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Full text of "Untersuchungen und Urkunden über die Camera Collegii Cardinalium für die Zeit von 1295 bis 1437"

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UNTERSUCHUNGEN UND URKUNDEN 



ÜBER DIE 



CAMERA COLLEGII CARDINALIUM 



UNTERSUCHUNGEN UND URKUNDEN 



ÜBER DIE 



CAMERA COLLEGII CARDINALIUM 



FÜR DIE ZEIT 



VON 1295 BIS i437 



VON 



PAUL MARIA BAUMGARTEN 

\ 



MIT DREI TAFELN 



LEIPZIG 

GIESECKE & DEVRIENT 



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1898 



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MAX SDRALEK 



GEWIDMET 






THE NEV/ YORK 

ASTOn.LENOX AND 
TILDEN FÜUNDATlüNS 
R 1932 L 



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VORWORT 



Vor ungefähr zwei Jahren war ich damit beschäftigt, eine Recension 
zu schreiben über das Buch: Kirsch, Die Finanzverwaltung des Kardinal- 
kollegiums im XIII, und XIV. Jahrhundert Münster i. W. Heinrich 
Schöningh 1895, VIII und 138 Seiten. 

Aus der Recension wurde ein längerer Aufsatz und aus dem längeren 
Aufsatze wuchs diese Veröffentlichung heraus. Weder Recension noch Auf- 
satz sind gedruckt worden, darum halte ich es für meine Pflicht, vorab 
hier zu dem Buche von Kirsch Stellung zu nehmen. 

Die eingehende Kenntniss des handschriftlichen Materials, auf dem 
sich die Studie von Kirsch aufbaut, befähigt mich, dieselbe beurtheilen zu 
können. Kirsch hat zum ersten Male ein Gebiet bearbeitet, für das es 
Vorarbeiten keine gab, und er hat in grossen Zügen das Beste geleistet, 
was man darüber schreiben konnte. Die systematische Zusammenfassung 
des jungfräulichen Materials hat der Verfasser mit eingehendem Verständniss 
und scharfer Unterscheidungsgabe unternommen, so dass seine Darstellung 
in ihren Grundzügen völlig unangreifbar ist und für alle Zukunft mass- 
gebend bleiben wird. Schon mit Rücksicht auf die Sammlung, in der die 
Studie erschien,^) war es für den Verfasser nicht angezeigt, den Einzelheiten 
zu sehr nachzugehen; dadurch gewann seine erstmalige Darstellung des 
Gegenstandes an Uebersichtlichkeit. Im Ganzen genommen ist darum 
Kirsch 's Buch eine Musterleistung, für die ihm dankbar zu sein die Histo- 
riker des ausgehenden Mittelalters alle Veranlassung haben. 



*) Kirchengeschichtliche Studien, herausgegeben von Knöpfler, Schrörs und Sdralek. 




THE NEW YORK 

PUBLIC. LiaRARY 




LIBRARY 

851A 



ASTOR, LENÜX AND 

TILDEN FüUNDATiÜNS 

R 4G3^ L 



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MAX SDRALEK 



GEWIDMET 






^ 









• VUl • 

Obschon Kirsch zahlreiche Documente in den Anmerkungen sowie 
in einem Anhange mitgetheilt hat, so erschien es mir dennoch angezeigt, 
eine Art von Urkundenbuch zur Finanzverwaltung des Cardinalscollegiums 
im Mittelalter zusammenzustellen, das in systematischer Anordnung die 
Arbeit von Kirsch sachgemäss zu ergänzen bestimmt ist. Natürlich mussten 
die einzelnen Fragen in grösserer Ausführlichkeit berücksichtigt werden, als 
es bei Kirsch der Fall gewesen war, so dass die Sammlung der Urkunden 
allein schon weit über den Umfang seiner Arbeit hinausreicht. 

Dieser meiner Urkundensammlung ein Begleitwort mit auf den Weg 
zu geben, gebot sich schon deswegen, damit die Leser auf die Bedeutung 
der einzelnen Stücke in sachgemässer Weise aufmerksam gemacht würden. 
Weiterhin musste der Commentar auch alle diejenigen Fragen berück- 
sichtigen, die zeitlich über den Rahmen der Publication von Kirsch hinaus- 
ragten. Denn bei der Sammlung der Urkunden ergab sich das Bedürfniss, 
die Finanzverwaltung des heiligen Collegiums bis zur grossen Reform unter 
Papst Eugen IUI, nicht bloss, wie Kirsch, bis zum grossen Schisma, zu 
untersuchen. 

Durch eine solche Erweiterung des Gesichtskreises konnten viele von 
Kirsch nur angedeutete Punkte besser beleuchtet oder zuweilen verbessert 
werden, so dass das Ergebniss der Detailuntersuchung nicht selten von 
demjenigen meines Vorgängers auf diesem Gebiete abweicht. Einzelne 
Abschnitte sind hier zum ersten Male behandelt worden, wie z. B. die 
Frage nach der äusseren Ausstattung der Urkunden und ihren Merkmalen, 
die Frage der äusseren Geschichte der Abtheilung Obligationes et Solutiones 
u. a. m. Demgemäss stellt sich mein Buch dar als eine mit ausführ- 
lichem Commentar versehene Urkundensammlung über die Finanz- 
verwaltung des heiligen Collegiums von Bonifaz VIII bis Eugen IUI. 
Für diejenigen, die sich mit dem Buche beschäftigen werden, bemerke ich 
hier gleich zu Beginn, dass die völlige Kenntniss der Arbeit von Kirsch 
stets vorausgesetzt wird. Es wäre viel zu weitläufig gewesen, wenn ich 
jeweils die gesammte Darstellung von Kirsch mit in meine Untersuchungen 
hätte einflechten wollen; auch wäre eine solche Ausnützung seines Buches 
eine Undankbarkeit gegenüber seinen bahnbrechenden Forschungen gewesen. 



* 



• VlUl • 

Das handschriftliche Material, aus dem ich geschöpft habe, befindet 
sich im Vaticanischen Geheimarchiv, Eine einzige Urkunde ist dem Grande 
Archivio di Napoli entnommen.^) 

Von den verschiedenen Abtheilungen des Archivio Segreto Vaticano 
sind folgende benutzt worden: 

1 . Die Bände der Obligationes et Solutiones Servitiorum Communium^ 
deren Beschreibung einige Abschnitte der Einleitung gewidmet sind. 

2. Die verschiedenen Abtheilungen der Registerbände: Series Vati- 
cana, Series Avenionensis, Series Lateranensis. 

3. Die Instrumenta Miscellanea^ d. h. die Sammlung loser Acten- 
stücke, die, chronologisch geordnet, in Cassetten aufbewahrt 
werden. 

4. Die Bestände des Archivum Gaste lli Sancti Angeli. 

5. Die Biblioteca Pia. 

6. Die Sammlung der Schede di Garampi, 

7. Die Abtheilung der Introitus et Exitus Gamerae. 

8. Die Abtheilung der Gollectoriae Gamerae.^) 

Die Vertheilung der aus den vorstehenden Sammlungen entnommenen 
Urkunden und Notizen erfolgte in der Weise, dass weitaus die grösste Zahl 
derselben im Urkundentheile untergebracht ist. Eine kleinere Zahl von 
Actenstücken ist aus leicht ersichtlichen Gründen in den Text hineinver- 
woben, wodurch nicht selten eine grössere Verständlichkeit der Ausführungen 
erzielt wurde. Im Urkundentheile selbst sind diejenigen Documente, die 
mir erst nach der fast vollendeten Drucklegung bekannt geworden sind 
oder bemerkenswerth erschienen, in einen Anhang verwiesen worden. Der 
Anhang ist wegen der verhältnissmässig kleinen Zahl von Documenten, 
nicht wie der Urkundentheil , nach Materien, sondern nach der zeitlichen 
Aufeinanderfolge der Stücke geordnet worden. 



Eine völlig abschliessende Geschichte der Finanzverwaltung des heiligen 
Collegiums im Mittelalter kann — meines Erachtens — nur Hand in Hand 



*) Siehe Urk. No. 337. 

*) Vcrgl. unten Seite III, woselbst nur die wichtigsten dieser Bestände aufgeftlhrt wurden. 
Siehe auch die in der Anmerkung Seite XVI angeführte Arbeit in den Annales de Saint-Louis- 
des-Francais, sowie Cauchie, De \k cr^ation d'une ecole Beige h. Rome. Tournai, Casterman 1896. 



mit einer solchen der camera apostolica geschrieben werden. Das Ver- 
hältniss beider Kammern zu einander, die gemeinschaftliche Thätigkeit 
beider Kämmerer, die rechnerische Auseinandersetzung und sachgemässe 
Buchung der dem heiligen Collegium zukommenden Gelder und Einkünfte 
in der camera apostolica, sowie viele andere Dinge sind sozusagen noch 
unerforscht. Man darf von der systematischen Untersuchung des Geschäfts- 
ganges in der apostolischen Kammer viele neue Aufschlüsse über die 
camera collegii erwarten. Dass dabei der zahlreichen curialen Aemter, 
über die wir noch herzlich wenig Authentisches wissen, eingehend gedacht 
werden muss, kann fiir die Geschichte der camera collegii nur von Vor- 
theil sein. 

Da die Einkünfte der Römischen Kirche zur Hälfte dem heiligen 
Collegium zukamen, so habe ich, um einen Ueberblick über die Höhe 
gewisser Einnahmen für die camera collegii zu gewinnen, sehr häufig die 
Zahlen den Geschäftsbüchern der apostolischen Kammer entnommen, wo 
mich die Register des Cardinalscollegiums im Stiche Hessen. Ueberhaupt 
boten die Geschäftsbücher der camera apostolica vielfach sehr werthvolles 
Material für unsere Frage dar, wodurch die vollständige Ausbeutung der- 
selben fiir die Zukunft zur Pflicht wird. 

Da es in der Natur der Sache liegt, dass die von der camera collegii 
ausgefertigten Urkunden in alle Welt hinausgingen, so konnte man nicht 
erwarten, dass sich viele Originale im Vaticanischen Geheimarchiv finden 
würden. Und so ist denn auch der Bestand derselben, mit wenigen Aus- 
nahmen, auf die zwischen den beiden Kammern gewechselten Quittungs- 
briefe und einzelne unausgefertigte Urkunden beschränkt geblieben. Es ist 
nicht zu erwarten, dass in auswärtigen Archiven viele dieser einschlägigen 
Urkunden erhalten sein werden, weil sowohl die verhältnissmässige Un- 
bedeutendheit ihres Inhaltes wie auch die Kleinheit der Form eine Auf- 
bewahrung in den meisten Fällen verhindert haben. In dem gewaltigen 
Archiv von Neapel findet sich nur ein einziges Original! 



Dank der Liberalität der Verlagshandlung war es mir gestattet, die 
sämmtlichen Urkunden so im Druck wiederzugeben, dass sie sich nach 
Möglichkeit der handschriftlichen Vorlage nähern. Wer etwas von den 



Schwierigkeiten und Kosten des complicirten Satzes kennt, der sich im 
Urkundentheile oft über ganze Seiten erstreckt, wird es begreiflich finden, 
wenn ich der Verlagshandlung hier die Gefühle meiner ganz besonderen 
Dankbarkeit zum Ausdrucke bringe. Die Ausstattung des Buches im All- 
gemeinen entspricht in ihrer vornehmen Einfachheit durchaus den 
ästhetischen Traditionen des Hauses Giesecke & Devrient. 

Bezüglich der Auswahl der drei diesem Bande beigegebenen Tafeln 
muss ich bemerken, dass es mir richtiger erschien, aus den drei wichtigsten 
Handschriften aus dem Beginne der Entwicklung Stichproben vorzulegen, 
als je eine Tafel aus dem Beginne, der Mitte und dem Ende des 14. Jahr- 
hunderts zu bieten. Die Abbildungen sind in natürlicher Grösse und geben 
den Character der Handschriften in ausgezeichneter Weise wieder. 

Ausser der Einleitung und dem Urkundentheile enthält der Band eine 
sehr nothwendige, streng chronologische Ueber sieht über alle verwendeten 
Urkunden, ein genaues Verzeichnisse) aller im UrkuTidentheile genannten 
Cardinäle nebst einem Index der Namen, cum quibus vulgariter nuncupa- 
bantur, sowie einen allgemeinen Index über den ganzen Inhalt des Buches. 
Sämmtliche mir erreichbar gewesenen Nachrichten über den ersten Unter- 
beamten der camera collegü, Petrus de Montechiello, sind in kurzer Be- 
arbeitung in den ersten Excurs verwiesen worden. Mehrere Notizen über 
die hauptsächlichsten Geldsorten folgen in einem zweiten Excurse, 

* * 

Einige Bemerkungen über die äussere Gestalt der Texte erscheinen 
mir nothwendig. Alle ((iejenigen Worte, die den Namen Gottes unter irgend 



^) Bezüglich des Verzeichnisses der im Urkundentheile genannten Cardinäle sei hier das 
Folgende bemerkt. Zahlreiche Cardinäle werden in den Rechnungen nur mit einem kurzen 
Namen erwähnt, der ftlr den, der sich nicht eingehend mit diesen Verhältnissen beschäftigt hat, 
Schwierigkeiten in der Feststellung der Person bieten könnte. Um diesem Uebelstande abzu- 
helfen, gebe ich ein nach den Taufnamen alphabetisch geordnetes Verzeichniss der Cardinäle 
mit allen nothwendigen Angaben. Weiterhin folgt ein Verzeichniss der Vulgämamen (cum quibus 
S, /^, E. cardinaUs ^vulgariter'* ftuncupabanlur)\ dann eine Liste der Titel (im weiteren Sinne) 
und schliesslich ein Index zum ersten Verzeichniss. In dem am Schlüsse des Bandes befind- 
lichen Orts- und Personenregister werden alle in dem genannten Verzeichniss erwähnten Cardinäle 
genannt unter Hinweis auf Seite und Nummer des eUnchus und unter Anfügung aller Stellen, 
wo sie in den Untersuchungen genannt werden. Es ist also möglichste Genauigkeit angestrebt 
und erreicht worden. 

Das Verzeichniss der Cardinäle entlastete zahlreiche Seiten von grösseren Anmerkungen, 
ersparte eine Menge Verweisungen und bot den Vortheil, die Vulgärnamen und die Titel im 
Zusammenhange aufzufahren. Durch die ganze Anordnung glaube ich die Verwendung zahl- 
reicher Urkunden wesentlich erleichtert zu haben. 



• Xll • 

einer Form enthalten, die Namen der Feste des Herrn, die Worte Ecclesia 
Romana und alle von dem Worte festum abhängigen Ausdrücke habe ich 
mit grossen Anfangsbuchstaben geschrieben. 

Sobald ein Wort eine Besonderheit in der Orthographie aufweist, habe 
ich ein (stc) beigesetzt. Da jedoch viele Worte fast ständig mit demselben 
Fehler erscheinen, so glaubte ich im Verlaufe der Arbeit von dem jedes- 
maligen Hinweise absehen zu sollen, um die Texte nicht zu sehr zu be- 
lasten. So wird der Leser häufig peccunia, comissum, ymo, quictare, ydoneus, 
thessaurarius, Marienove und andere Worte ohne einen besonderen Hinweis 
in den Urkunden finden. Der Ablativ cardinale und cardinali kommt unter- 
schiedslos vor. Die Eigennamen finden sich in unseren Quellen in den 
verschiedensten Formen vor. Haben wir also 2, 3 und 4 verschiedene 
Schreibungen, so ist das nur der sprechende Beweis dafür, dass man im 
14. und 15. Jahrhundert jeglicher fester Regeln über die Schreibung der 
Eigennamen entbehrte. Selbst Autographen finden sich in verschiedenen 
Fassungen. Auf diese Unterschiede habe ich nur selten ausdrücklich auf- 
merksam gemacht. 

Was die über den Urkunden stehenden Regesten angeht, so habe ich 
dieselben in deutscher Sprache abgefasst. Nur da, wo ich dieselben in 
einem anderen Buche (Potthast, Regesta Clementis V, Registres de FEcole 
frangaise u. s. w.) in lateinischer Sprache fand, und ich sie einfach über- 
nahm, habe ich die Sprache meiner Vorlage beibehalten. 

Dass sich einige der von mir gebotenen Urkunden bei Raynald, 
Rymer, Spittel, Gottlob, Brom, Kirsch u. A. finden, konnte mich 
nicht abhalten, dieselben doch aufzunehmen. Es handelte sich mir nicht 
so sehr darum, nur neues Material zu bieten, wie darum, das Material mög- 
lichst übersichtlich und umfassend und häufig in wesentlich verbesserter 
Weise zusammenzustellen. 

Weiterhin bedarf es wohl kaum einer Erklärung, warum nicht nur 
solche Urkunden aufgenommen wurden, die in directer Weise unser Thema 
berühren, sondern auch solche, die man unter dem Sammelnamen ,yVer- 
wandte Actenstücke** zusammenfassen kann. Ebenso versteht man leicht, 
dass viele Urkunden in zwei, drei oder vier verschiedenen Abschnitten 
ihren Platz hätten finden können, je nachdem man diese oder jene 
Besonderheit als massgebend ansehen will. Mich leitete bei der Ver- 
theilung der Urkunden unter die einzelnen Abschnitte der Gesichtspunkt, 



• xm • 



eine jede Urkunde, unbekümmert um ihren sonstigen Inhalt, dem Ab- 
schnitte zuzuweisen, für den sie als besonders bemerkenswerth ausgewählt 
worden war. 



* 



Für die Erforschung der Finanzverwaltung des CardinalscoUegiums 
macht es durchaus keinen Unterschied, ob man die Register der Cardinals- 
coUegien der Päpste oder der CardinalscoUegien der Gegenpäpste heranzieht. 
Da der erste camerarius coUegii des Gegenpapstes Clemens VII das Amt 
schon vor dem Schisma innegehabt hatte, so wurde in Avignon nur die 
gewohnte Ordnung der Dinge fortgesetzt. Ich habe darum niemals besonders 
darauf aufmerksam gemacht, aus welcher camera collegii eine Urkunde 
stammt. Da weiterhin Alexander V die Beamten aus den beiden Obedienzen 
Gregor XII und Benedict XIII zur gemeinschaftlichen Verwaltung der camera 
collegii heranzog, so sind dadurch etwa entstandene Verschiedenheiten in 
der Geschäftsgebahrung vollständig ausgeglichen worden.*) Dass das Gleiche 
noch bis unter Martin V für die camera apostolica der Fall war, ist bekannt. 
Als besonders sichere Unterlage für das Eindringen in die Finanzverwaltung 
des heiligen Collegiums muss man die Feststellung der Listen der Beamten 
der camera collegii ansehen. Die ausgezeichneten Aufstellungen von Kirsch 
über die series camerariorum collegii habe ich revidirt und bis zum Jahre 1437 
fortgeführt. Bezüglich der clerici collegii habe ich einen Anlauf gemacht, 
die Reihe der sich folgenden Unterbeamten festzulegen. Es muss weiteren 
Untersuchungen vorbehalten bleiben, das diesbezügliche Material erschöpfend 
zu behandeln. Ich will hier einen Zweifel an der Möglichkeit, eine lücken- 
lose, nach Pontificaten von Päpsten und Gegenpäpsten geordnete Liste der 
clerici collegii aufzustellen, nicht unterdrücken. Meine Auffassung von der 
Entstehung des Amtes der clerici collegii, bezw. seiner allmählichen Ent- 
wicklung, weicht von derjenigen Kirsch 's wesentlich ab. Es wird Sache 
der Fachgenossen sein, zu entscheiden, welche Ansicht mehr Gründe für 
sich hat. 

Da Kirsch in seinem Vorworte*) bemerkt, dass Gottlob der Unter- 
suchung der Frage, wann das Bestreben der Cardinäle nach einer festen Zu- 
wendung eines Theiles der Einkünfle der Römischen Kirche an das heilige 



*) Siehe Urk. No. 40 ff. 
^ Seite VI. 




• XlUl • 



Collegium einsetzt, näher getreten ist, so habe auch ich davon abgesehen, hier- 
über eigne Studien anzustellen, in der Erwartung, dass der Gottlob'sche Auf- 
satz bald im Historischen Jahrbuche der Görresgesellschaft erscheinen werde. ^) 



« 



Das von allen Forschem rühmlichst anerkannte Entgegenkommen der 
Herren Beamten des Vaticanischen Geheimarchivs ist auch mir in besonderer 
Weise zu Theil geworden. Herrn Pater Heinrich Denifle, O. P., und Mgr. 
Pietro Wenzel bin ich zu herzlichem Danke verbunden. Herr P. Conrad 
Eubel, O. M. C, hatte die grosse Güte, meine Arbeiten durch Mittheilung 
der Aushängebogen seines monumentalen Werkes über die Cardinäle und 
Bischöfe (von Innocenz III bis Martin V), sowie durch gütige Beantwortung 
zahlreicher Anfragen wesentlich zu unterstützen, wofür ich demselben meinen 
besonderen Dank abstatte. Den Herren Bliss, Dr. Hayn und Dr. Pogatscher 
bin ich fiir den Hinweis auf einige interessante Notizen verpflichtet. 

Rom, den i. Nov. 1897. n 1 üir • n 

Paul Maria Baumgarten. 



^) Nach vollständigem Abschlüsse des Druckes geht mir folgendes Buch zu : Repertorium 
Gcrmanicum, Regesten aus den päpstlichen Archiven zur Geschichte des deutschen Reichs und 
seiner Territorien im XIV. und XV. Jahrhundert. Herausgegeben durch das K. Preussische 
historische Institut in Rom. Pontificat Eugen IV (143 1 — 1447) I.Band. Unter Mitwirkung 
von Johannes Haller, Joseph Kaufmann und Jean Lulves bearbeitet von Robert 
Arnold, Berlin, A. Bath. 1897. In diesem stattlichen und ausserordentlich inhaltreichen Bande 
befindet sich in J 12 der Einleitung (Seite XLIX — LIV) eine Ausführung über die ,tActen des 
CardinalcolUgs*' , Mit den dortigen Feststellungen kann ich mich nicht ganz einverstanden 
erklären. An anderer Stelle werde ich mich mit den Angaben dieses Abschnittes auseinandersetzen. 



INHALTSVERZEICHNISS 



Sdte 
Widmung ♦ v • 

Vorwort • vii • 



Untersuchungen. 

Theil I m 

Abschnitt I. 

A. Der Bestand der Bände Obligationts et Solutiones im Vaticanischen Gekeimarchiv, 

1. Allgemeine Bemerkungen. Aussehen der Bände Obligationes et Solu- 
tiones. — Einbände derselben. — Einstellung der Handschriften. — Ueber- 
tragung der Bände aus der Guardarobba in das Geheimarchiv im 

2. Theilübersichten. Katalog des Jahres 1671. — Erforschung seiner Be- 
stände. — Erklärung einiger Signaturen vi 

3. Alte Aufstellung in den Armarien. Angaben Garampi's villi 

4. Alter Zettelkatalog. Garampi inventarisirte die Handschriften ohne die 
Arbeit ganz zu vollenden X 

5. Ueberweisung der Bände an das Geheimarchiv. Räumungs- und 
Ordnungsarbeiten in der Guardarobba um die Mitte des XVI. Jahrhunderts .. xii 

6. Archiv des heiligen Collegiums. Anregung zur Errichtung desselben 

unter Paul III. — Gründung desselben unter Pius IUI, bezw. Urban VIII.. .. xiii 

7. Schlussbemerkungen. Nothwendigkeit einer Concordanz aller vorhandenen 
Signaturen. — Erklärung der Ausdrücke der grossen Concordanz xiiii 

Concordanz alter und neuer Signaturen der Bände der Abtheilung 

Obligationes et Solutiones im Vaticanischen Geheimarchiv .. .. xvii 

B. Die Register der eamera coUegii im Mittelalter. 

Unter Bonifaz VIII wird mangels Nachrichten in den Geschäftsbüchern der eamera 
coUegii auf andere Register zurückgegriffen. — Geordnete Buchführung begann 
höchst wahrscheinlich erst im Jahre 1295. — Erste Verschleppung der Ge- 
schäftsbücher nach Spoleto 131 7. — Zweite Verschleppung 14 19 xxiiii 

C. Nachrichten über die Bände Oblig. jA. und Oblig. 6, 

Besondere Bedeutung von Oblig. i A. — Theilabschriften und wissenschaftlicher 
Werth derselben. — Amtliche Anfertigung von Registerabschriften. — Inhalt 
der Handschrift. — Oblig. 6 ist eine Pergamenthandschrift von grosser Ge- 
nauigkeit — Verlust der Fortsetzung dieses Bandes xxvii 




♦ XVI 






Abschnitt II. Seite 

Die Betheiligung des heiligen Collegiums als solchen an der Finanzverwaltung und die 

Verwaltungsorgane des heiligen Collegiums für seine Gesammteinkünfte xxxilii 

1. Die Theilnahme der Cardinäle an der Finanzverwaltung. Divi- 
siones consistoriales. — Genaue Bestimmung des Zeitpunktes, an dem die 
Cardinäle in den Mitgenuss der gemeinschaftlichen Einkünfte traten. — 
ConsistorialfÜhigkeit. — Ausschluss der Legaten und Nuntien. — Constitution 
Clemens V vom 5. Mai 13 12. — Anwendung derselben. — Ausnahmen für 
Abwesende. — Absentia, Bedeutung und Anwendung derselben. — Statut 

vom 12. April 143 1 über die Antheilnahme der Legaten xxxiiii 

2. Die Camera computorum collegii dominorum cardinalium. Selb- 
ständige Verwaltung der gemeinschaftlichen Einkünfte durch das Cardinals- 
collegium. — Verhältniss der beiden Kämmerer zu einander. — Endgiltige 
Ausbildung der camera collegii im Jahre 1332 XLI 

3. Der Kämmerer des heiligen Collegiums. 

a. Wahl des camerarius collegii. — Er bekleidete sein Amt wohl lebens- 
länglich. — Wichtigkeit des Amtes XLiii 

b. Stellvertretung des camerarius collegii. — Dieselbe war sowohl eine officielle, 
durch den Papst bestellte, wie eine inofficielle. — Die beiden Kämmerer 
vertraten sich gegenseitig. — Beispiele der Stellvertretung XLiiii 

c. Die geschäftliche Thätigkeit des camerarius collegii. — Er wurde nicht 
vereidigt und legte keine Rechenschaft ab XLVII 

d. Ausnahmsweise Anerkennung zweier camerarii collegii zur selben Zeit 
unter Alexander V. — Beendigung der doppelten Besetzung des Amtes 
am 17. Juni 14 12. — Liste der Cardinalkämmerer nach Päpsten und 
Gegenpäpsten geordnet XLViii 

Chronologisches Verzeichniss der Cardinalkämmerer bis auf Martin V Li 

4. Die Unterbeamten des camerarius collegii. 
a. Die clerici collegii. 

a. Erster nachweisbarer Unterbeamter ist Petrus de Montechiello. — Seine 
Titel. — Nachfolger desselben und deren Titel. — Feststellung der Ent- 
wicklung des Amtes bis zum Jahre 1332 LViii 

ß. Vorarbeiten zu einer series clericorum sacri collegii. — Chronologische 
Aufzählung derselben. — Versuch einer Feststellung, wie je zwei dieser 
Beamten neben einander arbeiteten LXiii 

y. Ernennung und Eid der clerici. — Die Ernennung geschah durch den 
camerarius collegii ohne Einflussnahme des heiligen Collegiums. — Von 
1437 ab behielt sich das Collegium die Ernennungen vor. — Einzelheiten 
betreffs der Ernennungen. — Ueberlieferte Auszüge aus dem Eide der 
clerici von 1361 und 1414. — Vollständige Eidesformel nach dem 
Jahre 1437 Lxxi 

Ö. Allgemeine Bedeutung des Amtes der clerici collegii. — Erörterung der 
uns überlieferten Beförderungen derselben. — Aemter, die sie vorher 
inne hatten Lxxvi 

b. Die servitores collegii Lxxviii 

c. Die Schreiber des Collegiums lxxviii 

5. Die Gehälter der Beamten. 

a. Der Cardinalkämmerer. Derselbe bezog die gesammte Siegeltaxe als Ein- 
kommen. — Höhe derselben. — Spätere Festsetzungen des Einkommens. — 
Berechnung und Verrechnung der Taxen LXXX 



• XVll • 



Seite 



b. Die clerici collegii. Erste Nachrichten tlber Besoldung derselben zu Beginn 
des 14. Jahrhunderts. — Dann Festsetzung des Gehaltes auf i Procent 
der Bruttoeinnahme. — Am i. October 141 9 Festsetzung auf 2 Procent 
der Bruttoeinnahme. — Grossi litterarum, Berechnung und Verrechnung 
derselben. — Vertheilung der Einkünfte unter beide clerici Lxxxiii 

Neuordnung der camera collegii im Jahre 1437. — Statuta sacri collegii. — 
Modificationes potestatis camerarii dominomm Sacrosancte Romane Ecclesie 
cardinalium. — Alie modificationes potestatis camerarii sacri collegii reve- 
rendissimorum dominomm Sancte Romane Ecclesie cardinalium Lxxxvi 

Theil II xcvi 

Abschnitt IIL 
Servitia commuftia — visitationes xcvii 

1. DieServitien. Erklärung und Eintheilung derselben. — Verhältniss des 
servitium minutum collegii zur medietas servitii communis, die dem heiligen 
Collegium zustand. — Verpflichtung zur Zahlung (obligatio praelatorum). — 
Obligation durch Stellvertreter. — Zahlung ohne Obligation xcvil 

Höhe der Verpflichtung. — Einflussnahme des Papstes auf die Antheile 
des Collegiums. — Festsetzung der Regeln bei mehrfacher Erledigung einer 
Prälatur in demselben Jahre. — Erörterung einiger interessanter Fälle. — 
Herabsetzung oder Erlass der Servitien. — Verfügung Johann XXIII vom 
Jahre 1413. — Generelle Befreiung von den Servitien. — Verfügung Bene- 
dict Xni vom Jahre 1397. — AnfUhrung einiger Jahreseinnahmen aus den 
Servitien cv 

2. Die Visitationen. Verzeichniss der zu visitationes reales verpflichteten 
Prälaten. — Erörterung einiger Processe über die Höhe der Summe oder 
über die Verpflichtung zur 2Uihlung überhaupt — Recognita bei den Visi- 
tationen cxxi 

Abschnitt UXL 
DU Cemus der Königreiche cxxvi 

1. Census von Neapel-Sicilien, beziehungsweise Neapel allein. 
Erste Belege ftlr die Vertheilung. — Ständige Zahlung von 1272 ab. — 
Trennung von Sicilien und Neapel, beide mit gesondertem Census. — Ver- 
schuldung des Königs von Neapel. — Verhandlungen über die Bezahlung 

der Censusschulden cxxvii 

Berechnung des schuldigen census Ordinarius und census antiquus am 

14. März des Jahres 1330 cxxxii 

Berechtigung der Erben verstorbener Cardinäle zum Empfange von Census- 

antheilen. — Arten der Urkunden. — Art der Auszahlung cxxxviii 

2. Census Trinacriae, d. h. die Abgabe von der Insel Sicilien .. .. CXL 

3. Census regni Angliae et Terrae Hiberniae CXLI 

4. Census Sardiniae et Corsicae Insularum CXLI 

Abschnitt V. 
Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin, den PcUrimonialgütern der Römischen Kirche^ 

Ferrara, dem Peterspfennig und sonstigen Zinszahlungen cxLiil 

1. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin CXLIII 

2. Einnahmen aus den Patrimonialgütern der Römischen Kirche 

und Ferrara cxLvii 

3. Einnahmen aus dem Peterspfennig cxLViui 

4. Kleinere Zinszahlungen cl 

Baumgartbn» Finanzverw. dm Card.- CoUeg. im Mittelalter. 



I 



♦ XVUl • 

Abschnitt VI. Seite 

AusserordtntlUhe Ueberweisungen der Päpste oder dritter Personen an die camera collegii, 

betw. einen Theil des heilten CoUegiums CLii 

1. Geldgeschenke der Päpste an die Mitglieder ihres Conclave. 
Erstes bekanntes Geschenk dieser Art von Benedict XI. — Clemens V 
schenkte auch gewisse Summen, die sich jedoch nicht mit Sicherheit als auf 
das Conclave bezüglich erweisen lassen. — Geschenk Johann XXII. — Die 
Stellung des Cardinais Lucas de Flisco bei der Vertheilung der Summen. — 
Geschenk Benedict XII. — Geschenk Clemens VI. — Geschenk Bonifaz Villi, cliii 

2. Sonstige Geschenke von Seiten der Päpste. Strafgelder. — Gene- 
relle Bevorzugung der Cardinäle beim Erwerb der Pfründen u. s. w CLViiii 

3. Geschenke dritter Personen an das heilige Collegium CLX 

Abschnitt VII. 
Eigentliche Verwaltungsangelegenkeiten und Verwandtes CLX 

1. Gemeinschaftliche Ausgaben des heiligen CoUegiums. Kommen 
verhältnissmässig selten vor. — Ausgaben sede vacante. — Ausgaben während 

des Schisma's CLX 

2. Das heilige Collegium und seine Banquiers. Mercatores. — Depo- 

sitarii, campsores, receptores clxiiii 

3. Die Buchführung in der camera collegii - CLXVi 

4. Vorschüsse, Anleihen und sonstige Angelegenheiten. Anleihen 
der Päpste beim heiligen Collegium. — Anleihen der camera collegii. — 
Anleihen der einzelnen Cardinäle unter Verpfändung ihrer Einnahmen. — 
Besteuerung der camera collegii pro decima CLXViiii 

5. Gerichtsstand des heiligen CoUegiums in Geldangelegenheiten. CLXXII 
Abschnitt VUI. ^ 

Die Form der Vertheilung und Auszahlung der Antheile der Cardinäle CLXXiiii 



Theil in \ CLXXviu 

Abschnitt Vmi. 
Die Censuren und ihre Handhabung CLXXVin 

Beide Kämmerer hatten von jeher die Vollmacht, Censuren gegen säumige 
Zahler zu verhängen. — Härte der Strafen. — Mangelnde Berechtigung 
der Art der Handhabung. — Freiwilligkeit der Zahlung der Servitien war 
zum directen Zwange geworden. — Nachlässigkeit oder absichtliche Säumig- 
keit der Prälaten CLXXViii 

Häufigkeit der Bestrafungen unter Urban V. — Untersuchung derselben. — 
Form der Verhängung und Verkündigung der Censuren. — Art der Ein- 
treibung der rückständigen Summen CLXXX 

Drei Urkunden aus der Zeit Urban V, worin nahezu 200 italienische und spa- 
nische Prälaten als Meineidige genannt werden. — Lossprechung der Be- 
straften. — Gelegentlich vorkommendes milderes Verfahren. — Säumige 
Prälaten wurden in ungeweihter Erde begraben CLXXXii 

Abschnitt X. 

Form und Ausstattung der Urkunden, Art ihrer Eintragung in die Register CLXXXV 

Wenige Originale sind erhalten. — SchreibstofT, Schrift und Schreiber. — Ein- 
gangsprotocoll. — SchlussprotocoU. — Besiegelung. — Camendnotizen auf 
Originalen. — Eintragung in die Register CLXXXV 

Abschnitt XI. 
Schlussbemerkungen * cxcvii 



i 






4 . 






« 



• xvmi • 

EzCUrS I. Seite 

Petrus de MontechieUo, Unterbeamter in der camera collegii, später Bischof von Spoleto, cxcviiu 

Bxcurs II. 

Einige Bemerkungen über die Zahlungsmittel ccviii 



Urkunden. 



f. 

) 

.\ 

( I. Theünahme der Cardinäle an den Einkünften des heiligen CoUegiums und Aus- 
schluss derselben von den Bezügen i 

n. Die Kämmerer des heiligen CoUegiums. Stellvertretung derselben 12 

in. Unterbeamte des camerarius collegii. Urkunden über die Ausbildung des Amtes 

der derici collegii (nebst verwandten Actenstücken) 19 

IUI. Die Servitien, Erlass derselben, Neueinschätzung von Bisthümem und Abteien, sowie 

alle mit den Servitien zusammenhängenden Urkunden 47 

V. Die Visitationen, ihre Berechnung, Vereinnahmung und Vertheilung. Untersuchungen 

über Verpflichtungen einzelner Prälaten zur Zahlung von Visitationen 82 

VI. Der Census fUr das Königreich beider Sicilien, beziehungsweise ftlr das Königreich 

Neapel alleine ^ .. • 93 

VII. Der Census Trinacriae, das ist die von dem Königreiche Sicilien trans Phxmim zu 

zahlende Abgabe an die Römische Kirche 138 

VIII. Der Census Regni Angliae et Terrae Hibemiae 140 

VTTIT. Der Census Sardiniae et Corsicae Insularum, zahlbar durch den Lehensinhaber, 

den König von Aragonien 143 

X. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin, den Patrimonialgütem der Römischen Kirche, 

Ferrara, dem Peterspfennig und kleineren Zinszahlungen 150 

XI. Ausserordentliche Ueberweisungen der Päpste an die camera collegii, bezw. einen 

Theil des heiligen CoUegiums 176 

XII. Geschenke dritter Personen an das heilige CoUegium i$6 

XUI. Gemeinschaftliche Ausgaben des heiligen CoUegiums, Anleihen, Vorschüsse und 

Aehnliches 189 

Xnil. Die Censuren und ihre Handhabung 209 

XV. Actenstücke über die Vertheilung und Auszahlung der Antheile der Cardinäle .. .. 229 
XVL Anhang 238 



Sanctae Romanae EccUsiae CardincUium Occurrentium Elenchus, 

I. Nomina et Cognomina S. R. E. cardinalium occurrentium ordine recensentur Utte- 

rarum sive alphabetico 266 

n. Cognomina, quibus nonnuUi S. R. E. cardinalium occurrentium „vulgariter" nomina- 

bantur 283 

ni. Tituli occurrentes 285 

im. Primi Elenchi index generalis 286 

Chronologisches Verzeichniss sämmtlicher Urkunden 292 

Personen- und Ortsverzeichniss 334 

Zusätze und Berichtigungen 373 

Errata-Corrige 377 



UNTERSUCHUNGEN. 



BAUMGArrKN, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. 




THEIL I. 



Wie in der Vorrede hervorgehoben wurde, beschäftigt sich die vor- 
liegende VeröfTentlichung mit Urkunden der camera sacri collegii 
cardinaiium. Die Erörterungen, die dem Abdrucke derselben voraus- 
gehen, befassen sich in der Hauptsache nur mit den Ergebnissen, die sich 
aus den Urkunden ableiten lassen. Diese Ausfuhrungen sind also im 
Wesentlichen als Einleitung aufzufassen. 

Um eine richtige Unterlage für die Erörterungen zu gewinnen, ist es 
nothwendig, sich mit den eigentlichen Quellen, aus denen die Urkunden 
geschöpft sind, des Näheren bekannt zu machen. Streng genommen würden 
hierbei in Frage kommen die Serie der Obligationes et Solutiones, die Introitus 
et Exitus Camerae, die Collectoriae Camerae, die Registerbände (Vaticanische, 
Avignonesische, Lateranensische) und die Instrumenta Miscellanea, sämmtlich 
im Vaticanischen Geheimarchiv. Von diesen verschiedenen Beständen ist 
jedoch nur der erste von ausschlaggebender Wichtigkeit fiir die behandelte 
Frage, während die übrigen mehr als Ergänzung herangezogen wurden. Aus 
diesem Grunde, sowie weil über die anderen Bestände von anderer Seite 
schon ausfuhrlicher gehandelt worden ist,^) beschränken sich die zunächst 
folgenden Untersuchungen lediglich auf die Serie der Obligationen, wie man 
die Bände kurz zu nennen pflegt. 

Unzweifelhaft ist das Material der camera sacri collegü cardinaiium 
längst nicht mehr vollständig vorhanden,') wie sich aus verschiedenen 
Gründen ergiebt. Und was heute den Bestand der Obligationen ausmacht, 
ist nur zum kleineren Theile in der Kammer des Cardinalscollegiums 
zusammengestellt worden, der grössere Theil besteht aus Registern der 



^) Vergl. die ausgezeichnete Zusammenstellung der einschlfigigen Litteratur in The 
American Historical Review 11, i. Haskins, The Vatican Archives, Seite 40 — 59. 
■) Siehe unten Seite XXmi fif. 



a* 



IUI 

apostolischen Kammer. Sämmtliche alten Register beider Kammern sind 
hier zu einem Ganzen vereinigt, das mehr oder weniger chronologisch ge- 
ordnet, von Vielen schon benutzt und noch von Niemanden beschrieben 
worden ist. 

Der Umstand, dass die Urkunden ohne Rücksicht darauf, ob sie aus 
den Registern der camera apostolica oder der camera collegii stanmien, aus- 
gewählt worden sind, sowie die Thatsache, dass beiderlei Register ein Ganzes 
für sich bilden, lassen es als nothwendig erscheinen, die Abtheilung auch als 
Ganzes zu untersuchen und zu beschreiben, wobei allerdings an einigen 
Orten den Registern der camera collegii besondere Aufmerksamkeit wird 
geschenkt werden können. 

An erster Stelle wird sich die Untersuchung auf die Register als 
Archivalien und an zweiter Stelle auf die Register als Geschäfts- und 
Nachschlagebücher für den Betrieb in der camera collegü erstrecken. 
Drittens gebe ich eine eingehendere Inhaltsangabe und Beschreibung zweier 
besonders wichtiger Bände. 



ABSCHNITT I. 



Der Bestand der Bände Obligationes et Solutiones im 

Vaücanischen Geheimapehiv. 

Nachdem die heute im Vaticanischen Geheimarchiv befindlichen Bände 
der Obligationes et Solutiones aus dem directen Gebrauche beider Kammern 
ausgeschieden und somit Archivalien geworden waren, haben dieselben 
wechselnde Schicksale gehabt, denen ich im Folgenden nach Möglichkeit 
nachzuforschen gedenke. 

I. Allgemeine Bemerkungen. — Während uns die R^^ter des heiligen 
Collegiums gelegentlich über kleine Ausgaben für die Kanzlei unterrichten, 
z. B. über den Ankauf von cera pro conficiendis sigillis quittantiarum und 
Aehnliches, ist mir keinerlei Aufzeichnung über die Anschaffung der noth- 
wendigen Geschäftsbücher, des Pergamentes, des Papiers für die erste Auf- 
nahme der Obligationen u. s. w. bekannt geworden. Die Register und ihr 
Aussehen können wir uns. jedoch, auch ohne Angaben aus jener Zeit, noch 



recht gut vorstellen, denn ganz wenige derselben sind wohl noch in ihrem 
ursprünglichen äusseren Zustande auf uns gekommen. Dieselben bestanden 
aus mehr oder weniger umfangreichen Heften (Fascikeln), die durch einen 
dauerhaften Pergamentumschlag geschützt wurden.^) Demgemäss haben wir 
es nicht mit gebundenen Büchern zu thun und wir müssen darum die heute 
vorhandenen Einbände in eine von der Zeit des Grebrauches der Register 
in den Kammern verschiedene Zeit setzen. 

Wie unten ausführlicher dargethan werden wird, haben wir den ersten 
uns erhaltenen Katalog des Materials aus dem Jahre 1671. Der Inhalt des- 
sdben zeigt uns klar und deutlich, dass er sich nicht auf die heute ein- 
gebunden vorhandenen Handschriften bezieht, sondern auf die alten Perga- 
menthefte. Gehen wir nun weiter herauf, so haben wir die ersten sicheren 
Anzeichen für einige Einbände für den Pontificat Innocenz XII (1691 — 1700),*) 
und weitere Hinweise gehen auf Benedict XIII (1724 — 1730). Kurz nachher 
scheint aber die ganze Masse der Hefte gebunden worden zu sein. 

Meistens enthalten die Bände nur einen Fascikel; doch kommt es auch 
vor, dass man 2, 3, 4, ja bis zu 6 und 7 Fascikel in einem Bande ver- 
einigt findet. Durch diesen Umstand wird das Aufsuchen von Heften, die 
in alten Repertorien gesondert genannt werden, oft sehr erschwert. 

' Die Einstellung der Handschriften hat sehr oft gewechselt und sogar 
in der neuesten Zeit sind dieselben noch zwei Mal umgestellt worden, 
wodurch eine grosse Verwirrung in den Citationen entstanden ist. Die 
gegenwärtige Archiwerwaltung ging von dem Grundsatze aus, Handschriften, 
die früher eine eigne Abtheilung gebildet hatten, wieder zu einer solchen 
zu vereinigen, und darum wurde die thörichte Einstellung in die Collectoriae 
Camerae wieder rückgängig gemacht und die früher bestandene Abtheilung 
Obligationes et Solutiones wieder hergestellt. 

Mir scheint es wahrscheinlich, dass die Handschriften im Grossen 
und Ganzen folgenden Weg gemacht haben, bevor sie an ihrem heutigen 
Standorte, in einem Armarium des früheren Arbeitssaales, anlangten. 

Aus dem Verwahr der apostolischen Kammer und der Kammer des 
CardinalscoUegiums, sowie von Avignon, gelangten die Codices gegen Ende 
des 15. oder im Anfange des 16. Jahrhunderts in die Guarda Robba') des 



*) Ob dieser Pergamentamschlag von vornherein hergestellt wnrde, oder ob derselbe 
später sum Zusammenfassen der vollgeschriebenen losen Quintemi gemacht wurde, ist nicht 
ersichtlich. Einzelne PergamentumschlSge datiren aus sehr viel späterer Zeit, wodurch man fiist 
an die zweite Möglichkeit glauben möchte. 

*) Siehe unten Schlussbemerkungen, Seite XVI und XVIL 

*) Vergl. unten Seite XII und XHI: Ueberweisung der Binde an das Geheimarchiv. 



VI 

Papstes, wo die wichtigsten Staats- und Verwaltungspapiere aufbewahrt 
wurden. Im i8. Jahrhundert treffen wir dieselben in den Armarien des 
Geheimarchivs, namentlich Arm. LXIX, Arm. Lxxrv, Arm. LXXIX und 
Arm. LXXX. Hierüber berichtet uns zunächst der Archivpräfect Petrus 
de Pretis^) (unter Benedict XUS) in seinem sehr werthvollen und grossen 
Inventarium,*) und dann im Jahre 1807 Marini, wie wir weiter unten sehen 
werden. Nach der Zurückbringung des Geheimarchivs aus Paris nach dem 
Wiener Congress wurden die Handschriften zunächst provisorisch und dann 
im früheren Arbeitssaale als eigne Abtheilung von 88 Bänden aufgestellt. 
Genau in alle diese Verhältnisse einzudringen, ist nur an der Hand des 
den Beamten allein zur Verfugung stehenden Materials von Berichten u. s. w. 
möglich. Darum werden vorstehende sowohl, wie auch die nachfolgenden Aus- 
fuhrungen sich in Zukunft wohl allerlei Verbesserungen gefallen lassen müssen. 

2. Theilübersichten. — Um sich in dem Chaos der Signaturen 
einigermassen zurechtzufinden, scheint es mir rathsam einige Theilüber- 
sichten zu geben, bevor ich an die Aufstellung einer höchst noth wendigen 
Concordanz gehe. 

Wir haben es mit 100 Bänden') zu thun, die theils aus den Collectoriae 
Camerae, theils aus den Introitus et Exitus Camerae stammen. Die erste 
Abtheilung können wir in den alten Indices besser verfolgen, wie die 
zweite, über die ich fast nichts gefunden habe. 

Durch die grosse Zuvorkommenheit von Mgr. Wenzel war es mir 
möglich, sowohl am Armarium selbst, in dem die Bände stehen, längere 



^) Inventarium Archivii Secreti Vaticani diversis temporibus inchoatum Benedicto XHI 
feliciter regnante Petrus Dominus de Pr^tis Patritius Urbinas, eiusdem Archivii custodia Prefectus 
summa cum diligentia ac acerrimo studio onmia in unum per se novissime congesta erroribus 
expurgata atque in elegantiorem formam redacta, ut non modo summorum Pontificum preclarissima 
gesta ab omni temporum iniuria yindicaret, verum etiam Postens devotionis su^ erga Archivium 
pr^fatum monimentum relinqueret absolvendum curavit 

*) Bloss fllr Arm. Lxxiv finden sich Fascikel von Oblig. et Solut verzeichneti da er die 
folgenden Armarien nicht mehr beschrieben hat: ,,In hoc Armario continentur quadraginta 
Septem Volumina divers. Introit. et Exit. Cam. Ap. Divers. Sum. Pont** Sie führen die aus 
dem vorhergehenden Armarium übernommene fortlaufende Nummer 562 — 608 inclus. Auf dem 
Rande stehen dann spätere Signaturen, die man nach Umstellung der Bände als Concordanz 
nachgetragen hat Sie weisen auf Arm. Lxxix und Arm. LXXX hin. 

*) Als man die eigne Abtheilung Oblig. et Solut. schuf, hatte man 88 Bände (s. unten 
die Worte Marini's). In neuester Zeit hat man eine Anzahl Bände, die nach ihrem Inhalte 
unzweifelhaft dahin gehören, wenngleich sie sich nie in dieser Abtheilung befanden, verständiger 
Weise hinzugefügt Ich selbst habe mit Bewilligung des Herrn Unterarchivars 4 Bände, die 
ich noch in den Collectoriae Cam. fand, an geeigneter Stelle der Abtheilung einverleibt Auch 
in Zukunft darf man wohl noch auf Zuwachs hoffen. 



VII 

Zeit zu arbeiten, als wie auch nach Belieben die Repertorien und Indices 
zu benutzen, selbst solche, die wegen ihres Characters (lose Blätter)^) sonst 
nicht zum Studium gegeben werden. Auf diese Weise nur gelang es mir 
manche Punkte aufzuklären, die sich sonst weiterer Behandlung entzogen 
hätten. Ich bin Mgr. Wenzel für seine liebenswürdige Unterstützung zu 
lebhaftem Danke verpflichtet und bringe denselben an dieser Stelle zum 
Ausdruck. 

Die Bände, die aus den Collectoriae Camerae stanunen, sind zuerst 
verzeichnet in einem alten Katalog vom Jahre 1671 (vergl. S. XVI Anm. i), 
der folgenden Titel fuhrt: 

Indice delle scritture d'Avignone, che hora stanno nella sala di 
sopra TArchivio secreto nell' {sü) Palazzo Apostolico di San Pietro in 
Vaticano. 1671. 

Es ist ein schmaler hoher Fascikel von 74 beschriebenen Blättern. 
Der Verfasser desselben nennt sich nicht, ist auch nicht zu ermitteln gewesen 
(vielleicht der Pro-custode des Archivs Giovanni Bisaiga). 

Dieses älteste mir bekannte Inventar, welches einen Theil der Bände 
der Abtheilung Obligationes et Solutiones verzeichnet, hat folgenden Index : 
„Index praesentis repertorii. Introitus (et) Exitus camerae a folio primo ad 
fol. 13. Introitus (et) Exitus locorum particularium a fol. 13 ad fol. 27. 
Introitus (et) Exitus Collectorum a fol. 27 ad fol. 49. Quietantiae et Obli- 
gationes a fol. 49 ad fol. 57. Diversorum a fol. 57 ad fol. 69. Processus 
a fol. 69 ad fol. 74." Im Ganzen sind 1325 Fascikel verzeichnet. Hiervon 
entfallen die Nummern 1030 — 11 03 auf unsere Abtheilung, wobei zu bemerken 
ist, dass neben No. 1091 und No. 1092 auf dem Rande verzeichnet steht: 
„Deficiunt", dass diese Fascikel also damals schon fehlten. Die übrigen 
Handschriften lassen sich alle in den Bänden der Abtheilungen Obligationes 
und Solutiones, sowie Collectoriae Camerae wieder feststellen. Manche der 
Nununern dieses Index gehören nicht unter die Oblig. et Solut. und sind 
darum in die neue Abtheilung nicht eingestellt worden. 

Gegenwärtig beflnden sich, in dauerhafte Pergamentbände gebunden, 
die alten Fascikel dieses Inventars in folgende Bände vertheilt, die ich nach 
der laufenden Nummer der Abtheilung Collectoriae anführe: 



^} Hierher gehören die Zettelkataloge von Garampi, von denen weiter unten die Rede ist, 
sowie die Inventaraufnahmen von Marini, aus denen ich ebenfalls einige Bemerkungen mittheile. 
Weitere Nachrichten aus diesem Jahrhunderte über das Schicksal der Bände standen mir nicht 
zu Gebote. Die Pariser Concordanzen habe ich ebenfidls eingesehen. 



vra 



In der Abtheilung Oblig. et Solut. be- 
finden sich die Nummern Collect. Cam. : 



297. 


298. 


299. 


300. 


301. 


302, 


303. 


304. 


305, 


306, 


307. 


308, 


309. 


310, 


311. 


312, 


313. 


313*. 


314. 


315. 


316, 


317. 


318, 


320, 


321, 


322, 


323. 


324. 


325. 


326, 


328, 


329. 


330. 


331. 


332, 


333. 


334, 


335. 


336, 


337. 


338, 


339. 


340, 


341. 


342. 


343. 


344. 


345. 


346, 


348. 


349. 


355. 


357. 


363. 


367. 


423. 


559- 









In der Abtheilung CoUectoriae 
Camerae befinden sich noch: 



6, 


7. 


97. 


145. 


161, 


292. 


293. 


319. 


347. 


363. 


369. 


373. 


374. 


378. 


497- 



Die Nummern 1033, 1091^) und 1092^) des alten Inventars festzustellen, 
ist noch nicht gelungen. 



Nach der Reihenfolge des Inventars von 1671 vertheilen sich vor- 
genannte Bände wie folgt: 



No. 


No. (CoU. C$m.)*) 


No. 


No. (CoU. 


Cam.)«) 


No. 


No. (CoU. Cwn.)«) 


1030 


313 


I04S 


316 




1060 


301 


103 1 


314 


1046 


317 




IO61 


326 


1032 


313* 


1047 


318 




1062 


302 und 497 


1033 





1048 


145 




1063 


328 


1034 


161 


1049 


315 




1064 


329 


1035 


161 


1050 


320 




1065 


331 


1036 


298 


105 1 


321 




1066 


303 


1037 


312 


1052 


298 




1067 


330 


1038 


310 


1053 


299 




1068 


332 


1039 


311 


1054 


322 




1069 


333 


1040 


297 


1055 


323 




1070 


333 


IO4I 


373 


1056 


324 




107 1 


334 


1042 


293 und 310 


1057 


300 




1072 


385 


1043 


319 


1058 


325 




1073 


97 


1044 


378 


1059 


300 




1074 


97 



^) Siehe vorhergehende Seite. 

S) Die Bemerkung zur zweiten Reihe: (CoU. Cam.) ist dahin zu verstehen« dass alle Bände 
frtlher in dieser Abtheilnng standen; die meisten derselben befinden sich hente, wie aus der 
grossen Tabelle unten ersichtlich ist, in der Abtheilnng Oblig. et Solut Einige davon sind 
jedoch noch in dieser Abtheilung (siehe oben). 



vmi 



No. 


No. (CoU. 


Cun.) 


No. 


No. (CoU. Cam.) 


No. 


No. (CoU. Cun.) 


I07S 


423 






1085 


355 


1095 


357 


1076 


336 






1086 


340 


1096 


363 


1077 


335 


und 


497 


1087 


341 


1097 


305 


1078 


392 






1088 


343 


1098 


347 


1079 


6 






1089 


342 


1099 


348 


1080 


337 






1090 


374 


IIOO 


367 


I08I 


304 






IO9I 


deficiunt 


IIOI 


369 


1082 


338 






1092 


deficiunt 


II02 


165 


1083 


7 






1093 


345 


IIO3 


337 


1084 


339 






1094 


346 







Nach diesen vorläufigen Feststellungen bezüglich der Bände, die aus 
den CoUectoriae Camerae stammen, bleibt noch zu erwägen, woher eine 
Bezeichnung stammt, die fast alle diese Bände auf der Aussenseite des 
Deckels tragen, nämlich M i (130), M2 (131) u. s. w. Ich glaube, dass 
wir es hier mit einer Einreihung in die Abtheilung Miscellanea zu thun 
haben. Es hat den Anschein, als ob diese Bemerkungen von der Hand 
Marini's stammten. Demnach trugen die Bände vor der Einstellung in die 
Miscellanea die in Klammem befindliche fortlaufende Nummer, während 
ihnen in den Miscellanea eine neue Einordnung, beginnend mit No. i, zu 
Theil wurde. Die grosse unten folgende Tabelle verzeichnet in einer eignen 
Spalte diese alte Bezeichnung, aus der man auch mit Leichtigkeit die wenigen 
Lücken feststellen kann. 

3. Alte Aufstellung in den Armarien. — Auf dem Rücken des 
Bandes No. 7 hat sich die Notiz, augenscheinlich von der Hand Garampi's, 
erhalten: Armar. Lxxix, und auf der äusseren Seite des Deckels von 
No. 6 steht: Armar. LXIX. Diese beiden werthvoUen Bemerkungen beziehen 
sich auf die frühere Einordnung der Bände vor dem Raube des Archivs durch 
Napoleon L Gaetano Marini schreibt in einer von ihm verfassten all- 
gemeinen Uebersicht über den Inhalt der Armarien zunächst: 

„Neil* Armario Lxm sino alla metä dell' Armario LXXix si hanno 
Tj6 Tomi intitolati Rationes Camerae, cioi libri dell' Introito ed Exito^) 
della Camera e del Palazzo Apostolico dal 1272 al 1520. E ciascuno ha 
U numero in una scheda iseritavi, e per6 non serve a nulla il numero segnato 
fuori ; entro la maggior parte di essi h una o piü carte nelle quali i notato 
quello, che in esso si contiene e il tempo.** 



<) Die Abtheilong Introitas et Exitus enthält zahlreiche Pignatelli- Binde. 



X 

Weiterhin heisst es an anderer Stelle: 

„Alla metä della seconda fila dell* Armario LXXIX comincia una classe 
di Codici, che si dice Solutionum et Obligationum Cameral. de' secoli XTV, 
XV e XVI, cio6 gli obblighi, che i nuovi Vescovi e gli Abbati concistoriali 
hanno di pagare le sollte tassi e i comuni e minuti servizi owero i paga- 
menti giä fatti. Sono interessantissimi per ordinäre a dovere la serie 
de' Vescovi etc. e sono stati spogliati dal Card. Garampi. Sono volumi 88. 
Neil' inventario del de Pretis si h notato al margine il numero modemo, 
perch^ si sappia combinare con essi l'antico.** 

Es ist bedauerlich, dass nicht alle Handschriften einen Vermerk über 
das Armarium tragen. Es wäre sonst manche Frage der äusseren Geschichte 
der Bände leichter zu lösen. 

4. Alter Zettelkatalog. — Bezüglich der in der ersten Notiz Marini's 
erwähnten Zettel, die in jedem Bande beruhen und den Inhalt desselben 
angeben, ist folgendes zu bemerken. 

Vor dem Einbinden der Handschriften war die Zahl der einzelnen 
Handschriften eine grössere, wie nachher, weil man nicht selten zwei oder 
drei mehr oder weniger zusammengehörige Codices in einem Bande vereinigte. 
Wir ersehen das sowohl aus dem alten Inventar vom Jahre 1671, wie auch 
aus einzelnen Ergebnissen in der sechsten Spalte der unten folgenden 
Concordanz. An der Hand des alten Inventars fertigte nun Garampi einen 
Zettelkatalog der Handschriften an, der wohl für alle Bände im Allgemeinen 
von ihm gemacht wurde, den er jedoch nicht in allen Rubriken eines jeden 
Zettels endgültig ausarbeitete, wie ich gleich zeigen werde. 

Dass diese Arbeit auf Garampi zurückzufuhren ist, ergiebt sich neben 
der Aehnlichkeit der Handschrift auch aus den Zetteln selbst. Zur Her- 
stellung dieses Katalogs bediente man sich Papiers von allerlei Format 
und Herkunft. Man scheute sich sogar nicht die freien Blätter politischer 
Briefe und Actenstücke abzureissen und zu Zetteln zu verschneiden. So 
finden sich zahlreiche Adressenblätter mit der Aufschrift : „Duci et ReipubUc§ 
Venetiarum" oder „Regi Portugali^ et Duci Sabandi^** u. s. w. Andere 
Zettel tragen auf der Rückseite Briefe oder Adressen, die an Mon- 
signor Garampi, canonico della Basilica di San Pietro, gerichtet 
sind, von denen keiner über das Jahr 1752 hinausragt. Hieraus 
darf man wohl mit Recht auf die Urheberschaft Garampi's schliessen 
und die Arbeit selbst ungefähr in das sechste Jahrzehnt des 18. Jahr- 
hunderts setzen. 

In Folge des Zusammenbindens mehrerer Handschriften in einen 
Band stehen dann jedes Mal mehrere Fascikelangaben auf einem Zettel, 



XI 

der in dem Bande lag, oder wir haben für einen Band mehrere Zettel. 
Abgesehen von dem Aussehen der Einbände, das mit grosser Wahr- 
scheinlichkeit auf das i8. Jahrhundert weist, kann man aus diesem Um- 
stände allein schon schliessen, dass Garampi die Handschriften gebunden 
vorgefunden hat. 

Die Zettel selbst sind alle nach demselben Schema angelegt. In No. 26 
liegt der Zettel noch darin. Derselbe lautet: 

„Alius (tomus) pagg. 113 et 121 signatus nunc olim 1067. 

Continens : 
Quietantias solutionum communium servitiorum a die 2$ Sept. 1349 
ad a. 1353." 

In No. 52^ liegt ebenfalls noch die Scheda: 

Cod. ch(ariaceus) A A A (ArcA, Apost, Avinion,) pagg. 222 et sign. 
No. . . . olim I IOC 

Continens: 
Quietantias communium servitiorum a mense lunii A. 1391 ad 

Novembrem A. 1392 tempore Clem. pp. VII 
Item commissiones et liberationes pag. 202 
Citationes 
Monitiones 

Litteras denuntiatorias et participan. 
Visitationes verbales. 

Die Arbeit Garampi's war, wie man sieht, in zwei Theile getheilt. 
Zunächst wurde auf den Zetteln festgelegt, wie viele Seiten der Codex 
hatte — im ersten Falle besteht derselbe aus zwei Handschriften, zusammen- 
gebunden — , dann kam der Raum ftir die neue Signatur, darauf folgte die 
alte Bezeichnung und schliesslich die Inhaltsangabe. Die Zettel wurden 
dann in die Codices gelegt und am Schlüsse sollte als zweiter Theil der 
Arbeit die neue Signatur eingetragen werden. Dieses hat Garampi nicht 
mehr ausgeführt, so dass alle Zettel die oben angegebene Lücke tragen 
„signatus nunc . . . ." In neuester Zeit hat Dom Gregorio Palmieri bei der 
von ihm vorgenommenen Neueinstellung der Bände, — die jetzt wieder 
rückgängig gemacht worden ist — , diese Lücke ausgefiillt und die Nummer 
der Bände eingetragen. Die Zettel selbst, soweit sie nicht hie und da noch 
in den Handschriften liegen, sind gegenwärtig in einem Convolut im Katalog- 
zimmer des Geheimarchivs aufbewahrt. 




XII 

5* Ueberweisung der Bände an das Geheimarchiv. — Es handelte 
sich bei den bisher besprochenen Ordnungsarbeiten im Wesentlichen immer 
darum, eine Uebereinstimmung mit dem Inventar von 1671 herzustellen. 
Das Zurückgehen auf dieses Inventar ist wohl deswegen so wichtig, weil, 
wie ich glaube, dieses Verzeichniss in indirecter Weise auf die Ueber- 
weisung der Bände an das Geheimarchiv zurückreicht. Beweisen 
kann ich diese Ansicht allerdings nicht. Woher jedoch diese Bände in's 
Greheimarchiv kamen, glaube ich feststellen zu können. 

Drei Nummern der Obligationes haben einen werthvoUen Vermerk über 
ihre Herkunft und zwar sind dieses No. 43, No. 53 und No. 64. Laut Auf- 
schrift gehörten dieselben zum Bestände „della Guarda Robba'S Wir wissen, 
dass eine grosse Zahl von werthvolleren Actenstücken, Handschriften und 
sonstigen Dingen in der Guardarobba des Papstes aufbewahrt wurden. Nach- 
dem sich die Zahl der Dinge dort so vermehrt hatte, dass man einmal 
räumen musste, wurden diese und andere Cameralsachen an's Geheimarchiv 
abgegeben und daher stammen dann auch diese drei Bemerkungen. Wir 
wissen aus anderen Quellen, dass unter Pius IIII (iSS9 — IS^S) durch Cardinal 
Marc Antonio Amulio eine Uebergabe von Cameralacten an das Archiv 
stattfand. Dieses stimmt nun ausserordentlich gut überein mit einer Notiz 
auf dem alten Pergamentumschlag von Oblig. 43. Dieselbe Hand, die den 
Vermerk: „della Guarda Robba** machte, fugte dort hinzu: „Die xlNovembris 
1 563 Visum et . . .", der Rest ist durch einen Tintenklex verwischt. Bisher 
nahm man das Jahr 1565 fiir die erste Uebergabe der Cameralacten an. Man 
kann dabei stehen bleiben und das Jahr 1563 dann als den Zeitpunkt 
ansehen, an dem mit den Räumungs- und Ordnungsarbeiten in der Guarda- 
robba begonnen wurde. Eine zweite Uebergabe von Cameralacten fand 
unter Paul V (1605 — 1621) statt. 

An und für sich ist es sehr verständlich, dass die wichtigen Register 
der Finanzverwaltung in strengste Obhut genommen wurden und unter die 
Dinge eingereiht wurden, die bei Reisen des Papstes stets mitgenommen 
wurden. Der, wenn auch nur drei Mal vorkommende, — d. h. uns nur drei 
Mal erhaltene Vermerk genügt, um mit einiger Sicherheit aussprechen zu 
können, dass sämmüiche Bände der Obligationes et Solutiones in der Guarda- 
robba des Papstes aufbewahrt und im 16. und 17. Jahrhundert dem Geheim- 
archiv überwiesen wurden. Dass es sich dabei nicht nur um die die 
apostolische Kammer betreffenden Bände handelte, sondern dass auch 
die libri collegii dort waren, ersehen wir aus No. 64, der „Oblig. Coli, 
sub Mart. V Eugen. IV ab an. 1427 ad 1443** enthält. Da wir keinen 
Katalog der aus der Guardarobba überwiesenen Bände haben, so lassen 



XIII 

sich weder die Zahlen der Bände noch die einzelnen Abtheilungen aus- 
einanderhalten. ^) 

6. Archiv des heiligen Collegiums. — Oblig. 71 hat eine interessante 
Bemerkung aus dem Anfange des vorigen Jahrhunderts auf dem inneren 
Deckel: „Un duplicato di questo tomo di obbligazioni stä nell' archivio del 
Sacro Collegii s^^ato Oblig. No. i." 

Es ist übrigens das einzige Mal, dass ich in den Obligationen dem 
Ausdrucke „archivio dd S. Collegio" begegnet bin. Zur Erklärung dieser 
Bemerkung diene Folgendes: Die acta consistorialia, deren Abfassung in den 
Händen der Beamten des heiligen Collegiums ruhte, hatten bis auf Pius IUI 
keinen geeigneten Ort der Aufbewahrung, wie schon oben bemerkt wurde. 
Als nun das Consistorialarchiv als „Archiv des heiligen Collegiums" ge- 
gründet wurde, begann man fiir die dort hinterlegten Bände eine neue 
Nummerirung. Daher konmit es denn, dass Oblig. yi des Vaticanischen 
Geheimarchivs und Oblig. i des Consistorialarchivs sich decken. Die aus 
dieser Feststellung sich ergebende doppelte Buchführung — wenn, was aus 
der Litteratur nicht klar zu ersehen ist, der Band Oblig. i ein Originalband 
ist, — wird weiter unten besprochen werden. Die Gründung des Consistorial- 
archivs am 6. September 1564 fallt demnach — wie schon oben bemerkt — 
zeitlich mit der Ablieferung eines Theiles der Cameralacten aus der Guarda- 
robba an das Greheimarchiv zusammen. 

Ueber die Errichtung eines eignen Archivs des heiligen CoU^ums 
li^en eine Anzahl Nachrichten vor, die ich hier zusammenstelle. In der 
Bulle Urban VIII, die im Bullarium Romanum (Augustae Taurinonun) 
xni. 402 SS. abgedruckt ist, heisst es, dass unter Paul III die Sache der 
Gründung angeregt worden sei : ... sedente piae memoriae Paulo III etiam 
praedecessore nostro . . . [cardinales] inter alia voluerint et constituerint . . . 
debere duos clericos creari, quorum alter ex Italia et alter exterus esset, 
et hie quidem ad annum dumtaxat, ille vero ad beneplacitum, cuius etiam 
cura libri omnes et scripturae ad praefatum coUegium pertinentes con- 
ficerentur et duplicarentur, et cum originalibus in archivio, quod in palatio 
apostolico designandum erat, . . . remanerent. Diese Vorschläge fallen 
in die Jahre 1534 — 1549. Unter Julius IIP) finden wir in den Consistorial- 
acten folgenden Eintrag: 1551 Maü 22. Referente reverendissimo decano 

*) Eine Art Katalog mehrerer in der Gnardaxobba vorhanden gewesenen Handschriften 
befindet sich in zwei Binden im Katalogzimmer des Geheimarchivs, doch ist derselbe fitr unsere 
Zwecke gänzlich werthlos. Siehe die Anmerkung zu No. 43 der grossen Concordanz. 

*) Korzeniowski, Joseph, Excerpta ex libris manu scriptis archivii consistorialis 
Romani Mccccix — MDXC, collecta. Cracoviae 1890 Sumptibus Academiae Litterarum Cracovien. 
Seite 3. Anmerkung i. 



XIIII 

fuit propositum, ut ex pecuniis Sacri Collegii aedificaretur Archivium, ubi 
reponerentur scripturae, quae ad CoUegium pertinent et Clerici pro tempore 
existentes haberent curam tarn ipsius Archivii et scripturaram quam cubiculi. 

Unter Pius Uli (iS59 — IS^S) wurde die Sache weiter gefördert, denn 
in der oben angezogenen Bulle heisst es weiter, dass unter ihm, sub die 
VI Septembris anni Domini MDLXIV, die Schriften und Bücher in eodem 
archivio, quod tunc iam erat designatum, hinterlegt wurden. Hiermit stimmt 
genau überein, was in den Consistorialacten steht ^): 

1564 Septembr. 6. Sanctissimus dominus noster fecit verbum, quod 
bonum esset constituere archivium, in quo deponantur onmes processus pro- 
positionum, quae fierent in consistorio et mandavit reverendissimo Borromaeo, 
ut cubiculum ad id idoneum in Palatio Apostolico deputaret, et fuit dictum, 
quod cura huius rei daretur Camerario Sacri CollegU pro tempore existenti. 

Schliesslich nahm die Sache endgültig ihre dauernde Gestalt an unter 
Urban VIII, wie aus dem Regest der Seite XIII erwähnten Bulle hervorgeht: 

Institutio archivU sacri coUegU Sanctae Romanae Ecclesiae cardinalium 
in palatio Vaticano, in quo conservari debeant scripturae et alia acta ad 
ipsum collegium quomodolibet pertinentia, necnon processus, super quali- 
tatibus promovendorum ad cathedrales ecclesias et monasteria consistorialia, 
coram dictis cardinalibus formati. Ac unio officU secretariatus congregationis 
cardinalium super provisionibus consistorialibus deputatorum officio clerici 
Itali, dicti sacri collegU secretarü. 

1625 Decembr. 15 Romae apud Sanctum Petrum. 

Urbanus episcopus servus servorum Dei ad perpetuam rei memoriam. 
Admonet nos cura. — Datum Romae apud Sanctum Petrum, anno Incar- 
nationis Dominicae MDCXXV, xvill kal. lanuarii, pontificatus nostri anno in. 

7* Schlussbemerkungen. — Von sämmtlichen vorstehenden Aus- 
führungen kann man sagen, dass sie nur einen Anlauf bilden, um die 
äussere Geschichte der Bände klar zu stellen. Ich habe die sehr zeitraubenden 
Untersuchungen anstellen zu müssen geglaubt, weil nur dann grössere 
Abtheilungen wissenschaftlichen Materials nach jeder Richtung voll aus- 
genützt werden können, wenn man über die Art ihrer Zusammenstellung, 
die Art der Aufbewahrung und ihre wechselnden Schicksale ausreichend 
unterrichtet ist. Für die Finanzverwaltung des Cardinalscollegiums ist diese 
Frage auch von Wichtigkeit, namentlich wenn man an das Studium des 
Abschnittes dieser Verwaltung herantreten wird, der einen völligen Um- 
schwung in den aus dem Mittelalter überkommenen Verhältnissen herbeiführte. 



^) Korzeniowski, Excerpta, Seite 3. Anmerkung i. 



XV 

Die von mir aufgestellte, nach Möglichkeit genaue Concordanz wird 
in Zukunft ein Aufsuchen alter Citate (Müntz, Erler, Brom, Ehrle, Fraknoy 
u. s. w.) sofort ermöglichen, wird aber auch den Pariser Gelehrten, die die 
Inventare aus dem Pariser Aufenthalte des Archives andauernd gebrauchen, 
nützlich und willkommen sein. 

Jede Verbesserung meiner Studien über die äussere Geschichte der 
Bände wird mir hochwillkommen sein und ich bitte alle Gelehrte, die sich 
mit den Obligationes et Solutiones beschäftigen, mich auf Einzelheiten auf- 
merksam zu machen, die mir entgangen sind. 

Alle in der folgenden Uebersicht verzeichneten Bände sind Papier- 
handschriften, mit Ausnahme der beiden Bände No. 6 und No. 32. In den 
ursprünglichen alten Pergament -Umschlägen, wozu nicht selten auch ältere 
Urkunden verschiedenster Art verwendet wurden, befinden sich noch die 
Bände No. 55-^, No. 65-^, No. 70 und No. 71. Alle übrigen Handschriften sind 
in starke Einbände aus weissem Pergamente eingebunden, die jedoch augen- 
scheinlich aus verschiedenen Zeiten stammen. Datirte Einbände haben 
No. 55, No. 64 und No. 79-^; sie wurden unter Innocenz XII (Pignatelli) 
hergestellt, wie das Wappenzeichen der Pignatelli (3 Töpfe) auf dem Rücken 
des Einbandes ausweist.^) Sie stammen demnach aus dem Ende des 17. Jahr- 
hunderts. Die Handschriften No. 23^ und No. 87 gehören meines Erachtens 
nicht in diese Sanmilung, da sie keine Obligationssachen etc. enthalten. 

Wie die Uebersicht anweist, stammen 39 Bände aus der Serie der 
Introitus et Exitus Camerae und $8 Bände aus der Serie der CoUectoriae 
Camerae; drei Bände tragen keinerlei Vermerk, ob sie je zu einer der 
beiden Abtheilungen gehört haben, nämlich No. 38-^, No. 65-^ und No. 66,^) 

In einer eignen Spalte der grossen Concordanz habe ich die vorhin 
zusammengestellten alten Nunmiem des Inventars von 1671 verzeichnet. 
Bei jedem Bande ist bei der alten Nummer angemerkt, ob und wo sich 
dieselbe auf der Handschrift selbst erhalten hat. Ich erkläre hier kurz die 
gebrauchten Ausdrücke: 

(Vors.) = Papiervorsetzblatt, nicht zur alten Handschrift gehörig. 

(Perg.) =s Ursprünglicher Pergamentumschlag des alten Fascikels, zum 
Theil ganz, zum Theil nur zur Hälfte, zum Theil nur im 
Rückenstück (Titel und Signatur) erhalten. 

(Text) = Erstes Folium der Handschrift, auf dem man die Nummer 
verzeichnet hatte. 



*) Siehe oben Allgemeine Bemerkungen, Seite V — VII. 
*) Siehe oben Seite Vn. 



XVI 

In derselben Spalte sind auch einige andere Nummern, die fast alle 
auf dem ersten Textblatte stehen, angegeben, die ich nicht zu erklären 
vermag. Ich habe sie nicht auslassen wollen, weil sie vielleicht einem 
späteren Benutzer der Bände Aufschlüsse zu geben vermögen. 

Was die Bände, die aus der Abtheilung Introitus et Exitus Cam. 
stanmien, angeht, vermag ich Aufschlüsse über ihre äussere Geschichte nicht 
zu geben, soweit sie nicht in den allgemeinen Bemerkungen enthalten sind. 
Ich gebe deren Signatur in eigner Spalte, Signaturen, die zum Theil sicher 
aus Paris stammen. Ob alle, weiss ich nicht. ^) 



^) Manche der bis hierher berührten Punkte streift eine Arbeit, die in einer gerade 
gegründeten römischen Zeitschrift erschienen ist: Les ruherchis ifhistoire provinciale du Moyen 
Age dans les archives du Vatican. Par M, tahbi Guerard» Annales de Saint-Lonis-des-Frangais. 
Publication trimestrielle des Stades et travaux des chaplains. I^ Ann6e Ilme fiiscicole, pag. 217 — 269 
(Janvier 1897). Kurze Notizen über den einen oder anderen Punkt finden sich gelegentlich in 
der Litteratur, doch sind diese Hinweise, weil nicht im Zusammenhange behandelt, ftlr diese 
Arbeit ohne besonderen Werth. 

Die Binde der camera apostolica, die im Archive von Prato beruhen (vgl. Archivio Storico 
Italiano 1884), sind wohl in diese Serie einzubeziehen, doch ergeben die Eintragungen keinen 
nennenswerthen Beitrag für unsere Zwecke. Die Verschleppung der Bände nach Prato ist ander- 
weit schon behandelt, so dass ich darauf nicht zurückzukommen brauche, zumal es sich um Acten 
handelt, die lediglich die camera apostolica betrefifen. 



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xxm 

Bisher fehlte m der ganzen Abtheilung Band ^^ vollständig. Bei 
meiner Durchsicht der Bände der Collectorien und der Introitus et Exitus 
Camerae behufs Entdeckung dieses Codex fand ich einen Band, der der 
Serie der Obligationes et Solutiones noch nicht einverleibt war und doch 
seinem Inhalte nach unzweifelhaft dazu gehörte. An der Hand der alten 
Indices konnte ich femer feststellen, dass diese Handschrift von Alters her 
als No. ^6 der Obligationes et Solutiones bezeichnet war und dass der bis- 
her unter No. ^6 gehende Band die Signatur ^^ zu tragen hat. Mit Erlaub- 
niss von Mgr. Wenzel stellte ich den neugefundenen Band als No. ^6. in die 
Reihe ein, während die Signatur des bisherigen Bandes 76 in No. ^^ ver- 
ändert wurde. 

Unter den Miscellanea Camerae befindet sich ein ganz kleiner Fascikel, 
No. 296, der auf der Vorderseite des Perg^amentumschlages (Bulle Johann XXn 
betreffend eine Bischofsemennung) den Titel fuhrt: nConmiissiones prelatorum 
facte tempore domini Amaldi episcopi Pictaven., domini pape camerarii". 

Seine alte Niunmer ist 1026 und die weitere Sigfnatur lautet ^ ' ^'' 

(IG) 

Da das Heftchen mit Blatt 6^ beginnt, so ist es nur ein Theil eines grösseren 
Buches gewesen, dessen Rest vorläufig noch nicht gefunden worden ist. Von 
den sechs Blättern sind nur drei beschrieben und fol. 67 r. findet sich die 
interessante Bemerkung: 131 1 Octobr. 11 Actum ut supra, presentibus domino 
Petro electo Spoletano, mag. Johanne eius clerico et magistro Johanne de 
Regio testibus vocatis etc. Hinten ist eine Originalscheda eingeheftet, wie 
sie als Vorlagen fiir die Eintragungen dienten. Dieser Fascikel, obschon 
ganz augenscheinlich zur Serie der Obligationes et Solutiones gehörig, ist 
noch an seinem alten Platze. Die alten Signaturen weisen klar darauf hin, 
dass derselbe früher in der genannten Abtheilung gestanden hat. 

In den Instrumenta Miscellanea finden sich zahlreiche kleinere 
Fragmente von Obligationen und verwandten Actenstücken, die zu sammeln 
und chronologisch geordnet in unserer Abtheilung aufzubewahren, sich wohl 
verlohnen würde. So wie sie jetzt verwahrt sind, sind sie der einheitlichen 
Benutzung so gut wie entzogen, weil der Zeitverlust sie aufzusuchen in 
keinem Verhältnisse zur Bedeutung ihres Inhaltes steht. 




xxim 

B. 

Die Register der eamera collegii im Hittelalter. 

Die Register (regestra, registra) des heiligen CoUegiums werden zwar 
häufig erwähnt, jedoch finden sich nur wenige Hinweise, die sich für die 
Geschichte der Geschäftsbücher und ihre Schicksale im Mittel- 
alter verwerthen lassen. 

Bevor wir diese Notizen untersuchen, muss ein Wort darüber gesagt 
werden, wann vermuthlich mit der Führung eigner Geschäftsbücher in der 
eamera collegU begonnen wurde. 

In den ersten Jahren des Pontificates Papst Bonifaz VIII, mit dem das 
uns vorliegende Material der Register einsetzt, haben wir keinerlei Be- 
merkungen über ältere Geschäftsbücher der eamera collegü. An 
zwei Stellen^) finde ich eine Beziehung auf frühere Zahlungen an die Kanmier 
des heiligen Collegiums; doch verweisen die dort gebrauchten Worte ein- 
mal auf die Bücher der Kaufmannsgesellschafl der Anmianati und einmal 
auf die Bücher der römischen Kirche, womit nur die Aufzeichnungen der 
eamera apostolica, bezw. diejenigen des Liber Censuum gemeint sein können. 
Ebenso weist Bonifaz Vm bei der Auszahlung von Rückständen, die sich 
viele Jahre zurückerstrecken, seinen Kämmerer, und nicht den der eamera 
collegii, im Jahre 1297 an, die Zahlungen zu leisten.') Daraus darf man 
zunächst folgern i. dass die Kaufleute, die damals den Geldverkehr an der 
Curie besorgten, Aufzeichnungen besassen, die man in der eamera collegii 
nicht hatte. Denn dass man sich ganz auf deren Bücher verlassen musste, 
geht klar aus dem Wortlaute hervor: „ . . . sed aliquibus tempore dicti 
domini Petri, tunc camerarii dicti collegü, sicut dicunt mercatores, et 
aliquibus tempore dicti domini Ostien., sicut in libris dictorum merca- 
torum continetur"; 2. dass, um eine frühere Zahlung eines Prälaten in 
der eamera collegU festzustellen, die regestra Ecclesiae Romanae heran- 
gezogen werden mussten, weil Register der eamera collegü nicht vorlagen; 
3. dass, zum Mindesten für den genannten Fall, der päpstliche Kämmerer 
in der Lage war, Auszahlungen zu veranlassen, über die augenscheinlich in 
der eamera collegii nichts Genaues bekannt war. 

Als Ergänzung hierzu dient folgende Thatsache: Im Jahre 1331 sollte 
festgestellt werden, wie es mit dem census Siciliae und seinen Rückständen 
war. Für die Zeit vom Regierungsantritte Papst Bonifaz VIQ war die zu 



») Vergl. Urk. No. 79 und Kirsch, Seite 66. 
^ Vergl. Urk. NN. 288« und 288 b. 



XXV 

diesem Zwecke eingesetzte Untersuchungscommission in der Lage, aus den 
Büchern der Kammern und sonstigen Hilfsmittehi Alles ganz genau zu belegen. 
Für zwei Jahresrenten jedoch, die, wie der Papst später entschied, in 
die Zeit von 1283 und 1284 fielen, wurde die Commission von ihren Büchern 
und Docimienten im Stiche gelassen: Es waren keine Aufzeichnungen darüber 
vorhanden.^) 

Alle diese Umstände machen es vorläufig für mich sehr wahrscheinlich, 
dass eine geordnete Buchführung in der camera collegii erst im 
Jahre 1295 begonnen hat.') Um diese wahrzunehmen, ernannte der Papst 
dann hierzu, wie wir weiter imten (im Abschnitte von den Unterbeamten 
der camera collegii) sehen werden, Petrus des Montechiello im Jahre 1295, 
zu dem er sagt, „quod tu abolim circa camerariatus officium fratrum nostrorum 
Sancte Romane Ecclesie cardinaliimi a nobis specialiter deputatus, in 
eo providenter et fideliter te habuisse dinosceris". 

Gestützt wird diese Ansicht auch durch die gelegentlichen Bemerkungen, 
dass Beweise für bestrittene Siunmen a parte Bonifacü pape VIU citra bei- 
gebracht werden müssen.') 

Soweit uns die Quellen berichten, haben die Geschäftsbücher der camera 
collegü den ersten Unfall erlitten im Jahre 13 17. Der bisherige verantwort- 
liche erste Unterbeamte des CardinalscoUegiums, Petrus de Montechiello, 
Bischof von Spoleto, war ohne Erlaubniss des Papstes in seine Diöcese 
abgereist und hatte dorthin die Bücher nütgenonunen. Johann XXII, der 
mit starker Hand bemüht war überall Ordnung zu schaffen, schreibt 
darüber in einem sehr energischen Briefe^) wie folgt: „Sane in admira- 
cione deducimur vehementi, quod idem episcopus, ad inconsulta dilapsus, 
post consecrationis munus apud sedem prefatam de mandato nostro sus- 
ceptum ab ipso, non absque nostro et sedis eiusdem contemptu de curia 
Romana recessit, a nobis licencia non obtenta, secum nonnuUas scripturas 
cameram nostram et collegium venerabilium fratrum nostrorum Sancte Ro- 
mane Ecclesie cardinalium contingentes, confectas per eum diversis retroactis 
temporibus deferendo.** Die Adressaten sollen den ungehorsamen Bischof 
zwingen, dass er sich innerhalb zweier Monate cum scripturis eisdem an 
der Curie zur Bestrafung einfinde. Ueber den Verlauf des Processes sind 



^) Vergl. Urk. NN. 177, 178 und l8l, sowie Kirsch, Seite 93. 

^ Sfigmflller, Die Thätigkeit und Stellung der Cardinäle bis Papst Bonifiu VIH. 
Historisch-canonistisch untersucht und dargestellt Freiburg, Herder 1896, bringt über diesen Punkt 
keinerlei neues Material bei, wenngleich er ttber den camerarius collegii ausftihrlicher handelt 

*) Vergl. Urk. No. 90; diese und Shnliche Ausdrucke kommen mehrfiich vor. 

<) Vergl. Urk. No. 61. 




XXVI 

wir nicht unterrichtet; doch darf man aus dem Schweigen der Registerbände 
über diesen Punkt wohl schliessen, dass alle Papiere richtig zurückerstattet 
worden sind. Denn die Bücher, von denen der Papst am 9. Februar 1320*) 
als in der Nachlassenschaft des Bischofes Petrus befindlich spricht, sind 
wohl Privateigenthum desselben gewesen.*) 

Wesentlich ernstlicher liegt der Fall mit der Verschleppung der Bücher, 
von der der Cardinalkänmierer Franciscus am 24. August 14 19 spricht.^) 

Derselbe erliess von Florenz aus, unmittelbar nach seinem Amtsantritt, 
unter dem 24. August 14 19 ein Mandat an eine Anzahl Pfarrer von Rom, 
worin er das folgende auseinandersetzt: Die Cleriker des CoUegiums Johannes 
de Reate und lohannes Ponceti berichteten, dass bei der Plünderung Roms 
durch die Schaaren des Königs Ladislaus die damaligen clerici coUegii lo- 
hannes Ponceti und der ziun Bischof von Acemo beförderte Antonellus um 
die Sicherheit der Bücher des Collegiiuns sehr besorgt gewesen seien. Denn 
aus dem Verluste der libri et registra collegü könnten schwere Unzuträglich- 
keiten entstehen. Um solchen Schäden vorzubeugen, übergaben sie und 
händigten sie dieselben ein providis viris Petro Bardelle pecimiarum dicti 
collegü tunc depositario sive receptori ac Antonio Bonifatii et aliis eorum 
sociis de Spinis mercatoribus Florentin. Romanam curiam sequentibus. Sie 
handelten dabei in dem Glauben, dass die Genannten, wie sie versprochen 
hatten, das ihnen anvertraute Gut sorgfaltig behüten würden. Nun ergab 
sich bei mehrfachen Anfragen bei den Kaufleuten, ob sie die Bücher nicht 
zurückerstatten möchten, dass sie dieselben, wie sie aussagten, nicht besässen; 
dieselben seien vielmehr, wie sie fest glaubten, in die Hände einiger Pfarrer 
gelangt. Auf Grund dieser Aussagen befahl nun der Cardinalkämmerer 
Franciscus, dass die in der Adresse des Mandates genannten Pfarrer Nach- 
forschungen jeder Art anstellen sollten, wo die Bücher geblieben seien. Ein 
Jeder, sei er Laie oder Geistlicher, Pfarrer oder Ordensmann, sei verpflichtet 
umgehend die Bücher auszuliefern, zu übergeben, ihren Aufenthaltsort anzu- 
geben oder auf jede Weise mitzuhelfen, dass sie gefunden würden, wenn er 
nicht der Excommunication verfallen wolle. 

Ob sich Alles wiedergefunden hat, ist nur nicht gelungen festzustellen. 
Haben die Nachforschungen aber kein günstiges Ergebniss gehabt, oder ist 
nur ein Theil der Bücher wiedergefunden worden, so kann man für die heute 
vorhandenen grossen Lücken in dem Urkundenmaterial der camera collegü 



Vcrgl. Urk. No. 63. 

^ Vergl. Urk. No. 68f. Seite 39 unten. 

^ Vergl. Urk. No. 306. 



XXVII 

wenigstens einen Zeitpunkt feststellen, wann das Archiv des Collegiums die 
erste grössere Einbusse erlitten hatte. 

Solche Vorkommnisse, die zeigen, dass die clerici collegii volle Grewalt 
über die Geschäftsbücher des heiligen Collegiums hatten, machen es, zu- 
sammen mit den späteren ausdrücklichen Bestimmungen über diesen Punkt, 
klar, dass nicht der Cardinalkämmerer, sondern die genannten Unterbeamten 
sowohl bezüglich der Führung der Bücher, wie auch der Aufbewahrung 
derselben verantwortlich waren. Zum Theil mag es damit zusammen 
hängen, dass die camera collegü, wenigstens bis auf Eugen IIII hin, keine 
Amtsräume hatte, in der die Geschäfte erledigt wurden. Bald arbeitete 
man in hospitio domini camerarii collegii, bald in habitatione domini came- 
rarU papae, bald in thesauraria donüni papae, bald in camera superiori 
thesaurariae, bald in domo habitationis donüni thesaurarii papae u. s. w. 

Wenn demnach Verluste zu beklagen wären, die nicht ausdrücklich 
auf vis maior zurückgeftihrt werden können, so wäre die Nachlässigkeit der 
clerici collegü schuld daran gewesen. Dass bei einer solchen Aufbewahrungs- 
art die Geschäftsbücher leicht allerlei Fährnissen ausgesetzt waren, liegt auf 
der Hand; doch bieten die vorhandenen Bände keinen Anhaltspunkt, um 
dergleichen Dinge nachweisen zu können. 



C. 

Nachrichten über die Bände Oblig. 1^ und Oblig. 6. 

Wie aus der Concordanz schon hervorgeht, stellen sich eine ganze 
Reihe von Bänden als solche dar, die ftir die Untersuchung der Finanz- 
verwaltung des heUigen CoU^ums wegen ihres, ausschliesslich die apos- 
tolische Kammer betreffenden, Inhaltes nur ganz gelegentlich in Frage 
konunen. Von den Bänden, die fiir die vorliegende Arbeit besonders ein- 
gehend benutzt wurden, haben die Benedictiner in ihrer classischen Ausgabe 
der Regesten Papst Clemens V diejenigen, die sich auf die Regierungszeit 
dieses Papstes beziehen, in ausserordentlich genauer Weise beschrieben. 
In der Vorrede zum ersten Bande des Anhanges kann man das Einschlägige 
nachlesen. Ohne mich auf eine gleiche Ausführlichkeit einlassen zu können, 
will ich aber doch zwei weitere Bände aus der ganzen Reihe hervorheben, 
die, jeder in seiner Art, imsere besondere Aufmerksamkeit verdienen. 

Zunächst Oblig. i^ Kirsch bekam erst Kenntniss von dem in neuester 
Zeit der AbtheUung angefügten Bande, als der Druck seiner Arbeit schon 



XXVIU 

begonnen hatte. Er konnte denselben fiir seine Zwecke nicht mehr ausbeuten, 
hat aber am Schlüsse seines Buches ganz kurz auf denselben hingewiesen 
und eine Notiz aus demselben mitgetheilt. Der Band ist ganz besonders 
werthvoll, weil wir in demselben die ältesten Hinweise auf viele Dinge finden 
und in demselben namentlich klar ausgesprochen wird, dass das heilige 
Collegium schon unter Bonifaz VIII und Benedict XI Einkünfte vertheilte, 
die wir in den anderen Bänden erst unter Clemens V verzeichnet finden, und 
dann nicht immer klar und deutlich. Wir haben es demgemäss hier 
mit dem ältesten uns erhaltenen Register der Kammer des heiligen 
Collegiums zu thun. Zeitlich lunfasst dasselbe die Einkünfte aus den 
Jahren 1295 — 1304 pecember 12). 

Leider ist das Register nicht vollständig, denn es beginnt mit fol. 71 
und endet mit fol. 117. Man kann nur vermuthen, dass auf den 70 heute 
fehlenden Blättern die obligationes der Prälaten aus der gleichen Zeit ver- 
zeichnet standen, da der uns erhaltene Theil die eingegangenen Summen 
und ihre Vertheilung an die Cardinäle registrirt 

Dem Schriflcharacter und der Anlage des Bandes nach zu urtheilen, muss 
man ihn nicht für das Original, sondern fiir eine später angefertigte Abschrift 
halten. Dass diese Aufzeichnungen häufig abgeschrieben wurden, ersehen 
wir aus den vier uns noch jetzt erhaltenen Copien von Theilen dieses Bandes. 
Weitere Abschriften werden sich im Laufe der Zeit wohl noch finden. 

Kirsch kannte zunächst ein Bruchstück, das sich im Cod. Vat. Lat. 
3457 befindet Aus diesem hat er seine Beilage XV, deren Inhalt sich zum 
Theile mit dem der ersten 14 Blätter unserer Handschrift Oblig. i^ deckt, 
entnommen. Eine zweite Theilabschrift fand er in den Varia Politicorum 
des Vaticanischen Geheimarchivs Vol. XL. Diesen Text hat er nicht ver- 
glichen. Schliesslich fand er, nach Abschluss der Arbeit, wie oben schon 
bemerkt, Oblig. i^* Ich bin in der Lage einen vierten Text anzugeben, 
nämlich Varia Politicorum Vol. XLVI. 

Bezüglich der Zuverlässigkeit der Texte steht derjenige aus Oblig. i^ 
an erster Stelle; dann folgt Varia Politic. Vol. XL, weiterhin Varia Politic. 
Vol. XLVI und schliesslich erst der Text des Cod. Vat. Lat. 3457. 

Bei der Werthlosigkeit des letztgenannten Textes kommt es wenig 
darauf an festzustellen, in welchem Verhältniss derselbe zu Oblig. i^ steht, 
dagegen ist es wohl kaiun zweifelhaft, dass die Theile in Varia Politic. XL 
und XLVI beide, unabhängig von einander, aus Oblig. i^ oder gemeinschaft- 
licher Vorlage abzuleiten sind. 

Das wichtigste an der Thatsache, das unsere Handschrift eine Copie 
des 14. Jahrhunderts ist, besteht darin, dass wir feststellen können, dass für 



xxvnn 

den Gebrauch der Kammer ältere Bände abgeschrieben wurden. Wir haben 
auf anderen Gebieten curialer Verwaltung ähnliches zu verzeichnen. So 
ordnete Johann XXII einmal an, dass bei Untersuchung früherer Rechnungs- 
legungen und geführter Processe der Rector des Herzogthums Spoleto alle 
in seiner Verwaltung befindlichen Acten über die in Frage kommenden Punkte 
abschreiben und dem mit der Sache betrauten Beamten zusenden solle. Es 
ist nicht unwahrscheinlich, dass Cameralacten, wenn sie sich in einem von 
dem Aufenthalte der Curie verschiedenen Aufbewahrungsorte befanden, eher 
abgeschrieben wurden und die Copie den Beamten zugesandt wurde, als 
dass man die Originale der Gefahr einer weiten Reise ausgesetzt hätte. 
AehnUche Vorsichtsmassregeln fiir Registerbände finden wir auch in der Ein- 
leitung zu den Regesten Clemens V andeutungsweise besprochen.^) Die eben 
ausgesprochene Vermuthung lässt sich nicht gerade beweisen, doch ist die 
Möglichkeit eines solchen Zusammenhanges durchaus zuzugeben. 

Wie es kommt, dass wir keine Aufzeichnungen mehr aus der Zeit vor 
1295 haben, die sich auf die camera collegii beziehen, habe ich oben 
besprochen. Die augenscheinlichen Verluste an Handschriften cameralen 
Inhaltes mit dem Ueberfall Bonifaz VIII in Anagni und seiner eiligen Flucht 
in Verbindung zu bringen,*) hat nur den Werth einer Vermuthung; denn 
gerade bezüglich des Materials für die camera collegii haben wir gar keinen 
Anhaltspunkt, ob Verluste in diese Zeit zu setzen sind, es sei denn, dass 
man die wiederholt vorkommenden Beschränkungen bei Untersuchung came- 
raler Angelegenheiten: a parte domini Bonifatii pape vm citra, a tempore 
Bonifatii pape inantea etc. so deuten wolle.') 

Nun noch einige Mittheilungen bezüglich des Inhaltes der Handschrift. 

Ausser den Zahlungen aus den Obligationen fiir die Servitien enthält 
der Band Oblig. i^ eine Fülle von Eintragungen, die sich auf Einkünfte 



*) Vergl. auch den Aufsatz von D e n i f 1 e , Die päpstlichen Registerbftnde des 13. Jahrhunderts 
und das Inventar derselben vom Jahre 1339. Archiv für Litteratur und Kirchengeschichte des 
Mittelalters, II S. i— 71. 

*) Hier sei eine Notiz angefügt, aus der hervorgeht, dass man bei den häufigen Wande- 
rungen der Curie im 14. und 15. Jahrhundert nur die nothwendigsten Bücher der camera collegii 
mitführte: Oblig. 61. fol. xlix r. In margme: Ista solutio est ita de antiqua promotione, quod 
in libris novis non reperitur et antiqui non habentur; et non potuit sein, quot cardinales inter- 
fixerunt nee tempus promoeionis poni potuit et fnit antieipata data. 

lo. de Reate. Dne Ymo*) 

cor. lo. de Reate. 

^ Von anderer Hand und Tinte, Das Datum der Promotion ist mckt nachgetragen. 

*) Vergl. Ehrle, Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum. Romae, Typis Vatieanis, 
1890. Tom. I, pag. 9. Die oben mitgetheilten Ausdrücke brauchen sich durchaus nicht auf das 
Material der camera collegii zu beziehen. Man könnte sie nur so deuten. Vergl. S. XXIIII und XXV. 



XXX 



aus anderen Gebieten beziehen. Ich setze ein ganz summarisches Verzeichniss 
dieser Posten hierher, um zu zeigen, wie werthvoll und lehrreich der 
Band ist. 



Census comitatus Venayssini 

Visitatio archiepiscopi Turonen. 

Visitatio archiepiscopi Rothomagen. 

Census comit. Venasrssini 

Visit, archiepi Remen. 

Visit, abbatis S. Vedasti 

Privatio cardinalium de Columna 

Visit, archiepi Strigonien. 

De decimis Siciliae 

Visit, archiepi Senonen. 

Visit, archiepi Cantuarien. 

Visit, abbatis Burgidolen. 

Census comit. Venayssini 

Visit, archiepi Turonen. 

Visit, archiepi Rothomagen. i 

Visit, abbatis Maioris Monasterii 

Census comit. Venayssini 

Visit, archiepi Senonen. 

Visit, abbatis S. Vedasti 

Visit, abbatis S. Coliunbae Senon. 

Census comit. Venayssini 

Census comit. Venayssini 

Visit, abbatis Burgidolen. 

Visit, archiepi Bituricen. 

ludenstrafe 

Visit, archiepi Turonen. 

ludenstrafe 

Visit, archiepi Rothomagen. 

Complementum visit. Rothom. 

Visit. Maioris Monast. 

Visit, archiepi Cantuarien. 

Declaratio visit. Maioris Monast. 

Distributio residui visit. eiusdem. 

Census comit. Venayssini 

Visit, abbatis S. Vedasti 

Condemnationes in comit Venayssino 



29s Nov. 25 fol. I r. 

296infestoResurrectionis fol. 3 r. 
296 in festo Pentecostes fol. 4 r. 



296 Dec. 25 


fol. 6 r. 


296 Dec. 8. 


fol. 6 r. 


296 Dec. 25 


fol. 6 V. 


297 Maii IG 


fol. 7 V. 


297 Maii 10 


fol. 8 r. 


297 lun. 24 


fol. 8 r. 


297 lul. 15 


fol. 8 V. 


297 Oct. 7 


fol. lor. 


297 Oct. 7 


fol. lOr. 


297 Oct. 7 


fol. lOV. 


298 in festo Resurrectionis 


fol. 12 V. 


B dievi ante festumPaschae 


fol. 13 r. 


298 Sept. 5 


fol. 14 r. 


298 Nov. I 


fol. 1 5 V. 


299 lan. 17 


fol. 16 V. 


299 lan. 17 


fol. 16 V. 


299 Sept. 26 


fol. 18 V. 


299 Oct. 


fol. 19 r. 


299 Nov. I 


fol. 19 V. 


299 Dec. 5 


fol. 19 V. 


299 Dec. 5 


fol. 20 r. 


299 Dec. 25 


fol. 21 r. 


300 in vigilia Paschae 


fol. 22 V. 


300 Maii 13 


fol. 23 r. 


300 Maii 13 


fol. 23 V. 



300in vigiliaAssumptionis fol. 24 r. 

300 Sept. 1 5 fol. 24 V. 

300 Sept. 15 fol. 25 r. 

300 Oct. 24 fol. 25 r. 

300 Nov. II fol. 25 V. 

300 Dec. 25 fol. 26 V. 

301 Febr. i fol. 27 r. 
301 Febr. 18 fol. 27 r. 



Census comit. Venayssini 


1301 


Mails 


- fol 


28 r. 


Visit, archiepi Remen. 


1301 


Man IS 


fol 


29 r. 


Census Sidliae 


1301 


Sept 28 


fol 


29 v. 


Visit, abliatis ButEidolen. 


1301 


Oct3i 


fol 


30 V. 


Condemnatio civitatis Penisin. 


1301 


Dec. 14 


fol 


31 r. 


Visit, arcliiepi Senonen. 


1301 


Dec. 25 


fol 


31 r. 


Visit, archiepi Armachan, 


1301 


Dec. 25 


fol 


31 V. 


Census comit. Venayssini 


1302 


Marl. IS 


fol 


32 v. 


Visit, arehiepi Rotliomagen. 


1302 


Mart IS 


fol 


33 r. 


Census comit Venayssini 


1302 


Sept 20 


fol 


34 r. 


Visit, abbatis Maioris Monast 


1302 


Nov. 29 


fol 


35 t 


Census comit Venayssini 


1303 


Febr. 2 


fol 


36 V. 


Visit abbatis S. Vedasti 


1303 


Mart 7 


fol 


36 V. 


Visit areUepi Eboracen. 


1303 


Mait 7 


fol 


37 r. 


Visit archiepi Turonen. 


1303 


Mail 25 


fol 


38 r. 


Visit archiepi Senonen. 


1303 


Maii2S 


fol 


38 r. 


Visit archiepi Remen. 


1303 


Mali2S 


fol 


38 V. 


ludenstraTe 


I3°3 


Mail 25 


fol 


38 V. 


Strafe fiir Aufrührer 


1303 


Maü2S 


fol 


38 V. 


Census comit Venayssini 


1303 


Mail 2S 


fol 


39 V. 


Census Siciliae 


1303 


lul. 2S 


fol 


39 V. 


Donum novi papae 


1303 


Oct. 20 


fol 


40 r. 


Census comit Venayssini 


1303 


Nov. 11 


fol 


40 V. 


Visit archiepi Cantuarien. 


1303 


Nov. II 


fol 


40 V. 


Visit archiepi Bituricen. 


1303 


Dec. 18 


fol 


41 r. 


Census duanim insulanim 


■304 


lan. 21 


fol 


41 V. 


Census Apuliae 


1304 


Febr. s 


fol 


42 V. 


Visit archiepi Rothomagen. 


1304 


Man 12 


fol 


44 r. 


Census Trenacriae 


1304 


Zun. 20 


fol 


44 V. 


Census Siciliae 


1304 


Oct 2 


fol 


45 V. 


Census Patrimonü 


1304 


Oct 2 


fol 


45 V. 


Visit abbatis S. Columbae 


1304 


Ort. 2 


fol 


46 r. 


Visit abbatis Maioris Monast. 


1304 


Ort. 2 


fol 


46 V. 


Census Siciliae 


■304 


Nov. IG 


fol 


46 V. 


Census Venayssini; Condemnationes 


1304 


Nov. 20 


fol 


4;r. 


Census Venayssini 


1304 


Dec. 12 


fol 


47'- 


Aus dieser Uebersicht die Manchem willkommen sem wird 


kann man 


die mehr oder weniger regelmässige Entrichtung der Visitationen und Census 


entnehmen und sich an der Hand 


der späteren Ausführungen 


ein l 


ieines 



xxxn 

Bild von der Art der Einkünfte des heiligen Collegiums in jenen Jahren 
machen, soweit dieselben nicht von den Einnahmen aus den Servitien ab- 
hängig waren. 

Der zweite hier zu besprechende Band ist Oblig. 6. 

Unter allen Bänden der Abtheilung giebt es, wie früher schon erwähnt, 
nur zwei Pergamenthandschriften. Eine davon ist Oblig. 6. Aus einer Be- 
merkung auf dem letzten Blatte erfahren wir, dass es ein R^^ter der camera 
apostoUca war: Iste Über est camere domini nostri pape et qui furabitur, 
per Collum suspendetur. Die Handschrift ist auf Grund der R^^ister beider 
Kammern in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts zusammengestellt worden. 
Sie enthält 222 gezählte und 27 nicht gezählte Blätter. Die Eintragungen 
setzen mit der Wahl Johann XXII ein und gehen vom 25. October 13 16 bis 
zum 15. December 1345. Bei der Eintragung fol. CCXXv., 1345 Nov. 17, 
steht am Rande: Attende, quia sequentia sunt in alio libro, qui sequitur 
istum. Et ille Über incipit hie in ista obligatione.^) Man hat also mitten 
im Pontificate Clemens VI abgebrochen. Fast alle Eintragungen sind ObU- 
gationen in ganz kurzem Auszuge. Sehr selten nur werden in streitigen 
Fällen grössere Ausftihrungen gemacht, wie beim Servitium von Ravenna 
und Narbonne. Sehr werthvoll sind die ganz genauen Daten für die camerarii 
coUegii (Tod und Wahl des Nachfolgers). Rechts und Unks von jeder Seite 
ist ein Rand gelassen, auf dem die Zahl der participirenden Cardinäle bezw. 
der Name der Kirche oder des Klosters, um die es sich handelte, eingetragen 
wurde. Diese Ordnung ist nur selten umgekehrt worden und noch seltener 



^) Der zweite Pergamentband, auf den die genannte Bemerkung hinweist, ist auch noch 
durch einen anderen Eintrag des NIheren beglaubigt und beschrieben. Oblig. ao. beginnt auf 
der ersten Seite mit folgenden Worten: 



to 



„Anno Domini millesimo ccc • XL liu, indictione xii, pontificatus etc. de tempore domi- 
norum Clementis vi et Innocentii vi recepte fnerunt obligationes, que Scripte sunt in libro 
pergameni, incepte xvii mensis Novembr anni predicti et finite in dicto libro die xim mensb 
lanuarii anno LX.** 

Der zweite Band würde sich also nach dieser Notiz ttber die Zeit vom 17. November 1344 
bis 14. Januar 1360 erstrecken. De fsLCto wird derselbe wohl nur bis 1357 benutzt worden sein, 
weil wir einen dritten Pergamentband noch haben, der die Obligationen von 1357 — 1361 enthält 
Est ist lebhaft zu bedauern, dass dieser zweite Band verloren gegangen ist, weil wir damit viele 
genaue Angaben ttber das Beamtenpersonal beider Kammern nicht mehr besitzen. Denn ein 
Vergleich von Oblig. 6. mit den noch vorhandenen Bänden, die zu seiner Zusammenstellung 
gedient haben, zeigt, dass uns auch dieses Material nicht mehr ganz erhalten ist, indem wir 
in dem Pergamentbande Angaben finden, die in diesen nicht vorkoounen. Das Gleiche dtirfte 
darum auch bei der Fortsetzung der FaU gewesen sein. 

Es liegt nahe, die Ausarbeitung dieser Pergamentoodices in die Zeit Urban V zu setzen. 
Der Schriftcharacter widerspricht dieser Annahme nicht Bemerkenswerth ist noch, dass Oblig. 20. 
Verbesserungen und Erläuterungen von derselben Hand zeigt, die den oben wiedergegebenen 
Eintrag an den Anlang der Handschrift gesetzt hat. 



xxxra 

sind beide Ränder ganz freigelassen. Mit fol. ccxxii beginnt ein ganz aus- 
gezeichneter Index aller im ganzen Bande vorkommenden Prälaten mit An- 
gabe der Höhe ihres Servitiums und der Foliozahl, wo ihre Obligation in 
der Handschrift zu finden ist. Der Index umfasst 44 Seiten und giebt erst 
die episcopi, dann die abbates. Diesem schliessen sich drei Seiten mit 
dedarationes verschiedener Päpste an. Die am Kopfe jeden Blattes notirte 
Jahreszahl ist sehr oft falsch, daher nur mit Vorsicht zu verwenden. 
Eine sehr zierliche moderne Hand hat auf dem Rande den Wechsel von 
Jahr und Datum regelmässig vermerkt. Die Orthographie und Satzbildung 
ist häufig sehr unregelmässig, oft geradezu falsch. 

Für diesen Band sind uns die meisten Vorlagen erhalten, die bei seiner 
Zusammenstellung benutzt wurden, und ein Vergleich hat ergeben, dass eine 
sehr gewissenhafte Arbeit vorliegt. Für die allerverschiedensten Dinge benutzt 
man die Handschrift mit Erfolg und erhält überaus genaue Resultate. 
Namentlich kann man hier mit aller wünschenswerthen Deutlichkeit die 
Zahl der Cardinäle verfolgen, die in curia praesentes erant vel pro praesen- 
tibus reputabantur. Correcturen und Rasuren zeigen, dass die Handschrift 
mit den Vorlagen genau verglichen worden ist. 



ABSCHNITT H. 

Die Bethelligrung des helligren Ciollegrlams als solchem an der Finanz- 
yerwaltung und die Verwaltungrsorgrane des heUigen Ck>lle8riams für 

seine Gesammteinkflnfte. 

Die Einflussnahme des gesammten heiligen Collegiums als solchem auf 
alle die , kirchliche Besitzungen und Einkünfte sowohl, wie deren Verwalter 
betreffenden Dinge ist im Allgemeinen bekannt.^) 

Völlig ungenügend sind wir dagegen bisher darüber unterrichtet, was 
dazu gehörte, damit ein Cardinal an den dem CoUegium zustehenden Ein- 
künften Antheil haben konnte; femer welche Cardinäle von dem Genuss 
der Einkünfte ausgeschlossen waren und ähnliches mehr. 

An zweiter Stelle wird die Frage klar zu stellen sein, wer leitete die 
Geldverwaltung des heiligen CoU^ums? und drittens: welche Unterbeamte 
gab es in dieser Verwaltung? 

*) Vergl. luerttber zuletzt Kirsch, S. 40 — 41. 

Baumoastbn, FiiuuuYcnr. des Card.-Coneg. im Mittdalter. C 



xxxnn 

Die Untersuchung dieser Fragen wird eine ganze Anzahl neuer Gesichts- 
punkte vorführen. 

z. Die Theilnahme der Cardinäle an der Finanzverwaltung. — 
Wie alle wichtigen, die Leitung der Gesanuntkirche betreffenden Fragen 
im Consistorium von Papst und Cardinälen gemeinschaftlich berathen wurden, 
so wurden selbstverständlich auch die die Regierung der Kirche ermög- 
lichenden Fragen des Einkonunens der Kirche und des heiligen Coll^ums 
dort verhandelt. Da es ein natürliches Recht einer Körperschaft ist, nur 
alle diejenigen an ihren Einkünften Antheil nehmen zu lassen, die auch im 
Vollbesitz aller Rechte sind, so ergiebt sich, dass wir der Frage näher 
treten müssen, welche Cardinäle und wie dieselben an den gemeinschaftlichen 
Geldbezügen Antheil hatten, bezw. unter welchen Bedingungen dieselben von 
dem Mitbezuge der Gelder ausgeschlossen waren. 

„Die Theilnahme der Cardinäle an der Finanzverwaltung geschah in 
der Regel im Consistorium, das sich regelmässig und zwar sehr häufig ver- 
sanmielte."^) Daraus ergiebt sich der allgemeine Satz von selbst, dass nur 
die in curia befindlichen Cardinäle an dieser Verwaltung und ihren Erträg- 
nissen sich betheiligen konnten. Diese Erträgnisse, die in ihrer Vertheilung 
divisiones consistoriales genannt wurden, werden in einem anderen Ab- 
schnitte besprochen werden. 

Es bleibt nun einerseits zu bemerken, dass nicht alle Cardinäle, die an 
der Curie weilten, an den divisiones Antheil hatten und andrerseits manche 
auswärts befindliche Purpurati trotz dieses Umstandes ihren Antheil an den 
Einkünften des Collegiums erhielten. Beide Punkte verdienen an der Hand 
der Urkunden eine nähere Beleuchtung. 

In den Büchern des Cardinalscollegiums oder der camera apostolica 
aus der ersten Hälfle des 14. Jahrhunderts finden sich bei Ernennungen von 
Cardinälen stets nur ganz summarische Angaben, dass der Papst eine be- 
stimmte Zahl von Cardinälen ernannt habe, von denen einige in curia weilten, 
mithin an den divisiones consistoriales Antheil hätten, andere nicht. Dem- 
gemäss vergrössem sich nach einer creatio cardinalium auch die auf dem 
Rande der Codexblätter aufgezeichneten Zahlen über die Anzahl der parti- 
cipirenden Cardinäle sofort um die Zahl der in curia weilenden Neu- 
emannten. Irgend einen Anhalt über den genauen Zeitpunkt, an dem ein 
neuernannter Cardinal in curia in den Genuss der divisiones trat, finden wir 
in jenem Zeitabschnitt nicht. Zuweilen ist, ausser der Thatsache der Er- 
nennung, auch der Umstand später nachgetragen worden, dass der Papst 



*) Kirsch, S. 41. SSgmüUer, Die ThStigkeit und Stellung der Cardinäle etc., S. 97 ff. 



XXXV 

die MundöfTnung vorgenommen habe. In der zweiten Hälfte des 14. Jahr- 
hunderts findet sich hie und da der Bemerkung über Ernennung, Anweisung 
der Kirchen und Mundöilhung noch die Notiz hinzugefügt, dass die Ernannten 
in Zukunft an allen Einkünften des Collegiums Antheil haben sollten. 

Gleich zu B^[inn des 15. Jahrhunderts erfahren wir erst ganz genau, 
wie diese Dinge sich zu einander verhalten. Als sprechendstes Beispiel fiihre 
ich folgenden Fall an. Am 12. Juni 1405 ernannte der Papst eine Anzahl 
Cardinäle; am 19. Juni fand die Anweisung der Titel bezw. Diaconien statt 
und am 20. October 1406 nahm der Papst bei zweien der ernannten Cardi- 
näle die Mundöffnung vor.^) In dem Berichte über die letzte Ceremonie 
heisst es dann, dass die Cardinäle Angelus Corarius tituli S. Marci und 
lohannes de Melioratis de Sulmona tituli Sanctae Crucis in lerusalem in 
Zukunft in den öffentlichen und geheimen Consistorien sprechen, ihre Stimme 
abgeben und an den Servitien der Prälaten Theil nehmen könnten. Damit 
haben wir einen festen Punkt gewonnen, um die Frage entscheiden zu können. 
Gleichwie die Cardinäle erst durch die aperitio oris in den vollen Genuss 
ihrer Würde traten , d. h. consistorialfahig wurden, so konnten sie auch erst 
von diesem Zeitpunkte ab die Einkünfte mitbeziehen. Dass diese Darstellung 
durchaus richtig ist, ergiebt sich aus anderen Urkunden. 2) Im Jahre 141 2 
Dec. I kommt Cardinal Petrus de AUiaco tituli Sancti Chrysogoni an die 
Curie. Obschon derselbe seit einiger 2^it ernannt war (I4iijun. 6) und 
auch schon seinen Titel hatte, notirt der Cleriker bei seinem „accessus", 
dass wegen seiner Ankunft die Zahl der participirenden Cardinäle, die 20 
betrug, nicht verändert würde. Die Erklärung hierfür finden wir 4 Seiten 
weiter, wo es zum 19. December heisst, dass dem Cardinal Petrus der Mund 
geöffnet worden sei, mithin die Zahl der berechtigten Cardinäle auf 21 steige. 
Ein einziges Mal*) habe ich gefunden, dass einem Cardinal non obstante 
quod sibi os apertum non fuerat nee titulus assignatus die Vergünstigung 
zu Theil wird, an den Einkünften seinen Antheil zu haben. Für die 
Thatsache, dass wir im 14. Jahrhundert keine derartigen Aufschlüsse haben, 
will ich auf den Umstand hinweisen, dass in der Regel Ernennung, An- 
weisung der Kirchen und Mundöffnung bei den in curia befindlichen Neu- 
emannten innerhalb eines so kurzen Zeitraumes geschah, dass es sich nicht 
verlohnte, das Einzelne genau zu verzeichnen. Allerdings kann man an 
einzelnen Aufzeichnungen sehen, dass die Liste der Ernannten und die 



^ Urk. NN. 13b, 18, 19, 22. 
*) Urk. No. 25. 
■) Urk. No. 22. 



c* 



XXXVI 

hinter die Namen geschriebenen Titel bezw. Diaconien von zwei verschiedenen 
Händen oder von verschiedenen Tagen stammen. 

Einen indirecten Hinweis auf das Vorstehende finden wir in dem Briefe 
des apostolischen Känmierers vom 12. Mai 1367 an den Rector der Graf- 
schaft Venaysin Philippus Cabassole, ^) dem der Papst seine Ernennung zum 
Cardinal nach Avignon gesandt hatte. Es heisst dort: „Quia dominus noster 
papa videt, quod, quandiu estis absens a Romana curia, perditis distribu- 
tiones vestras, que satis ascendunt, et presertim census Ecclesie Romane, 
de quibus numquam, donec hie personaliter fueritis, aliquid percipietis, ideo 
vult . . . quod huc personaliter veniatis ..." Mit diesen Ausführungen 
stimmen die obigen Feststellungen vollständig überein. 

Wie wir wissen, war nur der Cardinal berechtigt an den Einkünften 
Antheil zu nehmen, der im Augenblicke des Zahlungsversprechens oder 
der rechtlichen Fälligkeit der Census u. s. w. in curia praesens war. Diese 
Bestimmung steht durchaus im Einklänge mit den Gepflogenheiten der Curie 
in jener Zeit und enthielt schon deswegen keine Ungerechtigkeit gegen ab- 
wesende Cardinäle, weil diese, wenn in Curialgeschäften von der Curie 
entfernt, nicht unerhebliche andere Einkünfte hatten.') 

Jedoch gab es auch von Anfang an Ausnahmen von dieser Regel, 
d. h. abwesende Cardinäle hatten Antheil an den Einkünften. Obschon die 
Nachrichten über solche Vergünstigungen in der ersten Zeit spärlich vor- 
liegen, so darf man doch annehmen, dass sie keine ausserordentlichen Selten- 
heiten waren. In der abgedruckten Abhandlung „De censu antiquo" bei der 
Verrechnung des Census Siciliae von 1284 — 1300 sollten alle die Cardinäle 
ihren Antheil erhalten, qui in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli 
erant in curia residentes vel pro residentibus censebantur. Leider ist in den 



*) Urk. No. 9. 

*) Soweit die Nuntien und Legaten bezttglich der ihnen auf der Reise zustehenden Fxo- 
curaUonen in Frage kommen, muss man den Vorbehalt machen, dass diese Einktinfte nicht 
immer ausreichten, ja manchmal so gering waren, dass die Nuntien in grosse Noth kamen. 
Ueber die Frocurationen im Allgemeinen finden wir in den Regesten Qemens V zahlreiche 
Angaben. Wichtiger wie diese ist eine Anweisung Johann XXII, der zweien seiner Legaten je 
1000 Goldgttlden anweist, da dieselben von importabilis penuria (allerdings in Folge besonderer 
UmstSnde) heimgesucht seien. In der Anweisung betont der Papst aber, dass er grundsätzlich 
fttr den Unterhalt der Legaten und Nuntien nicht aufzukommen habe und dieses Mal nur eine 
Ausnahme machen woUe. (Urk. NN. 7« und 8.) Clemens VII dagegen weist zweien seiner 
Legaten je 5000 Goldgulden das Jahr, zahlbar in vier Theilen, an, worin wir wohl ein festes 
Gehalt derselben erblicken dürfen. (Urk. No. 10.) Vermuthlich erhielten die Legaten wegen 
des Schismas keine Frocurationen. Aus derselben Zeit sind noch weitere Beispiele vorhanden, 
dass die Legaten und Nuntien Gehilter im eigentlichen Sinne des Wortes von Clemens Vn 
bezogen. (Siehe im Anhange Urk. No. 3$ 7.) Die nShere Ausftlhrung dieses Punktes gehört 
nicht hierher. 



xxxvu 

Aufstellungen der Listen nicht angegeben, welche Cardinäle zur ersten oder 
zweiten Klasse gehörten. Auf jeden Fall setzt der allgemeine Ausdruck 
voraus, dass es sich nicht um ganz vereinzelte Fälle handelte, obschon wir 
uns von der Häufigkeit des Privilegs mangels Nachrichten keine Vorstellung 
machen können. 

Erst unter Clemens V haben wir eine Constitution, die die Frage iiir 
die Folgezeit regelt. Dieselbe ist erlassen unter dem 5. Mai 13 12. Es wird 
in derselben angeordnet, dass in Zukunft consuetudine quacumqüe contraria 
non obstante alle Cardinäle, die mit Erlaubniss des Papstes fem von 
der Curie weilen, als praesentes behandelt werden für die Einkünfte aller 
Art, die vom camerarius coUegii aus zur Vertheilung gelangen. Ausge- 
nommen sind einzig und allein die Cardinäle, die als Nuntien oder Legaten 
verreist sind.^) Diese werden stets als absentes behandelt. Durch diese 
Constitution werden alle anderen Bestimmungen, die sich mit der Frage 
befassen, für ungültig erklärt und zurückgenommen. 

Aus dem Wortlaute darf man wohl schliessen, dass andere Gewohn- 
heiten bis zum Jahre 13 12 bestanden haben und ebenso ergiebt sich, dass 
auch wohl besondere Verfügungen der Päpste über diesen Punkt vorgelegen 
haben. Welcher Art die einen oder anderen waren, entzieht sich, wenigstens 
vorläufig, unserer Kenntniss. 

Kurze Zeit nach Erlass der Constitution lernen wir aus einer Bulle 
Qemens V (13 13 Jan. 13), dass dieselbe schon practisch wurde bei dem 
Cardinaldiacon Ricciardus, der aus Gesundheitsrücksichten nach Italien reiste. 
Ihm wird, unter Anrechnung aller Einkünfte, Urlaub auf zwei Jahre ertheilt. 
Zugleich wird seinem Procurator an der Curie eingeschärft, nur ja die Inter- 
essen seines Herrn wahrzunehmen, damit auch alles an ihn abgeführt werde.*) 
Wenige Monate später (13 13 Jun. 28) macht uns eine Bemerkung in Oblig. 3 
mit einer weiteren Anwendung der Constitution bekannt, wobei ausdrück- 
lich die participatio census Apuliae mit eingeschlossen ist.') 

In der Folgezeit können wir, bei dem Anschwellen der Registerbände, 
eine Untersuchung nach der Seite hin nicht fuhren, wie oft wohl derartige 
Anwendungen der Constitution Clemens V vorgekommen sind. Dagegen 
haben wir, ausser den sehr spärlichen, gelegentlichen, ausdrücklichen Erwäh- 
nungen über Urlaub in der Abtheilung Obligationes et Solutiones, ein anderes 
Mittel, um uns einigermassen über diese Dinge zu orientiren. Wir müssen 



^ Urk. No. 3. Ausnahmen von dieser Regel finden wir in den Urkunden NN. ii, 21, 
33 und 37. 

«) Urk, No. 4. 
•) Urk. No. 5. 



XXXVIII 

einfach auf dem Rande der Cameralregister die Zahl der participirenden 
Cardinäle vor und nach einem Weggang ablesen. 

Ich habe beobachtet, dass zwischen 1320 und 1340 etwa 6 — 8 Mal 
der Fall vorkommt, dass ein oder zwei Cardinäle die Curie in Geschäften 
der Kirchenregierung verliessen und dass trotzdem die Zahl der partici- 
pirenden Cardinäle auf dem Rande der Register sich nicht verminderte. 
Ebenso ist mir ein Fall vorgekommen, dass der Papst eine creatio cardinalium 
vornahm und dass eine Obligation, die am selben Tage gethätigt wurde, 
sofort eine, um die Zahl der in curia befindlichen neuemannten Cardinäle, 
erhöhte Ziffer der participirenden Cardinäle aufweist.^) Daraus darf man 
wohl entnehmen, dass im ersten Falle entgegen der genannten Constitution 
die abreisenden Purpurati fiir die Dauer der Legation als participantes 
betrachtet wurden und dass im zweiten Falle an demselben Tage der creatio 
auch alle anderen Formalitäten*) erfüllt wurden, die bei Ernennungen vor- 
genommen zu werden pflegten. Hier sei der Bemerkung Raum gegeben, 
dass die genaue Beachtung der bei jedem Documente angegebenen Zahl der 
Participantes häufig überraschende Aufschlüsse bietet, wo andere Quellen 
schweigen. Hüten muss man sich jedoch auch, stets zu glauben, dass die 
Zahl der participirenden Cardinäle identisch sei mit der Zahl der in curia 
Befindlichen. Besonders wichtig ist diese Frage fiir die Zeit des Schismas 
und da ist sie, wie unten gezeigt werden wird, besonders verwickelt. Die 
Zahl der participirenden Cardinäle in ihrem Wechsel und in ihren Fictionen 
fuhrt bei genauer Beachtung aller recessus und accessus zu vielen historisch 
nicht unwichtigen Aufschlüssen. Wir haben übrigens nichts destoweniger 
ein ganz zuverlässiges Mittel, um festzustellen, wie viele der jedes Mal als 
participirend bezeichneten Cardinäle nicht an der Curie weilten. In den 
Introitus et Exitus Camerae werden die Ausgaben stets verzeichnet, die die 
apostolische Kammer für die hergebrachte Lieferung gewisser Naturalien^) 
an jeden persönlich anwesenden Cardinal aufwenden musste. Ein Vergleich 
also dieser Zahl mit der entsprechenden Zahl in den Obligationen lässt klar 
erkennen, wie viele Cardinäle auswärts weilten und doch ihren Antheil an 
den verschiedenen Einnahmen hatten. Vielfach geben sowohl die Bücher 
des Collegiums, wie diejenigen der apostolischen Kammer die gleichen 



*) Am 3. Sept. 1342 gab es i8 participirende Cardinäle; am ao. Sept creatio von 10 
CUirdinäleii, wovon 9 in curia weilten, darum in der nächsten Obligation (25. Sept.) 1 8 -|- 9=^2 7 
participirende Cardinäle. Oblig. 6. fol. 185. 186. 

*) Assignatio tituli, aperitio oris, traditio annuli. 

*) Hierfür ein Beispiel: Item pro 16 porcis datis 14 cardinalibus et camerario, magistro 
marescalle et servientibus armomm 32 flor. 16 den. Tur. gross. 



XXX vmi 

Nachrichten über die Cardinäle; manchmal jedoch verzichten die Eintragungen 
der Camera apostolica auf Angabe dieser Zahlen. Für alle diese Beobach- 
tungen ist einer der wichtigsten Codices: Obligationes No. 6, die Pergament- 
handschrift, von der oben schon ausführlicher die Rede war. 

Erst nach dem gprossen abendländischen Schisma beginnen unsere Quellen 
uns ausdrücklich über die Participatio cardinalium zu unterrichten und da 
lernen wir, dass sich die Sache schon so weit verändert hatte, dass man es 
fast als eine Ausnahme ansah, wenn ein Legat oder Nuntius thatsächlich 
von dem Mitbezug der Einkünfte ausgeschlossen war. Wir sehen aus den 
kurzen Aufzeichnungen,^) dass sich die Handhabung des Privilegs entweder 
auf die ganze Zeit der Abwesenheit erstreckte oder nur auf einen Theil; 
es wird dem Einen gewährt und dem Anderen ausdrücklich verweigert, es 
wird widerrufen oder nüt rückwirkender Kraft erlassen, kurz in allen denk- 
baren Formen angewendet. Man hatte augenscheinlich wieder neue consue- 
tudines gebildet, die uns aber nicht in ganzem Umfange bekannt sind. 
Irgend einen leitenden Gesichtspunkt ftir Gewährung oder Verweigerung zu 
finden — wie ihn Clemens V aufgestellt hatte — ist aus dem vorliegenden 
Material nicht möglich. Zum Theil mag die Vorliebe fiir den einen oder 
anderen Cardinal den Papst veranlasst haben, dieses Privileg zu geben, zum 
Theile mögen die wesentlichen Verminderungen der Einnahmen der Cardinäle 
manchmal mit Nothwendigkeit zu diesem Schritte gedrängt haben. Sehr 
häufig heisst es einfach, dass dominus noster papa einem Cardinal das 
Privileg ertheilt habe, während an anderen Stellen steht, dass der Papst im 
Consistorium nach dem Willen der Cardinäle, oder unter Zustimmung der 
Cardinäle einem Abwesenden den Mitgenuss der Einkünfte zugestanden habe. 
Mehrere Male heisst es auch einfach, dass domini de collegio die Ver- 
günstigung ertheilt hätten. 

Im Laufe des 14. Jahrhunderts hatte sich dann auch ein terminus 
technicus ausgebildet, der mir zuerst im letzten Decennium des 14. Jahr- 
hunderts begegnet: concedere alicui absentiam, habere absentiam, dare 
absentiam. Mitunter heisst es: concedere alicui portionem promotionum 
onmium oder ähnlich. Ein Mal fand ich eine revocatio absentiae. In sprach- 
lich unklarer, aber practisch kurzer Weise schreibt ein Clerikus an einer 
Stelle: habuit absentiam omnium communium et minutorum servitiorum, 
oder: non habuit absentiam nee partem in capello, oder de emolumentis 
capelli participavit per sex menses.') 

«) Urk. NN. 21—27. 

*) Im Urknndentheile sind von No. 12 ab zahlreiche Beispiele ttber die GewShmng oder 
Verweigening der absentia aufgeführt, die sich zeitlich ttber die Jahre 1391 — 14 18 vertheilen. 



XL 

Für einige Päpste aus der Zeit des Schismas gebe ich an der Hand 
der einschlägigen Handschriften eine kurze Zusanunenstellung über das Vor- 
kommen der absentia. Bonifaz Vim hat die absentia in mehr Fällen gewährt, 
wie verweigert. Innocenz VH hat in seinem Register eine revocatio absentiae 
und zwei recessus cardinalium de curia, bei denen eine Notiz bezüglich der 
absentia sich nicht vorfindet. Bei Gregor Xu sind wohl ebensoviele Fälle 
der Gewährung des Privilegiums wie seiner Verweigerung zu verzeichnen. 
Alexander V hat in seinem kurzen Pontificate niemals die absentia gewährt. 
Es sind übrigens im Register auch keine recessus cardinalium de curia auf- 
geführt. Unter Johann XXIII kommen, salvo errore, fünf recessus vor, bei 
denen drei Mal habens absentiam verzeichnet ist; zwei dieser Privil^en tragen 
den Vermerk: de consensu dominorum cardinalium. Die stets vorhanden 
gewesene Tendenz, sich mit Rücksicht auf die Kammerangelegenheiten dem 
Eingreifen des Papstes nach Möglichkeit zu entziehen, gelangt in dem eben 
besprochenen Punkte siegreich zum Durchbruch am 12. April 1431. Es 
wird an diesem Tage eine Bestimmung über die Antheilnahme auswärts 
weilender Cardinäle getroffen, die mit den bezeichnenden Worten schliesst, 
dass die Erlaubniss etc. vom heiligen CoUegium eingeholt werden muss, papa 
mm praesente, 

1431 ApriL 12. 

Statutum et ordinatum fuit per dominos de coUegio collegialiter congre- 
gatos die xii mensis Aprilis, anno Domini millesimo quadringentesimo 
trigesimo primo pontificatus sanctissimi domini nostri, domini Eugenü divina 
Providentia pape IIII anno primo, quod legati de latere in eorum absentia 
de temporalitate Ecclesie Romane participare debeant tamquam presentes,^) 



Im Texte oben sind eine Anzahl Ausdrücke angeführt, die in Urkunden vorkommen, deren 
Abdruck nicht geschah, um das Material nicht zu sehr zu häufen. 

*) In dusitn Zusamnunhange mag auf folgende beiden Documente verwiesen werden'. 

1851 Februar. 16. 

Dilecto filio Andree de Tuderto priori Sancti Pauli ad Ortum Pisan. apostolice sedis 
nuntio salutem etc. 

Cum bone memorie Anibaldus, episcopus Tusculan. tarn pro pecuniis quas recepit de 
oblationibus, que obvenerant in basilica principis apostolorum de Urbe, quam alias nobis et 
Ecclesie Romane in magnis pecuniarum quantitatibus teneretur sibique de vicesima quinta portione 
proventuum ecclesiasticorum ei ratione legationis officii, quo in ipsis partibus, dum viveret, 
fungebatur, concessa certe quantitates pecunie, ut asseritur, deberentur, nos volentes nostris et 
ipsius Ecclesie in hac parte indempnitatibus providere, discretioni tue . . . mandamus quatinus . . . 
huiusmodi pecunie quantitates eidem episcopo debitas, ut prefertur, a quibuscumque archiepis- 
copis .... ecclesiasticisque personis secularibus et regularibos, exemptis et non exemptis, locomm 
et ordinum quorumcumque Tuscie, Marchie Anconitan. ac civitatis, diocesis et provincie ac 



XLI 

de communibus vero et minutis servitiis nullo modo participent. Item, quod 
aliter absentes, quod, ut premictitur, nisi causa infirmitatis curande vel 
sanitatis recuperande seu alias a coll^o licentiati nullo modo participent; 
et huiusmodi licentia obtineri debeat a coUegio prefato papa non presente. 

Armarium XXXI Tom. 51. fol. 12 v. 

2. Die Camera computorum collegii dominorum cardinalium. — Da 
es sich bei den Einkünften, die hier in Frage stehen, nicht um persön- 
liche Einnahmequellen der einzelnen Cardinäle handelte, sondern um ge- 
meinschaftliche Bezüge, da femer dieselben in globo eingezahlt und nicht 
von den Schuldnern direct jedem berechtigten Mitgliede des heiligen 
CoU^ums ausgezahlt wurden, so musste eine Behörde geschaffen werden, 
die alle vorkonunenden Geschäfte erledigte. Es wäre wohl aussichtslos, 
wollte man untersuchen, ob zu Beginn der Theilnahme des heiligen Collegiums 
an den Einkünften der Römischen Kirche die Arbeit der Einnahme der 
Gelder und alle sonstigen Geschäfte mit Ausnahme der Vertheilung nicht 
vielleicht durch den Kämmerer der apostolischen Kammer geschehen sei.^) 



Riparie Jannan. nostro et ipsius Ecdesie Romane nomine petere, exigere ac recipere 

procnres etc. nsque in finem. 

Dat Avinion. xilli kal. Maitii anno nono. 

Reg. Vat. No. 144 Clem. VI (Stcret, anni IX) fol. ccXLvmi r. 

1428 Hart. 1. 

Antonios etc. Cum reyerendissimus in Christo pater et dominus, dominus Branda tituli Sancti 
Clementis Sancte Romane Ecdesie presbiter cardinalis Placentin. etc. certam pecuniarum summam 
ratione proyisionis sibi dudum per sacrum collegium dominorum cardinalium dum in regno 
Bohemie etc. legationis fiingebatur officio, assignate a camera dicti collegii recipere debeat, ac 
rererendus pater dominus 2^nonus Dei gratia episcopus Lexovien. prefoti domini cardinalis 
nepos camere dicti collegii pro communi et minuto servitiis etc. teneatur obligatus, hinc est 
quod nos de Yoluntate dominorum cardinalium communibus cardinalis et episcopi pre£atorum 
intendentes et ut domino cardinali de resta provisionis huiusmodi ac camere sepedictis de 
communi et minuto servitiis pre£atis etiam per modum compensationis satisfiat ad eorumdem 
cardinalis et episcopi instantiam auctoritate nobis in hac parte commissa commune et minutum 
servitia predicta cuiuscumque etiam quantitatis ezistant, in completam solutionem reste provisionis 
predicte etc. pre&to domino cardinali duximus assignanda etc. volentes prefatorum cardinalis 
et episcopi ad id accedente consensu per assignationem huiusmodi cameram pre&ti collegii ab 
omni cardinalis inpetitione et omnem provisionem huiusmodi, episcopum vero a totali prefatorum 
servitiorum solutione plene et integre liberatos etc. Quitationem dicti cardinalis etc. Mandatis etc. 
Insnper etc. Secum etc. ^ 

Dat Rome, die prima Martii M • cccc • xxvni, pontificatus etc. domini Martini pape V 

anno undecimo. 

Gratis pro domino cardinäle et nepote 

Duplicata. Reate. 
Oblig. 63. fol. Lxxvi V. 

^) Einen Hinweis auf eine solche Möglichkeit kann man vieUeicht in den Urkunden 
NN. 288* und 2881> vermuthen. Bonifiu VIII weist den apostolischen Kimmerer an, ge- 
wissen Kammer-Kaufleuten bestimmte Censusantheile der abgesetzten beiden Cardinäle Colonna 



XLII 

Es liegt aber durchaus in der Natur der Sache, dass, wenn das heilige 
Collegium es nach und nach durchzusetzen vermochte, dass, mit ganz geringen 
Ausnahmen (2^nten, Annaten u. s. w.), alle Einkünfte der Kirche zwischen 
Papst und Collegium zu gleichen Theilen getheilt wurden, es auch die Ver- 
waltung der eingehenden Summen ganz selbständig übernahm. Und zu 
geordneter Verwaltung dieser Einkünfte wurde dann, nach Vorgang des 
heiligen Stuhles, der seine camera apostolica hatte, die Behörde der camera 
computorum coUegU cardinalium geschaffen. Meistens heisst sie ganz kurz 
camera coUegü, entsprechend den kurzen Auszügen aus längeren Urkunden, 
die in den Registern an Stelle der ganzen Documente stehen. In den 
Urkunden selbst haben wir einen sehr volltönenden Titel: camera coUegU 
reverendorum^) in Christo patrum dominorum Sanctae Romanae Ecclesiae 
cardinalium. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts kommt der Titel vor: camera 
computorum collegü dominorum cardinalium. 

Die camera apostolica hatte selbstverständlich den Vorrang vor der 
camera collegü. Dagegen geht der camerarius collegü dem camerarius 
Summi Pontificis vor, wenn letzterer kein Cardinal ist.^) Beide Rangver- 
hältnisse kommen klar zum Ausdruck, wenn beide Kämmerer gemeinschaft- 
lich eine Urkunde erlassen, z. B. : „Miseratione divina Guillermus tituli Sancti 
Stephani in Celio Monte Sancte Romane Ecclesie presbiter cardinalis et 
Franciscus archiepiscopus Narbonen. domini pape et sacri collegü reverendissi- 
morum in Christo patrum donünorum eiusdem Sancte Romane Ecclesie 



auszuzahlen. Im geordneten Verwaltungswege, wie wir ihn aus späteren Urkunden kennen lernen, 
hätte ein solcher Erlass dem camerarius collegü zugestellt werden mtissen, trotzdem dass die 
Gesammtsumme der census f)lr gewöhnlich der apostolischen Kammer ausbezahlt wurde, von 
der das CoUegium dann seinen Antheil erhielt — Einen merkwürdigen Ausdruck gebraucht 
Bonifaz VlU einmal, indem er den apostolischen Kämmerer und den camerarius collegii 
„camerarii nostri" nennt 1 „ . . . vosque nuper ad mandatum nostrum per venerabilem fratrem 
Hugonem, Hostien, et Velletren. episcopum, ac dilectum filium magistrum Theodericum, Pisanum 
electum, camerarios nostros vive vocis oraculo vobis factum . . . ." 

1297 Februar. 28. Romae apud Sanctum Petrum 

Dilectis filiis Raynutio, Lamberto, Albizo de. 

Cum bone memorie. — Dat. Rome apud Sanctum Petrum, II kal. Martii anno secundo. 

Registres de Boniface VIII. No. 1549. 

Die Bemerkungen des vorhergehenden Abschnittes sind ttbrigens für diese Frage zu ver- 
gleichen. Siehe besonders Seite XXTIU. 

^) Nach der Mitte des 14. Jahrhunderts erst heisst es: reverendissimorum, zunächst unter 
Gregor XI, soweit ich sehe. Vergl. die irrige Angabe bei Sägmüller, Thätigkeit und Stellung 
der Cardinäle etc., Seite 166. Scheu ff gen. Die Hierarchie in der katholischen Kirche. Rüssel, 
Münster 1897. Seite 155. 

*) Die Ausführungen über den cardinalis camerarius und den camerarius der päpstlichen 
Kanmier bei Ehrle (Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum I Romae 1890) Seite 4 
Anm. 9 sind nicht ganz richtig und nicht klar. 



XLni 

cardinalium camerarii . . / Cardinal Wilhelm hat iiir seine Person den 
ersten Platz und iiir sein Amt den letzten, Erzbischof Franciscus hat fiir 
seine Person den zweiten und für sein Amt den ersten Platz. ^) 

Die ersten Nachrichten über diese Behörde der camera collegii haben 
wir aus dem Jahre 1295, die uns zwar einiges Licht geben, jedoch nicht 
klar erkennen lassen, wie die Verhältnisse genau lagen. Es darf uns das 
nicht Wunder nehmen, wenn wir bedenken, dass diese Einrichtung noch in 
den Kinderschuhen steckte. Allmählich, entsprechend den an die camera 
collegii herantretenden Bedürfnissen, gestalteten sich die einzelnen Zweige 
der Verwaltung aus, so dass wir erst im Jahre 1332 die camera collegü in 
ihrer später stets festgehaltenen Ausbildung finden. Fasst man diesen Zeit- 
punkt in's Auge, so sind zu dieser Behörde zu rechnen: i. der camerarius 
collegü als oberster Leiter; 2. die beiden clerici collegü als verantwortUche 
Unterbeamte; 3. eine Anzahl servitores und 4. mehrere Schreiber zur Er- 
ledigung der zahlreichen Ausfertigungen und Eintragungen. 

Die Geschichte und Entwicklung dieser so wichtigen Einrichtung wird 
am Leichtesten klar, wenn man den einzelnen TheUen nachgeht und darum 
handele ich ün Folgenden von den genannten vier Punkten. 

3. Der Kämmerer des heiligen CoUegiums. — Wie weit hinauf ein 
Vertreter des CardinalscoUegiums, der der Verwaltung der gemeinschafUichen 
Einnahmen vorstand, verfolgt werden kann, hat Kirsch (S. 43) dargethan. 
Hier soll untersucht werden, in welcher Weise eine Stellvertretung des 
camerarius collegii eintreten konnte, sowie auf den einzigen Fall aufmerksam 
gemacht werden, in dem wir statt eines, zwei Cardinalkänmierer hatten. 
SchUessUch führe ich noch die Obliegenheiten und eine Liste derselben an. 

I. Wenngleich die meisten camerarii collegü ihr Amt auf Lebenszeit 
bekleideten, so haben wir in den Quellen keinen Anhaltspunkt dafiir, dass 
der im Consistorium von Papst und Cardinälen gemeinschaftlich erwählte 
bezw. ernannte Cardinalkämmerer auf Lebenszeit sein Amt erhalten hätte. *) 
Diese Dinge scheinen sich einfach per viam facti geregelt zu haben. Die 
Wahl des camerarius collegii geschah häufig unter besonderer Rücksicht- 
nahme auf die Erfahrungen der Candidaten im Finanzdienste der Curie. 
Von einigen camerarii collegü (z. B. dem Cardinal Petrus Gometii) wissen 
wir, dass sie früher clerici camerae apostoUcae gewesen waren, mithin genaueste 
Kenntniss des verwickelten Geldverwaltungs-S3^tems besassen. Auf diese 



^) Nor ausnahmsweise wurde diese Rang- und Reihenfolge nicht eingehalten. Zu ver- 
gleichen ist übrigens der unten folgende Abschnitt über die diplomatischen Eigenthfimlichkeiten 
unserer Urkunden, in dem diese Frage eingehend erörtert wird. 

*) Siehe unten am Schlüsse der Liste der camerarii collegü. 



XLIIII 

Weise war es denn auch möglich, dass nie grössere Unregelmässigkeiten 
vorkamen, wenigstens lassen sich in dem vorliegenden Quellenmaterial solche 
in keiner Weise nachweisen. Auf jeden Fall müssen wir die Verleihung 
des Amtes als einen grossen Vertrauensbeweis von Papst und Cardinälen 
ansehen und demgemäss den camerarius collegii unter die einflussreichsten 
Mitglieder des heiligen CoUegiums einreihen. Ausser dem, dass der camerarius 
collegii dem Papste im Consistorium alle zweifelhaften Fragen der Finanz- 
verwaltung vortrug, hatte er auch häufig Gelegenheit, ausserhalb des 
Consistoriums mit dem Papste zu verhandeln, wodurch natürlich sein Ein- 
fluss nur stieg. Die Introitus et Exitus Camerae sowie die Miscellanea 
Camerae reflectiren häufig derartige Besprechungen in kurzen Notizen. 

2. Es ist darum natürlich, dass der Inhaber eines so wichtigen Amtes 
nicht ohne weiteres von der Curie sich entfernen konnte. Die tiefein- 
schneidenden Interessen des ganzen heiligen Collegiums bedurften einer 
Wahrung auch dann, wenn der camerarius collegü sie nicht selbst vertreten 
konnte. Im Allgemeinen wissen wir wenig über die Art und Weise, wie 
eine Stellvertretung des Cardinalkänmierers jedes Mal eingerichtet wurde; 
auf jeden Fall ist mir keine Constitution bekannt geworden, die die Ange- 
legenheit generell geregelt hätte. Was sich in den Quellen über die Stell- 
vertretung findet, will ich hier kurz zusammenstellen. 

Die Stellvertretung des camerarius collegü^) geschah in doppelter 
Weise: Entweder durch einen Auftrag von Seiten des Cardinalkänmierers 
an eine andere Person, ihn zu vertreten, oder durch Ernennung eines Stell- 
vertreters von Seiten des Papstes. Im ersten Falle handelte es sich für 
gewöhnlich um eine kürzere Abwesenheit, die nicht durch besondere Theil- 
nahme an der kirchlichen Gesammtverwaltung hervorgerufen war. Im zweiten 
Falle haben wir es meistens mit einer Stellvertretung fiir einen zum Nuntius 
oder Legaten ernannten camerarius collegii zu thun. 

