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Full text of "Urkundenbuch der Deutschordens-Commende Langeln und der Klöster ..."

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ASSItfTANT l^ROt KSSOR Or IIISTORV 



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Geschichtsquellen 



der 



PROVINZ 8ACHSEN 

und 

angrenzender Gebiete. 

Horausgegeben 
von der 

Historischen Commission der Provinz Sachsen. 



FUNFZEHNTER BaND. 

URKDNDENBUCH 
DER DEUTSCHORDENS - COMMENDE LANGELN 

UND DEK 

KLOSTER himmelpforten und waterler 

in der Grafschaft Wernigerode. 



halle, 

Dnick und Vorlag von Otto Hondel. 
1882. 



TJrkundenbuch 

der 

Deutschordens - Commende Langeln 

und der 

Kloster Himmelpforten und Wateiier 

in der Grafschaft Wemigerode, 

Herausgegeben 
von der Historischen Commission der Provinz Sachsen. 



Bearbeitet 

und mit geschichtlichen Uebersicht«n und Erlauterungen 

zu den Siegeltafeln versehen 

Ton 

Dr. EDUARD JACOBS. 

Arcliivrath nnd Grftflichem Bibliothekar zu Wornigerode. 



Mit vier Urkundenanlagen in Lichtdruck und fOnfzehn Siegeltafehi. 



HALLE, 

Druck und Verlag von Otto Hendel. 

1882. 



(%< 



^ JJ/O* A /«T 



HARVARD COIIFGE LIBRARy 
DEC 6 - 1905 

M0HEN20LLERN COLLECTION 
QIFT OF A. C. COOLIDGE 



Sr. Erlaucht 

dem regierenden Grafen 
Otto zu Stolberg-Wernigerode 

ehrfurchtsvoll and unterthanigst 

gewidmet 
von dem Bearbeiter. 



Uer Neapolitaner Felix Milensins, ein recht unverstftndiger 
Eiferer mder die Reformation, sagt in soinem Alphabetu^n, da wo 
er nicht ohne Verwundenmg von der grossen thttringisch-silchsischen 
Provinz der Augustiner-Einsiedler redet: Necveteres necneoterid 
huic negotio operam navant. PrcBtermittunt nostri^ aliud prose- 
quentes, negligunt sumino studio adversarii, quod id non tenuem 
afferre splendorem monachatui vident (Alphab. de monaxMs et 
monaster. Germ. et Sarmat. citer. oi*d. erern. s. Aug. p. 263. 
Prag 1614J. 

Die erste Hftlfte dieses Satzes hat eine viel weitere Bedeutimg, 
alsMilensius sie fasste, denn nicht nurseineParteigenossenmussten 
wegen anderer Aufgaben von einem Verfolgen der Ordensgeschichte 
absehen, sondem die neoterici (die Reformationsverwandten) waren 
Doch mehr durch inneren, bald ebenso sehr durch ausseren Kampf 
verhindert, die Zusammenhange der geschichtlichen Entwickelung 
und Bewegung, in der sie selbst noch standen, zu erforschen. 
Denn es hat zwar jede Zeit ein nothwendiges Verhaltniss zur Geschichte, 
aber eine ganz verschiedene Aufgabe, eine ganz verschiedene 
Ffthigkeit, die Dinge richtig zu beurtheilen. Wie wenig Milensius 
selbst die letztere besass, beweist die zweite Hillfte seiner Be- 
hauptung oder Annahme, dass seine Gegner schlechthin voUer 
Leidenschaft die Ordensgeschichte beiseite liessen, weil es ihnen 
zuwider sei, die ftir den Gegner zeugende Wahrheit geschichtlicher 
Thatsachen anzuerkennen. 

Heute wttrde jener wider die Reformation ebenso wie gegen 
die Deutschen eifemde italienische Ordensmann den neoterici die 
Yemachlassigung der mittelalterlichen Ordens- und Elostergeschichte 
nicfat vorwerfen und denen unter ihnen, welche auf den Namen von 
Geschichtsschreibem Anspruch erheben dtlrfen, die Anerkennung 
nicht versagen kOnnen, dass sie sich bestreben, allen geschichtlichen 



vm 



ErscheiDungen mit vieler Selbstverleugnung; gerecht zu werden. 
Und gerade ist es wieder eine freilich unter weltlicher Oberhoheit 
geeinte, scheinbar irrational zusammengesetzte thftringisch-sachsische 
Provinz, welche an dieser geschichtlichen Arbeit den regsten An- 
theil nimmt und ansehnliche Opfer bringt, um das Yerstandniss 
der Yergangenheit mOglichst voll und rein der Gegenwart und 
Zukunft zu ftberliefem, und kein Blatt, kein Steinchen, was diesem 
Zwecke dienen kOnnte, unbeachtet lassen mOchte. 

Ein zwar kleines aber an geschichtlichen Bildungen und Denk- 
malem reiches Glied dieser Provinz ist die Orafschaft Wernigerode, 
deren tausendjfthriges geschichtliches Leben wie in einem rothen 
Faden durch seine weltlichen Grund- und Oberherren seine Einheit 
gefunden und wie an wenigen Stellen deutscher Erde den wolbe- 
grundeten Grafennamen durch alle Stufen rechts- und staatsge- 
schichtlicher Entwickelung von Geschlecht zu Geschlecht treu der 
Gegenwart ftberliefert hat. 

Geh&rt demnach Euer Erlaucht, als Erben dieser Stellung, auch 
jeder Theil der wemigerOdischen Geschichte vor allen andern als 
eins der sch&nsten unentreissbaren Gtiter in besonderer Weise zu 
eigen, so ist es auch stets Hochdero durch Wort und That ausge- 
sprochenes Bestreben gewesen, dieses Vatererbe wirkend zu erwerben. 
So sind in fast vierte\jahrhundertjfthrigem Walten neben hingebender 
Thfttigkeit fur die grossen Pragen der Gegenwart sowol Denkmftler 
der Vorzeit in Stein und Erz mit sorgfilltigster Racksicht auf 
Eunst und Sinnen der Vftter theilweise schOner als je emeuert, 
als auch die geschriebenen Geschichtsquellen mit Fleiss gesammelt 
und ans Licht gezogen. 

Mit dem gegenwftrtigen vierten Bande derselben liegen nun die 
Urkunden und geschichtlichen Uebersichten von ftlnf geisUichen 
Stiftungen der Grafschaft vor, die von den reichen imd nahen Be- 
ziehungen der Grafen als Erb- und Landesherren oder als Vogte 
zu denselben Zeugniss geben und einen wesentlichen Theil einer 
umfassenderen Geschichte dieser Hftuser bilden. Freilich tritt seit 
dem 15. Jahrh. zwischen jenen Stiftungen und ihren geistlichen 



IX 



Qrdiiuurien einerseits und den Grafen andererseits ein entschiedener 
Conflict wegen der oberherrlichen Kechte hervor, so dass es bei 
oberfldehlicher Betrachtung so scheinen kOnnte, als ob die FrOm* 
migkeit nur ein Schmuck fraherer Zeiten gewesen und als ob die- 
selbe seit Qber vierhundert Jahren in das Gegentheil unigeschlagen 
sei. Aber neben menschlichem Irrthum, von dem keine Phase 
geschichtlicher Entwickelung frei ist, erklftrt sich dieser erst mit 
dem volligen AufhOren der speziflsch mittelalterlichen Bildnngen 
endigende Conflict durch die Ausbildung einer verftnderten Bechts- 
grundlage fQr die neue Zeit nnd die Beseitigung der irrthQmlichen 
Lehre von den beiden Schwertem, von denen das weltliche des 
Kaisers der Executor des geistlichen in den Fragen des Glaubens 
und Bekenntnisses sein sollte. Diese durch bekannte Einftlsse zu- 
meist von Ferdinand 11. mit glQhender Leidenschaft verfolgte Doc- 
trin war die eine grosse wel^escbichtliche Frage, welche in dem. 
furchtbaren Riugen des dreissigjahrigen Erieges wie durch ein 
Gottesgericht (nach dem Glauben unserer Vater) entschieden werden 
sollte und mit unerbitterlichem Protest von Seiten der altkirchlichen 
Spitze zu Gunsten der reformatorischen Bekenntnissfreiheit sieg- 
reich entschieden wurde. So lange die Pr&laten und ihre geistlichen 
Bathgeber unter dem Mantel der siegreichen Eriegsfurie ihr auf 
die gewaltsame UnterdrQckung der Beformation gerichtetes Streben 
zunachst durch Ocxjupation der „geistlichen" GQter durchffthren zu 
kOnnen hofften, stellten sie auch die Grafen und ihre BAthe als 
Gewaltthater nnd Feinde des Glaubens und der Kirche dar. So- 
bald sichs aber zeigte, dass die Beformation mit Blut und Eisen 
nicht zu vemichten sei, fQhrten die Gegner auch wieder eine ganz 
andere Sprache. Und Graf Heinrich Emst, der BegrQnder der 
alteren Linie des Hauses Stolberg, der von Pr&Iaten und Cro- 
aten von Jugend auf mehr Bitteres hatte hOren und schmecken 
mQssen, als irgend ein Glied seines Stammes, durfte schon am 
4. Januar n. Si 1644 erfahren, dass der fOrstliche Abt Georg 
von Kaisersheim, der seitens der Gegenreformation zum Ordinarius 
des Klosters Wasserler bestellt war, sich nicht nur mit hoflicher 



Bitte an ihn wandte, soDdem ihm auch zu sagen wusste, dass ihm 
seines geehrten herren graven mUtreiche ajfedion und hochst 
loblidie zuenaiffung gegen den geistlichen sonderlich gerueinbt 
worden. (Kaisersh. 4|l. 1644. Gr. H. Arch. B. 44, 2. Vorge- 
no7mnene Rom. Kath. Visit des KL Wa.) 

Das grafliche Haus hat das Entstehen, BlQhen und Yerwelken 
des Kloster- und Ordenswesens uberleben dQrfen, aber die Liebe 
und Sorge fiir die geistlichen und kirchlichen Dinge der ihm an* 
befohlenen Gemeinden hat damit nicht aufgehOrt, vielmehr seit der 
Eeformation nur einen noch freieren Spielraum zur Bethfttigung 
gefunden. 



V r r e d e. 



Die in dem vorli^nden Bande vereinigten Urkunden der Deutsch- 
ordens-Ck)mmende Langeln und der Kloster Himmelpforten und Waterler 
haben ein sehr verschiedenes Schicksal gehabt. Von Waterler, der 
jimgsten unter jenen drei Stiftungen, iet dieser Quellenschatz so zahb^ich 
in das Archiv ihrer weltlichen Oberherrschaft, der Grafen zu Stolberg, 
gelangt, dass derselbe wol beziehungsweise als vollst&ndig bezeichnet 
werden kann, denn nicht nur finden sich im graflichen Hauptarchive 
zu Wemigerode unter der betreflfenden Abtheilung bis zum Jahre 1519 
hundertundvierzig in der Urschrift auf uns gekommene Urkunden, 
sondem ein kurz vor Ausbreitung der Reformation im Jahre 1518 an- 
gefertigtes Copialbuch gewahrt noch eine willkommene Nachlese und 
fasst alle bis zu jenem wichtigen Zeitpunkt tiberlieferten Briefo des 
Klosters zusammen. 

Das genannte Jahr ergibt sich aus einer eigenhandigen Bemerkung 
des Domdechanten zu Halberstadt Matthias von Oppen. Dieser geistig 
regsame Mann liess sich, offenbar aus personlichem Interesse, das 
Copienbuch ' jenes Heiiigenblutklosters abschreiben , woriiber in dom 
dureh diese Abschriffcen gebildeten nunmehr im koniglichen Staats- 
archiv zu Magdeburg unter Copiar. No. 760 aufbewalu-ten 177 (178) 
Seiten starken Foliobande Auskunft gegeben wird, nftmlich vorn durch 
den Titel: 

BegistruM \ monastern jnn Waterler 1518. \ Matthias v. Oppen \ 
Damdech. UaJb. 1612. 
und am Schluss Seite 177 durch die Bemerkung: 

Ao 1612. hat mir die Domina eu WasserlAe ein Copi^dbuch ge- 
fiandt, darein des dosters Gutter undt derselben donationes vorzeidinet 
gewesen, wdches ich habe lassen ausschreiben undt ihr durch Balczetn 
Kantienbergk Vicarium B. M. V. wieder zustellen. 

Bei dem kirehlichen Standpunkt v. Oppens und dem im Jahre 
1613 zum offenen Bruche kommenden Conflicte der damaligen Domina 
Elisabeth Grell mit ihrer weltlichen Oberherrschaft (vgl. unten S. 525 ff) 
li^ es iibrigens nahe, dass dieser Nachweis der Begiiterung des Hei- 
ligenblutklosters auch nicht ohne eine gewisse AbsichtlicUkeit dem 
Domdechanten mitgetheilt wurde. Fur die Feststellung dos Texte^ 



XII TOBBEDE. 

erwiesen sich, wie zu erwarten war, jene bedeutend jungeren Abschriften 
als ganz bedeutungslos, dag^n boten sie wider Erwarten eine Urkunde 
(Wa. Nr. 178) mehr als die altere Vorlage wenigstens heute enthalt 
Wenn aber auch sonst die Zahl der Waterlerschen Urkunden schon in 
der alteren Zeit um zwanzig Nummem vermehrt werden konnte, so 
waren das samtlich solche Schriftstiicke (in den Staatsarchiven zu 
Magdeburg, Hannover und zu Wolfenbiittel), die vom Kloster fur aus- 
wartige Stiftungen oder Personen ausgesteUt oder doch nie Zubehor 
des Klosterarchivs gewesen waren (vgl. z. B. Nr. 20. 54. 93. 123. 142. 
148. 168. 204. 208. 211). 

Die Urkunden von Wa. scheinen nicht gleich denen von Ilsenburg» 
Driibeck und Himmelpforten nach dem Bauemaufruhr in die grafliche 
Kanzlei zu Wemigerode geschaflt, wenigstens nicht darin gebUeben zu 
sein. Dies geschah nach einer im Juli 1628 gegen den Grafen Wolf 
Georg zu Stolberg von dem mit der kaiserlichen Occupation einge- 
setzten Propst Heinrich von Mettemich aufgestellten Forderung (vgL 
Auszug S. 422— 424) erst nach der Einziehung des Klosters am 2. Sep- 
tember 1613. Damach wurden 

Aufi d&n archive hmweggenonmen: 

1 3 schone kasten oder beschiagene schrencke, worin des dosters original, 
siegeU und breiffe, regisiraturen, verzeichnufien, des closters fundationes, 

2 sigilla und andere fide sachen mehr gewesen, 

Nur die beiden Siegel waren damach bei Wiedereinsetzung der 
Domina am 20. Juli 1624 zurtickgegeben worden und Mettemich stellte 
das Ansinnen, dass der Graf das iibrige bei erster Gelegenheit aus- 
liefem soUe. Da dem letzteren, d. h. seinem auf dem E^ioster besteUten 
Verwalter, im Spatherbste 1626 von den KaiserUchen mit bewafl&ieter 
Hand eine Tmhe, des gewesenen Propstes Lade, mit versiegelten 
Originalbriefen des Klosters abgenommen worden war (vgl. S. 538), so 
kann es zweifeUiaft erscheinen, ob der Inhalt jener Truhe wirkUch noch 
ein besonderer war, oder ob er mit dem in den eben erwahnten 
Schrtoken enthaitenen tibereinstimmte. 

Fast dasselbe wie von dem benachbarten Jungfrauenkloster lasst 
sich von dem 80 Jahre filteren Deutschordenshofe Langeln sagen. Zwar 
faUt es auf , dass von der Mitte des 14. Jahrhunderts ab die Urkunden 
fast ganz fehlen, und wir haben einigen Gmnd anzunehmen, dass 
manches Sttick verschleppt wurde; dennoch erklfirt sich die bedeutende 
Abnahme des Urkundenthums der Gommende in spaterer Zeit aus der 
Armutli und Bedeutungslosigkeit , in die sie zunicksank, da seit Mitte 
des 14. Jahrhunderts nur noch von einem ritterUchen Gute, aber von 
keinem Convente und gemeinsamen geistUchen Leben die Bede ist 



VOBSKBK. ZUI 

Der &iis8eien Erhaltung der Besitzurkunden und Bechtebriefe soUte 
aber gerade die ErBtaming des seine Beehte und PriTilegien unter 
machtigem Schutz wahrenden Ordens zu Gute konunen. Wfihrend 
namlich die Briefe jener beiden Eloster in bewegter und kriegerischer 
Zeit wiederholt von einer Hand in die andere gingen, wobei am ersten 
die leicht yerletzbaren Siegel in Gefahr geriethen, blieben die Langeln- 
schen wenig beruhrt und unverstanden, aber als Kleinodien gehiitet 
stets am Orte, bis sie im Jahre 1841 mit dem Ankaufe des Gutes ins 
grafliche Hauptarchiv gelangten. Schon ein Blick auf unsere Siegel- 
tafehi, deren Grafensiegel fast nur nach Langelschen Urkunden ge- 
zeichnet sind, lasst die gute &ussere Beschaffenheit jenes an Zahl 
kleinen Bestandes erkennen. 

Fur die Benutzung bei Herstellung dieses Urkundenbuchs noch 
werthloser, ais die v. Oppenschen Absclmften des Waterlerschen Copial- 
buchs, riihrendie in einem Foliobande von TOPapierbl&tterneben&Ils im 
k5nigL Staatsarch. zn Magdeburg als Copiar. Nr. 777 befindlichen Abschriften 
Langelnscher Urkunden von einer der 2. H&lfte des 1& Jahrh. ange- 
horenden Hand. Dieselben ktinden sich als von den Originalen ge- 
nommen an, so dass man annehmen kann, dass es damals kein 
Copialbuch gab. BL 67 bis 70 enthalt die Nummem L 5 - 9 in neu- 
hochdeutscher Uebersetzung. Da sich keine vorfindet, die nicht heute 
noch in der Urschrift im grftflichen Hauptarchive zu Wemigerode 
Torhanden w&re, so gab es deren wol auch in der 2. H&Ifte des 
16. Jahrhunderts keine im Comtureiarchive. Dem letzteren geh5rten 
auch offenbar diejenigen Urkunden nicht an, welche wir zur VervoII- 
standigung des QueUenmaterials von anderswo fiir dieses Urkundenbuch 
beizubringen vermochten. 

Einen hochst schatzbaren Beitrag zur Vorgeschichte des spateren 
Deutscbordensgutes gewannen wir in den um die Mitte des 12. Jahrh. ge- 
schriebenen Ausztigen des tiberaus kostbaren altesten Oriindungsbuchs des 
Stifts S. Jacobi zu Bambeig, einer mit Bildem gezierten Pergament- 
bandschrift von neun Lagen zu je acht Octavblattem, welche uns 
durch die Verwaltung des koniglich Bairischen Hof- und Staatsarchivs 
mit rtihmlichster liberalitat zur Benutzung anvertraut wurde. 

6anz anders aLs mit dem Urkundenthum der beiden genannten 
Stiftungen verhfilt es sich mit dem des Augustinereinsledleiklosters 
Himmelpforten. W&hrend bei jenen von ziemlich voIIstSndig 
erhaltenen ursprilnglichen Bestanden gesprochen werden konnte, waren 
die der regsamen Augustinerbriider seit Jahrhunderten in die Winde 
verstreut Zwar liess bei der Verodung des Elosters durch den Bauem- 
sturm der weltliche Oberherr desselben, Oraf Botho zu Stolbeig, durch 
den friiheren Prior Briefe und Siegel in die Eanzlei zu Wernigerode 



XIV VOKREDB. 

schafien (Hpf. Nr. 146), aber sei es, dass dies nur ein geringer Bruchtheil 
war, sei es, dass er, dem Begehren des Diocesans entsprechend, wenigstens 
die hauptsachlichsten Besitzurkunden aushandigte, jedenfalls erhieiten 
sich im graflichen Archive, abgesehen von einigen allgemeineren 
Ordensprivilegien, nur die fiinfzehn UAunden, aus denen der Archivar 
Chn. Heinr. Delius seine sorgsamen Nachrichten tiber das Kloster im 
Jahrgange 1807 des Wemigeroder Wochenblatts St 31 bis 1808 St 2 
zusammenstellte. Ihre grossentheils sehr iible Erhaltung gibt schon 
ein beredtes Zeugniss von den schweren ausseren Schicksalen, welche 
die Stiftung erfuhr. 

Eine gewisse Nachricht tiber das Himmelpfortner Ajchiv ist uns 
schon aus dem fiinfzehnten Jahrhundert erhalten. In einem fiir die 
Ordensgeschichte hochst wichtigen Bande cod, lai. 8423 der koniglichen 
Bibliothek zu Miinchen, der geschichtliche Ausztige besonders aus dem 
Gesamtarchive des Aug.-Einsiedlerordens und dessen Bibliothek zu 
S. Maria degli Angeli (ex biblioiheca nostra AngdicaJ zu Bom enthalt, 
tinden sich S. 494 ff. auch einige Papierblatter eingeheftet, welche von 
einer Hand des 15. Jahrh. ein Verzeichniss papstlicher Privilegien und 
Gnadenbriefe fur den Orden mit Angabe der Kloster enthalten, in 
denen damals Urschriften oder Transsumpte jener Briefe aufbewahrt 
wurden. Darunter heisst es auch a. a. 0. S. 502: 

Urbanus IIIItM concedU, guod vclentes agregari (!) ordini nostro, 
scU. heremitanm s. Augustini, si stmt suspensi, interdicH vel excom^ 
municati, possunt recipi et dbsolvi scUisfaccione pritis facta, si propter 
ddicta fuerint consiricti ligaminibus predicHs. Sed si redeunt ad secu- 
lum, rdaibuntur in senfendas priores. Et vndpit: Celestis amor patrie 
mentes vestras sic aUexisse perspicitur-Nata igitur huius prvvUegii addit 
uUimam dausulam super privUegio Innocencif Illlti. Bequire superius 
Vlm. Hec buUa est in Herbipoli et in Magdeburga d in Porta Celi, 
d trcmssumptum in Wmde^hdm. 

Urbanus IIHtus prohtbd prdatis, ne se de decdonibus, indiiudo- 
nibus au^ destitudonibus offidalium nostri ordvnis intermitterent d ne 
eos compeUant ad iudida sua, d quod possessiones d bona nostra non 
molestent M buOa huius est in Herbipdi d tti Magdeburg d in Porta 
Celi— Urbanus quartusconcedit, quodde h/cenda dyocesanorum audire 
possumus confessiones fiddium, nisi in casibt^ sedi apostdice reservatis. 
Et indpit buOa: Vdns ad hoc tota mente soUidtis, ut etemo regi per 
rdigiose vite dudium placeatis. Et buUa est in Porta Celi d in 
Magddmrga d in Batispona. 

In das graf iiche Arciiiv zu Wem. gelangte von diesen drei Stlicken 
eines oflenbar an Shnlichem Material reichen Vorraths keins. 

Kaum in Folge der Hp£ Nr. 146 erwamten Aufforderung des 



DidoGsans, hochst wahrscheinlich aber im ZuBammenhange mit den 
Ereignissen des Bauemaufruhrs, wurde eine Anzahl der wichtigsten 
Besitzurkunden des Elosters in das S. Johannesstiit zu Halberstadt 
gesdiaffi;, wo sie bis in das lauiende Jahrhundert hinein so ver- 
steckt lagen, dass selbst ein so eifriger Forscher in unmittelbarer 
Nachbarschaft wie Delius in Wemigerode erst spat davon Eenntniss 
gewann (v. Ledebur, Archiv 7, 99, Anm. 6). Seit Errichtung des 
koniglichen Provinzial- oder Staatarchivs zu Magdeburg gelwgten sie 
dorthin. 

Wir wurden aber von mancherlei ganz eigenthumlichen Schicksaien 
der zerstreuten Himmelpfortner Urkunden berichten konnen, ware nur 
liberall eineKunde auf uns gekommen. Nur einBeispiel sei angefiihrt. 
Die Nr. 136 und eine Abschrift von- Nr. 5 der Hpf. Urkk. fanden wir ' 
im konigl. Geh. Staatsarchiv zu Berlin und ebendaselbst eine merk* 
wtirdige Auskunft dartiber, wie sie dahin gelangten. In einer Eingabe 
vom 18. August 1705 an des Eonigs Majestlit sagt nftmlich ein Unter* 
beamter Heinrich Elingspom: untcr anderen wichtigen cansiderablen 
ariginalen docunientis, aus dem Fiirstenthum Halberstadt, welche 
er dem Oeheimen und Tribunabrath Clingen unterth&nigst tibergeben, 
hatten auch die8e(zunfichstHpf. 5) aich befunden, sodann dieUrk.Eonig 
HeinrichsIV. fur Drubeck, Dr. Urkdb.8 vom J. 1058. Er bittet, indem 
er diese Urkunden schenkt und noch mehrere von desolaten Elostem 
in Aussicht stellt, dass ihm vom Obereinnehmer Ooldbeck in Halber- 
stadt sein Oehalt vollstandig gezahlt werde. Bei Hpf. 5, 52, 73, 95, 
112, 116 ist das Original verloren gegangen, der Text in unzulang- 
liclier Abschriften oder Abdruck auf uns gekommen. 

Soweit es irgend moglich war, haben wir uns bemiiht, alles, was 
an urkundlichem Material durch irgend welclie Schicksale an ver- 
sdiiedene Orte, oder was auf normale Weise in ausw&rtige Archive gelangte, 
in dem vorliegenden Urkundenbuche zu sammeln. Dazu gehoren auch 
verscliiedene beziehungsweise neuere Stiicke, die wol nur irrthiimlich 
in das grafliche Archiv zu Stolbeig a. H. gelangt waren. Insgesamt 
wuiden (einschliesslich der 8. 496 f. abgedr. Urk.) dem Hpf. Urkdb. 
ausser dem im gr&fl Arcliiv auf bewahrten Bestande hinzugetiigt 32 Nr. 
aus dem konigL Staatsarchiv zti Magdebui^, 16 aus dem Stadtarchiv 
zuWemigerode, 8 aus dem herzoglLandes-Hauptarchivezu Wolfenbuttel, 
drei aus der konigl. Hof- und Staatsbibliothek zu Munchen (campend. 
ex reg. gener. arch, ord. crew. s. Aug.)^ je 2 aus dem konigl. Geh. 
Staatsarchive zu Berlin, dem Stadtarchiv zu Ooslar, der grafi. Bibliothek 
und dem Stiftsarchiv zu Wemigerode, vereinzelte Stucke aus dem 
Stadtarchiv zu Osterwiek, Oemeinschaftsarchiv zu Stolbeiig, konigl. 
Staatsarchiv zu Hannover, dem Archiv der U. L. Fr. Eirche zu Wem. 



XVI VOBBEBE. 

and aus der Bibliothek zn Wolfenbuttel Elf Nummern sind Druck- 
werken entnonunen. 

Bei dem ansehnlichen Zuwachs des ITrkdb. durch auswartige Quellen 
ist stets hinter dem Text die Herkunft angegeben. Wo die Urkunden 
im grSflichen Archive beruhen, war dies wenigstens bei Langebi und 
Waterler, wo es bei der weitaus grossten Anzahl der Fall ist, kaum 
besonders zu bemerken , doch ist es meist geschehen, wenn auch. oft 
nur durch ein W. 

Die im graflichen Hauptarchive aufbewahrten Urkunden des 
Klosters Waterler wurden zumeist bereits von Januar bis Mai 1806 von 
dem damaUgen Archivar Delius in Wemigerode in einem noch er- 
iialtenen Foliobande abschriftlich zusammengestellt, jedoch, wie er aus* 
driicklich bemerkt, ^lediglich in Hinsicht auf den Geschaftsgebrauch.' 
Im nachsten Jahre folgte die schon erwahnte bescheidene Zahl hier 
vorhandener Urkk. des Klo^ters Himmelpforten. Von der Commende 
Langeln gab es aber gar kein solches Abschriftenbuch. Die Urkunden 
dieser Stiftung wurden erst nach dem am 14. April 1840 erfolgten 
Ableben jenes verdienten Forschers dem grftflichen Archive einverleibt 
und 1866 vom mir geordnet und regestirt 

Von dem eifrigen Bestreben, das urkundliche Material moglichst 
vollstandig zusammenzubriiigen , diirfte das Urkundenbuch durch sich 
selbst hinreichend Zeugniss geben. Es erinnem aber die zahlreichen 
auswartigen Beitrfige an die Dankespflicht, zu welcher der Herausgeber 
so manchen verehrten Personen und Behorden gegeniiber sich ver- 
bunden fuhlt, so den Vorstanden des konigl. Geh. Staatsarchivs in 
Berlin, der Staatsarchive zu Magdeburg, Hannover und Konigsberg, des 
Landeshauptarchivs in Wolfenbtittel. Herr Prof Dr. K. Halm in Miinchen i 
tibersandte in dankenswerthester Weise das camp. ex reg. gen. arch, 
erem. s. Attgtist. aus der konigl. Hof- und Staatsbibliothek, Herr Geh. 
Archivrath Dr. Haeutle in Miinchen und Kreisarchivar Dr. Jung in 
Bamberg vermittelten mit gleich zuvorkommender Giite die Zusendung 
des altesten GrUndungsbuchs von S. Jacobi in Bambei^g, ebenso htilf- 
reich zeigten sich mein Freund Cons.-Rath v. Schmidt-Phiseldeck^ 
Herr Ober-Bibl. Dr. v. Heinemann und Arch.-Secr. Ehlers in 
Wolfenbiittel, Herr Archivar Dr. Geisheim und Dr. Krtihne in 
Magdeburg, Herr Staatsarchivar Philippi zu Konigsbeig i. Pr. und 
Archivar Dr. D6bner in Hannover. 

Wie schon bei frftheren Gelegenheiten , so fiihle ich mich 
aber auch bei dem vorliegenden Urkundenbuche gedrungen, meinen 
theuren Freunden Geh. Archivrath Staatsarchivar G. A. v. Miilverstedt 



1 Mittlerweile am 5. October dahingeschieden. 



VORKEDE. XVII 

in Magdebuig und Gymnasialdirector Dr. 0. Sckmidt in Halberstadt 
fur die ausserordentliche Ldebe und Giito zu danken, mit welcher sie 
in nur zu haufigen Fallen mit Rath und Antwort auf erbetene 
Auskunft, sowie bei der Durchsicht von Druckbogen meine Arbeit 
forderten. 

Da es von Interesse schien, den im Jahre 1617 mit den Heiligen- 
blutreliquien fiir die Sammlung der Kaiserin Anna abgegebenen Urk. 
Wa. Nr. 246, 247 u. 250 erwahnten Jtestimonia' nachzuspuren, weil darin 
eine alte Redaction der Harzzeitschr. XII S. 201 — 207 nach selir un- 
vollkommener Abschrift mitgetheilten Griindungs- Ijegende vorauszusetzen 
war, so nahm der Bearbeiter sich die Freiheit, sich dieserhalb an eine 
Reihe geehrter Adressen: Herrn Dr. E. Miihlbacher, Ministerialrath 
Ritter Dr. v. Ameth, Dr. K. Uhlirz in Wien, P. Dr. Leop. Janauschek 
in Baden bei Wien, P. Roman Vorisek, Pfarrer in Va61avic bei Prag 
zu wenden, von wo auch allerseits (eines nicht genannten Adressaten 
nicht zu gedenken) sehr giitige, freilich negative, Auskunfl erfolgte. 
Indem ich auch hierfiir allerseits offentlich den angelegentlichsten 
Dank ausspreche, kann ich zugleich bemerken, dass die Vergleichung 
einer zweiten nicht besseren Redaction jenes Berichts, der sich im gi-afl. 
H.-Archiv erhalten findet, schliessen lasst, dass der Verlust jener nach 
Prag gesandten testimania kaum zu bedauem ist 

Noch zahlreichere Anfragen veranlasste das Suchen nach einem 
bei Hennes cod. dipl. ord. s. Mar. Theut, und sehr oft von Joh. Voigt 
in seiner Geschichte des deutschen Ordens citirten Jaeger cod. diplomai. 
Ordin. Teutonici. Um spateren Forschera an meinem Theile eine ahn- 
liche unfruchtbare Bemtihung ihrer selbst und Anderer zu ersparen, 
bemerke ich, dass das angeftihrte Buch kein Druckwerk, sondem nach 
gtitiger Auskunft des koniglichen Herrn Staatsarchivars Philippi zu 
Konigsberg i.P. eine daselbst befindliche in den Jahren 1824— 1827 auf 
Kosten des Herm Professqrs Dr. Joh. Voigt von einem Pastor Karl 
Jager in Biirgen bei Heilbronn gefertigte Sammlung von Abschriften 
eines jetzt zu Stuttgart aufbewahrten Mergentheimer Codex ist 

AJs Gmndsatz wurde festgehalten, die Urkunden der drei Stiftungen 
bis zu ihrem volligen Eingehen mitzutheUen, wobei freilich bei der 
nachreformatorischen Zeit Beschrankungen imd Ausztige geboten waren. 
Und da sich mancher urkundliche Stoff in den nicht zu knapp zu 
bemessenden geschichtlichen Uebersichten, Einzelnes selbst bei den Er- 
lautemngen zu den Siegeltafeln am ktirzesten nachtragen und verwerthen 
liess, so erschien es zweckmassig, diesen Apparat nicht voraufeuschicken, 
sondem in fortlaufender Paginirung nachfolgen zu lassen, weil so 
der hinzugebrachte Stoff leichter fiir das Register ausgezogen werden 
konnte. 



XVni VORREDE. 

Besondere Anerkenniing iind Dank muss endlich der bewahrten 
Driickerei von Otto Hendel gezollt werden, welche bei der gesamten 
Einrichtung des Drucks, der Correctur und der Beigabe von Urkunden 
und Siegeltafehi allen Wunschen entgegen kara und fur dic verscliieden- 
artigen Gestalten der Siegelumschriften und Buclistabenverbindungen 
besondere T}^en anfeiiigen liess. 

Wernigerode, den 18. October 1882. 

Ed. Jacobs. 



INHALTSUEBERSICHT. 



Urkunden s«it« 

dcr Deutschordens-Commende Langeln 1 — 89 

des Augustiner-Einsiedlerklosters Himmelpf<»rt«n . . 91—224 

des Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Klosters Waterler 225—432 

Ueberblick tiber die Oeschichte 

der Coramende Langoln 435-463 

des Klosters H immelpforten 464 — 504 

des Klosters Waterler 505—553 

Erlauterungen zn don Siegcltafeln 554 — 625 

(/omturei Langeln und Deutschcr Orden . . . 555 — 557 
Kloster Himmelpforten und Augustiner -Ein- 

siedler 557—562 

Jungfirauenkloster Waterler 562—566 

Hoho Stiftsgeistlichlveit 566 572 

Klostersiegel 572—574 

Pfarrgeistlichkeit 575—577 

Harzgrafensiegel 577 -587 

Niederer Adel, besonders Wemigerudischo Mann- 

schaft . 587-598 

BQrgersiegel (bis auf eins Biirger zu Wernige- 

rode) 598—623 

Papier- oder Wasserzeichen 623 - 625 

Orts- und Personenrogister 626 — 717 

Sachregister und Glossen 717—729 

Berichtigungen und ZusJltze 730- 731 



XX INHALTSUEBERSICHT. 

Urkundenanlagen in Lichtdruck: 

1. Langeln Nr. 12 v. 1225 S. 12f. 

2. u. 3. Himmelpforten Nr. 1 m. Anm. v. 1253 S. 93f. 
4. Langeln Nr. 32 v 1289 S. 32 f. 

Siegeltafeln Nr. I-XV. 



DEUTSCH- ORDENS - COMMENDE 

LANGELN. 



GciiehlcbtM|. d. Pr. Sarhaen XV. 



1073-1128. 1. 

Vrkundlicher Berichi, wie das Dorf Langeln dem Stift S. Jacohi 
zu Bamberg von dessen Begriinder, Bischof Hermann dasdbst 
(1065 — 1075), geschenkt und unter dessen Nachfolger Bupreckt 
(—1102) entfremdet upurde, wie aber bei emeuerter Einrichtung 
des Stiftes am 25. Juli 1109 Bischof Otto demseCben dieses Besitis- 
thum aufs Neue bestdtigte und es ihm endlich 1128 vor seiner 
Fahrt nach Pommem nochmals zusicherte, 

IncipmDt^ testamenta et annotationes prediorum et aliorum dono- 
mm, quQ snb episcopo Ottone et preposito Eberhardo, ipsis mediantibus 
et donantibns vel efiicientibus, collata sunt et confirmata ^cclesiq sancti 
lacobi apostoli. 

Testamentum^ de Langala. Notum^ sit omnibus Christi fidelibus, 
quod yilla Langala cum mancipiis utriusque sexus et aliis omnibus 
ntilitatibns tradita est qcclesiq sancti lacobi a constrnctore eiusdem 
Qcclesiq Heremanno, Babenbergensis sedis episcopo. Sed a successore 
eius Rdberto, VII^ Babenbergensis sedis episcopo, machinantibus ini- 
qnis consiliariis, eadem villa Qcclesiq sancti lacobi est allata. Quod 
cognoscens venerabilis Otto, VIII. predtctq Babenbergensis sedis epi- 
scopns, yillam predictam cum omni utilitate sancto lacobo pro remedio 
animq suq recognovit et restituit. Et ut huius recognitionis et restitu- 
tionis certitudo firma permaneat, statnit, ut ultra c^teras utilitatcs, quq 
ex eadem villa "qcclesiq et fratribus annuatim debentur, in anniver- 
sario ipsins servitium plenarium fratribus detur. 

Acta sunt hqc anno domini M^C^^VIIII", indictione secunda, in 
consecratione qcclesiq sancti lacobi^, sub testimonio omnium, qui in 
eadem consecratione aflfuerunt. De eodem. Idem venCTabilis Otto epi- 
scopus anno domini M*^XX"VI1I°, indictione VI% iturus ad Bomeranos, 
confirmavit eandem prenotatam recognitionem sancti lacobi in cqna 
domini in maiori qcclesia ante altare sancti Petri sub testimonio Eber- 
hardi prepositi, Egilberti decani, Rdcelini, Friderici fratris episcopi et 
aliorum mnltomm. 

Et quomodo ^ idem beatq memoriq venerabilis Otto episcopus 
eccl^siam sancti lacobi deo et sancto lacobo iamdudum desponsaverat, 
consecraverat et per viilam Langala dotaverat. 

In testimonium predict^ recognitionis anulum suum per Wignan- 
dum abbatem Taressensem^ ex itinere remisit preposito Eberhardo, ut 

1* 



4 Deiitschonlcns-Coramende Lanp:eln. 

idem anulus^ pro si^no fidei et certitudinis in ^cclesia sancti lacobi 
perpetuo permaneat. Amen in Christo, qui veritas est. 

Nach detn (fegen 1150 geschfidtenu^^i dltesten Copialb. des Stifts S. Jacoin, 
fruher Bh 18 tmd 19, jetzt 26 und 27 , im kihiiglicfien Kreisarchii^e zu Bamherg. 
A%isz\ig gedr, im 21. Bericht des histor. Ver. zu Bamberg (1858) S. 14. 

1) Das erste I lange Initiale mn rotlier Farhe. — 2) /7a»Mfoc/tr.-Test-., rorlier 
ein §' ~ 3) N rothe Iniiiale. — Kne Hand des 15. Jahrh. luit an den Band ge- 
schrtdten: Littera super viUa, que diciturLaiigala. — 4) Nach deiselben Handschr. : 
VIU^ kalendas Augusti dedicata a venerabili Ottone episcopo eccl. s. i^alvaioris. 
sancte Crucis, s. Maric, sancti Jacobi ct omnium sanctorum. — 5) Handschr. qnri. 
6) von Iheres. — 7) v und s am ScMusse sitid in der Handschr. zu einem Zeichen 
verschltmgen: \S. 

1109. Juli 25. 2. 

Bei der neuen Einiveihtmg des S. Jacobsstifts zu Bamherg bewidniet 
Bischof Otto dasselbe aufs Nme mit dem Dorfe Langdn. 

TeHtamentuni bonorum, quibus dotata est qcclesia sancti lacobi in 
die consecrationis suq. 

Motum 1 sit omnibns Christi fidelibns tam futuris quam presentibus, 
qualiter monasterium sancti lacobi diu sine spe stabiiitatis fluctuans, 
immo pene destructum, tandem per Ottonem, dei gratia octavum 
Babenbergensis ^cclesiq pontificem, sit renovatum et deo dedicatum et 
cum omnibus prediis infra scriptis et eorum appenditiis, utriusque sexus 
mancipiis, ^cclesiis, decimationibus etc dotatum sit. 

Nach emstticher Bedrohung derjenigcn, welche dem Stifte irgend 
ein Stiick von seinen Besitzungen und Rechten zu entreisseti sich 
unterfangcn, beginnt die Aufzahlung: 

Hqc sunt autem predia ad idem monasterium tradita ad consola- 
tionem illic deo servientium: Langala cum mancipiis utriusque sexus 
et aliis omuibus utilitatibus;^ Scoregast^ cum qcclesia, decimatione, 
tbro et omni utilitate et cum definitis terminis, qui dicuntur iache^ in 
Nortwalt u. s. f. 

Von derselben Handschr. wie Nr» 1, a. a. 0, Bl. 8 und 9, nach neuer ZdMu^ 
16 und 17. 

1) N roth (fem(dte Initiale. — 2) Van einer Hawl des 15. Juhrh. ist am Bande 
hemerkt: Nota. Prcdia ad ecclesiam sancti lacobi pertinoncia, scili<e( Langala'ctc, 
ut sequitur. — 3) Marktschorgast , Landger. Bei-fieck. — 4) Vorher lach^ ge- 
scJirieben. — VoUst. gedr im 21. Beticht des histor. Vereins zu Batnberg, S.2-^7. 



1143. October 28. Roin. 3. 

Papst Coelestin 11. nimmt dus Stift S. Jacobi zu Ba^nherg in 
seinen und des heiligen Peter Sdiutz und besfdtigt demselben unfer 
seinoi Giiieni und Besitzungen audi Ijangehu 

Celestinus episcopus, servus servorum dei, dilcctis filiis Eberbardo, 
preposito Qcclesiq sancti lacobi in Babenberch, eiusque fratribus tam 



Nr. 2—5 a. 1109-1219. ' 5 

presentibas quam futuris canonice substituendis . . Unter deti hestdtig- 
iefi Besitzungm (darunter Trubaba^ cnm capella) lieisd es gegefi die 
Mitte: villa Scoregast cum qcclesia etc, dawwLangena cum ecclesia et 
capellis et omnibus ad eam pertinentibus, Brunnen etc. 

Datum Laterani per manum Gerhardi, Roman^ ^cclesiq presbiteri 
cardinalis ac bibliothecarii , V") kalendas Novembris, indietione VII% 
incarnationis dominicq M^^C^^XL^lll", pontificatus vero domini C^lestini 
papQ II auno primo. 

Ebendas, Bl. 1 — 4, nach heutiger ZaMwng 9—1:2. VoOstdndig gedr. im 
21, Bericht des histor. Ver. zu Bamberg, S. 30 f; auch sc?ian 1848 ron demseU^en 
Verein mitgetJieilt nach dem meist gegen Ende des 14. Jahrh. geschriebenen Copiai' 
f/ttche des Stifts S. Jacdn. 

1) tt. tt. 0. zum J. 1109 Truobaha 21. Bericht u. s. /. S. 4. Das. S. 12 u. 13 
Trubaa. Es ist Obertrubach, Landger. Fottenstein. 



o. J. Mitte des 12. Jahrh. 4. 

In eifier AufzShlung der Einhunfte und Vertheilung der Stifts- 
prahendeth zu S, Jacdbi in Baniberg Jieisst es bei Auffiihrung der ein- 
selnen Orte ganjs zuletzt — nach Scorgast und Brunnen: De Langan- 
gana in anniversario Oddonis quinque talenta. 

A.a.O. Bl43\jetzt 5l\ 

1) Bl 39(47)^ hat als Inhaltsangabe eine Hami des 15. Jahrh. an den Band 
geschrieben: Sequitur de amministracione prebende canonicorum sancti lacobi. 
Vottst. gedr. im 21. Jahresber. u, s. /., S. 13. 



1219. 5. 

Das Stift S. Jacobi zu Bamberg verkauft detn Deutschordetisnieister 
Hermann fiir 450 Mark SiJbers das Dorf lAtngeln, ivelc/ies 
nebst der Kirche Bischof Elckebrecht von Bamberg dem Orden 
auf der Synode im Dom iibereignet, 

C: In nomine sanctq et individue trinitatis B|oppoi dei gracia 
maioris qcclesiq sancti lacobi prepositus ac totus sancti lacobi conven- 
tas omnibus hoc scriptum inspecturis graciam in presenti et gloriam in 
futuro. Ea que geruntur in tempore, ne possint temporis mutabilitate 
convelli, ad perpetuam facti memoriam scripturq serie convenit robo- 
rari. Unde presenti pagina omnibus innotescat, quod cum redditus in 
Langcn spectantes ad prebendam nostram propter varias tocius Teutoniq 
bellorum tempestates pluribns annis nobis fuissent inutiles, magistro 
Uermanno hospitalis sancte Marie Teutonicorum Iherosolimitano villam 
eandem vendidimus pro quadriugentis et quinquaginta marcis argenti 
probati. Qui cum summam eandem argenti nobis fideliter exsolveret, 
ipsam hac mediante recepinius conditione, quod intactaiii ab omnibus 
servaremus, quousque rcdditus conpctentes qcclesiq nostrq de eadem 



Deutschordens-Commende LangcLn. 

pecunia esseDt comparatQ. Igitur cum decreto communi maioris ^cclesi^ 
dominus noster episcopus villam Langen cum ecclesia parrochiali, cuni 
silva, pratis, paschuis, agris cultis et incultis, viis et inviis ac omnibus 
pertinentiis memorato magistro contulit traditione sollempniter facta in 
plena synodo in choro Babenbergensi maiori, requisito consensu singu- 
lorum tam de nostra quam de maiori ecclesia canonicorum ac mini- 
sterialinm qcclesi^ plurimorum. Testes huius rei: Boppo maioris 
ecclesie et sancti lacobi prepositus, Sifridus sancte Mari^ prepositus 
Turstadensis, Gundelogus maior decanus, Rfllandus scolasticus, Mar- 
quardus tbesaurarius et tota universitas maioris qcclesiq, de monte 
sancti Michaelis, Tharisiensis , Michelveldensis abbates; laici: illustris 
dux Meraniq Otto, Heinricus liber de Grifenstein, Rfipertus comes de 
Ghastele; ministeriaies ecclesiq Albertus de Tunnenvelt, Herdegen et 
Heinric de Ritte, Eberart de Wisentowe , Boppo de Stierberch , Heinric 
de Nideche, Heinric de Stritberch, Erchenbrecht dapifer de Botenstein, 
Marquart Slicchar, Eberart de Keschendori^ Volnlant de Egelolvestein, 
et alii quamplures. 

Acta sunt hqc anno dominic^ incamationis M^CC^^XIX*^, anno 
pontiticatus domini E(ccheberti)2 episcopi XVI^». 

Urachr. mit ovaUm Siegel in rothem Wachs mit gemmenartiger DarsteUung an 
rothen Seidenfaden W. 

1) In der Urkunde nur B. — 2) Urk. bloss E. 



1319. 6. 

Das Domcapitel zu Bamberg hestdtigt die Verdusserung des Dorfs 
Ixingdn seitens des Stifts S. Jacobi in Bamberg an den deutsc/ien 
Orden. 

C : In nomine sancte et individue trinitatis. Bi (oppo) i dei gracia 
prepositus, G(undelogus) , decanus et totum Babenbergensis ^cclesi^ 
capitulum omnibus hanc paginam inspecturis salutem in eo, per quem 
salus omnium. Cum hominum etas se nunquam in eodem statu repre- 
sentet et temporis lapsus oblivionem inducat, consentaneum est rationi, 
ut ea que bona fide contrahuntur, scripture serie roborentur. Hinc est, 
quod omnibus hanc paginam inspecturis duximus declarandum, quod 
cum ecclesia sancti lacobi villam in Langen pluribus annis infructuose 
possedisset, ut propter imperii turbationem et grandem tocius Ala- 
manniq commotionem nullus eidem de bonis eisdem usus vel utilitas 
proveniret, Hermanno, magistro hospitaliB sanctq Mariq Teutonicorum 
Iherosolimitano, redditus eosdem vendiderunt pro quadringentis et quin- 
qnaginta marcis fini argenti tali conditione mediante, quod idem sancti 
lacobi canonici iuramento se communiter astrinxerunt , ut idem argen- 
tum in nullius unquam usum conferretur, sed intactum conservaretur, 
donec in redditus aliquos ^cclesi^ utiles emptionis titulo expenderetur. 
Sic eodem argento a magistro predicto provide suscepto, dominus noster 



Nr. 6. 7. a. 1219. 7 

Ecchebertus episcopus viUam in Langen cuni ecclesia parrochiali, euni 
silva, pratis, agris cultis et ineultis, viis et inviis et omnibus pertinen- 
tiis magistro contnlit memorato in choro maioris ecclesie in presentia 
tocins synodi, qnq tmic temporis exstitit celebrata, accedente canonico 
consensu tocius capituli sancti lacobi ac ministerialium plurimorum 
Babenbergensinm. Ut igitur h^c traditio hospitaii sancte Mari^ Theu- 
tonicorum Iherosolimitano sollempniter celebrata firma perpetuis tem- 
poribus consistat, sigilli nostri mnnimine ac prelatorum ^cclesi^ nostr^ 
ac ministerialium testificatione dnximns roborandam. Testes hnius 
rei sunt: Boppo, maioris qcclesie et sancti lacobi prepositus, Sifridus 
sancte Marie prepositus Turstadensis, Gundelogus maior decanus, M- 
landus scolasticus, Marquardus thesaurarius et tota universitas maioris 
qcclesi^; de monte sancti Michaelis, Tharisiensis , Michelveldensis, 
Wizeuahensis abbates; laici: illustris dux MeranieOtto, Heiuricus liber 
de Grifenstein, Mpertus comes de Ghastele; ministeriales ^cclesiq Al- 
bertus de Tunnenvelt, Herdegen et Heinric de Ritte, Eberart de Wisen- 
towe, Boppo de Stierberch, Heinricus de Nideche, Heinric de Stritberc, 
Erchenbrecht dapifer de Botinstein, Marquart 8licchar, Eberart de 
Keschendorf, Yolnlant de Egelofestein, et alii quamplures. 

Acta sunt hec anno dominic^ incarnationis M^CC^XIX^, ponti- 
ticatus domini £(ccheberti)^ episcopi anno XVP. 

Urschr. mU grosaem rundem SHftssiegd in rothem Wachs an rath und gelben 
Seidenfdden W. 

1) u. 2) In der Urschr, wur die Anfangsbuchstaben. 

1219. 7. 

Ehkebrecht, Bischof von Batnberg, ilbereignet das vom Stifl S. Jacobi 
dasdbst verdusserte Dorf Langeln dein lieiitschen Orden, 

In nomine sancte et individue trinitatis. || Ecchebertus dei gracia 
Babenbergensis episcopus omnibus hanc paginam inspecturis graciam 

in presenti et gloriam in futuro. Cum roborentur. Sane presenti scripto 

dnximus declarandum, quod Babenbergensis villam Langen pluribus 

annis infructuose possedisset, ut propter varias inperii turbaciones 
et tocius Alamannie crebras bellorum tempestates nulla eidem de bonis 
eisdem utilitas proveniret, magistro Hermanno hospitalis ^ancte Marie 
Teotonicorum lerosolimitano redditus eosdem dicte ecclesie canonici 
vendiderunt pro quadringentis et quinquaginta marcis fini argenti, 
qnod ab eodem magistro sub tali recepere condicione ac iuramento 
astricti, ut idem argentum in nullius unquam usum conferretur, sed 
intactum conservaretur, donec in reditns alios ecclesie utiles emptionis 
titulo inpenderetur. Nos itaque villam Langen cum ecclesia barrochiali (!), 
cum silva, pratis, pascuis, agris cultis et incultis, viis et inviis et 
omnibus pertinenciis niagistro contulimus memorato in pleua synodo, 
que tunc temporis in maiori exstitit ecclesia celebrata, sub decreto et 



8 Deutschordens-CommeiHle Langeln. 

assensu omniuiu tam maioris ecclesie quam sancti lacobi canonicoram 
et approbacione ministerialium plurimorum. Ut igitur hec tradicio 
nostra hospitali sancte Marie sollempniter celebrata iSrma perpetuis 
temporibus existat, sigilli nostri munimine duximus roborandam. Testes 
huius reisunt: Boppo maioris ecclesie et sancti lacobi prepositus, Sifri- 
dus sancte Marie prepositus Turstadensis, Gundelochus maior decanus, 
B&Iandus scolasticus, Marquardus thesaurarius et tota uniyersitas ecclesie 
maioris; de monte sancti Michahelis, Tharisiensis, Micchelveldensis, 
Wizenahensis abbates; laici: illustris dux Meranie Otto, Heinricus 
liber de Grifenstein; ministeriales ecclesie: Albertus de Tunnenvelt, 
Herdegen et Heinrich de Kitte, Eberhart de Wisentowe, Boppo de 
Stierberch, Heinrich de Nidecche, Heinrich de Stritberch, Erchenbreht 
dapiter de Botenstein, Marquart Slicchar, Eberhart de Keschendorf, 
Yolnlant de Egelolfestein, et alii quamplures. 

Acta sunt hec anno domini M^CCC^^XIX*» , pontificatus nostri 
anno XVI". 

Urschr. mit giossem rundem Siegel in rothem Wachs an rothseidener Schnur. W. 
Umschrift : 

+ ECheBERT^ . DEI . GRffi . BHBHBQRGQHSIS . SLlQ . EPS . 

Von au^erhaJb ron einer Hand d^ aiisgehenden 13. Jh. : privilegium episcopi ekbcrti 
Bavcnbergonsis siiper bona in Langene. Ohne Zeugenreihe una JEinga/ngsformd, so- 
wie ohne Jahreszahl findet sich die Urk. (nach dem Pontificat^iahrJ zu 1218 gesetzt 
mid gedrnckt hei Hennes, Urkdb. z. Gesch. d. d. Ordens I, 36 f. no 34. Jjangen ist 
dort im Begest durch La)tgheim loiedergeg^bm. — In den hier ausgelassenen Stellen 
stimmt Nr, 7 wortlich mit Nr. 6 iiberein. 



1219. JuU 13. Orvieto. 8. 

Papst Hmarlus IIL hestdVigt dent DetUsdiordefisnieister Uermunn 
Dorf tmd Kirche zu Ijatigeln, welches das S. Jacobsstift in Bam- 
berg mit Zustimmxing des (hrtigen Bischofs dem Orden ver- 
kauft hat 

Honorius || episcopus, servus servorum dei, dilectis filiis magistro et 
fratribus hospitalis sancte Marie in lerusalera salutem et apostolicam 
benedictionem. lustis petentiura desideriis dignum est nos lacilem 
prebere consensum et vota, que a rationis tramite non discordant, 
efFectu prosequente complere. Cum igitur canonici sancti lacobi Pambe- 
bergeusis villam que Langen dicitur, ex qua ab annis plurimis propter 
turbationes imperii nulla eoruni ecclcsie potuit utilitas provenire, pro 
quadringentis et quinquaginta marcis argcnti, ex qnibus redditus utiles 
eidem ecclesie debent emi, vobis vendidei int, et venerabilis frater noster 
Eccebertus Pambebergensis episcopus id approbans prefatam villam 
cum parrochiali ecclesia, silva, pascuis, pratis, agris cultis et incultis 
et ceteris pertinentibus ad eandem de consensu capituli sui et pre- 
dictorum canonicorum in plena sinodo tibi, fili magister, nomine domus 
vestre contulerit, sicut in autentico exinde confecto perspeximus con- 



Nr. 8. 9. a. 1219. 1220. 9 

tineri, nos vestris precibns ioclinati venditioneni ipsam et collationeni 
ab eodeni episcopo factam, sicut sine pravitate provide facte sunt, 
auctoritate apostolica confirmamus et precipimns firmiter observari. 
Nnlli ergo omnino hominum liceat banc paginam nostre confirmationis 
et inssionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem 
hoc attemptare presumpseiit, indignationem omnipotentis dei et bea- 
torum Petri et Pauli, apostolorum eius, se noverit incursurum. 

Datum apud Urbemveterem III. idus Inlii, pontificatus nostri anno 
qnarto. 

Urschr. mit BleibuXle an roth- und gelbseidenen Fddeu. W. Vordenteite: HONO ' 
RIVS I • P^P • III. Bucks.: 6PA8PE, die Kiipfe der A]x)gtel in F^lenriwfen durch 
ein Idngliches Kreuz, woriiber ein • , getrennt. 



1320. Janiiar. Hagenau. 9. 

Konig Frledri<ih II. bestiUigt obigm Verkauf und schenkt iiberdies 
dm Konigsbann, wdchen das Beidi in jener BesUeung hatte. 

C. In nomine sancte et individne trinitatis, patris et filii et spiri- 
tns sancti amen. || 

Fridericus || secundus divina favente clementia Komanorum rex 
semper augustus et rex Sicilie. Ut pro gratia, quam rex regum suis 
fidelibns misericorditer elargitur, plus devoti reges et principes videan- 
tnr, et vigilandum est eis et totis studiis intendendum, ut in quibus- 
cunque possunt, munificentie divini culminis obsequantur. Notum ita- 
que facimus nniversis, quod nos attendentes devotam religionem saere 
domus hospitalis sancte Marie Theotonicorum, pro salute quoque nostra 
et remedio animarum fidelium augustorum parentum nostrorum reddende 
memorie traditionem, quam Babenbergensis episcopus de villa Langen et 
pertinentiis ipsius ville fecit fratri Hermanno, magistro hospitalis sancte 
Marie Theotonicorum lerosolimitano, presenti privilegio confirmamus, 
tenorern privilegii episcopi supradicti huic nostra privilegio inserentes. 
Ecchebertus u. s. f. — Folgt die Urk. Nr. 7. Die Zeitbestimmung am 
Schluss latUet: Acta sunt hec pontificatus nostri anno sextodecimo. 
Preterea donationi canonicomm sancti lacobi et confirmationi memo- 
rati episcopi benigniter annuentes et regalis munificentie beneficium 
adicientes damus et perpetuo confirmamus domui hospitali sancteMarie 
Teotonicorum regalem bannnm nostrum, quem in supradictis bonis de 
Langen hactenus imperium habuit et nos visi sumus habuisse. Ad 
huius autem nostre confirmationis et donationis perpetuam firmitatem 
presens privilegium inde fieri fecimus sigillo iiostre celsitudinis robora- 
tum. Huius rei testes sunt: HennannMS marchio de Baden, comes 
Sibertus de Wenla, comes Heinricus filius eius, Cflnradus burgravius 
de NJirenberc, Gerlachus de Biitingen, Rainaldus duxSpoleti, RAdolfus 
advocatus de Rapehtiswilar ^ Heinricus magister coquine de Roten- 
burc, Rddolfus de Husinberc,'^ Cono de Tuiffcn, et alii quamplures. 



10 Deutschordens-Commeude Langeln. 

Signum domini Friderici Romanorum regis semper augustij (L.M.) 
et regis Sicilie: £go Cflnradus dei gratia Metensis et Spirensis episco- 
pus, imperialis aule cancellarius, vice domini Sifredi, Maguntinensis 
sedis archiepiscopi et totius Germanie archicanceilarii, recognovi. 

Acta sunt hec anno dominice incarnationis millesimo ducentesimo 
vicesimo, meuse lanuario, indictione octava, regnante domino nostro 
Friderico illustrissimo Komanorum rege semper augusto et rege Sicilie, 
anno Romani regni eius in Germania octavo et in Sicilia vicesimo 
secundo feliciter amen. 

Datum apud Hagenowe, anno, mense et indictione prescriptis. 

Urschr. mit im Wesmtlichen unverletztem rothem Wachssiegel an griln u^nd 
rother SeidenschmMr im grafl. H.-Archiv zu Wemigerode; ausserJudb bezeichnet uon 
einer Hand des auagehenden 13. Jahrh. als Privlegium domini regis super bonis in 
Langeno; ein zweites im konigl. Staatsarchiv zu Stuttgwrt, nach welchem die folgenr 
den Drucke bei Pistorius amoenitates historico-iuridicae VII, 2223-2225; Heiines 
cod. diplom. ord. s. Mariae Theutonic. p. 47. no. 45; Hnillard-Br^hoUes hist. dipL 
Frider. secimdi I, 2. p. 734—786. Langen ist hier im Megest durch Langheim 
wiedergegd)en. Die Lage des Orts war den Herausgebern mibekannt. Die Drucke 
nach der Stuttgarter ifrschr. haben ad 1) Kappertiswilar, ad 2) Huzinberc. 



1223. October 14. Quedllnburg. 10. 

Bruder Hugoid vm Langeln ist mit mehreren DeiUschorden^midern 
in Qitedlinburg Zeuge bei der Schenkung eines Waldantheils bei 
Dovenrothe seitens G-raf Sifrids von Blankenburg an das dortige 
Kloster Mimgenberg. 

Ad maiorem etiam cautelam in audientia honestorum virorum, 
quorum nomiua subscripta sunt, hunc assensum nostrum, ut huius rei 
sint testes, in Quedelingeborch expressimus manifeste II ^ idus Octobris, 
anno dominicc incarnationis M<>CC°XXI1°. 

Aderant autem fratres de domo Theutonicornm : frater Hermannus, 
Otter cognomine, frater Ulricus de Thornethe, frater Hugoldus de 
Finegestad, frater Hugoldus de Langele. 

V. Erath cod. dipi. Quedlinb. p. 139. 

122B. Halberstadt. 11. 

Friedrich, Bischofvon Ualherstadty iviUigt darein, dass der deiitsdie 
Orden die Kirche zu Langeln mit fiinf/sehn nahezu acht Mark 
zinsefulen Hufen gegen acht bessere Hufen daselbst, die vierzehn 
Mark einbringen, vertauscht. 2wr Aufbringung der andertJialb 
Iei'ding fiir die Kirchenliditer wird anstatt einer jener 15 Hufen die 
Haifte des Einkommens einer der ertauschten acht liufen bestimmt, 

In noniine sancte et individue trinitatis. Fridericus dei gracia 
Halberstadensis episcopus imperpetuum. |1 Cum venerabiles fratrcs 



Nr. 10. 11. a. 1222. 122:5. H 

domQs teutonice, que est in partibus transmariuiH, in obsequio Ihesn 
Christi non dormiant nee dormitent, sed pro domo domini intrepidi se 
mnrum opponant, portantes in eius custodia pondus diei et estus, 
tanto propensius utique pro eorum commodis invigiiare tenemur, ita etiam 
at si qua ad eorum iuerint proiicuum ordinata, nostre iirmitatis muni- 
mine taliter roboremus, ut valida sint deinde et nunc et imperpetuum 
profutura. Eapropter noverint universi Christi fideies tam presentis 
temporis quam futnri, quod, cum iratres iamdicti eclesiam in Langele 
cum XV*^*"* mansis ad plennm non solventibus octo marcas cum litoni- 
buB pertinentibus ad eosdem iusto titulo possiderent et in ipsa viila 
octo mansos meliores et utiliores quam XIIIl marce annne pensionis 
similiter optiuerent, quia predicti XV mansi eis et eclesie niinus utiles 
exstiterint, visum est eis ut prudentibns expedire hincinde concambium 
facere et bona pro bonis racionabiliter conmutare. Cupientes igitur 
hec ad efifectum perducere, ad nostram fratrumque nostrorum, maioris 
eclesie nostre dominorum, accessere presenciam et nostrum, ut opor- 
tuit, beneplacitnm et consensum humiliter requirebant. Nos autem 
inter nos conmunicato consilio et reperto, quod in hac coumutatione 
eclesie nil penitus deperiret, volnntati ipsorum duximus annuendum, 
conmutationem approbantes in domino et episeopali auctoritate nostra 
taliter statuentes, ut prenominati octo mansi loco predictorum XV 
mansorum eclesie in Langele pertineant in futumm et fratres liberam 
habeant potestatem de iam dictis XV mansis ordinandi et disponendi 
qnicquid voluerint et domui sue noverint expedire. Ad hoc quia man- 
sns nnus de sepedictis XV mansis solvens fertonem et dimidium ad 
Inminaria eclesie pertinebat, ne eclesia tam necessario privaretnr ob- 
sequio, marcam dimidiam de manso, quem Benedictns habebat, qui est 
de numero predictorum octo mansorum, qui liberi sunt et a litonibus 
absoluti, ad iuminaria deputarunt, ipsiautem reliquum prefati mausi emo- 
lumentum habebuut Huius conmutationissunt testes: Meynardus maior 
prepositus, Arnoldus decanus, Atmarus sancti Pauli prepositus, Amoldus de 
Scherenbike, Burchardus prepositus de lecheburc, Bernardus vieedominus 
noster, Liudolfus de Sladem, Albertns prepositus de Burcslo, Tidericus 
de Blankenburc, totumqne maioris eclesie nostre capitulum. 

Acta sunt hec anno domini M^CC^XXIII^ indictione XI*. 

Et ne imposterum super hac conmutatione dubium aliquod oriatur, 
hanc pagiuam duobus sigillis, nostro ac maioris eclesie nostre signatam 
prefatis fratribus in testimonium validum erogamus. 

Datum Halberstat per manum Tiderici notarii nostri, pontificatus 
nostri anno tercio decimo. 

Urschr. W. tnit den an rothen umi geJhen SeUhmckniiren Jianyeml^n rotiien 
Wachssiegdn. 



12 Deutschordens- Cominende Laiigeln. 

1325. Halberstadt. 13. 

Iriedridi, Bischof von Ualberstadt, iibereignet auf Bitteu Graf 
Sifrids von Blankefiburg und des Kardinals Kmrad vmt Porto 
und /S. Rufina dem deutsdien Orden den Zehnten m Eilsdarf 
und reicht dafiir dern genannten Grafen die ihm m Lehn 
aufgetragenen Giiter zu Anvordesleve , Ebhekestorpy Linzke und 
Bdmeke. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Fridericus dei gratia 
Halberstadensis ecclesie episcopus imperpetuum. || Cnm veuerabiies et 
in deo dileeti fratres domus teutonice, que est in partibus transmarinis, in 
obsequio Ihesu Christi non dormiant nec dormitent, sed pro domo domini 
intrepidi se murum opponant, portantes in eius custodia pondus diei et 
estus, tanto efficacius utique eorum commodis inminere tenemur, quanto 
devocius idem fratres terre sancte deserviunt; et si qua ad eorum 
sustentationem seu per nos seu per aiios Christi fideles eis collata fuerint, 
nostre firmitatis munimine taliter roboremus^ ut imperpetuum firma sint 
eisdem et a posteritate- non valeant revocari. Eapropter notum esse 
volnmus universis Christi fidelibus tam presentis temporis quam futuri, 
quod cum dilectus fidelis noster vir nobilis et deo devotus Sifridus 
comes de Blankenburch decimam in Eillikestorp de manu nostra iure 
pheodali teneret et de ipsa terre sancte prestare obsequium plurimum 
alBfectaret, ad nostram fratrumque nostrorum maioris eclesie nostre 
canonicorura decessit presenciam et suam nobis aperiens voluntatem 
una cum venerabili patre ac domino Conrado, Portuensi et sancte Rufine 
episcopo, apostolice sedis legato, et cum fratribus memoratis petivit 
a nobis humiliter et devote, quatinus predictam decimam domui teu- 
tonice conferre dei intuitu diguaremur, in restaurum condignum bona 
quedam proprietatis sue sub forma conmutationis nobis ofierens, que 
bic fecimus subnotari: in inferiori Anvordesleve quinque mansos novem 
iugeribus minus et septem areas, Ebbekestorp duos mansos cum areis, 
Lincike quinque mansos et dimidium cum areis attinentibus, vineam in 
Bomikere habentem XXlir* iugera. Hec, ut premisimus, in restaurum 
nobis obtulit snb hac forma, ut loco decime, que feodum suum erat, 
predicta bona de manu nostra reciperet et iure feodali teneret. Nos 
igitur pia voluntate ipsius plenius intellecta et devote petitioni domini 
le^ati gratum preberc volentes assensum, super conmutatione facienda 
desiderium comitis duximus admittendnm, qui nobis incontinenti deci- 
mam resignavit et premissam proprietatem suam eclesie nofetre con- 
tulit, consensu uxoris sue domine Methildis ac filiorura suorura Tiderici, 
Sifridi et Heinrici sibi in omnibus affavente. Sic igitur deciniam nobis 
resignatam a comite habentes in manu nostra liberam et solutam, pro 
reverencia Ihesu Christi et dulcissime matris ipsius et pro devota pre- 
cum iustancia domini legati et fratrura doraus preniissc, quorum opera 
bona luccut vclut sol in virtute sua, dcciniam in Eillikcstorp de pleno con- 



Nr. 12 18. a. 1225. IS 

sensu tocitts capituli nostri domui teutonicc ct tratribns in ea servienti- 
bns terre sancte cum omni integritate contuliuins perpetualiter imssi- 
dendam, salvo inre archidiaconi. Et ne comes suo feodo privaretur, 
bona illa, que nobis contulit in restaurum, iure sibi concessimus pheo- 
dali. Huius rei testes sunt: Meinardns prepositus, Arnoldus decanus, 
Anno prepositus in Bosieve, Conradus Ertbrdensis prepositns, Arnoldus 
arcbiadiaconns orientalis* Burchardus prepositus in lecheburch, Liudol- 
fns archidiaconus in Isleve, Gardolfus et Burchardns de Meynersheni, 
Cono de Diefholte, Conradus de Branberc, magister lohannes sancte 
Marie prepositus, Rodollns portenarius, Wernerus de Drondorp, Con- 
radns de Alvensleve, Albertus prepositus in Bnrcslo, Conradus de Vro- 
bnrch, Tiderieus de Blankenburcb, Osto et Kichardus sacerdotes, magister 
Tegenhardus, prepositus in Hougen, totum maioris eclesie nostre 
capitulum. 

Acta sunt hcc anno domini M^^CC^XXV", indictione XIIl*. Et ne 
imposteruni novis surgentibus super hac conmutatione simulque dona- 
tione nostra dubium aliquod valeat suboriri, tres paginas unum et idem 
in se continentes inde conscribi et quatuor sigillis, domini cardinalis 
videlicet, nostro et eclesie uostre maioris ac prefati comitis fecimus 
insigniri, unam maiori eclesie, unam domui teutonice, unam sepedicto 
comiti in testimonium validum erogantes ac sub interminatione anatbe- 
matis districtius inhibentes, ne quis quocumque ausu temerario contra 
eas venire presumat; si quis autem presumpserit, indignationem 
omnipotentis dei et nostri anathematis vinculum se noverit incur- 
surum. 

Datum Halberstat per manum Tiderici notarii nostri, pontificatns 
nostri anno qnintodecimo. 

TJrschr. \V. mit den rier an rothen und gelhen Seidenschniiren anhangenden^ fast 
unrerletzten Sieffeln, das des Kardinals jMrabolisch, die atuiern nuid, alle in rothem 
Wachs. 



1225. 13. 

Der Pnesterbruder Aisalon, Verweser dcs Dmtschordmshauses in 
Langeln, hezengt mit den Vorstehern anderer Detitschordenslidtiser 
einen Tausch ztcischen deni Hochmeister Herfnann und dem Stift 
Hersfeld an verschiedetien Orten Thiiringens. 

Huius itaque facti testes sunt fratres nostri hiis vocabulis 

nnncupati: Hermannus dictus Otter, preceptor domus nostre per uui- 
versam Alemanniam, Bertoldus de Tannenrode, Heinricus preceptor in 
Aldenbfirch, Cuuradus preceptor de Borsendorf, rhilippus preeeptor 
domus nostre in Ilallis, Ghcldolfus preceptor in Magdeburch, Cflnradus 
preceptor in Neghelstete, Heinricus preceptor in Richenbach, itoni 
Heinricus preceptor in Frankenvfirt, Absalon sacerdos et provisor donius 
nostre in Langhel, Theodericus de Sulinghen, preceptor in Elmesburch, 



14 Deutschordeiis-Commendo Langeln. 

Heinricus preceptor in Merghentheim , Ulricus de Dume, Andreas de 
Hohenloch, Heinricus de Moguntia. 

Facta 8unt hec anno incarnationis doraini M^CC*»XX^ quinto. 

Nach der Urschr. im konigh Staatsarchiv zu Marburg gedruckt bei Wyss, 
Hess. Urkdb. I, 14, S. 13. 14. 

md. 14. 

OUOy Hergog von Braunschweig , ubereignet auf JBiUen seiner Mi- 
nisterialen IJppold u/nd Johann von Heiftiburg dem deutschen 
Orden das Eigenthum von zwei Hufen in BersseL 

Dei graeia Otto ^ dux de Bruneswic oninibus piesentibus et poste- 
ris in perpetnum. Res dignas memoria humana consuevit racio scriptis 
et testium nominibus roborare. Noverint igitur universi tam posteri 
quam presentes, quod nos dilectorum ministerialium nostrorum Lippoldi 
et lohannis de Heimborch petitionibus inclinati proprietatem duorum 
mansorum iu Bersie cum pertinentiis ipsorum dedimus hospitali sancte 
Marie domus Theutonicorum in lerusalem quiete semperet libere possi- 
dendos, ita ut nobis et nostris parentibus esset meritorium apud domi- 
num. Ut autem hec nostra donacio rata et inviolabilis permaneret, 
litteram hanc patentem inde conscribi et sigilli nostri munimine feci- 
mus roborari. Testes sunt: Bemardus de Dorstat, lordanus dapifer, 
Willekinus marscalcus, Heino deWeneden, Everardus de Odem, lusarius 
pincerna, et alii plures. 

Actum est hoc anno gracie MoCC°XXXVIin°. 

Urschrift W. 7nit grossem, schon ausgeprdgtem rtmdeni WacJissiegel an rother 
Seidenschnur. 

i) In der Urhmde 0. 



1239. Osterode. 15. 

Otto, Herzog von Braunschweig,iibereignet aufdicBitte seines Fretm- 
des Bnuler Heinrich von Heimburg deni Deiitschordenshause m 
Jerusalem das Patrofiat der Kirche m Ergstedt mit deni Eigen- 
thum des Allods in jenem Dorfe undvier Hufen. 

In nomine sancte et individue trinitatis. j | Dei gracia Ottoi dQx de Brunes- 
wic omnibus inperpetuum. Quoniara varios successus temporum varii rerum 
comitantur eventus, utile quidem est ac necessarium ,• ut que tempora- 
liter gesta sunt, scriptis et testibus memorie commendentur. Ad noticiam 
igitur universorum presentium et futurorum volumus pervenire, quod 
nos ad instanciam karissimi amici nostri, fratris Heinrici de Heimburg, 
patronatuni ecclesie iu £rgezstede cum omnibus suis pertinenciis et 
proprietatem aliodii in eadem villa cum quatuor niansis et cum omni 
iure ipsorum tani in aquis ct pratis quam in agris domui Theutoni- 
corum hospitalis sancte Mai*ie in lerusalem absolute obtulimus et dedi- 



Nr. 14-17. a \2t\9 125« 15 

mas pro remedio auiine nostre et progenitorani nostromm qniete 
semper et teliciter possidenda. Vt autem talis nostra donatio firma 
semper et inviolabilis perseveret, et ne ab aliqao posset in posterum 
irritari, paginam presentem hine inde eonscribi et sigiili nostri iussi- 
mus munimine roborari. Huius rei testes sunt: Bernardus de Dorstat 
lordanns dapifer, Baldewinns frater eius, Baldewinus advocatus de 
Dalem, Ecbertus de Wlferbutle, Burcbardus frater suus, Fridericus de 
Asbeke, Heino de Weneden, Ludolfus de Bortvelde et Gevehardus frater 
eius, Everardus de Odem, et alii plures. 

Datum Osterrodhe, anno dominice incarnationis M*>CC^XXXVnn<>. 

Urachr. auf Pergament mitgrossetn, tcenig rerletitem, rundem gelbem Wachaie/jel 
an rother Seidenschnur. W. ^ne HancL des 15. Jahrh, hat von auaserhalb die Be- 
zeichnung Erckstede aufgegchrieben. 

1) In der Urkunde 0. 

1248. Marz28. 16. 

Albrecht von UaMenberg (Halleberch), Verirder des Deutschmeisters, 
verkauft dem Kloster llsenburg zwei Hufen zu Langeln (Langele), 
wdche die dasdbst befindlichen Ordensbruder auf ihre Kosten be- 
bauten, und eine eunschen den Uofen Gerbothos und Beinclds da- 
setbst gdegene UofsteUe. 

Actnm anno domini millesimo ducentesimo quadragesimo octavo, 
quarto die exeunte Marcio, sexte indictionis. 

Gedruckt nach der Urschr. Ilsenb. Urkdb. 86 (Gesch.-Qudlet^d. Brov. S., VI. 1). 



1258. Mal 24. Wernlgerode. 17. 

Iriedrich, Graf zu Wemigerode, verkauft den DetUsch- 
ordensbrudem vier Uufen und eine UofsteUe in Dorf und Ilur 
Langdn. 

Fridericus dei gracia comes de Wemiggerode omnibus hanc litteram 
iaspecturis salutem. Quoniam ab humana memoria facilius elabuntur, 
que nec voce testium nec scripture testimonio eternantur, necessarium 
est, ut facta hominum scripti memoria recipiant firmamentum. Noverint 
igitnr huius littere inspectores tam presentes quam futuri, qnod nos de 
consensu heredum nostrorum fratribus domus teuthonice vendidimus HH 
mansos et aream in pago et villa Langele sitos eisdem iure proprietatis 
perpetuo possidendos. Ut autem facta presencia robur debite firmitatis 
optineant et a nostris successoribus nequeant in posterum inmutari, iussi- 
mus hanc litteram sigilli nostri munimine diligentius insigniri, testibus 
qui hec viderunt et audierunt nichilominns annototatis, qnorum 
uomina sunt hec: comes Gevehardus, patruus noster, comes Conradus 
filius suus; Sifridus de Minsleve, lohannes de Hartesrode, Amoldus de 



16 Deutschordens-Gommende Langeln. 

Berle, Henricas, Everhardng fratres de lerichgem, HeinricnB de Eonen- 
rode, Fridericus, Henricus de Schowen, lohannes, Tiethmarus fratres de 
Shillinge, Daniel de Otheleve milites, et alii quamplures. 

Acta sunt hec anno gracie M<*CC"LVH1®, in civitate Werningeroth, 
Vini^ kalendas Iu[nii]. 

Urachrift W. mit Siegel (s, laf. VI. Nr. 43) cm grilnrothmdener Sehmir. 



1258. Mai 24. Wernigerode. 18. 

Gebhard, G-raf m Wemigerode, imlligt in den von seinem Vetter 
Friedrich geschehenen Verkauf van vier Hufen und einer Hof" 
stelle 0u Langdn an die Deutschordensbruder, 

Greyehardus dei gracia comes de Werningerode omnibus hanc 
litteram inspecturis salutem. Cum hominum memoria labilis sitmultum 
et incerta, neccesarium est, ea que geruntnr scripture testimonio oon- 
firmari, ne processu temporis evanescant. Recognoscimus igitur et 
tenore presentium protestamur, quod fratruelis noster Fridericus comes 
de Wemiggerode HII mansos et aream in pago et villa Langele sitos 
fratribus domus teuthonice de consensu nostro vendidit iure proprie- 
tatis perpetuo possidendos. Ut hoc factum in futurum stabile perseveret 
et a successoribus nostris in posterum nequeat inmutari, et ut dicti 
fratres securitate gaudeant habnndanti, scripta presentia cum nostri 
sigilli appensione in testimonium erogamus, testibus qui hoc videruut 
et andierunt nichilominns annotatiS; quorum nomina sunt hec: comes 
Conradus, filius noster; Sifridus de Minsleve, lohannes de Hartesrode, 
Arnoldus de Berle, Henricus, Everhardus fratres de lerichsem, Henricus 
de Konenrode, Fridericus de Schowen, Henricus frater suus, lohannes, 
Tiethmarus fratres de Shillinge, Daniel de Otenleve milites, et alii 
quamplures. 

Acta sunt hee anno gracie millesimo ducentesimo quinquagesimo 
VIH*», in civitate Werninggerod, VIIII" kalendas lunii. 

Urschrift W. mit Siegd (s. Taf. VL Nr. 44) an griin^other Seidenschmir. 



1258. December 24. Langeiisteln. 19. 

Volrad, Bischof von Halberstadt, bekimdet die vor ihm geschehene 
feierliche Verzichtleistung Graf Heinrichs m Blankenburg auf 
jede fernere Befdidung der Deutsclwrdensbrilder. 

Volradus, dei gracia Halberstadensis ecclesie episcopus, universis 
Christi fidelibus presentem litteram audituris salntem in domino. Notum 
facimus univcrsis tam presentibus quani futuris, quod cum olim nobili 
viro Henrico comiti dicto de Blankenburg erga fratres domus theutonice, 
milites Ihesu Christi, suborta fuisset matteria questionis, et illa coram 



Nr. 18 20. a. 1258. 1259. 17 

nobis tnisset aliquamdia ventilata, dob tandeni una eiim aliis Tiris 
providiset discretis predictum comitem H(enricam) diiigenter duximus 
ammonendum, «t ab inpeticione fratrum predictorum renunciaret om- 
nimodis et cessaret. Prefatns igitur comes nostris moniciouibus in- 
formatu« omni actioni, quam erga dictos fratres videbatur habere, 
rennnciavit integraliter coram uobis ct coram aliis viris dicretis pari- 
ter et honestis, vidclicet Couone dc Dhefholte, Hermanno scolastico, 
«ostre eeclesie canonicis; Friderico comite de Kircberge, Wernero nobili 
viro de Scherenbeke, Nicolao do Heymburg, Henrico Ysenborde, et aliis 
quani pluribus. Et ue predlcta questio erga fratres premissos pcr me- 
moratum comiteni de cetero aliquatenus innovetur, sepedicte donmi fra- 
trum presentem litteram sigillo nostro munitam in testimonium ero- 
gamus. 

Datum Langeusten, auno domini M^CC^^LVUI^ VUH<» kalendas 
lanuarii, pontificatus nostri anno tercio. 

Vrschrtft W. mit beschddigtem Siegd an Pergamentstreifen. 



im April 20. Ringelheim. 30. 

Heinrich der Jiingere, Graf m Woldenberg, iibereigfiet den J)eutsch- 
ordensbriidem zwei Hufen m Ixingeln. 

Henricus dei gracia comes iunior de VValdenberch omnibus hoc 
scriptum inspecturis. Cum hominum memoria ita sit labilis et iniirma, 
quod de preteritis vix valeat reminisci, necessarium est, ea que fiunt 
ita scripture testimonio coufirmari, ne facta presentium in oblivionem 
transeant tuturorum. Notum igitur esse volumus omnibus huius littere 
inspectoribus', quod nos pro reverentia Ihesu Christi fratribus domus 
theutoiiice hospitalis sancte Marie lerosolimitani de consensu heredum 
nostrorum duos mansos in Langele cum omnibus attinentiis, silvis, 
pratis, pascuis, areis contulimus iure proprietatis perpetuo possidendos. 
Ut igitur huiusmodi donatio dictis fratribus a nobis coUata robur firmi- 
tatis optineat et in posterum nequeat inmutari, decrevimus hanc litteram 
sigilli nostri muuimine diligentius insigniri, testibus qui hec viderunt 
ct audierunt nichilominus annotatis; quorum nomina sunt hec: comes 
Burchardus de Waldenberch, Albertus, prepositus sancte Crucis in Hil- 
denseim, comes Hermannus ct fratres sui de Waldenberch; Lippoldus 
de Luttere, Lodewicus de Linede, Engelhardus de Vanekessen militis, 
et alii qnam plures. 

Acta sunt hec Ringeleimi, anno incarnationis M*^CC°LVIIII°, Xn« 
kalendas Mai. 

Urschrift W. mit dem Tafel X Nr. 69 ahgebildeten herzformigen Siegel an roth- 
seiflener Schnur. 

l) Biiigelim. 

Gfrehlcbtaq. d. 1 r. SacbMn X V. ^ 



18 Deutschorden8-C!oniinende Laiigelii. 

(0. Z. 1259.) 21. 

Heinrich, Graf zu Woldmherg, gewahrleistet den DeutschardenS" 
hrudem swei ihnen iibereignete Hufen auf Ijangdnscher Flur 
gegen die ungegriindeten Anspriiche des Griseke von Langdn^ dessen 
Bruder (Bertram?) das ihm vorher gdmende Lehn den Ordens- 
briidem abgetreten hoMe. 

Henricas dei gracia comes iunior de Waldenberch omnibus hoc 
scriptum inspecturis salutem indomino. Presentibus litteris recognosci- 
mus et una voce publice protestamur, quod nos de bona voluntate et 
consensu heredum nostroruni fratribus hospitalis sancte Marie Theuto- 
nicorum Iherosolimitani contulimus duos mansos in pago Langele cum 
omnibus attinentiis, silvis, pratis, pascuis, areis, iure proprietatis per- 
petuo possidendos et ipsis fratribus super dictis mansis ubique locorum wa- 
randiam prestabimus, ut iure debemus. Intelleximus igitur a fratribus 
predictis, quod Gyseko de Langele in dictis bonis adversus eosdem 
fratres causam moveat querulandi, quem nulla porcio iure taugit in bonis 
pretaxatis, cum die et anno eadem bona tenuerimus ab eodem Gfyse- 
koue) a nobis minus in feodo postulata. Dominus[Bertram?]mus miles, 
frater prefati 6(ysekonis), sepedicta bona tenuit a nobis, que de volun- 
tate nostra fratribus libere contulit superius memoratis. In testimonium 
[huius?] protestacionis presentem litteram sigilli nostri munimine feci- 
mus communiri. 

Urachrift W. etwas angefressen, dafier an ein paa/r Stellen eine Ergdmu/ng in 
eckigen Klammern versuchi werden musste, mit Siegelrest (rergl. zu vor. Nr.). Der 
Zeit nach wvrd die Urk. mdglichst nahe an die vorhergehende zu rucken sein. 



1359. Begenstein. 22. 

Jjlrich, Grafzu Begenstein, bekennty dass vor ihni die Ritter Fried- 
rich und Heinrich von Schau^n dem deutsdien Orden fiinf Hufen 
2U Ler und Waterler innerhaJh seiner Grafsdiaft frei Hbereignet 
hahen, 

Olricus de Regensten dei gracia comes omnibus inperpetuum. 
Quoniam ea que geruntur in tempore, ne more aque fluentis deficiant 
cum tempore, necessarium est scriptis et testibus precaveri, univcrsos 
presentis pagine perlectores nolumus ignorare, Fridericum et Henricum 
de Scowen milites in presentia nostra de consensu nostro quinque man- 
sos proprietatis in coraitia nostra in villis Lere et Watherlere sitos 
fratribus domus theutonice libere contulisse. Verum ne propter varios 
futurorum incursus hoc super facto cuiquam dubium oriatur, dictis fra- 
tribus in testimonium presentem contulimus paginam sigilli nostri rauni- 
mine roboratam, testibus nichilominus annotatis; quorum nomina sunt 
hec: comes Henricus, patruus noster, Olricus et Albertus filii nostri; 
milites: domiuus Henricus de Sauthersleve , Heuricus de Mynsleve, 



Nr. 2? 24. a. 1250. 1260. 19 

lordanus de Redebere; Henricus et Thidericu8 advocati, Henricus scul- 
thetus, Thidericus gogravius, Olricus preco de Werstede, Herniannus 
et Henrieus fratres d^ Langeie, et alii quamplures. 

Uatum Regensten, anno gracie miilesimo ducentesimo LVIHK 
Urschr. W. mit Siegd an roihen Seidenfaden «. Taf. VII Nr. 54. 



1259. Begeiistein. 23. 

Heinrich, Graf m Regmsteinj hezeugt die vor ihm geschehene freie 
Uebereigmmg von fiinf Htifen m Ler und Waterler in seiner 
Grafschaft seitens der Bitter Friedrich und Heinrich von Schauen 
an den deutschen Orden. 

Henricus dei gracia comes de Regensten omnibus hoc scriptum 
inspecturis salutem. Ne gesta mortalium processu temporum calum- 
pniam paciantur, necesse est, ea testium assertionibus et scripture testi- 
monio confirmari. Hinc est, quod nos tam futuris quam presentibus 
tenore presentium declaramus, quod Fridericus et Henricus de Scowen 
niilites in presentianostri (!) de consensu nostro quinque mansos proprie- 
tatis in comicia nostra in viliis Lere et Watherlere sitos fratribus 
domus theutonice libere contulerunt. Ut autem hec douatio robur 
iirmitatis obtineat, presentem litteram sigilli nostri munimine duximus 
roborandam, testibus qui hec audierunt et viderunt nichilominus anno- 
tatis; quorum nomina sunt hec: comes Olricus patruus noster, et filii 
8ui fratrueles nostri Olricus et Albertus; Henricus de Santhersleve, 
Henricus de Mynsleve, lordanis de Redebere milites; Henricus ct Thi- 
dericus advocati, Henricus sculthetus, Thidericus gogravius, Olricus 
preco de Werstede, Hermannus et Henricus fratres de Langele, et alii 
quamplures. 

Datum Regensten anno gracie millesimo ducentesimo LYini°i. 

Urschr. W. mit wenig hescJUidigtem Siegel an rotlien Seidenfdden, 8. 2af. VII Nr. 52. 

1) Die Urschr. hat: Quinquag.^ LV1"III, also die Zehner doppelt 



1260. Mal 6. Blaukeiiburg. 24. 

Sifrid, Graf zu Blanhenburg, ertauscht vom deutschen Orden 
vier Hufen zu Ergstedt gegen vier Hufen zu Langeln und ver- 
kauft von seinem Eigen anderthalb Hufen su Ixingeln sammt detn 
Heinrich vom Bode mit seinen gegenwdrtigen secJis Kindern und 
seiner Schwester Odu daselhst. 

In nomine domini amen. Sitridus dei gracia comes in Blanken- 
burg omnibus inperpetuum. || Ut ea, que per nos religiosis domibus 
et ad commodnm ibidem domino famulantium fuerint ordinata, robur 
obtineant perpetue firmitatis, ita scriptis et testibus duximus roboranda, 

2* 



20 Dcutschordens-Commendo Langcln. 

ne processu teniporis a memoria mortalinni evanescant. Noverint proinde 
presentes et presentinm snccessoresy quod, cum diiecti nobis in Ghristo 
videlicet fratres domus theutonice hospitalis sancte Marie Iherosolimi- 
tani in campo Ergezstide quatuor mansos com omni iurc et fructu 
proprietatis titulo possiderent, et nos in campo Laugeie quatuor mausos 
et curiam unam proprictatis titulo teneremus, predictorum fratrum de- 
votione ac meritis inclinati piedictos quatuor mansos in Langele titulo 
permutationis donavimus cum omnibus fructibus fratribus memoratis, 
recipientes ab ipsis quatuor mausos sitos in campo Ergezstide pari 
iure. Insuper vendidimus pro viginti et quinque marcis Halberstaden- 
sis argenti de proprietate nostra mansum et dimidium, Henricum de 
Novali cumpueris, quos nunc habet: Henrico, Margareta, Ermengarde, 
lohanna, Mechtiide, Beatrice, Gertrude, et sororem suam Odam in me- 
morata villa Langele prefatis fratribus perpetuo possidendos, uxoris 
nostre Mechtildis, Henrici, Hermanni, Burchardi, Sifridi et Mechtildis, 
puerorum nostrorum, voluntate et consensu plenissimo accedente. Huius 
rei testes sunt: Luppoldus de Bodendike, Reinerus de Bornekere, lo- 
hannes et Hermannus fiiii sui, Bertoldus, Hermannus de Sadenbeke, 
Tidericus Grove, Egenolfus advocatus noster, et alii quaraplures. Et 
ut premissa omnia robur et pcrpetuum obtineant firmamentum, hanc 
paginam inde conscribi et sigilli nostri appensione fecimus communiri, 
eam sepedictis fratribus fideliter erogantes, ut per eam contra quorum- 
libet versucias valeant se tueri. 

Datum Blankenburg, anno gracie millesimo CC^LX^, pridie nonas 
Maii. 

Ur8€hr,W. mit an Pergammtstreifen lutngendcm Siegd in gelbmn Wachs, siehe 
7af, VIII Nr. 56. 



1262. August 18. 25. 

Br, Bedeke, Comtur m Langeln, ist Zeuge in einer Urknnde 
EclcebreeJits (Eckcbertus) des Aelteren vdn der Assebiirg, worin 
derseJbe Grund und Boden der ehemaligen Burg EeitUng 
(Retlingc) dem Bischof Volrad von UaJberstadt aufldsst und deren 
Uebertragung an den deutschen Orden bewirkt, 

Testes: frater Reinhardns quondam plebanus in Mulhusen, frater 
lohannes de Wegeleiven, commendator in Elmesburch, frater Bedeke, 
commendator in Langcle, frater Theodericus de Reinstein, Conemundus 
advocatus meus, et alii quamplures. 

Datum anno domini M^CC^^LX*'!!*», XV » kalendas Septembris. 

Nach der im Besitze des Kammerdirectors Griej>enkerl in Bratmschw. hefmil. 
Urschrift gedr. im Assebnrger Urkundenbmh I, Nr. 136. 



IWVU««^'i:iiJ->'.| 



Nr. 25—27. a. 1262—1265. 



21 



1263. Jull 14. Braimschweig. 26. 

Berthold, Comtur m Langdn, verkauft ehie Uufe und Hof m 
Biicende an das neue Hospitdl zu Braunsdiiveig , um von dem 
Erlose die von Hckebrecht dem Aelteren (v. d. AsseburgJ ange- 
kauften Guter in LucMum m iezahlen. 

Universis Christi fidelibus presentein paginam inspectaris Bertoldas 
in ordine domus teutiionice- commendator in Langhenem orationum 
pleuitudinem devotarum. Quoniam facta hominum etiam laudabiiia 
inopinato eventu sepius corrumpuntur, nisi posteris per scripti memo- 
riam oblivio anferatur et veritas inportetur, hinc est, quod notum esse 
volnmus tam presentibus quam futuris, quod nos deficientes in pecunia, 
cam bona solvere deberemus, que in Luckenem contra dominum 
Ecbertum emimus seniorem, ad novum hospitale in honorem beate 
Virginis in Bruneswich edificatum de communi consensu fratrum nostro- 
rum unum mansum et unam curiam in Biwendhe vendidimus iure 
perpetuo possidendos, videlicet cum omni utilitate, quam habent in 
villa, agris cultis, colendis, pascuis et in pratis. Ut autem hec nostra 
venditio firma et inmobilis perseveret, hoc scriptum dedimus nostri 
sigilli munimine roboratnm. Testes huius facti suut: frater Helmoldus, 
frater Beteko de Grafhorst, frater lohannes cognomine Nortceco, frater 
Thidericus de Biwende filius Marquardi, dominus Ecbertus iunior de 
Asseburch, dominus Ludolfus de lerkessem, miiites; Henricus Longus 
et lohannes frater suus, Henricus Holtniker, Heiso et lohannes trater 
suus de Luckenem, Henricus Timmo, HenricUs de sancto Michahele et 
Conradus de Vrosen. 

Acta sunt hec in Bruneswich, anno domini MoCC^^LX^^HI^ 11° 
idns Inlii. 

Urschr. mit dem laf. I. Nr. 1 abgebiMeten, nwr in der SchHssd verletzten 
Siefjel im Stadtarchiv zu Brawnschioeig. Von amserhalb ist ziemlich gleichzeitig he- 
merkti de uno manso in Biuendcn. 

Gedr. Pistorius amoenitates histor.-juridicae Vn,2389. Assdmrger Urkdb. I, Nr.267. 

FUr denseJben Urkundenmmtsller ist frater Bertoldiis commendator iuLangel»? 
am 4. Janttar (D.^ nonas lanuarii) 1264 m Halberstadt anwesend, despleichen an 
demsdben Tage zugletch mit frater lohannes plebanus in Langele (vgl d. ndchste Nr.) 
eOendaselbst in einer Urk. der Edlen van Querfnrt fUr den deutschen Orden in 
Lucklum. Assdwrger Urkundenb. J, Nr. 319 und 320. 



1264. October 19. Halberstadt. 37. 

Der Deutschordensbruder und Ffarrer Johannes zu Langeln be- 
sciheinigt als pdpstUcher Nuntitts dem Stift S. Servatii m Quedlin' 
burg den Empfang von vier Mark Halb. vierjdJiriger Zinsen fiir 
die pdpstliche Kammer. 

Noverint universi prescntcs litteras inspecturi, quod nos frater 
loliannes, hospitalis sancte Marie Theutonicorum , plebanus ia Langele 



22 Deutschordeiis-Commende Langcln. 

ac doniini pape nuncius, recepiraus ex parte . . abbatisse et conventus 
ecclesic sancti Servatii Quedelinburgensis , Halberstadensis dyocesis, 
per manus Bertrammi, sacerdotis et cappellani ipsius ecclesie et earun- 
dum (!) domine abbatisse et conventus nuncii, quatuor marcas puri 
argenti ad pondus Halberstadense pro censu quatuor annorum preteri- 
torum apostolice camere debito ab ecclesia memorata. In cuius recep- 
tionis testimonium presentes litteras venerabilis domini Volradi, Halber. 
stadensis episcopi, . . prioris fratrum predicatorum, . . gardiani fratrum 
minonmi in Halberstad et nostro sigillis roboratas eidem nuncio pre- 
dictorum abbatisse et conventus nomine duximus conc^dendas. 

Datum Halberstad in domo fratrum predicatornm, anno domini 
M«CC«LXHn% XnU« kalendas Novembris, indictione VH», con- 
currente secundo, pontificatus domini Urbani quarti anno tercio. 

Gedr. nach der Urschr. bei v. Eraih cod. dipl. Quedlinb. 8. 223, Nr. 180. 
Von den anhangenden Siegeln sind bei v. Erath das B. Vokada und des Pfarrers 
Johannes auf faf. XXIV, Nr. 10 und XXV, Nr. 9 abgebildet Dasletzteres amh 
auf unserer Taf. 1, Nr. 2. Jetzt ist die Urk., wie die meisten hei v. E. gedruckten, in Magd. 



1264. Deceiiiber 7. 28. 

Volrad, Bischof vofi Halberstadt, ilbereignet mit Ziistimmung des 
Domcapitds den Deiitschordenshriidern vier Kirchenhufen (mansos 
ecclesie) in Dorf und Feld iMckenum und zwei je im ostticheti 
und westlichen Theile des Dorfs gelegene Miihlen, soune eine im 
Dorf Zickede (Sickte) nach Morgen gdegene IViese, welche Grilter der 
Ritter Bertram voti Vdtem mit Zustimmung seiner I/rben seinen 
Tjehnsherm (feudotarii) bis zum Bischof fhinaufj — usque ad nos 
— aufgdassen hatte. 

Cnius donationes testes sunt: Hermannus prepositus, Wigherus 
decanus, Hermannus scolasticus, Rodolfus portenarius, Burchardus vice- 
dominus, Widekindus de Gandersem, Henricus de Drondorp, Ludegerus, 
ecclesie nostre canonici; doininus Halt nobilis de Hertbeke, dominus 
Wernerus nobilis de Scerenbeke; Gunceliuus et Burchardus fratres 
milites dicti de Berewinkele; lohannes, lordanis presbiteri, frater Bodo, 
frater Georius, Bertoldus commendator, Conradus de Wendesen, Henri- 
cus dc Derneburg, Tagmarus, Bernardus, Wlfardus, SiflFridus fratres in 
Langele, et alii quamplures clerici et laici religiosi et seculares. 

Ut autem hec tirma et inconvulsa a quoquam pennaneant, sigillo 
nostro necnon ecclesie uostre presentem litteram inde conscriptam 
firmiter duximus roborandam. 

Datum anno domini M^CC^^LXHII" , VII« idus Decembris, in- 
dictione VII', coucurrente secundo. 

Urschr., dem Ordensarchiv zu Lucklum entstammend, im BesUze dea Kaminer- 
directors Crriepenkerl zu Braunschweig. 



Nr. 28 -BO. a. 1264-1271. 



2B 



1269. Blankeiiburg. 29. 

Sifrid, Graf mBlankenhurg, verJcauff mit Ztistimmutig seiner Ki^n- 
der defi Deutschordmsbrudem fur 25 Marh eine Hufe m Langeln, 

In nomine domini amen. i Sifridus dei gratia cometi de Blanken- 
burc omnibus inperpetunm. Ut ea que per nos religiosis domibus et 
ad comodum ibidera domino famulantium fuerint ordinata, robur ob- 
tineant perpetue firmitatis, ita scriptis et testibus duximus roboranda, 
ne processu temporis a memoria mortalium evanescant Noverint pro- 
inde presentes et presentium successores, quod nos fratribus domus 
thentnnice in Langele vendidimus pro viginti et quinque marcis Halber- 
stadensis argenti de proprietate nostra mansum situm in villa et pago 
in Langele inre perpetuo possidendum, Heinrici, Hermanni, Burchardi, 
Sifridi et Mechtildis, puerorum nostrornm, voluntate et consensn plenis- 
simo accedente; qui etiam, ut pueros adhuc inpuberes, ut predicti 
mansi vendicionem, cum ad anno."^ discretionis pervenerint, ratam 
teneant, efficaeiter^ inducere firmiter promiserunt. Huius rei testes 
sant: dominus Heinricus Boch, dominus Aiexander de Dottenstede 
milites et Boch advocatus noster tunc temporis, et tam (!) plures. 

Datum anno domini M**CC®LX1X**. in Blankenburc. 

Urschr. W mit den aiihangenden Siegeln Gr. Sifrids (T, VIII, 56) wnd seines 
iategtm Sohns Heinrich, welches Taf. Vtl, Nr. 53 abgebildet ist. . 
1) Hdschr, ammen. — 9,) Urschr. efficatiter. 




mv. Gandershelm. 30. 

Dte Aebtissin Margarete zu Gatidersheim uhereignet dem Deuisch- 
ordenshau.se zu Langdn 8 Morgen, welche der Pfarrer Werner 
zu BeddAer, und swei Morgen, welche Heinrich vm Beddeber und 
dessen Briider jenem Hause verkauft haben. 

Margareta dei gratia Gandersemensis ecclesie abbatissa omnibus 
hanc litteram inspecturis salutem in domino sempiternam. Quegeruntur 
in tempore, evanescunt a memoria hominum, nisi testimonio litterarum 
accipiant firmamentum. Noverint igitur universi presentium inspectores, 
quod nos de consensu nostri capituli proprietatem octo iugerum, que 
dominus Wemerus, plebanus in Kedebere, iuxta consilium suorum par- 
rochialium fratribus domus theutonice in Langele vendidit ad ecdesie 
sue bonum, et similiter proprietatem duomm iugcrum, que Heinricus 
de Redebere et sui fratres predictis fratribus vendiderunt, ipsi domui 
theutonice in Langele contulimus propter deum et quomndam nostromm 
fidelium instancia diligenti. Et ad evidenciam huius facti nos presen- 
tem cedulam sigilli nostri karactere, insuper sigillo nostri conventus 
fecimns in testimonium roborari. 

Datum Gandersem, anno domini M«CC®LXX1<^. 

Urschr. W mit deti beiden atif Tafel III, Nr. 24 u. 25 abgebHdeten Siegeln. 



24 Deutuchordeii8-Ck>iiimeQde Langeln. 

1273. Septeniber 5. Orvieto. 31. 

Papst Qregor X. hestdtigt detn Gebietiger uml Deutschordenshause 
zu Ixingdn oMe von Pdpsten, Kmigen und Filrsten verlieheneti 
Freiheiten und Gerechtigkeiten. 

GregoriuB II episcopus, servus servorum dei, dilectis filiis . . pre- 
ceptori et fratribus hospitalis sancte Marie Thentonicorum de Langelle, 
HalberntadenBiB dioccHis, salutem et apostolicam beuedictionem. Cuni 
a nobis petitur quod iustum est et honestum, tam vigor equitatis quam 
ordo exigit rationis, ut id jjer soUicitudinem officii nostri ad debituni 
perdueatur eflFectum. Eaprop^er, dilecti in domino filii, vestris iustis 
postnlationibus grato concurrentes assensu, omneslibertates et imniuni- 
tates a predecessoribuH nostris Romanis pontificibus sive per privilegia 
seu alias indulgentias vobis et hospitali vestro concessas, necnon liber- 
tates ct exemptiones secularium exactionum a regibus, principibus et 
aliis Chribti fidelibus rationabiliter vobis indultas, sicut eas iuste ac 
pacifice obtinetis, vobis et per vos eidem hospitali auctoritate apostolica 
confinnamus et presentis scripti patrocinio communimus. NuUi ergo 
omnino hominum liceat hanc paginam nostre confirmationis infringere 
vel ei ausu temerario contraire. Si quis antera hoc attemptare pre- 
sumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Panli, 
apostolorum eius, se noverit incursurum. 

Datum apud Urbemveterem nonis Septembris, pontificatus nostri 
anno primo. 

Urschr, W. Auf dem unigeschlagenen Pergamentrancle rechts; . G . Aly, _pie Blei- 
bulU an roth- und gelbseidener Schnur. Vwdersdte: GRE ! GORIVS | . P P . X*^ 
liuckseite: SPASPE u/nd die Kopfe der Apostd Paulus und Petrus von Perleti- 
kranzen eingefasst und durch evn Kreuz getrennt. 



1380. Marz ^. Blankeiiburg. 3'^. 

Sifrid und Heinrich, Grafen isu Blankenburg, versichem, an den 
fjeuten, welclie einst ihr Bruder mid hezw. Oheim den Deutsch- 
ordensbrudem zu Langdn verkauften, keinerlei Recht in Anspruch 
zu nehmen. 

In nomine domini. Nos Sifridus et Henricus, pater et filius, comi- 
tcs de Blankenburch tenore presentium protestamur, quod in hominibus, 
quos cum quibusdam bonis olim comes llenricus de Blankenburch, 
nostri S(ifridi) frater et nostri H(enricij patruus, vendidit fratribus 
domus theutonice in Langele, nichil inris nobis adicimus; set volumus 
dictos homincs cum suis successoribus ab eisdem fratribus in omni 
quiete perpetuo possideri. 



Nr, 31 - 34 a. 1272 - 1281. 25 

Datnm BlaDkenbnrch j anno domini M^^CCV^LXXX'', sexto kalenda8 
Aprilis. 

Urachrilt W. mit zwei iteschddigten Siegeln un IWgiitnentstreifefi, «. Tafel VIII, 
56 und 60. 



1280. MSrz 27. Blaiikeiiburg. m. 

Sifrid und Heinricli, (rra/en zu Blankrnbtuy, bekunden, diiss vor 
ihnen und dem Prior der Dominikaner in Halbersfudt Heinrich 
uml Dietrich FucJis fiir sich und ihre Schwesfep-ph allen An- 
spriichen an die Deutschordensbriider zu lAingeln mtsagt liaben. 

In nomine domini. No8 Hifridns, ct Henricus pater ct filius, comi- 
tes de Blankenburch, tenore presentium protestamur, quod presentibus 
nobis et fratre Wulveramo, priore Halberstadensi, ordinis predicatorum, 
Henricns et Theodericus cognomine dicti Wulpes, sen-i nostri, pro se et 
sororibus suis renunciarunt omni actioni, que eis conpetebatcontrafratres 
de Langele, domus theutonice hospitalis sancte Marie, reddentes instru- 
mentum, quod super contractu inter eos quondam facto hactenus habu- 
eruut et prestiterunt corporale nichilominus iuramentuin, quod de 
cetero super premissis non moverent aliquam questionem, hoc adiecto, 
quod sorores ipsorum renunciarent similiter omni actioni tempore 
oportuno. 

Datum Blankenburch , anno domini M^^CC^^LXXX*», sexto kalendas 
Aprilis. 

Urschr. W. mit kl Rest lym Gr.Sigfrids beschddigtem Siegel; das Gr. Ueinrichs 
rgl. Taf Vllly Nr, 60, 

1281. Blankenburg. 34. 

Sifrid Graf zu Blankenburg bekundeiy dass das Jungfrauen- 
khster zu BJankenburg unter Zustimmung der dabei mit Be- 
theiligten von ihm den grosseren Hof zu Erkstedt mit vier Hufen 
erkaufl habe, 

Ne ea que geruntur in tempore, simul labantur cum tempore, poni 
solent^ in lingwa testium vel scripture memoria confirmari, Hinc est 
quod nos Sifridus dei gratia comes de Blankenburch omnibus presentem 
litteram inspecturis et audituris volnmus ut sit notum, quod domine 
sanctimoniaies claustri ad sanctum Bartolomeum in Blankenburch de 
consensu heredum nostrorum, comitis Henrici, domini Hermanni, Halber- 
stadensis porteuarii, domini Burchardi Magedeburgensis canonici, Sifridi 
canonici Hildensemensis, lohannis, a nobis maiorem curiam sitam in 
villa Ergcrzstede cum mansis quatuor sitis in campo ibidem pecunia 
racionabiliter compararunt perpetuo possidendo (!). In cuius rei testi- 



26 Deutschordens-Commende Langeln. 

monium presentem litteram sigillo nostro ac filiorum nostrorum, qui 
sigilla nunc habent, ad maiorem certioncm(!) duximus muniendam. 
Datum Blankenburch, anno domini M^^CC^LXXX® primo. 

Von den drei an Pergam^ntstreifen hunffenden Siegeln ist das drittCj das des 
Domherrn Burcluxrd zn Magdeburg, auf 7af.' VIII, Nr. 57 abgebildet. Vas 1 u. 2. 
rgl. auf Taf. VIII, Nr. 56 u. 60. Das des Bompfin-ttiera Hermann ist nicht mehr 
ivrfiand^n. W. 

1) In der Urk. solet. 

1382. 35. 

Kmrad, Graf zu Wernigerode, tibereignet dem Deutschordenshause 
zu Layigdn eine ihm von den Sohnen des BiUers Bertram van 
Langdn aufgdassene Hufe im gleichnamigen Dorfe, 
Conradus dei gracia comes in Wemingeroth universis hanc litteram 
inspecturis salutem. Ne gesta mortalium processu temporum calumpniam 
paciantur, necessarium est, ea scripture testimonio et testium asertioni- 
bus (!) taliter perhennari, ne facta presentium in oblivionem transeant 
futurorum. Kecognoscimus siquidem modernis ac posteris banc seriem 
inspicientibus et intelligentibus et protestamur, quod filii domini Ber- 
trammi militis de Langele Holricus, Bernhardus, lohannes mansum 
unnm situm apud eandem villam Langele, quem a nobis iure feodali 
tenuerunt, unanimiter nobis resignarunt, renunciantes coram nobis omni 
iuri, quod habere videbantur in eodem. Nos vero, prout honestas con- 
suevit nobiiium, commoditatibns religiosorum volentes pia sollicitndine 
manu largitatis propensius providere, eterne retributionis intuitu et pro 
remedio animarum progenitorum nostrorum et pro nostre ac heredum 
nostrorum incolumitatis et salutis incremento memoratum mansum in 
predicta viila Langele de consensu heredum nostrorum, filiorum Alberti 
et Friderici et filie nostre Lutgardis, et voluntate contulimus fratribus 
domus theutnnice in sepedicta villa Langele in veram proprietatem ac 
libertatem in honorem gloriose virginis Marie, ita quod nichil nobis 
et heredibus iamdictis in eodem manso iuris et dominii reservamus. 
Ut autem hec collatio tam provide, tam rite peracta robnr perpetue 
firmitatis obtineat et maneat semper inconvulsa, presentem litteram una 
cum prenominatis heredibus nostris ad cauteiam per rathiabitionem (!) 
confirmamus et sigilli presentis appensione cum diligentia communimus, 
testibus qui hec viderunt et audienint nichilominus annotatis; quornm 
nomina sunt hec: Fredericus de Scowen, lohannes de Hartesrode et 
Anno filius suus, Hermannus de Dingelstede, Thidericus et frater suus 
de Romelslevc, lohannes de Minsleve, Bernhardus de Bersle * milites, et 
alii quamplures fide digni. 

Acta sunt hec anno domini M«CC®LXXXn«. 
Urachrift mit dem Taf. VI. Nr. 45 abgehHdeten Siegd inW. 

1) Urspi^iingl. scheint Romelscleve, Minsclevc. Bersclo gestanden zu Iwben; bei 
allen 3 Namen ist an der betr. Stdle radirt. 



Nr. ;tt - 37. a. 12«a, 12^"., 27 

(0. Z. geg. 1282). 36. 

BiscJwf Vdrad von Halberstudt, (jrraf Kmrad voti Wernigerode 
und die Grafen l Irich und Heinrich zu liegenstein, Heinridi m 
Blankenburg heeeugen, dass Gerbode vofi lAingcIn auf alle An- 
spru^he an einen Uof und zivei Hufen iti Ixingdn verzidUd hohe. 
Graf Kofirad sidiert den Deutschordenshriid^i seinen Schutz 
gegen dwaige Befehdungeti Gerbodes, dem die Briider zum Zeichen 
der Aussohnung vier Mark gd}en. 

Wlradu8 dei gracia Haiberstatdensis ecclesie episcopns, Cionradus^i 
comes de Werningeroth ^, 0(lricu8) et H^enricus coniites de Regeu- 
steine, H(enrieu8) comes de Blankenburg omnibus presentem paginam 
inspecturis salutem. Ne ea quc coram nobis aguntur, obiivioni tradan- 
tur, expedit, nt ea que aguntur, in scripta pubHca redigantur. Hinc est 
enim, quod tenore presentium protestamur, quod Gerebode dictus de 
Langele omni inri, quod se dicebat haberi (!) in curia et in dnobus 
mansis sitis in villa et in pago Langele, qnos tratres a domino Ber- 
trammo emerunt, in nostra presentia voluntarie renunciavit. Insuper 
promisit comes Conradns de Werningeroth pro eo, ut hoc disponat, ut 
iratres de Langele a suo camale fratre sive sorore nllam vexationem 
propter dicta bona de cetero paciantur, ita videlicet, ut si dictusGere- 
bode vel f rater aut soror fratres ordinis deinceps inpetere presnmpcerint, 
comitis Conradi una cnm fratribns inimicicias se noverint incnrrisse. 
In signum amicicie sepedicti fratres Gerebodoni quatuor marcas Halber- 
stadencis argenti dederunt, ut amicicia inter ipsos inviolabiliter obser- 
vetnr. Huius rei testes sunt: frater Anno magister ordinis domus theu- 
tunice; frater lohannes de Wegeleve eiusdem ordinis, frater Lndolfus 
de Esbeke, frater Bertoldns de Grafhorst, frater Bodo de Wanscleve. 
Ut huius rei ordinatio firma maneat et inconwlsa, sigillis nostris feci- 
mus roborari. 

Von den mtr angehangten Siegeln ist einSy das Gr. HeinrkJis c. Hegemtein, nicht 
tnehr vorhandefi, zwei sind gut, eim fragmentaiisch erfialten, das Graf Ulridis v. Eegen- 
stHn ist Taf. VII, Nr 54 abffebildet, das Graf Konrads Taf. VI, Nr. 45. Urschr. W. 

1) Hdschr. Wemingeroch. 



1283. Aprll 5. Weriiigerode. 37. 

Konrad, Graf zu IVemigerode, gestattet dcn DeutsdiordensbrMern 
zu Ijangeln dreimalsef^hzig Schock Ruthen zur leuerung und 
sonstigem eigenen Gebrauch im Bavenbcrge frei von Forstgcbiihr 
oder Forstrecht zu schneiden, ivogegen dassdbe zu zaJU(m ist, ivenn 
ein Verkauf oder Vergabimg des geschlagenen Ilolzes stnttfindet. 

Nos Conradus dei gracia comes de Werningeroth omnibus quibus 
hec littera fuerit exhibita, salutem in omnium salvatore. Quoniam 



28 Deiitschordens-Commende Langeln. 

bominum labilis est meraoria, expedit ea que coram nobis a^untur, scriptis 
copiosisettestibusconfirmari. Noverit siquidem presentis teraporis etas 
et futura, nos accedente consensu et voluntate heredum nostrorum 
Alberti, Frederici pleno dono licencie indulsisse fratribus domus Lan- 
ghele, ut omni iure vorstonis procul posito in monte qui Bavenberg 
dicitur resecent ter sexaginta sexageuas virgarum ad necessaria suorum 
igninm et commoda, cura ipsorum indigencia postularit. Ceterum, si 
prefati fratres ligna montis iam dicti usquam alias dare sive vendere 
voluerint, quam ad propria commoda ignium, tunc ius vorstonis tene- 
buntur nobis exsolvere, quemadmodum ab aliis fieri est consuetum. In 
cuius rei evidens testimoninm presens scriptum confici iussimus et 
[sigjilii nostri robore confirmari. Testes eciam huius facti sunt: Gherol- 
dns decanus sancti Silvestri in Werningeroth, lohannes de Dhiugelstede, 
Henricus de Markeivingerode milites, ct alii quam plurimi fide digni. 

DatumWerningeroth, anno domini M^CC°LXXX1II«, feria secunda 
proxima ante palmas. 

Urschr, W mit hescJtddigtem Siegd, vergl. Taf. VI Nr. 45. 



1285. Mai 17. 38. 

Das Deutsdiordenshaus m Hoxter hekmidet, dass der Bitter Etigel- 
hard vmh Abbenhusen und seine GemaJdin ihm ihre Besitzufigen 
im gleidinamigen Dorfe und alle ihre von den Edeln vofi Pyrmont 
hesessenen Lehnsgiiter unter Vorbelialt einer personlichen Leibrente 
gesdienkt hahen, iiberdies audi ihre horigen Leute ausser denen der 
Vogtei Treilenkirchen. 

Nos Heimannus commendator et fratres domus tentonice in Huxaria 
universis presentia visuris publice protestamur, quod Engelhardus miles 
de Abbenhusen et uxor sua domina Yda omnia bona eorum in villa 
Abbenhusen sita et quecunque alia bona, que a viris nobilibus de Perre- 
munt in feodo habuerunt, tam in pascuis quam in silvis et usu aquarum 
pro remedio animarura suarum in honore beate Marie virginis nobis 
et domui nostre Huxariensi pio anirao contulerunt et iam possessioni 
nostre integre reliquerunt, videlicet in hunc modum, quod nos omnem 
praventum huiusmodi bonorum quamdiu vixerint ipsis annis singulis 
tenebimur rainistrare. Preterea omnes horaines eis proprietate pertinentes 
ubicunque rcsidentes fuerint preter illos, qui advocatie pertinent Treylen- 
kerkeu, nobis donarunt quiete et libere possidendos. Ut autera hec do- 
natio firraa pennaneat, presentera litterara sigillo domus nostre, nobilis 
viri domini coraitis Ludolfi de Nygenovere, Bernhardi militis de Bracle, 
civitatis Huxarie et oppidi Braclc fi ciraus communiri. 

Datum anno domini M^^CC^^LXXX V° , feria quinta post pente- 
costen. 

Etiani .sigillum Burchardi de Asseborch in tcstiraonium appen- 
sum est. 



Nr. 38-40. a. 1285-1288. 



29 



Urschr. VV., von dei-eti bis auf das spitzovah des Comtu/rs runden Siegeln noch «•- 
halten sind: 1) dm dts Comtms (be^chMifft), 2) dm g^eichfalls heschdfUgte BERN- 
HARDI [mUltisl DE BRAKLE, 3) desffldas S. BVRCHARDI DE A^SEBORCH 
(mit Wolf im Schilde), 4) das Siegel der Stadt Hoxter mit Riicksiefjel , aiich be- 
schadigt, 5) d<is Stadt-Siegel von Brakel. 



1287. September 28. 39. 

Bischof Volrad von Halherstadt erfheilt allen, tvdche die Deutsch- 
ordens/drche zu Langdn he^udien, einen vierzigtdgigen Ahlass, 

Volradus dei gracia Halberstadensis ecclesie episcopns oinnibus^ 
Ghristi fidelibus presentia visuris in omnium salvatore saluteni. Gum 
dominus dicat: ^Non in solo pane vivit homo, sed in omni verbo, quod 
procedet ex ore dei', et alibi auditoribus et observatoribus verbi dei 
beatitudinem promittat, nos cupientes fidelibus populis causam dare 
predictam beatitudinem assequendi, omnibus Ghristi fidelibus, qui ad 
ecclesiam religiosorum virorum fratrum domus sancte Marie theutonice 
in Langele, nostre dyocesis, salutis sue causa accesserint suffragia sanc- 
torum ibidem imploraturi verbumque dei, quod in predicta ecclesia a 
sacerdote fratre ordinis eiusdem domus eis ad animarum suarum salu- 
tem proponitur, cum devocione audituri, de misericordia dei, qua con- 
fidimus, XL' dies de iniunctis sibi penitentiis, de quibus contriti fuerint 
et confessi, misericorditer relaxamus. 

Datum in crastino beati Mauritii, anno domini MoGG"LXXXVII". 

Urschr. mit beschddigtem Siegel in W. 
1) omnibus zweimal in der Urhunde. 



1288. August 18. 40. 

Johann von Wanzleve hewidmet mit Zustimmung seincr Brilder 
Burchard und Guncelin den deutschen Orden der sdchsischen Pro- 
vinz aus hesonderer Verdirung, die er fiir densdben hegt, mit 
ztvei von ihm erkauften Hufen zu Gross-Miihlingen (Muliuge), 
mit dlichem overlant genannten AecJcem und siehen HofstaMen. 
DafUr sollen ihm die commendatores fratnim theutonicorum per 
provinciam Saxonie, videlicet commendator provincialis, commen- 
dator in Langele et commendator in Luckenum et commendator 
in Berghe, dne lehensldngliche Ldhrente von 3 Scheffd (chorisj 
Weizen, Magdeb. Maass, jdhrUch in curia mea Ma^deburch, vel 
Halberstat vel Brunswich, nach seinem Guthefinden ihm oder seinem 
Vertreter liefem, au^h wenn er in einen Orden eintritt (si rcligio- 
nem aliquani intravero). Dic Comture hahen den zu Berge mit 
dieser Lieferung heatiftragt, dod^ sind die iihrigen verpflicMd, filr 
diva entstehenden Ausfall oder Sdiaden aufzukommen. 



f^O Dciitschorcicns-ConijnoMde Langoln. 

Testes huius rei sunt : de Langele sacerdotes frater Helyas et frater 
Nicolaus de Hezstede, item laycus frater Albertus de Scandesleve; 
testes de Luckenum sunt: plebanus frater Hinricus de Hogem, 
item layci frater Burchardus de Dreynleve et frater Albertus de 
Dorazh; item dominus Albertus dictus de Alvensleve, canonicus 
ecclesie saucti Nicolai in Magdeburch, item magister Bailoldus, ple- 
banus sancti Ambrosii in Sudenburch, item magister Bartoldus, ple- 
banus ecclesie sancte Katherine in Magdeburch, et quamplures alii 
fide digni. 

Actum anno gratie M«CC*»LXXXVni«, kalendas Septembris. 

Der AtisstdleTy der selbst kein Siegel fuhrt, megelt viit dem des Ahts zu Kl. Berge 
ivr Magdeburg tmd seines Br. Burchard. Gedrucktx v. Heinetfiann, cod. dipl. 
AiHi. it. Nr, 637. Kr. 638 ebds. entMlt die EimciUig\m(i der genannten Bruder. 



1^89. Jaimar 1. 41. 

Heinricii, Graf zu BlnnJcmhurg , ubereignet den Deiitschordens- 
briidem seine Besitztmgen m Langdn und eine Milhle zu 
Waierler. 

In nomine domini amen. Henricus dei gracia comes de Blankenborcb 
universis Christi fidelibus tam presentibus quam ftituris salutem in do- 
mino sempiternam. Quia humane memorie instabilitas labitur cum 
tempore, necesse est facta hominum perpetuo litterarum testimonio 
perhennari. Inde est, quod tenore presentium recognoscimus etpublice 
protestamur, nos habito nostrorum hominuni discretorum indicio cum 
consensu et voluntate fratrum nostromm, scilicet domini Hermanni pre- 
positi sancti Bonifacii in Halberstat, domini Burchardi prepositi ecclesie 
sancti Wiperti in Nienborch et domini Syfridi Hildensemmensis ecclesie 
canonici, accedente nichilominus pleno consensu filiorum nostrorum 
Syfridi et Henrici, bona nostra in villa Langele, videlicet duos niansos 
Wlpium et duos mansos Borchardi cognomine Blok et fratmm suorum 
et bona Conradi Strepi, que wlgariter dicuntur gudethsen,^ et duas curias 
sitos in loco qui dicitur Castrum, et omnes areas ad predicta bona per- 
tinentes, preterea decem et ucto mansos censuales et omnes areas 
uostras solutas et homines attincntes ad predicta boua in eadem villa 
comniorantes et molendinum in Waterlere cum advocatia ct omni iure, 
quod iu prenominatis bonis habuiraus, fratribus ordinis domus theutonice 
liberaliter donasse iure proprietatis perpetuo possidendo. De prescriptis 
vero bonis, dum requisiti fuerimus, eisdem fratribus iustam prestabi- 
mus warandiam. Ut autem hec nostra donatio firma et inviolabilis 
permaneat, presens scriptum sigilli uostri appensione fecimus coramuniri. 
Testes vero sunt: dominus Olricus comes de Regenstein, comes^ Henri- 
eus de Regensteine, comes Albertus de Werningerodhe, comes Otto de 
Valkensteine; milites dominus Rodholfus de Wiuninge, dominus Hein- 
ricus de Dunstede, dominus lohannes de Bodendike, domiuus Conradus 



Nr. 41-4J1 a. 1289. :U 

de Veltem, dominus HcDricus Friso, domiDus Everhardns advocatus, et 
alii qnaro plnres fide digni 

Datum aniio domini M^^CC^LXXXIX", kalcndas lanwarij. 

Crschr. W. mU dem Tafel VII Nr. 55 abgebiMeten Sieifel an rotlien u. treissen 
Seidenfaden. 

1) Hier Uesse sich gudechson lesen, vgl. aber atich Nr. 44 K&detsen. 

im Januar 1. 43. 

Sifrid ut%d Heinrich, (hrafen m Blankenburg, willigen in die vor- 
stehetide v&n ihrem Vater Heinrich auf Schloss Blankenhurg ge- 
nMchieSchenkung von Giitem zu Ijangeln an die Deutsdu>rden^niider. 

Nos Syfridns et Henricns, fiiii Henrici comitis de Blaukenborch, 
tenore presentium recognoscimns et publice proteatamur, quod pater 
noster comes Henricus nobis preseutibus cum pleno nostro consensu et 
bona volnntate in castro Blankenborch fratribus ordinis domus theu- 
tonice bona sna in villa Langele liberaliter dedit omni iure proprie- 
tatis perpetno possidenda, sicut in littera patris nostri totaliter est 
expressnm. In cuins facti evidens testimonium ego Syfridus, qnia 
frater mens Henricns sigillo camft, ex parte nostra presentem litteram 
leci mei sigilli appensione commnniri. 

Datum anno domini M<^CC*»LXXXIX", kalendas lanuarii. 

Urschr. W mit dem Tafd VIII Nr. 56 abgebHdeten zerebroclienen Sieffd Gr. Sifrids 
an rothen ttnd tceissen Seidenfdden^ 



\m. Januar 29. 43. 

Uermann, Piopst zu S, Bmifacii in HaJherstadt, Burchard, JFVops* 
eu S. WiperH in Nimburg, willigen in ihres Bruders Heinrich, 
Grafen zu Blankenburg, Schenkung seines Eigens an Giitem zu 
Langdn an di^ Deutsdiordmsbriider. 

Dei gracia nos Hermannns prepositus ecclesie sancti Bonifacii in 
Halberstat et Borchardus prepositus sancti Wiperthi in Nienburch, 
fratres dicti de Blankenbnrch notnm facimus nniversis Christi fidelibns 
tam presentibns qnam futnris pnblice protestantes, quod frater noster 
dilectus dominus Heinricns comes de Blankenbnrch proprietatcm snam, 
quam habuit in bonis sitis in Langele, donavit fratribns domns ten- 
thonice, nostra voluntate et consensn plenius accedente, abrennncian- 
tes omni inri, qnod in eadem proprietate videbamnr habere. In testi- 
moninm huius sigillis nostris presencia communimns. 

Datum anno domini M«>CC«LXXX<*IX**, quarto kalendas Fe- 
bruarii. 

Urschrift W. mit erhaltenen Siegeln an rothseidenen Schniiren, ron detien das des 
Propstes st* S. Bonifacii in Halberstadt in Schmidts Urkdb. des Stifts 7afe1 II 
Nr 7, dtts seines Br. Bwrchard auf der beiliegenden 'laf. VIII Nr. 57 abgebildrt isf. 

Gedr. nach einer scMechten Abschrift bei v. Heinemami cod. dipl. Anh. II, 66:*, 
m qctarto kal. lanuaril st. Febi uarii. 



82 Deutschordens-Commende Langeln. 

1289. Februrtr 1. Blankeiiburg. 44. 

Heinrich, Graf zu Blankmhtirg y ilbereignd den Deutsdiordens- 
bfnldem fiir 100 Mark lothigen Silbers seine Besitzungen und Leute 
zu Langeln, ausser dem verlieliencn (hit, einen bisher den Kano- 
nikem zu Blankenburg gehorigen Vierding im Deutschordenshofe 
und eine Miilile zu Waterler. Die Brilder ermrktm auch, dass 
der Bitter Konrad von Veltheim de>n (rrafen Heinrich dm Thumi' 
hof zu Veltheim mit ailem Zubehor auftiess. 

Id goddes namen amen. Henrik van goddes gnaden greve van 
Blankenborg allen gelovegen in Christum beide de nu leven unde noeh 
Icvedich werdeu, ewegen heil an unsem herren godde. Wanne de 
unstedicheit mensliker andacht enwech vliit mit der tit, dar umme is 
des not, dat der Ifide dat geeweget werde mit dem ewegen tiige der 
breve. Hir umme so bekenue we in disscme openen breve unde be- 
tflgen des openbare, dat we mit rade unser wisen Ifide unde mit volge 
unser leven brodere, hern Hermannes provestes des i goddeshuses sente 
Bonifacius to Halverstat, unde hern Borchardes provestes des goddes- 
huses sente Wipprechtes to Nienburch, unde hem Siverdes kanonikes 
des goddeshuses to Hildeusym, dar to mit ganzem wiilen unser sone 
Siverdes unde Hinrikes, van unsem egene to Langele two hflve, de 
hern Everhardes waren unses vogedes unde ridderes, unde two hflve 
der Vosse, unde two hflve, de Borchardes Blokes waren, unde dat 
gfldetsen Conrades Stegerepes, unde twene h6ve in der Burch, dar to 
achtein hfive tinsgfides mit allen hfiven, de we nu Jedich hadden dar- 
silves ; unse vorlegene gfit unde h6ve aver nicht, unde mit allen luden, 
de to desseme vorbenomeden gfide hored, de nu in dem silven dorpe 
wonen, de dar ute wonen aver nicht, unde enen verding geldes in dem 
h6ve der dhudeschen brodere, de dar was der kanoneke to Blanken- 
burch, unde de molen to Waterlere mit vogedye, mit alleme rechte 
unde mit aller nfit an velde unde an dorpe, alse we dit vorbenomede 
gti beseten hebben wente herto; geven dat ^gQix over al dit silve 
gflt den broderen vanme dhudeschen hus to besittene ewichliken. 
Disses gudes scole we ok sin rechte gewere. Hir umme scipen de 
silven brodere, dat her Conrat van Veltym de riddere uns oplet sinen 
hof, dar de torn inne leget to Veltym, unde vertegedehalve huve 
ledeges gudes unde negen worde, de de gelden sevedehalven verdiug, 
unde negen morgene holtes unde ene molen mit alleme rechte an grase 
an aller nflt, alse he dit gflt van uns hadde gehat to lene. Dar to 
gaven uns de silven brodere hundert mark lodiges silveres. To eneme 
ewegen orkunde so hebbe we dissen bref gevestenet mit unsem inge- 
segele^ unde mit dem ingesegele Siverdes unses sones. Disser unser 
gave sint tflge: de edclen lude greve Olrik von Regensteu unde greve 
Hiurik vau Regeusten unde greve Albreeht van Werningerode unde 
greve Otte van Valkensten ; dar to disse riddere: her Rolef van Win- 



Nr. 44—46 a. 1281*— 1296. 83 

niiige, her Hinrik de scenke de van Dunstede het, her Jahau vau Bo- 
dendik, hcr Dhiderik Rese, her Vrederik Vrese unde her Henning van 
Dhingelstede, unde anderc8(!) bedever^ lude genuch. 

Disse bref ward gegeven to Blankenburch in deni anganden jare 
do man talde van unses herren goddes bort dusent twey hundert unde 
negen unde achtentich jar, unde in den kalenden des manedhes de de 
het Februarius. 

L>«c/ir. W. mtt an roth- u. gelbseidenen Sdinuren hangetiden Siegeln ^ wn denen 
(las Gr. Sifrids laf. VIII, Nr. 56, das fragmentarische Gr. Hetnrichs Taf. VI T, 
Nr. 55 abgdnldet ist. Die ganze Urkunde mit Siegeln ist in LichtsteindnwJc nachge- 
bUdet auf der beiliegenden iHerten AtUage. Dieses Schrifttttiick , cins der frUhefiten 
iiberlieferten, welche das Bediirfniss, wichtige liechtsgtscMfte , zumal fiir Nicht- 
geistliche, inder Muttersjyrache ahzufassen, erzeugte, lehnt sich so sehr an die obige Urk. 
Nr. 41 rom 1. Januar 1289 an, dass sie — tns auf einige »tchliche ErweiterufUfen 
und Verschiedenfieiten — als Uebersetzung derselben erscfieint und die Gestalt aer- 
sdben so seJir ror Augen /»'i/, dass trotz der Kalenden des Februar der Jahres- 
anfang (in dem aiiganden jare) im Datum stefieti geblieben ist. 

Gedr. Mark. Forschungen 4, 117 f; Nr, 41 ebds. S, 116f. 
1) Urschr. ingescgese. — 2) st. betierver. 



Vm. AugustSO. 45. 

Otto, Crraf zu Fdlkmstein, entsagt dller Vogf^igerechtigkeit an 
vierzehn Hufen m Vifhausen wtrf Ijoderstedt. 

Nos Otto dei gracia comes de Valkensten universis presencium 
visoribus et auditoribus notuui esse volumus pubHce protestantes, quod 
omnem iusticiani advocatie, quam in quatuordecim mansis Vifhusen et 
^('^derstede sitishabuisse dinoscimur, resignamus, nec aliquam advocatiam 
nobis ascribimus amplius jn eisdem. Pro cuius evidencia presens scrip- 
tum sigilii nostri munimine duximus roborandum. 

Datum anno domini M^CC^^XC^VP feria V" proxima post decol- 
lacionem beati lohannis baptiste. 

Urschr. W. mit dem auf Taf. IX, Nr. 68 ahgdnldeten Siegel an Pergamentstreifen. 



1396. 8epteiiiber S2. Magdeburg. 46. 

Richard vofi Alsld)€n, erzbischdflicher Trudisess zu Magdeburg, 
entsagt allen Rechten an vier Hufmi im Felde zu Vifhusen urul 
an 10 Hufen heim Dorf Ijodersteclt. 

Nos Richardus de Alsleve^ dapifer curie Magdeburgensis, notum 
esse volumus universis, ad quos presens scriptum pervenerit, presenti- 
bns publice protestantes, quod omni iuri, quod in quatuor mansis sitis 
in campo Vifhusen, et in decem mansis adiacentibus ville Loderstede 
habere dinoscimur, renunciamus libere et solute, ita quod nichii iuris 
in ipsis nobis debeamus amplius usurpare. In cuius evidentiam presens 
scriptnm nostro sigillo duximus muniendum. 

UMchichtiiq. d. Pr. SachMo XV. 3 



?A Deiitsrhorclens-rommende Langeln. 

Datum Magdeburg, anno domini M».CC.**XC**VI'*, in die beati 
Manricii martiris gloriosi. 

Urschr.Vi. mit r//»m, nnfiiiTaf. Xr. X ahgdnldcten, fra(/mentan'ftchen Sie{fel au 
J-ergamentstreifen. 

S. HSIfte des 13. Jli. 47. 

JErnd, Graf zu Gleichen, bestatlgt den ron seinem Schwager 
Graf Heinridi ron Blanhenhtirg gesclhehenen Verlatif ron rier 
Ilufen an die liriider ron Latigeln. 

No8 comes Erne^tus de Glychen notum esse volumus presentibus 
et futuris, quod venditionem quatuor mansorum proprietatis per dilectum 
soeertim nostrum nobilem virum comitem Henricum de Blankenbnrg 
fratribus de Langele factam noniine herednm predicti H(enrici) comitis 
ratam et firmam habere volumus et robur obtinere perpetue firmitatis. 
Et ut predictis fratribus de Langele hec venditio proprietatis dicti 
H(enrici) comitis irrefragabilis perseveret nec ab heredibus suis super 
ea perturbari valeant in futurum, presentem paginam inde conscriptam 
et sigilli nostri robore communitam in testimonium validum duximus 
erogandam fratribus supradictis. 

Urftchr. W. mit fjrticJuffiickweise erlwltenem Siegd an Pergamentstreifen. Verql. 
Taf. IX, Nr. 66. 



1302. Augnst 4. 48, 

Das Jungfrauenkloster zu Blanienburg iihereignet mit Zustimmung 
BiscJiof Herm^nns jsu Halberstadt gegeti 4 vom Grafen Heinridi 
von Blankenburg ihm gegebene Hufen zu Ergstedt dem Edeln 
Burchard von Barby u. Gemahlin vier Hufen auf derselben Feld- 
mark. 

In nomine sancte et individue trinitatis. || lutta miseratioue divina 
abbatissa, Albertus prepositus totusque conventus ecclesie sanctinionia- 
{ium in Blankenborch omnibus Christi fidelibus presentem paginam in- 
specturis salutem in filio Virginis gloriose. Ne ea que genmtur in 
tempore, simul iabantur cum lapsu temporis, expedit ea scripturaruni 
testimoniis illustrari. Noverint igitiir universi presentis temporis et 
ttituri, quod nos habito consensu et bona voluntate revcrendi patris et 
domini nostri Hermanni, Halberstadensis ccclesie episcopi, et aliorum 
dominorum necnon amicorum consilio, reccptis nichilominus a nobili 
viro domino Hinrico comite in Blankenborch et a suis heredibus qua- 
tuor mansis sitis in campo Erchstede, donavimus nobili viro domino 
Borchardo de Bareboye et nubili domine Clementc uxori sue quatuor 
mansos in predicto campo Erchstede sitos cum omni iure et utilitate, 
qiio ad nos et nostrani peitinebant ecclesiam, iusto proprietatis titulo 
perpetuo possideiidos , uiittentes pienomiuatos dominum de Bareboye 



Nr. 47-49 a. 1302. 35 

et uxorem Buam in possessionem bonorum predictorum. Vt autem talis 
donatio a nullo calumpniari valeat vel infringi, presentes litteras pre- 
dictorura dominorum nostrorum episcopi et comitis ac nostro sigillis 
fecimus roborari. Et nos Hermannus, dei gracia Halberstadensis epi- 
seopusy donationem predictorum quatuor mansorum, sicut superins ex- 
pressum est, gratam et ratara habentes ad preces predictorum domine 
. . abbatisse, prepositi et conventus sigillum nostrum presentibus duxi- 
mns apponendum. Et nos Hinricus dci gracia comes in Hlankenborch 
in testinionium predictorum et rogati presentes litteras nostro sigillo 
iecimus communiri. Huiuseciam reitestessunt: honorabiles viri domini 
videlicet Sifridus decanus, Hinricus de Woldenberch , Gherhardus de 
Querenvorde, Halberstadenais ecclesie canonici ; nobiles viri comes Hin- 
ricus de Regbensten, comes Hinricus de Blankenborch iunior, et alii 
qnamplures clerici et layci fide digni. 

Actnm et datum anno domini M<^CCC^ secundo, in crastino in- 
ventionis beati Stephani prothomartyris. 

Urschr.W. mit dem Taf. V, Nr. 34 abgdnldeten Siegd der Aebtissin und dem 
fragfnentarischeti Gr. Heinrichs ron BlattkePihurff (rgl. laf. VIII, Nr. GO.f 



1302. December 22. Halberstadt. 49. 

Hermann, Bischof von Halberstadt, ubereignet eine Ckirie beim 
FramishanerMoster dasdbst, ivelche sein Brtider HeinricJir (Graf) 
von Blankenburg von ihm zu Ijchn getragen urul der liitter Bete- 
mann von Hasselfelde Idngcre Zeit Iwicohnt nnd innegehabt hat, 
dem Edlen Burchard von Barby. 

Ne ea, que perpetue notitie lumine debent clarescere ac vigere, 
ulla oblivionis caligine obfuscentur, expedit ut scriptis autenticis munian- 
tur. Inde est, quod nos Hermannus dei gracia Halberstadensis ecclesie 
episcopus tenore presentium recognoscimus publice protestantes et nni- 
versis, quorum interest ac quibus nosse fuerit oportunum, cupimus fore 
notum, quod de unanimi consensu nostri capituli curiam, quam nobilis 
vir comes Henricus de Blankenburgh, frater noster dilectus, tituloanobis 
tenuit pheodali, sitam apud fratres minores in civitate nostra et olim 
a strennuo milite Betemanno de Haslevelde inhabitatam diutius et pos- 
sessam, nobili viro ac consanguineonostro dilecto Borchardo deBareboyge, 
ntpote comparatam pro iusto precio ab eodem, donamus iure proprie- 
tario per presentes. llt autem hec nostra dcmacio a nobis legitime 
faeta firma permaneat ac iugiter inconwlsa, presentem litteram inde 
eonfectam sigilli nostri munimine cum appensione sigilli capituli nostri 
supradicti ad perpetne stabilitatis evideneiam dedimus roboratam^. Huins 
facti testessunt: Guntherns prepositus, Sifridns decanus, Anno seolasticus, 
Albertus prepositus sancti Pauli, Heidenricus vicedoniinus, Guncelinus 
prepoMtus sancti Bonifacii Hinricus de Valkensten, Henrictis deWolden- 

8* 



.^6 Deutschordens-Commende Langeln. 

berghe, Gerardus de Querenvorde, nostre ecelesie canonici; Wernerus 
prepositus in Walbeke, et quam plures alii fide digni. 

Datura Halberstad, anno domini M"CC(>il", in crastino beati 
Thome apostoli. 

Urschr.yf. in zwei Exe^nplaren erlmlten, das eine etwas aiigefressen wnd mit he- 
schddigtem Siegel des BisdwfSy unrerlHztem des Thmaipitels. Das unbeschddujte 
Kvemplar ist auch mit heiden fast unrerletzten Sie<feln rersehen, 

1) Im hescJiddigten Kvemplw fehlt coraes. — 2) Im hesch. Ex. ist dedimus am 
Eande nachgetragen. 



1303. Februar 8. Ermslebeii. 50. 

Otto, Volrad und Friedridi, Grafen zu Falkenstein, lassen der 
Ad)tissin m Qiiedllnburg su Gunsten ihres Schivestersohns Volrad 
von Amstein und der GotfesHtter viersehn Hufen zu Tjoderstedt 
und Vifliausen auf. 

Nobilissime . . domine sue ac preclare abbatisse in Qnedligburch 
Ot(to) et Volr(adus) et Fre(dericus) comites de Valkenstein serviendi 
animum cum salute. Vestre reverencie ac universis Chriuti fidelibus 
presenti littera publice profitemur, quod domino Wl(rado) de Amestein 
nostro sororio et militantibus dei XIIII mansos in viila Loderstede et 
Vifhusen, quos de manu vestra tenuimus, cum omni iure racionabiliter 
resignamus; et quicquid iuris predictis fratribus in antedictis mansis 
dederitis, cum bona nostra tuerit voluntate, super qno presentem pagi- 
nam dedimus sigiilorum nostrorum munimine roboratam. 

Datum Enegrimsleve, anno domini M"CCC*^ tercio, VI* feria post 
testum purificatiojiis beate Marie. 

Urschr. W. mit zwei hescMdigten Siegdn; das des Crr. Otto und Volrad an Perga- 
mentstreifen s. Taf. IX, Nr. 67 u. 68. 



1303. April 19. 51. 

Heinrich, Graf m Begenstein, iibereignet den Beutschordensbrildem 
das Eigenthum von sechs Hufen zu Hoppenstedt. 

Cum ea que geruntur in tempore, propter labilem hominum memo- 
riam de facili evanescunt (!), nisi scripturarum testimonio perhennentur, 
nos igitur Hinricus dei gracia comes in Regensten recognoscimus tenore 
presencium publice protestantes , quod dedimus et damus presentibus 
religiosis viris fratribus ordinis sancte Marie domus theutunice proprie- 
tatem sex mansorum sitorum in Hoppelenstede cum omni iure et fructu 
in villa et eampis in perpetuum possidendam. Promittimus nichilo- 
minus obligantes nos pro omnibus pueris nostris, (luod cum ad discre- 
tionis pervenerint annos, dictum factum nostrum ratificare simili niodo 
debeant et firmare. Insuper dictis fratribus de proprietate mansorum 
eorundem sutficientem warandiam contra incusantes quoslibet faciemus. 



Nr. 50—52 a. im 1304, B7 

Testes huius sunt: bonorabiles viri (l)iiiintis GeveliardiiH preposttii^ 
sancti Pauli in Halberstat, Hinricus de Woldcnbcich et Gerhardus de 
Querenvorde, ecclesie Halbcrstadensis caiioinci; dtjniiniis Heydeuricu^ 
prepositus sancti Borchardi ibidem; lohaiincB de lerc^ini Diilee; religiom 
viri frater Woltherus, provincialis Saxonie, ct tVatcr Olriirus de Barcni, 
ordinis supradicti, et quamplures alii fide dif^ni Et ut hec inconvulsa 
permaneant atque firma, banc litteram nostri sigilli nuinimiuc dDdinum 
roboratam. 

Datum et actum anno domini millesimo tncentesimo tercio, XIH" 
kalendas Maij. 

Ursdir. W. mit Siegel, vgl. Taf. VIII, Nr, 59. * 



1304. Mai 13. Quedliiibiirg. .it 

Das Stift Quedlinburg bestdtigt dem dmischen Onien die Vogtet 
iiber 14 Hufen zu Loderstedt, Vifhmnmi und Elbelle mit der 
Bestimmung, dass der Orden von dm ilarmi rinkommendef^ tuerte- 
halb Mark Jahreszinsen dreiFerdinge dem^ meist m lAiderstedt residi- 
renden Procuratar von Miinzenberg rei4jhe. 

In nomine domini amen. Actione^ qma nuindus ordinat, sepe 
delet successus tempore, nisi firmentur karactere litterarnni. Novcrint 
igitur universi presentes et luturi, quos^ nmm tnerit ojiportunnni, (|Uod 
nos dei gjracia abbatissa in Quedelighebnrc totnintjue capitiiluin ibideui 
ad bonum ordinis tbeutunici confirmamuH einadem saiTe professiomj^ 
fratribus advocatiam quatuordecim mansornnij nuoruin noveni iacent in 
Ix)derstede et quatuor in Vifhusen et unny Elbelle, de (tuibu.s dicti 
fratres censu annuo recipient quartam diniidinoi inarcain ^^tendalien^isi 
argenti perpetuo possessuri, ita tamen, ut wAm ex dicta pecunia ties 
fertones cedentes nostro procuratori de Mtniciglicbcr^c in jjoder^tede 
residenti inprimis annis singulis presententur, Ne i^itur preseiiii ordi- 
naeio a posteris valeat irritari, presenteiu pagiuam con^cribi in^^inmt^ 
sigillorum nostrorum munimine roboratauK Tcfjtes (jUO(|ue mintr donii- 
nus Hinricus de Snetlighe sacerdos et dominui* Beniardns de Ditforde, 
dominus Bartoldus de Ditforde. 

Datum in Quedeiigheburc, anno doniini M^CCC^HH', in die beati 
Servacii. 

Urschr. W. mit beschddigten rwnden Siegeln att Per<ftunentstrnfen. 
1) qk. 



i 



:J8 Deiitschordeiis-Commende Liiiigeln. 

1307. Dee^mber 13. Halberstadt. 53. 

Albredit, Bisdiof vm UalhcrsUuU, hestatigt einm ztir Zeit seines 
Amtsvorgmigers geschekeyien TauscJiy nach welchem das Jungfrauen- 
Jchster zu Blankenburg gegen vier vom (rrafefi Heinricli von 
Blankenhurg empfangene Hufen zu Ergstedt vier andere Hufefi 
dasdhst an den Edehi Busso van Barhy und dessen GemaJdin 
Clemente gah (vgl. Nr. 48). 

Albertufl dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus omuibus 
presencia visuris seu audituris salutem sinceram et sempiternam in 
domino prosperari (!). Cum preces non deviant a tramite ratiouis, digne 
exaaditionis aures nostras petentibus acclinamns. Igitur cum in Christo 
karissimi Albertus quondam prepositus, lutta abbatissa totusque con- 
veutus sanctimonialium in Biankenburcb, receptis a nobili viro domino 
Hinrico de Blankenburch comite quatuor mansis sitis in campis Erx- 
stedhe, per viam mutui contractus et permutationis quatuor mansos in 
campis predictis sitos nobiiibus nostris inquam dilectis domino Bussoni de 
Barboy et Clemente uxori eius donaverint et assumpto pleno consensu 
veuerabilis domini nostri bone memorie domini Hermanni, predecessoris 
Dostri episcopi, in ipsos nobiles cum omni iure et proprietate concorditer 
transtulerint perpetuo possidendos, nos votis annuentes nobilium eorundem 
gratamque et ratam donationem scu translationem predictas habentes, eas 
iu nomine domini presentibus confirmamus, omnem defectum, si quis vel 
que negligentia forte in donationis seu translationis huius negotio exstitit, 
volentes exnunc haberi suppletos et per omnia consummatos. In quorum 
omnium evidens testimonium atque robur sigilium nostrum duximus 
presentibus apponendum. 

Datum et actum Halberstat, anno domini M^^CCC^VII", in die beate 
Lucie virginis. 

Urschr. mit hesclwdigtem Siegel an VergcmietUsireifeH, 



1307. December 14. Laiigenstein. 54. 

ATbreckt, Bischof von Halherstadt, iihereignet dem Br. WaUh^ 
von Amstein und den DentschordenshriMlem einen Hof auf der 
y,Vogtei" zu Halherstadt, den friiher der Ritter Heinrich Bromes 
hewohnt und der Edle Busso von Arnstein ihm iihereignet hutte. 

Uatum et actum Ljinghensten, anno domini M^CCC^VII", in crastino 
beate Lucie virginis, XVIII kaleiidas lanuarii. 

UrschHft^. mit tJieilw. fragmentar. Sieffcln an Pergamentstreifen. DasJolxanm 
V. Dreyleben s. Taf. IIII, Nr. 29, d<is des mag. Joh.Felic d<is. Nr..32, Gedruckt 
Schmidt Urkdh. d. Stadt HalbersUult, Geschichtsipiellen der Pi'. Sachsen Bd. VII. 
Statt X VIII kal. lan. wird es in der Urschr. X VIIII heissen miissen, da der Tag 
nach Liiciae der 14. December ist. 



Nr. 



1307. 



1307. Deceiiiber 15. Halberstadt. 55. 

Burduird von Barhy\.schenkt clem detitsdien Orden einen Uof in 
der Vogtei, eine Wiese vor der Stadt und funfHufe^i in Ergst^t 

Cam propter temporis diuturDitatem ac humane condicionis Iragili- 
tatem eaque fiunt in tempore amemoriahominumfrequentius elabantur, 
necesse est ut facta hominum in scripta autentica redigantur. Hiuc 
est quod nos Borchardus nobilis dictus de Barboye una cum honorabili 
domina Clementa coniuge nostra tenore presentium publice profitemur 
et omnibus, quorum interest aut quibus nosse fuerit oportuuum, cupi- 
mus fore notum, quod nos in presentia venerabilis domini Alberti 
ilalberstadensis ecclesie episcopi pro salute animarum nostrarum nec- 
uon speretributionis eterne voto pari ac conseusu unanimi donavimus 
professioni sancte domus hospitalis sancte Marie Theutonicorum in 
iherusalem curiam nostram, in Advocatia intra muros civitatis Ualber- 
stat sitam et quondam ab honorabili domino Henrico comite de 
Blanckenborch babitam et possessam. Donavimus insuper iamdicte 
professioni in presentia preclari domini Henrici comitis de Regenstein 
pratum unum inter civitateni predictam et viiiam Ditforde situm cum 
iignis crescentibus ibidem, habens in proximo latere occideutali pratum, 
quod est dominorum sancti lohannis, et quinque mansos sitos in campo 
viiie Erchstede cum omni iure, decima tantum suis dominis reservata. 
Donavimus, inquam, hec omnia predicta sepedicte professioni in manus 
religiosi viri provinciaiis Saxonie, presentibus fratribus eiusdem pro- 
fessionis Oliico dicto de Baruni, commendatore in Lukenum, et Mey 
plebano ibidem necnon SiftVido dicto de Valckenstein et Rodolflb dicto 
de Dreyleve, commendatore in Elmesburgk, cum omni iure, sicut ad 
nos pertincbat proprietatis titulo perpetuo possidenda. Ne igitur super 
premissis in posterura aliquod dubiuni valeat oriri, sigilli nostri appen- 
sione fecimus presentem paginam communiri. Huius rei testes sunt: 
honorabilis dominus Hinricus predictus coiiies de Regenstein et dominus 
Gerardus maioris ecclesie prepositus in Halberstat necnon dominus 
lobannes dictus de Dreyleve, eiusdem ecclesie portenarius, et magister 
lohannes Felix sepedicte ecclesie thesaurarius, et alii quamplures 
fide digni. 

