(navigation image)
Home American Libraries | Canadian Libraries | Universal Library | Community Texts | Project Gutenberg | Children's Library | Biodiversity Heritage Library | Additional Collections
Search: Advanced Search
Anonymous User (login or join us)
Upload
See other formats

Full text of "Urkundenbuch des Hochstifts Meissen"

This is a digital copy of a book that was preserved for generations on library shelves before it was carefully scanned by Google as part of a project 
to make the world's books discoverable online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 
to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 
are our gateways to the past, representing a wealth of history, culture and knowledge that 's often difficult to discover. 

Marks, notations and other marginalia present in the original volume will appear in this file - a reminder of this book's long journey from the 
publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prevent abuse by commercial parties, including placing technical restrictions on automated querying. 

We also ask that you: 

+ Make non-commercial use of the file s We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain from automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machine 
translation, optical character recognition or other areas where access to a large amount of text is helpful, please contact us. We encourage the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attribution The Google "watermark" you see on each file is essential for informing people about this project and helping them find 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are responsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can't off er guidance on whether any specific use of 
any specific book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search means it can be used in any manner 
any where in the world. Copyright infringement liability can be quite severe. 

About Google Book Search 

Google's mission is to organize the world's Information and to make it universally accessible and useful. Google Book Search helps readers 
discover the world's books white helping authors and publishers reach new audiences. You can search through the füll text of this book on the web 



at |http : //books . google . com/ 




über dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Regalen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfügbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 

Das Buch hat das Urheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nutzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in partnerschaftlicher Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nichtsdestotrotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu verhindern. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 

Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche für Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials für diese Zwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google -Markenelementen Das "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser Welt zu entdecken, und unterstützt Autoren und Verleger dabei, neue Zielgruppen zu erreichen. 



Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter http : //books . google . com durchsuchen. 





,.* 



K^-^ 






%. 




*#v 




Ä7 Ihl/Ur^, 




^^. f, ^f -^' "^ '"' ^^"'^' 



» /■ 1 




;\. 



^^^B 


^iB^^H 




1 


m 




^^^F 




^^^^^B ^^^^^ * 


L 




n^'-i 



I 



CODEX DIPLOMATICÜS 



s A \ M V !■: i{ 1-: (IIA i:. 



IM AUFTRAGE 



KÖNIGLICH SÄCHSISCHEN STAATSREGIERÜNO 



HERAUSGEGEBEN 



E. G. GERSDORF. 



ZWEITER HAUPTTHEIL. 
I. BAND. 



LEIPZIG 

GIESECKE & DEVKIENT. 

1864. 



URKÜNDENBÜCH 



DES 



HOCFfSTIFTS MEiSSEN. 



IM AUFTRAGE 



KÖNIGLICH SÄCHSISCHEN STAATSREGIERÜNG 



HERAUSGEGEBEN 






E. G. GERSDORF. 



IIIIJ u 

5U,»t:bband 



I. BAND. 



MIT ZWEI TAFELN. 



LEIPZIG 

GIE8ECKE & DEVBIENT. 

1864. 











J\.-!.v«U7. 



VOßBERICHT. 



Bei der Veröifentlichung eines grösseren Urkundenwerkes ist der Herausgeber in der 
glücklichen Lage, das Vorwort nicht mit dem Versuche einer Rechtfertigung derselben überhaupt 
beginnen und die Zweckmässigkeit und Nützlichkeit seiner Arbeit ausführlich beweisen zu müssen. 
Ueber die Nothwendigkeit Quellensammlungen zu veranstalten für die Geschichte der Vergangen- 
heit waltet kein Zweifel ob, und mit rühmlichem Eifer ist man vielfach in Deutschland und aus- 
wärts bemüht gewesen und fortwährend noch thätig, neben allgemeineren Quellenwerken der 
Geschichte, auch für einzelne Staaten, Provinzen, Städte, Stifter etc. das aus früheren Jahr- 
hunderten noch erhaltene historische Material zusammenzustellen, mit authentischer Treue zu 
bearbeiten und in die OetientUchkeit zu bringen, damit eine möglichst klare und richtige An- 
schauung der Vorzeit, des Entwickelungsganges der vielfachen und verschiedenartigen Verhält- 
nisse und Zustände des öffentlichen und Privatlebens, und schliesslich des unleugbaren, wenn 
auch oft im Einzelnen nicht sofort erkennbaren engen Zusammenhanges unserer Zeit mit der ver- 
gangenen in wissenschaftlicher Begründung und förderlich für Bildung und Leben gewonnen werde. 

Auch in Sachsen ist das Bedürfniss eine sichere Grundlage für die Kenntniss der älteren 
heimatlichen Geschichte zu gewinnen, von Freunden derselben und Forschem oft schon kund- 
gegeben, in neuerer Zeit aber um so dringender geworden, je lebendiger das Interesse an der- 
selben in mehr oder weniger bewusster Weise durch alle Kreise des Volkes erwacht ist, das 
unbefriedigt von allgemeinem Käsonnement nicht Ansichten, sondeni Thatsachen erfahren, ein 
Bild der früheren Zustände giiwinnen, die Entstehungsgründe zahlreicher Einrichtungen und 
Verhältnisse in den mannichfaltigsten Beziehungen des Lebens und die nach und nach hierin 
eingetretenen Veränderungen erkennen, überhaupt die Entwickelung seiner (Jeschichte, die Ur- 
sachen und Wirkungen des Volkslebens im engeren Kreise der Heimat verstehen lernen will. 

Quellenschriften unserer (ieschichte sind Urkunden, Chroniken, Rechtsbücher. Urkunden 
haben aber in der Specialgeschichte eine bevorzugte Bedeutung und sind die sichersten Stützen 
historischer Einzelnforschung, insofern sie Tageszeugen sind für Handlungen und Maasnahmen 
allerlei Art und der Zeit nach genau festgestellte EinbUcke eröffnen in die verschiedenartigsten 
Zweige menschlicher Thätigkeit, Begegnisse, Einrichtungen und Zustände in Staat und Kirche, 
im Gemeinde- und Geschäftsleben, in Haus und FaraiUe. Mögen auch so manche Urkunden an 
sich unbedeutend, ja minder Kundigen nach ihrem Inhalte ganz unbrauchbar erscheinen: die 
Menge einzelner für sich geringfügiger Notizen, die sie enthalten, bietet in geschickter Combi- 
nation, ^le die Erfahrung lehrt, überraschende Resultate für die Erkenntniss vielfiicher B^jzie- 
hungen des socialen und materiellen Lebens, für die anderweit oft nicht die leiseste Andeutung 
sich findet, und führt zu Ergebnissen, die wenn sie auch von herrschenden Ansichten al)weichen, 
den Stempel der Wahrheit an sich tragen und W'erth und wahres Interesse der historischen 
Kenntniss verleihen. 

Allein nur ein verhältnissmässig geringer Theil der trotz aller Ungunst der Verhältnisse — 
verheerender Kriege, Feuersbrünste, Fahrlässigkeit und Unkenntniss — auf uns gekommenen Urkunden 



COD. DIPL. MAX. 11. 1. 



i; <!•;• .Vi'-r/i.'. iu"-* - ii'.i.i'iü-«-: iin' uiiijrii:: .•■■::.:■-" .i.-- ■:"".v • :.:- •■-•■•:!• i ••-■■lilil:^ 

:..,' j;:j- \ ■.•-,•;'■ > = ' • 1« "! : = ! ! / ' " Kl-:t: -- ;-■ ;"■.••■■ ::.,'.:.:':. v^. ;•■;,,::■ ■ ■•■ _:-:::-ii-li-l llnU'- 

•_" ■■. jm;..:' !i'". -.'."':■''•. .'ii '»•';'i'.'' tj«:" ^itvü-'i.-rn»*: i » "*■.':,. •".:'• ■■'..; y. ■••" .v i .v,'i.ri'Lt.ii. ü ^ 

N.f .-•:»'•' ' .' .- :i''.'.':-.M.'-'. .-' *■.' ' .i:'*'JuiU'' f.üi ' ''t:'-::-^::*/ ^•:! ■••.'!: • ."Mi:*"!.L::i ••■•"■• --;''iiiUr.. 
i>t«--'" !.ii»'j-:!» 'rii'/. i ." s,i;i.vii-:! *M:ui::*.':: !••.'!'; '_ .\:.'. : ■•' iiii'. i"*" i.' - ^^ii- im'-l-'" 

jjj:' ';•;■ L;:iJ'iJiMi;iv u-' ' ::? i- . •■:!:i:r/in- Uli» iilj'r vvi-^:::-.'- *:. ♦ :!::!;■;>-: u:*!:; i^- i»-.-— ■-■.■Il^•liü♦^ 

I M' •.'■l:ii:;;. l--li'" ;j'*iilliU'"! Üit' 

\i" «VMiv'i'-ii':' ..»". ii«;ii: /i '! i.:;:* ::r«»-?>*;p .iii-p!ü';ji* ai -.•iJi* '^liIiUv --•:-■ "Li •.::■• ruiiü-. *iilit3" 
/ii?aiiijji«*iiiiiiiiV' ^i*.'!!: '] iivuli;^';- i'i-'i.»--;i.:i* ■::;-' .Uiii-.T;a. 'M 'Mr'.li J •'l.'u.l ::l ;»->"I;uf**L lliliT 

i • i\it'.iiii'«rfii'*iiJiniii;- >*.'ii . i.M.'uar^ \i'::ij'-i:- t'. j,-:-^i... :-::..•.- _• •■•'j*.';;w "i-::-*^"::^*-': l ;.'.'.:r^':i:t^llll^ 

II W II'- iiijr: *J na* 
li v.tij.-j«;? J.•'ii«.•JilHllJ>^ liiii ;:*-?'•■:■:::*" ^' ;:;■■.. j. ''irvr ' •:'""Lt.ri-T-^ vur'j': ' »l *"!. Lxc. 

Lrii-M ' ii-<" fi':ii'.- . fn'ii Nri«;fzvj''iri»-fl*.'j '^-r ..■•-.: •-'■.:.■-:!' •..:►•.'■ t.i-Ti.i.'ii'JU'jL i'L^ TU t^L*- 
^M^fl'rii /i ij«''.-H'liiiii;.' iMiiir' ','ij».'Jj».']i.-ui.i?:...'i-: ■■■ ..'.-.■-. •.»;:.:-■.::■.•: .-:- -i.j-.l'^ 

a«-! v.«-riiii /.ir»>'»i-in«M ' n^uiju*;]. ;;i.'.-anii]Kr -i.' '•.••.': "•;.• '.::' i tul".- l --.'i^i-U j •_■?•:-: es* ^liT- 
aiiürf V- »'r« Ma'i-f li'.ii».*!. fitr »tr*'?"i fiH-';i]j«;li;j iiijty ;al:. '—.■'..•:-' ii.'ij* i:' •i-lü-'L J'-L! j C:i'.:. '.iilt'Ii* 
'lan»rii. l»-rn»-! •^lad'- nur Itnnu.-ru'i*.. \^■iJiJ:u•■^'l •'•;i."rl'/i::'U';ij*" l ._ iL ' ■';i..v.Lj i.l: iii^-.'^^wT 

'i«*.- r«j-.i:iijiiiT - Mmi^t<:f luiii:- iiu( *^ijM.i: AL-If,^•'.J • ü!,- i.•^:^•r^ I»i*. V *:::>:•. Au-rvJ_!"^ii^ vurdtr 

'S«-!l- llirMI. •^'.iia'>IIIlllJ';i«V !»• VJil J uil.i.Ml^li.Ml lilj*."'iit ^>«'l Uli'. ^"1 U'-.--'-'lL j-'T ^ :.:-:!7v3Cl:Ut'"i<-* 

i^j-a'.it' •<';■' uij'»-f \ »■Mn.'iiniiiii;.- mr (j»-ii Ihv.rinr (»•- i^Hiii:-:ii'*ii*'i ilui:;.'* - * -.L^t**:.: -.i-r^r HtTrn 
Mülj.'rifialfiM!- iJ! v<ij. W t.Mj.'i ijji /.ujiii'.ijs' •fl'»'a»";i'-ifi '. i'n'-;»»';***! :■:: '•••-lmi'^-l ^:♦> Kivit 
Kni,-' iij!'.; W j>MMiviia1' \\i .• -ir /.i un;.--fui .■.•.'! um. in v-uil". -jv-iuii i-ii-'L iii'er-'-^f. diL^ 

l'»."lt"i, '..:i'J /u •■!v»-:«.i.M| . \ßfv.\\ir,\*:i \.um. n'VMa'M in .' >• . w ^'.«Lna* u».- -'-.t.:.« ■."■ ■.ü.-TiUiDiiv: 
t\\t AU Jli-f.-ti-jluij;; ä«:» ^»u^.•lJ^M^•aJnJlJJUJl; (|.." tiJiT'i ':av'n-i-*Ji':i *'.t*-"viii'.-li** ::-'i";j-rv i.ivM>uit:liie 
Uli«! ua- \Mij \j»i*-]i ian;.' «••-••iii!;« um wr nufi«*! *:t au^^j>r»j'-'ii'*i- iä-- diLrivL — fu'Uuig 

j bf:;'Ki-.-'i f !jii-ni<iMj,<'ij va? .mmui iu- au' \^ ifi ;.;?».'.- ;:».^-jV-ij»"* 

j J.iij .vj «■JjM.rrx'.iIu-i Aiil!.«;.;- . ü<>.-»;i (p- ji'.vaii "■;:*/' i»" :.••■>' i*. •'.:.; ^r v-r'^r:. i^'-T äl'iT 

l><:j <j«-f :iiJi'j]jjJuji;' \*>jj T n.uij'.i«:! rii:r *^a':jj:^j-':li«*l. <.»'.>•• luv !'• li'*'-l. :••.'-•: !'.;•. r- «.-iV-i'-^'i^'i-i^-^'-'^ 

[ /unarfi.i i.uji'.i(]! f- ^''1 itn ;iiMiau« j .-•'-'••Ijuii;- o*---:- ■ >^ii" i^- "'-'»'- vi::-.'^ l-'^it-x 

«jil.l';ni;.^j* ij> -ii:o;j:iv«- Mr-ai u- Xv'-n-j.:':iii <..i;:.'mii':i;-' t-.:i/'i-*':i*'! -■!. u— 1 nilaiiJ--- iii>y. il^»» 
; 'ii'Mf jjj i.fnPj. .;...-. ];.•/..-.,..;. < :./i;h.-nni«:i luji' >•■ i:-.''i"i. -.i-'r ^ r;.:^::..r^>ii-^':. iv k^uiK-n 

' Jjji'/jii wijl aii''.'];-; ;*'..i:;'i-r,.-'. Vi i.-:;!. m.h. ti»:' i.:'"i. 0''v.::.i'"::'*. ';/.••- I-uliU«- du- ii-AU' iM. 



vu 

gerufen, selbstverständlich zurück, da zu einem richtigen Einblick in die Geschichte das histori- 
sche Material des zu einer bestimmten Zeit Zusammengehörigen möglichst vollständig geliefert 
werden muss, imd was einmal Sächsische Geschichte war, solche bleibt in alle Zeit. Allein aus 
nahe liegenden Gründen werden doch aujch die, welche auf dem streng historischen Standpuncte 
stehen, einräumen müssen, dass bei einem an sich so umfangreichen Unternehmen das, was jetzt 
historische Thatsache geworden ist, den Maasstab abgeben muss, und daher der Codex diploma- 
ticus sich, soweit es um specielle Landesgeschichte sich handelt, auf den dermaligen Umfang 
des Königreichs Sachsen zu beschränken hat Es gilt nur, um berechtigten Forderungen 
thunhchst zu genügen, den Weg einzuschlagen, der zur Vermittelung der abweichenden Ansichten 
führt und trotz der nothwendigen Beschränkung im Einzelnen auf einen engeren Kreis das All- 
gemeine und WesentUchere der älteren Geschichte nicht aus dem Auge lässt. Der Herausgeber 
ausgehend von der Ueberzeugung, dass die Veröflfentüchung des gesammten reichen Materials 
in chronologischer Folge der Urkunden ohne jede Rücksicht auf ihren Inhalt an sich unan- 
gemessen sei, glaubt aber jenen Weg in der Vertheilung des ganzen Urkundenschatzes in drei 
Haupttheile gefunden zu haben. 