Gleich zu Beginn unserer Quellen über die Finanzverwaltung des 
CaftlinalscoUegiums begegnen wir zahlreichen Notizen über die Stellvertretung 
des camerarius collegü durch den camerarius bezw. vicecamerarius papae. 
Bei den Obligationen der Prälaten waren stets Beide anwesend, und wenn 
der Cardinalkämmerer abwesend war, nimmt der Känmierer des Papstes 
die Obligation entgegen in seinem Namen et nomine Petri agentis in remotis, 
oder nonüne camerarii collegü et de ipsius mandato.^ 



*) Vgl. hiena die Urkunden des H. Abschnittes: „Die Kämmerer des heiligen Collegiums. 
Stellvertretung derselben". S. 12 — 19 (Urk. NN. 28 — 44). 

*) Amaldus Auxitan. archiepiscopus, domini papae camerarius, vertritt den Cardinal- 
lüunmerer Wilhelm d'Aigrefeuille, 1366. Oblig. 38. fol. i r. ,f/n quorum testimonium ^esentes 



XLV 

Wenn ein Cardinalkämmerer einen eigens vom Papste ernannten Stell- 
vertreter erhielt, so finden wir in allen von diesen erlassenen Urkunden 
dieses Verhältniss ganz ausdrücklich angedeutet In den Auszügen über 
die Obligationen, wie sie uns in vielen Bänden vorli^en, geschieht der 
Thatsache der Ernennung des Stellvertreters zuerst wohl Erwähnung, jedoch 
wiederholt sich diese Angabe in den folgenden Obligationen weiter nicht 
mehr. Häufig kam übrigens eine solche Stellvertretung vor dem Schisma 
nicht vor. Im Jahre 1336 wird uns eine derartige Thatsache mit folgenden 
Worten mitgetheilt: „Imbertus tituli Basilice XII Apostolorum presbiter 
cardinalis, gerens vices in hac parte, ex speciali commissione sibi facta per 
dominum nostrum papam, reverendi in Qiristo patris domini P. tituli Sancte 
Praxedis presbiteri cardinalis, camerarii sacri collegii dominorum Sancte 
Romane Ecclesie cardinalium, absentis ex causa." 

Dass einem Stellvertreter des camerarius collegU der Titel vicecame- 
rarius gegeben worden sei, oder er ihn sich beigelegt habe, ergiebt sich 
aus den Quellen nicht. Dieser Titel war nur in der päpstlichen Kammer 
gebräuchlich.^) 

Für das 14. Jahrhundert ist das classische Beispiel der Stellvertretung*) 
die Amtszeit des Cardinais Petrus Gometii, Känmierers vom 11. März 1331 
bis zum II. Juli 1340. Er war abwesend 

i) 1334 lul. 20 bis Stellvertreter der päpstliche Känunerer Gasbertus 

1334 Oct. 17. (recipiens nomine et de ipsius [Petrt\ mandato). 

2) 1336 lun. 6 bis Cardinal Imbertus de Puteo wurde vom Papste 

1336 Oct. 9. ausdrücklich zum Stellvertreter ernannt. 



Hitirtu ftdmus fieri et sigüli nostri, archU^copi prefati, ei dicH sacri collegii camerenrH, cuius 
vices gerimus in hac parte, mumrif*. 

^) Das einzige Mal finde ich diesen Titel in den Quittungen des Schatzmeisters der 
Grafschaft Veuaysin, Petrus, ftir die Jahre 1338, 1339 und 1340. Hier handelt es sich offenbar 
nicht um Angabe des officiellen Titels, sondern vielmehr um eine Bezeichnung, die dem Schatz- 
meister aus der apostolischen Kanmier her geläufig war und die er dann auf Cardinal Imbertus 
de Puteo, der den Cardinal Petrus Gometii (siehe unten) vertrat, anwendete. Die Obligationen- 
bSnde kennen meines Wissens diesen Titel nicht. Vgl. Urk. NN. 244« — 244f' 

*) Vgl. die Stellvertretung des camerarius collegü Robert durch den camerarius papae in 
Reg. Clem. V (Edit. Bened.) Append. Tom. I, pagg. 262 rechts unten und 263 : „Nos quibus 
hac vice per reverendum patrem et dominum, dominum Robertum tituli Sancte Pudentiane 
presbiterum cardinalem Sancte Romane Ecclesie camerarium commissum extitit oraculo vive 
vocis, solutionem huiusmodi recipere et quictationem facere nomine et pro parte collegii et 
fiunilie predictorum . . ." 

Dieselben Worte finden sich in der ebendaselbst abgedruckten folgenden Quittung. Ver- 
muthlich war der camerarius coUegii Robert, der am 9. October 1305 starb, am 12. und 
19. September, dem Datum beider Quittungen, schon erkrankt, wodurch die Stellvertretung 
begrflndet wurde. 



XLVI 

3) 1337 Mart. 16 bis Stellvertreter Gasbertus (wie oben). 
1337 lun. 17. 

4) 1337 lul. 26 bis Stellvertreter Card. Imbertus de Puteo, der dann 
1340 Apr. 20 (in- vom 11. Juli 1340 ab selbst als Cardinalkämmerer 
travit curiam re- erscheint. 

diens de Francia). 

Für Cardinal Imbertus verzeichne ich folgende Stellvertretung: „Eisdem 
anno (1342), indictione et pontificatu, die videlicet vin mensis Aprilis, in 
thesauraria domini nostri pape, absente domino cardinale de Puteo et vices 
suas conmiittente venerabili viro domino lacobo de Broa, archidiacono de 
Lunnaco in ecclesia Biterren., vicecamerario domini nostri pape . . ." 

Diese Stellvertretung dauerte nur einen Tag; es kommt die Andeutung 
conmiittente vices suas unter diesem Cardinale noch häufiger vor, jedoch 
ohne dass der Name des Stellvertreters genannt wird. Für die ausser- 
ordentlich zahlreichen Stellvertretungen des camerarius collegii Cardinal 
Amideus de Salutiis verweise ich auf No. 21 der unten folgenden Liste der 
Cardinalkämmerer. 

Endlich ist noch zu bemerken, dass, wenn der camerarius papae längere 
Zeit abwesend war, der camerarius collegii für ihn die Vertretung bei den 
Obligationen übernahm, wenn es keinen vicecamerarius gab. Das erste 
Beispiel hierfür finde ich im Jahre 1306 Sep. 27 (17): .... promisit coram 
predicto domino Johanne Monachi, camerario collegii dominorum cardinalium 
et gerente vices in hac parte domini Amaldi predicti domini pape camerarii 
pro communi servitio camere et collegii. Oder es heisst : domino camerario 
[collegii\ pro camerario domini nostri huiusmodi obligationem recipiente et 
ut commissarius domini Portuen. absentis. 

Vorstehendes stellt die allgemeine Regel dar, die befolgt zu werden 
schien. Zwei aus diesem Rahmen heraustretende Fälle sind mir bekannt 
geworden. Im ersten Falle wird dem electus Spoletanus Petrus de Monte- 
chiello, „Procurator" des heiligen Collegiums, die Stellvertretung für beide 
camerarii übertragen. In promissione episcopi Macloven. heisst es : . . . pro- 
misit michi Petro Spoletan. electo, procuratori collegii cardinalium Sancte 
Romane Ecclesie, recipienti nomine et vice camerariorum domini pape et 
collegU, de mandato ipsorum in hac parte specialiter michi facto . . . .^) 
Es lässt sich nicht genau feststellen, ob diese Stellvertretung nur eine ein- 
malige war, oder sich auf eine Anzahl von Fällen erstreckte. 



^ Reg. Clem. V (Edit Bened.) Append. Tom. I, pagg. 184 und 232, Anm. i. 



XLvn 

Die Vertretung des Cardinalkämmerers durch seinen eignen Unter- 
beamten sowohl in diesem, wie dem folgenden Falle, muss als durchaus 
ungewöhnlich bezeichnet werden. In beiden Fällen handelt es sich jedoch 
um die gleichzeitige Abwesenheit beider Kämmerer. 

Und nun zum zweiten Falle. ^) 

Der camerarius coUegii Wilhelm d'Aigrefeuille, Cardinalpriester von 
Santa Maria in Trastevere und der camerarius sedis apostolicae Amaldus, 
Erzbischof von Auch mussten den Papst begleiten, als er im Januar 1367 
Montpellier verliess. Vor ihrer Abreise richteten sie einen Erlass an die 
clerici domini papae et coUegii cardinalium, worin sie denselben die Ver- 
tretung in allen Geschäften übertrugen und ihrem Urtheile die definitive 
Regelung aller vorkommenden Fragen überliessen. Ausdrücklich wird jedoch 
hinzugefugt, dass bei allen Geschäften mindestens zwei der Beamten 
anwesend sein müssten, wovon einer stets der clericus coUegii sein müsse. 
Es scheint damals nur einen clericus coUegU gegeben zu haben, wie sich 
aus diesem Ausdrucke ergiebt. Auch ist in der Adresse neben drei Beamten 
der Camera apostolica nur ein Beamter des heiligen Collegiums genannt. 
Es entzieht sich vorläufig unserer Kenntniss, ob wir es hier mit einem 
Ausnahmefall zu thun haben, oder ob eine an sich ungewöhnliche, durch 
die Verhältnisse bedingte Stellvertretung häufiger vorgekonunen ist. 

3. Die Thätigkeit des camerarius collegii ist eine doppelte: 
a) Seine Geschäfte mit den Prälaten und der camera apostolica, b) Seine 
Geschäfte für das heilige CoUegium. 

Ein Theil der im ersten Punkte berührten Geschäfte wird klar und 
erschöpfend zusammengefasst in dem ebengenannten Actenstücke der Ueber- 
tragung der Gewalt auf die clerici während der Abwesenheit der camerarii. 
Die Stelle lautet: . . . recipiendi . . ab archiepiscopis episcopis, abbatibus 
et prelatis aliis seu procuratoribus eorum, ad hoc legitime constitutis, sub- 
missiones et obligaciones communium serviciorum et iurium huiusmodi tam 
a die obligandis, quam aUis hactenus obligatis, ... et litteras de soluto 
necnon et dUaciones racionabiles et competentes impotentibus ad solvendum 
concedendi absolucionisque beneficium impendendi ac super irregularitate 
et periurio dispensandi . . . Weiterhin hatte er sich mit dem camerarius 
papae über alle Dinge in's Einvernehmen zu setzen, die von beiden Kanmiern 
aus zu geschehen hatten. Waren fallige Grelder an die apostolische Kammer 
eingezahlt und von dort aus dem heiligen Collegium sein Antheil zugesandt 
worden, so stellte er Quittung über den Empfang aus ; war das Verhältniss 



Urk. No. 38. 



XLvni 

umgekehrt, so musste er sich durch Einziehen einer Quittung der camera 
apostolica sichern. Er zahlte die Legate von Cardinälen an den Papst oder 
die päpstliche Kammer aus, mit einem Worte, er vertrat nach jeder Richtung 
hin die Interessen des heiligen Collegiums, er hatte, wie ein Unterbeamter 
der camera collegii schreibt, ex iniunctis sibi officüs iura collegii in dampna 
preservare. 

Dem heiligen Collegium gegenüber hatte der camerarius collegii die 
Pflicht, die falligen Gelder einzunehmen, sie nach dem jeweils üblichen Ver- 
fahren an die Cardinäle selbst zu vertheilen oder sie dem Banquier des 
Collegiums anzuweisen, damit sie den einzelnen Cardinälen gut geschrieben 
würden, die Meinung derselben einzuholen, ob armen Prälaten ihre Schulden 
vermindert oder ganz erlassen werden sollen, wie die Schulden des Colle- 
giums zu bezahlen seien und seiner Collegen Anweisungen über Verwendung 
bestinmiter Sunmien zur Ausfuhrung zu bringen. 

Hier mag darauf aufinerksam gemacht werden, dass wir nirgendwo 
irgend eine Nachricht haben, dass der camerarius collegii einen Amtseid 
geschworen oder Rechenschaft über seine Amtsführung abgelegt hätte. Es 
läge nahe zu vermuthen, dass ein camerarius collegii, der das Amt nicht 
bis an sein Lebensende behielt, eine Uebersicht über die Lage der Kasse 
seinem Nachfolger einhändigte. Allein davon findet sich keine Spur. Eben- 
sowenig bestand die Einrichtung eine jährliche Rechnungsablage zu erstatten. 
Für den camerarius apostolicus haben wir zahlreiche Bullen von Päpsten, 
worin ihre Amtsthätigkeit als gut bezeichnet wird und sie fiir alle Zukunft 
von jeglichen Ansprüchen der camera an sie entlastet werden. Für den 
camerarius collegii wurden solche Urkunden nie ausgestellt. Zum Theil 
lag eine solche Befreiung von Rechnungsablage im Geschäftsbetriebe selbst, 
da zuerst die von Zeit zu Zeit aufgelaufenen Summen direct und später 
durch die Banquiers des Collegiums zur Vertheilung bezw. Gutschreibung 
gelangten.^) 

4. Wie es nur einen päpstlichen Kämmerer gab, so gab es auch nur 
einen Cardinalkämmerer. Nur durch die unglückseligen Verhältnisse des 
grossen abendländischen Schismas ist diese Regel ein Mal durchbrochen 
wurden und zwar im Jahre 1409. Dieser Fall ist für alle Zeiten der einzige 
geblieben.*) 

Am 29. Juni 1409 erklärte Papst Alexander V im feierlichen Con- 
sistorium, dass er zwei camerarii coUegii anerkenne. In dem um ihn 



^) Diese Verhältnisse Snderten sich vollstSndig mit dem Erlass der statuta collegii am 
3. (13.) September 1437. Siehe darüber weiter unten. 
") Urk. No. 40. 



XLvnn 

versammelten Cardinalscollegium befanden sich Cardinäle zweier Observanzen, 
solche von Gr^[or XII und solche von Benedict XIII. Der camerarius 
coUegii des Ersten war Heinrich, Cardinalbischof von Tusculum, derjenige 
des Zweiten Cardinaldiacon Amideus von Santa Maria Nuova. Pro bono 
pacis wollte der Papst keinem das bisher innegehabte Amt nehmen, und 
er bestimmte darum, „quod supradicti domini Henricus episcopus Tusculanus 
et Amideus Sancte Marie Nove diaconus cardinales et camerarii prefati 
ipsum camerariatus officium dicti sacri coUegii dominorum cardinalium 
insimul exercerent." 

Wie das insimul exercere sich in die Praxis übersetzte, lässt sich aus 
den Quellen nicht klar ersehen. Bald zeichnet der Eine, bald der Andere. 
Ob eine Theilung der Geschäfte zeitlich oder materiell stattgefunden hat, 
wissen wir nicht. Einen hierher gehörigen Fall führe ich bei der Auf- 
zählung der clerici collegii im Jahre 1409 an. 

Die gemeinschaftliche Führung des Amtes zog sich in den Pontificat 
lohannes XXIII hinein bis zum Mai 14 12. Da erhält der inzwischen zum 
episcopus Sabinensis ernannte Cardinalkämmerer Heinrich den Auftrag,^) 
die Wahrnehmung der gesammten Geschäfte allein zu übernehmen, da der 
andere Kämmerer, Cardinal Amideus de Salutiis, abwesend sein werde.') 
Wenige Zeilen weiter, unter dem 17. Juni, wird der Tod des Cardinais 
Heinrich verzeichnet. Die Stellvertretung trat nicht ein und Cardinal Amideus 
verlässt die Curie nicht, sondern fuhrt von diesem Zeitpunkte an die Ge- 
schäfte alleine weiter. Damit ist dann auch der normale Zustand wieder 
hergestellt. 

Im Anschluss an diese Ausftihrungen gebe ich nunmehr eine verbesserte 
und erweiterte Liste der camerarii collegii. Nach den neuesten Forschungen 
von EubeP) sind darin die genauen Angaben über Ernennung zur Cardinals- 
würde, Versetzungen bezw. Optionen und Todestag verzeichnet. Diese 
Daten gebe ich in lateinischer Sprache, um eine leichtere Uebersicht zu 
ermöglichen, da ich die Angaben über Führung des Kämmereramtes in 
deutscher Sprache gebe. Jede Verbesserung dieser Liste wird mir hoch- 
willkommen sein. 

Für die Zeit des Schismas war die Aufstellung der series camerariorum 
eine sehr mühevolle, da vielfach die Verhältnisse sehr durcheinanderlaufen. 
Da in der Hauptliste alles nach den einzelnen camerarii geordnet ist, so 



^) Dieser Auftrag ist auf dem Rande durch f,va-cat" und „non habuit effectum** gelöscht. 
•) Urk. NN. 41, 41«. 

*) Aus seinem deomSchst erscheinenden Buche über die Cardinäle und Bischöfe von 
Innocenz m bis Martin V. 

Baumgartbn, Finanzverw. des Card.Colleg. im Mittelalter. d 



erscheint es durchaus nothwendig, hier vorher ein Verzeichniss der Päpste 
und Gegenpäpste mit ihren verschiedenen Kämmerern zu geben, um zu 
grosse Mühe beim Nachsuchen zu ersparen. 

Urban VI (1378— 1389), 

Guilelmus de Agrifolio^) bis zum Schisma, dann 
Nicolaus Misquinus 1378 — 1387 
Franciscus de Alifia 1387 — 1389. 

Clemens VII (1378 — 1394)- 

Guileknus de AgrifoHo 1378 — 1394. 
Bonifatius IX (1389 — 1404.). 

Franciscus de Alifia 1389 — 1390 
Henricus de Minutulis 1390 — 1404. 

Benedict XIII (1394 — ^424)^ 

Guilelmus de Agrifolio 1394 — 1401 
Martinus de Salvis 1401 — 1403 
Amideus de Salutiis 1403 — 1409. 
Weitere camerarii coUegii eius sind mir nicht 
bekannt geworden. 
Innocem VII (1404 — 1406), 

Henricus de Minutulis 1404 — 1406. 

Gregor XII (1406 — 1415)^ 

Henricus de Minutulis 1406 — 1409. 

Weitere camerarii collegii eius sind mir nicht bekannt geworden. 
Alexander V (140p — 1410), 

Henricus de Minutulis ^ gemeinschaftliche Verwaltung des Kämmerer- 

Amideus de Salutüs /amtes vom 29. Juni 1409 — 1410. 
lohannes XXIII (1410 — 1415)^ 

Henricus de Minutulis '^ gemeinschaftliche Verwaltung des Kämmerer- 

Amideus de Salutiis /amtes von 1410 — 17. Juni 1412. 

Amideus de Salutiis 1412 — 141 5. 
Martin V (1417 — 1431)- 

Amideus de Salutiis 1417 — 1419 

Franciscus Landus 1419 — 1427 

Antonius Pancerinus 1428 — 143 1. 
Unter Eugen IUI. 

Lucidus de Comite 143 1 — 1437. 



^) Die Angabe der weiteren Namen, der Titel und Daten siehe jedes Mal unten in 
der Liste. 



LI 



Liste der Cardinalkämmerer bis auf Martin V. 

X. Guilelmus de Braio, tituli S. Marci, creatus 1262 m. Decembr., obiit 
1282 Apr. 29. 

Wird 1272 als Cardinalkämmerer genannt. 

2. Petrus Peregrossus Mediolanensis, vulgariter nuncupatus „de Mediolano*^ 

S. R. E. vicecancellarius, diac. S. Georgii ad Velum Aureum, creatus 
1288 m. Maio, postea, 1289, tit. S. Marci, obiit 1295 Aug. i. 

Wann er zimi Kämmerer ernannt wurde, ^) ist ungewiss. Er behielt 
das Amt bis zu seinem Tode. (i288(?) — 1295 vni. i.) 

3. Hugo Seguin de Billo (Billay, Bilho), O. Pr., tit. S. Sabinae creatus 

1288 m. Maio, postea episcopus Ostien., 1294 m. lulio, obiit 1297 Dec. 28. 
Zum Kämmerer ernannt im Jahre 1295. Er behielt das Amt bis 
zu seinem Tode. (1295 — 1297 xn. 28.) 

4. RobertuSy O. Cist, tit. S. Pudentianae, creatus 1294 Sept. 18, obiit 

1305 Oct. 9. 

Zum Kämmerer ernannt am 3. Januar 1298, trat er sein Amt an 
am 12. Februar 1298 und behielt dasselbe bis zu seinem Tode. (1298 
I. 3—1305 X. 9.) 

5. loannes dictus Monachus (Monachi, le Moine), tit. SS. Marcellini et 

Petri, creatus 1294 Sept. 18, obiit 13 13 Aug. 22. 

Zum Kämmerer ernannt am 6. November 1305; am 21. Januar 13 10 
legte er sein Amt nieder. (1305 xi. 6 — 13 10 i. 21.) 

6. Stephanus de Susiaco (Suisy), dicttis „Brugensis*', tit. S. Cyriaci in Thermis, 

creatus 1305 Decembr. 15, obiit 131 1 Decembr. 10. 

Er trat sein Amt als Kämmerer an am 18. Februar 13 10; er behielt 
das Amt bis zu seinem Tode. (1310 ll. 18 — 1311. Xll. 10.) 



*) Da, wie wir aus anderen Anzeichen zu schliessen berechtigt sind, die ThStigkeit des 
camerarios collegii im 13. Jahrhundert sich nicht so streng wie später, bloss auf die Verwaltung 
der Gelder des Collegiums beschränkte, so bin ich geneigt, in der folgenden Notiz eine Art 
Amtshandlung des Kämmerers Cardinal Petrus zu erblicken. Zugleich würde damit auch seine 
sofortige Ernennung zum Kämmerer angedeutet sein. 

„Am 19. August 1288 quittirt Paulus Spine, civis et mercator Pistoriensis, socius et pro- 
cnrator Lantis domini Agolantis civis et mercatoris Pistoriensis (hierzu bevollmächtigt durch Briefe 
mit dem Siegel rev. patris domini Petri (Peregrossi) S. Georgi in velo aureo diac. cardinalis) 
dem Custos Fr. Galganus de Eugubio: quatuor scrinia serrata et sigillata . . .** 

Ehrle, Schott, Bibliothek und Archiv der Päpste im XIV, Jahrhundert. Archiv für Litt, 
und Kirchengeschichte des Mittelalters, I, pag, 47, 

d* 



LH 

7. Nicolaus de Freauvilla (Frovilla, Francavilla), O. Fr., tit. S. Eusebii, creatus 

1305 Dec. 15, obiit 1323 lan. 15 al. Febr. 14. 

Zuerst als Kämmerer genamit am i. Februar 13 12; er blieb im 
Amte bis zu Beginn des Jahres 1313. (1312 n. i — 1313.) 

8. Berengarius Fredoli iunior sive iuvenis, tit. SS. Nerei et Achillei, crea- 

tus 13 12 Dec. 23 vel 24, deinde, paulo post 14. Aug. 13 17, epis- 
copus Portuen., obiit 1323 m. Novembr. 

Zuerst als Kämmerer genannt am 24. April 13 13; er behielt das 
Amt bis zu seinem Tode. (1313 rv. 24 — 1323. xi.) 

9. Guilelmus Testa, tit S. Cyriaci in Thermis, creatus 13 12 Dec. 23 vel 24, 

obiit m. Septembr. 1326. 

Zuerst als Kämmerer genannt am 26. November 1323; er behielt 
das Amt bis zu seinem Tode. (1323 xi. 20 — 1326. IX.) 

ZG. Petrus de Arreblayo (Arrablayo, Reblayo, d'Arabloy), tit. S. Susannae, 
creatus 1316 Dec. 17 vel 18, postea episcopus Portuen. 1328, obiit 
1331 m. Mart.^) 

Zum Känmierer ernannt bezw. trat sein Amt an am 25. Sept. 1326; 
er behielt das Amt bis zu seinem Tode. (1326 ix. 25 — 1331. m.) 

zz. Petrus Gometii de Barroso, vulgariter ntmcupatus f^Hispanus", tit. 
S. Praxedis, postea episcopus Sabinen. 1340 m. Aug., obiit 1348 lul. 14. 
Zum Kämmerer ernannt am 11. März 1331; er trat sein Amt an am 
19. März 1331 und legte dasselbe noch vor seiner Ernennung zum epis- 
copus Sabinensis nieder.*) (1331 m. II — 1340. vn. II.) Er ist der erste 
Kämmerer, von dem wir wissen, dass ein anderer Cardinal in Folge 
ausdrücklicher Ernennung von Seiten des Papstes ihn in seiner Ab- 
wesenheit vertreten hatte. Sein Stellvertreter war sein späterer Nachfolger : 

Z2. Imbertus de Puteo (du Puy), loh. papae XXII nepos, vulgariter nuncupatus 
„de Puteo", tit. Basilicae xn Apostolorum, creatus 1327 Dec. 18, obiit 
1348 Mail 26. 

Zuerst als Kämmerer genannt am 11. Juli 1340; er behielt das Amt 
bis zu seinem Tode. (1340 Vll. 11 — 1348. V. 26.) 



^) Entgegen allen bisherigen Annahmen, wonach das Todesjahr aof 1339 angegeben 
wurde, kann ich aof Grund mehrfacher handschriftlicher Ueberlieferung obiges Datum als 
einsig richtiges bezeichnen. 

*) Er war frtther apostolicae camerae clericus. Registres de Bonifiice VIII No. 1035. 
Mart. 7. 1296. 



Lin 

13. Goilelmus de Curte (Court, Curty), O. Cist., Benedict! papae XII nepos, 

yycardinalis Albus** vulgariter nuncupatus^ tit. SS. nil Coronatorum, 
postea episcopus Tusculan. 1350 Dec. 18, obiit 1361 lun. 12. 

Zuerst als Kämmerer genannt am 31. Mai 1348; er behielt das Amt 
bis zu seinem Tode. (1348 v. 31 — 1361. vi. 12.) 

14. Hugo Rogeriiy O. S. B., Clem. papae VI nepos, vulgariter nuncupatus 

„TuUllensis'% tit. S. Laurentii in Damaso, creatus 1342 Sept. 20, obiit 
1363 Oct. 21. 

Zum Kämmerer ernannt am 4. September 1361; er behielt das Amt 
bis zu seinem Tode. (1361 IX. 4 — 1363 x. 21.) 

15. Guilelmus de Agrifolio (Aigrefeuille), vulgariter nuncupatus „Caesarau- 

gustensis", tit. S. Mariae trans Tiberim, creatus 1350 Dec. 17, postea 
episcopus Sabinen. 1368 Oct. 31, obiit 1369 Oct. 4. 

Zum Kämmerer ernannt am 25. October 1363; er trat sein Amt an 
am 30. October 1363 und behielt dasselbe bis zu seinem Tode. (1363 
X. 25 — 1369 X. 4.) 

z6. Guilelmus de Agrifolio (Aigrefeuille), Clem. papae VI nepos, vulgariter 
nuncupatus „de Agrifolio*', tit. S. Stephani in Caelio Monte, creatus 
1367 Mail 12, obiit 1401 lan. 13. 

Zum Kämmerer ernannt am 19. October 1369. War einer der Wähler 
Clemens VH und blieb Kämmerer seines Collegiums; er wurde eine Zeit 
lang vertreten durch Fayditus d' Aigrefeuille, Bischof von Avignon 
(1382/83); er behielt das Amt auch unter Benedict XIII bis an sein 
Lebensende. (1369 x. 19 — 1401 i. 13.) 

17. Nicolaus ICisquinus s. Caracciolusy O. Pr., vulgariter nuncupatus 
„S, Ciriaci** tit. S. Cyriaci in Thermis, creatus 1378 Sept. 28, obiit 
1389 lul. 29. 

Als Kämmerer des Collegiums Urban VI war er Nachfolger des 
vorgenannten Wilhelm d' Aigrefeuille; er behielt das Amt bis zum 
Monate Juli des Jahres 1386; gleich darauf ging er als apostolischer 
L^at nach Perugia. (1378 — 1386 vn.) 

z8. Franciscus de Alifia, vulgariter nuncupatus „deAlifia**, diac. S. Eustachii, 
creatus c. a. 1380, obiit 1390 Sept. 26.^) 



^) Cardinal Franciscus starb am 26. nicht am 27. September, wie eine Handschrift 
f&lschlich angiebt. 



Lim 

Als Kämmerer des Collegiums Urban VI war er Nachfolger des 
vorgenannten Cardinais Nicolaus Misquinus^) und verwaltete das Amt 
unter Bonifaz IX bis zu seinem eignen Tode am 26. September 1390. 
(1386 VII. — 1390 IX. 26.) 

19. Henricus de Minutulis , vulgariter mmcupatus „Neapolitanus", tit. 

S. Anastasiae, creatus 1389 Dec. 18 postea episcopus Tusculanus 1403, 
denique episcopus Sabinensis 1409, obiit 1412 lun. 17. 

Zum Kämmerer des Collegiums Bonifaz IX ernannt am 28. Sept. 1390, 
behielt das Amt unter Innocenz VII und Gregor XII bis zum 26. Juni 1409, 
verwaltete das Kämmereramt gemeinschaftlich mit Cardinal Amideus 
(siehe unten) unter Alexander V vom 29. Juni 1409 an sowie unter 
Johann XXIII, bis er am 17. Juni 1412 starb. (1390 IX. 28 — 1412 VI. 17.) 

20. Martinus de Salvis aL Salva (Zalva), vulgariter nuncupatus „Pampilonensis", 

tituli S. Laurentii in Lucina, creatus 1390 lul. 23, obiit 1403 Oct. 22. 
Als Kämmerer des Collegiums Benedict XIII war er Nachfolger des 
Cardinais Wilhelm d'Aigrefeuille; er wurde eine Zeit lang vertreten 
durch den Erzbischof von Narbonne, camerarius apostolicus; er behielt 
das Amt bis zu seinem Tode. (1401 i. 13 — 1403 X. 22.) 

2Z. Amideus (Amedeus) de Salutiis , vulgariter nuncupatus „Salutiarum" 
sive „de Salutiis", diac. S. Mariae Novae, creatus 1383 Dec. 23, obiit 
1419 lun. 28. 

Als Känunerer des Collegiums Benedict XIII war er Nachfolger des 
Cardinais Martin de Salva bis zum 26. Juni 1409; am 29. Juni 1409 
gemeinschaftlich mit Cardinal Franciscus de Alifia (siehe oben) zur Ver- 
waltung des Kämmereramtes von Alexander V berufen, — was bis zum 
Tode des Cardinais Franciscus, 1 7 .Juni 1 4 1 2 unter Johann XXIII, dauerte — 
verwaltete er bis zum 29. Mai 141 5 das Amt unter Johann XXIII;*) von 



^) Cardinal Nicolaus nennt sich, Oblig. 47. fol. i — 16 v., camerarius collegii bis zum Juni 
des Jahres 1386. Am 23. Juli 1386 nennt sich Cardinal Franciscus ausdrücklich camerarius 
collegii und führt von dort ab alle Geschäfte, Oblig. 47. fol. 23 r. Mitten in den von Cardinal 
Franciscus erlassenen Urkunden begegnen wir zwei Documenten vom 8. Februar und 4. August 1388, 
in denen Cardinal Nicolaus wieder als camerarius collegii genannt wird. Das grosse Datum 
stimmt in seinen Einzelheiten zu einander trefflich und der Titel des Cardinais, S. Cyriaci in 
Thermis, ist richtig angegeben, so dass innerhalb beider Urkunden kein Widerspruch vorhanden 
ist. Wie die Frage des Verhältnisses der beiden camerarii zur selben Zeit zu lösen ist, vermag 
ich vorläufig noch nicht anzugeben. Vielleicht bieten anderweitige, mir bisher nicht bekannt 
gewordene Urkunden eine Lösung des Widerspruches. 

*) Eine kleine Abwesenheit des Cardinais Amideus ist in dieser Zeit zu 
bemerken: „1409 Oct 16 cardinalis de Salutiis recessit de civitate Pisarum, ubi ad presens 
Romana curia residet, et ivit de mandato domini nostri ad civitatem lanuen.** 



LV 

141 5 bis zum 11. November 141 7 war er Kämmerer des Collegiums 
der Constanzer Cardinäle, dami unter Martin V bis zu seinem Tode 
am 28. Jun. 1419. 

Dieser Kämmerer hat eine Anzahl Stellvertreter gehabt. Zunächst 
vom 3. Juli 141 3 bis 6. Juli 141 3 den Cardinal Franciscus Zabarella, diac. 
SS. Cosmae et Damiani; als dieser am 6. September 141 3 zu Unter- 
handlungen mit dem Kaiser von der Curie abreiste, vertrat ihn Cardinal 
Alamannus Adimarius, tit. S. Eusebii, für kurze Zeit vom 13. Juli 141 3 
bis 22. November 141 3; vom 23. November 141 3 bis 20. April 1414 
vertrat ihn Cardinal Franciscus Landus, tit. S. Crucis in Jerusalem; 
vom 22. April 1414 bis 22. Mai 1414 haben wir die Stellvertretung 
durch Cardinal Guilelmus tituli Sancti Marci; diesem folgte wieder 
Cardinal Franciscus bis 8. März 141 5 ; vom 9. März 141 5 bis 16. Dec. 141 7 
zeichnet wieder der Kämmerer Amideus, der an jenem Tage mit Er- 
laubniss Martin V von Constanz ad partes suas geht, und bis zum Tode 
des Amideus vertritt ihn wieder Cardinal Franciscus Landus. (1403 
X. 22 — 1419 VI. 6.) 

22. Franciscus Landus, vulgariter nuncupatus „ Veneiiarum*\ tit. S. Crucis 
9 in Jerusalem, creatus 141 1 lun. 6, postea episcopus Sabinen. 1424 Dec. 23, 

obiit 1427 Dec. 26. 

Zum Känmierer ernannt unter Martin V am 19. Juli 14 19; er zeichnet 
die letzte Urkunde am 23. Dec. 1427, behielt also das Amt bis zu 
seinem Tode. (1419 vii. 19 — 1427 xii. 26.) 

23. Antonius Pancerinus de PortogruarOy vulgariter nuncupatus „Aqui- 

legensis*\ tit. Sanctae Susannae, creatus 141 1 lun. 6, postea episcopus 
Tusculan. 143 1 Mart. 13, obiit 143 1 lul. 3. 

Zuerst als Kämmerer genannt am 24. Februar 1428; er zeichnet zu- 
letzt am 26. Februar 1431. (1428 il. 24 — 1431 11. 26.) 

24. Lucidus de Comite (de Comitibus), vulgariter nuncupatus „de Comite", 

„de Coniitibus'', protonotarius apostolicus, diaconus Sanctae Mariae in 
Cosmedin, creatus 141 1 lun. 6, obiit 1437 Sept. 9. 

Zuerst als Kämmerer genannt am 31. März 143 1 ; zuletzt genannt am 
18. Aug. 1437. Er behielt sein Amt vermuthlich bis an sein Lebens- 
ende. (143 1 ni. 31 — 1437 IX.) 

Cardinal Lucidus hat mehrere Stellvertretungen gehabt. Die erste 
fallt in die Tage vom 14. Sept. — 8. October 1432; an seiner Stelle 
nennt sich Ardicinus Sanctorum Cosmae et Damiani diaconus cardinalis, 



LVI 

„Novariensis" vulgariter nuncupatus, als locumtenens.^) Die zweite Stell- 
vertretung findet sich vom 7. — 12. Mai 1433 mit demselben locumtenens. 
Vom 21. Juli — 17. August 1434 vertritt Cardinal Antonius tituli Sancti 
Marcelli den camerarius collegii in dessen Abwesenheit und zwar de 
mandato et ex conmiissione speciali sanctissimi in Qiristo patris et 
domini, domini Eoigenii papae IIII. Er nennt sich nicht locumtenens, 
sondern officium camerariatus regens. Als letzte Stellvertretung ist 
diejenige vom 19. Mai — 21. Juni 1436 zu verzeichnen. Cardinal An- 
tonius ist der Stellvertreter, doch ist nicht ersichtlich, ob er ebenfalls 
im Auftrage des Papstes handelt und ob er sich regens oder locum- 
tenens nennt. Die Briefanfänge sind durch ein Antonius etc. bezeichnet, 
so dass man nichts daraus entnehmen kann. 

Mit Rücksicht auf die Dauer der Amtszeit und die Genauigkeit der 
Angaben über die Thätigkeit der vorgenannten Cardinäle ordnen sich die- 
selben wie folgt: 

I. Nur einmal wird uns als camerarius collegii genannt Cardinal Gui- 

lelmus de Braio zum Jahre 1272 (siehe oben No. i). 
II. Den Beginn der Amtszeit des Cardinais Petrus Peregrossus kennen 

wir nicht (s. o. No. 2). • 

m. Das Datum der Ernennung und die Dauer der Amtszeit kennen wir von 

Cardinal Hugo Seguin de Billo (s. o. No. 3), 

Cardinal Robertus (s. o. No. 4), 

Cardinal lohannes Monachi (s. o. No. 5), 

Cardinal Petrus de Arreblayo (s. o. No. 10), 

Cardinal Petrus Gometii (s. o. No. 11), 

Cardinal Hugo Rogerii (s. o. No. 14), 

Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 15), 

Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 16), 

Cardinal Henricus de Minutulis (s. o. No. 19), 

Cardinal Franciscus Landus (s. o. No. 22). 
IV. Von den übrigen unter III nicht genannten Kämmerern wissen wir 

nur, wann sie zum ersten Male als solche genannt werden. Meistens 

liegt jedoch zwischen der ersten Erwähnung und dem Datum der 

Ernennung nur ein sehr kleiner Zeitraum. Die Dauer der Amtszeit 

ist bei den hier in Frage konmienden Cardinälen bekannt. 



^) Während der ersten Stellvertretung erging ein Brief von beiden Kämmerern und in 
diesem wird Lucidus genannt, auf die Stellvertretung also keine Rücksicht genommen. Oblig. 63. 
fol. CLXXXXViii r. 1432 Sept. 18. 



LVII 

V. Bis zu ihrem Tode behielten das Amt: 
Cardinal Petrus Peregrossus (s. o. No. 2), 
Cardinal Hugo Seguin de Billo (s. o. No. 3), 
Cardinal Robertus (s. o. No. 4), 
Cardinal Stephanus de Susiaco (s. o. No. 6), 
Cardinal Berengarius Fredoli iunior (s. o. No. 8), 
Cardinal Guilelmus Testa (s. o. No. 9), 
Cardinal Petrus de Arreblayo (s. o. No. 10), 
Cardinal Imbertus de Puteo (s. o. No. 12), 
Cardinal Guilelmus de Curte (s. o. No. 13), 
Cardinal Hugo Rogerii (s. o. No. 14), 
Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 15), 
Cardinal Guilelmus de Agrifolio (s. o. No. 16), 
Cardinal Franciscus de Alifia (s. o. No. 18), 
Cardinal Henricus de Minutulis (s. o. No. 19), 
Cardinal Martinus de Salvis (s. o. No. 20), 
Cardinal Amideus de Salutiis (s. o. No. 21), 
Cardinal Franciscus Landus (s. o. No. 22), 
Cardinal Lucidus de Comite (s. o. No. 24). 
VI. Demgemäss haben wir fiinf camerarii collegii, die aus irgend einem 
Grunde ihr Amt niederlegten oder vielleicht veranlasst wurden es 
niederzulegen, und zwar 
Cardinal lohannes Monachi (s. o. No. 5), 
Cardinal Nicolaus de Freauvilla (s. o. No. 7), 
Cardinal Petrus Gometii (s. o. No. 1 1), 
Cardinal Nicolaus Misquinus (s. o. No. 17), 
Cardinal Antonius Pancerinus (s. o. No. 23). 

Obschon wir keinerlei urkundlichen Anhaltspunkt dafür haben, dass 
die camerarii collegii auf Lebenszeit ernannt wurden, so ergiebt doch die 
obige Zusammenstellung, dass höchstwahrscheinlich eine solche Bestimmung 
bestanden hat. 

Mit dem letzten in der Liste genannten Cardinalkämmerer Lucidus 
schliesst die erste und bedeutsamste Periode in der Geschichte der Verwaltung 
der Camera sacri collegii ab. Von nun an erscheinen nur noch camerarii 
collegii, die auf ein Jahr ihr Amt verwalten. Wie die Thätigkeit des 
obersten Beamten, so müssen auch die anderen Theile der Verwaltung sich 
eine tiefeinschneidende Veränderung gefallen lassen, die weiter unten zur 
Besprechung gelangen wird. Was aus kleinen Anfängen entstanden ist, hat 



I.VIII 

sich von der Zeit Bonifaz VIII an mächtig entwickelt: Aus dem arcarius sive 
syndicus sive oeconomus, der nur geringe Obliegenheiten hatte, ist der 
camerarius sacri collegii cardinalium geworden, dem eine ausgedehnte und 
verwickelte Amtsthätigkeit und Verwaltung oblag. Wenngleich die Geschichte 
der camera collegii fiir die Zeit nach 1437 noch zu schreiben ist, so wissen 
wir doch genug von den späteren Verhältnissen, um sagen zu können, dass 
die Glanzzeit des Amtes der Cardinalkämmerer in die Zeit von lohann XXII 
bis zum grossen Schisma fällt. Es ist unverkennbar, dass der Verwalter 
von Einnahmen, die sich das collegium cardinalium sozusagen Schritt für 
Schritt erkämpft hatte und die der unzweideutige Ausdruck der erlangten 
grossen politischen Macht waren, selbst eine wichtige Persönlichkeit werden 
musste, zumal seine Thätigkeit im Consistorium eine so ausgedehnte war. 
Der Zukunft bleibt es vorbehalten, die Biographien der einzelnen camerarii 
von dieser Seite zu prüfen, da bisher darauf noch keinerlei Gewicht gelegt 
worden ist. 

4. Die Unterbeamten des camerarius collegii. 

a. Die derici coUegiL — a. Entwicklung des Amtes. Um den 
Anfängen des Amtes der clerici collegii genau auf die Spur zu kommen, 
reichen die Bände der obligationes et solutiones nicht aus; man muss dazu 
auch die Registerbände sowie die Instrumenta Miscellanea heranziehen. 

Kirsch^) unterscheidet zwei zeitlich getrennte Arten dieser Beamten: 
i) Procurator sacri collegii, zu Ende des 13. und Beginn des 14. Jahrhunderts, 
und 2) clerici sacri collegii, die nach Abschaffung des ersten Amtes dessen 
Obliegenheiten übernahmen. Dieselben seien clerici camerarii, also auch 
clerici collegii gewesen. Kirsch lässt die Frage offen, ob nicht schon unter 
dem procurator et ofiicialis einzelne clerici camerarü in der Verwaltung des 
collegium cardinalium verwendet worden seien. 

Eine Zusammenstellung allen erreichbaren Materials wird zu zeigen 
haben, ob die Eintheilung richtig ist, oder ob sie in Einzelheiten geändert 
werden muss. Ich lasse darum zunächst alle Aufzeichnungen über den uns 
zuerst begegnenden Unterbeamten, Petrus de Montechiello, folgen. 
1291 Petrus Ranerii de Montechiello,^) Senarum districtus publicus imperiali 

auctoritate, nuncque praefati domini cardinalis Hugonis tituli Sanctae 

Sabinae presbyteri notarius Urk. No. 45. 



*) Seite 46 ff. 

*) In den Reg. Clementis V (Edit. Bened.) App. Tom. I, pag. 182 oben, sowie pag. 194 
wird derselbe f&lschlich als dericus camerae apostolicae bezeichnet. Pag. 182 unten wird er 
richtig procurator collegii cardinalium genannt 



LVIIII 

1295 Petrus de Montechiello , canonicus Dolen. procurator et officialis 

collegii cardinalium No. 46. 

1301 Mag. Petrus, a summo pontiiice abolim circa camerariatus officium 

collegii cardinalium specialiter deputatus No. 48. 

1301 Petrus procurator collegii cardinalium No. 142. 

1 302 Petrus circa camerariatus collegii cardinalium officium a summo ponti- 
fice deputatus No. 50. 

1304 Petrus procurator collegii cardinalium NN. 146 147. 

1 307 Petrus communibus circa officium camerariatus collegii cardinalium servitiis 
a longo iam temporis spatio insistens, nunc electus Spoletan. No. 52. 

1308 Petrus circa camerariatus. officium collegii cardinalium occupatus, ad 
hoc officium gerendum adhuc in Romana curia necessarius est et inde 
a receptione consecrationis episcopalis excusatus habetur a summo 
pontifice No. 54. 

1309 — 13 13 Petrus electus Spoletan. receptor et distributor pecuniarum 
collegii cardinalium No. 175. 

13 13 Petrus electus Spoletan. in officio camerariatus collegii cardinalium 
occupatus No. 55. 

1305 — 13 14 Petrus in Romana curia in servitio domini papae et cardi- 
nalium occupatus No. 62** 

13 17 Petrus post consecrationis munus apud sedem apostolicam de mandato 
summi pontiiicis susceptum a Romana curia licentia non'obtenta re- 
cessit secum nonnullas scripturas cameram apostolicam et coUegium 
cardinalium contingentes, per se confectas diversis retroactis tempo- 
ribus, deferendo No. 61. 

13 19 Petrus episcopus Spoletan. declarat se tempore Clementis papae V 
in Romana curia in servitio papae et cardinalium fuisse No. 62^- 

13 19 Petrus episcopus Spoletan. procurator iisci Ecclesiae Romanae iam 
dudum extiterat NN. 68^ 72 73 75. 

1320 lohannes papa XXII declarat bonae memoriae Petrum episcopum 
Spoletan. multorum bonorum ad Ecclesiam Romaniam spectantium a 
longis retro temporibus administrationem gessisse, de quibus debitam 
non reddiderat rationem No. 63. 
In den angeführten Belegstellen sind drei besondere Arten zu scheiden: 

I. Solche, in denen sich Petrus selbst einen Titel beilegt; 2. solche, in denen 
der Papst seine Thätigkeit kennzeichnet und 3. solche, in denen curiale 
Beamte oder Beamte der camera collegii ihn nennen. 

I. Petrus Ranerii de Montechiello (Monticellis, Monte Ochiello, Monte- 
cello, Montechello) nennt sich (1291) notarius cardinalis Hugonis. Das hat 



LX 

mit der camera coUegii nichts zu thun, denn Cardinal Hugo wurde erst im 
Jahre 1295 camerarius coUegii. Sobald wie der genannte Cardinal jedoch 
dieses sein Amt antrat, bezeichnet sich Petrus als procurator et officialis 
coll^^ cardinalium. In den Jahren 1301, 1302 und 1304 nennt er sich 
nur procurator coUegii cardinalium, und 13 19 sagt er von sich, dass er 
früher in Romana curia in servitio papae et cardinalium gewesen sei. 

2. Bonifaz Vni sagt 1301, dass er früher den Petrus circa cameraria- 
tus officium coUegii cardinaUum speciaUter deputirt habe; im folgenden Jahre 
kommt derselbe Ausdruck, jedoch ohne das Wort speciaUter vor. Clemens V 
fasst die Sache in ähnUche Worte im Jahre 1307: communibus circa offi- 
cium camerariatus coUegii cardinaUum servitüs insistens, oder 1308: circa 
camerariatus officium coUegii cardinaUum gerendum, oder 1313: in officio 
camerariatus coUegii cardinaUum occupatus. lohann XXII sagt, dass Petrus 
nach seiner Consecration ohne Erlaubniss die Curie verlassen habe, secum 
nonnuUas scripturas cameram nostram et coUegium cardinaUum contingentes, 
confectas per eum diversis retroactis temporibus deferendo, 13 17, und für 
das Jahr 13 19 nennt er ihn später wiederholentUch procurator fisci Ecclesiae 
Romanae. 

3. Meistens wird Petrus von dritten Personen einfach capeUanus et fami- 
Uaris camerarii coUegii, oder bloss einfach capeUanus oder famUiaris genannt. 
Aeusserst interessant dag^en ist, wie die clerici coUegii GuUelmus Medici 
und Michael Ricomanni ihren Vorgänger nennen: Petrus electus Spoletan. 
receptor et distributor coUegU cardinaUum. 

Bevor wir aus dem Gesagten einige Schlussfolgerungen ziehen, ist es 
nothwendig, die weitere Entwicklung zu betrachten. 

13 14 und 131 5 GuUelmus Formiti receptor servitiorum, proventuum, censuum 
et visitationum coUegü cardinaUum, oder distributor, oder capeUanus 
et famiUaris cardinaUs camerarü NN. 57 58 60 320. 

13 16 Bertrandus de Montelauro recipiens pro cardinale camerario, distributor 
pecuniarum NN. 59 60. 

13 17 Vincentius de Serignano tenens officium distributionis pecuniarum, 
capeUanus cardinaUs camerarii, receptor et distributor NN. 60 66 

87 133 134 136 150 152 153 157- 
1323 Pontius Assaudi recipiens pecuniarum coUegii cardinaUum No. 67. 

1323 GuUelmus Medici et Michael Ricomanni distributores pecuniarum 
coUegii NN. 6891. 

1331 GuUelmus Medici et Michael Ricomanni clerici coUegii cardinalium, 
clerici et distributores coUegü NN. 165 178 179 igi^- 



LXI 

Soweit sind die Benennungen schwankend, bis wir am 31. März 1332, 
und von da an ständig, nur noch die Bezeichnung clerici sacri collegii cardi- 
nalium haben. 

Ueberblicken wir die ganze Entwicklungsreihe, so bieten sich uns fol- 
gende Erwägungen dar. 

Petrus de Montechiello ist familiaris, capellanus et notarius des Cardinal- 
kämmerers. Er nennt sich procurator et oflficialis, oder nur procurator 
coll^[ii cardinalium. Dieser Titel wird ihm von Niemanden sonst 
gegeben. Papst Bonifaz VIII sagt klar und deutlich, dass er ihn ausdrück- 
lich mit Geschäften in der camera collegii beauftragt habe. Daraus ist wohl 
zu entnehmen, dass der camerarius collegii ihn als seinen Helfer dem Papste 
vorgeschlagen und dieser die Ernennung vollzogen hat, ohne ihm einen 
Titel zu geben. Wäre letzteres der Fall gewesen, dann hätten die Päpste, 
statt des umständlichen, von ihnen gewählten, Ausdruckes auf jeden Fall 
den einfachen Titel procurator et ofiicialis in ihren Briefen gebraucht. Die 
beiden Beamten der camera collegii, die später als erste den ständigen Titel 
clerici collegii fuhren, nennen Petrus einfach receptor et distributor pecunia- 
rum collegii cardinalium. Auch sie kennen den Titel, den Petrus sich bei- 
gelegt hatte, nicht als ofiiciellen. Dabei ist zu beachten, dass zwischen der 
Thätigkeit des Petrus und dem Zeitpunkte seiner Benennung durch Jene 
als receptor et distributor nur 16 — 17 Jahre liegen, die etwaige Ab- 
schaffung eines früher bestandenen Amtes mithin unmöglich vergessen 
sein konnte. 

Wie lösen sich denn die so entstehenden Schwierigkeiten auf? Mir 
will scheinen, dass Petrus, weil ihm kein amtlicher Titel beigelegt worden 
war, er sich selber einen ausdachte und denselben, ohne daran behindert 
zu werden, gebrauchte. Auf diese Weise finden wir die von ihm gewählten 
Bezeichnungen auch in den von ihm geführten ofiiciellen Büchern der camera 
collegii. Dass das im Uebrigen sehr leicht ging, kann man daraus entnehmen, 
dass er diese Bücher immer mit sich führte, über sie verfugte und sogar 
mit nach Spoleto nahm, als er nach seiner Consecration die Curie verliess. 
Zu beachten ist femer, dass Guilelmus Medici und Michael Ricomanni im 
Jahre 1331 wegen genauer Nachrechnung der gezahlten Censusraten von 
Sicilien alle Bücher in eingehender Weise durchnehmen mussten, sie mithin 
den Ausdruck procurator (et ofiicialis) collegü bei seinem Namen häufig 
fanden und ihn dennoch nicht mit diesem Titel nannten. Ich sehe dem- 
nach in dieser Benennung nichts weiter, wie eine Eigenmächtigkeit 
des Petrus, die durch keinerlei amtliche Beglaubigung zu recht- 
fertigen ist. 



Lxn 

Wie oben unter 3 gezeigt wurde, nennen die genannten Guilelmus und 
Michael ihren Vorgänger Petrus schlechtweg receptor et distributor coUegii. 
Das hat einfach darin seinen Grund, dass sie Mangels eines besonderen 
Titels fiir die Person des Petrus ihm denjenigen gaben, der sich nach seinem 
Ausscheiden aus der camera coUegii, allerdings nicht in officieller Weise, 
eingebürgert hatte und mit dem sie selbst sich bis hierher bezeichnet hatten. 
Es war ihnen demnach wohl bekannt, wie die verschiedenen angeführten 
Päpste jene weitläufige Umschreibung gewählt hatten, weil das ganze Institut 
noch in fieri begriffen war und feste Formen nicht angenommen hatte. 
Hierzu ist noch zu bemerken, dass, wie oben angeideutet wurde, auch die 
Beamten der apostolischen Kanmier den Gehülfen des camerarius coUegii 
keinerlei Titel geben, der sich auf ihre Thätigkeit in der camera coUegii 
bezieht. Wenn sie von ihnen sprechen, heisst es einfach, dass die Gelder 
vom Cardinalkämmerer „per manus famUiarium suorum, capeUanorum suo- 
rum, famiUarium et capeUanorum suorum'* angewiesen worden seien. ^) 

Als weiteres Argimient führe ich eine in Oblig. 3 fol. 1 70 r. aufgeklebte 
Originalbriefadresse an, die jeglichen Hinweises auf einen officieUen Titel 
baar ist: „VenerabiU viro et discreto domino et amico suo carissimo domino 
Vincencio de Serignano canonico Rosvacen., in domo reverendi patris domini 
Portuen. episcopi et sedis apostoUce cardinalis." 

Gegen Ende des dritten Jahrzehnts des 14. Jahrhunderts, nachdem die 
Thätigkeit der Unterbeamten sich aUmähUch zu einer festumschriebenen 
entwickelt hatte und namentUch hervorgetreten war, dass die Einrichtung 
in der camera coUegii sich rni Allgemeinen fast ganz mit derjenigen der 
camera apostolica deckte, gab man den Unterbeamten auch den entsprechen- 
den Namen. Ebenso also, wie wir clerici camerae kennen, so kennen wir 
vom Jahre 1332 ab clerici collegii cardinalium. Diesen Titel finde ich 
zum ersten Male in folgendem Zusammenhang: „Testibus ad hoc vocatis 
et rogatis magistris Micahele (sie) Ricomanni et Guilhermo (sie) Medici, 
clericis dicti sacri coUegii."*) 

Demgemäss steUe ich fest, dass, wenn Kirsch zwischen den clerici coUegii 
und ihren Vorgängern überhaupt unterscheiden wollte, er sagen musste: i. Bis 
zum Tode Clemens V haben wir einen procurator et officialis coUegii. 2. Vom 
Tode Clemens V bis zum Jahre 1332 gab es distributores et receptores 
pecuniarum coUegü. 3. Vom Jahre 1332 ab haben wir clerici coUegü. Rich- 
tiger wUl mir scheinen, wenn man sagt, dass das Amt der Cleriker des 
CoUegiums sich dem Titel und den Befugnissen nach allmählich 

*) Vergl. Collect. Cam. 378. fol. I — V und sonstige Urkunden in grosser Zahl. 
•) Oblig. 14. fol. I V. 



LXIII 

aus der Thätigkeit einiger Familiären des Cardinalkämmerers in 
der Camera collegii herausgebildet hat, auf deren Ernennung der 
Papst zu Beginn der Entwicklung Einfluss gehabt hat. 

Nach den wenigen Andeutungen zu schliessen, die uns vorliegen, standen 
dem einen verantwortlichen Unterbeamten des Cardinalkänmierers in der 
Entwicklungszeit des Amtes andere, nicht verantwortliche Beamte zur Seite; 
so z. B. dem Petrus de Montechiello im Jahre 1304 Guilelmus de Salomone, 
clericus et familiaris camerarii collegii, 131 1 und 13 12 mag. lohannes^) und 
zu B^^inn des Jahres 13 14 Guilelmus Formiti, der ihn auch vertrat, wenn 
er abwesend war (Petrus . . . qui tunc absens erat). Dem Bertrandus de 
Montelauro stand zur Seite Petrus de Ungholis capellanus et scriba in officio 
receptionis et distributionis. 

Vom Jahre 1332 ab haben wir stets zwei clerici collegii, wenngleich 
es vorgekonmien sein mag, dass für längere Zeit eine erledigte Stelle un- 
besetzt blieb. Vorher waren aber auch schon durch längere Jahre hindurch 
zwei distributores et receptores im Amte. 

Petrus de Montechiello ist nachzuweisen von 1295 bis zum Tode Cle- 
mens V ungefähr, oder wenig darüber hinaus. Während der Sedisvacanz 
wurde er vom CardinalscoUegium zu verschiedenen Aufträgen verwendet, 
die die Ernennung eines anderen Beamten nothwendig machten. Sein Nach- 
folger Guilelmus Formiti kommt vor vom 7. Sept. 13 14 bis 18. Nov. 13 16. 
Bertrandus de Montelauro, camerarius des Cardinalkämmerers, erscheint 
(wohl nur aushülfsweise) vom 18. Nov. 13 16 bis Mai 13 17. Vincentius de 
Serignano*) ist im Amte von Mai 13 17 bis 6. Oct. 1323. Pontius Assaudi 
hilft aus vom 30. Oct. 1323 bis 26. Nov. 1323, und vom 5. Dec. 1323 ab 
zeichnen Guilelmus Medici') und Michael Ricomanni gemeinschaftlich, die 
später den Titel clerici collegii erhielten. Mangels genauerer Angaben in 
den Büchern der camera collegii sind nicht alle Punkte genau klarzustellen. 

ß. Vorarbeiten zu einer series clericorum sacri collegii. 

Bis auf das Jahr 1332 habe ich die Daten über die Unterbeamten der 
camera collegii genau klarstellen können. Was das nun folgende Jahrhun- 
dert angeht, so kann ich keine abschliessende Reihe der clerici sacri collegii 



*) Vergl. dazu Miscell. Camerae No. 296. fol. 67 (i) (and oben), wo er ausdrücklich als 
sein Gehttlfe genannt wird; derselbe wird wohl mit lohannes de Vemlis identisch sein. 

*) Vergl. Reg. Clem. V (Edit. Bened.) App. Tom. I, pag. 194 (Mitte). 

*) Oblig. 3. fol. 171 r. kommt Guillermus Medici de Serignano, clericus Biterren. diocesis 
vor (1315). 



Lxnii 

geben, weil ich mir nur diejenigen Notizen machte, die mir gerade auffielen, 
ohne besonders nach Vollständigkeit in diesem Punkte zu streben. Darum 
bezeichne ich die folgende Liste auch nur als Vorarbeiten zu einer series 
der Cleriker der Cardinalskammer. 

Bezüglich der Angaben der Liste ist zu bemerken, i. dass nur da, wo 
Ernennung bezw. Vereidigung eines Clerikers ausdrücklich angegeben ist, 
der Anfang seiner Thätigkeit in der camera collegü bezeichnet werden soll; 
das Gleiche gilt von der Beendigung der Thätigkeit durch Angabe des Todes 
bezw. der Resignation, Promotion u. s. w.; 2. die Ausdrücke „zuerst genannt" 
und „zuletzt genannt" bedeuten lediglich, dass ich damit den Zeitpunkt an- 
geben will, an dem ich die ersten oder letzten Angaben über die Thätig- 
keit des Clerikers aufnotirt oder gefunden habe; diese Ausdrücke geben also 
nur eine relative Grenze an. Es muss übrigens bemerkt werden, dass es 
wohl kaum möglich sein wird, eine fehler- und lückenlose Reihe dieser Unter- 
beamten aufzustellen, da wir nur fiir einen Theil der clerici abschliessende 
Angaben in den Registern haben. Immerhin bieten die Vorarbeiten schon 
des Beachtenswerthen mancherlei, wodurch das weitere Studimn der Frage 
sich als lohnend erweist. 

Die zweite Zusammenstellung, die versucht das Zusammenarbeiten von 
je zwei clerici collegü zu erweisen, dürfte wohl kaum mehr wie ein Versuch 
sein, etwas Licht in diese Sache zu bringen. Weitere Studien werden wohl 
mancherlei Verschiebungen in der Zusammenstellung nothwendig machen. 



L 



Mag, Guilelmus Media de Serig- 
nano Bitteren, dioecesis, apostolica et 
imperiali auctoritate notarius publicus. 

Mag, Michael RicomarmL 
Vom IG. Juni 1335 an zeichnet er als 
clericus camerae apostolicae. 

Mag, Simon Gualteri, 
In Oblig. 6 finde ich stets die Form 
Galeti statt Gualteri. Letzteres scheint 
das Richtige zu sein. 

Georgius loatmis, 
canonicus Astoricen., licentiatus in 
decretis, subdiaconus. Er wird 1338 



Zuerst genannt 1323 Nov. 26 
(Urk. No. 136^); zuletzt genannt 1335 
Dec. II. (Oblig. 16. 23 v.) 

Zuerst genannt 1323 Dec. S (Urk. 
No. 137); zuletzt genannt 1335 lun. 2 
(6. cxLin r. 14. 27 V.) 

Zuerst genannt 1336 Mart. i (14. 
30 V.); zuletzt genannt 1337 Mart. 19. 

(6. CLII V.) 

Zuerst genannt 1336 Aug. 6 (6. 
CL r.); zuletzt genannt 1338 Febr. 28. 
(6. CLVn r.) 



LXV 



lul. 3 dectus Colimbrien. (Reg. Vat. 
126. cap. 187), ui^d als solcher nennt 
ihn Oblig. 6. CLix v. 1338 Sept. 11 
als praesens inter testes. 

In Oblig. 6 findet sich promiscue 
die Schreibung Georgius loannis und 
Georgius Martini. Letztere Form 
ist augenscheinlich falsch. 

Petrus Raymundi de Savinkaco, 
Gerundin. ecclesiae canonicus. Obl. 3. 
LXXXl.r. 132 1 lun. 9 kommt ein 
Petrus de Savinhaco, monachus mo- 
nasterii Bordoniarum, Auxitan. dioe- 
cesis, in der Eigenschaft als Procurator 
seines Abtes an die Curie. 

Berengarius de Severaco, 
canonicus ecclesiae Agathen. 

Franciscus Bedoäi, 
rector ecclesiae de Teyrano, Maga- 
Ionen, dioecesis, canonicus ecclesiae 
Rigen. 

Antonius de Colello (Collello), 
archidiaconus Barchinonen., in sacer- 
dotio constitutus. 

Er wird electus Maioricarum 1349 
Nov. 13 (Reg. Vat. 195 fol. 44 r. cap. 
LXV r.). Als solcher wird er als prae- 
sens inter testes, jedoch ohne den 
Titel eines clericus camerae, genannt 
1349 Nov. 19 (27. 22 V.) bis 1350 
Maii 29. (27. 34 r.) 

Guilelmus de Fante, 



Guilelmus Textoris, 
rector ecclesiae de Gandesia, Dertusen. 
dioecesis, canonicus ecclesiae Agathen. 



Zuerst genannt 1338 lan. 9 (6. 
CLVI r.); zuletzt genannt 1345 Nov. 29. 
(16. III V. 22. 2 V.) 



Zuerst genannt 1339 Mart. 6 (6. 
CLXI V.); zuletzt genannt 1339 ^^ ^S* 
(6. CLxnn r.) 

Zuerst genannt 1339 Dec. 4 (6. 
CLXV r.); zuletzt genannt 1349 Mart. 9. 
(23. XXX r.) 

Zuerst genannt 1346 Aug. 4 (22. 
12 V.); zuletzt genannt 1349 Nov. ig. 
(27. 21 r.) 



Zuerst genannt 1349 Mart. 14 
(23. XXX V.); zuletzt genannt 1351 
Aug. 18. (Urk. No. 339.) 

Zuerst genannt 1349 Dec. 30 (27. 
27 V.); zuletzt genannt 1356 Aug. 4. 
(22. 190 V.) 



BAVMGAJtTBN, Finaiixverw. des Cord.-Colleg. im Mittelalter. 



LXVI 



1354 Maii 7. Dominus Guillermus 
Textoris, clericus collegii et rector 
ecciesie de Gandesia Dertusen. dio- 
cesis, eodem anno et Vll die Maii 
obligavit se pro vacanti dicte ecciesie 
in LXXV libr. laccen. (Oblig. 23^- 
fol. xxin r.) 

Joannes de la Parra, 



Joannes de Meianesio, 



Elias de Vodro, 
sacrista ecciesiae Regen, scholasticus 
ecciesiae sancti Martini Turonen. 

1358 lan. 23. Dominus Helias de 
Vodro sacrista ecciesie Regen, anno 
Lvni et die xxm lanuar. obligavit 
se pro vacanti scolastrie ecciesie s. 
Martini Turonen., quod obtinet, in 
XXVI flor. (Oblig. 23^- fol. Lxxnir.) 

Joannes Donadei, 

Cosntaius Gentilis, 
licentiatus in decretis, cancellarius 
ecciesiae Capuan. 

Am 6. April 1380 wird er CoUector 
in England : Item ponunt se mutuasse 
camere, quos dederant domino lacobo 
Dardani, clerico camere, et Cosmato 
Gentilis, clerico collegii, die Vi Aprilis, 
quando iverunt pro collectoribus, du- 
centos floren. de camera. (Bulle 
Urban VI vom 3. lan. 1381, Reg. 
Vat. 310.) 

Lucas Florelii de Neapolu 



Zuerst genannt 1356 Nov. 15 
(27. 120 r.), zuletzt genannt 1359 
Dec. i8. (22. 246 V.) 

Zuerst genannt 1361 lun. 8 
(Kirsch, Seite 49, Anm. i, woselbst 
seine Vereidigung erwähnt ist); zu- 
letzt genannt 1387 lan. 29. (43. 5 r.) 

Zuerst genannt 1362 (36. I r.); 
zuletzt genannt 1364. (36.) 



Genannt 1371 Oct.i9(Urk.No.346). 

Zuletzt genannt 1380 Apr. 6 (R^. 
Vat. 310). 



Zuerst genannt 1385 lan. (48. ir.); 
zuletzt genannt 1386 lun. 4. (48. XV v.) 



LXVII 



Leo Branca (Brancha, Brancae, 
Branchae). 

Erasmus de Viterbio, 



lacobus Wema (Warna, Guerna, 
Guama) de Salemo^ archidiaconus 
Salemitan. Einmal wird er, jedoch 
ohne nähere Bezeichnung, abbas ge- 
nannt. 

Theodericus de Wartnand, 
Traiceten. dioecesis. 

Ob derselbe, ebenso wie der Vor- 
genannte, schon vor seiner eigent- 
lichen Ernennung amtlich thätig war, 
habe ich nicht festgestellt. 

Flamingus Minutulus de Neapoli^ 
canonicus Neapolitan. in min. const. 
Er wird Bischof von Nola 1400 lul. 26. 

Stephanus Aliotti de Prato, 
canonicus Pistorien. Er wird unge- 
fähr um 1407 litterarum apostolicarum 
r^strator. Ob er als solcher sein 
Amt als clericus collegii beibehielt 
oder vielleicht clericatus officium re- 
gens wurde, konnte ich nicht fest- 
stellen. Als registrator war er zu- 
sammen mit Franciscus de Agello 
und loannes de Nomays thätig. (Reg. 
Lat. NN. 151 — 154.) Am 27. Aug. 
141 1 wird er episcopus Vulterran. 
(Reg. Lat. 154. fol. CXLV r.) Als 
solcher wird er bei den Obligationen 
der Prälaten inter praesentes genannt 
bis 141 5 Mart. 28. (56. cxxi r.) Er 
obligirt sich selbst 141 1 Nov. 17. (56. 
Lvra r.) 



Zuerst genannt 1386 Sept. 22 
(48. xxn r.); zuletzt genannt 1388 
lan. 2. (48.) 

Zuerst genannt 1387 Nov. 26 (48. 
XLn r.); zuletzt genannt 1389 lul. 26. 

(48.) 

Zuerst genannt 1389 lul. 26 (48.); 
Emennungsdecret 1390 Mart. 18 (51. 
8 V.); zuletzt genannt 1393 lul. 30. (48.) 



Emennungsdecret 1*390 Mart. 18. 



(48.) 



Zuerst genannt 1393 Aug. 19 
(48. 150 r.); zuletzt genannt 1395 
Mail 29. (48. 179 r.) 

Zuerst genannt 1400 Nov. 24 
(56. ir.); Emennungsdecret 1401 Iun.9 
(Urk. No. 359^)); wiederum emannt 
und vereidigt 1409 lun. 30. (56. Ii r.) 

^) Die Urkunde selbst ist vom 12. Juni 
1409 datirt. 



Lxvni 



loattnes Panceii, 
canonicus ecclesiae Bisuntin., licen- 
tiatus in legibus. 

Antonellus Surracha de Salemo, 
canonicus Salernitan., in minoribus 
constitutus. Er wird electus Nebien. 

14 14 lun. 22 (Reg. Lat. 178. fol. 
cCLXXVim r.) ; er wird electus Acemen. 

141 5 Mart. 20. (Reg. Lat. 183. fol. 
CLXXXra r.) Als electus Nebien. wird 
er noch weiter als clericus collegii 
genannt und zwar zuletzt 141 5 
Mart. 26. 1) (56. cxxniir.) Als electus 
Acemen. fuhrt er den Titel nicht 
mehr, wird aber noch als praesens 
inter testes genannt. Demnach muss 
das Datum der Resignation in 141 5 
Mart. 20, statt 1 4 14, verbessert werden, 
obschon in der Urkunde die Jahres- 
zahl in Buchstaben ganz ausge- 
schrieben, nicht in ZifTem gefasst ist. 

loannes de Reate, 
decretorum doctor, litterarum apos- 
tolicarum scriptor. Er wird clericus 
camerae apostolicae 1429 Oct. 26. 
(64. LVI V.) Er wird protonotarius 
apostolicae sedis 1439 Mart. 23. (64. 
CCLXXXI r.) 

Das Emennungsdecret v. 30. März 
14 14 nennt seinen Vorgänger Anto- 
nellus schon als electus Acemen. 
Daraus folgt, da Antonellus erst 141 5 
Mart. 20 ernannt wurde und das Decret 
für loannes de Reate das Datum 14 14 



Zuerst genannt 1408 Maii 4; 
wiederum emannt und vereidigt 1409 
lun. 30 (56. n r.); resignirt 142 1 
Nov. 6. (62. XLin r.) 

Vereidigt 141 2 Maii 15 (56. 
Lxvn r.); konmit schon als clericus 
collegii vor 141 2 Mart. 22 (56. LXiv.); 
resignirt 1414 (1415) Mart 30. 



Emennungsdecret 1414 (1415) 
Mart. 30; zuletzt genannt 1429 Oct. 20. 
(64. LV r.) 



^) Antonellus war zu dieser Zeit schon electus Acemen.; das Weiterführen des alten 
Titels electus Nebien. ist auf Nachlässigkeit des Schreibers zurttckzuftthren und kommt auch 
anderweitig häufiger vor. 



Lxvnn 



Mart. 30 trägt, dass dasselbe später 
ausgefertigt und zurückdatirt wurde. 
Secessit de curia 1420 lan. 19. (61. 
LXXXVr.) VenitRomam 1423 lan. 10. 
(62. cxxxv V.) 

lacobus^). 



Ga/Aardus {GBiUdirdus) de Rocanera. 



Petrus PougTteterii, 
magister in artibus, canonicus ecclesiae 
Tüllen., archidiaconus de Marsallo in 
ecciesia Meten. 

lacobus Ugolini, 



lacobus Radtäphi, 
litterarum apostolicarum abbreviator. 
(Siehe oben lacobus, sowie die dazu- 
gehörige Anmerkung.) 



Zuerst genannt 14 19 Dec. 23 (61); 
zuletzt genannt 1420 lul. 18. (Urk. 
No. 319.) 

Vereidigt 1 420 Sept. 7 (62. XLin r.) ; 
incepit scribere 1420 Oct. 2 (62. 
xun r.); Emennungsdecret 142 1 
Nov. 6 (62. cv r.); zuletzt genannt 
1425 Nov. 9. (63. I r.) 

Ernannt 1425 Nov. 9 (63. i r.); 
zuletzt genannt 1427 lan. (64. i r.) 



Zuerstgenannt i426(63.CLXVinv.); 
zuletzt genannt 1435 lul. 12 (74. 
xxxvn r.) 

Zuerst genannt 1435 Mali 14 (64. 
ccxxxxv r.); zuletzt genannt 1437 
Mart. 7 (64. CCLXXX r.) ; er war zu- 
nächst clericatus officium regens 1435 
lul. 12. (74. XXXVII r.) 



n. 



Bezüglich des Zusammenarbeitens von je zwei clerici collegii lassen 
sich die Angaben der vorstehenden Liste nicht stets genau vereinigen; doch 
kann man sich ein ungefähres Bild davon machen, wenn man die folgende 
Nebeneinanderstellung betrachtet 



Guileknus Medici 



Simon Gualteri 



1323 Nov. 26 — 

1335 Dec. II 

1336 Mart. I — 

1337 Mart. 19 



Michael Ricomanni 



Georgius loannis 



1323 Dec. 5— 
133s lun. 2 
1336 Aug. 6— 
1338 Febr. 28 



*) Nach den Zetteln von Garampi kommt lacobus Radolphi als dericus collegii vor 
1423 — 1456. Damach zu schliessen könnte dieser lacobus mit lacobus Radulphi vielleicht 
identisch sein 



LXX 



Petrus Raymundi 



1338 lan. 9— 
134s Nov. 29 



Antonius de Colello 1 346 Aug. 4 — 

1349 Nov. 10 
Guilelmus Textoris 1349 Dec. 30 — 



Berengarius de Severaco 1339 Mart 6 — 

1339 Mali 28 

Franciscus Bedocii 1339 Dec. 4 — 

1349 Mart 9 

Guilelmus de Fönte 1349 Mart 14 — 

1351 Aug. 28 



1356 Aug. 4 
Joannes de la Parra 1356 Nov. 15 — 1359 Dec. 18 
loannes de Meianesio 1361 lun. 8 — 1387 lan. 29 



Elias de Vodro 
loannes Donadei 
Cosmatus Gentilis 
Lucas Florelii 



1364 



Leo Branca 



1362- 

1371 
1380 

1385 lan. — 1386 lun. 4 

i386Sept22 — Erasmus de Viterbio 1387 Nov. 26 — 

1388 lan. 2 1389 lul. 26— 

TheodericusdeWarmond 1390 Mart. 18 lacobus Wema 1389 lul. 26 — 

1393 lul. 30 

Flamingus Minutulus 1393 Aug. 19 — 1395 Maii 29 

Stephanus de Prato 1400 Nov. 24 — 



loannes Poncet! 



1408 Maii 4 — 
1421 Nov. 6 



[lacobus 

(1422 — 1456) 



1419 Dec. 23 — 

1420 lul. 18] 



1409 lun. 30 
Antonellus Surracha 14 12 Maii 15 — 

1414 (141 5) Mart. 30 
loannesdeReate 1414(141 5)Mart.30— 

1429 Oct 20 



Galhardus deRocanera 1420 Sept. 7 — 

1425 Nov. 9 

Petrus Pougneterii 1425 Nov. 9 — 

1427 lan. 
1435 Maii 14 — 
1437 Mart. 7 (1422 — 1456)1) 



lacobus Ugolini 



lacobus Radulphi 



1426 — 
143s lul. 12 



^) Wann das Amt der clerici collegii ein käufliches wurde, kann ich nicht sagen. 
Die erste Erwähnung dieser Thatsache finde ich am 15. December 1525: 

Cum itaque, sicut accepimus, dudum tunc existentes Sanctae Romanae Ecclesiae cardinales, 
tempore videlicet pontificatus felicis recordationis Leonis papae X praedecessoris nostri, officio 
duorum clericorum sacri illorum collegii, quod per multos annos antea ipsius 
collegii incommodo fuerat venale, communi ab eis redempto impensa et in pristinum 
suum statum redacto, veteres eiusdem collegii constitutiones nova quadam forma et modo instaurari 
fecerint primo . . . 

Bullarium Romanum (Edit Taur.) Xin, No. CLXXV, pag. 402. Die Thatsache 
glaube ich jedoch feststellen zu können, dass das Amt bis auf Eugen IUI nicht käuflich war. 



LXXl 



Y» Ernennung und Eid der clerici collegii. 

Die Ernennung der clerici collegii erfolgte durch den camerarius 
collegii^) und ist sehr oft in den Registern ganz kurz verzeichnet. Zwischen 
diesen kurzen Einträgen und einem eigentlichen Emennungsdecrete muss 
man scharf unterscheiden. In der früheren Zeit finden wir keine derartigen 
Urkunden überliefert. Damit braucht man aber nicht anzunehmen, dass 
dieselben erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts aufgekommen seien. Ich bin 
der Ansicht, dass dieselben früher schon ausgefertigt wurden, jedoch keinen 
Platz in den Registern fanden. Wegen der umständlicheren Erwähnung der 
Persönlichkeit des zu Ernennenden sowie seines Vorgängers, haben dieselben 
grossen Werth.*) 

Ursprünglich war der Vorgang bei Besetzung der Stelle eines clericus 
collegii folgender: Der vom Cardinalkämmerer in's Auge Gefasste wurde 
zunächst Familiäre desselben, daraufhin vereidigt, dass er das Amt eines 
clericus coUegü treu und ehrlich verwalten wolle, womit zugleich die Er- 
nennung vollzogen wurde, und schliesslich gleich in die Geschäfte eingeführt. 
Nach den vorliegenden Nachrichten zu schliessen, war das Amt des Clerikers 
ein lebenslängliches. Starb ein camerarius, so traten die clerici ohne 
weiteres in die Familie des Nachfolgers über, wodurch eine grosse Conti- 
nuität in der Geschäftsführung gesichert wurde. 

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts finde ich den ersten Fall, dass ein 
neuemannter Clericus nicht als Familiäre des camerarius coUegü bezeichnet 
wird, nämlich lohannes de Reate, 14 14 Mart. 30. Wenn wir hier vielleicht 
den Beginn einer neuen Gewohnheit haben, so wird im Jahre 1437 aus- 
drücklich verboten, dass die clerici zu den familiäres oder commensales 
gehören.*) Auf diese Weise wurde das historische Werden des Amtes 
völlig ausser Acht gelassen. Denn früher wurde Einer clericus collegii, 



*) Von einer Einflussnahme des heiligen Collegiums — beabsichtigten oder thatsäch- 
lichen — auf die Ernennung der Cleriker ist vor dem Jahre 1437 nichts bekannt. Wie sich 
die Dinge nach dem Jahre 1437 entwickelten, ist aus den weiter unten abgedruckten statuta 
und den beiden anderen Actenstücken zu entnehmen. 

*) Siehe Urk. No. 359. — Weiterhin Oblig. 62. fol. cv r. Ernennungsurkunde fUr den 
clericus collegii Galhardus de Rocanera. Die Stelle war „ad presens liberum atque vacans per 
liberam resignationem in manibus nostris feictam sponte per venerabiles viros dominos Aymonem 
Genraisii decanum Rumilliacii, Gebennen. diocesis et Stephanum Gamerii, litterarum apostolicarum 
scriptorem, procuratores ad hoc specialiter constitutos per venerabilem virum dominum lohannem 
Ponceti, in decretis licentiatum, olim dicti sacri collegii clericum". (142 1 Novembr. 6.) 

Nach dem Tode des Galhardus de Rocanera wird ernannt Petrus Pougneterii magister 
in artibus et canonicus ecclesiae Tullensis. (Oblig. 63. Erstes Folio r. Siehe oben.) 

*) Siehe unten die statuta des Jahres 1437. 



LXXII 

weil er capellanus et familiaris domini camerarii war^); nunmehr werden 
diese völlig von dem Amte ausgeschlossen; und wenn doch ein dericus 
Tisch- oder Hausgenosse des Cardinalkämmerers ist, so verliert er ipso 
facto sein Amt. 

Es ist anzunehmen, dass ein zum Bischöfe ernannter dericus coll^;ii 
sein Amt weiterfuhren konnte und in einigen Fällen auch wohl weitergeführt 
hat. Dass einem electus oder einem episcopus aber der Titd als clericus 
collegii noch beigelegt wird, kann ich nur für Antonellus de Salemo, electus 
Nebien. für das Jahr 141 5 belegen.*) 

Von der Zeit des grossen abendländischen Schismas ab kommen zuerst 
einige Fälle vor, dass Jemand die Obliegenheiten eines clericus collegii erfüllt 
und dass er erst später thatsächlich ernannt wird. Am 26. Juli 1389 finde 
ich lacobus Wema thätig und seine eigentliche Ernennung datirt vom 
18. Mai 1390. Stephanus de Prato zeichnet schon am 24. November 1400 
als clericus collegii und seine Ernennung ist unter dem 9. Juni 1401 ver- 
zeichnet. Die Vereidigung des Galhardus de Rocanera fand statt am 
7. September 1420, incepit scribere 1420 Octobr. 2, und er erhält seine 
Bestallung am 6. November 1421. Diese Thatsachen erklären sich wohl 
am Einfachsten dadurch, dass man annimmt, dass die betreffenden Personen 
zunächst auf Probe angestellt wurden. Stellte sich dann heraus, dass sie 
die nothwendigen Eigenschaften hatten, so wurden sie erst fest angestellt. 
Dafür scheint man später den Ausdruck eingeführt zu haben, clericatus 
officium regere, wie wir ihn bei lacobus Radulphi zum Jahre 1435 finden. •) 



^) Damit ist natürlich nicht gesagt, dass der Cardinalkämmerer nur zwei capellani et 
familiäres hatte. Er hatte deren vielmehr eine ganze Anzahl. Darum ist es auch falsch zu 
sagen, dass Jemand zur Familie des camerarius collegii gehörte, mithin auch clericus war. 

*) Siehe oben in der Liste der clerici collegii. 

*) Universis presentes litteras inspecturis Lucidus etc. 1435 lul. 12. 

Quia nuper reverendissimo in Christo patri domino Francisco eadem miseratione ütuli 
Sancti Clementis Sacrosancte Romane Ecclesie presbitero cardinali, domini nostri pape camerario, 
et nobis pro parte reverendi patris domini Georgii de Saluciis episcopi Augusten, provincie 
Tarantasien., asserentis se pro communi et minutis serviciis camere apostolice et collegio fami- 
liaribusque et officiariis eorumdem sue promocionis racione debitis ad racionem taxe octingentorum 
florenorum de camera indebite obligatum exposito, quod in libris et regestris antiquis ecclesia 
Augusten, ad ducentos quinquaginta florenos similes taxata tantunmiodo reperitur et ne ex huius* 
modi obligatione ipse et ecclesia sua nimium gravaretur, ipsi domino cardinali et nobis fecit 
humiliter supplicari, ut sibi et dicte ecclesie super hoc de opportuno remedio providere dignaremur. 
Nos attendentes, si esset ita, peticionem huiusmodi fore iustam, venerabilibus viris dominis 
lacobo de Ugolinis eiusdem collegii clerico et lacobo Radulphi officium clericatus eiusdem collegii 
regenti, dedimus in mandatis ut unacum venerabili et circumspecto viro domino lohanne de 
Reate, decretorum doctore et camere apostolice clerico, per dictum dominum cardinalem super 
hac re deputato, diligenter inquirerent et nobis inde referrent seriosius veritatem. Qui quidem 



Lxxni 



Wenn es auch zuweilen vorkam, dass ein neuer camerarius collegii 
die Cleriker wiederum vereidigte^) und gewissermassen neu bestellte, so kann 
man das doch nicht als R^el aufstellen. Eine derartige Thatsache verdient 
jedoch besondere Hervorhebung, weil sie parallel läuft mit der oben erwähnten 
Bestätigung zweier camerarii collegii.^) Diese interessante Nachricht 
findet sich Oblig. 56. fol. n r. und lautet : 

1409 Ion. 80. 

Die dominica ultima mensis lunii reverendissimi in Christo patres et 

domini, domini Henricus episcopus Tusculan. et Amedeus Sancte Marienove 
diaconus cardinales et camerarii collegii dominorum cardinalium receperunt 
venerabiles viros dominos lohannem Poncet! et Stephanum de Prato, clericos 
dicti sacri collegii de novo ad iuramentum fideliter exercendi officium ipsius 
clericatus collegii; quod supradicti clerici tactis sacrosanctis scripturis iura- 
verunt et promiserunt ipsmn eorum officium tam solicite quam fideliter 
exercere. 

Die erste genauere Nachricht über den Inhalt des von den Clerikem 
zu schwörenden Eides stammt aus einer verhältnissmässig späten Zeit, näm- 
lich aus dem Jahre 1361.^) Es ist interessant den Inhalt dieses Eides mit 
demjenigen des Jahres 141 4 zu vergleichen. 



Kirsch, Seite 49, Anm. 2. 
(1361 lun. 8.) 

„Et igitur ego lohannes de Meia- 
nesio prefatus, requisitus per dominum 
meum cardinalem prefatum, iuravi 
sponte ad sancta Dei Evangelia, cor- 
poraliter per me tacta, quod dictum 
officimn quamdiu ipsum contigerit me 
tenere, totis viribus, quantum michi 
Dominus ministrabit, fideliter exer- 
cebo pecuniasque recipiendas per me 



Oblig. 61. fol. I r. (1414 Mart. 30.) 
Urk. No. 362. 

„Nos enim a te fidelitatis debite 
et solite recepimus iuramentum, per 
te ad sancta Dei Evangelia in nostris 
manibus corporaliter prestitum, quod 
dictum officium bene, prudenter, dili- 
genter atque fideliter exercebis atque 
de receptis per te l^^em racionem 
et legitimum computum reddes divi- 
sionesque receptorum maliciose facere 



ra Teritatem magna cum diligentia perscrutati prefeitam ecdesiam ad ducentos quinquaginta 

florenos reperiri taxatom . . . retulerunt .... In quorum testimonium presentes litteras fieri et 

sigilli nostri camerariatus officii iussimus appensione munin.^ ^ 

Datum Floren, sub anno a Nativitate Domini M*cccc*xxxv, indictione xin, die Yero 

XII mensis luliii pontificatus domini nostrii domini Eugenii pre£Eiti anno quinto. 

flor. I gr. n 
Oblig. 74. fol. xxxvii r. 

*) Vergl. Oblig. 59. fol. vrai r. 

*) Siehe oben Seite XLViii und XLvmi. 

*) Kirsch, Seite 49, Anm. 2. 



Lxxini 



ratione dicti officii distribuam, con- 
servabo et solvam quanto fidelius et 
diligentius potero, et de ipsis receptis, 
distributis, conservatis et solutis red- 
dam, requisitus, annis sing^s ipsi 
domino meo cardinali vel cui ipse 
voluerit aut suis successoribus in ipso 
officio debitam rationem, librosque 
ipsius officii et scripturas quascumque 
ad id ipsum pertinentes officium, cum 
ipsum officium me dimittere conti- 
gerit, restituam dicto domino meo 
cardinali camerario vel suis succes- 
soribus antedictis." 



non difTeres, et singulis dominis car- 
dinalibus iuxta sue debitum racionis, 
facta divisione, soludonem Facies, ut 
est moris, litteras absolutorias, quic- 
tatorias et dilatorias, aut alias quas- 
cumque, quas clerici prefati coll^;ii 
facere et signare consuerunt, fideliter 
Facies et conscribes seu signabis et 
regestrabis seu Facies regestrari, ut 
est moris, iuxta nostram aut succes- 
sorum nostrorum voluntatem. Nee 
ex eisdem litteris pro tuo labore nisi 
salarium recipi consuetum quoquo- 
modo recipies." 



Der Beginn des Eides in beiden Fassungen scheint inhaltlich gleich 
gewesen zu sein. Mit Bezug auF die Rechnungsablage heisst es bei Kirsch, 
dass er auF Geheiss alljährlich Rechenschaft ablegen müsse über seine 
Verwaltung, während die zweite Fassung die Rechnungsablage allgemein 
iiir nothwendig erklärt und keinen Zeitpunkt des Geschehens Feststellt. Nach 
wenigen anderen Worten gehen beide Fassungen gänzlich auseinander. Bei 
Kirsch wird mit Eindringlichkeit betont, dass alle Bücher und Schriften, 
die sich auF die Amtsftihrung beziehen, beim Verlassen des Amtes dem 
Cardinalkämmerer unweigerlich zurückzugeben sind. Hiervon steht in 
der zweiten Fassung kein Wort mehr. Dagegen Fehlt bei Kirsch 
der Folgende Abschnitt über die AusFertigung der BrieFe. Der 
clericus wird verpflichtet, alle Urkunden sorgfältig auszuFertigen und ein- 
zutragen, beziehungsweise ausFertigen und eintragen zu lassen, ut est moris. 
Auch darF er, — und damit wird ein altes Erbübel curialer Verwaltung 
berührt, — sich für die Urkunden nur die herkömmUche Taxe, nicht mehr, 
auszahlen lassen. 

Wenn beide Auszüge aus dem Eide vollständig und getreu sind, — 
und es liegt kein Grund vor das Gegentheil anzunehmen, — so haben wir 
es mit einer wesentlichen Ausbildung des Eides zu thun, die es nur bedauer- 
lich erscheinen lässt, dass wir bisher dem Wortlaute des Eides in den 
Quellen nicht begegnet sind. Die Erinnerung an Petrus de Montechiello 
und die Entführung der Register der camera collegü nach Spoleto ist in 
der ersten Fassung noch lebendig, in der zweiten dagegen ganz verschwunden. 
Ob es gestattet ist, daraus einen Schluss auF eine anderweitige AuFbewahrung 



LXXV 

der Cameralregister, einschliesslich der im Gebrauche befindlichen, zu machen, 
erscheint fraglich; denn man hätte dann in der camera collegii 150 Jahre 
früher begonnen, die Acten rechtzeitig zu sammeln und unter Verschluss zu 
nehmen, wie in allen Dicasterien curialer Verwaltung. Warum also der 
Abschnitt über die Rückgabe der Register an den camerarius collegü aus 
dem Eide ausgeschieden ist, vermögen wir nicht einmal zu errathen. 

Der Wortlaut des Eides, den die clerici collegii nach der Neuordnung 
der gesammten Verhältnisse im 15. Jahrhunderte leisteten, ist uns im genauen 
Wortlaute überliefert. Unzweifelhaft haben wir darin keine vollständig neue 
Fassung zu sehen, sondern nur die Fortbildung des älteren Eides. Ich 
drucke das Formular erneut hier ab, weil es den Schluss der Entwicklung 
der von nur bearbeiteten Periode bildet. 

luramentum quod defertur clericis 
collegii reverendissimorum dominorum cardinalium. 

Ego N., clericus sacri collegii reverendissimorum cardinalium, iuro et 
promicto offitium clericatus collegii fideliter et soUicite exercere sine dolo 
et fraude quocumque, ymmo pure et bona fide. Non ero in facto, dicto, 
consilio, auxilio sive consensu, quod iura cappelli communium videlicet et 
minuti servitü {sü) et quecumque emolumenta, fructus, redditus et proventus 
sacri coll^U in aliquo diminuantur seu ledantur, ymmo toto posse procurabo 
quod illesa serventur et contra quoscumque manutenebo et defendam, 
videlicet quod de quolibet episcopatu vel archiepiscopatu sive abbatia media 
pars tasse {sie) deveniat ad manus depositarii sacri coll^i et unum minutum 
de quinque minutis [servitüs] solvendis, prout est hactenus consuetum^), 
ymmo si contrarium fieri sensero, id pro meo posse inpediam {sie) et, si 
inpedire') non potero, id ad notitiam camerarii et consultorum suorum 
deducam vel notificari eis faciam per me vel per alium. Et quod tam de 
introitibus sigilli quam de Omnibus alüs introitibus secundum formam con- 
stitutionis collegU rationem reddam in terminis constitutis. Nee de debitis 
sacri collegii quitantiam aliquam faciam vel subscribam, nee aliquid aliud 
recipiam, etiam gratis oblatum, nisi prout in dictis constitutionibus continetur. 
Et quod iuxta constitutionem predictam libros faciam, quorum unum tenebo 
in domo, ubi habitavero, reliquum vero coUega meus tenebit. Ac etiam 
omnia ad que prefata constitutio collegii clericos sacri collegii astringit, 
finniter observabo. Sic me Deus adiuvet et hec sancta Dei Evangelia. 

Armarium xxxi Tom. 51. fol. 10 v. 

Gottlob, Aus der camera apostolica des 15. Jahrhunderts, S. 93, Anm. i. 

*) Gottlob: consultum. 

*) Gottlob: impediam und impedire. 



LXXVI 



S. Allgemeine Bedeutung des Amtes der clerici collegii. 

Mangels sämmtlicher Nachrichten, die uns über das amtliche und 
gesellschaftliche Ansehen der Cleriker der camera collegii unterrichten 
könnten, sind wir darauf angewiesen, uns mit dem spärlichen Material über 
die Persönlichkeiten der einzelnen clerici zu b^^ügen. So weit dieselben 
geeignet sind Licht auf die angeregte Frage zu werfen, sollen sie hier 
untersucht werden. 

Sehen wir von der eigenartigen Erscheinung des Petrus de Montechiello 
ab, mit dem sich ein Excurs am Schlüsse des Buches ausfuhrlicher beschäftigen 
wird, so bietet uns die erste Handhabe, die Stellung der clerici coll^^U zu 
bewerthen, die Thatsache, dass Michael Ricomanni im Jahre 1335 clericus 
camerae apostolicae wird, nachdem er 12 Jahre lang in der gleichen Eigen- 
schaft in der Cardinalskammer thätig gewesen war. Wenngleich man darin 
auf den ersten Blick keine besondere Verbesserung seiner Stellung sehen 
möchte, so muss doch darauf aufmerksam gemacht werden, dass zwischen 
einem Curialbeamten von angesehener Stellung und dem Familiären des 
camerarius coUegü ein grosser Abstand herrschte, wenngleich die Beschäftigung 
Beider sich in sehr vielen Punkten deckte. Das Gleiche ist ftir lohannes 
de Reate zu verzeichnen, der im Jahre 1429 ebenfalls aus der camera coll^;ii 
in die camera apostolica übertritt. 

Unter dem Gesichtspunkte der Geschäftstüchtigkeit ist die Ernennung 
des clericus collegii Cosmatus Gentilis, zusammen mit dem clericus camerae 
apostolicae lacobus Dardani, zum CoUector in Anglia zu betrachten. Wenn- 
gleich sehr häufig Bischöfe mit diesem verantwortungs- und mühevollen 
Amte beauftragt wurden, so war das aber keine feste Regel. Wir gewinnen 
aber durch diese Betrachtung einen nicht geringen Massstab für das Ansehen 
eines geschäftsgewandten clericus collegii. Cosmatus wurde nach seiner 
Rückkimft aus England zum Erzbischofe von Ravenna ernannt am 4. No- 
vember 1387. Schon am 19. lun. 1389 wird er auf den Sitz von Bologna 
transferirt; jedoch nach wenigen Monaten (18. Dec. 1389) erfolgte seine 
Ernennung zum Cardinal. Das Erzbisthum von Ravenna behielt er in Ver- 
waltung bis zum 15. September 1400. Schliesslich wurde Cosmatus im 
Jahre 1404 zum Papste erwählt und er nannte sich als solcher InnocenzVU. 

Am Wichtigsten sind aber fünf Ernennungen zu Bischöfen, die im 
14. und 15. Jahrhundert stattgefunden haben. Ich will hier gleich bemerken, 
dass es in den meisten Fällen fast nur Sache des Zufalls ist, wenn man 
solchen Dingen auf die Spur kommt. Ausdrücklich verzeichnet, dass ein 
clericus collegU diese oder jene Beförderung erhalten habe, ist dergleichen 



Lxxvn 

fast nie. Ebenso wird in Provisionsbullen diese frühere Thätigkeit meistens 
nicht erwähnt. Aus diesem Grunde sind alle Zusammenstellungen dieser 
Art von vornherein lückenhaft. 

Der erste zum Bischof beförderte clericus collegii ist Georgius loannis. 
Er wurde am S.Juli 1338 auf den Stuhl von Coimbra erhoben. Der zweite 
ist Antonius de Colello, den wir am 13. November 1349 als erwählten 
Bischof von Mallorca antreffen. Der dritte ist Flamingus Minutulus de 
Neapoli, der unter dem 26. Juli 1400^) Bischof von Nola wird. Der vierte, 
Stephanus Aliotti de Prato, wird am 27. August 141 1 Bischof von Volterra 
und der (iinfle in der Reihe ist Antonellus Surracha de Salemo. Er wird 
zunächst für den Bischofssitz von Nebbio ausersehen, am 22. Juni 1414, 
aber bevor er noch consecrirt war, wird er transferirt nach Acemo. 

Aus diesen fünf Vorkommnissen sind wir berechtigt zu schliessen, dass, 
wenn die clerici collegii auch keine Curialbeamten im eigentlichen Sinne 
des Wortes waren, sie sich jedoch eines so hohen Ansehens erfreuten, dass 
man ihnen häufiger Diöcesen zur Verwaltung übertrug, die keineswegs zu 
den kleinsten und unwichtigsten gehörten. 

Alles in Allem genommen dürfen wir die clerici collegU, als selbständige 
Unterbeamte der grossen Verwaltung des heiligen CoU^ums, für amtlich 
und social höher stehende Persönlichkeiten ansehen, die ihre Bedeutung 
auch durch Erlangung einträglicher Benefizien zur Geltung zu bringen wussten. 
Wüssten wir mehr über die einzelnen Persönlichkeiten, so würde das Urtheil 
über dieselben gewiss in noch viel augenscheinlicherer Weise zu ihren 
Gunsten verschoben werden. Hier mag noch angeführt werden, dass manche 
clerici coll^i vorher scriptores oder abbreviatores litterarum apostolicarum 
waren, Aemter, die sie zum Theil wohl beibehielten. Aus dem, was sie 
waren, und aus dem, was sie wurden, kann man dann mit ziemlicher 
Sicherheit den Schluss auf das dazwischen liegende Amt machen. 

Zum Schliisse sei noch die Bemerkung angefügt, dass die Unterbeamten, 
wenn sie nicht eine geschriebene, ausdrückliche Vollmacht vom camerarius 
coUegü hatten'), für gewöhnlich keinerlei Geschäfte vornehmen konnten, 



*) Reg. Lat (Bon. ix a. 11 1. pr.) No. 75. fol. CLXXXVI v. 

■) 13 17 Septembr. 14. 

Servitiom abbatis de Rivopollo Vicen. diocesis in Catalanovia (su). 

(Vom amiirer Hand:) Divisum et solutom est 

Zahlt 160 flor. pro parte sui communis senricii collegii. 
Unter der Eintragung später fUnMttgefiigt : 

Post hoc exhibuit litteram domini Petri episcopi Spoletan. per quam dictus episcopus 
atebaturi se recepisse a dicto abbate pro parte sui predicti servicii nomine dicti collegii ii flor. 
fura anno Domini M • cc • cxiiii. 



Lxxvra 

wodurch die camera coUegii rechtskräftig gebunden worden wäre, selbst wenn 
ein mündlicher Auftrag vorlag. Es kam nicht selten vor, dass z. B. die 
clerici Gelder von den Banquiers in Empfang nahmen und Quittung darüber 
ausstellten. Ein solches Actenstück hatte nur einen vorläufigen Werth und 
gab den Banquiers nur die Sicherheit, dass eine so und so benannte Privat- 
person eine bestimmte Summe empfangen hatte. Der camera collegü gegen- 
über waren sie erst entlastet, wenn sie die Quittung des receptor bezw. clericus 
gegen eine solche des Papstes oder Cardinalkämmerers eingetauscht hatten. 
Aehnlich verhielt es sich mit allen anderen selbständig vorgenonmienen 
Geschäften der Unterbeamten, wenn denselben keine ausdrückliche subdelegatio 
potestatis zu Seite stand, die jedes Mal zum Ausdrucke gebracht werden musste. 

b. Die servitores collegiL — Ein einziger Beamter, und später auch 
zwei, waren nicht im Stande die gesammte ausgedehnte Greldverwaltung 
des heiligen Collegiums zu fuhren. Wir müssen darum suchen, den weiteren 
Unterbeamten auf die Spur zu konmien. 

Die erste Nachricht über Beamte des Coll^ums, die nicht receptores 
et distributores, bezw. clerici waren, finde ich zum Jahre 1320. Der receptor 
et distributor hatte sich in seinem Namen und im Namen der alü servitores, 
qui cum ipso in receptione et distributione dicte pecunie sive sumptuum 
aliquorum per ipsos factorum deductione dictis dominis cardinalibus per tres 
annos continuos servierunt, beklagt, dass ihnen kein Ersatz der Auslagen 
seit ihrem Amtsantritte gewährt worden sei. Die Thätigkeit dieser servitores 
bezog sich also lediglich auf das Geschäft der Einnahme und Vertheilung 
der Gelder. Wir werden darunter also die in den cedulae am Kopfe 
genannten portitores huius cedulae zu verstehen haben. Hie imd da, aber 
jedes Mal in sehr allgemeiner Weise, die ein genaueres Eingehen auf den 
Umfang des Amtes nicht zulässt, werden diese Unterbeamten noch später 
erwähnt. Wenn wir auch recht wenig von ihnen wissen, so liegt es aber 
in der Natur der Sache, dass solche Aemter bestanden, haben und be- 
stehen mussten. 

c Die Schreiber des Collegiums. — Nach Vorgang der apostolischen 
Kammer hatte auch die camera collegii ihre eignen scribae, d. h. Schreiber, 
denen die eigentliche Buchführung oblag. Wie oben schon auf Seite LXili 
gesagt wurde, stand dem receptor et distributor Bertrandus de Montelauro 
zur Seite Petrus de Ungholis, capellanus et scriba in officio receptionis et 
distributionis. Die clerici collegii pfl^en in den Obligationsterminen, bei 
Zahlungen u. s. w. ihre Notizen auf Zettel einzutragen, die dann von den 
Schreibern nach bestimmten Vorlagen in die Register eingetragen wurden. 
Dass dem so ist, ersehen wir aus zwei Umständen. Mit dem Wechsel de 



Lxxvmi 

derici collegii tritt meistens kein Wechsel in der Person des Schreibers 
ein, wie die R^^ter augenscheinlich zeigen. Weiterhin unterscheidet sich 
die Handschrift der die Register prüfenden und verbessernden clerici collegii 
in den meisten Fällen so wesentlich von der Hand des Schreibers, dass 
zwei durchaus getrennte Persönlichkeiten angenommen werden müssen. 
Demgemäss gab es Beamte, denen das Schreibwerk der Buchführung ex 
officio zustand. Dem thut keinen Abbruch, dass wir sehr oft die Bemerkung 
finden: dominus noster mandavit nobis clericis collegü, ut scriberemus in 
r^[istris et libris, denn es handelt sich hier nur um einen Auftrag an die 
verantwortlichen Persönlichkeiten. Sie mussten fiir die Ausfuhrung sorgen, 
ohne dass sie es — Ausnahmen abgerechnet — mit eigner Hand thaten. 
Dem g^[enüber kann man auf andere Bemerkungen hinweisen, in denen 
gesagt wird: ut scribere faceremus, oder: quod in registris scribi facerem, 
oder wie es in dem zweiten Eide heisst: facies regestrari, ut est moris, 
womit die Dinge klarer imd besser zum Ausdruck kommen. 

Nach vollständiger Ausbildung der Finanzverwaltung des Cardinals- 
collegiums haben wir demnach 

den camerarius collegü cardinalium, dem die oberste Leitung aller 
Geschäfte obliegt und der die übrigen Beamten ernennt; 

die clerici camerae cardinalium, denen unter der Oberleitung des ca- 
merarius die verantwortliche Ausfuhrung aller Geschäfte zukommt; 

die servitores camerae cardinalium, die in besonderer Vertrauensstellung 
hauptsächlich die örtliche Bew^^ng der Geldsummen zu thätigen 
hatten, und schliesslich 

die scribae in regestris et Ubris camerae cardinalium, die man als 
Buchhalter bezeichnen kann. 

Hier muss der Vollständigkeit halber erwähnt werden, dass unter 
Eugen im die Beamtenclassen schon wesentlich erweitert waren, indem 
ausser den clerici collegü noch andere ofRtiales camerario sufTraganeos 
genannt werden, aus denen des Beispiels halber erwähnt werden : depositarius, 
notarii und thesaurarü ^). 

5. Die Gehälter der Beamten. 

Die Untersuchung der Gehälter aller Beamten der camera collegii 
einschliesslich des camerarius bietet Schwierigkeiten insofern, als man für 
das 14. Jahrhundert keinerlei Angaben über die Höhe der bezogenen Sununen 
hat. Immerhin haben wir aber doch einzelne Bemerkungen, die besprochen 
zu werden verdienen. 



') Siehe nnten die statuta vom Jahre 1437. 



LXXX 

SL Der Cardinalkämmerer. — Der camerarius coll^^ bezog als Ent- 
gelt für seine Mühe das gesammte Einkommen aus der Siegeltaxe, 
die von den clerici collegii eingezogen und mit dem Cardinalkämmerer 
verrechnet wurde. 

Oblig. 55^- fol. LXXXV r.: Die lovis xix lanuar. dominus lo. de Reate 
recessit de Mantua ad dominum cardinalem Saluciarum et uscyie nunc 
recepit pro sigillo et deinceps ego lo. Ponceti. Weiterhin Oblig. 63. 
fol. cxxn r.: Hie fuit facta ratio de sigillo domino cardinali Bononien. 
Die Einnahme der floreni pro sigillo lag dem zur Zeit die Registergeschäfte 
führenden clericus collegii ob. 

Kirsch, Seite 54, bespricht die Siegeltaxe vom 10. Juli 1318. Unter 
Gregor XI bestand folgende Berechnung, die iiir die ganze in diesem Buche 
behandelte 2^it in Kraft blieb. 

Taxatio litterarum communium et minutorum servitiorum, prout sunt 
Scripte etc.^) 

Primo pro littera C iSorenor. recipitur l jflor. n gr. Pap 

Secimdo de C iflor. usque ad v exclusive n iflor. n gr. Pap 

Tertio de v iSor. usque ad mille exclusive m iSor. m gr. Pap 

Quarto de mille iflor. nn iflor. im gr. Pap 

Quinto de mille c jflor. v flor. v gr. Pap 

Sexto de MCC flor. vi flor. VI gr. Pap 

Septimo de MV flor. vn flor. Vll gr. Pap 

Et sie de singulis ut in primo miliario. 

Item de cedula dilationis I flor. I gr 

Item de cedula absoluttonis i flor. i gr 

Item et de cedula dispensationis l flor. l gr 

Bei der Reform der Verwaltung der camera collegü wurde naturgemäss 
auch das Gehalt des camerarius collegii geordnet. Zuerst wurde dasselbe 
auf 200 Goldgulden jährlich, dann auf 100 (xoldgulden monatlich und 
schliesslich wiederum auf 200 (xoldgulden jährlich festgesetzt. Der Rest 
der Einnahme musste im Interesse des heiligen Collegiums . regelmässig ver- 
rechnet werden.^) 

In den Registern steht unter jeder Urkunde die Taxe angegeben in 
Goldgulden und Grossi. Erstere galten fiir das Siegel, letztere (siehe oben 
die Liste) fiir den Brief, die den clerici collegü zuflelen, worüber weiter 
unten die Rede sein wird. 



*) Oblig. 43. fol. 29 r. 

*) Siehe darüber weiter unten. 



LXXXI 

Die höchste Taxe, die ich einige Male gefunden habe, betrug flor. xxii 
gr. xxn. Das eine Mal zahlte der Erzbischof von York im Jahre 1426 sein 
ganzes Servitiiim fiir das heilige Collegium und die Familiären der Cardinäle 
im Betrage von 5416 Goldgulden 33 sol. 4 den.^) 

Weiterhin kommen zwei Zahlungen der Erzbischöfe von Salzburg in 
Frage. Ebrardus erlegte am 24. April 1427 5380 Goldgulden') und lohannes 
am I. Mai 1429 die gleiche Summe. ^) Der Erzbischof Rabanus von Trier 
bezahlte am 5. Aug. 1430 5384 Goldgulden ^) und für alle diese Fälle ist 
die obengenannte Taxe verzeichnet. 

Eine Taxe von flor. XX gr. XX wird für den Erzbischof Theoderich 
von Köln berechnet, obschon derselbe pro totali parte sui communis servitii 
5000 flor. und pro totali minuto servitio 357 flor. 7 sol. 5 den. bezahlte.^) 
Augenscheinlich hatte man bei Bemessung der Grebühren pro sigillo et littera 
den Betrag des Servitiums iiir die Familiären nicht mit gerechnet. Da mir 
nur zwei Servitien von 12000 Groldgulden in jener Zeit bekannt geworden 
sind, ich jedoch keine einheitliche Zahlung der 6000 Goldgulden iiir die 
camera collegii aufland, so entfällt auch eine höhere Taxe. Hierbei sehe 
ich von der, meines Wissens damals nie vorgekommenen Möglichkeit ab, 
dass einer der so hoch taxirten Erzbischöfe oder Bischöfe zugleich mit der 
Zahlung seines eignen Servitiums auch Schulden eines seiner Vorgänger 
entrichtet hätte. Späterhin kamen höhere Gesammtzahlungen vor. Dem- 
gemässs bedeutet die Summe von 22 Goldgulden 22 grossi theoretisch 
keineswegs die Grenze der Siegeltaxe, wohl aber practisch gemäss den 
Angaben der Register. 

Für die doppelte oder dreifache Ausfertigung von Briefen ist jedes 
Mal das Doppelte oder Dreifache der ganzen Taxe zu entrichten. Dass das 
vorkam, ersehen wir aus Oblig. 47. fol. XXIIII v. : pro duplicatione et trip- 
licatione flor. n gr. n; Oblig. 63. fol. xxnii v.: Duplicata de verbo ad verbum 
collatione facta per me lo. de Reate et me P. Pougneterii. Beide Unterschriften 
sind eigenhändig. Oblig. 55^- fol. XLVii v.: nn flor. v gr. quia fuit duplicata. 
Oblig. 47. fol. 392 : Pro duplicatione flor. II cum dimidio II gross, cum dimidio. 

Gänzlicher oder theilweiser Erlass der Taxe wird gegen Ende des 
14. Jahrhunderts sehr häufig. Aus dem umfangreichen Materiale hebe ich 
einige bezeichnende Beispiele heraus. Oblig. 55^- fol. xix r. (fasc. n): gratis 



*) Oblig. 63. fol. XXX r. 
*) Oblig. 63. fol. LVi V. 
■) Oblig. 63. fol. cxii V. 
*) Oblig. 63. fol. CXLVII r. 
*) Oblig. 55A. fol. XXXVIII V. 
Bavmgartbn, Finanxverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. 



Lxxxn 

ad requestam domini cardinalis. Oblig. 62. fol. Ln v. : iSor. m gr. m. Remisit 
sibi dominus flor. II, quia solum per duos dies transiverat terminus [solutionis]] 
et etiam non solvit nisi gr. duos^). Ibidem fol. LI v.: nichil solvit; amore 
Dei remisit sibi dominus propter paupertatem; nee de g^rossis solvit Ibidem 
fol. XLn V. beim servitiiun ecclesiae Bambergen. solutum per manus Luteni 
canonici steht keine Taxe; vielmehr haben wir hier einen eigenmächtigen 
Nachlass derselben: Iste dominus Lutenus habuit Utteram post recessum 
domini sine sigillo, quia aliter solvere nolebat [pecunie summam]; et habuit 
prorogationem termini duorum mensiiun de voluntate dominorum Ostien., 
Montis Arragonum, Pisani; pro Uttera dumtaxat solvit n gr. et nichil pro 
sigillo. lo. Ponceti. Ibidem fol. XXXIX v. : gratis de mandato domini car- 
dinalis camerarii. Oblig. 55^* fol. LXliv.: gratis ad instantiam familiaris 
domini cardinalis S. Marci. Ibidem, fol. LXXXXVn r. : gratis pro nepote domini 
Ostien. Oblig. 62. fol. ccxn r.: 

iSor. nn gr. im Solutio precedit obligationem. 

totum remissum. 

ObUg. 63. fol. Lxmr.: gratis per totum, und weiter: gratis ubique. 
Oblig. 47. fol. 22 V.: gratis pro sigillo et Uttera. 

Oblig. 55^* fol. LXXXXVI V. hatte man sich in der Taxe verrechnet, 
was folgender Eintrag zum Ausdrucke bringt: 

iSor. m gr. m remitti debet computanti flor. i gr. n. 

sunt flor. n gr. i. 

Bemerkenswerth sind noch folgende Bemerkungen: ObUg. 47. fol. 57 v.: 
Vacat, quia litteras non solvit. Oblig. 47. fol. 79 r.: Nichil solvit nee um- 
quam habuit litteras pro parte coUegii; pro parte camere tamen solvit per 
assignationem factam in partibus. 

Die kleinen Unkosten, mit denen die Siegeltaxe belastet war, zeigt 
eine Bemerkung Oblig. 55^- ci r.: flor. I gr. n non computetur iste flor. quia 

fuit datus pro cera sigilli 
emenda. 

Bei einer Taxe von flor. l gr. n steht angemerkt: Hoc non recepi; 
habuit litteram per errorem, woraus hervorgeht, dass der Empfänger mit 
der in aller Form ausgestellten Quittung davongegangen war, ohne die Taxe 
zu zahlen. 



*) Diese 2 Goldgulden und 2 Grossi beziehen sich auf Clausein, die man dem Briefe nicht 
anftlgte, weil man den Zeitraum von zwei Tagen nicht als eine Verletzung der eingegangenen 
Verpflichtungen ansah. 



Lxxxm 

2. Die clerici collegii. — Für das Ende des 13. Jahrhunderts haben 
wir gar keinen Anhaltspunkt, ob und wie diejenigen bezahlt wurden, die 
vom Papste ernannt oder vom camerarius collegii zugezogen wurden, um 
die Arbeit der Vereinnahmung der Gelder, der Austheilung an die Cardinäle, 
des Schreibens der Urkunden und der Führung der Bücher zu leisten. 
Der Käounerer hatte selbstverständlich nur die oberste Leitung sämmtlicher 
Geschäfte und theilte jedem seine zu erledigende Arbeit zu, von der wir 
nicht wissen, ob sie imter den verschiedenen Unterbeamten wechselte, oder 
jeder seinen festabgegrenzten Wirkungskreis hatte. 

Für das 14. Jahrhundert finde ich die erste Notiz über die Ausgaben, 
die die Beamten der camera collegii im Interesse der Geschäftsführung 
machten, zum 11. Februar 1320 in einer cedula divisionis verzeichnet^). Der 
Cardinalkämmerer theilt seinen Confratres mit, dass der Receptor „de 
redditibus conütatus Veneyssini" 3000 Turonenser Silbergroschen zurück- 
behalten habe, bis die Cardinäle sich darüber schlüssig gemacht hätten, 
wie sie den Receptor und die servitores, die den genannten Beamten in 
seinen Arbeiten unterstützten, fiir ihre im Interesse des Collegiums gemachten 
Auslagen schadlos halten wollten. Daraus geht hervor, dass damals bestimmte 
Abkommen mit den Beamten noch nicht getrofTen worden waren, vielmehr 
wird der camerarius coUegü dieselben mehr oder weniger nach seinem Er- 
messen ex aequo et bono bezahlt haben. Da aber die gemachten baaren 
Auslagen nicht inmier von einem Conto auf das andere übertragen werden 
konnten, vielmehr schliesslich, namentlich wenn sie eine bestimmte Höhe 
erreicht hatten, besonders verrechnet werden mussten, so erklärt sich diese 
Mittheilung an die Cardinäle ganz leicht Ich bin geneigt anzunehmen, 
dass diese Anregung von Seiten des Receptors „et aliorum servitorum" den 
Anstoss zu einer definitiven R^fdung der Gehalts- und sonstigen Verhältnisse 
gegeben haben wird. Urkundlich bel^^en kann ich diese Ansicht vor- 
läufig nicht. 

Ob man auch auf die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts die in der 
zweiten Hälfte geltenden diesbezüglichen Besthnmungen, die ich jetzt an 
fuhren werde, anwenden kann, dürfte vielleicht zu bejahen sein. 

In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts können wir aus den cedulae 
des camerarius collegii feststellen, das der Cleriker, der allmonatlich dem 
Vertheilungsgeschäfte vorstand, von jeder Zahlung den hundertsten Theil, 
also ein Procent erhielt Das Gehalt des Clerikers wurde nicht von dem 
servitium commime allein, sondern auch von demjenigen der Familiären, 



^) Siehe oben den Absatz über die servitores coUegü. 



Lxxxnu 

also von der ganzen Summe berechnet Ein klares Beispiel — w^en 
der runden Summen — haben wir an der Zahlung des Abtes Heinrich 
von Sanct Paul in Utrecht vom 2. December 1390.*) Derselbe machte 
eine Theilzahlung von 46 Goldgulden auf sein servitium conmiune und von 
4 Goldgulden auf sein servitium minutum für die Familiären der Cardinäle. 
Von diesen 50 Goldgulden „capit autem clericus collegii pro communi et 
minuto XXV solidos''. Diese 25 solidi sind gleich Vs Goldgulden gleich 
I Procent. Die übrigbleibenden 49 äor. 25 sol. wurden unter 14 Cardinäle 
vertheilt, von denen jeder 3 flor. 10 sol. 7 den. iiir sich und 14 sol. i den. 
für seine Familiären erhielt. Bei manchen anderen Rechnungen, die ich 
an anderen Zahlungen angestellt habe, stimmt das Ergebniss stets, wenn- 
gleich die Denare und zuweilen auch die Solidi kleine Unterschiede auf- 
weisen. Dieses erklärt sich aus dem Brauche, dass kleine Restsummen, die 
sich nicht gut vertheilen Hessen, bei den einzelnen cedulae zurückbehalten und 
später gemeinschaftlich vertheilt oder für expensae coUegü verwendet wurden. 

Hierbei ist zu bemerken, dass die Cleriker sich in ihren Obliegen- 
heiten — wie oben schon gesagt — (wahrscheinlich) allmonatlich ablösten, 
so dass jetzt dem Einen und dann dem Anderen diese Gefälle zukamen. 
Sicher ist der abwechselnde Bezug der „grossi litterarum", d. h. der Ge- 
bühren, die die Prälaten für die Ausfertigung der Quittungs-, Prorogations-, 
Absolutions-, Citations- etc. Briefe zu zahlen hatten. Indem ich dieses, ohne 
eine eigentliche urkundliche Unterlage für die Annahme der Frist eines 
Monates für Ausübung der einzelnen Functionen zu haben, annehme, stütze 
ich mich auf die Analogie mit der apostolischen Kammer, in der der 
„clericus mensarius" eine stehende Einrichtung geworden war. 

Eine wesentliche Veränderung in diesem Punkte ging unter Martin V 
am I. October 14 19 vor sich. Das Collegium der Cardinäle beschloss, wohl 
auf Anregung des camerarius collegii, des Cardinais Franciscus, tituU Sanctae 
Crucis, Venetiarum vulgariter nuncupatus, dass die Cleriker des Collegiums 
in Zukunft bei jeder Vertheilung 2 Goldgulden von jedem Hundert erhalten 
sollten, so zwar, dass Jeder i Goldgulden erhalte. Dabei sollte das Recht 
auf die „grossi litterarum" aufrecht erhalten bleiben, wie bisher. Ob bei 
dieser Aenderung auch eine Verschiebung in Ausführung der Arbeiten vor- 
genommen wurde, lässt sich nicht nachweisen; es liegt aber bei der Natur 
der Sache nahe, daran zu denken. 

Ich füge hier eine kurze Uebersicht über die Bezüge der clerici collegii 
aus den Jahren 1413 — 1415, also vor Neuregelung der Gehaltsfrage, an. 



^) Doch kommt die Erwähnung dieser Grehaltzahlungen auch schon früher vor. 



LXXXV 

Es sind Zusammenstellungen aus den distributiones, in denen es am Schlüsse 
jedes Mal heisst: „Capit clericus collegii — flor. — sol." oder „capiunt 
clerici", d. h. von der ganzen vereinnahmten und zur Vertheilung gebrachten 
Sunmie erhält der clericus collegii den oben festgestellten Procentsatz. Die 
Uebersicht lässt zugleich die Häufigkeit der Vertheilungen im 15. Jahrhundert 
ungefähr erkennen. 

capit clericus collegii flor. 12 sol. — . 

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Die Summe der Einnahmen ergiebt 202 Goldgulden 16 Soldi, ein 
gewiss recht bescheidene Bezahlung fiir einen mehr wie zweijährigen Zeit- 
raum. Wenn man auch eine ansehnliche Summe aus den grossi litterarum 
ansetzen will, so erhöht sich die Summe doch nicht so, dass man eine 
Neur^elung der Einnahmen der Cleriker, wie sie kurz darauf erfolgte, nicht 
als sehr nothwendig bezeichnen müsste. 

Ausdrückliche Nachrichten über die grossi litterarum, die die clerici 
coll^ii erhielten, finden sich erst zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Wie 
schon hervorgehoben wurde, wechselten beide Cleriker in dem vollen Bezüge 
der grossi litterarum ab. Es ergiebt sich das aus vielfachen Randbemerkungen, 
von denen einige hier Platz finden mögen. 

Oblig. 62. fol. XLVI r. : flor. II gr. n; isti sunt soluti Florencie; recepit 
Poncet! et etiam sunt notati supra. Ibidem fol. XLm r. f usque ad istum 
locum facta est ratio grossorum in recessu de Florencia et satisfactum 
hindnde. Oblig. 55^- fol. LXXXV r. in margine: Hie fuit facta ratio grossorum 
in recessu. lo. de Reate. Ibidem fol. C r. : Hie ego lo. de Reate incipio 
recipere grossos. Auf der folgenden Seite heisst es dann: flor. im gr. nn 
quos recepit mag. lo. Ponceti; et debuit regestrari supra post Michaelem 
de Clusa et fuit in divisione V die lulü. Oblig. 62. fol. XXIX : flor. i gr. n 
residuum gratis. Auf dem Rande: Attende si magister Ponceti habuit duos 



I. 


distributio 


141 3 August. 31 


2. 




1413 Octobr. 7 


3- 




14 13 Octobr. 31 


4. 




1414 Mart. I 


5. 




1414 April. 7 


6. 




1414 Maii30 


7. 




1414 lul. 31 


8. 




14 14 Septembr. 27 


9. 




14 14 Decembr. 24 


IG. 




141 5 Februar. 23 


II. 




141 5 April. 14 


12. 




141 5 lun. 23 


13. 




141 5 Octobr. 31 



15 


kJVTAi 


1 • 


10 




4- 


16 




3- 


13 




2. 


8 




8. 


II 




37- 


5 




4- 


3; 




2. 


IS 




14. 


II 




— . 


41 




— . 


6 




8. 



LXXXVI 

flor. [kgendum: grossos], quia tunc computabuntur in alia solutione. Darunter 
steht als Antwort: Istos duos florenos [L e. grossos] nulle modo habui; 
ymo ipse dominus episcopus manu propria me absente solvit pro hac littera. 
lo. Ponceti. ^) Ibidem fol. CLXXI r. : Usque ad istum locum facta est ratio 
grrossorum omnium et nichil debeo et nichil michi debetur. lo. de Reate 

G. de Rocanera. 

Wir wissen jedoch, abgesehen von diesen Nachrichten, dass der Em- 
pfang der grossi litterarum durch die Cleriker ein alter Brauch war, sodass 
man die Einnahmen derselben aus diesem Posten als einen Theil ihres 
Gehaltes bezeichnen muss. Bei der glatten Zahlung der Servitien, wie sich 
das bei politisch ruhigen Zeiten beobachten lässt, war diese Einnahme 
wesentlich geringer, wie in bewegten Tagen. Denn dann waren die Prä- 
laten wegen der Kriege und aus sonstigen Gründen sehr häufig nicht in 
der Lage die Zahlungstermine einzuhalten. Sie mussten also um Aufschub 
bitten, dessen Grewährung wieder mit einer Si^^l- und Brieftaxe verbunden 
war. Baten sie nicht um Aufschub, so verfielen sie Censuren, von denen 
sie bei der endlichen Zahlung losgesprochen werden mussten. Und ein 
Brief mit der clausula absolutionis hatte eine höhere Taxe, wie der einfache 
Quittungsbrief. Von Jahr zu Jahr, von Monat zu Monat verschob sich diese 
Einnahme, sodass man sich keinerlei Bild von dem Betrage machen kann. 

Die Abrechnung geschah unter den beiden Clerikem ohne Zuziehung 
des Kämmerers. Als Unterlage dafiir dienten die Register, in denen unter 
jedem Briefe die Taxen vermerkt standen. Da für gewöhnlich die Briefe 
genau chronologisch eingetragen wurden, so bot die Verrechnui^ wenig 
Schwierigkeiten. Waren jedoch mehrere Urkunden zu spät registrirt worden, 
so mussten die in die frühere ratio — so hiess die Abrechnung mit dem 
technischen Ausdrucke — fallenden Beträge als solche bezeichnet werden. 
Das geschah beispielsweise auf folgende Weise. Oblig. 63. fol. CXin r. hat 
am Rande bei der ersten Urkunde stehen: 2' ratio [grossorum] hie incipit. 
Bei mehreren folgenden Briefen steht nun vermerkt: in prima ratione, oder: 
habuit lo. de Reate, oder: lo. de Reate habuit grossos. 

Die Neuordnung der camera collegii cardinalium am 

3. (13.) September 1437. 

Die ganze vorstehende DarsteUung der Aemter und der Verwaltung 
der Kammer des heiligen Collegiums behält ihre Gültigkeit bis auf Papst 
Eugen nil. Unter ihm wurden alle Verhältnisse einer tiefeinschneidenden 



^) Der Ausdruck: solvit pro hac littera, zeigt, dass statt florenos zu lesen ist grossos. 



Lxxxvn 

Veränderung unterzogen, die ganz kurz beschrieben werden soll, da damit 
die Grenze erreicht ist, die sich dieses Buch gesteckt hat. 

Die ersten „statuta sacri collegii", die wir bisher kennen, — frühere 
sind wohl kaum erlassen worden, — stammen vom 3. (13.) September 1437. 
Im Anschlüsse daran giebt es, vor dem Erlasse der zweiten Statuten vom 
Jahre 1466, zwei Actenstücke, die die ersten Statuten in gewisser Weise 
fortbilden und auf die wichtigsten Bestimmungen der zweiten statuta überleiten. 

Ein einfacher Vergleich der drei Actenstücke macht das angedeutete 
Abhängigkdtsverhältniss klar. Alle drei Documente finden sich Arma- 
rium XXXI Tom. 51 und haben folgende Titel: 

i) Statuta sacri collegii de officio et pote State camer arii sacri collegii 
reverendissimorum dominorum Sacrosancte Romane Ecclesie cardi- 
nalium et de aliis ad dictum officium, pertinentibus. 

2) Modificationes potestatis camerarii dominorum Sacrosancte Romane 
Ecclesie cardinalium, 

3) Alie modificationes potestatis camerarii sacri collegii reverendissi- 
morum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium. 

Der Kürze halber nenne ich die drei Documente: Statuta, modifica- 
tiones und aliae modificationes. 

Die Hauptbestimmung der Statuten ist die, dass der Cardinalkämmerer 
in Zukunft nur auf ein Jahr im Amte bleiben darf und er erst wiederum 
nach drei Jahren wahlfähig sein kann. Während früher die gesammte 
Siegeltaxe dem camerarius collegü für seine Mühewaltung zufiel, wird jetzt 
bestimmt, dass derselbe nur 200 Goldgulden im Jahre pro salario aus der 
Siegeltaxe beziehen soll. Die clerici collegii, die die florenos pro sigillo 
einnehmen und zu Weihnachten, Ostern und Mariähinmielfahrt verrechnen 
müssen, dürfen in Zukunft unter keinen Umständen Familiären oder Tisch- 
genossen des camerarius collegU sein; handeln sie gegen dieses Verbot, so 
sind sie ipso facto entlassen. Die Ernennung derselben steht nicht mehr 
dem Cardinalkämmerer zu, sondern dem CoUegium als solchem. Die clerici 
sind ad nutum amovibiles, müssen einen Treueid schwören imd erhalten, 
ausser den grossis quietantiarum, je einen Goldgulden von je 100 Gold- 
gulden Bruttoeinnahme als Gehalt. 

Ausser diesen Dingen werden noch eine Anzahl weiterer Punkte fest- 
gelegt, die im Texte der unten folgenden statuta nachzusehen sind. 

Die modificationes enthalten folgenden bemerkenswerthen Abschnitt: 

Item nullatenus deputabit [camerarius] clericos et alios officiales 
sibi suffraganeos in officio absque consensu maioris partis collegü, ut, 
puta, depositarium, notarios, thesaurarios et simUes deputandos. 



Lxxxvin 

Merkwürdig ist die neue Bestimmung, dass das Gdialt des camerarius 
collegii sich auf monatlich loo Goldgulden bdaufen soll, was einem jähr- 
lichen Gehalte von 1200 Goldgulden, g^;enüber den 200 Gok^^den der 
statuta, ausmacht In den aliae modificationes gri£f man dann wieder auf 
die Bestimmungen der statuta bezüglich des Gdialtes zurück, um dann im 
Jahre 1466 den Grundsatz aufzustellen, dass der camerarius coU^ü sein 
Amt ohne j^[liche Entschädigung ausüben müsse. 

Die in den statuta schon ausgesprochenen Grundsätze über die proro- 
gationes, obligationes collegU, absentia u. s. w. erfahren eine sachgemässe 
Fortbildung in den beiden folgenden Actenstücken, wie ein Vergldch des 
Wortlautes lehrt 

G^enüber der bisher beobachteten Ordnung der Dinge sind alle diese 
Paragraphen grundstürtzende Neuerungen, die sich auf keinen Fall plötzlich 
vollzc^en haben, sondern die sich wohl auf Grund der Erfahrungen während 
des Schisma's in der Zeit des Pontificates Martin V vorbereiteten und unter 
Eugen nn die erste greifbare Gestalt in den statuta annahmen. Diese 
ganze Bew^[img wird am Besten durch die überaus auffällige Bestimmung 
characterisirt, dass der auf ein Jahr gewählte Cardinalkämmerer nicht nur 
einen Eid ablegen muss, sondern dass er auch tenetur reddere rationem 
collegio omni semestri und ein strenges Verbot erlassen wird, dass er ausser 
sänem Gehalte unta* keinen Umständen irgend etwas von irgend Jemanden 
für seine Mühewaltung annehmen dürfe. Dag^;en erwies sich das Bestreben, 
dem camerarius coUegU keinerlei selbständige Grewalt über die Zuziehung 
einiger Unta^beamten des G>llegiums zu lassen, als verfehlt. Wenn in der 
oben angeführten Bestimmimg über die clericos et alios ofiiciales in den 
modificationes das Emennungsrecht Aller dem Collegium reservirt bleibt, 
so geht man in den aliae modificationes wiederum davon ab und spricht 
nur noch von den clerici collegü. Man ist wohl berechtigt anzunehmen, 
dass sich Schwierigkeiten bezüglich der collegialen Ernennung der anderen, 
minder wichtigen Beamten ergeben haben, mithin fielen diese Ernennungen 
wieder an den camerarius zurück. 

Es ist bemerkenswerth, dass in dem fast dreissigjährigen Zeitraiun 
(1437 — 1466), der zwischen dem Erlasse der beiden ersten statuta liegt, 
so zahlreiche einschneidende Veränderungen der ursprünglichen Bestimmungen 
sich als nothwendig herausstellten. Dieser Umstand sowie die Thatsache, 
dass unter Paul 11, Alexander VI und Leo X stets wieder neue Statuten 
erlassen werden, lassen einestheils das unsichere Tasten nach zufrieden- 
stellenden Abmachungen, andrerseits die sich schnell vollziehende Aenderung der 
gesammten Einrichtung unter dem Drucke der Verhältnisse der Neuzeit erkennen. 



Lxxxvnn 

Ich lasse nun den Wortlaut der drei Actenstücke folgen, die bisher 
meines Wissens noch nicht gedruckt worden sind. Daran schliessen sich 
einige kurze Angaben über die handschriftliche Litteratur der späteren 
Statuten, die übrigens zum grossen Theile schon lange gedruckt vorliegen. 

I. 

Statuta sacri collegii 

de officio et potestate camerarii sacri collegü reverendissimorum dominorum 
Sacrosancte Romane Ecclesie cardinalium ^) et de alüs ad dictum officiiun 

pertinentibus. 

Quoniam mandata celestia tunc efficacius, beato Gregorio attestante, 
servantur, cum inter fratres honores et onera partiuntur et sentientes *) emo- 
lumenta sentire conveniat et honera.^) Nos episcopi, presbiteri et diaconi 
cardinales Sancte Romane Ecclesie, sacrum coUegium representantes, vocatis 
specialiter ad presentem actum, et presentibus omnibus, qui poterant^) 
commode interesse et vocari consuetis^), statuimus et ordinamus^), quod 
camerarius collegü nostri eligatur per alteram ex vüs a iure approbatam, 
qui uno anno tantum camerariatus officio fungi possit a die, qua ad dictum 
offitiiun electus fuerit. Quo anno elapso intelligatur eius offitium absque 
aliqua^ convocatione dominorum cardinaUum vel resignatione officii ipso 
facto penitus expirasse et quod non possit ille idem^) nisi elapso triennio, 
etiam omnibus^) dominis volentibus, denuo eligi vel deputari. 

Item, quod prefatus camerarius collegii pro suo salario habere debeat 
iSorenos auri ducentos tantum de introitibus sigUU anno quolibet. Residuum 
vero introitus^^) sigilli recipiatur per clericos coUegii et deponatur penes 
depositarium prefati collegü exponendum secundum dispositionem *^) domi- 
norum cardinaUum, et teneantur dicti clerici prefato collegio de^*) introitu 



^) Statt des folgenden hat Cod. 34 (Arm. xxxii) sub Eugenio Uli. 

•) Onera et in 34, 

*) et honera fehlt in 34. 

^) et debebant in 34. 

^ fehlt in 34. 

^ et ordinamus fehlt in 34. 

*) alia in 34. 

*) 34 hat noch cardinalis. 

*) 34 hat noch reverendissimis. 
*•) fehlt in 34. 
**) ordinem 34. 
^*) 34 hat hier praedicto. 



xc 

predicto ter in anno sub pena prestiti iuramenti reddere rationem; videlicet 
ante festum Nativitatis Domini Nostri Yhesu Christi et ante festum Resur- 
rectionis Eiusdem et ante festum Assumptionis Beate Marie Virginis. 

Item, quod^) dictus camerarius qui pro tempore fuerit quantum 
potest, conformet se camerario') domini nostri nostri pape et camere 
apostolice et e converso, ut Caritas servetur, et pari distributione quilibet 
debeat^) manere contentus; et si inter eos aliqua contentio suboriretur^), 
referat^) prefato domino nostro pape in presentia sacri collegii et camerarii 
ipsius domini nostri. 

Item, quod in magnis summis, videlicet a^) ducentis fiorenis supra, 
non possit facere prorogationem prelatis plus quam semel sine consensu 
dominorum cardinalium, neque facere possit aliquam remissionem in totum 
vel in partem sine consensu etiam singulorum. Et si aliquam remissionem 
vel prorogationem fecerit, habeatur^ pro infecta et de suo illud solvere 
teneatur, neque super hoc remissio aliqua impetrari vel fieri possit. 

Item, quod prefatus camerarius non possit deputare perpetuo vd ad 
tempus clericos vel depositarium prefati collegii, sed dicti clerici et deposi- 
tarius eligantur et deputentur^) per coUegium et non aliter. 

Item, quod non possit in domo suo vel extra tenere de numero sue 
familie conmiensales vel alias suis sumptibus et expensis clericos prefati 
collegii vel alterum ex eis; et si in^ contrarium fecerit ipso facto ipsi^^) 
clerici vd alter eorum sint privati dicto officio, si contra predicta stare 
consenserint. 

Item, quod singulis duobus mensibus prefatus camerarius debeat^^) 
facere divisionem, et quod sine consensu prefatorum dominorum cardinalium 
ultra nullatenus illam differre possit, inmio etiam ante facere teneatur quotiens- 
cumque fuerit requisitus per coU^um. 

Item, quod sint duo clerid et unus depositarius collegii et^') ab ipso 
collegio eligendi et ad nutum removibiles, qui faciant et exerceant eorum 



>) fehlt in 34. 

*) 34 hat noch sanctissimi. 

*) Später nachgetragen in 52; 34 hat habeat 

*) 34 hat suborietur. 

*) 34 hat referatur. 

^ 34 hat ad ducentorum florenorum. 

^) 34 hat habetur. 

') 34 hat deponantur. 

•) fehlt in 34. 
") 34 hat dicti. 
") 34 hat debet. 
>«) fehlt in 34. 



XCI 

offitium more solito. Et iurent fideliter et diligenter eorum offitium exercere, 
et iura et emolumenta, fructus, redditus et proventus dicti^) coUegii contra 
quoscumque manutenere et defendere, et quotienscumque fuerint requisiti, 
reddere rationem; et quod nichil aliquo modo ex quacumque causa recipiant, 
nisi quantum fuerit eis pro salario deputatum. Qui clerici habeant pro 
salario unum florenum') pro centenario emolumentorum communis servitii 
dominorum cardinalium, non computatis grossis quitantiarum. 

Item, quod prefatus camerarius faciat fieri per clericos duos libros 
autenticos^) in quibus omnes introitus et exitus prefati coDegii describantur^), 
quorum alterum prefati clerici aut alter eorum ad omnem requisitionem etiam 
singulorum de collegio portare et ostendere debeant sine licentia ipsius^ camerarii. 

Item, quod prefatus camerarius collegii de omnibus bis in anno, vide- 
licet ante festum beati lohannis Baptiste et ante festum Nativitatis Dominik 
lesu Christi teneatur reddere rationem. 

Item, quod prefatus camerarius, ante quam prefatum officium incipiat 
exercere, iuret in^ manibus prefati coll^i fideliter et diligenter predictum 
camerariatus offitium exercere et iura^), emolumenta, fructus, redditus et 
proventus ipsius collegii contra quoscumque manutenere et defendere. Et 
quod nichil recipiat et quacumque causa directe vel indirecte per se vel 
per alium. Et quod omnes et singulas presentes constitutiones®), ordina- 
menta et statuta ac omnia et singula, in eis contenta, inviolabiliter observabit 
et a suis observari faciet. 

Item, quod prefatus camerarius in hiis, que tangunt collegium ad ex- 
peditionem agendorum, si aliqua superveniret difficultas, habeat consilium 
et consensum dominorum cardinalium per collegium deputandorum. 

Prefate constitutiones et ordinamenta*^) facta^*) fuerunt Bononie in 
palatio apostolico, sanctissimo domino nostro Eugenio papa quarto auctori- 
zante et consensum prestante^') ad maius robur firmitatis^^) anno Domini 



^) 34 hat ipsius. 

*) 34 hat pro salario habeant florenum unum. 
*) 34 hat antiquos. 
*) 34 hat describentur. 
") 34 hat dicti. 
^ 34 hat noch nostri. 
^ 34 hat et 
*) 34 hat noch et. 
•) fehlt in 34. 
^^ 34 hat ordinationes. 
**) 34 hat factae. 

^*) 34 hat auctoritatem et consensum prestando. 
^') ad m. robur firm, fehlt in 34. 



xai 

millesimo quadrigentesimo trigesimo septimo, die xih^) mensis Septembris, 
pontificatus predicti*) domini nostri^) Eugenii anno septimo. 

lordanus episcopus Sabinen, manu propria subscripsi. 

Branda episcopus Portuen. manu propria subscripsi. 

A^) cardinalis Sancti Marcelii manu propria subscripsi. 

Nicolaus tituli Sanctae f presbiter cardinalis. 

F.^) tituli Sancti Clementis presbiter cardinalis. 

A. tituli Sancti Marci presbiter cardinalis.^ 

Prosper tituli^ Sancti Georgii ad Vellum {süy) Aureum diaconus 
cardinalis. 

Dominicus tituli^^) Sancte Marie in Via Lata diaconus cardinalis. 

Armarium XXXI Tom. 52. fol. 9 r. 
Armarium xxxil Tom. 34. fol. 104 v. 

Der obige Text ist nach der Handschrift aus Arm. XXXI gegeben. 
(Die Noten verzeichnen die Varianten des Codex 34 aus Arm. xxxii.) 
Der Schrift nach ist er ungefähr in der Zeit von 1470 — 1500 nieder- 
geschrieben. Von den vier Abschriften, die sich bis jetzt im Vaticanischen 
Archiv gefunden haben, ist obige die Aelteste. Der Umstand, dass wir den 
Text in einem officiellen Register des heiligen CoUegiums finden, in dem 
die ab- und zureisenden Cardinäle, die Ernennung der camerarii und clerici 
coUegii und sonstiges verzeichnet sind, erhöht seine Zuverlässigkeit um ein 
Bedeutendes.^ Die Varianten die aus Tom. 34 (Arm. xxxn) angeführt sind, 
haben mit zwei oder drei Ausnahmen besonderen Werth nicht. Es war 
aber doch angezeigt auf sie Rücksicht zu nehmen, weil der Band deswegen 
werth voll ist, dass er uns die ganze Entwicklung der Statuten des heiligen 
CoUegiums bis auf Leo X bietet. Einiges davon hat zwar auch der an 
erster Stelle genannte Codex noch verzeichnet, doch ist auf die nach Paul 11 
fallenden Aenderungen keine Rücksicht mehr genommen. Die beiden anderen 



*) 34 hat 3a. 
*) 34 hat eiusdem. 
■) fehlt in 34. 
^) 34 hat Nicolaus. 
«) 34 hat N. 

•) Diese ganze Unterschrift fehlt in 34. 
*) fehlt in 34. 
») 34 hat Vellus. 

•) Ueber diesen Band hat Pastor, Geschichte der Päpste etc., Herder Freiburg, I (1886) 
Seite 641 ff. kurz berichtet. 



xcm 

noch vorhandenen Copien haben keinerlei kritischen Werth, da sie jüngeren 
Datums sind. 

Der Unterschied in der Schreibweise der einzelnen Wörter ist in die 
Anmerkungen nicht aufgenommen worden. 

Das Statut ist nicht in die auf uns gekommenen Bände der Obligationes 
et solutiones aufgenommen worden. Die Zettelindices des Greheimarchivs 
von Garampi verzeichnen zwar das Statut, jedoch keine diesbezügliche 
Constitution des Papstes, so dass ich daraus schliesse, dass wohl keine 
darüber erlassen worden ist. 



n. 

Modificationes potestatis camerarii dominorum Sacrosancte Romane 

Ecclesie cardinaliunL 

Primo, deputandus quicumque fuerit, iurabit fideliter sine dolo et fraude 
offitium camerariatus collegü exercere per unum annum. 

Item nuUatenus deputabit clericos et alios offitiales sibi suffraganeos 
in offitio absque consensu maioris partis collegü, ut, puta, depositarium, 
notarios, tesaurarios {sie) et similes deputandos, qui omnes et eorum qui- 
libet possit ad nutimi maioris partis collegü ammoveri. 

SimUiter de rectoribus, potestatibus, castellanis notabUium civitatum, 
oppidorum castrorum et arcium, videlicet de senatore, conservatoribus, capi- 
tibus regionum, castellanis castrorum Sancti Angeli, Hostie potestatis. 

Idem de rectoribus provinciarum, videlicet Romandiole, Marchie, Duca- 
tus, Patrimonii, Campanie, Marittime, Bononie, et Avinionis et comitatus 
Veneisini. 

Similiter de potestatibus Viterbü, Urbis Veteris, Tuderti, Namie, Reate, 
Perusü, Spoleti, Ancone, Firmi, Esculi, Recanati, Bononie, Civitatis Castelli, 
Burgi Sancti Sepulcri propter novam acquisitionem Forlivü, Ymole, Castri Plebis. 

Insuper de castellanis Namie, Spoleti, Assisü, etc. 

Item, tenebit duos libros autenticos in quibus pariter describentur omnia 
introitus collegü, quorum alterum debeat ad omnem requisionem {sie) singulo- 
rum de collegio sibi dare. 

Item, ad quamcumque requisionem {sie) maioris partis collegü teneatur 
reddere administrationem de administratis. 

Item habebit reddere computum et de emolumentis sigiUi, et pro salario 
suo poterit retinere centum florenos in mense. 

Armarium xxxi Tom. 51. fol. 11 r. 



xcnn 



in. 



Alle modificationes potestatis camerarii sacri collegii reverendissimorum 
dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium. 

In primis quod camerarius non possit deputare perpetuo vel ad tempns 
clericos collegii, sed deputent {sic)^ qui videbitur maiori parti dominorum, 
et similiter de depositario prefati collegii. 

Et quamprimum alter istorum cedat vel decedat vel aliter, detur 
honestus modus etc. Solum sit unus clericus, qui habeat esse secretarius 
collegii et hie habeat unum florenum pro centenario emolumentorum 
communis servitii dominorum, non computatis grossis quitantiarum. 

Item quod camerarius non habeat potestatem faciendi remissiones 
prelatis sine consensu dominorum in totum vel in parte. 

Item quod in magnis summis, videlicet a v florenis supra, non possit 
facere prorogationem obligatis prelatis plusquam semel, sine consensu domino- 
rum et illa vice pro sex mensibus dumtaxat. 

Item quod camerarius quantum potest conformet se camere apostolice 
et e contra. Et si esset contentio inter eos referat domino nostro in presentia 
collegii et camerarii domini nostri pape. 

Item videtur servandus mos antiquus, quod omnes introitus, sicut 
veniimt de commimibus servitüs dividantur equaliter inter cameram et colle- 
gium et minutum servitium. 

Item, quod non possit obligare collegium nee in magna nee in parva 
summa sine consensu collegii vel maioris partis neque dare vel promictere 
absentiam. 

Item, quod camerarius collegii habeat pro salario suo n floren., resi- 
duum vero recipiatur per clericum coll^;ii et expendatur secundum quod 
collegium ordinabit et tenetur reddere rationem collegio omni semestri. 

Armarium XXXI Tom. 51. fol. 11 v. 

Ueber die weitere Ausbildung der Statuten führe ich folgende 
Documente an: 

I. 1466. 

a. Arm. xxxi Tom. 52. fol. 12 v. 

Modificationes potestatis camerarii sacri collegii reverendissimorum 
Sacrosancte Romane Ecclesie cardinalium, edite anno a Nativitate Domini 
M«CCCC«LXVI, pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri, 
domini Pauli divina Providentia pape II anno secimdo. 



xcv 

b. Arm. xxxn Tom. 34. fol. 104 v. 

Statuta et ordinationes sacri collegii cardinalium de officio et potestate 
camerarii ipsius collegii sub Paulo papa IL 1467 (sie), 

2, 1499. 

Arm. xxxn Tom. 34. fol. 106 v. 

Statuta sacri collegii Sanctae Romanae Ecclesiae reverendissimorum 
cardinalium de officio et potestate camerarii ipsius collegii sub Alexandro 
papa VI. 

Arm. xxxn Tom. 34. fol. 108 r. ' 

Statuta et constitutiones sacri collegii Sanctae Romanae Ecclesiae 
cardinalium de officio camerarii ipsius collegii sub Leone X. 

Die im Jahre 15 14 festgestellten Statuten wurden auf Beschluss von 
Papst und Cardinälen am i. März 15 16 officiell in das Taxenbuch eingetragen. 



THEIL n. 



