti Eustackü diacono cardinali tndulget, propter
necessitates corporis ad Italiam redire valeat, ibtque ad tarditis usque ad
biennium, a tempore arrepti itineris, permaneat, postea ad Romanam cur tarn
reversurus, et interim, iuxta decretum in favorem cardinalium de licentia
absentium ab ipso pontifice editum, fructus, reditus et proventus ad se ratione
cardinalatus spectantes, nee non omnium beneficiorum, etiamsi dignitates vel
personatus existant, percipiat, ac si in Romana curia resideret,
Dilecto filio Ricciardo sancti Eustachii diacono cardinali.
Exposuisti nobis. — Dat. Avinion. III non. lanuar., pontificatus nostri
anno octavo.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 10014.
5.
Bewilligung der Antkeilnakme an den Einkünften, 1818 Tun. 28.
Item eodem anno, die xxvill mensis lunii, venit primo ad dominum
papam predictum apud Malausariam dominus G. Testa tituli Sancti Ciriaci
— 3 —
in Tennis presbiter cardinälis post creationem suam; qua^) die precepit
dominus papa Clemens, quod eidem domino G. et domino Arnaldo Albanen.
episcopo solveretur ab illa die in antea portio distributionum , eciam de
censsu (sie) Apulie debito illo anno.
{In margine:) preceptum domini pape Clementis.
Oblig. 3. erstes nicht nummerirtes Blatt v.
') Dieser zweite Theil von anderer Hand eingetragen. Am Rande: Preceptum domini
pape Clementis.
6.
Zweifel über die Antheilnahme gewisser Cardinäle an den Einkünften,
1814 OctobP. 5.
In einer CedtUa keisst es:
Verum, quia dubitabam, utrum domini quondam R. de Senis et
Arnaldus de Cantalupo, cardinales, deberent habere partem huiusmodi ser-
vicii, retinui dictam partem quodlibet {sie) contingentem, quousque essem
certificatus.
Später eingetragen: Et quia postmodum secundum veritatem reper-
tum, ego idem G. inveni, quod predicti domini R. de Senis et A. de Canta-
lupo de dicto servicio nichil percipere debebant, dictas partes, pro eis
retentas, distribui inter XXIIII dominos cardinales anno domini M • ctc • xvi
die XVII mensis lulii-
Oblig. 3. fol. II r.
Vergl. Kirsch, S, 4J,
Johannes XXII eardinalibus infrascriptis , sollicitando eos ad prosequenda
commissa, „donat cuilibet eorum Mflor, auri in restauraeionem dampnarum'^ ,
quae ob insultus faetos in ipsos passi fuerant. 1817 Oetobr. 28 Avenionis.
Dilectis filiis Gaucelino tituli Sanctorum Marcellini et Petri presbitero
et Luce Sancte Marie in Via Lata diacono eardinalibus, apostolice sedis
nunciis.
Novit omnium scrutator. —
Ceterum licet non affruamur deliciis nee divitiis habundemus, quas nee
acquirere volumus inhoneste, inopiam tamen vestram, quam induxit sinistri
casus adversitas, nequeuntes equo animo tollerare, ciulibet vestrum de
paupertate nostra mille floren. auri volumus erogari.
Datum X kal. Novembr. [anno seeundo\
Reg. Vat. No. iio. fol. cxvii r.
!•
— 4 —
8,
Johann XXII bewilligt den beiden Nuntien Cardinal Gaucelinus und Car-
dinal Lucas, die sich in grosser Geldnoth befinden^ ausnahmsweise eine
Unterstützung von je looo Goldgulden. 1817 Oetobp. 29 Avenionis.
Dilecto filio magistro Rigaudo de Asserio, canonico Aurelian., capellano
et nuncio nostro.
Importabilem penuriam dilectonim filiorum nostrorum Gauseiini tituli
Sanctorum Marcellini et Petri presbiteri et Luce Sancte Marie in Via Lata
dyaconi cardinalium, nuntiorum nostrorum^), quam adversitas sinistri casus
induxit, affectibus compassionis accendimus et licet eis de nostra camera,
quando sibi non sufficit, subvenire nequeamus ad votum, de paupertate
tarnen nostra ipsam eorum inopiam providimus relevandam, eorum cuilibet
per te mille florenos auri erogari volentes. Quocirca discretioni tue per
apostolica scripta districte precipiendo mandamus, quatinus de quacumque
camere nostre peccunia, per te iam coUecta vel inantea coUigeiida, eorum
cuilibet mille florenos auri exhibeas indilate, recepturus exinde ab eorum
quolibet scriptum competens ad cautelam tui ratiocinii tempore producendum.
Dat. nn kal. Novembr. [anno secundo).
Reg. Vat. No. iio. fol. cxvin r.
*) Ueber du ProcuraHonen, die dU Legaten und Nuntien in ihrem Bezirke erheben konnten,
vergL Reg, Clem, V (Edü. Bened,) NN, 684s, 8788, 887s» S876,
De peamia tradenda nuntio in Angliam ituro, Arnolde tituli Sanctae Prisecu presbyiero
cardinali, siehe ibidem, No, 8824,
7.
Termin für Antheilnakme an den census, 1818 lanuar. 25.
. . . Item mittimus vobis vi • LXVI flor. ix sol. im den. Turon. vos
contingentes de im unciarum solutarum in XX flor. auri per gentes domini
Roberti, r^s Cicilie illustris, pro censu regni sui Cilie (^/(C), soluto pro
termino festi Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini Ä • cCc • xvi, facta
tamen distributione de mandato et ordinatione domini pape et collegii pro
anno Domini M • c£c • xvil et inter xxx dominos cardinales, eodem anno
in festo Beatorum Apostolorum Petri et Pauli in curia residentes.
Oblig. 4. fol. 15 r.
— 5 —
9.
Thiilnahme an den census EccUsiae Rotnanae, 1868 mense Febpuario Romae.
Domino Cardinali lerosolimitano,
Reverendissime pater et domine,
Quia dominus noster papa videt, quod, quandiu estis absens a Romana
curia, perditis distributiones vestras, que satis ascendunt, et presertim census
Ecclesie Romane, de quibus numquam, donec hie personaliter fueritis, aliquid
percipietis, ideo vult, quod, quamcitius commode poteritis, huc personaliter
veniatis; et quod custodiam palacii apostolici Avinion. et rerum, que cum
sunt in eo, cum inventario domino episcopo Magalonen., reg^imen autem et
gubemationem comitatus Venaysini, donec aliud ordinetur, domino abbati
Massilien., custodiam vero et regrimen civitatis Avinion. et districtus eiusdem
domino lacobo Albe committatis. Et quia forsan esset possibile, quod
dominus meus Albanen. cardinalis, qui est requisitus pro parte reg^is Francie,
ut, si aliquis dominus cardinalis ad eum mitteretur, ipse esset iUe, vel saltim
unus, ideo expedit, quod vos hie veneritis antequam ipse recedat; qui, si
vadat, credo bene, quod arriperet iter suum citra festum Ascensionis.
Que omnia scribo patemitati vestre de expresso mandato eiusdem domini
nostri, qui presentem litteram vidit et legit, antequam clauderetur. Placeat
vobis, quod antequam recedatis, faciatis revideri omnia, que sunt in palacio,
et facere bene particulariter et distincte fieri de omnibus novum inventarium ;
quia bene seit paternitas vestra, quod, quando ego recessi abinde, propter
celerem motum meum multa minuta dimisi vobis, que non fuerunt in inven-
tario descripta. Item eciam faciatis ad partem revideri et recognosci anulos,
quos vobis dimisi, et quod de omnibus copiam michi portare faciatis.
Litteras apostolicas, de quibus michi scripsistis, vobis misi; et eciam rescripsi
super factis monetarum, videlicet quod dominus Cluniacen. cardinalis, cui
dominus noster papa hoc commiserat, reputat deliberationem vestram, quam
michi misistis, bonam, salvo quod provideatis, ne false seu male monete
currant seu recipiantur in Avinion. et comitatu Venaysini.
R. patemitatem vestram conservet Altissimus feliciter et benigne.
Scriptum Rome apud Sanctum Petrum die [kleine Lücke) Februarii.
A. Archiepiscopus Auxitan.
Camerarius domini pape.
Collect. Cam. 353. fol. 175 r.
Dcu Datum ist nicht vollständig t weil der Briefschreiber den Tag eintragen wollte, nach-
dem er den Brief dem Papste vorgelegt hatte. Nach Gutheissung des Briefes durch den Papst ist
die Hintufiigung des Tages vergessen worden,
Vergl, No, 7.
— 6 —
lO.
Unterstützung der Nuntien durch die päpstliche Kammer, 1881 Mail 25 Avenlonls.
Clemens etc. dilecto filio Armando lausserandi, canonico Cameracen.,
apostolice sedis nuncio, salutem etc.
Olim dilectis filiis nostris Guidoni tituli Sancte Crucis in Iherusalem
et Guillermo tituli Sancti Stephani in Celio Monte presbiteris cardinalibus,
apostolice sedis nunciis, quos ad certas partes et terras conmiisso sibi in
eis plene nunciacionis officio pro magnis et arduis nostris et Ecclesie
Romane negociis, duximus destinandos, ut incumbencia sibi expensarum
onera valerent commodius supportare, et in huiusmodi negociis melius
proficere, videlicet cuilibet eorum quinquemilia flor. auri percipiendorum
per eos in quatuor terminis annis singulis huiusmodi negociorum prosecucione
durante, in et super fructibus, redditibus proventibus, iuribus et emolumentis
ad cameram apostolicam in Parisien., Camoten. et Aurelianen., Senonen. et
Antisiodoren. aut Nivemen., Trecen. et Melden, seu aliis civitatibus et
diocesibus provincie Rothomagen. spettantibus, et que ad eam spettarent
imposterum, duximus assignanda, tibique per diversas nostras litteras et sub
certis penis, ut huiusmodi quinquemilia flor. vel ipsorum valorem annis
singulis cuilibet ipsorum cardinalium vel procuratoribus suis in eisdem
terminis persolveres. Sed sicut pro parte dittorum cardinalium habet
expositio facta nobis, tu, pretendens habuisse postmodum a nobis super
hoc mandata contraria, huiusmodi pecunias eisdem cardinalibus solvere
recusasti hattenus et recusas. Nos igitur totis desideriis affettantes, quod
iidem cardinales in prosecucione et expedicione negociorum huiusmodi
feliciter prosperentur, ac nolentes, quod negocia ipsa propter defectum
solucionis huiusmodi aliquatenus differantur seu impedimentum recipiant
aliquale, discrecioni tue per apostolica scripta distritte precipiendo man-
damus, quatinus, omni excusacione seu impedimento aut dilacione cessante,
quibuscumque inhibicionibus et mandatis specialibus vel generalibus per
nos, seu venerabilem fratrem Petrum archiepiscopum Arelaten., camerarium
nostrum, aut gentes camere apostolice, seu quoscumque alios verbo, nutu,
sig^o vel litteris in contrarium tibi fattis, non obstantibus, huiusmodi quin-
quemilia flor. auri cuilibet dictorum cardinalium vel eorum certo mandato
tam pro preterito tempore quam pro futuro in eisdem terminis solvere
studeas, iuxta predittarum tibi direttarum Htterarum continenciam et tenorem.
Datum Avinion. vill kal. lunii, pontificatus nostri anno tercio.
Collect. Cam. No. 359^- (Regestum Bullarum Cafneralium
Clem, VII 1380 1384.)
VergL oben No. 8.
— 7 —
1 1.
Cardinal Franciscus hat Antheil an den Einkünften^ obsckon er als Legat
in Campanien weilt. 1885 Octobr.22.
Mandatum pro reverendissimo domino cardinali Pisano.
Sanctissimus in Christo pater et dominus, dominus Urbanus papa vi
predictus in camera secreta sua mandavit, presentibus supradictis, quod de
cetero reverendissimus in Christo pater et dominus, dominus Franciscus mise-
ratione divina episcopus Prenestinus, S. R. E. vicecancellarius, vulgariter dictus
dominus cardinalis Pisanus, in quibuscumque promotionibus per ipsum dominum
nostrum factis seu translationibus dominorum prelatorum, a tempore creationis
ipsius reverendissimi domini cardinalis reputetur presens, in distributionibus
communium servitiorum computetur, non obstante, quod fuerit longo tempore
absens in provincia Campanee de mandato prefati domini nostri.
Oblig. 48. fol. I V.
VergL NN. i, 2 und j.
12.
Verweigerung der Antheilnahme an den Einkünften. 1891 Mail 22.
Cardinalis de Flisco recessit et ivit lanuam, non habens absenciam a
domino nostro.
Oblig. 52. fol. XXVII r.
13-
Verweigerung der Antheilnahme an den Einkünften. 1892 lun. 28.
Recessus domini de Alanconio. (In margine.)
Die XXIII mensis eiusdem (Junii)^ dominus de Alanconio recessit de
Urbe et ivit Tiberim; et dominus noster non concessit sibi absentiam.
Oblig. 52. fol. XXVI V.
13a.
Cardinal Ludwig de Flisco erhält trotz seiner Abwesenheit Antheil an den
Einkünften des heiligen Collegiums vom 22. Mai 13^2 bis Ende September 13^2.
1892 Septembp. 15.
Nota, quod in hac divisione declaravit dominus noster papa velle,
quod dominus cardinalis de Flisco reputetur presens in divisionibus et sit
— 8 —
Habitus [^esms] a tempore sui ultimi recessus de curia ^), usque ad totum
presentem mensem Septembr.
Oblig. 51. fol. 43 V.
Verg/. NN, i, 2, j und 11.
^) ReccssU de curia ijgo lul. 14^ iturus versus Tamtam pro suis argetuGs; reversus est
ijgi Mart, ti ; recessii Herum IS92 Maü 22 ^ iturus lanuam; IS98 Mart, 14 imtrmuit curiam
in Alma UrU (Rubel, pag, 24, notaj).
In Folge dieser Bestimmung des Papstes macht der clericus coUegii die Bemerkung, dass
nunmehr viele schon vert heilte Summen neu verrechnet werden müssten, um den Asttheil des ge-
nannten Car^nals festzustellen.
Nach den Cerenumien der Einfiihrung in die Würde des Cardinalates wählt
sich Cardinal Balthassar seinen Namen, mit dem er „vulgariter*^ genannt
werden will, und tritt in alle Rechte des Collegiums ein, 1402 Mart. 8.
Et eodem anno, indictione, pontificatus et loco predictis, die vero
Merchurii viii mensis Martii, prefatus dominus noster eidem domino Baldassari
assignavit sibi titulum, videlicet Sancti Eustachii, et sie voluit decetero
appellari Sancti Eustachii diaconus cardinalis, os suimi similiter aprendo,
quod ab hac hora inantea participaret et communibus servitiis prelatorum.
Oblig. 54. fol. XL r.
Oblig. 57. fol. XXXI V.
14.
Bewilligung cUr Antheilnahme an den Einkünften auf zwei Monate,
1408 Septembr. 10.
Cardinalis Aquilegen. recessit ab Urbe et curia • Romana pro suis
negociis et habuit absenciam communium et minutorum serviciorum ad duos
menses a die dat. presencium computandos proxime futuros.
Oblig. 57. fol. LVim r.
15.
Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften bis zum nächsten Osterfeste.
1408 Oetobr. 8.
Cardinalis de Flischo recessit de Romana curia et ivit lanuam pro
suis negociis; et habuit absenciam communium et minutorum serviciorum
usque ad festum Resurrectionis Domini Nostri lesu Christi proxime futurum.
Oblig. 57. fol. LVim r.
— 9 —
i6.
Verlängerung des Privilegiums No. 14. auf weitere zwei Monate,
1408 Decembr. 18.
Dominus noster dedit absenciam communium et minutorum serviciorum
domino cardinali Aquilegen. pro duobus mensibus proxime futuris.
Oblig. 57. fol. LXii V.
17.
Zurücknahtne des früher ertheilten Privilegs der Antheilnahme an den
Einkünften, 1404 Novembr. 1.
Revocacio absencie cardinalis Sancti Eustachii. (In margifte,)
Die Sabbati prima Novembris, mandatum fuit, quod non scriberentur
in divisionibus communium serviciorum nisi octo cardinales tantum, quia
revocata fuit absencia domino cardinali Sancti Eustachii, legato Bononie.
Oblig. 57. fol. LXXV r.
Düse revocatio erfolgte unmittelbar ruuh der Wahl Innocenz VII {Octobr, ly); am Conclave
hatten neun Cardinäle Theil genommen und der von den acht anderen Cardinälen gewählte Papst
erwies sich diesen erkenntlich dadurch^ dass er den Cardinal Balthasar S, Eustachii, der nicht
im Conclave war, von den divisiones ausschloss,
18.
Durch die Mundöffnung werden neuernannte Cardinäle fähig an den Ein-
künften Antheil zu nehmen, 1406 lanuar. 18.
Innocentius papa vn aperuit os domino lohanni Egidii Sanctorum
Cosme et Damiani Sancte Romane Ecclesie diacono cardinali et voluit, quod
deinceps idem cardinalis participaret de communibus et minutis servitiis
prelatorum fiendorum.
Oblig. 57. fol. XCIII r.
Am 12, yuni 140s war Johannes Egidii %um Cardinal ernannt worden und am ig, Juni
erhielt er seine Diaconie angewiesen,
Vergl, No, ijb-
Durch die Mundöffnung werden neuemannte Cardinäle fähig an den Ein-
künften Antheil zu nehmen, 1406 Octobr. 20.
Die vicesima mensis Octobris, dominus noster aperuit ora reverendissimis
in Christo patribus et dominis, dominis Angelo tituli Sancti Marci presbitero
— lO —
cardinali, Constantinopolitano, et lohanni tituli Sancte Crucis in Iherusalem
presbitero cardinali, Ravennaten. vulgariter nuncupatis, et voluit, quod
deinceps loqui possent in concistoriis publicis et secretis et eorum vota dare
ac participare de communibus et minutis serviciis prelatorum.
Oblig. 57. fol. CXI r.
DU genannten Cardinäle Angelus Corarius und yohannes von Sttlmona waren am 12» Juni
140S ernannt worden, und am 79. Juni wurden ihnen die Titel angewiesen.
VergL NN. 13 h und 18,
20.
Verweigerung der Antheilnahme an den Einkünften, 1407 Augast. 9«
Gregor XII verlies s am p. August ijfoy Rom, Rome vero remansit
reverendissimus dominus cardinalis Sancti Angeli locumtenens pape; non
Habens absentiam.
Oblig. 57. fol. CXXVII V.
21.
Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften. 1407 August. 11.
Supradicta die lovis (Aug, 11), qua Viterbium applicuimus, de mane
recessit reverendissimus dominus cardinalis Florentin. et ivit legatus Florenciam
super facta unionis; habens absenciam.
Oblig. 57. fol. CXXVII V.
Vergl. NN, i, 2, j, ri und /j«.
22.
Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften noch vor der Mundöffnung.
1412 April. 6.
Assignatio tituli cardinalis Aquilegen. iunioris. (In margitie.)
Die sexta mensis Aprilis, dominus noster papa aperuit os reverendissimo
in Christo patri domino Anthonio miseratione divina presbitero cardinali,
Aquilegen. iuniori, sibique anulum tradidit et titulum Sancte Susanne
assignavit, ac voluit idem dominus noster papa, quod dictus cardinalis de
communibus et minutis serviciis ab illa die quo (kleine Lücke) dominus
episcopus Herbipolen. inclusive fuerat promotus, [participaret,] non obstante,
quod sibi tempore huiusmodi promocionis os apertum non fuerat nee titulus
assignatus.
Oblig. 56. fol. LXI V.
Vergi. NN. is^, 18 und ig.
— II —
23-
Bewilligung der Antfieilnahme an den Einkünften, 1412 Oetobr« 19.
Recessus cardinalium de Flisco et de Barro. (In margine,)
Die Mercurii xviiil mensis Octobris, reverendissimus cardinalis de
Flisco recessit de Roma, dirigens gressus suos versus Bononiam, ubi per
apostolicam sedem pro legato deputatus est; et habuit absentiam parcium
a die recessus sui de consensu dominorum cardinalium.
Oblig. 56. fol. LXXIIII r.
Vergl, NN, /, 2, j, 11, ij'* und 21,
CardifuU Luäovicus de Flisco S, Adriani diaconus cardinalis wurde im Consistorium vom
I, October zum Legaten ernannt.
Ibid. fol. Lxxi V.
24.
Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften, 1412 Octobr. 21.
Die Veneris XXI mensis antedicti, reverendissimus cardinalis de Baro
recessit de Roma versus balnea Neapolitan. pro recuperatione sanitatis; et
habuit absenciam.
Oblig. 56. fol. LXXIIII r.
25.
Durch die Mundöffnung werden neuemannte Cardinäle fähig an den Ein-
künften Antheil zu nehmen, 1412 Deeembr. 1«
Adventus cardinalis Cameracen. (In margine.)
Anno Domini millesimo CCCC XII, indictione quinta, die prima mensis
Decembris, pontificatus ut supra, reverendissimus in Christo pater dominus
Petrus tituli S. Crisogoni cardinalis, Cameracensis, intravit Urbem Romanam,
ubi pro presenti curia residet; nee propter hoc numerus participantium est
augmentatus, set remanserunt XX ut prius.
Oblig. 56. fol. LXXV V.
1412 Deeembr. 19«
Bei der aperitio oris Petri tituU S, Chrysogoni fresbyteri cardinalis findet sich dornt die
Bemerkung: et sie participantes communium et minutorum servieicrum ramanserunt XXI,
Ibid. fol. LXXVII V.
Vergl, NN. ij^, 18, ig und 22,
— 12
26.
Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften bis zum ersten December,
1418 MaU 9.
Recessus domini Pisani. (In margine.)
Alamannus cardinalis Pisanus recessit de Urbe Romana, ubi tunc curia
residebat, dirigens gressus suos versus Franciam, ubi per apostolicam sedem
pro legrato deputatus est; et habuit absenciam usque ad primam diem mensis
Decembris proxime futuri de consensu dominorum cardinalium.
Oblig. 56. fol. LXXXIX V.
VergL NN, i, 2, s, 11, ij», 21 und 23,
Im September war Card, Alamannus schon von seiner Legaiion zurück,
27.
Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften bis zum ly. August,
1418 Februar« 17.
Recessus cardinalis Pisan. (In margine,)
Die xvn mensis Februarii, reverendissimus in Christo pater dominus
Alamannus tituli Sancti Eusebii presbiter cardinalis, Pisanus vulgariter nun-
cupatus, recessit de Constantia legatus per dominum nostrum in Aragoniam
et Navarram ; et domini de coU^o voluerunt, quod per sex menses a data
presentium computandos de emolumentis capelli participaret, sicque dominus
cardinalis Venetiarum nobis mandavit. lo. de Reate.
Oblig. 55 A. fol. LXIX r.
Vergl. NN. i, 2, j, 11, ija^ 21, 2j und 26.
IL Die Kämmerer des heiligen CoUegiums.
Stellvertretung derselben.
28.
Ernennung des camer arius colUgii Card, Robert, 4298 Januar. 8.
Item eodem anno Millesimo nonagesimo viii, die iii lanuarii, reverendus
pater dominus Robertus tituli Sancte Potenciane presbiter cardinalis fuit
eidem domino Hugoni in eodem camerariatus officio cardinalium substitutus,
cuius camerariatus tempore oblata sunt servitia infrascripta.
Oblig. I. fol. 7 r.
— 13 —
29.
Erste geschäftliche Erwähnung des CardinalkUmmerers Robert,
1298 Februar« 12.
In nomine Domini Amen.
Anno Nativitatis Eiusdem M * cc ' nonagesimo vfll die xn mensis
Februaiii.
Ista sunt communia servicia divisa et distributa inter coUegium Sancte
Romane Ecciesie tempore camerariatus reverendi patris domini Roberti tituli
Sancte Potenciane presbiteri cardinalis, camerarii dicti coUegii.
Oblig. lA- fol. II r.
30.
Stellvertretung, 1806 Septembr. 17 (27).
. . . promisit coram predicto domino Johanne Monachi, camerario
coll^^ dominorum cardinalium et gerente vices in hac parte domini Amaldi,
predicti domini pape camerarii, pro communi servitio . . .
Oblig. 2. fol. vmi r.
Cf, Reg. Clem, V (EdU. Bernd,) Append, Tom, I No, 31,
31-
Ernennung beew. Amtsantritt des camerarius collegii Card, Stephanus,
1810 Februar. 18.
Attende quia hie incepit dominus Stephanus. (In margine,)
Eisdem anno (13 10), indictione et loco, in hospitio domini Stephani
cardinalis, nunc camerarii cardinalium Sancte Romane Ecciesie, die XVIII
Februar
Oblig. 2. fol. xvn r.
Cf, Reg, Clem, V (Edit, Bened,) Append, Tom, I No. 117,
32.
Stellvertretung, 1811 August. 16.
Actum in prioratu de Grausello in camera predicti domini B. cardinalis,
camerarii, recipientis tam pro camera, quam collegio obligationem predictam
ex commissione sibi facta per dominum S. cardinalem et camerarium coll^i
supradicti.
Oblig. 2. fol. XX V.
Cf, Reg, Clem. V (Edit, Bened,) Append. Tom. I No, 176,
— 14 —
33.
Ernennung des camer arius colUgii Card, Petrus dArrablay, 1826 Septembr. 26,
Eisdem anno, indictione, loco et testibus, die vicesima quinta mensis
Septembris, in hospicio domini Petri de Rebleyo, facti camerarii coU^^
dominorum cardinalium, dominus frater Rostagnus . . . promisit .... per-
solvere etc.
(In marginei) XV cardinales propter obitum domini G. Teste camerarii
collegii, cui fuit subrogatus dominus P. de Rebleyo.
(Vorher participirten XVI cardinales,)
Oblig. 6. fol. LVI r.
34.
Stellvertretung. 1829 lunii 7.
Eisdem anno, indictione, die VII mensis lunii, testibus consuetis pre-
sentibus, in aula inferiori camere {^sic) domini camerarii, ipso domino camerario
pro Camera domini nostri huiusmodi obligationem recipiente, et ut comis-
sario domini Portuen. absentis . . .
Oblig. 6. fol. Lxxxni v.
VergL No. j^'
35-
Ernennung des catnerarius collegii Card. Petrus Gonuz. 1881 Hart. 11.
Anno quo supra, die XI mensis Marcii, reverendus pater dominus
P. tituli Sancte Praxedis presbiter cardinalis fuit assumptus ad officium
camerariatus sacri collegii.
Oblig. 6. fol. C V.
Am 14, Jan. ijji ist dit letzte divisio Petri de Arrablayo verzeichnet ; unter dem i6. Febr.
1331 haben wir die letzte ihm gemachte solutio. Am 14. März ijs^ findet die erste distributio
Petri Hispani statt, Oblig, 11, fol. 41 v. ss.
36.
£rste Obligation unter dem camer arius collegii Card. Petrus. 1881 Mart« 19.
.... die XIX mensis Marcii Avinion., in hospicio reverendi patris
domini P. tituli Sancte Praxedis presbiteri cardinalis, ad officium camerariatus
sacri collegii noviter assumpti . . .
(In margine:) xxn cardinales (vorher XXIII) propter obitum domini
Petri de Arrablayo.
Oblig. 6. fol. Cl r.
- 15 —
37.
Stellvertretung. 1882 luL 8.
Servicium abbatis monasterii ss. Gervasii et Prothasii dioc. Placentin.
[In margine,)
Eisdem anno, indictione, pontificatu, die vin mensis lulii, in hospicio
thesaurarie domini nostri pape, presentibus clericis collegii, dominus frater
Franciscus abbas monasterii sancti (sie) Gervasii et Prothasii, ordinis sancti
Benedicti, Placentin. diocesis, promisit pro suo comuni (sk) servicio per
discretum virum dominum lacobum de Vicino, domini pape cappellanum,
procuratorem suum, LXVI flor. auri et quinque servicia consueta reverendo
in Christo patri domino Gasberto permissione divina Arelaten. archiepiscopo,
domini nostri pape camerario, recipienti pro se et nomine reverendi in
Christo patris domini P. tituli Sancte Praxedis presbiteri cardinalis, sacri
collegii camerarii, ex iusta causa absenti[s], solvendos in proximo festo
Penthecostes. Alioquin infra quatuor menses etc. et iuravit ut in forma.
(In margine:) XXIIII card.
Oblig. 6. fol. cxvil r.
Vergl, NN, 32 und 34,
38.
Stellvertretung. 1867 lanuar. 29 Montispessulanl.
Miseratione divina Guillermus tituli Sancte Marie in Transtiberim
presbiter cardinalis et Arnaldus archiepiscopus Auxitan., domini pape et
sacri collegii dominorum cardinalium camerarii, venerabilibus viris magistris
Ebloni de Mederio, Maurissio (sie) de Barda et Guillermo Alberti, camere
apostolice, et lohanni de Moianesio, collegii dominorum cardinalium pre-
dictorum clericis, salutem in Domino.
Cum associando dominum nostrum papam extra civitatem Avinionen.
habeamus die (sie) aliquibus moram trahere, de vestra discrecione gereutes
in Domino fiduciam specialem, recipiendi in civitate predicta ab archi-
episcopis, episcopis, abbatibus et prelatis aliis seu procuratoribus eorum,
ad hoc legitime constitutis, submissiones et obligaciones communium ser-
viciorum et aliorum iurium debitorum et soluciones serviciorum et iurium
huiusmodi, tam a die obligandis, quam aliis hactenus obligatis, nomine
dictorum dominorum pape et sue camere et cardinalium communiter vel
divisim, sicut debitorum qualitas exiget; et litteras de soluto, necnon et
dilaciones racionabiles et competentes impotentibus ad solvendum concedendi,
absolucionisque beneficium impendendi, ac super irregularitate et periurio
— i6 —
dispensandi, aliaque agendi que in premissis ex nostris oßiciis, si in dicta
civitate presentes essemus, agere possemus, vobis et^) duobus ex vobis,
quonim duorum unus sit clericus donünorum cardinalium predictorum,
potestatem concedimus, et usque ad regressum nostrum ad dvitatem pre-
dictam committimus vices nostras.
Dat. in Montepessulano, Magalonen. diocesis, sub nostris sigillis, die
XIX mensis lanuarii, anno Domini millesimo cCc • LXVii , indictione V, ponti-
ficatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri, domini Urbani digna
Dei providencia pape quinti anno quinto.
Oblig. 38»- fol. 3 V.
*) Muss wohl aut heissen. Vergl. NN, s^i 34 ^^ 37*
9
38»-
Stellvertretung des CarcHnalkämmerers Wilhelm d* Aigrefeuille,
1882 Novembr. 12.
Petrus miseratione divina archiepiscopus Arelaten., domini pape came-
rarius, et Fayditus eadem miseratione episcopus Avinion., regens officium
camerariatus sacri coll^^ reverendissimorum patrum dominorum Sancte
Romane Ecclesie cardinalium, pro reverendissimo in Christo patre et domino,
domino Guillermo eadem miseratione tituli Sancti Stephani in Celiomonte
eiusdem Sancte Romane Ecclesie presbitero cardinali, dicti sacri collegii
camerario . . .
Oblig. 46. fol. Lxxxxvm r.
DU Stellvertretung dauert zum wenigsten bis Mum is» Februar 1383^ Ibid. fol. CXXX r.
Vergl. NN. j»^, 34 S7 ^»^ J<?.
Ernennung des camer arius collegii Card. Heinrich. 1890 Septembr. 19.
Anno Domini millesimo CCC • XC, indictione Xlil, pontificatus Bonifacii
pape noni primo, et tempore, quo reverendissimus in Christo pater dominus,
dominus H. tituli Sancte Anastasie presbiter cardinalis, dictus cardinalis
Neapolitanus, est assumptus in camerarium reverendissimorum dominorum
Sancte Romane Ecclesie cardinalium collegii a prefato domino nostro papa.
Oblig. 51. fol. 23 r.
1890 Septembr. 28.
Anno, indictione et pontificatus quibus supra, die xxvin mensis
Septembris, sanctissimus in Christo pater et dominus noster, dominus Boni-
facius divina Providentia papa nonus, in Alma Urbe, in palacio papali,
— 17 —
assumpsit reverendissimum in Christo patrem et dominum, dominum Hen-
ricum, tituli S. Anastasie presbitenim cardinalem in camerarium sacri
collegii reverendissimorum in Christo patrum dominorum Sancte Romane
Ecclesie cardinalium.
Oblig. 59. Zu Beginn. (Nicht foliirt. 13. Bl. nach dem Index.)
Mit den vorliegenden Hül/smitteln lässt sich nicht entscheiden, welche von beiden Angaben
die richtige ist.
39a.
Cardmal Martin de Salvis wird Nachfolger des Cardinais Wilhelm d*Aigre-
feuille im Amte eines camerarius collegii Benedicti XIII, 1408 August. 27.
Anno a Nativitate Domini A • CCCC • ifl, die xxvn Augusti, in Ponte
Sorgie, coram prefato domino camerario, domino archiepiscopo Narbon.,
pro domino nostro papa et camera sua apostolica, gereute etiam vices
domini Martini, cardinalis Pampilonen., camerarii collegii, post obitum dicti
domini cardinalis de Agrifolio ^^loviter ad camerariatus officium assumpti\ . . .
Oblig. 49. fol. cxxxv r.
40.
Ausnahmsweise Bestätigung zweier camerarii collegii aus den Obedienzen
Gregor XII und Benedict XIII durch Alexander V. 1409 lun. 29.
Nova institutio camerariorum collegii. (In margine,)
Die supradicta, videlicet die Sabbati, in festo Beatorum Petri et Pauli
Apostolorum, idem sanctissimus dominus noster, dominus Alexander papa
quintus considerans et attendens duos fuisse et esse hucusque camerarios
sacri collegii reverendissimorum in Christo patrum et dominorum, dominorum
Sancte Romane Ecclesie cardinalium, videlicet dominum Henricum episcopum
Tusculanum, Neapolitan. vulg^riter nuncupatimi, pro parte seu coll^o,
quod adhesit olim Gregorio XII et suis predecessoribus, et dominum Ami-
deimi Sancte Marie Nove diaconum, de Saluciis similiter nuncupatum, eiusdem
Sancte Romane Ecclesie cardinales pro parte seu coll^o, quod adhesit
o
olim Benedicto Xm. et suis eciam predecessoribus, et ipsa duo collegia per
sacrum generale et universale concilium, quod Pisis pro unione Sancte
Matris Ecclesie et extirpacione scismatis antiquati insimul iuste, sancte ac
racionabiliter unita, legitimeque fuisse unionem, [unionem] ipsam auctoritate
apostolica confirmavit et approbavit ac de novo univit et voluit quod
Baumgaktbn, Finaniverw. des Caxd.*CoUeg. im Mittelalter. 2
— i8 —
supradicti domini Henricus episcopus Tusculatms et Amideus SancU Marie
Nove diaconus cardinales et catnerarii prefati^ ipsum canterariatus officium
dicti sacri collegii daminorum cardinalium insimul exercerent et facerent
iuxta laudabilem consuetudinem ipsius camerariatus collegii officii antiquitus
observatam.
Oblig. 56. fol. I V.
41. 41«^-
Beendigung des doppelten Kämmereramtes durch den Tod des Cardinais
Heinrich, 1 41 2 MaU 1 9.
41. Mandatum pape factum domino H. camerario collegii, ut in
absentia etc. (/n margine)
Anno Domini M • CCCC - xii, die mensis Mali XIX, lohannes papa XXIII
voluit et mandavit Henrico episcopo Sabinen., sacri collegii camerario, quod
in absentia Amedei, predicti sacri collegii camerarii, recipiat munimenta
camerariatus officii interim, quod predictus dominus Amideus cardinalis de
Salutijs Sit absens a Romana curia.
Oblig. 56. fol. Lxxi V.
Das Mandat ist gelöscht durch va-cat ustd non habait effectum.
1412 Ion. 17.
41** Obitus domini cardinalis Neapolitani camerarii sacri collegii.
(In margine.)
Anno Domini M • CCCC • xii , die Veneris decima septima mensis lunii,
pontificatus domini lohannis pape XXIII anno tertio, diem suum clausit
extremum reverendissimus in Christo pater dominus Henricus, cardinalis
Neapolitanus, sacri coU^i camerarius. Cuius anima in pace requiescat.
Oblig. 56. fol. Lxvi V.
42.
Stellvertretung, 1418 Septembr.ll.
Alamannus miseratione divina tituli Sancti Eusebii Sancte Romane
Ecclesie [presbiter] cardinalis, camerariatus officium sacri collegii reveren-
dissimorum in Christo patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardi-
nalium regens in absentia reverendissimi patris domini Amedei cardinalis
de Saluciis ipsius sacri collegii camerarii.
Oblig. 55A. fol. VI V.
— 19
43
Beginn der letzten grossen Stellvertretimg des camerarius collegii Card, Amideus,
1417 Dec 16.
Recessus cardinalis de Saluciis. (In margine.)
Anno suprascripto (14 17), die xvi mensis Decembr., reverendissimus
in Christo pater dominus Amedeus cardinalis Saluciarum, sacri collegii
camerarius, de licencia dicti domini nostri pape recessit ad propria de
generali concilio Constancien.
Oblig. 61. fol. XL villi V.
44.
Ernennung des camerarius collegii Card, Franciscus, 1419 IuL19«
Electio camerarii collegii. (In margine.)
Franciscus tituli Sancte Crucis in Iherusalem presbiter cardinalis,
Venetiarum vulgariter nuncupatus, fuit electus in Dei nomine in camerarium
collegii dominorum cardinalium.
Oblig. 55A. fol. Cr.
III. Unterbeamte des camerarius collegii.
Urkunden über die Ausbildung des Amtes der derlei coll^rii
(nebst verwandten Actenstücken).
45.
Petrus Ranerii de Montechiello war früher kaiserlicher Notar in Siena und
dann Notar des Cardinais Hugo, 1291 Aug. 18.
Unterschrift:
Et ego Petrus Ranerii de Montechiello, Senarum districtus publicus
imperial! auctoritate, nuncque prefati domini cardinalis [fratris Hugonis tituli
Sancte Sabine presbiteri cardinalis] notarius.
Registres de Nicolas IUI. No. 6273.
— 20 —
46.
Petrus de Montechiello , cammicus Bolen,, nermt sich procuraiior et officiaüs
collegii cardinaltum, 1295.
In nomine Domini Amen.
Infrascripta est peccunia {sie) que pervenit ad manus venerabilis patris
domini H. episcopi Ostien., camerarii collegii dominorum cardinalium, tempore
sui camerariatus, divisa inter ipsos dominos cardinales, me, Petro de Monte-
chiello canonico Dolen. procuratore et officiali coll^i existente.
Oblig. I^ fol. I r.
Kirsch, Seite 97, N, i.
Banifaz VIII ernennt Petrus de Montechiello zum Rector der Kirche des
heiligen Gangulf in der Diocese von Chälans, 1296 IaL7 Anagniae«
Dilecto filio magistro Petro de Montechiello, rectori ecciesie sancti
langulfi, Cabilonen. diocesis.
Considerantes tue multiplicis. — Dat. Anagnie vn id. lulii anno secundo.
„personam tuam nobis utique non ignotam/'
Reg. Vat. No. 48. cap. cCLim fol. 62 v.
Registres de Boniface VUI No. 1140.
(Montechiellum Clusin. dicecesis.)
48.
Bonifaz VIII gestattet Petrus de Montechiello, dass er seinen Archidiaconats-
bezirk von Andern visitiren lassen dürfe, da er wegen der ihm vom Papste
verliehenen Stellung in der cam^ra collegii es nicht selbst thun könne.
1801 Ianuar*25 Lateran!.
Magistro Petro de Montechiello archidiacono Aureliacen. in ecclesia
Claromonten.
Considerantes attentius, quod tu abolim circa camerariatus officium
collegii fratrum nostrorum Sancte Romane Ecciesie cardinalium a nobis
specialiter deputatus, in eo providenter et fideliter te habuisse dinosceris . . .
Darf während j Jahre seinen Bezirk von Andern visitiren lassen.
Dat. Lateran, viii kl. Febr. anno septimo.
Reg. Vat. No. 50. fol. iii r. cap. villi.
— 21 —
49.
Bonifaz VIII ernennt den Dekan von Sens und Petrus de Mantechiello zu
Executoren eines Darlehens, das der camerarius coUegii Card, Robert
einem Abte macht 1802 Februar« 1 Lateranl.
. . decano Senonen. et magistro Petro de Montechiello, archidiacono
Aureliacen. in ecciesia Claromonten.
Supplicante nobis dilecto filio G. abbate monasterii sancti Germani
Autisiodoren., ordinis sancti Benedicti, quod cum ipsum, tarn pro suis quam
monasterii predicti negotiis apud sedem apostolicam expediendis utiliter,
subire oporteret magna onera expensarum, sibi contrahendi mutuum usque
ad summam trium milium quingentorum flor. auri sub modis et formis
infrascriptis, sine quibus se putabat creditores invenire non posse, larg^ri
licentiam dignaremur. Nos de dicti abbatis, tarn in hiis quam in aliis certa
sua et monasterii ipsius negotia utiliter promovenda et expedienda circum-
spectione ac diligentia confidentes, et nolentes, quod ipse propter expensarum
defectum indigentiam pateretur, vel quod eadem negotia inexpedita remanere
contingeret, eiusdem abbatis supplicationibus inclinati, sibi contrahendi mutuum
propter hoc per se vel per procuratorem suum seu procuratores ad hoc
constitutum seu constitutos usque ad predictam summam, nomine suo et
ipsius monasterii etc., ut in proxima superiori mutatis mutandis usque
exceptionibus eisdem, a dilecto filio nostro Roberto tituli Sancte Pudentiane
presbitero cardinali, de ipsius carditlalis mera liberalitatis et subventionis
gratia mutuante receperit mutuo predictam summam trium milium quingen-
torum flor. auri pro negotiis ipsis, certis eidem cardinali loco et termino
persolvendam, prout in instrumento publico etc. ut supra mutatis mutandis
usque impediri valeat vel differri. Insuper volumus et apostolica auctoritate
decemimus, quod a presentatione presentium etc. usque et quasi re non
integra perpetuata eadem vestrum utriusque iurisdictio censeatur.
Dat. Lateran, kal. Februar, anno octavo.
Reg. Vat. No. 50 fol. CXLVIII r. cap. iii.
50.
Bonifaz VIII verleiht Petrus de Montechiello, auf Fürsprache des camerarius
collegii Card, Robert, dessen capellanus et familiaris er ist, in Ansehung
seiner Verdienste, die er sich in der ihm vofn Papste verlielienen Stellung
in der camera collegii erworben hat, eine Pfründe an der Kathedrale von
Narbonne; zugleich darf er seine anderen zahlreichen Beneficien unbehindert
behalten, 1802 Novembr. 11 Lateranl«
— 22 —
Magistro Petro de Montichiello, canonico et sacriste ecclesie Narbonen.
Laudabilia tue merita probitatis, quibus novimus te iuvari, benignius
attendentes et considerantes, quod tu circa officium camerariatus coU^ii
cardinalium Sancte Romane Ecclesie deputatus a nobis, in eo sie prudenter
et fideliter te gessisti, quod digne mereris gratüs et favoribus confoveri,
dignum duximus, ut propter hoc et consideratione dilecti iilii nostri Roberti
tituli Sancte Pudentiane presbiteri cardinalis, cuius capellanus et familiaris
existis, pro te nobis in hac parte humiliter supplicantis , personam tuam
munificentia sedis apostolice prosequamur.
Der Papst ernennt ihn zum canonicus et sacrista eulesiae Narbonen,
und fährt dann fort:
Non obstantibus . . . quod archidiaconatum Aureliacen. in ecclesia
Claromonten. et in eadem, ac in Dolen., Andeg^ven., Bononien. et Sancti
Aniani Aurelianen. ecclesüs canonicatus et prebendas et ecclesias sancti
langnulA, curam animarum habentem, ac ruralem de Villario, cui annexa
dicitur ecclesia sancti Laurentii, Cabilonen. et Narbonen. diocesium ex dis-
pensatione apK>stolica nosceris obtinere. Tecum insuper ex uberioris dono
gratie dispensamus, ut sacristiam prefatam una cum archidiaconatu et ecclesüs
sancti langnulfi et de Villario et sancti Laurentii ac canonicatibus et pre-
bendis omnibus supradictis possis licite ac libere retinere, constitutione
generalis concilii et qualibet alia contraria non obstante, proviso quod
archidiaconatus, ecclesie, sacristia, canonicatus et prebende predicti debitis
non fraudentur obsequiis et animarum cura in eis, quibus illa iminet,
nuUatenus negligatur. Nulli ergo etc.
Dat. Laterani m idus Novembr. anno octavo.
Reg. Vatic. No. 50. fol. ccxxxim v. cap. CCCXVlili.
51.
Neben Petrus de Montechieüo ist noch GuiUlmus de Salomone, clericus, der,
wie erster er, Familiäre des camer arius collegii ist, in der Verwaltung der
Camera collegii thätig. 1804 MarU 20.
Servitium fratris Frederici archiepiscopi Rigen. [In fnargine,)
Die XX Marcii, apud Sanctam Praxedem Rome, presentibus magistro
Petro de Monticellis et Guillermo de Salomone clerico, familiaribus dicti
domini cardinalis, venerabilis pater dominus frater Fredericus archiepiscopus
Rigen. suo et ecclesie sue nomine gratis et liberaliter promisit solvere pro
communi servitio consueto domini ,pape et cardinalium in Romana curia,
— 23 —
dominis Roberto cardinali et lohanni camerario predictis nomine pre-
dictorum vm flor. auri et v consueta servitia familiarium eorumdem, que
ascendunt in summa cxv flor. auri i Tur. et ii sol. et v den. Provis. ab
hodie usque ad annum. Alioquin infra duos menses sub penis in supra-
scripto instrumento appositis in forma in talibus consueta etc.
(In marine:) Card. XVII.
Oblig. 2. fol. m V.
S kl, OcL mO 60 R, V. j8. fol. 228 cap, DCCCCIX No, 7S4S, werden duo cUrki tut fami-
liäres domestici et continm commensaUs tuis obsequOs insistentes genannt; kommen auek später
neck vor.
Ckmens V ernennt Petrus de Montechiello, Sacrista an der Cathedrale von
Narbonne und im catnerariatus collegii seit lange mit der Verwaltung der
servitia communia beschäftigt, zum Bischöfe von Spoleto, als Nachfolger des
verstorbenen päpstlichen Kämmerers Johannes, electus Spoletanus,
1S07 lun. 8 Pictavis.
Dilecto filio Petro electo Spoletan.
In supreme dignitatis specula licet immeriti disponente Domino con-
stituti, curis continuis angimur et pulsamur insultibus successivis, ut de per-
sonis etc, Sane ecclesia Spoletan., Romane Ecclesie immediate subiecta,
per mortem quondam lohannis electi Spoletan., qui nuper apud sedem
apostolicam diem clausit extremum apud sedem ipsam, pastore vacante, nos
attendentes quod de dicta ecclesia etc, in te, sacristam ecclesie Narbonen.
conmiunibus circa officium camerariatus collegii fratrum nostrorum cardinalium
servitiis a longo iam temporis spatio insistentem, direximus oculos nostre
mentis etc. teque Uli (ecclesie Spoletan.) preficimus in episcopum et pastorem
etc, usque in finem.
Dat. Pictavis III Non. lunii anno secundo.
Reg. Vat. No. 54. fol. 17 v. cap. cxxxiiii.
Cf. Reg, CUm. V (Edit, Bened,) No, 1627.
Clemens V stellt Jemandem eine Anwartschaft aus auf die Pfarrkirche sancti
Johannis de Jangon, Matisconen. dioecesis, die vorläufig noch Petrus de Mon-
ticello electus Spoletanus inne habe, die aber, wie zu hoffen sei, bald frei
werde durch die Consecration des Genannten. 1807 lun. 11 Pictavis.
— 24 —
In der Bulle heisst es:
. . . Cum ecclesia parochialis sancti lohannis de langon. Matisconen.
diocesis, quam dilectus filius Petrus de Monticello electus Spoletan., rector
ipsius ecclesie, obtinet, per consecrationem ipsius electi sit, prout speratur,
in proximo vacatura ...
Reg. Vat. No. 54. fol. 36 r. cap. CCV.
Cf, Reg, CUm, V (EdU, Bernd,) No, 16^,
Clemens V gestattet dem Petrus de Montecktello^ elect, Spoletan., dass er den
Zeitpunkt seiner Bischofsweihe noch hinausschieben dürfe, bis er in seinem
Amte in der cantera collegii, in dem er noch nothwendig gebraucht werde,
ersetzt worden sei, 1808 App. 22. Pietavis.
Dilecto filio Petro electo Spoletan.
Considerantes probate tue fidelitatis obsequia circa camerariatus officium
collegii fratrum nostrorum cardinalium Sancte Romane Ecclesie per te
impensa diutius, presentiam tuam in curia ad idem, per te adhuc gerendum,
officium, non solum utilem sed necessariam arbitramur. Cum itaque tu, de
quo dudum Spoletan. ecclesie, tunc vacanti, duximus providendum, de
special! licentia nostra infra tempus de consecrandis episcopis a canonibus
diffinitum ac de necessitate etiam hucusque munus recipere tue consecrationis
distuleris, nos ut predictum officium eo facilius exequi valeas, quominus
fueris pontificalis officii onere pregravatus, volentes tibi super hoc ad tui
cautelam de oportuno remedio providere, tibi, ut usque ad festum Nativitatis
Domini proximo futurum predictum munus recipere minime tenearis, qua-
cumque constitutione super hoc in contrarium edita non obstante, auctoritate
presentium indulgemus. NuUi ergo etc. nostre concessionis etc.
Dat. Pietavis X kal. Maii anno tertio.
Reg. Vat. No. 55. fol. 90 v. cap. CCCCLXX.
Cf. Reg, CUm. V (Edit. Bernd.) No, 1817.
1318 August. 23.
In einer Bulle Clemens V heisst es:
„ . . . cum Petrus electus Spoletan. apud sedem apostolicam moram
trahens ac in officio camerariatus collegii fratrum nostrorum Sancte Romane
Ecclesie cardinalium occupatus ..."
Reg. Giern. V (Edit. Bened.) No. 10031.
— 25
56.
Clemens V erlaubt dem Petrus de Montechiello, elect. Spoletan,, dass er für
drei Jahre seine Diocese von anderen Personen visitiren lassen dürfe.
181S Novembp. 27 apud Castrum Novom.
Dilecto filio Petro electo Spoletan.
Personam tuam nobis et apostolice sedi devotam paterna benivolentia
prosequentes, libenter tibi reddimus in exhibitione favoris et gratie liberales.
Hinc est, quod nos, tuis supplicationibus inclinati, auctoritate tibi presentium
indulgemus, ut ecclesias, monasteria et alia loca ecclesiastica eorumque
persona^ Spoletan. civitatis et diocesis, in quibus tibi visitationis officium
competit de consuetudine vel de iure, possis usque ad triennium per aliquam
seu aliquas personas ydoneas, quam vel quas ad id deputaveris, visitare ac
procurationes tibi ratione visitationis huiusmodi debitas ab ecclesiis, monas-
teriis, locis et personis eorum predictis, taliter visitatis, in pecunia numerata
recipere moderatas, quacumque constitutione contraria non obstante. Nulli
ergo etc.
Dat. apud Castrumnovum Avinionen. diocesis, v kal. Decembr. anno nono.
[In margine:) X ^)
Reg. Vat. No. 6i. fol. 3 v. cap. xim.
C/. Beg. Clem, V (Edü, Bened.) No, Jooys-
*) Die Taxen sind in den Regesten Clemens V von keinem der Herausgeber beachtet worden.
Guilelmus Formiti wird ohne erkennbaren Grund Nachfolger des Petrus de
Montechiello im Amte eines receptor pecuniarum für das heilige Collegium,
1814 (mens. August. -Septembp.)
Anno Domini millesimo CCC quartodecimo ego Guillermus Formiti,
receptor serviciorum, proventuum, sensuum [sie) et visitationum collegii
dominorum cardinalium nomine reverendi patris domini Berengarii tituli
Sanctorum Nerei et Achillei presbiteri cardinalis, camerarii dicti collegii,
tradidi de dictis serviciis, proventibus, sensibus {sie) et visitationibus reverendis
patribus dominis cardinalibus, ut in cedulis per me traditis plenius continetur . . .
Oblig. 4. fol. I r.
Kirsch, Seite j, Anmerkung i.
— 26 —
58.
Guilelmus Formiti wird Nachfolger des Petrus de Montechiello,
1S14 Septembp. 7.
Ego Guillermus Formiti, capellanus et familiaris reverendi patris domini
Berengarii tituli Sanctorum Nerey et Achilley presbiteri cardinalis, sacri
coUegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium
camerarii.
Oblig. 3. fol. I r.
59.
Bertrandus de Montelauro wird provisorisch Nachfolger des Guilelmus
Formiti im Amte eines receptor et distributor pecuniarum collegii cardinalium,
1816 Novembr. 8.
Ego Bertrandus de Montelauro, camerarius reverendi patris domini mei,
domini B. tituli Sanctorum Nerei et Achillei presbiteri cardinalis, camerarii
collegii, recipiens^) pro ipso domino ac de eins mandato ....
Oblig. 3. fol. XVII r.
*) IS 17 iäem: ncepi et distr^ui,
60.
Vincentius de Serinhano übernimmt das Amt eines receptor et distributor
pecuniarum collegii cardinalium, 1817 AprlL 11.
Premissa fuerunt recepta de tempore dominorum G. Formiti et Bertrandi
de Montelauro, predecessorum in officio distributionis domini Vincentii de
Serinhano. Qui dominus Vincentius dictum officium exercere incepit prout
infra sequitur, anno Domini in * cfcc • XVII die XI mensis Aprilis.
Oblig. 3. fol. XX r.
61.
Johann XXII schreibt den genannten drei Bischöfen, dass Petrus de Mon-
techiello, electus Spoletanus, nach Empfang der Consecration sich ohne Er-
laubniss von der Curie entfernt und zahlreiche Acten der apostolischen
Kammer und der Kammer des Cardinalscollegiums aus der Zeit seiner Ver-
waltung mitgenommen habe. Er beauftragt die Genannten den Bischof Petrus
zu zwingest, mit den Acten innerhalb zweier Monate nach Aufforderung an
der Curie zu erschei?un. 1817 Mail 29 Avenionis.
— 27 —
Venerabilibus fratribus . . Asisinat. et . . Fulg^nat. ac Interannen.
episcopis.
Ad laudem sibi videtur ascribere venerabilis frater noster Petrus,
episcopus Spoletanus, quod de contemptu sedis apostolice notabilis habeatur,
qui ad hoc potius, si dona multiplicium graciarum, que de ipsius sedis
liberalitate percepit, debite commemorationis recenseret officio, deberet sua
desideria tota virtute convertere, ut in conspectu sedis eiusdem gratus et
placidus haberetur. Sane in admiracione deducimur vehementi, quod idem
episcopus, ad inconsulta dilapsus, post consecrationis munus apud sedem
prefatam de mandato nostro susceptum ab ipso, non absque nostro et sedis
eiusdem contemptu de curia Romana recessit, a nobis licencia non obtenta,
secum nonnullas scripturas cameram nostram et coUeg^um venerabilium
fratrum nostrorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium contingentes, con-
fectas per eum diversis retroactis temporibus, deferendo. Nos ig^tur scire
volentes, quo ductus spiritu prefatus episcopus in tante prorupit temeritatis
audaciam, fratemitati vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus vos
vel duo aut unus vestrum per vos vel alium seu alios eumdem episcopum
ex parte vestra peremptorie citare curetis, ut infra duorum mensium spacium
post citacionem huiusmodi cum scripturis eisdem personaliter apostolico se
conspectui representet, nostris super eodem contemptu mandatis et bene-
placitis pariturus. Diem autem huiusmodi citacionis et formam, et quicquid
inde feceritis, nobis per vestras litteras harum seriem continentes mittere
curetis.
Datum Avinion. nii kal. lunii anno primo.
Reg. Vat. No. 63 fol. 363 r. cap. cxxx (de curia) (1140).
62.
Bischof Petrus de Montechiello von Spoleto verpflichtet sich als servitium
commune 4.00 Goldgulden und fünf servitia consueta zu zahlen, 1817 lun. 7.
Item eisdem die et loco, mag^ster Bonifacius de Vercellis, procurator
domini Petri episcopi Spoletan., procuratorio nomine ipsius promisit pro
communi servicio liii flor. auri^) et quinque consueta servicia persolvere
hinc ad primum diem quadragesime proxime venturum, et iuravit ut in forma.
(/« margine:) Servicium Spoletan. et xxx Card.
Oblig. 6. fol. VI r.
*) Das servitium commune fikr Spoleto betrug looo Goldgulden, Ueber die Gründe der
Ermässigung auf 400 Goldgulden unterrichten uns die Quellen nicht.
— 28 —
62*-
Petrus de Montechiello, Bischof von Spoleto, erklärt bei einer Untersuchung
über den Verbleib der Gelder aus gewissen Zehnten, dass er zur Zeit der
Einsammlung nicht in seiner Diöcese weilte, sondern im, Dienste des Papstes
und der Cardinäle in curia beschäftigt gewesen sei, 1S19 Hartii lO.
In Nomine Domini Amen.
Anno Domini a Nativitate millesimo • CCC • xvini, indictione secunda,
tempore domini lohannis pape xxu, die x mensis Martii, actum Speili in
domo domini lacobi Andree de Spello, presentibus domino Johanne de
Amelio, thesaurario ducatus Spoletan., et domino Manente domini lohannis
de Spoleto iudicis generalis, testibus, venerabilis pater dominus Petrus epi-
scopus Spoletanus, auctoritate supradictanmi licterarum apostolicarum, de
mandato predicti domini Raynaldi, rectoris, citatus super contentis in ipsis
licteris de decima supradicta, comparuit coram ipso domino rectore ad
mandatum ipsius, propositis coram eo sacro sanctis evangeliis, positis manibus
ante pectus suum, iuravit ad sancta Dei evangelia dicere meram et puram
veritatem super omnibus, super quibus interrogaretur per ipsum dominum
rectorem, super informatione, quam idem dominus rector facere intendit de
decima coUecta in civitate et diocesi Spoletanis. Quo iuramento sie prestito
idem dominus rector interrogavit ipsum dominum episcopum, si ipse collegit
vel colligi fecit decimam in civitate et diocesi Spoletanis, impositam per
felicis recordationis dominum dementem papam quintum. Qui dominus
episcopus respondit, quod non, ex eo, quod quando lictere impositionis dicte
decime et mandati de coUigendo ipsam decimam emanaverunt, ipse erat
in Romana curia in servitio domini pape et cardinalium, et propter absentiam
ipsius domini episcopi a civitate et diocesi Spoletanis et officium, quod
gerebat in Romana curia de mandato domini pape et cardinalium, idem
dominus Clemens receptionem et exactionem decime civitatis et diocesis
Spoletan. conmisit venerabili et religioso viro domino . . abbate {sie) mo-
nasterii Saxivivi etc. usque: Spoletan. Qui dominus rector auditis responsio-
nibus dicti domini episcopi licentiavit eundem.
Instrumenta Miscellanea ad an. 1318 1319.
Original, Notariatsurkunden in Pergament über die Sammlung des Zehnten im Hertogthum
Spoleto, aufgenommen auf Veranlassung des Rectors des Herzogthums Spoleto Raynaldus de Sancta
Anthemia, thesaurarius Noviomen.
Vorstehende Vernehmung des Bischofs von Spoleto bildet einen winzigen Bruchtheil des
sehr umfangreichen Actenstückes,
— 29 —
63-
Johann XXII befiehlt dem Rector des Herzogthums Spoleto, dass er alle
Bücher y Gelder und Werthsacfien, die der verstorbene Bischof von Spoleto,
Petrus de Montechiello, vom heiligen Stuhle zur Verwaltung besessen habe,
wo immer sie sich finden, samfneln und inventarisiren solle,
1S20 Februar. 9 Avenionis.
Dilecto filio Raginaldo de Sancta Arthemia, thesaurario ecclesie
Noviomen., ducatus Spoletan. rectori.
Cum olim bone memorie Petrus, episcopus Spoletanus, multorum
bonorum ad Ecclesiam Romanam spectantium a longis retro temporibus
administracionem gessisse noscatur, nee de illis, ut audivimus, debitam
reddiderit racionem, nos volentes super hoc indempnem prefatam Ecclesiam
conservare, discretioni tue per apostolica scripta mandamus quatinus, tu,
una cum dilecto filio Johanne de Amelio canonico Likefelden. nostro et
eiusdem Ecclesie Romane in ducatu Spoletan. thesaurario, libros, aurea et
argentea vasa, pecunias et res alias, que fuerunt eiusdem episcopi, in quibus-
cumque consistant, dudum tam per dictum episcopum et alios pro eodem,
dum viveret, quam, post obitum eius, penes priorem et conventum fratrum
ordinis Predicatorum Perusin. et quosvis alios, ubicumque et a quibuscumque
deposita, ab eisdem priore et conventu et aliis depositariis et quibusvis
detentoribus eorumdem nostro et eiusdem Ecclesie nomine petere, exigere
ac recipere cum integritate procures, eos et eorum quemlibet ad tradendum
et assignandum tibi et dicto thesaurario libros, vasa, pecunias et res pre-
dicta, si necesse fuerit per censuram ecclesiasticam, super quibus omnibus
plenam tibi potestatem concedimus, appellatione postposita compellendo,
invocato ad hoc, si opus fuerit, auxilio brachii secularis. Non obstante
etc, usque: mentionem. Volumus autem, quod tu et thesaurarius antedictus
de libris, vasis, pecuniis et rebus predictis diligens inventarium facientes,
de illo faciatis duo confici publica consimilia instrumento, quorum altero
penes vos retento, reliquum nobis per fidelem nuntium quantocius transmictatis
ac rescribatis per litteras vestras, harum seriem continentes, quicquid in
premissis duxeritis faciendum.
Dat. Avinion. V id. Februarii anno quarto.
Reg. Vat. No. 70. fol. 11 v. cap. XL (de curia).
64.
Vincentius de Serignano receptor et distributor pecuniarum collegii cardinalium
bittet die Cardinäle um Einsetzung einer Commission behufs Regelung der
Frage der von den Beamten gemachten Auslagen, 1820 Februar. 11.
_ 30 —
. . Item noveritis, quod dictarum pecuniarum receptor de pecunia, per
ipsum recepta de redditibus comitatus Veneyssini, reservavit tria milia Turon.
grossorum argenti distribuendorum, donec reverendis patribus dominis car-
dinalibus placuerit ordinäre, qualiter et de quibus dicto providebitur receptori
de sumptibus et expensis suis factis et faciendis per ipsum et alios servitores,
qui cum ipso in receptione et distributione dicte pecunie, sive sumptuum
aliquorum per ipsos factorum deductione, dictis dominis cardinalibus per
tres annos continuos servierunt. Et ob hoc supplicat dictus receptor, quod
deputentur per sacrum collegium duo domini cardinales, qui super hiis et
aiiis, que pro utilitate dicti collegii prefatus receptor proposuerit, coram eis,
absque alia propositione in consistorio facienda, simul cum camerario coll^[ii
plenarie valeant ordinäre.
Oblig. 4. fol. 39 r.
65-
Johann XXII erklärt, dass er schon zu Lebzeiten des verstorbenen Bischof es
Petrus sich das Bisthum Spoleto für die künftige Besetzung reservirt habe,
und er jetzt den Bartolus zum Bischöfe ernenne. 1S20 Februar. 27 Avenionis.
Dilecto filio Bartolo, electo Spoletan.
Dum ad imiversas —
Dudum siquidem certis ex causis, que ad id nos racionabiliter indu-
xerunt, provisionem ecclesie Spoletan. bone memorie Petro episcopo Spoletan.
adhuc vivente, disposicioni sedis apostolice . . ea vice duximus reservandam
etc. usque in finent.
Dat. Avinion. ini kal. Martii anno quarto.
Reg. Vat. No. 70. fol. 281 v. cap. DLXVin.
Bartolus verpflichtete sich am lo, Mai IS20 zur 21ahlung eines servitium commune von
1000 Goldgulden und von j servitia consueta, Oblig, 6. fol, XXII r. Vergl, N, 62,
66.
Tod des Vincentius de Serignano, der zu Beginn seiner Krankheit sein
Amt abgab, 1S28 Oetobr. 6.
Hie cessavit tenere offitium distributionis dominus Vincentius de
Serignano, qui die xix huius mensis Oetobr. diem clausit extremum.
Oblig. 3. fol. 109 V.
— 31 —
67.
Pontius Assandi versieht provisorisch das Amt eines receptor et distributor
pecuniarum collegii cardinalium, 1S28 OctobP. 80.
Item anno quo supra, die penultima mensis Octobris, dominus lacobus
archiepiscopus Aquen. solvit michi, Pontio Assaudi, de mandato domini
mei, domini Berengaril episcopi Portuen., coUeg^i dominorum cardinalium
camerarii, recipienti, pro parte sui communis servitii ....
Oblig. 3. fol. 109 V.