L Haupttheil. Geschichte des regierenden Hauses und der von ihm beherrschten 
Lande. Hier sollen zusammengestellt werden der Zeitfolge nach alle auf rein personelle und 
dann die poUtischen und staatsrechtlichen Verhältnisse des Hauses Wettin und einzelner Glieder 
desselben sich beziehenden Urkunden und sonstigen Schriftstücke, welche die Stellung derselben 
zum Reiche und dessen Oberhaupte, sowie zur päbstüchen Curie, ihre Theilnahme an Reichs- 
und Kirchen Versammlungen, ihre Reichsämter und besondem Privilegien, ihre Besitzungen und 
Rechte in und ausserhalb des heutigen Königreichs Sachsen, an der Donau, am Mittelrhein und 
in Niedersachsen, ihre späteren Erwerbungen in Thüringen, Franken, Böhmen und Schlesien 
betreffen, Friedensschlüsse, Verträge einzelner Fürsten unter sich und mit Auswärtigen, Ehe- 
bündnisse u. s. w., dann Gesetze und Anordnungen, welche für das gesammte Land, einzelne 
Theile desselben oder gewisse Stände erlassen worden, Verträge mit den Bischöfen und den 
Dynasten, überhaupt alle auf die äussern und die innem Verhältnisse im Allgemeinen bezüghchen 
urkundUchen Schriftstücke. Ueberdies wird für die ältere Zeit, aus welcher Urkunden nur in 
geringer Zahl vorhanden, durch literarische Nachweisungen und dann im Allgemeinen durch 
sorgfältig gearbeitete Itinerarien, was lückenhaft erscheint, ergänzt und dadurch es möglich 
gemacht werden eine Uebersicht des für die allgemeine Landesgeschichte und die Geschichte des 
regierenden Hauses, die hier im Wesentüchen identisch sind, noch vorhandenen Quellenmaterials 
zu gewinnen. 

Auf diesen 1. Haupttheil leidet der aufgestellte Grundsatz der Beschränkung des Codex 
diplomaticus auf den dcrmaligen Umfang des Königreichs Sachsen der Natur der Sache nach 
keine Anwendung; der geeignetste Abschluss ist hier zweifellos die Landestheilung der fürst- 
Uchen Brüder Ernst imd Alb recht vom Jahre 1485 und deren Bestätigung durch Kaiser Frie- 
drich IV. vom 24. Febr. 1486. In einer verhältnissmässig kleinen Anzahl von Bänden wird es 
möghch sein, das auf die allgemeine Geschichte BezügUche zusammenzufassen, und es liegt 
hierzu dem Herausgeber bereits ein ziemUch umfängüches Material vor; aber die Arbeit erfordert 
Müsse und die zu Vervollständigung des im Könighchen Haupt -Staatsarchiv daflir befindüchen 
Schatzes unbedingt nothwendige Durchforschung auswärtiger Archive und Bibüotheken darf, wenn 
etwas ErspriessUches geleistet werden soll, nicht übereilt werden. 

Geringere Schwierigkeiten bietet die Beschaffung und Ordnung der für die Special- 
geschichte des liandes vorhandenen Urkunden, indem die überwiegend grosse Mehrzahl im 
Königl. Haupt -Staatsarchiv, dann in den Stiftsarchiven zu Meissen und Budissin, verschiedenen 
städtischen Archiven des Landes, in den Arcliiven der Ernestinischen Lande, dem Provinzial- 
archiv zu Magdeburg, den Stiftsarchiven zu Merseburg, Naumburg, Zeitz u. and. sich befinden, 
deren Benutzung durch die Liberalität ihrer Vorstände leicht zugängHch ist. Indess auch hier 
erschien eine bloss mechanische Zusammenstellung der reichen Urkundenzahl nach ihrer Zeitfolge 



VITI 

unzweckmässig, da eng Verwandtes, seinem Inhalte nach Zusammengehöriges dadurch allzuweit 
auseinandergerissen, und die Benutzimg des Codex diplomaticus für vorzugsweise beliebte Special- 
untersuchungen und monographische Bearbeitungen, wie die Geschichte einzelner Städte und 
geistUcher Stiftungen es sind, ungemein erschwert worden wäre. Eine Gruppirung des vorhan- 
denen Stoffes nach gewissen localen Beziehungen verdiente daher den Vorzug. 

Der n. Haupttheil soll hiemach die Urkunden zur Geschichte einzelner geistlicher 
Stiftungen und Städte enthalten, dafem das diese Institute und Corporationen betreffende Mate- 
rial eine grössere Umfänghchkeit hat und dadurch eine gesonderte Zusammenstellung gerecht- 
fertigt ist. Hier nun zuerst das Hochstift Meissen und dessen CoUegiatstifler Würzen und Bu- 
dissin (die wenigen Zscheila, Stolpen und Freiberg betreffenden Urkunden sind theils zum 
Hochstifte, theils zur Stadt Freiberg gelegt worden), dann die Mönchsklöster Benedictiner- Ordens 
zu Chemnitz und Pegau, die Nonnenklöster dieses Ordens zu Staucha-Döbeln, Geringswalde, Leipzig, 
Riesa und Somzig, die Mönchsklöster Cistercienser- Ordens zu Altzelle, Buch und Grünhain, die 
Nonnenklöster dieses Ordens zu Frankenhausen, Marienstem, Marienthal, zum heil. Kreuz bei 
Meissen, Nimbscheu, die Augustiner -Chorherrenstifter zu Zella (Cella S. Mariae, Klösterlein, 
Aue), Crimmitschau, Leipzig, zu St. Afra in Meissen, Zschillen (Wechselburg), die Augustiner- 
Eremiten -Klöster zu Dresden, Grimma und Waldheim, die Dominicaner- Ordensklöster zu Frei- 
berg, Leipzig, Pirna und Plauen, die Franciscaner- Ordensklöster zu Budissin, (Chemnitz), Dres- 
den, Freiberg, Leipzig, Löbau, Meissen, Oschatz, Zittau, Zwickau, das Kloster Serviten - Ordens 
zu Grossenhain, das Kloster Cölestiner- Ordens zu Oybin, die Nonnenklöster S. Ciaren -Ordens 
zu Remse (später Benedict. -Ordens), Seuslitz, Strehla, die Nonnenklöster Maria Magdalenen- 
Ordens (poenitentiae) zu Freiberg und Grossenhain, die Städte Chemnitz, Dresden, Freiberg, 
Leipzig, Meissen, Zwickau u. and. Hierbei wird stets darauf Bedacht genommen werden, dass 
die Urkunden einer einzelnen Stadt und der dort oder in deren unmittelbarer Nähe befindlichen 
geistlichen Stiftungen, so weit räumliche Rücksichten es gestatten, in demselben Bande vereinigt 
werden. Durch Beigabe von Itinerarien der Bischöfe von Meissen, einzelner Pröbste, Aebte etc. 
wird auch hier der Versuch gemacht werden, eine gri'jssere Vollständigkeit in Nachweisung der 
Quellen der Specialgeschichte zu erreichen und für die nothwendige Beschränkung des geo- 
grapliischen Umfangs des Codex diplomaticus dadurch einen Ersatz zu leisten. Bei der Zu- 
sammenstellung der Urkunden, namenthch der der kirchhchen Institute \md übrigens darauf 
geachtet werden, ob und in wie weit dieselben wirklich für die innere und die Verfassimgs- 
geschichte jener Anstalten eine Bedeutung haben oder nicht, indem z. B. Urkunden, in welchen 
der Bischof eine rein locale Stiftung ausserhalb der Stiftskirche bestätigt, eine Pfarrei gi'ündet, 
die Dotation oder Weihe einer Kirche seiner Diöces verkündet u. ähnl. mehr, der Geschichte der 
betreffenden Ortschaften zuzuweisen sind. 

Diese letzteren werden in den III. Haupttheil aufgenommen, welcher die Urkunden 
zur Geschichte kleinerer Städte, Marktflecken, Dörfer, einzelner Geschlechter und Personen, 
überhaupt Urkunden des manniclifaltigsten historischen Inhalts zusammenfassen soll. Dass übri- 
gens auch diese in einige grössere Gmppen — vielleicht Meissen, Osterland (Leipziger Kreis), Elrz- 
gebirge, Voigtland, Oberlausitz — getheilt werden, erscheint rathsam. In der Abtheilung „Voigt- 
land" würde dann auch die verhältnissmässig nur geringe Zahl auf uns gekommener Urkunden 
der Commenden des Deutschen Ordens zu Adorf, Oelsnitz, Plauen und Reichenbach ilire Stelle 
finden. 

Als Endpunct der Urkundensammlung ist, wie schon bemerkt wurde, die Landestheilung 
von 1485 angenommen worden. Allein so bedeutungsvoll und wichtig diese für das Fürstenhaus 
und dessen Lande im Allgemeinen geworden, auf die geistlichen Stiftungen hat dieselbe einen 
irgend erheblichen Einfluss nicht gehabt. Auch für letztere das Jahr 1485 als Abschlusspunct 
anzunehmen, ist dalier um so weniger angemessen, als sie ohnehin in der überwiegend grossen 
Mehrzahl wenige Jahrzehnte später ihren ursprüngUchen Zweck verloren und säcularisirt ^^^lrden 
oder gänzUch erloschen. Hiemach erscheint es vielmehr durch die Umstände geboten in Bezug 



IX 

auf die geistlichen Stiftungen von dem genannten Normaljahre abzugehen, zumal da die Fort- 
ftlhrung des urkundlichen Materials ihrer Geschichte bis zur Säcularisation oder gänzlichen 
Aufhebung keinen erheblichen Einfluss auf den äussern Umfang des Codex diplomaticus haben 
dürfte. 

Als Grundsatz ist angenommen worden, sämmtliche Urkunden bis gegen das Ende des 
13. Jahrhunderts vollständig im Druck wiederzugeben, von da an aber diese mit sorgfaltiger 
Erwägung der vom weitesten wissenschaftlichen Standpuncte aus zu nehmenden Rücksichten 
durch Auslassung breiter Eingangsformeln und sonstiger weder im rechts- noch in cultur- 
geschichtlicher Beziehung irgendwie beachtenswerther Redensarten zu kürzen, bei ganz unbedeu- 
tenden und doch unerquicklich ausführlichen Urkunden insbesondere vom Anfange des 15. Jahr- 
hunderts ab und endlich hinsichtlich der geistlichen Stiftungen nach 1485 in der Regel nur 
Regesten zu geben. Dass in zweifelhaften Fällen diese Auszüge ausführlicher, stets aber mög- 
Hchst mit den eigenen Worten der Urkunde und mit allen darin vorkommenden Orts- und 
Personennamen mitzutheilen sind, versteht sich von selbst. Der von verschiedenen Seiten her 
mit unberechtigtem Selbstvertrauen ausgesprochenen Behauptung, dass in den zeither erschienenen 
Urkundensammlungen für deutsche Pro\inzialgeschichte viel Werthloses und Unnützes auf- 
genommen sei, einer Behauptung, auf die wir auch unserm Urkunden werke gegenüber gefasst 
sein müssen, darf entschieden entgegengehalten werden, dass gar häufig nicht der Gegenstand 
und die Handlung an sich, welche die Ausfertigung einer Urkunde veranlasste, es ist, welche ihr 
Interesse verleiht, sondern dabei eingetretene Umstände mancherlei Art und eingeflochtene 
Nebenbemerkungen der wissenschaftlichen Forschung nützlich sind, und dass, wenn man auch nicht 
sofort sagen kömie, wozu eine Urkunde zu brauchen sei, sie doch desshalb noch keineswegs für 
unbrauchbar erklärt werden dürfe. 

Diplomatische Genauigkeit ist wesentliche Aufgabe eines Herausgebers von Urkunden. 
Indess auch diese hat ihre Grenze. Wer Urkunden buchstäblich übereinstimmend mit den Ori- 
ginalen, wohl gar mit allen Abbreviaturen, wie zuweilen beliebt worden, abdrucken lässt, bietet 
leicht Ungeniessbarcs und erschwert das Verständniss. Urkunden sind nicht Inschriften, bei 
deren Abdruck man allerdings treue Wiedergabe des Originals mit allen Unebenheiten und Feh- 
lem desselben Zeile für Zeile fordert, um ein richtiges Bild des Documents zu erlangen, sondern 
schrifthche Denkmale, die zwar ihrer Form nach, aber ihre Aechtheit vorausgesetzt nach ihrem 
Inhalte und für den Zweck ihrer heutigen Benutzung von andern literarischen Erzeugnissen der 
Vorzeit sicli nicht so wesentlich unterscheiden, dass eine bis ins Kleinste genaue Reproduction 
aller und jeder Eigenthümlichkeiten der ersten oder ältesten auf uns gekommenen Niederschrift 
unbedingt nothwendig sein kann. Die Herausgabe von Urkunden ist eine philologische Arbeit, 
nur mit dem Unterschiede, dass der Herausgeber in der Regel nicht mit Wortkritik und eignen 
Textverbesserungen sich beschäftigt, sondern das Original oder die diesem zunächst stehende 
Abschrift wortgetreu, jedoch möghchst lesbar dem allgemeinen Verständniss zugängüch macht. 
Zuerst darf man verlangen, dass die häufig sinnlose Interpunction beseitigt und eine verständ- 
liche eingefülirt werde, obschon die Herstellung einer solchen zuweilen Schwierigkeiten unterüegt, 
die der Leser nicht ahnt. Sodann erscheint aber auch in lateinischen Urkunden eine scla- 
visch genaue Beibehaltung der Orthographie, selbstverständhch mit strenger Ausnahme 
aller Eigennamen, vom unbefangenen Standpuncte betrachtet, zwecklos. Wie ein Schreiber 
des spätem Mittelalters in Meissen oder sonstwo in Deutschland bei dürftiger Kenntniss der 
lateinischen Sprache I-Ätein geschrieben, ist für die Geschichte derselben ohne alle Bedeutung. 
Man hat wohl an die Abdrücke alter Urkunden in der Orthographie ihrer Originale sich so 
gewöhnt, dass es achtungswerthe Männer gibt, welche in die Aechtheit einer Urkunde Zweifel 
setzen möchten, wenn sie ihnen nach der jetzt allgemein geltenden Rechtschreibung gedmckt 
vorliegt. Allein ein Herausgeber von Urkunden, der nicht die paläographische Kenntniss besitzt, 
um die äusseren Merkmale der Unächtheit oder Verdächtigkeit einer Urkunde zu erkennen, wird 
auch mit seiner pedantischen Abschrift bei Auflösung von Abbreviaturen Vertrauen nicht verdienen. 