Datum et actum Halberstat, anno doniini M^CCC^VH^ XViU« 
kalendas lauuarii. 

Nach dem Liingelnschen Co}mW. CXII im koniffl SUvatsarchiv zu Magdebmg 
gedr. hei Schmidt, Urkufuienl/uch der Stadt Halberstadt Nr. 320 (Geschichtsquellen 
d. 7V. Sachsen Bd. VII.) — Man soUte ei'trartcn , dass der Bestdtigungst/rief des 
Bischofs nicht friiher als die Schcnkung selhst datirt wurde. Zu hemei'ken ist, dass 
beide Acte an rerschiedenen (Jrten stattfanden. 



40 Doutschordeiis-Commende Langeln. 

1314. August 7. Blankenburg. 56. 

HeinrkJi, Graf zu Blankmburg, verkaufl dem Deutschordens- 
Landcomtur m Sachsen zwayizig Worten im Dorfe Ergstedt 

We Hinric von goddes gDaden greve tho Blankenburg bekennen 
unde dfln wethelich alle den, dhe dissen geghenwardigen bref sen unde 
horen, dat we mit willen unser erben unde mit rade unser man hebben 
vorkoft twingthich wurde vor en vri eghen in dem dorpe tho Erghstede 
mit alleme rechthc dem lantcommendurere tho Sassen unde sinen brfl- 
deren von dem dudesschen hus. Vortme so bekenne we, wat ghfldes 
komen is in den siiven orden, eth si ghegheven ider vorkoft, wodane 
wis eth si darin komen, dat unser elderen ghewesen hevet vor disseme 
daghe, des vorthye we dor got unde halden dat stede. Thfl ein orkunde 
disses dat hir bescreben is, beveste we dissen bref mit linsem ingheseghele 
unde mit des edelen mannes heren Annen von Heymburg unde mit 
des heraftighen rideres heren Lodewighes von Eiveligerode , dhe hir 
tho gheheyng sin. Disser dige der sin thughe: dhe edele man her 
Burchart von Morige, dhe canonic is tho dem dome tho Halberstat, unde 
her Hinric dhe provest tho Blankenburg unde dhe vrome ridere her 
Heneke von Hoym, unde mer lude ghenuch, dhe thrue plichtich sin. 

Disse bref is ghegheven na unsses heren goddes bort dusent jar 
druhundert jar des verthegeden jares, tho Blankenburg lateren daghe 
suntte Sixtus. 

UrschriftVi^. mit Siegehi an rotJien Seidenschniiren. S. Jaf. IX, Nr. 65; XI, 
Nr. 75 u. 80. 



1832. Marz 4. Braunschweig. 57. 

OtiOf Herzog vmi Braunschweig , iibereignet 3^1^ ihm von seinem 
Schenken Ritter Jordan von Neindorf aufgdassene Hufen, zwei zu 
Bexem, l^i^ zu Deerskeim den Deutschordensbriidern zu Hdnden 
Johann Stapels, Gomturs zu L/ucklum, 

In nomine sancte et individue trinitatis. Ij Dei gratia Otto dux in 
Bruneswich omnibus in perpetuum. Cura per motum temporum depe- 
rire soleant actiones hominum, nisi eas roboret vivacitas litterarum, 
hinc est, quod notum esse volumus universis tam presentibus quam 
futuris, quod lordanus de Nendorpe miles, noster pinceraa, resignavit 
nobis duos mansos, sitos in campis ville Bechtesscm, et unum niansum 
cum dimidio, sitos in campis viiie Dersem, cum omnihus eorum iuribus 
et pertinenciis, quibus eos in pheodo a nobis tennerat et habebat, et 
inpetravit a nobis, quod nos intuitu serviciorum suorum fideliter nobis 
prestitorum ad honorem omnipotentis dei et promotionem ordinis fratrum 
domus theutunice Iherosolimitane predictos tres mansos cum dimidio 
cum omnibus eorum pertincnciis et iuribus villis, silvis, agris, campis, 



Nr. 56 58 a. 1:^14 - m2 41 

pratis, pascuis, viis et inviis, ab omni iiire advocacie, coniicie et qni- 
busiibet serviciis onuiino liberos et solntos dediinus et in dei uoniine 
damus et appropriamus per presentes fratribus ordinis domns thentunice 
Iherosolimitane supradicte, ecclesiastica emunitate, proprietatis et liber- 
tatis tytulo perpetuo possidendos. Renunciavimus eciam ac renuncia- 
mns per presentes pro nobis et nostris omni utilitati ac iuri, quod 
nobis in eis competebat et competere posset in futuro; misimus insuper 
fratrem lohannem dictum Stapel, commendatorem in Luckenem, tAui 
8U0 qnam preilicti ordinis sui nomine in predictorum mansorum pos- 
sessionem corporalem, volentes ipsum et fratres eiusdem ordinis in 
possessione ac proprietate et libertate eorundem mansorum et suomm 
pertiuencium legitime defendere et vvarandare et ab omni homine dis- 
brigare si, quod absit, litem, inpetitionem aut controversiam ipsis ab 
aliquo moveri contigerit de aliquo premissorum. Igitur, ut hec omnia 
et singnla premissa remotis omnibus exceptionibus tam inris canonici 
qnam civilis perpctuo firma maneant atque rata, sigillum nostrum pro 
nobis et fratribus nostris Magno et Ernesto, quonim adhuc tutelam 
gerimus, presenti littere inde conscripte patenter duximus apponendnm. 
Testes eciam sunt discreti viri: Thidericus noster notarius, Ludolfus de 
Honlaghe, Bertoidus de Veltheim milites, fideies nostri, et plures alii 
fide digni. 

Actum et datum Brunswich, anno domini millesimo trecentesimo 
vicesimo secundo, quarto nonas Marcii. 

UrgchriftW. mit anhdmjenleni grossem runflem Sietjel an rothen SeidenschnHren. 



1322. Mai 24. 58. 

Ulrich (l. J.y Graf zu Regetistein, hekumlet und bewiUigty dasis 
der Vorsteher des Sotidcrsiecliaihofs vor Derenburg eine jmcm Hofe 
voti seinem Vnter Heinrich gcsdienkte Ilufe auf der Flur von 
Hdltemme-Ditfurt dem Ixindcomtur der Bidlei Sachsen, demCom- 
tur uml den Brildem zu Langeln uml dem Deutsdien Ordvn filr 
31 Mark Silbers verkauft. 

Nos Olricus iunior dei gratia comcs de Regensten recognosciraus 
publice coram omnibus tenore presentium tideliter protestantes, quod 
Henning dictus de Wardenberch, provisor leprosorum hospitalis siti 
prope muros opidi Derneburch, cnm consilio honestorum virorum vide- 
lieet Hinrici de Bentsingerode et Bartolui Olrici necnon cnm consensu 
nostro et omninm heredum nostromm vendiderunt unum mansum 
8itum in campis Ditforde situm super Holtemnam pro triginta mar- 
cis et una puri argenti cum eo iure et proprietate, quo erat 
donatnm et appropriatum 0) predictis leprosis ex donatione et appro- 
priatione bone memorie comitis Hinrici, patris nostri dilecti, religiosis 
viris fratri Thiderico dicto de Bcntsingerode, commendatori generali 
perSaxoniam ordini8teutonice(!) sancte Maric lernsalemitani hospitalis, 



42 Deiitschi)nleiis-Coram«nde Langeln. 

couDiendatori et fratribus domus in Langel necnon ordini donms 
teutonice iamdicto pecuniamque acceptam et plenarie persolutam pre- 
dictis Hinrico et Bartoldo, qui in bona sepedictis leprosis magis utilia 
cum scitu nostro prenominatam pecuniam totaiiter convertcrunt in 
cuius rei testimonium evidens sigillum nostrum pro nobis et omnibus 
heredibus nostris presentibus est appensum. Huius rei testes sunt: 
dominus Hinricus Scat, dominus lohannes de Merica, dominus lohannes 
Cosce milites ; Reynerus Mordorp, Seghebode Cosce, lan de Derneburch 
tamuli, et aiii quam plurcs etiam iide digni. 

Acta sunt hec anno domini M^^C^^C^C^XXIl», feria secundain septi- 
mana ante pentecostes. 

Urschr. mit anhuMfendem Sieffd unter Grafschaft Eeffetistein Nr. 24 im hmigl. 
Staatsarchiv 2U Mugdeburg. Aiif der Eiickseite der Urk. ist uptter der Ja/ireS" 
angaJbe rermerkt: ail vicariam s. Thome apostoli. Vgl Eegest bei v. Miilverstedt, 
Begg, zur Gesch. des Geschl. r. Kotze S. 80. 



132^. Juui 5. 59. 

Helnridi, Graf zu BlanJcetiburg , dbcrelgnet dem DietricJi vm 
Benzhigero(h, Ixindcofntur zu Sacfisen, fiir die Deiitsdiordensbriider 
in Langeln 2^1^ Hufen zu Ergstedt, welcfie Bartold hlriclhs uful 
sein Bruder m Derenburg und Hans von detn IjO in HaJberstadt 
0U Lelin besassefi, vogtei- und lastenfrei fiir 30 Mark Silbers. 

Wie Hinrik von der gnade goddes greve to Blankenburch don 
witlich unde bekennen allc den, die dissen bref sen unde horen, dad 
wie mit ganzer voighe uude endrechteliken willen aller unser erven 
Hinrikes, Poppen, Siverdes unde Hcrmennes, unser sone, unde unser 
dochter Gerburghe hebben ghegheven den ersammen geystliken herren 
broder Thiderike v6n Bentzingherode , die vou dem orden is des du- 
dischen huses sente Marien to Jerusalem des spetales lantcommen- 
durere to Sassen, unde dem selven orden eghen twier hove unde ener 
halven, die dar licken to Erkstede 6p dem velde, mit alleme rechte 
dad darto horet an wischen , an weyde , an wurden, an holte unde an 
widen, die ok an nemet hebbeu die commendurere unde brudere to 
Langhele des silven orden, vor verteyn mark Stendalchis siivers, Hal- 
berstadis wichtes, unde licbben os de bereth. Die selven hove hadden 
von uns Bartolt Olrikes unde sin husvrowe unde sin broder, de wonen 
to Dernebfirch, unde Hannes von deme Lo, burgher to Halbcrstad, to 
rechteme lene. Von dissen burgheren hebben die herren, die vor- 
sprokene brodere, koft dad vorsproken gut vor dritthich marlt lodeghes 
silvers, ok Halberstadis wichtes; wente de selven lude dad gut vore 
in use hant hebbeu opghelaten. Dad gheve wie den silven broderen 
unde deni orden des dudesclien huses to eghene, alse unse eldercn 
hebben dad vore ghehat unde wie menghe tid rait alleme rechte. 
Disses silven gudes hadde Bertolt Olrikes, sin husfrowe unde sin 



Nr. 59. ti<> a. i:V22 WUb 43 

broder ene ganze hnve, Hannes von deme Ia) anderhaive hove von nns 
to lene. Wie gheven ok disse silven hove vri von aller voghedyge 
nnde twangten unde aller node beyde an velde unde an dorpe den 
silveu broderen ewelichjn to blivende unde to besittende oder den, 
denie sie de gheven oder vorkopen willen. Wie unde unse sone, de 
hir vor benoniet sin, vorbinden ok os, den silven vorsprokenen broderen 
unde denj orden, dad wie sie willen weren des ghudes mit allcnie 
rechte, alse darvore benomedet is, an besittinge, an eghenscop, alse 
wie to rechte scolen to tiden unde to steden, nach ghekorner wonheyt 
des landes. Wie Hinrik vorsprokene greve mit unsen vorsprokenen 
sonen loven dad mit sanieder hant in truwen, dad wie und alle unse 
echliken erven den vorbenomeden koperen, besitteren des vorbenomeden 
gudes, vorkopinghe, egheuscop unde unse gave stedichliken unde 
ewicblichen scolen halden. Dad dit ganz unde stede blive, des gheve 
wie dissen jeghewerdighen bref to enenie orkunde mid unseme in- 
seghele unde mit unser sone Hinrikes und Poppen beyden ingheseghele 
bevestet. Wie Hinrik unde Poppe, sone des vorsproken greven Hin- 
rikes von Blankenbftrch, willen darvore stan, dad unse bn^dere, die 
to oren jaren noch nicht alle komen sind unde nene ingheseghelc noch 
hebben, swat unse vader an disseme vorsprokenen gude vorkoit unde 
vorgheveu heft, dad sie dad mit uns scolen stede halden. Disses is 
tuch die ersam man Borchert v6n Moringhe, domherre to Halberstad, 
unde die duchtighen man Heneke die laughe, Heueke die lutteke von 
Hoyen riddere, Henning von Wighenrode, Hannes Rese, Hannes Steke- 
ling knechte, unde andere vrome lude. 

Did is gheschen nach goddes bort an deme dusindisten driihundir- 
disten tweyuntwintighesten jare, an sente Bonifacius daghe des hilghcn 
bischopes. 

UrschriftVf. auf Pertfdment mit den drei an citdett mul (friinen Seifknscfmiiren 
hunyemlen, auf lafel VIII, Nr. 60, 61 und 62 cUMjebiUieten Sieyeln. 



im. April Vi. 60. 

Friedridi uiul Konrml, Grafen zu Wemigcrode, ilbereignen dem 
Landcofntur zu Sfichsen und den Comturen m lAingeln und (wos- 
lar das Ludolfingplwlz am Sasierg gegen das OrdetuQiolz an der 
Badau, 

We Vrederic unde Conrat von gnaden godes greven to ^Verninge- 
rode bekennen des in disv^^eme openen breve, dat we mit witscap unde 
mit willen Conrades uude Albrechtes, unscr sone greven Conrades, 
Hanneses unde Gevehardes unses broder kindere greven Gevehardes 
demc god ^nedich si, unde al uuser erven hebbet mit deu erhaftigeu 
luden broder Jane Stapele deme lantconmenduren , broder Jane vou 
Dingelstide conmeuduren to Langele, unde mit broder Hinrike, con- 



44 Deut^^chonlcns-Coramonde Lanjreln. 

nienduren des hoves binnen der stat to Goslere des ordinen vonnie 
dudischen hus, ene rechte welle gedan, unde hebbet en gegeven unde 
eren broderen mit dem egendome unde mit alleme rechte en holt 
upme Sasberge, dat dar hed dat Ludolvingeholt, nnde willet des ere 
were wesen, svor ses bedorven. Hir vore so hebben de vorbenomden 
coumendnren mit witscap unde mit willen orer brodere uns unde nnsen 
erven mit dem egendome nnde mit alleme rechte ere holt uppe 
der Radowe gegeven, sunder dat holt, dat ere meygere von en to 
tynse hebbet, unde vortyget alle des rechtes, des se darane hebbet, unde 
hebbet ok uns unde nnse lude ledich gelaten alle des scaden , de en 
geschen is von uns an dera sulven holte. We bekennen oc des, dat 
we hebben ene rechte vortycht gedan alle des rechtes, des we unde 
nnse erven hadden an dem Ludolvingeholte. Up en war orkunde disser 
dingh so hebbe we dissen bref gegeven mit unser beyder ingesegelen 
bevestet. 

Dat gescach unde ward beschreven na goddes bord dnsent dre- 
hundert jarin dem vifuntvintigesten jare, des vrydages in derpascheweken, 

Urschr. W. mit den Taf. VI, Nr. 16 und 17 abgebildeten Siegeln. 



1335. Mai 18. Quedliiibnrg. 61. 

In dem Sdiiedssprtich Otto Schliditings mid Hermann Grtiddings 
iibcr die vofi Bischof Albrecht II. von HalbersUuit gegen den 
FUrsten Bemhurd III. von AnhaU auf dessen Klage erhobene 
GegenJdage heisst es: 
Ok sal scade sin scin Cunrade van Dersum . . ., den van sante 

Burchard , Hinric van Bodcnsten , den van sante Johanse vor der stat 

(Halberstat), den van Langhelen u. s. f 

Ghegeven to QucdeHngborch , in den jaren na goddes bord dusent 

jar druhundert jar vyfunttwynteghest jare, des snavende8(!) na der hemel- 

vard uses heren. 

Nach der bei i\ Heinemann cod. dipL AnJialt III, 494, S. 335 ff, ixjllstdndig 
gednickten Urkunde. 

Untet* den van Langhelon sind wol zuruichst die Deutschordensbriider in 
Langeln zu verstefien. 



1329. MSrz 29. Magdeburg. 62. 

Otto, erwahUer Erzbischof zu Magdeburg, gewdhrt denen, welchc 
der Ertheilung des Abendmahls an die Kranken zu lAingeln und 
der Beerdigung der Todten daseThst anwohficfi, einen vierzigtdgigefn 
Ablass, 

Nos Otto dei et apostolice scdis gratia sancte Magdebflrgensis 
ecclesie electus universis Christi fidelibus, ad quos presentes pervene- 



Nr. im - 13:16 a. 61 - 63 



45 



rint, salutein iu domino serapiternam. Cum ad animarum salutem, 
qnantum nostra patitur possibilitas ex oificii nostri debito solliciti esse 
cum omni fiducia esse debeamus, et maxime in biis, in quibus deo et 
suis sanctis maior reverentia exbibetur, volentes igitur ecclesie par- 
rochiali in Langele, Haiberstadensis dyocesis, propter specialem 
aflectionem, quam ad ordinem domus theutonice habemus, aliquo bene- 
ficio spiritualis gratie subvenire, omnibus vere contritis, qui cum reve- 
rentia et devotione debita sacratissimum corpus Christi, cum ad iu- 
fimios deportatur, secuntur et cymiterium circuiunt, de benignitate 
salvatoris domini nostri Ihesu Christi et gloriose virginis Marie, beati 
Mauricii patroni nostri et eciam auctoritate clavium nobis commissa 
confisi, quadraginta dies indulgentic in domino misericorditer relaxa- 
mus, dummodo ad hoc reverendi patris dnmini . . Halberstadensis 
ecclesie episcopi, in cuius dyocesi prefata ecclesia est situata, consen- 
sus premissam indulgentiam auctorizare et confirmare dignetur. In 
cuins testimonium nostrum sigillum presentibus est appensum. 

Datum Magdeborch, anno domini M^CCC^ vicesimo nono, quarta 
proxima feria post dominicam qua cantatur ,,Oculi mei semper." 

Urschr. a. Perg. W. Das an Pergamentatreifen angehdngte Siegel ist nicht mehr 
rorhanden. 



1336. MSrz 12. 63. 

Albreclit und Bernliard, Grafen m Regensfein, und Ulrich, Graf 
Albrechts Sohn, gdoben, ihren Schwager Burdiard, Grafen zii 
Falkenstein, tvegen divaiger Anfeditungen, die er tvegen der an 
sie iiberwiesenen Magdeburgisdien Lehen erfahren soUte, sidher zu 
st^llen. r 

We Albrecht unde Bemhart van der gnade goddes greven van 
Regensten, unde Olrik, des vorbenomeden greven Albrechtes sone, be- 
kennen oppenbare in desseme jeghenwardighen breve, dat de len unde 
de manschap, de unse svager greve Borchart van Valkensten, de he 
heft gehad van derae ersamen herren deme biscoppe van Megedeburch, 
de he an uns ghewiset hctt, were dat he jeneghe beschuldinghe oder 
ansprake scholde lyden van dcme selven biscoppe, des scolde we ene 
afnemen also verne alse we vormoghen. Dat disse rede war blive, dat 
bethughe we myt unsen ingesegelen, de hir ane hanghen. 

Desse bref is ghescreven na goddes bord dreteynhundert jar in 
deiiie ses unde drittegesten jare, an sente Gregorien dage des paweses. 

(.'rschrift W. mit den auf Tafel IX, Nr. 63 und 64 ahgebildeten Siegeln. 



46 Deutschordens-Commende Langeln. 

1336. Septeiiiber 18. 64. 

Die Prmin des Predigerkloste^s zti Wicderstedt willigt darein, dass 
aufAnrathen dcr BrOder eu Langdn der Landcomtur des deutscheti 
Ordens von der Ballei Sachsen der Klosterschwester Luck^le, 
Tochter (xraf Bussos von Falkenstein, fiir 16 Mark df Ferdinge 
Leibrente aus Vifhausoi, Loderstcdt und EUehdle rerschrieben hat. 

Wir svester Lutterut von Barboy, priorinne der svestere von der 
predi^ere ordene zo Wederstede, bekennen an dissenie breve vor allen 
den, die in horent lesen, daz wi des volgcn unde vulborden, daz bruder 
Ludolf von Bodenrode lantkummendurere zo Sassen, der balye des 
dudeschen ordennes, mit rade siner brfidere zo Langele hain vorkoyf 
unde vorkoyfen an dissem brive juncvrowen Luckeleu, des edelen 
herren greven Bossen von Valkenstein dochtere, de dar is clostenTowe 
zoWederstede, elven virdunge Stendenle (!) geldes, die sie und die orde 
alle jar hatten an vierteyn hAven, die da ly zfl Vif husen, zo Luderstede 
unde zo Ellebelle, umme sesteyn mark Mtendeles geldes, daz se de 
elven verdunge alle jar sal utnemen die wilesie lebit; aber nach irrer 
heunevart so sal die selbe gulde witder gewallen uff den oren orden 
ledich unde lois, an allerleie ansprage oder vorderunge unses coventes. 
Zu urkunde alle dirre rede han wir unse ingesigil unde unser sam- 
nunge gehangen an dissen brif. 

Nach godis geburte dritzeinhundirt jar unde sesundrizich jar, an 
deme nehe8tein(!) mitdewochen vor sentte Mattheus dach des heiligen 
apostolen unsen herren. 

IJrschr. W. mit den auf Taf. V, Nr. 38 und 39 abffehildeten Siegeln, das erste 
in gelbem, das zweite in rothem Wachs. 



1347. Marz 10. 65. 

Das Burchardikloster vor Halherstadt verzichtci gcgen Empfang 
i^on drittchuU) Mark scJiicarzcn Silbcrs scitms dcr Bcutschordctis- 
hriidcr zu Tjangcln auf scinc Ansprilchc an dcn Ordcnslfof zn 
Eilsdorf 

Dit is geschen na goddes bort duscntdrehundert jar, in dem seven 
unde vertegesten jare, des silnnavedes vor Letare 

Urschr. W. mit zwei fragmetitur. uttd zwei ziemlieh gut erJuiltenen Siegeln an 
Pergamentstreifen. Das des Burchurdiklnsfers s. Taf. V, Xr. 37. dtwlAtdw. ?;. Wanz- 
lebens Taf. ITII, Xr. 31, zicei fragmeniarisch erhalten. 

Gednwlt Schmidt, Vrkundentyuch dn' St(ult Halliersfadt. Kachirmje zu 
Bd. I. XL. rOeHchichtsqueneti d. Pr. Sachsetiy Bd. VTI.) 



Nr. 64-66 a. 13.% - U19. 



47 



1419. April 23. «6. 

Die DeutschordensbaUei Sdchsen verschreibt dem S. Silvestersiiftzu Wer- 
nigerode fur dargeliehene 70 Idthige Mark einen su Ostern in Mer- 
nigerode v<m den Cmnturen und Gebietigern zu Langeln und aus 
dieses Ordenshofs Giltern zahlbaren Zins von siebentehalb MarJc 
Hdlherst Wahrung, 

We broder Weddegc Pychauwe, lantkumpthur der ballye to Sassen, 
broder Dyderik van Stockhusen, kumpthur to Gottinge, broder Nyco- 
laus Pauli, kuraptur to Gosler und to Weddinge, broder LudeleflFWelte- 
beck kumptur to Luckeluni , broder Eggebrecht, kokemester to Langele 
broder Johan Volkeveld, kumptur to Berge, broder Laurentz^ Berlyn, 
kuraptur to Akcn, broder Johan Makereye, kuraptur to Burouwe, broder 
Johan Suzelitze, kumptur to Danstorp, broder Nycolaus Canitz, kumptur 
to Dommitz dudesches ordens bekennet vor uns unde unse nakome- 
linge in dussem open breve vor allc den, de dussen breflF seen, 
horen und lesen, unde sunderliken von alle der weghen, den dat von 
rechte behort, dat we vorbenomede lantkumptur unde gebedigere der 
vorgescreven ballie to Sassen eyndrechtliken unde mit wolberadem 
moyde mit witschop, gehete unde wlborde broder Dyderikes von Wyders- 
husen, mester dudesches ordens in dudeschen unde in walschen lan- 
den, reddelkeu unde rechtliken vorkoft hebben unde vorkopen den 
erbarn heren dem deken unde capHtele der kercken senteJurgen unde 
sente Silvesters to Werningerode sevedehalve marck Halbei^stedesscher 
weringe jarliker gulde an unsen hoven Luckelum, Weddinge , Langele 
unde Berghe, hoven, godern unde tobehoringen der vorbenomeden 
hove. De sulven sevedehalven marck vorscreven schuile we unde 
willen den vorgenanten heren gutliken bereyden unde geven von dem 
hove to Langele, godern boven unde tobehoringen des ergenanten hoves. 
Unde we to Langele eyn hoiFkumpthur edder eyn gebedeger were unde 
is, de scholde unde schal den obgenanten heren dem dekeu und capit- 
tele up dussen neysten tokomende paschen na data dusses breves 
geven, bereyden unde betalen sevedehalve marck Halberstedesscher 
weringe vorscreven in der stad to Werningerode, unbekummert jenger- 
leyes gerichtes edder personen, unde denne darna alle jar up paschen, 
de wile unde also lange dat w^e vorbenomede lantkumptur unde gebe- 
digere benomede gulde nicht wedder aflFkopen. Hirvor hebben de 
deken unde dat capittel to Werningerode vorbenomed uns lantkumptur 
unde gebedigern der vorgenanten ballie to Sassen bereydet unde ge- 
geven seventich lodige marck Brunsswikesschc witte unde Gosiersche 
wichte, de uns al vol unde to dancke wol betalet synt, also dat uns 
genoget, unde de vort in unses orden vromen unde nut gekart hebben. 
Ok 80 hebbe we lantkumptur unde gebedigere der ergenanten ballye 
to Sassen uns des bededinget unde de gnade unde gunst mit deni 
dekeu und capittele vorgenant beholden, tlat we alle jar, wen uns eder 



48 Deutschordeus-Gommende Langeln. 

uDsen nakomelingen des gelustet, moghen solke gulde, sevedehalve 
marck Halberstedesscher weringe, wedder aflfkopen, unde wen we edder 
unse nakomeiinge dat d(m wiilen, dat schuiie we unde willen dem 
deken unde capittele to Werningerode vorbenomed eyn haiff jar tovorn 
up sente Michels dach vorkundigen, unde denne darna up pasclien 
neyst volgcnde schulle we unde wiilen den erbarn heren dem deken 
unde capittele to Werningerode vorbenomed geven, bercyden unde be- 
talen seventich lodige mark Brunsswikesscher witte unde Goslersche 
wichte mit deme tynse, de sek denne borde, unde icht des wat vorseten 
were in der stad to Werningerode , unbekummert jengerleyes gerichtes 
edder personen, an jengerleye hulperede, vortoch, weddersprake , list 
edder jengerleye nygevunde. Were ok, dat an dnssem breve an wor- 
den edder an bockstaven icht vorsumet edder vorsat were, dar en 
schal dusse breff nicht medde vorbroken syn. Dat alle dusse vorscre- 
ven dedinge unde scrift stede, vast unde unvorbroken in aile oren 
puucten unde artikelen geholden worden den erbarn heren dem deken 
unde capittele der kercken sente Jurgen unde sente Siivesters to 
Werningerode, des to orkunde unde to merer wissenheyt, so hebbe we 
broder Weddege Pychauwe vorbenomed mit dussen vorbenomeden 
kumpthurern unde gebedigem der ballie ingesegel to Sassen unde des 
hoves unde huses to Luckelem, Weddinge, Langeie unde Berghe wit- 
liken gehenget an dussen breff; 

de gegeven is na goddes bord verteynhundert jar, darna in dem 
negentegeden jare, des sondages alse de hilge kercke singet Quasi- 
modogeniti. 

Urschr. Stiftmrchiv 8. Silvestri, Nr. 73 in der Oberpfarrkirche zu Wernigerode. 
Von ausserhalb ron einer Hdschr. des 15. Jh.: Littera In Langell. 

Die fiinf Siegel sind mehr oder weniger verletzt. Das Siegel der Ballei SucJt^en 
(Bmchstuck) rgl Taf. I, Nr. 5. Das Siegel der Ckmturet Luckluvi ist (VmJich, 
doch ein atiderer Stempel wie 2af. I, Nr. 3. Umschr. Majuskel: 

¥r S^aOMHQHDATORIS . IH? LVC . 

Das Siegel des CJomturs zu Weddingen-Goslar Christtiskopf in der Aureole 
rofi einefH lirlenkreise timgeben. Unischrift: 

+ S COIlEDffiTORIS IDB 6]0SLARm 

Tafel I, Nr, 6. 

Das Siegel des Comturs zu Ixmgeln stark beschadigt, s. Taf. I, Nr 1. Das 
ron Berge (ettvas Idnglich) und stark beschadigt , zeigt eine gekrimte Figur mit 
Jteiligenschein (Maiia?). — 

Bei Jaeger cod dipl. ord. Teutonici III, 36 (hatuischriftl. im konigJ. Stautsarchiv 
zu Kdnigsberg) mtch dem CliartuJar r. MergentJieim im lieichsarchiv zu Siuttgart. 



Nr. S6. 67. a. 1432. 49 

1432. Juui 3. 67. 

Johann, Bischof von Halberstadt incorponrt mit Zustimmuf^ und 
Entschddigung der dabei hethciligten der Deutschardcnskirche zu 
Langeln dic miste KircJie zu Ergstedt. 

lohannes dei et apostolice sedis gracia episcopas ecclesie Halber- 
stadensis ad perpetuam rei memoriani. Quanto venerabiles et religiosi 
viri Wedigo de Pychow, provincialis balie Saxonie, et fratres hospitalis 
sancte Marie Teutunicorum Iherosolimitani pro defensione catholice 
iidei ferventins ponnnt se et sua, tanto in suis iuribus conservandis 
tneri merentur defensionis presidio ampliori. Sane peticio dictorum 
provincialis et fratrum nobis nuper exhibita continebat, qaod fratres 
ipsi et domus ordinis eiusdem provincie tantis debitorum oneribus, 
turbacionibus, rapinis et incendiis predatorum ut plurimum ingruentium 
pregravate noscuntur, quod facultates fratrum et domorum earundem 
nequaqiiam sufficiunt ad onera huiusmodi debitorum et reparationem 
eeclesiarnm et edificiorum dicte balie ignis incendio plerumque vasta- 
tarum snpportanda, iungentes instancia devota et humili, nt ecclesiam 
in Erxstedio, villa desolata, que de iure patronatus dicti provincialis 
est, cnm agris, pratis, pascuis et attinenciis suis parrocbiali ecclesie in 
Langela ad ordinem ipsum racionabiliter pertinenti concremate pro 
reparacione eiusdem celeriori annectere, incorporare, unire et appro- 
priare dignaremur. Nos igitur peticioni tamquam racionabili merito 
annnendum et incommoditati et iacture vestris pro affectu conpaciendum 
digne inducimur ad coneedendum illa, per que univeraitati vestre pro- 
speritas angeatur, auctoritate nostra ordinaria et dum cunctorum bene- 
fieiorum dyocesis nostre ordinator existimus, ecclesiam in Erxstede 
desolatam parrochiali vestre ecclesie in Langela ex premissis et aliis 
causis Dos racionabiliter moventibus cum omnibus attinenciis et pertinen- 
ciis suis de consensu veuerabilis viri domini Gherardi Koneken, decre- 
torum doctoris, nostre ecclesie predicte cellerarii, ad quem ipsius per- 
tinet institucio, anneximus, univimus, incorporavimus et appropriavimus, 
annectimu«, nnimus, incorporamus et appropriamus dei nomine per 
presentes, ita tamen, quod procuracio nostra solita nobis et successori- 
bus nostris salva remanebit, et quod eidem domino cellerario solidi 
denariorum Halberstadensium quatuor loco synodalium, nec non domino 
Conrado Frederici , dictam ecclesiam ad utilitatem ordinis huius intuitu 
incorporacionis resignanti et dimittenti, fioreni Renenses decem pro 
sustentacione sui per conmendatorem domus in Langela et fratres ordi- 
nis iamdicti singulis annis in festo beati Martini confessoris et episcopi 
vel citra persolventur quodque rector pro tempore eiusdem ecclesie in 
Langela aut fratres ipsi ad aliqua alia onera vel iura episcopalia aut 
archidiaconi seu cellerarii predicti racione ipsius incorporate ecclesie 
nullatenus astringantur. Et ut premissa omnia et singula perpetuis 
futaris temporibus illesa permaneant, sigillum nostrum presentibus est 
appensum. 

OeficfaJehtiq. d. Pr. Sacluien XV. ^ 



50 Deiitschordens-Comracnde Langeln. 

Anno a nativitate domini millesinio quadringentesimo tricesimo se- 
. cando , feria tercia post dominicam qua cantatur in sancta ecx^lesia 
Exaudi. 

Urschr. auf Perffam. mif l^eschMigtem Siegel in W. 

1433. Juiii u. ea 

Der Landconvtur der DeutsdiordeiislxiHei Sachsen und der Comtur 
zu Langeln gmicJimigen y dass Hermann Briiggeniann dem TJlrich 
Wengher anderthalb Mark Zinses aus ihrem an des Ordens Ilof 
in Halberstadt gelegenen vom Orden lehnruhrigen Hause wi^er- 
kduflich fiir 15 Mark verschreibt 

Wy brodere Wedigo Pychow, lantkumptor to Sassen, und her 
Egghebrecht Blanckenow, cuniptor to Langeln, dudesches ordens, be- 
kennen in dessem unsen apen bryve, dat de bescheyden man Herman 
Brug;<heman, Alheit sine elike husfrouwe und ere vechte en^en met 
unsen guden willen und vulbort hebben vorkofft redeliken und recht- 
liken anderhalve mark gheldes Halberstedischer were jarlikes tynses, 
eyne halve mark uppe Gallen dagh, de ander halve mark uppe 
de paschen hilghendagh, de drude halve mark uppe sunte 
Johannes dagh alle jar to ghevende an oren huse, dat dar 
lyt an des ordens eyghen hove in der stad to Halberstad uppe deme 
horne by derae Hilghengheiste, und dat zulve hus van unsen orden 
to lene geit, deme vorsightighen manne Olrik Wengher, Ylsen siner 
eliken husfrowen und eren rechten erven edder we dessen breflf met 
oren willen het, XV mark Halberstedischer were, de he den erghenan- 
ten Hermann Bruggheman , Alheyde siner hustrowen und eren rechten 
erven nach eren willen vul und al betalet hat. Dessen sulven tyns 
schullen und willen Hei-men Bruggheman, Alheit und ere erven, edder 
we dit ergenannt hus het und besit, uppe desse vorscreven thit alle 
jar betalen, ane allerleye hinder, inval und wedersprake, de darane 
hinderen moghen. Und weret, dat dit vorschreven hus van eme eflfte 
anders vorghinge, des got nicht enwille, so schulde de sulven Hermen 
Bruggheman, Alheit sine eKke husfrowe und ere erven de vorscreven 
anderhalve mark tynses gheven und noge maken van eren gude, wor 
se dat an den redesten hedden, dat were varende eder nicht. Ok so 
magh de erghenant Hermen Bruggheman, Alheit sine elike husfrouwe 
eder ere rechte erven desse anderhalve mark weder afkopen vor veflT- 
teyn mark Halberstedischer weringe, so se koflFt sint. Wen se aflfte 
dat don willen , dat schullen se den vorbenomeden Olrike Wengher, 
eder we dessen briflT med sinera willcn het, eyn verndel jares vorkun- 
dighen tovoren und gheven eni denne veffteyn mark met den tynse, 
de sik denne gheboret Ok so schal dat vorbenomede ghelt und tyns 
dat erste sin an deme huse negest teyn schillinge tynses, de de erghe- 
nante dudesche orden darane hed jerlikes. Vortmer schal de sulve 



Nr. 68. 69. a. 1433 1451. 51 

Hermen Bruggheman, Alheit sin husfrowe noch ere eiven dat vorbe- 

nomede hus nicht vorsetten nogh vorkopen, se en don dat met willen 

und vulbort Olrikes vorbenomet eder we dessen briff med sinen willen 

het. Alie desse vorscreven stukke und articuien und ein islik besun- 

dem lave ik Hermen Bruggheman, Alheit myn elike husfrowe und 

unse eiTcn vorbenomet stede und vaste to holdende deme zulven 

Olrikc und we dessen brifF med sinen willen het ane allerleye weder- 

sprake, hindcr ofFte vorsumenisse. Des to tughe und groter bekent- 

nisse so hebbe wy lantcumptor to Sassen vorghenant und her Egghe- 

brecht, cumptor to Langela, der bede willen der vorbenomede lude i 

Hermen, Alheit und erer rechten erven unser ampte ingeseghel laten 

hengen an dessen apen briflF, ^ 

de gheven unde screven is nach der bort Cristi duzent virhundert 
jar darna in deme dre unde druttighesten jare, an sunte Johannes bap- 
tisten daghe. 

Anhangend drei Siegel und durch die Siegdpressel dea dritten Siegels verbuuden 
die weiter folqende Urkunde Uhich Wengersr. 1457. Im hmigl. Staatsarchiv zu 
Magd^burg, - S a. Schmidt, U.-B. der Stadt Halh. 856 u. Anm. 

1461. Februar-3rSrz. 69. 

Bericht Hber eine amtUche Besichtigungsreise durch die Deutsch- 

ordensballei Sachsen ini Atiftrage des Hochmelsters m Marienburg. 

Anno domini 1451". Diss ist das register des czoges der visitacio, 

also br. Jurge vom Egloffsteyn, voith czur Leippe, und br. Jost Krop, 

korherre czu Marienborg, auss dem lande Prewsen keu dewtschen und 

welischen landen geczogin synt. 

Item in Wittenberg gelegen 1 nacht yn der herberge, dohyn vor- 
botte wir den kumpthur van Dansdorff, das ist eyn hotf unsers ordens i 

und leyt ym lande czu Sachssen. 

Item 2 meilen von dannen ken Buraw ^ unsers Ordens hoff der 
leyt under der hirschafft van Anhalt, do trunken wir eyns uifin 
pferden. 

Item von dannen 4 meilen ken Aken do hot der orden eynen 
hoff, der waz wuste gewest, den leth der stathelder'^ von Sachssen 
wedir bawen. Aken ist eyne stat und ist meydeburg[isch] ; den komp- 
thur vorbotteu wir czu uns. 

Item 4 meilen von Buraw* ken Czerwiss, eyne stat, dy horet der 
herren von Anhalt, do gelegen 1 nacht; yn der stat synt 1300 bier- 
brewer. 

Item 5 meilen von dannen ken Meydeburg, do hilde wir vastnacht 
2 nacht. 

Item 2 meilen von dannen ken Bergen, unsers Ordens hoff, do 
gelegen 1 nacht, und leith ytn stifte czu Meydeburg. 

4* 



h 



52 Deutschordens-Coiiimcnde Lanfjeln. 

Item 4 meilen von danneu ken Halberstadt da hilden wir molczeit, 
und ist eyne gute stat des bischofs von Halberstat. 

Item 2 raeilen ken Langelaw, unsers ordens hoflf, do gelegen 1 
nacht, und leyt under dem graffen von Stalberg. 

Item von dannen 5 meilen ken Luckeleyn unsers ordens gutte 
haws, do gelegen 2 nacht, und leit under dem herczog von Brunswigk. 

Item 5 meilen von dannen ken Wedingen, do woren wir nicht, 
sunder der kumpthur was by uns. 

Item 2 meilen von Luckeleyn ken Brunswigk am sontage Invoca- 
vit3 do osse wir eyne molczeit; uffin obent vorbotte uns der herczog 
ken Wolfenpotel 1 meile, seyn legerhaws, do logen wir eyne nacht. 

Item von Wolfelpotel 4 meilen durch das gestichte des bischofis 
von Hildisheym ken Ganderaheym , eine stat und sloss des gnanten 
herczoges, do gelegen 1 nacht yn der herberge. 

Item 5 meilen von dannen ken Gatyngen, eyne gute stat, do hat 
unser orden eynen guten hof yn der stat, do loge wir 3 nacht, unde 
ist der letczte hof yn der balye czu Sachssen. 

Zwei Ahsclmften dieses Reiseiterichts in Fortn eines „Begi8ters" (Schmalfolio, 
olten und unten gendht) im Detitschoi'densarchiv zu Konig^erg. Beide sind scMecht 
erhalten, doch ergdnzt der Ikvt dei' einen den der anderen. 

l) Hdschr. BuUw. — 2) des Landkamturs ndmlich. — \V) 14. Mdrz. 



1457. April 20. 70. 

Llrich Wengke)', genannt Hanschenieker, verlcauft anderthalbe Marlc 
jfihrlichen Zinses an dem voni deuischen Orden lehnrilhrigen Tlause 
hei dem ( Langelnschen) Deutschardmshofe zu Halherstadt an den 
T)echant^n und Kapitel m S. Pauli fiir 15 Mark zum Seelgeddcht' 
nisse der Stiftsherren Emst Aurifaher und Bemd Florye und 
den^ Margarete Sluiters. 

We Oh-ik Wengher, anders genomet Hanschemeker, unde Ilse sin 
elike husfrauwe bekennen openbar vor uns nnde unse erven in dussem 
open breve vor alsweme, dat we mit gudem wolbedachten mode unde 
willen rechte unde redeliken genssliken unde alle vorkoft unde vorlaten 
hebben, vorkopen unde vorlaten ok in dussem breve anderhalve mark 
geldes Halberstedischer werejarlikes tinses nu in dissemjegenwordigen 
jare unde darna alle de komende jare eyne halve mark uppe sunte 
Johannis dach to middensomer, de andcre halve mark uppe sunte 
Gallen dach, de drudden halve mark uppe de paschen hilgedage alle 
jar to gevende unde betalende, de we unde unse erven an Hermen Brugge- 
nian, Alheyde siner eiliken husfrauwenn unde orer erven huse mit 
siner tobehoringe bynnen Halberstad, an des dudeschen ordens hofe 
uppem horae by deme Hilgengheiste belegen, dat von deme sulven 
orden to lene gheyth, mit willen und witschop broders Weddigen 



Nr. 70. a. 1457. 5^ 

Pycbow, laiitkamptnrer to Sassen, und hern EbbrechteH Hlankenow, 
cnmpturs to Langele, des sulven ordens, von deme sulven Hermen 
Bmggeman, siner hnsfranwen und oren erven uppe eynen wedderkop 
vor veiftheyn mark Halberstedischer were rechtliken und redeliken 
avekoft hebben, so der vorBcreven compturere, lenherren des huses, 
breiff darover na godes bordt in deme dusent veirhundert dar 
ua in deme dre unde drittigesten jare, an sunte Johannis baptisten 
dage geven und vorsegeldt inneholt, mit deme snlven breve und der 
vorscreven hovetsummen und aller rechticheydt, de we und (unse)' 
erven dartho hadden edder hebben mochten den erhaftigenn heren 
dekenn nnde capitele sinte Pawels kerken to Halberstad unde oren 
nakomelingen vorveifteyn lodige mark geldes der vorscreven were, de 
de snlven kdpers nns in eyner sunmien in redem getalden gelde to 
fuller gnoige avertellet, inandtwordet und wol betalet und we vort 
in unse nnd unser erven nnth nnd iromen gekarth hebben. Dissen 
snlven vorscreven tinss schullen und willen Hermen Bruggeman, 
Alheyd sin eilike husfrauwe nnd ore erven, edder we dyth ergenante 
hu88 heft und besitb, von dem sulvcn hnse edder oren andem gndera 
na inholde des vorgerurden hovetbreves, edder weret de betalinge 
darvan bo nicht enschege edder hinderstellich worde, wo dat tokeme, 
denne we insampt edder bisflndern edder unse erven eifte erffnamen 
von unsen und unser erven redesten gudera, de we hebben edder 
worden krigende, iinser neyn sek vor dem andern to behelpe, so lange 
sodan tynse alle jar fulstendich betalinge gesehen unde dan were, den 
vorscreven heren deken und kapitele in ore kelnerige uppe sodann vor- 
screven dagetyde ane jenigerleyge excepcion , behelpinge ette insage 
woltodancke betalen unde vomoigen, dat de sulven heren deune vort 
vorgeven in ore kerken, de memorien seligen Ernesti Aurifabri, era 
Berades Florye, ichteswanne medecanonike dersulven orer kerken, 
und Margareten Slnters, alledewile von sodan vorscreven . veiften 
marken hovetsnmmen immer so vele tinses tinset, dat se de memorien 
den na inholdinge ores memorien und feste registers geven konnen edder 
m6ghen. Men de vorscreven kopers hebben uns unde unsen erven, 
alse Hermen Braggeman und sine medebenomeden , von machtwegen 
des vorgerarden breves ok hebben den willen geven, dat we sodanne 
vorscreven tinse anderhalve mark geldes mogen von one wedderkopen, 
welkes jares we willen, so fnrder we na inholdinge des vorscreven 
hovet breves one den wedderkop to rechter tyd vorkundigen unde de 
hovetsummen, veifteyn lodige mark vorscreven were mit den bedage- 
den und vorsethen tinsen, wat der denne were, betalen ane geferde. 
Weret ok, des unse hergod nicht enwille, dat de obgenannten herren deken 
and capittel sodanes kopes jenigen schaden nemen, edder der jenich 
insprake efte inholdet tokeme, dat dnsse kop und der tinse betalinge 
80 nicht geholden worde, alse vorscreven is, wu ok de tokenien, dar- 
von unde alles schaden se des nemen, schullen unde willen we und 
unse erven genssliken benemen und one den schaden wedderkeren, 



54 Deutschordens-Commende Langeln. 

ane jenigerleye behelpinge edder insaghe, der we uns viilichte dar- 
jegen mochten behelpen; sodann behelpinge und insage unde alles 
rechten, dat uns hyrto mochte behulpen wesen, don we in dissem 
sulven breve ganse avetichtinge unde schulien edder willen uns dar- 
mede nimmermehr behelpen, sunder loven sodanne vorscreven stucke 
und artikelc insampt nnd eyn islik bisundern den vorscreven heren 
deken und capitele stede unde vast in guden trawen und eydesstadt 
wol to holdende 'ane geverde. Des to bekantnisse hebben we Olrik 
unde Ilse sin husfrauwe vor uns und unse erveu und alle, de disses 
von unser wegen mochten to donde hebben, den vorscreven heren 
dekenn und capittele den vorberurten hovettynssbreff mit gudem willen 
inantwordet unde dissen breff demesulven hovetbreve anecteret und 
tosamende hechtet mit mynem Olrikes obgnanten insegele, des ek llse 
sin vorscreven husfrauwe medebruke, witliken vorsegeldt geven. 

^'ach Christi unses heren godes gebordt in deme veirtheynhun- 
dert seven unde fefftigesten jar, des midewekens in der hilgen 
pascheweken. 

Urschr. mit der Urk. Nr. 68 zummmengefieftet 8. r. Stadt Hfdberstadt 24 und 
25 im kimigl. Staats(irchiv zu Magddmrg. Bas Siegel Ulr. Wenghers 8. Schmidt, 
Urkdb. der Stadt Halberstadt, Tafel lY, Nr. 14. S. a. dasselbe U.-B. 856 A. 

1) unse fehU in der Urk. 



1481. September 1. 71. 

Ileinrich von BortfeUle bdehnt Balthdsar Hilbredit mit einer zdmt^ 
freien Hufe im Limler Felde vor dem Fallstein und bdeibzuchiet 
dessen Frau Sophie mit dieser Hufe. 

Ek Hinrick von Borthvelde, Hinrickes zeliger son, bekenne openbar 
yn dussem open breve vor allesBweme; dat ek recht unde redeliken 
gelegen habbeO) uude lehene yn unde mit crafft dusses breves Balte- 
zare Hilbrechte eyne tegetfrige hove iandes, belegen uppe deme Lindere 
velde vor deme Valsteyne, mit aller nudt unde tobehoringe tho eynem 
rechten erfflicken manlehne, so manlehns recht ysfi, yn aller mathe so 
Johannes Hilbrecht sodanes vore von mynem zeligen vader to lehne 
hadde. Ok belifftuchtige ek in unde mit crafft dusses sulven breves 
Soffecken, dusses genompteu Baltezars elicken husfruwen, mitdersulven 
hove landes mit oren tobehoringen, nichtes darvon uthbeschedenn, so 
alse lifftuchtes reclit ysfi. Unde ek Hinrick von Borthvelde schull unde 
will deme gemelten Baltezare dusses lens unde lehninge unde Soffecken 
siner elicken husfruwen der lifftucht or rechte bekenninge hereweszen 
unde se entledigen von aller rechteu ansprake, wur unde wanne ohne 
des nod ysfi und sodannes von mek geesschet worde. Unde wy 
Asschwin unde Ludoleff von Borthvelde, des gnanten Hinrickes brodere, 
bekennen openbar yn dusseme suiven breve, dat Hinrick von Borth- 
velde, unse leve brodcre, dusse vorgenant leninge unde lifftucht mit 



Nr. 71. 72. a. 1481 -1499. 55 

onseni gudeii willeii, wetten uude fulborde gedan hefft. Inde dussem 
alle to bekantnisse babbe ek Hinrick meyn ingesigel gehangen an 
dnssen breff, unde ek Asschwin vorbenompt meyn ingesegel vor mek 
unde mynen brodere Ludolve, der wy hir samptliken to bruken. 

Na Christi geborth ame verteynhundersten dar na in denie eynen 
unde achtigesten jare, ame sonnavende post decoUacionis saucti 
lofaannis. 

Urschr. auf PmfametU mit den anhatigemieii beschddigten Siegeln. 



1499. Dezeiiiber 11. Ualberstadt. 72. 

Ber dmtsche (}rdm iiberldsst dein Proairator Jolmnn Eodis des 
Ordms Hofzu Halberstadt gegen 18 Giddm jahrlidien Zinses an das 
Ordmshaus m Langdn und bestelU Bodis zu des Ordms Diener. 

Wir Conrat von Utenrode, der ballye inn Doringen und Sachefienu 
laudtkumpthur, Mertyn von Toppheren zcu Luckenum, Johaun von 
Frutstet vcu Langele hawszhumptur deotschs ordens, bekennen vor 
idermenigklichen, dy dyszen unseren offenbrife sehen adder horen leszeu, 
dasz wir mit wolbedachten muthe, auch czeitigeu rathe dem erhaftigen 
Johau Rodysz, procuratori causarum zcu Halberstede, seyn lebetag 
langk eyngetban und verlaszen haben unsers ordens wouhofe zcu 
Halberstet mit vier beyheuszern, schunen, stellen, hofe, garten, uuud 
auch vier hufe landes inn Balsole zcu Erxstede mit der wyszen uber 
der mulen ob der stat Halberstet gelegen zcu dem gnanten hofe gehorig, 
ahjo dasz er eyu nawe stuben groszer und weyter dan dy iczige iu 
das wonhawsze bawe, und dy kirchenn behawsung mitsampt denn 
vier mithewszereu , schuuen und steilen allenthalben wyder bawe und 
anrichte, mit nawenn geswellenn, sparren, balken, latteu, seuleu und 
boden, vvo dy vorfault adder wandelbar, uuderlegen und eynczihen 
und allenthalben mit inwendigen und auszwendigeu gebawe, mit 
wenden, tuncheu und kleyben vorfertige, und auch mit bestendlichen 
dechern vou czigeleu bedecke, auff das esz dareyn nicht regen adder 
dasz gebawe vorfaule, und mit der kirchenn und andern allenthalben 
also anrichte, dasz hyn und wyder in wesentlicheu und bestendiglichen 
gebawe bleyben muge, unnd das wonhawsze darinnen er sitzt mit- 
sampt den obgemelten vier hufen landes und wyszeu vor sich und 
nymants anders zcu voniiyten adder auszzcuthun gebrauche. Vonu 
alleu obberurteu gutem soll Rodis alle jar jerlichenn dreyczehen 
Reynisch guldeu halp auf paskenn und halp auff Michaelis unseren 
orden und dem hawsze Laugele geben und beczalen; und wo auch dasz 
gnante unsers ordens hawsze Langele mit fruchten hinfurder befallen 
wurde, das alszdan vor dasz hawsze Langele eynn schnte in dem hofe 
zcu Halberstete bleybe, seyn ubrigen fruchte dahynn zcu schutenn 
und getreulich zcu vomaren. Er soU auch deni orden zcu dinste 



5^ Dcutschordens-Commende l^iDgcln. 

«tehenn, fleyszlich dea ordens sachen vor den gerichten zcu procu- 
rirenn and zcn vortreten, dar innen handelen nnd ratheu, gleich 
wye esz seyn eigen sache were; wo auch wir und unser orden z^u 
Halberstete zcu tbun gewunnenn adder zcu schaffenn betenn und acu 
im eynczihenn wurden, das alszdann uns und den nnsemn herberge, 
lager, gtaliung mit hawe und strohe an bescbwerung gantz freye /^on 
gnanten Rodis volge; sundemn essenn und trinckenn, auch haiteren 
sollen und wollen wir inn nmb eynn zcymlichen leydlichen pfennig 
beczalen und geldenn, dasfl er auch also der masze anslahenn und 
nicht ubersetzen soll, adder woUen sulche vor uns selbst bestellen, 
wye uus geliben wurde. Esz soll auch der gnante Rodis alle vortagte 
zcynsze gheun Halberstete vonn nnsers ordens wegen bysz auf dyszen 
heutigen tag vorsessenn entrichten und beczalen, und darmit soll 
alle schulde, dy mann im seynn mocht, quidt, ledig und losze seynn. 
Dargegenn wollen wlr den ergnanten Johann Rodis vor unseven und 
unsers ordens dyner unnd vorwanten erkennen und annemen, inn auch 
inn seynenn anligenden nothen und sachenn zcur biligkeyt furderlich 
seynn und retig erczeigen. \V^o auch dy halbe hufe landes, dy dem 
hofe zcn Halberstede entczogen ist, wyder erreichtwirt, soll im rait 
denn anderen guteren umb den vorberurten zcynsze auch volgen; und 
wenn also got der almechtig noch seynenn gotlichen willen uber denn 
gnanten Johann Rodisz gebithenn wirt, alsodann soUenn suleher hofe, 
kirchen, mithewszer, schun, stelle, garten, acker, wysiewachs mit aller 
abnncznng eynn und zcugehorig gancz lediglich und freyhe an idermenig> 
lichs vorhindernn und ansprache unsernn orden wyder heym fallenn, 
alle argeliste und geverde hirinnen gentzlich auszgeslossenn. Des 
zcu urknndt haben wir obgnanten lantkumpthur und huwszkumpthnr 
vor uns undt unser nochkomenn der ballyen zcu Sacbszen und der 
hewszer Luckenum und Langele amptszingesigell wissentlich an dyszenn 
brife thun hengen. 

Gescheen zcu Halberstede, auf mitwochen noch concepcionis 
Marie virginis gloriosissime anno domini etc. in XCVIin^». 

Urschr. W. mit anhangendeti Siegeln, 8. abgd). Taf. I, Nr. 1, 3 u. 5. 



1504. October 1. Halberstadt. 73. 

Der bischdfliche Official zu Ilalberstadt bestdtigt den Vertrag der 
DeutschordenshaUei Sachsen-Thiiringen mit Johann Bodis ilher 
das Ordenshaus zu Halbersta^lt, das zundchst ztir Hauscomturei 
Langdn gehort 

We Eggardus Krantz, wertliker rechte doctor, official des hofes 
Halberstadt, bekennen mit dussem breve vor allen, de on sein edder 
horen lesen, dat vor uns in gerichte personlick is erschenen de vor- 
sichtige Johannes Rodis und hefft openbar willichlyken bekanth vor 
seck, sine erven ader testamentarien, dat he na lude und inholde eynes 



Nr. 7:5. a. 1504. 57 

breves niit der ernwerdigen geistliken und vehesten heren des lant- 
kQmptnrs der baliey(!) in Doringen nnd Sansen und des huskumptarH 
tho Luckem und Langel dutzscbes ordens und ore ampte segelen be- 
segelt, den he uns vorbracbte, des genanten ordens wonhusinge und 
hofe tho Halberstadt gelegen mit syner tobeboringe up syn levent 
hedde und heilde vom gnanteu orden, und vorwiiligede ock und lovede 
vor seck und syne middebenomeden vorgenant deii suliften breiff mit 
allen synen puncten und artikelen darinne vorteikent und beBchreven 
stede nnd veste tbo holden; welkes breves inholt is de von worden 
to worden, wu hyrna volgedt: 

Wir Conradt von Utenrode, der balyen in Doringen und Sachssen 
landtkumpthure, Merten von Topherenn zcu Luckenum, Johan von 
Frudtstete zcu Langele huszkumpthnr dutschs ordins, bekennen 
vor idermennigklichen, das wir mit wolbedachteni mute und 
guten rathe dem erbafiligen Jobansen Kodis, procurator causamm 
zcu Halberstadt, sein lebetage langk eyngethan und vorlasen 
haben unsers ordins wonhuse und bofe zcu Halberstadt gelegen 
mit vier beyhusernn, schunen, stellen, hoffe und garthen, auch 
vier huffe iandes im Balsell zcu Erxstete mit der wysen uber 
der mulen uber der stadt Halberstadt gelegen, dem genanten boffe 
zcugehorigk; und von allen obgenanten gutterensoIleJohannesRodis 
alle jaer jerlicken dreyzcehen Reynische gulden uff Martini unserem 
ordin und dem huse Langeie unvorczoglich geben und bezcalen. Es 
ist auch forder besprochen, daz, er eyne newe dornyzcen, grosser 
und weyter dan die itzige^ in das wobnhnse bauen, auch die 
kirchen und behusunge mitsampt den vier mithusernn schuuen 
und stellen wyder bauen unnd anrichten, mit newen swellen, 
sparren nnd balken, latten, seulen und bodemen, wo die vorfuleten 
addir wandelbare, newe underlegen und erhogeu, und allenthalbeu 
inwendigk und uszwendigk und auch mit bestentlichen dachen 
niit zcigelen gedeckt, ufi das es dareyne nicbt regene addir 
vorfule, dar mit de kircbe und ander gebawe allenthalben also 
anrichten, das es in wesentlichen und bestendligen gebawe blyben 
moge; und das wonhuse und hoffe, darinne er siczt, solle er fur 
sich gebrauchen und sust nymandt anderst vormythen addir 
usthun, es gesche den mit des ordens wissen und willen. Wo er 
aber besynnet ist, den acker umbe zcynse uszczuthun, soll er den 
kumpthur zcu Langele darzcu fordereu; und wan Johannes von 
tods wegen vorfellet, das godt friste, dieweyle er den ackere 
under syneni pfloge hadt, szo soUe der selbige acker und wysen 
mitsampt dem huse und hoffe zcu der zcyt wo er befunden wirt, 
er sey besehet addir unbesehet, es sey winter addir sommer, ann 
insage Johannis testamentarien addir erben gantz ledigklichen 
dem orden heymgefallen und folgen. Szo aber Johannes den 
acker nmbe zcynse usgethon hette, szo solle der ordin von dem- 
selbigen jare den zcyns ynneraen, darynne er voi-stirbt. Dar- 



58 Deutbchordens-Comraeude Laiigeln. 

kegen sal der orden Johansen in die memorien nemen unnd 
seyn testamentarien addir erben sollen in dissem falle, szo der 
ordin de fruchte addir dye zcynse von dem acker hette inge- 
nomraen, des jerlichen zcynse dreyzcehen gulden vorgenandt zcu 
gebeu addir zcu bezcalen nicht vorpflicht seynn. Es ist auch 
iorder bereth, wo Johannes vorstorbe und den bawe alzo nicht 
volfurt hette, wie vor usgedruckt, szo soUe solcher bawe, den er 
nach schuldigk ist zcu thun, von zcweyen uns irs orden und 
zcweyer (!) syner testamentarien addir erbyn erkandt und gewerdert 
werden; und wes die testamentarien addir seyne erben denne 
noch schuldich seynn zcu bawen, das sollen sie von Johannis gutem 
thun, die er hynder sich lest nach redelicher weyse. Doruber 
soUen Johannis testamentarien addirerben alles, daser uffunserem 
gute gedeyet und erworben hadt, es sey farende habe addir an 
komne, essey kleyn addir grosse, nichtes usgeslossen, wes des in 
unserem huse und hoffe ime billich zcustehet, seynen testamen- 
tarien addir erben folgen, an inrede des ordins. Und wo durch 
godtlich mildykeyth das genant unserem huse Langele mit 
fruchten befalien wurde, das den vor das huse Langele Johannes 
eyn schuttebodeme zcu den selbigen fruchten dohyn zcu schutteu 
bey om vorgonnen solle, dye selbigen fruchte getrawlichen zcu 
bewarende dem orden, auch vleissigklichen in seynn anlygenden 
sachen vor den gerichten hir zcu Halberstadt zcu dynen, procu- 
riren und zcu vertreten, darynne handelen und rathen, gleich 
wen es seyn eygen sachen weren. Wu auch wir ader de unseren 
hie zcu Halberstadt zcu thun hetten und zcu yhm inzcogen, das 
alsdan uns und den unseren herberge, lager und stallunge mit 
hawe und stro frey von yhm gegeben werden; sunder essen und 
trincken unnd den hafferen wollen wir yhme umbe eynen zcymlichen 
pfenningk bezcalen, addir woUen es vor unns selbst wie uns 
geliebet bestellen; und darmit soUe alle schulde, die et mit dem 
ordin und dem husze zcu Langele bys uff dissen tagk gehabt und 
vorrechendt hadt, quidt, ledigk und losz seyn. Uargegen wollen 
wir den ergenanten Johannsen Rodis vor unnseren vorwandtenn 
dyner erkennen und annemen, ime yn seyn anligenden sachen zcur 
billichkeyt forderlich seyn. Wo er auch de halben hufen lands, 
die dem hote zcu Halberstadt entzcogen ist, widder erreichen 
wirt, soUe ime sampt den anderen guteren umbe den vorberurten 
zcynse foigen. 

Des zcu urkunde, das dyBe puncth und artikel stete upd 
feste sollen gehalden werden, habin wir obgenante landtkumpthure 
und huszkumpthure fur uns und unser nachkommen der balye 
zcu Sachssen und der husere Luckenum und Langele amptsin- 
gesegel wissentlich an dissen brive thun hengen. 

Gescheen zcu Halberstadt uff mitwochen nach conceptionis 
Marie, anno domini etc. nonagesimo nono. 



Xr. 74. 75. a. 1511 1514. 59 

DeM tho bekenthenisse hcbben we Eggardas doctor und ofiiciai, 
vorgcDant dusden breiif mit nnscH amptes angehangeden segel vor- 
segelt den obgenanten herenn lanthkumpthurs und hnszkumpthers ge- 
geven. 

Gescheyn tho Halberstadt up deni richthuse darsulvest, am danent 
vifThundert im verden jare, am dinstage nha sinte Michaelis dage, in 
bywesende der bescheyden Johannis Kerkenere und Couradi Bernige- 
rodt, cloricken Halberstedisch stiffts, tugen hyrtho geheyschet nnd ge- 
forderth. 

Tilemannus Ecke notarins ad premissa reqnisitus sst. 

Ursdvr. mitSiegdW. Der eimfeHkkte Brief enreist sich ah nicht bUm sprachlich 
uvkd ortJtographisch , sotulern uttch itn Tcxt cielfach rerschieden (tm der Gestalt in 
JVV. 72. 1) Udechr, dar. 

1511. Juli 28. 74. 

Marthen von Topperen^ lantkunipter dcr ballien in 8aiien dudesches 
ordens, bekenni, dass dem Klosfef* Ilsenbtirg vom deiUschen Orden 
drelzehn Gulden jdhrlteher Rente atis des Ordens Hofe zti HaJber- 
stadt verkauft seien, tvelche Jehann Rodis, derzeitiger Besitzer 
dieses Hofes, detn Kloster in zwei jahrlicJten Temiinen zu zahlen 
habe. 

Na Christi gebort unfies herenn vifiteynhnndert darnha am (!) dem 
elfftheu jare, am dage Panthaleonis. 

Val. llsetth. Urkdb. II, S. 531. Die Angdegenheit betraf zandcfist das Ordens- 
haus Langeln, tvozti der Halberstadter Ilof gelUirte, daher ron ausserh<db auf der 
Lrk, bemerkt isti Causa commendatorum in Langele. Ueber die icegen der con 
Bodis nicht gezafdten Zinsen entstandenefi Irrun/feti vgl. d<ts Sclireiben Abt Hertnanm 
zu Usetiburq rotn 16. April utul Krzb. Ernsts roti Maodeburgy Adtnitdstrators zu 
HfOberstadi, cotn 21. Juni und 14. Juli 1513. Ilsctib. Urktlb. Nr. 510. 511 uttd 512. 



1514. Mai 17. 75. 

Abt Hermann und das Kloster llsenburg biiten Albreclit, 
Admini^trator zu Magdeburg und Halberstadt, es zn vermitteln, 
dass ihnen die von Seiten des Detitscheth Ordens (Jlarthen vou 
Topperon Beligher, kumpther tho Lukkelem, dudeskes ordens) 
und dessen Zinsmann Johunn Rodis (auf dem LangcUCschcn Hofe 
zu HalberstadtJ sclmldigen Zinsen von 300 Gulden atisgezaJilt 
iverdefi. 

Datum — — ahm raitwekhen nha cantate, anno etc. XV ^ XUU". 

Gedruckt Ilsenb. Urkdb. Nr. 519. Gesch.-Qiwllen d. Pr. S. VI, 2. 



60 Dcutschordens-Commende Langelii. 

1515. MSrz 15. Halbersttult. 7«. 

Abt Uertnann und das Kloster Ilsmimrg vergleidien sich mit detn 
Ijandcamtur Wigand von HoUzadd fzu iMxMum) uml dmi 
Deutschen Orden wegen einer Verschreibung und der Zinsen von 
300 Gulden dahin, dass der Comtur die RiMigkeit der Fordening 
anerkefifU, das Kloster die versessenen Zinsen bi^ auf 8 Guidm 
vom Jahr 1514 erldsst und dem Orden wegen der Brohungen des 
fiachtigen vom Abt gebannten Zitismanns Johann Bodis Geivdhr 



Gescheen zu Halberetadt, anoo domini XV « X V^, donnerstags nach 
dem sontage oculi in der heyligen faBtenn. 

Gedruckt llsenb, Urkdb. 621. Geacfi.-QueUen d. JVor. 6, VI, 2. 



1526. Februar 9. Filrsteuberg. Ti. 

Herjsog Heifirich der JiAngere zu Braunschweig zeigt detn Grafen 
Botho zu StoTberg-Wemigerode an, dass er dem ihm sdiutz- 
verwandten Comtur von Langeln, Burchard von lappenheim, zu 
dem auf Montag nadi InvocavU wegen eifier Verhandluf^ zwischen 
dem Comtur ui%d grdflichen Unterthafien OMberaumten Tage den 
Dechanten von S. Cyriad vor Braunschweig zum Beistafid be- 
steUt habe. 

Vonn gots gnadenn Hainrich der junger 
hertzog zu Braunswig und Lunenburg. 

Unsem freuntlichen grus zuvorn. Wolgeporner lieber ohaim, ge- 
vatter uud getreuwer. Wir sein itzo von dem werdigen und erbam 
unserm lieben getreuwen em Burgkarten von Papenheym, conmenderer 
zu Langelem in euwer herschaft, sampt seiner freuntschaft untirtenig 
angesucht und bericht wurden, wie das ir in den irrungen, so sich 
zcwuschen ime und etlichen euwern untirtanen, etlicher ubirfarung und 
entwenduug halb enthalten, uif den montag nach Invocayit nechst- 
komende einen tag vorramet. Und dieweil uns nu der gedachter er 
Burgkart der ballie halb inSachssen sunderlich vorwant, dardurch wir 
ine nicht zu verlassen wissen, so haben wir ime den werdigen unsera 
lieben andechtigen und getreuwen ern Bartolde Binder, techant unser 
kirchen sancti Ciriaci vor unser stat Braunswig, zugegeben, neben ime 
und seiner freuntschatl uff snllichem tag zu erscheinen und beistendig 
und retig zu sein. Und ist zu euch unser freuntlich gesynnen, ir 
woUin der gedachten sachen ein guth fleissig einsehen thun ader thun 
lassen, damit gnanter er Burgkart zu demjenigen, was er pillig eigent, 
komen und unfier furderung bei euch gnefilich (!) entphinden moge. Das 



Nr. 76-79. a. 1515—1529. 



61 



woUen wir umb euch in gleichem fahel und sunst freuntlich zu beschul- 
den gneigt sein. 

Datum Furstenperg, freitags (nach) Dorothee virginis, anno XV <= 
XX VI. 

Aufschrift: Dem wolgepornen unserm lieben ohaimen, gevattern 
und getreuwen Botten, graflFen und hem zu Stalperg und 
Wemingerode. In abwesen an seine rethe und bevelhaber 
zu Werningrode hoflfemaister. 

Gr. H.-Arch. B. 52, 4. Intercessionaschreiben. — 1) Das urspriinglich dwrch- 
gtrichme ,ynach** ist jedenfatts herzmtdUn, da 1526 der Dorotheentag nicht auf 
einen Freit<ig fiel. Nd)en der Aufschrift die Bemerkung: In abwesen an seine rethe 
und bevelhaber zu Werningrode. 



1526. October 14. 



78. 



Burchard von Pappenheimj Comtur m Langdn, bescheinigt d^en 
Enipfang von 180 Guldm, die ihm gemdss einem zwischen ihm 
ufid den Bauem von luangeln durch Graf Botho zu Stolberg ver- 
mittdten Vergleich gezahlt wurden. 

Ich Borchart von Papenheim, itzunt comptur zu Langel, bekenne 
vor mich und myn nachkomen, daB mir der wolgeborn her Bathe, 
graflf zu Stalburg und Wernyngrade, myn gnediger her, zu guter genoge 
durch syner gnade schosser Mathiam Luthrot hait zalen laijsen eyn 
hundert unnd achtzig gulden, vor iglichen gulden eyn und twentzich 
kroschen, luth deB receB, so syn gnade twischen den vonn Langel uud 
mir uflTgericht hait. SoUicher hundert und achtzig gulden sage ich 
syne gnade quydt, ledich und loeB myt dissem breiflf, den ich.zu or- 
kunt luyt mynem pitzer befestiget und gegeben hab. 

Am dage Calixti, anno etc. XXVI. 

Urschr. auf Papier A. 18, 5 im grdfl. Archiv zn Wern. mit untergedrucktem 
Ringsiegel: Im SchUde ein Vogel (Babe); dariiber in einem Spruchhande: B. V. P. 



1529. Marz 5. 



79. 



Gotschdlk Schilder, Comtur zu Langeln, hekennt, dass es fiir des 
Grafen Botho zu Stolberg Ansprilche auf das weiche Holz iyi dem 
Langelnschen Papenberge unnachtheilig sein soUe, wenn ihm der 
Graf auf seine Bitten gestattd hat , eiliches Tannenholz da^dbst 
fiir das Haus Langdn fdllen und abholen zu lassen, 

Ich Gotechalk Schilder, deutz ordenB cumptur zu Langela, bekenne 
mit dussem breve: Nachdem sich des weichen geholtz halben in mynefi 
ordenB holtzberge dem Pagenberge zwischen dem wolgebom hern 
Bothen, graven zu Stolburch und Werningerod, myn gnedigen hem, und 
mir gebrechen begeben, also daB syn gnade deB haith gebruchen wol- 
len, wilchs ich doch nicht gestendich, wy syn gnade defi auch saget 
in andern frembden gehoitzeu to hebben, daB syn gnaden doch uflt' myn 



62 Deut8chordens-Ck)mmen(]e Langeln. 

oytlich ansuchen niir gnedichlich nachgelasscn und bewilliget hait 
etlich tennen holtzer durch Henninck Daininan abgehowen in myner 
behusunghe dcB hovcB Langela zu gebruchen, also daB ich syn gnade 
zugesagt, zusage und vorsprech auch mit dusem breiff, daB solcher 
vorgunstiung, die myn gned. h. mir hirinne than daB holtz weehtho- 
fiiren nachgelaBen hait, obgedachtem mym gned. h. eynB— , dem orden 
und mir anderteils an iders gerechticheit deB weichen holtz halb un- 
schedelich und ane abbruch seyn sol, ane geverde. 

In orkunt bekcnne ich diB mith myner egen hantschrifft, de geben 
uff frigdagh nach Oculi, anno etc. XXVIIIL 

Urschr. auf Papier. B 71, 4 im grdfl. H.-Arch. zu Wei-n. 



1529. December 24. 80. 

Der deutscke Ordm, Batlei Sachsen, verkauft, durch die VerhMt- 
nisse gendthigt, seinen zum Ordensgute zu Langdn gehiyrigen Hof 
gu HaXberstadt, der Gottesritterhof genannt, den Domvicarien da- 
selbst fiir 600 Gulden, besonders um die versetzten und verpfdn- 
deten Gilter der Comturei Langeln einzulosen und die verfallenen 
Gebdude dasdbst tvieder herzusteUen. 

Wir Burgkhart vonn Papenheim, landtcumpthur der balleye zw 
Sachsenn zw Luckelm, und wir Lodewigk Klopell von Elckerhawsen 
zw Domitzsch , Gotschalgk Schilder zw Langella, Hans von Latorff zw 
Buraw, Heinrich von Velthem zw Berga, Gotschalgk Micke zw Gotting 
und alle audere cumpthur und ritterbruder teutsches ordens dieser zeit 
lebendige yn berurter balley zw Sachsen bekennen vor uns, unser nach- 
kommen und idermenniglich : .Nachdem wir von wegen unsers gemeynen 
ordens eyn hauB und hoff, der gots ritter hoff geheissen, jegen dem 
barlusser closter nach dem Herslebischen thor zw Halberstadt gelegenn, 
alB unser gut fry, unbeschwert von tzinsen, schoB, dinsten und aller 
pfflicht, so von burgeru nachburrecht adir andcrm komen mocht, unserm 
gute zw Langella zustendig gewest, uber gans verjarte tzeit, auch mit 
bestendiger ankunfft bisher ane menniglichs hinderuug unsers, und wie 
wir es zum besten zu thunde gcwust, yn wesentlicheni gebrauch gehabt 
und genossen, welcher hoff yn notturfftigen gebewe neben anderer 
unserer hawsung fast abgenomen, wir auch in unradt und grossen scha- 
den der umbliggenden guter zw Langella, die durch unser vorfarnn 
von anliggender nott versetzt und verpfendet, gekomen, sollichs wir uff 
das fleissigste bewogenn und darhin gedacht, dass Bo viel mugelich 
aus dem schaden gehulffen und zum nutzlichsten gerathen mocht wer- 
denn, darinnen nach vorghendem und gehabten zeittigem rate befun- 
den, es wurde mehr unser und gemeynes orden fromen sein, zw freien 
eyns teils die versatzten guter zw Langella, dan weiter uffenthalt be- 
mcltes hoffes zu gedencken, das wir derhalb mit wissen, willen und 
fulbort des hochwirdigsten hernn Walter von Croneberg, in teutschen 



Nr. 80. a. 1521*. 6^, 

ond welschenn landen nieister des teutschen ordens, administrator des 

hoffineisterampts in Preufien, unsers gnedigenn hernn, aucb snnst 

oiidenshern und rathsbrudem soliichen boff verkanfi% baben, und ver- 

kauSen denselbigen mithawfi, garten, scheuren, weitbe, breithe, lenge, 

aller gerecbtigkeit, freyheit nnd wie berurt ganz nnbeschweit, in aller 

mafi ebr von uns gebrancht, den erhafftigen hern JobauVogen, Matbias 

Beiitz, Henning Juden, Francisco Breyer, Nicolao Steckelman, consili- 

arien unnd vicarien geuiein der kirchen zw Halberstadt, anch iren 

nachkomen, zw eynem ewigen und unwidderruflichen kauife jegenwer- 

tiglich und in kraflt diefi brieffs, und haben inen denselbigen boff ge> 

gebenn vor secbfihundert gulden, der die helffte an guttem vnlwichtigen 

Reinischen golde, die ander helffte Jochimdaler guldengroscben ge- 

west, die sie uns bar nber zugetzalt nnd wir in gutter gnuge ent- 

pffangen, furder in unsem und gemeynes orden scheinbam nutz, und 

Bonderlicb zu losung der versatztenn guter, nemlicb bey dem abt zw 

Ilsenburg des boffes zw Hoppensted und anderer zw Langella, auch 

errettung obliggender notturfft des gebewtes doselbst gekart und ge- 

want, sagen derhalb bemelte vicaricn sollicher secbshundert gulden 

hiemit gantz quid, ledig und lofi, vortziehen auch vor uns und alle 

UDser nacbkomen alles behelffs, aufiznges und was snnst hiekegen der 

betzaluDg zu rechte gegeben sein mochte; nnnd ob es itzt adir inn 

kunfftigen tzeitten darvor angesehn, das in diesem kauffe uber ge- 

dachte* betzalte summe besserung sein solte, dieselbigen wollen 

wir berurten vicarien yn krafft diefi brieffs gegebenn und nachgelassenn 

haben, derhalb sie sampt iren mitgedacbten solichs hoffes sampt aller 

seiner gerechtigkeit und freyheit in eine habende nnd nutzliche gewehr 

und possession gesatzt, setzen sie auch darein jegenwertiglich hinfiirder 

ewiglich inne zu haben, zu besetzenn, zu geniessen, ires besten und 

gefallens darmit zu leben. Unnd ufi das dieser kauff als zw weit 

nieht vermerckt, haben wir uns, unsern nachkomen nnd gemeynen 

orden an sollichem hoffe jerlich eine Halberstedische margk, ye acht 

nnd viertzig silbergroscben vor soliche margk zu rechnen, erbtzins, da- 

mit unser ubirkeit des directi dominii nicht verlassen, vorbehalten, 

welche margk vorberurt erbtzins gedachte vicarien jerlich uff osternn 

dem befelhaber zw Langella von wegen unsers ordens zw geben verpflflicht 

sein, unnd also wie erbtzinsguts recht und gewonheit ist, handeln 

sollen unnd woUen, darentjegenn wir anch sie bey sollichem hoffe, 

seiner gerechtigkeit und fryheit kegen idermenniglich scbutzenn, ynen 

herr unnd wehr so vielmals es von notben sein woUenn. 8o auch be- 

innden, das bemelten vicarien gemein uber diese unser verschreybung 

nnd gegebene consensbrieffe weitter verwarungvon noten, verpflflichten 

wir uns krafiTt dieses brieffs, dieselbigen nach notturfftigem angebenn 

nff unser kosten anfizurichten und inen zn handen zu stelien ane ge- 

ferde, unud begebenn uns aller unnd iglicher freyheit, gabe, gnade, 

gnnst, 80 uns in bepstlichen ader kayserlichenn satzungen und rechten, 

die wir alle, alfi weren sie hir ausgedrugkt, haltenn wollen, diesenn 



64 Deutschordcns-Commcnde Langeln. 

kaaff zw widderkomen gegebenn sein mochteny also das wir der&elbigen 
nymer mehr vorzunemen ader zu gebrauchen. Ab auch etzlich un6«ar 
guter umblang Halberstadt gelegenn unnd bey gedachtem hoflfe gebraucht 
adir darzw gehorig gewest yergatzt, unnd die vicarien zw sich lu. 
nemen bedacht, wollen wir incn vergunst habenn, solliche guter in 
dem kauffe die verpffendung gestehn nff vorgehnde losekundung an 
sich zw bringen, zu geniessen unnd zu bebaltenn, bis wir vor uns die 
losekundigung und den widerkauff zu thunde willens sein; doch das 
soUichs von inen uns gnughafftige reversbrieffe alfidann gegebenn wer- 
denn, geverde unnd alle argelist hirinnen ausgeslossen. Zw urkunt 
ewyger steter unnd vester haltung habenn wir Burgkhardt von Papen- 
heim landtcnmpthur unnd wir Lodewigk Klopeil von Elckei-shawsen 
zw Domitzsch, Gotschalgk Schilder zw Langella , Hans von Latorff zw 
Birraw, Heinrich von Veltheim zw Berga, Gotschalgk Micke zw Got- 
ting cumpthurs vor uns unnd unser mitgedachten neben der balley zw 
Sachsen einsigell unser ampten einsigele wisseutlich an diesenn brieff 
thun hengenn, 

der gegeben ist nach Cristi unsers hemn gepurt ym funfftzehn- 
hnndert und newhn und zwentzigsten jare, am abinde nativitatis 
Cristi. 

Urschr. a. Perg., 43,50 Cm. hoch, 46 Cm. breit, im kimigl Staatmrchiv su 
Magddmrg. 

Von den s%dfen durchgangig gut erftaltenen grunen Wachssiegeln der Camture 
in geJben SchUsseln, 8. abgebUdet auf Taf. I, Nr. 1, 5, 5 u. 6. 



1529. Deceinber U. 81. 

Burgkhardt von Papenheim, landcumpthur der ballien zw Sachsen 
teutsches ordens, und ehr Gotschalgk Schilder, cumpthur zwLan- 
gella desselbigen ordens, geldbm und versprecfien, nacJideni siemit 
andem Ordensherrm und ratsbrudern um ihres und des Ordms 
Nutzm und Bestm willm auf einm BeimUigungshrief hin, dm 
ihre Vorfahrm von dem emwirdigen hern Dietrichen von Clebe, 
meister teutschs ordens erlangt, den erhafftigen hem Johann 
Vogen, Mathias Belitz, Henningo Juden, Francisco Breyer, Nico- 
lao Steckelman, consiliarien und vicarien gemeynen der kirchen 
zw Ualberstadt, ihres Ordens Haus und Hof der gots ritter hoff 
gmannt m Halberstadt nehst Zfiibehor verkauft habm, die Vicarim 
aher desJialb Besdiwer fiihlm, dass der gegmicdrtige Deutsch- 
meister seine Beivilligung nicht dazu gegebm haf, dass sie diese 
Bcwilligung bis zum nciclistm Bartholoniamstage von dan hoch- 
wirdigsten hern Walter von Cronberg, adniinistrator des hoch- 
meisterampts und meister teutschs ordens in teutschen und wel- 
schen landcn, ihrcm gnddigstm Herm U7ui Oberstm, iibcr dm 



Nr. 81. 82. a. 1529-1531. 



65 



genanntm Hof auf eigene Kosten erwirken und den Vicarien zu- 
stetten wolleti, 

Nach Cristi unsers hernn geburt im funfftzenhundert unnd newhen 
unnd zwentzigisten jar, am abinde nativitatis Cristi. 

Urschr. auf Papier mit aufgedriickten Siegeln des LanOcomturs zu Sachsen 
und des Coniturs zu Langeln (s, laf. I, Nr. 1 u. 5) im kdnigl Staatsarchiv 
zu Magddntrg. 



1531. MSrz 20. Ualberstadt. 



82. 



Bei der unter Nr. 77 abgedrucUen Verkaufsurkunde findet sich 
auf 5 beschriebenm Foliobldttem Papier ein Schriftstuck , welches 
ndchst einer Abschrift jmes Briefs die hier auszugsweise mitzur- 
theilmde Tauschurkunde in gleichzeitiger Abschrift mthdU. Ein- 
leitmde Worte gebm dm Grund der Verdnderung an: Die Vicarim 
su Halbersf^dt hdtten erst geglaubt, durch Erwerbung des Langdn- 
scfim Gottesritterhofs sonderlichm Nutzm und Gedeihm zu erzie- 
Im, dodi „uB vohrgcfallen geschicke" seim sie bewogm wordm, 
dmsdbm gegm einm andern Hof in der Burg zu Halberstadt an 
das Domcapitd zu vertauschm. Und da sie hierbei der gemeinm 
Vicarim Bestes mit vielm Kostm gesucht hdttm, so hoffm sie, 
diesdbm werdm dies in Dank und Gilte annehmm. Nun folgt 
— hicr im Auszuge miigdheilt — der Tauschvertrag : 

In dcr Domcapitelsstube zu Halberstadt erklart der Dechant Joh. 
V. Marnholte den ordnungsmassig berufenen Domherren unter deren 
Zustimmung: Da die meisten Domvicare, „mith eigener husung nicht 
vorsorget, besonder hin unde wider bei den leyen uude sust der kirchen 
eutlegen whonen musten, welichs in itzigcn leufften swerlich, unde die 
vicarien dardurch auch die gotlichen ampte zcw geburlicher zceit tag 
uude nacht ohne ferlickeit ires leibs nicht besuclien ader gewarten kun- 
uen", 80 hatten sie, um solchem vorzubeugen uudaus besonderer Gunst 
gegen die Domvicare, von denen sie hofften, dass sie sich um so 
fleissiger der Mehrung des Gottesdicnstes annehmen wUrden, „dem er- 
bafftigen hern Cuniado Dithmar procuratori, Hinrico Spangcnbergh, 
Johan Vogen, Jacobo Remmelingh und Paulo Dobbelher, consiliarieu 
(und) vicarien gemein" des Doms zu Halberstadt, den domcapitularischen 
Klosterhof, der so verfallen sei, dass er sich nicht ftiglich zur Wohnung 
eines Domherrn eigne, „von der burchtreppen bifi an den hoff R. ge- 
heissen, Bo itzt heren Baltasar Meystorff bewhonet, sampt den beiden 
hwsem, die er Blasius Erlebach und Henningus Lappen, der kirchen 
custer, innehat", mit allem ZubehOr, vorn und hinten bis an die Burg- 
mauem und mit allen Rechten zu vollem Eigenthum und zu bewohnen 
ttbergeben. DieVicarien sollen iiur die ministratio davon dem Kapitel 
leisten, dem Herrn Blasius solle seine Verschreibung gehalten werden, 

Geachichtaq.d.Pr.SactuenXV. 5 



66 Deutschonleiis-Comracndo Langeln. 

und der Ktlster Hennig solle seine Wohnung noch drei Jahre nach 
erfolgtem Ableben Balthasar Meistorfs innehaben. Als Ersatz flttr diesen 
Hof in der Burg geben die Donivicare dem Kapitei und der Kirche 
zu Halberstadt in gleicherWeise den vom deutschen Orden erworbenen 
Gottsritterhof daselbst. Das Domcapitel soll diesen Hof nach Erben- 
zinsrecht von dem Orden und der Commende Langeln innehaben, da- 
her sie ,,auch jerlich uflF ostern ein margk Halbcrstedisch, je 28 Haiber- 
stedische schillinge vor die margk zcu rechnen, erbzcinB dem wirdigen 
und gestrengen hern Gotschalk Schilder, cumptor unde seynen nach- 
komen, innhabern des hwBs uude gutes zcu Langcla, geben [und] be- 
zcalen sollen und woUen". Der Domdechant hat unter Ausantwortung 
der Schitissei dem Kurt Dithmar und seinen Mitbcschriebenen den Hof 
in der Burg mit Zubehor personiich ttbergeben und von demselben 
namens der Domvicarien den frtther Langeinschen Gottesritterhof als 
Langelnsches Erbenzinsgut in Empfang genommen. In Gegenwart 
„der vorsichtigen Albrecht von Campe unde Henningh Probst, ieien 
Utrechtisschs unde Hiidensemisschs stiffte" ais erbetener Zeugen; ge- 
schrieben von „Johannes Dalsche, cierick Mindissches bisschoffthumbs 
und von bebstl. gewait offinbar schreiber unde notarius. 

1531, Romerzcal des vierden (jars), montages des zcwenzigesten 
tages des monats Marcij, babstthumbs des aiierheiiiigesten in got vaters 
und hern unnsers hemn Clementis von gotlicher vorsehunge babsts 
des syebenden, seyncr regirung im neunden jar". 

Nach einer gleichzeitigen Abschrift des Notars Joh. Wulff, Klerikers Minden- 
schen Stifts im konigl. Staatsarchiv zu Magd^burg. — 516 1533 verk. dusDomc. den 
Hof an die St. Halb. U\i 1534 gibt d. Comtur zu Lang. den Hof su> 1 M. Erimi- 
zins an den Bath. 2514 1537 das Domc. weist den Bath mit der Mark Erbemins 
an den Camtu/r zu Langeln. — Urkk, im Stadt-Arch. zu Halh. 



1533. December 17. Weinigerode. 83. 

Wdfgang , Graf m Stolberg-Wemigerode, vergleicht im Nameii 
scines Vaters, Graf Botho, den Corntiir zu Langeln und das 
Kapitd m S. Silvestri in Wemigerode wegen ciner SchuM von 
70.Marh Capital und 6^1 2 Mark Zinscn daJiin, dass der Com- 
tur die 70 Mark in ndher bestinwtter Weise mit 350 Goldguldm 
losen und einmi Zins von 17 1/2 Gulden zu zahlcn habe, wdhrend d<is 
Kapitel die versessenen Zinsen von 231 \Gulden auf 150 ermdssigt, 

Nachdem sich zwischcn den wirdigen und ernvhesten dechant unnd 
gantzem capittell der stitlkirchen sancti Silvestri zu Wernigerot als 
klegem eins- und hern Burghart von Papenheym deuschordens (!) iant- 
comptore der baiiey zw Saxen beclagtten anderteiis einer schuitvor- 
schribung, dorinnen ine gemeittem capiteli siebentzig marg Brunswig- 
scher witte und Goslar. gewichtte heuptgeit und siebendehaib marg 
Haiberst. weruug jeriichs zins an und uf den compture hofen zu 



Nr. 83. &. 1533. 



67 



Lugkelen, Wedige, Langela unnd Berge, hofen, guthern und zugehorungen 
nach inhalt brief und sigill durch die compture doruber gegeben vor- 
schriben und doruf gangen jerlicheu vorsessen zinsen, wilche sich in 
zweyhundert einundrissig gulden erstregket, gebrechen gehaltten, haben 
wir VVulfgang, graf zu Stalberg und Werningerot, thumprobst zu Hai- 
berstat unnd Numburg etc, uf bevhell und von wegen des wolgeporn 
hern Bothen, grafen zu Stalberg und Wemigerot, unsers frundtlichen 
lieben hern vaters, dorzwischen gehandelt urid die parthien mith irer 
bewilligung wie volgt vortragen : Erstlich , das guantter landtcompture 
ader seine nachkimen, zu wilcher zeit es jnen gelegen, obangezeigtte 
henptsumma der siebentzig marg Brunswigscher witte und Goslar. ge- 
wichtte mith dreyhundert funftzig gulden in golde abzulosen haben 
soilen und mugen, doch also, das zuvor lut der heuptvorschribung die 
nf kundigung gethan werden und in mitteler zieth so lange dieser wider- 
kauf stehen und obangezeigte heuptsumma der dreyhundert funftzig 
gulden nith abgeioset sein wii-t, sollen gnanttem capitell und iren 
nachkomen von nachgeschriben hufen landes im flure zu Langela ge- 
legen unnd ytzigen inhebern, ader wer sie hernach voi-zinsen ader in- 
haben wirt, uf sulche heuptsumma uf sanct Miehaelis tag nach dato 
diesz briefs schirstvolgende und so fort alle jare iglichs jars besondem 
uf sanct Michaelis tag achtzendehalben gulden zu einunzwentzig Sne- 
berger ader Halberstetter groschen, der iglicher zwolff pfennige geltten, 
zu jerlichem zins gegeben und zu Wernigerot in der stat gutlich be- 
zait werden, nemlich ein gulden neuntzehen groschen von einer hufen 
landes Hans Nickell, zwentzig groschen von einer halben hufeLudicke 
Custer, drey gulden siebenzehen groschen vou zweyen hufen der junge 
Berat Dillige, zwene gulden achtzehen groschen von anderhalben hufen 
Hans Smit, zwene gulden achtzehen groschen von anderhalben hufen 
Bernt Dillige, zwene gulden achtzehen groschen von anderhalben hufen 
Bartolmens Smit, zwene gulden sechsthalben groschen von vunf virtel 
landes Haus Feurstacke, daruber drithalben Sneberger, solche dem 
compthure jerlich geben. Dieweill aber ut' ostern schirstkunitig lut 
der heuptverschribung die zinszeit erschinen wirt, soll und will der 
landcomptur ader sein nachkomen dem capitell ader sein nachkomen 
uf dieselbigen osterfirtag schyrstkoment funttzehen gulden zu einun- 
zcwentzig groschen bestimpter werung das einmall, damach alle jare 
jerlich nf Michaelis achtzendehalben gulden angezeigtter werung wie 
obstehit gutlich entrichtten uud bezalen. Und nachdem wie obangezeigt 
gedachttem capittell zweyhundert einundrissig gulden, zu einuntzwen- 
tzig Sneberger ader Halberstetter groschen iglich gulden gerechent, 
vonsessener zinse unbezalt nastendig pliben sein, haben sie uns zu ge- 
iallen doran einundaehtzig gulden fallen lassen und bewilligt, die bli- 
benden hundertfunftzig gulden bestimpter werung uf nachgeschrieben 
ziele, nemlich uf pfingstennach dato schirkomende funftzig gulden, uf 
pfingsten uber ein jar, so der jai-zall funfundrissig geschriben wirt, 
aber fnnftzig gulden, und uf pfingsten anno sechsnndrissig die letzten 



t>8 Deutschordens-Commende Langeln. 

fuBilzig gulden in bczalung anzunbemen; doruf aucb gnantter laud- 
comptur bewilligt und uns» zugesagt bat, dem capiteli sulcbe bundert- 
funftzig gulden bestimptter werung uf ziele wie obstebit in der stat 
zu Wernigerot gnuglieb zu bezalen. Wu aber in bezalung der beupt- 
summa zur zeit wan sie ufgekundigt werden bernacb uf die geburlichen 
terniyn, ader dieweill der widerkauf stehit an den zinsen, dergleich an 
den hundertfunftzig gulden von vorigen vorsessen zinsen herflissent 
geseumet und eins iglichs uf zeit wie obangezeigtt nicht einbracht und 
bezalt wurde alsobalt in wilchem es ist, nichts uszgeschlossen , sulcher 
vorzug furleliet, sollen uud mugen das capitell zu Wernigcrot und ire 
nachkomen nach irer bequemesten zeit und gelcgeubeit hernach oban- 
gezeigtte guter ane alie furgebende gutlich ader rechtlicbe klage, in 
allermas als hetten sie die recbtlich eingeklagt unnd erlangt, angreiffen, 
die nach irem gefallen mith wissen des kumpturs oder inbebcrs des 
kumpturboffs zu Langela andern leutteu auszthun, vormiten ader ge- 
brauchen also hoch und lange sie dasjhenig dorinneu der vorzug fur- 
gefallen sampt den scheden, ab die doruf gangen, guuglich bekommen 
haben und jerlich bekommen mugen. Unnd in sulchen angenhomen 
gutheni und dcm gei)rauch sollen sie das capitell und ire nachkomen 
von der herschaft zu Wernigerot gehanthabt und vorteding|et] werden, 
dieweill es gemeltter landtcomptur vor sicb und seinc nacbkomen aiso 
bewilligt und angenhomen, sich auch dobei vorzihen und begeben bat 
aller ordenung, retormacion, gebot, vorbot und also alles des, so ime 
ader seinen nachkomen dawider und zu nicbthalttung einichs artickels 
diesz vortrages dienlich sein mocbtten, des alles in keinen weg zu ge- 
uiessen oder zu gebrauchcn. Und ist sonderlich hirinnen vom capi- 
tell furgehaltten, auch dem landtcoraptur vor sich und seine nachkomen 
nachgeben, bewilligt und angenhomeU; das nicbt destoweniger die 
heuptvorschribung uber die siebentzig niarg heuptgelt wie obgeschriben 
in kraft bliben und nith ehr kraitlos sein soll, es seyn dan die drey- 
hundert funftzig gaiden heuptgelt mit ailen zinsen und scheden, was 
der doruf vorsessen und gangen weren, zuvor alle guuglich einbracht 
und bezalt in der stat zu Wernigerot. £s soll auch der landtcomptur 
uber diesen vortrag beym homeister deuscher und welscher lant ein 
gnuglicb bewilligung und coufirmacion uf bringen und zwischen pfingsten 
schirsten dem capitell uberantwurtten; wu aber das nicht geschigt, hat 
der landtcomptur bewilligt, das dem capitell uber die guter zum comp- 
turhofe zu Langell gehorig in der herschaft Wernigerot gelegen von 
der herschaft schleuniglich vorhulffen werden und dieser vortrag wie 
obangezeigt yn dom capitell an ircr beuptvorschribung nichts abbruchig 
sein soll, wilchs alles uud dieseu vortrag in allen puncten zu haltten 
beid parthien also bewilligt, angeuhomen uud zugesagt haben. Des 
zu urkuudt haben wir gnantter graf Wulfgang sulchen vortrag gleichs 
lauts zwifachen und iglichem teill einen mith unsenu anhangenden 
sigill vormergt geben lassen. 

Gescheheu zu Wernigerot in beywesen Heinrichs von Wedelsz- 



Nr. 84 a. 153«. 69 

dorf und Mathian Lutrot, bevelheber zu Wemi^erot, nnd neben dem 
landtcomptnr chr Hans von LattoH, kuniptnr zcu Bauraw ehr Heinrieh 
von Vellheim, kumptur zu Danpstort', Hans von Myng:erott, trosten zur 
llartzburg und Heinrich von Wenden; uud von capitels wegen hern 
Johan Kirchener techant, ehr Johan Michaell senior, ehr Pawell Munt- 
meister, her Lorentz Andre, und ander niher. Geben mittwochen nach 
Lucie, im jare tausent funfliundcrt dreyundrissig. 

Ursdir. Wern. mit zerdrucktem Siegel. — Unter dem urspriot^flichen Tejd ist 
ron spdierer Hand f/eschrieljen: Nachdem Seiner HochwQrden clem Ilochwolfl^ehohrenen 
Herm Otto Dietrich von Balau p. t Land-Commendator der Balley Sachseii und 
Cbmmendator zu Lnkelm unnd Lanfreln Tcutschen Ritterorden.s, langer nii ht ansehen 
woUen vorgesetztes Capital der 350 H. zu verzinsen. und dassell)e ims dcm Capitulo 
zu 8. Sylvester allhier aufkundigen , auch wegen preintendirter Cas.se in$resamt 
220 thlr. oflferiren lafien, wir auch solch erbicten zu acceptiren uns nicht entbrechen 
koMnon, alfi sind uns solche zwt yhundert und zwanzi<r thalor samt den von Michaelis 
1704 biB hieher angclauifenen zinBon zu siel^en thlr. von Tit. H. Ambtmann Henric» 
Knochen, Pensionario der Comterey zu L^in^eln, iieute dato baar aufigezahlet, 
worQber denn cum renuntiatione Exceptionis non numeratae pecuniae hiemit beater- 
maBen qvitiret, imd die originale Obligation cxtradirt wird Uhrkundlich haben wir 
antcnbenantc diese qvitanz vor Uns und unser Xaclikommen am Capitido eigcnhandig 
untcrschrieben und mit unscrm Capitnli-sigillo cororborirt. 

So geschehen Wemigerode den 17. Junii Anno 1705. 

Henrich Georg Neull D. Superint. Wern. 

Christian Friedrich Schatze P. vor mich und in Volmadit 

H. Lic. Henrich Tdpffers Hofl^redigers. 

Von Joh. Fortmanns Hand die Aufschrift: Recessus z^ischen *dem Commen- 
dator zu Langlen undt dem Capitulo alhier aufgerichtet wegen der 17 V2 ^ » ^ 
jarlich auf Michat^listagk der Commendator dem Capitulo entrichten mus. Aimo lbiM\. 

Das aufgedruckte Kapitdssietjel im griiyien WacJis liegt lose bei. 



{0. J. um 153;^). 84. 

" Agker-, wiseu-, garten-, unde huBzins zu Langell dem comptur 
daselbs zustendig. 

1 flor. LudekePegen von IV/^ hufen landes. 

2 flor. Hans Kickell von I hufen landes. 

2 flor. Puss Eikemann^ von I hufenlandes nnde 6 huner von hufi 

unde hofe. 
1 flor. Henning Arbrechtvon I V2 hufen landes. 

1 flor. Ludeke Kuster von 1 1/2 hufen landes unde 5 B von huB nnd 

hofe. 9 pf. pro solido 
gerechent. 
4 flor. der junge Bernt Tillige von U hufen 
landes. 

2 flor. LorentzGroBhenningvonlhufenlandes unde 2 huner von 1 hus- 

stedt. 
H g. Ludeke Besuken vou IV2 morgen landes unde 2 huner von 1 hus- 

stedt. 



70 



Deutschordens - Commende Langeln. 



3 flor. Drews Hilbrecht von I hufen landes 



3 gr. die ISmedigche 

3 flor. Drew8 Lofi von IV2 hufen landes 
Baltzer Kese 

3 flor. Bartolmeus Smyt von I V^ hufen landes 

Baitzer Gron. 
3 flor. Bemt Tiliigen von 1*2 hwfen iandes 

1 flor. Hans Schrader von 1 1/2 hufen landes. 
1 flor. Caspar Schaper von P/2 tufen landes. 
3 gr. idem 

1 flor. Hans Schaper von 1^2 huten landes. 
3 flor. Hans Hanrodt von I V2 hufen landes. 

2 flor. Jacob Fegstedt von I hufen landes. 
8 gr. idem 



nnde 2 huner vom husz. 
und 3 gr. von 1 hopfen- 

garten. 
von 1 hopfenberg unde 

2 honer. 
und 2 hnner vom hofe. 
2 huner von 1 hnse ader 

hofe. 
nnde 2 huner. 
2 huner von 1 hofe. 
unde 4 huner von synem 

wonhofe. 



von 1 grashofe unde 4 
huner vom wonhofe. 



von zweyen hofen unde 

2 huner von synem 

wonhufi. 
2 huner von sinem wonhufi. 
2 huner von synem hufi. 
2 huner von synem huB. 
2 huner von synem huse. 
2 huner von synem won- 

huse. 
2 huner von synemhuse. 
unde II schill. von synem 

hnse. 



Tile Fegstet 
Drews Mantel 
Jacob Rinsch 
llenning Rossing 
1 V2 flor- Hans Fuerstagkc von ofirtell landes 

unde der junge Hans Fuerstagke 
1 flor. Cordt Fuerstagke von I^t^ hufen landes 

1 flor. Barlt Stebing von Ii^ huien landes. 
3 gr. Mats Mentz von 
Pascken 

Jacob Aldendorflf 
1 flor. Cordt Mentz von 1 1/2 hufen iandes 
Pellem 
Summa 41 floren. 15 gr. 

(291/4 Hufen, 23 Hausstellen, 5 Hopfenhofe). 

In dem im Oberpfhrrarchiv befindlichen formulare canonicorum dea SUvest^- 
stifts in Fdio S. 86- 87 ron einer der nyrliergehenden Urkunde (die sich das, 88 ff 
ebenfaUs ahschriftlich findet) ixMommen ghiefizeitigen Handschrift. 

Der Uebersichtlichkeit wegen ist in den achi Fcillefi, tco im Copialbtich der 
HOhnerzins bei fMendem Geldzinse an der Sjntze steht, der Name der ZinslewU 
nachgestdU. 

1) J)ie Wem. Amtsrechn. ron 1525m hat: Bussc Esigman, 1542 TUrk. Steuer: 
Prews Eseman, Gr. H.-Arch. C. 1 u. B. 93. 



1 hopfenhofe. 

2 huner von synemhuse. 
4 huner von synem hufi. 

2 huner von 1 hofe. 



Nr. 85 a. 1538. 



71 



1538. Jiili 8. Mergeiitlieim. 85. 

Der DetUschordensnieister ersucht dc^i Grafen Wolfgang zu Stol- 
berg tim Herausgabe mehrerer zum DeutschardensJiause Langdn 
gehoriger lange vom Kloster Himmelpforten in Erbpacht besessener 
AecJcer zu Darlingerode, 

Unser frenntschafft zuvor. Erwnrdiger nnd wolgebomer besonder 
lieber freundt. Uns batt herr Burchardt vom Bawppenheim, land- 
comenthur der balley Sachsenn unsers ordens, lassen anbringen, wie 
prior und convent des closters zur Himelporten inn der herschafft zu 
Wernigerode etliche gutter zu Derblingenrode gelegen von unserm 
orden und desselben haus zu Langel in emphiteosim umb ein benandte 
jerliche pension gehabtt. Und wiewol gedachtem unserm orden der 
jetzig prior her Herman von XJruningen mitt consens seins provincials 
das nntzbarlich aigenthumb zu dem vorgehabten schlechteni zu 
getreuen handen uff und ubergeben, auch mermals von unsers ordens 
wegenn, demnach demselben soUiche gutter unverhindert volgen zu 
lassen gutlich, und als das nitt statt finden wollenn, umb rechtshilff 
ansnchen geschehenn, so haben ime doch aus vermainter fiirgewandter 
entschuldigung; das noch im reich nitt ausfundig sein soltt, wie es mit 
den closterguttern inn der uffmr eingefangen gehalten werden soltt, sollich 
gutter nitt gedeyhen morgen, und ime auch das rechtt bisalher abge- 
schlagen worden. Dieweill nun je das rechtt niemants gewaigertt 
und abgeschlagen werden soll bey bohen peenen deshalben im rechten 
ustrucktt und ,dazu im kaiserlichen und des reichs churfarsten, fursten 
und stende genomen abschide zu Augspurg vermelter gutter halben 
clar fursehung geschehen und ordnung gegeben worden sein, so ist 
nochmals unser freuutlich bitt, gedachten landcomenthur oder seinem 
verordentem anwaldtt oder gewalthaber nochmals gutlich zu obge- 
melten gutternn sambt allem interesse komen zu lassen, oder aber 
furderlichs ustreglichs rechtens zu verhelffen und ime das weitter nitt 
waigem, uff das unsers ordens halben hirinnen beclagung zu thun nitt 
nott werde, unnd auch in dem erzaigen, das er zum rechten und der 
billicheytt, auch unserer furbitte genossen empfinde; das wollen wir 
uns versehea uund freuntlich beschulden. 

Datum Mergentheim, am achten des monats^ Julii, anno etc. 
XXXVHI. 

Walther von Cronberg, administrator des hochmeisterthumbs in 

Preussen und maister teutschs ordens in teutschen und welschenn 

landen. 

Aufsdirift: Dem erwurdigen und wolgebornen unserm besondern 
liebenn freundt herrenn Wolffgangen, graven zu Stolberg 
und Werngerode, thumprobsten zu Halberstadt und Neumburg. 

Urachr. a. Fapier mit zerdriicktem Siegel. B 71, 1 im grdfl. H.-Archiv zu 
Wernigerode. 

1) sthlechten? — 2) Geschr, monatas. 






72 Deiitschordens-Commende Langeln. 

1566. Jaiiuar 2. Mergentheim. 86. 

Der Deutschmeister Wolfgang hittet dm Grafm Heinrich zu Stolr- 
berg, auf sein fruheres an die Grafen gerichtetes Schreibm dic 
Klagm des Landcofnturs der Ballei Sachsm in Betreff des llauses 
La/ngehi angehmd eine Antwmi zu veranlassm, widrigmfails 
er dm Weg Bechtens zu beschreitm sich genotliigt sehm werde. 

Unnser freuntlich dienst neben wnnscbang ains gluckseligen newen 
jars zuvor. Wolgebornner besonnder lieber freundt. Es wurdet euch 
der erwtlrdig herr Georg Seel, lanndtchomenthur der balley SachBen 
unsers ordens, untzweiffennlich haben lassen anlanngen, wai^ wir euch 
auB Frannckhfurt am Main am 18. Novembris uff seiner geordenten 
zu unnserm capitui daselbst gehalltem bericht von wegen deB dannen- 
holtzs zu unsers ordens hauB Langeln geh5rig unnd auch trib der 
schwein in die mast haben geschriben gebetenn unnd im fall ab- 
schlagens lauth der reichs ordnung zu recht erfordert, unnd deB eur 
schrifftlich anntwurt darnach haben zu richten freuntlich gesonen, die 
unns aber biBalher nit zukhomen, nochmalB guetlich bittenndt, unnd 
euch im fall der nott zu recht eribrdernd unnd des eur beschribenn 
anntwort gewarttendt, inmassen von uns hievor geschehen. DaB sein 
wir genaigt umb euch freuntlich zu beschulden. 

Datum Mergentheim am 2**** Januarij anno etc. 55**". 

Wolffganng von gottes gn^den administrator deB hochmeister- 
thumbs in Preussen, meister teutschordens in teutschenn und welschen 
landen, probst unnd herr zu Ellwanngen. 

Aufschrift: Dem wolgebornnen unnserm besondeni iieben freundt 
hern Heinrichen, graven zu Stolberg, Konigstein, Rutschfurt 
unnd Werringerrod unnd heren zu Epstein. 

B 7. 1. Varia Langeln betr. Urschr. auf Papier Wern. Siegel ahgesprungen. 



w 



1666. M&rz 10. 8 

Ba^ Kloster Ilsmburg verkauft dem wirdigen u. ernvhesten hern 
Heinrichen Gam, kommentur zu Langeln, Beaten seiner kuchinne 
u. ihren kindern mit namen Davit u. Elias u. Heinrich eine Wiese 
gegm 100 Thaler PfandschiUing, 

Gegeben anno domini taussentt fUnffhundertt unnd ssechs unnd 
ssechzich, ahm dage Reminiscere. 

Gedruckt llsenb. Urkdb. 708. 



Nr. 86 - 89 a. 1555 - 1580. 70 

1567. Juiil 24. 88. 

Hmningus iryseken Senior, Ueinrims A^hgerdein, Mag, ValmUn 
Ihnat, C(imni^i geniein der StiflskircJim SS. Silcestri und (reorgii su 
Wemigerode hekmnm, dass Umm „der ehrwirdlger und elirent- 
vhester her Heiurieh Gham, der bailey in tiachssen tcutHclies 
ordens stathalter zu Lucklum" hunded seiner „dienerin Beaten 
seligen" zustdmlig gewesetie (ruldmi vorgestreckt halte, ivofilr sie 
ihm der Kirche Holzherg iiber Derhlingerode „ beneben dcin liolz- 
bergc darselbs (so) der compturey zu Langlumzustendigi^t'^ zum 
(rdyrauch auf merzig Jdhre verschriehm haben, „da8 eher und 
sein kinder, 8o cher mit seiner haushaiterin Beaten or/eugtt hat, 
denselben bey viertzig jhar lanjr . . besitzen, gebrauchen u. nach 
aller ihrer gelegenheit'^ ohfie Zinsen nutzen mogen. Dreijdhrige 
Kundigung wird vorhehaltm. 

Nach Christi unsers erlosers geburt im tausent ttlnfhundert und 
siebcn und sechtzigsten jharen, ahm tag lohannis baptistc. 

Urschr. auf Ftrgament mit grossem Stiftssiegel B. 101 im grafi. H.-Archiv 
m Wern. 

1580. H9. 

Verzeichniss der ecker, so der cumpter zu Langlem zehendtfrey 

behalten anno etc. 8(). 

9 morgen im ISchmatzfelder winckei | 

7 morgen ufm Kolwege l ,k> .«^•^^« ,«..:oo^« 

^ . , u !• * ir-. 28 morgen weissen. 

morgen ziehn uber die trmt ^ 

7 morgeu weissen ufn Koiweg ' 
5 morgen rocken ufn HeyendalBwegk. 

8 morgen rubesahmen vorm dorffe. 
2^2 morgen ufn tieffen wegk. 
li;2 morgen ufn HeyndalBwegk. 

1 morgen uberm Silstedter wege bey Ludeken Kuster. 
4 morgen utin Silstedter wege. 

8 morgen gersten ubern Silstedter wegk. 

2 morgen gersten ufm Alttfelde. 

8 morgen gersten, die langen 8 morgen. 

3 morgen gersten bey der Meiersch. 
3 morgen gersten im Ochsenbecke 



80 morgen inB winterteldtt. ^ 

Im sommerfelde.2 

8 morgen mit garsten up der Groue (Grove?) 
8 morgen mit garsten uber den Silstidde weg. 



74 Deutschordens-Commende Langeln. 

12 raorgen mlt garHtenn uber den stadtweg. 
2 niorgen mit garsten up deni Altfelde. 
.^) morgen mit haffernn by der Smathfelde lemkulenn. 
20 morgen mit haffren up dem Silstidde wege. 

In winter 41 morgen garsten, wetenn, rubesath an der Merseke (V). 
5 morgen up dem rothlande mit roggen. 
15 morgen hinder dem dorff mit garsten. 
10 morgen de Sambrede. 

Die rorsteJietiden Aufzeichnungen finden sich in eifiem Actensttick uber den 
LanifelnscJien Zehnteft v. 157 2 H'., B. 87, 10 im grdfl. H.-Arch. Dieser wichtigey 
friiher grdfl. Begensteinsche ZehtU war seit 1541 seitens der Grafen zu Stolberg 
von deni Stift U.L.Fr. su Halb.eingelOst xoordeti, an welcltes ihn emst die Herrsch. 
Begetistein fur 325 Mark verpfandet hatte. Mittw. nach Ursuiae {20. (M.) 1541 
hatte Gr. Ulrich zu Reffenstein fiir 6 den Grafen zu Stofberg durch Claus v. Mins- 
lebens AbM)en heitngefallene Hufen vor Mulmke den Letzteren das Einlosutigsrecfit 
des Zethnten uberlassen. Wegen dieses ZeJmten kam die Herrsch. Stolberg ttiit detn 
Comtur r. Langelti Otto r. Bkinket^trg in Streit. Am 17. Aug. 1672 schreibt der 
Amtsscliosser Simon Gleissetiberg dieserhaJb an Crr. Wolf Ertist: „Der commenthur 
zii Langeln^* habe den Vertrag, deti der Graf tnit ,,Curt Pipgroben** wegen des 
Zehnten aufgerichtet , nicht geachtet utid erlatibe sich dllerlei Eitigriffe. Gestern 
habe er von 60 morgen gcraten den zehenden genohmen und aich horen lassen, er 
wolt denen nehmen und niemandts ansehen. Ea hat auch der zehender keincr uff 
Hollichs stdcke daruff abzuzehenden kommen diu^en, dr&wt mihr mit ermorden und 
erschiesBen. Dieweil er denn kcin gebott oder verboth achten wil und sonderlichcn 
nach den ambts dienem nichts fragt, und dormit er sehen mochtc, das es ihme 
nicht solt also hingehen, hetten e. g. fiihr soUich gewalt des zehenden halber ilimc 
einhundert hemel nehmen lassen, sonsten wird er mehr droziger. Er hat uflra 
commenthurhofe seinen 8'-hIeusser dermassen geschlagen, das er gcstx>rl)en, imd soUcn 
sich seine, dcs schleussers, brAder berchwerlicher rede horen lassen, doch habe ich 
dorvon kcinen grund; dcr schleusser ist aber todt, daran der compthur schultig. 
Der Streit zog sich lange hin, wobei (1572) auch Jacob v. Blankenburg, des Com- 
turs Bruder, zu vermitteln suchte. 

1 ) Die AufzaMuthg ergibt tmr 78 Morgen. — 2) Diese Aecker situl von anderer 
gleichzeitiger Hatul auf eitietti besondereti Blatte cerzeichtiet. 



1581. Janiiar 6. Magdeburg. 90. 

(Mlhiatims^eugniss der Damprediger su Magddmrg fiir den vofn 
Deiiischordensmeister Jcfuinn von Lossoiv prdsentirten Pfarrer zu 
Ijo/ngdn, 

Lectori salutem. 

Cum pius et eruditus vir D. lohannes Graue^ Burgensis legitime 
vocatus esset ad ministerium ecciesiae dei in Langlum sub generosis 
comitibus Stolbergensibus, et commendatus nobis esset a reverendo et 
nobili viro lohanne a Lofiau, Galieae (!) et in Saxonia germanici ordinis 
praefecto et capitaneo Egelensi, ad cuius collationem parochia illa per- 
tinet, diligenter eum examinaviraus , et animadvertimus recte eum 
tenere summam doctrinae christianae et abhorrere ab omnibus opinioni- 



Nr. 90. 91. a. 1581. 



75 



bas prophanis cum harum ecclesiarum doctrina pugnantibus. • Ordinavi- 
niU8 igitur ipsum iuxta ecclesie apostolicae consuetudinem per manuum 
impositionem, addita ardenti filii dei invocatione, ac precanrur ardenti- 
bus votis deum, ut ministerium eius sit efficax, et ut sit orgauon eccle- 
8iae salutare. Hortati etiam ipsum sumus, ut et piam doctrinam fide- 
liter traderet et honesto vitae exemplo auditoribus praeluccret, id quod 
se facturum stipulata manu promisit. Oramus etiam magistratum eius 
loci, ut commendatum eum sibi habeat eumque, sicubi opus sit, ad- 
iuvet et tueatur. Nec dubitamus, hunc D. lohannem Grauen operam 
daturum, nt et debitam reverentiam et obedientiam et gratitudinem 
legitimo suo roagistratui praestet. Et nos etiam nostra oflerimus 
officia. 

Magdeburgi, anno 1581, 6. lanuarii in die Epiphanioium (!). 

Siegfridus Saccus D. pastor Christophorus Weichmannus, 

ecclesiae metropolitanae apud Mag- diaconus ecclesiae metropolitanae 
deburgenses. apud Magdeburgenses. Martinus 

Gallus, lector et diaconus prae- 
dictae ecclesiae. 

Urschr. auf Fergament mit eigenhdndigen Unterschriften und Siegeln im grdfl. 
H.-Arch. zu Wern. 

1) Gleichzeitige Aufschrift: Ordinatio lohannis Graven. Atif Sacks S.: an 
1 Zweiglein Eichd zw. 2 Bldtternj auf Wichmanns 1 Art Huusmarke (H), duf dem 
des Gallus 1 Hahn. 



1581. AprU 28. Weriiigerode. 91. 

IHe Grafen zu Stolberg bestdtigeii den vom detitschen Orden wegen . 

heanspruckten Patramts ihren Unterthanen m Langdn als Pfarrer 

wrgestdltenJohann Gratiena^gehaltefierProbepredigt vor ihremgeist- 

ti<Jien Ministerium zu Wemigerode und weisen ihn inseinAmt ein. 

Wyr Albrecht George und Wolff Emst gevettem, graven zu Stol- 

berg, Konigstein, Rutschefort unnd Weraigeroda, hern zu Epstein, 

Mintzenberg unnd Breuberg, bekennen und thun kundt fur unfi unnd 

unsere freundtliche liebe brueder und vettem: 

Nachdem ehr Ulrich Gunther, pfarher zu Langelem, seine gemeine 
zu vorlassen willenfi, anderswo seine besserung gesucht und der ehr- 
wirdig und ernvhest HanB von Lossaw, der balley in Sachssen deutschen 
ordenfi landtcommenthur , wegen des ordens, dem dafi ins patmnatus 
znstehen soll, ehrn Johan Grauen der obgenandten gemeinen, unsern 
nmlerthanen, vorgestellet und eine probepredigt thun lassen, die zwar 
sie angehOret, abcr ihm mangel ihres iudicii unnfi und unser predi- 
canten in der stadtWernigeroda zu radt gezogen, dorauff dan w^ir ehrn 
Joban Grauen auch fur ihnen zu predigen aufferleget, welchs geschehen 
nnd wir beide von den abgesandten der gemeinen und unsern predi- 
canten berichtet worden, dafi sie mit ihme friedtlich sein kSnnen, ihnen 
inn lehr und leben zu straffen nicht wissen, und die gemeine obgemelten 



76 Deutschordens-Commende Langeln. 

ern Johan Graucn zn einem pfarhern zu hernfien und anzunehmen 
nicht nngeneigt, alB thun wir hirniit solchc vocation heBtettigen, sindt 
auch mit ernst daruber zu halten gesinnet sofern, dafi ehr Johan Graue 
sich gegen unB und unser freundtliche liebe bruderund vetter obligire, 
vorpflichte und zusage, daB ehr bey der reinen gesunden und unver- 
felschten lehr gottliches wortteB, in massen dieselbige in prophctischer 
und apostolischer schrifl^tt gegrundet, in den dreyen heubtsymbolis, 
apostolico, Niceno ct Athanasiano summarischer weyse vorfasset, in 
Augspurgischer confession und derselbigen apologia widderholet, in 
Lutheri grossen und kleinen catechismis, Schmaikaldischen artickeln 
und formula concordiae widder allerley corruptelen und irthumb er- 
kleret und gottlob in unsem kirchen teglich getrieben wirdt, besten- 
diglich wolle verharren und bleiben und nach vleissiger verrichtung 
aller stucke, so zum predigampt gehdrig und m^ttig, und derselbigen 
in seiner introduction soll zum uberflufi erinnert werden , sich mit alle 
den seinen einefi erbam friedtlichen nnd christlichen lebenfi nnd wan- 
delfi befleissigen. 

Insonderheit aber befehlen wir, weil wir in erfahrang kommen, 
dafi unter der jugent und gesinde bifi anhero der heilige catechismus 
und die kinderlehr sehr unfleissig getrieben, dafi ehr Johan Grane 
neben einer wochenpredigt auff^allesontagnach mittag auflf vorgehende 
knrtz erclerung eines iglichen stuckes, wie sie ordentlich nach einander 
fblgen, die ubung defi catechismi nitt solle nnterlassen, sondern mit 
aliem ernst unnd vleifi treiben, nnd solche semina und principia unser 
wahren religion und christlichen glaubens beide den alten und den 
jungen, die dan darzu sembtlich sollen gchalten werden, und nmb die- 
selbige zeitt, die sich dan uber eine stunde lang nicht wirdt uber- 
strecken, alles geseufle, gespiele und tentze in der schencken einstellen, 
treulich und doch mit gelindigkeit einbilden, nnd summa derer dingen 
keinefi sich weigern, wafi in ausrichtung defi predigampts die andera 
unser predicanten thun und leisten mussen. 

Wir wollen auch, dafi wo ihm in seinem pfaramptt schwere sachen 
und fellen wurden furkommen, ehr daraber sich bey unsern predicanten 
in Wernigeroda solle radts und beschidts erholen nnd ahn dieselbigen 
gentzlich gewisen sein. 

Im fall aber, da ehr in lehr, leben und wandel straflwurdig und 
nach gelegenheit der sachen auf vorgehende freundtliche warnung der 
unsern predicanten wurde widdersetzig erfunden werden, welchs wir 
unfi doch nit vorsehen wftllen, wollen wir unfi aufitrucklich vorbehalten 
haben, gemelten ehrn Johan Grauen fur einen pfarhera feraer in nnser 
gemeine nicht zu dulden noch zu leiden. Demnach bevehlen wir unsern 
ampt8ch5ssern, gemelten ehrn Johan Grauen widder alle frevel, mutt- 
willen und gewaltt zu schutzen und forderlicbe hnliFe thun, dafi ihme 
dafijhenige, welches ahn eraanttem ortt zu underhaltung eines pfar- 
heras ist verordnet, zu jederzeit m(^ge unabkurtzlich gereicht und ge- 
volget werden. Ahn dehme allen geschicht unser zuverlessige meinnnge. 



Nr. 92. a. 1584. 



77 



Zu urkuut habeu wir unser grellich handtsecret hieruuden wissentlich 
utlruckeu lasseu. 

Gescheheu zu Wernigeroda den 28. Aprilis, ihm jahr 1581. 

Urschr. auf Pajner niit den yrdfl. HandHmfen bedriickt B. 45, 3 (BL 24n,2ri) 
im grdfl. H.-Arch. zu Wern, 



, 



1584. Septemberl. Speier. 92. 

Kaiser Rudolf IL befieJiU de7i Grafen Albrecht Georg und Wolf 
Emst zu StoJberg, den am 10, Mai zu Langdn aufgeJiobenen und 
auf Schloss Wernigerode in Haft gesetzten Comtur von Langeln 
Otto von Blankenburg auf freien 'Fuss zu sctzen. 

Wir Kudolff der ander von gottes gnaden erwSlter R5mischer 
kayser, zu alleu zeitten mehrer des reichs, in Germanien, zu Uungarn, 
Beheimb, Dallmatien, Croatien uud Sciavonien etc. kOnig, ertzhertzog 
zu Ostcrreich, hertzog zu Bnrgundi, Steir, Carndten, Crain und Wurtem- 
perg, grave zu Tyroll etc, empicten den wolgebornen unsern und des 
reichs lieben getreucn Albrecht Georgen und Wolf Ernsten, graven zu 
Stolbergk und Wernigeroda, unser gnad uud alles guts. Wolgeborne 
lieben getreuen, unserm kayserlichen camergericht hat der ehrwurdig 
Uenricb, administrator des hochmeisterthumbs in Preussen deatschordens 
in deutschen und welschen landeu, uuser turst uud licber andechtiger, 
suppliciereudt vorpringet: wiewoll sein andacht aus disposition ge- 
lueiner geistlichen und weltlichen rechten, auch des reichs constitn- 
tionen und zulassung sonderbarer kayserlicher privilegien alie hohe und 
niedere ober-herrlich- und gerechtigkeit in burgerlichen und peinlichen 
sachen iu und uber des deuischen ordens hiu und wieder im hayligeu 
reich licgende heuser und darin ergebene personen einig und alleiu 
zu exercieren gehapt, und noch solche personen auch s. a. in civilibus 
und criminalibus ailein lind uiemands anders underworffen und dessen 
iu geruwigem bcsitz uud herpriugeu jederzeit gewessen und uoch weren, 
beuantlich aber seine a. und dero ordens angehorige couimenthurei 
haufi und ordenspersouen zu Langlem, in s. a. ballei Sachsen gelegen, 
je und allewege dero jurisdictiou underworffen und von aller anderer 
jurisdiction, sonderlich der graven zu Stolberg, eximirt gewessen und 
noch, wie woll auch versehens rechtens und im hayligen reich aus- 
gekiindt und publicirt, das keine obrigkeit der andern in ir territorium 
und kUndtliche jurisdiction ober- und gerechtigkeit mit verpottener 
gewaltthat fallen und dereu underthaneu, so zum rechten sowol burger- 
licjj alE peinlich geuugsam gesessen, daraus holen, in gefenguus sclilep- 
pen und sich Uber dieselbige peinlicher erkantnas und jurisdiction mit 
der that anmassen, sonderlich aber alle kirchen und gotsheuser, vor- 
nemlich aber und vor andern also gefreihet und privilegiirt sein, das 
nit alle'in menniglich darinn, sonderlich uuder der predig und gotiicheu 
ampteru, frei sieher seiu^ souderu auch die offeutiiche ubelthetter da- 



78 Deut^chordens-Commende Langeln. 

rinnen ir freiheit und asyluni, wan sie darinn iau£feu und iiielien, 
haben solten, so truge sich doch zu, das du Albrecht Georg uud Wolff 
Ernst, graven zu Stolberg gevettern, neulicher tage uf Ascensionis do- 
mini jungst, uber zuvor dem teutschen ordeu vielfaltigen zugetligten 
und bewiesenen schimpf, trotz und hochmut, mehr alls 100 mit buchsen 
und spiessen bewerten mannen aus euerm stattlin Werningeroda umb 
beneben euerm schosser daselbst Martin Kleinschmidt i, der vogt ClauB 
Lindauw^, Cort Pipgroppe des hoffs Schmatzfelde verwalter, und Bernt 
Wippell von Wasserleben dcs vormittags, da der prediger uf der cantzell 
gestanden und gottes wort dcn leuten verkuudigt, in die tcutschherrische 
hochbefreiete eximirte kirch zu Langlem ut' s. a. grundt und bodem 
unversehenlich mit ungestttmm gantz unchristlicher unerh&rter weifi 
und grossem schrecken der leut (also das auch zwei arme weiber da- 
von in jamer kommen) gefallen und durch deu vogt von Wolckenstat^ 
und einen gantzen hauffen bewerter mann den ersamen unsern iiebeu 
andechtigen Otto von Pianckenburg, commenthur zu Langlem deutscb 
ordens, alls eine in dem deutschen orden per solenne votum et subsecu- 
tam institutionem investirte geistliche religtonsperson, aus seinem stuel 
hart vor dem aitar gefordert und aus der kirchen zu euerm schosser 
und Bernten Wippell, so gleichfals mit einem sondem hauffen wolbe- 
werter man uf dem kirchoff daselbst zugegen gewessen und die kirch 
umbringt, geuottigt und gefhnrt, da gemelter schosser und seine helffer 
gemelten commenthnr auch ohne alle ursachen in euerm nahmen ge- 
ienglich angenommen , nf einen wagen gesetzt und innen also von des 
clagenden fursten grundt, bodem und eigenthumblichen kirchen und 
gerechtigkeit zum hOchsten des ordens schimpf, spott und hon dureh 
die gantze statt Wernigeroda uf euer schloB gefhurt, daselbst dem 
commenthur auch die handt und (!) ein gefengnus in ein gemach mit ge- 
waldt abgetrungen worden, alles aus lauterm trutz und mutwillen und 
allein der ursachen halben, das (der) commenthur des deutschen ordens 
und ime befohlene commenturei und haus Langlem recht und gerech- 
tigkeit wieder euern vorsetzlichen gewaldt, trutznnd unbilliche ueuerung 
dem haus nit benemraen, schwechen, schmelern oder geringem lassen 
wOlIen, sonder sich, wie billich, er Otto von Blanckeuburgk darzu ge- 
lobt und geschworen, wieder solchen gewaldt gesetzt hette. Dieweil 
dan bemelter commenthur noch heutigs tags ohn ursach und einig male- 
fitz in solcher verstrickung und gefengnus gehalten wirt nnd nber viel- 
feltigs s. a. und commenthurs der ballei Sachsen und des gefangenen 
commenthurs bruder und stattliche freundtschafft ansucheu und rechts- 
erpieten, auch angebottene cautiori (dar/u man sich auch nachmals er- 
peut) nit ledig geben werden wollte. Und dan einmal, wo auch einige 
malefitz diesfals vorhanden, welches ir graven in ewigkeit nit bei- 
pringen konten, auch graven gar nitgezimpt oder gebttrt, aus s. a. ge- 
rechtigkeit und kirchen ermelten comraenthur gcfenglich anzunehmen 
uud aus einer frembden obrigkeit grundt und bodem hiuweg in ein 
andere /u fhureu, unvorsehens^ rechtens, quod nulia nullitas .... 



Nr. 02. a. 1584. 79 

esset, qaae ob defeetuni jnriBdietioDis comniitteretur, Bousteu aack 
dieses werck also beschaffen, das von wcgen euerer gefaster verbietterung, 
hingegen aber des gefangenen stattlichen freundtschafft und beistandts 
zeitlich einsehens hoch bedurflftig, dieweil dardurch ein solche beschwerung 
leichtlich erfolgen k^nt, die nach bcgangner thatt alsdan uit wieder 
ZQpringeDy und also summum periculum in mora, und dan obbemelte 
thatlicbe gefengnus und handtlung furnemlich clagenden fursteu mit 
belangen thette, derowegen umb dies uuser keyserl. mandat de re- 
laxando captivo sine clausula wicder euch obemante graven zu Stol- 
berg zu erkennen und mitzutheilen underthenig anruiTen und pitten 
lassen. Wan dan dasselb under dato dies also erkent worden ist, alls 
gepieten wir euch von Romischer kayserl. macht bei peen 10 marck 
li^ttiges goldes, halb in unser kayserl. cammer, den andern halben 
tbeiU 8. a. unnachlelilich zu bezahlen, biemit ernstlich und w()Ilen, das 
ir den nechsten nach uberantworttung oder verkundung dies unsers 
kayserlichjn briefs ermelten commenthur, doch uf ein allte gewonliche 
urpfed, seiner gefengnus ohne vcrzug und einige einred relaxieret und 
erlediget, hierin nit seumig odcr ungehorsam seiet, als lieb euch sei 
obbestimpte peen zu vermeiden. Daran geschicht unser emstliche 
meinung. Wir heischen und laden euch auch von berarter unser 
kayserlicheu macht, auch gericht und rechtswegen hiemit uf den 12. tag 
monats Octobris schirstkunfftig, den wir euch vor den ersten, andern 
driiten letzsten und endtlichen rechtstag setzen uud benennen, per- 
emptorie, oder ob ddrselbig nit ein gerichtstag sein wurde, den nechsten 
gerichtstag damach, selbst oder durch einen vollmechtigen anwaldt au 
demselben unserm kayserlichen camergericht zu erscheinen, glaublich 
anzeig and beweis zu thun, das diesem unserm kayserlichen mandat 
alles seines inhalts gehorsamlich gelebt sei; und wo nit alfidann za 
sehen und horen wegen solchen ungehorsambs in hievor bestimpte peen 
getallen sein, mit urthel und recht zu sprechen und zu ercleren, oder 
aber erhebliche einredeu, warumb solche erclerung nit beschehen soll, 
wie sich gepUrt vorzupringen , darob unsers kayserlichen cammer* 
gerichts entscheidts aufizuwarteny wan ir komniet und erscheinet, allS- 
dan also oder nit, so wirt doch nit desto minder uf des gehorsamen 
theills oder seines anwaldts anruifen und eribrdern hierinn im rechteu 
mit gemelter erkantnus erclerung und anderm gehandelt und procedirt, 
wie sich das seiner ordnung nach gepurt. Darnach wisset euch zu 
richten. 

Geben in unser uud des hayligen reichs statt Speir deu ersten 
mouats Septembris, nach Christi geburt 1584, uuserer reiche des 
Romischen im neunten, des Huugarischen im zw(Ufften und des Uehe- 
mischen im neunten jaren. 

Ad mandatum domini electi imperatoris proprium 

Audreas Neander, judicii imperialis camerq pro- 
touotarius. 



80 Deutschordens-Commende Langelii. 

GeriMlich zugefertigte Oriijinalahschrift auf fiin/ besckriebenen Folidblattem 
Papier. Aufschrift: Copia mandati de relaxsndo captivo sine clau8ula des hern 
deutschmeisters etc gegen die hcrn graven zu Stolberg etc. Von anderer Hand 
tmd IHnte ist bemerkt: Exequiert und uberandtvort durch mich Georg Stdckle, des 
keyserlichen cammerg(?richt8 geschwonien botten den 18. Septembri (!) anno 84 
B. 71, 2 im ifrnfl. H.-Arch. zu Wern. 

1) So st. Fleinschmit. — 2) Stadtrogt zu Wem. war von 1566 — 98 Heinrich 
Liitterodt. In einer Aussage dea Pf\ zu Langeln Hber seine Einfuhrung heisst es, sie 
sei 1581 gescliehen vom Sclumer Kleinschmtdt , Buchau Amtschreib&r , Pipgiopen 
tmd Lindau. — 0) Jedenfalls st. Veckenstet 4) Handschr uud vorsehcns. 



1589. 24. Jull a. St. Weriiigerode. 93. 

Ludtcig v. Lochau, Danidechant zu Magdeburg, Ludolf v. Bossing, 
Matthins v. Veltheim und Doctor Lamrus Kohler vergleichen die 
Grafen zu Stolberg und den Comtur m Langeln ivegen des 
Tannenholjses am Pagenberge, der Schweinemast und Jagd am 
Sasherge^ der Gesammthut auf dem Pfingstanger bei Watcrler, des 
Kornniahlens in den Miihlen der Grafschaft u. a, m. 

Wir Ludwig von Lochaw, thumbdechant der erzbischoflflichen kirchen 
zu Magdeburg, Ludolff von Rossing auf Wolperoda, Matthias von Velt- 
heiin auf Derneburg etc. erbsessen etc. und Lazarus Koler, der rechten 
doctor etc. hirmit urkunden: Nachdeme zwischen dem wollgebornen 
nud edlen hem, weiland hern Albrecht Georgen numehr seligen und her 
Wulff Ernsten gevettern, graffen zu Stolberg, Konnigstein, Rutscheibrt 
und Weruingeroda etc, an einem und dem erwirdigen edlen und em- 
vhesten hem Otten von Blanckenburg, commentom zu Langlem, anders 
teils irrung und gebrechen etzlicher nachtblgender puncten halber sich 
erhoben, derer etzliche zwischen wolgedachtem graffen als beclagten 
an einem und dem hochwirdigen fursten uud herren hera Heinrichcn, 
administrators des hochmeisterthumbs in Preussen, meister teutsches 
ordens iu teutschen uud welschen landen, clegern anders teils an dem 
keyserlichen cammergcricht zuSpeyr zu recht anhengig geworden, etzliche 
aber.unter hangender rechtfertigung sich entspunden und von wolge- 
dachtem graffeu und herrn Wulff Ernsten zu Stolberg etc. und vorge- 
nantem hern Otten von Blanckenburg uns darinnen gutliche handlungen 
eingereumet worden, wie das wir auff beiderseits beschehene be- 
willigung dieselben streitige artikel gutlich abgehandelt, vorgliechen 
und vortragen, wie volget. 

Und erstlich so viel anlanget das dannenholt im Pagenberge und 
was nach aufiweisung der grenitz doselbs dem commentorhofte 
zugehorig, welchem(!) Pagenberg der her commentor vor des ordens 
eigenthumb und das derselbc von den vorigen commentorn iderzeit 
geruiglich genutzet, feur- und bavvholtz darin geschlagen, zu des ordens 
hoffe gebrauchet, auch zuvveilen anderu verkaufft worden, anziehen undt 



Nr. 98. a. 1589. 81 

farbriogen lassen, und darneben sich bescbweret, dus ibme vom hem 
graffen an dem tannenholtz und desselben brauch tbetlicher einhalt und 
pfandang begegnet, darwieder am keyserlichen cammergericht man- 
datum de restituendo aufigebracht, der her graff aber dawider ange- 
zogen, das s. g. und deren vorfahren in allen geholtzen in i. gn. graff- 
und herschafflien gelegen, auch in der closter holtzen und im Pagenberge, 
die tannenbeume durchaus zustendig, welchs i. gn. also in possess sich 
dessen gebrauchten und den clostern und undterthanen das kleine und 
imdterholtz alleine zustnnde, ist dieser artikell dohin gerichtet und 
abgehandelt, das der her commentor mehr wolgedachtem hern graffen etc. 
vor 8. g. am tannenholtz dieses orts angegebene gerechtigkeit vier 
hundert thaler geben und der forderung der abgepfendeten schweine, 
viehes ond korns fallen lassen, und er und seine nachkomen an dem 
commentorhoffe forder an ihrem eigenthumb, besitz und messung der 
tannenbeum von dem liem graffen und s. g. nachkomen unvemnruiget 
bleiben soUen, jedoch alle hocheit der gericht und jagt ausgenommen, 
die 8. g. ihnen vorbehaltten. 

Zum andern, betreffend die schweinemasst im Sachsenberge auff 
des ordens geholtzen, daran dem commentorn vom hera graffen uud s. g. 
dienem gleicher gestalt einhalt und pfandung begegnet, ist es dotiin 
gerichtet, das der her commentor, weu der orter (doch aufigenommen 
des closters Wasserlehr holtzungen) mastung ist, soll zwentzig schweine 
einzutreiben haben, daran er auch unvemnruiget bteiben solL 

Zum dritten, die jagt in und vor dem Sachsenberge belangend, sol 
dem hern commentor dieselbe in und vor dem Hunerbusch, beim Un- 
trewen baum, im Judenthall, im Commentorholtze und in der Wasser- 
lerischen gemeine bifi an die Stapelburgische heerstrasse vorm holtze 
mit dem einlappen nach hasen und fuchsen allein zu jageu nnd zu 
hetzen ungeweret sein und bleiben. 

Zum vierdten, die sampthute auff dem Pfingstanger bey Wasserlehr 
belangendt, weil der vertrag zwischen den leuthen zu Wasserlehr und 
Langlem den hern commentor nicht binden kan, sol es mit der huet und 
trifft auff diesem anger, wie es vor itzt ermeltem vortrage gewesen, in 
dem stande bleiben, und der vertrag cassiret sein. Und da sonst irmng 
zwischen dem commentor und der gemeine furiallen wttrden, sol soichs 
zn der hera graffen erkenthnus stehen. 

Aber zum funfften, die huet im Rhoden bey Schmatfelde, desgleichen 
die mbalsteine, sollen dieselben orter forderligst in besichtigung genohmen, 
und was ein jeder aldo mit lebendigen urkunden oder sonsten beweisen 
wirdt, dobey gemiglich gelassen, auch mit obermelten mhalsteinen ge- 
wisse richtigkeit gemacht werden. 

Zum sechsten, weil der her commentor angezogen, das dem com- 
mentorhoffe jederzeit frey gestanden in und ausserhalb der graffschafft 
sein kora zur mhule zu fhuren und mahlen zu lassen» daran ihme aber 
von dem hem graffen einhalt geschehen und pfandung begegnet, so wil 
der her graff ihnen forder zu den mholen in der graffschafft nicht 

GeMhiehtoq.d.Pr.Sftchaen XV. 6 



H2 DcntschonlcnH-C/oraraoiido Langcln. 

zwiiigeii; Houdern iuie die mhalenfhur fur sein haufi uhne allen zwang 
frey lassen, dagegen der her commentor sich erbotten, das er ohne 
erhcischung besonderer noth, und so lang ihm nur in den mhulen in der 
graflfschaift gleich und billigkeit begegnet, seiu korn in andere mhulen 
ausser dcr graffeschafft nicht fhuren lassen woUe. 

Zum siebenden, naehdem der her commentor, als er von den hern 
grafen in verstrickung genohmmen, eine zeitlang darinnen enthaltten, 
aber derer endlich gegen seinem von sich zur widereinstellung ge- 
gebcnen rcvers erleddiget worden, weil mehrwolgedachter graffWoIff 
Ernst auff unser vleissige unterhandlung den hern commentor von solcher 
verstrickung gentzlich lofizehlen, inmassen er hiemit dovon gentzlich 
loBgezellet und der gegebener revers nunmehr unbundig und eassirt 
sein und bleiben , auch auffgesucht und dem hem commentor zu 
seineu handen widerumb zugestellet werden, doch denen vom hern 
commentor beschedigten an ihrer forderung nichts banommen. Gegen 
solcher gnediger erlassung sol und wil der her commentor sich gegen 
dem hern graffen aller gebuer bezeigen, solche bestrickung wider reden 
noch eiffem, auch wider i. gn. sich in unbillichen sachen nicht gebrauchen 
lassen und sich gegen s. gn. undterthanen friedlich verhaliten. 

Was dan ferner der her graff wider den hern commentor ausser- 
halb-itz abgehandelter artikell vorbringen lassen, nemblich dasderher 
commentor acht hufen landes, so zehendfrey vorreinet und versteinet, 
seines gefallens endere und an stad der vorreineten und versteineten 
hufen andere hufen an orten, do nach seinem erachten das beste ge- 
tredich wachse, aussuche und denn hern graffen mit s. gn. zehendten 
an andere huffen weisen wolle, dagegen der commentor berichtet, das' 
die acht zehendtfreyen huffen an gewissen orten nicht vorreinet noch 
versteinet, ist dieser punct dohin vergliechen, das, do sich die vor- 
steinigung von solchen acht zehendfreyen huffen nicht finden soltte, 
das alsdan an dero stad sollen vom hern commentom mit zuthun 
anderer vom hern graffen hierzu vorordenter unverdechtiger per- 
sonen andere acht hufen ausgewiesen, verreinet undt versteinet 
werden, welche dem orden wie vor alters alle wege zehendtfrey blei- 
ben sollen. 

Zum andern haben i. gn. auch die auBhebung der mhalsteiue 
anziehen lassen. Darauff ist verabschiedet, das wie oben beim funfften 
artikel gesetzet, wen die besichtigung des angers im Rhoden geschicht, 
solche zugleich besichtiget und zu ihrer richtigkeit sol gebracht werden. 

Wan dan wir obbenante unterhendeler diese abhandlung und vor- 
gleichuDg von beider hem partten in guttem auff- und angenommen, 
vorstanden, inmassen mehr wolgemelter her graft' iur sich , desgleichen 
der her commentor in beysein und mit consens des hern landtcommen- 
tors diesen allen obgesatzten artikeln nachzukomen und hirzu s. gn. 
ihrer hern brader und vettern und der her commentor seines gne- 
digsten hern und obem etc. consens und ratification auszubringen 
bewilligt. 



Nr. 93. 94. a. 1589—1590. 83 

[Jnd sollen hiedurch die am keyserlichen cammergerichte zwischen 
beiden partheien schwebende rechtfertigunge nffgehobcn und getiallcn 
sein, wie dan der her commentor bewilliget, dieses an den hem 
tentsehenmeiBter furderlich gelangen zu lassen, doinit von s. f. gn. 
die process am keyserlichen cammergericht eingestelt und abge- 
Bohs^et werden mugen; derogleichen der her grave %u thun sich anch 
erbotten. 

Dessen zu urkund, auch vhester haltung haben wir diesen vertrag 
mit nnsem angebornen und gewohnlichen pitzschafften bedrucket 
nnd mit selbst handen unterschrieben , alles getreulich und ohne 
geyehrde. 

Actnm auff dem rhathause zu Weroingeroda, den 24. Julii nach 
Cbristi nnsers lieben hem geburt im funffzehenhundersten und neun 
nnd achtzigsten jahre. 

Unter den xier Ringsiegdn die eigenhdndigen Untersclinft^i: 

Ludwig von Lochow Ludoff (!) vonn 

domdechandt zu Rofiingk mein 

Magdeburgk eigenn handt sst. 
manu propria sst. 

Matthies von Lazarus Kolcr 

Velthem mein doctor s8t. 

bandt sst. 

Urachrift Ihtpier, ucht besdiriebefie Folioseiten im griifl. H.-Arch. zu Wern. 
B, 7. 1. Ihpierzeichen: Im Schilde (3 Cm. hochj das Werni<ferodi8cJie ^adtwappeuy 
rgl. Taf. XK, AV. 113. Tkihei liegt atich eine twi (lem Notar Heinrich Lorenz 
Gotsch Wtrn. Nov. 17 Di nidimirte Altschrift. Imz. Kohlent Siegd zeigt im ivage- 
recht getheilten Sckilde^oben eitien, unten^ ztcei Sterm. Kin Stern ist Ilelmkleitwd. 



1590. MSrz 20. a. St. 94. 

Johann, Heinrich, lAidwig Georg und Ckrisioph, Grafen m Stol- 
berg, geben ihre Znstimtmmg zu dem am U4. Jtdi a. St. mit dem 
Comtur zu Langeln, Otto von Blankenimrg, gesdilossenen Vertrage, 
durch welchen verschiedefie seifens der Grafen Albrecht Georg und 
Wolf Emst zu Stolberg beim Beichskammergericht ivider den Com- 
tur verfolgte Lrrwngepi bcigdegt toerden. 

WirJohan, Heinrich, Ludwieg Georg undChristoff, alle graven zu 
Stolberg, Konigstein, Rutschefort und Weraigeroda, hern zu Ebstein, 
Mintzenbergk und Breuberg, fur unfi, unser erben und erbnehmen be- 
kennen und thun kundtt , demnach der wolgeborane her Wolff Erast, 
grave zu Stolberg, Konigstein etc, unBer freunttlichcr lieber bruder, 
vetter und gefatter, unB freuntlich berichtet, daB weillandtt der auch 
wolgebora her Albrecht George, graffe zu Stolberg seliger, neben s. 1. 

6* 



84 Deutschordcns-Commendo Langeln. 

ulin deni keyscrlichen camniergerichtte mitt dem hochwirdigsteu fursten 
dem hern dentschenmeister , insonderheitt den ehrwirdigen und ern- 
vhesten Otto von Blangkenburg, commentor zu Langelem, belangende, 
in sieben unterschiettUche rechtfertiung gerathen, darinnen auch etliche 
jhar hero procedirt worden, dafi doch entlich durch gutter leutte fleifiige 
unterhandelung solche irrungen und rechtfertiung untter dato den 24. Julii 
defi vorschinnen 89. jhars zu grunde vortragen und beygelegtt, allefi 
nach femerm inhalt defi daruber auffgerichtten vortrages, und wir dan 
von wolgemelttem unfierm bruder und vettem dorauff ersucht, dafi wir 
unsere bewilliung, ratification und consens in solchen vortrag auch 
geben und s. 1. mittheilen woitten , alfi haben wir s. L denselben zu 
vorweigern nicht gewust, consentiren demnach und bewilligen in ob- 
gedachten vortrag und derselben (!) clausulen und articulen in bester form 
rechttenfi, alfi,^ solchs ahm krefitigsten und bestendigsten geschehen 
soltte, kuntte oder mochte, und wollen denseiben sthet, vhest und 
unvorbruchig halten, darwieder nicht thun noch zu thun gestatten, doch 
unfi und der herschafft ahn unser hocheitt und oberkeitt, auch sonst 
menniglichen ahn ihrem rechtten unschedlich, threulich und ohne ge- 
vherde. Defien zu urkunde haben wir diesen consensbrieff mitt eigenen 
handen untterschrieben und unser handttsecret zu ende aufftragken 
lafien. 

Geschehen und geben den 20. Martii anno 90. 

Johann, graff zu Stolbergk Henrich, graff zu Stolbergk 
und Wernigerode etc. und Wernigeroda. 

sst. sst. 

Ludwig G(5rg, graff zu Stol- Christoff, grave zu Stolberg 
berk undt Konigstein etc. und Konigstein etc. 

sst. sst. 

Urschr. mit deti Handringen der Grafen, bedruckt im gr. H.-Arch. zu Wern, 
Papierzeichen: 51/2 ^*». hohes Stadtioappen v. Wern, 

1) So im Entimirf. Ausfert. verschrieben: ahn. 



1590. MSrz U. Fulda. 95. 

MaximUian, erwdJilter Konig von Polen, Erzhersog von Oester- 
reichy gibt als Deutschordcnsfueister seine Ziistimmung m dem am 
14, Juli li}89 zwisdien der BaUei Sadisen und den Grafen zu 
Stolberg aufgerichteten Verglei^Hie die Comturei Langeln betreffend. 

Wir Maximilian || von gottes gnaden erwWter zu kOnig in Polen, 
ertzhertzogkh zue Osterreich, herzog zue Burgundt etc, administrator 
des hochmeistertumbs in Preussen , meister teutsch ordens in teutschen 
unndt welschen landen, grave zue Habspurgkh und Tyroll etc, ur- 
kunden und bekhennen hiemit offentlich: Alfi wir imd unser orden 
von wegen dessen angehoriger ballei in Sachsen und commenthurei 



Nr. J>5. a. 1590. as 

Langlem nan ein gutte zeitt bero init dem wolgebornen iinserni 
besonders lieben herren Wolff Ernsten, graven zueStalberg, Kttnigstein, 
Ruttschefortt und Wernigeroda und dessen brlidem und gevettern, 
ettlicher underHchiedlicher recht und gerechtigkeitten halben in nach- 
parliche mifiverstenden und irrungenn gerathen, daraus denn ettliche 
pfandungen und mandata errolgtt und an das keyserliche cammer- 
gericht erwachsen , solche alle aber uf guttherziger beeden partheyen 
wolmeinender friedfertiger leutt und underhendler undernohniene und 
gepflogene verhor unnd underhandlung den vier nnd zwanzigsten Julii 
verschienes neun und achzigslen jahrs zwiHchen uns nnd besagter 
unserer ballci und commcnthurei land- und conimenthurn , den wtir- 
digen und ersanien unsem licben andechtigen Johan von Lossaw unnd 
Otten von Blanckhenburg, bceden nnsers ordens, und wolgcdachten 
grayen von Stalberg in gtittlichkcit gezogen und ein vertrag, inmassen 
uns derselb tllrgcwiesen , uffgerichtt, und darinn zue endt verab- 
schiedett, bewilligtt und vorsehenn, das ermeltte beede unsers ordens 
persohnen von unli als obristen, deBgleichen gedacliter grave seiner 
brtlder uod gevettern als interessirenden gebUrende consens und rati- 
ficationes darttber aufi- und zur hand pringen sollten und w^IIen, und 
unfi dann ermeltter beeder unsers ordens persohnen redlich gemUeth 
zue ihrer anbevollenen ballei und commenthurei tragende sorgfalttig- 
keitt, Bowol der uuderhendler erbar unparteysche affection nicht un- 
bekhandt und gerumbtt wordeu, und umb so viel weniger einer hierinn 
mit undergeloffener ungebtirlicheu versaunibnufi , nachgebens oder 
vortheilung uns befahren noch solchen vertrag umbzuestossen oder zue 
retractiren ursach haben mOgen, derwegen wollen wir solchen vertrag 
unsers theills in allen und jeden so wol albereitt hierdurch erOrtterten 
als uf ferner zuesamenkunfft und unparteysche endliche vergleichung 
verschobenen puncten und articuln durchans approbirt, confimiirt und 
bestettigtt haben, wie wir auch denselben alles seines inhaltts hiemit 
approbiren, confirmiren und bestettigen und dobei verspreclien und 
zuesagen, demselbeu iUr uns, uuser nachkhommen und orden also 
nacbzuekhommen und zue geleben und darwider nicht zue thun oder 
zue handlen, noch von andern zue beschehen zu verhengen, nachzue- 
sehen oder zue gestatten, inmasseu wir ebenmessigs von besagten 
graffen zue gescheben uns versehen wollen. IJnd dessen zue wahrer 
urkhundt haben wir unser secret insigell endts dieses anfffcruckhen 
lassen und mit unserm handzeichen becrefftigtt. 