(Diese Hand geht nur bis ig, Nov. 1323 [foL in v.]).
68.
Guilelmus Medici und Michael Ricomanni übernehmen gemeinschaftlich das
Amt der receptio et distributio pecuniarum collegii cardinalium,
1828 NovembP. 28.
. . . que peccunie {si^ summa per nos G. et M. die III mensis lanuarii
extitit distributa inter XXIIII dominos cardinales . . .
Oblig. 3. fol. 112 r.
Der 28, November 1323 ist der Tag der Einnahme des Geldes und der S- Januar 1324
der Tag der Vertheilung,
68*— 682-
6 Urkunden betreffend Geldsummen und Werthgegenstände aus
der Verwaltung des Petrus de Montechiello.
1819 NovembP. 28 — 1827 lul. 28.
Untersuchung über den Verbleib eines Theiles des Nachlasses des Bischofs
von Spoleto, Petrus de Montechiello, Derselbe hatte eine Anzahl Sachen in
versiegelten Umhüllungen bei den Dominicanem in Perugia hinterlegt. Die
Gegenstände wurden den Dominicanem, auf Veranlassung der Neffen des
verstorbenen Bischofs, von der Stadtverwcdtung mit Gewalt entrissen. Von
dem Depositum wurde der grössere Theil von den Neffen verschleppt^ während
sie einen Theil der vorgefundenen Gelder im Betrage von yooo Goldgulden
— 32 —
der Stadt Perugia liehen. Der Papst beansprucht die ganze Hinterlassen-
schaft für seine Kammer, weil Petrus gestorben sei, ohne Rechenschaft Ober
seine Verwaltung abgelegt zu haben,
1827 luL 28.
68»-
Informatio super deposito olim facto in domo Predicatorum Perusm.
super quibusdam bonis condam episcopi Spoletani videlicet VII florenorum.
{In dorso.)
68^ 1827IU1. 17.
In Christi nomine Amen.
Anno a Nativitate Eiusdem millesimo trecentesimo vigesimo septimo,
die XVU mensis lulii, indictione decima, pontificatus sanctissimi patris et
domini nostri, domini lohannis digna Dei Providentia pape xxn anno
undecimo.
Cum nos Bertrandus Cariti, archidiaconus Vavren. *) et Guilhermus
Duicini, ordinis fratrum Predicatorum, eiusdem ordinis generalis procurator,
apostolice sedis nuncii, dudum recepissemus reverenter patentes litteras ipsius
domini pape, cum filis canapis et bulla plumbea more Romane curie buUatas
omni prorsus suspitione carentes, quorum tenor talis est:
68 ^* 1826 Novembp. 5 Ayenionls.
lohannes episcopus servus servorum Dei dilectis filiis magistro
Bertrando Cariti archidiacono Vavren. et Guilhermo Dulcini, de ordine
fratrum Predicatorum eiusdem ordinis procuratori generali, apostolice
sedis nunciis, salutem et apostolicam benedictionem.
Fidedigna relatione nuper percepimus, quod dudum in domo fratrum
ordinis Predicatorum Perusinen. summa Septem milium florenorum auri
de Floren, vel circa ad cameram nostram spectans nomine seu man-
dato bone memorie Petri episcopi Spoletanen. extitit deposita conser-
vanda. Nos autem volentes de premissis plenius informari, discretioni
vestre per apostolica scripta committimus et mandamus, quatinus vos
super predictis summarie de piano et simpliciter informantes, nobis
reifere (sie) studeatis fideliter quicquid inde reperitis, ut eiusdem camere
precavere in hac parte indempnitatibus melius et utilius valeamus.
Datum Avinion. Non. Novembr., pontificatus nostri anno undecimo.
*) EhrUf Archiv ßir Litt, und Kirchengesckichte des Mittelalters I, 28g liest Vauronen.
und Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum (Romae. Typis Vaticanis i8go) I, 10. Anm. ji
richtiger Vaurensis.
— 33 -
Nos igitur prefati nuncii cupientes, ut tenemur, mandatum predictum
apostolicum nobis in hac parte directum diligenter et fideliter adimplere, ad
civitatem Perusinen. in domo fratrum Predicatorum nos transferentes ac
personaliter existentes, convocatis coram nobis reverendo patre in Christo
domino fratre Angelo episcopo Sulchen., ordinis Predicatorum et olim priore
conventus Perusii, ac religiosis viris fratribus Petro Angeli, Andrea de Sancto
Antonio, Nicholao de Pisilis ordinis (fol. i v.) et conventus Predicatorum ac
depositarios seu custodes^) depositorum dicti conventus, necnon fratribus
Aninibaldo et Manaldo de Sancto Mariano, antiquis in ordine et conventu
predictis, qui melius de et super contentis in ipsis litteris apostolicis veri-
tatem scire poterant et debebant, predictas litteras apostolicas eisdem per
tabellionem nostrum infrascriptum legi fecimus et de verbo ad verbum
plenius explicari, iniungentes eisdem et cuilibet eorumdem in virtute sancte
obedientie et sub excommunicationis pena, ut contenta in ipsis litteris
apostolicis et agenda super eis in dampnum seu periculum Romane Ecclesie
nemini revelarent, quodque de et super contentis in eisdem litteris nos
informarent, ac de hiis que scirent aut per se vel alium scire possent, nobis
plenam et puram dicerent veritatem.
Ad que dictus dominus Angelus episcopus prefatus primo interrogatus
dixit, quod Septem anni sunt, ut sibi videtur, quia alias de certiori tempore
non recordatur, ipso tunc existente priore conventus Predicatorum Perusii,
venerunt ad domum et conventum predictos duo nepotes aut de parentela
et familiäres, ut sibi dicebant, domini Petri bone memorie tunc episcopi
Spoletan. et adportari fecerunt tres coffinos clausos et sigillatos et unum
fardellum cordis ligatum et sigillatum, que omnia deposuerunt in sacristia
conventus predicti ; et interrogati per fratres dicti conventus, quid continebatur
in dictis coffinis et fardello et cuius erant dicte res, responderunt, quod
erant libri et vestes clericorum studencium in Bononia ipsorum clericorum
nomina subticendo. Dixit tamen dictus dominus Angelus, quod lapsu
temporis dictus condam dominus episcopus Spoletan. scripsit et mandavit
dicto conventui, prout audivit dici a quibusdam fratribus, quod dicti coffini
et fardellus et contenta in eis erant sua et quod nemini restituerentur , nisi
de ipsius licencia et speciali mandato. Adiciens ipse loquens, quod post-
modum, tribus elapsis mensibus vel circa, mortuo (fol. 2 r.) tunc dicto condam
domino episcopo Spoletano, predicti nepotes ad ipsum loquentem, tunc
priorem dicti conventus, revenientes requisiverunt eum et alios fratres dicti
conventus, ut sibi restituerent dictas res depositas, prout extiterant deposita
*) So in der Handschrift,
Baumgartbn, Ftnanzverw. des Card.>Colleg. im Mittelalter.
— 34 —
per eosdem. Qui dominus Angellus {sie) et alii fratres dixerunt et responde-
runt eisdem nepotibus, quod illa bona fuerant acquisita per dictum condam
dominum episcopum Spoletan., olim recollectorem thesauri seu decimarum
Romane Ecclesie, et credebant ex illo thesauro acquisita fuisse et Romane
Ecclesie pertinere et ex hoc non restituerunt eisdem nepotibus aliquid de
predictis. Dixit etiam, quod dicti nepotes tunc promiserunt eidem domino
Angelo se daturos mille florenos auri et facturos unam pulcram capeliam
ultra hoc in ecclesia Predicatorum Peyrusinen. {sic\ si eisdem vellet restituere
dicta bona; qui nichil voluit facere de predictis, ymmo tam ipse dominus
Angelus, quam alii fratres predictis nepotibus dixerunt, quod dicte res non
pertinebant ad ipsos, sed ad Ecclesiam Romanäm, cum essent de thesauro
Ecclesie predicte, ut predicitur, acquisita. Et tunc dicti nepotes videntes
se nichil posse facere cum eisdem, irati recedentes, consulti fuerunt priores
et maiores civitatis Perusinen. ; qui priores et magnates post modicum
tempus venientes ad domum et conventum fratrum Predicatorum pluries
requisiverunt ipsum dominum episcopum loquentem, tunc priorem dicti
conventus et alios fratres eiusdem conventus, ut eisdem prioribus dicta bona
deposita restituerent et integre consignarent. Dicti vero dominus Angelus
et alii fratres dixerunt eisdem prioribus et magnatibus, ut dixit, quod dicta
deposita pertinebant ad Ecclesiam Romanam ex eo, quod, sicut predixerant
dictis nepotibus, de thesauro dicte Ecclesie extiterant acquisita. Cui Ecclesie
et nuUi alii restituere tenebantur et noluerunt, ut dixit, tiinc ea sibi restituere,
sed eis in quantum poterant, resistebant, donec dicti priores cum magimo
{sie) tumultu et populo congregato, quasi hora crepusculi (fol. 2 v.) venerunt
ad dictum conventum et minati fuerunt terribiliter ipsis fratribus et conventui
diversis et terribilibus minis et specialiter, quod disciparent (sie) et com-
burerent dictum conventum et domum et finaliter insurgentes contra ipsos
et circum circa dictum conventum, venientes cum armis diversis, minas et
oprobria diversimode inferentes super destructione conventus et domus
dictorum fratrum. Audivit tunc ipse loquens dici, ut dixit, a quibusdam
fratribus, quod dicti priores et magnates fecerant publice per civitatem
Perusinen. proclamari, quod omnis faber fusterius cum lignis, paleis et fustibus
veniret ad conventum predictum ad discipationem (sie) et distructionem eorum
et nichilominus dixerunt sibi aliqui fratres, ut dixit, quod ipsi tunc viderant
ignem et paleas adportari per quosdam scolares Perusinen. circumcirca dictam
domum et conventum, ex quibus perterriti fratres dicti conventus, predicta
deposita ipsis prioribus finaliter reddiderunt, ducti pre nimio timore, ut dixit.
Qui priores dicta deposita adportari et extrahi fecerunt de dicto conventu
clausa et sigillata, sicut fuerunt prius deposita, ut dixit, nee seit, ut dixit,
— 35 —
interrogatus, quid extunc fuit factum de predictis. Interrogatus de valore
rerum predictarum, dixit se credere quod valerent XX florenorum et ultra
ex eo, quod per dictos nepotes fuit tanta summa, videlicet M floren. et
factio seu constructio unius capelle promissa, si eisdem restituerentur deposita
supradicta.
Ceteri vero fratres superius nominati et interrogati et quilibet eorum
super dicto deposito facto et restitutione eiusdem et super modo depositionis
et restitutionis predictorum dixerunt in verborum substancia, sicut dictus
dominus Angelus episcopus et olim prior conventus Perusinen., quibus nichi-
lominus hostendimus et legi fecimus alias licteras apostolicas super quibus-
cumque depositis factis in civitate predicta et quibusdam aliis repetendis,
quorum tenor inferius continetur.
Et tunc factis sibi per nos iniuncto et precepto, ut supra, fuerunt
interrogati, si sciebant aliqua alia deposita penes dictum conventum per
ecclesiasticas personas facta fuisse, que cum deponentes persone non inve-
nirentur vel essent mortue, deberent dicte Romane Ecclesie pertinere. Qui
dixerunt, se velle certiorari plenius super hoc cum fratribus aliis, et hoc
acto nobis clarius de omnibus responderent. Et tunc fuit eis iniunctum,
ut hinc ad duos dies proximos intrarent cum aliis fratribus (fol. 3 r.) dicti
conventus capitulum et tunc tam super dicto deposito, de quo supra fit
mentio, quam super aliis, si qua sint in dicto conventu, plenius quicquid
poterunt, responderent et manifestarent.
68 <l* 1827IUL19.
Postquam anno, indictione et pontificatus, quibus supra, die xvnil dicti *
mensis lulii, fratribus dicti conventus et capitulo pro predictis more solito
congregatis, dicti fratres fuerunt per me procuratorem predictum singulariter
interrogati, si sciebant aliquid aliud de facto depositi supradicti episcopi
condam Spoletan. Super quibus frater Petrus Angeli et frater Andreas de Sancto
Antoninino {sie) qui alias fuerant superius interrogati, dixerunt, ut supra de-
posuerant, adicientes se recordari, quod quando dicta deposita fuerunt
abstracta de dicto conventu per dictos priores, prout supra deposuerant,
populus Perusin. clamat (sie) fortiter, quod dictus conventus combureretur
et fuit preconisatum cum tuba, quod omnis habens ligna et paleas, ea
adportarent ad dictum conventum et viderunt, ut dixerunt, ignem per quos-
dam scolares et paleas adportari et volebant, ut dicebant, comburere con-
ventum predictum, nisi dicta deposita fuissent dictis prioribus restituta. Et
hec idem dixerunt fratres Antonius Angelussi, Nicola Venture et Simichus
de Foge, fratres dicti conventus. Et nichilominus frater Franciscus Fabri dicti
3*
- 36 -
ordinis dixit, quod tempore dicti depositi et restitutionis dusdem ipse erat
Scolaris et audivit, ut dixit dictam preconisationein fieri et qualiter populus
Perusinus clamabat, quod comburerent conventum predictum. Super aliis
depositis, si qua erant in dicto conventu interrogati, nichil scire dixerunt, salvo
quod erat quedam cata parva in sacristia dicti conventus, que fiierat ibi per
XL annos et amplius, ut credebant, et ignorabant, per quem fiierat deposita, et
quid continebatur in ea; quam quidem capsam nobis dictis archidiacono et
procuratori eadem die paulo post exhibuerunt clausam cum dave; quam capsam
presentibus quibusdam ex ipsis fratribus fecimus apperiri et nichil in ea (uit
repertum exceptis quibusdam antiquis licteris, sigillis sereis (sie) sigillatis et
pluribus aliis cartellis scriptis tarn in papiru (sie), quam in pergameno, de
quorum scriptura nulla notida habebatur videlicet ad quem poterant pertinere.
Que omnia in eadem capsa reponi (fol. 3 v.) et eam claudi fecimus sicut
ante nobis exhibita fuerat et hostensa.
Verum cimi priores seu magnates Perusin. et nepotes dicti condam
domini episcopi Spoletan. ad cautelam fecissent fieri et grossari quoddam
instrumentum scriptum et signatum, ut in eo legebatur, per Frandscum
Incole de Porta Sancte Sub. et Porta Sancti Valentin!, imperial! auctoritate
notarii, in quo continebatur inter cetera, quod nepotes dicti condam domini
episcopi Spoletan. promiserant servare indempnes fratres Predicatores con-
ventus Perusinen. a gentibus sive vicarüs episcopalibus Spoletan. et petitione
quam dicte gentes seu vicarii episcopales fecerant super receptione dicti
depositi, asserentes ad sedem predictam episcopalem pertinere, cimi fuerint
dicti domini episcopi Spoletan. Super quibus dicti nepotes certas dederant
cautiones. Instrumentum huiusmodi predicta et dictorum nepotum ac cautio-
num nomina continens necnon et tenorem lictere dicti condam episcopi
Spoletan. continentem qualiter mandaverat priori et conventui Predicatorum
Perusin., quod dicta deposita pertinebant ad eum et quod nemini restituerent,
nisi de mandato suo; quem tenorem reperimus in quodam instrumento
exempli recepto et signato, ut prima facie apparebat, per lacopucium con-
dam Bonacursi de Burgo Porte Sancti Petri de Perusio, imperial! auctoritate
notarium, in presenti nostra informacione fecimus registrari per lohannem
Andree, clericum Montisalbani, dicti domini pape tabellionem, qui de man-
dato nostro predicta omnia scripsit et nobiscum vocatus premissis omnibus,
dum sie per nos agebantur, personaliter interfuit, una cum Hugone Fabri
notario nostro infrascripto.
Tenor lictere apostolice super repetendis quibuscumque depositis
factis penes conventus Predicatorum, Minorum, Heremitarum, Sancti
Augustini ordinum Perusin. talis est:
— 37 —
68^' 1326 NovembP. 5 Avenionis.
lohannes episcopus servus servorum Dei dilectis filiis magistrO
Bertrando Cariti archidiacono Vavren. et Guilhermo Dulcini de ordine
fratrum Predicatorum, eiusdem ordinis procuratori generali, apostolice
sedis nunciis, salutem et apostolicam benedictionem.
Auditui nostri apostolatus (fol. 4 r. 4 v.). — Datum Avinion. non.
Novembris, pontificatus nostri anno undecimo.
Item tenor lictere dicti condam episcopi Spoletan. sequitur sub
hiis verbis:
68 ^' (1819) Novembr. 28 SpoletL
Religiosis viris priori et conventui fratrum Predicatorum de Perusio
Petrus miseratione divina episcopus Spoletan. salutem in Domino.
Notum vobis facimus, quod apud vos deposita facta trium coffinorum
et unius bale pertinet ad nos et fuerunt deposita predicta, que nobis
carissima sunt, per Corradum, domicellum nostrum, et Minaldescum
de Trevio fratrem germanum nosfri vice, licet vobis ignote deposuerint
ea, presentibus lanne Tibernerii notario, domino meo Pauli ludicis
Ceccole Helemosine^), Perusin. mercatoribus, Cicco et Pellolo Rubei de
Perusio testes (sic)^ quarum rerum portitores relatione predictorum fuisse
recepimus Vanucius Petri de Plebe Tudertin. districtus Comitatus Spoletan.
diocesis, Petrucius Vavr., Paulus Petri, Cora Moricomi de Vertano
distructus {sie) Fulg^ei, die dominica XI mensis Novembris in vestra
sacristia; cohoperta tamen deposita predicta sunt apud vos de panno
canapacii, sicut nobis retulerunt predicti Corradus et Minaldescus sub
sigillo, quibus dedimus plenam fidem. Nunc autem, quia caute agere
volumus, licet forsan non sit dubitandum de ipsis, quos fideles esse
probavimus usque modo, rogamus et cautos esse promonuimus, ut quia
Contentamur valde, ut dicte res apud vestrum locum remaneant, propter
affectionem, quam habemus ad vos et ad ordinem vestrum, non detis
vel concedatis aliis dictas res ad defferendum alibi, nisi proprias nostras
licteras videritis nostro presenti magno sigillo sigillatas et ipsis similiter
cum predictis licteris reddentibus pro predictis et ad maiorem cautelam
et Signum has nostras licteras teneatis, ut sigillum et licteras cognoscatis.
Velitis autem rescribere per presencium portitorem, si predicta ita acta
sint et quicquid acta fuerint in predictis.
Datum Spoleti die xxiii mensis Novembris.
*) Ueder die Familie Eleniosina siehe die kurze Notiz bei Ehrle, Archiv für Litteratur und
Kirchen^eschichte des Mittelalters I, S. ^gö, Anm. /.
- 38 -
688 i827IuL 27.
(Fol. 5 r.) Quibus actis nos nuncii supradicti volentes certiorari plenius
de predictis, accessimus personaliter ad palacium priorum arcium de Perusio
et ipsis prioribus convocatis, perlectis in eorum presentia licteris apostolicis
suprascriptis ac concessa copia, si voluerint, de eisdem^ exposuimus eis qualiter
predicti coffini et fardellus, de quibus supra habetur mentio et que Romane
Ecclesie pertinebant, fuerunt deposita per gentes condam domini epißcopi
Spoletan. in domo fratrum Predicatorum Perusin. et penes fratres et con-
ventum eiusdem loci, quodque de dicto loco et potestate depositariorum
huiusmodi per priores tunc Perusin., eorum predecessores, capta fuerant et
recepta clausa, et ut supra premittitur, sigillata, que omnia ad manus
dictorum priorum tunc arcium integraliter pervenerunt, prout fidedignis
relationibus cavebatur. Super quibus interrogavimus eos ac eisdem iniunximus
in virtute sancte obedentie, ut puram nobis dicerent veritatem nosque plenarie
informarent. Qui quidem priores dycerunt, seu eorum nomine fuit ibidem
responsum, quod licet dicti [cOjfi?n'] et fardellus fuerint penes priores arcium
Perusin. tunc adportata, dicta deposita fuerunt nepotibus dicti condam episcopi
Spoletan. restituta et ipsi nepotes postmodum mutuaverunt de deposito
huiusmodi dictis prioribus quandam florenorum quantitatem de quibus non
recordabantur ad presens, ad quos florenos reddendos eisdem certis terminis
priores tunc dicte civitatis Perusii et commune ac certi et singulares homines
dicte civitatis remanserunt cum certis instrumentis publicis et adhuc remanent
et sunt efficassiter (sie) obligati, prout in dictis obligationum instrumentis,
que nobis ostendere promiserunt, dixerunt lacius contineri, adicientes, quod
si nuncii predicti commune et universitatem ac alios singulares Perusin. sie
obligatos ab huiusmodi obligationibus faceremus penitus liberari, si et cum
fieri posset a domino nostro summo pontifice vel a predictis depositariis,
eo casu et non alias de huiusmodi debito Romane Ecclesie responderent.
Nos vero nuncii predicti attendentes eorum respontionem {sie) incertam et
obscuram, cum nuUum certum debitum declaretur, volentes tucius procedere
et indempnitati camere domini nostri pape pro viribus precavere (fol. 5 v.)
declaravimus eisdem, quod huiusmodi thesaurus et omnia et singula in
deposito huiusmodi consistentia, prout fuerunt deposita, omnino ad Ecclesiam
Romanam et nuUi alii pertinebant et per dictum episcopum condam Spoletan.
de decimis Ecclesie Romane seu aliis certis negociis ipsius Ecclesie per
eundem condam episcopum gestis. Et .hoc acto precepimus et iniunximus
eisdem in virtute sancte obedientie, auctoritate nobis in hac parte commissa,
ne dictis nepotibus seu alteri persone, nisi camere dicti domini nostri pape,
— 39 —
seu deputandis ab eo, nichil de dicto debito aut deposito predicto, seu de
hiis, que ad manus eorum perveniant aut concistebant (sie), nichil restituere
presumerent quoquomodo, sed pocius ea omnia et singula salva integraliter
teneant et conservent, donec per dictum dominum nostrum papam, seu eius
curia aliud extiterit ordinatum, quodque de summa dicti debiti et de rebus
in dicto deposito tunc existentibus et penes quos nunc concistunt [sü) et
qui de dictis rebus depositis quicquam habuerunt et de nominibus dictorum
nepotum condam episcopiSpoletan.nos deberent nichilominus reddere cerciores.
Hoc fuit actum anno, indictione et pontificatu quibus supra die XXVII
mensis lulii.
Nomina vero priorum arcium predicte civitatis Perusii nunc existen-
cium sunt hec, videlicet
Cola Riccii.
Bernardus Pi fsicj,
Bartholomeus Vegneucoli.
Nertolus Vguiccionis.
Cecchus Pelloli.
Lellus Bencompagni.
Petrus Recoli.
Postquam eadem die predicti priores declaraverunt nobis res et bona,
que erant in dictis coffinis et fardelo, que continebantur in inventario inde
facto per priores tunc arcium civitatis Perusii, quorum nomina sunt hec:
•
JohoUus Micheleti.
Lellus Jacopelli.
Blasius Grelli.
Machiolus Germi.
Melanssiolus Benvenuti.
Paulucius Simonis.
Paulus Bartholi.
Andrucius lacopucii.
Nepotes vero dicti condam episcopi Spoletan. vocantur: Petrus Prima-
rani (?), Franciscus Bindi de Monte Chello.
(Fol. 6r.) Bona vero, que capta fuerunt per dictos nepotes, ut dicti
priores moderni dixerunt, sunt hec, videlicet vasa argentea ponderis centum
novem librarum et unius quarti, que erant in duobus coffinis, una biblia in decem
voluminibus, unam par decretalium glosatarum, unum decretum glosatum.^)
*) VergL EhrU, Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum I, 8,
— 40 —
Summa vero florenorum per dictum commune et priores tunc Perusin.
a dictis nepotibus receptorum et de quibus in instrumento obligationis fit
mentio, prout in dicto instrumento obligationis seu copia ostensa in libro
priorum arcium, est Septem milia florenorum seu ducatorum de auro.
Magister Franciscus Nichola notarius scripsit dictum inventarium, in
quo predicta argenti quantitas, licet particulariter, et libri huiusmodi conti-
nentur, necnon instrumentum obligationis predicte, prout in libro priorum
copiam vidimus contineri.
Data erat die lil mensis Febroarii, anno domini millesimo lii vigesimo.
1827 lul. 28.
Postquam anno quo supra, die XXVIII dicti mensis lulii prefati priores
nobis miserunt quandam papiri sedulam {sie) eorum respontionem (sie) conti-
nentem, quam non admisimus, cum alias per eosdem responsum fuerit
aliter, quam contineatur in sedula {sie) quam miserunt; cuius tenor sequitur
in hec verba:
Responcio (sie) facta per dominos priores arcium civitatis Perusii inhibi-
tioni predicte fuit in efiectu, quod commune Perusin. paratum est parere,
annuere et obedire dicte inhibitioni, summo pontifici Ecclesieque Romane in
quantum sit iustum et sine iniuria alterius de iure pottst, et quod commune
Perusii nullum depositum habet nee habuit ab episcopo condam Spoletan.
nee ab alio pro eo, nee de peeunia, que fuerit ipsius. Sed verum est, quod
Franciscus Bindi et Petrus Primayrani {sie) de Monteehello et heredes domini
Petri, olim episcopi Spoletan., in magna necessitate quam habebant commune
Perusium tunc pro guerra, que erat inter (fol. 6v.) commune Perusium et
commune Assisii, mutuaverunt communi Perusii Vii ducat. auri et sindicus
or
communis Perusii et xxiiii de melioribus hominibus civitatis Perusii promi-
serunt eis restituere et instrumentum et cautionem fecerunt plenariam et
quod dieta peeunia, iam est diu, fuit consumpta in dicta guerra, que fiebatur
contra intrinsecos Assasinates rebelies Ecclesie et de voluntate et mandato
Ecclesie et summi pontificis et quod commune Perusium, cum bona consiencia
{sie) et cum iusta^) non potest denegare restitutionem eisdem Petro et Fran-
cisco, quia commune Perusium servat et servare facit iusticiam omnibus et
per consequens et in se servare debet, et quod dominus noster summus
pontifex nollet, quod commune Perusium non servaret iusticiam, et quod
Perusini et illi, qui sunt obligati ad restitutionem dicte pecunie et alii
(debitores?) vadunt Floren, et transeunt per forciam et contratam ipsorum
*) Le^. iustitia.
— 41 —
Petri et Francisci et per civitatem Senarum, cuius civitatis sunt cives dicti
Petrus et Franciscus et quod ibi possent cogi ad solvendum et forma con-
tractus et cautionis, quia promisenmt ubique solvere dictam quantitatem.
Sed si erat de voluntate dictorum Petri et Francisci, quod dissolverent
obligationem et liberarent commune Perusium et dictos xxiiii et alios obli-
gatos, quod tunc commune Perusium dictam quantitatem libenter tenerent
pro Romana Ecclesia et pro nunciis ipsius Romane Ecclesie. Et aliud cum
bona consiencia (sie) et debita iusticia non credunt posse facere nee debere
nee ad aliquid aliud credunt et volunt teneri.
Et ego Hugo Fabri clericus, Caturcen. diocesis, publicus auctoritate
apostolica et imperiali notarius et iudex Ordinarius, premissis omnibus una
cum magistro Johanne Andree eciam tabellione dicti domini nostri pape
infrascripto interfui et hie de precepto dictorum dominorum delegatorum
me subscripsi et Signum meum apposui in fidem et testimonium premissorum.
(Signum)
Ego Johannes Andree notarius predictus, qui premissis, vocatus,
interfui de precepto dictorum dominorum nunciorum me subscripsi
et Signum meum apposui.
Instrumenta Miscellanea. ad an. 1327. No. 22.
Original, Papier/ascikel von lo Blättern, von dtnen 4 unbeschrieben sind. Der Text
beginnt auf der ersten Seite und endigt fol, 6 v. unten.
Die Unterschrift des Notars ist eigenhändig,
Vergl, Ehrle, Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum etc, Romae j8go typis Vaticanis,
Tom, I pag, 16, wo das unrichtige Datum lul, 77 angeführt ist.
69.
Johann XXII befiehlt dem Rector des Herzogthimis Spoleto, 3300 Goldgulden,
die aus der Nachlassenschaft des Bischofs von Spoleto j Petrus de Monte-
ckiello, bei gewissen Kaufleuten von Spoleto hinterlegt sein sollen^ für die
Kammer mit Beschlag zu belegen, da alle Güter des verstorbefien Bischofs
dem hl. Stuhle vorbehaltai seien, 1331 Decembr. 9 Avenlonis.
Eidem rectori (ducatus Spoletan,),
Cum bone memorie Petrus episcopus Spoletan., cuius bona ex certis
causis rationabilibus duximus reservenda, tria milia quingentos floren. auri
apud nonnullos mercatores civitatis Spoletan. duxerit, sicut accepimus, dum
— 42 —
viveret, deponendos, nos volentes indempnitati nostre camere precavere,
mandamus, quatinus super hiis simpliciter et de piano ac sine strepitu et
figura iudicii te informans, si ea repereris veritate fulsiri {sic\ dictam floren.
summam petere, exigere et recipere solerti diligentia non omittas (sie),
Contradictores etc. Nos enim tibi quitandi mercatores huiusmodi de receptis
plenam concedimus tenore presentium facultatem. Volumus etiam quod
super receptione huiusmodi duo confici etc. ut in alia.
Datum ut supra [Vid. Decembr, anno XVI).
Reg. Vat. No. ii6. fol. 370 r. cap. 1698.
70.
Johann XXII befiehlt der Stadt Perugia, alle Dinge aus der Nachlassen-
Schaft des Bischofs von SpoUto, Petrus de Montechiello, vor den Ansprüchen
der Verwandten zu schützen und deftselben nichts auszuliefern, da er die
Güter des verstorbenen Bischofs aus gewissen Gründen dem apostolischen
Stuhle vorbehalten habe, 1882 lanuar. 2 Avenlonls.
Communi Perusin.
Cum certam partem bonorum bone memorie Petri episcopi Spoletan.,
que ad manus vestras noscitur pervenisse, nepotes vel affines quondam
ipsius episcopi, quamvis nos bonorum ipsorum dispositionem nobis dudum
excertis causis rationabilibus reservaverimus apropriare , sicut accepimus,
moliuntur, universitatem vestram rogamus et hortamur attente nobisque
nichilominus tenore presentium inhibemus, quatinus bona huiusmodi eisdem
nepotibus vel affinibus seu quibusvis aliis absque nostra speciali licencia
nullatenus assignetis, set ea faciatis potius nostro nomine donec aliud de
Ulis ordinaverimus, fideliter custodiri.
Datum IUI. non. lanuarii anno XVI.
Reg. Vat. No. 116. fol. 318 v. cap. 1506.
71.
Johann XXII ertheilt dem Rector des Herzogthums Spoleto die Erlaubnisse
über alle eingelieferten Gelder, Sachen mid Werthgegefistände aus dem
Nachlasse des Bischofs von Spoleto, Petrus de Mofitechiello, im Namen der
Kammer Quittung zu ertheilen, 1884 August. 18 Avenlonls.
— 43 —
Dilecto filio lohanni Rigaldi, rectori ecclesie sancti Germani Mimaten.
diocesis, ducatus Spoletani thesaurario.
Cum dilecti filii. — Datum XV kal. Septembris anno XVIII.
Reg. Vat. No. 117. fol. CCLXXXI v. cap. 1475.
72.
Johann XXII hatte dem früheren Rector des Herzogthums SpoUto schon
befohlen y eine Summe vofi yooo Goldgulden ^ aus der Nachlassenschaft des
Bischofs von Spoleto, Petrus de Montechiello , stammend, Namens der
Kammer von der Stadt Perugia einzuziehen. Er erneuert dem. Adressaten
den früheren Befehl und fügt hinzu, dass alle Güter des verstorbenen
Bischofs dem apostolischen Stuhle vorbehalten worden seien, da Petrus in
seiner Eigenschaft als procurator fisci Ecclesiae Romanae es unterlassen
habe, vor seinem Tode Rechenschaft über die seiner Verwaltung unterstellt
gewesenen Summen und Güter der Kirche abzulegen. Alle Güter des
Bischofs^ deren man habhaft werden kömie, seien an den Schatzmeister
des Herzogthums Spoleto abzuliefern, der darüber besondere Weisungen
empfangen habe, 1884 August. 18 Avenionis.
Magistro Petro de Castaneto, archidiacono Belvacen., capellano nostro,
rectori ducatus Spoletan.
Dudum ad nostri apostolatus auditum veridica relatione deducto, quod
ad dilectos filios commune Perusin. summa Septem milium florenorum auri,
quam dilecti filii Conradus Frederici, clericus, tunc familiaris bone memorie
Petri episcopi Spoletani, et quondam Monaldescus de Tronio, laicus, Alben,
et Spoletan. diocesium, de pecunia ipsius episcopi penes dilectos filios
priorem et conventum ftatrum Predicatorum Perusin. deposuerant, seu alio
titulo tradiderant, olim pervenerat; nos attendentes, quod prefatus episcopus
de nonnullis pecuniarum summis aliisque bonis, ad cameram nostram spec-
tantibus, que ipse dudum temporibus, quibus procurator fisci Ecclesie
Romane extiterat, recepisse dicebatur, eidem camere debitam non reddiderat
rationem; et volentes indempnitatibus predicte camere super hoc precavere,
quondam Reinaldo de Sancta Arthemia, tunc thesaurario ecclesie Noviomen.,
Spoletan. ducatus rectori, per nostras certi tenoris litteras inter cetera
dedimus in mandatis, ut dictam pecuniam, res et alia quecumque bona
dicti episcopi, ubicumque deposita, peteret, exigeret et ea faceret dilecto
filio magistro lohanni de Amelio, clerico dicte camere, tunc dicti ducatus
thesaurario assignari. Verum quia idem Reinaldus, arduis tunc ducatus
— 44 —
predicti negociis occupatus, mandatum et commissionem huiusmodi executioni
debite demandare nequivit, licet ad certos actus dicatur super hiis pro-
cessisse, nos volentes, quod negocia huiusmodi ad finem debitum perdu-
cantur, discretioni tue per apostolica scripta committimus et mandamus,
quatinus prefatos commune ac omnes et singulos alios ad quos dicta
pecunia, res seu bona quecumque dicti episcopi qualitercumque pervenerint,
communiter seu divisim ex parte nostra efficaciter monere ac inducere,
ipsosque post debitam monitionem, si necesse fuerit, per ecclesiasticam
censuram compellere, appellatione postposita, non omittas {stc)^ ut infra
certum peremptorium terminum competentem, per te prefigendum, eisdem
dictam summam pecunie, res et bona ubicumque sint et in quibuscumque
consistant, dilecto fiiio lohanni Rigaldi, rectori ecclesie sancti Germani,
Mimaten. diocesis, nostro in dicto ducatu thesaurario, cui summam, res et
bona ipsa petendi et recipiendi et communi predictis per alias nostras
litteras facultatem concedimus, nomine dicte camere studeant assig^are.
Non obstante si eis vel eorum aliquibus communiter vel divisim a sede
apostolica sit indultum, quod interdici, suspendi vel excommunicari non
possint per litteras apostolicas, non facientes plenam et expressam, ac de
verbo ad verbum de indulto huiusmodi mentionem.
Datum XV kal. Septembr. anno XVIII.
Reg. Vat. No. 117. fol. CCLXXXII r. cap. 1476.
73.
Johann XXII befiehlt der Stadt Perugia^ die ihr in Verwahr gegebenen
yooo Goldgulden aus dem Nachlasse des Bischofs von Spoleto, Petrus de
Montechiello , an defi Rector des Herzogthums Spoleto abzuführe?t. Wegen
nicht geschehener Rechmmgsablage aus der Zeit, in der Petrus procurator
fisci Ecclesie Romane war, gehöreji diese Gelder der apostolischen Kammer,
1884 August. 18 Avenionls.
Communi Perusin.
Relationc percepimus fidedigna, quod vos olim summam vil floren.
auri, que de pecunia bone memorie Petri episcopi Spoleti [sie) per quendam
familiärem suum penes dilectos filios . . priorem et conventum ordinis
fratrum Predicatorum Perusin. deposita extitit, ab eisdem priore et conventu
recepistis. Cum autem huiusmodi pecunia ex eo debeat nostre camere
assignari, quod dictus episcopus de variis pecuniis et bonis ad ipsam
cameram spcctantibus, que retroactis temporibus, quibus fuit procurator
fisci Ecclesie Romane, receperat, nondum eidem camere rationes reddiderat
— 45 —
nee satisfecerat tempore quo decessit, universitatem vestram rogamus et
hortamur attentius, quatinus dilecto filio lohanni Rigaldi, rectori ecclesie
sancti Germani, Mimaten. diocesis, ducatus Spoletan. thesaurario, cui per
alias. tiostras litteras^) petendi et recipiendi a vobis dictam summam pecunie
facultatem tribuimus, illam sie prompte assignare euretis, quod nos devotionem
vestram debeamus propter hoe merito eommendare.
Datum ut supra (xy. kaL Septembr, anno XVJfl),
Reg. Vat. No. 117. fol. CCLIIII r. eap. 1296.
») VergL N. 72.
lohatm XXII schreibt dem Rector des Herzogthums Spoleto über gewisse Be-
lästigungen des Erzpriesters von Perugia, Franciscus Gratie O, S. A., wegen
gewisser Summen aus dem Nachlasse des Bischofs von Spoleto, Petrus de
Montechiello; in die Angelegenheit ist auch der Neffe des verstorbenen Bischofs,
Franciscus de Montechiello verwickelt, 1384 August. 18 Avenionis.
Dileeto filio magistro Petro de Castaneto, arehidiaeono Beluaeen.,
dueatus Spoletan. reetori, eapellano nostro, salutem. Sua nobis dileetus
filius Franeiseus Gratie, arehipresbiter eeelesie Perusin., ordinis saneti
Augustini, eapellanus noster, gravi eonquestione monstravit, quod oecasione
quorumdam {sie) repesaliarum, quas dileeti filii eomune [sie) Senen. eontra
eives Perusin. ex eo eoneessisse dieuntur, quia dileeti filii eommune Perusin.
summam septemmilium florenorum auri, quam ipsam dudum a dileetis
filiis priore et eonventu fratrum ordinis Predieatorum Perusin., penes
quos per quemdam familiärem bone memori Petri episeopi Spoletan. de
peeeunia ipsius episeopi deposita fuerat, reeeperant, Franeiseo de Monteehello,
eivi Senen. nepoti eiusdem episeopi, assignare reeusant, quedam bona eiusdem
arehipresbiteri pridem eapta et disrobata fuerunt in eomitatu Senen., et ad-
hue detinentur in eius preiudicium non modieum et derogationem libertatis
eeelesiastiee oeeupata. Cum autem dietus Franeiseus, euius intuitu prefato
arehipresbitero iniurietur eontra iustitiam super hiis, presertim eum dieta
summa pecunie non ad ipsum eivem, set ad eameram nostram dumtaxat
ex eertis eausis speetare noseatur, nos volentes . . . eidem arehipres-
bitero . . . non deesse,
Soll die Stadt Siena zwingen von allem abzulassen.
Dat. Avinion. XV Kai. Septembr. anno decimo oetava.
Reg. Vat. No. 106. fol. desid. eap. MLXXXXim.
Reg. Vat. No. 117. fol. ccLXXXim v. eap. 1477.
- 46 -
75-
Johann XXII befiehlt der Stadt Siena, von den Bedrängungen abzustehen,
die sie gegen die Stadt Perugia vollfiihrt aus Anlass der Nichtaus-
lieferung von yooo Goldgulden, die nicht dem Franciscus de Montechiello,
sondern der apostolischen Kammer aus dem Nachlasse des Bischofs von
SpoletOy Petrus de Montechiello, zustehen, 1S84 Ausrast« 18 Avenlonls.
Communi Senarum.
Recepimus nuper quod, pro eo, quod dilecti filii commune Perusin.
summan VII floren., quam olim a dilectis filüs priore et conventu fratrum
ordinis Predicatorum Perusin., penes quos per quendam familiärem bone
memorie Petri episcopi Spoletani de pecunia ipsius deposita fuerat, receperunt,
Francisco de Montechello, concivi vestro, nepoti eiusdem episcopi, assig^are
recusavit, contra Perusin. represalias concessistis, quarum occasione quedam
bona dilecti filii Francisci Garde ^), archipresbiteri ecclesie Perusin., capellani
nostri, pridem in comitatu Senen. capta fuisse dicuntur et ad huc in eius
grande preiudicium et libertatis lesionem ecclesiastice detineri. Cum autem
summa pecunie huiusmodi nequaquam dicto Francisco, sed potius nostre
camere pro eo debeat assignari, quia dictus episcopus de diversis pecuniis
et bonis, ad dictam cameram spectantibus, que retroactis temporibus,
quibus fuit procurator fisci Romane Ecclesie, recepisse asseratur, nondum
rationes reddiderat nee inde camere predicte satisfecerat tempore quo
decessit, universitatem vestram rogamus, requirimus et hortamur attentius,
quatinus, quod represalie huiusmodi iuri et equitati naturali contrarie in
nostram et Ecclesie Romane redundant iniuriam, diligentius attendentes eas
relaxare curetis, dicto archipresbitero bona capta huiusmodi faciendo restitui,
nee impediendo decetero, quominus camera nostra predicta memoratam
summam pecunie habere valeat, sicut ad eam noscitur pertinere etc, usque
in finem.
Dat. XV Kai. Septembris anno xviii.
Reg. Vat. No. 117. fol. ccliiii r. cap. 1294.
*) So in der Handschrift ; in No, 7^ Gratie.
76.
Neuregeltmg des Gehaltes der clerici collegii cardiyialium. 1419 Oetobr. 1.
Et primo notandum [est] de mandato dicti domini camerarii (cardinalis
Francisci tituli Sayictae Crucis, Venetiarum vulgär iter 7m7icupati\ quod
— 47 —
reverendissimi domini cardinales deliberaverunt coUegialiter in aula consi-
storiali palatii apostolici, quod decetero clerici collegü capiant pro eorum
porcione in divisionibus que fient, duos florenos auri de camera de quolibet
centenario, idest unum florenum pro quolibet, consuetudine hactenus obser-
vata de grossis litterarum firma manente.
lohannes de Reate.
Oblig. 62. fol. I r.
IUI. Die Servitien, Erlass derselben,
Neueinschätzungr von Bisthümern und Abteien, sowie alle mit den
Servitien zusammenhängrenden Urkunden.
Der Papst erlässt die seiner Kammer zufallende Hälfte eines servitium commune,
1296 Hart 3.
Dominus papa dicitur remisisse partem suam.
Oblig. I. fol. 3 r.
78.
Taxirung der Servitien des Abtes von Clugny und Vertheilung einer Theil-
zahlung unter die Cardinäle, 1296 circa festum Resurrectionis Domini.
Abbas Cluniacen. [In margine)
Item circa dictum festum Resurrectionis taxatum fuit servicium commune
pro collegio dumtaxat faciendum per fratrem Bertrandum noviter abbatem
creatum in monasterio Cluniacen. ad 11 libr. Turon. pro collegio cardinalium
et pape, exceptis duobus servitiis debitis et consuetis et x sol. Turon. pro
flor. quolibet computatis.
De qua summa soluta est nunc in presenti quantitas M • IX • im flor.
auri et sol. viii Turon. et de residuo habebat habere (sie) terminum usque
ad festum Omnium Sanctorum. Hec peccunia {sie) nunc in presenti
soluta, distributa est inter xxiii cardinales et habuit quilibet per manus
dictorum mercatorum Clarentinorum LXXXii flor. auri sol. viii den. vi Turon.
- 48 -
parvorum. Familie vero nichil habent in hac solucione sed eis in alia satisfiet.
Nomina vero predictorum cardinalium superius in sua promissione continentur.
Oblig. i\ fol. 3 V.
Kirsch, S, iij, No, 77.
Der Cardinalkämtnerer zwingt die Procuratoren des Abtes von St, Victor in
Marseille, die Servitien zu zahlen, da der Abt nicht gezahlt hatte,
1296 eirca festum Beati Michaelis.
Abbas Sancti Victoris Marsüien. {In margine,)
Item memorandum est, quod circa festum Beati Michaelis dicti anni
(1296) dominus Ostien. prefatus mercatores Ammanatorum de Pistorio, qui
ad hoc se obligaverant, coegit solvere commune servicium vi • L librarum
Turonen. factum per . . abbatem Sancti Victoris Marsilien. coUegio x anti-
quorum cardinalium; videlicet:
donini pape pro tempore cardinalatus. Mathei Rubei et lacobi [et]
dominorum Sabinen. Petri de Columpna.
Tusculani. Neapoleonis.
Portuen. et Ostien. necnon condam P. de Mediolano.
Et hec peccunia soluta est per dictos mercatores Ammanatorum et
habuit dictus dominus noster et quilibet dictorum cardinalium LXV libr.
Turonen. ; familiis etiam de parte ipsorum satisfactum fuit, set non omnibus
simul, sed aliquibus tempore dicti domini Petri, tunc camerarii dicti coUegii,
sicut dicunt mercatores, et aliquibus tempore dicti domini Ostien. sicut in
libris dictorum mercatorum continetur.
Oblig. i^ fol. 2 V.
Kirsch, S. 112, No, 12.
80.
Der Bischof von Soissons darf seine versprochenen Servitien cjttweder in Rom
oder in Paris an eines der bei der Curie beglaubigten Handelshäuser bezahlen,
1297 Mart 20.
Episcopus Suessionen. promisit pro communi servitio pape et coUegii
XX cardinalium predictorum solvere infra mensem post Natalem Domini ii
flor. auri in Romana curia vel Parisius alicui societati camere domini pape.
Oblig. I. fol. 5 V.
Kirsch f S. 126 unten. (S. 14, Anm, 6),
— 49 —
8i.
1297 M6Bse DaovKto.
Üem anno Domini nuDesnno n nonagesimo vta dkti mensis Decembris
dectus Carditan. fedt promitti pro communi servitio pape et coU^[ü XM
cardinalhnn ultra duo consucta servitia &Lmiliarium eorumdem CCL flor.» qui
dd>ent sine dOatkiiie scrivi in continenti.
(Im marghui) solvit
Oblig. I. fol. 7 r.
Vtr^ R^. Ckm^. V (E£t. BtmttL) J^pmi. Tmu I, K^SS^
82.
Bis zu Bezahlung der versprochenen ServiHen darf ein Prälat xnm seinen
Etnkünften nur so tnel verwenden, als fiir den angemessenen Unterhalt seines
Haushaltes nötkig ist. Alles Uebrige ist sur Zahlung der Servitien su ver-
wenden. 12M AiirU. 14.
Episcopus Oveten. obtulit et promisit pro communi servitio pape et
coUegii xvm cardinalium solvere, astrictus ad hoc proprio iuramento, mille
VI flor. auri et ultra tria consueta servitia familiarium eorumdon, de primis
redditibus episcopatus Oveten., sibi et familie sue dum taxat decenti victu
retento, nee dictos fructus in alios usus convotere, donec per tempora
successive fiierit de dictis servitiis int^^re satisfactum; et obligavit ad hoc,
dicti domini pape accedente licentia, se et successores suos et ecclesiam
Oveten. Ceterum mille im flor. propter grandia et manifesta onera ecclesie
sunt sibi relaxati.
{In margine:) solvit.
Oblig. I. fol. IG r.
83.
Dem Bischöfe von Toulouse werden die nic/U gezahlten Servitien seiner beiden
Vorgänger aus Gnade erlassen, 12M DeeembP. 6.
Est autem sciendum, quod dictus episcopus {Tholosan) tam pro se,
quam pro dictis duobus predecessoribus suis secundum morem preteritum
et secundum promissiones dictorum predecessorum tenebatur tam camere,
quam coUegio, quasi in XXXVI flor. silicet {sie) pro quolibet XII ; set dominus
noster et collegium certis de causis hac vice, non trahenda in posterum ad
Baumgartsn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. 4
— 50 —
sequelam, illud, ad quod plus tenebatur {24.000 flor) dictus episcopus ultra
dictam quantitatem (12000 flor) solutam, remiserunt de gratia special!.
Oblig. I\ fol. 20 V.
Vergl, Kirsch S. 14, Antiurkung /.
84.
1809 MaU 25 Avenioiüs.
Clemens papa V guttat Petrum archiepiscopunt Maguntin. de soluta pecunia,
in qua tenebatur camerae apostolicae et camerae collegii cardinalium ex obli-
gatione facta de servitio communi et quinque servitiis minutis, et absolvit
eum ab excommunkatianis et suspensianis sententiis, quas incurrere declaraverat
„sacrosanctis evangeliis cor am te positis iuramento prestito**, si in termino,
ad solvendum sibi statuta, deficeret,
Venerabili fratri Petro archiepiscopo Maguntin.
Licet olim mille. — Dat. Avinion. viii kal. lun. anno quarto.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 4042.
85.
Der Erzbischof von Bremen verspricht seine Servitien zu zahlen, bevor er
die Curie verlasse, 1810 lun. 19.
Servitium archiepiscopi Bremen, in Alamannia. [In margine.)
Eisdem anno, indictione, loco, die et testibus, dominus Johannes
Bremen, archiepiscopus promisit pro communi servitio camere et collegii
VI flor. auri et v consueta servitia familiarium persolvere manualiter ante
recessum suum de curia.
(Nachgetragen:) solvit, preter servitia.
(In margine:) XXI Card.
Oblig. 2. fol. xviil r.
86.
Der Papst erlässt einem Prälaten den seiner Kammer zufallenden Theil des
servitium commune. 1811 lanuar. 16.
Et est attendendum, quod dominus noster remisit sibi partem camere;
sed tamen solvit servitia.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) Append. Tom. I No. 138.
VergU Oblig. 6. fol. cxilii v. Dominus noster remisit partem suam domino Terrealben.,
ut dixit dominus camerarius, (iJ^O Siehe oben No. yy.
— 51 —
87.
Quittung des Procurators des Cardinais Lucas de Flisco über den Empfang
gewisser Summen, 1817 luL 27.
In nomine Domini Amen.
Anno Domini iiL • CCC • xvn, indictione XV, pontificatus domini lohannis
pape XXII anno primo, menssis (si^ lulii die xxvil, in presentia mei notarii
et testium subscriptorum ad infrascripta specialiter vocatorum et rogatorum
Matheus de Modoecia nomine reverendi patris domini Luce Sancte Marie
in Via Lata diaconi cardinalis recognovit et confessus fuit, se habuisse dicto
nomine centum trigintaquinque flor. äuri et solid, decem Turon. parvorum
a reverendo patre domino B. tituli Sanctorum Nerey et Achilley presbitero
cardinale per manum domini Vincentii de Serignano, capellani sui, de distri-
butione censuum et aliarum obventionum receptarum per ipsum pro coU^o
reverendorum dominorum cardinalium factam per ipsum anno Domini
i& • CCC • xvn die xxni menssis f^sic) lunii.
Actum Avinion. in domo habitationis prefati Mathei de Modoecia,
anno, indictione, mensse [si^y die quibus supra in principio huius instrumenti,
presentibus Georgio de Modoecia Mediolanen. diocesis et Giliolo de Mediolan.,
testibus ad predicta vocatis specialiter et rogatis.
Et ^o Leo lohannis Viviani de Garcino Alatrin. diocesis, publicus
apostolica et imperiali auctoritate notarius, predictis interfui rogatus, scripsi,
publicavi et sig^um meum apposui consuetum.
[In margine:) Hec est copia littere quitationis facta per magistrum
Matheum de Modoecia, procuratorem domini Luce de Flisco cardinalis, de
distributione facta in mense lunii M • CCC • xvii.
Oblig. 4. fol. 10 V.
88.
Der Cardinalkämmerer zahlt durch den distributor collegii eine Summe an
die päpstliche Kammer, die dem Papste noch aus Servitien tempore sui car-
dinalatus zusteht. 1817 Novembr. 26.
Die XXVI Novembr. remissi sunt a dicto domino cardinale, traditi per
manus domini Vincentii de Serinhano, capellani sui, de distribucionibus
serviciorum episcopi Leodien, et archiepiscopi Bisuntin., contingentibus domi-
num nostrum de tempore cardinalatus sui, xxxnn flor. x sol. Tur. parvorum.
Collect. Cam. No. 378. [Miscellanea Cameralia ijij ijjj) fol. i r.
4*
— 52 —
88 ••
Zahlung des ganzen Servitiums eines Abtes fiir das keilige Collegium und
Vertkeilung der Summe an die participirenden Cardinäle. 1820 Oetobr. 27.
Anno M • ccc • xx , Oetobr. xxvn et xxxn cedula.
Solutio servitii domini Pancratil abbatis Cripteferrate Albanen. dioc.
(In margine)
Item anno quo supra (ij2o)y die penultima mensis Augusti dominus
Pancratius abbas monasterii Cripteferrate Albanen. dioc. solvit pro suo
communi servitio collegium XXIIII cardinalium contingente n flor. per manus
lohannis Caransonis, mercatoris de Roma. Cuius obligatio facta fuit anno
Domini millesimo c£c • xlx, die xvii mensis Augusti. Quam pecunie summam
ego Vincentius predictus die xxvn mensis Oetobr. distribui inter xxiiil
dominos cardinales, qui supra scripti sunt in solutione servitii episcopi
Bisiniacen. ad LXVii.
(In margine:) XXlin card.
Oblig. 3. fol. LXX V.
89.
Johann XXII erlässt dem Bischöfe von Fermo 1000 Goldgulden von der
Summe von jooo Goldgulden, die er an die päpstliche Kammer zu zahlen hat
1820 Deeembr. 16 Avenionis.
lohannes episeopus servus servorum Dei venerabili fratri Francisco
episcopo Firmano salutem et apostolicam benedictionem.
Cum tu camere nostre tria milia flor. auri solvere tenearis, nos atten-
dentes onera plurima que tibi et ecclesie tue, sicut ex parte tua fuit expo-
situm coram nobis, incumbunt, tibique super Ulis paterno compatientes
affectu, mille flor. auri de summa dictorum trium milium flor. tibi tenore
presentium remittimus de gratia speciali.
Datum Avinion. XVIII kal. lanuar., pontificatus nostri anno IUI.
Collect. Cam. No. 373. (Bullae et Quietantiae camerales 1316 1332) fol. 92 v.
89*-
Zahlung und Vertheilung des minutum servitium pro familiaribus cardinalium,
1821 April. 28.
Anno M • CCC • xxi, Aprilis (xxviii) et xxxvi cedula.
Solutio servitii familie facta per abbatem monasterii Cripteferrate
Albanen. dioc. (In margine^
— 53 —
Item anno quo supra, die xxilll mensis Martii, dominus Pancracius
abbas monasterii Cripteferrate Albanen. dioc. solvit pro servitio familie
collegium xxini dominorum cardinalium contingente vni flor.
Cuius obligatio facta fuit anno Domini M • CCC • xlx die XVII mensis
Augusti ; quam pecunie summam ego Vincentius predictus die XXVIII mensis
April, distribui inter XXIIII dominos cardinales, qui suprascripti sunt in
solutione servitii episcopi Bisiniacen. LXVII.
{In margine:) XxBll card.
Oblig. 3. fol. Lxxvni r.
90.
Bei einem Zweifel über die Höhe eines servitium commune wurde als terminus
a quo ßir den Nachweis geringerer oder grösserer Zahlung cUr Pontificat
Bonifaz VIII festgesetzt. 1822 MaU 14.
Servitium Sancte Crucis Columbrien. de ll flor. auri et quinque servitiis
consuetis.
... Et quia propter aliquas precedentes obligationes, utrum dominus
prior teneretur ad tantum vel plus aut minus, aliqua hesitacio habebatur,
concessum est, quod si usque ad ultimum terminum dicte solutionis faciende
probetur declaracio super hiis per ipsum priorem de minori, vel per cameram
de maiori a parte domini Bonifacii pape VIII citra, servabitur, prout fuerit
probatum.
Oblig. 6. fol. XXX r.
91 — 96.
6 Urkunden zum servitium von Ravenna.
1824 lanuaF. 8 — 1842 Novembr. 29.
Der Erzbischof von Ravenna behauptete, nicht zur Zahlung von Servitien
verpflichtet zu sein, bezw, nicht in der Höhe von 4.000 Goldgulden und fünf
kleineren Servitien. Nach langen Verhandlungen und vielfachen Zahlungs-
Unterlassungen von Seiten verschiedener Erzbiscköfe stellte sich nicht heraus,
dass die Ansetzung der Summe von 4000 Goldgulden von Seiten der Kammer
zu hoch war. In Folge dessen blieb alles beim Alten.
Bemerkenswerth sind die Verrechnungen und die Aufnahme persön-
licher Obligationen für diejenigen Schuldner, die vom Stuhle von Ravenna
nach einem anderen Erzbisthume versetzt wurden. Für den zum Cardinal
— 54 —
ernannten Erzbüchof Aymericus scheint eine persönliche Obligation nicht auf-
genommen worden zu sein; es war ihm vielmehr anheimgestellt, ob er seine
Schulden an die Kammern betreffs seines Servitium von Ravenna bezahlen
wollte oder nicht
91.
1824 lanuar. 8.
Solucio de parte servicii domini Aymerici electi Ravennat.
In II distributione. (In margine)
Item anno quo supra (1323), die xxim dicti mensis Decembris, dominus
Aymericus, electus Ravennat., solvit pro parte communis servicii collegium
XXV dominorum cardinalium contingente VI • L flor. et pro parte servicii
familie xxvi flor. per manus domini Ademarii Roberti, procuratoris sui;
cuius obligatio facta fuit anno Domini M • CCC • xxfi, die xxil mensis Decembr.
Que peccunie (sie) summa per nos, G. et M., extitit distributa die in lanuarii
inter XXV dominos cardinales, qui supra designati sunt in solutione episcopi
Mothonen., additis dominis N. de Frovilla, Symon. de Archiaco et Berengario
Tusculano.
Protestatione per dictum dominum Ademarium premissa, quod si in
futurum apparere posset, quod dicta ecciesia Ravennat. ab omni prestacione
communis servicii esset libera, vel quod taxatio dicti esset excessiva, quod
propter huiusmodi solucionem, quam nunc fecit, dicte ecciesie vel domino
suo predicto nullum preiudicium generetur.
Oblig. 3. fol. 113 V.
92.
1888 Mart. 26.
Eisdem anno (1333), indictione, pontificatu, die, loco, dominus Guido
M o
archiepiscopus Ravennas recognovit et solvere promisit li-vii flor. auri et
V servicia familiarium pro rata summe predicte, restantis ad solvendum pro
complemento communis servicii, facti camere et collegio xxv dominorum
cardinalium per dominum Aymericum precessorem suum, nunc episcopum
Camoten. ^)
Item promisit pro suo communi servicio camere et collegio xxii domi-
norum cardinalium im flor. auri et V servicia familiarium consueta, solvenda
omnia et sing^la supradicta a festo Penthecostes proxime venturo ad annum.
Alioquin non obstante etc. Promisit quod infra quatuor menses etc., et
iuravit etc.
*) Siehe oben No, gi und unten No. loo.
— 55 —
Predicta autem obligatio et promissio per prefatum dominum archi-
episcopum facta fuit et per dominos camerarios recepta de mandato domini
nostri pape sub condicionibus infrascriptis, videlicet, quod si informatio
facienda per reverendum patrem et dominum Bertrandum Ostien. et Velletren.
episcopum, in partibus Lombardie apostolice sedis legatum, cui hoc specialiter
per litteras apostolicas idem dominus noster comicti (sü) mandavit, super
universo valore omnium fructuum, proventuum et reddituum mense archi-
episcopalis predicte tam pro retroactis temporibus, quam eciam de presenti
infra annum a festo Penthecostes proxime veniente in antea computandum
remissa fuerit domino nostro pape, ex eo, quia sicud idem archiepiscopus in
consistorio prosopuit coram prefato domino nostro papa, consideratis annuis
redditibus sue mense archiepiscopalis, qui propter malum statum illarum
partium modemis temporibus vix ad summam M flor. ascendunt, in pre-
dictorum promissione et solucione serviciorum esset ita gravatus, quod
omnino imposibile (sie) reputat, se posse solvere dictas pecünie quantitates,
prefatus dominus archiepiscopus solum illam summam tam pro se quam
pro predecessore suo solvere sit astrictus, de qua idem dominus noster
tunc duxerit ordinandum, et in terminis tunc prefigendis eidem; promisit
tamen idem dominus archiepiscopus, se daturum opem et operam efficaces,
quod dicta informacio fideliter recipietur et infra dictum tempus remittetur
domino nostro pape. Alioquin, ubi dicta inquisicio infra tempus prefatum
non remitteretur, dicta serviciorum promissio, obligacio et termini ad predicta
solvenda assignacio, omni adiecta conditione sublata, in suo robore perseverent.
Oblig. 6. fol. cxxill V.
93.
1885 MaU24.
Eisdem anno, indictione, ppntificatu, loco et testibus consuetis pre-
sentibus, die xxiiil mensis Maii, dominus Franciscus electus in archiepiscopum
Ravennatem promisit pro suo conmiuni servicio IUI flor. auri et V servicia
consueta.
Item recognovit et promisit de servicio per dominum Aymericum,
olim precessorem suum, promisso et non soluto il • vii flor. auri et quinque
servicia consueta pro rata et pro distributione xxv dominorum cardinalium.
Item recognovit servicium integrum per dominum Guidonem, imme-
diatum predecessorem suum, promissum et non solutum, videlicet im flor.
auri et quinque servicia consueta pro distributione xxii dominorum cardi-
nalium, persolvere terciam partem infra annum a die date huiusmodi
- 56 -
computandum, et aliam terciam partem infra alium annum extunc proxime
sequturum {sie), et aliam terciam partem residuam infra annum extunc
inmediate sequentem. Alioquin infra lin menses et iuravit etc.
Hec autem obligatio fuit facta de mandato domini nostri pape sub
condicionibus infrascriptis, videlicet, quod si per dominos Poncium Stephani,
precentorem ecclesie Antisiodoren., et Guillermum Truelli, archipresbiterum
de Gardubio, Tholosan. diocesium, quibus per dictum dominum nostrum
papam specialis comissio {sie) super hoc dicitur esse facta seu facienda,
reperiatur, quod taxacio dicte Ravennat. ecclesie fuit exessiva {sie), et quod
dominus noster predictus secundum informacionem habitam de dicta taxa-
cione diminuerit vel aliud ordinaverit, tunc dictus electus tam pro se, quam
pro aliis predecessoribus suis predictis illam summam solvere teneatur
dumtaxat, de qua prefatus dominus noster duxerit ordinandum, solvendam
in terminis sibi tunc prefigendis; nee non et quod idem electus teneatur
sie dictam informacionem diligenter procurare, quod infra annum proximimi
sit completa et prefato domino nostro summo pontifici presentata. Alioquin
ipse electus ad solvendum supradictas summas flor. et servicia in dictis
terminis sit astrictus et, ut premittitur, remaneat obligatus.
Oblig. 6. fol. CXLII V.
Vgr^i. NN, gi, g2 und loo,
1886 Ion. 25.
Cum steterit per comissionem {sie) quod non potuerit fieri informatio,
et noviter sit facta commissio rectori Romandiole, fuit prorogatus terminus
sub condicionibus predictis usque ad subsequens festum Purificacionis beate
Marie lohanni de Pidiano, procuratori archiepiscopi.
Datum vicesima quinta lunii anno tricesimo sexto.
Oblig. 6. fol. CXLII V.
95-
1842 Novembp. 29.
Eodem anno, die penultima mensis Novembris, dominus Nicolinus
archiepiscopus Ravennat. recognovit et solvere promisit pro complemento
communis servicii promissi et non soluti per reverendum patrem dominum
Aymericum, precessorem suum, nunc tituli Sancti Martini in Montibus pres-
biterum cardinalem, duo milia septingentos florenos auri et quinque servicia
familie consueta pro rata summe predicte.
— 57 —
Item recognovit et solvere promisit pro comuni (sie) servicio promisso
et non soluto per dominum Gindonem {stc\ predecessorem suum, quatuor
milia flor. auri et quinque servicia familie consueta.
Item recognovit et solvere promisit pro comuni {sie) servicio promisso
et non soluto per dominum Franciscum, in mediatum predecessorem suum,
quatuor milia flor. auri et quinque servicia familiarium consueta.
Item promisit pro suo comuni {sie) servicio quatuor milia flor. auri et
quinque servicia familiarium consueta, solvenda iuxta ordinacionem super
hoc factam per dominum nostrum papam in concistorio {sie) de concensu
{sie) dominorum cardinalium, videlicet ex comunibus {sie) summis predictis
recognitis ac promissis, que assendunt {sie) ad ' xnil • VJI flor. et ad quinque
servicia familiarium consueta summarum predictarum, viii flor. auri et quinque
servicia familiarium pro rata ad beneplacitum apostolice sedis, et sex milia
septingentos flor. auri restantes et quinque servicia familiarium pro rata sunmie
predicte; videlicet anno quolibet a die presentis obligationis in media com-
putandum lii^) flor. auri et quinque servicia familie pro rata dictorum iil^) flor.
auri. Alioquin non obstante etc. promisit, quod infra quatuor menses etc.
et iuravit etc.