X 

Der Beweis für die Aechtheit oder Unächthcit einer Urkunde beruht auf äussern formalen Grün- 
den, die nachzuweisen Sache des Archivars oder des Herausgebers derselben, und auf innem 
sachlichen, deren Darlegung Aufgabe des Geschichtforschers ist, schwerlich, aber vorzugsweise 
auf orthographischen, weim auch nicht geleugnet werden soll, dass in einzelnen Canzleien zu 
bestimmten Zeiten eine ziemlich gleichbleibende Schreibweise gewisser Worte geltend gewesen 
zu sein scheint. Wozu soll es aber nützen, in unsem Urkundenwerken, was in der Literatur 
anderweit längst ausgegeben wurde, forthin noch drucken zu lassen aecclesie, perpaetue, 
aws, hodium und omines, ordeum und havena u. s. w., während man im Original einer 
und derselben Urkunde auch honere und onera, ortus und hortulanus, notum fatientes 
und peticionem u. älml. m. nebeneinander findet? Der Unterzeichnete hat an der bunt- 
scheckigen iVrt so mancher Urkundenbücher, wo bei lateinischen Urkunden die eine buchstäblich 
nach dem Original, eine zweite nach einem spätem Transsumt, eine dritte aus einem Copialbuche, 
alle in der dem Schreiber des betreffenden Zeitalters zufällig geläufig gewesenen Rechtschreibung 
abgedruckt sind, immer Anstoss genommen, und als von der Bearbeitung eines Codex dipl. 
Saxoniae zuerst vor Jahren die Rede war, die Durchführung der jetzt geltenden Orthographie 
bei lateinischen Urkunden, wenn das Werk ins Leben treten sollte, dringend empfohlen. Um so 
freudiger hat derselbe die gewichtige Stimme einer anerkannten Autorität begmsst, des Göttinger 
Historikers Georg Waitz (histor. Zeitschrift IV. 1860. S. 438 ff.), der die grösste Genauigkeit 
bei Herausgabe von Urkunden fordert, aber principlose Pedanterie verwirft. Während nun e, 
wo es nach dem Sinne und der heutigen Schreibung zweifellos erforderlich war, stets in ae 
corrigirt, c und t, ohnehin in Handschriften zuweilen nicht zu unterscheiden, nach der jetzt gel- 
tenden Weise in der Regel angewendet, Abkürzungen mit Ausnahme zweifelhafter Fälle (z. B. 
Thuring. im Titel der Landgrafen, da Thuringiae und Thuringorum gleichzeitig vorkommt) auf- 
gelöst, alle Eigeimamen genau nach den Originalen oder in Ermangelung dieser nach der ältesten 
benutzten Copie wiedergegeben, Anfangsbuchstaben nur bei den Namen, den von diesen abgeleiteten 
Adjectiven und nach einer stärkeren Interpunction angewendet wurden, sind nach den Originalen 
aucmentum und augmentum, capella und cappella, miha und millia, opidum und oppidum, opor- 
tunus und opportunus, perennis und perhennis, reditus und redditus u. ähnl. beibehalten worden, 
in sofern dadurch der Verständlichkeit kein Ehitrag gescliieht. Offenbare Versehen der Schreiber, 
wie constitus coram nobis u. ähnl. wurden stillschweigend comgirt, in zweifelhafteren Stellen 
aber die Aendenmgen bemerkt, wo in beschädigten Urkunden fehlende Worte ergänzt oder ein 
solches eingeschaltet worden, das der Zusammenliang der Rede fordert und doch wahi-scheinlich 
nur durch ein Vei-sehen des Schreibers ausgefallen ist, diese in eckige Klammem gestellt. Weit 
entfernt von dem Wahne das allein richtige Verfahren hier entdeckt zu haben, schien es dem 
Herausgeber zunächst angemessen bei den Aendenmgen in der Rechtschreibung sich vor der 
leidigen Consequenzsucht, die Alles gleich machen will, zu hüten, um denen gegenüber, welche 
buchstäblichen Abdruck der Urkunden fordern, nicht befangen in einem Pedantismus entgegen- 
gesetzter Art zu erscheinen. 

Anders verhält es sich mit Urkunden in deutscher Sprache. Bei diesen wird im In- 
teresse der deutschen Sprachwissenschaft so weit mögUch die buchstäbliche Uebeieinstimmung 
des Abdrucks mit den Originalen mit alleiniger Ausnahme der Interpunction um so eifriger 
angestrebt, als Urkunden für die ältere Zeit die einzigen uns erhaltenen sichern Denkmale der 
Meissnisch- Thüringischen Mundart sind, indem die Spracheigen thümhchkeiten unserer wenigen 
dem mittelhochdeutschen Sängerkreise angehörenden einheimischen Dichter durch auswärtige 
Abschreiber vielfach verwischt sind, eine nähere Kenntnissnahme gerade des altem Meissnisch- 
Thüringischen Dialekts aber um so interessanter sein dürfte, als dieser die Bestimmung erhalten 
hat in weiterer Entwickelung die wesentliche Gmndlage unserer hochdeutschen Schriftsprache 
zu werden. Ist nun bei der Veröffentlichung älterer deutscher Urkunden neben dem historischen 
Zwecke überhaupt auch der linguistische festzuhalten, da die vielfachen kleineren Abweichungen 
in der Mundart vorzugsweise durch Urkunden kenntlich werden, die bisherigen Vorarbeiten aber 



XI 

Manches zu wünschen übrig lassen (vgl. „Auswahl der ältesten Urkunden deutscher Sprache etc. 
von C. F. Höfer." Berl. 1835. 4.): so dürfte diese strengere Form der Publication auch insofern 
für Dialektforschung nützlich sein, als gerade die heutigen Grenzen des Königreichs Sachsen nach 
Südosten, Osten und Norden mit der slavischen Sprachgrenze und dann der des niederdeutschen 
Dialekts nahe zusammenfallen. So finden sich Anklänge an den letztem in Urkunden von Leipzig 
und dessen Umgegend^ nicht in solchen von Meissen und Dresden, und weitere mundartige Ver- 
schiedenheiten bieten dann die des Voigtlandes und des Erzgebirges. Nach dem angedeuteten 
sprachUchen Interesse unserer Urkunden wird es aber auch Misbilligung hoffentlich nicht erfahren, 
wenn deutsche Urkunden bis ins erste Viertel des 15. Jahrhunderts, wo eine so erhebhche Ver- 
wilderung der Orthographie durch Verdoppelung gewisser Buchstaben, wie ff, gk, mm, nn, tt 
und sonst eintritt, in der Regel vollständig und nicht in Regesten, die nur den historischen, nicht 
auch den linguistischen Zweck berücksichtigen können, mitgetheilt werden. 

Zweifellos unächte Urkunden, wie No. 16. 96. 112 wurden mit kleinerer Schrift gedruckt, 
bei der Unächtheit verdächtigen die Bedenken in möghchster Kürze angegeben. Wenn zwei 
oder mehrere gleichzeitige Ausfertigungen sich vorfanden, ist der Text derjenigen zum Abdruck 
gekommen, welche durch grössere Feinheit des Pergaments oder Sauberkeit der Schrift, oder auch 
durch bevorzugte Behandlung der Siegel (Beigabe von Rücksiegeln, Benutzung seidener Fäden 
statt der Pergamentstreifen) sich auszeichnet; in der Regel aber sind die abweichenden Lesarten 
unter dem Text bemerkt worden. 

Mögüchst genaue F^tetejhmgjler^ Daten ist sodann bei Herausgabe von Urkunden drin- 
gendes Erfordemiss. Diesem zu genügen, ist emsthch versucht worden ; ob es gelungen, werden 
Sachkundige entscheiden. Die Sache ist nicht so leicht wie Mancher vielleicht glauben mag, da 
der Jahresanfang und die Feier einiger Heiligentage noch keineswegs überall vollkommen zuver- 
lässig festgestellt ist, und erst eine grössere Zahl diplomatisch genau corrigirter Urkunden , als 
jetzt vorliegt, erhöhte Sicherheit geben wird. So ist für Margaretha nach den altem deutschen 
Calendarien der 12. Juh, für Walpurgis der 1. Mai angenommen worden, weil der 25. Febr. in 
Meissnischen Urkunden in der Re^el, wie es scheint, nach dem Tage cathedra Petri bestimmt ist, 
der 1. Mai aber öfter als dies Philippi et Jacobi bezeichnet in einer noch ungedruckten Urkunde 
des Klosters zum heil. Kreuz bei Meissen vom J. 1384 ausdrücklich „dies Phihppi et Jacobi et 
Walpurgis virginis" genannt wird. — Als Jahresanfang wird man in der Meissnischen Diöces im 
13. und bis ins 15. Jahrhundert Weihnachten, d. h. den 25. Dec. vor unserm Neujahrstage mit 
seltenen Ausnahmen annehmen dürfen, wie diese Rechnungsweise notorisch damals in den Diöcesen 
von Mainz und Prag die geltende war. So ist eine Urkunde Markgraf Friedrichs des Streitbaren, 
worin er dem Augustinerkloster zu Grimma Getreidezinsen in Döbem bei Mutzschen zueignet 
„gegebin czu Grymme nach gotes gebort virczenhundirt vnd darnach im deme drievndczwenczi- 
gisten jare am suntage sente Johannestage in den ^^ynacht heiUgen tagen'', da dieser Tag im 
J. 1423 auf einen Montag fiel, am 27. Dec. 1422 ausgestellt, wo der 3. Tag nach Weihnachten, 
der Tag Johannes des Evangelisten ein Sonntag war; und nur so ist es Auch erklärlich, dass Frie- 
drich im Eingange der Urkunde nicht Herzog zu Sachsen genimnt ist, was er seit dem 6. Jan. 
1423 war. Für die älteste Zeit freilich bis gegen das Ende des 12. Jahrhunderts ist das Datum 
des Jahresanfangs in den Diöcesen von Meissen, Merseburg u. s. w. unsicherer, da der Annalista 
Saxo, der der Magdeburger Kirchenprovinz angehörte, wie vor ihm sein Landsmann Bruno, den 
25. Dec. als solchen annimmt, während in den Annales Bosovienses, dem Chronicon montis sereni 
u. and. der 25. März als Tag des Jahresanfangs zu gelten scheint. Neuerdings hat namentlich 
Tittmann (Gesch. Heinrichs des Erl. S. 7 flf.) auf die Unsicherheit in der Bestimmung des Jahres- 
anfangs aufmerksam ganacht, und es ist sehr zu wünschen, dass hierüber eingehende Unter- 
suchungen angestellt und hiemach einzelne noch vorhandene chronologische Irrthümer in unserer 
Geschichte beseitigt werden. 

Dass jeder Urkunde eine möglichst kurze Inhaltsangabe vorangestellt werde, die jedoch 
nur das Wesenthchste berücksichtigt und nicht ein Regest sein soll, erschien zweckmässig. Auch 



y 



l 



xn 

die Bezeichnung des Aufbewahrungsorts des benutzten Originals oder der ältesten zugänglich 
gewesenen Copie wird Billigung finden; die nähere Beschreibung der Art der Besiegelung kann 
dagegen möglicherweise Manchem überflüssig erscheinen. Uns dünkt dieselbe, da sie ohne Raum- 
vergeudung gegeben werden konnte, nicht unnütz zu sein, da sie zur Charakteristik des mit- 
getheilten Documents gehört, die grössere oder geringere Bedeutung, die man demselben bei 
der Ausfertigung in der Canzlei beilegte, zuweilen bezeichnet, beiläufig auch das Phantasie- 
gebilde von dem Alter gewisser Familien- oder Landesfarben sprechend widerlegt. Die Schriften, 
in welchen Urkunden bereits gedruckt wurden, sind nachgewiesen, da dies aber bei einzelnen 
ziemlich oft geschehen , ist von einer annähernden Vollständigkeit in diesen Anführungen abgesehen 
worden. 

Bei einem ürkundenwerke filr Provinzialgeschichte ist der Versuch, die angeführten Orte 
nach ihrem heutigen Namen und ihrer Lage so weit möglich zu bezeichnen, gewiss erwünscht. Dass 
im vorliegenden Bande überall das Richtige getroffen worden, ist der Herausgeber weit entfernt 
zu behaupten ; dankbar wird er daher Berichtigungen, die von Sachkundigen ihm zugehen, anneh- 
men und benutzen. Zwar fehlt es auch hier nicht an einzelnen Vorarbeiten und vor Andern sind 
S chiffiiers verdienstliche Leistungen hervorzuheben : aber die altem Arbeiten sind nur mit Vorsicht 
zu benutzen und Eines wird ganz besonders noch vermisst, ein kritisch redigirtes Verzeichniss der 
zahlreichen eingegangenen Ortschaften des Landes. Möge der neuerdings von Dr. Herzog gemachte 
Versuch („Sachsens wüste Marken" im Archiv für sächs. Geschichte 2. Bd. 1863), worin ein kleiner 
Theil solcher Ortschaften zusammengestellt ist, eine Anregung geben, dass in Zusammenwirkung 
verschiedener Kräfte eine Arbeit zu Stande komme, wie sie das Grossherzogthum Hessen durch 
Wagner („die Wüstungen im Grossh. Hessen. Prov. Oberhessen." Darmst. 1854. 8.), Kurhessen durch 
Landau „(hist.-topograph. Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen." 
Cassel 1858. 8.), die preuss. Regiemngsbezirke Merseburg und Erfurt nach den Erhebungen der 
Provinzial- Behörden (Förstcmann neue Mittheilungeri u. s. w. Bd. 1. 2.) besitzen. Noch ist es Zeit 
dazu; dem nachkommenden Geschlecht wird mit jedem Jahrzehnt es weniger möglich sein, das 
erforderliche Material zu beschaffen, da mit der Zusammenlegung der Grundstücke, mit der Ver- 
änderung oder Beseitigung von Wegen, die für die Untersuchung besonders wichtig sind, mit der 
fortschreitenden Bodencultur überhaupt die Erinnerung an die früheren Verhältnisse bald ver- 
schwindet und die zahlreichen hie und da in unsem Dorffluren noch erhaltenen Namen der Ver- 
gessenheit anheimfallen, unsere Flurbücher allein aber für diesen Zweck nicht ausreichen. Eine 
nähere Kenntniss der verschiedenen in der älteren Zeit bewohnten Stätten des Landes würde ein 
deutlicheres Bild von der ersten Ansiedelung und landschaftUchen Entwickelung geben zur Berich- 
tigung vielfacher jetzt geltender Ansichten. Wie in der nächsten Umgebung von Leipzig bis zu 
der Entfernung von einer halben Stunde im Umkreis jetzt 17 Ortschaften sich befinden, von welchen 
zwei erst im vorigen und diesem Jahrhunderte sich gebildet haben, im 13. Jahrhunderte aber 20 
bestanden, so ist dies in einzelnen Gegenden des Landes in noch erhöhterem Grade der Fall. Und 
wenn man dann die jedenfalls unberechtigte Behauptung fallen lassen muss, unsere wüsten Marken 
seien vorzugsweise durch den Hussiten- und den sogen. Bruderkrieg entstanden, ihre Ursachen 
dagegen meist in anderweiten Ereignissen und Erscheinungen, hie und da auch in den Bedürf- 
nissen der Menschen zu suchen hat, so erlangen wir hierdurch eine neue und richtigere Grund- 
lage für die geschichthche Erkenntniss eines wichtigen Theils des Volkslebens. Es muss daher 
dringend empfohlen werden hier baldigst Veranstaltung zu treffen, damit in den einzelnen 
Bezirken oder Parochien die noch erhaltenen Erinnerungen aufgezeichnet und die so gewon- 
nenen Nachrichten mit Benutzung der vorhandenen archivaUschen Quellen redigirt werden. — 
Bei Anfühnmg der einzelnen Orte ist die Parochial -Verfassung, nicht die nach Gerichtsämtem 
berücksichtigt worden , da wiederholt gleichnamige Orte demselben Gerichtsamte angehören , die 
erstere aber, wie sie mit verhältnissmässig w^enigen Veränderungen bereits seit Jahrhunderten 
bestanden, solchen auch femer weniger unterliegen wird, als jede andere Eintheilung. Hiemach 
ist aber auch die im „Kirchlich -Statist. Handbuch f. d. Königreich Sachsen" angenonmiene Recht- 



xni 

Schreibung der Ortsnamen festgehalten und nur wo diese vom „Alphabet. Orts -Verzeichnisse 
Dresd. 1862) erheblich abweicht, auch die des letztem angegeben worden. 