Geschehen zue Fuldt den vier und zwanzigsten monatstag Martii 
von der genadenreichen gepurth Christi gezeltt daussendt ittnff hnndertt 
und neunzig jahr. 

Mit aufffedrucktetn Siegel m rothem Wacfia nnd eigenfuindiger Unterschri/f. 
B. 7, 1 m grdfl. H.'Arch. m Wem. 



86 Deiitschordens-Commende Langeln. 

1605. September 29. 96. 

Jdhann, Graf zu Stciberg, gddbt dem ehrwirdigen gestrengen und 
ernvhesten seinem 1. besondern herm Hoyer von Lawingen, com- 
mentor zu Langelem, die ihm am 25. Od. 1601 m 5 aufs Hunderi 
Zins dargdiehenen 200 Reichsthaler auf ndchsten Michadistag 
samt den hisher unhezahlt gd>Ud>enen Zinsen zuruckzuzahlen, 

Geschehen ahm tage Michaelis des eintausent sechshundert und 
funiften jars. 

Gleichz. Abschr. W. Pujnerzeichen mit eigenthuvilicJi rerschnorl-eltem Wem. StcuU- 
irappen mid den Namen^juchstabett II. R. Die Abschr. ist r. J. 1613, bis toohin 
fiie zu 120 Bthlr. aufgelaufenen Zinsen noch nicht altgezahlt waren. 



1605. Novbr. 11. Schloss Weniigerode. 97. 

Wolf Ernst, (iUesfer tmd regierender Herr der Grafschaft Wemige- 

rode filr sidi, seinc Erhen und Ijehnmachfolger , t^erkaufl erhlich 

deni ehrwtirdigen , edlen, ernvhesten u. 1. besondern h. Hoyern 

von Lauingen, comptem zu Langelm d. ord., u. seinen instituirten 

erben daB dannenholtz ahm Borgkberge oberhalb Derblingenroda 

gelegen, stosset ahn des ordenfi holtz, ahn welchem berge daB 

harte holtz dem capittel alhie, das dannenholtz aber uns zustendig, 

und dan noch eine schmahle stricpe, die Fosterei ( !) im Heinrichs- 

thael geuandt, ziehet zwuschen des ordens holtz und dem Meinen- 

berge hienauff bifi ahn das Sandthael, umb und vor 154 thalern 

zu freier Benutzung, wie sie dan auch ahn beiden orttem vogel, 

auch in der bach daselbst der Fosterei bifi uff dafi Derblinge- 

rodesche gehege, und weitters nicht, fische zu fahen bemechtiget 

sein sollen; idoch aber solten sie mit dem danneuholtz keine 

eigene reitte anrichten. 

Geben auff dem schloss Wernigerode Martini a. St. 1606. 

Eniicurf B. 7 , 1 im griifl H.-Arch. JMe gi'(ifl. Kanzlei bemerkt dazu 1672: 
Dieser contract wirdt annulirct seiii wegcu der Schmaicn striepe, die Forsterey im 
Heinrichsthael genandt, weil gn. herrsch. selbige in possess hatt, wie der forst- 
meister von Meseberg (Gerh. Wilh. r. M. 1667 — 1694) im herbst anno 1671 be- 
richtet. 



1608. Marz 23. Langeln. 98. 

Notariatsinstrumefit iiber den Protest des Deutschordenscomiurs 
Hot/er von Lauingen zu Langdn gegen die Grenzstdnlegung der Gi^afen 
Jofuinn ufid Heinrich zu Stdtberg und Wemigerode am Iteddd>er Wege 



Nr. 1K5. \K a. 1005 1717. 87 

und gegen die Anpflanznng ro« MWrfm (htrch dif' lianem m Jifddphfr 
auf Gmnd und Bodm dfs Ordms. 

l^rschr. im hmigi. Stantaarchiv zu Hannorer iinter sc. Des. i\\ Stolb. n* 10'. 



1656. Aiig. 28. a. St. 99. 

Da nach Absterben des Pfarrers Ji. }\ilhdm Vbnewiiz su iMngeln 
tvegen des Wiederbesetzungsreeht-s zwisrhen deni (rrafen Hcinrich 
Emst zu Stolba-g und Jan Daniel von l\iorty IxituJcomtur dn' 
Bcdlei Sa<:hsen, Comtur zu Luklum und Berge d. Ordens, Strrit 
zu entstdien drohte, indem der Hnr (iraf einen Naehfolger be- 
stellte, iveil er im Archive zu Wern. keine andere Ncuhricht fand, 
als dass ihm vermoge kurbrandenbfirgischer Investitur fder Be- 
Idhung mit dllen sotvol geistlichen als tveltlichen Lehen in der 
Grafschafi Wer^i) das Fatronatsrccht in dcm unztveifdhaft ztir 
Grafschaft gehorigen Dorfe gebuhre, wdtirend der Ixindcomtur 
dieses selbe Beeht aus der Erwerbung des Ordenhofs mit der 
Kirehe samt Zubehik herleitde, so kamen beide Theile iibereiny diese 
irsahl zu verhtltung weitlenfttigkeit n. abwendung geldtpildenten 
lieehtsgangs zu heben u, die beiderseitigen Anspriiche auf einer am 
7. Juli d. J. zu Langeln veranstalteten Zusammenkunft zu priifen, 
ivozti von graflicher Seite der Bath Dr. Phil. Emst Eorster und 
Secrddr Georg Tercll, von Seiten des iMndcomturs Ilerr Arendt 
von Sandaw, Comtur zu I/ingdn fLanglenJ, und der Ordens- 
si/7idieus Lic. Andreas Krausc bdheiligt waren. Obu^ mm dm 
griiff. Abgeordnden nach PiHfung der Vrkunden noch Zweifel 
wegen des Bcchtsanspmchs des d. 0. bliebcn, so gab dodi Graf 
Hdnrich Ernst das Patronatsrccht iiber die Kirche in lAingdn 
dem deutschen Orden anheim, doch so, dass zu des Grafen hhre 
der bereits bmifene M. Ilermatm Ijorbeer, als sei er vom Ordni 
ernannt tmd hertifm, in seinem Amte bleihm und dm iMvd- 
comtur als seinm Vatron anerkmnm soll. Nadi seinan Ahjange 
sdl der Ixmdcomtur dmi Grafm wnd grdflidim (hnsistorium 
jedcsmdl eine Person zur Amtspriifung vorstellen. Falls diesdbe 
tOdUig befundm wird^ soll sie der (jrraf und seine Nadikommen 
craiffc habenden inris epi^copallH nach erfol4jter Vocation durch dm 
Landcomtur eonfirmirm und introducirm lassen. 

80 geBchehen den 28. Augusti im cintausendt sechshunderten unndt 
fllnff unndt funfeigsten jahre. 

Urschr. Wern. auf zwei heHchHd^eneti Bhitifrn mii VnierHchrifie%i m%d vnier- 
gedriickten Bingsiegeln des Grafen nnl des Ldindvomiurs. 



88 Deutschonlens-CommeiuTe Langeln. 

1717. April 30. Wernigerode. 100. 

Nachdem die der teutsch-ritterl. ordens comthurqy Langeln von 
altersher in dem district desWafierlebischen und Veckenstedtischen 
abendwerts der Use nach deren lauff gelegenen ieldes, bis an 
den grofien Mttnchenteich mit windhunden nach haasen zu hetzen 
zu erlaubten zeiten competirende jagtgerechtigkeit zwischen dem 
hochgrSlfl. Stolbergischen hause zu Wemigerode eines- nnd denen 
auf besagter comthurey verordneten commendeurn der balley 
Sachfien anderntheils in vorigen zeiten viele weitl^ufiftigkeit und 
processe, so zum theil noch unabgethan, verursachet, so uherldsst 
des jetzigen herren landcommenthurs hochwtirden Herr Otto Diete- 
rich von BHlow fur sich und seine Amtsnachfolger, zu verhtttung 
daraus zu beftirchtenden ferneren irrungen, jene Jagdgerechtigkeit 
dem Grafen Christian Ernst zu Stolberg zum freien aUeinigen 
Gebrauch fUr sich und seine Nadifolger. Dafur iiberldsst der 
Graf dem deutschen Orden 1. das sogenannte und fast in bezirk 
dcs ordens Hartz-gehQltzes^ belegene Engelbrechts holtz nach 
dem eigenthum der holtzung, weil die gerichte, jagten und 
mastung derherrschafTtStolberg-Weniigerode verbleiben; 2. einen 
vor der comthurey ISngst den baumgarten belegenen fischteich, 
mit der Bestimmung, dass dessen Bamm unverzdunt offen gektssen 
und der gewohriliche Fusssteig darUber bestdndig gestattet werde. 
So geschehen Wemingerode den 30*®«» April. anno 1717. 

Urschr. Wem.Jn doppelter Ausfertigung auf Papier mit den Unterschriften 
und Siegeln Gr. Christian Ernsts und der grdflichen Bruder u. Agnaten a) Chr. E., 
Christina g. h. z. MecJclenhourg , g. z. Stolberg tvittib in vomiundtschafft nach- 
gtehender unserer zwey jungem sohne Id. Id. Friedrich Carl (zu Gedem, der 
jHngste Sohn, Gr. Heinr.August inSchwarza liat nicht unterschrieben), Christoff 
Friedrich (in StoUberg), Jost Christian (Bossla). b) mit den Unterschriften 
von a nebst der Gr. Henrich Augusts zu Schwarza, aber ohne die der FHrstin 
Qirigtine. Dabei liegt ein Notariatsinstrument Johann Joachim Dettes zu Wem, 
V. 8. Juni 1717 Hber die an jenem Tage auf dem comtherhofe zu Langeln in Gegen- 
tcart Gr. Chr. Emsts, des grdfl. torstmeisters Georg Ludwig Schubart und zuge- 
zogener Zeugcn gescheJiene Uebeiiveisung jener Koppeijagd an die Herrsch. gegen 
Abtretung des Engelbrechtsholzes und Teiches an den Orden. Zur VersinnbHdli^ung 
der Uebergabe des Teiches Idsst tfer Forstmeister Schiibart eine wasen auB bemelten 
teiche graben ubergQ)t dieselbe in Gegenwart der Zeugen dem DeutscJiordens-Amt- 
mann Heinrich Knoche mit den Worten, er ubei'qd)e damit das plenum dominium 
sowol des Teichs aJs der dabei befindlichen Weiden der Comturei, Die Besitzergreifung 
des Engelbrechtsholzes deutet in entsprechender Weise der genannte Amtmann nomine 
seines h. principalis (ndml Otto Dieirichs v. Bukno landtcommenthur der baUey 
Sachsen, commenthur zu Lucklum und Langlcn) durch abschnoidung etwas gebiisches an. 
Noch liegt dabei in notai-ieiler Abschr. (J. J. Dettes) Gr. Christian Emsts Verfiigtmg ^ 
an den Forstmeister Schubart r. Wei-n. 29. Mai 1717., jenefi Tausch der betr. Kop^ 
peljagd gegeti das Engelbr. Holz und den Fischieich zu vollziehen und die -Urkk. 
dariihcr n^st Bericht ausjertigen und uns Archiv liefern zu lassen, cfidlich die Zu- 
stimmung der in capitulo vorsamletcn landtcomraenthur und capitulares der Dewfsch" 
07'densballei Sachsen zu dem in licde stehendefi Tausch. Lucklum den 29. Aug. 1721. 



Nr. 100. 101- a. 1717 — 1757. 89 

tJrschr, B.7, 1 im grdfl.H.-Arch,, wo sich auch noch die fiir denGrafen genuichfe 
Attsfertigung des Vertrags und Bevers des Landcomtms befindefi. 

1) Im Not.-Instr. heisst ea: d. so gen. Engelbr.-h. hinter Dalligerode, imBezirk 
des ordens harten geholtzes beUgen. 



1757. Febrnar 15. ZlUy. 101. 

Johann Heinrich Reiche tvegen des Amts Zilly und Leinn Hein- 

rich Hagemann wegen der Commende Langeln hekunden, dass d^ 

zum Besten der domcapitularischen Amtsiviese zu Mulmhe und 

der dabei in Ballhom hdegenen, eur Commende Langeln gehorigen 

Wiese durch den sogenannten MiXckenha^ch an der „Mulmschen'' 

Amtsbreite und der Ccmmende-Wiese geleifete neue Kanal auf 

gemeinschaftliche Kosten m unterhaUen sei, 

So geschehen amt Zilly den 15*®° Febr. 1757. 

Urschr. auf Papier in Wei*n. mit den Unterschrifteti umd rothen Lacksiegeln 
beider Amtleute. Das Meiches zeigi den h. Stephan, die Pahne in der angelehnten 
linken, ein Gefass mit Steinen in der rechten Band haltend. In der inneren Siegel- 
flache oben: S. — STEPHAN, am Rande zwischen zwei Kreisen: SIEGEL — DES 
— A5IBTS ZILLI. Hagemanns Siegel Idsst frei im Siegelfelde das IJmtschord^is- 
kreuz sehen. Umschrift: ORD . COMAIENDE . LANGELN . TEUT. Das clliptisdie 
Siegel ist von einem PerJenkreise.umgeben, 



AUGUSTINER EINSIEDLER- 
KLOSTER 

HIMMELPFORTEN. 



1253. December. 1. 

Der RiUer Didrich mn Hasserode schenkt dtn Atigustiner FAn- 
siedlerhriiderii den nunnielir Himmdpforte genannten Ort fiW den 
Aufhau ihres zur Zeit Bischof Friedricfis von Halberstadt (ds 
FAfmedd^ begrUndeten Klosters. 

In nomine sancte trinitatis. || Omnibns presentem paginam in- 
spectnrLs Theodericos miles de Ilartesrothe salateni in filio dei^ 
Qnoniam que in tempore geruntnr, ipso labente dilabuntur et in ob- 
li\donem hominum solent quam sepius declinare, necessarium quidem est 
ea, que rata permanere volumus ac firma, scripturarum debent (!) testi- 
moniis commendari. Notum igitur^ sit universis, tam postere qiiam 
presenti nationi, quod ego^ de beneplacito venerabiiis patris domini 
Halberstadensis episcopi necnon et de consensu puerorum meorum, queni 
ipsi et eorum posteritas ratum tenebunt ac firmum, contuli ob reverentiam 
redemptoris nostri Ihesu Christi sanctissimeque genitricis eius^ et in 
remedium anime mee ac parentum meorum fratribus heremitis de regula 
beati Augustini locum in Elberingerothe, qui nunc Celi Porta nuncupa- 
tur, ad construendum heremitorium secundum eorum ordinis instituta 
cttm agris cultis et incultis, pascuis, lignis, rivis, montibus et vallibus 
adiacentibus iure perpetuo libere possidendum. Termini autem prefati 
loci extenduntur in hunc modum: a speluncis desuper fossis per viam 
qoe Marcolvingerothe^ ducit trans amnem qui dicitur Ysenbeke us- 
que ad viam gramineam prope sitam; deinde vero per descensum us- 
que ad summitatem vie que ducit ad casas; abhinc per descensum ad 
paludem, que est apud Backenbleke et usque ad nemus quod quondam 
possedit Hermannus miles dictus de Mirica et per transversum ad 
arborem malum, que terminos dividit ibidem, ab eadem porro arbore 
ad montem Hadebergeberg, inde per ascensum ad speluncas antedictas, 
hoe addito, quod si dicti fratres per liberum arbitrium recesserint de 
loco, hec donatio ad me seu meos heredes revertetur, nisi de prudenti 
consilio et mea voluntate locum in meliorem et utiliorem commuta- 
verint; tunc prefata bona ipsis integraliter remanebunt. In secularibus 
vero iudiciis in quibus sanguinis fertur sententia, unde dictis fratribus 
periculum aliquod oriri posset, absque iure advocatie ipsorum ero tutor 
vel alius ex parte mei preter omne dampnum eonim et gravamen. 
Inchoata sunt hec temporibus venerabilis domini Frederici Halber- 
stadensis episcopi, postmodum vero domini Ludolfi eiusdem ecclesie 



04 Augustincr Einsledlcrkloster Himmdpforton. 

pastoriSy deiDde domini Meinhardi episcopi, novissime domini Ladolfi^, 
singulis eis favorcm? benivolnm prestantibus et assensum. 

Effectui vero mancipata est hec donatio incamationis dominice 
anno M^^CC^LIIIo mense Decembre, presentibus bonorabilibus dominis 
Gevehardo et Frederico comitibus de Werningerothe, Henrico eiusdem 
loci plebano, devota domina Heilewige de Hartesrothe et filio eius 
lohanne milite, et aliis quam pluribus. 

Ut autem hec rata et inconvulsa permaneant, sigilli domini Geve- 
hardi comitis appensione ad testificandam veritatem et mei presentem 
paginam roboravi. 

Urschrift auf Pergament mit fragmentarischem Siegel Gr, G^hards und he- 
sehddigtem Dietrtchs v. Hass. im konigl. Staatsarchiv zu Ma^ddmrg. Aeussere 
Aufschr.: De terminis huius loci inquo residemus, unddaninter von spdterer Hand: 
item de tempore inchoacionis et complecionis. Ebendas. findet stch noch eine 
zweite Ausfertigung, nekhe au>ch noch vom Gr. I^riedrich zu Wem. mit untersiegeLt 
ist (Ut autem h. r. et inconv. perm., aigillis antedictorum dominorum comitum 
Gevehardi et Friderici de Werningerothe ad test. ver. et mei sig. appensione pres. 
p. roboravi. Auf der Ruckseit^ von ungefdhr gleicJuxitiger Hand: De terminis huiuA 
loci in quo residemus. Die Befestigung des allein noch vorhandenen fragmentaris^en 
SiegeLs Dietrichs v. Hass. an hanfenen (statt seidenen) Fdden ist offenbar spdter 
erfolgt u/nd dient zur Verunechtung der Urkunde. Vgl. Belius in r. Ledijbu/rs 
Archiv 7, 9ff, 109. Wenn jedoch die frilhe Datirung der Anfdnge oder Vorgeschichte 
des Khsters Bedenken verursachte, so JuUten unr diese nach den AusfUhrungen 
in der Einleitung fUr gehoben. 

1) Die 2. Ausfert. hat: in vero salutari. — 2) Ausf: sitigitur. — 3) Hier hat 
die l.Ausf.: ego Theodericus miles de HartesRothe. Wie den letzteren Ortsnamen 
schreiben auch beide Ausfertigu/ngen ubwechselnd : MarcolvingeBothe und Weminge- 
Rotho. — 4) Hier setzt die l.Ausf. hinzu: virginis Marie. —5) i. ^ti^/l Marcoluinge- 
rothe. In dhnlicher Weise wechseln beide Gestalten der Urk, in willkurlicher 
Setzung von u u/nd v. — 6) In dem 2. Exemplar folgt hier noch: similiter et do- 
mini Volradi eiusdem ecclosie episcopi. Die Aufnahm^ dieses erst 1^55 zum Bisthum 
gdangten Bischofs in eine vom J. 1253 datirte Urk. Idsst mindestens die zweite als 
rerunechtet und zur Zeit B. Volrads ahgefasst oder geschrieben erscJieinen. Vgl. die 
heiden Lichtdrucktafeln 2 wnd 3. Das Siegel Dietrichs von Hasserode s. aucJi 
Taf XII, Nr. 82, das Gr. Gebhards (nach einem besser erha^ltenen Abdruck) Taf. VI, 
Nr. 44, — 7) 2. Ausf: benivolum &vorem. 



1257. November 21. Langengtein. 2. 

Volrad, Bischof vm Halberstadt verdffentlicht eine BtUle Papst 
Alexanders IV. aus Afiagni 15. Oct. 1256 iiber die mvterscheidende 
schwarze Farbe der Augustiner-Einsiedlerbriider-Kutten, ivarin 
eine andere desselben Papstes aus Anag^ii 24. Juni 1256 auf- 
genommefi ist. 

W(Iradus) dei gratia Halberstadensis episcopus nniversis episcopis, 
prepositis, decanis, prioribus et aiiis ecclesiarum rectoribus presens 
scriptum inspecturis ^alutem in domino. ' Noveritis nos sub sanctissimi 



Nr. 2. a. 1257. 05 

patris nostri Alexandri pape IIU. buUa inconcossa et iuconvalsa et 
incontaminata yidisse litteram banc formam continentem: 

Aiexander episcopus servos servorum dei venerabilibus fratribus 
archiepiscopis et episcopis per Alemanie, Francie, Dacie et Boemie 
regna constitutis salutem et apostolicam benedictionem. Litteras nostras 
vobis direxisse meminimus sub hac forma: 

Alexander episcopus servus servorum dei venerabilibns fratribus 
archiepiscopis et episcopis per Alemanie, Francie, Dacie et Boemie 
regna constitutis salutem et apostolicam benedictionem. Recor- 
damur liqnido et memoriter retinemns, quod dudum apparuit 
religio in partibus Lombardie, cnius professores vocati heremite 
ordinis sancti Augustini nunc succincti tnnicas cum corrigiis, 
baculos gestantes in manibuSy nunc vero dimissis baculis in-' 
cedebant, pecuniam pro elemosinis aliisque deposcentes snbsidiis 
et adeo variantes interdum habitus sui formam, nt dilectis filiis 
fratribus minoribus uniformes in derogationem multiplicem ipsoruni 
ordinis crederetur, eisdem propter hoc minorem apud fideies 
sentientibus in snis oportunitatibus caritatem. Sane cum per nos 
tunc in minori ofScio constitutos et bone memoricT.i tituli sancte 
Sabine presbiterum cardinalem tunc in partibus illis legatione 
fungentes huiusmodi variationis presumptio ad felicis recordationis 
Gregorii pape predecessoris nostri audientiam pervenisse ipse, 
ne idemptitas vestium in ordinibus ipsis confusionem pareret ac 
deinde scandala graviora consurgerent , ad utrorumque quietem 
statuendum providit, nt priores et universi ac singuli fratres 
predicti ordinis sancti Augustini in exterioribus vestimentis, que 
nigri vel albi debebant esse coloris, quorum altero, videlicet 
nigro, iam electo ab eis, ipsos idem predecessor voluit mancre 
contentos, largas et protensas manicas, quas ad instar cucullarum 
et desuper ipsas deferrent peramplas corrigias et patenter omnibus 
apparentes; ita ut quod omnes cincti deforis eas vestibus ne- 
quaquam contegerent et portantes in manibus baculos quinque 
palmarum grandium ac expresse in elemosinarum petitione cuius 
sint ordinis declarantes, adeo suarum vestium longitudinem 
temperarent, quod a quibuscunque ipsorum calciamenta libere vide- 
rentur, utsic habitus confusione semota et sublata materia scandali, a 
predictomm ordinis fratribus posset virtutum domino liberius et 
gracius deserviri. Cum autem dilectus filius noster R|icardus] 
sancti Angeli diaconus cardinalis universas domos et congregationes 
heremitarum predictorum, quarum quedam sancti Augustini, quedam. 
sancti Guillelmi, nonnulle autem fratris lohannis Boni, aliqne 
de Fabali, alie vero de Brictinis censebantur, in antea''^ in 
unam ordinis heremitarum sancti Augustini professionem regn- 
larem observantiam perpetuo de mandato nostro duxerit unien- 
das, et nos dicti cardinalis processum conveuientem cum volun- 
tati^ nostre proposito approbantes premissa omnia duximus con- 



06 Aiigustiner Einsiedlerkloster Hiramelpforten. 

firnianda, statuentes, ut universi pri.ores et fra^res in professione 
predicti ordinis heremitarum sancti Augustini taliter couniti 
nigris dumtaxat et nullis aliis coloris alterius cuculiis aliquatenns 
uterentur. Nos volentes, ut premissa, que de vestimentis ex- 
terioribus a sepedicto predecessore nostro circa prefatos heremitas 
statuta fuerunt salubriter et ab ipsis, ut recolimus, acceptata 
ubique et ab omnibus heremitis unitis taliter et ab aliis universis 
inviolabiliter observari, fraternitati vestre per apostolica scripta 
in virtute obediencie districte precipiendo mandamus, quatinns 
predictos priores et heremitas ac alios, qui nigras penitus seu 
albas cucullas non portant, quod usque ad festum omnium sanc- 
tornm proximo venturum nigri prorsus coloris cucuUas assumant 
abiectis aliis deferendas et firmiter predictum statutum de cetero 
studeant observare, singuli vestrum per suas civitates et dioceses 
sublato cuiuslibet appeilationis et contradictionis obstaculo et 
litteris apostolicis impetratis vel eciam impetrandis per eos ne- 
quaquam obstantibus monitione premissa per censuram eccle- 
siasticam districtius compellatis et in eos qui contra fecerint 
excommunicationis sententiam promulgetis, quam per vestras 
civitates et dioceses singulis diebus dominicis et festivis publicari 
sollempniter et eos tanquam excommunicatos usque ad satis- 
factionem condignam appellatione remota evitari artius ab om- 
nibus faciatis. 

Datum Anagnie, VIU kalendas lulii, pontificatus nostri anno 
secnndo. 

Vos itaque auctoritate litterarum ipsarum predictos priores et 
heremitas, prout ex parte ipsorum fuit propositum coram nobis, ad 
portandum baculos et faciendum quedam alia, que in narratione litle- 
rarum huiusmodi continentur, compellere intendentes, super hoc mo- 
nuistis eosdem vel proponitis ammonere, et quidam vestrum in eos, 
nisi hoc infra idem festum omnium sanctorum adimplere curaverint, 
excommunicationis, suspensionis et interdicti promulgarunt sententias 
vel promulgare intendunt, super quo dicti priores et heremite petierunt 
sibi per sedem apostolicam salubriter provideri. Quia vero nostre 
intentionis non extitit, ut prefati priores et heremite ad adsumendum 
usque ad predictum festum iuxta predictnm statutum nostrum nigras 
dumtaxat et nuUas alias coloris alterius cucullas, ab eis abiectis aliis 
deferendas tantummodo et non ad alia per easdem litteras cogerentur, 
volumus et universitati vestre in virtute obedientie per apostolica 
^cripta precipiendo mandamus, quatinus singuli vestrum infra octo dies 
post receptionem presentium processus suos contra memoratos priores 
et heremitas vel eorum aliquos occasione huiusmodi habitos sublato 
cuiuslibet difficultatis et dilationis obstaculo studeant revocare; alioquin 
extunc processus huiusmodi revocamus et eos decemimus nullos esse. 
Vobis eciam universis et singulis inhibemus, ne usque ad festum re- 
surrexionis dominjce proximo futurum contra sepedictos priores et he- 



Nr. a a. 1529. 97 

remitas vel ipsoniiii aliquem auctoritate predictarum iitterarum ali- 
quateuns procedatis. Extunc vero ipeos tantummodo ad adsumeudum 
et deferendum cucullas omniDO nigras, tinctas vel Don tinctas^ non ad 
aliqua alia compellatis. 

Datum Anagnie, idibus Octobris, pontiticatus nostri anno secundo. 

Hanc igitur litteram de verbo ad verbum transcriptam sigilli 
nostri munimine roboratam ad universorum noticiam volumus pervenire. 

Datum Langensten anno domini M^^CC^LVII*', XI kalendas De- 
cembris, pontificatus nostri anno secundo. 

Ur9chr. Wem, eingerissen und des Siegels heraM. Der Ausfertiger hat sich 
mehrfcuih verschrieben. 

1) Die erate BuUe tom 24, Juni lJi56 findet sich Universis cpiscopis ^t du- 
catum Spoletanum constitutis zut/efertigt bei Kmpoli bullar. p. 21, No. 21 u. a. a. O, , 
die votn 15. October 1256, gerichtet un die archiep. ct cpisc. iwr Lombardiam, Tus- 
ciam et Romandiolam ac Tarvisinam ct Anconitanam marchias, ducatum Spole- 
tanum u. s. f. gerichtet, ebendaseWst. Vgl. Votthast ro^g. pontiticum II hinter 
No. 16, 434 (vgl. 16, 425) %md i6, 583. — 1) Zur Zeit Gregors IX. war bis Juni 1239 
Thomas presb card t. s. Sabinae. — 2) Unser Trnnssumpt hat in antea nicht, 
dagegen verschridten: censebanbantur. 



1257. Nov. 21. Langenstein. 3. 

Bischof Volrad vmJffmiliM zivei BuUm Papst Alexanders IV. 

zu Gtmsten des Augustiner Linsiedlcrordens: 1) IxUeran l^iyQ, 

Apr. 20 uml 2) 12o7, Apr. 28 mit Transsumpt einer Bulle des 

Papsies Innocenz IV^ Lyon 12i)0, Sept. 20. 

W(Iradus) dei gratia Halberstadensis episcopus universis episcopis, 

prepositis, decanis, prioribus et aliis ecclesiarum rectoribus presentes 

litteras inspecturis salutem in Domino. Noveritis nos || sub sanctissimi 

patris nostri Alexandri pape IIII. buUis inconcussis et incontaminatis 

vidisse litteras has tbrmas continentes: 

Alexander episcopus servus servornm dei dilectis filiis . . ge- 
nerali et proviucialibns prioribus ac universis fratribus ordinis 
heremitarum s. Angustini salutem et apostolicam benedictionem. 
Oblata nobis ex parte vcstra petitio continebat, quod apostolica 
sedes nonnullas domos ordinis vestri, antequam essetis in ynius 
religionis corpus de mandato nostro redacti, diversis privilegiis 
et indulgentiis pcr spcciales litteras decoravit (!). Ut igitur 
vobis per divinam ct nostram dispensationem in una observantia 
uno professionis fcdcrc counitis omnino proficiat, quod divisim 
aliquibus domibus vcstris ante unionem huiusmodi fuerat ab 
eadem sede concessum, nos vestris precibus inclinati privilegia 
et indulgentias huiusmodi eisdem domibus singulariter olim in- 
dulta ad omnes et singulas extendentes utendi eis quotiens opus 
fuerit, liberam vobis omnibus concedimus facultatem. NuUi ergo . . . 
Si quis antem . . . Datum Laterani, XII. Kal. Maji, pontiticatus 
nostri anno secundo. ^ 

GeKhIclitiiq.d.Pr.Sa(aiscnXV. 7 



98 Angiustincr Kinsiedlerklostcr Tlimmelpfortcn. 

Alexaiulcr cpiscopus servus servorum Dei dilectis filiis . . priori 
ct IVatribus heremitarum de Brictinis salutem et apostoiicam 
benedictionem. In regislro felicis recordationis Innocentii pape llll. 
predccessoris nostri quarundam iitterarum tenor inscribitur qui 
taiis est: 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . 

priori et fratribus heremi de Brictinis salutem et apostoli- 

cam benedictionem. Devotionis augmentum vobis deo pro- 

pitio provenire confidimus, si super hiis, que pie cupitis, 

nos benignos ad gratiam habeatis. Hinc est, quod nos hu- 

militatis vestre precibus inclinati auctoritate vobis presentium 

indulgemus, ut in locis et oratoriis vestris cnm viatico altari 

possitis missarum sollempnia et alia divina officia celebrare, 

omni parrochiali iure parrochialibus ecclesiis reservato^. Et 

ne de iure huiusmodi possit aliqua questio suboriri, iliud 

circa oblationes decimas primitia^ intelligimus , que a laicis 

solent clericis exhiberi, quibus defraudari nolumus parro- 

chiales ecclesias occasione indulgentie supradicte. Nulli 

ergo . . . i quis ... Datum Lugduni XII. Kal. Octobris, 

pontificatus nostri anno octavo. 

Nos autem vestris precibus annuentes tenorem ipsum ex eodem 

registro fidcliter sumptum sub buUa nostra de verbo ad verbum 

fecimus annotari. Datum Laterani, IIII. Kal. Maji, pontificatus 

nostri anno tertio.^ 

Hanc igitur litteram de verbo ad verbum transcriptam sigilli nostri 

munimine roboratam ad universorum notitiam volumus pervenire. 

Datum Langensten, anno domini M*'CC°LVII°, XI« kalendas De- 
cembris, pontificatus nostri anno secundo. 

Ursehr. itn k. St.-A. zu MagMurg 8. r. Halb. E. 1. — Nur die rothe Schnur 
ist erhalten. 

1) Vgl Empoli buUar. p. 25 mit pont. n. anno terlio. — 2) reservatc in der 
CrJc, — B) Empoli a. a. 0. p. 26f. 



1257. April 21. Wernigerode. 4. 

Volrad, Bisdiof von IlaJbersUidt , ilbereignet den Augusfiner Ein- 
siedlerhrildem mr Ilimmelpforte den von den Gcbriidarn vofi Ilassc- 
rode ihm aufgelassenen Koberg mit der dabei gelegenen Ldnderei, 

Volradus, dei gracia Halberstadensis ecclesie episcopus in perpe- 
tuum. II Sicut dies et tempora indesinenter fluunt et transeunt vices 
singulas alternando, sic ea que sub ipsis fiunt temporibus vigorem 
memorie facillime perderent, nisi litterarum et testium raunimine fimia- 
rentur. Noverint proiude tam presentes quam futuri, quod cum lohannes 
et Anno milites et Theodoricus fratres de Ilartsingerod montem qui 



Nr. 4. 5. a. 1257. 1258. , in) 

Coberg vulgariter appeliatur cuni ruinpis attiuentibns ad eundeni in 
manus nostran libere reBignaHsent, petiverunt a nobis linmiliter et 
devote, ut per moutem et canipos prcdietos dignaremnr dotare altare 
uovelle plantacionis , que Porta Celi dicitur, ubi fratres hereniite 
ordinis saneti Augustini primarium lapidem posuemnt. Nos vero 
montem et campos prefatos tenentes liberos et solutos, tum predictorum 
militnm fratrum(|ue suorum precibus annuentes, tumfratrum heremitarum, 
religiosorum virorum nobis ntiqne dilectorum in deo, devocionibus 
inclinati, bona predicta cnm eo iure, quo TheodericuK scnior miles de 
Hartsingerod ea possederat, prefate novellc plantacioni videlicct Torte 
Celi ob eius reverentiam et honorem, quam filius nichil negans honorat, 
contulimus perpetuo possidenda, dotantes nichilominus cum eisdem 
altare, qnod in honoreni dei et pie matris cius beate virginis Marie 
ibidem undecimo kalendas Maii dedicavimUs, coopcrante nobis gracia 
spiritus septiformis. Huius rei tcstes sunt : Bertoldus dc Clettenberg, 
nostre maioris ecclesie canonicus et archidiaconus in rttesleve, magister 
Ricbertns et Henricus de Hartsingerod, canonici sancte Marie; Olricus 
comes de Regensten, Gevehardus et Conradus tilius cius, comites de 
Wemingerod; ministeriales vero Henricus de Aspenstidc, 'Siiridus de 
Minsleve, Amoldus de Berle, Fridericus de Schowen, £verardus de 
lerkessem, Engelbertus de Lochtenem, Olricus de Dungem, lohannes 
et Tithmarus de Tsillinge milites, et alii quam plures. 

Acta snnt hec anno domini M''CC"LVI1*'. 

£t ne cuiquam super hiis possit in posterum dubinm suboriri, 
presentem paginam inde conscribi fecimus sigilli nostri munimine 
roboratam, sub interminatione anathematis districtius inhibentes, ne 
quis predictos fratres heremitas in predictis bonis seu in aliis, que 
nunc possident vel in futuro iusto titulo poterunt adipisci, inquietare 
sen molestare presnmat. Si quis autem attemptare presnmpserit, iram 
dei omnipotentis et nostre excommunicationis sentenciam se noverit 
incnrrisse. 

Datum Werningerod, per manum Gerardi, nostri notarii, X^ kalendas 
Haii, pontificatus nostri anno tercio. 

Urschr. kgl. Staaimrch. zu Magd. mit gut erhaltenem bischofl. Siegel an roth- 
qeWer Seidemchnur. Von ausserhaJb: Ftima coiifirmacio novelle plantationiti 
Porte Celi. 

r^58. AugU8t4. Goslar. 5. 

AJbrecht, lierzog von Bratuischweig , sdienld dem Kloster Uimmel' 
2)forten an einem nahe gelegenen Walde und Berge, den dieses ron 
detn Goslarer Burger Konrad von Fischbeck erworben und letztercr 
seinem Lehnsherrn dem Grafen von Wemigerode resignirt hat, 
die ihm zustehenden oberldinsherrlidien Bechte. 

Dei gratia Albertus dux de Brunswic univereis, ad quos prcsens 
scriptum pervenerit, salutem et bone voluntatisi oificium. A servis 

7* 



100 Augii8tiner Kinsiodlerkloster Himmelpforten. 

sacrc religioiiis induciiour, ut personas religiosas et loca beuigni 
favoris gratia prosequeutes ad petitionem ipsorum ad imitationem pre- 
decessomm nostromm principnm benignius annuamus. Notum igitur esse 
cnpimns presentibus et futuris, quod cum fratres beremite ordinis sancti 
Angustini de Porta Celi apud Wemigerode a Conrado, burgensi Gos- 
lariensi, dicto de Visbeke, silvam quandam sitam in monte vicino fratribus 
comparassent, idem Conradus dictam silvam cum monte dominis de 
Weraigerode Gebehardo et Frederico nepoti suo comitibus, a quibus 
ipsam tenebat in pheodo, libere resignavit. Unde comes Gebehardus 
ad nostram accedens presentiam, supplicavit nobis, ut resignatione^ 
accepta dicte silve a se ct nepote suo comite Friderico, de manu ipsius 
comitis Gebehardi ipsam silvam, quia tenebant a nobis, confirmare 
nominatis fratribus dignaremur. Nos itaque predicti comitis Gebehardi 
precibus favorabiliter annuentes, iamdictis fratribus de Porta Celi con- 
tulimus et in proprium dedimus propter deum in titulum perpetui bene- 
ficii predictam silvam cum monte in quo sita est sepedictis fratribug 
de consensu fratris nostri Johannis quiete et perpetuo possidendam^ 
firmam spem fiduciamque tenentes, quod preces et merita ipsomm fra- 
trum nobis in ecclesie nostre subsidium debeant suflfragari. Ne autem 
de iam predicta silva ab utroque gradu et ordine plenius expedita et 
collatione nostra conventui dictorum fratrum posset inposternm ab ali- 
quibus calumnia suboriri, presentem nostram litteram super eo conscribi 
fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Huius itaque rei testes 
sunt: comes Sigfridus de Blankenburg, Ecbertus senior de Asseburg, 
Anno dapifer et lordanus pincerna noster, Bertoldus de Goswisch (!), 
Conradus de Piscina, Engelbertus dictus Advocatus, Henricus de Con- 
crierode(!), lohannes de Wetelemestide^, Henricus de Clauwenberg, 
Giselerus de Gulinge,^ Henricus de Borkthorpe, Henricus de Themaris, 
prepositi(?) in Brnnswic, Godofridus canonicus s. Blasii, lordanes notarins 
noster, et alii quam plures. 

Actum Goslar in domo lohannes de Bilsten, anno gratie millesimo 
CC^^LVIU", 11° nonas Augusti. 

Aiis dem Bdmmannschen Coptdlb. halljerst. Urkutiden, Bd, I, S. 253f,jetzt 
Copiaib. 671^ im kanigl. Staatsarchiv zu Magd. mit der Notiz: ex originali anti- 
quisflimo et miserrime scripto und: Im Siegel stand ein Beuter mit der Utnschrifft: 
SigiUum Alberti ducis^Brunsuicensis. Eine gleiche Abschr. im konigh Geh, Staats- 
arch. zu Berlin. 

1) Abschr. nobilltatis. — 2) HdscJir. rc«ignationem. — 3) Abscfvr. Woulemestidc. 
— 4) = SulingeV 



1258. August 22. Bavensberg. 6. 

Otto, Graf zu Ravensberg, und seine MuUer Adelheid iibereigncn 
dem Kloster Ilimmeliifoiien zur Feier ihres SeetgeMchfnisses und 
zur Aufnahmc in die Briidersclmft des Klosters das Eigenthum - 
von anderthalb Utifen zu Darlin^erode. 



Nr. 0. 7. a. 1258. 101 

Otto, dei gracia conies in Ravensberg, et Aleydis, mater ipsius, 
comitissa, omnibns presens scriptum audituris et visuris perpetuam rei 
geste noticiam. Acta sollempniter delet oblivio, nisi scripturarum tul- 
ciantur testimonio. Noverint itaque tam posteri quam presentes, quod 
nos propter dominom et propter salutem animarum nostrarum ac paren- 
tnm et familiarium nostrorum, videlicet comitis Ludewici de Ravens- 
berg et comitis Adolfi de Dasle et uxoris sue Alheidis fratribus de Porta 
Celi apud Werningerothe ^ proprietatem unius mansi et dimidii, quem 
habuimus in Derwerdingerothe^, benigno contulimus attectu sub tali 
conditione, ut tam nostra quam premissorum faniiliarium nostrorum 
memoria ibi perpetuo celebretur et debita gaudeamus fratemitate. 
Iteniqne, nt in facto tam legitimo nulla in posterum possit intenxnire 
calumpnia, presentem paginam fecimus conscribi et sigillorum nostrorum 
munimine eisdem roborari. Item huius facti testes snnt: Hartradus 
Wlt, dominus Ludewicus Haice, dominus Fridericus in Holthnsen ple- 
banns et in Ravensberg capellanus, et alii qnam plures. 

Datum Ravensberg, anno domini M°CC"L^V11I", octava assumptionis 
beate virginis Marie. 

Urschr. Wei-n. in doppelter Amfertigung. Die Siegel mul, bis auf das eine der 
Grdfin AdeUteid, nur wenig hescJuidigt , die Gr. Ottoa dreieckig, die seitier Mutter 
Addheid — fretsteftende weibl. Ifigur mit dem afigetforenen und des GemaMs ^Vap- 
penschild zu heiden Seiten — spitzoval. 

1) Die ziceite Ausf&rt.: Aleydis w. Werringerode. — 2) 2. Ausfert.: DerworiUn- 
gerode. Diese 2. Urschr. hat anch noch eimn Zusatz; ron uiiius et dimidii ab Iveisst 
es dort tMmlich: in Derwerdingerode , quem a nobis tencbat Heinricus miles de 
Conenrodc, bcn contul. aff Bemerkt ist v<>n ausserhalb: de uno manso et dimidio 
(bezw. de proprietate mansi et dimidii) in Dervelingerode. Hec littera habetur 
dupliciter. 

1358. August 29. Blankenburg. 7. 

Sifrid, Graf zu Blanhenhurg, ubereignet der Aebtissin Gertrud 
0U Qiiedlifhburg Bwei Hufen zu Domem, damit das Stift Quedlin' 
burg dafilr dem Kloster Himmdpforten zwei andere Hufen zu 
Darlingerode gebe. 

S(ifridns) dei gracia comes in Blankenburch omnibus in perpetunm. 
Noverint omnes, ad quos presens scriptum pervenerit, quod venerabili 
domine nostre 6(ei*trudi), Quedelinburgensi abbatisse, et conventui 
einsdem ecclesie cum heredum nostromm voluntate pariter et assensu 
dnos mansos sitos in Dornem, quos dominus Henricus dictus de Borch- 
torp a nobis possidet iure feodali, conferimns sub hac forma, ut pre- 
fata domina nostra et conventus duos mansos sitos in villa que dicitur 
Derwerdingerode fratribus de Porta Celi conferat in concambium libere 
possidendos. Nos vero duos mansos, quos domine abbatisse nostre 
contulimus, ab ipsa domina iure recepimus feodali. Ut autem hec 
donatio rata et inmutabilis perseveret, presentem paginam super eo in 
testimonium sigillo nostro munitam duximus erogandam. 



102 Aiigustiiicr Eiiisicillcrklostcr Himmclpfortcn. 

Datumi Blankenborch, anno gracie M^CC^^LVIII", quarto kalendas 
Scptembri. 

Urschr, mit rundem, gelbem WitcJissiegel an PergameMsireifcH Wern, Vergl. 
Jaf. VIII, Nr. 56. 

1) I)ie Hdachr.: Data. 

1258. 8. 

Volrady liischof von llalherstadt , veroffenUicM eine Btdle Papst 

Alexanders (tlcmens?) IVy tvelche die Bdiiiulerung der Atigtistiner- 

(Einsiedler-Jhriider hei ihren Bittcn um milde Zuwendungen vcrhietet, 

|Volradu8 dei] gratia Halberstadcnsis episcopus universis episcopis, 

prepositls, decanis, prioribus et aliis ecclesiarum rectoribus presentes 

litteras inspecturis [salutem]. Noveritis nos sub sanctissimi patris 

nostri Alexandri pape IIII. builis inconcussis et inconvulsis et inconta- 

minatis vidisse litteras has formas [continentes]: 

[CJlemens episcopus servus servorum dei venerabilibus fratribus 
archiepiscopis et episcopis et dilectis filiis abbatibus, prioribus, 

decanis, archidiaconis ccclesiarum prelatis, rcctoribus 

quoque, clericis ac personis ecclesiasticis, ad quos littere presentes 

pervenerint, salutem et apostoHcam [bcnedictionem] tam 

apud horaines quoque laudabilem ac vcstro etiam congruentem 

otticio ageretis, si Christi pauperes in ratis sustentaretis 

favoribus ac in caritatis vinculo foveretis. Set sicut intelleximus 

aliqui vestrum sancti Augustini, qui pro nomine domini 

paupertate suscepta voluntaria ipsi domino decreverunt specialiter 

is clero ac populo sub excommunicationis et interdicti 

penis interdum pro libito prohibetis, ne quis eorura in 

quevis beneficia vel caritativa subsidia exhibere presumat sub- 
ditos prefatos ad servandura prohibitionem — — — sticorum 
nichilominns compellentes. Ex quibus fratribus ipsis intolerabile 

Imminet dispendium. Deus cuius cs ac devoti oflFenditur 

et salutaris animarum subditorum eorundem profectus, quos a bonis 

faciendis operibus non , sed ad illa exequenda deberetis 

excitare pocius impeditur. Quia igitur hec inconveniencia et in- 
honesta penitus sunt censenda et ex fermento impietatis prodire 
videntur, tolerare non intendimus nec deberaus, vobis omnibus 
et singulis vestruni ne talia vel hiis similia in ipsorum fratrum 
preiudicium de cetero facere attemptetis, auctoritate presentiura 
districtius inhibemus, universitatcm vestram rogantes attencius et 
hortantes ac vobis per apostolica scripta nichilominus precipiendo 
mandantes, quatinus hanc nostram inhibitionem inviolabiliter ob- 
servantes a predictorum fratrum gravaminibus ac iniuriis inde- 
bitis taliter in posterum desistatis, quod de contemptu notari 
rationabiliter non possitis, qiiinimo de obedioncie ac devotionis 
promptitudine commendari raerito debeatis. 
Datum Viterbii,IIl kalendasFebruarii, pontiticatus uostri anno tercio. 



Nr. 8. 9. a. 1258. 1259. 103 

Hanc igitur litteram de verbo ad verbum transcriptam sigilli nostri 
mnnimine roboratam ad universorum noticiam volumus pervenire. 

Urachr. Wern. Ein bedeutendes Stuck ist toeggerissen. Auaserhalb van alter 
Hdschr.: Littera, ne quis debeat fratres impelire In peticionibiis. Das Sieqel an 
starker Hanfschnwr ist beschddigt. Die sonst sehon geschriebene Urk. entbehrt des 
Datums der Veroffentlichung seitens des Bisclwfs und hat den auffallenden Irr- 
thumf dass, wdhrend die Ei^Heitwng auf eine Bulle P. AUxamlers IV. hinweist, 
der Text derselben mit Clemens beginnt. Aw 30. Jan. 1257 (ILl kal. Febr. o" ^; 
urkundete AUmnder IV nicht zu Viterbo, sofulern im Lateran. Im J. 1258 war 
er dagegen um diese Zeit in Viterbo. Die Erwahnung des Namens Cletnens — 
toobei nur an Cl. IV gedacht werden kann - lasst atinehtnen, dass die Urk. zu 
dessen Zeit (1265—68) geschrid^en uurde. Die Legende des Siegels beginnt : VOLRAD VS. 



1359. Junl 8. Anagnl. 9. 

Volrad, Bisdwf von Ualberstadt (—1297) verdffentlicht eine BuUe 
Fapst Alexanders IV> vom 8. Juni 1259 die Aufnahnie der 
Augustiner Einsiedlerbrilder in die Stddte betreffend. 

W(lradu8) dei gratia Halberstaddensis (!) episcopus universis epi- 
scopis, prepositis, decanis, prioribus et aliis ecclesiarum rectoribus pre- 
sentes litteras inspecturis salutem in domiuo. Noveritis nos sub 
sanctissimi patris nostri Aiexandri pape IllL bullis inconcussis et in- 
convulsis et incuntaminatis vidisse iitteras has formas continentes: 

Alexander episcopus servus servorum dei venerabilibus fratribus 
archiepiscopis et episcopis ac dilectis iiliis abbatibus, prioribus, 
decanis, archidiaconis et aliis ecclesiarum prelatis ac clericis pcr 
regnum Aiamannie constitutis salutem et apostolicam benedictionem. 
Hiis qui relictis divitiis et gloria mundi huius in habitu et spiritu 
paupertatis se in sui creatoris obsequium converterunt, non in- 
festos haberi vos convenit, set pocius favorabiles et benignos. 
Sane, dilecti fiiii, generalis et alii priores et fratres heremitarum 
ordinis sancti Augustini nobis significare curaverunt, quod non- 
nulli vestrum, asserentes quod iidem priores et fratres debent in 
locis dumtaxat solitariis habitare, eos in civitatibus, castris etviilis 
non permittunt morari, non considerantes ut convenit, quam diffi- 
cile foret ipsis, quos oportet diebus singulis substentationis sue 
pabulum mendicare, in locis habitare solitariis et remotis. Quia 
vero sunt iidem priores et fratres eo maioris favoris benivolentia 
confovendi, quo <!) non minima paupertate gravati dinoscuntur 
aliorum beneficiis indigere, universitatem vestram rogamus, mone- 
mus et hortamur attente, per apostolica vobis scripta mandantes, 
quatinus ipsos priores et fratres non presnmatis impedire, quo- 
minus ipsi in civitatibus, castris et villis libere possint et debeant 
habitare, quin pocius eis ad hoc ob Ghristi reverentiam benigni 
favoris auxilium et pie subventionis subsidium inpendatis. 

Datum Anagnie YI^ idus lunii, pontificatus nostri anno 
quinto. 



101 Aiigiistincr Eiiisicdlerklostcr Ilimmelpfortcn. 

Hanc igitur litteram de verbo ad verbum transcripptam (!) sigilli 
nostri munimine roboratam ad universorum noticiam volumus per- 
venire. 

Urschr, Wern. Das Stegel an starker Tlanfschnur zienilich starjc verJetzt. 
Aufschr. vm aiisserlialb: Rescriptum cpiscopi de inhabitationo civitatum. 



1260. Juli 26. WaUieck. 10. 

Wdhdm, BiscJiof vmi Milns(or, gibt idlcu denen, weMie den 
Augiistiner Einsiedlerbriidern m Himmdpforte milde Gdben spefp- 
den, merzdm Tage Ablass. 

Wilhelmus dei gratia ecclesie Monasteriensis episcopus universis 
Christi fidelibus, ad quos presens scriptum pciTcnerit, sahitem in do- 
mino sempiternam. Licet is, de cuius munerevenit, ut sibi a iidelibus 
suis digne ac laudabiiiter serviatur, de habundantia pietatis sue multa 
maiora retribuat premia, quam valeant promcreri, fideles tamcn quos- 
que ex officii nostri debito ad opera caritatis cupientes aliicere, omni- 
bus, qui fratribus heremitis ordinis sancti Augustini de Porta Ceiiy 
Ilalverstadensis dyocesis, suas contulerint elemosinas, aut alias eisdem 
manum porrexerint adiutricem, quadraginta dies de iniuncta sibi peni- 
tentia de omnipotentis dei misericordia relaxamus, dummodo dyoche- 
siani(!) aifuerit licentia et consensus. 

Datum Waltbeke, anno domini M^CC^ sexagesimo, in crastino 
lacobi. 

Ursclvr. Wei^n. Siegd nicht mehr vorJuinden. 



1262. Juni 13. Vlterbo. 11. 

Papsf Urban IV. gestccttd den Oberen des Aiigiistiner Einsiedler' 
ordms, dicjenigcn, wdche in den Orden eintrden, von den kirch- 
lichen Strafen der Amtsenthebung , des Interdid^s und der Excotn- 
munication losmspredien. 

Urbanus episcopus servus servorum dei dilectis filiis generali et 
provincialibus, prioribus, presbyteris eremitarum ordinis sancti Augustini 
salutem et apostolicam benedictionem. Celestis amor patrie mentes 
vestras sic allexisse perspicitur, ut quasi lioc solum delectationem vobis 
tribuat, quod divine voluntati sit placitum, et salutem proferat anima- 
runa. Procedit ex hoc, quod nos vestris piis petitionibus favorem lar- 
giri benivoluin dclectantes, maxime cum ex apostolici cura officii teneamur, 
circa religionis augmentum attenti et vigiles inveniri, vobis auctoritate 
presentium indulgemus, ut volentibus vestro aggregari collegio, qui 
suspensionis aut interdicti vel excommunicationum sententiis sunt legati, 
absolutionis bcneficium iuxta formam ecclesic impertiri et ipsos in fratres 



Nr. 10—13. a. 1260—1262. 105 

redpere, ac eos, qai post asBainptum habitam reGoIuerint se talibus in 
secuio fuisse seatentiis innodatos, secundum formam ipsam absolvere 
valeatis, ita tamen, quod si iidem ordinem vestrum exiverint, eo ipso 
predictis sententiis sint legati. Et si aliqui ex eisdem huiusmodi sen- 
tentiis propter debitum vel pro aliorum iuribus sunt astricti, prius de 
iis satisfaciant, ut tenentur. Nalli ergo omnino hominum liceat banc 
paginam nostre concessionis infringere vel ei ausu temerario contraire. 
Si quis autem hoc attentare presumpserit, indignationem omnipotentis 
dei et beatorum Petri et Pauli, apostolornm eius, se noverit incursurum. 
Datum Viterbii idibus lunii, pontificatus nostri anno primo. 

Nivch der Ursehnft mit BUSbuUe im Ordensarchive zu Bom gedr. bei Empoli 
bollarium p. 368 f. Die BuUe war nachweislich im Archive der Kl. Himmelpforten 
fxxrJumden. Comp. ex reg. 562. 



1263. Juli 2. 12. 

Ulrich, Crraf m Regendein, verzicfitet m Gimsteti der Aebtissin 
zu Quedlinhurg auf die Einkilnfte eines Ferdings im Dorf Dar- 
lingerode. 

Venerabili in Christo domine sue abbatisse Quedelingeburgensi dei 
gratia O(lricus) comes de Regeusten debitam ad serviciuni \ voluntatem. 
Dominationem vestram nolumus ignorare, quod nos redditus unius fer- 
tonis, quos a manu nostra in villa Derewerdingeroth hactenus iure 
tenuimus feodali, vobis per presentes litteras resignamus. 

Datum in die Processi et Martiniani, anno domini M°CC°LXII". 

Urschr. W. unter Langdn^schen UrkJc, aber zu den vam Kl. Himmdpforien in 
Darlingerode erlangten Besitzungen gehorig. Das hier nur bruchstiickweise erhaltene 
Siegel Gr. Ulr. v. R. «. auf Taf. VII, Nr. 54. 

1) Urk.: serviciam. 

1262. December 13. Halberstadt. 13. 

Vcirad, Bischof von HaJherstadt, bezeugt, dass Gebhard und Tkiet- 
marvon Minsleben, ihreMtitter und Scfiwester dem Kloster Himmelr 
pforten fUr 58 Mark zwei freie Hufen und einen Hofm Heudeber 
verkauft haben und ihre unmimdigen Sohne nach erlangter Voll- 
jdhrigkeit m einem offentlichen Vereicht auf ihre Ansprilclie 
veranlassen woUen, 

Volradus dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus omnibus 
hanc litteram inspecturis eternam in domino karitatem. Quoniam 
fragilis est hominum memoria et ad rerum turbas non sufficit, expedit, 
ut ea, quorum fides firma requiritur, scriptis et testibus roborentur. 
Noverint igitur universi , quibus hec littera pervenerit, quod Ghevehar- 
dns et Thitmarus de Minsleve necnon mater ac soror eorum in nostra 
presentia constituti fratribus ordinis heremitarum sancti Augustini in 
Porta Celi duos mansos liberos sitos in Hadebere et unam curiam in 



106 Aiigiwtiner Einsiodlerkloster Himmelpforten. 

eadem villa cum proprietate et omni iure integraliter vendiderunt pro 
quinquaginta octo marcis. Hec bona predictis fratribus in nostra pre- 
sentia resignarunt, protcstantes , se summam predictam plenarie rece- 
pisse, necnon per fidem promittentes, quod nec per se nec per heredes 
suos predicte venditioni de cetero reclamabunt; de habundanti evictio- 
nis defensione se nichilominus obiigantes, promiserunt etiam, quod 
filios suos parvulos ante tempora venditionis natos, cum ad etatem 
debitam pervenerint, inducent, ut eadem bona predictis fratribus resig- 
nent in publico sicut ipsi. Hec omnia cum predictis plures alii pro- 
miserunt, quorum nomina sunt hec: Heinricus miles de Veltem, Godes- 
calcus de Minsleve, Lud(olfu8) de Redebere, Herbordus de Emersleve; 
quorum promissum ex parte predictorum fratrum receperunt frater 
lo^hannes) de Remninghe prior ordinis, frater Bertoldus de Brema, 
lo(hannes) rector scolarum in Wernincherod , Willekinus de Hogem, 
Sifridus de Minsleve, Amoldus de Berle, Everhardus deGerxem, Theo- 
dericus deRomesIeve, Heinricusde Scouwen, milites; lordanus deMins- 
leve. Ne igitur talis contractus dissolvi valeat, hanc paginam ad 
peticionem utriusque partis sigillo nostro fecimus roborari. Huius rei 
testes sunt: lohannes prepositus sancti lohanuis prope Halberstad, 
Heinricus miles (dictus) Ysenborde; Gher(ardus) plebanus inOsterwich, 
Heinricus plebanus in Asch(ersleve) , frater lo(hannes) de Remninche, 
frater Bertoldus de Brema, lohannes de Anvorde, lo(hannes) plebanus 
in Watenstede, Her. miles de Oschersleve, lacobus de Severthusen, 
Heinricus de Veltem, Theodericus de Haslevelde, et alii quam plures. 

Actum Halberstat, anno domini millesimo CC^LXII", idus Decembris, 
pontificatus nostri anno septimo. 

Urschr. im herzogl. LandesJuiuptarchiv zu Wolfenbiitt^l , nnter deti Urkk. des 
Kl. Michaelsiein. Das Siegel ist nicht mehr wrJianden, Vgl. Zeitschr. d. Harz-Ver. 
f. G. u. Alterth-.'K. 7 (1874) , S. 424-427. 



1263. 14. 

Gertrud, Aebtissin zu Quedlinburg, schenM dem Kloster Himmel- 
pforten zwci Hufen in Darlingerode. 

In nomine domini amen. Gertrudis dei gratia Quidelingburgensis 
abbatissa omnibus Christi fidelibus tam presentibus quam futuris in 
perpetuum. Ad confirmationem eorum, que vel defectu memorie vel 
longevo tcmporum decursu possunt temere immutari, litteranim testi- 
monia requiruntur, quatinus habitis auctenticis instrumentis cesset ob- 
iectio super serie rei geste. Hinc est, quod tenore presentium i-ecog- 
noscimus et publice protestamur, quod habito totius nostri conventus 
assensu duos mansos sitos in Dervelingerode, quorum proprietas ecclesie 
nostre libere pertinebat, dilecto nobis in Christo conventui fratrum in Porta 
Celi libera donatione contulimus perpetuo possidendos. Ut igitur bec 
nostra donatio omni evo inviolabiliter observetur, et ne super hoc ali- 
qua dubietas vel questio valeat in posterum suboriri , presentes litteras 



Nr. 14—10. a. 1268. 1264. 107 

exinde conscriptas et sigilli nostri munimine roboratas dictis fratribus 
et conventni ad cautelam dedimus habnndantem, testibus qui aderant 
subnotatis. Quorum hec sunt nomina: Bemardus de Thitvorde mar- 
Bcalcus noster, Theodericus pincerna noster, Heinricus de Aqua, Hein- 
ricus de Groninge, Theodericus Maroch, milites ecclesie nostre, et alii 
quam plures. 

Actnm anno gratie M"CC^LXni«, indictione VI*. 

Urschr. mit Siegd an Vergumentstreifm Wern. Ahgeb. Tafel IV, Nr, 26. 



vm. August 8. Eberstein. 15. 

Ludolf, Graf von Dnssd, uhercignet dem Kloster Hhnmelpforten 
das Eigenthum von anderthalb Hufe zu, Darlingerode gegen die 
Feier des Familiengeddditnisses tmd Aufnahme in die Hrilder- 
schnft des Klosters. 

Ludolfus dei gracia comes de Dasle omnibus presens scriptum 
audituris et visuris perpetuam rei gestc noticiam. Acta solempniter 
delet oblivio, nisi scripturarum fulciantur testimonio. Noverint itaque 
tam posteri quam presentes, quod nos propter 'deum et propter salutem 
animaruin parentum nostrorum fratribus de Porta Celi, ordinis heremi- 
tarura sancti Augustini, apud Werni^herode proprietatem unius mansi 
et dimidii, quam habuimus in Derwerdingerode , benigno contuiimus 
aflfectu sub tali condicione, ut tam nostra quam premissorum parentum 
nostrorum memoria ibidem perpetuo celebretur et dcbita gaudeamus 
fraternitate. Ut autem in facto tam legitimo nulla in posterum possit 
intervenire calumpnia, presentem paginam fecimus conscribi et sigilli 
nostri munimine eisdem roborari. Huius facti testes sunt: comes 
Hermannus de Everstein, dominus Otto de Plesse, Hinricus Reboc, Her- 
mannus de Bevere, Volradus de Depenowe miiites; Hermannus Biile, 
Albertus de Hildensem , et alii quam plures. 

Datum in Everstein, anno domini M°CC«»LXin^, VI» idus Augusti. 

Urschr. Wern. mit heschddigtem Siegel an Pergamentstreifen, s. Ta/el X, No. 70. 



1264. 16. 

Die Gebruder von Hasserode verkaufen den Briidern zur Himmd' 
pforte fiir 100 Mark halberstddtischm Silbers ihr Erbgut zu Lscen- 
rode und drei Waldungen und schenken ihnen zwei Acker Jjandes 
am Koberg. 

Nos milites de Hartesrode et fratres carnales lohannes, Anno, 
Theodericus et Ludolfus recognoscimus et pubiice protestamur, nos 
allodium sive predium in Uscenrode cum omnibus bonis, que ad illud 
pertinent, et tres silvas vendidisse ecclesie et fratribus iu Porta Celi 
pro bonis iiberis et soiutis cum omni utilitate et fructu pro centum 



108 Augiwtincr Einsiedlcrkloster Himmelpforten. 

marcis Halberstadensis argenti. Insuper duos agros sitos in monte 
Coberch ipsis ananimi et bona voluntate contulimus propter deum, at 
apud eos etiam nostrarum vigeat memoria animarum. Hec omnia 
litteris presentibus et sigilli nostri munimine protestamnr. Huius rei 
testes sunt: comes Conradus de Werningerod, Wernerus de Scerenbeke, 
Wlradus dc Cran(ichv)eld nobiles; Henricus Ysenborde, Gunzelinus de 
Berwinkele, Siflfridus de Minsleve, Arnoldus de Berle milites ; lohannes 
de Heiligendorpe clericus, Wernerus famulus, et alii quam plures. 

Datum anno domini M«CC°LXIIII*«. 

Urschr, mit Siegel an lianfener Schnur, ron dem etn Stiick lose beiliefft (vgh 
Taf, XII, No.83) im kgl, Stantsarch. zu Magd^K. V on aiisscrJialb ist von zienilich 
gUichzeitiger Iland aufgeschrieben: De libertate predii Utsenrode ot triura silvarum. 



1265. September 13. Mainz. 17. 

Die liichter des Sfuhls jsu Mainz veroffetUlichen eine Bulle Papst 
Clemens IV. aus Peruyiu 5. Mai 1265, die Aufnahnie der 
Augustiner- Einsiedler in Stddte, Burgen und Flecken beireffend. 

ludices sancte Moguntine sedis tenore presentium et ad uni- 
versorum Christi fidelium notitiam cupimus pervenire, quod litteras 
subnotatas cum filo integro vera buUa, non abolitas, non cancellatas, 
non vitiatas nec in aliqua sui parte suspectas vidimus in hec verba: 
Clemens episcopus servus servorum dei venerabilibus fratribus 
archiepiscopis et episcopis ac dilectis filiis abbatibus, prioribus, 
decanis, archidiaconis et aliis ecclesiarum prelatis per Aiamannie 
et Boemie regna constitutis, ad quos littere iste pervenerint, 
salutem et apostolicam benedictionem. In generalem Christi 
fidelium notitiam iam devenit, quod dilecti filii prior generalis 
et fratres heremite, ordinis sancti Augustini, pro innocentis sue 
vite et religionis sacre meritis occurrant gratissimi divine oculis 
maiestatis, maxime cum ipsi studeant sub extrema paupertate 
vivere ac virtutum cultui desudare, ipsorumque ad hoc ferventer 
aspiret affectio, ut pcr eorum ministerium salus deo gratissima 
proveniat animarum. Hinc est quod nos pro priorc et fratribus 
memoratis universitatem vestram attende (!) rogandam duximus et 
monendam, quatinus dictos fratres infra civitates, castra, oppida 
et loca alia vestre iurisdictioni subiccta, eccIesiaSi oratoria, domos 
et otficinas in illis videlicet locis, que iusto titulo acquisierint, 
sine preiuditio iuris alieni construere ac ibidem morari libere 
permittatis, nullam eis iuiuriam vel gravamen aliquod inferentes 
vel perofiittentes , quantum in vobis fuerit ab aliis vobis subditis 
irrogari, sed eosdem fratres pro divina et apostolice sedis ac 
nostra reverentia ita commendatos efficaciter habeatis, quod 
exinde vobis gratie divine premium et a nobis condigni favoris 
proveniat incrementum. 
Datum Parusii (!) lll^ Nonas Maii, pontificatus nostri anno primo. 



Nr. 17- ID. a. 1265—1268. 109 

Cuih igitur prenotatum scriptum apostolicum de loeo ad loeum 
deduci iion exspediat (!) propter pericula manifesta, ad preces prefatorum 
iratrum ordiuis sancti Augustini presens transcriptum in nostre visionis 
testimonium fecimus exempiari et nostri sigilli munimine roborari. 

Datum in Moguntia, anuo domini M^CC^^LXV», 11» ydu8Smptembris(!). 

Urschr. Wem. Siegel nicht mehr vorhanden. 



m^ JuU . . Malnz. 18. 

Wemer, Erzhischof von Mainz, gibt aUen denen, welche zur 
VoUendung der angefangenen Gebdude an der liimmelpforte durch 
milde Gaben oder Arbeit beitragen oder an gewissen Tagen die 
dortige Kirche besuchen, einen vierzigtdgigen AbUxss. 

Wemerus,^ dei gracia sancte Moguntinensis sedis archiepiscopus, 
sacri imperii per Germaniam archicancellarius, universis Christi fideiibus 
per provinciam Moguntinensem constitutis salutemin domino. Cupientes 
quoslibet in Christo fideles ad bona opera pro salute ipsorum speciali 
premio provocare, omnibus vere penitentibus et confessis, qui dilectis 
in Christo fratribus beremitis ordinis sancti Augustini ad consumacionem 
edificiorum suorum in Porta Celi, Halberstadensis dyocesis, ubi se ad 
serviendum domino receperunt, manum porrexerint adiutricem elemosinis 
vel labore, ac nichilominus eis, qui in dedicacione templi aut festi- 
vitatibus beate Virginis sanctique Augustini ad eorum ecclesiam cum 
devocione accesserint annuatim, divine propiciacionis graciam petituri, 
quadraginta dies de iniuncta sibi penitencia misericorditer relaxamus, 
indnlgencias eciam venerabilium fratrum nostrorum sufi^raganeorum 
ipsorum fratrum benefactoribus rite datas ratificamus et gratas habemus, 
ut ad salutem proficiant animarum. 

Datum Maguntie, anno domini M^CC^LXVIl^, . ,2 ijus lulii. 

Ur9chr. Wem. Das an weiasibawmcoUener Schmtr befestigt geuesene rothe 
Wachssiegd iat nicht melir rorhanden, nur die Schnur und Wachsspuren. 

1) Hdschr.: W. — 2) IHe sonst noch deutlich leshare aber durchfressene und 
mUrbe Urkunde hat hier einen Schaden, so dass die Zahl, welche an dieser Stelle 
stand, ni^ht mehr zu erkennen ist. 



1268. JuU 4. Goslar. 19. 

Friedrich, Bischof von Karelien, gibt denen, tvelche das Kloster 
Himmelpforten an gewissen Festtagen besuchen, vierzig Tage Ablass. 

Fredericus dei gratia Kareliensis episcopus, per (dei) gratiam postu- 
latus crucis Christi minister, universis Christi fidelibus presentes litteras 
inspecturis salutem in filio dei. Vite perhennis gloria, qua mira 
benignitas conditoris omnium^beatam coronat aciem civium supernorum, 
a redemptis precio sanguinis fusi de precioso eorpore redemptorls, 
merito debet acquiri virtute. Inter que illud esse pregrande dinoscitur, 



110 Au;iiistiiicr Kinsicdlcrklostcr Ilimmclpfortcn. 

\\\uh\ nl)i(|uc, |)rooij)ue in sanctoniiTi ccclesiis niaiestas dei collaudetur. 
Ilinc est, quod cum nos locum dilectorum fratrum nobis in Christo, 
luHromi)tai'uni ordinis sancti Augustini dc l'or(ta Ce)li, Halberstadensis 

dyocesis, duximus pcrsonaliter visitaudum favorabilifer pre- 

cil)U8 inducti bus vere penitentibus et confessis, qui locum 

ipHum dedicatione et in fest et gloriose semper virginis 

dci g|enctricis| Marie cum cordis contritione et humilitate annuatim 
vonorabiliter visitaverint, quique eisdem ad ipsorum propter Christum 

extreme paupertatis sarcinam portantibus inopiam sublcvandam 

manum porrcxerint quocunque tempore adiutricem, de omnipotentis 
dei miscricordia quadraginta dierum uniusque carene indulgentiam 
acoedente consensu venerabilis domini Halberstadensis (episcopi in 
nomine) domini concedimus misericorditer et largimur. 

Datum Goslaria(!), anno domiui M^CC^LX^^VHI", in die beatiOdel- 
rioi cpiscopi. 

VrHchr. Wern. ganz vermodert mid auseinandergebrocJieti. Das Siegel ist nicht 
t«r/ir nyrhanden. 



1268. Goslar. 30 

Triedrichy Bischof von Dorpat, etiheilt dllen, wdche an bestimmten 
Festtagen das Kloster Himmelpforten hei Wemigerode bestichen 
mid milde Gahen darbringen, einen vierzigtiigigen Ablass. 

Fredericus dei gratia Tharbatensis episcopus, crucis Christi mi- 
nister, universis fidelibus presens scriptum intuentibus salutem in 
Virginis filio glorificate (?). Cum occasio (ad vestram?) salvationem 
vobis in domino multiplicitcr oflFeratur, ut videlicet per largitionem 
elemosinarum et (expietis?) peccata et premia conquiratis eterna, uni- 

versitatem vestram rogamus et hortamur in domino* peccatorum 

iniungentes, (quatenus?) de bonis a deo vobis coUatis ad domumPorte 
Celi beate Marie virginis et ordinis sancti Augustini iuxta Weming- 
herod sitam pias elemosinas et grate karitatis subsidia erogetis. Nos 
enim de omnipotentes dei misericordia et beatorum Petri et Pauli, 
apostolorum eius, meritis ac ea qua fungimur auctoritate confisi, omnibus 
vere penitentibus et confessis, qui ad eandem domum in tercia feria 
festo pentecostcn, in proxima dominica post festum beati lohannis 
baptiste et annunciationis beate Marie virginis et infra (octavams) 
ipsius, et in nativitate eius et in purificatione beate virginis et in festo 
beati Augustini et in octavis ipsorum venerint et manum porrexerint 
adiutricem, unam karenam et quadraginta dies de iniuncta eis penitentia 
misericorditer relaxamus. 

Datum in (Soslaria, anno domini M^CC^^LX^VIII^ pontificatus nostri 

anno secundo. 

Urschr. Wern. durch Feuchtigkeit stark nngegrifjen und theihrcise unleserlich. 
l>ie Jahreszahl ist schicer zu lesen. Vgl, Ilcineccins antiqii- Goslar. p. 280, l^as 
an Fergainenistreiten angehdngt gewesene Siegel ist nicht mehr i^iMtulen. 



Kr, 20—22. a. 1268—1271. 



111 



(0. J., um 1270.) 21. 

Sifrid imd Heinrich, Vater und Sohn, Grafoi zu Blankenburgy 

vepivenden sich bei der Aebtissin von Quedlinburg fiir die Brilder 

von der Hinmidpforte, 

HoDorabili domine sue M.i Quedeliugeburgensi abbatisse Sifridus 2 

dei gratia et Heinricus^ filius suus, coniites de Blankenborch, obsequium 

debitum et paratum. Honestati vestre, de qua satis presuraimus, ut 

debemus, preces dirigimus, supplicantes omni qua possumus diligencia 

et atfectione, quatinus peticionem fratrum de Porta Celi super bonis, 

de quibus tractatus est habitus coram vobis, admittatis liberaliter causa 

nostri. Et nos in restaurum ecclesie vestre dimidiam marcam in 

redditibus donare volumus, cum primum copiam vestri habere poterimus. 

Ad cuius rei certitudinem presentem iitteram erogandam duximus, 

nostris sigillis diligenter communitam. 

Nach dtr Urschr. (im Tiihiigl. Saaisarch. zu Mapd.) gednicJct hei r. Erath, 
cod. dipl. Quedl. S. 247, Das Siegel Graf Heinrichs ist daselbst abgd). auf lafel 
XLI, No. 12. 

1) Schon V. Erath hat a. a. 0. bemerkt, dass der uni diese Zeit auf den Namen 
der Aebtissin nicht passende Anfangsbticlistabe auf einem Irrthum Iteruhen miisse. — 
2) In der Hdschr. nur die Anfangsbucfistabeti S und H. 




1271. Juni 1. Vlterbo. 22. 

Bicardus, Kardinal-Diakm von S, Angeh transsumiH eine Bxdle 
/hpst Alexanders IV, gegen zu Neapel 30. Januar 1255, mich 
weldier kein Augustincr Einsiedlerbrudcr ohne die ICrlatdmiss seines 
Priors uieder austreten darf. 

Universis Clijristi fidelibus presentia inspecturis Ricardus miseratione 
divina sancti Angeli dyaconus cardinalis salutem in domino. Litteras 
felicis recordationis Alexandri pape quarti cuni bulla vcra et filo 
integro, non concellatas, non abolitas nec in aliqua parte vitiatas de 
verbo ad verbum perspeximus et legimus in hec verba: 

Alexander episcopus, servus servorum dei, venerabilibus fratribus 
archiepiscopis et episcopis ac dilectis filiis abbatibus, prioribus, 
decanis, archydiaconis, prepositis, archipresbiteris et aliis eccle- 
siarum personis salutem et apostolicam benedictionem. Cum 
felicis recordationis Innocentius papa, predecessor noster, di- 
lectorum filiorum . . . prioris generalis et fratrum ordinis here- 
mitarura sancti Augustini precibus inclinatus per suas inhibuerit 
litteras, ne quis post professionera eidem ordini factam ab ordine ipso 
sine sui prioris discedat licentia et discedentem absque caritativa 
commnnione litterarum prioris et fratrum ipsorum auctoritate ali- 
cuius privilegii a sede apostolica indulti nullus audcat retinere, 
universitati vestre per apostolica scripta mandamus, quatenus 




112 Augustiner Einfiiedlerkloster Himmelpforton. 

quoslibet contra inhibitioDem huiusmodi ab ipsorum fratrumordine 
discedentes propter hoc excommunicatos ab ipsis ueque ad satis- 
tactionem condignam habere curetis et faciatis ab omnibus evitari. 
Datum Neapoli, IIl'' kalendas Februarii, pontificatus nostri 
anno primo. 

Quia igitur propter viarum et diversorum periculorum discrimina 
ipsum autenticum non potest secure de loco ad locum transferri, ut suifi- 
cienter recipiantur omnia prescripta et a cunctis valeant approbari, 
sigilli nostri munimine presentes curavimus roborari. 

DatumViterbii, anno domini M^CC^LXXl*» kalendas lunii, apostolica 
sede vacante. 

Urschr, Wern. Das an rother Hanfschnur hefesHgt gexcesene Siegel iat nicht 
mehr vorhanden; die Schnft ist siellenweise abgeriehen. Alte Aufschr. tx>n ausser- 
haU): littera contra apo(s)tatas. 



1276. Januar 21. Kom. 23. 

Die Bischofe von Arbana und Croja eHheilen denen, welche den 
Augustiner Einsiedlern zur Himmelpforte milde Gahen spenden, 
oder ihre Kirche an hestimmten Festtagen besuchen, einen vierzig- 
tdgigen Ahlms von Todsiinden und ein Jahr von Idsdichen 
Silnden, 

lacobus dei gratia Arbonensis ecclesie et Romanus eiusdem gratia 
Croensis ecclesie episcopi universis Christi fidelibus salutem in do- 
mino. Licet is, de cuius munere venit, ut sibi (a fidelib)ns suis iauda- 
biliterac dingne serviatur, multa maiora premia tribuat, qnam valeunt 
promereri fideles, tamen quosque ex oificii nostri debito ad opera kari- 
tatis cupientes allicere, omnibus, qui fratribus heremitis ordinis sancti 
Augustini in Porta Celi, Halberstadensis dyocesis, manum porrexerint 
adiutricem, vel ad ipsorum locum in festivitatibus beate Virginis, sancti 
Augustini, dedicationis ecclesie et patroni et per octavas eorum devote 
accesserint, XL dies criminalium et annum venialium de omnipotentis 
dei misericordia relaxamus , dummodo dyocesani accedat licentia et 
consensus. 

Datum Bome, anno domini M^CC^LXX^VP, in festo Angnetis. 

Urschr. Wern. Die Schrift ist stellenweise altffcridjen, Von den angehiingt ge- 
wesenen Siegdn ist noch ein Best des ersteren in griinetn Wachs an hlatier batim- 
woliener Schnur wrhanden. Die Bezeichnung der Bischofsitze: Arbonensis und 
Croensis sind auch auf der alten Aufschrift deutUch lesbar. 



1279. Himmelpforten. 24. 

Heinridi, Provinzial der Augustiner Einsiedler in Beutschland, 
nimmt Aehtissin und Stiftsfrauen zu Quedlinhurg in die Bmder- 
schaft d€s Ordens auf 



Nr. 28—25 a. 1276-1281. lU) 

Honorabilibns et in Christo plarimam sibi dilectis dominabus Ber- 
tradi abbatisse universisqae canonicabus ecclesie in Quedelingebarch 
frater Henricas, prior provincialis fratram eremitarom ordinis sancti 
Aognstini per Alemanniam, cum orationibus devotis salutem in dei filio 
Ihesu Christo. Pro pio vestre devotionis affectu, quo deum et ordinem 
nostram diligitis, omnium missarum, orationum, vigiliarum, ieiuniorum, 
predicationum ceterorumque bonorum operum, que per fratres nostros 
operari dignabitur clementia salvatoris, vobis tam in vita qnam in 
morte singulis ac universis plenariam tribuimus confraternitatem, volen. 
tes nichilominus de gratia spcciali, ut cum obitus vester capitulo nostro 
provinciali fuerit intimatus, id pro vobis fiat, quod pro nostris con- 
fratribas fieri coramnniter est consuetum. 

Datum in capitulo nostro in Porta Celi, anno domini M''CC«LXX<^ nono. 

Nach der dea Siegeh l)eraubten Urschrift gedr. bei r. Eraih cod. d. Quedl. S. 267 
und Kettner Antiqq. Quodlinb. S. 346. M. Gottfr. Schiitzey das Ijeben des Andr. 
Proles S. 30, Note 2. Vgl. auch ZeitscJir. dea Harz-Ver. 6, S. 110. 



1281. 3Iai 16. Wernigerode. 25. 

Konrad, Graf m Weniigcrale, bestdtigt den Brudem zu Ilimmel' 
pforte das ihnen von seinein rtrstorbeneti Vater, Graf Gehhard, 
in sdmmtlichen umliegendeti Klosterivaklungen gcschenkte Forst- 
recht. 

Conradus dei gracia comes in Wemigerode universis Christi fide- 
libns, ad quos presens scriptum pervenerit, salntem in perpetuum. Cum 
propter humane memorie labilitatem ea que in tempore agnntur, plernm- 
que ab hominum noticia dilabuntur, ad futurorum cautelam universis 
tam presentibus quam futuris duximus declarandum, Gevehardum comi- 
tem, patrem nostrum pie memorie, fratribus heremitarum ordinis sancti 
Augustini Porte Celi per omnes silvulas ipsorum ibidem circuraiacentes 
ius qnod vorst vulgariter nuncupatur libere contulisse. Ne autem talis 
collacio a posteris nostris per arabagies(!) aliquas imrautetur, nos de 
consensu nostromm filiomm Alberti et Friderici presentem paginam 
inde conscriptam in robur validum sigilli nostri muniraine decreviraus 
insignire. Nomina quoque testium subsecuntur: dominus Geroldus de- 
canus, lohannes custos ecclesie beati Silvestri in Werningerodhe, Sifridus 
de Minsleve, Anno de Hartesrode, Fridericus de Scowen, Bartholdus 
de Bersle, Theodericus de Marcolingerodae, milites, et quam plures 
ceteri, qui astabant. 

Datum in Weraigerodhe, anno incarnationis domini M^CC^^LXXX^^P, 
XVII** kalendas lunii. 

JJrschr. in den Briichen eingerissen itn konigl. Staatsarchir zu Magddnirg. 
DoB an Fergamentstreifen angeMngte Siegel ist nicht mehr rorhanden. jiusserlialb 
ist ron ziemlich gleichzeitiger Hand bemerkt: Comes Conradus cbntulit nobis iu» 
quod vdlgariter dicitur vorst per omnes nostras silvas. 



0«icb2clit«q.d.Pr.Sac]iMa. XV. 



114 Augiistiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

1284. Juni 24. Halberstadt 26. 

Volrad, Bischof von Hdlherstadt , nimmt diejmigm, welche, nm 
Ablass zu verdimm, nach dcr Himmelpforte wailfahrtm, in seinm 
Schutz, bamit dagegen aJle, die sich an diesm oder derm Sachm 
vergreifm. 

Volradus dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus universis 
Christi fidelibus audituris presencia seu visuris salutem in domino sem- 
piternam. Otficii nostri debitum remediis invigilat subiectorum. Cum 
enim eorum excutimus onera, dum scandala removemus, dum requiem 
preparamus, nos in eorum quiete [requliescimusi et fovemur in pace. 
Hinc est, quod cum ex sollicitudine officii pastoralis omnibus pacis 
tranqnillitatem preparare debeamus, iliis tamen magis sumus obnoxii^ 
qui se mancipant obsequiis Ihesu Christi pro remediis peccatorum. 
De omnipotenlis igitur dei misericordia omnibus, qui pro indulgentia 
ad Portam Celi devote convenerint, bannum nostrum adicimus, ut qui- 
cunque eos in rebus seu corpore offenderint^, tenore presentium in 
nomine patris et filii et spiritus sancti iam excommunicationis late 
sententie volumus subiacere. In cuius rei testimonium presentem pagi- 
nam sigilli nostri munimine roboramus. 

Datum Halberstat, anno domini M**CC^LXXXnn«, in die nativi- 
tatis sancti lohannis baptiste. 

Urschr. Wem. an mehreren Stellen zerfressen. Das an Bergamentstreifen he- 
festigt getvesene Siegd ist ndcht mehr vorhanden. Van ausserhalb von alter Hand: 
Per litteram istam excommunicantar omnes, qiii leserint venientes ad indulgendam 
fratrum. 

1) Die erste Hdlfte des Worts ist in der Urk. iceggefressen. — 2) Handschr. 
ostenderint. 



1284. Juni 25. 27. 

THetrich von Ha^serode, Ritier, schmkt dm Briidern zur Himmel- 
pforte seine Kegendm Giiter zu Hasserode, 

Universis presens scriptum visuris Theodericus miles dictus de 
Harthesrode salutis incrementum. Que geruntur in tempore, ne ^imul 
cum tempore evanescant, poni solent in ore testium aut scripture memo- 
ria perhennari. Hinc est, quod ad noticiam universorum fidelium cupi- 
mus pervenire, quod ego cum fratribus meis Annone et Ludolfo militi- 
bus ob reverenciam dei eiusque matris Virginis gloriose hoc una ac firma 
decrevimus voluntatc, dum bona nostra partircmur, quod cuicunque ee- 
deret Harthesrode ipse reciperet f ratres Porte Celi ad suam defensionem 
ac sollicitudinem specialem, danseisdem plenam libertatem, usus nemorum, 
camporum ac pascuarum eo iure, quo ipse uteretur. Quare cumdivina 
providencia hanc partem nostrorum bonorum, pretactam scilicet Harthes- 
rode, mihi ordinaverit, intuitu remunerationis eterne presentibus con- 
cedo fratribus supradictis plenum usum ac liberum nemorum, camporura 



Nr. 26- 2y a. 1284 12SS. 115 

ac pascaarum eo titalo ac lure, quo ego utor omnibus prenarratis. In 
cnius concessionis ac donacionis testimonium presens scriptum dnxi 
mei sigilli mnnimine roborandum. 

Datnm anno domini M"CC«LXXX«II1I", VII» kalendas lulii. 

Urschr. mit bruchstfickireise erhalienem Sie(jel (alHfelt Taf, XIT, Xr. 84) im 
konigl. Staatsarchiv zu Magd. Kine Abschr. dei 15. Jh. im Stadtarchir zu }Vem. 

1287. MSrz 21. Langenstein. 28. 

Volruil, Bischof ron Ilalberdadf, ilberchjnct dcm Khstcr Hhnmcl- 
pforien eine von den (rcinHdcrn ron Ha.sserode geschenJde Hiife 
su Athensfcdt, 

In noraine doraini amen. Volradus dei gracia Halberstadensis 
ecelesie episcopus omnibus in perpetunm. Ne oblivio apud posteros 
sen futuros rei geste seriem et ordinem valeat immutare, expedit res 
gestas subscripcionibus testium et litteraruui testimoniis roborari. Pro- 
inde notum tacimus universis audituris presentia seu visuris. quod nos 
proprietatem unius mausi siti in carapo Atenstede^, quem Anno senior 
et Anno iunior, tilius lohannis dicti de- Hartesrode milites, a nobis 
tenuerunt titulo pheodali et pro salute animarum suarum ac parentum 
ipsorum viris religiosis tratribus de Porta Celi, nostre diocesis, dona- 
verunt, pheodum in nostris manibus resignando. Libcram hanc haben- 
tes resignacionem, donaviraus et donamus nionasterio antedicto, videlicet 
fratribus dePorta Celi, perpetuo possidendam. Et ne alicui super hoc^ 
dubium valeat suboriri, presentem litteram in testimonium sigiili nostri 
mnnimine roboramus. Huius rei testes sunt: Gevehardus de Amsten^ 
canonicus et camerarius Halberstadensis , avunculus noster, Conradns 
capellanus noster, clerici; laici vero Hugoldus de Sericstede, Wernerus 
marscalcns noster et Helmoldus de Biwenden, milites; et Wolravenus 
castellani nostri, et quam plures alii tide digni. 

Datum Langensten, anno domini M^CC^^LXXXVIl**, in vigilia beati 
Benedicti, XII ** kalendas Aprilis, pontificatus nostri anno XXX** 
quarto. 

Urschr. Staats-Arch. zu Magd. mit fragment. Siegel. 

1) Der Name ist nachtrdglich von derselben Hdschr, auf Jtaswr eingescliriet>en. 
— 2) de ubergeschr. — 8) hoc v. anderer Hand Hbergeschr. — 4) In der Urk. ist 
Arnsten m Arnstet rerandei-t. 

1288. Januar 16. Kom. 29. 

Bruder Clemens, General des Aiigusfiner Einsiedlerordens , rcr- 
hietet allen Briideni ohne seine Erlaiibniss in einen andem Ordcn 
iiberzuireten, 

Frater Clemens, prior generalis fratrum heremitarum ordinis sancti 
Augustini (!), omnibus et singulis fratribus eiusdem ordinis professis, 
ad quos littere presentes pervenerint, salntem in eo, qui est oSinium 



116 AiigiLstiner Eiiisiedlerkloster Himmelpforten. 

vera salus. Cnm doctrina apostoli snadente qnilibet in vocatione, in 
qaa ad cultum divini obsequii vocatus est, debeat immobilis permanere 
et non sine dispendio et anime sue periculo possit quis de religione, 
in qua morosa deliberatione votura professionis exsolvit, qualicumqne 
causa ad religionem aliam convolare, vos omnes et singulos et qnem- 
libet ex vobis semel, secundo et tertio inducimus, monemus et ortamur, 
ut in virtute sancti spiritus stricte vobis omnibus et singulis et cuilibet 
vestrum precipimus per obedientiam salutarem, quod^ nullus ex vobis 
a premissa religione ordinis heremitarum sancti Augustini, in qua tam 
morosa deliberatione votum professionis emisit, ad religionem aliam 
sine nostra prius licentia petita et optenta debeat se transferre, nam 
parati sumus in hiis, que ad nostrum officium pertinent, petitiones 
cuiuscunque vestrum, in quantum cum deo possumus exaudire, quod 
siquis vel siqui ex vobis, quod absit, hoc presens nostrum preceptum 
quomodolibet neglexerit vel neglexerint observare, vel eidem ausu 
temerario presunserit vel presunserint(!)contraire, illum vel illos exnunc 
pro ex tunc trina monitione premissa in hiis scriptis, excommunicationis 
vinculo innodamus. 

Lata et lecta hec sen.tentia in capitulo sancte Marie de Populq in 
Urbe, anno domini A^CC^^LXXX^VllI», sexta feria post octavam epy- 
phanie, apostolica sede vacante. 

Urschr. W(?rn. Das Siegel ist nicht mehr vcrhanden. Von ansserhalb: hic 
datur sententia generalis contra disccdentes ab ordine: 

1) In der Vorlaye rerschridfen; es soUte, wie es sclieint, zuerst quatenus heissen. 



1290. April 9. Halberstadt 30. 

Vdl/rad, BiscJwf vm HaJberstadt, hestatigt die Aufnahme der 
Auffustiner Einsiedlerhruder von Himmdpforten in die Stadt 
Helmstedt. 

Volradus dei gratia Halberstadensjs ecclesie episcopus consulibus 
et universitati civium in Helmestat salutem et bone voluntatis afFectum. 
Dilecti in Christo prior et fratres ordinis sancti Augustini de Porta 
Celi in preseutia nostra coustituti retulerunt, quod ipsos ac ordinem 
ipsorum ad civitatem vestram receperitis et capellam, quam iu honorem 
bpiritus sancti edificare ceperatis, ipsis, quantum ad vos pertinebat, 
contuleritis absolute. Nos igitur dictam donationem seu coUationem 
ratam et gratam habcntes, eam presentium testimonio confirmamus et 
sigilli nostri munimine roboramus. 

Datum Halverstat, anno domini M^^CC^LXXXX'* , in dominica 
Quasimodogcniti , pontificatus nostri anno XXX sexto. 

Kach der Urschr, im Stadtarchiv zxi Helmstedt yedruckt in (J. 7h. Liekten- 
st^n) cpistola qiunta obscrvatiimculas historico-iuridicas ex diplomatibus Helm- 
stadiensibus sistens. lielnist. 1750, Bogen A, 3. 



Nr. 30. 32. «. 1290. 117 

1290. Mai 22. Erfurt 31. 

Ruddf, Erzhiscliofvon Salzburg, undKmirad, Bischof von fMVfnif, 
geben denen, welche an getvissen Ff^tfugen die Kirche zur HimmcU 
pforte hesuchen und mildc Gahen spenden, zusammm 80 Tage 
AhlorSS, 

Kudolfus dei gratia sancte Salzeburgensis ecclesie archiepiseopus, 
apostolice scdis legatus, et Cunradus eadem gratia Laventinus episcopu^, 
universis Christi fidelibus, ad quos presens scriptum pervenerit, saluteni 
in domino sempitemam. Licet is, de cuius munere venit, ut sibi a 
suis fidelibus digne ac laudabiliter serviatnr, de habundantia pietatis 
sne merita supplicum excedens et vota, bene servientibus multo maiora 
tribnat, quam valeant promereri; desiderantes tamen reddere domino 
popnlum acceptabilem, fideles Christi ad conplacendum ei quasi quibus- 
dam allectivis muneribus, indulgentiisvidelicet et remissionibus invitamus, 
ut exindc reddantur divine gratie apciores. Omnibus igitur vere pcni- 
tentibus et confessis, qui ad ecclesiam fratrum sancti Augustini in 
Porta Celi, Halberstatensis dyocesis, in quatuor festivitatibus beate 
Virginis, in anniversario dedicationis et in die sancti Augustini et 
aliorum patronorum eiusdem ecclesie devotionis causa annnatim con- 
venerint et ibidem pro subsidio ecclesie et fratrum manum porrexerint 
adiutricem, ambo simul octoginta dies de iniuncta ipsis penitentia, 
dummodo consensus dyocesani accesserit, misericorditer relaxamus. 

Datum Erfordie, anno gratie millesimo CC^LX"XXX<>, XI^ kalen- 
das lunii. 

Urschr. Wern, an den Briichstellen schadhaft. Die Stegel an ursprilnglich 
grunen und roihen BaumtooUenschniiren schadJiaft, das des Erzb, van Sahbtwg 
loae beiliegend. 

1290. Mai 31. Kegensburg. 33. 

Heinrich, Bischof von Begenshwrg, transsumirt eine BuUe Papst 
Niiciaus IV. gegeben Rom 6, Fehruar 1289, durch welche allen, 
die an gewissen Festtagen die Kirchen der Augustiner Einsiedler 
besuchen, ein hunderttdgiger Ahlass getvdhrt tcird. 

Heinricus dei gratia Ratisponensis ecclesie episcopus universis 
Christi fidelibus presencia inspecturis salutem in domino sempiternam. 
Vestre noverit universitatis dilectio, quod nos litteras sanctissimi patris 
nostri Nycolai pape nil^' non cancellatas, non abolitas nec in aliqua 
8ui parte viciatas cum vera bulla et filo serico et integro de verbo ad 
verbum vidimns et legimus sub hac forma: 

Nycolaus episcopus, servus servorum dei, dilectis filiis generali 
et provincialibus, prioribus ac aliis fratribus universis ordinis he- 
remitarum sancti Augustini salutem et apostolicam benedictionem. 
Licet is, de cnius munere venit, ut sibi a fidelibus suis digne ac 



118 Augustiner Einsiedlcrkloster Himmolpforten. 

laadabiliter serviatur, de habundancia pietatis sue, que merita 
supplicam excedit etvota, bene servientibus multo maioraretribuit 
quam valeant promereri ; nichilominus tamen cupnentes (!) reddere 
domino populum acceptabilem , Christi tideles ad conplacendum 
ei quasi quibusdam illectivis premiis, indulgenciis scilicet et 
remissionibus invitamus, ut exinde reddantur divlne gracie apciores. 
Nos igitur ob redemptoris nostri reverenciam et sanctissimi con- 
fessoris beati Augustini vestri patroni, sub cuius regula domino 
militatis, qui sanctam dei ecclesiam miris illustravit eloquiis et 
doctrinis, memoratum ordinem condignis favoribus et graciis ho- 
norare volentes et cupientes, quod ecclesie locorum vestri ordinis 
congruis honoribus frequententur, omnibus vere penitentibus et 
confessis, qui predictas ecclesias in Assumptione beate Virginis 
et eiusdem confessoris festivitatibus ac illas ex eisdem ecclesiis, 
que sunt hoc tempore dedicate, ia diebus dedicacionis earum et 
usque ad octo dies sequentes annis singnlis devocione debita 
venerabiliter visitaverint, de omnipotentis dei misericordia et 
beatorum Petri et Pauli apostolorum eius auctoritate confisi centum 
dies de iniunctis penitenciis eis misericorditer relaxamus. 

Datum Rome aput sanctam Mariam Maiorem, VIII® idus Fe- 
bruarii, pontificatus nostri anno primo. 
Cum igitur autenticum propter viarum pericula varia de loco ad 

locum transferri nequeat, cum tutela, ut presentibus certa fides remoto 

dubio valeat modis omnibus adhiberi, eadem curavimus sigilli nostri 

robore firmius communire. 

Datum Ratispone, anno domini M^CC^LXXXX^, pridie kalen- 

das lunii. 

Urschr, Wern. Das Siegel ist nicht mehr vorhanden. Die pdpstl, Btdle gedr. 
hei Empoli bullar. 8. 259 f. 



(0. J., um 1295.) 33. 

Volrad, BiscJiof von Halberstadt , transsumirt auf Bitten der 
Augustiner Einsiedlerhruder zur Himmelpforte eine Bestimmung 
der Maimer Kirchenversamndung , nach ivelcher alle Ffarrer und 
Kapldne cxcommtmicirt werden, wdcfie aus Geiz ihre Pfarrkinder zu 
iiberreden sich bemUhen, ihr Begrdbniss nicht in Stiftskirchen oder 
anderen geweihteren Orten zu sitchen. 

W(Iradus) dei gracia Halberstadensis ecclesie episcopus universis 
prepositis, decanis, archidiaconis, plebanis ac aliis ecclesiarum recto- 
ribus presentem litteram inspecturis salutem in domino. Noveritis, 
nos sub venerabilium iudicum testimonio sancte sedis Moguntine 
litteram recepisse hanc formulam continentem: 

ludices sancte Moguntine sedis omnibus hanc litteram inspecturis 
salutem in domino. Noveritis hec subscripta esse statnta Magun- 
tini Goncilii, sub pena excommunicationis iam late sententie ab 



Nr. 38. 34. a, 1205. 1206. 119 

omnibns observanda. MagnDtinutii concilium universos sacerdotes, 
ecclesiarum parrochialium vel capellarum ministros, excommuni- 
cationi subiacere decrevit, quicunque de plebe sua, sive in vita 
sive in morte, directe vei indirecte persuadere presunipserit, ne 
in ecclesiis conventnalibus vel aliis iocis magis religiosis sibi 
eligant sepnlturam^ cum talis persuasio sacris canonibus conti'a- 
dicat et de avaritie radice procedat. Verum sacerdotes et mi* 
nistri predicti in communicando subditoH suos in egritndine con- 

stitutos, difficultatem ingerunt aliqnando — hec dnntaxat, 

quod idem snbditi in ecclesiis conventualibus seu aliis locis 
magis religiosis sibi eligant sepulturam. Cnm igitur mora iu 
talibus sit periculosa et dampnosa, huius sacri approbatione 
concilii adicimus memorato, ut postqnam dicti subditi peccatorum 
suorum confessionem fecerint, nt tenentur, si rectores eorum ob 
hoc, quod elegerunt sepulturam in ecclesiis conventualibus seu 
aliis locis magis religiosis et dyocesano subiectis ditficiles se 
reddiderint in communicando eosdem, iidem extnnc commnnionem 
corporis domini nostri lesu Christi recipere voluerint sacerdote. 
Decrevimus etiam, ut parentes pro liberis intra annos discre- 
tionis agentibus, ut pro hiis, quos tenent in patema potestate, 
eligere valeant libere sepulturam. £t nos presentibus sigillum 
nostrum apponi fecimus in testimonium veritatis. Datum Mo- 
guntie. 
Hanc igitur litteram ad instantiam fratrum heremitamm ordinis 

sancti Augustini Porte Celi de verbo ad verbo transscriptum sigilli 

nostri munimine duximus confirmandam. 

Das anJiangende Siegd ist bei v. Erath ood. dipl. Quedl., wo die Urk. S. 302 
nach der Urschrift gedrtickt tst, auf Taf. XXIV, Ao. 10 abgebildet. Hier iat der 
Name des Biachofs ansgeschrieben: f VOLRADVS . DEI: GRA . HALBERSTA- 
DENSIS; ECCL'1E: EI»C. 



1296. Septeuiber 4. 34. 

Dcis Klosier Himmdpforten verkftuft mit Ztistimmutig des Ordens- 
provimUds dent deiitsdien ()rden ein Erhgut zii Barlingerode durch 
Vermittdung des Provinzialcomturs wnd des Cotnfurs zu lAingdn 
fiir 45 Mark reincn Silbers, 

Universis, ad quod presens scriptum pervenerit nos, videlicet frater 
lohannes dictus de Wittenberg, prior domus Porte Celi, totusque con- 
ventus ibidem, ordinis fratrum heremitarum sancti Augustini, volumus 
esse notum, quod de consensu speciali fratris Hermanni dicti Ilershove, 
prioris nostri provincialis, vendidimus allodium quoddam situm in 
Dherverdigerothe cnm tribus mansis et dimidio et pratis quibusdam et 
domibus quibusdam cuni areis ibidem situatis, que nos multis annis 
pleno proprietatis inre et bona iide possedimus, ordini de domo ten- 
tunica eodem iure et libere possidenda. Procuraverunt autem hanc 



120 Augustiner Einsiedlorklostcr Himmelpforten. 

venditionem apud nos frater Gotfridus de Varila, coramendator provin- 
eialis, et frater Albertus de Schandesleve, commendator iam dicti ordinis 
in Laggele, qui et nobis promiserunt in certis terminis, sicut in eorum 
patet litteris, super valore pretactorum bonorum satisfacere, puta in 
XLV marcis puri argenti Halverstat persolvendis ; propter quod in 
huitts venditionis ratihabitionem presens scriptum sigillis nostro scilicct 
et conventus, communivimus. 

Datum.anno domini M«^CC*^LXXXX*»VI'', pridie nonas Septembris. 

Testes autem huius rei sunt: frater Ghyselbertus, vicarius prefati 
nostri prioris provintialis, et frater Conradus, nostri ordinis lector in 
Magdeburc, cum aliis fide dignis. 

Urschr. Wern. mit lose beiliegendem Siegel des Himmdpfortner Convents. Vgl. 
Taf. 1, Nr. 7. 

1296. September 14. 35. 

Das Kloster Himnidpforteii gibt eine getm^ie Beschreibtmg und 
Erkldrung iiber die dem dmitschen Orden verkauften Hduser, 
Hofe und Wiesm zu Darlingerode, 

Universis Christi fidelibus nos lohannes de Witberg prior totusque 
conventus Porte Celi, ordinis heremitarum sancti Augustini, volumus 
esse notum, quod dando quandam nostram litteram fratribns de domo 
teutunica super vendicione quorundam bonorum sitorum in Derver- 
digerothe aliquam eorum necgleximus (!) specificare sive numerare. 
Propter quod hic publice protestamur, quod prata, quorum illic est 
mentio, sunt quinque, domus vero similiter quinque, itadumtaxat, quod 
tres earum sunt dictorum fratrum, quantum ad domos et alia super- 
edificata et quantum ad fundum, sed due earum sunt eorum quantum 
ad fundum tantum; domus vero et alia superedificata sunt femine 
cuiusdam, que nominatur Oda, et filie eius in eadem villa; que due 
femine fertonem argenti de hiis domibua debent persolvere, Una vero 
domorum trium predictarum unum fertonem, aliarum vero domorum 
duarum quelibet Vlotones persolvet; est auteni usuale argentum, cuius 
est hic mentio. Hec igitur et alia scripta in nostra alia littera supra- 
dictis fratribus exempta ab omni advocatia vendidisse possidenda libere 
protestamur, in huius rei testimonium sigilla nostra apponendo. Testes 
sunt: dominus abbas de Elsineburg, lohannes miles de Digelstede, 
Waltherus et Heynricus dicti Colith, cives in Wernigerode, cum aliis 
fide dignis. 

Datum anno domini M*^CC^XC<^V1<^, in festo exaltationis sancte 
crucis. 

Urschr. Wern. Van detn kleinen pardbolischen Siegel d€8 Priors iat nu/r die 
grossere untere Halfte erhalten; das rund^ Conventssiegd ist nwr am Bande be- 
scMdigt. Vgl Tafel I, Nr. 7 u. 10. 



Nr. 85 - .17. a. 12P6. 1207. 121 

U97, Juli 4. Himmelpforten. 36. 

Der Vimr des Priors der dcutschm Proviuz drs Augiisfiner Eiti- 
siedlerordens in Snchsen schlichtd einen Sfrrif zuischm dcn liriidem 
zur HimmelpfoHe und zu Quedlinburg tccgm der Grenze des 
beiderseitigm Terminirms. 

Universis preseng scriptuhi vieuris frater Conradns dictus de Alta 
Domo, lector domus Magdeburgensis, vicarius provincie Alamannie per 
districtum Saxonie ordinis heremitarum sancti Augustiui, fraternam in 
domino caritatem. Protestor coram vobis sigilli nostri presentia, quod 
inter fratres dePortaCeli et fratres nostros de Quideligbeburch distincti 
sunt termini de consensu priorum et fratrum utriusque loci hoc modo, 
qnod terminarius exiens de Porta Celi Heynburch tantum petet, non 
transiturus rivum, qui dicitur Goltbeke. Petet tamen ex consensu pre- 
dilectorum fratrum idem terminarius Langensten et omnes villas, quas 
tangit idem rivus usque in Wegeleve exclusive , ita quod Erkzstede et 
dno Hersleve, videlicet parvum et magnum, et Wibuye et Moneken- 
grunighe inclusive sui termini sint finales. Termini vero ex alia parte 
Bode cum Wegeleve et aliis villis int^rmediis versus Quideligheburch 
et a sepedicto rivo sunt fratribus de Quideligburch deputati et a dicto 
rivo tacti loci. In signum autem predicti consensus uterque priorum 
predictorum fratrum mecum sigillum suum presentibus apposuit 

Datum in Porta Celi, anno domini M^CC^XC^VIl*», quarto nonas 
lulii. 

Urschr, auf Fergament Wem, mit eticas heschadigten Sicgeln; vgl. Taf, I, 
Nr. Ui, 9und 13. 



1297. November IL 37. 

Die Gebriider JoJiann und Dietrich vofi Uasserode imlligen in die 
von ihrem Vater Anno den Brildem zur Himmelpforte getnacht^ 
Sch^ikung einer Uufe Landes zu Athensfedt, 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. lohannes miles et 
Theodericus fratres dicti de Hartesrode universis, ad quos presens 
scriptum pervenerit, salutem in domino sempiternam. Quia eum tem- 
poris instabilitate temporales quoque defluunt actiones, expedit omnino 
eas testium voce et litterarum testimonio roborari. Eapropter noverint 
universi tam tutnri quam modemi temporis christiani, quod paternoster 
dominus Anno, similiter^ dictus de Hartisrode, mansum nnum situm in 
campo Atenstede, quem adomino Vulrado^ Halberstadensi episcopo iure 
feodali tenuerat, ex consensu et arbitrio nostro heredumque suorum con- 
tulit fratribus de Porta Celi ob salutem et remedium anime sue uxoris- 
que sue, videlicet matris nostre, suorum similiter et parentum. Ut 
autem talis coUatio rata et a posteris nostris inviolabilis perseveret, 
presentem litteram testimonialem inde conscriptam sigilli nostri appen- 



122 Angiistincr Einsit^dlcrklostcr Hiraraolpforten. 

sioDe in robar validum stnduimns perhennare. Huius eollationis testes 
sunt, quorum nomina subsecuntnr: dominus Hinricus patruus noster, 
sacerdos et scolasticus ecclesie sancte Marie virginis in Halberstat, do- 
minus Theodericus similiter patruus noster, dominus lohannes et domi- 
nus Hermannus dicti de Dingelstede, dominus Helraoldus commorans 
Wernigrode, milites; Hildebrandus dictus de Stengrove, et quam plures 
ain fide digni. 

Datum anno domini M^^CC^XC^VH**, in festo sancti Martini, episcopi 
gloriosi. 

Urschr. im kgl. Staaisarch, zu Magd. Siegel nicht mehr vorhanden. 

1) Hinter similiter steht in d. Urschr. noch durcJistrichen: eciam. — 2)Hdschr.: 
Wh-ado. 



1398. MSrz 21. 38. 

Margarete (von Plesse), Aehtlssin zu DrHheck, belcennt, dass der 
Khsterlitone Johann vmi Mulbeke neun ihm vofn Khster verlictime 
Morgen overlant su Mxdheke (Miilmke), die er den 3 Tochtern 
seines Schwagers, des Driihecker lAtonen Gerhodo, zu lebensldnglicher 
Nuizniessung verkauft hat, in Gegentvart des Johannes, jetzt 
Augustinerbrud^s (nunc ordinis sancti Augustini), zur Zeit des 
Verkaufs aber Propsts zu Driibeck, resignirt Jiat. 

In cuius facti testimonium litteras presentes super hoc erogavimus 
sigilli nostri munimine nec non fratris H. dicti de Mulbeke, prioris 
fratrum ordinis sancti Augustini in Porta Celi, roboratas in testimonium 
veritatis. 

Datum anno domini M^CC^XCVHP, in festo sancti patris nostri 
Benedicti abbatis. 

Vgl DrHbecker Urkdb. Nr. 37, S. 36 — 38, 



1301. Jull 25. , 39. 

Der Bitter Johann und der Knappe DietricJi von Hasserode Ge- 
brUder nelimen das Khster RimmelpfoHen in ihren Schutz und 
verstatten demselben die freie Nutzung ihrer Waldungen, Fdder 
und Weiden. 

Universis presens scriptum visuris lohannes miles et Theodericus 
servus, frater eins, dicti de Hartesrade, felicitatis incrementum. Ad 
noticiam fidelium singulorum cupimus pervenire, nos ob reverenciam 
dei ac matris eius, Virginis gloriose, recepisse hilari voluntate fratres 
Porte Celi ad nostram sollicitudinem, ipsos in omnibus quibus possu> 
mus protegendo, eisdem fratribus concedentes divino intuitu plenum 
usum ac liberum nemorum, camporum ac pascuorum eo titnlo ac usu, 
qao fratres prenarrati patrui nostri ac aliorum antecessoinim nostrorum 
tempore utebantur. In cuius donacionis testimonium presentem cartulam 



Nr. 38-41. a. 1298 -l:W. 128 

sigUIi mei munimiDe, cum frater meus sigillo careat, decrevimus 
roborare. 

Datum anuo domini M^CCC^P, VIII® kalendas Augusti. 

Abschrift des 15. Jafirh. auf selvr festem Papier im Stadtarchiv zu Wem. 



1306. 'September 15. Halberstadt. 40. 

Alhedit, Bisdwf vm Ralberstadt, gestattet den Aiigiistiner Ein- 
siedlern, innerhulb seines Sprengels von jedem Erzbischof odcr 
Bisclwf geistliche Weihen zu empfangen. 

Albertus dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus in Christo 
dilectis et devotis . . prioribus et fratribus beremitis universis ordinis 
sancti Augustini pcr Halberstadensem dyocesin constitutis salntem in 
Virginis filio. Licet in locis plerisque fratres vestri ordinis tanquam 
a suis prelatis et superioribus approbatos moris sit solere recipi ad 
sacros ordines et admitti, tamen, ne cum propter causam legittimam ab 
extraneo episcopo sacros ordines recepturi patiamini repulsam, quam 
fratres quidam vestri ordinis aliquotiens sunt perpessi, vobis et vestrum 
euilibet indulgemus, ut a quocunque archiepiscopo seu episcopo gratiam 
sedis apostolice et execucionem sui ofBcii habente quoslibet sacros 
ordines recipere valeatis. 

Datum Halberstat, anno domini M«CCC^VI% XV1I« kalendas 
Octobris. 

Urschr. Wern. Das Siegel ist nicht mehr' vorhanden. Voti ausserhaJb die 
Aufschrift von aUer Hand: Ista est littera exceptum, quod ab omni episcopo catho- 
lico possumus ordinari. 



1307. April 1. 41. 

Sigfrid, Bischof von Hildesheim, transsumirt eine BuUe des 
Papstes Bonifacitcs VIII., geg. im Lateran 21. Januar 1302, wo- 
rin dersdhe den gesammten Augustiner Einsiedlerorden alsEigen- 
thum des heiligen Pdrus aufnimmt und densdben mit aUen seinen 
Kirchen und Giltern von jeder Gerichtsbarkeit befreit. 

Nos Sifridus dei gratia Hildensemensis ecclesie episcopus publice 
presentibus protestamur, quod litteras sanctissimi in Christo patris 
domini Bonifacii pape octavi sub vera bulla plumbea, filo serico in- 
tegro, non cancellatas, non aboiitas nec in aliqua sui parte viciatas 
continencie vidimus infrascripte : 

Bonifacius episcopus servais servorum dei dilectis filiis priori 
generali et universis prioribus et fratribus ordinis heremitarum 
sancti Augustini tam presentibus quam futuris religiosam vitam 
professis salutem et apostolicam benedictionem. Sacer ordo vester 
in agro dominico divina dispositione plantatus apostolicis graciis 
digne meretur attolli; cuius professores mundanis a se relegatis 




124 Angustincr Einsiedlcrklostcr Ilimraelpforfcn. 

illecebris celestium contemplationi vacantes insistnnt iugiter pro- 
fectibus animarum. Nos autem ad dictum ordinem, quem in statu 
firmo, solido ac stabili decrevimus et volumus permanere, aposto- 
lice considerationis intuitum dirigentes, ad ea libenter intendimuSy 
per que professores iam dicti nullum inteme pacis paciantur ex- 
cidium nuUumque religiosi status peiierant detrimentum^ sed eo 
devotius divino cultui ac salutis insistant operibus, quo quietior 
status fuerit eorundem ipsique ampliori fuerint libcrtate dotati. 
Eapropter, dilecti in domino filii, devotionis vestre precibus favora- 
biliter annuentes, vos et predictum ordinem, personas et ecclesias, 
oratoria, domos, res alias et loca vestra ac spectancia ad eadem, 
quibus inhabitatis ad presens vel inhabitabitis in ftiturum, cum 
omnibus iuribus ac pertinenciis suis et personis degentibus in 
eisdem in ius et proprietatem beati Petri et apostolice sedis assu- 
mimus, illaque a cuiuscunque dyocesani et cuiuslibet alterius po- 
testate, iurisdictione et dominio omnimode in perpetuum prorsos 
eximimus de gracia speciali, decernentes exnunc, vos et ordinem 
vestrum ac personas, ecclesias, oratoria, domos et loca prefata ac 
pertinencia ad eadem soli Romano pontifici et dicte sedi tam in 
spiritualibus quam in temporalibus abscfue ullo medio subiacere, 
ita quod nec locorum ordinarii nec alia quevis persona ecclesia- 
stica in vos et ordinem, personas, ecclesias, oratoria, domos et 
loca predicta, utpote prorsus exempta, possint excommunicationis, 
suspensionis aut interdicti promulgare sentencias, vel alias po- 
testatem seu iurisdictionem aliquam exercere. Quodsi forsan 
quicquam in contrarium a quoqnam fuerit attemptatum, illud om- 
nino sit irritum et inane. Nulli ergo omnino hominum liceat 
hanc paginam nostre assumptionis , exemptionis et constitutionis 
infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc 
attemptare presumpserit, indignationem omnipotentis dei et bea- 
torum Petri et Pauli, apostolorum eius, se noverit incursurum. 

Datum Laterani, Xn kalendas Februarii, pontificatus nostri 
anno octavo. 

In cuius quidem visionis evidens testimonium sigillum nostrum 
presentibus est appensum. 

Anno domini M®CCC® septimo, kalendis Aprilis. 

Urschr. Wem. Das Siegel ist c^gerissen tmd nicht tnekr vorhanden, Die 
BuUe gedr. bei Empoii bullar. ord. erem. 8. Aug., aber mit pont. nostri anno 
quarto (21, Jan, 1298). 



Nr. 42. 43. a. 1309—1312. 



125 



1309. October 6. 42. 

Das Kloster Himmelpf(yrtm stdlt ein BeJcenntniss ilber die Feier 
eines von deni Eitter Johami von Uasserode mit seinem Bruder, 
dem Knappen Anno, bei ihnen gcstiftet<.m Scelgeddchtnisses aus. 

Strennuo militi domino lohanui de Hartesrode et fratri suo Annoni 
famulo una cum Konegunde predicti domini lohannis uxore, quos non 
solum natalium dignitas exaltat, sed magis proprie industrie gloria 
recommendat, nos fratres Hinricus prior totusque conventus fratrum 
heremitarum in Porta Celi omnium agendorum profectum cum gaudio 
beatorum. Cum testante sacro eloquio proficiendum sit de virtute in 
virtntem, ut sic tandem deus videri possit in eterna claritate, eapropter 
volentes vestro profectui et saluti, immo omnium animarum parentum 
et heredum vestrorum et quorum usi vel adiuti estis rerum participio 
nberius providere, obligamus nos et nostros successores ob reverenciam 
omnipotentis dei et gioriose virginis Marie, et in sublevamen pecca- 
torum vestrorum ad unam missam singulis diebus apud nos ad altare 
sancti Andree de beata Virgine, nisi racione festi aliud oceurrat, in 
perpetuum celebrandam. Preterea omnium karitati innotescat, quod 
ipsi predicti dao fratres, scilicet lohannes miles et Anno, non imme- 
mores sue salutis fuere, sed speciali devotione moti tanquam in recom- 
pensam nobis viginti sex maldera tritici duobus annis recipienda as- 
signarunt, illa tamen conditione adiecta, si unus eorum fuerit morte 
preventus, alter ipsorum ad totalem satisfactionem penitus astringatur. 
In cuius obligationis et assignationis evidenciam nostra sigilla, loannis 
scilicet predicti militis, fratris H(einrici) prioris et conventus Porte Celi 
iu Hartesrode sunt appensa. 

Anno domini M^CCC°IX<>, in octava sancti Michahelis. 

Urschr. im kgl. Staatsarch. zu Magd. mit fragmentar. Siegeln Johanns v. H. 
und des Priors, vergl Taf. I, Nr. 9 und 10 und t. XII, Nr. 85. 

Von ausserhalb ist von alter Handschrift hemerkt: 

Hec littera non videtiir obligatoria. Non enim est rationabile , tantilla ele- 
mosina ad tam (!) tanta obligari sufhragia, cum secundum iura volens aliqnem obli- 
gare ad missam, debeat eum de necessario victu providere. Ad cautclam tamen 
superhabundantem missa iam est translata ad maius altare et cottidie celebratur, 
et eius misse participes facti sunt fmidatores illius misse secundum distribucionem 
dive Marie. 






1312. April 13. Vlenne. 43. 

Papst Clemens heauftragt, auf die Klagen des Klostcrs Himmcl- 
pforten gegen den Truchsess Johann von Alvc7isleben , die Eitter 
Johann und Kanrad von Eomsleben und AJbrecht Ilittenluden 
wegen Vergeivaltigung des Briiders Degenhard den Dechanten der 
Marienkirche m Etfurt mit de)- Unterstichung dieser Ange- 
legenheit 



126 AugiistincT Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

ClemeDs episcopas, servus sei-vorum dei, dilecto filio . . decano 
ecclesie sancte Marie in Herfordia, Maguntinensis diocesis, salutem et 
apostolicam benedictionem. Conquesti sunt nobis . . prior et fratres 
domus ordinis beremitarum sancti Augustini de Porta Celi, Albersta- 
densis diocesis, quod lobannes dapifer de Almelsleve(!) et lobannes et 
Conradus^ dicti de Romessleve milites et Albertus dictus Mittenluden, 
laicus dicte diocesis, associatis sibi quibusdam eorum in hac parte 
complicibus non sine mannum iniectione in Degenardum, fratrem eius- 
dem domus, dicti ordinis, dei amore postposito temereviolenta(!) ipsum 
fratrem Degenardum ausu sacrilego capere et ad castrum de Hein- 
ritsigrode secum adducere ac eum quibusdam equis, pannis laneis 
et rebns aliis ad dictam domum spectantibus spoliare eciam presum- 
pserunt in ipsorum prioris et iratrum preiudicium et gravamen. Cnm 
autem dicti prior et fratres, sicut asserunt, dictorum militum et laici 
potentiam merito perhorrescentes eos infra civitatem et diocesin Aiber- 
stadensem nequeant convenire secure, discretioni tue per apostolica 
scripta mandamus, quatinus, si de buiusmodi manuum iniectione et 
captione tibi constiterit, dictos sacrilcgos tnmdiu appellatione remota 
excommunieatos publice nuncies et facias ab omnibus artius evitari, 
donec super hiis satisfecerint competenter, et cnm tuarum testimonio 
litterarum ad sedem venerint apostolicam absolvendi. 8uper aliis 
andias causam et appellatione remota debito fine decidas, faciens quod 
decreveris per censuram ecclesiasticam firmiter observari. Testes autem 
qui fuerint nominati, si se gracia odio vel timore subtraxerint, censura 
simili appellatione cessante compellas veritati testimoninm perhibere. 

Datum Vienne, idns Aprilis, pontificatus nostri anno septimo. 

N. deTra(?). 

Von ausserhalb: lohannes de Lupico. 

Urschr. M^ern. BvXle abfferissen utid nicJU mehr rorhanden* Die Gebrilder 
V. Bomsleben ld)ten zu Anf. des 14. Jahrh. Ein Iruchsess Johann v. A, erscheint 
V. 1272— 1303, sein gleichnamiger Solm in jetier Wiirde 1317 und 1339 bei r. Miilrer- 
stedt, Urkundetib. zur Geschichte d. Geschl. r. Alvetisleben, Vgl. daa. Bd. II, 8.470, 

1) 8o 8t. Conrardus. 

1317. MSrz 13. 44. 

Das Jungfrauenkloster Driibech verkauft dm Augustinem zur 
Himmdpforie (religiosis viris fratri Augustino priori totiqne con- 
ventui fratrum heremitarum ordinis sancti Augustini in Porta 
Celi) fur 17 Mark reinen und 6 Mark gemeinen Silbers seine 
Ldnderei das Meinhdt genannt unterhdlb Merklingerode und 
VUenrode^ (AUenrode), 

Acta sunt hec et data anno domini M*»CCC*»XVII^, III» idus Marcii. 

Gedruckt: DrObecker Urkundenbuch Nr.60, 8.52. 

1) Die Abschr. Ukenrode. 



Nr. 41 45, a. 1^17. 127 

1317. April IS. Avignon. 45. 

Pupst lohann XXIL hrauflragt die Erzhisvlwfc rm JUaine, Kcin 
und Magdeburg, die Augtistiner Einsirdler der Sfifls- und Pfarr- 
geisilichkeit gegeniiher in ihrer Freiheit zu predigm und Beiehfr 
zu horm, in der Pravinz Thnringm und Sachsm zu sdiiitzm. 

lohannes || episcopus, servus servorum dei, venerabilibus fratribns 
Maguntinensi, Coloniensi et Magdebnrgensi arcbiepiscopis salutem et 
apostolicam benedictionem. Etsi quibuslibet religiosis personis et 
locis ex iniuncto nobis servitutis oifieio assistere defensionis presidio 
teneamur^ illis tamen specialius et eilicacius adesse nos convenit, qui 
sedi apostolice inmediate subiecti non habent preter Romanum ponti- 
ficem alium defensorem. Cum itaque ex parte dilectornm iiliorum 
prioris generalis et fratrum ordinis heremitarum sancti Augustini 
fuerit propositum coram nobis, quod ipsi a nonnuilis super predica- 
cionibus libere ab eisdem fratribus faciendis et audiendis confessioni- 
bus eis peccata sua volencium confiteri et aliis iuribus et libertatibus 
ipsis ab apostolica sede concessis a prelatis, rectoribus et clero, aliis 
pei-sonis contra indulta privilegiorum dicte sedis eis ab eadem sede 
concessorum multipliciter molestcntur et gravamina ipsis multiplicia 
interantur, nos volentes eis super hoc de optimo remedio providere, 
fratemitati vestre per apostolica scripta mandamus, quatenus vos vel 
duo aut unus vestrum per vos vel per alium seu alios fratribus dicti 
ordinis provincie Thuringie et Saxonie efficaci presidio defensionis 
assistentes non permittatis, eos contra tenorem privilegiorum ipsorum 
a predictis vel aliis quibuscunque molestari nec eis aliqua gravamina 
vel iniurias irrogari, facientes ipsis tratribus de illatis eis iniuriis, 
molestacionibus et gravaminibus contra tenorera eundem, in illis 
videlicet, que iudicialem requirunt indaginem, per viam iudicii, in 
aliis vero pront qnalitas ipsorum exegerit insticie complementum , ita 
quod oflficium, potestas et iurisdictio vestra ex nunc perpetuata cen- 
seantur, molestatores et iniuriatores huiusmodi necnon contradictores ct 
rebelles quandocumque quociescumque expedierit, per censuram ecclesia- 
sticam appellacione postposita compescendo, non obstante tam^ de 
duabus dietis in concilio generali, quondam felicis recordacionis Boni- 
facii pape octavi, predecessoris nostri, quarum prima cavetur, ne quis 
certis cxceptis casibus extra suam civitatem et diocesin, secunda vero, 
ne reus alterius diocesis ultra unam dietam a finibus eiusdem diocesis 
ad iudicium evocetur, et aliis quibuscumque constitucionibus ab eisdem 
predecessoribus nostris tam de iudicibus delegatis quam conservatoribus 
et aliis edictis, que nostre possent in hac parte iurisdictioni aut 
potestati eiusque libero exercicio quomodolibet obviare, seu si aliquibus 
a sede apostolica sit indultum, quod excommunicari, suspendi vel inter- 
dici non possint per litteras apostolicas non facientes pUnam et ex- 
pressam ac de verbo ad verbum de indulto huiusmodi mentionem et 



128 Aiigustiner Einsiecllerklo^ter Himmelpforten. 

et quibuslibet aliis indulgentiis, privilegiis et litteris apostolicis qui- 
buscumque et in quacumque forma verborum concessis, per que pre- 
sentibus non expressa vel totaliter non inserta dicte iurlsdictioni sive 
potestatis explicacio possit quomodolibet impediri et de quibus quornm- 
cumque totis tcnoribus de verbo ad verbum oporteat in nostris litteris 
fieri mentionem. 

Datum Avinione decima quarta kalendas Maii, pontificatus nostri 
anno primo. 

Wern, Im Iratissumjyt Erzh. AdoJfs r. Mainz v. 30. Mdrz 1462, desgl, Johanns 
V. Magdeburg v. 6. Aug, 1466; rgl. weiter unteti, ^md Empoli btdlar. ord. erem. 
8. Aug. p. 1941, dort: Massano, Arretino et Scneiisi episcopis. 

1) So! hier hat das Transsumpt eine Liicke; etxca : tamen constitutionibus de d. d. 



1318. Juni 9. Halberstadt. 46. 

Bischof Albrecht von Halberstadt hestatigt den Attgtistiner-Einsiedlem 
seiner Diocese die pdpstUchen tind andern Indulgenzen und Frei- 
heiten, hestimmt, dass im Relmstddter Khster 14, in Ilimmelpfort^, 
Quedliylhurg und Sangerhausen je 12 Personen sein sollen, gestaUet 
dem Magdebiirger Kloster 3 Terminarien in der Ilalberstddter 
Diikese und geicahrt den G()nnem derselhen 40 Tage Ahlass,\ 
Albertus Dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus religiosis 
viris prioribus ceterisqne fratribus heremitarum ordinis s. Augustini 
nostre dyocesis presentibus {| et futuris salutem in domino. Universalis 
ecclesiastice vinee dominus lesus Christus in vinea s. sue ecclesie 
cultores veros sua sapientia infinita vos ordinavit, qui pompis seculi 
abrenuntiantes spectaculum mundo facti estis, eius vineam colentes 
iugi famulatu. eapropter, dilectissimi, ex pastoralis officii sollicitudine, 
cuius dignitatem licet immeriti gerimus, vos speciaiiter amplectimur 
brachiis eterne karitatis, annuentes plis vestris desideriis et petitionibus 
nuper nobis porrectis, omnes gratias sedis apostolice, libertates, privi- 
legia ac omnia, que sub bulla vera ct inconvulsa demonstrare potestis, 
indulgentias quoque predicte sedis ac alias, quas a dominis archi- 
episcopis ct episcopis vos habere certis ac veris instrumentis ostendere 
poteritis, gratiam insuper predicationis et confessionis , qua suffulti 
estis copiosius secundum formam privilegii domini Bonifacii pape 
octavi, sic dicentis: „Tibi, fili . . prior generalis, per te, vobis vero, 
provinciales priorcs, in provincialibus vestris capitulis cum diffinitoribus 
ipsorum capitulorum fratribus eiusdem vestri ordinis sacerdotibus in 
sacra pagina eruditis examinatis et approbatis a vobis predicationis 
et tam ipsis quam aliis fratribus dicti ordinis ad id ydoneis audiendi 
confessiones, absolvendi confitentes, iniungendi eis peuitentias salutares, 
oificia auctoritate apostolica committcndi, eisdem quoque fratribus, 
quibus dicta officia per vos taliter commissa fuerint, quod illa libere 
valeant exercere, plenam tenore presentium damus et concedimus 
focultatem, districtius inhibcntes, ne quis fratres ipsius ordinis, quibus 






Nr. 46. 47. a. 1:^18. 



129 



dicta officia taliter eommittenda duxcritis, iii executione officiorum ipso- 
rum audeat quomodolibet iupedire^^ presentibus confirmamus et quia ad 
exequefldum huiusmodi officia iiobis personas per diffinitores vestrorum 
capitulorum provincialium presentastis examinatas et approbatas, cer- 
tura numerum singulis conventibus deputantes, nos ipsos fratres per 
totam nostram dyocesin benigno et gratioso iavore admittimus in nostri 
oneris sublevamen, acceptantes pro conventu Helmstadensi xiiij sacer- 
dotes ad predicandum et confessiones audicndum, pro conventu Porte Oeli 
xij, pro conventu Quidelingenburgensi totidem et totidem pro conventu in 
Sangerhusiu, tres vero terminarios cum suis sociis de conventu Magde- 
burgensi in suis terminis, Stendal scilicet, Prato et Merica: quos quidem 
fratres ab omnibus prelatis cuiuscunque conditiouis existant^ abbatibus 
scilicet, prioribus, prepositis, decanis, archidyaconis, archipresbyteris, ple- 
banis, viceplebanis capellarumque rectoribus per nostram dyocesin con- 
stitutis, quibus presentes littere fuerint exhibite, in premissis actibus 
puta confessionis et predicationis sine omni contradictione seu cuius- 
cunqne coustitutionis in contrarium allegatione admitti et promoveri 
seriosius volumus et mandamus, presertim de gratia speciali adicicntes, 
ut omnibus gratiis, libertatibus et privilegiis a nostris prcdecessoribus 
vobis concessis uti possitis, prout uti hactenus consuevistis. Preterea 
omuibus loca vestra causa devotionis visitantibus manumquc adiutrieem 
sive in locis sive alibi vobis porrigentibus cunctisque predicationem 
a fratribus, de quibus predictum est, audientibus quadraginta dies in- 
dulgentie singulis vicibus de iniuncta sibi peniteutia misericorditer in 
domino relaxamus. 

Datum Halberstat anno domini M^CCC** xviij», quinto ydus lunii, 
pontificatus nostri anno quartodecimo. 

K. St. Arch. zu Magdeb. s. r. Halb. E. H. — Skgel ab. Gedrwkt hei i\ Eiuth 
c. il. Qucdl. 381 uiid weniger gut bei liitdcl c. d. Braiid. I, 15. 07 nach Semmlers 
histcn-ischen Sammlungen Ileft II, 126 — 129. 



1318. Juli 7. Eiiiibeck. 47. 

Bas Alexandersstift zu Eimbech heschcinigt dcm Kloster Himmel' 
pforten den Empfang seines Aniheils von 15 Marfc Silhers von 
den 60 3IarJc, tvelche fiinf sachsische Augmtiner Einsiedler/closter 
deni Stifte als Entschddigung fiir deti durch die Griindung eines 
Klosters zu Eimhech ilim erwachsenden Nachtheil versprochm 
hatten. 

Universis presens scriptum visuris . . decanus totumque capitulura 
canonicorum sancti Alexandri in Embeke felicitatis incrementum et 
congnitionem subscriptorum. Tenore presentium publice protestamur, 
quod de sexaginta marcis^ quas religiosi viri fratres heremitarum ordi- 
nis sancti Augustini: conventus Magdeburgensis , Porte Celi, Quede- 
lingburgensis, Helmestadensis et Embecensis in restaurum dampni et 

Ge8clitcht8q.d.Pr Sm-liwn XV. 9 



130 Augustiner Einsiedlerkloster Himmclpforten. 

gravamiDam nobis et Dostris parrochiis ex claustri constructione ex 
omni parte inminentium, fratres Porte Celi solvemnt quindecim marcas 
et fratres Quedeiingborgenses decem marcas examinati argenti, sicut 
ipsis a prelatis suis fuerat iniunctum, ut ipsi asserebant. Hnic yero 
solutioni presentes fuerunt: dominus Grubo de Grubenhagen et Romol- 
dus monetarius quondam civitatis Embecensis. Quam pecuniam honora- 
biles viri dominus Ekebardus et dominus Bertoidus de Godenstede, 
canonici eiusdem ecclesie, nomine capituli receperunt. In cuius solu- 
tionis protestationem hanc litteram nostri capituli sigillo decrevimos 
communiri. 

Actum et datum in Embeke, anno domini M^^CCC^^XVIII^ in octava 
apostolorum Petri et Pauli. 

Urschr, Wem. Das an PergamenUtreifen angeJidngt (fewesene Sieffd ist nicht 
viehr vorhanden. 



1319. August 9. 48. 

Ber Bitter Hdmold vm Marldmgerode verkauft dem Kloster 
Ilimmelpforten fiir 18 Mark reinen Silbers eine Hufe und Hof- 
stdtte zu Heudeher. 

In noraine sancte et individue trinitatis amen. Ne temporaliter 
gesta simul cum transitu tcmporis evanescant, testibus et scripture 
memoria solent perbennari. Hinc est, quod nos Helmoldus miles nostri- 
que filii Herzo, lordanus, Zacharias, Theodericus et Conradus dicti de 
Merklingerodc presentibus publice protestamur, nos vendidisse viris 
religiosis priori et conventui fratrum heremitarum ordinis sancti 
Augustini in Porta Celi mansum unum in Hadebere situm cum area 
ibideni pro XVIII marcis argenti examinati libertatis et proprietatis 
l)Ieno iure ac tytulo transferentes in manus et potestatem eorundem, 
renuntiando omni iuri et proprietati, quami in predictis habebamus, 
obligantes nos et nostros heredes ad eximendum et iudempnes redden- 
dum ])rcdictorum priorem et conventum, si quis, quod absit, titulnm 
proprietatis seu alias condiciones predictorum mansi et curie infra 
tenipus prescriptionis ipsis a iure conmiuni deputatum presumeret 
ini)ugnare aut molestando dampnificare occasione eorundem. lu cuius 
quideni venditionis, renuntiationis et obligationis munimentum nostrum 
sigillum, patris videlicet vice omnium, presentibus duximus apponen- 
dum. Predictorum omnium et singulorum testes sunt^: dominus lohannes 
et dominus Anno de Harthesrode milites; Henricus et SiflFridus Rurik 
et >«ycolaus dc Ronstede, cives Ilalberstadenses. 

Acta sunt hcc anno M«CCC'^XIX«, V^ idus Augusti. 

Urschr. unfcr Michachteinsclicn UrhnuJrn im hei-::o(fl. Lamlcs-ITanptarchive ru 
WitlfvnhUttel mit dcm Siegcl Tlchnolds txyn Marklingeralc. Vgl. die Abb. Zeitschr. 
d, Harzvc^'. I (ISdS) uuf dcr zugelujrigen Siegcltafel. 

1) Urspnmgl. staml quod, tvas aher in ?( (quam) gcilmlert ist , wdhrend que 
hfitfc gcsrhriehcn icerdcn soJfcn. — 2) Vmi hier eine ande^c^ uhrigcns derselben 
Xrit ongrhorigc Jland und audcrc Dinic. 



Nr. 48. 49 a. 1819. 1B?0. 



181 



1320. Mail8. Himmelpforten. 49. 

Die Diffinitoren des ziir Himmelpfarte versammeUen Provinzial' 
capitds der Provinz Thtiringen-Sachsen, Augustiner Einsiedler- 
ordens, betimmen die Orte, an denen in den ndchstfolgenden sechzehn 
Jahren die sdchsisch-thiiringischen Provinzialcapitel des Ordens 
abgehalten werden sollen. 

Nos frater Heinricus, sacre theologie professor, vicarius reverendi 
patris fratris Alexandri, prioris generalis, et frater loannes, prior pro- 
vincialis, necnon fratres Heinricus, sacre thcologie baccalaureus, Her- 
mannus principalis lector in Magdeburg, loannes lector in Helmestede 
ac Heinricus lector in Erfordia, diffinitores capituli provincialis pro- 
vincie Thuringie et Saxonie, fratres eremite ordinis sancti Augustini 
in PortaCeli ceebrati, cupientes auferre opprobrium, quod exconventi- 
culis quasi annalibus imminet nostre provincie ex eo, quod alii religiosi 
nobis subsannantes dicunt, nos propter deiectum personarum et locorum 
nostra capitula provincialia in angulis et locis solitariis celebrare, vo- 
lentes etiam nihilominusi fervorem et zelum fratrum in augmento et 
congrua dispositione locorum per occasionem legittimam ardentius in- 
tiammare, ad honorem dei et ordinis ac devotionem fidelium iugiter 
ampliandam ex matura deliberatione et unanimi eonsensu presentis 
capituli ac omnium priorum locorum discretorum totius nostre provincie 
irrevocabiliter duximus ordinandum, ut deinceps nostra provincilia capi- 
tula iuxta formam infra scriptam in locis et conventibus inferius ex- 
primendis omni tempore regulariter celcbrentur; volentes, ut proximum 
capitulum sequens celebretur in Magdeburg, secundum in Monrestadt, 
tertium in Lippia, quartum in Stargardia, quintum in Erfordia, sextum 
in Helmestadt, septimum in Osenbrugg, octavum in Herbipoli, nonum 
in Eschenewege, decimum in Konig(8)berg, undecimum in Quedelburg, 
dnodecimum in Herbordia, tertium decimum in Gotha, quartum decimum 
in Northusen, quintum decimum in Grimmis, sextum decimum in Em- 
beke. In omnibus autem locis predictis non excedatur numerus centum 
fratrum, exceptis conventualibus, nisi alicui conventui ad ipsius instan- 
tiam per provincialem et diffinitores precedentis capituli maior nume- 
rus concedatur^, exceptis quatuor conventibus infra scriptis, videlicet 
Magdeburgensi, Eifordensi, Herbipoiensi et Osnabrugensi , in quorum 
quolibet preter conventuales sutticiant ducenti patres. In quorum 
omnium perpetuum robur et testimonium sigilla nostre provincie, vicarii 
provinciaiis, diffinitorum predictorum et omnium priorum de provincia 
presentibus duximus apponenda. 

Actum et datum in nostro capitulo provinciali in festo pentecostcs, 
anno domini M"CCC"XX« in Porta Celi celebrati. 

Nach dem Cop, 162, Bl. 262^ im kdnigl Staatsarchiv zu Magddmrg. 

1) Die Varlage luit hier noch, jedenfalls irrthiimlich, cum. — 2) Vorlage: 
excedator. 



1:^2 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

1324. OctoberSl. 50. 

Friedrich und Konrad, Grnfen zu Wemigerode, verkaufen deni 
Klosier Himmelpforten fiinf Hufen, ewen Hof und 5*/2 3Iorgen 
Wiesemcachs su MarMingerode, 

Iii II nomine sancte et individue trinitatis anien. Nos Fredericus et 
Conradus dei gratia comites in Werningrode universis tam presentibus 
quam futuris rei geste notitiam cum memoria subscriptorum. Quia que 
geruntur in tempore, simul cum tempore dilabuntur, si non voce testium 
aut litterarum testimonio muniantur, proinde, ut ea que a nobis gesta sunt 
robur valeant optinere, singulorum notitie presentibus declaramus, nos 
ex consensu et arbitrio nostrorum heredum omnium unanimi quinque 
mansoR, unam curiam et quinque iugera cum dimidio graminum seu 
in pratis, sitos in campis et vilia Marcklingrode , cum omnibus per- 
tinentiis intra vei extra septa eiusdem ville in campis, paseuis vel in 
pratis quondam per dominum Tiiydericum dictum de Marcklingrode 
militem, necnon per fratrem suum Bartoldum bone memorie possessos, 
cum libertate, proprietate, usufructu et dominio absque omni inpe- 
ticione iurisdictionis cuiuscunque priori et conventui fratrum heremitaruni 
ordinis sancti Augustini in Porta (.^eli pro nonagintai sex marcis et 
uno fertone argcnti examinati Halberstadensis ponderis liberos vendi- 
disse. Quam pccuniam iam dicti fratres secundum internos condictum 
terminum statutis temporibus nobis integraliter persolverunt ; quam ob 
rem ius, proprietatem , possessionem et domiuium et quecunque nobis 
aut nostris heredibus intuitu dictorum mansorum seu spectancium ad 
eosdem deberent aut possent in posterum suflfragari, nos ac nostri 
heredes resignantes et transferentes, damus et donamus eosdem mansos, 
curiam, iugera sive prata cum omnibus pertinenciis in campis, pascuis 
vel in pratis intra vel extra villam prenarratam supradictis fratribus 
in Porta Celi cum omni iure, proprietate, usufructu et dominio in per- 
petuum iusto possessionis et donationis titulo libere possidendos ea 
libertate, proprietate et iurismodo, quo velqua a nobis cum attenentiis(!) 
prefatis iamdudum iusto titulo libere sunt possessi, ita ut in ipsis 
mansis cum pertinentiis secundum formam debitam resiguatis nostri 
heredes vel quicunque alii non possint nec debeant sibi quidquam 
iurisdictionis, proprietatis , potestatis aut dominii quomodolibet usur- 
pare; volentes et addentes, ut dicti fratres uti possint libere pascuis tam 
nemorum quam camporum, quibus homines ville prefate uti consue- 
verunt; promittentes insuper fratribus prclibatis una simul cum nostris 
heredibus veram et legithnam warandiam, quandocumque et quociens- 
cumque necesse habuerint vel a nobis curaverint postulare. Ne igitur 
huic venditioni, resignationi, translationi et donationi libere quidquam 
a quoquam nostroium hcredum aut ab aliis quibuscumque in contrarium 
possit aut valeat attemptari, presentem paginam inde conscriptam in 
robur certissimum sigillis nostris sepedictis fratribus dedimus perhenna- 
tam. Testes autem venditionis, resignationis, translationis et donationis 



Nr. 50. 51. a. 1824. 183 

sapradicte suiit: dominus loliain.cs, dominus Anno dc Hartsrodc, 
dominns lohannes de Langhelen, dominus Petrus de Czemmcustede, 
dominus Aschwinus de Minsleve, dominus Conradus de Querenbckc, 
milites; dominus Dudo decanus, dominus Thydericus Helwici, dominus 
Henricus dictus Keghil, dominus Weriierus, canonici in Wemingrode; 
lohannes Man, advocatus eiusdem civitatis, Hyldebrandus de Dengte, 
Albertus Parvus, lordanus Monetarius et frater suus Henricus, cives, 
et quam plures alii fide digni. 

Actum et datum anno domini M^CCC^^XXini'', in vigilia Omnium 
sanctorum. 

Urschr. auf Perpanient im kgl. SfaatsarcJiir zu Maifdebtirrf. Die an griinen 
WoUenschnuren angehdngt geicesetien Siegel sitid nicht mehr rorhanden. 

1) Das Wort ist fast ganz ahgerieben. 



1324. October 31. 51. 

Albrecht und Walter, (wrafen zti Wemigerixie, wUligen in die ron 
ihrem Bruder Konrad gesrhehene vorstehende Ud)erweisting von 
Gutem zu Marklingerode an das Kloster Ilimmelpforten und 
leisten ihrerseits auf ihre liechte an Jhifen, Ilof und Wie^en 
Verzicht. 
Albertus et Walterus, dei gratia comites de Werningrode, uni- 
versis tam presentibus quam futuris gaudium perpetuum cum salute. 
Quia propter humane fragilitatis labilem memoriam ea que geruntur 
in terapore, simul cum tempore dilabuntur, proindc ad cautelam fu- 
turorum rem gestam declaraie decrevimusnoticiesingulorum, Conraduin 
comitem in Wemingrode, fratrem nostrum, quinciue mausos segibiles, unam 
cnriara et quinque iugera cum dimidio graminum seu in pratis quondam 
domini Thyderici de Marckolinghcrode militis suique fratris Bartoldi, 
sitos in campis et villa in eadem cum omnibus pertinenciis ad eosdem 
in campis, pascuis vel in pratis cum plena libertate, proprietate, iuris- 
dictione et dominio h*atril)us heremitarum ordinis sancti Augustini in 
Porta Celi iusto possessionis tytulo perpetuo possidendos libere vendi- 
disse. Quam vendicionem et translationem gratam ct ratam habentes, 
itaut, si quid iurisdictionis, proprietatis aut dominii habemus in mansis 
cum attenenciisd) prenarratis aut habere possemus tempore succedente, 
exnunc prout extunc renunciamus et resignamus per presentes, prefatos 
fratres ea libertate ct iuiisdictione dotantes in bonis prelibatis, qua 
litteris et testibus sunt a prefato fratre nostro predotati. In cuius re- 
nunctiationis et resignationis et venditionis evidens testimonium pre- 
sentem conscriptam paginam prehabitis fratribus in Porta Celi sigillis 
nostris dedimus insignitam. 

Actum et datum anno domini M 'CCC^XXIIIP» , in vigilia Omnium 
sanctoram. 

JJrnchr. im kgl. Stautmrdi. zu Magddturg. Die an Pergamentstreifen angeMngt 
gewesenen Siegel sind nicht mehr vm-Juinden, 



184 Augustiner Eiiwiedlcrklostcr Himmclpfortcn. 

1324. November 14. 52. 

Johannes, Bischof von Koron, iibereignet dem Kloster Himmelr 
pforten 2 Ilufen tmd einige Aecker m Marklingerode, die er von 
den Grafen zii Wemigerode gekauft h^t, mit der Besiimmung, 
dass ihm davon zeitlebens 3 Scheffel Weizen jahrlich gereicht werden, 
iiach seinem Tode diese Gillte aher in ndher pestimmter Weise 
afideriveitig zur Vertheilung kommen soll. 

Id nomine sancte et individue trinitatis amen. Nos frater lohannes, 
dei gratia Coron(iacen8is) episcopus, attendentes iliud propheticum: 
Beatus qui intelligit super egenum et panperem, quia in die mala 
liberabit eum dominns! Igitur quia fratres ordinis heremitarum sancti 
Augustini in Porta Celi extra homines in nemore domino servientes 
rainus de fidelium eleemosynis percipiunt, quami inter homines con- 
versantes, divine remunerationis intuitu et ut pro nostris et nostromm 
progenitorum et amicorum omnium tam vivorum quam detunctorum 
neglienciis divinum iudicem interpellent, emimus^ eis in territorio vilie 
Marklingenrode a nobilibus dominis Friderico et Conrado, comitibus in 
Wernigerode, duos mansos et alios quosdam agros pro XLVImarciset 
pro IX lothonibus^ cum dimidio argenti Stendalgensis, de quibus dabunt 
nobis singulis annis vite nostre tres choros tritici in festo sancti 
Michaelis et post nostrum decessum nepotibus nostris fratribus illos 
divident eodem tempore et modo infrascripto. Fratri lohanni de 
Bokenen seniori - dabunt diraidium chorum et fratri Henrico iuniori 
tantundem ac fratri Henrico iuniori tantum et fratri Bertoldo tantum, 
fratri vero Henrico lagico (!)* unum chorum, et post decessum singu- 
lorum sua portio ad conventum perveniat. Si tamen premissorumS 
aliquis raorte preveniret decessum nostrura, nihilominus tres integri 
chori dabuntur sicut prius. Preterea si administratio predicte annone 
quocunque modo per ordinem vel personarum (?) in ordine impediretur 
et non daretur fratribus antedictis eorum portio, ad proximos suos 
nepotes pertineat pleno iure, excepto apostasie lapsu, quia taliter 
labentium conventus recipiat partem, donec revertatur, et ea que 
tempore recessus conventus recepit, in reversione integra det rever- 
tenti; et si quidam eorum infirmitate defecerint sansuvium (?), inter 
illos et discretiorum talibus (?) de suis portionibus providebitur. Post- 
quam autem omnis carnis debitum persolverint, conventus tollet omnes 
tres choros et quater in anno solum^ pro nostris et salute^ nostre 
anime et nostrorum amicorura raeraoria in privato peragatur et qfiiater 
in anno fient pitancie^ omnibus in conventu. Ne autera huiusraodi 
observantie a raeraoria horainum dilabantur, in kaleudario pronunciantur 
et suo terapore conscribantur. Sub interrainatione vero raaledictionis 
eterne tam presentes fratres quam futuros obligamus et coniurando 
adstringimus, cuiuscunque status fuerint, ne predictos mansos vendant 
aut inpignorent aut permutent seu quovis raodo alienent. Quod si 



Nr. 52. 55. a. 1324 -im 185 

presmntam fiierit, et fundatoribus Porte Celi domiuo lolianui et do- 
mino Annoni militibus et heredibus eomm legitimis de Hartesrode 
pleno iure cedant mansi supradicti et ordo perpetno sit privatus. 1 1 
aatem omnia et singnla premissa debito robore mnniantur, nostrum 
sigillum cum sigillo provincie proce . . . .^ conventus Porte Celi et 
prioris presentibns dnximus apponendnm. 

Acta sunt hec anno domini M«*CCC<>XX"IV«, indictionis anno VII, 
aareo anno (!) XIIII et empactarum (!) VI, XVIII° kalendas De- 
cembris. 

Nach einer von der UrschHft ffenommenen nicht ffuten Abschrift Jac, Friedr. 
Beimmanns v. J, 1704 in seinen Arta publica HaUJcnitadcnsia I, 251, friiher im 
hann6veT9chen, jetzt im magdeburger SUiatmrchiv. Iiid. VII und (foUlene Zahl XllII 
toUrden auf das Jahr 1324 passen, aber die Epaktenzahl war XXIII. Das jp und 
ce der neuen Abschrift ist wieder in e umgesetzt. 

1) Bie Abschr. hat quod. — 2) Hdschr. eminus. — 8) Hdschr. lacotionibus. 
4) Hdschr. Lagico m. grossem Anfangsbxkclist. — h)So st. promissorum. — 6) Hdschr. 
solem. — 7) Hdschr, et cottidie. — 8) Hdschr, pietadae. — 9J procerum? 



1326. Februar 9. 53. 

Johannes, Bischof von Koron, transsumirt ein zu Aschaffen- 
burg am 27. Mai 1326 [?] gegebenes PrivHegium des Erzhischofs 
Matthias von Mainz, tcorin den Augustiner EinsiecUem gestattct 
wird, Beickte zu horm und zu absdviren. 