Oblig. 6. fol. cxci r.
*) JSs wird wohi kochst wahrscheinlich jooo statt joo hcisscn müssen,
VergL No, g6,
96.
1842 Novembr. 29.
Eadem die dominus Franciscus, nunc Creten., olim Ravennat. archi-
episcopus ex ordinacione in consistorio facta per dominum nostrum papam ex
summa im flor. auri, que promiserat pro suo comuni {sid) servicio promotus ad
dictam ecclesiam Ravennatem promisit duo milia flor. auri et quinque servicia
familie consueta pro rata summe predicte solvendos medietatem a proximo
festo Beati Andree apostoli proxime venturo ad annum et aliam medietatem
in alio festo Beati Andree anno revoluto. Alioquin non obstante etc. promisit
quod infra quinque menses etc. et iuravit etc.
Et est sciendum, quod fuit ordinatum in eodem consistorio per dominum
nostrum papam, quod si dictus dominus Franciscus, archiepiscopus Creten.,
iuxta obligationem per ipsimi factam de supradicta summa 11 flor. auri et
quinque serviciis familiarium pro rata summe predicte solvat totum vel partem,
quod pro ea parte, quam solvet dictus dominus Nicholinus, archiepiscopus
Ravennas, de summa vi • vii flor. auri et quinque servicia familiarium pro
quibus, ut premittitur, se obligavit et recepit terminos ad solvendum, ipse
et ecclesia sua exhonerati et liberati remaneant, ac si ipse solvisset. Ubi
- 58 -
autem dictus dominus Franciscus non solveret, obligatio facta per ipsum
dominum Nicholinum et terminorum assignatio in suo robore perseverent.
Item fuit per eundem dominum nostrum eciam ordinatum, quod si dictus
reverendus pater dominus Aymericus cardinalis, tunc archiepiscopus, solvat
dicta II • VII flor. auri et quinque servicia familiarium pro rata summe predicte,
restancia, ut predicitur, ad solvendum de summa per eum promissa pro dicto
suo comuni servicio ratione dicte ecciesie Ravennat., quod id, quod solvet,
sive totimi fuerit sive pars, cedat in extenuationem dictorum vin flor. auri
et quinque serviciorum familiarium pro rata, que ad sedis apostolice bene-
placitum debent solvi.
Et si quocumque casu contingente si {sie) dictus reverendus pater dominus
Aymericus, cardinalis ^), et dominus Franciscus, archiepiscopus Ravennat., non
solverent aliquid de summis predictis, quod obligatio per ipsum dominum
Nicholinum facta et terminorum prefixio in sua remaneant firmitate.
Oblig. 6. fol. CXCI V.
Dieselben Eintragungen auch Oblig. i6. fol. 64 r. ss.
*) SüA€ unten No. 100,
97-
Cardinal Johannes de Columna S, Angeli diac, card. verspricht Servitien
für seinen Bruder Jacobus, ernannten episcopum Lombarien., ohne dazu be-
vollmächtigt zu sein, 1828 lun« 14.
Attende quod suprascripta obligatio fuit recepta a prefato domino
cardinale absque omni procuratorio de speciali mandato domini nostri pape.
Oblig. 6. fol. LXXI V.
98 — 98*-
Motivirtes Gesuch um Ermässigung bezw. Erlass der Schulden aus den Ser-
vitien; Anordnung des Papstes, dass die Einkünfte des Prälaten untersucht
werden sollen, worauf dann eine Entscheidung getroffen werden würde. Die
beiden Kämmerer beauftragen zwei Archidiacone mit dieser Untersuchung.
1882 lanuap. 21.
Miseratione divina Petrus tituli Sancte Praxedis presbiter cardinalis,
sacri collegii • reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecciesie
cardinalium, et Gasbertus Arelatensis archiepiscopus, domini pape camerarii,
providis et discretis viris dominis Amaldo Regis Cameracen. et Bertrando
de Golardo Ganden. in ecclesia Tornacen. archidiaconis salutem in domino.
Nuper pro parte venerabilis et religiosi viri domini fratris Egidii, abbatis
— 59 —
monasterii sancti Martini Tornacen., coram sanctissimo patre et domino
nostro, domino lohanne divina Providentia pape xxii in concistorio (sü)
fuit oblata petitio tenoris et continentie infrascripte:
Sanctissime paterl Miserabilis Status monasterii sancti Martini Tor-
nacen. est iste. Dudum abbates et conventus dicti monasterii, qui
fuerunt pro tempore, urgente necessitate ^) omnes et singulas curtes,
domos, grangias, nemora, molendina cum emolumentis suis omnibus
tenenda et possidenda per emptores huiusmodi, quamdiu ipsi emptores
et aiiquorum uxores et certi fäii vitam duxerint in humanis, sine censu
aliquo ipsi monasterio faciendo; et postquam omnia fuerunt vendita
et per emptores possessa, ipsi iterum, ut possent habere peccuniam
{sü) de qua viverent, vendiderunt quamplures domos certis emptoribus,
post mortem illorum, qui tunc eas obtinebant, occupandas et possi-
dendas etiam ad vitam illorum. Unde contigit, quod, licet aliqua post
primam totalem venditionem vacaverint per mortem possidencium, ipsa
bona alii expectantes, qui iam huiusmodi vacatura bona emerant, illa
eadem occuparunt, quibusdam redditibus dumtaxat exceptis, qui pos-
sunt ascendere ad summam quadringentarum librarum Turonen. par-
vorum vel circa. Verum quoniam ipsi ultra premissa erant obligati
pluribus creditoribus, tam in curia quam extra, usque ad summam
viginti milium librarum et ultra, a quibus omni die totaliter molesta-
bantur, quod illo modico, quod eis remanserat, gaudere non poterant,
nee etiam illud sufficiebat pro tenui victu abbatis et monachorum,
ac omnibus alliis dicti monasterii supportandis, ynmio necessario dictum
monasterium et officium divinum deserere cogebantur. Serenissimus
princeps dominus rex Francie desolationi dicti monasterii pro afiectu
compaciens, comisit (sie) certis personis, ut usque ad quatuor annos
proxime futuros tam de bonis iam vacantibus, quam de vacaturis, si
sufficiant, alioquin de bonis possidencium, curtes, domos, grangias et
alias possessiones dicti monasterii colligant et tradant abbati et con-
ventui dicti monasterii anno quolibet dictorum quatuor annorum mille
trecentos et quadraginta quinque libras Turonen. parvorum. De qua
summa dicti abbas et conventus debent solvere singulis annis pro
quibusdam redditibus perpetuis, in quibus dictum monasterium tenetur,
quadragintaquinque libras; item gardiano eorum sexaginta libras et
de aliis habent edifficia dicti monasterii, que sunt magna et sumptuosa,
ac ornamenta ecclesie retinere, iura dicti monasterii defendere et abbas
*) J/i€r fehit wohl: vendiderunt ^ oder ein ähnliches Wort,
— 6o —
et vigintiquinque monachi cum eorum servitoribus vivere et vestiri ac
alia quamplura onera sustinere; et si plura bona vacarent medio tem-
pore, quam sit dicta summa, ipsi receptores, ex parte dicti r^^
deputati, debent nichilominus totum recipere et illud convertere in
solutionem aliorum debitorum nee amplius quam sit summa predicta
tradendo religiosis predictis durante termino quatuor annorum pre-
dictorum.
Et fuit dicta ordinatio facta nuper in festo Nativitatis beati lohannis
labente; quibus consideratis apparet quod dicti religiosi, durantibus dictis
quatuor annis, non habent potestatem solvendi aliqua debita. Quia si venirent
contra dictam ordinationem in aliquo, possessores bonorum dicti monasterii,
qui potentia dicti domini regis compelluntur inviti ad mutuandum ipsis reli-
giosis dictam summam peccunie (sü:)y statim a mutuando eis quicquam
cessarent, et sie ipsis religiosis non remanerent nisi dicte quadringente libre
pro vita eorum et aliis supradictis omnibus supportandis. Sed lapsis
dictis ini annis sperant quod ipsi, dante Domino, ad fortunam devenient
pinguiorem. Preterea dictus dominus Egidius Abbas, iuxta morem prelatorum,
qui per sedem apostolicam promoventur, debet recognoscere, et se soluturum
promittere tam camere domini nostri pape, quam collegio dominorum cardi-
nalium predictorum quatuor milia floren. auri et quinque servicia familiarium,
que ad quingentorum octuaginta octo florenorum auri trium solidorum trium
denariorum Turonen. summam ascendere dinoscuntur, promissis et non solu-
tis per quondam religiosum virum fratrem Theodericum, olim abbatem
monasterii supradicti; videlicet, pro suo communi servicio habet prefatus
dominus Egidius abbas promittere pro suo comuni servicio camere et collegio
supradictis alia quatuor milia floren. auri et quinque servicia familiaribus,
que ad quadringentorum triginta quatuor floren. auri, decem sol. ac VII den.
Turonen. summam ascendunt. Quos quidem omnes et sing^las predictarum
peccuniarum summas idem dominus abbas coram nobis pro {sie) procuratorem
suum ad hoc legitime constitutum recognovit, et se soluturum promisit in
Romana curia in certis terminis, per nos assignatis eidem, et ad predicta
complenda et attendenda se ipsum et omnia sui predicti monasterii bona
mobilia et immobilia presencia et futura, ubicumque fuerint et consistant,
sub suspencionis (sie) ab administratione temporalium et spiritualium sui
monasterii, interdicti ab ingressu ecclesie, et excommunicationis maioris penis
et sententiis, prestito iuramento, se spontaneum obligavit suosque per hoc
successores in monasterio prelibato et bona, prout predicta omnia et singula
auctoritate apostolica sibi in hac parte concessa recognoscere et promittere
poterat et debebat, et ad ea se etiam obligare. Verum cum ipse propter
— 6i —
varia et intollerabilia onera debitorum, quibus, ut predicitur, dictum mona-
sterium est oppressum, non sperat in terminis sibi assignatis, nee etiam
usque ad quadriennium aliquid posse solvere de summis, in quibus, ut pre-
fertur, est tarn pro se, quam pro predecessore predicto prefatis camere et
collegio obligatus, prefato domino nostro pape fecit humiliter supplicari, ut
tarn sibi, quam dicto monasterio super premissis providere dignaretur de
remedio oportuno. De discretione igitur vestra plenam in domino fiduciam
obtinentes, de speciali per eundem dominum nostrum summum pontificem
vive vocis oraculo in consistorio nobis facto, auctoritate apostolica, qua fungi-
mur in hac parte, vobis comittimus {sie) et presentium tenore mandamus,
quatinus de omnibus et singulis in dicta petitione contentis, ac de ipsius
monasterii facultatibus, que ad manus abbatis predicti et conventus eiusdem
pervenerint in presenti vel in proximo venire sperantur, ac de omnibus in-
evitabilibus et expensis abbatis et conventus predictorum, si bona sint
comunia, alias abbatis tantum, si sint diversa, inquiratis cum diligencia
veritatem, et illa, que per inquisitionem solertem per vos faciendam invene-
ritis de premissis, nobis sub sigillis vestris clausa, quamprimum coipode pote-
ritis, mittere non tardetis, ut per ipsius vestre inquisitionis inspectionem
prefatus dominus noster summus pontifex dictis abbati et conventui ac
monasterio providere valeat de remedio oportuno. Quod si alterum vestrum
in premissis exequendis contingeret impediri ac nimis ageret in remotis,
alter vestrum nichilominus predicta onmia et singula plenarie exequatur.
In cuius rei testimoniimi presentes litteras fieri fecimus et sigillorum nostrorum
appensione muniri.
Datum Avinion. die XXI mensis lanuarii, anno Domini M • CCC • xxxn,
indictione XV, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis
divina Providentia pape xxn anno YNl^.
99.
Der Erzbischof van Benevent verpflichtet sich durch seinen Procurator zur
Zahlung eines servitium commune von Jßo Goldgulden und der j servitia
consueta, 1882 Hart 81.
Servitium archiepiscopi Beneventan. (In margine.)
Anno quo supra {1332) ^ pontificatus domini nostri pape anno xvi,
indictione XV, in hospicio reverendi in Christo patris domini P. tituli Sancte
Praxedis presbiteri cardinalis, sacri collegii camerarii, die ultima mensis
Marcii, dominus Arnaldus, electus in archiepiscopum Beneventanum, de
licentia et auctoritate apostolica gratis et sponte obtulit, dedit, promisit et
— 62 —
donavit per magistrum P. de Fractis, procuratorem suum, pro communi ser-
vitio camere sanctissimi patris et domini nostri pape et sacri collegii reve-
rendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecciesie cardinalium vii • L
flor. auri et v servicia consueta pro familiaribus et officialibus domini nostri
pape et dominorum cardinalium predictorum, quos quidem flor. cum V ser-
viciis supradictis promisit solvere et reddere realiter cum eifectu in Romana
curia, ubicumque fuerit, reverendo in Christo patri domino P. tituli Sancte
Praxedis presbiterio cardinali, dicti sacri collegii, et venerabili patri domino
Gasberto archiepiscopo Arelaten., domini pape camerariis vel eorum succes-
soribus aut deputatis ab eis; videlicet medietatem in proximo festo Natalis
Domini, et aliam medietatem in Nativitate beati lohannis Babtiste extunc
secuturo. Quod si dictis loco et terminis dictam summam flor. et V ser-
vicia supradicta non solverit, ut est dictum, promisit reddire ad curiam
infra mi menses post lapsos terminos, vel alterum eorundem immediate
sequentes, et coram dictis dominis camerariis vel eorum altero aut succes-
soribus suis personaliter comparere, et inde non recedere, donec per eum
de predictis fuerit integraliter satisfactum. Super hoc obligavit se et suam
ecclesiam et successores suos et omnia bona dicte ecciesie mobilia et immo-
bilia, presencia et futura, ubicumque sint et consistant. Et ut sit vinculo
forcioris obligacionis astrictus, submisit se et successores suos iurisdictioni
et cohercioni dictorum dominorum camerariorum et cuiuslibet eorum in
solidum ac etiam successorum suorum et de voluntate sua, qui hoc voluit
et peciit et hanc iurisdictionem in se prorogavit prefati domini eandem
iurisdictionem in se suscipientes eidem mandatum fecerunt et preceptum
tamquam de re confessata de solvendo dictam summam flor. et v servicia
supradicta de reveniendo (?) ad Romanam curiam et non recedendo ab ea
absque satisfactione, et quod omnia alia et singula supradicta efficaciter com-
pleat et atendat (sie). Quod si non fecerit, suspencionis (sü) ab admini-
stracione spiritualium et temporalium dicte sue ecciesie et ab execucione
pontificalium, et maioris excommunicacionis sententias exnunc prout extunc
in eundem^ canonica monicione premissa, proferunt, in scriptis cominantes
et protestantes nichilominus prefati domini, se contra eundem dominum
electum processuros absque alia voc[adone et] citacione ad graviores penas
et sentencias spirituales et temporales, et agravantes ea[j, si] eis placuerit
et visum fuerit expedire; et quod eundem denunciabunt et denunciari fac
\ient per se] vel per alium seu alios excommunicatum, suspensum et periurum
et dictis penis et sentenc[w> subiacere] quas propter hoc in eumdem duxerint
proferendas; et dictus electus renunciavit super \hiis] litteris et indulgenciis
apostolicis impetratis et impetrandis, cuicumque concessis et co\ncedendis\
- 63 -
et beneficio appellacionis et restitucionis in integrum et omni foro, usui,
prescriptioni et iuri revocandi donum et omni auxilio iuris canonici et sivilis
(sü)^ per quod contra premissa iure vel facto venire posset vel aliquid
premissorum. Omnia ista et singula iuravit ad sancta Dei Evangelia tenere,
complere, inviolabiliter observare et in contrarium non venire. Si vero ante
satisfactionem huiusmodi ipsum contingat mori, cedere vel transferri, et si
quis in regimine ipsius ecclesie eidem substitutus fuerit, infra im menses
post substitucionem et dicte ecclesie possecionem (sie) adeptam de predictis
flor. et serviciis satisfacere non curaverit, ex nunc prout ex tunc has easdem
penas et sententias in eundem substitutum canonice proferunt et inflig^unt.
Et dictus electus voluit quod nos clerici camere de predictis faciamus publi-
cum instrumentum.
Acta fuerunt hec anno, pontificatu, die et loco supra scriptis. Testibus
ad hoc vocatis et rogatis magistro Micahele Ricomanni et Giulhermo Medici
clericis dicti sacri collegii.
Oblig. 14. fol. I r.
Das B/att ist am unteren Ende angefressen.
100.
Für einen zum Cardinal ernannten Prälaten hört augenscheinlich jede Ver-
pflichtung, auch die persönliche, für Schulden aus den Servitien auf,
1882 Mail 18.
Servicium episcopi Carnoten. (In margine)
Eisdem anno, indictione, pontificatu, die xvin Mali dominus Aymericus
electus ecclesie Carnoten. recognovit et solvere promisit [pro] servicio promisso
camere et coUegio xvn dominorum cardinalium per dominum P. nunc tituli
Sancti Martini in Montibus presbiteri cardinalis, precessorem suum, il flor.
auri et quinque servicia familiarium pro rata.
Item promisit pro suo communi servicio im flor. auri et quinque ser
vicia consueta, solvere terciam partem videlicet ll flor. et quinque servicia
recognita in festo Pasche Domini de anno Domini M • ccc • xxxrii, et aliam
terciam partem in prima dominica Quadragesime subsequenti, et aliam ter-
ciam partem in festo Omnium Sanctorum extunc proxime sequturo. (sie)
AUoquin infra tres menses etc., et iuravit etc.
(In margine') xxiiii card.
Oblig. 6. fol. cxv r.
Siehe oben NN, ^2, ^ und No. 96 am Schlüsse,
- 64 -
lOI I02.
Der Papst erlässt einem Prälaten die der apostolischen Kammer zustehende
Hälfte des servitium commune, 1882 Novembr« 17«
lOl.
Beim servitium ecciesiae Coronen, in margine\
Attende.
Dominus noster remisit totam partem cameram contingentem, ut con-
stat per litteras apostolicas, in libro camere registratas.
Oblig. 6. fol. cxix V.
SUhe oben NN, 77 tmd 86,
102.
Bei der Obligation des Nachfolgers 1888 Decembr. 10. fol. CXXX r heisst es
in der recognitio:
Recogpaovit se debere in • xxv flor. qui per fratrem Alvarum, predeces-
sorem suum in mediatum, collegio debebantur; set dominus noster aliam
suam partem, que sue camere debebatur, remiserat, ut dicebatur.
103.
Die für den Vorgänger eines Prälaten stattgehabte Verminderung der Ser-
vitien aus unbekannten Gründen soll nur dann bestehen bleiben, wenn eine
neue Einschätzung die Richtigkeit der verminderten Summe darthun wird,
1888 lanuap. 27.
Servicium ecclesie Nicosien. [In margine.)
Eisdem anno etc. frater Helias archiepiscopus Nicosien. etc. v flor.
auri et quinque servicia consueta etc.
Quia vero pro communi servicio dicte ecclesie reperiuntur olim promissi
VII .VIII flor. auri, et ignoretur, quare dictum servicium postea semel fuerit
diminutum et ad dictam summam v flor. reductum, fuit ordinatum per dominum
nostrum in consistorio, ut de facultatibus et super valore mense archiepis-
copalis Nicosien, diligens informacio fieret; et si reperiretur, quod dicta
maior taxacio secundum morem solitum debet remanere, quod tunc ad sol-
M o
vendum ii viii flor. auri et quinque servicia consueta pro rata, in quibus
antiquum servicium fuerat diminutum, dictus archiepiscopus teneatur terminis
- 65 -
sibi super hoc prefigendis; factaque fuit super hiis protestacio de concensu
{sie) archiepiscopi supradicti pro iure camere et coUegii dominorum cardi-
nalium conservando.
{/n fnargine'?j XXIII card.
Oblig. 6. fol. CXXI V.
104.
Ein neugewählter Abt stellt für seine Procuratoren in curia die Vollmacht
aus, sich in seinem Namen fiir das servitium commune und fimf servitia
consueta zu verpflichten, 1888 Deeembr. 8«
In nomine Dei Amen.
Per presens publicum instrumentum pateat universis, quod anno ab
incamatione Domini millesimo trecentesimo tricesimo tercio, die octava
mensis Decembris, indictione secunda, pontificatus sanctissimi patris ac
domini, domini . . lohannis digna Dei providencia . . pape vicesimi secundi
anno decimo octavo in mei, publici notarii, et testium subscriptorum presentia
constitutus, vir religiosus et honestus frater . . Petrus permissione divina
et sedis apostolice gracia electus confirmatus in abbatem monasterii Arre-
manen., ordinis sancti Benedicti, Trecen. diocesis, nobilem virum dominum
Erardum de loinvilla, dominum de Doulevans, Aymarum de Revello, ger-
manum suum, Egidum Dorey, Henricum de Monte Felici, armigeros,
Nicholaum Chavardi et Nicholaum de Pennis, clericos, in Romana curia
procuratores absentes tanquam presentes in Romana curia suos fecit, con-
stituit et ordinavit procuratores, actores, factores et nuncios speciales ipsos
et quemlibet ipsorum insolidum, ita, quod non sit melior condicio occupantis,
et quod per unum ipsorum inceptum fuerit, per alium possit finiri et ter-
minari, ad offerendum vice et nomine ipsius et pro se suum commune
servicium domino nostro . . summo pontifici et eins camere atque coUegio
reverendorum patrum dominorum cardinalium Sancte Romane Ecciesie,
ac quinque consueta servicia familiarum et officialium eorundem, et ad pro-
mittendum reverendis in Christo patribus dominis camerariis dicti domini
pape et coUegii memorati dictum commune servicium seu illam summam
pro eo, de qua fuerit ordinatum, et quinque servicia supradicta persolvere
eisdem camere, collegio et familiaribus seu ipsis dominis camerariis recipien-
tibus pro eisdem loco et termino seu in locis et terminis, que et quos ipsi
domini camerarii duxerint prefigendum; nee non ad obligandum et sub-
Baumgarten, Finaxunrerw. des Card.-Colleg. im Mittelalter. 5
— 66 —
mittendum se iurisdictione camere supradicte ac dictorum camerariorum et
cuiuslibet eorum ac ipsorum vicesgerencium, ad prorogandum iurisdictionem
et potestatem dictorum dominorum camerariorum et cuiuslibet eorum in se,
et recipienda precepta, moniciones, sentencias et penas et quamcumque
obligacionem penarum, quas iidem domini camerarii vel ipsorum alter
duxerint postulandas, iniungendas et promulgandas et ad obligandum se
nomine quo supra, ac se et monasterium predictum ac bona sua omnia et
dicti monasterii ac successorum suorum, et ad promittendum eciam, quod
in Romana curia vel alibi ubicumque, ubi dicti camerarii mandabunt, curabit
in termino sibi prefigendo comparere, si in solutione defecerit supradicta;
et quod de dicto loco et curia, ubi comparere debebit, non discedet, sine
eorum licencia speciali, et eciam nisi primo satis fecerit de serviciis supra-
dictis. Et ad omnes cautelas, condiciones et pacta consenciendum, que dicti
camerarii vel eorum alter in dicta obligacione duxerint apponenda. Et ad
omnia et singula alia generaliter facienda, que idem frater Petrus facere,
promittere, submittere, recipere, obligare, procurare et agere posset et
deberet quoquomodo, si presens esset, et que in premissis et circa premissa,
et eorum quodlibet, necessaria fuerint seu eciam oportuna. Volens quod
per inde valeant, que per eosdem procuratores vel eorum aliquem facta
et acta fuerint, ac si per presens instrumentum attributa eis fuerit specialis
et expressa potestas, ac si omnes casus et articulos, in quibus circa pre-
dictam promissionem et obligacionem speciale mandatum exigitur ex pre-
missis, hie fuerint appositi et expressi. Et ad iurandum in animam ipsius
predicta omnia et singula attendere et observare ac firmiter adimplere,
promittens se ratum, gratum et firmum perpetuo habere et tenere, quicquid
per dictos procuratores suos vel eorum aliquem actum fuerit in premissis
et quolibet premissorum sub ypotheca et obligacione omnium bonorum
supradictorum.
Actum et datum anno, mense, die, indictione et pontificatu predictis
apud loinvillam, Cathal. diocesis, ante domum rectoris parrochialis ecclesie
de loinvilla, circa horam terciam, presentibus ad hec venerabilibus viris
dominis Wamero, rectore parrochialis ecclesie predicte, Johanne de Donno-
martino, capellano perpetuo beate Marie Madalenes Domus Dei de Hanz
et Johanne dicto locerel, presbiteris Cathal. diocesis, testibus ad premissa
vocatis specialiter et rogatis.
(Signum.) Et ego lacobus Mathei de Calvomonte, Lingonen. diocesis cleri-
cus, publicus auctoritate apostolica et imperiali notarius, predictis
Omnibus et singulis una cum prenominatis testibus presens interfui
- 67 -
et huic publico instrumento super hiis a me confecto et publicato
Signum meum publicum consuetum apposui rogatus.
Instrumenta Miscellanea ad an. 1333.
Original. Per garmntur künde.
Ein Mweites Original für einen anderen Prälaten vom j, Sept, ijJS i^l »« derselben Cassette
No, 1186, sowie in den folgenden Cassetten noch viele andere.
105.
Obligation verbunden mit sofortiger Zahlung der Servitien,
1888 Deeembp. 20.
Servicium ecclesie Umbriaticen. (/» margine,)
Eisdem anno etc. dominus Christoforus electus Umbriaticen., provincie
Sancte Severine de Calabria, promisit et solvit per manus lohannis de
Meranta de Tramonto pro suo communi servicio XXXIII flor. auri et terciam
partem unius flor. et quinque servicia consueta. Dicta vero solucio fuit
facta in crastinum in thesauraria papali, quathenus contingebat cameram
domini nostri et suam familiam; quathenus vero tangebat cameram domi-
norum cardinalium, ivit, ut dixit ibidem, ad solvendum domino cardinali
Sancte Praxedis.
(In margine") XXII card.
Oblig. 6. fol. CXXX V.
106.
Generelle Befreiung von den Servitien für den Generalprior ordinis beatae
Mariae Virginis gloriosae, weil derselbe Ritter und Laienbruder sei und er
von Laienbrüdem gewählt werde. 1886 Ausrast. 11«
Eisdem anno (1336), indictione et pontificatu, die XI mensis Augusti,
cum iuxta declaracionem factam per felicis recordacionis dominum lohannem
papam xxn priores prioratuum conventualium, inmediate sedi apostolice
subiectorum, cum de ipsis per apostolicam sedem providetur, vel electiones
confirmantur ipsorum, ad solvendum commune servicium teneantur, et ex
declaracione predicta vertetur in dubium, an ^) frater Grassonus de Grassonibus,
miles, prior generalis ordinis beate Marie Virginis gloriose, ad Romanam
Ecclesiam nullo medio pertinentis, qui per electionem consuevit assumi, ad
commune servicium teneretur, dominus noster papa Benedictus attendens, quod
dictus prior est religiosus laicus et ipsius electio ad religiosos laicos nos-
citur pertinere, voluit, quod dictus prior ad prestationem communis servicii
minime teneatur.
Oblig. 6. fol. CLv.
*) Ms.: ante.
5*
— 68 —
107.
Zahlung von Servitien ohne jegliche vorhergegangene Obligation.
1887 Septembr. 1.
Die primo mensis Septembris recepti sunt a domino Colomanno electo
in episcopum laurien. solvente per manus domini Gregorii prepositi Chasinen.
Zagabrien. diocesis pro suo communi servitio, nuUa precedente obligatione,
Uli flor. auri.
Introitus et exitus camerae No. 161. fol. 9 r.
108 — HO.
3 Urkunden über Verminderung der Servitien wegen Theilung
des Sprengeis. Betrifft das Erzbisthum Narbonne.
1841 Oetobr. 20 — 1842 Novembr. 7.
^^^- 1841 OctobP. 20.
Reverendus pater dominus Gasbertus, Narbonen. electus, ante omnem
obligationem et in ipsa obligatione protestatur, quod ipse non tenetur sol-
vere pro communi servicio camere domini nostri pape et coUeg^i dominorum
Sancte Romane Ecclesie cardinalium nisi vill flor auri dumtaxat et minuta
familiarium et officialium servicia consueta, pro eo quia dominus Johannes
felicis recordationis papa XXII amovit et detraxit redditus et proventus de
mensa archiepiscopali ecclesie Narbonen., quos Electen. et Sancti Poncii
Thomeriarum ecclesiis applicavit, quando ipsas ecclesias in cathedrales
erexit. Pro quibus redditibus sie amotis et detractis ipse ecclesie solverunt
M
et iam solverunt realiter pro dicto communi servicio camere et collegii 11 flor.
auri. Quare protestatur dictus electus se non teneri obligare nee ecclesiam
M
Narbonen. nee se obligat ad solvendum nisi dieta viil flor. auri cum minutis
servieiis supradictis, nisi prefatus dominus noster papa, cuius declarationi
et ordinationi totaliter se submisit, aliud duxit ordinandum. Quas protesta-
tionem et obligationem, ut supradietum est, reverendus pater dominus
Imbertus tituli Basilice Xil Apostolorum presbiter eardinalis admisit de
mandato et liceneia prefati domini nostri pape, ut dixit.
^ Attende quod sanetissimus pater et dominus noster, dominus summus
pontifex Clemens papa sextus super promissione et solutione facienda com-
munis servicii per reverendum patrem dominum Gasbertum archiepiscopum
Narbonen. et successores suos in ecclesia predicta ordinavit et statuit prout
infra continetur.
Oblig. 6. fol. CLXXV r.
Kirsch, Beilagen, No, F, Seite 7«?.
- 69 -
log.
1841 Oetobr. 20.
Servicium ecclesie Narbonen. {In margme.)
Eisdem anno etc., die XX mensis Oetobr., reverendus pater dominus
Gasbertus, electus in archiepiscopum Narbonen., promisit, premissa protes-
tatione suprascripta, pro suo communi servicio decem milia flor. auri de
Florencia et quinque servicia consueta, persolvere medietatem in proximo
festo Beati Michaelis de mense Septembris, et aliam medietatem in festo
Resurrectionis Dominice extunc proxime sequturo {sie). Alioquin infra tres
menses etc. luravit ut in forma.
Oblig. 6. fol. CLXXV V.
HO.
1842 Novembr. 7.
Anno Domini millesimo trecentesimo quadragesimo secundo, die sep-
tima mensis Novembris, sanctissimus pater et dominus noster dominus
Clemens divina providencia papa sextus, presentibus reverendis patribus
dominis Bertrando episcopo Hostien., Imberto tituli Basilice duodecim
Apostolorum, Bemardo tituli Sancti Ciriaci in Termis, Guidone tituli Sancte
Cicilie, Andrea tituli Sancte Susanne, Hugone tituli Sancti Laurencii in
Damasco {sie) presbiteris cardinalibus, et Bernardo Sancti Eustachii diacono
cardinale ac venerabili et religioso viro domino Stephano abbate monasterii
Celle Trescen., dicti domini nostri pape thesaurario, dixit et mandavit nobis
Guillermo de Bos, lohanni de Amelio et Michaeli Ricomanni, clericis camere
sue, ut scribamus in libris et regestris eiusdem camere apostolice, quod ipse
dominus noster papa heri, videlicet die sexta mensis huius Novembris, in
consistorio presentibus predictis et aliis reverendis patribus dominis cardi-
nalibus, de consensu tocius coUegii eorumdem dominorum cardinalium,
ordinavit et statuit, quod reverendus pater dominus Gasbertus Narbonen.
archiepiscopus ratione translationis et promotionis sue ad ecclesiam Narbonen.
solvat camere apostolice et coUegio reverendorum dominorum cardinalium
IC
pro toto communi servicio novem flor. auri dumtaxat et iuxta illud solvat
quinque servicia familie ipsius domini pape et dominorum cardinalium
predictorum pro rata eiusdem summe novem milium flor. auri et non ultra;
et quod de ipsa summa IX flor. auri deducantur et in ea computentur
m flor. auri per dictum archiepiscopum pro .dicto communi servicio iam
soluta et data camere et coUegio supradictis, et sie similiter deducantur rii
LXXV flor. auri pro rata quinque serviciorum dicte familie iam soluti et dati
per dictum archiepiscopum pro dicta familia clericis domini pape camere
— 70 —
et coUegii predictorum, quodque sui successores archiepiscopi Narbonen.
qui pro tempore erunt, perpetuis futuris temporibus similiter summam eandem
florenorum auri ix flor. auri et non ultra pro dicto communi servicio solvere
teneantur et promittant; et quod dictus dominus noster in dicto concistorio
{sie) de concensu (sie) tocius coUegii supradicti ordinavit et statuit predicta, non
IC
obstantibus promissione et obligatione de solvenda summa predicta x floren.
auri pro dicto communi servicio per dictum dominum Gasbertum archiepis-
copum Narbonen. prius factis cum certa protestatione premissa anno
Domini millesimo trecentesimo quadragesimo primo, die vicesima mensis
Octobris.
Oblig. 6. fol. cxc r.
Kirsch, Beilagen, No. V, Seite 79.
III.
Befreiung von den Servitien fUr den Grossmeister des Ordens ScmctcLe Mariae
de Mercede Captivorum, weil er keine Einkünfte hat, 1842 Februar. 9»
Liberatio magpistri generalis fratrum Sancte Marie de Mercede Cap-
tivorum. (In tnargine)
Die nona mensis Februarii fuerunt restitute provisiones ^) fratri Berengario
Cantilli, magistro generali ordinis fratrum Sancte Marie de Mercede Cap-
tivorum, cum non habeat redditus, unde servicium suum possit solvere.
Oblig. 6. fol. CLXXVii V.
*) Ms,: provisionis.
I 12.
Verminderung des Servitiums wegen Kriegsnoth. 1348 Deeembr.22.
Beim servitium monasterii de Petrosa, das sich auf 200 flor. belief
steht die Bemerkung:
Et licet dictum monasterium longe plus taxari debuisset, nisi maiorem
partem amisisset reddituum propter guerram, propter hoc tarnen paucos
redditus recipit in presenti, pro ista vice fuit taxatum ad summam pre-
dictam cum protestatione, quod cum alias taxabitur, si ad statum debitum
redierit, quod predicta taxacio non preiudicet camere domini nostri pape
nee coUegio reverendorum patrum dominorum cardinalium Sancte Romane
Ecclesie, quominus taxari debeat, prout tunc suppetant facultates.
Oblig. 23. fol. xxilli r.
— 71 —
113
Die Kämmerer beauftragen eine Anzahl deutscher Bischöfe , den Erzbischof
von Bremen an die Zahlung seiner Servitien zu mahnen unter Androhung
von Sentenzen, 1861 Ma]*t*14i.
Die xiill mensis Marcii, indictione, anno et pontificatu predictis, fuit
mandatum per dominos G. Tusculan. episcopum cardinalem, sacri collegii
dominonim cardinalium, et St. archiepiscopum Tholosan., domini nostri pape
camerarios, dominis Zwerinen., Razeburgen., Lubicen., Osnaburgen., Minden.
et Padebumen. episcopis eorumque vicariis in spiritualibus, ut monerent
dominum Gotfridum, archiepiscopum Bremen., ad solvendum suum commune
servicium et servitorum, familiarium et oiBcialium domini nostri pape seu
arreragia eorumdem et nisi solveret etc., ut excommunicarent eum etc. et
suspenderent eum a dictis etc. ; et fuit tradita dicta littera seu comissio Hen-
rico Vevierre (?), procuratori in Romana curia, et promisit eam facere
portari; presentibus discretis viris dominis Johanne Palaysini scriptore domini
nostri pape et lohanne de Campis presbitero Sagien. diocesis die xix
dicti mensis etc.
Oblig. 25. fol. ccxxx V. (146 V.).
1 14.
Eine aus verschiedenen Gründen mangelhafte Vollmacht (translatio episcopi
Troiani ad ecclesiam S, Agathae) wird unter gewissen Vorsichtsmassregeln
doch angenommen. 1851 Mail 21*
Zum servitium ecclesiae Sanctae Agathae:
Et quia procuratoria dicti lacobi [Francisci) defficiebant in forma et
erant facta antequam ipsis dominis episcopis de dictis ecclesiis provisum
esset, seu de ipsis fieret translatio, ideo dictus procurator et reverendus
pater dominus Henricus episcopus Troianus et quilibet eorum in solidum
promiserunt et iuraverunt, quod littere buUate provisionum factarum eisdem
episcopo non tradentur nee liberabuntur ipsis episcopis nee aliquibus aliis
pro ipsis recipientibus, quousque miserint dominis camerariis ratificationem
predictorum, vel infra supradictum primum terminum restituent dictas buUas
ipsis dominis camerariis; et in casu quo infra dictum primum terminum
non assignaverint dictis dominis camerariis ratificationem predictorum seu
restituerint dictas bullas, ut predicitur, ipsi dominus Henricus episcopus
Troianus et dictus lacobus procurator et quilibet ipsorum ad solutionem
X
— 72 —
predictarum summarum et predictorum v serviciorum sub penis et sentenciis,
in supradictis obligationibus contentis, teneantur. Et renunciaverunt etc.
Ob Hg. 23. fol. Lxxvilli r.
Vergl. No. iij und iig,
Auftrag der beiden Kämmerer^ die Einkünfte eines Klosters zu untersuchen
und erst nach Obligation auf Grund der neuen Taxe die Emennungsbullen
auszuliefern, 1362 Ial«17.
[Commissio] de coUegio. {In margine)
Die xvn mensis lulii, anno et indictione predictis, pontificatus domini
noatri pape Clementis VI anno undecimo, fuit facta commissio per dominos
cardinalem et archiepiscopimi camerarios supradictos dominis lohanni de
Casleto, canonico Traiecten., camere apostolice collectori in provincia
Colonien., et Reynero Modde, subcollectori in civitate et diocesi Traiecten.,
super informatione facienda de valore monasterii sancti Laurencii in Oest-
broch extra muros Traiecten., ordinis sancti Benedicti, de quo fuit provisum
fratri lacobo ipsius monasterii monacho, ordinem ipsum expresse professo
et in sacerdotio constituto. Et fuit tradita dicta commissio cum litteris
apostolicis dicta die XVli Luberto Bolle, clerico Traiecten., familiari dicti
domini lacobi abbatis, qui iuravit eas portare seu facere portari et assignari
predictis conmiissariis, priusquam utatur, nee faciat uti eisdem etc. Presen-
tibus dominis lohanne de Campis, presbitero Sagien. diocesis, et Alfoncio
{sie) lohannis, canonico Portugalen.
Oblig. 28. Nicht foliirt. Am Schlüsse des Bandes.
Vergl. No. 114 und iig»
116.
Nach der Obligation über die übliche Summe für die Servitien wird dem
Abte eines Klosters durch Beschluss des Papstes und der Cardinäle die
Hälfte erlassen wegen nachgewiesener Arfnutk des Klosters.
1865 Septembr.13.
Die XIII mensis Septembris, anno predicto (lxv), dominus frater
Geraldus, abbas monasterii Sancti Martini ad Gemellos, ordinis sancti
Augustini Ambian. dioc, promisit camere apostolice et collegio pro suo
communi servicio vii^) flor. auri et quinque servicia consueta; sed propter
paupertatem seu oppressionem monasterii predicti dominus noster papa voluit
*) Ms.: Vir.
— 73 —
et ordinavit de voluntate et concensu dominorum cardinalium, quod hac
vice dumtaxat non teneatur de dicta summa solvere camere et coUegio
nisi lil • L flor. et v servicia pro rata ; solvendo medietatem in festo Beate
Marie Magdalene proximo et aliam medietatem in alio simili festo anno
revoluto. Alioquin etc.
{In margine:) XVI card.
Oblig. 20. fol. CXViii r.
117.
Anwendung der Bestimmungen Johann XXII^) über die Zahlungspflicht der
Nachfolger eines Prälaten bei Translationen, woraus sich minutiöse Ver-
rechnungen ergeben. 1867 Septembr. 17.
Anno quo supra, die xvii mensis Septembris, dominus Reginaldus,
dudum episcopus Ulixbonen., nunc Eduen., recog^ovit pro suo communi
servicio per dominum Guillermum immediatum predecessorem suum, nunc
archiepiscopum Lugdun., pro dicta Eduen. ecciesia promisso et non soluto
pro secundo termino iam elapso camere apostolice V • XV flor. auri.
Item pro quatuor serviciis familiarium dicti secundi termini CXVI flor.
n sol. vin den.
Item pro unico servicio familiarium dominorum cardinalium xxxvn flor.
XVI sol. VIII den.
Quos quidem florenos camere domini nostri pape et coUegio dominorum
cardinalium ac familiarium eorumdem idem dominus Guillermus, nunc
archiepiscopus Lugdunen., solvere debet pro servicio ecclesie Eduen., cui
prefuit, quia terminus secundus solucionis, cum de Eduen. ecciesia in
archiepiscopum Lugdun. fuit assumptus, erat elapsus.
Item recog^ovit pro eodem domino Guillermo, dudum Eduen. episcopo,
nunc Lugdun. archiepiscopo, pro tercio termino nondum adveniente tempore
translationis predicte, pro servicio per dictum predecessorem promisso et
non soluto vi • lxxx flor. auri camere dicti domini nostri pape et pro quatuor
serviciis familiarium CLI flor. n sol. vin den.
Item pro uno servicio familiarium *) [cardinalium] eorumdem xxxvil flor.
xvn sol. vni den.
De quo ultimo et tercio termino idem Reginaldus, dudum Ulixbonen.,
nunc Eduen. episcopus, debet integraliter respondere, quia nondum venerat
*) Vergl. Kirsch, Seite 18 und ig.
*) Ms, hat Mwei Mal familiarium.
— 74 —
dictus terminus faciende solucionis, quando translatus fuit dictus dominus
Guillermus ab Eduen. ad ecclesiam Lugdunen.
Item promisit pro suo communi servicio dicte ecclesie Eduen. im • LXXX
flor. auri et quinque servicia consueta, solvendo predictos per ipsos debitos,
recognitos et promissos a festo Omnium Sanctorum ad annum M flor. reci-
piendos et deducendos pro rata serviciorum familiarium de predictis et M
et II flor. de anno in annum, annis revolutis, quousque fuerit plene satis-
factum; et in anno ultimo, si quid [de] ultima quantitate dictorum M * il flor.
debetur.
Oblig. 20. fol. Lxxix r.
118.
Eine Obligation von 2600 Goldgulden wird auf 24.00 Goldgulden herabgesetzt^
weil die Bücher der Kammer ergeben ^ dass die Kölure Summe irrthümlich
angesetzt worden war, 1868 Decembr« 9.
In margine der Verpflichtung eines Bischofs vom 16, luL 1363 für
2600 flor, steht:
Die IX Decembris anni Lxvni fuit correcta per dominum camerarium
domini pape ad duo mil. iiii, cum plus non reperiuntur in libris antiquis
camere; presentibus dominis Eblone ac P. Dalbiait (?) et me Helia de con-
sensu procuratoris dicti episcopi.
Oblig. 35. fol. 91 r.
1 19.
Ausführliche Anweisung des Cardinalkämmerers an einen Abt über die
Ernennung eines Prälaten, wobei ausdrücklich lurvorgelioben wird, dass die
Emennungsbullen erst nach gethätigter Obligation dem Ernannten ausgeliefert
werden dürfen. Der Cardinalkämmerer vertritt den päpstlichen Kämmerer
in dieser und anderen Sachen, weil Letzterer von der Curie abwesend ist.
1870 August. 7.
Guillermus etc. religioso viro priori generali ordinis Camaldulen. salutem
in Domino.
Exhibita nuper in consistorio publico pro parte venerabilis in Christo
patris domini, fratris Johannis, abbatis monasterii sancti lohannis de Burgo
Sancti Sepulcri, dicti Camaldulen, ordinis, Civitatis Castelli diocesis, coram
sanctissimo in Christo patre et domino, domino Urbano digna Dei provi-
— 75 —
dencia papa quinto peticio continebat, quod cum idem^) abbas propter
malivolam et malignam obsistenciam emulorum de partibus Ulis in commisso
sibi monasterio predicto^) regimine profficere (sü) nequeat, et propterea
cuperet in prefati domini nostri pape vel eiusdem commissarii manibus
regimini cedere memorato, et pro parte ipsius fuit eidem domino nostro
humiliter supplicatum, ut cessionem huiusmodi admittere vel admitti mandare
de speciali gratia dig^aretur, idemque dominus noster postulacionem eiusdem
domini abbatis annuens, et indempnitati dicti monasterii ^) cupiens providere,
vobis commiserit, ut, si vocato dicto domino Johanne, premissa inveneritis
veritate fulciri, et quod circa ea nuUa coactio vel pravitas intercedat, vel
vos auctoritate apostolica huiusmodi resignacionem in partibus recipiatis et
eciam admittatis, et subsequenter eidem monasterio, longe ne^) vacacionis
incommoda deploret, de persona religiosi viri fratris Bartholomei Bencii,
monachi dicti ordinis, eumdem ordinem, ut asseritur, expresse professi et in
sacerdatio constituti, qui fidedignorum testimonio multipliciter commendatur,
si eum ad hoc post diligentem exeminacionem (sie) idoneum esse repereritis,
alioquin de persona alia dicti ordinis ad id ydonea, que eidem monasterio
preesse valeat et prodesse, super quo vestram conscienciam oneramus*),
auctoritate apostolica predicta provideatis, preficiendo ipsum fratrem Bar-
tholomeum vel personam prefatam dicto monasterio in abbatem sibique
curam et administracionem eiusdem monasterii in spiritualibus et temporalibus
plenarie committendo, prout in litteris apostolicis inde confectis, quas vobis
mittimus una cum presentibus, videbitur plenius contineri. Et cum de antiqua
et laudabüiter approbata consuetudine, prout vos ignorare non credimus,
omnes prelati per sedem apostolicam vel eius auctoritate promoti, post
promocionem huiusmodi de ipsarum prelaturarum redditibus ecclesiasticis
unum commune servicium apostolice camere et collegio dominorum cardi-
nalium et quinque servicia minuta familiaribus et officialibus dicti domini
nostri pape et ipsius coUegii consueverint et teneantur promittere et offerre,
ac se pro illis solvendis camere, collegio et familiaribus et officialibus
predictis in certis peremptoriis terminis, ad hoc eisdem assignandis, efficaciter
obUgare, et prefatum monasterium sancti lohannis de Burgo Sancti Sepulcri
in libris camere et coUegii predictorum ad octuaginta tres florenos auri
ponderis camere apostolice pro communi servicio et quinque minuta servicia
consueta reperiatur esse taxatum, tenore presentium vobis committimus et
in virtute sancte obediencie districte precipimus et sub pena trescentorum
*) UebergeschrUben,
*) Ms.: oneravit.
- 76 -
floren. auri exhigendorum a vobis, si amiseritis seu aliter distuleritis con-
tumaciter adimplere, quod mandamus, quatinus antequam litteras apostolicas
super provisione per vos eidem monasterio auctoritate apostolica facienda
confectas, quas vobis una cum presentibus transmittimus, ut prefertur, dicto
fratri Bartholomeo, si de ipsius persona, vel alicui persone, de qua eideim
monasterio secundum tenorem litterarum predictarum apostolicarum duxeritis
providendum, vel alicui pro ipsis tradatis, aut ex eisdem litteris valeat
quoquo modo se iuvare, ab eodem fratre Bartholomeo, si de ipsius persona,
vel ab alio de cuius persona eidem monasterio provideritis, promissionem
et obligationem dictorum octuaginta trium floren. pro communi servicio
camere apostolice et collegio et quinque minutorum serviciorum consuetorum
familiarium et ofBcialium predictorum per dictum fratrem Bartholomeum, si
de ipsius persona, vel per alium, de cuius persona per vos provideri eidem
monasterio contingerit, nee non aliorum octuaginta trium florenorum auri
et quinque serviciorum minutorum camere collegio familiaribus et oflicialibus
eisdem pro domino fratre lohanne supradicto predecessore suo faciendorum
iuramentumque illius in firmam obligationem, in forma in talibus fieri con-
sueta, de solvendo camere et collegio ac familiaribus et oflicialibus predictis
aut deputatis vel deputandis ad hoc a nobis et reverendo in Christo patre
domino Amaldo archiepiscopo Auxitan. domini pape camerario, a Romana
curia nunc absente, cuius absenciam in hac parte nos supplemus^), in Romana
curia, ubicumque fuerit, suis pericuUs et expensis videlicet dictas pecuniarum
quantitates una cum serviciis consuetis infra tres terminos competentes,
vestro arbitrio prefigendos, dum tamen biennium non excedant, a tempore
obligacionis sie faciende computandos, auctoritate nostra et ipsius domini
camerarii dicti domini nostri pape ac camere, collegii, familiarium et ofli-
cialium predictorum nominibus ab eodem fratre Bartholomeo, si de ipsius
persona, vel ab alio, de cuius persona eidem monasterio provideritis, reci-
piatis cum renunciacionibus, submissionibus, penis seu vinculis ac modis, in
talibus apponi consuetis, et aliis opportunis et debitis, extunc in eum ac
etiam in successores suos, si in solucione huiusmodi vel ipsarum aliqua in
terminis sibi prefixis deflecerit, suspensionis ab officio et dignitate abbaciali
ac administracione spiritualium et temporalium dicti monasterii excommunica-
cionisque sentenciam, canonica monicione premissa, proferetis. Nos enim
nostro et camerarii domini pape nominibus super omnibus suprascriptis
vobis plenam et liberam per presentes concedimus potestatem^), quicquid
autem in premissis feceritis et obligacionem quam exinde receperitis in
*) Siehe oben NN. 32, 34, 37, 38 und 38^-
*) U eher geschrieben»
— n —
publicam formam redactam, nobis infra tres menses, a die obligacionis
predicte in antea computandosj expensis illius, quem in abbatem dicti
monasterii prefeceritis, ac prefato domino camerario ad Romanam curiam
transmittatis. In quorum etc.
Datum apud Montemflasconem die vn mensis Augusti, anno a Nati-
vitate Domini Millesimo CCC • LXX, indictione viii pontificatus etc. anno octavo.
I. flor. n gross. Dominus L. habuit flor.
1870 August. 8.
Die vill mensis Augusti, anno LXX, recepit litteras proxime iunctas
cum litteris super hoc confectis venerabilis pater dominus frater Bartholo-
meus, abbas monasterii de Caucignano, qui promisit et iuravit etc. in forma;
presentibus lohanne de Comhem et Johanne de Brandio, clericis Basilien. et
Remen. diocesium.
Ob Hg. 39. fol. xim r.
VergL NN, 114 und ii^,
120.
Der Cardinalkämtnerer ertheilt einem Prälaten Quittung über die Zahlung
eines Tkeiles der dem heiligen Collegium zukommenden Hälfte des servitium
commune, sowie eines Theiles des servitium minutum pro familiaribus. Für
den noch schuldigen Restbetrag ertheilt er dem Prälaten Ausstand,
1886 MaU 2.
\Prorogacio\ abbatis monasterii sancti Adalberti Egmonden., Traiceten.
diocesis. {In margine.)
Nos Nicolaus etc., quod venerabilis in Christo pater dominus lohannes
Dei gratia abbas monasterii sancti Adalberti Egmonden. Traiecten. diocesis,
ordinis sancti Benedicti, pro parte partis sui communis servicii in quo camere
coUegii dictorum dominorum cardinalium sub certis penis et sentenciis racione
dicti sui monasterii existit efBcaciter obligatus, centum flor. auri de camera
et pro parte partis unius minuti servicii consueti debiti pro familiaribus et
oiBcialibus dicti collegii sex similes floren. solidos sexdecim et denar. octo
monete Romane nobis et familiaribus et officialibus dicti collegii per manus
lohannis Terdona, clerici dicte Traiecten. diocesis, die date presencium
tempore debito solvi fecit realiter cum effectu. De quibus sie datis etc.
Verum intellecta mole gravaminum pro parte dicti venerabilis patris domini
lohannis abbatis coram nobis exposita, que ipsum ad solvendum id, in quo
camere et familiaribus et officialibus dicti collegii pro residuo dictorum
communis et minuti serviciorum remanet efficaciter obligatus, reddunt veri-
similiter impotentem, auctoritate dicti collegii, nobis in hac parte concessa.
- 78 -
terminum faciende solucionis residui dictorum serviciorum usque ad festum
Assumptionis beate Marie Virginis proxime futurum etc. Ita tarnen etc.
In quorum etc.
Dat. lanue, sub anno a Nativitate Domini M • ccc • Lxxxvi, indictione
nona, die secunda mensis Maii, pontificatus anno nono
flor. n. gross, n {pro sigillo).
Oblig. 47. fol. 15 V.
Vergl, Brom, Bullarium Trajectense (Haga-Comitis, Martinus Nijhof i8gis) Tom, II.
pag. S2S No, XIV,
121.
Der Cardinalkämmerer ertheilt einem Prälaten Quittung über die zu rechter
Zeit erfolgte Schlusszahlung aus den Schulden seiner Servitien, 1886 Oetobr» 5.
Nos Franciscus etc. quod venerabilis in Christo pater frater lohannes
abbas monasterii sancti Adalberti Egmonden., ordinis sancti Benedicti,
Traiecten. diocesis pro complemento etc. vigintiquinque flor. auri de camera
et pro complemento unius minuti servicii unum floren. sol. tregintatres den.
quatuor monete Romane per manus etc. lohannis de Deft. tempore debito
solvi fecit realiter et cum effectu.
Dat. lanue anno a Nat. Dom. M • ccc • Lxxxvi, ind. nona, die quinta
mensis Octobr. etc.
flor. I. gross. II (pro sigillo).
Oblig. 47. fol. 26 V.
122.
Genaue Bestimmungen über die Verrechnung der Zahlungen eines Prälaten,
der ausser seinen eignen Servitien auch noch solche seiner Vorgänger zu
zahlen hat. c» a. 1390»
Qualiter solvi debeant recognita. (In margine.)
Nota, quod quandocumque termini dantur obligantibus se camere
apostolice et sacro collegio cardinalium pro communibus et minutis serviciis
prelatorum et pro recognitis eorum predecessorum et utitur istis verbis, vide-
licet : Et recognita in similibus modis et terminis annis revolutis, — intelligitur,
quod anno quolibet ipse promotus prelatus, solutis suis primo propriis commu-
nibus et minutis serviciis camere et collegio, solvat unum integrum recognitum,
videlicet totam taxam ecclesie seu monasterii et quinque integra minuta
servicia, eciam si unum ex recognitis, — si plura habet recognita, — non
— 79 —
ascenderet ad ipsam taxam ; et tunc id, quod plus solveret usque ad taxam
ecclesie seu monasterii ultra quam ascendat unum recognitum, recipi debet
in partem solucionis communis et minuti alterius recogniti remanentis.
Oblig. 57. Auf einem freien Blatte zwischen Index und Text.
(Bonif. IX).
123.
Der Prior van Camaldoli verpflichtet sich, 200 Goldgulden ^) für sein servitium
commune und fünf servitia minuta consueta zu zahlen, 1891 Mart« 21«
\Obligatio\ prioris heremi Camaldulensis. {In margine)
Anno, indictione etc, quibus supra, venerabilis vir dominus Bartolomeus
archydiaconus, tamquam principalis et privata persona, obligans se et sua
beneficia camere et coUegio, promisit eisdem pro communi servitio venerabilis
patris, fratris Andree, prioris heremi Camaldulensis dicti ordinis, ducentos
floren. auri de camera et quinque servitia consueta. Solvendo medietatem
in festo Nativitatis beate Marie Virginis proxime futuro, aUam medietatem
in festo Resurrectionis Domini Nostri Ihesu Christi ex tunc proxime secuturo;
et in primo termino producere mandatum sufficiens de obUgando se de novo
vel ratihabitionem obligationis huiusmodi. Alioquin etc. iuravit etc. xvm card.
Oblig. 48. fol. (Cl r.) 119 r.
*) Im Jahre I2g8 betrug das Servitium 1000 Goldguiden. Vergl, Kirsch, pag, 18 (Oblig, 8,
letzte Seite),
124.
Ein bis dahin von allen Servitien freies Kloster wird auch fiir die Zukunft
propter paupertatem von allen Servitien befreit, 1892 April» 6.
Miseratione divina Guillermus tituli Sancti Stephani in Celio Monte
Sancte Romane Ecclesie presbiter cardinalis et Franciscus archiepiscopus
Narbonen., domini pape et sacri coUegii reverendissimorum in Christo patrum
dominorum eiusdem Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarii, venerabili
patri domino fratri Philipo {sid) abbati monasterii beate Marie de Campania,
ordinis Cistercien., Cenoman. diocesis, salutem in Domino.
Paupertati et indigencie, quibus prefatum monasterium vestrum hodie
propter mortalitatum et guerrarum pestes, que in Ulis partibus viguerunt,
nimium gravatur, pro compacientes affectu, vos et monasterium vestrum
prelibatum, quod in libris camere apostolice nee ipsius collegii minime
— 8o —
repperitur taxattun, a prestatione comunis {sie) et quinque minutorum servi-
ciorum ipsis camere et collegio ac familiaribus et officialibus domini nostri
pape et dominorum cardinalium predictorum dari et ofTerri per prdatos
quoscumque, auctoritate apostolica promotos, loco annate seu vacantie
consuetorum de special! mandato sanctissimi in Christo patris et domini
nostri, domini Clementis divina providencia pape vn facto nobis super hoc
oraculo vive vocis, duximus liberandos, et etiam liberamus in hac vice per
presentes. Quocirca gentibus et officialibus camere et collegii predictorum,
qui nunc sunt et erunt pro tempore, tenore presencium districtius inhibemus,
ne vos, monasterium ipsum, neque vestros successores in eodem aut vestra
vel eorum bona occasione premissorum inquietent seu molestent quoquomodo.
Quod si secus egerunt, omnia volumus et mandamus totaliter visis presen-
tibus revocari ac impedimenta quecumque forsan propter hoc apposita
removeri. Alioquin nos ad statum debitum reducere et totaliter mediante
iusticia curabimus revocare. In quarum (etc,)
Datum. Avinion. die VI mensis April., anno nonagesimo secundo, ponti-
ficatus anno quartodecimo. P. Borrerii. I fl. ii gr.
Oblig. 43. fol. xvn r.
125.
Bestimmung Benedict XIII , dass die Zahlungstermine in Zukunft von 6 zu
6 Monaten laufen sollen. 1397 Ion» 20»
Hie fuit facta constitutio per dominum nostrum papam Benedictum Xiil
de solvendo a cetero de vi mensibus in vi mensibus ut ibi. Ideo sie ponere
amodo in omnibus obligationibus recipiendis etc. nisi aliter de speciali
gratia erga aliquos ordinetur etc.
Oblig. 49. fol. CVI V.
VergL No. 128.
126.
Johann XXIII er las st eine Verfügung, wonach er für die nächsten fünf Jahre
von den französischen Prälaten nur die Hälfte der Servitien beansprucht,
wegen des grossen Elendes, das in Frankreich herrsche. Er verordnet weiter,
dass die Verfügung rückwirkende Kraft habe und dass die Schulden eines Prä-
laten nicht auf den Nachfolger übergehen sollen, wenn eine Kirche oder Kloster
zum zweiten oder dritten Male in einem, Jahre frei werden sollten. Schliess-
lich bestimmt er, dass Kirchen oder Klöster, deren Einkommen 200 Pfund
Tumosen nicht überschreite, von den Servitien befreit seien. e. a« 1413.
— 8i —
Sanctissimus dominus noster, pensatis guerrarum cladibus atque variis
dispendiis, quibus, proth dolor 1 regnum Francie in hiis temporibus (141 3)
contrititur pio ei compaciens affectu, non vult nee intendit levari seu recipi
ultra medietatem fructuum primi anni seu communium et minutorum servi-
ciorum ecclesiarum seu abbaciarum, que in ipso regno et patrea {sie)
Delphinatus vacaverunt usque ad quinquennium ; quam medietatem vult
levari atque exsolvi pro media parte infra octo menses a die habite posses-
sionis pacifice computandos, pro alia vero medietate infra alios menses octo
subsequentes. Et idem vult et intendit observari circa iam promotos et
assumptos, a tempore assumptionis eiusdem; nee debitum huiusmodi in
successorem in ecelesia vel monasterio transeat; set si bis aut pluries infra
eumdem annum una ecelesia vel monasterium vaeaverit, vult et ordinat, quod
non solvantur conmiune et minuta servicia nisi semel; de ceteris autem
dignitatibus, personatibus et benefieüs secularibus et r^^laribus quibus-
cumque, que auetoritate sedis apostolice conferantur, preterquam vigore
graciarum expeetativarum.
Item ordinavit idem dominus noster, quod de cathedralibus ecclesüs
et monasteriis, quorum valor cc libr. Turonen. parvorum non excedunt (sie)
seeundum communem extimationem, communia et minuta servicia non
solvantur.
Oblig. 55-^- nicht foliirt. Blatt hinter dem verbundenen Index.
127.
Neutaxirung von Mainz und Trier auf je 10 000 Goldgulden, 1420 lanuar. 5.
Taxatio ecclesie Maguntin. {In margine)
Die Veneris quinta lanuar., pontific. ut supra anno tertio, reverendis-
simus pater dominus cardinalis Venetiarum, camerarius collegii reverendissi-
morum in Christo patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium,
precepit michi, lo. de Reate, ut in libris collegii scriberem, ecclesiam
Maguntin. per dominum nostrum Martinum papam quintum et collegium
dominorum cardinalium ad decem milia florenorum auri de camera ea die
extitisse taxatum.
Et similiter de ecelesia Treveren. actum esse et fieri debere dixit.
lo. de Reate.
Oblig. 62. fol. xnn r.
Oblig. 58. fol. Lxxxxv v. steht dasselbe, nur ausführlicher:
. . . quod sanctissimus in Christo pater et dominus noster, dominus
Martinus papa quintus habita super hoc deliberaeione matura cum reveren-
Baumgarten, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ^
— 82 —
dissimis in Qiristo patribus dominis S. R. E. cardinalibus collegialiter, die
quinta mensis lanuarii predicti, in concistorio {sie) secreto congr^jatis, Maguntin.
et Treveren. ecclesias . . . taxavit . . .
128.
Verpflichtung eines Abtes seine fterkömmlichen Servitien zu zahlen unter An-
wendung der Verfögung vom 20, Juni 1397, dass die Theilzahlungen von 6
zu 6 Monaten zu erfolgen haben, 1422 Decembr. 24.
{Obligatio S\ Marie Gripte Ferrate Tusculan. dioc. {In margine.)
Die lovis xxiin dicti mensis Decembr., xv indictione, venerabilis pater
frater Franciscus abbas monasterii sancte Marie Gripte Ferrate, ordinis sancti
Basilii, Tusculan. diocesis, Ecclesie Romane in mediate subiecti, personaliter
promisit camere et collegio pro suo communi servicio quadringentos florenos
auri de camera, ad quos monasterium ipsum taxatur, et quinque minuta
servicia consueta; solvendo medietatem promissi hinc ad sex menses pro-
xime futuros, et reliquam medietatem infra alios sex menses extunc proxime
secuturos. Submisit se etc., renunciavit etc., obligavit etc. et iuravit in forma.
Et reverendissimus dominus vicecamerarius tulit sententias in scriptis. Actum
Rome apud Sanctum Petrum presentibus etc.
(In margine:) Card, vim et im [flor]
Oblig. 60. fol. XXVII V.
Vergl, No, I2j,
V. Die Visitationen» ihre Berechnung*» Vereinnahmung
und Vertheilung. Untersuchungen über Verpflichtungen einzelner
Prälaten zur Zahlung von Visitationen.
129.
Vertheilung von 20 Pfund Tumosen, die der Abt von Marmoutiers dem heiligen
Collegium bei seiner Visitation zu wenig bezahlt hatte. Er war gezwungen
worden dieselben zu hinterlegen und dieselben sollten verfallen, wenn er bis
Weihnachten nicht nachwiese y dass er nur 180 statt 200 Pfund zu zahlen
brauche, 1298 Decembr. 25.
De XX libr. Tur. in floren., computato floren. pro X sei. et medium,
solutis per abbatem Maioris Monasterii Turonen. pro complemento visitacionis,
- 83 -
quam nuper fecit Reate coUegio XV cardinalium, qui in dicta visitacione
continentur, habuit quilibet per manus dictorum mercatorum Clarentinorum
II flor. et XVI sol. et med. Provis.
(In margtTte:) Attende. Distribute fuerunt dicte XX libr. deposite per
abbatem Maioris Monasterii Turonen.
Oblig. lA. fol. i6 V.
Si€h€ unten No, isi.
130.
In der ceäula vom 18. Mai 1800 über die visitatio archiepiscopi Rothomagen.
betreffs gezahlter 500 Goldgulden heisst es:
De aliis vero V flor., quos in eodem festo solvere debuit, habet inducias
prorogatas.
In vigilia Assumptionis beate Virginis (August. 14) zahlte er pro com-
plemento visitationis 452 flor. auri promissos.