Schriftproben werden dem Codex diplomaticus nicht beigegeben. Sie sind anderweit in 
Ueberfluss vorhanden und würden unnütz die Kosten erhöhen. Siegel dagegen in einer ange- 
messenen Auswahl sind zweckmässige Zuthaten eines Urkundenwerkes. Es ist der neueren Zeit 
vorbehalten gewesen, die längst angedeutete Wichtigkeit der Sphragistik als historische Hilfs- 
wissenschaft zur Anerkennung zu bringen, und wer die Arbeiten eines v. Ledebur, v. Mülverstedt, 
W. Rein, G. W. J. Wagner u. And. kennt, weiss, welche überraschende Resultate für Special- 
geschichte die Siegelkunde bietet, die weiter zu unterstützen und für unser Heimatland nutzbar 
zu machen ernste Aufgabe sein soll. Jedem Bande des Codex dipl. werden mindestens zwei Tafeln 
mit Siegelabbildungen beigegeben, die freilich bei dem vorliegenden nur in Siegeln der Bischöfe 
und des Capitels bestehen konnten. 

Endlich dürfen Register nicht fehlen und zwar vollständige aller in den Urkunden vor- 
kommenden Eigennamen von Personen, Ortschaften, Flüssen, Waldungen u. s. w., da dem sub- 
jectiven Ermessen hierin nichts überlassen werden darf, ein Urkundenwerk in der Regel nicht in 
fortlaufender Folge gelesen, sondern zum Nachschlagen gebraucht wird, um zu erfahren, ob ein 
Ort, ein Geschlecht, irgend ein Name und wenn er erwähnt wird, überhaupt Niemand im Voraus 
si^en kann, das Eine werde für Jemanden von Interesse, das Andere von solchem nicht sein. 
In sachlicher und sprachhcher Beziehung walten andere Rücksichten ob; hier ist es Aufgabe 
der Redaction das wirklich Erhebliche aus der Menge herauszufinden und in angemessener Aus- 
wahl und Gruppirung zu verzeichnen. Diese Register werden zur Erleichterung der künftigen 
Benutzer bei der 1. und 3. Abtheilung am zweckmässigsten mit dem letzten Bande derselben, 
bei der 2. aber, da hier in der Regel'die einzelnen Bände in sich abgeschlossene Ganze bilden, 
an jedem Bande und bei dem Urkundenbuche des Hochstifts Meissen am Schlüsse desselben 
gegeben werden. 

So viel über den Plan und die Grundsätze der Ausführung im Allgemeinen. Es erschien 
angemessen sich ausführlicher darüber auszusprechen, um denen einen deutlichen Einblick zu 
geben, welche sich für diesen Codex diplomaticus interessiren, und Einzelnes, was möglicherweise 
auffallig erscheinen kann, vom Standpuncte des Herausgebers zu rechtfertigen. Bei redlichem 
Streben das Zweckmässigere und Richtigere zu finden und in Anwendung zu bringen lernt man 
nicht aus, und das alte dies diem docet behauptet auch hinsichtlich der Methode einer solchen 
Arbeit seine volle Geltung. 

Gleich mit dem Beginn der Arbeit im Herbst 1860 würde festgestellt, bei dem Sammeln 
des Materials im Allgemeinen müsse zugleich darauf emstUch Bedacht genommen werden, dass mit 
der Veröffentlichung des Codex diplomaticus vor Ablauf von drei Jahren begonnen werden könne. 
Wer die Schwierigkeiten des Sammeins zerstreuter Materialien und die Mühseligkeiten nur 
einigermassen kennt, welche die Feststellung diplomatisch genauer Texte verursacht, wird den 
Ernst einer solchen Aufgabe verstehen. Nun ist zwar jedenfalls zweckmässig möglichst voll- 
ständig zu sammeln, bevor man zur Veröffentlichung schreitet; allein man muss auch bedenken, 
dass in diesem Bereich eine absolute Vollständigkeit doch schwerüch zu erreichen sein wird, viel- 
mehr hoffen, dass gerade durch die Publication des Au|gefundenen die Aufmerksamkeit angeregt 
und Manches^ was bisher verborgen und unzugängUch war, zu Tage kommen werde, während bei 
längerer Verzögenmg die Geduld derer, die sich für das Unternehmen wahrhaft interessiren, auf 
eine bedenkliche Probe gestellt und der Vorwurf, man ziehe ohne dringende Veranlassung die 
Sache in die Länge, sehr nahe liegen würde. 

So sind denn neben dem unausgesetzten Bestreben die in gedruckten Werken und Copial- 
büchern zugänglichen Urkunden aller Theile des Landes zum Behuf ihrer spätem Berichtigung 
zu sammeln, zunächst die des Hochstifts Meissen in Arbeit genommen worden, und der Heraus- 
geber gibt sich der Hoffnung hin, dass eine annähernde Vollständigkeit des noch Vorhandenen 
erlangt und die Zahl der Nachträge eine nicht sehr erhebhche sein werde. In dem vorliegenden 

COD. DIPL. BAX. II. 1. K 



XIV 

Bande sind 492 Urkunden enthalten, von welchen 313 noch nicht gedruckt waren, 406 nach den 
Originalen, 3 nach Transsumten, 51 nach alten Abschriften mitgetheilt werden; für 30 Urkunden 
konnten handschriftliche Hilfsmittel zu Herstellung des authentischen Textes nicht benutzt werden. 
In no. 20 und 21 sind, da die Urkunden fehlen, Stellen aus Thietmari chronicon benutzt worden. 
Die Ausführung würde jedoch unmöglich geworden sein, wenn nicht die Bereitwilligkeit der Archiv- 
vorstände Einsicht in die von ihnen verwalteten Schätze und deren theilweise Benutzung zu 
gestatten, den Herausgeber fast überall in zuvorkommender Weise unterstützt hätte. Den werth- 
vollsten Theil bot das K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden, dessen Director, Herr Ministerialrath 
Dr. von Weber bei lebhaftem Interesse für das Unternehmen dasselbe in der wohlwollendsten 
Weise förderte und zu dem aufrichtigsten Danke den Herausgeber verpflichtet hat. Und so 
erheischt es die Pflicht der Dankbarkeit auch öffentlich die Unterstützung zu rühmen, mit welcher 
Herr Archivar Schladitz in Dresden, Herr Stiftssyndicus Zimmermann in Meissen, der Director 
des Vatican. Archivs Herr Dr. Theiner in Rom, namentlich in den von ihm neuerdings heraus- 
gegebenen Urkundenwerken, der Director der K. Archive Herr Geh. Ober-Archivrath Dr. von 
Lancizolle und die Beamten des Geh. Staatsarchivs in Berlin, Herr Archivrath von Mülver- 
stedt in Magdeburg, Herr Archivar Dr. Burckhardt in Weimar, die Herren Hofrath und Prof. 
Dr. HäJiel und Prof. Dr. Dindorf in Leipzig, Pastor Fraustadt in Luppe, Prof. Dr. Heffter 
in Brandenburg, Prof. Dr. von Heinemann in Bemburg, Prof. Keil in Schulpforta, dann die 
Vorstände der Stiftsarchive zu Budissin, Brandenburg, Merseburg, Naumburg und Zeitz thatsächlich 
die Arbeit erleichterten. Vom wesentlichsten Nutzen war aber die treue Mitwirkung meines 
jugendUchen Freundes des Herrn Dr. von Posern-Klett, der seit Mai 1862 im Stiftsarchiv zu 
Meissen an den dort vorzunehmenden Abschriften und Vergleichungen sich betheihgte und diese 
Arbeiten dann im K. Haupt -Staatsarchiv so gefördert hat, dass nicht nur das Erscheinen dieses 
1. Bandes zur festgestellten Frist möglich geworden, sondern die Fortsetzung auch in so weit 
gesichert ist, dass der Druck des 2. Bandes alsbald beginnen kann, und für die nächstfolgenden 
Bände erhebüches Material diplomatisch berichtigt bereits vorliegt. An Alle aber, welche in 
unsem Bereich einschlagende, zum Theil weitliin zerstreute Urkimden bewahren, ergeht die 
freundliche Bitte um wohlwollende Unterstützung unsers Unternehmens. Möge sie nah und 
fem die erwünschte Berücksichtigung finden! 



Um das Jahr 930 wurde an der äussörsten Grenze des durch König Heinrich der deut- 
schen Hoheit unterworfenen Gaues Daleminzi, am linken Eibufer an und auf einer Anhöhe, die 
zwischen dem Einfluss der Meisse und der Trübische in die Elbe liegt, eine Befestigung gegrün- 
det zum Schutz des I^andes gegen Einfälle von Osten her und als Zufluchtstätte der Bewohner 
der Umgegend, welche den Namen Misni, Meissen erhielt. Dass hier auch auf Anlegung eines 
gemeinschaftlichen Bethauses der Besatzung und der Einwohnerschaft Bedacht genommen worden, 
unterhegt ebensowenig einem Zweifel, als dass rückwärts nach der Mulde hin von da an Boten 
des Evangeliums von Christo dem Erlöser ihre Thätigkeit mit Erfolg begonnen haben. Für die 
weitere Ausbreitung des Christenthums unter den unruhigen, der Säcl^ischen Herrschaft ent- 
schieden feindsehgen Slaven an der obem Elbe im Gau ^isan und am rechten Ufer konnte 
dagegen erst dann Etwas geschehen, wenn auch sie besiegt und die Ostgrenzen weiter vor- 
geschoben waren. 

Heinrichs Sohne Otto dem Grossen war es vorbehalten mit der ihm eigenen unermüdlichen 
Thatkraft beides zu erreichen. Nach Unterwerfung der Slaven im Norden waren bischöfliche Sitze 
in Havelberg und Brandenburg durch ihn gestiftet worden; auch im Osten den öfter wiederkehrenden 
Empörungen zu steuern und seine Herrschaft dort zu befestigen war ihm ernstliches Bestreben. 
Eine sichere Erreichung dieses Zieles konnte indess nur durch Ausrottung des Götzendienstes 
und Herstellung fester Stützpuncte für die Verkündiger christlichen Glaubens angebahnt werden. 



XV 

So erlangte bereits am zehnten Tage nach seiner Krönung zum Kaiser am 12. Febr. 962 Otto I. 
durch Pabst Johann XII. die Bestätigung seines Wunsches, der Erhebung Magdeburgs zum 
erzbischöflichen, Merseburgs zum bischöflichen Sitze mit der Bestimmung, dass es ihm überlassen 
sei, nach Maasgabe der Umstände an geeigneten Orten unter den Slaven femerweit Bisthümer 
zu errichten (S. 1 f.) 

AUein der Ausführung des längst genährten Vorhabens stellten sich dem weltlichen Ober- 
haupte der Christenheit durch die Hartnäckigkeit eines engherzigen Priesters Hindemisse ent- 
gegen, deren Beseitigung unter den damaligen Verhältnissen unmöglich war. Gegen die Errichtung 
des Erzbisthums Magdeburg sowohl wie des Bisthums Merseburg erhob nändich Bischof Bernhard 
von Halberstadt, hierin anfangs unterstützt von seinem Metropolitan dem Erzbischof Wilhelm 
von Mainz entschiedenen Widerspruch mit der Behauptung, dem Bisthum Halberstadt geschehe 
dadurch ein allzugrosser Eintrag, da die Gegenden, in welchen die genannten Orte liegen, in 
älterer Zeit, als Halberstadt noch den äussersten Grenzposten deutscher CiviUsation bildete, dem- 
selben überwiesen worden waren. 

Neue Unruhen und vor Allem die in Rom selbst eingetretenen argen Zerwürfaisse bewogen 
den 965 nach Deutschland zurückgekehrte^ Kaiser im Herbst des J. 966 zu einem abermaligen 
Zuge über die Alpen. Alsbald aber nach Herstellung der Ordnung berichtete Otto auf der nach 
Bavenna berufenen Synode in der Kirche des heil. Sevorus am 20. Apr. 967 den zahlreich ver- 
sammelten Bischöfen von den Erfolgen unter den Slaven und der dringenden Nothwendigkeit einer 
geistlichen Fürsorge unter den Neubekehrten. Nach dem hier gefassten Beschlüsse wurde Mag- 
deburg nochmals zum Sitz eines Erzbisthums für die slavischen Länder bestimmt, die Bisthümer 
Havelberg und Brandenburg diesem untergeordnet, als die Sitze der demnächst zu errichtenden 
Bisthümer in einer darüber ausgefertigten Bulle (S: 3 f.) Merseburg, Zeitz und Meissen aus- 
drückUch bezeichnet. Verhandlungen mit dem hochbejahrten Bischof von Halberstadt konnten, 
wie mit Sicherheit sich voraussehen liess, zu dem erwünschten Ziele nicht führen. So verfügte 
der Kaiser zunächst die Errichtung des Bisthums Meissen, die ohne Widerrede ins Werk gesetzt 
werden konnte, da das Land jenseit der Saale und Mulde erst lange nach jener Verleihung an 
Halberstadt unterworfen worden war, und bestimmte in der Urkunde vom 19. Oct. 967 den Um- 
fang und die Grenzen dieses Bisthums, sowie die dem Bischöfe an Grund und Boden zustehenden 
Renten (S. 4 f.). P. Johann XHI. bestätigte die Verfügungen des Kaisers mit den Unterschriften 
von 39 Erzbischöfen und Bischöfen am 2. Jan. 968 und verordnete, dass das Bisthum Meissen 
dem römischen Stuhle unmittelbar untergeben sein solle (S. 5 flf.). 