Frater lohannes, dei gratia Coroniacensis ecclesie episcopus, nni- 
versis presentes litteras inspectnris salutem in domino. Noverint 
nniversi, nos reverendi patris et domini domini Mathie, Mognntine sedis 
archiepiscopiy litteras inconcussas et incontaminatas vidisse has formas 
continentes: 

Mathias dei gratia sancte Maguntine sedis archiepiscopus, sacri 
inperii per Germaniam archicanceilarius , conservator et iudex 
privilegiorum , iurium et libertatum fratrum heremitarum ordinis 
sancti Augustini per provinciam Thuringie et Saxonie, universis 
prepositis, decanis, archipresbiterfs et ecclesiarum parrochialium 
rectoribus vel eorum vices gerentibus, ad quos littere presentes 
pervenerint, salutem et mandatis apostolicis * humiliter obedire. Veri- 
dica relatione ad nostrum devenit auditum, quod in preiudicium 
auctoritatis apostolice nonnulli ex vobis in parrochiis et ecclesiis 
suis pnblice predicant et denunciant seu alias pertinaciter asserunt, 
quod dicti fratres nullam penitus auctoritatem habeant audiendi 
confessiones fidelium et a peccatis confessis absolvendi eosdem, 
nisi confitentes suorum curatorum seu sacerdotum parrochialium 
super hoc requirant el obtineant primitus licenciam specialem. 
Omnes snos subditos eisdem fratribus aliter confitentes excommuni- 
cantes et excommunicatos denunciantes diebus dominicis, et quod 
plus est, suos subditos eisdem fratribus absque sua licentia con- 



136 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

fessoB privant ecclesiasticis sacramentis, nisi confessa fratribus 
sibi denuo confiteantur integraliter et in toto, tamquam predicto- 
rum fratrum absolutio irrita fuerit et inanis, astringentes nichilo- 
minus eosdem per privationem sacre communionis, ne sepefatis 
fratribus prcsumant in posterum confiteri. Hiuc est, quod cum 
per declarationes evidentes, nobis sub veris bullis exhibitas 
sanctissimi in Christo patris et domini lohannis XXII , ecclesie 
universalis nunc summi pontificis, ac Alexandri et Clementis 
quarti, quondam felicis memorie eiusdem ecciesie pontificum Ro- 
manorum, expresse caveatur, quod si per privilegium summi ponti- 
ficis aut legati sedis, vel etiam ordinarii religiosis aliquibus 
concedatur potcstas audiendi confessiones fidelium, absolvendi 
confitentes ac penitentias ipsis confitentibus iniungere salutares, 
quod tali auctoritate libere uti possunt, parrochialium sacerdotum 
assensu nuUatenus requisito; dicere eciam, quod confessi fratribus 
habentibus a sede apostolica huiusmodi licentiam confessiones 
audiendi, teneantur eadem peccata fratribus confessa iterum con- 
fiteri proprio sacerdoti, a sanctissimo patre et domino lohanne 
summo pontifice prefato tamquam falsum et erroneum nuper sub 
patenti bulla reprobatum fuit et dampnatum, prohibito, ne quis- 
quam huiusmodi articulum, utpote auctoritate apostolica dampna- 
tum asserere audeat et tenere. Et dicti fratres ad auTliendum 
confessiones fidelium eis confiteri volentium et absolvendum eos 
a peccatis sibi confessis et iniungendum penitentias salutares, 
nec non ad proponendum ct predicandum populo verbum dei 
libere privilegiati sunt de gratia et benignitate sedis apostolice 
speciali, discretioni vestre auctoritate apostolica nobis in hac 
parte commissa in virtute sancte obedientie et sub pena suspen- 
cionis(!) districte precipiendo mandamus, quatenus ab huiusmodi 
impedimentis dictorum fratrum in preiuditium et irreverentiam 
auctoritatis sedis apostolice factis, et per vos seu aliquos vestrum, 
ut premittitur, attemptatis penitus desistentes, ipsos clavibus in 
vestri ac tocius ecclesie adiutorium concessis eisdem et doctrina 
salutari verbi dei iuxta tenorem suorum privilegiorum , super 
quibus conservandis sumus auctoritate apostolica constituti, uti 
libere permittatis, subditis quoque vestris eis confessis et ab eis 
absolutis sacramenta ecclesiastica nuUatenus denegetis, retractantes 
etiam, si qua per vos, ut (pre)mittitur 2, contra ipsorum privilegia 
sunt populo predicata, non obstante statuto hominis utriusque sexus 
edito in concilio generali, cum iuxta declaracionem sanctissimi 
patris et domini, domini lohannis pape sepefatam, illi qui dictis 
fratribus confitentur, non teneantur magis eadem peccata iterum 
confiteri, quam si alias ea confessi fuissent eorum proprio sacer- 
doti iuxta dictum concilium generale. Nos etiam auctoritate 
prefata omnes sententias et quicquid a quoquam vestrum at- 
temptatum fuerit in contrarium premissorum, decernimus irritum 



Nr. 54. 55. a. 1^28. 1320. 137 

et inaDe, imnio iuxta declarationes preniissas cassam et irritnm 
nunciamus. 

Datnm Aschafienbarg^ W kalendas Innii, anno domini mil- 
lesimo CCC'' vicesimo sexto. 

Id eaius protestationis et visionis evidentfam sigillnm nostrum 
preseDtibus est appensumsub anno domini M^CCC^XXVI^^ in dominica 
Invocavit. 

Urschr. Wern, Von dem SiegeJ ist noch ein kleitieit Bntchftttick erhalten. Auf- 
pjHender Weise ist das Transsumpt friiher datirt, ais das lYicihyium dea Erz- 
bischofs selhst. 

D UrsprUnffl. apofitoli. — 2) Tn der Hdschr. der Vrk. ist vor mittitur "p at«- 
gefalUn. — 3) In der Zahl XX VI ist die erste X aus V nachgebessert. 



1328. Februar 24. 54. 

Frater Augustinus, ordinis heremitamm sancti Augnstini, con- 
stitutus prior in Porta Celi, trifft nehst dem Abt zu Ihenhurg uml 
deni Propst zu Ahhenroiie zwiscfien der Aebfissin und dcm Tfarrer 
zu Driiheck eine Entscheidung in Parochial- und geistlichen 
Angdegenheiten. 

Datum anno domini miUcsimo trecentesimo vicesimo octavo, in 
vigilia sancti Mathie apostoli. 

Gedrtbckt im Driibecker Urkundenb. Nr,7I, S.Glf.; rgl Ilsenb. Urkundenb. 222. 



im October 13. 55. 

Die Gebfilder Dietrich und Heinridi von Beck rerkaufen dcm 
Kloster Himmelpforten eine Hufe und einen Hof zu Heudehcr fiir 
22 Mark Stendakchen Silbers. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Ne ea que aguntur 
in tempore, simul cum lapsu temporis pariter evanescant, expedit, ut 
scriptnrarum munimine et inscriptione testium eflficaciter roborentur. 
Hinc est quod nos Theodericus et Henricus fratres dicti de Bech lagici (!) 
recongnossimus (!) pubplice(!) profitentes, quod libere et absolute de 
unanimi consensu et voluntate omnium heredum nostrornm religiosis 
viris priori totique confentui (!) fratrum heremitarum ordinis sancti 
Augustini in Porta Celi vendidimus unum mansum situm in campis 
Hadebere cum una curia in eadem villa sita pro viginti duabus marcis 
Stendalgfensis argenti, ex nunc presentibus renuncciantes proprietati 
et iuri ac possessione nostra (!), libere et absolute transferentes in pro- 
prietatem, possessionem , ius et potestatem fratrum et conventus pre- 
dictorum ea libertate, eondicione et modo, quo nos possedimus bona 
memorata iustotitulo temporibus retroactis. L't autem hec nostra ven- 
dicio seu bonorum translacio legitimum robur optineat firmitatis, nostra 
sigilla, videlicet Theoderici et Henrici de Bech presentibus duximus 
aponenda (!). 



1:^8 Aii<^U8tiiior EinHicdlcrklostcr HimmcIpfortcfL 

Acta snnt bec anno domini milesimo (!) trecentesimo vicesimo nono, 
tercio idus Octobris. 

Testes bnins facti sunt: dominus Jobannes de Hartesrode, dominus 
Anno frater suus, dominus Aswinns de Minsleve, dominns Conradus de 
Qnerbercbe (!), milites; Engelbertus de Loctene, Henricus Molenboff 
famuli; Hildebrandus de Stenbrucb, Albertus Parvus, cives in Wer- 
ningerode, et alii quam plures fide digni. 

Urschr. xmier den UrJck. des Kl. Michaehtein im herzogh Landes Hauptarchive 
zu WdfenbuUd. Die an Pergamentstreifeti afigefidngt gewesenen Siegd sind nicht 
mehr varhanden. 



1339. Oct.l3. 56. 

Ulrich, Graf zu Regenstein, bestdtigt drn Brildern zur Himmelr 
pforte das Eigenthum einer Hufe und eines Hofes zu Heudcber, 
ivetche die Gebriider Dietridi und Heinrich von Beck dem ge- 
nanjiten Kloster schenkten. 

Ut ea que in puplicis iudiciis eveniunt aut contigunt (!), nuUam in- 
pugnacionis iacturam pasciantur (!), cautum est et solerter excogitatum, 
ut scripturis auctenticis propter labilem hominum memoriam ac versu- 
ciam malignancium provide fulciantur. Hinc est quod tenore presencium 
nos Uiricus dei gracia comes in Renesten puplice profitemur, quod 
Tbeodericus et Henricus fratres dicti de Bech laici coram nobis con- 
stituti proprietatem unius mansi necnon unius curie cum omnibus aliis 
pertinenciis tam in villa quam in campis Hadebere, prout in littera 
Theoderici de Bech super hoc confcctai plenius continetur, consensu 
omnium eredum ac ceterorum qui fiierant requirendi, priori ac fratribus 
de Porta Celi liberaliter donaverunt, rogantes nos, utpote in quorum 
comiscia (!) predicta bona sunt sita, de predicto contractu et donacione 
curaremus testimonium peribere, quod quidem nos libenti animo annuentes 
facimus per presentes et sentencie nostre banno ad ceteris defensionibus, 
quibus ad boc utimur, efficaciter confirmamus nec non ac magorem(!) 
reconnicionis (!) evidenciam sigillum nostrum presentibus duximus apo- 
nendum. 

Datum anno domini millesimo triccntesimo vicesimo nono, tcrcio 
idus Octobris. 

Nach der Or.-Urschrift — Siegd ahgefaUen — im herzogl. LdndesfMUptarchive 
zu Wolfenbiittel (Grafen vofi Blankenburg). 

1) Orig.: confectam. 



1331. Octoberll. Hiinmelpforteii. 57. 

Heinrichj Provinzial des Augtistinor EinsiedhrordoiSy der zugleich 
mit detn Propst Kanrad vom Kloster JJ. L, Frauen zu Magdeburg 
zur Loswig der Stadt Magdeburg vo7l dem durch Propst Jo- 



Nr. 56- 5l>. a. l:V20— iniO. 



m 



hann XXIL iiher sie verhdngten Bann beauftragt tmr, ilhertnigi 
dem Ledor seines Ordens Johann dieses Geschdft. 
Datnm in nostro conveDtu Porte Celi, HalberstadeDsis diocegis, 
anno domini M«CCC^XXX«, XI die mensis Octobris. 

Gedr, Boysm, histor. Magazin 3, 132 f., Hertel, Urkdb. des KL U- L. Fmum 
in Magdeburg Nr.l86. 

13^. Sept. 8. Braunsehweig. 58, 

Otto, Herzog von Braunschweig , iibereignet dem Klmtcr Himmel'- 
pforten zwei Hufen zu Langdn, die es von den Gebnklem JvfiaHn 
mid Anno von Hasserode erkauft hat. 

In nomine domini amen. Otto dei gracia dax de Bnme^wicb 
singulis ac universis, ad quos scriptum presens pervenerit, sahitem tn 
omnium salvatore. Ne oblivio apud posteros seu futums getste rei 
seriem et ordinem valeat immutare, expedit res gestas subi^criptiouibus 
testium et litterarum testimoniis perbenniter roborari. Kotum igitur 
esse cupimus universis continenciam ^ presentium audituris seu visttri!?, 
quod viri relligiosi prior totusque conventus fratrum hereiintarum in 
PortaCeli iuxta Wemingherode^, ordinis sancti Augustini, duim mansos 
in campo Langhele sitos a domino Johanne et a domino Auuoue, nnli- 
tibus ac fratribus germanis, dictis de Hartesrodhe, cumcon8ensuomnium 
heredum suorum elemosina bonorum hominum adiutrice euui omul iure 
sub emptionis titulo comparaverunt. Predicti vero militcs inauijonnn 
predictorum pheodum nobis resignantes supplicaverunt, quatcuus tratreB 
supradictos divini amoris intuitu plenariam in possessioneuL buiusmodi 
mittere dignaremur. Quorum precibus favorabiiiter annueutus, dotiamuB 
et concedimus fratribus inPortaCeli antedictis sepedictoruui maiisoruia 
proprietatem ac libertatem cum omni iure perpetuo possideudaui, vn- 
pientes supradicti conventus continuis ac devotis precibus suftVai^^uri, 
Et ne alicui seu aliquibus de suprascriptis dubium valeat (|uouiodol]bet 
suboriri, litteram presentem in testimonium sigilli nostri uuniiniiue 
roboramus. Testes huiuscemodi nostre donationis sunt: LudolpbuB 
dictus de Holling et Gheveardus deWeverling, milites, et quam plures 
homines fide digni. 

Datum in Bruneswic, anno domini M^^CCC^XXX^^IUr', in die nati- 
vitatis beate Marie virginis gloriose. 

Urschr. im kgl. Staafmrch. zu Magd. Das an roth-gdb-seidener SchnHr an^ 
gehdngt geicesene Siegel ist nicht mehr vorhanden. 

1) Vie Urschr.: contineciam. — 2) Urschr.: Wningherode. 



1S40. Juni 29. Wernigerode. 59. 

Konrad, Graf zu Wernigerode, uhereignet dem Klosfcr Himmd- 
pforten zwei ihm von Dietrich und Walter von itr resigmfin 
Hufen am Kattenklint 

In II nomine sancte et individue trinitatis amen. NosConradus dei 
gracia comes in Wemingherode [univei-sis Christi fidelibuH tiiiu prc- 



140 Augiistiiicr Einsiwllorklostor nimmclpforton. 

sentibus quam fiituris geste rei noticiam cum iugi memoria subscrip- 
torum. Ne igitur oblivio noverca memorie gestorum in tempore per 
temporum intervalla inducat errorem, et ea que nota sunt hominibus 
per temporis volubilitatem ab hominum noticia simul cum tempore 
penitus dilabentuf", lex mandat testium virtute et litterarum testimonio 
cuncta perhennari. Eapropter vestre universitati tenore presencium 
publice protestamur, Theodericum et Walterum dictos de Lere ad 
nostram presenciara venisse, qui pluribus fide dignis presentibus tres 
mansos sitos iuxta montem wlgariter dictum Cattenklinth cum aliquibus 
iugeribus, pratis et pascuis ad eos pertinentibus cum omni alio iure, 
sicut ipsi a prerdilecto patre nostro comite Conrado pie memorie fuerunt 
infeudati, nobis volnntarie resignaverunt suorum heredum unanimi de 
consensu. Nos vero predictos mansos cum omnibus ad eos pertinentibus 
pleno iure et omnimoda proprietate habentes absque ulla inpeticione 
speciali pietate moti . . priori et conventui fratrum heremitarum ordinis 
sancti Augustini in Porta Celi iuxta Wernigherode , nostram civitatem, 
residentibus cum omni iure et proprietate et usufructu et dominio 
sepedictos tres mansos et iugera et prata cnm omnibus aliis ad eosdem 
mansos pertinenciis in campis, pascuis et in pratis damus et donamus 
ius, proprietatem, possessionem etdominium, et quecunque nobis aut 
nostris heredibus intuitu dictorura mansorum seu spectancium ad eosdem 
deberent aut possent in posterum suffragari, nos et nostri heredes 
resignamus et transferimus ad priorem et fratres Porte Celi sepedictos 
iusto titulo possessionis et donacionis inperpetuum possidendos ea 
libertate, proprietate et iuris modo, quo vel qua a nobis cum omnibus 
attenenciis prefatis iusto titulo possent possideri. Testes vero omnium 
horum sunt: precordialis patruus noster Walterus comes; domini Anno 
de Hartesrode, Petrus de Semmenstede et Theodericus de Bensither(ode) 
et Johannes de Langhele milites, et Hermannus noster notarius. In 
quorum robur validnm presenti littere dignum nostrum sigillum duximus 
apponendum. 

Acta sunt hec anno domini M*^CCC^XL^, in die sanctorum Petri et 
Pauli apostolorum, in Werningherode, nostra civitate. 

Urschr. im kmiujl. Staatsarch, zu Magd. Das Siegel ist nicht tnehr vor7iande>i. 



im Juli 19. Avignon. 60. 

Papst Clemms VL nimmt den Atigustinercinsiedler-Orden und 
cdle seine Gilter als Eigenthum von S. Feter an und befreit ihn 
von jegliclier Gerichtsharheit, 

Clemens episcopus, servus sen^orum dei, dilectis filiis priori generali 
et aliis prioribus ac fratribus ordinis hereraitarum sancti Augustini 
salutem et apostolicam benedictionem. Ad fructus uberes, quos sacer 
ordo vester in agro militantis ecciesie celestis agricole disposicione 
plantatus indesinenterproducit, consideracioni nostre aciem convertentes 
et considerantes attente, quod voluntariam eligentes proChristi nomine 



Nr. 60. a. 1347. 



141 



paupertatem sub arte religionis iugo devotum deo incessanter obsequium 
exhibetis, dignum duximus, ut vos et ordiuem vestrum speciali sedis 
apostolice libertate ac privilegio muuiamus. Sane peticio vestra nuper 
nobis exhibita [continebat, quod licet felicis] recordationis Bonifacius 
papa octavus, predecessor noster, dum in humanis agens vos et ordinem 
vestrum ac personas et ecclesias, oratoria, domos, res alias et loca 
vestra ac spectantia ad eadem, quibus inhabitatis tunc vel inhabitaretis 
in posterum, cum omnibus iuribus et pertinenciis suis ac personis dc- 
gentibus in eisdem in ius et proprietatem beati Petri, apostolorum 
principis, ac sedis apostolice assumpsisset illaque de cuiuscunque dyo- 
cesani et cuiuslibet alterius potestate, iurisdictione ac dominio in 
perpetuum exemisset omnimodo, decernens extunc, vos et ordinem 
vestrum ac personas, ecclesias, oratoria, domos et loca [prefata] per- 
tinentia ad eadem soli Komano pontifici et eidem sedi in spiritualibus 
et temporalibus absque ullo medio subiacere, ita quod nec locorum 
ordinarii nec alia quevis persona ecclesiastica in vos et ordinem, per- 
sonas, ecclesias, oratoria, doloios et loca predicta, utpote prorsus exempta, 
possent excommunicationis, suspensionis aut interdicti promulgare 
sententias vel alias potestatem seu iurisdictionem aliquam exercere, ac 
omnino irritum et iuane, si quid forct in contrarium attemptatum, tamen 
quia in indulto exemptionis huiusmodi non cavetur, quod vos ratione 
delicti seu contractus aut rei de qua agitur conveniri minime valeatis, 
V03 timentes, super hiis posse forsan in posterum molestari, nobis 
humiliter supplicastis, ut providere vobis super hoc de oportuno remedio 
dignaremur. Nos igitur, qui vos et ordinem vestrum spirituali prose- 
qnimur in domino caritate, cupieutes attente, ut eo sit quiecior status 
vester, quo ampliori dicte sedis dotati fueritis libertate, vestris suppli- 
cacionibus inclinati, vobis et successoribus vestris in perpetuum auctori- 
tate apostolica tenore presencium indulgemus, ut huiusmodi eiusdem 
predecessoris indulto in suo robore permanente coram quibusvis diocesani 
et locorum ordinariis ac aliis iudicibus quibuscunque ratione delicti, 
contractus seu rei de qua agitur conveniri vel impeti nullatenus valeatis, 
felicis recordacionis Innocencii pape quarti, predecessoris nostri, et aliis 
constitucionibus apostolicis contrariis non obstantibus quibuscunque, 
decernentes ex nunc irritum et inane, si secus super hiis a quoquam 
quavis auctoritate scienter vel ignoranter contigerit attemptari. NuIIi 
ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre concessionis et 
constitucionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem 
hoc attemptare presumpserit, indignacionem omnipotentis dei et bea- 
torum Petri et Pauli, apostolorum eius, se noverit incursurum. 

Datum Avinione, XIIII kalendas Augusti, pontificatus nostri anno 
sexto. 

In dem vidimirten Tramsumpt des Domdechants Joh. v. Bedekin su Magdebmg 
V. 21. Fei/1'. 1415. Vgl. unien Nr. 69. Gedr. EmpoU biiUar. ord. erem. s. Augiist. 
/). 64—65. Dort ist das Jahr 1346 angegeben. Clem. VI. wnrde aber am 7. und 
19. Mai 1342 envuhJt und geiveiht. 



I 




142 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

1349. Augast 24. 61. 

Das Kloster Himmelpforfen verpfliditet sich gegen den Bath m 
Goslar, von einem Jcleinen Hause in der Schilderstrasse, das es von 
Werner von Seesen erkauft hat, BiirgerpfliM eu thun und es zu 
nichts qnderm als mr Herherge zu gebrauchen, 

We broder Gevehard prior unde de ghemeyne convent der brodere 
von sante Augustinns orden to der Hymmelporten don witlik unde 
openbare alle den, de dissen bref seen oder h6ren, umme dat Ifltteke 
hns in der Schilderstraten to Goslere unde den hof, de nu darto hord, 
de we mit willen unde vulbord der erbaren lude, der radherren to 
Goslere, Wemhere van Sesen afghekoft hebben, dat we de to ener 
herberghe unde to nichte anders scholet unde willet hebben, und dat 
we darnicht blekes noch rumes merto kopen noch to hebben scholet ^, 
unde enscholet dat sfilve hus noch hof to nenen anderen dinghen 
stellen noch buwen weder des rades willen, de deme rade unde der 
stat weder sin eder weder moghen wesen. Wanne we dat deden, so 
scholde hus unde hof deme rade unde der stat ane yemdes wedersprake 
ledich unde los werden unde worden sin. Vordmer vorbinde we os 
unde use nakomelinghe van vryen willen uppe dat, dat der stat van 
des huses unde hoves weghene nicht rechtes af ne ga, dat we unde 
use nakomelinghe de vorsprokenen hus unde hof scholet unde willet 
vorschoten alle jar vor twelf lodeghe marc iowelke marc, alse denne 
der borgere k6re steyt; unde wu dicke den borgeren b6ret to sch6tene, 
dat wille we ok gerne don na der marke tale unde der borgere k6re, 
alse hir vore screven steyt. Unde vorsflmede we to yengher tyd use 
schot to ghevende, wanne we darumme ghemanet worden, so mochte 
de . . rad in deme sulven huse unde hove dat schot panden eder pan- 
den laten. Ok en scholet de sulven hus unde hof nicht mer noch min 
vryheyt noch rechtes hebben, wen alse anderer borgere to Goslere 
huse hebbet. Borde sek ok, dat to yengher tyd also, dat we hns 
ande hof vork6pen eder vorsetten, de en scholde we anders nemde 
laten, sunder de to Goslere borghere were, we endedent denne mit 
des rades vulbord unde willen. To ener betflghinghe al disser vor- 
screvenen dingh, dat de vast unde stede gheholden werden, so hebbe 
we de vorbenomden prior unde convent dissen bref ghegheveu . deme 
rade to Goslere beseghelet mit usen ingheseghelen. 

Na der bord unses herren goddes dusent drehundert jar in deme 
neghene unde verteghesten jare, in sante Baii;holomeus daghe des 
hylghen apostelen. 

Urschr. im Stadt-Archiv zu Goslar. Das Siegel des Priors ist nicht mehr vor- 
handen; das (Jonventssiegel 8. Taf. I, Nr. 7. 

1) Vgl die Satztmg der Stadt Helmstedt gegen das doriige Tochta-kloster wn 
Himmelpforten: We ratmann ene soUen den Augustinem hir nichts mehr blekes 

anloven (erloven?) tu kopene oder tu gevene, den alse se nu hebben. 

JAehtenstein ep. sexta etc. E. 4^, 



Nr. 61—63. a. 1349—1352. 



143 



1852. Febraar 2. 



62. 



Ber BiUer Hans von Langdn m Wernigerode schenkt dem Kloster 
Himmelpforten eine Hufe und zivei Worten m Heudeber. 

Ek Hannes von Langele rjddere, de dar wonet in der stat to 
Wernigherode , bekenue oppenbare in-disseme openen breve, dat ek 
mit vulbort unde mit willen miner sone Conrades unde Otten unde 
miner rechten erven hebbe ghegheven dorch got unde dorch unser sele 
unde user elderen sele salicheit willen den broderen to der Hymmel- 
porten ene hove oppe deme velde to Hadebere mit twen worden in 
deme selven dorpe to Hadebere, de we to lene hebben ghehat von 
greven Bemde von Reghensten unde vou sinen elderen, unde vortyen 
unde hebben vorteghen ek unde mine sone unde use rechten erven 
alle des rechtes unde alle der ansprake, de we daran mochten hebben. 
To ener bethughinghe unde to ener bevestinghe disser vorebescrevene 
dinghe hebbe we dissen jeghenwordighen bref beseghelet mit unsen 
ingheseghelen. 

Disse ding sin gheschin na der bort unses hcrren drettejTihundert 
jar in deme twey unde veftighesten jare, in unser vrowen sente Marien 
daghe to lechtmissen. 

Unter Urkk. des Kl. Michaehtein im herzogl. Landes-HauptarcMv^ zuWolfen- 
biittel. Die 3 angehdngt getcesenen Siegel si/nd nicht mehr vorhanden. 



1352. Februar 2. 63. 

Die Grafen Bernd d. A. und d. J. bu Regenstein schenlcen dem 
Kloster Himmdpforten Eigenthum und Freiheit uber die ihnen 
V071 Hans von Langeln zugeeignden zivei Hufen und ztvei Worten 
zu Heudd)er. 

Tn nomine domini amen. We Bernt de eldere unde Bemt unse 
veddere, von der gnade goddes greven tho Reghenstcn, unde unse rechte 
erven bekennen oppenbare in disseme jeghenwordighen breve alle den, 
de ene sehen eder lesen horen, dat her Hannes von Langele de riddere, 
de beseten is to Wemigherode, heft ghegheven dorch got vnde dorch 
siner sele unde siner vrunde salicheit willen den broderen to der 
Hymmelporten von sente Augustines ordene mit unser wisschop unde 
mit unseme willen ene hove to Hadebere op deme velde mit twen 
worden in deme silven dorpe to Hadebere, de he von uns gehat heft 
to lene. Unde we gheven ok dorch got den silven broderen to der 
Hymmelporten mit willen unde mit vulbort alle unser erven dat eghen- 
d6m unde vriheit over de silven h6ve to Hadebere unde over de twe 
worde in deme dorpe, unde vortyhen al des rechtes unde alle der an- 
sprake, de we unde unse rechten erven daran mochten hebben, unde 
weren den vore bescrevenen broderen disser h6ve unde twiger worde 
vri mit aller eghenschop unde mit aller nut an vclde unde an dorpe. 



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144 Au^fustiner Einsiedlerklosler Himmelptorten. 

1'o ener betughinge UDde to ener bevestiDgbe disser dingh, de bir 
vore bescreven sin, hebbe we dissen bref mit wilten beseghelt niit 
nnseu ingheseghelen. Disse dingh sin ok ghescbin mit wisschop unde 
uiit bethughinge der vromen riddere heren Diderikes von Benzingbe- 
rode unde Conrades von Dinghelstede. 

Disse bref de is ghegheven na der bort goddes dretteynhundert 
jar in deme twe unde veftighesten jare, in unser vrowen sente Marien 
daghe to lichtmissen. 

Urschr. unter MicJiaelsteittschen Urklc. des herzogl. Latides- Hauptarchics zu 
Wol/enbiittd. Die angehiingt getcesenen Siegel sind nicht mehr vorhanden. 



1353. 64. 

VermerJc iiher den vom Himmelpfortner Teiminirhanse m Oster- 
wiek zu zahlenden Vorschtiss. 

Der stat tins. ^ 



Der broder hus von' der Himmelporten gift vorscot. 

Ilandschr, v. J. 1353 im Osterwieker Stadtbuch. Vgl J. Grote, Beidisfreiherr, 
das Ostertrieker Stadtb. Osterw. 1850, S. 33. 

Dieser Fosten ist gleich einer BeQie anderer in demsdlen Abschnitt geloscJit. 
Dieses Terminirhaus wird noch ein paar Mal in demselben Buche genannt, erstlich 
von derselben Hand 1358 unter dem Titel: s^inte Stephaniis tins: dat hiis bi der 
liimmelporter hus I ferding, dann in einer Einschreibting ron einer Iland des 
15. Jahrhunderts: Her Hinrik Heymstidde (sonst auch Heympstide und Hymstldde^ 
hefft V2 mark gelden gemaked an Greven huse bi der terniennye der Himmelporter. 



1S68. Aug. 13. Schloss Marleubarg. 65. 

Johanny Bischof von Hildesheim, verfilgt an die Stifts- und Ffarr- 
geistlichkeit seiner Diocese auf Grund einer Bulle Papst Boni- 
fas VIU,, die Augvstiner Einsiedler su Limbeck, Himmelpforten 
und Helmstedt mm Predigmi, Beichtehoren und anderen geistlichen 
Verrichtungen ohne Behinderung zuzulassen, und gibt filr die 
Unterstiitzung der Briider einen vierzigtdgigen Ablass. 

lohannes, permissione divina Hildesemensis episcopus, universis 
prepositis, decanis, archipresbiteris et ecclesiarum parrochiaHum rec- 
toribus nec non eorum vices gerentibus, ad quos presentes littere per- 
venerint, salutem in domino sempitemam. Cum certos fratres ordinis 
iratrum heremitarum sancti Augustini conventuum Embicensis, Porte 
Celi et Helmstedensis propriis ipsorum nominibus expressis, videlicct 
Henricum de Moringen Embicensis, lohannem Porte Celi et Ludolphum 
Helmstedensis conventuum priores, Burchardum de Braclis, Hermannum 
Subropai, Henricum de Tangermundis, Henricum de Papisdorp, Geve- 
hardum de Embeke, Bernardum^ de Gotingen, Conradum de Biwcnde, 
Arnoldum de Goslaria, Gcorginm, Thcodcricum Meynrich secundum 



Nr. 64-66. a. 135^-1367. 14& 

coDstitutionem domini Bonifacii pape VUI. super cathedra innovatam 
per oonstitntionem Clementinam, qne incipit ,,Dadam", per snam sope- 
riorem et eius nuncios nobis intime presentatos, ad actus videlicet pre- 
dicationis et confessioniB, qni ipsis ex tenore snorom privilegiorum 
libere indulgentur, per nostras civitates et diocesim duximns gratiose 
admittendoa, mandantes vobis omnibus et singulis in virtute sancte 
obedientie sub pena suspensionis districteprecipiendo, quatenns fratres 
predictos in vestris parochiis et ecclesiis in actibus salnbribus, videlicet 
predicationibus faciendis, confessionibus audiendis, penitentiis iniungen- 
dis, casibus tamen exceptis diocesanis locorum de iure vel consuetudine 
reservatis, nec non in missis suis legendis et petitionibus faciendis, 
cum ab eis requisiti fueritis, sine difficultate qualibet admittatis, scientes, 
quod, si a quoquam vestrnm contrarium tuerit attemptatum, hoc ex 
commissione sedis apostolice nobis facta volumus dcbita censura corrigere, 
ut tenemur. Insuper prioribus antedictis concessimus nostra auctoritate 
ordinaria, quodsi aliquotiratres dictorum conventuum mutari contingeret, 
quod ipsi alios fratres de dictis conventibus ydoueos vel aliunde per 
suos superiores emissos possint auctoritate eis in hac parte ooncessa, 
quando eis visnm fuerit, in locum mntati subrogare. Ceterom ampliorem 
gratiam dictis fratribus facere cupientes, omnibus vere penitentibus et 
confessis, qui dictis fratribus pias elemosinas irrogaverint vel ad fabricas 
ipsorum aliquid de suis facultatibns contulerint, sermones eorum devote 
audierint, de omnipotentis dei gratia et auctoritate sedis apostolice 
confisi, de iniuncta eis penitentia quadraginta dies indulgentiarum in 
domino relaxamus. Sigilium nostrum presentibus appendimus in testi- 
monium premissorum. 

Datum in castro nostro Marienburcb, XIII die Augusti, anno nati- 
vitatis domini millesimo CCCtesimo sexagesimo tertio. 

Gedr. in Joach. Theod. Lichtensteins epist. sexta obeervatt. histor. -3101(1. ex 
diplomatt Helmstadien^ibus sistens Bl. B. 2^'— B3\ 



1367. April 1. LangensteiiK 66. 

Bischof AlbrecM von Ualherstadt hestdtigt den Augtistiner-EremUen 
seiner Diocese alle Privilegien und Indulgenzen, setzt die Zahl der 
Personen in den Klostem Helmstedt, Himmelpforten , Quedlinburg 
und Sangerhausen fest, gestattet deni Magdeburger Kloster 3 Ter- 
minarien in seir^ Diocese und gibt noch besondem AUass, 

Albertns dei gratia apostolice sedis electus et confirmatus Halber- 
stadensis ecclesie episcopus religiosis viris prioribus ceterisque fratribus 
heremitarum ordinis || s. Augiistini nostre dyocesis presentibus et futuris. 
Universalis ecclesie vinee dominns Jesus Cbristus in vinea s. sue ecclesie 
cultores veros sua sapientia infinita vos ordinavit, qui pompis seculi 
abrennntiantes spectaculum mnndo facti estis, eius vineam colentes 
iugi famulatu. Eapropter, dilectissimi, ex pastoralis ofiicii sollicitudine, 

OeMblcht«i.d.Pr.S«cl»eii. XV. 10 



146 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

cains dignitatem licet immeriti gerimus, yos specialiter amplectimar 
brachiis eterne caritatis, pro eo et ex eo, qaod vos nobis ac dero 
nostro semper obseqaiosos exhibere carastiB, annaentes vestris piis 
desideriis naper nobis porrectis, omnes gratias apostolice sedis, liber- 
tates, privilegia ac omnia, qae sab balla vera et inconvnlsa demonstrare 
potestis, indulgentias qaoqoe predicte sedis ac alias, qaas a dominis 
archiepiscopis et episcopis vos habere certis ac veris instramentis 
ostendere poteritis, gratiam insaper predicationis et confessionis, qaa 
saffalti estis copiosias privilegiis Romanoram pontificam benigno favore 
secandam tenorem constitationis Clementis „Dadam'', approbamaset pre- 
sentibas confirmamus. Verum quia ad exequendum huiusmodi ofiBcia 
nobis personas per diffinitores vestrorum capitulorum provincialiam 
presentastis examinatas et approbatas, cei*tam numerum singulis con- 
ventibus deputantes, nos ipsos fratres per totam nostram dyocesin 
benigno et gratioso favore admittimas in nostri ac cleri nostri oneris 
sublevamen, acceptantes pro conventu Helmenstadensi XIIII sacerdotes 
ad predicandum et confessiones audiendum, pro conventu Porte Celi 
XII, pro coDventu Quedelingburgensi totidem et totidem pro conventu 
in Sangerhusen, tres vero terminarios cum suis sociis de conventu 
Magdeburgensi in suis terminis, Stendal scilicet, Prato et Merica, quos 
quidem fratres ab omnibus prelatis, caiuscunque condicionis existant, 
abbatibus scilicet, prioribus, prepositis, decanis, archidyaconis archy- 
presbiteris, plebanis, viceplebanis capellarumque rectoribus per nostram 
civitatem et dyocesin constitutis, quibus presentes littere exhibite faerint, 
in premissis actibus, puta confessionis, predicationis verbi dei, in peti- 
tionibus consuetis secundum tenorem constitutionis Clementis „Dudum" 
sine omni contradictione adraitti et promoveri seriosius volumus et 
mandamus, presertim de gratia speciali addicientes (!), ut omnibus 
gratiis, libertatibus et privilegiis a nostris predecessoribus vobis con- 
cessis possitis uti, prout actenus consuevistis. Preterea omnibus loca 
vestra causa devotionis visitantibus manumque adiutricem sive in locis 
ipsis sive in terminis vobis porrigentibus cunctisque predicatiouem a 
fratribns a nobis approbatis audientibus XL dies singulis vicibus de 
iniuncta sibi penitentia misericorditer in domino relaxamus. Insuper 
dicentibus tria Ave Maria flexis genibus ad sonum campane, que imme- 
diate post completorium in loco predictorum fratrum trina vice pnlsa- 
bitur, confisi de superhabundanti merito Jesu Christi similiter XL dies 
indulgentiarum ob specialem devotionem, quam ad gloriosam Virginem 
gerimus, fiducialiter condonamus. 

Datum in Langensteyn anno domini M<*CCC*»LXVIP, feria qninta 
post Letare. 

Kgl St.'Arch. zu Mewdeb. 8. r. HaJb. E. 3. — Siegd ab. — S. die fast w&rtl. 
abereinstimmende Urk.-K. (1318, 9.16.). In dm HaUischen Histor. Sammlitngen 
S, 139 — 141 ist dieseWe Urkmide nach einem aits dem Sangerhduser Convent 
siammenden Origi/nal mit Datum in Langenstein, anno domini M°CCC**LXV1II®, die 
prima mensis Februarii abgedmckt. 



Nr. 67. 68. a. 1391-1394. 14? 

1391. Oetober 1. 67. 

Urkundliche Encdhnung der Vencustung des Klosters Hinmel- 
pforten durch die Grafen von Begenstein. — Hinee Muntmester, 
Burger eu Wemigerode, verkauft den Vicaren sfu S, SUvester 
daseHbst fiir 5 lofh. Marh eine hdlbe Mark Zins an einem vom 
Kloster Hinmdpforten gefreiten Hofe bei der Steinmiihle vor dem 
Westemihore. 

DaAsen hoff, den 'hadde ek gefriget nnde gelediget von denD 
monken von der Hymmelporten, der he ore ervetynsgud was, do »e 
worden vorbrant unde geschyndet von den von Reynsteyn, unde ok 
von den, de de capellen vorstan unser leven Fruwen oppe synte Nico- 
lauwes kerckhove. 

Na goddes borth drittheynhundert jar in deme ene nnde negben- 
tigesten jare, des sondages na sunte Michaeles dage. 

Nach dem Ck)piar. vicarior. 8. Silvestri Bl. 447^ auf griifl, Bibl. 



1394. Mal 25. Halberstadt 68. 

Emst, Bischof von Hdlberstadt, bekundet, dass wegen der Schd- 
digungen, wdche das Klosier Himmelpforten zur Zeit der Fehden 
zwischen Graf IJlrich von Begenstein und dem Grafen Konrad 
und dessen Bruder von Wemigerode durch die Leute Graf Ulrichs 
erfahren, dieser ' auf Grund einer durch Bischof Gerhard von 
Hildesheim gestifteten Suhne dem Kloster die Kirche eu Heudeber 
frei von Procuration und Sendkom einverleibt, dass die Gemeinde 
daher auf das Pfarrlehen zu Gunden des Priors und Konvents 
zu Himmdpforten atif immer verzichtd und dass Graf Ulrich die 
6 Schilling und einen Ferding Kirchensteuer auf den Bath zu 
Derenburg angewiesen habe. 

Nos Emestus dei et apostolice sedis gracia episcopus Halber- 
stadensis ad omnium quorum interest seu quorum quomodolibet interesse 
poterit in iuturum, noticiam deducimus luculentam et litterarum convenit 
auctenticarum munimine eilicaciter illam perhennari, qne labilitate 
memorie fragilitateque humana evanescere et perire temporis tractu 
verisimiliter presumuntur. Cum itaque ad nostram pervenisset noticiam, 
quot quidam sateliites et familiares nobilis viri domini Odolrici comitis 
in Beynsteyn preter suam tamen, ut percepimus, conscientiam varia 
dampna tam in ornamentis ecclesie quam edificiis religiosis viris 
fratribus conventus ac ipsi conventui domus in Hymmelporthen, ordinis 
heremitarum sancti Augustini, extra et prope muros opidi Wernyngerode 
nostre Halberstadensis dyocesis tempore guerrarum inter eundem 
dominum Odolricum comitem ex una et nobiles viros dominum Con- 
radum et fratres suos comites in Wernyngerode parte ex altera habi- 

10* 



148 s Augustiner MnBiedlerkloster HimmelpforteiL 

taram intulissent et ob iioc prior et conventus in Hymmelporthen pre- 
dict08 dominnm Odolricum comitem suosque familiares coram certis 
iudicibus ecclesiasticis traxissent in causam, quo intellecto reverendas 
in Cristo pater ac dominus noster dominus Gherhardus Hyldensemensis 
episcopus pro bono pacis et concordie se tunc interposuit, ita videlicet 
quot (!) supradicti prior et conventus de et super predictis dampnis sibi 
illatis nec non discordiis et displicenciis qualitercunque inter se 8ub- 
ortis simpliciter et in totum in eundem dominum Gherhardum epi- 
scopum compromiserunty eo modo videlicet, ut quidquid idem dominus 
Gherhardus episcopus in hac paii;e arbitraretur seu arbitrando pronunc- 
tiaret, perpetue et inviolabiliter servare vellent et deberent, prout tunc 
etiam ambe partes id velie se servare fide data promiserunt. Qui qui- 
dem dominus Gherhardus episcopus ex tunc inter dictas partes super 
premissis arbitrando in hunc roodum pronunctiavit, quot supradictus 
dominus Odolricus comes pro restauratione dictorum dampnorum et 
aliis quibuscunque eorum occasione subortis dictis fratribus et pro ipsis 
et conventui in Hymmelporthen efficere et procurare debent, ut dicta 
ecclesia in Hadebere cum omnibus suis pertinentiis et juribus ab onere 
procurationis cuiuscunque et annone synodali (!) absoluta et libera per 
nos nostri capituli accedente consensn eisdem Iratribus priori et con* 
ventui in Hymmelporthen uniretur et incorporaretur cum omnibus suis 
iuribus et pertinentiis et perpetuo uniretur [etj^ appropriaretur eidem. Hiis 
etenim sic premissis discretns vir dominus Henricus de Gossler, rector 
dicte parrochialis ecclesie in Hadebere, dictam suam ecclesiam in Hade- 
bere et villani ibidem degentes scilicet Hennig by deme Stegbe, Kersten 
Herbordes, patroni seu eiusdem ecclesie presentatores, ius patronatus ad 
se spectans et ius quodcunque in hac parte competens nomine univer- 
sitatis sue atque viilanorum in Hadebere in nostris manibus libere, 
simpliciter et in totum resignarunt, et postquam dictam ecclesiam in 
Hadebere ac eias possessionem vacantem haberemus, ad instantem 
supplicationem supradicti domini Odolrici comitis in Reynsteyn dictis 
tratribus et conventui in Hymmelporthen ob divini cultus augmentum 
atque in dictorum dampnorum restaurationem donamus ac presentibus 
de consensu expresso^ venerabilium virorum dominorum Alberti prepo- 
sitiy Alberti decani et capituli dicte nostre ecclesie Halberstadensis 
eandem ecclesiam in Uadebere atque ad firmam donationem in perpe- 
tuum valituram^ in dei nomine donamus, unimus et appropriamus 
cum omnibus suis iuribus et pertinentiis, mittentes ex nunc in veram, 
realem et corporalem possessionem eiusdem ecclesie priorem et con- 
ventumsupradictos; et ne dicta nostra ecclesia Halberstadensis nee nos 
nostrique successores episcopi Halberstadenses nostra solita procuratione 
ipseque dominus archidiaconus loci, scilicet inUtsleve*, suo iure syno- 
daii defraudemur, prefatus Odolricus comes bonam fidem agnoscens sex 
solidos dativorum denariorum usualis monete Halberstadensis in locum 
procurationis nobis dictisque nostris successoribus debite ac unum fer- 
tonem puri Halberstadensis warandie annui census archidiacono Uts- 



Nr. 69. a. 1400. 149 

leyensi et suis succesBoribus archidiaconiB pro suis iuribus synodalibus 
apud providos viros consnles opidi in Derneborch dicte nostre diocesis 
in festo sancti Galli singulis annis nobis ac domino archidiacono 
nostrisque successoribus antedictis perpetuis futuris temporibus persol- 
vendos^ assignavit, donavit et presenti donat et assignat eisdem tem- 
poribus libere et pacifice possidendos, nosque et dictam ecclesiam nostram 
in possessionem dictorum censuum tenore presencium mittit corporalem, 
ita videlicet quot, qui prior dicti conventus pro tempore exstiterit (!) debet 
ordinare et statuere ydoneum sacerdotem de suo conventu, qui dictam 
ecclesiam in Hadebere et populum ibidem degentem regat ipsisque 
ecclesiastica sacramenta ministret, qui se dicto archidiacono represen- 
tabit ac obedientiam illi debitam prestabit et consuetam ipsique se 
obligabit et promittet mandata sua salutaria recipcre velle et ea fideliter 
exequi, prout est consuetum, ac etiam visitare sanctas synodos consuetas 
quociens occurrent supplentes ex nunc, ordinaria nostra auctoritate, quam 
presentibus interponimus, omnem defectuni si quis forsan ratione 
sollempnitatis emisso^ vel alias qualitercunqne minueret, decernentes 
et volentes quot huiusmodi donatio, unitio seu incorporatio siium debitum 
in quemcunque eventum debebit sortiri effectum. Si quis antem contra 
hoc quicquam attemptare presnmpserit, acrimoniam tam nostram quam 
snccessomm nostrorum poterit et debebit non immerito formidare. In 
qnorum omnium et singulorum robur et testimonium sigillum nostrum 
una cum sigillo dicti nostri capituli presentibus est appensum. Et nos 
Albertus prepositus et Albertus decanus et capitulum dicte Halber- 
Btadensis ecclesie presentibus etiam litteris recognoscimus, quot omnia 
et singula supradicta de voluntate et pleno nostro consensu facta et 
ordinata existunt, et in signum nostri huiusmodi cousensus sigillum 
maius eiusdem nostri capituli etiam presentibus est appensum. 

Datnm Halberstad anno domini millesimo trecentesimo nonage- 
simo quarto in capitulo nostro generali, scilicet feria secunda in ro- 
gationibus. 

Nach der Urschr. — beide Siegd sind noch vorhanden — im herzogl, Landes- 
Jiaupiarchice zu Wcifenlmttel (Grafen v. Btankenburg). 

1) et fehlt in der Urschr. — 2) Orig. expressu. — 8) Orig. valitura. — 4) vtsleve. — 
5) Ufichr, persolvendis. — 6) omisse? 



1400. 69. 

NdchriM uber einen wegeti der Verwilstung des Klosters HimmeJr 
pforten durch Graf Vlrich von Begenstein vom Bath zu Derenhurg 
fiir die jenem Kloster geschetikte Kirche zu Heudeber zu zahlenden 
Zins. 

Hadeber sex solidos; et hii dantur per consules in Derneborch ex 
inssione comitis in Regensteyn Olrici, propterea quod devastavit clau- 
strum inPorta Celi. £t propter hanc devastacionem dedit fratribns in 
dicta Porta Celi ecclesiam in Hadeber perpetuo possidendam; et dicti 



150 Augustiner EinBiedlerkloster Himmelpforten. 

coDSules in Derneborch dabunt huiusniodi procuracionem de eadem 
ecclesia in Hadeber et non monachi in simplici. 

RegiBtrum simplicis procnrationis per diocesin Halverstadensem rescriptnm anno 
dom. millesimo quadringentesimo im konigl, StacUsarch. zu Magd, Vgl, Zeitschr, 
des histor, Ver, f^ Niedersachsen 1862. S. 115. 



1402. 70. 

Ludovicus abba8 (Hsineburgensis) dat quaBdam bona coenobio 
Port» Coeli. 

Vgl Paucula de Dsenb. coenob. WolfenbUttel Mscr, 33. 16 Bl. 136^; konigl Bibl. 
zu Havmover XIX, 1100, 



1411. Aagast 15. 71. 

Hei/iyrich, Graf m Wmiigerode, hest&tigt dem Kloster Himntel' 
pforten das ehemals Hundertmarksche Haus dberhalb der Utiser 
Lieben Frauenkirche zu Wemigerode, woraus sechs Hduser und 
Wohnungen gemacht sind, und freit davon dem Kloster eine Mark 
Gddes von Schoss u/nd aUer Pflicht. 

In nomine domini amen. We Hinrik van godes gnaden greve 
unde here to Wemingerode bekennen in dussem openen breve vor 
uns, vor unse erven unde nakomlingen unde ok vor alsweme; so alse 
unse overeldem unde unse vader seliger dechtnifie geeygent und ge- 
vryget bebben over langen jaren unser leven Frouwen unde deme 
clostere to der Hymmelporten to ewygen tyden eyn hus, dat oldinges 
beyd Hundertmarckes hfis, boven unser leven Frouwen to Weraingerode, 
dar ni Bethman van Dervelingrode, Tile Honrejeger, de olde Dorin- 
gessche, Hans Doringh, lange Tyle unde Heylwych Seykeworpels inne 
wonet, de ses hus, de eyn hus gewesen hebbet, myt orer tobehoringen, 
unde an den sulven husen sunderliken gevryget unde gheeygent hebben 
eyne marck geldes jarlikes tynses unser leven Frouwen unde deme 
clostere vorgenant to ewygen tiden, sunderliken schotes fry to hulpe 
deme lAchte in der kerken des genanten closters. Unde de breff, den 
unse eldem darover deme clostere to bekantnifie gegeven hadden, 
van olders wegen vorgan unde vorsumet was unde ys, alse we dat 
sulven myt unsen liffliken ogen geseyn hebben, des we in dussem 
sulven breve eyn openbar tuch unde bekennich sin deme genanten 
clostere. Hir umme, dat de dingh de gescheyn, der men ewyge decht- 
nifie hebben scbal, nicht vorgan unde vorgeten eder vorergert werden 
myt deme slete der tyd, so ys des nod, dat me se vestene undeforder 
bestedige wedder myt schrifft, breven unde inghesegelen, also dat dez 
nicht to ghrunde unde alie vorgetten werde, unde see to ewygen 
tyden unvorbroken bliven unde also vort geholden werden, so ^yghenen 
we Hinrik, greve unde here to Werningerode vorgenant, unde frygen 
myt crafffc dusses breves unser leven Frouwen unde deme clostere to 
der Hymmelporteu de genanten marck geldes jarlikes tinses an den 



Nr. 70-72. a. 1402—1415. 161 

yorschreven h&sen ledich onde los aller plicht, unde sunderliken 
schotes vry, also vorschreyen steit, to 'ewygen tyden to bruken ane 
jennigerleie hesweringe, wu men de benomen unde tokomen mochte, 
alse see dez van unsen overeldern gefryget sint nnde des gebruket 
hebben wente an dnsse tiid. Unde we vomygen unde bestedegen one 
dat nu vortmer wedder mit crafft dusses unses breves, also dat see 
neymant in tokomenden tiden van unser, unser erven unde nakom- 
lingen wegen der herschup eder sus eymant see daran hindem sch&l 
eder mach myt neynerleie gerichte eder rechte, geystlick edder wertlik, 
wu dat kommen mochte edder worde, ane argelisty weddersprake, 
nyefunde unde ane gheverde. Des to bekantni£e hebben we Hinrik, 
greve unde here to Wemingerode, den brodera unde clostere vorge- 
nant dussen bref darap ^ to eyner vomyginge unde wytschop wytliken 
geven, besegelt myt unsem inghesegele, dat we hebben laten bengen 
an dussen breff. 

Na godes bort dusent veyrhundert unde der overtal in deme 
elfften jare, ipso die assumpcionia beate Marie virginis. 

UrscJir. mit Siegd an hraunroth-seidenerSchnur im hgl. Geh. StacUsarch. zuBerlinj 
Ziend. gUichzeit. dussere Aufschrift: Littera unius marce de domibus apud beatam 
Virginem iuxta muros civitatis innovota. Die Lu^ bei der Mauer (j. Schuster- 
mauer) fcird auch *» einer Urk. der U. L. Ir. Kvrche (Nr, 20) v. U. Dec. 1491 
angegdfen. Barin verkauft HanB Dofaes, borger to Werningrode , Grete 8. Frau 
1/2 Mark were so to Weming. ghinge unde geve yfl tciederkdufl. jdhrl. Zinaes 
zu Michadis <m ihrem huBe, hove unde stidde belegben jegen der muren twischen der 
monneke hufie van der Hymmelporthen unde C6rd Hoveman, den erfiamen unde 
vorsichtigen olderluden unde vorstcndern der kerken to unser leven Prawen, itzunt 
tor tid Wedighe Wedighen unde Mychell Berb6m. Na d. geb. Cr. u. heren dusent 
Teyrhundert in dem eyn unde neghentigesten jare, des middewekens na sunte 
Lucien dsnghe der hiighen junckfruwen. Vgl. unten die Urk. v. 5. Sqpt 1477. 

1) So! vieU. favr uppe. 



1415. Februar 21. Magdeburg. 72. 

Notariell vidimirtes auf BiUen des Lectors Nicolaus Geldia/r m 
Ma^dAurg von detn Domherm Johann von Bedekin zu Magdeburg 
gegd)enes Transsumpt meier pdpstlicher Bullen: 1) Bonifaz VIIL, 
Bom Lateran 27. Jan. 1296; 2) Glemens VI., Avignon 19. Juli 
1347, die Aufnahme der Augitstiner Einsiedler ais Besitzthtm 
des StuMs Petri und ihre Befreiung von fremder Gerichtsbarlceit 
betreffend. 

Ad universorum Ghristi fidelium Johannes de Redekin decanus 

Magdeburgensis deduci cupimus noticiam per p[re8entes] reli- 

giosus fraterNicolausGhelefaar, lector conventus monasterii heremitarum 

sancti Augustini Magdeburgensis, ad omnem et effectum, in quem 

id tucius et utilius pro monasterio eodem (et) personis eiusdem ordinis 
quomodolibet fieri poterit, ut litteras apostolicas subscriptas, nobis per 
eondem presentatas sanas et iilesas quidem quoad contenta in eisdem 



152 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpfortcn. 

monasteria, conventus et pcrsone(!) ordinis predicti ubi(?), ut asseraity 
proponunt queque obviarum et alia imminentia pericula non leviter de 

loco ad locum huc illucque transduci possunt, diligenter transsumi 

et exemplari ac in publicam formam redigi mandare dignaremur, nobis 

instantius supplicavit. Nos vero supplicationibus huiusmodi 

litteras predictas recepimus, recensuimus, examinavimus diligenter 
ipsasque taliter invenimus sanas, integras, illesas, validas et eificaces, 

ac felicis recordationis dominorum Bonifacii octavi et Clementis 

sexti divina providentia dum egerunt in humanis veris bullis plumbeis 

in filis sericis coloris impendentibus more Romane curie bullatas, 

propter quod ipsas per Tidericum Domenitze, clericnm Halberstadensis 
diocesis, notarium, subscriptum fideliter transscribi [et in hanc] formam 
redigi mandavimus dc verbo ad verbum, nil addendo vel omittendo, 
per quod intellectus immutari poterit earundem. Tenor prime dictarum 
litterarum apostolicarum de verbo ad verbum . . . hoc modo: 

(Nun folgt die ohen Nr, 41 in einem Transsumpt B, Siegfrieds von 
Bildeskeim abgedruckte BuUe P, Bonifajs VIIL, ciber nicht, wie 
dort, mit pontificatus nostri anno octavo, sondem quarto.) 
Tenor vero secunde littere sequitur, et est talis: 

("vgl dben Nr. 60). 
In quorum fidem presens transsumptum per prefatum Tidericum notarium 
publicum subscribi nostrique sigilli appensione cum interposicione 
decreti de adhibenda fide huiusmodi transsumpto quantum valnimus 
iussimus roborari. 

Datum et actum Magdeborg in curia decanatus Magdeburgensis, 
sub anno domini millesimo quadringentesimo quintodecimo, indictione 
octava, die lovis, vicesima prima mensis Februarii, hora vesperorum 
vel quasi, pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri 
domini lohannis pape XXIII anno quinto, presentibus ibidem honora- 
bilibus viris dominis Borchardo de We(rbe)rge maioris et Matheo de 
Bedekin sancti Sebastiani, ecclesiarum Magdeburgeusium, canonicis 
testibus ad premissa specialiter vocatis. 

Tidericus Domenitz. 
(Nota/riatsiseichen.) 

Et ego Tidericus Domenitze, clericus Halberstadensis diocesis, 
publ. imp. auct. notarius, quia ffolgt die iibliche Notariatsformd). 
Urscihr. Wem, iheUweise zerrieben tmd schadhaft. 



1420. Juli 17. 73. 

Friedrich von Sd>exen schenkt von einem ihm gehorigen Drittd 
eines Hofs in der Neustadt Wernigerode ein halbes Loth jahrlich, 
und VMch seinem Ableben seinen ganzen Antheil an dem Hofe, 
dem Kloster Himmdpforten eur bessem Unterhaltung des Lichtes 
vor dem Grabe der EUem des Stifters, 
£k Fredrich von Zebechtessen bekenne in dessen breve openbar ^ 
vormek unde^ alle, de de^ mehre ansprake moghen hebben an mynen 



Nr. 73—75. a. 1420—1429. 153 

erve imde gnde, dat ek gheve anser leveD Vrawen tbo der Himmel- 
porten den dridden deel des hoies dede myn is, nnde tweu del des 
zulven hoves synt der parre synte Johannis in der Nygenstat tho 
Wemigherode, dar de ganze hof lyt, ande wyse se von Btunt au eyn 
half lot, dat mek alle jar geven Bchal Wilken Kok von dem zulven 
dridden dele des hoves dewile he levet. Zunder na 8ynen dode so 
schal dat deel des vorscreven^ hoves vry, ledich ande los nser leven 
Vrnwen tho der Himmelporten syn, eft se nicht eer kan en ende 
dreppen met den ehrghenanten Wilken Koke. Dyt j&rlike halve lod> 
ande na dem dode efte willen des Kokes den vullen egendom dfifies 
hoves, geve ek dem closter tho der Himmelporten, uppe dat de kuster 
desto bath m&ghe holden dat licht, dat dar hengbet boven myner 
elderen grave^ vor unser leven Vruwen. Dufies tho eyner tuchnisse 
hebbe ekgehenget myn ingheseghel an duBen bref. 

Na goddes bort verteinhundert jar in den twintesteghen jare, in 
synte Allexius dage des hilgen heren. 

Gedruekt: Mag. GattfHed Schiitze, DasLebendee Andreas ProleB. Leipzig 1744, 
fiO. s. 31, Nate 5. 

l)Sch,:Y]^nhax.—2)8ch.: un. — 3)5ic*:da. — 4)3ch,: Towcreven. — h)Sch.: Gue. 



1428. Jani 9. December 15. aiid U. Halberstadt 

and Erfiirt. 74. 

Der Archidiakon des Banns Qiiedlinburg als pdpsUicher Commissar 
in AppeUatianssachen des Klosters Drubeck gegen Heinrich Kensder, 
iratrem domus Porte Celi, ordinis heremitarum sancti Augustini, Halber- 
stadensis diocesis, citirt den letzteren und den Abt des SchoUenklosters 
zu Erfurt vor sich, als Bichter erster histanz zu erscheinen, Halber' 
stadt 9. Juni 1428 nebst dem Notariatsinstrument, ebendas, 15. December 
1428 iiber die^ geschehene Insinuation und der Ungehorsam^sbeschuldigung 
vom 24. Deceniber d. J. 

Vgl. Dmbecker Urkdb. 114. 8. 94- 97. 



1429. MSrz 9. Halberstadt. 75. 

Contumacialurtheil des Subdelegaten des pdpstlichen Commissars 
in AppellcUionssachen des Klosters Drilbeck wider Henricum 
Kentzeler (Keuseler), fratrem domus Porte Celi, ordinis heremi- 
tarum sancti Augustini, llalberstadensis diocesis, und letzte Vor- 
ladung dessetben bei Strafe der Eoccommunicaiion. 
Datum et actum Halberstad sub. a. dom. mill. quadringent. vice- 
simo nono, ind. septima, die Mercurii nona mensis Marcii, hora ve- 
speroram vel quasi, poutificatus sanctissimi in Christo patns et dom. 
nostri dom. Martini divina providencia pape quinti anno dnodecimo. 
Gedr. Driibecker Urkdb. 115. S. 97—99. 



154 Augustiner Einsiedlerklofiter Himmelpforteii. 

1430. Marz29. 76. 

Br, Hermann Zachariae, Prof. der Theologi^, Frovimial des 

AugtAstiner Einsiedlerordens in ThUringen, besdieinigt deni Kloster 

Driibeck die erfolgte Vergleichung und die gdeistete Entschddigung 

der Anspriiche Johann Kengelers, einesBruders seines Ordens (aus 

dem Convent von Himmdpforten), 

Datum anno domini M«CCCC°XXX°, die XXIX» mensis Martii. 

Mit dem Siegd des Provinzidls, abgebildet Taf. H, Nr. 14. Gedr. DrHbecker 
UrJcdb. 117, Seite 101 f. ' 

1432. October 31. Halberstadt. 77. 

Im Testamente des Heyso Vuncke, Scholasters beim Stift U. I». 
Frauen m Halberstadt werden u, A, fur die versdiiedenen Kloster 
m Hdlberstadt und Nachbarschaft verordnet, je I ferto . . . in 
Porta Celi apud Wernigerode, . . . inllsenburg, . . . inWaterlere. 

Datum feria sexta in vigilia omnium sanctprum, anno miliesimo 
quadringentesimo tricesimo secundo. 

In zwei Auafertigungen unter Stift b. Mar. Virginis Nr. 720 und 721 im 
koniglichen Staatsarchiv zu Magdeburg. 



1437. (Sept. 12?) 78. 

Gestattung des Ordensgenerals fUr das grossentheils ausgd^ran^tte 
Kloster Hitnmdpforten, Terminarien m den Seestddten m schicken. 

Conventus Portae Coeli, quia fuit magna ex parte combustus et 
alias ruinosns, potest mittere terminarios ad civitates maritimas. 

Vgl. Gompcnd. ex registris gen. archivi etc. cod. Jat. 842B der kgl. Hof- und 



Staat^ibl. zu MOmhen 8. 452, vgl. auch das. S, 434. Der vorhergehende Auszug ist 
vom 12. September d. J. — Die Seestddte der N. und O.-Seekiiste waren sanst das 
Terminirgdnet der Attg.- Einsiedlerconvente von Helmstedt und Osnabruck; vgl. 
Urk. V. domin. ante Margar. 1342 heiJ. Th. Lichtenstein ep. sexta observatt. histor. 
jurid. ex diplom. Helmstad. sistens. Bogen C. 3^ und 4\ Weiter ostl. hatte dann 
Anklam seinen Betielsprengel. 



1439. Janl 5. 79. 

Hennig Kemden, Stadtvogt m Wemigerode, hezeugt die von ihm 
an Gerichtsstdtte geschehene Stiftung von mer Pfund Wachs jahr" 
lich m einem Licht vor Unser lAeben Frauen Bild mr Himmd- 
pforte seitens des BUrgers Klaus Isenblas zu Wernigerode. 

Ik Hennigh Kemden, stadvoget to Wemigerode to der tyd, bekenne 
openbaren in dussem brefe vor alsweme, dat vor mek sin ghekomen 
in richtestad Ciawes Ysenblas, borger to Wernigerode, Alheyd sin 
elike husfrawe; unde de hebben dorch god unde salicheyt willen orer 
zeele an orem huse, dar se nu to der tid inne wonen, belegen twisschen 



Nr. 76—80. a. 1480—1439. 



155 



den hasen Luder Plokhorstes unde Hanses Vrolinges, gegheven veir 
punt wasses to eynem lichte, dat dar schal stan vor dem belde unser 
leven Frawen in dem clostere to der Hymmelporten , unde darsulves 
bemen in de ere unser leven Frawen, de se, ore erven iflFte de besittere des 
eirscreven huses den broderen des vorgenanten closteres reken unde 
geven willen unde schnllen alle jarlikes up sinte Michahelis dach to 
ewigen tiden ane jenigerley vorbrekinge, hinder, argelist unde al ge- 
verde. Unde dusses to eyner bewisinge , dat dusse gifft also vor mek 
geschen sy, hebbe ik Hennigh Kemden, stadvoget vorgenant, myn 
ingesegel witliken to orkunde an dussen breff gehenget laten. Dusser 
dingk sint tuge: Heyse Yrolingh, Hennigh bachten der kerken, Hinrik 
Demeborch. 

Unde is geschen na godesbort veirteynhundert jar in dem neghen 
unde drittigesten jare darna, an sinte Bonifacius dage des hilgen 
bisschuppes. 

Urschr. m. Siegd im Stadtarchiv zu Wern. Gedr. Zeitschr. d, Harzver. f. 
Gesch. u. Alterth-Kunde 5 (1872) S. 349. Die AUbild. d. Siegels das. S. 356, auch 
Taf. XIII, Nr. 93. Ueber dieses iat dort 354 ff. amfuhrlicher gehandelt. 



1439. JuU 25. 



80. 



Beinecke Schliiter, B. m Wernigerode, verkauft detn Kh Himmd' 
pforten eine Hufe und Wiese mm Steinbruch fiir 3 Mark Halberst 

Ik Reyneke Sluter, borger to Wernigrode, Ghese sin elike hus- 
frawe, bekennen in dussem opene brefe vor uns, unse erven unde als- 
weme, de dussen breff seen edder horen lesen, datwe redeliken unde 
rechtes kopes hebben vorkoft eyne hoy ve landes, Belegen to dem Steyn- 
broke, myt wisschen, de dar to hored, unde van der sulven hoyve 
to grasbleken worden sin, den gheystliken luden prioren unde bro- 
deren des orden sancti Augustini des closters to der Himmelporten vor 
dre mark Halberstedescher weringe, de uns vul unde al beredet sin. 
Unde we setten de ergnanten prior unde brodere des vorscreven 
closters in de hebbende, rawende, brukende were myt kraft dusses 
brefes, so dat se dat vorscreven land unde wissche schullen hebben 
leddich unde vry, alse we dat von Jacoppe Tegedere vor gekoft unde 
gehat hebben, utgescheden vyff schilling unde veir penninghe, de 
darane hefft de vicarius des altars sinte Peters in der kerken sinte 
Silvesters to Weraigrode alle jarlikes uppe sinte Mychels dach. Unde 
we vorlaten de ergnante hoy ve unde wissche vor uns unde unse erven, 
80 dat we, unse erven noch nemant van unser wegen dar nummer up 
saken willen noch en schullen. Unde dusses to eyner bekantnisse, dit 
stede unde vast wol to holdene ane alle geverde, so hebbe ik Reyneke 
Sluter, Gbese sin elike husfrawe, vor uns unde unse erven dussen bref 
gheven besegelt myt des stadvoghedes ingesegel to Wernigrode, des 
we hirto gebruken. Unde ik Hennigh Kemde, stadvoget to Wernig- 
rode to der tijd, bekenne in dussem sulven brefe, dat ik umme bede 






'ti' 



156 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

willen Reyneken Shitere, Ghesen siner eliken hofifrawen vorscreven, 
myn ingesegel witliken an dussen bref hebbe gehenget laten. Dnsser 
dingk sint tughe: Hennigh Ludegers, Curd van Munden, borgere to 
Wernigrode. 

Unde is geschen na godes bort veirteynhundert jar in dem ne- 
ghene unde drittigesten jare darua, an sinte Jacobus dage des hilgen 
apostolen. 

Urachr, auf Berg. im kgl, Staatsarchiv zu Magdeb. w. SiegeL S, Tafd XIII, 
Nr. 93. 



1439. 81. 

Mit GestaUung des Ordens tvoUfahrtd JBr, Heinrich zur Hirmnd- 
pforte nach dem heiligen Orabe, 

Theodericus de Salza visitat limina apostolorum et Heinricus de 
Porta Coeli sanctum sepulchrum. 

Compend. ex registris gener. arcbivi cod. lat 8428 der konigh Hof- u/nd Staats- 
bibl zu Mimchen S. 453. 



1449. Jull 15. 82. 

Kurt von SchwiedbeU d. A. be/seu^gt, da>ss zu der Zeit als er Stol- 
bergisdier und Schwarsbu/rgischer Amtmann und Marsdidlk auf 
dem Schlosse Wemigerode war, ein Streit zwischen dem Kloster 
Himmelpfortefi j^nd dem Deuischordenshause Langdn eines Ge^ 
holzes wegen zu Gunsten des ldztei'en entschieden sei. 

Ek Cord van Swichelt de elder bekenne openbaren in dussem breve, 
vor alsweme, dat by der tyd alse ek am nylksten van mynem gnedigen 
heren graven Boden van Stalberge unde graven Hinrikes van Swartzeborg 
de borg to Wemigrode inhadde unde dar or ampt(man) unde marschalk 
was, weren in unwillen unde twidraeht de prior unde de covent van der 
Hymmelporten unde her Egbrecht; hufikummenturer to Langele, van 
holtes wegin. Des so keme vor my de ersamen heren hem Fredericus 
van Polentz, lantkumture de(r) ballie to Sassen des dutschen ordins, 
hern Peygaw, hera Egbrecht vorgescreven und andere hern ors ordins 
myd bewisingen orer possessien des holtes, dar ek by vorbodet hadde 
myner gnedigen heren manschupp to Weraigrode unde den rad dar- 
sulves, de ek hebben konde. Do duchte uns unde vorn^men, dat de 
vorgescreven heren unde hern Egbrecht de rechtsten unde oldesten pos- 
sessien hedden; dat bracht ek Cord vorgescreven vor mynen gnedigen 
hern graven Boden vorgescreven. Darupp seyde myn gnediger here 
vorgenant, dat de vorgescreven heren uude hern Egbrecht dat holt an- 
greppen und des brukeden, went beyde heren van Stalberge unde 
Swartzburg se vor syk vorboden unde darover scheyden. Dusses to 



Nr. 81 -64. A. 1439 - 1458. 15? 

bekaDtnuNie hebbe ek myn ingesegel witliken gedrucket nedden upp 
dnsBen breff. 

Nba goddes gebord verteynhnndert dar na in deme negen unde 
vertiehsten jare, des sondages Viti. 

Ursehr, auf Fapier im grdfl. H.-Arch. zu Wem. Gedruckt.^ VogdU Gesch. der 
r. Schwicheldt. UrkundeMamml, 8. 187 nach cod. dipl. Schwich. vol. Yl, 458. 



1450. Mai 1. Zerbst 83. 

Bode, graye zcn Stalberg und zcu Wemigerade, hekennt, vom 
Kurfursten FHedrich und den Markgrafen van Brandenburg jsu 
Lehn zu iragen graveBchafiFt, sloss und stat Wernigerade mit aUem 
Zubehor mit den Klostem m- und ausserhaJb der Stadt gdegen 

mit allen gheistlichen lehen us den thnme zu sant Sil- 

yester, czn der Hemelpforten, ein monich doster, zu Ylsenburg 
ein monich closter und eptyge, das dorff Drttbeg mit dcm junc- 
yrowen closter darin, das dorf zn Wasserlehir mit dem jnnc- 
vrowen closter darinn, das dorf Langele und ein hoff dtltsch 
ordens darinn n. s. f. 

Gescheen nnd gegeven zn Czervest, am fritage sant Philippi und 
Jacobi tage nacb gots gebort vierzehnbundert und damach im fnmf- 
zigisten jare. 

Gedr. Gercken cod. dipl. Brand. 7, 350; Riedel, Nov. cod. d. Br. II, 4. 
483—435. V(fL auch daselbst den Lthnbrief v. 1. Mai 1451 (tco Himmelpforten^ 
a. a. O. 464^466. 



o. J. 1456—1458. M. 

Marinus von Fregeno, pdpstlicker Abgeordneter jsur Einsammlung 
der Almosen gegen die Tiirken, begnadet den R-ior Andreas Proles 
und die Brdder zur Himmdpforte mit Ahlass fur verschiedene 
FdOe. 

Universis et singulis presentes litteras inspecturis nos Marinus de 
FregenOy inris canonici peritus, subdiaconus Parmensis dyocesis, a sanc- 
tissimo in Christo patre et domino nostro domino Calisto divina pro- 
videntia papa tertio ad executionem indulgentiaram pro defensione 
fidei christiane contraThurcos per ipsum sanctissimnm dominum nostrum 
papam concessarum per regna et principatus Norwegie, Gocie ac Lit- 
phanie (I) nec non Meideburgensem Leopoliensemque provincias et dyo. 
ceses Bombergensem (!) et Monasteriensem civitates et loca necnon in 
nonnuUis aliis provinciis et diocesibus Germanice nacionis nunccius et 
coUector specialiter deputatus, notum facimus, quod devotus et reli- 
giosus vir frater Andreas Proles, prior fratrum heremitarum sancti 
Angnstini conventns Porteceli, pro se et fratribus suis, fratre Johanne 
TmeibnTg\ fratre Nicolao Melczer, Conrado Crupir, Hillebrando, Hen- 



158 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

rico, Erhardo, Hermanno, lohanne de CoUmbach, lohanne Orosman^ 
lodoco de Glogovia, Anthonio Hezeler, Erasmo, Meynhardo, lohanne 
Burchardi, Gotfrido, Henrico Wayner, Johanne Cupir, Johanne Francko 
et lohanne de Frankonia, lohanne Gk)Itpeck, Henrico^ et lohanne 
Montag predicto operi defensionis orthodoxe fidei, prout in conscientia 
sua asseruit, contribuit et in ioco ordinato reposuit, iuxta dictarum in- 
dulgentiarum tenorem. Eapropter quicunque sacerdos secularis aut 
regularis alias discretus, quem in confessorem elegerit, semel in vita 
ab omnibus peccatis et in casibus sedi apostolice reservatis necnon ab 
omnibus censuris ecclesiasticis absolvendi iniuncta sibi pro modo culpe 
penitencia salutari et aliis, que de iure fuerint iniungenda ac ei in 
mortis articulo omninm peccatorum suorum, de quibus penituit et con- 
fessus fiiit, plenariam remissionem concedendi auctoritate apostolica 
babeat facultatem, prout in litteris apostolicis aput nos repositis lacius 
continetur. 

Et sub ista forma || videlicet: in yita dominus noster Jhesus 
Christus dignetur te absolvere, et ego auctoritate sanctissimi domini 
nostri pape ac sedis apostolice in hac parte mihi concessa absolvo te 
ab omni sententia excommunicationis, suspensionis et interdicti a inre 
promulgatis necnon ab omnibus peccatis tuis confessis, contritis et 
oblitis. 

In mortis vero articulo || confessor addat: et remitto tibi omnem 
penam pro tuis peccatis in purgatorio tibi debitam, ac illam plenariam 
remissionem hac vice tibi impercior, quam ecclesia concedere solet 
omnibus Romam tempore iubilei yel cruce signatis ad recuperationem 
teite sancte tempore passagii generalis euntibus , in nomine «patris et 
jSlii et spiritus sancti« Amen. 

Et predictus confessor poterit commutare vota quecumque in alia 
pietatis opera, prout saluti animarum expedire viderit, ultramarino, 
castitatis et religionis ac Petri et Pauli Jacobique apostolorum votis 
dumtaxat exceptis. [Ad] quorum fidem et testimonium presentes fieri 
fecimus, sigilliqne nostri impressione muniri. 

Datum .... 

Urschr. Wem. unten an der Stdle wo das Siegel gehangen zu haben scheint, 
eingerissen. Da aber das Datum ima^usgefuUt geblieben ist, scheint auch dasDocu- 
metU nicht zuStande gekommen zu aein. Calixt IIL v. 1455 — 1458; Prdes wurde 
Prior Sept. 1456 , SchMgen, Lebensbeschr. d^ A. Prolea, Ossifiger, bihlioifh. Au- 
gustin. 719f. 

1) Cruczburg? 2) Hinter Henrico hat die Hdschr. ein punctum. 



1459. Januar 21. 85. 

Das Kloster Himtndpfortm quiUirt dem Aeltermunn Kofi Celies 
zu U. L. Frauefi in Wernigerade iiber 2^1^ Schill. jahrlichen 
Zinses vm Tile Herwigs Hause in der Burgstrasse. 

Wy brueder Anthonius Hesseler prior, brueder Johannes under- 
prior, brueder Erasmus procurator unde ander ghemene brudere des 



Kr. 8S. 86. a. 1459-1461. 159 

cloesters to der Hymmelporten , sunte Augastines orden, bekennen als- 
weme in doossen open breve, dat ons Cort Gelies, alderman^ onser 
liver Yronwen to Wemingbenrode , wael vomoucbt unde betaelt heft 
vor driddenhalben schillinc jarlicx tins, die wy vorghenomde brueder 
alle }ar badden up Tyel Herwiges huus in der Baerchstraten ghestaen 
beneden Hans CueuBhin^. Des to enem ghetuge hebbe wy onses 
elosters ingheseghel witliken an dussen brei ghehanghen. 

Na der bort Ghristi onses heren dusent IIH hundert dama in dem 
neghen unde veftighesten jar, des sondaghs na sunte Sebastianus dach. 

Vrschr. auf Peryament, deren Siegd nicht mehr vorhanden iat, in der Registratur 
27. Xf. Frauenkirche Nr. 3 in Wemifferode. Dass die van den gleichzeitigen einhei- 
mischen Hdscftr. abweichende Schrift dieser Quittung von einem niederldndiach- 
vldmischen Bruder im Kloster herruhrt, darauf acheinen Formen wie ons, onsor, 
betaelt, wael, yorghenomde br., jarlicx, ghestaen zu deuten, 

1) Hdschr.: anderman, urspr. vanderman. — 2) Cuensbin? 



1461. Mai 6. ^ 86. 

Der SUxdtvogt m Wemigerode bekundet die Schenkung der Spitals- 
wiese seitens der Frau Jirants von Oldenrode an das Khster 
Himmelpforten, 

Ik Ludeke Venstermaker, nu tho der tyd stadvoghet tho Wemingh- 
rode, bekenne in desseme apen breve, dat vor my ys gekomen in 
richtesstad unde gehegeder dynckbank Brant von Oldenrode unde 
Grete syne eelike husfrowe, de dar eynsamich unde eyndrechtich 
bebben gegeven unde geven in craft disscs breves den beren unde 
broderen unde deme kiostere tho der Hymmelporten van sonte Augustines 
orden' umme arer unde der de em tho behoret seelen salicheit in de 
ere godes unde unser leven vrowen der juncfrowen Marien mit wolbe- 
dachten unde ynnigen m5de van den guderen, de de vorgenante Grete 
heft von areme irsten echten unde rechten manne Heyneman von Orem 
saliger dechtnisse, eyn wiscb, de dar het de Spittales wysch in deme 
Knssingheholte, de dar het VI stukke by eynander liggen, unde de 
synt tegetvr^, unde U V2 morgen in deme Kussingheholte in dat norden, 
unde lUI morgen in deme Kussingheholte, der der II stoten up den 
wech, unde II theen over den wech; item III stukke uppe dem sulven 
wege na Vekenstede, belegen by deme acker des vorgenanten closters 
to der Hymmelporten ; item V stucke belegen baven der KIus to 
Bonnikenrode na Hilsenborch wart. Des. willen unde schoUen de vor- 
genanten broder des klosters der Hymmelporten der vorbenanten eer- 
liken vrowen Greten unde areme echten manne Brande von Oldenrode 
vorbenomet tho arer beyde lyve geven jarlikes tynses III verdinghe 
Halverstadischer weringhe uppe den neghesten pinghesten tokamende 
na deme date desses breves, unde dama alle pinghesten, de wyle 
dat der twyger eyn levet, unde to schote der herscop to Werninghrode 
IIU schill, unde to deme altar sunte Peters belegen in der kerken 



160 Augtisttner Sinsiedle^rklostof fiimmelpibrtetL 

sunte SilTesters tho Werninghrode III schiil. Ok wyllen unde sehollen 
de vorgenanten geistliken brodere des klosters der Hymmelporten unde 
alle &re nakamelinghe, wan de vorgenante Brant von Oldenrode edder 
Grete syne eelike husvrowe ergenant stervet^ began mit vigilien unde 
seelemissen gelik aren medebroderen , undc alle jar des dr&dden son- 
dages na pinghesten mit vigilien unde des mandages mit seelemissen 
began eyne ewyge dechtnisse vor de seele Heynemans von Orem unde 
dusser beyde Brant von Oldenrode unde Greten syner husvrowen unde 
alle der, de uthe deme slechte vorstorven synt. Dat dusse gyft unde 
gave unde inholdinghe desses breves vast unde wisse sy unde 
blyve, des to bekentnisse unde wisheyt so hebbe ik Ludeke Venster- 
maker, nu tho der tyd stadvoget tho Werninghrode, tho orkunde 
bevestiget unde besegelt dussen yegenwardigen bref myt myneme 
ingheseghele. 

Unde ys gescheen na goddes bort dusent jar verhundert jar in 
den eyn unde sestigesten jare, in deme daghe des hilligen apostolen 
unde ewangelisten sunte Johannis ante portam latinam. 

Urschr. im kdnigl. Staatsarch. zu Magdeb. mit Siegel Ludeke Venstermekers 
auf Taf. XIII, Nr. 96; vgl. auch zum Ilsenb. Urkdb. faf VII, Nr. 50. 



1462. Marz 30. Frltzlar. 87. 

Erzbischof Adolf von Maim iibertrdgt den Aebten von S. Peter 
und S. Jacob in Erfurt, soxme einer Beihe anderer Stiftsdignitarien 
in Thilringen, Grubenhagen und Hessen den von PapstJohann XXIL 
unteim 18. April 1317 mgleich mit den Erzbischdfen von Koln 
und Magdeburg erhaltenen Auftrag, die Atigustiner Einsiedler 
bei ihren Freiheiten, besonders hinsichtlich des freien Predigens 
und Beichteliorens, m schiitzen. 

Adolffus, dei et apostolice sedis gracia sancte Maguntine sedis 
electus et confirmatus, sacri Romani imperii per Germaniam archi- 
cancellarius ac princeps elector, conservator et iudex privilegiorum, 
iurium et libertatum fratrum ordinis heremitarum sancti Augustini per 
provinciam Thuringie et Saxonie una cum reverendis in Ghristo patri- 
bus et dominis Coloniensis et Magdeburgensis archiepiscopis a sede 
apostolica specialiter delegatns, religiosis sancti Petri et sancti Jacobi 
Scottorum in Ei-ffurdia abbatibus, necnon honorabilibus Erffurdensium, 
Fritzlariensium , Heiligenstadensium, Northusensium , Gotensium, Ejnn- 
becensium et Casselensium ecclesiarum prepositis, decanis, scolasticis, 
cantoribus atqne canonicorum regularium in Kaldenbom preposito, 
devotis nostris in Christo dilectis salutem in domino sinceram caritatem. 
Litteras recolende memorie domini Johanuis pape vicesimi secundi 
sub auctentico nos cnm ea qua docuit reverencia noveritis recepisse, 
quarum tenor de verbo ad verbum sequitur, et est talis: 



Nr. 87. 88. a. 1462. 1463. 161 

CFclgt die oben Nr. 45 abgedruckte Jitdle P. Johannes XXIl,, 

Avignon 18. April 1317.) 
Sed qnia || cognicioni et decisioni singnlarum causarnm, conventnnm et 
fratrum ordinis snpradicti prefate provincie, qne ad nos defemntnr et 
in fntnrum verisimiliter deferri possent, aliis arduis nostris et ecclesie 
nostre Maguntine negociis prepediti personaliter intendere non valeamns, 
de vestra et cuiuslibet vestrum legalitate confisi vobis et cuilibet 
vestrum committimus in hac parte vices nostras, auctoritate nobis 
eommissa mandantes, qnatenus in cansis quibuslibet, quas priores et 
fratres dicti ordinis provincie supradicte movent seu movere intendnnt 
quibuscumque molestatoribus et iniuriatoribus eorundem personis eccle- 
siasticis vel secularibus, pront requisiti fueritis per eosdem fratres vel 
alter vestmm fuerit requisitns, previa (monitione) procedatis seu alter 
vestmm procedat secundum ti-aditam a sede apostoiica nobis formam 
presentibus usque ad nostram revocacionem duraturis. In quorum omnium 
testimonium sigillum nostmm presentibus est appensum. 

Datnm in opido nostro Fritzlariensi , die vero penultima mensis 
Marcij, Hnno domini millesimo quadringentesimo sexagesimo secundo. . 

Nach einer sttllentceise i^erlOechten Urschr. mit heschddigtem lose beiliegendem 
Siegel von Chr. H. Ddim abgeschr., doch im grnfl. Archiv weder repertorisirt noch 
vcrhanden. 



1463. MSrz 11. 88. 

Bartold Tiben, Biirger gu Wemigerode, verhauft dem Khster 
Himmdpforten fUr 50 Schillinge tviederkduflich einen Zins von 
5 SchiHingen jahrlich m Michadis an seinem Hopfenland in der 
Keverlucht (ahgekilrzt). 

Ek Bartolt Tyben, borger to Werningrode, llse myn elike hus- 
frauwe, bekennen in dnsseme opene breve ..., dat we vorkofft hebben 
. . . vif schilling Halverstedescher penninge jarliker gulde an unseme 
hoppenlande, belegen in der Keverlucht twischen Henning Mesters 
hoppenberge unde Hans Gcrken, den geistliken brodem broder Johanni 
Doven prior, lodocus subprior unde deme ganczen conventu (!) to der 
Hymmelporten vor veftich scbillinge . . ., de de genante conventus 
ichteswaune hadde an deme huse, da nu tore tid inne wonet Wolter 
Woldigen. UDde de genante vif schilling tinUcs schal ik . . . edder 
de gebruker des genanteu hoppenlandes geven up Michaeles dach . . . , 
de wile de hobtsumme nicht affgelost en is. VorhehaU des Wiederkaufs 
bci viertdjahriger Kiindigung. Des to meher wissenheit . . . so hebbe 
ik . . . dussen breff gegeven vor mek unde myne [erven] den geistliken 
broderen to der Hymmelporten unde ore nakomelingen besegeJt mit 
des stadvogedes to Wernigrode ingesegel, des ik hirto bruke. Unde 
ik Henning Isenblafi, nu tore tiid stadvoget to Wernigrode, bekenne 
in dusseme sulven breve, dat ik umme bcde willen BartoltTiben uud 

OMchiehtMi. d. Pr. Sftchaen XV. 1 1 



162 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

Ilsen siner eliken hnsfranwen myn ingesegel witliken hebbe gehenget 
. . . benedden de schriflft dusses breves. 

Na der gebort Cristi unses heren veirteynhundert jar in deme 
dreundesestigesten jare, in sinte Gregorien abende des hilgen lerers. 

Urschr. Perg, m. Siegel (vgl die Ahb. Zeitsclw. d. H.-Ver. IIL 1870. 6.Siegel- 
tafel Nr. 10 u. S. 992 ff.) im Stadtarchiv zu Wem. Van aussen: littera de prato 
nomine Keverflucht V schili. cens. u. tvn 1 Hatidsclir. v. Etule d. 15. Jh.: Nimc 
Kuneken. 

1463. Septeinber 11. Heudeber, 89. 

Notariatsinstniment uher den Protest des Priors mr Himmdpforte 
gegen die geschehene Verpfdndimg des freien Klosterhofs jsu Heu- 
deber und Zeiigniss der dortigen Einwohner iiber die freie Eigen- 
schaft dieses Hofs. 

In nomine domini amen. Anno nativitatis eiusdem M<»CCCC*^LXIII°, 
indictione decima, die vero dominica, que tunc proxima erat festo 
nativitatis Marie in ipso mense Septembri, pontificatus sanctftsimi in 
Christo patris ac domini nostri domini Pii diva (!) providentia pape 
2\ anno eius V*», hora prima post prandium vel quasi, in curia pie- 
banie opidi Hadebere, dyocesis Halbirstadensis, in mei notarii publici 
ac testium infrascriptorum fide dignorum presentia religiosus pater ac 
dominus prior conventusPorteCeli personaliter constitutus cum comitiva 
sibi adiuncta a Qonventu; ad id accersiri fecit iuratos vel seniores 
prefati opidi Hadebere, sciscitabaturque ab eis, qua presumcione vel 
auctoritate inpignoracionem in curia ibidem situata sui prefati conventus 
libera, que communi vocabulo dicitur curia monachorum, fecissent, quod 
sibi videretur et de facto csset in derogacionem libertatis istius curie, 
que, ut a longo tempore notum esset, ab omni legali exactione, in- 
pignoracione , arrestacione servicioque domicellorum prorsus fuit aliena 
et exemta. Responderuntque accersiti iurati vel seniores prefati, nomi- 
nati Hans Hadeber, Hennink Bode ceterique, quorum intererat, quod 
hoc iocaliter, absque presumcione et absque uUa voluntate derogandi 
vel destruendi vel annichilandi vel minorandi prefate libertatis (!) actum 
sit. Et cum prefatus pater ac dominus prior diceret, se velle libertatem 
sue curie defensare omnibus modo, via iure, causa quibus id melioribus 
posset, quociens necesse foret, et ipsam eorum inpignoracionem factam 
omnino iuridice refellere, tunc ipsi prenominati iurati opidi Hadebere 
dixerunt, se scire non licere inpignoracionem in illa curia fieri vel 
quamcunque exactionem, nec umquam hoc actum inibi eis constare. 
Siquid nunc tamen ex inproviso et absque fallacia factum esset, hoc 
humiliter sibi peterent indulgeri, promittentes firmiter et sollempniter, 
quod numquam aliquid huiusmodi in posterum ab eis vel eorum succes- 
soribus fieri debeat; quod si attemptatum fuerit, penitus irritum et 
inane esse debeat et nuUius roboris vel momenti. Sicque amicabili 
conposicione prior ipse contentus supersedere se velle promisit^ sic 



Kr. 89. 90. a. 1463 1464. I6d 

qnod in postenun nichil simile fiat. Super quibofi oiuiiibns et singulis 
venerabilis prefatns prior et ipsi prenominati iurati me notarium infra- 
flcriptnm debita cum instancia requisierunt ac petierunt, ut sibi super 
predictis ac narratis, quociens opus fiierit et oportunnm, unum vel 
plura Gonficerem instrumentum vel instrumenta. 

Acta sunt hec in loco, anno domini, indictione, die, mense, hora, 

pontificatu quibus supra, presentibus ibidem discretis viris Hans Eale- 

meister, Conrado sacristano pro tnnc ibidem, ad hoc specialiter vocatis 

et requisitis in testimonium et fidem omnium et siogulorum premissorum. 

(Notariatszeichen,) 

£t ego Albertus Kovoit, clericus Halberstadensis diocesis» 
publicus imperiale (!) auctoritate notarins, qnia predictarum in- 
peticionibus et responsionibus aliarumque libertatum occasione 
unius curie opidi in Hadeber omnibnsque aliis et singulis premissis, 
dum sicut premittitur fierent et agerentur, nna cum prenominatis 
testibus"*presens interfui eaque sic vidi et audivi fieri, ideoque 
presens publicnm instrumentnm , me aliis negociis inpedito, per 
alium fidelem scribi feci, me subscribens exinde confeci et in 
hanc publicam formam redegi signoque et nomine meis solitis et 
consuetis signavi, rogatus et requisitus in fidem et testimonium 
omnium et singulorum premissorum. 

Urschr, unter Urkk. des Kl. Michaelstein im herzogl, Landeshawptarchive zu 
WolfenbOUd. 

1464. Septeniber 12. Wernlgerode. 90. 

Notariatsinstmment iiber die Schenkung der Milhle zu Goddeken- 
rode seitens des R^esters Henning Grauhose an das Kloster 
Himnielpfarten. 

In nomine domini anien. Anno a nativitate eiusdem millesimo 
qnadringentesimo sexagesimo quarto, indictione duodecima, pontificatus 
sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Pauli divina pro- 
videneia pape secundi, anno eius primo, die vero Veneris dnodecima 
mensis Septembris hora nonarum vel quasi in oppido Werningrode, 
Halberstadensis diocesis, in estuario sive stuba domus babitacionis mee, 
in mei, notarii publici subscripti, et testium infrascriptomm presencia 
personaliter constitutus honorabilis et deo devotus sacerdos dominus 
Henninghns Grahose proprio libitu et sponte, non vi vel dolo seu fraude 
aut quavis circnmvencione inductus, solo devocionis instinctn, eciam 
sane mentis et compos racionis, molendinum sunm, quod in Godeken- 
rode est sitnm, ob salutem anime sue et nomine testamenti venerabili- 
bus et religiosis viris priori et conventui Porteceli, ordinis fratrum here- 
mitarum sancti Augustini, prope dictum opidum Werningerode dedit, 
donavit donacione iusta et irrevocabili atque appropriavit, assignavit 
et pure propter deum delegavit ac omnibus melioribus modo, via, inre, 
stilo, causa et forma quibus potuit et debuit, ore et manunm stipnlacione 

11* 



164 Augiistiner Emsiedlerkloster Himmelpforteii. 

ad eos possessionem eius transtulit et ipse iuri suo et proprietati, quod 
• in dicto molendino habuit, totaliter absque excepcione plane etintegre 
cessit in remedium suorum peccatorum et anime sue . benedictionem, 
quam se prefatorum devotorum patrum interventu obtinere posse fideliter 
et firmiter presumpsit. Super quibus omnibus et singulis premissis a me, 
notario publico infrascripto, petitum fuit ab utraque parte, ut desuper 
unum vel plura publicnm seu publica conficerem instrumentum sen 
instrumenta, tot quot forent necessaria. 

Acta sunt hec anno, indictione, pontificatu, mense, diCi hora et 
loco quibus supra, presentibus ibidem strenuo Riprechto de Schyrstede 
et Henningho Waiter, oppidano Wernigerodensi ^ testibns ad premissa 
vocatis pariter et rogatis. 

(N(karicUs0ei€hen.J 

£t ego lohannes Gerwer, clericus Maguntinensis diocesis, sacra 
imper. auct. notar. publicus, quia etc. (gewohnliche UnterschriftS' 
formel). 

Urschr. auf Tergam. im Stadtarchiv m Wei'nigerode, 

1) oppidafi Wemigeroden. 

1465. Jonl 3. Parma. 91. 

Der Generalvicar des Augusiiner Einsiedlerordens gestaUet deni 
Provinziai der Sdchsischen Provinz u. A,, die aus den Conventen 
eu Magddmrg und Rimnielpforten austretenden Briider in jeden 
Gonvent der reformirten Observanz aufmnehmen, in den sie ein- 
mtreten umnschen (Auszug), 

Concessimus fratri Henrico Modege, provinciali Saxonise et bacca- 
laureo formato, quod quater in anno posset concedere authoritatem 
nostram omnibus fratribus sua3 provinciae, qua possent absolvi ab omni* 
bus peccatis suis, sicut concessimus patri Joanni de Dorsten, bacca- 
laureo formato, quod valerent soscipere in universitate Erfordiensi 
insignia magistralia. item concessimus eidem licentiam collocandi 
quoscunque fratres recedentes de conventu Magdeburgensi et Porta 
Coeli incorporandi authoritate nostra in quocunque conventu de obser- 
vantia eis visum fuerit oportuuum; etiam, ne studium Magdeburgense 
pereat, coucessimus eidem super predictum conventum et super fratrem 
Andream Proles lectorem. 

Datum Parmse, [a. d. 1465] 3. Junij. 

Excerpta ex registris vic. gener. cod. lat. 8423, S. 458 auf der Uof- und Staats- 
bQjHothek zu Munchen. 

1465. Junl 12. Himmelpforten. 93. 

Andreas Proles, Vicar der Augustiner Einsiedler von der Obser- 
vanz in Sachsen, nimmt das Jungfrau^Jdoster Demdmrg, Diocese 
Hildesheim, in die Brilderschaft der Kloster seines Vicariats auf. 



Nr. 91-93. a. 1466. 1466. 



165 



Frater Andreas Proles, ordinis fratmm heremitaram sancti Au- 
gustini, leetor sacre pagine, vicarius observancie regularis in Saxonia 
immeritus, dilectis sibi in Christo venerabili domine abbatisse, priorisse 
ac toti conventui monialium in Demborch, dyocesis Hildesemensis, 
salutem dc per virtutum incrementa vitam et gloriam consequi sempi- 
ternam. Gum iure divino lex mutue karitatis omnibus generaliter nos 
obliget, illis tum quorum erga nos ordinemque nostrum mayoris kari- 
tatis devocionisque certis indiciis experimur affectum nos merito 
peramplius reddit obligatos, hinc est, quod exigentibus vestre devo- 
cionis meritis, quam ad nos nostrnmque ordinem geritis, recipio vos ad 
contratemitatem nostram, plenam vobis mei vicariatus conventuumi 
presentium tenore concedens omnium spiritualium bonorum participa- 
cionem in vita pariter et in morte, videlicet missarum, oracionnm, 
ieiuniorum, vigiliarum ceterorumque exerciciorum spiritualium, que per 
fratres nostrorum conventuum operari dignabitur clemencia salvatoris, 
addens de gracia speciali, ut cum obitus uniuscuiusque vestrum, quem 
dominus deus felicem faciat, conventibus predictis fuerit intimatus, ea 
pro vobis fiant, que pro nostris confratribus et consororibus fieri statuit 
nostri ordinis constitutio generalis. 

Datum in Porta Celi, anno domini M<>CCCC®LXV*<>, in vigilia cor- 
poris Christi, nostri vicariatus ofBcii sub sigillo. 

Urschrift auf Berqament mit anhangendem paraboUschem griinem Wachsaiegel 
tmter Kl. Derneburg Nr. 127 im konigl. Staatsarchiv zu Hannover. Van ausser- 
halb gleidizeitige Aufschrift: In Porta Celi. Das Siegel s auf Taf. II, Nr. 15, 

1) Die Hdschr. hat zw. yicariatus und conYentuum^ ein dem i ahhliches 
Zeichen, d<i8 vielleicht ein f (slve) Jiat werden sollen. 



1466. August 6. Magdeburg. 93. 

Johann, Erzhischof von Magdeburg, iibertrdgt den seinen Vor- 

gdngem von P. Johann XXU. ertheilten Auftrag, die Augustiner 

Einsiedler Thiiringens und Sa^hsens hdrn Predigen, Beichtehoren 

und Ahsolviren gegen ihre Widersacher zu sMtzen fvgl. oben 

Nr, 45) an mehrere Hoch- und Collegiatstifter, Aebte und Propste 

In ThUringen. 

Johannes, |i dei gracia sancte Magdeburgensis ecclesie archiepisco- 

pus, primas Germanie, comes palatinus Reni et dux Bavarie, iudex 

et conservator iurium, privilegiorum, libertatum, rerum et personarum 

venerabilis ac religiosorum virorum prioris generalis et fratrum ordinis 

sancti Augustini heremitarum per provinciam Thuringie et Saxonie 

constitutorum a sede apostolica una cum nonnullis aliis nostris in hac 

paite collegis cum clausula qnatenus vos vel duo aut unus vestrum per 

vos vel alium seu alios specialiter deputatus, venerabilibus patribas 

sancti Johannis baptiste in Monte extra muros Magdeburgenses, 

sancti Michaelis Hildensemensis , sancti Georgii Nuemburgensis sancti 

Petri Merseburgensis, sancti Egidii Brunsv^icensis, Halbirstadensis, 



166 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

sancti Michaelis LuDeburgensis, Verdensis, et sancti Petri Erfinrdensis, 
Maguntinensis diocesinm monasteriorum abbatibus, necnon venerabi- 
libus et honorabilibus yiris dominis Magdeburgensis, Maguntinensis, 
Halbirstadensis , Hildensemensis, Verdensis, Lubicensis, Swerinensis^ 
Mindensis, Padebumensis, Havelbergensis , Brandenburgensis , Merse- 
burgensis, Nuemburgensis, Missnensis, Caminensis, Razeburgensis, Lubu- 
censis ecclesiarum cathedralium sancti Sebastiani, sancti Nicolai Novi- 
fori, beatorum Petri et Pauli Magdeburgensis , sancti Bonifacii, sancti 
Pauli, beate Marie Halbirstadensis, sancte Crucis, sancti^ Andree, sancti 
Mauricii Hildensemensis, sancti Asscharii et sancti Willehadi Bremen- 
sis, sancti Andree Verdensis, sancti Martini et sancti Johannis Minden- 
sis, sancti Sixti Merseburgensis civitatum, sancti Nicolai Stendalensis, 
Halbirstadensis , sancte Marie et sancti Severi Erffurdensis, sancte 
Crucis Northusensis, beate Marie et sancti Alexandri Embeccensis, 
sancti Blasii et sancti Ciriaci Brunswicensis, Hildensemensis, sancti 
Thome Lipczensis, Merseburgensis, et sancti Bartolomei Czerwestensis, 
Brandemburgensis diocesis ecclesiarum collegiatarum prepositis, de- 
canis, thesaurariis, scolasticis, cantoribus, archidiaconis camerariis 
necnon ecclesiarum cathedralium predictarum canonicis, qui presen- 
tibus nostris litteris fuerint requisiti, ac unicuique eorum, qui eisdem 
fuerit requisitus, salutem in domino et nostris huiusmodi, ymmoverius 
apostolicis iirmiter obedire mandatis. Litteras felicis recordacionis 
Johannis pape vicesimi secundi, eius vera bulla plumbea in cordula 
canapi impendente more Romane curie bullatas sanas et integras, non 
viciatas, non cancellatas, non abrasas neque in aliqua sui parte su- 
spectas, sed omni prorsus vicio et suspicione carentes nobis pro parte 
prefatorum prioris generalis et fratrum ordinis et provincie pretactorum 
coram notario publico et testibus infrascriptis presentatas nos cum ea 
qua decuit reverencia noveritis recepisse huiusmodi sub tenore: 

(Es folgt die obm Nr. 45 gedrtickte BuUe P. Johanns XXII. 

vom 18, April 1317 J. 
Post quarum || quidem litterarum apostolicarum presentacionem, recep- 
cionem nobis et per nos ut premittitur, factas, fuimus pro parte memo- 
ratorum prioris et fratrum ordinis sancti Augustini heremitarum dicta 
cum instancia requisiti, quatenus ad execucionem earundem et in eis 
contentorum iuxta in ipsis nobis traditam formam procedere dignare- 
mur. Nos vero arduis nostre ecclesie prepediti negociis earundem 
execucioni ad presens intendere non valentes, de vestra circumspectione 
et providencia singulariter in domino confidentes, vobis et unicuique 
vestrum premissorum insolidum committimus plenarie vices nostras, 
donec ad nos duxerimus revocandas, vobis et cuilibet vestrum in virtute 
sancte obediencie mandantes, quatenus in omnibus et singulis causis 
et negociis dictorum prioris et fratrum in preinsertis litteris conten- 
torum iuxta traditam seu directam vobis formam procedatis ac ipsis 
priori et fratribus efficaci defensionis presidio assistatis, litteras ipsas 
et in eis contenta fideliter exequendo, non permittentes eosdem contra 



Nr. 94. a. 1467. 



167 



ipsornm privilegiorum et libertatum ac litterarum tenorem per quos- 
cumque indebite molestari, et si contingeret nos in aliquo post com- 
missionem nostram huiusmodi preinsertarum litterarum vigore procedere, 
de qno nobis potestatem omnimodam reservamus, non intendimus 
propterea commissionem nostram huiusmodi in aliquo revocare, nisi 
de hoc specialem in nostris litteris fecerimus mencionem , nec per 
conmaissionem ipsam nostris in hac parte quoquomodo preiudicare 
coUegis. 

In quorum || omnium et singulorum iSdem et testimonium premisso- 
rum presentes nostras iitteras exinde fieri et per notarium publicum 
infrascriptum subscribi et publicari mandavimus nostrique sigilli ius- 
simus et fecimus appensione muniri. 

Datum et actum in aula nostra Magdeburgensi , sub anno a nati- 
Titate domini millesimo quadringentesimo sexagesimo sexto, indictione 
qnartadecimay die vero Mercurii, sexta mensis Augnsti, pontificatus 
sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Pauli divina pro- 
yidencia pape secundi anno secundo, presentibus ibidem honorabilibus 
viris Valentino Spieser, canonico beate Marie virginis Coswicensis et 
Hinrico Salomonis, laico Magdeburgensi , testibus ad premissa vocatis 
specialiter et rogatis. 
(NotaricLtszeichen.) 

Et ego Bemardus Bekerer, clericus Osnabrugensis diocesis publi- 
cus apostolica et imperiali auctoritatibus notarius, quia huiusmodi 
litterarum apostolicarum presentacioni, recepcioni, requisicioni, sub- 
delegacioni et potestatis dacioni aliisque premissis, dum sic, 
ut premittitur, per prefatum reverendissimum in Christo patrem 
dominum lohannem archiepiscopum , primatem et conservatorem, 
ac coram (?) et fierent et agerentur unacum prenominatis testibus 
presens interiui easque sic fieri vidi et audivi, ideo presens publicum 
instrumentum manu alterius fideliter conscriptum exinde confeci, 
subscripsi et in hanc pnblicam formam redegi, signoque quo 
auctoritate apostolica predicta utor et nomine meis(!) solitis et con- 
suetis unacum eiusdem domini archiepiscopi , primatis et con- 
servatoris appensione sigilli signavi et communivi rogatus et re- 
quisitus in fidem et testimonium omnium et singulorum premissomm. 

Urachr. Wern. Das Siegel ist nicht inehr vorhandeti. 
1) Hdschr.: sancte. 




1467. JuU 25. Nttrnberg. 



94. 



Der Ccirdinalpriester Feter, als papstlicher Legat in DetUschland, 
bestdtigt den Augustiner EinsiedlerMdst^em zu Magdehurg, Himnielr 
pfarten, Dresden, Waldheim und Nilrnherg das InduU Papst 
Eugens IV., nach welchem jene Convetite als eine hesondere refor- 
mirte Kiirperschaft unter einem sdhst m wdhlenden Vicar aner- 



168 Augiistiner Einsicdlerkloeter Himinelpfortcn. 

katifU tverden und nur noch durch den General mit deni Ge- 
samnUorden in VerUndung bleihen, Transsumirt vom AU zu 
S, Egidien in Nilmherg, August 17, 1474, 
Petrus uiiseratione divina tituli Bancti Yitalis Bacrosancte Romane 
ecclesie presbiter cardinalis et sancte apostolice sedis permissione epi- 
scopns Augustensis ac per universam Germaniam de latere legatus ad 
perpetuam [rei memoriam. Digna exauditione vota humilium personarum 
maxime divinis laudibus sacreque observancie deditarum benigno nos 
convenit favore persequi ac hiis, que propterea lacta fuere, ut illibata 
persistant^ libenter, cum a nobis petitur, apostolicam volnmus adjici 
muniminis iSrmitatem. Sane pro paiie dilectorum nobis in Christo vicarii, 
priorum et fratrum domorum Magdeburgensis, Porte Celi, Dresdensis, 
Waltheimensis et Nurembergensis, ordinis fratrum heremitarum sancti 
Augustini provincie Saxonie, oblata nobis petitio continebat, quod 
dudum frater^ reverendissimus Eugenius papa 1111*'*« ad petitionem 
generalis dicti ordinis prioris, fratris Gerhardi de Arimino, vicarii et 
fratrum dictarum domorum ipsas domos univerint inter se, ut in eis 
una ac uniformis esset observantia, sub uno singulari pastore, vicario 
videlicet generalis, conservata. £t ne in futurum inter fratres irregu- 
lariter viventes aliqua fieret dissensio seu immutatio, idem papa Euge- 
nius dictas domos ab aliis domibus predicti ordinis exemit et separavit 
ac exemptas et separatas esse voluit, statuens et concedens, quod 
vicarius et priores, fratres et domus^ predicti nulli nisi soli generali 
ordinis essent subiecti, ac quod priores et fratres plenariam haberent 
vicarium inter se eligendi facultatem ac eo electo ipso facto censeatur 
et esset^ confirmatus. Deinde frater reverendissimus Pius papa secundus 
attendens premissa sancte et religiose fore concessa, ex speciali dono 
gratie premissa confirmavit^ ac dictam domum fratrum Nurinbergensem 
prefatis domibus sedis apostolice associavit^ et ut privilegiis et exemp- 
tionibus, quibus prefate domus gaudentur(!), ipsa domus Nurinbergensis 
pariter gaudere posset et deberet, unde sic^ eadem petitio subiungebat, 
predicti vicarius, priores et fratres domorum prefatarum f }rmidant unio- 
nem, ordinacionem , confirmacionem et observanciam predictas non- 
nunquam per cuiuspiam hominis false*^ suggestionis calumpniam dilabi 
aut immutari posse. Nobis itaque humiliter supplicari fecerunt et 
devote, quatenus super premissis robur nostre firmitatis adjicere appro- 
bareque unionem huiusmodi, quatinus iam et deinceps semper unite 
esse debeant domus prefate ac vicario predicto, si aliquis ex domibus 
pretactis ab^ unione huiusmodi recedere presumeret, an^ forsan iam 
recessisset^o^ facultatem coercendieundemi^, etut adunitatem prefatam 
rediret*2, per censuram ecclesiasticam compellendi cum invocacione 
brachii secularis atque eidem vicario omnes auctoritates et iuris- 
dictiones pro se in fratres ac domos predictas, quam generalis ordinis 
in fratres tocius ordinis solitus est habere ^^. Kursus, ne ob unius ovis 
morbidi casum unionem domorum prefatarum dissolvi et illam perire 
contingeret, prioribus dictarum domorum, in ipsum vicarium, si tamen 



Nr. 94. a. 1467. 



169 



circa premissa delinqueret , similem cohereeiidi potestatem, quatinus 
nuili conventui aut alicui ex fratribus seu vicario domorum predictarum 
alicui alteri sub privilegiis et unione privatis non viventi, minime 
subire liceat sine licencia sancte sedis apostolice speciali. Generali 
tamen ordinis licita omnia^^ sunt regnlari observancie commoda precipienti 
excepto, necnon et si dictis vicario et prioribus instituende aut con- 
servande regularis vite gratia conventus aliquis ordiuis afferetur, libere 
recipere ac inter alias iam habitas in unione eorum domos sicut 
unam ex eis per omnia retinere atque possidere, ac alia pro firmiori 
subsistencia premissorum gratiose dare et concedere dignaremur. Nos 
vero cupientes, ut ordinibus et personis religiosis deo iugiter famulantibus 
in suis necessitatibus occuratur, et ut fratres ac persone presertim sub 
regulari observantia degentes oportune tueantur, supplicacionibus huius- 
modi tavorabiliter inclinati, unionem, separacionem, exempcionem ac 
singula et omnia premissa auctoritate legationis nostre, ymmo verius 
apostolica, confirmamus, approbamus et ratificamus ac concedimus et 
robur perpetue firmitatis adicimus per presentes, volentes et mandantes, 
ut omnia et singula premissa, sicut petita existunt, fiant et inviolabiliter 
ac inconcusse pemianeant ac persistant, constitucionibus et ordinacioni- 
bus in contrarium facientibns non obstantibus quibuseunque. In quorum 
fidem (et) testimonium premissorum presentes litteras exinde fieri 
Dostrique sigilli maioris iussimus et fecimus appensione communiri. 

Datum Nurinberge, Bambergensis dyocesis, anno domini 
M*^CCCC<*LXVII^, vicesima quinta mensis lulii, indictione quintadecima, 
pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Pauli 
divina providentia pape secundi anno tercio. 

£t nos lohannes, divina miseracione abbas monasterii sancti Egidii 
Nurinbergensis, Bambergensis dyocesis, ordinis saneti Benedicti, ad 
universorum noticiam deducimus per presentes, quod originales litteras 
autenticas suprascripti tenoris reverendissimi in Cbri8to patris et domini, 
domini Petri miseracione divina tituli sancti Vitalis sacrosancte Romane 
ecclesie cardinalis etc, eius sigillo vero itcm recognito^ in cordula 
rubea appendente debite sigillatas, sanas et integras, non caneellatas, 
non abrasas, nonabolitas, sed omni prorsus vicio et suspicione carentes ^^ 
vidimus et perlegimus, transscribi et exemplari fecimus de verbo ad 
verbum, nil adiciendo vel deponendo. In quorum omnium et singulorum 
fidem et testimonium premissornm sigillum abbatie nostre presentibus 
est appensum. 
DaturaferialV^postassumpcionisMariejannodominiMoCCCC^^LXXIVi^. 

Nach dtm Copiar. 154 (Urkunden des Atigustitier-Einsiedlerklosters zu Erfxvrt), 
Bl. 104 f. im koniyl. Stautsarchiv zu Magdeburtj. 

l)patcr? — 2) rb/wa/ft.idomos. — 3) ^6sc^r.: consecretur otes^c. — A) Ahschr,: 
confirmaverit. ~ 5) associaverit. - 6)»SY. ut? - 7) fle. — Sj^^sub. — 9) aut? — 
10) <S*. recessisse. — 11) C<>pi«Z/>. ; eandem. — 12) St. redire. — 18) Verbum finitum 
fehlt. — 14) I>i€ Hdschr. cia, liell. statt oia. — 15) Cbjnalb.: carentibiis. — 
16) Ixxl. 



II 



L^ 



170 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

1469. September 18. 95. 

Das Kloster Ilscnhurg erldsst dem Augtistiner Einsiedlerkbster 
Himmelpfoien um Gottes willen und im Hinhlich auf die ArmuHi 
der Briider, sowie wegen ihrer Frommigkeit auf dreissig Jahre 
den Zehnten von einer Hufe m Darlingerode, 

Anno domini millesimo qnadriDgentesimo nono, feria secanda pro- 
xima post feitam exaltationis sancte crucis. 

Gedruckt lUenb. Urkundenb. 337. 



1469. October 30. 96. 

Nos fratres Andreas Pordener prior, Andreas Proles sacre theolo- 
gie lector, lodocus supprior, Meynhardus sacrista, Laurencius 
procurator totusque conventus Porte Celi, ordinis fratrum here- 
mitarum sancti Augustini, hekennen, dass ihnefi das Kloster 
Ilse^iburg ihren mr Zeit von Claus Steffetis m Darlingerode 
(Dervelingerode) hewohnten Hof auf dreissig Jahre von jeder 
Zehntforderung hefreit habe. 

Anno domini millesimo quadringentesimo sexagesimo nono, secunda 
feria post Symonis et Jude. 

Gedr. Ilsefib. Urkdb. 338; vgl auch iiher den Zelinten und deti in einen Schaf- 
stall verwandelten Hof d)ds. 339. 



1470. August 20. 97. 

Heinrich, Graf m Stolberg und Wernigerode, gibt dem Khster 
Himmelpforten das Eigenfhum des ihm vom Ritter Hans Knut 
aufgelassenen Gelwlzes, des Stapenhergs an der Benziit^erodischen 
Grenjse, vor dem Hull. (Ahgekurzt) 

Wyr Henrich von gots gnaden grave unde herre zu Stolberg unde 
Werningerode bekennen . . . ., das der gestrenge her Hanns Knuth 
ritther uns eyn geholcze genand der Stapenberg, das gegen dem uff- 
gange der sonnen stost an Cord Cleynehentzen holcz ober Benczenge- 
rode, noch dem nedergange an das holcz, das Hennig Wrobbeck von 
unsz zu czinse had uff desze cziid, gegen dem mittage an die 
Benczengerodische gemeyne, noch der mitternacht an der selwigen 
geraeyne vor dem Huile, das er von unsz zu lene had gehad, uffge- 
losszen had unde demutiglich gebeten, wyr wollen das leyen den 
brodern zu der Himmelpforten, wenn sie eczliche jorgedechtenisz halden 
sullen syner eldern, syner unde syner hawszfrawen unde andern, den 
er es phlichtig is selen zu troste unde selikit in czael unde uff czyten , 
als der briff inneheld, den sie em dorober gegeben han, so habe wyr 



Nr. 96-98. a. 1469. 1470. 171 

salche syne vorczeyiinge nnde nfflosnnge angenomen unde nmme 
snnderlicher gnnst wil, die wyr zu der ere gotis, der junckfrawen 
Marien nnde desz groszen lerers sancti AuguBtini zu den eegenanten 
bmdem nnde closter haben, unser selen zu selikit, troste unsern vorfam 
nnde wolfard unser erben, erbnemen unde nochkommenden eyn sulch 
beromet holcz den brudera — gelegen, gegebin, geegent unde gefryet 

zn der ere godis unde yrer notdorft zu gebrauchen. 

Noch der geburd unsers hera Jhesu Cristi tusent vierhundert, dor 
Doeh in dem sebenczigisten jore, uff montag noch unser lieben Frawen 
tag worczewyunge. 

Urschr. Wem.. Das angehdngte, in gelbes Wachs eingelassetie , grdfl. Siegel in 
grunem Wachs, «. Taf. XI, Nr. 71. 



1470. November 5. 98. 

Heinrich Graf zu Stolberg utui Wernigerode schenkt dern Kloster 
Uimmdpforten eur Begehung des lestes der Himmelfahrt Mariae 
einen Hof mit Zubehor in Darlingerode. 

Wyr Henrich von gots gnaden grave unde herre zu Stolberg unde 
Weraingerode bekennen in desem unserm uffin brife vor nns, unser 
erben, erbnemen unde nachkomenden vor alle den, die en sehen adder 
horen leBen, das wyr etzliche czyd in willen unde vorsacz gewest seyn, 
einen tag in dem jore zu bestellen , in dem man mit tageczyten, missen 
nnde herlichkit, die dorzn gehord, begeen snlde die himnielfard unser 
iiben Frawen inmosen als das geschijt uff den tag, der dorzu von der 
hilgen kirchen nszgesactzt unde bestetigit is, umme sunderlicher gnaden 
unde trost wil, den wyr vor uns nnde die unsera hoffinde seyn von 
gote dorch yre vorbethe nnde vordinst, das wyr denne nn zu ende mit 
der hulfe gotis brocht haben, wenn die geistlichen unser besundere 
lieben andechtigen prior unde gancze sammenunge zu der Ilimmel- 
pforten, Augustiner orden, sich unde yrer nochkommelinge dorczu 
gegebin, vorphlichtigit unde vorbnnden haben zu ewigen czyten zu 
halden gode nnde der muter godis zu eren unde nns zu willen, nemlich 
nff den sonnabend neest vor Galli als der brif geczeugit, den sie uns 
dorober gegebin han, so habe wyr snlche yr gudwillikit angesehen unde 
eynen hoff mit VU V2 morgen landis zu Derbelingerode by dem tyche, den 
sie gekouft haben von Claws Stephans, dor von man vormols VI schillinge 
Halbersteticher (!) were gemeniglich geschost hat, unde der herschaft 
zu Weraingerode hofedinst eczliche tage gethon had, gelegen, gegebin, 
geegent unde gefryet, lyen, geben, egen unde frihen in craft disz brifes, 
das sie desz fryhe, ane allen dinst, schosz unde beswerunge, wy man 
die nennen mag, zu irem nutcze mit aller freiheit an weide unde holcze 
gebrauchen mogen durch ir egene brudere, donaten adder audere, die 
sie doruff setczen werden zu ewigen czyten. Deses unsers lehens, 
goben, egunge unde fryunge zu bestetinge unde uffinbarer bewysunge 



172 Augustiner Emsiedlerkloster Himmelpfortcn. 

habe wyr desen briff geheseD niit nnsemi anbengenden segil be- 
kreftigen. 

Der gegebin isz noch der gebord nnsers heren Ihesn GriBti tusand 
vierbundert dornoch in dem sebenczigisten jore, uff montag noch 
Omniam sanctorum. 

Urschr. a. Perg. mit anhangendem Siegel (vgl. Siegdtafel XI, Nr. 71) im konigl 
Staatsarchiv zu Magdeburg. 

1470. Deceiuber 21. 99. 

Der Prior zur Uimmdpforte hesiegelt eine Urkun^de, durch wekfie 
Clawes Amdesm Ueudd)er und dessen Frau Myge dem Kapitd zu 
S. Georg und Silvester zu Wernigerode an ihrem Haus und Hof 
zu Heudeber wnd an einer Hufe Landes daselbst wiederkdnflidh 
eine halhe Mark Hdlherst fUr fiinf Mark verkaufen, Der Sdduss 
lautet: 

Des to bekantnisse unde merer wissenheyt bebbe ek Clawes 
Arndes mit den mynen yorgescreven gebeden den werdigen heren em 
Andreas Bordener, prioren tor Hymmelporten, umme sin ingesegel, 
alze unsen oversten perner. Unde we Andreas Bordener, nu tor tyd 
prior tor Hymmelporten , bekennen in dusseme open breve, dat we 
umme bede willen Claus Arndes unde der synen unse ingesegel wit- 
lik('n hebben gehenget laten an dnssen bref. 

Na der gebort Christi unses heren veirteynhundert dar na in 
deme seventestigen (!) jare, ame dage sinte Thome des hilgen apostolen. 

Urschr. o. Papier Nr. 114 der Urkk. des Oberpfarrarchivs zu Wem. Das an 
PergamerUsstreifen angehdngt gewesene Siegel ist nicht mehr vorhanden. 



im. Januar 8. 100. 

Auf Bitf^i des Raths zu Wemigerode iibernehmen di^ BrMer 
zur Himmdpforte, so lange sie dazu geeignete Perso^ien im Kloster 
hahen, eine Sonntagnachmittagspredigt zu S. Nikolai, ausser ihren 
geicdhnlichen SUitio^ien. 

We borgermestere unde radmanne der stad Wemingrode bekennen 
in dissem open breffe vor alsweme, dat we bidden unde gebeden hebben 
de werdigen heren priorem unde innigen brodere des closters to cler 
Hymmelporten, unse leven neybere unde frunde, umme de sermone 
unde predekinge in unser stad to sinte Niclause ame sondage des 
namiddages boven ore r^chten stacien to dondene. Dcr gotliken bede 
to der ere goddes unde unscr sclen salicheit se uns denne gecwidet (!) 
hebben unde deme gerne also don willen, de wile se in oreme closterc 
nochhaftige personen darto hebben undc wol don kunncn; unde doch 
also darby, dat se eyn sodent willen hebben in orem fryen willen. 
lcht one dar wes wanes ane worde, dat se des nicht don konden 
edder en wolden, so enschulle we edder unse nakomen nocb nemant 



Nr. 99-102. a. 1470— 147S. 173 

anders Tor recht van one dat essclien edder hebben. Disses to vor- 
dere bekentnisse hebben we dissen open breflf one gegeven met unsem 
ingesegeley dat we to orknnde benedden ander disse scriit hebben 
laten drucken. 

Ame dinsedaghe na epyphanie, anno domini etc. LXX primo. 

Gleichzeitige amtliche Abschrift im Copialb. Yd 6, BL n' auf grafl. Bibliothek 
zu Wem, uAersctvrifti vordracht met den Hymmelporteren. 



1471. DeeemberlO. 101. 

Siman Uesse verkauft dem Kloster Uimmdpforien einen Vierding 
jahrlidh an sdnem Uaitse zu Strobeck, 

Ek Syeman Hesse bekenne openbar in dussem breve vor meck 
nnde vor myne erven, dat ek vorkofft hebbe nnde in crafft dusses 
breves vorkope den geystliken heren to der Himmelporten by Wernig- 
rode belegen eynen ferdingk geldes jarlikes tinfies in myneme huse 
nnde hove to Strobeke vor verdehalve marck Halberstedischer weringhe, 
de se my vomoghet hebben, unde schal der sulven weringhe den 
ferdingk jarlikes tinfies upp Martini deme prior effle closter godliken 
vornoghen mit solkem underscheyde, so wan ek wil, so mach ek den 
ferdingk wedder affkopen mit solker verdehalve marck vorgnanter 
weringhe nnde mach dat doen welke tyd in dem jare mek dat 
best event. Dnsses to tuchnisse hebbe ek unsen parner umme 
syn seggel ghebeden, dat he an dussen breff hefft ghedrucket umme 
vastes bekentnusses schyn unde to tuchnisse dusser vorghescreven 
vordracht. 

Datum anno domini millesimo quadringentesimo septuagesimo primo. 

Ita est. lohannes Repkow, plebanus in Strobeck, manu mea pro- 
pria scriptum feria tercia post dominicam secundam adventus domini, 
anno domini millesimo quadringentesimo septuagesimo primo. 

Urschr. a. Ferg. m. Siegel — ahgeinldet auf Taf. V, Nr. 41 — im konigl Staats- 
arcfiiv zu Magdd). 

1473. MSrz ^. Gr5iiingeii. 103. 

Oebhard, Bischof von Ualberstadt, gibt denen, welche das Kloster 
oder die Kirche zur Uimmdpforte an hestimmten Tagen bestichen, 
einen vierzigtdgigen AbUtss, 

Gevehardus dei et apostolice sedis gratia episcopus Halber- 
Btadensis universis et singnlis utriusque sexus hominibus, cuiuscumque 
condicionis seu status fuerinty quos infrascriptum tangit negocium seu 
quomodolibet poterit in futurum, salutem et sinceram in domino cari- 
tatem. Quia ex pastoralis nostri officii debito nobis incumbit homines 
ad devotionem atque divinum ofiicium ampliandum incitare. Quare 
omnibuB et singulis supradictis vere peuitentibus et confessis, qui in 



174 Angnstiner Einsiedlerkloster HimmelpfiDri^n. 

ecclesia seu monasterio Poileceliy nostre dyocesis, sextis feriis, dam 
responsoriam Tenebre facte sant cantatar, presentes interfaerint ipsam 
cantantibas aat tria pater noster et totidem ave Maria et anam credo 
devote dicentibus in honorem dominice passionis, qnadraginta dies 
indulgenciaram de iniunctis penitentiis de omnipotentis dei miseri- 
cordia auctoritate nobis concessa misericorditcr in domino presentibns 
relaxamus. In cuius rei testimonium sigillum nostrum presentibns est 
subimpressnm. 

Datam in castro nostro Groning, anno domini millesimo qua- 
dringentesimo septuagesimo tercio, ipsa die dominica qua in ecclesia 
dei cantatur Letare. 

Urachr. a. Papier im grdfl. H.-Arch. zu Wem. Bas aufgedntckt gewesene 
Siegd ist abgefaUen, 



1473. September 30. 103. 

D(zs Kloster Himmelpforien und Bote Ghrauhose gd>en die MuMe 
zu Goddekenrode , die beide TheUe je zur HcUfte besitzen, dem 
Kord Feitz fiir vier Schock zu Zins, wovon er die HcUfte an d^is 
Khster, die Hdlfte an Grauliose zu Ostem zu zahlen hat, 

Uppe dat de dingk, de geschen syn, in gedechtenisse unvorgetthen 
bliven, bekenne wy broder Andreas Proles, lesemeister der hilligen 
Bchriflft, vicarius generalis der observancien des ordens sancti Augustini 
heremitarum, lodocns Thomaswald prior, Johannes Dove^ underprior 
unde gantze samninge des closters tor Hymmelporten des sulven ordens, 
Halverstedissches stiflftes, unde ek Bote Grawehoze unde Anna syn 
sustere, so alsdenne de eygendom der molen tom Godekenrode in dem 
gerichte to Wulpingerode, ok Halverstedesches stiflftes belegen, van 
goitliker vordracht wegen unser beider part behorich is, unde tins 
unde alles dat dar van komen mach, de helflTte unsem convente unde 
klostere unde de anderen heiflfte mek Boten vorgenant, Annen syner 
sustere unde oren erven volgen scal, so hebbe we de samptliken unde 
eyndrechtliken gedanCordcFeytzunde synen erven to erventinse insolker 
wise, dat se desulven molen mit oren eygenen kosten in buwe unde in 
beteringe holden schuUen, unde schullen unsem clostere unde convente 
alle jar uppe paschen darvan twe scok to tinse geven, unde mek Boten 
unde myner suster Annen eder unsen erven ok twe scok uppe de sulven 
tyd alle jar darvan geven. Unde wenner de sulve Cord Feytz eder 
syne erven solker tynse boven ein vamdel (!) jars ane unsen willen to 
gevende eder to betalende sumich worden, denne scholde de mole 
wedder an uns upgenanten gevallen syn. Desses to tuchnisse hebbe 
we brodere vorgenant vor uns unde unse nakomelinge unses conventes 
ingesegel, unde ek Boto unde myn suster hebben hir des ersamen 
heren, heren Hinrik Himpteken, senioris der kerken der hilgen 
apostel Symonis unde Jude bynnen Gosler, ingesegel an laten hengen, 



Nr. lO^. 104. a. 1478—1477. 



175 



de nmme unser bede willen des gegont heflFt, wente we neyn eygen en 
hebben. 

Datum anno domini millesimo qnadringentesimo septuagesimo 
tercio, in die sancti leronimi presbiteri et confessoris. 

Urschr. mit anhdngenden Siegeln im Stadtarchiv zu Wernigei-ode. Das Himmel- 
pforUier Conv.-Siegel s.auf Taf. I, Nr. 8. 

1) Hdschr.: Dofi. 

1477. September 5. 104. 

IHe Vicar Andreds Proles und das Kloster Himmelpforten iiher- 
Idssen ein Hatts dberhalb der LiebfrauenJdrche, das erste von den 
sechs Hdusem, welche das Kloster von der Herrschaft zu Wemige- 
rode inne hat, iveil es haufdllig ist, deni Bath m Wemigerode fiir 
driUehalb MarJc. 

Na der gebord Ghristi unfies heren dusent yfrhundert in deme 
seven nnde seventichtigensten jare , am fridage na Egidii des hilligen 
abbedes, hebbe wy brodere broder Andreas Proies, lesemeyster in der 
hilligen scriflft, vicarius van pawestiiker gewalt der opservancien, 
Johannes Tyman prior, Jodocus ^underprior, Johannes Cuper custer, 
broder Jacob scheffener unde de gantcze sammeninghe des closters tor 
Hymmelporten des ordens der einsedelere broderen sunte Augustins 
des hillighen bisscoppes, beiegen byWerningrode, bel?:ennen in dusseme 
opene breve vor uns unde alle unBe nakomelinghe, dat wy uus myt 
gnden willen unde wolbedachten mode myt den ersamen vorsichtighen 
borgermeystere unde radmanne tho Wemingrode gutliken voreyniget 
nnde vordraghen hebben umme eyn hufi unde hoflT darsulvest bynnen 
erer stad boven unBer leven Frouwen kerken na de miiren wart belegen. 
Dat suive hus vorher heflft eyne steynen want, unde oldinges dar«heflFt 
in gewandt Bedman van Dervellingrode unde Henningk Brandes, unde 
de nygeste besitter heflft geweBen Hans Boldeman; unde is dat irste 
hiiB an to rekende, dar unBe closter ere tynBe heflft ghehat van der 
herrscopp van Weiningrode manckt den sfes huBeren. Dat ghenant 
hM denne van brokvaldicheyt iB buveldich geworden unde seher 
vordorven, unde unseme clostere nicht ene vende, dar kn na unseme 
pard wedder to bflwende, unde doch dar alle jarlikes upp sunte 
Hychaelis daghe ane hadden negen schillinghe ewigeB tynBes Halber- 
stedegescher (!) weringe, so hebbe wy benfimeten heren unde gantze 
sammeninghe to der Hymmelporten der stad borgenneyster unde rad- 
manne upgenant sodanen tynB unde hovetgud ewiges geldes vorkoflFt 
vor driddehalve mark Halberstedesscher weringhe, de wy van one 
gutliken in eyneme hope uppgenomen^ unde entflTanghen hebben, so 
dat unseme klostere wol genoghet, unde wy dat sulve gelt vort in 
unfies closters nfith unde vramen weddergekart unde gewant hebben, 
nnde darmydde ok alle vorsethene tynBe syn aflfgetreden. Darupp 
geven wy heren unde brodere tho der Hymmelporten unde laten upp 



176 Augiietiner Kinsiedlerkloster Himmelpforten. 

alle fryheyt, eygendom unde rechticheyt, de wy van deme solven 
huse wen(!) an dusse ti]d hebben ghehad, deme ersamen rade unde 
stad to Wemingrode, so dat wy noch nemant van unses cio8ters"weghen 
dat genante hfifi negen schillinge ewiges tynfies unde hovetgud dar 
nicht mer upp saken willen noch schullen to ewigen tyden; unde wes 
unse closter vorwaringe hedden aver dat huB undc hoff in deme hovet- 
breve darover gegheven, dat schal numer machteloB wesen van des 
huBes balven, unde nycht mer bynden. Sunderc de anderen vyff huBer 
schullen by erer vuUen macht unde tynBen bliven na des hovetbreves 
uthwislnge. Unde dusse breff schal deme hovetbreve unschedelick 
weBen. Dusses to bekantnisse wol to holdenne hebbe wy genanthen 
heren unde brodere samtliken to der Hymmelporten deme ersamen 
rade unde der stad to Werningrode dussen breff myt willen gegeven 
myt unBes closters angehendegen(!) ingesegill vorsegeldt 

Urschr. auf P&rg, m, Siegel (s, Taf. I, Nr. 8) itn Stadtarchive zu Wem. 

1) St. uppgemonen. 

1477. Octoberl7. 106. 

Johannes Tyman prior, Jodocus supprior, Johannes Guper sacrista, 
Jacobus procurator totusque conventus Portaceli , ordinis fratrum 
heremitarum sancti Augustini, bekennen, duss sie den% Jungfratcen- 
kloster DrUbeck einen jdJirlldien Erbenmns van 8 SchiU., und bei 
der WaM einer neuen Aebtissin den doppelten Betrag fUr eine 
halbe Hufe, die ihnen der Bauer Ileinrich Olsleger zu Darlingerod^ 
und dessen Irau zu ihrem Sedenheil schenkten, zu mhlen haben. 

Datum anno domini millesimo quadringentesimo septuagesimo 
septimo, feria sexta post Gaili abbatis. 
Gedruckt: Driibecker Urkdb. 147, S.126, 



1478. November 17. Gr5nlngen, 106. 

Oebhard, Bisdwf zu HaJherstadt, fordert dam auf den Briidern 
des Klosters Himmelpforten^ ivelche zum Bau der Kapelle S. Katha- 
rinen und der Bibliothek sammeln, milde Gaben m spenden, gc- 
w(Virt denen, die es thun, einen viersigtdgigen Ablass und ver- 
ordnet, dass den Briidem iiberaU su dem beregten Zwecke die 
Kanzeln gedffnet werden soUen. 

Gevehardus, dei et apostolice sedis gracia episcopus Halberstadensis 
universis et singulis Christi fidelibus per civitatem et diocesin nostram 
Halberstadensem ubilibet constitutis et ad quos prcfeentes nostre littere 
pervenerint, salutem in domino sempiternam. Quoniain, ut ait apostolus, 
omnes stabimus ante tribunal Christi , mercedem prout in corpore gcssi- 
mus sive bonum sit sive malum recepturi, oportet euim diem messionis 



. 



Nr. 105-107. a. 1477 — 1479. 



177 



nostre extremum bonis operibus prevenire et ea seminare in terris, que 
mnltiplici fructu coUigere valeamus in celis; quia qui parce seminat, 
parce et metet, et qni in benedictionibus seminat, in benedictione metet 
vitam etemam. Hinc est sicuti veridico didicimus relatu, quod vene- 
rabiles et religiosi patres prior et conventus Porteceli, ordinis fratrum 
heremitarum sancti Augustini de observantia regulari prope Werninge- 
rode, nostre diocesis, nobis in Christo devoti quandam novam capellam 
in laudem dei omnipotentis et honorem beate Katherine virginis et 
martiris et dicti conventus ecciesie appendiciam cum liberaria (!) con- 
struere et edificare et reformare coguntur; quod tamen iidem patres et 
conventus de propriis eorum facultatibus nequaquam adimplere queunt, 
nisi piorum christifidelium auxilio et elemosinarum largicione ipsis 
succurratur. Volentes igitur vos ad pietatis opera incitare, universi- 
tatem vestram requirimus et in domino hortamur vobisque in remis- 
sionem peccatoinim vestrorum iniungimus, quatenus, cum patres seu 
fratres dicti conventus seu eorum nuncii exhibitores presencium ad vos 
venerint, pro huiusmodi capelle ac liberarie eonstructione et reformacione 
petitnri, ipsis de bonis vobis a deo coUatis subvenire curetis, ut per 
hec et alia pietatis opera, que domino inspirante feceritis, eterna gaudia 
promereri possitis et possidere. Nos enim omnibus vere penitentibus, 
confessis et contritis ac manus suas conpassivas et adiutrices occasione 
premissorum hiis porrigentibus, de omnipotentis dei misericordia et 
sanctorum Petri et Pauli apostolorum auctoritate necnon sancti Steflfani 
prothomartiris , nostri patroni, meritis confisi, quadraginta dies indul- 
genciarum de iniunctis sibi penitenciis in domino misericorditer relaxa- 
mus. Vobis insuper ecclesiarum et divinorum rectoribus per diocesim 
nostram ubilibet constitutis in virtute sancte obediencie districte pre- 
cipiendo mandamus, quatenus cum dicti patres aut eorum nuncii exhi- 
bitores presencium ad vos venerint elemosinas petituri, ipsos benivole 
absque alicuius muneris exactione ad verbum dei predicandum et ne- 
gocium suum promovendum admittatis et fideliter promovere curetis et 
populo vobis commisso, si affectatum fuerit, intimetis, premium ab 
omnium bonorum largitore et remuneratore recepturi, presentibus tamen 
a dato presencium post festum sancti Martini episcopi proxime futurum 
minime valituris. 

Datum in castro nostro Groning, anno a nativitate domini 
M^^CCCC^^LXX*» octavo, feria tercia post Briccii episcopi et confessoris 
nostro sub sigillo presentibus appenso. 

Urschri/t a. Terg, dcs Siegels beraiibt im gr. H.-Arch. zu Wem. 



1479. December 10. 107. 

Nos iratres lodocus Thomaswald prior, Fredericus supprior, lo- 
hannes procnrator, lohannes custos et totus conventus Porteceli, 
ord. fr. her. s. Augustini, hekennen vmi der AeUissin Sophie (Fyga) 
zu Drubeck eine Ilufe zu DarUngerode (Dervelingerode) , wovan 



QescbichtiUi.d.Pr.Sacluen XV. 



12 



> I 




178 Augufitiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

Ileinr. Oldeger dem Kl. Himmelpfortm die Ealfte letztwillig ver- 
machte, wdhrend sie die andere Hdlfte von Heinr. vom Berge er- 
lcauften, als Zinsgut empfangcn m hahen, und zicar so, duss sie 
jdhrlich 16 Pfenn. Halberst. und lei der Inthronisation einer neuen 
Aebtissin das Doppdte zahlen soUen. 

DatQm anoo domiDi millesimo quadriDgentesimo septuagesimo nono, 
sexta ieria post Nicolai episcopi. 

Urschr. tn. fragm. Siegd (Taf, I, Nr. 8.) imgr. H.-A. zu Wem. Oedr. Drubecker 
Urkdh. 150, S. 129. 



im. Mai !• 108. 

Der Raih zu IVemigerode bestimmt den Ertrag von ztvei zu dem 
beregten Zweck von Klaus Isenblas geschenkten Hufen ztmschen 
dem DecJdingerodischefi und Minsleber Wege m der Sonfdagsnach- 
mitta>gs-Predigt der (HimmelpfortischenJ Terminarien in der Ni- 
kolaikirche, wovon die m dieser Predigt Idutenden SchildwdcJiter 
sechs SchiU. jdhrlich bekommen soUen. 

Na der gebord Cristi unses heren dusenth veyrhundert in deme 
achtigesten yare ame mandage in sunte Wolborgen dage heflfl uns deme 
rade tho Wernigerode Clauwes Ysenblas, unse borgere unde rades 
middepersone, in unse were gheantwordet umme salicheyd willen siner 
seyle eyne hove iandes an eyner breyden , gheleygen up der stadmarke 
twisschen deme Decklingerodesschen unde Mynsleve weyge; der stucke 
then suden unde norden an eynem ende teygen de Rysselhove, unde 
nu under deme ploghe heflFt Hinrik Nigendorp, unde giflTt dar van des 
yares to tinsse up Galli eijne Haiberstedessche mark. Unde dusse mark 
tinsses willen unde schullen we vorgenante borgcmestere unde rad- 
manne inmanen unde upneymen unde de geven to der ere goddes 
unde to beteringe des ghemeynen volkes to deme sermone, de ghe- 
schicked unde bestalt is to sunte Nicolaus up den sondagh na der 
nialtid by den termynarien, one ane vorsumenisse geven, wan de ser- 
mou gcscheyn is, eynen Halberstedesschen schillingk, also dat dusse 
gude andacht unde vorneymen to der ere goddes unde beteringe des 
volkes van uns deme rade to Wemigerode unde alle unsen nakome- 
lingen ewichliken an allen hinder unde vorsumenisse schulle van uns 
bestalt unvorbroyken gheholden werden. Unde van dusser mark giflFt 
me den schiitwecbteren yowelkem des yares sesse schillinge, dar se vor 
luden schullen to der predinge alle sondaghe, wan de clocke twolflfe 
sleyd up den namiddagh; ock gifft me den terminarien nicht in dem 
advente unde in der hilligen vasten, wente dat hored in ore eygenne 
stacien. 

Gleichz. (hnginalcopie xm Copialb. Yd 6 auf grdfl. Bibl. zu Wem. Ueberschr.: 
Van deme sermone to sunte Nicolause up den sondagh na middaglie. Vgl die Urk. 
i\ 8. Januar 1471. 



Nr. 108. 109. a. 1480. 



170 



1480. Aug. 9.? diebiehenstein. 109. 

Emst, Adminisirator m Magdeburg und Jlalberstadt, hestdtigt den 
regulirten Augustinereinsiedler-Conventen zu Magdelnirg^ HimmeU 
pforten und Sangerhausen alle ihre Privilegien und gestattet ins- 
besondere ihren Vicaren und Prioren nach allen Chien seiner 
Diocesen solche Briider auszusenden, welche sie ztmi Predigeti und 
BeidUehoren fUr geeignet haUen. 

Ernestas dei gratia sancte Magdeburgensis et Halberstadensis 
ecclesiamm administrator, dux Saxonie etc , venerabilibus et religiosis 
patribus vicario, prioribus.ceterisque ordinis heremitaruni sancti Augustini 
tratribus conventuum Magdeburgensis, Porteceli et Sangerhusensis in 
vita regulari secundum ordinis sui instituta strennue militantibus 
nostrarum diocesium presentibus et futuris salutem in domino sempi- 
temam. Cum dominus ihesus Christus in sancte sue ecclesie vinea vos 
veros cultores ac predicatores sua mera ordinavitpietate, qui mundanis 
renuntiantes pompis spectaculnm facti mundo, angelis et hominibus, ipsius 
vineam iugi colentes famulatu, eapropter, dilectissimi , ex pastoralis 
officii sollicitudine, cuius onus quamquam insufiicientibus meritis gerimus, 
Yos cordialiusamplectimur vestris annuentes piisdesideriis, petitionibusque 
hnmilibus nnper nobis porrectis, omnes apostolice sedis gracias, indulta, 
exemptiones et privilegia, indulgencias insupcr dicte sedis aliorunique 
legatomm seu prelatorum, quas autentice demonstrare potestis, et pr^- 
cipue predicacionis ac coniessionis gratiam, qua, ut accepimus, copiose 
soiBiilti estis Romanorum pontificnm privilegiis, benigno favore secundum 
tenorem clausule ^dudum' desepultura approbamus et presentium tenore 
ratificamns, addicientes exspeciali gratia, quod omnesct singulos iratres, 
quos vicarius aut priores predictorum conventuum pro tempore existcntes 
in quibusvis locis aut terminis nostrarum dyoeesium tamquam idoueos 
et sufficientes ad predicacionis ac confessionis audiende ofiicia duxerint 
mittendos, in quo conscientias eorundem superiorum ac priorum onera- 
mos, ab nniversis et singulis divinorum rectoribus et quibuslibet prciatis 
percivitates et dioceses nostras nobissubiectis(!) pro presentatis et ad- 
missis habeantur; quos per presentes haberi et teneri volumus pro 
presentatis et admissis, seriosius precipiendo mandamus, quatenus 
fratres sic presentatos in suis videiicet confessionis et predicationis 
actibns ac etiam petitionibus consuetis sine contradictione grato ad- 
mittatis honore et promoveatis, benivoloque pertractctis atlectu, ut 
merces vestra copiose in medio iustomm perhenniter possit invcniri, 
presentibus usqne ad nostram expressam renovationem duraturis. In 
quorum fidem et testimonium premissomm sigillum nostrum prosentibus 
est appensum. 

Datum in castro nostro Gebichinstein, anno domini millesimo qua- 
dringentesimo octuagesimo, sabbato^ vigilia sancti Laurentii martiris. 

Copiar. LXIII, Bl. 407 im k&mgl Staatsarchir zu Magddnirg, Weqen der 
lorm des Eingangs ist :;u vergl. der Bestiitiyungs-Brie/ B. AUtrethts r. IJailterst. v. 

12* 




180 Augtistiner Einftiedlerkloster Himmelpforten. 

9. Juni 1318; oben Nr. 42. — In Betr. des Batums muss ein Irrthum obtcalten^ 
da im J. 1480 die VigUie des 8. Lorenztags auf einen MitUcoch fiel. 

1) Vielleicht ist nach octuagesimo noch ein octavo zu ergdnzen; im J. 1488 
fiel die VigUie Oes Lorenztags auf einen Samstag. 



1483. Marzl7. 110. 

Tile Yullenkonim katift vom Kloster Uimmdpforten dn Hatis eu 
Wemigerode in der Judenstrasse fiir 17 Mark Halherst, 
Ek Tile VuUenkomen, ZeflFe myn elike husfruwe, bekeonen oppen- 
bare in dussem breve vor uns unde unse erven unde vor alsweme, 
dat we unse hufi unde hoff, belegen in der Joddenstraten to Wernig- 
rode, dar vor uns inne wont hefft Tiie Lochenfelt, ghekofft hebben van 
den gheistliken vederen unde broderen van der Hymmelporten , des 
ordens der eynzedeler brodere saneti Augustini, vor seventeyn mark 
mit eynem ferdingk gheldes ervetinses, Halberstedescher were, also to 
Wernigrode ginge unde geve is. Den ferdingk hebben de genanten 
vedere unde brodere sek orem kloster to bekantnisse an unsem^ huse 
unde hove beholden to ewigen tiden. Unde we vorgenanten Tile unde 
Zeffe myn elike husfruwe bekennen den genanten vederen unde bro- 
deren sodan vorscreven ferdingk gheldes der vouscreven were an 
unsem huse unde hove^ belegen in der Joddenstrate to Wernigrode 
twischen Cod(!) Vogen unde Cord Blomentreder to ewigen tiden vor- 
screven vederen mid gudem willen alle jar gudliken betalen, nemeliken 
op Michaelis dach, an allen hinder unde erghelist. Dusses to bekant- 
nisse hebben we vorgenanten Tile und Zeffe myn elike husiruwe den 
stadvoget to Wemigrade gebeden umme sin inghesegel. Unde ek Hans 
Isenblali, to der tid stadvoget to Wernigrade, bekennen appenbaren in 
dussem sulven breve, dat ek umme bede willen Tile VuIIenkomen unde 
Zeffen siner eliken husfruwenmyn inghesegel witliken hebbe ghehenget 
an dussen breft* vor se unde ore erven. Hir an unde over sint gewesen 
to tuchnisse de vorsichtige Henningk Wolters borgermester unde Cord 
Questeuberch unde Codd (!) Bodenrad borgere. 

Unde is ghescheyn na der bord Christi dusent veerhundert, dar 
na in dem dre unde achtigesten jare, an (!) mandage na Judica in der 
hilgen vasten. 

Urschr. a. Terg. im Stadtarchiv zu Wern. Siegel ab. Von ausserluiXb von einer 
Hdsdir. dts ausgefienden 15 Jh.: modo Hanfi Kock. 

1) Hdschr. unse. 

1484. MSrz 17. 111. 

Das Kloster Ringdheim verhauft de>n Kloster Himmelpforten fiir 
200 Bhein. Gulden, tvomit ein an zwei Biirger von Hildesheim zu 
zahlender Zins von 12 Crulden ahgekauft tvurde, einen eu Ostern 
jdhrlich in Goslar zahlbaren Zins von acht Gulden auf Wieder- 
kauf (abgekurzt). 

Wy Nicolaus abbett, Hermannus prior und de gantze convent des 
closters der hilligenn maitelers Abdon und Seunes tho Kinglum sunte 



Nr. 110—118. a. 1488—1489. 181 

Benedictns ordemi, Hildcnsemsch sticlites, bekennen, dat wy vor- 

kofit hebben . . . besundemn utli und vann alle unse gudenn tho Seelde 
belegen, als in penningtinse, inn velde, gras und holte, den geistliken 
vedernn und hernn priori und dem gantzen convent des closters 
Himmelportenn, Halberstadisch stichtes, des ordens der einsedeler broder 
sancti Augustini, achte gude gemeine Kinsche guldenn jarliker renthe 

vor twehundert gnde Rinsche guldenn, ; namlikenn hebbe wy 

darmit affgekoft twolff guldenn jarlicker tinse vann Erick Meier und Ludloff 
Cravell, borgers tho Hildensem, de se inn vortidenn by unsem kloster 
mit twehundert und drittich Rinscben guldenn van unsenn vorfaren 
gekofflt hadden. Dusse vorschr. achte guldenn jarliker renthe up paschen 
inn Gosler alle jar wy vorgenant abbet, prior und convent willen und 
schullen denn ehrbenompten geistliken heren priori nnd geroein bro- 
dernn . . . betalenn. Vorhehalt des Wiederkaxifs zu Michadi bei viertd- 
jdhriger KHndigung, Ort der Auszahlung die Stadt ,tho Gorsler'. 

Gegeven . . nah der bort Christi unses bernn dusent verhundert 
ond verundachtentich, inn sunte Gerdruden dage der hilligenn jung- 
fruwenn. 

Ahschr, auf 1 31. Papier aus der ersten Ilalfte des 16. Jahrh. im Stadtarchiv 
zu Wem. 



1486. Marz 22. 112. 

Johannes Bigman^ Kilster zu Driibeck, und seine Frau AXheit 
geben zu ihrer Seelen Seligkeit den vedem unde brodem der ein- 
sideler broder des ordens s. Augustini to der Himmelporten ein 
dem von Bossingschen Hofe gegeniiber (tigen den Rossing hoffe) 
gelegenes, gegen Osten an das Khster stossendes Stiick Grases. 
Besiegdt vom Propst Wemer Sdmi eu Drilbeck. 

Na der bort Christi dusent veerhundert nnde dama in dem seB 
unde achtigsten jare, an der iniddeweken na Benedicti. 

Gedr. Drubeclcer Urkdb. 153. 8. 132. 



\m. 22- Jull - 10, August. Gernrode. 113. 

Bei dem grossen JubUaeum des Stifts Gemrode vofn MagdaJenefi- 
tage bis Laurentii 1489 waren anwesend: adfuemnt ibi primarii con- 
stitnti dom. Henningus Muntmester, prior de Porta Coeli pro dominabus, 
dom. Paulus Cranest^ in monasterio, dom. Wigandus in ecclesia forensi 
plebani, dom. Henricus Schovestro ibidem canonicus pro communi 
populo. 

Andr. Popperodii Ann. Gerenrodenses in Beckmanna Accessiones hist. Anhalt. S. 63. 

1) Sol 8t. Cravest; vgl a. a. 0., S. 63. 



182 Augnstiner Einsiedierkloster HiinmelpforteiL 

1489. Oktober 21. 114. 

Nicolaus Stendell, prior zcu der HymmelphorteD, ist auf Seiten 
des AUs zti Ilsenburg bei der Stiftung eines Vergleichs zwischen 
dem Kloster nsenburg und der Herrschaft Stolberg uber die 
Grenzen im Uolze, 
IJff mytwochin ame taghe undecim milium virgiBum, anno millesimo 
quadringentesimo octuagesimo nono. 

Geflr. Ilsenb. Urlcdb. 410 u. Harzzeitschr. 3 (1870), S. 134f. 



1490. April 6. 115. 

Bartold Froling, Stiftsherr zu Wemigerode, verkauft den andech- 
tigen prior unde. der gantzen samnunge des klosters to der 
Himmelporten by Wernigerode der einsedeler sancti Augustini 
fiir 120 Bhein, Gulden sein Haus und Hof mit Scheunen, Teich 
und BleJc ani Miihlenteiche zu Dervelingerode und zwei Hufen 
Ixmdes voll an Morgenzahl sammt zwei Holsbergen Menenberch 
und Weidendal frei von Sdioss und Herrendienst nach dem InhaU 
des ihm vom Grafen Heinrich zu Stolherg-Wemigerode dariiber 
ertheilten Hauptbriefs. 

Na der gebord Christi . . dusend veerhundert dama in deme neyen- 
digsteu jare, des dinstages na dem hilgen palmendage. 
Gedr, Dmbecker Urkdb. 156, S. 134f. 



1490. April 18. 116. 

Die Testayneniarien LudeJce Bunzels zu Elbingerode sdienJcen zu 
einem Scelgerath fur demsdben dem Kloster Himtndpforten ein an 
dessen Terminirliaus angd^autes Molkenhaus, sowie den durdi 
eine neue Wa^nd aibzuscheidenden hailben Garten und Hof. 