Zwischen beiden Terminen war Cardinal Neapoleo Ursinus de Urbe
von der Curie fortgegangen in seine Legation (Maii 27 in Marchiam Anco-
nitanam et ducatum Spoletanum). Da der Termin fiir die Zahlung des
compUmentum visitationis ordnungsmässig verlängert war, so hatte er an
der zweiten Zahlung keinen Antheil,
Oblig. i^- fol. 23 V. und 24 r.
Entscheidung des Cardinalscollegiums , dass der Abt van Marmoutiers in
Zukunft nicht 180, sondern 200 Pfund Tumosen als Antheil des Collegiums
an seiner Visitation zu zahlen habe, 1800 Oetobr. 24.
Declaratio super visitatione abbatis Maioris Monasterii Turonen. (In
margine)
Die xxilll mensis Octobris eiusdem anni (1300), reverendus pater
dominus Robertus cardinalis, camerarius coUegii cardinalium Sancte Romane
Ecclesie, de consistorio reddiens, mandavit et fecit scribi, quod ipse mane
exposito altercationis articulo de XX libr. Turonen. suprascriptis, quas abbas
Maioris Monasterii Turonen. pro complemento visitacionis il libr. solvere
renuebat, visum fuit cardinalibus et declaraverunt declaratione in perpetuum
valitura, ut suprascripte XX libr. Turon., que sequestrate erant, collegio
applicentur et de cetero debitis temporibus n libr. Turon. integre abbas
dicti monasterii collegio nomine visitationis exolvat.
Oblig. jA- fol. 25 r.
VergL No, 12g,
6
•
- 84 -
132.
Einzig vorkommende Visitation des Erzbischofs von Armagh.
1801 Deeembr. 25.
Visitatio Armachani. {In margine)
De L marchis Sterlingorum, computata marcha pro V flor. auri, in
quibus archiepiscopus Annachanus coUegium xvn cardinalium visitavit,
habuit quilibet per eosdem mercatores Clarentin. Xlin flor. XXIII sol. V den.
Provis. Nomina vero dictorum cardinalium sunt supra nominati (sie) in visi-
tatione archiepiscopi Senonen., subtracto domino fratre N. Ostien., et additis
dominis fratre M. Portuen. et Neapoleone cardinalibus.
Oblig. i^- fol. 31 V.
SUh€ unten No, ijS,
133.
Zahlung und Vertheilung der Visitation des Erzbischofs von Canterbury.
1820 Februar. 11.
Prima solutio visitationis triennalis facta per dominum Walterum archi-
episcopum Cantuariensem. Distributa in distributione xxvn. {In margine,)
Item anno quo supra, die XXin mensis lanuarii, dominus Walterus
archiepiscopus Cantuariensis solvit de parte coU^um XXin dominorum
cardinalium contingente de lil marchis argenti, in quibus debet de triennio
in triennium Romanam Ecclesiam visitare, pro tribus annis preteritis
LX marchas argenti in lii florenis auri, computata qualibet marcha pro
V. florenis, per manus magistri Andree Sapiti de Florentia, procuratoris sui
in curia Romana. Quam pecunie summam ego Vincentius suprascriptus
die XI. mensis Februarii distribui inter XXIII cardinales, qui suprascripti sunt
in solutione census abbatis Nancen., subtracto domino G. de Pergamo quon-
dam cardinale ad VI.
Notandum est, quod secundum regestra camere domini pape et cleri-
corum eius dictus archiepiscopus dictam visitationem solvere debet pro
pluribus trienniis, in quibus dictam visitationem solvere pretermisit, et pro
residuo istius visitationis debet adhuc collegio^) dominorum cardinalium
IUI • L florenos. Solvit eos die XX lanuarii de anno Domini M • CCC • xxiil
ut infra continetur in registro.
(In margine:) XXIII card.
Oblig. II. fol. X r.
Vergl, No, löi unten. Ueber Andreas Sapiti vergleiche den Aufsatz von Kirsch im Hist.
Jahrbtich der Görr es -Gesellschaft,
') Ms,: collegium.
- 85 -
134—136*-
Vier Urkunden über die Visitation des Erzbischofs von York.
1820 Oetobr. 27-1821 ApriL 10.
Der Erzbischof von York zahlt seine Visitation von joo Mark Sterling, wobei
er die Mark zu 4. Goldgulden berechnet. Der Cardinalkämmerer fordert ihn
auf, er sollte, wie früher, j Goldgulden für die Mark berechnen, Jedoch
entscheidet der Papst, dass beide Kammern jetzt und in Zukunft sich mit
4. Goldgulden begnügen sollen,
134.
1820 Oetobr. 27.
Solutio visitationis domini, domini Guillermi archiepiscopi Eboracen.
Distributa in distributione xxxn. (In margine)
Item anno quo supra, die XXV. mensis septembris, . . dominus Guillermus
archiepiscopus Eboracen. solvit per manus magistrorum Roberti de Pinchebek
canonici Eboracen. et Rogerii de Ak, procuratorum suorum, C*L marchas
Sterlingorum in vi florenis auri, computata qualibet marcha pro quatuor
florenis auri, pro parte collegium dominorum cardinalium contingente de
visitatione trienali, quam in ill marchis Sterlingorum Romane Ecclesie de
triennio in triennium facere tenetur. Quam pecunie summam . . ego Vincentius
predictus die xxvil mensis Octobris distribui inter XXI dominos cardinales,
qui supra scripti sunt in solutione census abbatis Nancen., subtractis dominis
G. de Pergamo, Amaldo quondam Albanen. et B. de Pogeto.
Oblig. II. fol. XI V.
135.
1820 Oetobr. 27.
Verum, quia procuratores predicti solutionem huiusmodi ad rationem
quatuor florenorum auri pro marcha qualibet tantum fecisse noscuntur,
asserentes dictum archiepiscopum non in pluri, nee aliter pro huiusmodi
visitatione facienda teneri, et de hoc posse fidem facere sufficientem, etiam
per publica documenta, . . reverendus pater . . dominus Berengarius Portuen.,
qui ex iniuncto sibi officio iura coll^i tenetur in dampna preservare, sibi
considerans maxime, quod coll^um ipsum in talibus consuevit quinque
florenos auri pro marcha recipere et eidem exsolvi de consuetudine diucius
observata, dictum archiepiscopum per suas patentes litteras requisivit, sibi
nichilominus auctoritate, qua fungitur, iniungendo, quatenus infra sex menses
— 86 —
immediate sequentes a die supra proxime scripta computandos, centum
quinquaginta florenos pro complemento huiusmodi sue visitationis ex causa
premissa ad solvendum restantes, prefato coll^o persolvendos destinare
procuret, vel alias infra dictum terminum ad hoc se Intime doceat non
tencri. Alioquin cognoscat se reatum periurii incurrisse . .
Datum die presentis solutionis statim supra proxime Scripte.
Oblig. II. fol. XII r.
136.
1821 Hart. 23.
Ordinatio facta super hoc per dominum papam. {In ntar^^ne)
Post hec die xxiil mensis Marcii, de anno domini M • ccfc • xxi, dictus
dominus Portuen. mandavit michi, Vincencio suprascripto, quod m r^stro
scriberem, quod ipsa die predicta dominus papa in consistorio mandaverat
dictum archiepiscopum expediri, et de solutione per ipsum archiepiscopum
facta, computando IUI florenos pro marcha camere et coll^o supradictis . .
Voluit idem dominus papa cameram suam et coUegium dominorum cardi-
nalium predictorum nunc et imposterum contentari.
Oblig. II. fol. Xll r.
136*-
Der päpstliche Kämfnerer quittirt dem Erzbischof e von York die Bezahlung
seiner Visitation. Er fiihrt aus, dass er vom Erzbisc/tofe noch eine Nach-
zahlung (s statt /f. Goldgulden fiir die Mark) Iiabe verlangen wollen, aber
die Mittheilung des Cardinal kämmer er s, dass der Papst zu Gunsten des Erz-
biscliofs entschieden habe, hielt ihn davon ab, 1821 April. 10.
Quitatio visitationis archiepiscopi Eboracen. ad rationem IUI flor. pro
marcha. [In fnargine.)
Universis etc. Ad universitatis vestre notitiam presentium tenore
deferimus, quod cum archiepiscopus Eboracen., qui est vel erit pro tempore,
teneatur singulis trienniis in III marchis Sterlingorum sedem apostolicam
visitare, fatemur, quod venerabilis pater dominus Guillermus, nunc Eboracen.
archiepiscopus, die xxv mensis Septembr. proxime preteriti sedem ipsam
pro uno triennio, XXVIII die eiusdem mensis proxime tunc futura terminando,
per discretos viros magistros Robertum de Pinchebek, canonicum Eboracen.,
et Rogerium de Ak, clericum, procuratores suos ad hoc specialiter constitutos,
cum devotione debita visitavit ac centum quinquaginta march. Sterlingorum
- 87 -
pro medietate cameram domini nostri pape contingentes in sexcentis flor.
auri, pro liii flor. marcha qualibet computata, nomine et ex causa visitationis
huiusmodi per manus procuratorum ipsorum prefate camere solvi fecit.
Ceterum licet tunc nobis petentibus a procuratoribus antedictis, ut ad
rationem quinque flor. pro marcha, secundum quod in talibus hactenus
recipere consueverat camera memorata, solutionem facerent antedictam,
prefati procuratores id facere denegarint, predictum dominum suum in pluri
non teneri vel aliter asserentes ; nos eidem archiepiscopo per nostras duximus
litteras iniungendum, ut infra certum per nos sibi terminum constitutum
centum quinquaginta flor. auri pro complemento visitationis prefate ad sol-
vendum adhuc eidem camere ex causa memorata restantes, persolvendos
eidem infallibiliter destinaretur vel alias se ad id sufficienter ostenderet non
teneri. Demum, quia reverendus in Christo pater dominus Berengarius Dei
gratia episcopus Portuen., coUegii reverendorum patrum dominorum Sancte
Romane Ecclesie cardinalium camerarius, nobis asseruit, quod exposito in
consistorio coram domino nostro papa et coUegio memoratis pro parte
dicti archiepiscopi negotio supradicto, idem dominus noster de consilio
dictorum cardinalium predictorum ordinaverat in eodem, quod ad rationem
quattuor flor. pro marcha solutione predicta facta, ut premittitur, camere
supradicte contentari deberemus sine alio complemento. Nos assertioni dicti
domini cardinalis fidem, sicut debuit, adhibentes, antedictum archiepiscopum,
ecclesiam et successores suos de supradictis centum quinquaginta marchis
Sterlingorum in sexcentis flor. auri, ad rationem quatuor flor. pro marcha,
pro dicto triennio prefate camere, ut predicitur, exsolutis, tenore presentium
absolvimus et quitamus, has sibi litteras sigillo camerariatus nostri munitas
in testimonium concedentes.
Dat. Avinion. die X Aprilis, anno, ind. et pont. predictis.
Oblig. 5. fol. 124 r.
137—137
a.
Zahlung der Visitation des Erzbischofs von Sern und Vertheilung der Summe
zugleich mit anderen Geldern unter Cardinal Guilelmus Testa, ob schon sie
unter seinem inzwischen verstorbenen Vorgänger Cardinal Berengarius ver-
einnahmt worden waren,
137-
1828 Deeembr. 5.
Solutio visitationis domini Guillermi archiepiscopi Senonensis. [In
margine.)
— 88 —
Hec pecunie summa fuit assignata domino Guillermo Testa cardinali,
et per nos Michaelem Ricommani^) et G. Medici distributa die v mensis
Decembris inter XXII cardinales hie designatos. (In tnargine)
Infrascripte due visitationes et unus census proxime sequentes recepte
fuerunt per dominum Vincentium de Serignano de tempore domini Berengarii
episcopi Portuen. Morte tamen ipsorum superveniente distribute non fuerunt . .
set post obitum dicti domini Portuen. per dominum Pontium Assauti, et
me Guillermum Medici die xxvi mensis Novembris assignate fuerunt reverendo
patri domino Guillermo Testa cardinali, camerario collegii tunc noviter
deputato; et postmodum de mandato suo distribute fuerunt per nos Michaelem
Riconmiani^) et Guillermum Medici ut sequitur.
Oblig. II. fol. XXI V.
^) Statt: RUomanni.
137a.
1828 Deeembr« 5«
Solutio visitationis domini Guillermi archiepiscopi Senonen. {In margrne)
Hec pecunie summa fuit assignata dicto domino Guillermo Testa
cardinali et per nos M. et G. fuit distributa die V Decembris inter XXII
dominos cardinales hie designatos. (In tnargine.)
Item anno quo supra, die xiii mensis Septembris dominus Guillermus,
archiepiscopus Senonen., solvit pro visitatione biennali, quam de biennio in
biennium Ecclesie Romane in vi libris Turonen. parvorum facere tenetur,
pro parte collegium dominorum cardinalium contingente CCC libras Turonen.
parvorum in vi • LXXI florenis vii solidis Vi denariis Turonen., computato
floreno pro X solidis VI denariis Turonen., pro^) quibus collegium XXII domi-
norum cardinalium visitavit per manus domini lohannis Godardi, capellani,
familiaris et procuratoris sui, pro uno biennio preterito et completo in die
presentis solutionis . . Quam pecunie summam ego Vincentius predictus
die mensis [kleine LückeY) distribui inter XXII dominos cardinales qui supra-
scripti sunt in alia solutione visitationis eiusdem archiepi6copi Senonen.,
subtractis dominis Guillermo de Mandagoto, . . N. de frovilla, . . Symone
de Archiaco et B. Fredoli episcopo Tusculano. ad XVI.
(In tnargine:) XXII cardinales.
Oblig. II. fol. XXI V.
*) Ms,: post.
*) Hier muss es Juissen: die V niensis Decembris.
138.
Die Untersuchung über die Verpflichtung des Erzbischofs von Armagh zur
Zahlung eitier Visitation^ auf Grund eirur einmaligen Zahlutig im Jahre ijoi,
- 89 -
hat sichere Anhaltspunkte nicht ergeben. Die Kämmerer wollen die An-
gelegenheit nicht endgültig entscheiden, entbinden aber den Erzbischof von
der Leistung, bis die weitere Untersuchung die Sache geklärt habe,
1850 Octobr. 5.
Commissio sive littera pro visitatione archiepiscopi Armachan. Miseratione
divina Guillermus tituli Sanctorum llil Coronatorum presbiter cardinalis, sacri
collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium
et Stephanus Arelaten. archiepiscopus, domini pape camerarii, notum facimus
universis quod, quia in regestris camere apostolice continetur, quod archi-
episcopus Armachanus de anno Domini M • CCC * l in quinquaginta marchis
argenti, pro quinque flor. marcha qualibet computata, collegium dominorum
cardinalium visitavit et perinde sequatur, quod tantumdem fuit camere
apostolice persolutum, propterea executio dicte visitationis realis et qua-
rumdam aliarum visitationum domino Raymundo Pelegrini, predecessori
vestro, per litteras apostolicas commissa extiterit, prout in eisdem litteris
continetur; cumque per dictum dominum Raymundum reverendus pater
dominus Richardus, nunc archiepiscopus Armachanus, compelleretur ad sol-
vendam visitationem eandem debitam a dicto anno CCC • i et citra, prefatus
dominus archiepiscopus ad apostolicam sedem accessit, et dicens se non
teneri ad solutionem visitationum, que petebantur ab eo, peciit a domino
nostro summo pontifici sibi et sue ecclesie super hoc iusticiam ministrari.
Quam quidem causam prefatus dominus noster nobis commisit oraculo vive
vocis. Nos igitur libros tam camere, quam collegii dominorum cardinalium,
videri et examinari fecimus diligenter, nee inveniri potuit, quod dicta visi-
tatio fuerit antea nee post soluta, nisi semel dumtaxat, sicut superius est
expressum. Unde cum dictus archiepiscopus asserat, quod verisimiliter
apparet, quod dicta solutio, semel facta, fuit oblatio liberalis non obligans
ecclesiam suam ad semper, supplicavit nobis humiliter sibi et ecclesie sue
predicte de oportuno remedio provideri. Nos enim, per ea que vidimus
et audivimus, non intendentes ad presens negotium huiusmodi diffinire, set
quatenus possumus dicto domino archiepiscopo de aliquali remedio provideri,
vobis scribimus et presentium tenore mandamus, quatenus, nisi melius infor-
mati, vobis scribamus expresse, quod predictis nequaquam obstantibus
debeatis exigere summas debitas pro visitatione predicta, inserendo in nostris
litteris supervenientes causas nos ad predicta monentes, cessetis a molestatione
domini archiepiscopi memorati, reducentes ad statum debitum, si contra
dictum dominum archiepiscopum forsitan est processum. Vos vero cum
omni diligentia per vos vel alium seu alios in partibus illis inquiratis, si
aliquid de supradicta visitatione invenire possitis et nobis rescribere per
— 90 —
vestras litteras curetis, quid inveneritis de predictis. In cuius rei testimonium
presentes litteras fieri fecimus et sigillorum nostrorum appensione muniri.
Dat. Avinion., die quinta mensis Octobris anno Domini M • CCC • L,
indictione tercia, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini
Clementis divina Providentia pape vi anno nono.
Oblig. 25. fol. LXXI r.
Oblig. 26. fol. 80 V.
SUh€ oben No, iji. Von dem Ergebniss der Untersuchung ist nichts überliefert,
139.
Die Erzbischöfe von BourgeSy die van Alters her zur Zahlung einer
Visitation verpflichtet waren, hatten lange Jahre nicht gezahlt. Als nun die
Kämmerer auf diese Verpflichtung aufmerksam machten und auf künftige
pünktliche Zahlung und Tilgung der bedeutendeft Schulden drangen, erklärte
der Erzbischef von Bourges, dass für ihn und seine Kirche eine solche Ver-
pflichtung nicht bestehe. Im Consistorium wurde die Angelegenheit dem
CardinalbiscJwf von Sabhta Bertrandus zur Entscfteidung übertragen. Der-
selbe bestätigte die Verpflichtung des Erzbischofs zur Zahlung der Visitation,
bestimmte die Höhe der Summe für alle Zukunft und ordnete die Tilgung
der Schulden ex aequo et bona. 1858 lul« 8.
Nos Bertrandus promissione {sie) divina episcopus Sabinen, notum
facimus universis, quod cum a venerabili patre domino Rogerio archiepiscopo
Bituricen. per reverendissimum patrem dominum Guillermum divina gratia
episcopum Tusculanum, collegii reverendissimorum patrum dominorum Sancte
Romane Ecclesie cardinalium, et venerabilem patrem dominum Stephanum
eadem gratia archiepiscopum Tholosanum, domini nostri pape camerarios,
peterentur trecente libre bonorum Turon. pro visitatione singulis bienniis
facienda, et nichilominus pro cessatione visitationum et solutionum occasione
ipsarum pro multo tempore preterito magne pecunie quantitates, prefatus
autem archiepiscopus assereret ad visitationem et solutionem huiusmodi
, pecunie se et suam ecclesiam non teneri, cum numquam audivisset, quod
predecessores sui eam solvissent, nee ab eis petita fuissent ^), nee probationes
per dictos dominos camerarios inducte ad prestationem dicte visitationis
sufficere videbantur. Tandem *) deducto ad consistorium huiusmodi negotio,
sanctissimus pater et dominus noster, dominus Innocentius divina Providentia
papa sextus, et collegium dominorum cardinalium nobis vive vocis oraculo
*) Ms. : fuisset.
•) Ms.: tamdem.
— 91 —
commiserunt ^), quod visis et examinatis dictis probationibus, et equitate pen-
sata tarn de dicta visitatione singulis bienniis facienda, quam de arreyragiis seu
debitis preteriti temporis pro omissis visitationibus biennalibus, ordinaremus,
quod nobis, deliberatione habita, videretur, et quod illud, quod per nos
ordinatum fuisset, deberet imposterum inviolabiliter observari. Nos igitur
visis et examinatis dictis probationibus et attentis aliis, que ad infra
scripta nostrum animum inclinarunt, ordinamus et decemimus, quod preffatus
archiepiscopus et successores sui imposterum singulis bienniis pro visitatione
biennali trecentos florenos auri de Florentia apostolice et dicti coUegii cameris
solvere teneantur; cuius visitationis trecentorum florenorum prima solutio
cedat et incipere debeat in festo Ascentionis Domini proxime sequturo (sie)
et exinde de biennio in biennium in dicto festo similis visitatio et solutio
perpetuis temporibus sit fienda. Volumus eciam et ordinamus ac decemimus
et mandamus, quod, licet dictus archiepiscopus pro ommissis tam per diversos
predecessores suos, quam per ipsum, visitationibus in magnis peccuniarum
quantitatibus assereretur existere obligatus, ex equitate tamen pro visitatio-
nibus illius dumtaxat temporis, quo dictus archiepiscopus ecclesie Bituricen.
prefuit, scilicet decem annis, cum ex decem annis archiepiscopus fuit, com-
putata et taxata qualibet visitatione in lil floren., et sie M • v floren. idem
archiepiscopus et ecclesia Bituricen. remaneant obligati, ita videlicet, quod
a festo predicto Ascensionis Domini anno revoluto lil flor. in dicto festo
et subsequenter duobus annis extunc revolutis alios lii floren., et sie extunc
de biennio in biennium, donec de predictis mille quingentis florenis integre
satisfactum fuerit, Bituricen. archiepiscopus solvere teneatur, ut sie usque
ad integran satisfactionem predictam mille quingentorum florenorum uno
anno visitacio ordinaria, et alio lii floren. pro visitatione prefati temporis
preteriti exsolvantur. In cuius rei testimonium presentem ordinationem per
Nicolaum nostrum notarium infrascriptum in publicam formam redigi man-
davimus et sigilli nostri appensione muniri. Lata, lecta et in scriptis privi-
l^ata fuit ordinatio supra dicta per prefatum dominum Sabinen, ad nostra
redden. pro tribunali sedentem in hospicio sue habitationis de Villa Nova
Avinion. diocesis, videlicet in eins camera superiori. Anno Nativitatis
Domini millesimo ccc • Lifl, indictione sexta, die Lune, viii mensis lulii, in
vesperis hora consuete audiencie dicti domini Sabinen., pontiflcatus prefati
sanctissimi patris domini Innocentii divina Providentia pape sexti anno
primo; presentibus reverendis in Christo patribus dominis Dei gratia Petro
Portugalen., Johanne Malleacen., Isac Aquilen. et Francisco Urbinat. episcopis,
*) Ms.: comiserunt.
— 92 —
et venerabilibus viris dominis Agapito de Columpna, archidiacono Bononien.,
Petro La Tolre, canonico et sacrista Aquen. in Vasconia, et aliis pluribus
testibus rogatis.
Qua quidem sententia seu ordinatione pro lata, sapiens vir dominus
Petrus de Perusio, decretorum doctor, advocatus fisci Sancte Romane
Ecclesie, vice et nomine dicte Ecclesie ac magistri lohannis de Novayrano,
procuratoris eiusdem fisci, quem dixit a Romana Curia iure^) fore absentem,
ac venerabiles viri domini Guillermus de Fönte et Guillermus Textoris, clerici
collegii dictorum dominorum cardinalium, ipsorum nomine ipsam sententiam
seu ordinationem, in quantum faceret pro camera apostolica et dicto coU^o,
approbarunt et ratifficarunt ac eciam laudarunt; in quantum vero esset
contra eosdem dominum papam, cameram apostolicam et dictum coll^um,
protestati fuerunt de gravamine et appdlarunt^).
Ego Nicholaus quondam Chettoli de Romanis de Anxinis, apostolica
et imperiali auctoritate notarius publicus, et nunc dicti domini Sabinen,
scriba, ordinacioni, decreto, mandato, approbacioni, ratifficacioni, protestacioni
ac Omnibus et singulis supra scriptis, dum agerentur, interfui omniaque^) de
mandatis eiusdem domini mei domini Sabinen, et rogatus scripsi et in hanc
publicam formam redegi signoque meo apposito consueto.
Oblig. IG. fol. 79 r.
*) Ms,: minime oder tnisericordie (mü),
■) Ms,: appellando,
■) Ms,: ea quem.
Der Abschnitt „Qua quidem" ist in der Handschrift schlecht überliefert.
Gemäss obigem Urtheilsspruche haben wir gleich im folgenden Jahre die
erste Zahlung von Seiten des Erzbischofs : 1854 Mail 21.
. . . prefatus dominus archiepiscopus [Rogerius Bituricen) in deducione
dictorum mille quingentorum floren. pro primo termino dicti festi Ascensionis
Domini proxime venientis pro parte dictam cameram contingente, die qua
supra XXI Maii per manus domini Petri Relhac canonici beate Marie de
Salis Bituricen. prefate camere solvi et assignari fecit CL flor.
Oblig. lo. fol. 8i r.
iJSS tahlt er die gleiche Summe an camera und collegium. Ebenso in den folgenden Jahren.
140.
Zahlung des Census der Humiliaten von Mailand im Betrage von zwei Pfund
Gold gleich 1^2 Goldgulden und der Visitation int Betrage von jo Goldgulden.
1366 Decembr. 24,
— 93 —
Anno a Nativitate Domini ftccCLX^.
Die XXIUI mensis Decembris, anno eiusdem et pontificatus predictis,
cum magister et fratres ordinis Humiliatorum., qui sunt et erunt pro tempore,
teneantur annis singulis Romanam Ecclesiam visitare et pro censu duas
libras auri solvere, videlicet medietatem camere apostolice et aliam medie-
tatem collegio dominorum cardinalium, dominus frater Tyberius, nunc
magister dicti ordinis, pro se et dictis fratribus unam libram auri extimatam
ad XCVI flor. pro censu, et quindecim flor. pro visitatione pro anno Domini
M.CCC'LX proxime preterito^) cameram ipsam contingente, per manus
Marchi de Gussiano de Mediolano, mercatoris Avinion., solvi fecit et assignari.
Oblig. IG. fol. 86 V.
Vergl, No. 164 unten,
*) Im Ms, noch pro per.
VI. Der Census fttr das Königreieh beider Siellien beziehungsweise
fOr das Königreieh Neapel alleine.
141.
Banifaz VIII bestätigt den Empfang der Kronen und sonstigen Kronkleinodien
Carl II, die ehemals dem heiligen Stuhle für den census verpfändet worden
waren, ihm jetzt aber für 20 000 Unzen Gold verkauft worden sind,
1299 Iun«2 Anagniae«
Carissimo in Christo filio C, regi Sicilie illustri.
Venit nuper ad presentiam nostram dilectus filius nobilis vir Sergius
Siginulfus de Neapoli, miles, nuntius tuus, et assignavit nobis ex parte tua
Coronas et quedam alia iocalia pretiosa, que preteritis temporibus cum
quibusdam aliis iocalibus pro sexdecim milibus untiarum auri ad generale
pondus regni Sicilie, debitis apostolice sedi de censu regni eiusdem pro
duobus terminis ab olim transactis, ipsi sedi impignorata fuerunt, queve
Coronas et iocalia nuper, dum eras Anagnie, pro viginti milibus untiarum
auri ad dictum pondus nobis et Romane Ecclesie vendidisti; de quibus
viginti milibus untiarum auri per nos et ipsam Ecclesiam est tibi per
solutionem veram et integram satisfactum, predictis sexdecim milibus unci-
arum a te prefate sedi, ut predicitur, in excomputum satisfactionis huius-
modi non deductis. Nos itaque presentium tenore fatemur, coronam et
iocalia supradicta a prefato milite fuisse nobis tuo nomine assignata et a
— 94 —
nobis recepta, quodque sumus de huiusmodi coronarum et iocalium vendi-
torum facta nobis assignatione content!. Tu tarnen ad solvenda dicte sedi
predicta sexdecim milia untiarum remanes pro prefatis duobus terminis
obUgatus.
Dat. ut supra (Anagnie im non. Junii, anno v).
Reg. Vat. No. 49. fol. CLira v. cap. CLXXvn.
Registres de Boniface viii No. 3057.
141*-
Bonifaz VIII gewährt dem Könige Carl von Neapel Aufschub fiir die
Zahlung des rückständigen Census in der Höhe van 8334.0 Unzen Gold,
1801 Ion. 29 Anagniae«
Carissimo in Christo filio Carolo regi Sicilie illustri.
Ex parte tua fuit nobis humiliter supplicatum, quod cum pro censu
octomilium unciarum auri ad generale pondus regni Sicilie singulis annis
per te Ecclesie Romane debito secundum computationem, dudum solenniter
factam per ministros camere nostre cum ofiicialibus tuis ad hoc specialiter
deputatis, tenereris ipsi Ecclesie pro tempore preterito, quo extitit in ipsius
census solutione cessatum, usque ad festum Apostolorum Petri et Pauli
proxime transactum, quod fuit anno Domini M*CCC, in unciarum auri ad
octuaginta quinque milibus et trecentis quadraginta ad generale memorati
regni pondus, et huiusmodi octuaginta quinque milia trecentas et quadra-
ginta \jincias\ in ipso transacto festo comode nequiveris solvere, nee ea
etiam in presenti festo ipsorum Apostolorum, quod est hodie dat. presencium
in anno Domini M • CCCI, solvere valeas nee solvere posse confidas propter
g^errarum strepitus et inimicorum insultus, quibus resistere ipsosque repellere
pro defensione ipsius regni necessario te oportet, ac propter varia diversaque
incumbentia tibi negotia necnon gravia onera expensarum, que urgente
necessitate subiisti et subire compelleris, dilationem solutionum omnium
predictarum octuagintaquinque milium et trecentarum quadraginta unciarum
auri ad pondus predictum usque ad festum predictorum Apostolorum, exnunc
primo venturum, quod erit anno Domini M • trecentesimo secundo, benigne
concedere dignaremur. Nos itaque huiusmodi tuorum impedimentorum
conscii et onerum non ignari, super illis paterno tibi compatientes affectu,
ac volentes te favore prosequi speciali, tuis supplicationibus inclinati, dilati-
onem solutionis predictarum octuagintaquinque milium et trecentarum quadra-
ginta unciarum auri census eiusdem usque ad prelibatum festum Apostolorum
predictorum primo venturum, tibi gratiose concedimus de fratrum nostrorum
— 95 —
consilio et assensu. Adicimus autem, quod per petitionem et concessionem
dilationis huiusmodi conventiones et conditiones habite inter memoratam
Ecclesiam et clare memorie Carolum regem Sicilie, patrem tuum, ac te,
nullam prorsus varietatem sentiant nee immutationis dispendium patiantur,
sed semper in sua permaneant firmitate. Volumus quoque, quod si prefatam
supplicationem tuam et dilationem nostram ratas habueris, super hoc patentes
litteras tuas harum seriem continentes aurea bulla munitas nobis ad ipsius
Ecclesie Romane cautelam infra kal. mensis Octobris proxime venturas
exhibere procures. Alioquin dicta dilatio nullius penitus sit roboris vel
momenti. De censu vero octo milium unciarum auri nobis et eidem Ecclesie
debito pro uno finito termino, qui est hoc die ipsius festi dat. presentium
in ipso presenti anno Domini M«CCCI, est nobis et eidem Ecclesie per te
satisfactum realiter^), sicut in aliis litteris nostris patentibus, ad cautelam
tuam super hoc tibi concessis, clarius et distinctius continetur.
Dat. Anagnie lii kal. lulii anno septimo.
Reg. Vat. No. 50. fol. cxxil r. cap. Lxv (446).
*) SUhe No. 142.
142.
Vertheilung von 20000 Goldgulden des census Siciliae des Jahres ijoi,
1801 Septembr. 28.
Census. {In margine)
De XX flor. auri, solutis nomine illustris regis Sicilie domini Karoli
secundi coUegio xvi cardinalium ^) pro censu dicti regni Sicilie, pro termino
festi Apostolorum Petri et Pauli novissime transacto, de anno videlicet
M • CCC primo, tradita sunt et soluta manualiter per me, Petrum de Monte-
chiello procuratorem coUegii, cuilibet dictorum cardinalium de mandato
reverendi patris domini Roberti Dei gratia tituli Sancte Pudentiane presbiteri
cardinalis, camerarii dicti coUegii, M • n • L flor. auri. Nomina vero dictorum
cardinalium sunt supra nominati (sie) in visitaüone archiepiscopi Senonen.,
subtracto domino fratre N. Ostien. et addito domino Neapoleone cardinale.
Oblig. i^- fol. 29 V.
*) Sieh€ No, 141,
143 — 144.
Bonifaz VIII gewährt Carl II von Neapel Aufschub für die Zahlung seiner
Schulden aus dem Census in der Höhe von 93340 Unzen Gold und bestätigt
die mündliche Gewährung des Aufschubes durch eine Bulle. Carl II
bescheinigt den Empfang des päpstlichen Schreibens und dankt für die
erwiesene Gnade,
- 96 -
143.
1808 laL 4 NeapoU.
Sanctissimo in Christo patri et clementissimo domino suo, domino
Bonifacio divina providencia Sacrosancte Romane ac Universalis Ecclesie
sunimo pontifici, Karolus secundus Dei gratia rex lerusalem j et Sicilie,
ducatus Apulie et principatus Capue Provincie et Forcalquerii comes, cum
omni reverencia et honore devota pedum oscula beatorum.
Nuper a benignitate vestra obtinui licteras tenoris et | continentie
subsequentis:
144.
1808 Ion. 15 Anagniae.
Bonifacius episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo iilio
Carolo, regi Sicilie illustri, salutem et apostolicam benedictionem.
Olim per tuos nuncios nobis devocius supplicasti, ut cum nonaginta-
tria milia unciarum, trecentas et quadraginta uncias auri ad generale
pondus regni Sicilie per te nobis et Ecclesie Romane debita pro
censu regni eiusdem de preterito tempore usque ad totum festum
Beati Petri proximo preteritum, quod fuit in anno Domini millesimo
trecentesimo secundo, solvere non valeres propter guerrarum diutuma
discrimina, quibus dictum r^^um erat tunc importune concussum, et
anfractus varios et ipsarum guerrarum discriminibus impeditus, dila-
cionem solucionis omnium prefatorum nonaginta trium milium unciarum,
trecentarum et quadraginta usque ad festum Beati Petri proximo ven-
turum, quod erit in presenti anno Domini millesimo trecentesimo
tercio, benigne tibi concedere dignaremur. Nosque impedimentorum
huiusmodi conscii et onerum non ignari, super illis patemo tibi com-
pacientes affectu, tuis supplicacionibus inclinati, dilacionem solucionis
omnium predictorum nonaginta trium milium unciarum trecentarum
et quadraginta usque ad festum Beati Petri proximo venturum tibi
graciose concessimus de fratrum nostrorum consilio et assensu. Sed
quia propter occupaciones alias et implicaciones multiplices de pro-
rogacione huiusmodi nostre buUate lictere non apparent, volumus et
concedimus de ipsorum fratrum consilio et assensu, ut, non obstante,
quod de prorogacione ipsa prefate hctere bullate non extant, perinde
prorogacio memorata sit valida et robur obtineat firmitatis ac si super
ea patentes et expresse nostre speciales bullate lictere apparerent,
presentibus in ipsius testimonium valituris; et ad maiorem cautelam
que prodesse, non officere consuevit, decemimus de ipsorum fratrum
consilio ob defectum dicte probacionis licterarum nostrarum, que, ut
— 97 —
predlcitur, non existunt, te nullam excommunicacionem vel aliam
spiritualem aut temporalem sentenciam seu penam quomodolibet in-
currisse, ita quod tibi aut tuis heredibus et successoribus nuUum
propterea preiudicium generetur, quodque per formam maxime con-
vencionum habitarum inter Romanam Ecclesiam et clare memoria
Carolum, regem Sicilie patrem tuum, ac te, nuUo unquam tempore im-
pedimentum vel obstaculum aliquod tibi vel ipsis propterea possit obici
vel apponi. Adicimus autem, quod per huiusmodi peticionem tuam
et concessionem nostram dilacionis huiusmodi et alia supradicta, con-
venciones prefate et condiciones habite inter memoratam Ecclesiam
et eundem regem Sicilie, patrem tuum, ac te, nullam prorsus varietatem
senciant nee immutacionis dispendiimi paciantur, sed in sua semper
permaneant iirmitate. Volumus quoque, quod si prefatas supplica-
cionem tuam et dilacionem nostram et alia suprascripta tibi concessa
per nos rata habueris, super hoc patentes licteras tuas, harum seriem
continentes, aurea bulla munitas, nobis ad ipsius Ecclesie Romane
cautelam infra trimestre spacium, a die date presencium computandum,
exhibere procures, alioquin dilacio et alia predicta per nos tibi con-
cessa, nullius sint penitus roboris vel momenti. Declaramus preterea
tenore presencium, quod octo milia unciarum auri pro censu anni
millesimi trecentesimi primi in summa eorumdem nonaginta trium
milium trecentarum quadraginta minime includuntur.
Dat. Anagniae xvii kal. lulii, pontificatus nostri anno nono.
Ego igitur, pie pater ~et domine, pro tanta gracia Beatitudini Vestre
ad graciarum acciones reverenter assurgens, ac totum ad vestra beneplacita
me conformans, predicte dilacioni assencio et ipsam expresse rati habicione
confirmo, sie prefatam et alias gracias quas indesinenter a clemencia vestra
recipio, gratitudine debita recognoscens, quod cum auxilio Conditoris Etemi
in conspectu Sanctitatis Vestre occuram exinde dignis laudibus commen-
dandus. In predictorum autem testimonium perpetuamque memoriam presentes
licteras iussi fieri et aurea bulla regle maiestatis impressa typario communivi.
Dat. Neapoli per | Bartholomeum de Capua . . militem, logothetam
et prothonotarium regni Sicilie, anno Domini millesimo trecentesimo tercio,
die quarto lulii, prime indiccionis regnorum | meorum anno nonodecimo.
Archivum Castelli Sancti Angeli Arm. II caps. 5 n. 9.
Originai, Pergamtnturkunde , Sckmtr und BulU fehUn, In plka nwischm den Ukhem
der BesUgelung: Mta, Der Name des LogothtUn Bartholomäus de Capua ist eigenhändig mit
verschiedener Tinte eingetragen, A tergo: M XXXV,
Siehe unten Nie, ///•.
Baumgartsn, Finanxverw. des Card.-Coneg. im Mittriatoer. 7
- 98 -
145.
Vertheilung von ijoo Pfund Provisiner des census Sidliae fiir das Jahr ijoj.
1804 Februar* 6.
Census. (In tnargine)
De MV libr. Provis., solutis racione ^) census Apulie pro proxime trans-
acto festo Petri Apostoli anni CCC • III, ex parte serenissimi principis domini
Caroli secundi, lerusalem et Sicilie regis illustris, facta est divisio inter
XVIII dominos cardinales, quorum nomina superius in divisione dicti census
capitulo xuni continentur. Et habuit quilibet per dictos mercatores Qa-
rentin. LXXXlll libr. vi sol. et vni den. Provis.
Oblig. I^- fol. 42 r.
1) Steht Mttfci Mal in der Hanäsckrifl,
146.
Vertheilung van jooo Unzen Gold des census Sidliae fiir das Jahr 1304.
1804 Oetobr. 2.
Census Sicilie.*) (In margine.)
Die II mensis Oetobr. eiusdem anni (1304) facta est divisio de censu
infrascripto :
Solvit magnificus princeps dominus Carolus, Sicilie rex illustris, Romane
M
Ecclesie vi unc. auri, qualibet uncia pro v floren. auri computata, de parte
census viii unc. auri eidem Ecclesie debiti ratione dicti regni, de termino
festi Beati Petri Apostoli proxime preteriti, videlicet presentis anni CCC • IUI;
de quibus vi unc. auri ad collegium cardinalium Sancte Romane Ecclesie
M
III pervenerunt, que distributa sunt eisdem dominis cardinalibus qui xvn
sunt numero, qui de censu predicto percipiunt. Et habuit quilibet cardi-
nalium per camerarium suum per me Petrum procur. dicti collegii, eis
manualiter conumeratos et traditos, VIII • LXXXII flor. auri XXII sol. IUI den.
Cortoven. Nomina vero dictorum cardinalium sunt supra nominati (sie) in
visitatione archiepiscopi Remen., subtracto domino fratre N. Ostien. episcopo
cardinale.
Oblig. i^- fol. 45 v.
*) Von anderer Hand beigefikgt: pro pcrtione dominorum cardinalium.
147.
Vertheilung von 1000 Unzen Gold des census Sidliae fiir das Jahr 1304..
1804 Novembr. 10.
Census Sicilie. (In margine.) Die X mensis Nov. eiusdem anni.
Soluta sunt li unc. auri Romane Ecclesie pro parte magnifici principis
domini Caroli, illustris regis Sicilie, uncia qualibet pro v flor. auri computata,
— 99 —
pro complemento census VIII unciarum auri pro termino festi Beati Petri
1 Cl M
Apostoli proxime preteriti huius presentis anni CCC-ini; de quibus II unc.
mille unc. ego Petrus de Montechiello, archidiaconus Claromonten., procurator
collegii cardinalium Sancte Romane Ecclesie, recepi et habui pro ipso
coUegio, et alias M camerarius apostolice sedis pro futuro summo pontifice
habuit. Divisi autem dictas M uncias inter XVil dominos cardinales, ad huc^)
in inclusione manentes, et tradidi manualiter ego ipse camerario cuiuslibet
dictorum cardinalium II • xcnii flor. auri optimi ponderis vn sol. et v den.
Corton. Cardinales vero sunt supra nominati in visitatione . . archiepiscopi
Remen., subtracto dicto domino fratre N. Ostien. episcopo cardinale.
Oblig. i^- fol. 46 V.
1) Im Ms, doppelt.
Clemens V erklärt die Bemerkung , die sich in einem Briefe von Banifaz VIII^)
über den census Siciliae befindet; dieselbe lautet: „Declaramus preterea tenore
presentium, quod octo milia unciarum auri pro censu anni millesimi trecen-
tesimi primi in summa eorumdem nonaginta trium milium trecentarum quadra-
ginta minime includuntur,*' Um der Auslegung vorzubeugen, als ob der König
diese Summe nicht gezahlt habe, bestätigt der Papst demselben, dass sie im
Jahre 1301 gezahlt, dann aber dem Könige als Darlehen wiedergegeben
worden sei 1806 Augost. 17 BuFdegalis.
Eidem regi [Carissimo in Christo filio C Sicilie regi illustri).
Olim felicis recordationis. — Dat. Burdegalis XVI kal. Septembris,
anno primo.
Reg. Clem. v (Edit. Bened.) No. 1149.
^) Siehe oben No, 144 am Schlüsse der Urkunde.
148.
Vertheilung des census Siciliae (Apuliae) im Betrage von 4000 Unzen Gold.
1816 Aafira8t.28.
Nos ^\erengarius\ cardinalis, camerarius collegii, mittimus vobis per
exhibitorem presentis sedule [sid) vm • LXIX flor. auri Vll sol. X den. Turon.
Provis. vos contingentes de mi [sid) unciis auri solutis in XX flor., computata
uncia pro v flor., coUegio xxill cardinalium de censu Apulie pro termino
festi Apostolorum Petri et Pauli mensis lunii anni M • CCC • Xllll.
Item mittimus vobis cxni flor. et medium auri xxn den. et obol. Tur.
parvorum vos contingenfes de n • v flor. auri solutis a domino . . nostro
585851 A'*
— 100 —
papa pro medietate mille unc. auri, solutarum eidem domino nostro pridie
per gentes regis Roberti, de antiquo debito census Sicilie; que quidem
medietas contingit collegium xxn cardinalium, ex dono facto eidem coUegio
a domino nostro predicto de debitis censuum, serviciorum et fructuum a
domino demente bone memorie et camera factis, et inhitis {sic)^ usque in
diem promotionis eiusdem domini nostri pape. Sunmia huius sedule
IX • LXXXIU flor. auri ii sol. unum den. obol Turon. parvorum.
Oblig. 4. fol. 7 r.
148»-
yokann XXII beklagt sich bitter über die Nichteinhaltung des drei Mal
verlängerten Zahlungstermins für den census Siciliae, Er hebt die grosse
Geldnoth des apostolischen Stuhles und der Cardinäle hervor, die er nur mit
Mühe zur Bewilligung eines weiteren Aufschubes habe veranlassen können.
Er macht dem Konige die grössten Vorwürfe, dass er die Römische Kirche
mit Verachtung behandele, bewilligt demselben aber schliesslich doch einen
weiteren Aufschub bis zum folgenden Pfingstfeste, 1817 AppiL 4 Avenionis.
Scribitur regi Roberto super dilatione sibi concessa de censu debito
Ecciesie Romane. (Rubrica)
Carissimo in Christo filio Roberto regi Sicilie illustri.
Utinam fili carissime. — Nosti quidem qualiter sub iuris iurandi reli-
gione ac excommunicacionis aliisque penis gravissimis ad solucionem census
annui pro regno ipso Ecciesie predicte teneris. Nosti eciam, quomodo nos,
qui zelo paterno tuarum angustarum necessitatum instantia dudum circa
nostre promotionis auspicia de tua negligencia formidantes, ne in census
per totum Augustum debiti solutione deficeres, proprio motu paterne tibi
prospeximus, ut periurium et penas easdem ex defectu solutionis huiusmodi
tunc temporis non subires. Deinde vero venientibus nunciis, per te missis,
et de uno anno censum solventibus antefatum, nos de alio anno usque ad
festum Resurreccionis Dominice, tunc primo futurum et nuper elapsum, et
de tercio usque ad subsequens festum Penthecosten solutionis tibi terminum
duximus prorogandum, fratribus nostris, licet pluribus ex eis, non medio-
criter indigentibus census perceptione predicti, cum multa instancia ad con-
cedendum prorogationem solutionis inductis, cuiusmodi provisionem veluti
tibi multipliciter utilem predicti tui nuncii cum multis gratiarum accionibus
acceptantes, solenniter tuo nomine promiserunt, quod solutio dicti census
infallibiliter fieret in terminis prorogatis, penis omnibus in regni concessione
contentis, specialiter repetitis eoque acto signanter, ut infra certi temporis
— lOI —
spacium licteras regias aurea bulla munitas approbatorias prorogationis
petite ac concesse in forma predicta ad nostram et Ecclesie Romane cau-
telam mictere tenereris, alioquin ipsa prorogacio nullius esset roboris vel
momenti. Tu vero, an gratus de prorogatione huiusmodi gratia fueris, an
nobis et ipsius fratribus post diuturae vacationis Ecclesie tedia indigencias
nostras de censu in ipso Resurrectionis termino persolvendo relevare spe-
rantibus compassus extiteris, an adversus imminencia tibi exinde pericula
providi viri more provideris testimonium tibi dicas, cum nedum obmiseris
censum ipsum in ipso termino mictere, set et excusatorem saltem ydoneum
non curans oportuno tempore destinare, adeo eciam te in arto constituens,
ut, dum dilatio per te peteretur ulterior, vix de prorogato tibi termino
quatriduum superesset, quasi tibi foret, quod tamen est impossibile plenaria
certitudo, quod tuarum portitor licterarum infra terminum absque impedi-
mento quolibet applicaret. Non sie, fili, non sie progenitores tui, nee tu
eciam fecistis hucusque, quinimo consueveratis, sicut erat expediens, diu
ante terminum procuratores ydoneos ad Romanam curiam mictere, qui et
prorogationem cum reverencia peterent, et alia facerent circa id oportuna.
Nee videre possumus, unde nunc tanto tibi potuit prorogationis obtinende
superesse fiducia, cum prefatis tuis nunciis in prorogationis concessione
pretacte fuerit spes omnino prescisa de concedenda maiori. Et si de nobis
forsitan indubitatam super hoc fiduciam habuisti, de nostra tamen tibi vita
constare non potuit, nee, ubi vivere nos scivisses, de fratrum nostrorum
gratia sie debuisti presumere, quod te in promptum inmictere periculum sie
incaute etc, usqtu in finem,
Prorogatur census usque ad festum Penthecostes.
(Dat. Avinion. li non Aprilis.)
Reg. Vat. No. 109. {Ich, XXII Secret an. III Tom, /.) fol. 31 v.
cap. cxxvm.
149.
Cardinalkämmerer Berengaritis zahlt dem Papste seinen Antheil an dem
census Siciliae und an den Servitien „tempore sui cardinalatus*^ aus,
1817 Septembr. 19.
Anno a Nativitate Domini M • CCC • xvn, die xix mensis Septembr.,
dominus Berengarius cardinalis, camerarius coUegii, assignavit domino nostro
pape VIII . Lxxxiill flor. auri ix sol. vm den. Tur. parvorum videlicet
viil . LXIX flor. VII sol. xi den. Tur. parvorum pro parte ipsum contingente
de censu annuo, soluto per procuratorem domini Roberti illustris regis
— 102 —
e
Sicilie, pro anno Domini M«iii*xv et residuum dicte summe pro parte
ipsum contingente de communibus serviciis solutis per archiepiscopum ladren.
et episcopum Leodien.
(In tnargine:) dominus Portuen. card.
Van anderer Hand: Anno II.
attende, quia dominus noster habuit summam predictam in studio
suo per manum domini Ga., qui tradidit sibi.
Collect. Cam. No. 378. (Miscellanea Cameralia IJ17 1333) fol. i r.
150.
Vertheilung der Summe van 20000 Galdgulden des census Siciliae an die
Cardinäle des Jahres 13 17. 1818 Iaiiiiar.26.
Solutio census regni Sicilie. Distributus et solutus in mense lanuarii in
VI cedula. (Jn margine)
Item anno quo supra die xxmi mensis lanuarii dominus Petrus Moreti,
capellanus domini Roberti regis Sicilie illustris, et Martinus Monerii et lohannes
de Dompno Medardo, eiusdem domini regis thesaurarii in comitatu Provincie,
ipsius domini regis nomine et pro ipso solverunt michi Vincentio de
Serignano, recipienti nomine domini mei, domini Berengarii episcopi Por-
tuensis coUegium {sie) dominorum cardinalium camerarii, et pro ipso coll^o
IUI unciarum auri in XX florenis pro parte dictum coUegium contingente de
censu regni sui Sicilie soluto pro anno Domini M • C&C • xvi; quam pecunie
summam ego Vincentius predictus die XXVI mensis lanuarii distribui inter
XXX dominos cardinales, qui supra scripti et nominati sunt in solutione
census prepositi Sancti Petri de Fecania, subtractis inde dominis Francisco
Gaytani et lacobo de Via cardinalibus, et posito loco ipsorum domino
Amaldo de Via cardinäle. Nam de mandato spetiali et ordinatione domini
pape et coUegii, factis in consistorio, facta fuit distributio de predicta
pecunie summa pro anno domini M • CCC • XVli et inter dictos XXX dominos
cardinales, qui anno predicto xvil in festo Sanctorum Apostolorum Petri et
Pauli vivebant et quantum ad receptionem dicte pecunie reputabantur in
curia residentes, licet essent absentes^) in Anglia dominus Lucas de Flisco
et dominus Gaucelinus lohannis cardinales, salvo tarnen iure dominis cardi-
nalibus ad quos tantum pro dicto anno xvi census solutus pertinere debebat;
in alia solutione, que de dicto censu fieri debet pro anno domini M • CCC • XVli,
de quo debebit fieri distributio inter XXllll dominos cardinales, qui viventes
*) Ms,: abssentes.
— I03 —
in curia residebant in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno
M • c6c • xvi.
{In margine:) XXX cardinales.
Oblig. II. fol. im V.
151.
Der coffterarius collegii Berengarius zahlt dem Papste das Legat eines
Cardinais, sowie seine Ant heile an Census und Servitien aus, 1818 MaFt.9.
Die IX mensis Marcii anno X"^ dominus Berengarius episcopus Portuen.
assignavit de legato relicto domino nostro per dominum A. hone memorie
episcopum Sabinen. M • C • xx flor. auri et XVI sol. Xl den. Tur. parvorum.
if
videlicet de porcione ipsum dominum A. contingente de im unciarum auri
solutarum coUegio in xx flor. per gentes domini Roberti, regis Sicilie, pro
censu regni sui, soluto pro termino festi Sanctorum Apostolorum Petri et
Pauli de anno Domini M-m-xvi; fuit tamen facta distributio pro anno
Domini M - iii • xvn inter xxxn dominos cardinales.
Et de porcione ipsum dominum A. contingente de dono x flor. facto
coUegio XXII dominorum cardinalium per dominum nostrum in principio
sue creacionis, scilicet pro medietate im unciarum, domino nostro solutarum,
per gentes domini regis Roberti, regis Sicilie, pro censu regni sui de anno
domini 6 • lii • xvi.
Item assignavit pro parte dominum nostrum contingente de M • v unciis
M e
auri solutis collegio in vii • v flor. per procuratorem domini Frederici, regis
Trinacrie, pro censu regni sui, soluto pro anno Domini M-m*XV in festo
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli
m • XXVI flor. auri xim den. Tur. parvorum.
Item assignavit pro parte dominum nostrum contingente de serviciis
communibus solutis per dominos archiepiscopum Aquen. et Nicholaum
abbatem Liviacen. condam, pro tempore cardinalatus ipsius domini nostri
IUI flor. auri nn sol. xi den. Tur. parvorum.
Istud habuit dominus noster papa et fuit positum in coflino rubro.
{In marg)
Collect. Cam. No, 378. {Miscellanea Cameralia ijiy 1333) fol. i r.
152.
Verordnung Johann XXII , dass alle in Zukunft eingehenden Summen pro
censu antiquo zunächst fiir die ältesten Schuldjahre vertheilt werden sollen.
1818 MaU 29.
De veteri censu regni Sicilie. {In margine^
— 104 —
Memoriale sit, quod cum de ii unciarum auri solutarum coU^o domi-
norum cardinalium per gentes domini Roberti, regis Sicilie illustris, pro
veteri censu regni Sicilie, qui census soivi debuerat in terminis Assumptionis
beate Marie de annis M - CCC - Xllil et XV, dubitaretur, inter quos dominos
et pro quibus annis et temporibus deberet distribui dictus census, reverendus
pater dominus Berengarius Portuen. episcopus cardinalis, coUegii dominorum
cardinalium camerarius, michi, Vincentio de Serignano, capellano suo, ex-
presse mandavit oraculo vive vocis die XXIX mensis Maii de anno Domini
M*C&C*XVll!, quod dictum censum in dictis U unciarum auri distribuerem
inter xxxil dominos cardinales, qui nominatim scripti sunt infra presentem
librum, ubi dicta solutio extitit registrata; michique mandavit eadem die
idem dominus Portuensis, quod ad futuram memoriam registrarem, quod
sanctissimus pater dominus lohannes papa XXII eidem in consistorio
expresse mandaverat, quod pecuniarum summas, que ratione dicti census
eidem domino Portuensi nomine dicti coUegii ab illa die in antea solverentur,
distribui faceret pro prioribus annis et temporibus, quibus reperiri posset,
quod per dominos Carolum primum et Carolum secundum a solutione dicti
census fuisset primo cessatum, et inter dominos cardinales, qui temporibus
et annis prioribus supradictis in terminis, quibus dictus census solvi debuerat,
erant in curia residentes; et distributionem dicti census continuari faceret
sub eisdem modo et forma predictis per annos et terminos postmodum
subsequentes ^) , donec de dicto censu fuerit plenarie satisfactum. Cuius
virtute mandati compulsus') ego Vincentius suprascriptus de premissis ut
infra sequitur inquisivi.
Oblig. II. fol. V V.
*) iW>..' subssequentes.
■) Ms,: compulssus.
153.
Auszahlung van Census -Antheilen verstorbener Cardinäle an die päpstliche
Kammer^ nachdem sich keine berechtigten Erben derselben gemeldet hatten,
1818 lul. 28.
Anno secundo.
Die xxviii mensis lulii , anno quo supra scilicet xvni , reverendus
pater dominus Berengarius episcopus Portuen., camerarius coUegii dominorum
cardinalium, assignavit per manum domini Vincencii, capellani sui, pro
execucione domini Petri de Pipemo, condam cardinalis, de porcione veteris
census regni Sicilie ipsum dominum Petrum contingente, qui census secundum
— los —
ordinacionem domini CIe[mentis] pape V, factam Pictavis, solvi debuit
in termino Assuncionis beate Marie de anno Domini M * m • xifii
CLXV ducatos auri vn sol. xin den. Tur. parvorum.
Item de censu veteri dicti regni dictum dominum Petrum contingente, qui
solvi debuit secundum eandem ordinacionem in termino Assumptionis beate
Marie de anno Domini M * lii - xV
CLXVI flor. auri lli sol. vil den. Tur. grossorum.
Item assignavit manu qua supra pro executione domini lacobi de Ordine
Minorum, condam cardinalis, de portione dicti veteris census regni predicti
et pro predictis terminis
CLXV ducatos auri et vn sol. viii den. Tur. parvorum.
Item CLXVI flor. auri m sol. vii den. Tur. parvorum.
Collect. Cam. No. 378. {Miscellanea Cameralia IJ17 ijjj) fol. i v.
154—155.
/. Vertheilung von 20000 Goldgulden des census Ordinarius Siciliae (Apuliae)
för das Jahr 1315^
2. Vertheilung von ß2g8 Goldducaten aus dem census antiquus,
'54' 1818 Septembr. 14.
Solutio census veteris regni Cicilie distributi in mense Maii de anno
Domini M • CCC • xvfll. (In margine.)
Item anno quo supra die xi mensis Septembris nobiles et discreti viri
dominus lohannes de Gimenacio (Lücke in der Handschrift) per manus
Stephani Hugucionis mercatoris de societate Perusinorum de Florencia
solverunt mihi Vincentio de Serignano, recipienti vice *) et nomine reverendi
patris et domini mei, domini Berengarii Portuen. et Sancte Ruffine episcopi,
camerarii collegii dominorum cardinalium, im uncias auri in xx floren.,
computata uncia pro v florenis auri, ratione census Apulie, pro termino
festi Apostolorum Petri et Pauli anni M«CCC*xv; quem censum idem rex
prefato coUegio pro censu Cicilie anno quolibet facere tenetur; quam
summam florenorum ego Vincentius predictus distribui die xmi mensis
Septembris inter xxin dominos cardinales silicet (sid) inter dominum
lohannem papam pro tempore sui cardinalatus et xxn alios dominos car-
dinales, qui supra scripti et nominati sunt in solutione servicii abbatis
Vasti Monasterii, diocesis Londonien., et infra solutionem census regni
Trinacrie in anno xix ad n, subtracto domino Luca de Flisco, cui nichil
*) UibtrgeschrUbin,
— io6 —
solutum [est] de hoc censu, quia nundum {sie) reddierat ad curiam post
coronationem imperatoris tempore, quo solvi debuit dictus census iuxta
mandatum et ordinationem factam Lugduni per dominum nostrum lohannem
papam, die XXI mensis Augusti amio Domini M-c£c*xvi, non obstante,
quod post dictum mandatum habuerit portionem sibi assignatam de denariis
datis collegio dominorum cardinalium per ipsum dominum papam in prin-
cipio sue promotionis, quia dictam habuit portionem de denariis supradictis
de concenssu {sie) dominorum cardinalium petito super hoc et optento.
{/n tnargine:) XXII cardinales.
155.
1818 Septembr. 14.
Item eisdem anno, mense et die, suprascripti nobiles solverunt mihi
Vincentio predicto vice et nomine quibus supra M uncias auri, conputata
uncia pro V florenis auri, ratione veteris census regni Cicilie debiti per
illustrem principem dominum Carolum bone memorie, quondam Cicilie regem,
pro quibusdam annis, quibus idem dominus Carolus obmiserat suo tempore
solvere dictum censum, dominum Robertum Cicilie regem in termino Assum-
ptionis beate Marie de anno domini M*ccc-xv; quam pecunie summam
una cum M unciis auri a procuratoribus dicti domini regis Roberti receptis
apud Lugdunum per dominum G. Formiti, tunc receptorem censuum et aliarum
obventionum provenientium coUegium dom. card. pro termino Assumptionis
beate Marie de anno Domini M • CCC • Xllil et post obitum dicti G. Formiti
mihi Vincentio assignatis de domini mei, domini Berengarii episcopi Portuen.
per dominus Bertrandum de Montelauro, camerarium, et Petrum de Ungholis,
capellanum et scribam eiusdem domini Portuensis, die XXII mensis lunii de
anno Domini M • ccc • xvii in v • 11 • xcviii ducatis auri ego Vincentius supra
scriptus, de special! mandato, oretenus mihi facto per ipsum dominum meum
Portuen., die xxix mensis Maii de anno M • CCC • xviii distribui inter XXXII
dominos cardinales infrascriptos:
f Dominus lohannes Bocamachi Tusculan. CLXV ducatos et CLVI
florenos X solidos lll denarios Turonen.
f dominus Matheus Rubel primo II • LXllll ducat. auri xil solid. III denar.
Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen. solvi die XV mensis Marcii
de anno millesimo trecentesimo vicesimo primo.
f dominus lacobus de Columpna S. R. E. diaconus primo CLXV ducat.
et CLVI floren. auri XI solid. III denar. Turonen.
f dominus Petrus de Columpna S. R. E. diaconus CLXV ducat. et
CLVI floren. auri XI solid. III denar. Turonen.
— I07 —
f dominus Gerardus de Parma Sabinen. CLXV ducat. et CLVI floren.
auri XI solid. Ill denar. Turonen.
f dominus Matheus de Aqua Sparssa Portuen. CLXV ducat. et CLVI floren.
XI solid. III denar. Turonen.
f dominus Symon de Bello Loco Penestrinus CLXV ducat. et CLVI
floren. Xl solid, ill denar. Turonen.
f dominus P. de Aquilla tit. Sancte Crucis in lerusalem presbiter
cardinalis CLXV ducat. et CLVI flor. XI solid. Iii denar. Turonen.
f dominus Benedictus Gaytanus Sanctorum Cosme et Damiani dia-
Conus cardinalis CLXV ducat. et CLVI floren. xi solid, m denar.
f dominus Symon tit. Sancte Sabine presbiter cardinalis CLXV ducat.
et CLVI floren. XI solid, ni denar. Turonen.
f dominus Leonardus de Gratino CLXV ducat. auri et CLVI floren. auri
XI solid. III denar. Turonen. Albanen.
f dominus Gentilis de Montefloro, frater minor, tit. Sancti Martini in
Monte presbiter cardinalis CLXV ducat. et CLVI floren. XI solid, ill denar.
Turonen,
f dominus Lucas de Flisco CLXV ducat. et CLVI floren. auri XI solid.
III denar. Turonen. Sancte Marie in Via Lata diaconus.
f dominus Nicolaus de Trivisio, qui fuit papa Benedictus, prius Ostien.,
III * XII floren. IUI solid, m denar. Turonen. pro portione sibi debita de
ducatis ac florenis predictis.
f dominus Franciscus Neapoleonis primo II * LXIIII ducat. auri XII solid.
III denar. Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen.
f dominus lacobus Gaytanus primo II • LXIIII ducat. auri xn solid.
III denar. Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen.
f dominus Franciscus Gaytanus primo II • LXIIII ducat. auri xn solidos
III denar. Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen. solvi die XXIX
mensis lulii anno Domini M - CC& - xviri.
-j* dominus Thomas de Aquila tit. Sancte Cecilie presbiter, ordinis
domini Celestini pape, CLXV ducat. auri et CLVI floren. xi solid. Ili denar.
Turonen., die nona mensis lunii eiusdem anni.
f dominus Nicholaus de Grandicur decanus Parisien. tit. Sancti Laurencii
in Damasco {sü) iii • xil floren. im solid, m denar. Turonen. pro portione
sibi debita de ducatis et florenis predictis.
f dominus Landulphus de Neapoli Sancti Angeli diaconus CLXV ducat.
CLVI floren. et XI solid, iii denar. Turonen., die XXX mensis Decembris.
f dominus Thedericus Urbeneventan. {sü) Civitatis Nove prius, Penestrin.
CLXV ducat. et CLVI floren. xi solid, m denar. Turonen.
— io8 —
f dominus Richardus de Cenis primo n * LXiin ducat. auri Xli solidos
III denar. Turonen., Sancti Eustachi! diaconus, et secundo LXII floren. IX solid.
Turonen. set die prima mensis Maii amio M • CCC - xlx.
-j* dominus lacobus tit. Sancti Clementis presbiter, frater minor, CLXV
ducat. auri et CLVI floren. vi solid, ni denar. Turonen.; solvi thesaurario
domini pape die xxvii mensis lulii anno M • c£c • xvim.
f dominus Beraldus de Goto Albanen. episcopus ni • xil floren. mi
solid, m denar. Turonen. pro portione sibi debita de ducatis et florenis
predictis.
f dominus Neapolio de Urbe primo li • LXini ducat. auri xn solid,
m denar. Turonen. et secundo Lxn floren. IX solid. Turonen.
f dominus G. de Ferraria cardinalis in • xil floren. im solid. lil denar.