Bald aber änderten sich die Verhältnisse. B. Bernhard starb am 3. Febr., Erzbischof 
Wilhelm am 2. März 968. Ihre Nachfolger erschienen, wahrscheinlich gegen Ende Sept. d. J. vor 
dem Kaiser in Bavenna und erklärten, bevor dieser mit dem Bischofsstabe sie belehnte, vor einer 
abermals versammelten Synode ihre volle Zustimmung zu der beabsichtigten Errichtung des Erz- 
bisthums Magdeburg und des Bisthums Merseburg, die sie auch schriftlich bekräftigten. Diess 
änderte wesentlich die Stellung Meissens. Das diesem Bisthum verliehene Vorrecht der Befreiung 
von der Oberaufsicht und Gerichtsbarkeit eines Erzbischofs ging ihm verloren; man hat indess 
nie auf längere Zeit in Meissen jene im Mittelalter hoch geschätzte Vergünstigung vergessen, bis 
nach mannichfachen Kämpfen, auf welche später zurückzukommen sein wird, die Wiedererlangung 
der Exemtion unterstützt von landesfürsthcher Gunst durchgesetzt wurde. Für Meissen war 
bereits im J. 967Burchard zum Bischof ernannt und vom Pabste anerkannt, aber wahrschein- 
lich nur, weil eine Autorität zur Vollziehung des Einführungsactes fehlte, noch nicht eingesetzt 
worden. Jetzt erging mit der päbstUchen Bestätigung des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg 
an diesen der Auftrag, den ihm untergeordneten Bischöfen die Weihe zu ertheilen (18. Oct. 968; 
S. 8 f.) und deren Sprengel zu ordnen (S. 9 f.), während der Kaiser gleichzeitig Bischöfen und 
weltlichen Herren in Sachsen die Ernennung Adalberts zum Erzbischof verkündete, sie aufiforderte 
am bevorstehenden Weihnachtfeste (968) in Magdeburg Zeugen zu sein der Ordination der Bischöfe 
von Merseburg, Zeitz und Meissen, und die drei Markgrafen Wigbert, Wigger und Günther — 






XVI 

letzteren von Meissen, Ahnherrn des Hauses Wettin — anwies, die Aufträge des Erzbischofs zu 
berücksichtigen und für ein anständiges Auskommen der Bischöfe ihres Bezirks zu sorgen (S. 10 f.) 

So weit die Geschichte der Gründung des Bisthums; auf Einzelnheiten in dem Lebens- 
gange und der Wirksamkeit der Bischöfe selbst näher einzugehen dürfte hier schwerlich der 
geeignete Ort sein. Angemessen dagegen erscheint es wenigstens die noch in den neuesten Ar- 
beiten von Mooyer und And. schwankende Reihefolge und Regienmgszeit derselben, soweit nach 
gleichzeitigen Quellen diess möghch, festzustellen, während hinsichtlich einzelner Daten auf die 
am Schlüsse des Meissn. Urkundenbuches zu gebenden Itinerarien zu verweisen ist. 

Auf Burchard folgte Volcold (Wolcold, Folcold), der vorher Lehrer des K. Otto U. 
nach Thietmar IV, 5 dem Stifte 23 Jahre vorstand, und da dessen im J. 1015 verstorbener Nach- 
folger Eido gleichfalls 23 Jahre Bischof gewesen sein soll (Thietmar VII, 18), bereits im J. 969 
eingesetzt worden ist. Volcold starb betagt am 23. Aug. 992, sein Nachfolger Eido (Aico, Aigo, 
Aido, Heiko, Eiko, Egedus, Aegidius), von edler Geburt, Zögling der Klosterschule Bergen bei 
Magdeburg , ein frommer, im Bekehrungswerke unermüdüch thätiger Mann, zu Leipzig am 20. Dec. 
1015. Hildeward (Eilward, Agilward), vorher Capellan des Markgrafen Thietmar, wurde am 
18. Mai 1016 geweiht und starb am 23. Apr. 1023. Auf ihn folgte Hubert (Huprecht, vir sumniae 
industriae. Ann. Quedl.), nach dessen wahrscheinlich schon 1024 erfolgtem Ableben Dietrich 
(Theodericus), der 1027 das Concil in Mainz besuchte, dessen Gedächtniss sich aber in Meissen 
selbst ebensowenig als das seiner beiden nächsten Amtsvorgänger durch eine Urkunde oder sonst 
erhalten hat. Im Juli 1040 war Aico (II.) Bischof von Meissen (S. 27), dessen Nachfolger Bruno 
in den Jahren 1046, 1062 und 1064 erhebliche Bereicherungen für das Hochstift erlangte (S. 28 flf.; 
S. 32 ist die Jahreszahl 1063 unbedingt in 1064 zu berichtigen). Sein Todesjahr ist unbekannt, 
dass Meinwart ihm gefolgt sei, gewiss unrichtig. Bnmo's Nachfolger war vielmehr Reginher 
(Reiner), der jedoch nur kurze Zeit dem Stifte vorstand, indem nach Lambert von Hersfeld (Annal. 
p. 69 ed. min. Pertz.) bereits 1066 der Probst zu Goslar Graft zum Bischof in Meissen ernannt 
wurde, der nach Uebemahme des Bisthums (suscepto episcopatu) nach Goslar zurückgekehrt, um 
seine dort aufgesammelten Schätze zu holen, unter diesen entseelt gefunden wurde. Dass Graft 
je in Meissen gewesen, muss bezweifelt werden; jene Uebemahme bezieht sich wahrscheinlich nur 
auf die in Magdeburg empfangene Weihe , worauf er in Gi)slar zur Abreise rüstend plötzlich vom 
Tode ereilt wurde. In Meissen selbst scheint er in der Reihe der Bischöfe, da er nicht inthronisirt 
worden, nicht gezählt worden zu sein, indem sein Nachfolger Benno aus dem Geschlecht der Grafen 
von Woldenberg, Domherr zu Goslar, schon im Anfange des 12. Jahrhunderts der 10. Bischof 
genannt wird (S. 36 f.). Benno's Episcopat fiel in eine vorzugsweise sehr bewegte Zeit , in der 
vom Parteienkampfe sich frei zu halten unmöglich war. Ein eingehender Bericht über die Stellung, 
welche Benno dabei einnahm, muss unterlassen, wohl aber der Versuch gemacht werden jeuer 
Verpflichtung nachzukommen, die der Herausgeber zur Erläuterung der unter no. 35 und 36 mit- 
getheilten Schreiben S. 40 übernommen hat. 

Beimo, welcher an der Versammlung der dem Pabst Gregor VU. anhängenden Fürsten 
und Prälaten zu Berka an der Wen-a (Gerstungen) im Jan. 1085 Theil genommen (Annal. Saxo 
in Monum. Germ. bist. ed. Pertz. Scr. VI. p. 721), war bei der Zusammenkunft der Gegner Gre- 
gors in Mainz zu Anfang Mai d. J. mit mehreren andern Bischöfen seines Bisthums verlustig 
erklärt (Walram. ep. Numb. de unit. eccl. H. 20 p. 123 ed. Goldast. Hartzheim conc. Germ. IH. 
p. 202) und bald nachher wahrscheinlich unter dem Einflüsse der böhmischen, dem Kaiser Hein- 
rich IV. freundlich gesinnten Partei aus Meissen vertrieben worden. Die Einsetzung eines neuen 
Bischofs, wie diess in Magdeburg und anderwärts geschah, wo die Reichsgewalt freiere Hand 
hatte, fand jedoch zunächst auch diesmal eben so wenig statt, als diess bei der früheren gewalt- 
samen Entfernung Benno's im J. 1075 der Fall gewesen. Indess hatte die Verwirrung, welche das 
aufgeregte Parteiwesen damals hervorgerufen, flir Meissen noch weitere Folgen. Markgraf Ek- 
bert IL, der im Sommer 1085 sich abermals gegen den Kaiser erhoben, wurde von einem Fürsten- 
gericht zu Wechmar bei Gotha am 11. Febr. 1086 entsetzt, die Verwaltung der Mark Meissen dem 



xvu 

Herzog Wratislaw von Böhmen übertragen, diesem gegen Ende Apr. 1086 die königliche Würde 
verliehen und die Krönung durch den Erzbischof Engelbert von Trier am 15. Juni 1086 zu Prag 
vollzogen. Unter den obwaltenden Umständen konnte erst jetzt die Wiederbesetzung des in 
Meissen erledigten bischöflichen Stuhls vorgenommen werden. In diese Zeit, in die zweite Hälfte 
des J. 1086 gehören die Schreiben no. 35 und 36. Der Gregorianischen, dem Kaiser feindseligen 
Partei mangelte ein Oberhaupt. P. Gregor VU. war in der Verbannung am 25. Mai 1085 gestorben, 
eine neue Pabstwahl verzögerte sich und erst im Mai 1087 fand die Weihe des zu Gregors Nach- 
folger erwählten Victor HI. statt. Da soll nun Benno nach Walrams Versicherung (H. 25. p. 132) 
nach ItaUen gereist und dem unter dem Emflusse des K. Heinrich bereits 1080 erwählten Gegen- 
pabste Clemens HI. sich unterworfen haben. In die Richtigkeit dieser und der hieran weiter 
angeknüpften Mittheilungen über Benno Zweifel zu setzen ist kein zureichender Grund vorhanden. 
Benno unternahm die Reise im Sonmier 1086. Inzwischen hatte Clemens dem Könige von Böhmen 
einen gewissen Felix für den erledigten Bischofssitz in Meissen empfohlen, wahrscheinlich den- 
selben, der in kirchlichen Angelegenheiten im J. 1080 nach Rom gesendet worden war (Hagecii 
ann. Bohem. ed. Dobner V. p. 481 ff.), Wratislaw jedoch mit der Einsetzung desselben einige Zeit 
gezögert. Die Annahme aber, dass diese erfolgt sei, bevor die Bulle no. 35 einging, in der die 
Angelegenheit von Neuem angeregt ist, wird nicht fttr unberechtigt angesehen werden können. 
Wratislaw war ein treuer Verbündeter des Kaisers, aber in Sachen der Kirche behauptete er 
offenbar seine Unabhängigkeit. Die Bulle no. 35 musste ihn verletzen. Clemens erkennt darin 
den königl. Titel nicht an, nennt ihn princeps gloriosus, beklagt sich über Mangel an Vertrauen, 
fordert nachdrückhch den unter dem Namen des Peterspfennigs zu zahlenden Tribut — die längere 
Stelle ist als nicht für den Codex dipl. Sax. geeignet hier weggelassen worden — und erinnert 
dann an die bisher unbeachtet gebhebcne Empfehlung. Die Einsetzung eines Bischofs in Meissen 
hing jetzt ausschliesslich von Wratislaws Willen ab, den Peterspfennig zu zahlen war er nicht im 
mindesten geneigt. Wäre Felix nicht bereits eingesetzt gewesen, nach dem Empfange dieser Bulle 
würde dies schwerUch geschehen sein. Inzwischen gestalteten sich Benno's Verhältnisse in Rom recht 
günstig. Vom Pabste als ein reuiger Sohn wohlwollend aufgenommen kehrte er mit einem Em- 
pfehlungsschreiben an den Kaiser nach Deutschland zurück („Clemens papa poenitentem benigne 
suscepit et confessum pro errore suo honorifice tractavit, abeuntemque cum litteris apostoUcae 
sedis ad Henricum imperatorem misit, quem et ipse libenter accipiens correctum dimisit libere 
abire in episcopatum suum." Walram a. a. O.). An den Erzbischof von Magdeburg, der von Cle- 
mens nicht anerkannt war, konnte er ein solches nicht mitbringen. Nur so lassen die einzelnen 
widersprechenden Nachrichten sich vereinigen. — Mit Benno's Rückkehr aus Italien hatte das Re- 
giment des FeUx in Meissen ein Ende, das Schreiben des Erzbischofs zu Gunsten des letztem 
(no. 36) hatte keinen Erfolg, Benno selbst gewann sehr bald das Wohlwollen des Königs und des 
Felix wird nirgends weiter gedacht. Benno war bei Ausfertigung der Stiftungsurkunde des Stifts 
Wysehrad, die ins J. 1088 gesetzt wird, in der vorliegenden Fassung aber schwerlich acht ist, 
in Prag und seinem Einflüsse wird es zugeschrieben, „dass Wratislaw wo nicht früher, doch gewiss 
schon 1088 von Clemens ganz abfiel und zu Victor HI. oder dessen Nachfolger Urban IL übertrat, 
ohne jedoch seinem Bunde mit Kaiser Heinrich IV. ganz untreu zu werden" (Palacky, Gesch. von 
Böhmen I. S. 321). Walrams Aeusserung : illa satisfactio utinam fuerit pura, sincera atque catho- 
lica etc. findet hierin ihre volle Erklärung. — Wenn Boczek , der beide Schreiben in den Codex 
dipl. Moraviae aufiiahm, die päbstUche Bulle direct auf Mähren bezieht, so beruht diess auf einem 
Irrthum, der eine ausführlichere Widerlegung schwerlich erheischt. 