We Gertrud Buntzel^ Ludeken Buntzel seliger dechtnifie nagelaten 
huBfruwe unde weddewe, Henningk myn sone, Jordan Buntzel, des 
genomeden Ludeken broder, Georgius Molman unde Hinrik Konigk de 
olde, alle wonhafftig to Elvelingerode , bekennen openbar in duBen 
breve vor uns und unse erven unde vor allen, de on seeu unde h5ren 
lesen, dat we alse testamentarien unde vorstender des genomeden 
Ludeken Bnntzel seliger dechtniBe umme siner seele saUgheit unde 
siner eldem unde kindern gegheven hebben mid guden bedachten 
mode unde willen unser leven Fruwen to der Himmelporten unde den 
brodern defi&lven klostcrs des ordens dcr einsedelerbroder s. Augustini 
eyn molkenhnfi, gebuwet hinden an dat hufi der termenien hufi des 
genomeden klosters, dat de genomeden Ludeken seliger dechtnifie ge- 
buwet hefft, unde den gardcn unde hoff halff, den we willen affscheden 
mit einer nigen wand. Unde we vorgenomede Gherdrad unde Hennigk 
myn sone unde unse erven effte inwohner unses huses, belegen an der 



Nr. 114-117. a. 1489—1491. 18« 

tenneini(!) na deiii radhuse, scliullcu uude willeu dc wand buweu unde 
in beterunge bolden unstreffligk nnde gheven over dat genomede huzs 
unde hoff unser leven Fruwen to der Himmelporte, nnde setten de 
genomede brodere unde vedderen in de rauwesanie brukende (were)^ 
in unde myt krafHt dufies breves vor unde in gegenwerdigheit des ge- 
strengen Hans Krevet^ unde unsen rade to Elvelingerode unde vortigen 
alle(!) rechtigkeit, de we unde unse erven darane hebben unde gehad 
hebben, unde bidden de genomedcn broder unde vaders to der Himmel- 
porten, dat se myt oren nakomelingen to ewigen tiden don^ willin 
Ludeken Buntzel saliger dechtnifie ver^ warfi des jares, nemliken des 
donnerstages mit vigilien unde des fridages mit salmifien, na wonheit 
ores klosters alle quatember, so sc sulves in orcn brevc vorschreven 
hebben, hiiligen(?) to siner seie saligheit unde siner eliken^ unde 
siner kinder unde hufifruwen to troste nnde hulpc alie kristen seele(!). 
Dufier puncte unde artikel to bekantnifie stede unde vaste to holden 
one argeliste, so hebbe we ghenomede Gherdrud unde Hennigk myn 
sone unde we vorgenomede vormunden unsen leven junghern Hans 
Krevt^ gebeden umme syn ingesegel. Unde ik Hans Krevet^ bekenne 
openbar in dufien sulven breve, dat ek umme^ bede willen Gherdrud 
Buntzel unde Hennigk ores sonen vor se nnde ore erven unde umme 
bede willen der genomeden vorstenderen (!) myn ingescgel witliken 
gehenget hebbe an dnssen breflT. 

Gegheven na der bord Cristi unsers heren, in gegenwardigheit 
des ersamen rades des genomeden blekes, do men schriift dnsent veer- 
bnndert unde negentich, an dem sontage inbilate na pascha^. 

SMechte Abschr, in Bd. I, S. 254ff. der verimschten 1704 ron Jac. Friedr. 
Beimann iheils geaammdten theih angefertigten Halberst-ddtischen UrhM/idenah- 
schriften, friiher im Staatsarch. zu Hannover, jetzt Copiar. 671 *" zu Magd^irg 

1) Das Emgektammerte ist ergdnzt. — 2) Die Abschr. Kronct. — 3) Ahschr. 
wwerstandl.: joh; jedenfalls ist der Sinn = began. — 4) Hdschr. vor. — 5) elderen? 
— 6) Abschr. Kront. — 7) Abschr. Kronel. — 8^ Abschr. ome. — 9) Urspriingl, 
gewiss paschen. _ 

1491, December 1. 117, 

Jdhann Weddder bekennt, samnU seiner verstorbenen Mutter vom 

Kloster Uimmdpforten ein Ilaits zu Wemigerode bei der Mauer 

fur zivei Mark Ilalberst. und einem Vierding Zins gekauft zu hahcn. 

Ek Johannes Weddeler, Hinrik Weddelers seliger sonei, bekenne 

oppenbaren in dnssem breve vor mek nndc minen broder unde nnse 

erven nnde vor alsweme, dat ek gehofft hebbe mid unser moder Kate- 

rinen seliger dechtnisse van den geistliken vederen unde broderen dcs 

klosters to der Hymmelporten ore hus unde hoff, belegen in der olden 

stad to Wemigrode by der muren, dat Hans Bremer vor nns van dcn 

genanten vederen hadde, vor twe marg Halberstedescher were, so to 

Wemigrade ginge unde geve is. Unde de vorscreven veder hebben 

sek darane beholden eynnen vcrding der genanten were to jarlikem 

ervetinse ewicbliken one to geven alle jar up sunte Gallen dach to 



184 Aogustiner Einsiedlerklo^ter HimmelpforteiL 

bekantnisse ores egensdomesil). Sodan verding geldes jarlikc» tinses 
schal unde wil ek nnde min broder edder unse en^en efifte inwoner 
unde besitter des genanten huses unde hovea alle jar goitliken dem 
vorscreven klostere wol to dancke betalen up Gallen dach. Ok schulle 
we edder unse middebenomenden dat hns nicht besweren mit anderm 
tinse an der genanten vedder des kiosters willen unde vulbord. Dusser 
dingk to bekantnisse bebbe ek genante Johannes den stadvoget to 
Wemigrode gebeden umme sin inghesegel. Unde ek Hinrik Witten, 
to der tid stadvoget to Wemigrode, bekenne in dussem sulven breve, 
dat ek umme bede willen Johans Weddelers myn inghesegel witliken 
hebbe gehenget an dussen breff. 

Na der bord Christi dusent veerhundert dar na in dem eyn unde 
negenstigesten (!) jare, an (!) mandage na Katerine. 

Urschr. auf Perg. m. anhangendem Siegel (Taf. XIII, Nr. 99) im Stadtarchiv 
zu Wern. a uyid o sini mehrfach schwer zu unterscheiden. Jac. Heinr. Delius 
Versuch einer Wern. Gesch. Abschn. Uimmdpf. betnerkt zu diesem Haus an der 
Mauer: wo itzt das Gutiarsche Haus. 

1) Von gleichzeitiger Hand ist darUber geschrid)en: alias Manekrafft. 



1491. December 4. 118. 

Heinrich Heneken zu Noschenrode verhanft an seinem Hause an 

der Schonen Ecke dasdbst wiederMuflich dem Kloster Himmdpforteti 

siim (ewigenj Lichte einen halben Vierding jdhrliclien Zinses fur 

anderthaU> Marh, welche Kurt Muntmeister und sein Bruder 

zum Seelgeddchtniss Uires Vaters bestimmt hahen. ( Abgekiirzt.) 

Ek Hinrik Heneken wonhafftich in dem Noskenrode vor Weraigrode, 

Seffe myn elike hnsfruwe, bekennen . . . dat we vorkofft hebben . . . dem 

kloster to der Hymmelporten to dem luchte eyn halven ferding jarlikes 

tinses, so to VVernigrode ginge unde geve is, an unsem huse unde 

hove, belegen in dem Noskenrode by der Schonenegge twischen Hans 

• Boten unde Hinrik Egbrecht, vor anderhaive mark der genanten were, 

de uns her Cord Muntmester unde Hans, sin broder, Cord Muntmesters 

seliger sone, wol betalet hebben unde dem genanten klostere gegeven 

hebben to ores vaders dechtnisse. Sodan halven ferding . . . schul we 

. . . alie jar geven np snnte Michels dach. VorbehaUen unrd das 

Wiederkaufsrecht bei vierteljdhrlicher Kiindigung op sunte Johans dach 

to middensommer. Des to bekantnisse hebbe we miner gnedigen 

heren van Stalbergs voget gebeden umme sin inghesegel. Unde ek 

Hennigk Boden, to der tid voget mines gnedigen heren van Stalberg, 

bekenne . . ., dat ek umme bede willen Hinrik Heneken unde Zeffen 

siner eiiken hnsfrawen min ingesegel witliken gehenget an dussen breff. 

Na der bord Christi unses heren veerhundert dar ha in dem eyn 

unde negentigestem (!) jare, an (!) sondage na sunte Andrees dage. 

Urachr. o. Perg. im Stadtarchiv zu Wern. Eim Hand v. Anf. d. 16. Jahrh. 
hat von ausserhalb bemerkt: Modo habet HaHe ym Noschenrode. Die Abbildu/ng des 
Siegels s. Taf. XIII, Nr. 98. Eine zteml. gleichzeit. Aufschr. bezeichnet Noschenrode 
als suburbiiim Wemigrode. 



Nr. 118. 119. a. 1491. 1492. 185 



1492. Februar Z 119. 

Der Bath zu Wemigerode entscheidd bei einer rm den Forstem 
der Achtwort an den LetUen des Klostcrs Himnielptorten vorge- 
nommenen Pfdndung, dass das Kloster im RedUe sei, und ivird 
demselben das Ahgepfdndete zuruckerstattet. 

Wy borghermester Wescke Waghenvorer unde radnianne der stad 
Wemigrode don witlick ande gheven orkuude vormyddelst duBser serift 
allermanne, dat vor uns ghekomen is de erwerdighe her Hennig Mnnt- 
mester, prior des klosters thor Hymmelporten myt synen ambacht bro- 
deren nnde eldesten unde seck beglaget, vn (!) dat synem ghesynde an- 
val gheschen sy myt pandesnamen van den uthgesanten van der lanth- 
lude wegfaen, holtvorsteren unde holtgreven. Darnp de lanthlude, by 
namen Hinrik, Peter, Pawel etc. van der ghemene der lanthlude vul- 
mechtig uthgesanth up antworden de rechticheyt, de se meynden to 
hebbende. Sodan desake seck in langk unde bred vortoghen heft, heb- 
ben de erwerdighen vorberorden hern unde ok de lanthlnde der sake 
gruntliken van seck ghegan unde up uns vorgenanten borghermester 
unde rad gensliken ghesath, also vu wy dat schickenden, se beyde 
parth dat unvortruckliken wyllen holden. Hyrumme, alse de pater 
prior unde de syne uns in unser raddornsen ore unvorserde olde ghe- 
rechticheyt unde breve umme fredes wyllen to bekomende overgheant- 
wordet heben, unde wy de gheseyn unde vor uns lesen laten, dar uth 
wy ock gheleret hebben, dat dat kloster thor Hymmelporten solker holte 
ghebrukinge so fry nnde ganczs begjftiget syn van den heren van 
Hartesrode, den god gnade, alse se sulvest ple^hen to hebben; so 
hebbe wy de lanthlude darsulvest dusses also underwyseth, nnde one 
de scrift ghelesen, unde von ailen dingen hebbe wey de sake der 
parth voreyniget, also dat de lanthlude den pater prior unde syne 
dorch uns unde umme unsen wyllen hebben don bydden , nademmale 
wath solkes ynvalles unde hinders edder pandinge ghescheyn sy van 
unwitlihheyt(!) solker gherechticheyt ^, dat dat gotliken sy henghelacht 
unde vordraghen, unde de patres des klosters vorbenomet vordermer 
solkes faoltes to orer nothtorfft ghebruken, alse wy orer bescheydcnheyt 
bevolen hebben unde one sulvest heymghegheven hebben. Lfppe dat 
nu dusse dingk nicht meth der vorvallende (!) tijd den ghedechtnyssen 
der mynschen vorvallen, hebbe wy dusse scrift darover ghegheven tho 
wytlicheyt unde myt unser stat ingesegele bevestiget unde vorsegelt 
ghebeden. 

In den jaren unses heren do men scherf (!) dusent veyerhundert 
twey nnde neghenthich, an dem dinsdaghe negest lechtmyssen. 

Origindlcopie auf I-apier im Stadtarchiv zu Wem, Von der gjeichzeit Hand 
des Stamchreibers sind unter diesem Schiedfbrief die Namen einiger Eintoohner 
au8 D&rfem der Achttocrt verzeichnet: 



186 Augiistiner Eiiisiejllerklostcr Himmclpfortcn. 

Hadeber. Tanstidde. Sarckstidde. 

Hans Hellemolth. Sylyacus Nerkom. Borchard Siverd. 

Hinrik Schroder. Cord Dyck. 

Stroybeyke. Aspenstidde. 

ThQe Bartram. Tile LufFenbacker. 

Hans Hessen. Geverd Lintbom. 
1) Hdschr. gherchticheyt. 



1496. November 18, 120. 

Burgermeister und Rafhmannen eu Wemigerode 'heeeugen auf 
Bitten des Priors und IVocurators zur Himmdpforte dem Kdner 
su U. L. Frauen in HaTberstadt, dass die Meister und Vorsteher 
der Schuhmacherinnung der Stadi zu Bathhause erJddrt haben, sie 
hdttefn vor mehr denn 20 Jahren etliche Zinsen von einem Hopfen- 
lande zwischen dem Eisenberge und dem Knicke am Himmelr- 
pfortner Wege aufgenommen und empfangen und die BriXder zur 
Himmelpforte diese Zinsen an sich genommen und das Capitai 
ahgetragen hdtten. 

Wye borgermestere unnde rathmanne der alden stad Wemingerode 
bekennen unnde dhonn kunth eynem ydermanne, dye dusszen unns- 
zenn opennen bryff Behenn, horenn edder leBenn, unnde sunderlike 
juck werdigen hern ernn AndreweBenn Gronewalde, kelner unBer 
levenn Fruwenn kerkenn tho Halberetat, dat dye werdigenn unnde 
andechtigen hernn her ReBe, prior tho der Hymelporthenn, unnde her 
Johann Eyleborch, procurator darsulvest, vor unns synn gekomenn, 
unns bethlikenn, one dyssze nhageschrevenn unnBe medeborger tho 
besBendenn angetragenn, nemelikenn Herraenn Qwestenberge, Bertelt 
Ruberge, Hennigk Kerckenere, Hinricke Biomentredere , Hermenn 
Rethmer unnde Tyle Hesszenn , alle mestere unnde vorstendere der 
schomakere innigenn hyrsulvest tho Werningerode, gewest vorunns up 
unnBe rathus, dar wye inn deme syttendenn rade geszameth werenn, ge- 
komenn synn, unde bye orenn warenn wordenn gereddet unnde uthge- 
sprokenn, dat sye etlike tinBe vann einem hoppenlande, twysschenn deme 
YBenberge unnde deme knicke, alBe me geyth nha der Hymelportenn bele- 
genn, upgenhomenn, gemanet unde entpfangen hebben meher wan over 
twiutich jarenn ; welke tinBe dye vorgnantenn herenn tho der Hymel- 
porthenn to szek, unnde dye hovetsumma affgelecht. Dat dye vorgnan- 
tenn unnBe borgere BodanB vor unns one warlikenn bewest, gereddeth 
unnde uthgesprokeun , deB tho bekentnissze unnde eyner opembarenn 
bewysunge hebben wye unBer stat secret ingesigil unden uppe dat 
spacium dysszes bryffes wytlikenn drugkenn lathenn. 

Nha Crysti nnnszers herm geborth dusent virhundert damha inn 
deme sessze unde uegentigesten jare, ann dem frydage nha Biyccij. 

Urachr. a. Bipier mit aufgedr. Secret im komgl. Staatsarch. gu Magd. 



Nr. 120. 121. a. 149«. 1497. 187 

1497. August 22, Halberstodt. 13L 

Der Weihbischof Mathias von Gad ertheiU deneti, welche die von 
ihm am 17. August d. J. trieder geweihte und mit einetn in die 
Ehre isaJUreicher Ileiligen errichteten AUare ausgestattete KapeUe 
S. Silvesters gur Himmdpforte best*chen, sie unterstutzen und 
wegen der heiligen Flntrone und geweihten AUarbUder Gebete 
sprechen, einen vierzigtdgigen Ablass und fugt verschiedene Ab- 
Idsse des Administrators Emst von Magddmrg und Halberstadt 
hmzu. 

Universis et singulis preseDtes litteras inspectnris frater Mathias, 
dei et apostolice sedis gratia episcopns Gadensis, reverendissimi in 
Christo patris et illustris principis et domini domini Emesti, archiepiscopi 
Magdebargensis et Halberstadensis ecclesiarum administratoris, vicarius 
in pontificalibus per civitatem et diocesin Halberstadensem constitutus, 
salatem et continuum incrementum celestium gratiarum. Hinc est quod 
nos sub anno domini M^^CD^XCVII^ decima septima Augusti reconcilia- 
Timas capellam sancti Silvestri in monasterio Portaceli, ordinis sancti 
Aagostinii, et unum altare inibi consecravimus in honore sancte trini- 
tatis et sanctorum Silvestri, Georgii, lohannis ewangeliste, Valentini, 
Gereonis, Dyonisii, Nicolai, Erbardi, lodoci, Rochi, Onoirii, Servacii, 
Tecle, Margarete, Barbare et Otilie virginis, et cuius dedicacionis dies 
dominica proxima post Laurencii ibidem pcrpetuis futuris temporibus 
celebretar, congruis habeatur reverencia et honore et a christiiidelibus 
iagiter frequententur et honorentur(!). Omnibns igitur vere penitentibus 
et confessis, qui ad altare predictum causa devocionis, peregrinacionis 
vel oracionis, presertim in dedicacionis seu patronornm ipsius solenni- 
tatibus visitaverint, missas, predicaciones seu alia divina officia ibidem 
aodierint, celebraverint vel celebrari fecerint, oracionem dominicam, 
salutacionem angelicam seu alias devotas oraciones ob reverenciam 
patronorum et ymaginum consecratarum prefati altaris, eciam pro 
reverendissimi in Christo patris supradicti, nostro, tociusque christiani- 
tatis ac provincie statu felici et tranquillo deum pie exoraverint; hiis 
vero, qui ad omamenta melioranda vel augmentanda pro divino cultu 
inibi necessaria manus quomodolibet porrexerint adiutrices, quociens 
premissa vel aliquid eoram pia mente fecerint, tociens eis de 
omnipotentis dei misericordia et beatorum Petri et Pauli, aposto- 
lomm eius, auctoritate confisi quantum cum domino et de inre 
possumus XL dies indulgencia^um de iniunctis eis penitenciis miseri- 
corditer in domino relaxamns, voluntate ordinarii ad hoc conciirrente 
pariter et consensu. Item dominus noster etc. supradietus proprio 
motu vive vocis oraculo eciam dedit temporibus supradictis XL dies 
indalgenciaram, item XL pro pulsu serotino et matntino, item 
XL dies ad quamlibet ymaginem capelle consecratam, et precipue 



188 Augustiner EinsiecHcrkloster Himmclpforten. 

ad crucem per nos intencius consecratam trinies dominicam oracionem 
devote orando. 

Datum Halberstat, anno domini M°CD<^XCVlj®, in octava assnmp- 
cionis Marie virginis. 

In cuius rei testimonium sigillum nostrum inferius duximus appen- 
sione roborandum. Mattratz notarius^. 

Urschr. a, Perg. mit anJiangendem auf Taf. /F, Nr, ^ ahgdMetem Siegel 
in roihem Waclis im grdfl. H.-Arch. zu Wem. 

1) Hdschr. ag^. — 2) no. 



1499. AprillO. 122. 

Das Kloster Himmelpfortm hekennf, dass es vm der Tepminei zu 
Goslar dem Bafhe vier neue SchiUinge jdhrlich Schoss zahlefi ?nuss. 
Die von dem dabei gdegenen Garten zu leistende haJbe Wacht hat 
ihnen der Bath erlassen. 

We broder Johannes Eyleborch prior, Heydewicus Temmen der 
hylgen scriffl doctor, Johannes Reefie supprior, Laurencius Hogkman 
custer, Johannes Steynwich procurator unde de gantze convent des 
closters der Hymmelporten , ordens sancti Augustini der eynsedeler, 
Halberstedesches stifftes, bekennen vor unfi unde unse uakomelinghe, 
dat we dem ersamen rade to Gosler schulien geven alle jar veyr nyge 
schillinghe van unfiem hufie unde hove, geheten de termenie, unde ok. 
van dem garden dar by, den we van Hanfie Detmerfi ghekofft hebben, 
dar we ock de halven wake van don schullen, de ons van gunst des 
vorbenompten ersamen rades ys naghelaten, gheegent unde fredewerket, 
unde ock de ersame rath uth sunderliker fruntschop alle ghelaten hefft 
tho sodannem schote, angheseen, dat we ock syn deyner derghemeyn- 
heyt. Weret aver sake, dat we edder unse nakomelynge wolden vorkopen 
sodanen garden, so schal man dar van schoten wes recht ys na der 
ghewonheyt der stad Gosler, Dusses tho merer bekantnisse hebbe we 
dussen breff vorsegelt myt unses conventes yngesegei. 

De gegheven ys na der gebort Christi unses heren dusent ver- 
hundert unde XCIX jare, yn dem myddeweken na dem sondage Quasi- 
modogeniti ghenant. 

Urschr. a. Pcrg. mit griinem Canventssiegel (cgl. Taf. I, Nr. 8) im Stadtarchiv 
zu Goslar. 



1512. November 7. Wolfenbttttel. 123. 

Heinrich der Jiingere, Herzog von Braunschweig, bittet den Grafen 
Botho zu Stolberg-Wemigerode, sich bei dem Prior zur Himtnel- 
pforte, des braunschweigischen Unterthanen Simon Gotschalk anzu- 
nehmen. 
Von gots gnaden Heinriche der junger, hertzoge zu Brnnswig und 
Luneburg etc. 



Nr. 122 — 124. a. 1499-1512. 189 

Unsern fruntlicben grus zuvorn. Eddeler wolgeborner lieber ohenie 
und getruwer. In abewefien des hochgebomen tursten heren Heinrich 
der elter, hertzogen zu Brunswig und Luneburg etc, unsers fruntlichen 
lieben heren und yatirs, gelangt uns an von seiner liebe undirtancn 
zu Brunswig Simon Gotschalke, das sich der prior zur Heimmelpforten 
etlicher seiner angestorbener gutere ane rechtliche adir bestentlichc 
ankunfft undirstehe, die eins teils ane seinen wissen adir willen von 
Osterwig zu sich solle genomen und enwege gebracht. Lnd wiewol 
er ehirmals an den hauptman des stiffts zu Ualberstait, nach deme die 
guter bie den von Osterwig gelegen, vorschreben, so haben sich docli 
allewege die selbtigen mit geborlicher antwurte vornemen lasset!), 
darubir sich dach der selbtige prior sollicher gutere untirstanden, deni 
annen manne zu entgegen. Diewile wir dan an stait uufiers liebeu 
heren vatirs des mannes mechtige, so ist unfier gutliche ansinuen, deu 
prior zur Heimmelpforten, als ewer untirthaneu, daran zu halten, deme 
armen manne soUiche angestorben gutere ane lengern vortzoge na rede- 
licher antzeigunge volgin und lu handen komen lafisen, darmit wiethe- 
runge vorhut und unser vorbeth gnoBlich moge entpfunden werde(!). 
Das wollin wir iu allem guten zu vorschulden gneigt sein. 

Datum WulffenbuttU, sontagis na alier heiligen tage anno XV^XH. 

Dem eddeln wolgebomen unfierm lieben ohemen und getruwen 
Boten, graffen und heren zu Stolbergk und Wernigerodhe. 

Urschr. a, Bapier im grdfl. Arch. zu Stoiberg, Familienmchen I, 6^. 



1512. Novemlier 30. lU. 

Boiho, Graf zu Stolberg, bittd den llerzog Heinrich d, J. zti 
Braunschweig, die Angelegenheit den Prior zur Bimmelpfarte hc- 
treffend his zur Rilckkekr seines Vaters Heinrich d. A. ruhen zu 
lassen und deren Erledigung diesem anheim zu stellen, 

Durchleuchter hochgeboraer ftirst. Ewera fiirstlichen gnadenn fiein 
unfier schultig unnd gancz willig dinst in allem vleis zuvorn. Gnediger 
her, wir haben ewer furstlich gnad schreiben, den priorzu derHimmel- 
pforthen belangen, allenthalb erlefienn; fugen ewerf g. darauff wisfienn, 
dafi wir in der fiach fielbst mit dem hochgebornen fursten unnd hernn, 
hera Heinrichenn dem eltern, herczogen zu Branschwig, ewer t g. hera 
vater, auch unfierm gnedigem hem, geret. Hat fiein f. g. gesagt, der 
man soll darinne stille fieyn; wolt fiein f g. zu musfiiger zeith selbst 
tagfiaczung darinne iumemen und handelnn, derhalb ileisfiig bittende, 
e. f. g. woUenn dy fiach, fio es e. f. g. nicht entkegenn, bifi auff zn- 
knnfft e. f. g. herrn und vathers beruhen lasfienn. Uetth aber e. f. g. 
doriune ein ander bedenckenn, szo wollen wir mit dem prior voriugen 
uff e. f. g. vorbeschit zu erscheinen unnd an stadt unfiers gnedigen 
herru obgemelt e. f. g. erkentnus nnnd weifiung zu vortblgenn. E. f. g. 



U>0 Angnstiner Einsiedlorklostcr Ilimmelpfortcn. 

wollen fiich hirinDe gnediglichenn erczeigenn. Szein wir in under- 
thenigkeit zu vordinenn gancz willig. 

Datum anno domini XV^ duodecimo, dinstags noch prcBentationis 

*"®" Both, graflF unnd her zw Stolberg und Wemigeroda 

Ann herczogen Heinrichenn denn jungernn, herzogenn zw 
Brunschwigk etc. geschribenn. 

Urspr» Entumrf auf Bapier im grdfl. H.-Archiv zu Wern. 



1444-1515. 125. 

Urkundlich erwahnte Bruder des Klosters Himmelpforten. 

1444. Aprll 31. ist als in Heiddberg studirend immatrikulirt: 
Conradus Vituli, professus in Porta Coeli. 

Dr. Toepke in G€8ch,'Blatter fHr Stadt u. Land Magd. U (1879), S. 342. 

1447. Mal 27. Kapitd zu Nardhausen. Anwesend: Vicar. Henr. Coci, 
fr. Henr. Zolter s. theol. prof.; iratres Henr. Ludovici, Hermannus 
Schelherten, lohannes Vorlop Porte Celi, lohannes Schul Nove 
Civitatis conventuum professi. 

Kolde, Deutsche Congreg. d. August. Einsiedlerordens S. 88, Anm. 

1483. Herdewich Temmen aus KL Himmdpfarten studirte in Leipeig. 

Wvnter, Oisterzienser III, 67, wo er irrig ah einem OisterzienserJd. ange- 
horig angenommen ist. 

1483. Nov. 9. werden als Stvdirende in Heidelberg eingeschriSben : 
frater Herdewicus Diemann 1 de Porta Coeli, 
irater Conradus de Asseburg j dioc. Halberstattersis. 

Acta facult. art..n, 113, 117, 119^: 

Anno 1484 in octava ascenscionis domini sunt admissi ad bacca- 
laureatus gradum (scil.) in artibus subnotati et ordine ut sequitur locati 
per temptatores: 1) frater Conradus de Assenburg (dedit). 2) frater 
Hardewicus Demen (dedit) etc. — dls erste von 13 determinavernnt 
sub magistro lohanne Heym de Wynhem. 

Anno 1485 in crastino beati Dionysii, quod erat die decima 
Octobris, ad licentiam in artibus . . admissus est: frater Herwicus, 
ordinis sancti Augustini professus in Porta Celi (pauper), et determi- 
navit sub magistro lohanne Heym de Wynheim, sacre theologie bacca- 
laureo, XX die Octobris. 

Anno 1486 XVII die mensis lanuarii magister Herdwicus, ordinis 
sancti Augustini professus in Porta Celi, iuramentum prestitit pro in- 
troitu liberarie fieri consuetnm. 

Anno 1486 in die beati Dyonisii ad Hcentiam in artibus est ad- 
missus por dominuni vicecancellarium maijstrura Balthasar Deckernm 



Nr I2r>. 126. a. 1444-I&ir>. !5ia 



m 



de Bunickeym: frater CoDradu» de Assenbiirg (paiiper) — determi- 
navit sub niagifttro lohaime Hevjn de Wyneni. 
Ytfl Maffd. Gesdt.-Bll a. a, 0. S. 343 f. m. Anm. 2. 

1484. NoT, 6* ht BH Heidelhcrg hnnmtnktiUrt: 

fratcr Andreas Wunstorpp de Porta Cell, dioe, Halberstatenbis. 
A. u. <1 S. 343. 

1487. Ostern ist nach der Erfurter Makikel (Welsamborfi^ i» S. 417 ^J 
verseichnet: 
frater Hertwicus Demnien de GoBlaria, eiusdeni ordinis (beremitan 
s. Augustini) et magister HetdclbergensiB gratis ob revereneiam 
doctoris Paltz dt 1 nov. bedeliis, 

14ft9/l-j00 frater Johanneg laycus in Porta CeJl 

Ilmih. UrkdL II, 383, Anm. 1. 

1515 /Tf* li U- 3. Sept* ist Bu Wiitenhtrg immatrikiUirf': 

Petrus Dube de Porta Ccli, dioees. naiberstaden. Augnstimie. 

For^enutmij Alii, Ylteb. *S', 5^. 

Noch ist imH tler Wernitfer. Amiitrechn. v. 15^7 za 2fi unier WornigoKKler 
tticli aiuigelu?n am/efahrt: Bnider Jnsten, daji er t?m jar 5!ur Ilinjtilport zng*?*;eht'ii 
iii' Morimgi* bovebJ ^hei) ^" i>. Oculi «, s. f. gr. H.-Arvh. (*1. 



> 1 'Ifi 



\ 



1516. November 28. 



136. 



Zinseti des KlosUrs Himvielpfartm ftn dir S. Lormshirdw m 
DarVmgfirode. 

De nionke tbo der Hymmelporteu VI V2 ^'^- i^TiA^ '/^ punt wasses 
van dcm kalkbove^ nnde dat Hasselblcek unde van der MoJcnwyske, 
babet RenertlL Bar-. Dat i/^j pnnt wasse» gevcn se vamc Hteden liovc 
in dem dorpc by der linden. ^ ^ ^ 

Item dc Htenkule VI sz., bebben de monkc wcdder der kcrken 
wyllen, nt patet in anti^iuis registriB. 

8. censM et bcina ecclesie sancti Laurencii in Dervelinjproi^e coUectnm aiino mille- 
Nimo fjningcnteaintio dccimo ^xro. VI* sancti Andrec in dem JJnrtitifie^^fHtf^' KircJteu- 
regiider r. i516ff. tntf ffriiih liibl. zu W^n. Gefiihrt iMt die Jdhrcinrchmtmf fiurch 
ilie olilcrhulo Hennig Rethen {15^4: von Hcythcu) u. Bertnld Papcn. — 2\'or. J£8. 
fjfl Freiiajf for S. Andrcfiej da^ J5M uuf einm Sonnta<i fieij sexta p. Anrlreajo 
teiirde der 5. Dec. sein. 1517 mcldich gieiciie Notiz, 15:34 uttier npname: Ucm 
de nionneke to thv HyiniQelporten IU KncberjLrcr nnde Tll peiniynck van 1 graslt 
lcge (leyede)* 1526: 1 A. de Reyti^clie ^ JI sz. van dea inonkcs wcgtiu — ^j^r puat 
wasses de monek, Ji'i«c Aufzeiclimin^j rfafl. rom 10. Mai 1634 iautet: Djt ylE de^s 
blekea a^er to Der\'elingerode in deme XXXIJTI^^" jare des snndages Tor der 

hemraelvart Crw^ti vortcykenth. Itcm ^o bckennewy nienne fho iKrrvelingcrode. 

vo dat wy werden l>eiangcth van ,syner gnaden ampte ummc 1 mark schotes der 
mrjnnckc guder lialven, weikorer(E) wy uicht ffebrukon, alze lUl hovcn kndes nnde 
da Moku- uude de Howifcli {1537 bo^^^wl^ch^j wclkorir ivy ntcht gtMtetiieii o&\t 



'L, 



192 Augustiner Einsiecllerklostor niminelpforten. 

gebruken nu tor tidt, besundern do de monneke der guder herre weren, geven se 
de upgemelte marck. 

1) Weiter unten ka^khof, kalchov, 1516 i^erachrieben: kalk, kalhove. — 2) Weiter 
unten Reinherth Bahr. 



0. J. um 1516. 127. 

Johann von StaiipiZy Generalvicar der reformirten deutsdien Con- 
gregatimi des Augustiner Einsiedlerordens, gedenkt in einem Schrei" 
hen an KurfUrst Iriedrich von Sachsen der ieabmchtigten Visitor 
tion der Canvente m Magdeburg und Himmelpforten. (Ausjsug.J 

Durchlauchter hochgeporner furst, meyn allergnedigster herre. lch 
geb e. c(hurfur8tl.) g. undertanig zu erkennen, dafi icli nach dem doc- 
torat, wue mich e. g. sachen nicht mehir vorhindern wurden, Magde- 
burg zu visitiren vorgenommen, diB gleichen die Hymmelphorten und 
besehen, ap ich uffs wenigist halben advent predigen m^chte, etwan 
do ifi frucht uud nutz prechte dem armen new angefangen closter zu 

gute und erhebung 

e. f g. undertanigster caplan 

bruder Johannes von Staupitz augustiner. 

Ganz ahgedruckt hei Th. Kolde, die deutsche Augustinercmigregation utid Jo- 
hawn von Stawpitz 8. 435 /. 



1517. August6. Hinimelpforten. 128. 

Frater Martinus Lutherus Augustinianus (Districtsvicar des Gene- 
ralvicars), schreibt aus Himmelpfortenj wo er mit dem Generdl- 
vicar Joh, Staupiz eine Idnger vorher erwartete Zusammenkunft 
haUe, an Dr, Johann Lange, Priar des Augustiner-Einsiexllerklosters 
zu Erfurt, empfishU demselben einige Briider und eroffnet ihm den 
_entschiedenen Wunsch des Vicars (nunc scriptaliter te commone- 
facit ex Porta Cceli), dass er sobald wie moglich die theologische 
LicenUaiemviirde eriverbe, 

Ex Porta Coeli, sexta Augusti M^D^^XVII». 

Gedr, Be Wette Luthers Briefe I, Nr. 36, S. 59; vgl III, 571, Der Besuch 
Stau/pizens in H, galt jedenfalU dte nach dem vorhergelienden Auszuge heabsichtigte 
Visitation, Luther war Jubilate (29. Apiil) 1515 auf dem Convent zu Gvtha zum 
Yocum scrutator, diffinitor et superioris Gormaniae vicarius super 10 tantum conven- 
tus envdhlt worden, Da diese Convente als die zu Witteirberg, Dresden, HerzbeTg, 
GotJia, Langetisalza, Nordlmusen, Sangerhausen, Erfwrt, Magdeburg, Neustudt a. 0. 
zu hestiminen sind, und wemi er sich seWst undecies prior tiennt (De Wette J, 41), 
der elfte Convent als das yieugegrilndete Eisleben anzunehmen ist (rgl, Kolde 
Deutsche Augtist. Congreg. S. 264 f), so gehorte Himmelpforten nicht zu sdnem 
Untervicariat. Luthers Besuch zu JSiminelpforten pfla^izte sich am Harz in der 
Erinnerung der Leute fort, Vgl. Eckstorm chron. Walkenred. 219, Zeitschr, d. 
Harever. 12 (1879), S. 396 f 



Nr. 127—130. A. 1516-1525. 19S 

1528. August 27. Halberstadt. 129. 

Albrecht Liseman, Dechant «u 5. Bonifcuni in Halberstadt, bedenkt 
in seinen letzttoiUigen Bestimmungen auch das Kloster Himmel' 
pforten hei Wemigerode und die Jungfrauenkldster Drubeck und 
Waterler mit je einem Gulden jahrlich. 

Et dabit capitulam [sancti Silvestri et Georgii in Wemigerode] 
.... monasterio Porte Celi prope Wemigerode et monasteriis monia- 
linm in Dmbeck et Waterler cnilibet singulis annis unum florenum. ' 

Anno a nativitate (domini) millesimo quingentesimo vicesimotercio, ! 

indictione undecima, die vero lovis, vicesima septima mensis Augusti, j 

pontificatus sanctissimi in Cristo patris et domini niei Adriani divina 

providentia pape sexti anno primo. Acta . . Halberstat in curia 

babitationis prefati domini constituentis. 

Urschr. Wem. AJbr. Liseman, em ffeb.Wemigeroder, trar 1513 — 1516 Dechant 
in seiner Vatentadt 



15'^5. JuU 5. 180. 

Urfehde des Barbiers WiJhelm, sonst Wiardes genannt, Haupt- 
anstifters der in dem Bauemaufruhr mit einigen Biirgem aus 
Wemigerode veriibten Zerstorung des Klosterh Himmelpforten , bei 
seiner Entlassung aus dem Gefdngnisse und der nach Erlass der 
Todesstrafe erfolgten Verweisung aus der Grafschaft Wemigerode 
und Stolberg. 

Ich Willhellm barbir, sonst Wiardes genandt, bekenne fur mich, 
alle meine erbenn unnd freundschafft, das ich, alfi mihr die ufrurischen 
endtpomngen der bau(r)schafTt wieder die geistlichenn unnd andere 
furgenohmmenn angezeiget wordenn, zu Wernigerode gegenn abendt einn 
trommellschleger bekommen, lerm blasenn lafienn, auch etzliche burger 
damit zusammenbracht unnd sie ermahnet hab, das sie mit mihr hie. 
naufi uf den hof Schawenn ziehen , unnd denselben helffen innehmenn 
woltenn, der meinung, die monche aufizujagenn, den hof zu buchenn, 
unnd was darinnenn befundeiin wegkzunehmenn. Alfi mihr aber vonu 
dem rath zw Wernigerode, welche, so balde sie den lerm unnd meinn 
furhabeun gehoret, die thor haben zwschliefien lafienn, soiches ineinn 
Hfnmehmenn des abendts underfangenn , habe ich doch folgendes tages 
nicht geseumt, etzliche angeregt, ermahnet unnd uf bracht, mit denselben 
hienaufi zur Himmelpfordt getzogen, doselbst das closter helfenn bu- 
chenn unnd spoliiren, unnd alfi zw dieser ufruhrigenn schedlichenn 
vorhandelung anfangk unnd ursach gebenn, derhalbenn auch inn des 
wohlgebornenn herren Bothenn, grafen zw Stolbergk unndt Wemige- 
rode, meines gnedigenn herren gefengknufi kommen. Unnd wiewohl s. 
g. laut eines rechtlichen spruches, darin ich umb solcher mifihandelung 
willenn zum tode vorurteilet, mich ahn lebenn mit der scherfe zu 
straffen fugk unnd recht gehabt, doch s. g. mtch uf genedige furbitt der 

QewhiehtMi.d.Pr.SachflenXV. 13 



194 Augustiner tlinsiedlerklofiter Bimmelpfortefi. 

darchleachtigenn hochgebornenn fnrstin frawen Elisabeth, gebome 
marggrefin zu Brandenburgk, hertzoginp zw Brunschwigk etc. m. g. f., die 
dazumall zw Wernigerode personlicH gewesenn, genedigklichen zw 
burgenn handen kommenn lafien, also das ich vor mich, meine erbenn 
unnd freundschafft, inn betrachtang des schedlichenn- ufruhrs durch 
mich unnd andere erregt unnd vorursacht, dem gestrengenn unnd vhe- 
sten Volckmam von Morungen heuptmann geiobt, leiblich zu gott 
unnd heiligenn geschwohrenn habe, solches gefengknufi unnd was mihr 
darunter wiederfahrenn , wieder meine genedige herrn von Stolbergk 
unnd Wernigerode, auch alle derselbenn vorwante in argenn nimmer- 
mehr zu gedencken oder zu rechenn, wieder dieselben durch mich oder 
meine erben oder freundschafft mein lebelangk nichtes schedelichs zu 
handelln, vortzunehmen , auch durch niemandes anders solchcs zu for- 
dern oder Airzuschiebenn, unnd endlichenn die stadt unnd gantze her- 
schaffi; so balde nach meiner entledigung zu reumenn, inn dieselbige 
herrschafft Wernigerode unnd Stolbergk, unnd so weidt sich alle s. g. 
obrigkeit unnd herschafft erstreckenn, nichtes aufigeschlofienn , meinn 
lebelangk nimmermehr zu kommen, dadurch auch nicht zu wandernn 
oder unnderschleif zw haben, besondernn bifi uf zehenn meilenn langk 
mich davon zw endthaltenn unnd derselbigen gentzlich zw eusem. »So 
ich aber hieruber inli s. g. herrschafften , wo die gelegen, oder inn- 
wendigk zehenn meilenn umblangk derselben, inn welcher zeit es ist, 
antroffenn werde, will ich mich auch hiennit bey obberurter vorbin- 
dung vorpflicht unnd bewilliget habenn, das meinn genediger hen- 
oder i. g. befehlhaber nach lautt vorigenn rechtspruch unnd urtheill 
ohne weiter furgehende rechtliche erkentnufi mit der scherle mich zu 
strafenn habenn, unnd mihr diese endtledigung dorahn nichtes zu hulfe 
kommenn soll unnd magk. Defi zu weiterer vprsicherung habe ich 
meinenn genedigen herrn zu burgen gesetzt: Hanfi Schmidt, Heinerich 
Hillen, Heinerich barbirer den elteran, Valtenn Wedige, Luddewigk 
Stipping, Hanfi Puchiingk, Albrecht Heyer, Peter Wikelandt, Andrefi 
Pfeifer, Andrefi Hoppenn, Hermann Peffenn, Tarquinufi (!) vonn Schnellen- 
burgk, Levinn Angersteinn, Michell Hildebrandt, Heinerich Malerischer, 
Mathefi Schulte, Bartollmeus Wildtfuhrer unnd Hermann Heydes, alle burger 
zw Wernigerode. Unnd wihr jetztgemelten burgen bekennenn ahn rechter 
eydes stadt, das wihr darvor burge unnd gutt wordenn seinn, das alle 
stugk unnd artikell, so Wilhellm barbier inn dieser uhrphede bewilli-* 
get unnd zugesaget hatt, vhest unnd unvorrugk solleil gehalten werdenn. 
Unnd ob ehr ahn einenn oder mehr stugkenn bruchigk, oder jemandes 
anders vonn seinetwegen, es wehre durch oder ohne seinn zuihun 
oder forderang, jechtes schedliches gegenn obgenante herrschafft oder 
derselbigenn verwandten furaehmen oder thun wurde, so geredenn 
unnd gelobenn wihr bemelten burgenn nach erforderung unnsers gene* 
digen herrn oder s. g. bevhellhabernn denselben Wilhelm innwendigk 
vier wochenn nach soIches(!) nichthaltung zu bekommenn unnd wohinn 
wihr soUen ihn leiblich zu stellenn; unnd ob unfi dafielbige mangellen 



Kr. 131. a. 152&. l95 

wurde, alMann wibr alle unnd itzlicher besonder, welcbe an lebenn 
selDn, personlicb einnzukommenn , ahn ^elchen ordt wihr gefordert 
nnnd gemabnett werdenn, davonn nicht zu kebrenn, es sey dann s. g. 
znvor solcher nichtbaltung unnd scbadens halber, ob der ergangen, zu 
vorgleichung unnd friedenn gestalt, ohne alle argelist unnd gevberde, 
der wihr Willbelm barbier unud die burgen unnfi niebt behclfenn, son- 
dem hiermit aller freiheit, forderung und list, so znr nichtthaltung 
dienlich unnd diesenn gelubden entgegen seyn mochtenn, gantz bege- 
benn habenn wollen, defi unnd alles wafi unnfi wieder zu bulfe koni- 
menn magk, inn keinenn wegk zu gebrauchenn, besondern alle artickell 
dieser uhrphede treulich unnd vheste zw haltenn. Zw uhrkundt habenn 
wihr allesampt gebetenn den erbamn vhesten Ludolf von Belitz, seinn 
siegell abn diesen brief zu druckcn; welcbes ich Ludolf vonn Belitz 
nf ihr bittlich ansuchenn also gethann bekenne, doch mihr unnd mei- 
nen erben unnschedlich. 

Gescheben im jahr 1525 ^ mitwocbs nach Visitationis Marise. 

(Siegd.) 

IchWillhellm balbier bekenne mit dieser meiner handtschriflrt, das 
icb diese obgescbriebene uhrphede bewilliget unnd zu baltenn zuge- 
soget, zw gote unnd heiligen gescbworeun habe, schwere, gelobe unnd 
zusage aucb fur mich, alle meine erbenn unnd freundschafft mit dieser 
meiner handtschrifft nochmalfi, dicselbige ubrphede mit allenn aiiikelln 
treulichenn unnd vhest zw haltten, alle bchelf unnd gevherde hierrin- 
nen aufigeschlossen. 

Ahschr, ^xm Ende des 16. Jahrh. auf vier grossen Blattseiten im grafl. H.-Arch. 
zu Wem. Von auaseihalb: Uhrphede \Vilhellm barbier, der zur zeidt des paiiri- 
scben ufruhrs andere den hoff Schauenn zu sturmen ermanet anno etc. 1525. 

1) Obwohl dieselbe Hand von atissen das Jahr 1525 richtig angegehen luit, so 
liat die Abschr. unter dem Te.rt die Zahl 1522, jedenfalls weil bei der Fluchtigkeit, 
mit der die Abschrift offenbar gemtcht ist, daa Zeicliefh fiir die Zahl Filnf (f\) fiir 
2 gdesen towrde, 

1525. JuU 28. 131. 

Urfehde mehrerer Biirger 0u Wemigerode und cines Bauers von 
VecTcenstedt bei ihrer Erledigung aus dem Gefdngniss wegen Theil- 
nahme an der Zerstorung der Kloster Himmelpforten , Driibeck 
und Ilsenburg, 

Wihr beraacber geschrieben Heinerich unnd Bartelt Hellevogt 
gebruder, HanB Weber, Jacob Schutz unnd Jacob Lawi gebruder zw 
Wernigerode wonbafftigk unnd Henning Olman vonn Feckenstedt be- 
kennen fur unfi, unsere erbenn unnd freundtschafft, das wihr inn der 
ufrurischen entb<3hrung der burschafft inn die closter Himmelpfordt, 
Drlibigk unnd Ilsenburgk gefallenn, dieselben aufengklich helfen buchen 
unnd spoliim, dardurch inn des wolgebornenn herrnn, herrnn Botheun, 
grafenu zw Stolbergk unnd Wernigerode, gefengknuB konimcnn. Unnd 

IB* 



196 Augustiner £insiedlerklo6ter Himmelpforten. 

wiewohl s. g. nnns nmb solcher genbten freyendlichen handelung, 
einngriffs nnnd ycrge£enheit willen unnsernn eydt unnd pflicht ahn 
leben zu strafen ursach gehabt, hatt doch s. g. uf gnedige yorbitt 
unnser herrnn unnd freunnde unfi zu burgen handen genedigklich 
kommenn iaiienn, also das wihr den ehrhafiftigen Mathiam Lnterot, 
schofier zw Wemigerode, ahn stadt unsers genedigen hern innsampt 
unnd einn jetzlicher besonder gelobett leiblich zw gott unnd heiligen 
geschworn haben, solches gefengknufi unnd weB uns darunter wieder- 
fahm, wieder unnsera genedigen herrn yon Stolbergk, die herschafft 
Stolbergk unnd Weruigerode mit allenn so darinn begrifl^en inn arge 
nimmermehr zw gedenckenn oder zw rechen, besonder s. g. umb solcher 
unnser geubtenn ubertretung unnd mifihandelung willen zwischen " 
s. Mertens tagk schirstkumfi^tigk zu abtragk zw thun wie yolgt. Nem- 
lichenn beyde Helleyogte 10 fl., HanfiWeber 10 fl., Jacob Schutte 10 fl., 
Jacob Law 5 fl., Henning Ollman 5 fl., also das solche summa yon 
unfi semptlich unnd jetzlichenn besondera unnsern genedigenn herrnn 
obgenandt oder seincr genadenn schofier yor ader uf den tagk Martini 
gewifilich einbracht unnd betzahlet seinn sull. Unnd ob wihr mit 
unnsers genedigen herra undertbanenn oder sie mit unfi zu schicken hetten 
oder haben wurden, wollenn wihr unnfi yor s. g., s. g. beyehlhabernn 
rath oder gerichte ahn gleich unnd recht begnugen lafienn unnd kein^ 
fromde ausflucht suchen. Defi zu weiter yorsieherung habenn wihr 
unnsern genedigen herrn zw burgen gesetzt: Lorentz Prosius, Hanfi 
Rubergk, Hanfi Bone, BuBe Falckenbergk, Ulrich Schrader, Hanfi 
Sander, Hanfi Helleyogt, Andrefi Letze, Ludewigk Onebuttell, Comeliufi 
Langen, Heinerich Heuptmann, Matz Wintzler, Kerstenn SprenpfelP, 
Hene Renherts, Heinerich Brans, Hanfi Schmit, Curtt Hepfenn ; 3. Hanfi 
Buchrugk, Seifar Frist, Nickel Brunfreuter, Hanfi Palbom, Hanfi 
Heideblut, Kerstenn Mundtmeister, Heinrich Dnnckell, Heine Kirchner, 
Hanfi Gunter, Hanfi Kene, Hanfi Kloworst zw Wemigerode; 4. Albrecht 
Sunt,Hanfi Borgkhart, Brandt Knetenn^, Valtenn Niendorfi^, Curt Henckell, 
Hanfi Bergling, Curdt Mergkell, Gorge Koch zu Wemigerode; 5. herr 
AnthoniufiEckebusch^ Hanfi Muller, Henning Henigk, Curt Holtzhawer, 
Heinerich Werner, Heine Eode, Curt Forwergk, Sander SagemuIIer zu 
Wemigerode, Heine unnd Hanfi Schutze, Andrefi Kistener zw Lange- 
steinn, Andrefi Schutze zw Derbelingrode ; 6. Hanfi Olmann, Stefiann 
Wilcke, Peter Bys zw Ellengerode, Curt Schwencke, Hanfi Simon, Aradt 
Mette, Hermenn Ammelung yon Feckenstedt, Hanfi Dierlam, Haufi 
Kuntzkenn zw Wernigerode. 

Unnd wihr itztgemeltenn burgen bekennen ahn rechten eydes stadt, 
das wihr dafur burge unnd gutt worden seinn, das alle stuck unnd 
artickell, so obgemelt inn dieser uhrphede bewilliget unnd zugesagett 
habenn, yonn ihnenn semptlichenn unnd jetzlichen besondern yheste 
unnd unyorrugk sollen gehalten werdenn; unnd ob sie allesampt oder 
jemands innsonderheit ahn einn oder mehr stucken bruchigk, oder 
jemandes anders yonn ihrentwegenn, es wehre durch oder ohne ihr 



Nr. 132. a. 1525. 197 

zwthun oder ftirdening, ichtes sehedliches gen alle obgenante herschaiTte 
unnd derselbenn yorwandten fumehnienn oder thun wurden, so ge- 
redenn annd gelobenn wibr bemelten burgenn, nach erforderung unnsers 
genedigen herm oder s. g. beyehlhaber dieselbigen bruchige insampt 
oder innsonderheit, so bruchigk wordenn, innwendigk yier woehenn 
nach solcher nichthaltung zu bekommen nnnd wohinn wihr sollenn sie 
leiblich za stellenn. Unnd ob unfi dafielbige mangelln wurde, alfidan 
wihr alle unnd itzlicher besonder, welche ahn lebenn seinn, personlich 
einzukommen, ahn welchen ordt wihr gefordertt unnd gemahnett wer- 
den, dayonn nicht zn kehrenn, es sey dann seine g. zuyor solcher 
nichthaltung unnd schadens halber» ob des ergangen, zw yorglichung 
nnnd friedemi gestelt, ohne argelist unnd geyherde, der wihr obgemelte 
mifihendeler unnd die burgenn unfi nichtes behelfen, sonndern hiermit 
aller freiheit, finderung^ unnd list, so zur nichthaltung dienlich unnd 
diesenn gelubdenn endtgegenn seinn mochten, ganz begebenn haben 
wollen, des nnnd alles wafi unfi darwieder zw huIfFe kommen magk, 
inn keinenn wege zu gebraochen, bcsondern alle artickell dieser ui-phede 
trealich nnnd yheste zu haltenn. Zw uhrkundt habenn wihr allesampt 
gebetenn Ruttichenn Krebfi, seinn petzschafFt ahn diesen brief zw 
druckenn; welches ich RutgerKrebfi uf erbittlich ansuchen also gethan 
bekenne, doch raihr unnd meinenn erbenn unschedlich. 

Geschehen nach Christi geburtt 1525^, ahm sontage nach Marie 
Magdalene. 

Ahschr. vom Ende des 16, Jahrh. im grdfl. H.-Archiv zu Wern, Bei der In- 
haUsangjibe wn amserhalb igt von derselben Hand bemerkt: Zum bericht uf den 
170. confiitator artickell. 

1) Die hier mit rerschiedetten Zunamen erscJieinenden GebrOder sind in der 
in der Urschr. erhalteneft Aussage vom 30. Mai 1525 grafl. H.-Arch. C. 138^ 5 
Jacob Schutte der elder und Jacob Schutte der junger, sin broder genannt. — 
2) Der Name lautet sonst: Sprengepil. — 3) KetennV — 4) herr AnthoniuB £ckebu8ch 
ist offeribar der Priester A. Kikebusch zu S. SUvestri in Wern., zw. 1532 u. 1538 
Kdmmerer des Kalands, vgl. Driibecker Urkdb. 213; Harzzeitschr. 2 (1869), S. 17. 
— 5) So! wohl hinderung; findig»acA2au, listig. — 6) Die flOchtige Abschr. 1515. 



1525. Octolier 5. 1B2. 

Hermann Tieman, Prior zur Himmelpforte, bekennt, (lass der BcUh 
gu Wemigerode als Patran seines Klosters nach dessen Zerstorung 
auf Befdil der Herrschaft StoJherg die Versorgung der BriJtder 
Sbemommen hdbe und nun des Klosters Re^iten und Zithse ein- 
nehmen konne. 

Eck Hermannus Tyman, prior der Hymmelporten , bekenne in 
dusser myner hantschriil: nadem in vorigen jaren dat closter Hymmel- 
porte overvallen, ghepuchet unde aller bewechliken goder berovet, so 
dat in dussen verliken tiden sodans wedder optorichten in dem 
wolde gelegen mit dem bedelsackhe nicht wol moglick, so hat der 
er8amen(!) rat der stadt Wernigrode, aliSe patronen des closters^ dorch 



198 Aiigustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

bevel unseis giiecligen heren van Stalberge unde unser bede wyllen 
anghenomen, de broder jarliken tho vorsorgen, unnde ynn overgeven 
Begell und breflFe myt tinssen unde hovetgelt, dartho tho bruken des 
closters vorighe opname unde tinfie; hebbe ek boven berorter Her- 
mannus Tyman dem ersamen rade dusse kuntschop unde myne hant- 
schrifft ghegheven under des closters segel, darmydde se overkomen 
mogen te tinfie tho vormanen unde de broder tho vorsorgen. 
Datum donerstag na Michahelis, anno domini 1525. 

Urschr. auf Pa]'ier m. aufgedr, Siegd (vgl. Taf. I, -Nr. 8) im Stadtarch. zu 
Wem. AufscJvrift: Cyrographum Hormanni Tymans, prioris quondam Porte Celi. 



1526. AprU 18. 133. 

Bothb, Graf m Stolberg und Wemigerode, gestoMet dem R'ior zur 
Himmelpforte, bei der jetzigen Unnwglichkeit das Kloster wieder- 
her/3ustellen, einige Schuldverschreibtmgen m verkaufen, um die 
jungeren Briider abzufinden, die dlteren aber zu u/nterhaUen. 

Wir Bott, graflF zw Stalberg unnd Wernigerode, bekennen oflfennt- 
lich gegeun allen disses briefs ansichtigenn , dafi unnfi der geistlich 
unnser lieber andechtiger her Herman Thyman, prior des closters zur 
Himelpforttenu , angezceigt, nachdem inn vergangenem uffrure der 
bawerschafft dafi bemelt closter zur Hymelpforttenn durch eyn unvor- 
sehelichenn innfall der bawrnn gesturmbt, geplundert unnd zurrissenn, 
dorunder dem gemelten closter alle furrat, fyhe, kwe, pferde, swynn, 
gedreidicht sambt anderm, dovon sie sich enthaltenu solten, geweldiglich 
entwandt unnd genomen, dorzu auch ire kirch, behufiung unnd wonung in 
grundt zurrissenn, zuslagen unnd zurbrochen wordenn, also dafi yme und 
andernn seinen brudern nicht moglich dafi selbig widder in der eyle unnd 
ane fromer leut hilff unnd stewr anzurichtenn , domit sie sich doselbst 
enthaltenn mogen zuvorabe, so ire closter als der vehir ordenn eyne uff den 
bettel gewiddembt unnd gestifft sy. Dieweil aber yne in disser zwi- 
spaltigenn irrungen der cristlichenn kirchenn nicht gegeben i, auch des 
closters vermogenns nicht, die geistlichenn personn zu underhaltenn, hat 
er unns undertheniglich gebettenn, inn gnediglich nochzulassenn, etlich 
des clostei*s gutter unnd verscribung zu vorandem und zu verkeuflfen, uff 
dafi er etlich jung person, die ire narung in ander wege zu suchenn 
bedacht, abfertigenn unnd die andemn, die zu irenu tagenn komen 
unnd hynnfurder zu arbeit unntuglich unnd ungeschigkt, desto leid- 
licher ir lebennlang erhalten mocht. AIs habenn wir angesehenn sein 
vleissig bitt, unnd zufurderst, dafi sein clag und antragen mehr am tag 
und ware dan gut ist, wir auch nicht pillich achten, dafi die armen 
bruder nott leidenn adder an anderm zymlichem enthalt und furnemen 
gehyndert werden. Unnd derhalb so woUen wir gedachtem er Herman 
Thyman hirmit, so vil unns zu thun zusthet unnd geburt, bewilliget und 
erleubt habenn, etlich verscribung und zynnfibrieff zu verkeuffenn adder 
sunst in ander^zymlicherwyfiezu verandera, unnd wollenn denjhenigen. 



Nr. 133. 134. a. 1526. 199 

80 sich ako mit yme vertragen wurden, dorinne keynn anfechtung, 
hyndernng adder sperrung thun in keynn weifi. Dea zn urkunde haben 
wir yme disse yerscribung mit unserm angedrugkten secret befestiget 
ubergebenn. 

Uff mitwochenn noch Misericordia domini anno 26. 

Urgprungl ErUtourf itn grdfl. H.-Arch. zu Wern. 

1) Vor nicht ist h^nfurder in der Hdschr. durdtsirichen. — 2) Da8 Wort ist 
in der Hdschr. verschrtebeti. 



1526. Mal 33. 134. 

Jdhannes Uolschemacher , Convenitwl zu Himmdpforten , entsagt 
aUen Forderungen an das Kloster gegen Empfatig von 40 Crulden 
und acht Ellen Lundisdien Tuchs und gegen den schon vorher 
erhaUenen Antheil an den beweglichen diUem des Klosters, 
Ich Johannes Holscomecher, conventualis des kloesters Hymelpfort, 
bekenne vor mych, alle meyn erben fruntschaft myt dyeser meyner 
hantscryft offentlych : Nochdem in der ufrurung entborung der burschaft 
das kloester Hymelpfort tzoryssen, ausgepucbt und verstort worden und 
hernach durch den wolgeboren hern Bothen, graven tzu Stolberg und 
Wernygroet, myneu gnedychen hem sovyl gehandelt, das myrvan dem 
erhaftygen Hermanno Tyman, priori dosselbst, vertzych gulden gueder 
muntz und acht ellen Luntz wantz aeder vyef gulden vor dat want 
tzu absunderung vor myne ansproch und gerechtygeyt gegeben seyn, 
das ych solyche vei-tzych gulden und acht ellen Luntz wantz in myne 
[hajnd entfangen, und do[fur] bey traw und glauben tzugesagt und 
gelobt habe, gerede und gelobe auch myt dyeser meyner hantscryfft 
geynwurtyg an solchen vertzych ^ulden und acht ellen Luntz wantz 
und huyssrat, sylberwerck und gelde, so ych tzuvor luyt meyner hant- 
scryft gegeben, van priori entfangen, begnugt und gesetygt zu seyn 
myt gutwyllyger vorzych und begebung aller gerechtygeyt, zufalles, 
teylung, so ych an bestympst(!) kloesters guthren ytzt haben ader zu- 
kunflych gewynnen muge, der nycht zu genessen ader zu erfordren, 
besonder sage vor mych, alle myne fruntschaft und erbnehmen ub- 
gedachten meyn gnedychen hern von Stolberg alle seyner gnaden 
erben, herschaft und undertane, auch geuanten priorem und seyn erben 
soleher summa und guther und aller weythern ansproch genants kloesters 
guther halb frey, ledych und loss myt deyser meyner eygen hantscryfft, 
alle geverd und behelff hyrin usgeslossen. Und tzu mere vorsychrung 
hab ych erhaftygen Jodocum Gentzel notarium vlyssych gebeten, deyse 
meyn bekentnyss zu subscribern. 

Nach Cristi unsers lyeben hem geburt 1.5.26. 
Anno domini millesimo quingentesimo vicesimo sexto, die vero 
vicesima tercia mensis May, coram me notario infrascripto devotus ac 
discretus Johannes Holschomecher quondam professus monasterii Porte- 
celi personaliter constitutus, non fraude, vi aut sinistra machinacione 
preventuSy sed sponte recognovit, sibi integre de bonis dicti monasterii 



200 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

8ibi attingcntibus tbrc satis^iactuni reaiiter cum effectu per graciosam 
comitem Bodonem, comitem Stolbergensem , nec non per Hermannnm 
Tyman, priorem sepedicti monasterii. Quare dictus Johannes quitat, 
quitavit et pleue liberavit pro se et quibuscuuque aliis snis cognatis 
et amicis, promittens nichilominus dictus Johannes michi notario infra- 
scripto solempniter stipuiat, et recipient(l) vice et nomine omnium singa- 
lorum, quorum interest seu in futurum intererit, nullo unquam tempore 
sepedictum comitem acpriorem vclle per se vel peralios quovis qaesita 
colore de cetero molestare, impetere ac inquietare. Super quibus omni- 
bus et singulis ego lodocus Gencel, sacra imperiali auctoritate notarius 
publicus, Maguntin^^nsis diocesis clericus, rogatus ac requisitus. Testes 
ad premissa requisiti Matthias Lutterodt schosserus et Andreas Hafferung 
civis Wernigerodensis, et alii fide digni. 

Urschr. a, Papier an mehreren Stellen bruchig im grdfl. IT.- Arch, zu Wern. 



1526. December 9. 136. 

BothOy Graf m SUHberg und Wemi^ierode, bestimmt, als Obrig- 
keit und Erbherr des Klosters Himmelpforten , fiir dessen Prior 
Hermann Tieman und vier Laienbriider Wohnung und Unterhalt 
aus den Mittdn und Einkimften des Klosters, doch mit VorbehaU 
der Entscheidung eines freien christUchen ConcUs und von Kaiser 
und Stdnden, 

Wir Bote, graff zu Stnlberg und Wemigerode, bekennen in diesem 
briefe oflFentlich, daB vor uns erschienen ist ehrn Herman Tyman, prior 
des closters Himmelpfordten, und unterth^nig gebeten, dieweil bemeltes 
closter in nechster emp^rung und auiruhr der bauerschaft abgebrandt, 
zerrifien, zerschlagen und dermafien besch^diget, dafi ihme oder sonst 
niemandts dafielbe ohne mercklichen grofien verlegen wieder aufeurich- 
ten unm(5glieh, sonderlich dieweil dafielbige auf den bettelstab gewid- 
met, und ihme in derjenigen zweigung^, so in der ROmischen kirchen 
und dem heiligen christlichen glauben schwebet und streitig I^ufft, alle 
almosen, steur, httlffe und trost gar abgeschnitten und verstifftet were, 
dafi wir, alfi obrigkeit und alfi bemelten closters nahmentlicher erbherr, 
ihm sein lebelang und seinen vier leyenbrtidern , nemlich bruder Han- 
sen, Luddeken, Henning und Ehrharten, die alters halben ihre nahrung 
nicht erlangen m5gen, nachiolgende prOben, ihres leibes enthalt daran 
zu haben, gnadiglich vergonnen und dieselbigen befreyen wolten, 
nehmlichen die behausung und hoff der Mtinchehoff genant und vier 
hnfe landes in MercklingrOdischen felde gelegen, fUnff wiesen im Stein- 
bruche: die Hoheeiche, die Todtenwiese, Brandes wiese, die Wieder- 
wiese und die Mtinchenwiese, eine lede am Eisenberge, den baumgar- 
ten zu Darlingerode, einen kleinen teich tiber Marcklingerode, und an 
geholtze den Meineberg. Wiewohl wir unfi aber anfi beforchteten (!) 
bewegntissen, in solchen clostergtttern etwafi zu bewilligen oder fllhrzu- 
nebmen, auch nach vorbetrachtung enderung darin zu verhengen oder 



Nr. 135. 186. a. 1526. 201 

znznlassen, so haben wir doch bcwogen, dafi dennoch gcdacfaten ehr 
Tyman obbertlhrte gfiter, alfi probsten bemeltes closters, bifiher in besitz 
nnd gebrauch gehabt nnd noch hat, haben wir ihm allein bewilliget, 
dafi wir ihme an derselbigen besizung und gebrauch keinen eintrach 
oder hinderung thun woUen, sondern er mag selbigen unserhalb zu 
seinen und gemelter seiner brUder enthalt sein lebelang frey und ledig 
nuzen und gebrauchen, doch dafi er daraufi nichtes Terendem, vereu- 
sem, versezen oder yerkauffen soll. Wir haben auch gedachten Her- 
man zugesaget, dafi wir obgenanden vier leyenhrttdem, den er yr 
iebelang yersorgntts thun soll, zu ihren enthalten jerlich auf sanct Jili- 
ehaelis tage sieben malter kora, halb weifi nnd halb rogken, umb gottes 
willen geben wollen, nehmlich brader Hansen, brader Luddeken, brader 
Henning jftriichen zwey und brader Eberharten ein malter; und so sie 
alle oder enzeln durch den todt nach gottlichen willen versterben, da 
sollen uns die sieben malter nach eines jeden abschied nach anzahl 
wiederumb ledig sterben nnd heimfallen sein. Wir haben aber hierin 
den willen eines freyen christlichen convents, dergleichen keyserlicher 
mayestet und der st&nde des heiligen Roraischen reichs ordnuug und 
sazung vorbehalten und aufgezogen, also ob durch dieselbigen eine 
gemeine enderung der bettelcl()ster balben gemacht, beschlofien und 
angenommen worden, demselbigen soll vorberarth und andern des 
closters gtttem vor allen dingen gelebet und nacbgekommen werden, 
welches uns auch bemelter prior mit band und munde zugesaget hat; 
tmd wir nehmen sie darauf alle in unsera schutz und scbirm, wie an- 
dere unsere bttrger und unterthanen zn handhaben und zu schttzen in 
allen ziemlichen und billigen sachen, wo wir gottes^ zu gleich und 
recht mHcbtig seyn, treulich ohn alle gefehrde. Des zu uhrkund haben 
wir diesen brieff mit unsern angehangenen siegel befestiget und gegeben. 
Nach Christi unsers lieben herm gebuhrtt funfzehenhundert dar- 
nach in sechsundzwantzigsten ^, am sontage nach sanct Nicolai tage. 

ScJUechte Ahschr, vom Jahre 1705 im geheitnen konigl. Staatsarchiv zti Berlin. 
1) So statt des imverstdndl, zueignang der Hdschr. — 2) solches? — 3) jahre fehlt 



1526. DecemberlO. 136. 

Hermann Tieman, Prior mr Himmdpforte, bekennt, dass Botho, 
Graf zu Stclberg und Wemigerode, ihn mit mehreren Kloster 
Himmelpfdrtnischen Giitem, dem Monchehof bu Wemigerode, vier 
Hufen zu Marklingerode, fiinf Wiesen, einem Baumgarten m 
Marklingerode und dem Meinenberge bdiehen haibe, mit Ein- 
rikkung des Lehnbriefs vom 8, December, 

Ich Hermannus Tyman, prior zu Himelphort, bekenne mit dieser 
myner hantschrift: nachdcra in der ufrurischen entborung der baur- 
sehaft das closter Himelport ausgepucht, zurissen und dermas besche- 
digety das mir und mein broderen, sunderlich der ursach, weil es uf 



202 Augustiner Einsiedlerkloster Hlmmelpforten. 

den betelstab gestift, wilchem ytzt alle almisen und ssnlegung abge- 
snitten, solche widerumb zu erbaun und ufzurichten unmoglich, das 
der wolgeborn her Both, graf zu Stalberg und Wemigrot, uf mein bit- 
lich ansuchen zu meyner narung und nottorft mich mit etlichen gu- 
them belihen, in massen wie seiner gnaden vorsigelter breif doraber 
gegeben auswyset, der sich also anhebt: 

Wyr Both, graf zu Stalberg und Wernigerot, bekennen vor uns 
und unsererben mit diesem brief offenlich, das wir dem werdigen 
hera Hermen Tyman, prior des closters Hymelport, aus gnaden zu- 
gesagt und bewilligt haben, ab sich mit der zeit begeben, das das 
klosterleben, sonderlich der bettelorden, abgehen wurde und die' 
guther, so denselbigen gegeben und zustendig sein, wider in 
weltlichen gebranch komen soUen, das wir ime alsodan nachvol- 
gende guther, nemlich die behausung und hoi zu Wemigrot, dar- 
inne er ytzt wonet, gein der schule gelegen, der Monchehof 
genant, veer hufen landes im Marglingrodschen felde und weither 
bynus also gelegen, zehn morgen uf den Slagboim uber Marg- 
lingrot, drey morgen bey Eilburgs hoppenlant, neun morgen im 
Krage, fiinfzehn morgen die Zeigenbride^, sechzehn morgen der- 
uber im Kroge, zehn morgen beym borne uber Merglingerot, funf 
morgen darbeneden uber den weg, drey morgen nach Alden- 
rode, funf morgen uf den Drubigker weg nach dem Zegenberge, 
drey morgen dobey, zwen morgen auch dobey, zwen morgen 
Heyers hoppenlant, fiinf und zwenzig morgen das ander teil der 
Schiefen breide nach Derblingerot, zwolf morgen under Gasper 
Zigenhoms agker und der Steinkulen ; in wiesenwags funf wiesen, 
nemlich die Hoheneiche, die Lodenwiese, Brandes wiese, die 
Wendewiese und die Monchewiese; eyne leiden am Ysenberge, 
den boumgarte zu Derbelingrot, ein klein teich uber Marglingerot 
und an geholtz den Meynenberg ganz mit allem hard nnd weichen 
gehultz, wie der weg geringe heramb gehet das Weigental herab ; 
wilche wir yme zu seynem enthalt zu gebrauchen nachgelassen, 
seyn lebenlang freyen und nach seym tot seynen erben, wen er 
die in unser herschaft zu Wernigerot gesessen bescheiden ader 
zustellen wurde, zu erblehen leihen wollen; doch so soUen die- 
selbigen erben uns und uuser herschaft alle jar jeriich uf sanct 
Michahelistagvon iglicher hufe acht Sneberger grossen, der eyner 
zwolf lawen ader halber pfenige gilt, vom Meynenberge zwolf 
Sneberger, vom Isenberge drey Sneberger und vom tich uber 
Marglingerot drey Sneberger zu erbzins reichen und die behusung 
und guther uns und gemeyner stat Wemigerot vorschossen, vor- 
wachen und vordienen, wie ander burger thun. Wyr haben auch 
in dieser zusage keyseriich magestet und gemeiner stendc des 
heiligen Romischen reichs oberkeit, willen, ordnung und saczung 
furbehalten, dermas, wo die guther widerumb zn geistlichem 
wesen geordent wurden, das alsodan diese unser bewilli^ung 



Nr. 137. a. 1529. 20« 

nns nnd nnBern erben unvortenglich sey, alles treulich und ane 

geyerde. Zu urkunt haben wir diesen breif mit unsem ange- 

hengten sigil bevestet und geben. 
Nach Cristi unsers hern geburt funizenhundert damach im 

sechs nnd zwenzigsten jare, am sonabent nach sanct Niclaus tage. 
Das ich doraf seiner gnaden mit hant uud munde zugesagt habe, 
aus solchen gutheren nichts zn vorandero, vorsetzen ader zo(!) vor- 
keufifen, besondem dieseibigen in baulichem wesen und bessernng beyn- 
ander zu behalten und der zu myner notturft mein leben lang und nach 
lut opanzegeter mines gnedigen hem vorschrybunge za gebrauchen, 
der gestalt, ab durch keyserlich magestet und stend des heiligen reichs 
erkent und beslossen werd, das die betelorden und closter widerumb 
nfgericht und die guter darzu gehorig zu geistlichem wesen und brauch 
vorordent werden sollen, das ich alsodau solcher ordnung underworf- 
fen sein jind die gnter widerumb darzn volgen lassen woUe. 8o ich 
aach dieselbigen guter yemants bescheden, ader wer die bekomen 
worde nach meym absterben zu gebrauchen, dieselbigen sollen vor- 
bunden nnd schultig sein, solche guter zu bestimpter vorordnung, so 
die ufgericht und beslossen, volgen zu lassen und kein besserunge 
ader vorglichung dogegen gewarten, meym gnedigen hern und siner 
gnaden erben unschedlich. Wurden aber solche guther in weltlichem 
wesen blieben, so sollin diejhenen, den ich sie bescheid het, die lehn 
doraber bey gedachten m. g. h. ader seiner gnaden bevelhebern (!) 
snchen und die davon entpfahen, in massen wie ander erbguter ent- 
ptangen werden. Zu urkunt hab ich diesen breif mit meyner solbest 
hant geschrieben nnd^ myn gewoniichem pitzcher vormergt und geben. 
Nach Cristi unsers lieben hern gebort 1.5.2.6, am montag nach 
sanct Nicolaus tag. 

Urschr. drei ffroise Blattseiten lafuj mit dem Oemerke des Ausstellers s. Taf, 1, 
Nr. 11 im grdfl, H.-Arch zu Wem. BaseWst aiuh noch eine Abschrifl von lymawi 
Hand tmd mehr. Ahschriften des eifigeriickten Lehnbriefs aus dem 16. Jahrh. 

1) Zieml gkichz. Abschr. Zeigenbreithe — 2) mit feMt. 



1529. December 23. 137. 

Bestimmung des Raths m Wemigerode iiber die ihm vm dem 
friiheren Prior zur Himmdpforte mit Bewilligung Graf Bothos 
zu Stolberg-Wernigerode zum besten armer Leute iibergebenen 
mmmdpfdfiner Besitzfhiimer. 

Wy borgermeister unde ratman der stadt Werningerode ^ bekennen 
opentlick in dusfiem brefe vor uns, unfie nakoemen, gemeynen burger 
und alfiweme : Nachdem uns de werdige er Herman Thieman, etwan prior 
tor Hymmelporten^, myt fulbordt fiyner medebruder und bewillignnge des 
wolgeboraen heren Bothen, graflfen und heren tho Stalberge und Werninge- 
rode etc. , unfies gnedigen heren, itlike jartynfic myt den hovetfiummen 
by dem rade tho Luneborch, by dem rade tho Halberstat und in stiffte 



204 Augustiner EinsiedlerkloBter Himinelpforten. 

Magdebarcb etc, tho notrofift armer lude overgevenn and ans de 
vorfiegelden brefe to unfien banden gestellet, dat wy ans vorplicht ande 
athe sodanen tynfien,'hovetfianimen nnd von allen andem unfier stadt 
redesten gnderen and npkomen den erhaflftigen braderen Hans Avent- 
roth, Ladeken Szamings ande Henninge Smelh, profesfien des gedachten 
closters thor Hymmelporten, itliken alie jare twolfif galden manthe liflEren 
tho Wemingerode ginge and generoe und Everde von Heasedorppe 
6 fl. de heififte ap Wolbargis and de andera helfiFle np Michaelis de 
tydt ores levendes von anfien rathafie, ane vortoch und lemandes 
hindemnge schallen and willen gutlick voraoigen und geven. Wen aber 
dusfie dredodefi halben vorscheiden, alfiedenne schuUen fiodanejarliken 
tynfie tho notroflft armer lude in onfie hospitall und wes se von barscop 
nalaten^ gewant nnd gekart werden. Ok hebben wy myt gunst bewiliigunge 
unfies gnedigen heren gedachten braderen: Hanfie Aventroth, Ludeken 
SzumingeSy Henninge Smeth, dartho Everde vonHeutzendorp^ eyn hus 
und woninge hinder dem thorme der kercken sancti Silvestri, dar 
etwan fiaeliger er Gregorius Rethmar inne gewonet, ore leventlanck to 
bewonen nnd nach orem besten to gebraken, gunstlichiich ingedan. Dat 
sodans wy vorberort ane jenigen hinder und argelist von uns und unfien 
nakoemen stede vast geholden schall werden, hebben wy tho merer 
wisfienheyt und bekentenisfie unfie ingefiigele nedden an dusfien brefif 
witliken laten hengen. 

Nach Cristi unfiers fiaiichmakers gebort dufient vififhundert im 
negen und twintigesten, am donnersdage nach Thome apostoli. 

Dwrchcorrigirter Entwurf im grdfl. H.-Arch. zu Wern. 

1) Urschr.: der olden u. nigenstadt thoW. — 2) Ursprr. de» cloesters tor H. — 
3) Unterm Text: unde wes ein ider also nach orem abesterben nalet, schal dem 

rathe tho nottorfft der armen heimgefallen syn so und wes ein ider von 

goidern hinter sich gelassen. — 4) In detn £ntwt*rfe steht txm der redigirenden 
Hand 6 fl. hinter tmd iti:er dem Namen. 



1530. Jaiiaar4.. 138. 

Caspar Zcigenhora bekennf, dass er 70 Gtdden m 22 Groschen 
und mertehalben Gulden jdhrlichen Zinses, wddie ihm Bofho, Graf 
zu Stolberg und Wemigerode, auf die hievor dem kloster Heymel- 
porten zustdndige Ilufe am Katzenklint von der Aebtissin und 
Propsfin zu Gernrode zu erborgen verstattefe, iiber sechs Jahre wi^er 
ablosepi will. So aber durch keyserlich magestet und des heyligen 
richs stende mittler zit der geistliche gutherhalb eyn andernng nnd 
reibrmacion uffgericht, dodurch die widderumb zu geistlichem 
weszen vorordent nnd solchs hyr zur Hiemelpflfort auch alszo 
vorgenomen wurde: so erst solchs geschicht, wil ich solch hufifen 
landes, abglich die sechs jar nit vorlaufifen, erloszen und frey 
machen, dorzu tblgen lasfien und eyner andern hnfe lauth meins 



Nr. 138—140. a. 1580- 153S. 205 

gnedigen hern Torschribnng von seyn gnaden zu bekomen 
gewarthen. 

Nach Cristi geburth duBen funfifhandert und dreyssig, dinstag nach 
der beschnidunge Cristi. 

Unchr. a. Bapier, Das gewohnllche petzschir, mit welcJiem daa eigenhdndige 
Schreiben des AussteUers vormerckt irar, ist nicht mehr vorJianden. Im grdfl. H.- 
Arch, e%t Wem. 



1533. Mai 3. Halle. 139. 

Erzhischof AlbrecM von Magdeburg fardert den Grafen Botho zu 
SkHberg gur Bechenschaft wegen der gegen ihn erhcbenen Anklage, 
er tnasse sich der Guter des Klosters Himmdpforten an, 

Albrecht von gots gnaden Romischer kirchenn cardinall und legatus 
natus, ertzbischofif zu Magdebnrg nnnd Meintz, primas des hayligen 
Romischen reichs ertzcantzler unnd churturst, administrator des stiefifts 
Halberstadtt, marggraTc zu Brandenburgk, zu Stetin, Pommem etc 
hertzog, burggrave zu Norembergk und forst zu Rugenn. 

Unnsem gunstigen gras zuvom. Wolgeboraer edler lieber rath 
nnd getrewer, wir werden vilfaltigk bericht, wy ir euch des dosters 
Hymmelpfortt anmassenn unnd den personenn desselbigenn an yrenn 
guthemn inhalth zu thun understehenn sollit» domit sie der nicht ge- 
branchenn mochten. Unnd wiewoll wir hoffen, das deme nicht also 
sejmn sollC; auch solchs nicht gerne sehenn woltenn, begerenn wir 
ydoch gutlich, ir wollit unns derhalbenn aigentlichenn nnnd schriefft- 
lichen bericht thun. Solchs geraicht uns zu sonderlichem geiaUenn, mit 
gnedigem willen kegen euch zn vormerckenn.* 

Datum zu Halle uff sanct Moritzbnrgk am sonnabende inventionis 
sancte Crucis, anno domini etc. XXXUI''. 

Dem wolgeboraenn und edelenn Bothen, graven unnd herrenn zu 
Stolbergk vnd Weraigerohde» nnnserm hofemaister, rathe und liebenn 
getrewenn. 

Urschr. auf Fapier mit aufgedr. Handsiegel. Gr. H.-Arch. A 57, 1. 



1533. Mai U. 140. 

Bothos, Grafen m Stolberg, Antwort auf vorstehende Zusd^rift, 

Hochwirdigster in got vater durchleuchtigster hochgeporner furst. 
Eurn cnrfurstlichen gnaden sein mein nndertenig schultig vnd gantz 
willige dinst zuvor. Gnedigster herre, als e. curf. gn. mir geschrieben, 
das e. curf. gn. vilfeltiglich bericht, wie ich mich des klosters Himel- 
port anmassen und die personen desselbigen an iren guthem inhalt zu 
thnn understehe(n) soUe, damith sie der nicht gebrauchen mochten, 
mith gntlicher begir, e. cnrt*. gn. derhalben eigentlichen schritllichen 
bericht zu thun weithers inhalts hab ich underteniglich vorabomen. 



d06 Augustiner tlinsiedlerkloster tlimmelpforteil. 

Doraf gib e. carf . g. ich anderteniglich zu erkennen, das salchs kloster 
Himelport in der aafrure der paurschaft geplundert, vorderbt und 
dermassen znrstoret ist, das es etliche jare darnach wust gestanden, 
bissolange das ehr Herman Groning, ein ordensperson desseiben klosters, 
angesncht und sich erboten hat mith sampt etlichen mehir ordens- 
personen in das kloster zu ziheu und den gottesdinst nach inhalt irer 
regell dorinnen widerumb anzurichtten und zu haltten, des wir uns 
auch also zu im yorsehen und ine doruf widerumb ins kloster zihen 
la^sen haben, dorein er etliche personen des ordens mith sich genoh- 
men; aber als ich bericht, so sey er balt widerumb doraus gezogen 
und die andem personen ein zeitlang dorin bliben, aber kein gotsdinst 
dorin angericht ader gehaltten, sondern dieselben andem personen 
haben hemach iren abtrit auch doraus genhomen, und ist siedermals 
kein geistliche person wesenlich dorein komen, sondern ein zigelbornere 
hat bifiher in einer wusten scheunen dorin das zigelhantwerg gearbet, 
bei dem sich mein arme leut, die brandtbeschedigtten zu Wernigerot, 
der dachung zu irenheusern erholet haben, und hat erHermauGroning, 
alfibalt er ins kloster komen, die klostergutter angriffen, auch egker 
und wiesen umb zins auiSgethan und bifiher die zinse dovon ingenomen 
und noch gebrauchet, dorinne ich ime blBher kein hinderung gethan,^ 
auch das kloster inzunhemen bifiher nnterlassen und yon sulchen * 
guthem nicht mhere in meym gebrauch habe, dan zwolff morgen agkers, 
wilche bey Smatzfelt hart an meym agker wuste gelegen und von 
meym agkeryogt dorzu gebraocht sein, doyon ich zuyor bifi itzt noch 
gethaner erforschung kein wissen gehabt. Dorumb e. curf. gn. wes 
mir diefifals ufgelegt yon denen, die es e. cuif. gn. angezeigt, yill zu 
milde bericht sein. SoI<!hs e. curf gn. hab ich zu berichttung dieser 
sach nith vorhaltten wollen; derselben e. curf. gn. ich underteniglich 
zu dinen gantz willig bin. 

Datum sunnabent nach Ascensionis domini anno 33. 

Both, graf zu Stalberg. 
Aufachrift: An bischof zu Magdeburg. Entwurf auf Papier a. a. O. 



1534. Mal 1. 141. 

Auf erneute Klage des etliche Jahre wieder ins Kloster Himmd" 
pfarten gezogenen Priors Hermann Crroning um Restitu^ion des- 
selben durch GrafBotho m Stolberg-Wernigerode, antivortet dieser 
dem Cardinal-Erzbischof Albrecht au Magdeburg in dhnlicher 
Weise wie im vorhergehenden Schreiben, 

Gnedigster her, als e. curf. gn. mir ytzt geschrieben; das gich der 
prior des closters Hymelport etlicher yil beswernis halben, die ge- 
meltem yrem kloster yon mir bejegin und zugefugt werden soUin, wie 
ich ob invorwarter seiner supplicacion nach der ienge zu yornehmen, 
mit angehefter begir, wo sichs dermas helty das ich mich selbst der 



Kr. 141. a, l5a4. 207 

piUikeit wegen von solehem meynem ftirnehmen abstehen , das eloster 
obgemelt restitairen und bey yren guthern nnd dem gebraueh unvor- 
hindert bliben lassen wolle, hab ieh underteniglich Tomohmen. Und, 
e. ciirf. gn. hievor uf er Herman Gronings klagschrift underteniglich an- 
gezeigt, wilchermas das kloster zu Himelport in der auftnre geplundert, 
vorterbt und zarstort, das es etlich jar damach wust gestanden, bis 
solange das derselbig er Herman Groning, ein ordens person soichs 
klosters, bey mir angesucht und sich erboten hat, mit etiichen mehir 
ordens personen in das kloster zu zihen und den gottesdinst nach in- 
halt yrer regel dorinnen wider anzurichten und zu halten, des ich mich 
aueh also zu ym vorsehen und yne mit etiichen mehir ordens personen 
doruf yns kloster zihen lassen hab. Aber als ich bericht, so sey er 
alflobalt widerumb doraus gezogen und die andem personen ein zeit 
lang dorin bliben , aber kein gotsdinst dorin angericht ader gehalten, 
sondem dieselbigen ordens personen haben hemach yren abtrit auch 
doraus genomen, und ist siedermals kein ordensperson wesenlich do- 
rein komen, sondem ein zigelbemere hat bifiher yn einer wusten 
scheunen dorinnen das zigelhantwerg gcarbet, bey dem sich mein arme 
leut, wilche ym brande zu Wernigerot umb haus, hof und das yre, 
wilchs yne vorbrant worden, also yn armut und vorterb komen, der 
dachung erholt zu yren behansungen, die sie widerumb erbawet haben. ^ 
Und ich acht es gleublich dafur, wo der zigelbemere doryn nicht ge- 
wont, das solch kloster, nachdem es allein und ym holz ligt, von losen 
buben vorlangst mit brande beschediget worden, wie dan, ais es wust 
gestanden, feur und schaden dorin erfunden, so kumpt jhe das zigel- 
hantwerg armen brantbeschedigten leuten zu gut, dorzn er Groning, 
als ein geistlich person, diew^il er doch ym kloster nicht sein wil, 
billich sovil mehir furdrung thun und neigung haben solt. Dieweyl 
dan derselbig er Groning von egkern und wiesen zum kloster gehorig, 
so er umb zins usgethan, die zinse noch alle jar jerlich innympt und 
doch ym kloster nicht ist, auch kein gotdinste dorinnen von yme ge- 
schehen, haben e. curf. gn. wol zu ermessen, mit was grande er sich 
zu beklagen, und ob er mehir ein erlichen gottisdinst ym klostere 
widerumb anzurichten, ader der kloster guter zu geniessen wege ge- 
sucht hat. Darumb wil ich mich underteniglich vorsehen, e. curf. gn. 
werden ym seins milden schribens hinfurdere nicht stet ader glauben 
geben, das mocht e. curf. g. ich underteniger meynung nit vor- 
halten, derselben e. curf. gn. ich underteniglich zu dienen ganz 
willig bin. 

Datum ftitags nach Jubilate anno 34. 

Boty graf zu Stalberg etc. 

JSnhvurf von der Hand des grafl. Amtschoasers Matth. Lutterodt im grdfl, 
K-Arch. A. 57. 1. 

Unter dem EnttDurf ist noch vermerkt: 



208 Angustiner Einsiedlerklostel' Hiinmelpforten. 

Uf weiter schrift diefi anzuzeigen 
das er Groning mit den andem ordenspersonen etliche kleinot und guter des kloster 
geteilt, sein teil davon genhomen und behalten hat 

£s haben auch die ordensperson, die er letzmals widerumb mit sich ins kloster 
genohmen, kilche undirlang gestolen und also yren abschiet genomen. 

1) Wie sdvr dieser 2. Bericht auf dem obigen r. 24 Mai 1533 fusst, geht audi 
daraus heroor, dass der Entwurf auch den dort folgenden Satz: Und hat bis auch 
das kloster u.s.f. ursprUnglich aufnahm, ihn aber nachtrdglich toegliess. 



1534. September 14. Halle. 142. 

Cardinal Erzhischof Albreckt von Magdeburg und Maim fordert 
den Grafen Botho zu Stolberg-Wemigerode auf, einiger Lrungen 
wegen, darunter atuih in Betreff der CHiter des Klosters gur 
Himmdpforte, deren er sich unterstanden haben solle, etliche seiner 
Bdthe (der euern) Mittwochs nach Dionysii zu friiher Tagezeit eu 
einer Unterredrmg und giiUicher Beilegung der Angelegenheit nach 
Halberstadt dbguordnen. 

Datum Halle ufi s. Moritzburgk montags Exaltacionis crucis anno 34. 

Absdmft grdfl. H.-Arch. A. 57, 1. 



1634. October 12. 143. 

Bofho, Graf eu Stdiberg-Wemigerode, an die bischoflichen Bdthe 
eu Batberstadt, in Betreff der vorgeblichen Anmassung des Klosters 
Himmelpforten. (Ausgug.J 

Erstlich, das s. churf'. gn. glaublich vorkommey da£ wir unfi des 
closters guter zur Himmelpforten — — unterzyhen soUen, mitt beger, 
dafi wir ezliche der unsern uff mittwochen nach Dionysii zu fruer 
tagzeitt gein Halberstadt schicken wolten, sich soicher gebrechen halb 
zu unterreden, daruflf wollen wir euch zu unterricht dieser sachenn 
nicht bergen, daB das closter Himmelpfordt gen Wernigeroda, dafi 
wir von unserm guedigsten herrn den marggraven zu Brandeburg zu 
lehen tragen, geh(3rigk, dafi aber ehr Herman GrQning yiel clagens 
getrieben, dorin hatt ehr mehr des closters Himmelpibrt guter, dan dafi 
ehr widder das closter uflFrichten wolt, gesucht, dan ehr der erst ge- 
west, der das closter geflogen, die religion unnd geistlich wesen vor- 
lestert unnd appostatirt hatt, so seind wir auch allzeitt der meinung 
gewest, unnd noch, wo ehr Herman Groning das closter unnd geisth'ch 
wesen wieder auflfrichten woltt, solt es bei unfi keine hinderung 
haben. 

Datum montags nach Dionisi), anno etc. 1534. 

Ahschr. aufTapi&r a.a. 0. AusserJuilb istbenierkt: Diese notoU ist geferttigett 
worden und also an des biBchofis rathe geschrieben. 



Nr. 142-145. a. 15ft4. Sod 

1534. October 13. 144. 

Boiho, Graf zu Stolberg-Wemigerode, erteidert auf die BeschuU 
digung, dass er sich widerrecMlich der GiHer des Klosters UimmeU 
pforten (Himelport) und des Klosterhofs eu Schauen angemasst 
habe, mit Bezug auf Kl. Uimmelpforten ganz dknlich wie in den 
Bechtferiigungs' Sdireiben vom 24. Mai 1533 und 1. Mai 1534. 
Nach dem mit zu geniessen wege gesueht hat schJiessenden Satze 
am letztem Orte heisst es dann hier noch weiter: 

Und nber das alles ist Herroan Groning der fameinbsten einer, 
wilcher die religion und ordenswesen erstlich belacht, vorspott und 
voracht, auch do das kloster in gottesdinst und wesen gehaltten, sich 
meiste zeit doraus gesondert und das wenigste dorinnen sein wollen. 
Dergleichen ist auch von den ordensperson , so er sieder der aufrure 
dorein bracht, kein gottesdinst dorin gehaltten, sondern allein essen 
nnd tringkens geflogen, wilche letzlich einander gestoien und also 
assem kloster sich gewanth haben. 

Derhalb will ich mich underteniglich vorsehen, e. curf. gn. werden 
doraus gnediglich woU ermessen, das wir zu anrichtung gottesdinst im 
selben kloster mehir furderung dan hinderung gethan haben, und der- 
wegen her Herman Groning ader andern yres milden schribeu und 
berichtens nith glauben geben. 

Datum 3* post Dionysii 34. 

Entwurf auf Bnpier im grdfl, H.-Arch. A 57, 1. Matth. Lutierodt hat ran 
ausserhalb bemerkt: dieB ist nit weggeschr. Math. begreif. Belius Wem. Intell.-Bl. 
1817, 8.204 erwdhn' einen Bericht ixm 9. Oct. 1534, nach toelchem Herm. Grdning 
der erste geivesen sei, der sich meder ewtfernte, wahrend die Hbrigen, ohne Oottes- 
dienst eu halten, noch eine Zeitlang blieben, aber auch bald wegzogen, Es durfte 
aher nur der Dionysiustag (9. Oct) mit 3* post Dion. verweclisdt sein. 



(1534. October 13.) 145. 

Botho, Ch'afeu StoU>erg tmd Wemigerode, antwortet dem CardinaU 
Erzhischof Albrecht von Magdelmrg und Mainz auf die Beschul- 
digung, sich der Giiter des Klosters Himmelpforten angemasst zu 
hahen (Auszug). 

Unndt so viell das closter Himmelpfortten belanget, wolt e. f. gn. 
ich nicht vorhaJten, das dasselbige dem stifft Halberstadt nichtt zuge- 
than, sondem meines gnedigsten herrn, des marggraffen zu Brandeburg 
lehen ist, derhalb ich acht, das stifft Halberstadt an dem ortt gar 
nichtt zu schaffen hab. Damitt wi)l ich aber dem convent der Augu- 
stiner ihre geistliche gerechtigkeitt gar nichtt enttzogen haben, wie- 
woll nicht unvorborgen, daB er*Herman GrOning, der iztt viell clagens 
derhalben furwendet, unter allen bnidem des closters Himmelpfortten 
der erst gewesen ist, der die religion unndt ordenswesen belacht, vor- 
achtet und vorspottet hatt, so lafi ich es doch darbei bleiben, wio ich 

Q««btcht8q.d.Pr.8ftchaon. XV. 14 



210 Aiigustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

mich zavorn allewege erbotten, so die religion nndt geistlich wesen 
wieder angefangen, dafi ich daran keine hindemng thnn will. 

Ntcht datirter Entwurf abschriftl. im grdfl. H.-Arch. A 57, 1. Von ausserhalb 
isthemerkt: dicfi ist nit weggeschickt, Wilhebns (trahrscheirU. des grdfl.Bentmeisters 
WQhelm Beifengtein) begrieff. 

1534. October 14. Halberstadt. 146. 

Uf mitwoch nach Dionisij anno 1534 zu Halberstat nifem Petershofe 
haben er Johan von Mamholtz tumdechant, Henrich von Hoym des 
stifts heubtman, her Niclaus Lochaw und doctor Horaburg nachge- 
schriben sachen m. gned. hem graf Boten zu Stalberg geschigten Henr. 
von Wedelfidorf vnd Mathian Lutrot erzelt. 

Zuerst wird vom Klosterhof zu Schauen gehandeU, dann heisst es 

mit Bezug auf Himmdpforten: 

Zum andem der Himelporten halben wer sein curf. gnaden gleub- 
lich fnrkomen, das m. g. h. sich der undirstehen und desselbigen 
kiosters guter, brief, sigil uud anders von etlichen zu Wemigerot nndir- 
masset, auch summen gulden ingenomen sein soUen. Und ob wol 
dawider als ehirmals in ui. g. h. grafBoten autwurt furkomen abirmals 
zur antwurt einbracht werden wolt, das dem itzigen prior her Herman 
Groning ins kloster gestatet, so weren doch zu ym und seinen bmdern, 
als sie wider dorein komen ins kloster, mit steinen geworfien, gever- 
likeit vnd beswerung ereugt, auch mit der zigelhutten vorhinderung 
gescheheuy das sie dorin nit hetten bliben mugen. Und nachdem das 
kloster Himelport sein curf. gnaden mit geistlicher und weltlicher 
obirkeit zustendig, wer seiner curf. gnaden beger, das ni. gned. her 
vorfugen wolte, domit die briefe, sigil, summen und guter, durch den 
alten prioren her Herman Kleinsmit gein Wemigerot bracht und 
komen, widerumb zum kloster vorschaft, das kioster also restituirt und 
sovil statlicher widerumb angericht werden muge. 

Aufzeichnimg ron Maith. Lutterodts Hand fHr seinen Herm unmittelbar nach 
der Verhandhmg in der Damprapstei verfasst, im grdfl. H.-Arch. A 57, 1. 



1534. October27. 147. 

Nicolaus, Abt zu Ringdheim (Ringelem), gdM den borgermestem 
und rheden beider sthede Warningrode gemdss einem durch den 
Aht Uenning zwischen der Stadt und dem Kloster zu Stande ge- 
brachten Vertrage, zu Ostem k. J. fiir hinterstdlige der samninge 
oder kloster thor Himmelporten geschuldete Zinsen ztcanzig Grulden 
zu je 20 Mariengroschen und aM Gulden gleicher Miinze an 
faUigen Zinsen zu zahlen, 

Gegeven am jar dho men screfT dussent vyffhundert und veer und 
drittich, am avende Simonis und Jude der hilgen ap^steln. 
Oedr, Ilsenb. Urkundenbuch Nr. 596. 



Nr. 146—149. a. 1534. 211 

(0. J. October 15B4.) 148. 

Burgermeisier iitid Rath heider Stddte Werningrode bekennen, dass, 

nachdem sie die Hauptverschreibimg iiber 200 je ackt Ghilden jahrlich 

vom Kloster Ringlem zu zahlende Gulden vm deni prior nnd gantzen 

convent des closters Hyramelporten, einsedelerordens, vor Werningrode 

gelegen, mit Ztistimmung Bothos Grafen und Henm zu Stolberg uml 

Wemigerode an sich g^ackt haben, und von dem erstgenannten Kloster 

ihnefi dieseZinsen etliche JaJire nidU gpMihU sind, Hennig Brandes, Abt 

eu Ilsenburg, es veimittelt hahe, dass ihnen Kloster Ririgelheim kilnftige 

Ostern 20 Gulden fiir versessene 8 Gulden an falligen Zinsen zahle. 

Gedr. Ilsenb. Urkdb. Nr. 597. Tkmnerst^ig nach Laur. 1546 qtHttirt der Bath 
uber die vom Kl. Binfielheim gezMten Zinsen v. Ostern 1545 zu 46. In einem im 
Stadtarch. zu Wem. VII, C 14 beflndlicfteyi Schreiben des Abts Theodericus tho Ringolein 
r. 31. Mai (in die corporis Christi) 1548 bittet derselbe den ersamen ui.d wolwysen 
radt zu Werriigerode tcegen der eingemahnten S fl. Zithsen um Geduld bis zum 
nnchsten Zinstermin, da das Klostei' in dreplicken Rchaden nnd schnlde gebracht. 



1534, Xovember 3. Halle. 149. 

Cardinal-Erzhischof AlbrecM zu Magdehurg an seinen Ilofmeister 
Botho, Graf zu SMberg und Weinigerode: 

Nachdeme wir bericht, das ewre rethe^ ufF dem tage unnd hanndell 
jungst mitwochs Calixti zw Halberstadt gehalten diesenn abschiedt ge- 
nhomen, das sie unnser endlich gemuthe, fio inen der Stappelburgk, 
des closters Himelpforthe, defi closterhofes Schauwungeny des Konigs- 
hofes unud Hartzrohde halbenn ahn euch woltenn lasseu gelangeu mit 
gethaner vortrostunge, das ir unns inn kurtz eine eigentliche anthwurt 
daraufif thun wurdet, uunfi aber dieselbig anthwurt bisher nicht zu- 
komeu, gelanget unnser gutlich begehr ahn euch, ihr wollit die be- 
schwerunge berurther artigkell zum forderlichstenn abeschaffen, damit 
dieser sachen einsmhals enthlich abgeholffenn unnd weithers darinne 
nichts durffe vorgenbomen werdeun. Weill unns dan auch berurthe 
unnsere rethe die in der besichtigunge jungst ahm Hartze geschen 
unnd gehaltemi gewest, vormeldet, das ir euch uff allenn unsern 
holtzungenn ahm Hartze der gerichte unnd oberkeit, auch daniber auff 
dem Konigshoffe der gresing, desgleichenn der ecker unnd zehendenn 
anmhassenn soUet, des wir euch nicht gestenndig, woUet ir unns hir- 
auff ewm eigentiichenn bericht zuschreiben, ab ewre rethe sich solchs 
wie oben angetzeigt, aufi ewrm bevelch angetzogen u. s. f. 

Datum zw Halle auff sanct Moritzburgk am dinstage nach aller 
heiiigenn tage, anno domini etc. XXXUH''. 

Urschr. a. Fapier mit aufgedr. Handring im grdfl. H.-Arch. A 57, 1. Graf 
Botho hat von aussen eigenhdndig betnerkt : Me}Tifi gned. hem schryfft der gebrechen 
der Stapelb. Hymelpfortten, Schawens, KonigshoflP vnd Hatzrodo haU)en antwort zu dun. 

1) Als sdcfie nennen sich in einem Schreiben an den Grafen voti dorstag nach 
Dioni8\j 1534, Heinr. von WedeHidorf und Mathias Lutrot. 

■ U* 



212 Augustlner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

1534. November 17. 150. 

Botho, Crraf ssu Stolberg-Wernigerode rechtfertigt vor Cardinalr 
Erzhischof ATbrecht gu Magddnirg und Mainz sein Verfahren 
gegen das Kloster Himmelpforten (Auszug). 

Gnedigster herr, als e. f. gn. mir itzt geschrieben . . das closter 
Hymelport anlangent . . habe ich untertheniglich yomommen m. s, f. 
Das closter zu Himmelport belangende haben e. f. gn. aufi vorigen 
mehrmahlfi meinen schreiben ane zweiffel vormergt, welcher mahfi solchs ^ 
in der ufruhr gepucht, geplundert undt zerstoret wordenn. Nachdem 
dan, wie e. f. g. auch angezeigett, siedermahls von mir nie gehindert, 
sondem vorgunst undt nachgelafienn ist, das er Herman Gronig mit 
andera ordenspersonen in solch closter wiedemmb gezogenn, welche 
aber doch darinne nicht bleiben woUenn, sondera aufi ihrem selbst 
willenn von mir ungedrungen wiederumb herraufi sich gewandt unndt 
begeben habenn, so will ich micb vorsehenn, nachdem das closter 
Himelport in meiner herschafft gelegenn, darzu meines gnedigsten 
herra des churfursten zu Brandenburgk lehen ist, das es mit mir defi- 
halb auch nit weiter, dan mit anderen graven undt hera geschehenn 
undt noch ist, fiirgenohmmen werde. (Das Weitere handeli vom 
Klosterhofe m Schauen, Stapelbu/rg, Hasserode, Konigshof u. s. f.) 
Zum Schluss: Wo aber e. f. g. an diesem bericht nicht gesetigt, mich 
feraer ansprach zu erlaBenn unvormeint (!) das zu e. f. g. ich mich 
doch nicht in underthenigkeitt vorhoffe, will ich mich hiemit uf kay. 
mayt, meinen allergnedigsten herrn, erbothen haben, die meiner darin 
zu gleich undt recht mechtigk sein sollenn ; des alles e. f. g. woltte ich 
meiner notturfft nach nitt unangezeiget lafienn, derselben e. f. gn. ich 
nach meinem vormugen untertheniglich zu dienen willigk binn. 

Datum dinstags nach Martini anno 1534. 

Boto, graff zu Stolberg. 
Zwei Abschriften aiis der 2. HdJfte des 16. Jahrh. im grdfl. H. - Arch. A 57, 1. 
1) Hdachr. solche. 

1535. April 19. 151. 

Der Rath m Wemigerode bekennt, dass er eine Verschreibung 
iiber etliche Zinsen zu Bardorf, Diestorf und Klein-Ottersleben 
im Stift Magdeburgy welche das Khster Himmdpforten ihm iibef^- 
gd)en, durch dnen Vertrag dem Albrecht Meihe (Meige) zugesteUt 
habe, damit dersdbe als Getreuhdnder die Zinsen erhebe. 

Wyr der rath beyder stette Weraingrode mitt diesem unserm offenem 
brieffe vor idermenniglichem desselbtigen ansichtigen bekennen, noch- 
dem die ^ wirdigen und andechtigen prior, supprior und gantze convent 
des closters Hymmelpfortte, einsedeler ordens, uns ein heubtvorschrei- 
bunge ubir etlich zcinse und heubtsumma zu Baradorff, Deistorff und 



Nr. 150—152. a. 1534— vor 1588. 



213 



Lutken Otterslebe im stiflfte Magdeburg, notturflftigen zu erhaltungc 
irer armen mitbruder, bedechtig ubirgeben, szo haben wir 8ulche heupt- 
vorschreibunge und zinse dem ersamen Albrechten Meigen und seinen 
befhrundten inhalt unsers unterander vormachten contracts widderumb 
einmotiglich zugestalt und ubirgeben, die er auch mit unserm wissen, 
willen und fulbort innehat, dieser gestalt, das er sampt seinen mitbe- 
schrieben mit solcher vorschreibung , zinsen und heubtsumma, alse 
getrewer inhabcr derselbigen, noch seinem besten nutz und fromen 
geberen vnd an unse ader unser nachkhomen hinderunge damit thun 
und lassen mag, ailes sunder geferde. Anno 35, mantags nach 
Jubilate. 

Urspriingl. Entvmrf auf Bapier 8. r. VII C, 19, im Stadt-Archiv zu Wemige- 
rode. Das Wasserzeichen gehort einer der altesten Papierfabriken der Grafschaft 
Wem. in Hasserode an. Es zeigt im ausgezackteti senkrecht zweigetheilten Schilde 
rechts (heraldisch) den Zickzackbalken von Hasserode, links die beiden von einander 
abgekelvrten Forellen der Grafsch. Wernigerode xmd rund zmscften zwei Kreisen 
herumlaufend die Umschnft: WERNIRODE | VORM § BROCKEN |. Vgl. die Alh 
bildu/ny auf Taf XV, Nr. 116. 

1) die haben tvir zugeseizt; von hie^' bis bedechtig obirgeben ist ndmlich im 
Entmvrf mehrfach zugeschriebcn und — tlieihceise dus Nothwendige — durchstrichen. 



(0. J., vor JuU 1538.) 152. 

Botho, Graf zu Stolberg, weist ein wiedcrholtes Gesuch auf Her- 
steUiing Kloster-Uimmelpfortyiischer Gilter zu Darlingerode damit 
zuriick, dass er das ohne seine Schuld zerstorte und verUissene 
Kloster nicht herzustdlen verpfliditet sei. 

Both graflf [und her zu Stolberg und Wernigerode]. U. g. g. zcu- 
vohr. Wirdiger und gestrenger gunstiger lieber besunder. UnlJ hat 
der wolgebom unser freunthlichir liebir szonn graflf WoIflFgang ewer 
abirmals schreyben dye gutter zw Derbelingenrode betreflFend angetzeigt, 
dorin unther anderm vormeldet, wie uflFm reichstag zw Augspurg be- 
schlossenn, das alle spoliirten closter widderumb sollen restituirt 
werden, szo sey auch ewer orden insunderheit privilegiirt, das 
sich nymandt an desselbigen guttern vorgrciflFen soll, mit ausgefurther 
bith, dye beclagten zwr betzalung eingenohmer nutzung zw weisen oder 
recht zw iren guttern zw gestatten, und wie sollich ewer schreyben 
weither mithbringt, desselbigen inhalts haben wir vornohmen. Nun 
ist nicht ann, das das closter HimmelpflForth inn der beurischen auflFruher 
vorwust, welches ann alle unser vorursachen odder zwthun geschehen, 
das wir dasselbig nuhn hinwidder restituirn solten, achten wir, das 
wir solchs zw thun nicht schultig. Wir seint aber alleweg der meynung 
gewest und noch, wo closterpcrsonen , dye im closter eingecleidt und 
ir profesion dorin gethan hetten, dye dasselb widderumb betzyhen 
wolthenn, den solt vonn uns keynn vorhinderung geschehenn. Weil den 
dye ^utter zw Derbelingrode dera closter umb ein erbtzins einBmals 
eygenthumlich zwgestelt, habt ir selbst zu erniessen, das ir, so eucb 




I 



214 Augustiner EinsiedlerkloBter Himinelpforten. 

der erbtziiiB enthricht, dorau weither kein gerechtigkeit. Szo wir aber 
nicht wissen, wen das gedacht closter widderumb mocht betzogen 
werden, bo wil unB nicht geburen, wie ir selbst zw bedengken, des- 
selbigen gutter von eynander kommen zw lassen Derhaib an euch 
unser guthlich ansynnen mit bith, ir woILet euch an dem erbtzinfi, 
welcher eucb sol inmassen das closter in wirden were, gereicht 
werden, begnugig halten und uns weiter dorin kein iniurung thun. 
Was den der geistlichen gutter halb durch dye obrigkeith beschlossen, 
des wollen wir unfi wie ander fursten, graffen und hern anch zw balten 
wissen. Wolten wir euch u. s. f. 

Entiouff im grafl. H.-Archiv zu Wern. — Das Gesuch auf die ResHtution der 
Giiter zu Barlingerode ging voni deiitschen Orden aus. Vgl. oben S. 71 wnd die 
nachste Nummer. Graf Botho starh 18. Juni 1538. 



(0. J., bald nach dem 8. Juli 1538.) 153. 

Wolfgang und Ludmg, Grafen m StoJberg, erkldrm dem DetUschr 
meister auf sein Gestcch um Uerausgahe von Giltern zu Da/rlinge' 
rode, die einst die Landkomturei zu Sachsen dem Kloster 
Himmelpforten eingefhan hai>e, die Klosterbriider seien freiunUig 
ausgetreten und iiber die Giiter des Klosters konnten sie nicht eher 
verfugen, ais bis dariiber ein hesUmmtes offentliches Decret oder 
Beichsabschied erschienen sei. Wegen richtiger AUieferung der 
Zinse tvoUten sie sich jedoch bemUhen. 

Hochwirdigster furst, gnedigster her. E. f g. seindt unser under- 
thenig wiilig dienst altzeit zuvor. Gnedigster furst und her, wir haben 
e. f. g. schreiben, belangend etliche gueter zu Derblingerode, so etwan 
das closter zur Himelporten von e. f. g. orden und desselben haus zu 
Langel inn emphyteosim umb ein benante jerliche pension ingehabt 
haben soUen, mit angehenckter beger, das wir e. f g. landtchommen- 
thur widderumb zu demselben guete und interesse, oder aber aus- 
treglichs furderlichs rechten daruber verhelffen wolten etc, alles f erners 
inhalts vemomen; unnd weren wol geneigt e. f. g. in dem sovil mug- 
lich gefallen zu crtzeigen, wollen aber e. f. g. nit verhalten, das die 
conventualbruder bemelts closters alle on einiche unser betrancknis 
aus dem closter gewichen und dasselbig ode verlassen. Nun siudt wir 
des gewiJJ und frey, das weiland der wolgeborn unser freuntlicher 
lieber herr vatter seliger und auch wir unB solcher gueter nie sonders 
undernomen, sonder dieselbigen denjhenigen, so sie von gedachtem 
closter innegehabt, gelassen; sindt anch noch nit bedacht, unfi der- 
selbigen zu undernemen, oder etwas davon in unsern noch anderer 
nutz zu wenden, bifi das ausfundig gemacht oder durch ein offentlich 
general decret oder abscheidt decerniert, beschlossen und verkundt 
wirdt, wem die verlassen closterguetter volgen sollen, derhalben wir 
beschwert, aus benielten guettern noch zur zeit etwas eintzureumen. 
Wir sindt aber doch des erbietens, das wir bei den leutten, so solche 



Nr. 153. 154. ». 1538—1542. 215 

gatter yod gemeltem closter zu gebrauchen inDehabeQ, verschaffen 
woUeOy das sie die kunfftig und versefine zinfi e. f. g. oder derfielbigen 
landtcomenthur zu Langel reichen sollen, undertheniger zuversicht, e. 
f. g. werden uns hiemit gnediglich verantwurt halten, und sind der- 
selben unsers vermogens undertheniglich zu dienen gantz willig. 

Wolffgang nnd Ludwig, graven zu Stolberg nnnd 
Wernigerode etc. 
Ann teutschenmeister. 

Entwurf im grdfUchenH.-Arch. zu Wern. Das Schreiben ist offehbar eine Ant" 
wort auf Langeln Nr. 85, oben S. 71. 



1542. Februar 1. 154. 

Gesuch an den Administrdtor zu Halberdadt, als Ordinarius des 
erledigten Klosters Himmelpfortm, dessen ehemdiger Prior, spaterer 
Kaplan im Stift Halberstadt, vor tvenigeti Tagen gestorben, um 
Belehnung mit einer Hufe zu Vdtheim und einer haJben Hufe zu 
Hohenneinstedt, tvelche durch diesen Todesfall erledigt wurden. 

Gnedigster churfurst und herr. Ich gebe e. churf. gn. wissen, das 
in der herrschafft Stolbergk ein closter gewest Augustiner ordens zur 
Himmellpfort gnant, dasselb im benrischen uffrohr leddig geworden 
ond vorwustet, der ursache sich auch doselbst der von Stolbergk des 
closters und wes darzu gehort undemommen und noch ahn heutigenn 
tagk thut innehaben, auch der zugehorigen guther gebrauchenn. Weill 
aber der prior desselben closters sich nach der zeitt und bifiher in e. 
churf. gn. stifft erhaltenn unnd vor einen cappellan gedinet, hat er 
anch was das closter etwa von erbzinsenn in e. churf. g. stifften ge- 
hapt, die zceit seines lebens gehoben, der zinse doch weinigk magk 
gewest sein. Nhun gelangt mich gleublich ahn, das eine hufe landes 
vor Veltheim, dovon jerlichs Curdt Widenbein einen gulden zu pacht- 
zinse^ dergleichen eine halbe hutezuBan(!) Neinstedt tiggende, von der 
Amdt Schade, burger zu Halberstadt, jerlichs drey schilling zu erbzinse 
dem prior gegebenn, vorhandenn, welche anderthalbe hufe beruertem 
closter zugestanden, sie auch noch zur zceit, wohin ein ider den pacht oder 
erbzins geben soIlC) indem vorgemelther prior kurtz vorschinen tagen 
vorstorbenn, auch der andern closter personen keine mehr vorhandenn^ 
nnwissende. Sintemahl denn die anderthalbe hufe billich e. chnrf. gn. 
als dem ordinario und auch in des stifft dieselben gelegenn, dadurch 
das das closter wuste, der von Stolbergk sich auch aller andera zuge- 
horigen guter, und besonders dere, die in seiner gnaden herschafft 
sein, angemast, heimbgefallen und gieichwoll nicht vihl wirdigk, bitte e. 
churf. g. ich undertenigs fleisses, e. chfl. gn. wollen mich mith den 
anderthalben hnfen landes gnedig vorsehenn und belehnen und der- 
mafien, dafi ich sie ferner zu affterlehne und erbzinsse, aufi ursachenn, 
dieweill die halbe huffe bereidt erbzins ist (unnd man auch an der 
nicht mehr wan die drey schilling erbzins zu furdern) widder zu vor- 



216 Augustiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

lehneuu babcu niuge uud daraufl' den lebnbriefiF zu vorfertigenn be- 
feienn. Dasselb will umb e. churf. gn. ich zu vordinen nndertenig- 
lichen gespttrt werden; unnd wes ich mich des zu troBtenn, bitte e. 
churf. gn. ich derselben gnedige und zuvorlessige antwortt. 
Datnm etc. 

Von ausserhaXbi NoteU, wie ahn m. g. h. der IV2 bufe landes etwan dem 
closter HimeUpforte zugestanden und verleddigt gcschribenn. Mittwochs nach Con- 
versionis Pauli auBgangen. Im Staatsarchiv zu Magddmrg, Acten Stifis und 
Fiirstmth. Halberst, II, m3\ 

(im.) 155. 

Der Bath m Wemigerode bekennt, dass er eine vam Kloster 
Himmelpforten ihm Hbergebene Verschreibtmg iiber Zimen m 
JBardorf, Diesdorf und Klmi-Ottersleben dem Bwrgermeister Ah 
brecht Meige zu Halberstadt augestdlt habe. 

Wir der rath beider stette Werningrode mit diesem unsem offfenen 
brieflfe vor uns, unsen nachkomen und idermennigiichem desselbigen 
ansichtigen bekennen, nachdem wir von den wirdigen und andech- 
tigen prior, subprior und gantze convent des closters Himmelpfortten 
ein heubtvorschreibunge ubir etlich zinse in dorffern Bardorff^, Deistorpff' 
und Lutken Ottersleben, Magdeburgisches stiff^ts, mit irer aller ein- 
helliger bewilligunge an uns bracht, haben wir sulche vorschreibunge, 
zinse und heubtsummam dem ersamen Albrechten Meigen, burger- 
meister zu Halberstat, sampt seinen befhrundten wolbedechtig inhalt 
doruber unterander vormachten contra(c)ts widderumb zugestalt und 
ubirgeben, also das er de mit sulcher vorschreibunge invorleibten 
zinse vnd heubtsummam noch seinem besten nutz vnd fromen, alse 
getrewer inhaber, geberen mag. 

Diese mit der obigen Urk. Nr. 151 vom 19. April 1535 gleichlatiteytde Ver- 
schreibung findet sich imfer jener auf demselben Blatt, doch von anderer Hand- als 
EnttotMrf geschrieben und scJteint ins Jahr 1544 zu gehdren, da oben fechts die 
Zeitangabe: anno 44 vermerkt ist, Stadt-Arch. VII, C. 19. 



IbU. October 30. 156- 

Rheinhart Behr, vogt zu Wernigrott, erinnert den Grafen Albrecht 
Georg m Stolberg-Wemigerode daran, tmesein Vater (Graf Botho) 
ihm vormals umb meiner langen getrewen dienste willen und in 
erstattunge etzlicher gerechtigkeit in die vftgtey die zeit gehorigk, 
Bo mir van wegen seiner gn. durch (Volgmar van) Morungen 
alfi ich in dienst anghenomen, . . zugesagt worden, vier huffe 
landes umb Derbelingerode in Hegken gelegen, aus gnaden zu- 
gesagt. Weil die Versdireibtmg dariiber 'noch nidU erfolgt, hab 
ich e. g. jungst durch die wolgebom m. gn. frawen van Koning- 
stein (Waipurg, geb. Grdfin v. Wied, Gem. Gr. Ludwigs m 
zu Stdtt). in KonigsteinJ dieselbigen erynnem lassen. Vom Grafen 



Nr. 155—157. a. 1544—1547 217 

aufgefmlerty nochtnals srknftUch darum einjsukommeth , gebe ich 
e. gD. abennals bericbten, das dereelbig agker vom prior znr 
Hymmelpforten nit vor das closter gebraucht wordeo, Bondem 
denselbigen allewege etwan umb zinfi ausgethan. Weil der aber 
hemach ungeardet liegen plieben nnd mir van wolgedachtem e. g. 
hern vatter zngesagt, hab ich uflf befhei seiner gn. der domina 
zn Drabeg, alse desselbigen agkers erbhern, drey marg vorsefien 
erbzinfi, ehe ich den in besitz genhomen, davan vorgnugt und 
biesher denselbigen agker umb vier gulden ausgethan, anch der 
domina den erbzinfi entrichten sollen. Er hiUd um erUiche Ver- 
schreibung mit diesem auch unter Zustimmung der Domiiw, eit^ 
genammenen Ackers, 
Datum montags nach Galli, anno etc. 44. 

In einem ddbeUiegenden Schreiben vam 6. Fd>r. (dinstafl^s n. Purificationis Mar.) 
desselben Jahres, auf das er sich in dem hier atMffezogenen Schreiben bezieht, erinnert 
Beh/r den Gr. Woifgang zu Stdfb.- Wern, daran, wie sein Vater Qr, Botho ihn einst, 
da er sich dienatlos zu Suntershausen aufhielt, nachStolberg verschreiben, ah Diener 
annehmen und, da in jenem Jahre Ciliax Kunnmunt, 8. gn. vogt alhie^ gcstorben 
(jsw. 1518 und 1526), zum Vogt habe bestellen lassen, Er habe sich zur Annahme 
dieses Amts, zu dem er sich zu weinzig erkandt, erst nothigen laseen mussen, Zur 
Besoldung sei ihm, was sein Vorganger Ciliax gehabt, ztufesagt worden, Er habe 
erfdhren, dass ein gehultze, aucli eine huffe ackers im Minsleber felde gelegen zu 
siilchem dienste alzeit gehorig geMcsen. Da er nun aber gesehen^ dass mit dem 
Geholze die Silstedter, mit d^ Acker der Schosser erblich beli^ien worden sei, so 
habe er um Ersatz gebeten und es seien ihm 2 Hufen im Langel felde, welche der 
Herrschaft heimgestorben waren, zugesagt worden u. er habe auch etliche Jahre den 
Zins davon aufgenommen. Aber auch diese Hufen habe er mit Biicksicht auf den 
grossen Vortheil, den der Langdsche Zehnte der Herrsch. gewahre, damit JacufT 
Jodde vom zehenden abegeweiset, der Herrsch. zum Besten abgetreten. Nachdem 
aber ich bisher daruber keine versicherunge bekomen habe und mir vortrostunge 
uff etlichen unartigen acker umb Derbelingrodc gelegen, wilcher dcs jars 4 fl. zinset, 
zur Hymmelpfortten etwan zugohorig gewesen, und eiur gn. mir uff mein jungst 
anregen gnedige vortrostunge gethan, das cur gn sulchs mit ewer gn. her brudern reden 
wolten, so bittet er um erbliche Beleihung mit diesem vorher Himmelpfdrtner Acker. 

Fapierzeichen: Zinnenbalken u, lorellen rgl. laf.XV, Nr.116. Der eine Brief 
ist mit einem Ringpetschsft versiegelt, das in einem Schilde einen an einem Baum- 
stamm emporkJetternden Bdren zu zeigen scheint. Ueber dem Schilde: R . B. (irdfl. 
H-Arch. B. 84. 3, 1. 



1547. Juni 7. 157. 

Wolfgang, Ludwig, AJbrecht Georg und Christoph, Grafen m 
Stdberg, Uberlasseti dem Schosser Mathias Lutrot, der in die 
dreissig Jahre erst ihrem Vater Gr, Botho, dann ihnen treu ge- 
dieni, 10 Morgen Ackers im MergJclingroder Fdde, eine Wiese 
im Knick (gnigk), eine im Kruge genannt der Kalkhof (kalghoflF), 
die er aus Gunst Gr. Bothos frei im Brauch hatte, dazu an 
20 Morgen Ackers am Galgenberge, alles etwan des closters 
Himelport gewest, zum Gebrauch fUr ihn und seine Erheti, bis 
ehoa durch Beschluss des Kaisers und der Stat^ des heil Beichs 



218 Augiistiner Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

das KL wieder hergesteUt toerdeti solUe. Femer hdeihen sie ihn mit 

einer Hufe mRedeberfelde und V2 Hufe vor dem Rimker tore, wdche 

er auch von ihrem Vater und ihnen innegdidbt, gegen ^/2 fi., d. h, 

eiliRhalben mariengroschen, Erbenzins zu S. GaUen. 

Geschehen dinstags nach Trinitatis anno 1547. 

Zicei gleichzeit Abschr. a. Papier, Wern. Auf einem ddbeUiegenden auch gleichzeii. 
Zettd: Die zwo wiesen, der eine im Gnigk, die ander der K^hoff genant, tragen 
jerlich 3 fuder haw, wan tde ausgethan, an 2 fl. gerechent. Ein huffe landis ge- 
legen an 10 morgen im Merglingeroder felde, 20 morgen am Galgenberge, wan uff 
den morgen 2 gr. gerechent wirt, tut 3 fl., so doch der acker zw Schawen, wilcher 
besser, iglicher morgen allein 1 gr. zn zins gibt. Die wiesen und der i^^er sein 
mit puschen und domen verwachsen und sehr steinicht. Von den Abschriften hat 
die eine das Taf.XV, Nr. 117, die andere und der Zettd das Nr. 116 abgebUdeU 
Wasserzeichen. 

(Um 1580.) 158. 

Nach einem bloss mit Datum Werningroda etc. bezeichneten Bitt- 
schreiben des dortigen Biirgers ChristoflF Poeff'^ an Gr. ATbreckt Gearg 
besass derselbe ein zeitlang jhare — eine wiese, leden and ein wenig 
ackers harte bey der Himmelpffbrten ahn dem grossen garthen ge- 
legen, damit mich arraen gesellen e. g. mi gretflicher milder thngent 
nnd gathe begabt habet, ale ich mit e. g. das leste mahl mi dem lant 
Ungern kam. Da er nun hierOher keinen Jirief und Siegd hai und 
seinen verstorbenen herrn vettem und ihm und summa gemeiner her- 
schafiPt Stolbergk von Kind auf treu gedient hat und nun ein betagter ' 
armer Mann geworden ist, der bald weder sehen fwch horen kann und 
dienstlos ist, so bittet er um einen Erbbrief Hber diese Guter, damit sich 
au>ch seine Kinder daran zu erfreuen hatten. 

Urschr. a. Papier, Wem. Das tcaren doch wohl HimnuHpfortner Guter. 

1) Von ausserhalb Boeff. Ddius las Porff^ was aber hei Vergleiehung des vier- 
maligen Vorkommens vucht zutiissig erschien. Am 4. JuU 1584 war der Bittsteller 
verstorben, wie aus einem aus Wern. an jenem lage an Gr. Albr. Georg gerichteten 
Bittschreiben der Metta, Lorenz Webers, weiland Zollners Witwe, hervorgeht. Sie 
bittet um Bele^mg mit einer legde znr Himmelpforten u. ein wennig ackers furen 
holtze belegen. Gr. H.-Arch. B. 83. 



1583. August 26. a. St Septeuiber 5. n. 8t. 159. 

Albrecht Georg und Wolf Ernst, alfi die eltisten und itziger zeitt 
regirende hern unserer graff- und herschaflften gevettern, bdeihm 
Mathias Hilbrecht, Schunegersohn des verst. Herm Herman Tyman, 
Priors des Kl. Himmelptbrt, mit den Himmdpfortner Giitem, 
womit dieser von ihrem Vater und Grossvater Gr. Bofho im Jahre 
1.526 bdiehen tvorden tvar, die aber durch dessen Absterben wegen 
seiner Irau, Tymans Tockter, an ihn gefaUen waren, als Erblehen, 
ndmiich mit vier huten landes im Mercklingerodischen felde nnd 



Xr. 158-160. a. 1580-1588. 219 

weiter binans al8o gelegen, zehen murgcn uf den scblagbaum 
uber Merckiingerode, drey morgen bey Eilebnrgs hopifenlandt, 
neun morgen im Kruge, funizehen morgen in der Ziegenbreite, 
sechtzehen morgen darnber im Kruge, zehn morgen beim Born 
uber Mercklingrode, funf roorgen daruntten uber dem wege, drey 
morgen nach Olenrode, funf morgen ofm Drubicker wege nach 
dem Ziegenberge, drey morgen darbey, zwene morgen auch 
darbey, zwene morgen Heyers hopffenland, fiinf und zwantzigk 
morgen das andertheil der Schiefenbreite nach Dervelingerod, 
zwolff morgen unter Ziegenhoms acker unter der Steinkuhlen; 
ahn wysewachs funf wysen, nemblich dy hohen Eiche, die Loden- 
wyse, Brandes wysen, die Wendtwyse und dy Monnichewyse, 
eine leiden ahm Eisenberge, den Baumbarten (!) zu Dervelinge- 
rode, einen kleinen teich uber Mercklingerode und ahn geholz 
den Meinenberg ganz mit allem harten und weichen gehulz, wy 
der weg geringes herumb gehet, dafi Weidenthal herab. Von 
jeder Hufe sollen sie ins Amt Wemigerode auf Michaelis 8 
Schneeberger (rroschen, der eyner zwolff lauwen oder Halbersteter 
pf. gildt, vmn Meinenberge 12 Schneeberger , vom Eisenberge und 
vom Teich iiber Marklingerode je 3, von den 5 Wiesen einen 
Schneeberger zu Erbenzins geben, Auch sdlen sie die Giiter der 
Rerrschaft und gemeiner Stddte Wem. wie andere Biirger vor- 
schossen, vorwachen und vordieneu. WUrden durch des Kaisers und 
der Reichsstdfide Ordnung die GUter wieder zu geistlichem Wesen 
verordnet, so soll das der grdfl. Bdehnung unverfdnglich sein, 

GebcD — nach Ghristi nnsers eynigen erlosera und seligmacheesgeburt 
ihm tausent und drey und achtzigisten jahre, montags nach Bartholomei. 

GleichzeU. Entwwf Wern. Ein qleicher Lehnbrief fHr M. Hilprecht ist vom 
Gr. Wolf Ernst als deD eltesten am ^iiiticoch nach den heil. Ostern, den zehenden 
Aprilis 15S8 ausgefertigt. BegUiub. Abschr. Wern. Fiipierzeichen dus Schonersche 
oder Schonnersche mit dem Sstrahligen Stern. 



1588. Februar 28. a. St. 160. 

Wolf Emst, Graf ssu Stotberg, bekundet, nachdem das Kloster 
Himmelpforten im Batiemaufruhr gerstort und dnrum bisher unbe- 
wohnt stehen geblieben, Gebdude, Teiche, Garten und Zubehor 
gane vermlstet, so dass es zuletd gar ode und zum Steinhaufen 
geworden sei, die Herrschaft aber eine Ziegelhutte im Kl. habe 
anricMen lctssen, sei diese auch verfallen und sein verst, Vetter 
Gr. ATbrecht Georg habe dem Ulrich Btichau verstattet, diese 
Hutte auf seine Kosten wieder aufzurichten. Da aber Gr, Albr, 
Georg des Zinses wegen noch nicht mit Buchau eins geworden 



220 AugustiDer Einsiedlerkloster Himmelpforten. 

sel, so uberldsst er dem genannten Schosser die itzo erbawete zigel- 
hiitten, das vorfallen closter, so weit sich das betzirckt, mit den 
vorfallenen gebewden und mauren erstreckt (ausserhalb des fisch- 
behaltters ihm Stubengarten), die beiden gertten und den acker 
die Kuebreite genanth m Erbenzins, Dagegen uberldsst der 
Schosser dem Gr, den Tisingeroder zehenden zwischen demNeuen 
thorm und unfierm forwergk Schmatzfelt — vom cl. Ilsenborgk 
herurent, welchen er von den Hafferingen erblichen erkauft, doch 
soUen dem Ffarrer zu Ilsenburg davon jdhrlich zu Martini 4 Malter 
Boggen und 1 Malter Gerste gegeben werden, Femer iiberldsst 
Buchau dem Grafen 1 Hufe Landes in den Kreiennesten, die 
er von Hans von cler Heide erkauft hat, Von der Ziegelhiitte hat 
B, zu Martini jdiirl, 4 Thlr, und von den 2 Gdrten vor das hSw 
undt obes 12 Thlr, dem Schosser jdhrlich als Erbenzins zu aber- 
antworten, Die holtzungen, so ehr zu der zigelhutten bedurfftigk, 
sollen ihme ahn bequehmen ortten durch unBere forstere ange- 
wiesen werden und soU hinfort ohne grdfl. Befehl in den Geholzen 
um die Himmelpforte, wo es Mnftig der 2!iegelhutte schaden konntej 
kein Malter- oder Reisholz zu hauen verstattet werden, Was B. 
u, s, Erben hauen und binden lassen, soU durch die grdfl, Forster 
abgemessen und abgezdhU und soUen von B, zu Michadis von jedem 
MaUer Holz 1 Fiirstengr, und von 1 Schock Reisig dassette ge- 
gebeifh werden, Was wir anch ahn dachziegell, brantsteine und 
bitterkalck uff unBer schloB Wernigerode, forwerge, molen u. a. 
unBer gebeude zu gebrauchen haben, soll — U. B. — uns in dem 
kanffe, wie solche der rath zu Wernigerode den burgem doselbst 
gibbett, und hoher nith geben und uberlaBen. Auch ist U, B. 
gestoMet, die nothige Ziegelerde iiherall, wo sie am gelegensten und 
besten zu finden ist, ohne Jemandes Verhindem holen zu lassen, 
nur dass er sich mit denen, die die betr. Aecker und Wiesen zu 
eigen besitzen, gebiihrend abfindet, EbenfaUs ist B, gestattet, ztir 
Himmdpforte eine Viehzucht vrni 24 Stiick Bindvidi, aber weder 
Schafe noch Ziegen, zu halten, Auch soU mit dem Treiben den 
grdfl. und anderen Geholzen kein muthmUiger Schaden zugefiigt 
iverden, Auch das junge Rindvieh vom grdfl, Vorwerk Schmaizfdd 
soU im Somtner mit Buchau's Vieh zur Hinmteljyforte ein- und 
ausgetrieben werden und soU B, dem Hirten dafiir den Sommer iiber 
lohnen, Auch soUen die grdfl, Schiveine und die welche die Herrschaft 
in Mast ninifnt, zur Mastzeit, tvenn die EicJielmast gerdth, ein- 
und ausgdriebefi werden und soU B. ihrer dabci se^Jis eigene ohne 
Entgdt mit treiben lassen diirfen, Das zu Scheimm und StdUen 
nothige Holz wiU der Graf B, amveisen lasseny soU auch zu dero 



Nr. 161. a. 1589. ^l 

behueff der alten maursteine meehtig seiD, wie wir nns dan aueh 
solcher maursteine zu gebrauchen woUen vorbehalten haben. 

Verdussenmg xind Verpfdndung der Ziegelhutte wird verbaten, 
der grdfl. Vorkauf rorbehalten, 

Geschehen und geben mitwochen nachlnyocavitden 28^<'"Februarii 
anno 88. 

Entmirf. Wem. Dabei ein AufaaU von Buchaus Hand: Die ziegelhutte ziir 

Hiinmelpforten ist iiff befehlich m. g h. gr. Albrecht Georgenft viedenimb 

nfgebawet mid wegen der herschafft die holtz und diehlen darza geschafft worden, 

den bawkosten und arl)eitRlohn aber habe ich vor mich auligelegtt. Die ecker 

tmd wiesen zu nehist umb die Himmelpforten gelegen seindt andem auB gnaden 
nnd umbsonst gegeben und verschrieben , die ich den einBteilB vor ettlichen jharen 
ahn mieh erkaufft. Die Kuhebreytte heltt itziger zeit nit mehr alB 26 morgen; 
do darahne etwaB zu thunde geweBcn, wehre vorlengst auch aussgebeten worden. 
Die beyden gertten betreffende, darinnen hadt die herschafft eine gerauhme zeit hero 
die helffte des obeB gehabt, die gresungk aber, tregt zu gemeinen jharen ungefher 
ein sechs oder achtt hemdienstfuder heweB, hadt die herschafit vor sich behalten. 
DaB altte mauerwerck und verfallene steine, so noch vorhanden, sein bishero £A8t 
gemeine geweBen, denn ein jeder,' wehr steine bedurfft gekabtt, seines gefallenB die 
beeten auBgelesen und hinwegk geholett, wie zu besehenn. 



1589. Juli 14. a. St 161. 

Mathias Hilbrecht d. j. pfarherr zu Wasserlehr, Petter Grys, 
Curtt Wiesenn, Herman Amelung und Hans Petterzillige, Math. 
Hilbrechts d, A. Erben und ToclUermdnner , stellen uber die r>on 
ihrem Vaier und Grossvafer ererbten Himntelpfortner Giiter in 
ihrem und ihrer Frauen Namen einen Lehnsrevers gegen Graf 
Wolf Emst zu StoJberg aus, unter Einrilckung des Lehnbriefs 
dieses Grafen, ais itzo des eltisten graven zu Stolb. aus. Die 
geschicktliche Einleitung ist im Wesentlichen une die in der Be- 
lehnung Nr. 159 v. J. 1583. Gr. W. E. bdeiht seinen l. an- 
dechtigen ehrn Mathiass Hilbrechttenn denn jungern u. s. schwestern 
wnd Miterben, alls Annen, Herman Amelungs, Catharinenn Hanssen 
Petterzilgenn, Adelheittenn Curtt Wiesen u. Engelheittenn Petter 
Griesen ehel. hausfrauen, mit den dem Prior Herman Thiman zur 
Himmetpforte von Gr. Botho im J. 1526 iibergebenen Gutem, wdche 
ihr Voiter Math. Hilbrecht im vorigen 1588. Jahre wegen ihrer 
Mutter, Timans TocfUer, ererbt. Das Datum der Bdehnung ist: 

Nach Christi unsers einigen erlosers u. seeligmachers geburtt im 
thansendt tunfhundertt u. neun u. achzigstenn jahre, monttags nach 
Margreta den yirzehenden tage des monatts Julij. 

BieBdiehmen verpflichten sich, die Gater nicht eu versetzen noch gu verkaufen. 
Do wir auch in dem Meinenbergk kohlen lassen wollen, das wir dan das kolwergk 
also besteUen u. dahin richten woUen — , damit — imsers gned. h. u. der herschaft 
kolwerg dadurch nicht gehindertt oder gestopfft werden muge, wie wir dan auch 
in i. gn. graffschafft unsere kohlen nicht, sondeni ahn fro(m)bde ortter u. ausser- 



222 Augiistiner EinsiedlerkloBter Himmelpfort^n. 

halb der herschaffib vorkeuffen u. vorhandeln wolien und sollen. U, A, ist auch 
wieder die Klausel wegen etwaiger Wiederaufrichttmg der Betteiorden durch 
kaiserl. Majest. und die Stdnde des heU. Eeichs aufyenomnien. Die Belehnten wdHen 
sich dann dieser Qrdnung unterwerfen. Urschr. auf Perg. mit fimf Skgeln der 
gewonlichen pittschaflften aer Aussteller in schwarzem Wachs in theilweise nur halb 
erhaltenen Hdzkupseln, 8. Taf XIV, Xr. 103, 104, 107 m. 114; rgh auch Nr.lOO 
u. 101. Der ndchste Lehnbrief ron Gx. Johann, als itzo der elteste Gr. zu Stolberg, 
ist vom L Jwni 1606 (LeJvnmcten iiber die Hillebrecht^cJien Lehen B 81, 1 im 
grdfl. H.-Arch). Er enthdlt dieseJben Namen, welche in dem Lehnbrief v. 1612 
genannt sind. 

1595. October 25. a. St. Haus Wernlgerocle. 162. 

Wolf Emst Gr, zu Stolberg besidCigt dem Sekretdr Johannes Koch 
die am 31. Od. 1572 von seinen Brildern u, ihm auf d£s nun 
verstorbenen Hennig Bischofs Todesfall eiiheilte Animrtschaft auf 
20 Acker im Marcklingerodischen felde bey dem Marcklingeroder 
teiche und reicht ihm dieselben gegen 4 Schill, m Martini saMbar 
zu Erbenzins. 
Geschehen und geben uf unseren hause Wernigerode den 25. tag 

Octobris nach Christi unsers lieben hern und heilandes gebnrt ini 

thausent funfhundert u. funf u. nenntzigesten jare. 
Ursch. EnttJDwrfWem. 

1612. December 19. a. St. Weriiigerode. 163. 

Ileinrich, Graf zu Stolberg, beleiht Mathias HHhredits, verstorbenen 
Ffarrers zu S. Johannis in der Neustadt, Schwdger u. Miterben: 
Anna, Hermann Amdungs, Addheid, Curt Wieses, Engdheid, 
Peter Grieses Hausfrauen und der verstorbenen Katharina mit 
Hans PeterzHligen erzeugte Kinder und deren Erben mit dmi 
von ihrem Vorfahren detn Prior Herman Thiemann herriih-enden 
Himmdpfortner CHitem. 
Geschehen und geben zu Wernigerode den neunzehenden Decenibins 

anno eintausend sechshundert nnd zw5lfe. 

Nax:h einer am 8. Mai 1714 vom Notar Heinr. Lorenz Gotsch zu Wem. vidi- 

mitien Abschr. in Wem. 

1640. Junl 19. a. St. Wernigerode. 164. 

Heinrich, Graf zu Stolberg, bdeiht des diemal. Pfarrers Math. 
Hilbrecht m S. Joh, in der Neustadt Erben und Erbeserben 8l\& Anneu 
Amelnngs, Herman Amelungs sel. tochter, anitzo Hinrich Horne- 
burgU eheliche haufifrau, Curdt Wiesen sel. tochter Margarethen, 
anitzo Johann Loffs eheliche haufifran, Johann Rosenthals vou 
Ottilien Wiesen seel. erzeugte kinder, Henric Borckhardton von 
Annen Wiesen seel. erzeugten sohn Heinrich a. dann UlricU 



Nr. 162-165. a. 1595—1683. 



223 



Wiesen sehl. nachgelafiene kinder, Mathias Hilprechts sehl. tochter 

Walpurg, magister Nicolai Beckers seel. wittbeu u. ihren bruder 

Mathias Hilprechten, Peter Griesen seel. von seiner hanUfrau Engel- 

heit erzeugte kinder, als Marien Schappers, Magister Jacobi Kling- 

spoms eheliche hauBfrau, Annen Rosen, Larapert Rosen tochter, 

Hanfi u. Engelheit Barden, Conradi Barden sehl. iu der andem 

ehe erzeugte kinder, u. Peter Griesen d. jtingera sehl. sohn 

Henrich genandt, Hansen Peters seeligen von Catharinen Hilprechts 

sehl. erzeugten kinder, als Henrich Peterzilien, Barbaren Peter- 

zilien, Ludwig Piepers sehl. witben Marien Peterzillien , Rudolph 

Potts sehl. wittben u. den Severin Hornungs von Margaiethen 

seiner ehefrauen erzeugten kinder u. ihren allerseits erben u. 

erbnehmen. 

Wernigerode den 19. Juni 1640 a. St. 

Von demselben Notar Gotsch vidimirte Abschrift. — Unterm 15. Mdrz 1673 
muthen die Hilbrechtschen Erben den Meinenberg und dessen Zubehor, soviel wir 
noch davcn unveraussert iu unserm besitz bis dato haben, u. spdter gaben sie an, 
dass sie das Haus in Darlingerode an einen Bat4em verkauft hdtten, Den 3. De- 
cember wurden sie auf den 21. d. M. zur Bdelmung vorgeladen. Gr. H.-Arch. 
B. 81, 1, 



1683. Deceniber 12. a. St. Wernigerode. 165. 

Emst, Orraf zu Stolberg^ erkauft von sdmtntlieher^ Hilhrechtschen 
Erben sein ohnweit Darlingeroda belegenes gehttltze der Meynn- 
berg genant sarapt dem dazu gehoriegen Weydenthal fUr 400 
Thaler. 
So geschehen Wernigeroda den 12. Decembris anno 1683. 

Eigenhmdig unterschriebene HiJbrechtsche Erben: 



J. T. Haberstroh etc. 
Dafi Ebelingische hauptteil. 

Heinrich Reupke (^/g). 
Julius Axthelm mppria (V^)- 

Das Wische haupteil 
Thomas Schmit. 



In dem Grischen haubttheil. 

Hans Barden witbe. 

Hans Christoff Basse. 

Im Hilbrechtschen haupttheile 

wegeu Hanfi Streithorst wittiben 

und Matthias Krilpers seel. kinder 

EI. SpieB mppria. 



Urschr. auf Flapier 2 Seiten. Gr. H.-Arch. B. 7. 

Nach den Origmalguittu/ngen hatte an dem Ebelingschen Haupttheil noch An- 
theil Oiriax Bdbber(^l^; die Grieschen Erben waren die Witwe Meldau geb. Kling- 
spom, Anna Klingspom Hans Barden Witwe, Otto Klingsporn als Griescher 
Kvnder Vormund; an dem Wischen Anih. Thomas Schmit, Heinrich Bosendal, 
Heinrich Borchers Erben, Margar. Wiesen Hans Bauli Witwe, Lossie Ziegder gd). 
Wiesen, an dem letzten die KrUperscJien Kinder zu (^^), Cfiristaph Basse (^k^), 
Nicolaus Beckers, Fastars zu Schauen Kinder^^U), Elisabeth Stoffregen des Strett- 
horst Witwe (^Jq), Heinrich HiUyrecht u. Bendix Bodde. 



224 Augastiner Cinsiedlerkloster Himmelpforten. 

1720. April 12. Wernlgerode. 166. 

Christian Ihfist, Graf zu Stolberg, erkauft von dem Burgemieister 

Johann Just von Windheim m Wemigerode fur 800 Thaler dessen 

in der Himmelpfortte gelegene wiese nebst denen wtihsten teichen 

u. holtzflecken, als wie solches alles am Heibcrberge unterwerts 

nach denen herrschaftl. wflhsten teichen nach dem HafierOder felde 

zu, von da an Weinberge an dem fahrwege wieder herrauff bis 

vor herrschattl. Himmelpforts wiese st5fiet. 

Datum tvie oben. 

Urschr. Papier 4 Seiten. Gr. H.-Arch. B. 7. 39^. Am 6. Nov.1721 h^cheinigt 
dca grdfl. Amt zu Wem. (Joh. Friedr. Bomemann) die erfdtgte gerichtl. Batification 
dieses Kaufveriraga seitens des Verkaufers. 



CISTERCIENSERINNEN- 
(HEILIGENBLUT) KLOSTER 

WATERLER. 



0e8eUehtMi.d.Pr.Saoh8eii XV. 15 



12^7. 1. 

Der Archidiakon des Banns Dardcsheim vergleicht das Stift 
S. Johannis zu HcUberstadt und die Einwohner von Ler (Husler) 
wegen des Patronatsrechts der Kirche jenes Ortes, 

Arnoldus dei gratia archidyaconus in Derdessem omnibns hanc 
paginam anditnris salntem in domino. Ea qne inter partes dissidentes 
ad bonnm pacis et concordie in nostra presentia fnerint ordinata, instum 
est ut ea tam yalido nostro iirmitatis munimine robnremns, ne a posteri- 
tate calumpniari ullo modo valeant vel infringi. Noverit igitur univer- 
sitas vestra veneranda, qnod, cum inter prepositum et conventnm sancti 
lohannis in civitate ex nna et cives de Lere ex parte altera snper iure 
patronatns ecclesie in Lere longa din controversia fuisset habita et in 
nostra presentia sepius actitata, preposito allegante se in ipsa ius 
patronatus habere, civibus vero in contrarium allegantibus et affirmative 
dicentibus se liberam electionem habere, et hec inter eos tanto tempore 
lis durasset, quousque donatio ipsius ecclesie ad nos secundum statuta 
canonnm devolnta Aiisset, nos de superhabundanti VIII septima[na]mm 
inducias partibns dedimns, infra quas si minime concordarent , nos 
extnnc indulto nobis iure gaudere vellemus, quod partes deceptantes (!) 
gratanter de communi consensu ex utraque parte tres arbitros prodnxemnt 
et compromittentes in ipsos sub pcna XL marcarum arbitrinm valla- 
vernnt, ita ut quecunque partinro resiliret, alteri solveret XXX marcas 
et archidyacono X. Gonsedentes igitur et hinc inde tractatum habentes 
talit^r convenerunt, quod cives de Liere liberam semper electionem 
habeant, ita tamen quod de ecclesia sancti lohannis personam eligant, 
quam sibi maxime viderint expedire, et electam preposito, ut eam in- 
vestiet (!) representent, pr^positns vero archidyacono ipsam offerat, nt 
curam ab ipso recipiat et faciat obedientiam, ut tenetnr. Ad hoc statutum 
est, nt si cives infra mensem in eligendo non potnerint concordare, 
prepositns infra mensem subsequentem persone ydonee de ecclesia 
sancti lohannis porrigat ecclesiam antedictam. Si vero et ipse ne- 
glexerit ins ipsins, archidyaconns extunc qnam volnerit in eapersonam 
institnat, nec prepositi nec civium requisito consensn. Prepositns etiam 
personam ab ecclesia sancti lohannis institutam pro motn animi sui 
revocare non debet, nisi adeo enormiter se gesserit, quod infamie 
nota contra ipsum manifeste proclamet: et si pro tali cansa revocatns 
fnerit vel si in Lere diem extremum clauserit, cives de reliquiis suis 

15* 



228 Gistercienseriimeii- (Heiligenblut-) Kloster Waterier. 

dabunt archidyacono pro synodalibus II marcas legalis argenti, et alias 
reliquias in tres partes dividunt, unam plebano qui succedet, aliam ad 
emendationem totius, tertiam pro libris et aliis utensilibus ecclesie 
comparandis vel pro debitis persolvendis, si illis fuerit obligatus. Verum 
si adeo distracta fuerit hec persona, qnod archidyaconus de suis non 
valeat reliquiis expediri, prepositus sancti lohannis prefatas 11 marcas 
sibi sine diminutione persolvet. Si vero hec persona sponte redire 
voluerit , tamdiu prebenda sua careat, quousque ecclesia II libras legalis 
argenti vel de prebenda sua recipiat vel de ipso. In hunc modum 
arbitrium est promulgatum et placuit utrobique. Testes huius rei sunt: 
lohannes prepositus, Heinricns prior, Bartrammus, Gonradus custos, 
Thidericus ceilerarius totumque sancti lohannis capitulum, Wulferus et 
Herbordus sacerdotes; cives de Lere Bemardus, lohannes, BenedictuSy 
lordanus, et alii quam plures. 

Acta sunt hec anno domini M®CC^XXV°n, indictione XV, 
Et ne in posterum super premissis dubium oriatur, hanc paginam 
sigiili nostri impressione fecimus insigniri. 

Ego Fridericus dei gratia Halberstadensis episcopus continentiam 
huius pagine approbo et episcopali auctoritate confirmo districte preci- 
piens, ne quis eam infringere vel contra eam venire presumat, et ob 
hoc eam sigilli mei impressione signavi. 

Nach dem CopiaJbuch dea 8. JohanmssHfU zu HaXb, auf der UniversitdtsMjlw- 
tJ^ek eu Jena. 



mz, Jnli 10. 3. 

Vdrcid, Bischof von HaJberstadt, entscheidet in einem Streite 
gmscken dem Stift S. Johannis in der Stadt und den Einwohnem 
von Ijer, dass die von leteteren geschehene WcM eines Priesters 
Heinrich zum Pfarrer ungOUig sei und dass das Becht der Ifarr- 
hesteUung an jenem Orte dem Propst und Gonvent des genannten 
Stifts ssustehe, 

NosVolradus dei gratia Halberstadensis episcopus, perspectis cause 
meritis, que vertebatur inter prepositum et conventum sancti lohannis 
et cives de Lere, quantum ad ecclesiam eiusdem ville diffiniendo pro- 
nuntiamusy electionem de Henrico sacerdote per eosdem cives factam 
irritam et inanem et ad prepositum ius instituendi canonicum pertinere 
per predictos cives de sua electum in plebanum ville supradicte, pre- 
positum ac conventum predictos ab inpetitione civium absolventes, 
salvis expensis ab ipso preposito in lite factis. 

Acta sunt hec anno domini M^^CC^^LXIP, sexto idus lulii. 

Huius rei testes sunt: vicedominus, portenariuS| Bartoidus de 
Clettenberg, canonici maioris ecclesie nostre; decanus, custos, Hermannus 
Hircus, Richbertus, Segebodo, lohannes de Domis, Heidenricus de 
Lewenberg, Baldewinus de Wanzleve, Fredericus de Winningstede, 
Hugoldus de Quenstede, Hartmannus, canonici ecclesie sancte Marie; 



Nr. 2. 8. a. 1262. 229 

ma^ster Conradus de Aldendorp, canonicas sancti Bonifacii; magiBter 
lohannes scriptor noster, et lohannes de Helegendorp, capellannB 
noster; Thedoliiis de Orsleve, Alardns de Wackersleve, sacerdotes; 
prior et capitnlam sancti lohannis, et alii quamplares viri providi et 
honestL 

Nos B(archardns) vicedominus, K^udolfns) portenarins maioris 
ecclesie, Th^idericus) decanus, Th(idericus) cnstos, magister R^icbertus) 
aancte Marie, qnod hec vera snnty sigillis nostris publice protestamnr. 