Die Einnahmen der camera coUegiL 

Der allgemeine und häufig wiederkehrende Ausdruck, unter dem die 
Einnahmen des heiligen Collegiums zusanmiengefasst wurden, war pecuniae 
collegii. Weiterhin sprechen die Quellen von census et aliae obven- 
tiones. In diesem Ausdrucke spi^elt sich das rechtliche Verhältniss wieder: 
Die Census mussten gezahlt werden und die anderen Einnahmen kamen 
aus thatsächlich freiwilligen oder fingirt freiwilligen Zuwendungen. An dritter 
Stelle lesen wir von servitia, proventus, census et visitationes. Die 
servitia et visitationes gehören unter die fingirt freiwilligen Zuwendimgen. 

Nachdem wir im vorhergehenden Abschnitte die Einrichtung der camera 
collegii untersucht haben, gehen wir nun dazu über den Quellen der Ein- 
künfte des heiligen Collegiums nachzugehen. 

Es kann bei diesen Untersuchungen nicht so sehr die Frage der Ent- 
wicklung derselben bis auf Eugen Uli in Betracht konmien, wie vielmehr 
die Hervorhebung besonders wichtiger Einzelheiten. Kirsch hat das Noth- 
wendige über den historischen Theil der Frage mitgetheilt.^) 



1) Vergl. auch Sägmttller,Die Thätigkeit und Stellung der Cardinäle bis Papst Bonifaz VIU. 
Freiburg, Herder 1896 Seite 104, 176, 190 f. 



xcvn 



ABSCHNITT IH. 

Servitia communia. Visitationes. 

1. Die Servltien. 

Die Servitien waren Abgaben an Geld, die in pecunia numerata 
oder in Tratten auf Bankhäuser gezahlt werden mussten und zwar von Erz- 
bischöfen, Bischöfen, Aebten und Archimandriten bei Gelegenheit ihrer 
Ernennung oder Versetzung durch den Papst. ^) 

Die Servitien bestanden aus dem servitium commune und den quinque 
servitia consueta. Das servitium commune wurde der römischen Curie 
gezahlt und bestand aus einem Drittel des Jahreseinkommens der Prälaten. 
Die quinque servitia consueta waren kleinere Summen, die in einem gewissen 
Verhältnisse zur ersteren Summe standen und den Familiären und Beamten 
des Papstes und der Cardinäle zugewendet wurden. 

Im G^ensatze zu diesen genannten Servitien begegnen uns zu Beginn 
des 14. Jahrhunderts zahlreiche servitia secreta'), die aber lediglich die 
apostolische Kammer berühren, also hier ausser Frage bleiben können. 

Bevor ich über die servitia communia spreche, seien kurz die fiinf 
üblichen Servitien behandelt, da darüber nicht viel zu sagen ist. 

Die quinque servitia minuta wurden von jedem zu Servitien verpflich- 
teten Prälaten gezahlt und unter gewisse Familiären des Papstes zu vier 
Theilen und unter die Familiären der Cardinäle zu einem Theile vertheilt; 
daher haben sie auch den Namen: quinque servitia consueta. Das Ver- 
hältniss der fünf Servitien zum servitum commune kann uns hier nicht 
beschäftigen, viehnehr handelt es sich nur darum festzustellen, in welchem 
Verhältnisse das servitium minutum collegii zu der den Cardinälen 
zukommenden Hälfte des servitium commune stand. Die Rechnungen, 
die ich angestellt habe, um für die ersten 50 Jahre, aus denen uns genaue 
Nachrichten über die Servitien im Allgemeinen vorliegen, den Grundsatz 
zu finden, nach dem das servitium minutum coU^i festgesetzt wurde, haben 
ein einheitliches Ergebniss nicht geliefert. Die Proportionen sind sehr 
wechselnder Natur, woraus sich klare Bestimmungen nicht ableiten lassen. 
Ich gehe darum wohl nicht zu weit, wenn ich die Angaben von Urkunden 
aus der Mitte des 14. Jahrhunderts, wonach der Betrag der servitia minuta 



*) Eine merkwürdige Ausnahme findet sich Oblig. 54. fol. 122 r. Ein Bischof war 50 Gold- 
gulden schuldig. Man quittirte ihm über die Zahlung, schrieb aber im Register auf den Rand: 
i,Nota quod non solvit, sed dedit carnes salitas, pro quolibet libras in • LV." 

*) Vergl. Reg. Clem. V (Edit Bened.) Append. Tom. I passim. Sägmüller, Die Thätig- 
keit und Stellung der Cardinäle bis Papst BonifiuE VIII. Seite 104. 

Baumcaktbn, Flnanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. S 



xcvm 

„ad beneplacitum sedis apostolice" — wie der technische Ausdruck lautet — 
festgestellt wurde, auch auf die Zeit vorher ausdehne. In der zweiten Hälfte 
des 15. Jahrhunderts scheint jedoch eine feste Regel geschaffen worden zu 
sein.^) Bezüglich des Verhältnisses des servitium minutiun coU^i zum 
ganzen servitium conmiune haben wir in dieser Zeit die Zahlen i : 28, 
demgemäss die Proportion: Medietas servitii communis cameram colleg^i 
contingens : servitiimi minutum collegii =1:14. Ich setze den Wortlaut 
der bezüglichen Bestimmung, die aus einem Codex Sessorianus der Bibl. 
Vittorio Emanuele stammt, hierher: 

„Item solvitur minutum camere, videlicet quarta decima pars 
medietatis [servitii] communis; cuius minuti tres quarti sunt camerarii solius 
et reliqua quarta pars clericorum camere simul." Weiterhin: „Item solvitur 
quintum minutum, et istud est collegii cardinalium.** In dem bei Kirsch 
angeführten Paradigma über ein servitiimi commune von 1000 Goldgulden 
finden wir folgende Vertheilung bezw. Normirung der servitia minuta: 

Pro conmiuni pape flor. quingentos. 
Item ecclesia restan(?)*) 5. 

Pro Sacra 

pro subdiacono 

pro minuto camere 

pro tribus minutis 

pro quietantia camere 
Item ecclesia restan (?) *) 6. 

Pro communi collegii flor. v 

pro minuto collegii flor. xxxv XXXV vm 

pro quietantia coU^i flor. im. 
Et similiter de monasteriis. 

Obschon die Einzelangaben in diesem Paradigma, namentlich bei dem 
Posten „pro tribus minutis" nicht ganz stimmen, was wohl auf Lesefehler 
des alten Copisten zurückzufuhren sein wird, so lassen sie doch das damals 
in Geltung befindliche Princip klar erkennen und bieten sichere Anhalts- 
punkte für die Erörterung dieser verwickelten Frage. 



flor. 


L 








flor. 


XVI (sol. ?) 


xxxxiiu den. 


(?) 


mi 


flor. 


XXXV 


xxxv 




vm 


flor. 


c 


vn 




vin 


flor. 


nii, 









') Historisches Jahrbuch der Görresgesellschaft 1888 Seite 306 ff. Kirsch, Die Annaten 
und ihre Verwaltung in der zweiten Hfilfte des 15. Jahrhunderts. — Wie mir mit- 
getheilt wird, soll demnächst in den Mittheilungen des Institutes für österreichische Geschichts- 
forschung ein Aufsatz von Dr. Karlson erscheinen, der die Frage des Verhältnisses der servitia 
minuta zum servitium commune in allgemein befriedigender Weise löst Ich konnte denselben, 
da er noch nicht vorliegt, für vorstehende Ausf)lhrungen nicht mehr benutzen. 

") Dieser Posten bezieht sich wohl auf den Wiederaufbau der römischen Kirchen nach 
Rückkehr Martin V nach Rom. Ich schlage darum vor zu lesen : Item pro ecclesiis restaurandis 



xcvnn 

Die servitia communia waren, wie schon bemerkt, Abgaben in der 
Höhe eines Drittels des Jahreseinkommens eines Prälaten, die an die römi- 
sche Curie gezahlt wurden und von denen die Hälfte dem heiligen Collegium 
zustand.^) Diese Servitien werden uns beschrieben als fructus, redditus, 
proventus, iura et obventiones universa ad episcopatum (archiepiscopatum, 
monasteriimi) spectantia annuatim undecumque provenientia nullis deductis 
oneribus seu expensis. Jeder Prälat musste bei seiner Ernennung oder Ver- 
setzung entweder persönlich oder durch einen bevollmächtigten Stellvertreter 
sich zur Zahlung der Servitien verpflichten. Der Vorgang war folgender. 
Dem Prälaten wurde ein Document vorgel^^ das begann mit den Worten: 
Vos domine electe in (archiepiscopum, episcopum, abbatem, archimandritam), 
und worin alle Punkte seiner Obligation aufgezeichnet waren: Also Zahlung 
bestimmter Summen in bestimmten Terminen, Unterwerfung unter die Straf- 
gewalt der beiden Kämmerer, wenn die Termine nicht eingehalten würden 
und Versprechen an der Curie zu erscheinen und dort zu bleiben, bis alles 
bezahlt sei. In diesem Documente wurde dem electus klar gemacht, dass 
er alles das freiwillig thue: Gratis et liberaliter et sponte offertis, datis, 
promittitis et donatis . . .*) Unterwarf sich einer diesen Bedingungen nicht, 
so wurde die Ernennung bezw. Versetzimg rückgängig gemacht. Nahm er 
sie an, so wurde er zum Eide vor die beiden Kämmerer befohlen und er 
musste appositis sacrosanctis Evangeliis et manibus positis ante pectus 
schwören, dass er sein servitium commune und seine quinque servitia minuta 
in dem Betrage und in der Weise zahlen wolle, wie es ihm in den oben- 
genannten Formulare mitgetheilt worden war.') 



*) Da es höchst wahrscheinlich ist, dass man im Laufe des 15. Jahrhunderts das Ver- 
hSltniss des servitium commune zum Jahreseinkommen =: i : 3 wenigstens in der Praxis zum 
Nachtheile der Prälaten verschoben hat, wenn anders das ungeheure Anschwellen mancher 
Taxen verständlich sein soll, so gelten die obigen Feststellungen nur für die Zeit bis Eugen Uli. 
Die Untersuchung der servitia communia in ihrem Verhältniss zum Jahreseinkommen tlber diesen 
Zei^unkt hinaus, fällt aus dem Rahmen dieses Buches heraus. Die Vermuthungen anderer 
Schriftsteller tlber diesen Punkt sind bisher jedoch noch nicht systematisch belegt worden, da 
die Obligationen flir diese Zeit noch nicht durchforscht worden sind. Auf die unglaublich 
thörichten Aufstellungen von Woker, Das kirchliche Finanzwesen der Päpste, Nördlingen 1878, 
der zeigt, dass er auch nicht den geringsten Begriff von einem servitium commune hat, brauche 
ach hier nicht einzugehen. Vergl. S. 26, Anm. i. Bezeichnend ist u. a. die Liste auf Seite 13, 
die er ganz unkritisch einer werthlosen Tendenzschrift nachdruckt 

*) Den Wortlaut dieses Documentes druckt Woker, Finanzwesen, Seite 18, Anm. 2 ab, 
allerdings nicht nach den Vorlagen in Oblig. 28. fol. 71 r., 43. fol. 30 r., 181 r., sondern nach 
der Klageschrift der Franzosen auf dem Konstanzer Concil. 

") Gelangte ein Prälat nicht in den Besitz seines Bisthums oder seiner Abtei, so war 
die Obligation hinfällig und schon geleistete Anzahlungen auf die Servitien wurden zurückerstattet 
oder verrechnet, wie die folgende Urkunde zeigt: 



Ausser den beiden camerarii, waren auch clerici camerae et collegii 
gegenwärtig, die, jeder für seine Verwaltung, den Vorgang bekundeten und 
für Eintragung in die Bücher sorgten. Die Gegenwart anderer Zeugen be- 
schäftigt uns hier nicht. 

War ein Prälat nicht an der Curie anwesend, so wurde er durch seinen 
Agenten von dem, was zu thun sei, benachrichtigt und er musste ein Notariats- 
instrument einsenden, worin er eine oder mehrere Personen namhafl machte, 
die an seiner Stelle sich für den ganzen Umfang der Servitien verpflichten 
mussten. In den Instrumenta Miscellanea des Vaticanischen Geheimarchivs 
sind uns zahlreiche Originale dieser Art erhalten. 

Eine dritte Art der Verpflichtung kennen wir noch. War in einem 
Lande ein Legat oder Nuntius anwesend, so wurde dieser sehr häufig 



Episcopus Lincolnien. {In marghu,) ^426 lun. 12. 

Franciscus etc. Quia reverendus in Christo pater dominus Richardus episcopus Lincolnien. 
pro parte suomm communis et minuti serviciorum, in quibus sub certis penis et sententiis ac 
termino nondum elapso ratione sue translationis de ecclesia Eboracen. ad dictam ecdesiam 
Lincolnien. camere dicti collegii necnon familiarium et officiariorum dictorum dominorum cardi- 
nalium solvere tenebatur et extitit efficaciter obligatus, florenos auri ^de camera octingentos, 
nobis pro ipso coUegio recipientibus , per manus reverendi patris domini Hermanni Domberg, 
sedis apostolice prothonotarii, die date presentium solvi fecit realiter et cum effectu. Insuper 
flor. mille dudum dicte camere pro parte communis servicii ecclesie Eboracen. pre&te solutos 
in deductionem et defalcationem communis et minuti serviciorum dicte ecclesie Lincolnien. de 
consensu et voluntate dictorum dominorum cardinalium, cum ipsius ecclesie Eboracen. possessio- 
nem non fuerit assecutus, deduci et defalcari volumus et concessimus. De quibus octingentis, 
et mille florenis ipsum dominum episcopum, ecclesiam suam Lincolnien., successores suos et 
eorum bona prefati collegii nomine tamquam pro debitis ipsius ecclesie Lincolnien., ut prefertur, 
solutis absolvimus, quittamus et liberamus. Verum etc. usque ad unum a data presentium in 
antea computandum terminum sibi duximus prorogandum etc. Ita tamen etc. In quorum etc. 

Datum Rome , die duodecima mensis lunii , anno a Nativitate Domini M • cccc • xxvi, 
pontificatus etc. domini Martini pape quinti anno nono. 

flor. vni gr. viii 
Oblig. 63. fol. XXX V. 

Lagen die Verhältnisse so, dass ein PrSlat mit Recht fürchten musste, nicht oder sobald 
nicht in den Besitz seines Sprengeis oder Klosters zu kommen, so wurden Vorbehalte bei der 
Obligation selbst zugelassen, wie man aus folgendem Eintrag ersehen kann: 

1861 Deeembp. 18* 

Et cum dictus dominus [GuiUermusI archiepiscopus Mediolanen. propter maliciam domino- 
rum de Mediolano dubitat pocessionem {sie) dicti archiepiscopatus non de facili obtinere, pro- 
testatio fuit coram dominis camerariis, quod non intendit consentire terminis supradictis, nisi 
tantummodo a die, qua pacifice pocessionem {sie) dicte ecclesie obtinebit computando. luravit 
tamen bonam diligentiam habere de predicta pocessione {sie) et ut brevius poterit Qui domini 
camerarii videntes dictam protestationem esse iustam et esse consonem rationi, eam ratam habu- 
erunt et- acceptam. 

Oblig. 35. fol. 14 r. 



CI 

beauftragt die Verpflichtung eines electus oder translatus in der genannten 
Form entgegen zu nehmen. Bei armen Prälaten, die nicht selbst an die 
Curie kommen und keinen Agenten dort halten konnten, wurden wohl 
auch die zunächst wohnenden Bischöfe oder Aebte mit der Aufnahme der 
Obligation betraut. Auch für diese Formen der Verpflichtungen haben 
wir zahlreiche Beispiele in den litterae commissoriales de camera oder 
de ^colleg^o. 

Den Prälaten, die sich persönlich verpflichteten, wurden nach der 
Aufnahme der Obligation die Bullen ausgehändigt; ebenso den Procuratoren 
ad hoc constitutis für ihre Auftraggeber. Wurde die Verpflichtung ferne 
von der Curie aufgenommen, so wurden den Bevollmächtigten zugleich die 
Bullen mitgesandt. Zu solchen Sendungen wurden jedoch stets nur Vertrauens- 
personen benutzt, die vorher schwören mussten, nur dann die Bullen aus- 
zuliefern, wenn die Verpflichtung eingegangen worden sei. Sonst mussten 
sie die Bullen den Kämmerern wieder zustellen. 

War die Vollmacht für einen Procurator nicht ausreichend, so wurde 
entweder eine neue umfassende Vollmacht von den Kämmerern verlangt, 
oder die Sache im Consistorium zur Sprache gebracht, und vom Papste 
entschieden, was zu geschehen habe. So konnte es denn kommen, dass 
ungenügend bevollmächtigte Procuratoren zum Eide zugelassen wurden, ihnen 
die Bullen aber erst ausgehändigt wurden^), wenn von dem Auftraggeber die 
ratihabitio des ohne ausreichenden Auftrag abgeschlossenen Rechtsgeschäftes 
bei den camerarii eingelaufen war. Sobald jedoch das Document in den 
Händen der Kämmerer war, galt der Aufbraggeber für verpflichtet und der 
Procurator war von aller Verantwortlichkeit frei. Das kommt in folgendem 
Nachtrage zur obligatio eines Abtes, für den sich ein Bischof stellvertretender 
Weise verbürgt hatte, zum Ausdruck: 1362 lun. 2. Die secunda lunii dictus 
abbas presentavit bonum et sufßciens procuratorium ad obligandum cum 
ratificatione illorum, que facta erant per dominum episcopum Clusinum; quare 
dictus dominus episcopus est liberatus a dicta obligatione et immunis. 
Oblig. 35. fol. 21 r. 

Zwei ganz seltene Fälle, dass Jemand die Verpflichtung für einen Prä- 
laten eingehen konnte, ohne irgend eine Vollmacht zu haben, verzeichnen 
die Raster für die Jahre 1328*) und 1344. Cardinal Johannes de Columna 
verpflichtete sich im Namen seines Bruders lacobus. Augenscheinlich, weil 
es sich tun den Bruder des electus handelte, finden wir die Bemerkung: 



*) Vcrgl. Urk. NN. 114 und 119. 
*) Vergl. Urk. No. 97. 



cn 

„Attende quod suprascripta obligatio fuit recepta a prefato domino cardinali 
absque omni procuratorio de special! mandato domini nostri pape." Den 
zweiten, gleichen Fall siehe bei Kirsch, Seite 15, Anm. 2. 

Wenn ein Prälat seine Servitien gleich zahlen wollte, oder seinem 
Procurator mit der Vollmacht auch die nöthigen Summen angewiesen hatte, 
so wurde meistens auf eine Obligation als unnütze Ceremonie verzichtet und 
den Betreffenden die Bullen ausgehändigt, nachdem sie die Quittungen beider 
Kammern erhalten hatten. In die Reg^ister wurde dann die Zahlung ein- 
getragen mit dem Vermerk: nuUa precedente obligatione, den ich verschiedene 
Male beobachtet habe.^) Ein anderer Fall li^ recht merkwürdig. Ein 
Prälat bezahlte seine Servitien nicht gleich ganz und doch wurde keine 
Obligation aufgenommen. Als es nun zur Schlusszahlung kam, — solutio 
complementi servitü episcopi Pictavien., cuius servitio nuUa precessit obligatio, 
per ipsum episcopum facta, — hatte man in den Büchern keinerlei Anhalts- 
punkte, welche Cardinäle bei seiner Ernennung gegenwärtig gewesen waren. 
Man griff darum zu dem Hilfsmittel, dass man, wie es auch ganz richtig 
war, das complementum servitü an die Cardinäle vertheilte, die an der ersten 
Theilzahlung AntheU gehabt hatten. Interessant ist ein Fall*), in dem eine 
Verpflichtung aufgenonunen wurde und am folgenden Tage gleich die Zah- 
lung stattfand. Darum heisst es nicht nur „promisit", sondern „promisit 
et solvit"; und am Schlüsse der gebräuchlichen Formel steht: Dicta vero 
solucio fuit facta in crastinum in thesauraria papali, quathenus contingebat 
cameram domini nostri et suam familiam; quathenus vero tangebat cameram 
dominorum cardinalium ivit, ut dixit, ibidem, ad solvendum domino cardinali 
Sancte Praxedis. Hierher gehört auch die promissio') facta pro abbate 
monasterii s. Tiberü a domino Berengario tit. SS. Nerei et Achillei cardmale 
presbytero, qui obtulit solvere in presenti, satis cito absque alio termino 
1000 flor. et 5 servitia famulis consueta. 

In einer Obligation scheint ein Zwang zu sofortiger Zahlung aus- 
gesprochen zu sein. Im December 1297 li^ss ein Bischof die Zahlung der 
Servitien durch seinen Procurator versprechen und im Register wird dann 
zur Summe von 250 Goldgulden hinzugefügt: qui debent sine dUatione solvi 
in continenti. Auf dem Rande wird die Zahlung bestätigt durch den Ver- 
merk: solvit.*) 



') Vergl. u. a. Urk. No. 107 sowie Oblig. 3 fol. Lxxxv v. 

•) Vergl. Urk. No. 105 sowie Kirsch, Seite 52, Anm. 3. 

■) Reg. Clem. V (Edit Bened.) Append. Tom. I pag. 214 Anm. 3. 

*) Vergl. Urk. No. 81. 



cm 

Die Stellvertreter waren anfänglich in der Regel die ständigen pro- 
curatores soweit die Prälaten solche an der Curie unterhielten^), oder es 
wurden befreundete Prälaten, die an die Curie reisten, gebeten procuratorio 
nomine die Verpflichtung aufzunehmen.^) Seltener kam der Fall vor, dass 
eigens Jemand nach Rom gesandt wurde, um die Obligation aufzunehmen. 
Es erklärt sich das schon aus den grossen, damit verbundenen Unkosten. 
Bald jedoch begegnen wir in den notariellen Instrumenten, die für die Pro- 
curatoren ausgestellt wurden, dem, mir früher nicht aufgefallenen Ausdrucke: 
„specialiter ad hoc constitutus". Man kann bei der noch völlig ungenü- 
genden Untersuchung des Procuratorenwesens an der Curie an der Hand 
des bisher bekannt gewordenen Materials nicht feststellen, ob mit der For- 
derung einer besonderen Beauftragung auch die Wahl einer vom ständigen 
Procurator verschiedenen Person verlangt wurde. Dieses scheint mir keines- 
wegs zu den ganz unwahrscheinlichen Dingen zu gehören. Bedenkt man, 
dass z. B. Andreas Sapiti Procurator des Königs von England sowie vieler 
geistlicher und weltlicher Würdenträger in England und Deutschland war, — 
was nicht nur aus der angezogenen Veröffentlichung von Kirsch, sondern 
auch aus vielen anderen Belegen bekannt ist^), — so mögen die Kammern 
wohl gezögert haben, ihn und sein Vermögen als volle Sicherheit fiir die 
hohen Servitien einer Anzahl von Erzbischöfen und Bischöfen, die sich 
ungefähr um dieselbe Zeit obligiren mussten, anzusehen, fiir den Fall die 
Betreffenden nicht zahlen würden.^) Und dass es gelegentlich dazu kam, 
dass die Stellvertreter für ihre säumigen Auftraggeber zahlen mussten, ersehen 
wir aus Urkunde No. 79 sowie der unten angeführten.^ Successive kamen 



*) Ueber die Procoratoren im Allgemeinen vergl. u. a. Kirsch, Andreas Sapiti, englischer 
Procurator an der Kurie im 14. Jahrhundert. [Hist. Jahrbuch der Görresgesellschaft Bd. XIV 
(1893) S. 582 — 603], sowie Simons feld, Neue Beiträge zum päpstlichen Urkundenwesen im 
Mittelalter und zur Geschichte des 14. Jahrhunderts. München 1896, Verlag der Akademie. 
(Sonderabdruck.) 

•) Vergl. NN. 134 und 136«. 

*) Oblig. 6 hat z. B. mehrere Belege dafür. 

*) Vergl. No. 133. 

') Ausser der Thatsache, dass der Procurator zur Zahlung angehalten wird, erfahren wir 
hier auch die sehr wichtige Thatsache, dass dem Procurator zur Wiedererlangung seines Geldes 
alle Facultäten des camerarius coUegii gegen die säumigen Zahler voll und ganz übertragen 
werden. Einen anderen ähnlichen Fall habe ich in den Registern bisher nicht finden können. 

1420 August. 10. 

Cessio actionum, remissio etc. magistro P. Negrandi. (In margine^ 

Franciscus etc. salutem in Domino. 

Grata et accepta servicia, que hactenus venerabilis vir magister Petrus Negrandi, littera- 
mm apostolicarum scriptor, sacro dominorum cardinalium coll^o impendit et impendere non 
desistit, nos inducunt, ut ipsum favoribus et graciis prosequamur. Cum itaque ipse magister P. 



cnn 

diese Stellvertretungen bei dem genannten Procurator während seiner langen 
Laufbahn natürlich häufig vor. Am Genehmsten waren den Finanzbeamten 
unzweifelhaft die grossen Handelshäuser als Procuratoren, weil deren Capital- 
krafl die ausreichendste Sicherheit bot und Zahlungseinstellungen von curialen 
Banquiers, wie dasjenige aus den letzten Jahren der Regierung Clemens V, 
höchst selten sich ereigneten. 

Mit dieser Möglichkeit steht auch im Einklänge, dass grössere Prälaten 
eben mehrere Procuratoren an der Curie unterhielten, beziehungsweise einzelne 
Geschäfte von anderen, als den ständigen Procuratoren bearbeiten liessen. 
Dieses ersehen wir deutlich aus einem Originalinstrumente des Erzbischofs 
von Riga*), der bei seiner Anwesenheit in Rom im Jahre 1322 alle seine 
Procuratoren durch Vermittlung der Audientia auffordern liess, ihre Rech- 
nungen einzureichen und er ex nunc revocat et pro revocatis habentur 



pro communibus et minutis serviciis venerabilium patrum dominorum fratrum Ludovici Sanctorum 

Marie Exeldinen. (?) et Stephan! Plenipeden. Bituricen. diocesis necnon lohannes (sie) Melugden. et 

lohannes (sie) Sancti Severini Lingonen. et Pictaven. diocesium monasteriorum abbatum se ut 

principalem et privatam personam collegio antedicto sub certis penis et sententiis in summis tone 

expressis et in certis solvendum terminis obligasset, sibique sit difficile persolvere siunmas ipsas, 

dubitetque propterea excommunicationis et penas alias incurrisse, nos pro sibi compadentes affectu 

ac predictorum serviciorum memores, ipsum magistnim Petrum a snspensionis, excommunicationis 

et interdicti sentenciis ac reatu periurii et aliis penis, quod et qnas incurrit propter deffectum 

solutionum in terminis ei prefixis, doximus absolvendum secum super irregularitate, si quam pre- 

missorum occasione contraxit, interea sie ligatus se immiscendo divinis, non tamen in contemptum 

clavium, nunc dispensantes et insuper de prefati coUegii consensu et voluntate medietatem onmium, 

que prefato collegio dictarum promotionum ratione debet, tenore presentium remictimus et donamus 

eumque de illis liberamus, absolvimus et quittamus; et nichilominus ad solvendum medietatem 

medietatis restantis a septem mensibus a data presencium computandos, et reliquam medietatem 

ad octo menses, prefatos septem menses immediate sequentes, terminos sibi duximus prorogandos 

seu eciam concedendos. Volumus tamen, quod, si in dictis sibi prorogatis seu concessis terminis 

de predictis non satisfecerit, penis et sententiis, quibus antea tenebatur, sit ligatus et astrictus, 

quem extunc in hiis scriptis declaramus astringi et in easdem reincidere ipso facto. Demum 

indempnitati eiusdem magistri Petri, quantum in nobis est, providere volentes, omnes et singulas 

actiones ac omne ius prefato collegio contra abbates ipsos quomodolibet competencia, necnon 

auctoritatem et potestatem, quas nos in prefatos abbates pro ipsorum communibus et minutis 

serviciis predictis exigendis ratione nostri ofücii habemus, in dictum magistrum Petrum trans- 

fundimus per presentes, sibique ab ipsis abbatibus communia et minuta servicia ipsa, in quantum 

Camera predicti collegii concemit, petendi, exigendi, recipiendi, quictandi, liberandi, excommuni- 

candi, denuntiandi, absolvendi et omnia alia et singula faciendi, que nos contra ipsos abbates 

pro causa huiusmodi racione nostri camerariatus officii facere possemus, faciendi plenam et liberam 

concedimus facultatem et etiam potestatem. In quorum testimonium etc. 

Datum Florencie , anno a Nativitate Domini M • cccc • XX , die vero x mensis Augusti, 

pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri, domini Martini divina providencia 

pape V anno tercio. gratis de mandato domini 

cardinalis camerarii. 
Ob 1 ig. 62. fol. xxxvnii r. 

^) Instrumenta Miscellanea ad an. 1322. 



cv 

[procuratores] , ita quod decetero nichil pro eo faciant. Ich glaube darum, 
dass man die Möglichkeit im Auge behalten muss, dass später die Kammern 
einen eigens ausgewählten, vom ständigen Geschäftsführer verschiedenen 
Procurator für die Obligation verlangten.*) 

Die Freiheit der Prälaten in der Auswahl ihrer Bevollmächtigten in 
ihrem Namen die Obligation aufzunehmen, scheint gegen Ende des 14. Jahr- 
hunderts etwas beschränkt worden zu sein. Obschon ich die überaus zahl- 
reich vorhandenen Notariatsinstrumente über Bestellung der Procuratoren in 
den Instrumenta Miscellanea nur flüchtig angesehen habe, glaube ich 
doch sagen zu können, dass im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts einzelne 
Prälaten angewiesen wurden, gewisse höhere Curialbeamte zu bevollmäch- 
tigen. Den Nuntien, Collectoren und SubcoUectoren, die mit diesen Dingen 
beauftragt wurden, wurde geschrieben, dass der Prälat procuratorium sufficiens 
an die Curie schicken müsse, „in quo constituat procuratores suos venerabiles 
viros dominos procuratorem fiscalem domini nostri pape et eius locumtenentem 
ac quemlibet eorum in solidum, cum plena, speciali ac sufHcienti potestate 
ipsum abbatem . . . obligandi camere apostolice et coUegio dictorum domi- 
norum cardinalium pro suo communi servitio et quinque minutis servitiis . . .** 
Oder wir haben folgende Formel: „. . . in quo constituet suos procuratores 
venerabiles viros dominos apostolice camere clericos et procuratorem fiscalem 
domini nostri pape pro tempore existentes et quemlibet eorum ..." (Oblig. 63. 
fol. vni V. 1425 Nov. 14; ibid. fol. xxxvm r. 1426 Oct. 23, ibid. fol. xui r. 
1426 Nov. 23 u. a. m.) Es kommen auch noch andere Beamte vor, doch 
ist der procurator fiscalis — soweit ich es übersehe, — stets mitgenannt. 
Eine genauere Untersuchung der Procuratorien wird festzustellen haben, wann 
ein solcher Zwang einsetzte und auf wen sich derselbe erstreckte, bezw. 
welche Umstände massgebend waren, um ein solches Vorgehen der Kämmerer 
zu bestimmen. Ich begnüge mich damit diese Frage aufgeworfen zu haben, 
wodurch vielleicht Jemand angeregt wird der Sache nachzugehen. 

Die Höhe der Verpflichtung bestimmte sich in dreifacher Weise: 

I. Auf Grund der in die Register eingetragenen Taxe, zu der Bisthum 

oder Abtei veranschlagt waren. Diese Taxe erklärt sich ganz ungezwungen, 

als aus den Einschätzungen herrührend, die zu verschiedenen Zeiten für die 



^) Ueber die Sanirung nicht ausreichender Vollmachten verzeichne ich folgende Be- 
merkungen aus dem Anfange des 15. Jahrhunderts: Oblig. 57. fol. xiii v. In margim: Indictione 
IX (1401), die XXX mensis Maii supradictus episcopus obligavit se de novo per venerabilem virum 
dominum Stephanum de Prato, clericum sacri collegii, procuratorem suum, ad hoc legitime con- 
stitutum, verbis supradictis in suo robore manentibus. — Ibidem fol. xvi v. produxit mandatum 
sufficiens ratihabitionis in termino. — Ibidem fol. xvil r. (1402) die xxvii mensis lanuarii procurator 
ratificavit obligationem supradictam. 



CVI 

Zehnten gemacht worden waren. Für weitaus die meisten Fälle wird dieser 
Satz wohl seine Gültigkeit behalten. 

2. Auf Grund einer Einschätzung. Man ordnete eine Einschätzung an, 
wenn man entweder der vorliegenden Taxe aus irgendwelchem Grunde keine 
Giltigkeit mehr beimass, oder wenn dir das in Frage stehende Bisthimi oder 
die betreffende Abtei überhaupt noch keine Taxe bestand. Zahlreiche Fälle 
beider Art sind uns in den Registern überliefert. Eüne für die deutschen 
Verhältnisse sehr interessante Neueinschätzimg war diejenige für die Erz- 
bisthümer Mainz und Trier. Der Mainzer Stuhl bezahlte im 14. Jahrhundert 
5000 Goldgulden als servitium conunune^), während Trier zu 1400 Mark 
Silber*) oder 7000 Goldgulden') eingeschätzt war. Nun erfolgte, aus welchem 
Grunde ist nicht gesagt, am S.Januar 1420 durch Martin V nach vorher- 
g^angener reiflicher Prüfung der Frage im Consistorium eine neue Taxirung, 
wobei beide Erzbisthümer auf loooo Goldgulden .eingeschätzt wurden.^) 
Bezüglich der Höhe der Summen, um die die neuen Taxen die alten über- 
trafen, nämlich 5000 bezw. 3000 Goldgulden, ist dieser Fall für jene Zeit 
meines Wissens wohl einzig dastehend. Mit diesem neuen Servitium waren 
sie dem Erzstuhle von Köln gleichgestellt, der immer schon bei einer Neu- 
besetzung lOOOO Goldgulden zu zahlen hatte^), wie aus den schon veröffent- 
lichten Taxrollen bekannt war. 

3. Auf Grund freier Uebereinkunft zwischen dem betreffenden Prälaten 
und den beiden Kämmerern, nachdem meistens vorher die Angel^enheit 
im Consistorium zur Sprache gebracht worden war. Das konnte eintreten 
sowohl wenn die Prälatur überhaupt nicht in den Cameralbüchem verzeichnet 
stand, als auch wenn die bestehende Taxe, unter Umgehung einer Neu- 
einschätzung, aus den verschiedensten Gründen heraufgeschraubt oder herab- 
gesetzt wurde. ^) Diese so angenommene Taxe konnte in perpetuum valitura 



*) Oblig. 6. fol. xxvili V. und Lxxvii v. 

*) Die Mark zu 5 Goldgulden gerechnet Oblig. i. fol. 14 r. 

*) Oblig. 22. fol. cxciiii r. 1354 Maii 9. obligatio archiepiscopi Boemundi. 

*) Vergl. Urk. No. 127. 

^ Oblig. 6. fol. cxiu r. Dass es mit der Tilgung der Schulden des Kölner Erzbischofs 
gelegentlich gute Weile hatte, ersehen wir aus der Urkunde No. 353; die Geldnoth ging damals 
so weit, dass der Papst dem Erzbischofe Schulden im Betrage von weit über 100 000 Goldgulden 
nachlassen musste und ihn von den wegen Nichtzahlung incurrirten Censuren lossprach. Vergl. 
darüber zuletzt Gottlob, Aus der Camera apostolica des 15. Jahrhunderts. Innsbruck, Wagner 
1889. Seite 191. 

1819 Febpuar. 26. 

^ Item anno quo supra die XXVI mensis> Februarii solvit dominus lacobus episcopus 
Appamiarum pro parte sui communis servitii coUegio xxx dominorum cardinalium contingente 
11 • L flor. Item solvit 11 • L libr. Turon. pro parte collegium xxx dominorum cardinalium contin- 



cvn 

oder bloss pro hac vice gültig sein. Ausser den verschiedenen, im Urkunden- 
tfaeile abgedruckten Fällen, mache ich noch auf Oblig. 62. fol. XL v. (1420) 
aufmerksam, wo eine Taxe ad modum compositionis festgesetzt wurde, weil 
das monasterium in libris camere taxatum non reperitur. Dieses doch nur 
pro hac vice. 

Hier sei eingeschaltet, dass ursprünglich die Bestimmung bestanden 
haben muss, dass die Servitien, ohne bestimmte Zahlungstermine festzusetzen, 
sobald wie möglich bezahlt werden mussten. Der Prälat musste versprechen, 
dass er nur soviel von seinen Einkünften gebrauchen wolle, wie (lir ihn und 
seine Familiären zu angemessenem Lebensunterhalte nothwendig sei; alles 
Uebrige müsse er nach und nach zur Tilgung seiner Schulden nach Rom 
senden.^) Dieser Brauch des 13./ 14. Jahrhunderts machte dann dem anderen 
Platz, dass ein fester Zeitpunkt zur Zahlung angesetzt wurde. 

Bevor wir in die Betrachtung von Einzelfragen, die sich an bestimmte, 
in den Quellen mitgetheilte, Fälle knüpfen, herantreten, sei die Frage unter- 
sucht, ob die der camera coUegii zufliessenden, bezw. ihr rechtlich zustehenden 
Einkünfte aus den Servitien der Verfügung des Papstes gänzlich entzogen 
waren oder nicht. Auf Grund eines, allerdings spärlichen, Materials muss 
gesagt werden, dass verschiedene Päpste thatsächlich über derartige Einkünfte 
verfugt haben, ohne dass wir von einer Mitwirkung oder Zustimmung des 
heiligen CoUegiums etwas erfahren. Am auffälligsten tritt diese Sache in 
einem Mandate Papst Urban VI in die Erscheinung. Ad perpetuam rei 
memoriam verfugt der Papst am 2. November 1381, dass die den Cardinälen 
zustehenden Antheile der Servitien dreier englischen Bischöfe der camera 
apostolica zufliessen sollen pro expensarum oneribus supportandis. Die Form 
ist die der Reservation: tenore praesentium specialiter reservamus dispositioni 
nostrae auctoritate apostolica. Bei der früher schon betonten Schwierigkeit 
sich in den sehr zahlreichen Registerbänden des 14. Jahrhunderts nach 
Material fiir die camera coUegii umzusehen, muss man darauf verzichten 
mehrere Fälle für eine Frage zusammenzubringen. Sehr oft ist das Finden 
derartiger Urkunden reine Zufallssache, da die Indices des Vaticanischen 
Archivs noch keineswegs so beschaffen sind und beschaffen sein können, 
dass man sich genügend orientiren könnte. Für den vorliegenden Fall habe 



gente de v libr. Tur. parvonim, quas promiserat pro augmento sibi taxato et assignato de reddi- 
tibus episcopatus condam Tolosan. in v flor. auri computato flor. pro x sol. Tur. Et sie est 
summa de parte sui communis servitii soluta vii . L flor. 

Oblig. 3. fol. LI r. 
*) Urk. No. 82. Der gleiche dort gebrauchte Ausdruck findet sich nach Woker, Finanz- 
wesen der Pfipste, Seite 21, Anm. 4, in einer Beschwerdeschrift des Breslauer Capitels yom Jahre 1326. 



CVIII 

ich darum vorläufig nur das eine Beispiel zur Verfügung, das aber wohl 
nicht das einzige gewesen sein wird. 

Was die Bezüge verstorbener Cardinäle angeht, sind wir etwas besser 
unterrichtet. Zunächst muss hier auf die generellen Verfügungen lohann XXII 
aufmerksam gemacht werden, die im Allgemeinen die Erbfolge r^eln. 
Darüber hat Kirsch^) berichtet und beim Abschnitte: Divisiones muss darauf 
noch eingegangen werden. Was dann das obengenannte päpstliche Eingreifen 
in die vertragsmässig festgestellten Rechte angeht, so sind hier mehrere 
Anordnungen anzuführen, die von den Verfügungen lohann XXII absehen 
und neue Normen aufstellen. Martin V bestimmte, scheinbar ohne auf die 
Erben Rücksicht zu nehmen, dass die Antheile verstorbener Cardinäle von 
der Camera collegii zum Wiederaufbau der zerstörten römischen Kirchen 
angewiesen werden sollten. Ebenfalls hierher gehören die von 1421 ab 
sehr häufig auftretenden Mandate de asportando pecunias de capellis domi- 
norum cardinalium mortuorum pape, wovon der päpstliche Schatzmeister 
sagt: quia sie habuimus mandatum a papa.^) Weiterhin belegte lohann XXIII 
die Einkünfte dreier Cardinäle mit einer Auflage von zusammen 400 Gold- 
gulden pro certis necessitatibus Ecclesiae Romanae. Das geschah ohne 
jegliche Angabe eines Grundes, lediglich ex plenitudine potestatis.') Am 
30. November 1420 berichten uns die Register, dass die Guthaben des ver- 
storbenen Cardinais Balthassar Cossa durch den Papst mit 300 Goldgulden 
belastet wurden, ebenfalls ohne einen Grund dafiir anzugeben.^) Papst Bonifaz IX 
verfugt zu Gunsten seiner Wähler — qui presentes fuerant in conclavi, qui 
sunt XII — über die Antheile der verstorbenen Cardinäle.^) Wollte man 
die Bücher der camera auf diesen Punkt hin besonders durchsehen, so würden 
sich zweifelsohne noch mehr Beispiele eines gewissen Verfiigungsrechtes des 
Papstes über diese Gelder finden. Die mitgetheilten Beispiele bezeugen auf 
jeden Fall das, dass eine gewisse Abhängigkeit vom Willen des summus 
pontifex trotz der Bullen von Nicolaus und Benedict noch bestand, die erst 
unter Leo X völlig beseitigt wurde. ^) 

^) Seite 62, Anm. i. 

') Urk. NN. 307 und 327. 

») Urk. No. 296. 

*) Urk. No. 308b. 

*) Urk. NN. 279 — 281. Hiertiber wird unten ausfuhrlicher gesprochen werden. 

^ Statutum collegii f quod portio cardinalis defuncti ex capello sibi contingente collegio 
accrescat. Sub Leone X 15 14. ... Leo papa X . . . declarat omnes portiones reverendissi- 
morum cardinalium defiinctorum de ecclesiis et monasteriis ratione capelli de cetero accrescere 
debere sacro collegio reverendissimorum cardinalium et promisit se numquam deinceps de ipsis 
intromettere, sed earum portionum dispositionem eidem collegio libere dimittere. . . . Romae die 
prima Septembris MDXUii. Armar. xxxii Tom. 34 fol. 113 r. 



CVIIII 

Zwei Verfügungen lohann XXII vom 4. September 1331 und 4. Februar 
1332^) regeln die Schwierigkeiten, die sich aus der zweimaligen Besetzung 
derselben Prälatur in einem Jahre ergeben. Kirsch stellt die Sache folgender- 
massen dar: „Wurde jedoch eine Bischofskirche oder eine Abtei zweimal 
in demselben Jahre vakant, und ward sie auch in demselben Jahre auf's 
Neue besetzt, so brauchte bloss einmal das Servitium iiir diese Pfründe ent- 
richtet zu werden. In dieser Erklärung des Papstes war der Fall nicht 
vorgesehen, dass der erste Inhaber einer auf solche Weise zweimal in dem- 
selben Jahre besetzten Pfründe bereits einen Theil des Servitium entrichtet 
hatte. Hierüber wiederum im Konsistorium befragt, entschied lohann XXU, 
dass der zweite Inhaber der Pfründe seine Obligation (lir die ganze Summe 
machen solle, dass jedoch für die Zahlung die bereits von seinem Vorgänger 
entrichtete Summe in Rechnung zu bringen sei.*' Ein Beispiel macht die 
Sache leichter klar. 

Beltraminus Bischof von Como verspricht am 15. December 1339*) 
als servitium commune 800 Goldgulden zu zahlen. Wir lernen aus dieser 
Angabe die Höhe des Servitiums kennen. Unter dem 6. November 1 340, nach- 
dem Beltraminus in festo Omnium Sanctorum 400 Goldgulden, also die Hälfte 
bezahlt hatte, wird der Stuhl neu besetzt^) mit Bischof Bonifatius. Derselbe 
macht am 24. December eine doppelte Obligation: i. Uebernimmt er die 
Restschuldsumme von 400 Goldgulden seines Vorgängers, und 2. verspricht 
er sein eignes Servitium von 800 Goldgulden abzüglich dessen, was sein 
Vorgänger schon gezahlt hatte, also 800 — 400=400 Goldgfulden.*) Und 
dieses geschah deshalb, weil bei einer zweiten Besetzung in demselben Jahre 
nur ein servitium integrum zu zahlen war. Dass man nicht einfach sagte, 
dass bei einer zweiten derartigen Besetzung der zweite Prälat einfach ein 
volles Servitium bezahlen müsse, unter Aufhebung der Verpflichtungen seines 
Vorgängers, hatte ausser fiir den Prälaten auch noch Interesse fiir die Car- 
dinäle, qui in prima promissione continebantur. Diejenigen Cardinäle, qui 
In secunda promissione continebantur, kamen, wenn man so will, zu kurz 
gegenüber der ganzen Taxe, die hier nur zum Theil gezahlt wurde. 

^) Kirsch, Seite 19, Anm. 2 und 3. 

■) Oblig. 6. fol. CLXV r. Vergl. Reg. Vat. No. 127 cap. 729. 

^ Reg. Vat No. 128 cap. 138. 

*) Oblig. 6. fol. CLXX r. Item cum secundum declarationem fiictam per felicis recorda- 
tionis dominum lohannem papam XXII prelati, qui promoventur ad ecclesias seu monasteria, que 
vacaverunt bis infra annum, teneantur promittere unum servicium inclusa parte, que restaret ad 
solvendum, idem dominus Bonif&cius promisit pro medio servitio oblato ultra recognitionem 
predictam [400 flor. auri] quadringentos flor. anri et quinque servicia consueta pro rata solvendos 
videlicet partem recognitam in festo Omnium Sanctorum et aliam partem, per ipsum promissam, 
in festo Sancti Michaelis Septembris extunc proxime secuturo. 



ex 

Die weitere Verfügung lohann XXII (1332), betreffend die Gesammt- 
oder Theil-Zahlungen von Obligationen, welche Prälaten, die befördert oder 
versetzt worden waren, noch von ihrem früheren Servitium zu leisten hatten,^) 
werden leichter an einem Beispiele verständlich. Bischof Ronald von 
Lissabon war auf den Stuhl von Autun versetzt worden (1367), nachdem 
Bischof Wilhelm von Autun Erzbischof von Lyon geworden war.*) Bei der 
Versetzung Wilhelm's war der zweite Zahlungstermin für den Sitz von Autun 
schon abgelaufen und nicht eingehalten worden. Der zweite Termin war 
also fallig als Bischof Wilhelm noch nicht Erzbischof von Lyon war. Trotz- 
dem musste sein Nachfolger Reginald sich fiir den Restbetrag von 668 Gold- 
gulden für Autun verpflichten. Dem wird aber folgende Bemerkung beigefügt: 
„Quos quidem florenos camere domini nostri pape et collegio dominorum 
cardinalium ac familiarium eorumdem idem dominus Guillermus nunc archi- 
episcopus Lugdunen, solvere debet pro servicio ecclesie Eduen., cui prefuit, 
quia terminus secundus solucionis, cum de Eduen. ecclesia in archiepiscopum 
Lugdun. fuit assumptus, erat elapsus." Demgemäss ist der Stuhl zur Zahlung 
auf's Neue verpflichtet worden; die bischöfliche Mensa muss also dafür ein- 
treten, wenn der Erzbischof von Lyon seine persönlichen Schulden für 
den früheren bischöflichen Sitz in genanntem Betrage nicht bezahlt. An 
zweiter Stelle verpflichtet sich Reginald die im dritten Termin fallige 
Summe von 868 Goldgulden 19 sol. 16 den. zu zahlen. Dieser dritte Termin 
war noch nicht fallig, als Wilhelm nach Lyon versetzt wurde, mithin ist es 
verständlich, wenn dieser recognitio die Worte hinzugefügt wurden: „De quo 
ultimo et tercio termino idem Reginaldus dudum Ulixbonen. nunc Eduen. 
episcopus debet int^^aliter respondere, quia nondum venerat dictus terminus 
faciende solucionis, quando translatus fuit dictus dominus Guillermus ab 
Eduen. ad ecclesiam Lugdunen." Nach Erledigung und Klarstellung dieser 
Verhältnisse folgt an dritter Stelle die Verpflichtung zur 2^ahlung des servi- 
tium commune von 4080 Goldgulden und fünf minutis servitiis für sich selbst 
ratione ecclesiae Eduen., wohin er versetzt worden war. Es handelt sich 
in diesen Angelegenheiten also wesentlich um eine Anwendung des Satzes, 
dass die Verpflichtungen mit den fructibus rite perceptis gleichen Schritt halten. 
Dabei ist aber im Auge zu behalten, dass Schuldung von Servitien aus 
einem früher inn^ehabten Sitz sich in persönliche Schulden umwandeln, 
denen scheinbar Censuren bei Nichtzahlung nicht angehängt wurden. Zur 
vollständigen Schadloshaltung der Interessen der Kammer und des CoUegiums 



*) Ann. 35 Tom. 70. fol. CLXXXvni r. und v. sowie Kirsch, Seite 20, Anm. 2. 
») Urk. No. 117. 



CXI 

fiigte man der erneuten persönlichen Obligation des früheren Inhabers auch 
die persönlich-sachliche des Nachfolgers auf dem Stuhle hinzu. 

Klarer wird die ganze Angelegenheit an den nahezu 20 jährigen Ver- 
handlungen bezüglich des Servitiums des Stuhles von Ravenna.^) Erzbischof 
Aymericus zahlte am 24. December 1324 einen Theil seines Servitiums an 
die Cardinäle im Betrage von 650 Goldgulden und 26 Goldgulden für die Fami- 
liären. Er hatte sich am 22. December 1322 verpflichtet. Dieser Zahlung 
fugte er einen Protest bei, dass die Kirche von Ravenna überhaupt nicht 
zur Zahlung von Servitien verpflichtet sei. Die camera coUegU nahm diesen 
Protest an und bestimmte, dass, wenn der Erbischof erweisen könne, dass 
Ravenna von diesen Zahlungen überhaupt frei sei, beziehungsweise geringere 
Zahlungen zu machen habe, der Kirche und dem genannten Erzbischofe 
aus der geleisteten Zahlung keinerlei Schaden bezüglich der Zukunfl er- 
wachsen solle. Die Thatsache an und für sich, dass die Finanzbeamten die 
Mög^chkeit der Befreiung Ravenna's von den Servitien zugeben, ist bei der 
Bedeutung des Stuhles und bei dem klaren Worüaute der Bestimmungen 
über die Besteuerung aller vom Papste besetzten Kirchen äusserst bemerkens- 
werth. Erzbischof Aymericus leistete keine weitere Zahlung, wurde auch — 
wie es scheint — nicht weiter behelligt, sondern am 13. Mai 1332 zum 
Bischof von Chartres ernannt.^) Sein Nachfolger auf dem Stuhle von Ra- 
venna, Erzbischof Guido, verpflichtete sich am 26. März 1333 zu zahlen: 

1. Die Restsumme des Vorgängers von 2700 Groldgulden und den dieser 
Summe entsprechenden Theil der kleinen Servitien; 2. 4000 Goldgulden fiir 
sein eignes Servitium und die üblichen 5 servitia minuta. Bei seiner Obli- 
gation trug Guido dem Papste im Consistorium vor, dass er die Schulden 
gar nicht bezahlen könne, weil die Geldverhältnisse seiner Mensa so schlecht 
seien, dass er nur etwa 1000 Goldgulden jährliche Einnahme habe. Der 
Papst beauftragte darum, unter Zustimmung Guido's, den Legaten der Lom- 
bardei Bertrandus de Poietto, Cardinalbischof von Ostia und Velletri, mit 
einer Abschätzung der Einkünfte von Ravenna.^) Das Ergebniss solle bis 
Pfingsten über's Jahr dem Papste eingesandt werden. Geschehe das nicht, 
so solle die geleistete Obligation bedingungslos in Kraft treten. 

Die Untersuchung fand nicht statt, vielmehr haben wir unter dem 
24. Mai 1335 eine neue Obligation des Nachfolgers Guido's, Franciscus', 
der sich verpflichtete zu zahlen: i. die obengenannte Summe fiir Aymericus; 

2. die ganzen Servitien fiir Guido; 3. seine eignen Servitien in gleichem 



») Urk. NN. 91—96. 

•) Reg. Vat. No. 103 cap. 31. 

*) Kirsch, Seite 8 und 9. 



CXII 

Betrage. Die Summen sollten in drei Jahresraten bezahlt werden. Gleich- 
zeitig erhielten die Collectoren der Lombardei Poncius Stephani und Wilhelm 
Truelli den Auftrag eine genaue Aufnahme der Einkünfte von Ravenna zu 
machen und innerhalb eines Jahres einzusenden. Das geschah wiederum 
nicht, weil Erzbischof Franciscus verhindert war die Collectoren in die Ver- 
hältnisse einzufuhren und darum wurde am 25. Juni 1336 der Rector von 
Romandiola beauftragt die Einschätzung bis zum 2. Februar 1337 vorzunehmen. 
Ob das nun geschehen ist, wissen wir nicht; auf jeden Fall zahlte Erz- 
bischof Franciscus keinen Heller seiner Servitien und Recognitionen, denn 
im Jahre 1342 musste sein Nachfolger Nicolinus, ausser sämmtlichen 
früheren Schulden, auch noch die des Franciscus übernehmen und 
seine eignen Servitien versprechen. Die Obligation belief sich also auf 
2700-1-40004-4000 + 4000 Goldgulden, einen Theil der kleinen Servitien 
des Aymericus und drei Mal quinque servitia minuta, zahlbar in jährlichen 
Raten von 3000 flor.^) auri und dem entsprechenden Theil der kleinen 
Servitien. 

Zu dieser Obligation, welche die Mensa von Ravenna so ausserordentlich 
belastete, wurde eine weitere Obligation des früheren Erzbischofs Franciscus 
gemacht, worin dieser sich zur Zahlung von 2700 Goldgulden und von 
5 Servitien (lir Ravenna verpflichten musste. Jede Summe, die er zahlen 
würde, solle als Entlastung des Conto's von Ravenna angesehen werden; 
zahle er aber nicht, so müsse Erzbischof Nicolinus daiiir haften. Weiterhin 
bestimmte der Papst, dass, wenn der frühere Erzbischof, jetzige Cardinal 
Aymericus de Castrolucü (ernannt 1342 Sept. 20) seine Schuld von 2700 Gold- 
gulden und den dieser Summe entsprechenden Betrag der 5 Servitien be- 
gleichen würde, auch diese Zahlung vom Conto der Schuld der Kirche von 
Ravenna abgezogen werden sollte. Wenn aber, um allen Möglichkeiten zu 
begegnen, weder Cardinal Aymericus noch Erzbischof Franciscus irgend 
etwas bezahlen sollten, so hafle, laut Obligation des Erzbischofes Nicolinus, 
die Kirche von Ravenna iiir den ganzen Betrag von 14700 Goldgulden und 
die verschiedenen Gruppen der servitia minuta. 

Aus diesem und dem vorhergehenden Falle lernen wir mit aller wünschens- 
werthen Deutlichkeit, wie diese an sich verwickelten Verhältnisse behandelt 
wurden. Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass, während für Erz- 
bischof Franciscus eine neue Obligation für seine Schulden von Ravenna 
aufgenommen wurde, bei Cardinal Aymericus von einer solchen keine Rede 
ist. Die bevorzugte Behandlung des Cardinais gegenüber dem Erzbischof, 



Vergl. Urk. 95 Anm. i. 



cxm 

die auf ein Anheimgeben, ob er zahlen will oder nicht, hinausläuft, giebt 
uns einen weiteren Beitrag zu Beleuchtung der grossen Machtstellung der 
Cardinäle in jener Zeit. Die gleiche Bevorzugung eines Cardinais, der als 
Bischof seine Servitien nicht voll bezahlt hatte, wurde demselben Aymericus 
gegenüber geltend gemacht, als er als electus Carnoten. am i8. Mai 1332 
2000 Goldgulden und den entsprechenden Betrag der servitia minuta iiir 
seinen Vorgänger Petrus de Capis (Chappes), der zum Cardinalpriester er- 
nannt worden war (1327 Dec. 18), mitübernehmen musste.^) Von einer 
Obligation (lir Cardinal Petrus bezüglich seiner Schulden ist ebensowenig 
die Rede, wie von einer Erklärung, warum sie dem Nachfolger zur Last 
fallen, wie das in dem erstgenannten Beispiele so klar ausgeführt ist. Wir 
haben es darum wohl mit einem entsprechenden Privileg der Cardinäle zu thun, 
laut welchem sie nicht gezwungen werden konnten zu zahlen, wenn sie 
nicht wollten.*) 

Wir dürfen uns, angesichts solcher Vorgänge, die sich aus den von 
lohann XXII aufgestellten Regeln über die Begleichung der recognita ergeben, 
nicht verhehlen, dass ein solches System zu grossen Härten fuhren musste. 
Denn die Belastung der Diöcesen und Abteien, die sich aus einem servitium 
commune und 5 kleinen Servitien ergab, wurde meistens schon schwer em- 
pfunden. Wenn nun bei notorischem Nothstande trotzdem oft alle alten 
und die neuen Schulden aufrecht erhalten wurden, wie es bei Ravenna ge- 
schah, so konnte eine Reaction gel^entlich nicht ausbleiben. Im Allgemeinen 
kann man sagen, das solche Gegenströmungen sich geltend machten durch 
übertriebene Darstellung des Nothstandes der mensa episcopalis oder abba- 
tialis, durch muthwilliges Veranlassen von langwierigen Untersuchungen, 
wodurch Zeit gewonnen wurde, durch Nichteinhalten der Zahlungstermine 
ohne um Zahlungsaufschub zu bitten oder durch Missachtung der ausdrück- 
lich verkündigten Censuren. Für alle diese Fälle lassen sich aus den Bänden 
der Obligationes zahlreiche Beispiele anfuhren. 

Man wird demgegenüber vielleicht darauf hinweisen, dass uns aus den 
Büchern der Kammern zahlreiche Herabsetzungen — pro ista vice — oder 
vollständiger Erlass — ne trahatur in posterum ad sequelam — der Servi- 
tien bekannt sind, die eintraten, wenn die Prälaten nachwiesen, dass sie 
ihren Verpflichtungen ohne ihre Schuld nicht nachkommen konnten. Im 



*) Urk. No. 100. 

*) Wenn nun aber zahlreiche Obligationen von Cardinälen in den Registern verzeichnet 
sind, so beziehen sich diese auf Prälaturen, die ihnen als Cardinälen verliehen wurden; die 
Servitien dafür mussten sie entrichten. Von einer Befreiung kann im 14. Jahrhundert keine 
Rede sein. 

Baumgaktbn, Finaiuverw. des Card.-Colleg. im Mittelalter. h 



cxnn 

Vergleich zu der unendlich grossen Zahl der Obligationen sind diese remis- 
siones ex causa oder liberationes propter paupertatem so selten, dass man 
schon die Register aus der Zeit des grossen Schisma's nachschlagen muss, 
um sie etwas häufiger anzutreffen. Derartige Strenge bei Besteuerung der 
Prälaturen mit den Servitien geht Hand in Hand mit der gesteigerten Findigkeit 
in Eröffnung neuer Steuerquellen. Und wenn sehr oft einschneidende, schwer 
belastende Finanzmassr^eln mit der Begründung: propter necessitates Sanctae 
Matris Ecclesiae, ausgeschrieben worden sind, so lag wohl eine grosse Geldnoth 
an der Curie vor, nicht aber war die Verwendung des vorher vorhanden 
gewesenen Geldes stets so geschehen, dass die Geschichte sie rechtfertigen 
kann. Ohne in Uebertreibungen zu verfallen, muss offen herausgesagt werden, 
dass in der Verwaltung beider Kammern grosse Härten vorgekonmien 
sind und dass oft der fiskalische Standpunkt leitend war, wo es sehr an- 
gezeigt gewesen wäre, dass die Executivbeamten sich daran hätten erinnern 
sollen, dass sie Priester, Bischöfe, Erzbischöfe und Cardinäle der Heiligen 
Römischen Kirche waren. Was damit gesagt sein soll, liegt auf der Hand; 
bedarf darum keiner näheren Erklärung. Mann muss Tangl zustimmen, 
wenn er in seinem Aufsatze über das Taxwesen der Curie in jener Zdt^) 
auf Grund eingehendster Studien zu Resultaten kommt, die unsere Kritik 
der damaligen Verhältnisse geradezu herausfordern. Das Gleiche ist hie 
und da bei diesem Capitel der Fall. 

Bezüglich der Herabsetzung oder des Erlasses der Servitien ist zu 
unterscheiden, dass die Verminderung der festgesetzten Taxe nur von 
Papst und Cardinälen gemeinschaftlich geschah, während die vollständige 
Befreiung von den Servitien gemeinschaftlich oder von jeder der beiden 
Kammern gesondert bewilligt werden konnte. 

Die Herabsetzung der Taxe konnte perpetuis temporibus valitura oder 
nur für einen bestimmten Fall geschehen, sie konnte vor der Obligation 
oder erst nachher, sie konnte von einer Kammer bewilligt von der andern 
versagt werden. Auch kam es vor, dass die apostolische Kammer einen 
von der camera collegii verschiedenen Nachlass gewährte. Die gänzliche 
Nachlassung der Servitien konnte einem Prälaten wegen besonderer Um- 
stände zuerkannt werden oder als für alle Zeiten gültig generell erfolgen. 

Vergleicht man viele der aus den (s. o. S. XXVin f ) päpstlichen R^ster- 
bänden gezogenen Urkunden mit dem gleichzeitigen Material der Cameral- 
bände, so ergiebt sich von selbst, dass letzteres Material, soweit es uns zur 
Verfugung steht, entweder sehr lückenhaft ist bezüglich seiner Erhaltung 



^) Mittheilungen des Inst, für öster. Geschichtsforschung XIII, i ff. 



cxv 

oder aber, dass die Buchführung keine umfassende war. Das Wahrschein- 
lichere ist wohl anzunehmen, dass uns, selbst aus dem 14. Jahrhundert, zahl- 
reiche Bände verloren gegangen sind, so dass wir auf Ergänzung des Materials 
aus den päpstlichen Registerbänden angewiesen sind. Für alle in den Sedis- 
vacanzen erfolgenden Massnahmen fiscalischen Characters ist die Ueber- 
lieferung eine sehr spärliche.^) Für den Zweck der vorli^enden Arbeit 
habe ich gerade bei dem Abschnitte über die Servitien davon absehen zu 
müssen geglaubt, das Material an Urkunden zu sehr zu häufen. Darum ist 
auf die Registerbände so zu sagen keine Rücksicht genonmien worden. 
Denn von allen Punkten, die bei der Verwaltung der camera coll^^ in 
Frage kommen, ist derjenige über die Servitien wohl der am wenigsten 
dunkele. Lnmerhin giebt es jedoch noch einzelne kleinere Fragen, die einer 
gesonderten Untersuchung (ur die Zukunft vorbehalten bleiben müssen. 

Als Musterbeispiel einer Herabsetzung des Servitiums für alle Zukunft 
darf wohl der Fall des päpstlichen Kämmerers Gasbertus gelten, der am 
20. October 1341 vom Bischof von Marseille zum Erzbischof von Narbonne 
befordert worden war.') Weil es sich um einen so hohen Verwaltungs- 
beamten handelte, haben wir auch ausfuhrliche Nachricht darüber in den 
Cameralr^pistem. Erzbischof Gasbertus musste sich zu einer Zahlung von 
loooo Goldgulden und zu den 5 servitia minuta consueta verpflichten. Er that 
dies auch, jedoch mit dem Vorbehalt, dass er nur zu 8000 Goldg^den und 
den entsprechend geringeren servitia minuta verpflichtet sei, weil ein Theil 
der Erzdiöcese abgetrennt und als selbstständ^es Bisthum errichtet worden 
war. Der Bischof dieser neuen Diöcese habe natürlich auch seinen ihm 
zukonmienden Theil an den Einkünften von Narbonne erhalten und davon 
habe er schon 2000 Goldgulden Servitium gezahlt. Diese Summe müsse 
nun von seinem Servitium abgezogen werden; er verpflichte sich darum nur 
unter diesem Vorbehalte zu einem Servitium von lOooo Goldgulden, unter- 
werfe äch aber jeder diesbezüglichen Entscheidung des Papstes. 

Erst ein Jahr später kam dieser Protest unter Papst Clemens VI zur 
Veriiandlung. In Gegenwart einiger Cardinäle und Cameralbeamter ordnete 
der Papst selbst am 7. November 1342 an, dass in den Cameralr^;istem 
die Thatsache verzeichnet werde, dass er im Consistorium vom 6. November 
unter Zustinunung des Collegiums entschieden habe, dass die Kirche von 
Narbonne jetzt und in Zukunft 9000 Goldgulden und fünf servitia minuta 
„et non ultra" zu entrichten habe. Zugleich wird die Obligation, die auf 



') Vergl. auch Sägmttller, Die ThStigkeit und Stellung der Cardinäle bis Papst 
Boni£u Vm. S. 114 fr. 

*) Vergl. Urk. NN. 108 — iio und Kirsch, Seite 11. 

h* 



CXVI 

loooo Goldgulden lautete, entsprechend verändert, dass sie in Zukunft nicht 
als Handhabe dienen könne lOOCXD statt 90cx> Gulden zu fordern. Leider 
fehlt uns eine eingehende Begründung, warum das Servitium gerade auf 
9000 Gulden festgesetzt wurde. 

In einem anderen Falle^) war man im Zweifel, ob die früher erfolgte 
Herabsetzung der Servitien des Erzbischofes von Nicosia von 7800 auf 
5000 Goldgulden eine einmalige Gnade gewesen oder iiir alle Zukunft gültig 
sei. Darum wurde eine neue Einschätzung der Güter der Mensa angeordnet, 
um zu sehen, ob dicta maior taxatio secundum morem solitum debet rema- 
nere, oder ob die kleinere Summe sich als richtig erweisen würde.') 

Ohne Rücksicht auf die Bedürftigkeit im einzelnen Falle ordnet 
lohann XXIII um das Jahr 14 13') im Allgemeinen an, dass er auf die Dauer 
von iiinf Jahren von den französischen Prälaten — pensatis guerrarum 
cladibus atque variis dispendiis — nur die Hälfte der Servitien beanspruche. 
Die Verfügung solle rückwirkende Kraft haben, die Schulden des Vorgängers 
sollen nicht auf den Nachfolger übergehen und Kirchen und Klöster,, deren 
Einkonmien 200 Pfund Turnosen nicht überschreite, sollen von den Servitien 
befreit sein. Diese Massregel des Papstes war weniger vom Mitleide mit 
dem von Kriegen heimgesuchten Frankreich eingegeben, wie von der Macht 
der politischen Verhältnisse.*) Es war schon ein Verbot des Königs von 
Frankreich erlassen worden, Gelder irgend welcher Art an die Curie zu 
zahlen. Die Herabsetzung der Ansprüche des Papstes verfolgte also den 
Zweck, durch Verminderung der kirchlichen Steuern die strenge Ausftihrung 
des Verbotes zu henmien, was ihm auch zum Theil gelang. Im Jahre 14 18 
wurde jedoch das Verbot erneuert und auch ftir eine Zeit lang durchgeführt. 

Für die Verminderung der Servitien für einen besonderen Fall wurden 
in der Regel Krieg, Pest, Hungersnoth oder sonstige allgemeine Calami- 
täten angeführt. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts verzichtete 
man in den Cameralurkunden meistens auf Angabe des besonderen Grundes 
und schrieb einfach: propter paupertatem seu oppressionem hac vice. 

Gewöhnlich fand die Herabsetzung der Taxen vor der Obligation statt. 
In einigen Fällen, allerdings nur ausnahmsweise, kam es nach der Obligation 
vor. Ausser dem schon erwähnten hierhergehörigen Falle des Gasbertus 



*) Vergl. Urk. No. 103. 

*) Nicosia kommt später stets nur mit einem Servitium von 5000 Goldgulden vor. 
*) Vergl. Urk. No. 126. 

*) Gottlob, Aus der camera apostolica des 15. Jahrhunderts, Seite 190 fr. 
Vergl. Kirsch, Die Anuaten und ihre Verwaltung in der zweiten Hälfte des 15. Jahr- 
hunderts. Hist. Jahrbuch 1888, Seite 305 und 307. 



CXVII 

von Narbonne ist noch ein zweiter zu nennen.^) Er unterscheidet sich in- 
sofern von dem ersten, als zwar nach der Obligation zur Zahlung eines 
Servitiums von 700 Goldg^den die Taxe auf 350 Goldgulden herabgesetzt 
wurde, jedoch ohne eine neue Verpflichtung darüber aufzunehmen. Wesent- 
lich häufiger kommt es vor, dass die päpstliche Kammer den auf sie 
fallenden Theil der Servitien nachlässt, wie die camera collegii. Aber 
iur beide Fälle sind die Beispiele in genügender Zahl vorhanden.') 

Für die generelle Befreiung von den Servitien ist eine von Kirsch 
schon angeführte Urkunde') interessant Zwei weitere Fälle sind folgende^): 
Am 9. Februar 1342 wird der magister generalis fratrum Sanctae Mariae 
de Mercede Captivorum von allen Zahlungen befreit, cum non habeat 
redditus, unde servicium suum possit solvere. Am 6. April 1 392 wird weiter- 
hin ein bisher nicht taxirtes Kloster propter paupertatem et indigentiam fiir 
immer befreit. Der Wortlaut ist jedoch nicht so ganz unzweifelhaft; doch 
scheint mir, dass eine generelle Befreiung gemeint ist. Der einmalige Nach- 
lass sänmitlicher Servitien geschah stets im Consistorium von Papst und 
Cardinälen gemeinschaftlich, wofiir sich, namentiich in der zweiten Hälfle 
des 14. Jahrhunderts, vielfache Urkunden finden.^) 

Wurde einem Prälaten die Hälfte seines Servitiums, das der Papst 
erhielt, nachgelassen, während das heilige CoUegium auf seine Hälfle nicht 

Vergl. Urk. No. 116. 

*) In margine der solutio episcopi Caputaquen.: Non fiierunt tot pecunie solute, ut hie 
habetur; set tarnen pro communi flor. XLV sol. XLi et den. viii monete Romane; et pro minuto 
flor. XLI sol. XXXIII et den. im. Fuit facta quitancia de toto et ex gratia fiiit per collegium 
residunm remissum. Stephanus. 

Oblig. 59. fol. CLXII r. 

1420 Jul. 30. 

Francisctts etc. Quod venerabilis in Christo patris domini fratris Raffaelis, prioris Heremi 
generalis ordinis Camaldulen., Fesulan. diocesis, dicentis, ob necessitates prioratus et monasterii 
predictonim non posse pro communi et minuto servitiis collegio dominorum cardinalium üunili- 
aribusque ipsorum promotionis ratione debitis satisfacere, supplicationibus inclinati, de consensu 
et Toluntate prefatorum dominorum cardinalium eidem abbati . . . id, quod ratione servitiorum 
predictonim prefi&to collegio eiusque funiliaribus debet, tenore presendum remictimus et dona- 
mus etc. 

Dat. Florencie, anno Domini MCCCCXX, die xxx mensis lulii, pontificatus sanctissimi in 

Christo patris et domini nostri, domini M. pape v anno tertio 

flor. I gr. II 
Oblig. 62. fol. XXXVI r. 

Vergl. Urk. NN. 78, 86, loi und 102, sowie Oblig. 62. fol. XLVUI v. 1420 Decembr. 6 
Remissio ex parte collegii facta abbati Casaemaris ordinis Cistercien. Verulan. dioecesis „de volun- 
täte et consensu unanimi dominorum de collegio**. 

*) Kirsch, Seite 18, Anm. i und Urk. No. 106. 

*) Urk. NN. III und 124. 

•) Vergl. auch Urk. NN. 83, 112 und 116. 



cxvm 

verzichtete, und starb der Prälat, bevor er diese Schuld beglichen hatte, so 
wurde naturgemäss in die Zahlungsverpflichtung des Nachfolgers diese Schuld 
bei der camera collegii wieder miteingestellt als recognitum. Einen der- 
artigen Fall haben wir in den Jahren 1332 und 1333.^) Dominus noster 
remisit totam partem cameram contingentem heisst es am 17. November 1332. 
Dreizehn Monate später muss der Nachfolger ausser seinem persönlichen 
Servitium von 650 Goldgulden auch noch 325 Goldgulden praedecessoris 
sui, qui coll^o debebantur, auf sich nehmen, wobei als Erklärung ange- 
fugt wird: „sed dominus noster aliam suam partem que sue camere debe- 
batur, remiserat, ut dicebatur." 

Bei Verminderung des Servitiums in einem besonderen Falle wurde 
nicht stets unterstellt, dass künftighin die volle Taxe wieder in Krafl treten 
müsse; sondern es wurde zuweilen vorbehalten, dass bei der nächsten Obli- 
gation eine neue Vereinbarung zu treffen sei, wonach die Höhe der zu 
zahlenden Summe von dem Stande der Prälaturen abhängig gemacht werden 
sollte, prout tunc suppetent facultates.*) Vorbehalte dieser Art, die immer 
geeignet waren, in der denkbar besten Weise das Interesse beider Kamniem 
zu wahren, zeigen uns so recht, wie ausserordentlich tüchtig diese Beamten 
als Finanztechniker waren und wie die ständige Tradition der Curie auch auf 
diesem Gebiete Resultate gezeitigt hatte, die wir unumwunden bewundem 
müssen. Wer einmal die Finanzgeschichte der Curie — allerdings nicht 
nach Woker'schen Recepten — schreiben wird, wird unzweifelhaft die zahl- 
reichsten Beweise für eine seltene technische Ausbildung der curialen Finanz- 
beamten im Mittelalter finden und verarbeiten müssen. Leider schliesst 
die Anerkennung nach dieser Seite zugleich die Anerkennung grosser Härten 
und oft übermässiger Belastung der Prälaten in sich. Wenn dem Gesandten 
des Königs von England zum Constanzer Concil seine Servitien vom heiligen 
Collegium vollständig nachgelassen wurden, so hat man darin, wie die Ur- 
kunde auch offen zugesteht, nur politische Rücksichten zu erblicken. Aus 
diesem Grunde ist diese Thatsache darum auch nicht ohne Bedeutung für 
die Beziehungen zwischen dem heiligen Collegium und dem Könige von 
England. 

1415 AprU. 9. 
Amedeus etc. reverendo in Christo patri domino lohanni Lishfelden. 

(sü) et Conventren. ecclesiarum simul unitarum episcopo salutem in Domino 

sempitemam. 



*) Vergl. Urk. NN. loi und 102. Alvarus wurde ernannt am i6. Juni 1332 (Reg. Vat. 
No. 102. cap. 1566) und Andreas am 30. October 1333 (Reg. Vat. I06, cap. 228). 
«) Vergl. Urk. No. 112. 



cxviin 

Cum ad sacrum generale concilium, in civitate Constantie pro unione 
Sancte Matris Ecclesie congregatum, per serenissimum principem dominum 
r^em Anglie eiusdem Serenitatis orator fueritis specialiter destinatus, tarn 
pro contemplatione prefati domini regis, cui complacere desideramus, quam 
propter grata obsequia, que sacro collegio antedicto tam in communi quam 
in particulari prestitistis hactenus et in futurum prestare proponitis, vobis 
episcopo antedicto de conmiuni>et minuto servitiis, in quibus sacro collegio 
et officiariorum ipsorum dominorum cardinalium ratione translacionis vestre 
de ecclesia Meneven. ad dictas ecclesias Lichfelden. et Conventren. facte 
fuistis efficaciter obligatus, nos nomine et de consensu dicti collegii plenam 
facimus remissionem ac de dictis conmiuni et minuto servitiis vobis (sü)^ 
heredes vestros, dictas ecclesias et in eis successores pro hac vice liberamus, 
absolvimus et quitamus. In quorum testimonium v/r. 

Dat. Constantie, anno a Nativitate Domini A . cCcc . xv, indictione vin, 
die vero nona mensis Aprilis, pontificatus sanctissimi in Christo patris et 
domini nostri, domini lohannis divina Providentia pape anno quinto. 

IUI flor. V gr. quia fuit duplicata. 
Oblig. 55^- fol. XLVii V. 

Eine Verfugung des Jahres 1 390^) ordnet die Verrechnung der Summen 
an, wenn es sich um Zahlungen eines Prälaten handelt, der ausser seinen 
eignen Servitien auch noch sogenannte recognita, d. h. Schulden seiner Vor- 
gänger zu bezahlen hat. Zunächst, heisst es da, hat er seine eignen Ser- 
vitien zu bezahlen; ist das geschehen, so soll er anno quolibet eine ganze 
recognitio, d. h. die ganze Taxe und die fünf minuta servitia bezahlen, bis 
die Schulden getilgt sind. Ist aber ein recognitum nur eine Restschuld- 
summe eines seiner Vorgänger, so soll er doch in dem Jahre das Ganze 
zahlen, wobei aber der Ueberschuss auf das nächstzurückliegende recognitum 
verrechnet wird. Man sieht, dass in dieser Verfügung das Bestreben obwaltet, 
die lebenden Cardinäle vor den an den recognitis participirenden, vielleicht 
schon verstorbenen, Cardinälen, wie es Recht war, in den Vortheil zu setzen. 
Auf anderen Einnahmegebieten kann man das Gleiche beobachten. Mit 
dieser Verfiigung hatte man die bisher geltende Ordnung auf den Kopf 
gestellt. In den Zahlungsversprechen der Prälaten hiess es bisher immer, 
dass die recognita zuerst und dann die Servitien des versprechenden Prälaten 
bezahlt werden müssten. Beide Arten der Verrechnung haben vom rem fis- 
calischen Standpunkte aus Vortheile für sich. Die Geldnoth der camera 



*) VcrgL Urk. No. 122. 



cxx 

coUegii während des grossen Schisma's wird wohl die Veranlassung zur ge- 
nannten Verfügung gewesen sein.^) 

Weiterhin verfugt Benedict XHI im Jahre 1397, dass die Theil- 
zahlungen in Zukunft von sechs zu sechs Monaten erfolgen sollen. Ob diese 
Bestimmung späterhin allgemein beobachtet wurde, kann ich nicht ganz 
genau feststellen; es scheint jedoch der Fall gewesen zu sein, wenn man 
den Wortlaut der Urkunde No. 128 ansieht. 

Von der Erörterung sonstiger auf die Servitien bezüglicher Fragen 
sehe ich hier ab. Alles das ist bei Kirsch nachzusehen. Seine Auf- 
stellungen, soweit sie hier nicht als durch das Schisma verändert oder ver- 
schoben angeführt worden sind, behalten demnach ihre Gültigkeit auch noch 
bis Eugen IUI. 

Zum Schlüsse noch einen kleinen Ueberblick über einige Jahresein- 
nahmen aus den Servitien fiir die camera collegü. 

Im Jahre 13 16 gingen ein 14394 Goldgulden. 

Im Jahre 13 17 gingen ein 84005 Goldgulden. 

Im Jahre 13 18 gingen ein 44405 Goldgulden. 

Im Jahre 1321 gingen ein 26617 Goldgulden. 

Im Jahre 1322 gingen ein 33918 Goldgulden. 

Im Jahre 1323 gingen ein 30708 Goldgulden. 

Im Zeitraum von 6 Jahren 234 047 Goldgulden. 

Die Einnahme betrug also durchschnittlich für jedes Jahr rund 39 008 Gold- 
gulden. Da die Zahl der in curia befindlichen Cardinäle in jener Zeit nicht 
viel über 20 betrug, so kann man sich ein ungefähres Bild von der Höhe 
dieser Einnahmequelle machen. An der Liste kann man auch ablesen, wie 
gewaltig die Zahlungen schwankten. Bedenkt man nun, dass bei einer lange 
dauernden Sedisvacanz diese Bezüge allmählich ganz fortfielen, so kann man 

*) Sowohl die Servitien, wie die recognita wurden nicht stets zu gleichen Theilen an 
beide Kammern gezahlt, sondern aus Gründen, die wir nicht kennen, manchmal zuerst hier und 
dann da, oder zu gleicher Zeit in verschiedener Höhe entrichtet. Eine interessante Beleuchtung 
erfuhrt das Gesagte durch folgende Notiz: 1320 Septembr. 29. 

Die XXIX mensis Septembr. dominus Guillermus abbas monasterii de West Monasterio, 
Londonien. diocesis, de summa octomilium flor. auri, de quibus septem milia camere domini 
nostri pape et mille coUegio dominorum cardinalium ex promissione et obligatione condam 
Ricardi, predecessoris sui, debebat, asserens se assignasse dicto collegio M flor. auri et domino 
Guillermo de Balaeto, archidiacono Foroiulien., nomine prefati domini nostri pape recipienti, 
II flor. auri, et eidem abbati remissos fuisse ex gratia speciali per dominum nostrum papam pre- 
dictum II • V flor. auri, assignavit dicte camere per manus magistri Henrici de Goldingham 

M e 

II • V flor. auri. Reg. Aven. No. 47. fol. 399 v. Da nach Oblig. 6. fol. I v. das Servitium von 
Westminster 2000 Goldgulden betrug, so war das Kloster der camera apostolica gegenüber mit 
einer sieben Mal grösseren Summe im Rückstande, wie der camera collegii gegenüber. 



CXXI 

sich auch vorstellen, dass gelegentlich nicht so viele Hunderte fiir Servitien 
einkamen, wie sonst Tausende. Während des grossen Schisma's lagen die 
Dinge — aber aus anderen Gründen — ebenso. 

2. Die Visitationen. 

Die visitatio ad limina apostolorum war eine Pflicht der meisten 
Prälaten. Man unterschied jedoch eine visitatio realis und eine visitatio 
verbalis. Erstere war mit einem Geldgeschenke an Papst und CoUegium 
verbunden, letztere bestand aus einem einfachen Besuche. Die Zahl der 
Prälaten, die visitationes reales zu machen hatten, war eine sehr be- 
schränkte. Die visitatio ad limina bestand im Grunde genommen aus einer 
visitatio curiae Romanae, wo immer sich dieselbe aufhielt, so dass Name 
und Sache sich durch lange Zeiten hindurch nicht deckten. 

Die Liste der in den Registern der beiden Kammern vorkommenden 
visitationes reales findet sich in der Hauptsache bei Kirsch (Seite 22 und 23). 
Unter Vervollständigung derselben drucke ich sie nebst einigen Richtig- 
stellungen hier nochmals ab. 
Der Erzbischof von York zahlte alle 3 Jahre 300 Mark Sterling= i20oGold- 

gulden. 
Der Erzbischof von Tours zahlte alle 2 Jahre 400 Pfund Turnosen.- 
Der Erzbischof von Sens zahlte alle 2 Jahre 600 Pfund Turnosen. 
Der Erzbischof von Reims zahlte alle 2 Jahre 500 Pfund Turnosen. 
Der Erzbischof von Ronen zahlte alle 2 Jahre 1000 Pfund Turnosen. 
Der Erzbischof von Bourges zahlte alle 2 Jahre 300 Pfund Turnosen. 
Der Erzbischof von Canterbury zahlte alle 2 Jahre 300 Mark Ster- 
ling = 1 500 Goldgfulden. 
Der Erzbischof von Gran zahlte einmal 5 Unzen Gold als visitatio an 
das heilige CoUegium; wahrscheinlich erhielt die päpstliche 
Kammer die gleiche Summe. 
Der Erzbischof von Armagh zahlte einmal, am 25. December 1301, 
50 Mark Silber als visitatio. Die im Jahre 1350 von den 
Kammern geltend gemachten Ansprüche auf Zahlung der 50jährigen 
Schulden wurden bestritten. Es li^en keine Nachrichten vor, 
ob die Kammern ihre Ansprüche aufrecht erhalten konnten. 
Zur visitatio des Erzbischofs von York ist zu bemerken, dass bei ihr 
die Mark Sterling mit 4 Goldgulden berechnet wurde. Für die visitatio 
archiepiscopi Cantuariensis war die Berechnung von 5 Goldgulden fiir die 
Mark Sterling üblich. Der Erzbischof von Bourges hatte bis zum Jahre 1353 



CXXII 

die Verpflichtung, 300 Pfund Tumosen zu zahlen; von diesem Zeitpunkte 
ab wurde ihm jedoch die Summe auf 300 Goldgulden herabgesetzt. 

Der Abt von St. Vaast in Arras zahlte alle 2 Jahre 200 Pfund Tumosen. 

Der Abt von S. Columba bei Sens zahlte alle 2 Jahre 200 Pfund Tumosen. 

Der Abt von Marmoutiers bei Tours zahlte alle 2 Jahre 400 Pfund 
Tumosen. 

Der Abt von Bourgdeuil in Angers zahlte alle 2 Jahre 200 Pfund 
Tumosen. 

Der Abt von St. Augustin, Canterbury, zahlte alle 3 Jahre 10 Mark 
Sterling. 

Der Abt Wilhelm von Cluny versprach einmal eine visitatio von 
2000 Pfund Tumosen, die durch seinen Nachfolger Bertrand 
am 17. März 1296 bezahlt wurden. 

Der Magister ord. Humiliatorum von Mailand zahlte jährlich 30 Gold- 
gulden. 

Aus der Liste ergiebt sich zunächst, dass keinerlei feste Gesichtspunkte 
bezüglich der Summen wie bezüglich des Zeitraumes bestehen. Letzterer 
wechselt zwischen ein und drei Jahren. Allen Angaben sieht man an, dass 
sie einer zufalligen Entstehung ihr Dasein verdanken und daher erklären 
sich auch die Schwankungen mit Bezug auf die Summen, die in keinem 
einheitlichen Verhältniss zu den gezahlten Servitien stehen. Einige Er- 
läuterungen werden die kurzen Angaben der Liste klarer stellen. 

Wie aus vielen Urkunden ersichtlich ist, wurde die Verpflichtung zur 
Entrichtung der visitationes reales als eine strenge angesehen und die Ver- 
säumnisse wurden von den camerarii eingemahnt. Besonders bemerkens- 
werth ist in dieser Hinsicht der in der Liste aufgeführte Fall des Erzbischofs 
von Armagh. Im Jahre 1350 erlassen die beiden Kämmerer ein Mandat an 
den Collector in Irland^), worin sie ausfuhren, dass Nicolaus, Erzbischof von 
Armagh in Irland*), im Jahre 1301*) eine visitatio realis von 50 Mark 
Silber = 250 Goldgulden gezahlt habe, wie sich aus den Büchem der apo- 
stolischen Kammer ergebe, mithin müsse der jetzige Erzbischof Richard für 
all die Jahre die nicht geleistete visitatio realis nachzahlen. Nachdem früher 
schon der Collector Raymundus Pellegfrini mit Klarstellung der Angelegen- 
heit beauftragt worden sei, habe sich nun jüngstens der Erzbischof Richard 
persönlich nach Rom begeben, um die Grundlosigkeit dieser Forderung 



») Vergl. Urk. No. 138. 

•) Vergl. Reg. Vat. No. 37. cap. 43. 

») Vergl. Urk. No. 132. 



cxxni 

nachzuweisen. Der Papst habe dann die beiden camerarii mit der Unter- 
suchung beauftragt und beim Nachschlagen der Bücher habe sich ergeben, 
dass ausser der 2^ahlung vom 25. December 1301, weder vorher noch nach- 
her, jemals eine 2^hlung gemacht worden sei. Es sei nicht unwahrschein- 
lich, dass die Auffassung des Erzbischofs, es handele sich um eine ein- 
fache oblatio Überaus ohne jede Verpflichtung, den Thatsachen entspreche. 
Nichtsdestoweniger wollten sie die Frage nicht endgültig entscheiden, sondern 
nur verordnen, vorläufig von Eintreibung der Summen abzusehen. Dagegen 
sollte der coUector inzwischen eifrig nachforschen, ob er über eine solche 
Visitation an Ort und Stelle etwas erfahren könne. Da in den Cameral- 
registem nie wieder von der Sache die Rede ist, so ist anzunehmen, ent- 
weder, dass die Untersuchung unterlassen worden ist, oder, dass eine that- 
sächlich geführte Untersuchung die Auffassung des Erzbischofs bestätigt hat. 
Vfegpi des Antheils der camera coUegü an der Visitation des Abtes 
von Marmoutiers entspann sich ein längerer Streit. Seine Visitation betrug 
400 Pfund Tumosen. Am 5. September 1298 bezahlte er jedoch nur 380 Pfund, 
200 Pfund für die päpstliche Kammer und nur 180 Pfund fiir die camera 
coUegii. Offenbar haben wir es hier mit einer Eigenmächtigkeit des Abtes 
zu thun, da der Antheil des Collegiums die Hälfte der ganzen Summe be- 
tragen muss. Entweder mussten beide Kammern je 190 Pfund erhalten, 
oder den Cardinälen standen auch 200 Pfund zu. Bei der obengenannten 
Zahlung wurde der Abt nun gezwungen, 20 Pfund zu hinterlegen, die dem 
CoUegium zur Vertheilung anheimfallen sollten, wenn er bis Weihnachten 
nicht nachgewiesen habe, dass er nur zu 180 Pfund Visitation fiir das 
CoUegium verpflichtet sei. Thatsächlich werden in der divisio vom 25. De- 
cember 1298^) die hinterlegten 20 Pfund ohne weitere Bemerkung unter die 
Cardinäle vertheilt. Zwei Jahre später, am 24. October 1300*), befiehlt der 
camerarius coUegii, dass in die Bücher eingetragen werde, dass die Cardinäle 
Morgens im Consistorium beschlossen hätten, dass in Zukunft stets 200 Pfund 
als Visitation vom Abte von Marmoutiers fiir das CoUegium zu entrichten 
seien. Der Abt beruhigte sich jedoch bei dieser declaratio in perpetuum 
valitura in keiner Weise, denn bei der nächsten Visitation am 29. November 1 302 
zahlte er wiederum nur 180 Pfund, und diesem Posten ist im Register die 
Bemerkung beigefügt: „Ceterum de xx libr. Turon. pro complemento dicte 
visitationis cum dicto abbate coUegium est in lite." Der Streit dauerte noch 
lange Jahre, so dass wir zum Jahre 1321 wieder eine protestatio des 



^) Vergl. Urk. No. 129 und Kirsch, Seite 23, Anm. 2. 
^ Vergl. Urk. No. 131. 



CXXIIII 

Beamten des CoUegiums haben, der die fehlenden 20 Pfiind verlangt. Im 
Jahre 1327 werden auch noch 180 Pfund bezahlt, dann aber in Folge eines 
von mir nicht gefundenen Urtheilsspruches regelmässig 200 Pfund entrichtet.^) 

Bezüglich der Visitation des Abtes Wilhelm von Cluny, die 1296 durch 
seinen Nachfolger Bertrand im Betrage von 2000 Pfund Tumosen an das 
Collegium bezahlt wurde,*) dürfen wir annehmen, dass es sich dabei wohl 
mehr um ein Geschenk, wie eine visitatio gehandelt hat. Es heisst nämlich, 
dass man bei Umrechnung in Goldgulden lo^a Soldi, statt 10 wie bei 
Servitien, auf das Pfund gerechnet habe, „eo quod fuit servitium liberale 
et non debitum". 

Die visitatio des Erzbischofs von York wurde erst im Jahre 1321 
endgültig geregelt.*) Die 300 Mark Sterling, welche dem heiligen Collegium 
aus dieser Visitation zustanden, wurden vom Erzbischofe nicht zu 5, sondern 
zu 4 Goldgulden verrechnet. Die beiden Kammern hatten gegen diese Be- 
nachtheiligung stets Einsprache erhoben*), jedoch entschied der Papst im 
genannten Jahre, dass die Kammern sine alio complemento sich mit 4 Grold- 
gülden für jede Mark Sterling begnügen sollten. 

Eine weitere Verhandlimg fand im Jahre 1353^) betreffend die Visi- 
tation des Erzbischofs von Bourges statt. Wir haben aus dem 13. Jahr- 
hundert mehrere Zahlungen der Visitation im Betrage von 300 Pfund Tur- 
nosen.^) Im 14. Jahrhundert zahlten die Erzbischöfe lange Zeit gar nichts 
mehr. Die Kämmerer Cardinal Wilhelm und Erzbischof Stephan richteten 
im Jahre 1353 die Aufforderung an Erzbischof Roger von Bourges, seine bis- 
her unterlassenen Visitations-Zahlungen sowie diejenigen einiger seiner Vor- 
gänger zu erlegen. Erzbischof Roger machte geltend, dass ihm von einer 
solchen Verpflichtung nichts bekannt geworden sei. Die beiden Känmierer 
brachten aber ihre Bücher zur Stelle, um die Verpflichtung zu erweisen. 
Schliesslich wurde die Sache im Consistorium zur Sprache gebracht und 
dort die endgültige Entscheidung dem Spruche des Cardinalbischofs Bertrand 
zugewiesen. Dieser Hess die Parteien vor sich kommen, untersuchte das 
gesammte Beweismaterial und gab folgendes Urtheil ab: Vom nächsten Feste 



') Vcrgl. Oblig. 15. fol. I r., woselbst 2 Quittungen unter dem 13. und 16. Februar 1333 
über je 200 Pfund Tumosen. 

*) Vergl. Kirsch, Seite 112, No. 14. 

•) Vergl. Urk. NN. 136 und 136«« 

*) Vergl. Urk. NN. 135 und 136«. 

») Vergl. Urk. No. 139. 

^ Die 300 Pfund kleiner Tumosen wurden zu je loVt Soldi gerechnet, was nach altem 
Stile 570 Goldgulden und 18 Tur. ausmachte. Vergl. hierzu Reg. Clem. V (Edit Bened.) 
App. Tom. I No. 326. 



cxxv 

der Himmelfahrt Qiristi an ist der Erzbischof von Bourges und seine Nach- 
folger verpflichtet, alle zwei Jahre 300 Goldgulden an die beiden Kammern, 
für jede derselben 150 Goldgulden, zu zahlen. Für die verg^angenen Termine 
lautete die ex aequo et bono getroffene Entscheidung, dass Erzbischof Roger 
für die Schulden seiner Vorgänger nicht mehr haflen sollte. Dag^en wurde 
ihm die 2^hlung der Visitationen fiir seinen eigenen Pontificat von zehn 
Jahren auferlegt^), so dass er iiinf Visitationen nachzahlen musste. Er sollte 
im zweiten, vierten, sechsten u. s. w. Jahre die Raten abbezahlen, so dass 
er durch zehn Jahre hindurch jährlich 300 Goldgulden, und von da ab nur 
seine gewöhnliche Visitation erlegen sollte. Zwar erhoben die Vertreter 
der beiden Kammern Einspruch g^en das Urtheil, soweit die Kammern 
dadurch benachtheiligt worden seien, doch hatte dieser Einspruch keinen 
Erfolg. Die 2^hlungen des Erzbischofs von Bourges erfolgen vom Jahre 1354 
an regelmässig'), woraus hervorgeht, dass er das Urtheil in allen seinen 
Theilen anerkannt hat. 

Waren die Prälaten mit ihren Visitationen im Rückstande geblieben, 
ohne dass eine Bestreitung der 2^1ungspflicht vorgebracht wurde, so mussten 
sie sich in derselben Weise für die Erlegung der schuldigen Summen ver- 
pflichten, wie wir es bei den Servitien kennen gelernt haben. Als Beispiel 
hierfür setze ich eine Bemerkung aus Oblig. 23^ fol. i r. hierher: 

Dominus Philippus archiepiscopus Senonen. eodem anno Nativitatis 
[m • CCC • XLlll], XIII die Novembr., pontificatus domini Clementis VI obligavit 
se per procuratores pro arreyragiis im visitationum per ipsum debitarum, 

IC 

in quibus fuerat cessatum, in vill flor. auri. 

In gleicher Weise wie bei den Servitien ging man auch bei Eintreibung 
der rückständigen Visitationen verstorbener Prälaten vor. Die Testaments- 
vollstrecker wurden (durch Androhung kirchlicher Censuren) verpflichtet, so 
viel aus dem Nachlasse auszuzahlen, dass die Visitationsschulden gedeckt 
werden konnten. Aus dem folgenden Documente ist das Nähere ersichtlich, 

wie eine solche Angelegenheit geordnet wurde. 

1851 laL 24 Avenionis. 

Dilecto filio lohanni de Castronovo canonico Trecen., apostolice sedis 
nuncio. 

Licet archiepiscopus Remen., qui est pro tempore, sedem apostolicam 
visitare ac ratione visitationis huiusmodi camere apostolice et collegio cardi- 
nalium Sancte Romane Ecclesie quingentas libras parvorum Turonen., quolibet 
floreno pro decem solidis et uno denario monete huiusmodi computato, 



*) Transferirt am i8. Aug. 1343. Reg. Vat. No. 157. cap. 162. 
■) Vergl. Urk. No. 139 zweiter Thcil. 



CXXVI 

solvere singulis bienniis teneatur, tarnen bone memorie lohaimes archiepis- 
copus Remen.^) sedem visitare predictam et huiusmodi quingentas libras 
solvere camere et coU^o antefatis novem bienniis preteritis negligenter 
omisit. Volentes igitur providere in hac parte indempnitati camere et coll^^ 
predictorum, discretioni tue per apostolica scripta mandamus, quatinus per 
te vel alium seu alios quatuomülia et quingentas libras dicte monete pro 
dictis novem bienniis debitas camere et collegio memoratis ab heredibus 
seu executoribus testamenti sue ultime voluntatis aut detentoribus bonorum 
eiusdem archiepiscopi petere exigere ac recipere cum omni studio et solici- 
tudine non omictas. Ut autem premissa onmia favorabilius exequaris tibi 
quitandi, absolvendi et liberandi eos, a quibus pecuniam ipsam receperis de 
hüs dumtaxat, que recipere te continget, plenam concedimus tenore presen- 
tium potestatem. 

Dat. Avinion. vnn kal. Augusti anno decimo 

Reg. Vat. No. 145. fol. xxxv v. 

Von den übrigen Visitationen ist aus den Registern nichts Besonderes 
zu entnehmen. Sie wurden mehr oder weniger regelmässig bezahlt, so dass 
Processe darüber sich nicht vorfinden. Aus den im Urkundentheile nütge- 
theilten Visitationen ergeben sich bezüglich der Münzberechnung folgende 
Einzelheiten: Marmoutiers flor. »= loVs ^1* (^o* ^^P)» Armagh Mark 
SUber = 5 flor. (No. 138); Canterbury Mark Süber = 5 flor. (NN. 133, 161); 
York Mark SUber = 4 flor. (NN. 136, 136*); Sens flor. «= 10 sol. 6 den. 
(No. 137); Bourges zahlt flor. ohne nähere Angabe (No. 139); Humiliaten 
zahlen flor. ohne nähere Angabe (NN. 140, 164); Bourgdeuil flor. = 10 sol. 
6 den. (No. 165); Columba flor. == 10 sol. 6 den. (No. 166); Reims 
flor. =3 IG sol. I den. (siehe oben). 



ABSCHNITT im. 

Die Census der Königreiche. 

Die Abgaben, welche die Vasallenländer der Rönüschen Kirche an den 
Papst und das CardinalscoUegium alljährlich zahlen mussten, heissen census. 
Wir haben den census SicUiae, census Trinacriae, census Sardiniae et Corsicae 



^) lohannes de Vienne archiepiscopus Remen. 1334 — 135 1. Aus der Regierangszeit des 
EIrzbischofs ergiebt sich, dass derselbe während seines ganzen Pontificates nie eine Visitation 
gezahlt hatte. 



cxxvn 

Insularum und den census Angliae et Terrae Hibemiae. Während die servitia 
conununia auf der Höhe ihrer Ausbildung im Grunde genommen auf- 
gezwungene Abgaben der Prälaten darstellen, sind die verschiedenen hier in 
Betracht kommenden census Abgaben, die auf einem Vertrage beruhen. 
Auf der einen Seite überträgt die Kirche ein Königreich einem Hause zu 
erblichem Lehen oder sie nimmt die angebotene Oberherrlichkeit mit dem 
Versprechen des Schutzes an, während dafür auf der anderen Seite die Be- 
lehnten oder die freiwilligen Vasallen eine bestimmte Summe alljährlich an 
die Römische Kirche zu zahlen versprechen. Wer diese Bedingung nicht 
eingehen wollte, brauchte die von der Kirche gewährte Gunst nicht anzu- 
nehmen oder zu erbitten. 

Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, der rechtlich unangreifbar er- 
scheint, stellen sich die äusserst strengen, aber oft vergeblichen Massnahmen 
der Päpste im Wesentlichen als völlig einwandfrei dar, während zahlreiche, 
die Servitien betreffende Verfugungen rückhaltlos als unberechtigte bezeichnet 
werden müssen. Als mildernder Umstand tritt jedoch stets die unwider- 
l^Iiche Thatsache in den Vordergrund, dass die Päpste sozusagen alleine 
an dem Gedanken festhielten, die christliche Civilisation vor der immer 
drohender aufb-etenden Gefahr aus dem Osten zu schützen, und dass sie 
fast ausnahmslos bestrebt waren, Mittel fiir die Vertheidigung bereit zu 
stellen. Wenn es auf diesem Wege vorkam, dass zahlreiche Prälaturen da- 
durch zu sehr belastet wurden, so unterlagen dieselben halt dem Gesetze, 
dass der Theil zum Wohle des Ganzen leiden muss. Pontificate, wie der 
Qemens VI, gehören in dieser Beziehung allerdings zu den am wenigsten 
erfreulichen. 

I. Census von Neapel-Sicilien, beziehungsweise Neapel allein. 

(Census antiquos und census Ordinarius.) 

Wie Kirsch (S. 3) ausfuhrt, finden wir den ersten urkundlichen Beleg 
für eine Theilung des census Sidliae zwischen Papst und heiligem Collegium 
am 2. Juli 1272. „Gregor X^) überliess nämlich nach seiner Wahl zum 



^) Karl I von Sicilien verpfändete am 27. Juni 1275 seinen Kronschatz Gregor X für 
den am 29. Juni gleichen Jahres fälligen Census von 8000 Unzen Gold. Später wurde bei der 
Nichteinhaltung eines weiteren Zahlungstermins die Pfandsumme auf 16000 Unzen Gold erhöht 
Da bis zum Jahre 1298 die beiden Summen nicht bezahlt worden waren, so befond sich der 
Kronschatz noch immer an der Curie. Karl n richtete nun ein Bittgesuch an den Papst, worin 
er um Auslieferung der Juwelen (iocalia gratiosa) bat, damit er dieselben anderweitig verpfänden 
könne, da er zum Kriege nothwendiger Weise Geld brauche und sonst keines erhalte. Bonifaz VIII 
gewährte diese Bitte und Hess ihm durch die Cardinäle Matthäus, Bischof von Porto und Sancta 



CXXVIII 

Papste im Jahre 1272 den Cardinälen die Hälfte des Census von 8cxx) Unzen 
Gold, welcher vom Königreich Sicilien entrichtet worden war. Ein Cleriker 
der apostolischen Kammer, Berengrarius de S^guret, protestirte als Vertreter 
der Rechte der Camera, dass durch dieses Geschenk des Papstes, »welcher 
w^en seiner erst kürzlich erfolgten Wahl über die ihm zukommenden Rechte 
der Römischen Kirche in einer aus billigen Gründen erklärlichen Unkenntniss 
befangen sein konnte*, den Cardinälen kein Anrecht auf den Zins erwachsen 
sollte. Das CardinalcoUegium (sie) suchte jedoch stets dieses Anrecht 
definitiv zu erhalten; und am 18. Juni 1289 verlieh in der That Nicolaus IV 
demselben endgültig die Hälfte der Census und aller sonstigen Einkünfte 
der römischen Kirche.**^) 

Wenn hiermit vielleicht angedeutet werden soll, dass von 1272 — 1289 
nur einmal, und zwar am 2. Juli 1272, 4000 Unzen Gold an das heilige 
Collegium abgeführt worden seien, so entspricht das nicht den Thatsachen.*) 
Vielmehr ist anzunehmen, dass in der genannten Zeit mindestens 7 Mal 
die Hälfte des Census den Cardinälen überwiesen wurde, so dass Nicolaus IV 
bezüglich des census SicUiae nichts weiter that, wie eine bestehende Gewohn- 
heit urkundlich anerkennen. Dieses ergiebt sich aus Folgendem. 

In der gleich zu besprechenden Abhandlung de censu antiquo finden 
wir Untersuchungen angestellt; über die Summen die aus den sicilianischen 
Zinsgeldern dem heiligen Collegium geschuldet wurden. Es ergab sich dabei, 
dass der älteste nicht, oder nur theilweise bezahlte Census aus dem Jahre 1283 
stammte. Das Gleiche ergab sich für 1284, während für die Jahre 1285, 
1286, 1287, 1288, 1290 und 1291 volle Zahlung an die camera coUegü 
geleistet worden war. Ausser der Ueberweisung von 1272 haben wir dem- 
gemäss vor der Bulle Nicolaus Uli noch die Ueberweisungen von 1283 bis 
1289 ausschliesslich. Da wir, meines Erachtens, in der Abhandlung de 
censu antiquo gewiss einen Hinweis auf den Ursprung der endgültigen 
Antheilnahme des heiligen CoUegiums an diesen Geldern hätten, wenn 



Rufina, Nicolaus, tituli Sancti Laurentii presbjrter und Matthäus Sanctae Mariae in Porticu 
diaconus, die Kostbarkeiten ausliefern. 

Die betreffenden Actenstücke befinden sich in den Registerbänden von Neapel; beglaubigte 
Copien davon aus den Angiovinischen Registern sind im Arch. Castelli S. Angeli, Arm. xiv, 
Caps. VIII NN. 65,E und 69,1. 

Im Jahre 1299 verkaufte dann König Karl dem Papste die Kronjuwelen ftir 20000 Unzen 
Gk>ld, worüber der Papst am 2. Juni quittirt. In die Kaufsumme waren aber die geschuldeten 
16000 Unzen (Jold nicht eingeschlossen. Vergl. Urk. No. 141. 

*) Sägmtiller, Die Thätigkeit und Stellung der Cardinfile bis Papst Bonifiiz Vm, S. 190, 

■) Vergl. dazu Kirsch, Beilage xiii: Actenstücke betreffend die Entrichtung verschiedener 
Rückstände des Tributes von Neapel. Seite 90 ff. 



cxxvnn 

derselbe in das Jahr 1283 fiele, so bin ich geneigt anzunehmen, dass die 
4CXX) Unzen Gold auch während der Jahre 1272 — 1283 an die camera 
collegii abgeführt worden sind. 

In der Vertheilungsliste des Census vom Jahre 1284 werden übrigens 
erwähnt: 

„Geronimus, qui fuit postea papa Nicolaus IV," 
,Jacobus de Sabella, qui postea fuit papa Honorius," 
„Benedictus Gayetanus, qui postea fuit papa Bonifacius." 

Bis zum Beweise des G^entheils halte ich demgemäss an der Meinung 
fest, dass vom Jahre 1272 an das heilige Collegium seinen Antheil von 
4CXX) Unzen Gold am census Siciliae gehabt hat. 

Im Uebrigen behandelt Bonifaz VIII die Vertheilung der Hälfle des 
census Siciliae (sowie des census Angliae) als eine ganz selbstverständliche 
Sache in einem Briefe vom 30. Juli 1297. Einige Kammerkaufleute hatten 
von den abgesetzten Cardinälen Jacobus und Petrus de Columna noch 
6860 Goldgulden zu fordern. Er verfugt, dass, cum praefati lacobus et 
Petrus, de cardinalatu depositi, et beneficiis ecclesiasticis finaliter sint privati, 
den Kaufleuten censuum Siciliae et Angliae regnorum partes, quae illos, 
dum in cardinalatus essent constituti ofHcio, contingebant, zur Deckung ihrer 
Guthaben in entsprechender Höhe überwiesen werden sollten. 

Nach Lage der Sache kann es keinem Zweifel unterliegen, dass, mit 
Ausnahme des englischen Peterspfennigs, alle Einkünfte der Römischen Kirche, 
die in der Bulle Nicolaus Uli angeführt waren, dem heiligen Coll^um auch 
stets ausgezahlt worden sind. Von einer offen hervortretenden Tendenz 
eines Papstes, den Cardinälen dieses Recht zu schmälern oder gar zu ent- 
ziehen, ist bisher nichts bekannt geworden.^) 

Vor der Trennung Siciliens von Neapel (unter Bonifaz VIII) bezahlte 
der König beider Sicilien jährlich 8000 Unzen Gold, und zwar 6000 für 
Neapel und 2000 für die Insel Sicilien, als Anerkennung der Oberhoheit 
des römischen Stuhles. Nach der Trennung blieb der Census in der gleichen 
Höhe von 8000 Goldgulden weiter bestehen für das Königreich Neapel 
alleine (census antiquus und census Ordinarius). 

Verschiedene Umstände hatten die Entrichtung des Census viele Jahre 
hindurch verhindert, so dass die Schuldsumme Karl II an den römischen 
Stuhl im Jahre 1300 auf 85340 Unzen Gold angewachsen war.*) Bis zum 



^) Die diesbezüglichen Aufstellungen von Souchon, Die Papstwahlen von Bonifaz Vm 
bis Urban VI, 1888, sind fast ausnahmslos unbewiesene, willkürliche Annahmen. 
«) Vergl. Urk. No. 141*. 
Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-Colleg. im Mittelalter. ' 



cxxx 

Jahre 1302 stieg die Summe auf 93340 Unzen ^) und hielt sich dann auf 
dieser Höhe, da inzwischen die jedes Mal falligen Jahressununen bezahlt wurden. 

Zu Anfang des Jahres 1300 war eine Commission, bestehend aus den 
Beamten der apostolischen Kammer und den Beamten des Königs Karl 11 
in Rom zusammengetreten, die secundum computationem dudum solemniter 
factam die genannte Schuld von 85 340 Unzen Gold feststellte. Bonifaz Vm 
drang auf sofortige Bezahlung der ganzen Schuld, musste sich aber 1301 
de fratrum suorum consilio et assensu zu einem Aufschub bis zum 
29. Juni 1302 verstehen. Anstatt sich zu vermindern wuchs die Schuld bis 
zu dem gesetzten Termine auf 93340 Unzen an, und es musste stets neuer 
Aufschub gewährt werden, so dass die Energie des Papstes in diesem Punkte 
vollständig scheiterte.*) 

Clemens V ging vorsichtiger zu Werke, er liess bei einer neuen Unter- 
suchung im Jahre 1307 den hergebrachten Zahlungstag fiir den census 
Ordinarius eines jeden Jahres bestehen, nämlich den 29. Juni. Für die Ab- 
tragung der Schuld aus dem census antiquus setzte er den Tag Maria 
Hinunelfahrt fest und bewilligte dem Könige Theilzahlungen, die es ihm 
ermöglichten, die grosse Summe leichter zu bezahlen.^) 

Unter Johann XXII ^) erwies sich jedoch eine weitere Ordnung dieser 
Schuldverhältnisse nothwendig und zwar haben wir darüber Bestinunimgen 
des Papstes vom 18. September 1319, 26. August 1322 und schliesslich 
vom 14. März 1330. An dem letztgenannten Termin war die Schuld 
wiederum auf 88852 Unzen Grold angewachsen, nachdem sie im Jahre 1322 
auf 52 500 Unzen Gold herabgegangen war. 

Wie oben bemerkt, stand dem heiligen Collegium die Hälfte dieser 
Censusgelder zu. Bei Schulden, die sich 30 und 40 Jahre zurückerstreckten, 
— denn es handelte sich um Summen, die noch aus der Zeit Karl I ge- 
schuldet wurden, — machte sich das Bedürfniss geltend, zunächst diejenigen 
Cardinäle ausfindig zu machen und zu befriedigen, die schon am längsten 
auf die ihnen zukommenden Antheile gewartet hatten. Viele dieser Gläubiger 
waren auch schon gestorben, was also doppelte Eile nothwendig machte. 
Die nähere Veranlassung zur Neuordnung der sicilianischen Censusverhält- 
nisse dürfen wir wohl in den Vorkommnissen suchen, die Johann XXII in 
seinem Briefe an König Robert vom 4. April 13 17 so überaus anschaulich 

^) Inzwischen war der Census ftir 1301 gezahlt worden. Vergl. Urk. No. 142 und 
Kirsch, Seite 93. 

*) Vergl. Urk. NN. 143 und 144. 

•) Für weitere Einzelheiten ist auf die Bullen Clemens V vom 22. Januar und 17. August 1306 
zu verweisen. Reg. dem. V (Edit. Bened.) NN. 718, 1148 und 1149. Vergl. Urk. No. 174. 

*) Siehe die Ausftihrungen bei Kirsch, Seite 32 und 60. 



CXXXI 

schildert.^) Zuerst aus eignem Antriebe und dann zwei Mal durch den 
König ersucht, hatte der Papst dem Könige (lir die fällige Jahresrate des 
Census Aufschub ertheilt. Einige Cardinäle, die sehr in Noth waren, hatten 
energischen Einspruch gegen eine Verlängerung des Zahlungstermins erhoben 
und es war dem Papste nur schwer gelungen, die Zustimmung des heiligen 
Collegiums ziun Aufschübe zu erlangen. Trotz dieser schwierigen Verhält- 
nisse behandelte der König den Papst und die Cardinäle mit unerlaubtem 
Leichtsinne, indem er nur vier Tage vor dem Fälligkeitstermine um weiteren 
Aufschub einkam, „quasi tibi foret, quod tamen est impossibile, plenaria 
certitudo, quod tuarum portitor licterarum infra terminum absque impedimento 
quolibet applicaret. Non sie, Ali, non sie progenitores tui, nee tu eciam 
fecistis hucusque, quinimo consueveratis, sicut erat expediens, diu ante 
terminum procuratores ydoneos ad Romanam curiam mictere, qui et proro- 
gationem cum reverencia peterent, et alia facerent circa id oportuna." 
Sowohl um der durch fast vollständige Ausleerung des Schatzes Clemens V 
herbeigeführten grossen Geldnoth an der Curie abzuhelfen, als wie auch um 
die Wiederholung solcher unwürdiger Scenen, wie die geschilderte zu ver- 
meiden, griff Johann XXII mit der ihm eignen Energie die Idee der Neu- 
ordnung der Schuldverhältnisse König Roberts auf. Der Erfolg war, wie 
wir leider eingestehen müssen, nur ein sehr geringer. 

Der sehr umsichtige und energische camerarius coUegii Cardinal 
Berengarius Fredoli nahm sich der Angel^enheit bald nach seinem Amts- 
antritte an und trug sie am 29. Mai 13 18') im Consistorium vor. Der 
Papst entschied, dass in Zukunft alle Summen, die ratione dicti census 
gezahlt würden, zunächst auf die Jahre aus der 21eit Karl I vertheilt 
werden sollten, von denen sich feststellen lasse, dass fiir sie eine Zah- 
lung nicht erfolgt sei. Dann erst sollten die Jahre aus der 21eit Karl n 
in Betracht kommen. 

Da jedoch wenige Zahlungen pro censu antiquo eingingen, so hatte 
diese Bestimmung nur geringen Erfolg. Immerhin zeigen die gewaltigen 
Sunmien, die aus dem Census geschuldet wurden, wie gross das Ein- 
kommen der Cardinäle aus dieser Art von Einkünften war. Rechnet 
man die Schuldsumme von 88852 Unzen in Goldgulden um, so ergeben 
sich 444260 Goldgulden, wovon jeder einen Prägcwerth von etwa 
12 Francs hatte.*) 



») Vergl. Urk. 148a. 
*) VergL Urk. No. 152. 

■) Vergl. hierzu Tan gl, Das Taxwesen der päpstlichen Kanzlei vom 13. bis zur Mitte 
des 15. Jahrhunderts, in Mittheilungen des Instituts ftir öster. Geschichtsforschung, xiii, i ff. 



i* 



cxxxn 

lieber diese Summe, die sich bis zum Jahre 1330 unvermindert hinzog, 
haben wir eine ausfuhrliche Aufstellung, soweit der Antheil des Cardinais- 
collegiums in Frage konmit. Ein näheres Eingehen darauf erzeigt sich als 
nothwendig wegen der Wichtigkeit der Angelegenheit fiir das heilige CoUegium. 

Berechnung des schuldigen census Ordinarius (auch census Apuliae 
genannt) und census antiquus am 14. März des Jahres 1330.^) 

Im Jahre 1330 wurde zwischen den Bevollmächtigten des Königs 
Robert von Sicilien und den Kämmerern des apostolischen Stuhles und des 
Cardinalscollegiums eine grosse Rechnungsaufstellung gemacht über alle 
Summen census veteris et census novi, die Karl I, Karl II und Robert an 
den heiligen Stuhl gezahlt hatten, bezw. schuldig geblieben waren bis zum 
Monate März des Jahres 1330. 

In dieser Rechnungsaufstellung und dem Finanzplane, wie die ge- 
schuldeten Summen bei ihrer späteren Zahlung zur Verwendung kommen 
sollten, haben wir Mittheilung über eines der grössten Geldgeschäfte, die 
je die Kammer des Cardinalscollegiums berührt haben. Aus diesem Grunde 
habe ich auch die ganze umfangreiche Abhandlung unter den Urkunden 
abgedruckt.') Unter manchen Gesichtspunkten bietet die Abhandlung des 
Interessanten sehr viel.") Ich hebe hier nur die leitenden Gesichtspunkte 
hervor. Wer sich mit der Culturgeschichte des Mittelalters beschäftigt und 
besonders dem Geldwesen seine Aufmerksamkeit widmet, sei auf den Wort- 
laut der Abhandlung verwiesen, wenn er grösserer Einzelheiten bedarf. 
Ich ziehe in meine Betrachtung nicht hinein, was in den Regesten von 
Bonifatius VIII bis über Johann XXII hinaus an reichen Einzelheiten vor- 
handen ist über die Betheiligung der Handelsgesellschaften an diesen 
gewaltigen Zahlungen. 

Die Rechnungsaufstellung der betheiligten Parteien ergab, dass der 
heilige Stuhl im Ganzen die Summe von 88852 Unzen Gold 3^/4 Gold- 
gulden ^) zu empfangen hatte, die sich aus Schulden aus der 2^it Karl I, 
Karl II und Roberts zusammensetzten. Naturgemäss war die Abtragung 
der ganzen Schuld von 444 263 V4 Goldgulden, — die Unze zu 5 Gulden 
gerechnet — auf einmal ein Ding der Unmöglichkeit. Der Papst gewährte 

1) Vergl. Urk. NN. 167—207. 

') Zu Beginn der Abhandlnng stehen einige solutiones, die in andere Capitel gehören. 
Um die Abhandlung nicht zu theilen, habe ich dieselben an dieser Stelle stehen lassen, sie aber 
in den vorhergehenden Abschnitten schon angeführt. 

•) Vergl. Kirsch, Seite 32. 

*) Vergl. Urk. No. 167. 



CXXXIII 

darum grosse Erleichterungen bezüglich der künftigen Theilzahlungen, indem 
er bestimmte: Am Feste des heiligen Johannes des Täufers 1330 sollen 
4CXX) Unzen und am Feste des heiligen Michael 1330 weitere 4000 Unzen 
gezahlt werden. Alljährlich, bis zur völligen Tilgung der Schuld sollen an 
den gleichen Tagen die gleichen Summen gezahlt werden. In etwa 1 1 ^/j Jahren 
würde demnach die ganze Schuld abgezahlt worden sein. Die Zahlung des 
gewöhnlichen, am 29. Juni fälligen Census von 8000 Unzen fiir jedes laufende 
Jahr wurde durch diese Bestimmungen in keiner Weise berührt 

Die Hälfte dieses Census kam dem heiligen CoUegium zu. Sein Antheil 
wäre also 44426 Unzen gewesen. Bei einer Vergleichung der Rechnungs- 
bücher der beiden Kammern stellte sich aber heraus, dass die päpstliche 
Kammer von den bis 1330 gethätigten Censuszahlungen 4287 Unzen 
I '/^ Goldgulden mehr erhalten hatte, wie die camera coUegü.^) Es wurde 
demgemäss das Guthaben aus der rückständigen Summe von 88852 Unzen 
so vertheilt, dass die apostolische Kammer 42282 Unzen 3^/4 Goldgulden, 
die camera coU^i dagegen 46570 Unzen erhalten sollte. 

Nachdem dieses festgestellt worden war, handelte es sich iiir die 
camera coUegü darum zu untersuchen, auf welche Jahre die Rückstände 
entfielen, damit die in jenen Jahren in curia befindlich gewesenen Cardinäle 
ihren Antheil erhalten könnten. Wie wir sehen werden, stiess diese Unter- 
suchung auf erhebliche Schwierigkeiten. 

I. Zunächst wurde eine Uebersicht über die letzten Jahre und die sich 
ergebenden Rückstände aufgestellt. Aus dem am 29. Juni jeden Jahres 
falligen census Ordinarius fehlten 

für das Jahr 13 19 1037 Unzen Gold 

ftir das Jahr 1320 4000 „ „ 



^) Am I.Januar 1327 (Urk. No. 159b) gestattete Papst Johann XXII dem Könige Robert, 
dass gewisse Erträgnisse von Zehntgeldem aus seinem Königreiche so angesehen werden sollten, 
als wenn sie vom Könige zur Bezahlung seiner Censusschulden gesandt worden wären. Drei 
Jahreserträge des sechsjährigen Zehnten waren nämlich dem Könige früher schon überwiesen 
aber noch nicht erhoben worden. Nun bestimmte der Papst, dass die apostolischen Collectoren 
die Summen erheben, sie aber nicht dem Könige, sondern der apostolischen Kammer zustellen sollten, 
um dann zu dem genannten Zwecke verrechnet zu werden. Der Papst bestimmte aber aus- 
drücklich, dass die eingehenden Gelder nur ftir die apostolische Kammer in Rechnung gestellt 
würden; die camera coUegii solle keinen Antheil daran haben. Daher kommt es dann, dass 
wir in unserer Abrechnung ein grösseres Guthaben der camera collegii aus dem census Siciliae 
haben, wie es dasjenige der päpstlichen Kammer war. Die 4287 Unzen Gold, die das heilige 
Collegium mehr zu fordern hatte, kommen eben ans der genannten Finanzoperation her. 
(Vergl. Urk. No. 160.) Die Summen aus den Zehntgeldem stimmen allerdings nicht ganz genau 
mit dem, was die camera collegii mehr zu fordern hatte; der Unterschied ist jedoch unbedeutend. 
Vergl. Urk. No. 203. 



cxxxim 



Uebertrag 5037 Unzen Gold 

für das Jahr 1321 4000 

für das Jahr 1325 663 

für das Jahr 1326 4000 

für das Jahr 1327 2500 

(tir das Jahr 1328 200 

für das Jahr 1329 4000 



»» 



«• 



<i 



1* 



ff 



»1 



99 



99 



99 



99 



Summa 20400 Unzen Gdd. 



n. Auf diese Summe waren jedoch aus einer Zahlung des Jahres 1330 
auf Befehl des Kämmerers Cardinal Petrus de Arreblayo 6000 Unzen ^) 
getilgt worden, und zwar 

iiir das Jahr 13 19 1037 Unzen Gold 



für das Jahr 1320 
für das Jahr 1325 
für das Jahr 1327 
für das Jahr 1328 
für das Jahr 1329 



IIOO 

663 

2500 

200 

500 



99 



99 



91 



99 



99 



99 



99 



99 



99 



9» 



Summa 6000 Unzen Gold. 



I32I „ 4000 


9» 


99 


1326 „ 4000 


9» 


9* 


1329 9. 3500 


t) 


>» 



m. Es bleiben also, nach Abzug der 6000 von den 20400 Unzen, 
noch 14400 Unzen Gold pro censu ordinario zu zahlen*), die sich unter 
Abzug der Theilposten der zweiten Aufstellung vertheilen auf die Jahre 

1320 mit 2900 Unzen Gold 

für die ein eingehender VerÜieilungs- 
plan aufgestellt wird. 

Summa 14400 Unzen Gold 

im. Die allgemeine Rechnung stellt sich demnach wie folgt: 

Gesammtes Guthaben (siehe oben) 46570 Unzen Gold 

Verrechnetes Guthaben* 

Bezahlt 6000 Unzen 

Rückständig 14400 



Summa 20400 Unzen. 




20400 



99 



99 



Noch zu verrechnen bleiben ') 26 1 70 Unzen Gold. 



*) Vergl. Urk. No. 168. 

») VcTßl. Urk. NN. 169—173. 

•; Vcrgl. Urk. No. 174. 



cxxxv 

V. Nach Ausweis der oben erwähnten Rechnungsaufstellung hatten 
die Parteien gefunden, dass der camera collegii aus dem census antiquus 
zustanden 26170 Unzen Gold. (Siehe No. im.) Diese Summe hatte man 
ermittelt bei Prüfung der geschehenen Zahlungen vom Jahre 1301 ab. Unter 
Bonifaz VIII waren rückständig 93340 Unzen Gold, wovon der camera 
collegii zukamen 46670 Unzen Gold.^) 

In der Zwischenzeit waren gezahlt worden 

i) in den Jahren 1308— 1313 ^iiooo Unzen Gold 

für das Jahr 1297 ICKX) Unzen 

für das Jahr 1298 3000 

für das Jahr 1299 1000 

für das Jahr 1300 2000 

für das Jahr 1302 4000 

Summa 11 000 Unzen^ 

2) in den Jahren 13 16 — 1330*) ^9 500 

für das Jahr 1283 4000 Unzen 
für das Jahr 1284 3500 
für das Jahr 1299 2000 



9) 



)) 9t 






Summa 9500 Unzen, 



Summa 20500 Unzen Gold. 



VI. Guthaben aus dem census antiquus 

vom Jahre 1301 46670 Unzen Gold 

bis März 1330 waren abbezahlt^) 20500 



9t )• 



Mithin Rest der Schuldsumme 26170 Unzen Gold, wie oben 
unter No. IIII festgestellt worden ist. 

Wie diese Summe zu vertheUen sei, war aus den Büchern der camera 
collegü nicht klar zu ersehen. Darum setzte der Papst auf Vorschlag des 
camerarius collegii eine Commission ein, um die Sache genau zu untersuchen.^) 
Dieselbe bestand aus den Cardinälen lacobus Gaietanus, Arnaldus de Pelagrua 
und dem Kämmerer Petrus, wozu noch der päpstliche Kämmerer Gasbertus 
hinzugezogen wurde. Zur Erledigung der zahlreichen technischen Arbeiten, 
des Nachschlagens der Register und ähnlicher Dinge wurden die clerici et 
distributores collegü GuUelmus Medici und Michael Ricomanni berufen. 



») Vergl. Urk. No. 175. 

«) Vergl. Urk. No. 176. 

») Vergl. Urk. No. 177. 

*) Vergl. Urk. NN. 178 und 179. 



CXXXVI 



Als Beweisstücke bediente man sich alter Quittungen, einiger Briefe 
Papst Bonifatius VIII und der Register der beiden Kammern, i) Es muss 
auffallen, dass man nicht auf die Register Benedict XI, Clemens V, Johann XXII 
sowie andere Schriftstücke, die uns heute noch erhalten sind, zurück- 
gegriffen hat, um die Verhältnisse klar zu stellen. 

Vn. Die unter VI genannte Schuldsumme wurde mit den Einzahlungen 
der einzelnen Jahre verglichen, wobei sich das folgende Resultat ergab:*) 

Unter Zugrundelegung der bisherigen Einnahmen (siehe oben No. V) 
aus dem census antiquus blieben noch zu vertheilen 

für das Jahr 1284 5^0 Unzen Gold 

für das Jahr 1292 2670 

fiir das Jahr 1293 4000 

für das Jahr 1294 4000 

für das Jahr 1295 4000 

für das Jahr 1296 4000 

für das Jahr 1297 3000 

für das Jahr 1298 1000 

fiir das Jahr 1299 1000 

für das Jahr 1300 2000 



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Summa 26170 Unzen Gold, womit der 
Schlussposten unter No. mi auch belegt ist. 

Auf Grund dieser Feststellungen und mit Rücksicht darauf, dass weitere 
Aufschlüsse über den Zusammenhang der Dinge nicht zu erwarten seien '), 
wurde den clericis et distributoribus aufgetragen, dass in Zukunft alle Summen, 
die einkämen, zunächst zur Abtragung der Schulden aus dem census antiquus 
verwendet werden sollten. Auf diese Weise wollte man zunächst diese, in 
einzelnen Theilen nahezu fünfzigjährigen Guthaben, tilgen. Damach sollten 
die Guthaben aus dem census Ordinarius der Jahre 1320, 1321, 1326 und 
1329 an die Reihe kommen. 

In dem Actenstücke folgt dann eine genaue, auch für viele sonstige 
Fragen wichtige und lehrreiche Aufstellung der Cardinäle, die an den Summen 
der einzelnen Jahre ein Anrecht hatten. In den nachfolgenden Zahlungen 
der einzelnen Summen *) wird der Antheil des heiligen CoUegiums jedes Mal 
vom päpstlichen Kämmerer dem camerarius coUegü voll ausbezahlt. Letzterer 



') Vergl. Urk. NN. i8o, i8l und 182. 

•) Vergl. Urk. NN. 183—190. 

») Vergl. Urk. No. 191. 

*) Vergl. Urk. NN. 193—202. 



cxxxvn 

veröffentlichte dann einen Aufruf, worin die Erben der längst verstorbenen 
Cardinäle aus dem 13. Jahrhunderte aufgefordert wurden sich zu melden, 
um nach Ausweis ihrer Berechtigung den betreffenden Theil in Empfang 
zu nehmen. Meistens meldete sich Niemand und dann leitete der camerarius 
collegii die so frei werdenden Summen wieder an die päpstliche Kammer, 
der sie zu Recht gebührten. Wir haben darüber zahlreiche Actenstücke, 
die alle denselben Wortlaut haben, wovon ich unter den Urkunden eines 
ganz und mehrere andere im Auszuge mittheile. Waren mehrere Sunmien 
an längst verstorbener Cardinäle Erben auszuzahlen, so pflegte der Papst 
zu bestimmen, dass der Aufruf der Erben nicht für jede einzelne Summe 
neu erfolgen müsse. Der einmalige erfolglose Aufruf galt für alle weiteren 
Antheile, so dass dieselben gleich der apostolischen Kanmier zurück- 
gezahlt werden konnten. 

Wenngleich man vielleicht über minder wichtige Einzelheiten des bei 
der Verrechnung beliebten Verfahrens sein Erstaunen nicht unterdrücken 
kann, so muss man doch im Allgemeinen anerkennen, dass die ganze Angelegen- 
heit mit grosser Genauigkeit imd Gewissenhaftigkeit durchgeführt wurde. 

Vni. Von den ersten Zahlungen, die dann gemacht wurden^), 
wurden alle Summen laut Tilgungsplan verwendet. Zunächst zahlte man die 
Antheile aus, die aus den 500 Unzen Gold des Jahres 1284 ausstanden. 
Weiterhin 2535 Unzen Gold 2^/3 Goldgulden aus der Restsunmie des census 
antiquus für 1292. Mit geringen Abweichungen lässt sich dann in den 
Büchern beider Kammern, in den Introitus et Exitus, den CoUectoriae 
Camerae und den Registerbänden ein gewisses Fortschreiten der Schulden- 
tilgung verfolgen. Wie wenig regelmässig jedoch der Census fast immer 
gezahlt wurde, lässt sich in der zweiten Hälfle des 14. Jahrhunderts sehen. 
Wenn, wie zur 2^it Johann XXII, ein besonderer Anstoss zur Abzahlung 
der alten Schulden gegeben wurde, so wurden wohl eine Zeit lang regel- 
mässig der fällige Zins sowie die vorgeschriebenen Abzahlungen eingehalten. 
Bald jedoch hörte man damit wieder auf, so dass wir ständig mit grösseren 
Schulden zu rechnen haben. So schuldete die Königin Johanna praeter alia 
arreragia 277 000 Goldgulden, die alleine den vor ihrer Krönung verstorbenen 
Cardinälen zukamen. Diese bis zum Jahre 1352 sich erstreckende Schuld- 
summe wurde von den Schulden der Jahre 1352 — 1363 getrennt verrechnet.*) 
Hier muss auch auf die schon von Gottlob*) hervorgehobene Thatsache 



*) Vergl. Urk. NN. 203—207. 

^ Vergl. Urk. No. 208 b. 

*) Aus der camera apostolica des 15. Jahrhunderts, Seite 231. 



cxxxvm 



hingewiesen werden, dass Urban VI bestimmte, dass Gottesdienstindulte für 
Zeiten des Interdictes an Personen des Königreichs Sicilien nur mit der 
Clausel gegeben werden sollten: „dummodo huiusmodi interdictum non 
fuerit positimi propter censum dicti regni non solutum/' 



Wie oben schon angedeutet worden ist, kam es bei so alten Gudiaben 
sehr oft vor, dass die Cardinäle, denen Antheile zustanden, bei der wirk- 
lichen Auszahlung schon längst gestorben waren. Bei Vorhandensein von 
legitimirten Erben, gingen die Antheile auf diese über. Kannte man keine 
testamentarisch bestimmten Erben, so wurde in der audientia publica^) 
litterarum apostolicarum ein öfTentlicher Aufruf erlassen, dass die ev. Erben 
sich melden und als berechtigt zur Empfangnahme der Gelder ausweisen 
sollten. In der ersten Hälfle des 14. Jahrhunderts kam es beinahe bei jeder 
Censuszahlung, die nicht fiir die letzten 5 — 10 Jahre geleistet wurde vor, 
dass man die Erben aufrufen musste. Fast ebenso regelmässig ergab sich 
ein negatives Resultat Dadurch wurden die Summen frei, die dann „ex 
antiqua et approbata consuetudine" meistens der päpstlichen Kammer über- 
wiesen wurden. Die freigewordenen Antheile fielen nominell dem Papste 
zu und wurden theilweise dem Papste persönlich übergeben, theilweise dem 
camerarius oder den clericis camerae apostolicae vom camerarius coll^pi 
durch seine Unterbeamten ausgezahlt Wenn die betreffenden Summen dem 
Papste persönlich eingehändigt wurden, trug der apostolische Kämmerer 
dieselben unter den Exitus Camerae ein mit dem Vermerke, dass „dominus 
noster recepit pecuniarum summas in suo studio ubi sunt in cofTro rubeo*' 
oder ähnlichen. Gelangten die Gelder an den Kämmerer, so finden wir sie 
unter den Introitus Camerae vermerkt. 

Unter den abgedruckten Urkunden haben wir viererlei Arten, die sich 
mit diesen Verhältnissen beschäftigen: i) Die divisiones, in denen der 
Antheil eines jeden Cardinais bestimmt wird; 2) Quittungen des camerarius 
papae über den Empfang bestimmter Sunmien von Seiten des camerarius 
coUegii; 3) Eintragungen des camerarius papae über den Einlauf der Summen 
von der camera coll^^ aus; 4) Allgemeine Quittungen des Papstes an den 
König von Sicilien über bezahlte census fiir die camera apostolica und die 
camera collegii. Da es in dieser Darstellung sowohl darauf ankommt einen 
Begriff von der Grösse der Einnahmen des heiligen Collegfiums aus diesem 



») Vergl. Urk. No. 208. 



cxxxviin 

Census zu geben, als wie den Geschäftsgang zu veranschaulichen, so war 
es geboten zahlreiche Stichproben aus dem reichen Material in dem Urkunden- 
theile zu bieten. 

Schliesslich sei noch bemerkt, dass die Beamten des Königs von 
Sicilien meistens die ganze fällige Summe an die camera apostolica, zu- 
weilen auch an die camera collegii, oder auch wohl die eine Hälfte an den 
päpstlichen und die andere Hälfte an den Cardinalkämmerer auszahlten. 
Für alle drei Fälle haben wir urkundliche Belege. Die fast immer angewendete 
Art der Zahlung des census Siciliae bestand in Unzen Gold, die zu ftinf 
Goldgulden gerechnet wurden und zwar mussten sie bpni ponderis de camera 
sein. Einige Male kommen auch Goldducaten vor und ein einziges Mal 
Provisiner Pfunde. Klagen über schlechte Beschaffenheit des Geldes, Nach- 
richten über Coursgewinn oder -verlust habe ich keine gefunden. Ebenso 
kam nie eine Herabsetzung des Census oder ein einmaliger Nachlass von 
Schuldsunmien vor, wie wir es bei den übrigen Census von Fürsten noch 
finden werden. Bei der ausnehmenden Wichtigkeit, die das Königreich 
Neapel für den Kirchenstaat als unmittelbarer Grenznachbar hatte, verstehen 
wir die Festigkeit und Energie, mit der die Päpste stets auf völlige Klärung 
der Censusverhältnisse drangen, leicht. Es durfte auch nicht im Entferntesten 
die Meinung aufkommen, dass der Census nicht durchaus als ebenbürtiger 
Ausdruck der völligen Oberhoheit der Kirche über Neapel anzusehen sei. 
Wenngleich es bei den übrigen tributpflichtigen Staaten de iure genau so 
lag, so war doch de facto stets ein grosser Unterschied in der Behandlung 
ihrer Censusangelegenheiten zu merken. Sie waren eben nicht Grenznachbaren 
des Kirchenstaates. Naturgemäss spielte ausser diesen Erwägungen auch 
die hohe Summe des Census eine wichtige Rolle in der ganzen Angelegenheit. 

Für das heilige CoUegium war wohl die finanzielle Seite der nea- 
politanischen Frage das Ausschlaggebende. Denn sie besassen keine 
ständige, regelmässige Einnahme von der gleichen Höhe. Und 
wenn in Zeiten finanzieller Verwicklungen, wie nach dem Tode Clemens V, 
bezw. nach der Wahl Johann XXII die Entrichtung des census Siciliae 
ausblieb, so kamen manche Purpurati in arge Verlegenheiten, wenn nicht 
in bittere Noth. Dem giebt Johann XXII in dem schon erwähnten Briefe 
vom 4. April 1317^) einen überaus deutlichen und drtunatisch bewegten 
Ausdruck. Weniger ins Gewicht fallend waren diese Einnahmen für die 
Cardinäle, wenn durch längere Jahre hindurch anderweitige Einnahmequellen 
ergiebiger flössen, so z. B. zur Zeit als Johann XXn durch Schaffung einer 



*) Vergl. Urk. 148«. 



CXL 

grossen Zahl neuer Bisthümer ausserordentlich hohe Erträge aus den Servitien 
für sich und das heilige Collegium erhielt. Von der Wahl Clemens VH 
bis zur Rückkehr Martin V nach Rom lagen im Allgemeinen die Verhält- 
nisse fiir die Einnahmen der Cardinäle schlimm, wie wir später sehen werden; 
doch dieses hatte andere Gründe. 

2. Census Trinacriae, d. h. die Abgabe von der Insel Sicilien. 

Die Anerkennung eines von Neapel getrennten Königreiches Sicilien, 
regnum Trinacriae genannt, geschah unter Bonifaz VIII. Die Trennung der 
Insel vom Festlande hatte für Letzteres keine Verminderung des census, für 
Erstere dagegen eine Auflage von 3000 Unzen Gold, jährlich zu gleichen 
Theilen an camera apostolica und camera coll^i zu zahlen, gebracht. Der 
Fälligkeitstermin war am Feste Peter und Paul am 29. Juni. 

Von Anfang an erhielt das heilige Collegium 1500 Unzen Gold von 
diesem Tribut. Die erste ausdrückliche Nachricht der Vertheilung des census 
Trinacriae an die Cardinäle stammt vom 20. Juni 1304. An diesem Tage 
wurden 1000 Unzen Gold = 5000 Goldgulden de parte census Insulae 
Siciliae anni 1303 unter 8 Cardinäle vertheilt computato donüno nostro 
summo pontifice. Es wird dort angemerkt: Et sie restat habere dictum 
collegium pro dicto festo [Apostolorum Petri et Pauli anni 1303] pro comple- 
mento dicti census 500 uncias auri.^) 

Unter Clemens V und den folgenden Päpsten begegnen wir verhält- 
nissmässig regelmässig den Zahlungen dieses Census, der nicht im Ent- 
ferntesten die Schwierigkeiten verursachte, wie der census Siciliae. Irgend- 
welche Besonderheiten sind darum nicht zu verzeichnen. Im Uebrigen war 
der rex Trinacriae in Ansehung aller begleitenden Umstände auch viel leichter 
im Stande seine 3000, wie der rex Siciliae seine 8000 Unzen Gold zu zahlen. 

Bisher haben wir als feste, r^elmässige Einnahme des heiligen Col- 
legiums die Hälfte des census Siciliae in der Höhe von 20000 Goldgulden 
kennen gelernt; dazu kommen weitere 7 $00 Goldgulden aus dem census 
Trinacriae, wodurch sich die Summe auf 27500 Goldgulden erhöht. Im 
Verlaufe der Arbeit werden die weiteren festen Bezüge jedes Mal hinzu- 
gezählt werden, um am Schlüsse einen Ueberblick über die unveränderlichen 
Einnahmen*) der Cardinäle zu geben. 



*) Vergl. Urk. No. 2io«- 

') De iure waren diese Einnahmen in dem Sinne unveränderlich, dass jedes Jahr regel- 
mässig dieselbe Summe fällig war. De facto waren sie ausserordentlich veränderlich wegen der 
sehr häufigen Nichteinhaltung der Termine. Der obige Ausdruck ist demnach in ersterem 
Sinne zu verstehen. 



CXLI 

3. Census Regni Angliae et Terrae Hiberniae. 

Wie oben schon erwähnt,^) bezeichnet Bonifaz VHI im Jahre 1297 ^^^ 
census Angliae als eine selbstverständliche Einnahmequelle des heiligen 
CoUegiums. Diese Abgabe betrug 1000 Mark Sterling, die Mark zu 4 
[nicht zu 5*)] Goldgulden gerechnet, sodass 4000 Goldgulden jährlich zu 
zahlen waren. Diese 1000 Mark vertheilten sich in der Weise, dass 700 Mark 
für England und 300 Mark für Irland erlegt wurden.*) 

Bis zum Jahre 1290 scheint diese Abgabe ziemlich regelmässig, wenn- 
gleich nicht inuner in der dem heiligen Coll^um genehmen Form, ent- 
richtet worden zu sein. Dagegen hatte der König von England während 
der Jahre 1290 — 13 14 keinerlei Zahlung geleistet. Nach der alten Bestim- 
mung Innocenz HI waren die Zahlungstermine auf Michaeli und Ostern (je 
500 Mark) festgesetzt, die auch unverändert beibehalten wurden. Auf Grund 
der Urkunden bei Rymer konnte man sich immer schon ein annäherndes 
Bild von der Zahlung dieser Summen machen. In den obligationes et 
solutiones werden besondere Ereignisse, die sich bezüglich dieses Census 
ereignet hätten, nicht angeführt. 

Bonifaz VIII, dann Clemens V und weiterhin Johann XXII*) hatten 
eindringlich auf Zahlung der erwähnten Rückstände gedrungen, nachdem 
Letzterem vorher schon zwei Zahlungen gemacht worden waren. Durch 
eine eingehendere Untersuchung des noch nicht behobenen Materials aus 
den Registerbänden wird sich erst feststellen lassen, welchen BruchtheU der 
dem heUigen Collegium zustehenden Summen dasselbe auch wirklich erhalten 
hat. Denn beim englischen Census war die politische Constellation vor 
Allem massgebend, wenngleich das Verhältniss zwischen England und dem 
heUigen Stuhle in jener Zeit weniger getrübt worden ist, wie es bei den 
meisten anderen Staaten gelegentlich der Fall war. 

Rechnet man die 2000 Goldgulden des census Angliae zu den 
27500 Goldgulden fester Einnahmen der beiden vorhergenannten Census, 
so kommen wir auf die Summe von 29 500 flor. auri. 

4. Census Sardiniae et Corsicae Insularum. 

Am 4. April 1297 wurde für die beiden dem Rönüschen Stuhle unter- 
worfenen Inseln ein Tribut von 2000 Mark Sterling festgesetzt. Der ersten 



*) Siehe oben Seite cxxvnii. Vergl. hierzu auch Sägmttller, Die Thätigkeit und Stellung 
der Cardinäle bis Papst Boni&z VIU, Seite 190. 
«) Kirsch, Seite 35. 
■) Vergl. Urk. No. 257. 
*) Vergl. Urk. NN. 213, 214, 257 und 271«- 



CXLU 

uns erhaltenen Nachricht — soweit die verschiedenen Abtheilungen der 
Kammerhandschriften in Frage kommen, — von der Zahlung von looo Mark 
vom 29. Juni 1325^) geht schon eine Verhandlung vorher, wonach die Tribut- 
summe auf die Hälfte herabgesetzt worden war. Unter dem 20. November 1324 
schreibt Johann XXII dem Lehensträger König Jacob von Aragonien einen dies- 
bezüglichen Brief. Obschon der König gebeten, nur den vierten Theil des Census, 
d. h. 500 Mark Sterling, zahlen zu müssen, da er grosse Ausgaben bei Eroberung 
der beiden Inseln gehabt habe, so geht der Papst nicht darauf ein, sondern 
erlässt ihm nur die Hälfte des Census und zwar nur auf zehn Jahre. Der 
Papst betont, unter Hinweis auf den census Siciliae, bei dem trotz drücken- 
der Kriege und grossem Anwachsen der Schuldsumme nie eine Verminde- 
rung eingetreten sei, das Unerhörte des Vorganges, will aber doch für dieses 
Mal nuUo tamen pacto nuUaque conventione astrictus sed de mera liberalitate 
et gratia speciali diese Vergünstigung gewähren. Bleibe der König aber 
auch nur in einem Termine im Rückstande, so solle die ganze Vergünstigung 
für Vergangenheit und Zukunft null und nichtig sein und die ganze Schuld- 
siunme von je 2000 Mark Silber für alle zehn Jahre fallig sein. Diese Ver- 
günstigung müsse durch besondere Verfügung des Königs ausdrücklich ge- 
nehmigt werden, damit sie Kraft erhalte. Diese letztere Bedingung wurde 
durch eine Consistorialverhandlung vom 21. Juni 1325 erfüllt. Der Erlass 
der Hälfle des Census wird vom Könige durch einen eignen Gesandten 
anerkannt. Im Consistorium, zu dem der Gesandte zugelassen wird, lässt 
Papst Johann XXn seine diesbezügliche Bulle sowie das B^laubigungs- 
schreiben des Gesandten verlesen und verhandelt dann persönlich in 
lingua vulgari mit dem Gesandten, der im Auftrage seines Herrn alle 
Bedingungen des Censuserlasses ausdrücklich anerkennt und genehmigt. 
Ueber diesen Vorgang nahmen die dazu aufgeforderten Kammercleriker 
und Notare Johannes de Regio und lohannes de Lescapon einen notariellen 
Act auf.i) 

Acht Tage später*) erfolgte dann, wie oben bemerkt, die erste Zahlung 
von 1000 Mark, wovon die Cardinäle 500 erhielten. Die Herabsetzung des 
Tributes geschah nach vorgängiger eingehender Berathung im Einverständ- 
nisse mit dem heUigen CoUegium, ohne welches die Entscheidung für sie 
keine Rechtskraft gehabt hätte. 

Die Zahlung des folgenden Jahres wurde auf Bitten des Königs vom 
29. Juni erst auf den 10. Juli, dann auf den 4. August und schliesslich auf 



*) Vergl. Urk. NN. 222 und 223. 
•) Vergl. Urk. No. 224. 



cxLm 

den I. September^) verschoben, aber schon am 6. August vollzogen.') Am 
gleichen Tage wurden 5CX) Mark an die camera coUegii ausbezahlt, die am 
14. August zur Vertheilung an die Cardinäle gelangten.^) 

Die Zahlung des Jahres 1325 an das heilige Colleg^um geschah so, 
dass für die 500 Mark gegeben wurden 1020 Agni de auro, ^^^ Florentiner 
Goldgulden 15 sol. 4 den. Tur. parv. Der Agnus galt 19 sol. 10^/4 den. 
kleiner Tumosen, der Groldgulden 17 sol. Die Mark Silber wurde mit 
4 Goldgulden weniger 15 den. Viennen. berechnet.^) Im Jahre 1326 erkannte 
die camera apostoUca die Zahlung als richtig an, als der König fiir 1000 Mark 
einzahlte: 2152 Groldgulden, 1500 Agni de auro 29 sol. 5 den. Viennen. Die 
Mark wurde bewerthet mit 4 Groldgulden weniger i Tumosgroschen cum 
o rotunda. Bei der Umrechnung der Ag^i in Goldgulden, letzterer galt 
17 sol., wurden dieselben fiir 20 sol. i den. Tur. parv. eingewechselt. Im 
Jahre 1327^) erhielt das Coll^um seinen Antheil von 500 Mark in 1995 
Groldgulden 4 sol. 9 den. Viennen. ausbezahlt. 