Turonen. pro portione sibi debita de ducatis et florenis suprascriptis.
f dominus Gondissalvus Tholetan. primo, et Albanen. episcopus post-
modum, cardinalis CLXV ducat. et CLVi floren. xi solid, in denar. Turonen.
f dominus Hugo de Bilione Ostiensis episcopus ni - xn floren. IUI solid,
in denar. Turonen. pro portione sibi debita de ducatis et florenis supra-
scriptis solvi camere domini pape die vn Aprilis de anno M • CCC • xxn.
f dominus P. de Pipemo Sancte Marie Nove diaconus CLXV ducat.
auri et CLVI floren. auri xi solid, ni denar. Turonen. solvi ego Vincentius
thesaurario domini pape die xxvn mensis lulii anno M • CCC • xvii!.
f dominus G. de Bergamo primo ii • Lxnii ducat. auri xn solid,
im denar. Turonen. et secundo Lxn floren. IX solid. Turonen.
f dominus lohannes Monachi primo II • LXIIII ducat. auri xn solid,
m denar. Turonen. solvi die xviil mensis Aprilis de anno M • CCC • xix.
Item LXII floren. ix solid. Turonen.
f dominus Robertus Cistercien. Sancte Pontenciane (sü) presbiter
cardinalis CLXV ducat. et CLVi floren. XI solid, m denar. Turonen.
Et est attendendum quod suprascriptas M uncias auri solutas in v • ll •
XCvm floren. auri de mandato dicti domini Portuen. in anno domini
M • CCC • XVII die xxm mensis lunii ego Vincentius suprascriptus incepi
distribuere inter XX tres dominos cardinales et ob hoc secundum dictam
e
distributionem solvi ii- LXIIII ducat. auri Xll solid. III denar. Turonen. parvorum
cuilibet dominorum cardinalium quibus dicte summe Scripte sunt superius et
signate, set in presenti distributione feci deductionem congruam de predictis
et ipsos cum aliis dominis cardinalibus qui de dicta distributione nichil
habuerant in portione presentis distributionis prout potui diligentius coequavi.
Oblig. II. fol. II V.
109 —
156.
Vertheilung von 20 000 Goldgulden des census Ordinarius fiir das Jahr 13 16,
1818 Deeembr.20.
Tertia solutio census regni Sicilie, facta pro anno domini M • ccc • xvi!
set distributa pro anno Domini M • CCC • xvi distributa in distributione XXV.
{In margine:) xxmi cardinales.
Item anno quo supra die xii mensis Decembris magister Reginaldus
de Rosseyo thesaurarius domini Roberti, regis Cicilie illustris, et Silvester
Mayneti, mercator de societate Assellozorum de Florentia, nomine ipsius
regis et pro ipso solverunt michi, Vincentio de Serignano, recipienti nomine
domini mei, domini Berengarii Portuen. et Sancte Rufine episcopi, sacri
if
collegii dominorum cardinalium camerarii, et pro ipso collegio mi unciarum
auri in xx florenis, pro parte dictum collegium contingente de censu regni
Cicilie, per ipsos soluto pro termino festi Sanctorum Apostolorum Petri
et Pauli de anno Domini m • ccc • xvn ; quam pecunie summam ego Vin-
centius suprascriptus die xx mensis Decembris distribui inter xxiiil dominos
cardinales, qui supra scripti [sunt] in solutione census regni Trinacrie, facta
pro anno M • ccc • xv! ad numerum 2. n. Et est atendendum {sic\ quod dictus
census solutus est pro anno Ni*ccc*xvil, set distributus pro anno Domini
M • CCC • XVI inter xxiiii dominos cardinales , qui dicto anno xvi in curia
residebant, vel pro residentibus sunt reputati, quod sie exstit (sie) ordinatum
per dominum papam et dictum collegium tempore, quo dictus census solutus
extitit per gentes dicti domini regis pro anno M • CCC • xvi ; de quo censu
dominus Lucas de Flisco nichil habere debuit pro eo, quod in festo
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de dicto anno M • c6c • xvi nundum
(sie) ad curiam redierat; propter quod dicto censu et aliis, tunc pro illo
tempore debitis, per dominum papam et collegium exstitit tunc privatus.
Set tempore solutionis presentis facte de pecunia suprascripta per ipsos
cardinales exstitit ordinatum, quod dictus dominus Lucas de suprascripta
pecunia portionem haberet sicut alii domini cardinales, dum tamen primo
renuntiaret omnibus Ulis, que obvenerant seu obvenire debuerant Romane
Ecclesie a die obitus domini Clementis pape V usque ad diem illam, qua
dictus dominus Lucas ad curiam est reversus. Super quibus dictus dominus
Lucas dictorum dominorum cardinalium se supposuit voluntati, et premissis
omnibus renuntiavit expresse, ut in litera, suo sig^lo pendenti sigillata,
quam super hoc idem dominus Luchas concessit domino Berengario episcopo
— HO —
Portuensi, recipienti eam nomine suo et aliorum dominorum cardinalium
predictorum, plenius continetur.
{In margine:) XXIIII cardinales.
Oblig. II. fol. IX r.
157.
Der Cardinalkämfnerer Berengarius zahlt der päpstlichen Kammer die
Antheile verstorbener Cardinäle aus, die von den Erben nicht erhoben worden
sind. 1819 AprlL 27.
Anno a Nativitate Domini M-CCC-xlx, die xxvn mensis Aprilis,
reverendus pater dominus Berengarius Portuen. episcopus, reverendorum
patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarius, assig-
navit per manum domini Vincentii de Serignano, capellani sui, quantitates
pecuniarum infrascriptas, videlicet: pro portionibus contingentibus infra-
scriptos novem dominos cardinales condam, nunc defunctos; scilicet dominum
Matheum de Aquasparsa Portuen., dominum Symonem Penestrinum, dominum
P. de Aquila tituli Sancte Crucis in Iherusalem, dominum Symonem tituli
Sancte Sabine, dominum Gentilem de Montefloro tituli Sancti Martini, domi-
num Robertum Sistercien {sü) tituli Sancte Potenciane, dominum Thedericum
de Urbeveteri Penestrinum, dominum Gondisalvum Albanen., dominum
Benedictum Gayetan. Sanctorum Cosme et Damiani condam cardinales
de vetere [si6) censu regni Sicilie, qui secundum ordinationem felicis recor-
dationis domini Clefmentis] pape V, factam Pictavis, solutus fuit pro terminis
Assumptionis beate Marie de annis Domini M • CCC • xilll et xv, et distri-
butus in mense^) Maii de anno M • CCC • xviii inter xxxii dominos cardinales,
computatis, ut dixi, pro protione cuilibet centum sexaginta V ducatis auri
VII sol. VIII den. Tur. parvorum ex una parte et centum quinquaginta
VI flor. auri et tribus sol. VIII den. Tur. parvorum ex parte alia; in summa
M • IIII • LXXXV ducat. de auro LXIX sol. Tur. parvorum et M • nil •
IUI flor. auri et XXXII sol. III den. Tur. parvorum.
Item pro portionibus quatuor alios dominos cardinales defunctos, scili-
cet dominum Nicholaum de Nancuria tituli Sancti Laurentii, dominum
Nicholaum de Trivisio Ostien., dominum Beraldum de Guto Albanen. et
dominum Guillermum de Ferreriis condam cardinales contingentibus de dicto
veteri censu Sicilie, soluto et distributo pro et in annis, mensibus et ter-
minis supradictis computatis, ut dixi, pro portione cuiuslibet dictorum im
*) distributus in mense auf Rasur.
— III —
ein
dominorum cardinalium trecentis xil flor. auri et im sol. iii den. Tur. par-
vorum in summa
M • II • XLVIIII flor. auri et xvii sol. Tur. parvorum.
Item pro portionibus tres de dictis dominis cardinalibus contingentibus,
scilicet dominos Robertum, Thedericum et Gentilem cardinales, de diversis
serviciis prelatorum solutis et distributis in annis Domini M • CCC • X^ll,
xviil et xix usque ad presentem mensem Aprilis, ut dixi, de anno predicto
M • CCC • XIX inclusive assignavit
xxvn flor. auri et ira libr. iiii sol. vra den. Tur. parvorum.
Item pro portione contingente dominum nostrum papam, pro tempore
sui cardinalatus, de quibusdam serviciis prelatorum distributis in mense
Octobr., anno Domini M • CCC • xvill
vill flor. auri et m sol. Vll Tur parvorum.
Collect. Cam. No. 378. (Miscellanea Cameraita ijiy 1333) fol. i v.
158.
Der Cardmalkämtnerer Berengarius empfängt nomine Ecclesiae Romanae
den dem hl. Collegium zustehenden Theil des census Siciliae,
1822 Mart. 81 Avenlonls.
lohannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo fllio
Roberto, regi Sicilie illustri, salutem et apostolicam benedictionem.
Cum de quinque milibus et quingentis unciis auri, quas pro parte
census preteriti temporis, per te Romane Ecclesie debiti, in festo Beati
Andree Apostoli proxime preterito solvere nobis et ipsi Ecclesie tenebaris,
duo milia septingentas et quinquaginta uncias in tresdecim milibus septin-
gentis et quinquaginta floren. auri, quinque flor. pro uncia qualibet com-
putatis, venerabili fratri nostro Berengario episcopo Portuen. nomine dicte
Ecclesie recipienti^), et alia duo milia septingentas et quinquaginta uncias
in totidem, flor. simili modo computatis, nostre camere per manus dilectorum
flliorium Raynaldi de Roceyo, consiliarii, et Angeli de Melfla, thesaurariorum
et familiarium tuorum, infra terminos tibi per nos gratiose super hoc pro-
rogatos exsolvi debito tempore feceris ac eciam assignari, nos tuis volentes
in hac parte indempnitatibus precavere, de predictis quinque milibus et quin-
gentis unciis in dictis flor. tam dicto episcopo Portuen. quam nostre camere,
ut premittitur, sie solutis necnon a quibusvis penis et sentencüs, si quas
^) Das GUiche geschah am 9. Deeember 1322» ibidem foL 103 r.
— 112 —
pretextu dictarum quinque milium et quingentarum unciarum auri, prefiscis
terminis non solutarum, forsitan incurrisses, te ac tuos heredes et succes-
sores in regno absolvimus et quitamus.
Datum Avinion. II kal. April., pontificatus nostri anno sexto.
Collect, cam. No. 373. [Bullen et Quietantiae camerales iji6 1332)
fol. 100 r.
Betuglich der Eigennamin vergL die folgende Urkunde,
159.
Der Cardinalkämmerer Berengarius empfängt die dem heiligen Collegium
zustehende Hälfte des census Siciliae. 1822 lol. 14. Avenionis.
lohannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo filio
Roberto, regi Sicilie illustri, salutem et apostolicam benedictionem.
Cum pro annuo censu regni Sicilie et terrarum aliarum que tenere nos-
ceris a Romana Ecclesia^) citra Farum, quatuor milia imciarum auri, quas
eidem Ecciesie in festo Beat. Apostol. Petri et Pauli proxime preterito solvere
tenebaris in viginti milibus florenorum auri, singulis unciis pro quinque flor.
auri computatis, videlicet camere nostre duo milia unciarum in decem mili-
bus florenorum auri, et totidem uncias in eadem summa florenorum venera-
bili fratri nostro Berengario episcopo Portuen. pro coUegio fratrum nostrorum
Sancte Romane Ecciesie cardinalium recipienti'), per manum dilecti filii
Angeli de Welfa {sic)y thesaurarii tui, pro se et Raynaldo de Rocheyo, in
curia tua thesaurarii officium obtinente, persolveris, nos tuis in hac parte
volentes indempnitatibus precavere, te et heredes ac successores tuos in
regno predicto de ipsarum im milium unciarum auri seu dictorum viginti
milium florenorum auri summa taliter persoluta, tenore presentium absol-
vimus et quitamus.
Dat. Avinion. II idus lulii, pontificatus nostri anno sexto.
Collect. Cam. No. 373 (Bullae et Quietantiae camerales 1316 1332)
fol. IOC V.
Die Eigennamen sind in verderbter Fassung überliefert. Vergl, NN. ijö und ij8,
*) et terrarum-Eeclesia ist übergeschrieben,
*) Das Gleiche geschah am ig. September ij^t ibidem fol, jog v.
159a.
Der Cardinalkämmerer überweist dem Papste die Censusantheile von vier
verstorbenen Cardinälen, deren Erben sich nicht gemeldet hatten.
1828 OetobF. 25.
Die XXV mensis Octobr., reverendus pater dominus Petrus tituli Sancte
Praxedis presbiter cardinalis, collegii dominorum cardinalium camerarius,
— 113 —
pro portionibus alias contingentibus dominos Matheum de Aquasrum lohannis Babtiste et Michaelis viii unc. usque ad totalem et plenam
satisfactionem summe predicte solvere teneatur.
De quibus, quia camera domini noster pape plus receperat quam
collegium dominorum cardinalium im * 11 * Lxxxvii unc. i floren. m quart., erit
pars contingens cameram de summa predicta XLll - 11 * Lxxxn unc. ui flor.
I quart.
Pars vero debita collegio de summa predicta, computatis Ulis im * cc *
Lxxxvn unc. I flor. m quart., que ex causa predicta debet plus recipere
quam camera, ent XLVI • v • LXX unc. aun.
De qua summa, summa collegio debita, debebantur tempore compu-
tationis predicte pro censu ordinario annorum infrascriptorum xx • im unc.
auri, videlicet: pro complemento census ordinarii qui solvi debuit in festo
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M * cdc • xix
M'xxxvn unc. auri.
— I20 —
Item pro censu ordinario de anno Domini M • c£c • xk, nn unc.
M
Item pro censu ordinario de anno Domini M • CCC • xxi, nn unc.
Item pro complemento census ordinarii de anno Domini M • c£c • xxv,
VI • LXm unc.
Item pro censu ordinario de anno Domini M • CCC • xxvi, im unc.
Item pro complemento census ordinarii de anno Domini M *ccc • xxvn,
M
II • V unc.
Item pro complemento census ordinarii de anno Domini m • CCC * xxvin,
cc unc.
Item pro censu ordinario de anno Domini M * c£c • xxfx, nn unc.
Summa census ordinarii annorum predictorum xx * nn unc.
i68.
De qua summa, pro censu ordinario debita, vi unc. auri, que col-
legio solute fuerunt tempore bone memorie domini P. de Arreblayo, partim
pro terminis sancti lohannis Babtiste et sancti Michaelis de anno Domini
M * c£c • x:bc iuxta novam ordinacionem domini nostri, partim in extenua-
tionem illius summe, quam, ut predicitur, camera plus receperat quam
coUegium, distribute fuerunt de ipsius quondam domini Petri speciali man-
dato in modum qui sequitur videlicet: Pro complemento census ordinarii
de anno M • c&c • xix, m • xxxvii unc.
Item pro complemento census ordinarii de anno M • ccc ' xxv,
VI • Lxni unc.
Item pro complemento census ordinarii de anno M • ccc • xxvii,
M
II • V unc.
Item pro parte census ordinarii de anno m • ccc • xx, M • c unc.
Item pro parte census ordinarii de anno M • ccc • xxfx, v unc.
Summa dictarum distributionum pro censu ordinario vi unc.
Et sie manifeste apparet et certum est, quod usque ad principium
mensis lunii de anno Domini M • CCC • xxxi debebantur coUegio pro censu
ordinario xiiil • iiii unc. auri.
o o
Hier fehlt folgender Posten: Item pro complemento census ordinarii de anno M • ccc •
o
XXVIII, cc unc. Derselbe wurde wohl vom Schreiber versehentlich ausgelassen.
169.
Que debent distribui in modum qui sequitur; videlicet pro complemento
census ordinarii de anno Domini M • CCC • xx, ii • ix unc. inter xxiil dominos
cardinales infra scriptos, videlicet:
— 121
Nicolaum de Prato
Berengarium Fredoli Tusculan.
Berengarium Fredoli Portuen.
G. Petri Sabinen.
G. de Madagoto Penestrin.
A. de Auxio Albanen.
Nicolaum de Frovilla
Vitalem de Fumo
G. Testa
Gancelmum lohannis
P. de Arreblayo
> episcopos
presbiteros
Neapoleo {sie) de Urbe
lacobum Gaietan.
Petrum de Columpna
Lucham de Flisco
A. de Pelagrua
R. de Fargis
B. de Garvo
Galhardum de Mota
lohannem Gaietan.
B. de Montefaventio
A. de Via
^ diaconos
VI
> episcopos
Bertrandum de Pogeto
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa
XXX flor. V sol. VII den. Coronatorum. Et restant xix den. ad dividendum.
Die Schreibung der Eigennamen wechselt in den Listen beständig,
170.
Item debentur coll^o pro censu ordinario de anno Domini M «C&C -xki,
M M
IUI unc. auri, facientes ad floren. xx flor. auri, que debent distribui inter
XXVI dominos cardinales infra scriptos, videlicet:
Berengarium Fredoli Tusculan.
G. de Mandagoto Penestrin.
Berengarium Fredoli Portuen.
Vitalem de Fumo Albanen.
Raynaldum de Porta Ostien.
G. Testa
Gaucelinum lohannis
P. de Arreblayo
P. Textoris
B. de Turre
P. de Pratis
Pilifortem de Rabastenchis
Symonem de Archiaco
Nicolaum de Fravilla
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa
vii-LXix flor. ni sol. Turon.
171. 172.
Item debentur collegio pro censu ordinario, qui solvi debuit in festo
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • ctc * xxvi,
presbiteros
Neapolem (sü) de Urbe
P. de Columpna
lacobum Gaietanum
Lucham de Flisco
A. de Pelagrrua
R. de Fargis
B. de Garvo
B. de Montefavencio
G. de Mota
lohannem Gaietan.
Amardum de Via
R. deRuflb
' diaconos
— 122 —
nn unc. auri, valentes ad flor. xx flor. auri, qui debent distribui inter
xvn [leg. xxvi] dominos cardinales infrascriptos, videlicet:
Berengarium Frcdoli Tusculan.
G. de Mandagoto Penestrin.
B. Fredoli Portuen.
Vitalem de Fumo Albanen.
Raynaldum de Porta Ostien.
epis-
presbiteros
Nicolaum de Fravilla
G. Testa
Gaucelinum lohannis
'^ P. de Arreblayo
B. de Turre
P. de Pratis
Pilisfortem de Rabastengiis
Simonem de Archiaco
P. Textoris
Neapoleonem de Urbe
P. de Columpna
lacobum Gaietan.
Lucham de Flisco
A. de Pelagrua
R. de Fargis
B. de Garvo
B. de Montefavencio
G. de Mota
lohannem Gaietan
Arnaldum de Via
Raimundum de Ruflo
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta
summa vil • LXIX floren. Ill solid. Turon.
> diaconos
Item debentur coUegio pro censu ordinario, qui solvi debuit in festo
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • CCC • xxvi,
M M
IUI unc. auri valentes ad floren. xx floren. auri, que debent distribui inter
XVII [leg. xvi] dominos cardinales infrascriptos videlicet
t
epis-
co-
Vitalem de Fumo
G. Petri Sabinen.
Petrum de Pratis Penestrin.
Bertrandum de Turre Tusculan. '
Guillermum Testa \
Gaucelmum lohannis > presbiteros
P. de Arreblayo
Neapoleon. de Urbe
Lucham de Flisco
lacobum Gajetan.
A. de Pelag^a
Raimundum de Fargis
Bernardum de Garvo
lohannem Gaietan.
Bertrandum de Montefaventio
Arnaldum de Via
dia
conos
— 123 —
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta
summa M • C • Lxxvn flor. ix den. Turon. Et restabunt iii den. ad divi-
dendum.
Beide Aufstellungen lauten auf das Jahr 1J26, Eine derselben ist falsch. Wahrscheinlich
die Zweite, wegen der Zahl der Cardinäle. Denn es waren damaJs 26, nickt // Cardinäle in
curia. Worauf sich die zweite Liste bezieht, ist nicht ersichtlich,
173-
Item debentur collegio pro complemento census ordinarii, qui solvi debuit
in festo Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • cdc • xxix, im • V unc.
M
auri, facientes ad floren., pro v floren. uncia quiaiibet computata, xvn * V flor.
auri, que debent distribui inter xxm dominos cardinales infrascriptos, videlicet.
Guillermum Petri Sabinen.
P. de Pratis Penestrin.
Bertrandum de Turre Tusculan.
P. de Arreblayo Portuen.
Gaucelinum lohannis Albanen.
lohannem de Convennis
R. de Mastagiolis
Matheum de Ursinis
> episcopos
Imbertum de Puteo
lacobum Novelli
Anibaldum de Cecano
P. de Mortuomari
P. de Cappis
P. Gomecii
► presbiteros
Neapoleonem de Urbe
lacobum Gayetan.
Lucham de Flisco
A. de Pelag^a
R. de Fargiis
B. de Montefaventio
Galhardum de Mota
A. de Via
lohannem de Columpna .
diaconos
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de sunmia
predicta vii • LX flor. xi sol. iii den. Et restant xv den. ad dividendum.
De Censu Antiquo
174.
Debebantur etiam tempore computationis predicte prefato coll^o de
censu antiquo xxvi ' CLXX uncie. Modo ad evidentiam et declarationem
istius antiqui census sciendum, quod tempore felicis recordationis domini
Qementis pape v, pontificatus sui anno secundo, anno vero Domini M • C&C •
VII de mense Augusti ipso Pictavis existente, facto computo inter gentes
inclite recordationis domini Cai'oli secundi Sicilie regis et ministros camere
prefati domini nostri pape inventum fuit, quod dictus dominus rex pro censu
multis retroactis temporibus non soluto Ecclesie Romane, tenebatur in xcm *
— 124 —
lil * XL unciis auri, pro quibus solvendis prefatus dominus Clemens concessit
dilationem dicto domino regi, statuendo certos terminos et certas sunmias
quas annis singulis usque ad totalem satisfactionem summe predicte solvere
teneatur.
175.
De qua summa Ecclesie Romane debita erat pars contingens collegium
M o
dominorum cardinalium XLVi * vi * lxx uncie.
De quibus inventum est, quod dominus Petrus de Monticello electus
Spoletanus, tunc receptor et distributor pecuniarum sacri collegii, receperat
in annis M • ccc • viii, ix, x, xi, xii, et xin — xi unc. auri.
Quas inventum fuit ipsas distribuisse pro annis infrascriptis, et in modum
qui sequitur, videlicet:
Pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • ccc • ll, im unc.
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • c£c, li unc.
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • xcfx, M unc.
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • c£ • xcvili,
M
lll unc.
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini m * CC * xcvii,
M unc.
Summa distributorum per dominum Spoletanum Xl unc.
176.
Item inventum fuit, quod ab anno Domini M • CCC XVI usque ad
tempus computationis predicte recepte et distribute fuerunt de dicto veteri
censu tempore bone memorie dominorum Berengarii Fredoli episcopi Portuen.,
Guillermi Teste et Petri de Arreblayo, quondam coUegii camerariorum,
M e
IX • V unc, que distribute fuerunt in modum qui sequitur, videlicet:
if
Pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • XCIX, II unc.
Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • LXXXIII, im unc.
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • LXXXim
III • V unc.
177.
Attendendum est tamen, quod dicte due distributiones, facte pro
annis M • cc • LXXXlii et LXXXifn, facte fuerunt de speciali mandato domini
nostri pape ac iuxta quamdam ipsius declarationem de qua infra fiet mencio.
Et sie est summa receptorum et distributorum pro dicto veteri censu,
tarn per dictum quondam dominum Petrum electum Spoletanum, quam de
tempore dominorum Berengarii Portuen., Guillermi Teste et Petri de Arre-
— 125 —
blayo cardinalium quondam et camerariorum coUegii, prout supra dictum
est, XX • V unc. aun.
Quibus XX * V unciis auri deductis de summa dicto colleg^o debita, et
in ordinatione supradicta per dictum dominum dementem papam v facta et
contenta, que est xlvi«vi«lxx uncie, apparet, quod restabant tempore
ultime computationis facte, ut predicitur, de anno domini M • c£c • xScx, de
mense Martii, xxvi'CLX uncie debite pro veteri censu coUegio antedicto.
178.
Set quia per reverendum patrem dominum Petrum tituli Sancte Pra-
xedis presbiterum cardinalem, camerarium collegii antedicti, nee non et per
clericos collegii in dubium extitit revocatum pro quibus annis et inter quos
dominos cardinales deberet distribui dicta summa pro antiquo censu debita,
maxime quia illi duo anni, videlicet M * CC *LXXxm et LXXXlin, pro quibus,
ut predicitur, dominus noster papa mandavit distribui censum ipsum antiquum,
erant completi, adeo quod non restabant nisi V uncie distribuende in com-
plementum eorum, idem dominus cardinalis, volens super premissis plenius
informari, huiusmodi dubitationis materiam proposuit in consistorio coram
domino nostro papa, et supplicavit eidem, quatenus aliquibus ex dominis
cardinalibus committere dignaretur inquisitionem annorum, pro quibus facienda
esset distributio dicti census et modus, qui in distribuendo servari deberet,
usque ad totalem evacuationem summe predicte.
179.
Unde prefatus dominus noster papa inquisitionem et ordinationem
predictas reverendis patribus, dominis lacobo Gayetano, Amaldo de Pelagrua
ac ipsi domino Petro, camerario, necnon et venerabili patri domino Gas-
berto Arelaten. archiepiscopo et camerario suo commisit oraculo vive vocis.
Qui domini cardinales et camerarius, volentes super premissis inquirere
veritatem, accersitis secum Guillermo Medici et Michaele Ricomanni, clericis
et distributoribus collegii memorati, ac visis et diligenter examinatis regestris
antiquis et nonnuUis aliis scripturis, que ad informationem super premissis
habendam facere videbantur, demum per tenores quarundam litterarum
apostolicarum felicis recordationis Bonifacii pape vm, invenerunt expresse,
quod inclite recordationis dominus Carolus secundus, Sicilie rex, ab anno
Domini M • CC • xcll inclusive usque ad annum M • CCC inclusive, videlicet
per IX annos continuos cessavit solvere dictum censum, anno predicto xcil
dumtaxat excepto, pro quo apparuit aliqualem solutionem factam fuisse,
prout inferius describetur.
— 126 —
i8o.
Item invenerunt per cedulas aliquonim dominorum cardinalium et per
litteras, quod dictus dominus rex in anno Domini M • ctc • n cessavit in
solutionem dicti census.
i8i.
Item invenerunt per regestra, quod ex eo, quia de summa contenta in
ordinatione dicti domini Clementis, ad allocandum eam per annos, videlicet
anno quolibet vin unc, deficiebant duo anni, nee de illis duobus annis
certitudo aliqua posset habere, quod dominus noster papa declaravit, illos
duos annos esse illos, quibus dominus Carolus primus ultimo r^^avit, qui
fuerunt anni M • CC • LXXXin et LXXXlIll, ex eo quia dictus dominus rex
Carolus primus in principio anni M«CC'XCV diem clausit extremum; cuius
declarationis pretextu tantum est pro dictis duobus annis distributum, prout
supra narratum est, quod non restant distribuende in complementum anno-
rum predictorum nisi V unc. auri.
182.
Item invenerunt predicti domini cardinales et camerarius per cedulas
et litteras aliquonim dominorum cardinalium, quod pro parte census, qui
solvi debuerat in anno Domini M • C& • xcfi, solute fuerant coU^o memorato
M -ni -xxx unc.
183.
Item invenerunt, quod pro parte census, qui solvi debuit in anno
Domini M • CC • xcvii, distribute fuerant M uncie.
184.
Item invenerunt, quod pro parte census, qui solvi debuit in anno
Domini M • C& • icviii, distribute fuerant iii uncie.
185.
Item invenerunt, quod tarn de tempore domini Petri electi Spoletani,
quam de tempore dicti domini Berengarii episcopi Portuen., pro parte census
de anno Domini M • CC • xcix solute fuerant lll uncie.
186.
Item invenerunt, quod pro parte census, qui solvi debuit in anno
Domini M • CCC, solute fuerant li uncie.
— 127 —
187.
Item invenerunt, quod pro censu, qui solvi debuit in anno Domini
M • ccc • n, solute fuerunt nn uncie.
188.
Item invenerunt, quod secundum predictam domini nostri declarationem
pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M *c& -Lxkxiil, solute fuerunt
im uncie.
189.
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC * LXXXlifl,
solute fuerunt in • v uncie.
190.
Unde prefati domini cardinales et camerarius super premissis omnibus
habito consilio et deliberatione matura, credentes et quasi pro firmo tenentes
predicta veritate fulciri, quia per premissa manifeste apparet, quod pro com-
plemento census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC * Lxxxnii, debentur
collegio V uncie.
Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini
M • CC • icii, debentur coll^o 5 • iv • Lxx unc.
Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • c& • xcifi, debentur
collegio im uncie.
Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • ^cnh, deben-
tur collegio mi uncie.
Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • ^cv, debentur
collegio im uncie.
Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • xcvi, deben-
tur collegio im uncie.
Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini
M • CC • xcvii, debentur coll^o m uncie.
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • cb ' xcviii,
debentur collegio M uncie.
Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini
M • CC • xcix, debentur collegio M uncie.
Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini
M • cdc debentur collegio il uncie.
Que omnes sunmie predicte, pro dictis annis debite simul aggregate,
ad XXVI • c • LXX unciarum auri summam ascendunt.
— 128 —
191
Id Circo prefati domini cardinales et camerarius. premissis omnibus
diligenti meditatione pensatis, ac videntes, quod nuUam aliam informationem
poterant super premissis habere, unanimiter et concorditer nobis Guillermo
Medici et Michaeli Ricomanni, clericis et distributoribus prelibatis, manda-
verunt oraculo vive vocis, quod omnes et singule summe deinceps pro veteri
censu distribuentur et dividentur suo ordine, pro annis et terminis supra
proxime expressis satis, usque ad complementum eorum, et inter dominos
cardinales. qui amiis predictis in festo Sanctorum Apostolorum Petri et
Pauli erant in curia residentes^) vel pro residentibus censebantur.
^) Verbessert aus resistentes,
192.
Item censum ordinarium pro dictis annis M * CCC • XX, XXI, XXVI et
xxfx per ordinem, sicut superius est expressum.
Modo ad declarationem dictorum distributorum faciendarum (sie) pro
dictis annis, et de summis pro quolibet anno debitis, et inter quos dominos
cardinales facienda est distributio, incipio distribuere pro quolibet annorum
predictorum et summas debitas pro eisdem de censu antiquo.
193.
Et primo V uncie auri, facientes ad floren. 11 -v floren., que debent,
ut predicitur, distribui pro complemento census, qui solvi debuit in anno
Domini M • CC • LXXXliil, dividentur inter XVI dominos cardinales infra scriptos,
qui tunc erant in curia residentes, videlicet dominos
Latinum Ostien. lohannem Chauleti
Ordonium Tusculan. Benedictum Gayetanum, qui postea
Geronimum, qui fuit postea papa fuit papa Bonifacius.
tai
Nicolaus IUI. Gaufridum decanum Parisien,
lacobum de Sabello, qui postea fuit Hugonem Anglicum.
papa Honorius. Gaufridum de Alatro.
Benchevenna Albanen. lordanum de Ursinis.
Ancherium. Matheum Rubei.
Gervasium. lacobum de Columpna.
Comitem de Mediolan.
Et habebit quilibet dictorum dominorum cardinalium de dicta summa
CLVI floren. ni sol. iii den. Coronatorum.
— 129 —
194-
Item ü'Vi'LXX uncie auri, debite pro complemento census, qui solvi
debuit in anno Domini M • CC • x6ll, facientes ad floren. xm • ill • L flor.,
debent distribui inter xii dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos
Neapoleonem de Urbe. Grerardum de Parma.
Petrum de Columpna. lohannem Chauleti.
lacobum de Columpna. Benedictum Gayetan.
Latinum Ostien. Hugonem de Bilione.
Matheum Rubei. Petrum de Mediolan.
lohannem Bochamacii. Matheum de Aquasparsa.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta
summa M • cxn floren. cum dimidio.
195-
Item nn uncie auri, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini
M ' CC * ^Clil, facientes ad floren. XX floren., [debent] distribui inter xi dominos
cardinales infrascriptos, videlicet dominos
lohannem Bochamatii Tusculan. fuit Bonifacius papa.
Gerardum de Parma Sabinen. Petrum de Mediolan.
Latinum Ostien. Matheum Rubei
Matheum de Aquasparsa. Neapoleonem de Urbe
Hugonem de Bilion. lacobum de Columpna
Benedictum Gayetanum qui Petrum de Columpna
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta
summa M • vin • xvin flor. ii sol.
196.
Item IUI uncie, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini
M • CC • xcrin, facientes ad floren. xx floren., debent distribui inter x domi-
nos cardinales infrascriptos videlicet dominos
lohannem Bochamatii Petrum de Mediolan.
Gerardum de Parma. Matheum Rubei.
Matheum de Aquasparsa. Neapoleonem de Urbe.
Hugonem de Bilion. lacobum de Columpna.
Benedictum Gayetanum. Petrum de Columpna.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta
summa 11 floren.
Baumgartsk, Finanzverw. des Card.-CoIl«g. im Mittelalter. 9
— I30 —
197-
IC
Item nn uncie, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini
M • CC • XCV, facientes ad floren. XX iloren. auri, debent distribui inter XX
dominos cardinales infrascriptos videlicet dominos
epis-
copos
Thomam de Aquila.
Petnim de Aquila.
lohannem Monachi.
Nicolaum Parisien.
Guillermum de Ferrariis
Robertum Cistercien.
Simonem de Caritate.
Petrum Mediolan.
pres-
bite-
ros
diaconos
Grerardum de Parma Sabinen.
lohannem Bochamacii Tusculan.
Matheum de Aquasparsa Portuen.
Simonem de Belloco Penestrin.
Beraldum de Goto Albanen.
Hugonem Bilhoni Ostien.
Matheum Rubei.
lacobum de Columpna.
Neapoleonem de Urbe.
Petrum de Columpna.
Guillermum de Pergamo.
Benedictum Gayetanum.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta
summa M iloren.
198.
Item IUI uncie, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini
M • CC • xcvi, facientes ad floren. xx floren., debuit distribui inter xxil domi-
nos cardinales infrascriptos
Gerardum de Parma Sabinen.
lohannem Bochamatii Tusculan.
Matheum de Aquasparsa Portuen.
Simonem de Belloloco Penestrin.
Beraldum de Goto Albanen.
Hugonem de Bilhone Ostien.
Thomam de Aquila.
Petrum de Aquila.
lohannem Monachi.
y episcopos
Nicolaum Parisien.
Robertum Cistercien.
Simonem de Caritate.
fr. lacobum de ordine Minorum.
Matheum Rubei.
lacobum de Columpna.
pres- Neapoleonem de Urbe.
>bite- P. de Columpna.
ros Guillermum de Pergamo.
Benedictum Gaietanum.
Franciscum Neapoleonem.
lacobum Gaietanum.
> diaconos
IX
Franciscum Gaietanum.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa
IX flor. XIII den. Et restant IUI denar. ad dividendum.
— 131 —
199.
Item m uncie, debite pro complemento census, qui solvi debuit in
anno Domini M • CC • XCVII, facientes ad flor. xv flor., debent distribui inter
XVIII dominos cardinales, videlicet
Grerardum de Parma Sabinen,
lohannem Bochamatii Tusculan.
Matheum de Aquasparsa Portuen.
Simonem de Belloloco Penestrin.
Hugonem de Bilione Ostien.
Thomam de Aquila.
lohannem Monachi.
i episcopos
Nicolaum Parisien.
Robertum Cistercien.
lacobum de ord. Min.
Petrum de Aquila.
Matheum Rubei.
Neapoleonem de Urbe.
presbi- Guillermum de Pergamo.
teros Franciscum Neapoleonem.
lacobum Gayetanum.
Franciscum Gayetanum.
diaconos
Petrum de Pipemio.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa
VIII • xxxin flor. im sol. im den.
200.
Item M uncie auri, debite pro complemento census, qui solvi debuit
in anno Domini M • CC • xcvni, facientes ad floren. v flor., debent distribui
inter XV dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos:
Grerardum de Parma Sabinen. \
lohannem Bochamatii Tusculan. >
Matheum de Aquasparsa Portuen. ' ™
Thomam de Aquila.
pres-
bite-
lohannem Monachi.
Nicolaum Parisien.
Robertum Cistercien.
ros
Matheum Rubei.
Neapoleonem de Urbe.
Guillermum de Pergamo.
lacobum Gayetani.
Franciscum Neapoleon.
Franciscum Gayetani.
Petrum de Pipemo.
> diaconos
fr. lacobum de ord. Minorum.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de summa
predicta lii • xxxni flor. mi sol. im den. Coronat.
201.
Item M uncie auri, debite pro complemento census, qui solvi debuit
in anno Domini M • CC • xcvira , facientes ad flor. v flor. , debent distribui
inter XX dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos:
9*
— 132 —
epis-
copos
presbiteros
dia-
conos
Gerardum de Parma Sabinen,
lohannem Bochamatii Tusculan.
Matheum de Aquasparsa Portuen.
Gundisalvum Albanen.
Thomam de Aquila.
lohannem Monachi.
Nicolaum Parisien.
Robertum Cistercienl
lacobum de ordine Minorum.
Terricum Pissanum.
Nicolaum de Tervisio.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictomm de dicta summa
u • L flor.
202.
Item II uncie, debite pro complemento census, qui solvi debuit in
anno Domini M-CCC, facientes ad flor. x flor., debent distribui inter xvi
dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos:
Matheum Rubel.
Neapoleonem de Urbe.
Guillermum de Pergamo.
Franciscum Neapoleonem.
lacobum GayetanL
Franciscum Gayetani.
Petrum de Pipemo.
Richardum de Senis.
Landulphum de Neapoli.
lohannem Bochamatii Tusculan. \
Nicolaum de Tervisio Ostien. I epis-
LeonardumdeGarchinoAlbanen. [copos
TheodoricumPisanum Penestrin. >
lohannem Monachi. \
Robertum Cistercien. > presbiteros
Grentilem de Montefloro. '
Matheum Rubui {sie)
Guillermum de Pergamo.
Landulphum de Neapoli.
Franciscum Gayetani.
lacobum Gayetani.
Franciscum Neapoleonis.
Petrum de Pipemo
Richardum de Senis.
dia-
conos
Lucham de Flisco.
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictomm de dicta summa
VI • XXV flor.
Anno Domini M*ccc-xxxi
203.
1881 Oetobr. 1.
Solutio facta per gentes domini Roberti, Sicilie regis, pro termino
sancti lohannes Babtiste proxime preterito de II • C • LXXVII unciis auri
I flor. et ni quart., que ex causa hie contenta fuemnt coUegio designata etc.
(In margine.)
Item anno quo supra, die I mensis Octobris, reverendi patres domini
Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, camerarius, et Ademarius Masilien. epis-
— «33 —
copus, thesaurarius domini nostri pape, solverunt et assignaverunt collegio
dominorum cardinalium de im unciarum auri solutis per gentes Serenissimi
principis domini Roberti, Sicilie regis illustris, pro termino festi B. lohannis
Babtiste proximo preteriti, iuxta novam ordinationem per dominum nostnim
papam nuper factam, li • LXXXVII uncias auri unum floren. et tres quart.
in complementum im • n • LXXXVII unciarum auri l floren. et m quart., que
dudum Camera domini nostri pape plus receperat de solutionibus dudum
per dictum dominum regem factis, quam coUeg^um dominorum cardinalium
predictorum , nee non et M • Vlii • LVI uncias auri unum floren. n quart et
medium, ipsum collegium contingentes de m • Vll • Xll unciis auri in floren.
et I quart., restantibus ad dividendum per medium ex summa predicta
dictarum im unciarum auri inter cameram domini nostri pape et collegium
memoratum, videlicet in X • vil • xvill flor. auri I quarto et dimidio unius
flor., pro V flor. auri uncia qualibet computata.
204.
1881 Oetobr. 80.
Solutio facta per dicti domini reg^s gentes pro termino sancti Michaelis
proxime preterito secundum novam ordinationem domini nostri pape. (In
margine)
Item solverunt et assignaverunt nomine et pro parte domini regis pre-
dicti de im unciarum auri, solutis per gentes dicti domini regis pro termino
festi Beati Michaelis proxime preteriti, secundum ordinationem eandem, n
unciarum auri in x flor. auri, pro v flor. uncia qualibet computata. Que
M
quidem summe, que omnes simul iuncte ad im * C * XLm uncias auri III
flor. I quart. et medium ascendere dignoscuntur, et que ad flor., uncia pro
V flor., ut supra dicitur, computata, ad XX • vii • xvm flor. auri uno quarto
et dimidio ascendunt, de mandato predictorum reverendorum patrum domi-
norum lacobi Gayetani, Amaldi de Pelagrua et Petri Ispani distribute
fuerunt in modo qui sequitur, die penultima mensis Octobris:
205.
Ecce distribute fuerunt v uncie pro complemento veteris census de
anno Domini M • CC • LXXXlill. (In margine.)
e M e
Et primo v uncie auri, facientes ad flor. 11 -V flor. auri, distribute
fuerunt pro complemento illius census antiqui, qui solvi debuit in festo
— 134 —
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M * cc - Lxxxnn
inter xvi dominos cardinales infrascriptos.
(Die Liste der Namen siehe oben No. 193.)
XVI cardinales (In tnargine).
n
Anno Domini M • ccc - XXXI
206.
M «
Ecce distribute fuerunt n • v • xxxv uncie 11 flor. et medietas quarti
pro parte veteris census de anno Domini M - CC * XCU. (In margine)
Item die predicta penultima mensis Octobris distribute [fuerunt] de
mandato dominorum cardinalium predictorum 11 * v * XXXV uncie auri II flor.
et medietas quarti, facientes ad flor., uncia qualibet pro V flor. computata,
ut supra, XII * VI - LXXVII flor. et medietatem quarti pro parte illius census
antiqui, qui solvi debuit in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de
anno Domini M • CC * XCII inter XII dominos cardinales infrascriptos.
(Die Liste de Namen siehe oben No. 194.)
xn cardinales (In margine),
m
207.
Ecce distribute fuerunt M • C • vin uncie l flor. medietas quarti pro
parte census ordinarii de anno Domini M • CCC • xx.
Item eadem die distribute fuerunt de mandato dominorum cardinalium
predictorum M • c • vili uncie auri l flor. et medietas quarti, facientes ad flor.
M
V • v • XLI flor. et medietatem quarti, pro parte census ordinarii, qui solvi
debuit in festo Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • CCC • XX
inter XXIll dominos cardinales infrascriptos.
(Die Liste der Namen siehe oben No. 169.)
XXIII Cardinales (In margine),
Oblig. II. fol. 43 r. — 56 r.
Eim genaue Nachprüftmg der Mittheilungen dieser Aufstellung hat ergeben, dass die An-
gaben nicht überall genau sind. Es ist jedoch nicht schwer durch Vergleichung der verschiedenen
Listen und Summen dcts Richtige herauszufinden. Im ersten Theile dieser Arbeit finden sich die
richtigen Zahlen übersichtlich zusammengestellt.
— 135 —
208.
Johann XXII ertheilt dem Könige Robert Quittung über 4.000 Unzen Gold
des census Siciliae, 1882 Septembr.SS Avenlonis.
Carissimo in Christo filio Roberto regi Sicilie illustri.
Cum de summa. — Dat. Avinion. im kal. Octobris, amio xvii.
Reg. Vat. No. 117. (Secret an. XVII—XVIIJ) fol. LXin r.
Ibidem fol, LXIX, lun, 22, IJSS* und foU CCCVIII r., Septembr. 27, ijsS folg^ nvei
weitere Qmtiungen,
208
a.
Der thesaurarius papae stellt Quittung aus über die Antkeile (census Siciliae)
derjenigen Cardinäle, deren Erben sich nicht gemeldet hatten; in Folge dessen
fallen die Summen an die päpstliche Kammer, 1885 Septembr. 18.
Noverint universi et singuli presentes litteras inspecturi, quod, cum de
summa vigintimilium ilorenorum auri, que summa racione regni Sicilie per
serenissimum principem dominum Robertum, Sicilie regem illustrem, Romane
Ecclesie secundum ordinationem per felicis recordacionis dominum lohannem
papam XXII 11 id. Marcii, pontificatus eiusdem domini lohannis anno quarto-
decimo^) factam, in festo Beati lohannis Babtiste proxime preterito solvi
debebat et extitit persoluta, nos lohannes de Corordano, archidiaconus
Lunaten. in ecclesia Bitterren., domini pape thesaurarius, decem milia ilore-
norum auri reverendo in Christo patri domino Petro Dei gracia tituli Sancte
Praxedis presbitero cardinali, collegii reverendorum patrum dominonun Sancte
Romane Ecclesie cardinalium camerario, recipienti pro dicto collegio, duxe-
rimus assignanda. Idem dominus cardinalis camerarius
attendens, quod de sexentis (sie) septuaginta duobus ilor. auri octo sol.
et undecim denar. Cor., distributis per ipsum de summa predicta pro com-
plemento veteris census, qui solvi debuit in festo Sanctorum Apostolorum
Petri et Pauli de anno Domini millesimo cc • xcm inter undecim dominos
cardinales, tunc in Romana curia residentes, ducenti quadraginta quatuor
flor. auri Septem sol. et quatuor denar. Cor., qui im dominos cardinales
defunctos contigerant infrascriptos, videlicet dominos Matheum de Aquasparsa,
Hugonem de Bilion., Benedictum Gaytani, qui fuit Bonificius (sie) papa, et
Petrum de Mediolan., assignando pro quolibet dictorum quatuor dominorum
cardinalium sexaginta unum flor. auri et vig^nti duos denar. Cor., —
attendens etiam prefatus dominus cardinalis camerarius, quod de duobus
milibus sexcentis sexaginta flor. auri Septem sol. et uno den. Cor., distributis
*) ^Jjo Mart. 14,
— 136 —
per ipsum de summa suprascripta pro parte veteris census, qui solvi debuit
in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de amio Domini millesimo
ducentesimo nonagesimo quarto inter decem dominos cardinales, tunc in
Romana curia residentes, mille sexaginta quatuor flor. auri duos sol. et octo
den. Cor., qui eosdem im dominos cardinales defunctos contingunt supra-
scriptos, assignando pro quolibet ducentos sexaginta sex flor. auri et octo
or
den. Cor., que summe ambe predicte simul coniuncte, prefatos nn dominos
cardinales defunctos contingentes, ad mille trecentorum octo flor. auri et
decem sol. Cor. summam ascendunt, pro eo de antiqua consuetudine ad
cameram domini nostri summi pontificis pertinebant, quod dudum executores
aut qui forent alii, ad quos predictorum dominorum cardinalium defunctorum
bona poterant pertinere, accepturi singuli portionem, que de quibusdam
aliis pecuniarum summis inter ipsum tunctemporis collegium dividendis,
or
prescriptos im dominos cardinales contigerant, per bone memorie dominum
Berengarium Portuen. et Sancte Rufine episcopum, tunc memorati collegii
camerarium, de predicti domini pape mandato vivevocis oraculo facto in
audiencia litterarum predicti domini pape, publice evocati per se vel per
procuratores ydoneos infra prefixum sibi peremptorium terminum comparere
neglexerunt, et prefate tunc portiones prefatum dominum lohannem papam
contingentes, eidem camere domini pape fuerunt assignate, ac per ipsum
dominum papam, ut asserunt, declaratum, ne dicti forent executores vel
alii in divisionibus aliis portionum huiusmodi imposterum evocandi, prefatos
mille trecentos octo flor. auri et decem sol. Cor., qui pro portionibus im
cardinalium predictorum defunctorum ad prefatam cameram noscebantur et
noscuntur, ut premittitur, vigore antique consuetudinis et declarationis pre-
dictarum pertinere, per manus discreti viri magistri Guillermi Medici, capellani
sui, sepe dicti collegii clerici, prefate camere die dat. presencium solvi fecit.
De quibus mille trecentis octo flor. auri et decem sol. Cor. dicte camere,
ut premittitur, persolutis, eundem dominum camerarium cardinalem et eius
bona absovimus (sie) prefate camere nomine tenore presencium et quitamus,
has sibi litteras sigillo nostro munitas in premissorum testimonium concedentes.
Dat. Avinion., die xvill mensis Septembr., anno Domini M • CCC • xxxf ,
indictione lll, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini Benedict!
divina providencia pape Xll anno primo.
Oblig. 17. fol. 54 v.
Quittungen vom 2. Nov. 1331 über die freigewordenen Antheile des census Siciliae für die
Jahre 1284 und 12^2, Oblig. 12. fol. 147 v., vom 6. Nov. ISJS für das Jahr 12^4, Oblig. //.
fol.jS r. Vergl. ferner ibidem fol. yj r., yj v. u. s. w.
— 137 —
2o8^-
Urban V quiitirt der Königin Johanna von Neapel über die Zahlung von
8000 Unzen Gold pro censu Siciliae, und da sie gebeten hatte y sibi „de arre-
ragiis seu summis pro tempore preterito debitis, que, facta debita calculatione
per gentes camere et collegii prefatorum et comitem supradictum, preter alia
arreragia dicti census contingencia bone memorie prefate Ecclesie cardinales
ante tuam coronacioTtem, que fuit anno N. D, millesimo tercentesimo quinqua-
gesimo secundo, die XXVII mensis Maii, defunctos, ascendunt usque in dient
dat, presencium ad ducenta septuaginta Septem ntilia ßorenorum auri ac
centum sexdecim ßor, auri, quinque florenis pro qualibet uncia computatis,
dilacionis graciam concedere/^ so ordnet der Papst an, „quod in presenti
anno . . nichil de arreragiis . . solvere tenearis, set anno proxime futuro . . .
et deinde annuatim . . . quinque milia ßor. de arreragiis et censum ordina-
rium . . . persolvas . . /' 1S6S Aprilo 14 Avenlonis.
Urbanus episcopus servus servorum Dei carissime in Christo filie Johanne,
regine Sicilie illustri, salutem etc.
Eximia tue sinceritatis. — Dat. Avinion. XVIII kal. Maii anno primo.
Reg. Vat. No. 261. fol. 24 r. cap. XLVii.
209.
Quittung des Cardinalkämmerers über 6000 Goldgulden aus dem census
Siciliae, 1869 Septembr. 18.
Nos Guillermus miseratione divina cardinalis Sabinen., sacri collegii
reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinaUum
camerarius, tenore presentium notum facimus universis, quod, cum serenis-
sima principissa domina, domina lohanna, regina Sicilie illustris, pro censu
annuo viii unciarum auri ratione dicti regni et aliarum terrarum citra Farum
annis singulis in festo Apostolorum Petri et Pauli Ecclesie Romane solvere
et facere teneatur, uncia qualibet pro quinque flor. auri ad pondus camere
apostolice computata, venerabilis vir dominus Gaucelinus de PradaUa, capel-
lanus domini pape, pro complemento dicti census, videlicet XX iloren., pre-
fatum coUegium contingentes, VI flor. auri ad pondus dicte camere pro
termino festi Apostolorum Petri et Pauli proxime preteriti de anno presenti,
nobis pro dicto coUegio recipientibus, solvit nomine dicte camere et assignavit.
De quibus VI flor. sie solutis et per nos receptis die date presentium, ipsum
dominum Gaucelinum et alios, quorum interest vel intererit, prefati collegii
- 138 -
nomine absolvimus tenore presentium et quitamus. In quorum testimonium
presentes litteras etc.
Datum Viterbii die xm mensis Septembr., anno etc. LXIX, pontificatus
domini Urbani pape quinti anno septimo.
Oblig. 38»' fol. 121 r.
vn. Der Censiis Triiiaeriae, das ist die von dem Königreich Sicilien
trans Pharom zu zalüende Abgrabe an die Römische Kirche.
210.
Benedictus papa XI sententiam excommunicatianis , quam rex Trinacriae
incurrisse noscitur et ecclesiasticum tnterdictum, cui subiacet insula Siciliae,
pro eo quod dictus rex censum trium milium unciarum auri, Romanae
Ecclesiae debitum, statuta tempore solvere tum curavit, misericorditer relaxat,
terminum solutionis census praedüti usque ad kaUndas Mali proxime venturas
prorogando. 180S Deeembr.9 LateranL
Carissimo in Christo filio Friderico, regi Trinacrie illustri.
Romana mater Ecclesia. — Dat. Laterani v id. Decembr. anno primo.
Registres de Benoit xi No. 1122.
Potthast 25316.
Theilzahlung aus dem Census der Insel Sicilien in der Höhe von 1000
Unzen Gold. 1S04 lun. 20.
Census Trenacrie^). [In margine.)
De V flor. auri, solutis ex parte magnifici principis domini Frederici,
Trenacrie regis illustris, et receptis per collegium cardinalium pro M unciis
dumtaxat de parte census Insule Sicilie pro festo Apostolorum Petri et Pauli
transacto anni CCC • lll, facta est divisio inter xviii dominos cardinales, com-
putato dicto domino nostro summo pontifice pro tempore cardinalatus sui,
et habuit quilibet per eosdem mercatores ii • LXXVII flor. auri et XLVli sol.
Cortonen. Et sie restat habere dictum collegium pro dicto festo [pro] comple-
mento dicti census v uncias auri. Nomina vero dictorum cardinalium sunt
supra nominati [sie) in visitatione archiepiscopi Remen., addito tamen domino
^) Von anderer Hand hinzugefögt: pro portione dominorum cardinalium.
— 139 —
nostro summo pontifice pro tempore cardinalatus sui, et subtracto domino
fratre N. Ostien. episcopo cardinale.
Oblig. i^' fol. 44 V.
Uebir dU Zahlungen des census Trinacriae unter Clenuns V vergUiche die Rtgesten (Edit,
Bernd,) Tom, I Append. NN. 12g, 2^2, 2^, 4J7, ^28, s^^» ^S» 7<^ ^*^ 74^*
211.
Zahlung des census Trinacriae im Betrage von isoo Unzen Gold, Vertheilung
desselben und Quittung darüber, 1818 Februar. 18.
Solutio census domini Frederici, in VII cedula facta in mense Febroarii
distributus est et solutus. {In margine,)
Item anno quo supra, die XXX mensis lanuarii, Donatus Gioti de
Perutiis, civis et mercator Florentinus de societate Perutiorum de Florentia,
nomine suo et societatis sue predicte solvit mille V uncias auri in vn • v florenis
auri pro parte collegium dominorum cardinalium contingente, de lii unciarum
auri eidem mercatori per dominos A. Albanen., domini pape, et Berengarium
Portuen., coUegii predictorum dominorum cardinalium camerarios, in deposito
assignatis, de pecunia per procuratores domini Frederici, regis Trinacrie
illustris, pro censu predicti regni sui Trinacrie eisdem dominis camerariis per-
soluta, pro termino festi Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno
A • ctc • ^V. Quam pecunie summam ego Vincentius suprascriptus die xm
mensis Februarii distribui inter XXin dominos cardinales, qui supra scripti
et nominati sunt et infra in alia solutione census regni Trinacrie facta in
anno xlx ad ll in solutione census regni Sicilie, facta per gentes domini
Roberti regis Sicilie pro anno Domini M • CCC • XV. Pro qua pecunie summa
ego Vincentius suprascriptus dictis mercatoribus quitationis literas assignavi
meo sigillo pendenti sigillatas, de mandato speciali per dominum meum,
dominum Berengarium Portuen. episcopum oretenus michi facto ; quas literas
dicti mercatoris (sie) michi Vincentio predicto restituere promiserunt, cum
super hoc a domino papa vel ipso domino Portuensi quitationis literas
obtinebunt; quas literas michi restituerunt et dicti domini mei Portuensis
episcopi quitationis literas habuerunt.
(In margine:) XXII cardinales.
Oblig. II. fol. V r.
212.
Zahlung von isoo Unzen Gold fiir den census Trinacriae des Jahres 1318,
sowie Bewilligung von Zahlungserleichterungen ßir den rückständigen Census
der Jahre 1316 und 1317, 1818 luL 8.
— I40 —
Solutio census regni Trinacrie pro domino Frederico.
Item anno domini ük • ccc • xvin, die xxvii mensis lunii, nobilis vir
Bartholomeus a Sinili, procurator ad infrascripta, et familiaris domini Frederici,
regis Trinacrie illustris, solvit michi Vincentio de Serignano, recipienti nomine
domini mei, domini Berengarii Portuensis et Sancte RufHne episcopi, sacri
coUegii dominorum cardinalium camerarii, et pro ipso collegio, M • V uncias
auri, solutas in vii • V florenis auri pro censu dicti regni sui Trinacrie colle-
gium dominorum cardinalium contingente, soluto pro termino festi Aposto-
lorum Petri et Pauli de anno Domini lä • CCC • xvill, quam pecunie summam
ego Vincentius predictus die Vin mensis lulii inter xxvi dominos cardinales,
qui supra scripti sunt in solutione visitationis magistri ordinis Humiliatorum,
subtracto domino Arnaldo condam episcopo Sabinensi ad ii. Sciendum tamen
est, quod dictus dominus Fredericus post solutionem predictam remansit
dicto collegio dominorum cardinalium obligatus in lll unciarum auri, solven-
darum in XV floren. ratione census dicti regni Trinacrie, quem solvere
debuerat in annis domini l!f • cfic • XVI et XVll; pro quibus ni unciarum,
dicto collegio persolvendarum, per dominum nostrum summum pontificem
et collegium supradictum eidem domino Frederico data fuit dilatio ad sol-
or
vendam summam pecunie supradictam usque ad im annos a dicto festo
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli inantea computandos, ita videlicet,
quod in quolibet de dictis nn annis in termino dicti festi Sanctorum
Apostolorum Petri et Pauli dictus dominus Fredericus solvere teneatur
III • VII • L ilorenos collegio supradicto ultra summam illam, quam in dicto
festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli in singulis annis IUI supra-
dictis dictus dominus Fredericus solvere teneatur pro censu regni Trinacrie
supradicto.
(In margine:) Cardinales xxvi.
Oblig. II. fol. VI r.
VIII. Der Census Regrni Angliae et Terrae Hibemiae.
213.
Die päpstliche Kammer erhält aus dem englischen Peterspfennig und einigen
kleineren englischen Census für die Jahre I2^y und I2g8 die Summe von
^57 Pftind Sterling, 1299 Mense Deeembr.
Item recepi a magistro Giffredo quondam nuntio domini pape in Anglia
et nunc episcopo Parmen., pro parte denarii sancti Petri anni LXXXXVii et
— 141 —
Lxxxxvni et quibusdam censibus n • LVii libr. xviii sol. et vni den. Ster-
lingorum.
Introitus et Exitus Camerae No. 446. fol. im v.
21 'i^
^ 1801 Hart. 18 LateranL
Bonifacius VIII Eduardum regem Angliae requirit et rogat, ut censum
annuum 1000 marcarum Sterlingorum pro undecim annis proxime preteritis
et etiam pro anno praesenti mag^stro Bartholomaeo de Ferentino canonico
Londoniarum assignet. „Quanto erga Romanam".
Potthast 25030.
^^^' 1818 Hart. 8.
Clemens V beauftragt Guilelmus de Balaeto, archidiaconus Foroiulien,, in
Anglia destinatus, den Census zu erheben und darüber zu quittiren.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) n. 9931.
215.
Zahlung und Vertheilung von joo Mark Silber aus dem census Angliae,
1817 Hau 6.
De censu regni Anglie; divisus et solutus in prima cedula. {In margine)
Item anno quo supra (13 17), III mensis Maii, ego idem Vincentius
de Serignano predictus recepi a domino Bertrando de Montelauro II flor.,
quos flor. idem dominus Bertrandus receperat a domino Gasberto de Valle,
domini pape thesaurario, pro V marchis argenti collegium dominorum car-
dinalium contingentibus de annuo censu regni Anglie soluto partim pro
termino Sancti Michaelis de anno Domini M • CCC • X'^, videlicet summam
M flor. ; quam summam divisi et anno Domini M • CCC • X'^I, die vi mensis
Maii distribui inter xxn dominos cardinales, qui suprascripti et nominati
sunt in solutione servitii abbatis Vasti Monasterii diocesis Londonien. (sic\
subtracto de hac solutione domino Luca de Flisco, quia nundum reddierat
ad curiam; et alios M flor. restantes de prima superiori summa divisi inter
XXXI dominos cardinales, qui suprascripti et nominati sunt in solutione
census prepositi Sancti Petri de Ferania, diocesis Albanen., quia fuerunt
soluti pro termino Resurrectionis Domini proxime preterito, in quo termino
omnes XXXI domini cardinales predicti erant in curia; ad I.
(In margine:) XXn card. et XXXI card.
Oblig. II. fol. I V.
— 142 —
2l6.
Cedula divisiatiis, betreffend den englischen Census, 1817 MaL 16.
. . . Item mittimus vobis XLV flor. VI sol. iill den. Turon. parvorum
vos contingentes de annuo censu ii * L marcharum argenti, solutarum per
procuratorem regis Anglie pro ipsius Anglie et Ybemie regnis pro termino
Sancti Michaelis transacto in anno Domini M • CCC • xvi in mille floren. auri,
computata marca argenti pro nn flor.; facta divisione inter XXII dominos
cardinales. Et restant vni den. Turon. ad dividendum.
Eine Zahlung der gleichen Summe ßir IJ17 folgt unmittelbar.
Oblig. 4. fol. 9 V.
217.
Johann XXII quittirt dem Könige von England den Empfang von 1000 Mark
Sterling, gleich 4.000 Goldgulden, für den Census des Jahres ijiplij20 (van
Ostern bis Ostern). 1820 Mail 27 Ayenionls.
lohannes episcopus servus Sservorum Dei carissimo in Christo filio
Eduardo, regi Anglie illustri, salutem et apostolicam benedictionem.
Cum pro censu annuo mille marcharum Sterlingorum, quem pro regno
Anglie ac Ibemie terra solvere annis singulis, pro medietate videlicet in
Apparitionis beati Michaelis et pro medietate alia in Resurrexionis Domini
festivitatibus , Ecclesie Romane teneris, mille marchis eiusdem monete
Sterlingorum per manus venerabilis fratris nostri Ade episcopi Erforden.,
nuncii tui, pro anno in festo Resurrexionis Domini proxime preterito ter-
minato, sedis apostolice camere fecerit (sie) cum integ^ritate persolvi, nos,
solutionem approbantes eandem, te ac heredes et successores tuos ac regnum
et terram predictam de dictis mille marchis sie solutis auctoritate apostolica
perpetuo absolvimus et quitamus. NuUi ergo omnino hominum liceat hanc
paginam nostrarum approbationis, quittationis et absolutionis infringere vel
ei ausu temerario contraire. Siquis autem hoc atemptare [sie) presumpserit,
indignationem Omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum Eius
se noverit incursurum.
Dat. Avinion. vi kal. lunii, pontificatus nostri anno quarto.
Collect. Cam. No. 373. [Bullae et Quietantiae eamerales 1316 IJJ2) fol. 97 r.
— 143
2l8.
Der Cardtnalkämnterer Berengarius quittirt dem camerarius und thesaurarius
papae über Entrichtung van ßoo Mark Sterling, als Antheil des heiligen
Collegiums am census Angliae. 1820 Ion. 20«
Nos Berengarius miseratione divina Portuen. et Sancte Rufine episcopus,
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie
cardinalium camerarius, tenore presentium recognoscimus et fatemur, nos
habuisse et recepisse a venerabili patre domino Gasberto Dei gratia episcopo
Massilien., camerario, et magistro Ademario Amelii, domini pape thesaurario,
duo milia flor. auri pro parte dictum coUegium contingente de annuo censu
müle marcharum Sterlingorum, quem dominus Eduardus, rex AngUe iUustris,
singulis annis Ecclesie Romane solvere tenetur, soluto et supra dictis dominis
camerario et thesaurario per procuratores ipsius Eduardi regis Anglie
assignato in quatuor milibus flor. auri, conputata marcha pro quatuor flor.
auri, pro uno anno preterito et completo in festo Resurrectionis Domini
proxime iam elapso. De quibus duobus milibus flor., sie per nos receptis,
ipsos dominos camerarium et thesaurarium supradictos prefati collegii nomine
absolvimus et quittamus. In cuius rei testimonium presentes litteras fieri
fecimus et sigilli nostri appensione muniri.
Datum Avinion. die XX mensis lunii, anno Domini in • CCC • XX, indictione
tertia, pontiflcatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis divina
Providentia pape XXII anno quarto.
Instrumenta Miscellanea. ad an. 1320 (ohne Nummer).
Original, Pergamentquittung, An einem dttreh die Plica gehinden Pergamentstreifen hing
das abgerissene Sieget,
VIDI« Der Census Sardiniae et Corslcae Insularum zahlbar durch
den Lehensinhaber, den König von Aragonlen«
219.
1297 AprlL 4 Romae apud S« Petrom«
Bonifacius VIII lacobo Sardiniae et Corsicae regi eiusque heredibus
regnum Sardiniae et Corsicae, quod Ecclesiae Romanae iuris et proprietatis
existit, cum iuribus omnibus et pertinentiis suis sub censu 2000 marcharum
argenti bonorum et legalium Sterlingorum in festo Beatorum Apostolorum
— 144 —
Petri et Pauli annis singulis integraliter persolvendo, in perpetuum feudum
confert, concedit, donat eumque per cuppam auream de eodem presentialiter
investit. „Super reges et."
Potthast 24501.
220.
1297 Apr. 5« Romae apud S. Petrum«
Bonifacius VIII scribit lacobo regi Sardiniae et Corsicae se, cum
concessio regni Sardiniae atque Corsicae pura fuerit, disponendi de ipso
Sardiniae et Corsicae regno ac alii illud concedendi usque ad festum Onmium
Sanctorum proxime futurum sibi et Ecclesiae Romanae liberam facultatem
reservare. „Cum regnum Sardiniae."