Copialb. dea S, JahannissHfta su HaS). auf der lJniver9.'BibliiAhek zu Jena, 



(0. J. 1262.) 3. 

H(einri€h?) und WtUfer, Stiftshetren und Priest^r eu IL L. Frauen 
und hezw. zu S. Pauli in Halberstadt, crkldren vor den vom Erz- 
hischof vm Mainz in dieser Angdegenheit hestimmten Bichtem, 
sie entsdnnen sich und hdtten gehort, dass Magister Johann ZemeJce, 
weiland Dofupropst zu Ualberstadt, auf Grund eines ordentlicheti 
Bechtshesdieides deti Patrofiat der Kirdie zu Ler dem Stift S. Jo- 
hannis in HaJberstadt zugesprocheti hahe und ermaJmen die Biditer, 
dieses Becht des Stifts zu wahren. 

Venerabilibus et discretis dominis decano et scolastico sancte Grucis 
Hildensemensis, a doniino Maguntino archiepiscopo iudicibus delcgatis, 
H. sancte Marie et W(ulferus) sancti Pauli ccclesiarum Halberstadensium 
canonici et sacerdotes cum devotis orationibus paratam ad ipsorum 
beneplacita voluntatem. Honorande discretioni vestre notnm tacimus 
per hec scripta, quod nos meminimus interfuisse ac etiam aodivisse, 
quod magister lohannes dictu^ Zemeke, quondam prepositus ecclesie 
Halberstadensis, de consiiio peritorum ac iuris ordine observato difR- 
nivit patronatum ecclesie in Lere ad ecclesiam beati lohannis apud 
Halb(er8tat) pertinere, illius consensu, qui tunc temporis archidiaconus 
loci exstitit, accedente, sicut per privilegia inde confecta cognosci 
poterit evidenter. Cum ergo sitis iustitie amatores, rogamus et hor- 
tamur vestram in domino attentionis honestatem; quatenus in predicto 
negotio vos geratis taliter propter deum, ne ius predicte ecclesie sancti 
lohannis per cuiusquam subtilitatem ant potcstatem perturbetur, sed 
in hiis de vestro vultu iudicinm prodeat equitatis, quod utique magnum 
vobis erit meritum apud deum. 

Nach dem auf der UniversitdtsbibUotheh zu Jena hefindlichen Copidlbuch des 
S. JohannessHfts gedr. in Dove* Friedbergs Zeitschr. f. Kirchenrecht 16. Bd. Neue 
Folffe 1. Bd., S. 113. Der Name des Dompropsts heisst in einem missale zu Hal- 
herstadt v. 13. Jh.: lohannes Semeko, maior prepos. eccl. Halb., vgl. a. a. 0. Die 
Zeit, in welche diese Urkunde gehort, erscheint atvrch die vorhergehende hinreichend 
bestimmt. 



280 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Eloster Waterler. 

1262. Juli23. Aschaffenburg. 4. 

Erzbischof Werner vwi Mainz hcstdtigt als Metropolitan iw dem 
Streite ewischen dem S. Johannisstift vor Ualberstadt und den 
Einwohnem zu Ler tcegen der WtM eines Pfarrers dasdbst die 
zu Gunsten des Stifts getroffene Entsclieidung seines Diocesans zu 
Halherstadt, 

W(erDerus) dei gratia sancte Maguntinensie sedis archiepiscopus, 
sacri iniperii per Germaniam arehicancellarius, dilectis in Christo pre- 
posito et conventui ecclesie sancti lohannis Halberstadensis salutem 
in domino. Gum, sicut ex litteris diocesani nostri liquido vidimus 
contineri, ipse perspectis roeritis cause, que coram sno examine verte- 
batnr inter vos ex una et commune civinm de Lere Halberstadensis 
diocesis ex parte altera super eligendo sacerdote per ipsos ad ecclesiam 
de Lere, diffiniendo pronuntiaverit , electionem de Henrico sacerdote 
factam per eos prorsus irritam et inanem ac ad vos ius instituendi 
canonicum pertinere, ab impetitione civium eoruudem, salvis vobis 
expensis in lite factis, nichilominus vos absolvens, devotis vestris sup- 
plicationibus inclinati, processnm suum snper hoc, sicut est provide 
factus et nuUa legitima provocatione suspensns, auctoritatc metropolitica 
confirmamus. NuUi ergo . Siquis autem . 

Datnm apud Aschaffenburg anno domini M^GG^LXII<>, X. kal. 
Augusti. 

Copialb, des 8. Joh.-8tifts tn Halb. a. a. 0. 



1263. Septemberia. Orvieto. 5. 

Papst Urban IV. uhertragt detn Domdechantcn und zwci andern 
Mitgliedern des Domcapitels zu Magdcburg dic Priifung und 
Entscheidung in der AppeUationssadie von Pfarrcr und Gemeinde 
zu Ler wider das S. Johannisstift in Halberstadt wegen des Kirch- 
Idms in dem genannten Dorfe. 

Urbanus episcopus servus servorum dei dileetis filiis decano, magistro 
Waltero de Misna et Wichmanno, canonicis ecclesie Magdeburgensis, 
salutem et apostolicam benedictionem. Dilecti filii, prcpositus et capi- 
tulum ecclesie sancti lohannis extra niuros Haiberstadenses ordinis 
sancti Augustini sua nobis petitione monstrarunt, quod, cum inter ipsos 
ex paite nna et Henricumy qui se gerit pro rectore, et parrochianos 
ccclesie de Lere Halberstadensis diocesis ex altera super iure patronatus 
ipsius ecclesie de Lere coram venerabili fratre nostro episcopo Halber- 
stadensi auctoritate ordinaria questio vertcretur, idem episcopus cognitis 
cause meritis et iuris ordine observato pro eisdeni preposito et capitulo 
diffinitivam sententiam promnlgavit, a qua dicti Henricus et parrochianii 



Nr. 4—7. A. 1262-1264. 231 

ad venerabilem fratrem Dostram archiepiscopum MaguntineDsem, loci 
metropolitanam voce appellationis emigsa, haiasmodi appellatioDis sue 
eaosam decaoo et scolastico ecclesie sancte Crucis HildesemenslH ah 
codem archiepiscopo abtiDuere coromitti , a quibus pretati prepositus et 
capitulum, ex eo scDtieates iadebite se giavari, quod, ipsos ad locum 
citaates dod tntum, alium eis coutra iustitiam dencgebant assignare 
securum humiliter requisiti, nostram audientiam appellarunt. Ideoque 
discretioni vestre per apostolica scripta mandamus, quatenus vocatis, 
qui fueriDt evocaDdi, et auditis hincinde prepositis, quod canonicum 
fnerit, appellatione postposita statuatis, facientes qnod decreveritis per 
censuram ecclesiasticam firmiter obscrvari. Testes autcm, qui fnerint 
DomiDati, si se gratia odio vel timore subtraxeriDt , ceDSura simili 
appellatioDc cessante cogatis veritati testimonium perhibere. Quodsi 
non omnes hiis exsequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nichi- 
lominus exequantur. 

Datnm apud Urbemveterem idus Septembris, pontificatns nostri 
anno tertio. 

Urschrift mit anhinigepuler BulU im kOfiigl. Staatsarch. zu Magd, CopiaW. 
des S. Joh.-Stifts in Halb. a. a. 0. 



1363. November 30. MagMurg. 6. 

Die votn Papste eniannten Richter in der Streitsache wegen des 
Pfarrlehns zu Ler iibertragen diese Angdegenheit dem Abt zu 
SiUichenbadi, 

Honorabili viro domino abbati de Sichem Cisterciensis ordinis 
Halberstadensis dyocesis Th(eodericas) dei gratia decanus, Walterus 
de Misna et Wichmannus de Barboie, canonici maioris ecclesie in 
Magdeborchy iudices a sede apostolica delegati, orationes in Christo 
devotas et paratam ad omnia voluutatem. Litteras domini pape rece- 
pimus in hec verba: 

Urbanus episcopus (es folgt das Schreiben vom 13. Sept 1263). 
Cum igitur huic cause interesse non possimus, aliis arduis negotiis 
prepediti, discretioni vestre causam subdelegautes eandem, totaliter 
committimus vices nostras iniungendo vobis quatenus procedatis in ea 
seeundum directarum nobis continentiam litterarum. 

Datum Magdeborch anno domini M^CC^LXIH^, XH. kal. Decembris. 

Urschr. mit ^ Siegeln im kdnigl Staatsarch. zu Magd. Copidlb. d. S. Joh.- 
Sti/t in Halh. a. a. 0. 

VZU. Mal 26. Halberstadt. 7. 

Schiedsrichteiiiche Entscheidung ztoiscfhen dem S. Johannisstift m 
Halberstadt und dem Pfarrer Eeinrich m Haima/r dahin gihend, 



282 CistercicnsA-innen - (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

dctss letsfterer auf die Kirche m Ler keine Anspriiche erhebeft 
darf, dass aber die FrocessJcostai vmi beidefi Theilen zu tragen 
sind, 

NosWidekindus de Novo castro, canonicus niioris ecclesie, Th(ideri- 
cus) custos ecclesie sancte Marie in Ualberstad, lohannes notarius domini 
Volradi Halberstadensis episcopi, a preposito et conventu sancti lo- 
hannis prope Halberstad et Henrico plebano de Ileirabere arbitri electi 
super causa, que inter ipsos quantum ad ecclcsiani in Lere vertebatur, 
habito consilio pronuntiamus diifinitive taliter arbitrando, quod predictus 
Henricus ecclesiam in Lere petere non debet nec contendere retinere 
contra predictorum prepositi et conventus voluntatem, simpliciter autem 
et in totum ab utraque parte factarum conpensationem fieri decrevimus 
expensarura. In huins rei testimonium nos Widekindus et Th(idericu8) 
predicti hanc litteram arbitrium continentera sigillis nostris duxinius 
sigillandam. 

Actum in ecclesia Halberstadensi anno domini M^CC^LXIIIl®, secunda 
feria proxima post dominicam qua cantatur Voeem iocunditatis. 

Huius arbitrii a predictis arbitris tempore et loco superins memo- 
ratis prolati testes et nos sums: Wickerusdecanus, Bartoldus de Cletten- 
burg, canonicus Halberstadensis ecclesie, propter quod et hanc litteram 
sigillis nostris duximus sigillandam. Testes quoque nes sunius: Ueuri- 
cus de Drondorp, maioris ecclesie canonicus, Wernerus scolasticus sancte 
Marie Richbertus, canonicus ibidem, Conradus decanus sancti Bonifacii» 
magister Conradus de Aldendorp, magister Theodericus de Northusen 
canonici ibidem, et alii quamplures. 

CapiaQ), des S. Joh,-8tift8 a. a. 0. 



Vm. Bom. 8. 

Mehrere Erjshischofe und Bischofe gewdhren denen, welche die 
S. Ja^skirche zu Waterler an gewissen Tagcn hesiichen oder 
im Leben und Sterben dersetben Zuwendungen mndien, je vierzig 
Tage Ablass, 

Universis Christi fidelibus, ad quos pervenerit hec scriptura Petrus 
Stanensis^ Theocistus (!) Andrenepolitanus (!), lohannicius Mokicensis, 
Maurus Ameliensis, Lituardus Nepesinus, Leotherius Verulanus, Fran- 
ciscus Teracenensis , Romanus Croensis, Aldebrandus Sutrinus et 
Perronus Larinensis archiepiscopi et episcopi salutem in domino sem- 
piternam. Licet is de cuius munere venit, ut sibi a suis fidelibus 
digne ac laudabiliter serviatur, de habundantia pietatis sue merita 
supplicum excedens et vota bene servientibus multo maiora tribuat, 
qnam valeant promereri; desiderantes tamen reddere domino populum 
acceptabilem , fideles Christi ad complacendum ei quasi quibusdam 
allectivis muneribuS; indnlgenciis videlicet et remissionibus, iiivitamus, 
ut exinde reddantur divine gratie aptiores. Cupientes igitur, ut ecclesia 



Nr. 8-10. a. 1288-1292. * 233 

saDCti lacobi inWaterlere, AlveD8tedeD8iB(!)dioce8iB, coDgrnis hoDoribns 
frequeDtetur, omDibus vere peuiteDtibuB et coDfessiB, qni ad dictam 
ecclesiam causa devocioois aceesBcriDt iD illis diebns quibus OBteuditur 
sanguis Christi qui est ibidem et iu siDgulis festis gloriose virgiuis 
Marie, saDcti lohaDDis baptiste, saocti lohaDDis ewaDgeliste et in festo 
saDcti lacobi maioris, aut qui maous adiutrices dicte ecclesie porrexe- 
rint, vel in extremis laborautes quicquam facultatum suarum legaveriDt, 
nos de omnipotcDtis dei misericordia et beatomm Petri et Pauli 
apostolorum auctoritate confisi singuli singulas dierum quadragenas de 
ininnctis sibi peuitenciis cum consensu diocesani misericorditer in 
domino relaxamus. In cuius rei testinionium presens scriptum sigillorum 
nostrorum munimine duxinius roborandum. 

Datum Rome, .inno domini M''CC^LXXX"VIII*', pontificatus domini 
Nicholai pape 1111*' anno primo. 

Urschr» Wern. Vie an roth- mtd ifclbseidenen Schniiren amfehdngt gewesenefh 
Siegel sind nicht mehr rorhanden. l)ie Natnen der AnssteUer sifid an detk Itetr . 
SteTlen des Tergaments, tco die Siegel hefe^tigt tcaren, zur Zeit der Ausstellung der 
Vrkunde angegeben: Thooctistus archicpiscopu». lohannicius archiepiscopus Mokicensis. 
Manrns AmeiienBis. IJtnardusNcpcsiniis. Franciscus Terracenensis. Homanus CrohensiB. 
Aldebrandus. Perronus Larinensis. 

1) Staneii. _ 

1389 ziir See bel Cypern. 9. 

Johann archicp. Magyncensis gihtdeneny wdclie die S.Jaccbskirche 
in Waterler uiUerstiitzm, einen vierzigtdgigen AUass. 

lohannes divina gratia Magyncensis archiepiseopus universis Christi 
fidelibus pacem in domino et salutem. Solet annuere mater ecclesia 
piis petitionibus ac favorem benivolum impertiri. Eapropter, dilecti in 
Chrifito, devotionem vestrara sollicite exliortantes rogamus attente, 
quatinus in relevationem ecclesie beati lacobi de Vatirlere maniis 
vestras ita dingnemini porrigere adiutrices, ut in presenti munus gratie 
et in futuro vestra devotio etemam vitam conseqni mereatur. Nos autem 
de omnipotentis dei ac beatorum apostolorum eius Petri et Pauli et 
omnium sanctornm bonitate confisi omnibus vere penitentibus et con- 
fessis, qni ob dei reverentiam prefate ecclesie in propriis personis ac 
rebns devote et fideliter ministrabunt, de iniuncta sibi penitentia om- 
nium peccatorum XL dierum indulgentiam tam devote quam liberaliter 
elargimur. 

Datum in navi snpra mare iuxta Cyprum, anno domini M^CC^LXXXIX. 

Urschr. Perg. Wern, Siegel nicht mehr varhavhden. 



1292. April 27. 10. 

Hoitmch, Graf m Blankenbiirg , verkauft an zwei Burger zu 
GesJar als Qesammtlehn fimf Hufen und sieben HofsteUen im 



234 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Klostcr Waterler. 

Dorfe Vdtheim, nebst 9 Morgen Holz tmd 20 Sdiwad Grases 
fur 72 Marh — Transsumirt filr das Kloster Waterler vom 
Propst m Neuiverk in Goslar. Goslar, 5. A^yril 1311. 

Nos dei gratia Henricus comes de Blankenborch universis Christi 
fidelibus hanc litteram inspecturis notum facimus pupplice protestando, 
quod de scitu et beneplacito filii nostri Sifridi quinque mansos in villa 
Yelthem sitos cum septem areis et novem lignoi*um iugeribus et XX 
swadh graminum cum omni utilitate ad predicta pertinente lohanni, 
filio Hugoldi, et Conrado dicto Copman, civibus Goslariensibus, pro 
LXXH marcis puri argenti vendidimus et pheudali iure ipsis ad 
amborum manus, quod vulgariter to samender hant dicitur, et eorum 
uxoribus contulimus et eorum filiis conferimus perpetuo possidendos. 
Si autem prefatis civibus iamdicta bona in posterum dimittere vel 
vendere placuerit, nobis pro memorata pecunia restituent, vel nobis 
non ementibus aliis emptoribus nobis convenientibus, nos et nostros in 
nullis perturbantibus sine contradictione qualibet gratis libere porrige- 
mus. Ut autcm noster contractus inconvulsus maneat atque ratus, 
presentem litteram nostri munimine sigilli duximus roborandam. 

Datum anno domini M«CC®XC<^U«, dominica qua cantatur lubilate. 

Nos igitur Thidericus, dei gratia prepositus ecclesie Novi Operis 
in Goslaria, ad petitionem supradicti Conradi Copman presens rescriptum 
de verbo ad verbum visum et perlectum cum bona maturitate cum 
appensione nostri sigilli vobis domino preposito et domine . . abbatisse 
in Waterlere totique vestro conventui duximus transmittendum. 

Datum Goslarie, anno domini M^CCC^XI», feria secunda proxima 
post Palmas. 

Urschr. Perg, Siegel nicht niehr mrhanAen. 

1292. December 3. 11. 

Heinricli, Abt ztc Ilsetibiirg, bekundet, d<iss mit seiner Zustimmung 
sein Vorgdnger der fruhere Abt Hugold eine Hofstdle zu Waterler 
an die nmerbavie Kirche des Leidens und Bltdes Christi daselbst 
geschenkt ha^. 

Actiim anno domini M*>CC^XC^ secundo, tercio nonas Decembris. 
Gedr Ilsenb. Urkdb. Nr. 139 ncwh dem Gopialb. v. Waierler Bl. 3\ 



1298. Deceiiiber20. 12. 

Heinrich, Graf zu Begenstein, giht alles Eigenthum, das er und 
seine Vorfahren im Dorfe Waterler besa^ssen, zur Ausstattung 
der nenen Kapelle des heiligen Blutes dasdbst. 

In nomine domini amen. Henricus dei gratia comes in Regenstein 
omnibus in perpetuum. Ne ea que fiunt in tempore, post lapsum 



Nr. 11 — 13. a. 1292— 12W. 235 

temporig evanescant, expedit Bcriptnre testimoiiio et inscriptione testium 
perhennari. Igitur tenore presentium recognoscimus publice protestando, 
qaod damus nove capelle constructe in laudem et honorem sanguinis 
domini nostri Ihesu Cristi et gloriose matris eius virginis Marie omnem 
proprietatem nostram, quam nos et nostri progeuitores in villa Waterlere 
habuimuB, cum omni iure sive in agris seu in areis ad dotandam 
capellam predictam in villa Waterlere supradicta. Et eandem pro- 
prietatem condonavimus capelle iam dicte in Waterlere in dotalitium 
perpetuo possidendam. Ne ergo huiusmodi donationem^ aut oblivio deleat 
aut importunitas ingenii malifi^nantis negotii iniringat, hanc scripturam 
nostram snper hoc contectam ad utilitatem capelle in villa Waterlere, 
ne aliquis ipsam in prefata donatione impedire presumat, sigilli nostri 
munimine iussimus roborari. 

Testes vero huius donationis sunt hii: dominus Lodewicus 
pincerna et lordanus filius suus, Henricus Hircus, lordanus de Kedebere, 
lordanus de Wigenrode, milites in Kegenstein, et alii quamplures 
fidedigni. 

Datum et actum anno dominice incarnationis M^CC^^XCIII^ in 
vigilia beati Thome apostoli, Xill'' kalendas lanuarii. 

CopiaW. V. Waterler Bl l:i\ 

1) Die Ab9chr. donatio. 



1294. November 22. 13. 

Ulrich, Graf zu Regenstein, gibt der neuei^ Kapelle zum helligen 
Blut in Waterler das Eigenthum eines Ilofes und zweier Uofddlen 
in demsetben Dorfe. 

In nomine domini amen. Olricus, dei gratia comes in Keghen- 
stein, omnibus in perpetuum. Ne ea que aguntur in terapore, cum 
lapsu temporis a memoria hominum elabantur, expedit ea scripture 
testimonio et inscriptione testium perhennari. Igitur tenore presencium 
recognoscimus publice protestando, quod damus nove cappelle in 
Waterlere constructe in laudem et honorem sanguinis domini nostri 
Ihesu Christi et gloriose matris eius Marie proprietatem unius curie 
et duarum arearum in eadem villa Waterlere sitarum cum omni iure, 
[sicut]^ eandem proprietatem nos et nostri progenitores tenuerunt, et 
prefate cappelle condonamus perpetualiter possideudam et ipsam volumus 
warandare. Ke ergo huiusmodi donationem aut oblivio deleat aut 
inportunitas ingnei^ malignantis negocii infringat, hanc litteram et 
scripturam super hoc confectam ad utilitatem cappelle in villa Waterlere 
iamdicte, ne aliquis ipsam in prefata donatione inpedire presumat, 
sigilli nostri munimine fecimus roborari. 

Testes vero huius donationis sunt: dominus lordanus de Nendorp 
et lordanus de Wigenrode^ Henricus Yrcus, lordauus de Bedebere, 



236 CistercienBerinnen- (Heiligenblut-) Kloetcr Waterler. 

milites in RegenstelD, et dominus Tbeodericus Gigas, et alii quam plnres 
fide digni. 

Datum et actum anDO dominice incamationis M"CC**XC<»II]I, in die 
beate Cecilie virgiDis et martiris. 

Urschr. a. Perg., an einer BruchsteUe beschddigt; das am Pergamentsdreifclien 
anhangende Siegd nwr hruchstuckweiae ei-halten; vgl. Taf. VII, Nr. 54. 

l) Liicke, das Eingeklammerte ergdnzt. — 2) So st. ingenii. 



1296- Rom. U. 

Mehrere Biscliofe erttieHeii aUen, welche an bestimmten FesUagen 
die Mariefn- oder BeiligenblutkapeUe zu Waterler besuchen oder 
dieselbe beschenken, je vierzig Tage Ablass. 

UDiversis || Cbristi fidelibus presentes litteras inspecturis nos frater 
Franciscus Senogalensis, frater Maurus Ameliensis, frater lacobus Acer- 
nensis, frater Romanus Croensis, frater Daniel Laquedoniensis, Hubertus 
Ferretinus dei gratia episcopi salutem in domino. Gloriosus deus in 
sanctis suis in ipsorum veneratione gaudens in veneratione beateMarie 
semper virginis eo iocundius delectatur, quo ipsa, utpote mater eins 
efiecta, meruit alcius sanctis ceteris in celestibus collocari. Cum igitur 
ad huiusmodi pontificatus simus assumpti ofiicium et hec inter alias 
sollicitudines karitatis opera votis ardentibus afiectemus, qualiter vigili 
et operoso ministerio Christi fideles acceptabiles nos reddamus. Cupientes 
igitur capellam sancte et gloriose dei genitricis Marie in Waterlire, 
Halberstadensis dyocesis, cbristiane^ ob stupendam mutationem enka- 
ristie insaguinem(!) cunctis devote eandem visitantibus coram fidelibus 
multarum virtutum insigniis et miraculis preclarescit, prosequi spiritualium 
nostrorum mnnerum largitate et nostros thesauros ecclesie christicolis 
aperire spirituales, quorum demum allecti salutari dulcedine ad ipsam 
capellam in mentis iubilo, ita nunc deum per speculum in enygmate 
venerantes, honorantes adorantesve accedant, ut ipsum tunc facie ad 
faciem venientem super eos iudicem securi valeant contemplari. Omni- 
bus igitur vere penitentibus et confessis, qui predicte ecclesie limina 
devote visitaverint in omnibns festivitatibus infrascriptis, videlicet in 
quatuor sollempnibus festivitatibus domini nostri Ihcsu Christi, scilicet 
nativitatis, resurrectionis, ascensionis et penthecostes, necnon in quatuor 
sollempnibus festivitatibus beate et gloriose dei genitricis semper vir- 
ginisMarie, videlicet nativitatis, annunciationis, purificationis et assump- 
tionis, beati Mychaheiis archangeli, sanctorum lohannis baptististe (!) et 
ewangeliste, sancte Marie Magdalene omniumque sanctorum festivitate 
singulorum apostolorum ,' sanctnrum martirum Stephani. Laurencii, 
sanctorum confessorum Nycolai, Martini, beatamm Katherine, Agnetis, 
Barbare virginum, necnon in die dedicationis dicte ecclesie festivitati- 
busque eukaristie ecclesie et eiusdem singulisque diebus dominicalibus 
quadragesimc; domini et adventus parascheues et in die festivitatis 
necnon antedictarum omnium per octavas, aut qui dicte ecclesie suarum 



Nr/ U-16. a. 1296 - 1298. 237 

fiicnltatam a deo sibi collatarnm quidquam dederint vel assigQaveriut 
Tei in extremis laborantes legaverint, pro qaacunque vice manas sibi 
dexteras porrexerint adiutrices, nos de omDipotentis dei miserioordia et 
beatornm Petri et Pauli, principum apostolorum, auctoritate omninmqne 
sanctorum intercessione confisi, singuli singulis singulas indulgencie 
qnadragenas de iniunctis sibi penitenciis et devote susceptis misericor- 
diter in domino relaxamus, dummodo dyocesanns banc nostram indul- 
genciam sigillorum nostrorum roboratam munimine suo karactere con- 
firmarit. 

Datum Rome apud sanctum Petrum, anno domini millesimo ducen- 
tesimo nonagesimo sexto, pontificatus domini Bonifacii pape octavi 
anno primo. 

Van den cm gdb- tMd violettseid' nen SchnHren angehdngt gewesenen roGien 
parabolischen Wadiseiegeln sind das 4. (ep. Croensis) und 6. (ep. Ferentinus) gar 
nicht mehr, die ubrigen heschddigt oder bruchstuektceise erhaUen. Die Stetten der 
einzdnen Sieget sind auf dem um<jeschlagenen Fergamentstreifen in kleiner Schrift 
angegeben: fr. Franciscus Senogalensis. fr. Maunis Ameliensis. fr. lacobus Abemen- 
818. fr. Romanus Croensis. fr. Daniel Laquedoniensis. Hubertus Ferentinus. Ueber 
den beiden letzteren Namen steht die Zaht VL 

l)xp8(?) 

1297. September 11. Sehloss Blankenbnrg. 15. 

Heinrich der A. und d. J., VcUer und Sohn, Grafen m Blanken- 
burg, bewidmen die KapeUe 0um Blut Christi in Waterler mit 
dem Eigen einer hdlhen Hufe 8u Hitder. 

No8 Henricns senior et Henricns filius suns, comites in Blanken- 
borch, notum esse volumus universis presens scriptum intuentibns, quod 
proprietatem cuiusdam dimidii mansi siti in Huslere, qnem lordanus 
dictus de ipsa yilla a nobis in feodo tenuit et ad manns nostras resig- 
narit, capelle sacri sanguinis Ihesu Christi in Waterlere dedimus 
perpetno possidendam, nt memoria nostra et parentum nostrorum in 
eadem capella studiosius peragatur. Predictam vero donacionem si- 
gillorum nostrorum appensione publice protestamur. 

Datum in castro Blankenborch, anno domini M^^CG^^XC septimo, 
in die sanctorum martirum Proti et lacincti. 

Urschr, auf Rrg. Die beschadigten Siegd s. Taf VUl, Nr. 58 und 60. 



1298. Februar 8. Wernigerode. 16. 

Die Qebrmder von Hasserode geben eur Ausstattung der Heiligen- 
bhUkapeUe m Waterler eine Hufe dasdbst und die Hofstdle, auf 
Ufdcher die Kapdle erbaut ist, 

Nos lohannes miles; Theodericus et Anno fratres dicti de Hartes- 
rode omnibus in perpetnum volumus esse notum, quod nnanimi con- 
sensn herednm nostrorum et omnium, quorum consensus fuerat requi- 



2B8 Clstercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

rendus, dotavimns capellam sacri sangainis in Waterlere cum uno manso 
sito ad predictam villam et nna area, in qua prefata capella constructa 
est; dantes presentibns eidem capelle prefatum mansum cum omni iure 
perpetuo possidendum. Ne igitur hec donatio nostra a quocunque in 
posterum patiatnr calumniam, presens scriptum inde factum dedimus sigilli 
nostri necnon sigilli domini Hinrici decani sancti Silvestri in Wemige- 
rode munimine roboratum. Testes sunt: Hinricns dietas de Rymbeke, 
Herraannus de Digelstede, clerici et canonici in Werningerode; lordanus 
de Mynsleve, lohannes de Romesleve milites; Hinricus et Thidericus 
fratres dicti de Redebere, et viri alii plurimi fide digni. 

Datum Wernigerode anno domini M^CC^XC VIIP, VI» idus Februarii. 

CopiaJh. Bl. 5\ 

1299. Februar 12. Mlchaelsteln. 17. 

Konrad, Abt m Michaelstein, verkaufi den Pfarreim zu S. Stephan 
in Goslar und isu Here zwei Hufen zu WiUerler fiir 26 MarJc 
Silber, wdche diese der HeiUgenblutkapdle daselbst schenken. 

Nos frater Conradus dictus abbas de Lapide sancti Michaelis totus- 
que eiusdem monasterii conventus presentibus recognoscimus et publice 
protestamur, quod nos domino lohanni sancti SteflFani in Goslaria ac 
domino Liborio in Herre ecclesiarum plebanis vendidimus duos mansos 
sitos in Waterlere cum omnibus, que ad ipsos pertinent in campis et 
in viUa, et cum omni iure, quod habuimus in eisdera; pro viginti et 
sex marcis argenti examinati; qaos quidem mansos transtulerunt et 
donaverunt capelle in Waterlere, consecrate in honorem corporis et 
sanguinis domini nostri lesu Cristi, prescripto iure perpetuo possidendos. 
Et ne in posterum alicui super hiis dubietatis scrupulus intercidat, 
presentibus sigillum nostrum duximus apponendum in robur perpetue 
firmitatis. Testes huius sunt: domini Arnoldus, Baldewinus iu Campo 
et in Amelingesborne abbates, Albertus prior, Henricus cellerarius, 
Fridericus subprior, Henricus magister conversorum, Theodericus infir- 
marius-et Nicolaus notarius domini abbatis, et alii quam plures. 

Datum in Lapide sancti Michaelis, anno domini millesimo ducen- 
tesimoXCIX^, feriaquinta proxima ante dominicam qua cantaturCireum- 
dederunt. 

Copialb. Bl 5\ 

1300. Jaimar 20. Halberstadt. 18. 

Hertnann, Bischof von Halberstadt, gibt dem Kloster Waterler 
das Eigenthum an einer Wiese dmdbst, wdche es von den Ge- 
briidem von Beck fOr fiinf Mark SUbers gekaufl hat, 

Heimannus dei gratia Halberstadensis episcopus omnibus in perpe- 
tuum. Notum esse volumus tam presentibus quam futuris, quod nos 



Nr. 17 -Id. a. 12^. IfWO. m 

qnoddam pratnm sitnm apud villam Waterlere, qnod a nobis fratres 
dicti de Bek tenebant in pheodo, scilicet Beftrammns et Thidericus 
nobifl ex eonsensn herednm snorum resignarunt, ipsum vero clanstrnm 
sacri sanguinis Christi Waterlere pro quinque mareis examinati argenti 
ab eisdem emit, quod nos prelibato clanstro pro remedio anime nostre 
et parentnm nostrorum dedimus proprialiter propter deum perpetuo 
possidendum. Snper quibus ne dubium oriatur, presenteui litteram 
nostro sigillo coinmunitam dicte ecclesie dedimus ad cauteiam. Huius 
donacionis testes snnt: dominns Hinricus de Hakenstede, magister 
Bertoldns de Wemingerode, dominus Guncelinus de Berwinkele, ca- 
nonici sancte Marie, et Willekinus de Gustede, nostri capellani; 
Henricns Ircns, Conradus frater suus, Conradus de Eylesleve, lo- 
hannes dictusWilde, lohannes deCrendorp milites, et alii qnam plures 
fide digni. 

Datum et actum in Halberst. anno domini M^CCC®,, in die sanc- 
tomm martyrnm Fabiani et Sebastiani, pontiiieatus nostri anno quinto. 

Urschr, BBrg. Siegel nicM mehr vorJmnden, 



1800. Februar 25. 19. 

Das 8. JdhannisUoster vor Halberstadi wiUigt in den Tausch einer 
vom Pfarrer zu Waterler genutzten Hofstelle da^elbst gegen eine 
andere an das dortige Kloster, 

Nos Ludolfus dei gracia prepositus ecclesie sancti lohannis extra 
muros Halberstadenses totumque capitulum eiusdem ecclesie universis 
tam presentibus quam futuris, ad quorum audienciam seu visionem 
presens scriptnm pervenerit, recognoscimus publice protestantes, quod 
ad petitionem venerabilis domini nostri Hermanni, Halberstadensis 
episcopi, quandam aream in villa Waterlere sitam, dimidium fei-tonem 
usualis argenti cum duobus puUis annuatim solventem et ad usus 
plebani ipsius ville adherentem, consentimus moniales ibidem commo- 
rantes possidere, et hoc tali conditione addita, quod moniales ipsius 
claustri aliam aream seu curiam summam superius expressam simUiter 
annuatim solventem infra spaciumduomm annorumin restaurum compara- 
bunt. Et inira illud tempus moniales clanstri iam predicti ad illum censum, 
videlicet ad dimidium fertonem usualis argenti, et ad duos pullos in 
festo dominomm se et sua obligant ad solvendum. Ad firmiorem autem 
cautionem huius facti presentem litteram conscribi fecimus et nostro 
sigillo ac nostri capituli fecimus communiri. 

Actum et datnm anno domini M<>CCC^, sequenti die beati Mathie 
apostoli. 

JJr9chr, Perg. Das 1, Siegel ab, das 2. und 3. fragmentariscli an Pergament' 
streifen. 



240 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) KloBter Waterler. 

1800. Februar27. 20. 

Das Kloster Waterler verpflichtet sich, dem Pfarrer in Ler jahr- 
lich einen hcUben Vierding eu gahlen. 

Nos Sophia dei gratia abbatissa, A. ^ priorissa totamque collegium 
sanctimonialium ecclesie pretiosi sanguinis Christi in Waterlere uni- 
versis christifidelibus, quos presens scriptum videre vel audire con- 
tigerit, notum esse volumus ac publice protestamur, quod obligamus 
nos dare plebano in Lere dimidium fertonem annuatim in festo sancti 
Michaelis, quoadusque convenientem^ ipsi et nobis locum possimus 
provide demonstrare; et hoc deo volente cupimus infra duorum annorum 
circulum diifinire. In huius igitur nostre protestationis evidens testi- 
monium presentem litteram sigillis domini nostri Hermanni, Halber- 
stadensis ecclesie episcopi, et nostri conventus decrevimus consignandam. 

Actum et datum anno domini M^CCC^, IIU® kalendas Marcii. 

Copidlb. des S. Johanniskl. eu HaJberst. Univera.-Bibl. in Jena. 
1) 1317: Adelheidis. — 2) Absc?^.: conveniente. 



1800. Juni 10. 21. 

Die Orafen Otto und Volrad von Falkenstein lassen dem Erzhischof 
von Magdeburg zwei Hufen eu Waterler auf, welche Jordan von 
ihnen eu Lehn tragt. 

Nos dei gratia Ot(to) et V(olradus) comites de Valkensten recog- 
noscimus et presentibus protestamur, quod duos mansos sitos in Vaterlere, 
qnos de manu venerabilis domini . . Magdeburgensis ecclesie archiepi- 
scopi tenebamus, et quidam vir nomine lordanus eosdem de manu 
nostra tenebat, resignamus archiepiscopo supradicto. 

Datum anno domini M®CCC°, feria V** ante festum beati Viti. 

Urschr. Perg. Von dem auf dem BOcken aufgedriickt gewesenen geWen Wachs- 
aiegel von etwa 5,50 Ctn. Dwrchmesser sind wwr rloch Sjmren imhanden. 



1300. Junl 15. 22. 

Das Khster Waterler behundet den von der Khsterju/ngfrau Jo- 
hanna v. Vogdsdorf geschehenen Kauf einer halbenHufe zuLinden 
und sichert ihr die NtUmiessung derselben auf Lebenszeit. 

Nos dei gratia lohannes prepositus, Sophia eadem gratia abbatissa 
totusque conventus monasterii in Waterlere omnibus audituris sen 
visuris presencia volumus esse notum, quod lohanna de Vogelstorp 
et Bertradis nostre claustrales fructus dimidii mansi in campis dictis 
Linden de nostra voluntate et licencia recipient vite sue temporibus 
possidendos. Hoc nequaquam tamen negligant, quin secundnm regulam 
sancti Benedicti patris nostri prelate(!) sue humiliter proventus ipsos vel 



Nr. 20—23 a. ISOO. 241 

aliaqnecanqne eis donata fuerint, represententur ^ et notorie in usos debitoe 
et licitos expendantur. Sic enim lucidius proprietatis abnegacio deela- 
ratnr. Una quoque istarum de huius vite medio sublata, altera pro vita 
sua prefatos fructus percipiet non minutos. Ambabus vero volente 
domino defunctis, idem dimidius mansus ad communes nsus deveniet 
dominarum; nam ipsum dimidium mansum modo quo pretactum est 
nostro monasterio compararunt. Igitur ad perpetuam cautelam sigilla 
nostra presentibus sunt appensa. 

Datum anno domini M^CCC*», in die sancti Viti martiris. 

Urschr. Perg. Siegel an PergamenUtr, nicfit mehr vorhanden. Auf dem Eiicken 
ron einer Hand des 15. Jh. Schavwen. 
1) repsent*. 



1300. Junl m. 23. 

Die Gebruder von Beck verpfdnden fur die wegen der Aufnahme 
ihres Bruders Friedrich ins Kloster Waterler versprochenen acht 
Mark Silbers dem letzteren eine Wiese daselhst und sichem dem 
KJoster den Vorkauf daran. 

Nos Bertrammus et Theodericus necnon Henricus fratres dicti de 
Bec tenore presentium recognoscimus et pnplice protestamur, quod, cnm 
yenerabiles in Christo domina Sofia abbatissa totusque conventns ac 
provisores ecclesie in Waterlere Fridericnm fratrem nostrum in suum 
collegium recepissent, ibidem perpetuo domino serviturum, in huius 
benivolencie nobis exhibite reconpensam eidem ecclesie ad octo marcas 
examinati argenti nos astrinximus persolvendas, pro quibus sibi provi- 
sores antedicti pratum nostrum ville Waterlere adiacens pigneris 
nomine vendicarunt, et quantum de supradicti prati usibus in graminibns 
vel in lignis secundum estimationem vaioris cuiuslibet anni receperint 
annnatim, in tanto debitum summe prehabite minuetur. Cum vero 
snmmam, quam adhuc de prato minime perceperunt, in integrum sol- 
verimus, extunc sepedictum pratum ad nos omni eontradictione post- 
posita libere revertetur. Si vero memoratum pratum vendere decreve- 
rimus, ad emptionem huiusmodi pro pretio congruenti prefatam ecclesiam 
admittemus. Huius rei testes sunt: lohannes miles dictus de Hoyem, 
Hermannns et Henricus fratres de Dhingelstede, Stephanus de Velthem, 
Fridericus de Bersle, et alii quamplures. Ad maiorem quoque evidentiam 
premissorum presens scriptum duximus sigilli nostri munimine robo- 
randum. 

Datum anno domini M<>CCC«», in die sanctorum lohannis et Pauli. 

Von dem an Pergamentstr. angehdngten Siegd Bertrame v. B, (vgl. Stotterlingenb. 
Vrkdb. Taf. 4, Nr. 20) ist noclh ein Theil der Zeichnung ui\d RTRA w» der 
Umschrift er?Mlten. 



OeMiblehtBq.d.Pr.SMhMii. XV. 16 



242 Cistercienserinnen- (Heiligenblatr) Klester Waterler. 

1300. October 27. U. 

Heinrich, Otaf von BlanJcenburg, gibi dem Kloster Waterler eme 
friiher von Jordan v. Ler eu Lehn gehabte Uufe m Husler und 
einen Wald 0u Waterler. 

Hynricus dei gratia comes in Blanckenburg tenore presencinm 
recognoscimus publice protestantes, quod nos de consensn filii nostri 
comitis Hy(nrici) unnm mansum situm in yilla Huslere, quem lordanns 
dictus de Lere a nobis tenuit in pheodo et ad manus nostras resignavit, 
cum una siiva que adiacet ville Waterlere cum omni inre in pascuis 
et in silvis claustro sacri sagwinis^ Christi in Waterlere contulimus 
perpetuo possidendum. Super quibus ne dubium in posterum oriatury 
presentem litteram sigillis nostro et dicti filii nostri prelibato claustro 
dedimus ad cautelam. Hnius donationis testes sunt: honorabilis frater 
noster S(ifridus) decanns Halberstadensis, Hermannus et lohannes dicti 
de Bodeudike, Conradus Ircus, Conradus de Eylsleve, Conradus de 
Dale, Fredericus et lohannes fratres dicti Frisoues, miiites, et alii quam- 
plures fidedigni. 

Actum et datum anno domini M*^CCC°, in vigilia sanctorum aposto- 
lorum Symonis et lude. 

Urschr. a. Ferg. Nwr das erstere Siegd ist theaw. erhalten. Vgl Taf. VIII, Nr. 60. 
1) In der Urk. saguuinif. 

1300. Novembcr 15. Wegeleben. 25. 

Hermann, Bischof von Halberstadt, gibt den Grafen eu Blanken- 
burg und Begenstein zu Ounsten des Klosters Wa^ler die Lehen 
uber fiinf Hufen und sieben Hofstellen su VeUheim, bis das 
Kloster das Lehnseigenthum von ihm erworben haben wiirde. 

Hermannus dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus nobilibus 
viris Hinrico de Blankenborch et Hinrico de Regensten comitibus sibi 
predilectis salntem cum affectu sincerissimo et favore. Dileccioni vestre 
ad manus sanctimonialium sacri sanguinis Christi in Waterlere conferimns 
per presentes quinque mansos et septem areas in Veltem cum omnibus 
pertinentiis tam in silvis quam in pascuis eorundem, quonsque dicte 
sanctimoniales vel procuratores earumdcm proprietatem dictornm man- 
sornm ac omnium pertinentinm ad eosdem a nobis et a capitulo ecclesie 
nostre Halberstadensis poterunt legitime impetrare. In cuius rei testi- 
monium presentes litteras nostro sigillo vobis transmittimus communitas. 

Datnm Wegenleve, anno domini M^^CCC"^, feria quarta post festum 
beati Martini, pontificatus nostri anno quinto. 

Urschr. auf Fergament. Das geHbe Wachssiegel ist noch zu/r Hdlfte erhaUen. 



Nr. 34-27. a. IdOO. laoi. 248 

laOl. JuU 4. Halberstadt 2%. 

Jordan txm Husler fftbi dem KhsUr Waterler die SUUe der Burg, 
^der WaU^ genantU, 0U Husler und anderthalb IlofsteUen dasdbst, 

In DomiDe sancte et indmdae trinitatis amen. Ego lordanns dictas 
de Hnslere notnm esse volo omnibns presens scriptum intuentibns, quod 
ob spem eteme retributionis et pro remedio anime mee et parentum 
meornm et nxoris mee dominabns et eonventni in Waterlere dedi 
locnm qni dicitnr wal, in qno quondam sitnm erat castmm in predicta 
villa Hnsiere, et nnam aream et dimidiam ibidem proprialiter et per- 
petno possidendo (!). £t quia sigillnm per me non habni, et ne tamen 
quisqnam donationem meam in posterum infringere possit in predictis, 
presens eis seriptnm in testimoninra dedi honorabilis viri domini Sifndi 
dicti de Blanckenborch , Halberstadensis ecclesie decani, sigilli muni- 
njine roboratum. Huins rei testes snnt: dominns Gevehardus dictus de 
Querenvorde, oellerarins ibidem, etdominns Heinricus dietus deWoIden- 
berch canonicus, dominus Thidericus dictus de Hesnim et dominus 
Rodolfns dietos de Gatersleve, canonicns ibidem, et alii qnamplni*es 
fidedigni. 

Datnm Halberstat, anno domini MoCCC^'1'', in die sancti Olrici con* 
fessoris. 

Urschr. auf Perg. Skgel nicht mehr erhdlten. 



1301. Juli 25. Waterler. 27. 

Das Kloster Waterler verschreibt der Schwester Beriradis Nadhtgyr 
gegen 1 ^g Marh einen haiben Scheffd Kom und na^ ihrem Ab- 
leben der Bickele Nachtgyr zivei Mdsschen auf Ld)enszeit, 

Nos dei gratia lohannes preposituSy Sophia abbatissa totnmque colle- 
gium ancillarum Christi in Waterlere notum esse volumus universis 
presens scriptum intuentibns, qnod soror Bertradis Nachtgyris dedit nobis 
marcam et dimidiam tali conditione, qnod nos ei dimidinm modium 
siliginis dabimus ad tempora vite sue in festo sancti Martini antistitis 
singulis annis et post obitum eins cuidam Rickele Nachtgyris i duos mo- 
diolos siliginis ad tempora vite sue. £t hoc sigillo ecclesie nostre 
pnpplice protestamur. 

Datum Waterlere, anno domini M^CCC^P, in die sancti lacobi 
apostoli. 

Testes huins rei sunt: dominus Liborius plebanus de Herre, dominus 
lohannes sacerdos, capellanus noster, frater Fredericus et lohannes de 
Scowen, et alii quamplures. 

Urschr. auf Berg. Siegel nicht mehr vorhanden. 

1) Beidemdl nacht gyris. 

16* 



244 Clstercienserinnen- (Hefligenblni-) Eloster Waterler. 

1301. September 27. Halberstadt 38. 

Eertnann, Bischof van IMbershuU, gibi dem Kloster Waterler cUis 
Eigenthum von fimf Hufen m VeUheim. 

Hermannns dei gratia HaiberstadenBis ecclesie epiBcopns omnibns 
presens scriptnm intnentibas saintem in domino sempitemam. Quia 
omninm memoriam babere pocius est divinitatis quam humanitatis, 
necesse est, ut que ab hominibus fiunt, scriptnrarum testimonio per> 
hennentnr. Notum igitnr esse yolumus universis presentem litteram 
inspecturis, quod de unanimi consensu ac concordi voluntate capituli 
nostri ecclesie et conyentui sacri sanguinis Ihesu Gristi in Waterlere 
proprietatem qninque mansomm in viUa Veltim sitomm proprialiter 
dedimus et donamus cum omni iure et utilitate, videlicet in areis et 
silyis, graminibus et pratis pertinentibus ad mansos snpradictos per- 
petuo possidendo. Ne aliquis successomm nostroram predictam dona- 
tionem nostram yiolare yel infringere yaleat in posternm, presens eis 
scriptum in testimonium dedimus sigilli nostri ac sigilli ecclesie uostre 
munimine roboratum. Testes hnins rei sunt: dominus Onntheras de 
Mansveit, prepositus maioris ecclesie in Halberstat, et dominus Sifridns 
de Blanckenborch, decanus eiusdem ecclesie, et dominus Gleyehardus 
de Querenyorde, cellerarius predicte ecclesie, et dominus Heinricns de 
Woldenberch et dominus Fredericus de Plozeke et dominus Thidericus 
de Hesnim, canonici ecclesie memorate, et alii quamplures fidedigni. 

Datum Halberstat anno domini millesimo trecentesimo primo, in die 
sanctorum Cosme et Damiani. 

Siegd nieht mehr vorhanden, Von ausserJuiR) hat eine Hand dek 15. Jtthrh. 
hemerkt: super V mansos cum YII ftreis, IX iugera lignorum, XX swad graminum. 



1302. Jannar 20. Halberstadt 29. 

Hermann, Bischof von Halberstadt, uhergibt die dem Kloster 
8. Johannis vor Halberstadt gehorige der Kirche m Husler incor- 
porirte Pfarrkirche zu Waterler mit dem Kirchlehn dem Kloster 
daselbst, doch unter VorbehaU der zu der Kirche gdegten Hufe 
und der Abgdbe eines Ferdings Sitber jShrlich an das Johannis- 
hloster. 

Hermandus(!) dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus omnibus 
auditnris presentes litteras seu yisuris salutem in omnium salvatore. 
Ne ea que fiunt in tempore, ullam oblivionis calumpniam paciantnr, 
expedit ea scriptis antenticis ac testium subscriptionibus perhennari. 
Hinc est, quod presentibus publice protestamur, quod ecclesiam parro- 
chialem in Wateriere ecclesie in Huslere incorporatam ad ecclesiam 
sancti lohannis extra muros Halberstadenses una cum iure patronatus 
ac aliis iuribus universis iure proprietario nullo medio pertinentem de 



Nr. 29-81. a. 1802. 245 

oomenBQ prepositi ac capituli eiusdem, Toluntate quoque archidiaeoni 
necnoD rectorig predicte ecclesie accedente, in monaBteriani dominarum 
ordinis Cyfltertiensinm in Waterlere degentium pnre ac simpliciter 
transferimns propter deum, proviso tamen, nt a monasterio predicto 
archidiacono loci ferto nsnalis argenti pro synodalibus annis singnlis 
persolvatnr. Cetemm snpradictis dnximns annectendnm, ut ferto nsnalis 
argenti ecclesie sancti lohannis predicte ab eodem monasterio in signnm 
antiqne subiectionis in qnodam molendino ibidem sito annuatim per- 
cipienduB perpetuo assignetur et mansus, qui ecclesie in Wateriere 
attenebat (!), apad ecclesiam sancti lohannis sepedictam liber remaneat 
et solntas. In quorum omninm testimoninm sygillo nostro presentes 
litteras fecimns commnniri. Huius rei testes snnt: honorabilis vir 
Syffridus decanns ecclesie Halberstadensis, Heinricus plebanns eeclesie 
forensis, magister Bertoldus oificialis, canonici ecclesie sancte Marie 
Halberstadensis, et quamplnres aiii fidedigni. 

Datnm Halberstat, anno domini M''CCC^II*', in die Fabiani et 
Sebastianiy martimm beatomm. 

Mit fragmentariscJiem Siegd, — Von ausserhalb tst von einer Hdschr. dea 
15. Jh. bemerki: Ista incorporatio habetur adhuc semel in eadem fomia. 



1303. Januar 20. Halbentadt 30. 

Urkunde gleichm LihaUs wie die vorige. Dagegefh h^ssi es uber 
die Besiegelung: 

In quornm omnium testimoninm sigillo nostro presentes litteras 
necnon appensionibus sigillorum honorabilis^ viri . . prepositi ac sui 
conventus ecclesie sancti lohaonis predicte et honorabiiis viri Frederici 
de PlosselLe archidyaconi in Derdesem (!) voluimus^ commnniri. Zeugen 
toie oben, nur Henricus pl. eccl. for. und Magister Rartoldus. 

Datnm Halberstat anno domini M^^CCC"" secnndo, XII^ kalendas 
Febmarii. 

Die vier angehdngten Siegd 9ind nicht mehr vorhanden. 

l) Eine dritte Gestalt dieeer Urk. wm Khgter Waterler mi^^eeiegelt fur daa 
Johannisstift , findet sich in dessen Copialb. Bl. 115, Hier steht statt honorabilis 
his Toluimus: conventus snpradictarum doroioarum in Waterlere iussimus. 



1302. MSrz 11. Derenburg. 31. 

Heinrich, Graf zti Begenstein, gibt detn Kloster Waierler das 
Eigenihum mn anderthalb Hufen und einem halben Hofe eu 
Husler, die ihm seine VasaUen Johann und Lippold von Emers- 
leben aufgelassen haben. 

In nomine domini amen. Henricus comes in Keghensten omnibus 
in perpetuum. Ne ea que aguntur in tempore cum lapsu temporis a 
memoria hominum evanescant, expedit ea scripture testimonio sive 



246 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

inscriptione teBtium perhennari. Igitur tenore presencium recognoscimus 
ac fideliter protestamur, quod ad instanciam precum specialium militum 
nostrorum lohannis de Emersleve et Lyppoldi filii ipsius mansum cum 
dimidio situm in villa et campo Hfislere necnon dimidiam curiam ibi- 
dem sitam, de quibus a nobis prefati milites fuerant inpheudati ac 
nobis liberaliter resignaverunt, una cum proprietate et omnibus attinen- 
ciis tam invillaquam in campo monasterio sanctimonialium in Wateriere 
donavimus et contnlimns perpetuo et legitimo proprietatis tytulo possi- 
dendum, accedente consensu omnium heredum nostrorum legitimorum 
et omnium illorum, quorum voluntas et consensns ad hoc de iure fuerat 
requirendus, volentes ipsum monasterium de proprietate et donacione 
warandare, ubicunque se locus obtulerit et facultas et quando a nobis 
fuerit requisitum, mansi videlicet et dimidii iam dicti et dimidie curie 
prenarrate. Ut autem huiusmodi donatio a nobis stabilis et firma 
permaneat, presens scriptum sigilli nostri munimine roboratum eidem 
monasterio duximus concedendum. Testes huius donationis snnt: lo- 
hannes de lerksem, Henricus de Derneborch milites; Henricus de 
Bentzingerod et lohannes frater suus dictus Roverc, lohannes Kozze, 
Bertoldus Ulrici, lohannes de Myrica, Henricus de Harlingeberch, 
Daniel et lohannes fratres dicti Schat, Fridericus de Mordorp et 
Reynerus filius suus, Anno Kolgrove, Henricus de Severthusen, et alii 
quamplures famuli fidedigni. 

Datum et actum Derneborch, anno domini millesimo tricentesimo 
secundo, in dominica qua cantatur luvocavit. 

Mit fragiPientarischetn Sie^. Vgl Taf, VIII, Nr, 59, 



0. J. 1303-1320. 32. 

Wasmod, Abt zu Marienthal, nimmt Aebtissin und Oyiivmt eu 
Waterler in die Bi-uderschaft seines Klosters auf. 

Venerabili in Christo matri ac reverende domine . . abbatisse 
sancte Marie virginis in Waterlere frater Was^modus] abbas Vallis 
sancte Marie quelibet obsequia karitatis et orationum suffragium salu- 
tare. Exigente pie devotionis affectu, quem ad domum nostram specia- 
liter vestram pietatem habere cognovimus, peticionibus vestris per 
fratrem Denkerum monachum nostrum nobis oblatis benigno concur- 
rentes assensu, concedimus vobis simulqne omni congregacioni vestre 
plenam fraternitatem et participinm omnium bonomm, que fiunt necnon 
de cetero fient in dorao nostra in vita pariter et in morte. Ita vestris 
bonis operibus participes fieri mereamur. 

Urschr. Perg, Das grune apitzavale Wachssiegel ist zerbrochen. Es zeiqt den 

stehenden Abt und von der Utnschrift noch: t DE . VALLE . S ■ M .. lE. 

Abt Wastnod bis 1320, 



Nr. 32—34. a. 1303. 1804. 347 

1303. April 31. 33. 

Ulrich, Graf zu Regetistein, gibt dem Kloster WaterUr das Eigeii- 
thum voth funf Morgeth und eitieni Uofe zu Waterler. 

No8 Olricus dei gratia comes de Regenstein omnibas anditaris sca 
risaris cupimas esse notam, qaod claustro sanctimonialinm in Waterlere 
dedimus proprietatem quinque ingerum ac curie sitoram in campo 
dicte ville cam omni iure, qaod nos hactenns habuimas in eisdem, 
cum consensu omnium illorum, quoram consensas et rolantas ad hoc 
de iure fuerat requirendas. Ut aatem nalli in posternm sit dabiam, 
ideo donationem nostram com appensione nostri sigilli roboramns. 
Testes huius sunt: dominus Conradns miles dictns de Demeborgh, 
Thidericns dictas de Dingelstede, lordanns de Uttesleve, famuli, et 
plnres alii fidedigni. 

Datom anno domini MoGGC''!!!'', in dominica qua cantatar Miseri- 
cordia domini. 

CopidB). Bl 4\ 

1304. Februar 1. 34. 

Die Geschwister von der Asseburg verkaufen dem Kloster Waterler 
eine Hufe dasdbst. 

Nos Borchardns dictus Longns, Borchardus dictns Sinister de 
Asseborch fratres recognoscimus coram nniversis Ghristi fidelibus publice 
protestantes, quod de consensu Borchardi senioris militis necnon Bor- 
chardi dicti Leme de Asseborch et Borchardi canonici in Halberstat, 
fratrum nostrorumy ac sororis nostre, relicte domini Conradi de Wer- 
berchy filiomm ac filiarum nostrarum heredumque omnium nostrorum 
necnon omnium eorum, quorum consensus ad hoc de iure vel de con- 
swetudine fuerat requirendus, vendidimus . . abbatisse et conventui in 
Waterleren unum mansum situm in campis ville eiusdem pro pecunia 
nobis integralitcr persoluta; quem mansum conventui et ecclesie pre- 
dictis dimisimus et presentibus dimittimus* cum proprietate et cum 
omnibus utilitatibus presentibus et futuris et cum omnibus ad eundem 
roansum pertinentibus tam in villa qnam in campis, renunctiantes omni 
iuri, quod nobis in hoc manso competere possit vel in posterum com- 
petisset, nichil nobis in eodem manso et in omnibus sibi adherentibus 
et nostris heredibus iuris aliquod reservantes, volentes conventni et 
ecclesie prenotate de hiis^ bonis sufficientem prestare warandiam, 
quando et quociens a nobis fuerit seu a nostris heredibns requisitum. 
In cuios facti evidentiam presens scriptum dedimus sigilli presentis, 
videlicet Borchardi Longi, appensione roboratum. £t quia nos Bor- 
chardus Synister prenominatus sigillum non habemus, igitur sigillo 
Borchardi Longi, fratris nostri, presentibus usi sumus. Testes huius^ 
fiacti sant: Albertus de Gowisce, Gonrados et Hinricus de Demeborch, 



248 Cistercienseriiinen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

niilites; Albertus [et CoDradus de Werre fratres, Wolterus Spyring, 
famuli, et alii viri fidedigni. 

Datnm et aetam anno domini M^CCG^ qnarto, dominica ante festum 
[puri]ficaeioni8 sancte Marie virginis. 

Siegel nicht niehr vorhanden. Durch da^ Abreissen desselben ist die Urk. etwaa 
bescJhddigt. 

1) Hdschr.: hi9. 

1304. September 25. Helmburg. 85. 

Ulrich, Graf zu Eegetistein, gibt auf Bilten des BiUers Kmirad 
von Derenburg der Kirche eu Waterler das Mgenthum von andert- 
haJb Hufen. 

Nos Olricus dei gratia comes in Reghensten reognoscimns et tenore 
presentium publice protestamur, qnod propter deum et propter petitiones 
doniini Conradi militis de Derneborg dedimus ecclesie in Waterlere 
unius mansi et dimidii proprietatem cum omni iure, quo nos bactenas 
ipsam possedimus pacifice et quiete, plane nunc in hiis scriptis renunc- 
ciantes omni iuri, quod nobis aut nostris heredibus in bonis supradictiB 
hactenus competere videbatur, volentes eciam dictam ecclesiam pro 
nobis et pro nostris heredibus, si necesse fuerit, warandare. Ut igitur 
hec nostra donatio rata et inconwulsa permaneat, presens scriptum 
exinde confectum nostri sigilli munimine duximus roborandum. Testes 
vero huius nostre donationis sunt: Thiodericus dictus Gigas de Blan- 
kenborg, Conradus et Hinricus fratres dicti de Demeborg, milites; 
Brunigus notarius, Thiodericus^ de Digelstede, Otto de Hakeborne, 
famuli, et quamplures alii fidedigni. 

Datum et actum Heymborg, anno domini M^GCC^ quarto, feria 
sexta ante festum sancti Michaelis. 

Von dem aeJben Wachssiegel ist noch ein kleines Bruchstuck varhanden, warau8 
eu sehen ist, aass das Siegelfeld mit Sternchen oder Kreuzchen in gerade stehendem 
Gitterwerk damascirt war, vgL zu Nr. 42. 

1) Urk.: ThioderibS. 

1304. OctoberlG. Ermsleben. 36. 

Otto imd Volrad, Grafen m Falkefistein, gdmh dem Khster 
Waierler eine haJbe Hufe und eine HofsteUe zu Odorp. 

Otto et Volradus dei gratia comites in Valkensten omnibus in 
perpetnum. Ne ea, que perpetue noticie debent tytulis refalgere, uUam 
oblivionis caliginem paciantur, expedit, ea scriptararum testimoniis 
illustrari. Noverint igitur universi presentem paginam inspecturi, 
quod nos accedente consensu omnium heredum nostrorum dona- 
vimus et per presentes donamns venerabili domine . . abbatisse et 
conventui ecdesie sanctimonialiam in Waterlere dimidium mansum et 



Nr. 85->38. a. 1804. 249 

UDam aream in campo et in villa Odorp pum omni iore et utilitate 
eomm iasto proprietatis ty tulo nomine ecclesie sue perpetuo possidendos, 
mittentes predictam dominam abbatissam et conventum sunm in posses- 
sionem bonorum predictorum. Huius rei testes sunt: bonorabilis vir 
dilectus frater noster dominus Henricus prepositus ecclesie sancte Marie 
HalberBtadensis; Conradus de Eylesleve, Conradus et Henricus de 
Demeburch, milites, et alii quamplures fidedigni. In cuius etiam rei 
testimonium presentes litteras sigillorum nostrorum munimine fecimus 
roborari. 

Actum et datum Enegremesleve, anno domini millesimo trecentesimo 
qnarto, in die beati Galli. 

Die Siegd simd mcht md^ vorhandefi. 



1304. November 1. Langeln. 37. 

Ber Provinzidl des Deutschm Ordens in Sachsen verkauft dem 
Pfarrer ssu S. Stephan in Goslar und dem Khster Waterler eitve 
Uufe und eine Miihle dasdbst, 

Qnia tempora mobilia sunt, debent gesta tempomm scripturarum 
testimoniis roborari, ne temporis post lapsum valeant ventis ignorancie 
deportari. Mos frater Walter de Amestein, provincialis Saxonie, 
nniversis hanc paginam visuris seu andituris volumus esse nndum(!), 
nos dei gratia magistri nostri generalis voluntate necnon de habnndanti 
fratmm nostromm consilio et consensn domino lohanni plebano sancti 
Stephani in Gosler necnon regularibus dominabus in Waterleren 
commorantibus unum mansnm cum uno molendino in eiusdem ville 
campo Waterleren situm recte ac rationabiliter perpetuo vendidisse 
cum omni quo nos iure hunc habuimns libere possidendum. In cuius 
rei sufficiens testimonium hanc litteram sigillo nostro et sigillo domus 
Langele firmiter communimus. Huius rei testes sunt: frater Bor. ^ de 
Dreinleve, commendator in Langele, A^ater Jan de Goriz, commendator 
in Luckenem, frater Araoldus, commendator in Bflrowe, frater Conradus 
de Quedelingeborch , commendator in Gosler; lohannes de Barem, 
lohannes de Dometen, Ro[moId] Romoldi, cives ibidem, et alii fidedigni. 

Datum Langele, anno domini M^^CCC^^IUI'', kalendis Novenbris. 

Die anhdngendm Siegel beschddigt; vgh Taf. I, Nr. 1 w. 4. 

\) Es steht h\ tpobei woM zundchst an ber. und Bertoldus zu denken tcdre. 
Da aber — allerdings nach einem GopiaUmche — eine Urk. bei Biedel ccd. d. 
Brand. I, 22. S. 440 rom 18. Nov. 1304 Bor. de Dreinleve hat und die oben S. 29 f., 
Nr. 40 mitgetheilte Zeugenreihe Burchardus de Dreynleve, so durfte Borchardus zu 
ergdnzen sein. 

1304. 38. 

Anno 1304 bezeugt Sophia (AMissinJ in Waterlehr, das das closter 
Drubig in heiligkeit inen gleich. 
Vgl Drifbechsr Urkdb. S. 239. 



250 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

laOo. Februar 1. • 39. 

Magareta AMissin und das Kloster Drilbeck theilen dem HeiHgen- 
blutkloster zu Waterler (. . abbatisse . . priorisse totique conventui 
claastralium sanguinis Cbristi Ihesu in Lere) ihre Brudersch(»ft 
und die Gemeinschaft ihrer guten Werhe mit. 

Datum anno domini M^CGG^Y^, in vigilia purificationis sancte Marie. 

Vgl, Drtibecker Urkundenbuch Nr. 47, 



1305. MSrz 20. Langeiisteln. 40. 

Albrecht, Bischof von Halberstadt, ertheilt denei^i, wekhe das Kloster 
Waterler besuchen oder beschenken, einen dOtdgigen Ablass und 
bestdtigt als Diocesan sdmmtliche von athdem Erisbischdfen und 
Bischofen demselben bereits geschenkten Abldsse^ die sich schon auf 
15 Jahre utid 21 Karenen summiren. 

Albertus, dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus, universis 
Ghristi fidelibus presentia visuris vel audituris salutem in eo, qui est 
omnium vera salos. Quoniam, ut ait apostolus, omnes stabimus ante 
tribunal Ghristi, reddituri de singulis rationem, prout in corpore gessimuSy 
sive bonum fuerit sive nialumy oportet nos diem messionis extreme 
misericordie operibns prevenire ac in terris seminare, quod cum fructn 
multiplici reddente domino in celis recolligere valeamus. Igitur ob 
reverentiam corporis et sanguinis dominici, quod in Waterlere, nostre 
dyocesis cenobio, ubi die noctnque sanctimoniales domino famnlantur, 
liiit miraculose volente domino aliquotiens transmutatnm, cupientes 
locum eundem favore et gratia prosequi speciali, omnibus vere peni- 
tentibus et confessis, qui illic(!) causa devotionis accesserint suasque 
manus dicto cenobio modo quocumque porrexerint adiutrices, hiis etiam, 
qui suas miserint elemosinas aut qnicquam mitti curaverint ant fuerint 
elargiti, nos de omnipotentis dei clementia et beatorum Petri et Pauli, 
apostolorum eius, et beati Stephani prothomartiris meritis ac nostra a 
deo nobis auctoritate data confisi, quadraginta dies et unam karenam 
de iniunctis ipsis penitentiis misericorditer in domino relaxamus, gratas 
insuper et ratas habentes indulgentias, qnamm summa se extendit ad 
annos quindecim et viginti karenas et unam, a venerabilibus patribns 
archiepiscopis et episcopis ecclesie beati lacobi dicti cenobii concessas 
presentibus confirmamus, protestantes nichilominus, litteras eorundem 
archiepiscoporum et episcoporum dictas indulgentias continentes, non 
vitiatasy non lesas, immo sub stilo, forma et tenore debitis nos vidisse. 
In quorum testimonium sigillum nostrnm appendi iussimus huicscripto. 

Datum Langensten, anno domini M^^GGC^^V^, XIII'' kalendas Aprilis, 
pontificatus nostri anno secnndo. 

Ursch. auf Perg. Siegd briHihstuckweise erhaUen, 



Nr. S9- 42. a. 1305. 1306. 251 

im. MSrz 7. Halberstadt 41. 

Gertrud von Hessen, Stiftafrau eu Quedlinburg, verkauft de»^ 
Klaster Waierler fur 36 Marh Silbers ewei Hufeu eu Itanislebefi, 

In nomine domini amen. Gertnidis dei gratia nobilis de Uesnem, 
canoniea ecclesie in Qaedelingbnrch, omnibns in perpetnum . . || Ne ea, 
que perpetue noticie debent titnlis refulgere, ullam oblivionis caliginem 
paciantur, expedit ea scripturarum testimoniis illustrari. Noverint igitnr 
nniversi presentem paginam inspectnri, quod nos una cum predilectis 
sororibus nostris, videlicet Luckarde et Mechtilde, sanctimonialibus 
in Henige, et patraele nostro, videlicet Volrado canonico Ualberstadensi, 
receptis triginta et sex marcis puri argenti a venerabili domina Sophia 
priorissa, et a domino Bartoldo preposito ecclesie sanctimonialium in 
Waterlere, vendidimus et donavimns ac per presentes donamus ipsi 
ecclesie in Waterlere duos mansos sitos in Romensleve cum omnibus 
suis pertinenciis et fructibns iusto proprietatis titulo perpetuo possi- 
dendos. Huius rei testes sunt: honorabiles viri domini Fredericus 
maioris et Fredericus sancte Marie Halberstadensis ecclesiarum decani, 
Heydenricus thesaurarius, magister Bartoldus de Wemingerode, ipsius 
ecclesie sancte Marie canonici; lohannes de Iloyem, Conradns de 
£yle8leve, Gonradus et Henricus fratres de Demeburch, milites, et alii 
derioi ac layci fide digni. In cuius eciam rei testimonium presentes 
litteras sigillis honorabilium viromm dominorum lohannis de Drenleve 
et predicti Volradi patrnelis nostri, canonicorum ecclesie Halberstaden- 
sis, ac nostro fecimus roborari. £t nos lohannes et Volradus canonici 
snpradicti ad preces et voluntatem memorate domine Gertrudis de 
Hesnem sigilla nostra presentibus duximus apponenda. . 

Actum et datum Halberstat, anno domini M"CCC<^ sexto, feria se- 
cnnda post dominicam qua cantatur Oculi mei semper. 

Die 3 Siegd sind bruclistuckweise erhalten, das Jofianns v. Dreileben und der 

Gertrud mit Aehenden Heiligenfiguren parabolisch, daa Voirads (S* WL ) rund, 

gam ohne geistiichen Charakter zwei umgerechte Balken im atehenden dreieckigen 
Schilde (EcUer v. Hessen), Vgl laf. IV, Nr. 29 und 30. 



«^* 



1306. MSrz 9. Halberstadt. 42. 

Heinrich und Ulrich, Grafen m Begensteiny Ubereigneii dem 
Kloster Waterler das Eigenthum von zwei Hufen m Bomsleben, 
die das Kloster von Gertrud von Hessen erkauft hat. 

In nomine domini amen. Uenricus et Olricus, dei gratia comites 
de Regensten, omnibus in perperpetunm. || Noverint universi presentem 
paginam inspecturi, quod nobilis domina Gertrudis de Hesnem, canonica 
ecclesie Quedelingburgensis, coram nobis constituta accedente conseubu 
sororamsuamm, videlicet Lnckardis et Methtildis(!), sanctimonialium in 
Henige, necnon domini Wolradi de Hesnem, canonici ecclesie Halber- 



252 Cistercienserinnen- (Heiligenblnt-) Klofiter Waterler. 

gtadensis, et heredum suorum dimisit et donavit domine . . prioriBse, 
preposito et conventni ecclesie sanctimonialiam in Waterlere daos 
mansos sitos in Romensieve cam omni atilitate et iare, quod in ipsia 
habebat, liberaliter et perpetuo iosto proprietatis tytalo possidendos. 
Nos vero propter deam et in sabsidiam predicte ecclesie in Waterlere 
haic rationabUi et pie donationi consencientes ipsam donacionem banno 
regio per presentes litteras daximas confirmandam. In coius rei testi. 
moniam ipsas litteras nostras sigillis nostris fecimas roborari. 

Aetam et datam Halberstad, anno domini millesimo GGG'' sexto, 
feria qaarta ante dominicam Letare. 

Urachr. m. beschddigten Siegdn, das Graf Heinriehs nur am Bande. Da$ S. 
Gr. Heinrichs s. Taf. VlII, Nr, 59; das Siyd Gr. Ulrichs, aonst dhnUch farmirt, 
zeigt achdnere Bdnderung und den Herzschild in einem mit Stemchen in gerade- 
stehender Gitterung besaeten Siegdfdde (vgl, zu Nr. 35). 



1306. MSrz 8. Heinlngen. 43. 

Das Kloster Heiningen wiUigt in den obigen Vetkauf der beiden 
Hufen zu Bamsleben. 

Nos miseracione divina || Adelheydis priorissa et lohannes prepo- 
sitas ecclesie sanctimonialiam in Heninge aniversis Ghristi fidelibas 
capimus csse notam, quod Luckardis et Mechtildis de Hesnem, sancti- 
moniales ecclesie nostre predicte, vendicionem et donacionem duorum 
mansorum sitorum in Romensleve cum omnibus suis pertinenciis per 
Gertrudem canonicam in Quedelingburch sororem ipsarum &ctam do- 
mine Sophie abbatisse et Bartoldo preposito ac conventui sanctimonia- 
lium in Waterlere ratum et gratum habentes volunt et debent inviola- 
biliter observare. Et nos ad preces ipsarum una cum ipsis proprie- 
tatem ipsorum mansorum donavimus et per presentes donamus supra- 
dicte ecclesie in Waterlere perpetuo possidendam. In cuius rei testi- 
monium presentes litteras sigillo ecclesie nostre fecimus roborari. 

Actum et datum Henige, anno domini millesimo GGG^ sexto, feria 
tercia ante dominicam Letare. 

Urschr. a. Ferg. Von dem ConvenUsiegel , das in nicht schoner Ausfahrung 
die BrustbHder der ■ beiden KlosterheUigen unter einem friihgothischen Baidachin 
zeigt, ist nwr ein Bruchstuck erhalten. 



1306. April 35. 44. 

Das Khster Waterler sichert die I/inkiinfte zweier von Konrad 
V. Boden erkaufter Ilufen zu Bonisleben diesem und sdner Frau 
auf Lebenszeit; nach beider Ableben soUen sie zur Kleidung und 
zu einer Bier-, Semmd- und Gddspende im Kloster verwendet 
werden. 
Nos lohannes dei gratia prepositus, Sophia abbatissa totasqae 
conventus monasterii in Waterlere universis Christi fidelibus aaditoris 



Nr. 43—45. a. 1306. 



253 



presentia sen visaris capimas esse notamy qaod Conradas de Rodhen, 
bariensis Osterwic, daos mansos in campo Romesleve sitos eeclesie 
nostre pro saoram remissione peccaminum comparavit proprietatis titalo 
perpetao possidendos, qaoram proventas ipse et domina Mechtildis 
oxor saa vel alter ipsoram , qai post mortem alterias snperstes faerit, 
qaamdia vixerint, in integrum recipiant annuatim. Postqnam vero 
uterqae migraverit ab hac luce, Elizabeth filia quondam fratiis eius, 
soror nostra, medietatem eorandem reddittiam pro sais indigentiis 
relevandis annis singulis ad vite sue tempora sortietnr, eadem medietate 
post obitum eius ad officium nostre camerarie deputanda, unde singa- 
larum dominarum in vestitu supplebit inopias et defectus. De medietate 
vero reiiqna cupa Werningerodensis cerevisie conventui nostro in 
crastino undecim milium Virginum et una simila cuilibet persone, 
proat de duabus maldratis tritici pistari poterunt, ministrabitur annua- 
tim; qne consolatio panum et cerevisie ad seras claustri deferetur per 
manns dominarum sanctimonialium dispensanda. Et quicquid de ipsa 
medietate adhuc residuum fuerit, in denarios convertetur, de quibus 
dominns prepositus I solidum, domina abbatissa solidum et quilibet 
capellanus sex denarios accipient, et reliqui dominabus claustralibus 
equaiiter dividentur, prout denariorum numerus se exstendit. Prefato 
qaoqae die memorati Gonradi, Henrici et lohaunis, fratrum suorum, 
necnon uxorum eorum et parentum diem anniversarium in vigiliis et 
in missa iugiter ac fideliter peragemus. Huius rei testes snnt: Bar- 
chardus de Berwinkel, Henricus prefectus necnon universitas consulum 
Osterwic civitatis, videlicet Bemardus de Werre, Burchardus de By- 
wende, Henricus de Ponte, lohannes retro Macelia, lordanns de Scowen, 
Bemardus de Osterrod, Henricus Faber, Theodericus de Stoterling, 
Ludolfas Eggehardi, Henricus Rese, Conradus \^enlig, quorum et 
ecclesie nostre sigilla pro veritatis evidentia presentibus sunt appensa. 
Datum anno domini M<>CCC^VI<*, in die beati Marci ewangeliste. 

Urschr. mit fragmentar. erhaUenen Siegeln; das CowventmegeL von Waterler 8. 
Taf. U, Nr. 21, das Siegd von Osterwiek Taf. VIII^ Nr. 54 zum Stotterlingenburger 
Urku/ndenbuch. 



1306. Jull 10. Halberstadt. 45. 

AlbrecM;, Bischof von Halberstadt, gibt filr 20 Marh Silbers dem 
Kloster Waterler das Eigenthum der von den Gebriidem vm 
Gowisch erkauften, von ihm zu Lehn riihrenden vier Uufen und 
einem Uofe m Waterler. 

In nomine sancte et individue trinitatis || Albertus dei gracia Hal- 
berstadensis ecclesie episcopus omnibus in perpetaam. Ne ea qae fiunt 
in tempore, ab hominum memoriis recidant seu labantur, moris est, 
ipsa solere testium et scripturarum fulcimine roborari. Eapropter ad 
universoram devenire noticiam cupientes, presentibus recognoscimus et 
pablice protestamur, quod, cum in Christo devote et filie dilecte . . 



254 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

abbatissa, . . priorissa totasqae conventaB ancillaram Ghristi monasterii 
in Waterlere, CystercienBis ordinis, nostre dyoceBis, a viris Btreonais 
Bertoldo videlicet et Alberto fratribas dictis de Gowis qaataor mansos 
in campis Waterlere sitos et anam cariam in eadem villa, qaosqaidam 
mansoB et cariam iidem fmtres a nobis bcu nostra ecclesia in pheodo 
tenaerant, emptionis titalo comparassent, nos totias nostri capituli 
reqaisito et habito consensa, receptis etiam viginti marcis pari argenti, 
qaas profitemar in asas nostre ecclesie fore versas, eisdem abbatisse, 
priorisse, conventai sea monasterio predictornm qaataor mansornm et 
ipsias carie proprietatem attribaimas et donavimns, immo et ex nunc 
appropriamus presentibus et donamus, transferentes in ipsum monasterium 
proprietatem eandem cum omnibus suis iaribus ac attinentiis ab ipsis 
abbatissa, priorissa et conventn omni remota contradictione liberaliter 
perpetuo possidendam, renunciantes nichilominus expresse omni actioni 
et iuri, si que et quid nobis, nostre ecclesie seu capitulo in sepedictis 
mansis et curia posset modo qnocanque competere in futurnm. Testes 
huius rei sunt: Fridericus decanus, lohannes portarias(I), Wemeras de 
Scherembeke, Hinricus de Anehalt, prepositns ecclesie sancti Bonifatii, 
Ghevehardus de Wemigherode, Hinricas8Colasticas,WIradtts deHesnem, 
Fridericus de Botensten, lohannes Gotghemakede, Bartoldns de Kranec- 
velt, Weraerus de Wanzlebe, camerarius, Burchardns de Yalkensten, 
Bnrchardus de Zeghenberghe , Burchardus de Moringhen, magister lo- 
hannesFelix, thesaurarius, Thidericus de Vrekeleve, Heydenricus Aries 
et Albertus de Tundersleve, nostre ecclesie canonici, et alii qnamplures 
clerici et laici fidedigni. Et ut huiusmodi donatio nostra rationabilis 
robnr optineat perpetue firmitatis, presentem litteram inde conscriptam 
nostri et capitnli nostri sigillornm appensionibus fecimus communiri. 

Datnm Halberstat, anno domini M^^CCC^VP, ydus lulii, pontificatus 
nostri anno tertio. 

Urschr. mit bescJiddigtem bischdflichen tMd dem grossen schon ausgeprdgten 
Siegd des DomcapiteU (der kniende S. StepJian mit der' Siegesfahne). 



1307. MSrz 7. 46. 

Die Gebruder von Oowische entsagen alletn Anrecht auf vier Hufen 
gu Waterler 'und lassen sie zu Gunsten des dortigen Klosters detn 
Bischof von Halberstadt auf^ 

Nos Bartholdus, Albertus et Volgmarus fratres famuli, filii domini 
Hermanni militis dicti de Gowische, omnibus presens scriptum intuen- 
tibus cupimus fore notum, quod nos communi consensu et bona volun- 
tate omninm heredum nostroram et omnium, quorum consensns ad hoc 
de iure vel de consuetudine fnerat reqalrendus, dimisimns Sopbie 
abbatisse et conventui monasterii in Waterlere quatuor mansos sitos 
in campis ville eiusdem cum oranibus pertinentiis et iure, quo nos 
ipsos habuimus, perpetue libere et qniete et pacifice possidendos, nnde 
renunciando omni iuri, quod in dictis quatuor mansis hucusque habuimus 



Nr. 46—48. a. 1307. 255 

a domino HalbeTBtadensi episcopo, eidem domino episeopo presentibQS 
resignamas manBos qnatnor prenarratos. In cainB rei tentimoniam 
sigillam nostram, qoo ad presentes siugnli atimar et aniverfti, preflen- 
tibos est appensam. 

Datam anno domini M^OCOVI^, feria tertia post dominicam Letare. 

CopiaJb. Bl. 4\ 

1307. JuU 23. 47. 

Die OAruder vcn Gomsche hekunden^ dass Ileinrich Albers Sohne 
m Waterler dem dortigen Kloster einen dabei gdegenen Hof filr 
6MarJc verkaufl und ihnen aufgelassen haben. SietcoUen dmsclben 
so lange fur das Kloster innebehalten, bis dieses das Eigenihum 
des Hofes von dem haheren Lehnsherm an sich gebracht habe. 

Nos Albertns et Hermannag fratres milites de Oowisce dicti recog- 
noscimas per presentes, qaod Albertas, Hinricas, Gevehardas fratres, 
filii Hinrici Alberi, cives in Waterlere, vendidernnt de nostro consensn 
conventai in Waterieren sanctimonialiam cariam saam, qafim a nobis 
fendaliter babaerant, qaam eciam ad manns nostras liberaliter resig- 
narant, cariam inqaam sitam in villa Waterleren apnd claastram 
monialinm iam dictaram, pro sex marcis asaalis argenti fiimalis pre- 
dictis iam integraliter persolatis. Promittimas nicbilominns, qnod 
eandem cnriam tenebimns ecclesie et conventai predictis, qaoasque 
ipse domine possint proprietatem einsdem carie commode optinere. 
Si eciam nos, antequam cedere domine proprietatem optinerent, mori 
contigeret, nostri heredes eandem cariam tenere deberent ad bonnm 
conventas et ecclesie, qaoasqae ipse de proprietate fecerint sicnt volant. 
Qnando eciam eedem domine proprietatem illias carie optinere potuerint, 
extanc nos et nostri heredes resignabimns cariam sepedictam. In caias 
rei evidenciam sigillam nostrum huic littere daximus apponendam. 

Datum anno domini M^GGC^^VU^ die dominica proxima ante 
festum sancti lacobi apostoli. 

Mit dem Siegd AJbrechts v. Gotoische, rund, gelehnter behelmter SchHd, 8. 
Tafet XI, Nr. 76. 

1807. Auguste. Schlanstedt. 48« 

Heinrich, Oraf m Regefistein, bekennt, dass Bartold Grafhorst 
von Schauen und der Pfarrer zu Schlanstedt dem Kloster Waterler 
eine hoJbe Hufe eu Lindede unter der Bedingung geschenkt haben, 
dass eivei bestimnvte Klosterjungfrauen die Einkunfte davon als 
Leibrente bessiehen soUen. 

Nos Hinricus dei gratia comes in Regensten omnibus in perpe- 
toam. Ne ea^ que fiunt cnm tempore, cum processn temporis elabantur; 
solent lingwa testium et scripture memoria perbennari. I^oinde 



256 Cistercieaserinneii- (HeiligenUai-) EloHter Wateiier. 

recognosciinafl tenore presentimn pablice protestantes, quod Bartoldas 
de ^wen fratri sao Bartoldo dicto Graf borst contolit coram nobis in 
vera firmitatiB amicicia dimidiam mansam in Lindedbe sitam cnm 
omni proprietate, at ipsam tenaerat et qaiete possederat, atqae iare. 
Yerom dominas Daniel, plebanas in Slanstede, medietatem eiosdem 
dimidii manBi a prefato Bartoldo dicto Grafborst emptionis tytnlo 
comparavit. Uterqae vero pia motas volantate similiter et semel eundem 
dimidiam mansam cam omni iare et proprietate et libertate eccleaie 
sanctimonialiam in Waterlere propter deam et in remissionem saornm 
peccaminam contalerunt tali enim^ conditione, qaod dne deo dicate 
virgines in predicto collegio sanctimonialium commorantes, lobanna 
videlicet de Yogelstorp et Bertradis de Slanstede, sepedicti dimidii 
mansi plenarie nsus tollant Una eciam ipsarum volente domino de- 
functa, altera indifferenter capiat usus temporibus sue vite. Cnm autem 
utraque ab bac vita descesserit, ipse dimidias mansns cum omnibns 
usibus suis transiet ad utilitatem sanctimonialium predictarum. Et ne 
buic ordinationi in posterum aliqua possit calumpnia suboriri, presentem 
litteram inde confectam sigilli nostri munimine fecimus roborari. Testes 
buius rei siTnt: dominus lohannes dapifer, lobannes de lerksem, Ludolins 
de Wlferstede, milites; item Albertns Speculum, Ludolfiis de lerksym, 
Bruno de Gustede» et plures alii fidedigni. 

Datum SlanstedCy in die Syxti pape et martiris, anno domini 
M^CCC^ septimo. 

Siegd nicht mehr vorhanden, 

1) m. 

1309. Aprll 26. 49. 

Albrecht, Bischof von Hdlberstadty bestdHgt die van Kmrad van 
den Eoden unter VorbehaU lebensldnglicher Nutetmg fiir sich und 
seine Tockter und der Bestimmung iiber die spdtere Verwendung 
geschehene Schenkung von zwei Hufen in BomsM)en. 

Nos Albertas dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopus presenti- 
bus recognoscimus publice protestantes, quod Conradus dictus von den 
Rodben pro remedio anime sue ac uxoris sue dedit et appropriatos 
comparavit duos mansos sitos in campo ville Romesleve cenobio sancti- 
monialium in Waterlere tali forma, quod post obitum utriusque filia sua 
quamdiu vixerit dimidietatem ^ proventuum de mansis percipiet memo- 
ratis. Insuper dispensabitur a cameraria ibidem, sicut voluntas ipsius 
Conradi in aliis litteris ab ipso claustro sibi datis expressius manifesta (!). 
Nos igitur auctoritate nostra qua fungimur buiusmodi donacionem ac 
voluntatem presentibus in doniino confirmamus, prohibentes sub ana- 
tbematis comminacione, ne ipsas aliquis prepositorum seu provisorum 
presumat in posterum irritare. Ad roborandum vero presens scriptum 
sigillum nostrum appendimus evidenter. Testes buius rei sunt: dominus 
Burchardus, nostre ecclesie prepositus, dominns lobannes de Dreynleve, 



Nr. 49—51. a. 1309. 257 

dominns Weraeras de Wanzleve, dominns magister Felix, et plares alii 
fidedigni. 

Datam anno domini M^^CGC^^IXo, in erastino sancti Marci 
ewangeliste. 

IJrsckr. Wern. Siegd nicht m^r fx>rhanden. Von ausserh. ran emer Ildschr, 
d, 15. Jh.: RomsleTe. 

l) St. dimietatein. 

1309. Junl 16. Waterler. 50. 

Das Kloster Waterler bekennt, dass den Klosterjungfrauen Johanna 
von Vogdsdorf und Bertradis von SchUmstedt die Einkiinfte einer 
von ihnen eum Kloster erkauften hdlhen Hufe zu Linden auf 
LebenszeU verschrieben sind. 

Nos dei gratia Sophia abbatissa, lohannes prepositus totusqne 
conTentns monasterii in Waterlere omnibus has litteras visuris seu 
andituris volumus esse notum, quod lohanna de Vogelstorp et Bertradis 
de Slanstede in nostro monasterio existentes monache fructus dimidii 
mansi in campis ville dicte Linden siti de nostra voluntate et licencia 
recipient vite sue temporibus possidendos. Una quoque istarum de huius 
vite medio sublata altera pro vita sua eosdem fructus recipiet non 
minntos; ambabus vero volente domino defunctis idem dimidius mansus 
ad communes usns deveniet dominarum. Hec itaque pro voluntate 
parentum predictarum puellarum grata et rata habentes, nam ipsum 
dimidium mansum nostro monasterio modo quo prediximns compararunt. 
In cuins rei testimonium sigilla nostra presentibus sunt appensa. 

Datum apud nos Waterlere, in crastino beati Viti martiris, anno 
domini M<»CCC° nono. 

Urschr. Wern. Von detn Conrentssiegel (vgl. Taf. II, Nr. 21) ist ein grosserer 
Theil, von dem zweiten nur ein kleines BruchstOck erhalten, Auf der Biickseite 
der Urkunde ist von anderer, dodi u/ngefiihr gleichzeitiger Hatid bemerkt: Hiis 
scriptls adiungimuB, quod maxime ncce-^se est, ut reditus dicti dimidii mansi prelato 
nostri daustri j^resententur^ cum licencia eiusdem secundum regulam sancti patris 
nostri Benodicti notorie in usus debitos et licitos expendantur. — Hdsdir. des 
15. Jh,: Lindem. 



1309. September 20. 51. 

Die Sdlfnann&n des Stiftsherm Reinhard v. Stein zu Goslar gdyen 
dem Kloster Waterler eine voUstdndige Bihel zuriicky tvelche der 
genannte Stiftsheir einst vom Kloster gekauft hatte, sichem ciber 
den Schatz vor einer zukiinftigm Wiederverdussenmg und erlassen 
deni Kloster vier Mark, 

Nos frater lohannes miseracione divina gardianus domus ordinis 
itatrum minorum in Goslaria, frater lohannes dictus Hircus, ordinis 
Cistertiensis, Guneelinus vicarius ecclesie sanctorum apostolorum Sy- 
monis et lude in Goslaria, Ghiso dictus de Lapide miles, testamentarii 

GMcUchtKi. d. Pr. Sacbwn XV. 1 7 



258 Cistorcienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

et dispensatores reram mobiliam et immobiliam domini Reynardi dicti 
de Lapide, canonici predicte Goslariensis ecclesie, felicis recordationis, 
recognoscimas pnblice nniversis Cbristi iidelibas litteram per presentem, 
quod nos totam bibliam conscriptam et in quatnor partes divisam per- 
tinentem olim ecclesie in Waterlere, quam idem dominus Reynardus sibi 
ab eadem ecclesia pro sedecim marcis puri argenti comparavit) absqne 
ulla pecunia restituimus et contulimus eidem ecclesie in Waterlere, et 
relaxamus ei debita, que se ad quatuor marcas puri argenti extendebant, 
ob honorem et reverenciam omnipotentis dei et sancte virginis Marie 
et ob firmam spem eterne retribucionis anime eiusdem Reynardi et ani- 
mabus nostris. Predicta autem ecclesia in Waterlere nullam omnino 
de cetero habebit proprietatem librorum predictorum nec habebit facul- 
tatem eos vendendi vel impignorandi vel aliquo modo alienandi, sed 
tantummodo habebit usam et custodiam eorundem. In buius antem 
rei maius testimonium et notitiam nos frater lohannes gardianus pre- 
dicte domus nostro ac fratris lohannis et domini Guncelini et domini 
GbisoniSy coadiutorum nostrorum predictorum, nomine et ex pleno 
ipsorum consensn duximus presentem litteram sigilli nostri mnnimine 
roborandam. Ut aatem hec predicta nostra ordinacio inpermutabilem 
firmitatis obtineat vigorem et iogiter inconvalsa permaneat, impetravi- 
mns, hanc eandem iitteram sigillo reverendi patris et domini nostri 
Alberti episcopi Halberstadensis firmiter communiri. 

Datnm anno domini millesimo tricentesimo nono, in vigilia beati 
Mathei apostoli et evangeliste. 

Urschr. Wem. Von dem Stegd des Bischofs sind nur 2 kleme Bruchstuckchen 
Torhandeny das dea Gardians ist ziemlich stark verletst. Vgl. mit Abdruck der 
Urk. Zeitschr. d. Harsver. f. Gesch.- u. Alterth.-Kunde 2 (1869) 1. 8. 149—153. 



1310. November 25. 62. 

Heinrich, Graf zu Blanhmhurg , gibt dem Khsier Waterler das 
Eigenihum einer Hufe und einer Hofstelle dasdbst zu einem eungen 
Licht, Sedmessen und Mittheilung der guten Werhe. 

Nos Hinricus dei gratia comes de Blanckenborgh recognoscimus 
coram universis cristifidelibus publice protestantes, quod nos de con- 
sensn filiorum et filiarum et omnium heredum nostrorum omniumque 
eorum, qaorum consensus de iure aut de consuetudine ad hoc requiren- 
dus fuerat, dedimus et damus in hiis scriptis ecclesie et conventui 
sanctimonialium in Waterlere proprietatem unius mansi siti ibidem in 
Waterlere cum una area in villa eadem et cum omni iure cum omnibus- 
que ad eum pertinentibus tam in villa quam in campis, renunciantes 
omni iuri, quod in ipso hactenus habuimus, nobisque et nostris here- 
dibns nichil in eo ioris penitus reservantes. Damus autem proprie- 
tatem istius mansi ad hoc, ut de ipso manso lumen perpetuam in 
eodem monasterio procuretur continuo ad honorem sacri sanguinis 
Ihesu Crist'. Eedem cciam sanctimoniales observabunt et sollemnitcr 



Nr. 52. 53. a. 1310. 25f) 

peragent in crastino sancti Mauritii anniversarium diem scilicet comitis 
Hinrici patris nostri reverendi, Gerborgis matris nostre bonorande, nostri 
ac Sopbie nxoris nostre dilecte. £t nos nichilominus facient^ participes 
omninm bonorum opernm, qne in predicto monasterio facta fuerint 
in missis, vigiliis, orationibus, disciplinis et in aliis dei servitiis uni- 
versis. Ut autem hec nostra donatio, quam pio aflVctu pure propter 
denm fecimus, inviolata pennaneat et a nullo de nostris successoribus 
infringatur, fecimus ipsam presenti (!) sigillari^ litteram testiumque in- 
sertione firmiter communiri. Testes sunt: lx)dewicu8 de Elvelingerode, 
Hinrichs de Hoym, ^Eberhardus de Rlanckcnborgh miiiteB, Lippoldus 
de Bodendike, lohannes de Kattenstede, et viri alii fidedigni. 

Datum et actum anno domini M^^CCC^^X", in die sancte virgiuis et 
martiris Katherine. 

Copialb. Bl. 4». - 1) Hdschr. fatient. — 2) sigiUft. 



1310. Langeiistein. 58. 

Albrecht, Bischof rm IlalhcrsfmU , giht diis FAgmihnm der voti 
Henning van Dingehtedt fiir 20 Mark verkduflm uml ihm auf- 
gdassenen dr^ Wiesen siidlich vmi Waterler an der Ilsc dcm 
Kloster dasdbst, 

In nomine sancte et individue trinitatis. || Albertns dei gratia Ilalber- 
stadensis ecclesie episcopns omnibus in perpetuum. Sagax discretorum 
adinvenit industria, acta hominum in scriptis redigi, ut calumpniatori 
nullus locus pateat malignandi. Ad omnium igitur et quorum iuterest 
Doticiam devenimus presentium indicio publice profitentes, quod cum 
noster fidelis Hennighus dictus de Dingbelslede, Ilennighi quondam de 
Dinghelstede filius, pro viginti marcis puri argenti, quibus se a nostris 
devotis . . preposito et conventu sanctimonialium in Waterlere quitatum 
seu pagatum reeognovit oretenus coram nobis, ipsis preposito et conventui 
tria spacia pratorum seu graminum iuxta Waterlere versus austinim 
prope Ilsenam fluvium sita dicti cenobii pratis seu pascuis contigue 
adiacentia vendidisset, ad manusque nostras hec spacia, que a nobis 
in pheodo tenuerat, libere, sicut fieri assolet, resignasset, nos ob salubre 
anime nostre remedium memoratis preposito et conventui, qui sedule 
die noctuque domino famulantur, dicta graminum spacia douavimus, 
immo et ex nunc damus, appropriamus et in dictum cenobium trans- 
ferimus a dictis preposito et conventu perpetuo possidenda, sic, ut eis- 
dem nnnc et semper de ipsis spaciis disponendi libera sit facultas. In 
cuius rei evidenciam atque robur sigillo nostro preseiis scriptum super 
hoc editnm duximus sigillandum. Testes eciam hii existunt: magister 
lohannes Felix, thesaurarins nostre ecclesie, Andreas de Hedershusen, 
Burchardus de Berewinkele, lohannes deHoyem, Fridericus de Bynedhe, 
lohannes de Crendorp, milites; famulique Hinricus de Dinghelstedhe, 
Bemardus de Werre, lohannes dictus Stesies, nostri fideles, et plures 
alii fidedigni. 

Datum Langhensten anno domini M^^CCC^^X^. 

17» 



2(50 Cistcrcicnscrinncii- (Reiligcnblut-) Klostcr Watcrler. 

Urschrift auf Pergam, Wem, Von dem Siegei sind nur noch Ideine Bruchstikcke 
an Pergamentstreifen vorhanden. Auaserhalb ist von alter Hand hemerkt: rechti- 
cheit over de groten wische. 



1311. Juli 16. Halberstadt. 54. 

Die Gebruder von Bech verkaufen dem Stiftshenti Ludolf von 
Sargstedt zu U. L, Frauen in EaJberstadt funf Uufen nebst Zu- 
hehor, besonders mit dem Patronatrecht m Osterbeck, und iibereignen 
dieselben mit Zustimmung ihres Bruders (Friedrich), Laienbruders 
beim Kloster Waterler, und oMer andem Mitbetheiligten dem ge- 
nannten Stifte zu Halberstadt. Das Kloster Waterler bekrdftigt 
diese Schenkung durch Anhdngung seines Siegels. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. || Ne ea, qne agnntur 
in tempore, simul cum lapsn temporis pariter evanescant, expedit, ut scrip- 
tnrarum munimine et inBcripcione testium efScaciter roborentur. Hinc 
est, quod nos Bertrammus et Tidericus fratres dicti de Bech laici re- 
cognoscimus publice profitentes, quod ducentis marcis tribns minus 
puri argenti a discreto viro domino Ludolfo de Sercbstede, canonico 
ecclesie sancte Marie Halberstadensis, acceptatis et plenarie persolutis, 
eidem vendidimus quinque mansos sitos in campo Osterbech cum 
omnibus iuribus ac pertinenciis, areis videlicet decem solventibus tres 
marcas usualis argenti annuatim, pascuis, curtis, viis et inviis, cultis 
ac incultis et precipue cum iure patronatus ibidem. Quorum omnium pro- 
prietatem de consensu fratrisnostriconversi degentisapud claustrumWater- 
lere et Hinrici fratris nostri layci ac sororum nostrarum Eonegundis, sancti- 
monialis claustri sancti Nycolai in Adesleve, ac strenui militis lohannis 
de Hoyem, avunculi nostri, necnon Ludolfi cognati nostri de Watticsem 
et omnium aliorum, qnorum interest aut qui fuerant requirendi, ad nos 
iure hereditario pertinentem ad instantiam predicti domini Ludolfi et 
ob specialem favorem ecclesie sancte Marie Halberstadensis, quo ipsam 
prosequimur, graciose donavimus iamdicte ecclesie sancte Marie et 
presentibus elargimur perpetuo possidendam. Ne autera de nostre 
donacionis beneficio in posteiiim ullus oblivionis scrupulus aut impug- 
nacionis calnmpnia oriatur, presentem litteram inde confectam sigilloruni 
nostrorum appensionibus ac sigillis conventuum sanctimonialium saneti 
Borehardi extra muros Halberstad et sancti Bartholomei in Blankeu- 
burch et sancti Nycolai in Adesleve nec non sancte Marie virginis in 
Waterlere optinuimus communiri. Hnius rei testes sunt: Albertus de 
Werre, Friso sororius suus, Ludolius de Winningstede, lohannes de 
Hoyem, militcs; Hinricus de Dingelstede, lobannes filius lohannis de 
Hoyem, Ludolfus Eckehardi, et alii quamplures fidedigni. 

Datum Halberstad, anno domini M«C«C^C«XI°, XVII^ kalendas 
Augusti. 

Urachr. mit den fHnf atihangenden Siegeln im koniglichen Staataarchiv zu 



Nr. 54-50. a. 1311. 1312. 261 

MeKfdeburg unier Stifl U, L. Frauen Nr, 337, Von den Siegeln 8, abgeb, das von 
8. Burch. m H. auf SiegeUafd V, 37; wn 8. BarthoL in Blankenburg laf. V,35; 
& Nik. m Adersl Taf V, 33; Waterler II, 21. Das Siegd Bertr. v. Beck s. auf 
Taf II, Nr. 20 zum StOUerlingenb. Urkdb. 



1311. October 16. 55. 

Dcts Kloster Wolmirstedt nimnvt das Kloster Waterler in seine 
Briiderschaft und in die Gemeinschaft seiner guten Werke auf. 

Beligiosis dominabus ancillis Ghristi domine Sophie, abbatisse 
monaflterii sanctimonialiam ad sacrum sangainem Christi in Wateriere, 
necnon sociabos eias Walbargi et Mechtildi Yredbeka dei gratia abba- 
tissa, Luderas ^ prepositus totaque congregatio sancte Katherine yirginis 
in Wolmerstede ad conyivium sponsi cum prndentibus introire. Quo- 
niam ^ piis iidelium yotis acquiescere opus esse dinoscitur, pietatis vestre 
petitioni et desiderio, quod de sincere fidei radice processit, satisfacere 
cupientes, propter deum ac propter specialem amiciciam pure dilec- 
tionis ad fratemitatem nostre congregationis yos recepimus in yita 
pariter et in morte, plenam vobis participationem tenore presentium 
concedentes omnium orationum, vigiliarum, ieiunioram, abstinentiarum, 
afflictionum ceterorumque bonorum operum, que per nos operari digna- 
bitur clementia salvatoris. Cum vero obitus vester nobis ftierit nun- 
ciatus, idem vobis oificii debitum, quod defunctis sororibus nostris 
inpendere consuevimus, inpendemus. 

Datum anno domini M^CCG^^XP, in die beati Galli abbatis. 

Urschr. Wem. Siegd nicht mehr wrhanden. Gedruckt Magddfurger Oeschichts- 
bldUer 3 (1868), S. 501 f 

1) Lud». — 2) Qtto. 

1313. Januar 25. 56. 

Die Priesterhruderschaft zu Braunschweig und das Kloster Waterler 
nehmen sich gegenseitig in ihre Bruderschaft auf. 

lobannes custos ceterique confratres sacerdotalis confi^atemitatis in 
Braneswich omnibus, ad quos presens scriptum pervenerit, salutem et 
sempitemam in domino karitatem. Quoniam oratio et singula pietatis 
opera in sui participatione non minuuntnr, sed fi*uctas eorum et afi^ectus 
integer in singulis invenitur ideoque merito redarguitur pietatis defectus, 
si in illis rebus communicandis aliqua servetur parcitas, in quaram 
distributione non violatur integritas, hinc est, quod volumus esse notum> 
qaod quedam unio inter nos et sanctimoniales monasterii beate Marie 
virginis in Waterlere est taliter ordinata, quod ipse et earum successores 
nostre sorores sunt et participes debent esse omnium et singuloram 
bonorum operam tam in vita quam in morte, que in confratemitate 
nostra nunc et in perpetuum operari dignabitur clemencia salvatoris. 
£t e converso nos et nostri successores exnunc et in perpetuum con- 
fratres et sorores sumus ipsaram, et participes debemus esse omnium 
et singuloram bonoram operam in vita pariter et in morte, que in con- 



262 Cistcrcienserinnen- (Hciligenblut-) Kloster Waterler. 

gregatione earum fiunt et fient in perpetaam ad laadem domini nostri 
Ihesu Christi. In quorum omnium evidens testimonium, quia proprio 
sigillo caremus, presentem litterara sigillo domini Baldewini, decani 
ecclesie sancti Blasii in Bruneswich, confratris nostri, procuravimus 
sigiilari. 

UrscJvr. Wern. An rothseidener Schntw haruft fragrnentarisch das spitzomle 
Siegel in grUnem Wadis. 

1312. Mai 8. ~~~~ 67. 

Der Ritter Hermann von Goicisch verhauft dem Kloster Waterler 
eine halbe Hufe dasdbst, swei HofsteUen und einen mgehSrigen 
Hohfleck, toeJches Besitzthum WoUer v. Ler von ihm zu Lehn 
getragen, atich einen dort gelegenen Hof, eine Viertdhufe und 
noch einen Hof und zivei Holzflecke, einen bei Waterler, den 
andem bei Berssd gdegen, 

Nos Hermannus miles dictus de Gowisce recognoscimus coram 
universis cristifidelibus publice protestantes, quod nos de consensu 
fratrum nostrorum et heredum omniumque eorum, quorum consensus 
requirendus fuerat, vendidimus conventui et monasterio sanctimonialium 
in Waterlere dimidium mansum situm in campis ibidem cum duabus 
areis in viila eadem pertinentibus ad eum, et unum locum silvarum, 
qui etiam ad eum pertinet cum proprietate et omni iure perpetuo 
possidendum; quem quidem dimidium mansum et ea, que prenominata 
sunt ad ipsum pertinentia, Woltherus de Lere a nobis pheudaliter 
tenuerat aliquando. Item vendidimus conventui et monialibus predictis 
unam curiam, que fuerat Hinrici Alberus dicti, et quartale unius mansi 
ibidem, unam curiam et duo loca lignorum, quorum unus apud eandem 
villam, alter. vero apud villam Bersie situatur, que Conradi apud 
stubam fuerant. Hec etiam eis vendidimus cum proprietate et omni 
utilitate et iure perpetuo possidenda, renunciantes omni iuri, quod 
nobis et nostris heredibus in hiis bonis aliqualiter competebat, nobis 
et heredibus nostris in eis nichil iuris penitus reservantes. Promittimus 
nichilominus per presentes, quod conventum et monasterium prenomi- 
natum de bonis, areis, curiis, silvis predictis warandabimus et waran- 
diam sufficientem prestabimus quando et ubicunque eis opus exstiterit 
et quum a nobis fuerit requisitum. Huius facti nostri testes sunt: 
lohannes et Bartoldus^ de Rymbcke, lohannes dictus Middenbose, 
milites, et viri alii fidedigni. Preterea in maiorcm facti nostri eviden- 
tiam presens scriptum inde confectum dedimus appensione nostri sigilli 
roboratum. 

Datum et actum anno domini M^CCC^XU'', feria secunda post 
Walburgis virginis. 

1) Die Abschr,: Bartodus. 



Nr. 57-50. a. 1812. 1313. 26S 

1312. Jiinl 23. 58. 

DcLS Kloster Wat^rler bekenfU, dctss fur die dmnsdben geschenldeii 
und gum Ankauf des Eigenthums der in vorstehender Urkunde 
genmnten GiUer verwendeten fHnf Mark jdhrlich eine hdlbe Mark 
aus der Klostermiihle gu den Kirchenlichtem gegeben werden soU. 

In nomine sancte et individue trinitatis. lohannes dei gratia pre- 
positus, Sophia abbatissa totusque conventus sacri sangninis domini 
nostri Ihesu Christi in Waterlercn omnibus in perpctuum. Cum memoria 
hominnm sit res fragilis, expedit ut ea que aguntur scriptis auttenticis 
perhennentur. Hinc est, quod notum esse voiumus christifidelibns 
nniversis, quod matura deiiberatione habita de quinque marcis, que 
erant date ecclesie nostre a quodam devoto pro remedio anime^ sue 
ad luminaria sacri sanguinis emendanda, iam dictas marcas pro ne- 
cessitate et utilitate nostre ecclesie ;expendidimus (!) pro proprietate 
bonorum subscriptomm ad nostram ecclesiam comparanda, videlicet 
dimidii mansi siti in Waterleren et dnarum areamm ibidem sitarum 
ac unius silve; quem quidem dimidium mansum et ea qne pretacta 
snnt Wolteras de Leren quondam tenuerat a strennuo miiite domino 
Hermanno dicto de Gowische iure feodali. Preterea comparavimus 
cnm iam dicta pecunia eciam proprietatem quartalis unius mansi ibidem 
et unius curie, que fuerat Hinrici dicti Albrectes, ac duaram silvaram, 
qnaram nna est sita apud eandem villam, alia apud villam Bersle; 
que silve quondam fnerant Conradi apud stupam. In istius vero pecnnie 
recompensam dimisimus et ex communi consensu nostri conventus per 
presentes concedimus, quod de nostro proprio moUendino in villa 
Waterleren sito ad luminaria nostre ecclesie pretacte dimidia marca 
nsnalis annis singnlis in festo sancti Galli perpetuo persolvatnr. Ad 
istorum firmam observanciam presentem litteram sigillo nostri conventus 
duximus sigillandum. Testes huius sunt: dominus Guncelinus de 
Berwinkele, dominus Fredericus de BundC; milites ; Fredericns, Stephanus, 
Wolterus, nostre ecclesie fratres, et alii quamplures fidedigni. 

Datum anno domini M°CCC*^XI^, in vigilia lohannis [bapti8t]e, 

Unehr, Wem. Die genaue BesHmmung des JoKannigta^ iet wegen des au»- 
gefressenen Fergammis nicht mehr zu erkennen, doch zeigt ntcht nur die Berechnung 
des Baumes, dass baptiste stand, sondern dies hat auch eine cUtere Abschriftenr 
eamndung S. 411. Das hruchstUektceise erhdltene Conventssiegel s. Taf. II, Nr. 21. 

1) Urk.: anine. 

1313. September 29. 59. 

Hurchard der Lange von der Asseburg gibt dem neuen Kloster 
^ zu Waterhr das Eigenthum einer Uufe in Odorp. 

In nomine domini amen. Nos Borchardus miles Longns dictns de 
Asseborch ae nostra Sophya legitima omnibus in perpetunm salntem. 
Ut cadnoa et transitoria eteraentur, eonvenit ea scriptnre testimonio 



264 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

perhennari. Hinc est, quod notum esse volumus universis tam presen- 
tibus quam futuris prcsencia visuris seu audituris et publice protestamur, 
quod propter deum et ob salutem nostrarum animarom cum bona 
voluntate et consensu nostrorum beredum et omniura, quorum intererat 
consentire , dedimus et per present^s damus novo clastro (!) constructo 
in laudem et honorem sacri et preciosi sanguinis domini nostri Ihesu 
Christi eiusdemque matris virginis Marie in Waterlere proprietatem 
unius mansi siti in Odorpe, quam nos et nostri progenitores habere 
dinoscimur manso in eodem libere, quiete, pacifice perpetuis temporibus 
proprietatis titulo possidendam, volentes, ut domine seu sorores infirme 
ibidem languendo decumbentes habeant proventus sive fructus de pre- 
dicto manso et proprietate eiusdem ad refectionem suorum corporum 
et ad usus suos necessarios expendendos. Ut igitur nostra donatio firma 
et inconvulsa a nostris successoribus inviolata in perpetuum perseveret, 
presens scriptum nostri sigilli roboratum munimine predicte ecclesie 
contulimus in perpetuum testimonium et cautelam. Testes huius rei 
sunt: dominus Henricus Spirig senior, dominus Fredericus Friso, Lu- 
doltus de Winighestede, miiites; et alii quamplures fidedigni. 

Datum et actum anno domini M''CCC<' tredecimo, lU? kalendas 
Octobris. 

Urschr. Wem, Das geJbe Wachsaiegd «. 2af. X, Nr. 73. 



1314. April 23. 60. 

Engelbrecht von Lochtum gibt, im Fall er ohne Kinder eu hinter- 
lussm verstirbt, dem Kloster Waterler ewei Hufen darsdbst und 
eine Hofstelle in Od>orp fUr Seelmessen, Jahrzeiten und Spende an 
die Armen, doch mit Vorhdlt der Einkiinfte auf LebensgeU. 

Ego Engelbertus dictus de Lochtene ad noticiam singulorum cnpio 
pervenire, quod in salntem et remedium anime mee et parentum meo- 
rum dedi et do in hiis scriptis bona voluntate conventui monialinm in 
Waterlere duos mansos sitos in campo ville Waterlere et unam aream 
sitam in Odorpe cum omni iure et pertinentiis quibuslibet, sicut usque 
in presens dinoscor possedisse. De hiis autem duobus mansis predicte 
moniales et provisores ipsarum dabunt in annis singulis semper in festo 
beati Martini duodecim malderata tritici et duodccim malderata avenq 
quamdiu vixero. Postquam autem mortuus fuero, predicto conventui 
monialium dimidietas predictorum malderatorum libere vacabit perpetuo, 
pro quo anniversarium meum, patris mei et matris mee ipso die obitus 
mei annis singulis in perpetuum peragi debent in vigiliis et missarum 
soUemniis, et alia dimidietas eorundem malderatorum ipso die obitus 
mei annis singulis in usus pauperum perpetuo convertetur. Preterea 
si iuxta consiiium amicorum meorum uxorem duxero et heredes pro- 
creavero, illi heredes mei predictos duos mansos et predictam aream 
in suam possessionem recipient sicut alia bona mea, donatione huius- 



Nr. 60-62. a. 1314-1317. 265 

modi non obstante. Insaper, si in processn temporiB proprio aratro 
meo et sub propriis expensis meis bona predieta colere voluero, hoc 
predicte moniales admittere debent bono modo, et qaamdiQ talem cul- 
turam exercere michi placuerit, tamdiu predictis malderatis carebo. 
Post obitum tamen meum supradictus conventus monialium predictos 
m^nsos cnm omni frnctu perpetuo obtinebit. Preterea si me infra 
festnm Michaelis et festum Martini mori contigerit, tunc solummodo 
predicta malderata complete dabuntur iiii vel illis, cui vel quibus michi 
placuerit assignare. Ut autem predicta mea donatio firma permaneat 
et a nnllo vicietur, predicto conventui monialinm preseutem litteram 
dedi meo sigillo patenter c<)mmnnitam. 

Datum anno domini M<'CCC''XlIU''y in die beati Oeorgii martiris. 

Q}pialb. Bl. 5\ 

1315. Februar 23. 61. 

Ditmar, Pfarrer zu Osterhiioendc , hezeugt die Schetikung eitier 
haXben Uufe zu Eotnslebefi seitens seines Bruders Burchard an 
das Kloster Waterler. 

Dhetmarns plebanus in Osterbiwende humilis omnibus in Cristo 
fidelibns, ad quos hec littera^pervenerit, orationes in domino lesu 
Christo. Sciant nniversi, quod dilectus frater meus Borchardus piis 
elemosinarum operibus insistens in remedium et salntem anime sue et 
animarum omnium parentum suorum de meo consilio et bono consensu 
omnium quorum interest dedit dimidinm mansum situm in campo ville 
Romesleven ecclesie in Waterlere et monialibus ibidem cum omni inre 
et utilitate perpetuo libere possidendum. In testimonium huius facti 
et ad preces fratris mei predicti meum sigillum dnxi presenti littere 
apponendttm. 

Datnm anno domini millesimo tricentesimo decimoquinto, dominica 
Ocnli mei. 

Copidlb. Bl. U\ 

1317. Februar 20. 62. 

Das Kloster Waterler verschreibt seinem Verweser Wdter und 
dessen Tochter der Klosterjungfrau Gertrud fiir eine von demsdben 
dem Kloster mit sammt dem Eigen daran crJcaufte halbe Hufe 
im dortigen Fdde eine lebensldngliche Komleistung und hestimmt 
uber deren nachherige Verwendung bu Licht, 

Kos lordanus dei gratia prepositus, Mecthildis abbatissa, Adelheidis 
priorissa totnmque collegium in Waterlere omnibns ad quos presentes 
littere pervenerint ad perpetuam rei memoriam. Noverint presentes et 
posteri, qnod frater Wolterus, noster provisor, dimidinm mansum in 
campo Waterlere situm comparavit suis propriis sumptibus nostro 
monasteriOy proprietatemque dicti mansi a nobili viro comite H(enrico) 



266 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Klo.-jter Waterler. 

de Blanckenborch impetravit. Nos vero pro prefato dimidio manso 
dabimus singulis annis ante festum beati Martini episcopi ipsi Woltero 
necnon filie sue Gertrudi nostre claustrali tres maidras byemalis et 
tres estlvalis omni dubio procul moto, hoc etiam adiecto, quod uno 
defuncto alteri superstiti suprascriptum frumentum integraliter persol- 
vemus. Si vero solutionem dicte annone, prout pretactum est, non 
perfecerimus nobis nimium ingratis, dimidinm mansum locare poterunt 
cuicunque voluerint. Insuper utrisque defunctis, videlicet fratreWoltero 
necnon filia sua Gertrude, sepedictus dimidius mansns ad luminaria 
nostre ecclesie providenda pertinebit. Presens scriptum nostre ecclesie 
sigillo fecimus firmiter roborari. Testes huius facti sunt: lohannes 
Middenbose miles et lohannes filius eius, Hinricus, Wolterus, Lnderus 
famuli dicti de Lere, et viri alii fidedigni. 

Datum et actura anno domini M«CCC**XVIP, dominica qua cantatur 
Invocavit. 

Gopialb, Bl. 6\ 

1318. Februar 23. Schloss Rotenburg. 63. 

Bischof Nikdaus und das Hochstift Verden verkaufen dem Khster 
WcUerler 51/2 Hufe, 1 Hof, eine Hofstdtte, der OrasJwf genantU, 
ein Stiick Ixind eu Bomsleben, welches Gut Konrad von Biwende, 
2 Hufen mit Hofen, die der Edle von Hessen, 1/2 Bufe und 
1/2 HofsteUe, die Burchard von Biwende zu Lehn gehabt haben, 
fUr 10 Mark Silbers. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Nycolaus dei gratia epi- 
scopus, Ludolfus decanus, lohannes scolasticus totumque Verdensis 
ecclesie capitulum omnibus in perpetuum. Memoria hominum consulte 
iuvatur, dum geste rei veritas litterarum testimonio roboratur. Hinc 
est, quod notum fieri volumus universis tam presentibus quam futuris, 
quod considerata utilitate ac comoditate (!) ecclesie nostre atque nostra 
ad comparandum viciniora nobis bona deliberatione sufBcienti super 
eo prehabita concordi voluntate vendidimus pro decem marcis puri 
argenti nobis persolutis preposito et conventui monasterii in Waterlere, 
Halberstadensis dyocesis, duos mansos et dimidium sitos in campis 
ville Romesleve, predicte dyocesis, et unam curiam in eadem villa et 
unam aream wlgariter dictam Grashof et quoddam terre spacium dictum 
Grasblek, que a nobis habebat in pheodo Conradus de Bywende mili- 
taris, et duos mansos cum duabus curiis, quos a nobis habebat in 
pheodo . . nobilis de Hesnem, et insuper dimidium mansum, quem 
cum dimidia area a nobis habebat in pheodo Borchardus de Bywende 
militaris cum omnibus eorum utilitatibus, iuribus ac pertinenciis, quibus 
ea pacifice possedimus perpetuo possidenda. Misimus eciam ac mittimus 
per presentes prepositum et conventum predictos in prenominatorum 
bonornm possessionem corporalem renunciando pro nobis et nostris 



Nr. 63. 64. a. 1318. 267 

soecessoribag omnibas atilitatibas et iaribas, qae aobis in eis compe- 
tebaDt et competere possent in fataro, promittentes eisdem, qaod 
Tolamas eos de proprietate predictoram bonoram legitime warandare 
et in eorum possessione detendere et ab omni homine disbrigare, si, 
qood absit, litem, inpetitionem aut controversiam ipsis ab aliquo moveri 
contigerit super aliquo premissorum. Rcnauciamus etiam per presentes 
beneficio restitationis in integrum et omnibus exceptionibns et iuris 
beneficiis, quibus predictorum bonorum alienatio et eornm predicto 
eonventui appropriatio posset retractari aut recindi (!). Et in horum 
omnium evidens testimonium sigilla nostra duximus presentibus patenter 
apponenda. Testes eciam sunt: honorabiles viri Enghelbertus de 
Medinghe, decanus ecclesie sancti filasii in Bruneswich, Conradus de 
He^^mwiden, archidyaconus in Bevenhusen, Henricus de Boyzeneborch, 
thesaurarius ecclesie nostre, Otto Cluvere, archidyaconus in Sutherum, 
magister lohannes Prambalch, canonicus ecclesie nostre; Henricus 
Ursus, Henricus de Honhorst, Antonius, milites, fideles nostri, et plures 
alii fidedigni. 

Datum in castro nostro Rodenborch, anno domini H''CCC'' decimo 
octavo, septimo kalendas Marcii. 

Ursckr. Wem, Ea ist nur noch die Seidenschnur vorhanden, durch welche das 
zweite Siegel cmgehangi war. — In einer Urkunde rom gleiclien Oi^t (in castro 
nostro Rodenborg) und Vatum verkauft das Hochstift Verden dem Khster Wdl- 
tingerode aUe aeine GUter zu Romesleoe sammt dem Kirchenpatronat , mit Aus- 
nahme der dem Kloster Waterler verkauften (genau une oben specialisirten) 
Stucke. Vgl Copialb. v. Woltingerode 5. 637—38, VI, 115 im konigl Staata- 
archive su Hannover, 

1318. Aprll25. (Water-) Ler. 64. 

Dds Klosier (Water-J Ler hezeugt, dass ihm Konrad von Biwende 
2^l2 Hufe m Bomdeben unter der Bedingung lebensldnglicheti 
Genusses und damadi dreimaliger Sedmessen und Spenden zuge- 
eignet hahe. 

Ne ea, que geruntur in tempore, simul evanescant cnm lapsn tem- 
poris, expedit res gestas scripturarum testimonio perhennari. Quapropter 
nos lordanus prepositus, Mechtildis de filankenborch abbatissa totusque 
conventus sanctimonialium in Lere notum facimus universis, quod 
Conradus dictus de Bywende famulus proprietatem duorum mansorum 
cum dimidio sitorum in campis ville Romesleve, quos in feodo tenuit 
a venerabiU domino episcopo et ab ecclesia Verdensi, ipsosque ob 
spem divine retribucionis claustro predicto donavit et per presentes 
donat, incorporat et appropriat perpetuis possidendo temporibus in 
hunc modum: Coloni dictorum mansorum presentabunt eidem Conrado 
qoamdiu vixerit singulis annijB Goslarie sen Uorneborech (!) vel Osterwic, 
quod erit in ipsius opcione, viginti duo maldra de manso et dimidio 
estivalis et hj^emalis annone et dimidiam marcam asualis de uno manso. 



268 Cistcrcicnserinnon- (Heiligonblut-) Kloster Waterler. 

Post mortem vero sepedicti Conradi maldra ae pensio snpradicta ad 
prefatum claustrum Hbere revertentur et extunc fiet de hiis conventui 
singulis annis karitativai specialis consolacio sub hac forma: Ter in 
anno, videlicet in crastino beati Martini, in die beati Valentini, feria 
secunda post dominicam „Misericordia domini" peragetur memoria eius 
et Frederici dicti Frisonis militis necnon parentum Conradi patris et 
Alveradis matris eorundem in vigiliis, missis, psalteriis^ legendis et in 
quolibet termino predicto custos, id est custerighe monasterii prefati, 
cui extunc pensio ac maldra supradicta presentabuntnr, dabit de hiis 
conventui unum talentum Halberstadensium denariorum, quod inter 
ipsas equaliter partietur. Providebit etiam in quadragesima singulis 
diebus conventui de uno epulo karitativo, prout sibi videbitur expedire. 
In cuius rei evidens testimonium sigilla nostra cum sigiliis Conradi et 
Friderici Frisonis fratrum premissorum patenter presentibus sunt appensa. 
Testes huius rei sunt: discreti viri Conradus canonicus ecclesie sancti 
Pauli Halberstadensis, lohannes plebanus in Horneborech, Fredericus 
perpetuus vicarius ibidem; Borchardus dictus de Asseborech, Ludolfus 
dictus de Winningstede, milites; Hincemannus dictus de Getlede, famulus, 
et quamplures alii fidedigni. 

Datum Lere, anno domini M^^C^C^C^^XYIH®, kalendis Maii, 

Urschr. Wem. Wdhrend die Klostersiegel nicht mehr vorhanden sind, ist fxm 
denen der Gdjr. Konrad (v. Biwende) und Frtedrich noch je ein BruchstHck erhalten. 
Bas Komads (IV.) v. B. findet sich Harezeitschr. 8 (1875), S. 72 besprochen und 
7af. 11, Nr. 3 abgebildet. Es sind noch beide Fiisse des Hahns zu erkennen. 
Auf dem ebendas. S. 73 erwdhnten Taf. II, Nr. 7 abgd>ildeten Siegd des Friedrich 
Friso zeigt bei unserm BruchstHcke das Stielende des Spatens eine rosettenartige 
Gestalt. 

1) karitata. — 2) Hdschr. spaltoriis. 



1318. Mai 1. Hornburg. 65. 

Konrad von Biwende^ Burgmann gu Hornburgy gibt dem Kloster 
Waterler 2^1^ Hufe m Bomsleben, ehemals bischoflich V^den- 
sches Lehn. 

In nomine sancte et individue trinitatis. Conradus dictus de By- 
wende, castellanus in Horneborch, omnibus in perpetuum. Laudabilis 
obtinuit consuetudo, acta modemorum in scriptis redigi, ut futurorum 
ciareant noticie caiumpniatorque locum invenire nequeat malignandi. 
Igitur claro presentium inditio profiteor protestando, quod requisito et 
habito charissimi fratris mei Friderici dicti Vrese meorumque cohere- 
dum eiusdemque fratris mei militis heredum et omnium quorum 
intererat expresso consensu in Cristo devotissimis domine abbatisse, 
priorisse totique conventui ancillarum Christi exilis cenobii in Waterlere, 
ordinis Cystertiensis, Halberstadensis diocesis, que die noctuque sedulo 
domino famulantur, dedi, immo exnunc per presentia dono duos mansos 
et mansum dimidium in carapis Romesleve sitos cum omni proprietate, 



Xr. 65. 06. a. ms, 269 

iare et pertineDtiis, inquisitis et inqairendis, sicnt ad me manfii pre- 
dieti snnt a meis progenitoribus devoluti, sieutque dicta predictorum 
niansomm proprietajB a venerabilidominomeoNicolao, epi»copo ecclesie 
VerdensiSy et ab ipsa ecclesia ad me rite transiit titulo emptionis; in 
ipsumque cenobinm dictos mansos proprietatemque eorundem cum omni 
inre et pertinentiis transfero a dictis abbatissa, priorissa et conventu 
liberaliter et perpetuo possidendos, renuncians omni iuri et actioni, que 
michi seu cnicunque meo competierunt nomine in eisdem mansis 
possentve quomodotibet competere in futurum. In quorum robur ct 
evidentiam meum sigillum cum bonestorum militum Hinrici dicti 
Spiringh, Friderici dicti Vrese et Ludolphi de Winningstede sigillis 
duxi presentibus apponendum. Testes etiam buius existunt: domini 
Borchardus de Asseborch et Albertus de Werre, milites; Bcmardus dc 
Werre, Lodewicus de Blanckenborcb, et quamplures alii fidedigni. 
Actum Homeborch; anno domini M^CCC^XVnp, kalendis Maii. 

CopiaW. m. 16\ 



131& September 17. 66. 

Dds Kloster Waterler verscfireibt dcni Umirich von liansiebcn 
eine l^ensldngtiche jdhrliche Kornleisiung filr 9 Mark Silbei's, 
womit das Kloster vom Miimmeister zu Wernigerale eine halbc 
Hufe zu Husler gekauft hat. 

We lordan provest, Mechtilt ebbedessche, Adhelheyd priorissche 
nnde dhe kovent ghemeyne to Waterlere dhes goddesshusses dlies 
btylighen blodes bekennen an dhisseni jeghenwardigen openen breve, 
dhat we hebben vorkoflft Ilenrike van Banssleve vifftehalflf malder wetes 
onde viflftehatflf malder haveren. Dhat scole we eme gheven unde 
bereden aller jarlikes swar he wonhaflftich is dhe wile he levet an dhem 
daghe sancte Ghallen dhes abbedes, dhar we moghen by enem daghe 
wedher unde vort varen mit usseme waghene. Dhar umnie hevet he 
uns gheven unde beret neghen marc lodighes sulveres, dhar we mede 
hebben ghekoflft unde beret ene halve hove uppe dhem velde to Husslere 
mit eghene unde aller nut unde aller vrucht von dhem muntmestere to 
Weraigerodhe ewliken to ussem goddesshusse. Dhat dhisse vorbe- 
Bcreyene redhe blive gans unde stede, dharumme hebbe we ghetekenet 
dhissen breflf mit ussen ingheseghelen. 

Dhe is ghegheven van dher bort usses berren dhussent unde dre- 
hundert jar an dhem achteghedhen jare, dhes sondages an dhem daghe 
dhes guden sente Lambrichtes. 

Urschr. Wem, Mit zwei kleinen Siegelbruchstiicken an rergametitstreifen. 



270 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

1319. MSrz 15. 67. 

Henning und Anna von Goslar tragen die dem Kloster Waterler 
verkauften vier Hufen daselbst ihren Lehnskerren, den von JBoden- 
dick, zu Gunsten des Klosters auf, 

Wy Henning unde Anna van Goslere, wy bekennen des in dussem 
apene breve, dat wy hebben deme proweste unde der ebdisken unde 
denie convente to Waterlere vorkofft vere hove uppe deme sulven 
veide toWaterlere mit alleme rechte, dat wy darane hadden an velde 
unde ok an dorpe; darumme Bende wy juck Hennig unde Hintze van 
Bodendijke unde heren Bethmannus van Hoym dochtere kynderen, de 
ock van Bodendijk hetedt, dyt sulve gudt uppe mit alleme rechte, dat 
wy unde unse elderen darane hebben ghehadt van juck unde van 
jwen elderen to manlykeme rechtem lene ; unde wy vortygen des gudes 
vore unJS unde vor aiie unse erven in dusseme sulven breve unde 
bidden juck alie, dat gy de sulven klosteriude vordegedingen unde 
vorderen mit guden truwen, wure gy mogen, dat se ere gekotte gudt 
mit frede besitten ewieblikm nnde beholden; dat wille wy nut ene 
vordynen wor wy mogen. Upp eine betugynge des, dat wy dusse 
vere hove uppgelaten unde uppgesant hebben dene vorbenomeden 
van Bodendyke unsen heren, so hebben wy dussen breff ghegeven, de 
mit unseme ingesele is bevestet. 

Dyt geschach unde wart beschreven na der bord godes dusent 
jare drehundert jare in deme negentegeden jare, des negesten doner- 
/dages vor sunte Gertruden dage. 

CopiaUmch Bl 37\ 

1319. Juni 13. Ayignon. 68. 

Papst Johann XXIL hestdtigt dem Kloster Waterler alle Frei- 
heiten und Verbriefungen seiner Vorfahren und der weltlichen 
FUrsten und Oberen, 

lohannes l| episcopus, servus servorum dei, dilectis in Christo tilia- 
bus . . abbatisse et conventui monasterii de Waterlere, ordinis Cister- 
ciensis, Alberstadensis diocesis, salutem et apostolicam benedictionem. 
Solet annuere sedes apostolica piis votis et honestis petentium precibus 
favorem benivolum impertiri. Eapropter, dilecte in Christo filie, vestris 
iustis postulationibus grato concurrentes assensu, omnes libertates et 
inmiunitates a predecessoribus nostris, Romanis poutificibus, sive per 
privilegia seu aiias indulgentias vobis et monasterio vestro concessas, 
necnon libertates et exemptiones secularium exactionum a regibus et 
principibus et aliis Christi fideiibus rationabiliter vobis et monasterio 
predicto induitas, sicut eas iuste et pacifice obtinetis, vobis et per vos 
eidem monasterio auctoritate apostolica confirmamns et presentis scripti 
pati*ocinio communimus. NuIIi ergo omnino hominum liceat^ hanc 



Nr. 67 — 70. a. 1319. 1320. 271 

pa^nam nostre ooii6nnatioDi8 infringere vel ei aosn temerario contraire. 
8i quis aatem boc attemptare presnmpserit, indignationem omnipotentis 
dei et beatorum Petri et Pauli, apostolorum eius, se noverit incursurum. 

Datum Avinione, idns lunii, pontificatus nostri anno tertio. 

Lucas. 

Ursehr. Wem, Die BUihulle mU lOHA | NNM | . PP : XXII han^ an langer 
roth und gelbseideneT Schnur. Auf der Ruckmte steht oben: Tancrinius Novftriensis, 
I4nk8 unten: X ttir . gross . et sex parvo . denar. 



1320. AprilSO. Magdeburg. 69. 

Otto, Graf zu Falkmstein, gibt dem Khster Waierler die Leib- 

ei^enen Konrad den Schmid, und dessen Sohn, wie ihm sein 

Schwager (sororiuR) Walfer ron Amstcin dieselben geschenkt hat. 

In nomine domini amen. Nos Otto dei gratia comes in Yalken- 

steyn recognoscimus publice per presentes, quod dedimus domine 

Mechtildi abbatisse in Waterlere ac toto conveutui ibidem ac in honore 

sagwinii domini noatri Ihesu Christi Oonradum fabrum et filium suum 

cum omni servili condicione, sicuti nobis sororius noster dilectus 

Wolterus de Amsteyn ipsum, scilicet predictum Conradum, asignavit (!), 

ita et nos asignamus eum et fllium snum predicto conventui pure 

propter deum, et hoc cum heredum nostrorum voluntate. Ne igitur 

istud in postemm^ ab aliquibus vioiari poterit, cum munimine sigilli 

nostri fecimns roborari. 

Actum et datum Maydeborch , anno domini M'*CCC"XX», in vigilia 
Philippi et lacobi beatorum apostolorum. 

Uraehr. Wem, mit Siegelfragment, vgl Taf IX, 68. 
1) Hdschr. postrO. 

1320. Deceinber26. 70. 

Ulrich der Jiingere, Graf zu Begenstcin, gibt dem Kl. Waterler 
das Eigenthum von drittehalb Uufen zu Odorp, die Ilitter Jofiann 
von Dingdstedt, Amold von Gitter und ein gewisser Quarter von 
ihm zu Lehn getragen und zu Gunsten des Klosters resignirt 
haben. 

Nos Olricus dei gratia comes in Regensteyn iunior universis presens 
scriptuni intuentibus recognoscimus in pcrpetuum dilucide protestantes, 
quod ad honorem beatissime Marie virginis ac sanguinis Christi reli- 
giosis dominabus Adelheydi abbatisse, Elizabet priorisse totique con- 
ventui sanctimonialium in Waterlere duos mansos cum dimidio in villa 
Odorpe sitos libertavimus et proprietavimus cum omnibus suis perti- 
nenciis in aquis, pratis, silvis, pascuis, agris cultis pariter et incultis, 
quemadmodum dominus lohannes de Dingheistide miles, Amoldus 
de Gitere et quidam dictus Quaiiier a nobis dictos mansos et dimidium 
rccipcrant et tenuerant in pheodo, libere et quiete perpetuo possidendos. 



272 Cl-.l^cjrm-criniM^- (HeiliwTiMat-) Eloster Waterier. 

NaiD ad boc predicti, at dictoram mansonim et dimidii proprietas 
dictin dominabas, videlicet abbatisse et priorisse ac conventoi predicto, 
a Dobis dooaretar de pleno consensa omniam heredam eorami, qaorom 
de iare consensas faerat reriairendaSy nobis sepedictos mansoe et dimi- 
dinm com omni iare, qar>d in ipsis habaerant, rennnciantes libere 
resignaverant. In hnias igitar resignacionis et donacionis sen proprie- 
tacionis verias testimoninm presentibns sigillam nostram doximas 
ap{K>nendum. Ceterom nos Sytridus, dei gratia Magdebnrgensis ecclesie 
canonieas, Gerardus et Hinrieas, fratres comitis sapradicti, pobiice 
rec^i^ooscinios in hiis scriptis et snb sigillo fratris nostri comitis ante- 
dicti, quod hec resignacio et donacio facta est de nostro beneplacito 
et sororis nostre Mechtildis, uxoris nobilis de Keverenberch et consensn. 
Testcs hnios sont: dominus lohannes Cosce, Henricns Scat, lohannes 
de Merica, milites nostri; Segebodo Cosce, Henricus de Demebarc, et 
alii qoamplnres fidedigni. 

Aetum et datam anno domini M^^CCC^XXI^ in vigilia beati lo- 
hannis ewangeliste. 

Urschr, Wern. mit heschddigtem Siegel, wdches im dreieckigen SchHde die rechis- 
gesielUe Hirschstange mit 3 nach oben gebogenen Enden zeigt. — Da zuWeihnaMen 
der Jaftresanfang icar, so gehOrt die Urkunde ins Jahr 1320. 

1) Die Hdschr. eorumd. 

132hJauilO. n. 

Otto, Graf zu FcUkenstein, gibt dem Kloster WcUerler anderthdlb 
Ilufen zu Odorp und eine halbe Hufe zu Ellingen, wdche die Ge- 
briider von Beck von ihm eu Lehn trugen. 

Nos Otto, dei gratia comes de Valkenstein, recognoscimus coram 
oniversis Cristi fidelibns publice protestando, quod nos de scitu et 
couseosu filiorum noutrorum et filiai-um nostraruin omniumque heredum 
nostrorum et omnium eorum, quorum consensus ad hoc de iure sen de 
coiisuetudine requirendus fuerat, dedimus et in hiis scriptis damus 
monasterio et conventui sanctimonialium sanguinis Cristi in Waterlere, 
lialberstadensis diocesis, alterum dimidium mansum situm in Odorp 
et dimidium mansum situm in campis Elligen; quos quidem mansos 
Thidericus et Hinricus fratres dicti de Beck feudaliter habuerant, com 
proprietate et cum omni iure cum areis et cura omnibns ad ipsos per- 
tinentibus in villa et in campis possessione quieta ac iusto proprietatis 
titulo perpetuo possidendos, renunciantes omni iuri, quod nos in ipsis 
mansis habuimus, nobis et nostris heredibus nichil iuris quomodolibet 
in mansis huiusmodi retinendo, voleutes eis super hiis mansis suf- 
ficientem prestare warandiam, si est opus. In cuius nostre donationis 
evidens testimonium presens scriptum dedimus appensione nostri sigilli 
communitum. 

Datum et actnm anno domini M^CCC^^XXI^, feria quarta in septi- 
mana sollempnis festivitatis penthecostes. 

Copialb. Bl 45 \ 



Nr. 71-73. a. 1321. 1322. 273 

laSl. JiiU8. 72. 

AJbredd, Bischof vcn Hodberstadt, ubereignet dem Kloster Waterl^ 
das EigenOmm emer demsdben vam Eitter Peter von Semmenstedt 
geschenkten hcUben Hufe zu Osterwiek. 

Id nomine domini amen. Albertus dei gratia Halberstadensis 
ecclesie episcopns omnibns in perpetaum. Ne ea, que fiont in tempore, 
post lapsum temporis evanescant, expedit scriptnre testimonio et in- 
scriptione testinm perhennari. Igitur tenore presentium recognoscimus 
publice protestando, quud damus claustro sanctimonialium inWaterlere 
in laadem et honorem sanguinis domini nostri lesu Gristi et gloriose 
Tirginis matris Marie proprietatem dimidii mansi in campo ante civi- 
tatem Osterwick, quem dominus Petrus miles dictus de Zimmenstede 
contnlit pro se et pro suis amicis claustro Waterlere supradicto, quam nos 
hactenus habuimus in dimidio manso cum consensu omnium illorum, 
quomm consensns et voluntas ad hoc de iure foerat requirendns. Ut 
antem nuUi in posternm sit dubium, ideo donationem nostram cum 
appensione nostri sigilli roboramus. Testes huius sunt: dominus Her- 
bordns dictus Mor, canonicus maioris ecclesie, et dominus lohanneSy 
decanns sancti Mauritii, et lohannes de Reinstede, canonicus sancti 
Mauritii; et lobannes miles dictus deRomesIeve, et alii plures fidedigni. 

Datum anno domini M'^CCC<'XXI'', in die sancti Kiliani martiris. 

Copialb, Bl 16\ 

1322. Aprll 28. Wernlgerode. 73. 

tjngetbreckt und Heinrich GAruder von Jerxheim gd>en dem 
Kloster WcUerler 2 Hufen, 2 Hofe und eine HofsteUe in Huder, 

Nos Engelbertus et Henricus fratres de Yerksem presentibus reco- 
gnoscimus^ cupientes ad noticiam omnium pervenire, quod vendidi- 
mus ecclesie conventuali in Waterlere et monialibus inibi deo famu- 
lantibus duos mansos sitos in campo Huslere et duas curias et unam 
aream in eadem villa sitas cum omnibus pertinentiis et usufructibus 
sine omni impedimento vel reclamatione heredum vel successorum 
nostrorum iure proprietatis perpetuo possidendos. In hnius rei testi- 
moninm sigilla nostra presentibus sunt appensa. Testes huius sunt: 
dominus Otto de Yerksem, plebanus in Rimbeke, Anno miles de 
HartesrodCy Henricus et lordanus, filii monetarii in Wemingerode, et 
quamplures alii fidedigni. 

Datum et actum Werningerod, anno domini M^CCC^^XXU^, feria 
quarta post Georii martiris. 

Unchr. Wern, Das erstere Siegel in hdlgelbem durehsichtigem Wachs 8. abg^. 
Taf. XI, Nr, 61. Von dem zweiten ist um noch ein Urnansehnliches Bruchstiick 
erhaUen. 

a«MliiehtMi.d.Pr.8MliMii XV. 18 



274 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloeter Waterler. 

1322. August 10. 74. 

JDcLS Kloster Hdningen nimmt das Kl, Waterler in seine Briider- 
schaft und in die Gemeinschaft seiner guten Werke auf. 

Ger 1 dei sancte ecclesie gratia abbatisse in Waterlere toto- 

que(!) collegio ibidem M. priorissa sanctimonialiuDi in Henigge cum 
omni conventu orationes sinceras in filio virginis gloriose. Paulo 
attestante spiritibus deorum spiritualia et similibus congaudent similia. 
Eapropter in nobis specialis afiFectus decrevit vobis dare vestroque 
collegio et concedi a domino postulamus fraternitatem ac familiaritatem 
nostri collegii necnon participationem plenariam omnium bonorum 
operum, quecunque fient de cetero in toto nostro capitulo, videlicet 
in psalteriis, vigiliis, ieiuniis, castigationibus, genuflextionibus (!) et 
in omnibus spiritualibus exerciis(!), in quibus placare, mitigare faciem 
et clementiam Ihesu Christi et beate Marie eius gentricis (!) in vita 
pariter et in morte^. In cuius dilectionis signum sigillum nostrum 
apposuimus in testimonium et munimen. 

Anno domini M"CCC°XX1I°, actum et datum in die Laurencii. 

UrscJtr. Wern. Dm heschddigte paraboliscJie Conventssiegel zeigt 8S. Petrm 
tmd Paulus in ineJir als Imlber Ficfwr unter eifiem Baldachin und iiber einer CkmsoJe, 
Umschrift: t PETRI : ET PAVLI IN HENIGGE f. Vgl. zu Nr. 43. 

1) G* loohl = Gertrudis. — 2) Das Verbwn fehlt! 



1323. April 4. 75. 

Der Ritter Eermann von Goivisch gibt deni Kloster Waterlcr dns 
Eigenthum eines Hofes daseJbst und der darin angelegten Miihle, 
wdche Heinrich Molenhof von ihm m Lehn hatte, 

Nos Hermannus miles de Gowische lucide recognoscimus omnibus, 
quibus presentes exhibite fuerint, publice protestantes, quod quandam 
curiam sitam in villa Waterleren, quam Henricus dictus Molenbof a 
nobis in feodo tcnuit, et molendinum in ipsa curia edificatum et eideni 
curie adiacens appropriamus seu proprietamus ecdesie conventuali 
sanctimonialium eiusdem loci dictam curiam cum molendino et omnibus 
suis pertinentiis et usufructibus, liberam et ab omni iugo advocacie 
vel servitutis exoneratam iusto proprietatis titulo perpetue possidendam. 
Ne autem in hoc facto per aliquos nostros posteros quisquam oriatur 
impedimenti scrupulus, sigillum nostrum presentibus duximus appo- 
nendum. Testes huius sunt: Waltherus de Leren, lohannes de Sudhc- 
rode, Henricus de Bochde, Ludoifus et Brnno de Gitere, et qnamplures 
alii fidedigni. 

Datum anno domini M^CCC^XXIII«, feriall», in die beatiAmbrosii 
confessoris. 

Urschr. a. Berg. mit dem Taf. XI, 77 abgtbUdeten heschadigten Siegd, 



Nr. 74-77. a. 1422-1824. 275 

im, Mat6. 76. 

AlbredU und^Bernhard, Grafen eu Begenstein, gAen dem Kloster 
Waterler das Eigenthum einer haJben Ilufe zu Odarp. 

In nomine sancte et individue trinitatis amen. Nos Albertns et 
Bernhardns dei gratia coniites de Reghensteyn omnibns in perpetnam. 
Ne ea, que agnntur in terapore, simul labantur cnm tempore, cautnm et 
ntile est, ut scripturamm autenticis redigantur. Hinc est, quod nos 
tam presentibns quam futuris huius seculi cupimns fore notum, quod 
de maturo consilio ac bona omnium, quorum interest vel interesse 
poterit, voluntate donavimus cum consensu et arbitrio proprietatem 
dimidii mansi siti in campis Odorpp, que ad nos et ad nostros pro- 
genitores pertinebat, cum omni fructa et utilitate tam in villa quam 
extra villam abbatisse et conventui sanctimonialium grisei ordinis in 
Waterlere pro salute et remedio oninium animarum parentum nostrorum, 
nostrarum ac nostrorum successorum perpetue possidendam, sicut nos 
et nostri parentes possidebamus. In cuius rei testimonlum sigilla nostra 
presentibus duximus apponenda. Testes huius rei sunt: dominus Al- 
bertus de Monte et Lodewicus de Elvelingerode, milites; Otto de 
Hakenbome, Hinricus Mus, famuli, et alii quamplures fidedigni. 

Datum anno domini M^^CCC^^XXUU, in die sancti lohannis ante 
portam latinam. 

CopiaJb. Bl. 8^, . 

1334. JuU 26. Quedllnburg. 77. 

Das Stift Quedlinburg iibereignet dem Kloster Waterler das Eigen- 
thum der MiiJde am S. Jacabskirchhofe daselbst. 

In nomine domini amen. Quoniam ea que, geruntur in tempore, 
simul evanescunt cum tempore et a memoria hominum per oblivionem 
sepius dilabuntur, necesse est, ut scriptis autenticis et fidelium testimonio 
perhennentur. Hinc est, quod nos lutta abbatissa, Sophia preposita, 
Ermegardis, decana ecclesie Quedelingburgensis, tenore presentium 
recognoscimus, volentes omnibus Christi fidelibus tam presentibus quam 
posteris fore notum, quod ex communi conscnsu totius nostri capittuli 
condigna recompensatione recepta appropriavimus sive appropriamus 
ecclesie sacri sanguinis lesu Cristi in Waterlere molendinum, situm ih 
eadem villa cimiterio ecclesie sancti lacobi adiacens, cum fabrica et 
curia attinente et silva adiacente et cum censu quinque lotonum annu- 
atim nobis olim inde derivante omnique iugo servitutis sen advocatie 
vel cuinscnnque exactionis liberum cum omni libertate et iure et atti- 
nentiis, sicnt hactenus ecclesie nostre pertinnisse dinoscitur, iure perpetuo 
possidendum. Ne autem in posternm de huiusmodi facto dubium vel 
dissentio qualiscumque possit evenire, sigilla nostra et ecclesie nostre 
presentibus in testimoninm evidens sunt appensa. Testcs bnius rei 
sant: dominus Herbordus dictus Mor, canonicus et officialis ecclesie 

18* 



276 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

Halberstadensis, dominos Albertas, plebanns sancti Benedicti antiqae 
civitatis in Quedelingbnrgfa, dominus GherarduSi plebanns nove civitatis 
ibidem, clerici; dominus Lodewicus de Elvelligberode, dominus lohannes 
de Langhele, milites; lohannes dictus Mor, lohannes de Langhele, 
famuli, et quam alii plures fidedigni. 

Actum et datum in Quedelingburgh, anno domini M«C®C**C*»XXnil«, 
in crastino beati lacobi appostoli. 

OopiaJb. Bl 1\ 

1325. Decembere. 78. 

Das Kloster Waterler behundd, dass Konrad von Veckenstedt, 
' Burger gu Osterwieh, vom Kloster eine 1 Loth m Gdlli zinsende 

halbe Hufe in der Flur genannter Stadt inne hat, die detn Kloster 

von dem Laienbruder Friedrich von Beck und dessen Geschmstem 

geschenkt ist. 

Ne ea, qne geruntur in tempore, simul evanescant cum lapsu tem- 
poris, expedit res gestas scripturarum testimonio perhennari. Hinc 
est, quod nos Uermannus prepositus, Adelheidis abbatissa, Adelheidis 
priorissa totusque conventus sanctimonialium ecclesie sacri sanguinis 
lesu Christi in Waterlere recognoscimus presentibus publice protestaudo, 
quod Conradus de Vekenstede, civis in Osterwik, Margarethaque uxor 
sua^ et sui veri heredes tenent ab ecclesia nostra dimidium mansum 
situm in campis dicte civitatis iure hereditario possidendum, cuius 
proprietatem honesti viri fratres de Bek, scilicet frater Fredericus con- 
versus noster, Thidericus et Hinricus famuli, [et] domina loanna, mo- 
nialis in Adesleve, soror ipsorum, ecclesie nostre propter deum et ob 
reverentiam sacri sanguinis contulerant, de quo dimidio manso dabitur 
annuatim dicte ecclesie nostre unus loto usualis argenti in die beati 
Galli annis singulis persolvendus. Preterea memoratum Conradum 
cum omnibus suis veris heredibus in dicto dimidio manso waranda- 
bimus, imo presentibus warandamus. 

Testes: loannes iudex in Osterwik, Carolus de Hoppelstcde, Hin- 
ricus de Schowen, Thidericus de Dedeleve, burgenses ibidem; Frede- 
ricus advocatus de Vekenstede, Thidericus decimator de Schowen. 
Datum anno domini M°CCC°XXV®, in die beati Nicolai episcopi. 

Au8 Niemawns Vrlcmden^Aussugen das Sti/t S. Burchardi in Halberstadt 
betr. Bl 3\ 

1) Statt: Marg , quae uxor fuit. 



1327. MSrz 26. 79. 

Bas Kloster Waterler nimnvt den Kaiand eu EHenstedt in seine 

Bruderschaft tmd in die Gemeinschaft seiner guten Werke auf, 

In nomine domini amen. Dicititur (!), quia fidelis amicus omni 

tempore diligit, hinc est, quod nos Hermannus prepositus, Adelheydis 

abbatissa, Adelheydis priorissa totusque conventus sanctimonialium 



Nr. 78-80. a. 1826—1327. 277 

ecclesie sacri sangainis Ihcsu Christi in Waterlere fidelem aniiciciam 
et caritativam devotionem qaarundam personarum, fratmm kalendarum 
in Eylstede, considerantes quani circa nostram ecclesiam et conventum 
ob reverentiam gacri sanguinis gerunt, ut certis indiciis didicimus et 
veraciter experti sumas, damus et concedimus eisdem fratribus tam 
clericis quam laycis omnibns ac singulis plenam fraternitatem nostram 
et omnium bonorum operum perfectam participationem , que in nostro 
cenobio die noctuque in missis, vigiliis, ieiuniis, orationibus, castiga- 
tionibus aliisque bonis operibus operari dignabitur divina dementia 
salvatoris, rogantes eos omnes et singulos, ut et nos bonorum suorum 
operum etiam participent propter denm. In huius evidentiam tacti 
presentes litteras nostris sigillis appositis duximus muniendas. 

Datum anno domini M*»CCC«XXVII^ in crastino annunciationis 
beate Marie virginis. Valete in domino, amen. 

Urschr. Perg. Wem. mit Bnichst d. QnwentmegeU (vgl. laf. II, Nr. 21), 
Von ausserhaJb ist van einer Hand des ausgehenden 15. Jh. bemerkt: nichil (d. h. 
„hringt nichts ein!"). 



1327. MSrz 27. 80. 

D(is Kloster WcUerler versichert, dass fur die vom Stiflshemi 
Johann von Beinstedt zu 8, Bonifacii in Halberstadt vom Hereog 
Otto eu Braunscfiweig , den von Bodendiek und von Goslar er- 
kauften und dem Kloster geschenkten vier Hufen sammt einer 
Hofstdle zu Waterler ein Kaplan unterhalten, demseCben eine 
Wohnung angeioiesen, die gestifteten vier Gezeiten richtig gehaUen, 
endlich derselbe fiir eine bestimnUe Summe gespeist tverden soU. 