Da man in runder Summe gine Einnahme von 2000 Goldgulden annehmen 
darf, so erhöhen sich die festen Bezüge der camera coUegii von 29 500 auf 
3 1 500 Goldgulden. 



ABSCHNITT V. 

Einkünfte aus der Grafschaft Venajrssiny den Patrimonialgütem der 
Römischen Kirche» Ferrara, dem Peterspfennig und sonstigen Zins- 
zahlungen. 

I. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin. 

Die Grafschaft Venayssin wurde durch einen Rector verwaltet, dem 
ein Schatzmeister zur Seite stand. Die Rectoren waren theils Geistliche, 
und dann wohl stets Cameralbeamte, theils Laien aus dem Adelsstande. 
Vom Jahre 1289 an erhielt das heilige CoUegium regelmässig die Hälfte der- 
jenigen Einkünfte, die nach Abzug der Verwaltungskosten von den Steuern 
und Renten übrig geblieben waren. Ausserordentliche Einnahmen aus 
gerichtlich verhängten Strafen waren scheinbar der camera apostolica allein 



*) Vcrgl. Urk. NN. 225—227. 

^ Vcrgl. Urk. No. 228. 

•) Vergl. Urk. No. 229. 

^) Siehe Kirsch, Seite 34, Anm. i. 

") Vergl. Urk. No. 230. 



cxLiin 

vorbehalten und konnten nur durch besonderen Erlass der Päpste zur Hälfte 
der camera coUegii zugewendet werden.^) 

Die erste Vertheilung der introitus comitatus Venajrsini unter die 
Cardinäle haben wir am 25. November 1295. Der Fälligkeitstermin war das 
Fest des heiligen Michael, 29. September. Der curiale Jahresabschluss für 
die Verwaltung war halber August, so dass die sechs Wochen zwischen 
beiden Terminen in der Theorie als tempus utile fiir die Uebersendung der 
Summen anzusehen sind.') In den dreissiger Jahren des 14. Jahrhunderts 
änderte sich diese Sache dahin, dass man eine assignatio reddituum ante 
festum Resurrectionis Domini und eine zweite ante festum Nativitatis Domini 
einführte*). 

Die Antheilnahme der Cardinäle an diesen Bezügen richtete sich also 
danach, ob sie an den Fälligkeitsterminen in curia weilten. Da eine genaue 
Theilung der Gelder zwischen beiden Kammern stattfand und die Aufzeich- 
nungen der camera apostolica über diesen Punkt wesentlich vollständiger 
sind, wie die der camera coUegii, so macht es keinerlei Unterschied aus, ob 
man die introitus der einen oder der anderen Behörde heranzieht. 

Irgend eine feste Sunmie wurde von den Rectoren nicht abgeliefert. 
Man kann demnach nicht sagen, dass zu Zeiten Bonifaz VIII der Antheil 
der camera collegü scheinbar 3500 Pfund kleiner Tumosen betragen habe.*) 
Vielmehr wurde der gesammte Ueberschuss einfach abgeliefert, wenn die 
Rectoren ehrlich waren, was nicht ausnahmslos vorkam. Wenn die abge- 
lieferten Summen durch mehrere Jahre hindurch ungefähr auf gleicher Höhe 
standen, so bedingt dieser Zufall keine feste Norm, wie wir sehen werden. 

Zunächst gebe ich eine Uebersicht über die Einnahmen einer Anzahl 
Jahre, wobei jedes Mal die halben Summen, als der Antheil des heiligen 
CoUegiums, eingesetzt sind. 

Für das Verwaltungsjahr 

1295^) giengen ein 1500 libr. Turon. parv. 
1296 „ „ 1 500 „ „ „ 



') Vergl. Urk. No. 267. Zu beachten ist aber der dieser Auffassung entgegenstehende 
Wortlaut der Bulle CaeUstis aUUudo. Darüber siehe unten: ,,Geschenke des Papstes an das 
heilige CoUegium**. 

') Aus. den Urkunden im zweiten Theile ersieht man dagegen, wie die Zahlungen in der 
Praxis ausgeführt wurden. 

*) Ich habe keinen Anhaltspunkt dafUr, in welchem Jahre die Sache geändert wurde; 
ebenso vermag ich auch über die Gründe keinen Aufschluss zu geben. 

*) Vergl. Kirsch, Seite 27. 

^) Bei den Jahreszahlen dieser Liste ist stets zu verstehen das vor dem 29. September 
des jedesmaligen Jahres liegende Rechnungsjahr. 



CXLV 

1297 giengen ein 2CXX) libr. Turon. parv. 

1298 „ „ 2000 „ „ „ 

1299 „ „ 1500 „ 

2 500 libr. Paparin. novorum. 

1302 „ „ 202 flor. auri. 

I SCX) libr. Coronat. sive Paparin. 

1303 n » 2333 flor. auri. 

1304 n n 2500 „ 

1310 „ „ 41880 Turon. gross. 

131 1 „ „ 80000 
13 14 » » 35 400 

13 16 „ „ 62 Va libr. Tur. gross, arg. 

15000 Tur. gross. 
1314— 1316 „ „ 64550 „ 

384 libr. Clement. 
13 18 „ „ 8778 Tur. arg. cum o rotunda. 

15 481 Tur. arg. cum o longa. 

*■ 5^^ >> >» >> >» >> 
6500 Tur. gross. 

1320 „ „ II 000 Tur. arg. cum o longa. 

13000 Tur. gross. 

300 libr. Viennen. 

70 libr. Tur. gross, cum o longa. 

Da unter den Einnahmen des Rechnungsjahres 29. Sept. 13 19 bis 
28. Sept. 1320 zum ersten Male redditus domorum et locorum olim Hospitalis 
sancti lohannis lerosolymitani de dicto comitatu erscheinen, so muss die 
Zusammenlegung der Güter der Hospitaliter mit den Domainen der Kammer 
im Jahre 13 19 stattgefunden haben. Die erste dieser Einnahmen für 1320 
betrug pro parte ipsam cameram contingente 

CXL flor. auri et XLIII Agnos de auro et vi libr. X sol. den. Tur. 

argenti cum o rotunda et in Turon. argenti cum o longa. 

Für 1321 16 148 Tur. gross, cum o longa. 

25 libr. Tur. cum o longa. 
Für 1322 29 libr. 15 sol. 7^/2 den. Tur. gross, cum o longa. 

60 libr. Tur. gross, cum o longa. 
Für 1326 162 libr. 14 sol. 10 den. Tur. gross, cum o rotunda. 

55 n 8 „ 5 „ „ „ „ „ longa. 

Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ^ 



CXLVI 

In dieser Verwaltung ist eine Episode merkwürdig, die mit der Ver- 
schleuderung der Kirchengüter an Verwandte Clemens V in Zusammenhang 
steht. Im September des Jahres 1310 wurde Raymimdus Guilelmi, Ritter 
von Budos, ein naher Verwandter Clemens V, zum Rector der Grafschaft 
bestellt. Derselbe fasste seine Aufgabe dahin auf, dass er zwar nach Mög- 
lichkeit die Bewohner der Grafschaft aussaugen dürfe, jedoch nicht ver- 
pflichtet sei, den nach Abzug der Verwaltungskosten übrig bleibenden Theil 
der Einnahmen ganz abzuliefern. Er hielt sich vielmehr ungefähr an die 
Summen, die seine Vorgänger an die Kanmiem gesandt hatten, und steckte 
den Rest in seine eigne Tasche. Die Sache wurde aber schon Papst Clemens V 
nütgetheilt; derselbe liess sich jedoch in seiner Schwachheit verleiten, dem 
Ritter von Budos die zu wenig gezahlten Summen zu schenken. Wahr- 
scheinlich haben die Cardinäle gegen diese sie schädigende Verfügung Wider- 
spruch erhoben, so dass sich der Papst veranlasst sah, seinen Fehler vor 
seinem Tode gut zu machen, indem er in sein Testament folgende Be- 
stimmung aufnahm: 

„Item modo, quo supra, mandavit inquiri, si pretextu remissionis facte 
per eum dicto domino Raymundo Guillermi de Busos {sie) de proventibus 
Veneissini, videlicet de illo, quod idem donünus Raymundus recepit plus, 
quam restituit de proventibus supradictis, — quamvis tantum restituerit, 
quantum aliquis, qui eum precesserit in rectoria Veneissini predicta, -^ 
dicto collegio in aliquo tenetur. Et si inveniatur ipsum teneri, vult et mandat 
illud restitui collegio supradicto." 

Johann XXII liess auf Grund dieser Testamentsbestimmung die Ange- 
legenheit im Jahre 1317 untersuchen. Der Schatzmeister der camera aposto- 
lica revidirte die Bücher des dem Ritter von Budos beigegebenen Schatz- 
meisters, und da ergab sich, dass vom Jahre 13 10 ab, die Sedisvacanz und 
den Beginn des Pontificates Johann XXII miteinbegriffen, von dem genannten 
Rector die stattliche Summe von 129 100 Turon. gross, und 768 Pfund 
Clement, unterschlagen worden war. Für die eine, der camera apostolica 
zustehende Hälfte von 64SSoTur. gross, und 384 Pfund Clement, hatte der 
Ritter von Budos den Indult Clemens V; der TheU der Cardinäle jedoch 
sollte de bonis ipsius domini papae Clementis ersetzt werden. Hierdurch ging 
der ungetreue Rector in jeder Beziehung frei aus. 

Als Beispiel dafür, dass die dem heiligen CoUegium zustehenden Summen 
sich stets mit den in der camera apostolica verrechneten Posten decken, 
habe ich unter den Urkunden (NN. 244* — 244^) einige Auszüge aus Cameral- 
acten gegeben, die sich allerdings in dieser Form seltener finden. Für ge- 
wöhnlich wurden nicht erst die gesammten Einkünfte unter die introitus 



cxLvn 

gebucht und der an die camera coUegii fliessende Theil unter die exitus, 
sondern man buchte nur die der camera apostolica gehörige Hälfte als 
introitus und begnügte sich für den anderen Theil mit der Quittung des 
camerarius collegii» die der thesaurarius comitatus Venaysini unter seine 
Bel^e aufnahm. 

Wenn auch die Summen in ihrer Höhe sehr wechselten, so stellen 
doch die Einnahmen für das heilige CoUegium aus der Grafschaft einen 
nicht unwesentlichen Posten dar. Unter die nach Umfang streng be- 
grenzten Bezüge können wir darum diese Gelder nicht einreihen, wenn- 
gleich sie regelmässig jedes Jahr ausbezahlt wurden. 

2. Einnahmen aus den Patrimonialgütern der Römischen Kirche 

und Ferrara. 

Ueber die .in der Ueberschrift genannten Einkünfte des heiligen CoUe- 
giums ist aus anderen umfangreichen Veröffentlichungen viel Material bekannt. 
Es genügt darum, hier beispielshalber auf einige Urkunden hinzuweisen, die 
bisher nicht benutzt wurden. 

An erster Stelle ist die Vertheilungsaufstellung vom 2. October 1304*) 
zu berücksichtigen. „Attende de quibus provincüs collegium recipiebat partem 
suam". Aus sieben Gebieten waren insgesammt 2904 Goldgulden ein- 
gekommen, und zwar aus dem Patrimonium, von der Abtei ad Pontem de 
Herbatico, von Civitavecchia, aus der Sabina, aus der Mark Ancona, aus dem 
Ducat und aus kleineren Census. Die Cardinäle waren noch im Conclave; 
nichtsdestoweniger wurde das Greld vertheilt und zwar, wie wir auch aus 
anderen Urkunden wissen, zu Händen ihrer Känmierer oder Verwalter, die 
darüber Quittung ausstellen mussten. Merkwürdiger Weise wollte Cardinal 
Matthäus Rubel seinen Antheil nicht annehmen; über die Gründe dieses Ver- 
zichtes sind wir nicht unterrichtet. Die so frei gewordene Sunmie gelangte 
nun nicht zur weiteren Vertheilung, sondern conversa est in solutionem 
debitorum collegü et expensarum factarum pro ipsius negotiis peragendis, 
worüber weiter unten die Rede sein wird. 

Die Mark Ancona, deren Statuten unter Benedict XI zu einem be- 
merkenswerthen Proteste des heiligen Collegfiums Veranlassung geboten 
hatten*), lieferte zu Beginn des 14. Jahrhunderts nicht unerhebliche Beträge 
an die Kammern ab. 1302 für vier Monate 1572 Goldgulden; 1304 für 
einen nicht näher bestinmiten Zeitraum 1270 Goldgulden; 1306 zusanmien 



*) Vergl. Urk. No. 247. 

*) Vergl. Urk. No. 246. Sfigmüller, Die Thatigkeit und Stellung der CardinSle bis 

Papst Bonifaz VIII, Seite 222 f. 

k* 



cxLvni 

mit dem Ducat 236CX) Goldgulden; 13 18 icxx) Goldgulden; 1322 Februar i 
397 Goldgulden; 1322 August 30 3000 Goldgulden und 1323 Januar 31 
6000 Goldgulden. 

Aus dem Patrimonium in Tuscien kamen ein im Jahre 1299 10000 Pfiind 
Papariner. Benevent ergab als Ueberschuss am 19. August 1321 2531 Gold- 
gulden, am 17. Mai 1323 1000 Goldgulden. 

Die durch apostolische Nuntien geführte Verwaltung von Ferrara hatte 
beispielsweise im Jahre 13 19 April 16 einen Ueberschuss von 4000 Gold- 
gulden ergeben.*) Späterhin, nach der Belehnung der Marl^[rafen von Este 
mit Ferrara, erhielten Papst und Cardinalscollegium jährlich einen festen 
Census von 10000 Goldgulden.') Derselbe blieb bestehen und wurde, mit 
einzelnen Unterbrechungen, ziemlich regehnässig bezahlt bis gegen Ende 
des 14. Jahrhunderts. Unter Eugen IIII wurde derselbe auf 4000 Gold- 
ducaten ermässigt. In der Folgezeit machte derselbe allerlei Wandlungen 
durch, die uns hier nicht beschäftigen können. Von den verschiedenen 
sonstigen Einkünften aus den Besitzungen der Kirche führe ich noch drei 
mit ziemlich erheblichen Summen an. Der Vicariat von Piacenza und einigen 
anderen Städten brachte dem Collegium 5000 Groldducaten, die Stadt Bologna 
musste ihm 4000 Goldgulden entrichten und der Vicariat von Verona, Parma 
und Vicenza ist mit 2500 Goldgulden einzutragen. 

Anno Domini iL • CCC • XlIi, indictione X. 1842 lun. 27. 

Et primo, anno quo supra, die xxvn mensis lunii, ind. et pontificatus 

predictis, reverendus pater dominus Johannes Novarien. episcopus et Luquinus 

de Vicecomitibus, domini de Mediolano, censum quam annis singulis ratione 

vicariatus Placencie etc. in X floren. auri Ecclesie Romane solvere tenentur 

in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli iidem domini censum ipsum 

if 

pro instanti festo dictorum Apostolorum per manus etc, solverunt dictos x flor. 
in X Ducat. auri, de quibus camera pro parte sua v Ducat. auri. 

Et collegium dominbrum cardinalium tantundem. 

Introitus et Exitus Cam. No. 195. fol. 22 r. 

1S42 lol. 8. 

Die III mensis lulii. Cum secundum conventiones et pacta dudum inter 
Ecclesiam Romanam et sindicos et procuratores communis universitatis et 
populi Bononien. habitam, universitas et populus predicti teneantur annis 
singulis in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli solvere censum 



>) Vergl. Urk. No. 250. 

•) Vergl. Urk. No. 254. Siehe auch Reg. Vat. No. 144. fol. ccxxxvi v. und fol. CCLXX r. 



cxLViin 

if 
VIII flor^) auri Ecclesie Romane dicti universitas et populus censum ipsum 

in VIII flor. pro festo dictorum Apostolorum proxime preterito per manus eU, 

If 

camere apostolice assignarunt, videlicet pro parte camere im flor. auri. 

Et coUegium dominorum cardinalium habuit tantundem. 
Introitus et Exitus Cam. No. 195. fol. 22 r. 

1842 Deeembr. 21. 

Nobiles viri domini Arbertus et Mastinus de Lestali iuxta pacta et 
conventiones habitas inter dominum nostrum papam et Romanam Ecclesiam 
ex parte una et dictos nobiles ex altera racione vicariatus civitatuum et 
districtuum Veron. Parme et Vincentie tenentur annis singulis in festo Aposto- 
lorum Petri et Pauli solvere pensionem V floren. ... de qua summa col- 
legium dominorum cardinalium habuit medietatem. 

Introitus et Exitus Cam. No. 203. fol. in r. 

Da das heilige Collegium aus diesen Zahlungen jährlich rund 16500 Gold- 
gulden erhielt, so steigt die Summe der festen Bezüge von 3 1 500 auf 
48000 Goldgulden. 

3. Einnahmen aus dem Peterspfennig. 

Scandinavien, Polen und England waren zu regelmässiger Zahlung des 
Peterspfennigs verpflichtet. Diese Abgabe war theils eine Kopfsteuer, theils 
eine Vermögenssteuer, theils eine in Form einer Pauschalsumme gezahlte 
Steuer. Für letztere Form führe ich ein Beispiel an: 

1334. lul. 14. Die xiiii mensis lulii dominus Egisillus') episcopus 
Arosien., qui ratione census, qui denarius beati Petri nuncupatur, ratione 
ecclesie sue debiti et per ipsum episcopum in civitate et diocesi Arosien, recepti, 
penes magistrum Petrum Gervasii canonicum Duracien., in partibus Dacie, 
Norwegie et Suecie apostolice sedis nuncium, in ducentis flor. auri solvendis 
camere domini nostri pape se obligaverat, assignavit camere predicte ex 
dicta causa summam predictam ^ II flor. auri. 

Introitus et Exitus Cam. No. 136. fol. 52 r.') 

Das Nähere über diese Einzelheiten ist in der reichhaltigen Litteratur 
verzeichnet, interessirt uns aber fiir unsere Frage nicht. Die zahlreichen 
päpstlichen Schreiben über den Peterspfennig in den verschiedenen Ländern 

^) Bologna brachte unter Martin V loooo Goldgulden und unter Julius II (vom 16. August 
1508 an) 16000 Goldducaten. 

*) Derselbe wird meistens Egislus genannt. Dieser Bischof von Westeraes in Schweden 
regierte vom 15. Mai 1329 — 1353 (Mai). Er war ans dem Predigerorden. 

*) In den Introitus et Exitus Cam. begegnen wir solchen Zahlungen häufig. 



CL 

enthalten häufig den Ausdruck „[denarium beati Petri] cameram nostram 
contingentem*', woraus auf das Klarste hervorgeht, dass das heilige CoUegium 
seinen Antheil an diesen Bezügen erhielt, wenn auch Nicolaus IUI dieselben 
in seiner Bulle in keiner Weise erwähnt. In den allgemeinen Bullen kommt 
dieser Ausdruck selten vor, fast immer jedoch in den sogenannten Cameral- 
bullen. Die höchst unregelmässig und nur unter grossem Widerstände ge- 
leisteten Zahlungen gaben zu häufigen Processen Veranlassung, von denen 
ich einen der interessantesten mit verbessertem Texte im zweiten Theile 
wieder abdrucke.^) Bezüglich des englischen Peterspfennigs ist zu erwähnen, 
dass es eine stets wiederholte Klage war, die Prälaten sammelten denselben 
zwar, lieferten ihn aber nicht nach Rom ab, sondern verwendeten ihn fiir 
eigne Zwecke. Das lässt sich bis in die Zeiten Leo X verfolgen. Die Ein- 
künfte waren meistens sehr wechselnd und nur selten irgendwie erheblich. 

4. Kleinere Zinszahlungen. 

Von den kleineren Zinszahlimgen berücksichtige ich im Urkundentheile 
nur den interessanten Census des Rogerius de Lauria, den er flir die Be- 
lehnung zweier Inseln im Golfe von Tunis in der Höhe von 50 Unzen Gold 
zu zahlen hatte. 

Bonifaz VIII belehnte den genannten gefiirchteten Seehelden mit den 
von ihm eroberten Inseln am 11. August 1295. Daraus geht hervor, dass 
nicht nur die im Jahre 1289 in den liber censuum schon eingetragen ge- 
wesenen Zinszahlungen dem heiligen Colleg^um zu Gute kamen, sondern 
auch alle später erst festgesetzten Census. Wir haben darin wohl mit Recht 
einen starken Beweis dafiir zu sehen, dass das gesammte Einkommen der 
Römischen Kirche, mit Ausnahme der Annaten und Zehnten, auch wenn 
es nicht ausdrücklich in der Bulle Caelestis altitudo enthalten 
ist, zwischen Papst und CoUegium getheilt werden musste. Bei dem 
inmier mehr erstarkenden Einflüsse der Cardinäle wäre ein Abweichen von 
dieser Norm für die meisten Päpste des 14. Jahrhunderts zudem wohl auch 
eine Unmöglichkeit gewesen, mindestens aber verhängnissvoll geworden. 

Fernerhin erblicke ich in dem bezeichneten Vorgange vor Allem ein 
Zeichen dafür, dass alle kleineren Census, sei es von Klöstern und Kirchen, 
sei es von kleinen Orten oder Castellen, stets zwischen beiden Theilen ge^ 
theUt worden sind, auch wenn das uns erhaltene handschriftliche Material 
von einer ausdrücklichen Ueberweisung der Hälfte an die camera coUeg^ zu 
Anfang noch nichts berichtet. 



») Vergl. Urk. NN. 26ib — 26id. 



CLI 

Es ist weder unter Bonifaz VIII, noch unter Clemens V, noch unter 
Benedict XI oder später irgend eine ausdrücklich bezeugte Neuerung ein- 
geführt worden, mit Ausnahme der Hebung des Missverständnisses über den 
englischen Peterspfennig unter Clemens V und Johann XXII, wovon ich 
oben schon gesprochen habe. Ein argumentum ex sUentio anzuführen, ist 
deswegen so misslich, weil bisher schon die Erfahrung in der so beschränkten 
Litteratur über diese Dinge gezeigt hat, dass derartige Schlüsse, aus dem 
Schweigen der Quellen hergeleitet, durch eine neue Handschrift oder ein 
Document über den Haufen geworfen werden. 

Die erste uns bekannte Zinszahlung des Roger de Lauria fallt noch 
in den Pontificat Bonifaz VIII, nämlich auf den 29. Juni 1303.^) Die Hälfte 
des census, nämlich 25 Unzen Gold, gleich 125 Goldgulden, gelangt am 
21. Januar 1304 unter Benedict XI zur Vertheilung unter 18 Cardinäle, 
computato domino nostro papa pro tempore cardinalatus sui. Lange ist 
übrigens dieser Census nicht gezahlt worden, so dass wir nicht berechtigt 
sind, die 125 Goldgulden unter die ständigen festen Einnahmen des heiligen 
Collegiums einzureihen. 

Ein näheres Eingehen auf die zur Genüge bekannten verhältnissmässig 
kleinen Beträge fiir die Exemption von Klöstern und Kirchen') erübrigt sich 
an dieser Stelle. An verschiedenen Orten werden im Urkundentheile einige 
solcher Hinweise gemacht, die aber für die Berechnung des Einkommens der 
Cardinäle und fiir Verwaltungsfragen der camera coll^i gänzlich belanglos sind. 

Am Schlüsse dieses Abschnittes gebe ich noch einige Summen an, 
die in einzelnen Jahren aus den bisher behandelten Einnahmequellen ein- 
gingen. Es sind Auszüge aus den Registern der apostolischen Kammer, 
doch gelten dieselben, wie schon erwähnt, in gleicher Weise für die camera 
collegü, weil beide Kammern je die Hälfte erhielten. 

1316 Aug. 12 — 1317 Aug. 6 
de censibus et visitationibus 33 S37V2 Aor- auri 24 den. cum massia de auro. 

unus den. Agnus de auro. 
6 Duc. de auro. 
I den. lanuen. 

I sol. 2 den. Tur. gross, cum o longa. 
246 libr. 17 sol. Tur. parv. 
43 libr. 14 sol. 20 den. Viennen.') 

*) Vergl. Urk. No. 264. 

*) Johann XXII erlSsst im ersten Jahre seines Pontificates eine grosse Reihe von Schreiben, 
die sich auf diese, lange nicht bezahlten Census erstrecken. Reg. Vat No. 63. Litterae de 
Curia. Vergl. auch den werthvollen Band Collect. Cam. No. 108. 

■) Introitus et Exitus Cam. No. 13. fol. I r — II v. 



CLII 

1317 Aug. 14 — 1318 Aug. 7 

de censibus et visitationibus 51 761^2 Aor. auri 24 sol. 9 den. Tur. gross. 

4 libr. 9 sol. 7 den. Viennen.^) 

macht zusammen 52710 flor. auri 6 den. Tur. gross et 9 den. Tur. parv.*) 

1318 Sept. s — 1319 Mai 24 

census minores et visitationes 2435^2 ^or. auri. 

14 Agni de auro. 

57 Marabutini de auro. 

12 sol. 5 den. Tur. g^oss. cum o rotunda. 

64 sol. 3 den. Tur. parv. 

y6 sol. IG den. ob. Viennen.*) 
1326 Sept. 3 — 1327 lul. 
de censibus omnibus et visitationibus 22439 ^o^- ^u^- 

12 Tur. gross, cum o longa. 

20 sol. 22 den. 3 obol. Viennen. 

74 V2 Tur. gross, cum o rotunda. 

5 sol. Tur. parv.*) 
1342 Sept. — 1343 Sept. 

recepta censuum et visitationum 7206^2 flor. 7 sol. 5 den. gr. 

24 sol. IG den. mon. Avinion.^) 
1346 lun. — 1347 Febr. 
census et visitationes 39845^/3 flor. 3 sol. ig den. ob. Tur. gross. Argenti. 

41 sol. 6 den. parv. Avinion. 
5 sol. Basilien.^ 



ABSCHNITT VI. 

Ausserordentliche Ueberwelsungen der Päpste oder dritter Personen 
an die eamera coUegii, bezw. einen Theil des heilgen CoUegfiums. 

Im 13. Jahrhunderte ragten die Cardinäle schon durch den Besitz 
zahlreicher Pfründen in allen Ländern, die ihnen von den Päpsten verliehen 
worden waren, hervor. Im 14. Jahrhunderte steigerte sich diese Ansammlung 



^) Introitus et Exitus Cam. No. 16. fol. 81 r. 

*) Ibidem, fol. 87 r. 

■) Reg. Aven. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 46). fol. 1741. — ij6t, 

*) Reg. Aven. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47). fol. 653 r. — 656 r. 

^) Introitus et Exitus Cam. No. 203. fol. III r. 

^ Introitus et Exitus C&m. No. 243. fol. 



CLIII 

der Beneficien in ihrer Hand so sehr, dass man, schon allein mit Rücksicht 
auf die Bestimmungen des canonischen Rechtes über die incompatibilia, von 
einem wahren Unwesen sprechen muss. Wenngleich die Päpste, häufig 
mehr gezwungen, wie freiwillig, während der Dauer ihrer Pontificate all- 
jährlich viele Pfründen an Mitglieder des heiligen CoUegiums vergaben, so 
bilden doch die Registerbände über das erste Jahr eines jeden Pontificates 
eine wahre Fundgrube für den Culturhistoriker, der die Geldbeweg^ng der 
Einkünfte der Kirchengüter in der christlichen Welt ins Auge fasst. ^) Viel- 
fach haben diese Vergabungen primi anni auch einen Partei-Beigeschmack, 
indem man beobachten kann, dass fast ausschliesslich die Mehrheit, die die 
Wahl zu Stande gebracht hatte, berücksichtigt, der übrige Theil des CoUegiums 
aber kaum bedacht wurde. 

Derartige Gunsterweise der Päpste gehören, da sie sich auf die einzelnen 
Cardinäle erstrecken und nicht die Gesammtheit berühren, nicht in unsere 
Betrachtung. Dieser Abschnitt befasst sich vielmehr mit solchem Anord- 
nungen der Päpste, die dem CoUegium der Cardinäle als solchem oder einem 
wesentlichen Theile desselben ein utile zuwandten. Man kann dieselben 
eintheilen in Geldzuwendungen, die gleich nach der Wahl stattfanden und 
in Zuwendungen und Gunsterweise, die mit dem Conclave in keinem directen 
Zusammenhange stehen. In diesem Sinne werden wir also im Folgenden die 
Frage zu beantworten suchen: Was erhielt das heilige Collegium an frei- 
willigen ausserordentlichen Zuwendungen der Päpste? Weiterhin sind dann 
auch noch sonstige Geschenke von dritten Personen ins Auge zu fassen. 

I. Geldgeschenke der Päpste an die Mitglieder ihres Conclave. 

Vielfach hat man sich schon mit den Geldgeschenken beschäftigt, die 
einzelne Päpste des 14. Jahrhunderts den Cardinälen aus Anlass ihrer Wahl 
machten. Die bisher beste Zusammenstellung der bekannt gewordenen 
Nachrichten dieser Art finden wir bei Kirsch.') Ich glaube seinen Angaben 
einiges hinzufugen und einzelne Punkte genauer feststellen zu können. Aus 
diesem Grunde untersuche ich die Frage neuerdings, ohne damit ein ab- 
schliessendes Resultat vorlegen zu wollen. Weitere Aufschlüsse sind un- 
zweifelhaft noch zu erwarten, da man wohl nicht mit Unrecht annimmt, 
dass sich der Brauch zur feststehenden Gewohnheit entwickelt hat, wenn- 
gleich die Bände der Introitus et Exitus des ersten Jahres vieler Pontificate 
keinerlei derartige Zahlungen vermerken. 



*) Vcrgl. u. a. Reg. Vat No. 63. fol. 352 ss. (Johann XXII.) 
>) Seite 37 und 38. 



CLiin 

Zunächst hat Benedict XI seiner Dankbarkeit (lir die Wahl Ausdruck 
verliehen, indem er den 17 Cardinälen, seinen Wählern, eine Summe von rund 
46000 Goldgulden zum Geschenke machte. Bei der am 30. October 1303^) 
vorgenonmienen Vertheilung ergab sich folgender Antheil fiir jeden Cardinal: 
2680 flor. auri; item 384 Tur. gross, de argento; item 378 duplas de auro; 
item 7 gross, duplices Paris, de auro; item 223 carlenos de auro; item pro 
valore residui dictarum monetarum i flor. et i duplum vel valorem. Die 
Randbemerkung in der Handschrift: donum novi pape, stellt, abgesehen 
vom Datum der Vertheilung, den Character der Zuwendung unzweifelhaft fest. 

Von Clemens V kann nicht mit gleicher Sicherheit gesagt werden, 
dass er den Cardinälen nach seiner Wahl Geld geschenkt habe. Ich vermag 
nur auf eine Stelle aus einer eingehenden grösseren Quittung hinzuweisen, 
die der Papst in einer Bulle vom 1 1 . Juli 1 307 der Handelsgesellschaft der 
Circuli von Florenz fiir ihre Thätigkeit im Dienste der apo$tolischen Kanmier 
ertheilt.^) Es heisst da: „Solvistis etiam de mandato nostro collegio car- 
dinalium Sancte Romane Ecclesie, ex nostra speciali g^tia eis facta, viginti 
unum milia florenorum auri, prout per nostras litteras buUatas^) constat." 
Dass die Quittung über die Zahlung i^/^ Jahr nach der Krönung erfolgte, 
spricht nicht dagegen, dass wir es mit einem Wahlgeschenke zu thun haben, 
wohl aber die Kleinheit der Summe, deren Tausende auch in keinem rechten 
Verhältnisse zur Zahl der Cardinäle des Conclave stehen. Inmierhin ist die 
Möglichkeit vorhanden, dass es eine Theilzahlung einer grösseren Summe 
gewesen sein kann, die doch ab Wahlgeschenk aufzufassen ist. Diese 
Möglichkeit wird unterstützt durch eine Quittung an dieselbe Adresse vom 
II. März 1306*), worin von einer Summe von 3125 Goldgulden zu Gunsten 
des Cardinalcollegiums die Rede ist. Im Ganzen wären also 24125 Gold- 
gulden zur Vertheilung gelangt. 

Wenn bisher einfach angenommen wurde, dass Johann XXII aus eignem 
Antriebe am 9. August 13 16 zu Lyon den Cardinälen die Hälfte des Be- 
standes des päpstlichen Schatzes sowie „medietatem omnium servitiorum, 
visitationum, censuum, fructuum et aliorum debitorum undecunque veniencium, 
que percepti fuerant vel debebantur tempore sue creationis" geschenkt habe, 
so hat man nicht auf eine Schwierigkeit geachtet. Bei der Untersuchung, 
die Johann XXII über den Verbleib der Gelder Clemens V anstellte, sagte 
der Magister Amelius de Beronia, canonicus Thuronen., in seinem Verhöre 



*) Oblig. lA. fol. 4or. Vcrgl. Kirsch, Seite 128. 

«) Vergl. Urk. No. 270. 

*) Die litterae bullatae habe ich im Register nicht gefunden. 

*) Vergl. Urk. No. 276. 



CLV 

aus, dass von den 70000 Goldgulden, die Clemens nicht seinen Verwandten 
übergab, „medietas futuro tunc successori dicti domini C, et alia medietas 
collegio dominorum cardinalium debuit assignari/*^) Diese zeugen- 
eidliche Aussage würde also die Zuwendung von 35000 Goldgulden an die 
Cardinäle nicht auf Johann XXII beziehen, sondern auf Clemens V. Dieser 
Auffassung stehen zahlreiche Bemerkungen gegenüber, die bezüglich der 
genannten Summe stets von einem donum factum Lugduni per lohannem 
papam XXII sprechen. Vielleicht lassen sich beide Angaben dahin ver- 
einigen, dass Clemens vielleicht mündlich den Wunsch ausgesprochen hat, 
sein Nachfolger möge den Cardinälen die Summe schenken. Denn wäre 
die Summe testamentarisch dem CoUegium vermacht worden, — wovon im 
Testamente nichts steht, — so wären die Cardinäle sofort nach dem Tode 
des Papstes in den Besitz des Geldes gelangt. Und auf der anderen Seite 
hätte Johann XXn mit einem Geschenke an die Cardinäle wohl noch eine 
Zeit lang gewartet, wenn nicht ein Wunsch seines Vorgängers vorgelegen 
hätte, da die päpstliche Kasse ausser den 70000 Goldgulden weiter keine 
Bestände aufwiess. Diese an und fiir sich sehr geringe Summe fiir die 
grossen Ausgaben eines eben beginnenden Pontificates noch um die Hälfte 
freiwillig kürzen, hiesse docli muthwillig den grössten Geldverlegenheiten, — 
die sich gar bald bemerkbar machten, — entgegen gehen. Ich glaube 
darum, dass die oben ausgesprochene Erklärung der sich scheinbar wider- 
sprechenden Nachrichten viele Wahrscheinlichkeit für sich hat. 

Cardinal Lucas de Flisco war nicht im Conclave gewesen, mithin hätte 
er an dem ganzen Geschenke keinen Aniheil gehabt. Auf besonderen Wunsch 
des Papstes sollte er aber nicht ganz leer ausgehen. Am 28. December 13 16 
gelangten 10 000 Goldgulden aus dem census Siciliae pro anno 13 14 und 
3500 Goldgulden als medietas depositi in domo Praedicatorum Montispesulani 
per dementem papam V facti als Geschenk Johann XXII zur Vertheilung.*) 
Am Schlüsse der Rechnung findet sich die Bemerkung: „Voluit enim dominus 
noster papa predictus, quod dictus dominus Luchas haberet partem de 

M 

dictisxm* v flor., si placeret dominis cardinalibus, quamvis fecisset 
donum apud Lugdunum XXn cardinalibus, qui tunc erant ibidem presentes, 
de pecunUs que erant apud cameram et de debitis pro medietate; et voluerunt 
dicti domini XXII cardinales, quod ob reverenciam domini pape dictus 
dominus Luchas de predictis Xin • v flor. dum taxat partem haberet, 
set non de residuo, quod restabat ad solvendum." 



^) Vergl. Urk. No. 276. 

>) Vergl. Urk. No. 321. Siehe auch Urk. No. 271b. 



CLVI 

Der letzte Theil dieser Bemerkung beschränkte also den Antheil des 
Cardinais Lucas de Flisco auf den ihm aus der genannten Summe zufliessenden 
Antheil. Nun muss der Cardinal wohl Ansprüche auf die übrigen Theile 
der Schenkung gemacht haben, obschon er dazu kein Recht hatte, oder 
vielleicht der Papst mit weiteren Wünschen für den Cardinal hervorgetreten 
sein. Vermuthlich um langen Auseinandersetzungen auszuweichen, bestimmte 
das heilige Collegium, dass er an der divisio census ordinarii pro anno 1316 
Theil nehmen solle, obschon er seiner Zeit ausdrücklich per dominum papam 
et collegium de dicto censu et aliis debitis extitit privatus.*) Für diese Gunst- 
bezeugung musste er eine Gegenleistung machen, die, wie folgt, beschrieben 
wird: „Set tempore solutionis presentis facte de pecunia suprascripta per 
ipsos camerarios extitit ordinatum, quod dictus dominus Lucas de supra- 
scripta pecunia porüonem haberet sicut alii domini cardinales, dum tamen 
primo renuntiaret omnibus illis, que obvenerant seu obvenire debuerant 
Romane Ecclesie a die obitus domini Clementis pape V usque ad diem 
illam, qua dictus dominus Lucas ad curiam est reversus. Super quibus dictus 
dominus Lucas dictorum dominorum cardinalium se supposuit voluntati, et 
premissis omnibus renuntiavit expresse, ut in litera, suo sigillo pendenti 
sigillata, quam super hoc idem dominus Luchas concessit domino Berengario 
episcopo Portuensi, recipienti eam nomine suo et aliorum dominorum car- 
dinalium predictorum, plenius continetur." Weitere Nachrichten über diesen 
Gegenstand liegen nicht vor. 

Die Cardinäle erhielten aus der Schenkung Johann XXII u. a. folgende 
grössere Summen: die Hälfte des Bestandes der camera apostolica im Betrage 
von 3 5 OCX) Goldgulden. Drei Mal je 10 000 Goldgulden aus dem census 
Siciliae, 3500 Goldgulden als Hälfte der im Dominikanerkloster zu Mont- 
pellier befindlichen Summe aus der Zeit Clemens V, 2500 Goldgulden, deren 
Herkunft nicht genannt wird*) und die Kammerantheile aus anderen Census 
sowie den Servitien. Im Ganzen kann man sagen, dass es annähernd wohl 
90000 — 100 000 Goldgulden gewesen sein mögen. 

Benedict XII schenkte seinen 23 Wählern 100 000 Goldgulden, „quos 
dicto coUegio ex liberalitate nostra concessimus." Dieselben wurden durch 

*) Vergl. Urk. NN. 154 und 156. Siehe Kirsch, Seite 37, Anm. I. Nicht im Ein- 
klänge damit steht folgende Bemerkung: 

1816 Septembr. 6. 

.... et retentis pro parte domini Luce de Flisco, qui secundum ordinationem fiictam de 
consilio et assensu dominorum cardinalium per dominum nostrum papam nichil recipere debet, 
nisi solum de serviciis, censibus, visitationibus foctis, debitis et contractis et solutionibus fructuum 
Venaysini receptis tempore predicti domini Clementis pape Vt». 

Oblig. 4. fol. 7v. 

*) Vielleicht aus dem Pariser Depositum Clemens V. 



CLvn 

seinen Kämmerer den clericis coUegii ausbezahlt; der Papst entlastet seinen 
Kämmerer betreffs dieser und anderer Summen am 7. April 1335.^) 

Clemens VI folgte Benedict XII am 7. Mai 1342. Gleich am 12. Mai 
schon haben wir die Auszahlung von 108000 Goldgulden an das heilige 
CoUegium, wie folgender Eintrag beweist: 

1842 MaU 12. 

Eadem die tradite fuerunt de mandato dicti domini nostri pape per 
reverendum patrem dominum lohannem Avinion. episcopum et venerabilem 
virum dominum lacobum de Broa archidiaconum de Lunacco in ecclesia 
Bitteren., thesaurarios dicti domini nostri pape, in presencia reverendorum 
patrum dominorum Gasberti Narbonen. archiepiscopi, domini pape camerarii, 
et Hugonis Dei gratia abbatis Sancti Germani Angelicen., dicti domini nostri 
pape germani, ac venerabilium virorum dominorum Guillermi de Petrilia, 
Guillermi de Bos et lohannis de Amelio, clericorum camere apostolice, 
venerabilibus viris dominis Petro Raimundi de Savinhaco et Francisco 
Bedossii, clericis collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane 
Ecclesie cardinalium, recipientibus pro dicto coUegio dominorum cardinalium 
predictorum ex dono, eidem coUegio facto per dictum dominum nostrum 
papam, de pecuniis in turri superiori repositis cvin flor. auri. 

Introitus et Exitus Camerae. No. 195. fol. 18 r. 

Auf jeden Cardinal, — es waren 18 Wähler gewesen, — entfielen 
mithin 6000 Goldgulden. Die bisherigen donationes hatten auf die Ab- 
rundung der Summe nach Massgabe der Zahl der Wähler keine Rücksicht 
genommen. Aus der Schilderung des Vorganges der Auszahlung ersieht 
man die Wichtigkeit der Sache; mit Ausnahme des camerarius collegii hatte 
man das gesammte Personal beider Kammern aufgeboten. 

lieber die vier folgenden Päpste Innocenz VI, Urban V, Gregor XI 
und Urban VI habe ich bisher noch keine Nachrichten über Wahlgeschenke 
gefunden. Erst unter Bonifaz IX begegnen wir in den Registern wieder 
einer Zuwendung an das heilige Collegium aus Anlass der Wahl. Die 
Verhältnisse des Schisma's haben wohl Bonifaz IX nicht erlaubt den Car- 
dinälen eine Geldsumme anzuweisen. Er ging deswegen dazu über ihnen 
portionem suam et portiones cardinalium privatorum et mortuorum zu schenken. 
Vermuthlich erstreckte sich die Schenkung auf alle Einkünfte, die die 
camera apostolica mit dem collegium theilen musste. 

Die Bedachten werden bezeichnet als „qui revera erant presentes in 
curia tempore solutionum", oder einfach „nunc presentes" oder „qui fuerunt 



*) Vergl. Urk. No. 277«- Siehe auch Souchon, Die Papstwahlen, Seite 48. 



CLvra 

in conclavi, qui sunt XII." Auf diese Cardinäle beschränkte sich die Ver- 
günstigung bis zu ersten divisio nach der ersten Cardinalsemennung des 
Papstes. 

Bonifaz DC wurde am 2. November 1389 gewählt und 9. November 
gekrönt. Unter dem Datum des folgenden Tages wurde schon die Zuwendung 
in das Register eingetragen und die Namen der Berechtigten aufgeführt: 

Perusinus, Andreas Martini Bontempi. 

Pisanus, Franciscus Moricotti. 

Aversanus, Poncellus Ursinus. 

Florentinus, Angelus Acciaiolus. 

de Flisco, Ludovicus de Flisco. 

Manupellus, Thomas Ursinus de Manupello. 

de Alifia, Franciscus de Alifia. 

Tudertinus, Stephanus Palosius. 

Monopolitanus, Franciscus Carbonus. 

de Brancatiis, Rainaldus Brancatius. 

Bulcanus, Marinus Bulcanus 

de Laude, Angelus de Anna de Summaripa. 
Die ersten Namen' sind die im r^^ter cedularum verzeichneten. Je 
nach der 2^it, die zwischen Verpflichtung zur Zahlung und der Zahlung 
selbst verstrichen war, wurden auch die frei werdenden Summen grösser 
oder kleiner. Einige Male sind es nur 2 oder 3 portiones, meistens 6 bis 10, 
aber es kommen auch Bemerkungen vor, wie portiones mortuorum, qui 
sunt XVI oder xvni. Auf diese Weise kam für jeden Cardinal eine statt- 
liche Summe heraus, die sich allerdings nicht mit den Geschenken früherer 
Päpste auf eine Stufe stellen lässt. 

Die alleinige Begünstigung der Wähler hörte nach der ersten Creation 
auf Dieselbe fand statt am 18. December 1389. Es wurden 4 neue Car- 
dinäle creirt und 3 restituirt. In der ersten divisio nach diesem Consistorium, 
nämlich am 10. Februar 1390, finden wir eine neue Verordnung des Papstes, 
wonach die 7 Cardinäle vom 18. December 1389 ebenfalls ihren Antheil an 
dem Geschenke haben sollten. So bleiben die Verhältnisse bis zum 
17. November 1390, wo wir den Eintrag finden: „Portionem vero cardinalium 
mortuorum capit dominus noster", oder „capit camera apostolica porciones 
domini nostri, qui tunc erat cardinalis Neapolitanus, et mortuorum." Aus 
dieser ZusammensteUung ergiebt sich, dass der Papst sein Geschenk auf die 
Dauer eines Jahres ausgedehnt hatte. 

Weitere Nachrichten über derartige Wahlgeschenke sind mir bisher 
nicht bekannt worden. 



CLvini 

2. Sonstige Geschenke von Seiten der Päpste. 

Es sind ausser den Wahlgeschenken noch dreierlei Arten von Zu- 
wendungen der Päpste an die Cardinäle zu unterscheiden: i) Ueberweisung 
von Strafgeldern aus den Besitzungen der Römischen Kirche, und 
2) Gewährung von Vortheilen bezüglich der von den Cardinälen inne gehabten 
Benefizien; 3) Schenkung der Antheile der abgesetzten Cardinäle Colonna. 
Am 14. December 1301 gelangten 5000 Goldgulden de condemnatione 
communitatis civitatis Perusinae^) zur Vertheilung an das heilige Coll^ium. 
Dem Eintrag ist die Bemerkung hinzugefügt: „Fuit autem dicta pecunie 
summa concessa eidem collegio per dominum nostrum summum pontificem 
die X mensis Maii proxime preteriti". Ich schUesse aus diesen Worten, 
dass die Strafgelder, die in den verschiedensten Theilen des Kirchenstaates 
in jener Zeit häufig erhoben wurden, trotz des entgegenstehenden Wortlautes 
nicht unter die Bewilligungen der Bulle vom Jahre 1289 fallen. Wenn dem 
so ist, so rechtfertigt sich wohl auch die Auffassung, dass die Strafgelder 
der Juden in der Grafschaft Venayssin^, ohne dass eine Schenkung von 
Seiten des Papstes ausdrücldich erwähnt wird, hier angeführt werden müssen.^) 
Im Bande Oblig. i^ sind eine Anzahl dieser uud anderer Verurtheilungen 
verzeichnet, die ich hier kurz zusammenfasse. 

1150 libr. Coronat. [= 1 122 Goldgulden] quae superfuerunt expensis 
rectoris comitatus Venayssini, Coursgewinn, Judenstrafe und 
Strafgelder des Bischofs von Carpentras. 
750 libr. Coronat. seu Paparin. [= 672 Goldgulden] de condem- 
natione ludaeorum, de aliis fructibus et condemnationibus. 
400 Goldgulden de condemnatione contra ludaeos. 
325 Goldgulden de condemnatione contra ludaeos. 
69 Goldgulden Coursgewinn an Strafgeldern. 
384 Goldgulden de solita condemnatione ludaeorum. 
500 libr. Coronat. de condemnatione quorumdam hominum 

laicorum. 
750 libr. Coronat. de condemnatione castri de Patervis. 



») Vergl. Urk. No. 267. 

*) Vergl. Urk. NN. 265, 266 und 268. 

^ Der betreffende Abschnitt der Bolle Nicokos IUI lautet: Quare de communi fntrum 
nostrorum consilio et assensu praesenti sanctione statuimus et decemimus de plenitudine aposto- 
licae potestatis, ut de universis fructibus, redditibus, proventibus, multis, condemnationibus 
et censibtts supradictis fiat divisio in duas partes, quamm una papali camerae semper cedit, 
reliqua vero inter cardinales eosdem aequaliter dividatur, quodque partem huiusmodi prae- 
dictorum fructuum, reddituum et proventuum, multarum, condemnationum et censuum 
coUegium cardinalium eorundem percipiat iure suo. 



CLX 

Die hier genannten Coronati oder Paparini (Pauperini) novi werden 
iheils mit 25^,, theik mit 23^/, und theils mit 20 Vj solid, für den Gold- 
gulden berechnet. 

Bezüglich des zweiten Punktes ist zu bemerken, dass die Päpste, 
namentlich nach Johann XXII, allerlei Ausnahmen von ihren allgemeinen 
Bestimmungen über den Erwerb, den Besitz, die Vereinigung, den Wider- 
ruf u. s. w. von Pfründen für das gesammte heilige CoUegium festsetzten. 
Dadurch wurden alle Cardinäle berührt und begünstigt; doch flössen dem 
Einen mehr materielle Vortheile daraus zu, wie dem Anderen, weil der 
Pfründenbesitz der Cardinäle ein sehr wechselnder und verschiedener war. 
Im Urkundentheile habe ich aus dem reichen, hierher gehörigen Materiale 
zwei Beispiele^) angeführt, die zeigen, um was es sich hier handelt. Ueber 
die Antheile der abgesetzten Cardinäle lacobus und Petrus de Colunma ist 
zu vergleichen Kirsch Seite 39, No. 4.*) 

3. Geschenke dritter Personen an das heilige Collegium. 

Verhältnissmässig sehr selten sind die Spuren, die uns von donationes 
inter vivos oder inter mortuos von dritten Personen an die Gresammtheit 
der Cardinäle unterrichten. Die sechs, unter NN. 281 — 286 mitgetheilten 
Urkunden, sowie noch zwei von Kirsch angeführte, sind die einzigen mir 
bekannt gewordenen Zeugnisse dieser Art. Drei dieser Schenkungen gehören 
zur ersten und drei zur zweiten Kategorie. Besondere Bedeutung hat des- 
w^en dieser Punkt für die Verwaltung der camera collegü nie gehabt; ein 
weiteres Eingehen darauf erübrigt sich darum.*) 



ABSCHNITT VII. 
Eigentliche Verwaltungsangrelegrenheiten und Verwandtes. 

I. Gemeinschaftliche Ausgaben des heiligen Collegiums. 

Es ist natürlich, dass eine Gesellschaft von Menschen, die über gemein- 
schaftliche Einnahmen verfugt, auch, wenigstens in gewissem Umfange, 
gemeinschaftliche Ausgaben haben muss. Bei der Eigenart der Einnahmen 



*) Vergl. Urk. NN. 277 und 278. Von Clemens VI giebt es mehrere Verfilgungen dieser 
Art. Siehe Reg. Vat. NN. 144 — 146. 

*) Vergl. hierzu Urk. NN. 288« und 288b. 

') Vergl. übrigens die Ausführungen bei Kirsch, Seite 38 und 39. 



CDXI 

des heiligen CoUegiums ergiebt sich nun, dass die Ausgaben so verschwindend 
kleiner Art sind, dass sie nur höchst selten in den Geschäftsbüchern zum 
Ausdruck gelangen. Für die Zeit des 14. Jahrhunderts hat man Mühe einige 
Beispiele zusammenzutragen, während zu Beginn des 15. Jahrhunderts, aller- 
dings durch die kirchenpolitischen Verhältnisse hervorgerufen, derartige 
Ausgaben häufiger vorkommen und theilweise auch einen ganz verschiedenen 
Character annehmen. 

In diesem Abschnitte lasse ich naturgemäss die beiden früher schon 
erörterten Punkte der Gehaltszahlungen an den camerarius und die clerici 
coUegii bei Seite. Das sind selbstverständliche Dinge, die sich ein Jeder, 
auch ohne dass ich sie näher behandelt hätte, von selbst klargemacht hätte. 
Was ich hier vielmehr kurz zu besprechen gedenke, das sind jene Ausgaben, 
welche uns einen, wenn auch nur kleinen Einblick in die intimere Verwaltung 
des heiligen CoUegiums gewähren. 

Anfang und Ende der Entwicklung für den hier behandelten Zeitraum 
zeigt zunächst die, im Uebrigen ganz naturgemässe Thatsache, dass sich 
die expensae collegii nicht erst im Laufe der Zeit herausgebildet haben, 
sondern dass dieselben von Anfang an als solche bestanden, jedoch mit 
dem Fortschritte der Zeit immer mehr anwuchsen. Die erste Nachricht 
über gemeinschaftliche Ausgaben der Kammer der Cardinäle setzt mit dem 
Jahre 1295 ein, also mit jenem Zeitpunkte, von welchem ab uns überhaupt 
eigne Nachrichten über die durch das heilige CoUegium selbst gethätigte 
Verwaltung seiner gesammten Einkünfte erhalten sind.^) Es handelt sich 
in dem angezogenen Falle um eine Supplementzahlung auf Grund der Klar- 
stellung einer Währungsfrage. Die nachgezahlten 60 Goldgulden 19 kleine 
Turnosen „non sunt distributi, set sunt apud dictos mercatores pro faciendis 
expensis in citationibus prelatorum et aliis agendis collegii*^ 

Im folgenden Jahre (1296) werden einem Prälaten 10 Groldgulden 
für seine citatio in Anrechnung gebracht. Vier Jahre später werden den 



^) Ich kann es nicht unterlassen, hier nochmals hervorzuheben, dass das, was ans vorher 
über den arcarius, syndicus, oeconomus etc. des heiligen CoUegiums berichtet wird, uns in keiner 
Form eine Handhabe bieten kann, eine Verwaltung, wie wir sie von 1295 ab genau kennen, auch schon 
frflher vorauszusetzen. Die Vertheilung der servitia communia durch den arcarius im Laufe des 13. Jahr- 
hunderts, die Empfangnahme von 500 Mark des census Angliae et Terrae Hibemiae in der gleichen 
Zeit durch den camerarius collegii und ähnliche Thatsachen, die uns ttberliefert sind, lassen sich 
ganz gut verstehen und erklären, wenn wir nur einen camerarius collegii, — dessen Spuren ich 
allerdings nicht als bis in das 1 2. Jahrhundert reichend anerkennen kann, — annehmen, der, ohne 
weiteres Beamtenpersonal, entweder durch seine Familiären, oder durch mercatores, oder durch 
die Beamten der camera apostolica die wenigen Geschäfte abwickeln lässt. Früher schon erwähnte 
Thatsachen stützen diese Ansicht nicht unwesentlich. Für dieses und das Folgende sind übrigens 
zu vergleichen NN. 287, 288, 289, 247, 290, 64, 293, 294, 297«» 297b und 308. 
Baumcartbn, Finanzverw. des Card.-CoIIeg. im Mittelalter. 1 



CLXU 

Kaufleuten, die die Geschäfte des heiligen CoUegiums besorgen, 14 Goldgulden 
angewiesen pro aliquibus expensis iam factis et faciendis. Einen ähnlichen 
Wortlaut finden wir zum Jahre 1304: „Pars vero dicti domini Mathei Rubei 
conversa est in solutionem debitorum coUegii et expensarum factarum pro 
ipsius coUegii negociis peragendis." 

Ausser der positiven Thatsache, dass fiir die Mahnbriefe an säumige 
Prälaten Geld aus der Kasse des Collegiums entnommen wurde, wird uns 
nichts weiter berichtet, was uns einen Einblick in diese Seite der Verwaltung 
gewährte. Mit den allgemeinen Ausdrücken der Verwendung des Geldes 
für die dem CoU^ium entstehenden Unkosten ist nicht viel anzufangen.*) 

Zum Jahre 13 15 haben wir dann die interessante Mittheilung, dass 
dem Boten, der einen Brief der Cardinäle dem Könige von Frankreich über- 
brachte, 20 Goldgulden ausbezahlt wurden. Derartige Ausgaben wiederholen 
sich fiirderhin mit grösserer oder geringerer Regelmässigkeit, je nachdem 
die politischen Verhältnisse es nothwendig machten. Denn solche Briefe 
sind stets von hoher politischer Bedeutsamkeit gewesen, und darum bean- 
spruchen diese kleinen finanzgeschichtlichen Notizen auch die Aufmerksam- 
keit der darstellenden Geschichtsschreibung. Parallel hiermit laufen die 
gelegentlich erwähnten Ausgaben fiir Botengelder, die an solche ausbezahlt 
wurden, -die dem CardinalscoUegium Nachrichten von grösserer politischer 
Bedeutung überbrachten.^) Die Ausgaben dieser Art fallen fast regelmässig 
in die Zeiten der Sedisvacanz. 

In der Zeit des grossen Schisma's treten neue Bedürfnisse an die 
gemeinschaftliche Kasse der Cardinäle heran. Zunächst habe ich die Nach- 
richt gefunden, dass die im Monate Mai des Jahres 141 5 vom Concil zu 



^) Diese Ausdrücke kehren häufig wieder; und wenn sie auch an und fOr sich keine 
besondere Bedeutung haben, so giebt doch die Form gelegentlich neue Hinweise. So z. B. haben 
wir in der folgenden Bemerkung zunächst die Erwähnung des depositarius und zweitens den 
Hinweis auf ein Register, Theil eines Registers oder vielleicht auf einen Rotulus, den man kurz 
intrata et expensa zu nennen pflegte: 

1420 Octobr. 7. 

Ista summa non fuit divisa; remansit penes depositarium pro expensis, prout patet in 

intrata et expensa. i^ j r» 

'^ G. de Rocanera. 

Oblig. 62. fol. XLiiiir. 
^ Die gemeinschaftlichen Ausgaben wurden übrigens genau nach der Zahl der zur Zeit 
der fälligen Ausgabe participirenden Cardinäle berechnet, wie man klar aus der folgenden 
Bemerkung entnehmen kann: 

1421 Aug. 15. 

Ista summa [125 flor.] remansit depositario pro expensis, nee fiiit divisa; set dominus 

cardinalis Venetiarum iunior habuit pro parte sua, quia non fiierat particeps ipsarum expensarum, 

flor. quinque sol. xxxi den. III. i-^ . « 

G. de Rocanera. 

Oblig. 62. fol. Lxxvi r. 



CLxni 

Constanz an den zu Freiburg weilenden Papst abgeordneten zwei Cardinäle 
vom CoUegium zweihundert Goldgulden erhielten. „Steterunt in via per 
XII dies**, d. h. man stellte jedem Cardinal für jeden Reisetag^) die auch 
für damalige Verhältnisse bescheidene Summe von 8^/3 Goldgulden zur 
Verfügung. 

Weitaus das interessanteste Actenstück fand ich jedoch unter dem 
23. Juni 1415- In einer Generalabrechnung (divisio generalis) .werden von 
den zu vertheilenden Geldern vorher abgezogen: 

i) 14 Goldgulden fiir einen Boten, der die schuldigen Summen aus der 
Obligation vom Erzbischofe von Köln einmahnen musste. 

2) Für den Boten, der vom Herzoge von Oesterreich, der in Freiburg 
bei Johann XXII weilte, den salvus conductus für die obengenannten beiden 
vom Concil entsendeten Cardinäle holen musste, rund 12 Goldgulden. 

3) Kleinere Summen für einen Cursor und für Wachskerzen zur Be- 
leuchtung des Berathungszimmers der Cardinäle. 

4) 20 Goldgulden für das zweimonatliche Gehalt des gemeinschaftlichen 
Arztes des Collegiums. 

5) 52 Goldgulden für das zweimonatliche Gehalt einiger Beamten, die 
sonst immer sede plena unter den Beziehern der vadia communia der 
apostolischen Kammer aufgezeichnet sind. Das heilige CoU^um war dem- 
gemäss verpflichtet, soweit es die Dienste dieser Beamten für sich in An- 
spruch nahm, auch für deren Lebensunterhalt aufzukommen.^) 

6) 20 Goldgulden unter dem Titel von Almosen für den Bischof von Assisi. 

7) Pro salario clericorum 40 Goldgulden 42 sol. 6 den.^) 

Die gemeinschaftlichen Ausgaben betrugen zusammen 157 flor. 2 sol. 
4 den.*) 



^) Die Tagesgelder f^r reisende Cardinäle scheinen sich im Allgemeinen zwischen 15 und 
20 Goldgulden bewegt zu haben, wie wir aus verschiedenen Angaben schliessen können. 

*) Die einschlägigen Nachrichten in den Registern des camerarius oder thesaurarius 
apostolicus konnte ich nicht zur Vergleichung heranziehen. 

*) Die gesammte zur Vertheilung stehende Summe betrug 4085 flor. 14 sol. 2 den. Der 
Satz des Gehaltes i flor. von je 100 flor. Roheinnahme ist also hier leicht nachzurechnen. 

^) Ausser den oben angeführten Urkunden aus dem zweiten Theile dieses Buches ist 
noch folgender Eintrag zu verzeichnen: 

1415 lol. 20. 

Anno et die suprascriptis fiiit divisio facta de tribus solucionibus immediate precedentibus, 
de quibus domini cardinales et clerici collegii perceperunt, ut supra continetur, ezceptis quinqua- 
ginta quinque florenis camere, qui fiierunt retenti de divisione M floren. solutorum per episcopum 
Claromonten. super XX dominis cardinalibus de ea pardcipantibus, videlicet super quolibet 
erorum li flor. xxxvii sol. vi den. Qui LV flor. fuerunt retenti per Carolum de Geri, mercha- 
torem Florentin., pro expensis, ut dicebat, per ipsum factis litteras promocionum dominorum 
episcoporum Meten, et Noviomen. mictendo de Scafusia apud Coloniam et reportando de Colonia 



CLXira 

Obschon in den Bänden der Obligationen gewiss noch mancherlei 
weitere Beiträge fiir diese Frage enthalten sein müssen, so sind mir bei 
meiner Durchsicht der Handschriften keine anderen aufgefallen. Die end- 
gültige Darstellung dieses Punktes muss also bis zu eingehenderer Aus- 
beutung der Obligationen hinausgeschoben werden. 

2. Das heilige Collegium und seine Banquiers. 

Man muss scharf unterscheiden zwischen denjenigen Kaufhäusern, 
Handelsgesellschaften, Banquiers u. s. w., die den Geldverkehr an der Curie 
und ftir die Curie besorgten und denjenigen, die vom heiligen Collegium 
für die ureigensten Interessen und Geschäfte desselben in Anspruch genommen 
wurden. Dass dieselben Personen nach beiden Richtungen hin thätig waren, 
ist natürlich häufig vorgekommen, doch decken sich die verschiedenen 
Thätigkeiten in keiner Weise. 

Wir müssen drei Abschnitte in der Art der Vertheilung der Gelder 
des heiligen Collegiums unterscheiden: 

i) die thatsächliche Auszahlung der einzelnen Summen an die einzelnen 
Cardinäle, also Geldbewegung im eigentlichen Sinne von Ort zu Ort, per 
manus mercatorum collegii; 

2) die thatsächliche Auszahlung der Antheile, wie unter i, durch die 
Unterbeamten der camera collegii; 

3) die bankmässige Einnahme, Gutschrift, Auszahlung, Cre- 
ditirung u. s. w. von Geldern, die für die Kasse des heiligen Collegiums 
fällig waren. Für diese Thätigkeit waren einzelne grosse Firmen heran- 
gezogen worden, die man in den Registern campsores, depositarii oder 
receptores pecuniarum sacri collegii nennt. 

Die erste Vertheilungsform war von kurzer Dauer. Wir begegnen ihr 
von 1295 bis ungefähr zum Beginne des Pontificates Johann XXII. Für 
den übrigen Theil des 14. Jahrhunderts kann man in der Hauptsache die 
zweite Art verfolgen und um die Wende des Jahrhunderts, — das genaue 
Datum lässt sich nur schwer festsetzen, — treten zum ersten Male die 
depositarii etc. collegii auf.^) 



apud Constantiam ; et penes ipsum Carolum pro tunc remanxerant (sie) in deposito portiones 
dominonim cardinalium Pisan., de Flisco, Sancü Angeli, de Comiübus et Sancti Eustachii. 
Restant flor. 1105, de quibus domini capiunt ut infra sequitur. 

Oblig. 61. fol. XLVi r. 

*) Hierzu sind zu vergleichen die Urkunden NN. 79, 80, 129, 145, 211, 247, 264, 265, 
267, 268, 287, 195, 306, 208b, 327, 328, 329. 

Ueber eine Zahlungseinstellung eines Bankhauses, bei dem das heilige Collegium zu 
Schaden kam, berichtet ein Eintrag Oblig. 62. fol. cxxv v. Der Bischof von Pampelona war 



CLXV 

Verhältnissmässig häufig begegnen wir unter Martin V verschiedenen 
Randbemerkungen, die in den Vertheilungslisten neben die Namen der 
einzehien Cardinäle gesetzt wurden. Dieselben veranschaulichen uns ein 
wenig den Geschäftsgang, darum setze ich eine Anzahl derselben hierher. 
Sie beziehen sich alle auf die Summen, die dem einzelnen Cardinale aus 
der Vertheilung zustanden: 

Positi ad rationem suam. 

Habuit medietatem; aliam ad rationem suam. 

Ad rationem suam. 

Hubuit depositarius pro coUegio; ad rationem suam. 

Habuit centum positi ad rationem suam. 

Habuit Carolus. 

Pro collegio habuit depositarius. 

Habet Carolus medietatem; residuum ad rationem. 

Habuit 

Depositarius pro eo. 

Habuit depositarius. 

Der Unterschied zwischen der Thätigkeit der Handelsgesellschaften zu 
Beginn des 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts ist, wie die Beispiele 
zeigen, in die Augen fallend. Die mercatores zahlten einfach Summen aus, 
während die depositarii, campsores, receptores etc. alle möglichen finanziellen 
Operationen vornahmen. Für die Cardinäle hatte das neue Verfahren die 
grössten Vortheile, weil sie namentlich stets in der Lage waren, Geld er- 
heben zu können, selbst wenn ihr laufendes Conto erschöpft war. Während 
früher der Sicherheit wegen nie grössere Summen unvertheilt gelassen wurden, 
konnte das jetzt anstandlos geschehen.^) Hätte man das ausgebildetere 
System der Geldbehandlung schon unter Johann XXII gekannt, so wären 
bei der Nichteinhaltung des Zahlungstermins fiir den census Siciliae im 



1042 Goldgulden schuldig. Davon zahlte er 475 bei dem Bankhause der Dofü de Spinis in 
Barcelona ein, damit sie dem heiligen Collegium in Rom ausgefolgt würden. Mittlerweile fallirte 
die Bank. Als der Bischof nun den Rest an der Curie bezahlte, wurde ihm Quittung über die 
ganze Summe ausgestellt: . . . sed de mandato pape et dominorum cardinalium, ne episcopus 
predictus molestaretur ulterius, quia erat debitum propter pecunias depositas Barchinone in banco 
Doffi de Spinis et sociorum, et perditis propter nipturam eorum banqui, que pecunie ascendentes 
ad snmmam quadringentorum septuaginta quinque flor. sol. quinque denariorum trium debebant 
solvi Rome collegio dominorum cardinalium, presens quittancia fiiit expedita pro complemento 
inclnsis supradictis pro parte collegii assignatis. G. de Rocanera. 

^) 14 19 De quibus in • v in presenti divisioni fuerunt divisi dumtaxat 11 • v et alii mille 
alias dividendi remanserunt in manibus Mattey de Bameiis, depositarii collegii. 

Oblig. 61. fol. LXXix r. 



CLXVI 

Jahre 13 17 nicht so viele Schwierigkeiten entstanden.^) Auch für Dinge, 
die nicht direct mit dem Geldverkehr zu thun hatten, waren die depositarii 
Vertrauensleute des Collegiums, bezw. seiner Beamten, wie wir aus Urk. 
No. 306 ersehen, in der uns die früher schon berührte Angelegenheit der 
Sicherstellung der Register bei Kriegsnöthen berichtet wird.') Ueberhaupt 
entfalteten dieselben eine so vielseitige Thätigkeit, dass die Arbeit in der 
camera coUegii nur auf die Buchführung und was damit zusammenhing sich 
erstreckte. 

3. Die Buchführung in der camera collegii. 

Kirsch*) hat über die verschiedenen Bücher, die in der camera collegii 
gebraucht und geführt wurden, soweit die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts 
in Frage kommt, das Folgende festgestellt. Der Cardinalkämmerer hatte 
„zunächst ein Exemplar des ,Liber censuum Romanae Ecclesiae*, ge- 
rade wie die päpstliche Kanmier**. Zweitens gab es ein Register über 
die Zahlungsversprechen der Servitien, die die Prälaten, wenn sie 
nicht gleich die ganze Summe zahlten, ablegen mussten. Parallel mit diesem 
Buche lief drittens das Einnahme und Vertheilungsregister der Servitien 
und einiger anderer Abgaben für das heilige CoUegium, soweit dieselben 
nicht census und visitationes waren. Denn für diese wurde viertens ein 
gesondertes Register geführt, das man das Register censuum, visi- 
tationum, donationumque nennen kann. Schliesslich gab es fünftens 
ein Anweisungsregister (Liber cedularum), das die vom Cardinalkämmerer 
ausgefertigten Zettel aufnahm, die jedem Cardinal die Höhe der auf ihn 
fallenden Summe in eingehender Aufzählung mittheilten>) 

Gegenüber dieser Aufstellung muss hervorgehoben werden, dass die 
besagte Vertheilung der verschiedenen Urkunden in die genannten Register 
zu Beginn des 14. Jahrhunderts nur im Grossen und Ganzen eingehalten 
wurde. Weiterhin verdient festgestellt zu werden, dass die Bücher der 
camera collegii keineswegs vollständig waren, d. h. dass nicht alle die die 
Einnahmen und Ausgaben berührenden Angelegenheiten genau eingetragen 



') Vergl. Urk. No. 148 a und oben den Abschnitt über den census Sic. 

*) Siehe oben Seite xxvi ff. 

») Seite 65—69. 

^) Früher hiess Oblig. lA. „Liber divisionum Sacri Collegii**, wie wir aus Garampi, 
Saggio delle monete Pontificie, Appendice 8. Anm. 4 erfahren. Auf Grund des alten, in den 
Studi e Documenti 1887 veröffentlichten Katalogs gab es ein Register, das den Titel führte: 
Bonifatii VIU et Benedicti XI diversorum emolumentorum Collegii liber I. Zu welcher Kategorie 
der Register diese bisher von mir noch nicht aufgefundene Handschrift gehörte, lässt sich 
schwer sagen. 



CLXVII 

wurden. Man griff vielmehr nicht selten auf die libri mercatorum zurück, 
oder man führte das Zeugniss der mercatores für diese oder jene Thatsache 
an^), woraus man ausserdem auch noch auf den engen Zusammenhang der 
Geschäftsführung des Collegiums mit derjenigen der Kaufleute schliessen 
muss. Auch wurden die Bücher der apostolischen Kammer als Zeugniss fiir 
bestimmte Vorkommnisse oder Unterlassungen angeführt, z. B.: Notandum 
est, quod secundum regestra camere domini pape et clericorum eius dictus 
archiepiscopus dictam visitationem solvere debet pro pluribus trienniis . . .*) 
Bei Betrachtung der ganzen Reihe der Obligationsbände lässt sich 
nicht verkennen, dass die Technik der Eintragungen niemals eine constante 
war. Es kommen stets Uebergriffe des einen Ressorts in das andere vor, 
die allerdings wohl kaum beabsichtigt waren, vielmehr auf Nachlässigkeit 
oder sonstige mehr zufallige Ursachen zurückzufuhren sind. Mit dem Ein- 
treten der depositarii sacri coUegii scheint dann eine festere Gestaltung der 
Register Platz gegriffen zu haben, so dass wir zu Beginn des 15. Jahrhunderts 
folgende Register und Bücher*) haben: 

1. Regestrum provisionum, d. h. ein Verzeichniss der verliehenen 
Consistorialpfründen, worin Erzbisthum, Bisthum oder Kloster nebst dem 
Namen des ernannten Erzbischofs, Bischofs, Abtes oder Archimandriten 
und dem Datum der Ernennung eingetragen wurde. 

2. Regestrum obligationum, d. h. ein Verzeichniss der Verpflich- 
tungsurkunden der Prälaten. 

3. Regestrum taxarum, d. h. ein Verzeichniss der Höhe der einzelnen 
Servitien, Visitationen und Census, mit anderen Worten: Es handelt sich 
hier um den Liber Censuum Sanctae Romanae Ecclesiae. 

4. Regestrum solutionum, d. h. ein Verzeichniss der von den 
Prälaten gethätigten Zahlungen u. s. w.*) 

5. Regestrum divisionum, d. h. ein Verzeichniss der auf jeden 
participirenden Cardinal fallenden Antheile aus den an die camera coUegii 
bezahlten Summen. 



*) DafUr finden wir die Ausdrücke: sicut in libris dictorum mercatorum continetur, oder 
sicut patet in libris mercatorum, oder sicut dicunt dicti mercatores und Aehnliches. Vergl. z. 6. 
Urk. No. 79. 

«) Vergl. Urk. No. 133. 

*) Es werden die libri von den regestra stets unterschieden; doch habe ich nirgendwo 
eine Angabe gefunden, welche Aufzeichnungen libri und welche regestra genannt werden. 

^) Oblig. 74 beginnt mit folgender Ueberschrift : Iste liber vocabitur quartus liber regestrum 
continens litterarum seu quittanciarum sacri collegii dominorum cardinalium de solucionibus 
prelatorum fiendis de communibus et minutis serviciis ac absolucionibus et dispensacionibus 
necnon dilacionibus eorumdem de tempore tantum sanctissimi in Christo patris et domini nostri, 
domini Eugenii divina Providentia pape quarti. 



CLXVIII 

Nicht zu den Büchern des Collegiums im engeren Sinne gehören die 
von den depositarii geführten Bücher über die Geschäfte der camera collegii. 
Im Vaticanischen Archiv haben sich keinerlei Spuren derselben erhalten, 
obschon es für diese Arbeit von grossem Werthe gewesen wäre, solche zu 
kennen. Ob solche in Florenz oder sonstwo sich erhalten haben, muss 
weiteren Nachforschungen vorbehalten bleiben. In der folgenden Aufzeich- 
nung (Oblig. 74. fol. LViiii v.) dürfte vielleicht ein Hinweis auf den Namen 
dieser Bücher enthalten sein : Licet in presenti quittancia sit totalis remissio 
.... et flor. CCLXXX sol. III den. in retinerunt sibi depositarii dicti collegii 
propter rationes contentas in quodam mandato registrato libro diversarum. 

la. Radulphi. 

Etwaige Lücken in den Aufzeichnungen der camera collegii, hervor- 
gerufen durch Abwesenheit oder Krankheit der clerici, wurden nach Mög- 
lichkeit aus den Büchern der camera apostolica ergänzt, wofür wir zahlreiche 
Beispiele haben. ^) 

Im 15. Jahrhundert finden sich Angaben über die Revision eines 
Theiles der Bücher durch den camerarius coUegü, die uns vorher nicht 
begegnen: Facta est ratio de presenti divisione cum domino cardinale 
camerario coUegü et bene, oder einfach: Et bene stat, oder: Et facta [est] 
ratio de presenti divisione cum cardinale, u. s. w. In der camera apostolica 
hatte man im 15. Jahrhundert — ob auch schon früher, habe ich nicht 
untersucht — einen Inquisitor computorum camerae apostolicae. Für die 
camera coUegü lässt sich ein Beamter mit den gleichen Obliegenheiten nicht 
nachweisen. 

Doch kamen immerhin noch Mängel in der Buchführung vor, denen 
gegenüber die Prälaten, wenn sie keinen Schaden leiden wollten, sich nur 
durch sorgfältigste Aufbewahrung der ihnen ausgehändigten Quittungen 
schützen konnten. Ueber die Art und Weise, wie man gelegentlich in 
Fällen fehlender Eintragungen verfuhr, unterrichtet folgende Bemerkung: 

1318 Oetobr. 12. 
Item eodem die probavit dominus domicellus per magistrum Odonem 

de Sermoneto \leg.\ Sarmoneto], clericum camere domini pape, magistrum 

Petrum de Terracena, procuratores causarum, et magistrum Bartholomeum 

de Pignatorio, publicum apostolica auctoritate notarium in Romana curia, 

quod dictus abbas alias solverat pro parte dicti sui servicii L flor., de qua 

solutione litteras habuerat a domino Nicholao de Frovilla, tunc dicti collegii 



') Oblig. 16. fol. 27 r. in margine: Copiavi de libro obligationum ; set in hiis non fui 
presens. Fol. 25 v. in margine: In hiis duabus non fui \presen5\\ set abstraxi de libro camere, u.s.w. 



CLXVIIII 

dominorum cardinalium camerario, cuius littere transcriptum dictus P. de 
Pignatorio in protochollo suo mihi predicto Vincentio exhibuit. 

Oblig. 3. fol. XLII V. 

4. Vorschüsse, Anleihen und sonstige Angelegenheiten. 

Die Päpste nahmen gelegentlich die Geldmittel des CoUegiums in An- 
spruch. Clemens VI, der mit vollen Händen nach rechts und links unge- 
heure Summen ausgab oder verschenkte, musste sich nicht selten in Geld- 
verlegenheit befinden. Am 15. December 1350 quittirt dieser Papst dem 
Coll^um über den Empfang von 16000 Goldgulden Florentiner Prägung 
und Gewichtes, die ihm das heilige Collegium für die Wiedereroberung von 
Bologna geliehen hatte. Er verpfändete dem heiligen Collegium dafiir die 
Güter und Einnahmen der Kirche.^) Zum Jahre 1358 hören wir von einer 
Anleihe von 7000 Goldgulden, für die der Papst dem Collegium duas mitras 
solemnes, munitas de multis diversis lapidibus pretiosis verpfändet hatte.*) 

Bonifaz IX erhielt auch Geld vom CardinalscoUegium in Form einer 
Anleihe. Oblig. 5 1 . fol. 47 r. ff. ist bei 1 1 divisiones am Schlüsse bei der 
Gesammtsumme angemerkt: recepit dominus papa mutuo. Weiterhin liess sich 
der Gegenpapst Clemens VII 3000 Goldgulden von der camera coUegü aus- 
bezahlen, wofür den Cardinälen dann gewisse ausstehende Zahlungen über- 
wiesen wurden.^) Zur grösseren Sicherheit wurde dem heiligen Collegium 
überdies noch die Vollmacht gegeben, statt der in der Urkunde genannten 
Guthaben irgendwelche andere Einkünfte der apostolischen Kammer mit 
Beschlag zu belegen, wenn es dem camerarius coUegii besser dünke. Das 
lange Document über die Frage ist nach vielen Richtungen hin sehr lehr- 
reich. Martin V endlich erhielt durch Vermittlung des heiligen CoUegiums 
und unter dessen Bürgschaftsleistung 2000 Goldgulden*) von den Medici. 
Während es so direct ein Vorschuss der Banquiers war, bestand die Finanz- 
operation aus einer Anleihe beim heiligen Collegium, weil die Medici deposi- 
tarii des heiligen CoUegiums waren. Wenngleich ich mehr Beispiele hierfür 
nicht angemerkt habe, so können wir daraus doch entnehmen, dass diese 
Dinge nicht gar so grosse Ausnahmen gewesen sein müssen. 

Sede vacante, wie der Schatzmeister Petrus sich zum 20. und 22. Sep- 
tember 1378 {sie) ausdrückt, wurden von der camera apostolica Darlehen 



*) Vcrgl. Urk. No. 290«. 

«) Vergl. Urk. No. 341. 

») Vergl. Urk. No. 361. 

*) Vergl. Urk. No. 326 c. 



CLXX 

von Cardinälen und Prälaten^) aufgenommen, pro succursu dominis cardi- 
nalibus, nunc in partibus ultramontanis existentibus, bona ipsius camerae ad 
hoc efficaciter obligando. Im Ganzen nahm der Schatzmeister 800 Franken 
und 520 Goldgulden auf. 

Auf der anderen Seite haben wir auch Darlehen, die die camera 
collegii als solche aufnahm. Im September 14 14*) verpfändeten die 14 in 
curia weilenden Cardinäle das ausstehende Servitium des Erzbischofs von 
Köln an die Medici, die ihnen den Betrag von 5357 Goldgulden baar 
ausbezahlten, damit die Cardinäle nach Constanz gehen könnten. „Quorum 
quilibet habuit pro sua parte flor. auri de curia iii • LXXViii solid, xvi den. vi 
et clerici collegii, flor. Uli". Im zweiten Falle — Januar 1416^) — werden 
die clerici collegii beauftragt, im Namen des Cardinalscollegiums die Summe 
von 200 Goldgulden aufzunehmen, die, zusammen mit 200 Goldgulden, die 
der Kasse des Collegiums entnommen werden, vier Cardinälen geliehen 
wurden, einem jeden derselben 100 Goldgulden. Am 22. Jul. 1423*) zahlen 
die Medici dem heiligen Collegium die Summe von 4363 Goldgulden aus, die 
der Erzbischof von Toledo der camera collegii schuldet. In dieser Form 
ist es eine Anleihe, die den Cardinälen bewilligt wird, wofür sie die ge- 
nannten Servitien verpfänden. Sollte der Erzbischof nicht zahlen, so haften 
die Kammereinnahmen für den Betrag. Man verband mit diesem Vorgehen 
zwei Dinge: Erstens erhielt die camera collegii ihr Geld und zweitens er- 
wuchsen dem, wahrscheinlich säumigen, Erzbischofe mächtige Mahner. 

Eine meines Wissens nur einmal vorgekommene, bezw. überlieferte 
Finanzoperation, die auch aus der Geldnoth des Collegiums aus der Constanzer 
Zeit datirt^), vollzog sich auf folgende Weise. Da die Zahlungen für Ser- 
vitien sehr spärlich einliefen, so schritt man zu einer Art von Glücksspiel, 
wodurch derjenige, der gut wählte, bald in den Besitz von 500 Goldgulden 
gelangen konnte. Aus der Liste der dem Collegium geschuldeten Servitien 
durfte jeder Cardinal mit Bewilligung des camerarius collegii sich einen oder 
einige Schuldner aussuchen, von dem oder denen er am Ehesten eine Ab- 
leistung seiner Verpflichtungen erwartete, oder auf den oder die er den 
meisten Einfluss zu haben glaubte, um sie zur schleunigen Zahlung zu ver- 
anlassen. Es wurde nun eine Liste angefertigt, in die die diesbezüglichen 
Wünsche der Cardinäle eingetragen wurden. Eine dieser Eintragungen z. B., 



*) Vergl. Urk. NN. 291 — 291c. 

•) Vergl. Urk. No. 297. 

•) Vergl. Urk. No. 299. 

*) Vergl. Urk. No. 326*1. 

*) Vergl. Urk. No. 300. 



CLXXI 

die auf eigenhändige Niederschrift in der Liste schliessen lassen, lautet: 
„Ego Thomas cardinalis Tricaricen. recipio in meum debitorem dominum 
episcopum Augusten, et episcopum Morianen. pro summa florenorum V". 
Andere Eintragungen wurden im Namen verschiedener Cardinäle vom 
camerarius oder von den clerici coUegrii hineingesetzt, z. B.: „Pro dominis 
Placentin. et Florentin. cardinalibus assignationem de flor. quingentis pro 
singulo super debitis dominorum archiepiscopi Burdegalen. et episcopi 
Cracovien. ac episcopum (sie) Bononien". Die Einzahlung der vorgemerkten 
Schulden ist nur zum Theile auf dem Rande des Documentes nachgetragen 
worden, wie aus dem Abdrucke im Urkundentheile ersichtlich ist. 

Wollten einzelne Cardinäle, wenn ihr Guthaben beim depositarius er- 
schöpft war, Gelder flüssig machen, so hatten sie dazu zwei Instanzen noth- 
wendig. Erstens mussten sie Jemanden finden, der ihnen Geld vorschoss, 
— wozu der depositarius wohl ausnahmslos bereit war, — und dann mussten 
sie bei der camera colleg^i ein Document hinterlegen, worin sie bis zur 
Höhe der vorgeschossenen Summe den camerarius anwiesen, dem Leihenden 
die zukünftigen Einnahmen ihres Hutes auszuzahlen. Eine solche Ver- 
pfandung der emolumenta capelli kam unter Martin V sehr häufig vor, wenn- 
gleich wir sie schon mehrere Jahrzehnte früher — allerdings dann nur 
selten — bemerken können.^) 

Das es gelegentlich vorkam, dass die Einkünfte einzelner Cardinäle 
oder der Gesammtheit mit kleinen Auflagen belastet wurden, ist bekannt. 
Dass dagegen die camera coUeg^i zur Leistung von Zehnten herangezogen 
wurde, ist wegen des von mir nur einmal beobachteten Vorkommens um 
so wichtiger, weil diese Thatsache in den Pontificat Martin V fällt, unter 
dem die Cardinäle sich doch sonst der grössten Freiheit in der Behandlung 
ihrer collegialen Angelegenheiten erfreuten. In dem regestrum divisionum 
Oblig. 6$ finden wir in der ersten distributio bei jedem Posten eine Summe 
gesondert verzeichnet, die pro decima abgezogen wird. Keinerlei Bemerkung 
klärt uns darüber auf, dass das heilige Colleg^um freiwillig diese Abgabe 
auf sich genommen hätte. Zunächst handelt es sich um die Cardinäle. Ein 
Posten z. B. lautet: „Ursinus flor. CCLXXXXII sol. Ill den. X; detractis pro 
decima flor. xxviiii sol. X den. V; restarunt flor. CCLXII sol. XLin den. V". 
An zweiter Stelle wurden sogar die clerici coUegii zu dieser Abgabe heran- 
gezogen: „Clerici coUegii flor. XLin sol. Ili den. viii; detractis pro decima 
flor. im sol. XX den. nii; restarunt flor. xxxvini sol. xxiii den. im". Am 

M e 

Schlüsse heisst es*): „Summa recepta flor. im • im • IX 

») Vergl. NN. 295, 305, 308« u. a. 
*) X428 Mali 6. 




CLXXII 



Summa divisa flor. im • iiii . viii 



Restant indivisi sol. xxvi den. XI 

Summa decime flor. im • xxxx sol. xxxxiiii". 
Diese Zahlungen gehen durch bis zum 20. December 1428. Die nächste 
divisio vom 28. März 1429 verzeichnet keine Abgaben pro decima mehr. 

5. Gerichtsstand des heiligen Collegiums in Geldangelegenheiten. 

Aeusserst spärlich sind die Spuren, die uns über die für das heilige 
Collegium als vermögensrechtliche Person massgebende civilrechtliche Instanz 
unterrichten. Ein erster Hinweis fallt in das Jahr 13 19. Kirsch bespricht 
diese Stelle, allerdings unter einem anderen Gesichtspunkte, (S. 63). Der 
Vorgang war folgender: Magister Johannes de Podio Bardeco war Gläubiger 
des verstorbenen Cardinais Bertrandus de Bordis. Er klagte sein Guthaben 
beim auditor camerae domini papae ein, dieser erkannte die Forderung als 
rechtmässig an und liess den Cardinalkämmerer wissen, dass, bevor den 
Erben irgend etwas aus den noch ausstehenden Summen ausbezahlt würde, 
zuerst die genannte Schuld bezahlt sein müsste. Das Tribunal für das 
heilige Collegium war also die curia camerae apostolicae und die Ent- 
scheidungen seines Auditors waren bindend fiir die Beamten der camera 
collegii. 

1819 Mart. 16. 

Item anno quo supra, die XVI mensis Marcii, venerabilis vir dominus 
Raimundus luvenis canonicus Petragoricen., auditor camere domini pape, 
cum reverentia requiri fecit reverendum patrem dictum dominum Berengarium 
Portuen. et Sancte Rufine episcopum, sacri collegii dominorum cardinalium 
camerarium, quod portionem dominum Bertrandum de Bordis condam cardi- 
nalem contingentem de servitiis prelatorum, si qua sibi portio debeatur, non 
solvat executoribus eiusdem domini Bertrandi condam cardinalis, donec 
magistro lohanni de Podio Bardaco Tholosan. diocesis de quadam pecunie 
summa fuerit satisfactum, in qua quidem summa dictus magister Johannes 
executores prefatos sibi fore asserit obligatos. 

Qua die et eadem hora dictus dominus meus Portuen. mandavit mihi 
Vincentio de Serignano, quod dictam requisitionem solicite registrarem et 
cum debita diligentia adimplerem eandem. 

Oblig. 3. fol. 170 V. 

Erst im Jahre 141 8 finde ich wiederum einen Eintrag über eine Klage 
gegen das heilige Collegium. ^) Die dort gegebene genauere Darstellung 

*) Vergl. Urk. NN. 301 — 304. 



CLXxni 

ermöglicht uns einen tieferen Einblick in das processualische Verfahren. 
Den beiden clerici collegii wird am lo. Februar 141 8 durch den Cursor Cola 
Fece eine Zahlungsaufforderung überreicht, die auf Grund eines vorher- 
gegangenen einseitigen mündlichen Verfahrens vor dem stellvertretenden 
Kammerauditeur zu Gunsten des stellvertretenden Klägers Aldigerius Francisci 
de Billiottis de Florentia^) erwirkt worden war. Diese Zahlungsaufforderung 
ist uns in ihrer originalen Fassung überliefert. Dieselbe wurde von dem 
Notar des Richters, der jedoch nicht Kammernotar gewesen zu sein 
scheint'), abgefasst und von ihm unterschrieben. Bemerkenswerth ist das 
Fehlen sämmtiicher sonst üblichen Notariatsformeln, sowie eines Hinweises 
auf den Cardinalkämmerer, den wir in dem oben angeführten Actenstücke 
haben. Die Ausfertigung geschah Samstag den 5. Februar 141 8 und erst 
Donnerstag den 10. Februar wurde die Zahlungsaufforderung den clericis 
collegii überreicht. Am Schlüsse derselben werden die Cleriker, wenn sie 
Einreden zu machen hätten, in die audientia befohlen zur weiteren Verhand- 
lung. Am 17. Februar findet der zweite Termin statt, die Einreden der 
clerici werden vom Richter verworfen und die unter Strafe der Excommuni- 
cation befohlene Zahlung der Summe erneuert. Unmittelbar nach der Ver- 
handlung wird dann dem stellvertretenden Kläger das von ihm erwirkte 
Zahlungsversprechen ausgestellt, das alle einschlägigen wesentiichen Punkte 
aufzählt. 

Nicht so ausfuhrlich, aber diesem Falle durchaus gleich, ist der Bericht 
über die vom Kammerauditeur verfugte Bezahlung der Schulden eines ver- 
storbenen Cardinais.') Bemerkenswerth für die äussere Form der Mandate 
ist der Unterschied in der Fassung des Datums. In Urk. No. 302 lautet 
dasselbe einfach: Dat. Constantie die Sabbati, v mensis Februarii, XI indic- 
tionis, während hier merkwürdigerweise das grosse Datum angewandt ist: 
Datum Rome, sub anno Nativitatis Domini M • CCCC • xxn, indictione XV, 
die vero Veneris ih mensis lulii, pontificatus sanctissimi in Christo patris et 
domini nostri, domini Martini divina Providentia pape quinti anno quinto, 
sub sigillo dicte curie apostolice, quo dictus dominus auditor utitur impressioni- 
bus etc. Weiterhin unterschreibt sich der Notar im ersten Falle einfach 



^) Er vertrat den erwählten Bischof von Evora, Alyanis Alfonsi, der vorher electus 
Portugalen. gewesen war, und schon 250 Goldgulden auf die Servitien dieses Bisthumes gezahlt 
hatte, in dessen Besitz er jedoch nie gelangte. Aus diesem Grunde musste die Summe wieder 
zurückgezahlt werden. 

*) De quibus omnibus magister Cynus de Lambardis, eiasdem regentis et in hac 
causa notarius rogatus extitit, prout in eins manuali debet plenius apparere. No. 303. 

*) Oblig. 62. fol. cxxii r. Mandatum auditoris camere apostolice, quod certe peccunie 
solvantur cuidam pro domino cardinali Veronensi condam. 




CLxxini 

mit seinem Namen: Cynus de Lombardis, — von dem man, wie oben be- 
merkt, anzunehmen berechtigt ist, dass er nicht Kammemotar war, — im 
zweiten Falle lautet die Unterschrift: Gotfridus Varontrappe, dicte curie 
camere apostolice causarum notarius ss. Die weiteren Bemerkungen per 
quemcumque cursorem und per quemcumque domini nostri pape cursorem 
erklären sich von selbst. 

Um Verwechslungen vorzubeugen, sei darauf aufmerksam gemacht, 
dass der auditor curiae camerae apostolicae durchaus verschieden ist vom 
auditor generalis oder dem auditor curiae marescallae oder anderen selbst- 
ständigen richterlichen Beamten. Es ist hier nicht der Ort, den Unterschied 
auseinanderzusetzen. Einige allgemeine Bemerkungen, sowie eine Anzahl 
Actenstücke über den Processgang bei zwei päpstlichen Gerichtshöfen im 
14. Jahrhundert hat neuerdings Simonsfeld veröffentlicht.^) 



ABSCHNITT VIII. 

Die Form der Vertheilung und Auszahlung der Antheile 

der Cardinäle. 

Die eigentliche Geldbewegung habe ich oben*) kurz berührt. In diesem 
Abschnitte gilt es darzustellen, durch welche Art von Verfugungen und 
Documenten die Vertheilung und Auszahlung in den Registern der camera 
collegii aufgezeichnet wurden. 

Mit dem Augenblicke, in dem die Quellen uns die erste Nachricht 
über eine selbstständige Verwaltung der Einkünfte des heiligen Collegiums 
Nachricht geben, setzen auch die Formeln ein, die uns den Vertheilungs- 
modus mittheilen. Von 1295 ab') begegnen wir eine Zeit lang dem fast 
kaum wechselnden Ausdrucke: „Hec peccunia nunc in presenti soluta, distri- 
buta est inter (xxili) cardinales et habuit quilibet per manus dictorum merca- 
torum Clarentinorum — flor. auri — sol. — den. Turon parvorum." Es sind 
ganz seltene Ausnahmen, in denen die Formel lautet: „ . . . tradita sunt et 
soluta manualiter per me, Petrum de Montechiello procuratorem collegii. 



^) Neue Beiträge zum pfipstlichen Urkundenwesen im Mittelalter und zur Geschichte des 
14. Jahrhunderts. München 1896 (Sonderabdruck. Verlag der Akademie). Seite 19 f., 53 ff*.; 
siehe besonders Seite 57 No. 20. 

•) Seite CLXiiii. 

■) Vergl. jedes Mal die ersten Urkunden in den Abschnitten IUI — XIIII des Urkunden theiles. 



CLXXV 

cuilibet dictonim cardinalium de mandato reverendi patris domini Robert! Dei 
gratia tituli Sancte Pudentiane presbiteri cardinalis, camerarii dicti coll^^ — 
flor. auri," oder etwa: „de quibus n unc. mille unc. ego Petrus de Monte- 
chiello, archidiaconus Claromonten., procurator collegii cardinalium Sancte 
Romane Ecclesie, recepi et habui pro ipso coll^o, et alias M camerarius 
apostolice sedis pro futuro summo pontifice habuit. Divisi autem dictas M 
uncias inter xvil dominos cardinales, ad huc in inclusione manentes et tradidi 
manualiter ego ipse camerario cuiuslibet dictonim cardinaliimi . . ."^) 

Der ersten allgemein üblichen Form der Vertheilung der Gelder durch 
die Kaufleute entspricht die Art, wie das Geld an das heilige Collegium 
gelangte, nämlich meistens nicht durch directe Auszahlung an die Beamten 
der Camera collegii, sondern durch Erhebung desselben durch die mercatores. 
Die ausnahmsweise vorkommende Formel der Vertheilung durch Petrus de 
Montechiello erwies sich als practisch, wenn den Beamten die Gelder per- 
sönlich von den Verpflichteten oder deren Beauftragten, unter Umgehung 
der Banquiers, ausgezahlt wurden. Die Namen der berechtigten Cardinäle 
wurden von Zeit zu Zeit in den Registern einzeln aufgeführt; immer aber 
finden wir einen Hinweis auf eine frühere Liste der Namen. 

Diese, auf einen noch unfertigen Verwaltungsapparat hinweisenden 
Verhältnisse änderten sich nach dem Ausscheiden des Petrus de Montechiello 
aus der Verwaltung der camera collegii. Der Cardinalkämmerer tritt dann 
den Verwaltungsgeschäften insofern näher, als er sämmtliche Guthaben that- 
sächlich an die Kasse der camera collegii auszahlen lässt, von Zeit zu Zeit 
den Kassenbestand prüft und dann eine Vertheilung vornimmt, bei der 
sowohl die einzelnen Posten genau angemerkt werden, wie auch die Gesammt- 
summe des Antheils eines jeden Cardinais in pecunia numerata von der 
Kasse des Collegiums an die Kasse des einzelnen Berechtigten abgeliefert 
werden. Diese Ablieferung war von einem Schriftstücke begleitet, das stets 
mit den Worten begann: „Nos [Berengarius] cardinalis, camerarius collegü, 
mittimus vobis per exhibitorem presentis cedule — flor. auri — sol. — den. 
[Turon.] vos contingentes de — flor. auri solutis collegio — cardinalium." 
Weitere Posten werden eingeleitet durch die Worte: „Item mittimus vobis,** 

und am Schlüsse der Abrechnung heisst es: „Summa huius cedule —flor ** 

Hierfür finden sich im Urkundentheile in fast allen Abschnitten zahlreiche Belege. 

Es ergiebt sich von selbst, dass die verschiedenen cedulae einer und 
derselben Vertheilung nicht alle stets den gleichen Wortlaut haben konnten, 
weil nicht immer alle Cardinäle gleichmässig an allen Summen Antheil 



^) Siehe Urk. NN. 142 und 146. 



CLXXVI 

hatten. Hierfür war, wie bekannt, die Anwesenheit an der Curie entscheidend 
und massgebend. In der Regel beschränkten sich die cedulae auf den 
trocknen rechnerischen Inhalt. Kamen jedoch Summen zur Vertheilung, 
die kurz besprochen werden mussten, so fügte man Erklärungen oder Be- 
gründungen in der cedula hinzu, damit die Cardinäle die Sache prüfen und 
eventuell Einspruch erheben konnten.^) 

Wenn die Päpste ex tempore cardinalatus noch an Vertheilungen 
Antheil hatten, so war der Wortlaut der cedula etwas verschieden, wie sich 
aus dem Folgenden ergiebt: 

„Pro sanctissimo patre domino lohanne summo pontifici pro tempore 
sui cardinalatus nos Berengarius cardinalis, camerarius collegii, mittimus 
vobis [camerario apostolico] per exhibitorem presentis cedule . . ."*), oder: 

„Reverendo patri domino olim Portuen. nunc divina Providentia 
pape XXII. Nos Berengarius cardinalis, camerarius collegii mittimus vobis 
per exhibitorem presentis cedule xxvili flor. auri XI sol. X den. Tur. parvorum 
vos contingentes de communi servitio vii- L flor. auri facto coUegio xxvi 
cardinalium per episcopum Salernitan., et restant im den. ad dividendum."*) 

Im ersten Falle wird das Cleld an die camera apostolica gesandt, 
während es im zweiten Falle, wie aus dem Wortlaute ersichtlich ist, un- 
mittelbar dem Papste zugestellt wurde. 

Um die Antheile stets genau berechnen zu können, war es naturgemäss 
nothwendig, dass eine eingehende Uebersicht über die recessus und accessus 
der Cardinäle vorhanden war. Nachlässigkeiten in dieser Beziehung konnten 
leicht zu Schwierigkeiten^) oder zur Aufstellung ganz falscher Summen bei 
der Vertheilung fuhren, wie das auch thatsächlich vorgekommen ist. Diesem 
Uebelstande wurde wirksam gesteuert erst unter UrbanVI, vor Allem aber 
unter Bonifaz Villi. Unbekümmert um die Vermehrung des Schreibwerkes, 
ordnete einer der Kämmerer an, dass bei jeder Buchung einer Zahlung 
folgendes vermerkt wurde: i) Der Name und Titel des Zahlenden; 2) die 
Summe; 3) das Datum seiner Promotion; 4) die einzelnen Namen der be- 
rechtigten Cardinäle; 5) die Höhe des Antheils eines Cardinais; 6) der 
Antheil des clericus collegii und 7) noch etwa weiter nothwendige Angaben 
um die Rechnung klarzustellen. 

Auf diese Weise standen in den Registern alle Dinge so verzeichnet, 
dass, wenn nach einiger Zeit zur Vertheilung der aufgelaufenen Summe 



*) Siehe Urk. NN. 321 und 322. 
•) Introitus et Exitus Cam. No. 13. fol. 13 r. 

*) Man vergleiche die zahlreichen Listen und die dazu gehörigen Bemerkungen in den 
Urkunden NN. 169 — 173 und 193 — 202. 



CLXXVII 

geschritten werden sollte, man nichts weiter zu thun hatte, wie die bei jeder 
solutio stehende Summe fiir jeden darin genannten Cardinal zusammenzuziehen. 
Es bieten sich uns demnach zwei Arten von Urkunden in neuem 
Gewände dar: Die cedulae divisionis und die cedulae distributionis, von denen 
ich einige im Urkundentheile abgedruckt habe.^) Gegenüber den Listen 
der berechtigten Cardinäle, wie sie uns in Oblig. i^- für 1295 bis 1300 
begegnen, haben wir also einen ganz wesentlichen Fortschritt zu verzeichnen. 
Wie schon früher hervorgehoben wurde, tritt um die Wende des 14. Jahr- 
hunderts ein anderer Betrieb in der Geldbewegung in der camera coUegrü«) 
ein, an den sich die erwähnte Aenderung der Formulare eng anschliesst. 
Waren Besonderheiten bei einer cedula anzumerken, so fugte man sie am 
Schlüsse des Schemas an, wofür ich einige Beispiele in der Anmerkung 
zu Urkunde No. 326 biete. 



*) Siehe Urk, NN. 279, 297b, 323, 324, 325. 

*) Ein sprechendes Beispiel hierfür haben wir in Urk. No. 328 und No. 329. 



Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ™ 



THEIL III. 



ABSCHNITT Vffll. 

Die Censuren und ihre Handhabung. 

Bei dem feierlichen Vorgange des Versprechens der Zahlung der Ser- 
vitien an bestimmten Terminen nahmen die Prälaten die Verpflichtung auf 
sich, sich in allem den Anordnungen der beiden camerarii zu unterwerfen. 
Die beiden Kämmerer hatten von jeher die Vollmacht, bei allen Straf- 
bestimmungen selbständig handelnd vorzugehen, ohne von Fall zu Fall dem 
Papste die Sache vortragen zu müssen. Und die Strafbestimmungen 
säumigen Prälaten gegenüber bildeten einen wichtigen Theil der Obligations- 
formel. Wer ohne rechtzeitige Entschuldigung am festgesetzten Zeit- 
punkte seine Schulden nicht bezahlte, wurde als Meineidiger und suscepti 
beneficii immemor bezeichnet. Der Meineid lag darin, dass die eidlich be- 
schworene Verpflichtung absichtlich oder aus Nachlässigkeit nicht einge- 
halten wurde. 

Bei der Obligation stimmte jeder Prälat zu, dass er ipso facto Cen- 
suren verfallen würde, wenn er nicht rechtzeitig zahle. Diese Censuren 
werden uns dahin geschildert, dass der Prälat sich die suspensio ab exe- 
cutione sui oflicii et ab administratione spiritualium et temporalium ecclesiae 
suae [monasterii sui], das interdictum ab ingressu ecclesiae und die excom- 
municatio maior zuziehe. Die Censuren machten demnach mit Ablauf des- 
jenigen Tages ihre Wirkung geltend, an dem die Zahlung hätte geschehen 
müssen, aber thatsächlich nicht erfolgt war. Da man an der Curie nicht 
wissen konnte, ob ein Prälat rechtzeitig alle Vorkehrungen getroffen hatte, 
seinen Pflichten nachzukommen oder nicht, und ob nicht vis maior die 
Ausführung bezw. rechtzeitige Einzahlung an der Curie oder an die 



CLxxvim 

Collectoren verhindert hatte, so wäre es, namentlich bei der ausserordentlichen 
Schwere der Strafen von vornherein angezeigt gewesen, der Strafbestimmung 
eine Clausel anzufügen in dem Sinne, dass der schuldige Prälat diesen 
Strafen verfalle, der unschuldige dagegen frei ausgehe. Von einer solchen 
ex aequitate dictirten Milderung der allgemeinen Formel ist leider nichts 
bekannt. Lediglich die fiscalischen Interessen waren massgebend bei der 
Festsetzung der Strafen und bei der Beurtheilung der einzelnen Fälle. 
Ueberdies muss noch betont werden, dass die Interessen der Bisthümer wie 
Abteien durch eine so schematische Verhängung der schwersten kirchlichen 
Censuren in sehr vielen Fällen ausserordentlich geschädigt wurden, indem 
der Zwietracht unter Weltclerus und Mönchen, der Parteienbildung und allen 
üblen Folgen solcher Vorkommnisse Thür und Thor geöffnet wurde. Dass 
die kirchlichen Strafen selbst durch eine solche Handhabung derselben zu 
rein fiscalischen Zwecken in den Augen von Clerus und Volk sehr an ihrer 
Bedeutsamkeit und Wirkung verloren, ergiebt sich leider nur zu klar für 
Jeden, der der Kirchengeschichte in ihren localen Aeusserungen mit Sorg- 
falt nachgeht. Die lebhaften Ausbrüche des allgemeinen Unwillens über 
einen solchen fiscalischen Terrorismus der Curie kamen auf dem Concile zu 
Constanz zu dramatischem Ausdrucke. Nur mit Widerstreben entschliesse 
ich mich, die Wunden aufzudecken, die der Kirche von der Curie selbst in 
allen Theilen der Welt geschlagen wurden, weil — die Gelder nicht recht- 
zeitig an die camerarii eingeliefert worden waren. Oder bin ich nicht be- 
rechtigt, von Wunden der Kirche zu sprechen, wenn ungefähr um dieselbe 
Zeit Hunderte von Prälaten — Erzbischöfe, Bischöfe, Aebte und Archi- 
mandriten — in den verschiedensten Ländern öffentlich dem Volke als Mein- 
eidige hingestellt wurden? Dazu kommt, dass der gesunde Sinn des Volkes 
sich nie dazu verstehen konnte, zwischen dem Vergehen und der Strafe 
irgend eine auch nur annähernde Gleichheit zu finden. In Folge dessen 
erschien der Allgemeinheit der Gläubigen das Vorgehen der Finanzbeamten 
der Curie und des CardinalscoUegiums in sehr vielen Fällen als das, was 
es war, als missbräuchliche Anwendung eines Systems, das sich sensim sine 
sensu ausgebildet und im Laufe der Jahrhunderte gefestigt hatte. 

Man könnte den Einwurf erheben: Diese Klagen sind nicht berechtigt, 
weil es jedem erwählten Prälaten freistand, durch Verzicht auf die ange- 
botene Würde oder durch pünktliche Einhaltung der von ihm selbst ge- 
billigten Zahlungstermine den Folgen auszuweichen. Theoretisch gesprochen 
ist das unzweifelhafl richtig, aber die practische Seite der Frage lässt diesen 
Einwurf sofort als nichtig erkennen. Aber steht nicht in der Obligations- 
formel ausdrücklich, dass die Prälaten sponte, gratis et liberaliter ihre 



CLXXX 

Servitien versprachen und dass sie sich spontanee den Kirchenstrafen ^) unter- 
warfen? Gewiss steht das im Formular und wurde auch in dieser Form 
beschworen; aber solche Ausdrücke von altehrwürdigem archäologischem 
Character haben im 14. und 15. Jahrhundert längst keinen Sinn mehr gehabt. 
Das, was dieselben eigentlich bedeuteten, war in jener Zeit zum directen 
Zwang geworden, es stellte sich einfach als eine Besteuerung dar, der sich 
Niemand entziehen konnte, der den Vorzug hatte, in regestris camerae et 
coUegii mit seinem Jahreseinkommen verzeichnet zu stehen. 

Beleuchtet man diese Seite der Frage, so darf man aber auch nicht 
vergessen, die andere Seite in Erwägung zu ziehen. Vielfach ist es vorge- 
kommen, dass Prälaten, sobald sie sich in rechtlichem Besitze ihrer Prälatur 
wussten, sich in keiner Weise mehr um die beschworenen Verpflichtungen 
kümmerten, sondern in ihrer Obligation wohl eine Zahlungsverpflichtung 
anerkannten, jedoch in den Strafbestimmungen nur Formeln sahen, denen 
ii^endwelche Bedeutung nicht mehr beigemessen zu werden brauchte. Andere 
Prälaten sahen ihren Obligationseid noch leichtfertiger an und waren völlig 
zufrieden, wenn sie auf ihrem Bisthume oder ihrer Abtei sassen und sie von 
Niemanden belästigt wurden. Sie dachten nicht an die Entrichtung ihrer 
Servitien und sie bequemten sich nur dazu, wenn sie durch das strengste 
Einschreiten der Curie gezwimgen wurden. Ob sie ipso facto den Censuren 
verfallen seien oder nicht, kümmerte sie nicht. Sie fuhren fort. Alles so zu 
thun, als ob keinerlei kirchliche Strafe auf ihnen lastete. Bezüglich der 
gesammten geistiichen Thätigkeit, bezüglich der Jurisdictionsfragen aber im 
Besonderen, ergeben sich aus solchen Zuständen die allerschwersten und tief- 
gehendsten Bedenken. Diesen Punkt näher zu untersuchen, ist hier nicht 
der Ort; diese Andeutung möge darum genügen. 

Bezüglich des Umfanges, in dem die camerarii von ihrer Vollmacht, 
Censuren zu verhängen, Gebrauch machten, ist, nach Ausweis der Register, 
zu bemerken, dass zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Fälle, in denen diese 
Dinge erwähnt werden, nicht übermässig häufig vorkommen. Unter Urban V 
dagegen und später gehören dieselben fast zu den alltäglichen Dingen, wie 
wir sehen werden. 



*) Um die Kirchengtiter ftlr den Betrag der Obligationssumme den Kammern verpfönden 
zu können, wie das vorgeschrieben war, brauchten die Prälaten die Erlaubniss des Papstes. Zu 
Beginn des 14. Jahrhunderts wird diese Erlaubniss in der Verpflichtungsurkunde meistens er- 
wähnt, während man dieselbe später ganz fortliess. Bemerkenswerth ist folgende ausfuhrliche 
Fassung über das freiwillige Anerbieten der Zahlung „. . . non magis ex causa mere liberalitatis 
et donationis quam gratuite illationis et subventionis predicte, eisdem cardinalibus .... recipienti- 
bus promissionem hanc gratis oblatam ..." Kirsch, Seite 73, 74. 




CLXXXI 

Wenn oben gesagt wurde, dass die Prälaten ipso facto den Censuren 
anheimfielen, wenn sie säumig waren, so ist das in dem Sinne zu verstehen, 
dass die camerarii bei der Aufnahme der Verpflichtung schon gleich die 
Sentenzen aussprachen, für den Fall die Bedingungen nicht eingehalten 
würden: Nos . . . camerarii . . . si . . . non solveritis . . . canonica moni- 
cione premissa in vos presentem, volentem et consentientem in his scriptis 
auctoritate eiusdem domini pape, qua fungimur in hac parte, exnunc prout 
extunc (supensionis) ab administratione . . et excommunicationis maioris 
sententias proferimus et etiam in eisdem casibus, si contra feceritis, . . . 
aut ad curiam Romanam non redieritis, vel etiam inde ante satisfactionem 
integram recesseritis quoquomodo, denuntiamus periurum, cominantes et 
protestantes nos processuros ad alias penas temporales et spirituales contra 
vos et aggravationes earum, prout et quando nobis et cuilibet nostrum 
expedire videbitur, absque alterius cause cognitione et vobis non monito vel 
citato, denunciaturos per nos vel alium seu alios in locis, in quibus expediens 
Visum fuerit, vos suspensum, excommunicatum, periurum et alüs penis quas 
adiciemus, si parere non curabitis, alligatum; iniungentes nichilominus ex 
nunc vobis, ut infra terminum suprascriptum ad Romanam curiam redeatis, 
nee prius exinde discedatis, quam de predicte pecunie summa integram 
satisfactionem impenderitis sub penis predictis.^) Soweit erstreckten sich 
die Massnahmen gegen den sich verpflichtenden Abt selber. 

Damit noch nicht zufrieden, wurden von den beiden Kämmerern noch 
weiter gehende Vorsichtsmassregeln getroffen: Si vero vos, domine abbas, 
quod absit, mori contingat, ante quam nobis vel alteri nostrum seu successori- 
bus nostris fuerit de predicte pecunie summa plenarie satisfactum, et is qui 
in reg^mine monasterii substitui vobis contingerit (sie), si infra tres menses 
post substitutionem suam nobis ... de eadem simima satisfacere non 
curaverit, eundem abinde similibus sententiis, quas supra pertulimus, inno- 
damus eodemque modo ipsum in hüs scriptis ex nunc prout ex tunc suspen- 
dimus, interdicimus et exconmiunicamus . . . Darauf folgen dieselben Be- 
dingungen über das Erscheinen an der Curie u. s. w. wie oben. 

Schliesslich werden die Verwalter der Klostergüter, fiir den Fall nicht 
sofort ein neuer Abt ernannt werden sollte, in derselben Weise wie der 
Nachfolger verpflichtet bezw. mit Strafen bedroht.*) Man ersieht aus den 
mitgetheilten Worten, dass es nicht gut denkbar ist, diese Geldangelegen- 
heiten mit grösseren Cautelen zu umgeben, wie es von den Känmierem 
geschah. Es ist aus dem Wortlaute ersichtlich, dass die Sentenzen in Kraft 

^) Kirsch, Seite 75, 76. Siehe auch oben Seite xcvuii ff. 
•) Kirsch, Seite 76. 



CLXXXII 

treten sollen, wenn der Prälat nicht zahlt, oder nicht an die Curie zurück- 
kehrt oder von der Curie abreist, bevor seine Schuld getilgt ist. Dann 
soll er als Meineidiger erklärt werden und es werden ihm weitere geistliche 
und zeitliche Strafen angedroht, die jedoch nicht genauer bezeichnet werden.^) 
Die einzelnen Phasen sind nicht so genau im Texte unterschieden, dass man 
ganz bestimmt wissen könnte, wie eigentlich die Aufeinanderfolge der Strafen 
zu denken ist. Das thut aber auch nicht viel zur Sache. 

Hatte man bei einem säumigen Prälaten eine Zeit lang gewartet, ob 
er nicht vielleicht bald nach dem abgelaufenen Zahlungstermine seine Schuld 
berichtigen würde, und war dieser Fall nicht eingetreten, so kam zur That- 
sache der ipso facto eingetretenen Censuren auch noch die öffentliche Er- 
klärung in der audientia publica litterarum apostolicarum, der dann wohl 
stets der Auftrag an Jemanden zu folgen pflegte, diese Erklärung am Wohn- 
orte des Prälaten unter den vom Rituale vorgeschriebenen Ceremonien 
— pulsatis campanis et candelis accensis ac demum extinctis — bekannt 
zu machen. Die hiermit Beauftragten erhielten dann auch zugleich die 
Weisung, die Güter des Bisthums oder Klosters und die Habe des Prälaten 
mit Beschlag zu belegen, so viel davon zu verkaufen, wie zur Deckung der 
Schulden aus dem Servitium nothwendig sei und das Geld auf Kosten und 
Gefahr des Prälaten an die Curie zu senden. 

Einzelne Urkunden, die die Execution gegen den einen oder anderen 
Prälaten enthalten, kommen in allen Jahrzehnten vor. Dass jedoch in globo 
gegen sämmtliche säumige Erzbischöfe, Bischöfe und Aebte eines Landes 
in dieser Form vorgegangen wurde, habe ich nur unter Urban V beobachtet. 
Drei Urkunden habe ich gefunden, die nahezu zweihundert italienische und 
spanische Prälaten als Meineidige denunciren. Die Listen für Deutschland, 
Frankreich, England, Skandinavien u. s. w. sind noch nicht entdeckt, ob- 
schon sie gewiss auch aufgestellt worden sind. 

Zunächst haben wir die Urkunde vom 28. April 1365.*) Die beiden 
Kämmerer wenden sich in einem langen Schreiben an den Bischof von 
Veroli ; sie setzen ihm auseinander, dass eine grosse Zahl von Prälaten, ent- 
gegen ihren Versprechungen, sich um die Abtragung ihrer Schulden nicht 
gekümmert haben und dieselben darum in audientia publica litterarum 
apostolicarum als Excommunicirte und Meineidige verkündigt worden seien. 
Dieses haben dieselben „animis dampnabiliter induratis** ruhig über sich 
ergehen lassen, ohne sich um die Erfüllung ihrer Verpflichtungen zu 



') Beschlagnahme der Güter und Aehnliches. Siehe weiter unten. 
•) Siehe No. 313. 



CLXXXIII 

bemühen. Diesem Zustande solle nun gesteuert werden dadurch, dass die 
Beschlagnahme der Güter verfugt wird, von der ich oben gesprochen habe. 
Als magere Clausel wird dieser Massregel beigefugt: „Proviso tamen, quod 
propter hoc cultus divinus nuUatenus minuatur ecclesie seu monasterio huius- 
modi". Schliesslich wird der Bischof von Veroli angewiesen, für die öfTent- 
liche Bekanntmachung der Censuren in den betrefTenden Diöcesen oder 
Abteien zu sorgen. 

Ungefähr den gleichen Wortlaut haben die beiden Urkunden vom 
20. December 1367^) und vom 24. Januar 1368.2) In der ersten Urkunde 
werden die Prälaten mit ihrem Namen und mit ihrem Titel genannt; im 
zweiten Schriftstücke werden die Namen ausgelassen, dagegen dem Titel 
die Summe der Schulden beigefügt; das Gleiche ist bei No. 315 der Fall. 

Diese drei umfassenden Excommunicationsbriefe sind in allen ihren 
Aeusserungen von ausserordentlichem Werthe, weil sie uns einen kleinen 
Einblick in die Zahlungs- bezw. Versäumnissverhältnisse geben. Dabei ist 
wohl im Auge zu behalten, dass der Umfang dieser Versäumnisse ein stets 
wechselnder war; aber immerhin können wir daraus schliessen, dass die 
nur sporadischen Aeusserungen der Register über die vorher liegende Zeit 
in keiner Weise die ganze Sachlage beleuchten, sondern nur Ausnahme- 
fälle hervorheben. 

Im Ganzen stehen in den drei Urkunden verzeichnet: 7 Erzbischöfe, 
49 Bischöfe, 123 Aebte und 2 Archimandriten; davon sind Italiener: 
6 Erzbischöfe, 47 Bischöfe, 112 Aebte und 2 Archimandriten; Spanier: 
I Erzbischof, 2 Bischöfe und 11 Aebte. 

Wenn die censurirten Prälaten sich um Lossprechung nach Rom wandten, 
so konnte das nur geschehen, wenn sie vorher alle diejenigen Schulden 
bereinigten, derentwegen sie den Strafen verfallen waren. Ueber die von 
den Kämmerern ertheilte Lossprechung wurde den Prälaten ein „littera 
aperta" ausgehändigt, für die eine festgesetzte Taxe zu zahlen war. Diese 
Briefe konnten von beiden Kämmerern gemeinschafUich ausgestellt werden, 
wenn an beide Kammern versäumte Zahlungen zu machen gewesen waren. 
Jedoch war es den Prälaten auch freigestellt, sich zwei getrennte Briefe 
geben zu lassen, je einen von einem der camerarii. Bezogen sich die 
Schulden nur auf eine der beiden Kammern, so ging die Verhängung der 
Censuren sowohl wie die Lossprechung nur von dem in Frage kommenden 
Kämmerer aus. 



») Siehe No. 3 14- 
*) Siehe No. 315. 



CLXxxim 

Zahlte ein säumiger Prälat nur einen Theil der Summe, wegen der er 
sich die Censuren zugezogen hatte, so wurde er naturgemäss nicht losge- 
sprochen, i) Hatte ein Prälat die Zahlungstermine nicht eingehalten, weil 
er nicht in den Besitz seiner Prälatur gelangt war, so verfiel er, wenn die 
Obligation einen diesbezüglichen Vorbehalt*) nicht enhalten hatte, dennoch 
den Censuren, von denen er jedoch auch ohne Zahlung losgesprochen 
wurde, wenn er nachwies, dass dieses der Grund seiner Säumigkeit sei.') 

Die Kämmerer schritten nicht immer gleich mit aller Strenge ein, 
sondern manchmal, „volentes micius in hac parte agere*' mit einem Prälaten, 
mahnten sie den säumigen Schuldner zunächst, entweder durch einen an 
ihn gerichteten Brief oder sie Hessen ihn durch seine Nachbarprälaten freund- 
schaftlich zur Zahlung auffordern, bevor die Kirchenstrafen verhängt wurden. 
So schrieben die beiden Kämmerer am 14. März 1351 an die Bischöfe von 
Schwerin, Ratzeburg, Lübeck, Osnabrück, Minden und Paderborn, dass sie 
den Erzbischof von Bremen auffordern sollten, seine schon lange (alligen 
Schulden zu zahlen; und erst wenn er sich weigere, das zu thun, sollten 
sie ihn mit den üblichen Kirchenstrafen belegen.*) Ein weiteres Beispiel habe 
ich zum I. September 141 8 verzeichnet, das den Abt von Flavigny betrifft. 
Die umfangreiche Urkunde lässt das beliebte Vorgehen klar erkennen.^) 

Als naturgemässe Folge der verhängten Kirchenstrafen traf einen 
säumigen Prälaten, wenn er vor der Lxjssprechung starb, auch das Loos, in 
ungeweihter Erde begraben zu werden. Wenn Jemand Interesse daran hatte, 
der Leiche nachträglich ein christliches Begräbniss zu Theil werden zu lassen, 
so mussten zunächst sämmtliche Schulden aus den Servitien des Ver- 
storbenen getilgt werden und dann eine Eingabe um Absolution an die 
Kämmerer gemacht werden. Am 12. November 1332 wurde eine diesbezüg- 
liche Urkunde erlassen, die den Adressaten bevollmächtigte, einen in unge- 
weihter Erde begrabenen Prälaten loszusprechen und ihm ein christliches 
Begräbniss angedeihen zu lassen, wenn der Prälat vor seinem Ende Zeichen 
wahrer Reue über seinen schwer gefährdeten Seelenzustand gegeben habe. 
Diese Vollmacht wurde allerdings mit der wenig sympathischen Formel ver- 
brämt, dass sie gegeben werde, „potissime quia de promisso servitio per 
successorem extitit plenarie satisfactum". 



*) Siehe Urk. No. 309. 

*) Siehe oben Seite xcviiii Anm. 2 und Seite c. 

■) Siehe Urk. No. 319, die allerdings einen Ausnahmefall darstellt. Andere Los- 
sprechungen erfolgten aus dem gleichen Grunde unmittelbar nach der ersten Mahnung und 
der darauf erfolgten Rechtfertigung des Prälaten. 

*) Siehe Urk. No. 113. 

«) Siehe Urk. No. 318. 



CLXXXV 

Die Kirchenstrafen wurden, allerdings nicht sehr häufig, auch gegen 
Personen angewandt, die mit den beiden Kammern direct nichts zu thun 
hatten, deren Eigenschaft als Erben eines Bischofs oder Abtes sie jedoch 
fiir seine Schulden haftbar erscheinen liess.^) 

Wenngleich die Casuistik der Handhabung der Censuren im Zusammen- 
hange mit den Servitien u. s. w. mit dem Gesagten keineswegs als abge- 
schlossen zu gelten hat, so glaube ich doch die Frage genügend klargestellt 
zu haben, um ein volles Verständniss derselben nunmehr annehmen zu 
können. Ich verlasse darum diesen höchst unerquicklichen Abschnitt, um 
mich dem Capitel über die Art der Vertheilung der Gelder in der camera 
collegii zuzuwenden. 



ABSCHNITT X. 

Form und Ausstattung der Urkunden. Art ihrer Eintragung 

in die Regrister. 

Die von der camera collegii ausgefertigten Urkunden sind ihrer Natur 
nach in alle Welt zerstreut worden. Die überwi^ende Mehrzahl der Urkunden 
wurde den Prälaten oder ihren Procuratoren ausgehändigt und wanderte 
später als Belegstücke in die Archive. Nur eine ganz kleine Zahl von 
Documenten blieb an der Curie, und das waren i) die Quittungen, die der 
camera apostolica über empfangene Geldsummen ausgefertigt wurden; 2) die 
Erlasse des Cardinalkämmerers an seine Unterbeamten über principiell wichtige 
Verwaltungsfragen; 3) die für einzelne Cardinäle oder andere curiale Prä- 
laten ausgefertigten Schriftstücke über irgendwelche Gegenstände. 

Häufig kehrten die Nuntien oder CoUectoren mit den sorgfaltig auf- 
bewahrten, ihnen amtlich zugesandten Schriftstücken an die Curie zurück 
und zugleich mit ihrem Rechenschaftsberichte übergaben sie auch dieses 
ihr persönliches Archiv der camera apostolica. Auf diese Weise gelangten 
manche Urkunden, die aus der camera collegii stammten, an die Curie 
zurück und sie entgingen so dem leicht drohenden Verluste im Auslande. 

Man kann sich nun leicht vorstellen, dass von den früheren Beständen 
an losen Urkunden der camera apostolica und der camera collegii im Laufe 
der Jahrhunderte ein beträchtlicher Theil in Verlust gerathen ist, so dass die 
Reste an Bullen, Breven, Quittungen, Verordnungen, Commissionen u. s. w. came- 
ralen Inhaltes, die wir heute noch besitzen, spärliche genannt werden müssen. 



») Vergl. Urk. No. 312. 



CLXXXVI 

Soweit meine Kenntniss der Verhältnisse reicht, befinden sich diese 
cameralen Documente nur in dem Archivum Castelli Sancti Angeli und in 
den Instrumenta Miscellanea.^) Will man also Anhaltspunkte über die 
Form und Ausstattung der Originalurkunden*) gewinnen, so muss man diese 
beiden Bestände zu Rathe ziehen. Ich hatte geglaubt in den grösseren 
Archiven Italiens weiteres Material beheben zu können. Allein der Versuch, 
den ich mit dem Grande Archivio di Napoli machte, schreckte mich vor- 
läufig von weiteren Untersuchungen nach dieser Richtung hin ab. Denn 
in jenem gewaltigen Archive fand ich nur ein einziges Original einer 
Urkunde aus der camera coUegii. Und nach den Versicherungen des 
Commendatore Capasso war es völlig ausgeschlossen, weitere Documente 
der bezeichneten Art zu finden, nachdem ich die Bestände in der Sala 
diplomatica durchgesehen hatte. 

Die folgenden Untersuchungen haben eine sehr beschränkte Grundlage, 
soweit die äussere Form und Ausstattung der Originalurkunden in Frage 
kommt; bezüglich der übrigen Fragen thun sowohl die Originale, wie viele 
Registereinträge dieselben Dienste. 

Schreibstoff, Schrift und Schreiber. Die Ausfertigung der Ur- 
kunden der camera collegii cardinalium geschah auf Pergament. Entsprechend 
dem meist knappen Inhalte der Formeln sind die Pergamentstücke, die man 
verwandte, fast ausnahmslos recht klein. Im Allgemeinen gesprochen, ist 
die plica im Verhältniss zur ganzen Urkunde unverhältnissmässig gross. 
Besonderheiten des Pergaments sind mir bisher nicht aufgefallen. 

Die Schrift bewegt sich streng in den Formen einer sauberen, klaren 
Minuskel ohne jede hervorstechende Eigenthümlichkeit. ^) Verzierungen, 
Oberlängen, Betonung einzelner Buchstaben oder sonstige die Papstbriefe 
auszeichnenden Dinge sind unserer Kanzlei unbekannt. Die Schrift läuft 
vom Anfange bis zum Ende der Urkunden glatt durch, ohne neue Zeilen- 
anfange für den Context oder das Datum. Was die Orthographie angeht, 
so finden wir in den Originalen genau dieselben eigenthümlichen Fehler, 
die sich auch in den Registern finden. Die clerici collegii haben mit der 
Herstellung der Reinschriften der Originale nichts zu thun. Dafür hatte 



*) Siehe hierüber das Vorwort. 

*) In diesem Abschnitte lasse ich naturgemäss die Untersuchung aller derjenigen ab- 
gedruckten Stücke bei Seite, die sich nicht in Urkundenausstattung im engeren Sinne 
erhalten haben. Aus den lediglich referirenden Einträgen in die Register lassen sich kaum 
Beiträge für diese Forschungen gewinnen. 

') Bis dass ich aus den einzelnen Perioden jeweils grössere Complexe von Originalurkunden 
untersucht haben werde, muss ich ein näheres Eingehen auf die angewandten Kürzungen, Liga- 
turen u. s. w. aussetzen. 



CLXXXVII 

man, wie oben schon erwähnt, Schönschreiber i), die man als ständig an- 
gestellte Unterbeamte anzusehen hat. Die Revision der mundirten Urkunden 
lag jedoch den clerici coUegii ob. 

Eigentliche Schreibfehler kommen auch wohl vor, doch machen die 
eingesehenen Urkunden im Allgemeinen den Eindruck, als ob sie mit grosser 
Sorgfalt geschrieben seien. Rasuren von Bedeutung sind mir nicht auf- 
gefallen. Von einer Anfechtung einer Urkunde wegen Rasur ist nichts 
überliefert. 

Eingangsprotocoll. Wir haben verschiedene Formeln*), nach denen 
die Urkunden eingeleitet wurden: 

1. „Nos [Berengarius] miseratione divina [Portuen. et Sancte Rufine 
episcopus] cardinalis, sacri coUegii reverendorum [reverendissimorum] patrum 
dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarius tenore presen- 
tium recognoscimus [notum facimus, confitemur].*' Hierauf folgt dann der 
Text der Urkunde in organischem Anschlüsse an die Einleitungsworte. 

2. „[Guillermus] miseratione divina [tituli Sancti Stephani in Celiomonte 
presbiter] cardinalis, sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte 
Romane Ecclesie cardinalium camerarius, [religioso viro priori generali ordinis 
Camaldulen.] salutem in Domino.*' Dieses Eingangsprotocoll ist ein Satz- 
gefüge fiir sich, dem sich dann der Text der Urkunde in einem neuen 
Satze anschliesst. 

3. „Universis presentes litteras inspecturis [Guillermus] miseratione divina 
[tituli Sancti Stephani in Celiomonte presbiter] cardinalis, sacri collegii 
reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium 
camerarius, salutem in Domino." Dadurch dass der Text der Urkunde 
eine allgemein gültige Thatsache ausspricht und anerkennt, musste die 
Adresse auch dementsprechend gehalten sein. Mit Rücksicht auf den Brauch 
der apostolischen Kammer setzte- man dann auch die Worte „Universis 
presentes litteras inspecturis" an die Spitze vor den Namen des Kämmerers. 

4. „Miseratione divina [Amaldus Albanen.] domini pape et [Berengarius 
Portuen. et Sancte Rufine episcopi], sacri collegii dominorum cardinalium 
Sancte Romane Ecclesie camerarii, [venerabili patri domino Petro episcopo 
Silvanecten.j salutem in Domino." Auf diese Adresse folgt dann die Urkunde. 
Wenn der camerarius apostolicus Cardinal war, so trat er sowohl mit seinem 

*) Bei dem mir vorliegenden sehr spärlichen Materiale an Originalen Untersuchungen 
über die einzelnen Schreiber und die von ihnen herstammenden Urkunden anstellen zu wollen, 
ist gänzlich aussichtslos. 

*) Die angeführten Beispiele sind alle dem Urkundentheile entnommen. Die einge- 
klammerten Worte stellen das jeweils wechselnde Element im Eingangsprotocoll dar, während 
die anderen Worte das sich gleich bleibende feste Gerippe bilden. 



CLXXXVIII 

Namen, wie mit seinem Amte an die Spitze der Urkunde, wenn beide 
Kämmerer gemeinschaftlich eine solche erliessen. 

S- „Miseratione divina [Petrus tituli Sancte Praxedis presbiter] cardinalis, 
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie 
cardinalium, et [Gasbertus Arelaten. archiepiscopus], domini pape camerarii, 
[providis et discretis viris dominis Amaldo Regis Cameracen. et Bertrando 
de Golardo Gonden. in ecclesia Tomacen. archidiaconis] salutem in Domino." 
War nur der camerarius collegii Cardinal, der apostolische Kämmerer da- 
gegen Bischof oder Erzbischof, so konnte die Combination von Namen und 
Amt in verschiedener Weise geschehen, wobei jedoch der Name des Cardinais 
stets an die Spitze trat. Im gegebenen Beispiele folgt dem Namen gleich 
auch das Amt und darauf erst kommt der apostolische Kämmerer mit 
Namen und Amt. 

6. „Miseratione divina [Guillermus tituli Sancti Stephani in Celiomonte 
Sancte Romane Ecclesie presbiter] cardinalis et [Franciscus archiepiscopus 
Narbonen.], domini pape et sacri collegii reverendissimorum in Christo patrum 
dominorum eiusdem Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarii, [venera- 
bili patri domino fratri Philippo abbati monasterii beate Marie de Cam- 
pania ordinis Cistercien., Cenomanen. diocesis] salutem in Domino.** In 
diesem Beispiele folgen sich erst die beiden Namen nach der kirchlichen 
Würde und darauf folgen die beiden Aemter in der umgekehrten Reihen- 
folge, so dass dadurch hervorgehoben wird, dass das Amt des Papstes 
demjenigen der Cardinäle vorgeht. 

7. ,, [Guillermus] miseratione divina [tituU Sancte Marie in Transtiberim 
presbiter] cardinalis et [Amaldus] eadem gratia [archiepiscopus Auxitan.] 
domini nostri pape et sacri collegii dominorum cardinalium camerarii, [venera- 
bili in Christo patri domino lohanni episcopo Verulan.] salutem in Eo, qui 
est omnium vera salus.** Dadurch, dass man in der vorstehenden Adresse 
die Worte „miseratione divina** hinter den Namen des camerarius collegii 
setzte, erwies sich ein ähnlicher Ausdruck (eadem gratia, eadem miseratione 
u. s. w.) hinter dem Namen des apostolischen Kämmerers als nothwendig. 
Im Uebrigen können in der vorliegenden Form der Adresse dieselben Unter- 
schiede in der Reihenfolge von Namen und Amt eintreten, die unter NN. 4, 
S und 6 erwähnt wurden. 

8. „Miseratione divina [Guillermus tituli Sanctorum im Coronatorum 
presbiter] cardinalis, sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte 
Romane Ecclesie cardinalium, et [Stephanus Arelaten. archiepiscopus], domini 
pape camerarii, notum facimus universis.** Diese Formel entspricht durch- 
aus der ersten, nur dass hier beide Kämmerer genannt werden. Betreffs 



CLxxxvmi 

der Reihenfolge des Amtes können Verschiebungen eintreten, wie oben schon 
hervorgehoben wurde. 

9. „Miseratione divina episcopi, presbiteri et diaconi Sancte Romane 
Ecclesie cardinales [providis viris lohanni de Medicis et sociis Romanam 
curiam sequentibus] salutem in Domino/' Adresse eines Briefes cameralen 
Inhaltes, der vom gesammten heiligen CoUegium ausging.^) 

Die salutatio lautete meistens: „salutem in Domino." Vereinzelt kommt 
nur: „salutem" vor sowie: „salutem in Eo, qui est omnium vera salus," 
und: „salutem in Filio Virginis benedicte" oder ähnliche. 

Das erste der genannten EingangsprotocoUe kommt hauptsächlich zur 
Anwendung bei den einfachen Quittungen, Prorogationen, Liberationen und 
Absolutionen, in denen keine Auseinandersetzungen, Erzählungen von That- 
sachen und ähnliche Dinge vorkommen. Es enthält nur die intitulatio nebst 
Devotionsformel ohne inscriptio. Das li^ in der Natur der Urkunde 
begründet. 

Die folgenden EingangsprotocoUe setzen sich, mit Ausnahme von 
No. 8, alle aus der Devotionsformel, der intitulatio, der inscriptio und der 
salutatio zusammen. Die Reihenfolge der einzelnen Theile ist in den einzelnen 
Protocollen verschieden. Alle eben nicht genannten Urkundenarten beginnen, 
je nach ihrem Inhalte, mit einer der unter 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 9 genannten 
einleitenden Formeln. Die Scheidung der Urkundenarten ist nun nicht so 
streng durchgeführt worden, dass es z. B. keine Lx>ssprechung von Censuren 
gäbe, die nicht ein anderes Eingangsprotocoll, wie das Erste hätte; der 
Unterschied ist vielmehr nur im Allgemeinen festgehalten worden und der 
ausgesprochene Satz darum nur mit der üblichen Reserve richtig. Von den 
im Urkundentheile dieses Buches, bei Kirsch unter den Beilagen und bei 
Brom*) aufgeführten Actenstücken vertheilen sich folgende auf die einzelnen 
EingangsprotocoUe : 





I. 


2. 




4 : 


J- 


333 


1311 


119 


1370 


Kirsch IX 


1318 


256 


1316 


Brom XV 


1389 


Kirsch X 


1318 



*) Es bleibt noch zu erwShnen, dass im 15. Jahrhundert ausser den genannten Elementen 
auch noch der Name des Cardinalkämmerers , mit dem er vulgariter nuncupabatur, fast 
stets seinen Platz im Eingangsprotocoll findet Aus dem Verkehre zwischen den beiden Kämmerern 
ist noch folgendes Eingangsprotocoll zu vermerken: Reverendissimo in Christo patri domino 
[Guillermo] miseratione divina [tituli Sancti Stephani in Celiomonte] Sancte Romane Ecclesie 
[presbitero] cardinali, sacri coUegii reverendissimorum patrum dominonim eiusdem Ecclesie car- 
cinalium camerario, [Fransciscus] eadem miseratione [archiepiscopus Narbonen.], domini pape 
damerarius, salutem in Domino. 

*) Bullarium Trajectense, II. Appendix. 



cxc 



I. 



4—7. 



148 


1316 


42 


I4«3 


Kirsch xi 


I3«8 


274 


1317 


296 


1413 


98 


«332 


218 


1320 


317 


1418 


310 


1332 


Brom III 


1324 


318 


1418 


311 


1348 


337 


1326 


306 


1419 


3«2 


1363 


254 


1344 


308»- 


1420 


3«3 


1365 


338 


•349 






3«4 


1367 


339 


«35» 






3«5 


1368 


343 


1363 




3- 


316 


«369 


209 


1369 


345 


«37« 


. 347" 


«373 


346 


1371 






124 


«392 


348 


«374 










349 


1374 










3SJ 


«374 










352 


«374 




8. 






Brom xin 


1386 


138 


1350 






120 


1386 










121 


1386 




9- 






327 


1421 


329 


1422 






330 


1423 











Schlussprotocoll. Unter dem Cardinalkämmerer Berengarius^) haben 
wir im Schlussprotocoll zwei Formeln, die sich später, soweit meine Be- 
obachtung reicht, nicht wieder vorfinden. Die erste Formel lautet: „Presentes 
autem litteras registrari fecimus ad cautelam.** In sehr vielen seiner Ur- 
kunden findet sich dieselbe, so dass man sie als eine Eigenthümlichkeit 
seiner Amtsführung ansehen kann. Hieran schliesst sich ein zweiter Satz 
an: „De quarum [litterarum] presentatione latori earum dabimus plenam 
fidem.'* Beide Sätze stehen unmittelbar vor dem Datum. 

Das Datum selbst hat im Beginne des 14. Jahrhunderts folgende Theile: 
Namen der Stadt, in der die Urkunde gegeben wurde, Angabe des Tages, 
Monates und Pontificatsjahres. Vielfach hat die Devotionsformel auch ihren 
Platz in der Angabe des Pontificatsjahres. Die Tagesdaten werden nur in 
ganz vereinzelten Fällen nach Kaienden, Nonen und Iden gerechnet. Der 
Wochentag wird fast nie genannt; ebensowenig die Stellung im kirchlichen 
Festkalender. Später tritt noch die Angabe der Indiction hinzu und damit 
ist die Entwicklung abgeschlossen. Dass hie und da Data vorkommen, die 



') 1313— 1323 



CXCI 

unvollständig sind, kann nicht Wunder nehmen. Dieselben sind nur als 
Ausnahmen anzusehen. Dass das Datum anderswo, wie am Schlüsse der 
Urkunden stände, ist mir nicht aufgefallen. Die Zeitangabe wird eingeleitet 
mit dem Worte da tum. Ein einziges Mal finde ich statt dessen das Wort 
actum, und zwar zum 19. October 1371, Urk. No. 346. Die übUche Formel 
anno a Nativitate Domini millesimo ist in Urk. No. 316 verändert in 
anni Nativitatis Domini millesimi etc. Das Datum bildet fast immer 
einen Satz fiir sich am Schlüsse der Urkunde, steht also mit dem Vorher- 
gehenden in keinerlei Zusammenhang. Als Ausnahme von dieser R^el ist 
folgende Formel ^) zu erwähnen, in der Ausstellung, Besiegelung und Datum 
zusammengezogen worden sind : „In cuius rei testimonium presentem cedulam 
fieri iussimus et signeto nostro signavimus anno Domini M * CCCC • xxi, die 

u 

VII mensis Madii, pontificatus domini nostri Martini pape V anno quarto." 
Weiterhin finden wir Angaben über die Besiegelung im Schluss- 
protocoll. Die corroboratio lautet ursprüngUch:*) „In cuius rei testimonium 
presentes Utteras fieri fecimus et sigilli nostri appensione muniri," oder: „In 
cuius rei testimonium presentes litteras eidem concedimus sigilli nostri 
appensione munitas." Im Jahre 13 17*) finde ich den Ausdruck: „. . . has 
sibi litteras sigillo nostro munitas in testimonium concedentes." In der 
Folgezeit macht sich aber der erstgenannte Wortlaut zum herrschenden fiir 
das ganze 14. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert finde ich einigermassen 
abweichende Ausdrücke: „Hec igitur ex certa scientia approbamus et Omni- 
bus, quorum interesse posset, notum facimus tenore presentium, quas nostro 
sigillo camerariatus collegii iussimus appensione muniri in fidem et testi- 
monium premissorum." (1418.) Drei Jahre später lautet eine Fassung: „In 
cuius rei testimonium presentem cedulam fieri iussimus et signeto nostro 
signavimus . . ." Schliesslich ist zum Jahre 1423*) folgende Formel zu ver- 
zeichnen: „In quorum testimonium hanc cedulam fieri fecimus et signeti 
nostri impressione muniri." 

Was die eigentliche Handlung der Besiegelung angeht, so muss bemerkt 
werden, dass wir keinerlei Nachrichten darüber haben, ob den Unterbeamten 
das Siegel anvertraut wurde oder nicht, d. h. ob die Besiegelung in der 
Kanzlei oder im Haushalte des Cardinalkämmerers oder gar von ihm selbst 
vorgenommen wurde. Die einmal vorkommende Notiz, dass eine kleine 



') Urk. No. 327 vom 7. Mai 142 1. In Urk. 308b liegt wohl eine Nachlässigkeit des 
Schreibers vor. Das Datum in dieser Form hat keinen Sinn. 
•) Kirsch, Seite 53. Urk. No. 333 vom Jahre 131 1. 

") Urk. No. 274. Dieses ist ein in der camera apostolica gebräuchlicher Ausdruck. 
*) Siehe die Urkunden NN. 317, 327 und 333. 



CXCII 

Summe aus der Einnahme der Siegeltaxe zum Ankaufe von Siegelwachs 
verwendet wurde, könnte den Gedanken nahe legen, dass die Cleriker auch 
die Verwaltung des Si^els geführt hätten. 

Das Siegel, das die Urkunden beglaubigte und wofiir eine Gebühr^) 
zu entrichten war, wurde an einem schmalen Pergamentstreifen befestigt, der 
durch einen wagerechten Einschnitt der plica und des Blattes ging.*) Die 
Form des Siegels, — ein Abdruck ist mir bis jetzt noch nicht zu Gesicht 
gekommen, — scheint eine parabolische oder ovale ^) gewesen zu sein, soweit 
die rothen Wachsspuren auf dem Siegelstreifen ein Urtheil zulassen. 

Im Laufe der Entwicklung werden uns am Schlüsse der Urkunden 
verschiedene Arten von Si^elstempeln genannt. Zunächst wird am Häufigsten 
erwähnt das [persönliche] Si^el des Cardinalkämmerers; an zweiter Stelle 
erscheint das sigillum camerariatus coUegii, und drittens konmit der Aus- 
druck signetum camerariatus coll^[ii vor. In den von beiden Kämmerern, 
— demjenigen der apostolischen und demjenigen der Cardinalskammer, — 
ausgehenden Urkunden werden einfach sigilla nostra oder sigilla cameraria- 
tuum nostrorum genannt. Unter Angabe der Nummer der Urkunde und 
des Jahres ordnen sich die Dinge wie folgt: 



Sigillum camerarii 


Sigillum cameraria- 


Sigilla camerari- 


collegii: 




tus collegii: 


orum: 




333 


1311 


317 1418 


Kirsch Beil. viii 


1320 


Kirsch S. 53 


1311 




Kirsch Beil. x 


1320 


274 


1317 




98 


1332 


218 


1320 




310 


1332 


Brom App. ill 


1324 


Signetum camera- 


138 


1350 


337 


1326 


riatus collegii: 


313 


1365 


244» 


1338 


327 1421 


316 


1369 


254 


1344 


330 1423 






338 


1349 




Sigilla cameraria- 


339 


1351 




tuum: 




343 


1363 




347' 


1373- 


345 


1371 








348 


1374 








349 


1374 









*) Ueber die Siegeltaxe siehe oben Seite Lxxx ff. Daselbst sind auch einige Besonderheiten 
angeführt, auf die ich in diesem Zusammenhange zurückverweisen muss. 

*) Irgend eine Verschlingung der Pergamentstreifen fand nicht statt. 

*) Vergl. Br esslau, Handbuch der Urkundenlehre, I. 940 Anm. 4 und 941 



cxcm 

Man kann aus dieser Uebersicht einen doppelten Schluss ziehen: Ent- 
weder hat in der Sache dieselbe Gewohnheit bezw. Einrichtung stets fort- 
bestanden und hat nur im Laufe der Zeit ihren Namen gewechselt, oder 
aber man muss annehmen, dass früher die Urkunden mit dem persönlichen 
und später mit einem Amtssiegel beglaubigt wurden. Da die Urkunden 
mit den verschiedenen Ausdrücken zeitlich durcheinander laufen, ist es nicht 
ganz leicht eine der beiden Annahmen als die wahrscheinlichere zu bezeich- 
nen. Eine ausreichende Klärung der Sachlage kann nur an der Hand 
unbeschädigter Originalsiegelabdrücke erfolgen. 