Potthast 24502.
221.
Verhandlungen über die Belehnung des Königs von Aragonien mit Pisa und
Elba gegen bestimmte Kriegsleistungen und einen Census von 1000 Mark
Silber, vorbehaltlich der Zustimmung von Papst und König,
1809 Mali 81 Avenionis«
Hie est tractatus habitus inter reverendos in Christo patres et dominos,
dominum Petrum divina providencia episcopum Penestrinum, dominum
Berengarium eadem Providentia tituli Sanctorum Nerey et Achilley pres-
biterum et dominum Raimundum per eandem \provide7itiam\ Sancte Marie
Nove diachonum Sacrosancte Romane Ecclesie cardinales pro parte sanctis-
simi ac reverendissimi in Christo patris et domini, domini Qementis, divina
providencia predicte Sancte Romane Matris Ecclesie summi pontificis, ac
pro parte ipsius Ecclesie, necnon et Vitalem de Villanova, militem et nun-
cium illustris regis Aragon., super facto Pisarum et insule Ylbe.
Primo, quod idem rex et quilibet eius successor in terra Pisarum et
insule Ylbe recognoscat domino pape eiusque successoribus et Ecclesie
Romane terram et civitatem Pisarum et eius districtum, sive illud dicatur
regnum, sive comitatus, seu quocumque alio nomine nuncupetur, et dictam
insulam Ylbe, cum iuribus et pertinentiis suis et omnia alia loca et terras,
que per commune Pisanum teneatur, se tenere ut feudum a domino nostro
papa et Ecclesia Romana. Et hec recognicio fiat secundum formam scriptam
in concessione feudi regni Sardinee et Corsice.
Item, zweitens Verpflichtung zum Treueid,
— 145 —
Item, quod pro dicto feudo dictus rex et eius successores in dicta
terra dabunt sing^s annis imperpetuum domino pape et Ecciesie Romane
censum mille marcharum argenti secundum formam, secundum quam dabit
pro dicto regno Sardinee et Corsice censum duorum milium marcharum
argenti.
Am Schlüsse nach vielen anderen Artikeln heisst es:
Omnia vero predicta capitula et singula eorumdem ac omnia alia sub
huiusmodi tractatibus habita ac quecumque in eis contenta reservat dictus
Vitalis de Villa Nova voluntati predicti domini regis.
Et nos cardinales predicti super eisdem retinemus voluntatem domini
nostri cum deliberacione consistorii.
In premissorum autem testimonium nos cardinales predicti et ego
Vitalis de Villanova sigillis nostris appendiciis presens scriptum iussimus
sigillari.
Quod est actum Avinion. pridie kal. lunii, anno Domini M * CCC nono.
Arch. Castelli Sancti Angeli, Arm. II caps. IV N. 4.
Original. PergamitUurkunde mit vier beschädigten Siegeln an rothin Seidenschnüren, Sehr
gut erhaltene Urkunde,
In den Obligationsbänden geschieht keinerlei Erwähnung dieser Vorgänge.
222.
Johann XXII erlässt dem König van Aragonien die Hälfte des Census, den
er fiir die Belehnung mit Sardinien und Corsica an den heiligen Stuhl zu
zahlen hat. Obschon der König gebeten hatte nur den vierten Theil des
Census, das heisst ^oo Mark Silber, zahlen zu müssen, da er grosse Aus-
gaben bei Eroberung der beiden Inseln gehabt habe, so geht der Papst nicht
darauf ein, sondern erlässt ihm nur die Hälfte des Census und zwar nur
auf zehn Jahre, Der Papst betont, unter Hinweis auf den census Sidliae,
bei dem trotz drückender Kriege und grossem Anwachsen der Schuldsumme
nie eine Verminderung eingetreten sei, das Unerhörte des Vorganges, will
aber doch für dieses Mal nullo tarnen pcu:to nullaque conventione astrictus sed
de mera liberalitate et gratia spedali diese Vergünstigung gewähren. Bleibe
der König aber auch nur in einem Termine im Rückstande, so solle die ganze
Vergünstigung für Vergangenheit und Zukunft null und nichtig sein und die
ganze Schuldsumme von 2000 Mark Silber für alle zehn Jahre fällig sein.
Diese Vergünstigung müsse durch besondere Verfügung des Königs ausdrücklich
genehmigt werden, damit sie Kraft erhalte. 1S24 Novembr« 20 Avenlonls«
Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-Colleg. im Bfhtelalter. 10
— 146 —
Johannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo filio
lacobo, regi Aragonum, salutem et apostolicam benedictionem.
Ad nostram nuper. — Dat. Avinion. xn kal. Decembr., pontificatus
nostri anno nono.
Arch. Castelli S. Angeli, Arm. II Caps, iv N. 8.
Sühe No, 22J,
223.
1826 Ion. 21 Avenlonls.
Der Erlass der Hälfte des Census von 2000 Mark Silber, die der König
von Aragonien fiir Corsica und Sardinien an den heiligen Stuhl zu zahlen
hat, wird vom Könige durch einen eignen Gesandten anerkannt. Im Con-
sistorium, zu dem der Gesandte zugelassen wird, lässt Papst Johann XXII
seine diesbezügliche Bulle ^) sowie das Beglaubigungsschreiben des Gesandten
verlesen und verhandelt dornt persönlich in lingua vulgari mit dem Gesandten,
der im Auftrage seines Herrn alle Bedingungen des Census -Erlasses aus-
drücklich anerkennt und genehmigt lieber diesen Vorgang nahmen die dazu
aufgeforderten Kammercleriker und Notare Johannes de Regio und lohannes
de Lescapon einen notariellen Act auf
Acta fuerunt hec Avinion. in episcopali palatio, ubi predictus dominus
noster papa cum sua curia residebat, anno M • CCC • xxv, die xxi mensis lunii.
Arch. Castelli S. Angeli, Arm. 11 Caps, iv N. 8.
Or^inalt grosse Pergamenturkunde, ausgezeichnet erhalten. Die beiden Notare haben ihre
Signa beigesetzt.
*) Siehe No, 222.
224.
Erste Zahlung des auf 1000 Mark Sterling ermässigten census Sardiniae
et Corsicae. 1825 lun. 29 Avenionis.
lohannes etc. carissimo in Christo filio lacobo, regi Aragonum illustri,
salutem et apostolicam benedictionem.
Cum pro regno Sardinie et Scorsice (j/^), quod dudum tibi felicis
recordationis Bonifacius papa VIII, predecessor noster, de consilio fratrum
suorum, tunc Sancte Romane Ecclesie cardinalium, sub homagio ligio ac
pleno vassallagio fidelitatisque iuramento aliisque pactis, formis et conditio-
nibus certisque serviciis et censu annuo duorum milium marcharum argenti
bonorum et legalium Sterlingorum in festo Apostolorum Sanctorum Petri et
Pauli Romano pontifici, ubicumque fuerit, et eidem Romane Ecclesie annis
— 147 —
singulis per te solvendorum concessit^), in- presenti festo Eorumdem Aposto-
lorum esses ad dictum censum solvendum astrictus, nosque tuis supplicatio-
nibus inclinati, medietatem dicti census usque ad decem annos proxime
venturos de nostra mera liberalitate et speciali gratia sub certis modis et
förmis de fratr. nostr. consilio duximus remittendum, sicut in instrumentis con-
fectis super hoc plenius continetur*), tu volens de medietate alia dicti census
nobis et eidem Ecclesie satisfacere, ut teneris, mille marchas argenti dictorum
Sterlingorum per manus dilectorum filiorum Garcie de Castro et Guillermi
de Montanhola, portariorum et procuratorum tuorum, pro termino presentis
festi predicti nostre fecisti camere die date presentium assignari. Nos autem
tuis et heredum tuorum indempnitatibus precavere super hiis cupientes,
recognoscimus et fatemur, te per manus dictorum procuratorum tuorum
dictas mille marchas Sterlingorum argenti pro medietate dicti census, in
eodem') termino debiti, memorate camere assignasse. De quibus mille marchis
sie solutis te ac dictos heredes et bona tua imperpetuum absolvimus et
quitamus.
Dat. Avinion. ill kal. lulii, pontificatus nostri anno nono.
(In ntarg,:) Littera quittationis mille marcharum Sterlingorum etc.
Collect. Cam. No. 373. {Bullae et Quietantiae camerales 1316 1332)
fol. 1 10 r.
^) Siehe NN. 21g und 220,
■) Siehe NN 222 und 22s»
*) In eodem ist übergeschrieben,
225 227.
Dreimaliger Zahlungsaufschub des Census,
^^^' 1826 lol. 2.
Dilatio concessa domino regi Aragonum. (In margine.)
Item anno (1326) et die (lul. 2) quibus supra, fuit concessa dilatio
domino lacobo, Aragonum regi illustri, de M marchis argenti quas pro parte
census ordinarii, quem ratione regni Sardinie Ecclesie Romane facere tenetur,
in festo Apostolorum Petri et Pauli proxime preterito solvere tenebatur,
usque ad vili dies ab hodie inantea computandos.
226.
1826 loL 4.
Alia dilatio concessa domino r^ Aragonum. (In margine.)
Item anno quo supra, die nil mensis lulii, fuit per dominum nostrum
concessa dilatio domino lacobo, regi Aragonum illustri, de M marchis argenti,
10*
— 14« —
quas pro parte census ordinarii, quem ratione regni Sardinie Romane Ecclesie
facere tenetur, in festo Sanctorum Apostolonim Petri et Pauli proxime pre-
terito solvere tenebatur, usque ad unum mensem ab hodie in antea com-
putandum.
'' 1826 luLO.
Alia dilatio super eodem. {In ntargine,)
Item anno quo supra, die IX mensis lulii, continuata fuit et pro[ro]gata
dicto domino regi Aragonum supra proxime scripta dilatio usque ad kalendas
mensis Septembris proxime venientis.
Oblig. II. fol. 30 V.
228.
lohatm XXII quittirt über den Census des Jahres 1326, dessen Fälligkeits-
termin drei Mal hinausgeschoben worden war. 1826 August. 6 Avenionis*
Johannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo filio
lacobo, regi Aragonum illustri, salutem et apostolicam benedictionem.
Cum ratione regni Sardinie et Scorsice {sic\ quod felicis recordationis
Bonifacius papa VIII, predecessor noster, dudum tibi, fili carissime, de con-
silio fratrum suorum, tunc Sancte Romane Ecclesie cardinalium, sub homagio
lig^o et pleno vassallagio fidelitatisque iuramento ac aliis pactis, formis et
condicionibus certisque serviciis et censu annuo duorum milium marcharum
argenti bonorum et legalium Sterlingorum in festo Apostolorum Petri et
Pauli Romano pontifici, ubicumque fuerit, et eidem Romane Ecclesie annis
singulis per te tuosque successores solvendarum concessit, ad solvendum
mille marchas argenti pro medietate dicti census in festo Eorumdem Aposto-
lorum proxime preterito, cum de alia medietate tibi remissionem usque ad
certum tempus de speciali gratia sub certis modis, formis et condicionibus
fecerimus, sicut in litteris nostris, confectis super hoc, latius continetur, esses
nobis et Ecclesie memorate astrictus, nosque tibi^) solutionis huiusmodi
terminum usque ad kal. mensis Septembr. proxime venturi de speciali gratia
duxerimus prorogandum, recognoscimus et fatemur te, per manus dilectorum
filiorum Martini de Ruffis et Guillermi de Montanhano, portariorum et pro-
curatorum tuorum dictas mille marchas argenti Sterlingorum in duobus
milibus centumquinquagintaduobus flor. de Floren., mille quingentis Agnis
de Auro vigintinovem solidis et quinque denariis Viennen., qualibet marcha
pro IUI florenis auri minus uno Turon. argenti cum o rotonda, et facto
*) UebergeschrUben.
— 149 —
cambio de Agnis ad florenos, singulis florenis pro XVii et Agnis pro*) XX
solidis uno denario parvorum Turon. computatis, die date presencium pro
nobis et eadem Ecclesia nostre camere assignasse. De quibus mille marchis
sie solutis te ac heredes et bona tua in perpetuum absolvimus et quitamus.
Datum Avinion. viii id. Augusti, pontificatus nostri anno decimo.
Collect. Cam. No. 373. (Bullae et Quietantiae camerales 1316, 1332)
fol. 38 V.
Vergl, NN, 22s — 22^,
*) In der Handschrift doppelt,
229.
Die apostolische Kammer überweist der camera collegii ihren Antheil an dem
census Sardiniae et Corsicae des Jahres 1326 im Betrage von ßoo Mark
Sterling y die sofort zur Vertheilung gelangen, 1826 Ausrust. 14,
Solutio census dorn, regis Aragon, ratione regni Sardinie. {In margine,)
Item anno quo supra, die Vi mensis Augusti, reverendi patres domini
Gasbertus archiepiscopus Arelaten., camerarius, et Adzemarius episcopus
Massilien., thesaurarius domini nostri pape, solverunt et assignaverunt nomine
et pro parte serenissimi principis domini lacobi, Aragonum, Corsice et Sardinie
r^s illustris, vmarchas argentiSterlingorum, computata marcha pro nii florenis
minus XX denariis Viennen., solutas in M * V Agnis de auro, CXC florenis de
Florentia xilil solidis l denario Viennen., floreno de Florentia pro xvii solidis
Turonen. et Agno pro xx solidis et i denario Turonen. computatis, pro
parte coUegium dominorum cardinalium contingente de parte census ordinarii,
quem dictus rex annis singulis ratione regni Corsice et Sardinie in n marchis
argenti bonorum et legalium Sterlingorum Ecclesie Romane solvere tenetur,
soluto pro termino sanctorum Apostolorum Petri et Pauli proxime preterito.
Que pecimie summa die xim mensis Augusti distributa fuit inter xvi dominos
cardinales, qui supra scripti sunt in visitatione archiepiscopi Cantuarien.,
subtracto domino Johanne Gaytani, in Tuscia apostolice sedis legato, ad . .
Oblig. II. fol. 31 r.
230.
Ueberweisung und Vertheilung des census Sardiniae et Corsicae an die camera
collegii für das Jahr 1327 im Betrage von 300 Mark Sterling. 1827 lol. 10.
Solutio de parte census ordinarii soluti pro termino festi Apostolorum
Petri et Pauli proxime preterito per gentes domini lacobi, Aragonum, Corsice
et Sardinie reg^s illustris.
— ISO —
In X cedula. xv card. {In margine.)
Item eadem die solverunt collegio dominorum cardinalium et assigna-
verunt nomine et pro parte Serenissimi principis domini lacobi, Aragonum,
Corsice et Sardinie regis illustris, V marchas argenti Sterlingorum in
M • IX • xcv floren. de Florentia et im sol. xi denar. Viennen., pro parte
census ordinarii, quem singulis annis in ll marcharum argenti Sterlingorum
dictus dominus rex ratione dictorum regnorum Corsice et Sardinie Ecclesie
Romane solvere tenetur, solutas pro termino festi Sanctorum Apostolorum
Petri et Pauli proxime preterito. Que pecunie summa distributa fuit die
X mensis lulii inter xv dominos cardinales supra nominatos.
Oblig. II. fol. 34 r.
X. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin, den Patrimonialgrütem
der Römischen Kirche, Ferrara, dem Peterspfennig und kleineren
Zinszahlungen.
Einnahmen aus der Grafschaft Venayssin.
231.
Vertheilung von ißoo Pfund kleiner Tumosen aus den Einkünften der
Grafschaft Venayssin. 1295 Novembr.25.
Die XXV mensis Novembris eiusdem anni (1295).
Comitatus Venusin. [In margine.)
Recepi a nunciis domini lohannis de Grilliaco, rectoris comitatus
Venusin., de regimine dicti comitatus pro anno M • cc • xcv, pro termino
festi Beati Michaelis transacto, MV libras Turon. parvorum, quas divisit
[sie) inter xvili cardinales, quorum quilibet recepit per manus dictorum
mercatorum Clarentinorum de Pistorio LXXXIII libras vi sol. viil den. Turon.
parvorum. Tres autem cardinales, qui de predicto servicio subtrahuntur,
sunt isti: dominus Landulphus legatus Apulie, propter legationem, domini
P. de Mediolano et G. de Ferrariis, qui obierant ante festum Michaelis, in
quo termino cardinales pecuniam provenientem ex dicto comitatu lucrantur.
Nomina cardinalium, inter quos est facta dicta divisio, hec sunt:
— iSi
domini G. Sabinen.
I. Tusculan.
Frater M. Portuen.
S. Penestrinus.
B. Albanen.
Frater H. Ostien.
episcopi
domini Thomas.
Petrus de Aquila.
Johannes Monachus.
Nicolaus Parisien.
Robertus Cistercien.
Symon de Caritate.
domini Mattheus Rubeus.
lacobus de Columpna.
Neapoleo.
Petrus de Columpna.
Guillermus de Pergamo.
Benedictus Gayetanus.
Oblig. i^- fol. I r.
Kirsch , S, 97 Nc, 4/ dU Summe ist dort falsch angiigeben.
diaconi
cardinales.
pres-
biteri
231*-
Die päpstliche Kammer erhält aus den Einkünften der Grafschaft Venayssin
die Summe van 1^04 Goldgulden, 1299 mense Octobr.
Item recepi pro parte solutionis preteriti anni de redditibus comitatus
Veneysin. mille libr. Tur. parvorum, in floren., computatis x sol. et VI den.
pro flor., valent M • vrin • iin flor. auri et xxii sol. et m den. Proven.
Introitus et Exitus Camerae No. 446. fol. lilv.
231
b.
Die päpstliche Kammer erhält als Nachzahlung zu den Einkünften der
Grafschaft Venayssin die Summe von 126s Goldgulden,
1800 mense lanoar.
Item recepi a societate Franciscorum pro v libr. Tur. parvorum, ad
X sol. et med. per flör., et pro n- L libr. Tur. parvorum, ad XVI sol. per
flor., pro complemento proventuum comitatus Venesin.; valent ad floren.
M • CC • Lxv flor. auri.
Introitus et Exitus Camerae No. 446. fol. V v.
— 152 —
232.
Für das Jahr ijoi empfängt aas Collegium aus der Grafschaft Venayssin
2ßoo Pfund neuer Papariner, einer Münze, die gerade dort eingeföhrt wurde.
Ueber die Umwechslung ist das Collegium mit den die Zahlung vermittelnden
Kaufleuten im Streite. Der Bischof von Avignon wird aufgefordert, sich
über den Werth des neuen Geldes zu äussern. 1801 Novembr.SO.
In festo Beati Andree dicti anni (1301).
Recepimus per litteras magistri Mathie, rectoris comitatus Venaysini,
de censu et quibusdam aliis fructibus dicti comitatus de anno isto M ' CCC
primo proxime preterito, completo in festo Michaelis transacto, pro parte
M
coUegii II • V libr. Paparinorum novorum, qui nunc cuduntur in dicto comitatu ;
que peccunie reducte ad flor. secundum valorem, quem magister Mathias
predictus scripsit, valent n • C • XXVII flor. il tercios I flor., computato floreno
pro xxni sol. et medio dicte monete, licet cum mercatoribus Clarentin.,
qui in illis partibus dictam pecuniam receperunt ad huc de dicto cambio
simus in Ute, eis petentibus floren. pro xxvi sol. computari, super quibus
debet consuli Avinionen. episcopus de valore, et secundum rescriptionem
eius dicta questio terminari ; et si inveniatur eos plus solvisse, debet coU^um
eis, quod plus fuerit, resarcire ....
Oblig. i^- fol. 30 V.
232*-
Die päpstliche Kammer erhält aus den Einkünften der Grafschaft Venayssin
für das Jahr 1302 y^o Pfufid Kronen und 1000 Turon. gross,
1802 mense Male.
Item recepi de redditibus Venaysin. anni CCCII, vil • L libr. Corona-
torum; item M Tur. gross.
Introitus et Exitus Camerae No. 5. fol. ii v.
232^-
Die päpstliche Kammer erhält 20s Goldgulden aus den Einkünften der Graf-
schaft Venayssin, die nach Rechnungsablage übrig geblieben waren.
1808 mense Januar.
Item recepi a magistro Mathia de Theate de redditibus Venaysin., qui
remanserunt reddita ratione, ii • v flor. auri.
Introitus et Exitus Camerae No. 5. fol. vir.
— IS3 —
233.
Clemens papa V Raymundo rectori comitatus Venayssim apocham super
gestione sua praebet, quae inceperat „vicesima secunda die Septembris armo
Domini millesimo trecentesimo nono, [leg. decimo] quatrtvis littere tibi super
kuiusmodi commissiane cancesse sub precedenti sint data *) confecW. Assignavit
de tempore regtmen suum praecedente y^quadraginta unum milia octingentos
et octuaginta Turanenses grossos *) eidem camer e [apostolice] et totidem prefato
collegio [dominarum cardinalium] ; de tempore vero quo kuiusmodi gessisti
regimen . . . prefate camere octuaginta milia grossorum Turonensium de
argento, pro nobis et eodem collegio, cui partem, ipsum de kuiusmodi octua-
ginta milibus Turonensium contingentem, exkibere fecimus^\
1812 IanuaF.28 Viennae«
Dilecto filio nobili viro Raymundo Guillermi domino de Budos, rectori
comitatus nostri Venayssini.
Olim de tua. — Dat. Vienne X kal. Februarii anno septimo.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 8763.
*) 1310 Sept, IS Ibidem No, ÖSSJ- If*^ Texte obiger Urkunde sowie No, 10S48 ist fälschlich
— aus welchem Grunde ist nicht gan% klar, — dcu Jcüir isog statt 1310 für den Amtsaniritt
angegeben*
■) Ibidem, Append, Tom I, No, tat, ist 2 Januar, 6 wird über ^8000 Turnosen
quittirt pro uno anno terminato.
234.
Clemens papa V repetit apockam datam Raymundo rectori comitatus Venayssini
X kal, Februarii anno septimo et adiungit: „Cum autem de redditibtts,
exitibus, proventibus et obventumibus comitatus eiusdem a dicta die qua, sicut
premittitur, computasti, camere nostre octuaginta milia Turonensium grossorum
de argento et collegio supradicto totidem duxeris assignanda **
1814 Hart 26 apud Castmm Novmn.
Dilecto filio nobili viro Raymundo Guillermi de Budos, militi, rectori
comitatus nostri Venaysini.
De tua fidelitate. — Dat. apud Castrum Novum Avinionen. diocesis,
vn kal. April, anno nono.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 10348.
— IS4 —
235 — 237*-
Drei Urkunden über die nicht ganz klare Verwaltung des Ritters
von Budos in der Grafschaft Venayssin und eine Quittung.
1814 April 9 — 1817.
235-
Clemens V bestimmt in seinem Testamente, dass die Verwaltung der Graf-
schaft Venayssin des Ritters von Budos revidirt werde, damit das heilige
Collegium schadlos gehalten werde, 1814 April 9 apud Rocammaoram«
Item modo, quo supra, mandavit inquiri, si pretextu remissionis facta
per eum dicto domino Raymundo Guillermi de Busos [sie) de proventibus
Veneissini, videlicet de illo, quod idem dominus Raymundus recepit plus,
quam restituit de proventibus supradictis, — quam vis tantum restituerit,
quantum aliquis, qui eum precesserit in rectoria Veneissini predicta, — dicto
collegio in aliquo tenetur. Et si inveniatur ipsum teneri, vult et mandat
illud restitui collegio supradicto.
Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V pag. 31,5.
236.
Vorstehende Testamentsbestimmung erläutert Cardinal Bemardus in seinem
Verhör wie folgt: 1818 Iun.6 Avenionls«
Item ad illud, quod dicitur de remissione facta per dominum dementem
domino Raymundo Guillermi dudum rectori Veneysini, dominus Bernardus
cardinalis supradictus dixit sie, quod ipse intelligebat, quod dominus Clemens
remisit prefato domino Raymundo Guillermi totaliter partem contingentem
eum; et si de parte collegii plus recepisset quam restituisset, licet tantum
quantum unus quicunque alius solvisset, residuum non solutum restitueretur
collegio de bonis ipsius domini pape Clementis.
Ibidem pag. 32,4.
237-
Für das Jahr 1315 zahlt der Rector von Venayssin, Ritter von Budos,
62 '\i Pfund französischer Tumosen und 15000 Tumosgroschen aus den
Einkünften der Grafschaft. 1816 Septembr.l.
— IS5 —
Solvit nobilis vir dominus Raymundus Guillermi dominus de Budos,
miles, rector comitatus Venaysini, per manus Raymundi Falconerii, rectoris
ecclesie de Buxo, thesaurarii ipsius, in sexaginta duabus libris cum dimidia
Turon. grossorum argenti de Francia [et] quindecim milia Turon., gros-
sorum de redditibus et obventionibus ipsius comitatus de anno Domini
lä • cfic • X'^, completo in festo Sancti Michaelis Septembr. eiusdem anni.
Dat. Lugdun. prima die mensis Septembr. lä • ccc • x^.
Instrumenta Miscellanea ad an. 1316.
Original, Papierscheda, Ohne Btsiegelung,
237a.
Eine Untersuchung der Verwaltung der Grafschaft Venayssin unter dem
Rectarate des Ritters van Budos ergab, laut Ausweis der Bücher des Thesau-
rarius, allein für die Jahre 1314, 131 5 und 13 16 einen Fehlbetrag van
12g 100 Turon, gross. u?td yö8 libr. 5 sal, 10 den. Clementin, 1817«
Anno Domini M • CCC • xvli.
Memoriale sit, quod domini Gasbertus de Valle et Adzemarius Amelii,
domini pape lohannis XXII thesaurarii, computaverunt cum magistro Ray-
mundo Falconerii, quondam thesaurario comitatus Veneyssini tempore
domini Clementis pape V et post eins obitum usque post electionem dicti
domini lohannis, de fructibus et redditibus dicti comitatus Veneyssini per
dictum magistrum Raymundum receptis et qui tempore suo per ipsum
recipi debuerint ; quo conputo facto repertum exstitit, quod adhuc de dictis
fructibus debebantur et debentur pro annis Domini M • c£c • xihl, XV et xvi.
CXXIX • C Turon. gross,
item vu . Lxvm libr. v sol. x den. Clementinorum.
Oblig. II. p. n fol. I r.
Kirsch, S. 28, Anm, 4,
238 — 244.
Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin während
des Thesaurariates des Magister Wilhelm de Granholis.
1818 NoYembr.15 — 182i; August* 9«
238.
^ 1818 Novembr.lB.
Die XV mensis Novembr., recepta sunt a domino GuiJJdimo de Gran-
holis, thesaurario Venaicini (j/V), pro domino nostr^j^Uffa de hiis, que de
- IS6 -
redditibus dicti comitatus ad manus suas pervenerant, pro anno terminato
in festo proxime preterito Sancti Michaelis
VIII • VII • LXXVUI Tut. argenti cum o rotunda.
Item de eisdem redditibus
M e _, ,
XV 'IUI • Lxxxi Tur. argenti cum o longa.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXV (No. 46) fol. 193 v.
^^' 1818 DecembF.80«
Anno a Nativitate Domini Hl • c£c • xix (sü\ die XXX mensis Decembris,
recepta sunt a domino Guillermo de Granholis, thesaurario comitatus
Venaicini {sie), de redditibus generalibus dicti comitatus per ipsum perceptis
anno terminato in festo Sancti Michaelis proxime preterito
XV Turon. argenti.
{In margine:) Summa a predicta summa usque hie M*LVI flor. auri, LXV
Agni de auro, XXXVI libr. XIIII sol. Tur. gross, cum o rotunda, CXXVII libr.
den. Tur. gross, cum o longa, xxxvii libr. X sol. Paparinorum argenti xvii
sol. et den. Vien. Approbata^).
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 46) fol. 193 v.
^) Dieses Wort ist vom nachprüfenden Beamten später hinzugefikgt worden,
^^^' 1819Iun.20.
Anno a Nativitate Domini ä * CCC * xlx, die XX mensis lunii, dominus
Guillermus de Granholis, thesaurarius Venaysini, assignavit camere de
redditibus et obventionibus dicti comitatus Venaysini per ipsum receptis
pro anno Domini M • CCC • X'ölil pro sex milibus et quingentis Tur. grossis
v flor. auri.
Singulis flor. pro xill Tur. grossis computatis.
or
Item in Turonencibus {sii) grossis M • ili • XXIIII Tur.
Item in flor. in estimatis Lxxxxvill flor. auri.
Item pro ducentis et duabus libris X sol.
Clementinorum parvorum cxxxv libr. Tur. parv.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXV (No. 46) fol. 194 v.
l^\ ^ 1820Novembr.7.
Anno a Nativitate Domini m« CCC« XX, die vir mensis Novembr.,
dominus Guillermus de Granhol., thesaurarius Veneyssini, pro domino nostro
papa et Sancta Romana Ecclesia assignavit camere de redditibus generalibus
— 157 —
comitatus predicti, cameram ipsam contingentibus ^), per ipsum thesaurarium
receptis anno predicto terminato in festo Beati Michaiis de mense Septembr.
proxime preterito
Ä Tun argenti cum o longa.
Item eadem die de redditibus domorum et loconun, olim Hospitalis
sancti lohannis Iherosolimitani in dicto comitatu, per ipsum receptis, anno
terminato in festo Sancti Michaelis mensis Septembr. de anno Domini
M • CCC • x!x assignavit camere de parte ipsam contingente
CXL flor. auri et XLill Agnos de auro et vi libr. X sol.
den. Tur. argenti cum o rotunda et lll Tur. argenti
cum o longa.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 399 V.
^) Ms» corUitingentiims»
^ ' 1820 Deeembr« 29«
Die XXIX mensis Decembr., dictus dominus G. de GranhoL, thesau-
rarius comitatus Veneyssini, pro domino nostro papa et Sancta Romana
Ecclesia assignavit camere de redditibus generalibus comitatus predicti,
cameram ipsam contingentibus, per ipsum thesaurarium receptis pro anno
Domini M • cdc • xx terminato in festo Beati Michaelis de mense Septembri
proxime preterito
M flor. auri.
M
(In margine:) Computavit dictos flor. pro xni Tur. gross.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 399 v.
^^^' 1821 Aiifirust.8.
Die VIII mensis Augusti, dominus G. de GranhoL, thesaurarius comi-
tatus Veneyssini, de pecunia per ipsum recepta de redditibus dicti comitatus
pro anno a Nativitate Domini M • ctc * :äc, et terminato in festo Sancti
Michaelis de mense Septembr. eiusdem anni, assignavit camere in diversis
monetis
iil libr. Vien.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXVI (No. 47) fol. 401 r.
^^^' 1821 AoffostO.
Die IX dicti mensis, dictus dominus G. de Granhol. assignavit camere
de pecunia per ipsum recepta de redditibus dicti comitatus, pro anno
- 158 -
predicto et terminata {sie), ut supra proximo, pro mille C libr. in sol. nn den.
Tur. parvorum
in LXX libr. x sol. v den. Tur.
gross, cum o longa et xii den. Vien.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxVi (No. 47) fol. 401 r.
244* — 244^-
D^ SchatzfPteister der Grafschaft Venayssin zahlt in den Jahren 1338 bis
134.3 die dem heiligen Collegium zukommenden Antheile direct an den came-
rarius collegii, bezw, seinen Stellvertreter aus,
244* — 244^-
Im Jahre 1338 werden der camera collegii über s^^^ Goldgulden aus der
Grafschaft Venayssin überwiesen, 1888 ApriL ?•
Sequuntur assignationes facte per me thesaurarium suprascriptum
sacro coU^io reverendorum patrum dominorum cardinalium de anno Domini
M • ccc . xxxvm.
Primo, anno quo supra, die vii mensis Aprilis, assignavi reverendo in
Christo patri et domino, domino Imberto Dei gratia tituli Basilice XU
apostolorum presbitero cardinali, vice camerario prefati coll^^, pro assig-
natione paschali de redditibus comitatus Venayssini
mille flor. auri de Florentia.
im flor. auri de Pedemonte.
IUI • XXX scudat. auri.
L regales auri.
{In margine:) de dicta somma {sie) docuit per litteras ipsius domini
cardinalis eius sigillo sigillatas.
1388 Decembr. 28.
Item anno quo supra, die xxili mensis Decembr., assignavi eidem do-
mino cardinali, vice camerario, pro assignatione Nativitatis Domini de reddi-
tibus supradictis tria milla flor. auri de Florentia.
ccc • Lxxxv scudat. auri.
{In margine:) de dicta somma docuit per litteras dicti domini car-
dinalis.
App. Somma huius pagine im flor. de Florentia.
im flor. de Pedemonte.
viil • V scutat. auri.
L regales auri.
— 159 —
Videlicet pro singulis escudatis auri xvi Tur. arg.
Item regalem pro xiiil Tur. arg. et quart. dec.
Reg. Avinion. Bened. XII an. V part. unic. Tom. VI (No. 53)
fol. 350 r.
Du Randbemerkungen, sowie die Zusätze ,App" **^ „videlkä pro singulis eic," sind vom
Revisor später mit anderer Tinte hinxugefiigt worden.
244 <^— 244
d.
Im Jahre ijs^ werden der camera collegii rund sooo Goldgulden aus der
Grafschaft Venayssin überwiesen, 1889 Hart 25«
Sequuntur assignationes facte per me Petrum thesaurarium supradictum
sacro collegio reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie
cardinalium de anno predicto videlicet M • CCC • XXXIX.
Et primo, anno eodem et die xxv mensis Marcii, assignavi reverendo
in Christo patri et domino, domino Imberto Dei gracia tituli Basilice XII
Apostolorum presbitero cardinali, vice camerario prefati collegii, pro assig-
natione, que fieri consuevit ante Pascha M -vi flor. de Florentia.
CCC scudat. auri.
[In margine:) docuit per litteras apertas sigillatas domini cardinalis.
1889 Deeembp. 22«
Item anno quo supra, die XXII mensis Decembr., assignavi eidem do-
mino vice camerario pro assignatione consueta fieri ante festum Natalis
Domini n • vn flor. de Florentia.
C * XXXII papilion. auri.
c • xxxviii scudat. auri.
XXII leones auri.
(In margine:) docuit ut supra.
App. Summa huius pagine IUI * lii flor. de Florentia.
cxxxn papilion. auri.
xxn leones auri.
im- xxxvni scutat. auri.
Reg. Avinion. Bened. XII an. v. part. unic. Tom. vi (No. 53)
fol. 380 V.
Die Randbemerkungen, sowie der Zusatt ,/iPP*' si*^ später vom Revisor mit anderer Tinte
hinnugefugt worden.
— i6o —
244«— 244 f-
Im Jahre 134.0 werden der camera collegii 6000 Goldgulden aus der Graf-
schaft Venayssin überwiesen, 1840 AprlL 15«
Assignationes facte sacro coll^o. [In ntargine)
Sequuntur assignationes facte per me dictum thesaurarium sacro cd-
legio dominorum reverendorum patrum Sancte Romane Ecclesie cardinalium
de anno suprascripto (m • ccc • xl).
Et primo, die XV mensis Aprilis anni suprascripti, assignavi reverendo
in Christo patri et domino, domino Imberto Dei gratia tituli Basilice XII
Apostolorum presbitero cardinali, vice camerario prefati coll^i, pro assig-
natione, que fieri consuevit ante Pascha M * v flor. de Florentia.
V flor. de Pedemonte.
1840 DeeembP. 18.
Item eodem anno, die xvm Decembris, assignavi eidem domino cardi-
nali quo supra nomine pro assignatione, que fieri consuevit ante Nativitatem
Domini iTl • v flor. de Florentia.
V flor. de Pedemonte.
(In margine:) docuit per litteras dicti domini cardinalis.
Reg. Avinion. Bened. XII an. v part. unic. Tom. vi. (No. 53)
fol. 413 r.
Die Randbemerkung ,/iccuit per litt, etc," ist vom Revisor später mit anderer Tinte Ainsti^
gefitgt worden.
Für 1S41 werden 6000 (fol, 4SS ^O' fi^ 'S4^ werden 6000 (fol. 4gy v,) und för IS43
werden j8oo Goldgulden (No. SS' fi^* S^^ *'-) ^« ^''^ Kammer abgeliefert.
Einnahmen aus den Patrimonialgütern der Römischen Kirche
und Ferrara.
245.
Bonifaz VIII Hess die Bücher des Rectors im Patrimonium von Tuscien
durch Kammerkauf leute prüfen und es ergab sich, dass die Summe von
10 000 Pfund Papariner als Ueberschuss für richtig befunden wurde. Er
ertheilt daher dem Rector Generalquittung für seine Amtsführung.
1299 lun. 17 Anagrniae.
Venerabili fratri R. episcopo Senen.
Cum in patrimonio beati Petri in Tuscia in spiritualibus et tempora-
libus rectorie officium dudum tibi duxerimus committendum, tuque illud per
— i6i —
certi temporis spatium fideliter exercuisse noscaris, quia demum, reddita
per te de mandato nostro mercatoribus camere nostre de omnibus introiti-
bus et exitibus ac receptis et expensis, per te habitis atque factis, ratione
eorum, que ad tuum spectabant officium exercuisse dinosceris, plenaria
ratione, assignasti atque solvisti nobis X milia librarum Paparinorum
pro totali residuo introituum^) et receptorum predictorum, quod restabat
prefatis deductis exitibus et expensis, te ab omnibus introitibus et exitibus,
receptis et expensis predictis et a qualibet administratione*) officii prelibati,
duximus auctoritate presentium absolvendum, ita quod ad aliam reddendam
rationem seu restitutionem vel solutionem etiam faciendam super predictis,
minime tenearis neque ad id ulterius debeas coartari.
Dat. Anagnie v kal. lulii, anno v.
Reg. Vat. No. 49, fol. ccvi r. cap. cccxvni.
Registres de Boniface Vin No. 3192.
^) Ms, tntroHoim,
*) Ms, aäministraHcms.
245
a.
Die päpstliche Kammer empfängt an census aus der Mark Ancona fiir die
ersten vier Monate des Jahres 1302 die Summe von 1572 Goldgulden,
1802 Hense Maio«
Item recepi de censibus Marchie Anconitan. pro anno M • ctc • ll,
u • VII • LI libr. Ravennat., valent, ad xxxv sol. pro flor., M • v • Lxxn flor. auri.
(In margine:) duo deficiunt: Civitas Humana et Castnim. Sancti Petri.
Introitus et Exitus Camerae No. 5. fol. u r.
246.
JBenedictus papa XI quaedam Marchiae Ancomtanae statuta^ quae Bomfaiius
papa VIII cardinalium irrequisito consensu ediderat^), totaliter suspendit,
fjntendimus tamen super statutis eisdem deliberationem et examinationem
diligentem habere cum nostris fratribus supradictis et . , , prefate provincie
Marchie . . . providere," 1S04 lanoar« 14 LateranL
Ad perpetuam rei Memoriam.
In supreme dignitatis. — Dat. Laterani xvnn kal. Februarii anno primo.
Registres de Benoit xi No. 1147.
Potthast 25342.
^) Tha$ter, Codex diplomaticus dorn, S, Sedis, Tom, I, pag, S9'> No, DLXXI,
Baumgaktsn, FinanzrerMT. des Card.-Coüeg. im Mittdalter. II
— l62 —
247.
Verzeichniss der Einkünfte aus den Besitzungen der Römischen Kirche im
Betrage von 2^04 Goldgulden und Vertheilung derselben unter die Cardinäle.
Cardinal Matthäus Rubei weist seinen Antheil zurück; derselbe wird für die
Auslagen des Collegiums verwendet, 1804 Octobr« 2.
Attende de quibus provinciis recipiebat coUegium partem suam. {In
margine.)
Die II mensis Octobr. eiusdem anni, eisdem dominis cardinalibus, in
inclusione manentibus, facta est divisio de serviciis infrascriptis:
Provenerunt ad coUegium dominorum cardinalium de fructibus residuis
ab expensis subscriptarum provinciarum II -IX •im flor. auri, videlicet de
compoto, reddito per Lapum thesaurarium in Patrimonio, lil • xxvm flor. et
xxxvm sol. et ix den. Provis.
Item de compoto, reddito per Thomasellum, castellan. abbatie ad
Pontem de Herbatico dicte abbatie, cxxvm flor. XXX vni sol. et IX den.
Paparorum.
Et de castellania Castri Centumcellarum L flor.
Item de compoto, reddito per . . episcopum Reatin de comitatu
Sabinie, n • Lxxv flor. xxvnn sol. et vi den. Provisin.
Item de compoto, reddito per Dede, thesaurarium Marchie Anconitan.,
M • II • LXX flor. xxxilli sol. et vi den. Ravennat
Item de compoto, reddito per Marchum Guidonis, thesaurarium ducatus
Vallis Spolletan. (sic\ c • i flor. XLVni sol. et n den. Corton.^)
Item de parvis et minutis censibus, quorum solventium nomina in
alio libro compotorum Ecclesie continentur, vii*XL flor. auri et medium
XII sol. et im den. Turon. grossorum ac XLV sol. et II den. Provis., qui
Turon. et Provisin. redducti ad flor., valent Xii flor. auri et medium.
De predicta autem totali summa pecunie facta est divisio inter XVII
dominos cardinales, excepto domino Matheo Rubeo, qui de ipsa noluit
[habere] ; habuit quilibet aliorum cardinalium per eosdem mercatores Ciaren-
tinos C • LXX flor. auri et LI sol. Corton., traditos pro ipsis camerariis
eorumdem. Et dominus N. Ostien. habuit dum taxat II flor. XLVIII sol. et
VIII den. Corton., contingentes eundem de dicta castellania Centumcellarum.
Pars vero dicti domini Mathei Rubei conversa est in solutionem debi-
torum collegii et expensarum factarum pro ipsius collegii negociis peragen-
dis, et habuerunt eam dicti mercatores Clarentin. pro satisfactione huiusmodi
*) Im yahre iS2g brachte der Ducatus dem collegium 2000 Goldgulden Einnahme.
Oblig, 12. foL 110 r.
— i63 —
debitorum, sicut alibi clare patet et in libro dictorum mercatorum plenius
continetur.
Nomina vero dictorum cardinalium sunt supra nominati {sie) in visi-
tatione archiepiscopi Remen. Nota tamen partem dicti domini N. Ostien.
ut supra, et subtracto domino Matheo Rubeo qui noluit, pro ut supra
continetur.
Oblig. i^- fol. 45 V.
248.
Clemens V ertheilt einigen Kaufleuten Generalquittung über die för die Curie
gefiihrten Geschäfte und in der Urkunde heisst es: „Inventum est etiam
in eadem ratione per predictum cardinalem, camerarium nostrum, audita et
recepta in plena cancardia, quod vos et socii vestri de societate vestra de
Spinis predicta recipistis et habuistis infra dicta tempora Ecclesie Romane
nomine de introitibus Marchie Anconitane et ducatus Spoletani viginti tria
milia sexcentos triginta florenos auriJ' 1806 Octobr. 25 Bordegalls.
Dilectis filiis Symoni Guidi et lohanni Mafiei ac Bonseniori lacobi sociis
et mercatoribus de societate Spinorum de Florentia.
Nuper de mandato. — Dat. Burd^[alis vra kal. Novembr. anno primo.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 1152.
249.
Ueberweisung von 1000 Goldgulden aus den Einkünften der Mark Ancona
an die päpstliche Kammer, 1818 Novembr. 7.
Die VII mensis Novembr., recepti sunt a domino Aymerico de Cregollo,
thesaurario Marchie Anconitane pro domino nostro papa, de hiis, que ratione
sui officii ad manus suas pervenerunt, assignante per manus Hugolini de
societate Scalarum de Florencia
M flor. auri.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 46) fol. 193 v.
250.
Johann XXII ertheilt gewissen Kaufleuten Quittung über 4.000 Goldgulden,
Einkünfte aus Ferrara und Umgebung, 1819 April. 16 Avenlonls«
lohannes episcopus servus servorum Dei venerabilibus fratribus . .
Atrabaten. et . . Bononien. episcopis ac dilecto filio magistro Aymerico de
II*
— i64 —
Castrolucii, archidiacono Transingonnen. in ecclesia Turonen., cappellano
nostro, apostolice sedis nunciis, salutem et apostolicam benedictionem.
Cum vos nuper quatuor milia flor. auri de proventibus civitatis nostre
Ferrarien. et districtus eiusdem, auctoritate apostolica gubemationi vestre
comissis, per manus Hugolini de societate Scalarum de Florentia» dilecto
filio Fulcherio la Faya, archipresbitero ecclesie sancti Medardi Petragoricen.
diocesis, in dicta civitate Ferrarien., nostro et dicte sedis thesaurario presente,
camere nostre duxeritis assignanda, nos vestris indempnitatibus in hac
parte providere volentes, vos de dictis quatuor milibus florenorum sie solutis
tenore presentium absolvimus et quittamus.
Datum Avinion. xvi kal. Maii pontificatus nostri anno tercio.
Collect. Cam. No. 373. {Bullae et Quietantiae cameraUs 1316 1332)
fol. 90 V.
251.
Ueberweisung von 2331 Goldgulden aus den Einkünften von Benevent und
Umgegend an die päpstliche Kammer, 1821 Ausrust. 19.
Die XIX mensis Augusti, dominus Guillermus de Balaeto archidiaconus
Foroiulien., rector civitatis Beneventane et districtus eiusdem pro domoni
nostro papa, de pecunia per ipsum recepta in administratione rectorie et
aliis sibi commissis cameram contingente, assignavit camere per manus
Philippi et Raynerii, mercatorum de societate Bardorum de Florentia, tra-
dencium et numerancium nomine Tingi Alberti et sociorum suorum, de
societate Bonacursorum de Florentia, qui in deposito receperant a dicto
domino Guillermo summam pecunie infrascriptam, assignandam camere supra-
dicte, videlicet
o
VI uncie lulhatorum argenti in duobus milibus et V • XXXI
flor. auri et V sol. IIII den. Vien.
Sexaginta lulhatis pro uncia qualibet computatis, singulis floren. pro
XIIII lulhatis IUI den. computatis et singulis lulhatis pro xvni den. Vien.
computatis.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 509 r.
252.
Ueberweisung von jp7 Goldgulden aus den Einkünften der Mark von Ancona
an die päpstliche Kammer. 1822 Februar. 1.
Die prima mensis Febroarii, magister Hugo Bovis, thesaurarius in
Marchia Anchonitana pro domino nostro papa, de pecunia per ipsum ex
- i65 -
officio thesaurarie et aliis sibi commissis per dominum nostrum papam
eiusdem domini nostri cameram contingente, assignavit per manus Philippi
Pachini de Peruchiis, mercatoris de societate Peruciorum de Florentia, qui
dictam pecuniam dixit se recepisse a Richo Bilhoti et Donato, mercatoribus
de Florentia, tradentibus sibi nomine dicti thesaurarii, eandem, ipsi camere
in • Lxxxxvn flor. auri.
Reg. Avin. i;oh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 509 v.
253.
Zahlungen aus dem Nachlasse eines verstorbenen Rectors von Benevent und
Campanien, 1822 Deeembr. 24.
Die XXIIII mensis Decembr., Raymundus de Balaeto, frater condam
domini Guillermi de Balaeto archidiaconi Foriulien., Brivent. (sie) Campanie-
que rectoris, de pecunia per dictum rectorem condam ex diversis per sedem
apostolicam in regno Sicilie et Campania sibi comissis (sic)^ ac ex residuis
quarumdam decimarum .... II • Lxxn libr. II sol. lulhatorum argenti.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 588 r.
254.
Der Cardinalkämnterer Intbertus quittirt über den Betrag von 2oy50 Gold-
gulden, den die camera collegii aus dem Census von Ferrara empfangen hat.
Der Markgraf von Este war verpflichtet alle Jahre 10 000 Goldgulden zu
zahlen, war aber etwas im Rückstande geblieben. Die Regelung der rück-
ständigen Zahlungen war (unter Clemens VI) am 24,, April 1344 ^folgt,
1844 Au^st. 11.
Nos Imbertiis Basilice duocim [sid^ Apostolorum presbiter cardinalis,
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie
cardinalium camerarius, tenore presencium recognoscimus et fatemur, quod
venerabiles in Christo patres domini Stephanus Cassin. et Guillermus Foro-
iulien. episcopi, domini pape thesaurarii, de summa quadraginta milium
florenorum auri, solutorum per nobiles viros . . marchion. Esten, et vicarios
pro Ecclesia Romana civitatis, comitatus et districtus Ferrarie, supra novam
ordinacionem per sanctissimum patrem dominum C. papam vi factam ix kal.
Aprilis pontificatus sui anno II, per dilacionem eisdem nobilibus vicariis con-
cessam, ad solvenda illa, in quibus pro retroactis temporibus erant racione
cessacionis solucionis annui census, quem in decem milibus flor. auri facere
tenebantur, Ecclesie Romane obligati, viginti milia flor. auri ex parte una,
— i66 —
item ex alia septingentos quinquaginta flor.^) auri pro parte dicti census iam
restantis de dictis temporibus, pro parte dictum collegium contingente, per
manus discretorum virorum magistrorum P. Raimundi de Savinhaco Gerunden,
et Francisci Bedocii Rigen. ecclesiarum canonicorum, capellanorum et fanii-
liarium nostrorum ac clericorum collegii memorati, nobis pro ipso collegio
recipientibus, per diversas soluciones integre assignarunt. De quibusquidem
XX milibus septingentis L florenis auri nobis, ut premittitur, assignatis, dicti
domini nostri pape cameram et prefatos dominos thesaurarios prefati coll^i
nomine absolvimus et quictamus. In cuius rei testimonium presentes litteras
fecimus fieri et sigilli nostri appensione muniri.
Dat. Avinion. die XI Augusti , anno Domini M • CCC • XLini, indictione
xn, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini C. pape VI anno ifl.
(In margine:) Soluciones istas reperies in tercio libro in titulo de
censibus.
Oblig. 19. fol. 136 r.
VergL noch idiä, fol, ijs r. 1^44 Maü sj und Instrum, Mise, ad a, ISS^*
*) UebergeschrUbtn,
Einnahmen aus dem Peterspfennig.
255.
Clemens V bestimmt in seinem Testamente y dass das heilige Collegium Nach-
zahlung der Hälfte des englischen Peterspfennigs erhalten solle, wenn sich
ergebe, dass es darauf Anspruch habe. 1814 April 9 apud Rocammauram«
Item mandavit inquiri summarie, si predecessores sui summi pontifices
consueverunt dare partem aliquam collegio dominorum cardinalium de denario
sancti Petri de Anglia; et si inveniatur predecessores eosdem hoc consue-
visse, vult, quod iuxta morem predecessorum ipsorum ipsi collegio pro tempore
suo, quo dictum denarium in solidum per cameram suam recipi fecit, integre
satisfiat.
Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V pag. 31,29.
256.
Vertkeilung des Peterspfennigs aus England, der unter Clemens V dem
Cardinalscollegium nicht Ubenviesen worden war. Derselbe wurde auf Grund
testa^nentarischer Bestimmung Clemens V von Johann XXII nachgezahlt.
1316 lul. 15.
— 167 —
Nos Berengarius eard., camer. collegii, mictimus vobis per exhibitorem
presentis sedule (sie) cxcvm flor. auri X sol. II den. Turon., vos contingentes
de MCXCII marchis et VII sol. Sterlingorum, solutis in mi • vii • LXX flor.
et ini den. Sterlingorum, computata marcha pro im flor., de peccunia (sie)
recepta seu levata in regno Anglie pro denario Sancti Petri per reverendum
patrem dominum G. nunc tituli Sancti Ciriaci in Termis presbiterum cardi-
nalem, tunc per felicis recordacionis dominum dementem papam V ad huius-
modi deputatum, pro viil annis, quibus idem dominus cardinalis de mandato
domini nostri pape peccuniam (sie) huiusmodi recollegit. Et restant im den.
ad dividendum.
Oblig. 4. fol. 6 V.
Collect, Cam, No, S7S (Bullae ä Quiäantiae camerales ijiö 13^2) enthält viele Quittimgen
über Peterspfennig cameram nostram contingentem.
Siehe No. 2jj und unten No, 2j8, Vergl, Kirsch, Seite JS, Anm, i.
257.
Johann XXII erwähnt die alten Bestimmungen Innocenz III über den census
Angliae et Hibemiae und betont y dass der Peterspfennig unabhängig davon
gezahlt werden müsse, 1818 Hall 1«
Dilectis filiis Gauselino tituli Sanctorum Marcellini et Petri presbitero
et Luce Sancte Marie in Via Lata dyacono cardinalibus apostolice sedis nuntiis.
Magna circumspectionis industria. — Et ad indicium huiusmodi sue per-
petue obligationis et concessionis voluit^) et etiam stabilivit, quod de propriis
et specialibus redditibus regnorum ipsorum pro omni servicio et consuetudine,
que pro ipsis facere tenetur, salvo per ommia denario beati Petri, Ecclesia
predicta M marchas Sterlingorum, scilicet septingentas pro regno Anglie, et
trecentas pro regno Ybemie antedictis, reciperet et perciperet annuatim,
videlicet in Sancti Michaelis quingentas marchas et quingentas alias in
Pasche immediate sequentis festivitatibus, iustitüs et libertatibus et regalibus
suis sibi et heredibus reservatis.
[Datum kal, Maii anno secundo,]
Reg. Vat. No. 110. fol. CXli v.
*) Jnnocentius papa III.
258.
Ausfiihrung der Testamentsbestimmung Clemens V bezüglich des englischen
'Peterspfennigs, dessen Auszahlung am 13, Juli iji6 stattfand,
1820 Hau 26.
— i68 —
Item die xxvi dicti mensis Mali, oblate fuerunt cedule pro parte cardi-
nalis predicti nostris camerario et thesaurario tenoiis infrascripti:
Domini . . camerarie et thesaurariil Dominus meus, dominus Amaldus
de Pelagrua cardinalis, restitutiones, quas fecit fieri, de quibus fit mentio in
rotulo depositionis sue, quem dedit domino nostro pape, declarat, prout
sequitur, in hunc modum.
Fecit enim restitui sacro collegio dominorum cardinalium quatuor milia
septingentos septuaginta florenos auri et quatuor denarios Sterlingos; de qua
summa habuit dominus noster papa, sicut unus de ipso collegio, partem
suam, sed quantam non recordatur ad presens dominus meus prefatus. Et
de restitutione huiusmodi extant patentes littere, sigillo domini camerarii
eiusdem collegii sigülate.
Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V pag. 6i,i.
Vergl, oben du Vertheüungsurktinde No, 2j6,
259.
Ueberweisung von 1000 Goldgulden aus dem polnischen Peterspfenmg von
Seiten des Collectors, 1822 Mali 12.
Die XII mensis Maii, dominus Gerwardus episcopus WUatislavien. (sic)^
collector census, qui dicitur denarius beati Petri, in regno*) Polonie pro Sancta
Romana Ecclesia, assignavit camere de dicto censu, per ipsum recepto,
summam pecunie infrascriptam; videlicet per manus dominorum Johannis
Grotonis, Cracovien., et Andree de Verulis Tranen, ecclesiarum canonicorum
M flor. auri.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 47) fol. 493 r.
^) *^ regno im Ms. doppelt.
259a.
Johann XXII ernennt einen neuen Collector des Peterspfennigs in England,
ibidem er gleichzeitig Klage führt, dass die Prälaten denselben wohl ge-
sammelt, aber nie an die Curie abgeliefert hätten, obwohl darüber schon
verschiedene Processe gefuhrt worden seien. 1822 lul. 29 Avenionis.
Dilecto filio magistro Hugoni de Engolisma, sacriste ecclesie Narbonen.,
apostolice sedis nuncio.
Dudum perducto ad nostri apostolatus auditum, quod, licet denarius
beati Petri per eos, qui illum pro tempore collegerant in regno Anglie, ad-
— 169 —
huc colligeretur ibidem, minus tamen plene nobis et Ecciesie Romane illius
exhibebatur solutio per eosdem, quodque quamvis nonnulli Romani ponti-
fices, predecessores nostri, venerabilibus fratribus nostris archiepiscopis,
episcopis, necnon et dilectis filiis abbatibus, prioribus, decanis, prepositis,
archidiaconis, officialibus et rectoribus, archipresbiteris, plebanis et aliis
ecclesiarum prelatis per dictum regnum Anglie constitutis, suis litteris in-
iuncxisset {sic)^ ut huiusmodi collectam et non solutam pecuniam diversis
nunciis apostoljce sedis in regno Anglie supradicto solvere procurarent, ipsis
tamen nonnullas excusationes precedentibus et appellantibus a processibus
super hoc habitis per nuncios antedictos, nondum eidem ecciesie pervenerat
condigna satisfactio de premissis. Nos eisdem archiepiscopis elc, per alias
nostras sub certa forma litteras dedisse meminimus in mandatis, ut pecuniam»
ex denario ipso collectam et nondum solutam, bone memorie Rigaldo epis-
copo Wintonien., tunc canonico Aurelianen., apostolice sedis nuncio, vel
certo nuncio ipsius eiusdem Ecciesie nomine assignare fideliter et integre
procurarent. Cum igitur nos postmodum de prefato Rigaldo Wintonien.
ecciesie, tunc vacanti, auctoritate apostolica duxerimus providendum, ipseque
diversis negotiis regimen eiusdem ecciesie contingentibus multipliciter occu-
patus, et tandem, sicut Domino placuit, morte preventus vacare non potuerit
comode (sie) circa coUectionem et exactionem denarii supradicti, nos . . . te
dicto Rigaldo . . . subrogantes . . . duximus deputandum eU, usque in finem.
Datum ut supra (Avinion. nil kal. Augusti anno vii).
Reg. Vat. No. in. (loh, XXII Secret. anni VII Tom, III) fol. ccxxxvn r.
cap. 965.
260.
Ueberweisung von 1382 Goldgulden aus dem polnischen Peterspfennig durch
die Collectoren, 1S22 NovembP«5«
Die V mensis Novembr., dominus Galhardus episcopus Wladislavien.,
coUector census, qui dicitur denarius beati Petri, in regno Polonie una cum
archiepiscopo Gnessanen. per sedem apostolicam deputatus, assignavit camere
de dicto censu, per ipsum recepto in dicto regno, summam pecunie infra-
scriptam, videlicet per manus Valufali de Canale et Andree de Verulis
canonicorum Wladislavien., capellanorum suorum,
M • III • LXXXII flor. im Tur. gross, cum o rotunda XV
den. ob. Vien.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXVI (No. 47) fol. 572 r.
— I/o —
261.
Ueberweisung von 23' \^ Unzen Gold aus dem polnischen Peterspfennig durch
den Collector, 1818 lul« 12.
Die XII Jul., dominus Genislabus archiepiscopus Gnessennien., collector
census, qui dicitur denarius beati Petri, in regno Polonie per sedem aposto-
licam deputatus, assignavit camere per manus domini fratris Tudes epis-
copi Methelien. de censu ipso, per ipsum coUecto, pro uno anno terminato
in festo Circumcisionis Domini proxime preterito
XXII marchas m unc. auri cum dimidia ad pondus Avinion.
Quod aurum est in pulvere, qui dicitur de Palholia.
(In margine:) Valent ad pondus curie xxm marche cum dimidia marcha.
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 574 v.
261*-
Johann XXII quittirt über Summen des englischen Peterspfenmgs,
1888 ApriL 27 Avenionls.
Universis sociis et mercatoribus societatis Bonacussiorum de Florencia.
Cum dilectus filius. — Dat. Avinion. V kal. Maii anno xvii.
Reg. Vat. No. 117. (Secret, an, xvii-^xviiJ) fol. LXVli r.
Daselbst sind drei verschiedene Quittungen, die alle dieselben Posten enthalten, eingetragen
und zwar jedes Mal in doppelter Form: Ein Brief geht an den englischen Nuntius und der
zweite an die Kaufleute, die von demselben die Gelder zur Ablieferung in Rom erhalten hatten.
261^-
yohann XXII erklärt , dass die Bewohfier Pomeraniens seit langen Zeiten
keinen Peterspfennig bezahlt hätten und darum den üblichen Cefisuren ver-
fallen seien. Auf ihre Bitte hin sollten sie erst dann losgesprochen werden,
wenn sie auch für die Jahre 1330 — 1333 den Peterspfennig entrichten würden,
1338 Decembr« 18 Avenionis.
Johannes episcopus servus servorum Dei venerabili fratri . . episcopo
Wladislavien. salutem et apostolicam benedictionem.
Dudum pro eo, quod cives, habitatores et incole civitatis et diocesis
Culmen. et terre Pomeranie tue Wladislavien. diocesis, in qua dilecti filii . .
magistri et fratres Hospitalis beate Marie Theotonicorum temporale dominium
exercere dicuntur, per processus, auctoritate apostolica dudum factos, moniti
et requisiti legitime censum annuum, qui denarius beati Petri vulgariter
— 171 —
nuncupatur, in eis partibus per ipsos Ecclesie Romane debitum, solvere,
deductis in contemptum dictis processibus, dampnabiliter non curarunt, per-
sone singulares civitatis et diocesis ac terre predictarum exconimunicationis
in nodate vinculo, civitas vero Culmen. ac castra, ville et opida diocesis
et terre predictarum, necnon communitates et universitates earum supposita
interdicto ecclesiastico extiterunt. Cum autem dicti cives, habitatores et
incole ad cor reducti, de dicto censu per eos pro retroactis temporibus
B Hl»
usque ad annum a Nativitate Domini millesimum • CCC • xxx inclusive pre-
fate Romane Ecclesie debito certo modo iuxta voluntatem et ordinationem
nostram cum camera nostra per dilectum filium Theodericum de Anno(?)
Capite, fratrem et procuratorem ordinis dicti Hospitalis in Romana curia
generalem, duxerint componendum, et intendant et velint nichilominus, sicut
pro parte dictorum magistri et fratrum nobis nuper expositum extitit, de
dicto censu pro aliis tribus annis sequentibus et terminandis in festo Nativi-
tatis Dominice instanti proximo debito nobis et ecclesie supradicte satis-
facere, dictumque censum deinceps solvere perpetuis temporibus annuatim,
ac humiliter petierint atque petant sibi de absolutionis et relaxationis bene-
fitio ab eisdem excommunicationis et interdicti penis et sententiis per sedem
apostolicam provideri. Nos compositionem huiusmodi, per quam prefatam
cameram de huiusmodi censu pro toto effluxo ante dictos tres annos in eodem
proximo instanti festo Nativitatis Domini terminandos tempore volumus
contentari, ratam et gratam habentes et etiam approbantes et nichilominus
nostris et eiusdem Romane Ecclesie super hiis indempnitatibus prefatorumque
habitatorum et incolarum saluti animarum providere salubriter cupientes,
fraternitati tue per apostolica scripta committimus et mandamus, iquatinus,
postquam prelibati habitatores et incole terre predicte in tua Wladislavien.
diocesi consistentes, de dicto censu pro tribus annis predictis, ab eis nobis
et Ecclesie memorate debito, ut prefertur, tibi nostro et eiusdem Ecclesie
nomine recipienti satisfactionem integram duxerint impendendam, et de sol-
vendo integraliter censum ipsum imposterum annis singulis infra quadra-
gesimam nobis et ipsi Ecclesie seu collectoribus per sedem deputatis seu
deputandis eandem, se per suos sufficientes procuratores et sindicos ad hoc
legitime constitutos, obligaverint sollempniter et efficaciter, iuramento ab
eis prestito nichilominus corporali et confectis exinde instrumentis publicis
seriem presentium continentibus, que tuo ac magistri et conventus Hospi-
talis predicti necnon conmiunitatum ipsarum in tua predicta diocesi consi-
stentium, communita sigillis, nobis per te unacum hiis, que de dicto censu
coUegeris quam totius fideliter transmittantur, eisdem habitatoribus et incolis
predicte terre in tua diocesi commorantibus, videlicet singularibus personis
— 1/2 —
per te vel alium seu alios de absolutionis benefitio iuxta formam Ecclesie
ab eisdem excommunicationis sententiis providere auctoritate nostra et inter-
dicta predicta in castra, villas et opida eiusdem terre prout etc. relaxare
procures etc, adiecto tarnen specialiter et expresse, quod nos ex nunc prout
extunc haben volumus pro adiecto, quod si prefati habitatores etc, in solu-
tione dicti census singulis annis imposterum infra quamlibet quadragesimam
etc, deficerent, facienda compositio ac rati et gratihabitio et approbatio
supradicte eo ipso habeatur pro non factis et nullius existant roboris vel
momenti, dictique habitatores et incole prout in eadem consistunt diocesi
ad totalem et integram solutionem dicti census, prout eisdem retroactis
temporibus teneantur et astricti remaneant, sicut prius etc, usque in finem.
Dat. Avinion. idus Decembr. pontificatus nostri anno decimo octavo.
Reg. Vat No. 120. cap. im {de curia).
Der Band ist nicht foliirt,
Vtrgl, die zahlreichen Briefe bei Theiner, Monumenia Poloniae, sowie Kirsch, Die
päpstlichen Kollektorien in Deutschland während des XIV, Jahrhunderts, Paderborn^ Schöningh 181^4,
Seile XIV, XXXVIII, XXXIX; siehe dort die betreffende Literatur.