In nomine sante et individue trinitatis amen. Nos Hermannus 
prepositus, Adelheydis abbatissa, Adelheydis priorissa totusque con- 
ventus sanctiraonialium sacri sanguinis Ihesu Christi in Waterlere ad 
noticiam universorum tam presentis quam postere nacionis dedncimus 
publice protestantes, quod dominus lohannes dictus de Reyenstede, 
canonicus ecclesie sanctiBonefacii(!) in Halberstat quatuor mansos sitos 
in campis ville Waterlere, quos cum area et aliis iuribos universis 
pertinentibus ad eosdem mansos tam in villa quam extravillamWater- 
lere sua pecunia ab iliustri principe Ottone duce in Brunswich, lohanne, 
Hinrico fratribus de Bodendike, Eriko, Lippoldo fratribus patruelibus 
eorundem, lohanne milite et Annone tamulo fratribus dictis de Goslaria 
comparavit, monasterio nostro contulit modo infrascripto et cum eisdem 
quatnor mansis de consensu nostro mero et expresso ac omnium quorum 
interest seu interesse poterit in futurum, capellanum perpetnum ad 
ofBciandum quoddam altare eidera capellano suisque successoribus 
deputatum in monasterio nostro instituit et ordinavit, quod monasterium 
nostrum predictos quatuor mansos colat et de eisdem mansis ipsi 
capellano suisque successoribus viginti maldra tritici et totidem avene 
annnatim a monasterio nostro integraliter persolvantur. Si vero in 



278 Cistercienserinnen- (Heiligonblat-) Kiostcr Waterler. 

solucione dictoruni maldrornni aliquis fuerit defectus, cxtunc capellanus 
qui pro tenipore fuerit colendi predictos mansos per se seu locandi 
alteri, prout sibi placuerit, liberam babebit potestatem. Gui quidem 
capellano suisque successoribus assignabimus mansionem in curia 
nostra competentem; cuius eciam capellani suorumque successorum 
institucionem seu provisionem sepedictus dominus lohannes ac dominus 
Conradus de Hiidensem, perpetuus vicarius ecclesie Halberstadensis, 
fratres, quamdiu vivunt liberam retinebunt, vel alter ipsorum, quidiucius 
supervixerit. Ipsis vero sublatis de medio, ad abbatissam monasterii 
nostri institucio seu provisio predicta pertinebit. Qui capeilanus suique 
successores ad quatuor memorias omnium fidelium defunctorum, quas 
prefatus dominus lohannes per conventum nostrum annis quibuslibet 
certis temporibus cum vigiliis ac missis animarum sollempniter per- 
agendas instituit, pro consolacione habenda in dictis niemoriis con- 
ventui nostro unam marcam usualis argenti, scilicet in qualibet memoria 
unum fertonem eiusdem argenti, annis singulis secundum ordinacionem 
prememorati domini lohannis ministrabunt. Insuper recognoscimus, 
quod prelibatus dominus lohannes prebendam unam ad mensam domini 
prepositi nostri ipsi capellano suisque successoribus in perpetuum una 
cum ipso preposito nostro ministrandam pro ceila summa pecunie nobis 
integraliter persoluta ac in usus monasterii nostri conversa comparavit, 
que prebenda, si in mensa prepi^siti nostri capellano suisque successoribus 
vel alicui ipsorum non competeret, tunc ad habitacionem ipsius capellani, 
qui pro tempore fuerit, dabitur qualibet diminucione cessante. Ad que 
omnia et singula supradicta pcrpetuis temporibus iideliter observanda 
nos nostrumque monasterium presentibus obligamus. £t ut omnia 
supradicta rata et firma permaneant ac in perpetuum inviolabiliter 
observentur, presentem paginam in testimonium et robur omnium pre- 
missorum confectam sigillorum nostrorum, videlicet prepositi, abbatisse 
ac conventus nostri munimine duximus roborandum. 

Datum anno domini M°CCC°XXVn«, sexto kalendas Aprilis. 

Urschr. Wern. Das Propst- u. Aebtissinnefisiegel s. Taf. II, Nr. 16 und 18. 
Das Conventssiegel ist nicht mehr vorhanden. 



1327. November 30. 81. 

Die von Beck geben denuKhster Waterler das Eigefithum an 
zwei Hufen zu Beck bei Osterwiek, wovon jahrlich ein Loth SiTbcrs 
in die Kusterei gegeben werden soll. 

In nomine domini amen. Ne ea, que ab hominibus recte ac fide- 
liter aguntur, inconstantis animi malignitas infringat seu oblivionis 
scrupulus deleat et abstergat, bonum est et utile, ut scriptis autenticis 
perhennentur, ut cum presens hominum memoria defecerit, scripture 
testimonio factum perpetuam contineat^ firmitatem. Hinc est, quod 
nos frater Fredericus in Waterlere, Thidericus et Hinricus famuli dicti 
de Bhek fratres ac lohanna soror nostra; monialis in Adesleve , tenore 



Nr. 81— as. a. 1327 -1B38. 279 

presentioin recognoscimns, volentes tani prcBentibus qnani posteris Ibre 
notum, quod bona voluntate et libero arbitrio plenoque consensu 
omninm, qaonun interest sen interesse poterit, damas et conferimus 
ecclesie sanctimoniaiium sacri sanguinis lesu Cristi in Waterlere pro- 
prietatem duorum mansorum sitorum in campis Bhek prope civitatem 
Osterwik, hoc tamen adiecto, quod in crastino beati lohannis Ewan- 
geliste singulis annis perpetuis temporibus custodi dicte ecclesie in 
Waterlere ad offitium custodie prepositus seu magister curie qui pro 
tempore fuerit ex predictis mansis unum lotonem usualis argenti dabit 
expedite. Ut autem hec nostra donatio firma maneat in perpetuum et 
inviolabiliter observetur, nos Thidericus et Henricus de Bhek fratres 
prenominati litteras presentes dedimus sigillorum nostrorum munimine 
roborandas(!). Huins rei testes snnt: dominus Hinricus sacerdos in Hade- 
mersleve, dominus Nicolaus, capellanus dicte ecclesie, Wolterus et Con- 
radus, conversi, et alii quamplures fidedigni. 

Actum et datum anno domini M<'CCC''XXVlI<'y in die beati Andree 
apostoli. 

Copiaib. Bl, 16*. — 1) contincat /dr contingat? 



1330, 82. 

Biirchard, Graf zu Falkmstein, gibt dem Kloster Waterler das 
Eigenthum an zwei Hufen zuiEllingen, welche die van Molenhof 
zu Lehn getragen hahen. 

In nomine domini amen. Nos Borchardns dei gratia comes in 
Valkenstein omnibns in perpetunm. Ut maior fides adhibeatur negotiis 
gestis, expedit inde scripturam fieri, que contineat testimonium veritatis. 
Uinc est, quod cnm consensn omnium nostrorum, quorum interest, et 
ob remedium^ parentnm nostromm et salutem propriam donavimus et 
presentibus donamus preposito et conventni sanctimonialinm in Water- 
lere proprietatem duorum mansorum in campis Eilig sitornm, quos 
Hinricns advocatus et lohannes fratres dicti de MoIenhofT et uxor dicti 
Hinrici a nobis insto pheodo habnerunt, iusto proprietatis titulo perpetuo 
possidendos. Ut autem huiusmodi donatio ipsis rata peimaneat et 
nostris snccessoribus innotescat, dedimus presens scriptum super hoc 
confectnm nostro sigillo firmiter commnnitum. 

Actnm et datnm anno domini M<>CCC°XXX«. 

Copialb. Bl. 45\ Udjerschnft: ElUng. (Ende d. 15. Jh.) 
l) animarum feMt 



1333. MSrz 35. 83. 

Dithmar, AU zu Ilseneborch, giht eine von Ulrich (Olrico), Graf 
zu Regenstein (Reghenstene), seinem Kloster geschenkte Eufe zu 
Odorp (in campis 0.), die Hoyer von Selede von jenem Grafen 



280 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) KlosterWaterler. 

zu Ijchn gefragm hatte, an den Tropst (hoDorabilem virum), 

Aebtissin und Convent des Klosters WcUerler. 
Datnm anno domini M^^GCC^^XXX^ in die Annantiationis dominice. 
Gedr,: Bsenbwrger Urkundenb. 234, 



1333. M8rz25. 84, 

AlbredU, Bischof von Halberstadt, willigt in die mrstehefide von 
Abt Dithmar und dem Kloster Ilse^id>orch geschehene Schenkung 
einer Hufe im Fdde zu Odorp, die Hoyer von Sehlden von dem 
eddn Herm Grafen Olri<ihe von Begensten zu Lehn hatte, an das 
Kloster zu Waterler, 

Gegheven von goddes borth dasent jar drihundert jar in deme 
driendritheghesten jare, an deme daghe der bddeschofth goddes. 
Gedr,: Ilsenburger Urku/ndenb. 285, 



1333. Juli 20. 85. 

Albreckt, Bischof von Halberstadt, bestdtigt dis seitens des (Stifts- 
herm zu S. Bonif,) Johannes von Beinstedt genuichte Schenkmig 
von vier Hufen fur den Bedor der S. AnnenkapeUe zu Waterler. 
Albertus dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopas . . omnibus 
in perpetuum. Votis petentiam decet nos condescendere in licitis et 
honestis, et precipue in hiis, que augmentum respiciunt cultus divini. 
Hinc est, quod nobis in Christo dilecte . . abbatissa, . . priorissa et 
conventus sanctimonialium in Waterlere transitnre ad novam structuram 
earum, ne capella sancte Anne, quam desernnt, finistretur oificio debito 
ordinarunt, quod dominus Nicolaus, pro nunc deputatns in rectorem 
dicte capelle, et quicunque pro tempore ei snccesserit presentatus ad 
eandem ipsi debitum officium inpensurus, qnatuor mansorum fructus, 
qnibns ydonens vir dominus lohannes de Reynstede, non immemor 
sue salutis, ipsam capellam dotavit, percipiat et suos faciat annis 
singulis pro necessitate et commodo sui victus. Dictus etiam dominns 
lohannes et frater eius Conradus, vicarius dicte ecclesie nostre Halber- 
stadensis, quoad vixerint, . . abbatissa vero post mortem ipsorum qne 
pro tempore fuerit ad dictam capellam quociens vacaverit presentabunt. 
Quam ordinationem ipsarum sanctimonialium providam utique et lauda- 
bilem ad preces earum approbamus et confirmamus auctoritate ordinaria 
presentibus nostro sigillo in testimonium sigillatis. NuUi ergo hominum 
liceat hanc nostram confirmationem infringere vel ausu temerario con- 
travenire. Qui autem contra dictam nostram confirmationem aliquid^ 
temere attemptaverit, indignationem dei omnipotentis et nostram se 
noverit incursurum. 

Datum anno domini M°CCOXXXIII^ XIII« kalendas Augusti. 
Urschr, Wern. Siegel (an Pergamentstreifen) nicM mehr vorhanden, 
1) a'd. 



Nr. 84-87. a. 1333 -13:». 281 



1334. MSrz U, Waterler. 86. 

Aebiissin und Cmvent zu Waterler bekenfien, dass die drei Klaster- 
jungfrauen Johanna vcn Derenburg, Bertradis von SckUmstedt 
und Elisabeth van Levede die EinkUnfte der van ihnen vom RUter 
Peter van Semmenstedt fiir 17 Mark und einen halben Vierding 
erkauften haJben Hufe eu Odorp erhaUen und dass diesdben dar- 
nach an die Kusterei faUen soUen. 

ElUabet dei gratia abbatissa, Adelheydis priorissa, Intta castrix, 
Odilia oelleraria totiigqae conventns ecclesie in Wateriere omnibns 
presencia visuriB salatem in domino Iheeu Christo. Qoe in tempore 
gerantor, ne a memoriis hominom Bimol com lapso temporis dilabantor, 
necesse est, ea scriptoraram ac Bigillornm instramentis firmiter roborare. 
Hinc est, qaod nos abbatissa, priorissa, thesaararia, celleraria pretacte 
totosqoe conventos ad noticiam coiaslibet aadientiB eea videntis capimoB 
devenire, quod qoedam nostre conventnales, videlicet lohanna de Derne- 
borch ac Bertradis de Slanstide necnon Elisabet de Levede Boa peconia 
conparavemnt unum mansom Bitam in campisOdorp cam omni iore et 
proprietate pro decem et septem marcis com dimidio fertone a strennoo 
milite Petro dicto de Scymmenstide ista condicione adiecta, qood hec 
prenominate tres, scilicet lohanna, Bertradis et Elisabet, fmctos mansi 
prescripti totaliter ad tempora soe vite sibi tollent. Una sive doabos 
deftinctis tercia fractas pretactos omnimode sibi tollet, et hoc omnibus 
dobiis, qoe ab abbatissa sive a preposito tonc temporis ac toto con- 
vento inici poteront postergatis. Preterea hiis omnibus, Bcilicet tribus, 
viam universe carnis ingressis, froctas de predicto manso derivantes 
ad officium nostre custodie iagiter pertinebont, scilicet ad necessaria 
divino cultui eo melius conparanda. Ultima vero istamm trium que 
sopervixerit duabus defunctis qnandocunque egrotaverit et penam 
mortis se non evadere eognoverit, presens scriptum tunc temporis 
tesaurarie sine dilacione tenebitur presentare. Ne igitur in posterum 
huic nostre actioni sive focto dubii quid quis iniciat aut erroris, presens 
scriptum nostro sigillo dedimus roboratum. Testeshuius sunt: dominus 
Nicolaus, dominus Gonradus, frater Gonradus, Hinricas de Lochtene 
ibidem capellanus, et alii quamplnres fidedigni. 

Datum Waterlere, anno domini M*»GCC*» tricesimo IIII**, in cena 
domini. 

TJrBchr. Wern. Siegd nicJU mehr erhalten. 



1335. April 23. 87. 

Das Kloster S. Viti zu Drubeke verkauft dem iVops^ und Convent 
jfuWaterler eine Miihlenstdle und einen dabei gelegenen HoUfleck, 



282 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

ivel<:he jdhrlich V2 ^^(^rk und ein Fiinftel zinsen, fiMr 5 Mark 
und einm Vierding scJiwarzen Silbers. 

Datum aDDo domini MoCCC«XXXV«, in die beati Georgii martiris. 
Gedruckt: Drubecker Urkundenb, 78, 



1335. Mai 13. 88. 

Das Kloster Walkenried verkauft detn Priester NicoUms voti 
l^aden m Waterler eine Hufe 0U Odorp fur 20 Mark Sitbers, 
welche mm Besten ihres Uofes Schau^n verwendet sind. 

No8 frater Eckehardus dictas abbas in Walkenreden totugque con- 
ventus universis Christi fidelibus notum esse cupimus et publice prote- 
stamur tam presentibus quam posteris, quod urgente nos gravi onere 
debitorum communi tractatu et matura deliberacione prehabitis de 
unanimi consensu omnium uostrornm et singulorum, quorum interest et 
interesse poterit, unum mansum cum omni proprietate et iure liberum 
et solutum ab omni decimacione situm in campis Ordorp vendidimas 
domino Nycoiao de Staden, sacerdoti in Waterlere, pro viginti marcis 
usualis argenti nobis a predicto Nycolao integre persolutis et in evi- 
dentes usus nostre curie Scowen iam conversis. De ipso autem manso 
predicto domino Nycolao emptori, si aliquod inpedimentum habuerit, 
warandiam prestabimus et prestamus. Premissorum testes sunt: frater 
Henricus de Bruneswich, frater Heydenricus dictus Pampowe, frater 
lohannes Crispus, frater Dithmarus de Wernigerode, sacerdotes; frater 
Arnoldus aratri^ magister, frater Conradus pistor, frater Thidericas 
Berchbrfige et frater lohannes de Dale, conversi. In rei testimoniam 
sigillum nostrum presentibus duximus apponendum. 

Datum anno domini M^CCC^XXX^, in die beati Servacii episcopi 
et confessoris. 

Urschr. Wem. mU anhangendem beschddigten apitzovalen Siegel in rathem Wachs. 
— Auf der BOckseite fvndet stch von einer Hand des 15. Jahrh. die Angabe: Littera 
abbatis de Walkenrede super uno manso libero comparato a claostro suo ad capellam 
sancte Anne. — 1) arat\ 

im. December 18. Halberstadt 89« 

Albrecht, Bischof von Halberstadty gibt den Klosterjungfrauen m 
Waterler den Neubruchszehnten von sechs innerhalb der Unisaunung 
des Klosterhofs gdegenen Morgen. 

In nomine domini Amen. Albertus dei gratia Halberstadensis 
ecclesie episcopus omnibus in perpetuum. Moris est approbati apud 
sapientes, ut, quod ab eis rite et racionabiiiter geritur, in scripta auc- 
tentica redigatur, ne versucie calumpniancium in posterum pateat ullus 
locus. Hinc est, quod recognoscimus et presentibus publice protestamur^ 
quod nos moti paterno affectu circa pauperculas sanctimoniales monasterii 



Nr. 88-01. a. I«n5, inr.6. 2^3 

sacrosaocti san^uinis Chiibti in Watorlere pro relevanda earam neees- 
aitate, qua heu plurinium gravautur, dicto monaaterio aanctimonialium 
decimam novalium habencium sex iugera in mensura sita nunc infra 
aepta curie clauBtri intuitu dei liberaliter donavimu8 presentibusque 
donamus, ita ut a prestacione decime nobis et nostris successoribas 
debite et dictis novaiibus tam in fructibus quam in pecudibus et peco- 
ribus sepedicte moniales nunc et in perpetuum sint libere et exempte. 
In cuins donacionis nostre testimonium evidens sigillum nostrnm pre- 
sentibus est appensnm cum subscripcione testinm, videlicet honorabilium 
virornm dominornm lacobi decani et magistri Tbemonis, camerarii 
dicte ecclesie nostre, lohannis de Romesleve militis, et aliorum plnri- 
morum fidedignorum. 

Datum Ilalberstad, anno domini niillesimo CCC^^XXX^ quinto, feria 
secunda proxima ante festum beati Thome apostoli. 

Urachr. Wern. Das an T&rgainenistreifen angehangt gewesene Siegel ist nicht 
mehr vorhanden. 



1336. Aprll 14. 90. 

AUbredU tmd Berfiliard, GdmUler^ Grafen zu Reget^tein, geben 
dem Kaplan der S. Annenkapelle zu Waterler das Eigentfmm 
eines Morgens einer Hufe daselbst, weldie Heinrlch Nicolai in 
Husler von ihnen eu Ijchn trdgt. 

Nos Albertus et Bernhardus fratres dei gratia comites de Regen- 
steyn recognoscimus presentibus lucide protestando, quod cappelle sancte 
Anne in Waterlere site proprietatem unius iugeris unius mansi in 
campis Waterlere siti, quem mansum a nobis tenet sub pheodo Hyn- 
ricus Nicolai dictus, morans in Huslere, pure propter deum et ob 
salutem animarum nostrarum ac parentum nostrorum erogamus in hiis 
scriptis. In quorum evidentiam sigilla nostra presentibus sunt appensa. 

Sub anno domini M<>CCC^XXXVI^ dominica in qua cantatur Miseri- 
cordia domini. 

Urschr. Wem. Die beiden an Pergamentstreifen anhangenden nwden Siegel 
8. Tafd IX, Nr. 63 u, 64. 

1336. October 28. 91. 

Heinrich Molenhof gibt dem Kloster Waterler zivei Hufen m 
EUingen bei Schauen, wovon jdhrlich ein Vierding zum Licht 
beim heHigen Blut gegeben werden soU, 

Wy Hinrick Molenhoff unde Lutgard myn wyff bekennen in dissem 
breve alle den, de one horen unde sehn, djit wy hebben ghegeven 
twe hovjB up deme velde to EUinge boven Schowen mit alleme rechte 
an velde unde an dorpe in dat clostere to Waterlere der ebdischen 
unde der custerynnen unde der samninge gemeyne na unseni dode 
unde halve marck wergeldes van deme gude to gevende by unseme 



284 Cistercienserinnen- (HeiUgenblut-) Klester Waterler. 

lyve mit dyssem tinderschede: Dede my des ichtes nod unde lyves 
Dod, so wolde ik mik losen mit deme gnde ane allerleye weddersprake. 
Ock, wolde myn wyff edder scolde eynen anderen man miDnen na 
mynem dode, so were dat gnd des closters leddich unde lofi; sunder 
eynen werreverding scall me geven alle jare van deme gude to dena 
lichte des hilgen blodes. Dyt benomede geld scall me geven in deme 
achten dage sunte Peters unde Panli. Des henge wy unse ingesegel 
to dyssem breve des closters unde myn to eyner orkunde. 

Dusse rede is geschein by der ebdischen tyden vor Belen van 
Osterwick, na goddes bord dusend jare unde drehnndert jare, in dem 
sesundedrittigesten jare, in der hilgen apostelen dage Symonis nnde Jnde. 

CopiaJb. Bl. 46\ 

1337. Junl23. 92. 

Dcis Khster WdUingerode bekennt, d^iss Ludwig von Sehlde, Bilrger 
zu Goslar, von dem Stiftsherrn Heinrich Kegel dasdbst eineti vom 
Kloster fUr lOOMark versetzten Hof mit zehn Htifen zu Mulmke 
erkauft habe und willigt in dessen Ueberlassung an das Kloster 
Waterler unter Vorbehalt einer Ablostmg nadi den ndchsten fiinf 
Jahren. 

Van der gnade goddes we Johan provest, Conegund ebbedische, 
Sophia priorinne unde de ghemeyne covent des closteres toWoltinghe- 
rode bekennet in dissem openen breve, dat Ludoli van Selde, borghere 
to Goslere, heft ghekoft van hern Hinreke Keghele, canoneke to 
Goslere, mit usem willen unde wlbort enne hof nnde teyn hove to 
Mulbeke, de her Hinrek Tan os ghehat hadde, mit allem rechte nnde 
mitaller nut, de darto hort, an holte, an dorpe unde an velde; sunder 
dat kerklen to Mulbeke unde de eghendflm des sulven gudes scal use 
bliven. Dat vorebenomde gud heft he ghegheven dem goddeshnse to 
Waterlere dor got nnde vor penninghe, de he en sculdich was. Ok 
heft de sulve Ludelf (!) unde de covent van Waterlere de gnade os 
ghegheven, dat we dat vorebenomde gut moghet weder kopen na den 
neysten vif jaren, welkes jares we willet, twischen pinkesten unde 
paschen vor hundert lodeghe mark. Wanne we en de beret hedden, 
so were dat vorebenomde gut uses goddeshuses weder ledich unde 
los, unde dat ghelt ne scolden de vormfinden desses gudes nerghen 
keren, sunder in sodane stucke alset nu ghewesen heft, dat et to nut 
kome den clostervrowen to Waterlere eweliken, malker na erer antale, 
unde dat scolet se don mit witscap unde mit rede der, de disses gudes 
vormunden sint unde desse breve hebbet. Dat dit vast unde stede 
blive, so hebbe we dessen bref beseghelet mit usen ingheseghelen, 
des provestes unde des coventes. 

Unde is gheschen na goddes bort dusent drebundert jar, in deme 
seven undedritteghestenjare, in santeJohannesesavendetomiddensomere. 
Urschr. Wern. mit den gut erfialtenm Siegeln des Propsts (paraboliBch 43 tmd 
53™; und des Convents (rund 63"^"^). 



Nr. 92- H a. 1337. 1338. 285 

im Jimi 23. 93. 

Dcis Kloster Waterler bekenni, dem Kloster WoUingerode nach 
funf Jahren das Gut eu Mulmhe, einen Uof mit jsehn Hufefi 
gegen 100 ewischen Pfingsten und Ostem auszuzcMende Mairk 
loihigen SHbers uneder uberantworten eu wollen. 

Yan der gnade goddes we Roderie provest, Ylsebe ebbedische, 
Odylie priorinne nnde de ghemeyne coyent des closters to Waterlere 
bekennet in dissem openen breve, dat we scolet weder laten deme 
clostere to Woltingherode dat gut to Mulbeke, dat ifl en hof unde teyn 
hOYe, mit aller nut unde mit allem rechte na dessen neysten vif jaren, 
welkes jares de provest nnde de covent to Woltingherode willet, vor 
hundert mark lodeghes sulveres; de scolden se os bereden twischen 
pinkesten unde paschen. Disses to ener betfighinghe hebbe we en 
dessen brei ghegheven beseghelet mit nsen ingheseghelen, des provestes 
nnde des coventes. 

Na der bort uses heren goddes dnsent drehundert jar in dem seven 
uude dritteghesten jare, in sante lohanneses avende to middensomere. 

Urschr. mit dem Propat- und gewohnlichen Conventssiegd (rgl, Taf, II, Nr. 18 
umd 21) im komgl. Staataarchive zu Hannover. Vgl. auch ebds. daa im 17. Jh. 
angefertigte (hpialbuch ron Woltingerode S. 567, wo bemerkt ist^ dass man nicht 
wisse, rco das Dorf Mulbeke gdeaen sei, doch rieth man auf Mulmke, das jenem 
Khster nahe Uege. Da das Kl. WiHtingerode eonst nichts ron jener BetiUzung 
tcusste, 80 schhss man, dass es vom Kl. Waterler noch nicht ausgeiost sei. 



1888« December 22. 94. 

Das Kloster Waterler versichert, dass die EinkUnfte der von 
den dortigen geistlichen Jungfrauen Johanna von Derenburg und 
Bertradis von Schlanstedt vom Ritter Peter von Semmenstedt er- 
kauften und zur Kiisterei des Klosters geschenkten Hufe zu Odorp 
zu Wadhs und Licht beim heiligen Blut gebraucht werden sollen. 

We Elizabet von der gnade godes ebbedissche, Odilia priorinne, 
darmede de gance samninghe des godeshuses des hilgen blodes to 
Waterlem bekennen openberliken alle den, de dessen bref sehen, horen 
oder lesen, dat vor Hanne von Derneburch unde vor Bertrad von 
Slanstede myt unsem rade unde willen hebben ghekoft ene hove an 
dem velde to Odorp mit erem eghenen gude unde gelde von dem acht- 
bam riddere hera Peter von Zemmenstede myd aller vriheyd unde 
mid allem rechte to besittene wend an erer beyder ende. Darna so 
hebben desse vorbenomden vrowen nach der anwise goddes dat vor- 
bescrevene gfld gegheven in nnse kusterye af to plegene wirokes, 
wasses unde luchtes vor dem hilgen blode unde nicht den vrowen. 
Op dat desse ding stede bliven, so hebbe we uuser samnigh ingesegel 
an dessen bref ghehenghed. Der thuge desser geschichd sint: her 



286 CistercieDseriimen- (HeiligenUut-) Kloster Waterler. 

Peter von Zemmestede, riddere, her Nicolaus vicarius toWaterlem, unde 
darto Diderik von Bec. 

Dit is gheschen nach godes ghebort dusunt jar dmhundert jar in 
dem achtundrittegesten jare, latern dage sancti Thome des apostolen 
unsen heren Jhesu Cristi. 

Urschr. Wern. Das fragmentarisch erhaltene Siegel (s. Taf. LI, 21) liegt lose bei. 



1339. Mai 26. 95. 

Die (vonj Schmon verkatifen den Gebriklem von Beck vier Hufen 
zu Siidschauen fiir ^1/2 ^^^^ wnd versprechen diese so lange zti 
treuer Hand zu behalten, bis die Kdufer die Lehen erworben haben. 

Wy Hermen Sman, Wesseke, Hinrick, Gherert unde LudeloflF myne 
szone bekennen unde betugen in desseme jegenwardigen breve alle 
den, de one seth unde horet, dat wy hebben vorkoflft Diderick unde 
Hinrlck broderen gheheten van Beck unde oren rechten erven vere 
hove to Susscowen ane jenigerleye ansprake vor driddehalve swarte 
marck, unde scoilen one de holden to truwere handt also lange went 
se de lene were krighen. Tho einer orkunde unde to einer betugnisse 
disser dingk hebbe ik Herman Sman mit allcr vulbordt myner erven 
one dussen breflf ghegeven besegelt mit mynem ingesele. 

Dit is geschein na der bord goddes dritteinhundert jare in deme 
negen unde drittigesten jare, in des beyiigen lichammes dage. 

Copialb. Bh 39\ 

1342. December 18. 96. 

Das Khster Waterler bekundet, dass der Laimbruder Konrad 
eine halbe Mark an einem Hause in Wemigerode zu 3 Lichtem 
in der Klosterkirche erkauft hat. 

Nos Elizabet dei gratia abbatissa, Odilia priorissa totusque con- 
ventus sanctimonialium in Waterlere omnibus presentibus et futuris 
cupimus esse notum, quod frater Conradus, nostre ecclesie conversus, 
de scitu nostro et licencia in honorem preciosi sangvvinis^ Ihesu Christi 
uecnon beati lacobi, nostri patroni, emit dimidiam marcam in domo 
que dicitur Menscen civitatis Wernigherode in remedium peccatorura 
snorum et anime salutem ad tria lumina, videlicet ad elevacionem 
corporis Christi et ad duo alia summi altaris nobis perpetuis temporibus 
annis singulis persolvendam. Huius rei testes sunt: predicte domine, 
filie nostri clanstri, sanctimoniales qui(!) antedictam dimidiam marcam 
ad manns nostras et predicta Inmina receperunt; item Hennigns, tunc 
advocatus, cognomine de Hesnem, Conradns de Minsleve monetarius, 
et alii qnamplures fidedigni. In cuius empcionis testimonium sigillnm 
nostri conventus presentibus dnximus apponendnm. 

Datum anno domini M^CCC^^XLII®, quatuor temporum in adventn. 
Urschr. Wem. Bas Conventssiegel ist nwram Bande ein wenig verletzt. Vgl. Tafll^ 21. 
1) sangmunifl. 



Nr. 95— 9& a. 1889— 1S47. 287 

1846, October 28. 97- 

HeinrUh Mclenhof uberldsst dem Kloster Waterler zwei Hufen 
eu EUingen und Idsst demsdben die Ijdien auf 

Nos Hinricns dictus MollenhoflT et Lncka nxor eius, Hinricns et 
Lnderus dicti MoUenboff filii eomniy uniyersis, ad quos presens scriptnm 
peryenerit, notnm esse cupimus pnblice protestantes , qnod matnra 
deliberatione prehabita domino preposito, abbatisse et conyentni ecclesie 
sacri sanguinis lesn Cristi in Waterlere dnos mansos sitos in campis 
Ellinge prope yillam Schowen yendidimns cnm omnibus ntilitatibns de 
eis proyenturis ac iure ipsis appendentibus nsnfructns inre et nomine 
temporibus perpetuis libere possidendos, resignantes ergo ipsis prepo- 
sito, abbatisse et conyentui ius pheodale, quod hactenns ab eisdem 
tenebamus. Insuper renunciamns exceptioni non nnmerate sen non 
solute pecnnie ac quibnsiibet exceptionibus , defensionibus yel contra- 
dictionibus, beneficiis legum et canonnm aut consuetndinnm, qnibus 
possemus aut posse yideremur supradictam yenditionem reyocare, in- 
fringere aut modo qnomodolibet irritare. Testes premissomm snnt: 
dominus Hermannus plebanns in Hnfilere, dominns Hinricns de Stotter- 
ling; lohan de Lnchten, famulus, et alii plurimi fidedigni. In qnoram 
eyidentiam sigillum nostrum presentibns duximus apponendum. 

Datum anno domini M^CCC^XLV*», in die beatomm apostoloram 
Symonis et lude. 

Copidlb. El. 46\ 

1347. Mai 17. 98. 

Konrad, Graf zu Wemigerode, helcundet, dass Heinrich Molenhof 
auf zwei Hufen zu Schauen, die er von ihm eu Lehn trug, zu 
Gunsten des Klosters Waterler Verzicht gdeistet hat. 

Von goddes gnaden we Conrad greye to Wernigerode bekennen 
in dissem openen breye, dat Henrik Molnbof beft gedegbdinget mit 
deme proyeste hern Nyclawese nnd mit der ebbedisscben und mit 
deme conyente gemeyne der klosteryrawen des goddeshnses to Water- 
lere, dat se hebben scolen two hoye to Schonwen, de he yon on to 
lene hadde, nnd scolen de behalden und besitten mit alleme rechte in 
yelde, in dorpe, alse he de hadde, und heft der mit willen yortegben 
yor os. Und hebben disses to enem orkunde gegheyen dissen bref 
beseghelt mit nnsem tohaggenen yngheseghele. 

Na goddes bort dretteynhundert jar in dem seyen und yertyghesten 
jare, in demc donnersdaghe yor pynckesten aller neyst. 

Urschr. Wem. Das beschadigte rundt Si^el von gegen 56^^ Durchmesser 
zeigt in einem mit Blumenranken vergierten Felde einen damagcirten dreieckigen 
stehenden Schild mit den Forellen. UmschH/t: S' COMITIS . (CONRADI) DE . (WER- 
NIG)ERODE. Vgl Taf. VI, Nr. 45, doch ist zu bemerJcen, dass zvnschen deti 
ForelUn ganz 80 wie bei laf. VI, Nr. 48 das KledAatt sichtbar ist. 



288 Cistercieiueriniien- (HeiligenUat-) Ekwter Waterler. 

im. JnU 30. 99. 

Albredity Bisdu>f von Halberstadt, gibt dem Kloster Wateiier das 
Eigenihum der von den GebrHdem von Gmoisehe erkauflen von 
ihm lehnruhrigen und ihm aufgelassenen 6 Hufen sammt einem 
Hofe eu Waterler nd>st einem HoUfleck bci dem letzteren und 
. einem andem, Bimrod genannt, 

Albertas. dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopas omDibus in 
perpetnam. Moris est approbati, at qaod rite geritar in scriptara 
aattentica redigatur, ne verBacie malignanciam in posteram pateat allas 
locus. Hinc est, qaod recognoscimns et ad notitiam dedacimas omnium, 
quoram interest vel poterit interesse, quod cum discretns vir . ., pre- 
positas Banctimonialinm monasterii in Waterlere et abbatissa, priorissa 
totosqne conventus ibidem a strennnis &mali8 HermanDo et Ottone 
fratribus dictis de Ghowiscbe sex mansos sitos in campis ville Water- 
lere cum ana cnria sita in eadem villa ac duo ligneta, quorum unom 
adiacet iam dicte curie et aliud dicitur Rymrod, cam sois pertinenciis 
tam in viUa quam in campis pro pecunia beneplacita et eis soluta 
titulo empcionis comparassent; qoos quidem mansos, curiam et ligneta 
dicti famuli a nobis et a nostra ecclesia hactenus in pheodo tenuerunt 
Qui quidem famuli in nostra presencia constituti dicta bona in manus 
nostras libere resignarunt nosque in manibus nostris eadem bona 
tenentes resignata de consensu honorabilium virorum prepositi, . . decani 
tociusque capituli . . nostre ecclesie dictis preposito, abbatisse, priorisse 
et conventui donavimus presentibusque donamus cnm proprietate tra- 
dentes ipsis . . possessionem vacuam eorundem, volumusque ipsis 
cavere de eviccione, promittimns ipsos eripere et servare indempnes 
ab impeticione seu molestacione cuiuslibet persone ecclesiastice vel 
mundane. In quorum testimonium evidens presentem litteram sigillis 
videlicet nostro et dicti nostri capituli tradimus sigillatam. Testes 
vero snnt: honorabiles viri Lodowicus de Honsten, thesaurarius prefate 
nostre ecclesie et cantor ecclesie in lecbeburch, ac lohannes dictus 
Schorben, canonicus ecclesie sancti Pauli, et quampiures alii fidedigni. 
Datum anno domini millesimo CCC'' quadragesimo octavo, m^ ka- 
lendas Angosti. 

XJrschr, Wem. Das spiteovale BiscJiotasiegel heschadigt, das ConvenUsiegd nidht 
mehr vorhanden. 

1348. November 19. 100. 

Das Kloster Waterler bekennt, dass ihm sein Propst Nicolaus 
sieben Mark, die er ssum Ankauf des Lehns von 6 Hufen m 
Waterler von den von Gowische und des Eigenfhums dersdben 
vom Bischof Albrecht von Halberstadt bestimmt hat, gdiehen hat 
und verseigt ihm dafur 3 Hufen und dm Holz Bimrod genannt 
Nos Odylia abbatissa, AdelheydiB priorissa totusque conventus 
sanctimonialium ecclesie sacri sanguinis Ihesu Christi in Waterlere 



Nr. 99—102. a. 1348. 289 

recognoflcimiis in hiis scriptis, quod dominas Nicolaus, noster prepositas, 
ad redimendam ius pheodale ab honestis famalis dictis de Ghowisce 
de sex mansis sitis in campis ville Waterlere cum sais pertenenciis (!) 
eciam ad empcionis proprietatem a venerabili domino Alberto, Halber- 
stadensis ecclesie episcopo, septem marcas pnri^ nobis mntao dedit. 
Insuper, nt dicto domino Nicolao satisfaciamns de predictis sex mansis 
tres mansos cum ligneto qaod dicitur Remrod obligamus ipsique in 
possessionem liberam tradimus, quousque dictas septem marcas ex 
eisdem plene recipiet. Dictis vero septem marcis solutis, predicta bona 
ad nostram transibunt ecclesiam. 

Datum anno M*>CCC«XLV11P, in die beate Elyzabhet- 

In cuius rei tcstimonium sigillum nostri conyentus et appensum. 

Urschr. Wem. Siegd nicht mehr txfrJMnden. Eine Hand v. Ende d. 1!^. Jh, 
hat bemerkt: Expiravit. Legatur et investigetur de agro si potest. 

1) argenti ist weggelassen. 

1348. December 6. 101. 

Die von Ler senden den von der Gounsch, ihren Lehnsherm, die 
Lehen von sechs Hufen, zwei Holzflecke und einen Hof zu 
Waterler gu Ounsten des dortigen Klosters auf 
We Diderich von Lere riddere ande Wolter von Lere sin veddere 
knape bekennen oppenbare in dissemc jegenwerdigen breve alle den, 
de ene sen eder horen lesen, dat we hebben opgesant nnde opsenden 
den edelen von der Gowisch, unseme juncheren Hermanne, hem Siverde 
ande Otten ande alle eren broderen unde al eren rechten erven ses 
hove tho Waterlere, tvey* holtblec unde enen hof in deme dorpe tho 
Waterlere, de we von en to len^ hebben gehat. Des gftdes vortige 
we to des provestes hant von Watcrlere, der ebbedischen nnde der 
samenunghe gemenliken to Waterlere, alse de provest gededinghet 
het, wenne dat vorbenomde gflt geegent worde den vorbescrevenen 
closterluden to Waterlere, so vortye we des gfldes unde senden dat op, 
alse hir vor bescreven stet. Tho eyner wissenheyt alle disser vorbe- 
screvenen dingh so hebbe we vorbenomden Dideric von Lere riddere 
nnde Wolter sin veddere unse ingesegele gehenghet an dissen bref, 
de gegeven is unde gescreven na der bort goddes dretteynhundert jar 
in deme achteden und vertegestem jare, in sente Nicolaus dage des 
heyligen bischopes. 

Vrschr, auf Papier in Wern. Das Siegel Dietricha von Ler, einen BAdenkopf 
zeigend, igt noch l^uchstUckweise an Pergamentstreifen hangend erhaUen, von der 

Vmschrift: [THIJDERIC ; «. Taf. XII, Nr. 87; das Wolters v. L. ist nicht 

mehr vorhanden; nur der Pergamentstreifen, an dem es gehangen, ist erJialten, 

1) Hdschr.: tuey. 

1348. December 27. Wernlgerode. 102. 

Konrad, Oraf zu Wemigerode, verhauft dem Kloster Waterler 
das Eigenthum des von Johann von Fischbeck (Vesbeke) zu Goslar 

Oewbichtaq.d.Pr.Saeluen. XV. 19 



290 Cistercienseriimen- (Heiligenblat-) Kloster Waterler. 

besessenen vom Kloster erkauften Udees Bockesterd auf dem Sas- 
berg fur 8 Mark SUber. 

In noiniiie sancte et individue trinitatis. Nos Conradus dei gratia 
comes in Wemigrodhe omnibus in perpetuum. Ne ea, que fiant in 
tempore, ab hominum memoriis recidant seu labantur, moris est, ipsa 
solere testium ac scripturarum fiilcimine roborari. Eapropter ad uni- 
yersorum devenire noticiam cupientes presentibns recognoscimus et 
publice protestamur, quod prepositus, abbatissa, priorissa totusque 
conventus ancillarum Christi monasterii in Waterlere a viro discreto 
lohanne de Vesbeke, cive inGoslaria, lignetum quod dicitur Bockesterd, 
situm in monte Sasberch, quod quidem lignetum dictus lobannes a 
nobis in pheodo tenuit, empcionis titulo comparassent. Nos receptis 
eciam octo marcis puri argenti eisdem preposito, abbatisse, priorisse, 
conventui seu monasterio predicti ligneti proprietatem attribuimus et 
donavimus, immo et exnunc appropriamus presentibus et donamus, 
transferentes in ipsum monasterium proprietatem eandem cum omnibus 
suis iuribus ab ipsis videlicet preposito, abbatissa, priorissa et con- 
ventui(!) omni remotacontardictione(!) liberaliter perpetuo possidendum, 
renunciantes nichilominus expresse omni actioni et iuri, si que et quod 
.nobis in snpradicto ligneto posset modo quocanque competere in futu< 
rum. Testeshuius sunt: lohannes deLangele, miles, Hennig de Hesnem 
et Hennig dictus Stesius, famuli, et plures jfidedigni. Et^ut huius^ 
donacio nostra racionabilis robur optineat perpetue firmitatis presentem 
litteram inde conscriptam nostri sigilli appensione fecimus communiri. 
Datum Wernigrodhe, anno domini M«CCC^XLVIIII« in» beati 
lohannis apostoli. 

Vrachr, Wem, In dem 57^^ im Durchmesser haltenden gelben rundenWacThS- 
8iegel ist in dem mit Blumenranken geschmuckten Siegelfelde der stehende damascirte 
dreiechige Schild mit den Forellen zu sehen. UmschHft: t S' COMTTIS ♦CONRADI ♦ 
DE*WERNIGER0DE:^:. Dos Siega ist fast ganz tcie das Taf VI, Nr, 48 
abgebHdete, Die Boschen in dem Blwnenranken sind nur kleiner. — Alte Aufschrift 
der Urk,: Bockestert 

1) St. huiusmodL — 2) die fMt, 



1350. Juli 24. 103. 

Der Eath eu Osterunek bejseugt, cUiss Thilo Vos seinen Ansprilchen 
an eine in Artereshove genanrUe Hufe eu Gunsten des Klosters 
Waterler entsagt habe. 

Nos consules civitatis Osterwic universis ad quos presens scriptum 
peryenerit salntem. Recognos8imus(!) publice protestantes, quod Thilo 
dictus Vos et filii eius Thileko, Hinricus, Ludeko et Hennig dicti 
MoIIen constituti coram nobis renunciayerunt omnibus iuribns, iusticiis 
et excepcionibus, quibnscunqne vexare seu molestare possunt seu poterunt 
prepositum et claustrum in Waterlere super uno manso quondam dicto 
in Artereshpve, et ex dicto manso ammodo nichil repetentes. Eciam 
dictus Tylo Vos et predicti fillii(!) eius rennnciayerunt omnibns causis 



Nr. 108-105. a. 1^50. »1 

qiiibngcaiiqae fftctiB sive de agris siTe de aliis boniB prepoBitam et 
claaHtram in Waterlere ammodo nallatenas yexare volenteB aliqao 
modo. £t nos Albertas dictas de Zymmenstede, Beseke de Romescleve 
et Bemardas de W^erre, famnli, protestamar bec omnia sapradicta placi- 
tasse. In caias rei testimoniam sigiilam nostre ciTitatis presentiboB 
est appenBam. 

Datam anno domini M<'GCC''L<'y in vigilia beati lacobi apoetoli. 

Urschr. Wem. tnit dem beschddigtm Stctdtsiegel wn Ostenciek, die 

des Stephanus darsUUend. Umschrift: f 8' BVRGEN STERWIC^ 

Statterlingenb. Urkdb. Taf, VIII, Nr. 55. 



1350. November 11. 104. 

Die Gdfruder von Bomsleben senden dem Grafen Poppo von Blanken- 
burg ihr Lehn des hcUben Zehnten zu Waterler ssu Gunsten des 
doriigen Klosters auf. 

We Beseke nndeBrune brodere wan(!)Rome8leve hethen bekennen 
in dissem opene breve, dat we hebben opghesand ande opsenden in 
dessem breve unsem edellen heren greven Poppen wan Blankenborch 
den theyden hallef to Waterlere, den we van ome to manlikeme leyne 
hadden, unde vortygen al des rechtes to des closteres hand^ van 
WaterlerOy dat we daran hadden in weide unde in dorpe. To eyneme 
orkunde disser digge hebbe ek vorbenomde Beseke van Romsleve min 
ingheseghel in dissen bref ghehenget; unde ek vornomde Brnne be- 
kenne ander disme solven inghesegelle mines broderes alle disser vor- 
screve dig(!) stede unde ghanz to holdene, wanthe ek neyne eghene 
ingheseghele hebbe. 

Na goddes bort dnsent IdrehundeLl jar in dem vefthegesten jare, 
in santhe Marthens daghe. 

Urschr. Wem. Das ettoa 30^ im Durdimesaer hdliende runde WaichssiegeL 
eeigt im SiegdftHde evnen etehenden dreieckigen SchHd mit gegittertem wagerechten 
Balken. Umschnfti t S'o, BESEKEo DEo RO . . . . SL«. Vgl laf. XII, Nr. 89. 

1) Hdschr.i had. 



1350. NoTember 29. Halberstadt. 105. 

AJhrecht, Bischof von Halberstadt, bestdtigt den von dem Grafen 

JPbppo von Blankenburg geschehenen Verhauf des Fleisch' und 

FrudUeehrUen eu Waterler, eines Ualberstddtischen Lehns, an 

das Khster daselbst, und gibt demseCben das Eigenfhum dieses 

Zehnten. 

Albertus dei gratia Halberstadensis ecclesie episcopns omnibus in 

perpetuam Ne ea, que geruntur in tempore, labantur simul cum tem- 

pore, expedit ea in scriptura auttentica redigi et ad futurornm noticiam 

sic transferri. Hinc est, qnod recognoscimus et ad omnium et singulorum 

noticiam presentibns deducimus quorum interest vel interesse poterit 

19* 



292 Cisterdenserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

qnoqnomodo, quod cum discretus vir . . prepositus monasterii sancti. 
monialium in Waterlere ac religiose domine . . abbatissa, . . priorissa 
totnsque conventns monasterii decimam ibidem in Waterlere carnium 
et frngum cum omnibus suis fructibus, iuribus, attinenciis et pertinenciis 
tam in campis quam in villa a nobili viro Poppone comite de Blanken- 
borch pro pecunia beneplacita et sibi, prout in nostra presencia ex- 
presse et voluntarie fatebatur, integraliter soluta empcionis tytulo com- 
parassent, ac idem comes eandem decimam, quam a nobis tenuit in 
teudo, de consensu et assensu plenario omnium et singulorum heredum 
suorum nobis libere resignasset, nos habentes dictam decimam in 
nostris manibus, ut premittitur, libere resignatam, ipsam cum omnibus 
suis fructibus, iuribus, attinenciis et pertinenciis quibuscunque, prout 
idem comes eandem hactenus a nobis tenuit, habuit et possedit, de 
consensu honorabilium virorum . . prepositi, decani et capituli ecclesie 
nostre predicte . . preposito, abbatisse, . . priorisse et conventui mona- 
sterii in Waterlere predictis dedimus, tribuimus et donavimus ac 
tenore presencium damus, tribuimus et donamus cum proprietate ab 
ipsis et eorum successoribus perpetuo possidendam, tradentes ipsis 
possessionem vacuam decime supradicte, volentes eciam ipsis et eorum 
successoribus debitam warandiam dicte decime et eius proprietatis 
facere et de evictione cavere; promittimus ipsos eripere et servare 
indempnes ab inpeticione seu molestacione cuiuslibet persone eccle- 
siastice vel mundane. Et ne contra premissa versucie malignancium 
inposterum pateat ullus locus, sigillum nostrum in premissorum testi- 
monium et evidenciam pleniorem presentibus est appensum. Et nos 
dei gratia lohannes prepositus, Themo decanus totumque capitulum 
ecclesie Halberstadensis recognoscimus publice perpresentes, quod dictus 
dominus noster Halberstadensis ecclesie cpiscopus buiusmodi decime 
donacionem fecit de nostro consensu voluntario et expresso; in cuius 
rei testimonium sigillum nostri capituli duximus presentibus appen- 
dendum. 

Datum Halberst. in nostro capitulo generali, anno domini M^CCC^ 
quinquagesimo, in vigilia beati Andree apostoli. 

Testes huius sunt: honorabiles viri Lodewicus thezaurarius, Bor- 
chardus de Asseborg et Hermannus de Bultzingesleve, canonici ecclesie 
nostre, necnon nobilis vir dominus Borchardus comes de Woldenberge 
ac strennuus miles Thidericus de Lere, aliique quamplures fidedigni. 

Urschr, Wem, Die an Fergamentstreifen angehdnfft gewesenen Siegd sind 
nicht mehr vorhanden. 



1351. September 14. 106. 

Bernhard der AeUere und Jungere, Grafen zu Begenstein, geben 
dem zu erbauend^ MarienaUare im Kloster Waterler da^s Eigen- 
thum der ihnen von Ileinrich Molenhof aufgelassenen ewei Hufen, 
drei HofsteUen und ewei Hofe zu Odorp, desgleichen mvei Hofe, 



Nr. 106. 107. a. 1361. 1352. 293 

wie atich der von einetn gewissen Oldendorp aufgdassenen funf 
Morgen und eines Hofes zu Waterler, 

In Domine domini amen. Omnibus in perpetanm nos dei gratia 
Bernhardus senior ct Bernhardus iunior de Kegenstein presentibuB 
publice deducimus protestandum, quod, cum nuper Hinricus Molenhoff 
de consensu filiorum suorum, uxoris sue et omnium, quorum intererat 
duos mansos in campis Odorpp sitos cum tribus areis ibidem et cum 
duabus curiis in Waterlere sitis ac duabus areis similiter ad hos per- 
tinentibuSy quos a nobis in feodo tenuit, libere et liquide propter 
deum donavit et legavit ad ecclesiam sanctemonialinm claustri in 
Waterlere et ad unum altare in honorem beate Marie ibidem dedicandum 
perpetuo a domino Wasmodo de Windelberode et suis successoribas» 
quibus idem altare successu temporis ab abbatissa collatum fnerit, 
psssidendos. Nos vero ad instantiam dicti donatoris et qnomm interest 
ipsos duos mansos cum pertinentibus ad eosdem nt prescribitnr nobis 
legitime resignatos et eosdem iam libere ad hoc resignatos in manu 
nostra tenentes una cum proprietate eorundem et pertinentinm ad 
ecclesiam et altare edificaudnm in Waterlere ut predicitnr cnm omni 
iure appropriavimus presentibus et appropriamus, dedimns unacnm 
dictis donatoribus et donamus propter deum. Appropriamns etiam 
dicte ecclesie pro altari edificando ut premittitur quinqne ingera cum 
una curia in Waterlere, que quondam Oldendorpp a nobis in pheodo 
tenuerat, nobis similiter resignata. Ipsumque altare abbatissa ibidem 
porriget in perpetuum, et nos renunciamus de dictis mansis ceterisqne 
bonis premissis et proprietate omnique actioni, defensioni iuris vel 
facti vere seu occasionaliter nobis et heredibus nostris modo quomodo- 
libet competentibus in futurum. Testes huius rei sunt: Theodericns de 
Bentzingerode miles, Dyderick de Dale, famulus, Theodericns plebanus 
in Hezstede, Bartholdus plebanus in Kattenstcde, et alii quamplures 
fidedigni. In premissorum omnium evidentiam et ratam observantiam 
sigilla nostra presentibus sunt appensa. 

Datum anno domini M<'CCC''LI'', in die exaltationis sancte cmcis. 

Copic^. Bl, 8\ 

1353. Janaar 25. Weniigerode. 107. 

Konrad, Grafzu Wemigerode, giht aufliittendes Ritters Friedrich 
Ij€oingen(!J demKlostcr Waterler das Eigenthum von ll^^Morgen 
Ijandes zwisclieih Wemigerode uml Rimbeke bei der Steingrube. 

Nos Conradus dei gratia comes in Wernigcrode omnibus in per- 
petuum. Presentibns recognoscimus et publice protestamur, quod propter 
deum et ad instanciam domini Frederici militis dicti Ijcvingen (!) do- 
navimus presentibus et donamus preposito et conventui ancillamm 
Christi in Waterlere proprietatem de undecim iugeribns et de dimidio 
sitis infra civitatem Wernigerode et villam Rymbeke versns Fossam 



294 '^ CSstercienscriimeii- (HefligenUnt-) Kloeter Waterler. 

petrosam, qoe tentunice dicitar Steyngrobe, de qnibiis ingeribnsi qai- 
canqne pro tempore toIuerit(!) dicto conventui monialiam in Wateriere 
singalis annis perpetais temporibus tres fertones asualis argenti mini- 
strabit. In cuias rei testimonium sigillam nostrum^ presentibus est 
appensam. 

Datam Wemigerode, anno domini M^CCC^' quinquagesimo secondo, 
in die conversionis sancti Pauli apostoli. 

UngtUe Mschrift des 15, Jahrh. im stadt. CopiaXb. (Yd. 6 der grdfl. Bibl.) 
Bl, 124*^ mit der Ueberschrift : Littera vann dcr Steynkollemi twysschzen Rymbeke 
unnde der stadt. 

1) Es steht: Vgerib^. — 2) Hdschr.: nro. 



1353. Mal26. 108. 

Siverd Spiring eu Hamburg verpfdndet an Kersten vcn Schauen 
eine haibe Uufe eu Siidschat^ fiir zwei Idihige Mark. 

Ek Syverd Spyring, wonhaftych to Homeborch, bekenne openbare 
in dessem breve, dat ek hebbe ghesad unde sette Kerstene van 
Schoawen onde sinen rechten erven ene halfe h5ve, dede lecht oppe 
dem velde to Sadschoawen, vor tfl lodeghe marck, de ek opghenomen 
hebbe. Dere halfen h6ve schal ek noch en wille nicht wedder losen 
noch mine erven binnen dessen neysten dren jaren. Wanne dre jar 
amme komen, so mach ek oder mine erven de sdlven halven h6ve 
wedder losen alle jarlikes vor dat sdlve ghelt. De losinghe schold ek 
ichte mine erven one weten laten to midvasten, imde dama to den 
neysten pinkesten dat gheld utgheven, unde w& he se angrip, also 
schal he se van sek antworden. Tho ener beth&ginghe so hebb ek 
dessen bref beseghelt witliken mid mineme inghezeghele. 

Na goddes bord dritteynhunderd jar in deme dren unde vofleghesten 
jare, des ersten sondaghes na sante Urbanus daghe. 

Urschr. Wem. mit hruchstiickweise erhaJtenem, dem Harzzeitschr. 8 (1875), 
Taf III, Nr. 6 (vgl Text 8. 76) abgelnldeten Wolter Spirings gleichenden^ Stegel 
Auch OopiaJb. Bl 39\ 

1364. M8rz 23. 109. 

Die von Burgdorf verkaufen dem Kloster Waterler eine Hufe im 
Winkd beim Veckenstedter Fdde und eine dabei gdegene Wiese, 

Nos Alvericus, filius Ludolfi militis de Borchdorp, Alardns, item 
Alardus et Hinricus, filii Hinrici militis dicti de Borchdorp, famuli, 
similiter dicti de Borchdorp, universis, ad qnos presens scriptum per- 
venerit, notum esse cupimus publice protestantes, quod matura delibe- 
racione prehabita de unanimi consensu omnium nostrum quorum interest 
vendidimas domino Nicolao preposito et conventui in Waterlere unum 
mansnm situm in angulo prope campum ville Yeckenstede et unum 
pratum adiacens huic manso cum omnibus utilitatibus de ipsis pro- 
ventaris ac iure ipsis appendente et proprietate ab ipsis videlicet 



Nr. 108—110. a. 1858-1356. 295 

preposito et conyenta perpetuis temporibQS possidendam. Preterea 
obligamus noB et promittimus in hiis scriptiB, de dicti mansi pro- 
prietate warandiam plenam prestare ipsis loco et tempore, quando 
fuerimus requisiti. Renuncciamns insuper excepcioni non numerate, 
non solute pecunie ac quibusiibet excepcionibus, defencionibus vel 
contradiccionibus, quibus possemus vel posse videremur snpradictam 
venditionem revocare, infringere aut modo quolibet irritare. Testes 
huins rei sunt: honorabiles domini dominus Meynhardas plebanus in 
Osterwik, dominus Ludolfus plebanus in Bersele, dominus Albertus 
plebanus in Hopplenstede, presbiteri, necnon honesti &mali Bemhardas 
de Werre, lohannes de Blankenborch , et quamplures alii fidedignL 
Insuper in evidens tCBtimonium omnium suprascriptorum presentem 
paginam nostris sigiilis fecimus communiri. 

Datum et actum presentibus testibns suprascriptis anno domini 
TA^CCC^^V" quarto, in dominica qua cantatur Letare. 

Urschr. Wem. Aufschr. d. 15. Jh.: Yekenstydde. Die an Fergamentstreifm 
angehdngt gewesenen vier Siegd sind nicht mehr vorhanden. 



1350. Juli 35. 110. 

Die drei Gebriider Burchard von der Asseburg geben dem Kloster 
Waterler das Eigenfhum der mn den von Jerxheim und Wdant 
ei-kaufteth und ihnen aufgelassenen ewei Uufen, eines Hofes und 
eines dabei gelegenen Holzflecks jsu Waterler. 

Nos Borchardus, Borchardus et Borchardus fratres dicti de Asse- 
borch recognoscimus et ad noticiam deducimus omnium, quorum interest 
vel interesse poterit, quod cum discretnsvir prepositus sanctimonialium 
monasterii in Waterlere et abbatissa, priorissa totusqne conventus 
ibidem a strennuis famulis dictis de Jerechsem et a discretiB viris 
dictis Welant duos mansos sitos in campis ville Waterlere cum una 
curia et ligneto, quod adiacet curie iamdicte, cum suis pertinentiis 
tam in viUa quam in campis pro pecunia beneplacita et eis soluta 
titulo emptionis comparassent, quos quidem mansos, curiam et lignetum 
a nobis hactenus in pheodo tenuerunt. Qui quidem famuli dicta bona in 
manus nostras libcre resignarunt, nosque in manibus nostris eadem tenentes 
resignata bona de consensn heredum nostrorum dictis preposito, abba- 
tisse, priorisse et conventui donavimus presentibus et donamus, tradentes 
ipsis possessionem vacuam eorundem ; volumus ipsis cavere de evictione, 
promittentes ipsos eripere et servare indempnes. In quorum evidens 
testimonium presentem litteram sigillis nostris tradimus sigillatam. 

Datum anno domini M''CCG'' quinquagesimo sexto, in die beati 
lacobi appostoli. 

Copialb. Bl. 6\ 



296 Cistercicmjerinnen- (Heiligenblut-) Kloeter Waterler. 

1856. Juli 25. 111. 

Burchard von der AssAurg zu Dreild>ei% uberldsst dem Kloster 
Waterler ewei Uufen ddselbst 

Ick Borchardt van der Asseborch, to Drenlevei beseten, bekenne 
apenbare in dussem breve, dat ik mit vulbordt unde witscopp myner 
erven hebbe ghelaten unde late twe hove dem clostere to Waterlere 
niit aile deme, dat dar to hort in velde unde an dorpe uppe deme 
sulven velde to Waterlere, unde will des gudes ere rechte were wesen 
mit all deme rechte unde fryeheydt, de ik an den sulven twen hoven 
gehath hebbe unde hebbe, unde will des ere rechte were wesen, wenne 
unde wor on des n6dt is. Des hebbe ik one dussen breff gegheven 
besegheldt. 

Na goddes bordt dnsent jar drehundert jare in deme sefi und vefF- 
tigesten jare, in dem hylligen dage sancti Jacobi des hilgen appostels. 

Cbpio». Bl. 37\ 

1) Drenle, tcas Ddius cHs Drente las. Es steht aber unzweifdhaft l mit einen 
gebogenen Strtch als Abkurztmgszeichen. Der Herr Graf J. v. Bocholtz-Asseburg 
hatte die Gute an v. Dre^haupt, Saalkreis I, 76 (Urk. v. 26 14. 1863) zu erinnem, 
wonach es unzweifdhaft ist, dass auch hier Drenleve gelesen werden tnuss. 



1357. Aprll30. Waterler. 112. 

Das Kloster WcUerler bekundet, dass ihm gegen Gewahrung einer 
Ma/rh Leibrente die dortigen Schwestem Gertrud Wdters, Sophia 
von Rimbeke und Alheid Molenhof eine fiir 12 Marh erhaufte 
Hufe und Wiese beim Vechenstedter Fdde, und gegen Gewdhrung 
von 2 Marh Leibrente gemeinschafllich mit einer vierten Schwester 
Margareta Werlodes 2 um 24 Marh erworbene Hufen und einen 
Hof eu WaterUr iibereignet haben. 

Nos Nicolaus prepositus, Sophia abbatissa, Adelheydis priorissa 
totusque conventus ecclesie sacri sanguinis lesu Cristi in Waterlere 
universis, ad quos presens scriptum pervenerit, notum esse cupimus 
publice protestantes, quod Gertrudis Wolteri, Sophia de Rimbeke, 
Alheydis Mollenhoff, nostre ecclesie commoniales, cum sua pecunia ad- 
iutorio parentum suorum habita unum mansum et unum pratum situm 
prope campum Vekenstede cum iure et proprietate compararunt pro 
duodecim marcis et nostre ecclesie contulerunt. Quapropter obligamns 
nos et monasterium nostrum, quod prepositus noster, quicunque pro 
tempore fuerit, eisdem, videlicet Gertrudi, Sophie et Alheydi, unam 
marcam usualis argenti quoad vixerint in die beati Martini episcopi 
sine aliquo impedimento ministrabit. Insuper sciendum est, quod 
prima defuncta alie superstites due marcam totam ut prius possidebunt, 
duabus vero sepultis tertia que superest nichilominus dictam marcam 



Nr. 111-^113. a. 1356. 1357. 297 

integram retinebit. Pretcrea proteBtamnr in hiis 8cripti8, quod Gertmdis, 

Sophia et Adeiheydis snpradicte et Margareta Werlodes sniH denariis 

et parentum 8nomm cnm licentia snperioram snorum habita duos mansos 

sitos in campis Wateriere et nnam curiam pro viginti et qnatnor marcis 

cam omni iure et proprietate comparaverant et nostro contnlerant mo- 

nasterio. Propterea et insuper obiigamns nos et posteros nostros qnod 

dominns nostcr prepositus, quicnnque pro tempore fuerit, dictis lostris 

oommonialibns Gertrudi, Sophie, Alheydi et Margarete dabit dnaa 

marcas usnalis argenti annis singnlis qnanidiu vixerint in die omninm 

sanctoram omni impedimento remoto. Etiam sciendnm est, quod nna 

predictaram defuncta alie tres viventes dictas marcas dnas plenas 

recipient, dne vero sepulte relique due duas marcas nt prius posside- 

bnnt. Tres autem earum cum sint tnmulate, adhnc quarta qne snperest 

non minns sed dnas marcas totaliter retinebit. Insnper scire volu- 

mns, si dominns noster prepositns, quod absit, dictas tres marcas 

snprascriptas in terminis presignatis defectnose vel negligenter dedcrit, 

extnnc supradicte commoniales nostre Gertradis, Sophia, Alheydis et 

Margareta dictos tres mansos cum snis pertinentiis per se colere ant 

cnicunqne locare voluerint licite possnnt. Testes hnius rei bnnt: domi- 

nns lobannes plebanus in Atenstede, dominns Albertus plebanus in 

Hoblenstede (!) et dominns Hinricns noster capellanns, et alii plnres fide- 

digni. In qnoram premissorum testimonia presentem litteram sigillis 

nostris, videlicet prepositi, abbatisse et conventus, duximns roborandam. 

Datnm Waterlere in capittulo nostro, anno domini M^CCC^^LVII®, 

in vigilia beatoram apostoloram Philippi et lacobi. 

Copialb. Bl. 10\ 

1357. September 30. 113. 

Otto, Erzhischof von Magdeburg, gibt dem Kloster Waterler das 
Eigenthum der von den Gebrudern von Gowisch und den von 
Bomsleben erkauften und ihm aufgelassenen 6 Hufen zu Ellingen 
bei Siidschauen. 

Otto, dei gratia sancte Magdeburgensis ecclesie archiepiscopus, 
omnibus in perpetuum. Neea, que aguntur in tempore, Iabuntur(!)cum 
tempore, necesse est, ut scripturarum auttenticis redigantur. Hinc est, 
qnod recognoscimus et ad noticiam deducimus omnium quorum interest 
aut interesse poterit, quod honorabilis vir prepositus sanctimonialium 
monasterii in Waterlere, . . abbatissa, . . priorissa totusque conventus 
ibidem a strennuis viris et dominis Hermanno milite et Ottone famulo 
tratribus dictis de Gowisch necnon a lohanni (!) de Romsleve militi ac 
Besecone de Romsleve famulo sex mansos sitos in campis Ellinge 
prope Sutscowen cum omnibus pertinenciis suis, pratis, pascuis, lignetis, 
viis et inviis pro pecunia coram fidedignis placitata et eis soluta tota- 
liter tytulo empcionis comparasseut. Quos quidem mansos dicti milites 
et famnli . . a nobis nostra et ecclesia sancta hactenus in pheodo 



298 Cifitercienseriiinen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

tenneniDt, eadem bona nobis per snas litteras patentes in manns nostras 
libere resigDarunt, nosque hec bona in nostris manibus resiprnata 
tenentes de eonsensu maturoque eonsilio honorabilium virorum pre- 
positi, decani tociusque capituli dicte sancte nostre ecclesie prefatis 
preposito, abbatisse, priorisse et conventui donavimus presentibus et 
donamus libera cum proprietate, tradentes ipsis veram possessionem 
et vacuam^ eorundem, volumusque ipsis cavere omni de evictione 
fideliter promittentes ipsos eripere, servare indempnes ab inpeticione 
aut molestacione cuiuslibet persone ecclesiastice seu mundane. In 
cnius rei testimonium litteram presentem prenotatis nostro sigilio 
maiori iussimus communiri. 

Datum domini M<>CCC®LVI® incarnacionis anno, in crastino Micha- 
helis archangeli, prepositi paradisi. 

Urschr. Wem. tnit anhangendem parabolischen Siegel. 

1) Hdschr.: vacayacuam. 

1357. Novemberll. 114. 

Hermann und OUo von der Gowisch, Gebruder, aufgdassenen dent 
Erzbischof Otto zu Magdeburg zu Gunsten des Klosters Wdterler 
drei Hufen Landes zu EUingen und Schauen auf, 
Deme erbaren vorsten useme ghenedighen heren hem Otten, erze- 
bischope to Magdeborg, enbede we Hermen riddere unde Otte knecht 
brodere gheheten van der Gowische usen willeghen denst to allen 
tyden berede. Dre hove landes up dem velde to EUinghe unde to 
ychowen, de we van juwen ghnaden hebbet ghehat to lene, sende we 
gik up in desseme openen breve, de beseghelet is mit unsen inge- 
segelen bi twen borgheren to Goslere, Corde Romeldes, de nu voghet 
is, unde Roleve van Barum, to des closteres hand to Wartelere (!) unde 
biddet, dat gi dor god eme de eghenen willen. Unde we Cord Romolt 
voghet unde Rolef van Barum vorebenomt bekennet, dat disse upsande 
bi os gheschen is un betflghet dat in dissem sulven breve, den we dor 
bede willen hern Hermenes unde Otten van der Goswische ok be- 
segelet hebbet mit usen inghesegelen. 

Na goddes bord dusent drehundert jar in deme seven unde vof- 
tighesten jare, in sante Mertenes daghe des hilgen bischopes. 

Urschr. Wern. Bie vier an Pergamentsstreifen hangenden Siegel sind mehr 
oder weniger verletzt; die beiden v. d. GotDische- Siegd 8. Taf. XI, Nr. 78 u. 79. 
Das JRolefs r. Barum Taf. XIII, Nr. 90, das Cort Eomdts Zeitschr. des Harzver. 
3 (1870), vierte Siegeltafel 4 und Text S. 243—240. — Die Urk. ist gedruckt 
Harzzeitschr. a. a, 0. S. 245. Mit Bilcksicht auf die vorhergehende Urk. mochte 
man nnnehmen, dass unfer dem S. Martinstag ein fruherer und nicht der gewohn- 
liche B. Ms. von lours zu verstetien sei. 



1358. Aprii 6. Halberstadt. 115. 

Heinrich, Graf zu Eegenstein, iiberweist unter Gewahrleistung 
seines Sohnes, des Fropstes Heinrich zu S. Fauli in Halberstadt, 



Nr. 114. 115. a. 1357. 1358. 299 

V2 Hufe gu Bohrsheim und eine Hufe bei Vockenstedt, welche der 
Knappe Konrad im Thcd eu SchwanAech wegen emes mit seiner 
Freundschafl an dem RiUer Dietrich von Ler begangenen Mordes 
zur Stifiung eines Altars im Klosters Waterler bestimmt hatte. 

In Domine domini amen. Com ad perpetaandam renun gestarom 
memoriam, ne cursu tempornm in oblivionem decurrant, ac rite gesta 
inconvnlsa permaneant, usus ea conscribendi ntiliter sit repertus, nos 
igitor Hinricus comes de Regensten recognoscimus publice per presentes, 
quod cnm honestus famulus Conradus Immedale, babitans in Swanebeke, 
Halberstadensis diocesis, in salnbrem occisionis quondara in persona 
Thiderici de Lere militis per ipsnm et quosdam suis de amicis et con- 
sanguineis alias heo miserabiliter perpetrate soe contritionis emendam 
pro se et pro dictis amicis, sois coadiutoribus, ad altare, quod iam- 
dictus miles, dum adhuc yiveret, corpore et mente sanus voluit, mandavit 
et statuit edificari, fundari in monasterio sanctimonialium in villa Wa^ 
terlere, prefate diocesis; ad quod discretum virum dominum lohannem 
diotnm de Lere presbiterum rectorem perpetoom deputavit, assignasset 
et dedisset onum dimidium mansum in campis ville Rorsem, quindecim 
et dimidium iugera, et unum mansum viginti et novem iugera continentes 
in campis ville Wockenstede sitos, nobisque dictos mansum et dimidium, 
qoos a nobis diutius in pheodo tenuerat, ob hoc effective resignasset, 
nos huiusmodi mansum et dimidium tenentes in nostris manibus sic 
resignatos, penitus dimissos donavimus et donamus et in remedium 
nostre^ progenitorum nostromm animarum dedimus atque damus 
intuito dicti altaris ipsi lohanni, tanquam eius rectori, suisque ibidem 
successoribus cum proprietate, iuribus et pertinentiis ipsorum quibus- 
cunque*, ab advocatie, exactiouum quarumlibet aliarum prestationum 
oneribus liberos totaliter et solutos per ipsum rectorem et per suos pro 
tempore successores existentes in perpetuum quiete et pacifice, ut se- 
quitur, possidendos. £t sicnt nos et progenitores nostri ipsos tanquam 
proprios a tempore, cnius in contrarium niemoria non existit, possedimus, 
nostro necnon omnium et singulorum heredum nostrorum seu quorun- 
cunque aliorum quomm poterit interesse nomine in ipsum dominum 
lohannem suo et successorum suorum nomine recipientem transferimos 
per presentes. Promittimus etiam dictis rectoribus altaris warandiam 
nos facturos dictornm mansorum proprietatis, iurium et pertinentiorum, 
et de eis coniunctini vel divisim secundum ius et terre consuetudinem 
approbatam. £t si, quod absit, eos a quoquam super hiis impeti con- 
tigerit, conservabimus ipsos indempnes et ab impeticione eis facta 
faciemus liberos et solutos. Gonstituimus etiam nobiscum coniunctim 
vel divisim dilectum nobis filium nostrum Hinricum, prepositum ecclesie 
sancti Pauli in Halberstad, ad faciendum ereptionem et warandiam 
predictas specialiter obligatum. £t nos Hinricus dei gratia idem pre- 
positus recognoscimus, nos premissis omnibus et singulis consensisse 
ac ea grata et rata habitumm, promittimus dictos rectores warandare 



300 Cistercienseriiinon- (HeiUgenblut-) Kloeter Waterler. 

et eripere, ut predicitur, nbi et quando eis fuerit oportunum. Insnper 
eiusdem altaris quicunque rector fuerit, dabit annuatim dictis monialibns 
in Waterlere tria maldra tritici pro memoria dicti militis in missis 
animarum et vigiliis per ipsas fideliter peragenda memoria dictornm 
progenitorum nostrorum et nostra in vigilia beati Mathei apostoli 
singulis annis et iam peragctur. Huius etiam rei sunt testes: Thide- 
ricus de Bentzingerode, miles, Hilbrandus d6 Ballenstede, Godeko 
Immedale et Wernerus dictus Scherping, farauli, ad hoc vocati specialiter 
et rogati. In quorum omnium et singulorum evidentiam predictornm 
nos Hinricus comes et Hinricus prepositus antedicti presentem litteram 
inde confectam nostris sigillis fecimus communiri promittentes; et nos 
Saffia et Elizabeth, filie prefati comitis Hinrici, promittiraus omnia et 
singula sine contrario observare et tutare velle iuxta posse, quod predictns 
dorainus lohannes et successores eius prcdictos mansos cum proprietate 
et pertinentiis suis perpetue possideant pacifice et quiete; ac propter 
carentiam propriorum sigiliorum utimur sigillo dicti patris nostri in 
omnibus et singulis antedictis. 

Actum et datum Halberstad anno domini MoCCC^LVIIl^ feria 
sexta ante dominicam qua cantatur Quasimodogeniti. 

CbpiaU), Bl. 11. - 1) et fehlt. 



1359. Juli 25. 116. 

Ludmg^ Bischof von Halbersiadt, ubereignet dem Altar U, L. Frauen 
zu Waterler ztvei Hufen m Bdrwinkd, einen Holzfkck zu Odorp 
und den Zdmten von drittehaU) Morgen da^elbst, wdche Wemer 
Klot zu Osterwiek demselben gegeben hat und wovon den Khster- 
jufigfrauen jdJirlich eine schwarze Mark gereicht werden soll. 

Wir Ludewig von gotes und des stules zu Rome gnaden gekoren 
unde bestetiget des stiftes zu Halbirstat bekennin offinlich in disime 
geinwertigin brive alle den die en sehen odir horen lesen, das wir 
mit vulbord unses capitels geeigent habin zcu huvcn, die uffe deme 
velde zu Berwinkil liggin, also die unsir vorvare onch geeignit hatte 
mit aller nucze yn velde unde yn dorfe, unde ein holczpleg b^ Odorp 
unde mit tegeden von drittehalbin morgin 'darsulvens; unde eigenen 
ouch die yn disime brive, die Werner Klot, burger zu Osterwig, unde 
sine erven unde mit alle siner volburt gegebin habin durch got unde 
siner scle willen unde alie siner cldern zu deme altare unsir Vrouwen 
yn deme clostere zu Waterlere, daz yn unsime gestifte liet, mit disime 
underscheide, daz dcr cappelan, der den altare unsirVrouwin besinget 
unde bevolen is allir jare glich , in der marterwochin den jungfrouwin 
uffe den kor gebin sal eine swartze marg zu consolacien, nnde sal die 
selbe swartze marg intrichten uffe den palmtag aue hindiinisse unde 
ailirleie vorczog unde antwerten der eptischinnen, unde die sal die 
marg getruwelich under die jungvrouwen teilen. Des zcu urkunde 



Nr. 116 — 119. a. 1859—1361. 301 

ande einer bewisaDge gebin wir in disen briph Torsigelt mit unsirm 
beymelichin ingesigele. 

Nach gotcs geburt dr^zcenhandirt jar yn deme nuennndefanf- 
czigisten jare, an sente Jacobi tage. 

Unchr. Wem. Dm Siegel ist nur theQweise erhaJten. 



1359. 117. 

Der braunschweigische BUrger Heyse von PoeUle (Polde) stiflet in 
seiner letetwiUigefi VerfUgung auch eine halbe Mark to Waterlere. 
Vgl Stotterlingenb. Urkdb. 132, Dmbecker Urkdb 84. 



1360. Juli 15. 118. 

Eilard von Bottorp und sdn gleichnamiger Sotin verkaufen dem 
Kloster Waterler fiir 6 schivarze Mark einen Hof zu Sudschauen. 

Ek her Eylard van Rottorpe riddere, wonhaftych to Swanebeke, 
ande Eylard min sone bekennen openbare in dessem breve, dat we 
hebben vorkoft redeliken unde rechtliken mid wilien unde wlbord user 
erven unde dere, der me dar wlbord to bedorite, deme dostere to 
Waterleren eynen h&f, de de wesen hadde dere van Beck unde nu 
use was, vor bcs swarte marck, dede os her Bertoid, de perrere van 
Sfidschouwen unde nu des sulven closteres voremunde is, von des 
elosteres weghene gentzliken unde al betalet heft. De h&f lecht in 
deme dorpe to Sfidschouwen allemeyst dere bure drengckc, unde willen 
des sftlven h6ves des clostersi were wesen, wftr unde wanne ome des 
nod is. Ok so love we entruwen deme clostere, dat we willen den 
vorbescrevenen h6f oplaten usen lenheren, wanne sine voremnnden dat 
van 08 eschen. Tho eyner bethflginghe so hebbe we beyde dessen 
bref witliken beseghelt mid usen inghezeghelen. 

Na goddes bord dritteynhunderd jar in deme sesteghesten jare, in 
aller apostolen daghe. 

Urschr. Wem. Die Siegel, toelche einen sehr einfachen Anker im slehenden 
Schilde zeigen, sind nur bi^hstHckweise an Pergamentstreifen hangend erhalten. 

1) Hdschr.: clost- sters. 

1361. Juni 15. 119. 

Das Kloster Waterler bekennt, dass die von Bartold von Semmen- 
stedt und drei Klosterfrauen von den von Dingelstedt fur ISMark 
erkaufte und mit Vorbehalt lebensldnglichen Genusses dem Kl. 
geschenkte halbe Mark jdhrlicher GuUe an 5 Hufen m Schauen 
soUe abgelost werden konnen und dass mr Ehre der Schenker ein 
Jahrgeddchtniss begangen werden soUe. 

We Bartold van der gnade goddes provest, Elsebe ebbedische 
unde de ghemeine covent to Waterlere bekennen openbare in dessen 



d02 GiBtercienserianen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

breve, dat Jnrghes nnde Jan brodere, gheheten van Dinghelstede, nnde 
ore rechte erven hebben vorcoft hern Bartolde van Zimmenstede nnde 
vor Ghesen Wolteres unde vorn Alheyde MoUenhoves unde vor Greten 
Werlodes, unde wan orer to kort wert deme clostere to Waterlere, 
anderhalve mark wergheldes alle jar an wif h6ven uppe deme velde 
to Schowen vor virteyn wermark, de de ene rede wul unde alle be- 
talet sint. Were aver, dat Jurges unde Jane oder oren rechten erven 
des luste, so mochten se alle jar de selven anderhalve mark gheldes 
wedder copen also bescheydelken , dat se dessen vorbenomden luden, 
oder na oreme dode dess closters vormunden, de losinghe kundeghen 
uppe de paschen, unde dama de virteyn weremark betaleden uppe 
den neghesten suntte Johannes middensomere. Ok wan der vorbe- 
nomden hern Bertoldes unde vor Ghesen unde vor Alheyde unde vor 
Greten to kort worde, we des closters provest were, de scolde den 
vrowen gheven alle jar van der vorbenomden IV2 mark gheldes 
penninghe vor ene halwe mark uppe den kor in Allegoddesheilighen 
avende to orer jartid desser vorbescrevenen luden. T6 ener bethuginghe 
desser dig so hebbe we dessen bref beseghelt met unses provestes 
unde unses closteres ingheseghele. Unde we Jurghes, Jan brodere, 
van Dinghelstede gheheten, hebben dessen bref witleken beseghelt met 
unser beider ingheseghele, uppe dat desse vorscrevenen stucke den 
vorbenomden luden unde deme clostere t6 Waterlere werden van os 
unde van unsen erven stede unde vast gheholden. 

Na goddes bort drittenhundert jar in deme en nnde sesteghesten 
jare, in suntte Vitus dage. 

Urschr. Wem. Von den vier an Pergamentstreifen angehdngten Siegeln sind 
nur noch Bruchstiicke vorhanden. Wenn statt des Propstsiegels nicht das der 
Aebtissih (xngMmgt war, so scheint ersteres die bei dem letzteren iibliche DarsteUtMg 
gehabt zu haben. Das Oonventssiegd war das gewohnliche, Das Siegd Georgs v. D. 
siehe Taf. XI, Nr. 74. 

1362. Juli 21. 120. 

Der Stadtvogt zu Wemigerode hezeugt, dass Hans Cramer daselbst 
eine Mark an Olten von Erdfelde Hatcse mit Vorbehalt lebens- 
Umglichen Gentisses fiir sich, seine Tochter und Enkdin dem 
Kloster Waterler eu einer Jahrzeit gestiftet habe. 

Ek Cort van Minsleve, stadvoghet to Werningrode, bekenne in 
dessem opene breve, dat Hans Cramer, borgher to Werningrode, heft 
ghegheven Greten siner dochter unde Hanneken sines sones doohter 
eyne mark gheldes in Olten hns van Ertvelde in der niggenstad to 
orer dryer live to brukene de wile dat se al dre leven, de vorbenomde 
Hans Cramer unde sin dochter unde sines sones dochter, de dar junc- 
vrowen sin in dem klostere to Waterleren. Wanne aver disser vorbe- 
nomden dryer to kort wert, so scal de sulve mark gheldes vallen in 
dat kloster to Waterleren den juncvrowen ghemenliken to delene. Dar 
Bcullen se af began nnde denken de jartit des sulven vorbenomden 



Nr. 120- 12B. a. 1362-1370. 903 

HaDses Gramers unde Haonen Biner hugyrowen alle jarlikes wanne ore 
jartzit kamt. Dat diBse dingh stede und^ gans ane allerleye argheliet 
gheholden werden^ so hebbe we dissen bref gheyen beseghelt mit unsen 
ingheseghelen, Cordes van Minsleve, stadvoghedes to Wernigrode, unde 
Hanses Cramers, borghers to Wernigrode, sacwolde disses vorbenomdes 
gheldes. 

Na goddes bort dritteynhundert jar in dem twe unde sestighesten 
jare, in der hilghen juncvrowen daghe sente Praxedis. 

Ur8chr, Wem, Von den Siegeln 8ind nur an Pergamentstreifen hangende 
Brwihstucke erhalten. Da8 des Siadtvogts Cord v. M. 2af. XIII, Nr. 91. Ueber 
die V. M. u. ihre Siegel vgl Harzzeitschrift 3 (1870), S. 223— 243 mit 2 Abb. Dort 
ist auch S 237 zum J. 1361 des StadttY)gt8 Cord v. M. gedacht, aber wnter dnv.M. 
mit den halben Pfdhlen. — Das Siegel H, Cramer8 zeigt kein erkennbarea Bild mehr, 

1) Hdschr,: uiw. 

1363. November 1. 121. 

liosse van Ilartesrode wiUigt in die Ueberlassung einer von ihm 
lehnrUhrigen Ilufe zu Berssd gegen eine zu Belhom seitens Alheid 
Bote^s Witive an das Khster Waterler. 

Ek Bosse von Hartesrode knecht unde mine brodere alle bekennen 
in dissem openen breve, dat mid user vulbort, willen unde witscop 
Alheyt, de Boten vrowe was vonYIsenborg, unde Bote ere sonehebben 
gesat ene hove up dem velde to Bersle, de von os to lene geyt, deme 
goddeshuse to Waterlere. Wu dat nfi unse herre greve Cord von 
Wemigerode vorbrevet unde gevulbordet het umme t^ h6ve to Balhorn, 
dem goddeshuse von Alheyde unde eres sones wegene, also wille^ dat 
ok holden umme disse h6ve to Bersle, unde hebbe des min yngesegel 
to dissem breve gehenget, des mine brodere ok gebruken. 

Datum anno domini MoCCC^^LXHl^ ipso die Omnium sanctorum. 

Vrschr, Wem, Da8 an Bergamentstreifen hangende dreiechige 28^^ hohe 
Wachssiegd 8. Taf. XII, Nr, 86. — 1) we feMt. 



1366. 122. 

Thile von Helmstedt, BHrger ssu Braunschtoeig , bedenkt in seinen 
letgtunlligen Verfugungen auch das Kloster Waterler (de vrowen to 
Waterlere) mit einer halben Mark. 

Vgl. DrHbecJeer Urkdb. 88, 

1370. Februar 2. 123. 

Das Kloster Waterler Hbereignet dem Halb. Domherm Bertihard 
von der Schulenburg und Genossen eine haJbe Hufe vor Osterwiek. 
Wie Guuczelin provest, Ylsebe ebdische.von der gnade ghodes> 
Ylsebe priorinne unde de ghemeyne sammeninge des closters to Water- 
lere bekennen in dissem breve vor allen, de en seen oder horen lesen, 
dat we eyndrachteclike hebben ghelaten eyne halve h5ve landes uppe 
dem velde vor der stat to Osterwich, dede Bartolt vern NedeleUi 



304 Cisterdenserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

♦borghere to Osterwich, von unseme klostere wente herto ghehat heft, 
'.nnde laten nnde vortiygen dere mit tinse, mit aller nfit und mit deme 
eghene unde mit al deme, date dat unse kloster unde convent mag 
darane hebben, den erbaren luden her Bernarde von der Schulenborg 
domheren, hern Arnolde von Czelle, her Wernere von Hucxere, vicariesen 
to dem dome to Halverstat, dorch denstes willen, dat uns Heneke vorn 
Nedelen unde sin sone uns hebben ghedan, unde dorch wederstadinge 
willen des tinses, den uns Bartolt vem Nedelen gift alle jarlikes unde 
laten heft ut sinem huse, hove unde erve to Osterwich vor de selven 
halven hfive. Unde we willen der vorbenomeden heren her Bernardes, 
her Arnoldes, her Wemers rechte were wesen, wftr unde wanne en 
des not is, unde wisen den vorbenomeden Bartolde vera Nedelen an 
de selven heren mit der selven halven hfive mit aller nfit, alse we se 
hat hebben wente an dessen dag, unde an de were des ghudes. 

To orkunde desser verlatige unde to betuchnisse desser gift so 
hebbe we desen bref witteliken beseghelet mit unser ebdisschen unde 
mit unses coventes inghese[ge]len , de de is ghegheven nach ghodes 
ghebort dritteynhundert jar in deme sevenstighen jare, in unser Vrfiwen 
daghe to lichmissen. 

Magd. 8. r. HaJb. XIII, 204 mit 2 Siegeln: 1) S . NICOLAI : FTI . IN . V^A- 
TERLEREt, Geistlicher vor einem wie einWappenschild aussehenden AUar; 2) S' 

ABBATISSE WATLE . . . , Maria mit Kind, vor ihr eine Betende, vgl Taf. II, 

Nr. 16 tmd 19; cm 3. Siegel ist ab. 



1370. Februar 9. 124. 

Das Kloster Waterler ilberldsst den Vicarien Amd von ZeUe 
mid Wemer von Hoxter im Dom zu Halberstadt gegen anderweite 
Erstattung eine haJbe Hufe, 

We Guntzelin provest, Ilsebe ebdesche unde Ilsebe priorinne unde 
de meyne samnighe des clostercs to Waterlere bekennen in dissem 
openen breve alle den, de en sen edder horen lesen, dat we endrecht- 
liken hebben ghelaten dorch bede willen Hinrikes Vornedelen unde 
Bartoldes synes sones unde dorch wedderstadighe uses clost^rs hern 
Arnde von Tzelle unde hera Wernere von Huxere, vicariesen to dem 
dome to Halberstad, eyne halve hove mit dem eghendome unde mit 
al deme, dat we darane ghehat hebben went an dissen dach, unde 
willen den vorbenomden hera Arade unde hera Wernere rechte weren 
wesen, wur unde wanne se dat von uns eschet To eyner betughinghe 
disser vorscrevenen dingh hebbe we dissen bref witliken beseghelt mit 
user ebdeschen unde mit uses conventes ingheseghele. 

Unde is gheschen na der bort goddes dusent jar unde drehundert 
jar in deme seventighesten jare , in deme achteden daghe user Fruwen 
to lechtmissen. 

Urschr. Wem. Die drei Siegel scheinen an den noch vorhandefien Pergament- 
streifen nicht angdtracht zu sein: Eine Hand v. Ende des 15. Jahrh, hat daher 
auf dem Eiicken bemerkt: Imperfectum. 



Nr. 124-126. a. 1370. m 

1370. Febrttar9. 125;; 

Barthold Vemedden, Biirger eu Osterwiek, verspricht dem Klaster 
Waterler binnen jswei Jidiren das Eigenthum einer hcdben Hufe 
eu Osterwiek eu verschaffen und verschreibt deshaW unterpfmdlich 
10 schwarze Marh auf sein Haus. 

Ek Bartolt VernedeleD, borgbere to Osterwik, bekeDDe in dissen^i 
openen breve alle den, de eD sen edder bnren iesen, dat ek scal ande 
wiiie by dissen neyBten twen jaren de nu nilekest tokomene sint, 
bringhen an dat goddeshus to Waterlere den egbendom von eyner 
halven bove, de lige vor der stat to Osterwik, dar se an bebben scult 
alle jar eyn swart lot to tinse. To eyner groteren wissenheyt, so scal 
ek Bartolt Vernedelen vorbenomet nnde wille dem clostere toWaterlere 
laten eynen vrede werken eyner swarten mark geldes, de me losen 
macb mit teyn swarten marlLcn in mynem huse to Osterwik, nnde en 
darvon gheven des jares eyn swart lot to tinse, also langhe went ek 
on den eghendom mit dem tiuse von der vorbenomden halven hove 
brechte an dat closter to Waterlere; so scolden se denne wedder op- 
laten de mark geldes, de se hebben an niynem huse, an jenigherleyghe 
weddersprake. Unde alle disse vorscrevenen stueke love ek Bartolt 
Vemedeien vorbenomt entrnwen to holdene. Te eyner betughinghe 
disser ding hebbe ek dissen bref besegelt laten mit Wemers Richters 
ingbesegheie, went ek neyn eyghen enhebbe. 

Dit is gheschen na der bort goddes dnsent drehundert jar in deme 
seventigesten jare, in deme achteden daghe user Frnwen to lecbtmissen. 

Urschr. auf Papier Wem. Das heschddigte dreieckige Siegel zeiat ein groeses W. 
VfMchrift: ...£RN£R [R]ICHT£R. 






1370. Februar 24. 126. 

Dcts Kloster Wakrler bekennt, dass es vcn Fritee von Bochede 
ewei Hufen m Schauen auf neun Jahre in Pacht genommen 
habe, wdche, wenn derselbe innerhalb dieser Zeit stirbt, bei dem 
m sHftenden AUar 8. Johanns des Eoangdisten bleiben soUen, 
sowie auch ein Vierding an einem Hause zu Waterler zum StiU 
nislicht jenes 'Altars kommt, 

We her Guntzeke von der gnade goddes provest, Tlsebe ebdische, 
Ylsebe priorinne unde dat gantze capittel des closteres to Waterleren 
nnde Henningb, hovemester des sulven closteres, bekennet in dissem 
openen breve, dat we hebben ghenomen tu hove landes oppe deme 
velde to Scbowen von Vritzen von Bochede, dar we ome van gheven 
scholen alle jarlikes seven ^ malder, half wete unde half baveren, oppe 
sente Gallen dach, de wile dat dat orleghe herteghen Otten von Brnnswik 
steyt. Wanne aver dat orleghe bericbtet worde, so scholde we ome 
gheven alle jar oppe de benomden tid vertein malder, half wete unde 

QeMUo]itMi.d.Pr.SM]iienXV. 20 



906 CSstercienaeriimen- (Beiligenblut-) Kloster Waterler. 

balf haveren. Disse to hove schole we hebben negben jar. Weret 
dat disse Yritze von Bochede afghinghe bynnen dissen neghen jaren, 
80 Bcholden de benomden tn hove blyven to deme altare, den we 
BchuUen nnde willen buwen in sunte Johanses ere ewanghelisten. Ok 
scholde darto blyven en hof to Waterleren, dar Kerberch syn meyere 
inne is. In deme salven hove steyt en hus, dar het de sulve Vritze 
von Bochede enen verdingh gheldes an, de schal to deme stilDislechte 
to deme benomden altare. Disse vorescrevenen stucke love we her 
Ountzeke provest, Ylsebe ebdische, Ylsebe priorinne unde de gantaSe 
samnynghe des benomden closteres to Waterleren nnde Henningh, 
hovemester des sulven closteres, love under des benomden closteres in- 
gheseghele. Dit love we deme vorebenomden Vritzen von Bochede, 
unde na sineme dode Alheyde Molenhoves unde den von Bochede, 
sinen vedderen, unde hem Vritzen von Welle unde den von Welle, 
sinen omen, unde den von Tzymmenstede, hern Lodewighes sonen. To 
ener grotteren betughinghe disser dinghe hebbe we unses goddeshuses 
ingheseghele to dissem breve ghehenghet. 

Na goddes bort dretteynhundert jar in deme seventeghesten jare, 
in sunte Mathyes daghe des heylighen apostelen. 

Urschr. Wem. Von den an Pergamentstreifen angehdngten Sieffeln igt das des 
Propsts nicht mehr vorhanden, vom AAtissinnen' und Klosters&gel nur je ein 
Bruchstitek ubrig. 

1) Die Zahl seven steht auf Samr. 



1370. Februar 24. 127. 

Albrecht, Bischof von Hdlberstadt, bestdtigt die Bestimmung des 
Klosters Waterler Hber 8wei von ihm lehnriihrige Hufen und 
einen Hof eu Schauen. 

We Albrecht van gods gnaden biscop tfi Halberstad bekennen 
openbar, dat Fritze van B6chede hett ghegheven mit unser witschap 
nnde willen dem clostere tfi Waterlere tein lodige marc, de he heft an 
twen h6ven landes up dem velde tfi Sch6wen unde eynem hof in dem 
selven dorpe, den her Henning van Ammensieve heft entfanghen van 
uns tfi lene. Desse teyn lodighe marc schullet bliven tfl eynem altare, 
den dat closter tfi Waterlere buwen willen in sente Johannis ere 
ewangelisten. Tfi eyner betughinghe desser dingh hebbe we en be- 
seghelt dessen bref mit unsem inseghel. 

Ghegheven na gods bord dritteinhundert jar in dem seventighesten 
jare, in sente Mathias daghe des heylighen apostolen. 

Urschr. Wem. mit Siegetrest in dunkelm Wacha. 



1870. Junl 13. 128. 

JDas Kloster Waterler nimmt Hermann von Warherg, Propst eu 
S. Marus in Magddmrg (Dompropst), in seine Brudersckaft auf. 



Nr. 1&7-I2ft. a. 1B70-.187B. 307 

Nobili ac provido domino domino Hermanno, prepoBito beati 
Manricii in Magdeborch, dicto de WerberghC; Elizabeth abbatissa, 
Elizabeth priorissa totnsqne conventns sancti et preciosi sangwinis 
domini nostri Ihesn Christi in Waterlere orationes in Ghristo deyotas. 
Exigente vestre devocionis affectnm(!), qnem ad nostram habeatis con- 
ventam, vobis omninm orationnm, vigilianmiy ieianiorum, abstinencianim, 
laboram ceteronimqae bonoram^, qae per congregacionem nostram 
fieri dominus dederit, participacionem concedimas tenore presenciam 
specialem. Etiam addamas (!), at, cum obitas vester nostro conventni 
fuerit nanciatas, pro vobis fiet qaidqaid pro sororibos nostris defanctis 
ibidem fieri commaniter est conswetum. 

Datum sub sigillo nostro, anno domini MK!!CC®LXXs in festo 
corporis Christi. 

Unchr, im herzogl, Landeshauptarchive eu Wdlfenbattd, Das Siegel iet nieM 
mehr tforhanden. — 1) opemm fehlt 

1373. October 10- 129. 

Otto von Langdn verschreibt an Fritz von Bochede und Alheid 
Mcienhof, Klosierfrau zu Waterler, wegen der Schuld, mit der er 
ihnen verhaftet ist, drei Lo(h auf einen Eof eu Veckenstedt und 
edm Morgen Qrases gu Bcnkenrode. 

Ek Otte van Langele unde mine erven bekennen in desseme 
openen breve, dat we scaldich sint Fritzen von Bochede ande to siner 
tniwen hant Lodwighe von Bochede ande to siner truwen hant Lod- 
wighe van Bochede, sineme vedderen^ Alheyde Molenhoves der doster- 
vrowen to Waterlere dre lodeghe mark. Hire hebbe we ene vore ghesad 
dre lod gheldes ane Kunnen Siverdes hove to Vekenstede nnde teyn 
morgen grases under Bonkenrode. Were ok, dat ek Otte vore benomet 
eder mine erven dit god weder losen welden, dat scold ek eder mine 
erven Bochten eder sinen vorbenomden^ vore weten laten to sente 
Mertens daghe unde darna oppe de ncysten wynachten ere penninghe 
gheven. Were ok, dat desse vorebenomde Bochte eder sine vrunde 
erer penninghe bedorften, dat se dat gud versetten, deme scolde ek 
Otte vorbenomt eder mine erven enen sodenen guden bref gheven be- 
segelt, alse ek Bochten vore ghedan hebbe. Dat we alle desse vore 
screve stocke stede unde gans holden willen, dat love we in tmwen 
onde hebbet des to eneme orkunde use inghesegei an dessen bref ghe- 
henget laten. 

Unde is gheschen na godes bord dusent drehundert jar in deme 
dre unde seventegesten jare, inne sente Gallen daghe des hilghen 
bichegers (!). 

Urschr. Wem. Dae bruchstiickweise anhangende Siegel ist ahnlich dem von 
Minelebenschen mit dem Lindenzweige. Vgl. Harzzeitechr. 3 (1870), 8. 229ff. m. 
Abb. von jischvoin v. Minsld^en^s Siegel; daa Jana v. Langeln s. Ilsenb. Urkdb. 
Taf. VI, 40 u. lext S. LXXXVIff. Umschrifti [S' OT]TONIS . DE . LAGELE. Vgl. 
Taf XII, Nr. 88. 

1) vedderen himu zu denken. 

' 20* 



dOd Cistercienserinnen- (Beiligenblut-) Kloster Waterler. 

1874. 180. 

Heyne boven deme kerchove, Burger zu Braunschweig , verfugt 
u, A. IdztwiUig uber einen Pfennig fiir jede Khsterfrau zu Waterler. 

(Ok beschede ek to Stidderborch to Waterlere jowelker vrowen 

enen pennigh.) 

Vgl Stotterlingenb. Urkdb. 147, 



1376. Mai 22. 131. 

Jan von Dingelstedt versetzt an Hans von ZiUy, Paulinerbruder zu 
HaJberstadt, und rwLch dessen Ableben an zwei Klosterjungfrauen 
zu Wa/terler eine Ifufe zu Minsleben fUr sechs Mark, von denen 
aisdann im Kloster Vigilien gehaUen werden soUen. 
Ek Jan von Dingelstede ande mine erven bekennen openbar in 
dissem breve, dat we vorsat hebben eyne hove op dem veldc to Mins- 
leve, de we hebben von unsem gnedigen heren von Reynsteyn, hern 
Hanse von Tzillinghe, pewelere to Halberstat, unde na sime dode twen 
juncvrowen to Waterleren, Tzien unde Jutten, Bartoldes sustere von 
Schowen, vorsesmarc lodeges, na erem dode der ebdeschen nnde dem 
gemeynen kovente to Waterleren lik to delende, wat von der hove 
valt; unde dar schoUen se vigilien unde gebet von don von deme se 
id hebbet. Were nfi, dat de hove ene werde wedder afgelost, so scol- 
den se de ses lodege marc wedder an alsodene gulde lecgen, dede 
dem hilgen blode eweliken mochte bliven. Ok enmoge we de hove 
nicht losen, sunder alle jarlikes umme de dre jar, so scol we de losinge 
kundegen op de paschen unde dama de ses marc to gevende op den 
neysten Michelis dach. Wen we so des nicht endidden, so scholde we 
de hove stan laten so vort over dre jar. Dat ek Jan von Dingelstede ^ 
unde mine erven disse vorgescrevene stucke stede unde vast holden 
willen ane jenegerleie argelist, dat betuge ek mit mime ingezegele, 
dat ek an dissen breif gehenget hebbe laten. 

Unde is geschen na der bord unses heren dusent drehundert jar 
in deme ses unde seventigesten jare, der himmelvart unses heren. 

Urschr. Wem. Vom Siegd ist nur noch ein Tdeines BruchstHclc vorhanden. 
AUe AufBchr.: Her Johan Czillig. 

1) Der Name iet mit Verweieung durch ein -f- wnter den Text der Urk. gesetst. 



1876. Mai 22. m. 

Busse, Graf eu Beger^in, gtbt zu der vorstehenden Versetzung 

seine lehnsherrliche EinwHligimg, 

Von der gnade goddes we greve Bosse von Reynstein unde use 
erven we bekennen in dissem openem breve: ses lodege marc an ener 
hove op dem velde to Minsleve, dede Jan von Dinghelstede von os to 
lene het, her Hanse von Tzillighe, pewelere to Halberstat unde na sime 



Nr. 130- 13S, a. 1374—1383. 809 

dode twen klosterjnncvrowen to Waterleren, Tzien nnde Jntten, sustere 
Bartoldes von Schowen. Na erem dode scai dat vailen an de ebdeschen 
nnde der samnighe toWaterleren des hilgen blodes, nnde men schallet 
one liki(!) delen, wat von der hove vallen mach. Wordeeten afgelost, 
80 scholdent se weddcr an gnlde leghen der samnighe ghemeynliken 
unde schollet vigilien unde gebet darvor don, von der wegene se dat 
hebbet. Disse hove scholiet se von staden an in ere weren nemen. 
Disse vorbenomden lyde, den we disser ses marc an disser vorbenomden 
hove bekennen, unde schoUet sek de hftve maken, alse se ailemnttest 
konnet, also langhe went men ere penninghe weddergeve. Were dat 
Jane von Dingelstede edder sinen erven edder we ifte nse erven na 
erem dode, wanne me de hove welde wedder losen, des en mach me 
nicht don wenne alle jarlikes nmme de dre jar, so scholde we id en 
knndeghen to paschen, unde to sinte Michelis dage ene ere ses marc 
geven. Hedden se arbeyt an dat lant ghelecht, dat scholde men 
ghelden. Were dat se de losinghe kundegeden nnde des geldes nicht 
geven op sinte Michelis dach, so scholde id stan alse id vore stunt, )o 
nmme de dre jar to losene. Dat we alle disse vorgheschrevene stncke 
stede nnde vast holden dorch Janes willen von Dinghelstede unde 
dorch bede willen, so hebbe we to eynem orknnde dissen breif be- 
zeghelt gegeven mit unsem tohanghende inghezegele. 

Unde is gheschen na der bord unses heren dusent drehundert jar 
in dem ses nnde seventigestem )are, der himmelvart unses heren. 

Urschr. Wern. mit anhangendem kleinem Siegd Gr, Bosses (Burchardi) in 
schwarzem Wachs. 



im. Januar 11. 133. 

Das Kloster Waterler stifM fur 19 Mark, wdche eum Bau eines 
neuen Hauses verwendet siiid, eine Frdbende jsum Unterhalte einer 
Lampe heim heiligen Blut. 

We Ylsebe ebdesche, Ylsebe priorinne nnde de gansze samninghe 
des closters to Waterlere bekennen openbare in dessem breve, dat we 
mid gudem willen alle usere samninghe hebben vorkoft ene ewighe 
pr6vende dem hilghen blode darsylves to Waterlere vor neghenteyn 
lodeghe mark; unde mid den neghenteyn lodegen marken hebbe we 
ghebuwet eyn hus, also dat alle de inne usem clostere syn scnllen ghe- 
bruken to erer notorft des nedersten unde des middelsten deles des 
sylven huses; unde dat overste del des hnses scal beholden Hanne 
van Minsleve unde de kindere de ere volghen de wile dat se leven. 
Unde na dersulven Hannen dode unde der kindere dode, de se to 
sek ghenomen heft de wile dat sc levede, enscal dat overste del des 
hnses an nemende mer erven noch vallen , sunder an dat hilghe bI6t; 
unde ok we dat overste del heft desses huses, de scal dat dak daran 
vreneven(!) laten. Unde dat hus heft ghekostet to buwene neghenteyn 
lodege marc, an de koste, de darover vorteret wart Dat is witlik 



310 Cistercieiifierinnen- (Heiligenblat-) Kloster Waterler. 

hern Dyderik Koke, canonik to Wemigrode, ande Hinrike van Min»- 
leve, borghere darsylves, dat de tvene dat ghelt utgegheven hebben. 
Weret ok, dat dat hilghe blot also nedervellich worde, als et ok er ghe- 
wesen heTt, so scolde men jo mid dem sulven, dat van der provende 
velle, de iampen holden des nachtes vor dem hilghen blode. Dat alie 
desse vorghcscreven stncke unde erer joweik bysunder stede unde 
vast gheholden werden, so hebbe we gegheven dessen bref witiiken 
beseghelt mid user ebdeschen vorbenompt unde uses conventes ynghe- 
seghele. 

Na der bort uses heren goddes driteynhundert jar in deme dren 
nnde achtentighesten jare, des hilghen sondaghes alse men singhet In 
excelso throno. 

Urschr. Wem. Die Siegd nicht mehr vorJianden, Von ausserhtdb Hdschr. d, 
15. Jh.: Proven des hilgen blodes. 

1383. Juli 4. ~~ 134. 

Grube von Gustedt gibt dem Attar U. L. Frauen zu Waterler 
neun Margen auf den Eoden bei Bexem und einen Hof daselbst. 

£k Grube van Gustede do witlik alle den, de dissen bref seen 
edder horen iesen, dat ek mit gudem willen unde witscop unde mit 
vftlborde alle miner erven unde dorch miner sele salicheit unde alle 
miner eideren sele unde alle miner nakomelinghe sele salicheit willen 
hebbe ghegheven neyghen morghen landes, belegben oppe der rodinghe 
by Bechtessem, unde enen hof in dem sulven dorpe to Bechtessem mit 
aller slachten nftt to enem altare, dede licht in deme clostere to Wa- 
terlere, un ghewiget is in de ere user leven Vrftwen also se ghebode- 
scoppet wart, alsodane wis, dat me miner sele denken scal nnde alle 
der sele, de hir vorghescreven stad, alle wekliken ens an der missen 
ewichliken. Unde disse vorscreven neyghen morghen unde hof de 
scult ewichliken bliven to dissem vorscreven altare; unde wille ware 
wesen, wur unde wanne des not is der vormundeiinne des altares. 
Dat dit stede unde vast blive, so hebbe ek Grube van Gustede min 
ingheseghel ghehenghet an dissen bref. 

Unde is ghescen na goddes bord dritteynhundert jar in deme dre- 
undeachtighesten jare, in sinte Olrikes daghe des hilghen bisscoppes. 

Urschr. Wem. Siegd nieht mehr vorhanden. Von ausserhalb von einer Hand 
des 15. Jdhrh.: Dersem effte Becsem IX morgen unde I hoff 



1387. AngUBtl5. 135. 

Das Kloster Woiterler stiftet von 10 schtvareeri Mark^ welche Schicke 
von Schauen an riickstdndigen Zinsen nachgdassen, eine Ftdbende 
U. L. Frauen Botschaft; uberdies gibt Schicke fiinf lothige Mark 
zum Bau des Ackerhauses. 

Won der gnade goddes ek her Sander provest to Waterlere, Ilsebe 
ebdesche gheheyten von Debnem unde Usebe priorinne unde de ghanse 



Nr. m-137. a. 1883-1392. 811 

BamgniDghe des klocrterg to Waterlere we bekennet in dessem openne 
breve, dat we bebbet yorkoft myt gbndem willen eyne ewighe provende 
nnser ieven Vrowen alse se gbeboydesdcbappet wart, dar heyt Schike 
Yon Scowen Tor ghelaten an enne verdingh teyn swarte mark, dede er 
Yorseyten weren an eyremme jareghen tynse, nnde beyt darto gbe- 
gheven vyf lodeghe mark, dede an dem akkerhfls vorbAwet aint. Dat 
dease dingh steyde ande vast ghebolden werden, dat betflghe we mit 
nnses kloBters ingheseygbele, dat^ bir anghefaenghet is. 

Na goddes bort dnsent jar drebnndert jar in dem seven nnde 
acbtesten jare, in anser ieven Vrowen daghe, aieie to hymmele gbe- 
varen is. 

Urschr. Wern. mit heschddigten Siegdn, Bas des Prcpsts s. laf. II, Nr, 70. 
Es ist offefibar das eines friiheren Bropsts Rupert oder Buprecht henuizt. 
1) Hdschr. dar. 

1389. Mal 3. 136. 

AlbredUj Bischof von HalbersUuU, gibt das Eigenthum einer haJben 
Hufe 0u Osterwiek und Beck, die Friedrich von BHnde von ihm 
su Jjehn trug, dem AUar U. L, Frauen im Krewsgange zu 
Waterler. 

We Albrecht van gods gnaden unde des stoles to Rome bischop 
to Halbirstad bekennen openbare in dissem breve, dat we dorch god 
nnde umme bede willen unses leven ghetruwen Frederikes von Bunde, 
unses mannes, gheeyghent hebben unde ghevrigbet eyne halve bnve 
landes teghetvri, de deselve Frederik van uns nnde unsem goddes- 
huse to lehene hadde ghehad, de gheleghen is op den velden to Ostir- 
wich unde to Bek, unde eyghenen unde vrighen se ewicbliken mit 
kraft disses breves to unsir leven Fruwen altare, dat ghelegen is in 
dem crntzeganghe des closters to Waterlere; unde bebbin des to 
eypir ewighen bekantnisse unse grote ingbeseghel gbehenget laten an 
di^sen bref. 

Nach goddes bord dritteynhundert jar in dem neghen nnde achten- 
tigistem jare, in des hilghen Crutzes daghe als et ghevunden ward. 

Urschr. Wem. Siegd nicht mehr vorhanden. 



im. April ^. 187. 

Heinrich von Minsleben verkauft eine halbe Mark an ein&r Mark 
jsu Da/nstedt und an einem Pfund Geldes von einer Bude auf der 
breiten Strasse zu Wemigerode an Jan Walen und Alheid, dessen 
Schwesier, Klosterjungfrau zu Waterler. 

Ek Hinrik van Mynsleve, Mette rayn eylike husvrowe, bekennen 
openbare in dussem breve vor os unde use erven, dat we hebben vor- 
koft bruder Jane Walen, Alheyde Walen, clostervrowen to Waterlere 
siner sustere, uirde deme, de dussen bref heft myt oreme guden willen, 



312 Gistercienserinnen- (Heiligenblut-) Eloster Waterler. 

eyne halve lodyghe mark geldes jarlikes tynses, de we one hebben 
bewyset an uuser gulde an eyner wermai'k geldes to Tanstide, de we 
hebben van den van Ylsenborch, unde an eyneme punt geldes Halber- 
stedescher penninghe, dat we hebben an eyner boyde in der Breden 
strate under junghen Hinrik Lflmen huse, vor vyf lodyghe mark Halber- 
stedescher weringhe^ de de os wol unde al betalet syn. Dusser vor- 
benomeden halven mark geldes schullen se nemen eynen verdingh to 
sente Gallen daghe, de nu neyst tokomende is, unde eynen verdingh 
to deme neysten paschen dama, unde denne vortmer alle jar up sente 
Gallen dach de halven mark vfll. Weret ok, dat one jenich brock 
worde an der vorbenomeden gulde, den schulle we unde willen one 
erv&llen van al useme redesten ghflde, wflr we dat hebben. Worde 
one ok icht overe boven ore gfllde, dat schullen se os wedder reyken. 
Ok hebben se os de gnade ghedan, dat we de vorbenomeden halven 
mark geldes moghen wedderkopen alle jar vor dat vorbenomede geld; 
unde welkes jares we dat don wolden, dat scholde we one tovom 
vorkundyghen to sente Johannes daghe to myddensommere, unde denne 
dama up sente Gallen dach one ore gheld gentzelken unde al wedder- 
gheven myt dem tynse, de sek denne bort, unde icht des tynses ok 
icht vorseten were. Unde ok en schullen we noch enwillen de vor- 
screven gulde nicht mer bekummem noch vorsetten, de wile dat se 
ore gulde daran hebben. To eyner openbaren wyssenheyt, so hebbe 
ek one dussen bref ghegeven vor mek unde myne erven beseghelt myt 
mynem inghesegele, de ghegheven is na goddes bort dritteynhundert 
jar in deme twe unde negentigesten jare, an sente Jurghen daghe des 
hilghen mertelers. 

Urscihr, Wem. Das an Pergamentstreifen hangende beschadigte gdbe Wacha- 
siegel ist abgdnldet Zeitschr. d. Harzver. 3 Jahrh. (1670) vierte Siegdtafel. Vgl. 
das. S. 224f, und 241ff. 

1393- Marz 25. 138. 

Das Kloster Waterler bekennt, dass das Haus uberm Wasser 
beim Kloster zum AUa/r U. L. Frauen VerJcimdigung gehore. 

We Margareta ebdessche, Ilsebe priorinne unde de ganse sam- 
ninghe des closters to Waterlere we bekennen openbare in dessem 
breve, dat dat hfls over dem watere tighen usem clostere hort to dem 
altare, de de ghewiet is in de eyre unser leven Vrowen alse ghe- 
bodesschoppet wart; unde dat hfls is ghesat mit wlbort unde uses 
ghuden willen, unde we betughet dat mit unses closters ingheseghele, 
dat hiran ghehenghet is. 

Dat is gheschen na goddes bort dnsent jar drehundert jar in dem 
dre unde neghensten jare, in dem hilghen daghe unser leven Vrowen 
alse ghebodesschoppet wart von dem hilghen enghele. 

UrscJtr. Wem. Von dem 1. SiegeH (Conventsaiegel) iat nnr ein Bnichstilck er- 
halten^ daa der Atbtisam 8. Taf U, Nr. 16. 



Nr. 138. 139. a. 1393—1398. 818 

1398. Jnli33. 139. 

Curd, Graf eu Wemigerode, befreit einen Hof und funf Hufen 
m WaterJer, die zur KapeUe des heiligen Bluts geharen, von 
Dienst und Schoss, doch dass der Meier dieses Hofes^ der nicht 
bereits grdflicher UtUerthan sein soU, seifie ubrige Habe verschosse 
und dafUr diep^e. 

Von der gnade godes we Gord, greve to WemiDgerode, myt onBen 
erven bekennen in dissenie opene breve, dat we dorch god nnde in 
des hilghen blodes ere to Wateriere hebben yry ghegheven eynen hof 
in dem dorpe to Waterlere nnde yif hove landes op deme velde des 
snlven dorpes, de dar horet to der cappellen des hilghen blodes to 
Waterlere; also weme de prester, des de vorscreven cappelle is, den 
hof nnde vif hove landes vorscriven deyt to tynse, dat de nns edder 
nnsen erven neyn denst edder schot darvon don schal, nnde ok wat 
op den vif hoven wesset. Sunder heft he ander gnt: ve, perde, swyn, 
ghelt edder ghnlde nnde wat des is, dat schal he vorschoten nnde nns 
des jars von deme hove denen; also eyn ander ghemene bnr boven 
nnde benedden. Vorder schul we unde al nnser erven edder nemet 
von unser weghen deme meiger des gudes der ghenanten cappellen 
to Waterlere to jengherleye plicht, denste edder bede teyn. Dusse 
prester schal den hof nnde de vif hove landes vorghescreven be- 
meygeren myt eynneme inkomelinge, de rede unser undersate nicht 
eyn sy; dem meygere wille we greve Cord to Werningerode unde 
nnser erven disse vriheyt holden an disseme vorscreven gude der 
cappellen to Waterlere in disser wyse, dat we unde unse erven den 
mey[ger] ^ schuUen unde willen vordedinghen, lyk eneme unseme anderen 
bure edder undersaten, darvor dat he schotet unde wakel, alzo eyn 
ander bur von dem synen unde burdenst mede deyt. Ok sohal de 
meyger disses vorghenanten gudes mede bruken water unde wede unde 
alles buresrechtes. Weret ok, dat de prester der vorscreven cappellen 
den hof unde vif hove dede to tynse eneme, de dar rede under uns 
beseten were, de scholde vorschoten de vif hove unde wat daroppe 
w6sce, unde ok denen, alse eyn ander ghemene bur. Oppe dat disse 
stncke vorscreven unde vriheit stede unde unvorbroken blyven ewe- 
liken, so hebbe we greve Gord, here to Wcmingerode, unde unse erven 
hern Bartolde von Gzymmenstede, nu eyneme besittere der cappellen 
des hilghen blodes to Waterlere, unde al sinen nakomelinghen dissen 
bref witliken beseghelt ghegheven mit unsem tohangheden inghe- 
seghele. 

Unde is gheschen na der bord godes dretteynhundert jar in deme 
achte unde neghentigesten jare, in synte Marie Magdalenen daghe der 
hilghen vmwen. 

Urschr, Wem. mit ankangendem grossen graf,. Siegd in dtnikdgriinem Wacha 
in gdber SchOssd. Vgl. Taf. VI, Nr, 48, 

1) Bei der Zeilenabtheilung ist in der Urk. die evngeUammerte SHbe ausgdassen. 



314 Cisterciensermnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

1399. Mai 25. 140. 

Curd, Graf zu Wemigerode, giht dem Kloster Waterler frei 
von Dienst, Schoss und aller Pflicht ein Bleeh bei der Kloster- 
miihle, doch dms des Inhabers dgener Besitz nicht darunter 
verstanden noch ohne seinen WiUen ein einheimischer bestellt werde. 

Van goddis gnade we Cord greve toWemigerode bekennen open- 
bar in dissem jegenwordighen breve vor os unde unse erven, dat we 
hebben vry gheven unde geven vry mid crafft disses sulven breves 
denstes, schotes unde allir plicht deme clostere to Waterlere eyn blek, 
beleghen by der moylen des sulven closters, mid dissem undirscheyde : 
It newere, dat dejenne, den de vorstendere disses vorscrevene closters 
darup setten, hedde acker de to schote gheleyghen hedde, eddir syn 
vey nicht ne dreve mid des closters vey, also dat he dat dreve vor 
der bure herde unde up der bur weyde, dar scholde he van don alsek 
gheborde, ghelyk andim unsen buren. Ok so ne schullen se up dit 
vorscreven blek nemede setten, de ud unsem lande sy, se ne don dat 
mid unsem willen; sundir wen see dar vromedes up setten kunnen, 
des gunne we wol. To eyner bekantnisse, dat we ergenante greve 
Cord van Wemigerode unde unse ervcn den clostere to Waterlere al 
disse vorscreven stucke stede, gantz unde unvorbroken holden willen, 
80 hebbe we unser inghesegel witliken vor uns unde unse erven ghe- 
henget laten an dissen breff, de ghegcven is na goddis bord dusend 
drehundirt jar in deme negen unde negentigesten jare, in sinte 
Bonifacins dage des hilghen pawes. 

Urachr. Wem. Daa Secretsiegel Graf Ou/rda 8. laf. VII, Nr. 50. 



1400. November 1. 141. 

Oherborch, Witwe Gherdes DMertzynes zu Braunschweig, bedenkt 
in ihren letztwilligen VerfUgungen auch das Kloster Waterler 
(Vaterlere) mit einer Marh. 

Gescheyn na goddes bord dusent jar verhundert jar in alle goddes 
hilghen daghe. 

Tgl Briibecker Urkdb. Nr. 102. 



1401. Jnli 15. Bom. 142. 

Papst Bonifacius IX. gibt Ablass ftlr die vom heiligen Blut zu 
Waterler herrUhrenden Heilthumer im Dom zu HaJberstaM und 
deren Procession. 

Bonifacius episcopus, servus servorum dei, universis Christi fidelibus 
presentes litteras inspecturis salutem et apostolicam benedictionem. 
Inter cetera desiderabilia cordis nostri illud intensis desideriis affecta- 
mus^, ut ubique maiestas domini nostri lesu Ghristi collaudetur in 



Nr. 140—142. a. 1399-1401. 815 

benedictionibas gratiaram saiqae gloriosi corporis, qaod cenaatibos 

iUis ipse dominuB noster de mando transitaraa ad patrem diacipalis 

snis in specie panis et vini, at iagis eiasdem corporis domini fidelibns 

ipsifl iDsit memoria, distribuit, necnon ligni pretiosi, in quo pro nobis 

ab etema dampnatione liberaodiB idem corpus etemo patri immolavit, 

iugis permaneat memoria et reverentia amplietur, ad quornm patro- 

niocionem(!) eo libentius ministerium apostolice solicitudinis adhibemusy 

quo magis debitum reputamus, ut ab ipsaram laudibus nunquam sileat 

lingua camis. Nobis siquidem nuper innotuit, quod cum olim quedam 

mulier in villa Watterleve, Halberstadensis diocesis, certam hostiam 

consecratam subtraxisset ipsaque hostia miraculosa reinventa et per 

rectorem parochialis ecclesie dicte vilie in certum calicem honorifice 

reposita fuisset ac episcopus, qui tunc erat, clerus et popuius Halber- 

stadensis dictum calicem cum huiusmodi hostia asportare et in ecclesia 

Halberstadensi reverenter reponere vellent, ostia ipsa in sanguinem 

convertebatur intantum, quod calicem ipsum replevit, cumque episcopus 

et clerus predicti de hoc miraculo stupentes calicem huinsmodi propter 

eius nimiam repletionem portare non valerent, corporalia, cum quibus 

calix ipse tegi consueverat, in saDguiDen(!) ipso intinxerunt, post que 

sangnis huiusmodi in dicto calice nutu diviuo io massam camis crueote 

ad formam articuli unius digiti convertebatur, quam iidem episoopus, 

cleras et populus honorifice et devote cum divinoram laudum preooniiSy 

prout decuit, processiouabiliter ad ecclesiam Halberstadensem predictam 

portaverunt, ubi adhuc reverenter recondita et conservata perseverat, 

quodque in eadem ecclesia Halberstadensi magna pecia de ligno miri- 

fice crucis necnon sanctorum lacobi minoris et Verene virginis capita 

nonnuUorumque aliorum sanctoram reliquie reverenter et preciose recon- 

dite existunt ac etiam per clerum ipsius ecclesie nouDuIIe processiones 

causa devotionis et pro salute populi christiani deputatis temporibus 

annuatim fiunt et solempniter peraguntur ac buiusmodi hostia in 

iorma predicta et pecia crucis necnon predicte et alie diversoram sanc- 

torum reliquie inibi recondite ad honorem [et] laudem eiusdem domini 

nostri lesu Ghristi [et] eius intemerate genitricis semper virginis Itfarie 

certis anni temporibus cum magna soIIemDitate, ymnis et canticis pro- 

cessionaliter ad ecclesiam sancte Marie Halberstadensem per cleram 

huiusmodi non sine magno populi concursn et devotione portantur ac 

servatis nonnullis stationibus ad eandem maiorem ecclesiam honorifice 

reponuntur et etiam hostia et pecia cracis una cum aliis reliquiis 

huiusmodi certis festivitatibus saDctorum, quorum reliqaie ibidem con- 

servantur, ut prefertur, et presertim in cena domiai et in die parasceues 

in altaribus et aliis locis cougruis cum lumiuaribus et debitis revereDtiis j 

digne et laudabiliter collocantur et populo cum devotione ostenduDtur. | 

Nos igitur cupientes, ut Christi fideles huiusmodi processionibus por- i 

tationibus, stationibus, coliocationibus et ostensionibus eo avidius stu- 

deant interesse, qui ex hoc ibidem dono celestis gratie uberius con- \ 

spexerint se refectos, de omnipotentis dei misericordia, beatorum Fetri 



816 CSstercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

et Panli, apostolorum eins, anctoritate confisi, omnibas vere penitentibns 
et confessis, qui huiasmodi processionibus, portationibus, stationibus, 
collocationibns et ostensionibus, quotiens eas fieri contigerit, causa 
devotionis interfuerint et ad fabricam eiusdem maioris ecclesie manus 
porrexerint adiutrices, VII annos et totidem quadragenas de iniunctis 
eis penitentiis misericorditer relaxamus, quibuscumque aliis indulgentiis 
tam per nos et sedem apostolicam quam quavis alia auctoritate dicte 
maiori ecclesie qualitercunque concessis hactenus, quas presentibus 
approbamus, nichilominus suo robore permansuris et presentibus per- 
petuis futuris temporibus duraturjs. 

Datum Rome apud sanctura Petrum, idibus lulii, pontificatus nostri 
anno Xll^. 

GedntcM nach dem hischofl. CopiaJb. A 262 auf der DomgymncisiaJbiblioiTiek 
zu Halberstadt Harzzeitsckr. 12 (1879), S, 207—209. 

1) 8t. effectamus. 

1403. Mai 6. 143. 

Heinrich, Graf zu Wernigerode, erborgt vom Kloster Waterler 
jsehn Mark auf die Uerbstbede dasdbst. 

We Hinrek van godes gnaden greve to Wemyngrode bekennen 
openbar in dussem breve vor uns unde unse rechten eiTcn, dat we 
hebben vorkofll rechtlikes unde redelkes kopes der ebdeschen unde 
der gansen samnynge des closters to Waterlere eyne lodige mark 
geldes Halberstedescher werynge vor teyn lodige mark der vorscreven 
werynge, de uns deger unde all woll betalet siut, unde bewisen on de 
mark geldes in demsfilven unsem dorpe Waterlere an unser hervestbede, 
unde wisen see an de bur mit dussem breve. Unde we darsulves 
burmester is to Waterlere, de schall alle jar in sante Wolborge dage 
loven den vorscrevenen juncffrowen dusse vorbenomeden mark geldes, 
dama alle jar bereden unde geven ane hinder uppe sante Mertens 
dach von unser wegene. Were ok, dat dut mergenomde dorpp Water- 
lere in alsodaner mate vorheret unde vorderflRt worde, edder wu dat 
to qweme, dat de bure dusser mark geldes alle jare den ergenanten 
juncfFrowen von unser wegene nicht betalen konden, des god nicht en 
wille, so schuUe we unde unse erven 6n dusse mark geldes bewisen an 
anderem unsem gude unde gulde, wur we de wissest hedden, unde 
schall de erste gulde wesen, de we darsulves unvorsad hebben unde 
umbekummert, de me darute ute unser hervestbede geven schall. Ok 
hebbe we den wilkSr beholden: welkes jares we willen edder unser 
erven, so moge we dusse vorscrevene mark geldes wedderkopen van 
den vorbenomden juncfrowen vor teyn lodige mark der vorscreven 
Halberstadescher werynge. Wan we edder unse erven dat don willen, 
80 schulle we edder unse erven dussen vomomeden juncfrowen dat vor- 
kundigen to sante Johannes dage to myddensomer, unde darna uppe 
den negesten tokomende sante Micheles dach de teyn lodige mark 



Nr. m - 145. a. 1403 ~ 1406. 317 

deger unde all betalen nnde de gnide mede, icht der wat vorseten 
were. Dnsses to merer wissenheyt hebbe we nnge iDgesegeii witiilcen 
gehenget laten an dusseu breff. IJnde we Corde van godes gnade 
greve to Wernyngrode, dusses vorscreven greven^ Hinrilces broder, be- 
kennen ok in dassem sulven breve vor uns unde nnse erven: icht des 
vorscreven unses broders van dodes wegene to kort worde, eyr wan 
he dnsse mark geldes wedder los koffte, unde we edder nnse erven 
dat loveden, dat we unde unse erven dusse guide in aller wis geven 
schuilen unde willen alle artikele unde joweUken bysundem^, alse hir 
vorgescreven steyd, ane allerleye hinder edder invall. Dusses to eyner 
openbaren bewisynge hebbe we unse ingesegell by nnses broder inge- 
segell witliken gehenget laten an dussen breff. 

Unde is geschen na godes bort verteynhundert jar in dem drydden, 
dama in pante Johannes dacge vor der guldene porten. 

Das an erster Stdle antiehdngte Siegel Gr. Cords ist nicfit mehr vorhanden, 
das kleine Gr. lleinricha (in Wachsschiissel) s. Taf. VII, Nr. 49. Auf dem Riicken 
isi 125 Jahre spdter hemerkt: 10 Wemigemlsche marg heubtg[eld] und 1 marg zins 
hab ich dle]m klostcr zn Wasserlere abloset und zalt 3* post Dionis^ anno 1528. 
Handschr. des Schossers Mathias Lutterodt. 

1) Hdscfir. gren. — 2) lidsdir. bysunden, d. h. es fehlt das Zeichen fOr r (*) 
aber dem e. 



1405. Juni 24. 144. 

Ulrich, Graf 0u Begenstcin, wiUigt in die seitens der Gebriider 
von Dingdstedt geschehene Uebereigung einer hciUben Httfe eu Odarp 
an den U. L. Irauen-AUar eu Waterler. 

Yan der gnade godes we Olrik, greve to Regensten, bekennen 
openbare in dissem open breve vor allen, de on sen, horen edder 
lesen, dat Jurges, Jan unde Kfinse brodere gheheten van Dingelstede 
hebben ghegeven myt unsem guden willen dorch unser unde orer sele 
salicheit willen eyne halve hove landes, de de ergenante Jurges, Jan 
unde Kunse van uns to lene hebben, unde de ergenante halve hove 
is beleghen up dem velde to Odorpe, to eyme altare in dem klostere 
to Waterlere, tdede ghewighet is in de ere unser leven Frauwen. 
Des to bekantnisse unde to beter wissenheit so geve wi disen bref 
besegelt myt unsem ingesegele, dat wi witliken hebben druken iaten 
an desen breff. 

Na der bort Ghristi verteynhundert jar dama in dem veften jare, 

an sinte Johannes daghe myddensomer. 

Urschr. Bapier Wem. Das aufgedrOckte Siegd in hraiMem Wachs ist abge- 
sprungen, 

1406. Februar 3. 145. 

Basee von Gustedt borgt von Syke und Jutte von Schauen und 
dem U. L. Frauen-AUar m Waterler fiinf Marh. 
£k Rasze von Gusstede unde Hinrik myn sone unde use erven 
bekennen openbar mit dissem breve, dat we rechtliken unde redelken 



518 C&tercieDflenimeD- (BeiHgenblat-) Klester Waterler. 

vorkoft hebben Syeken ron Schawen nnde Jitteken orer gnster, closter- 
jancfmwen to Waterlere, nnde den Torstendem nnser leven Fmwen 
altars darsQlves to Waterlere ene halve lodighe mark gheldes jarliker 
galde HalTerstedescher werynghe an ansem redesten gade, wnre we 
dat hebben, vor vif lodighe mark der vorbenomden wcringhe. Disse 
ghenanten halven mark gheldes schulle we ande anse erven one alle 
jarlikes geven oppe wynachten, ane allerleye hynder eder halperede. 
To ener betem wissenheyt hebbe we one anse fmnd darvor to borghen 
sad, de hir na beschreven stan. Unde we Hennig von Hoppelstede, 
Hinrik Rike, Bartolt Utryder ande Hennig Ghermens borghen bekennen 
openbar in dissem salven breve, dat we ghelovet hebben ande loven 
vor Baszen von Gasstede ande Hinrik synen sone ande ore erven, se 
mit ans ande we mit one alle mit sampderhant, alle disse vore nnde 
na beschreven stiicke. Unde were, dat anser sakwoldigen eder borghen 
)ennich affghynghe von dodes weghene, so scholde we nnde welden 
enen andem also gaden in des vorstorven.stede setten bynnen den 
neysten achte daghen, wanne nnde wa dicke des nod ghescbeghe, de 
scholde loven in synem sunderken breve; dat scholde dissen breve nn- 
schedelik wesen. Ok moghe we vorghenanten Rasze ande Hinrik eder ase 
erven de genanten halven mark gheldes wedder aff kopen vor vif iodige 
mark Halverstedescher weringhe, welkes jars we dat enden konden; 
nnde dat scholde we one tovoren vorkandigen oppe sente Gallen dach, 
onde one ore gelt, vif lodighe mark, geven nnde betalen op de wi- 
nachten, de neyst na der vorkfindighe volgende syn. AUe disse vor- 
gheschreven st&cke nnde artikele ande eyn jowelk bisandem love we 
sakwoldigen nnde borghen den vorbenomden closterjancfrawen ande 
vorstendem stede nnde vast unvorbroken to holdende, ane allerleye 
hnlperede, ande hebben des to bekantnisse nnse ingesegele witliken 
ghenhet (!) laten an dissen breff. Unde ek Hinrik von Ousstede bruke 
Raszen mj^ns vader ingesegele, unde ek Hennig Ohermens bmke 
Bartolt Utriders ingesegele, wente we to dusser tyd nene eghene in- 
ghesegele enhebben. 

Na goddis bort verteynbundert jar dama in dem sesten jare, in 
sente Blasii dagbe. 

Urschr. Wern. Siegd nicht tnehr vorhanden. Auf dem Rucken hat eine ziem- 
lich gleichzeitige Hand bemerkt: In Dersem effte Becsem — und eine jHngere dea 
ausgehenden 15, Jh,: 1/2 lodige marck. 



1406. NoYember 12. 146. 

Kurd und Heinrich, Grafen zu Wemigerode, eignen ihrem 
Kloster Waterler den Kom- und Fleischzehnten in Husler gu, 

Von der gnade goddes we Cord unde Hinrik, greven unde heren 
tho Wemigerode, bekennen openbar in dissem breve, dat we myd 
ghadem willen unde vorbedachtem mAde eyndrechtliken bebben vor- 
laten unde gbeeghent unsem clostere tho Waterlere dem hilgben bI6de 



Nr. 146. 147. a. 1406-1408. S19 

muBez beren goddes den thegheden tho Hfislere, nnde we noch nnse 
enren^ nnde de na nng komen moghen enschnllen noch enwiilen dar 
neyn recht mer ane hebben. Unde we setten dit genante nnse doster 
Waterlere in de were des genanten tegheden to Hfislere myd allem 
reebte in velde, in dorpe unde yleyschtegheden ewelken tho besittende 
an jenegherleyge ansprake; nnde we noch unse erven nnde nakome- 
lioge noch nemet von nnser nnde nnser erven weghen schnllen noch 
enwillen dit genante clostere nichte hindem an dissem Yorgenanten 
tegheden to Hfislere. Disses tho eyner openbaren bekantnisse nnde 
t&chnisse hebbe we vorgenante greire Gord ande greve Hinrik, heren 
tbo Wernigerode , nnse ynghesegele wytliken an dissen breff ghehenget 
laten vor uns nnde vor unse erven unde de na nns komen moghen. 
Unde hir over syn ghewesen tho tfighe: de eddele unse broder Albrecht 
von Wemigerode, domprovest tho Halberstat, nnde her Cord von 
l^lixen, deken tho Weraigerode, nnde vele mer ander vromen Inde. 

Unde is ghescheyn na goddes bord vertheynhnndert jar darna in 
dem sesten jare, des anderen dages na sunte Mertens dage des hilghen 
bysschoppes. 

Urschrift Wem. tnU grunen Wacfissiegdn m gelben SchUsadn, «. 7af. VII ^ 
Nr. 50 und 51. 

1) Da$ y m enren iat hier und an andem Stetten kaum vom b eu untencheir 
den; dagegen weehseit damit ab die Schreibung eruen, d<ther immer erren £U leeen 
eem urird. 

1408. Jaimar IL Halberstadt 147. 

Notariaisinstrument uber die von den Domvicaren siu Halberstadt 
dem Kloster Waterler uhergehene Quittung vom 6. Januar 1408 
uber die Bezahlung der von Hans von Hedersleben mit BewiUigung 
der Grafen von Wemigerode auf den Zehnten von Husler er- 
borgten sechzig Mark mit Einschaitung der Quittung. 

In nomine domini amen, anno nativitatis einsdem millesimo 
CCCCVIP^ indictione XV% die undecima mensis Januarii, hora nona 
vel qnasi, pontificatus sanctissimi in Christo patris ac domini nostri 
Gregorii divina providencia pape XII, in mei notarii publici presencia 
ac testium infrascriptorum ad hoc specialiter vocatorum et rogatoram 
constitutus discretns vir dominus Hinricus Pattenzen, vicarius ecdesie 
HalberstadensiS; ex una, habens et tenens in suis manibns quandam 
litteram quitancie in pergameno conscriptam, quatuor sigillis quatuor 
dominoram vicariorum subscriptoram sigillatam. Quam litteram idem 
dominus Hinricus Pattenzen honorabili viro domino Conrado Titlixen, 
decano Wemigerodensi , loco et vice omnium vicarioram presencinm 
et fiitnroram ad quitandum honorabilem virum dominum lohannem 
Dornewazen, prepositnm in Waterlere, de sexaginta marcis presentavit, 
prout in illa presentata et tradita plenius continetur. Cnius tenor de 
verbo adverbum sequitnr et talis est: 



B20 Cistercienserintien- (BeOigenbkt-) Kloster Waterler. 

£k TydericQS^ Tan Titlixen, anders gheheten^ Home, ConraduB 
Becker*, Borchardos Bywende, LudolphugS Bemdes proyest, Hin- 
rik van Pattenzen^, Fredericus Sommerstorpe ^, Tydericus Wich- 
huzdn^, ConraduB Zezen^, Hinricus voni^ Osterrode, Johannes 
Rodekremer", alle vicarii to de (I)^^ dome to Halberstad, be- 
kennen in dussem^^ open^^ breve vor uns unde^^ de vicarii, de 
to Halberstad wonen unde nicht wonen^^, unde vor de, de nach 
nns komen mogeni^, dat her Johan Doraewaze, nui^ to der tiit^^ 
provest to Waterlere, uns heft^o wol betalt sestich lodige mark 
Halberstedescherweringhesi, dar we vor hadden kofft veer mark 
gheldes an dem tegeden to Huslere hera Hanse van Hedersleve 
aff unde sine ^^ erven, de uns besegelt hadden de eddelen ^^ greve 
Cord unde greve Hinrik^*, heren to Weraingrode 25, unde her 
Hans von^e Hedersleve vor sek unde syne^? erven. Unde er- 
screven vicarii to deme^s dome to Halberstad alle unde en islik 
bysunderen29 seggen hera Hanze von^o Hedersleve unde syne^i 
erven unde de borgen, dedarvor ghelovet^^ hebben, alse de breff 
utwyzet^^, den de eddelen^^ erscreven heren^s greven to Wer- 
ningrode^^ darover de crscreven sestlich mark besegelt hebben, 
Ieddich37 unde los, unde de breff scaP» neyne macht hebben. 
Unde wan we den breff vyndens^ kunnen, so wyl wy*o den 
antworden deme*i proveste to Waterlere; unde we vorscreven 
vicarii scullen*^ unde wyllen*^ uppe^ den breff der zestich^ 
lodige mark an dem tegeden to Huslere neyne ansprake mer 
hebben. Dyt betuge we aile vicarii to deme dome to Halberstad 
myt*6 veer ingezegelen*^. Unde ek Ludolff Berndes, provest der 
vicarii to dem^^ dome to Halberstad, Hinricus van Pattenzen*^, 
Conradus Sezen unde Hinricus^o von Osterrode, vicarii to dem 
dome to Halberstad, bekennen alle dusse^i vorscreven articulen^^ 
unde quitingen, unde hebben umme bede wyllen^s alle unser 
vicarien to deme^* dome to Halberstad vor uns, de dar syn^s 
unde nicht enw5nen56 unde de nach uns komen mogen, unse in- 
gezegele^^ wytliken^s an dussens^ breff ghehenghet^o laten. 

Geven nach godes bort^i veerteynhundert jar darna in dem<^2 
achten jare, in der heyligen driger koninghe daghe^^. 

Quam quidem litteram quitacionis pecunie antedicte honorabiles 
vir dominus Conradus decanus prefatus Weraingrodensis reverenter 
recepit, reqnirens me notarium subscriptum propter plenariam fidem, 
ut sibi super premissis unum vel plura conficerem instrumentum sen 
instrumenta. 

Acta sunt hec anno, indictione, die, mense, hora quibus supra, in 
cnria habitaoionis honorabilis viri Hinrici dePattenzen, vicarii ecdesie 
antedicte, presentibus ibidem lohanne Landolfi necnon Wedegone 
Richardi, clericis Maguntinensis et Halberstadensis diocesis testibus ad 
premissa vocatis specialiter et rogatis. 




Kr. 148. a. 140d. 321 

Et ego Nicolaos Poppe, clericiis VerdenBis 
diocesis, pabiicuB imperiali anctoritate notarinSy 
qnia predicte qaitacioni et littere preaentacioni 
interfaiy eaqae sic fieri ridi et aadivi ideoqae 
boc presens publicam instramentam mana pro- 
pria conscriptam exinde confeci signoqae (et) 
nomine meis solitis et consuetis signayi rogatas 
et reqaisitas in fidem et testimoninm omniam et 
singuloram premissorum. £t protestor de dele- 
tione et correctione unius dictionis ,yor zek'^ 
non vicio sed errore ductus. 
Urschr. Wem,, sawchl des Notariatsin8trument$ aU der Originalquittwng. Beides 
Pergament. 

1) So steht tffi Instrument, wozu auch ind. XY stimmt. Dass aber nur das 
Jahr 1406 aemeint sein kann, zeiat das Datum der einverleibten Quittung, die 
uberdies in aer Urschrift mit der Jahreszahl 1408 beQiegt. >- 2) Wir verzeichnen die 
Verschiedenheiten in der Schreibung u. s. w., welche sich ewischen der noch erhaXtenen^ 
ihrer 4 Siegd beraubten, Origindlquittung und der OestcUt, wie dieselbe in das 
vorliegende Instnment aufgenommen ist, ergeben. ThidericuB. — 8) geheten. — 

4) Zeigt im Original am Schluss das Zeichen einer Abkiirzung fik' Beckere. — 

5) Ludolffus. — 6) Pattensen. — 7) Fredericus Somerstorp. — 8) Thidericus 
Wichusen. — 9) Sezen. — 10) Henricus van. — 11) Hier wira im Or. Rodekremere 
(vgl. Beckere^ zu lesen sein. — 12) dem. — 18) dessem. — 14) openen. — 15) uns 
unde vor de vic. — 16) Im Not.-I. steht verschrieben wonem. — 17) mdgem. — 
18) nfi. — 19)tid. — 20) hefft. — 21) weringe. — 22) Das N.-Instr, hatte erstYor 
sek unde sine erven ; vor sek ist aber, als vtrmeintlich unrichtig, unterstruJten und aff 
abergeschrieben, sine statt sinen erven hUeb aber im N.-L stehen. — 23) eydelen. — 
24) Henrik. — 25) Wemingerode. — 26) van. - 27) sine. — 28) dem. — 29) bi- 
sunderen. — 80) Hanse van. — 31) eine. — 82) gelovet. — 88) atwyset. — 
34) eydelen. — 85) heren fehlt. — 86) Wemingerode. — 87) ledich. — 88) schal. 

— 89) vinden. — .40) wil we. — 41) dem. - 42) schullen. — 48) willen. — 
44) op. — 45) sestich. — 46) mit. — 47) ingesegelen. — 48) dem. — 49) Henr. 
van Pattensen. — 50) Henr. — 51) desse. — 52) artikelen. — 58) willen. — 
54) denL — 55) aint — 56) wonen. — 57) ingesegele. — 58) witliken. — 69) dessen. 

— 60) gehenget. — 61) goddes bord. — 62) deme. — 63) dryer koninge dage. — 
64) Vgl. dben eu 22. iHe Origincdguittung hat auch das richttge vor sek u. s. erven. 



1409. September 1. 148. 

Unter VermiUelung des Baihs eu Osterunek erhSU die Kloster- 
jungfrau Crisela eu Waterler einen Vierding jahrlich su Ostem, 
Udsc hern hebbet ghedeghedinget myd(?) twysschen jnnefmwen 
Ghysseien, ener closterfrnwen toWaterlere, nndeHinrike yanGheysmar 
also, dat de ghenante Hinrik der ghenanten jnnefniwen schal gheren 
alle jar nppe de paschen enen ferding, de wyle dat se leved; nnde na 
oren dode schal des ferdinghes eyn half ferding valen an snntte 
Stephans goddeshns, nnde de ander halve ferding schal vorstorven sin. 
Unde wen dat also vorstorven is, so mach he den halven ferding dem 
goddeshnse aflosen na der stad wylk6re. 

Datnm anno domini M<'CCCC''1X<', in die Egidii abbatis. 
Auf der VorderseUe des ScMussblattes des Osterwieker Stadibuchs im Stadt- 

archio daselbst. 

Q«Mhl«hiMi.d.Pr.SMbMn XV. 21 



322 Cbterdeiueriiineii- (HeOigenblat-) KloBter Waterler. 

14U. Mai 10. Halberstadt 149. 

Bobert, Generalvicar des Bredigerardens in Sadisen, nimnU das 
Kloster Waterler in die Gemeinschaft derguien Werke des Ordens auf. 

Religiosis et deyotis Christi ancillis, abl^atisse et sororibas mona- 
sterii in Waterlere frater Robertas, ordinis fratram predicatoram sacre- 
qae theoiogie hamilis professor necnon per proyinciam Saxonie immeritas 
yicarias generalis, salatem in domino et bonornm omniam incrementom. 
Exigente pie yestre deyotionis affecta, qaem ad nostram ordinem in- 
tellexi yos habere, yobis omniam missaram, orationam, predicationam, 
ieianioram, yigiliaram, abstinentiaram , laboram ceteroramqae bonoram 
omniam, qae per fratres nostros in nostra proyincia dominas noster 
Ihesas Christas fieri dederit, participacionem concedo tenore presentiam 
in omnibas specialem yolens niehilominas ac ordinans, nt anime yestre 
post decessas yestros recommendentar fratram nostroram orationibas in 
nostro capitnlo proyinciali, si yestri obitas ibidem faerint nnnciati. In 
caias concessionis testimoniam sigillam meam duxi presentibas appo- 
nendam. 

Datam Halberstad, anno domini M^^CCCC^^XI^^, mensis Maii die 
decima; in nostra(!) proyinciali capitalo. 

Urschr. Wem, Das an meergrunseidener Sehnwr anhangende rotTte Wachssiegel 
ist bruchstdckweise erhdUen, 



1412. Februar?. 150. 

Heinrich, Graf eu Wemigerode, schlichtet einen StreU mischen 
dem Kloster Waterler und Henrig Solter wegen evner Pfriinde. 

Von goddes gnaden we Hinrek greye to Wemigrode bekennen 
in dassem breye yor alle den, de one seen, horen eder iesen, dat we 
hebben gededinget twisschen hern Jane proyeste, Alheyde ebdesschen, 
Ermghart pryorinne ande der gantzen sampnange to Waterleren npp 
eyne syt ande hem Hennige Soltere app andere siit omme alle twi- 
dracht ande schelinge, de her Hennyng Solter hadde to dem clostere 
to Waterleren nmme de proyende in dassir wise, dat de proyest, 
ebdessche, priorynne ande de gantze sampnange scullen nnde willen 
geyen onde reden hem Hennig Sz51tere appe dassen neisten tokomende 
sinte Gallen dach anderhalye mark Halbirstedesscher weringe, unde 
denne dama alle jar andirhalff mark der yorbenomden weringe upp 
sinte Gallen dach yor de proyende^ der se ome pligtich sin yon der 
cappeUen to Waterlereu; de he heft to lene yon dem sulyen clostere, 
de wile dat he leyet; unde dar scal de breff, den he heft yon dem 
dostere yorbenomet^ unyorbroken mede wesen sinen nakomlingen. Ok 
80 was her Henning Sz61tere one plichtich eyne mark Halberstedesscher 
weringe yorseten tinszes, der hebben se ome losgelaten yor sine k6ste, 
arbeyt unde proyende, de se ome yorseten hadden. Ok so hebbe we 
gededinget umme de schelinge unde twidracht, de de sampnunge unde 



Nr. U9- 151. %. 1411-14«. 825 

her Henning Torbenomet noch nndireynander hebben; nnde we de 
beste bewisinge hedde myd breven eder dat bewisen mochte mjd den 
oltseten, de dat ntdeden bi oren waren wordeui wnr dat Yorbenomede 
closter recht to hedde eder her Henning Soltere, dar seolde dat bi 
bliyen, nnde des wolde we one bibestendich wesen. Dit hebbe we 
Hinrek greve to Wemigrode gededinget, nnde dar sin an nnde ovir 
gewesen unse vicariese her Bartoid von Eynbeke, her Diderik Brandes 
nnde Hans Oldenrod, to der tiid stadvoged. Dit betjige we Hinrek 
greve unde here to Wemigrode myd unsem ingesegele, dat we upp 
dnssen bref hebben gedracket laten. 

Ka goddes bord veirteynhnndirt jar in dem twelften jare, des son- 
dages na sinte Dorotheen dage der hilge(I) junchfiruwen. 

Unehr, a. Fiapier nUt aufffedhicktem Siegd (Taf. VII, Nr. 115) Wem. 



1427. Januar 26. 15L 

Hemrich, Graf zu Wemigerode, gibt das Eigenihum der von 
seinem ZoUner Kord Kramer eu Wemigerode dem Kloster Waterler 
in seinem Gd>iete zu einer Sedmesse gegAenen lAnbaren 0wei 
Hufen auf dem Ellinger Felde dem genannten Kloster. 
In nomine domini amen. We Hinrik van goddes gnaden greve 
unde here to Wemingerode bekennen in dusseme opene breve vor 
nns, vor unsen erven, vor unse nakomelingen alle unde vor alsweme, 
dat Cord Kramer, unse tolner to Weroingerode, Ghese sin elike hus- 
frowe, mit unser witBCup, vulborde unde gudem frigen willen hebben 
eweliken ghegeven dorch god umme orer seylen salicheyt den junc- 
frowen unde der samninge in deme clostere to Waterlere, orden santte 
Benedicti, in unseme gebede tu houfe iandis, belegen up deme velde 
to Schawen, bynamen np deme EUinge velde, mit wischen, mit holte, 
mit h6fen unde mit aller tobehoringe, wu me de benomen mach, de de 
genante Gord Kramer van uns to lene heift, unde Ghese sin husfrowef 
to eyner lifftucht, alse dat de breff utwiset, den we on to bekantnisse 
darover ghegeven hebben. Hir vor schuUen de genanten juncfrowen 
unde samninge des genanten dosters to Waterlere in orer kerken jo 
des jares eyns eyne ewige dechtnisse holden nnde don godde to love 
unde to eren mit vigilien unde seylmissen Corde Kramere vorgenant, 
Ghesen siner eliken husfrowen unde oren elderen to troste unde gnade, 
wan^den genanten juncfrowen unde samninge dat bequeme is; unde 
Bchal des genanten Cord Kramers testament unde seylgerede sin, ane 
argelist eweliken to holdenne. Unde we Hinrik, grave to Weminge- 
rode vorgenant, vorlaten unde vortigen den eygendom unde alle rech- 
tigheyt der genanten ewiger houfe landis unde eygen, gheven unde 
frygen se in crafft dusses breves mit oren tobehoringen alse vorscreven 
steyd den juncfrowen, samninge unde deme clostere to Waterlere er- 
genant mit alle der fryheyt, rechticheyt unde eygendome, alse we de 
van unses vederliken erves wegen wente herto ghehad hebben, unde 

21* 



824 



Gistercienseriimen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 



setten nnde wisen de genanten jnncfrowen nnde closter vorgenant in 
cra£ft dnsses brcTes in de ewelike bebbenne unde rawelike frige were 
der genanten twiger honfe landis, alse yorscreven steyd, eweUken to 
hebben nnde to brukenne, in ore nud unde {romen to kerende van 
stund an, an nnse, unser eryen unde alle unse nakomelingen edder 
jhemedes weddersprake nnde hinder, ane gheverde. Dat dut also ge- 
holden werde unde weliken bliyen schal, alse yor screyen steyd, des to 
bekautnisse unde orknnde hebbe we genante greye Hinrik, here to 
Wemingerode, den ergenanten jnncfrowen unde clostere to Waterlere 
duBsen breff mit gnder yordacht ghegeyen besegelt mit nnsem inge- 
segele, dat we witliken hebben gehenget neddene an dussen breff. 

Na Christi unses heren gebord yeyrteinhundert dama in deme 
seyenundetwintigisten jare, an deme sonda^he yor unser leyen Frowen 
daghe lechtmissen. 

Urschr. a, Perg. Wem. Das an Pergamentstreifen hangende Siegd in TToc^ 
achdssei ist dasseUbe wie das der vorhergehenden Urkunde aufgedriickte, dber un- 
deutlicher, — 1) Die Hdschr. huffrowe. 