Cameralnotizen^) auf Originalen. Unter den Urkunden befinden 
sich Abschriften von 12 Originalen, die sich in chronologischer Ordnung 
einreihen wie folgt: ^ 

No. 274 aus dem Jahre 13 17 

No. 218 aus dem Jahre 1320 

No. 337 aus dem Jahre 1326 

No. 338 aus dem Jahre 1349 

No. 339 aus dem Jahre 135 1 

No. 343 aus dem Jahre 1363 

No. 345 aus dem Jahre 1371 

No. 346 aus dem Jahre 1371 

No. 348 aus dem Jahre 1374 

No. 349 aus dem Jahre 1374 

No. 351 aus dem Jahre 1374 

No. 352 aus dem Jahre 1374. 
Die ersten drei Urkunden enthalten keinerlei Cameralnotizen. No. 338 
dag^en ist reich an solchen. Zunächst stehen rechts und links auf der 
plica die eigenhändigen Unterschriften der beiden clerici coUegii Franciscus 
Bedocii und Antonius de Colello. Hinter beiden Namen ist ein gleicher 
Schnörkel. Vor dem Namen des Ersteren ist folgendes Zeichen: .•. und 
zwischen dem Namen des Letzteren und dem Schnörkel befinden sich zwei 
schräg übereinanderstehende Punkte. Auf dem Si^elstreifen ist von dem 
Schreiber der Urkunde das R^istrationszeichen angebracht: R. Sub plica 
rechts: • Gratis pro camera.* Dahinter ist ein Schnörkel. Der Schrift nach 
rührt diese Bemerkung von Antonius de Colello her. 

In No. 339 vom Jahre 135 1 findet sich nur die Unterschrift eines 
clericus coUegii und zwar links: „Guillermus de Fönte c." Unter der plica 



') In diesem Zusammenhange ziehe ich den Ausdruck Cameralnotizen dem Ausdrucke 
Kanzleinotizen vor, weil man wohl kaum von einer Kanzlei im eigentlichen Sinne des Wortes 
sprechen kann. 

Baümgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ^ 



cxcmi 

ist von dem Cleriker die Taxe vermerkt: „ • m • flor. • lii • Turon. c." Auf 
dem Si^elstreifen hat der Schreiber der Urkunde das Registrationszeichen 
vermerkt: 5^. 

In der Urkunde von 1363 (No. 343) ist nur eine Unterschrift: „lohannes 
de Meianesio" (in plica links) und die Taxe: „il flor. il Turon." (sub plica 
rechts) notirt, während No. 345 vom Jahre 1371 dieselbe Unterschrift, das 
Registrationszeichen und Taxe (l flor. il Turon.) aufweist. 

Der zweite clericus coUegii, der im Jahre 1371 im Amte war, hat in 
No. 346 seiner Unterschrift einige Besonderheiten hinzugeftigt: „••• loh. 
Donadei c", und die Taxe rechts, statt links gesetzt: „•.• i flor. il gr. c"; 
zudem sind die einleitenden Worte bis sacri coUegii einschliessUch von 
anderer Hand und '^inte geschrieben, wie der übrige Theil der Urkunde. 

Die in das Jahr 1374 fallenden Urkunden NN. 348 und 349 haben 
einige sehr beachtenswerthe Notizen, die bis jetzt einzig dastehen. Beides 
sind Quittungen fiir die camera apostollca, die dem Collegium Antheile an 
den Einkünften gewisser Census ausgezahlt hatte. Zum Verständniss der 
merkwürdigen Notizen auf der plica muss man beachten, dass in beiden 
Instrumenten das Tagesdatum später beigefügt worden ist. Ich schliesse 
daraus, dass die ausgefertigten Urkunden ohne das Tagesdatum dem 
päpstlichen Schatzmeister zur Mahnung überreicht wurden, weil die Summen 
schon längst fallig waren. Der Schatzmeister verfugte dann durch persön- 
lichen Eintrag des Zahlungsbefehls auf der pUca die Ordnung der Angelegenheit 
und mit der so ausgestatteten Urkunde ging der clericus coUegii zu dem 
auszahlenden Beamten. Nachdem er das Geld richtig empfangen hatte, 
füllte er das Tagesdatum aus und übergab die Urkunde als vollwerthige 
Quittung dem Kassirer. Beide Urkunden sind vom 6. März 1374^) und sie 
zeigen dieselbe Schrift und Tinte in den berührten Einzelheiten. Der erste 
Zahlungsbefehl lautet: „Dne Rde ut scicius poterit solvatis collegio domi- 

e 

norum meorum dictos vi • L flor. camere. P. thesaur.** Der zweite Zahlungs- 
befehl ist kategorischer gefasst: 

„Restituantur dicti mille flor. 
collegio dominorum meorum cardinalium 
XXIIII Febr. P. thesaur.** 

Der päpstliche Schatzmeister vertrat im Jahre 1374 den camerarius 
apostolicus Petrus, Erzbischof von Arles, deswegen wurden die genannten 



*) Es ist jedoch zu bemerken, dass No. 349 schon am 24, Februar zur Zahlung angewiesen 
wurde. Wegen Mangel an Geld konnte die Uebergabe der Summe nicht stattfinden und darum 
nahm der clericus collegii die Quittung wieder mit, um sie am 6. März wiederum vorzuweisen. 



cxcv 

Angelegenheiten direct mit ihm verhandelt. De iure gehörten sie zur Compe- 
tenz des päpstlichen Kämmerers. 

Die folgende Quittung (No. 351) ist ebenfalls im Jahre 1374 zu Gunsten 
der apostolischen Kammer ausgestellt worden. Das Datum wurde, wie oben, 
später nachgetragen, doch ist ein Zahlungsbefehl des Schatzmeisters oder 
Kämmerers darauf nicht vermerkt worden. Die letzte Quittung (No. 352) 
scheint nur Entwurf geblieben zu sein, da Monat und Tagesdatum nicht 
eingetragen worden sind. 

Aus diesem, wie man sieht, recht spärlichen Materiale lassen sich kaum 
einige allgemein gültige Schlüsse ziehen. Was die Unterschriften der clerici 
coUegii angeht, hat sicher keine feste Vorschrift bestanden, denn die Mehr- 
zahl der hier verzeichneten Originale entbehrt jeglicher derartigen Notiz, 
ein Theil hat einen Namen, eine Urkunde nur hat beide Namen. Mit dem 
Registrationszeichen ist es nicht besser bestellt. Da wir aus anderen Quellen 
bisher nicht mit Sicherheit unterrichtet sind, ob einfach sämmtliche 
Urkunden registrirt wurden, oder nur eine bestimmte Auswahl, so können 
wir auch nicht sagen, ob die Urkunden ohne R nicht doch registrirt 
worden sind. 

Was die Taxen angeht, so bestätigen die Cameralnotizen, was wir 
schon aus den Registern wissen, nämlich dass die Quittungen fiir die camera 
apostolica taxfrei waren. Unter den 12 Urkunden sind 7 Quittungen fiir 
die apostolische Kammer (NN. 274, 218, 338, 348, 349, 351 und 352), von 
denen keine eine Taxe, eine dagegen den ausdrücklichen Vermerk: „gratis 
pro camera" (No. 338) trägt. Die übrigen fiinf an Prälaten gerichteten 
Urkunden haben alle die übliche Taxenangabe. 

In Ansehung des Wunsches tiefer in die Gebräuche der Urkunden- 
ausfertigung der camera coUegü einzudringen, muss man sich vorläufig 
bescheiden, bis umfangreicheres Material an Originalurkunden veröffentlicht 
sein wird. 

Aus den Registern bleibt noch die Nachricht zu verzeichnen, dass der 
Cardinalkämmerer Heinrich ^) im Jahre 1 392 angeordnet hatte, dass in Zukunft 
alle Quittungen die Unterschrift des camerarius tragen müssten, sonst würden 
sie nicht anerkannt werden. Diese Vorschrift scheint später erweitert worden 
zu sein, so dass wir im Jahre 141 3 auch eine andere Urkunde*) mit der 
Unterschrift des (stellvertretenden) Kämmerers finden.^) 



») Siehe Urk. No. ^95. 
*) Siehe No. 296. 

") Ich will hier bemerken, dass ich es fUr ausgeschlossen halte, dass vor der Einführung 
der ProtocoUfÜhrung durch Notare Zeugen in den Urkunden genannt werden. 



CXCVI 

Eintragung in die Register. Allgemeine Regeln über die Art und 
Weise, wie die einzelnen Vorgänge in die Register einzutragen waren, sind 
uns schriftlich nicht überliefert. Aus den Registern selbst derartige Gewohn- 
heiten abzuleiten, ist w^en des sehr ausgedehnten Materials mit grossen 
Schwierigkeiten verbunden. Einzelne Punkte jedoch fallen besonders in die 
Augen und diese will ich, salvo errore, kurz hier verzeichnen. Die eigent- 
lichen Obligationen sind nur ausnahmsweise im vollständigen Wortlaute 
aufgenommen worden. Durchgängig wird nur ganz kurz der Prälat, die 
Prälatur, die Obligation, die Recognitionen, die Termine und das Datum 
notirt. Die Zahlungen werden in durchaus wechselnder Weise bald in 
der Form der Urkunde (mit Kürzungen in den Formeln), bald in der Form 
der einfachen Thatsache registrirt. In der Zeit des Schisma's tritt eine fast 
an's UnverständUche grenzende Form der Kürzung ein, so dass der Sinn 
der Eintragung dem Nichteingeweihten gänzlich verschlossen bleibt. Com- 
missionen und Prorogationen sind nur selten ausfuhrlich wiedergegeben. 

Principielle Entscheidungen in Rechts- und Gewohnheitsfragen, sei es 
dass sie vom Papste, sei es dass sie vom camerarius collegii ausgehen, sind 
— wie es auch natürlich ist, — nur erzählend eingetragen, weil sie auf 
mündlicher Anweisung des Kämmerers an die clerici collegii beruhen. Eine 
Ausnahme davon macht — in gewissem Sinne — Urkunde No. 296. 

Die Registrirung erfolgte im Allgemeinen nach den kurzen Aufzeich- 
nungen, die sich die clerici coUegü in den öffentlichen Amtsstunden machten. 
Diese auf Zettel geschriebenen Notizen dienten den Schreibern als Anhalts- 
punkt, wonach nicht nur die Register anzulegen, sondern auch die Urkunden 
auszufertigen waren, so dass man hier von Registrirung nach Minuten reden 
muss. Dass damit ein Brauch eingeführt worden war, der von dem der 
Camera apostolica etwas abwich, kann nicht weiter auffallen. Zu Beginn 
des 14. Jahrhunderts galt allerdings die Geschäftsführung in der apostolischen 
Kammer als Vorbild für die Kammer der Cardinäle. Nachdem jedoch die 
Camera collegii sich consolidirt hatte, ging sie vielfach ihre eignen Wege. 

Mit Rücksicht auf die nicht in Urkundenform gethätigten Eintragungen 
in die Register kann man die Beobachtung machen, dass die Orts- und 
Zeitbestimmungen im Allgemeinen viel eingehender vermerkt wurden, wie 
in den Urkunden selbst. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts kann 
man dieses hauptsächlich in Oblig. 6 sehen. Mit dem Fortschreiten der 
Zeit wuchs die Häufigkeit des Vorkommens, so dass wir Ende des 14. Jahr- 
hunderts^) beispielsweise Folgendes lesen; „Anno a Nativitate Domini millesimo 

') Urk. No. 319 vom i8. März 1392 (23. Dec. 1419). üeber die Vertheilung der Urkunden- 
arten in die dafür angelegten Register siehe oben. 



cxcvn 



trecentesimo nonagesimo secundo, indictione XV, pontificatus sanctissimi in 
Christo patris et domini nostri, domini Bonifacii pape villi anno tercio, in 
Urbe in palacio apostolico apud Sanctum Petrum, in thesauraria apostolice 
camere, die vero Lune decimaoctava mensis Marcii . . ." 



ABSCHNITT XL 

Schlussbemerkungen. 

Ein Rückblick auf die gemachten Untersuchungen legt die Frage nahe, 
ob nunmehr in einigermassen abschliessender Weise die Finanzverwaltung 
des Cardinalcollegiums bis auf Eugen IUI klargestellt sei. 

Was die Grundzüge und die hauptsächlichsten Einrichtungen angeht, 
so darf man diese Frage wohl bejahen. Denn nachdem Kirsch seine 
tüchtigen Untersuchungen, die sich in der Hauptsache auf die erste Hälfte 
des 14. Jahrhunderts erstrecken, veröffentlicht hatte, war der wichtigste 
Schritt in der Erforschung der Angelegenheit geschehen: Er hatte eine 
systematische Darstellung gegeben, die sich um die eigentliche Kleinarbeit 
der Casuistik und ihrer Bedeutung im einzelnen Falle nur gelegentlich 
kümmerte. In diesem Werke ist die Untersuchung im Grossen bis auf 
Eugen IUI fortgesetzt worden, dabei aber mehr Rücksicht auf das Verhältniss 
einzelner, besonders wichtiger Fälle zum Ganzen genommen worden. Das 
Resultat dieses Vorgehens war jedes Mal ein sehr befriedigendes, so dass weitere 
Studien nach dieser Richtung daraus nur Ermuthigung schöpfen können. 

Was in dieser Arbeit grundsätzlich vermieden worden ist, ist die 
Herstellung von Beziehungen zwischen den Angaben der Register und den 
Thatsachen, die die locale Kirchengeschichte verzeichnet. Wer in Zukunft 
der Erforschung unseres Themas einen sehr grossen Dienst leisten will, 
untersuche die Eintragungen der Register über eins oder mehrere Bisthümer 
und Abteien und vergleiche sie mit den anderweitig überlieferten Nachrichten 
über die öconomischen Verhältnisse derselben. Durch eine solche Arbeit 
wird die Finanzverwaltung des heiligen CoUegiums (und der camera apostolica) 
in ein völlig neues Licht gerückt und das Verständniss fiir viele bisher 
dunkle Punkte erschlossen werden. 

Rücksichtlich der Einzelheiten, der Unterfragen möchte ich sagen, 
kann nicht behauptet werden, dass das Ergebniss in gleicher Weise ab- 
schliessend sei, wie fiir die Hauptgesichtspunkte. Bevor man auf diesem 



CXCVIIl 

Standpunkte anlangen wird, sind noch zahlreiche weitere Einzeluntersuchungen 
zu machen. Um einige derselben anzudeuten, weise ich des Beispieles halber 
auf die Procuratorien hin, auf die Verpflichtungen der Cardinäle betrefl*s 
Schulden aus der Zeit, in der sie einfache Bischöfe oder Aebte waren, auf 
die series clericorum collegii, auf das Verhältniss des heiligen Collegiums 
zu den mercatores am Ende des 13. Jahrhunderts und zu den depositarii 
collegii am Ende des 14. Jahrhunderts u. s. w. Unzweifelhaft werden noch 
ansehnliche Resultate gezeitigt werden können, die allerdings den grossen 
Rahmen der Ergebnisse nicht wesentlich zu verschieben im Stande sein werden. 

Will man weiterhin ein genaueres Bild von den Einkünften der einzelnen 
Cardinäle gewinnen, so mag sich die Forschung der Zusammenstellung der 
denselben verliehenen Beneflzien widmen, deren Erträgnisse dann, zusammen 
mit der annähernden Schätzung der Jahreseinkünfte aus den Registern, zeigen 
werden, wie gewaltig die finanzielle Stellung der einzelnen Cardinäle sich 
ausgewachsen hatte. Derartige interessante Studien zu erleichtem, habe ich 
absichtlich eine nicht unerhebliche Zahl von Jahresübersichten vieler einzelnen 
Zweige der Einkünfte der camera collegii gegeben. An ihnen kann man 
am Ehesten zu einem vollen Verständniss dieser Sache gelangen. 

Dem Anscheine nach nicht wichtig, und doch fiir die Entscheidung 
zahlreicher Fragen ausschlaggebend, wäre eine gewissenhafte Aufstellung 
der Präsenzziffem der Cardinäle durch das ganze 14. Jahrhundert hindurch. 
Eine solche Arbeit, fiir die man eine leichte ControUe ihrer Richtigkeit in 
den doppelten Registern hat, erfordert weder gar zu viel Zeit noch ist sie 
sehr schwierig. 

Alle diese und noch manche andere Fragen bleiben des Weiteren zu 
untersuchen. Wenn ich aber im Vorworte darauf aufmerksam machte, dass 
die Erforschung des Geschäftsganges der camera apostolica fiir diejenige 
des Geschäftsganges der camera collegii von grossem Nutzen sein werde, 
so ist aber auch das Umgekehrte bis zu einem gewissen Grade richtig. 

Die bisher veröffentlichten oder in Bälde zu erwartenden finanzgeschicht- 
lichen Publicationen haben wohl einzelne Punkte der curialen Geldwirthschaft 
in's Auge gefasst, ohne jedoch der umfassenden Untersuchung des Geschäfts- 
ganges an der Centralstelle näher zu treten. Man kann zweierlei 
Meinung darüber sein, ob es practischer ist so oder so zu handeln. Der 
Nutzen wäre, will mir scheinen, grösser sowohl fiir die Geschichte der einzelnen 
Länder, wie fiir die Profan- und Kirchengeschichte im Allgemeinen, wenn 
die Theilpublicationen sich an eine documentarisch gut belegte Geschichte 
des Geschäftsganges in der camera apostolica anlehnen könnten. 




EXCURS I. 



Petrus de Montechiello , Unterbeamter in der camera collesrii, später 

Bischof von Spoleto. 

Unter allen amtlichen Persönlichkeiten, die in der Geschichte der 
Finanzverwaltung des Cardinalscollegiums von Bonifaz VIII ab bis auf 
Eugen im eine wichtigere Rolle spielen, giebt es keine merkwürdigere und 
keine, deren Lebensschicksale fiir den Historiker interessanter wären, wie 
diejenige des Petrus de Montechiello. Da es mir gelungen ist, eine be- 
trächtliche Zahl von Notizen über diesen Mann zusammenzutragen, so will 
ich versuchen, dieselben systematisch zu ordnen, wodurch ich hoffe eine 
nicht unerhebliche Vorarbeit für eine monographische Behandlung der Lebens- 
schicksale des „procurator et officialis sacri coUegii cardinalium*' und späteren 
Bischofs von Spoleto zu liefern. 

lieber seine Geburt und Erziehung liegen bisher keinerlei Nachrichten 
vor. Was unsUghelli^) über seinen Namen und seinen Vater berichtet, ist 
in den Nachrichten des vaticanischen Archivs in keiner Weise beglaubigt, 
womit allerdings die Unrichtigkeit der Angaben durchaus noch nicht be- 
wiesen ist. Sich selbst nennt er Petrus Ranerii de Montechiello, oder ein- 
fach Petrus de Montechiello.*) Der Ort Montechiello liegt in der Diöcese 
von Chiusi in Mittelitalien. An den sehr zahlreichen Stellen in officiellen 
Actenstücken, in denen Petrus erwähnt wird, wird er ebenfalls nie anders 
wie de Montechiello genannt, so dass man wohl berechtigte Zweifel in 
Ughelli's Angaben setzen kann. Eine Verwechslung mit einem anderen 



^) U. Auflage I. No. 65 : „Petrus Paulus Trincius Fulginas, Naldi Fulgini Domini filius**. 
*) Es kommen folgende Schreibweisen vor: de Montechiello, de Montechello, de Monte 
Ochiello, de Montecellis, de Montecello und de Montechellis. 



cc 

Petrus mit dieser Familienzugehörigkeit dürfte dann wohl der einfachste 
Erklärungsgrund sein. 

Drei seiner Verwandten werden uns mit Namen genannt und zwar 
zunächst sein Bruder, Minaldescus de Trevio^), und dann zwei Neffen, Petrus 
Primayrani (Primarani) und Franciscus Bindi de Montechiello.*) Man darf 
wohl nicht annehmen, dass der Familienname bei Ughelli: Trinci, Trincius, 
und der Zuname de Trevio (de Tronio) bei Minaldescus, dem Bruder des 
Petrus, nur verschiedene Lesarten desselben Namens sind, da der Unter- 
schied zu gross erscheint. 

Die Hauptdaten aus dem Leben des Petrus de Montechiello — wovon 
ich früher schon gesprochen habe — sind: 1295 Unterbeamter in der camera 
collegii cardinalium ; in dieser Eigenschaft zum electus Spoletanus befördert 
1307 Jun. 3; zum Bischöfe consecrirt zwischen dem 22. October 1316^) und 
dem 16. März 13 17*); kurz vor dem 29. Mai 1317^) übernimmt er die Ver- 
waltung seiner Diöcese und stirbt zu Beginn des Jahres 1320. Um diese 
Daten gruppiren sich eine Anzahl von Ereignissen, die sich wie folgt zu- 
sammenfassen lassen. Dieselben beziehen sich wohl auf das Leben des 
Petrus, wie auf die Schicksale, die einen Theil seines Vermögens nach 
seinem Tode trafen. Petrus de Montechiello muss ein sehr brauchbarer, ja 
sogar hochbegabter Mann gewesen sein, wenn man aus seiner Thätigkeit, 
den ihm verliehenen Benefizien und Ehrenstellen einen Rückschluss machen 
darf. Hohe Freunde und Gönner erwuchsen ihm in Folge dessen sozusagen 
von selbst, so dass es sich leicht erklärt, warum er so viele, zum Theil 
ausserordentlich einträgliche Benefizien hat erlangen können. In der chrono- 
logischen Aufeinanderfolge ihrer Erwähnung in den Urkunden ordnen sich 
seine Pfründen wie folgt: 

1295 canonicus Dolen. 

1296 rector ecclesiae sancti Gangulfi, Cabilonen. dioecesis. 

1298 canonicus Andegaven. 

1299 archidiaconus Aureliacen. in ecclesia Claromonten. 

1302 consideratione Roberti cardinalis camerarii sacri collegii wurde 
er zum canonicus et sacrista Narbonen. ernannt, „non obstantibus, 
quod archidiaconatum Aureliacen. in ecclesia Claromonten. et in 

*) Siehe unten Seite 37 (No. 68 f). In Urk. No. 72 wird er Monaldescus de Tronio 
genannt; diese Form ist gewiss falsch. 

*) Siehe unten Seite 39 und 40 (No. 68 g). 

*) Kirsch, Seite 77, Zeile i v.o. 

*) Urk. No. 61. 

*) Kirsch, Seite 87, No. X. Der dort genannte Petrus, Bischof von Zaragoza, wurde 
an diesem Tage zum Bischöfe ernannt und Petrus de Montechiello war damals schon consecrirt. 



CCI 

eadem, ac in Dolen., Andegaven., Bononien. et Sancti Arriani 
ecclesiis canonicatus et prebendas, et ecclesias sancti Gangulfi, 
curam animarum habentem, ac ruralem de Villario, cui annexa 
dicitur ecclesia sancti Laurentii, Cabilonen. et Narbonen. dioce- 
sium ex dispensatione apostolica" inne habe, die er alle behal- 
ten darf. 
1307 parochialis ecclesia sancti lohannis de langon. Matisconen. 

dioecesis.^) 
Für fast alle genannten Pfründen konnte ich nur das Datum ihres 
ersten Vorkommens in den Urkunden, nicht jedoch das Datum ihrer Ver- 
leihung angeben.*) 

Am 25. Januar 1301 gestattet Bonifaz VIII dem Petrus de Montechiello, 
dass er seinen Archidiaconatsbezirk von Anderen visitiren lassen dürfe. Ver- 
schiedentlich wird er in Geldangelegenheiten beschäftigt, die mit der Ver- 
waltung der Camera collegii nichts zu thun haben, so am 20. und am 
25. Februar 1299*) und am i. Februar 1302.*) Auch erhält er einzelne Auf- 
träge, die französische Benefizien betreffen, wie z. B. am 27. Jan. und 
6. Juni 1296^), am 23. März 1298*) und am 29. Juni 1298.^) 

Kurz nach seiner Erwählung zum Bischöfe erlaubt ihm Papst Clemens V, 
dass er seine Consecration noch hinausschieben dürfe, weil seine Thätigkeit 
in der camera collegii noch noth wendig sei.®) Und am 27. November 13 13 
wird ihm die früher schon mehrere Male ertheilte Erlaubniss erneuert, seine 
Diöcese von Anderen visitiren lassen zu dürfen.^ 

Nachdem Petrus zum Bischöfe consecrirt worden war, verliess er in 
den Monaten April — Mai die Curie, um nach Spoleto zu gehen. In einem 
Schreiben Johann XXIP®) geschieht dieser Thatsache Erwähnung und dabei 
wird zugleich gesagt, dass Petrus — wie oben schon angedeutet — in höchst 
eigenmächtiger Weise Register und Schriftstücke, die beiden Kammern 
gehörten, mit sich genommen habe. Wenn der Papst beifugt, dass diese 
Acten von Petrus selbst früher angefertigt worden seien, so muss derselbe 

*) Siehe Urk. NN. 47, 48, 50, 52 und 53. 

') Aus Urk. No. 53 glaube ich folgern zu dürfen, dass Petrus seine Pfrttnden bis zu 
seiner Consecration hat behalten dürfen. 

*) Registres de Boniface VIII NN. 2904 und 291 1. 
*) Urk. No. 49. 

•) Registres de Boniface VIII NN. 11 16. 1135 und 1304. 
•) Registres de Boniface VIII No. 2681. 
') Registres de Boniface VIU No. 2685. 
•) Siehe Urk. No. 54. 
^ Siehe Urk. No. 56. 
*^ Siehe Urk. No. 27. 



CCII 

sowohl in der camera coUegii, wie auch in der camera apostolica zu 
gleicher Zeit beschäftigt gewesen sein. Denn wenngleich vom Jahre 13 14 
an regelmässig andere Unterbeamte der camera collegii genannt werden, so 
behielt doch Petrus eine Art von Oberaufsicht über die Geschäftsführung, 
wie aus zahlreichen Bemerkungen in den Rastern hervorgeht. Wenn ihn 
die Cardinäle während der langen Sedisvacanz mit Aufträgen von der Curie 
wegsandten, so hinderte das nicht, dass die definitive Entscheidung in 
schwierigen Fragen der Verwaltung der camera collegii aufgeschoben wurde, 
bis Petrus wieder zurückgekehrt war.*) Da nun die Register der aposto- 
lischen Kammer seinen Namen in keiner Weise erwähnen, so müssen sich 
die für die camera domini papae ausgeführten und von Johann XXII in 
seinem Briefe erwähnten Geschäfte auf seine Thätigkeit in der Sedisvacanz 
beziehen.*) 

Wegen der Verschleppung der genannten Acten sollte Bischof Petrus 
sich bis Ende Juli in Avig^on zur Verantwortung stellen. Dass er that- 
sächlich an die Curie gegangen sei, ist nicht überliefert, und ich glaube das 
auch nicht annehmen zu sollen. Mittlerweüe Hess er am 7. Juni 13 17 sein 
Zahlungsversprechen für seine Servitien durch den Magister Bonifacius de 
Vercellis, seinen Procurator ablegen, und zwar statt über 1000 nur über 
400 Goldgulden.') 

Gleich nach Ankunft in seiner Diöcese beschäftigte sich Bischof Petrus 
mit Eifer mit der Angelegenheit der im Rufe grosser HeUigkeit verstorbenen 
Ordensfrau Clara von Montefalco. Im Verein mit den Bischöfen von Assisi 
und Foligno untersuchte er ihren Lebenswandel und alle drei berichteten 
darüber an den Papst. Dieser nahm die Bitte der drei Prälaten, den Process 
einzuleiten, gnädig auf und verfügte weitere Aufnahmen,*) die dann zur 
Heiligsprechung führten. 

Am IG. März 1319^) erklärt Bischof Petrus dem Schatzmeister des 
Herzogthums Spoleto auf Befragen, dass er über die Erträge gewisser 
Zehnten in seiner Diöcese keine Auskunft geben könne, weil er zur Zeit 
der Einsammlung derselben nicht in seiner Diöcese geweilt habe, sondern 



*) Kirsch, Seite 47. 

*) Siehe weiter unten. 

3) Siehe Urk. No. 62. 

*) Siehe u. A. Bolland. Tom. IUI Augusti, pag. 664. Johann XXII schreibt am 25. Octo- 
ber 131 7 in dieser Sache an den Rector des Herzogthums Spoleto, Reginaldus de Sancta Arthemia. 
Sane dudum ex parte. (VIII kal. Nov. anno secundo). Ughelli I. 1265 (II. Aufl.): „Hie 
(Petrus) iussu loannis XXII acta ad vitam Beat^ Clar^ de Montefalco, ordinis Sancti Augustini, 
diligenter investigavit*'. 

*) Siehe Urk. No. 62a. 



CCIII 

an der Curie im Dienste des Papstes und der Cardinäle beschäftigt 
gewesen sei. Mittlerweile muss aber Bischof Petrus zum procurator fisci 
Ecclesiae Romanae für den Bereich seiner Diöcese ernannt worden sein*), 
weil Johann XXII unmittelbar nach dem Tode des Petrus Anweisung ertheilt, 
seine gesammte Habe mit Beschlag zu belegen*), da er gestorben sei, ohne 
über die von ihm seit langer Zeit geführte Verwaltung multorum bonorum 
ad cameram apostolicam spectantium Rechenschaft abzul^en. Sein Tod 
muss mithin ein ziemlich rascher gewesen sein, wodurch dieses verhindert 
worden ist Das in Spoleto befindliche Vermögen dürfte wohl, mit Aus- 
nahme von 3500 Goldgulden, die bei Spoletaner Kaufleuten niedergel^ 
worden waren und erst am 9. December 1331') eingefordert wurden, anstands- 
los in die Hände der Beamten der camera apostolica gelangt sein, da wir 
darüber nichts hören. Nicht so verhielt es sich dagegen mit einem depo- 
situm, dass er den Dominicanern in Perugia anvertraut hatte. 

Am II. November 13 19, also kurz vor seinem Tode, sandte Bischof 
Petrus drei verschlossene und versiegelte Kisten sowie ein mit Stricken ver- 
schnürtes und versiegeltes Packet an den Convent der Predigerbrüder in 
Perugia.*) Die Ueberbringer dieser Dinge, Conradus, domicellus des Bischofs, 
und Minaldescus de Trevio, sein Bruder, sagten den Ordensleuten auf Be- 
fragen, dass darin Bücher und Kleider von Clerikem, die in Bologna studirten, 
enthalten seien. Die wahre Herkunft der Kisten verschwi^en sie auf An- 
weisung des Bischofs. Alle Effecten wurden in der Sacristei des Conventes 
niedergelegt und mit grober Sackleinwand überdeckt. Zwölf Tage später, 
also am 23. November, sandte dann Bischof Petrus einen Brief*) an die 
Dominicaner, worin er ihnen erklärte, dass die bei ihnen deponirten Gegen- 
stände ihm gehörten und Dinge enthielten, die für ihn grossen Werth hätten. 
Er bat die Mönche, die Sachen gut zu verwahren, da er wegen seiner Vor- 
liebe für sie und ihren Orden besonderes Gewicht darauf lege, dieselben in 
ihrer Obhut zu wissen. Damit nun Niemand dieselben abholen könne, der 
nicht genügend legitimirt sei, ersuchte er die Dominicaner, diesen seinen 
besiegelten Brief aufzubewahren und nur dem Boten die Sachen auszuliefern, 
der eine von der gleichen Hand geschriebene, mit dem gleichen Siegel 
beglaubigte Vollmacht vorweise. Bevor jedoch die Erhebung des depositum 
stattfinden konnte, starb der Auftraggeber. 



*) Vergl. Urk. NN. 72 und 73. 

«) Vergl. Urk. No. 63. 

•) Siehe Urk. No. 69. 

*) Vergl. Urk. NN. 68 c und 68 f- 

•) Vom 23. November 1319; siehe Urk. No. 68f- 



CCIIII 

Unmittelbar nach dem Tode des Bischofs Petrus schrieb Papst 
Johann XXII unter dem Datum des 9. Februar 1320^) an den Rector von 
Spoleto, Reginaldus de Sancta Arthemia, dass er, in Gemeinschaft mit dem 
Schatzmeister des Herzogthums, lohannes de Amelio, alle Bücher, goldenen 
und silbernen Gefässe, Gelder und sonstigen Dmge, die dem verstorbenen 
Bischöfe von Spoleto gehört hätten, und die kürzlich durch den genannten 
Bischof oder durch Andere in seinem Auftrage zu seinen Lebzeiten sowohl, 
wie nach seinem Tode bei dem Prior und den Mönchen des Dominicaner- 
klosters von Perugia oder bei Anderen, wo immer es sei, niedergelegt worden 
wären, im Namen der Römischen Kirche zu verlangen, zu beanspruchen und in 
Empfang zu nehmen habe. Wer sich diesem Auftrage nicht gutwillig füge, 
sei durch Kirchenstrafen zu zwingen und, wenn es nothwendig erscheine, 
sollten sie den Arm der weltlichen Gerechtigkeit zu Hülfe rufen. Der Rector 
und der Schatzmeister sollten femer von allen Büchern, Gefassen, Geldern 
und sonstigen Dingen zwei genaue notariell beglaubigte Verzeichnisse an- 
fertigen, von denen sie das eine bei sich behalten und das andere dem 
Papste schicken sollten. 

Dieser Auftrag wurde nicht ausgeführt,*) weil der Rector zu viel mit 
den ihm obliegenden zahlreichen anderen Geschäften zu thun hatte. Soweit 
ich es übersehe, ruhte die ganze Sache ungefähr sechs Jahre lang und wurde 
dann erst — aus welcher Veranlassung, ist nicht ersichtlich — wieder auf- 
genommen. Von 1327 bis 1332 liegen dann wiederum keine Nachrichten 
vor, jedoch sind aus den drei folgenden Jahren mehrere Schreiben zu ver- 
zeichnen, die jedoch keine Lösung der Frage bringen. Wie die Streitfrage 
schliesslich entschieden wurde, habe ich nicht finden können. Einen Theil 
dieses Auftrages führte der Rector aus, indem er die in Spoleto selbst be- 
findlichen Güter des verstorbenen Bischofs an sich nahm. Er lieferte die- 
selben jedoch nicht an den Schatzmeister ab, wie es seine Pflicht gewesen 
wäre, sondern behielt sie für sich. Als dieses dem Papste zu Ohren ge- 
kommen war, schrieb er dem Rector am 27. Juli 1322, dass er unverzüglich 
alles aus der Nachlassenschaft an den Schatzmeister abzuliefern habe und 
an die Curie über die geschehene Auslieferung und Rechnungsablage be- 
richten müsse. ^) 

Am 5. November 1326 sandte Johann XXII an die päpstlichen Nuntien, 
den Magister Bertrandus Cariti und den Generalprocurator der Dominicaner 



») Siehe Urk. No. 63. 

*) Siehe unten und Urk. No. 72. 

») Siehe Urk. No. 337. 



ccv 

Guilelmus Dulcini, zwei Briefe, von denen der erste^) den allgemeinen Auftrag 
enthielt, nach allen im Ducatus verborgen gehaltenen deposita zu suchen, 
die etwa der apostolischen Kammer gehören könnten; der zweite Brief*) 
beschäftigte sich im Besonderen mit einem depositum von 7000 Groldgulden, 
das der verstorbene Bischof Petrus de Montechiello den Dominicanern von 
Perugia in Verwahr gegeben habe. Der Papst beauftragte die beiden ge- 
nannten Adressaten, die Angelegenheit summarie, de piano et simpliciter 
zu untersuchen und ihm darüber Bericht zu erstatten. Diesen Bericht haben 
die Nuntien in einer Jnformacio super deposito olim facto in domo Predica- 
torum Perusin. super quibusdam bonis condam episcopi Spoletani, videlicet 

M 

VII florenorum" niedergelegt. Abgefasst wurde der Bericht von dem kaiser- 
lichen und apostolischen Notar Hugo Fabri, clericus, wobei er von dem 
Notar lohannes Andreae unterstützt wurde. 

Zur Ausführung des ihnen gewordenen Befehles begaben sich die 
Nuntien nach Perugia in das Dominicanerkloster und verhörten die älteren 
Brüder der Reihe nach, nachdem sie ihnen vorher ihren Auftrag bekannt 
gegeben und sie zum Stillschweigen verpflichtet hatten. Zunächst erhielten 
die Nuntien von den ältesten Mitgliedern des Conventes die oben schon 
mitgetheilten Nachrichten über die Art des depositum und die Geschichte 
seiner Niederlegung in der Sacristei des Klosters. Drei Monate ungefähr 
nach Empfang des Briefes des Bischofs von Spoleto,^) wurde den Nuntien 
dann weiter erzählt, seien zwei Neffen des Bischofs, Petrus Primarani und 
Franciscus Bindi de Montechiello, beides Bürger von Siena, gekommen und 
hätten um Auslieferung der Sachen gebeten. Dieselbe sei verweigert worden 
mit dem Hinweise, dass der verstorbene Bischof recoUector thesauri seu 
decimarum Romanae Ecclesie gewesen sei und die Brüder darum glaubten, 
dass die in Frage stehenden Güter der Römischen Kirche gehörten. Gegen- 
über dieser Weigerung versuchten es die Neffen, durch Bestechung in den 
Besitz der Sachen zu gelangen, indem sie dem Prior 1000 Goldgulden ver- 
sprachen und sich bereit erklärten, in der Kirche der Dominicaner eine 
schöne Capelle zu bauen. Auch auf diese Anerbieten hin erhielten sie die 
Antwort, dass die Brüder über die ihnen nicht gehörigen Sachen nicht ver- 
fugen könnten, dieselben gehörten zum thesaurus Ecclesiae Romanae. 

Da die Neffen mit Güte nichts ausrichten konnten, wendeten sie sich 
an den Rath der Stadt um Hülfe. Auf dessen Einschreiten, dass sich die 
Neffen mit dem Versprechen eines Darlehens an die Stadtkasse erkauft 



») Siehe Urk. No. 68c. 
«) Siehe Urk. No. 68c. 
*) Am 2. oder 3. Februar. Siehe im Urkundentheile Seite 40. 



CCVI 

hatten, wurde zunächst die gleiche Antwort g^eben und erst als der Pöbel 
der Stadt, von den Rathsherren dazu aufgefordert, in grossem Tumulte heran- 
rückte, um das Kloster in Brand zu stecken, wichen die Brüder der Gewalt 
und lieferten die versi^elten Kisten aus.*) Auf Befragen der Nuntien, 
welchen Werth die Sachen wohl gehabt hätten, antwortete der frühere Prior, 
dass dieselben nach seiner Schätzung wohl mehr wie 20000 Goldgulden 
werth gewesen sein müssten, weil die Neffen 1000 Goldgulden und den Bau 
einer Capelle versprochen hätten. 

Die Neffen und die Rathsherren Hessen ad cautelam ein Notariats- 
instrument ausfertigen, worin sie unter Anderem versprachen, dass sie die 
Brüder und das Kloster vor den Ansprüchen der bischöflichen Curie von 
Spoleto schützen wollten, die, weil es sich um einen Vermögenstheil eines 
verstorbenen Bischofs von Spoleto handelte, die Güter mit Beschlag be- 
legen wollte. 

Dieses waren die Vorgänge, die sich in der ersten Hälfte des Jahres 1320 
abgespielt hatten. Auf Grund dieser Informationen schritten die Nuntien 
nunmehr am 27. Juli 1327 zum Verhöre der Rathsherren von Perugia, deren 
gewaltthätigem Eingreifen die Auslieferung des depositum an die Neffen 
zuzuschreiben gewesen war. 

Nach den einleitenden Verhandlungen gaben die Sprecher des Rathes 
von Perugia zu, dass das ganze depositum in unversehrtem Zustande in die 
Hände des Rathes gekommen sei. Die Neffen des verstorbenen Bischofs 
hätten dann aus den vorgefundenen Geldsummen der Stadt Perugia ein 
Darlehen gemacht, über das notarielle Schuldverschreibungen ausgefertigt 
worden seien. 2) Wenn die Nuntien dieses Geld als der apostolischen Kammer 
gehörig beanspruchten, so sei der Rath bereit es herzugeben, wenn er vorher 
von der Verpflichtung den Neffen die gleiche Summe zurückzugeben, befreit 
würde. Auf andere Bedingungen könne sich die Stadt nicht einlassen. 

Die Nuntien gingen auf diese verworrene Aussage nicht weiter ein, 
sondern erklärten einfach, dass die gesammte Nachlassenschaft des verstorbenen 
Bischofs Petrus der Römischen Kirche gehöre und dass es dem Rathe 
verboten sei Jemanden anders, wie den von der camera apostolica Beauf- 
tragten irgend etwas von der Schuld oder dem depositum auszuliefern. 

In einer zweiten Sitzung desselben Tages gaben die Rathsherren die 
Namen der damaligen Rathsherren bekannt und erklärten sich über den 



') Der Bericht giebt eine dramatische Beschreibung des Auflaufes und der geplanten 
Gewaltmassregeln, die man in Urk. NN. 68c. und 68<1- Seite 34 und 35 nachlesen kann. 

*) Siehe im Urkundentheile Seite 40. Die Instrumente wurden am 3. Februar 1320 
ausgefertigt. 



CCVII 

Inhalt des depositum wie folgt. Die Werthgegenstände bestanden aus silbernen 
Geiassen im Gewichte von 109^4 Pfund, einem Paare glossirter Decretalen, 
einem glossirten Decrete und baarem Gelde. Die Höhe des empfangenen 
Darlehens gaben sie auf jooo Goldgulden an. Weitere Ausflüchte der Stadt- 
verwaltung, die den Nuntien schriftlich überreicht wurden, Hessen dieselben 
nicht zu, sondern schlössen den Process vorläufig, da sie nur den Auftrag 
hatten eine informatio aufzunehmen und an die Curie zu senden. 

Nachdem die apostolischen Nuntien den Peruginem recht energisch klar 
gemacht hatten, dass sie sich wohl hüten müssten den Neffen des verstorbenen 
Bischofs die Schuld von 7000 Goldgulden zurückzuzahlen, machten diese 
hingegen Anstrengungen das Geld einzutreiben. Nachdem man an der Curie 
davon erfahren hatte, sandte Johann XXII einen Brief an die Stadt Perugia, 
worin er von Neuem untersagte bona huiusmodi eisdem nepotibus vel affinibus 
seu quibusvis aliis absque nostra speciali licentia auszufolgen. Zwei Jahre 
später, am 18. August 1334,^) wird der Schatzmeister des Herzogthums 
Spoleto bevollmächtigt im Namen der apostolischen Kammer über alle ein- 
gelieferten Gelder, Sachen und Werthgegenstände Quittung zu ertheilen, 
sofern sie aus dem Nachlasse des verstorbenen Bischofs Petrus stammten. 
Diesem Briefe war ein diesbezüglicher Bericht des Rectors des Herzogthums 
an die Curie vorausgegangen,*) der über den Stand der Frage orientirte. 
Ein zweiter Brief vom gleichen Datum ging an den Rector mag. Petrus de 
Castaneto ab, worin hervorgehoben wurde, dass der Papst dem früheren 
Rector Reginaldus de Sancta Arthemia schon befohlen habe, die Summe 
von 7000 Goldgulden aus dem Nachlasse des Bischofs Petrus Namens der 
Kammer von der Stadt Perugia einzuziehen. Er erneuert seinen früheren 
Befehl und fugt hinzu, dass alle Güter des Verstorbenen dem heiligen Stuhle 
vorbehalten seien, weil er sie dudum temporibus, quibus procurator fisci 
Ecclesiae Romanae extiterat, erworben habe. Der frühere Rector habe 
wegen sehr dringlicher anderweitiger Geschäfte zwar einige Schritte in der 
Sache unternommen, sie aber nicht zu Ende fuhren können. 

In einem dritten an die Stadt Perugia gerichteten Briefe, ebenfalls vom 
18. August 1334,^) wird befohlen, dem Schatzmeister des Herzogthums die 
Summe von 7000 Goldgulden auszuzahlen. 

Nachdem die früheren Schritte des Papstes zu Ohren des einen NefTen 
Franciscus de Montechiello gelangt waren, veranlasste er in seinem Zorne 
seine Vaterstadt Siena gegen die Peruginer Bürger mit Repressalien 



*) Siehe Urk. No. 71. 
*) Siehe Urk. No. 72. 
^ Siehe Urk. No. 73. 



ccvin 

vorzugehen. Einige Besitzungen des Erzpriesters von Perugia Franciscus 
Gratie, die im Gebiete von Siena lagen, waren von den Bürgern dieser Stadt mit 
Beschlag belegt worden. Aus diesem Grunde richtete der Papst ein viertes 
Schreiben^) an den Schatzmeister des Herzogthums, worin er ihn beauftragt 
den Erzpriester zu schützen und die Herausgabe seiner Güter zu veranlassen. 
Gleichzeitig ergeht ein scharfes Mandat*) an die Stadt Siena, alle Bedrängungen 
der Peruginer zu unterlassen und dem Erzpriester seine Güter zurückzugeben. 
Mit diesen fünf Schreiben verschwindet der Name des Bischofs Petrus 
von Spoleto aus den R^sterbänden der Päpste. Es hat den Anschein, 
als ob die Stadt Perugia der Herausgabe der 7000 Goldgulden weitere 
Schwierigkeiten nicht entgegengesetzt hat, so dass die apostolische Kammer 
zu ihrem Rechte gekommen ist. Da wir nie von einer Rechnungsaufstellung 
über die von Bischof Petrus gesammelten Zehnten hören, so hat wohl die 
camera apostolica, unbekümmert um etwaige Rechte Dritter, alles an sich 
gezogen, was dem Bischöfe gehört hatte. Eine Ausscheidung des Privat- 
vermögens, bezw. eine Ausscheidung derjenigen Dinge, die notorisch nicht 
zur Verwaltung der Fiscaladvocatur gehört hatten, fand nicht statt oder 
ist abgelehnt worden. 



EXCURS n. 

Einige Bemerkungen über die Zahlungsmittel. 

Gegenüber den ausserordentlich zahlreichen Geldsorten, die für die 
kleineren Census der apostolischen Kammer gezahlt werden mussten, begeg- 
nen wir fiir die grösseren Zahlungen der servitia und visitationes und anderer 
Abgaben im Allgemeinen drei Geldsorten: Die französischen Prälaten 
pflegten in Turonenser Pfunden, die meisten englischen Prälaten in Pfund 
Sterling, zahlreiche deutsche Prälaten in Mark Silber zu bezahlen. Es liegt 
ausserhalb des Bereiches dieser kurzen Untersuchung klarzustellen, wie man 
vorging, um sowohl nach der Seite des Zahlenden wie nach derjenigen des 
Empfängers gerecht vorzugehen, wenn in den Münzen gezahlt wurde, die 
thatsächlich im Liber Censuum Sanctae Romanae Ecclesiae verzeichnet 
standen. Dass sich dabei nicht nur Schwierigkeiten sondern auch Streitig- 
keiten erhoben, ist ausser allem Zweifel. 



*) Siehe Urk. No. 74. 
«) Siehe Urk. No. 75. 



ccvmi 

An der römischen Curie machte sich darum das Bedürfniss geltend, 
dass der umfangreiche Geldverkehr, in dem sie mit der ganzen christlichen 
Welt stand, nach Möglichkeit durch eine Geldsorte bestimmt und geregelt 
würde, die am ehesten von allen Schwankungen, sei es ihrem Feingehalte 
nach, sei es nach ihrer Notirung an den hervorragendsten Handelsplätzen, 
verschont bliebe. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde diejenige Münze an 
der Curie als Zahlungsmittel ausgewählt, die sich vermöge ihrer ausgezeich- 
neten Eigenschaften sofort der grössten Beliebtheit auf allen bedeutenden 
Plätzen des Geldverkehres erfreute. Dieses Zahlungsmittel war der im 
Jahre 1252 zum ersten Male geprägte Florentiner Goldgulden, florenus 
auri de Florentia. 

Das Bestreben der curialen Finanzbeamten ging nun dahin, nach und 
nach alle in Betracht kommenden älteren Geldsorten einheitlich auf den 
Goldguldenfuss umzurechnen und zwar im Einverständnisse mit den zur Zah- 
lung Verpflichteten. Dieser Process ging nur langsam vorwärts und wir 
können Einzelheiten noch bis tief in das 14. Jahrhundert hinein verfolgen, 
obschon man bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, namentlich 
unter Nicolaus Uli damit begonnen hatte. Die Bewerthung neuer Prägungen 
nach dem Groldguldenfuss erfolgte sofort, wenn zum ersten Male eine solche 
Geldsorte an der Curie in Zahlung gegeben wurde. 

Dass eine solche Massregel für die Curie von entscheidender Bedeutung 
war, ergiebt sich aus den zahlreichen Klagen über die Schwierigkeiten, die 
sich, namentlich während des 14. Jahrhunderts, aller Orten hören liessen. 
Hierfür nur ein Beispiel statt vieler. Der französische Clerus schrieb an 
Papst Urban V^) „quod vix moneta reperiatur, que stet in eodem valore 
per medium annum, ymo ex quo cusa est paulatim diminuitur et iterum 
fortis moneta de novo cuditur, que eodem modo diminuitur.** Gegenüber 
diesen überall gehandhabten mehr oder minder officiell betriebenen Schädi- 
gungen des öffentlichen Wohlstandes hatte sich die Republik von Florenz 
ein überaus grosses Verdienst erworben, dass sie nüt der grössten Aengstlich- 
keit darauf bedacht war, den von ihr geprägten Goldgulden stets unverändert 
zu erhalten.*) 

Die Curie selbst prägte schon zu Beginn des 14. Jahrhunderts den 
Florentiner Goldgulden nach und verwendete selbst die grösste Sorgfalt 



^) Garampi, Saggio di monete pontificie. Auch Air das Folgende mit grossem Nutzen 
zu Rathe gezogen. 

*) Ftlr Avignon und die Grafschaft Venayssin sorgte der Papst ständig, dass keine schlechten 
Geldsorten zugelassen wurden. Unter anderen Stellen, die darüber berichten, verweise ich auf 
den Schluss der Urkunde No. 9 (1368 mense Februario). 

Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Büttelalter. O 



ccx 

auf die Continuität seines inneren und äusseren Werthes. Ja die Päpste 
gingen sogar so weit, dass sie specinüna ihrer Münzen nach Florenz sandten, 
um sich dort die vollständige Gleichförmigkeit der Florentiner und der 
päpstlichen Goldmünzen bestätigen zu lassen. Die Republik hatte auch ein 
eignes Institut geschaffen, das über die Prägung zu wachen, die Goldgulden 
einzeln zu prüfen und späterhin sogar einzeln zu siegeln hatte, damit die 
als voUwerthig anerkannte Münze auch äusserlich sofort kenntlich sei. Die 
mit diesem Amte betrauten Männer nannte man sentenziatori delle monete 
d'oro, von dem Urtheilspruche, sententia, den sie über das einzelne Stück 
abgaben.^) 

Die päpstlichen Goldgulden wurden floreni papales oder floreni de 
Camera genannt. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts überwiegt der 
Ausdruck floreni auri de Florentia oder floreni auri boni ponderis et cimei 
Florentini in den Cameralregistem. Der Ausdruck floreni auri de camera 
oder floreni boni et puri auri ponderis camerae kommt zwar auch vor, doch 
nicht so häufig, wie später.^) Am 3. October 1366 schreibt noch der 
apostolische Kämmerer, dass es iuxta observantiam camerae apostolicae sei, 
die Servitien ad valorem florenorum sententiae vel de Florentia zu berechnen. 

Bezüglich der thatsächlichen Annahme anderer Goldgulden im Zahlungs- 
verkehr, wie derjenigen de camera oder von Florenz, durch die apostolische 
Kanmier, ist zu bemerken, dass stets eine genaue Untersuchung ihres Werthes 
angestellt und darnach die Umrechnung der Summe vorgenommen wurde. 
Selbst wenn in den Registern einfach floreni auri genannt werden ohne 
weiteren Zusatz, so sind doch stets Kammergulden oder Florentiner Gulden 
zu verstehen. 

Als Urban V im Jahre 1364 die Prägung von Goldgulden anordnete, 
nannte er dieselben florenos boni et fini auri papales, alias dictos de camera 

^) In anderen Städten schuf man dann auch ähnliche Aemter, die in enger Verbindung 
mit der Münze standen, deren Inhaber oft sogar Mtlnzbeamte waren. 

*) Für die audientia litterarum contradictarum ist aus den „nove constitutiones audientie 
contradictarum" vom Jahre 1375 folgender Abschnitt von Bedeutung: 

XXIII De quibus grossis et ilorenis intelligatur, cum de grossis et florenis in audientia 
agitur erogandis. Rubrica. 

Quia in audientia interdum vidimus dubitari cum de grossis Turonensibus vel florenis 
in constitutionibus audientie fit mentio, vel alias in audientia quomodolibet disceptatur an debeat 
in dubio intelligi de grossis usualibus vel florenis aut papalibus vel de quibus: statuimus ymmo 
potius declaramus de papalibus grossis et florenis de camera, quos buUatores recipere sunt soliti 
aut eorum valore debere intelligi, nee audiri quempiam deinceps super hoc disceptantem , cum 
in hac literarum domini nostri pape contradictarum audientia ad papalem roonetam se referre 
debeant quicunque in ea militant vel insistant 

Förstemann,. Novae Constitutiones Audientiae Contradictarum in Curia Romana, pro- 
mulgatae A. D. 1375. Lipsiae, Veit et Comp. 1897. Pag. 55, 56. 



CCXI 

und Clemens VII nennt dieselbe Münze florenos de camera; auch findet man 
die Bezeichnung floreni ponderis camerae. 

Der eigentliche kaufmännische Werth dieser Geldsorten beruhte dem- 
nach, wie schon angedeutet, nicht darin, dass diese Goldgulden den meisten 
Goldgehalt hatten, sondern darin, dass sie ständig bei allen Prägungen genau 
denselben Goldgehalt hatten und stets in derselben Legirung hergestellt 
wurden, so dass Femgehalt und Gewicht sich stets gleich blieben. Denn 
bei den Transportverhältnissen der damaligen Zeit machte es sehr viel aus, 
ob zwei ihrem inneren Werthe nach gleiche Goldmünzen im Gewichte, 
wenn auch nur um ^/^q — ^j^q Loth oder noch weniger sich unterschieden. 

Gegenüber den zahlreichen in Südfrankreich gangbaren Goldmünzen, 
die alle weniger werth waren, wie der florenus papalis, wurde derselbe 
florenus fortis genannt. Dieser Ausdruck findet sich schon im Jahre 1358. 
Er besagt aber nicht so sehr, dass der so benannte florenus der eigentliche 
florenus ad pondus camerae sei, sondern nur dass er minderwerthigen 
Goldgulden gegenüber als der Bessere angesehen werden müsse. Darum 
geht der Ausdruck floreni fortes über in denjenigen floreni currentes oder 
floreni novi, nachdem Clemens VII einen vom eigentlichen florenus camerae 
verschiedenen Goldgulden hatte prägen lassen. Von diesen floreni currentes 
(Clementini) heisst es in Urk. No. 295 vom Jahre 1408: „Isti il floren. currentes 
fuerunt soluti in CLX^ flor. camere." Die Clementinische Münze von 24 solidi 
war unter Johann XXIII weiter verschlechtert worden und hiess dann ein- 
fach florenus currentis monetae Avenionensis, wie wir es oft in den Rech- 
nungen finden. In der eben angeführten Umrechnung ergiebt sich für die 
Kammergulden ein ausserordentlich hohes Agio (avantagium). Die Con- 
fusion der Avignoneser Goldgulden war damals recht gross, weil man 
gleichzeitig diejenigen prägte, qui erant de tempore bonae memoriae lo- 
annis papae XXII, also den florenus auri de camera, und eine andere 
Goldmünze, den florenus auri nuncupatus papalis de camera, der sich von 
dem ersten nur um ein ganz Geringes unterschied. 

Das Verhältniss von Ducaten zum Goldgulden ist in Urk. No. 322^) 
(13 18) zum Ausdrucke gebracht. Der census Siciliae musste bekanntlich in 
Unzen Gold, jede Unze zu 5 Goldgulden gerechnet, ausbezahlt werden. 
Nun wurden damals 1000 Unzen Gold (== 5000 Goldgulden) in 5298 Ducaten 
erlegt. Für gewöhnlich standen der florenus Ducatus und der florenus 
Florentiae al pari. Handelsconstellationen veranlassten allerdings hie und 
da Schwankungen, die in einem Agio ihren Ausdruck fanden. Während 



^) Vergl. auch die entsprechende Urk. No. 155. 



CCXII 

wir um die Mitte des 14. Jahrhunderts fast regelmässig finden, dass die 
Ducaten je 6, 8 oder 10 Denare mehr werth waren wie die Goldgulden,- 
ist hier das Umgekehrte der Fall: 5CXX) Goldgulden sind gleich 5298 Ducaten. 
Es war demnach ein Agio ^) von ungefähr 6 ^/^ erfordert, um die Umwechslung 
zu bewirken. Die Ducaten wurden mit 13 sol. 8 den. Tur. parv. und die 
Goldgulden mit 14 sol. 6 den. Tur. berechnet. 

Eine andere Geldsorte, Giulati, wird in No. 251 (1321) erwähnt. Es 
werden 600 Unzen lulhati argenti für 2531 Goldgulden 5 Schilling 4 Vienneser 
Denare in Zahlung genommen. Eine Unze enthielt 60 Giulati und ein Gold- 
gulden 14 Giulati 4 Denare, und i Giulato war 18 Vienneser Denare werth. 

Die polnische Mark Gold war erheblich höher bewerthet, wie die 
curiale Mark, so dass im Jahre 13 13 (Urk. No. 261) 22 Mark 3^2 Unzen 
für 23*/j Mark Gold in Zahlung genommen wurden. 

Die englische Mark Sterling war nach altem Herkommen auf 4 Gold- 
gulden berechnet.*) Sowohl der Census wie die Visitationen der englischen 
Prälaten wurden nach diesem Fusse bezahlt, wenngleich sich für einige 
Visitationen, wie oben schon angedeutet, gelegentlich Schwierigkeiten ergeben 
haben, die aber im Sinne der Prälaten erledigt wurden. 

Im Jahre 1326 (NN. 228, 229) werden Ag^i de auro an der Curie 
umgerechnet: „. . . mille marchas argenti Sterlingorum in duobus milibus 
centumquinquaginta duobus flor. de Floren., mille quingentis Agnis de auro 
vigintinovem solidis et quinque denariis Viennen., qualibet marcha pro 
nii florenis auri minus uno Turon. argenti cum o rotonda, et facto cambio 
de Agnis ad florenos, singulis florenis pro XVII et Agnis pro XX solidis uno 
denario parvorum Turon. computatis ..." Die ganze Summe in Goldgulden 
umgerechnet ergiebt 3990 Goldgulden 8 sol. 22 den. Viennen., so dass an 
den falligen 4000 Goldgulden annähernd IG Goldgulden fehlen. Je nach 
dem Feingehalte der ausgeprägten Geldsorte schwankte dieselbe zwischen 
4 Goldgulden weniger i Tumosgroschen cum o rotunda und 4 Goldgulden 
weniger 20 Vienneser Denaren. 

In unseren Urkunden werden eine grosse Zahl von Turnosen genannt. 
Wenn wir in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts schlechtweg Turnosen 
angeführt finden, so sind darunter Turonenses antiqui, die später auch 
gegenüber den verschlechterten Prägungen fortes genannt werden, zu ver- 



^) Verschiedentlich kommen ausdrückliche Angaben über Geldsummen vor, die das heilige 
CoUegium auf Grund der höheren Preisnotirung einzelner Geldsorten erzielte, z. B. Urk. NN. Ii8 
und 266. 

') Vergl. u. A. Urk. No. 256. Für Sardinien und Corsica gilt im Princip dasselbe. 
Vergl. Urk. No. 230 u. a. 



CCXIII 

stehen. Dieselben werden zu je lo auf einen Goldg^lden gerechnet. Vom 
Jahre 1 294 ab begannt die Verschlechterung dieser Geldsorte, so dass schon 
wenige Jahre später (1299, Urk. No. 231*) 10 V2 Turonenses auf den Gulden 
gehen. Je weiter man geht, um so grösser wird die Zahl der Turonenses, 
die an der Curie für einen Florin angenommen werden. In den Jahren 13 19 
und 1320 sind es schon 12 und 13^) und um die Mitte des Jahrhunderts 
nähert man sich mit Riesenschritten der Zahl 20.*) 

Zwei interessante Stücke'), die sich über den Werth einer grossen 
Zahl von Geldsorten aussprechen, habe ich im Anhange mitgetheilt. Die- 
selben sind fiir die Zeit, die sie betreffen, massgebend und bilden zusammen 
mit dem Actenstücke Beilage I (Seite 71) bei Kirsch einen kleinen Beitrag 
zur Geldgeschichte des 14. Jahrhunderts.*) 



^) Veigl. z. B. Urk. No. 240 und 242. 

■) Vergl. Urk. No. 299 vom 14. August 1326. 

•) Siehe Urk. No. 332 vom ii. Juli 1304 und No. 342 aus dem Jahre 1358. 

^) Vci^l* ^ <las 15. Jahrhundert die Liste bei Kirsch, die Annaten und ihre Ver- 
waltung in der 2. Hälfte des 1 5. Jahrhunderts, Historisches Jahrbuch der Görresgesellschaft, 1888, 
Seite 311 und 312. 

Ueber die Umwechslung der Papariner im Jahre 1301, Urk. No. 232, habe ich oben 
schon gesprochen. — Vergl. femer die Bemerkung am Schlüsse von No. 244b vom 23. Decem- 
ber 1338. 



URKUNDEN. 



URKUNDEN. 

L Theilnahme der Cardinäle an den Einkünften des helligen Ck>ll^ums 

und Ausschluss derselben von den Bezügen. 

I. 

Legaten haben keinen Antheil an den Einkünften des Collegiums. 1296 lun. 20. 

Venerabilis pater dominus Petrus de Pipemo Sancte Marie Nove 
diaconus cardinalis recessit de curia et ivit in legationem suam; et sie de 
futuris servitiis, donec redierit, non percipit portionem. 

Oblig. I. fol. 3 V. 

2. 
Legaten haben keinen Antheil an den Einkünften des Collegiums, (1810.) 

Et est sciendum, quod cardinales legati, quamdiu sunt in legatione vel 
in itinere eundo et redeundo, videlicet a die, qua recedunt a curia, usque 
ad diem qua redeunt, nichil recipiunt de distributionibus coU^i.^) 

Oblig. 3. erstes (nicht nummerirtes) Blatt. 

Kirsch , S. jg, Anm, s* VergL No. i. 

*) y^gl* äU Ausnahme ijoi, R^, Clem, V (Edit, Bened,) Appcnd» Tom. j, S. 201. Anm. 
Spalte I. 

3- 

Clemens V bestimmt für alle Zukunft y dass die von der Curie als Legaten 
abwesenden Cardinäle keinen Antheil an den Einkünften haben sollen; Car- 
dinäle jedoch, die aus anderen Gründen mit Erlaubniss des Papstes von der 
Curie abwesend sind, werden bezüglich der Einkünfte als anwesend betrachtet. 
Der Papst hebt durch diese Constitution alle anderen früheren Bestimmungen 
oder Gewohnheiten auf 1812 Mali 5 Viennae. 

Baumcartsn, Fiiumzverw'. des Card.-Colleg. im Mittelalter. I 



— 2 — 

Ad pcrpetuam rei memoriam. 

De fratrum nostrorum consilio, hac in perpetuum valitura constitutione 
sanccimus, ut Sancte Romane Ecclesie cardinales presentes pariter et futuri, 
qui sunt vel deinceps erunt, de nostra vel successorum nostrorum Romanorum 
pontificum licentia speciali absentes a loco, in quo Romanus pontifex cum 
sua curia duxerit residendum, Ulis tamen, qui legationis funguntur adpresens 
vel imposterum fungentur officio dumtaxat exceptis, ad omnes fructus, 
redditus et proventus ac obventiones inter cardinales dividi consuetos, unde- 
cumque et ex quacumque causa proveniant, quocumque nomine censeantur 
et in quibuscumque consistant, velud presentes admicti per omnia debeant, 
et quo ad plenum in illis participium, habeantur pro presentibus, consuetudine 
quacumque contraria non obstante. Per hanc autem constitutionem omnem 
aliam super hoc editam revocatam esse decemimus et prorsus viribus vacuatam. 
NuUi ergo etc. 

Dat. Vienne III non. Maii, anno septimo. 

Reg. Vat. No. 59. cap. cxv (1163) fol. 247 v. 
Reg. Clem. V (Ed. Bened.) No. 8871. 

VergL NN, i und 2, 

4. 

1818 Januar. 13 Avenlonis. 
Clemens papa V Ricciardo Sancti Eustackü diacono cardinali tndulget, propter 
necessitates corporis ad Italiam redire valeat, ibtque ad tarditis usque ad 
biennium, a tempore arrepti itineris, permaneat, postea ad Romanam cur tarn 
reversurus, et interim, iuxta decretum in favorem cardinalium de licentia 
absentium ab ipso pontifice editum, fructus, reditus et proventus ad se ratione 
cardinalatus spectantes, nee non omnium beneficiorum, etiamsi dignitates vel 
personatus existant, percipiat, ac si in Romana curia resideret, 

Dilecto filio Ricciardo sancti Eustachii diacono cardinali. 

Exposuisti nobis. — Dat. Avinion. III non. lanuar., pontificatus nostri 
anno octavo. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 10014. 



5. 

Bewilligung der Antkeilnakme an den Einkünften, 1818 Tun. 28. 

Item eodem anno, die xxvill mensis lunii, venit primo ad dominum 
papam predictum apud Malausariam dominus G. Testa tituli Sancti Ciriaci 



— 3 — 

in Tennis presbiter cardinälis post creationem suam; qua^) die precepit 
dominus papa Clemens, quod eidem domino G. et domino Arnaldo Albanen. 
episcopo solveretur ab illa die in antea portio distributionum , eciam de 
censsu (sie) Apulie debito illo anno. 

{In margine:) preceptum domini pape Clementis. 

Oblig. 3. erstes nicht nummerirtes Blatt v. 

') Dieser zweite Theil von anderer Hand eingetragen. Am Rande: Preceptum domini 
pape Clementis. 

6. 

Zweifel über die Antheilnahme gewisser Cardinäle an den Einkünften, 

1814 OctobP. 5. 
In einer CedtUa keisst es: 

Verum, quia dubitabam, utrum domini quondam R. de Senis et 
Arnaldus de Cantalupo, cardinales, deberent habere partem huiusmodi ser- 
vicii, retinui dictam partem quodlibet {sie) contingentem, quousque essem 
certificatus. 

Später eingetragen: Et quia postmodum secundum veritatem reper- 
tum, ego idem G. inveni, quod predicti domini R. de Senis et A. de Canta- 
lupo de dicto servicio nichil percipere debebant, dictas partes, pro eis 
retentas, distribui inter XXIIII dominos cardinales anno domini M • ctc • xvi 

die XVII mensis lulii- 

Oblig. 3. fol. II r. 

Vergl. Kirsch, S, 4J, 

Johannes XXII eardinalibus infrascriptis , sollicitando eos ad prosequenda 
commissa, „donat cuilibet eorum Mflor, auri in restauraeionem dampnarum'^ , 
quae ob insultus faetos in ipsos passi fuerant. 1817 Oetobr. 28 Avenionis. 

Dilectis filiis Gaucelino tituli Sanctorum Marcellini et Petri presbitero 
et Luce Sancte Marie in Via Lata diacono eardinalibus, apostolice sedis 
nunciis. 

Novit omnium scrutator. — 

Ceterum licet non affruamur deliciis nee divitiis habundemus, quas nee 
acquirere volumus inhoneste, inopiam tamen vestram, quam induxit sinistri 
casus adversitas, nequeuntes equo animo tollerare, ciulibet vestrum de 
paupertate nostra mille floren. auri volumus erogari. 

Datum X kal. Novembr. [anno seeundo\ 

Reg. Vat. No. iio. fol. cxvii r. 



!• 



— 4 — 



8, 



Johann XXII bewilligt den beiden Nuntien Cardinal Gaucelinus und Car- 
dinal Lucas, die sich in grosser Geldnoth befinden^ ausnahmsweise eine 
Unterstützung von je looo Goldgulden. 1817 Oetobp. 29 Avenionis. 

Dilecto filio magistro Rigaudo de Asserio, canonico Aurelian., capellano 
et nuncio nostro. 

Importabilem penuriam dilectonim filiorum nostrorum Gauseiini tituli 
Sanctorum Marcellini et Petri presbiteri et Luce Sancte Marie in Via Lata 
dyaconi cardinalium, nuntiorum nostrorum^), quam adversitas sinistri casus 
induxit, affectibus compassionis accendimus et licet eis de nostra camera, 
quando sibi non sufficit, subvenire nequeamus ad votum, de paupertate 
tarnen nostra ipsam eorum inopiam providimus relevandam, eorum cuilibet 
per te mille florenos auri erogari volentes. Quocirca discretioni tue per 
apostolica scripta districte precipiendo mandamus, quatinus de quacumque 
camere nostre peccunia, per te iam coUecta vel inantea coUigeiida, eorum 
cuilibet mille florenos auri exhibeas indilate, recepturus exinde ab eorum 
quolibet scriptum competens ad cautelam tui ratiocinii tempore producendum. 

Dat. nn kal. Novembr. [anno secundo). 

Reg. Vat. No. iio. fol. cxvin r. 

*) Ueber du ProcuraHonen, die dU Legaten und Nuntien in ihrem Bezirke erheben konnten, 
vergL Reg, Clem, V (Edü. Bened,) NN, 684s, 8788, 887s» S876, 

De peamia tradenda nuntio in Angliam ituro, Arnolde tituli Sanctae Prisecu presbyiero 
cardinali, siehe ibidem, No, 8824, 



7. 

Termin für Antheilnakme an den census, 1818 lanuar. 25. 

. . . Item mittimus vobis vi • LXVI flor. ix sol. im den. Turon. vos 
contingentes de im unciarum solutarum in XX flor. auri per gentes domini 
Roberti, r^s Cicilie illustris, pro censu regni sui Cilie (^/(C), soluto pro 
termino festi Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini Ä • cCc • xvi, facta 
tamen distributione de mandato et ordinatione domini pape et collegii pro 
anno Domini M • c£c • xvil et inter xxx dominos cardinales, eodem anno 
in festo Beatorum Apostolorum Petri et Pauli in curia residentes. 

Oblig. 4. fol. 15 r. 



— 5 — 

9. 
Thiilnahme an den census EccUsiae Rotnanae, 1868 mense Febpuario Romae. 

Domino Cardinali lerosolimitano, 
Reverendissime pater et domine, 

Quia dominus noster papa videt, quod, quandiu estis absens a Romana 
curia, perditis distributiones vestras, que satis ascendunt, et presertim census 
Ecclesie Romane, de quibus numquam, donec hie personaliter fueritis, aliquid 
percipietis, ideo vult, quod, quamcitius commode poteritis, huc personaliter 
veniatis; et quod custodiam palacii apostolici Avinion. et rerum, que cum 
sunt in eo, cum inventario domino episcopo Magalonen., reg^imen autem et 
gubemationem comitatus Venaysini, donec aliud ordinetur, domino abbati 
Massilien., custodiam vero et regrimen civitatis Avinion. et districtus eiusdem 
domino lacobo Albe committatis. Et quia forsan esset possibile, quod 
dominus meus Albanen. cardinalis, qui est requisitus pro parte reg^is Francie, 
ut, si aliquis dominus cardinalis ad eum mitteretur, ipse esset iUe, vel saltim 
unus, ideo expedit, quod vos hie veneritis antequam ipse recedat; qui, si 
vadat, credo bene, quod arriperet iter suum citra festum Ascensionis. 

Que omnia scribo patemitati vestre de expresso mandato eiusdem domini 
nostri, qui presentem litteram vidit et legit, antequam clauderetur. Placeat 
vobis, quod antequam recedatis, faciatis revideri omnia, que sunt in palacio, 
et facere bene particulariter et distincte fieri de omnibus novum inventarium ; 
quia bene seit paternitas vestra, quod, quando ego recessi abinde, propter 
celerem motum meum multa minuta dimisi vobis, que non fuerunt in inven- 
tario descripta. Item eciam faciatis ad partem revideri et recognosci anulos, 
quos vobis dimisi, et quod de omnibus copiam michi portare faciatis. 
Litteras apostolicas, de quibus michi scripsistis, vobis misi; et eciam rescripsi 
super factis monetarum, videlicet quod dominus Cluniacen. cardinalis, cui 
dominus noster papa hoc commiserat, reputat deliberationem vestram, quam 
michi misistis, bonam, salvo quod provideatis, ne false seu male monete 
currant seu recipiantur in Avinion. et comitatu Venaysini. 

R. patemitatem vestram conservet Altissimus feliciter et benigne. 

Scriptum Rome apud Sanctum Petrum die [kleine Lücke) Februarii. 

A. Archiepiscopus Auxitan. 

Camerarius domini pape. 

Collect. Cam. 353. fol. 175 r. 

Dcu Datum ist nicht vollständig t weil der Briefschreiber den Tag eintragen wollte, nach- 
dem er den Brief dem Papste vorgelegt hatte. Nach Gutheissung des Briefes durch den Papst ist 
die Hintufiigung des Tages vergessen worden, 

Vergl, No, 7. 



— 6 — 

lO. 
Unterstützung der Nuntien durch die päpstliche Kammer, 1881 Mail 25 Avenlonls. 

Clemens etc. dilecto filio Armando lausserandi, canonico Cameracen., 
apostolice sedis nuncio, salutem etc. 

Olim dilectis filiis nostris Guidoni tituli Sancte Crucis in Iherusalem 
et Guillermo tituli Sancti Stephani in Celio Monte presbiteris cardinalibus, 
apostolice sedis nunciis, quos ad certas partes et terras conmiisso sibi in 
eis plene nunciacionis officio pro magnis et arduis nostris et Ecclesie 
Romane negociis, duximus destinandos, ut incumbencia sibi expensarum 
onera valerent commodius supportare, et in huiusmodi negociis melius 
proficere, videlicet cuilibet eorum quinquemilia flor. auri percipiendorum 
per eos in quatuor terminis annis singulis huiusmodi negociorum prosecucione 
durante, in et super fructibus, redditibus proventibus, iuribus et emolumentis 
ad cameram apostolicam in Parisien., Camoten. et Aurelianen., Senonen. et 
Antisiodoren. aut Nivemen., Trecen. et Melden, seu aliis civitatibus et 
diocesibus provincie Rothomagen. spettantibus, et que ad eam spettarent 
imposterum, duximus assignanda, tibique per diversas nostras litteras et sub 
certis penis, ut huiusmodi quinquemilia flor. vel ipsorum valorem annis 
singulis cuilibet ipsorum cardinalium vel procuratoribus suis in eisdem 
terminis persolveres. Sed sicut pro parte dittorum cardinalium habet 
expositio facta nobis, tu, pretendens habuisse postmodum a nobis super 
hoc mandata contraria, huiusmodi pecunias eisdem cardinalibus solvere 
recusasti hattenus et recusas. Nos igitur totis desideriis affettantes, quod 
iidem cardinales in prosecucione et expedicione negociorum huiusmodi 
feliciter prosperentur, ac nolentes, quod negocia ipsa propter defectum 
solucionis huiusmodi aliquatenus differantur seu impedimentum recipiant 
aliquale, discrecioni tue per apostolica scripta distritte precipiendo man- 
damus, quatinus, omni excusacione seu impedimento aut dilacione cessante, 
quibuscumque inhibicionibus et mandatis specialibus vel generalibus per 
nos, seu venerabilem fratrem Petrum archiepiscopum Arelaten., camerarium 
nostrum, aut gentes camere apostolice, seu quoscumque alios verbo, nutu, 
sig^o vel litteris in contrarium tibi fattis, non obstantibus, huiusmodi quin- 
quemilia flor. auri cuilibet dictorum cardinalium vel eorum certo mandato 
tam pro preterito tempore quam pro futuro in eisdem terminis solvere 
studeas, iuxta predittarum tibi direttarum Htterarum continenciam et tenorem. 

Datum Avinion. vill kal. lunii, pontificatus nostri anno tercio. 
Collect. Cam. No. 359^- (Regestum Bullarum Cafneralium 

Clem, VII 1380 1384.) 

VergL oben No. 8. 



— 7 — 



1 1. 



Cardinal Franciscus hat Antheil an den Einkünften^ obsckon er als Legat 
in Campanien weilt. 1885 Octobr.22. 

Mandatum pro reverendissimo domino cardinali Pisano. 

Sanctissimus in Christo pater et dominus, dominus Urbanus papa vi 
predictus in camera secreta sua mandavit, presentibus supradictis, quod de 
cetero reverendissimus in Christo pater et dominus, dominus Franciscus mise- 
ratione divina episcopus Prenestinus, S. R. E. vicecancellarius, vulgariter dictus 
dominus cardinalis Pisanus, in quibuscumque promotionibus per ipsum dominum 
nostrum factis seu translationibus dominorum prelatorum, a tempore creationis 
ipsius reverendissimi domini cardinalis reputetur presens, in distributionibus 
communium servitiorum computetur, non obstante, quod fuerit longo tempore 
absens in provincia Campanee de mandato prefati domini nostri. 

Oblig. 48. fol. I V. 

VergL NN. i, 2 und j. 

12. 

Verweigerung der Antheilnahme an den Einkünften. 1891 Mail 22. 

Cardinalis de Flisco recessit et ivit lanuam, non habens absenciam a 

domino nostro. 

Oblig. 52. fol. XXVII r. 



13- 
Verweigerung der Antheilnahme an den Einkünften. 1892 lun. 28. 

Recessus domini de Alanconio. (In margine.) 

Die XXIII mensis eiusdem (Junii)^ dominus de Alanconio recessit de 
Urbe et ivit Tiberim; et dominus noster non concessit sibi absentiam. 

Oblig. 52. fol. XXVI V. 



13a. 

Cardinal Ludwig de Flisco erhält trotz seiner Abwesenheit Antheil an den 
Einkünften des heiligen Collegiums vom 22. Mai 13^2 bis Ende September 13^2. 

1892 Septembp. 15. 

Nota, quod in hac divisione declaravit dominus noster papa velle, 
quod dominus cardinalis de Flisco reputetur presens in divisionibus et sit 



— 8 — 

Habitus [^esms] a tempore sui ultimi recessus de curia ^), usque ad totum 
presentem mensem Septembr. 

Oblig. 51. fol. 43 V. 

Verg/. NN, i, 2, j und 11. 

^) ReccssU de curia ijgo lul. 14^ iturus versus Tamtam pro suis argetuGs; reversus est 
ijgi Mart, ti ; recessii Herum IS92 Maü 22 ^ iturus lanuam; IS98 Mart, 14 imtrmuit curiam 
in Alma UrU (Rubel, pag, 24, notaj). 

In Folge dieser Bestimmung des Papstes macht der clericus coUegii die Bemerkung, dass 
nunmehr viele schon vert heilte Summen neu verrechnet werden müssten, um den Asttheil des ge- 
nannten Car^nals festzustellen. 

Nach den Cerenumien der Einfiihrung in die Würde des Cardinalates wählt 
sich Cardinal Balthassar seinen Namen, mit dem er „vulgariter*^ genannt 
werden will, und tritt in alle Rechte des Collegiums ein, 1402 Mart. 8. 

Et eodem anno, indictione, pontificatus et loco predictis, die vero 
Merchurii viii mensis Martii, prefatus dominus noster eidem domino Baldassari 
assignavit sibi titulum, videlicet Sancti Eustachii, et sie voluit decetero 
appellari Sancti Eustachii diaconus cardinalis, os suimi similiter aprendo, 
quod ab hac hora inantea participaret et communibus servitiis prelatorum. 

Oblig. 54. fol. XL r. 
Oblig. 57. fol. XXXI V. 

14. 

Bewilligung cUr Antheilnahme an den Einkünften auf zwei Monate, 

1408 Septembr. 10. 
Cardinalis Aquilegen. recessit ab Urbe et curia • Romana pro suis 
negociis et habuit absenciam communium et minutorum serviciorum ad duos 
menses a die dat. presencium computandos proxime futuros. 

Oblig. 57. fol. LVim r. 

15. 

Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften bis zum nächsten Osterfeste. 

1408 Oetobr. 8. 

Cardinalis de Flischo recessit de Romana curia et ivit lanuam pro 

suis negociis; et habuit absenciam communium et minutorum serviciorum 

usque ad festum Resurrectionis Domini Nostri lesu Christi proxime futurum. 

Oblig. 57. fol. LVim r. 



— 9 — 

i6. 

Verlängerung des Privilegiums No. 14. auf weitere zwei Monate, 

1408 Decembr. 18. 
Dominus noster dedit absenciam communium et minutorum serviciorum 
domino cardinali Aquilegen. pro duobus mensibus proxime futuris. 

Oblig. 57. fol. LXii V. 



17. 

Zurücknahtne des früher ertheilten Privilegs der Antheilnahme an den 
Einkünften, 1404 Novembr. 1. 

Revocacio absencie cardinalis Sancti Eustachii. (In margifte,) 
Die Sabbati prima Novembris, mandatum fuit, quod non scriberentur 
in divisionibus communium serviciorum nisi octo cardinales tantum, quia 
revocata fuit absencia domino cardinali Sancti Eustachii, legato Bononie. 

Oblig. 57. fol. LXXV r. 

Düse revocatio erfolgte unmittelbar ruuh der Wahl Innocenz VII {Octobr, ly); am Conclave 
hatten neun Cardinäle Theil genommen und der von den acht anderen Cardinälen gewählte Papst 
erwies sich diesen erkenntlich dadurch^ dass er den Cardinal Balthasar S, Eustachii, der nicht 
im Conclave war, von den divisiones ausschloss, 

18. 

Durch die Mundöffnung werden neuernannte Cardinäle fähig an den Ein- 
künften Antheil zu nehmen, 1406 lanuar. 18. 

Innocentius papa vn aperuit os domino lohanni Egidii Sanctorum 

Cosme et Damiani Sancte Romane Ecclesie diacono cardinali et voluit, quod 

deinceps idem cardinalis participaret de communibus et minutis servitiis 

prelatorum fiendorum. 

Oblig. 57. fol. XCIII r. 

Am 12, yuni 140s war Johannes Egidii %um Cardinal ernannt worden und am ig, Juni 
erhielt er seine Diaconie angewiesen, 

Vergl, No, ijb- 

Durch die Mundöffnung werden neuemannte Cardinäle fähig an den Ein- 
künften Antheil zu nehmen, 1406 Octobr. 20. 

Die vicesima mensis Octobris, dominus noster aperuit ora reverendissimis 
in Christo patribus et dominis, dominis Angelo tituli Sancti Marci presbitero 



— lO — 

cardinali, Constantinopolitano, et lohanni tituli Sancte Crucis in Iherusalem 
presbitero cardinali, Ravennaten. vulgariter nuncupatis, et voluit, quod 
deinceps loqui possent in concistoriis publicis et secretis et eorum vota dare 
ac participare de communibus et minutis serviciis prelatorum. 

Oblig. 57. fol. CXI r. 

DU genannten Cardinäle Angelus Corarius und yohannes von Sttlmona waren am 12» Juni 
140S ernannt worden, und am 79. Juni wurden ihnen die Titel angewiesen. 

VergL NN. 13 h und 18, 

20. 

Verweigerung der Antheilnahme an den Einkünften, 1407 Augast. 9« 

Gregor XII verlies s am p. August ijfoy Rom, Rome vero remansit 

reverendissimus dominus cardinalis Sancti Angeli locumtenens pape; non 

Habens absentiam. 

Oblig. 57. fol. CXXVII V. 

21. 
Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften. 1407 August. 11. 

Supradicta die lovis (Aug, 11), qua Viterbium applicuimus, de mane 
recessit reverendissimus dominus cardinalis Florentin. et ivit legatus Florenciam 
super facta unionis; habens absenciam. 

Oblig. 57. fol. CXXVII V. 

Vergl. NN, i, 2, j, ri und /j«. 

22. 

Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften noch vor der Mundöffnung. 

1412 April. 6. 

Assignatio tituli cardinalis Aquilegen. iunioris. (In margitie.) 

Die sexta mensis Aprilis, dominus noster papa aperuit os reverendissimo 

in Christo patri domino Anthonio miseratione divina presbitero cardinali, 

Aquilegen. iuniori, sibique anulum tradidit et titulum Sancte Susanne 

assignavit, ac voluit idem dominus noster papa, quod dictus cardinalis de 

communibus et minutis serviciis ab illa die quo (kleine Lücke) dominus 

episcopus Herbipolen. inclusive fuerat promotus, [participaret,] non obstante, 

quod sibi tempore huiusmodi promocionis os apertum non fuerat nee titulus 

assignatus. 

Oblig. 56. fol. LXI V. 

Vergi. NN. is^, 18 und ig. 



— II — 

23- 

Bewilligung der Antfieilnahme an den Einkünften, 1412 Oetobr« 19. 

Recessus cardinalium de Flisco et de Barro. (In margine,) 
Die Mercurii xviiil mensis Octobris, reverendissimus cardinalis de 
Flisco recessit de Roma, dirigens gressus suos versus Bononiam, ubi per 
apostolicam sedem pro legato deputatus est; et habuit absentiam parcium 
a die recessus sui de consensu dominorum cardinalium. 

Oblig. 56. fol. LXXIIII r. 

Vergl, NN, /, 2, j, 11, ij'* und 21, 

CardifuU Luäovicus de Flisco S, Adriani diaconus cardinalis wurde im Consistorium vom 

I, October zum Legaten ernannt. 

Ibid. fol. Lxxi V. 



24. 

Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften, 1412 Octobr. 21. 

Die Veneris XXI mensis antedicti, reverendissimus cardinalis de Baro 

recessit de Roma versus balnea Neapolitan. pro recuperatione sanitatis; et 

habuit absenciam. 

Oblig. 56. fol. LXXIIII r. 



25. 

Durch die Mundöffnung werden neuemannte Cardinäle fähig an den Ein- 
künften Antheil zu nehmen, 1412 Deeembr. 1« 

Adventus cardinalis Cameracen. (In margine.) 

Anno Domini millesimo CCCC XII, indictione quinta, die prima mensis 
Decembris, pontificatus ut supra, reverendissimus in Christo pater dominus 
Petrus tituli S. Crisogoni cardinalis, Cameracensis, intravit Urbem Romanam, 
ubi pro presenti curia residet; nee propter hoc numerus participantium est 
augmentatus, set remanserunt XX ut prius. 

Oblig. 56. fol. LXXV V. 

1412 Deeembr. 19« 

Bei der aperitio oris Petri tituU S, Chrysogoni fresbyteri cardinalis findet sich dornt die 
Bemerkung: et sie participantes communium et minutorum servieicrum ramanserunt XXI, 

Ibid. fol. LXXVII V. 
Vergl, NN. ij^, 18, ig und 22, 



— 12 



26. 



Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften bis zum ersten December, 

1418 MaU 9. 
Recessus domini Pisani. (In margine.) 

Alamannus cardinalis Pisanus recessit de Urbe Romana, ubi tunc curia 

residebat, dirigens gressus suos versus Franciam, ubi per apostolicam sedem 

pro legrato deputatus est; et habuit absenciam usque ad primam diem mensis 

Decembris proxime futuri de consensu dominorum cardinalium. 

Oblig. 56. fol. LXXXIX V. 

VergL NN, i, 2, s, 11, ij», 21 und 23, 

Im September war Card, Alamannus schon von seiner Legaiion zurück, 

27. 

Bewilligung der Antheilnahme an den Einkünften bis zum ly. August, 

1418 Februar« 17. 
Recessus cardinalis Pisan. (In margine,) 

Die xvn mensis Februarii, reverendissimus in Christo pater dominus 

Alamannus tituli Sancti Eusebii presbiter cardinalis, Pisanus vulgariter nun- 

cupatus, recessit de Constantia legatus per dominum nostrum in Aragoniam 

et Navarram ; et domini de coU^o voluerunt, quod per sex menses a data 

presentium computandos de emolumentis capelli participaret, sicque dominus 

cardinalis Venetiarum nobis mandavit. lo. de Reate. 

Oblig. 55 A. fol. LXIX r. 

Vergl. NN. i, 2, j, 11, ija^ 21, 2j und 26. 



IL Die Kämmerer des heiligen CoUegiums. 
Stellvertretung derselben. 

28. 

Ernennung des camer arius colUgii Card, Robert, 4298 Januar. 8. 

Item eodem anno Millesimo nonagesimo viii, die iii lanuarii, reverendus 
pater dominus Robertus tituli Sancte Potenciane presbiter cardinalis fuit 
eidem domino Hugoni in eodem camerariatus officio cardinalium substitutus, 
cuius camerariatus tempore oblata sunt servitia infrascripta. 

Oblig. I. fol. 7 r. 



— 13 — 

29. 

Erste geschäftliche Erwähnung des CardinalkUmmerers Robert, 

1298 Februar« 12. 
In nomine Domini Amen. 

Anno Nativitatis Eiusdem M * cc ' nonagesimo vfll die xn mensis 
Februaiii. 

Ista sunt communia servicia divisa et distributa inter coUegium Sancte 
Romane Ecciesie tempore camerariatus reverendi patris domini Roberti tituli 
Sancte Potenciane presbiteri cardinalis, camerarii dicti coUegii. 

Oblig. lA- fol. II r. 

30. 
Stellvertretung, 1806 Septembr. 17 (27). 

. . . promisit coram predicto domino Johanne Monachi, camerario 
coll^^ dominorum cardinalium et gerente vices in hac parte domini Amaldi, 
predicti domini pape camerarii, pro communi servitio . . . 

Oblig. 2. fol. vmi r. 

Cf, Reg. Clem, V (EdU. Bernd,) Append, Tom, I No, 31, 

31- 

Ernennung beew. Amtsantritt des camerarius collegii Card, Stephanus, 

1810 Februar. 18. 
Attende quia hie incepit dominus Stephanus. (In margine,) 
Eisdem anno (13 10), indictione et loco, in hospitio domini Stephani 

cardinalis, nunc camerarii cardinalium Sancte Romane Ecciesie, die XVIII 

Februar 

Oblig. 2. fol. xvn r. 

Cf, Reg, Clem, V (Edit, Bened,) Append, Tom, I No. 117, 

32. 

Stellvertretung, 1811 August. 16. 

Actum in prioratu de Grausello in camera predicti domini B. cardinalis, 

camerarii, recipientis tam pro camera, quam collegio obligationem predictam 

ex commissione sibi facta per dominum S. cardinalem et camerarium coll^i 

supradicti. 

Oblig. 2. fol. XX V. 

Cf, Reg, Clem. V (Edit, Bened,) Append. Tom. I No, 176, 



— 14 — 

33. 
Ernennung des camer arius colUgii Card, Petrus dArrablay, 1826 Septembr. 26, 

Eisdem anno, indictione, loco et testibus, die vicesima quinta mensis 
Septembris, in hospicio domini Petri de Rebleyo, facti camerarii coU^^ 
dominorum cardinalium, dominus frater Rostagnus . . . promisit .... per- 
solvere etc. 

(In marginei) XV cardinales propter obitum domini G. Teste camerarii 
collegii, cui fuit subrogatus dominus P. de Rebleyo. 

(Vorher participirten XVI cardinales,) 

Oblig. 6. fol. LVI r. 

34. 
Stellvertretung. 1829 lunii 7. 

Eisdem anno, indictione, die VII mensis lunii, testibus consuetis pre- 
sentibus, in aula inferiori camere {^sic) domini camerarii, ipso domino camerario 
pro Camera domini nostri huiusmodi obligationem recipiente, et ut comis- 
sario domini Portuen. absentis . . . 

Oblig. 6. fol. Lxxxni v. 

VergL No. j^' 

35- 
Ernennung des catnerarius collegii Card. Petrus Gonuz. 1881 Hart. 11. 

Anno quo supra, die XI mensis Marcii, reverendus pater dominus 

P. tituli Sancte Praxedis presbiter cardinalis fuit assumptus ad officium 

camerariatus sacri collegii. 

Oblig. 6. fol. C V. 

Am 14, Jan. ijji ist dit letzte divisio Petri de Arrablayo verzeichnet ; unter dem i6. Febr. 
1331 haben wir die letzte ihm gemachte solutio. Am 14. März ijs^ findet die erste distributio 
Petri Hispani statt, Oblig, 11, fol. 41 v. ss. 

36. 

£rste Obligation unter dem camer arius collegii Card. Petrus. 1881 Mart« 19. 

.... die XIX mensis Marcii Avinion., in hospicio reverendi patris 
domini P. tituli Sancte Praxedis presbiteri cardinalis, ad officium camerariatus 
sacri collegii noviter assumpti . . . 

(In margine:) xxn cardinales (vorher XXIII) propter obitum domini 

Petri de Arrablayo. 

Oblig. 6. fol. Cl r. 



- 15 — 
37. 

Stellvertretung. 1882 luL 8. 

Servicium abbatis monasterii ss. Gervasii et Prothasii dioc. Placentin. 
[In margine,) 

Eisdem anno, indictione, pontificatu, die vin mensis lulii, in hospicio 
thesaurarie domini nostri pape, presentibus clericis collegii, dominus frater 
Franciscus abbas monasterii sancti (sie) Gervasii et Prothasii, ordinis sancti 
Benedicti, Placentin. diocesis, promisit pro suo comuni (sk) servicio per 
discretum virum dominum lacobum de Vicino, domini pape cappellanum, 
procuratorem suum, LXVI flor. auri et quinque servicia consueta reverendo 
in Christo patri domino Gasberto permissione divina Arelaten. archiepiscopo, 
domini nostri pape camerario, recipienti pro se et nomine reverendi in 
Christo patris domini P. tituli Sancte Praxedis presbiteri cardinalis, sacri 
collegii camerarii, ex iusta causa absenti[s], solvendos in proximo festo 
Penthecostes. Alioquin infra quatuor menses etc. et iuravit ut in forma. 

(In margine:) XXIIII card. 

Oblig. 6. fol. cxvil r. 

Vergl, NN, 32 und 34, 

38. 

Stellvertretung. 1867 lanuar. 29 Montispessulanl. 

Miseratione divina Guillermus tituli Sancte Marie in Transtiberim 
presbiter cardinalis et Arnaldus archiepiscopus Auxitan., domini pape et 
sacri collegii dominorum cardinalium camerarii, venerabilibus viris magistris 
Ebloni de Mederio, Maurissio (sie) de Barda et Guillermo Alberti, camere 
apostolice, et lohanni de Moianesio, collegii dominorum cardinalium pre- 
dictorum clericis, salutem in Domino. 

Cum associando dominum nostrum papam extra civitatem Avinionen. 
habeamus die (sie) aliquibus moram trahere, de vestra discrecione gereutes 
in Domino fiduciam specialem, recipiendi in civitate predicta ab archi- 
episcopis, episcopis, abbatibus et prelatis aliis seu procuratoribus eorum, 
ad hoc legitime constitutis, submissiones et obligaciones communium ser- 
viciorum et aliorum iurium debitorum et soluciones serviciorum et iurium 
huiusmodi, tam a die obligandis, quam aliis hactenus obligatis, nomine 
dictorum dominorum pape et sue camere et cardinalium communiter vel 
divisim, sicut debitorum qualitas exiget; et litteras de soluto, necnon et 
dilaciones racionabiles et competentes impotentibus ad solvendum concedendi, 
absolucionisque beneficium impendendi, ac super irregularitate et periurio 



— i6 — 

dispensandi, aliaque agendi que in premissis ex nostris oßiciis, si in dicta 
civitate presentes essemus, agere possemus, vobis et^) duobus ex vobis, 
quonim duorum unus sit clericus donünorum cardinalium predictorum, 
potestatem concedimus, et usque ad regressum nostrum ad dvitatem pre- 
dictam committimus vices nostras. 

Dat. in Montepessulano, Magalonen. diocesis, sub nostris sigillis, die 
XIX mensis lanuarii, anno Domini millesimo cCc • LXVii , indictione V, ponti- 
ficatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri, domini Urbani digna 
Dei providencia pape quinti anno quinto. 

Oblig. 38»- fol. 3 V. 

*) Muss wohl aut heissen. Vergl. NN, s^i 34 ^^ 37* 

9 

38»- 

Stellvertretung des CarcHnalkämmerers Wilhelm d* Aigrefeuille, 

1882 Novembr. 12. 

Petrus miseratione divina archiepiscopus Arelaten., domini pape came- 

rarius, et Fayditus eadem miseratione episcopus Avinion., regens officium 

camerariatus sacri coll^^ reverendissimorum patrum dominorum Sancte 

Romane Ecclesie cardinalium, pro reverendissimo in Christo patre et domino, 

domino Guillermo eadem miseratione tituli Sancti Stephani in Celiomonte 

eiusdem Sancte Romane Ecclesie presbitero cardinali, dicti sacri collegii 

camerario . . . 

Oblig. 46. fol. Lxxxxvm r. 

DU Stellvertretung dauert zum wenigsten bis Mum is» Februar 1383^ Ibid. fol. CXXX r. 
Vergl. NN. j»^, 34 S7 ^»^ J<?. 

Ernennung des camer arius collegii Card. Heinrich. 1890 Septembr. 19. 

Anno Domini millesimo CCC • XC, indictione Xlil, pontificatus Bonifacii 
pape noni primo, et tempore, quo reverendissimus in Christo pater dominus, 
dominus H. tituli Sancte Anastasie presbiter cardinalis, dictus cardinalis 
Neapolitanus, est assumptus in camerarium reverendissimorum dominorum 
Sancte Romane Ecclesie cardinalium collegii a prefato domino nostro papa. 

Oblig. 51. fol. 23 r. 

1890 Septembr. 28. 

Anno, indictione et pontificatus quibus supra, die xxvin mensis 
Septembris, sanctissimus in Christo pater et dominus noster, dominus Boni- 
facius divina Providentia papa nonus, in Alma Urbe, in palacio papali, 



— 17 — 

assumpsit reverendissimum in Christo patrem et dominum, dominum Hen- 
ricum, tituli S. Anastasie presbitenim cardinalem in camerarium sacri 
collegii reverendissimorum in Christo patrum dominorum Sancte Romane 
Ecclesie cardinalium. 

Oblig. 59. Zu Beginn. (Nicht foliirt. 13. Bl. nach dem Index.) 

Mit den vorliegenden Hül/smitteln lässt sich nicht entscheiden, welche von beiden Angaben 
die richtige ist. 



39a. 

Cardmal Martin de Salvis wird Nachfolger des Cardinais Wilhelm d*Aigre- 
feuille im Amte eines camerarius collegii Benedicti XIII, 1408 August. 27. 

Anno a Nativitate Domini A • CCCC • ifl, die xxvn Augusti, in Ponte 
Sorgie, coram prefato domino camerario, domino archiepiscopo Narbon., 
pro domino nostro papa et camera sua apostolica, gereute etiam vices 
domini Martini, cardinalis Pampilonen., camerarii collegii, post obitum dicti 
domini cardinalis de Agrifolio ^^loviter ad camerariatus officium assumpti\ . . . 

Oblig. 49. fol. cxxxv r. 



40. 

Ausnahmsweise Bestätigung zweier camerarii collegii aus den Obedienzen 
Gregor XII und Benedict XIII durch Alexander V. 1409 lun. 29. 

Nova institutio camerariorum collegii. (In margine,) 
Die supradicta, videlicet die Sabbati, in festo Beatorum Petri et Pauli 
Apostolorum, idem sanctissimus dominus noster, dominus Alexander papa 
quintus considerans et attendens duos fuisse et esse hucusque camerarios 
sacri collegii reverendissimorum in Christo patrum et dominorum, dominorum 
Sancte Romane Ecclesie cardinalium, videlicet dominum Henricum episcopum 
Tusculanum, Neapolitan. vulg^riter nuncupatimi, pro parte seu coll^o, 
quod adhesit olim Gregorio XII et suis predecessoribus, et dominum Ami- 
deimi Sancte Marie Nove diaconum, de Saluciis similiter nuncupatum, eiusdem 
Sancte Romane Ecclesie cardinales pro parte seu coll^o, quod adhesit 

o 

olim Benedicto Xm. et suis eciam predecessoribus, et ipsa duo collegia per 
sacrum generale et universale concilium, quod Pisis pro unione Sancte 
Matris Ecclesie et extirpacione scismatis antiquati insimul iuste, sancte ac 
racionabiliter unita, legitimeque fuisse unionem, [unionem] ipsam auctoritate 
apostolica confirmavit et approbavit ac de novo univit et voluit quod 

Baumgaktbn, Finaniverw. des Caxd.*CoUeg. im Mittelalter. 2 



— i8 — 

supradicti domini Henricus episcopus Tusculatms et Amideus SancU Marie 

Nove diaconus cardinales et catnerarii prefati^ ipsum canterariatus officium 

dicti sacri collegii daminorum cardinalium insimul exercerent et facerent 

iuxta laudabilem consuetudinem ipsius camerariatus collegii officii antiquitus 

observatam. 

Oblig. 56. fol. I V. 



41. 41«^- 

Beendigung des doppelten Kämmereramtes durch den Tod des Cardinais 
Heinrich, 1 41 2 MaU 1 9. 

41. Mandatum pape factum domino H. camerario collegii, ut in 
absentia etc. (/n margine) 

Anno Domini M • CCCC - xii, die mensis Mali XIX, lohannes papa XXIII 
voluit et mandavit Henrico episcopo Sabinen., sacri collegii camerario, quod 
in absentia Amedei, predicti sacri collegii camerarii, recipiat munimenta 
camerariatus officii interim, quod predictus dominus Amideus cardinalis de 
Salutijs Sit absens a Romana curia. 

Oblig. 56. fol. Lxxi V. 

Das Mandat ist gelöscht durch va-cat ustd non habait effectum. 

1412 Ion. 17. 

41** Obitus domini cardinalis Neapolitani camerarii sacri collegii. 
(In margine.) 

Anno Domini M • CCCC • xii , die Veneris decima septima mensis lunii, 
pontificatus domini lohannis pape XXIII anno tertio, diem suum clausit 
extremum reverendissimus in Christo pater dominus Henricus, cardinalis 
Neapolitanus, sacri coU^i camerarius. Cuius anima in pace requiescat. 

Oblig. 56. fol. Lxvi V. 



42. 
Stellvertretung, 1418 Septembr.ll. 

Alamannus miseratione divina tituli Sancti Eusebii Sancte Romane 
Ecclesie [presbiter] cardinalis, camerariatus officium sacri collegii reveren- 
dissimorum in Christo patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardi- 
nalium regens in absentia reverendissimi patris domini Amedei cardinalis 
de Saluciis ipsius sacri collegii camerarii. 

Oblig. 55A. fol. VI V. 



— 19 



43 



Beginn der letzten grossen Stellvertretimg des camerarius collegii Card, Amideus, 

1417 Dec 16. 

Recessus cardinalis de Saluciis. (In margine.) 

Anno suprascripto (14 17), die xvi mensis Decembr., reverendissimus 
in Christo pater dominus Amedeus cardinalis Saluciarum, sacri collegii 
camerarius, de licencia dicti domini nostri pape recessit ad propria de 
generali concilio Constancien. 

Oblig. 61. fol. XL villi V. 



44. 
Ernennung des camerarius collegii Card, Franciscus, 1419 IuL19« 

Electio camerarii collegii. (In margine.) 

Franciscus tituli Sancte Crucis in Iherusalem presbiter cardinalis, 
Venetiarum vulgariter nuncupatus, fuit electus in Dei nomine in camerarium 
collegii dominorum cardinalium. 

Oblig. 55A. fol. Cr. 



III. Unterbeamte des camerarius collegii. 
Urkunden über die Ausbildung des Amtes der derlei coll^rii 

(nebst verwandten Actenstücken). 

45. 

Petrus Ranerii de Montechiello war früher kaiserlicher Notar in Siena und 
dann Notar des Cardinais Hugo, 1291 Aug. 18. 

Unterschrift: 

Et ego Petrus Ranerii de Montechiello, Senarum districtus publicus 
imperial! auctoritate, nuncque prefati domini cardinalis [fratris Hugonis tituli 
Sancte Sabine presbiteri cardinalis] notarius. 

Registres de Nicolas IUI. No. 6273. 



— 20 — 

46. 

Petrus de Montechiello , cammicus Bolen,, nermt sich procuraiior et officiaüs 
collegii cardinaltum, 1295. 

In nomine Domini Amen. 

Infrascripta est peccunia {sie) que pervenit ad manus venerabilis patris 
domini H. episcopi Ostien., camerarii collegii dominorum cardinalium, tempore 
sui camerariatus, divisa inter ipsos dominos cardinales, me, Petro de Monte- 
chiello canonico Dolen. procuratore et officiali coll^i existente. 

Oblig. I^ fol. I r. 

Kirsch, Seite 97, N, i. 



Banifaz VIII ernennt Petrus de Montechiello zum Rector der Kirche des 
heiligen Gangulf in der Diocese von Chälans, 1296 IaL7 Anagniae« 

Dilecto filio magistro Petro de Montechiello, rectori ecciesie sancti 
langulfi, Cabilonen. diocesis. 

Considerantes tue multiplicis. — Dat. Anagnie vn id. lulii anno secundo. 

„personam tuam nobis utique non ignotam/' 

Reg. Vat. No. 48. cap. cCLim fol. 62 v. 
Registres de Boniface VUI No. 1140. 

(Montechiellum Clusin. dicecesis.) 

48. 

Bonifaz VIII gestattet Petrus de Montechiello, dass er seinen Archidiaconats- 
bezirk von Andern visitiren lassen dürfe, da er wegen der ihm vom Papste 
verliehenen Stellung in der cam^ra collegii es nicht selbst thun könne. 

1801 Ianuar*25 Lateran!. 

Magistro Petro de Montechiello archidiacono Aureliacen. in ecclesia 
Claromonten. 

Considerantes attentius, quod tu abolim circa camerariatus officium 
collegii fratrum nostrorum Sancte Romane Ecciesie cardinalium a nobis 
specialiter deputatus, in eo providenter et fideliter te habuisse dinosceris . . . 

Darf während j Jahre seinen Bezirk von Andern visitiren lassen. 

Dat. Lateran, viii kl. Febr. anno septimo. 

Reg. Vat. No. 50. fol. iii r. cap. villi. 



— 21 — 

49. 

Bonifaz VIII ernennt den Dekan von Sens und Petrus de Mantechiello zu 
Executoren eines Darlehens, das der camerarius coUegii Card, Robert 
einem Abte macht 1802 Februar« 1 Lateranl. 

. . decano Senonen. et magistro Petro de Montechiello, archidiacono 
Aureliacen. in ecciesia Claromonten. 

Supplicante nobis dilecto filio G. abbate monasterii sancti Germani 
Autisiodoren., ordinis sancti Benedicti, quod cum ipsum, tarn pro suis quam 
monasterii predicti negotiis apud sedem apostolicam expediendis utiliter, 
subire oporteret magna onera expensarum, sibi contrahendi mutuum usque 
ad summam trium milium quingentorum flor. auri sub modis et formis 
infrascriptis, sine quibus se putabat creditores invenire non posse, larg^ri 
licentiam dignaremur. Nos de dicti abbatis, tarn in hiis quam in aliis certa 
sua et monasterii ipsius negotia utiliter promovenda et expedienda circum- 
spectione ac diligentia confidentes, et nolentes, quod ipse propter expensarum 
defectum indigentiam pateretur, vel quod eadem negotia inexpedita remanere 
contingeret, eiusdem abbatis supplicationibus inclinati, sibi contrahendi mutuum 
propter hoc per se vel per procuratorem suum seu procuratores ad hoc 
constitutum seu constitutos usque ad predictam summam, nomine suo et 
ipsius monasterii etc., ut in proxima superiori mutatis mutandis usque 
exceptionibus eisdem, a dilecto filio nostro Roberto tituli Sancte Pudentiane 
presbitero cardinali, de ipsius carditlalis mera liberalitatis et subventionis 
gratia mutuante receperit mutuo predictam summam trium milium quingen- 
torum flor. auri pro negotiis ipsis, certis eidem cardinali loco et termino 
persolvendam, prout in instrumento publico etc. ut supra mutatis mutandis 
usque impediri valeat vel differri. Insuper volumus et apostolica auctoritate 
decemimus, quod a presentatione presentium etc. usque et quasi re non 
integra perpetuata eadem vestrum utriusque iurisdictio censeatur. 

Dat. Lateran, kal. Februar, anno octavo. 

Reg. Vat. No. 50 fol. CXLVIII r. cap. iii. 

50. 

Bonifaz VIII verleiht Petrus de Montechiello, auf Fürsprache des camerarius 
collegii Card, Robert, dessen capellanus et familiaris er ist, in Ansehung 
seiner Verdienste, die er sich in der ihm vofn Papste verlielienen Stellung 
in der camera collegii erworben hat, eine Pfründe an der Kathedrale von 
Narbonne; zugleich darf er seine anderen zahlreichen Beneficien unbehindert 
behalten, 1802 Novembr. 11 Lateranl« 



— 22 — 

Magistro Petro de Montichiello, canonico et sacriste ecclesie Narbonen. 

Laudabilia tue merita probitatis, quibus novimus te iuvari, benignius 
attendentes et considerantes, quod tu circa officium camerariatus coU^ii 
cardinalium Sancte Romane Ecclesie deputatus a nobis, in eo sie prudenter 
et fideliter te gessisti, quod digne mereris gratüs et favoribus confoveri, 
dignum duximus, ut propter hoc et consideratione dilecti iilii nostri Roberti 
tituli Sancte Pudentiane presbiteri cardinalis, cuius capellanus et familiaris 
existis, pro te nobis in hac parte humiliter supplicantis , personam tuam 
munificentia sedis apostolice prosequamur. 

Der Papst ernennt ihn zum canonicus et sacrista eulesiae Narbonen, 
und fährt dann fort: 

Non obstantibus . . . quod archidiaconatum Aureliacen. in ecclesia 
Claromonten. et in eadem, ac in Dolen., Andeg^ven., Bononien. et Sancti 
Aniani Aurelianen. ecclesüs canonicatus et prebendas et ecclesias sancti 
langnulA, curam animarum habentem, ac ruralem de Villario, cui annexa 
dicitur ecclesia sancti Laurentii, Cabilonen. et Narbonen. diocesium ex dis- 
pensatione apK>stolica nosceris obtinere. Tecum insuper ex uberioris dono 
gratie dispensamus, ut sacristiam prefatam una cum archidiaconatu et ecclesüs 
sancti langnulfi et de Villario et sancti Laurentii ac canonicatibus et pre- 
bendis omnibus supradictis possis licite ac libere retinere, constitutione 
generalis concilii et qualibet alia contraria non obstante, proviso quod 
archidiaconatus, ecclesie, sacristia, canonicatus et prebende predicti debitis 
non fraudentur obsequiis et animarum cura in eis, quibus illa iminet, 
nuUatenus negligatur. Nulli ergo etc. 

Dat. Laterani m idus Novembr. anno octavo. 

Reg. Vatic. No. 50. fol. ccxxxim v. cap. CCCXVlili. 



51. 

Neben Petrus de Montechieüo ist noch GuiUlmus de Salomone, clericus, der, 
wie erster er, Familiäre des camer arius collegii ist, in der Verwaltung der 
Camera collegii thätig. 1804 MarU 20. 

Servitium fratris Frederici archiepiscopi Rigen. [In fnargine,) 
Die XX Marcii, apud Sanctam Praxedem Rome, presentibus magistro 
Petro de Monticellis et Guillermo de Salomone clerico, familiaribus dicti 
domini cardinalis, venerabilis pater dominus frater Fredericus archiepiscopus 
Rigen. suo et ecclesie sue nomine gratis et liberaliter promisit solvere pro 
communi servitio consueto domini ,pape et cardinalium in Romana curia, 



— 23 — 

dominis Roberto cardinali et lohanni camerario predictis nomine pre- 
dictorum vm flor. auri et v consueta servitia familiarium eorumdem, que 
ascendunt in summa cxv flor. auri i Tur. et ii sol. et v den. Provis. ab 
hodie usque ad annum. Alioquin infra duos menses sub penis in supra- 
scripto instrumento appositis in forma in talibus consueta etc. 
(In marine:) Card. XVII. 

Oblig. 2. fol. m V. 

S kl, OcL mO 60 R, V. j8. fol. 228 cap, DCCCCIX No, 7S4S, werden duo cUrki tut fami- 
liäres domestici et continm commensaUs tuis obsequOs insistentes genannt; kommen auek später 
neck vor. 

Ckmens V ernennt Petrus de Montechiello, Sacrista an der Cathedrale von 

Narbonne und im catnerariatus collegii seit lange mit der Verwaltung der 

servitia communia beschäftigt, zum Bischöfe von Spoleto, als Nachfolger des 

verstorbenen päpstlichen Kämmerers Johannes, electus Spoletanus, 

1S07 lun. 8 Pictavis. 
Dilecto filio Petro electo Spoletan. 

In supreme dignitatis specula licet immeriti disponente Domino con- 
stituti, curis continuis angimur et pulsamur insultibus successivis, ut de per- 
sonis etc, Sane ecclesia Spoletan., Romane Ecclesie immediate subiecta, 
per mortem quondam lohannis electi Spoletan., qui nuper apud sedem 
apostolicam diem clausit extremum apud sedem ipsam, pastore vacante, nos 
attendentes quod de dicta ecclesia etc, in te, sacristam ecclesie Narbonen. 
conmiunibus circa officium camerariatus collegii fratrum nostrorum cardinalium 
servitiis a longo iam temporis spatio insistentem, direximus oculos nostre 
mentis etc. teque Uli (ecclesie Spoletan.) preficimus in episcopum et pastorem 
etc, usque in finem. 

Dat. Pictavis III Non. lunii anno secundo. 

Reg. Vat. No. 54. fol. 17 v. cap. cxxxiiii. 

Cf. Reg, CUm. V (Edit, Bened,) No, 1627. 



Clemens V stellt Jemandem eine Anwartschaft aus auf die Pfarrkirche sancti 
Johannis de Jangon, Matisconen. dioecesis, die vorläufig noch Petrus de Mon- 
ticello electus Spoletanus inne habe, die aber, wie zu hoffen sei, bald frei 
werde durch die Consecration des Genannten. 1807 lun. 11 Pictavis. 



— 24 — 

In der Bulle heisst es: 

. . . Cum ecclesia parochialis sancti lohannis de langon. Matisconen. 
diocesis, quam dilectus filius Petrus de Monticello electus Spoletan., rector 
ipsius ecclesie, obtinet, per consecrationem ipsius electi sit, prout speratur, 
in proximo vacatura ... 

Reg. Vat. No. 54. fol. 36 r. cap. CCV. 

Cf, Reg, CUm, V (EdU, Bernd,) No, 16^, 

Clemens V gestattet dem Petrus de Montecktello^ elect, Spoletan., dass er den 
Zeitpunkt seiner Bischofsweihe noch hinausschieben dürfe, bis er in seinem 
Amte in der cantera collegii, in dem er noch nothwendig gebraucht werde, 
ersetzt worden sei, 1808 App. 22. Pietavis. 

Dilecto filio Petro electo Spoletan. 

Considerantes probate tue fidelitatis obsequia circa camerariatus officium 
collegii fratrum nostrorum cardinalium Sancte Romane Ecclesie per te 
impensa diutius, presentiam tuam in curia ad idem, per te adhuc gerendum, 
officium, non solum utilem sed necessariam arbitramur. Cum itaque tu, de 
quo dudum Spoletan. ecclesie, tunc vacanti, duximus providendum, de 
special! licentia nostra infra tempus de consecrandis episcopis a canonibus 
diffinitum ac de necessitate etiam hucusque munus recipere tue consecrationis 
distuleris, nos ut predictum officium eo facilius exequi valeas, quominus 
fueris pontificalis officii onere pregravatus, volentes tibi super hoc ad tui 
cautelam de oportuno remedio providere, tibi, ut usque ad festum Nativitatis 
Domini proximo futurum predictum munus recipere minime tenearis, qua- 
cumque constitutione super hoc in contrarium edita non obstante, auctoritate 
presentium indulgemus. NuUi ergo etc. nostre concessionis etc. 

Dat. Pietavis X kal. Maii anno tertio. 

Reg. Vat. No. 55. fol. 90 v. cap. CCCCLXX. 

Cf. Reg, CUm. V (Edit. Bernd.) No, 1817. 

1318 August. 23. 
In einer Bulle Clemens V heisst es: 

„ . . . cum Petrus electus Spoletan. apud sedem apostolicam moram 
trahens ac in officio camerariatus collegii fratrum nostrorum Sancte Romane 
Ecclesie cardinalium occupatus ..." 

Reg. Giern. V (Edit. Bened.) No. 10031. 



— 25 



56. 

Clemens V erlaubt dem Petrus de Montechiello, elect. Spoletan,, dass er für 
drei Jahre seine Diocese von anderen Personen visitiren lassen dürfe. 

181S Novembp. 27 apud Castrum Novom. 

Dilecto filio Petro electo Spoletan. 

Personam tuam nobis et apostolice sedi devotam paterna benivolentia 
prosequentes, libenter tibi reddimus in exhibitione favoris et gratie liberales. 
Hinc est, quod nos, tuis supplicationibus inclinati, auctoritate tibi presentium 
indulgemus, ut ecclesias, monasteria et alia loca ecclesiastica eorumque 
persona^ Spoletan. civitatis et diocesis, in quibus tibi visitationis officium 
competit de consuetudine vel de iure, possis usque ad triennium per aliquam 
seu aliquas personas ydoneas, quam vel quas ad id deputaveris, visitare ac 
procurationes tibi ratione visitationis huiusmodi debitas ab ecclesiis, monas- 
teriis, locis et personis eorum predictis, taliter visitatis, in pecunia numerata 
recipere moderatas, quacumque constitutione contraria non obstante. Nulli 
ergo etc. 

Dat. apud Castrumnovum Avinionen. diocesis, v kal. Decembr. anno nono. 

[In margine:) X ^) 
Reg. Vat. No. 6i. fol. 3 v. cap. xim. 

C/. Beg. Clem, V (Edü, Bened.) No, Jooys- 

*) Die Taxen sind in den Regesten Clemens V von keinem der Herausgeber beachtet worden. 



Guilelmus Formiti wird ohne erkennbaren Grund Nachfolger des Petrus de 
Montechiello im Amte eines receptor pecuniarum für das heilige Collegium, 

1814 (mens. August. -Septembp.) 

Anno Domini millesimo CCC quartodecimo ego Guillermus Formiti, 
receptor serviciorum, proventuum, sensuum [sie) et visitationum collegii 
dominorum cardinalium nomine reverendi patris domini Berengarii tituli 
Sanctorum Nerei et Achillei presbiteri cardinalis, camerarii dicti collegii, 
tradidi de dictis serviciis, proventibus, sensibus {sie) et visitationibus reverendis 
patribus dominis cardinalibus, ut in cedulis per me traditis plenius continetur . . . 

Oblig. 4. fol. I r. 

Kirsch, Seite j, Anmerkung i. 



— 26 — 

58. 

Guilelmus Formiti wird Nachfolger des Petrus de Montechiello, 

1S14 Septembp. 7. 

Ego Guillermus Formiti, capellanus et familiaris reverendi patris domini 

Berengarii tituli Sanctorum Nerey et Achilley presbiteri cardinalis, sacri 

coUegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium 

camerarii. 

Oblig. 3. fol. I r. 

59. 

Bertrandus de Montelauro wird provisorisch Nachfolger des Guilelmus 
Formiti im Amte eines receptor et distributor pecuniarum collegii cardinalium, 

1816 Novembr. 8. 

Ego Bertrandus de Montelauro, camerarius reverendi patris domini mei, 
domini B. tituli Sanctorum Nerei et Achillei presbiteri cardinalis, camerarii 
collegii, recipiens^) pro ipso domino ac de eins mandato .... 

Oblig. 3. fol. XVII r. 

*) IS 17 iäem: ncepi et distr^ui, 

60. 

Vincentius de Serinhano übernimmt das Amt eines receptor et distributor 
pecuniarum collegii cardinalium, 1817 AprlL 11. 

Premissa fuerunt recepta de tempore dominorum G. Formiti et Bertrandi 
de Montelauro, predecessorum in officio distributionis domini Vincentii de 
Serinhano. Qui dominus Vincentius dictum officium exercere incepit prout 
infra sequitur, anno Domini in * cfcc • XVII die XI mensis Aprilis. 

Oblig. 3. fol. XX r. 

61. 

Johann XXII schreibt den genannten drei Bischöfen, dass Petrus de Mon- 
techiello, electus Spoletanus, nach Empfang der Consecration sich ohne Er- 
laubniss von der Curie entfernt und zahlreiche Acten der apostolischen 
Kammer und der Kammer des Cardinalscollegiums aus der Zeit seiner Ver- 
waltung mitgenommen habe. Er beauftragt die Genannten den Bischof Petrus 
zu zwingest, mit den Acten innerhalb zweier Monate nach Aufforderung an 
der Curie zu erschei?un. 1817 Mail 29 Avenionis. 



— 27 — 

Venerabilibus fratribus . . Asisinat. et . . Fulg^nat. ac Interannen. 
episcopis. 

Ad laudem sibi videtur ascribere venerabilis frater noster Petrus, 
episcopus Spoletanus, quod de contemptu sedis apostolice notabilis habeatur, 
qui ad hoc potius, si dona multiplicium graciarum, que de ipsius sedis 
liberalitate percepit, debite commemorationis recenseret officio, deberet sua 
desideria tota virtute convertere, ut in conspectu sedis eiusdem gratus et 
placidus haberetur. Sane in admiracione deducimur vehementi, quod idem 
episcopus, ad inconsulta dilapsus, post consecrationis munus apud sedem 
prefatam de mandato nostro susceptum ab ipso, non absque nostro et sedis 
eiusdem contemptu de curia Romana recessit, a nobis licencia non obtenta, 
secum nonnullas scripturas cameram nostram et coUeg^um venerabilium 
fratrum nostrorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium contingentes, con- 
fectas per eum diversis retroactis temporibus, deferendo. Nos ig^tur scire 
volentes, quo ductus spiritu prefatus episcopus in tante prorupit temeritatis 
audaciam, fratemitati vestre per apostolica scripta mandamus, quatinus vos 
vel duo aut unus vestrum per vos vel alium seu alios eumdem episcopum 
ex parte vestra peremptorie citare curetis, ut infra duorum mensium spacium 
post citacionem huiusmodi cum scripturis eisdem personaliter apostolico se 
conspectui representet, nostris super eodem contemptu mandatis et bene- 
placitis pariturus. Diem autem huiusmodi citacionis et formam, et quicquid 
inde feceritis, nobis per vestras litteras harum seriem continentes mittere 
curetis. 

Datum Avinion. nii kal. lunii anno primo. 

Reg. Vat. No. 63 fol. 363 r. cap. cxxx (de curia) (1140). 



62. 

Bischof Petrus de Montechiello von Spoleto verpflichtet sich als servitium 
commune 4.00 Goldgulden und fünf servitia consueta zu zahlen, 1817 lun. 7. 

Item eisdem die et loco, mag^ster Bonifacius de Vercellis, procurator 
domini Petri episcopi Spoletan., procuratorio nomine ipsius promisit pro 
communi servicio liii flor. auri^) et quinque consueta servicia persolvere 
hinc ad primum diem quadragesime proxime venturum, et iuravit ut in forma. 

(/« margine:) Servicium Spoletan. et xxx Card. 

Oblig. 6. fol. VI r. 

*) Das servitium commune fikr Spoleto betrug looo Goldgulden, Ueber die Gründe der 
Ermässigung auf 400 Goldgulden unterrichten uns die Quellen nicht. 



— 28 — 



62*- 



Petrus de Montechiello, Bischof von Spoleto, erklärt bei einer Untersuchung 
über den Verbleib der Gelder aus gewissen Zehnten, dass er zur Zeit der 
Einsammlung nicht in seiner Diöcese weilte, sondern im, Dienste des Papstes 
und der Cardinäle in curia beschäftigt gewesen sei, 1S19 Hartii lO. 

In Nomine Domini Amen. 

Anno Domini a Nativitate millesimo • CCC • xvini, indictione secunda, 
tempore domini lohannis pape xxu, die x mensis Martii, actum Speili in 
domo domini lacobi Andree de Spello, presentibus domino Johanne de 
Amelio, thesaurario ducatus Spoletan., et domino Manente domini lohannis 
de Spoleto iudicis generalis, testibus, venerabilis pater dominus Petrus epi- 
scopus Spoletanus, auctoritate supradictanmi licterarum apostolicarum, de 
mandato predicti domini Raynaldi, rectoris, citatus super contentis in ipsis 
licteris de decima supradicta, comparuit coram ipso domino rectore ad 
mandatum ipsius, propositis coram eo sacro sanctis evangeliis, positis manibus 
ante pectus suum, iuravit ad sancta Dei evangelia dicere meram et puram 
veritatem super omnibus, super quibus interrogaretur per ipsum dominum 
rectorem, super informatione, quam idem dominus rector facere intendit de 
decima coUecta in civitate et diocesi Spoletanis. Quo iuramento sie prestito 
idem dominus rector interrogavit ipsum dominum episcopum, si ipse collegit 
vel colligi fecit decimam in civitate et diocesi Spoletanis, impositam per 
felicis recordationis dominum dementem papam quintum. Qui dominus 
episcopus respondit, quod non, ex eo, quod quando lictere impositionis dicte 
decime et mandati de coUigendo ipsam decimam emanaverunt, ipse erat 
in Romana curia in servitio domini pape et cardinalium, et propter absentiam 
ipsius domini episcopi a civitate et diocesi Spoletanis et officium, quod 
gerebat in Romana curia de mandato domini pape et cardinalium, idem 
dominus Clemens receptionem et exactionem decime civitatis et diocesis 
Spoletan. conmisit venerabili et religioso viro domino . . abbate {sie) mo- 
nasterii Saxivivi etc. usque: Spoletan. Qui dominus rector auditis responsio- 
nibus dicti domini episcopi licentiavit eundem. 

Instrumenta Miscellanea ad an. 1318 1319. 

Original, Notariatsurkunden in Pergament über die Sammlung des Zehnten im Hertogthum 
Spoleto, aufgenommen auf Veranlassung des Rectors des Herzogthums Spoleto Raynaldus de Sancta 
Anthemia, thesaurarius Noviomen. 

Vorstehende Vernehmung des Bischofs von Spoleto bildet einen winzigen Bruchtheil des 
sehr umfangreichen Actenstückes, 



— 29 — 

63- 
Johann XXII befiehlt dem Rector des Herzogthums Spoleto, dass er alle 
Bücher y Gelder und Werthsacfien, die der verstorbene Bischof von Spoleto, 
Petrus de Montechiello, vom heiligen Stuhle zur Verwaltung besessen habe, 
wo immer sie sich finden, samfneln und inventarisiren solle, 

1S20 Februar. 9 Avenionis. 

Dilecto filio Raginaldo de Sancta Arthemia, thesaurario ecclesie 
Noviomen., ducatus Spoletan. rectori. 

Cum olim bone memorie Petrus, episcopus Spoletanus, multorum 
bonorum ad Ecclesiam Romanam spectantium a longis retro temporibus 
administracionem gessisse noscatur, nee de illis, ut audivimus, debitam 
reddiderit racionem, nos volentes super hoc indempnem prefatam Ecclesiam 
conservare, discretioni tue per apostolica scripta mandamus quatinus, tu, 
una cum dilecto filio Johanne de Amelio canonico Likefelden. nostro et 
eiusdem Ecclesie Romane in ducatu Spoletan. thesaurario, libros, aurea et 
argentea vasa, pecunias et res alias, que fuerunt eiusdem episcopi, in quibus- 
cumque consistant, dudum tam per dictum episcopum et alios pro eodem, 
dum viveret, quam, post obitum eius, penes priorem et conventum fratrum 
ordinis Predicatorum Perusin. et quosvis alios, ubicumque et a quibuscumque 
deposita, ab eisdem priore et conventu et aliis depositariis et quibusvis 
detentoribus eorumdem nostro et eiusdem Ecclesie nomine petere, exigere 
ac recipere cum integritate procures, eos et eorum quemlibet ad tradendum 
et assignandum tibi et dicto thesaurario libros, vasa, pecunias et res pre- 
dicta, si necesse fuerit per censuram ecclesiasticam, super quibus omnibus 
plenam tibi potestatem concedimus, appellatione postposita compellendo, 
invocato ad hoc, si opus fuerit, auxilio brachii secularis. Non obstante 
etc, usque: mentionem. Volumus autem, quod tu et thesaurarius antedictus 
de libris, vasis, pecuniis et rebus predictis diligens inventarium facientes, 
de illo faciatis duo confici publica consimilia instrumento, quorum altero 
penes vos retento, reliquum nobis per fidelem nuntium quantocius transmictatis 
ac rescribatis per litteras vestras, harum seriem continentes, quicquid in 
premissis duxeritis faciendum. 

Dat. Avinion. V id. Februarii anno quarto. 

Reg. Vat. No. 70. fol. 11 v. cap. XL (de curia). 

64. 

Vincentius de Serignano receptor et distributor pecuniarum collegii cardinalium 
bittet die Cardinäle um Einsetzung einer Commission behufs Regelung der 
Frage der von den Beamten gemachten Auslagen, 1820 Februar. 11. 



_ 30 — 

. . Item noveritis, quod dictarum pecuniarum receptor de pecunia, per 
ipsum recepta de redditibus comitatus Veneyssini, reservavit tria milia Turon. 
grossorum argenti distribuendorum, donec reverendis patribus dominis car- 
dinalibus placuerit ordinäre, qualiter et de quibus dicto providebitur receptori 
de sumptibus et expensis suis factis et faciendis per ipsum et alios servitores, 
qui cum ipso in receptione et distributione dicte pecunie, sive sumptuum 
aliquorum per ipsos factorum deductione, dictis dominis cardinalibus per 
tres annos continuos servierunt. Et ob hoc supplicat dictus receptor, quod 
deputentur per sacrum collegium duo domini cardinales, qui super hiis et 
aiiis, que pro utilitate dicti collegii prefatus receptor proposuerit, coram eis, 
absque alia propositione in consistorio facienda, simul cum camerario coll^[ii 
plenarie valeant ordinäre. 

Oblig. 4. fol. 39 r. 



65- 

Johann XXII erklärt, dass er schon zu Lebzeiten des verstorbenen Bischof es 
Petrus sich das Bisthum Spoleto für die künftige Besetzung reservirt habe, 
und er jetzt den Bartolus zum Bischöfe ernenne. 1S20 Februar. 27 Avenionis. 

Dilecto filio Bartolo, electo Spoletan. 

Dum ad imiversas — 

Dudum siquidem certis ex causis, que ad id nos racionabiliter indu- 
xerunt, provisionem ecclesie Spoletan. bone memorie Petro episcopo Spoletan. 
adhuc vivente, disposicioni sedis apostolice . . ea vice duximus reservandam 
etc. usque in finent. 

Dat. Avinion. ini kal. Martii anno quarto. 

Reg. Vat. No. 70. fol. 281 v. cap. DLXVin. 

Bartolus verpflichtete sich am lo, Mai IS20 zur 21ahlung eines servitium commune von 
1000 Goldgulden und von j servitia consueta, Oblig, 6. fol, XXII r. Vergl, N, 62, 



66. 

Tod des Vincentius de Serignano, der zu Beginn seiner Krankheit sein 
Amt abgab, 1S28 Oetobr. 6. 

Hie cessavit tenere offitium distributionis dominus Vincentius de 
Serignano, qui die xix huius mensis Oetobr. diem clausit extremum. 

Oblig. 3. fol. 109 V. 



— 31 — 

67. 

Pontius Assandi versieht provisorisch das Amt eines receptor et distributor 
pecuniarum collegii cardinalium, 1S28 OctobP. 80. 

Item anno quo supra, die penultima mensis Octobris, dominus lacobus 
archiepiscopus Aquen. solvit michi, Pontio Assaudi, de mandato domini 
mei, domini Berengaril episcopi Portuen., coUeg^i dominorum cardinalium 
camerarii, recipienti, pro parte sui communis servitii .... 

Oblig. 3. fol. 109 V. 

(Diese Hand geht nur bis ig, Nov. 1323 [foL in v.]). 



68. 

Guilelmus Medici und Michael Ricomanni übernehmen gemeinschaftlich das 
Amt der receptio et distributio pecuniarum collegii cardinalium, 

1828 NovembP. 28. 

. . . que peccunie {si^ summa per nos G. et M. die III mensis lanuarii 
extitit distributa inter XXIIII dominos cardinales . . . 

Oblig. 3. fol. 112 r. 

Der 28, November 1323 ist der Tag der Einnahme des Geldes und der S- Januar 1324 
der Tag der Vertheilung, 



68*— 682- 

6 Urkunden betreffend Geldsummen und Werthgegenstände aus 

der Verwaltung des Petrus de Montechiello. 

1819 NovembP. 28 — 1827 lul. 28. 

Untersuchung über den Verbleib eines Theiles des Nachlasses des Bischofs 
von Spoleto, Petrus de Montechiello, Derselbe hatte eine Anzahl Sachen in 
versiegelten Umhüllungen bei den Dominicanem in Perugia hinterlegt. Die 
Gegenstände wurden den Dominicanem, auf Veranlassung der Neffen des 
verstorbenen Bischofs, von der Stadtverwcdtung mit Gewalt entrissen. Von 
dem Depositum wurde der grössere Theil von den Neffen verschleppt^ während 
sie einen Theil der vorgefundenen Gelder im Betrage von yooo Goldgulden 



— 32 — 

der Stadt Perugia liehen. Der Papst beansprucht die ganze Hinterlassen- 
schaft für seine Kammer, weil Petrus gestorben sei, ohne Rechenschaft Ober 
seine Verwaltung abgelegt zu haben, 

1827 luL 28. 



68»- 

Informatio super deposito olim facto in domo Predicatorum Perusm. 
super quibusdam bonis condam episcopi Spoletani videlicet VII florenorum. 
{In dorso.) 

68^ 1827IU1. 17. 

In Christi nomine Amen. 

Anno a Nativitate Eiusdem millesimo trecentesimo vigesimo septimo, 
die XVU mensis lulii, indictione decima, pontificatus sanctissimi patris et 
domini nostri, domini lohannis digna Dei Providentia pape xxn anno 
undecimo. 

Cum nos Bertrandus Cariti, archidiaconus Vavren. *) et Guilhermus 
Duicini, ordinis fratrum Predicatorum, eiusdem ordinis generalis procurator, 
apostolice sedis nuncii, dudum recepissemus reverenter patentes litteras ipsius 
domini pape, cum filis canapis et bulla plumbea more Romane curie buUatas 
omni prorsus suspitione carentes, quorum tenor talis est: 

68 ^* 1826 Novembp. 5 Ayenionls. 

lohannes episcopus servus servorum Dei dilectis filiis magistro 
Bertrando Cariti archidiacono Vavren. et Guilhermo Dulcini, de ordine 
fratrum Predicatorum eiusdem ordinis procuratori generali, apostolice 
sedis nunciis, salutem et apostolicam benedictionem. 

Fidedigna relatione nuper percepimus, quod dudum in domo fratrum 
ordinis Predicatorum Perusinen. summa Septem milium florenorum auri 
de Floren, vel circa ad cameram nostram spectans nomine seu man- 
dato bone memorie Petri episcopi Spoletanen. extitit deposita conser- 
vanda. Nos autem volentes de premissis plenius informari, discretioni 
vestre per apostolica scripta committimus et mandamus, quatinus vos 
super predictis summarie de piano et simpliciter informantes, nobis 
reifere (sie) studeatis fideliter quicquid inde reperitis, ut eiusdem camere 
precavere in hac parte indempnitatibus melius et utilius valeamus. 
Datum Avinion. Non. Novembr., pontificatus nostri anno undecimo. 



*) EhrUf Archiv ßir Litt, und Kirchengesckichte des Mittelalters I, 28g liest Vauronen. 
und Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum (Romae. Typis Vaticanis i8go) I, 10. Anm. ji 
richtiger Vaurensis. 



— 33 - 

Nos igitur prefati nuncii cupientes, ut tenemur, mandatum predictum 
apostolicum nobis in hac parte directum diligenter et fideliter adimplere, ad 
civitatem Perusinen. in domo fratrum Predicatorum nos transferentes ac 
personaliter existentes, convocatis coram nobis reverendo patre in Christo 
domino fratre Angelo episcopo Sulchen., ordinis Predicatorum et olim priore 
conventus Perusii, ac religiosis viris fratribus Petro Angeli, Andrea de Sancto 
Antonio, Nicholao de Pisilis ordinis (fol. i v.) et conventus Predicatorum ac 
depositarios seu custodes^) depositorum dicti conventus, necnon fratribus 
Aninibaldo et Manaldo de Sancto Mariano, antiquis in ordine et conventu 
predictis, qui melius de et super contentis in ipsis litteris apostolicis veri- 
tatem scire poterant et debebant, predictas litteras apostolicas eisdem per 
tabellionem nostrum infrascriptum legi fecimus et de verbo ad verbum 
plenius explicari, iniungentes eisdem et cuilibet eorumdem in virtute sancte 
obedientie et sub excommunicationis pena, ut contenta in ipsis litteris 
apostolicis et agenda super eis in dampnum seu periculum Romane Ecclesie 
nemini revelarent, quodque de et super contentis in eisdem litteris nos 
informarent, ac de hiis que scirent aut per se vel alium scire possent, nobis 
plenam et puram dicerent veritatem. 

Ad que dictus dominus Angelus episcopus prefatus primo interrogatus 
dixit, quod Septem anni sunt, ut sibi videtur, quia alias de certiori tempore 
non recordatur, ipso tunc existente priore conventus Predicatorum Perusii, 
venerunt ad domum et conventum predictos duo nepotes aut de parentela 
et familiäres, ut sibi dicebant, domini Petri bone memorie tunc episcopi 
Spoletan. et adportari fecerunt tres coffinos clausos et sigillatos et unum 
fardellum cordis ligatum et sigillatum, que omnia deposuerunt in sacristia 
conventus predicti ; et interrogati per fratres dicti conventus, quid continebatur 
in dictis coffinis et fardello et cuius erant dicte res, responderunt, quod 
erant libri et vestes clericorum studencium in Bononia ipsorum clericorum 
nomina subticendo. Dixit tamen dictus dominus Angelus, quod lapsu 
temporis dictus condam dominus episcopus Spoletan. scripsit et mandavit 
dicto conventui, prout audivit dici a quibusdam fratribus, quod dicti coffini 
et fardellus et contenta in eis erant sua et quod nemini restituerentur , nisi 
de ipsius licencia et speciali mandato. Adiciens ipse loquens, quod post- 
modum, tribus elapsis mensibus vel circa, mortuo (fol. 2 r.) tunc dicto condam 
domino episcopo Spoletano, predicti nepotes ad ipsum loquentem, tunc 
priorem dicti conventus, revenientes requisiverunt eum et alios fratres dicti 
conventus, ut sibi restituerent dictas res depositas, prout extiterant deposita 



*) So in der Handschrift, 
Baumgartbn, Ftnanzverw. des Card.>Colleg. im Mittelalter. 



— 34 — 

per eosdem. Qui dominus Angellus {sie) et alii fratres dixerunt et responde- 
runt eisdem nepotibus, quod illa bona fuerant acquisita per dictum condam 
dominum episcopum Spoletan., olim recollectorem thesauri seu decimarum 
Romane Ecclesie, et credebant ex illo thesauro acquisita fuisse et Romane 
Ecclesie pertinere et ex hoc non restituerunt eisdem nepotibus aliquid de 
predictis. Dixit etiam, quod dicti nepotes tunc promiserunt eidem domino 
Angelo se daturos mille florenos auri et facturos unam pulcram capeliam 
ultra hoc in ecclesia Predicatorum Peyrusinen. {sic\ si eisdem vellet restituere 
dicta bona; qui nichil voluit facere de predictis, ymmo tam ipse dominus 
Angelus, quam alii fratres predictis nepotibus dixerunt, quod dicte res non 
pertinebant ad ipsos, sed ad Ecclesiam Romanäm, cum essent de thesauro 
Ecclesie predicte, ut predicitur, acquisita. Et tunc dicti nepotes videntes 
se nichil posse facere cum eisdem, irati recedentes, consulti fuerunt priores 
et maiores civitatis Perusinen. ; qui priores et magnates post modicum 
tempus venientes ad domum et conventum fratrum Predicatorum pluries 
requisiverunt ipsum dominum episcopum loquentem, tunc priorem dicti 
conventus et alios fratres eiusdem conventus, ut eisdem prioribus dicta bona 
deposita restituerent et integre consignarent. Dicti vero dominus Angelus 
et alii fratres dixerunt eisdem prioribus et magnatibus, ut dixit, quod dicta 
deposita pertinebant ad Ecclesiam Romanam ex eo, quod, sicut predixerant 
dictis nepotibus, de thesauro dicte Ecclesie extiterant acquisita. Cui Ecclesie 
et nuUi alii restituere tenebantur et noluerunt, ut dixit, tiinc ea sibi restituere, 
sed eis in quantum poterant, resistebant, donec dicti priores cum magimo 
{sie) tumultu et populo congregato, quasi hora crepusculi (fol. 2 v.) venerunt 
ad dictum conventum et minati fuerunt terribiliter ipsis fratribus et conventui 
diversis et terribilibus minis et specialiter, quod disciparent (sie) et com- 
burerent dictum conventum et domum et finaliter insurgentes contra ipsos 
et circum circa dictum conventum, venientes cum armis diversis, minas et 
oprobria diversimode inferentes super destructione conventus et domus 
dictorum fratrum. Audivit tunc ipse loquens dici, ut dixit, a quibusdam 
fratribus, quod dicti priores et magnates fecerant publice per civitatem 
Perusinen. proclamari, quod omnis faber fusterius cum lignis, paleis et fustibus 
veniret ad conventum predictum ad discipationem (sie) et distructionem eorum 
et nichilominus dixerunt sibi aliqui fratres, ut dixit, quod ipsi tunc viderant 
ignem et paleas adportari per quosdam scolares Perusinen. circumcirca dictam 
domum et conventum, ex quibus perterriti fratres dicti conventus, predicta 
deposita ipsis prioribus finaliter reddiderunt, ducti pre nimio timore, ut dixit. 
Qui priores dicta deposita adportari et extrahi fecerunt de dicto conventu 
clausa et sigillata, sicut fuerunt prius deposita, ut dixit, nee seit, ut dixit, 



— 35 — 

interrogatus, quid extunc fuit factum de predictis. Interrogatus de valore 
rerum predictarum, dixit se credere quod valerent XX florenorum et ultra 
ex eo, quod per dictos nepotes fuit tanta summa, videlicet M floren. et 
factio seu constructio unius capelle promissa, si eisdem restituerentur deposita 
supradicta. 

Ceteri vero fratres superius nominati et interrogati et quilibet eorum 
super dicto deposito facto et restitutione eiusdem et super modo depositionis 
et restitutionis predictorum dixerunt in verborum substancia, sicut dictus 
dominus Angelus episcopus et olim prior conventus Perusinen., quibus nichi- 
lominus hostendimus et legi fecimus alias licteras apostolicas super quibus- 
cumque depositis factis in civitate predicta et quibusdam aliis repetendis, 
quorum tenor inferius continetur. 

Et tunc factis sibi per nos iniuncto et precepto, ut supra, fuerunt 
interrogati, si sciebant aliqua alia deposita penes dictum conventum per 
ecclesiasticas personas facta fuisse, que cum deponentes persone non inve- 
nirentur vel essent mortue, deberent dicte Romane Ecclesie pertinere. Qui 
dixerunt, se velle certiorari plenius super hoc cum fratribus aliis, et hoc 
acto nobis clarius de omnibus responderent. Et tunc fuit eis iniunctum, 
ut hinc ad duos dies proximos intrarent cum aliis fratribus (fol. 3 r.) dicti 
conventus capitulum et tunc tam super dicto deposito, de quo supra fit 
mentio, quam super aliis, si qua sint in dicto conventu, plenius quicquid 
poterunt, responderent et manifestarent. 

68 <l* 1827IUL19. 

Postquam anno, indictione et pontificatus, quibus supra, die xvnil dicti * 
mensis lulii, fratribus dicti conventus et capitulo pro predictis more solito 
congregatis, dicti fratres fuerunt per me procuratorem predictum singulariter 
interrogati, si sciebant aliquid aliud de facto depositi supradicti episcopi 
condam Spoletan. Super quibus frater Petrus Angeli et frater Andreas de Sancto 
Antoninino {sie) qui alias fuerant superius interrogati, dixerunt, ut supra de- 
posuerant, adicientes se recordari, quod quando dicta deposita fuerunt 
abstracta de dicto conventu per dictos priores, prout supra deposuerant, 
populus Perusin. clamat (sie) fortiter, quod dictus conventus combureretur 
et fuit preconisatum cum tuba, quod omnis habens ligna et paleas, ea 
adportarent ad dictum conventum et viderunt, ut dixerunt, ignem per quos- 
dam scolares et paleas adportari et volebant, ut dicebant, comburere con- 
ventum predictum, nisi dicta deposita fuissent dictis prioribus restituta. Et 
hec idem dixerunt fratres Antonius Angelussi, Nicola Venture et Simichus 
de Foge, fratres dicti conventus. Et nichilominus frater Franciscus Fabri dicti 

3* 



- 36 - 

ordinis dixit, quod tempore dicti depositi et restitutionis dusdem ipse erat 
Scolaris et audivit, ut dixit dictam preconisationein fieri et qualiter populus 
Perusinus clamabat, quod comburerent conventum predictum. Super aliis 
depositis, si qua erant in dicto conventu interrogati, nichil scire dixerunt, salvo 
quod erat quedam cata parva in sacristia dicti conventus, que fiierat ibi per 
XL annos et amplius, ut credebant, et ignorabant, per quem fiierat deposita, et 
quid continebatur in ea; quam quidem capsam nobis dictis archidiacono et 
procuratori eadem die paulo post exhibuerunt clausam cum dave; quam capsam 
presentibus quibusdam ex ipsis fratribus fecimus apperiri et nichil in ea (uit 
repertum exceptis quibusdam antiquis licteris, sigillis sereis (sie) sigillatis et 
pluribus aliis cartellis scriptis tarn in papiru (sie), quam in pergameno, de 
quorum scriptura nulla notida habebatur videlicet ad quem poterant pertinere. 
Que omnia in eadem capsa reponi (fol. 3 v.) et eam claudi fecimus sicut 
ante nobis exhibita fuerat et hostensa. 

Verum cimi priores seu magnates Perusin. et nepotes dicti condam 
domini episcopi Spoletan. ad cautelam fecissent fieri et grossari quoddam 
instrumentum scriptum et signatum, ut in eo legebatur, per Frandscum 
Incole de Porta Sancte Sub. et Porta Sancti Valentin!, imperial! auctoritate 
notarii, in quo continebatur inter cetera, quod nepotes dicti condam domini 
episcopi Spoletan. promiserant servare indempnes fratres Predicatores con- 
ventus Perusinen. a gentibus sive vicarüs episcopalibus Spoletan. et petitione 
quam dicte gentes seu vicarii episcopales fecerant super receptione dicti 
depositi, asserentes ad sedem predictam episcopalem pertinere, cimi fuerint 
dicti domini episcopi Spoletan. Super quibus dicti nepotes certas dederant 
cautiones. Instrumentum huiusmodi predicta et dictorum nepotum ac cautio- 
num nomina continens necnon et tenorem lictere dicti condam episcopi 
Spoletan. continentem qualiter mandaverat priori et conventui Predicatorum 
Perusin., quod dicta deposita pertinebant ad eum et quod nemini restituerent, 
nisi de mandato suo; quem tenorem reperimus in quodam instrumento 
exempli recepto et signato, ut prima facie apparebat, per lacopucium con- 
dam Bonacursi de Burgo Porte Sancti Petri de Perusio, imperial! auctoritate 
notarium, in presenti nostra informacione fecimus registrari per lohannem 
Andree, clericum Montisalbani, dicti domini pape tabellionem, qui de man- 
dato nostro predicta omnia scripsit et nobiscum vocatus premissis omnibus, 
dum sie per nos agebantur, personaliter interfuit, una cum Hugone Fabri 
notario nostro infrascripto. 