261«-
Notarieller Act über die Zahlung des rückständigen Peterspfennigs und die
pünktliche Einhaltung künftiger Termine, 1884 Novembr. 10.
In nomine Domini Amen.
Anno Nativitatis Eiusdem millesimo trecentesimo tricesimo quarto,
indictione secunda, die X mensis Novembris, constitutus apud Gnidens,
Culmen. diocesis, coram reverendo patre domino Mathia, divina et aposto-
lice sedis gratia ecclesie Wladislavien. episcopo, in presentia reverendi patris
domini Othonis eadem gratia Cubien. episcopi, ac venerabilis ac discreti
viri domini Galhardi de Carceribus, licentiati in legibus, apostolice sedis
nuntii, reverendique religiosi viri domini fratris Luderi, ordinis beate Marie
Theotonicorum magistri generalis, dominorum laroslay prepositi, Bonislay
scolastici, Friezconis cantoris, Sandonis custodis, Bertoldi officialis, Cristani
custodis, Cruswicien. et Culmen. ecclesiarum, necnon religiosorum virorum
fratrum Theodorici Marsalti Zighardi de Gnidens, Merklini de Thoron,
lohannis de Gdans, Rutheri de Gmewa, commendatorum supradicti ordinis
beate Marie Theotonicorum, testium ad infra scripta vocatorum et roga-
torum, meique Arnaldi et Hermann! notariorum infra scriptorum, militibus
et communitatibus civitatum et opidorum scoltetis quoque et habitatoribus seu
— 173 —
incolis terre Pomeranie partis diocesis Wladislavien. quedam apostolice littere
more solito Romane curie in filo canapis bullate omni vicio et suspitione
carentes, que ipsi domino episcopo dirigebantur de mandato eiusdem lecte
et publicate fuerunt, quarum tenor hie de verbo ad verbum est insertus qui
talis est:
(Folgt die Bulle Johann XXII vom ij, December 1333. Siehe oben No, 261^,)
Quibus lectis et publicatis, Theotonicis in Theotonico, et Polonis in
Polonico etiam interpretatis et expositis, omnes et singuli ad hortationem
domini magistri predicti elevatis in celum manibus clamaverunt dicentes,
quod parati erant, volebant et promittebant sedi apostolice obedire et de-
narium beati Petri solvere secundum litterarum predictarum continentiam et
tenorem. Et tunc ibidem suos veros, certos et l^timos sindicos et pro-
curatores generales et speciales elegerunt et constituerunt, videlicet Henconem
de Bancow, Nicolaum de Przethowo, Groslaum dictum Taditz, milites, lo-
hannem scoltetum de Dersoma et Henricum de Gdantz et ipsonmi quem-
libet in solidum ad obligandum efficaciter et sollempniter pro ipsis consti-
tuentibus procuratorio nomine eorumdem tenere, observare et approbare
ordinationem factam iuxta seriem et formam litterarum predictarum etc,
Tandem cum de dicto censu seu denario beati Petri pro tribus annis in-
cipientibus in anno Domini miUesimo • CCC • XXX et terminatis in anno
Eiusdem millesimo • CCC • XXX tercio satisfecissent domino episcopo Wladis-
lavien. supradicto etc, iuraverunt et promiserunt etc. usque in finem.
Acta fuerunt hec ut supra anno, indictione, die et mense ac loco
supradictis, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis
divina Providentia papa XXII ^) anno decimo nono.
Et ego Arnaldus de Parente, clericus Agennen. diocesis, apostolica
auctoritate notarius seu scriba etc, presens fui etc, signavi etc, usque in finem,
Folgen Unterschriften der Zeugen, die die Urkunde auch besiegelten.
Reg. Vat. No. 120. cap. nn {fle curia).
Der Band ist nuhi folürt,
») Ms, XII.
261*^-
Benedict XII bestätigt bei Zahlung von 520 Goldgulden an die apostolische
Kammer eine Abmachung bezüglich der Zahlung des Peterspfennigs von
Seiten der Einwohner Pomeraniens, die laut Bulle Johann XXII von den
Censuren losgesprochen werden könnten^ wenn sie bestimmte vorgeschlagene
Vertragspunkte anerkennen würden, 1886 Ausrust. 80 apud Pontem Sorgiae«
- 174 -
Venerabili fratri Mathie episcopo Wladislavien. salutem etc.
Exposito dudum felicis recordationis lohanni pape XXII predecessori
nostro pro parte dilectorum filiorum magistri et fratrum Hospitalis beate Marie
Theotonicorum, quod cives, habitatores et incole civitatis et diocesis Culmen. et
terre Pomeranie tue Wladislavien. diocesiß, in quibus iidem mag^ister et fratres
temporale dominium exercere dicuntur, qui pro eo, quod censum annuum,
qui denarius beati Petri in Ulis partibus vulgariter nuncupatur, per eos Ec-
clesie Romane debitum, multis retroactis temporibus solvere non curarant,
excommunicationis vinculo innodati et civitas, castra, ville ac opida dictarum
diocesis et terre supposita interdicto ecclesiastico auct. apost. existebant, ad
cor reducti censum volebant solvere supradictum, quodque petebant humi-
liter, sibi de absolutionis benefitio ab eisdem excommunicationis et interdicti
sententiis per sedem apostolicam provideri, dictus predecessor tibi, proprio
nomine non expresso, super hoc suas certi tenoris litteras, quarum tenor de
verbo ad verbum infra describitur, destinavit, tuque demum litteris eisdem
receptis ad ipsarum executionem debitam processisti, iuxta tenorem et conti-
nentiam eorumdem, prout in instrumento publico, manu dilecti filii Amaldi
de Parente, clerici Agennen. diocesis, publici apostolica auctoritate no-
tarii confecto, et tuo dictique magistri generalis et dilectorum filiorum . .
de Gdanoz et . . de Gmewa et . . de Swetza domorum dicti Hospitalis
comendatorum ac . . advocati et Burgen. Darsow. et communitatis de Gdanez
opidorum in dicta terra Pomeranie consistentium sigillis communito, in quo
tenor dictarum eiusdem predecessoris litterarum de verbo ad verbum est
insertus, quod per te nobis transmissum in archivo dicte Romane Ecclesie
reservari facimus, plenius et seriosius continetur, cuiusque tenor de verbo ad
verbum est presentibus annotatus, qui talis est.
(Folgt das Notariatsinstrutnent vom lo. November 1334 [siehe oben
No. 261'^], in welches die erwähnte Bulle Johann XXII vom i3.December 1333
[siehe oben No. 261^] eingeschoben ist,)
Demum vero tu de dicto censu tibi pro dictis tribus annis nomine
predicte Romane Ecclesie, ut premittitur, persoluto, quingentos et viginti
florenos boni auri debiti ponderis per manus dilectorum filiorum Martini de
Brunislave et Nicolai de Clemcz ecclesiarum dicte Wladislavien. diocesis ple-
banorum, fecisti camere integraliter assignare. Nos igitur etc. usque in finem.
Datum apud Pontem Sorgie, Avinionen. diocesis, lll kal. Septembris
anno primo.
Reg. Vat. No. 120. cap. im {de curia).
Der Band ist nuht foliirt.
Vergl. T keiner, Mon. Pol. I, CDXC.
— 175 —
Census zweier Inseln im Golfe von Tunis.
262.
Bonif actus VIII Rogerio de Lauria eiusque heredibus insulas Gerbt et Karkim
provinciae Africae seu civitatis Ttmisii, quas ille eripuerat de mambus hostium
fidei christianae ac in quibus proponebat aedificari facere ecclesias et altaria,
sub anmio censu 50 unciarutn auri annis singulis Ecclesiae Romanae infra
octavam beatorunt apostolorum Petri et Pauli in Romana curia solvendo in
feudum perpetuum concedit. 1295 August* 11 Anagrnlae*
Dilecto filio nobili viro Rogerio de Lauria.
Ex tuorum strenuitate. — Dat. ut supra. (Anagnie m id. Augusti,
anno primo.)
Reg. Vat. No. 47. fol. CLXXXXV r. cap. cxvi (803).
Registres de Boniface VIII. No. 811. Potthast 24 161.
263.
Bonif acius VIII fratri Bonif atio de Calamandrano magno praeceptori ordinis
hospitalis Sancti lohannis HiersoL in partibus cismarinis mandat, ut nomine
Ecclesiae Romanae a Rogerio de Lauria ^ cui Gerbi et Karkini insulas pro-
vinciae Africae in feudum concesserit, recogmtionem, homagium ligium ac
pleni vassallaggii iuramentum recipiat, 1296 August. 11 Anagnlae.
Dilecto filio fratri Bonifacio de Calamandrano, magno preceptori ordinis
Hospitalis sancti lohannis lerosolimitani in partibus cismarinis.
Cum dilecto Alio. — Dat. Anagniae in id. Augusti anno primo.
Reg. Vat. No. 47. fol. CLXXXxmiv. cap. cxv (802).
Registres de Boniface VIII. No. 810. Potthast 24162.
264.
Zahlung und Vertheilung des Census für zwei Inseln im Golfe von Tunis
im Betrage von 12s Goldgulden, 1804 IanuaF.21«
Census insularum Gerbi et Keerbecli. [In margine,)
De XXV unciis auri, computata uncia pro V florenis, solutis pro parte
domini Rogerii de Loria, pro censu insularum Gerbi et Keerbecli pro festo
Apostolorum Petri et Pauli anni CCC • m, facta est divisio inter XVin dominos
cardinales, computato domino nostro papa pro tempore cardinalatus sui;
— 1/6 —
et habuit quilibet per dictos mercatores VI flor. auri XXXIII sol. et XI den.
Provis. Nomina vero dictorum dominorum cardinalium supra sunt nominati
(sü) in visitatione . . archiepiscopi Remen., subtracto domino N. ostien. epis-
copo cardinale et addito domino nostro B. papa ^l supra dicto.
Oblig. i^- fol. 41 V.
£ift€ weitere Zinszahhmg siehe Reg, Clem. V (Edii. Bernd.) Apptnd, Tom, I, No, 268,
Rogerius dt Lauria war Admiral des Königs Jacob von Aragonien, Ueber ihn vergleicht
u. a. Rtgistres dt Bonif, VIII NN, 2064 und 2188 versus finem, sowit Reg, Vai. No.jo, fol,
CCCXIIIv, cap, LVIss. (foL CCCXIIII r, et v.)
XI. Ausserordentliche Ueberwelsunffen der Päpste an die camera
eollegriif bezw. einen Theil des heiligen CtoUegriums.
265.
Ueberweisung von 400 Goldgulden an das heilige ColUgium aus Straf-
geldern der Juden in der Grafschaft Venayssin, 1299 Dee6mbr«25.
De IUI fior. auri, habitis de quadam condempnatione dudum &cta
contra ludeos comitatus Venayssin. pro festo beati Andree anni M * CC
• LXXXXIX, divisa est dicta peccunia inter xviil dominos cardinales; et habuit
quilibet per manus dictorum mercatorum Clarentinorum XXII flor. VI sol. et
x den. Provis. Cardinales vero sunt supra nominati in visitatione abbatis
Burgidolen., reddito domino G. Albanen.
Oblig. i^- fol. 21 r.
266.
Einnahme von tfp Goldgulden Coursgewinn bei Einwechslung der Strafgelder
der Juden aus der Grafschaft Venayssin, 1800 Deeembr.26.
Item recuperati sunt LXIX flor. XVII sol. Provis. pro complemento
cambii peccunie condempnationum , habite a ludeis comitatus Venaysini,
pro duobus terminis videlicet lä • CC • xcviii et xcix ....
Oblig. i^- fol. 26 V.
— ^n —
267.
Ueberweisung von $000 Goldgulden aus Strafgeldern, gezahlt von der Stadt
Perugia, Die ausdrückliche Schenkung dieser Summe an das heilige
Collegium durch den Papst geschah am 10, Mai 1301. 1801 Deeembr* 14.
Die xnii mensis Decembr. eiusdem anni.
De summa v fior. auri, soluta de condempnatione communitatis civi-
tatis Perusin., facta est divisio inter XVI cardinales; et habuit quilibet per
manus dictorum mercatorum Clarentin. lii * xii fior. et medium auri. Nomina
vero dictorum cardinalium sunt supra nominati [sii) in visitatione archi-
episcopi Senonen.
Fuit autem dicta peccunie summa concessa eidem collegio per domi-
num nostrum summum pontificem die X mensis Maii proxime preteriti.
Oblig. i^- fol. 31 r.
268.
Vertheilung von ßoo libr. Cor, aus Strafgeldern, 1804 Noyembr.20.
Venaysini. {In margine.)
De V libr. Coronatorum in flor., computato floreno pro xxix sol. et
vin den. Corton., provenientibus de quadam compositione facta dudum per
dominum Rogerium Spinam, tunc rectorem comitatus Vena}rsini, de quadam
condempnatione habita per condam magistrum Mathiam, tunc rectorem in
eodem comitatu, contra quosdam singulares homines laycos de Insula. Facta
est divisio inter xvm dominos cardinales, computato bone memorie domino
B. papa XI pro tempore cardinalatus sui, et habuit quilibet modo predicto
per eosdem mercatores, ad huc eisdem cardinalibus in inclusione manentibus,
xvm flor. auri XLV sol. et ix den. Cort. Cardinales vero predicti sunt supra
nominati in visitatione . . archiepiscopi Remen., addito tamen bone memorie
domino B. papa xi pro tempore sui cardinalatus, et subtracto domino fratre
N. Ostien. episcopo cardinale.
Oblig. i^- fol. 47 r.
269.
Clemens V gestattet der Kaufmannsgesellschaft der Circuli von Florenz, dass
bei einer künftigen Abrechnung zunächst die dem Cardinalscollegium ge-
zahlte Summe von 312s Goldgulden in Abzug gebracht werde.
1806 Hart. 11 apud Climiaeum«
Baumgartbn, Finanzvoiv. dei Card.-CoUeg. im Mittelalter. 12
- 178 -
Dilectis filiis societati Circulorum de Florentia, camere nostre mer-
catoribus salutem.
Cum vos dilecto filio nostro lohanni [tituli] SS. Marcellini et Petri
presbitero cardinali, camerario collegii cardinalium Sancte Romane Ecclesie,
recipienti pro ipso coUegio tria milia centum et viginti quinque florenos
auri de mandato nostro solveritis, nos indempnitati vestre precavere vo-
lentes, volumus et presentium vobis tenore concedimus, ut in compoto
inter vos et cameram nostram, quamtotius faciendo, de hiis, que vos et so-
cietatem vestram ipsi camere ac nobis debere constiterit, huiusmodi flore-
norum quantitas ante omnia deducatur nee ad eam cogamini a quoquam
ulterius persolvendam.
Dat. apud Cluniacum V id. Marcii.
(In marg,:) eodem capitulo [M-xxx-lfl].
Miscellanea (Epistolae Clem, V) fol. 85 r.
VergL R^, Clem, V (Edit. Bened,) No, I4gg, woselbst ein fehlerhafter Text, Ueber dem
Abschnitte im Codex steht: Septem littere que secontur sunt .... taxAte ftd Lvi Turon. gross.
270.
Clemens V erwähnt in einer Generalabrechnung mit der Kaufmannsgesell'
Schaft der Circuli von Florenz folgenden Posten: „Solvistis etiam de mandato
nostro collegio cardinalium Sancte Romane Ecclesie, ex nostra speciali graOa
eis facta, viginti unum milia ßorenorum auri, prout per nostras litteras bul-
latas constat.'' 1807 luL 11 Pictavis.
Dilectis filiis Nicoiao Philipp! et Bonsignori Lambertucci sociis et mer-
catoribus de societate Circulorum de Florentia.
Nuper de mandato nostro. — Dat. Pictavis V id. lulii anno secundo.
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) n. 2271.
Die in dem Schreiben angezogenen litterae bullatae habe ich nicht auffinden können.
271.
Clemens V bestimmt in seinem Testamente, dass seinem künftigen Nach-
folger gewisse Geldsummen übergeben werden sollen. 1814 April. 9.
Item donat seu dimittit successori suo septuaginta milia flor. et depo-
situm Montispessulani, item depositum Parisiense.
Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V {Archiv für Litteratur
und Kirchengeschichte des Mittelalters^ Band V, pag. 28,20.21.
— 179 —
271» — 27i'=-
Im Rechnungsjahre August 1316 bis August ijiy zahlt die päpstliche Kammer
an die camera colUgii 16000 Goldgulden als Antheil an dem Geschenke, das
Johann XXII den Cardinälen gemacht hatte, sowie 2000 Goldgulden als
Antheil am census Angliae. 1816 Attfirust 28.
Expense pro coUegio.
Die xxm mensis Augusti tradidi domino Guillermo Formiti^), capellano
et familiari reverendi patris domini B. tituli Sanctorum Nerei et Achillei
presbiteri cardinalis, recipienti, ut dixit, ex mandato domini sui nomine
collegii dominorum cardinalium de donatione eisdem facta per dominum
nostrum summum pontificem, li « v flor. auri.
1816 Deeembr. 28.
Item, die xxm mensis Decembris, ratione donationis facte collegio
dominonmi cardinalium per dominum nostrum papam de medietate v un-
ciarum auri, solutarum ex parte regis Roberti camere domini nostri predicti
certe donationis facte dicto collegio de medietate Vil flor. auri, qui depositi
fuerant nomine domini Clementis felicis recordationis pape V in Montepessu
lano, tradidi de mandato domini mei cardinalis domino Bertrando de Monte
lauro, camerario domini Berengarii tituli Sanctorum Nerei et Achillei pres
biteri cardinalis, recipienti nomine coll^^ii predictorum dominorum cardi
nalium. Xlii • v flor. auri.
1817 AprlL 12.
Die XII mensis Aprilis tradidi domino Bertrando de Montelauro, ca-
merario domini Berengarii tituli Sanctorum Nerei et Achillei presbiteri
cardinalis, camerarii sacri collegii dominorum collegii [leg, cardinalium]^
recipienti nomine ipsius collegii pro eo de medietate census im milium
flor. auri solutorum camere per procuratorem regis Anglie pro mille marchis
Sterlingorum per ipsum annuatim debitorum Ecclesie Romane, pro parte, ut
dicitur, dictum coUegium contingente, computata marcha qualibet [pro]
im flor., II flor. auri.
Sunmia pagine et totius
tituli predicti est
Introitus et Exitus Cam. No. 13. fol. 49 r.
Introitus et Exitus Cam. No. 16. fol. 47 v.
yergl, No, 274.
*) Ms, Fornniti,
XVIII flor. auri.
12
— i8o —
272.
In dem Verhöre des Cardinais Raymund heisst es 1820 Kall 27«
Item credo, quod Lxx milia flor. fuerunt assignata camere, sicut dictus
dominus meus Clemens mandavit de summa predicta.
Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V [Archiv för Litteratur
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V, pag. 46,4-
Item dictus dominus meus Clemens dixit michi, quod ipse habebat
quoddam depositum in Montepessulano et aliud Parisius, que deposita di-
misit successori suo . . . quorum quantitates ignoro.
Ibidem. 48,37-
273-
Johannes Delescapan, clericus camere, aufgefordert seine Kefmtniss van dem
Schatze Clemens V in einen schriftlichen Bericht an den apostolischen Kämmerer
niederzulegen, erzählt von den Vorgängen vor dem Tode Clemens V. 1817«
Vobis reverendo in Christo patri et domino, domino Gasberto, Dei et
apostolice sedis gratia episcopo Massilien., domini pape camerario, ac vene-
rabili et discreto viro domino Ademario, ipsius domini pape thesaurario,
lohannes Delescapon, eiusdem domini pape camere clericus, volens secun-
dum quod facti experientia ipsum edocuit, prout seit et potest melius super
contentis in processibus factis nuper et publicatis die lovis in festo Ascen-
sionis Domini Nostri in consistorio publico, vos, et quemlibet vestrum, certos
reddere ad memoriam vestram et per vos eidem domino nostro pape redu-
cere intendit infrascripta significando, quod inter diem XXVI mensis De-
cembris, pontificatus felicis recordationis domini Clementis pape V anno oc-
tava, et xx diem mensis Novembris pontificatus eiusdem anno nono, ipse
dominus Clemens certitudinem aliquam non habens de hiis, que erant in
Camera sua, nee aliquis alius ut audivit, nisi magister Raymundus, tunc
ipsius domini Clementis thesaurarius , presentibus interdum reverendis in
Christo patribus dominis Raymundo Sancte Marie Nove et Bernardo Sancte
Agathe diaconis cardinalibus et pluribus aliis familiaribus ipsius domini
Clementis, inter quos ipse lohannes, qui loquitur, fuit unus, totam vayssellam
auri et argenti nee non aurum in massa pulverizatum et in diversis monetis
aureis, argenteis et quibuscumque aliis ponderari et numerari fecit, et summas
ponderis et numeri predictorum in scriptis sibi tradi, de quibus etc.
Item significat, quod dominus Clemens iterato voluit certificari, que
summa monetarum auri et argenti, ut predicitur, factis expensis, ipsa die
— i8i —
XX mensis Novembr. predicti erat in camera sua; qua die fuit sibi datum
in scriptis per prefatum magistrum Raymundum in quadam cedula, cuius
copiam penes se invenit ipse, qui loquitur, quod ipsa die XX erant in ca-
mera tarn in monetis aureis quam argenteis et aliis quibuscumque lil • LXV *
viii • LXXXXVin flor. et unus denarius Turon. parvorum tantum.
Item significat, quod dominus Clemens iterato die X mensis Februarii
subsequentis voluit scire, que summe fuerunt recepte, date, liberate et ex-
pense a prefato die XX mensis Novembr. usque ad supradictum diem x
mensis Februar.; et fuit sibi datum in scriptis per aliam cedulam, cuius
copiam ipse, qui loquitur, penes se invenit, quod ipsa die X erant in camera
ipsius domini Clementis ih • Lxxxxii • im • Lxxvi flor. villi sol. et vin den.
Turon. parvorum.
Item in depositis Parisius apud Duratium et apud Montem Pesulanum
XV • VIII • XXI flor. auri cum dimidio de quibus, ut audivit, circa X fuerunt
recepti de mandato domini nostri, nee apud Rupem Mauram aliquam sum-
mam pecunie secum fecit portari nee aliquid de thesauro nisi uno potto ad
aquam et uno bacili de auro, vassellis pro coquina
Fuit etiam apud Carpentoratum, quando ipse magister Raymundus
assignavit deputatis per sacrum coUegium summam LXX flor. auri, quos pro
parte sua numeravit; et quia videbantur deflcere de totali summa xxili flor.,
illos de pecunia sua ad mandatum ipsius magistri Raymundi tradidit cum
protestatione, quod quando alias renumeraretur, quod plus inveniretur, resti-
tueretur sibi. Item in Carpentorato fuit quando ipse magister Raymundus
assignabat thesaurum deputatis predictis, ipso collegio existente in con-
clavi . . .
Instrumenta Miscellanea ad an. 1317, No. 22.
Original, grosse Papierurkunde aus zwei an einander gehefteten langen schmalen Streiftn
bestehend.
Der obige Theil der Urkunde stellt ungeßihr ein Viertel des Ganzen dar,
Vergl, Ehrle, Proeess über den Naehlass Clemens V (Archiv) Band V, pag, 60 ff,
274.
Der camerarius collegii Berengarius bescheinigt in verschiedenen Zahlungen
den Gesammtbetrag von 16000 Goldgulden aus der Nachlassenschaft Clemens V
erhalten zu haben, 1817 April. 10.
Nos Berengarius miseratione divina tituli Sanctorum Nerei et Achillei
presbiter cardinalis sacri collegii reverendorum patrum dominorum cardi-
nalium Sancte Romane Ecclesie camerarii, presentium tenore recognoscimus
et fatemur, a discreto viro magistro Gasberto de Valle, canonico Melden.,
— l82 —
sanctissimi in Christo patris et domini nostri, domini lohannis pape xxn
thesaurario, ex concessione sive dono per ipsum dominum nostrum de pe-
cunia camere sue factis, collegio dominonun cardinalium supradicto diversis
vicibus et temporibus sexdecim milia fioren. auri ipsius coll^^ii nomine et
pro ipso int^je recepisse, has sibi litteras sigillo nostro munitas in testi-
monium concedentes.
Datum Avinion., die X mensis Aprilis, anno Domini millesimo trecen-
tesimo decimo septimo, pontificatus dicti domini nostri pape anno primo.
Instrumenta Miscellanea ad. an. 1317, No. 41.
Original, kleine Pergamentürkunde, Das abgerissene Si^el hing an einem durch die Plica
gehenden Pergamentstreifen,
Siehe oben NN, 27 1<^ und 27 ib.
275-
Ueberweisung von 10 000 Goldgulden aus dent census Siciliae, als Theil des
Geschenkes Johann XXII an das heilige Collegium, 1818 lanuar« 26.
Donum factum collegio per dominum papam de medietate census r^[is
Roberti. Distributum et solutum est in vi cedula. (In margine,)
Anno domini m • CCC • xvii!, die xil mensis lanuarii, recepi ^o, Vin-
centius de Serignano suprascriptus, a sanctissimo patre domino lohanne
papa XXII per manus venerabilium virorum dominorum Gasberti de Valle
et Adzemarii Amelii, thesaurariorum suorum, duomilia unciarum auri, solu-
tarum in decem milibus floren. pro medietate IUI unciarum, solutarum eidem
domino nostro pape per gentes domini Roberti, regis Cicilie illustris, de
censu regni sui Cicilie^ que quidem medietas pecunie dicti census contingit
collegium xxii dominorum cardinalium de dono eidem collegio facto a do-
mino nostro papa predicto, de debitis censuum, servitiorum et fructuum a
domino demente bone memorie et camera factis et inhabitis usque in
diem promotionis eiusdem domini nostri pape; quam summam florenorum
ego Vincentius predictus die XXVI mensis lanuarii distribui inter XXII do-
minos cardinales, qui supra scripti sunt et nominati in proxima alia solutione
census eiusdem regis Roberti, subtractis domino papa et domino Luca de
Flisco, et infra in solutione census regni Trinacrie facta in anno xix ad 11.
{In margine:) XXII Cardinales.
Oblig. II. fol. im V.
Oblig. 4. fol. 14 V., woselbst die cedula divisioftis zu finden ist.
- 183 -
276.
Clemens V hinter lässt in seinem Testamente yoooo Goldgulden zu gleichen
TheiUn zwischen seinem künftigen Nachfolger und dem heiligen Collegium
zu vertheilen. 1820 Mail 28.
Scio etiam, et in parte presens fui, quod de dicto thesauro fuerunt
assignata domino . . cardinali Albanen., tunc eiusdem sedis camerariö, LXX
floren. auri, quorum medietas futuro tunc successori dicti domini C, et aliä
medietas coUegio dominorum cardinalium debuit assignari.
Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur
und Kirchengesch, d. Mittelalters) Band V, pag. 73,8. 130.
Aussage des magister Amelius de Beronia, canonicus Tfmronen,, in seinem Verhäre,
277.
Johann XXII weist den englischen Nuntius an, dass, wenn die Beneficien
der Cardinäle für den dem Könige von England bewilligten Zehnten un-
besteuert geblieben seien, das Gleiche auch bei dem Zehnten zu Gunsten der
Kammer zu beobachten sei, 1882 Septembr« 14 Avenionls«
Eidem [Dilecto filio Itherio de Concoreto, canonico Saresberien., aposto-
lice sedis nuncio].
Si, ut sua nobis insinuatio patefecit, carissimus in Christo filius noster
Edduardus, rex Anglie illustris, pro parte decime quadrienalis per nos eidem
gratiose concessa, nichil de beneficiis venerabilium fratrum nostrorum Sacro-
sancte Romane Ecclesie cardinalium in Anglia consistentibus percipiat, nee
te pro camera nostra volumus aliquid de beneficiis dicte decime percepturum
etc, usque in finem.
Dat. ut supra [Avinion. XVlii kal. Octobris anno decimo septimo].
Reg. Vat. No. 117. (Secret an, XVII—XVllf) fol. CXVi r. cap. 588.
277»-
Benedict XII erwähnt in einer Generalquittung für seinen Kämmerer fol-
gendes Geschenk an die Cardinäle: „. . . . Et preter premissa dicto lohanni
de Corordano, ut premictitur, assignata, centummilia florenos auri, quos dicto
colUgio ex liberalitate nostra concessimus, dilecto filio nostro Petro tituli
Sancte Praxedis presbitero cardinali, camerariö dicti colUgii^ per manus di-
lectorum filiorum magistrorum Michaelis Bicomanni et Guillermi Jlfedia\
clericorum predicti collegii, recipienti de dictis pecuniis tradideris et assigna-
veris de nostro speciali mandato , . ." 1885 AprlLT Avenionis.
— i84 —
Venerabili fratri Gasberto, archiepiscopo Arelaten., camerario nostro,
salutem.
Digne agere credimus. — Dat. Avinion. vii idus Aprilis anno primo.
Reg. Vat. No. 119. cap. xnii (de curia).
Der Band ist nicht foliirt.
Reg. Vat. No. 121. fol. 5 v. cap. vn (de curia).
Vergl, So HC hon, Die Papsiwahlen von Bomfa% VIII bis Urban VI, Seite 48, Anm, 2,
278.
Benedict XII bestätigt auf Anfrage des Cardinais Matthäus tituli Sanctorum
lohannis et Pauli ausdrücklich, dass van dem allgemeinen (am 18, Mai) ge-
schehenen Widerrufe aller Commenden die Mitglieder des heiligen Collegiums
nicht berührt würden. 1885 Mail 28 Avenionis.
Ad futuram rei memoriam.
Significavit nobis dilectus filius noster Matheus tituli Sanctorum lohannis
et Pauli presbiter cardinalis, quod cum communis assertio habeat, nos con-
mendas quibuscumque de dignitatibus, personatibus seu aliis beneficiis eccle-
siasticis, cum cura vel sine cura, et per sedem apostolicam dudum factas,
generaliter revocasse, ac preterea idem cardinalis in monasteriis, dig^tatibus
vel personatibus, seu aliis beneficiis ecclesiasticis cum cura, vel sine cura,
que ex concessione sedis eiusdem obtinet in conmendam, dubitans sibi preiu-
dicium generari, nobis humiliter supplicavit, ut providere sibi super hoc de
benignitate apostolica dignaremur. Nos ig^tur ipsius cardinalis in hac parte
supplicationibus inclinati, tenore presentium declaramus, nos commendas de
monasteriis, dignitatibus, personatibus vel quibuscumque aliis beneficiis ec-
clesiasticis, curatis, vel non curatis per dictam sedem hactenus sibi et aliis
Sancte Romane Ecclesie cardinalibus factas, minime revocasse, nee illas, si
per nos de commendis generalem revocationem fieri forte contingat, sub
generalitate huiusmodi inposterum intelligi revocatas, nisi de revocatione
commendarum, ut premictitur, dictis cardinalibus factarum, specialis et \ex\
pressa mentio in nostris litteris habeatur. NuUi ergo etc. nostre declara-
tionis etc.
Dat. Avinion. x kal. lunii anno primo.
Reg. Vat. No. 120, ohne Folioangaben, cap. DCCCL v.
Der allgemeine Widerruf, von dem oben die Rede ist, steht unter dem Datum des j8, Mai
in demselben Registerbande unter deti Curialbriefen. Die Ausnahme fiir die Cardinäle 7var darin,
allerdings nur in einem Nebensatze, schon vorgesehen. Vergl. auch Reg. Vat. No. iig. cap. XXXIII
(33') [de curia]. Der Band ist nicht foliirt.
- 185
Perusin.
Pisanus.
Florentin.
Neapolitan.
Monopolitan.
Nucerin.
Bulcanus.
de Alifia.
de Flisco
de Brancaciis.
de Laude.
279 — 281.
Bonifaz IX schenkt seinen Wählern und seinen Creatureti fiir einen bestimmten
Zeitraum seine Antheile an den Servitien sowie diejenigen der verstorbenen
Cardinäle,
^79- 1889 Novembp. 10.
Die decima mensis Novembris, pontificatus domini Bonifacii pape noni
anno primo, soluti sunt per reverendum patrem dominum lohannem epis-
copum Panduan. (sie) pro parte partis sui communis servicii per manus do-
mini Anselmi de Mediolan. tangente coUegium quadringentos et triginta
unum flor. sol. duos den. sex, et pro complemento unius minuti floren.
quadragintaquinque solid, decem et octo denar. novem monete Romane. Fuit
promotus anno nono; fuerunt in ipsius promotione cardinales XII videlicet:
De Alanconio
Capiunt hi cardinales pro communi et minuto servitiis
quadringentos septuagintasex flor. sol. XXI den. in;
capit clericus collegii flor. im sol. triginta octo; restant
flor. quadringenti et unum sol. triginta tres den. tres.
Capit quilibet flor. 39 sol. 15 den. 3. Ordinavit do-
\ minus noster una cum suo coUegio, quod portio sua
et portiones cardinalium privatorum et mortuorum ac-
crescerent prcsentibus, hoc est illis, qui revera erunt
presentes in curia tempore solutionum, et quod ille
dividerentur inter eos pro equalibus portionibus; sunt
autem nunc tempore solutionis xn, videlicet:
Perusin. Manupeili. Monopolitan.
Pisanus. de Flisco. de Brancatiis.
Aversan. de Alifla. Bulcan.
Florentin. Tudertin. de Laude.
Capiunt hii portiones domini nostri ac Nucerini, que ascendunt ad
78 flor. sol. 30 den. 6. Capit quilibet flor. sex sol. 30 den. 10.
Oblig. 51. fol. I r.
279»- In der folgenden cedula heisst es: .... capiunt cardinales nunc
presentes portiones domini nostri ac Sancti Ciriaci, que ascendunt ad xxviii
flor. sol. 8.
2jg^' In der dritten cedula: . . . capiunt cardinales, qui presentes
fuerant in conclavi, qui sunt xil, portionem domini nostri, Sancti Ciriaci
ac Salemitani.
Ibid. fol. I r., I V.
— i86 —
280,
1890 FebF. 10.
Voluit dominus noster papa die x mensis Februarii, quod cardinales
reputati presentes in curia capiant partem suam et cardinalium mortuorum.
Ibid. fol. 8 r.
280*- In der folgenden cedula heisst es: . . . Capiunt prefati domini
cardinales et alii vii creati per dominum nostrum Bonifacium porciones
ipsius domini nostri ac Sancti Ciriaci.
Ibid. fol. 8 V.
^«^- 1890 Hovmbr. 17.
Portionem vero cardinalium mortuorum capit dominus ^noster.
Ibid. fol. 21 r.
Mii diesem Bande erscheinen Mum ersten Male arabische Ziffern in den Abrechmn^tn,
XU. Geschenke dritter Personen an das heilige Ck>llegium.
281.
Der Abt von Cluny schenkt dem Collegium 2000 Pfund Tumosen,
1296 Mart. 17.
Die sabbati XVII mensis Marcii eiusdem anni (1296).
Abbas Cluniacen. (In margine)
if
Procuratores fratris Bertrandi abbatis Cluniacen. solverunt il libr. Turon.
in quibus condam frater Guillermus abbas Cluniacen., predecessor suus, dum
viveret, ex devotione visitavit collegium XXI cardinalium, computatis dictis duo-
bus defunctis, et solutas per dictos mercatores Clarentinorum. Et habuit
quilibet cardinalis libr. xcv sol. im den. 9 Turon. Predicti Turon. soluti sunt
ad communem modum 10 sol. et medium, eo quod fuit servicium liberale et
non debitum. Nomina vero predictorum cardinalium sunt hec:
domini G. Sabinen.
I. Tusculanus.
Fr. M. Portuen.
S. Prenestinus.
B. Albanen.
Fr. H. Ostien.
> episcopi
domini Thomas
Petrus de Aquila
lohannes Monachus
Nicholaus Parisien.
Guilhelmus Ferrarien.
Robertus Cistercien.
Simon de Caritate
Petrus de Mediolano ,
> presbiteri
diaconi
cardinales.
- 187 -
domini Matheus Rubeus
lacobus de Columpna
Neapoleo
Petrus de Columpna
Guillermus de Pergamo
Landulphus de Neapoli
Benedictus Gaytanus
Oblig. i^- fol. 3 r.
Kirsch^ 112, No, 14, woselbst fthlerhafter Text,
282.
Cardinal Petrus de Aquila vermacht dem heiligen Collegium 100 Goldgulden.
1298 SeptembF. 80.
De C fior. auri legatis per bone memorie dominum P. de Aquila cardi-
nalem coUegio XV cardinalium, habuit quilibet per manus dictorum merca-
torum Clarentinorum VI flor. et XXXVI sol. Cort.
Oblig. i^. fol. 15 r.
283.
Vertheilung eines Legates, das dem heiligen Collegium vermacht wurde,
1820 Mart 22.
Solutio de parte legati facti per dominum lohannem quondam epis-
copum Wintonien., distributi in distributione XXVin. (/« margine,)
Item anno quo supra, die m mensis Martii, recepi ego, Vincentius
de Serignano, nomine domini mei, domini Portuen. a venerabili patre domino
Gasberto episcopo Massilien., domini pape camerario, et domino Adzemario
Amelii, eiusdem domini pape thesaurario, n florenos auri, collegium XXIII
dominorum cardinalium contingentes, pro medietate im florenorum auri,
solutorum pro parte legati M^) Marcharum Sterlingorum per bone memorie
dominum lohannem episcopum Vintonien. Sancte Romane Ecclesie et dictorum
dominorum cardinalium collegio facti in suo ultimo testamento eisdem dominis
camerario thesaurario domini pape assignatorum per venerabilem patrem
dominum Rigaldum nunc Wintonien. electum, in partibus Anglicanis sedis
apostolice nuntium, per manus Raynaldi Lontheringi de societate Bardorum
et Raynerii de Perutiis de societate Perutiorum, mercatorum de Florencia.
Quam pecunie summam ego Vincentius predictus die xxii mensis Martii
*) Muss wohl C march, Sterl, hiissen.
— i88 —
distribui inter xxni dominos cardinales, qui suprascripti sunt in solutione
census abbatis Nancen. subtracto domino G. de Pergamo ad. vi.
(In marg-ine:) XXIII cardinales.
Oblig. II. fol. XV.
284.
Vertheilung eines Legates, das dem heiligen Collegium vemuuht wurde,
1821 Hart. 12.
Solutio facta de legato domini Bertrandi quondam Agennen. episcopi.
Distributum in distributione xxvm. [In margine.)
Item anno quo supra, die XIII mensis Martii, . . dominus Petrus, abbas
monasterii sancti Satumini Tholosan. et Sancte Romane Ecciesie vicecan-
cellarius, et dominus Raimundus Guillermi de Goto, miles, executores testamenti
bone memorie domini Bertrandi, quondam Agennen., episcopi, solverunt pro
parte contingente collegium xxm dominorum cardinalium M üorenos, per
ipsum dominum Bertrandum legatos in suo testamento domino pape et
dominis cardinalibus supradictis, V florenos per manus lohannis Achardi
presbiteri et Guillermi de Pocella, domicelli eiusdem domini P. vicecancellarii.
Quam pecunie summam ego Vincentius supradictus die XII mensis Martii
distribui inter XXIII dominos cardinales, qui suprascripti sunt in solutione
census abbatis Nancen., subtracto domino G. de Pergamo . . domino G. de
(sie) quondam cardinali.
Oblig. II. fol. XI r.
Die Urkunde ist ausserordentlich nachlässig geschrieben.
285.
Geschenk der Markgrafen von Este an das heilige Collegium im Betrage von
2000 Goldgulden, 1829 Februar. 18.
Donum factum collegio per nobiles viros dominos marchiones Asten,
pro facto Ferrarien. \
In XXV distributione. /' ^ ^^^S^^)
Item anno quo supra (1329), die ultima mensis lanuarii, reverendus
pater dominus Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, domini pape camerarius,
II
solvit et assignavit II flor. auri, quos nobiles viri domini marchiones Asten.
pro facto Ferrarien. collegio XXIIII dominorum cardinalium donaverunt. Que
ü or
peccunie summa distributa fuit die XIII mensis Februarii inter XXIIII dominos
cardinales supra proxime nominatos.
Oblig. II. fol. 36 V.
— i89 —
286.
IndirecU Besteuerung der Beneficien gewisser Cardinäle, ß« a. 1418«
De quingentis üor. quos reverendissimi patres domini cardinales in
regno Francie et Dalphinatu Viennen. beneficiati per modum subventionis
seu gratiosi doni, dum alle ecclesiastice persone eiusdem regni et Dalphinatus
decimam solverent etc. regi Francie datis et solutis, fuit facta per ^) dominos
infrascriptos in eodem regno et Dalphinatu beneficiatos, divisio que sequitur:
Et primo dominus Ostien Centum
Salutiarum C
Sancti Marci L
De Challant L
De Flisco L
Cameracen XL
De Ursinis XX
Pisan XX
De Fuxo XX
Sancti Angeli xx
De Columpna xx
De Ispania X
Venecianmi x
De Branchaciis x
De Comite X
Oblig. 53. drittletztes Blatt v.
Die Summt der Amveisungen beträgt SJO Golägtüden , während mur soo Goldguldin auf-
gebracht werden sollten. Diese Urkunde ist durch Versehen an die falsche Stelle gekommen, Sie
sollte Seite ig6 als No, agö» eingereiht sein,
*) Uebergeschrieben,
Xin. OemeinsehaftUehe Ausgraben des heiligen CoUegiums,
Anleihen, Vorsehflsse und Aehnliehes.
287.
Gefneinsckaftliche Ausgaben för die cüationes praelatorum, 1295 in flne annL
Archiepiscopus Ebredunen. [In margine,)
Item quia iuxta ordinationem felicis recordationis domini Nicholai pape
IUI debent in dictis serviciis computari X solid. Turon. pro üoreno et non
ultra, solvit dictus archiepiscopus Ebredunen. per manus dictorum merca-
torum Clarentinorum pro supplemento dictorum Turon. LX flor. auri cum
XIX Turon. parvis; qui non sunt distributi, set sunt apud dictos mercatores
pro faciendis expensis in citationibus prelatorum et aliis agendis coU^ii.
Oblig. XII i^- fol. I V.
Kirsch, Seite iio, No,6,
288.
Van einem Abte werden ausser dem Betrage für die Servitien noch 10 Gold-
gülden eingezogen för seine Vorladung an die Curie. 1296 Oetobr. 21.
Procurator abbatis Sanctorum Quadraginta promisit pro commimi
servitio pape et coUegii XXI cardinalium ad festum Assumptionis Beate
Virginis mille flor. auri et X flor. plus pro expensis factis in citatione sua.
(In margine:) solvit.
Oblig. I. fol. 4 V.
288*— 288^-
Banifaz VIII erlaubt gewissen Kammerkaufleiäen, die den beiden abgesetzten
Cardinälen Colonna 6860 Goldgulden geliehen hatten y diese Summe von den
Antheilen der beiden früheren Cardinäle am sicilianischen und englischen
Census abzuziehen. Gleichzeitig erlässt der Papst ein diesbezügliches Mandat
an den apostolischen Kämmerer. 1297 Iul.80 apud Urbem Veterem.
288»-
Dilectis filiis Lanfranco Anselmi et Raynerio Floravantis, ac aliis de
Clarentum de Pistorio, ac Symoni Gerardi et Albizo Martini, ac ceteris de
Spinorum de Florentia societatibus, nostre camere mercatoribus.
Considerantes attentius ingentis devotionis affectum, quem erga nos et
apostolicam sedem hactenus gessisse noscimini et continuatis laudabilibus
studiis gerere non cessatis, pensantes etiam, quod nostra et ipsius sedis
obsequia propensis^) animis et fidelibus studii[s] exercetis, dignum duximus
et rationi consonum arbitramur, ut vos oportunis prosequendo favoribus
precavere, ut expedit, vestris indempnitatibus studeamus. Exposita siquidem
nobis vestra petitio continebat, quod ab olim lacobo et Petro de Columpna
de Urbe, clericis, dum ad huc essent Romane Ecclesie cardinales, vos de
Clarentum tria milia, vos autem de Spinorum societatibus tria milia octin-
gentos sexaginta florenos auri liberaliter mutuastis, de quibus postmodum
vobis ab ipsis non extitit in aliquo satisfactum. Quare nobis humiliter
*) Afs. hat ein unverständliches IVorf,
— 191 —
supplicastis, ut, cum prefati lacobus et Petrus de cardinalatu de positi (sie) et
benefitiis ecclesiasticis finaliter sint privati, vobis censuum Sicilie et Anglie
regnorum partes, que illos, dum in cardinalatus essent constituti officio,
contingebant, in satisfactionem debitorum huiusmodi de speciali concedere
gratia dignaremur. Nos itaque more pii patris, quem non pretereunt in-
comoda {sie) filiorum, indempnitatibus vestris in hac parte consulere inten-
dentes, vestris devotis supplicationibus inclinati, partes censuum predictorum,
que memoratos lacobum et Petrum ante huiusmodi depositionem ipsorum
contingere noscebantur, vobis et societatibus vestris communiter auctoritate
apostolica obligamus et exnunc fore decemimus obligatas, ut de Ulis, iuxta
quantitatem mutui supradicti, debita vobis satisfactio impendatur. Nulli
ergo etc. nostre obligationis et constitutionis etc.
Dat. apud Urbemveterem m kal. Augusti anno tertio.
288^-
1297 lul. 80 apud Urbem Veterem«
In e. m. dilecto filio . . apostolice sedis camerario.
Considerantes etc. ut in precedenti verbis competenter mutatis usque
impendatur. Quocirca discretioni tue per apostolica scripta mandamus,
quatinus prefatis mercatoribus vel eorum nuntio seu nuntiis ipsorum nomine
partes censuum eorumdem, que, sicut premictitur, lacobum et Petrum pre-
dictos ante depositionem contingebant, eorum facias per te vel per alium
seu alios auctoritate nostra integre assignari, donec Ulis de iamdictis debitis
plene fuerit satisfactum. Contra etc. Non obstante, si aliquibus a sede
apostolica sit indultum ete. usque in finem.
Dat. ut supra.
Reg. Vat. No. 48 fol. CCLXI v. cap. CCLXXXV.
Vgl, Registres de Boniface VIII No, 1^40,
Oblig, jA. fol, ag V.
289.
Verwendung van 14. Goldgulden fiir die expensae eollegii, 1800 Septembr* 15.
Solvit etiam dictus episcopus [Burglaven, in Dada] pro complemento
servicü coUegU xmi üor. qui restabant; qui depositi fuerunt apud dictos
mercat. Clarent. pro aliquibus expenssis (sie) coUegü iam factis et faciendis.
Oblig. i^- fol. 25 r.
— 192 —
290.
Bei einer Vertheilung der Einkünfte an die Cardinäle behält der distributar
pecuniarum collegii eine Summe zurück, um gemeinschaftliche Ausgaben des
Collegiums zu bestreiten, 1815 lun. 24p.
In der scheda distributionis unter obigem Datum findet sich die Bemerkung:
Detraximus enim de ista divisione l flor. m sol. im den. Tur. par-
vorum pro parte vos contingente de XX flor. traditis de voluntate XVI
dominorum cardinalium Avinion. existentium . . capellano domini Michaelis
cardinalis pro expensis suis, quia portavit illustri regi Francie litteras domi-
norum cardinalium predictorum.
Oblig. 4. fol. 3 r.
290*-
Clemens VI macht eine Anleihe von 16000 Goldgulden beim heiligen CoUe-
gium und verpfändet ihm dafür die Güter der Kirche,
1850 Deeembr. 14 Avenionis.
Venerabilibus fratribus cardinalibus Sancte Romane Ecclesie salutem etc.
Cum pro prosecutione ac promotione guerre, quam pro recuperatione
civitatis Bononien. et terrarum Romandiole ^) ad Ecclesiam Romanam spectan-
tium adversus occupatores et detentores civitatis et terrarum assumpsimus,
nobis sexdecim milia florenorum auri boni ponderis et cunei Florentin.
duxeritis liberaliter mutuandos, nos volentes vobis de oportuna super hoc
providere cautela, promictimus vobis dicta sexdecim milia flor. de pecunüs
Ecclesie memorate ad omnem vestram restituere voluntatem bona vobis ad
id eiusdem Ecclesie obligantes.
Dat. Avinion. XVIIII kal. lanuar. anno nono.
Reg. Vat. No. 144. {Clem. VI Secret. an, IX) fol. CLXXXVII r.
DU Briefe sitid nicht rtumtnerirt,
SUhe Ibidem fol. CCXL VII r,
*) Ms, Romandiolie.
291 291^-
Fünf Urkunden über Unterstützung von Cardinälen, die sede
vacante nicht in curia weilen.
1878 Sept. 20 — Septembr. 80.
Darlehen, die der Thesaurarius bei verschiedenen Cardinälen und Prälaten
aufnimmt, um die inpartibus ultramontanis weilefiden Cardiftäle zu unterstützen.
291* 1878 Septembr. 20.
Noverint universi, quod ego Petrus miseratione divina episcopus
Magalon., Sancte Romane Ecclesie thesaurarius, confiteor et in veritate
— 193 —
recognosco habuisse et numerando realiter recepisse ex causa veri et puri
mutui pro succursu dominis cardinalibus, nunc in partibus ultramontanis
existentibus, faciendo, a reverendissimo in Christo patre et donüno, domino
Anglico eadem miseratione episcopo Albanen., Sancte Romane Ecclesie
cardinali, n franchos auri boni ponderis. Quosquidem n franchos auri de
pecuniis camere apostolice prefato domino cardinali restituere promitto, bona
ipsius camere ad hoc efficaciter obligando. In cuius rei testimonium pre-
sentes litteras feci fieri et sigilli mei appensione muniri.
Datum Avinion. die XX mensis Septembr., anno a Nativitate Domini
M • CCC • Lxxviii, indictione prima, apostolica sede vacante.
291** 1878 Septembp. 20.
Similem litteram et sub eadem data habuit reverendissimus in Christo
pater dominus Guillermus tituli Sancti Vitalis presbiter cardinalis de u franchis
auri boni ponderis, quos camere apostolice mutuavit.
291^- 1878 Septembp. 20.
Similem litteram et sub eadem data habuit dominus cardinalis Morinen.
de II franchis boni ponderis.
291''' 1878 Septembr. 20.
Similem et sub eadem data habuit dominus Fayditus episcopus Avinion.
de n üor. ponderis camere.
^9^^ 1878 Septembr. 80.
Die ultima Septembris habuit similem litteram dominus Amaldus
episcopus Electen. de li franchis boni ponderis.
Oblig. 42. fol. 123 V.
291«-
Darlehen, das der Thesaurarius bei einem Prälaten aufnimmt zur Unter-
stützung der in partibus ultramontanis weilenden Cardinäle^ unter Versprechen
die geliehene Summe dem Prälaten auf seine Schulden aus den Servitien
gutzuschreiben, 1878 Septembr. 22.
Noverint universi, quöd nos Petrus miseratione divina episcopus
Magalonen., Sancte Romane Ecclesie thesaurarius, confitemur et in veritate
recognoscimus habuisse et numerando realiter recepisse ex causa veri et
puri mutui pro succursu dominis cardinalibus, nunc in partibus ultramontanis
existentibus, faciendo, a reverendo in Christo patre domino Johanne eadem
miseratione episcopo Ambianen. lil • xx flor. auri ponderis camere, quos-
quidem rix • XX flor. eidem domino episcopo de maiori summa, in qua camere
apostolice tenetur pro suo communi servicio, deduci facere promittimus per
Baumgaktsm, Finanzvenr. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. '3
— 194 —
presentes. In cuius rei testimonium presentes litteras fieri fecimus et sigilli
nostri appensione muniri.
Datum Avinion. die xxii mensis Septembr., anno a Nativitate Domini
Hl • ccc • Lxxvui , apostolica sede vacante.
Oblig. 42. fol. 124 V.
291^-
Ausladen sede vacante, 1889 Novembr. 10.
In der dritten cedula unter Bonifaz IX heisst es:
Nota quod de pecuniis solutis per episcopum Comaclen. nichil recepit
coUegium, quia solutio facta fuit sede vacante et pecunie exposite in usum
camere et de mandato domini nostri pape quitantia a collegio tradita.
Oblig. 51. fol. I V.
292.
Cardinalkämmerer Heinrich bestimmt, dass in Zukunft alle Quittungen von
Seiten des heiligen Collegiums seine Unterschrift tragen müssen, sonst erkenne
er sie nicht an, 1892 luL 8.
Anno Domini M • CCC • LXXXXII die octava mensis lulii, indictione XV,
reverendissimus dominus H. tituli S. Anastasie presbiter cardinalis incepit
se subscribere in litteris solutionum factis pro parte sacri collegii, volens et
mandans expresse, quod illa littera, in qua non apparebit subscriptio sue
manus solita habuit {sic)^ in antea non valeat, non approbetur per eum.
Oblig. 59. fol. XXVIII r.
293-
Zahlung von 20 Goldgulden aus den Einkünften des Collegiums an die Boten
des Königs von Frankreich, 1401 April. 2.
Am Schlüsse einer divisio steht:
De predictis solucionibus preter porciones predictas dominorum cardi-
nalium fuerunt soluti numpciis [sie) domini regis pro potagio novi Castri
Novi flor. XX. Item pro solutione superflua precedentium proxime divi-
sionis flor. I et sol. X.
Oblig. 54. fol. XXX r.
- 195 -
294.
Zahlung van 37 Goldgulden an zwei Boten, die dem Collegiunt Neuigkeiten
meldeten. 1408 Oetobr. 81.
Am Schlüsse einer dwisio steht:
De quibus [fecuniis] fuerunt soluti Uli, qui portavit nova de coronatione
regis. üor. XXV, et pro illo, qui portavit nova de Bononia, üor. xn. Summa
in totum flor. XXXVll; de quibus quilibet. dominorum cardinalium participat
in flor. lu sol. xvin et den. 11.
Oblig. 54. fol. LXIII r.
295.
Cardinal Petrus erhält auf Befehl des camerarius collegii durch Vermitte-
lung des Banquiers des heiligen Collegiums die Summe von 160 Kammer-
gülden als Vorschuss auf die Einkünfte seines Hutes, 1408 Mall 4.
Ego Petrus Sancti Angeli Sancte Romane Ecclesie diaconus cardinalis
confiteor me habuisse et recepisse a provido viro Benvenguto, campsore
sacri collegii, videlicet ducentos florenos auri curren. de mandato reveren-
dissimi in Christo patris domini A. cardinalis Salucianmi, camerarii collegii
reverendissimonun in Christo patrum et dominorum cardinalium, sibi facto;
quos volo et consencio, ut ipse dominus cardinalis, vel clerici dicti collegii
nomine ipsius, recipiant et recipere possint de emolumentis capelli mei de-
bitis, et pro tempore debendis. In cuius rei testimonium presentis apodixe
cedulam manu mea signavi et sigillum meum rotondum duxi apponendum.
Datum in Portuveneris, lanuen. diocesis, die lui^ Maii, anno a Nati-
vitate Domini millesimo cccc * v!n, pontificatus vero sanctissimi in Christo
patris et domini nostri, domini Benedicti divina providencia pape tercii
decimi anno quartodecimo. S. A.
Regestrata per me Terricum de Remervilla publicum apostolica auc-
toritate notarium.
(In margine:) Isti n flor. curren. fuerunt soluti in CLX** flor. camere
pro domino cardinale Saluciarum receptis super emolumentis capelli domini
cardinalis Sancti Angeli suprascripti.
lo. Ponceti.
Oblig. 53. letztes Blatt r.
13*
— 196 —
296.
Verordnung des Papstes, dass die Einkünfte dreier Cardinäle mit einer Auf-
lage von zusammen 400 Goldgulden zur Verwendung im Interesse der Rö-
mischen Kirche belastet werden. 1418 Aufiriuit, 26.
Franciscus etc., sacri coll^^ camerarii, venerabilibus viris dominis
lohanni Ponceti et Anthonello de Salemo, dicti coUegii clericis salutem.
Vobis et vestrum cuilibet notum facimus, quod dominus noster papa
pro certis necessitatibus Ecclesie Romane ordinavit per bullam suam et nobis
vive vocis oraculo precepit, quatenus super emolumentis capellorum reveren-
dissimorum patrum dominorum Anicien., de Saluciis et Baren, cardinalium
de primis divisionibus per vos faciendis dictam summam quadringentorum
florenorum camere ad opus dicte Ecclesie Romane, iuxta ipsius domini nostri
pape dispositionem convertendorum. Idcirco tenore presentium vobis preci-
pimus et mandamus, quatenus de predictis capellorum emolumentis in primis
divisionibus per vos faciendis, dictam summam quadringentonmi florenorum
camere retineatis et per depositarium dicti collegii dari faciatis et assignari
gentibus camere apostolice ad opus predictum, et recipiendo a dicta camera
apostolica litteram receptionis et quitancie de predictis de quibus etc. dum sie
impleveritis eodem tenore V03 quictamus et liberamus. In quorum testi-
monium etc. presentes litteras scribi et sigillo predicti collegii muniri fecimus
et roborari.
Datum Florencie, die XXVI Augusti, pontificatus etc. anno quarto.
Ego Franciscus cardinalis Florentinus subscripsi.
(In margine:) Mandatum factum domino cardinali regenti et clericis
collegii ex parte domini nostri pape etc.
Oblig. 55^- fol. III r.
297.
Das Collegium der Cardinäle verpfändet das Servitium des Erzbischofs von
Köln gegen ein Darlehen in der gleichen Höhe, dessen Gelder die Cardinäle
unter sich vertheilten um nach Constanz gehen zu können.
1414 in flne mensis Septembr.
In fine mensis Septembr. , suprascripti lohannes de Medicis et socii,
Romanam curiam sequentes, concesserunt per modum mutui dominis cardi-
elm
nalibus xiiil, tunc presentibus in curia, qui disponebant recedere ad concilium
11
Constantien., summam v • CCC • LVli flor. auri de camera VII sol., quos tunc
— »97 —
solvere debebat pro suis communi et minuto serviciis dominus Theodericus
archiepiscopus Colonien. Et fuerunt divisi inter dictos dominos xmi cardi-
nales, videlicet: Lauden., de Ursinis, Veneciarium, Aquilegien., Ulixbonen.,
Placentin., Tricaricen., Sancti Marci, de Chellenco, de Branchaciis, Sancti
Angeli, de Comitibus, Sancti Eustachi!, Florentin. Quorum quislibet habuit
pro sua parte flor. auri de curia in • LXXViil solid, xvi den. vi , et clerici
collegii flor. Llll. Postmodum Constancie, die ultima mensis Decembr., dic-
tus dominus archiepiscopus per manus Aldigerii Francisci, mercatoris Floren-
tin. suprascriptis lohanni de Medicis et sociis satisfecit de summa predicta,
per eos mutuo concessa.
Oblig. 6i. fol. XXIX r.
297*-
Elfte solutio gelangt nicht zur Vertheilung, sondern wird fiir gemeinschaft-
liche Auslagen des Collegiums verwendet. 1416 mense Maio*
Ista solutio fuit tradita duobus dominis cardinalibus qui iverunt ad
papam et non aliter divisa.
De ducentis florenis camere die XXVI mensis Februarii, domini lohannis
pape XXIII anno quinto, Constantie solutis per reverendum in Christo patrem
dominum Petrum episcopum Lexovien. pro parte partis sui communis servicii
non fuit aliqua divisio facta inter dominos cardinales; sed de mandato coU^^
fuerunt traditi realiter dominis cardinalibus S. Marci et Florentin. pro eorum
expensis faciendis eundo ad dominum nostrum papam, pro tunc existente in
Friburgo, mandati per concilium die (kleine Lücke) mensis Maii et steterunt
in via per XII dies.
Oblig. 6i. fol. XLI r.
297
b.
Cedula divisionis, in der zahlreiche ausserordentliche gemeinschaftliche Aus-
gaben verzeichnet sind. Der Antheil der clerici collegii an den Einnahmen
wird hier zum ersten Male mit salarium bezeichnet, 1416 lun. 28.
Anno a Nativitate Domini millesimo quadringentesimo quintodecimo,
indictione octava, die XXIII mensis lunii, Constancie, fuit facta generalis
divisio de pecuniis pro parte communium et minutorum serviciorum sacro
collegio dominorum cardinalium solutorum per prelatos infrascriptos; videlicet
per dominos episcopos Lomberien., Cavallicen., Noviomen., Meten., Sancti
— 198 —
Flori et Xanctonen., necnon per dominos abbates monasterii Sancti Ludani
prope Belvacum, de Soricinio, de Castellariis, Sancti lohannis prope Ambian.,
Sancti Gervasii, Sancti Petri de Conchis, Sancti Petri de Cultura. Quorum
soluciones ascendunt ad sommam (sie) im «Lxxxv flor. xnn sol. ii den.
De quaquidem somma debent primo detrahi et defTalcari, secundum
quod ad cuiuslibet porcionem pertinet, ea que secuntur:
Primo pro restitutione, per dictum coll^um facta, dominis cardinalibus
Baren, et de Columpna pro porcionibus suis de receptis per alios dominos
tempore absenciarum suarum vn * LXXI flor. im sol. vi den. Item pro uno
nuncio, qui fuit missus per Ylarionum de Bardis apud Coloniam, per quem
pro parte colleg^ii fuit scriptum domino archiepiscopo Colonien., quod faceret
expediri pecunias pro suis communi et minuto serviciis debitas, xim flor. cam.
Item pro uno porterio prime porte palacii, qui fuit missus apud Friburgum
ad habendum salvum conductum ducis Austrie pro dominis cardinalibus
Sancti Marci et Florentin. pro tunc per concilium destinati fuerunt ad dominum
Io[hannem], tunc papam XXin, tam pro salario dicti porterii, quam pro dimi-
nucione precii unius equi, pro eo empti, xvi flor. Renen., et post eins reditum
venditi XII flor., silibet (sie) ac eciam pro expensis trium dierum dicti equi
antequam venderetur x flor. camere VI Blap. den.
Item Guillermo Nobilis, cursori, pro execucione monitorii et quibusdam
citacionibus in persona domini patriarche Constantinopolitan., racione suorum
conmiunis et minuti serviciorum ecclesie sue Sancti Papuli non solutorum
Vlil Blap. den.
Item pro candelis cereis emptis pro quadam congregacione dominorum
serotina in palacio apostolico ll Blap. den.
Item pro domino Ludovico de Orto, medico, ex ordinacione dominorum
cardinalium pro duobus mensibus Aprilis et Maii XX flor. camere.
Item pro quinque servientibus armorum, custodibus secundarum por-
tarum palacii pro dictis duobus mensibus Aprilis et Maii XXX flor. camere.
Item pro ianitoribus prime porte eciam pro dictis n*"*' mensibus
XXII flor. cam.
Item pro elemosina facta per dominos cardinales domino episcopo
Assisinatis XX flor. cam.
Item pro salario clericorum coUegii de omnibus predictis solucionibus
XL flor. XLII sol. VI den.
Somma dictarum pecuniarum, ut premictitur, deflalcatarum IX • XXVIII flor.
VI sol. X den.
Restant de tota somma recepta lii • c • LVII flor. vii sol. mi den.
De quibus capiunt domini cardinales ut infra sequitur, videlicet
199 -
Lauden.
De Ursinis
Veneciarum
Aquilegien.
Tricaricen.
De Challanco
Sancti Marci
De Brancaciis
Sancti Angeli
De Comitibus
Florentin.
Ostien.
Pisanus
Cameracen.
Placentin.
De Saluciis
De Flisco
Baren.
De Columpna
Ulixbonen.
De Yspania 1 quilibet 1
Anicien. j istorum j
Sancti Eustachii
Remen.
Quilibet istorum C • LH flor. xm sol. ini den.
Somma pro istis XI, M • vi • Lxxiiil flor. cam. XLVi
sol. vin den.
CL flor.
cxv
CL
cxxxix
CLxnii
CLXXXI
CLXVI
CLxxxxin
XVII
mi
CXLVIII
m
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))
II
««
XLiui sol. DC den.
XLvn
XXXI
XXXI
XXXII
XLVI
IUI
XLV
XII
I
XX
XI
IX
IX
X
IX
X
XI
vni
m
Penestrinus
Neapolitanus
Albanen.
Aquilegien.
De Tureyo
Mileten.
Burdegalen.
Ravennaten.
Tudertin.
Sancti Angeli senior
Quilibet istorum i flor. VI sol. ni den.
Somma istorum XI flor. xn sol. VI den.
Oblig. 6i. fol. XLIIII V.
— 142 —
2l6.
Cedula divisionis, betreffend den englischen Census. 1817 HaL 16.
. . . Item mittimus vobis XLV flor. VI sol. nn den. Turon. parvorum
vos contingentes de annuo censu n * L marcharum argenti, solutamm per
procuratorem regis Anglie pro ipsius Anglie et Ybemie r^[nis pro termino
Sancti Michaelis transacto in anno Domini M • CCC • XVI in mille üoren. auri,
computata marca argenti pro nn flor.; facta divisione inter xxil dominos
cardinales. Et restant Vlll den. Turon. ad dividendum.
Eine Zahlung der gleichen Summe fiir IJ17 folgt unmittelbar,
Oblig. 4. fol. 9 V.