Benno entschlief hochbetagt und geachtet von seinen Zeitgenossen am 16. Juni 1106, sein 
Grabmal wurde schon 1285_ nach dem Neubau der Domkirch^ ein Gegenstand besonderer Ver- 
ehrung (S. 207 f.), der Tag seines Gedächtnisses bereits 1307 zu den hohen Festtagen in Meissen 
gezählt (S. 270), und er selbst durch P. Hadrian VI. am 31. Mai 1523 unter die HeiUgen ver- 
setzt. Her wich, Benno's Nachfolger gründete das Collegiatstift Würzen und starb am 27. Juni 
1118 (1119?); dass Grambert, wie man auf unzuverlässige Zeugnisse gestützt gewöhnlich annimmt, 



xvni 

1118 — 1125 Bischof gewesen, ist sehr zweifelhaft. Wahrscheinlich folgte auf Herwich Godebold 
(die Urkunde no. 44 vom J. 1130 ist 15 bis 20 Jahre später erst ausgefertigt worden), der am 
31. Aug. 1140 starb; sein Nachfolger Meinward(S. 51), anderweit Reinwart, Rembert genannt, 
hat das Schicksal gehabt dreimal in das Verzeichniss der Meissner Bischöfe aufgenommen zu 
werden (als Meinwart von 1046—1051 und als Grambert von 1118 — 1125). Für Berthold, der 
1146 Bischof geworden sein soll, ist kein glaubwürdiges Zeugniss bis jetzt aufgefunden, während 
Albert seit 1150 als Bischof öfter genannt wird, im Rathe des Königs Conrad III. eine bevorzugte 
Stellung einnahm und als dessen Gesandter wahrscheinlich in Constantinopel oder auf der Reise 
starb. Der nun abermals eingeschobene B. Bruno ist wegzulassen; Alberts unmittelbarer Nach- 
folger war vielmehr 1152 Gerung, von dem an die Reihe der Bischöfe feststeht. Er starb am 
20. Nov. 1170; B. Martin auf dem Kreuzzuge in Palästina 1190, Dietrich U. von Kittlitz, 
vorher Domprobst, der Begründer des Augustiuer-Chorherrenstifts zu St. Afra, am 29. Aug. 1208. 
Bruno II. von Borsendorf (Borstendorf, nicht von Baruth, vgl. S. 83. 92), vorher Domprobst, 
erwarb Burg und Pflege Stolpen, begründete das Domstift S. Petri in Budissin und wurde 1228 
angebhch altersschwach zur Resignation genöthigt (S. 98 f.), und dabei — eine neue besonders 
beachtungswerthe Notiz — sein Siegel in zwei Hälften zerschlagen, deren eine der Erzbischof erhielt, 
während die zweite das Capitel an sich nahm. Bruno's Nachfolger waren Heinrich seit Dec. 
1228, gest. am 24. Juni 1240, Conrad I. gest. am 7. Jan. 1258, Albert U. gest. am 26. Juli 
(1. Aug.) 1266, Withego I., der Erbauer der jetzigen Domkirche, vorher Probst zu Nordhausen 
und Protonotar des Markgrafen Heinrich des Erlauchten, nicht dem Geschlecht von Camenz, 
wie bisher angenommen worden, sondern einem thüringischen entsprossen (Walther von Wur 
Ritter wird 1291 sein Bruder genannt, S. 238). Nach Withego's Tode (f 6. März 1293) wurde 
der bisher. Domprobst Bernhard von Camenz zum Bischof erwählt, der Stifter des Klosters 
Marienstern, der am 12. Oct. 1296 (nicht 1299) verstorben abermals den Domprobst Albert (III.) 
Burggrafen von Leisnig zum Nachfolger hatte, welcher bis zum 3. März 1312 das bischöfliche 
Amt verwaltete. Ihm folgte der Domprobst Withego IL von Colditz (t25. oder 26. Juli 1342, 
nicht 1347), dann Johann I. von Isenberg (Eisenberg), gest. am 5. Jan. 1370, in dessen Regierungs- 
zeit dieser 1. Band des Urkundenbuches abbricht. 

Eine Streitfrage, die in früherer Zeit viele Federn beschäftigt hat und im Interesse der 
Landesherren seit dem 16. Jahrhunderte mit Beharrlichkeit verneint worden ist, war die über 
den Fürstenstand der Bischöfe von Meissen. Wir können ihn nicht bezweifeln. (Vgl. Ficker, 
vom Reichsfürstenstande I. S. 276.) Zwar finden wir die Bischöfe verhältnissmässig nur selten 
in den Umgebungen der deutschen Könige und Kaiser, aber da, wo sie als Zeugen in Kaiser- 
urkunden erscheinen, stehen ihre Namen nicht selten vor Bischöfen, deren Reichsfürstenstand 
nicht dem geringsten Zweifel unterUegt. So unter Kaiser Friedrich I. Gerung am 3. Aug. 1157 
vor den Bischöfen von Würzburg und Hildesheim, am 21. Juni 1170 vor dem B. von Münster, 
Martin am 4. Mai 1173 vor dem B. von Brixen, am 29. Juli 1179 vor den BB. von Münster, 
Osnabrück und Verden, am 16. Nov. 1180 vor dem B. von Osnabrück, unter K. Heinrich VI. 
Dietrich am 29. Jan. 1194 vor denBB. von Regensburg, Verden, Freisingen und Passau , unter 
K. Friedrich H. Heinrich im Aug. 1238 vor den BB. von Worms und Passau u. s. w. 

Die Urkunden K. Friedrichs H. vom 22. März 1233 und Mai 1232 (S. 89 und 101), in 
welcher die Bischöfe als principes dilecti bezeichnet werden, sind in der vorhegenden Fassung 
unächt; aber gegen die K. Adolfs vom 27. Aug. 1292, wo Withego IL princeps karissimus (S. 239), 
K. Karls IV. vom 12. Dec. 1372, wo Conrad IL princeps devotus dilectus, K. Friedrichs IV. vom 
28. Jan. 1475, wo Dietrich HI. von Schönberg „erwirdiger fürst" genannt werden, kann ein Be- 
denken nicht erhoben werden. Dass den Bischöfen in Kaiserurkunden durchgängig das Prädicat 
y^erabilis, (S. 24. 27. 45. 51 u. ö., vgl. Ficker a. a. O. I. S. 148) beigelegt wird und K. Frie- 
dridi IV. am 11. Oct. 1464 den B. Dietrich IH., am 13. Mai 1490 den B. Johann VI. mit den 
Regalien belehnt (Chmel regesta H. p. 775. no. 8558) ist gleichfalls zu beachten. Ein grösseres 
in sich mehr oder weniger abgeschlossenes Territorium besassen die Bischöfe allerdings nicht, 



XIX 

und welche Bewanduiss es mit der 1144 und 1206 (S. 51. 71) erwähnten Abgrenzung der Mark 
und des Bisthums, mit den voigteilichen Rechten des Markgrafen u. and. habe, muss eingehen- 
deren Untersuchungen überlassen bleiben, da hier nur einzelne Andeutungen zur Anregung 
weiterer Forschung gegeben werden können. 

Dass einzelne Bischöfe, wie Bruno II., Withego I. u. And. auf Ausdehnung ihrer welt- 
lichen Machtstellung bedacht, dabei auch äusserem Gkmze nicht abgeneigt gewesen, erkennt man 
deutUch aus einer grösseren Anzahl von Urkunden. Als gegen das Ende des 12. Jahrh. , um nur 
Eines zu erwähnen, am markgräflichen Hofe Ministerialen mit den Würden des Marschalls, Kam- . 
merers, Truchsessen und Schenken bekleidet erscheinen, finden wir sofort dieselben Aemter auch 1 
im bischöflichen Haushalt. Die Vesten Stolpen, Mügeln, Nossen, Würzen bedurften zu ihrem ' 
Schutze einer Besatzung, deren Befehlshaber capitaneus genannt wird; die Zahl der bischöflichen 
im Kriegsfalle zum Zuzug verpflichteten Vasallen und Lehnsleute war nicht gering; gleichwohl 
bedurften die Bischöfe bei ausgebrochenen Fehden, wie z. B. 1305, als Stolpen überrumpelt und 
genommen worden (S. 267), die Hilfe von Bundesgenossen, deren Dienste Geldopfer forderten 
(S. 309). Selbst der Reichsgewalt scheinen die Bischöfe zu bewaffneter Hilfsleistung verpflichtet 
gewesen zu sein; wenn aber Kaiser Ludwig IV. im J. 1331 von dem Bischof zu Meissen 30 
Gehamischte (galeatos) zum Zuge gegen Brandenburg fordert (Oefele, rer. Boicar. scr. I. p. 764), 
und der Herzog Rudolf von Sachsen und der Landgraf von Hessen jeder auch nur 30 Mann zu 
stellen haben, so war die an den Bischof gestellte Forderung doch wohl etwas hoch; der drin- 
genden Aufforderung K. Friedrichs IV. an B. Dietrich vom 28. Jan. 1475 bei Strafe der Acht 
persönlich in Cöln mit seinen Mannen zu Ross und zu Fuss, mit Wagen und Kricgsgeräth zu 
Anfang März zu erscheinen , um an dem Zuge nach Burgund Theil zu nehmen, scheint der hoch- 
bejahrte Bischof nicht gefolgt zu sein. 

Das Münzrecht der Bischr)fe ist vielfach bezweifelt worden und eine kaiserliche Verleihung 
darüber nicht vorhanden. Dass sie aber dasselbe im 13. Jahrhunderte ausgeübt haben, kann 
nicht mehr geleugnet werden , seitdem eine Zahl von mehr als 50 unter sich im Stempel verschie- 
denen einseitig geprägten bischöflichen Denaren nach und nach aufgefunden worden, die weder 
Merseburger noch Naumburger Gepräges sind, und daher nirgend anders als in Meissen entstanden 
sein können. Einige dieser Bracteaten werden auch durch die in wenigen Anfangsbuchstaben 
bestehende Umschrift als Meissner bestätigt (vgl. v. Posem-Klett, Sachsens Münzen im Mittel- 
alter I. S. 234—46). Da nun in den uns vorliegenden Urkunden nur von der Silberausbeute, 
vom Münzrecht der Bisch(')fe erst durch einen erschlichenen Zusatz im J. 1372 die Rede ist, 
dürfte die Sachlage folgende sein. 

Die Entdeckung von Silberadem auf bischöflichem Gebiet bei Scharfenberg unfern Meissen 
im zweiten Zehent des 13. Jahrhunderts veranlasste einen Streit des Markgrafen mit dem Bischof 
Bruno II., indem ersterer innerhalb der Markgrafschaft das alleinige Recht beanspruchte, edle 
Metalle auszubeuten. Da diesen Anspruch durchzusetzen unmöglich war, scheint man mit der 
Forderung des Zehntens sich begnügt zu haben, auf welchen Markgraf Friedrich der Freidige 
am 25. Aug. 1294 (S. 245) ausdrücklich verzichtet. Die Urkunden K. Friedrichs IL vom 22. März 
1223 (S. 89), auf welche die letztgenannte sich zu beziehen scheint, und vom Mai 1232 (S. 101) 
die durch mehrere willkürliche Zusätze erweitert (S. 101 Anm.), durch K. Karl IV. 1372 bestä- 
tigt wurde, sind in der Form, in der sie auf uns gekommen, unzweifelhaft unächt; ihr Vorhanden- 
sem beweist aber, dass die Bischöfe auf das Berg- und das Münzrecht besondem Werth gelegt, 
die Markgrafen dagegen Widerspruch erhoben haben. Das Münzrecht ist den Bischöfen vom 
Reiche bis 1372 nie ertheilt worden; der in der falschen Urkunde K. Friedrichs U. vom J. 1232 
damals unter andern eingeschobene Zusatz „quod monetam auri vel argenti ipse (episcopus) suique 
successores cudi facere valeant et fabricari" ist ohne Folgen gewesen. Wenn dessenungeachtet 
im Laufe des 13. Jahrhunderts Münzen mit den Bildnissen der Bischöfe ausgegangen sind, so kann 
diess nur mit Benutzung der verhältnissmässig geringen Erträgnisse des ihnen zustehenden Scharfen- 
berger Bergbaues geschehen sein, da fremdes Rohsilber aufzukaufen und ausprägen zu lassen 



XX 

ihnen auf keinen Fall gestattet war. Berg- und Münzrecht waren in älterer Zeit eng verbunden; 
da das erstere ihnen zustand, massten sie das letztere sich an, und in den politischen Wirren des 
13. Jahrhunderts gelang es ilmen sich hierin zu behaupten. In der Ausdehnung, in welcher die 
Bischöfe von Merseburg und Naumburg, die durch besondere kaiserliche Verleihung das Münz- 
recht besassen, dasselbe ausübten, ist in Meissen nicht geprägt worden und bemcrkenswcrth dabei, 
dass die Mehrzahl der bischöflich Meissnischen Bracteaten sich durch eine gewisse Rohheit in den 
Vorstellungen auszeichnen zum deutlichen Beleg, wie wenig geübt die Formschneider waren. Als 
um das J. 1310 das alte Münzsystem aufgegeben wurde und zweiseitige Groschen geprägt wurden, 
erlosch die Thätigkeit der Meissn. Münzstätte; nicht einmal kleinere Silbermtinzen (Heller), wie 
in Merseburg und Naumburg, sind hier geprägt worden. 

Die Grenzen des bischöflichen Sprengeis kennen wir mit Sicherheit nicht. Wir wissen 
bis jetzt nur, dass diese 981 nach zeitweiliger Aufhebung des Bisthums Merseburg wesentliche 
Verändenmgen in der Muldengegend erfahren und dass dann wiederholt Grenzstreitigkeiten mit den 
Bischöfen von Lebus (S. 100, 1G7, 178), von Brandenburg (S. 106, 178) und von Prag (S. IIÜ), 
mit den Erzbischöfen von Magdeburg einige gütliche Ausgleichungen desshalb stattgefunden haben. 
Alles diess und insbesondere die Oberlausitzer Grenzurkunde vom 7. Mai 1241 (S. 109 ft.) bedarf 
noch einer genaueren Erforschung, bevor es möglich sein wird, eine einigermassen richtige Diöcesan- 
karte, wie es wünschenswerth ist und beabsichtigt wird, am Schlüsse des Urkimdenbuchs zu Hefem. 

Die dem Bischof beigegebenen Geistlichen bildeten ursprüngUch ein Monasterium, wohnten 
und speisten gemeinschaftlich auf Kosten der Kirche und des Bischofs, als des Vertreters und Nutz- 
niessers des Kirchenvermögens. Schon 1046 aber treten von einander geschieden Verleihungen 
ein von Einkünften zum Vortheil des Bischofs (in servitium episcopo, S. 28) und dann zum Lebens- 
unterhalt der Stiftsgeistlichkeit (der Brüder, fratribus dco servientibus ad complendum eorum 
stipendiarium victum, S. 29 fi".), 1063 wird bereits die Verwaltung einer ansehnlichen Stiftung 
dem Vorgesetzten der letzteren (praepositus confratrum, S. 32) übergeben. So wurden schon im 
11. Jahrh. die Besitzungen und Einkünfte der Kirche, des Bischofs und der geistlichen Brüder 
von einander unterschieden , und da Letzteren auch eigenes Vermögen zu besitzen gestattet war, 
das gemeinschaftliche Zusammenleben und die damit verbimdcne Einschränkung aber unbequem 
wurde, bezogen die geistlichen Herren, seit der Mitte des 12. Jahrh. canonici genannt, weil sie 
nach den Vorschriften der canones, nicht in der Weise der Mönche (monachice, regulariter) lebten, 
eigene Wohnungen (Cuiien) , und die alte Disciphn hörte auf. Indem man für die Besorgung des 
Gottesdienstes durch die Annahme von Priestern Erleichterung sich zu verschaffen suchte, entstand 
eine zweite Classe von Stiftsgeistlichen , die den Namen vicarii — in zwei Ordnimgen , perpetui 
und temporales — erhielten; viele Domherren waren oft auf längere Zeit abwesend. Selbst die 
Seelsorge in Meissen imd dessen Umgegend bis auf die Dienerschaft der Domgeistlichen wurde 
in Folge dieser Zustände (pro negUgentiis ft-atrum nostrorum) dem vom B. Dietrich 1205 gestif- 
teten Afi-akloster überwiesen. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts war die Zahl der Vicare bei 
der Domkirche auf 56 gestiegen. Seitdem die höhere Stiftsgeistlichkeit eine Corporation mit 
eigenen Rechten bildete, traten fort und fort eine Reihe von Conflicten mit der bischöflichen Ge- 
walt (schon um 1185, S. 61 f.) und dann Streitigkeiten der Mitgheder des Capitels unter einander 
ein, die trotz öfter erneuerter Statuten und Vergleiche immer von Neuem ausbrachen. Recht 
deutlich erkennt man aber dabei auch in Meissen die Richtigkeit der Aeusserung des alten treuen 
Dieners des B. Raban von Speier (14. Jahrh.) Hans von Gemmingen „wann die Domherren all- 
wegen darnach stunden, dass sie meister und herren gerne weren und ein bischof nit, und ir liet 
müste singen" (Mone, Zeitschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins XI. S. 194). 