Tenor lictere apostolice super repetendis quibuscumque depositis 

factis penes conventus Predicatorum, Minorum, Heremitarum, Sancti 

Augustini ordinum Perusin. talis est: 



— 37 — 

68^' 1326 NovembP. 5 Avenionis. 

lohannes episcopus servus servorum Dei dilectis filiis magistrO 
Bertrando Cariti archidiacono Vavren. et Guilhermo Dulcini de ordine 
fratrum Predicatorum, eiusdem ordinis procuratori generali, apostolice 
sedis nunciis, salutem et apostolicam benedictionem. 

Auditui nostri apostolatus (fol. 4 r. 4 v.). — Datum Avinion. non. 
Novembris, pontificatus nostri anno undecimo. 

Item tenor lictere dicti condam episcopi Spoletan. sequitur sub 
hiis verbis: 

68 ^' (1819) Novembr. 28 SpoletL 

Religiosis viris priori et conventui fratrum Predicatorum de Perusio 
Petrus miseratione divina episcopus Spoletan. salutem in Domino. 

Notum vobis facimus, quod apud vos deposita facta trium coffinorum 
et unius bale pertinet ad nos et fuerunt deposita predicta, que nobis 
carissima sunt, per Corradum, domicellum nostrum, et Minaldescum 
de Trevio fratrem germanum nosfri vice, licet vobis ignote deposuerint 
ea, presentibus lanne Tibernerii notario, domino meo Pauli ludicis 
Ceccole Helemosine^), Perusin. mercatoribus, Cicco et Pellolo Rubei de 
Perusio testes (sic)^ quarum rerum portitores relatione predictorum fuisse 
recepimus Vanucius Petri de Plebe Tudertin. districtus Comitatus Spoletan. 
diocesis, Petrucius Vavr., Paulus Petri, Cora Moricomi de Vertano 
distructus {sie) Fulg^ei, die dominica XI mensis Novembris in vestra 
sacristia; cohoperta tamen deposita predicta sunt apud vos de panno 
canapacii, sicut nobis retulerunt predicti Corradus et Minaldescus sub 
sigillo, quibus dedimus plenam fidem. Nunc autem, quia caute agere 
volumus, licet forsan non sit dubitandum de ipsis, quos fideles esse 
probavimus usque modo, rogamus et cautos esse promonuimus, ut quia 
Contentamur valde, ut dicte res apud vestrum locum remaneant, propter 
affectionem, quam habemus ad vos et ad ordinem vestrum, non detis 
vel concedatis aliis dictas res ad defferendum alibi, nisi proprias nostras 
licteras videritis nostro presenti magno sigillo sigillatas et ipsis similiter 
cum predictis licteris reddentibus pro predictis et ad maiorem cautelam 
et Signum has nostras licteras teneatis, ut sigillum et licteras cognoscatis. 
Velitis autem rescribere per presencium portitorem, si predicta ita acta 
sint et quicquid acta fuerint in predictis. 

Datum Spoleti die xxiii mensis Novembris. 



*) Ueder die Familie Eleniosina siehe die kurze Notiz bei Ehrle, Archiv für Litteratur und 
Kirchen^eschichte des Mittelalters I, S. ^gö, Anm. /. 



- 38 - 

688 i827IuL 27. 

(Fol. 5 r.) Quibus actis nos nuncii supradicti volentes certiorari plenius 
de predictis, accessimus personaliter ad palacium priorum arcium de Perusio 
et ipsis prioribus convocatis, perlectis in eorum presentia licteris apostolicis 
suprascriptis ac concessa copia, si voluerint, de eisdem^ exposuimus eis qualiter 
predicti coffini et fardellus, de quibus supra habetur mentio et que Romane 
Ecclesie pertinebant, fuerunt deposita per gentes condam domini epißcopi 
Spoletan. in domo fratrum Predicatorum Perusin. et penes fratres et con- 
ventum eiusdem loci, quodque de dicto loco et potestate depositariorum 
huiusmodi per priores tunc Perusin., eorum predecessores, capta fuerant et 
recepta clausa, et ut supra premittitur, sigillata, que omnia ad manus 
dictorum priorum tunc arcium integraliter pervenerunt, prout fidedignis 
relationibus cavebatur. Super quibus interrogavimus eos ac eisdem iniunximus 
in virtute sancte obedentie, ut puram nobis dicerent veritatem nosque plenarie 
informarent. Qui quidem priores dycerunt, seu eorum nomine fuit ibidem 
responsum, quod licet dicti [cOjfi?n'] et fardellus fuerint penes priores arcium 
Perusin. tunc adportata, dicta deposita fuerunt nepotibus dicti condam episcopi 
Spoletan. restituta et ipsi nepotes postmodum mutuaverunt de deposito 
huiusmodi dictis prioribus quandam florenorum quantitatem de quibus non 
recordabantur ad presens, ad quos florenos reddendos eisdem certis terminis 
priores tunc dicte civitatis Perusii et commune ac certi et singulares homines 
dicte civitatis remanserunt cum certis instrumentis publicis et adhuc remanent 
et sunt efficassiter (sie) obligati, prout in dictis obligationum instrumentis, 
que nobis ostendere promiserunt, dixerunt lacius contineri, adicientes, quod 
si nuncii predicti commune et universitatem ac alios singulares Perusin. sie 
obligatos ab huiusmodi obligationibus faceremus penitus liberari, si et cum 
fieri posset a domino nostro summo pontifice vel a predictis depositariis, 
eo casu et non alias de huiusmodi debito Romane Ecclesie responderent. 
Nos vero nuncii predicti attendentes eorum respontionem {sie) incertam et 
obscuram, cum nuUum certum debitum declaretur, volentes tucius procedere 
et indempnitati camere domini nostri pape pro viribus precavere (fol. 5 v.) 
declaravimus eisdem, quod huiusmodi thesaurus et omnia et singula in 
deposito huiusmodi consistentia, prout fuerunt deposita, omnino ad Ecclesiam 
Romanam et nuUi alii pertinebant et per dictum episcopum condam Spoletan. 
de decimis Ecclesie Romane seu aliis certis negociis ipsius Ecclesie per 
eundem condam episcopum gestis. Et .hoc acto precepimus et iniunximus 
eisdem in virtute sancte obedientie, auctoritate nobis in hac parte commissa, 
ne dictis nepotibus seu alteri persone, nisi camere dicti domini nostri pape, 



— 39 — 

seu deputandis ab eo, nichil de dicto debito aut deposito predicto, seu de 
hiis, que ad manus eorum perveniant aut concistebant (sie), nichil restituere 
presumerent quoquomodo, sed pocius ea omnia et singula salva integraliter 
teneant et conservent, donec per dictum dominum nostrum papam, seu eius 
curia aliud extiterit ordinatum, quodque de summa dicti debiti et de rebus 
in dicto deposito tunc existentibus et penes quos nunc concistunt [sü) et 
qui de dictis rebus depositis quicquam habuerunt et de nominibus dictorum 
nepotum condam episcopiSpoletan.nos deberent nichilominus reddere cerciores. 
Hoc fuit actum anno, indictione et pontificatu quibus supra die XXVII 
mensis lulii. 

Nomina vero priorum arcium predicte civitatis Perusii nunc existen- 
cium sunt hec, videlicet 

Cola Riccii. 

Bernardus Pi fsicj, 

Bartholomeus Vegneucoli. 

Nertolus Vguiccionis. 

Cecchus Pelloli. 

Lellus Bencompagni. 

Petrus Recoli. 

Postquam eadem die predicti priores declaraverunt nobis res et bona, 
que erant in dictis coffinis et fardelo, que continebantur in inventario inde 

facto per priores tunc arcium civitatis Perusii, quorum nomina sunt hec: 

• 

JohoUus Micheleti. 
Lellus Jacopelli. 
Blasius Grelli. 
Machiolus Germi. 
Melanssiolus Benvenuti. 
Paulucius Simonis. 
Paulus Bartholi. 
Andrucius lacopucii. 

Nepotes vero dicti condam episcopi Spoletan. vocantur: Petrus Prima- 
rani (?), Franciscus Bindi de Monte Chello. 

(Fol. 6r.) Bona vero, que capta fuerunt per dictos nepotes, ut dicti 
priores moderni dixerunt, sunt hec, videlicet vasa argentea ponderis centum 
novem librarum et unius quarti, que erant in duobus coffinis, una biblia in decem 
voluminibus, unam par decretalium glosatarum, unum decretum glosatum.^) 

*) VergL EhrU, Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum I, 8, 



— 40 — 

Summa vero florenorum per dictum commune et priores tunc Perusin. 
a dictis nepotibus receptorum et de quibus in instrumento obligationis fit 
mentio, prout in dicto instrumento obligationis seu copia ostensa in libro 
priorum arcium, est Septem milia florenorum seu ducatorum de auro. 

Magister Franciscus Nichola notarius scripsit dictum inventarium, in 
quo predicta argenti quantitas, licet particulariter, et libri huiusmodi conti- 
nentur, necnon instrumentum obligationis predicte, prout in libro priorum 
copiam vidimus contineri. 

Data erat die lil mensis Febroarii, anno domini millesimo lii vigesimo. 

1827 lul. 28. 

Postquam anno quo supra, die XXVIII dicti mensis lulii prefati priores 
nobis miserunt quandam papiri sedulam {sie) eorum respontionem (sie) conti- 
nentem, quam non admisimus, cum alias per eosdem responsum fuerit 
aliter, quam contineatur in sedula {sie) quam miserunt; cuius tenor sequitur 
in hec verba: 

Responcio (sie) facta per dominos priores arcium civitatis Perusii inhibi- 
tioni predicte fuit in efiectu, quod commune Perusin. paratum est parere, 
annuere et obedire dicte inhibitioni, summo pontifici Ecclesieque Romane in 
quantum sit iustum et sine iniuria alterius de iure pottst, et quod commune 
Perusii nullum depositum habet nee habuit ab episcopo condam Spoletan. 
nee ab alio pro eo, nee de peeunia, que fuerit ipsius. Sed verum est, quod 
Franciscus Bindi et Petrus Primayrani {sie) de Monteehello et heredes domini 
Petri, olim episcopi Spoletan., in magna necessitate quam habebant commune 
Perusium tunc pro guerra, que erat inter (fol. 6v.) commune Perusium et 
commune Assisii, mutuaverunt communi Perusii Vii ducat. auri et sindicus 

or 

communis Perusii et xxiiii de melioribus hominibus civitatis Perusii promi- 
serunt eis restituere et instrumentum et cautionem fecerunt plenariam et 
quod dieta peeunia, iam est diu, fuit consumpta in dicta guerra, que fiebatur 
contra intrinsecos Assasinates rebelies Ecclesie et de voluntate et mandato 
Ecclesie et summi pontificis et quod commune Perusium, cum bona consiencia 
{sie) et cum iusta^) non potest denegare restitutionem eisdem Petro et Fran- 
cisco, quia commune Perusium servat et servare facit iusticiam omnibus et 
per consequens et in se servare debet, et quod dominus noster summus 
pontifex nollet, quod commune Perusium non servaret iusticiam, et quod 
Perusini et illi, qui sunt obligati ad restitutionem dicte pecunie et alii 
(debitores?) vadunt Floren, et transeunt per forciam et contratam ipsorum 

*) Le^. iustitia. 



— 41 — 

Petri et Francisci et per civitatem Senarum, cuius civitatis sunt cives dicti 
Petrus et Franciscus et quod ibi possent cogi ad solvendum et forma con- 
tractus et cautionis, quia promisenmt ubique solvere dictam quantitatem. 
Sed si erat de voluntate dictorum Petri et Francisci, quod dissolverent 
obligationem et liberarent commune Perusium et dictos xxiiii et alios obli- 
gatos, quod tunc commune Perusium dictam quantitatem libenter tenerent 
pro Romana Ecclesia et pro nunciis ipsius Romane Ecclesie. Et aliud cum 
bona consiencia (sie) et debita iusticia non credunt posse facere nee debere 
nee ad aliquid aliud credunt et volunt teneri. 

Et ego Hugo Fabri clericus, Caturcen. diocesis, publicus auctoritate 
apostolica et imperiali notarius et iudex Ordinarius, premissis omnibus una 
cum magistro Johanne Andree eciam tabellione dicti domini nostri pape 
infrascripto interfui et hie de precepto dictorum dominorum delegatorum 
me subscripsi et Signum meum apposui in fidem et testimonium premissorum. 

(Signum) 

Ego Johannes Andree notarius predictus, qui premissis, vocatus, 
interfui de precepto dictorum dominorum nunciorum me subscripsi 
et Signum meum apposui. 

Instrumenta Miscellanea. ad an. 1327. No. 22. 

Original, Papier/ascikel von lo Blättern, von dtnen 4 unbeschrieben sind. Der Text 
beginnt auf der ersten Seite und endigt fol, 6 v. unten. 

Die Unterschrift des Notars ist eigenhändig, 

Vergl, Ehrle, Historia Bibliothecae Romanorum Pontificum etc, Romae j8go typis Vaticanis, 
Tom, I pag, 16, wo das unrichtige Datum lul, 77 angeführt ist. 



69. 

Johann XXII befiehlt dem Rector des Herzogthimis Spoleto, 3300 Goldgulden, 
die aus der Nachlassenschaft des Bischofs von Spoleto j Petrus de Monte- 
ckiello, bei gewissen Kaufleuten von Spoleto hinterlegt sein sollen^ für die 
Kammer mit Beschlag zu belegen, da alle Güter des verstorbefien Bischofs 
dem hl. Stuhle vorbehaltai seien, 1331 Decembr. 9 Avenlonis. 

Eidem rectori (ducatus Spoletan,), 

Cum bone memorie Petrus episcopus Spoletan., cuius bona ex certis 
causis rationabilibus duximus reservenda, tria milia quingentos floren. auri 
apud nonnullos mercatores civitatis Spoletan. duxerit, sicut accepimus, dum 



— 42 — 

viveret, deponendos, nos volentes indempnitati nostre camere precavere, 
mandamus, quatinus super hiis simpliciter et de piano ac sine strepitu et 
figura iudicii te informans, si ea repereris veritate fulsiri {sic\ dictam floren. 
summam petere, exigere et recipere solerti diligentia non omittas (sie), 
Contradictores etc. Nos enim tibi quitandi mercatores huiusmodi de receptis 
plenam concedimus tenore presentium facultatem. Volumus etiam quod 
super receptione huiusmodi duo confici etc. ut in alia. 
Datum ut supra [Vid. Decembr, anno XVI). 

Reg. Vat. No. ii6. fol. 370 r. cap. 1698. 



70. 

Johann XXII befiehlt der Stadt Perugia, alle Dinge aus der Nachlassen- 
Schaft des Bischofs von SpoUto, Petrus de Montechiello, vor den Ansprüchen 
der Verwandten zu schützen und deftselben nichts auszuliefern, da er die 
Güter des verstorbenen Bischofs aus gewissen Gründen dem apostolischen 
Stuhle vorbehalten habe, 1882 lanuar. 2 Avenlonls. 

Communi Perusin. 

Cum certam partem bonorum bone memorie Petri episcopi Spoletan., 
que ad manus vestras noscitur pervenisse, nepotes vel affines quondam 
ipsius episcopi, quamvis nos bonorum ipsorum dispositionem nobis dudum 
excertis causis rationabilibus reservaverimus apropriare , sicut accepimus, 
moliuntur, universitatem vestram rogamus et hortamur attente nobisque 
nichilominus tenore presentium inhibemus, quatinus bona huiusmodi eisdem 
nepotibus vel affinibus seu quibusvis aliis absque nostra speciali licencia 
nullatenus assignetis, set ea faciatis potius nostro nomine donec aliud de 
Ulis ordinaverimus, fideliter custodiri. 

Datum IUI. non. lanuarii anno XVI. 

Reg. Vat. No. 116. fol. 318 v. cap. 1506. 



71. 

Johann XXII ertheilt dem Rector des Herzogthums Spoleto die Erlaubnisse 
über alle eingelieferten Gelder, Sachen mid Werthgegefistände aus dem 
Nachlasse des Bischofs von Spoleto, Petrus de Mofitechiello, im Namen der 
Kammer Quittung zu ertheilen, 1884 August. 18 Avenlonls. 



— 43 — 

Dilecto filio lohanni Rigaldi, rectori ecclesie sancti Germani Mimaten. 
diocesis, ducatus Spoletani thesaurario. 

Cum dilecti filii. — Datum XV kal. Septembris anno XVIII. 

Reg. Vat. No. 117. fol. CCLXXXI v. cap. 1475. 



72. 

Johann XXII hatte dem früheren Rector des Herzogthums SpoUto schon 
befohlen y eine Summe vofi yooo Goldgulden ^ aus der Nachlassenschaft des 
Bischofs von Spoleto, Petrus de Montechiello , stammend, Namens der 
Kammer von der Stadt Perugia einzuziehen. Er erneuert dem. Adressaten 
den früheren Befehl und fügt hinzu, dass alle Güter des verstorbenen 
Bischofs dem apostolischen Stuhle vorbehalten worden seien, da Petrus in 
seiner Eigenschaft als procurator fisci Ecclesiae Romanae es unterlassen 
habe, vor seinem Tode Rechenschaft über die seiner Verwaltung unterstellt 
gewesenen Summen und Güter der Kirche abzulegen. Alle Güter des 
Bischofs^ deren man habhaft werden kömie, seien an den Schatzmeister 
des Herzogthums Spoleto abzuliefern, der darüber besondere Weisungen 
empfangen habe, 1884 August. 18 Avenionis. 

Magistro Petro de Castaneto, archidiacono Belvacen., capellano nostro, 
rectori ducatus Spoletan. 

Dudum ad nostri apostolatus auditum veridica relatione deducto, quod 
ad dilectos filios commune Perusin. summa Septem milium florenorum auri, 
quam dilecti filii Conradus Frederici, clericus, tunc familiaris bone memorie 
Petri episcopi Spoletani, et quondam Monaldescus de Tronio, laicus, Alben, 
et Spoletan. diocesium, de pecunia ipsius episcopi penes dilectos filios 
priorem et conventum ftatrum Predicatorum Perusin. deposuerant, seu alio 
titulo tradiderant, olim pervenerat; nos attendentes, quod prefatus episcopus 
de nonnullis pecuniarum summis aliisque bonis, ad cameram nostram spec- 
tantibus, que ipse dudum temporibus, quibus procurator fisci Ecclesie 
Romane extiterat, recepisse dicebatur, eidem camere debitam non reddiderat 
rationem; et volentes indempnitatibus predicte camere super hoc precavere, 
quondam Reinaldo de Sancta Arthemia, tunc thesaurario ecclesie Noviomen., 
Spoletan. ducatus rectori, per nostras certi tenoris litteras inter cetera 
dedimus in mandatis, ut dictam pecuniam, res et alia quecumque bona 
dicti episcopi, ubicumque deposita, peteret, exigeret et ea faceret dilecto 
filio magistro lohanni de Amelio, clerico dicte camere, tunc dicti ducatus 
thesaurario assignari. Verum quia idem Reinaldus, arduis tunc ducatus 



— 44 — 

predicti negociis occupatus, mandatum et commissionem huiusmodi executioni 
debite demandare nequivit, licet ad certos actus dicatur super hiis pro- 
cessisse, nos volentes, quod negocia huiusmodi ad finem debitum perdu- 
cantur, discretioni tue per apostolica scripta committimus et mandamus, 
quatinus prefatos commune ac omnes et singulos alios ad quos dicta 
pecunia, res seu bona quecumque dicti episcopi qualitercumque pervenerint, 
communiter seu divisim ex parte nostra efficaciter monere ac inducere, 
ipsosque post debitam monitionem, si necesse fuerit, per ecclesiasticam 
censuram compellere, appellatione postposita, non omittas {stc)^ ut infra 
certum peremptorium terminum competentem, per te prefigendum, eisdem 
dictam summam pecunie, res et bona ubicumque sint et in quibuscumque 
consistant, dilecto fiiio lohanni Rigaldi, rectori ecclesie sancti Germani, 
Mimaten. diocesis, nostro in dicto ducatu thesaurario, cui summam, res et 
bona ipsa petendi et recipiendi et communi predictis per alias nostras 
litteras facultatem concedimus, nomine dicte camere studeant assig^are. 
Non obstante si eis vel eorum aliquibus communiter vel divisim a sede 
apostolica sit indultum, quod interdici, suspendi vel excommunicari non 
possint per litteras apostolicas, non facientes plenam et expressam, ac de 
verbo ad verbum de indulto huiusmodi mentionem. 
Datum XV kal. Septembr. anno XVIII. 

Reg. Vat. No. 117. fol. CCLXXXII r. cap. 1476. 



73. 

Johann XXII befiehlt der Stadt Perugia^ die ihr in Verwahr gegebenen 
yooo Goldgulden aus dem Nachlasse des Bischofs von Spoleto, Petrus de 
Montechiello , an defi Rector des Herzogthums Spoleto abzuführe?t. Wegen 
nicht geschehener Rechmmgsablage aus der Zeit, in der Petrus procurator 
fisci Ecclesie Romane war, gehöreji diese Gelder der apostolischen Kammer, 

1884 August. 18 Avenionls. 

Communi Perusin. 

Relationc percepimus fidedigna, quod vos olim summam vil floren. 
auri, que de pecunia bone memorie Petri episcopi Spoleti [sie) per quendam 
familiärem suum penes dilectos filios . . priorem et conventum ordinis 
fratrum Predicatorum Perusin. deposita extitit, ab eisdem priore et conventu 
recepistis. Cum autem huiusmodi pecunia ex eo debeat nostre camere 
assignari, quod dictus episcopus de variis pecuniis et bonis ad ipsam 
cameram spcctantibus, que retroactis temporibus, quibus fuit procurator 
fisci Ecclesie Romane, receperat, nondum eidem camere rationes reddiderat 



— 45 — 

nee satisfecerat tempore quo decessit, universitatem vestram rogamus et 
hortamur attentius, quatinus dilecto filio lohanni Rigaldi, rectori ecclesie 
sancti Germani, Mimaten. diocesis, ducatus Spoletan. thesaurario, cui per 
alias. tiostras litteras^) petendi et recipiendi a vobis dictam summam pecunie 
facultatem tribuimus, illam sie prompte assignare euretis, quod nos devotionem 
vestram debeamus propter hoe merito eommendare. 
Datum ut supra (xy. kaL Septembr, anno XVJfl), 

Reg. Vat. No. 117. fol. CCLIIII r. eap. 1296. 

») VergL N. 72. 

lohatm XXII schreibt dem Rector des Herzogthums Spoleto über gewisse Be- 
lästigungen des Erzpriesters von Perugia, Franciscus Gratie O, S. A., wegen 
gewisser Summen aus dem Nachlasse des Bischofs von Spoleto, Petrus de 
Montechiello; in die Angelegenheit ist auch der Neffe des verstorbenen Bischofs, 
Franciscus de Montechiello verwickelt, 1384 August. 18 Avenionis. 

Dileeto filio magistro Petro de Castaneto, arehidiaeono Beluaeen., 
dueatus Spoletan. reetori, eapellano nostro, salutem. Sua nobis dileetus 
filius Franeiseus Gratie, arehipresbiter eeelesie Perusin., ordinis saneti 
Augustini, eapellanus noster, gravi eonquestione monstravit, quod oecasione 
quorumdam {sie) repesaliarum, quas dileeti filii eomune [sie) Senen. eontra 
eives Perusin. ex eo eoneessisse dieuntur, quia dileeti filii eommune Perusin. 
summam septemmilium florenorum auri, quam ipsam dudum a dileetis 
filiis priore et eonventu fratrum ordinis Predieatorum Perusin., penes 
quos per quemdam familiärem bone memori Petri episeopi Spoletan. de 
peeeunia ipsius episeopi deposita fuerat, reeeperant, Franeiseo de Monteehello, 
eivi Senen. nepoti eiusdem episeopi, assignare reeusant, quedam bona eiusdem 
arehipresbiteri pridem eapta et disrobata fuerunt in eomitatu Senen., et ad- 
hue detinentur in eius preiudicium non modieum et derogationem libertatis 
eeelesiastiee oeeupata. Cum autem dietus Franeiseus, euius intuitu prefato 
arehipresbitero iniurietur eontra iustitiam super hiis, presertim eum dieta 
summa pecunie non ad ipsum eivem, set ad eameram nostram dumtaxat 
ex eertis eausis speetare noseatur, nos volentes . . . eidem arehipres- 
bitero . . . non deesse, 

Soll die Stadt Siena zwingen von allem abzulassen. 
Dat. Avinion. XV Kai. Septembr. anno decimo oetava. 

Reg. Vat. No. 106. fol. desid. eap. MLXXXXim. 
Reg. Vat. No. 117. fol. ccLXXXim v. eap. 1477. 



- 46 - 
75- 

Johann XXII befiehlt der Stadt Siena, von den Bedrängungen abzustehen, 
die sie gegen die Stadt Perugia vollfiihrt aus Anlass der Nichtaus- 
lieferung von yooo Goldgulden, die nicht dem Franciscus de Montechiello, 
sondern der apostolischen Kammer aus dem Nachlasse des Bischofs von 
SpoletOy Petrus de Montechiello, zustehen, 1S84 Ausrast« 18 Avenlonls. 

Communi Senarum. 

Recepimus nuper quod, pro eo, quod dilecti filii commune Perusin. 
summan VII floren., quam olim a dilectis filüs priore et conventu fratrum 
ordinis Predicatorum Perusin., penes quos per quendam familiärem bone 
memorie Petri episcopi Spoletani de pecunia ipsius deposita fuerat, receperunt, 
Francisco de Montechello, concivi vestro, nepoti eiusdem episcopi, assig^are 
recusavit, contra Perusin. represalias concessistis, quarum occasione quedam 
bona dilecti filii Francisci Garde ^), archipresbiteri ecclesie Perusin., capellani 
nostri, pridem in comitatu Senen. capta fuisse dicuntur et ad huc in eius 
grande preiudicium et libertatis lesionem ecclesiastice detineri. Cum autem 
summa pecunie huiusmodi nequaquam dicto Francisco, sed potius nostre 
camere pro eo debeat assignari, quia dictus episcopus de diversis pecuniis 
et bonis, ad dictam cameram spectantibus, que retroactis temporibus, 
quibus fuit procurator fisci Romane Ecclesie, recepisse asseratur, nondum 
rationes reddiderat nee inde camere predicte satisfecerat tempore quo 
decessit, universitatem vestram rogamus, requirimus et hortamur attentius, 
quatinus, quod represalie huiusmodi iuri et equitati naturali contrarie in 
nostram et Ecclesie Romane redundant iniuriam, diligentius attendentes eas 
relaxare curetis, dicto archipresbitero bona capta huiusmodi faciendo restitui, 
nee impediendo decetero, quominus camera nostra predicta memoratam 
summam pecunie habere valeat, sicut ad eam noscitur pertinere etc, usque 
in finem. 

Dat. XV Kai. Septembris anno xviii. 

Reg. Vat. No. 117. fol. ccliiii r. cap. 1294. 

*) So in der Handschrift ; in No, 7^ Gratie. 



76. 

Neuregeltmg des Gehaltes der clerici collegii cardiyialium. 1419 Oetobr. 1. 

Et primo notandum [est] de mandato dicti domini camerarii (cardinalis 
Francisci tituli Sayictae Crucis, Venetiarum vulgär iter 7m7icupati\ quod 



— 47 — 

reverendissimi domini cardinales deliberaverunt coUegialiter in aula consi- 

storiali palatii apostolici, quod decetero clerici collegü capiant pro eorum 

porcione in divisionibus que fient, duos florenos auri de camera de quolibet 

centenario, idest unum florenum pro quolibet, consuetudine hactenus obser- 

vata de grossis litterarum firma manente. 

lohannes de Reate. 
Oblig. 62. fol. I r. 



IUI. Die Servitien, Erlass derselben, 
Neueinschätzungr von Bisthümern und Abteien, sowie alle mit den 

Servitien zusammenhängrenden Urkunden. 

Der Papst erlässt die seiner Kammer zufallende Hälfte eines servitium commune, 

1296 Hart 3. 
Dominus papa dicitur remisisse partem suam. 

Oblig. I. fol. 3 r. 

78. 

Taxirung der Servitien des Abtes von Clugny und Vertheilung einer Theil- 
zahlung unter die Cardinäle, 1296 circa festum Resurrectionis Domini. 

Abbas Cluniacen. [In margine) 

Item circa dictum festum Resurrectionis taxatum fuit servicium commune 
pro collegio dumtaxat faciendum per fratrem Bertrandum noviter abbatem 
creatum in monasterio Cluniacen. ad 11 libr. Turon. pro collegio cardinalium 
et pape, exceptis duobus servitiis debitis et consuetis et x sol. Turon. pro 
flor. quolibet computatis. 

De qua summa soluta est nunc in presenti quantitas M • IX • im flor. 
auri et sol. viii Turon. et de residuo habebat habere (sie) terminum usque 
ad festum Omnium Sanctorum. Hec peccunia {sie) nunc in presenti 
soluta, distributa est inter xxiii cardinales et habuit quilibet per manus 
dictorum mercatorum Clarentinorum LXXXii flor. auri sol. viii den. vi Turon. 



- 48 - 

parvorum. Familie vero nichil habent in hac solucione sed eis in alia satisfiet. 
Nomina vero predictorum cardinalium superius in sua promissione continentur. 

Oblig. i\ fol. 3 V. 

Kirsch, S, iij, No, 77. 

Der Cardinalkämtnerer zwingt die Procuratoren des Abtes von St, Victor in 
Marseille, die Servitien zu zahlen, da der Abt nicht gezahlt hatte, 

1296 eirca festum Beati Michaelis. 

Abbas Sancti Victoris Marsüien. {In margine,) 

Item memorandum est, quod circa festum Beati Michaelis dicti anni 
(1296) dominus Ostien. prefatus mercatores Ammanatorum de Pistorio, qui 
ad hoc se obligaverant, coegit solvere commune servicium vi • L librarum 
Turonen. factum per . . abbatem Sancti Victoris Marsilien. coUegio x anti- 
quorum cardinalium; videlicet: 

donini pape pro tempore cardinalatus. Mathei Rubei et lacobi [et] 

dominorum Sabinen. Petri de Columpna. 

Tusculani. Neapoleonis. 

Portuen. et Ostien. necnon condam P. de Mediolano. 

Et hec peccunia soluta est per dictos mercatores Ammanatorum et 
habuit dictus dominus noster et quilibet dictorum cardinalium LXV libr. 
Turonen. ; familiis etiam de parte ipsorum satisfactum fuit, set non omnibus 
simul, sed aliquibus tempore dicti domini Petri, tunc camerarii dicti coUegii, 
sicut dicunt mercatores, et aliquibus tempore dicti domini Ostien. sicut in 
libris dictorum mercatorum continetur. 

Oblig. i^ fol. 2 V. 

Kirsch, S. 112, No, 12. 

80. 

Der Bischof von Soissons darf seine versprochenen Servitien cjttweder in Rom 
oder in Paris an eines der bei der Curie beglaubigten Handelshäuser bezahlen, 

1297 Mart 20. 

Episcopus Suessionen. promisit pro communi servitio pape et coUegii 

XX cardinalium predictorum solvere infra mensem post Natalem Domini ii 

flor. auri in Romana curia vel Parisius alicui societati camere domini pape. 

Oblig. I. fol. 5 V. 

Kirsch f S. 126 unten. (S. 14, Anm, 6), 



— 49 — 
8i. 

1297 M6Bse DaovKto. 

Üem anno Domini nuDesnno n nonagesimo vta dkti mensis Decembris 
dectus Carditan. fedt promitti pro communi servitio pape et coU^[ü XM 
cardinalhnn ultra duo consucta servitia &Lmiliarium eorumdem CCL flor.» qui 
dd>ent sine dOatkiiie scrivi in continenti. 

(Im marghui) solvit 

Oblig. I. fol. 7 r. 

Vtr^ R^. Ckm^. V (E£t. BtmttL) J^pmi. Tmu I, K^SS^ 



82. 

Bis zu Bezahlung der versprochenen ServiHen darf ein Prälat xnm seinen 
Etnkünften nur so tnel verwenden, als fiir den angemessenen Unterhalt seines 
Haushaltes nötkig ist. Alles Uebrige ist sur Zahlung der Servitien su ver- 
wenden. 12M AiirU. 14. 

Episcopus Oveten. obtulit et promisit pro communi servitio pape et 
coUegii xvm cardinalium solvere, astrictus ad hoc proprio iuramento, mille 
VI flor. auri et ultra tria consueta servitia familiarium eorumdon, de primis 
redditibus episcopatus Oveten., sibi et familie sue dum taxat decenti victu 
retento, nee dictos fructus in alios usus convotere, donec per tempora 
successive fiierit de dictis servitiis int^^re satisfactum; et obligavit ad hoc, 
dicti domini pape accedente licentia, se et successores suos et ecclesiam 
Oveten. Ceterum mille im flor. propter grandia et manifesta onera ecclesie 
sunt sibi relaxati. 

{In margine:) solvit. 

Oblig. I. fol. IG r. 

83. 

Dem Bischöfe von Toulouse werden die nic/U gezahlten Servitien seiner beiden 
Vorgänger aus Gnade erlassen, 12M DeeembP. 6. 

Est autem sciendum, quod dictus episcopus {Tholosan) tam pro se, 
quam pro dictis duobus predecessoribus suis secundum morem preteritum 
et secundum promissiones dictorum predecessorum tenebatur tam camere, 
quam coUegio, quasi in XXXVI flor. silicet {sie) pro quolibet XII ; set dominus 
noster et collegium certis de causis hac vice, non trahenda in posterum ad 

Baumgartsn, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. 4 



— 50 — 

sequelam, illud, ad quod plus tenebatur {24.000 flor) dictus episcopus ultra 
dictam quantitatem (12000 flor) solutam, remiserunt de gratia special!. 

Oblig. I\ fol. 20 V. 

Vergl, Kirsch S. 14, Antiurkung /. 

84. 

1809 MaU 25 Avenioiüs. 

Clemens papa V guttat Petrum archiepiscopunt Maguntin. de soluta pecunia, 
in qua tenebatur camerae apostolicae et camerae collegii cardinalium ex obli- 
gatione facta de servitio communi et quinque servitiis minutis, et absolvit 
eum ab excommunkatianis et suspensianis sententiis, quas incurrere declaraverat 
„sacrosanctis evangeliis cor am te positis iuramento prestito**, si in termino, 
ad solvendum sibi statuta, deficeret, 

Venerabili fratri Petro archiepiscopo Maguntin. 

Licet olim mille. — Dat. Avinion. viii kal. lun. anno quarto. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 4042. 

85. 
Der Erzbischof von Bremen verspricht seine Servitien zu zahlen, bevor er 
die Curie verlasse, 1810 lun. 19. 

Servitium archiepiscopi Bremen, in Alamannia. [In margine.) 

Eisdem anno, indictione, loco, die et testibus, dominus Johannes 
Bremen, archiepiscopus promisit pro communi servitio camere et collegii 
VI flor. auri et v consueta servitia familiarium persolvere manualiter ante 
recessum suum de curia. 

(Nachgetragen:) solvit, preter servitia. 

(In margine:) XXI Card. 

Oblig. 2. fol. xviil r. 

86. 

Der Papst erlässt einem Prälaten den seiner Kammer zufallenden Theil des 
servitium commune. 1811 lanuar. 16. 

Et est attendendum, quod dominus noster remisit sibi partem camere; 
sed tamen solvit servitia. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) Append. Tom. I No. 138. 

VergU Oblig. 6. fol. cxilii v. Dominus noster remisit partem suam domino Terrealben., 
ut dixit dominus camerarius, (iJ^O Siehe oben No. yy. 



— 51 — 
87. 

Quittung des Procurators des Cardinais Lucas de Flisco über den Empfang 
gewisser Summen, 1817 luL 27. 

In nomine Domini Amen. 

Anno Domini iiL • CCC • xvn, indictione XV, pontificatus domini lohannis 
pape XXII anno primo, menssis (si^ lulii die xxvil, in presentia mei notarii 
et testium subscriptorum ad infrascripta specialiter vocatorum et rogatorum 
Matheus de Modoecia nomine reverendi patris domini Luce Sancte Marie 
in Via Lata diaconi cardinalis recognovit et confessus fuit, se habuisse dicto 
nomine centum trigintaquinque flor. äuri et solid, decem Turon. parvorum 
a reverendo patre domino B. tituli Sanctorum Nerey et Achilley presbitero 
cardinale per manum domini Vincentii de Serignano, capellani sui, de distri- 
butione censuum et aliarum obventionum receptarum per ipsum pro coU^o 
reverendorum dominorum cardinalium factam per ipsum anno Domini 
i& • CCC • xvn die xxni menssis f^sic) lunii. 

Actum Avinion. in domo habitationis prefati Mathei de Modoecia, 
anno, indictione, mensse [si^y die quibus supra in principio huius instrumenti, 
presentibus Georgio de Modoecia Mediolanen. diocesis et Giliolo de Mediolan., 
testibus ad predicta vocatis specialiter et rogatis. 

Et ^o Leo lohannis Viviani de Garcino Alatrin. diocesis, publicus 
apostolica et imperiali auctoritate notarius, predictis interfui rogatus, scripsi, 
publicavi et sig^um meum apposui consuetum. 

[In margine:) Hec est copia littere quitationis facta per magistrum 
Matheum de Modoecia, procuratorem domini Luce de Flisco cardinalis, de 
distributione facta in mense lunii M • CCC • xvii. 

Oblig. 4. fol. 10 V. 



88. 

Der Cardinalkämmerer zahlt durch den distributor collegii eine Summe an 
die päpstliche Kammer, die dem Papste noch aus Servitien tempore sui car- 
dinalatus zusteht. 1817 Novembr. 26. 

Die XXVI Novembr. remissi sunt a dicto domino cardinale, traditi per 
manus domini Vincentii de Serinhano, capellani sui, de distribucionibus 
serviciorum episcopi Leodien, et archiepiscopi Bisuntin., contingentibus domi- 
num nostrum de tempore cardinalatus sui, xxxnn flor. x sol. Tur. parvorum. 

Collect. Cam. No. 378. [Miscellanea Cameralia ijij ijjj) fol. i r. 

4* 



— 52 — 

88 •• 

Zahlung des ganzen Servitiums eines Abtes fiir das keilige Collegium und 
Vertkeilung der Summe an die participirenden Cardinäle. 1820 Oetobr. 27. 

Anno M • ccc • xx , Oetobr. xxvn et xxxn cedula. 

Solutio servitii domini Pancratil abbatis Cripteferrate Albanen. dioc. 
(In margine) 

Item anno quo supra (ij2o)y die penultima mensis Augusti dominus 
Pancratius abbas monasterii Cripteferrate Albanen. dioc. solvit pro suo 
communi servitio collegium XXIIII cardinalium contingente n flor. per manus 
lohannis Caransonis, mercatoris de Roma. Cuius obligatio facta fuit anno 
Domini millesimo c£c • xlx, die xvii mensis Augusti. Quam pecunie summam 
ego Vincentius predictus die xxvn mensis Oetobr. distribui inter xxiiil 
dominos cardinales, qui supra scripti sunt in solutione servitii episcopi 
Bisiniacen. ad LXVii. 

(In margine:) XXlin card. 

Oblig. 3. fol. LXX V. 

89. 

Johann XXII erlässt dem Bischöfe von Fermo 1000 Goldgulden von der 
Summe von jooo Goldgulden, die er an die päpstliche Kammer zu zahlen hat 

1820 Deeembr. 16 Avenionis. 

lohannes episeopus servus servorum Dei venerabili fratri Francisco 
episcopo Firmano salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum tu camere nostre tria milia flor. auri solvere tenearis, nos atten- 
dentes onera plurima que tibi et ecclesie tue, sicut ex parte tua fuit expo- 
situm coram nobis, incumbunt, tibique super Ulis paterno compatientes 
affectu, mille flor. auri de summa dictorum trium milium flor. tibi tenore 
presentium remittimus de gratia speciali. 

Datum Avinion. XVIII kal. lanuar., pontificatus nostri anno IUI. 

Collect. Cam. No. 373. (Bullae et Quietantiae camerales 1316 1332) fol. 92 v. 

89*- 

Zahlung und Vertheilung des minutum servitium pro familiaribus cardinalium, 

1821 April. 28. 
Anno M • CCC • xxi, Aprilis (xxviii) et xxxvi cedula. 

Solutio servitii familie facta per abbatem monasterii Cripteferrate 
Albanen. dioc. (In margine^ 



— 53 — 

Item anno quo supra, die xxilll mensis Martii, dominus Pancracius 
abbas monasterii Cripteferrate Albanen. dioc. solvit pro servitio familie 
collegium xxini dominorum cardinalium contingente vni flor. 

Cuius obligatio facta fuit anno Domini M • CCC • xlx die XVII mensis 
Augusti ; quam pecunie summam ego Vincentius predictus die XXVIII mensis 
April, distribui inter XXIIII dominos cardinales, qui suprascripti sunt in 
solutione servitii episcopi Bisiniacen. LXVII. 

{In margine:) XxBll card. 

Oblig. 3. fol. Lxxvni r. 

90. 

Bei einem Zweifel über die Höhe eines servitium commune wurde als terminus 
a quo ßir den Nachweis geringerer oder grösserer Zahlung cUr Pontificat 
Bonifaz VIII festgesetzt. 1822 MaU 14. 

Servitium Sancte Crucis Columbrien. de ll flor. auri et quinque servitiis 
consuetis. 

... Et quia propter aliquas precedentes obligationes, utrum dominus 

prior teneretur ad tantum vel plus aut minus, aliqua hesitacio habebatur, 

concessum est, quod si usque ad ultimum terminum dicte solutionis faciende 

probetur declaracio super hiis per ipsum priorem de minori, vel per cameram 

de maiori a parte domini Bonifacii pape VIII citra, servabitur, prout fuerit 

probatum. 

Oblig. 6. fol. XXX r. 



91 — 96. 

6 Urkunden zum servitium von Ravenna. 
1824 lanuaF. 8 — 1842 Novembr. 29. 

Der Erzbischof von Ravenna behauptete, nicht zur Zahlung von Servitien 
verpflichtet zu sein, bezw, nicht in der Höhe von 4.000 Goldgulden und fünf 
kleineren Servitien. Nach langen Verhandlungen und vielfachen Zahlungs- 
Unterlassungen von Seiten verschiedener Erzbiscköfe stellte sich nicht heraus, 
dass die Ansetzung der Summe von 4000 Goldgulden von Seiten der Kammer 
zu hoch war. In Folge dessen blieb alles beim Alten. 

Bemerkenswerth sind die Verrechnungen und die Aufnahme persön- 
licher Obligationen für diejenigen Schuldner, die vom Stuhle von Ravenna 
nach einem anderen Erzbisthume versetzt wurden. Für den zum Cardinal 



— 54 — 

ernannten Erzbüchof Aymericus scheint eine persönliche Obligation nicht auf- 
genommen worden zu sein; es war ihm vielmehr anheimgestellt, ob er seine 
Schulden an die Kammern betreffs seines Servitium von Ravenna bezahlen 
wollte oder nicht 

91. 

1824 lanuar. 8. 

Solucio de parte servicii domini Aymerici electi Ravennat. 

In II distributione. (In margine) 

Item anno quo supra (1323), die xxim dicti mensis Decembris, dominus 
Aymericus, electus Ravennat., solvit pro parte communis servicii collegium 
XXV dominorum cardinalium contingente VI • L flor. et pro parte servicii 
familie xxvi flor. per manus domini Ademarii Roberti, procuratoris sui; 
cuius obligatio facta fuit anno Domini M • CCC • xxfi, die xxil mensis Decembr. 
Que peccunie (sie) summa per nos, G. et M., extitit distributa die in lanuarii 
inter XXV dominos cardinales, qui supra designati sunt in solutione episcopi 
Mothonen., additis dominis N. de Frovilla, Symon. de Archiaco et Berengario 
Tusculano. 

Protestatione per dictum dominum Ademarium premissa, quod si in 
futurum apparere posset, quod dicta ecciesia Ravennat. ab omni prestacione 
communis servicii esset libera, vel quod taxatio dicti esset excessiva, quod 
propter huiusmodi solucionem, quam nunc fecit, dicte ecciesie vel domino 
suo predicto nullum preiudicium generetur. 

Oblig. 3. fol. 113 V. 

92. 

1888 Mart. 26. 

Eisdem anno (1333), indictione, pontificatu, die, loco, dominus Guido 

M o 

archiepiscopus Ravennas recognovit et solvere promisit li-vii flor. auri et 
V servicia familiarium pro rata summe predicte, restantis ad solvendum pro 
complemento communis servicii, facti camere et collegio xxv dominorum 
cardinalium per dominum Aymericum precessorem suum, nunc episcopum 
Camoten. ^) 

Item promisit pro suo communi servicio camere et collegio xxii domi- 
norum cardinalium im flor. auri et V servicia familiarium consueta, solvenda 
omnia et sing^la supradicta a festo Penthecostes proxime venturo ad annum. 
Alioquin non obstante etc. Promisit quod infra quatuor menses etc., et 
iuravit etc. 



*) Siehe oben No, gi und unten No. loo. 



— 55 — 

Predicta autem obligatio et promissio per prefatum dominum archi- 
episcopum facta fuit et per dominos camerarios recepta de mandato domini 
nostri pape sub condicionibus infrascriptis, videlicet, quod si informatio 
facienda per reverendum patrem et dominum Bertrandum Ostien. et Velletren. 
episcopum, in partibus Lombardie apostolice sedis legatum, cui hoc specialiter 
per litteras apostolicas idem dominus noster comicti (sü) mandavit, super 
universo valore omnium fructuum, proventuum et reddituum mense archi- 
episcopalis predicte tam pro retroactis temporibus, quam eciam de presenti 
infra annum a festo Penthecostes proxime veniente in antea computandum 
remissa fuerit domino nostro pape, ex eo, quia sicud idem archiepiscopus in 
consistorio prosopuit coram prefato domino nostro papa, consideratis annuis 
redditibus sue mense archiepiscopalis, qui propter malum statum illarum 
partium modemis temporibus vix ad summam M flor. ascendunt, in pre- 
dictorum promissione et solucione serviciorum esset ita gravatus, quod 
omnino imposibile (sie) reputat, se posse solvere dictas pecünie quantitates, 
prefatus dominus archiepiscopus solum illam summam tam pro se quam 
pro predecessore suo solvere sit astrictus, de qua idem dominus noster 
tunc duxerit ordinandum, et in terminis tunc prefigendis eidem; promisit 
tamen idem dominus archiepiscopus, se daturum opem et operam efficaces, 
quod dicta informacio fideliter recipietur et infra dictum tempus remittetur 
domino nostro pape. Alioquin, ubi dicta inquisicio infra tempus prefatum 
non remitteretur, dicta serviciorum promissio, obligacio et termini ad predicta 
solvenda assignacio, omni adiecta conditione sublata, in suo robore perseverent. 

Oblig. 6. fol. cxxill V. 



93. 

1885 MaU24. 

Eisdem anno, indictione, ppntificatu, loco et testibus consuetis pre- 
sentibus, die xxiiil mensis Maii, dominus Franciscus electus in archiepiscopum 
Ravennatem promisit pro suo conmiuni servicio IUI flor. auri et V servicia 
consueta. 

Item recognovit et promisit de servicio per dominum Aymericum, 
olim precessorem suum, promisso et non soluto il • vii flor. auri et quinque 
servicia consueta pro rata et pro distributione xxv dominorum cardinalium. 

Item recognovit servicium integrum per dominum Guidonem, imme- 
diatum predecessorem suum, promissum et non solutum, videlicet im flor. 
auri et quinque servicia consueta pro distributione xxii dominorum cardi- 
nalium, persolvere terciam partem infra annum a die date huiusmodi 



- 56 - 

computandum, et aliam terciam partem infra alium annum extunc proxime 
sequturum {sie), et aliam terciam partem residuam infra annum extunc 
inmediate sequentem. Alioquin infra lin menses et iuravit etc. 

Hec autem obligatio fuit facta de mandato domini nostri pape sub 
condicionibus infrascriptis, videlicet, quod si per dominos Poncium Stephani, 
precentorem ecclesie Antisiodoren., et Guillermum Truelli, archipresbiterum 
de Gardubio, Tholosan. diocesium, quibus per dictum dominum nostrum 
papam specialis comissio {sie) super hoc dicitur esse facta seu facienda, 
reperiatur, quod taxacio dicte Ravennat. ecclesie fuit exessiva {sie), et quod 
dominus noster predictus secundum informacionem habitam de dicta taxa- 
cione diminuerit vel aliud ordinaverit, tunc dictus electus tam pro se, quam 
pro aliis predecessoribus suis predictis illam summam solvere teneatur 
dumtaxat, de qua prefatus dominus noster duxerit ordinandum, solvendam 
in terminis sibi tunc prefigendis; nee non et quod idem electus teneatur 
sie dictam informacionem diligenter procurare, quod infra annum proximimi 
sit completa et prefato domino nostro summo pontifici presentata. Alioquin 
ipse electus ad solvendum supradictas summas flor. et servicia in dictis 
terminis sit astrictus et, ut premittitur, remaneat obligatus. 

Oblig. 6. fol. CXLII V. 

Vgr^i. NN, gi, g2 und loo, 

1886 Ion. 25. 

Cum steterit per comissionem {sie) quod non potuerit fieri informatio, 
et noviter sit facta commissio rectori Romandiole, fuit prorogatus terminus 
sub condicionibus predictis usque ad subsequens festum Purificacionis beate 
Marie lohanni de Pidiano, procuratori archiepiscopi. 

Datum vicesima quinta lunii anno tricesimo sexto. 

Oblig. 6. fol. CXLII V. 



95- 

1842 Novembp. 29. 

Eodem anno, die penultima mensis Novembris, dominus Nicolinus 

archiepiscopus Ravennat. recognovit et solvere promisit pro complemento 

communis servicii promissi et non soluti per reverendum patrem dominum 

Aymericum, precessorem suum, nunc tituli Sancti Martini in Montibus pres- 

biterum cardinalem, duo milia septingentos florenos auri et quinque servicia 

familie consueta pro rata summe predicte. 



— 57 — 

Item recognovit et solvere promisit pro comuni (sie) servicio promisso 
et non soluto per dominum Gindonem {stc\ predecessorem suum, quatuor 
milia flor. auri et quinque servicia familie consueta. 

Item recognovit et solvere promisit pro comuni {sie) servicio promisso 
et non soluto per dominum Franciscum, in mediatum predecessorem suum, 
quatuor milia flor. auri et quinque servicia familiarium consueta. 

Item promisit pro suo comuni {sie) servicio quatuor milia flor. auri et 

quinque servicia familiarium consueta, solvenda iuxta ordinacionem super 

hoc factam per dominum nostrum papam in concistorio {sie) de concensu 

{sie) dominorum cardinalium, videlicet ex comunibus {sie) summis predictis 

recognitis ac promissis, que assendunt {sie) ad ' xnil • VJI flor. et ad quinque 

servicia familiarium consueta summarum predictarum, viii flor. auri et quinque 

servicia familiarium pro rata ad beneplacitum apostolice sedis, et sex milia 

septingentos flor. auri restantes et quinque servicia familiarium pro rata sunmie 

predicte; videlicet anno quolibet a die presentis obligationis in media com- 

putandum lii^) flor. auri et quinque servicia familie pro rata dictorum iil^) flor. 

auri. Alioquin non obstante etc. promisit, quod infra quatuor menses etc. 

et iuravit etc. 

Oblig. 6. fol. cxci r. 

*) JSs wird wohi kochst wahrscheinlich jooo statt joo hcisscn müssen, 
VergL No, g6, 

96. 

1842 Novembr. 29. 

Eadem die dominus Franciscus, nunc Creten., olim Ravennat. archi- 
episcopus ex ordinacione in consistorio facta per dominum nostrum papam ex 
summa im flor. auri, que promiserat pro suo comuni {sid) servicio promotus ad 
dictam ecclesiam Ravennatem promisit duo milia flor. auri et quinque servicia 
familie consueta pro rata summe predicte solvendos medietatem a proximo 
festo Beati Andree apostoli proxime venturo ad annum et aliam medietatem 
in alio festo Beati Andree anno revoluto. Alioquin non obstante etc. promisit 
quod infra quinque menses etc. et iuravit etc. 

Et est sciendum, quod fuit ordinatum in eodem consistorio per dominum 
nostrum papam, quod si dictus dominus Franciscus, archiepiscopus Creten., 
iuxta obligationem per ipsimi factam de supradicta summa 11 flor. auri et 
quinque serviciis familiarium pro rata summe predicte solvat totum vel partem, 
quod pro ea parte, quam solvet dictus dominus Nicholinus, archiepiscopus 
Ravennas, de summa vi • vii flor. auri et quinque servicia familiarium pro 
quibus, ut premittitur, se obligavit et recepit terminos ad solvendum, ipse 
et ecclesia sua exhonerati et liberati remaneant, ac si ipse solvisset. Ubi 



- 58 - 

autem dictus dominus Franciscus non solveret, obligatio facta per ipsum 
dominum Nicholinum et terminorum assignatio in suo robore perseverent. 

Item fuit per eundem dominum nostrum eciam ordinatum, quod si dictus 
reverendus pater dominus Aymericus cardinalis, tunc archiepiscopus, solvat 
dicta II • VII flor. auri et quinque servicia familiarium pro rata summe predicte, 
restancia, ut predicitur, ad solvendum de summa per eum promissa pro dicto 
suo comuni servicio ratione dicte ecciesie Ravennat., quod id, quod solvet, 
sive totimi fuerit sive pars, cedat in extenuationem dictorum vin flor. auri 
et quinque serviciorum familiarium pro rata, que ad sedis apostolice bene- 
placitum debent solvi. 

Et si quocumque casu contingente si {sie) dictus reverendus pater dominus 
Aymericus, cardinalis ^), et dominus Franciscus, archiepiscopus Ravennat., non 
solverent aliquid de summis predictis, quod obligatio per ipsum dominum 
Nicholinum facta et terminorum prefixio in sua remaneant firmitate. 

Oblig. 6. fol. CXCI V. 
Dieselben Eintragungen auch Oblig. i6. fol. 64 r. ss. 

*) SüA€ unten No. 100, 

97- 

Cardinal Johannes de Columna S, Angeli diac, card. verspricht Servitien 
für seinen Bruder Jacobus, ernannten episcopum Lombarien., ohne dazu be- 
vollmächtigt zu sein, 1828 lun« 14. 

Attende quod suprascripta obligatio fuit recepta a prefato domino 
cardinale absque omni procuratorio de speciali mandato domini nostri pape. 

Oblig. 6. fol. LXXI V. 

98 — 98*- 

Motivirtes Gesuch um Ermässigung bezw. Erlass der Schulden aus den Ser- 
vitien; Anordnung des Papstes, dass die Einkünfte des Prälaten untersucht 
werden sollen, worauf dann eine Entscheidung getroffen werden würde. Die 
beiden Kämmerer beauftragen zwei Archidiacone mit dieser Untersuchung. 

1882 lanuap. 21. 
Miseratione divina Petrus tituli Sancte Praxedis presbiter cardinalis, 
sacri collegii • reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecciesie 
cardinalium, et Gasbertus Arelatensis archiepiscopus, domini pape camerarii, 
providis et discretis viris dominis Amaldo Regis Cameracen. et Bertrando 
de Golardo Ganden. in ecclesia Tornacen. archidiaconis salutem in domino. 
Nuper pro parte venerabilis et religiosi viri domini fratris Egidii, abbatis 



— 59 — 

monasterii sancti Martini Tornacen., coram sanctissimo patre et domino 
nostro, domino lohanne divina Providentia pape xxii in concistorio (sü) 
fuit oblata petitio tenoris et continentie infrascripte: 

Sanctissime paterl Miserabilis Status monasterii sancti Martini Tor- 
nacen. est iste. Dudum abbates et conventus dicti monasterii, qui 
fuerunt pro tempore, urgente necessitate ^) omnes et singulas curtes, 
domos, grangias, nemora, molendina cum emolumentis suis omnibus 
tenenda et possidenda per emptores huiusmodi, quamdiu ipsi emptores 
et aiiquorum uxores et certi fäii vitam duxerint in humanis, sine censu 
aliquo ipsi monasterio faciendo; et postquam omnia fuerunt vendita 
et per emptores possessa, ipsi iterum, ut possent habere peccuniam 
{sü) de qua viverent, vendiderunt quamplures domos certis emptoribus, 
post mortem illorum, qui tunc eas obtinebant, occupandas et possi- 
dendas etiam ad vitam illorum. Unde contigit, quod, licet aliqua post 
primam totalem venditionem vacaverint per mortem possidencium, ipsa 
bona alii expectantes, qui iam huiusmodi vacatura bona emerant, illa 
eadem occuparunt, quibusdam redditibus dumtaxat exceptis, qui pos- 
sunt ascendere ad summam quadringentarum librarum Turonen. par- 
vorum vel circa. Verum quoniam ipsi ultra premissa erant obligati 
pluribus creditoribus, tam in curia quam extra, usque ad summam 
viginti milium librarum et ultra, a quibus omni die totaliter molesta- 
bantur, quod illo modico, quod eis remanserat, gaudere non poterant, 
nee etiam illud sufficiebat pro tenui victu abbatis et monachorum, 
ac omnibus alliis dicti monasterii supportandis, ynmio necessario dictum 
monasterium et officium divinum deserere cogebantur. Serenissimus 
princeps dominus rex Francie desolationi dicti monasterii pro afiectu 
compaciens, comisit (sie) certis personis, ut usque ad quatuor annos 
proxime futuros tam de bonis iam vacantibus, quam de vacaturis, si 
sufficiant, alioquin de bonis possidencium, curtes, domos, grangias et 
alias possessiones dicti monasterii colligant et tradant abbati et con- 
ventui dicti monasterii anno quolibet dictorum quatuor annorum mille 
trecentos et quadraginta quinque libras Turonen. parvorum. De qua 
summa dicti abbas et conventus debent solvere singulis annis pro 
quibusdam redditibus perpetuis, in quibus dictum monasterium tenetur, 
quadragintaquinque libras; item gardiano eorum sexaginta libras et 
de aliis habent edifficia dicti monasterii, que sunt magna et sumptuosa, 
ac ornamenta ecclesie retinere, iura dicti monasterii defendere et abbas 



*) J/i€r fehit wohl: vendiderunt ^ oder ein ähnliches Wort, 



— 6o — 

et vigintiquinque monachi cum eorum servitoribus vivere et vestiri ac 
alia quamplura onera sustinere; et si plura bona vacarent medio tem- 
pore, quam sit dicta summa, ipsi receptores, ex parte dicti r^^ 
deputati, debent nichilominus totum recipere et illud convertere in 
solutionem aliorum debitorum nee amplius quam sit summa predicta 
tradendo religiosis predictis durante termino quatuor annorum pre- 
dictorum. 

Et fuit dicta ordinatio facta nuper in festo Nativitatis beati lohannis 
labente; quibus consideratis apparet quod dicti religiosi, durantibus dictis 
quatuor annis, non habent potestatem solvendi aliqua debita. Quia si venirent 
contra dictam ordinationem in aliquo, possessores bonorum dicti monasterii, 
qui potentia dicti domini regis compelluntur inviti ad mutuandum ipsis reli- 
giosis dictam summam peccunie (sü:)y statim a mutuando eis quicquam 
cessarent, et sie ipsis religiosis non remanerent nisi dicte quadringente libre 
pro vita eorum et aliis supradictis omnibus supportandis. Sed lapsis 
dictis ini annis sperant quod ipsi, dante Domino, ad fortunam devenient 
pinguiorem. Preterea dictus dominus Egidius Abbas, iuxta morem prelatorum, 
qui per sedem apostolicam promoventur, debet recognoscere, et se soluturum 
promittere tam camere domini nostri pape, quam collegio dominorum cardi- 
nalium predictorum quatuor milia floren. auri et quinque servicia familiarium, 
que ad quingentorum octuaginta octo florenorum auri trium solidorum trium 
denariorum Turonen. summam ascendere dinoscuntur, promissis et non solu- 
tis per quondam religiosum virum fratrem Theodericum, olim abbatem 
monasterii supradicti; videlicet, pro suo communi servicio habet prefatus 
dominus Egidius abbas promittere pro suo comuni servicio camere et collegio 
supradictis alia quatuor milia floren. auri et quinque servicia familiaribus, 
que ad quadringentorum triginta quatuor floren. auri, decem sol. ac VII den. 
Turonen. summam ascendunt. Quos quidem omnes et sing^las predictarum 
peccuniarum summas idem dominus abbas coram nobis pro {sie) procuratorem 
suum ad hoc legitime constitutum recognovit, et se soluturum promisit in 
Romana curia in certis terminis, per nos assignatis eidem, et ad predicta 
complenda et attendenda se ipsum et omnia sui predicti monasterii bona 
mobilia et immobilia presencia et futura, ubicumque fuerint et consistant, 
sub suspencionis (sie) ab administratione temporalium et spiritualium sui 
monasterii, interdicti ab ingressu ecclesie, et excommunicationis maioris penis 
et sententiis, prestito iuramento, se spontaneum obligavit suosque per hoc 
successores in monasterio prelibato et bona, prout predicta omnia et singula 
auctoritate apostolica sibi in hac parte concessa recognoscere et promittere 
poterat et debebat, et ad ea se etiam obligare. Verum cum ipse propter 



— 6i — 

varia et intollerabilia onera debitorum, quibus, ut predicitur, dictum mona- 
sterium est oppressum, non sperat in terminis sibi assignatis, nee etiam 
usque ad quadriennium aliquid posse solvere de summis, in quibus, ut pre- 
fertur, est tarn pro se, quam pro predecessore predicto prefatis camere et 
collegio obligatus, prefato domino nostro pape fecit humiliter supplicari, ut 
tarn sibi, quam dicto monasterio super premissis providere dignaretur de 
remedio oportuno. De discretione igitur vestra plenam in domino fiduciam 
obtinentes, de speciali per eundem dominum nostrum summum pontificem 
vive vocis oraculo in consistorio nobis facto, auctoritate apostolica, qua fungi- 
mur in hac parte, vobis comittimus {sie) et presentium tenore mandamus, 
quatinus de omnibus et singulis in dicta petitione contentis, ac de ipsius 
monasterii facultatibus, que ad manus abbatis predicti et conventus eiusdem 
pervenerint in presenti vel in proximo venire sperantur, ac de omnibus in- 
evitabilibus et expensis abbatis et conventus predictorum, si bona sint 
comunia, alias abbatis tantum, si sint diversa, inquiratis cum diligencia 
veritatem, et illa, que per inquisitionem solertem per vos faciendam invene- 
ritis de premissis, nobis sub sigillis vestris clausa, quamprimum coipode pote- 
ritis, mittere non tardetis, ut per ipsius vestre inquisitionis inspectionem 
prefatus dominus noster summus pontifex dictis abbati et conventui ac 
monasterio providere valeat de remedio oportuno. Quod si alterum vestrum 
in premissis exequendis contingeret impediri ac nimis ageret in remotis, 
alter vestrum nichilominus predicta onmia et singula plenarie exequatur. 
In cuius rei testimoniimi presentes litteras fieri fecimus et sigillorum nostrorum 
appensione muniri. 

Datum Avinion. die XXI mensis lanuarii, anno Domini M • CCC • xxxn, 
indictione XV, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis 
divina Providentia pape xxn anno YNl^. 

99. 

Der Erzbischof van Benevent verpflichtet sich durch seinen Procurator zur 
Zahlung eines servitium commune von Jßo Goldgulden und der j servitia 
consueta, 1882 Hart 81. 

Servitium archiepiscopi Beneventan. (In margine.) 

Anno quo supra {1332) ^ pontificatus domini nostri pape anno xvi, 
indictione XV, in hospicio reverendi in Christo patris domini P. tituli Sancte 
Praxedis presbiteri cardinalis, sacri collegii camerarii, die ultima mensis 
Marcii, dominus Arnaldus, electus in archiepiscopum Beneventanum, de 
licentia et auctoritate apostolica gratis et sponte obtulit, dedit, promisit et 



— 62 — 

donavit per magistrum P. de Fractis, procuratorem suum, pro communi ser- 
vitio camere sanctissimi patris et domini nostri pape et sacri collegii reve- 
rendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecciesie cardinalium vii • L 
flor. auri et v servicia consueta pro familiaribus et officialibus domini nostri 
pape et dominorum cardinalium predictorum, quos quidem flor. cum V ser- 
viciis supradictis promisit solvere et reddere realiter cum eifectu in Romana 
curia, ubicumque fuerit, reverendo in Christo patri domino P. tituli Sancte 
Praxedis presbiterio cardinali, dicti sacri collegii, et venerabili patri domino 
Gasberto archiepiscopo Arelaten., domini pape camerariis vel eorum succes- 
soribus aut deputatis ab eis; videlicet medietatem in proximo festo Natalis 
Domini, et aliam medietatem in Nativitate beati lohannis Babtiste extunc 
secuturo. Quod si dictis loco et terminis dictam summam flor. et V ser- 
vicia supradicta non solverit, ut est dictum, promisit reddire ad curiam 
infra mi menses post lapsos terminos, vel alterum eorundem immediate 
sequentes, et coram dictis dominis camerariis vel eorum altero aut succes- 
soribus suis personaliter comparere, et inde non recedere, donec per eum 
de predictis fuerit integraliter satisfactum. Super hoc obligavit se et suam 
ecclesiam et successores suos et omnia bona dicte ecciesie mobilia et immo- 
bilia, presencia et futura, ubicumque sint et consistant. Et ut sit vinculo 
forcioris obligacionis astrictus, submisit se et successores suos iurisdictioni 
et cohercioni dictorum dominorum camerariorum et cuiuslibet eorum in 
solidum ac etiam successorum suorum et de voluntate sua, qui hoc voluit 
et peciit et hanc iurisdictionem in se prorogavit prefati domini eandem 
iurisdictionem in se suscipientes eidem mandatum fecerunt et preceptum 
tamquam de re confessata de solvendo dictam summam flor. et v servicia 
supradicta de reveniendo (?) ad Romanam curiam et non recedendo ab ea 
absque satisfactione, et quod omnia alia et singula supradicta efficaciter com- 
pleat et atendat (sie). Quod si non fecerit, suspencionis (sü) ab admini- 
stracione spiritualium et temporalium dicte sue ecciesie et ab execucione 
pontificalium, et maioris excommunicacionis sententias exnunc prout extunc 
in eundem^ canonica monicione premissa, proferunt, in scriptis cominantes 
et protestantes nichilominus prefati domini, se contra eundem dominum 
electum processuros absque alia voc[adone et] citacione ad graviores penas 
et sentencias spirituales et temporales, et agravantes ea[j, si] eis placuerit 
et visum fuerit expedire; et quod eundem denunciabunt et denunciari fac 
\ient per se] vel per alium seu alios excommunicatum, suspensum et periurum 
et dictis penis et sentenc[w> subiacere] quas propter hoc in eumdem duxerint 
proferendas; et dictus electus renunciavit super \hiis] litteris et indulgenciis 
apostolicis impetratis et impetrandis, cuicumque concessis et co\ncedendis\ 



- 63 - 

et beneficio appellacionis et restitucionis in integrum et omni foro, usui, 
prescriptioni et iuri revocandi donum et omni auxilio iuris canonici et sivilis 
(sü)^ per quod contra premissa iure vel facto venire posset vel aliquid 
premissorum. Omnia ista et singula iuravit ad sancta Dei Evangelia tenere, 
complere, inviolabiliter observare et in contrarium non venire. Si vero ante 
satisfactionem huiusmodi ipsum contingat mori, cedere vel transferri, et si 
quis in regimine ipsius ecclesie eidem substitutus fuerit, infra im menses 
post substitucionem et dicte ecclesie possecionem (sie) adeptam de predictis 
flor. et serviciis satisfacere non curaverit, ex nunc prout ex tunc has easdem 
penas et sententias in eundem substitutum canonice proferunt et inflig^unt. 
Et dictus electus voluit quod nos clerici camere de predictis faciamus publi- 
cum instrumentum. 

Acta fuerunt hec anno, pontificatu, die et loco supra scriptis. Testibus 
ad hoc vocatis et rogatis magistro Micahele Ricomanni et Giulhermo Medici 
clericis dicti sacri collegii. 

Oblig. 14. fol. I r. 

Das B/att ist am unteren Ende angefressen. 



100. 

Für einen zum Cardinal ernannten Prälaten hört augenscheinlich jede Ver- 
pflichtung, auch die persönliche, für Schulden aus den Servitien auf, 

1882 Mail 18. 

Servicium episcopi Carnoten. (In margine) 

Eisdem anno, indictione, pontificatu, die xvin Mali dominus Aymericus 
electus ecclesie Carnoten. recognovit et solvere promisit [pro] servicio promisso 
camere et coUegio xvn dominorum cardinalium per dominum P. nunc tituli 
Sancti Martini in Montibus presbiteri cardinalis, precessorem suum, il flor. 
auri et quinque servicia familiarium pro rata. 

Item promisit pro suo communi servicio im flor. auri et quinque ser 
vicia consueta, solvere terciam partem videlicet ll flor. et quinque servicia 
recognita in festo Pasche Domini de anno Domini M • ccc • xxxrii, et aliam 
terciam partem in prima dominica Quadragesime subsequenti, et aliam ter- 
ciam partem in festo Omnium Sanctorum extunc proxime sequturo. (sie) 
AUoquin infra tres menses etc., et iuravit etc. 

(In margine') xxiiii card. 

Oblig. 6. fol. cxv r. 

Siehe oben NN, ^2, ^ und No. 96 am Schlüsse, 



- 64 - 



lOI I02. 



Der Papst erlässt einem Prälaten die der apostolischen Kammer zustehende 
Hälfte des servitium commune, 1882 Novembr« 17« 

lOl. 

Beim servitium ecciesiae Coronen, in margine\ 
Attende. 

Dominus noster remisit totam partem cameram contingentem, ut con- 
stat per litteras apostolicas, in libro camere registratas. 

Oblig. 6. fol. cxix V. 

SUhe oben NN, 77 tmd 86, 

102. 

Bei der Obligation des Nachfolgers 1888 Decembr. 10. fol. CXXX r heisst es 
in der recognitio: 

Recogpaovit se debere in • xxv flor. qui per fratrem Alvarum, predeces- 
sorem suum in mediatum, collegio debebantur; set dominus noster aliam 
suam partem, que sue camere debebatur, remiserat, ut dicebatur. 



103. 

Die für den Vorgänger eines Prälaten stattgehabte Verminderung der Ser- 
vitien aus unbekannten Gründen soll nur dann bestehen bleiben, wenn eine 
neue Einschätzung die Richtigkeit der verminderten Summe darthun wird, 

1888 lanuap. 27. 

Servicium ecclesie Nicosien. [In margine.) 

Eisdem anno etc. frater Helias archiepiscopus Nicosien. etc. v flor. 
auri et quinque servicia consueta etc. 

Quia vero pro communi servicio dicte ecclesie reperiuntur olim promissi 
VII .VIII flor. auri, et ignoretur, quare dictum servicium postea semel fuerit 
diminutum et ad dictam summam v flor. reductum, fuit ordinatum per dominum 
nostrum in consistorio, ut de facultatibus et super valore mense archiepis- 
copalis Nicosien, diligens informacio fieret; et si reperiretur, quod dicta 
maior taxacio secundum morem solitum debet remanere, quod tunc ad sol- 

M o 

vendum ii viii flor. auri et quinque servicia consueta pro rata, in quibus 
antiquum servicium fuerat diminutum, dictus archiepiscopus teneatur terminis 



- 65 - 

sibi super hoc prefigendis; factaque fuit super hiis protestacio de concensu 
{sie) archiepiscopi supradicti pro iure camere et coUegii dominorum cardi- 
nalium conservando. 

{/n fnargine'?j XXIII card. 

Oblig. 6. fol. CXXI V. 



104. 

Ein neugewählter Abt stellt für seine Procuratoren in curia die Vollmacht 
aus, sich in seinem Namen fiir das servitium commune und fimf servitia 
consueta zu verpflichten, 1888 Deeembr. 8« 

In nomine Dei Amen. 

Per presens publicum instrumentum pateat universis, quod anno ab 
incamatione Domini millesimo trecentesimo tricesimo tercio, die octava 
mensis Decembris, indictione secunda, pontificatus sanctissimi patris ac 
domini, domini . . lohannis digna Dei providencia . . pape vicesimi secundi 
anno decimo octavo in mei, publici notarii, et testium subscriptorum presentia 
constitutus, vir religiosus et honestus frater . . Petrus permissione divina 
et sedis apostolice gracia electus confirmatus in abbatem monasterii Arre- 
manen., ordinis sancti Benedicti, Trecen. diocesis, nobilem virum dominum 
Erardum de loinvilla, dominum de Doulevans, Aymarum de Revello, ger- 
manum suum, Egidum Dorey, Henricum de Monte Felici, armigeros, 
Nicholaum Chavardi et Nicholaum de Pennis, clericos, in Romana curia 
procuratores absentes tanquam presentes in Romana curia suos fecit, con- 
stituit et ordinavit procuratores, actores, factores et nuncios speciales ipsos 
et quemlibet ipsorum insolidum, ita, quod non sit melior condicio occupantis, 
et quod per unum ipsorum inceptum fuerit, per alium possit finiri et ter- 
minari, ad offerendum vice et nomine ipsius et pro se suum commune 
servicium domino nostro . . summo pontifici et eins camere atque coUegio 
reverendorum patrum dominorum cardinalium Sancte Romane Ecciesie, 
ac quinque consueta servicia familiarum et officialium eorundem, et ad pro- 
mittendum reverendis in Christo patribus dominis camerariis dicti domini 
pape et coUegii memorati dictum commune servicium seu illam summam 
pro eo, de qua fuerit ordinatum, et quinque servicia supradicta persolvere 
eisdem camere, collegio et familiaribus seu ipsis dominis camerariis recipien- 
tibus pro eisdem loco et termino seu in locis et terminis, que et quos ipsi 
domini camerarii duxerint prefigendum; nee non ad obligandum et sub- 

Baumgarten, Finaxunrerw. des Card.-Colleg. im Mittelalter. 5 



— 66 — 

mittendum se iurisdictione camere supradicte ac dictorum camerariorum et 
cuiuslibet eorum ac ipsorum vicesgerencium, ad prorogandum iurisdictionem 
et potestatem dictorum dominorum camerariorum et cuiuslibet eorum in se, 
et recipienda precepta, moniciones, sentencias et penas et quamcumque 
obligacionem penarum, quas iidem domini camerarii vel ipsorum alter 
duxerint postulandas, iniungendas et promulgandas et ad obligandum se 
nomine quo supra, ac se et monasterium predictum ac bona sua omnia et 
dicti monasterii ac successorum suorum, et ad promittendum eciam, quod 
in Romana curia vel alibi ubicumque, ubi dicti camerarii mandabunt, curabit 
in termino sibi prefigendo comparere, si in solutione defecerit supradicta; 
et quod de dicto loco et curia, ubi comparere debebit, non discedet, sine 
eorum licencia speciali, et eciam nisi primo satis fecerit de serviciis supra- 
dictis. Et ad omnes cautelas, condiciones et pacta consenciendum, que dicti 
camerarii vel eorum alter in dicta obligacione duxerint apponenda. Et ad 
omnia et singula alia generaliter facienda, que idem frater Petrus facere, 
promittere, submittere, recipere, obligare, procurare et agere posset et 
deberet quoquomodo, si presens esset, et que in premissis et circa premissa, 
et eorum quodlibet, necessaria fuerint seu eciam oportuna. Volens quod 
per inde valeant, que per eosdem procuratores vel eorum aliquem facta 
et acta fuerint, ac si per presens instrumentum attributa eis fuerit specialis 
et expressa potestas, ac si omnes casus et articulos, in quibus circa pre- 
dictam promissionem et obligacionem speciale mandatum exigitur ex pre- 
missis, hie fuerint appositi et expressi. Et ad iurandum in animam ipsius 
predicta omnia et singula attendere et observare ac firmiter adimplere, 
promittens se ratum, gratum et firmum perpetuo habere et tenere, quicquid 
per dictos procuratores suos vel eorum aliquem actum fuerit in premissis 
et quolibet premissorum sub ypotheca et obligacione omnium bonorum 
supradictorum. 

Actum et datum anno, mense, die, indictione et pontificatu predictis 
apud loinvillam, Cathal. diocesis, ante domum rectoris parrochialis ecclesie 
de loinvilla, circa horam terciam, presentibus ad hec venerabilibus viris 
dominis Wamero, rectore parrochialis ecclesie predicte, Johanne de Donno- 
martino, capellano perpetuo beate Marie Madalenes Domus Dei de Hanz 
et Johanne dicto locerel, presbiteris Cathal. diocesis, testibus ad premissa 
vocatis specialiter et rogatis. 

(Signum.) Et ego lacobus Mathei de Calvomonte, Lingonen. diocesis cleri- 
cus, publicus auctoritate apostolica et imperiali notarius, predictis 
Omnibus et singulis una cum prenominatis testibus presens interfui 



- 67 - 

et huic publico instrumento super hiis a me confecto et publicato 
Signum meum publicum consuetum apposui rogatus. 

Instrumenta Miscellanea ad an. 1333. 

Original. Per garmntur künde. 

Ein Mweites Original für einen anderen Prälaten vom j, Sept, ijJS i^l »« derselben Cassette 
No, 1186, sowie in den folgenden Cassetten noch viele andere. 

105. 

Obligation verbunden mit sofortiger Zahlung der Servitien, 

1888 Deeembp. 20. 

Servicium ecclesie Umbriaticen. (/» margine,) 

Eisdem anno etc. dominus Christoforus electus Umbriaticen., provincie 
Sancte Severine de Calabria, promisit et solvit per manus lohannis de 
Meranta de Tramonto pro suo communi servicio XXXIII flor. auri et terciam 
partem unius flor. et quinque servicia consueta. Dicta vero solucio fuit 
facta in crastinum in thesauraria papali, quathenus contingebat cameram 
domini nostri et suam familiam; quathenus vero tangebat cameram domi- 
norum cardinalium, ivit, ut dixit ibidem, ad solvendum domino cardinali 
Sancte Praxedis. 

(In margine") XXII card. 

Oblig. 6. fol. CXXX V. 

106. 

Generelle Befreiung von den Servitien für den Generalprior ordinis beatae 
Mariae Virginis gloriosae, weil derselbe Ritter und Laienbruder sei und er 
von Laienbrüdem gewählt werde. 1886 Ausrast. 11« 

Eisdem anno (1336), indictione et pontificatu, die XI mensis Augusti, 

cum iuxta declaracionem factam per felicis recordacionis dominum lohannem 

papam xxn priores prioratuum conventualium, inmediate sedi apostolice 

subiectorum, cum de ipsis per apostolicam sedem providetur, vel electiones 

confirmantur ipsorum, ad solvendum commune servicium teneantur, et ex 

declaracione predicta vertetur in dubium, an ^) frater Grassonus de Grassonibus, 

miles, prior generalis ordinis beate Marie Virginis gloriose, ad Romanam 

Ecclesiam nullo medio pertinentis, qui per electionem consuevit assumi, ad 

commune servicium teneretur, dominus noster papa Benedictus attendens, quod 

dictus prior est religiosus laicus et ipsius electio ad religiosos laicos nos- 

citur pertinere, voluit, quod dictus prior ad prestationem communis servicii 

minime teneatur. 

Oblig. 6. fol. CLv. 

*) Ms.: ante. 

5* 



— 68 — 

107. 

Zahlung von Servitien ohne jegliche vorhergegangene Obligation. 

1887 Septembr. 1. 
Die primo mensis Septembris recepti sunt a domino Colomanno electo 

in episcopum laurien. solvente per manus domini Gregorii prepositi Chasinen. 
Zagabrien. diocesis pro suo communi servitio, nuUa precedente obligatione, 
Uli flor. auri. 

Introitus et exitus camerae No. 161. fol. 9 r. 

108 — HO. 

3 Urkunden über Verminderung der Servitien wegen Theilung 
des Sprengeis. Betrifft das Erzbisthum Narbonne. 

1841 Oetobr. 20 — 1842 Novembr. 7. 

^^^- 1841 OctobP. 20. 

Reverendus pater dominus Gasbertus, Narbonen. electus, ante omnem 

obligationem et in ipsa obligatione protestatur, quod ipse non tenetur sol- 

vere pro communi servicio camere domini nostri pape et coUeg^i dominorum 

Sancte Romane Ecclesie cardinalium nisi vill flor auri dumtaxat et minuta 

familiarium et officialium servicia consueta, pro eo quia dominus Johannes 

felicis recordationis papa XXII amovit et detraxit redditus et proventus de 

mensa archiepiscopali ecclesie Narbonen., quos Electen. et Sancti Poncii 

Thomeriarum ecclesiis applicavit, quando ipsas ecclesias in cathedrales 

erexit. Pro quibus redditibus sie amotis et detractis ipse ecclesie solverunt 

M 

et iam solverunt realiter pro dicto communi servicio camere et collegii 11 flor. 
auri. Quare protestatur dictus electus se non teneri obligare nee ecclesiam 

M 

Narbonen. nee se obligat ad solvendum nisi dieta viil flor. auri cum minutis 
servieiis supradictis, nisi prefatus dominus noster papa, cuius declarationi 
et ordinationi totaliter se submisit, aliud duxit ordinandum. Quas protesta- 
tionem et obligationem, ut supradietum est, reverendus pater dominus 
Imbertus tituli Basilice Xil Apostolorum presbiter eardinalis admisit de 
mandato et liceneia prefati domini nostri pape, ut dixit. 

^ Attende quod sanetissimus pater et dominus noster, dominus summus 
pontifex Clemens papa sextus super promissione et solutione facienda com- 
munis servicii per reverendum patrem dominum Gasbertum archiepiscopum 
Narbonen. et successores suos in ecclesia predicta ordinavit et statuit prout 

infra continetur. 

Oblig. 6. fol. CLXXV r. 

Kirsch, Beilagen, No, F, Seite 7«?. 



- 69 - 

log. 

1841 Oetobr. 20. 

Servicium ecclesie Narbonen. {In margme.) 

Eisdem anno etc., die XX mensis Oetobr., reverendus pater dominus 
Gasbertus, electus in archiepiscopum Narbonen., promisit, premissa protes- 
tatione suprascripta, pro suo communi servicio decem milia flor. auri de 
Florencia et quinque servicia consueta, persolvere medietatem in proximo 
festo Beati Michaelis de mense Septembris, et aliam medietatem in festo 
Resurrectionis Dominice extunc proxime sequturo {sie). Alioquin infra tres 
menses etc. luravit ut in forma. 

Oblig. 6. fol. CLXXV V. 



HO. 

1842 Novembr. 7. 

Anno Domini millesimo trecentesimo quadragesimo secundo, die sep- 
tima mensis Novembris, sanctissimus pater et dominus noster dominus 
Clemens divina providencia papa sextus, presentibus reverendis patribus 
dominis Bertrando episcopo Hostien., Imberto tituli Basilice duodecim 
Apostolorum, Bemardo tituli Sancti Ciriaci in Termis, Guidone tituli Sancte 
Cicilie, Andrea tituli Sancte Susanne, Hugone tituli Sancti Laurencii in 
Damasco {sie) presbiteris cardinalibus, et Bernardo Sancti Eustachii diacono 
cardinale ac venerabili et religioso viro domino Stephano abbate monasterii 
Celle Trescen., dicti domini nostri pape thesaurario, dixit et mandavit nobis 
Guillermo de Bos, lohanni de Amelio et Michaeli Ricomanni, clericis camere 
sue, ut scribamus in libris et regestris eiusdem camere apostolice, quod ipse 
dominus noster papa heri, videlicet die sexta mensis huius Novembris, in 
consistorio presentibus predictis et aliis reverendis patribus dominis cardi- 
nalibus, de consensu tocius coUegii eorumdem dominorum cardinalium, 
ordinavit et statuit, quod reverendus pater dominus Gasbertus Narbonen. 
archiepiscopus ratione translationis et promotionis sue ad ecclesiam Narbonen. 
solvat camere apostolice et coUegio reverendorum dominorum cardinalium 

IC 

pro toto communi servicio novem flor. auri dumtaxat et iuxta illud solvat 
quinque servicia familie ipsius domini pape et dominorum cardinalium 
predictorum pro rata eiusdem summe novem milium flor. auri et non ultra; 
et quod de ipsa summa IX flor. auri deducantur et in ea computentur 
m flor. auri per dictum archiepiscopum pro .dicto communi servicio iam 
soluta et data camere et coUegio supradictis, et sie similiter deducantur rii 
LXXV flor. auri pro rata quinque serviciorum dicte familie iam soluti et dati 
per dictum archiepiscopum pro dicta familia clericis domini pape camere 



— 70 — 

et coUegii predictorum, quodque sui successores archiepiscopi Narbonen. 
qui pro tempore erunt, perpetuis futuris temporibus similiter summam eandem 
florenorum auri ix flor. auri et non ultra pro dicto communi servicio solvere 
teneantur et promittant; et quod dictus dominus noster in dicto concistorio 
{sie) de concensu (sie) tocius coUegii supradicti ordinavit et statuit predicta, non 

IC 

obstantibus promissione et obligatione de solvenda summa predicta x floren. 

auri pro dicto communi servicio per dictum dominum Gasbertum archiepis- 

copum Narbonen. prius factis cum certa protestatione premissa anno 

Domini millesimo trecentesimo quadragesimo primo, die vicesima mensis 

Octobris. 

Oblig. 6. fol. cxc r. 

Kirsch, Beilagen, No. V, Seite 79. 



III. 

Befreiung von den Servitien fUr den Grossmeister des Ordens ScmctcLe Mariae 
de Mercede Captivorum, weil er keine Einkünfte hat, 1842 Februar. 9» 

Liberatio magpistri generalis fratrum Sancte Marie de Mercede Cap- 
tivorum. (In tnargine) 

Die nona mensis Februarii fuerunt restitute provisiones ^) fratri Berengario 
Cantilli, magistro generali ordinis fratrum Sancte Marie de Mercede Cap- 
tivorum, cum non habeat redditus, unde servicium suum possit solvere. 

Oblig. 6. fol. CLXXVii V. 

*) Ms,: provisionis. 

I 12. 

Verminderung des Servitiums wegen Kriegsnoth. 1348 Deeembr.22. 

Beim servitium monasterii de Petrosa, das sich auf 200 flor. belief 
steht die Bemerkung: 

Et licet dictum monasterium longe plus taxari debuisset, nisi maiorem 
partem amisisset reddituum propter guerram, propter hoc tarnen paucos 
redditus recipit in presenti, pro ista vice fuit taxatum ad summam pre- 
dictam cum protestatione, quod cum alias taxabitur, si ad statum debitum 
redierit, quod predicta taxacio non preiudicet camere domini nostri pape 
nee coUegio reverendorum patrum dominorum cardinalium Sancte Romane 
Ecclesie, quominus taxari debeat, prout tunc suppetant facultates. 

Oblig. 23. fol. xxilli r. 



— 71 — 



113 



Die Kämmerer beauftragen eine Anzahl deutscher Bischöfe , den Erzbischof 
von Bremen an die Zahlung seiner Servitien zu mahnen unter Androhung 
von Sentenzen, 1861 Ma]*t*14i. 

Die xiill mensis Marcii, indictione, anno et pontificatu predictis, fuit 

mandatum per dominos G. Tusculan. episcopum cardinalem, sacri collegii 

dominonim cardinalium, et St. archiepiscopum Tholosan., domini nostri pape 

camerarios, dominis Zwerinen., Razeburgen., Lubicen., Osnaburgen., Minden. 

et Padebumen. episcopis eorumque vicariis in spiritualibus, ut monerent 

dominum Gotfridum, archiepiscopum Bremen., ad solvendum suum commune 

servicium et servitorum, familiarium et oiBcialium domini nostri pape seu 

arreragia eorumdem et nisi solveret etc., ut excommunicarent eum etc. et 

suspenderent eum a dictis etc. ; et fuit tradita dicta littera seu comissio Hen- 

rico Vevierre (?), procuratori in Romana curia, et promisit eam facere 

portari; presentibus discretis viris dominis Johanne Palaysini scriptore domini 

nostri pape et lohanne de Campis presbitero Sagien. diocesis die xix 

dicti mensis etc. 

Oblig. 25. fol. ccxxx V. (146 V.). 



1 14. 

Eine aus verschiedenen Gründen mangelhafte Vollmacht (translatio episcopi 

Troiani ad ecclesiam S, Agathae) wird unter gewissen Vorsichtsmassregeln 

doch angenommen. 1851 Mail 21* 

Zum servitium ecclesiae Sanctae Agathae: 

Et quia procuratoria dicti lacobi [Francisci) defficiebant in forma et 
erant facta antequam ipsis dominis episcopis de dictis ecclesiis provisum 
esset, seu de ipsis fieret translatio, ideo dictus procurator et reverendus 
pater dominus Henricus episcopus Troianus et quilibet eorum in solidum 
promiserunt et iuraverunt, quod littere buUate provisionum factarum eisdem 
episcopo non tradentur nee liberabuntur ipsis episcopis nee aliquibus aliis 
pro ipsis recipientibus, quousque miserint dominis camerariis ratificationem 
predictorum, vel infra supradictum primum terminum restituent dictas buUas 
ipsis dominis camerariis; et in casu quo infra dictum primum terminum 
non assignaverint dictis dominis camerariis ratificationem predictorum seu 
restituerint dictas bullas, ut predicitur, ipsi dominus Henricus episcopus 
Troianus et dictus lacobus procurator et quilibet ipsorum ad solutionem 



X 



— 72 — 

predictarum summarum et predictorum v serviciorum sub penis et sentenciis, 
in supradictis obligationibus contentis, teneantur. Et renunciaverunt etc. 

Ob Hg. 23. fol. Lxxvilli r. 

Vergl. No. iij und iig, 

Auftrag der beiden Kämmerer^ die Einkünfte eines Klosters zu untersuchen 
und erst nach Obligation auf Grund der neuen Taxe die Emennungsbullen 
auszuliefern, 1362 Ial«17. 

[Commissio] de coUegio. {In margine) 

Die xvn mensis lulii, anno et indictione predictis, pontificatus domini 
noatri pape Clementis VI anno undecimo, fuit facta commissio per dominos 
cardinalem et archiepiscopimi camerarios supradictos dominis lohanni de 
Casleto, canonico Traiecten., camere apostolice collectori in provincia 
Colonien., et Reynero Modde, subcollectori in civitate et diocesi Traiecten., 
super informatione facienda de valore monasterii sancti Laurencii in Oest- 
broch extra muros Traiecten., ordinis sancti Benedicti, de quo fuit provisum 
fratri lacobo ipsius monasterii monacho, ordinem ipsum expresse professo 
et in sacerdotio constituto. Et fuit tradita dicta commissio cum litteris 
apostolicis dicta die XVli Luberto Bolle, clerico Traiecten., familiari dicti 
domini lacobi abbatis, qui iuravit eas portare seu facere portari et assignari 
predictis conmiissariis, priusquam utatur, nee faciat uti eisdem etc. Presen- 
tibus dominis lohanne de Campis, presbitero Sagien. diocesis, et Alfoncio 
{sie) lohannis, canonico Portugalen. 

Oblig. 28. Nicht foliirt. Am Schlüsse des Bandes. 

Vergl. No. 114 und iig» 

116. 

Nach der Obligation über die übliche Summe für die Servitien wird dem 
Abte eines Klosters durch Beschluss des Papstes und der Cardinäle die 
Hälfte erlassen wegen nachgewiesener Arfnutk des Klosters. 

1865 Septembr.13. 

Die XIII mensis Septembris, anno predicto (lxv), dominus frater 
Geraldus, abbas monasterii Sancti Martini ad Gemellos, ordinis sancti 
Augustini Ambian. dioc, promisit camere apostolice et collegio pro suo 
communi servicio vii^) flor. auri et quinque servicia consueta; sed propter 
paupertatem seu oppressionem monasterii predicti dominus noster papa voluit 

*) Ms.: Vir. 



— 73 — 

et ordinavit de voluntate et concensu dominorum cardinalium, quod hac 
vice dumtaxat non teneatur de dicta summa solvere camere et coUegio 
nisi lil • L flor. et v servicia pro rata ; solvendo medietatem in festo Beate 
Marie Magdalene proximo et aliam medietatem in alio simili festo anno 
revoluto. Alioquin etc. 

{In margine:) XVI card. 

Oblig. 20. fol. CXViii r. 



117. 

Anwendung der Bestimmungen Johann XXII^) über die Zahlungspflicht der 
Nachfolger eines Prälaten bei Translationen, woraus sich minutiöse Ver- 
rechnungen ergeben. 1867 Septembr. 17. 

Anno quo supra, die xvii mensis Septembris, dominus Reginaldus, 
dudum episcopus Ulixbonen., nunc Eduen., recog^ovit pro suo communi 
servicio per dominum Guillermum immediatum predecessorem suum, nunc 
archiepiscopum Lugdun., pro dicta Eduen. ecciesia promisso et non soluto 
pro secundo termino iam elapso camere apostolice V • XV flor. auri. 

Item pro quatuor serviciis familiarium dicti secundi termini CXVI flor. 
n sol. vin den. 

Item pro unico servicio familiarium dominorum cardinalium xxxvn flor. 
XVI sol. VIII den. 

Quos quidem florenos camere domini nostri pape et coUegio dominorum 
cardinalium ac familiarium eorumdem idem dominus Guillermus, nunc 
archiepiscopus Lugdunen., solvere debet pro servicio ecclesie Eduen., cui 
prefuit, quia terminus secundus solucionis, cum de Eduen. ecciesia in 
archiepiscopum Lugdun. fuit assumptus, erat elapsus. 

Item recog^ovit pro eodem domino Guillermo, dudum Eduen. episcopo, 
nunc Lugdun. archiepiscopo, pro tercio termino nondum adveniente tempore 
translationis predicte, pro servicio per dictum predecessorem promisso et 
non soluto vi • lxxx flor. auri camere dicti domini nostri pape et pro quatuor 
serviciis familiarium CLI flor. n sol. vin den. 

Item pro uno servicio familiarium *) [cardinalium] eorumdem xxxvil flor. 
xvn sol. vni den. 

De quo ultimo et tercio termino idem Reginaldus, dudum Ulixbonen., 
nunc Eduen. episcopus, debet integraliter respondere, quia nondum venerat 



*) Vergl. Kirsch, Seite 18 und ig. 
*) Ms, hat Mwei Mal familiarium. 



— 74 — 

dictus terminus faciende solucionis, quando translatus fuit dictus dominus 

Guillermus ab Eduen. ad ecclesiam Lugdunen. 

Item promisit pro suo communi servicio dicte ecclesie Eduen. im • LXXX 

flor. auri et quinque servicia consueta, solvendo predictos per ipsos debitos, 

recognitos et promissos a festo Omnium Sanctorum ad annum M flor. reci- 

piendos et deducendos pro rata serviciorum familiarium de predictis et M 

et II flor. de anno in annum, annis revolutis, quousque fuerit plene satis- 

factum; et in anno ultimo, si quid [de] ultima quantitate dictorum M * il flor. 

debetur. 

Oblig. 20. fol. Lxxix r. 



118. 

Eine Obligation von 2600 Goldgulden wird auf 24.00 Goldgulden herabgesetzt^ 
weil die Bücher der Kammer ergeben ^ dass die Kölure Summe irrthümlich 
angesetzt worden war, 1868 Decembr« 9. 

In margine der Verpflichtung eines Bischofs vom 16, luL 1363 für 
2600 flor, steht: 

Die IX Decembris anni Lxvni fuit correcta per dominum camerarium 
domini pape ad duo mil. iiii, cum plus non reperiuntur in libris antiquis 
camere; presentibus dominis Eblone ac P. Dalbiait (?) et me Helia de con- 
sensu procuratoris dicti episcopi. 

Oblig. 35. fol. 91 r. 



1 19. 

Ausführliche Anweisung des Cardinalkämmerers an einen Abt über die 
Ernennung eines Prälaten, wobei ausdrücklich lurvorgelioben wird, dass die 
Emennungsbullen erst nach gethätigter Obligation dem Ernannten ausgeliefert 
werden dürfen. Der Cardinalkämmerer vertritt den päpstlichen Kämmerer 
in dieser und anderen Sachen, weil Letzterer von der Curie abwesend ist. 

1870 August. 7. 

Guillermus etc. religioso viro priori generali ordinis Camaldulen. salutem 
in Domino. 

Exhibita nuper in consistorio publico pro parte venerabilis in Christo 
patris domini, fratris Johannis, abbatis monasterii sancti lohannis de Burgo 
Sancti Sepulcri, dicti Camaldulen, ordinis, Civitatis Castelli diocesis, coram 
sanctissimo in Christo patre et domino, domino Urbano digna Dei provi- 



— 75 — 

dencia papa quinto peticio continebat, quod cum idem^) abbas propter 
malivolam et malignam obsistenciam emulorum de partibus Ulis in commisso 
sibi monasterio predicto^) regimine profficere (sü) nequeat, et propterea 
cuperet in prefati domini nostri pape vel eiusdem commissarii manibus 
regimini cedere memorato, et pro parte ipsius fuit eidem domino nostro 
humiliter supplicatum, ut cessionem huiusmodi admittere vel admitti mandare 
de speciali gratia dig^aretur, idemque dominus noster postulacionem eiusdem 
domini abbatis annuens, et indempnitati dicti monasterii ^) cupiens providere, 
vobis commiserit, ut, si vocato dicto domino Johanne, premissa inveneritis 
veritate fulciri, et quod circa ea nuUa coactio vel pravitas intercedat, vel 
vos auctoritate apostolica huiusmodi resignacionem in partibus recipiatis et 
eciam admittatis, et subsequenter eidem monasterio, longe ne^) vacacionis 
incommoda deploret, de persona religiosi viri fratris Bartholomei Bencii, 
monachi dicti ordinis, eumdem ordinem, ut asseritur, expresse professi et in 
sacerdatio constituti, qui fidedignorum testimonio multipliciter commendatur, 
si eum ad hoc post diligentem exeminacionem (sie) idoneum esse repereritis, 
alioquin de persona alia dicti ordinis ad id ydonea, que eidem monasterio 
preesse valeat et prodesse, super quo vestram conscienciam oneramus*), 
auctoritate apostolica predicta provideatis, preficiendo ipsum fratrem Bar- 
tholomeum vel personam prefatam dicto monasterio in abbatem sibique 
curam et administracionem eiusdem monasterii in spiritualibus et temporalibus 
plenarie committendo, prout in litteris apostolicis inde confectis, quas vobis 
mittimus una cum presentibus, videbitur plenius contineri. Et cum de antiqua 
et laudabüiter approbata consuetudine, prout vos ignorare non credimus, 
omnes prelati per sedem apostolicam vel eius auctoritate promoti, post 
promocionem huiusmodi de ipsarum prelaturarum redditibus ecclesiasticis 
unum commune servicium apostolice camere et collegio dominorum cardi- 
nalium et quinque servicia minuta familiaribus et officialibus dicti domini 
nostri pape et ipsius coUegii consueverint et teneantur promittere et offerre, 
ac se pro illis solvendis camere, collegio et familiaribus et officialibus 
predictis in certis peremptoriis terminis, ad hoc eisdem assignandis, efficaciter 
obUgare, et prefatum monasterium sancti lohannis de Burgo Sancti Sepulcri 
in libris camere et coUegii predictorum ad octuaginta tres florenos auri 
ponderis camere apostolice pro communi servicio et quinque minuta servicia 
consueta reperiatur esse taxatum, tenore presentium vobis committimus et 
in virtute sancte obediencie districte precipimus et sub pena trescentorum 



*) UebergeschrUben, 
*) Ms.: oneravit. 



- 76 - 

floren. auri exhigendorum a vobis, si amiseritis seu aliter distuleritis con- 
tumaciter adimplere, quod mandamus, quatinus antequam litteras apostolicas 
super provisione per vos eidem monasterio auctoritate apostolica facienda 
confectas, quas vobis una cum presentibus transmittimus, ut prefertur, dicto 
fratri Bartholomeo, si de ipsius persona, vel alicui persone, de qua eideim 
monasterio secundum tenorem litterarum predictarum apostolicarum duxeritis 
providendum, vel alicui pro ipsis tradatis, aut ex eisdem litteris valeat 
quoquo modo se iuvare, ab eodem fratre Bartholomeo, si de ipsius persona, 
vel ab alio de cuius persona eidem monasterio provideritis, promissionem 
et obligationem dictorum octuaginta trium floren. pro communi servicio 
camere apostolice et collegio et quinque minutorum serviciorum consuetorum 
familiarium et ofBcialium predictorum per dictum fratrem Bartholomeum, si 
de ipsius persona, vel per alium, de cuius persona per vos provideri eidem 
monasterio contingerit, nee non aliorum octuaginta trium florenorum auri 
et quinque serviciorum minutorum camere collegio familiaribus et oflicialibus 
eisdem pro domino fratre lohanne supradicto predecessore suo faciendorum 
iuramentumque illius in firmam obligationem, in forma in talibus fieri con- 
sueta, de solvendo camere et collegio ac familiaribus et oflicialibus predictis 
aut deputatis vel deputandis ad hoc a nobis et reverendo in Christo patre 
domino Amaldo archiepiscopo Auxitan. domini pape camerario, a Romana 
curia nunc absente, cuius absenciam in hac parte nos supplemus^), in Romana 
curia, ubicumque fuerit, suis pericuUs et expensis videlicet dictas pecuniarum 
quantitates una cum serviciis consuetis infra tres terminos competentes, 
vestro arbitrio prefigendos, dum tamen biennium non excedant, a tempore 
obligacionis sie faciende computandos, auctoritate nostra et ipsius domini 
camerarii dicti domini nostri pape ac camere, collegii, familiarium et ofli- 
cialium predictorum nominibus ab eodem fratre Bartholomeo, si de ipsius 
persona, vel ab alio, de cuius persona eidem monasterio provideritis, reci- 
piatis cum renunciacionibus, submissionibus, penis seu vinculis ac modis, in 
talibus apponi consuetis, et aliis opportunis et debitis, extunc in eum ac 
etiam in successores suos, si in solucione huiusmodi vel ipsarum aliqua in 
terminis sibi prefixis deflecerit, suspensionis ab officio et dignitate abbaciali 
ac administracione spiritualium et temporalium dicti monasterii excommunica- 
cionisque sentenciam, canonica monicione premissa, proferetis. Nos enim 
nostro et camerarii domini pape nominibus super omnibus suprascriptis 
vobis plenam et liberam per presentes concedimus potestatem^), quicquid 
autem in premissis feceritis et obligacionem quam exinde receperitis in 

*) Siehe oben NN. 32, 34, 37, 38 und 38^- 
*) U eher geschrieben» 



— n — 

publicam formam redactam, nobis infra tres menses, a die obligacionis 
predicte in antea computandosj expensis illius, quem in abbatem dicti 
monasterii prefeceritis, ac prefato domino camerario ad Romanam curiam 
transmittatis. In quorum etc. 

Datum apud Montemflasconem die vn mensis Augusti, anno a Nati- 
vitate Domini Millesimo CCC • LXX, indictione viii pontificatus etc. anno octavo. 

I. flor. n gross. Dominus L. habuit flor. 

1870 August. 8. 

Die vill mensis Augusti, anno LXX, recepit litteras proxime iunctas 

cum litteris super hoc confectis venerabilis pater dominus frater Bartholo- 

meus, abbas monasterii de Caucignano, qui promisit et iuravit etc. in forma; 

presentibus lohanne de Comhem et Johanne de Brandio, clericis Basilien. et 

Remen. diocesium. 

Ob Hg. 39. fol. xim r. 

VergL NN, 114 und ii^, 

120. 

Der Cardinalkämtnerer ertheilt einem Prälaten Quittung über die Zahlung 
eines Tkeiles der dem heiligen Collegium zukommenden Hälfte des servitium 
commune, sowie eines Theiles des servitium minutum pro familiaribus. Für 
den noch schuldigen Restbetrag ertheilt er dem Prälaten Ausstand, 

1886 MaU 2. 

\Prorogacio\ abbatis monasterii sancti Adalberti Egmonden., Traiceten. 
diocesis. {In margine.) 

Nos Nicolaus etc., quod venerabilis in Christo pater dominus lohannes 
Dei gratia abbas monasterii sancti Adalberti Egmonden. Traiecten. diocesis, 
ordinis sancti Benedicti, pro parte partis sui communis servicii in quo camere 
coUegii dictorum dominorum cardinalium sub certis penis et sentenciis racione 
dicti sui monasterii existit efBcaciter obligatus, centum flor. auri de camera 
et pro parte partis unius minuti servicii consueti debiti pro familiaribus et 
oiBcialibus dicti collegii sex similes floren. solidos sexdecim et denar. octo 
monete Romane nobis et familiaribus et officialibus dicti collegii per manus 
lohannis Terdona, clerici dicte Traiecten. diocesis, die date presencium 
tempore debito solvi fecit realiter cum effectu. De quibus sie datis etc. 
Verum intellecta mole gravaminum pro parte dicti venerabilis patris domini 
lohannis abbatis coram nobis exposita, que ipsum ad solvendum id, in quo 
camere et familiaribus et officialibus dicti collegii pro residuo dictorum 
communis et minuti serviciorum remanet efficaciter obligatus, reddunt veri- 
similiter impotentem, auctoritate dicti collegii, nobis in hac parte concessa. 



- 78 - 

terminum faciende solucionis residui dictorum serviciorum usque ad festum 
Assumptionis beate Marie Virginis proxime futurum etc. Ita tarnen etc. 
In quorum etc. 

Dat. lanue, sub anno a Nativitate Domini M • ccc • Lxxxvi, indictione 
nona, die secunda mensis Maii, pontificatus anno nono 

flor. n. gross, n {pro sigillo). 

Oblig. 47. fol. 15 V. 

Vergl, Brom, Bullarium Trajectense (Haga-Comitis, Martinus Nijhof i8gis) Tom, II. 
pag. S2S No, XIV, 

121. 

Der Cardinalkämmerer ertheilt einem Prälaten Quittung über die zu rechter 
Zeit erfolgte Schlusszahlung aus den Schulden seiner Servitien, 1886 Oetobr» 5. 

Nos Franciscus etc. quod venerabilis in Christo pater frater lohannes 
abbas monasterii sancti Adalberti Egmonden., ordinis sancti Benedicti, 
Traiecten. diocesis pro complemento etc. vigintiquinque flor. auri de camera 
et pro complemento unius minuti servicii unum floren. sol. tregintatres den. 
quatuor monete Romane per manus etc. lohannis de Deft. tempore debito 
solvi fecit realiter et cum effectu. 

Dat. lanue anno a Nat. Dom. M • ccc • Lxxxvi, ind. nona, die quinta 
mensis Octobr. etc. 

flor. I. gross. II (pro sigillo). 

Oblig. 47. fol. 26 V. 

122. 

Genaue Bestimmungen über die Verrechnung der Zahlungen eines Prälaten, 
der ausser seinen eignen Servitien auch noch solche seiner Vorgänger zu 
zahlen hat. c» a. 1390» 

Qualiter solvi debeant recognita. (In margine.) 

Nota, quod quandocumque termini dantur obligantibus se camere 
apostolice et sacro collegio cardinalium pro communibus et minutis serviciis 
prelatorum et pro recognitis eorum predecessorum et utitur istis verbis, vide- 
licet : Et recognita in similibus modis et terminis annis revolutis, — intelligitur, 
quod anno quolibet ipse promotus prelatus, solutis suis primo propriis commu- 
nibus et minutis serviciis camere et collegio, solvat unum integrum recognitum, 
videlicet totam taxam ecclesie seu monasterii et quinque integra minuta 
servicia, eciam si unum ex recognitis, — si plura habet recognita, — non 



— 79 — 



ascenderet ad ipsam taxam ; et tunc id, quod plus solveret usque ad taxam 
ecclesie seu monasterii ultra quam ascendat unum recognitum, recipi debet 
in partem solucionis communis et minuti alterius recogniti remanentis. 

Oblig. 57. Auf einem freien Blatte zwischen Index und Text. 

(Bonif. IX). 



123. 

Der Prior van Camaldoli verpflichtet sich, 200 Goldgulden ^) für sein servitium 
commune und fünf servitia minuta consueta zu zahlen, 1891 Mart« 21« 

\Obligatio\ prioris heremi Camaldulensis. {In margine) 
Anno, indictione etc, quibus supra, venerabilis vir dominus Bartolomeus 
archydiaconus, tamquam principalis et privata persona, obligans se et sua 
beneficia camere et coUegio, promisit eisdem pro communi servitio venerabilis 
patris, fratris Andree, prioris heremi Camaldulensis dicti ordinis, ducentos 
floren. auri de camera et quinque servitia consueta. Solvendo medietatem 
in festo Nativitatis beate Marie Virginis proxime futuro, aUam medietatem 
in festo Resurrectionis Domini Nostri Ihesu Christi ex tunc proxime secuturo; 
et in primo termino producere mandatum sufficiens de obUgando se de novo 
vel ratihabitionem obligationis huiusmodi. Alioquin etc. iuravit etc. xvm card. 

Oblig. 48. fol. (Cl r.) 119 r. 

*) Im Jahre I2g8 betrug das Servitium 1000 Goldguiden. Vergl, Kirsch, pag, 18 (Oblig, 8, 
letzte Seite), 

124. 

Ein bis dahin von allen Servitien freies Kloster wird auch fiir die Zukunft 
propter paupertatem von allen Servitien befreit, 1892 April» 6. 

Miseratione divina Guillermus tituli Sancti Stephani in Celio Monte 
Sancte Romane Ecclesie presbiter cardinalis et Franciscus archiepiscopus 
Narbonen., domini pape et sacri coUegii reverendissimorum in Christo patrum 
dominorum eiusdem Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarii, venerabili 
patri domino fratri Philipo {sid) abbati monasterii beate Marie de Campania, 
ordinis Cistercien., Cenoman. diocesis, salutem in Domino. 

Paupertati et indigencie, quibus prefatum monasterium vestrum hodie 
propter mortalitatum et guerrarum pestes, que in Ulis partibus viguerunt, 
nimium gravatur, pro compacientes affectu, vos et monasterium vestrum 
prelibatum, quod in libris camere apostolice nee ipsius collegii minime 



— 8o — 

repperitur taxattun, a prestatione comunis {sie) et quinque minutorum servi- 
ciorum ipsis camere et collegio ac familiaribus et officialibus domini nostri 
pape et dominorum cardinalium predictorum dari et ofTerri per prdatos 
quoscumque, auctoritate apostolica promotos, loco annate seu vacantie 
consuetorum de special! mandato sanctissimi in Christo patris et domini 
nostri, domini Clementis divina providencia pape vn facto nobis super hoc 
oraculo vive vocis, duximus liberandos, et etiam liberamus in hac vice per 
presentes. Quocirca gentibus et officialibus camere et collegii predictorum, 
qui nunc sunt et erunt pro tempore, tenore presencium districtius inhibemus, 
ne vos, monasterium ipsum, neque vestros successores in eodem aut vestra 
vel eorum bona occasione premissorum inquietent seu molestent quoquomodo. 
Quod si secus egerunt, omnia volumus et mandamus totaliter visis presen- 
tibus revocari ac impedimenta quecumque forsan propter hoc apposita 
removeri. Alioquin nos ad statum debitum reducere et totaliter mediante 
iusticia curabimus revocare. In quarum (etc,) 

Datum. Avinion. die VI mensis April., anno nonagesimo secundo, ponti- 
ficatus anno quartodecimo. P. Borrerii. I fl. ii gr. 

Oblig. 43. fol. xvn r. 

125. 

Bestimmung Benedict XIII , dass die Zahlungstermine in Zukunft von 6 zu 
6 Monaten laufen sollen. 1397 Ion» 20» 

Hie fuit facta constitutio per dominum nostrum papam Benedictum Xiil 
de solvendo a cetero de vi mensibus in vi mensibus ut ibi. Ideo sie ponere 
amodo in omnibus obligationibus recipiendis etc. nisi aliter de speciali 
gratia erga aliquos ordinetur etc. 

Oblig. 49. fol. CVI V. 



VergL No. 128. 



126. 



Johann XXIII er las st eine Verfügung, wonach er für die nächsten fünf Jahre 
von den französischen Prälaten nur die Hälfte der Servitien beansprucht, 
wegen des grossen Elendes, das in Frankreich herrsche. Er verordnet weiter, 
dass die Verfügung rückwirkende Kraft habe und dass die Schulden eines Prä- 
laten nicht auf den Nachfolger übergehen sollen, wenn eine Kirche oder Kloster 
zum zweiten oder dritten Male in einem, Jahre frei werden sollten. Schliess- 
lich bestimmt er, dass Kirchen oder Klöster, deren Einkommen 200 Pfund 
Tumosen nicht überschreite, von den Servitien befreit seien. e. a« 1413. 



— 8i — 

Sanctissimus dominus noster, pensatis guerrarum cladibus atque variis 
dispendiis, quibus, proth dolor 1 regnum Francie in hiis temporibus (141 3) 
contrititur pio ei compaciens affectu, non vult nee intendit levari seu recipi 
ultra medietatem fructuum primi anni seu communium et minutorum servi- 
ciorum ecclesiarum seu abbaciarum, que in ipso regno et patrea {sie) 
Delphinatus vacaverunt usque ad quinquennium ; quam medietatem vult 
levari atque exsolvi pro media parte infra octo menses a die habite posses- 
sionis pacifice computandos, pro alia vero medietate infra alios menses octo 
subsequentes. Et idem vult et intendit observari circa iam promotos et 
assumptos, a tempore assumptionis eiusdem; nee debitum huiusmodi in 
successorem in ecelesia vel monasterio transeat; set si bis aut pluries infra 
eumdem annum una ecelesia vel monasterium vaeaverit, vult et ordinat, quod 
non solvantur conmiune et minuta servicia nisi semel; de ceteris autem 
dignitatibus, personatibus et benefieüs secularibus et r^^laribus quibus- 
cumque, que auetoritate sedis apostolice conferantur, preterquam vigore 
graciarum expeetativarum. 

Item ordinavit idem dominus noster, quod de cathedralibus ecclesüs 
et monasteriis, quorum valor cc libr. Turonen. parvorum non excedunt (sie) 
seeundum communem extimationem, communia et minuta servicia non 
solvantur. 
Oblig. 55-^- nicht foliirt. Blatt hinter dem verbundenen Index. 

127. 
Neutaxirung von Mainz und Trier auf je 10 000 Goldgulden, 1420 lanuar. 5. 

Taxatio ecclesie Maguntin. {In margine) 

Die Veneris quinta lanuar., pontific. ut supra anno tertio, reverendis- 
simus pater dominus cardinalis Venetiarum, camerarius collegii reverendissi- 
morum in Christo patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium, 
precepit michi, lo. de Reate, ut in libris collegii scriberem, ecclesiam 
Maguntin. per dominum nostrum Martinum papam quintum et collegium 
dominorum cardinalium ad decem milia florenorum auri de camera ea die 
extitisse taxatum. 

Et similiter de ecelesia Treveren. actum esse et fieri debere dixit. 

lo. de Reate. 
Oblig. 62. fol. xnn r. 

Oblig. 58. fol. Lxxxxv v. steht dasselbe, nur ausführlicher: 
. . . quod sanctissimus in Christo pater et dominus noster, dominus 
Martinus papa quintus habita super hoc deliberaeione matura cum reveren- 

Baumgarten, Finanzverw. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. ^ 



— 82 — 

dissimis in Qiristo patribus dominis S. R. E. cardinalibus collegialiter, die 
quinta mensis lanuarii predicti, in concistorio {sie) secreto congr^jatis, Maguntin. 
et Treveren. ecclesias . . . taxavit . . . 

128. 

Verpflichtung eines Abtes seine fterkömmlichen Servitien zu zahlen unter An- 
wendung der Verfögung vom 20, Juni 1397, dass die Theilzahlungen von 6 
zu 6 Monaten zu erfolgen haben, 1422 Decembr. 24. 

{Obligatio S\ Marie Gripte Ferrate Tusculan. dioc. {In margine.) 
Die lovis xxiin dicti mensis Decembr., xv indictione, venerabilis pater 
frater Franciscus abbas monasterii sancte Marie Gripte Ferrate, ordinis sancti 
Basilii, Tusculan. diocesis, Ecclesie Romane in mediate subiecti, personaliter 
promisit camere et collegio pro suo communi servicio quadringentos florenos 
auri de camera, ad quos monasterium ipsum taxatur, et quinque minuta 
servicia consueta; solvendo medietatem promissi hinc ad sex menses pro- 
xime futuros, et reliquam medietatem infra alios sex menses extunc proxime 
secuturos. Submisit se etc., renunciavit etc., obligavit etc. et iuravit in forma. 
Et reverendissimus dominus vicecamerarius tulit sententias in scriptis. Actum 
Rome apud Sanctum Petrum presentibus etc. 
(In margine:) Card, vim et im [flor] 

Oblig. 60. fol. XXVII V. 

Vergl, No, I2j, 



V. Die Visitationen» ihre Berechnung*» Vereinnahmung 
und Vertheilung. Untersuchungen über Verpflichtungen einzelner 

Prälaten zur Zahlung von Visitationen. 

129. 

Vertheilung von 20 Pfund Tumosen, die der Abt von Marmoutiers dem heiligen 
Collegium bei seiner Visitation zu wenig bezahlt hatte. Er war gezwungen 
worden dieselben zu hinterlegen und dieselben sollten verfallen, wenn er bis 
Weihnachten nicht nachwiese y dass er nur 180 statt 200 Pfund zu zahlen 
brauche, 1298 Decembr. 25. 

De XX libr. Tur. in floren., computato floren. pro X sei. et medium, 
solutis per abbatem Maioris Monasterii Turonen. pro complemento visitacionis, 



- 83 - 

quam nuper fecit Reate coUegio XV cardinalium, qui in dicta visitacione 
continentur, habuit quilibet per manus dictorum mercatorum Clarentinorum 
II flor. et XVI sol. et med. Provis. 

(In margtTte:) Attende. Distribute fuerunt dicte XX libr. deposite per 
abbatem Maioris Monasterii Turonen. 

Oblig. lA. fol. i6 V. 

Si€h€ unten No, isi. 

130. 

In der ceäula vom 18. Mai 1800 über die visitatio archiepiscopi Rothomagen. 
betreffs gezahlter 500 Goldgulden heisst es: 

De aliis vero V flor., quos in eodem festo solvere debuit, habet inducias 
prorogatas. 

In vigilia Assumptionis beate Virginis (August. 14) zahlte er pro com- 
plemento visitationis 452 flor. auri promissos. 

Zwischen beiden Terminen war Cardinal Neapoleo Ursinus de Urbe 
von der Curie fortgegangen in seine Legation (Maii 27 in Marchiam Anco- 
nitanam et ducatum Spoletanum). Da der Termin fiir die Zahlung des 
compUmentum visitationis ordnungsmässig verlängert war, so hatte er an 
der zweiten Zahlung keinen Antheil, 

Oblig. i^- fol. 23 V. und 24 r. 

Entscheidung des Cardinalscollegiums , dass der Abt van Marmoutiers in 
Zukunft nicht 180, sondern 200 Pfund Tumosen als Antheil des Collegiums 
an seiner Visitation zu zahlen habe, 1800 Oetobr. 24. 

Declaratio super visitatione abbatis Maioris Monasterii Turonen. (In 
margine) 

Die xxilll mensis Octobris eiusdem anni (1300), reverendus pater 
dominus Robertus cardinalis, camerarius coUegii cardinalium Sancte Romane 
Ecclesie, de consistorio reddiens, mandavit et fecit scribi, quod ipse mane 
exposito altercationis articulo de XX libr. Turonen. suprascriptis, quas abbas 
Maioris Monasterii Turonen. pro complemento visitacionis il libr. solvere 
renuebat, visum fuit cardinalibus et declaraverunt declaratione in perpetuum 
valitura, ut suprascripte XX libr. Turon., que sequestrate erant, collegio 
applicentur et de cetero debitis temporibus n libr. Turon. integre abbas 
dicti monasterii collegio nomine visitationis exolvat. 

Oblig. jA- fol. 25 r. 

VergL No, 12g, 



6 



• 



- 84 - 

132. 

Einzig vorkommende Visitation des Erzbischofs von Armagh. 

1801 Deeembr. 25. 

Visitatio Armachani. {In margine) 

De L marchis Sterlingorum, computata marcha pro V flor. auri, in 
quibus archiepiscopus Annachanus coUegium xvn cardinalium visitavit, 
habuit quilibet per eosdem mercatores Clarentin. Xlin flor. XXIII sol. V den. 
Provis. Nomina vero dictorum cardinalium sunt supra nominati (sie) in visi- 
tatione archiepiscopi Senonen., subtracto domino fratre N. Ostien., et additis 
dominis fratre M. Portuen. et Neapoleone cardinalibus. 

Oblig. i^- fol. 31 V. 

SUh€ unten No, ijS, 

133. 

Zahlung und Vertheilung der Visitation des Erzbischofs von Canterbury. 

1820 Februar. 11. 

Prima solutio visitationis triennalis facta per dominum Walterum archi- 
episcopum Cantuariensem. Distributa in distributione xxvn. {In margine,) 

Item anno quo supra, die XXin mensis lanuarii, dominus Walterus 
archiepiscopus Cantuariensis solvit de parte coU^um XXin dominorum 
cardinalium contingente de lil marchis argenti, in quibus debet de triennio 
in triennium Romanam Ecclesiam visitare, pro tribus annis preteritis 
LX marchas argenti in lii florenis auri, computata qualibet marcha pro 
V. florenis, per manus magistri Andree Sapiti de Florentia, procuratoris sui 
in curia Romana. Quam pecunie summam ego Vincentius suprascriptus 
die XI. mensis Februarii distribui inter XXIII cardinales, qui suprascripti sunt 
in solutione census abbatis Nancen., subtracto domino G. de Pergamo quon- 
dam cardinale ad VI. 

Notandum est, quod secundum regestra camere domini pape et cleri- 
corum eius dictus archiepiscopus dictam visitationem solvere debet pro 
pluribus trienniis, in quibus dictam visitationem solvere pretermisit, et pro 
residuo istius visitationis debet adhuc collegio^) dominorum cardinalium 
IUI • L florenos. Solvit eos die XX lanuarii de anno Domini M • CCC • xxiil 
ut infra continetur in registro. 

(In margine:) XXIII card. 

Oblig. II. fol. X r. 

Vergl, No, löi unten. Ueber Andreas Sapiti vergleiche den Aufsatz von Kirsch im Hist. 
Jahrbtich der Görr es -Gesellschaft, 

') Ms,: collegium. 



- 85 - 

134—136*- 
Vier Urkunden über die Visitation des Erzbischofs von York. 

1820 Oetobr. 27-1821 ApriL 10. 

Der Erzbischof von York zahlt seine Visitation von joo Mark Sterling, wobei 
er die Mark zu 4. Goldgulden berechnet. Der Cardinalkämmerer fordert ihn 
auf, er sollte, wie früher, j Goldgulden für die Mark berechnen, Jedoch 
entscheidet der Papst, dass beide Kammern jetzt und in Zukunft sich mit 
4. Goldgulden begnügen sollen, 

134. 

1820 Oetobr. 27. 

Solutio visitationis domini, domini Guillermi archiepiscopi Eboracen. 
Distributa in distributione xxxn. (In margine) 

Item anno quo supra, die XXV. mensis septembris, . . dominus Guillermus 
archiepiscopus Eboracen. solvit per manus magistrorum Roberti de Pinchebek 
canonici Eboracen. et Rogerii de Ak, procuratorum suorum, C*L marchas 
Sterlingorum in vi florenis auri, computata qualibet marcha pro quatuor 
florenis auri, pro parte collegium dominorum cardinalium contingente de 
visitatione trienali, quam in ill marchis Sterlingorum Romane Ecclesie de 
triennio in triennium facere tenetur. Quam pecunie summam . . ego Vincentius 
predictus die xxvil mensis Octobris distribui inter XXI dominos cardinales, 
qui supra scripti sunt in solutione census abbatis Nancen., subtractis dominis 
G. de Pergamo, Amaldo quondam Albanen. et B. de Pogeto. 

Oblig. II. fol. XI V. 



135. 

1820 Oetobr. 27. 

Verum, quia procuratores predicti solutionem huiusmodi ad rationem 

quatuor florenorum auri pro marcha qualibet tantum fecisse noscuntur, 

asserentes dictum archiepiscopum non in pluri, nee aliter pro huiusmodi 

visitatione facienda teneri, et de hoc posse fidem facere sufficientem, etiam 

per publica documenta, . . reverendus pater . . dominus Berengarius Portuen., 

qui ex iniuncto sibi officio iura coll^i tenetur in dampna preservare, sibi 

considerans maxime, quod coll^um ipsum in talibus consuevit quinque 

florenos auri pro marcha recipere et eidem exsolvi de consuetudine diucius 

observata, dictum archiepiscopum per suas patentes litteras requisivit, sibi 

nichilominus auctoritate, qua fungitur, iniungendo, quatenus infra sex menses 



— 86 — 

immediate sequentes a die supra proxime scripta computandos, centum 
quinquaginta florenos pro complemento huiusmodi sue visitationis ex causa 
premissa ad solvendum restantes, prefato coll^o persolvendos destinare 
procuret, vel alias infra dictum terminum ad hoc se Intime doceat non 
tencri. Alioquin cognoscat se reatum periurii incurrisse . . 

Datum die presentis solutionis statim supra proxime Scripte. 

Oblig. II. fol. XII r. 

136. 

1821 Hart. 23. 

Ordinatio facta super hoc per dominum papam. {In ntar^^ne) 

Post hec die xxiil mensis Marcii, de anno domini M • ccfc • xxi, dictus 

dominus Portuen. mandavit michi, Vincencio suprascripto, quod m r^stro 

scriberem, quod ipsa die predicta dominus papa in consistorio mandaverat 

dictum archiepiscopum expediri, et de solutione per ipsum archiepiscopum 

facta, computando IUI florenos pro marcha camere et coll^o supradictis . . 

Voluit idem dominus papa cameram suam et coUegium dominorum cardi- 

nalium predictorum nunc et imposterum contentari. 

Oblig. II. fol. Xll r. 

136*- 

Der päpstliche Kämfnerer quittirt dem Erzbischof e von York die Bezahlung 
seiner Visitation. Er fiihrt aus, dass er vom Erzbisc/tofe noch eine Nach- 
zahlung (s statt /f. Goldgulden fiir die Mark) Iiabe verlangen wollen, aber 
die Mittheilung des Cardinal kämmer er s, dass der Papst zu Gunsten des Erz- 
biscliofs entschieden habe, hielt ihn davon ab, 1821 April. 10. 

Quitatio visitationis archiepiscopi Eboracen. ad rationem IUI flor. pro 
marcha. [In fnargine.) 

Universis etc. Ad universitatis vestre notitiam presentium tenore 
deferimus, quod cum archiepiscopus Eboracen., qui est vel erit pro tempore, 
teneatur singulis trienniis in III marchis Sterlingorum sedem apostolicam 
visitare, fatemur, quod venerabilis pater dominus Guillermus, nunc Eboracen. 
archiepiscopus, die xxv mensis Septembr. proxime preteriti sedem ipsam 
pro uno triennio, XXVIII die eiusdem mensis proxime tunc futura terminando, 
per discretos viros magistros Robertum de Pinchebek, canonicum Eboracen., 
et Rogerium de Ak, clericum, procuratores suos ad hoc specialiter constitutos, 
cum devotione debita visitavit ac centum quinquaginta march. Sterlingorum 



- 87 - 

pro medietate cameram domini nostri pape contingentes in sexcentis flor. 
auri, pro liii flor. marcha qualibet computata, nomine et ex causa visitationis 
huiusmodi per manus procuratorum ipsorum prefate camere solvi fecit. 
Ceterum licet tunc nobis petentibus a procuratoribus antedictis, ut ad 
rationem quinque flor. pro marcha, secundum quod in talibus hactenus 
recipere consueverat camera memorata, solutionem facerent antedictam, 
prefati procuratores id facere denegarint, predictum dominum suum in pluri 
non teneri vel aliter asserentes ; nos eidem archiepiscopo per nostras duximus 
litteras iniungendum, ut infra certum per nos sibi terminum constitutum 
centum quinquaginta flor. auri pro complemento visitationis prefate ad sol- 
vendum adhuc eidem camere ex causa memorata restantes, persolvendos 
eidem infallibiliter destinaretur vel alias se ad id sufficienter ostenderet non 
teneri. Demum, quia reverendus in Christo pater dominus Berengarius Dei 
gratia episcopus Portuen., coUegii reverendorum patrum dominorum Sancte 
Romane Ecclesie cardinalium camerarius, nobis asseruit, quod exposito in 
consistorio coram domino nostro papa et coUegio memoratis pro parte 
dicti archiepiscopi negotio supradicto, idem dominus noster de consilio 
dictorum cardinalium predictorum ordinaverat in eodem, quod ad rationem 
quattuor flor. pro marcha solutione predicta facta, ut premittitur, camere 
supradicte contentari deberemus sine alio complemento. Nos assertioni dicti 
domini cardinalis fidem, sicut debuit, adhibentes, antedictum archiepiscopum, 
ecclesiam et successores suos de supradictis centum quinquaginta marchis 
Sterlingorum in sexcentis flor. auri, ad rationem quatuor flor. pro marcha, 
pro dicto triennio prefate camere, ut predicitur, exsolutis, tenore presentium 
absolvimus et quitamus, has sibi litteras sigillo camerariatus nostri munitas 
in testimonium concedentes. 

Dat. Avinion. die X Aprilis, anno, ind. et pont. predictis. 

Oblig. 5. fol. 124 r. 



137—137 



a. 



Zahlung der Visitation des Erzbischofs von Sern und Vertheilung der Summe 
zugleich mit anderen Geldern unter Cardinal Guilelmus Testa, ob schon sie 
unter seinem inzwischen verstorbenen Vorgänger Cardinal Berengarius ver- 
einnahmt worden waren, 

137- 

1828 Deeembr. 5. 

Solutio visitationis domini Guillermi archiepiscopi Senonensis. [In 

margine.) 



— 88 — 

Hec pecunie summa fuit assignata domino Guillermo Testa cardinali, 
et per nos Michaelem Ricommani^) et G. Medici distributa die v mensis 
Decembris inter XXII cardinales hie designatos. (In tnargine) 

Infrascripte due visitationes et unus census proxime sequentes recepte 
fuerunt per dominum Vincentium de Serignano de tempore domini Berengarii 
episcopi Portuen. Morte tamen ipsorum superveniente distribute non fuerunt . . 
set post obitum dicti domini Portuen. per dominum Pontium Assauti, et 
me Guillermum Medici die xxvi mensis Novembris assignate fuerunt reverendo 
patri domino Guillermo Testa cardinali, camerario collegii tunc noviter 
deputato; et postmodum de mandato suo distribute fuerunt per nos Michaelem 
Riconmiani^) et Guillermum Medici ut sequitur. 

Oblig. II. fol. XXI V. 

^) Statt: RUomanni. 

137a. 

1828 Deeembr« 5« 

Solutio visitationis domini Guillermi archiepiscopi Senonen. {In margrne) 

Hec pecunie summa fuit assignata dicto domino Guillermo Testa 
cardinali et per nos M. et G. fuit distributa die V Decembris inter XXII 
dominos cardinales hie designatos. (In tnargine.) 

Item anno quo supra, die xiii mensis Septembris dominus Guillermus, 
archiepiscopus Senonen., solvit pro visitatione biennali, quam de biennio in 
biennium Ecclesie Romane in vi libris Turonen. parvorum facere tenetur, 
pro parte collegium dominorum cardinalium contingente CCC libras Turonen. 
parvorum in vi • LXXI florenis vii solidis Vi denariis Turonen., computato 
floreno pro X solidis VI denariis Turonen., pro^) quibus collegium XXII domi- 
norum cardinalium visitavit per manus domini lohannis Godardi, capellani, 
familiaris et procuratoris sui, pro uno biennio preterito et completo in die 
presentis solutionis . . Quam pecunie summam ego Vincentius predictus 
die mensis [kleine LückeY) distribui inter XXII dominos cardinales qui supra- 
scripti sunt in alia solutione visitationis eiusdem archiepi6copi Senonen., 
subtractis dominis Guillermo de Mandagoto, . . N. de frovilla, . . Symone 
de Archiaco et B. Fredoli episcopo Tusculano. ad XVI. 

(In tnargine:) XXII cardinales. 

Oblig. II. fol. XXI V. 

*) Ms,: post. 

*) Hier muss es Juissen: die V niensis Decembris. 

138. 

Die Untersuchung über die Verpflichtung des Erzbischofs von Armagh zur 
Zahlung eitier Visitation^ auf Grund eirur einmaligen Zahlutig im Jahre ijoi, 



- 89 - 

hat sichere Anhaltspunkte nicht ergeben. Die Kämmerer wollen die An- 
gelegenheit nicht endgültig entscheiden, entbinden aber den Erzbischof von 
der Leistung, bis die weitere Untersuchung die Sache geklärt habe, 

1850 Octobr. 5. 

Commissio sive littera pro visitatione archiepiscopi Armachan. Miseratione 
divina Guillermus tituli Sanctorum llil Coronatorum presbiter cardinalis, sacri 
collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium 
et Stephanus Arelaten. archiepiscopus, domini pape camerarii, notum facimus 
universis quod, quia in regestris camere apostolice continetur, quod archi- 
episcopus Armachanus de anno Domini M • CCC * l in quinquaginta marchis 
argenti, pro quinque flor. marcha qualibet computata, collegium dominorum 
cardinalium visitavit et perinde sequatur, quod tantumdem fuit camere 
apostolice persolutum, propterea executio dicte visitationis realis et qua- 
rumdam aliarum visitationum domino Raymundo Pelegrini, predecessori 
vestro, per litteras apostolicas commissa extiterit, prout in eisdem litteris 
continetur; cumque per dictum dominum Raymundum reverendus pater 
dominus Richardus, nunc archiepiscopus Armachanus, compelleretur ad sol- 
vendam visitationem eandem debitam a dicto anno CCC • i et citra, prefatus 
dominus archiepiscopus ad apostolicam sedem accessit, et dicens se non 
teneri ad solutionem visitationum, que petebantur ab eo, peciit a domino 
nostro summo pontifici sibi et sue ecclesie super hoc iusticiam ministrari. 
Quam quidem causam prefatus dominus noster nobis commisit oraculo vive 
vocis. Nos igitur libros tam camere, quam collegii dominorum cardinalium, 
videri et examinari fecimus diligenter, nee inveniri potuit, quod dicta visi- 
tatio fuerit antea nee post soluta, nisi semel dumtaxat, sicut superius est 
expressum. Unde cum dictus archiepiscopus asserat, quod verisimiliter 
apparet, quod dicta solutio, semel facta, fuit oblatio liberalis non obligans 
ecclesiam suam ad semper, supplicavit nobis humiliter sibi et ecclesie sue 
predicte de oportuno remedio provideri. Nos enim, per ea que vidimus 
et audivimus, non intendentes ad presens negotium huiusmodi diffinire, set 
quatenus possumus dicto domino archiepiscopo de aliquali remedio provideri, 
vobis scribimus et presentium tenore mandamus, quatenus, nisi melius infor- 
mati, vobis scribamus expresse, quod predictis nequaquam obstantibus 
debeatis exigere summas debitas pro visitatione predicta, inserendo in nostris 
litteris supervenientes causas nos ad predicta monentes, cessetis a molestatione 
domini archiepiscopi memorati, reducentes ad statum debitum, si contra 
dictum dominum archiepiscopum forsitan est processum. Vos vero cum 
omni diligentia per vos vel alium seu alios in partibus illis inquiratis, si 
aliquid de supradicta visitatione invenire possitis et nobis rescribere per 



— 90 — 

vestras litteras curetis, quid inveneritis de predictis. In cuius rei testimonium 
presentes litteras fieri fecimus et sigillorum nostrorum appensione muniri. 

Dat. Avinion., die quinta mensis Octobris anno Domini M • CCC • L, 
indictione tercia, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini 
Clementis divina Providentia pape vi anno nono. 

Oblig. 25. fol. LXXI r. 
Oblig. 26. fol. 80 V. 

SUh€ oben No, iji. Von dem Ergebniss der Untersuchung ist nichts überliefert, 

139. 

Die Erzbischöfe von BourgeSy die van Alters her zur Zahlung einer 
Visitation verpflichtet waren, hatten lange Jahre nicht gezahlt. Als nun die 
Kämmerer auf diese Verpflichtung aufmerksam machten und auf künftige 
pünktliche Zahlung und Tilgung der bedeutendeft Schulden drangen, erklärte 
der Erzbischef von Bourges, dass für ihn und seine Kirche eine solche Ver- 
pflichtung nicht bestehe. Im Consistorium wurde die Angelegenheit dem 
CardinalbiscJwf von Sabhta Bertrandus zur Entscfteidung übertragen. Der- 
selbe bestätigte die Verpflichtung des Erzbischofs zur Zahlung der Visitation, 
bestimmte die Höhe der Summe für alle Zukunft und ordnete die Tilgung 
der Schulden ex aequo et bona. 1858 lul« 8. 

Nos Bertrandus promissione {sie) divina episcopus Sabinen, notum 
facimus universis, quod cum a venerabili patre domino Rogerio archiepiscopo 
Bituricen. per reverendissimum patrem dominum Guillermum divina gratia 
episcopum Tusculanum, collegii reverendissimorum patrum dominorum Sancte 
Romane Ecclesie cardinalium, et venerabilem patrem dominum Stephanum 
eadem gratia archiepiscopum Tholosanum, domini nostri pape camerarios, 
peterentur trecente libre bonorum Turon. pro visitatione singulis bienniis 
facienda, et nichilominus pro cessatione visitationum et solutionum occasione 
ipsarum pro multo tempore preterito magne pecunie quantitates, prefatus 
autem archiepiscopus assereret ad visitationem et solutionem huiusmodi 
, pecunie se et suam ecclesiam non teneri, cum numquam audivisset, quod 
predecessores sui eam solvissent, nee ab eis petita fuissent ^), nee probationes 
per dictos dominos camerarios inducte ad prestationem dicte visitationis 
sufficere videbantur. Tandem *) deducto ad consistorium huiusmodi negotio, 
sanctissimus pater et dominus noster, dominus Innocentius divina Providentia 
papa sextus, et collegium dominorum cardinalium nobis vive vocis oraculo 



*) Ms. : fuisset. 
•) Ms.: tamdem. 



— 91 — 

commiserunt ^), quod visis et examinatis dictis probationibus, et equitate pen- 
sata tarn de dicta visitatione singulis bienniis facienda, quam de arreyragiis seu 
debitis preteriti temporis pro omissis visitationibus biennalibus, ordinaremus, 
quod nobis, deliberatione habita, videretur, et quod illud, quod per nos 
ordinatum fuisset, deberet imposterum inviolabiliter observari. Nos igitur 
visis et examinatis dictis probationibus et attentis aliis, que ad infra 
scripta nostrum animum inclinarunt, ordinamus et decemimus, quod preffatus 
archiepiscopus et successores sui imposterum singulis bienniis pro visitatione 
biennali trecentos florenos auri de Florentia apostolice et dicti coUegii cameris 
solvere teneantur; cuius visitationis trecentorum florenorum prima solutio 
cedat et incipere debeat in festo Ascentionis Domini proxime sequturo (sie) 
et exinde de biennio in biennium in dicto festo similis visitatio et solutio 
perpetuis temporibus sit fienda. Volumus eciam et ordinamus ac decemimus 
et mandamus, quod, licet dictus archiepiscopus pro ommissis tam per diversos 
predecessores suos, quam per ipsum, visitationibus in magnis peccuniarum 
quantitatibus assereretur existere obligatus, ex equitate tamen pro visitatio- 
nibus illius dumtaxat temporis, quo dictus archiepiscopus ecclesie Bituricen. 
prefuit, scilicet decem annis, cum ex decem annis archiepiscopus fuit, com- 
putata et taxata qualibet visitatione in lil floren., et sie M • v floren. idem 
archiepiscopus et ecclesia Bituricen. remaneant obligati, ita videlicet, quod 
a festo predicto Ascensionis Domini anno revoluto lil flor. in dicto festo 
et subsequenter duobus annis extunc revolutis alios lii floren., et sie extunc 
de biennio in biennium, donec de predictis mille quingentis florenis integre 
satisfactum fuerit, Bituricen. archiepiscopus solvere teneatur, ut sie usque 
ad integran satisfactionem predictam mille quingentorum florenorum uno 
anno visitacio ordinaria, et alio lii floren. pro visitatione prefati temporis 
preteriti exsolvantur. In cuius rei testimonium presentem ordinationem per 
Nicolaum nostrum notarium infrascriptum in publicam formam redigi man- 
davimus et sigilli nostri appensione muniri. Lata, lecta et in scriptis privi- 
l^ata fuit ordinatio supra dicta per prefatum dominum Sabinen, ad nostra 
redden. pro tribunali sedentem in hospicio sue habitationis de Villa Nova 
Avinion. diocesis, videlicet in eins camera superiori. Anno Nativitatis 
Domini millesimo ccc • Lifl, indictione sexta, die Lune, viii mensis lulii, in 
vesperis hora consuete audiencie dicti domini Sabinen., pontiflcatus prefati 
sanctissimi patris domini Innocentii divina Providentia pape sexti anno 
primo; presentibus reverendis in Christo patribus dominis Dei gratia Petro 
Portugalen., Johanne Malleacen., Isac Aquilen. et Francisco Urbinat. episcopis, 



*) Ms.: comiserunt. 



— 92 — 

et venerabilibus viris dominis Agapito de Columpna, archidiacono Bononien., 
Petro La Tolre, canonico et sacrista Aquen. in Vasconia, et aliis pluribus 
testibus rogatis. 

Qua quidem sententia seu ordinatione pro lata, sapiens vir dominus 
Petrus de Perusio, decretorum doctor, advocatus fisci Sancte Romane 
Ecclesie, vice et nomine dicte Ecclesie ac magistri lohannis de Novayrano, 
procuratoris eiusdem fisci, quem dixit a Romana Curia iure^) fore absentem, 
ac venerabiles viri domini Guillermus de Fönte et Guillermus Textoris, clerici 
collegii dictorum dominorum cardinalium, ipsorum nomine ipsam sententiam 
seu ordinationem, in quantum faceret pro camera apostolica et dicto coU^o, 
approbarunt et ratifficarunt ac eciam laudarunt; in quantum vero esset 
contra eosdem dominum papam, cameram apostolicam et dictum coll^um, 
protestati fuerunt de gravamine et appdlarunt^). 

Ego Nicholaus quondam Chettoli de Romanis de Anxinis, apostolica 
et imperiali auctoritate notarius publicus, et nunc dicti domini Sabinen, 
scriba, ordinacioni, decreto, mandato, approbacioni, ratifficacioni, protestacioni 
ac Omnibus et singulis supra scriptis, dum agerentur, interfui omniaque^) de 
mandatis eiusdem domini mei domini Sabinen, et rogatus scripsi et in hanc 
publicam formam redegi signoque meo apposito consueto. 

Oblig. IG. fol. 79 r. 

*) Ms,: minime oder tnisericordie (mü), 

■) Ms,: appellando, 

■) Ms,: ea quem. 

Der Abschnitt „Qua quidem" ist in der Handschrift schlecht überliefert. 

Gemäss obigem Urtheilsspruche haben wir gleich im folgenden Jahre die 
erste Zahlung von Seiten des Erzbischofs : 1854 Mail 21. 

. . . prefatus dominus archiepiscopus [Rogerius Bituricen) in deducione 
dictorum mille quingentorum floren. pro primo termino dicti festi Ascensionis 
Domini proxime venientis pro parte dictam cameram contingente, die qua 
supra XXI Maii per manus domini Petri Relhac canonici beate Marie de 
Salis Bituricen. prefate camere solvi et assignari fecit CL flor. 

Oblig. lo. fol. 8i r. 

iJSS tahlt er die gleiche Summe an camera und collegium. Ebenso in den folgenden Jahren. 

140. 

Zahlung des Census der Humiliaten von Mailand im Betrage von zwei Pfund 
Gold gleich 1^2 Goldgulden und der Visitation int Betrage von jo Goldgulden. 

1366 Decembr. 24, 



— 93 — 

Anno a Nativitate Domini ftccCLX^. 

Die XXIUI mensis Decembris, anno eiusdem et pontificatus predictis, 
cum magister et fratres ordinis Humiliatorum., qui sunt et erunt pro tempore, 
teneantur annis singulis Romanam Ecclesiam visitare et pro censu duas 
libras auri solvere, videlicet medietatem camere apostolice et aliam medie- 
tatem collegio dominorum cardinalium, dominus frater Tyberius, nunc 
magister dicti ordinis, pro se et dictis fratribus unam libram auri extimatam 
ad XCVI flor. pro censu, et quindecim flor. pro visitatione pro anno Domini 
M.CCC'LX proxime preterito^) cameram ipsam contingente, per manus 
Marchi de Gussiano de Mediolano, mercatoris Avinion., solvi fecit et assignari. 

Oblig. IG. fol. 86 V. 

Vergl, No. 164 unten, 
*) Im Ms, noch pro per. 



VI. Der Census fttr das Königreieh beider Siellien beziehungsweise 

fOr das Königreieh Neapel alleine. 

141. 

Banifaz VIII bestätigt den Empfang der Kronen und sonstigen Kronkleinodien 
Carl II, die ehemals dem heiligen Stuhle für den census verpfändet worden 
waren, ihm jetzt aber für 20 000 Unzen Gold verkauft worden sind, 

1299 Iun«2 Anagniae« 

Carissimo in Christo filio C, regi Sicilie illustri. 

Venit nuper ad presentiam nostram dilectus filius nobilis vir Sergius 
Siginulfus de Neapoli, miles, nuntius tuus, et assignavit nobis ex parte tua 
Coronas et quedam alia iocalia pretiosa, que preteritis temporibus cum 
quibusdam aliis iocalibus pro sexdecim milibus untiarum auri ad generale 
pondus regni Sicilie, debitis apostolice sedi de censu regni eiusdem pro 
duobus terminis ab olim transactis, ipsi sedi impignorata fuerunt, queve 
Coronas et iocalia nuper, dum eras Anagnie, pro viginti milibus untiarum 
auri ad dictum pondus nobis et Romane Ecclesie vendidisti; de quibus 
viginti milibus untiarum auri per nos et ipsam Ecclesiam est tibi per 
solutionem veram et integram satisfactum, predictis sexdecim milibus unci- 
arum a te prefate sedi, ut predicitur, in excomputum satisfactionis huius- 
modi non deductis. Nos itaque presentium tenore fatemur, coronam et 
iocalia supradicta a prefato milite fuisse nobis tuo nomine assignata et a 



— 94 — 

nobis recepta, quodque sumus de huiusmodi coronarum et iocalium vendi- 
torum facta nobis assignatione content!. Tu tarnen ad solvenda dicte sedi 
predicta sexdecim milia untiarum remanes pro prefatis duobus terminis 
obUgatus. 

Dat. ut supra (Anagnie im non. Junii, anno v). 

Reg. Vat. No. 49. fol. CLira v. cap. CLXXvn. 
Registres de Boniface viii No. 3057. 

141*- 

Bonifaz VIII gewährt dem Könige Carl von Neapel Aufschub fiir die 
Zahlung des rückständigen Census in der Höhe van 8334.0 Unzen Gold, 

1801 Ion. 29 Anagniae« 

Carissimo in Christo filio Carolo regi Sicilie illustri. 