1428. Februar 5. 152. 

Barthold Hafenmg der AeUere, Bitrger eu Wemigerode, erhargt 
auf sdn dort gdegenes Haus vom Kloster Waterler eehn Mark, 

Ek Bertold Hayerung de eldere, borger to Wernigerode, Iszeke 
myn elike husfrowe, unde unse eryen bekennen in dussem opene brefe 
yor alle den, de on sen eder horen lesen, dat we yorkoft hebben 
rechtes kopes eyne mark geldes jarlikerguldeHalberstedesscherweringe 
an unsem huse, nu to der tiid beleghen twisschen dem remensnidere 
unde Hinrike Smede in der stad to Wemigerode, den erwerdigen yrawen 
Metten yan Borchtorppe ebdesschen, liseben Minsleyes priorinne unde 
der gantzen samnige des closters to Waterleren yor teyn mark der 
snlyen weringe, de uns woi to dancke beredet sin unde in unse nut 
nnde yromen gekart hebben, de we one gutliken unde wol to dancke 
geyen schullen unde willen uppe sinte Mertens dach negest tokomende 
na gift dusses brefes, unde dama alle jar uppe de genanten dagetiid, 
ane jenigerley argelist, hinder unde yortogh. Ok sint we des eyn ge- 
worden als umme dat schot, dat sek yan der yorscreyen mark geboren 
mach, dat de yorgenante ebdessche, priorinne unde de samnige des 
dosters to Waterleren des schuilen unde willen enberen an der ge- 
nanten jarliker gulde alle jarlikes, wad one yan dem rechten to «chote 
daryan gebdred eder bdren mach na unser stad willekore. Ok hebbe 
we de macht beholden yan ghunst wegen, dat w^ de yorscreyen mark 
geldes jarliker gulde m6ghen wedderkopen, welkes jares uns des 
ghelusted; unde wan we dat don wolden, dat scholde we der erbe- 
nanten ebdesschen, priorinne unde der samnige des yorscreyen closters 
yorkundigen to sinte lohannes dage to myddensommere , unde dama 
uppe sinte Mertens dach negest yolgende one wedder geyen teyn 
mark Halberstedesscher weringe myt dem tinse, de sek denne geborde, 



Nr. 152. 153. a. 1428-1434. 325 

Qnde ifil des wad vorseten were, ane jenigerley vortogh unde ane 
besate geistlikes ande werlikes gerichtes. Wered ok, dat we dat vor- 
screven nnse hos wolden vorder besweren myt jenigerleyem tinse, so 
scholden de yorgenanten ebdessche nnde priorinne unde de gantze samni- 
ge des closters to Waterleren den ersten tins unde ffrede darane hebben. 
Dat we alie dusse vorscreyen [puncte]^ unde artikele dusses brefes 
unde eyn jowelk bisnnderen stede unde vast holden willen, des to 
eyner bekantnisse hebbe ek Bertold Haverung de eldere, borger to 
Wemigerode, Iszeke myn elike husfrawe, vor uns unde unse erven 
dussen bref geven besegeld myt des vogedes to Wernigerode inge- 
segele, des we hirto gebruken. Unde ek Hinrik Ryman, stadvoged to 
Wernigerode to der tiid, bekennen in dussem sulven brefe, dat ek 
umme bede willen Bertold Haverunges des elderen, borger to Wemige- 
rode, Iszeken siner eliken husfrowen unde orer erven, dussen bref hebbe 
besegelt myt mynem ingesegel, dat ek witliken to orkunde an dussen 
breff hebben gehenget laten. 

Na goddes gebort veirteynhundert jar in dem achteundetwintigesten 
jare, dama an sinte Aghaten dage der hiigen juncffrawen. 

Vrsch/r. Perg. Wem. mU Siegel 8, Taf. XIII, Nr. 92. Dabei liegt eine ehoas 
iimgere Abschrift auf Papier. 

1) Daa evngeUammerte piincte fMt tn der Handschrift, 



1434. Juni 29. 153. 

Der grdfliche Hogreve m Wemigerode b&geugt, dass Kord Mar- 
quardj SchtAmadher daselbst, vom Propst Hermann von Nordheim 
0u Waterler drittehdlb MarJc auf sein Haus in der Hinterstrasse 
der Heide erborgt habe. 

Ek Hinrik Ryman, hogreve to der tyd des edelen mynes gne- 
dighen heren greven Boden, greve to Stalberge unde heren to Wemi- 
gerode, bekenne in dussem open breve, dat vor mek is ghevesen Cord 
Marqword de schomeker, Mye sin elike husvrowe, unde hebben vor 
sek bekant unde vor ore rechten erven, al dat se hebben vorkoft 
rechtliken unde redeliken dem erbarn prestere hem Hermen van Nort- 
heym, unde we dussen breff heft med sime guden willen, eynen lodighen 
ferding geldes jarliker gulde an orem huse unde hove, gheleghen up 
der hyndersten Heyde, beleghen theghen Janes Holweghes hus ower, 
vor dredehalve mark Halberstedescher weringhe, de on wol to bedanke 
betalet sin, dat se weder ghekai*t hebben in ore unde orer erven nut 
unde fromen. Dusses ferding geld^s jarliker gulde wille ek Cord 
Marqword, Mye myn elike husfrowe unde unse erven, edder we in dem 
huse wonet, geven unde betalen dem vorbenomden prestere, edder 
we dussen bref heft mid sime guden willen, nu oppe sint Mertens 
dach unde denne dar na alle jar uppe sinte Mertens dach schotes fri, 
met dussem underbeschede, dat Cord Marqword, Mye sin elike hus- 
vrowe unde ore erven, edder we dat hus hefl, den vorscreven ferding 



826 Cistercienserinnen- (Hciligenblnt-) Kloster Waterler. 

geldes nioghcn wcdder kopen vor dredehalve mark Halberstedescher 
weringe, wanne one des instet, so worder (!) dat se dat Yorkundighen 
eyn femdel jares tovoren, unde denne darna np den neghesten to- 
komen sinte Mertens daeh geven den vorbenomeden dredehalve mark 
med dem tinse, unde icht des tinses wat vorseten were, wul (!) unde al. 
Alle dusse vorscreven stucke love ek Cord Marqword, Mye myn elike 
husvrowe unde ore erven, unde we dat hus heft, stede unde vast to 
holdende, an alie arghelist. Dusses to bekantnisse hebbe we ghebeden 
Hinrik Rymanne, de dut bethuget unde besegeit mid sime anhengheden 
ingesegele. 

Na goddes bort veyrtheynhundert jar darna in dem verunde- 
drittigesten jare, an sinte Johannes dage baptisten, alze ome dat hovet 
afghehanwen wart. 

Urschr. a. Papier Wermgerode. Das Siegel H. Rimans ist dasseJbe, welches 
der vorstehenden Urkunde at^ehdngt ist. Vgl. Taf. XIII, Nr. 92. 



1434, Deceiiiber4, 154. 

Hdnrich SchiiUe, Ilichter eu Osterwiek, hekennt, dass Heinrich 
Stegder auf sein Haus daselbst dem AUar U. L. Frauen w 
Waterler ein Unterpfand jsu fUnf Vierdingen gegeben habe. 

Ek Hinrik Schutte, nu to der tiid richter to Osterwik, bekenne 
in duBsem openen brefe vor alle den, de on seen, horen edder lesen, dat 
ek hebbe ghewercht eynen ffrede alzo fredes recht is, dem vormundere 
des altares unser leven Frouwen in dem chore der kerken to Waterlere 
over eynen halven ferding geldes tynses jarliker gulde vor vyff fer- 
dinghe Halverstedisscher weringe an Hinrik Stegelers huse, gelegen in 
der stad to Osterwik an dem horne jegen sunte Clawes dore. Unde 
ek vorbenomede Hinrik Schutte sette dussen vorbenomden vormunder 
hem Jane van Uppelinge des vorbenomeden altares in den vor- 
genanten frede myt crafft nnde macht dusses brefes. Ok so is dusse 
vorgenante vormunder des myt Hinrike unde Berthen syner eliken 
husfrowen unde sinen erven eyn gheworden: Weret sake, dat 
dusse vorgenante Hinrik edder sine erven wolden dussen vorge- 
nanten halven ferding tynses jarliker gulde afflosen, dat scholde 
he edder syne erven dussem vorgenanten vormundere tovoren vor- 
kundigen eyn ferndel jars, unde ome denne gheven syn hovetgut 
myt dem tynse; ifflt des tynses wat vorsethen were, den scholden se 
gheven ane vortoch, hinder edder ane jengherleye argelist Unde 
dussen vorgenanten tynsz schal dusse vorgenante Hinrik edder sine erven 
utgheven alle jar uppe sunte Mertensz dach unvertoghet unde unvor- 
schotet. Wat der stad daraff bord, dat schal dnsse vorgenante Hinrik 
edder sine erven liden. Ok is dusse vorbenomede vormunder des 
vorgenanten altares unde Hinrik edder sine erven eyndrechtliken eyn 
gheworden, dat se dat vorgenante husz nicht vorkopen schullen, se 
9chullen dat dem vorgenanten vormundere toseghen, ift he den tynsz 



Nr. 154—156. a. 14d4— 1486. 827 

daraoe beholden wil. Dusses to eyner beteren bekentnuwie hebbe ek 
Hinrik Schatte, to der tiid richter to Osterwik, myn ingesegel witte- 
liken gehenget an das»en breff. 

Na goddes bord dosent jar yeirhiindert jar dama in dem verand^ 
drittigesten jare, in sunte Barbaren daghe der hilgen jancfrowen. 

UrBchr. Ferg, Wem. Das grHne Wachssiegd an Fargamentstreifen i8t stark 
aerUtzt. Im dreieckigen SdUJde teheini ein ZweigUm wnU drei Bldtiem an ge- 
bogenen Stielen ju st^ien, 

1436- December 26. 165. 

Die Gemeinde der Uarslingerslrasse m HaTberstadt (Cord Stortewin 
bnrmestere, Hermen Haskerod ande Hinrik Blome, vorstendere) 
erborgen tumens der Oemeine ihrer neiberschop van der innigen 
Klosterjungfrau Alheid Luders zu Waterler anderthalbe eu U. L. 
Fratten wortewiginge zahTbare Mark, die nad^ deren Abld>en 
an die Gemeinde faUen sdU. 

Na der bord Cristi anses leven heren verteinhnndert jar dama 
in deme sesundedrittigesten jarCi in sante Steffanus dage der(!) hilgen 
mertelers. 

Urgchr. Wern. Gedruckt — heidemal mit Ahbildung des anhangenden grHnen 
Wachssiegds — Harzzeitschr. 3 (1870), S. 989 f. und Schmidt, Urkdb. der St 
Halberstadi Nr. 874, vgl Taf. 3, Nr. 4. 



1436. NoTember 9. 156. 

BUrgermeister und Bath zu Wemigerode unUigen in die Ueber' 
lassung der von ihnen an Bemd Benoldes Witive versetzten zwei 
Hufen zu Waterler an den AUar Z7. L. Frauen, Johannes des 
Tdufers und S. Annen im Kloster gegen einen jdhrlichen Zins 
von 4 SchiUing. 

We borgermester nnde ratman der stad to Wemigerode bekennen 
openbar in dussem breffe vor alle den, de 6n seen edder horen lesen, 
dat vor uns is gekomen Seffeke, weddewe Bemd Renoldes seliger, 
nnde de hefffc myt unsem willen, witschnp unde vnlborde npghelaten 
dem aitare unser leven Vrawen annancciationis, sinte Johannes ewan- 
gelisten unde sinte Annen in dem godeshnse to Waterleren twn hoyve 
landes, beleghen ap dem velde to Waterlere» myt allem rechte, alze 
we de dem vorscreven Berade unde sinen erven hebben vorkoft nnde 
nns de gelaten sin van der herschnp to Wernigerode, dar uns de 
altriste(!) des vorscreveu altars, ififte we de vorscreven hoyve in den 
weren heft, alle jar darvan geven schullen veir schiilingh tinses jar- 
liker ghalde Halberstedescherweringe up sinteMertins dach ane hinder 
nnde vortoch. Unde we setten ded vorscreven altar in de were der 
twier hoyve unde willen des sin were sin, wur des not is. Dnsses to 
eyner bekantnisse so hebbe we borgermester unde ratman der stad to 
Wernigerode dussen bref geven besegeld myt nnsem anhangedem 



828 Cistercienserinnen- (Heiligenblat-) EloeterWaterler. 

ingesegele, dat we witliken to orkunde an dnssen bref hebben ge- 
henget laten. 

Na godes bort veirteynhnndert jar in dem sesnndedrittighesten jare, 
darna an dem ffrydage vor sinte Mertins dage des hilgen bisehupp. 

Urschr. auf Perp, Wern. Vom Siegel — iiber einer bezinnten Mauer ein zwei- 
fenstriger Tkurm mtt rundem Dach und Knopf zunachen zwei bezinnten ThOrmen; 
unter der mit einem Dreipasa schliessenden Mauer eine rechtsgekehrte Fardle — 
fehlt die Umsckrift. 

1449. Mal 3. 157. 

Heinrich van BdUem und seine Sohne beJcennefi, do^ sie dem 
Cord Bfiinings 50 Bh. Crulden schuldig sind, uH)fur letzterer 
fiinf Ffund gui;es Marktkom auf dem Enmer Fdde gelcauft hai, 
Die BUckssahlung dieser unederkduflichen Sdhtdd soU in der Stadt 
Gronau geschehen. 
Wy Hinrick van D5tzem, Hans, Dyderick unde Amd syne sone, 
alle van D6tzem, knapen, bekennen apenbare in unde mit macht dusses 
breyes yor uns unde unse erven, dat wy schnldich synt rechter witliker 
sculd Corde Brtlninges, llseben syner eliken husfrowen unde oren 
eryen, edder dene edder deme, de dussen breffhefft myt oreme guden 
willen, yefticb gude vulwichtige Rinsche gnlden, dar de vorgenante 
Cord Bruninges myt synen medebescreven vor heft gekoft to eynem 
rechten steden kope an den dren hoyen landes up deme Enmer yelde, 
de in yortyden yan os heft gehad Henning Krecbome, yor yyff pund 
gud marketgeye kome, de wy scollen unde willen ome woll to dancke 
geyen unde yornogen nppe dussen negestvolgende sunte Michaelis 
dage na datum dusses breyes sunder jenigerleye hyndere unde yortoch. 
Weret ock, dat dusse yorgenante Cord Brnninges myt synen medebe- 
screyen hyre jenig gebrock ane schege , so dat ome dat yorgescreyen 
korne to rechten tyden nicht enworde, alse yorgescreyen is, so scolde 
he sick annematigen unde underwynden der ergenanten dryer hoye, 
snnder unse unde unser eryen insage unde wedderrede unde sick sulyes 
darnth betalen sodane yyff pundwerd korns alle jare upp sUnte Mi- 
chaelis dage, alle de wyle dat wy ome unde synen eryen yeftich 
gulden nicht betald enhebben, alse yorgescreyen is. Ock hebbe wy 
yorgescreyen yan D5tzem o& de macht beholden in dussem sulyen 
breye, dat wy alle jare twischen wynachten unde iychtmyssen deme 
vorgescreyen Corde Brnninges, Useben syner husfrowen nnde oren 
medebescreyen, mogen kundigen eddere kundigen laten eyne rechte 
lose np dene yorgescreyen snmmen geldes. Wannere de kundinge so 
gescheyn is, so scolie wy unde willen in der negestyolgende pasche- 
weken one ore yeftich gulden weddergeyen unde to dancke woll be- 
talen bynnen der stad to Gronowe in eynem hope to orem willen 
unde genoge. Wanner dyt so gescheyn is, so scall dysse breff neyne 
macht mere hebben. Alle dysse yorgescreyen artykele loye wy Hinrick 
yan Ddtzeme, Hans, Dyderick ande Arnd syne sone, aUe yan Dotzem, 



Nr. 157. 158. a. 1449. 1450. 329 

done YOigeBcreven Cord BmningeB, Ilseben syner elyken hosfrowen 
unde oren enren, Yor an£ nnde vor nnse erven in gnden tmwen stede 
nnde vast nnvorbroken woll to holdende snndere jenigerleye invall 
nnde lyst, nnde hebben to vordere wysaenheyd nnde bewysinge alle 
nnse ingesegeie gehangen an dnBsen breff, de gegeven is na goddes 
gebord dnsend verhnndert dama in deme negennndevertigesten jare, 
Inventione(!) sancte craciB. 

CopiaJb. Bl 32^—33\ 

1450. December 21. 158. 

Der Stadtvogt zu Wemigerode hezeugt, dass Henning Plannure 
dasdbst adUeJudb Mark an Bartold Marquards Hause fsu Seelr 
messen im Kloster Waterler gegeben habe. 

Ek Berat Meyger, stadvoget to Weraingrode to der tyd, bekenne 
in dnssem open breve vor alie den, de on seen edder horn lesen, dat 
ek Hennig Plannnre nnde Jutte myn elicke hnsfranwe nmme nnser 
unde nnser erven selen aalicheyt unde trostes willen hebben ghegeven 
unde geven in krafit dussefl breves eynen ferding geldes jarliker gulde 
Halberstedescher weringe den ersamen kinderen ebbedesschen nnde 
priorinne nnde der gantzen sammeninge des closters to Waterlere an 
Bartolt Marquordes hnse, ghelegen to Weraigrode lick ghegen dem 
olden winkelre. Unde den genanten ferding schai ek Bartolt Mar- 
quordes unde myne erven edder besitter des snlven hnses den vor- 
gescreven kinderen ebbedesschen unde priorinne unde de gantze(!) sam- 
ninge des closters to Vaterlere alle jar reken unde geven oppe de 
paschen ane vortoch, hinder unde alle weddersprake to eyner ewigen 
dechtnisse des obgenanten Hennig Planuren unde siner eliken hus- 
frauwen unde orer erven mit vigilien ^ unde mit selemissen alle jar 
unde to ewigen tiden to sunte Wolborgen dage edder daraa, wu dat 
beqnemest wert to begande. Unde we den ferding geldes afflosen 
wil, de schal dar achtehalve marck vorgeven der samninge to Water- 
lere. Dusses to guder bekantnusse hebbe ek vel genante Hennig 
Plannure unde Jutte myn elicke husfrawe dussen breff ghegeven der 
samninge to Waterlere besegelt |mit des stadvogedes to Weraigrode 
ingesegele. Unnde ek Berat Meyger, stadvoget vorgenante, bekenne 
in dnssem sulven breve, dat ek umme bede willen der samninge to 
Waterlere dussen breff hebbe vorsegelt over den ferding geldes an 
dem opghenanten huse mit mynem ingesegele. 

Unde is gheschen na der bort Gristi unses heren dusent verhundert 
lar darna in dem vaftigesten , jare, in sunte Thomas daghe vor winachten 
des hilgen apostelen. 

Urschr. Perg, Wem. Da» aufgedrHckte, theUweise abgespnmgene grii/MWach^' 
siegd ist unkenntlich. AtMserhalb ist von wenig spdterer Hand der Name Dm6k 
der Westen aufgeschrteben. 



330 Cistercienseriimen- (Heiligenblut-) Kloeter Waterler. 

1451. Mai 19. 159. 

Burchard, Bischof von EaR^erstadt, beleibzucfUigt Mette vm Burg- 
dorf, A^tissin, Margarete und Agnete von Burgdarf und Meitte 
Kokes, Klosterjungfrauen zu Waterler^ mit dem Zehnten m 
Marbeke und mit ewei Mark Zins aus der freien Hufe m den 
Boden, was bisher Ludolf von Burgdorf m Lehn trug. 

We Borchard von der gnade goddes bisscliop to Halberstad, be- 
kennen openbare in dissem nnseme open breve allen, de one sehn 
edder horen lesen, unde yor alsweme, dat we nmbe bede willen nnses 
leven getruwen LudelflTes von Borchtorpes de werdigen unde innigen 
in god vruwen Metten, ebdischen, des genanten Ludeleffes suster, Mar- 
greten unde Angneten, sine liffliken dochtere, unde Metten Kokes, alle 
closterjuncfruwen to Waterlere, beliftuchtiget hebben nnde belifftuch- 
tigen in macht dlsses sulven breves mit deme tegeden to Marbeke 
unde mit twen marken jarlikes tinses , dat erste gelt uth deme frygen 
gude to den Roden, dat der von den Boden gewest hadde, unde nil 
de genante Ludeleff von uns unde unseme stichte to lehne heft Unde 
we willen den genanten juncfruwen allen unde orer jowelken besunderen 
des tegeden to Marbeke unde der twier mark geldes to den Boden to 
orem liffe bekennich sin, alse liftucht recht unde wonheit is, wur nnde 
wanne we dorch recht schullen, ane geverde. Des to bekantnisse 
hebbe we unse ingesegel witliken unde mit guden willen an dissen 
breff laten hengen. 

Nah Cristi gebord unses heren veirteynhundert darnah in deme 
eynundeveftigesten jare, ame middeweken nah deme sondage Jubilate 
80 genomet. 

Urschr, Wem, Perg. Siegel nicht meh/r vorhanden. 



1453. MSrz Zh 160. 

Ausweisung und Beschreibung der Aecker und Guter des Klosters 
Waterler zu Mulmke. 

Anno domini Llll in die Benedicti, qne erat feria quarta post 
ludica, ys nthgewiset de acker des closteres Waterlere van eynem de 
heth Mathies Eggerdes, unde was Cordt Mynsleves knecht uppe de 
tidt, nnde van eynem de heth Hermen Helmoldes, wonhafftich to Hade- 
bere, unde weren beyde boven seventich jaere, unde van eyneme de 
heit Gnntzel van Lochten, ok wonhSlfftich to Hadeber, unde was by 
synen sestich jaeren. Hir sinth by gewesen: bere Hinrik Mullere van 
des closters wegen Waterlere, Cordt Mynscleve, de den aoker, wissche, 
hove myt aller tobehoringhe hadde gehadt boven twintich jaer wedder 
des closters willen. Ok sint hir bij gewesen van unses gnedighen 
heren wegen Bode, greve tho Stalberge, Fritze Bela, marschaik to 
Wemingrode, Cordt Kleyne Hynsen, voget darsulves, Rothhere Krevet, 



Nr 150. 160. a. 1451 — 1453. 331 

Clawes Isenblas, Hinrik WeddegheD, radesinaD to WeniiDgrode, her 
Ebbrecht, kamtar tho LaDgel, her Bertolt Kappelle, provest to Drubekey 
ber Jacob node hereTymme vaD Usenborch. Ok synt hirby gewescD 
van Cordt MyDscleves wegheo Ribrecht vaD Schirstidde, voget tho 
SilliDghe , Frederik van Weverlinge , wonhaflftich to HesneoL Ok siDt 
dareby gewescD her HcDniDg Eleborch, eyn altariste to Watorlere, 
nnde Michael, des closters scryvere, de den acker, wisschey hove be- 
Bcreven van morgen to morgeD, Lndeke Kolere, de de ackere maide myt 
eynem ploge, Hans ScloteD, eyn jange, de de perde dre£f vor deme ploge; 
dat al gescheyn ys appe dea salvea dach, aJse hir vorescreven steit 

Addo domiai M'>CCCC<'LIU'> registram moaasterii ia Waterlere 
saper agram ia Mulbeke, in primo: 

Item primo II morgen bij deme Waterlerschen stige. 

Item III morgen avere n stacke darvan. 

Item III morgen aver I darevan. 

Item nV2 morgen by dere lemkalen aoi eynem stacke. 

Item mi morgen, de ap de lemkalcD gan. 

Item II V2 morgen, dar thut V2 moigCD der van Usenborch ande 
by den YI van Drabeke. 

Item VI morgen overe dem CilligeDwege. 

Item III morgea over dem Cilligenwege. 

Item III morgCD avere ejoi stuck darvan. 

Item II morgen avere II darevan by den Useborssen IIII morgea. 

Item VI morgen by dem Utzbeke. 

Item ini morgCD by dem Utzebeke. 

Item ni morgcD avere I darvaa. 

Item % morgcD gegen den III morgen, 

Item III morgen avere II stuck darvaa. 

Item im morgCD ia dem Utzebeke. 

Item II morgCD avere I darvaa. 

Item II morgen up dem Utzenbeke. 

Item lUI Id dem HuDdesneste. 

Item II morgen dar harde by. 

Item VI morgen dar harde gegen. 

Item IV2 morgen up deu Mabellea. 

Item I morgen up den Mabellen. 

Item I morgen, item IIIl morgea aa eym stucke. 

Item n aa dem Cilgea velde. 

Item II morgCD io dem Langel velde gegen dea II morgea. 

Item II morgea up den Mabellea by der goddesridder wissche. 

Item VI morgen by dere goddesridder wissche. 

Item V2 morgcD by saacte Micbaels wisscbe. 

Item II uppe dem Moleaberge. 

Item II morgcD gegea dem Moleaberge. 

Item II uppe dem Molenberge. 

Item II uppe dem Moleaberghe. 



832 Cistercienserlnnen- (Heiligenblutr) Eloster Waterler. 

Item II uppe dem Molenberge. 

Item II uppe dem Molenbergbe. 

Item I beneven dem Moienberge. 

Item II jegen den Thit. 

Item II tegen den Tidt, avere n stuck danran. 

Item II jegen den Thit. 

Item I morgen gegen den Thit. 

Item I morgen gegen den Gropenho. 

Item VIII morgen up dem dalwech. 

Item 1^/2 avere eyn darevan. 

Item Y morgen beneven dem dalwech. 

Item XIIII morgen overe dem Steynvorde. 

Item IIII morgen overe den Brugewech. 

Item II overe den Solnich. 

Item XIII avere III Btucke darevan. 

Item VI avere II darevan. 

Item III overe den Brugewech. 

Item III up dat bonelant^. 

Item I up dat boneiant^. 

Item n morgen up de Ostemisse. 

Item I up de Ostemisse. 

Item ini up de Ostemisse, UII morgen in II stucken. 

Item ni up de Osteroisse. 

Item II beneven dem dike. 

Item I up den 

Item I up den 

Item V2 wp den . .. , 

Itemlupden [ Brugewech, 

Item I up den 

Item II up den 

Item IV2 over dem \ ^! , 

Item U up den j ^^*^^' 

Item U up den 1 

Item II up den \ Stichschi (!). 

Item V up den ' 

Item U, dede np Mulbeke thet. 

Item V2 morgen. 

Item I morgen, de up Mulbeke thut. 

Item de hove, de tho Mulbeke lighen, de des hilgen 
blodes sinth. 
Item de Tegelhoff. 

Item de cleyne hoff, de bij here Siverdes hove ys. 
Item de hoff, dede na dere Schalkefiborch ys to der vorderen 
hant, unde tut up Mulbeke. 

Item de hoff gegen den kerken. 



Kr. 161. a. 1453. m 

Item dat gras. 

Item by den Xn bomen V 8ant(!). 

Item V santh. 

Item de lntke winkel in dere Helle X santh. 

Item V Bant dar harde bij. 

Item V sant in dem Crange. 

Item n legeden, de hebben im morgen nnder dem Solbome. 

Item n morgen over dem graven overe dem Steynvorde. 

Item n morgen bij sancte Michaeies grase. 

Item gegen der SchalkeBborch. 

Yan dem dike an dat gras dat yor den stncken lith. 

De dnth nthgeschet hebben, de sintboyenLXXIXjarnndeYI jar. 

Ursehrift aiuf Bj^pier tn vier Schmal-FolidbUUUm, fxm denm etwoB Hber vier 
Seiten von eehr feeter Hand beechrieben eind. Dabei hegt auf Ihpier etn Amsug der 
Urk, Nr. 92 r. 23.Jum 1337 von etwa ^leicher Zeit, wie diese Aueweisung. DaAtnter 
hat eine Hand von etwa 1530 qeschnd)en: wer das gat ytzt(?) undir handen hab 

— und auf dem Bucken der Schosser Lutterodt: zehn hof landes za Molbig dem 
klostar Wasserlere zustendig — und ander brieflich urkmid ader register uber 
dasselbig gut in dieser schottel. Gr&fl. H-Arch. B. 83, 9 findet eich eine Urk. v. 
1449 des domsdages na sunte Silvesters dage (2. Januar), foort» toq goddes 
gnaden Bode, grave tho Stalbergh unde here tho Weminghcrode eeinen leyen ghe- 
tntwen Corde van Mynsieve tu eynem rechten erven manlene tnit 6 Hufen Landes 
und einem sedelhove belegen in dem dorpe unde up dem velde to Mulbeke mit aUer 
Zubehor beleiht, u?ie die Hinrik van Oldenrode von ihm und der henchop tho Wern. 
eu Lehn gehabt, unde dat uns na lenrechte by twen unsen mannen upghesant hefft 

— dem gesanten Corde van Mynsleven to lygendo. 

1) bovelant? 

1453. AprU 30. 16L 

Ludeke Koch erbargt von Gese Eartesrode, Khster-Jungfrau eu 
Wcderler, funf Mark auf sein Haus auf der Heide in Wemige- 
rode, wdche nach Oeses Abld>en an das HeUigekreug-IAM im 
Klaster faUen soUen. 

£k Lndeke Kok, Katerine myn elike bnsfmwe, bekennen openbare 
in dnsseme breve vor nns nnde nnse erven, dat we recht nnde rede- 
liken vorkofft bebben eyne halve mark geldes jarliker gulde Halber- 
stedescher weringe an nnseme hnse, dat gelegen is np der Heyde 
twischen Ffiricken Mnlre nnde Hermen Luders, vor vif mark der sulven 
weringe der erliken begeven jnncfrnwen Gesen Hertesroden to Waterlere, 
de we nnde unse erven edder de besitter des sulven huses or reken 
unde geven willen nnde schullen np de paschen negest tokomende 
na dato dnsses breves unde dama alle jar, dewile me den hovet 
snmmen viff mark nicht af engifft. Unde wan de vorgenante 6ese 
aiginge van dodes wegen, dat god friste na synem willen, so schuUe 
we opgenante Ludeke nnde Katerine myn elike husfmwe edder be- 
sitter des huses de halve mark jarliker gulde reken unde geven deme, 
de eyn vormunder were des hilgen crnczes lechte to Waterlere nppe 



SS4 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

de sulven dagetijd. Ok hebbe we uns de macht beholden, dat we de 
halven mark jarliker gulde mogen affkopen, welkes jars os des gelustet; 
unde wan we dat d5n willen, dat schuUe we der obgenanten Gesen 
edder deme voiinunder des hilgen cruces lichtes eyn verndel jars to- 
vorn vorkundigen up wynachten, unde denne dama up de paschen 
geven vif mark myt deme tinsze sik darup geboret, unde icht des wat 
vorseten were, ane insage, hulperede edder argelist. Des to bekant- 
nisse hebbe ek Ludeke Kok der genanten juncfruwen Ghesen Hertes- 
rodes dussen breff besegelt laten myt des stadvogedes to Wemigerode 
ingesegele. Unde ik Albrecht Francken, nu tor tijd stadvoget to 
Wernigrode, bekenne in dusseme sulven breve, dat ik umme bede 
willen Ludeken Kokes, Katerinen siner eliken husfruwen unde orer 
erven, myn ingesegel witlik hebbe gehenghet benedden an dnssen breff. 
Na der bort Ghristi verteynhundert jar in deme dreundeveftigesten 
jare, des mandages vor sinte Wolborgen dage. 

Urschr, Perg. Wem, Das an Pergatnentstreifen hangende grune Wachssiegel 8. 
Taf. XIII, Nr. 94, 

1453. Junl 24. 162. 

Hermen Cok, JSurger m Osterwiek, verkauft zwei Klosterjungfrauen 
zu StdUerlingenburg fur 5 Mark er/ne zu P/ingsten jahrlich eahlbare 
GiMe an seinem Haus und Hofe auf der Kapdlmstrasse zu 
Osterwiek, woran sie deswegen den ersten Frieden nadi einem dem 
i^fos^Waterlere daram wegen 16 ^^ SchiUing ettstehenden Frieden 
haben soUen. 

Na Christi unses heren gebort verteynhundert jar darna in deme 
dreundevettigesten jare, des sondages Johannis baptisten. 

Vgl Stdtterlingenb. UrJcdb. 2U. 



1457. November 18. 163. 

In einer letdwiUigen Bestimmung des Stiftsherm Friedrich Neinstedt 
(Neynstidde) zu U. L, Frauen in Halberstadt iiber die Verwen- 
du/ng von sechs Ma/rh jahrlicher Finkimfte, mit denen theils er 
sdbst, (heils Sophia Oerenrod das KL Stotterlingenburg bedoM 
hai, stehen an erster SteUe ewei Mark beim Kloster Waterler (Et 
primo donacionem per me et Sophiam Gherenrod factam, duas 
marcas in Waterlere aput conventum et prepositum ibidem). 

Anno domini millesimo quadringentesimo quinquagesimo septimo, 
feria sexta, octava die beati Martini episcopi. 
Vgl Stotterlingenb. Urkdb. 221. 



1458. September 21. 164. 

TUe Denkes, Burger m Wemigerode, erborgt von der Kloster- 
jungfrau Qrete Ampdeves m Waterler o/uf sein Haus neben der 



Nr. 162-164. a. U58— 1458. M5 

Badestube m der Neusladt jsehn Mark, weUhe an das Kloster 
faUen soOen. 

Ek Tile Denkes, borger in der nigenstad to WemiDgerode, Alheit 
myn elike hnsfrnwe unde nnse enen, bekennen in dnssem oppenne 
breve vor allen, de on seen edder horen iesen, dat we recht unde 
redeliken yorkofft^ hebben unde vorkopen in crafft dusses breves eyne 
lodige marg geldes Halverstedescher were |arliker gulde an unsem 
huse unde hofe belegen in der nigenstad to Werningerode twisschen 
deme stoven darsulves unde der Koppesschen, unde is de erste tins, 
der bescheyden jucfruwen (!) Grete Ampeleves, closter)uuciruwen to Wa- 
terlere, vor teyn lodige marg Halverstedescher were, de se uns vul 
unde al wol to dancke betalet hefily unde de we vort an unse nut unde 
unser erven gekart hebben. Sodan marg geldes jarliker gulde reden 
unde loven we obgenanten vorkopere unde unse erven alle jar uppe 
sunte Michaelis dach gotliken to geven unde to betalen der vorgenanten 
Oreten, an alle geverde vul unde al schotesvri. Wer ok, dat de mer- 
genante Grete afginge von dodes wegen, dat god friste nach sinem 
willeuy denne schal sodane gulde vallen an Tilen Denkes unde an 
Alheyde sine husfruwen, der ergenanten Grete mone(!); unde wan de 
denne ok afgingen van dode, so schal sodane gulde vallen aA Ilsebeen, 
orer beyder dochter, unde an Magdalenen r der obgenanten Hsebeen 
dochter. Unde wan denne so de nagescreven live alle affgegan weren 
van dodes wegen, denne scholde sodane marg geldes vallen an de 
samnige des closters to Waterlere. Ok so hebben de vorgenanten 
vorkopere unde ore erven den willen beholden, dat se sodane marg 
geldes mogen wedder kopen alle jar, wan on dat even is uppe de 
genanten dagetijtMichaelis, unde schullen dat eyn vemdel jars tovoren 
vorkundigen, nemeliken uppe sunte lohannes dach to middensomer der 
eregenanten Greten unde den jennen, de darnach genomet sin unde ore 
denne edder denjennen vorgenant uppe Michaelis dach wedder geven 
unde betalen teyn lodige marg Halverstediscber weringe met deme 
tinse, unde ift dar wat vorseten were, an alle geverde unde argelist. 
To solcker betalinge hovetgeldes unde tinse scbal ok nicht hinderen 
noch schaden neynerleie gebot nocb vorbot eynes jowelken geystlikes 
edder werlikes gerichtes noch neynerleie inval, wu men denne erdenken 
mochte, an alle geverde. Alle stucke unde artikele dusses breves 
stede unde vast toholdende, sohebbenwer(!) mergenanten Tile Denkes^ 
Alheit myn husfruwe, gebeden den gestrengen Corde van Mynsleven 
umbe sin ingssegele. Unde ek Cord van Mynsleven bekenne in 
dusseme sulven breve, dat ek umbe bede willen Tilen Denkes unde 
siner husfruwen myn ingesegel hebbe gehenget nedden an dussen breff, 
ungeschedelick mek unde mynen erven. 

Nach goddes gebort verteynhundert jar na deme achteundevefte- 
gesten jare, an sunte Matheus dage des billigen Ewangelisten. 

Urachr. Perg. Wem. Siegel nicht mehr vorhanden. 

l) Hdschr. un kofft. 



836 Cisterdeitteniinai- (HeOigenUat-) Kl«ster Waterfer. 

1460. MZrz 23. 165. 

Brand Bodeker erborgt von dem AUa/r U. L. Frauen eu Waterler 
driUAalbe Mark auf sem Haus in der Judenstrasse m Wemigerode. 

Ek Brand Bodeker, Albeyd myn elike hnsfrawe nnde nnse erven, 
bekennen in dissem open breffe vor allen, de one seyn edder horen 
lesen, dat we sehuldich sin rechter Bchuld dreddehalve mark Elalber- 
stedescher weringe to deme altare to Waterlere unser leven Frawen 
edder de des altares Yorstender is, de nng to genogen an reydeme 
gelde OTcrgeyen sint nnde we de vord in unsen nnde unser erven 
nud unde firomen gekard unde gewant hebben. Unde we ergenante 
Brant, Alheit myn elike hnsfrawe nnde unse erven, hebben geloyet 
unde Yorwillet deme yormnnder des genanten altares alie jar up wy- 
nachten unyortochent geven schnUen unde willen eynen lodigen ferding 
der Yorbenomeden weringe to tinsse, de tijd over de wile we solke 
dreddehalyen mark under uns hebben, unde one der tor n&ge yulstendicb 
nicht wedder betalet enhebben, deme ergenanten yormunden des ge- 
nanten altares, de de solken ferding tinses hebben, an unsen besten 
g6dereny unde snnderliken an unsem huse, dat gelegen is to Werning- 
rode in der Joddenstraten, dat dredde husz yan der Tescherstrate to 
deme markede word. IHe Ablosung des Zinses muss den Vormundem 
des AUars eu Michaelis a/ngekundigt tverden, worauf ndchste Weih- 
nacMen die drittehalb Mark mit Zins euruckg&sahlt werden muss, 
Ausser mit Zustimmung jener VormHnder woUen die Verkdufer das 
Ha/us nicht weiter verpfdnden und beschweren, wente se hebbet den 
anderen tinsz darane negest deme rade to Wemingrode, de den ersten 
tinsz darane heflft. BesiegeU auf Ersuchen vom ^adtvogt su Wemige- 
rode, Unde ek Hinrek Remensnider, nn tor tijd stadvoget toWeming- 

rode, bekenne dat ek umme bede wiilen Brand Bodekers u. s. f. 

myn ingesegel to orkunde an dissen breff hebbe laten hengen. 

Na der bord Christi unses heren yerteynhundert jar darna in deme 
sestigesten jare, ame sondage Letare in der hilgen yasten. 

Urschr, Ferg. Wem. Das an Pergamentstreifen hangende grune Siegd in Wach»' 
schiUsel ist nicM recht deutlich ausgeprdgt. Vgl zur zweitfolgenden Vrk. v. 3.111. 1460 
Taf. XIII, Nr. 95. 

1460- August 8. 166. 

Kunne, Gevert Geverds Witwe, erborgt von der Klosterjungfrau 

Hanne Meigers eu Waterler auf ihr Haus an der Vogistrassenecke 

eu Wernigerode sechs Mark und einen Vierdir^, welche nach der 

genannten Jungfrau Ableben an das Kloster fdllen soUen. 

We Kunne, nagelaten wedewe Gevert Geyerdes , Hinrik myn sone, 

bekennen in dusseme opene breve vor uns, unse erven unde sanderliken 

vor alsweme, dat we redeiikes kopes hebben vorkofflt vefteyn schillinge 

jarliker gulde Halberstedischer weringe an unsem huse unde hove, be- 

legen up deme orde nedden an der Vogedenstrate, Hanneken Meygers, 



Kr. 166-16?. a. 1460. ftB? 

closterjancfraQweii toWaterlere vor seesmark nnde eynem ferdinge der- 
salyen weringe, de nns wol to dancke beredet Bin nnde in nnsen nid 
nnde fromen gekart bebben, de we or goitliken nnde wol to dancke 
geven scbnllen unde willen np de pascben na giflFk dnsses brevee, nnde 
darna alle jar up de genante dagetijt de wile dat Belevet» anejeniger- 
leye argelist, binder nnde vortocb. Unde wan de genante Hanneke 
Meygers Van dodes wegen abegeyt, dat god iange friste, so scbolden 
de veifteyn scbillinge vallen an de samnynge des dosters to Waterlere, 
80 dat se de alle jarlikes scbolden upnemen van deme bebbere des 
apgenanten buses, unde darvor kopen beyr up sinte Mertens abent 
ande dat under sek deylen, 80 se likest konden, dorcb god unde Ale- 
borges, eliken bnsirauwen Hans iBcnblaS, unde Hanneken Meygers 
zele salicheyt wille(n) nnde der, de ntb oren slecbten vorstorven syn. 
Die wrbAaUene Loskundigung der ^Vi Mark muas gu WeihnacMen 
geschAen tmd Ostem damack das Gdd snmickgejMkU werden. Besiegett 
mit dem Siegd des Stadtvogts eu Wem., wente wy neyn eygen hebben. 
Unde ik Hinrik Remensnider, nu tore tifd stadvoget to Wemigrodey 

bekenne , dat ik der vorscreven Hanneken Meygers bebbe eynen 

firede gewercbt over de vorscbrevende jarliken gulde, alze fredes recbt 
is, ande fort nmme bede willen der upgenanten Kunnen unde Hinrik 
ores sones myn ingesegel witliken gebenget vor se unde ore erven 
benedden de scbriflft dasses breves. 

Na der gebort^ Ghristi unses beren veirteynbundert jar in deme 
sestigesten jare, des fridages vor sinte Laurencius dage. 

Unchr. Perg. Wem, Baa Sie^ ist ntcAI mehr wrhanden, Von au8$erhaJb 
ist bemerkt: Dyt hort in de fynnenie(?). 
1) Ur9chr. 2 mal gebort. 

14C0, November 3, 167. 

Bertcld Vemdd erborgt vom Dommcar Heinrick Heborg in HaJber" 
stadt sechs Mark auf eine halbe Hufe, eine Wiese und einen H6l$- 
fleck uber den Boden und eine halbe Hufe eu MinsiAen. 

Ek Bertold Vemdel nnde Henning syn sone bekennen in dussem 
breve vor uns unde anse erven unde alsweme, dat we reddeliken unde 
recbtes kopes vorkoft bebben dem ersamen beren hemHinrikeEleborge, 
vicario to deme dome to Halberstad, nnde synen testamentarien eyne 
balve marck geldes jarliker gulde Halberstedescher were schotes vri 
an eyner halven hove landes onde an eyner wyscbe med eynem bolt- 
bleke twyschen den holten boven deme Bode, dar sinte Eatherinen 
vicarie to Weraingrode ane hed jarlikes tinfies veir penninge unde vif 
schillinge, nnde an eyner halven bove landes op dem velde to Myns- 
leve, dar de vicarien to Werningrode ane hebben veer schillinge pen- 
ninge, vor ses marck Halberstedescber were; welke halvemarckgeldes 
vorgenant we ome gheven schallen unde willen oppe den negesten to 
komende allegoddeshilgen dach na gifft dusses breves, unde denne darna 

Q«Mlilohtiq.d.Pr.SM]iMiiXV. 22 



888 Cistercienscrinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

alle jar oppe de genanten dagetijt, an jenigerley argelist. Ok bebbe 
ek Bertolt, Henning myn sone unde alle nnse erven, uns den wyllen 
beholden, dat we de yorschreven halve marck geldes mogen wedder- 
kopen, welkes jares uns des lustet Unde wan we dat don willen, dat 
scbuUe we dem ersamen heren hem Hinrike Eleborge edder sinen testa- 
mentarien eyn vemdel jares tovoren vorkundigen, unde denne oppe 
den negesten tokomende allegoddeshilgen dach weddergeven de vor- 
genanten ses marck med deme tynlSe, de sek denne behorde, unde 
icht des wat vorseten were. Dusses to eyner wyssenheit hebbe ek 
vorgenante Bertolt unde Henning syn sone ghesad to borgen Bertolde 
Tyben, borger to Werningrode, unde Herman Lutteken to Drubeke; 
unde we vorgenanten Bertolt Tiben nnde Herman Lutteken loven myt 
samderhant dusse vorschreven artikel unde stucke stede unde vast to 
holden, also vorberoret is. Weret ok, dat dusser vorgenanten borgen 
welker afginge van dodes wegen, so schoide ek vorgenante Bertolt 
Veradel unde Henning syn sone deme vorgenanten hem Hinrike Ele- 
borge edder synen testamentarien eynen anderen borgen in de stidde 
setten, de one beqaeme were. Des to einer vorder wyssenheit hebbe 
ek Bertold Vemdel unde Henning syn sone unde unse erven dussen 
breff geven myt Hinrick Remensnyders ingesegel, stadvoget to Werning- 
rode. Unde ek Hinrik Remensnyder, stadvoget to Wemingrode to 
dusser tijd, bekenne openbar in dussem breve, dat ek umme bede 
willen Bertolt Verndels unde Henninges sines sones myn ingesegel 
witliken hebbe ghehenget an dussen breff. 

Na goddes bort veirteynhundert jar darna in deme sestigesten 
jare, des mandages na allegoddeshilgen dach. 

Urschr. Ferg. Wern. Das anhangende Siegel in WachsschOssel 8. Jaf. XIII, 
Nr. 95. Auf dem Riicken der Urkunde steht: Ek Hinricus Eleborch bidde umme 
goddes willen, dat me dussen bref antworde na mynem dode Hanneken H&slere, 
klosterjuncfruwen to Waterlere, unde van dusser V2 marck schal se geven alle jar 
I ferding der sammeninge to Waterlere, dat se mek eyns began mit vyligen unde 
seknissen. Na orem dode so schal de samninge dusse V2 marck al opnemon unde 

began mek twier des jares, eyns to myner jartijd, to dem anderen des e dages ^ 

na sinte Nicolaus dage, unde deme de de misscn holt, schame (!) gcven , deme 

scholre ses penninge. — Eine Hand am Ende des 15. Jahrh. hat dazu die Be- 
merhung gemacht: Mirabilis compositio. 

1) Ahgerieben: achte dages? 

1464- Dezember 8. 168. 

Henning Mder 0u Wemigerode gibt seiner Tochfer RanneJce und 
seiner gleichnamigen Enkelin, beide Klosterjungfrauen gu Waterler, 
5 Halberstddtische Marh an seinetn Hause niit einem Zinse von 
1/2 Mark zu Ostem, die nach Beider Ableben dem Kloster zu 
einem Seelgeddchtniss fur die Familie des Stifters heimfaUen 
soUen. 
Ek Hennig Meyger, borger to Wemigrode, Hanneke myn eelikei 
unde alle unse erven bekennen in dosseme open breve vor sdlen, de on 



Nr. lea Idd. a. 1464-1470. Sftd 

Beyn, horen edder lesen, dat we reeht nnde redeliken mit wolbedachtem 
mode geven hebben nnde geven in craft dnsses breTcs viff mark Halber- 
stedischer weringc nnser dochter Hanneken, clo8ter)nnckfmwen to Wa- 
terlerey nnde Hanneken» myns sones Hinrik Meygers dochtere, an nnsen 
hnsz nnde hove, belegen twisschen Hennig Wesken nndeHinrikEbbrechtes, 
dar me one alle jar schal up geven to tinsze eyne halve mark op de 
paschen, edder we dussen breff hedde mit orem willen, nmme nnser 
sele salicheyt willen. Ok so mach ek vorgenante Hennig Meyger mit 
den mynen Boilkevifmarkafgevenwelkefljarswewillennp de paschen. 
Unde forder, wen de vorgenanten Hanneke myn dochter nnde Hanneke 
myns sons kint albeyde van d5de8 wegen vorvallen sint, so schnllen 
soyden viff mark geinfiliken vallen an dat closter unde sampninge to 
Waterler. Darvor schnllen se alle nnse slechte des jars eyns began 
mit vigilien nnde selemissen. Uppe dat soyden stede nnde vast ge- 
holden werde, hebbe ek vorgescreven Hennig Meyger, Hanneke myn 
eelike hufifruwe, gebeden den ersamen man Hcnnig Isenblas, nn tor 
tyd stadvogety umme sin ingesegel. Unde ek Hennig Isenblas, stad- 
voiget to Wemigrode, bekenne in dusseme sulven breve, dat ek umme 
bede willen Hennig Meygers unde Hanneken syn hufifrawen myn in- 
gesegel hebbe witliken gehengen laten an dussen breff. 

Na der gebort unses hem veirteynhundert jar darna ime veir- 
nndesefitigesten, ame dage concepcionis Marie virginis. 

Urschr. Bapier tnit angeh. Siegd an Pergaments^eifen (vgl Harzzeitechr, 3 (1870), 
8. 992 if. mxt AbbHdung) im Staatarchiv eu Wem, Von ausserhalb von emer Hand 
V. Ende d. 15. Jahrh.: Dussen bre£fe hefft de.radt tho 8ick gekofft — Bpectat ad 
domum Schapaw. 

1) hnsfrawe sttht nicht da, 

1470, Febniar 24. 169. 

Borchard MuUer erhargt von den Khsterjungfrauen Mette Tacke 
und Margarete Oevddehusen eu Waierler funf Mark auf sein 
Haus in der Neusiadt Wemigerode und auf ein Hopfenland im 
Kruge. 

Ek Borcherd MUller unde Margrete myn elike husfrawe bekennen 
in dussem open breffe vor uns unde unse erven, dat we rechtes kopes 
vorkoft b^bben unde vorkopen in craft disses breffes eyne halve mark 
tinses an unsem husze unde hoffe in der nigenstad to Wemingrode 
twischen Merten Welkere nnde Hans Dage, unde an eynem stuoke 
hoppenlandes in deme Kroge, by des rades kampe nnde Hennig Bode- 
kere belegen, den innigen juncfrawen Metken Tacken nnde Margreten 
Geveldehusen, closterjuncfrawen to Waterlere, one unde den, de dissen 
breff hebben met orem guden willen, vor vyff mark der sulven Hal- 
berstedeschen weringe, de we ful unde alle van one entfongen nnde 
opgenomen hebben nnde de vort in nnsen besten nud nnde fromen 
gekart nnde gewand hebben. Dleser Zins soU den genanntenJungfrauen 
und den reMmdssigen Inkabem des Briefes oppe sinte Mathies dach 



d40 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) KloBter Waterler. 

gezMt werden, unde scal sin de erste tinfi an deme genanten hu£e, 
hove unde hoppenlande. Die vorbehaUene Kundigung soU ein Viertel' 
jahr vor 8, MaMhiastag geschehen. BesiegeU voni Stadtvogt: Unde ek 
Mathies Koppejohan, ytzund stadvoget to Werningrode, bekenne in 
disseme open breffe, dat ek umme bede willen Borcherd Mtillers unde 
Margreten siner eliken husfrawen myn ingesegel to orkunde benedden 
an dissen breff hebbe laten hengen. 

Na der gebord Ghristi unses heren verteynhundert far dama in 
deme seventigisteme jare, in sunte Mathies dage des hilgen aposlelen. 

TJrschr. Berg, Wem. Das angehdngte beschadigte griine Wachssiegd in geHber 
SehHssd 8. Taf. XIII, Nr. 97. 

1470. Februar 24- 170. 

Hav^ Mester erborgt von den Klosterjungfraum Mette Tacke und 
Ma/rgarete Gevddehusen fUnf Mark auf sein Haus in Noschenrode. 

Ek Hans Mester unde Lucke myn elike husfrawe bekennen in 

dissem open breffe vor alsweme, dat we vorkoft hebben unde 

vorkopen eyne halve mark geldes jarlike gulde Halbersted. 

weringe an unfiem huse unde hoffe in deme Nofikenrode^ twischen 
Hinrek Claren unde deme jungen Hennig Mestere an der stad Wemig- 
rode belegen, den innigen juncfrawen des closters to Waterlere, nemelken 
Metken Tacken unde Margreten Geveldehusen, den edder deme de 
dissen breff hedde met orem guden willen, vor vyff mark der sulven 
weringe. Diese halbe Marh soUen die Ausstdler der UrJcunde oder 
die Bewchner des genannten Hauses zu S. MaUhiae jdhrlich eaJden. 
Die vorbehaUene Kiindigung des Zinses muss ein Viertdjahr vor jenem 
Zinstermin gesdhehen. BesiegeU vom Stadtvogt m Wemigerode. Unde 
ek Mathies Koppejohan, ytzundes stadvoget tho Wemingrode, bekenne 
in dissem open breffe, dat ek umme bede willen myn ingesegel to 
orkunde benedden an dissen breff hebbe laten hengen, nemeliken 
Hans Mesters unde Lucken, siner eliken husfrawen. 

Unde is gescheyn na goddes gebort verteynhundert jar dama in 
deme seventigisten jare, an deme dage sinte Mathias des hilgen 
apostelen. 

Urschr. Pergatn. Wem. Bas grime WachUiegd in gdberSchHssel 8. Taf. XIII, 
Nr. 97. 



1470. Aprll 27. 171. 

Die Stadt HaXberstadt bekennt, von Claus Isenblas zu Wemigerode 
fwr 400 Eheinische Gulden zuHinzig Gulden rechten Weddeschattes, 
wie es zu Hdlberstadt HbUch ist, verkauft eu haben. 

Wy borgermesterey radman, inningesmester unde burmestere der 
stad Halberstad bekennen openbare ...., dat wy van deme ersamen 
Claus Isenblase to Werningerode an redescopp entfangen unde inge- 
Qomen hebben verhundert gude Bynsche gulden, de wy in unser stad 



Nr. 170—172. a. 1470. 841 

openbare nat gekard hebben. Hyr vor wy ome, sinem sone \ eddir hebber 
dosses breves rechtes weddeschattes Yorkoft twyntigh gnde gheneme 
Rjmsche gnlden jarliker gnlde, edder so vel pagimentes, alse to Halberstad 
ghenge nnde nehme is nnde twintigh gnde gnlden mede bekomen 
magh, de wy Glanse yorbenomet, synem sone edder hebber dnsses 
breves myt orem guden willen alie jar gntliken gheven scoUen nnde 

willen nppe de paschen Der vorbehaitethe Wiederkauf muss ein 

ViertdjcJir vorher angekimdigt und dann das Gdd aammt Zinsen in 
einer Summe in der Stadt HcUberskuU guruckgejsahlt werden. VersiegeU 
mit nnser stad grote ingesegell. 

Ka der bord Gristi nnses leven heren veerteynhnndert nnde ime 
seventigesten jare, am irygedage nach den hilgen dagen to paschen. 

Capiaib. Bl. 35\ Die Urk. ist zvm Zeiehen der AbbezaMung d^ehges^richen. 
1) Hdschr. sons. 

im. Junl 13. 172. 

Henning Isenblas, Biirger m Wernigerode, gibt dem Kloster 
Waterler eine Mark GeUles an seinem Hause auf der Breitenstrasse 
m Sedfnessen und Spenden von Semmdn ut^ Bier. 
Ik Henningh Isenblafi, borger to Werningrode, Ghese myn elike 
hasfranwe/bekennen in dussem opene breve vor uns unse erven ifte 
erfnemen, dat we myt fryeme willen unde wolbedachtem moyde by 
unseme siinden lyven hebben gegeven dorch god, nnser elderen zele 
unde ok unser sele salicheyt eyne ewige frye mark geldes an unseme 
huse unde hove unde stidden, dar we to dusser tijd iune wonen, unde be- 
legen is in der Breydenstraten twisschen Henningh Woiters unde Mathias 
Koppenjohannes huse, den geistiiken innygen juncfrauwen Metten von 
Borchtorpe ebdischen^ Alheit Otten priorinnen, Hanneken Meygers 
kusterynnen, Hanneken Husleren kelnerynnen unde der gantzen sam- 
mynge des klosters to Waterlere. Unde de genante mark geldes wille 
we unde schullen iite inwoyner edder gebruker des genanten hises 
alle jar uthgeven up sinte Johannis dach baptisten to myddensommer 
ane weddersprake, hulperede edder jennigerleye argelist unde ane alle 
bekummemisse geistlikes edder wertlikes gerichtes edder herenbodes. 
Unde darvor schullen dusse upgenanten juncfrauwen unde de gantze 
sammynge, de probist myt sinen kappelen^ singen vigilien unde zele- 
missen myt der commendatien unde dare dencken unde bidden vor 
Hans Isenblasz zele, Aieborges syner eliken husfrauwen, de denne 
elderen sin gewesen des upgenanten Henningh Isenblasz, unde ok 
Gord myt dem Barde zele, Jutten syner eliken husfrauwen, dedenne 
elderen zyn Ghesen, des upgenanten Hennigh Isenblafi husfrauwen; 
unde denne vort, wen dusse upgeiiante Henningh Isenbiafi van dodes 
wegen vorvelle edder sin elike husfrauwe, dat god fryste na sinem 
willen , de schullen se in de sulven dechnisse nemen unde al dejennen, 
de uth oren slechten vorstorven sin. Unde dusse gedechtnisse schal 
scheyn nemeliken up den drydden dach vor Martini, so dat de zele- 



342 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

myssen unde de commendacio ghesche in sinte Martens abende; nnde 
denne schuilen se vor de upgenante mark rede hebben gekofift, neme- 
liken vor eyne halve mark sammelstucke, dat yo der juncfrauwen werde ^ 
eyn sammele, deme denne na der commendacien geven schai, unde dem 
probiste twye sammelstucke, jowelken kappelane eyne, de dar missen 
singet ader ieset unde to der commendacie is. Unde vor de halven 
marky de dar denne noch is, schullen se beyr kopen und dat okunder 
sek delen. Des to eyner bewisinge, dat disse upgenante mark geldes 
ewich an deme hnse bliven schal, so hebbe ik upgenante Henningh 
Isenblafi dussen breflf gegeven besegelt vor mek unde myne husfrauwe 
unde unse erven myt mynem angehengeden ingesegele^ unde forder 
umme wissenheit willen gebeden unsen stadvoget to Wernigrode umme 
sin ingesegel vor mek, myne husfrauwen, vor mynen erfnamcn ifte 
braker des genanten huses an dussen bref to bengende. Unde ik 
Mathias Eoppenjohan, nu tore tijd stadvoget to Werningrode, bekenne 
in dussem sulven breve, dat dusse gifft so vor mek ghescheyn is, unde 
forder umme bede willen des ergenanten Henningh Isenblafi unde 
Ghesen syner eliken husfrauwen myn ingesegel witliken to orkunde 
vor se unde ore erven benedden de schrifft dusses breves hebbe ge- 
henget laten by Henningh Isenblafi ingesegeie. 

Na der gebort unses heren veirteynhundert jar darha in deme 
seventigesten jare, in sinte Vitus dage des hiigen martelers. 

Ur8ch/r. aufPerg. mit den an Pergamentstreifen hangenden gelben WachssiegeJn 
in SAussdn, das Kopp^ohanns (Taf. XIII, Nr. 97) lose beiliegend. Ueber H. Isenblas 
und seine Siegel mii AbbUdung H.-Zeitschr. 3 (1870), 8, 992 ff. 

1) Urachr. hat ztoeimal verde. 



1471. Jannar 23. 173. 

Hans Egdma/n erborgt vom Kloster Waterler eehn SchocTc auf sein 
Haus zu Osteruriek. 

Ek Hans Egelman, Grete myn eygelke hufivrowe, bekennen in 
dussem breve, . . . dat we . . . hebben vorkofft unde vorkopen . . . den 
innigen juncfrowen ebdeschen, priorynnen unde der gantzen samme- 
ninge des kiosters to Waterlere eyn vul schok jarliker gulde an unfiem 
hufie unde hove to Osterwick, twischen Mennichen dem unsaligen 
Jodden unde Korde Solter belegen, vor teyn vulle schok, de se uns 
tor noge unde wol to dancke betalet hebben, unde we de vort 
tho unfier behouff angheleyt hebben. Dieses Scfiodc soUen die Aus- 
steUer der Urkunde oder die Bewohner des erwahnten Eauses dem 
Kloster zu Martini zahUn. Der Wiederkauf bei viertdjahriger Kim- 
digung eu S. Joh, d, T, und BiickzaMung der erborgten Siumme m 
Michadis wird vorbehaUen, Dusfies tho eyner bekantnisse hebbe 
we den tuchtigen Hanfie Halchteren bedeji umme syn ingesegel^ 
unde dat tho eyne witliken orkunde ghehenget laten neden an dusfien 
breff, de ghe^ven is na Qhristi ghebort unfies heren verteynhundert jar 



Nr. 173-175. a. 1471-1475. 843 

darna in deme eynandeseventigesten )are, des anderen dages na sinte 
Vincencii dage. 

Urschr. Wem, Siegel nicht mehr vorhanden. AusserhaW von ziemlich gleick- 
zeiHger Schrift: Osterwick u.8.f\ 

1474. Februar 19. 174. 

Der Commissar des Bcmnes Dardeslmm hesiatigt den von der 
Aebtissin prdsefUirten Hildebrand Reynerdes ais Bector der 
S. Annenkapelle zn Wat^rler, 

Commissarias banni Derdessem in ecclesia Halberstadensi nniversis 
et singnlis dominis divinoram et ecclesiarum rectoribus, vicerectoribus, 
piebanis, viceplebanis, capellanis, altaristis ceterisque presbiteris curatis 
et non curatis, ciericis, notariis et tabellionibns publicis qnibuscunqne 
in et per bannum eundem ubilibet constitutis presentibus reqnisitis 
salutem in domino. Ad capellam beate Anne in villa Waterlere, Hal- 
berstadensis diocesis sitnatam, per liberam resignacionem discreti 
Odalrici Cassell, ultirai et novissimi rectoris et possessoris eiusdem 
vacantem, honorabilem virum dominum Hildebrandum Reynardes nobis 
per religiosam dominam Mettam de Borchtorpp, abbatissam sancti- 
monialium monasterii in Waterlere, ad quam ius presentandi dicte 
capelle pleno inre pertinere et spectare dinoscitur, legitime presentatnm, 
institnendum duximus, prout instituimus dei nomine per presentes, 
mandantes vobis omnibus et singulis supradictis in virtute sancte obe- 
dientie et sub excommunicationis pena, quatenus prenominatum dominnm 
Hildel)randura vobis, sicut premittitur, presentatum in corporalem, realem et 
actualem possessionem dicte capelle iuriumque et pertinenciarum omninm 
eiusdem vel quasi vice nostra inducatis inductumque teneatis et de- 
fendatis sibique de fructibus, redditibus, proventibus, iuribus et obven- 
tibus universis prenominate capelle respondeatis et ab aliis, quantum 
in vobis fuerit, plenarie et integre responderi faciatis, adhibitis circa 
premissa solempnitatibus debitis et consnetis. 

Datum anno domini M^CCCC^LXXquarto, die vero sabbati, decima 
nona mensis Ffebruarii, nostri officii sub sigillo presentibus sub- 
impresso. 

Amelungns Amelungi, ad premissa 
(biegel.J notarius subscripsit. 

Urschr. Papter Wern, mit aufgedr. griinenh Wachss^iegd 8. Taf. V, Nr. 40. 



1475. Aprll 17. 175. 

Wemer Brosies, BUrger m Osterwiek, verkatift dem Ulrich AchiUes 
daselbst und dem Kloster Waterler einen Vicrding jahrlich filr 
5 Mark HaJberst. an seinetn Haus und Hofe su eifiem Sedge- 
ddchtniss des Achilles^schen GesdileclUs. (Ahgekiirst.) 
Ick Wemere Brosies, borger to Osterwik, llsebe myn elike hus- 
frawe, bekennen apenbare in dussem breve vor unfi, nnse erven onde 



844 Cistercienserinnen- (Heiligenblttt-) Kloster Waterier. 

nakomelinge, vor allen, de dussen breff sehn edder horen lesen, dat 
wyrechtes unde rcdelykes kopes vorkoft hebben unde vorkopen in 
krafift dosses breves deme beschedene Olrike Achlllis, itznnt borger to 
Osterwick, nnde ock snnderlyken den erwerdigen unde innigen fruwen 
ebdischen, priorynnen etc. unde gantzen sampninge des closters to 
Waterlere, einen ferding geldes Halberstedescher weringe jarliker gulde 
an unsem huse unde hove bynnen der stadt Osterwick up der Nyen 
kerkenstrate twisken Hanfi Kavotes unde Ebeling Dulberges husen 
belegen, dat in vortyden Dyderick Achillis bewonet heft zeliger decht- 
nisse, vor viff marck der sulven weringe, de unfi de vorberorde Olrick 
Achillis van synere unde der benanten samninge wegen an redem 
gelde vull unde all tor noge betalet heft . . . Dessen genanten ferding 
. . . scollen unde willen wy upgenanten Wemer unde Ilsebe, edder de, 
de dat genante hufi in natyden bewonen worde, alle jare na gift dnsses 
breves uthgeven . . . up sinte Martens dage der upgenanten samnynge 
des closters to Waterlere . . . , dar men van don unde began schall 
alle )are des dridden dages na sinte Michaelis dage eine lofflike 
memorien myt vigilien unde zelmissen in deme vorberorden clostere 
to troste unde salicheyt allen cristene zelen, unde snnderliken allen, 
de uth der Achilles slechte van dodes wegen vorvallen syn etc. Dei^ 
vorbehaUene Wiederkauf soU nach viertdj^riger Kundigung zu U. L, 
Frauentag assumptionis auf Martini geschehen, umauf die Kloster- 
jtmgfrauen eu W. die Summe . Gddes vord an eyner anderen stede 
wedder beleygen schollen unde willen, sodanen vorberorden ferding 
tynses darmede to makende unde to bestedigende, dar me de genanten 
memorien van don unde holden moge etc. Unde wij ergenanten Wemer 
unde Ilsebe hebben up den genanten voraogeden kopp de vorbenome- 
den sampninge des closters to Waterlere eynen geltfrede an deme 
erbenanten unsem hnse myt medeweten des duchtigen Tilen Elersellen, 
gesworen richters to Osterwick, upgelaten unde togestadet, des ik Tile 
filerselle richtere upgenant also bekenne in dussem breve, dat sodane 
kop na bovenscrevener wijse myt mynem medeweten geschein is unde 
ik darnp der mergenanten samninge des closters to Waterlere einen 
geldfrede an deme vorbenanten huse unde hove in bywesende der be- 
scheden menne Hanses Kavot, Ebelinges Dulberch unde Engelken 
Stendels, dar bij geeschet alse dinglude, gewerktunde bestedigethebbe 
van mynes amptes wegen in kraft dusses breves, de gegeven is unde 
vorsegelt mit mynem anhangeden ingesegel. 

Na Gristi gebord unses heren verteynhundert jar dama in deme 
viffundeseventigesten jare, am mandage na Jubilate. 

ChpiaJbuch Bl 19\ 

1475. Mal 7. 176. 

Hans Bergman erhorgt vom Kloster Waterler auf sein Haus in 
der Burgstrasse ssu Wemigerode driUehdlb Mark, wdche Henning 
Ormans dem Khster isu Sedmessen geschenkt hat. (Ausjsug.J 



Nr. 176. 177. a. 1475. 1476. 845 

Ek Hans Berchman, Hanneke niyn elike busfrowe nnde anse 
enren, bekennen ..., dat we vorkoft hebben ... eynen ferding geldes 
iarlikea tinszes an onsem hnse nnde hofe in der Borcbstrate to Wer- 
nigerode, twischen Henning Wesken unde Nygendorpes husen belegen, 
den andechtigen der ebedescben unde der gantzen sammeninge des 
cloBters to Waterlere vor driddehalve marg geldes der Bulven were» de 
de obgenanten vorkopere vul unde al npgenomen hebben von deme 
testamente Henning Ormans gotzeliger, de denne uns by sinen leve- 
dagen sulke dridehalve marc umme siner sele salicheit willen willich- 
liken gegeven unde beficbeyden had, dat we den in unsem olostere 
vorbenomet alle jar sinen dechnisse van holden unde began schuUen etc. 
Biesen T&ns wiU Ilans Bergman dem Kloster jahrlich up de hilgen 
dage to paschen gd>en. Dhe vorhehaltene vierteljdhrige Kiindigung soU 
eu WeOmackten geschehen utid dann zu Ostem die drittehaib Mark mit 
Zinsen mriickgezahU werdcn, BesiegeU voni Stadtvogt: Unde ek Bemd 
Bercbman bekenne, dat ek umme bede willen Hans Berchmans myn 
ingesegel witliken an dussen breff hebbe henget laten. 

Na Christi gebord M^^CCCC^^LXXV*», des sondages vor pingesten. 

Urschr. Bapier Wern, Das brttcJ^tiickweise erJudtene qrune Siegel des Stadt- 
vogts vn geSber Schussel 8. dbgeb. Driibecker Urkdb. Taf. IV, itr. 32 und S. XXXVII f, 
Eine Hand vom Ende des 15. Jh. hat auf dem Bucken der Urkunde bemerkt: 
MirabiLis compofiitio. 

1476. Marz25. 177. 

MatOuieus Ulrichs^ Biirger zu Wernigerode, verkauft der Kloster- 
jungfrau Hanneke Meiers zu Waterler fUr drittelhalb Mark einen 
Vierding Zinses, tvoran na^ Hannekes Abldben das Sedgeddchtniss 
der Familie Kettdhod im Kloster hegangen iverden soU. 

Ick Matheus Olrykes, borger to Wernigerode, Grete myn elyke 
husfrowe .... bekennen . . . ., dat (we) vorkoft hebben .... eynen lodigen 
verding geldes, alse to Wernigherode gbenge unde geve is, jarliker 
gulde Haiverstadiscber weringe an unsem huse unde hove, gelegen 
jegen unser leven Frowen bij Hinrick Kettelhode, der ersamen junck- 
frowen des closters to Waterlere Hanneken Meygers, Hinrick Meygers 
dochtere, vor dryddehalve marck der sulven weringe vorgenant. Unde 
wy willen sodan verding geldes alle jare utbgeven up de paschen, 
de wyle dat dusse kop steyt. Wiederkauf vorhehatten mit vierteljahriger 
Kundigung zu Welhnachten, worauf das aufgenommetie Geld mit Zinsen 
zu Ostem zurilckgezahU werden soll. Unde wen de vorgescreven Han- 
neke Meygers vorstorven unde vorscheden is, so scall de verding geldes 
vallen an de samninge to Waterlere; dar scollen sy vor beganalle jare 
Henning Kettelhode unde allen, de uth dem slechte vorscheyden syn 
unde des van rechte lon hebben. BesiegeU vom Stadtvogt: Unde ik 
Bernd Berchman, nu tore tyd stadvoged to Wernigerode, bekenne in 
dussem sulven opene breve, dat ik umme bede willen Matheus Olrykes, 



346 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

Greten synere elyken husfrowen, myn ingesegel witliken hebbe gehenget 
laten an dusseu breff. 

Na der gebord Cristi unses heren verteynhundert jare darena in 
deme seBundeseventigesten jare, am dage conceptionis Marie virginis. 

Capialb. Bl 27 \ 

1476. October 28. 178. 

Die Kloster Walkenried utid Waterler vertauschen zur JJeendigung 
und Verhutung von Irrungen wechselseitig zwolf Morgen zelintfreiefi 
Landes auf dem Hanenberge und zwar so, dass hinfort keine ver- 
einzeUen Aecker des einen Klosters an dieser Stelle mit denen des 
anderen Klosters im Gemenge liegen. 

Wy Mathias abt und gantze samninge to Walckenrede bekennen 
openpar in dussem open breve vor unB unde unse nakomen vor allen, 
de one sehen edder horen lesen, dat wy mit dem erwurdigen unde 
geistliken hern Hillebrant proveste, Agneten ebdischen unde gantzen 
convent to Waterlere, irdhom unde twydracht to vormidende, weBel 
unde bute gedan hebben etwelcker acker unde gudere, unde one gegeven 
twoif morgen unses tegetfryen unde frien egen landes, belegen up dem 
Uanenberge unde in dem Jodendale, gehorende to unsem hove unde 
fryen guderen to Schowen, vor twolf morgen fry egens landes des 
klosters to Waterler, gelegen mank unsem lande to Schowen up dem 
genanten Hanenberge unde utgebutet, vorsteint unde voreint, mit volbort 
aller, de des to donde hebben, unde sonderliken des provestes to Stotter- 
lingenborg, de sodane twolf morgen uns ingeantwordet unde vorlaten 
heft ut sinem tegeden unde twolf morgen, de wy ome gegeven bebben, 
darvor wedder ingenomen. Unde wy hebben one sodanes land inge- 
antwordet to rechtem eghendhom ewichliken to besittende ane unse 
unde unser nakomen undeeines jowelken rechte ansprake, unde.darmede 
bescbaffet, dat nu fort dat genante closter Waterler nein land mehr 
enhefift mank unsem lande to Schowen unde wy ock neyn land mchr 
enhebben mank des mergenanten closters lande darsulvest; unde wy 
geweren sodanes one ingeantworden ackers, bestedigende de vorberorden 
bute unde wessel in unde mit craft dusses breves. 

De gegeven is na Christi gebort unses heren dusendverhundert 
unde seB unde seventich jare, unde vorsegelt mit unser ebdie festliken 
angehangen secret, ame dage der hilligen apostel Simonis et Jude. 

Nach dem im Jahre 1612 gefertigten Waterkrschen CopiaJb. (Nr. 760) im konigh 
Staatsarchiv zu Magdeburg. Vie Bechtsclvreibu/ng der spdten Abschrift ist thunlichst 
der gleichzeitigen nachgebHdct, 

im AprU 18. 179. 

Versicherung des Baths zu Wernigerode iiher die jdhrlidie Eivt- 
riditung eines ewigen Vierdings an das Kloster Waterler filr das 
von jenefn der Stadi iiberlassene Eigeniimm der Steinlcuhle zwischen 
der Stadt tmd Rimbeke. 



Kr. 178—180. a. 1476—1480. 847 

We borgemester unde radmanne to Wemigerode bekennen in dussem 
opene breve vor uns unde alle unse nakomelinge an deme rade, dat 
yivi eyndrechtliken mit wolberadem moyde hebben vorkoffth unde vor- 
kopen in kri^th dusses breves eynen ewigen ferdingk geldes yarliker 
gulde older Halberstedesscher weringhe alle yar tho ewigen tiden van 
nnsem radhuse up allegoddeshilligen dagh der gantzen sampnige, den 
geystliken )uncfruwen des closters to Waterlere, to gevende sunder^ 
jenige insage, darvor de sulve sampnige uns deme rade, alle unsen 
nakomelingen unde der gantzen ghemeyne to Wemigerode, rauweliken 
hebben upghelaten den eygendom unde de steynkuie twisschen unser 
stad unde dem dorpe to Kymbeyke beleygen, unde darto upgelathen 
twolfftehalven morgen landes darsulvest beleygen, unde sinth ghe- 
treyden van aller rechtigheyt unde eygedome, den se effthe ore na- 
komelinge darane hebben mochten, unde lins den hovetbreff, den se 
darover hadden, gensliken mit frigem willen overgheantwordet, so 
dat se nogh neymanth van orerweygen up de kulen, land, effthe wad 
dartho behoren mochte, to ewigen tiden nicht meyr saken schullen nogh 
eynwillen. Dusses allen to bekantnisse hebben wy bovengenante 
borgemester unde radmanne vor uns unde alle nakomelinghe der 
sampnige to Waterlere dussen breff ghegeven mit unser stad ingeseygel 
witliken ghehenged beneyden an dussen breff. 

Ghegheven na Ghristi unses heren gebord dusenth veyrhundert 
in deme achte unde seventigesten yare, ame sunavende na Jubilate. 

Urschr. Berg. Wem. Das ahgerissene Siegel nicht mehr vorhanden. Eine Hand 
wm Ende des 16, Jahrh. hcU auf dem BOcken der Urk. bemerkt: Stulte actum est 
hic. Auch gleichzeitige Abschrift im stddtischm (Jopicdb. Grdfl. Bibl. Yd. 6. Zu 
der UeberscMrift: littera des clostere to Waterlere over de Steynkulen ist von einer 
Hand der ersten Hdlfte des 16. Jahrh. bemerkt: unndt 12 morgen ackers an der 
Horst, welche itzundt Heinrich Lutterodt hatt. 

1) Handachr.: sunde. 

1479, December 23. 180. 

Kurt Mentses zu Langeln verkaufl an Odeke Hadebers fur funf 
Mark eine haJbe Mark zu Martini falligen Zdnses. 

Ick Cord Mentses, wanhaflich to Langel, bekenne in dnssem opene 
breve . • . , dat ik ... hebbe vorkoft unde vorkope . . eine halve marck 
geldes jarliker gulde Halberstedescher weringe an alle mynem redesten 
gude, wor ik dat hebbe, der bescheyden Oydeken Hadebers ... vor viff 
marck dere sulven weringe, de mick Odeke an redeme gelde aver- 
geantwortet unde handelaged heft . . Biese Gr&Ue soU jdhrlich zu 
Martini gezahU werden. Der vorhehaUene Wiederkauf soll ein Viertd- 
jahr vor S- Marfins Tag angekiindigt werden. Ock hebbe ik mik unde 
myne erven bedegedinget: were dat unfi dat to swere worde eines 
jars tynfi unde hovet gud to losende, so scolle wy de macht hebben, 
dat wy dnt geld, tynJB unde hovetgud, in vere jaren mogen afflosen, 
alle jare des )ares sefi schiUinge tynses to quiten mit deme verden 



848 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

deile de(!) benompten viff marck, ane gheverde. HesiegeU vdm Stadtvogt 
0U Weniigerode: Unde ik Lambert van Alvelde, to dasser tydt stad- 
voget to Wernigerode, bekenne in dnssem sulven opene breve, dat ik 
umme beden willen Cord Mentses myn ingesegel van amptes wegen 
witliken hebbe gedrucket benedden upp dyt spatium. 

Na Christi unses heren gebord dusend verhundert in deme negen 
unde seventigesten jare, ame donnerdage na Thome apostoli. 

Copialb. Bl 21\ 

1480. October 14. ^' 181. 

Bemd Tibe verkauft der Aebtissin Agnete vm Hurgdorf, deren 
Schwester Margarete und Ilsdhe Grauhose, Klosterjungfrauen 
m Waterler filr 12 Mark Hdtberstddtisch eine Mark Zinses an 
seinem Hause auf der Burgstrasse m Wemigerode. 

Ik Bernd Tyben, Ilse myn elyke husfrowe, bekennen open- 

bare in dussem breve , dat wy . . . vorkoft hebben . . . eyne marck 

geldes jarlikes tinses an unsem huse unde hove unde an unseme 
redesten gude in der Borchstrate to Werningerode, by Hans Arndes 
huse unde Ludeken Huke vor Barden bleke unde jegen Hanfi Barch- 
man. over belegen, den andechtigen junckfrowen Agneten van Borch- 
dorpp ebdischen, Margreten orer suster, Ilseben Grauhosen, closter- 
junckfrowen to Waterlere, .... vor twelff marck older Halberstedescher 
weringe. Dieser Zins soll den genannten Klosterpersoneti auf S. GaUen- 
tag gezaMt werden und der vorbehaltene Wiederkauf nach viertdjdhriger 
Kiindigung an demsdben GaUentage geschdien. Besiegelt vom Stadtvogt 
su Wemigerode: Unde ik Lambert van Alvelde (stadvoged) bekenne, 
dat ik umme bede willen Bernd Tyben myn ingesegel wytiiken an 
dussen breff hebbe hengen laten. 

Na Cristi gebord dusend verhundert darna in deme achtesten jare, 
in sunte Calixtes dage des hilligen martelers. 

CapiaU). Bl 30\ 

1481. MSrz 18. 182. 

Hans Howeg eu Wernigerode erborgt vom Kloster Waterler zwolf 
Mark auf sein Haus auf der Heide und auf vier Morgen Bopfen- 
land giegen der hohen Warte, 

Ek Hans Howech, borger to Wemingerode, Anne myn elike hus- 

frowe , bekennen openbar , dat we rechtes unde reddelkes koipes 

hebben vorkofft unde vorkoypen eyne mark geldes jarlikes tinszes 

Halberstedescher weringe an unseme huse unde hove, dar we nu 
sulvest inne wonen, unde gelegen is twysschen Claus Atenstiddes unde 
Hans Stoczels husen up der Heyde, unde an veher morghen hoppen- 
landes, dede gelegen syn an twen stucken twysschen Bemd Braders 
stucke unde Hans MttUres legheden tigen der Hoghen warde, den 



Nr. 181—183. tL 1480. 1481. 849 

werdigen nnde gheistliken jnnckfrowen der ebdesschen nnde der gantzen 
sammennnge des closters to Waterlere vor twelff mark der genanten 
weringe. Dieser Zins soll zu WeihnacMen gejsahU werden. Ok so 
bekenne we Bemt Berchman unde Bernt Mychel, anders genant Czeyszer 
..., dat we dar wiiien gnd vor syn den vor genanten junckfrowen, 
dat dut de erste tyns schal syn an deme yorgeschreyen hase nnde 
hove unde ok an den goideren. Auch haben die vorkoypere by den 
koiperen sich dem Wiederkauf vorbehcUten, der naA vieridjShriger 
Voraufverkundigung eu WeihnadUen geschd^en soU. Dat alle dusse 
Yorgeschreven artikele so stede nnde vaste geholden schuUen werden, 
hebbe we Hans Howech, Anne myn elike husfrowe, Bemd Berchman 
unde Hans Gzeyszer gebeden dussen breff vor uns unse erven to vor, 
seglen des ek Lambert van Alvelde, stadvoget to Weraingerodey umme 
orer bede willen myn ingesegel witliken hebbe gehenget nnden an 
dnssen breff, dede gegeven is na der gebort Cristi Ihesu unses leven 
heren verteynhundert jar daraa in deme eynundeachtentigesten jare, 
an deme sondage in der hilligen vasten wen men singet in der hilligen 
kercken Reminiscere. 

Urschr. Perg. Wern. Das heschddigte grune sehr stark ausgepragte Wachasiegd 
in gdber SchUssd «. abgeb. Ilsenb. Urkdb. Taf, Vlly Nr. 47 und 8. C—CL 



148L Aprll %. m. 

Karsten Struve m Osterwiek verkauft den Klosterjungfrauen 
Gese von Minsleben und Alheid Ciawes zu Waterler fiir elf er- 
horgte Mark eine Mark jdhrlichen Zinses an seinem auf der 
Nauenkirchstrasse gdegenen Hause. 

Ik Karsten Struven, borger to Osterwick, Grete myn elike hus- 
frowcy bekennen apenbare in dussem breve ..., dat wy .. vorkoft 
hebben nnde vorkopen in unde mit kraft dusses breves den werdigen 
unde innigen junckfrowen Ghesen van Mynsleve unde Alheyde Clawes, 
closterjunckfrowen to Waterlere, eine marck gheldes olderHalberstedischer 
weringe jariiker gulde an unsem hnse unde hove to Osterwick, upper 
Nyenkerkenstrate by deme Monnekehove belegen, vor elven marck 
older Halverst, wer. . . . Dieser Zins soU jdhrlidi in den hilgen dagen 
to wynachten gezahU werden und der vorbehaUcne Wiederkaufnach viertet- 
jahriger KUndigung erfolgen. We hebben denmergenantenjunckfrowen 
. . ok van des vorberorden vornogeden kopes wegen upgelaten einen 
geldfrede an deme upgenanten unsem huse unde hove in jegenwar- 
dicheyt des vorsichtigen Engeiken van Stendel, gesworen richtere to 
Osterwick, der ik Engelke richter upgenant also bekeDne in dussem 
sulven breve, dat sodan kop na bescrevener wijse myt mynem willen 
unde vulbord gescheyn is, unde hebbe des to vordere wyssenheyd den 
upgenanten junckfrowen edder deme se der begheren einen geldfrede 
gewercket unde bestediget an deme upgenanten huse unde hove, unde 



350 Cisterciensermnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

bevestige one den darane yan mynes ampter wegen in kraft dnsses 
breveS; de gegeven unde myt mynem hirunden anhangenden ingesegele 
vorsegeld is. 

Na Cristi unses heren gebord verteynhundert jare dama in deme 
eynundeaehtigesten jare, des mandags na Letare in der hilgen vasten. 

CopiaWuch Bl. 19 \ 

1481. November 2. 184. 

Mathias, AU m WcUkenried (Walkenrede), Cisterciensis ordinis, 
hekundd, dass er tm des Friedens tpiUen mit dem Fropst und 
Klosterjungfrauen zu Waterler, dicti (Cisterciensis) ordinis, Hal- 
berstadensis dyocesis, unter Zustimmung des Klosters Stotter- 
lingenburg, wdches das Zehntrecht von zwolf Morgen besass^ die 
das Kloster Waierler dem Kloster Walkenried aufliess, einen 
Taus(A getroffen kabe, wodurch letsteres Kloster jene 12 Morgen 
am Hanenierg eehntfrei erhiett, wahrend dieses Zetmtrecht des 
Kl. Stdtterlingenburg auf die zwolf Morgen am genannten Hanen- 
berg im Jodendal (in loco dicto Jodendal) iibertragen wurde, 
wdche dem Kloster tauschweise iibergeben wurden. 
Datum anno domini M^CCCC^LXXXI^, die animarura. 

Gedr. Stdtterlingenb, Urkdb. 253 fiach dem Copialb, jenes Klosters, audi 
damach 1590 gefertigte Abschrift in den acta iudicialia den EUinger Zehnten betr. 
B 87 im gr. M.-Arch. zu Wem. Laut eines beigdegten Zettels: Der Hahnenberg 
dem hove Schawen beSer gelegen ist, dan dafi Joddenthal trid hard ahn die felt- 
marck Ellingen, davon Stotterlingburg den zehendten hat, und der Hanenberg ist nit 
weit von Schawen gelegen, wie es noch heutigs tags der augenschein ^bt. — 
Auf diesen Ellinger Zehnten bezieht aich die von dem JPropst Tiseman Wise zu 
Stdtterlingenburg m seinem Bechenschaftd^ericht zum JaJire 1494 gemachte Angdbe: 
Tho def ewigen losinge (der Abldsu/ng der auf dem Klosterhofe zu Heseen Uutenden 
Verfflichtung einea Dtenstwagens) borgeden wi noch YI hundert gulden entelen etc 
Primo H hundert gulden unde drittich gulden van dem werdigen hem Wilken, 
abbate to Ballenstede, uppe den tegeden to Ellige boven Waterler, up Martini af- 

tolosende. Anno domini M°(XCC®XCVniI koften wy wedder unsen tegeden 

to EnUnge vor U hundert gulden linde XXX gulden van dem werdighen hereh 
Wilkino, abbate des kloeters BaUenstede. Vgl Stotterlingenb. Urkdb. 8.194und 195. 



1482. Februar 20. — Aprll 6. 186. 

Vergleich zmschen dem Kloster Hsenburg und dem Kloster Wor 
terler (deme werdigen heren liere Hilbrande Beyndes, proyeste 
des stifftes to Waterlere) und myt vulbort der werdigen unde 
demodygen juncfirouwen Agneten van Borehtorp ebdisschen unde 
«Alheit Otten priorynnen unde der gantzen sampnynge, uxmach 
Ilsenburg den Zehnten eu Odorp (Oidorp, Copialb. Odorppe) und 
uber di^ dortigen Klosterdcker und geivisse Zinsen im Dorfe 
WcUerler, das Kloster Waterler aber eine Wiese (gr&sbleck) im 



Nr. 184-187. a. 1481-1485. 851 

Lorfe (Sud-) Schauen beneden des kloBters tho Waterlere bom- 
gardene und einen Hof, defi Ahtshof (mit eyneme hoye nppe 
dnsse siit des blekes dar entegene, genant de Abbethoff) dasdbst 
erhaU. 

Datum na der gebort Christi yeerteynhnndert jare in deme twe- 
undeachtigesten jare, in der hilgen yasten. 

Gedruckt Ihenburger Urkundenbuch 364. 



1483. Juni 24. 186. 

Ileinrich Kettelhod erhorgt rom Khster Waterler sechs Mark auf 
sein Ilaus hci dcr U. L. Frauenkirche in der AUstadt Wemige' 
rode und auf einen Ilopfengarten hei der Ilarhurg. 

£k Hinrek Kettelhoed unde Ilse myn elike husfmwe unde unse 
eryen bekennen openbar in dussem breye, dat we yorkofft hebben . . . 
eyne halye mark geldes jarlikes tinzes an unsem huse unde hoye unde 
an eynem hoye belegen an deme Guntershagen unde an eynem hoppen- 
garden an deme Hardenbarge, hnse unde hoff belegen in der oldenstad 
by unser leyen Fruwen twisschen Hanse Vetten unde Hinreke Weddigen, 
nnde an orem redesten gude den geystliken personen unde juncfmwen 
Agneten yan Borchtorpes ebdessche unde der ganzen sammyghe tho 
Waterlere inghenomen asse ses Halyerstedcssche mark older weringhe. 
Dieser Zins ist jdhrlich zu S. Johannestag Mittsommer von Hinrek 
KeUelhocd, Ilze seiner Hausfrau und ihren Erhen jsu eahlen. Die 
mrhehaUene Kiindigung muss ein Viertdjahr vorher und dann eu 
S. Joh.'Tag die Biickzahlung erfolgen. Dusses to eyner bekantnisse 
hebbe ek ergenante Hinreck Kettelhoed gebeden umme syn inghesegel 
den stadyoget Hanse Isenblafi. Unde ek Hans Isenblafi bekenne, dat 
ek nmme bede willen Hinrek Kettelhodes myn ingesegel witliken an 
dussen breff henget laten. 

Na Christi ghebord dusent yeyrhundert dama in deme dreunde- 
achtigesten jare, in sancte Johannes baptisten daghe des ddpers. 

Urschr. Berg. Wem. Das an Pergamentstreifen anhangende Siegd 8. abgehiJdet 
und beaprochen Hsenb. Urkdb. laf. VII, Nr. 53 u. lext 8. Cllf.; u/nd Harz- 
zeitschrift 3 (1870), 8. 992—997 mU Abb. 



1483, August 30. 187. 

Agnes von Burgdorf, Aebtissin zu Waterler, prdsentirt fur den 
Altar Unser Liehen Frau^n und S. Afidreac in der Ffarrkirche 
daselbst den Andreas Reinardes dem Ardiidiakon des Hanns 
Dardesheim oder dessen Vertreter zur Bestdtigung. 

Nos Agneta de Borchtorp^ abbatissa monasterii sancti lacobi in 
Waterlerc, yenerabili yiro domino N. banni Derdessera archidyakono 
aut eius in hac parte commissario sinceram in domino caritatem. 



d52 Cisterctenserinneb- (fieiltgenblat-) £tloster Waterlef . 

Noveritis, quod altari beate Marie yirginis ac sancti Andree in ecclesia 
parrochiali in Waterlere in choro situato per plenariam et liberam 
resignationem honorabilis yiri domini Garstiani Artman, presbiteri 
Halberstadensis dyocesis, ultimi ac novissimi possessoris einsdem vacante, 
cuius ius patronatus ad nos pleno iure spectare et pertinere dinoscitnr, 
discretum Andream Reynerdes, clericum dicte Halberstadensis dyocesis, 
cui idem altare pure, simpliciter et propter deum contulimus, vestris 
reverentiis duximus presentandum et presentibus presentamus, pro et 
cum eo supplicantes, quatenus eundem Andream ad prefatum altare 
investire ac sibi de redditibus, proventibus, fructibus, iuribus et ob- 
vencionibus universis integre providere necnon in corporalem, realem 
et actualem possessionem eiusdem altaris introducere seu ab aliis 
investiri, provideri et induci mandare dignemini realiter et cum efifectu, 
nobis in hiis singularem complacenciam ostendendo. In cuius rei 
testimonium sigillum officii nostri presentibus duximus imprimendum. 

Datum auno domini millesimo quadringentesimo octuagesimo tercio, 
sabbato post festum decollacionis sancti lohannis baptiste. 

Urachr. Tapier Wem. Der aufgedruckte gru/ne Wachssiegel ist cibgesprungen. 



1484. Aprll 19. 188. 

Hans GreUevort erhorgt vom Khder Waterler gegen einen Vierding 
Zinses drei Mark und einen SchiUing auf seinen Hof daselbst. 

Ek Hans Grellevorti unde Wolborch myn eychlijke husfrwe be- 
kennen in dussem unssem oppen vorsegheldem breuffe, ... dat wy ... 
vorkofft hebben unde vorkoppen . . . einen ferdigh jarlykere gulde 
Halbersteder were, also nu to Wemigherode gynghe nnde gheve is, 
an unssem husse unde hove unde an alle unssem redesten gude bynnen 
unde butten Watterlere den werdighen unde inghen jwnchfrwen to 
Waterlere. Hyr vor unB de werdighen jwnchfrwen vorgeven unde 
vornoghet hebben dre mark unde I schylligh Halberstedescher were, 
also nu to Wernigerode gynghe unde geve is. Der Zins soU jdhrlich 
von ihnen und den Eimvohnem dusses husses unde hoves, dat geleghen 
is tvisghen^ Bartran (!) Koke unde HermenMenten hussen zu S. GaUen 
hessdhU werden. Wiederkuuf wird vorhehaUen, wdbei die Kiindigung 
up sante Jaiioppes dach, die Rtickmhlung an eynem sumen(I) bynnen 
Watterlere den ndchsten S. GaUentag erfolgm muss. BesiegeU myd 
unsses gnedighen hern fogedes ingeseghel. Ek Lambard van Alvelde 
stadvoget to Wernyngerode bekenne, dat ek umme bedde wyllen dusser 
vorscreven Hans Grellevort unde Wolborghe syner husfrwen myn inge- 
seghel under dussem breuff gehenghet hebbe. 

Na godes unsses hem gebord do me screuff dussent ferhundert in 
dem ferundeachtyssten jare, na ossteren. 

Urschr. Perg. Wem. Siegel nicht tnehr vorlianden. 

1) Grellenort? — 2) tuisghen. 



Kr. 188. 18». a. 1484. 1485. S53 

1485. October 34. Rom. 189. 

Mehrere Kardindle erfheilm denen, welche die Pfarrkirche S. Jaccbi 
gu Waterler an bestimnUen Tagen besuchen wnd sie zu deren Bau, 
ErhaUung und Ansschmiiekung unterstutzen, einen hunderttagigen 
Ablass, 

Rodericos || Portuensis, Oliverius SabiueDsis, lalianus Ostiensis epi* 
scopi, lohaDnes titoli sancte Praxedis, lohannesmicbael tituli sancti 
Biarcelli, Gabriel tituli sanctoruni bergii ^ et Bachi, leronimns titnli sancti 
Grisogoni, Georgius tituli sancte Marie in Transtiberim (!) presbiteri 
miseratione divina sacrosancte Komane ecclesie cardinales universig et 
singulis Christi fidelibus preseutes litteras iDspecturis salutem in domino 
sempitemam. Quanto frequentius fidelium mentes ad opera devotionis 
inducimus, tanto salubrius aniraarum suarum saluti providemus. Cupientes 
igitur, ut parrochialis ecclesia sancti lacobi in Waterlere, Halberstadensis 
diocesis, congruis frequentetur bonoribus et a Cbristi fidelibus iugiter 
veneretur necnon libris, calicibus, luminaribus, omamentis ecclesiasticis 
ac rebus aliis pro divino cultu necessariis decenter muniatur, ipsaque 
ecclesia in suis structuris et edificiis debite reparetur, conservetur et 
manuteneatur ac Christi fidelcs ipsi eo libentius ad eandem ecclesiam 
eausa devotionis confluant et ad munitionem, reparationem, conser- 
yationem et manutentionem huiusmodi manus promptius porrigant 
adiutriceS; quo exhoc ibidem dono celestis gracie uberius perspexerint 
se refectos, nos cardinales prefati, videlicet quilibet nostram, de omni- 
potentis dei misericordia ac beatorum Petri et Pauli, apostoloram eius, 
auctoritate confisi omnibus et singulis Christi fidelibus predictis utrius- 
que sexus vere penitentibus et confessis, qui dictam ecclesiam in puri- 
ficationis beate Marie virginis necnon sancti lacobi apostoli de mense 
lullii, assumptionis beate Marie virginis ac omnium sanctoram et ipsius 
ecclesie dedicationis festivitatum diebus a primis vesperis usque ad 
secundas vesperas inclusive devote visitaverint annuatim et ad pre- 
missa manus porrexerint adiutrices, pro singulis diebus festivitatum 
predictis, quibus id fecerint, centum dies de iniuuctis eis penitenciis 
misericorditer in domino relaxamus presentibus perpetuis futuris tem- 
poribus duraturis. In quoram omnium et singulorum premissoram fidem 
et testimonium litteras nostras huiusmodi fieri nostrorumque solitoram 
sigillorum iussimus et fecimus appensione communiri. 

Datura Rome in domibus nostris, sub anno a nativitate domini 
millesimo quadringentesimo octuagesimo quinto, die vero vicesima 
quarta mensis Octobris, pontificatus sanctissimi in Cbristo patris et 
domini nostri domini Innocentii divina providencia pape octavi anno 

^^^''''^^- P. de Ben. 

Auf dem Rilcken der Urknnde: 2. lo. Guillerminj. 

Urschr. auf starkem Perg. Wern. — Von den an starken Bindfdden in BUch" 
kapsein angehdngten acht roifien epitzovalen Wachssiegeln ist kein einziffea voUstandig 

Qeaebkhtiq.d.Pr.SMhMn. XV. 2B 



B54 Cistercienserinnen- (Beiligenblut-) Kloster Waterler. 

erhdlten. Die Beihenfdlge der Siegel ist auf dem umgeschlagenen witeren Pergament- 
streifen bemerkt: vicecan(cella)riiLB . Neapolitanus . Petri ad vincola . MediolanensiB . 
sancti Angeli . Agriensis . Reanatensis(?) . Portiigalensis. 

1) Hdschr.: Segii. 

1486. April 9. 190. 

Johannes Sante erborgt vmn Kloster Waterler vier Eheinische Gold- 
gulden gegen einen m Ostem gaMbaren Zins von einem Vierding 
auf sein Haus in Drilbeck, 

Ek Johannes Sante,'.Mette myn elike husfruwe unde unse erven 
bekennen in dussem open breve . . . , dat we . . . vorkoft hebben unde 
vorkopen . . . eynen verding gheldes Halberstedescher olde (!) were 
jarliker gulde an unsem hus unde hove, belegen in dem dorpe to 
Drubeck twisschen der kusterye unde der Roderstraten, unde an unsem 
redesten gude, wur we dat hebben, der erbaren juncfruwen Angnesen 
van Borchtorp, ebdesschen to Waterler, unde Metten Tacken, sang- 
mesterinnen darsulves, unde der gantzen samninge vor IIII Rinsche 
gulden an golde. Diese G-illte soll su Ostern jahrlidi gezahU werden. 
Vorbehalten wird vierteljdhrige Kilndigtmg zu Weihna^hten, tvorauf die 
BilckzaMung des Darlehns zu Ostem erfolgefi soU. Besiegelt vom Stadt- 
vogt: Unde ek Hans MUntmester, to der tyd stadvoget to Werningrode, 
bekenne openbar in dussem sulven breve, dat ek umme bede willen 
mijn ingesegel witliken hebbe gehenget lateu an dussen breff vor se 
unde ore erven. 

Unde ys gescheyn na der bord Cristi unses heren dusent veerUundert 
darna in dem sesundeachtegesten jare, an dem anderen sondage na 
paschen. 

Urschr. JPerg. Wern. Ton a/usaerlkdlb gleichzeitig: Drubeke. Siegei nichi mehr 
vorhanden. 



1486. October 28. 191. 

Amt Mett^s Schuldversdireihung iiber eine dem Ileinrich von 
Sesen schuldig gewesene und von den grdflich Stolbergiscfien Be- 
voUmadUigten zu Gunsten des S. Michadisaitars auf neun Mark 
verglichene und auf sein Ilaus zu Waterler vcrschriebene Summe. 

Ek Arnt Metten bekenne in dusseme breve vor mek, Hanneken 
myne eliken husfruwen unnde alle unse erven, dat myn vader Arnt 
Mettcn seliger dechtnisse eynen (!) summen geldes Hlnrike van SeJSen, 
deme ok godt gnade, schuldich waK worhafftich, welk summe geldes 
dorch den olden provest eren Hillebrande unnde den gestrengen Uanse 
van Sunthusen unde ok Lambarde van Alvelde, dy to der tid in am- 
bachte weren mynes gnedigen heren van Stalberge, uppe negen mark 
in leve unde fruntschop gededinget unde besproken hebben to gude 
deme altare sunte Michahels umbe Hinrik van Sefien seie willen to 
ewigen tiden gegeven unde in rechter andacht gelecht sint Solke 



Nr. m-m. a. 1486. 1487. 355 

negen mark Halbersiedesch vorwille ek mit mynen middebenomden 
alle jar up Michahelis na giffl dusses breves mit dren fferdingen der 
npgenanten were to vortinsendc an nnseme huse nnde hove, belegen 
to Waterlere np deme Snebieke twisschen Hinrik Mnller nnde Hans 
Geverdes husen, unde an al unscn reidesten goideren, wur wy dy hebben, 
ane alle weddersprake deme werdigen heren eren Hinrike Withoyne ^, 
vicario des vorgenanten altars, nnde alle synen nakomelingen, edder 
we dat hnsz nnde hoff besittet nnde soydanne goider under sek hedde, 
up Michahelis dach ane jennigen hinder eflte nigefnnde gutliken to 
betalende, also vorgeschreven steyt. Vorbdialten hleibt der Wiederkaxif 
mit vierteljahriger Kiindigung zu S, Johannistag zu Mittsommer, Zur 
JBesiegelung hat der AusstrUcr den gestrengen Hansze van Sunthusen 
gfbeten: Unnde eck Hans van Sunthusen, nu thure tid marschalk 
mynes gnedigen heren van Stalberge, bckenne, dat ek umnie bede 
willen Arnt Metten nnde syner middebenomeden , uppe dat sodane 
vordracht unde thcidingk twisschen nns gescheen macht hebbe, myn 
ingesegel hebbe gehenget laten an dussen breff, unschedelik mek unde 
mynen erven. 

Na der bordt Cristi unses hereu verteynhnndert jar darna in deme 
sefiundeachtentigesteme jare, umme Symonis uude Jude dach der 
hilligen appostelen. 

Vrschr. Wern, Siegel nicht tnehr vorJuirulen. 
1) Wlthoyve? 

1487. Januar 17. 192. 

Kort Struve erborgt vom Kloster Waierler sechs Mark gegen einen 
eu Mariae Inchtmess eahlbaren Zins von einer hdCben Mark. 

Ek Cort Struven * unde Grete myn elik husfruwe bekennen . . . in 
dussem open breve . . . , dat we . . . hebben vorkofil an unsem huse 
unde hove unde an allcn unsen redesten goyderen ... eyne halve 
marck geldes vor ses marck der erverdigen juncfruwen ebbedeschen 
unde priorynne unde der gansen samnynghe to Waterlere in alle- 
sodener wis, dat we opgenanten Cort Struven unde Grete myn hus- 
fruwe ... schuUen .. geven eyne halve marck geldes Halver8techer{!) 
were . . . up unser leven Fruwen dach lechtmissen. Wiedcrkauf bei 
vierteljaJiriger Kiindigung zu Michaelis tvird vorbchaUen. BesiegeU auf 
Bitte der Aussteller von Hans van Kreyendorpe. 

Na goddes geborth dussent unde verhundert unde in dem seven- 
undeachtigesten jare, in sunte Anthonius dage des hilghen bichtigers. 

Urschr, Pnjner Wem» Das grune auffiedriickte Siegel abgegprungen. Von 
ausserhiilb ist bemerkt: Osterwyck V2 mark, summa VI mark. 

1) Die Urschr. hat hier Stuuen, iceiter unlen Struven; die Abschr. CopiaJb, 17^ 
hat beidemal Struuen. 



28« 



S56 Cisterctenserinnen- (Helligenblut-) Kloster Waterler. 

1487. Februar 24. 193. 

Uans Protmt tmd Hermunn Mette versetzen der Margarete Pape 
tmd deftn Kloster Waterler anderthalb Ilufen auf dern Berssdschen 
Felde fiir ztvolf alte Mark Halberstddtisch gegen eine Mark jahr' 
licher GiMe, 

Ick Hans Provest, Margareta myn elike husfrowe unde Hermen 
Metten wy bekennen apenbare iu dussem breve ..., dat wy vorsat 
bebben Margreten Papen unde der gantzen samnynge in deme clostere 
to Waterlere anderhalve hove landes ghelegen in deme velde to Bersle 
vor XII olde marck. Diese Giilte soll jdhrlich auf den ersten Sonntag 
in der Fasten gezahlt tverden. Hans Provest und Hermen Metken (!) 
behaUen sich den Wiederkauf mit vierteljahriger Kiindigtmg vor, Dnsses 
to einer orkunde unde wissenheyd bebbe wy gebeden den ersamen 
Illegisen, amptman unses gnedigen heren van Halberstad inOsterwick, 
syn sigil drucken unden an dussem breff. 

Gegeven . . na goddes bord dusent verhundert unde in deme 
sevenundeachtigesten jare, in sunte Mathias daghe des bylligen 
apostels. 

CopiaXb. Bh J7*. Durchstrichen zutn Zeichen der Erkdigwng. 



1487. JuU 2. 194. 

Wenzel Eggebrecht verschreibt dem Kloster Waterler wieder- 
kduflich fiir sechs Mark eine zu Pfingsten zahJbare GiilU von 
einer hdlben Mark. 
Ek Wenczlau Eggebrecht unde Kunne myn elikc busfrowe . . be- 

kennen , dat we vorkoft hebben eyne baive mark jerliker gulde 

der erwerdigen Agneten von Borchtorp, ebdeschen des closters Water- 
lere, unde der gantzen sammenninghe vor ses mark older munte an 
unsem hus unde hoff unde acker und an alle unsen redesten guderen 
up de pingesten alle jar wol to danke* betalen. Wenczelau Eggejbrecht 
und seine Frau behalten sich den Wiederkauf bei viertdjdhriger 
Kiindigung vor, Die Aussteller hdben Ludelve van Borchtorp tm 
Anhdngung seines Siegds gebeten, was dieser auch getJian hat 

Na goddis bort dusent veyrbundert unde in dem sevenundeachtigen 
jare, visitacionis Marie. 

Urschr. Perg, Siegel abgesprungen. Von ausscrlwJb: Wentzelaw Eggebrecht. 
1) to fMt. 

1488. Mai 6. 195. 

Henning Wolters erborgt vom Kloster Waierler dreissig Gulden 
gegen 2 Gulden Zinses auf sein Ilaus in der Breiten-Strasse zu 
Wemigerode, 

Ik Henningh Wolters, borger to Wemingrode, Anna myn elike 
husfrauwe, bekennen in dusseme opene breve ..., dat we vorkofft 



Nr. 193—196. a. 1487. 1488. 357 

hebben . . . twene Rynsehe ^lden jarlikes tinfies an nnseme hoBe nnde 
hove, belegen in der l^redenstraten twischen Gert Reimers nnde Hinrik 
Kymmen hnsen, der erbarn nnde innygen jnncfranwen Angneten van 
Borchtorpe, ebdischen de (!) stiflTtes to Waterlere, nnde der ganfien 
samninge darsnlves vor drittich gnde Rinsche gulden, de se mynem 
soenen Hinrik Wolters geantwordet hadden . . . unde ik dar vor ge- 
lovet hebbe. Der Zhis soU gezahU werdm nppe den ersten sondach 
in der vasten. Wiederkauf ist vorhdiaUeii, der nach viertdjdhriger 
Kundigung np den ersten volgende sondach in der vasten, so de hilge 
kerke synget Invocavit, in einer Summe geschehen sdtt. Zu grosserer 
inckerhkt besiegeU der Aussteller defi Brief mit seinem eigenen Insiegel 
(vorsegelt myt mynem angehengeden ingesegel). 

Na der gebort Cristi nnses heren dusent veirhnndert in deme 
achtenndeachtigesten jare, des mandages na sinte Wolbnrgen dage 
der hilgen junciranwe(!). 

Urschr. Perg. Wern. Siegel nicht rnehr vcrhamlen. Von ausserhaJb ziemlich 
gUichzeitig: Wemirode II floronos. 



1488. Mai 29. KidclagHhauscn. 196. 

Der Aht zu Hiddagskuusen quittirt, (ds BevoUmdchtigter des 
Cistercienserordens in Sachsen und Thiiringen, dem Kloster Wa^ 
terler uher dessen Beitrag von zivei Gulden zu den Kosten der 
neuen pdpsttichen Bestdigungen der Ordensfreiheiten und Privir 
legien, deren das Khster eugleich theiUiaft gemacht tvird. 

Nos frater Ebbertus, || abbas monasterii Riddagheshusen , ordinis 
Cisterciensis , Halberstadensis dyocesis, auctoritate reverendissimi in 
Christo patris et domini domini lohannis abbatis Cistercii, totiusque 
generalis capituli ac difBnitornm monasteriorum dicti ordinis provin- 
tiarum Saxonie atque Thuringie commissarius generalis et reformator 
in plenaria auctoritate contribucionum caritativique subsidii eisdem 
monasteriis in antedictis provinciis ab ordine et generali capitulo anno 
millesimo qnadringentesimo octuagesimo octavo pro innovacione anti- 
qnorum ordinis privilegiorum , libertatum, inmunitatum novarum singu- 
lamm exempcionum graciose a sanctissirao domino Innocentio octavi 
pape(!) concessamm, redempcionem indicti collector universis et sin- 
gulis Christi fidelibus, cuinsvis status, ordinis, religionis, potestatis 
condicionisve fuerint, maxirae tamen venerabili domine Agnete de 
Borchtorp cunctisque nostris percarissimis sororibus sanctimonialium 
monasterii Waterlere, prenominati ordinis, sinceram in domino caritatem 
eteraeqne prosperitatis salubre incrementura. Cum presenti momento, 
quamquam et semper nobis interest cunctorura christicolarnm salutem 
animaramque profectnm, quo fidele depositum cum usura reddamus 
uberrima, procurandum, maxime tamen singulare nostrum studium ad 
eos esse debet^ quorum caritatis affectus ordinisque ac momm unita 



368 Cisterciensermnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

ad nos nostruniqiie ordinem ferventiori aniiuo aspirant. Unde notum 
facimus universis, quod quia predictam veuerabilem dominam Agnetam 
de Borchtorp, dicti monasterii abbatissam Waterlere, una cum de- 
votis religiosisqne sororibus sui conventus ex sincero^ affectu non 
quodam angario ad dictum subsidium ordinis ut pretactum pro re- 
dempcione privilegiorum , libertatum, inmunitatum ac exempcionum 
redempcione tempore currente indictum pro suarum virium qualitate 
largiflue duos florenos Benenses ex affectus sinceritate contribnere haut 
pignit, pro qua re vicem eornm ac monasterii utilitate utdecet refundere 
cupienteS; dicte domine Agnete de Borchtorp abbatisse conventuique 
in sepedicto monasterio deo famulantibus auctoritate predicti nostri 
ordinis plenam et integram conferimus omnium nostri ordiuis privi- 
legiorum a sanctissimis Romane sedis apostolicis nostri ordini graciose 
indultorum utendi anctoritatem, quociens, quando et ubi exhinc et de- 
inceps eisdem quocumque foro necesse commodumque fuerit, inhibeutes 
predicta auctoritate exinde et ne de cetero quovis modo vel a com- 
missariis vel reformatoribus hac in causa inquietent (!) vel quavis 
occasione graventur, quod si quis dictis concessionibus, donacionibus, 
libertatibus ausu temerario contraierit, censuras districtissimas ordinis 
nostri sese noverit incursurum. 

Datum Kiddagheshusen , anno domini millesimo quadringentesimo 
octuagesimo octavo, quarto kalendas lunias, sub appensione nostri 
abbaciali (!) sigilli. 

Urschr. T&rg. Wern. Das rothe xyaraholische Wachssiegel in gelher Schiissel ist 
oben beschadigt. 

1) Urk. Bincera. 

1488. September 29. 197. 

Cordt und Clawes von Mynsleve, Gehnider, verkaiifen, mit Zu- 
stimmtmg Uermanns, Abts des stychtes to IlBenborch, lenherre, 
mei Uufen Landes, gelegen in deme Redcbere dale und vor denie 
Homne, fur 30 vollwichtige rhein, Gulden der erwerdigenn unnde 
innigen junckfrouwenn GeBen van Mynsleve, unBer leven suster, 
closterjunckfrouwe to Waterlere. J)ie Verkdufer woUen ihrer 
liehen Schwester di^ser GiiUe rechte herre unde were wcBenn. 
Wiederkauf unrd vorhehaUen mit viertdjdhriger Kiindigiing zu 
S. Joh, MiUsommer, worauf zu Michadis das Gdd suruckgezahU 
werden soU, BesiegeU von beiden Brudern, 

Nach der geborth Cristi unBes levenn heran veerteynhundert dar- 
na in deme achteundeachtigestenn jare, in sunte Michaelis dage des 
heilgenn ertzengeis. 

Urschr. Ferg. Wern. Von den angehdngten beideti Siegeln ist fioch das erste 
in grUnem Wachs in geWer Schilssd vorhanden. Es zeigt den SchUd mit den halben 
PfdfUen. Umschrift: s' conrad v. mynsleuen. VgL llsenh. Urkdb. 2af. VI, Nr. 46 
u. S. XCIIf. u. Harzzeitschr. 3, S. 223—243. — Gedruckt im Auszug Ilsenb. 
Urkdb. 407, 



Nr. 197 --200. a. 1488—1491. 859 

1488. September 29. 198. 

Dieselben Gebrilder Cord unde Clawes van Mynsleven verhaufeii 
eine hove landes, ghelegen up demc velde to Mynsleven vor 
seB marck Ilalberstedesch, 8o to Wernigerode ghengc unde gheve 
ig, der erwerdigen unde innigen junckfrowen Gesen van Mynsleve, 
unser leven suster. Dcr mederkauf hei mertdjahriger Kibidigufig 
ivird vorhdialten. Dusses to bekcntnisse unde nierer wyssenheyd 
hebbe wy uuse ingesegel unden up spatium dusses breves 
drucken laten . . . 

Na der gebord Cristi unses heren dusend verhundert dama in deme 
achtenndeachtigesten jare, am dage Michaelis des hilgen artzeengeis. 

Copialb. Bl 22\ 

1490. September22. 199. 

Hans Steiidel zu Wnterler erhorgt auf sein der dortigen Schefike 
gegeniiber gefegmes Ilaiis vm Tile Sanftlehen sechs Mark. 

£k Hans Stendcl, wonhafftigh tlio Waterlere, Grete myn elike hus- 

fruwe, bekennen in dussem openne breffe , dat we . . hebben vor- 

koffth unde vorkopcn . . . eyne halve mark tinsses yarliker gulde 
Halberstedischer weringe, alse tho Wemigerode ginge unde geve is, 
an unsem huse unde hove tho Waterlere, yegen der tafferne twischen 
Hans Ludemans unde def olden Beynsschen husen beleygen, deme 

ersamen Tilen Sanffteleven, Geysen siner eliken husfruwen vor 

sesse mark der aulven weringe, de uns de benompte Tile gutliken 
hefft overgheantwordet unde handelaged. Dieser su 5. Michadis 
edhlbare Zins is dat erste gelt an dussem huse unde hove, neygest 
dren schillingen erfftinsses. Vorhehaltcn wird der Wiederkauf mit 
vierteljdhriger Kihuligung su S. Johannes im Mittsofnmer. BesiegeU 
myt unses gnedigeu hereu van Stalberghe voghedes tho Wernigerode 
ingeseygel, des we in dussen saken itzund ghebruken. Unde ik Lam- 
merth van Allevelde, tho dusser tid voged mynes gnedigen heren van 
Stalberghe tho Wernigerode, bekenne in dussem sulven breffe, dat ik 
umme beyde willen Hans Stendels unde Greyten siner eliken husfruwen 
myn ingeseygel witliken hebbe ghehenged an dussen breff. 

Na der gebord Christi unses heren dusenth veyrhundert in deme 
neygentigesten yare, ame mytweyken na sunte Matheus des hilligen 
apostellen unde ewangelisten daghe. 

Urschr. Perg. Wern, Siegel nicht mehr erhalten. 



1491. Januar 28. 200. 

Bartold Froling, Stiftsherr eu S. Silvestri und Georgii (in Wer^ 
nigerodej, verkauft an Kord Kevd anderihalb Hufen im Rom 



360 Gistercienserimien- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

auf dem Langdscheu utid. Scfmiatsfeider Felde filr 30 HdCber- 
stdditer Marh, 

Ick her Bartold Froling, canonicus der kercken sancti Silvestri 
unde Georgii, bekenne in dussem apene breve vor mick unde myne 
erven, erffnemen edder testamentarien ..., dat ik vorkofft hebbe unde 
vorkope ... anderhalve hove landes ei-flFlyken, frij unde leddigh, be- 
legen in deme Horne up deme Langelschen unde Smathveldeschen 
velde, 80 de breflf innehold ghegeven van mynem gnedigen heren van 
Stalberge, unde mede to truwere hand lycht by den werdigen heren 
unde broderen to der Hymmelporten, vor dryttich Halberetedesche 
marck deme ersamen Corde Kevel, Margareten synere elyken hus- 
frowen unde oren erfnemen. Unde de upgenanten dryttich marck had 
mick Cord Krevel vomoged unde betalet myt twen vorsegelden breven, 
de denne spreken unde holden upp Hanfi Petersylyen hufi, hoflT unde 
erve in der Vogedenstrate, unde mick dar synen willebreflf by ghegeven 
heft unde mick daran gewyfiet, fio dat mick wol genoget. Unde her 
Bartold Froling upgnant will des upgnanten Cord Kevels unde synere 
erven rechte were wesen an der anderhalven hovelandes vorberort, wor 
unde wann ome edder synen erven des nod is unde van my geeschet 
wert. Unde by dussem kope unde vordracht synt ane unde aver ge- 
wesen dusse nagescreven: Cord Adams, Tyle Gruben, Hinrick van 
Embeke unde Henning Wolters. Unde des to vordere wyssenheydt 
alle dusse vorgescreven stucke unde artykele dusses breves stede nnde 
vast to boldende, so hebbe ick Her Bartold Frolingh vorgenant dussen 
breflf ghegeven vor mick, myne erven, erflfnemen unde vor myne testa- 
mentarien vorsegeld myt mynem angehangeden ingeseghel. 

Na der gebord Cristi unses heren dusend verhundert darna in 
deme eynundenegentigestenn jare, am frydage na der bekeringe sancti 
Pauli des hilligen apostoles. 

Copidlb. Bl 22\ 

1491. M8rz 7. 201. 

Ehding Ehdings erhorgt voti Magdaiene und Mette Tacke und 
dem Kloster Waterler zdm Mark auf sein Ilaus nd>en dem 
Herrenhofe zu Wemigerode. 

Eck Ebeling Ebbelinghes, borgher to Werningrode, Seflfke myn 
elike husfruwe, bekennen in dussem opene breve . . . , dat we vorkopen 
unde vorkoflft hebbenn . . . up eynen bestentliken wedderk6pp dre ferdingk 
geldes werci so to Wemingrode ginghe unde geve yU, an unsem huse, 
hove unde stidde, beleghenn beneden der hernn hove twischen Hin- 
ricke Oldendorppe unde Hermen Olsleger beleghenn, den erhaflftigen 
unde inyghen godde8denerynne(!) to Waterlere Madgdalenen (!) Tacken 
unde Metten Tacken, dartho der ghantzen samninghe des sulven 
closters to Waterlere vor theyn margk der vorgenanten were . . . Dieser 
Zins sqU am S. Martinstage gezahU werden. Der Wtederkauf bei 



Nr. 201—203. a. 1491 — 1494. 361 

vieridjdhriger KmuHgung wird vorbehidieii, Unde eck Hinrick Witten, 
st&dvoget to dnsser tid, bekenne in dussem salven breve, dat ek umme 
bede willen Ebelingk Ebelinghes, Seffken syner eliken hustmwen, myn 
ingesegell witliken hebbe gehenget unden an dussen breS. 

Na der geborth Cristi nnses herenn dusent veyrhundert in dem 
eynundeneghentigesten jare, defi mandaghes nach Oculi in der hilgen 
vastenn. 

Urschr. Berg. Wem, mit grunem Wachssiegel in gelber SchUssel «. Taf, XIII, 
Nr. 99. 



1493. Aprll 14. 202. 

Ilermann Heyse verhauft den Jungfraueti MeUe ufid Magdalene 
Tacke und dem Kloster Waterler filr 13 Mark Goslarscher 
Wahrung einen Zins von 16 Schilling vati atiderthaCb Hufe im 
Fdde zu Berssd. 

Ick Herraen Heysen bekenne apenbare in dussem breve . . . , dat 
ik mit willen unde vnlbord myner broder Hanses nnd Cordes vorkoft 
hebbe unde vorkope in krafft dusses breves den werdigen unde innigen 
Metten Tacken unde Magdalenen Tacken, closterjunckftowen to Wa- 
terlere, unde der gantzen samninge darsulves eine marck geldes, neme- 
lyken sesteyn Gosierske schillinge jarlikes tynses uth anderhalve hove 
landes, belegen np deme velde to Bersel, unschedelik deme domproveste 
an synem tynse, de des ackers ein arffhere is, vor dritteyn marck der 
sulven were, de mik de ergedachten junckfrowen an einem summen 
hebben vornoged unde avergetellet. Bie Giilte sdl jdhrlich in den 
hilgen tagen to paschen gezaldt werden. Wiederkauf hei viertdjahriger 
Vorherverkiindigung zu Weihtiachte>i wird vorhdmUen. Der Verkdufer 
stdU den Brief au^: mit mynera hire unden angedruckden ingesegele 
vorsegeld. 

Gegeven na Cristi unses leven heren gebordt verteynhundert jare, 
dama in derae dreundenegentigesten jare, am sondage Quasimodogeniti. 

Copialb. Bl 18\ 

1494. Jidl 1. Hildeslieim. 203. 

Heinrich Hindenbtirg, Stiftsherr zum heiligen Kreuz in Hildes- 
heim, befieliU als besteUter Untersammler fur die TiirketihUlfe aus 
defi Cisterdenserklostern dem Khster Waterler unter Androhung 
der Excommunication im Verzogerungs- oder VerwdgerungsfaUe, 
gemdss dem Auftrage Papst Alexanders (VL) einen einjdhrigen 
Fruchtzehnten in seine Wohnung zu Hildesheim zu verahfolgen, 

Hinricus (| Hindenborch , canonicus ecclesie sancte Crucis Hildesze- 
mensis, subsidii unius vere et integre decime ordini et monasteriis 
Cisterciensinm ubicuraque locorura consistencium imposite subcollector 
per spectabilem virum dominum Petrum de Soranis, collectorem prin- 



362 CistercieDserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

cipalem aactoritate apostolica specialiter depatatum subdeputatas 
venerabiiibus et reiigiosis in Christo devotis abbatisse, preposito et 
conveBtui monasterii in Waterler, ordinis Cisterciensium, Halberstadensis 
diocesis, salutem in domino et nostris huiusmodi ymmoverius apostolicis 
firmiter obedire mandatis. Religiosa mater et domina, fama fortasse 
ad vestras pervenit aures, perfidos Turcbos, christiani nominis spur- 
cissimos hostes, diversas excursiones in religionis christiane cultores 
fecisse et in dies facere; quapropter felicis recordationis dominus 
Innocencius papa octavus ex sue sanctitatis et sancte Romane ecclesie 
proventibus machinationibus eorundem resistere non posse considerans^ 
de reverendissimorum dominorum sancte Romane ecclesie cardinalium 
consilio et matura deliberacione unum subsidium unius vere et integre 
decime omnium et singulorum fructuum omnium monasteriorum tam 
virorum quam mulierum ordinis Cisterciensis, incorporatorum et non 
incorporatorum, per abbates et abbatissas eorunden persolvendum im- 
posuit, mandavitque sua sanctissimus dominus noster dominus Allexander 
papa modemus sub privacionis officiorum et dignitatum necnon maioris 
excommunicacionis in scriptis late sentencie penis, quatenus ad meam 
requisicionem solucio decime huiusmodi fieri et decima ipsa inibi 
eonsignari debeat. Quare sub eisdem tam excommunicationis quam 
privationis penis vos moneo et requiro, quatenus infra sex dierum 
spacium post presentacionem harum litterarum vobis factam per vestros 
procuratores sufficienti mandato sufi^ultos in civitate Hildesemensi in 
curia nostre habitacionis coram nobis comparere et de decima omnium 
reddituum et proventuum vestri monasterii satisfacere debeatis. Quod 
si feceritis, humanum me vobis et generosum collectorem exhibebo, 
et in eventum noncomparacionis aut satisfactionis lapsis diebusante- 
dictis, extunc prout exnunc et econtra vos dominam abbatissam et 
prepositum prefiatas sententias excommunicacionis et privationis in- 
cidisse et incurisse tenore presencium declaramus, conventum vero 
vestri monasterii in Waterler a divinis suspendimus. Si vero huius- 
modi excommunicacionis et suspensionis sentencias per sex dies sustin- 
nentes(!) animis, quod absit, induratis, ad graviora pena contra vos 
procedemus iusticia mediante. In cuius testimonium presentes litteras 
monitoriales et in eventum declaratoriales exinde fieri et per notarium 
infrascriptum subscribi nostrique sigiili impressione fecimus communiri. 
Datum Hildefiemensi in curia nostre habitacionis, sub anno domini 
millesimo quadringentesimo nonagesimo quarto, die vero prima mensis 
lulij. 

Urschr. Bapier Wern, Das aufyedriickte Siegel Idsst im Schild eine Mauer 
mit Thor und darauf drei Thii/rfne sehen, Umschrift: S «^ Hinricio ^ ''Hindenborch ^. 



1496. 204. 

Bemerhung des geistlichm Visitators tuiniefis Erzbischof Erfh&ts 
VQfh Magddmrg, Administratars des Bistkunis HaJberstadt, Ober do^s 



Nr. 204. 205. a. U96. 1497. 368 

Kloster WcUerler und die AUidngigkeU seines wdUichen Propsts 
van den Grafen su Stolherg. 

Abbas Ilsebargensis. 

Waterleri. — Prepositus in Waterler oninino secnlaris laicus et 
nxoratus; uxorem habet in Wergerode, federatus consiliariis comitis 
Stalburgensis, qui eum ordinarunt et^ manutenuerunt. Volunt tamen 
enm iam deponere, et cum depositionem moderni tractarent, alterius 
positionem vel acquisitionem, dixit unus consiliariornm: volumus adhuc 
alias de hoc conferre, quasi nolentes consilium domini abbatis, qui 
satis pavet ministerium visitationis iniunctum in aliqno comitatus Stal- 
bnrgensis monasterio exercere^ cautins commissionem sifieret de alio 
monasterio visitando extra dominium Stalbergense. Alias monasterium 
competenter stat tam in spiritualibas quam temporalibus; non habet 
debita. Sunt 38 cum conversis. 

Edificavcmnt, edificant manendo sine debitis magnis. 

Dominus abbas non permissus interesse computationi. 

Patri Huseburgensi videtur committendum monasterium inWaterlehr. 

Stotterenburg distat ab Huseborg S*'"* miliaribus, ab Useburg duobus 

parvis. 

Am JRafide: Dominis Stolbergensibus scribatur do preposito. — Aus: Acta 
misceUa betr. die geistliche Visitation der Klmter wnhrem der Regierung der Krz- 
bisehofe Emst utul Joachim Friedrich ivn Magdeburg 1496 und 1586, Relacionet} 
Tisitacionum monaaterioram monialiiim ambarum dioco8ium. Acten Erzstift Magd, 
1. Nachtrag Xr. 13, Bl. 12^ \m konigl Staatsarchiv zu Magdeburg. Damals war 
also der Abt zu Ilsenburg Vi»itator des Jungfrauenklosters Waterler und des KL 
I>rubeck (das. Bl. ti^). Da dies der kirchliclien Oberbehorde nicht zweckmdssig 
erschien. ao finden wir nachher den Abt als geistlic?ien Aufseher ton Jungfrauen- 
kloBtern ausserhalb der Grafschaft, die innerhalb derselben gekgenen (»ber auswdriigen 
Visitataren unterstdlt. Vyl Litterar. Albcrti Episc. Halb. (1513-1545) Copiar. 136 
im konigl Staatsarchiv zii Magddmrg Uiickseite des vorderen Pergamentutnschkigs: 

Visilatorcs sanctimonialium. 

Prepositus sancti lohannis extra \f^„«^x^„-..^ • iw..iw.i,^ 
muros Halbe«t«dense8. Monastonum in Urubeke. 

Abbas in liseborg. Abbenrode. 

lieate virginis in Helmstedt. 
Marienborn. 

Prior in Hamersleve. Meigendorf. 

Hedersleve. 

Waterlere una cum abbatc in Huisburg. 
Sanctimonialium in Stendai. 

1) Am Batule. — 2) Fehlt in der Hdschr. — 3) quercre? 



1497. Febriiar 35. Halberstadt. 205. 

Ernst, Erisbiscliofzu Magdehurg, Administrator des Bisthunis Ilatber' 
stadt, ertheiU Denjenigen, welche zur HersteUtmg der Khstergebdude 



364 Cistercienseriimen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

zu Waterler spetiden, einen viemigUigigen AUass und befiehU, die 
Einsamnder zu unterstutzen, 

Emestas || dei gratia sancte Magdeburgensis archiepiscopus, primas 
Germanie et Halberstadensis ecclesiarum administrator, dux Saxonie, 
lantgravius Thuringie et marchio Miszne, universis et singulLs dominis 
prelatis, plebanis, predicatoribus, viceplebaniS) divinorum et ecclesiarum 
rectoribus ac christifidelibus per et infra civitates et dioceses nostras 
Magdeburgensem et Halberstadensem ubilibet constitutis presentibusqne 
requisitis salutem in domino. lusinuatione querulosa religiosarum 
abbatisse et conventus monasterii sanctimonialium in Waterler, Halber- 
stadensis nostre diocesis, dilectamm in Christo nobis devotaram, ac- 
cepimus, ipsum monasterium in suis tectis, muris et edificiis vestutate 
minosam refectionibus reparacionibusque necessariis admodum indigere, 
que ipsins siquidem facultatibus deficientibus et absque diversomm 
christifidelium piis suflfragiis minime poterint opportune et commode 
restaurari. Unde presentium exhibitores seu exhibitrices, quos vel quas 
abbatissa et conventus prefati duxerint deputandos pro christifidelinm 
elemosinis colligendis admisimus ac presentibus admittimus vobiseosdem 
commendantes exhortantesque universitatem vestram in domino, ut de 
bonis et facuitatibus vestris vobis de abalto elargitis manus vestras ad 
premissa pie porrigere studeatis adiutrices ab eo, cuius res agitur, exu- 
berancia premia suscepturi; vobis vero plebanis, predicatoribus atque 
curatis supradictis in virtute sancte obedientie iniungimus ac mandamus, 
quatenus, cum nuntios supradicti monasterii ad vos iocaque vestra 
divertere contigerit, elemosinam sanctam petituri, ipsos ad petendum 
et fidelium sufiragia quomodolibet colligendum admittatis et de ambo- 
nibus vestrarum ecclesiamm coram populo vobis credito sinceriter 
promoveatis promoverique faciatis, deo exinde ac nobis rem gratam 
exhibentes. Nos enim Eraestus archiepiscopus prefatus omnibns et 
singulis vere penitentibus et confessis hominibus christifidelibus, qui 
ad suprascripta suas quomodolibet manus porrigendas duxerint ad- 
iutrices de omnipotentis dei misericordia necnon beatorum Petri et 
Pauli apostolorum auctoritate ac sancti Mauricii et sociorum eius, 
nostroram patronorum, meritis confisi quadraginta dies indulgenciarum 
de iniunctis eis penitenciis misericorditer in domino relaxamns, pre- 
sentibus tamen litteris nostris ad annum ab earandem dato dumtaxat 
nec ultra valituris. 

Datum in civitate nostra Halberstad, anno domini millesimo qua- 
dringentesimo nonagesimo septimo, die sabbati XX quinta mensis 
Februarii, nostro sub sigillo presentibus subinipenso. 

Urschr. Perg. Wem. Siegd nicht itiehr erfudten. 



Nr. m—m, A. 1499-1506(1507). 865 



1499. November 29. 206. 

Der Baih zu Braunschiveig verschreibt deni Kloster Waterler wieder- 
kdufHch fur 300 rheinixhe Chdden fiinfzehn Crulden Zinsen, 

Wy de gemeyDe rad der Btad to Branswigk in allen vyff wich- 
belden bekennen . . . in dnBBem breve . . . , dat wy bebben vorkoft van 
iinBere stad wegen unde vorkopen . . . vor drebundert gude Rynscbe 
gulden . . . den werdigen innigen nnde gbcystlyken )anckfrowen eb- 
dischen, priorynnen nnde der gantzen samninge des closters to Water- 
lere ... vefteyn gude Rynsche gulden jarliker tynse, de wy ... one 
alle jare van unser stad schote unde unser stad redesten guderen to 
sunte Martens dage scoUen unde willen . . . vomogen unde geven. 
Wiederkauf mit vierteljahriger Kundigung wird varbehaUen. Mit der 
Stadt angdidngtem Siegel bekrdftigt. 

Nach Cristi unses beren gebort verteynbundert jare, ime negen- 
undenegentigesten jare, am avende sancti Andree apostoli. 
. CopiaWuch Bl. 34\ 

1503. November 10. 207. 

Der Bath zu Braunschweig verkauft dem Kloster Waterler ftir 
200 rhcinische Gulden cinen zu Martini eaJHbaren Zins von zehn 
Grulden. 

Wy de gemeyne rad der stad to Brunswigk in allen vyff wich- 
belden bekennen . . . dat wy . . . bebben vorkoft unde vorkopen . . . vor 
twebundert Rynsche gulden . . . den geistliken unde innigen personen 
der vorsamninge des closters Waterlere . . . teyn gude Rynsche gulden 
jarlyker tynse . . . Diese sollen eu Martini jdhrlich aus der Stadt 
Schoss und bereitesten Gutem gezdhlt werden. Wiederkauf mit viertd- 
jdhriger Kimdigung unrd vorbehaUen. Mit angehdngtem Stadtsiegd. 

Nach Cristi unses beren gebord vefteynbundert unde dre jare, am 
avende sancti Martini episcopi. 

Copidlbuch Bl 34\ 

1&06 (1507). Janaar 19. Oiebiehenstein. 208. 

Vermerk uber die Bestdtigung der Elisabeth Franke als Ad>tissin 
zu Waterler durch Erzbischof Emst zu Magddmrg, Administrator 
des Bisthums HaXberstadt. 

Confirmacio abbatisse in Waterler. 

Quod Elisabetb Francken in abbatissam monasterii sanctimonialium 
in Waterlere, Halberstadensis diocesis, per resignacionem domine Ger- 
drudis Spegels, ultime rectricis einsdem, vacantem electa pretextn 



366 Ciatercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloster Waterler. 

electionis per dominum Emestum archiepiscopum et confirmata fdit. 
Date sunt littere confirmacionis. 

Actum Gebichenstein, die Martis, XIX mensis lanuarii, anno etc. 
XV « sexto. 

Originalvermerk im hmigl. Staaisarchiv zn Magdeburg im Copiar. CXV, Bl.261^. 
Da im Jahre 1506 der 19. Januar nicht auf den Dienstag, sandern auf den Motitag 
fid, 80 mu8S an das nachste Jahr, wo der 19. Jan. ein IHenstag war, gedacht werden. 



1507. Marz 10. 209. 

Tilenian Sosting erhorgt vom Kloster Waterla' siehcn MarJc gege^i 
1/2 Mark zu Martini eaJdharcn Zinses auf sein Uaus und liof 
in Ueudeber. 

Eck Tileman Sostingk, Anna myne elicke hnsfrawe, bekenne ..., 
dat we . . . vorkoft hebbenn unnd vorkopen . . . den innigen juncfrawen 
ebdeschen, priorynne unnd der ganzcen samelunge des closters tho 
Waterlere eyne halven marck Werningherodische weringe jarliker gulde 
an unszen bufie nnnd hoeflfe unnd beredestenn guderen, wur we de 
hebben tho Hadeber effte anders wor, vor sevenn vuUe marck der 
sulvigen Wernyngherodeschenn (weringe). Dicser Zins soll zu Martini 
jiUtrlidi gezahlt werden. Der Wiederkauf mit vierteljdiiriger Vorhei'- 
verkiindigung zu S. Jdh. d. Tdufer wird vorbelialten. Dusszes tho 
eyner bekantnissze hebben we den erwerdigen hernn hemn Baltazarn 
vonn Nuwenstadt, domprovest der kercken tho Halverstadt, unib syn 
ingesigell tho eyner witlicken urkunde gebedenn neden an dusfienn 
breff tho hengen. Unnd we Baltazar vonn Nuwenstadt, domprovest 
* tho Halverstadt, bekennen in dusfiem sulvigen breve, dat^ umme bede 
willen der vorgenanten Tiie Sochtingk unnd Annen syner eliken hus- 
frawenn dusfien breff hebben vorsigellt, doch uns unnd unfier dom- 
provestien unnd testamentarien ane schaden. 

Gegeven . . na Cristi geborth unsers hernn vefftenhundert unnd 
seven jar, des middewekes na Konegundes dage. 

Urnchr. Ferg. Wern, tnii wenig beschiidigtem grHnen Wachssiegel abgeb. laf. IV, 
Nr. 28. — 1) we feiat 

1508. November 10. 210. 

Der Bath zu Braunhchiveig verkauft dem Kloster WaierUr fiir 
hundert rheinische Gidden einen zu Mariini zatilbaren Zim voti 
fiinf Guldei%. 

Wy de gemeyne rad der stad to Brunswick in allen vyff wech- 
bilden bekennen openbar in dussem breve ..., dat wy .. hebben vor- 
kofft . . . unde vorkopen . . . vor hundert gude Rynsche gulden . . . den 
werdigen innighen unde geystliken jnnckfrowen ebdischen, priorinnen 
unde der gantzen samninge des closters to Waterlere . . . vyff Rynsche 
gulden jarlyker tynse, de wy — alle jai-e van unser stad schote, unser 
stad redesten guderen unde npkomen to sunte Martens dage scoUen 



Nr. 20d— 212. a. 1507-1519. 367 

imde willen — entrichteD unde geven. Wiederkauf mit viertdjahriger 
Kwndigwngsfrist varbehcUten, Mit angdMngtem Stadtsiegel. 

Kach Cristi un8e8 heren gebord vefteynhnndert unde achte jare, 
am avende sancti Martini episcopi. 

C<fpidlbuch Bl 33\ 

1511: Juni 5. 211. 

Burgermeister und Bathmannen m LHndmrg anttwrten dem 

edelen n. wolgebomen heren h. Boten, grayen u. h. to Stalberch 

u. Wemigerode, auf seine abermals ihnen eugefertigten Schriften 

belaugende de werdige doinina n. de gantze versamliDge des 

kiosters Waterlehre, etiicher augestorvenen gerechticheit halven, 

so by uns feliig syn sal, es sm, une sie schon frOher geschri^>en, 

begevenen personen solkes to donde noch to vergunnende by 

uns nicht gewontlich, vermeinen uns ok defi im rechten na ge- 

legenen dingen nicht plichtich tho synde; derwegen segen wy 

gerne, wy von der gemelten versamlinge ungeanlanget bliven 

muchten . . Wo dem allen, so derselben versamlingen fulmechtigen 

ahn uns komen werden, wefi uns alsedenne juwen genaden to 

ehren und gefallen, unser stad gerechticheit und statuten doch 

unverfenglich, darin to donde will liedlich syn, willen wy flith 

nicht sparen , dan jwen gnaden in grotern und mehrera willen u. 

denst to bewisende syn wy allewege bereyt. 

Donnerstag na Exaudi, anno etc. 1511. 

Nach einer Abschrift aus der 2, HdlfU des 16. Jahrh. B 44. 2. Varia Kl. 
Wasterler betr. im grdfl. H.-Arch. eu Wem. mii verdnderter Becht9ekreSmng. Dabei 
liegt noch aus derselben Zeit eiite Abschrift eines anscheinend fxm burgemestere u. 
radtmanne to Anneberch an densdben Orafen am tage Urbani (25. Mai) anno etc. 
^y (1515) gerichteten dhfUichen Schreibens. Da aus der Abechrift hervorg^, dasa 
das Schreiben niederdeutsch abgefasst war, so wird anzunehtnen sein, dass statt 
Anneberch d)enfaUs Luneborch, mdleicht auch statt 1515 das Jahr Ibll zu verstehen 
ist. Es handett sich namlich ebenfaUs um einen ErbfaU txm druttich gulden to ge- 
vende an die geistl, Klosterjungfrauen to Waterler. BUrgerm. und Bath icdlen 
to foderung der ehre godes, ock jw gnaden to sonderliken denste und gefallen, 
iivowoU einiges erfals (^?) halven ok sonst unvorplicbtet, sich erboten haben, gemelten 
jungfrawen drittich gulden an privandeu (Proviant, Lebensmittdn) und vitallien tho- 
tokerende in ores klosters beste. Nur aus solchem Grunde und um dem Grafen 
willige Dienste zu erweisen, wollen sie den Jutigfrauen das euicenden, nicht weil 
sie rechtlich dazu verpflicMet seien. 

1519. MHrz 17. 212. 

Qregorius Immenroth verpflichtet sich mr genauen personlichen 
Verwaltung des Um m iil)ertragenden Altars S. Michadis im 
Kloster Wdterler. 

Ego Gregorius Immenroth fideliter promitto et bona consieucia (!) 
hoc manns mee proprie scripto protestory qnod commendam altaris 



S68 Cistercienserinnen- (Heiligenblut-) Kloater Waterler. 

sancti Michaelis michi committendam per memet ipsum fideliter oi8- 
ciabOy dominnm prepositum necnon alios sacerdotes, eciam si capellanus 
esse desiero, in summis festivitatibus et alias in divinis oiliciis iuxta 
reformacionem per reiigiosam et reverendani dominam et conventum 
iam antea promulgatam iuvabo, nec unquam ero in consilio, favore 
vel auiilio, nbi pericuium vel schandalum conventus preiibati oranium- 
que inibi degencium et apud easdem famuiancium tractabitur; damna 
quoque eorundem pro mea possibilitate avertam et evitabo. Insuper, 
si contigerit, me in aliquo prescriptorum noiabiliter deficere aut alibi 
quam in Waterlere domicilium tenere, extunc prout exnunc ipsa religiosa 
domina totusque conventus cenobii Waterlere post unum mensem in- 
mediate diem absentacionis mee sequentem commendam sancti Michaeiis 
snpradictam liberam alteri^ committendam habebit facultatem, unde et 
renunctio per presentes omni contradictioni et excepcioni michi vel 
cuivis alteri ^ mei nomine competenti. In cuius rei evidens testimonium 
has litteras vuigariter reversale nuncupatas religiose domine ac con- 
ventui preiibatis tradidi sigiilo venerabilis viri domini lohanDisWiddinck 
confessoris, eo quod ego proprium non habeam, pro me sigillatas. 

Actum anno domini millesimo quingentesimo XVIIII, die vero 
XVll mensis Marcij. 

£t ego lohannes Widdingk, confessor virginum pro tempore, reco- 
gnoscoy quod ob peticionem dicti Gregorij Immenrodt has litteras pro 
eo sigillavi prelibatis tradidi citra(!) cuiuscunque peiversam machi- 
nationem. 

Urschr, Papier Wem. Das aufgedruckte Siegel s. 7af. V, Nr, 42. 

1) Dtc Urk,: altari. 

1525. September 12. Waterler. 213. 

Vertrag zunschen Botho, Grafen zu Stolberg und Wemigerode, 
als Erbvogt und weUlichetn Oberherm des Klosters Waterler, und 
den von den Sauern vertriebenen Klosterjungfrauen uber die Be- 
dingungen der Wiederaufrichtung des Klosters, 

Von diesem Vertrage sind einestheils der gleichzeitige Entwurf und von 
der Ausfertigung vier aus dem Ende des 16. und aus dem 17. Jahrhundert 
stammende Abschriften vorhanden. Da eine Ergamu/ng des ersteren aus 
den letzteren nicht wohl ausfHhrhar ist, so folgt zundchst der aus der 
grdflicJ^en Kanzlei hervorgegangene Entwurf A, sodann die Ausfertiqwng 
B, hei welcher die Bechtschreilmng unter Anlelmwig an die verschietleneti 
Abschriften etwas vereinfacht ist. 

A. 
Nachdem itzt in der entporung der bawerschafft das closter zu 
Wasserler gesturmbt, geplundert und zurissen und die erwirdige unsere 
liebe andechtige Margaretha von Leiptzitz, ebtische doselbst, sampt 
andem yren swestern und jungirawen daraus gedrungen, derhalb sie 
uns bitlich ersucht und underthenigiich gebeten, das wir, als erbvogt 
und weltlicher oberher benants closters, sye und yre mitswestem wider 



Nr. 21d. a. 1525. m 

in gedachtes doster eiDlassen und yneD dy posseB nnd besitz der 
gnter in unser herschafil gelegen geben, sie anch darbei gnediglich 
schutzen und hanthaben wolten. Domit nnhe zvnschen gedachten 
ebtische, convent und jungfrawen und dem lantvolgk so vihl muglich 
gezang, widerwille und vordreift vorkomen und abgesnitten werde, 
baben wir nns mit gedachter ebtische diser nachfolgenden artigkel in 
der guet voreiniget, abgeret und beslossen. 

Erst 

SoUen gedachte ebtiscbe und jungfrawen widder in ire doster 
zihen und doselbst ein closterlich, geistlich und erbar wefien halten, 
singen und lesen, wie das ire orden und regel ufiweifiet. 

Sie sollen auch hinfnrder kein person mehr, widder jung noch alt, 
ane der herschafft wissen und willen innhemen ader profefi thun lassen, 
bissolang das durch keiserliche maiestat und dy stende des reichs der 
closter halben ein gemein besliesse und ordnung gemacht wirt. 

Sie sollen hinfurder nicht mehr dan zehn huff landts mit einem 
zimlichen wefiewachs zu yrenn pflugen behalten und die ander lenderei 
und wefien umb ein zimlichen zins den mennem zu Wasserler, Ilsen- 
borgy Drubig und andern unser herschafft underthan mit unserm wissen 
und willen ufithun und ire jerliche zins davon nehemen. 

Sie sollen auch uns alles agkers und wisewachs, den sie behalten 
und defi den sy uBthun, so vihl des in unser herschafft ligt^ uns ein 
derlich anzeig unnd vorzeichnus geben, so sollen unnd wollen wir yne 
auch zu den zinsen uber dy menner vorhelffen. 

Was sy der zehenden haben, den sie nicht selbst vor sich in das 
closter fuhren woUen, sollen sie auch unsern underthan umb ein zim- 
lichs zuiuhren vorgunnen und keinen usz der herschafft vorlihen. 

Sie sollen auch alle omat, cleynot, silberwergk und anders, das 
des closters gewest und in diser entporang ader zuvor an irombde ort 
gefloget, wider in das closter unnd hcrschaSt brengen. 

Ab etlich under ynen wehren, die nicht widder ins eloster wolten, 
mit denselbigen sollen sy sich zimlicher weise vortragen, damit der 
herschafft unnd closter dorus kein anhang ader witherunge erfolge, 
dorzu wir ynen gnediglich behulffen und rettig sein sollen. 

Efi solle gedacht ebtiscben hiniurder an unser wissen und willen 
kein probst annhemen, und der probst so zu ider zeit angenhomen 
wirt, sal uns alle jahr alles innhemens und uBgebens ein clerlich 
rechnung thnn, wie sollichs alle wege von alter herkomen und ge- 
schen ist. Unnd wir sollen nnd wollen sie uff dise underredung 
schntzen, schirmen und handthaben, zu gleich und recht vorteidingen 
nach unserm bestenn vormogen, trawlich und ane geferde. 

DeB zur urkunt haben wir ynen disse artigkel mit unserm ange- 
drugten signet befestiget und gedachte ebtische unnd convent uns ein 

gleichs lutes under yrem sigel becrefftiget ubergeben. Uff 

Auf Orundlage dieser vom Grafen Botho zu Stolb.-Wem, und 
seinen Bathen entworfenen Orundlage (underredung) kam nun 

GeMldohtaq.d.Pr.aMliMn XV. 24 



370 Oistercienserinnen- (fieiligenblat-) Kloster Wat^rler. 

der folgende Verirag — der uns nar in vier mit a, b, c, d* he- 
zeichneten Abschriften, von denen a imter Vereinfadiung der 
Eechischreibung eu Grunde gelegt ist, vorliegt — eu Stande: 

Nachdeme itz^ in der emporung^ der baurscbafft^ das cioster^ zu 
Walierlebr gesturmbt, geplnndert^ und zurissen und wir Margreta von 
Lnptitz? eptissin, Agnes Horings^ priorin, Margreta von Hoimb^ sup- 
priorin doselbst mit andern unsern convents- jungfrawen und scbwestem 
daraus gedrungen, derhalb^o wir itz gedacbte eptifiin Margreta yon 
Luptitz, Agnes Horings priorin, Margreta von Hoimb suppriorin von 
wegen der gantzen samnung ^^ den wolgebornen berren Bothen, graffen 
zu^^ Stolbergk und Wemigeroda ^^, als erbvogten und weltlichen ober- 
herrn benants closters, unterthenigiicb angesuchet und gebeten habeu, 
das sein gnad uns und unsere scbwestern wieder in gedacbts closter 
restituiren, einlafien und die besitz der gueter^^ in s. g. herschafft ge- 
legen geben, auch darbei gnediglich schutzen und hanthabe|i wolte. 
Damit nun^<» inzwiscben uns, unsern mitschwestem und cioster und 
dem lantvolgk uffrar, gezeng und widerwiilen so viel muglich vor- 
kommen und abgeschnitten werde, haben wir uns mit s. gn. nach- 
volgender artickeP^ in guet^^ yoreiniget und bescblossen. 

Erstlich sollen wir gedachte eptissin ^^ Margreta von Luptitz, Agnes 
Horings priorin und Margreta von Hoimb suppriorin sambt ailen 
(anderen) gescbwestern ^^ wieder in unser closter ziehen nnd daselbst 
ein closterlichy geistlicb und erbar wesen halten mit singen und lesen, 
wie unser orden und regel ausweiset ^^ welcbe aber itz nicht hinein 
woUen, die woUen wir mit wissen und wilien obgenanter unser her- 
schafft zimbUcber weise inxta senium^^ professionis abweisen, und 
also^^, das dieseibigen das doster quitiren und sich vorschreiben, 
daran aucb gedachter herschafft und underthan furder kein anspracb^^ 
zu haben oder zu thun^. 

Wir soUen hinfurder auch keine persohn mehr, weder^ jung 
noch alt^^, an^^ der herschafft wissen und willen innebmen oder 
provess^^ thuen lafien, bis so lang durch keyserliche maiestat und die 
stende des reichs der doster halben ein gemein bescblus und ordennng 
gemachet wirdt. 

Wir soUen hinfurder nicht mehr den^® drelBigk hueffe landes mit 
einem zimbUchen wiesenwachs zu unsern pflugen behalten und die 
ander lenderei und wiesen s. gn. underthanen zu Wasserlehr^, Fegken- 
stet^^ oder Langlen^^, wohin sie gelegen, umb einen zimblicben zins 
austhnn und unsere jehrliche zins darvon nehmen. 

Wir soUen auch s. gn. derselben lenderei und wiesen ein clerlicb 
vorzeichnus geben, darmit s. gn. uns uber s. gn. underthanen vorbelffen 
muge. 

Wir soUen alle^^ omat, kleynot, sUberwergk und anders, das 
unsers dosters gewest und in dieser emporang oder zuvor an^ tremde 
ort gefloget^^ wieder in das doster und berschafft bringen. 

Nachdeme aber das closter itzt noch gantz unvorwart, auch die 



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lenft etwas seltzam stehen '^ hat 8. gn. nachgelassen, das wir es noch 
ein Tierteyahr, ein halb pder gantz^^ jahr ungeverlich an den orten 
da CB ist lassen; idoch soilen und woUen wir 8. g. derselbigen omat, 
kleynot und silberwergk einklerlichTorzeichnusundinTentarinmy was^® 
e8 sei, geben. 

Und wir gedachte eptiiiin'^ soUen und wollen hinforder an wifien 
und willen nnsers gnedigen herrn und herBchafft keinen probst an- 
nehmen, und der probst, so su der zeit angenomen wirdt^, 8ol obge- 
dachtem unserm gnedigen herm nnd der herschaflFlt alles einnehmens^i 
und ausgebens ein derlich rechnung thun, wie solches allewege und 
Ton alters h