Die Zahl der Domherren lässt in der altem Zeit sich nicht bestimmen, im J. 1216 (S. 80 f.) 
werden 13, 1227 (S. 96) 15, 1305 (S. 265) 10, 1354 (S. 390) 17 als anwesend genaimt; nach der 
Bestimmung von 1307 soll das Capitel aus 14 bestehen, von welchen nur 4 Priester, 5 Diakonen 
und 5 Subdiakonen sind (S. 270), und hiemach wird 1311 (S. 276) die Zahl der Obedienzen für 
die Domherren auf 14 festgestellt. Sie ergänzten sich durch Wahl der Aufzunehmenden (S. 158), 



XXI 

und eine päbstliehe BuUe vom J. 1254 (S. 144) sollte hierin vor Belästigungen sie schützen; 
Anwartschaften auf den künftigen Eintritt (Expectanzen) werden schon 1309 (S. 275) erwähnt. 
Indessen dem Erzbischof stand durch päbstliehe Verleihung das jus primariarum precum zu 
(S. 274), die Fürbitte (rogatio) des Bischofs war aus Ehrerbietung zu berücksichtigen (S. 269), 
von Seiten der Markgrafen wurden Domherren öfter zu dem wichtigen Amte des Protonotars (Ganz- 
lers) berufen, oder dieser, wenn er nicht bereits Domherr war, als solcher aufgenommen (S. 274), 
auch wohl zu diesem Behuf eine neue Pfründe gestiftet (S. 330), zur Unterstützung eines zur 
Auftiahme Empfohlenen bis zu dessen Eintritt in den Genuss einer vollen Präbende ein Zuschuss 
gezahlt (S. 133). Die Probsteien der CoUegiatstifter Würzen^ Budissin und Zschcila- Grossenhain, 
dann die Archidiaconate in Nisan und der Niederlausitz waren stiftungsgemäss von Alters her mit 
Domherrenstellen in Meissen verbunden, einzelne Domherren waren aber noch Mitglieder der Ca- 
pitel zu Mainz, Magdeburg, Merseburg, Naumburg, Breslau, Posen und Würzburg, der Domherr 
Nicolaus 1205 als Abgesandter der Aebtissin von Quedlinburg in Rom (S. 75), als ein besonders 
brauchbarer Mann später in Diensten des Kaisers Friedrich IL (S. 82), der Domherr Hermann 
von Leisnig Capellan der Königin Kunigunde von Böhmen (S. 120), der Probst Bernhard von 
Camenz, später Bischof, 1281 ff. Canzler des Herzogs Heinrich von Schlesien. 

Bei der Aufiiahme entschied in älterer Zeit nicht eine bevorzugte Herkunft, Priestern aus 
dem Bürgerstande war der Eintritt in Domcapitcl nirgends versagt. Da aber Söhne dieses Standes 
seltener wissenschaftlichen Studien sich widmeten, errang seit dem Ende des 13. Jahrhunderts nach 
und nach der Adel den Vorzug, und wie seitdem oft beklagt wurde, nicht BefiUügung, sondern 
Geburt, Gunst und noch andere Wege öflueten vorzugsweise die Thüren in die Säle der Capitel, 
die dagegen erlassenen Anordnungen verschiedener ConciUcn wurden nicht befolgt. So war es auch 
in Meissen dahin gekommen, dass das Decret vom 12. Febr. 1350 (S. 369 ff.) unter 14 Domherren 
nur 5 eigenhändig unterschrieben, in den Unterschriften des Testaments des B. Joliann vom 1. Juli 
1358, das am Anfange des 2. Bds. mitgethcilt wird, von 13 Mitgliedern des Capitcls 5, unter ihnen 
der Probst, der Cantor und der Archidiakon von Nisan ausdrücklich erklären lassen, sie seien 
des Schreibens unkundig (quia scribere non potui). Wenn nun seit 1205 öfter Domherren mit dem 
Ehrenprädicate magister vorkommen, so sind in jener Zeit darunter schwerlich auf einer Universität 
Promovirte, sondern Männer zu verstehen, die' einige wissenschaftliche Kenntnisse sich erworben 
hatten. Die ersten mit einer akademischen Würde bekleideten Domherren in Meissen sind um 
die Mitte des 14. Jahrh. der I^eibarzt des Markgrafen Friedrich des Ernsthaften Nicolaus von Gogh 
(professor medicinae S. 366, in medicina magister S. 390 u. ö.) und Nicolaus Ebirhardi decret orum 
doctor (S. 373 u. ö.), die nun aber auf Grund ihrer Kenntnisse auch bald in die obem Stellen 
einrückten. 

Die Einnahmen der Domherren waren keineswegs glänzend (S. 377) und desshalb 
mehrere Pfarreien ständig oder zeitweilig mit Stellen im Capitel verbunden, so Altmügeln 
(S. 251, 325), Dohna (S. 390), Dresden (S. 294, 346, 407), Düben (S. 269), Göda (S. 377, 407), 
Kötzschenbroda (S. 414), Löbau (S.390), Mitweida (S. 317, 377, 407), Nossen (S. 325), Zschaitz 
(S. 251 , 377) u. and. , doch sollten die Inhaber derselben ihren wesentlichen Aufenthalt in Meissen 
nehmen (S. 269) und die Pfarreien durch einzelne mit einem liinreichenden Einkommen versehene 
Vicare verwaltet werden. Dabei darf man aber freilich auch nicht übersehen, dass einzelne Dom- 
herren nicht geringe Ansprüche und in ihrer häuslichen Einrichtung und Lebensweise einen Auf- 
wand gemacht zu haben scheinen, der den sonst bescheidenen Verhältnissen der Zeit nicht ent- 
sprechend war. Wenn B. Bruno II. nach langjäliriger Wirksamkeit 1228 einen Ruhegehalt von 
40 Mark baar und 10 — 12 Mark in Naturaleinkünften empfiingt (S. 99), so muss es auffallen, dass 
dem Domherrn Alexander, der zugleich Capellan des Markgrafen Heinrich und Pfarrer zu SchmöUn 
im Altenburgischen ist, weil er seiner edlen Herkunft und der Landessitte gemäss nicht anständig 
auskommen könne, 1245 in einer päbstlichen Bulle (S. 118) zugestanden wird, noch mehrere geist- 
liche selbst mit Seelsorge verbundene Aemter zu übernehmen, bis sein jährliclies Einkommen auf 
80 Mark Silber (bei dem damaligen Nonnalpreise des Meissner Scheffels Weizen von 26 Ngr.!) 

COD. DIPL. lAX. II. 1. C 



xxn 

sich erhöht hat. Ein für die Culturgeschichte in mehrfacher Hinsicht interessantes Document ist 
nächstdem das Testament des Domherrn Dietrich vom 18. Jan. 1299 (S. 257 ff.), was einen Einblick 
gewährt in den damaligen Hausstand eines wohlhabenden geistlichen Herrn, der überdies noch in 
einem hier nicht aufgenommenen zweiten Testamente das Hochstift Merseburg mit Stiftungen 
bedachte. 

Provinzial-Concilien des Erzbischofs von Magdeburg und seiner Suffraganen, noch 1163 
capitulum genannt (S. 57), fanden öfter statt; es sind jedoch über deren Beschlüsse, da Neues nicht 
aufgefunden wurde und die bis jetzt bekannten auf Meissen speciell Bezügliches von grösserem 
Umfange nicht enthalten, darüber Mittheilungen in diesem 1. Bde. nur beiläufig gemacht worden 
(S. 247). Wir lernen sie hier vorzugsweise nur aus verschiedenen bei dieser Veranlassung unter 
Mitwirkung Meissner Bischöfe gemachten Verleihungen und durch einige Indulgenzbriefe kennen. 
Diöcesan-Synoden wurden häufig, vielleicht jährlich, jedoch nicht an festgestellten Tagen, 1257 
gegen Ende Jan. (S. 149 f.), 1284 Ende Febr. (S. 207), 1326 um Trinitatis (synodus benedicta, S. 321) 
1332 Mitte Oct. (synodus Lucae, S. 335) u. s. w. gehalten; das Ausbleiben der zum Erscheinen 
ven>flichteten Geistlichen war mit Excommunication bedroht. Bemerkenswerth ist hier, nament- 
lich auch durch die Beziehung auf Novatian, die Excommunicationssentenz von 1257 (S. 149 f.) 
gegen den Domherrn Mag. Gerhard de Foresto, der auf Empfehlung des Markgrafen Heinrich 
des Erlauchten 1250 in das Capitel aufgenommen worden (S. 133), und gegen Mag. Heinrich von 
Kirchberg, wahrscheinlich den in jener Zeit berühmten Itechtsgelehrten und Philosophen, dem 
Nik. von Bibera sein für die Geschichte Thüringens und Meissens höclist werthvolles Gedicht 
(Carmen historicum occulti autoris, zuerst bekannt gemacht von C. Hofier in den Sitzungsberichten 
der kais. Akad. d. Wiss. Bd. 37. 1861. S. 163—262) gewidmet hat. — Wiederholt erschienen in 
Meissen päbstliche Legaten mit dem Auftrage die kirchlichen Zustände zu prüfen (so 1220, S. 84; 
1252 S. 137 u. ö.), allgemeine Kirchenvisitationen innerhalb der Diöcese wurden 1244 (S. 116 — 18) 
und 1318 (S. 298 f.) angeordnet. 

Drückend waren die Abgaben der Bischöfe und Geistlichkeit an die römische Curie, wie 
man überhaupt, wenn man die von den Besitzenden jährlich aufzubringenden Leistungen an Geld, 
Getreide etc. mit den localen und Zeitverhältnissen genauer vergleicht, es kaum begreiflich findet, 
wie Einzelnen und Corporationen es möghch geworden den aufgelegten Verpfiichtungen gerecht 
zu werden. Es gilt dies von Hohen und Niedem im geistlichen und Laienstande. Unser Urkunden- 
werk wird zahlreiche Belege für diese Behauptung darbieten und schon der vorliegende Band ist 
reich an solchen. Dass bei eingetretenem allgemeinen Misswachs, Kriegs Verheerung , Hagel etc. 
den Veri)fiichteten es sehr schwer wurde den geordneten Zehnten zur bestimmten Frist zu gewähren, 
liegt auf der Hand ; aber es musste dies unweigerlich geschehen und der Rentmeister, der an die 
geistlichen Herren den festgestellten Betrag abzuliefern hatte, verlor bei einer Säunmiss von vier 
Wochen unbedingt sein Amt (S. 190 f.). Die Inhaber der 14 Obedienzen im Hochstift hatten ohne alle 
Rücksichtnahme auf Elementar- und sonstige Schäden 438 Scheffel guten Weizen und 240 Scheffel 
guten Roggen (bonum et electum) jährlich an die Stiftsbäckerei in zwei Terminen zu liefern; die 
Versäumniss von vier Wochen war mit dem lebenslänglichen Verluste der Obedienz bedroht 
(S. 278). Das tägUche Bedürfiiiss und das stiftungsgemäss zu gewährende Almosen an Brot und 
Mehl forderte diese Strenge. Dass man nun bei dem Eintritt allgemeiner Calamitäten in Leistung 
der von Rom gebotenen Abgaben weniger exact war, ist wohl erklärlich. Die Jahre 127G ff. waren 
Jahre des Misswachses und grosser Theuerung (vgl. S. 185 u. a.). Mit dem päbstlichen Zehent- 
sammler war 1275 ein Abkommen getroffen und der Zehnten in Geld verwandelt worden (S. 184). 
Allein B. Withego, der zu Aufrechthaltung des erst 1272 mit den damaligen Herren des Landes 
Budissin, den Markgrafen von Brandenburg dort festgestellten Friedens schon wieder 1276 50 Mark 
denselben zu zahlen genöthigt gewesen (S. 175, 187), überdies die Kosten des damals begonnenen 
Baues der Domkirche zu bestreiten hatte, scheint bei dem allgemeinen Nothstande in der Zahlung 
an Rom säumig gewesen zu sein. Da erfolgt im Sept. 1277 dessen Excommunication, die im Oct. 
1279 erneuert wird (S. 192) , allerdings aber eine besondere Bedeutung schwerlich erlangt haben 



xxin 

kann, indem schon am 8. Jan. 1281 derselbe Withego von einem päbstlichen Nuntius beauftragt 
wird, den gegen den B. von Merseburg und den Erwählten von Naumburg ausgesprochenen Bann zu 
verkündigen. Im J. 1285 erfolgt eine neue diesmal ziemlich derbe Aufforderung zur Leistung 
des päbstUchen Zehntens und vor Allem einer Abschlagszahlung von 30 Mark (S. 208), eines 
Betrags, der damals hinreichte um drei Domvicare zu besolden. — Wie bedeutend aber die Summen 
waren, welche von dem Stifte Meissen, das im Yerhältniss zu andern im südlichen und westlichen 
Deutschland auf keinen Fall zu den reich dotirten gerechnet werden konnte, verlangt wurden, 
bezeugt noch eine im Domarchiv zu Brandenburg uns erhaltene Urkunde vom 1. März 1372, in 
welcher ein päbstlicher Legat, dem vom P. Gregor XL eine tägliche Auslösung von 15 Goldgulden i ^ 
(4OV2 Thlm.) zugestanden war, vom B. in Meissen 700 Goldgulden (gegen 1900 Thlr.) empfangen 
zu haben bekennt. 