Ex parte tua fuit nobis humiliter supplicatum, quod cum pro censu 
octomilium unciarum auri ad generale pondus regni Sicilie singulis annis 
per te Ecclesie Romane debito secundum computationem, dudum solenniter 
factam per ministros camere nostre cum ofiicialibus tuis ad hoc specialiter 
deputatis, tenereris ipsi Ecclesie pro tempore preterito, quo extitit in ipsius 
census solutione cessatum, usque ad festum Apostolorum Petri et Pauli 
proxime transactum, quod fuit anno Domini M*CCC, in unciarum auri ad 
octuaginta quinque milibus et trecentis quadraginta ad generale memorati 
regni pondus, et huiusmodi octuaginta quinque milia trecentas et quadra- 
ginta \jincias\ in ipso transacto festo comode nequiveris solvere, nee ea 
etiam in presenti festo ipsorum Apostolorum, quod est hodie dat. presencium 
in anno Domini M • CCCI, solvere valeas nee solvere posse confidas propter 
g^errarum strepitus et inimicorum insultus, quibus resistere ipsosque repellere 
pro defensione ipsius regni necessario te oportet, ac propter varia diversaque 
incumbentia tibi negotia necnon gravia onera expensarum, que urgente 
necessitate subiisti et subire compelleris, dilationem solutionum omnium 
predictarum octuagintaquinque milium et trecentarum quadraginta unciarum 
auri ad pondus predictum usque ad festum predictorum Apostolorum, exnunc 
primo venturum, quod erit anno Domini M • trecentesimo secundo, benigne 
concedere dignaremur. Nos itaque huiusmodi tuorum impedimentorum 
conscii et onerum non ignari, super illis paterno tibi compatientes affectu, 
ac volentes te favore prosequi speciali, tuis supplicationibus inclinati, dilati- 
onem solutionis predictarum octuagintaquinque milium et trecentarum quadra- 
ginta unciarum auri census eiusdem usque ad prelibatum festum Apostolorum 
predictorum primo venturum, tibi gratiose concedimus de fratrum nostrorum 



— 95 — 

consilio et assensu. Adicimus autem, quod per petitionem et concessionem 
dilationis huiusmodi conventiones et conditiones habite inter memoratam 
Ecclesiam et clare memorie Carolum regem Sicilie, patrem tuum, ac te, 
nullam prorsus varietatem sentiant nee immutationis dispendium patiantur, 
sed semper in sua permaneant firmitate. Volumus quoque, quod si prefatam 
supplicationem tuam et dilationem nostram ratas habueris, super hoc patentes 
litteras tuas harum seriem continentes aurea bulla munitas nobis ad ipsius 
Ecclesie Romane cautelam infra kal. mensis Octobris proxime venturas 
exhibere procures. Alioquin dicta dilatio nullius penitus sit roboris vel 
momenti. De censu vero octo milium unciarum auri nobis et eidem Ecclesie 
debito pro uno finito termino, qui est hoc die ipsius festi dat. presentium 
in ipso presenti anno Domini M«CCCI, est nobis et eidem Ecclesie per te 
satisfactum realiter^), sicut in aliis litteris nostris patentibus, ad cautelam 
tuam super hoc tibi concessis, clarius et distinctius continetur. 
Dat. Anagnie lii kal. lulii anno septimo. 

Reg. Vat. No. 50. fol. cxxil r. cap. Lxv (446). 

*) SUhe No. 142. 

142. 

Vertheilung von 20000 Goldgulden des census Siciliae des Jahres ijoi, 

1801 Septembr. 28. 

Census. {In margine) 

De XX flor. auri, solutis nomine illustris regis Sicilie domini Karoli 
secundi coUegio xvi cardinalium ^) pro censu dicti regni Sicilie, pro termino 
festi Apostolorum Petri et Pauli novissime transacto, de anno videlicet 
M • CCC primo, tradita sunt et soluta manualiter per me, Petrum de Monte- 
chiello procuratorem coUegii, cuilibet dictorum cardinalium de mandato 
reverendi patris domini Roberti Dei gratia tituli Sancte Pudentiane presbiteri 
cardinalis, camerarii dicti coUegii, M • n • L flor. auri. Nomina vero dictorum 
cardinalium sunt supra nominati (sie) in visitaüone archiepiscopi Senonen., 
subtracto domino fratre N. Ostien. et addito domino Neapoleone cardinale. 

Oblig. i^- fol. 29 V. 

*) Sieh€ No, 141, 

143 — 144. 

Bonifaz VIII gewährt Carl II von Neapel Aufschub für die Zahlung seiner 
Schulden aus dem Census in der Höhe von 93340 Unzen Gold und bestätigt 
die mündliche Gewährung des Aufschubes durch eine Bulle. Carl II 
bescheinigt den Empfang des päpstlichen Schreibens und dankt für die 
erwiesene Gnade, 



- 96 - 

143. 

1808 laL 4 NeapoU. 

Sanctissimo in Christo patri et clementissimo domino suo, domino 
Bonifacio divina providencia Sacrosancte Romane ac Universalis Ecclesie 
sunimo pontifici, Karolus secundus Dei gratia rex lerusalem j et Sicilie, 
ducatus Apulie et principatus Capue Provincie et Forcalquerii comes, cum 
omni reverencia et honore devota pedum oscula beatorum. 

Nuper a benignitate vestra obtinui licteras tenoris et | continentie 
subsequentis: 

144. 

1808 Ion. 15 Anagniae. 

Bonifacius episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo iilio 
Carolo, regi Sicilie illustri, salutem et apostolicam benedictionem. 

Olim per tuos nuncios nobis devocius supplicasti, ut cum nonaginta- 
tria milia unciarum, trecentas et quadraginta uncias auri ad generale 
pondus regni Sicilie per te nobis et Ecclesie Romane debita pro 
censu regni eiusdem de preterito tempore usque ad totum festum 
Beati Petri proximo preteritum, quod fuit in anno Domini millesimo 
trecentesimo secundo, solvere non valeres propter guerrarum diutuma 
discrimina, quibus dictum r^^um erat tunc importune concussum, et 
anfractus varios et ipsarum guerrarum discriminibus impeditus, dila- 
cionem solucionis omnium prefatorum nonaginta trium milium unciarum, 
trecentarum et quadraginta usque ad festum Beati Petri proximo ven- 
turum, quod erit in presenti anno Domini millesimo trecentesimo 
tercio, benigne tibi concedere dignaremur. Nosque impedimentorum 
huiusmodi conscii et onerum non ignari, super illis patemo tibi com- 
pacientes affectu, tuis supplicacionibus inclinati, dilacionem solucionis 
omnium predictorum nonaginta trium milium unciarum trecentarum 
et quadraginta usque ad festum Beati Petri proximo venturum tibi 
graciose concessimus de fratrum nostrorum consilio et assensu. Sed 
quia propter occupaciones alias et implicaciones multiplices de pro- 
rogacione huiusmodi nostre buUate lictere non apparent, volumus et 
concedimus de ipsorum fratrum consilio et assensu, ut, non obstante, 
quod de prorogacione ipsa prefate hctere bullate non extant, perinde 
prorogacio memorata sit valida et robur obtineat firmitatis ac si super 
ea patentes et expresse nostre speciales bullate lictere apparerent, 
presentibus in ipsius testimonium valituris; et ad maiorem cautelam 
que prodesse, non officere consuevit, decemimus de ipsorum fratrum 
consilio ob defectum dicte probacionis licterarum nostrarum, que, ut 



— 97 — 

predlcitur, non existunt, te nullam excommunicacionem vel aliam 
spiritualem aut temporalem sentenciam seu penam quomodolibet in- 
currisse, ita quod tibi aut tuis heredibus et successoribus nuUum 
propterea preiudicium generetur, quodque per formam maxime con- 
vencionum habitarum inter Romanam Ecclesiam et clare memoria 
Carolum, regem Sicilie patrem tuum, ac te, nuUo unquam tempore im- 
pedimentum vel obstaculum aliquod tibi vel ipsis propterea possit obici 
vel apponi. Adicimus autem, quod per huiusmodi peticionem tuam 
et concessionem nostram dilacionis huiusmodi et alia supradicta, con- 
venciones prefate et condiciones habite inter memoratam Ecclesiam 
et eundem regem Sicilie, patrem tuum, ac te, nullam prorsus varietatem 
senciant nee immutacionis dispendiimi paciantur, sed in sua semper 
permaneant iirmitate. Volumus quoque, quod si prefatas supplica- 
cionem tuam et dilacionem nostram et alia suprascripta tibi concessa 
per nos rata habueris, super hoc patentes licteras tuas, harum seriem 
continentes, aurea bulla munitas, nobis ad ipsius Ecclesie Romane 
cautelam infra trimestre spacium, a die date presencium computandum, 
exhibere procures, alioquin dilacio et alia predicta per nos tibi con- 
cessa, nullius sint penitus roboris vel momenti. Declaramus preterea 
tenore presencium, quod octo milia unciarum auri pro censu anni 
millesimi trecentesimi primi in summa eorumdem nonaginta trium 
milium trecentarum quadraginta minime includuntur. 

Dat. Anagniae xvii kal. lulii, pontificatus nostri anno nono. 

Ego igitur, pie pater ~et domine, pro tanta gracia Beatitudini Vestre 
ad graciarum acciones reverenter assurgens, ac totum ad vestra beneplacita 
me conformans, predicte dilacioni assencio et ipsam expresse rati habicione 
confirmo, sie prefatam et alias gracias quas indesinenter a clemencia vestra 
recipio, gratitudine debita recognoscens, quod cum auxilio Conditoris Etemi 
in conspectu Sanctitatis Vestre occuram exinde dignis laudibus commen- 
dandus. In predictorum autem testimonium perpetuamque memoriam presentes 
licteras iussi fieri et aurea bulla regle maiestatis impressa typario communivi. 

Dat. Neapoli per | Bartholomeum de Capua . . militem, logothetam 
et prothonotarium regni Sicilie, anno Domini millesimo trecentesimo tercio, 
die quarto lulii, prime indiccionis regnorum | meorum anno nonodecimo. 

Archivum Castelli Sancti Angeli Arm. II caps. 5 n. 9. 

Originai, Pergamtnturkunde , Sckmtr und BulU fehUn, In plka nwischm den Ukhem 
der BesUgelung: Mta, Der Name des LogothtUn Bartholomäus de Capua ist eigenhändig mit 
verschiedener Tinte eingetragen, A tergo: M XXXV, 

Siehe unten Nie, ///•. 
Baumgartsn, Finanxverw. des Card.-Coneg. im Mittriatoer. 7 



- 98 - 

145. 
Vertheilung von ijoo Pfund Provisiner des census Sidliae fiir das Jahr ijoj. 

1804 Februar* 6. 

Census. (In tnargine) 

De MV libr. Provis., solutis racione ^) census Apulie pro proxime trans- 
acto festo Petri Apostoli anni CCC • III, ex parte serenissimi principis domini 
Caroli secundi, lerusalem et Sicilie regis illustris, facta est divisio inter 
XVIII dominos cardinales, quorum nomina superius in divisione dicti census 
capitulo xuni continentur. Et habuit quilibet per dictos mercatores Qa- 
rentin. LXXXlll libr. vi sol. et vni den. Provis. 

Oblig. I^- fol. 42 r. 

1) Steht Mttfci Mal in der Hanäsckrifl, 

146. 

Vertheilung van jooo Unzen Gold des census Sidliae fiir das Jahr 1304. 

1804 Oetobr. 2. 

Census Sicilie.*) (In margine.) 

Die II mensis Oetobr. eiusdem anni (1304) facta est divisio de censu 
infrascripto : 

Solvit magnificus princeps dominus Carolus, Sicilie rex illustris, Romane 

M 

Ecclesie vi unc. auri, qualibet uncia pro v floren. auri computata, de parte 
census viii unc. auri eidem Ecclesie debiti ratione dicti regni, de termino 
festi Beati Petri Apostoli proxime preteriti, videlicet presentis anni CCC • IUI; 
de quibus vi unc. auri ad collegium cardinalium Sancte Romane Ecclesie 

M 

III pervenerunt, que distributa sunt eisdem dominis cardinalibus qui xvn 
sunt numero, qui de censu predicto percipiunt. Et habuit quilibet cardi- 
nalium per camerarium suum per me Petrum procur. dicti collegii, eis 
manualiter conumeratos et traditos, VIII • LXXXII flor. auri XXII sol. IUI den. 
Cortoven. Nomina vero dictorum cardinalium sunt supra nominati (sie) in 
visitatione archiepiscopi Remen., subtracto domino fratre N. Ostien. episcopo 

cardinale. 

Oblig. i^- fol. 45 v. 

*) Von anderer Hand beigefikgt: pro pcrtione dominorum cardinalium. 

147. 

Vertheilung von 1000 Unzen Gold des census Sidliae fiir das Jahr 1304.. 

1804 Novembr. 10. 

Census Sicilie. (In margine.) Die X mensis Nov. eiusdem anni. 

Soluta sunt li unc. auri Romane Ecclesie pro parte magnifici principis 
domini Caroli, illustris regis Sicilie, uncia qualibet pro v flor. auri computata, 



— 99 — 
pro complemento census VIII unciarum auri pro termino festi Beati Petri 

1 Cl M 

Apostoli proxime preteriti huius presentis anni CCC-ini; de quibus II unc. 
mille unc. ego Petrus de Montechiello, archidiaconus Claromonten., procurator 
collegii cardinalium Sancte Romane Ecclesie, recepi et habui pro ipso 
coUegio, et alias M camerarius apostolice sedis pro futuro summo pontifice 
habuit. Divisi autem dictas M uncias inter XVil dominos cardinales, ad huc^) 
in inclusione manentes, et tradidi manualiter ego ipse camerario cuiuslibet 
dictorum cardinalium II • xcnii flor. auri optimi ponderis vn sol. et v den. 
Corton. Cardinales vero sunt supra nominati in visitatione . . archiepiscopi 
Remen., subtracto dicto domino fratre N. Ostien. episcopo cardinale. 

Oblig. i^- fol. 46 V. 

1) Im Ms, doppelt. 

Clemens V erklärt die Bemerkung , die sich in einem Briefe von Banifaz VIII^) 
über den census Siciliae befindet; dieselbe lautet: „Declaramus preterea tenore 
presentium, quod octo milia unciarum auri pro censu anni millesimi trecen- 
tesimi primi in summa eorumdem nonaginta trium milium trecentarum quadra- 
ginta minime includuntur,*' Um der Auslegung vorzubeugen, als ob der König 
diese Summe nicht gezahlt habe, bestätigt der Papst demselben, dass sie im 
Jahre 1301 gezahlt, dann aber dem Könige als Darlehen wiedergegeben 
worden sei 1806 Augost. 17 BuFdegalis. 

Eidem regi [Carissimo in Christo filio C Sicilie regi illustri). 

Olim felicis recordationis. — Dat. Burdegalis XVI kal. Septembris, 

anno primo. 

Reg. Clem. v (Edit. Bened.) No. 1149. 

^) Siehe oben No, 144 am Schlüsse der Urkunde. 



148. 

Vertheilung des census Siciliae (Apuliae) im Betrage von 4000 Unzen Gold. 

1816 Aafira8t.28. 

Nos ^\erengarius\ cardinalis, camerarius collegii, mittimus vobis per 
exhibitorem presentis sedule [sid) vm • LXIX flor. auri Vll sol. X den. Turon. 
Provis. vos contingentes de mi [sid) unciis auri solutis in XX flor., computata 
uncia pro v flor., coUegio xxill cardinalium de censu Apulie pro termino 
festi Apostolorum Petri et Pauli mensis lunii anni M • CCC • Xllll. 

Item mittimus vobis cxni flor. et medium auri xxn den. et obol. Tur. 
parvorum vos contingenfes de n • v flor. auri solutis a domino . . nostro 

585851 A'* 



— 100 — 

papa pro medietate mille unc. auri, solutarum eidem domino nostro pridie 
per gentes regis Roberti, de antiquo debito census Sicilie; que quidem 
medietas contingit collegium xxn cardinalium, ex dono facto eidem coUegio 
a domino nostro predicto de debitis censuum, serviciorum et fructuum a 
domino demente bone memorie et camera factis, et inhitis {sic)^ usque in 
diem promotionis eiusdem domini nostri pape. Sunmia huius sedule 
IX • LXXXIU flor. auri ii sol. unum den. obol Turon. parvorum. 

Oblig. 4. fol. 7 r. 

148»- 

yokann XXII beklagt sich bitter über die Nichteinhaltung des drei Mal 
verlängerten Zahlungstermins für den census Siciliae, Er hebt die grosse 
Geldnoth des apostolischen Stuhles und der Cardinäle hervor, die er nur mit 
Mühe zur Bewilligung eines weiteren Aufschubes habe veranlassen können. 
Er macht dem Konige die grössten Vorwürfe, dass er die Römische Kirche 
mit Verachtung behandele, bewilligt demselben aber schliesslich doch einen 
weiteren Aufschub bis zum folgenden Pfingstfeste, 1817 AppiL 4 Avenionis. 

Scribitur regi Roberto super dilatione sibi concessa de censu debito 
Ecciesie Romane. (Rubrica) 

Carissimo in Christo filio Roberto regi Sicilie illustri. 

Utinam fili carissime. — Nosti quidem qualiter sub iuris iurandi reli- 
gione ac excommunicacionis aliisque penis gravissimis ad solucionem census 
annui pro regno ipso Ecciesie predicte teneris. Nosti eciam, quomodo nos, 
qui zelo paterno tuarum angustarum necessitatum instantia dudum circa 
nostre promotionis auspicia de tua negligencia formidantes, ne in census 
per totum Augustum debiti solutione deficeres, proprio motu paterne tibi 
prospeximus, ut periurium et penas easdem ex defectu solutionis huiusmodi 
tunc temporis non subires. Deinde vero venientibus nunciis, per te missis, 
et de uno anno censum solventibus antefatum, nos de alio anno usque ad 
festum Resurreccionis Dominice, tunc primo futurum et nuper elapsum, et 
de tercio usque ad subsequens festum Penthecosten solutionis tibi terminum 
duximus prorogandum, fratribus nostris, licet pluribus ex eis, non medio- 
criter indigentibus census perceptione predicti, cum multa instancia ad con- 
cedendum prorogationem solutionis inductis, cuiusmodi provisionem veluti 
tibi multipliciter utilem predicti tui nuncii cum multis gratiarum accionibus 
acceptantes, solenniter tuo nomine promiserunt, quod solutio dicti census 
infallibiliter fieret in terminis prorogatis, penis omnibus in regni concessione 
contentis, specialiter repetitis eoque acto signanter, ut infra certi temporis 



— lOI — 

spacium licteras regias aurea bulla munitas approbatorias prorogationis 
petite ac concesse in forma predicta ad nostram et Ecclesie Romane cau- 
telam mictere tenereris, alioquin ipsa prorogacio nullius esset roboris vel 
momenti. Tu vero, an gratus de prorogatione huiusmodi gratia fueris, an 
nobis et ipsius fratribus post diuturae vacationis Ecclesie tedia indigencias 
nostras de censu in ipso Resurrectionis termino persolvendo relevare spe- 
rantibus compassus extiteris, an adversus imminencia tibi exinde pericula 
providi viri more provideris testimonium tibi dicas, cum nedum obmiseris 
censum ipsum in ipso termino mictere, set et excusatorem saltem ydoneum 
non curans oportuno tempore destinare, adeo eciam te in arto constituens, 
ut, dum dilatio per te peteretur ulterior, vix de prorogato tibi termino 
quatriduum superesset, quasi tibi foret, quod tamen est impossibile plenaria 
certitudo, quod tuarum portitor licterarum infra terminum absque impedi- 
mento quolibet applicaret. Non sie, fili, non sie progenitores tui, nee tu 
eciam fecistis hucusque, quinimo consueveratis, sicut erat expediens, diu 
ante terminum procuratores ydoneos ad Romanam curiam mictere, qui et 
prorogationem cum reverencia peterent, et alia facerent circa id oportuna. 
Nee videre possumus, unde nunc tanto tibi potuit prorogationis obtinende 
superesse fiducia, cum prefatis tuis nunciis in prorogationis concessione 
pretacte fuerit spes omnino prescisa de concedenda maiori. Et si de nobis 
forsitan indubitatam super hoc fiduciam habuisti, de nostra tamen tibi vita 
constare non potuit, nee, ubi vivere nos scivisses, de fratrum nostrorum 
gratia sie debuisti presumere, quod te in promptum inmictere periculum sie 
incaute etc, usqtu in finem, 

Prorogatur census usque ad festum Penthecostes. 

(Dat. Avinion. li non Aprilis.) 

Reg. Vat. No. 109. {Ich, XXII Secret an. III Tom, /.) fol. 31 v. 

cap. cxxvm. 

149. 

Cardinalkämmerer Berengaritis zahlt dem Papste seinen Antheil an dem 
census Siciliae und an den Servitien „tempore sui cardinalatus*^ aus, 

1817 Septembr. 19. 
Anno a Nativitate Domini M • CCC • xvn, die xix mensis Septembr., 
dominus Berengarius cardinalis, camerarius coUegii, assignavit domino nostro 
pape VIII . Lxxxiill flor. auri ix sol. vm den. Tur. parvorum videlicet 
viil . LXIX flor. VII sol. xi den. Tur. parvorum pro parte ipsum contingente 
de censu annuo, soluto per procuratorem domini Roberti illustris regis 



— 102 — 

e 

Sicilie, pro anno Domini M«iii*xv et residuum dicte summe pro parte 
ipsum contingente de communibus serviciis solutis per archiepiscopum ladren. 
et episcopum Leodien. 

(In tnargine:) dominus Portuen. card. 

Van anderer Hand: Anno II. 
attende, quia dominus noster habuit summam predictam in studio 
suo per manum domini Ga., qui tradidit sibi. 

Collect. Cam. No. 378. (Miscellanea Cameralia IJ17 1333) fol. i r. 

150. 

Vertheilung der Summe van 20000 Galdgulden des census Siciliae an die 
Cardinäle des Jahres 13 17. 1818 Iaiiiiar.26. 

Solutio census regni Sicilie. Distributus et solutus in mense lanuarii in 
VI cedula. (Jn margine) 

Item anno quo supra die xxmi mensis lanuarii dominus Petrus Moreti, 
capellanus domini Roberti regis Sicilie illustris, et Martinus Monerii et lohannes 
de Dompno Medardo, eiusdem domini regis thesaurarii in comitatu Provincie, 
ipsius domini regis nomine et pro ipso solverunt michi Vincentio de 
Serignano, recipienti nomine domini mei, domini Berengarii episcopi Por- 
tuensis coUegium {sie) dominorum cardinalium camerarii, et pro ipso coll^o 
IUI unciarum auri in XX florenis pro parte dictum coUegium contingente de 
censu regni sui Sicilie soluto pro anno Domini M • C&C • xvi; quam pecunie 
summam ego Vincentius predictus die XXVI mensis lanuarii distribui inter 
XXX dominos cardinales, qui supra scripti et nominati sunt in solutione 
census prepositi Sancti Petri de Fecania, subtractis inde dominis Francisco 
Gaytani et lacobo de Via cardinalibus, et posito loco ipsorum domino 
Amaldo de Via cardinäle. Nam de mandato spetiali et ordinatione domini 
pape et coUegii, factis in consistorio, facta fuit distributio de predicta 
pecunie summa pro anno domini M • CCC • XVli et inter dictos XXX dominos 
cardinales, qui anno predicto xvil in festo Sanctorum Apostolorum Petri et 
Pauli vivebant et quantum ad receptionem dicte pecunie reputabantur in 
curia residentes, licet essent absentes^) in Anglia dominus Lucas de Flisco 
et dominus Gaucelinus lohannis cardinales, salvo tarnen iure dominis cardi- 
nalibus ad quos tantum pro dicto anno xvi census solutus pertinere debebat; 
in alia solutione, que de dicto censu fieri debet pro anno domini M • CCC • XVli, 
de quo debebit fieri distributio inter XXllll dominos cardinales, qui viventes 

*) Ms,: abssentes. 



— I03 — 

in curia residebant in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno 
M • c6c • xvi. 

{In margine:) XXX cardinales. 

Oblig. II. fol. im V. 

151. 

Der coffterarius collegii Berengarius zahlt dem Papste das Legat eines 
Cardinais, sowie seine Ant heile an Census und Servitien aus, 1818 MaFt.9. 

Die IX mensis Marcii anno X"^ dominus Berengarius episcopus Portuen. 
assignavit de legato relicto domino nostro per dominum A. hone memorie 

episcopum Sabinen. M • C • xx flor. auri et XVI sol. Xl den. Tur. parvorum. 

if 

videlicet de porcione ipsum dominum A. contingente de im unciarum auri 
solutarum coUegio in xx flor. per gentes domini Roberti, regis Sicilie, pro 
censu regni sui, soluto pro termino festi Sanctorum Apostolorum Petri et 
Pauli de anno Domini M-m-xvi; fuit tamen facta distributio pro anno 
Domini M - iii • xvn inter xxxn dominos cardinales. 

Et de porcione ipsum dominum A. contingente de dono x flor. facto 
coUegio XXII dominorum cardinalium per dominum nostrum in principio 
sue creacionis, scilicet pro medietate im unciarum, domino nostro solutarum, 
per gentes domini regis Roberti, regis Sicilie, pro censu regni sui de anno 
domini 6 • lii • xvi. 

Item assignavit pro parte dominum nostrum contingente de M • v unciis 

M e 

auri solutis collegio in vii • v flor. per procuratorem domini Frederici, regis 
Trinacrie, pro censu regni sui, soluto pro anno Domini M-m*XV in festo 
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli 

m • XXVI flor. auri xim den. Tur. parvorum. 
Item assignavit pro parte dominum nostrum contingente de serviciis 
communibus solutis per dominos archiepiscopum Aquen. et Nicholaum 
abbatem Liviacen. condam, pro tempore cardinalatus ipsius domini nostri 

IUI flor. auri nn sol. xi den. Tur. parvorum. 
Istud habuit dominus noster papa et fuit positum in coflino rubro. 
{In marg) 
Collect. Cam. No, 378. {Miscellanea Cameralia ijiy 1333) fol. i r. 

152. 

Verordnung Johann XXII , dass alle in Zukunft eingehenden Summen pro 
censu antiquo zunächst fiir die ältesten Schuldjahre vertheilt werden sollen. 

1818 MaU 29. 
De veteri censu regni Sicilie. {In margine^ 



— 104 — 

Memoriale sit, quod cum de ii unciarum auri solutarum coU^o domi- 
norum cardinalium per gentes domini Roberti, regis Sicilie illustris, pro 
veteri censu regni Sicilie, qui census soivi debuerat in terminis Assumptionis 
beate Marie de annis M - CCC - Xllil et XV, dubitaretur, inter quos dominos 
et pro quibus annis et temporibus deberet distribui dictus census, reverendus 
pater dominus Berengarius Portuen. episcopus cardinalis, coUegii dominorum 
cardinalium camerarius, michi, Vincentio de Serignano, capellano suo, ex- 
presse mandavit oraculo vive vocis die XXIX mensis Maii de anno Domini 
M*C&C*XVll!, quod dictum censum in dictis U unciarum auri distribuerem 
inter xxxil dominos cardinales, qui nominatim scripti sunt infra presentem 
librum, ubi dicta solutio extitit registrata; michique mandavit eadem die 
idem dominus Portuensis, quod ad futuram memoriam registrarem, quod 
sanctissimus pater dominus lohannes papa XXII eidem in consistorio 
expresse mandaverat, quod pecuniarum summas, que ratione dicti census 
eidem domino Portuensi nomine dicti coUegii ab illa die in antea solverentur, 
distribui faceret pro prioribus annis et temporibus, quibus reperiri posset, 
quod per dominos Carolum primum et Carolum secundum a solutione dicti 
census fuisset primo cessatum, et inter dominos cardinales, qui temporibus 
et annis prioribus supradictis in terminis, quibus dictus census solvi debuerat, 
erant in curia residentes; et distributionem dicti census continuari faceret 
sub eisdem modo et forma predictis per annos et terminos postmodum 
subsequentes ^) , donec de dicto censu fuerit plenarie satisfactum. Cuius 
virtute mandati compulsus') ego Vincentius suprascriptus de premissis ut 
infra sequitur inquisivi. 

Oblig. II. fol. V V. 

*) iW>..' subssequentes. 
■) Ms,: compulssus. 



153. 

Auszahlung van Census -Antheilen verstorbener Cardinäle an die päpstliche 
Kammer^ nachdem sich keine berechtigten Erben derselben gemeldet hatten, 

1818 lul. 28. 

Anno secundo. 

Die xxviii mensis lulii , anno quo supra scilicet xvni , reverendus 
pater dominus Berengarius episcopus Portuen., camerarius coUegii dominorum 
cardinalium, assignavit per manum domini Vincencii, capellani sui, pro 
execucione domini Petri de Pipemo, condam cardinalis, de porcione veteris 
census regni Sicilie ipsum dominum Petrum contingente, qui census secundum 



— los — 

ordinacionem domini CIe[mentis] pape V, factam Pictavis, solvi debuit 
in termino Assuncionis beate Marie de anno Domini M * m • xifii 

CLXV ducatos auri vn sol. xin den. Tur. parvorum. 
Item de censu veteri dicti regni dictum dominum Petrum contingente, qui 
solvi debuit secundum eandem ordinacionem in termino Assumptionis beate 
Marie de anno Domini M * lii - xV 

CLXVI flor. auri lli sol. vil den. Tur. grossorum. 
Item assignavit manu qua supra pro executione domini lacobi de Ordine 
Minorum, condam cardinalis, de portione dicti veteris census regni predicti 
et pro predictis terminis 

CLXV ducatos auri et vn sol. viii den. Tur. parvorum. 
Item CLXVI flor. auri m sol. vii den. Tur. parvorum. 

Collect. Cam. No. 378. {Miscellanea Cameralia IJ17 ijjj) fol. i v. 

154—155. 

/. Vertheilung von 20000 Goldgulden des census Ordinarius Siciliae (Apuliae) 

för das Jahr 1315^ 

2. Vertheilung von ß2g8 Goldducaten aus dem census antiquus, 

'54' 1818 Septembr. 14. 

Solutio census veteris regni Cicilie distributi in mense Maii de anno 
Domini M • CCC • xvfll. (In margine.) 

Item anno quo supra die xi mensis Septembris nobiles et discreti viri 
dominus lohannes de Gimenacio (Lücke in der Handschrift) per manus 
Stephani Hugucionis mercatoris de societate Perusinorum de Florencia 
solverunt mihi Vincentio de Serignano, recipienti vice *) et nomine reverendi 
patris et domini mei, domini Berengarii Portuen. et Sancte Ruffine episcopi, 
camerarii collegii dominorum cardinalium, im uncias auri in xx floren., 
computata uncia pro v florenis auri, ratione census Apulie, pro termino 
festi Apostolorum Petri et Pauli anni M«CCC*xv; quem censum idem rex 
prefato coUegio pro censu Cicilie anno quolibet facere tenetur; quam 
summam florenorum ego Vincentius predictus distribui die xmi mensis 
Septembris inter xxin dominos cardinales silicet (sid) inter dominum 
lohannem papam pro tempore sui cardinalatus et xxn alios dominos car- 
dinales, qui supra scripti et nominati sunt in solutione servicii abbatis 
Vasti Monasterii, diocesis Londonien., et infra solutionem census regni 
Trinacrie in anno xix ad n, subtracto domino Luca de Flisco, cui nichil 

*) UibtrgeschrUbin, 



— io6 — 

solutum [est] de hoc censu, quia nundum {sie) reddierat ad curiam post 
coronationem imperatoris tempore, quo solvi debuit dictus census iuxta 
mandatum et ordinationem factam Lugduni per dominum nostrum lohannem 
papam, die XXI mensis Augusti amio Domini M-c£c*xvi, non obstante, 
quod post dictum mandatum habuerit portionem sibi assignatam de denariis 
datis collegio dominorum cardinalium per ipsum dominum papam in prin- 
cipio sue promotionis, quia dictam habuit portionem de denariis supradictis 
de concenssu {sie) dominorum cardinalium petito super hoc et optento. 
{/n tnargine:) XXII cardinales. 

155. 

1818 Septembr. 14. 

Item eisdem anno, mense et die, suprascripti nobiles solverunt mihi 
Vincentio predicto vice et nomine quibus supra M uncias auri, conputata 
uncia pro V florenis auri, ratione veteris census regni Cicilie debiti per 
illustrem principem dominum Carolum bone memorie, quondam Cicilie regem, 
pro quibusdam annis, quibus idem dominus Carolus obmiserat suo tempore 
solvere dictum censum, dominum Robertum Cicilie regem in termino Assum- 
ptionis beate Marie de anno domini M*ccc-xv; quam pecunie summam 
una cum M unciis auri a procuratoribus dicti domini regis Roberti receptis 
apud Lugdunum per dominum G. Formiti, tunc receptorem censuum et aliarum 
obventionum provenientium coUegium dom. card. pro termino Assumptionis 
beate Marie de anno Domini M • CCC • Xllil et post obitum dicti G. Formiti 
mihi Vincentio assignatis de domini mei, domini Berengarii episcopi Portuen. 
per dominus Bertrandum de Montelauro, camerarium, et Petrum de Ungholis, 
capellanum et scribam eiusdem domini Portuensis, die XXII mensis lunii de 
anno Domini M • ccc • xvii in v • 11 • xcviii ducatis auri ego Vincentius supra 
scriptus, de special! mandato, oretenus mihi facto per ipsum dominum meum 
Portuen., die xxix mensis Maii de anno M • CCC • xviii distribui inter XXXII 
dominos cardinales infrascriptos: 

f Dominus lohannes Bocamachi Tusculan. CLXV ducatos et CLVI 
florenos X solidos lll denarios Turonen. 

f dominus Matheus Rubel primo II • LXllll ducat. auri xil solid. III denar. 
Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen. solvi die XV mensis Marcii 
de anno millesimo trecentesimo vicesimo primo. 

f dominus lacobus de Columpna S. R. E. diaconus primo CLXV ducat. 
et CLVI floren. auri XI solid. III denar. Turonen. 

f dominus Petrus de Columpna S. R. E. diaconus CLXV ducat. et 
CLVI floren. auri XI solid. III denar. Turonen. 



— I07 — 

f dominus Gerardus de Parma Sabinen. CLXV ducat. et CLVI floren. 
auri XI solid. Ill denar. Turonen. 

f dominus Matheus de Aqua Sparssa Portuen. CLXV ducat. et CLVI floren. 
XI solid. III denar. Turonen. 

f dominus Symon de Bello Loco Penestrinus CLXV ducat. et CLVI 
floren. Xl solid, ill denar. Turonen. 

f dominus P. de Aquilla tit. Sancte Crucis in lerusalem presbiter 
cardinalis CLXV ducat. et CLVI flor. XI solid. Iii denar. Turonen. 

f dominus Benedictus Gaytanus Sanctorum Cosme et Damiani dia- 
Conus cardinalis CLXV ducat. et CLVI floren. xi solid, m denar. 

f dominus Symon tit. Sancte Sabine presbiter cardinalis CLXV ducat. 
et CLVI floren. XI solid, ni denar. Turonen. 

f dominus Leonardus de Gratino CLXV ducat. auri et CLVI floren. auri 
XI solid. III denar. Turonen. Albanen. 

f dominus Gentilis de Montefloro, frater minor, tit. Sancti Martini in 
Monte presbiter cardinalis CLXV ducat. et CLVI floren. XI solid, ill denar. 
Turonen, 

f dominus Lucas de Flisco CLXV ducat. et CLVI floren. auri XI solid. 
III denar. Turonen. Sancte Marie in Via Lata diaconus. 

f dominus Nicolaus de Trivisio, qui fuit papa Benedictus, prius Ostien., 
III * XII floren. IUI solid, m denar. Turonen. pro portione sibi debita de 
ducatis ac florenis predictis. 

f dominus Franciscus Neapoleonis primo II * LXIIII ducat. auri XII solid. 
III denar. Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen. 

f dominus lacobus Gaytanus primo II • LXIIII ducat. auri xn solid. 
III denar. Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen. 



f dominus Franciscus Gaytanus primo II • LXIIII ducat. auri xn solidos 
III denar. Turonen. Item LXII floren. IX solid. Turonen. solvi die XXIX 
mensis lulii anno Domini M - CC& - xviri. 

-j* dominus Thomas de Aquila tit. Sancte Cecilie presbiter, ordinis 
domini Celestini pape, CLXV ducat. auri et CLVI floren. xi solid. Ili denar. 
Turonen., die nona mensis lunii eiusdem anni. 

f dominus Nicholaus de Grandicur decanus Parisien. tit. Sancti Laurencii 
in Damasco {sü) iii • xil floren. im solid, m denar. Turonen. pro portione 
sibi debita de ducatis et florenis predictis. 

f dominus Landulphus de Neapoli Sancti Angeli diaconus CLXV ducat. 
CLVI floren. et XI solid, iii denar. Turonen., die XXX mensis Decembris. 

f dominus Thedericus Urbeneventan. {sü) Civitatis Nove prius, Penestrin. 
CLXV ducat. et CLVI floren. xi solid, m denar. Turonen. 



— io8 — 

f dominus Richardus de Cenis primo n * LXiin ducat. auri Xli solidos 
III denar. Turonen., Sancti Eustachi! diaconus, et secundo LXII floren. IX solid. 
Turonen. set die prima mensis Maii amio M • CCC - xlx. 

-j* dominus lacobus tit. Sancti Clementis presbiter, frater minor, CLXV 
ducat. auri et CLVI floren. vi solid, ni denar. Turonen.; solvi thesaurario 
domini pape die xxvii mensis lulii anno M • c£c • xvim. 

f dominus Beraldus de Goto Albanen. episcopus ni • xil floren. mi 
solid, m denar. Turonen. pro portione sibi debita de ducatis et florenis 
predictis. 

f dominus Neapolio de Urbe primo li • LXini ducat. auri xn solid, 
m denar. Turonen. et secundo Lxn floren. IX solid. Turonen. 

f dominus G. de Ferraria cardinalis in • xil floren. im solid. lil denar. 
Turonen. pro portione sibi debita de ducatis et florenis suprascriptis. 

f dominus Gondissalvus Tholetan. primo, et Albanen. episcopus post- 
modum, cardinalis CLXV ducat. et CLVi floren. xi solid, in denar. Turonen. 

f dominus Hugo de Bilione Ostiensis episcopus ni - xn floren. IUI solid, 
in denar. Turonen. pro portione sibi debita de ducatis et florenis supra- 
scriptis solvi camere domini pape die vn Aprilis de anno M • CCC • xxn. 

f dominus P. de Pipemo Sancte Marie Nove diaconus CLXV ducat. 
auri et CLVI floren. auri xi solid, ni denar. Turonen. solvi ego Vincentius 
thesaurario domini pape die xxvn mensis lulii anno M • CCC • xvii!. 

f dominus G. de Bergamo primo ii • Lxnii ducat. auri xn solid, 
im denar. Turonen. et secundo Lxn floren. IX solid. Turonen. 

f dominus lohannes Monachi primo II • LXIIII ducat. auri xn solid, 
m denar. Turonen. solvi die xviil mensis Aprilis de anno M • CCC • xix. 
Item LXII floren. ix solid. Turonen. 

f dominus Robertus Cistercien. Sancte Pontenciane (sü) presbiter 
cardinalis CLXV ducat. et CLVi floren. XI solid, m denar. Turonen. 

Et est attendendum quod suprascriptas M uncias auri solutas in v • ll • 
XCvm floren. auri de mandato dicti domini Portuen. in anno domini 
M • CCC • XVII die xxm mensis lunii ego Vincentius suprascriptus incepi 
distribuere inter XX tres dominos cardinales et ob hoc secundum dictam 

e 

distributionem solvi ii- LXIIII ducat. auri Xll solid. III denar. Turonen. parvorum 
cuilibet dominorum cardinalium quibus dicte summe Scripte sunt superius et 
signate, set in presenti distributione feci deductionem congruam de predictis 
et ipsos cum aliis dominis cardinalibus qui de dicta distributione nichil 
habuerant in portione presentis distributionis prout potui diligentius coequavi. 

Oblig. II. fol. II V. 



109 — 



156. 

Vertheilung von 20 000 Goldgulden des census Ordinarius fiir das Jahr 13 16, 

1818 Deeembr.20. 

Tertia solutio census regni Sicilie, facta pro anno domini M • ccc • xvi! 
set distributa pro anno Domini M • CCC • xvi distributa in distributione XXV. 
{In margine:) xxmi cardinales. 

Item anno quo supra die xii mensis Decembris magister Reginaldus 

de Rosseyo thesaurarius domini Roberti, regis Cicilie illustris, et Silvester 

Mayneti, mercator de societate Assellozorum de Florentia, nomine ipsius 

regis et pro ipso solverunt michi, Vincentio de Serignano, recipienti nomine 

domini mei, domini Berengarii Portuen. et Sancte Rufine episcopi, sacri 

if 

collegii dominorum cardinalium camerarii, et pro ipso collegio mi unciarum 
auri in xx florenis, pro parte dictum collegium contingente de censu regni 
Cicilie, per ipsos soluto pro termino festi Sanctorum Apostolorum Petri 
et Pauli de anno Domini m • ccc • xvn ; quam pecunie summam ego Vin- 
centius suprascriptus die xx mensis Decembris distribui inter xxiiil dominos 
cardinales, qui supra scripti [sunt] in solutione census regni Trinacrie, facta 
pro anno M • ccc • xv! ad numerum 2. n. Et est atendendum {sic\ quod dictus 
census solutus est pro anno Ni*ccc*xvil, set distributus pro anno Domini 
M • CCC • XVI inter xxiiii dominos cardinales , qui dicto anno xvi in curia 
residebant, vel pro residentibus sunt reputati, quod sie exstit (sie) ordinatum 
per dominum papam et dictum collegium tempore, quo dictus census solutus 
extitit per gentes dicti domini regis pro anno M • CCC • xvi ; de quo censu 
dominus Lucas de Flisco nichil habere debuit pro eo, quod in festo 
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de dicto anno M • c6c • xvi nundum 
(sie) ad curiam redierat; propter quod dicto censu et aliis, tunc pro illo 
tempore debitis, per dominum papam et collegium exstitit tunc privatus. 
Set tempore solutionis presentis facte de pecunia suprascripta per ipsos 
cardinales exstitit ordinatum, quod dictus dominus Lucas de suprascripta 
pecunia portionem haberet sicut alii domini cardinales, dum tamen primo 
renuntiaret omnibus Ulis, que obvenerant seu obvenire debuerant Romane 
Ecclesie a die obitus domini Clementis pape V usque ad diem illam, qua 
dictus dominus Lucas ad curiam est reversus. Super quibus dictus dominus 
Lucas dictorum dominorum cardinalium se supposuit voluntati, et premissis 
omnibus renuntiavit expresse, ut in litera, suo sig^lo pendenti sigillata, 
quam super hoc idem dominus Luchas concessit domino Berengario episcopo 



— HO — 

Portuensi, recipienti eam nomine suo et aliorum dominorum cardinalium 
predictorum, plenius continetur. 

{In margine:) XXIIII cardinales. 

Oblig. II. fol. IX r. 

157. 
Der Cardinalkämfnerer Berengarius zahlt der päpstlichen Kammer die 
Antheile verstorbener Cardinäle aus, die von den Erben nicht erhoben worden 
sind. 1819 AprlL 27. 

Anno a Nativitate Domini M-CCC-xlx, die xxvn mensis Aprilis, 
reverendus pater dominus Berengarius Portuen. episcopus, reverendorum 
patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinalium camerarius, assig- 
navit per manum domini Vincentii de Serignano, capellani sui, quantitates 
pecuniarum infrascriptas, videlicet: pro portionibus contingentibus infra- 
scriptos novem dominos cardinales condam, nunc defunctos; scilicet dominum 
Matheum de Aquasparsa Portuen., dominum Symonem Penestrinum, dominum 
P. de Aquila tituli Sancte Crucis in Iherusalem, dominum Symonem tituli 
Sancte Sabine, dominum Gentilem de Montefloro tituli Sancti Martini, domi- 
num Robertum Sistercien {sü) tituli Sancte Potenciane, dominum Thedericum 
de Urbeveteri Penestrinum, dominum Gondisalvum Albanen., dominum 
Benedictum Gayetan. Sanctorum Cosme et Damiani condam cardinales 
de vetere [si6) censu regni Sicilie, qui secundum ordinationem felicis recor- 
dationis domini Clefmentis] pape V, factam Pictavis, solutus fuit pro terminis 
Assumptionis beate Marie de annis Domini M • CCC • xilll et xv, et distri- 
butus in mense^) Maii de anno M • CCC • xviii inter xxxii dominos cardinales, 
computatis, ut dixi, pro protione cuilibet centum sexaginta V ducatis auri 
VII sol. VIII den. Tur. parvorum ex una parte et centum quinquaginta 
VI flor. auri et tribus sol. VIII den. Tur. parvorum ex parte alia; in summa 

M • IIII • LXXXV ducat. de auro LXIX sol. Tur. parvorum et M • nil • 

IUI flor. auri et XXXII sol. III den. Tur. parvorum. 



Item pro portionibus quatuor alios dominos cardinales defunctos, scili- 
cet dominum Nicholaum de Nancuria tituli Sancti Laurentii, dominum 
Nicholaum de Trivisio Ostien., dominum Beraldum de Guto Albanen. et 
dominum Guillermum de Ferreriis condam cardinales contingentibus de dicto 
veteri censu Sicilie, soluto et distributo pro et in annis, mensibus et ter- 
minis supradictis computatis, ut dixi, pro portione cuiuslibet dictorum im 



*) distributus in mense auf Rasur. 



— III — 

ein 

dominorum cardinalium trecentis xil flor. auri et im sol. iii den. Tur. par- 
vorum in summa 

M • II • XLVIIII flor. auri et xvii sol. Tur. parvorum. 

Item pro portionibus tres de dictis dominis cardinalibus contingentibus, 
scilicet dominos Robertum, Thedericum et Gentilem cardinales, de diversis 
serviciis prelatorum solutis et distributis in annis Domini M • CCC • X^ll, 
xviil et xix usque ad presentem mensem Aprilis, ut dixi, de anno predicto 
M • CCC • XIX inclusive assignavit 

xxvn flor. auri et ira libr. iiii sol. vra den. Tur. parvorum. 

Item pro portione contingente dominum nostrum papam, pro tempore 
sui cardinalatus, de quibusdam serviciis prelatorum distributis in mense 
Octobr., anno Domini M • CCC • xvill 

vill flor. auri et m sol. Vll Tur parvorum. 

Collect. Cam. No. 378. (Miscellanea Cameraita ijiy 1333) fol. i v. 

158. 

Der Cardmalkämtnerer Berengarius empfängt nomine Ecclesiae Romanae 
den dem hl. Collegium zustehenden Theil des census Siciliae, 

1822 Mart. 81 Avenlonls. 

lohannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo fllio 
Roberto, regi Sicilie illustri, salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum de quinque milibus et quingentis unciis auri, quas pro parte 
census preteriti temporis, per te Romane Ecclesie debiti, in festo Beati 
Andree Apostoli proxime preterito solvere nobis et ipsi Ecclesie tenebaris, 
duo milia septingentas et quinquaginta uncias in tresdecim milibus septin- 
gentis et quinquaginta floren. auri, quinque flor. pro uncia qualibet com- 
putatis, venerabili fratri nostro Berengario episcopo Portuen. nomine dicte 
Ecclesie recipienti^), et alia duo milia septingentas et quinquaginta uncias 
in totidem, flor. simili modo computatis, nostre camere per manus dilectorum 
flliorium Raynaldi de Roceyo, consiliarii, et Angeli de Melfla, thesaurariorum 
et familiarium tuorum, infra terminos tibi per nos gratiose super hoc pro- 
rogatos exsolvi debito tempore feceris ac eciam assignari, nos tuis volentes 
in hac parte indempnitatibus precavere, de predictis quinque milibus et quin- 
gentis unciis in dictis flor. tam dicto episcopo Portuen. quam nostre camere, 
ut premittitur, sie solutis necnon a quibusvis penis et sentencüs, si quas 



^) Das GUiche geschah am 9. Deeember 1322» ibidem foL 103 r. 



— 112 — 

pretextu dictarum quinque milium et quingentarum unciarum auri, prefiscis 
terminis non solutarum, forsitan incurrisses, te ac tuos heredes et succes- 
sores in regno absolvimus et quitamus. 

Datum Avinion. II kal. April., pontificatus nostri anno sexto. 
Collect, cam. No. 373. [Bullen et Quietantiae camerales iji6 1332) 

fol. 100 r. 

Betuglich der Eigennamin vergL die folgende Urkunde, 

159. 

Der Cardinalkämmerer Berengarius empfängt die dem heiligen Collegium 
zustehende Hälfte des census Siciliae. 1822 lol. 14. Avenionis. 

lohannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo filio 
Roberto, regi Sicilie illustri, salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum pro annuo censu regni Sicilie et terrarum aliarum que tenere nos- 
ceris a Romana Ecclesia^) citra Farum, quatuor milia imciarum auri, quas 
eidem Ecciesie in festo Beat. Apostol. Petri et Pauli proxime preterito solvere 
tenebaris in viginti milibus florenorum auri, singulis unciis pro quinque flor. 
auri computatis, videlicet camere nostre duo milia unciarum in decem mili- 
bus florenorum auri, et totidem uncias in eadem summa florenorum venera- 
bili fratri nostro Berengario episcopo Portuen. pro coUegio fratrum nostrorum 
Sancte Romane Ecciesie cardinalium recipienti'), per manum dilecti filii 
Angeli de Welfa {sic)y thesaurarii tui, pro se et Raynaldo de Rocheyo, in 
curia tua thesaurarii officium obtinente, persolveris, nos tuis in hac parte 
volentes indempnitatibus precavere, te et heredes ac successores tuos in 
regno predicto de ipsarum im milium unciarum auri seu dictorum viginti 
milium florenorum auri summa taliter persoluta, tenore presentium absol- 
vimus et quitamus. 

Dat. Avinion. II idus lulii, pontificatus nostri anno sexto. 
Collect. Cam. No. 373 (Bullae et Quietantiae camerales 1316 1332) 

fol. IOC V. 
Die Eigennamen sind in verderbter Fassung überliefert. Vergl, NN. ijö und ij8, 

*) et terrarum-Eeclesia ist übergeschrieben, 

*) Das Gleiche geschah am ig. September ij^t ibidem fol, jog v. 

159a. 

Der Cardinalkämmerer überweist dem Papste die Censusantheile von vier 
verstorbenen Cardinälen, deren Erben sich nicht gemeldet hatten. 

1828 OetobF. 25. 

Die XXV mensis Octobr., reverendus pater dominus Petrus tituli Sancte 

Praxedis presbiter cardinalis, collegii dominorum cardinalium camerarius, 



— 113 — 

pro portionibus alias contingentibus dominos Matheum de Aquasparsa, 
H. de Bilionem, B. Gayetan. et P. de Mediolan. quondam cardinales, si 
viverent, et nunc contingentibus dominum papam, pro eo quia non apparent 
executores eorum, de iii*xxxm flor. et tercia parte unius floreni, solutis 
per gentes domini r^s Sicilie pro termino festi Sancti Michaelis proxime 
preteritiy sed distributis pro parte veteris census, qui solvi debuit in festo 
Beatorum Petri et Pauli de anno Domini cc * xcfn, assignavit camere 
M • II • xn flor. auri xvi den. Cor. 

Reg. Avin. Job. XXII Tom. xxxxv (N. 46) fol. 644 v. 

159b. 

Johann XXII gestattet , dass drei yahreseimtahmen des ausgeschriebenen 
sechsjährigen Zehnten, die er dem Könige Robert und dessen Sohne Carl 
geschenkt hatte, in der Weise zur Tilgung der Schuld von s^SOO Unzen Gold 
aus dem census Siciliae verwendet werden^ dass dem Papste die ganze Ein- 
nähme aus dem Zehnten ausgezahlt werde und die betreffenden Summen von 
der genannten Schuld in Abzug gebracht werden. Hierdurch soll nur der 
Antheil der apostolischen Kammer, nic^ aber der Antheil der camera collegii 
berührt werden. Schliesslich quittirt der Papst über ^268 Goldgulden aus 
dem Zehnten. 1827 lanoar. 1 Avenlonls* 

Eidem r^ [Sicilie illustri]. 

Olim tuis, Ali carissime, ac dilecti fllii nobilis viri Caroli, primogeniti 
tui, ducis Calabrie, necessitatibus tibi et sibi tam pro contingentibus diversis 
et arduis negociis, quam pro solutione census ratione regni Sicilie ac terrarum 
citra Farum per te Romane Ecdesie debiti, singulis annis inmünentibus, 
benigno compacientes aflectu, decimam triennalem, que de sexannali decima, 
olim imposita in consilio {sid) Viennen., adhuc restare in dictis terris tuis 
citra Farum dinoscitur persolvenda, quamque coUigi certis ad hoc execu- 
toribus deputatis mandavimus, de speciali dono nostro et sedis apostolice 
in utilitatem tuam et eiusdem primogeniti tui cedere ac converti modo vo- 
lumus infrascripto; videlicet, quod dicta decima penes coUectores predictos 
deberet integraliter remanere secundum ordinationem sedis apostolice dis- 
ponenda; sed quantum ascenderet quantitas, [que] ad manus dictorum coUec- 
torum singulis annis dicti triennii nomine seu ratione dicte decime pervenire 
contingeret, tantum singulis annis predictis de parte a te Romane Ecclesie 
debite quantitatis Lii et V unc. auri nos contingente decresceret, ac dictum 
diminueretur debitum ac si per te vel dictum ducem huiusmodi summe 
nobis realis solutio facta esset cederetque nobis nostrisque successoribus in 

Baumgaktbn, Finaiuverw. des Card.*Coneg. im Mittelalter. o 



— 114 — 

solutum; in parte alia dicti debiti contingente fratres nostros Sancte Romane 
Ecclesie cardinales nuUa deductione seu diminutione propter ea facienda, 
sicut in nostris litteris, inde confectis, hec et alia plenius continentur. Sane 
cum dilectus filius Greraldus de Valle, canonicus Neapolitan., coUector huius- 
modi decime, per nostras certi tenoris litteras deputatus, x et viu flor. auri 
de decima collegerit supradicta, et de huiusmodi summa ix • II • LXVIII flor. 
et tre (sie) partes unius flor. dilecto filio . . thesaurario Marchie Anchonitan. 
de mandato nostro per manus dilectorum filiorum mercatorum societatis de 
Bonacurciis Florentin. fecerit assignari, sicut in aliis litteris nostris, inde 
confectis, dicto Geraldo confectis (sic)^ plenius continetur^), necnon et idem 
collector M • v • xxxi flor. et quartam partem unius flor. auri nostre camere 
die XII mensis Septembr. de anno Domini mülesimo *c£c*XXV, qui de 
summa ii et V unc. auri debitarum pro solutione census preteriti temporis 
de termino festi eiusdem Beati Thome Apostoli de anno Domini A • ctc * 
xxmi solvenda restarant, duxerit assignandos, licet, Ali carissime, litteras 
quitationis sub dat. kal. Februar, de anno Domini millesimo * cCc • XXV de 
eadem duo milium et quingentarum unc. auri summa habueris a nobis, 
quamquam dicti mille quingenti trigintaunum flor. et quarta pars unius flor. 
nequaquam eidem camere tunc soluti fuissent. Nos huiusmodi summam 

M o to tos 

IX • II • Lxvni flor. et trium parcium unius flor. auri valencium M • vni • Lm 
unc. et tres partes unius unc. auri, quinque flor. pro uncia qualibet compu- 
tatis, in extenuacionem summe, quam de dicto debito predicti census nobis 
et Ecclesie Romane iuxta prorogationem, inde graciose tibi factam, in feste 
eiusdem Beati Thome Apostoli de anno Dni. millesimo ctc • XXV solvere tene- 
baris, recepimus, teque ac heredes et successores tuos in regno predicto de 

II to 

eadem summa IX • II • LXVlii flor. et trium parcium unius flor. auri, mille 
octingentas quinquaginta tres unc. et tres partes unius unc. auri valencium, 
ut prefertur, per nos receptas in extenuationem summe, que nobis et eidem 
Ecclesie in predicto termino debebatur, absolvimus imperpetuum et quitamus. 
Dat. Avinion. kal. lanuarii anno undecimo. 

Reg. Vat. No. 114. {loA. XXII Secret, an, XI XII Tom, V) fol. LXVI. 

cap. 1014. 

Es folgen zwei weitere Quittungen über 2683 Unzen Gold und 1666 'l^GoU^tdden (capp. loij, 
loij), die in gleicher Weise von den collector es decimae in regno Siciliae gesammelt und naeh 
Anweisung des Papstes ausgezahlt worden waren. Die an die apostolische Kammer zu zahlenden 
Rückstände hatten also die nicht unerhebliche Minderung von beinahe s^oo Unzen Gold erfahren, 

*) Dieses Schreiben findet sich Reg, Avinion, Berud, XII No, jj fol. jgo v, II id. Septembr. 
anno decimo, 12. December 1326; eine grosse Menge Secreten Johann XXII sind irrthümlicher Weise 
in diesen Benedict-Band gebunden worden. 



— IIS — 



i6o. 



Nachzahlung der dem heiligen Collegium zu wenig angewiesenen Summen 
aus dem census Siciliae und Vertheilung eines Theiles derselben, 

1880 Oetobr. 21. 

Solutio facta per gentes domini r^s pro termino festi Beati Michaelis 

proxime preterito, iuxta ordinationem per dominum nostrum noviter factam, 

M 

videlicet de im unciarum auri, que omnes ex causa hie contenta collegio 
fuerunt assignate. [In margine.) 

V uncie pro parte ordinarii census anni M * CCC • XXIX fuerunt distri- 
bute in XLI cedula. {In margine) 

Item cum de solutionibus dudum factis per dictum dominum Robertum, 
Sicilie regem, tam pro parte census ordinarii, qui solvi debuit in festo 
Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • c£c -xxv, quam pro ter- 
minis beati Thome Apostoli dicti xxv et xxvi annorum secundum domini 
nostri pape ordinationem olim factam, camera domini nostri pape plus quam 
collegium dominorum cardinalium recepisse im * cc • Lxxxvii uncias auri 
I flor. et m quart., prefati domini camerarius et thesaurarius, ut collegium 
coequaretur camere, in extenuationem summe, per prefatam cameram plus 

M IC 

recepte, im unciarum auri in xx flor. auri, pro v flor. uncia qualibet com- 
putata, soluta per gentes dicti domini regis, secundum ordinationem per 
dominum nostrum papam noviter factam, pro termino festi Beati Michaelis 
proxime preteriti assignarunt. De quibus quidem mi unciarum auri de 
speciali mandato domini nostri cardinalis de Arreblayo v uncie auri, facientes 

M 

ad flor. II • V flor. auri, distribute fuerunt die xxi mensis Octobris pro parte 
census ordinarii, qui solvi debuit in festo Apostolorum Petri et Pauli de 
anno domini M ' CCC * xxtx, facta divisione inter xxm dominos cardinales 
supra proxime nominatos. 
(In marg, :) xxm card. 

Oblig. II. fol. 41 r. 



Zusammenhängende Abhandlung über die Zahlung von Census und 
Visitationen aus der Amtszeit des Cardinalkämmerers Petrus sowie eingehende 
Darstellung der Erhebungen, die von einer Commissian von drei Cardinälen 
zur Klärung der verworrenen Verhältnisse des census Siciliae gemacht worden 
waren. Den Commissiansbericht enthält die letzte grosse Rechnungsaufstellung, 
die über den genannten Gegenstand auf uns gekommen ist, Obschon in dem 
Berichte eine genaue Abtheilung nach Urkunden zu machen unmöglich ist. 



— ii6 — 

sind doch Nummern an passender Stelle eingesetzt worden, um die Hinweise 
auf bestimmte Theile zü^ ermöglichen, 

Demgemäss erstreckt sich der aus Oblig, ii ausgehobene lange Abschnitt 
über die Nummern i6i — 20 J, 

Anno Domini M • cfcc • xxxl. 

Infra sunt Scripte solutiones de censibus de tempore reverendi patris 
domini Petri Ispani tituli Sancte Praxedis presbiteri cardinalis, camerarii 
collegii. 

161. 

1881 Hau 28. 

Solutio visitationis archiepiscopi Cantuarien. \ 
In III cedula domini Petri Ispani. xxn car- > {In margine) 
dinales. ' 

Item anno quo supra, die XXVI mensis Maii, dominus Simon archi- 
episcopus Cantuarien. solvit pro visitatione sua triennali, quam de triennio 
in triennium in iii marchis Sterlingorum Ecciesie Romane facere tenetur, pro 
parte coil^um dominorum cardinalium contingente CL marchas Sterlingorum 
in VII * L floren. auri, pro V flor. marcha qualibet computata, videlicet pro 
uno triennio preterito et completo die iii mensis Februarii, de anno Domini 
M * CCC • xxlx, per manus magistrorum Johannes de Craneborbin. et Thome 
Beynaticon., familiarium et procuratorum eius. Que peccunie summa distri- 
buta fiüt die xxvm mensis Maii inter xxn dominos cardinales supra nomi- 
natos, detrato (sü) domino P. de Arreblayo. 

162. 

1881 luL 2. 

Solutio census ordinarii soluti pro termino festi Apostolorum Petri et 

Pauli proxime preterito per gentes domini Roberti, Sicilie regis illustris, pro 

termino festi Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno presenti 

M • CCC • XXXI. XXII Card. {In margine.) 

Item anno quo supra, die I mensis lulii, reverendi patres domini 

Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, camerarius, et Ademarius Masilien. epis- 

copus, thesaurarius domini nostri pape, solverunt et assig^averunt pro parte 

Serenissimi principis dni. Roberti, Sicilie regis illustris, im uncias auri, solutas 
11 

in XX floren. auri, pro V flor. uncia qualibet computata, coUegium dominorum 
cardinalium contingentes, de censu ordinario, quem dictus dominus rex 
Robertus ratione regni sui Sicilie anno quolibet in Viil unc. auri Ecciesie 
Romane solvere tenetur, soluto pro termino festi Sanctorum Apostolorum 



— 117 — 

Petri et Pauli proxime preteriti; facta divisione inter xxn dominos cardinales. 
Que pecunie summa distributa fuit die ii dicti mensis lulii inter xxn dominos 
cardinales infra scriptos, videlicet: Neapoleonem de Urbe, lacobum Gayetanum, 
Lucham de Flisco, A. de Pelagrua, R. de Fargis, Gancelmum (sie) lohannis, 
Galhardum de Mota, B. de Monte Faventio, Guillermum Petri Sabinen., B. de 
Turre, P. de Pratis, A. de Via, lohannem de Convenis, R. de Mastogielis, 
Imbertum de Puteo, Matheum de Ursinis, lohannem de Columpna, lacobum 
Novelli, Annibaldum de Ceccano, P. de Mortuomari, P. de Carpis et P. Gometii. 

I>$i Worte colUigium — terminc stehen auf Rasur, 

' ^* 1881 lul. 17, 

Solutio census ordinarii regni Sardinie pro termino festi Aposto- 1 

lorum Petri et Pauli de anno Domini m • CCC • xxxi. \ (In margine) 

In VI cedula domini P. Ispani. XXII card. J 

Item anno quo supra, die xvi mensis lulii, reverendi patres domini 

Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, camerarius, et Ademarius episcopus 

Masilien., thesaurarius domini nostri pape, solverunt et assignaverunt nomine 

et pro parte serenissimi principis domini Alfonsi, Aragonum, Corsice et 

Sardinie regis illustris, pro parte census ordinarii, quem quolibet anno in 

n marcharum argenti bonorum et l^alium Sterlingorum ratione r^^orum 

Corsice et Sardinie Ecclesie Romane facere tenetur, v marchas argenti Ster- 
il 
lingorum in u • XL flor. auri, pro im floren. et I den. Turon. grossorum 

argenti marcha qualibet computata, videlicet pro termino festi Apostolorum 

Petri et Pauli proxime preterito. Que pecunie summa distributa fuit die 

XVII dicti mensis lulii inter xxii dominos cardinales supra proxime nominatos. 

Am Ende der Urkunde ist eine halbe Zeile ausradirt, 

^ ^' 1881 Oetobr. 8. 

Solutio census et visitationis magistri ordinis fratrum HumiO 

liatorum de Mediolano. \ (In margine^ 

In vm cedula domini P. Ispani. xxni card. j 

Item anno quo supra, die xvni mensis Septembr., reverendus dominus 
frater Benedictus, magister generalis ordinis fratrum Humiliatorum de 
Mediolan., solvit nomine suo et dicti ordinis pro medietate census annui, 
quem singulis annis Romane Ecclesie in ii libris auri facere tenetur, pro 
parte coUegium dominorum cardinalium contingente, unam libram auri in 
nonaginta sex floren. auri, libra auri pro XCVI floren. computata, per manus 
magistri Mathei de Viterbio procuratoris sui. 



— ii8 — 

164*- 

1881 Oetobr. 8. 

Item solvit per manus eiusdem procuratoris pro medietate annue visi- 
tationis, quam quolibet anno in xxx floren. auri Ecclesie Romane facere 
tenetur, xv floren. auri pro parte collegium dominorum cardinaiium con- 
tingente, pro uno anno preterito et completo die v presentis mensis 
Septembris. Que pecunie summa distributa fuit die vm mensis Octobris 
inter xxill dominos cardinales qui supra scripti sunt in solutione visitationis 
Maioris Monasterii Turonen., subtractis dominis B. de Garvo et P. de Arre* 
blayo et loco eorum posito domino Talayrando de Petragoris. 



Anno Domini M • CCC • XXXI. 

165. 



(In margine) 



1881 Oetobr. 8. 

Solutio visitationis abbatis Burgidolen., Bituricen. dioc. 

In vni cedula domini P. Ispani. xxni card. 

Item anno quo supra, die vi mensis Octobris, dominus Gaufridus abbas 
monasterii Burgidolen., Bituricen. diocesis, solvit pro visitatione sua biennali 
preterita et complenda die x mensis presentis Octobris, quam de biennio 
in biennium in II libr. Turonen. parvorum Ecclesie Romane facere tenetur, 
c libris Turon. parvorum in cxc floren. et medio minus m den. Turonen. 
parvis, computato floren. pro x sol. vi den. Turonen. parvorum, per 
manus religiosi viri fratris Petri Chaveyng, prioris prioratus sancti Aus- 
tregelisii, Lemovicen. diocesis, procuratoris sui. Que pecunie summa die 
VIII mensis Octobris distributa fuit inter xxill dominos cardinales, 
qui supra scripti sunt in solutione visitationis Maioris Monasterii Turonen., 
subtractis dominis B. de Garvo et P. de Arreblayo, et loco eorum posito 
domino Talayrando de Petragoris. 

Qua solutione facta, nos Michael Ricomanni et Guillermus Medici, dis- 
tributores coUegii protestati sumus, prout in aliis solutionibus, supra alias 
factis, fuimus protestati. 



166. 

1881 Deeembr. 11« 

Solutio visitationis abbatis monasterii s. Columbe prope 
Senonis. In XI cedula domini P. Ispani. xxill card. 

Item anno quo supra, die ultima mensis Nov., dominus Heurricus [sic)^ 
abbas monasterii sancte Columbe prope Senonis, ordinis sancti Benedicti, 



[In margine) 



— 119 — 

solvit pro visitatione sua biennali, quam de biennio in biennium in CC libr. 
Turonen. parvorum Ecciesie Romane facere tenetur, pro parte collegium 
dominorum cardinalium contingente, C libr. Turonen. parvorum in CXC floren. 
auri vm sol. vi den. Turonen., flor. pro x sol. vi den. Turonen. computato, 
pro uno biennio preterito et completo die presentis solutionis, per manus 
magistri Roberti de Balneolis, procuratoris sui. Que pecunie summa dis- 
tributa fuit die XI mensis Decembris inter xxin dominos cardinales, qui 
supra nominati sunt in solutione census Sicilie, addito domino Talayrando 
de Petragoriis ad xxx. 

167. 

Sciendum est, quod per compotum, dudum factum, inter reverendos 
patres dominos camerarios collegrü et domini nostri pape et gentes Serenis- 
simi principis domini Roberti, Sicilie regis illustris, de onmibus sunmiis, 
per ipsum dominum regem Ecciesie Romane debitis, tam pro se quam pro 
inclite recordationis dominos Carolum primum et Carolum secundiun, Sicilie 
reges, patrem et avum suos, inventum fuit, quod dictus dominus rex tam 
pro se, quam pro avo et patre predictis usque ad mensem Marcii de anno 
Domini M * c£c • xxx camere domini nostri pape et coUegio dominorum car- 

M 

dinalium in Lxxxvm * vin * Ln unciis auri ni flor. et quarta parte unius floren. 
auri tenebatur. Pro quibus solvendis idem dominus noster papa dilationem 
dicto domino nostro regi concessit, videlicet, quod in festo Beati lohannis 
Babtiste de anno predicto M • CCC * xxx, nn unc. , et in festo Beati Michaelis 
de anno predicto alias mi unc, et sie annis singulis in dictis festivitatibus 
Sanctorum lohannis Babtiste et Michaelis viii unc. usque ad totalem et plenam 
satisfactionem summe predicte solvere teneatur. 

De quibus, quia camera domini noster pape plus receperat quam 
collegium dominorum cardinalium im * 11 * Lxxxvii unc. i floren. m quart., erit 
pars contingens cameram de summa predicta XLll - 11 * Lxxxn unc. ui flor. 
I quart. 

Pars vero debita collegio de summa predicta, computatis Ulis im * cc * 
Lxxxvn unc. I flor. m quart., que ex causa predicta debet plus recipere 
quam camera, ent XLVI • v • LXX unc. aun. 

De qua summa, summa collegio debita, debebantur tempore compu- 
tationis predicte pro censu ordinario annorum infrascriptorum xx • im unc. 
auri, videlicet: pro complemento census ordinarii qui solvi debuit in festo 
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M * cdc • xix 
M'xxxvn unc. auri. 



— I20 — 



Item pro censu ordinario de anno Domini M • c£c • xk, nn unc. 

M 

Item pro censu ordinario de anno Domini M • CCC • xxi, nn unc. 
Item pro complemento census ordinarii de anno Domini M • c£c • xxv, 
VI • LXm unc. 

Item pro censu ordinario de anno Domini M • CCC • xxvi, im unc. 
Item pro complemento census ordinarii de anno Domini M *ccc • xxvn, 

M 

II • V unc. 

Item pro complemento census ordinarii de anno Domini m • CCC * xxvin, 
cc unc. 

Item pro censu ordinario de anno Domini M * c£c • xxfx, nn unc. 

Summa census ordinarii annorum predictorum xx * nn unc. 

i68. 

De qua summa, pro censu ordinario debita, vi unc. auri, que col- 
legio solute fuerunt tempore bone memorie domini P. de Arreblayo, partim 
pro terminis sancti lohannis Babtiste et sancti Michaelis de anno Domini 
M * c£c • x:bc iuxta novam ordinacionem domini nostri, partim in extenua- 
tionem illius summe, quam, ut predicitur, camera plus receperat quam 
coUegium, distribute fuerunt de ipsius quondam domini Petri speciali man- 
dato in modum qui sequitur videlicet: Pro complemento census ordinarii 
de anno M • c&c • xix, m • xxxvii unc. 

Item pro complemento census ordinarii de anno M • ccc ' xxv, 
VI • Lxni unc. 

Item pro complemento census ordinarii de anno M • ccc • xxvii, 

M 

II • V unc. 

Item pro parte census ordinarii de anno m • ccc • xx, M • c unc. 

Item pro parte census ordinarii de anno M • ccc • xxfx, v unc. 

Summa dictarum distributionum pro censu ordinario vi unc. 

Et sie manifeste apparet et certum est, quod usque ad principium 
mensis lunii de anno Domini M • CCC • xxxi debebantur coUegio pro censu 
ordinario xiiil • iiii unc. auri. 

o o 

Hier fehlt folgender Posten: Item pro complemento census ordinarii de anno M • ccc • 

o 

XXVIII, cc unc. Derselbe wurde wohl vom Schreiber versehentlich ausgelassen. 

169. 

Que debent distribui in modum qui sequitur; videlicet pro complemento 
census ordinarii de anno Domini M • CCC • xx, ii • ix unc. inter xxiil dominos 
cardinales infra scriptos, videlicet: 



— 121 



Nicolaum de Prato 

Berengarium Fredoli Tusculan. 

Berengarium Fredoli Portuen. 

G. Petri Sabinen. 

G. de Madagoto Penestrin. 

A. de Auxio Albanen. 

Nicolaum de Frovilla 

Vitalem de Fumo 

G. Testa 

Gancelmum lohannis 

P. de Arreblayo 



> episcopos 



presbiteros 



Neapoleo {sie) de Urbe 
lacobum Gaietan. 
Petrum de Columpna 
Lucham de Flisco 

A. de Pelagrua 
R. de Fargis 

B. de Garvo 
Galhardum de Mota 
lohannem Gaietan. 
B. de Montefaventio 
A. de Via 



^ diaconos 





VI 



> episcopos 



Bertrandum de Pogeto 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa 
XXX flor. V sol. VII den. Coronatorum. Et restant xix den. ad dividendum. 

Die Schreibung der Eigennamen wechselt in den Listen beständig, 

170. 

Item debentur coll^o pro censu ordinario de anno Domini M «C&C -xki, 

M M 

IUI unc. auri, facientes ad floren. xx flor. auri, que debent distribui inter 

XXVI dominos cardinales infra scriptos, videlicet: 

Berengarium Fredoli Tusculan. 

G. de Mandagoto Penestrin. 

Berengarium Fredoli Portuen. 

Vitalem de Fumo Albanen. 

Raynaldum de Porta Ostien. 

G. Testa 

Gaucelinum lohannis 

P. de Arreblayo 

P. Textoris 

B. de Turre 

P. de Pratis 

Pilifortem de Rabastenchis 

Symonem de Archiaco 

Nicolaum de Fravilla 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa 
vii-LXix flor. ni sol. Turon. 

171. 172. 

Item debentur collegio pro censu ordinario, qui solvi debuit in festo 
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • ctc * xxvi, 



presbiteros 



Neapolem (sü) de Urbe 
P. de Columpna 
lacobum Gaietanum 
Lucham de Flisco 

A. de Pelagrrua 
R. de Fargis 

B. de Garvo 

B. de Montefavencio 
G. de Mota 
lohannem Gaietan. 
Amardum de Via 
R. deRuflb 



' diaconos 



— 122 — 



nn unc. auri, valentes ad flor. xx flor. auri, qui debent distribui inter 
xvn [leg. xxvi] dominos cardinales infrascriptos, videlicet: 



Berengarium Frcdoli Tusculan. 
G. de Mandagoto Penestrin. 
B. Fredoli Portuen. 
Vitalem de Fumo Albanen. 
Raynaldum de Porta Ostien. 



epis- 



presbiteros 



Nicolaum de Fravilla 
G. Testa 

Gaucelinum lohannis 
'^ P. de Arreblayo 
B. de Turre 
P. de Pratis 

Pilisfortem de Rabastengiis 
Simonem de Archiaco 
P. Textoris 

Neapoleonem de Urbe 

P. de Columpna 

lacobum Gaietan. 

Lucham de Flisco 

A. de Pelagrua 
R. de Fargis 

B. de Garvo 
B. de Montefavencio 
G. de Mota 
lohannem Gaietan 
Arnaldum de Via 
Raimundum de Ruflo 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta 
summa vil • LXIX floren. Ill solid. Turon. 



> diaconos 



Item debentur coUegio pro censu ordinario, qui solvi debuit in festo 
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • CCC • xxvi, 

M M 

IUI unc. auri valentes ad floren. xx floren. auri, que debent distribui inter 
XVII [leg. xvi] dominos cardinales infrascriptos videlicet 



t 



epis- 
co- 



Vitalem de Fumo 

G. Petri Sabinen. 

Petrum de Pratis Penestrin. 

Bertrandum de Turre Tusculan. ' 

Guillermum Testa \ 

Gaucelmum lohannis > presbiteros 

P. de Arreblayo 






Neapoleon. de Urbe 
Lucham de Flisco 
lacobum Gajetan. 
A. de Pelag^a 
Raimundum de Fargis 
Bernardum de Garvo 
lohannem Gaietan. 
Bertrandum de Montefaventio 
Arnaldum de Via 



dia 
conos 



— 123 — 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta 
summa M • C • Lxxvn flor. ix den. Turon. Et restabunt iii den. ad divi- 
dendum. 

Beide Aufstellungen lauten auf das Jahr 1J26, Eine derselben ist falsch. Wahrscheinlich 
die Zweite, wegen der Zahl der Cardinäle. Denn es waren damaJs 26, nickt // Cardinäle in 
curia. Worauf sich die zweite Liste bezieht, ist nicht ersichtlich, 

173- 

Item debentur collegio pro complemento census ordinarii, qui solvi debuit 
in festo Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • cdc • xxix, im • V unc. 

M 

auri, facientes ad floren., pro v floren. uncia quiaiibet computata, xvn * V flor. 
auri, que debent distribui inter xxm dominos cardinales infrascriptos, videlicet. 

Guillermum Petri Sabinen. 

P. de Pratis Penestrin. 

Bertrandum de Turre Tusculan. 

P. de Arreblayo Portuen. 

Gaucelinum lohannis Albanen. 
lohannem de Convennis 
R. de Mastagiolis 
Matheum de Ursinis 



> episcopos 



Imbertum de Puteo 
lacobum Novelli 
Anibaldum de Cecano 
P. de Mortuomari 
P. de Cappis 
P. Gomecii 



► presbiteros 



Neapoleonem de Urbe 
lacobum Gayetan. 
Lucham de Flisco 

A. de Pelag^a 
R. de Fargiis 

B. de Montefaventio 
Galhardum de Mota 
A. de Via 
lohannem de Columpna . 



diaconos 



Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de sunmia 
predicta vii • LX flor. xi sol. iii den. Et restant xv den. ad dividendum. 



De Censu Antiquo 

174. 

Debebantur etiam tempore computationis predicte prefato coll^o de 
censu antiquo xxvi ' CLXX uncie. Modo ad evidentiam et declarationem 
istius antiqui census sciendum, quod tempore felicis recordationis domini 
Qementis pape v, pontificatus sui anno secundo, anno vero Domini M • C&C • 
VII de mense Augusti ipso Pictavis existente, facto computo inter gentes 
inclite recordationis domini Cai'oli secundi Sicilie regis et ministros camere 
prefati domini nostri pape inventum fuit, quod dictus dominus rex pro censu 
multis retroactis temporibus non soluto Ecclesie Romane, tenebatur in xcm * 



— 124 — 

lil * XL unciis auri, pro quibus solvendis prefatus dominus Clemens concessit 
dilationem dicto domino regi, statuendo certos terminos et certas sunmias 
quas annis singulis usque ad totalem satisfactionem summe predicte solvere 
teneatur. 

175. 
De qua summa Ecclesie Romane debita erat pars contingens collegium 

M o 

dominorum cardinalium XLVi * vi * lxx uncie. 

De quibus inventum est, quod dominus Petrus de Monticello electus 
Spoletanus, tunc receptor et distributor pecuniarum sacri collegii, receperat 
in annis M • ccc • viii, ix, x, xi, xii, et xin — xi unc. auri. 

Quas inventum fuit ipsas distribuisse pro annis infrascriptis, et in modum 
qui sequitur, videlicet: 

Pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • ccc • ll, im unc. 

Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • c£c, li unc. 

Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • xcfx, M unc. 

Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • c£ • xcvili, 

M 

lll unc. 

Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini m * CC * xcvii, 
M unc. 

Summa distributorum per dominum Spoletanum Xl unc. 

176. 

Item inventum fuit, quod ab anno Domini M • CCC XVI usque ad 
tempus computationis predicte recepte et distribute fuerunt de dicto veteri 
censu tempore bone memorie dominorum Berengarii Fredoli episcopi Portuen., 
Guillermi Teste et Petri de Arreblayo, quondam coUegii camerariorum, 

M e 

IX • V unc, que distribute fuerunt in modum qui sequitur, videlicet: 

if 

Pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • XCIX, II unc. 
Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • LXXXIII, im unc. 
Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • LXXXim 
III • V unc. 

177. 

Attendendum est tamen, quod dicte due distributiones, facte pro 
annis M • cc • LXXXlii et LXXXifn, facte fuerunt de speciali mandato domini 
nostri pape ac iuxta quamdam ipsius declarationem de qua infra fiet mencio. 

Et sie est summa receptorum et distributorum pro dicto veteri censu, 
tarn per dictum quondam dominum Petrum electum Spoletanum, quam de 
tempore dominorum Berengarii Portuen., Guillermi Teste et Petri de Arre- 



— 125 — 

blayo cardinalium quondam et camerariorum coUegii, prout supra dictum 
est, XX • V unc. aun. 

Quibus XX * V unciis auri deductis de summa dicto colleg^o debita, et 
in ordinatione supradicta per dictum dominum dementem papam v facta et 
contenta, que est xlvi«vi«lxx uncie, apparet, quod restabant tempore 
ultime computationis facte, ut predicitur, de anno domini M • c£c • xScx, de 
mense Martii, xxvi'CLX uncie debite pro veteri censu coUegio antedicto. 

178. 

Set quia per reverendum patrem dominum Petrum tituli Sancte Pra- 
xedis presbiterum cardinalem, camerarium collegii antedicti, nee non et per 
clericos collegii in dubium extitit revocatum pro quibus annis et inter quos 
dominos cardinales deberet distribui dicta summa pro antiquo censu debita, 
maxime quia illi duo anni, videlicet M * CC *LXXxm et LXXXlin, pro quibus, 
ut predicitur, dominus noster papa mandavit distribui censum ipsum antiquum, 
erant completi, adeo quod non restabant nisi V uncie distribuende in com- 
plementum eorum, idem dominus cardinalis, volens super premissis plenius 
informari, huiusmodi dubitationis materiam proposuit in consistorio coram 
domino nostro papa, et supplicavit eidem, quatenus aliquibus ex dominis 
cardinalibus committere dignaretur inquisitionem annorum, pro quibus facienda 
esset distributio dicti census et modus, qui in distribuendo servari deberet, 
usque ad totalem evacuationem summe predicte. 

179. 

Unde prefatus dominus noster papa inquisitionem et ordinationem 
predictas reverendis patribus, dominis lacobo Gayetano, Amaldo de Pelagrua 
ac ipsi domino Petro, camerario, necnon et venerabili patri domino Gas- 
berto Arelaten. archiepiscopo et camerario suo commisit oraculo vive vocis. 

Qui domini cardinales et camerarius, volentes super premissis inquirere 
veritatem, accersitis secum Guillermo Medici et Michaele Ricomanni, clericis 
et distributoribus collegii memorati, ac visis et diligenter examinatis regestris 
antiquis et nonnuUis aliis scripturis, que ad informationem super premissis 
habendam facere videbantur, demum per tenores quarundam litterarum 
apostolicarum felicis recordationis Bonifacii pape vm, invenerunt expresse, 
quod inclite recordationis dominus Carolus secundus, Sicilie rex, ab anno 
Domini M • CC • xcll inclusive usque ad annum M • CCC inclusive, videlicet 
per IX annos continuos cessavit solvere dictum censum, anno predicto xcil 
dumtaxat excepto, pro quo apparuit aliqualem solutionem factam fuisse, 
prout inferius describetur. 



— 126 — 

i8o. 

Item invenerunt per cedulas aliquonim dominorum cardinalium et per 
litteras, quod dictus dominus rex in anno Domini M • ctc • n cessavit in 
solutionem dicti census. 

i8i. 

Item invenerunt per regestra, quod ex eo, quia de summa contenta in 
ordinatione dicti domini Clementis, ad allocandum eam per annos, videlicet 
anno quolibet vin unc, deficiebant duo anni, nee de illis duobus annis 
certitudo aliqua posset habere, quod dominus noster papa declaravit, illos 
duos annos esse illos, quibus dominus Carolus primus ultimo r^^avit, qui 
fuerunt anni M • CC • LXXXin et LXXXlIll, ex eo quia dictus dominus rex 
Carolus primus in principio anni M«CC'XCV diem clausit extremum; cuius 
declarationis pretextu tantum est pro dictis duobus annis distributum, prout 
supra narratum est, quod non restant distribuende in complementum anno- 
rum predictorum nisi V unc. auri. 

182. 

Item invenerunt predicti domini cardinales et camerarius per cedulas 
et litteras aliquonim dominorum cardinalium, quod pro parte census, qui 
solvi debuerat in anno Domini M • C& • xcfi, solute fuerant coU^o memorato 
M -ni -xxx unc. 

183. 

Item invenerunt, quod pro parte census, qui solvi debuit in anno 
Domini M • CC • xcvii, distribute fuerant M uncie. 

184. 

Item invenerunt, quod pro parte census, qui solvi debuit in anno 
Domini M • C& • icviii, distribute fuerant iii uncie. 

185. 

Item invenerunt, quod tarn de tempore domini Petri electi Spoletani, 
quam de tempore dicti domini Berengarii episcopi Portuen., pro parte census 
de anno Domini M • CC • xcix solute fuerant lll uncie. 

186. 

Item invenerunt, quod pro parte census, qui solvi debuit in anno 
Domini M • CCC, solute fuerant li uncie. 



— 127 — 

187. 

Item invenerunt, quod pro censu, qui solvi debuit in anno Domini 
M • ccc • n, solute fuerunt nn uncie. 

188. 

Item invenerunt, quod secundum predictam domini nostri declarationem 
pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M *c& -Lxkxiil, solute fuerunt 
im uncie. 

189. 

Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC * LXXXlifl, 
solute fuerunt in • v uncie. 

190. 

Unde prefati domini cardinales et camerarius super premissis omnibus 
habito consilio et deliberatione matura, credentes et quasi pro firmo tenentes 
predicta veritate fulciri, quia per premissa manifeste apparet, quod pro com- 
plemento census, qui solvi debuit in anno Domini M • CC * Lxxxnii, debentur 
collegio V uncie. 

Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini 
M • CC • icii, debentur coll^o 5 • iv • Lxx unc. 

Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • c& • xcifi, debentur 
collegio im uncie. 

Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • ^cnh, deben- 
tur collegio mi uncie. 

Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • ^cv, debentur 
collegio im uncie. 

Item pro censu, qui solvi debuit in anno Domini M • CC • xcvi, deben- 
tur collegio im uncie. 

Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini 
M • CC • xcvii, debentur coll^o m uncie. 

Item pro parte census, qui solvi debuit in anno Domini M • cb ' xcviii, 
debentur collegio M uncie. 

Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini 
M • CC • xcix, debentur collegio M uncie. 

Item pro complemento census, qui solvi debuit in anno Domini 
M • cdc debentur collegio il uncie. 

Que omnes sunmie predicte, pro dictis annis debite simul aggregate, 
ad XXVI • c • LXX unciarum auri summam ascendunt. 



— 128 — 



191 



Id Circo prefati domini cardinales et camerarius. premissis omnibus 
diligenti meditatione pensatis, ac videntes, quod nuUam aliam informationem 
poterant super premissis habere, unanimiter et concorditer nobis Guillermo 
Medici et Michaeli Ricomanni, clericis et distributoribus prelibatis, manda- 
verunt oraculo vive vocis, quod omnes et singule summe deinceps pro veteri 
censu distribuentur et dividentur suo ordine, pro annis et terminis supra 
proxime expressis satis, usque ad complementum eorum, et inter dominos 
cardinales. qui amiis predictis in festo Sanctorum Apostolorum Petri et 
Pauli erant in curia residentes^) vel pro residentibus censebantur. 

^) Verbessert aus resistentes, 

192. 

Item censum ordinarium pro dictis annis M * CCC • XX, XXI, XXVI et 
xxfx per ordinem, sicut superius est expressum. 

Modo ad declarationem dictorum distributorum faciendarum (sie) pro 
dictis annis, et de summis pro quolibet anno debitis, et inter quos dominos 
cardinales facienda est distributio, incipio distribuere pro quolibet annorum 
predictorum et summas debitas pro eisdem de censu antiquo. 



193. 

Et primo V uncie auri, facientes ad floren. 11 -v floren., que debent, 
ut predicitur, distribui pro complemento census, qui solvi debuit in anno 
Domini M • CC • LXXXliil, dividentur inter XVI dominos cardinales infra scriptos, 
qui tunc erant in curia residentes, videlicet dominos 
Latinum Ostien. lohannem Chauleti 

Ordonium Tusculan. Benedictum Gayetanum, qui postea 

Geronimum, qui fuit postea papa fuit papa Bonifacius. 

tai 

Nicolaus IUI. Gaufridum decanum Parisien, 

lacobum de Sabello, qui postea fuit Hugonem Anglicum. 
papa Honorius. Gaufridum de Alatro. 

Benchevenna Albanen. lordanum de Ursinis. 

Ancherium. Matheum Rubei. 

Gervasium. lacobum de Columpna. 

Comitem de Mediolan. 

Et habebit quilibet dictorum dominorum cardinalium de dicta summa 
CLVI floren. ni sol. iii den. Coronatorum. 



— 129 — 

194- 

Item ü'Vi'LXX uncie auri, debite pro complemento census, qui solvi 
debuit in anno Domini M • CC • x6ll, facientes ad floren. xm • ill • L flor., 
debent distribui inter xii dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos 

Neapoleonem de Urbe. Grerardum de Parma. 

Petrum de Columpna. lohannem Chauleti. 

lacobum de Columpna. Benedictum Gayetan. 

Latinum Ostien. Hugonem de Bilione. 

Matheum Rubei. Petrum de Mediolan. 

lohannem Bochamacii. Matheum de Aquasparsa. 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta 
summa M • cxn floren. cum dimidio. 



195- 

Item nn uncie auri, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini 
M ' CC * ^Clil, facientes ad floren. XX floren., [debent] distribui inter xi dominos 
cardinales infrascriptos, videlicet dominos 

lohannem Bochamatii Tusculan. fuit Bonifacius papa. 
Gerardum de Parma Sabinen. Petrum de Mediolan. 

Latinum Ostien. Matheum Rubei 

Matheum de Aquasparsa. Neapoleonem de Urbe 

Hugonem de Bilion. lacobum de Columpna 

Benedictum Gayetanum qui Petrum de Columpna 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta 
summa M • vin • xvin flor. ii sol. 



196. 

Item IUI uncie, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini 
M • CC • xcrin, facientes ad floren. xx floren., debent distribui inter x domi- 
nos cardinales infrascriptos videlicet dominos 

lohannem Bochamatii Petrum de Mediolan. 

Gerardum de Parma. Matheum Rubei. 

Matheum de Aquasparsa. Neapoleonem de Urbe. 

Hugonem de Bilion. lacobum de Columpna. 

Benedictum Gayetanum. Petrum de Columpna. 
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta 
summa 11 floren. 

Baumgartsk, Finanzverw. des Card.-CoIl«g. im Mittelalter. 9 



— I30 — 



197- 

IC 

Item nn uncie, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini 
M • CC • XCV, facientes ad floren. XX iloren. auri, debent distribui inter XX 
dominos cardinales infrascriptos videlicet dominos 



epis- 
copos 



Thomam de Aquila. 
Petnim de Aquila. 
lohannem Monachi. 
Nicolaum Parisien. 
Guillermum de Ferrariis 
Robertum Cistercien. 
Simonem de Caritate. 
Petrum Mediolan. 



pres- 

bite- 

ros 



diaconos 



Grerardum de Parma Sabinen. 

lohannem Bochamacii Tusculan. 

Matheum de Aquasparsa Portuen. 

Simonem de Belloco Penestrin. 

Beraldum de Goto Albanen. 

Hugonem Bilhoni Ostien. 

Matheum Rubei. 

lacobum de Columpna. 

Neapoleonem de Urbe. 

Petrum de Columpna. 

Guillermum de Pergamo. 

Benedictum Gayetanum. 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta 

summa M iloren. 

198. 

Item IUI uncie, debite pro censu, qui solvi debuit in anno Domini 
M • CC • xcvi, facientes ad floren. xx floren., debuit distribui inter xxil domi- 
nos cardinales infrascriptos 

Gerardum de Parma Sabinen. 

lohannem Bochamatii Tusculan. 

Matheum de Aquasparsa Portuen. 

Simonem de Belloloco Penestrin. 

Beraldum de Goto Albanen. 

Hugonem de Bilhone Ostien. 
Thomam de Aquila. 
Petrum de Aquila. 
lohannem Monachi. 



y episcopos 



Nicolaum Parisien. 
Robertum Cistercien. 
Simonem de Caritate. 
fr. lacobum de ordine Minorum. 



Matheum Rubei. 

lacobum de Columpna. 
pres- Neapoleonem de Urbe. 
>bite- P. de Columpna. 
ros Guillermum de Pergamo. 

Benedictum Gaietanum. 

Franciscum Neapoleonem. 

lacobum Gaietanum. 



> diaconos 



IX 



Franciscum Gaietanum. 
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa 
IX flor. XIII den. Et restant IUI denar. ad dividendum. 



— 131 — 



199. 

Item m uncie, debite pro complemento census, qui solvi debuit in 
anno Domini M • CC • XCVII, facientes ad flor. xv flor., debent distribui inter 
XVIII dominos cardinales, videlicet 

Grerardum de Parma Sabinen, 
lohannem Bochamatii Tusculan. 
Matheum de Aquasparsa Portuen. 
Simonem de Belloloco Penestrin. 
Hugonem de Bilione Ostien. 
Thomam de Aquila. 
lohannem Monachi. 



i episcopos 



Nicolaum Parisien. 
Robertum Cistercien. 
lacobum de ord. Min. 
Petrum de Aquila. 



Matheum Rubei. 

Neapoleonem de Urbe. 
presbi- Guillermum de Pergamo. 
teros Franciscum Neapoleonem. 

lacobum Gayetanum. 

Franciscum Gayetanum. 



diaconos 



Petrum de Pipemio. 
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de dicta summa 
VIII • xxxin flor. im sol. im den. 



200. 



Item M uncie auri, debite pro complemento census, qui solvi debuit 
in anno Domini M • CC • xcvni, facientes ad floren. v flor., debent distribui 
inter XV dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos: 



Grerardum de Parma Sabinen. \ 
lohannem Bochamatii Tusculan. > 
Matheum de Aquasparsa Portuen. ' ™ 
Thomam de Aquila. 

pres- 
bite- 



lohannem Monachi. 
Nicolaum Parisien. 
Robertum Cistercien. 



ros 



Matheum Rubei. 
Neapoleonem de Urbe. 
Guillermum de Pergamo. 
lacobum Gayetani. 
Franciscum Neapoleon. 
Franciscum Gayetani. 
Petrum de Pipemo. 



> diaconos 



fr. lacobum de ord. Minorum. 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictorum de summa 
predicta lii • xxxni flor. mi sol. im den. Coronat. 



201. 



Item M uncie auri, debite pro complemento census, qui solvi debuit 
in anno Domini M • CC • xcvira , facientes ad flor. v flor. , debent distribui 
inter XX dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos: 

9* 




— 132 — 



epis- 
copos 



presbiteros 



dia- 
conos 



Gerardum de Parma Sabinen, 
lohannem Bochamatii Tusculan. 
Matheum de Aquasparsa Portuen. 
Gundisalvum Albanen. 
Thomam de Aquila. 
lohannem Monachi. 
Nicolaum Parisien. 
Robertum Cistercienl 
lacobum de ordine Minorum. 
Terricum Pissanum. 
Nicolaum de Tervisio. 

Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictomm de dicta summa 
u • L flor. 

202. 

Item II uncie, debite pro complemento census, qui solvi debuit in 
anno Domini M-CCC, facientes ad flor. x flor., debent distribui inter xvi 
dominos cardinales infrascriptos, videlicet dominos: 



Matheum Rubel. 
Neapoleonem de Urbe. 
Guillermum de Pergamo. 
Franciscum Neapoleonem. 
lacobum GayetanL 
Franciscum Gayetani. 
Petrum de Pipemo. 
Richardum de Senis. 
Landulphum de Neapoli. 



lohannem Bochamatii Tusculan. \ 
Nicolaum de Tervisio Ostien. I epis- 
LeonardumdeGarchinoAlbanen. [copos 
TheodoricumPisanum Penestrin. > 
lohannem Monachi. \ 

Robertum Cistercien. > presbiteros 
Grentilem de Montefloro. ' 



Matheum Rubui {sie) 
Guillermum de Pergamo. 
Landulphum de Neapoli. 
Franciscum Gayetani. 
lacobum Gayetani. 
Franciscum Neapoleonis. 
Petrum de Pipemo 
Richardum de Senis. 



dia- 



conos 



Lucham de Flisco. 
Et habebit quilibet dominorum cardinalium predictomm de dicta summa 
VI • XXV flor. 



Anno Domini M*ccc-xxxi 



203. 



1881 Oetobr. 1. 

Solutio facta per gentes domini Roberti, Sicilie regis, pro termino 
sancti lohannes Babtiste proxime preterito de II • C • LXXVII unciis auri 
I flor. et ni quart., que ex causa hie contenta fuemnt coUegio designata etc. 
(In margine.) 

Item anno quo supra, die I mensis Octobris, reverendi patres domini 
Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, camerarius, et Ademarius Masilien. epis- 



— «33 — 

copus, thesaurarius domini nostri pape, solverunt et assignaverunt collegio 
dominorum cardinalium de im unciarum auri solutis per gentes Serenissimi 
principis domini Roberti, Sicilie regis illustris, pro termino festi B. lohannis 
Babtiste proximo preteriti, iuxta novam ordinationem per dominum nostnim 
papam nuper factam, li • LXXXVII uncias auri unum floren. et tres quart. 
in complementum im • n • LXXXVII unciarum auri l floren. et m quart., que 
dudum Camera domini nostri pape plus receperat de solutionibus dudum 
per dictum dominum regem factis, quam coUeg^um dominorum cardinalium 
predictorum , nee non et M • Vlii • LVI uncias auri unum floren. n quart et 
medium, ipsum collegium contingentes de m • Vll • Xll unciis auri in floren. 
et I quart., restantibus ad dividendum per medium ex summa predicta 
dictarum im unciarum auri inter cameram domini nostri pape et collegium 
memoratum, videlicet in X • vil • xvill flor. auri I quarto et dimidio unius 
flor., pro V flor. auri uncia qualibet computata. 



204. 

1881 Oetobr. 80. 

Solutio facta per dicti domini reg^s gentes pro termino sancti Michaelis 
proxime preterito secundum novam ordinationem domini nostri pape. (In 
margine) 

Item solverunt et assignaverunt nomine et pro parte domini regis pre- 
dicti de im unciarum auri, solutis per gentes dicti domini regis pro termino 
festi Beati Michaelis proxime preteriti, secundum ordinationem eandem, n 
unciarum auri in x flor. auri, pro v flor. uncia qualibet computata. Que 

M 

quidem summe, que omnes simul iuncte ad im * C * XLm uncias auri III 
flor. I quart. et medium ascendere dignoscuntur, et que ad flor., uncia pro 
V flor., ut supra dicitur, computata, ad XX • vii • xvm flor. auri uno quarto 
et dimidio ascendunt, de mandato predictorum reverendorum patrum domi- 
norum lacobi Gayetani, Amaldi de Pelagrua et Petri Ispani distribute 
fuerunt in modo qui sequitur, die penultima mensis Octobris: 



205. 

Ecce distribute fuerunt v uncie pro complemento veteris census de 
anno Domini M • CC • LXXXlill. (In margine.) 

e M e 

Et primo v uncie auri, facientes ad flor. 11 -V flor. auri, distribute 
fuerunt pro complemento illius census antiqui, qui solvi debuit in festo 



— 134 — 

Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M * cc - Lxxxnn 
inter xvi dominos cardinales infrascriptos. 

(Die Liste der Namen siehe oben No. 193.) 

XVI cardinales (In tnargine). 

n 

Anno Domini M • ccc - XXXI 

206. 

M « 

Ecce distribute fuerunt n • v • xxxv uncie 11 flor. et medietas quarti 
pro parte veteris census de anno Domini M - CC * XCU. (In margine) 

Item die predicta penultima mensis Octobris distribute [fuerunt] de 
mandato dominorum cardinalium predictorum 11 * v * XXXV uncie auri II flor. 
et medietas quarti, facientes ad flor., uncia qualibet pro V flor. computata, 
ut supra, XII * VI - LXXVII flor. et medietatem quarti pro parte illius census 
antiqui, qui solvi debuit in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de 
anno Domini M • CC * XCII inter XII dominos cardinales infrascriptos. 

(Die Liste de Namen siehe oben No. 194.) 

xn cardinales (In margine), 

m 
207. 

Ecce distribute fuerunt M • C • vin uncie l flor. medietas quarti pro 
parte census ordinarii de anno Domini M • CCC • xx. 

Item eadem die distribute fuerunt de mandato dominorum cardinalium 
predictorum M • c • vili uncie auri l flor. et medietas quarti, facientes ad flor. 

M 

V • v • XLI flor. et medietatem quarti, pro parte census ordinarii, qui solvi 
debuit in festo Apostolorum Petri et Pauli de anno Domini M • CCC • XX 
inter XXIll dominos cardinales infrascriptos. 

(Die Liste der Namen siehe oben No. 169.) 

XXIII Cardinales (In margine), 

Oblig. II. fol. 43 r. — 56 r. 

Eim genaue Nachprüftmg der Mittheilungen dieser Aufstellung hat ergeben, dass die An- 
gaben nicht überall genau sind. Es ist jedoch nicht schwer durch Vergleichung der verschiedenen 
Listen und Summen dcts Richtige herauszufinden. Im ersten Theile dieser Arbeit finden sich die 
richtigen Zahlen übersichtlich zusammengestellt. 



— 135 — 

208. 

Johann XXII ertheilt dem Könige Robert Quittung über 4.000 Unzen Gold 
des census Siciliae, 1882 Septembr.SS Avenlonis. 

Carissimo in Christo filio Roberto regi Sicilie illustri. 
Cum de summa. — Dat. Avinion. im kal. Octobris, amio xvii. 
Reg. Vat. No. 117. (Secret an. XVII—XVIIJ) fol. LXin r. 

Ibidem fol, LXIX, lun, 22, IJSS* und foU CCCVIII r., Septembr. 27, ijsS folg^ nvei 
weitere Qmtiungen, 



208 



a. 



Der thesaurarius papae stellt Quittung aus über die Antkeile (census Siciliae) 
derjenigen Cardinäle, deren Erben sich nicht gemeldet hatten; in Folge dessen 
fallen die Summen an die päpstliche Kammer, 1885 Septembr. 18. 

Noverint universi et singuli presentes litteras inspecturi, quod, cum de 
summa vigintimilium ilorenorum auri, que summa racione regni Sicilie per 
serenissimum principem dominum Robertum, Sicilie regem illustrem, Romane 
Ecclesie secundum ordinationem per felicis recordacionis dominum lohannem 
papam XXII 11 id. Marcii, pontificatus eiusdem domini lohannis anno quarto- 
decimo^) factam, in festo Beati lohannis Babtiste proxime preterito solvi 
debebat et extitit persoluta, nos lohannes de Corordano, archidiaconus 
Lunaten. in ecclesia Bitterren., domini pape thesaurarius, decem milia ilore- 
norum auri reverendo in Christo patri domino Petro Dei gracia tituli Sancte 
Praxedis presbitero cardinali, collegii reverendorum patrum dominonun Sancte 
Romane Ecclesie cardinalium camerario, recipienti pro dicto collegio, duxe- 
rimus assignanda. Idem dominus cardinalis camerarius 

attendens, quod de sexentis (sie) septuaginta duobus ilor. auri octo sol. 
et undecim denar. Cor., distributis per ipsum de summa predicta pro com- 
plemento veteris census, qui solvi debuit in festo Sanctorum Apostolorum 
Petri et Pauli de anno Domini millesimo cc • xcm inter undecim dominos 
cardinales, tunc in Romana curia residentes, ducenti quadraginta quatuor 
flor. auri Septem sol. et quatuor denar. Cor., qui im dominos cardinales 
defunctos contigerant infrascriptos, videlicet dominos Matheum de Aquasparsa, 
Hugonem de Bilion., Benedictum Gaytani, qui fuit Bonificius (sie) papa, et 
Petrum de Mediolan., assignando pro quolibet dictorum quatuor dominorum 
cardinalium sexaginta unum flor. auri et vig^nti duos denar. Cor., — 

attendens etiam prefatus dominus cardinalis camerarius, quod de duobus 
milibus sexcentis sexaginta flor. auri Septem sol. et uno den. Cor., distributis 



*) ^Jjo Mart. 14, 



— 136 — 

per ipsum de summa suprascripta pro parte veteris census, qui solvi debuit 
in festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de amio Domini millesimo 
ducentesimo nonagesimo quarto inter decem dominos cardinales, tunc in 
Romana curia residentes, mille sexaginta quatuor flor. auri duos sol. et octo 
den. Cor., qui eosdem im dominos cardinales defunctos contingunt supra- 
scriptos, assignando pro quolibet ducentos sexaginta sex flor. auri et octo 

or 

den. Cor., que summe ambe predicte simul coniuncte, prefatos nn dominos 
cardinales defunctos contingentes, ad mille trecentorum octo flor. auri et 
decem sol. Cor. summam ascendunt, pro eo de antiqua consuetudine ad 
cameram domini nostri summi pontificis pertinebant, quod dudum executores 
aut qui forent alii, ad quos predictorum dominorum cardinalium defunctorum 
bona poterant pertinere, accepturi singuli portionem, que de quibusdam 
aliis pecuniarum summis inter ipsum tunctemporis collegium dividendis, 

or 

prescriptos im dominos cardinales contigerant, per bone memorie dominum 
Berengarium Portuen. et Sancte Rufine episcopum, tunc memorati collegii 
camerarium, de predicti domini pape mandato vivevocis oraculo facto in 
audiencia litterarum predicti domini pape, publice evocati per se vel per 
procuratores ydoneos infra prefixum sibi peremptorium terminum comparere 
neglexerunt, et prefate tunc portiones prefatum dominum lohannem papam 
contingentes, eidem camere domini pape fuerunt assignate, ac per ipsum 
dominum papam, ut asserunt, declaratum, ne dicti forent executores vel 
alii in divisionibus aliis portionum huiusmodi imposterum evocandi, prefatos 
mille trecentos octo flor. auri et decem sol. Cor., qui pro portionibus im 
cardinalium predictorum defunctorum ad prefatam cameram noscebantur et 
noscuntur, ut premittitur, vigore antique consuetudinis et declarationis pre- 
dictarum pertinere, per manus discreti viri magistri Guillermi Medici, capellani 
sui, sepe dicti collegii clerici, prefate camere die dat. presencium solvi fecit. 
De quibus mille trecentis octo flor. auri et decem sol. Cor. dicte camere, 
ut premittitur, persolutis, eundem dominum camerarium cardinalem et eius 
bona absovimus (sie) prefate camere nomine tenore presencium et quitamus, 
has sibi litteras sigillo nostro munitas in premissorum testimonium concedentes. 
Dat. Avinion., die xvill mensis Septembr., anno Domini M • CCC • xxxf , 
indictione lll, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini Benedict! 
divina providencia pape Xll anno primo. 

Oblig. 17. fol. 54 v. 

Quittungen vom 2. Nov. 1331 über die freigewordenen Antheile des census Siciliae für die 
Jahre 1284 und 12^2, Oblig. 12. fol. 147 v., vom 6. Nov. ISJS für das Jahr 12^4, Oblig. //. 
fol.jS r. Vergl. ferner ibidem fol. yj r., yj v. u. s. w. 



— 137 — 



2o8^- 



Urban V quiitirt der Königin Johanna von Neapel über die Zahlung von 
8000 Unzen Gold pro censu Siciliae, und da sie gebeten hatte y sibi „de arre- 
ragiis seu summis pro tempore preterito debitis, que, facta debita calculatione 
per gentes camere et collegii prefatorum et comitem supradictum, preter alia 
arreragia dicti census contingencia bone memorie prefate Ecclesie cardinales 
ante tuam coronacioTtem, que fuit anno N. D, millesimo tercentesimo quinqua- 
gesimo secundo, die XXVII mensis Maii, defunctos, ascendunt usque in dient 
dat, presencium ad ducenta septuaginta Septem ntilia ßorenorum auri ac 
centum sexdecim ßor, auri, quinque florenis pro qualibet uncia computatis, 
dilacionis graciam concedere/^ so ordnet der Papst an, „quod in presenti 
anno . . nichil de arreragiis . . solvere tenearis, set anno proxime futuro . . . 
et deinde annuatim . . . quinque milia ßor. de arreragiis et censum ordina- 
rium . . . persolvas . . /' 1S6S Aprilo 14 Avenlonis. 

Urbanus episcopus servus servorum Dei carissime in Christo filie Johanne, 
regine Sicilie illustri, salutem etc. 

Eximia tue sinceritatis. — Dat. Avinion. XVIII kal. Maii anno primo. 

Reg. Vat. No. 261. fol. 24 r. cap. XLVii. 



209. 

Quittung des Cardinalkämmerers über 6000 Goldgulden aus dem census 
Siciliae, 1869 Septembr. 18. 

Nos Guillermus miseratione divina cardinalis Sabinen., sacri collegii 
reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie cardinaUum 
camerarius, tenore presentium notum facimus universis, quod, cum serenis- 
sima principissa domina, domina lohanna, regina Sicilie illustris, pro censu 
annuo viii unciarum auri ratione dicti regni et aliarum terrarum citra Farum 
annis singulis in festo Apostolorum Petri et Pauli Ecclesie Romane solvere 
et facere teneatur, uncia qualibet pro quinque flor. auri ad pondus camere 
apostolice computata, venerabilis vir dominus Gaucelinus de PradaUa, capel- 
lanus domini pape, pro complemento dicti census, videlicet XX iloren., pre- 
fatum coUegium contingentes, VI flor. auri ad pondus dicte camere pro 
termino festi Apostolorum Petri et Pauli proxime preteriti de anno presenti, 
nobis pro dicto coUegio recipientibus, solvit nomine dicte camere et assignavit. 
De quibus VI flor. sie solutis et per nos receptis die date presentium, ipsum 
dominum Gaucelinum et alios, quorum interest vel intererit, prefati collegii 



- 138 - 

nomine absolvimus tenore presentium et quitamus. In quorum testimonium 
presentes litteras etc. 

Datum Viterbii die xm mensis Septembr., anno etc. LXIX, pontificatus 
domini Urbani pape quinti anno septimo. 

Oblig. 38»' fol. 121 r. 



vn. Der Censiis Triiiaeriae, das ist die von dem Königreich Sicilien 
trans Pharom zu zalüende Abgrabe an die Römische Kirche. 

210. 

Benedictus papa XI sententiam excommunicatianis , quam rex Trinacriae 
incurrisse noscitur et ecclesiasticum tnterdictum, cui subiacet insula Siciliae, 
pro eo quod dictus rex censum trium milium unciarum auri, Romanae 
Ecclesiae debitum, statuta tempore solvere tum curavit, misericorditer relaxat, 
terminum solutionis census praedüti usque ad kaUndas Mali proxime venturas 
prorogando. 180S Deeembr.9 LateranL 

Carissimo in Christo filio Friderico, regi Trinacrie illustri. 

Romana mater Ecclesia. — Dat. Laterani v id. Decembr. anno primo. 

Registres de Benoit xi No. 1122. 
Potthast 25316. 

Theilzahlung aus dem Census der Insel Sicilien in der Höhe von 1000 
Unzen Gold. 1S04 lun. 20. 

Census Trenacrie^). [In margine.) 

De V flor. auri, solutis ex parte magnifici principis domini Frederici, 
Trenacrie regis illustris, et receptis per collegium cardinalium pro M unciis 
dumtaxat de parte census Insule Sicilie pro festo Apostolorum Petri et Pauli 
transacto anni CCC • lll, facta est divisio inter xviii dominos cardinales, com- 
putato dicto domino nostro summo pontifice pro tempore cardinalatus sui, 
et habuit quilibet per eosdem mercatores ii • LXXVII flor. auri et XLVli sol. 
Cortonen. Et sie restat habere dictum collegium pro dicto festo [pro] comple- 
mento dicti census v uncias auri. Nomina vero dictorum cardinalium sunt 
supra nominati [sie) in visitatione archiepiscopi Remen., addito tamen domino 



^) Von anderer Hand hinzugefögt: pro portione dominorum cardinalium. 



— 139 — 

nostro summo pontifice pro tempore cardinalatus sui, et subtracto domino 
fratre N. Ostien. episcopo cardinale. 

Oblig. i^' fol. 44 V. 

Uebir dU Zahlungen des census Trinacriae unter Clenuns V vergUiche die Rtgesten (Edit, 
Bernd,) Tom, I Append. NN. 12g, 2^2, 2^, 4J7, ^28, s^^» ^S» 7<^ ^*^ 74^* 

211. 

Zahlung des census Trinacriae im Betrage von isoo Unzen Gold, Vertheilung 
desselben und Quittung darüber, 1818 Februar. 18. 

Solutio census domini Frederici, in VII cedula facta in mense Febroarii 
distributus est et solutus. {In margine,) 

Item anno quo supra, die XXX mensis lanuarii, Donatus Gioti de 
Perutiis, civis et mercator Florentinus de societate Perutiorum de Florentia, 
nomine suo et societatis sue predicte solvit mille V uncias auri in vn • v florenis 
auri pro parte collegium dominorum cardinalium contingente, de lii unciarum 
auri eidem mercatori per dominos A. Albanen., domini pape, et Berengarium 
Portuen., coUegii predictorum dominorum cardinalium camerarios, in deposito 
assignatis, de pecunia per procuratores domini Frederici, regis Trinacrie 
illustris, pro censu predicti regni sui Trinacrie eisdem dominis camerariis per- 
soluta, pro termino festi Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli de anno 
A • ctc • ^V. Quam pecunie summam ego Vincentius suprascriptus die xm 
mensis Februarii distribui inter XXin dominos cardinales, qui supra scripti 
et nominati sunt et infra in alia solutione census regni Trinacrie facta in 
anno xlx ad ll in solutione census regni Sicilie, facta per gentes domini 
Roberti regis Sicilie pro anno Domini M • CCC • XV. Pro qua pecunie summa 
ego Vincentius suprascriptus dictis mercatoribus quitationis literas assignavi 
meo sigillo pendenti sigillatas, de mandato speciali per dominum meum, 
dominum Berengarium Portuen. episcopum oretenus michi facto ; quas literas 
dicti mercatoris (sie) michi Vincentio predicto restituere promiserunt, cum 
super hoc a domino papa vel ipso domino Portuensi quitationis literas 
obtinebunt; quas literas michi restituerunt et dicti domini mei Portuensis 
episcopi quitationis literas habuerunt. 

(In margine:) XXII cardinales. 

Oblig. II. fol. V r. 

212. 

Zahlung von isoo Unzen Gold fiir den census Trinacriae des Jahres 1318, 
sowie Bewilligung von Zahlungserleichterungen ßir den rückständigen Census 
der Jahre 1316 und 1317, 1818 luL 8. 



— I40 — 

Solutio census regni Trinacrie pro domino Frederico. 

Item anno domini ük • ccc • xvin, die xxvii mensis lunii, nobilis vir 
Bartholomeus a Sinili, procurator ad infrascripta, et familiaris domini Frederici, 
regis Trinacrie illustris, solvit michi Vincentio de Serignano, recipienti nomine 
domini mei, domini Berengarii Portuensis et Sancte RufHne episcopi, sacri 
coUegii dominorum cardinalium camerarii, et pro ipso collegio, M • V uncias 
auri, solutas in vii • V florenis auri pro censu dicti regni sui Trinacrie colle- 
gium dominorum cardinalium contingente, soluto pro termino festi Aposto- 
lorum Petri et Pauli de anno Domini lä • CCC • xvill, quam pecunie summam 
ego Vincentius predictus die Vin mensis lulii inter xxvi dominos cardinales, 
qui supra scripti sunt in solutione visitationis magistri ordinis Humiliatorum, 
subtracto domino Arnaldo condam episcopo Sabinensi ad ii. Sciendum tamen 
est, quod dictus dominus Fredericus post solutionem predictam remansit 
dicto collegio dominorum cardinalium obligatus in lll unciarum auri, solven- 
darum in XV floren. ratione census dicti regni Trinacrie, quem solvere 
debuerat in annis domini l!f • cfic • XVI et XVll; pro quibus ni unciarum, 
dicto collegio persolvendarum, per dominum nostrum summum pontificem 
et collegium supradictum eidem domino Frederico data fuit dilatio ad sol- 

or 

vendam summam pecunie supradictam usque ad im annos a dicto festo 
Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli inantea computandos, ita videlicet, 
quod in quolibet de dictis nn annis in termino dicti festi Sanctorum 
Apostolorum Petri et Pauli dictus dominus Fredericus solvere teneatur 
III • VII • L ilorenos collegio supradicto ultra summam illam, quam in dicto 
festo Sanctorum Apostolorum Petri et Pauli in singulis annis IUI supra- 
dictis dictus dominus Fredericus solvere teneatur pro censu regni Trinacrie 
supradicto. 

(In margine:) Cardinales xxvi. 

Oblig. II. fol. VI r. 



VIII. Der Census Regrni Angliae et Terrae Hibemiae. 

213. 

Die päpstliche Kammer erhält aus dem englischen Peterspfennig und einigen 
kleineren englischen Census für die Jahre I2^y und I2g8 die Summe von 
^57 Pftind Sterling, 1299 Mense Deeembr. 

Item recepi a magistro Giffredo quondam nuntio domini pape in Anglia 
et nunc episcopo Parmen., pro parte denarii sancti Petri anni LXXXXVii et 



— 141 — 

Lxxxxvni et quibusdam censibus n • LVii libr. xviii sol. et vni den. Ster- 
lingorum. 

Introitus et Exitus Camerae No. 446. fol. im v. 

21 'i^ 

^ 1801 Hart. 18 LateranL 

Bonifacius VIII Eduardum regem Angliae requirit et rogat, ut censum 
annuum 1000 marcarum Sterlingorum pro undecim annis proxime preteritis 
et etiam pro anno praesenti mag^stro Bartholomaeo de Ferentino canonico 
Londoniarum assignet. „Quanto erga Romanam". 

Potthast 25030. 

^^^' 1818 Hart. 8. 

Clemens V beauftragt Guilelmus de Balaeto, archidiaconus Foroiulien,, in 

Anglia destinatus, den Census zu erheben und darüber zu quittiren. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) n. 9931. 

215. 

Zahlung und Vertheilung von joo Mark Silber aus dem census Angliae, 

1817 Hau 6. 
De censu regni Anglie; divisus et solutus in prima cedula. {In margine) 

Item anno quo supra (13 17), III mensis Maii, ego idem Vincentius 
de Serignano predictus recepi a domino Bertrando de Montelauro II flor., 
quos flor. idem dominus Bertrandus receperat a domino Gasberto de Valle, 
domini pape thesaurario, pro V marchis argenti collegium dominorum car- 
dinalium contingentibus de annuo censu regni Anglie soluto partim pro 
termino Sancti Michaelis de anno Domini M • CCC • X'^, videlicet summam 
M flor. ; quam summam divisi et anno Domini M • CCC • X'^I, die vi mensis 
Maii distribui inter xxn dominos cardinales, qui suprascripti et nominati 
sunt in solutione servitii abbatis Vasti Monasterii diocesis Londonien. (sic\ 
subtracto de hac solutione domino Luca de Flisco, quia nundum reddierat 
ad curiam; et alios M flor. restantes de prima superiori summa divisi inter 
XXXI dominos cardinales, qui suprascripti et nominati sunt in solutione 
census prepositi Sancti Petri de Ferania, diocesis Albanen., quia fuerunt 
soluti pro termino Resurrectionis Domini proxime preterito, in quo termino 
omnes XXXI domini cardinales predicti erant in curia; ad I. 

(In margine:) XXn card. et XXXI card. 

Oblig. II. fol. I V. 



— 142 — 
2l6. 

Cedula divisiatiis, betreffend den englischen Census, 1817 MaL 16. 

. . . Item mittimus vobis XLV flor. VI sol. iill den. Turon. parvorum 
vos contingentes de annuo censu ii * L marcharum argenti, solutarum per 
procuratorem regis Anglie pro ipsius Anglie et Ybemie regnis pro termino 
Sancti Michaelis transacto in anno Domini M • CCC • xvi in mille floren. auri, 
computata marca argenti pro nn flor.; facta divisione inter XXII dominos 
cardinales. Et restant vni den. Turon. ad dividendum. 

Eine Zahlung der gleichen Summe ßir IJ17 folgt unmittelbar. 

Oblig. 4. fol. 9 V. 



217. 

Johann XXII quittirt dem Könige von England den Empfang von 1000 Mark 
Sterling, gleich 4.000 Goldgulden, für den Census des Jahres ijiplij20 (van 
Ostern bis Ostern). 1820 Mail 27 Ayenionls. 

lohannes episcopus servus Sservorum Dei carissimo in Christo filio 
Eduardo, regi Anglie illustri, salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum pro censu annuo mille marcharum Sterlingorum, quem pro regno 
Anglie ac Ibemie terra solvere annis singulis, pro medietate videlicet in 
Apparitionis beati Michaelis et pro medietate alia in Resurrexionis Domini 
festivitatibus , Ecclesie Romane teneris, mille marchis eiusdem monete 
Sterlingorum per manus venerabilis fratris nostri Ade episcopi Erforden., 
nuncii tui, pro anno in festo Resurrexionis Domini proxime preterito ter- 
minato, sedis apostolice camere fecerit (sie) cum integ^ritate persolvi, nos, 
solutionem approbantes eandem, te ac heredes et successores tuos ac regnum 
et terram predictam de dictis mille marchis sie solutis auctoritate apostolica 
perpetuo absolvimus et quitamus. NuUi ergo omnino hominum liceat hanc 
paginam nostrarum approbationis, quittationis et absolutionis infringere vel 
ei ausu temerario contraire. Siquis autem hoc atemptare [sie) presumpserit, 
indignationem Omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum Eius 
se noverit incursurum. 

Dat. Avinion. vi kal. lunii, pontificatus nostri anno quarto. 

Collect. Cam. No. 373. [Bullae et Quietantiae eamerales 1316 IJJ2) fol. 97 r. 



— 143 



2l8. 



Der Cardtnalkämnterer Berengarius quittirt dem camerarius und thesaurarius 
papae über Entrichtung van ßoo Mark Sterling, als Antheil des heiligen 
Collegiums am census Angliae. 1820 Ion. 20« 

Nos Berengarius miseratione divina Portuen. et Sancte Rufine episcopus, 
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie 
cardinalium camerarius, tenore presentium recognoscimus et fatemur, nos 
habuisse et recepisse a venerabili patre domino Gasberto Dei gratia episcopo 
Massilien., camerario, et magistro Ademario Amelii, domini pape thesaurario, 
duo milia flor. auri pro parte dictum coUegium contingente de annuo censu 
müle marcharum Sterlingorum, quem dominus Eduardus, rex AngUe iUustris, 
singulis annis Ecclesie Romane solvere tenetur, soluto et supra dictis dominis 
camerario et thesaurario per procuratores ipsius Eduardi regis Anglie 
assignato in quatuor milibus flor. auri, conputata marcha pro quatuor flor. 
auri, pro uno anno preterito et completo in festo Resurrectionis Domini 
proxime iam elapso. De quibus duobus milibus flor., sie per nos receptis, 
ipsos dominos camerarium et thesaurarium supradictos prefati collegii nomine 
absolvimus et quittamus. In cuius rei testimonium presentes litteras fieri 
fecimus et sigilli nostri appensione muniri. 

Datum Avinion. die XX mensis lunii, anno Domini in • CCC • XX, indictione 
tertia, pontiflcatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis divina 
Providentia pape XXII anno quarto. 

Instrumenta Miscellanea. ad an. 1320 (ohne Nummer). 

Original, Pergamentquittung, An einem dttreh die Plica gehinden Pergamentstreifen hing 
das abgerissene Sieget, 



VIDI« Der Census Sardiniae et Corslcae Insularum zahlbar durch 
den Lehensinhaber, den König von Aragonlen« 

219. 

1297 AprlL 4 Romae apud S« Petrom« 

Bonifacius VIII lacobo Sardiniae et Corsicae regi eiusque heredibus 
regnum Sardiniae et Corsicae, quod Ecclesiae Romanae iuris et proprietatis 
existit, cum iuribus omnibus et pertinentiis suis sub censu 2000 marcharum 
argenti bonorum et legalium Sterlingorum in festo Beatorum Apostolorum 



— 144 — 

Petri et Pauli annis singulis integraliter persolvendo, in perpetuum feudum 
confert, concedit, donat eumque per cuppam auream de eodem presentialiter 
investit. „Super reges et." 

Potthast 24501. 



220. 

1297 Apr. 5« Romae apud S. Petrum« 

Bonifacius VIII scribit lacobo regi Sardiniae et Corsicae se, cum 
concessio regni Sardiniae atque Corsicae pura fuerit, disponendi de ipso 
Sardiniae et Corsicae regno ac alii illud concedendi usque ad festum Onmium 
Sanctorum proxime futurum sibi et Ecclesiae Romanae liberam facultatem 
reservare. „Cum regnum Sardiniae." 

Potthast 24502. 

221. 

Verhandlungen über die Belehnung des Königs von Aragonien mit Pisa und 
Elba gegen bestimmte Kriegsleistungen und einen Census von 1000 Mark 
Silber, vorbehaltlich der Zustimmung von Papst und König, 

1809 Mali 81 Avenionis« 

Hie est tractatus habitus inter reverendos in Christo patres et dominos, 
dominum Petrum divina providencia episcopum Penestrinum, dominum 
Berengarium eadem Providentia tituli Sanctorum Nerey et Achilley pres- 
biterum et dominum Raimundum per eandem \provide7itiam\ Sancte Marie 
Nove diachonum Sacrosancte Romane Ecclesie cardinales pro parte sanctis- 
simi ac reverendissimi in Christo patris et domini, domini Qementis, divina 
providencia predicte Sancte Romane Matris Ecclesie summi pontificis, ac 
pro parte ipsius Ecclesie, necnon et Vitalem de Villanova, militem et nun- 
cium illustris regis Aragon., super facto Pisarum et insule Ylbe. 

Primo, quod idem rex et quilibet eius successor in terra Pisarum et 
insule Ylbe recognoscat domino pape eiusque successoribus et Ecclesie 
Romane terram et civitatem Pisarum et eius districtum, sive illud dicatur 
regnum, sive comitatus, seu quocumque alio nomine nuncupetur, et dictam 
insulam Ylbe, cum iuribus et pertinentiis suis et omnia alia loca et terras, 
que per commune Pisanum teneatur, se tenere ut feudum a domino nostro 
papa et Ecclesia Romana. Et hec recognicio fiat secundum formam scriptam 
in concessione feudi regni Sardinee et Corsice. 

Item, zweitens Verpflichtung zum Treueid, 



— 145 — 

Item, quod pro dicto feudo dictus rex et eius successores in dicta 
terra dabunt sing^s annis imperpetuum domino pape et Ecciesie Romane 
censum mille marcharum argenti secundum formam, secundum quam dabit 
pro dicto regno Sardinee et Corsice censum duorum milium marcharum 
argenti. 

Am Schlüsse nach vielen anderen Artikeln heisst es: 

Omnia vero predicta capitula et singula eorumdem ac omnia alia sub 
huiusmodi tractatibus habita ac quecumque in eis contenta reservat dictus 
Vitalis de Villa Nova voluntati predicti domini regis. 

Et nos cardinales predicti super eisdem retinemus voluntatem domini 
nostri cum deliberacione consistorii. 

In premissorum autem testimonium nos cardinales predicti et ego 
Vitalis de Villanova sigillis nostris appendiciis presens scriptum iussimus 
sigillari. 

Quod est actum Avinion. pridie kal. lunii, anno Domini M * CCC nono. 

Arch. Castelli Sancti Angeli, Arm. II caps. IV N. 4. 

Original. PergamitUurkunde mit vier beschädigten Siegeln an rothin Seidenschnüren, Sehr 
gut erhaltene Urkunde, 

In den Obligationsbänden geschieht keinerlei Erwähnung dieser Vorgänge. 



222. 

Johann XXII erlässt dem König van Aragonien die Hälfte des Census, den 
er fiir die Belehnung mit Sardinien und Corsica an den heiligen Stuhl zu 
zahlen hat. Obschon der König gebeten hatte nur den vierten Theil des 
Census, das heisst ^oo Mark Silber, zahlen zu müssen, da er grosse Aus- 
gaben bei Eroberung der beiden Inseln gehabt habe, so geht der Papst nicht 
darauf ein, sondern erlässt ihm nur die Hälfte des Census und zwar nur 
auf zehn Jahre, Der Papst betont, unter Hinweis auf den census Sidliae, 
bei dem trotz drückender Kriege und grossem Anwachsen der Schuldsumme 
nie eine Verminderung eingetreten sei, das Unerhörte des Vorganges, will 
aber doch für dieses Mal nullo tarnen pcu:to nullaque conventione astrictus sed 
de mera liberalitate et gratia spedali diese Vergünstigung gewähren. Bleibe 
der König aber auch nur in einem Termine im Rückstande, so solle die ganze 
Vergünstigung für Vergangenheit und Zukunft null und nichtig sein und die 
ganze Schuldsumme von 2000 Mark Silber für alle zehn Jahre fällig sein. 
Diese Vergünstigung müsse durch besondere Verfügung des Königs ausdrücklich 
genehmigt werden, damit sie Kraft erhalte. 1S24 Novembr« 20 Avenlonls« 

Baumgartbn, Finanzverw. des Card.-Colleg. im Bfhtelalter. 10 



— 146 — 

Johannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo filio 
lacobo, regi Aragonum, salutem et apostolicam benedictionem. 

Ad nostram nuper. — Dat. Avinion. xn kal. Decembr., pontificatus 
nostri anno nono. 

Arch. Castelli S. Angeli, Arm. II Caps, iv N. 8. 

Sühe No, 22J, 

223. 

1826 Ion. 21 Avenlonls. 

Der Erlass der Hälfte des Census von 2000 Mark Silber, die der König 
von Aragonien fiir Corsica und Sardinien an den heiligen Stuhl zu zahlen 
hat, wird vom Könige durch einen eignen Gesandten anerkannt. Im Con- 
sistorium, zu dem der Gesandte zugelassen wird, lässt Papst Johann XXII 
seine diesbezügliche Bulle ^) sowie das Beglaubigungsschreiben des Gesandten 
verlesen und verhandelt dornt persönlich in lingua vulgari mit dem Gesandten, 
der im Auftrage seines Herrn alle Bedingungen des Census -Erlasses aus- 
drücklich anerkennt und genehmigt lieber diesen Vorgang nahmen die dazu 
aufgeforderten Kammercleriker und Notare Johannes de Regio und lohannes 
de Lescapon einen notariellen Act auf 

Acta fuerunt hec Avinion. in episcopali palatio, ubi predictus dominus 
noster papa cum sua curia residebat, anno M • CCC • xxv, die xxi mensis lunii. 

Arch. Castelli S. Angeli, Arm. 11 Caps, iv N. 8. 

Or^inalt grosse Pergamenturkunde, ausgezeichnet erhalten. Die beiden Notare haben ihre 
Signa beigesetzt. 

*) Siehe No, 222. 

224. 

Erste Zahlung des auf 1000 Mark Sterling ermässigten census Sardiniae 
et Corsicae. 1825 lun. 29 Avenionis. 

lohannes etc. carissimo in Christo filio lacobo, regi Aragonum illustri, 
salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum pro regno Sardinie et Scorsice (j/^), quod dudum tibi felicis 
recordationis Bonifacius papa VIII, predecessor noster, de consilio fratrum 
suorum, tunc Sancte Romane Ecclesie cardinalium, sub homagio ligio ac 
pleno vassallagio fidelitatisque iuramento aliisque pactis, formis et conditio- 
nibus certisque serviciis et censu annuo duorum milium marcharum argenti 
bonorum et legalium Sterlingorum in festo Apostolorum Sanctorum Petri et 
Pauli Romano pontifici, ubicumque fuerit, et eidem Romane Ecclesie annis 



— 147 — 

singulis per te solvendorum concessit^), in- presenti festo Eorumdem Aposto- 
lorum esses ad dictum censum solvendum astrictus, nosque tuis supplicatio- 
nibus inclinati, medietatem dicti census usque ad decem annos proxime 
venturos de nostra mera liberalitate et speciali gratia sub certis modis et 
förmis de fratr. nostr. consilio duximus remittendum, sicut in instrumentis con- 
fectis super hoc plenius continetur*), tu volens de medietate alia dicti census 
nobis et eidem Ecclesie satisfacere, ut teneris, mille marchas argenti dictorum 
Sterlingorum per manus dilectorum filiorum Garcie de Castro et Guillermi 
de Montanhola, portariorum et procuratorum tuorum, pro termino presentis 
festi predicti nostre fecisti camere die date presentium assignari. Nos autem 
tuis et heredum tuorum indempnitatibus precavere super hiis cupientes, 
recognoscimus et fatemur, te per manus dictorum procuratorum tuorum 
dictas mille marchas Sterlingorum argenti pro medietate dicti census, in 
eodem') termino debiti, memorate camere assignasse. De quibus mille marchis 
sie solutis te ac dictos heredes et bona tua imperpetuum absolvimus et 
quitamus. 

Dat. Avinion. ill kal. lulii, pontificatus nostri anno nono. 

(In ntarg,:) Littera quittationis mille marcharum Sterlingorum etc. 

Collect. Cam. No. 373. {Bullae et Quietantiae camerales 1316 1332) 

fol. 1 10 r. 

^) Siehe NN. 21g und 220, 
■) Siehe NN 222 und 22s» 
*) In eodem ist übergeschrieben, 

225 227. 

Dreimaliger Zahlungsaufschub des Census, 

^^^' 1826 lol. 2. 

Dilatio concessa domino regi Aragonum. (In margine.) 

Item anno (1326) et die (lul. 2) quibus supra, fuit concessa dilatio 

domino lacobo, Aragonum regi illustri, de M marchis argenti quas pro parte 

census ordinarii, quem ratione regni Sardinie Ecclesie Romane facere tenetur, 

in festo Apostolorum Petri et Pauli proxime preterito solvere tenebatur, 

usque ad vili dies ab hodie inantea computandos. 

226. 

1826 loL 4. 

Alia dilatio concessa domino r^ Aragonum. (In margine.) 
Item anno quo supra, die nil mensis lulii, fuit per dominum nostrum 
concessa dilatio domino lacobo, regi Aragonum illustri, de M marchis argenti, 

10* 



— 14« — 

quas pro parte census ordinarii, quem ratione regni Sardinie Romane Ecclesie 
facere tenetur, in festo Sanctorum Apostolonim Petri et Pauli proxime pre- 
terito solvere tenebatur, usque ad unum mensem ab hodie in antea com- 
putandum. 

'' 1826 luLO. 

Alia dilatio super eodem. {In ntargine,) 

Item anno quo supra, die IX mensis lulii, continuata fuit et pro[ro]gata 
dicto domino regi Aragonum supra proxime scripta dilatio usque ad kalendas 
mensis Septembris proxime venientis. 

Oblig. II. fol. 30 V. 

228. 

lohatm XXII quittirt über den Census des Jahres 1326, dessen Fälligkeits- 
termin drei Mal hinausgeschoben worden war. 1826 August. 6 Avenionis* 

Johannes episcopus servus servorum Dei carissimo in Christo filio 
lacobo, regi Aragonum illustri, salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum ratione regni Sardinie et Scorsice {sic\ quod felicis recordationis 
Bonifacius papa VIII, predecessor noster, dudum tibi, fili carissime, de con- 
silio fratrum suorum, tunc Sancte Romane Ecclesie cardinalium, sub homagio 
lig^o et pleno vassallagio fidelitatisque iuramento ac aliis pactis, formis et 
condicionibus certisque serviciis et censu annuo duorum milium marcharum 
argenti bonorum et legalium Sterlingorum in festo Apostolorum Petri et 
Pauli Romano pontifici, ubicumque fuerit, et eidem Romane Ecclesie annis 
singulis per te tuosque successores solvendarum concessit, ad solvendum 
mille marchas argenti pro medietate dicti census in festo Eorumdem Aposto- 
lorum proxime preterito, cum de alia medietate tibi remissionem usque ad 
certum tempus de speciali gratia sub certis modis, formis et condicionibus 
fecerimus, sicut in litteris nostris, confectis super hoc, latius continetur, esses 
nobis et Ecclesie memorate astrictus, nosque tibi^) solutionis huiusmodi 
terminum usque ad kal. mensis Septembr. proxime venturi de speciali gratia 
duxerimus prorogandum, recognoscimus et fatemur te, per manus dilectorum 
filiorum Martini de Ruffis et Guillermi de Montanhano, portariorum et pro- 
curatorum tuorum dictas mille marchas argenti Sterlingorum in duobus 
milibus centumquinquagintaduobus flor. de Floren., mille quingentis Agnis 
de Auro vigintinovem solidis et quinque denariis Viennen., qualibet marcha 
pro IUI florenis auri minus uno Turon. argenti cum o rotonda, et facto 



*) UebergeschrUben. 



— 149 — 

cambio de Agnis ad florenos, singulis florenis pro XVii et Agnis pro*) XX 
solidis uno denario parvorum Turon. computatis, die date presencium pro 
nobis et eadem Ecclesia nostre camere assignasse. De quibus mille marchis 
sie solutis te ac heredes et bona tua in perpetuum absolvimus et quitamus. 
Datum Avinion. viii id. Augusti, pontificatus nostri anno decimo. 

Collect. Cam. No. 373. (Bullae et Quietantiae camerales 1316, 1332) 

fol. 38 V. 
Vergl, NN, 22s — 22^, 

*) In der Handschrift doppelt, 

229. 

Die apostolische Kammer überweist der camera collegii ihren Antheil an dem 
census Sardiniae et Corsicae des Jahres 1326 im Betrage von ßoo Mark 
Sterling y die sofort zur Vertheilung gelangen, 1826 Ausrust. 14, 

Solutio census dorn, regis Aragon, ratione regni Sardinie. {In margine,) 
Item anno quo supra, die Vi mensis Augusti, reverendi patres domini 
Gasbertus archiepiscopus Arelaten., camerarius, et Adzemarius episcopus 
Massilien., thesaurarius domini nostri pape, solverunt et assignaverunt nomine 
et pro parte serenissimi principis domini lacobi, Aragonum, Corsice et Sardinie 
r^s illustris, vmarchas argentiSterlingorum, computata marcha pro nii florenis 
minus XX denariis Viennen., solutas in M * V Agnis de auro, CXC florenis de 
Florentia xilil solidis l denario Viennen., floreno de Florentia pro xvii solidis 
Turonen. et Agno pro xx solidis et i denario Turonen. computatis, pro 
parte coUegium dominorum cardinalium contingente de parte census ordinarii, 
quem dictus rex annis singulis ratione regni Corsice et Sardinie in n marchis 
argenti bonorum et legalium Sterlingorum Ecclesie Romane solvere tenetur, 
soluto pro termino sanctorum Apostolorum Petri et Pauli proxime preterito. 
Que pecimie summa die xim mensis Augusti distributa fuit inter xvi dominos 
cardinales, qui supra scripti sunt in visitatione archiepiscopi Cantuarien., 
subtracto domino Johanne Gaytani, in Tuscia apostolice sedis legato, ad . . 

Oblig. II. fol. 31 r. 

230. 

Ueberweisung und Vertheilung des census Sardiniae et Corsicae an die camera 
collegii für das Jahr 1327 im Betrage von 300 Mark Sterling. 1827 lol. 10. 

Solutio de parte census ordinarii soluti pro termino festi Apostolorum 
Petri et Pauli proxime preterito per gentes domini lacobi, Aragonum, Corsice 
et Sardinie reg^s illustris. 



— ISO — 

In X cedula. xv card. {In margine.) 

Item eadem die solverunt collegio dominorum cardinalium et assigna- 
verunt nomine et pro parte Serenissimi principis domini lacobi, Aragonum, 
Corsice et Sardinie regis illustris, V marchas argenti Sterlingorum in 
M • IX • xcv floren. de Florentia et im sol. xi denar. Viennen., pro parte 
census ordinarii, quem singulis annis in ll marcharum argenti Sterlingorum 
dictus dominus rex ratione dictorum regnorum Corsice et Sardinie Ecclesie 
Romane solvere tenetur, solutas pro termino festi Sanctorum Apostolorum 
Petri et Pauli proxime preterito. Que pecunie summa distributa fuit die 
X mensis lulii inter xv dominos cardinales supra nominatos. 

Oblig. II. fol. 34 r. 



X. Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin, den Patrimonialgrütem 
der Römischen Kirche, Ferrara, dem Peterspfennig und kleineren 

Zinszahlungen. 



Einnahmen aus der Grafschaft Venayssin. 



231. 

Vertheilung von ißoo Pfund kleiner Tumosen aus den Einkünften der 
Grafschaft Venayssin. 1295 Novembr.25. 

Die XXV mensis Novembris eiusdem anni (1295). 

Comitatus Venusin. [In margine.) 

Recepi a nunciis domini lohannis de Grilliaco, rectoris comitatus 
Venusin., de regimine dicti comitatus pro anno M • cc • xcv, pro termino 
festi Beati Michaelis transacto, MV libras Turon. parvorum, quas divisit 
[sie) inter xvili cardinales, quorum quilibet recepit per manus dictorum 
mercatorum Clarentinorum de Pistorio LXXXIII libras vi sol. viil den. Turon. 
parvorum. Tres autem cardinales, qui de predicto servicio subtrahuntur, 
sunt isti: dominus Landulphus legatus Apulie, propter legationem, domini 
P. de Mediolano et G. de Ferrariis, qui obierant ante festum Michaelis, in 
quo termino cardinales pecuniam provenientem ex dicto comitatu lucrantur. 
Nomina cardinalium, inter quos est facta dicta divisio, hec sunt: 



— iSi 



domini G. Sabinen. 
I. Tusculan. 
Frater M. Portuen. 
S. Penestrinus. 
B. Albanen. 
Frater H. Ostien. 



episcopi 



domini Thomas. 

Petrus de Aquila. 
Johannes Monachus. 
Nicolaus Parisien. 
Robertus Cistercien. 
Symon de Caritate. 



domini Mattheus Rubeus. 

lacobus de Columpna. 

Neapoleo. 

Petrus de Columpna. 

Guillermus de Pergamo. 

Benedictus Gayetanus. 

Oblig. i^- fol. I r. 

Kirsch , S, 97 Nc, 4/ dU Summe ist dort falsch angiigeben. 



diaconi 
cardinales. 



pres- 
biteri 



231*- 

Die päpstliche Kammer erhält aus den Einkünften der Grafschaft Venayssin 
die Summe van 1^04 Goldgulden, 1299 mense Octobr. 

Item recepi pro parte solutionis preteriti anni de redditibus comitatus 
Veneysin. mille libr. Tur. parvorum, in floren., computatis x sol. et VI den. 
pro flor., valent M • vrin • iin flor. auri et xxii sol. et m den. Proven. 

Introitus et Exitus Camerae No. 446. fol. lilv. 



231 



b. 



Die päpstliche Kammer erhält als Nachzahlung zu den Einkünften der 
Grafschaft Venayssin die Summe von 126s Goldgulden, 

1800 mense lanoar. 

Item recepi a societate Franciscorum pro v libr. Tur. parvorum, ad 
X sol. et med. per flör., et pro n- L libr. Tur. parvorum, ad XVI sol. per 
flor., pro complemento proventuum comitatus Venesin.; valent ad floren. 
M • CC • Lxv flor. auri. 



Introitus et Exitus Camerae No. 446. fol. V v. 



— 152 — 
232. 

Für das Jahr ijoi empfängt aas Collegium aus der Grafschaft Venayssin 
2ßoo Pfund neuer Papariner, einer Münze, die gerade dort eingeföhrt wurde. 
Ueber die Umwechslung ist das Collegium mit den die Zahlung vermittelnden 
Kaufleuten im Streite. Der Bischof von Avignon wird aufgefordert, sich 
über den Werth des neuen Geldes zu äussern. 1801 Novembr.SO. 

In festo Beati Andree dicti anni (1301). 

Recepimus per litteras magistri Mathie, rectoris comitatus Venaysini, 
de censu et quibusdam aliis fructibus dicti comitatus de anno isto M ' CCC 
primo proxime preterito, completo in festo Michaelis transacto, pro parte 

M 

coUegii II • V libr. Paparinorum novorum, qui nunc cuduntur in dicto comitatu ; 
que peccunie reducte ad flor. secundum valorem, quem magister Mathias 
predictus scripsit, valent n • C • XXVII flor. il tercios I flor., computato floreno 
pro xxni sol. et medio dicte monete, licet cum mercatoribus Clarentin., 
qui in illis partibus dictam pecuniam receperunt ad huc de dicto cambio 
simus in Ute, eis petentibus floren. pro xxvi sol. computari, super quibus 
debet consuli Avinionen. episcopus de valore, et secundum rescriptionem 
eius dicta questio terminari ; et si inveniatur eos plus solvisse, debet coU^um 
eis, quod plus fuerit, resarcire .... 

Oblig. i^- fol. 30 V. 



232*- 

Die päpstliche Kammer erhält aus den Einkünften der Grafschaft Venayssin 
für das Jahr 1302 y^o Pfufid Kronen und 1000 Turon. gross, 

1802 mense Male. 

Item recepi de redditibus Venaysin. anni CCCII, vil • L libr. Corona- 
torum; item M Tur. gross. 

Introitus et Exitus Camerae No. 5. fol. ii v. 

232^- 

Die päpstliche Kammer erhält 20s Goldgulden aus den Einkünften der Graf- 
schaft Venayssin, die nach Rechnungsablage übrig geblieben waren. 

1808 mense Januar. 
Item recepi a magistro Mathia de Theate de redditibus Venaysin., qui 
remanserunt reddita ratione, ii • v flor. auri. 

Introitus et Exitus Camerae No. 5. fol. vir. 



— IS3 — 



233. 

Clemens papa V Raymundo rectori comitatus Venayssim apocham super 
gestione sua praebet, quae inceperat „vicesima secunda die Septembris armo 
Domini millesimo trecentesimo nono, [leg. decimo] quatrtvis littere tibi super 
kuiusmodi commissiane cancesse sub precedenti sint data *) confecW. Assignavit 
de tempore regtmen suum praecedente y^quadraginta unum milia octingentos 
et octuaginta Turanenses grossos *) eidem camer e [apostolice] et totidem prefato 
collegio [dominarum cardinalium] ; de tempore vero quo kuiusmodi gessisti 
regimen . . . prefate camere octuaginta milia grossorum Turonensium de 
argento, pro nobis et eodem collegio, cui partem, ipsum de kuiusmodi octua- 
ginta milibus Turonensium contingentem, exkibere fecimus^\ 

1812 IanuaF.28 Viennae« 

Dilecto filio nobili viro Raymundo Guillermi domino de Budos, rectori 
comitatus nostri Venayssini. 

Olim de tua. — Dat. Vienne X kal. Februarii anno septimo. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 8763. 

*) 1310 Sept, IS Ibidem No, ÖSSJ- If*^ Texte obiger Urkunde sowie No, 10S48 ist fälschlich 
— aus welchem Grunde ist nicht gan% klar, — dcu Jcüir isog statt 1310 für den Amtsaniritt 
angegeben* 

■) Ibidem, Append, Tom I, No, tat, ist 2 Januar, 6 wird über ^8000 Turnosen 
quittirt pro uno anno terminato. 



234. 

Clemens papa V repetit apockam datam Raymundo rectori comitatus Venayssini 
X kal, Februarii anno septimo et adiungit: „Cum autem de redditibtts, 
exitibus, proventibus et obventumibus comitatus eiusdem a dicta die qua, sicut 
premittitur, computasti, camere nostre octuaginta milia Turonensium grossorum 
de argento et collegio supradicto totidem duxeris assignanda ** 

1814 Hart 26 apud Castmm Novmn. 

Dilecto filio nobili viro Raymundo Guillermi de Budos, militi, rectori 
comitatus nostri Venaysini. 

De tua fidelitate. — Dat. apud Castrum Novum Avinionen. diocesis, 
vn kal. April, anno nono. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 10348. 



— IS4 — 

235 — 237*- 

Drei Urkunden über die nicht ganz klare Verwaltung des Ritters 
von Budos in der Grafschaft Venayssin und eine Quittung. 