217.
Johann XXII quittirt dem Könige von England den Empfang von 1000 Mark
Sterling, gleich 4.000 Goldgulden, für den Census des Jahres ijiplij20 (von
Ostern bis Ostern). 1820 MaU 27 Ayenionls.
lohannes episcopus servus aervorum Dei carissimo in Christo filio
Eduardo, regi Anglie illustri, salutem et apostolicam benedictionem.
Cum pro censu annuo mille marcharum Sterlingorum, quem pro regno
Anglie ac Ibemie terra solvere annis singulis, pro medietate videlicet in
Apparitionis beati Michaelis et pro medietate alia in Resurrexionis Domini
festivitatibus , Ecclesie Romane teneris, mille marchis eiusdem monete
Sterlingorum per manus venerabilis fratris nostri Ade episcopi Erforden.,
nuncii tui, pro anno in festo Resurrexionis Domini proxime preterito ter-
minato, sedis apostolice camere fecerit [sie) cum integritate persolvi, nos,
solutionem approbantes eandem, te ac heredes et successores tuos ac regnum
et terram predictam de dictis mille marchis sie solutis auctoritate apostolica
perpetuo absolvimus et quitamus. NuUi ergo omnino hominum liceat hanc
paginam nostrarum approbationis, quittationis et absolutionis infringere vel
ei ausu temerario contraire. Siquis autem hoc atemptare (sie) presumpserit,
indignationem Omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum Eius
se noverit incursurum.
Dat. Avinion. vi kal. lunii, pontificatus nostri anno quarto.
Collect. Cam. No. 373. [Bullae et Quietantiae camerales 1316 IJJ2) fol. 97 r.
— 143 —
2l8.
Der Cardinalkämmerer Berengarius quitürt dem camerarius und thesaurarius
papae über Entrichtung von ßoo Mark Sterlings als Antheil des heiligen
Collegiums am census Angliae, 1820 Ion. 20.
Nos Berengarius miseratione divina Portuen. et Sancte Rufine episcopus,
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie
cardinalium camerarius, tenore presentium recognoscimus et fatemur, nos
habuisse et recepisse a venerabili patre domino Gasberto Del gratia episcopo
Massilien., camerario, et magistro Ademario Amelii, domini pape thesaurario,
duo milia üor. auri pro parte dictum coUegium contingente de annuo censu
mille marcharum Sterlingorum, quem dominus Eduardus, rex Anglie illustris,
singulis annis Ecclesie Romane solvere tenetur, soluto et supra dictis dominis
camerario et thesaurario per procuratores ipsius Eduardi regis Anglie
assignato in quatuor milibus flor. auri, conputata marcha pro quatuor üor.
auri, pro uno anno preterito et completo in festo Resurrectionis Domini
proxime iam elapso. De quibus duobus milibus flor., sie per nos receptis,
ipsos dominos camerarium et thesaurarium supradictos prefati collegii nomine
absolvimus et quittamus. In cuius rei testimonium presentes litteras fieri
fecimus et sigilli nostri appensione muniri.
Datum Avinion. die XX mensis lunii, anno Domini ä * CCC " XX, indictione
terda, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis divina
Providentia pape xxil anno quarto.
Instrumenta Miscellanea. ad an. 1320 (ohne Nummer).
Ordinal, PergamentptUtung, An einem durch die Plica gehenden Pergamentstreifen hing
das abgerissene Siegel,
VUIL Der Census Sardiniae et Corsleae Insularum zahlbar durch
den Lehensinhaber, den König von Aragonien.
219.
1297 April. 4 Romae apud S. Petrum.
Bonifacius VIII lacobo Sardiniae et Corsicae regi dusque heredibus
regnum Sardiniae et Corsicae, quod Ecclesiae Romanae iuris et proprietatis
existit, cum iuribus omnibus et pertinentiis suis sub censu 2000 marcharum
argenti bonorum et legalium Sterlingorum in festo Beatorum Apostolorum
— 200 —
298.
Zahlung der Schulden eines Cardinais de emolununtis capelli sui.
1415 lul. 20.
Constantie anno, die et indictione predictis, fuerunt recepti et soluti
de emolumento capelli reverendissimi in Christo patris domini Petri cardi-
nalis Sancti Angeli centum trigintatres floren. camere XLVI sol. monete
Romane, quos idem dominus cardinalis assignaverat super capellum suum
pro totalibus communi et minuto serviciis reverendi patris domini Nannonis
episcopi Arosien., et pro quo ipse dominus cardinalis recepit et habuit
plenam quitanciam de collegio sub data Bononie, anno Domini M • CCX:c
quartodecimo, die XIX mensis Septembr., pontificatus domini lohannis anno
quinto. Fuerat promotus dictus episcopus Bononie, die XII dicti mensis
Septembr., anno et pontificatus predictis. Fuerunt de eius promocione
participantes cardinales xvn {folgen die Namen der Cardinäle),
Capiunt clerici collegii l flor. xvi sol. XI den.
Restant xxxu flor. xxix sol. I den.
Capit quilibet dominonun vn flor. XL sol.
Dantur indivisi Xil den.
Oblig. 61. fol. XLV V.
299.
Durch gemeinschaftlichen Beschluss des in Constanz versammelten Cardinals-
collegiums werden die clerici collegii beauftragt im Namen des Collegiums
ein Darlehen von 200 Goldgulden aufzunehmen, die, zusammen mit 200 Gold-
gülden, die der Kasse des Collegiums entnommen wurden, vier Cardinälen
geliehen wurden, einem Jeden derselben 100 Goldgulden,
1416 mense lanuario.
Mutuum contractum cum Bartholomeo de Bardis. {In margine)
Die {kleine Lücke) lanuarii, reverendissimi in Christo patres et domini,
domini episcopi, presbiteri et diaconi Sancte Romane Ecclesie cardinales,
Constantie in aula magna episcopali collegialiter congregati, nobis lohanni
Ponceti et lohanni de Reate, ipsorum dominorum collegii clericis, viva voce
iniuncxerunt {sic\ ut ipsorum nomine ducentorum florenorum mutuum contra-
heremus ; sicque cum Bartholomeo de Bardis, existenti Constantie pro societate
de Medicis, mutuum prefate summe contraximus prefatosque ducentos flor.
ac ducentos, quos communes pro eisdem dominis habebamus, eorumdem
dominorum nomine et precepto quatuor ex eisdem dominis mutuavimus,
videHcet: domino cardinali Aquilegen. centum, domino cardinali Placentino
— 20I —
centum, domino cardinali Tricaricen. centum et domino cardinali de Comi-
tibus centum.
Datum Constantie anno, mense et die quibus supra.
{In margine:) Vide rationem factam computatis istis in libro scripto
manu Bartholomei et sie sibi ulterius non debentur.
lo. de Reate.
Oblig. 55\ fol. LVi r.
300.
Die in Canstanz versammelten Cardinäle suchen, unter Zustimmung des
Cardinalkämmerers, ihrer Geldnoth dadurch zu begegnen, dass einem Jeden
gestattet wp^de, sich aus den Guthaben fiir die versprochenen und noch nicht
bezahlten iervitien einen oder mehrere Posten auszuwählen, bei cUren Be-
zahlung d,m> betreffenden Cardinal vorab ßoo Goldgulden zugewiesen wurden,
1416.
Anno Domini millesimo quadringentesimo sexto decimo domini car-
dinales Constancie pro celebratione concilii generalis existentes inter quos
erant cardinales infrascripti de voluntate et consensu domini Amedei car-
dinalis Saluciarium, coUegii ipsorum dominorum cardinalium camerarii, ordi-
narunt, quod pro necessitatibus eisdem iminentibus [sid) et eorum supportandis
oneribus quilibet eorum reciperet sunmiam V florenorum de camera vel
circa de summis debitis eidem sacro collegio super communibus servitiis etc.
(i) Ego Thomas Cardinalis Tricaricen. recipio in meum debitorem
dominum episcopum Augusten, et episcopum Morianen. pro summa flore-
norum V
(2) Ego Antonius Cardinalis Aquilegen. recipio in meum debitorem
dominimi episcopimi Ambianen. pro summa florenorum v
(3) Pro domino cardinali de Comite assignationem super dominis abba-
^bus Sancti Petri de Hanonia centum floren. et de Sublacu flor. . im
(4, 5) Pro dominis Placentin. et Florentin. cardinalibus assignationem
de flor. quingentis pro singulo super debitis dominorum archiepiscopi Bürde-
galen. et episcopi Cracovien. ac episcopum (jir) Bononien.
(6, 7) Pro dominis de Ursinis et de Columpna cardinalibus assignationem
ut supra de quingentis florenis pro quolibet super debitis abbatum Sancti
Vedasti Attrebaten., tamen dominus de Columpna vult abbatem Sancti Petri
Affligmen. pro florenis centum.
(8) Pro domino cardinali Pisano assignationem de quingentis florenis
super debitis archiepiscopi Creten. et episcopi Vulteran.
— 202 —
(9) Ego A. cardinalis Lauden. peto michi assignari dominum Albertum
episcopum Cracovien. in debitorem pro tota summa assignanda, aliter nulla-
tenus consentio huic ordinationi.
(10) Pro G. cardinali Sancti Marci assignentur episcopus Matisconen.
et abbates (sü) de Cultura Cenomanen. ac abbas Sancti lacuti pro sununa
florenorum - v
(ii) Pro P. Cameracen. cardinale assignentur episcopi Cistaricen. et
Lodoven. pro summa florenorum v
(12) Ego cardinalis de Branchatiis recipio dominum episcopum Can-
tuarien. pro floren lil
(13) Ego L. cardinalis de Flisco peto michi assignari summam v floren.
videlicet II super Leonen, et iii super Lucano episcopis.
(14) Ego cardinalis Vivarien. eligo V floren. de primis pecunüs quas
solvent episcopi Belvacen., Carcassonen., Claromonten., Lumberien., Lexovien.
Lingonen., Silvaneten. {sie) et Vauren. ac abbates Trenorchien. et Fontisfrigidi.
(15) Eligo etiam ego cardinalis Veneciarum omnes predictos prelatos
et abbates, ut habeam de primis pecunüs quas solvent flor v
(16) Ego A. cardinalis Saluciarum recipio quingentos flor. de camera
super debito^) abbatis Beate Marie de Ursicampo.
Auf dem Rande finden sich folgende Bemerkungen :
Ad I. Habuit idem dominus Tricaricen. ultra presentem assigna-
tionem a domino abbate.
Ad 2. Habuit dictus dominus Aquilegen. de debito episcopi Lum-
barien. C flor.
Ad 9. Habuit a Bononien., Cracovien. et Burdigalen. flor. V.
Ad II. Habuit lll- XII flor. cum dimidio; CLXXXVI flor. cum dimidio.
Ad 12. Adhuc restat habere II (ZaAl ist ausgestrichen). XII cum
dimidio.
Ad 13. Habuit centum de Leonen, et de Lucan. nichil.
Ad 15 und 16. Habuerunt.
Oblig. 53. vorletztes Blatt v.
Die Urkwide ist einem nie fit foliirten, hinten angehefteten Fascikel entnommen, der den
Titel trägt: Extr actum de libro taxationum in regno Apulie et Neapolitan. per dioceses.
Die auf dem Rande befindlicJun Bemerkungen sind in den Jahren 1416, 1411 und 1418
nachgetragen worden, wie sich aus Oblig. jjA ergiebt. Bei den Zahlungen der von den Cardinälen
bestimmten Prälaten finden sich in jenem Register Randbemerkungen, die sich mit den obigen
inhaltlich decken. So z. B. steht bei der solutio episcopi Cracovien. {200 flor.): „Habuerunt Lauden.,
Placentin. et Flor entin. quilibet terciam partem." Bei der solutio archiepiscopi Bononien. (yg flor.) :
,yDominus Florentin. habuif* , u. s. w.
^) auf Rasur.
— 203 —
301—304.
Der Banquier Aldigerius Francisci de Biliottis klagt bei dem Kamtnerauditeur
eine bestimmte Geldsumme ein, die das heilige Collegium zu Unrecht bekommen
habe. Daraufhin werden die clerici collegii vorgeladen, um etwaige Gründe
für die Nichtherausgabe geltend zu machen. Die Einreden derselben werden
von dem Richter verworfen und die camera collegii verurtheilt, dem Banquier
einen Schuldschein in der Höhe der eingeklagten Summe auszustellen, was
auch geschieht,
1418 Februar. 10.— 1418 Februar* 17.
301. 1418 Februar. 10.
Die lovis [decima]^) mensis Februarii, fuit nobis lo. Ponceti et lo. de Reate,
sacri collegii dominorum cardinalium clericis, per Colam Fece, cursorem,
publicum presentatum mandatum, quod infra immediate scribitur, sigillo parvo
domini regentis audientiam camere munitum:
^) JCUine Lücke im Ms,
3^2- 1418 Februar. 6.
De mandato domini regentis officium auditoriatus curie camere apostolice,
ad instantiam Aldigerii Francisci de Biliottis de Florentia, campsoris in
Romana curia, moneantur domini lo. de Reate, decretorum doctor, et lo.
Ponceti, licentiatus in decretis, sacri collegii dominorum cardinalium clerici,
quatenus sub excommunicationis pena quam primum modernus episcopus
Portugfalen. aut sibi successores commune et minutum servitia ratione promo-
tionis reverendi patris domini Fernandi, nunc archiepiscopi Bracharen., ad
eandem Portugalen. ecclesiam tunc promoti, integre persolverit vel persol-
verint, ad manus dictorum clericorum quomodolibet proventura, dent et solvant
eidem Aldigerio florenos ducentos quinquaginta auri de camera, quos idem
sacrum collegium restituere tenetur reverendo patri domino Alvaro Alfonsi
electo Elboren. occasione solutionis per reverendissimum patrem dominum
lohannem tituli Sancti Petri ad Vincula presb. cardinalem, Ulixbonen. vulgfa-
riter nuncupatum, nomine dicti domini Alvari indebite facte dicto coU^o pro
episcopatu Portugjalen. , cuius ipse non habuit possessionem, et in quibus
florenis ducentis quinquaginta auri de camera cum maiori summa idem dominus
Alvarus eidem Aldigerio teneatur ex causa amicabilis mutui, per publicum
instrumentum coram prefato domino regente exhibitum et productum, vel
causam aliquam allegare procurent cur ad premissa minime teneantur. Alio-
quin etc.
Dat. Constantie die Sabbati, v mensis Februarii, Xl indictionis.
Cynus de Lombardis. Per quemcumque cursorem.
— 204 —
3^3 • 1418 Februar. 17.
Quo mandato recepto die [dectma septimaY) predicti mensis Februarii,
comparuimus nos clerici predicti coram prefato domino regente, allegavimus-
que ad predicta ex infrascriptis causis minime oblig^ri: Primo, quia summa
soluta per dominum cardinalem Ulixbonen. fuit soluta de suis propriis pecuniis,
videlicet de introitibus capelli sui; secundo, quia sine mandato ipsius domini
Alvari, cuius nomine soluti fuerunt ducenti et quinquaginta fioreni predicti,
non deberemus solvere creditoribus suis, si creditores essent, prout de se
ipse Aldigerius asserit, quod tarnen, veritate salva, ignorabamus.
Quibus exceptionibus reiectis, prefatus dominus regens nobis denuo
mandavit, ut iuxta mandatum, per eum prius factum et supra descriptum,
dictos ducentos et quinquaginta florenos int^je solveremus. De quibus
Omnibus magister Cynus de Lambardis, eiusdem r^entis et in bac causa
notarius rogatus extitit, prout in eius manuali debet plenius apparere. Post
que omnia, volentes prefati regentis obedire mandatis, eidem Aldigerio
promisimus, prout sequitur:
*) KUme Lücke im Ms.
3^4- 1418 Februar. 17.
Obligfatio facta Aldigerio. (In margine.)
Nos lohannes de Reate, doctor, et lohannes Ponceti, licentiatus in
decretis, sacri collegii dominorum cardinalium clerici, vigore mandatorum
nobis per regentem auditoriatus officium curie camere apostolice factorum,
que in libris et regestris prefati colleg^ descripta sunt, et de quibus apud
magistrum Cynum de Lambardis, eiusdem regentis notarium, debet plenius
apparere, de voluntate reverendissimi in Christo patris domini Francisci tituli
Sancte Crucis in Jerusalem presbiteri cardinalis^), in absentia reverendissimi
patris domini Amedei Sancte Marienove diaconi cardinalis, de Salutiis vul-
gariter nuncupati, camerariatus officium prefati collegii regentis, promittimus,
quod quamprimum modernus Portugalen. episcopus seu sibi successores
commune et minutum servitia ratione promotionis domini Fernandi, nunc
archiepiscopi Bracharen., ad eandem ecclesiam Portugalen, facte, prefato
collegio debita, integre solverit seu solverint, que ad manus nostras quomodo-
libet pervenerint, ducentos et quinquaginta florenos auri de camera alias
nomine domini Alvari Alfonsi electi Portugalen. ratione non adepte possessionis
eiusdem ecclesie, ut asseritur, indebite solutos, Aldigerio Francisci de Bilioctis,
mercatori Florentin. Romanam curiam sequenti, et ipsius domini Alvari creditori
restituere et cum integritate persolvere. Et ad ipsius Aldigherii maiorem
*) Presbiteri cardinalis ist übergeschrieben.
— 205 —
cautelam hanc cedulam sibi nostris manibus subscriptam fecimus et tradi-
dimus in prefati collegii libris primitus r^stratam.
Dat. Constantie die XVil mensis Februarii, pontificatus sanctissimi in
Christo patris domini Martini pape V^ anno primo.
. . lo. de Reate . .
Oblig. 55^- fol. Lxvm r.
In vorstehenden vier Urkunden sind die Eigennamen häufig verschieden geschrieben,
305-
Für den Fall die Gesandten der Königin yohanna von Neapel bis zu einem
bestimmten Termine nicht die Summe von ^75 Ducaten bei einem Bankhause
bezahlten f verpfändet ein Cardinal seine Einkünfte för die Sicherheit der Summe,
1418 Novembr. 80.
Obligatio capelli cardinalis Tricaricen. (In margine.)
M- CCCC« XVIII, indictione xi, die ultima mensis Novembris, nos Thomas,
miseratione divina Sacrosancte Romane Ecclesie cardinalis, Tricaricen., notum
facimus et testamur presentium serie, quod in casu, quod egreg^ viri domini
Franciscus de Ortona et Hugo de Molitemo, ambaxiatores serenissime domine
lohanne secunde, regine Neapol., non satisfecerint bancho Andree de Bardis
et Francisci de Bostolis ac sociorum Romanam curiam sequentium, de ducatis
quingentis septuagintaquinque, sibi per dictum banchum mutuatis usque per
totum mensem lanuarii proxime futurum, per se vel alios nomine suprascripte
domine regine, obligamus elapso dicto mense lanuario omnia emolumenta
nostri capelli usque ad satisfactionem quantitatis predicte mercatoribus
suprascriptis, precipientes nichilominus clericis sacri collegii cardinalium, ut
satisfaciant de predicta summa ad terminum suprascriptum mercatoribus
prefatis, proviso quod propter hanc novam oblig^tionem aliis creditoribus
nostris, quibus huiusmodi emolumenta capelli oblig^ta sunt, nullatenus derogetur.
Suprascriptam cedulam proprie manus domini cardinalis predicti sub-
scriptione proprioque sigillo munitam, ego lohannes de Reate, decretorum
doctor ac sacri collegii dominorum cardinalium clericus, de mandato reveren-
dissimi domini Francisci cardinalis, Venetiarum, camerariatus officium ipsius
sacri coU^^ regentis, de verbo ad verbum fideliter regestravi.
Mantue anno, indictione et die quibus supra.
Oblig. 55^- fol. Lxxxin r.
306.
Die sämmtlichen Welt- und Ordensgeistlichen von Rom werden aufgefordert,
nach dem Verbleib der alten Geschäftsbücher der camera collegii zu forschen,
die bei Gelegenheit des Einfalls des Königs Ladislaus versteckt worden waren,
1419 August. 24.
— 206 —
Commissio inquisitionis librorum coU^i. {/n margine,)
Franciscus etc. venerabilibus viris Sanctorum Celsi et luliani ac Sancte
Urse et Sancti Blasii, necnon Sancti Laurentii in Damaso et Sancti Marchi
aliarumque parrochialium ecclesiarum rectoribus de Urbe salutem in Domino.
Conquestione gravi venerabilium virorum magistrorum lohannis de
Reate, doctoris, et lohannis Ponceti, licentiati in decretis, sacri coU^ii
reverendissimorum in Christo patrum dominorum Sancte Romane Ecdesie
cardinalium clericorum, non sine mentis turbatione percepimus, quod dudum
in invasione Urbis per quondam Ladiziaum de Dirachio, lerusalem et Sicilie
regem, factam, reverendus in Christo pater dominus Antonellus episcopus
Acemen., tunc in minoribus constitutus et eiusdem collegii clericus, et
magister lohannes Ponceti prefatus^), formidantes, uti debebant, quod libri et
regestra dicti collegii depredarentur, furarentur seu alias perderentur, vel ab
ipsis ammoverentur et ob id remedia eis possibilia, ne sie contingeret,
querentes ad obviandum danmis et incommodis, que ex ipsorum perditione
sequi possent, provisionum, obligationum, taxarum, solucionum et divisionum
libros providis viris Petro Bardelle, pecuniarum dicti collegii tunc depositario
sive receptori, ac Antonio Bonifacii et aliis eorum sociis de Spinis, merca-
toribus Florentin. Romanam curiam sequentibus, tradiderunt et realiter
assignarunt, arbitrantes verisimiliter ipsos Petrum et Antonium ac socios
libros et regestra huiusmodi fideliter debere custodire, prout dictis clericis
promiserunt; quamquam idem Petrus et Antonius ac socii predicti pluries
requisiti extiterunt communiter et divisim, ut libros et regestra huiusmodi
restituerent, ut debebant, et quia Petrus, Antonius et socii supradicti apud
se asserunt non esse, set firmiter credere, tempore invasionis predicte ad
parrochianorum virorum manus realiter pervenisse, volentes circa hoc quantum
ex officio nostro possumus, providere, circumspectione vestre committimus
harumque serie precipimus et mandamus, quatenus vos et vestrum singuli,
prout supra^) hoc fueritis requisiti, parrochianos viros prefatos libros habentes
vel de Ulis quomodolibet sencientes sub excommunicationis pena secreto et
publice, prout expediens visum fuerit, moneatis et quilibet vestrum moneat,
ut huiusmodi libros, aut illos habentes pandant infra certum terminum
competentem, quem ad hoc eis duxeritis aut alter vestrum duxerit assignan-
dum, vobis aut alteri vestrum restituant, pandant, detegant et revelent.
Quod si infra dictum terminum peremptorium competentem per vos aut alterum
vestrum assignandum, non restituerint, panderint vel detexerint, ut prefertur,
nos ex nunc prout extunc, et extunc prout exnunc, in sie occultantem vel
*) Uebergeschrieben.
*) Statt super.
— 207 —
occultantes excommunicationis sententiam canonica monitione premissa feri-
mus in hiis scriptis, mandantes nichilominus vobis ac universis et singulis
capellanis, curatis et non curatis, necnon Predicatorum, Minorum, Here-
mitarum, Sancti Augustini et Carmelitarum ac aliorum quorumcumque
ordinum fratribus, prioribus, custodibus, lectoribus et guardianis ceterisque
personis ecclesiasticis, exemptis et non exemptis, ac tabellionibus publicis
per urbem Romanam et alibi ubilibet constitutis ac cuicumque domini nostri
pape cursori, eciam sub excommunicationis pena, quam etiam canonica
monitione premissa in recusantem seu recusantes nostris huiusmodi, ymmo
verius apostolicis, obedire mandatis ürmius in his scriptis ac etiam promul-
gamus, quatinus presentes litteras in vestris et eorum ecclesiis et sermonibus
aut aliis locis, de quibus fueritis requisiti, publicetis, exequamini ac exequantur
et publicent publicarique et exequi permittatis et permittant atque procurent
sine impedimento et contradiccione quibuslibet et absque alterius expectatione
mandati. Nos enim vobis et vestrum cuilibet etc. usque in finem.
Dat. Florencii die vicesima quarta mensis Augusti, pontiücatus sanctissimi
in Christo patris domini Martini divina Providentia pape quinti anno secundo.
Oblig. 55^ fol. cvni v.
307.
Martin V bestimmt y dass die Gelder verstorbener Cardinäle von der camera
collegii dem Baufonds fiir die zerstörten römischen Kirchen zugefiihrt werden
sollen, 1419 Oetobr.8.
Unter einer obligatio capelli steht:
Item dominus noster papa precepit michi oraculo vive vocis, quod etiam
casu, quo dictus cardinalis Sancti Eustachii moreretur, nichilominus prefato
Carolo de summa huiusmodi satisfacerem, non obstante, quod pecunie de-
functorum cardinalium ad reparationem ecclesiarum Urbis fuerint deputate.
lo. de Reate . .
Oblig. 55^- fol. cxxnn v.
308.
Die Zahlung aus einem Servitium, dessen Obligation nicht gefunden wurde ,
wird zu gemeinschaftlichen Ausgaben des Collegiums verwendet.
1419 Deeembr. 14.
Am Rande bei einer solutio: Non dividitur, quia non reperitur provisio
nee obligfatio; ideo servatur pro expensis fiendis.
Oblig. 61. fol. CXI r.
— 208 —
308*-
Cardinal Ludwig de Flisco verpfändet einem Bankhause, das ihm häufig Geld
geliehen hat, die Einkünfte seines Hutes fiir ein Darlehen von 800 Goldgulden
und weist die clerici collegii an, bei den nächsten divisianes das Bankhaus zu
befriedigen, 1420 August» 6.
Obligatio capelli cardinalis de Flisco. {In margine,)
Ludovicus miseratione divina Sancti Adriani Sacrosancte Romane
Ecclesie diaconus cardinalis, de Flisco vulgariter nuncupatus, universis et
singulis presentes litteras inspecturis facimus manifestum, quod cum nobiles
viri lohannes de Medicis et socii, mercatores Florentini curiam Romanam
sequentes, nobis mutuo serviverint de multis pecuniarum summis et cottidie
nobis serviant, nosque volentes eorum Indemnität! quantum possumus provi-
dere, emolumenta, que nobis proveniunt ex capello cardinalatus nostri, eisdem
lohanni et sociis duximus obliganda ac tenore presencium oblig^mus usque
ad summam octingentorum florenorum auri de camera. Mandantes nichi-
lominus venerabilibus et discretis viris . . clericis sacri collegii dominorum cardi-
nalium, quatenus de dictis emolumentis ad nos racione capelli spectantibus,
prefatis lohanni et sociis int^jaliter satisfaciant et respondeant pro nobis
usque ad predictam summam octingentorum florenorum auri de camera. In
cuius rei testimonium presentem cedulam manu nostra propria subscriptam
fieri mandavimus et nostri parvi signeti munimine roborari.
Dat. Florencie MCCCCXX, die quinta mensis Augusti, pontiücatus domini
nostri domini Martini pape V** anno tercio.
cardinalis
L. , pj... manu propria. lo. de Fli[sco.]
Oblig. 62. fol. XXXVIII r.
308 b-
Der Cardinalkämnterer weist, auf Geheiss des Papstes, den Banquier des
Collegiums an, von den Guthaben des verstorbcTien Cardinais Balthassar Cossa
joo Goldgulden an verschiedene Personen auszuzahlen und sich Quittung er-
theilen zu lassen. 1420 Novembr. 30.
Littera ex parte domini^) depositariis collegii de solvendo certas pec-
cunias. [In margine)
Franciscus etc. honorabilibus viris lohanni de Medicis et eius sociis,
mercatoribus Romanam curiam sequentibus, pecuniarum eiusdem collegii de-
positariis, salutem in Domino.
*) camerarii wohi zu ergänzen.
— 209 —
Noveritis nostre intentionis existere, quia sie habuimus a domino nostro,
ut de pecuniis capelli bone memorie domini B. cardinalis Tusculani, quas
de presenti in banco habetis aut quamprimum babebitis, nobili et egregio
viro Galaotto de Ricasolis, domicello Florentino, ducentos florenos auri de
Camera realiter persolvatis. Quibus solutis de emolumentis eiusdem capelli
reverendo in Christo patri domino Antonio episcopo Senen., domini nostri
pape diesaurario, centum quinquaginta florenos similes per vos solvi volumus
et mandamus. De quibus omnibus, cum solveritis, quitanciam seu quitancias
recipere studeatis. In quorum testimonium etc.
Datum Rome, die ultima mensis Novembris, pontiücatus etc. anno
quarto, presentem cedulam fieri fecimus et sigilli nostri etc.
Oblig. 62. fol. LH r.
XIY. Die Censuren und Ihre Handhabung.
309.
Der clericus collegii bezeichnet einen Bischof för excommunicirt, weil er seine
Servitien nicht zu rechter Zeit bezahlt habe, 1828 Hart. 28«
Attende, quod dictus episcopus incurrit sententias, quia tam dicti pre-
cessoris, quam suum servitia conmiunia non solvit in terminis constitutis,
prout evidenter apparet in oblig^tione; nee fuit absolutus in presenti quita-
tione, quia pro suo communi servitio non oblato ^) remansit exeommunicatus.
[In margine,)
Oblig. 8. fol. 92 V.
Vorstehende Bemerkung findet sich auf dem Rande bei der schäio Phiüp^ episcopi Agrien,
pro recognitis,
*) Uebergeschrieben.
310.
Auf Bitten seines Nachfolgers wird ein unter Censuren verstorbener Bischof
losgesprochen und die Erlaubniss ert/ieilt, ihn in geweihter Erde begraben zu
dürfen, potissime quia de prontisso servitio per successorem extitit plenarie
satisf actum. 1882 Novembr. 12«
Miseratione divina Petrus tituli Sanete Praxedis presbiter cardinalis,
saeri collegii reverendorum patrum dominorum Sanete Romane Ecclesie
cardinalium, et Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, domini pape camerarü,
discreto viro . . decano ecclesie Bilindonien. salutem in Domino.
BAUMGARTBif, Finaiuverw. des Card.-CoUeg. im Bihtdalter. I4
— 2IO —
Pro parte venerabilis in Christo patris domini Alvari eadem gratia
Mindonien. episcopi fuit nuper nobis expositum , quod quondam venerabilis
pater dominus lohannes Mindonien. episcopus, predecessor suus, pro eo quod
maioris excommunicationis ligatus sententia, quia commune servitium per
eum tempore promotionis sue promissum camere dicti domini pape et col-
legio dominorum cardinalium predictorum, prout ad ipsum solvendum in
certis terminis, sibi propterea assignatis, se sub exconmiunicationis maioris
et suspensionis ab administratione temporalium et spiritualium episcopatus
eiusdem sponte ac libere obligavit, non solverat in terminis constitutis, nuUa
obtenta super hoc absolutione, in predicta exconmiunicatione decesserat, in
loco profano extitit tumulatus. Unde pro parte ipsius domini Alvari Min-
donien. episcopi nobis extitit hunüliter supplicatum, quod cum in ipsius pre-
decessoris morte et ante apparuerint in eo, ut asseritur, indicia penitentie
manifesta, et per eum petentem non steterit quominus reconsiliaretur ecde-
siastice unitati, ipsum ab huiusmodi exconmiimicationis sententia, potissime
quia de premisso servicio, per eundem predecessorem promisso, per prefa-
tum dominum Alvarum nunc Mindonien. episcopimi prefate camere et col-
legio extitit plenarie satisfactimi, absolvere dignaremur. De circumspectione
igitur vestra plenam in hiis et aliis fiduciam obtinentes, discretioni vestre
presentium tenore comittimus {sie), quatenus, si de premissis penitencie in-
diciis ac voluntate, quam in extremis dicitur habuisse, se reconsiliandi eccle-
siastice unitati, vobis plene constiterit, et aliud canonicum non obsistat, ab-
solvendi dictum quondam dominum lohannem a sententiis supradictis, et post
huiusmodi absolutionem per vos vel alium seu alios corpus ipsum exhumandi
de loco ipso profano, in quo dicitur fuisse sepultum, et tradendi ecclesiastice
sepulture, plenam et liberam vobis concedimus et comittimus {sie) tenore
presentium potestatem. In cuius rei testimonium präsentes litteras fieri feci-
mus et sigillorum nostrorum appensione muniri.
Datum Avinion. die XII mensis Novembris, anno Domini millesimo
• CCC • XXXII, indictione XV, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri,
domini lohannis divina Providentia pape xxn anno xvi.
Oblig. 13. fol. 148 r.
311.
Die beiden Kämmerer beauftragen die genannten Adressaten, dass sie die
sämmtlichen Güter des Bischofs von Utrecht mit Beschlag belegen und ver-
kaufen und von dem Erlöse auf Rechnung und Gefahr des Bischofs die
Summe von y66j Goldgulden an die Curie senden sollen zur Bezahlung seiner
— 211 —
Schulden aus den ServiUen. Ausserdem sollen sie den Bischof aller Orten
in seiner Diöcese fiir excotnmunicirt und interdicirt erklären lassen. Wenn
die Adressaten den Auftrag nicht ausführen sollten, würden sie selbst den
schwersten Censuren verfallen. 1S48 Octobr. 10.
Miseracione divina GuiUermus tituli Sanctorum nn Coronatorum pres-
biter cardinalis, sacri collegii reverendorum patrum dominonim Sancte Ro-
mane Ecclesie cardinalium, et Stephanus Arelaten. archiepiscopus , domini
pape camerarii, venerabilibus in Christo patribus archiepiscopo Colonien.
et episcopo Leodien, salutem in Filio Virginia benedicte.
Nostri nos debiti (sie) perurget ofHcii, ut ad commisse nobis administra-
tionis indempnitatem curamque proficuam sollerti Providentia, studiis atque
vigiliis intendamus. Sane scrire vos volumus, quod venerabilis in Christo
pater dominus lohannes episcopus Traiecten. pro suo et domini N. prede-
cessoris sui conmiunibus serviciis, ad ipsam ecclesiam Traiecten. promotus,
camere domini nostri pape et prefato collegio novemmüia et ducentos fior.
auri, necnon et quinque servicia familiarium et officialium domini nostri pape
et dominonim cardinalium predictorum, que tunc ad summam nogentorum
(sie) octoginta octo fior. auri decem et octo solid, monete Avinion. nunc
currentis ascendebant, persolvenda, ne suscepti immemor beneücii notaretur,
gratis et liberaUter obtulit, recognovit et promisit et se sub suspensionis ab
exequtione (sie) sui ofHcii et administrationis spiritualium et temporalium ec-
clesie sue Traiecten., interdicti ab ingressu ecclesie et exconmiunicationis
maioris penis et sentenciis, prestito iuramento spontanee obligans, suosque
per huiusmodi eciam successores et bona sua et ecclesie sue predicte, in
Romana curia ubicimique foret, prefatas peccuniarum quantitates pro dictis
serviciis in prejfixis ei terminis, diu est, iam elapsis soluturum ; cumque post-
modum dictus episcopus Traiecten. tei^^um se vertere demonstravit et de-
monstrat de predictis peccuniarum quantitatibus in predictis terminis vd
postea nisi dumtaxat duo M quingentos viginti unum flor. auri quatuor solid,
quatuor denar. monete predicte, solvere non curando in eiusdem sedis
contemptum dictorumque dominonim non modicam elusionem atque nostram,
et propter hoc prefati iuramenti transgressor in anime sue periculum et
scandalum plurimorum penas et sentencias incurrerit supradictas, ipsumque
in Romana curia incurrisse in audiencia publica litterarum domini pape
fecimus publice nunciari; cupiamusque, prout ex nobis commissi officii tenemur
debito, eiusdem domini Traiecten. episcopi dampnabili contumacie et con-
temptui obviare, ac indempnitati eorumdem camere et collegii familiarium
et officialium de remedio oportuno providere, patemitatibus vestris et cui-
Übet vestrorum insolidum committimus tenore presencium, quatinus vos vel
14*
— 212 —
alter vestrum, prout fueritis requisiti, infra decem dies, a receptione presen-
cium computandos, quorum vobis| tres pro primo, tres pro secundo, qua-
tuor pro tercio et peremtorio termino ac monicione canonica assignamus,
per vos seu alium vel alios bona omnia mobilia et immobilia et se moven-
cia, ad dicti Traickrten. episcopi mensam spectancia, in quibuscumque rebus
seu ubiciunque consistant, veluti prefatis camere, coUegii, familiaribus et
officialibus noscuntur efücaciter obligata, sequestretis et ex integro apprehen-
datis et recipiatis, nostro, camere, coll^o, familiariimi et officialiimi pre-
dictorum nomine levando, exigendo et recipiendo ad manus vestras nomine
supradicto onmes et singulos fructus, redditus et proventus, presentes et
futuros, onmiaque et singula bona temporalia et mobilia eiusdem episcopi
Traiecten. simul ^) et successive, donec, onmibus redditibus, fructibus, proven-
tibus et bonis huiusmodi, per vos in peccimia debito modo conversis, vos
habere contigerit residuimi predictonun novem milium et ducentorum flor. auri
et quinque servicia familiarium et officialium, quod ad summam septem milium
sexcentorum sexaginta septem flor. auri tresdecim solid, octo denarios monete
antedicte ascendere dinoscitur, prout ipse episcopus obligatus existit, ut
superius est expressum. Quosquidem septem milia sexcentos sexaginta
Septem flor. auri tresdecim solid, octo den. nobis in Romana curia, ubi-
cumque fuerit, quamcicius poteritis, ipsius episcopi periculo, simiptibus et
expensis faciatis int^je assignari; ac nichilominus eadem auctoritate man-
damus, quatinus ipsum episcopum, per vos vel alium seu alios in ecdesia
sua Traiecten. et aliis ecclesiis vicinis eidem, ac alibi, ubicumque idem epis-
copus moram traxerit, singulis diebus dominicis et festivis, dum in eisdem
missarum solemnia celebrabuntur, suspensum ab exequtione {sie) sui oflicii
et administracione spiritualium et temporalium ecclesie supradicte et ab in-
gressu ecclesie interdictum et periurum ac excommunicatum, campanis pul-
satis et candelis accensis ac demum extinctis, ut moris est, publice nuncietis
seu nunciari per alium seu alios faciatis, donec vobis plene constiterit, quod
de premissis septem milibus sexcentis sexaginta septem flor. auri tresdecim
solid, octo den. eisdem camere, coUegio, familiaribus et officialibus per ipsum
episcopum, prout obligatus extitit et existit ac superius est expressum, sit
in eadem curia integraliter satisfactum et a nobis absolutionis beneficium
meruerit obtinere; eique nichilominus iniungentes, quatinus infra quatuor
menses, a die iniunctionis huiusmodi inantea computandos, coram nobis m
Romana curia personaliter se presentet, condigna pro demeritis recepturus,
et alias ab illa absque nostra speciali licencia minime recessurus, donec de
*) Ms, simü.
— 213 —
predictis peccuniarum quantitatibus, per eum adhuc debitis, ut predi-
citur, satisfecerit cum effectu et absolucionis beneficium meruerit obtinere.
Contradictores si qui fuerint, vel rebelles, auctoritate apostolica compescendo.
Quod si forte premissa, que vobis in hac parte committimus et auctoritate
apostolica mandamus, non adimpleveritis et ea exequcioni non mandaveritis
cum effectu, et contrarium feceritis, vobis et vestrum cuilibet ingressum ec-
clesie interdicimus. Si vero prefatum interdictum per decem dies sustinue-
ritis, vos suspendimus a divinis; si vero interdictum et suspensionem huius-
modi per alios dies decem inunediate sequentes sustinueritis, vos in hiis
scriptis excommunicationis sententia innodamus. Monemus insuper modo
et forma premissis ipsum episcopum Traiecten., ne pendente et durante
sequestro huiusmodi, per vos apponendo in bonis eisdem, aliquid de bonis
huiusmodi sequestratis recipiat seu recipi faciat.
[Dat. Avinion, die X mensis Octobr. anno Domini M • CCC • XLVill in-
dictione prima, pontificatus etc. anno septimo.]
Oblig. 21. fol. 95 v.
312.
Auftrag der beiden Kämmerer die Testamentsvollstrecker eines verstorbenen
Bischofs unter Androhung von Censuren zu zwingen, so viel von der Nach-
lassenschaft herauszugeben, als die Schulden des Bischofs aus den Servitien
betragen. 1868 Hart. 6.
? Hugo miseratione divina tituli Sancti Laurencii in Damaso presbiter
cardinalis et Amaldus archiepiscopus Auxitan., camerarii domini nostri pape
et sacri coUegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie
cardinalium, discretis viris magistro Guillermo Mercerii, subcoUectori apo-
stolico in civitate et diocesi Autissiodoren. , domino Rogerio de Sobolea
canonico Autissiodoren. ac curatis de Guaco et de Versiaco Autissiodoren.
diocesis, necnon universis capellanis curatis et non curatis ac notarüs publicis
per civitates et dioceses Autissiodoren. et Senon. ubilibet constitutis, ad quos
presentes littere pervenerint et qui super infrascripta fuerint requisiti, salutem
in Domino.
Cum bone memorie dominus lohannes, ultimus defunctus episcopus
Autissiodoren., esset camere apostolice et sacro collegio dominorum cardi-
nalium pro suo communi servicio in quatuor milibus et quadringentis floren.
auri, ponderis ipsius camere, et in quinque serviciis familiarium consuetis sub
certis penis efficaciter obligatus, solvendo videlicet medietatem dictarum sum-
— 214 —
marum in festo Sancti Michaelis proxime lapso et aliam medietatem in simili
festo proxime sequenti, et de dictis sununis nil satisfecerit, sed dapso dicto
festo, sicut Domino placuit, fuit viam universe camis ingressus, lohannem et
Laurencium Moronis fratres et Egidium Lensimie (?) canonicos Autissiodoren.
ac lohannem germani eius fratrem et nonnullos alios executores ultime volun-
tatis sue, ut dicitur, constituit, et dicti executores, ut asseritur, certas pecunie
quantitates et quamplura alia bona mobilia et per se movencia, de quibus
idem defunctus episcopus eisdem camere et collegio satisfacere disposuerat^),
habuenint et rapuerunt et sibi appropriaverunt in ipsorum camere et coll^[ii
non modicum preiudidum et gravamen, mandamus vobis et vestrum cuilibet
insolidum in virtute sancte obediencie et sub pena exconmiunicacionis, quam
in vos et vestrum singulos, qui super hoc fueritis requisiti, nisi feceritis, quod
mandamus, trina et canonica monicione premissa, ferimus in hüs scriptis,
quatinus sub pena exconmiimicacionis moneatis personaliter, si eos in proprüs
personis reperire poteritis, sive autem in eorum domiciliis omnes prefatos
executores, quos lator presenciimi vobis duxerit nominandos, quatinus pre-
fatas pecunias, ut premittitur, per dictum condam dominum episcopimi eisdem
camere et collegio de termino beati Michaelis proxime lapso debitas, ut
infra triginta dies, a die monicionis vestre huiusmodi inantea eisdem faciende
inmiediate computandos, vobis nomine predictorum camere et coll^[ii reci-
pientibus in Romana curia, ubicumque pro tempore 'fuerit, solvant realiter
et assignent, nisi causam racionabilem allegare voluerint, quare ad predicta
minime teneantur; ad quam allegandam et proponendam eisdem executoribus
dictam xxx diem coram nobis in dicta Romana curia peremptorie assignetur
processuri, prout fuerit racionis, quam nos eciam assignamus. Alioquin si
in dicto termino non satisfecerint vel causam racionabilem, quare ad predicta
non tenentur, non allegaverint, in eos et eorum quemlibet insolidum, trina
canonica monicione premissa, lapsa dicta XXX die, exnunc prout extunc, et
extunc prout exnunc, dictam excommunicacionis sentenciam in hüs scriptis
ferimus, testificantes nos per vestras patentes litteras vel publicum instru-
mentum de execucione huiusmodi litterarum et aliis, que in premissis feceritis,
nobis easdem litteras remictetis.
Dat. Avinion., die sexta mensis Marcii, anno Domini M • CCC • LXIII, in-
dictione prima, pontificatus domini Urbani pape V anno primo.
(In margine:) Commissio compellendi executores testamenti bone me-
moria domjni lohannis episcopi Autissiodoren. ad restituenda ea que re-
ceperunt de bonis executis pro satisfaciendo camere apostolice.
Oblig. 31. fol. 152 r.
*) Afs. deposutrat.
— 215 —
313-
Alle italienischen Prälaten, die wegen Nichtzahlung ihrer Servitien Censuren
verfallen sind, werden hiermit ausdrücklich fiir excommunicirt etc, erklärt
und die Adressaten angewiesen, deren sämmtlichen Güter mit Beschlag zu
belegen, so viel davon zu verkaufen, als zu Bezahlung der Servitien nothig ist
und die Summen auf Kosten und Gefahr der betreffenden Prälaten an die
Curie zu senden. Im Uebrigen wird den Executoren umfangreiche Voll-
macht verliehen von Fall zu Fall nach Gutdünken vorzugehen.
1865 Apr. 28.
Commissio pro exigendo commune servidum a certis prelatis. {In
margine.)
Guillermus miseratione divina tituli Sancte Marie in Transtiberim pres-
biter cardinalis et Amaldus eadem gratia archiepiscopus Auxitan., domini
nostri pape et sacri collegii dominorum cardinalium camerarii, venerabili
in Christo patri domino lohanni episcopo Verulan. salutem in Eo, qui est
omnium vera salus.
Nostri nos debitum perurget ofiicii, ut ad conmiisse nobis administra-
donis indempnitatem solerti providencia vigilique studio intendamur. Sane
dudum venerabiles patres archiepiscopi et episcopi necnon archimandrite et
abbates infrascripti parcium Italie post eorum promotiones ad ecdesias, qui-
bus presunt, tarn pro se, quam pro eonun predecessoribus pro conmiuni et
quinque minutis servidis familiarium et ofiidalium domini nostri pape et
dominorum cardinalium camere apostolice et coUegio memoratis in certis
pecuniarum summis» tunc expressis, per eos obiatis gratis et liberaliter pro-
missb seu recognitis, in certis terminis, eisdem tunc assignatis et iamdiu
elapsis, solvendis sub suspensionis ab execucione suorum oflicionun, admini-
stradonis spiritualium et temporalium, excommimicadonis maioris, periurii
et aliis penis se eflicaciter obligarunt et ecclesias ac monasteria sua et suc-
cessores suos omniaque bona eorumdem, presencia et futura» mobilia et
inmiobilia, spedali [modo] obligando sentencüs predictis tunc in eos, si in
premissis et recognitis predictis deficerent, legitime promulg^tis, qui tamen
dictarum obligacionum, sentenciarum, iuramenti et aliarum penarum proprie-
que salutis inmemores, predictarum pecuniarum sunmias et quantitates in
prefatis terminis nee adhuc solvere curaverunt, quamvius diudus expectati,
prefatas penas et sentencias incurrendo in apostolice sedis contemptum
suarumque animarum non modiciun detrimentum. Quos cupientes ad emen-
dationem debitam revocare, ipsos in audiencia publica litterarum domini
nostri pape exconmiunicatos et periuros fecimus publicari. Cum igitur
— 2l6 —
premi^sa sustinuerint et adhuc sustineant animis dampnabiliter induratis,
volentes, prout ex debito commissi nobis tenemur officii, eorum contumacie
et contemptui, quantum possumus, obviare, patemitati vestre, de qua plenam
in Domino fiduciam optinemus, presencium tenore commictimus et apostolica,
qua in hac parte fungimur, auctoritate mandamus, quatinus quociens et
quando vobis videbitur expedire, ad partes sive loca huiusmodi vos perso-
naliter transferentes, per vos vel alium seu alios bona omnia mobilia ac se
movencia ad .dictorum prelatorum seu cuiuslibet eorumdem mensis spectancia,
in quocumque seu quibuscumque consistant, que vobis nomine prefate ca-
mere ac sacri coUegii noscuntur efficaciter obligata, ad manus camere apo-
Stolice ponatis et nomine dicte camere et collegii recipiatis; levando nichi-
lominus, exigendo et recipiendo ad manus vestras nomine supradicto onmes
et singulos fructus, redditus et proventus, tam presentes, quam futuros,
ceteraque bona mobilia eorumdem prelatorum simul vel successive, donec,
eisdem in flor. auri de Florencia boni ponderis debito modo conversis, vos
habere contingat sunmias, in quibus dicti prelati seu quilibet ipsorum predictis
camere apostolice et collegio et familiaribus seu officialibus supradictis, ut
prefertur, obligati noscu[n]tur, quas nobis in Romana curia, ubicumque
fuerit, quantocius commode poteritis, eorumdem prelatorum periculis et ex-
pensis, faciatis integre assignari; proviso tamen, quod propter hoc cultus
divinus nullatenus minuatur ecclesie seu monasterio huiusmodi, hospitalitatibus
aut debitis servitoribus non fraudetur vobis nichil, eadem auctoritate man-
dantes, quatinus eosdem prelatos et quemlibet eorumdem per vos vel alium
seu alios in eorum ecclesiis et monasteriis, necnon in synodis, ecclesüs at-
que locis, ubi et quando vobis videbitur expedire, sing^lis diebus dominicis
et festivis in missarum sollemniis suspensos ab execucione suorum officiorum
et administratione spiritualium et temporalium ecciesiarum et monasteriorum
suorum predictorum, periuros et excommunicatos campanis pulsatis, candelis.
accensis, demum extinctis, ut moris est, tamdiu publice nuncietis et faciatis
per alios nunciari, donec vobis constiterit de premissis pecuniarum quanti-
tatibus fore camere et collegio [et eciam de expenfsis suijs et eorum quem-
libet debitis] de predictis integre in eadem curia satisfactum, et a nobis
meruerint seu quilibet eorum meruerit absolucionis beneficium obtinere, eis-
dem et ipsorum cuilibet [et in eorum absencia vicariis et officialibus, sigilli-
feris, thesaurariis, clavariis, ministratoribus et procuratoribus suis et cuiuslibet
eorumdem] nichilominus iniungentes, quatinus infra im menses, a die mandati
huiusmodi inantea computandos, quos eisdem et ipsorum cuilibet pro primo,
secundo et tercio ac peremptorio termino assignamus et vos eciam assignetis,
in Romana curia coram nobis representent se personaliter, prout meruerint
— 217 —
recepturi, et alias de curia ipsa minime recessuri, donec eisdem cameris de
et super premissis satisfecerint cum effectu et absque nostra licencia special!;
moneatis insuper, quos eciam nos presencium tenore monemus omnes et
singulos prelatos huiusmodi, nee non receptores et administratores [et alias
supranominatos et gubematores] quorumcumque fructuum, [bonorum] reddituum
vel proventuum ad mensam cuiuslibet dictorum prelatorum spectancium [seu
pertmentiunt] ne durante manus camere [apposicione] huiusmodi quidquam de
bonis predictis recipere audeant quoquomodo, sine vestra licencia speciali;
contradictores quoslibet et rebelles per censuram ecclesiasticam compescendo,
[Et tnchilominus vobis committimus , ut omnes et singulos prelatos et quos-
cumque alias viros ecclesiasticos, quos pro censibus, arreragiis et visitacianibus
seu aliis causis dicte camere et collegio teneri repereritis, per moniciones ex-
communicaciones et quelibet alia iuris remecUa, nee mm bonorum quorumcum-
que eorumdem capdonem, subastacionem, distraccumem ac vendictanem eorum-
dem per vos seu alium vel alias compellatis et compellere viriliter faciatis
ad dandum, solvendum nabisque ad Romanam curiam premisso modo por-
tandum, quidquid per eorum quemlibet debetur unacum expensis /actis prop-
terea et statuendis,] invocato ad hoc, si opus flierit, auxilio brachii secularis;
ad ulteriora contra eos nichilominus processuri, prout considerata eorum
contumacia et contentu [contra eos et eorum quemlibet y tamquam contra
Veras contumaces, de iure fuerit praced(en)dum, Ceterum vobis , ut supra,
committimus, quatinus, si et cum vobis constiterit per dictos prelatos de pecu-
niarum summis per ipsorum quemlibet debitis, nobis in dicta curia satis-
factum fuisse aut alias nobiscum se concordasse, apposicianem manus dicte
camere amavendi ipsasque prelatos aut eorum quemlibet a dictis sententiis
absolvettdi, aut sententias predictas et alias quascumque promulgandas sus-
pendendi, prout discrecioni vestre videbitur] viderimus expedire. Si quos
tarnen reperreritis ex toto solvisse ad quod tenebantur ante excommuni
cationem et publicationem predictas, illos simpliciter et ad cautelam absolvere
ab excommunicatione huiusmodi valeatis necnon super irregularitate ac
periurio dispensare. .
Diem vero monicionis ac citacionis huiusmodi et formam, et quidquid
super premissis feceritis, nobis per vestras litteras, vestro sigillo munitas,
harum seriem continentes, quantocius intimare curetis, ut sciamus quid super
hiis agere debeamus. [In quarum testimonium presentes litteras fecimus fieri
et sigillarum nostrorum appensione muniri.]
Datum Avinion. sub sigillis nostris anno Domini M • CCC • LX quinto,
die xxvm mensis Aprilis, pontificatus sanctissimi patris domini nostri, do-
mini Urbani pape quinti anno tercio.
— 2l8 —
Dominus Bartholomeus archiepiscopus Baren,
dominus GuiUennus archiepiscopus Sancte Severine.
dominus Bartholomeus archiepiscopus Consan.
dominus lacobus archiepiscopus Tranen,
dominus Thomas episcopus Venusin.
dominus Leo episcopus Melfeten.
dominus lacobus episcopus Sancte Agadien. {sü).
dominus frater Pondus episcopus Vican.
dominus Cesarius episcopus Equen.
dominus Gerardus episcopus Rapollan.
dominus frater Nicolaus episcopus Rapollan.
dominus Johannes episcopus Andren,
dominus Symon episcopus Vigilien.
dominus Michael episcopus Sciguinus.
dominus lacobus episcopus Rototin {sie).
dominus frater lacobus episcopus Licteren.
dominus Beniardus episcopus luvenaten.
dominus lacobus episcopus Casertan.
dominus Laurencius episcopus Minervinen.
dominus frater Petrus episcopus Bivinen.
dominus Guillennus episcopus Qomachen.
dominus Alamanus episcopus Balneor^en.
dominus Thomas episcopus Wlturanen.
dominus lohannes episcopus Bisinianen.
dominus Marchus episcopus Pennen,
dominus Bartholomeus episcopus Isclanus.
dominus Guillennus episcopus Aquinat.
dominus Paulus episcopus Suanen.
dominus frater Lucas episcopus Nauten.
dominus Anthonis («V) episcopus Gardien,
dominus Anthonius episcopus Massan.
dominus Franciscus episcopus Treventin.
dominus frater Cristoforus episcopus Vescan.
dominus Franciscus episcopus Policastren.
dominus Petrus episcopus Osturien.
dominus Paulus episcopus Stabien.
dominus Nicotaus episcopus Troian.
dominus Philippus episcopus Umbriacen.
dominus frater Petrus episcopus Lubien,
— 219 —
dominus frater Petrus episcopus Cayacen.
dominus frater Blasius episcopus Alarin.
Dominus frater Ysaac pro monasterio sancte Marie de Capiola.
frater Angelus abbas monasterii sancti Nicolay de Fogia.
frater Adenulphus abbas monasterii sancti Petri Salemitan. diocesis.
frater Beruardus abbas monasterii sancte Marie de Circi Boven. diocesis.
frater Nicolaus abbas monasterii sancti Benedicti Baren.
frater Lucas abbas monasterii sancte Marie Cerratis Licien. diocesis.
frater lohannes abbas monasterii Sancti Salvatoris Wlteran. diocesis.
frater lohannes abbas monasterii sancti Petri de Roca Aretin. diocesis.
frater Michael abbas monasterii sancti Crispoliti Assisinat. diocesis.
frater lohannes abbas monasterii sancti Baronti Pistorien diocesis.
frater Sponcius abbas monasterii sancti Lupi Beneventan.
frater Thomas abbas monasterii sancti Nicolay de Cotrono.
frater lohannes abbas monasterii sancti Petri de Pedemont. Casertan.
diocesis.
frater Petrus abbas monasterii sancti Remigii prope lanuam.
frater Albericus abbas monasterii sancti Angeli de Montecaveoso Ache-
rontin. diocesis.
frater Blasius abbas monasterii sancti Petri de Monteviridi Wlteran.
diocesis.
frater Blasius abbas Sanctorum lacobi et Christofori Aretin. diocesis.
frater Nicolaus abbas monasterii de Petrasicca Perusin diocesis.
frater Franciscus abbas monasterii sancti lanuarii de Capoma Aretin.
diocesis.
frater Andreas abbas sancti Petri de Ebulo Salemitan. diocesis.
frater Thomas abbas monasterii sancti Leonardi Salemitan. diocesis.
frater Lucas abbas monasterii Sancte Trinitatis de Montesco. Sypontin.
diocesis.
frater Maurius {sie) abbas monasterii sancti Michaelis de Podiobonizi
Florentin. diocesis.
frater Anthonius abbas monasterii Sancti Salvatoris de Cantinhano Lu-
can. diocesis.
frater Philippus abbas monasterii beate Marie Matris Domini de Nuceria
Salemitan. diocesis.
frater Guido abbas monasterii sancti Angeli Wlturen. Rappollan. diocesis.
frater Philippus abbas monasterii sancte Marie in Illice Consan.
diocesis.
— 220 —
frater Benedictus abbas monasterii Sancti Salvatoris de Varano.
frater Nicolaus abbas monasterii sancti Petri de Canonica Amalfitan.
diocesis.
frater Pelagius abbas monasterii sancte Marie de (kleine Lücke) Abessan.
diocesis.
frater Paulus abbas monasterii sancti lacobi de Senis.
frater lacobus abbas monasterii sancte Marie de Pettano Capudaquen.
diocesis.
frater Benedictus abbas Sancte Trinitatis de Alfiolo Senen. diocesis.
frater Petrus abbas monasterii sancti Lupi de Benevento.
frater Egidius abbas monasterii sancti Pancracii Florentin. diocesis.
frater Angelus abbas monasterii sancte Marie de Crispiano Tarentin.
diocesis.
frater lohannes abbas monasterii sancte Marie de Poncio Gaietan. diocesis.
frater Thomas abbas monasterii de Ferraria Teanen. diocesis.
frater Aymericus abbas monasterii de Bosco Squillacen. diocesis.
frater lohannes abbas monasterii sancti lohannis in Venere Teatin.
diocesis.
frater Blasius abbas monasterii sancti Prisci de Nuceria Salemitan.
diocesis.
frater Thomas abbas monasterii sancti Theodori Gaietan. diocesis.
frater Venucius abbas monasterii sancti Andree de Insula Brundusin.
frater Neofitus archimandrita sancti Nicolay de Calamisio Militen.
diocesis.
frater Nicolaus abbas monasterii sancte Marie de Pulsano Sipontin.
diocesis.
frater Petrus abbas monasterii sancte Sophie de Benevento.
frater Helias abbas monasterii sancte Marie de Dragonaria.
frater lacobus archimandrita Sancti Salvatoris de Ling^ua Pari,
frater Maurus abbas monasterii Sancti Salvatoris Thelesin.
frater abbas monasterii sancte Marie de Victoria,
frater Peregrinus abbas monasterii sancte Marie de Centula Capudaquen.
diocesis.
frater Nicolaus abbas monasterii sancte Marie de Matina Cistercien.
diocesis.
frater lohannes abbas monasterii sancti Ponciani Lucani.
frater Ysayas abbas monasterii sancti Nicolai de Monte de Cellamnis
leracen. diocesis.
dominus Dyonisius archiepiscopus Messan.
— 221 —
Collect. Cam. No. 353. {Reg. Litterarum Camerarii et Thesaurarii Apost.
1364,, J368, ijöp) fasc. II. fol. 41 V.
In dem Texte der Urkunde stehen eine Antuthl Sätu m Klammern, Dieselben fehlen in
dem vcrli^enden ActenstiUke, finden sich jedoch in der unten folgenden Urkunde vom 24, Januar
IJÖS, Bei der grossen Wichtigkeit der umfassenden ExcommuniccUionsbriefe wollte ich die ein-
geklammerten Sätze nicht auslassen und doch eine Wiederholung des ganzen Textes vermeiden, und
darum wurde diese Form gewähü. Bei dem Mangel einer genetueren statistischen Ueber sieht über
die Gesammtzahl der italienischen Prälaten in jener Zeit, lässt sich der auf jeden Fall erschreckend
hohe Procentsatz der excommunicirten Prälaten der Halbinsel nicht bestimmen. In der Liste sind
insgesammt 9Ö Prälaten verzeichnet; unter denselben befinden sich j Erzbischöfe, jf Bischöfe,
S» Aebte und 2 Archimandriten, Die Eigennamen sind an vielen Stellen vollständig verderbt
überliefert,
314.
Gleichlautende Urkunde wie No. 313. 1867 Decembr. 20.
\Cammissio pro exigendo commune servitium a certis prelatis,]
[Guillermus miseratione divina tituli Sancie Marie in Transtiberim
presbiter cardinalis et Amaldus eadem gratia archiepiscopus Auxitan,, domini
nostri pape et sacri collegii dominorum cardinalium camerarii^ venerabili in
Christo patri domrno salutem in Eo, qui est omnium vera salus.]
[Nostri nos debitum,] — Datum Rome, die vicesima mensis Decembris,
anno a Nativitate Domini millesimo trecentesimo sexagesimo septimo, in-
dictione quinta, pontificatus sanctissimi patris domini Urbani pape quinti
anno sexto.
Nomina vero dictorum prelatorum excommunicatorum, suspensorum,
periurorum, de quibus supra fit mentio, necnon taxacionem ecclesiarum et
monasteriorum suorum et ea, in quibus camere apostolice et coUegio ante-
dictis ac familiaribus et officialibus eorumdem restant obligati, de verbo ad
verbum inferius describuntur.
Et primo:
Archiepiscopus Mediolanen. m flor.
Episcopus Pistorien. MC flor.
Episcopus Ortanus CXXV flor.
Episcopus Albiganen. IXXXV flor.
Episcopus Terdonen. IX • XXV flor.
Episcopus Comaclen. (vcu:at)
Episcopus Forosimfronien. CL flor.
Episcopus Suanen. IUI flor.
Episcopus Emonen. alias Civitatis nove cxxn flor.
Episcopus lustinopolitanus CXX flor.
Episcopus Cesenatis m flor.
— 222 —
Episcopus Soranus in Campania CXXV flor.
Episcopus Termulanus cxxv flor.
Abbas Sancti Petri Montis Viridi, diocesis Vulteran. LX flor.
Abbas Sancti Martini Terdonen. n • XXV flor.
Abbas Sancte Marie Dichavo Civitatis Castelle LX flor.
Abbas Sancti Thome de Aquanigra diocesis Brixen. LX flor.
Abbas de Monte Corliano Firman. diocesis LX flor.
Abbas Sancti Verecundi dioce^ Eugubin. LV flor.
Abbas Sancti Camprasii diocesis Lünen. LXXV flor.
Abbas Sancti Miliani diocesis Eugubinen. LXXV flor.
Abbas Sancti Supplicii extra muros Mediolanen. litl ■ L flor.
Abbas Sancti Gemini diocesis Namien. LXV flor.
Abbas Sancti lanuarii deSanctoIanuarioVercellen. diocesis CLXXX flor.
Abbas Sanctorum Gervasii et Portasü {sie) diocesis Placentin. LXXX flor.
Abbas Sancti Laurencii de Cezena LX flor.
Abbas Sancti GaudentÜ Alben. dioce»s CLXXV flor.
Abbas Sancti Quintini de Spingio dioce^ Saionen. (sie) LXXV flor.
Abbas Sancti Petri de Laude Veteri diocesis Landen. CL flor.
Abbas Sancti Marini Papren. diocesis cxx flor.
Abbas Sancti Bartholomei de RipoUs diocesis Florentin. LXXX flor.
Abbas Sanctorum Marie et Claudi diocesis Mutin. LX flor.
Abbas Sancti Benedicti de Padelirone Mantuan. diocesis VI flor.
Abbas Sancti Salvatorls et Sancti Vigilii diocesis Cenen. CLX flor.
Abbas Sancti Petri de Puteolis diocesis Lucan. lin flor.
Abbas Sancti Zenonis Pisanen. diocesis rh ■ L flor.
Abbas Sancti Dionisii Mediolanen. diocesis V flor.
Abbas Sancti Fructuosi de Capite Montis lanuan. diocesis n flor.
Abbas Sancti Felicis de lano Spoletan. diocesis XL flor.
Abbas de Pratalia diocesis Aretin. XL flor.
Abbas Sancte Cecilie de Comava Bononien. diocesis ifa flor.
Abbas Sancti lacobi de Senis XL flor.
Abbas Sancti Nicolai de Namio xxil flor.
Abbas Sancti Prosperii et Suburbiis (sie) Regii vl flor.
Abbas Sancti Petri Bremen, diocesis Papien. CXXn flor.
Abbas Sanctorum Gregorü et Viti de PisJs li flor.
Abbas Sancti Martini lanuen. dioces