1814 April 9 — 1817. 

235- 

Clemens V bestimmt in seinem Testamente, dass die Verwaltung der Graf- 
schaft Venayssin des Ritters von Budos revidirt werde, damit das heilige 
Collegium schadlos gehalten werde, 1814 April 9 apud Rocammaoram« 

Item modo, quo supra, mandavit inquiri, si pretextu remissionis facta 
per eum dicto domino Raymundo Guillermi de Busos [sie) de proventibus 
Veneissini, videlicet de illo, quod idem dominus Raymundus recepit plus, 
quam restituit de proventibus supradictis, — quam vis tantum restituerit, 
quantum aliquis, qui eum precesserit in rectoria Veneissini predicta, — dicto 
collegio in aliquo tenetur. Et si inveniatur ipsum teneri, vult et mandat 
illud restitui collegio supradicto. 

Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur 
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V pag. 31,5. 

236. 

Vorstehende Testamentsbestimmung erläutert Cardinal Bemardus in seinem 
Verhör wie folgt: 1818 Iun.6 Avenionls« 

Item ad illud, quod dicitur de remissione facta per dominum dementem 
domino Raymundo Guillermi dudum rectori Veneysini, dominus Bernardus 
cardinalis supradictus dixit sie, quod ipse intelligebat, quod dominus Clemens 
remisit prefato domino Raymundo Guillermi totaliter partem contingentem 
eum; et si de parte collegii plus recepisset quam restituisset, licet tantum 
quantum unus quicunque alius solvisset, residuum non solutum restitueretur 
collegio de bonis ipsius domini pape Clementis. 

Ibidem pag. 32,4. 

237- 

Für das Jahr 1315 zahlt der Rector von Venayssin, Ritter von Budos, 
62 '\i Pfund französischer Tumosen und 15000 Tumosgroschen aus den 
Einkünften der Grafschaft. 1816 Septembr.l. 



— IS5 — 

Solvit nobilis vir dominus Raymundus Guillermi dominus de Budos, 
miles, rector comitatus Venaysini, per manus Raymundi Falconerii, rectoris 
ecclesie de Buxo, thesaurarii ipsius, in sexaginta duabus libris cum dimidia 
Turon. grossorum argenti de Francia [et] quindecim milia Turon., gros- 
sorum de redditibus et obventionibus ipsius comitatus de anno Domini 
lä • cfic • X'^, completo in festo Sancti Michaelis Septembr. eiusdem anni. 

Dat. Lugdun. prima die mensis Septembr. lä • ccc • x^. 

Instrumenta Miscellanea ad an. 1316. 

Original, Papierscheda, Ohne Btsiegelung, 

237a. 

Eine Untersuchung der Verwaltung der Grafschaft Venayssin unter dem 
Rectarate des Ritters van Budos ergab, laut Ausweis der Bücher des Thesau- 
rarius, allein für die Jahre 1314, 131 5 und 13 16 einen Fehlbetrag van 
12g 100 Turon, gross. u?td yö8 libr. 5 sal, 10 den. Clementin, 1817« 

Anno Domini M • CCC • xvli. 

Memoriale sit, quod domini Gasbertus de Valle et Adzemarius Amelii, 
domini pape lohannis XXII thesaurarii, computaverunt cum magistro Ray- 
mundo Falconerii, quondam thesaurario comitatus Veneyssini tempore 
domini Clementis pape V et post eins obitum usque post electionem dicti 
domini lohannis, de fructibus et redditibus dicti comitatus Veneyssini per 
dictum magistrum Raymundum receptis et qui tempore suo per ipsum 
recipi debuerint ; quo conputo facto repertum exstitit, quod adhuc de dictis 
fructibus debebantur et debentur pro annis Domini M • c£c • xihl, XV et xvi. 

CXXIX • C Turon. gross, 
item vu . Lxvm libr. v sol. x den. Clementinorum. 

Oblig. II. p. n fol. I r. 

Kirsch, S. 28, Anm, 4, 



238 — 244. 

Einkünfte aus der Grafschaft Venayssin während 
des Thesaurariates des Magister Wilhelm de Granholis. 

1818 NoYembr.15 — 182i; August* 9« 

238. 
^ 1818 Novembr.lB. 

Die XV mensis Novembr., recepta sunt a domino GuiJJdimo de Gran- 
holis, thesaurario Venaicini (j/V), pro domino nostr^j^Uffa de hiis, que de 



- IS6 - 

redditibus dicti comitatus ad manus suas pervenerant, pro anno terminato 
in festo proxime preterito Sancti Michaelis 

VIII • VII • LXXVUI Tut. argenti cum o rotunda. 
Item de eisdem redditibus 

M e _, , 

XV 'IUI • Lxxxi Tur. argenti cum o longa. 
Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXV (No. 46) fol. 193 v. 

^^' 1818 DecembF.80« 

Anno a Nativitate Domini Hl • c£c • xix (sü\ die XXX mensis Decembris, 
recepta sunt a domino Guillermo de Granholis, thesaurario comitatus 
Venaicini {sie), de redditibus generalibus dicti comitatus per ipsum perceptis 
anno terminato in festo Sancti Michaelis proxime preterito 

XV Turon. argenti. 
{In margine:) Summa a predicta summa usque hie M*LVI flor. auri, LXV 
Agni de auro, XXXVI libr. XIIII sol. Tur. gross, cum o rotunda, CXXVII libr. 
den. Tur. gross, cum o longa, xxxvii libr. X sol. Paparinorum argenti xvii 
sol. et den. Vien. Approbata^). 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 46) fol. 193 v. 

^) Dieses Wort ist vom nachprüfenden Beamten später hinzugefikgt worden, 

^^^' 1819Iun.20. 

Anno a Nativitate Domini ä * CCC * xlx, die XX mensis lunii, dominus 
Guillermus de Granholis, thesaurarius Venaysini, assignavit camere de 
redditibus et obventionibus dicti comitatus Venaysini per ipsum receptis 
pro anno Domini M • CCC • X'ölil pro sex milibus et quingentis Tur. grossis 

v flor. auri. 

Singulis flor. pro xill Tur. grossis computatis. 

or 

Item in Turonencibus {sii) grossis M • ili • XXIIII Tur. 

Item in flor. in estimatis Lxxxxvill flor. auri. 
Item pro ducentis et duabus libris X sol. 

Clementinorum parvorum cxxxv libr. Tur. parv. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXV (No. 46) fol. 194 v. 

l^\ ^ 1820Novembr.7. 

Anno a Nativitate Domini m« CCC« XX, die vir mensis Novembr., 

dominus Guillermus de Granhol., thesaurarius Veneyssini, pro domino nostro 

papa et Sancta Romana Ecclesia assignavit camere de redditibus generalibus 



— 157 — 

comitatus predicti, cameram ipsam contingentibus ^), per ipsum thesaurarium 
receptis anno predicto terminato in festo Beati Michaiis de mense Septembr. 
proxime preterito 

Ä Tun argenti cum o longa. 
Item eadem die de redditibus domorum et loconun, olim Hospitalis 
sancti lohannis Iherosolimitani in dicto comitatu, per ipsum receptis, anno 
terminato in festo Sancti Michaelis mensis Septembr. de anno Domini 
M • CCC • x!x assignavit camere de parte ipsam contingente 

CXL flor. auri et XLill Agnos de auro et vi libr. X sol. 
den. Tur. argenti cum o rotunda et lll Tur. argenti 
cum o longa. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 399 V. 

^) Ms» corUitingentiims» 

^ ' 1820 Deeembr« 29« 

Die XXIX mensis Decembr., dictus dominus G. de GranhoL, thesau- 

rarius comitatus Veneyssini, pro domino nostro papa et Sancta Romana 

Ecclesia assignavit camere de redditibus generalibus comitatus predicti, 

cameram ipsam contingentibus, per ipsum thesaurarium receptis pro anno 

Domini M • cdc • xx terminato in festo Beati Michaelis de mense Septembri 

proxime preterito 

M flor. auri. 

M 

(In margine:) Computavit dictos flor. pro xni Tur. gross. 
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 399 v. 

^^^' 1821 Aiifirust.8. 

Die VIII mensis Augusti, dominus G. de GranhoL, thesaurarius comi- 
tatus Veneyssini, de pecunia per ipsum recepta de redditibus dicti comitatus 
pro anno a Nativitate Domini M • ctc * :äc, et terminato in festo Sancti 
Michaelis de mense Septembr. eiusdem anni, assignavit camere in diversis 
monetis 

iil libr. Vien. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXVI (No. 47) fol. 401 r. 



^^^' 1821 AoffostO. 

Die IX dicti mensis, dictus dominus G. de Granhol. assignavit camere 

de pecunia per ipsum recepta de redditibus dicti comitatus, pro anno 



- 158 - 

predicto et terminata {sie), ut supra proximo, pro mille C libr. in sol. nn den. 

Tur. parvorum 

in LXX libr. x sol. v den. Tur. 

gross, cum o longa et xii den. Vien. 
Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxVi (No. 47) fol. 401 r. 

244* — 244^- 

D^ SchatzfPteister der Grafschaft Venayssin zahlt in den Jahren 1338 bis 
134.3 die dem heiligen Collegium zukommenden Antheile direct an den came- 

rarius collegii, bezw, seinen Stellvertreter aus, 

244* — 244^- 

Im Jahre 1338 werden der camera collegii über s^^^ Goldgulden aus der 
Grafschaft Venayssin überwiesen, 1888 ApriL ?• 

Sequuntur assignationes facte per me thesaurarium suprascriptum 
sacro coU^io reverendorum patrum dominorum cardinalium de anno Domini 
M • ccc . xxxvm. 

Primo, anno quo supra, die vii mensis Aprilis, assignavi reverendo in 
Christo patri et domino, domino Imberto Dei gratia tituli Basilice XU 
apostolorum presbitero cardinali, vice camerario prefati coll^^, pro assig- 
natione paschali de redditibus comitatus Venayssini 

mille flor. auri de Florentia. 
im flor. auri de Pedemonte. 
IUI • XXX scudat. auri. 
L regales auri. 
{In margine:) de dicta somma {sie) docuit per litteras ipsius domini 
cardinalis eius sigillo sigillatas. 

1388 Decembr. 28. 
Item anno quo supra, die xxili mensis Decembr., assignavi eidem do- 
mino cardinali, vice camerario, pro assignatione Nativitatis Domini de reddi- 
tibus supradictis tria milla flor. auri de Florentia. 

ccc • Lxxxv scudat. auri. 
{In margine:) de dicta somma docuit per litteras dicti domini car- 
dinalis. 

App. Somma huius pagine im flor. de Florentia. 

im flor. de Pedemonte. 
viil • V scutat. auri. 
L regales auri. 



— 159 — 

Videlicet pro singulis escudatis auri xvi Tur. arg. 
Item regalem pro xiiil Tur. arg. et quart. dec. 

Reg. Avinion. Bened. XII an. V part. unic. Tom. VI (No. 53) 

fol. 350 r. 

Du Randbemerkungen, sowie die Zusätze ,App" **^ „videlkä pro singulis eic," sind vom 
Revisor später mit anderer Tinte hinxugefiigt worden. 



244 <^— 244 



d. 



Im Jahre ijs^ werden der camera collegii rund sooo Goldgulden aus der 
Grafschaft Venayssin überwiesen, 1889 Hart 25« 

Sequuntur assignationes facte per me Petrum thesaurarium supradictum 
sacro collegio reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie 
cardinalium de anno predicto videlicet M • CCC • XXXIX. 

Et primo, anno eodem et die xxv mensis Marcii, assignavi reverendo 
in Christo patri et domino, domino Imberto Dei gracia tituli Basilice XII 
Apostolorum presbitero cardinali, vice camerario prefati collegii, pro assig- 
natione, que fieri consuevit ante Pascha M -vi flor. de Florentia. 

CCC scudat. auri. 

[In margine:) docuit per litteras apertas sigillatas domini cardinalis. 

1889 Deeembp. 22« 

Item anno quo supra, die XXII mensis Decembr., assignavi eidem do- 
mino vice camerario pro assignatione consueta fieri ante festum Natalis 
Domini n • vn flor. de Florentia. 

C * XXXII papilion. auri. 
c • xxxviii scudat. auri. 
XXII leones auri. 
(In margine:) docuit ut supra. 

App. Summa huius pagine IUI * lii flor. de Florentia. 

cxxxn papilion. auri. 
xxn leones auri. 
im- xxxvni scutat. auri. 

Reg. Avinion. Bened. XII an. v. part. unic. Tom. vi (No. 53) 

fol. 380 V. 

Die Randbemerkungen, sowie der Zusatt ,/iPP*' si*^ später vom Revisor mit anderer Tinte 
hinnugefugt worden. 



— i6o — 

244«— 244 f- 

Im Jahre 134.0 werden der camera collegii 6000 Goldgulden aus der Graf- 
schaft Venayssin überwiesen, 1840 AprlL 15« 

Assignationes facte sacro coll^o. [In ntargine) 

Sequuntur assignationes facte per me dictum thesaurarium sacro cd- 
legio dominorum reverendorum patrum Sancte Romane Ecclesie cardinalium 
de anno suprascripto (m • ccc • xl). 

Et primo, die XV mensis Aprilis anni suprascripti, assignavi reverendo 
in Christo patri et domino, domino Imberto Dei gratia tituli Basilice XII 
Apostolorum presbitero cardinali, vice camerario prefati coll^i, pro assig- 
natione, que fieri consuevit ante Pascha M * v flor. de Florentia. 

V flor. de Pedemonte. 

1840 DeeembP. 18. 

Item eodem anno, die xvm Decembris, assignavi eidem domino cardi- 
nali quo supra nomine pro assignatione, que fieri consuevit ante Nativitatem 
Domini iTl • v flor. de Florentia. 

V flor. de Pedemonte. 
(In margine:) docuit per litteras dicti domini cardinalis. 

Reg. Avinion. Bened. XII an. v part. unic. Tom. vi. (No. 53) 

fol. 413 r. 

Die Randbemerkung ,/iccuit per litt, etc," ist vom Revisor später mit anderer Tinte Ainsti^ 
gefitgt worden. 

Für 1S41 werden 6000 (fol, 4SS ^O' fi^ 'S4^ werden 6000 (fol. 4gy v,) und för IS43 
werden j8oo Goldgulden (No. SS' fi^* S^^ *'-) ^« ^''^ Kammer abgeliefert. 



Einnahmen aus den Patrimonialgütern der Römischen Kirche 

und Ferrara. 



245. 
Bonifaz VIII Hess die Bücher des Rectors im Patrimonium von Tuscien 
durch Kammerkauf leute prüfen und es ergab sich, dass die Summe von 
10 000 Pfund Papariner als Ueberschuss für richtig befunden wurde. Er 
ertheilt daher dem Rector Generalquittung für seine Amtsführung. 

1299 lun. 17 Anagrniae. 
Venerabili fratri R. episcopo Senen. 

Cum in patrimonio beati Petri in Tuscia in spiritualibus et tempora- 

libus rectorie officium dudum tibi duxerimus committendum, tuque illud per 



— i6i — 

certi temporis spatium fideliter exercuisse noscaris, quia demum, reddita 
per te de mandato nostro mercatoribus camere nostre de omnibus introiti- 
bus et exitibus ac receptis et expensis, per te habitis atque factis, ratione 
eorum, que ad tuum spectabant officium exercuisse dinosceris, plenaria 
ratione, assignasti atque solvisti nobis X milia librarum Paparinorum 
pro totali residuo introituum^) et receptorum predictorum, quod restabat 
prefatis deductis exitibus et expensis, te ab omnibus introitibus et exitibus, 
receptis et expensis predictis et a qualibet administratione*) officii prelibati, 
duximus auctoritate presentium absolvendum, ita quod ad aliam reddendam 
rationem seu restitutionem vel solutionem etiam faciendam super predictis, 
minime tenearis neque ad id ulterius debeas coartari. 
Dat. Anagnie v kal. lulii, anno v. 

Reg. Vat. No. 49, fol. ccvi r. cap. cccxvni. 
Registres de Boniface Vin No. 3192. 

^) Ms, tntroHoim, 

*) Ms, aäministraHcms. 



245 



a. 



Die päpstliche Kammer empfängt an census aus der Mark Ancona fiir die 
ersten vier Monate des Jahres 1302 die Summe von 1572 Goldgulden, 

1802 Hense Maio« 

Item recepi de censibus Marchie Anconitan. pro anno M • ctc • ll, 
u • VII • LI libr. Ravennat., valent, ad xxxv sol. pro flor., M • v • Lxxn flor. auri. 

(In margine:) duo deficiunt: Civitas Humana et Castnim. Sancti Petri. 

Introitus et Exitus Camerae No. 5. fol. u r. 



246. 

JBenedictus papa XI quaedam Marchiae Ancomtanae statuta^ quae Bomfaiius 
papa VIII cardinalium irrequisito consensu ediderat^), totaliter suspendit, 
fjntendimus tamen super statutis eisdem deliberationem et examinationem 
diligentem habere cum nostris fratribus supradictis et . , , prefate provincie 
Marchie . . . providere," 1S04 lanoar« 14 LateranL 

Ad perpetuam rei Memoriam. 

In supreme dignitatis. — Dat. Laterani xvnn kal. Februarii anno primo. 

Registres de Benoit xi No. 1147. 
Potthast 25342. 

^) Tha$ter, Codex diplomaticus dorn, S, Sedis, Tom, I, pag, S9'> No, DLXXI, 
Baumgaktsn, FinanzrerMT. des Card.-Coüeg. im Mittdalter. II 



— l62 — 

247. 

Verzeichniss der Einkünfte aus den Besitzungen der Römischen Kirche im 
Betrage von 2^04 Goldgulden und Vertheilung derselben unter die Cardinäle. 
Cardinal Matthäus Rubei weist seinen Antheil zurück; derselbe wird für die 
Auslagen des Collegiums verwendet, 1804 Octobr« 2. 

Attende de quibus provinciis recipiebat coUegium partem suam. {In 
margine.) 

Die II mensis Octobr. eiusdem anni, eisdem dominis cardinalibus, in 
inclusione manentibus, facta est divisio de serviciis infrascriptis: 

Provenerunt ad coUegium dominorum cardinalium de fructibus residuis 
ab expensis subscriptarum provinciarum II -IX •im flor. auri, videlicet de 
compoto, reddito per Lapum thesaurarium in Patrimonio, lil • xxvm flor. et 
xxxvm sol. et ix den. Provis. 

Item de compoto, reddito per Thomasellum, castellan. abbatie ad 
Pontem de Herbatico dicte abbatie, cxxvm flor. XXX vni sol. et IX den. 
Paparorum. 

Et de castellania Castri Centumcellarum L flor. 

Item de compoto, reddito per . . episcopum Reatin de comitatu 
Sabinie, n • Lxxv flor. xxvnn sol. et vi den. Provisin. 

Item de compoto, reddito per Dede, thesaurarium Marchie Anconitan., 
M • II • LXX flor. xxxilli sol. et vi den. Ravennat 

Item de compoto, reddito per Marchum Guidonis, thesaurarium ducatus 
Vallis Spolletan. (sic\ c • i flor. XLVni sol. et n den. Corton.^) 

Item de parvis et minutis censibus, quorum solventium nomina in 
alio libro compotorum Ecclesie continentur, vii*XL flor. auri et medium 
XII sol. et im den. Turon. grossorum ac XLV sol. et II den. Provis., qui 
Turon. et Provisin. redducti ad flor., valent Xii flor. auri et medium. 

De predicta autem totali summa pecunie facta est divisio inter XVII 
dominos cardinales, excepto domino Matheo Rubeo, qui de ipsa noluit 
[habere] ; habuit quilibet aliorum cardinalium per eosdem mercatores Ciaren- 
tinos C • LXX flor. auri et LI sol. Corton., traditos pro ipsis camerariis 
eorumdem. Et dominus N. Ostien. habuit dum taxat II flor. XLVIII sol. et 
VIII den. Corton., contingentes eundem de dicta castellania Centumcellarum. 

Pars vero dicti domini Mathei Rubei conversa est in solutionem debi- 
torum collegii et expensarum factarum pro ipsius collegii negociis peragen- 
dis, et habuerunt eam dicti mercatores Clarentin. pro satisfactione huiusmodi 



*) Im yahre iS2g brachte der Ducatus dem collegium 2000 Goldgulden Einnahme. 
Oblig, 12. foL 110 r. 



— i63 — 

debitorum, sicut alibi clare patet et in libro dictorum mercatorum plenius 

continetur. 

Nomina vero dictorum cardinalium sunt supra nominati {sie) in visi- 

tatione archiepiscopi Remen. Nota tamen partem dicti domini N. Ostien. 

ut supra, et subtracto domino Matheo Rubeo qui noluit, pro ut supra 

continetur. 

Oblig. i^- fol. 45 V. 

248. 

Clemens V ertheilt einigen Kaufleuten Generalquittung über die för die Curie 
gefiihrten Geschäfte und in der Urkunde heisst es: „Inventum est etiam 
in eadem ratione per predictum cardinalem, camerarium nostrum, audita et 
recepta in plena cancardia, quod vos et socii vestri de societate vestra de 
Spinis predicta recipistis et habuistis infra dicta tempora Ecclesie Romane 
nomine de introitibus Marchie Anconitane et ducatus Spoletani viginti tria 
milia sexcentos triginta florenos auriJ' 1806 Octobr. 25 Bordegalls. 

Dilectis filiis Symoni Guidi et lohanni Mafiei ac Bonseniori lacobi sociis 
et mercatoribus de societate Spinorum de Florentia. 

Nuper de mandato. — Dat. Burd^[alis vra kal. Novembr. anno primo. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) No. 1152. 

249. 

Ueberweisung von 1000 Goldgulden aus den Einkünften der Mark Ancona 
an die päpstliche Kammer, 1818 Novembr. 7. 

Die VII mensis Novembr., recepti sunt a domino Aymerico de Cregollo, 
thesaurario Marchie Anconitane pro domino nostro papa, de hiis, que ratione 
sui officii ad manus suas pervenerunt, assignante per manus Hugolini de 
societate Scalarum de Florencia 

M flor. auri. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 46) fol. 193 v. 

250. 

Johann XXII ertheilt gewissen Kaufleuten Quittung über 4.000 Goldgulden, 
Einkünfte aus Ferrara und Umgebung, 1819 April. 16 Avenlonls« 

lohannes episcopus servus servorum Dei venerabilibus fratribus . . 

Atrabaten. et . . Bononien. episcopis ac dilecto filio magistro Aymerico de 

II* 



— i64 — 

Castrolucii, archidiacono Transingonnen. in ecclesia Turonen., cappellano 
nostro, apostolice sedis nunciis, salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum vos nuper quatuor milia flor. auri de proventibus civitatis nostre 
Ferrarien. et districtus eiusdem, auctoritate apostolica gubemationi vestre 
comissis, per manus Hugolini de societate Scalarum de Florentia» dilecto 
filio Fulcherio la Faya, archipresbitero ecclesie sancti Medardi Petragoricen. 
diocesis, in dicta civitate Ferrarien., nostro et dicte sedis thesaurario presente, 
camere nostre duxeritis assignanda, nos vestris indempnitatibus in hac 
parte providere volentes, vos de dictis quatuor milibus florenorum sie solutis 
tenore presentium absolvimus et quittamus. 

Datum Avinion. xvi kal. Maii pontificatus nostri anno tercio. 

Collect. Cam. No. 373. {Bullae et Quietantiae cameraUs 1316 1332) 

fol. 90 V. 

251. 
Ueberweisung von 2331 Goldgulden aus den Einkünften von Benevent und 
Umgegend an die päpstliche Kammer, 1821 Ausrust. 19. 

Die XIX mensis Augusti, dominus Guillermus de Balaeto archidiaconus 
Foroiulien., rector civitatis Beneventane et districtus eiusdem pro domoni 
nostro papa, de pecunia per ipsum recepta in administratione rectorie et 
aliis sibi commissis cameram contingente, assignavit camere per manus 
Philippi et Raynerii, mercatorum de societate Bardorum de Florentia, tra- 
dencium et numerancium nomine Tingi Alberti et sociorum suorum, de 
societate Bonacursorum de Florentia, qui in deposito receperant a dicto 
domino Guillermo summam pecunie infrascriptam, assignandam camere supra- 
dicte, videlicet 

o 

VI uncie lulhatorum argenti in duobus milibus et V • XXXI 
flor. auri et V sol. IIII den. Vien. 
Sexaginta lulhatis pro uncia qualibet computatis, singulis floren. pro 
XIIII lulhatis IUI den. computatis et singulis lulhatis pro xvni den. Vien. 
computatis. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 509 r. 

252. 

Ueberweisung von jp7 Goldgulden aus den Einkünften der Mark von Ancona 
an die päpstliche Kammer. 1822 Februar. 1. 

Die prima mensis Febroarii, magister Hugo Bovis, thesaurarius in 
Marchia Anchonitana pro domino nostro papa, de pecunia per ipsum ex 



- i65 - 

officio thesaurarie et aliis sibi commissis per dominum nostrum papam 
eiusdem domini nostri cameram contingente, assignavit per manus Philippi 
Pachini de Peruchiis, mercatoris de societate Peruciorum de Florentia, qui 
dictam pecuniam dixit se recepisse a Richo Bilhoti et Donato, mercatoribus 
de Florentia, tradentibus sibi nomine dicti thesaurarii, eandem, ipsi camere 

in • Lxxxxvn flor. auri. 

Reg. Avin. i;oh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 509 v. 

253. 

Zahlungen aus dem Nachlasse eines verstorbenen Rectors von Benevent und 
Campanien, 1822 Deeembr. 24. 

Die XXIIII mensis Decembr., Raymundus de Balaeto, frater condam 
domini Guillermi de Balaeto archidiaconi Foriulien., Brivent. (sie) Campanie- 
que rectoris, de pecunia per dictum rectorem condam ex diversis per sedem 
apostolicam in regno Sicilie et Campania sibi comissis (sic)^ ac ex residuis 
quarumdam decimarum .... II • Lxxn libr. II sol. lulhatorum argenti. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 588 r. 

254. 

Der Cardinalkämnterer Intbertus quittirt über den Betrag von 2oy50 Gold- 
gulden, den die camera collegii aus dem Census von Ferrara empfangen hat. 
Der Markgraf von Este war verpflichtet alle Jahre 10 000 Goldgulden zu 
zahlen, war aber etwas im Rückstande geblieben. Die Regelung der rück- 
ständigen Zahlungen war (unter Clemens VI) am 24,, April 1344 ^folgt, 

1844 Au^st. 11. 
Nos Imbertiis Basilice duocim [sid^ Apostolorum presbiter cardinalis, 
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie 
cardinalium camerarius, tenore presencium recognoscimus et fatemur, quod 
venerabiles in Christo patres domini Stephanus Cassin. et Guillermus Foro- 
iulien. episcopi, domini pape thesaurarii, de summa quadraginta milium 
florenorum auri, solutorum per nobiles viros . . marchion. Esten, et vicarios 
pro Ecclesia Romana civitatis, comitatus et districtus Ferrarie, supra novam 
ordinacionem per sanctissimum patrem dominum C. papam vi factam ix kal. 
Aprilis pontificatus sui anno II, per dilacionem eisdem nobilibus vicariis con- 
cessam, ad solvenda illa, in quibus pro retroactis temporibus erant racione 
cessacionis solucionis annui census, quem in decem milibus flor. auri facere 
tenebantur, Ecclesie Romane obligati, viginti milia flor. auri ex parte una, 



— i66 — 

item ex alia septingentos quinquaginta flor.^) auri pro parte dicti census iam 
restantis de dictis temporibus, pro parte dictum collegium contingente, per 
manus discretorum virorum magistrorum P. Raimundi de Savinhaco Gerunden, 
et Francisci Bedocii Rigen. ecclesiarum canonicorum, capellanorum et fanii- 
liarium nostrorum ac clericorum collegii memorati, nobis pro ipso collegio 
recipientibus, per diversas soluciones integre assignarunt. De quibusquidem 
XX milibus septingentis L florenis auri nobis, ut premittitur, assignatis, dicti 
domini nostri pape cameram et prefatos dominos thesaurarios prefati coll^i 
nomine absolvimus et quictamus. In cuius rei testimonium presentes litteras 
fecimus fieri et sigilli nostri appensione muniri. 

Dat. Avinion. die XI Augusti , anno Domini M • CCC • XLini, indictione 
xn, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini C. pape VI anno ifl. 

(In margine:) Soluciones istas reperies in tercio libro in titulo de 

censibus. 

Oblig. 19. fol. 136 r. 

VergL noch idiä, fol, ijs r. 1^44 Maü sj und Instrum, Mise, ad a, ISS^* 
*) UebergeschrUbtn, 



Einnahmen aus dem Peterspfennig. 



255. 

Clemens V bestimmt in seinem Testamente y dass das heilige Collegium Nach- 
zahlung der Hälfte des englischen Peterspfennigs erhalten solle, wenn sich 
ergebe, dass es darauf Anspruch habe. 1814 April 9 apud Rocammauram« 

Item mandavit inquiri summarie, si predecessores sui summi pontifices 
consueverunt dare partem aliquam collegio dominorum cardinalium de denario 
sancti Petri de Anglia; et si inveniatur predecessores eosdem hoc consue- 
visse, vult, quod iuxta morem predecessorum ipsorum ipsi collegio pro tempore 
suo, quo dictum denarium in solidum per cameram suam recipi fecit, integre 
satisfiat. 

Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur 
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V pag. 31,29. 

256. 

Vertkeilung des Peterspfennigs aus England, der unter Clemens V dem 
Cardinalscollegium nicht Ubenviesen worden war. Derselbe wurde auf Grund 
testa^nentarischer Bestimmung Clemens V von Johann XXII nachgezahlt. 

1316 lul. 15. 



— 167 — 

Nos Berengarius eard., camer. collegii, mictimus vobis per exhibitorem 

presentis sedule (sie) cxcvm flor. auri X sol. II den. Turon., vos contingentes 

de MCXCII marchis et VII sol. Sterlingorum, solutis in mi • vii • LXX flor. 

et ini den. Sterlingorum, computata marcha pro im flor., de peccunia (sie) 

recepta seu levata in regno Anglie pro denario Sancti Petri per reverendum 

patrem dominum G. nunc tituli Sancti Ciriaci in Termis presbiterum cardi- 

nalem, tunc per felicis recordacionis dominum dementem papam V ad huius- 

modi deputatum, pro viil annis, quibus idem dominus cardinalis de mandato 

domini nostri pape peccuniam (sie) huiusmodi recollegit. Et restant im den. 

ad dividendum. 

Oblig. 4. fol. 6 V. 

Collect, Cam, No, S7S (Bullae ä Quiäantiae camerales ijiö 13^2) enthält viele Quittimgen 
über Peterspfennig cameram nostram contingentem. 

Siehe No. 2jj und unten No, 2j8, Vergl, Kirsch, Seite JS, Anm, i. 



257. 

Johann XXII erwähnt die alten Bestimmungen Innocenz III über den census 
Angliae et Hibemiae und betont y dass der Peterspfennig unabhängig davon 
gezahlt werden müsse, 1818 Hall 1« 

Dilectis filiis Gauselino tituli Sanctorum Marcellini et Petri presbitero 
et Luce Sancte Marie in Via Lata dyacono cardinalibus apostolice sedis nuntiis. 

Magna circumspectionis industria. — Et ad indicium huiusmodi sue per- 
petue obligationis et concessionis voluit^) et etiam stabilivit, quod de propriis 
et specialibus redditibus regnorum ipsorum pro omni servicio et consuetudine, 
que pro ipsis facere tenetur, salvo per ommia denario beati Petri, Ecclesia 
predicta M marchas Sterlingorum, scilicet septingentas pro regno Anglie, et 
trecentas pro regno Ybemie antedictis, reciperet et perciperet annuatim, 
videlicet in Sancti Michaelis quingentas marchas et quingentas alias in 
Pasche immediate sequentis festivitatibus, iustitüs et libertatibus et regalibus 
suis sibi et heredibus reservatis. 

[Datum kal, Maii anno secundo,] 
Reg. Vat. No. 110. fol. CXli v. 

*) Jnnocentius papa III. 

258. 

Ausfiihrung der Testamentsbestimmung Clemens V bezüglich des englischen 

'Peterspfennigs, dessen Auszahlung am 13, Juli iji6 stattfand, 

1820 Hau 26. 



— i68 — 

Item die xxvi dicti mensis Mali, oblate fuerunt cedule pro parte cardi- 
nalis predicti nostris camerario et thesaurario tenoiis infrascripti: 

Domini . . camerarie et thesaurariil Dominus meus, dominus Amaldus 
de Pelagrua cardinalis, restitutiones, quas fecit fieri, de quibus fit mentio in 
rotulo depositionis sue, quem dedit domino nostro pape, declarat, prout 
sequitur, in hunc modum. 

Fecit enim restitui sacro collegio dominorum cardinalium quatuor milia 
septingentos septuaginta florenos auri et quatuor denarios Sterlingos; de qua 
summa habuit dominus noster papa, sicut unus de ipso collegio, partem 
suam, sed quantam non recordatur ad presens dominus meus prefatus. Et 
de restitutione huiusmodi extant patentes littere, sigillo domini camerarii 
eiusdem collegii sigülate. 

Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur 
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V pag. 6i,i. 

Vergl, oben du Vertheüungsurktinde No, 2j6, 

259. 

Ueberweisung von 1000 Goldgulden aus dem polnischen Peterspfenmg von 
Seiten des Collectors, 1822 Mali 12. 

Die XII mensis Maii, dominus Gerwardus episcopus WUatislavien. (sic)^ 
collector census, qui dicitur denarius beati Petri, in regno*) Polonie pro Sancta 
Romana Ecclesia, assignavit camere de dicto censu, per ipsum recepto, 
summam pecunie infrascriptam; videlicet per manus dominorum Johannis 
Grotonis, Cracovien., et Andree de Verulis Tranen, ecclesiarum canonicorum 
M flor. auri. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxv (No. 47) fol. 493 r. 

^) *^ regno im Ms. doppelt. 

259a. 

Johann XXII ernennt einen neuen Collector des Peterspfennigs in England, 
ibidem er gleichzeitig Klage führt, dass die Prälaten denselben wohl ge- 
sammelt, aber nie an die Curie abgeliefert hätten, obwohl darüber schon 
verschiedene Processe gefuhrt worden seien. 1822 lul. 29 Avenionis. 

Dilecto filio magistro Hugoni de Engolisma, sacriste ecclesie Narbonen., 
apostolice sedis nuncio. 

Dudum perducto ad nostri apostolatus auditum, quod, licet denarius 
beati Petri per eos, qui illum pro tempore collegerant in regno Anglie, ad- 



— 169 — 

huc colligeretur ibidem, minus tamen plene nobis et Ecciesie Romane illius 
exhibebatur solutio per eosdem, quodque quamvis nonnulli Romani ponti- 
fices, predecessores nostri, venerabilibus fratribus nostris archiepiscopis, 
episcopis, necnon et dilectis filiis abbatibus, prioribus, decanis, prepositis, 
archidiaconis, officialibus et rectoribus, archipresbiteris, plebanis et aliis 
ecclesiarum prelatis per dictum regnum Anglie constitutis, suis litteris in- 
iuncxisset {sic)^ ut huiusmodi collectam et non solutam pecuniam diversis 
nunciis apostoljce sedis in regno Anglie supradicto solvere procurarent, ipsis 
tamen nonnullas excusationes precedentibus et appellantibus a processibus 
super hoc habitis per nuncios antedictos, nondum eidem ecciesie pervenerat 
condigna satisfactio de premissis. Nos eisdem archiepiscopis elc, per alias 
nostras sub certa forma litteras dedisse meminimus in mandatis, ut pecuniam» 
ex denario ipso collectam et nondum solutam, bone memorie Rigaldo epis- 
copo Wintonien., tunc canonico Aurelianen., apostolice sedis nuncio, vel 
certo nuncio ipsius eiusdem Ecciesie nomine assignare fideliter et integre 
procurarent. Cum igitur nos postmodum de prefato Rigaldo Wintonien. 
ecciesie, tunc vacanti, auctoritate apostolica duxerimus providendum, ipseque 
diversis negotiis regimen eiusdem ecciesie contingentibus multipliciter occu- 
patus, et tandem, sicut Domino placuit, morte preventus vacare non potuerit 
comode (sie) circa coUectionem et exactionem denarii supradicti, nos . . . te 
dicto Rigaldo . . . subrogantes . . . duximus deputandum eU, usque in finem. 
Datum ut supra (Avinion. nil kal. Augusti anno vii). 

Reg. Vat. No. in. (loh, XXII Secret. anni VII Tom, III) fol. ccxxxvn r. 

cap. 965. 



260. 

Ueberweisung von 1382 Goldgulden aus dem polnischen Peterspfennig durch 
die Collectoren, 1S22 NovembP«5« 

Die V mensis Novembr., dominus Galhardus episcopus Wladislavien., 
coUector census, qui dicitur denarius beati Petri, in regno Polonie una cum 
archiepiscopo Gnessanen. per sedem apostolicam deputatus, assignavit camere 
de dicto censu, per ipsum recepto in dicto regno, summam pecunie infra- 
scriptam, videlicet per manus Valufali de Canale et Andree de Verulis 
canonicorum Wladislavien., capellanorum suorum, 

M • III • LXXXII flor. im Tur. gross, cum o rotunda XV 
den. ob. Vien. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. XXXXVI (No. 47) fol. 572 r. 



— I/o — 
261. 

Ueberweisung von 23' \^ Unzen Gold aus dem polnischen Peterspfennig durch 
den Collector, 1818 lul« 12. 

Die XII Jul., dominus Genislabus archiepiscopus Gnessennien., collector 
census, qui dicitur denarius beati Petri, in regno Polonie per sedem aposto- 
licam deputatus, assignavit camere per manus domini fratris Tudes epis- 
copi Methelien. de censu ipso, per ipsum coUecto, pro uno anno terminato 
in festo Circumcisionis Domini proxime preterito 

XXII marchas m unc. auri cum dimidia ad pondus Avinion. 

Quod aurum est in pulvere, qui dicitur de Palholia. 

(In margine:) Valent ad pondus curie xxm marche cum dimidia marcha. 

Reg. Avin. loh. XXII Tom. xxxxvi (No. 47) fol. 574 v. 



261*- 

Johann XXII quittirt über Summen des englischen Peterspfenmgs, 

1888 ApriL 27 Avenionls. 
Universis sociis et mercatoribus societatis Bonacussiorum de Florencia. 
Cum dilectus filius. — Dat. Avinion. V kal. Maii anno xvii. 

Reg. Vat. No. 117. (Secret, an, xvii-^xviiJ) fol. LXVli r. 

Daselbst sind drei verschiedene Quittungen, die alle dieselben Posten enthalten, eingetragen 
und zwar jedes Mal in doppelter Form: Ein Brief geht an den englischen Nuntius und der 
zweite an die Kaufleute, die von demselben die Gelder zur Ablieferung in Rom erhalten hatten. 



261^- 

yohann XXII erklärt , dass die Bewohfier Pomeraniens seit langen Zeiten 
keinen Peterspfennig bezahlt hätten und darum den üblichen Cefisuren ver- 
fallen seien. Auf ihre Bitte hin sollten sie erst dann losgesprochen werden, 
wenn sie auch für die Jahre 1330 — 1333 den Peterspfennig entrichten würden, 

1338 Decembr« 18 Avenionis. 

Johannes episcopus servus servorum Dei venerabili fratri . . episcopo 
Wladislavien. salutem et apostolicam benedictionem. 

Dudum pro eo, quod cives, habitatores et incole civitatis et diocesis 
Culmen. et terre Pomeranie tue Wladislavien. diocesis, in qua dilecti filii . . 
magistri et fratres Hospitalis beate Marie Theotonicorum temporale dominium 
exercere dicuntur, per processus, auctoritate apostolica dudum factos, moniti 
et requisiti legitime censum annuum, qui denarius beati Petri vulgariter 



— 171 — 

nuncupatur, in eis partibus per ipsos Ecclesie Romane debitum, solvere, 
deductis in contemptum dictis processibus, dampnabiliter non curarunt, per- 
sone singulares civitatis et diocesis ac terre predictarum exconimunicationis 
in nodate vinculo, civitas vero Culmen. ac castra, ville et opida diocesis 
et terre predictarum, necnon communitates et universitates earum supposita 
interdicto ecclesiastico extiterunt. Cum autem dicti cives, habitatores et 
incole ad cor reducti, de dicto censu per eos pro retroactis temporibus 

B Hl» 

usque ad annum a Nativitate Domini millesimum • CCC • xxx inclusive pre- 
fate Romane Ecclesie debito certo modo iuxta voluntatem et ordinationem 
nostram cum camera nostra per dilectum filium Theodericum de Anno(?) 
Capite, fratrem et procuratorem ordinis dicti Hospitalis in Romana curia 
generalem, duxerint componendum, et intendant et velint nichilominus, sicut 
pro parte dictorum magistri et fratrum nobis nuper expositum extitit, de 
dicto censu pro aliis tribus annis sequentibus et terminandis in festo Nativi- 
tatis Dominice instanti proximo debito nobis et ecclesie supradicte satis- 
facere, dictumque censum deinceps solvere perpetuis temporibus annuatim, 
ac humiliter petierint atque petant sibi de absolutionis et relaxationis bene- 
fitio ab eisdem excommunicationis et interdicti penis et sententiis per sedem 
apostolicam provideri. Nos compositionem huiusmodi, per quam prefatam 
cameram de huiusmodi censu pro toto effluxo ante dictos tres annos in eodem 
proximo instanti festo Nativitatis Domini terminandos tempore volumus 
contentari, ratam et gratam habentes et etiam approbantes et nichilominus 
nostris et eiusdem Romane Ecclesie super hiis indempnitatibus prefatorumque 
habitatorum et incolarum saluti animarum providere salubriter cupientes, 
fraternitati tue per apostolica scripta committimus et mandamus, iquatinus, 
postquam prelibati habitatores et incole terre predicte in tua Wladislavien. 
diocesi consistentes, de dicto censu pro tribus annis predictis, ab eis nobis 
et Ecclesie memorate debito, ut prefertur, tibi nostro et eiusdem Ecclesie 
nomine recipienti satisfactionem integram duxerint impendendam, et de sol- 
vendo integraliter censum ipsum imposterum annis singulis infra quadra- 
gesimam nobis et ipsi Ecclesie seu collectoribus per sedem deputatis seu 
deputandis eandem, se per suos sufficientes procuratores et sindicos ad hoc 
legitime constitutos, obligaverint sollempniter et efficaciter, iuramento ab 
eis prestito nichilominus corporali et confectis exinde instrumentis publicis 
seriem presentium continentibus, que tuo ac magistri et conventus Hospi- 
talis predicti necnon conmiunitatum ipsarum in tua predicta diocesi consi- 
stentium, communita sigillis, nobis per te unacum hiis, que de dicto censu 
coUegeris quam totius fideliter transmittantur, eisdem habitatoribus et incolis 
predicte terre in tua diocesi commorantibus, videlicet singularibus personis 



— 1/2 — 

per te vel alium seu alios de absolutionis benefitio iuxta formam Ecclesie 
ab eisdem excommunicationis sententiis providere auctoritate nostra et inter- 
dicta predicta in castra, villas et opida eiusdem terre prout etc. relaxare 
procures etc, adiecto tarnen specialiter et expresse, quod nos ex nunc prout 
extunc haben volumus pro adiecto, quod si prefati habitatores etc, in solu- 
tione dicti census singulis annis imposterum infra quamlibet quadragesimam 
etc, deficerent, facienda compositio ac rati et gratihabitio et approbatio 
supradicte eo ipso habeatur pro non factis et nullius existant roboris vel 
momenti, dictique habitatores et incole prout in eadem consistunt diocesi 
ad totalem et integram solutionem dicti census, prout eisdem retroactis 
temporibus teneantur et astricti remaneant, sicut prius etc, usque in finem. 
Dat. Avinion. idus Decembr. pontificatus nostri anno decimo octavo. 

Reg. Vat No. 120. cap. im {de curia). 

Der Band ist nicht foliirt, 

Vtrgl, die zahlreichen Briefe bei Theiner, Monumenia Poloniae, sowie Kirsch, Die 
päpstlichen Kollektorien in Deutschland während des XIV, Jahrhunderts, Paderborn^ Schöningh 181^4, 
Seile XIV, XXXVIII, XXXIX; siehe dort die betreffende Literatur. 



261«- 

Notarieller Act über die Zahlung des rückständigen Peterspfennigs und die 
pünktliche Einhaltung künftiger Termine, 1884 Novembr. 10. 

In nomine Domini Amen. 

Anno Nativitatis Eiusdem millesimo trecentesimo tricesimo quarto, 
indictione secunda, die X mensis Novembris, constitutus apud Gnidens, 
Culmen. diocesis, coram reverendo patre domino Mathia, divina et aposto- 
lice sedis gratia ecclesie Wladislavien. episcopo, in presentia reverendi patris 
domini Othonis eadem gratia Cubien. episcopi, ac venerabilis ac discreti 
viri domini Galhardi de Carceribus, licentiati in legibus, apostolice sedis 
nuntii, reverendique religiosi viri domini fratris Luderi, ordinis beate Marie 
Theotonicorum magistri generalis, dominorum laroslay prepositi, Bonislay 
scolastici, Friezconis cantoris, Sandonis custodis, Bertoldi officialis, Cristani 
custodis, Cruswicien. et Culmen. ecclesiarum, necnon religiosorum virorum 
fratrum Theodorici Marsalti Zighardi de Gnidens, Merklini de Thoron, 
lohannis de Gdans, Rutheri de Gmewa, commendatorum supradicti ordinis 
beate Marie Theotonicorum, testium ad infra scripta vocatorum et roga- 
torum, meique Arnaldi et Hermann! notariorum infra scriptorum, militibus 
et communitatibus civitatum et opidorum scoltetis quoque et habitatoribus seu 



— 173 — 

incolis terre Pomeranie partis diocesis Wladislavien. quedam apostolice littere 
more solito Romane curie in filo canapis bullate omni vicio et suspitione 
carentes, que ipsi domino episcopo dirigebantur de mandato eiusdem lecte 
et publicate fuerunt, quarum tenor hie de verbo ad verbum est insertus qui 
talis est: 

(Folgt die Bulle Johann XXII vom ij, December 1333. Siehe oben No, 261^,) 

Quibus lectis et publicatis, Theotonicis in Theotonico, et Polonis in 
Polonico etiam interpretatis et expositis, omnes et singuli ad hortationem 
domini magistri predicti elevatis in celum manibus clamaverunt dicentes, 
quod parati erant, volebant et promittebant sedi apostolice obedire et de- 
narium beati Petri solvere secundum litterarum predictarum continentiam et 
tenorem. Et tunc ibidem suos veros, certos et l^timos sindicos et pro- 
curatores generales et speciales elegerunt et constituerunt, videlicet Henconem 
de Bancow, Nicolaum de Przethowo, Groslaum dictum Taditz, milites, lo- 
hannem scoltetum de Dersoma et Henricum de Gdantz et ipsonmi quem- 
libet in solidum ad obligandum efficaciter et sollempniter pro ipsis consti- 
tuentibus procuratorio nomine eorumdem tenere, observare et approbare 
ordinationem factam iuxta seriem et formam litterarum predictarum etc, 
Tandem cum de dicto censu seu denario beati Petri pro tribus annis in- 
cipientibus in anno Domini miUesimo • CCC • XXX et terminatis in anno 
Eiusdem millesimo • CCC • XXX tercio satisfecissent domino episcopo Wladis- 
lavien. supradicto etc, iuraverunt et promiserunt etc. usque in finem. 

Acta fuerunt hec ut supra anno, indictione, die et mense ac loco 
supradictis, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis 
divina Providentia papa XXII ^) anno decimo nono. 

Et ego Arnaldus de Parente, clericus Agennen. diocesis, apostolica 
auctoritate notarius seu scriba etc, presens fui etc, signavi etc, usque in finem, 

Folgen Unterschriften der Zeugen, die die Urkunde auch besiegelten. 

Reg. Vat. No. 120. cap. nn {fle curia). 

Der Band ist nuhi folürt, 
») Ms, XII. 

261*^- 

Benedict XII bestätigt bei Zahlung von 520 Goldgulden an die apostolische 
Kammer eine Abmachung bezüglich der Zahlung des Peterspfennigs von 
Seiten der Einwohner Pomeraniens, die laut Bulle Johann XXII von den 
Censuren losgesprochen werden könnten^ wenn sie bestimmte vorgeschlagene 
Vertragspunkte anerkennen würden, 1886 Ausrust. 80 apud Pontem Sorgiae« 



- 174 - 

Venerabili fratri Mathie episcopo Wladislavien. salutem etc. 

Exposito dudum felicis recordationis lohanni pape XXII predecessori 
nostro pro parte dilectorum filiorum magistri et fratrum Hospitalis beate Marie 
Theotonicorum, quod cives, habitatores et incole civitatis et diocesis Culmen. et 
terre Pomeranie tue Wladislavien. diocesiß, in quibus iidem mag^ister et fratres 
temporale dominium exercere dicuntur, qui pro eo, quod censum annuum, 
qui denarius beati Petri in Ulis partibus vulgariter nuncupatur, per eos Ec- 
clesie Romane debitum, multis retroactis temporibus solvere non curarant, 
excommunicationis vinculo innodati et civitas, castra, ville ac opida dictarum 
diocesis et terre supposita interdicto ecclesiastico auct. apost. existebant, ad 
cor reducti censum volebant solvere supradictum, quodque petebant humi- 
liter, sibi de absolutionis benefitio ab eisdem excommunicationis et interdicti 
sententiis per sedem apostolicam provideri, dictus predecessor tibi, proprio 
nomine non expresso, super hoc suas certi tenoris litteras, quarum tenor de 
verbo ad verbum infra describitur, destinavit, tuque demum litteris eisdem 
receptis ad ipsarum executionem debitam processisti, iuxta tenorem et conti- 
nentiam eorumdem, prout in instrumento publico, manu dilecti filii Amaldi 
de Parente, clerici Agennen. diocesis, publici apostolica auctoritate no- 
tarii confecto, et tuo dictique magistri generalis et dilectorum filiorum . . 
de Gdanoz et . . de Gmewa et . . de Swetza domorum dicti Hospitalis 
comendatorum ac . . advocati et Burgen. Darsow. et communitatis de Gdanez 
opidorum in dicta terra Pomeranie consistentium sigillis communito, in quo 
tenor dictarum eiusdem predecessoris litterarum de verbo ad verbum est 
insertus, quod per te nobis transmissum in archivo dicte Romane Ecclesie 
reservari facimus, plenius et seriosius continetur, cuiusque tenor de verbo ad 
verbum est presentibus annotatus, qui talis est. 

(Folgt das Notariatsinstrutnent vom lo. November 1334 [siehe oben 
No. 261'^], in welches die erwähnte Bulle Johann XXII vom i3.December 1333 
[siehe oben No. 261^] eingeschoben ist,) 

Demum vero tu de dicto censu tibi pro dictis tribus annis nomine 
predicte Romane Ecclesie, ut premittitur, persoluto, quingentos et viginti 
florenos boni auri debiti ponderis per manus dilectorum filiorum Martini de 
Brunislave et Nicolai de Clemcz ecclesiarum dicte Wladislavien. diocesis ple- 
banorum, fecisti camere integraliter assignare. Nos igitur etc. usque in finem. 

Datum apud Pontem Sorgie, Avinionen. diocesis, lll kal. Septembris 

anno primo. 

Reg. Vat. No. 120. cap. im {de curia). 

Der Band ist nuht foliirt. 
Vergl. T keiner, Mon. Pol. I, CDXC. 



— 175 — 



Census zweier Inseln im Golfe von Tunis. 



262. 

Bonif actus VIII Rogerio de Lauria eiusque heredibus insulas Gerbt et Karkim 
provinciae Africae seu civitatis Ttmisii, quas ille eripuerat de mambus hostium 
fidei christianae ac in quibus proponebat aedificari facere ecclesias et altaria, 
sub anmio censu 50 unciarutn auri annis singulis Ecclesiae Romanae infra 
octavam beatorunt apostolorum Petri et Pauli in Romana curia solvendo in 
feudum perpetuum concedit. 1295 August* 11 Anagrnlae* 

Dilecto filio nobili viro Rogerio de Lauria. 

Ex tuorum strenuitate. — Dat. ut supra. (Anagnie m id. Augusti, 
anno primo.) 

Reg. Vat. No. 47. fol. CLXXXXV r. cap. cxvi (803). 
Registres de Boniface VIII. No. 811. Potthast 24 161. 

263. 

Bonif acius VIII fratri Bonif atio de Calamandrano magno praeceptori ordinis 
hospitalis Sancti lohannis HiersoL in partibus cismarinis mandat, ut nomine 
Ecclesiae Romanae a Rogerio de Lauria ^ cui Gerbi et Karkini insulas pro- 
vinciae Africae in feudum concesserit, recogmtionem, homagium ligium ac 
pleni vassallaggii iuramentum recipiat, 1296 August. 11 Anagnlae. 

Dilecto filio fratri Bonifacio de Calamandrano, magno preceptori ordinis 
Hospitalis sancti lohannis lerosolimitani in partibus cismarinis. 

Cum dilecto Alio. — Dat. Anagniae in id. Augusti anno primo. 

Reg. Vat. No. 47. fol. CLXXXxmiv. cap. cxv (802). 
Registres de Boniface VIII. No. 810. Potthast 24162. 

264. 

Zahlung und Vertheilung des Census für zwei Inseln im Golfe von Tunis 
im Betrage von 12s Goldgulden, 1804 IanuaF.21« 

Census insularum Gerbi et Keerbecli. [In margine,) 

De XXV unciis auri, computata uncia pro V florenis, solutis pro parte 

domini Rogerii de Loria, pro censu insularum Gerbi et Keerbecli pro festo 

Apostolorum Petri et Pauli anni CCC • m, facta est divisio inter XVin dominos 

cardinales, computato domino nostro papa pro tempore cardinalatus sui; 



— 1/6 — 

et habuit quilibet per dictos mercatores VI flor. auri XXXIII sol. et XI den. 
Provis. Nomina vero dictorum dominorum cardinalium supra sunt nominati 
(sü) in visitatione . . archiepiscopi Remen., subtracto domino N. ostien. epis- 
copo cardinale et addito domino nostro B. papa ^l supra dicto. 

Oblig. i^- fol. 41 V. 

£ift€ weitere Zinszahhmg siehe Reg, Clem. V (Edii. Bernd.) Apptnd, Tom, I, No, 268, 

Rogerius dt Lauria war Admiral des Königs Jacob von Aragonien, Ueber ihn vergleicht 
u. a. Rtgistres dt Bonif, VIII NN, 2064 und 2188 versus finem, sowit Reg, Vai. No.jo, fol, 
CCCXIIIv, cap, LVIss. (foL CCCXIIII r, et v.) 



XI. Ausserordentliche Ueberwelsunffen der Päpste an die camera 
eollegriif bezw. einen Theil des heiligen CtoUegriums. 

265. 

Ueberweisung von 400 Goldgulden an das heilige ColUgium aus Straf- 
geldern der Juden in der Grafschaft Venayssin, 1299 Dee6mbr«25. 

De IUI fior. auri, habitis de quadam condempnatione dudum &cta 
contra ludeos comitatus Venayssin. pro festo beati Andree anni M * CC 
• LXXXXIX, divisa est dicta peccunia inter xviil dominos cardinales; et habuit 
quilibet per manus dictorum mercatorum Clarentinorum XXII flor. VI sol. et 
x den. Provis. Cardinales vero sunt supra nominati in visitatione abbatis 
Burgidolen., reddito domino G. Albanen. 

Oblig. i^- fol. 21 r. 



266. 

Einnahme von tfp Goldgulden Coursgewinn bei Einwechslung der Strafgelder 
der Juden aus der Grafschaft Venayssin, 1800 Deeembr.26. 

Item recuperati sunt LXIX flor. XVII sol. Provis. pro complemento 
cambii peccunie condempnationum , habite a ludeis comitatus Venaysini, 
pro duobus terminis videlicet lä • CC • xcviii et xcix .... 

Oblig. i^- fol. 26 V. 



— ^n — 
267. 

Ueberweisung von $000 Goldgulden aus Strafgeldern, gezahlt von der Stadt 
Perugia, Die ausdrückliche Schenkung dieser Summe an das heilige 
Collegium durch den Papst geschah am 10, Mai 1301. 1801 Deeembr* 14. 

Die xnii mensis Decembr. eiusdem anni. 

De summa v fior. auri, soluta de condempnatione communitatis civi- 
tatis Perusin., facta est divisio inter XVI cardinales; et habuit quilibet per 
manus dictorum mercatorum Clarentin. lii * xii fior. et medium auri. Nomina 
vero dictorum cardinalium sunt supra nominati [sii) in visitatione archi- 
episcopi Senonen. 

Fuit autem dicta peccunie summa concessa eidem collegio per domi- 
num nostrum summum pontificem die X mensis Maii proxime preteriti. 

Oblig. i^- fol. 31 r. 

268. 
Vertheilung von ßoo libr. Cor, aus Strafgeldern, 1804 Noyembr.20. 

Venaysini. {In margine.) 

De V libr. Coronatorum in flor., computato floreno pro xxix sol. et 
vin den. Corton., provenientibus de quadam compositione facta dudum per 
dominum Rogerium Spinam, tunc rectorem comitatus Vena}rsini, de quadam 
condempnatione habita per condam magistrum Mathiam, tunc rectorem in 
eodem comitatu, contra quosdam singulares homines laycos de Insula. Facta 
est divisio inter xvm dominos cardinales, computato bone memorie domino 
B. papa XI pro tempore cardinalatus sui, et habuit quilibet modo predicto 
per eosdem mercatores, ad huc eisdem cardinalibus in inclusione manentibus, 
xvm flor. auri XLV sol. et ix den. Cort. Cardinales vero predicti sunt supra 
nominati in visitatione . . archiepiscopi Remen., addito tamen bone memorie 
domino B. papa xi pro tempore sui cardinalatus, et subtracto domino fratre 
N. Ostien. episcopo cardinale. 

Oblig. i^- fol. 47 r. 

269. 

Clemens V gestattet der Kaufmannsgesellschaft der Circuli von Florenz, dass 
bei einer künftigen Abrechnung zunächst die dem Cardinalscollegium ge- 
zahlte Summe von 312s Goldgulden in Abzug gebracht werde. 

1806 Hart. 11 apud Climiaeum« 

Baumgartbn, Finanzvoiv. dei Card.-CoUeg. im Mittelalter. 12 



- 178 - 

Dilectis filiis societati Circulorum de Florentia, camere nostre mer- 
catoribus salutem. 

Cum vos dilecto filio nostro lohanni [tituli] SS. Marcellini et Petri 
presbitero cardinali, camerario collegii cardinalium Sancte Romane Ecclesie, 
recipienti pro ipso coUegio tria milia centum et viginti quinque florenos 
auri de mandato nostro solveritis, nos indempnitati vestre precavere vo- 
lentes, volumus et presentium vobis tenore concedimus, ut in compoto 
inter vos et cameram nostram, quamtotius faciendo, de hiis, que vos et so- 
cietatem vestram ipsi camere ac nobis debere constiterit, huiusmodi flore- 
norum quantitas ante omnia deducatur nee ad eam cogamini a quoquam 
ulterius persolvendam. 

Dat. apud Cluniacum V id. Marcii. 

(In marg,:) eodem capitulo [M-xxx-lfl]. 

Miscellanea (Epistolae Clem, V) fol. 85 r. 

VergL R^, Clem, V (Edit. Bened,) No, I4gg, woselbst ein fehlerhafter Text, Ueber dem 
Abschnitte im Codex steht: Septem littere que secontur sunt .... taxAte ftd Lvi Turon. gross. 



270. 

Clemens V erwähnt in einer Generalabrechnung mit der Kaufmannsgesell' 
Schaft der Circuli von Florenz folgenden Posten: „Solvistis etiam de mandato 
nostro collegio cardinalium Sancte Romane Ecclesie, ex nostra speciali graOa 
eis facta, viginti unum milia ßorenorum auri, prout per nostras litteras bul- 
latas constat.'' 1807 luL 11 Pictavis. 

Dilectis filiis Nicoiao Philipp! et Bonsignori Lambertucci sociis et mer- 
catoribus de societate Circulorum de Florentia. 

Nuper de mandato nostro. — Dat. Pictavis V id. lulii anno secundo. 

Reg. Clem. V (Edit. Bened.) n. 2271. 

Die in dem Schreiben angezogenen litterae bullatae habe ich nicht auffinden können. 



271. 

Clemens V bestimmt in seinem Testamente, dass seinem künftigen Nach- 
folger gewisse Geldsummen übergeben werden sollen. 1814 April. 9. 

Item donat seu dimittit successori suo septuaginta milia flor. et depo- 
situm Montispessulani, item depositum Parisiense. 

Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V {Archiv für Litteratur 
und Kirchengeschichte des Mittelalters^ Band V, pag. 28,20.21. 



— 179 — 
271» — 27i'=- 

Im Rechnungsjahre August 1316 bis August ijiy zahlt die päpstliche Kammer 
an die camera colUgii 16000 Goldgulden als Antheil an dem Geschenke, das 
Johann XXII den Cardinälen gemacht hatte, sowie 2000 Goldgulden als 
Antheil am census Angliae. 1816 Attfirust 28. 

Expense pro coUegio. 

Die xxm mensis Augusti tradidi domino Guillermo Formiti^), capellano 
et familiari reverendi patris domini B. tituli Sanctorum Nerei et Achillei 
presbiteri cardinalis, recipienti, ut dixit, ex mandato domini sui nomine 
collegii dominorum cardinalium de donatione eisdem facta per dominum 
nostrum summum pontificem, li « v flor. auri. 



1816 Deeembr. 28. 

Item, die xxm mensis Decembris, ratione donationis facte collegio 
dominonmi cardinalium per dominum nostrum papam de medietate v un- 
ciarum auri, solutarum ex parte regis Roberti camere domini nostri predicti 
certe donationis facte dicto collegio de medietate Vil flor. auri, qui depositi 
fuerant nomine domini Clementis felicis recordationis pape V in Montepessu 
lano, tradidi de mandato domini mei cardinalis domino Bertrando de Monte 
lauro, camerario domini Berengarii tituli Sanctorum Nerei et Achillei pres 
biteri cardinalis, recipienti nomine coll^^ii predictorum dominorum cardi 
nalium. Xlii • v flor. auri. 

1817 AprlL 12. 

Die XII mensis Aprilis tradidi domino Bertrando de Montelauro, ca- 
merario domini Berengarii tituli Sanctorum Nerei et Achillei presbiteri 
cardinalis, camerarii sacri collegii dominorum collegii [leg, cardinalium]^ 
recipienti nomine ipsius collegii pro eo de medietate census im milium 
flor. auri solutorum camere per procuratorem regis Anglie pro mille marchis 
Sterlingorum per ipsum annuatim debitorum Ecclesie Romane, pro parte, ut 
dicitur, dictum coUegium contingente, computata marcha qualibet [pro] 
im flor., II flor. auri. 

Sunmia pagine et totius 
tituli predicti est 

Introitus et Exitus Cam. No. 13. fol. 49 r. 
Introitus et Exitus Cam. No. 16. fol. 47 v. 

yergl, No, 274. 
*) Ms, Fornniti, 



XVIII flor. auri. 



12 



— i8o — 

272. 
In dem Verhöre des Cardinais Raymund heisst es 1820 Kall 27« 

Item credo, quod Lxx milia flor. fuerunt assignata camere, sicut dictus 
dominus meus Clemens mandavit de summa predicta. 

Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V [Archiv för Litteratur 
und Kirchengeschichte des Mittelalters) Band V, pag. 46,4- 

Item dictus dominus meus Clemens dixit michi, quod ipse habebat 
quoddam depositum in Montepessulano et aliud Parisius, que deposita di- 
misit successori suo . . . quorum quantitates ignoro. 

Ibidem. 48,37- 

273- 
Johannes Delescapan, clericus camere, aufgefordert seine Kefmtniss van dem 
Schatze Clemens V in einen schriftlichen Bericht an den apostolischen Kämmerer 
niederzulegen, erzählt von den Vorgängen vor dem Tode Clemens V. 1817« 

Vobis reverendo in Christo patri et domino, domino Gasberto, Dei et 
apostolice sedis gratia episcopo Massilien., domini pape camerario, ac vene- 
rabili et discreto viro domino Ademario, ipsius domini pape thesaurario, 
lohannes Delescapon, eiusdem domini pape camere clericus, volens secun- 
dum quod facti experientia ipsum edocuit, prout seit et potest melius super 
contentis in processibus factis nuper et publicatis die lovis in festo Ascen- 
sionis Domini Nostri in consistorio publico, vos, et quemlibet vestrum, certos 
reddere ad memoriam vestram et per vos eidem domino nostro pape redu- 
cere intendit infrascripta significando, quod inter diem XXVI mensis De- 
cembris, pontificatus felicis recordationis domini Clementis pape V anno oc- 
tava, et xx diem mensis Novembris pontificatus eiusdem anno nono, ipse 
dominus Clemens certitudinem aliquam non habens de hiis, que erant in 
Camera sua, nee aliquis alius ut audivit, nisi magister Raymundus, tunc 
ipsius domini Clementis thesaurarius , presentibus interdum reverendis in 
Christo patribus dominis Raymundo Sancte Marie Nove et Bernardo Sancte 
Agathe diaconis cardinalibus et pluribus aliis familiaribus ipsius domini 
Clementis, inter quos ipse lohannes, qui loquitur, fuit unus, totam vayssellam 
auri et argenti nee non aurum in massa pulverizatum et in diversis monetis 
aureis, argenteis et quibuscumque aliis ponderari et numerari fecit, et summas 
ponderis et numeri predictorum in scriptis sibi tradi, de quibus etc. 

Item significat, quod dominus Clemens iterato voluit certificari, que 
summa monetarum auri et argenti, ut predicitur, factis expensis, ipsa die 



— i8i — 

XX mensis Novembr. predicti erat in camera sua; qua die fuit sibi datum 
in scriptis per prefatum magistrum Raymundum in quadam cedula, cuius 
copiam penes se invenit ipse, qui loquitur, quod ipsa die XX erant in ca- 
mera tarn in monetis aureis quam argenteis et aliis quibuscumque lil • LXV * 
viii • LXXXXVin flor. et unus denarius Turon. parvorum tantum. 

Item significat, quod dominus Clemens iterato die X mensis Februarii 
subsequentis voluit scire, que summe fuerunt recepte, date, liberate et ex- 
pense a prefato die XX mensis Novembr. usque ad supradictum diem x 
mensis Februar.; et fuit sibi datum in scriptis per aliam cedulam, cuius 
copiam ipse, qui loquitur, penes se invenit, quod ipsa die X erant in camera 
ipsius domini Clementis ih • Lxxxxii • im • Lxxvi flor. villi sol. et vin den. 
Turon. parvorum. 

Item in depositis Parisius apud Duratium et apud Montem Pesulanum 
XV • VIII • XXI flor. auri cum dimidio de quibus, ut audivit, circa X fuerunt 
recepti de mandato domini nostri, nee apud Rupem Mauram aliquam sum- 
mam pecunie secum fecit portari nee aliquid de thesauro nisi uno potto ad 
aquam et uno bacili de auro, vassellis pro coquina 

Fuit etiam apud Carpentoratum, quando ipse magister Raymundus 
assignavit deputatis per sacrum coUegium summam LXX flor. auri, quos pro 
parte sua numeravit; et quia videbantur deflcere de totali summa xxili flor., 
illos de pecunia sua ad mandatum ipsius magistri Raymundi tradidit cum 
protestatione, quod quando alias renumeraretur, quod plus inveniretur, resti- 
tueretur sibi. Item in Carpentorato fuit quando ipse magister Raymundus 
assignabat thesaurum deputatis predictis, ipso collegio existente in con- 
clavi . . . 

Instrumenta Miscellanea ad an. 1317, No. 22. 

Original, grosse Papierurkunde aus zwei an einander gehefteten langen schmalen Streiftn 
bestehend. 

Der obige Theil der Urkunde stellt ungeßihr ein Viertel des Ganzen dar, 

Vergl, Ehrle, Proeess über den Naehlass Clemens V (Archiv) Band V, pag, 60 ff, 

274. 

Der camerarius collegii Berengarius bescheinigt in verschiedenen Zahlungen 
den Gesammtbetrag von 16000 Goldgulden aus der Nachlassenschaft Clemens V 
erhalten zu haben, 1817 April. 10. 

Nos Berengarius miseratione divina tituli Sanctorum Nerei et Achillei 
presbiter cardinalis sacri collegii reverendorum patrum dominorum cardi- 
nalium Sancte Romane Ecclesie camerarii, presentium tenore recognoscimus 
et fatemur, a discreto viro magistro Gasberto de Valle, canonico Melden., 



— l82 — 

sanctissimi in Christo patris et domini nostri, domini lohannis pape xxn 
thesaurario, ex concessione sive dono per ipsum dominum nostrum de pe- 
cunia camere sue factis, collegio dominonun cardinalium supradicto diversis 
vicibus et temporibus sexdecim milia fioren. auri ipsius coll^^ii nomine et 
pro ipso int^je recepisse, has sibi litteras sigillo nostro munitas in testi- 
monium concedentes. 

Datum Avinion., die X mensis Aprilis, anno Domini millesimo trecen- 
tesimo decimo septimo, pontificatus dicti domini nostri pape anno primo. 

Instrumenta Miscellanea ad. an. 1317, No. 41. 

Original, kleine Pergamentürkunde, Das abgerissene Si^el hing an einem durch die Plica 
gehenden Pergamentstreifen, 

Siehe oben NN, 27 1<^ und 27 ib. 



275- 

Ueberweisung von 10 000 Goldgulden aus dent census Siciliae, als Theil des 
Geschenkes Johann XXII an das heilige Collegium, 1818 lanuar« 26. 

Donum factum collegio per dominum papam de medietate census r^[is 
Roberti. Distributum et solutum est in vi cedula. (In margine,) 

Anno domini m • CCC • xvii!, die xil mensis lanuarii, recepi ^o, Vin- 
centius de Serignano suprascriptus, a sanctissimo patre domino lohanne 
papa XXII per manus venerabilium virorum dominorum Gasberti de Valle 
et Adzemarii Amelii, thesaurariorum suorum, duomilia unciarum auri, solu- 
tarum in decem milibus floren. pro medietate IUI unciarum, solutarum eidem 
domino nostro pape per gentes domini Roberti, regis Cicilie illustris, de 
censu regni sui Cicilie^ que quidem medietas pecunie dicti census contingit 
collegium xxii dominorum cardinalium de dono eidem collegio facto a do- 
mino nostro papa predicto, de debitis censuum, servitiorum et fructuum a 
domino demente bone memorie et camera factis et inhabitis usque in 
diem promotionis eiusdem domini nostri pape; quam summam florenorum 
ego Vincentius predictus die XXVI mensis lanuarii distribui inter XXII do- 
minos cardinales, qui supra scripti sunt et nominati in proxima alia solutione 
census eiusdem regis Roberti, subtractis domino papa et domino Luca de 
Flisco, et infra in solutione census regni Trinacrie facta in anno xix ad 11. 

{In margine:) XXII Cardinales. 

Oblig. II. fol. im V. 
Oblig. 4. fol. 14 V., woselbst die cedula divisioftis zu finden ist. 



- 183 - 

276. 

Clemens V hinter lässt in seinem Testamente yoooo Goldgulden zu gleichen 
TheiUn zwischen seinem künftigen Nachfolger und dem heiligen Collegium 
zu vertheilen. 1820 Mail 28. 

Scio etiam, et in parte presens fui, quod de dicto thesauro fuerunt 
assignata domino . . cardinali Albanen., tunc eiusdem sedis camerariö, LXX 
floren. auri, quorum medietas futuro tunc successori dicti domini C, et aliä 
medietas coUegio dominorum cardinalium debuit assignari. 

Ehrle, Process über den Nachlass Clemens V (Archiv für Litteratur 
und Kirchengesch, d. Mittelalters) Band V, pag. 73,8. 130. 

Aussage des magister Amelius de Beronia, canonicus Tfmronen,, in seinem Verhäre, 

277. 

Johann XXII weist den englischen Nuntius an, dass, wenn die Beneficien 
der Cardinäle für den dem Könige von England bewilligten Zehnten un- 
besteuert geblieben seien, das Gleiche auch bei dem Zehnten zu Gunsten der 
Kammer zu beobachten sei, 1882 Septembr« 14 Avenionls« 

Eidem [Dilecto filio Itherio de Concoreto, canonico Saresberien., aposto- 
lice sedis nuncio]. 

Si, ut sua nobis insinuatio patefecit, carissimus in Christo filius noster 
Edduardus, rex Anglie illustris, pro parte decime quadrienalis per nos eidem 
gratiose concessa, nichil de beneficiis venerabilium fratrum nostrorum Sacro- 
sancte Romane Ecclesie cardinalium in Anglia consistentibus percipiat, nee 
te pro camera nostra volumus aliquid de beneficiis dicte decime percepturum 
etc, usque in finem. 

Dat. ut supra [Avinion. XVlii kal. Octobris anno decimo septimo]. 

Reg. Vat. No. 117. (Secret an, XVII—XVllf) fol. CXVi r. cap. 588. 

277»- 

Benedict XII erwähnt in einer Generalquittung für seinen Kämmerer fol- 
gendes Geschenk an die Cardinäle: „. . . . Et preter premissa dicto lohanni 
de Corordano, ut premictitur, assignata, centummilia florenos auri, quos dicto 
colUgio ex liberalitate nostra concessimus, dilecto filio nostro Petro tituli 
Sancte Praxedis presbitero cardinali, camerariö dicti colUgii^ per manus di- 
lectorum filiorum magistrorum Michaelis Bicomanni et Guillermi Jlfedia\ 
clericorum predicti collegii, recipienti de dictis pecuniis tradideris et assigna- 
veris de nostro speciali mandato , . ." 1885 AprlLT Avenionis. 




— i84 — 

Venerabili fratri Gasberto, archiepiscopo Arelaten., camerario nostro, 
salutem. 

Digne agere credimus. — Dat. Avinion. vii idus Aprilis anno primo. 

Reg. Vat. No. 119. cap. xnii (de curia). 

Der Band ist nicht foliirt. 

Reg. Vat. No. 121. fol. 5 v. cap. vn (de curia). 

Vergl, So HC hon, Die Papsiwahlen von Bomfa% VIII bis Urban VI, Seite 48, Anm, 2, 

278. 

Benedict XII bestätigt auf Anfrage des Cardinais Matthäus tituli Sanctorum 
lohannis et Pauli ausdrücklich, dass van dem allgemeinen (am 18, Mai) ge- 
schehenen Widerrufe aller Commenden die Mitglieder des heiligen Collegiums 
nicht berührt würden. 1885 Mail 28 Avenionis. 

Ad futuram rei memoriam. 

Significavit nobis dilectus filius noster Matheus tituli Sanctorum lohannis 
et Pauli presbiter cardinalis, quod cum communis assertio habeat, nos con- 
mendas quibuscumque de dignitatibus, personatibus seu aliis beneficiis eccle- 
siasticis, cum cura vel sine cura, et per sedem apostolicam dudum factas, 
generaliter revocasse, ac preterea idem cardinalis in monasteriis, dig^tatibus 
vel personatibus, seu aliis beneficiis ecclesiasticis cum cura, vel sine cura, 
que ex concessione sedis eiusdem obtinet in conmendam, dubitans sibi preiu- 
dicium generari, nobis humiliter supplicavit, ut providere sibi super hoc de 
benignitate apostolica dignaremur. Nos ig^tur ipsius cardinalis in hac parte 
supplicationibus inclinati, tenore presentium declaramus, nos commendas de 
monasteriis, dignitatibus, personatibus vel quibuscumque aliis beneficiis ec- 
clesiasticis, curatis, vel non curatis per dictam sedem hactenus sibi et aliis 
Sancte Romane Ecclesie cardinalibus factas, minime revocasse, nee illas, si 
per nos de commendis generalem revocationem fieri forte contingat, sub 
generalitate huiusmodi inposterum intelligi revocatas, nisi de revocatione 
commendarum, ut premictitur, dictis cardinalibus factarum, specialis et \ex\ 
pressa mentio in nostris litteris habeatur. NuUi ergo etc. nostre declara- 
tionis etc. 

Dat. Avinion. x kal. lunii anno primo. 

Reg. Vat. No. 120, ohne Folioangaben, cap. DCCCL v. 

Der allgemeine Widerruf, von dem oben die Rede ist, steht unter dem Datum des j8, Mai 

in demselben Registerbande unter deti Curialbriefen. Die Ausnahme fiir die Cardinäle 7var darin, 

allerdings nur in einem Nebensatze, schon vorgesehen. Vergl. auch Reg. Vat. No. iig. cap. XXXIII 
(33') [de curia]. Der Band ist nicht foliirt. 



- 185 



Perusin. 

Pisanus. 

Florentin. 

Neapolitan. 

Monopolitan. 

Nucerin. 

Bulcanus. 

de Alifia. 

de Flisco 

de Brancaciis. 

de Laude. 



279 — 281. 

Bonifaz IX schenkt seinen Wählern und seinen Creatureti fiir einen bestimmten 
Zeitraum seine Antheile an den Servitien sowie diejenigen der verstorbenen 
Cardinäle, 

^79- 1889 Novembp. 10. 

Die decima mensis Novembris, pontificatus domini Bonifacii pape noni 
anno primo, soluti sunt per reverendum patrem dominum lohannem epis- 
copum Panduan. (sie) pro parte partis sui communis servicii per manus do- 
mini Anselmi de Mediolan. tangente coUegium quadringentos et triginta 
unum flor. sol. duos den. sex, et pro complemento unius minuti floren. 
quadragintaquinque solid, decem et octo denar. novem monete Romane. Fuit 
promotus anno nono; fuerunt in ipsius promotione cardinales XII videlicet: 

De Alanconio 

Capiunt hi cardinales pro communi et minuto servitiis 

quadringentos septuagintasex flor. sol. XXI den. in; 

capit clericus collegii flor. im sol. triginta octo; restant 

flor. quadringenti et unum sol. triginta tres den. tres. 

Capit quilibet flor. 39 sol. 15 den. 3. Ordinavit do- 

\ minus noster una cum suo coUegio, quod portio sua 

et portiones cardinalium privatorum et mortuorum ac- 

crescerent prcsentibus, hoc est illis, qui revera erunt 

presentes in curia tempore solutionum, et quod ille 

dividerentur inter eos pro equalibus portionibus; sunt 

autem nunc tempore solutionis xn, videlicet: 

Perusin. Manupeili. Monopolitan. 

Pisanus. de Flisco. de Brancatiis. 

Aversan. de Alifla. Bulcan. 

Florentin. Tudertin. de Laude. 

Capiunt hii portiones domini nostri ac Nucerini, que ascendunt ad 
78 flor. sol. 30 den. 6. Capit quilibet flor. sex sol. 30 den. 10. 

Oblig. 51. fol. I r. 

279»- In der folgenden cedula heisst es: .... capiunt cardinales nunc 
presentes portiones domini nostri ac Sancti Ciriaci, que ascendunt ad xxviii 
flor. sol. 8. 

2jg^' In der dritten cedula: . . . capiunt cardinales, qui presentes 

fuerant in conclavi, qui sunt xil, portionem domini nostri, Sancti Ciriaci 

ac Salemitani. 

Ibid. fol. I r., I V. 



— i86 — 

280, 

1890 FebF. 10. 

Voluit dominus noster papa die x mensis Februarii, quod cardinales 
reputati presentes in curia capiant partem suam et cardinalium mortuorum. 

Ibid. fol. 8 r. 

280*- In der folgenden cedula heisst es: . . . Capiunt prefati domini 
cardinales et alii vii creati per dominum nostrum Bonifacium porciones 
ipsius domini nostri ac Sancti Ciriaci. 

Ibid. fol. 8 V. 

^«^- 1890 Hovmbr. 17. 

Portionem vero cardinalium mortuorum capit dominus ^noster. 

Ibid. fol. 21 r. 

Mii diesem Bande erscheinen Mum ersten Male arabische Ziffern in den Abrechmn^tn, 



XU. Geschenke dritter Personen an das heilige Ck>llegium. 

281. 

Der Abt von Cluny schenkt dem Collegium 2000 Pfund Tumosen, 

1296 Mart. 17. 
Die sabbati XVII mensis Marcii eiusdem anni (1296). 

Abbas Cluniacen. (In margine) 

if 

Procuratores fratris Bertrandi abbatis Cluniacen. solverunt il libr. Turon. 
in quibus condam frater Guillermus abbas Cluniacen., predecessor suus, dum 
viveret, ex devotione visitavit collegium XXI cardinalium, computatis dictis duo- 
bus defunctis, et solutas per dictos mercatores Clarentinorum. Et habuit 
quilibet cardinalis libr. xcv sol. im den. 9 Turon. Predicti Turon. soluti sunt 
ad communem modum 10 sol. et medium, eo quod fuit servicium liberale et 
non debitum. Nomina vero predictorum cardinalium sunt hec: 



domini G. Sabinen. 
I. Tusculanus. 
Fr. M. Portuen. 
S. Prenestinus. 
B. Albanen. 
Fr. H. Ostien. 



> episcopi 



domini Thomas 

Petrus de Aquila 
lohannes Monachus 
Nicholaus Parisien. 
Guilhelmus Ferrarien. 
Robertus Cistercien. 
Simon de Caritate 
Petrus de Mediolano , 



> presbiteri 



diaconi 
cardinales. 



- 187 - 

domini Matheus Rubeus 

lacobus de Columpna 

Neapoleo 

Petrus de Columpna 

Guillermus de Pergamo 

Landulphus de Neapoli 

Benedictus Gaytanus 

Oblig. i^- fol. 3 r. 

Kirsch^ 112, No, 14, woselbst fthlerhafter Text, 

282. 

Cardinal Petrus de Aquila vermacht dem heiligen Collegium 100 Goldgulden. 

1298 SeptembF. 80. 
De C fior. auri legatis per bone memorie dominum P. de Aquila cardi- 
nalem coUegio XV cardinalium, habuit quilibet per manus dictorum merca- 
torum Clarentinorum VI flor. et XXXVI sol. Cort. 

Oblig. i^. fol. 15 r. 

283. 

Vertheilung eines Legates, das dem heiligen Collegium vermacht wurde, 

1820 Mart 22. 

Solutio de parte legati facti per dominum lohannem quondam epis- 
copum Wintonien., distributi in distributione XXVin. (/« margine,) 

Item anno quo supra, die m mensis Martii, recepi ego, Vincentius 
de Serignano, nomine domini mei, domini Portuen. a venerabili patre domino 
Gasberto episcopo Massilien., domini pape camerario, et domino Adzemario 
Amelii, eiusdem domini pape thesaurario, n florenos auri, collegium XXIII 
dominorum cardinalium contingentes, pro medietate im florenorum auri, 
solutorum pro parte legati M^) Marcharum Sterlingorum per bone memorie 
dominum lohannem episcopum Vintonien. Sancte Romane Ecclesie et dictorum 
dominorum cardinalium collegio facti in suo ultimo testamento eisdem dominis 
camerario thesaurario domini pape assignatorum per venerabilem patrem 
dominum Rigaldum nunc Wintonien. electum, in partibus Anglicanis sedis 
apostolice nuntium, per manus Raynaldi Lontheringi de societate Bardorum 
et Raynerii de Perutiis de societate Perutiorum, mercatorum de Florencia. 
Quam pecunie summam ego Vincentius predictus die xxii mensis Martii 

*) Muss wohl C march, Sterl, hiissen. 



— i88 — 

distribui inter xxni dominos cardinales, qui suprascripti sunt in solutione 
census abbatis Nancen. subtracto domino G. de Pergamo ad. vi. 
(In marg-ine:) XXIII cardinales. 

Oblig. II. fol. XV. 

284. 

Vertheilung eines Legates, das dem heiligen Collegium vemuuht wurde, 

1821 Hart. 12. 

Solutio facta de legato domini Bertrandi quondam Agennen. episcopi. 
Distributum in distributione xxvm. [In margine.) 

Item anno quo supra, die XIII mensis Martii, . . dominus Petrus, abbas 

monasterii sancti Satumini Tholosan. et Sancte Romane Ecciesie vicecan- 

cellarius, et dominus Raimundus Guillermi de Goto, miles, executores testamenti 

bone memorie domini Bertrandi, quondam Agennen., episcopi, solverunt pro 

parte contingente collegium xxm dominorum cardinalium M üorenos, per 

ipsum dominum Bertrandum legatos in suo testamento domino pape et 

dominis cardinalibus supradictis, V florenos per manus lohannis Achardi 

presbiteri et Guillermi de Pocella, domicelli eiusdem domini P. vicecancellarii. 

Quam pecunie summam ego Vincentius supradictus die XII mensis Martii 

distribui inter XXIII dominos cardinales, qui suprascripti sunt in solutione 

census abbatis Nancen., subtracto domino G. de Pergamo . . domino G. de 

(sie) quondam cardinali. 

Oblig. II. fol. XI r. 

Die Urkunde ist ausserordentlich nachlässig geschrieben. 

285. 

Geschenk der Markgrafen von Este an das heilige Collegium im Betrage von 
2000 Goldgulden, 1829 Februar. 18. 

Donum factum collegio per nobiles viros dominos marchiones Asten, 
pro facto Ferrarien. \ 

In XXV distributione. /' ^ ^^^S^^) 

Item anno quo supra (1329), die ultima mensis lanuarii, reverendus 

pater dominus Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, domini pape camerarius, 

II 

solvit et assignavit II flor. auri, quos nobiles viri domini marchiones Asten. 
pro facto Ferrarien. collegio XXIIII dominorum cardinalium donaverunt. Que 

ü or 

peccunie summa distributa fuit die XIII mensis Februarii inter XXIIII dominos 
cardinales supra proxime nominatos. 

Oblig. II. fol. 36 V. 



— i89 — 

286. 
IndirecU Besteuerung der Beneficien gewisser Cardinäle, ß« a. 1418« 

De quingentis üor. quos reverendissimi patres domini cardinales in 
regno Francie et Dalphinatu Viennen. beneficiati per modum subventionis 
seu gratiosi doni, dum alle ecclesiastice persone eiusdem regni et Dalphinatus 
decimam solverent etc. regi Francie datis et solutis, fuit facta per ^) dominos 
infrascriptos in eodem regno et Dalphinatu beneficiatos, divisio que sequitur: 

Et primo dominus Ostien Centum 

Salutiarum C 

Sancti Marci L 

De Challant L 

De Flisco L 

Cameracen XL 

De Ursinis XX 

Pisan XX 

De Fuxo XX 

Sancti Angeli xx 

De Columpna xx 

De Ispania X 

Venecianmi x 

De Branchaciis x 

De Comite X 

Oblig. 53. drittletztes Blatt v. 

Die Summt der Amveisungen beträgt SJO Golägtüden , während mur soo Goldguldin auf- 
gebracht werden sollten. Diese Urkunde ist durch Versehen an die falsche Stelle gekommen, Sie 
sollte Seite ig6 als No, agö» eingereiht sein, 

*) Uebergeschrieben, 



Xin. OemeinsehaftUehe Ausgraben des heiligen CoUegiums, 
Anleihen, Vorsehflsse und Aehnliehes. 

287. 

Gefneinsckaftliche Ausgaben för die cüationes praelatorum, 1295 in flne annL 

Archiepiscopus Ebredunen. [In margine,) 

Item quia iuxta ordinationem felicis recordationis domini Nicholai pape 
IUI debent in dictis serviciis computari X solid. Turon. pro üoreno et non 



ultra, solvit dictus archiepiscopus Ebredunen. per manus dictorum merca- 
torum Clarentinorum pro supplemento dictorum Turon. LX flor. auri cum 
XIX Turon. parvis; qui non sunt distributi, set sunt apud dictos mercatores 
pro faciendis expensis in citationibus prelatorum et aliis agendis coU^ii. 

Oblig. XII i^- fol. I V. 

Kirsch, Seite iio, No,6, 

288. 

Van einem Abte werden ausser dem Betrage für die Servitien noch 10 Gold- 
gülden eingezogen för seine Vorladung an die Curie. 1296 Oetobr. 21. 

Procurator abbatis Sanctorum Quadraginta promisit pro commimi 
servitio pape et coUegii XXI cardinalium ad festum Assumptionis Beate 
Virginis mille flor. auri et X flor. plus pro expensis factis in citatione sua. 

(In margine:) solvit. 

Oblig. I. fol. 4 V. 

288*— 288^- 

Banifaz VIII erlaubt gewissen Kammerkaufleiäen, die den beiden abgesetzten 
Cardinälen Colonna 6860 Goldgulden geliehen hatten y diese Summe von den 
Antheilen der beiden früheren Cardinäle am sicilianischen und englischen 
Census abzuziehen. Gleichzeitig erlässt der Papst ein diesbezügliches Mandat 
an den apostolischen Kämmerer. 1297 Iul.80 apud Urbem Veterem. 

288»- 

Dilectis filiis Lanfranco Anselmi et Raynerio Floravantis, ac aliis de 
Clarentum de Pistorio, ac Symoni Gerardi et Albizo Martini, ac ceteris de 
Spinorum de Florentia societatibus, nostre camere mercatoribus. 

Considerantes attentius ingentis devotionis affectum, quem erga nos et 
apostolicam sedem hactenus gessisse noscimini et continuatis laudabilibus 
studiis gerere non cessatis, pensantes etiam, quod nostra et ipsius sedis 
obsequia propensis^) animis et fidelibus studii[s] exercetis, dignum duximus 
et rationi consonum arbitramur, ut vos oportunis prosequendo favoribus 
precavere, ut expedit, vestris indempnitatibus studeamus. Exposita siquidem 
nobis vestra petitio continebat, quod ab olim lacobo et Petro de Columpna 
de Urbe, clericis, dum ad huc essent Romane Ecclesie cardinales, vos de 
Clarentum tria milia, vos autem de Spinorum societatibus tria milia octin- 
gentos sexaginta florenos auri liberaliter mutuastis, de quibus postmodum 
vobis ab ipsis non extitit in aliquo satisfactum. Quare nobis humiliter 



*) Afs. hat ein unverständliches IVorf, 



— 191 — 

supplicastis, ut, cum prefati lacobus et Petrus de cardinalatu de positi (sie) et 
benefitiis ecclesiasticis finaliter sint privati, vobis censuum Sicilie et Anglie 
regnorum partes, que illos, dum in cardinalatus essent constituti officio, 
contingebant, in satisfactionem debitorum huiusmodi de speciali concedere 
gratia dignaremur. Nos itaque more pii patris, quem non pretereunt in- 
comoda {sie) filiorum, indempnitatibus vestris in hac parte consulere inten- 
dentes, vestris devotis supplicationibus inclinati, partes censuum predictorum, 
que memoratos lacobum et Petrum ante huiusmodi depositionem ipsorum 
contingere noscebantur, vobis et societatibus vestris communiter auctoritate 
apostolica obligamus et exnunc fore decemimus obligatas, ut de Ulis, iuxta 
quantitatem mutui supradicti, debita vobis satisfactio impendatur. Nulli 
ergo etc. nostre obligationis et constitutionis etc. 

Dat. apud Urbemveterem m kal. Augusti anno tertio. 

288^- 

1297 lul. 80 apud Urbem Veterem« 

In e. m. dilecto filio . . apostolice sedis camerario. 

Considerantes etc. ut in precedenti verbis competenter mutatis usque 
impendatur. Quocirca discretioni tue per apostolica scripta mandamus, 
quatinus prefatis mercatoribus vel eorum nuntio seu nuntiis ipsorum nomine 
partes censuum eorumdem, que, sicut premictitur, lacobum et Petrum pre- 
dictos ante depositionem contingebant, eorum facias per te vel per alium 
seu alios auctoritate nostra integre assignari, donec Ulis de iamdictis debitis 
plene fuerit satisfactum. Contra etc. Non obstante, si aliquibus a sede 
apostolica sit indultum ete. usque in finem. 

Dat. ut supra. 

Reg. Vat. No. 48 fol. CCLXI v. cap. CCLXXXV. 

Vgl, Registres de Boniface VIII No, 1^40, 
Oblig, jA. fol, ag V. 



289. 

Verwendung van 14. Goldgulden fiir die expensae eollegii, 1800 Septembr* 15. 

Solvit etiam dictus episcopus [Burglaven, in Dada] pro complemento 
servicü coUegU xmi üor. qui restabant; qui depositi fuerunt apud dictos 
mercat. Clarent. pro aliquibus expenssis (sie) coUegü iam factis et faciendis. 

Oblig. i^- fol. 25 r. 



— 192 — 

290. 

Bei einer Vertheilung der Einkünfte an die Cardinäle behält der distributar 

pecuniarum collegii eine Summe zurück, um gemeinschaftliche Ausgaben des 

Collegiums zu bestreiten, 1815 lun. 24p. 

In der scheda distributionis unter obigem Datum findet sich die Bemerkung: 
Detraximus enim de ista divisione l flor. m sol. im den. Tur. par- 
vorum pro parte vos contingente de XX flor. traditis de voluntate XVI 
dominorum cardinalium Avinion. existentium . . capellano domini Michaelis 
cardinalis pro expensis suis, quia portavit illustri regi Francie litteras domi- 
norum cardinalium predictorum. 

Oblig. 4. fol. 3 r. 

290*- 

Clemens VI macht eine Anleihe von 16000 Goldgulden beim heiligen CoUe- 
gium und verpfändet ihm dafür die Güter der Kirche, 

1850 Deeembr. 14 Avenionis. 

Venerabilibus fratribus cardinalibus Sancte Romane Ecclesie salutem etc. 

Cum pro prosecutione ac promotione guerre, quam pro recuperatione 
civitatis Bononien. et terrarum Romandiole ^) ad Ecclesiam Romanam spectan- 
tium adversus occupatores et detentores civitatis et terrarum assumpsimus, 
nobis sexdecim milia florenorum auri boni ponderis et cunei Florentin. 
duxeritis liberaliter mutuandos, nos volentes vobis de oportuna super hoc 
providere cautela, promictimus vobis dicta sexdecim milia flor. de pecunüs 
Ecclesie memorate ad omnem vestram restituere voluntatem bona vobis ad 
id eiusdem Ecclesie obligantes. 

Dat. Avinion. XVIIII kal. lanuar. anno nono. 

Reg. Vat. No. 144. {Clem. VI Secret. an, IX) fol. CLXXXVII r. 

DU Briefe sitid nicht rtumtnerirt, 
SUhe Ibidem fol. CCXL VII r, 
*) Ms, Romandiolie. 

291 291^- 

Fünf Urkunden über Unterstützung von Cardinälen, die sede 

vacante nicht in curia weilen. 
1878 Sept. 20 — Septembr. 80. 

Darlehen, die der Thesaurarius bei verschiedenen Cardinälen und Prälaten 
aufnimmt, um die inpartibus ultramontanis weilefiden Cardiftäle zu unterstützen. 

291* 1878 Septembr. 20. 

Noverint universi, quod ego Petrus miseratione divina episcopus 

Magalon., Sancte Romane Ecclesie thesaurarius, confiteor et in veritate 



— 193 — 

recognosco habuisse et numerando realiter recepisse ex causa veri et puri 
mutui pro succursu dominis cardinalibus, nunc in partibus ultramontanis 
existentibus, faciendo, a reverendissimo in Christo patre et donüno, domino 
Anglico eadem miseratione episcopo Albanen., Sancte Romane Ecclesie 
cardinali, n franchos auri boni ponderis. Quosquidem n franchos auri de 
pecuniis camere apostolice prefato domino cardinali restituere promitto, bona 
ipsius camere ad hoc efficaciter obligando. In cuius rei testimonium pre- 
sentes litteras feci fieri et sigilli mei appensione muniri. 

Datum Avinion. die XX mensis Septembr., anno a Nativitate Domini 
M • CCC • Lxxviii, indictione prima, apostolica sede vacante. 

291** 1878 Septembp. 20. 

Similem litteram et sub eadem data habuit reverendissimus in Christo 
pater dominus Guillermus tituli Sancti Vitalis presbiter cardinalis de u franchis 
auri boni ponderis, quos camere apostolice mutuavit. 

291^- 1878 Septembp. 20. 

Similem litteram et sub eadem data habuit dominus cardinalis Morinen. 

de II franchis boni ponderis. 

291''' 1878 Septembr. 20. 

Similem et sub eadem data habuit dominus Fayditus episcopus Avinion. 

de n üor. ponderis camere. 

^9^^ 1878 Septembr. 80. 

Die ultima Septembris habuit similem litteram dominus Amaldus 
episcopus Electen. de li franchis boni ponderis. 

Oblig. 42. fol. 123 V. 

291«- 

Darlehen, das der Thesaurarius bei einem Prälaten aufnimmt zur Unter- 
stützung der in partibus ultramontanis weilenden Cardinäle^ unter Versprechen 
die geliehene Summe dem Prälaten auf seine Schulden aus den Servitien 
gutzuschreiben, 1878 Septembr. 22. 

Noverint universi, quöd nos Petrus miseratione divina episcopus 
Magalonen., Sancte Romane Ecclesie thesaurarius, confitemur et in veritate 
recognoscimus habuisse et numerando realiter recepisse ex causa veri et 
puri mutui pro succursu dominis cardinalibus, nunc in partibus ultramontanis 
existentibus, faciendo, a reverendo in Christo patre domino Johanne eadem 
miseratione episcopo Ambianen. lil • xx flor. auri ponderis camere, quos- 
quidem rix • XX flor. eidem domino episcopo de maiori summa, in qua camere 
apostolice tenetur pro suo communi servicio, deduci facere promittimus per 

Baumgaktsm, Finanzvenr. des Card.-CoUeg. im Mittelalter. '3 



— 194 — 

presentes. In cuius rei testimonium presentes litteras fieri fecimus et sigilli 
nostri appensione muniri. 

Datum Avinion. die xxii mensis Septembr., anno a Nativitate Domini 
Hl • ccc • Lxxvui , apostolica sede vacante. 

Oblig. 42. fol. 124 V. 

291^- 
Ausladen sede vacante, 1889 Novembr. 10. 

In der dritten cedula unter Bonifaz IX heisst es: 

Nota quod de pecuniis solutis per episcopum Comaclen. nichil recepit 
coUegium, quia solutio facta fuit sede vacante et pecunie exposite in usum 
camere et de mandato domini nostri pape quitantia a collegio tradita. 

Oblig. 51. fol. I V. 



292. 

Cardinalkämmerer Heinrich bestimmt, dass in Zukunft alle Quittungen von 
Seiten des heiligen Collegiums seine Unterschrift tragen müssen, sonst erkenne 
er sie nicht an, 1892 luL 8. 

Anno Domini M • CCC • LXXXXII die octava mensis lulii, indictione XV, 
reverendissimus dominus H. tituli S. Anastasie presbiter cardinalis incepit 
se subscribere in litteris solutionum factis pro parte sacri collegii, volens et 
mandans expresse, quod illa littera, in qua non apparebit subscriptio sue 
manus solita habuit {sic)^ in antea non valeat, non approbetur per eum. 

Oblig. 59. fol. XXVIII r. 



293- 

Zahlung von 20 Goldgulden aus den Einkünften des Collegiums an die Boten 
des Königs von Frankreich, 1401 April. 2. 

Am Schlüsse einer divisio steht: 

De predictis solucionibus preter porciones predictas dominorum cardi- 
nalium fuerunt soluti numpciis [sie) domini regis pro potagio novi Castri 
Novi flor. XX. Item pro solutione superflua precedentium proxime divi- 
sionis flor. I et sol. X. 

Oblig. 54. fol. XXX r. 



- 195 - 



294. 

Zahlung van 37 Goldgulden an zwei Boten, die dem Collegiunt Neuigkeiten 
meldeten. 1408 Oetobr. 81. 

Am Schlüsse einer dwisio steht: 

De quibus [fecuniis] fuerunt soluti Uli, qui portavit nova de coronatione 
regis. üor. XXV, et pro illo, qui portavit nova de Bononia, üor. xn. Summa 
in totum flor. XXXVll; de quibus quilibet. dominorum cardinalium participat 
in flor. lu sol. xvin et den. 11. 

Oblig. 54. fol. LXIII r. 



295. 

Cardinal Petrus erhält auf Befehl des camerarius collegii durch Vermitte- 
lung des Banquiers des heiligen Collegiums die Summe von 160 Kammer- 
gülden als Vorschuss auf die Einkünfte seines Hutes, 1408 Mall 4. 

Ego Petrus Sancti Angeli Sancte Romane Ecclesie diaconus cardinalis 
confiteor me habuisse et recepisse a provido viro Benvenguto, campsore 
sacri collegii, videlicet ducentos florenos auri curren. de mandato reveren- 
dissimi in Christo patris domini A. cardinalis Salucianmi, camerarii collegii 
reverendissimonun in Christo patrum et dominorum cardinalium, sibi facto; 
quos volo et consencio, ut ipse dominus cardinalis, vel clerici dicti collegii 
nomine ipsius, recipiant et recipere possint de emolumentis capelli mei de- 
bitis, et pro tempore debendis. In cuius rei testimonium presentis apodixe 
cedulam manu mea signavi et sigillum meum rotondum duxi apponendum. 

Datum in Portuveneris, lanuen. diocesis, die lui^ Maii, anno a Nati- 
vitate Domini millesimo cccc * v!n, pontificatus vero sanctissimi in Christo 
patris et domini nostri, domini Benedicti divina providencia pape tercii 
decimi anno quartodecimo. S. A. 

Regestrata per me Terricum de Remervilla publicum apostolica auc- 
toritate notarium. 

(In margine:) Isti n flor. curren. fuerunt soluti in CLX** flor. camere 
pro domino cardinale Saluciarum receptis super emolumentis capelli domini 
cardinalis Sancti Angeli suprascripti. 

lo. Ponceti. 
Oblig. 53. letztes Blatt r. 

13* 



— 196 — 
296. 

Verordnung des Papstes, dass die Einkünfte dreier Cardinäle mit einer Auf- 
lage von zusammen 400 Goldgulden zur Verwendung im Interesse der Rö- 
mischen Kirche belastet werden. 1418 Aufiriuit, 26. 

Franciscus etc., sacri coll^^ camerarii, venerabilibus viris dominis 
lohanni Ponceti et Anthonello de Salemo, dicti coUegii clericis salutem. 

Vobis et vestrum cuilibet notum facimus, quod dominus noster papa 
pro certis necessitatibus Ecclesie Romane ordinavit per bullam suam et nobis 
vive vocis oraculo precepit, quatenus super emolumentis capellorum reveren- 
dissimorum patrum dominorum Anicien., de Saluciis et Baren, cardinalium 
de primis divisionibus per vos faciendis dictam summam quadringentorum 
florenorum camere ad opus dicte Ecclesie Romane, iuxta ipsius domini nostri 
pape dispositionem convertendorum. Idcirco tenore presentium vobis preci- 
pimus et mandamus, quatenus de predictis capellorum emolumentis in primis 
divisionibus per vos faciendis, dictam summam quadringentonmi florenorum 
camere retineatis et per depositarium dicti collegii dari faciatis et assignari 
gentibus camere apostolice ad opus predictum, et recipiendo a dicta camera 
apostolica litteram receptionis et quitancie de predictis de quibus etc. dum sie 
impleveritis eodem tenore V03 quictamus et liberamus. In quorum testi- 
monium etc. presentes litteras scribi et sigillo predicti collegii muniri fecimus 
et roborari. 

Datum Florencie, die XXVI Augusti, pontificatus etc. anno quarto. 

Ego Franciscus cardinalis Florentinus subscripsi. 

(In margine:) Mandatum factum domino cardinali regenti et clericis 
collegii ex parte domini nostri pape etc. 

Oblig. 55^- fol. III r. 



297. 

Das Collegium der Cardinäle verpfändet das Servitium des Erzbischofs von 
Köln gegen ein Darlehen in der gleichen Höhe, dessen Gelder die Cardinäle 
unter sich vertheilten um nach Constanz gehen zu können. 

1414 in flne mensis Septembr. 

In fine mensis Septembr. , suprascripti lohannes de Medicis et socii, 
Romanam curiam sequentes, concesserunt per modum mutui dominis cardi- 

elm 

nalibus xiiil, tunc presentibus in curia, qui disponebant recedere ad concilium 

11 

Constantien., summam v • CCC • LVli flor. auri de camera VII sol., quos tunc 



— »97 — 

solvere debebat pro suis communi et minuto serviciis dominus Theodericus 
archiepiscopus Colonien. Et fuerunt divisi inter dictos dominos xmi cardi- 
nales, videlicet: Lauden., de Ursinis, Veneciarium, Aquilegien., Ulixbonen., 
Placentin., Tricaricen., Sancti Marci, de Chellenco, de Branchaciis, Sancti 
Angeli, de Comitibus, Sancti Eustachi!, Florentin. Quorum quislibet habuit 
pro sua parte flor. auri de curia in • LXXViil solid, xvi den. vi , et clerici 
collegii flor. Llll. Postmodum Constancie, die ultima mensis Decembr., dic- 
tus dominus archiepiscopus per manus Aldigerii Francisci, mercatoris Floren- 
tin. suprascriptis lohanni de Medicis et sociis satisfecit de summa predicta, 
per eos mutuo concessa. 

Oblig. 6i. fol. XXIX r. 

297*- 

Elfte solutio gelangt nicht zur Vertheilung, sondern wird fiir gemeinschaft- 
liche Auslagen des Collegiums verwendet. 1416 mense Maio* 

Ista solutio fuit tradita duobus dominis cardinalibus qui iverunt ad 
papam et non aliter divisa. 

De ducentis florenis camere die XXVI mensis Februarii, domini lohannis 
pape XXIII anno quinto, Constantie solutis per reverendum in Christo patrem 
dominum Petrum episcopum Lexovien. pro parte partis sui communis servicii 
non fuit aliqua divisio facta inter dominos cardinales; sed de mandato coU^^ 
fuerunt traditi realiter dominis cardinalibus S. Marci et Florentin. pro eorum 
expensis faciendis eundo ad dominum nostrum papam, pro tunc existente in 
Friburgo, mandati per concilium die (kleine Lücke) mensis Maii et steterunt 
in via per XII dies. 

Oblig. 6i. fol. XLI r. 



297 



b. 



Cedula divisionis, in der zahlreiche ausserordentliche gemeinschaftliche Aus- 
gaben verzeichnet sind. Der Antheil der clerici collegii an den Einnahmen 
wird hier zum ersten Male mit salarium bezeichnet, 1416 lun. 28. 

Anno a Nativitate Domini millesimo quadringentesimo quintodecimo, 
indictione octava, die XXIII mensis lunii, Constancie, fuit facta generalis 
divisio de pecuniis pro parte communium et minutorum serviciorum sacro 
collegio dominorum cardinalium solutorum per prelatos infrascriptos; videlicet 
per dominos episcopos Lomberien., Cavallicen., Noviomen., Meten., Sancti 



— 198 — 

Flori et Xanctonen., necnon per dominos abbates monasterii Sancti Ludani 
prope Belvacum, de Soricinio, de Castellariis, Sancti lohannis prope Ambian., 
Sancti Gervasii, Sancti Petri de Conchis, Sancti Petri de Cultura. Quorum 
soluciones ascendunt ad sommam (sie) im «Lxxxv flor. xnn sol. ii den. 

De quaquidem somma debent primo detrahi et defTalcari, secundum 
quod ad cuiuslibet porcionem pertinet, ea que secuntur: 

Primo pro restitutione, per dictum coll^um facta, dominis cardinalibus 
Baren, et de Columpna pro porcionibus suis de receptis per alios dominos 
tempore absenciarum suarum vn * LXXI flor. im sol. vi den. Item pro uno 
nuncio, qui fuit missus per Ylarionum de Bardis apud Coloniam, per quem 
pro parte colleg^ii fuit scriptum domino archiepiscopo Colonien., quod faceret 
expediri pecunias pro suis communi et minuto serviciis debitas, xim flor. cam. 

Item pro uno porterio prime porte palacii, qui fuit missus apud Friburgum 
ad habendum salvum conductum ducis Austrie pro dominis cardinalibus 
Sancti Marci et Florentin. pro tunc per concilium destinati fuerunt ad dominum 
Io[hannem], tunc papam XXin, tam pro salario dicti porterii, quam pro dimi- 
nucione precii unius equi, pro eo empti, xvi flor. Renen., et post eins reditum 
venditi XII flor., silibet (sie) ac eciam pro expensis trium dierum dicti equi 
antequam venderetur x flor. camere VI Blap. den. 

Item Guillermo Nobilis, cursori, pro execucione monitorii et quibusdam 
citacionibus in persona domini patriarche Constantinopolitan., racione suorum 
conmiunis et minuti serviciorum ecclesie sue Sancti Papuli non solutorum 
Vlil Blap. den. 

Item pro candelis cereis emptis pro quadam congregacione dominorum 
serotina in palacio apostolico ll Blap. den. 

Item pro domino Ludovico de Orto, medico, ex ordinacione dominorum 
cardinalium pro duobus mensibus Aprilis et Maii XX flor. camere. 

Item pro quinque servientibus armorum, custodibus secundarum por- 
tarum palacii pro dictis duobus mensibus Aprilis et Maii XXX flor. camere. 

Item pro ianitoribus prime porte eciam pro dictis n*"*' mensibus 
XXII flor. cam. 

Item pro elemosina facta per dominos cardinales domino episcopo 
Assisinatis XX flor. cam. 

Item pro salario clericorum coUegii de omnibus predictis solucionibus 
XL flor. XLII sol. VI den. 

Somma dictarum pecuniarum, ut premictitur, deflalcatarum IX • XXVIII flor. 
VI sol. X den. 

Restant de tota somma recepta lii • c • LVII flor. vii sol. mi den. 

De quibus capiunt domini cardinales ut infra sequitur, videlicet 



199 - 



Lauden. 
De Ursinis 
Veneciarum 
Aquilegien. 
Tricaricen. 
De Challanco 
Sancti Marci 
De Brancaciis 
Sancti Angeli 
De Comitibus 
Florentin. 

Ostien. 

Pisanus 

Cameracen. 

Placentin. 

De Saluciis 

De Flisco 

Baren. 

De Columpna 

Ulixbonen. 

De Yspania 1 quilibet 1 

Anicien. j istorum j 

Sancti Eustachii 

Remen. 



Quilibet istorum C • LH flor. xm sol. ini den. 
Somma pro istis XI, M • vi • Lxxiiil flor. cam. XLVi 

sol. vin den. 



CL flor. 
cxv 



CL 

cxxxix 

CLxnii 

CLXXXI 
CLXVI 

CLxxxxin 

XVII 

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CXLVIII 

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II 



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XLiui sol. DC den. 



XLvn 

XXXI 
XXXI 

XXXII 

XLVI 

IUI 

XLV 

XII 

I 
XX 



XI 
IX 
IX 

X 
IX 

X 
XI 



vni 
m 



Penestrinus 

Neapolitanus 

Albanen. 

Aquilegien. 

De Tureyo 

Mileten. 

Burdegalen. 

Ravennaten. 

Tudertin. 

Sancti Angeli senior 



Quilibet istorum i flor. VI sol. ni den. 
Somma istorum XI flor. xn sol. VI den. 



Oblig. 6i. fol. XLIIII V. 



— 142 — 
2l6. 

Cedula divisionis, betreffend den englischen Census. 1817 HaL 16. 

. . . Item mittimus vobis XLV flor. VI sol. nn den. Turon. parvorum 
vos contingentes de annuo censu n * L marcharum argenti, solutamm per 
procuratorem regis Anglie pro ipsius Anglie et Ybemie r^[nis pro termino 
Sancti Michaelis transacto in anno Domini M • CCC • XVI in mille üoren. auri, 
computata marca argenti pro nn flor.; facta divisione inter xxil dominos 
cardinales. Et restant Vlll den. Turon. ad dividendum. 

Eine Zahlung der gleichen Summe fiir IJ17 folgt unmittelbar, 

Oblig. 4. fol. 9 V. 



217. 

Johann XXII quittirt dem Könige von England den Empfang von 1000 Mark 
Sterling, gleich 4.000 Goldgulden, für den Census des Jahres ijiplij20 (von 
Ostern bis Ostern). 1820 MaU 27 Ayenionls. 

lohannes episcopus servus aervorum Dei carissimo in Christo filio 
Eduardo, regi Anglie illustri, salutem et apostolicam benedictionem. 

Cum pro censu annuo mille marcharum Sterlingorum, quem pro regno 
Anglie ac Ibemie terra solvere annis singulis, pro medietate videlicet in 
Apparitionis beati Michaelis et pro medietate alia in Resurrexionis Domini 
festivitatibus , Ecclesie Romane teneris, mille marchis eiusdem monete 
Sterlingorum per manus venerabilis fratris nostri Ade episcopi Erforden., 
nuncii tui, pro anno in festo Resurrexionis Domini proxime preterito ter- 
minato, sedis apostolice camere fecerit [sie) cum integritate persolvi, nos, 
solutionem approbantes eandem, te ac heredes et successores tuos ac regnum 
et terram predictam de dictis mille marchis sie solutis auctoritate apostolica 
perpetuo absolvimus et quitamus. NuUi ergo omnino hominum liceat hanc 
paginam nostrarum approbationis, quittationis et absolutionis infringere vel 
ei ausu temerario contraire. Siquis autem hoc atemptare (sie) presumpserit, 
indignationem Omnipotentis Dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum Eius 
se noverit incursurum. 

Dat. Avinion. vi kal. lunii, pontificatus nostri anno quarto. 

Collect. Cam. No. 373. [Bullae et Quietantiae camerales 1316 IJJ2) fol. 97 r. 



— 143 — 



2l8. 



Der Cardinalkämmerer Berengarius quitürt dem camerarius und thesaurarius 
papae über Entrichtung von ßoo Mark Sterlings als Antheil des heiligen 
Collegiums am census Angliae, 1820 Ion. 20. 

Nos Berengarius miseratione divina Portuen. et Sancte Rufine episcopus, 
sacri collegii reverendorum patrum dominorum Sancte Romane Ecclesie 
cardinalium camerarius, tenore presentium recognoscimus et fatemur, nos 
habuisse et recepisse a venerabili patre domino Gasberto Del gratia episcopo 
Massilien., camerario, et magistro Ademario Amelii, domini pape thesaurario, 
duo milia üor. auri pro parte dictum coUegium contingente de annuo censu 
mille marcharum Sterlingorum, quem dominus Eduardus, rex Anglie illustris, 
singulis annis Ecclesie Romane solvere tenetur, soluto et supra dictis dominis 
camerario et thesaurario per procuratores ipsius Eduardi regis Anglie 
assignato in quatuor milibus flor. auri, conputata marcha pro quatuor üor. 
auri, pro uno anno preterito et completo in festo Resurrectionis Domini 
proxime iam elapso. De quibus duobus milibus flor., sie per nos receptis, 
ipsos dominos camerarium et thesaurarium supradictos prefati collegii nomine 
absolvimus et quittamus. In cuius rei testimonium presentes litteras fieri 
fecimus et sigilli nostri appensione muniri. 

Datum Avinion. die XX mensis lunii, anno Domini ä * CCC " XX, indictione 
terda, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, domini lohannis divina 
Providentia pape xxil anno quarto. 

Instrumenta Miscellanea. ad an. 1320 (ohne Nummer). 

Ordinal, PergamentptUtung, An einem durch die Plica gehenden Pergamentstreifen hing 
das abgerissene Siegel, 



VUIL Der Census Sardiniae et Corsleae Insularum zahlbar durch 
den Lehensinhaber, den König von Aragonien. 

219. 

1297 April. 4 Romae apud S. Petrum. 

Bonifacius VIII lacobo Sardiniae et Corsicae regi dusque heredibus 
regnum Sardiniae et Corsicae, quod Ecclesiae Romanae iuris et proprietatis 
existit, cum iuribus omnibus et pertinentiis suis sub censu 2000 marcharum 
argenti bonorum et legalium Sterlingorum in festo Beatorum Apostolorum 



— 200 — 
298. 

Zahlung der Schulden eines Cardinais de emolununtis capelli sui. 

1415 lul. 20. 

Constantie anno, die et indictione predictis, fuerunt recepti et soluti 
de emolumento capelli reverendissimi in Christo patris domini Petri cardi- 
nalis Sancti Angeli centum trigintatres floren. camere XLVI sol. monete 
Romane, quos idem dominus cardinalis assignaverat super capellum suum 
pro totalibus communi et minuto serviciis reverendi patris domini Nannonis 
episcopi Arosien., et pro quo ipse dominus cardinalis recepit et habuit 
plenam quitanciam de collegio sub data Bononie, anno Domini M • CCX:c 
quartodecimo, die XIX mensis Septembr., pontificatus domini lohannis anno 
quinto. Fuerat promotus dictus episcopus Bononie, die XII dicti mensis 
Septembr., anno et pontificatus predictis. Fuerunt de eius promocione 
participantes cardinales xvn {folgen die Namen der Cardinäle), 

Capiunt clerici collegii l flor. xvi sol. XI den. 

Restant xxxu flor. xxix sol. I den. 

Capit quilibet dominonun vn flor. XL sol. 

Dantur indivisi Xil den. 

Oblig. 61. fol. XLV V. 

299. 

Durch gemeinschaftlichen Beschluss des in Constanz versammelten Cardinals- 
collegiums werden die clerici collegii beauftragt im Namen des Collegiums 
ein Darlehen von 200 Goldgulden aufzunehmen, die, zusammen mit 200 Gold- 
gülden, die der Kasse des Collegiums entnommen wurden, vier Cardinälen 
geliehen wurden, einem Jeden derselben 100 Goldgulden, 

1416 mense lanuario. 
Mutuum contractum cum Bartholomeo de Bardis. {In margine) 
Die {kleine Lücke) lanuarii, reverendissimi in Christo patres et domini, 
domini episcopi, presbiteri et diaconi Sancte Romane Ecclesie cardinales, 
Constantie in aula magna episcopali collegialiter congregati, nobis lohanni 
Ponceti et lohanni de Reate, ipsorum dominorum collegii clericis, viva voce 
iniuncxerunt {sic\ ut ipsorum nomine ducentorum florenorum mutuum contra- 
heremus ; sicque cum Bartholomeo de Bardis, existenti Constantie pro societate 
de Medicis, mutuum prefate summe contraximus prefatosque ducentos flor. 
ac ducentos, quos communes pro eisdem dominis habebamus, eorumdem 
dominorum nomine et precepto quatuor ex eisdem dominis mutuavimus, 
videHcet: domino cardinali Aquilegen. centum, domino cardinali Placentino 



— 20I — 

centum, domino cardinali Tricaricen. centum et domino cardinali de Comi- 
tibus centum. 

Datum Constantie anno, mense et die quibus supra. 

{In margine:) Vide rationem factam computatis istis in libro scripto 

manu Bartholomei et sie sibi ulterius non debentur. 

lo. de Reate. 
Oblig. 55\ fol. LVi r. 



300. 

Die in Canstanz versammelten Cardinäle suchen, unter Zustimmung des 
Cardinalkämmerers, ihrer Geldnoth dadurch zu begegnen, dass einem Jeden 
gestattet wp^de, sich aus den Guthaben fiir die versprochenen und noch nicht 
bezahlten iervitien einen oder mehrere Posten auszuwählen, bei cUren Be- 
zahlung d,m> betreffenden Cardinal vorab ßoo Goldgulden zugewiesen wurden, 

1416. 

Anno Domini millesimo quadringentesimo sexto decimo domini car- 
dinales Constancie pro celebratione concilii generalis existentes inter quos 
erant cardinales infrascripti de voluntate et consensu domini Amedei car- 
dinalis Saluciarium, coUegii ipsorum dominorum cardinalium camerarii, ordi- 
narunt, quod pro necessitatibus eisdem iminentibus [sid) et eorum supportandis 
oneribus quilibet eorum reciperet sunmiam V florenorum de camera vel 
circa de summis debitis eidem sacro collegio super communibus servitiis etc. 

(i) Ego Thomas Cardinalis Tricaricen. recipio in meum debitorem 
dominum episcopum Augusten, et episcopum Morianen. pro summa flore- 
norum V 

(2) Ego Antonius Cardinalis Aquilegen. recipio in meum debitorem 
dominimi episcopimi Ambianen. pro summa florenorum v 

(3) Pro domino cardinali de Comite assignationem super dominis abba- 
^bus Sancti Petri de Hanonia centum floren. et de Sublacu flor. . im 

(4, 5) Pro dominis Placentin. et Florentin. cardinalibus assignationem 
de flor. quingentis pro singulo super debitis dominorum archiepiscopi Bürde- 
galen. et episcopi Cracovien. ac episcopum (jir) Bononien. 

(6, 7) Pro dominis de Ursinis et de Columpna cardinalibus assignationem 
ut supra de quingentis florenis pro quolibet super debitis abbatum Sancti 
Vedasti Attrebaten., tamen dominus de Columpna vult abbatem Sancti Petri 
Affligmen. pro florenis centum. 

(8) Pro domino cardinali Pisano assignationem de quingentis florenis 
super debitis archiepiscopi Creten. et episcopi Vulteran. 



— 202 — 

(9) Ego A. cardinalis Lauden. peto michi assignari dominum Albertum 
episcopum Cracovien. in debitorem pro tota summa assignanda, aliter nulla- 
tenus consentio huic ordinationi. 

(10) Pro G. cardinali Sancti Marci assignentur episcopus Matisconen. 
et abbates (sü) de Cultura Cenomanen. ac abbas Sancti lacuti pro sununa 
florenorum - v 

(ii) Pro P. Cameracen. cardinale assignentur episcopi Cistaricen. et 
Lodoven. pro summa florenorum v 

(12) Ego cardinalis de Branchatiis recipio dominum episcopum Can- 
tuarien. pro floren lil 

(13) Ego L. cardinalis de Flisco peto michi assignari summam v floren. 
videlicet II super Leonen, et iii super Lucano episcopis. 



(14) Ego cardinalis Vivarien. eligo V floren. de primis pecunüs quas 
solvent episcopi Belvacen., Carcassonen., Claromonten., Lumberien., Lexovien. 
Lingonen., Silvaneten. {sie) et Vauren. ac abbates Trenorchien. et Fontisfrigidi. 

(15) Eligo etiam ego cardinalis Veneciarum omnes predictos prelatos 
et abbates, ut habeam de primis pecunüs quas solvent flor v 

(16) Ego A. cardinalis Saluciarum recipio quingentos flor. de camera 
super debito^) abbatis Beate Marie de Ursicampo. 

Auf dem Rande finden sich folgende Bemerkungen : 

Ad I. Habuit idem dominus Tricaricen. ultra presentem assigna- 
tionem a domino abbate. 

Ad 2. Habuit dictus dominus Aquilegen. de debito episcopi Lum- 
barien. C flor. 

Ad 9. Habuit a Bononien., Cracovien. et Burdigalen. flor. V. 

Ad II. Habuit lll- XII flor. cum dimidio; CLXXXVI flor. cum dimidio. 

Ad 12. Adhuc restat habere II (ZaAl ist ausgestrichen). XII cum 
dimidio. 

Ad 13. Habuit centum de Leonen, et de Lucan. nichil. 

Ad 15 und 16. Habuerunt. 

Oblig. 53. vorletztes Blatt v. 

Die Urkwide ist einem nie fit foliirten, hinten angehefteten Fascikel entnommen, der den 
Titel trägt: Extr actum de libro taxationum in regno Apulie et Neapolitan. per dioceses. 

Die auf dem Rande befindlicJun Bemerkungen sind in den Jahren 1416, 1411 und 1418 
nachgetragen worden, wie sich aus Oblig. jjA ergiebt. Bei den Zahlungen der von den Cardinälen 
bestimmten Prälaten finden sich in jenem Register Randbemerkungen, die sich mit den obigen 
inhaltlich decken. So z. B. steht bei der solutio episcopi Cracovien. {200 flor.): „Habuerunt Lauden., 
Placentin. et Flor entin. quilibet terciam partem." Bei der solutio archiepiscopi Bononien. (yg flor.) : 
,yDominus Florentin. habuif* , u. s. w. 

^) auf Rasur. 



— 203 — 

301—304. 

Der Banquier Aldigerius Francisci de Biliottis klagt bei dem Kamtnerauditeur 

eine bestimmte Geldsumme ein, die das heilige Collegium zu Unrecht bekommen 

habe. Daraufhin werden die clerici collegii vorgeladen, um etwaige Gründe 

für die Nichtherausgabe geltend zu machen. Die Einreden derselben werden 

von dem Richter verworfen und die camera collegii verurtheilt, dem Banquier 

einen Schuldschein in der Höhe der eingeklagten Summe auszustellen, was 

auch geschieht, 

1418 Februar. 10.— 1418 Februar* 17. 

301. 1418 Februar. 10. 

Die lovis [decima]^) mensis Februarii, fuit nobis lo. Ponceti et lo. de Reate, 
sacri collegii dominorum cardinalium clericis, per Colam Fece, cursorem, 
publicum presentatum mandatum, quod infra immediate scribitur, sigillo parvo 
domini regentis audientiam camere munitum: 

^) JCUine Lücke im Ms, 

3^2- 1418 Februar. 6. 

De mandato domini regentis officium auditoriatus curie camere apostolice, 
ad instantiam Aldigerii Francisci de Biliottis de Florentia, campsoris in 
Romana curia, moneantur domini lo. de Reate, decretorum doctor, et lo. 
Ponceti, licentiatus in decretis, sacri collegii dominorum cardinalium clerici, 
quatenus sub excommunicationis pena quam primum modernus episcopus 
Portugfalen. aut sibi successores commune et minutum servitia ratione promo- 
tionis reverendi patris domini Fernandi, nunc archiepiscopi Bracharen., ad 
eandem Portugalen. ecclesiam tunc promoti, integre persolverit vel persol- 
verint, ad manus dictorum clericorum quomodolibet proventura, dent et solvant 
eidem Aldigerio florenos ducentos quinquaginta auri de camera, quos idem 
sacrum collegium restituere tenetur reverendo patri domino Alvaro Alfonsi 
electo Elboren. occasione solutionis per reverendissimum patrem dominum 
lohannem tituli Sancti Petri ad Vincula presb. cardinalem, Ulixbonen. vulgfa- 
riter nuncupatum, nomine dicti domini Alvari indebite facte dicto coU^o pro 
episcopatu Portugjalen. , cuius ipse non habuit possessionem, et in quibus 
florenis ducentis quinquaginta auri de camera cum maiori summa idem dominus 
Alvarus eidem Aldigerio teneatur ex causa amicabilis mutui, per publicum 
instrumentum coram prefato domino regente exhibitum et productum, vel 
causam aliquam allegare procurent cur ad premissa minime teneantur. Alio- 
quin etc. 

Dat. Constantie die Sabbati, v mensis Februarii, Xl indictionis. 

Cynus de Lombardis. Per quemcumque cursorem. 



— 204 — 

3^3 • 1418 Februar. 17. 

Quo mandato recepto die [dectma septimaY) predicti mensis Februarii, 
comparuimus nos clerici predicti coram prefato domino regente, allegavimus- 
que ad predicta ex infrascriptis causis minime oblig^ri: Primo, quia summa 
soluta per dominum cardinalem Ulixbonen. fuit soluta de suis propriis pecuniis, 
videlicet de introitibus capelli sui; secundo, quia sine mandato ipsius domini 
Alvari, cuius nomine soluti fuerunt ducenti et quinquaginta fioreni predicti, 
non deberemus solvere creditoribus suis, si creditores essent, prout de se 
ipse Aldigerius asserit, quod tarnen, veritate salva, ignorabamus. 

Quibus exceptionibus reiectis, prefatus dominus regens nobis denuo 
mandavit, ut iuxta mandatum, per eum prius factum et supra descriptum, 
dictos ducentos et quinquaginta florenos int^je solveremus. De quibus 
Omnibus magister Cynus de Lambardis, eiusdem r^entis et in bac causa 
notarius rogatus extitit, prout in eius manuali debet plenius apparere. Post 
que omnia, volentes prefati regentis obedire mandatis, eidem Aldigerio 
promisimus, prout sequitur: 

*) KUme Lücke im Ms. 

3^4- 1418 Februar. 17. 

Obligfatio facta Aldigerio. (In margine.) 

Nos lohannes de Reate, doctor, et lohannes Ponceti, licentiatus in 
decretis, sacri collegii dominorum cardinalium clerici, vigore mandatorum 
nobis per regentem auditoriatus officium curie camere apostolice factorum, 
que in libris et regestris prefati colleg^ descripta sunt, et de quibus apud 
magistrum Cynum de Lambardis, eiusdem regentis notarium, debet plenius 
apparere, de voluntate reverendissimi in Christo patris domini Francisci tituli 
Sancte Crucis in Jerusalem presbiteri cardinalis^), in absentia reverendissimi 
patris domini Amedei Sancte Marienove diaconi cardinalis, de Salutiis vul- 
gariter nuncupati, camerariatus officium prefati collegii regentis, promittimus, 
quod quamprimum modernus Portugalen. episcopus seu sibi successores 
commune et minutum servitia ratione promotionis domini Fernandi, nunc 
archiepiscopi Bracharen., ad eandem ecclesiam Portugalen, facte, prefato 
collegio debita, integre solverit seu solverint, que ad manus nostras quomodo- 
libet pervenerint, ducentos et quinquaginta florenos auri de camera alias 
nomine domini Alvari Alfonsi electi Portugalen. ratione non adepte possessionis 
eiusdem ecclesie, ut asseritur, indebite solutos, Aldigerio Francisci de Bilioctis, 
mercatori Florentin. Romanam curiam sequenti, et ipsius domini Alvari creditori 
restituere et cum integritate persolvere. Et ad ipsius Aldigherii maiorem 



*) Presbiteri cardinalis ist übergeschrieben. 



— 205 — 

cautelam hanc cedulam sibi nostris manibus subscriptam fecimus et tradi- 

dimus in prefati collegii libris primitus r^stratam. 

Dat. Constantie die XVil mensis Februarii, pontificatus sanctissimi in 

Christo patris domini Martini pape V^ anno primo. 

. . lo. de Reate . . 
Oblig. 55^- fol. Lxvm r. 

In vorstehenden vier Urkunden sind die Eigennamen häufig verschieden geschrieben, 

305- 

Für den Fall die Gesandten der Königin yohanna von Neapel bis zu einem 

bestimmten Termine nicht die Summe von ^75 Ducaten bei einem Bankhause 

bezahlten f verpfändet ein Cardinal seine Einkünfte för die Sicherheit der Summe, 

1418 Novembr. 80. 
Obligatio capelli cardinalis Tricaricen. (In margine.) 

M- CCCC« XVIII, indictione xi, die ultima mensis Novembris, nos Thomas, 

miseratione divina Sacrosancte Romane Ecclesie cardinalis, Tricaricen., notum 

facimus et testamur presentium serie, quod in casu, quod egreg^ viri domini 

Franciscus de Ortona et Hugo de Molitemo, ambaxiatores serenissime domine 

lohanne secunde, regine Neapol., non satisfecerint bancho Andree de Bardis 

et Francisci de Bostolis ac sociorum Romanam curiam sequentium, de ducatis 

quingentis septuagintaquinque, sibi per dictum banchum mutuatis usque per 

totum mensem lanuarii proxime futurum, per se vel alios nomine suprascripte 

domine regine, obligamus elapso dicto mense lanuario omnia emolumenta 

nostri capelli usque ad satisfactionem quantitatis predicte mercatoribus 

suprascriptis, precipientes nichilominus clericis sacri collegii cardinalium, ut 

satisfaciant de predicta summa ad terminum suprascriptum mercatoribus 

prefatis, proviso quod propter hanc novam oblig^tionem aliis creditoribus 

nostris, quibus huiusmodi emolumenta capelli oblig^ta sunt, nullatenus derogetur. 

Suprascriptam cedulam proprie manus domini cardinalis predicti sub- 
scriptione proprioque sigillo munitam, ego lohannes de Reate, decretorum 
doctor ac sacri collegii dominorum cardinalium clericus, de mandato reveren- 
dissimi domini Francisci cardinalis, Venetiarum, camerariatus officium ipsius 
sacri coU^^ regentis, de verbo ad verbum fideliter regestravi. 

Mantue anno, indictione et die quibus supra. 

Oblig. 55^- fol. Lxxxin r. 

306. 
Die sämmtlichen Welt- und Ordensgeistlichen von Rom werden aufgefordert, 
nach dem Verbleib der alten Geschäftsbücher der camera collegii zu forschen, 
die bei Gelegenheit des Einfalls des Königs Ladislaus versteckt worden waren, 

1419 August. 24. 



— 206 — 

Commissio inquisitionis librorum coU^i. {/n margine,) 
Franciscus etc. venerabilibus viris Sanctorum Celsi et luliani ac Sancte 
Urse et Sancti Blasii, necnon Sancti Laurentii in Damaso et Sancti Marchi 
aliarumque parrochialium ecclesiarum rectoribus de Urbe salutem in Domino. 
Conquestione gravi venerabilium virorum magistrorum lohannis de 
Reate, doctoris, et lohannis Ponceti, licentiati in decretis, sacri coU^ii 
reverendissimorum in Christo patrum dominorum Sancte Romane Ecdesie 
cardinalium clericorum, non sine mentis turbatione percepimus, quod dudum 
in invasione Urbis per quondam Ladiziaum de Dirachio, lerusalem et Sicilie 
regem, factam, reverendus in Christo pater dominus Antonellus episcopus 
Acemen., tunc in minoribus constitutus et eiusdem collegii clericus, et 
magister lohannes Ponceti prefatus^), formidantes, uti debebant, quod libri et 
regestra dicti collegii depredarentur, furarentur seu alias perderentur, vel ab 
ipsis ammoverentur et ob id remedia eis possibilia, ne sie contingeret, 
querentes ad obviandum danmis et incommodis, que ex ipsorum perditione 
sequi possent, provisionum, obligationum, taxarum, solucionum et divisionum 
libros providis viris Petro Bardelle, pecuniarum dicti collegii tunc depositario 
sive receptori, ac Antonio Bonifacii et aliis eorum sociis de Spinis, merca- 
toribus Florentin. Romanam curiam sequentibus, tradiderunt et realiter 
assignarunt, arbitrantes verisimiliter ipsos Petrum et Antonium ac socios 
libros et regestra huiusmodi fideliter debere custodire, prout dictis clericis 
promiserunt; quamquam idem Petrus et Antonius ac socii predicti pluries 
requisiti extiterunt communiter et divisim, ut libros et regestra huiusmodi 
restituerent, ut debebant, et quia Petrus, Antonius et socii supradicti apud 
se asserunt non esse, set firmiter credere, tempore invasionis predicte ad 
parrochianorum virorum manus realiter pervenisse, volentes circa hoc quantum 
ex officio nostro possumus, providere, circumspectione vestre committimus 
harumque serie precipimus et mandamus, quatenus vos et vestrum singuli, 
prout supra^) hoc fueritis requisiti, parrochianos viros prefatos libros habentes 
vel de Ulis quomodolibet sencientes sub excommunicationis pena secreto et 
publice, prout expediens visum fuerit, moneatis et quilibet vestrum moneat, 
ut huiusmodi libros, aut illos habentes pandant infra certum terminum 
competentem, quem ad hoc eis duxeritis aut alter vestrum duxerit assignan- 
dum, vobis aut alteri vestrum restituant, pandant, detegant et revelent. 
Quod si infra dictum terminum peremptorium competentem per vos aut alterum 
vestrum assignandum, non restituerint, panderint vel detexerint, ut prefertur, 
nos ex nunc prout extunc, et extunc prout exnunc, in sie occultantem vel 

*) Uebergeschrieben. 
*) Statt super. 



— 207 — 

occultantes excommunicationis sententiam canonica monitione premissa feri- 
mus in hiis scriptis, mandantes nichilominus vobis ac universis et singulis 
capellanis, curatis et non curatis, necnon Predicatorum, Minorum, Here- 
mitarum, Sancti Augustini et Carmelitarum ac aliorum quorumcumque 
ordinum fratribus, prioribus, custodibus, lectoribus et guardianis ceterisque 
personis ecclesiasticis, exemptis et non exemptis, ac tabellionibus publicis 
per urbem Romanam et alibi ubilibet constitutis ac cuicumque domini nostri 
pape cursori, eciam sub excommunicationis pena, quam etiam canonica 
monitione premissa in recusantem seu recusantes nostris huiusmodi, ymmo 
verius apostolicis, obedire mandatis ürmius in his scriptis ac etiam promul- 
gamus, quatinus presentes litteras in vestris et eorum ecclesiis et sermonibus 
aut aliis locis, de quibus fueritis requisiti, publicetis, exequamini ac exequantur 
et publicent publicarique et exequi permittatis et permittant atque procurent 
sine impedimento et contradiccione quibuslibet et absque alterius expectatione 
mandati. Nos enim vobis et vestrum cuilibet etc. usque in finem. 

Dat. Florencii die vicesima quarta mensis Augusti, pontiücatus sanctissimi 
in Christo patris domini Martini divina Providentia pape quinti anno secundo. 

Oblig. 55^ fol. cvni v. 

307. 

Martin V bestimmt y dass die Gelder verstorbener Cardinäle von der camera 
collegii dem Baufonds fiir die zerstörten römischen Kirchen zugefiihrt werden 
sollen, 1419 Oetobr.8. 

Unter einer obligatio capelli steht: 

Item dominus noster papa precepit michi oraculo vive vocis, quod etiam 
casu, quo dictus cardinalis Sancti Eustachii moreretur, nichilominus prefato 
Carolo de summa huiusmodi satisfacerem, non obstante, quod pecunie de- 
functorum cardinalium ad reparationem ecclesiarum Urbis fuerint deputate. 

lo. de Reate . . 
Oblig. 55^- fol. cxxnn v. 

308. 

Die Zahlung aus einem Servitium, dessen Obligation nicht gefunden wurde , 
wird zu gemeinschaftlichen Ausgaben des Collegiums verwendet. 

1419 Deeembr. 14. 
Am Rande bei einer solutio: Non dividitur, quia non reperitur provisio 
nee obligfatio; ideo servatur pro expensis fiendis. 

Oblig. 61. fol. CXI r. 



— 208 — 

308*- 

Cardinal Ludwig de Flisco verpfändet einem Bankhause, das ihm häufig Geld 

geliehen hat, die Einkünfte seines Hutes fiir ein Darlehen von 800 Goldgulden 

und weist die clerici collegii an, bei den nächsten divisianes das Bankhaus zu 

befriedigen, 1420 August» 6. 

Obligatio capelli cardinalis de Flisco. {In margine,) 

Ludovicus miseratione divina Sancti Adriani Sacrosancte Romane 

Ecclesie diaconus cardinalis, de Flisco vulgariter nuncupatus, universis et 

singulis presentes litteras inspecturis facimus manifestum, quod cum nobiles 

viri lohannes de Medicis et socii, mercatores Florentini curiam Romanam 

sequentes, nobis mutuo serviverint de multis pecuniarum summis et cottidie 

nobis serviant, nosque volentes eorum Indemnität! quantum possumus provi- 

dere, emolumenta, que nobis proveniunt ex capello cardinalatus nostri, eisdem 

lohanni et sociis duximus obliganda ac tenore presencium oblig^mus usque 

ad summam octingentorum florenorum auri de camera. Mandantes nichi- 

lominus venerabilibus et discretis viris . . clericis sacri collegii dominorum cardi- 

nalium, quatenus de dictis emolumentis ad nos racione capelli spectantibus, 

prefatis lohanni et sociis int^jaliter satisfaciant et respondeant pro nobis 

usque ad predictam summam octingentorum florenorum auri de camera. In 

cuius rei testimonium presentem cedulam manu nostra propria subscriptam 

fieri mandavimus et nostri parvi signeti munimine roborari. 

Dat. Florencie MCCCCXX, die quinta mensis Augusti, pontiücatus domini 

nostri domini Martini pape V** anno tercio. 

cardinalis 
L. , pj... manu propria. lo. de Fli[sco.] 

Oblig. 62. fol. XXXVIII r. 

308 b- 

Der Cardinalkämnterer weist, auf Geheiss des Papstes, den Banquier des 
Collegiums an, von den Guthaben des verstorbcTien Cardinais Balthassar Cossa 
joo Goldgulden an verschiedene Personen auszuzahlen und sich Quittung er- 
theilen zu lassen. 1420 Novembr. 30. 

Littera ex parte domini^) depositariis collegii de solvendo certas pec- 
cunias. [In margine) 

Franciscus etc. honorabilibus viris lohanni de Medicis et eius sociis, 
mercatoribus Romanam curiam sequentibus, pecuniarum eiusdem collegii de- 
positariis, salutem in Domino. 

*) camerarii wohi zu ergänzen. 



— 209 — 

Noveritis nostre intentionis existere, quia sie habuimus a domino nostro, 
ut de pecuniis capelli bone memorie domini B. cardinalis Tusculani, quas 
de presenti in banco habetis aut quamprimum babebitis, nobili et egregio 
viro Galaotto de Ricasolis, domicello Florentino, ducentos florenos auri de 
Camera realiter persolvatis. Quibus solutis de emolumentis eiusdem capelli 
reverendo in Christo patri domino Antonio episcopo Senen., domini nostri 
pape diesaurario, centum quinquaginta florenos similes per vos solvi volumus 
et mandamus. De quibus omnibus, cum solveritis, quitanciam seu quitancias 
recipere studeatis. In quorum testimonium etc. 

Datum Rome, die ultima mensis Novembris, pontiücatus etc. anno 
quarto, presentem cedulam fieri fecimus et sigilli nostri etc. 

Oblig. 62. fol. LH r. 



XIY. Die Censuren und Ihre Handhabung. 

309. 

Der clericus collegii bezeichnet einen Bischof för excommunicirt, weil er seine 
Servitien nicht zu rechter Zeit bezahlt habe, 1828 Hart. 28« 

Attende, quod dictus episcopus incurrit sententias, quia tam dicti pre- 

cessoris, quam suum servitia conmiunia non solvit in terminis constitutis, 

prout evidenter apparet in oblig^tione; nee fuit absolutus in presenti quita- 

tione, quia pro suo communi servitio non oblato ^) remansit exeommunicatus. 

[In margine,) 

Oblig. 8. fol. 92 V. 

Vorstehende Bemerkung findet sich auf dem Rande bei der schäio Phiüp^ episcopi Agrien, 
pro recognitis, 

*) Uebergeschrieben. 

310. 

Auf Bitten seines Nachfolgers wird ein unter Censuren verstorbener Bischof 
losgesprochen und die Erlaubniss ert/ieilt, ihn in geweihter Erde begraben zu 
dürfen, potissime quia de prontisso servitio per successorem extitit plenarie 
satisf actum. 1882 Novembr. 12« 

Miseratione divina Petrus tituli Sanete Praxedis presbiter cardinalis, 
saeri collegii reverendorum patrum dominorum Sanete Romane Ecclesie 
cardinalium, et Gasbertus Arelaten. archiepiscopus, domini pape camerarü, 
discreto viro . . decano ecclesie Bilindonien. salutem in Domino. 

BAUMGARTBif, Finaiuverw. des Card.-CoUeg. im Bihtdalter. I4 



— 2IO — 

Pro parte venerabilis in Christo patris domini Alvari eadem gratia 
Mindonien. episcopi fuit nuper nobis expositum , quod quondam venerabilis 
pater dominus lohannes Mindonien. episcopus, predecessor suus, pro eo quod 
maioris excommunicationis ligatus sententia, quia commune servitium per 
eum tempore promotionis sue promissum camere dicti domini pape et col- 
legio dominorum cardinalium predictorum, prout ad ipsum solvendum in 
certis terminis, sibi propterea assignatis, se sub exconmiunicationis maioris 
et suspensionis ab administratione temporalium et spiritualium episcopatus 
eiusdem sponte ac libere obligavit, non solverat in terminis constitutis, nuUa 
obtenta super hoc absolutione, in predicta exconmiunicatione decesserat, in 
loco profano extitit tumulatus. Unde pro parte ipsius domini Alvari Min- 
donien. episcopi nobis extitit hunüliter supplicatum, quod cum in ipsius pre- 
decessoris morte et ante apparuerint in eo, ut asseritur, indicia penitentie 
manifesta, et per eum petentem non steterit quominus reconsiliaretur ecde- 
siastice unitati, ipsum ab huiusmodi exconmiimicationis sententia, potissime 
quia de premisso servicio, per eundem predecessorem promisso, per prefa- 
tum dominum Alvarum nunc Mindonien. episcopimi prefate camere et col- 
legio extitit plenarie satisfactimi, absolvere dignaremur. De circumspectione 
igitur vestra plenam in hiis et aliis fiduciam obtinentes, discretioni vestre 
presentium tenore comittimus {sie), quatenus, si de premissis penitencie in- 
diciis ac voluntate, quam in extremis dicitur habuisse, se reconsiliandi eccle- 
siastice unitati, vobis plene constiterit, et aliud canonicum non obsistat, ab- 
solvendi dictum quondam dominum lohannem a sententiis supradictis, et post 
huiusmodi absolutionem per vos vel alium seu alios corpus ipsum exhumandi 
de loco ipso profano, in quo dicitur fuisse sepultum, et tradendi ecclesiastice 
sepulture, plenam et liberam vobis concedimus et comittimus {sie) tenore 
presentium potestatem. In cuius rei testimonium präsentes litteras fieri feci- 
mus et sigillorum nostrorum appensione muniri. 

Datum Avinion. die XII mensis Novembris, anno Domini millesimo 
• CCC • XXXII, indictione XV, pontificatus sanctissimi patris et domini nostri, 
domini lohannis divina Providentia pape xxn anno xvi. 

Oblig. 13. fol. 148 r. 

311. 

Die beiden Kämmerer beauftragen die genannten Adressaten, dass sie die 
sämmtlichen Güter des Bischofs von Utrecht mit Beschlag belegen und ver- 
kaufen und von dem Erlöse auf Rechnung und Gefahr des Bischofs die 
Summe von y66j Goldgulden an die Curie senden sollen zur Bezahlung seiner 



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Schulden aus den ServiUen. Ausserdem sollen sie den Bischof aller Orten 
in seiner Diöcese fiir excotnmunicirt und interdicirt erklären lassen. Wenn 
die Adressaten den Auftrag nicht ausführen sollten, würden sie selbst den 
schwersten Censuren verfallen. 1S48 Octobr. 10. 

Miseracione divina GuiUermus tituli Sanctorum nn Coronatorum pres- 
biter cardinalis, sacri collegii reverendorum patrum dominonim Sancte Ro- 
mane Ecclesie cardinalium, et Stephanus Arelaten. archiepiscopus , domini 
pape camerarii, venerabilibus in Christo patribus archiepiscopo Colonien. 
et episcopo Leodien, salutem in Filio Virginia benedicte. 

Nostri nos debiti (sie) perurget ofHcii, ut ad commisse nobis administra- 
tionis indempnitatem curamque proficuam sollerti Providentia, studiis atque 
vigiliis intendamus. Sane scrire vos volumus, quod venerabilis in Christo 
pater dominus lohannes episcopus Traiecten. pro suo et domini N. prede- 
cessoris sui conmiunibus serviciis, ad ipsam ecclesiam Traiecten. promotus, 
camere domini nostri pape et prefato collegio novemmüia et ducentos fior. 
auri, necnon et quinque servicia familiarium et officialium domini nostri pape 
et dominonim cardinalium predictorum, que tunc ad summam nogentorum 
(sie) octoginta octo fior. auri decem et octo solid, monete Avinion. nunc 
currentis ascendebant, persolvenda, ne suscepti immemor beneücii notaretur, 
gratis et liberaUter obtulit, recognovit et promisit et se sub suspensionis ab 
exequtione (sie) sui ofHcii et administrationis spiritualium et temporalium ec- 
clesie sue Traiecten., interdicti ab ingressu ecclesie et exconmiunicationis 
maioris penis et sentenciis, prestito iuramento spontanee obligans, suosque 
per huiusmodi eciam successores et bona sua et ecclesie sue predicte, in 
Romana curia ubicimique foret, prefatas peccuniarum quantitates pro dictis 
serviciis in prejfixis