Indem wir anderes in kirchlicher Beziehung Beachtenswerthe übergehen, theilen wir nur. 
noch Einiges mit zur Andeutung dessen, was dieser 1. Bd. zur Geschichte der Liturgik bietet. 
Den hochsinnigen, von den Zeitgenossen wegen seiner Eigenschaften und Leistungen vielfach 
belobten Fürsten Markgraf Heinrich den Erlauchten, der bereits als Liederdichter uns bekannt ist, 
lernen wir hier auch als Musikverständigen kennen, indem er Theile der heil. Messe, das Kyrie 
eleyson und Gloria in excelsis deo mit neuen Melodien zur Benutzung für die Geistlichen seiner 
Capelle versehen hat. Ueber den Boten Heinrichs, der 1252 dem P. Innocenz IV. diese Com- 
positionen überbrachte, berichtet Nik. von Bibera in seinem Carmen historicum (a. a. O. S. 206 f.); i a»^//. 
in der nur in den Regestenbüchem des Vaticanischen. Archivs uns erhaltenen Bulle vom 23. Jan. 
1253 wird aber gesagt, der Pabst habe sie singen lassen, finde sie angemessen und wohlklingend, 
den musikaUschen Gesetzen entsprechend (cantum deo gratum et hominibus accei)tum invenimus 
— music ae regulis non artatur), und gebe daher der gesammteu GeistUchkeit in den Landen 
Heinrichs die Erlaubniss, dieser Compositionen sich bei dem Gottesdienste zu bedienen. Dass sie 
auch ausserhalb der fürstlichen Capellen benutzt worden, kann einem Zweifel kaum unterliegen, 
und desshalb wiederholen wir hier den 8^143 ausgesprochenen Wunsch. — Ueber Einrichtung des 
Gottesdienstes, zuweilen mit Bezeichnung der einzelnen dabei zu singenden Hymnen ist iifter 
die Rede (vgl. 1291 S. 232 u. s. w.); aus einer Stiftung zu Erhöhung der Feier der täglichen 
Messe (S. 148 f.) erfahren wir Einiges über rituelle Einrichtungen. Zu Bestreitung der Kosten 
dieser Messe wurden nach jetziger Rechnung ungefähr 33^ 1^ Thlr. jährlich angewiesen, von welchen, 
da vier Schüler zum Tragen von brennenden Kerzen und Rauchfässern gebraucht werden, 5*/i5 Thlr. 
zu Verbesserung der Schule und der nothigen Bücher, 3^/3 Thlr. dem Kirchner für Kohlen und 
Anbrennen desselben bestimmt sind , der Rest aber zu Weihrauch , Wachs u. s. w. verwendet wer- 
den soll (vgl. S. 278). Zu Beschaffung der Oblaten für sämmtliche Altäre der Domkirche werden 
im J. 1342 3 Thlr. 2^j^ Ngr. jetziger Währung auf einem Garten in Niederfähre angewiesen, eine 
Geldsumme, die dem damaligen mittlem Preise von 3V4 Scheffeln Weizen ziemlich genau entspricht, 
und es wird dabei angeordnet, dass die Oblaten gut und mit einem heiUgen Zeichen versehen 
(bonae et depictae) sein sollen (S. 360). — Wenn der Bischof selbst Messe las, mussten Domherren 
in Person ministriren. An den fünf hohen Festtagen, Ostern, Pfingsten, Weihnachten, Maria Himmel- 
fahrt und Fest des Schutzheiligen Donatus hatten die vier Domherren, welche Priester waren, 
die Verpflichtung Messe zu lesen , an andern hohen Festtagen konnten zu dem Dienst am Hochaltar 
zwei höhere Vicare zugezogen werden , ein Diakon und ein Subdiakon aus der Zahl der Domherren 
mussten dabei ministriren (S. 270 f.). — Zu Herstellung und Ergänzung der im Kirchendienst 
nothwendigen Talare, Messgewänder, Weihrauchfässer wurde 1246 (S. 123) bestimmt, dass die 
aus der niedem in die höhere Ordnung aufrückenden Domherren die ersten nach Ablauf des 
Guadenjahres ihnen zukommenden zwei Mark Silber abzugeben haben. Geschmackvolle bischöf- 
liche Insignien (Infiil, Stab und Ring von Gold, mit werthvoUen Steinen besetzt) hatte derritter- i 
liehe und fromme König Pfemysl Otakar U. von Böhmen (1254 — 1278) geschenkt. Um das ' 
Hochstift vor Verlust derselben zu schützen, wahrscheinlich auch um eingerissenen Misbräuchen 
zu begegnen, fassten Bischof und Capitel 1354 den Beschluss, dass diese Insignien fortan in der 



I 



XXIV 

Domkirche selbst unter dem Verschluss des Schatzmeisters (dieser Name, thesaurarius, kommt 
um diese Zeit zum erstenmale vor) aufbewahrt werden sollen, der Bischof sie bei grösseren Solen- 
nitäten, wenn er wolle, benutzen könne, ausserhalb der Domkirche aber nur geliehen werden 
dürfen, wenn derselbe zu besonderen FestUchkeiten an fürstliche Höfe, als Krönungen, Taufen, 
Gevatterschaften u. ähnl. eingeladen worden auch vorher hinreichende Bürgschaft geleistet und 
das Versprechen gegeben habe, so schnell als möglich sie zurückzustellen (S. 413 f.). Einmal 
im Jahre, und zwar bei der Procession in der Bittwoche (in rogationibus, zwischen den Sonntagen 
Rogate undExaudi) müssen die geistlichen Herren unbeschuht (discalciati) erscheinen, doch kann 
der Decan aus zureichendem Grunde (rationabili causa) davon dispensiren (S. 271). 

Mehrere Kirchenfeste, die man in Folge der Anordnung solennen Einlautens und der Ab- 
haltung von Vigilien zu den höheren zählte, wurden durch Stiftungen von Geistlichen und Laien 
nach und nach eingeführt — 1160 die Festtage des Johannes ante portam latinam am 6. Mai, der 
Maria Magdalena, des h. Dionysius und seiner Genossen, des h. Gregor (S. 54), 1268 der h. Mar- 
garetha (S. 165), 1269 des h. Andreas (S. 166), 1272 des h. Franciscus (S. 172), 1313 des h. 
Martin (S. 288), 1319 der h. Dreieinigkeit (S. 307), 1338 der 11000 Jungfrauen (S. 350), 1356 
des h. Bartholomäus (S. 424) — aber in der Regel dabei auch Geldzinsen angewiesen, von welchen 
nach Abzug der an gewisse Kirchendiener, die Schüler und das Hospital zu zahlenden Beträge 
zwei Theile die Domherren, einen die Vicare erhielten und unter sich an diejenigen gleichmässig 
vertheilten, welche bei den Vigilien und den geordneten Messen persönlich anwesend gewesen; 
Abwesende erliielten nichts. In gleicher Weise wurde hinsichtlich der zahlreichen Stiftungen von 
Seelmessen verfahren , und es war die in verschiedenen Fällen Domherren und Vicarien angedrohte 
Ausschliessung von dem Besuche der Kirche (ab ingressu ecclesiae) um so empfindlicher, weil 
sie solchenfalls keinen Antheil hatten an dem verhältnissmässig nicht unbedeutenden Accidential- 
Einkommen (praesentialcs obventiones). Für das Lesen einer Seelmesse wurde im 13. Jahrhundert 
(1239, S. 107; 1288, S. 222; 1298, S. 253) dem Vicar 1 Denar (14 Pf.) gewährt, was nach dem 
heutigen Geldwerthe, wenn man die mittlem Roggenpreise als Norm dabei annimmt, die jetzt 
nahezu um das Fünffache höher sind als damals, etwa 7 Ngr. betragen würde. — Zu dem 
Bemerkenswcrthen gehört sodann, dass als das Augustiner- Chorherrenstift auf dem Petersberge 
bei Halle den Bischof und das Capitel 1246 in seine geistliche Brüderschaft aufnahm (S. 124), 
letzterem zugesichert wurde, dass nach eingegangener Nachricht von dem Ableben eines Meissner 
Domherrn dort mit den Glocken geläutet und 30 Tage lang Vigilien und Seelmessen begangen 
werden sollen, wobei jeder Priester drei Messen zu lesen hat, während die übrigen Chorherren 
einzelne Psalmen singen, jeder Laienbruder hundertmal das Pater noster und die im Stifte sich 
auflialtenden Laienschwestem einzelne Psalmen hersagen. Fast scheint es, als ob hier schon ein 
Trauerläuten angenommen werden dürfe, dessen Entstehung gewöhnUch in eine erheblich spätere 
Zeit gesetzt wird, und charakteristisch ist sodann der Unterschied in der Betheiligung der Laien- 
brüder und der wie es scheint bevorzugteren Laienschwestem. — Zu den kirchlichen Maasregeln, 
welche das Treiben der Beguinen nach der Mitte des 13. Jahrhunderts an vielen Orten im westUchen 
Deutschland, Lothringen etc. veranlasste, tritt hier ein in der Meissnischen Diöces publicirter 
Beschluss des Magdeburger Provinzialconcils vom J. 129ö hinzu, worin ernstlich angeordnet wird, 
dass die Beguinen in den gewöhnlichen Parochialverband gehören und den Pfarrern ihrer Wohnorte 
kirchlichen Gehorsam leisten, diesen also auch beichten sollen, wie denn überhaupt Niemand zum 
Genüsse des heil. Abendmahles von einem Pfarrer zugelassen werden dürfe, der ihm nicht vorher 
gebeichtet habe. 

Der Herausgeber achtet es für seine Aufgabe darauf hinzuweisen, wie mannichfaltig der 
Stoff ist, d<;n schon eine Anzahl von nicht vollen 500 Urkunden darbietet, und dabei zugleich 
einige der Gesichtspuncte anzudeuten, nach welchen Urkunden zu benutzen sind, in unserer Säch- 
sischen Geschichte aber bisher nur selten oder gar nicht benutzt wurden. Dabei möge man beachten, 
dass diese Andeutungen nicht für Gelehrte vom Fach bestimmt sind, die selbst recht wohl das 
für bestimmte Zwecke irgendwie Brauchbare und Momente herausfinden, die hier nicht berührt, von 



XXV 

dem Herausgeber selbst vielleicht gar nicht erkannt worden sind, sondern dass in weitem Kreisen 
Freunde der vaterländischen Geschichte auf eine Reihe von Gegenständen des öffentlichen, des 
kirchlichen und des socialen Lebens aufmerksam gemacht werden sollen, deren historische Ent- 
wickelung vorzugsweise Urkunden bezeugen und zu deren willkommenen Verständniss sie führen, 
lieber einige kirchliche Angelegenheiten ist bisher die Rede gewesen; sei es vergönnt, noch auf 
einzelne Functe aus den öffentUchen und socialen Verhältnissen der Vorzeit hinzudeuten, welche 
in dem vorliegenden Bande berührt werden, und deren nähere Kenntniss auch für unsere Tage 
nicht bedeutungslos ist. 

Die Bewohner des Meissner Landes waren nach Unterwerfung desselben theils Slaven, 
theils Deutsche; später kamen Einwanderer aus Franken und Fhindrer liinzu. Ursprünglich in t 
einzelnen Dorfechaften von einander geschieden beseitigte jedoch frühzeitig das Ghristenthum und 
der Farochialverband nahe bei einander gelegener Orte den Unterschied zwischen Slaven und 
Deutschen; die allgemeine Landessprache wurde die deutsche. Ueber diesen Vorgang, der aus 
dem Bedürfhisse der Menschen entsprungen binnen weniger Menschenalter zum Abschluss kam, ;? 
fehlen uns alle Nachrichten, was wahrscheinlich nicht der Fall sein würde, wenn äussere Zwangs- 
mittel, wie behauptet worden, angewendet worden wären. Die Mark Meissen, als Vorhut gegen 
Einfälle in das Land diesseits der Mulde und Saale errichtet, hatte nächstdem die Aufgabe mit 
der Ausrottung heidnischen Unwesens Civilisation zu verbreiten und durch das gemeinsame Band 
der Sprache die weiter nach Osten und Nordosten gelegenen I^ande mit den rückwärts liegenden 
Reichslanden enger zu verknüpfen. Dass am rechten Eibufer, wo die Bevölkerung weniger 
gemischt und vorwaltend slavisch war, dieser Process langsamer von Statten gegangen, mag 
wohl zugestanden, dabei jedoch nicht übersehen werden, dass z. B. schon 1245 von einer Getreide- 
abgabe, welche einige Dörfer bei Göda zu leisten hatten, ausdrücklich gesagt wird, man nenne 
sie gewöhlich (vulgariter) wachcom oder wahtcom (annona ad custodiam S. 120 f.). Vulgaris 
lingua wurde die deutsche Sprache genannt, deutsch durch vulgariter in Urkimden bezeichnet. 
Schon in den ältesten Urkunden für das Bisthum kommen die altsächsischen Worte overcou- 
punga et talunga (968, S. 4; uberchoufunga 970, S. 11; uvarcophunga et talunga 983, S. IG; 
uvarcapunga et talunga 995, S. 21) für Kauf und Zahlung vor (vgl. Jac. Grimm in d. Gott. gel. 
Anz. 1832. IL S. 710 f.). Einzelne slavische Worte, namentlich für Gegenstände des häuslichen und 
Geschäftslebens gingen in die deutsche Sprache über und sind zum Theil in derselben eingebür- 
gert. Die älteste deutsche Urkunde im Königl. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden ist vom 24. Jan. 
1274, im vorliegenden Bande beginnen sie mit dem J. 1305 (S. 265); bis daliin kommen ausser 
den bereitsgenannten folgende Worte der Volkssprache vor: Zip (1154, S. ^), harmescar (1222, 
S. 85), currthema (tabema 1233, S. 103), iardink (1256, S. 149), üpgedinge (1265, S. 166 u. ö.), 
Vorwerk (1269, (S. 166), eldestengwet (ius seniorum 1285, S. 208), vorerben (vererben 1285, 
ebend.), wurfcins (1291, S. 231. 335), niderlage (1291, S. 236), husarme (1298, S. 254) u. a. m.; 
neben dem öfter vorkommenden deutschen Worte vach (1311, S. 276 u. s. w.), das wahrscheinlich 
in der Elbe zum Fischfang aufgestellte Netze bedeutet (ein Fischer in Meissen führt 1354 den 
Namen Wendephach, S. 409), ist noch das skivische geze (böhm. gez) in Gebrauch, das von vach {, 
öfter ausdrückUch unterschieden (1317, S. 317 u. s. w.) die bei den Slaven gewöhnliche Art zu/ 7 
fischen (im Flusse aufgestellte Flechten) zu bezeichnen scheint. 

In Folge der Unterwerfung des Meissner Landes durch die Sachsen war sächsisches 
Recht hier heimisch geworden. Wie für Leipzig bald nach der Mitte des 12. Jahrhunderts Halli- 
sches und Magdeburgisches Recht ausdrücklich als das geltende bezeichnet ist, und den Bürgern 
von Dresden noch im J. 1300 zugesichert wird, dass das Magdeburgische ihnen unverkümmert 
bleiben soll, so genehmigt B. Martin 1185, dass ihrer Wahl gemäss die Forenser zu Löbnitz 
Hallisches Recht, die Colonen dagegen das von Burg haben, und bestimmt, dass Beide vor dem 
nur dreimal im Jahre zu Gericht sitzenden Vogt wegen geringerer Vergehen, Scheltworte, Rauf- 
händel u. s. w. (de remissis verbis vel de inordinato gestu corporis, sive de alia aliqua minori 
indisciplina, Polizeivergehen) belangt werden, wegen begangener Verbrechen aber, wie Strassenraub, 



XX\T 

Diebstahl, Todtschlag u. s. w. (de latrocinio, de furto, de sanguine effuso, de rapiiia et de alia 
his simili violentia) nach dem Banne des Königs gerichtet werden sollen (S. GO), der jedenfalls 
dem Bischof verliehen war. Einwanderern wurde die Beibehaltung ihres vaterländischen Rechts 
zugestanden. So hatten die Flandrer in Kühren ihren eigenen Schultheis (incolarum magister, 
quem scultetum appellant), und von den 18 Hufen, die sie 1154 erhielten, wurden demselben 
2 zehntfrei, 1 der Kirche verliehen, zwei Theile des Ertrags der Gerichtsbarkeit dem Bischof als 
Grundherrn vorbehalten, einer dem Schultheis zuerkannt (S. 53). Die niedere Gerichtsbarkeit 
über einzelne Dörfer und Güter (iudicium parvum) war schon im 13. Jahrhunderte zuweilen in 
den Händen von Privatpersonen, die höhere dagegen (iudicium maiorum causarum, iudicium 
supremum, iudicia maiora: homicidium, rapina, furtum, incendium, stuprum) in der Regel dem 
Bischof vorbehalten (vgl. 1292, S. 238 u. ö.). FreiUch durchkreuzte auch hier zuweilen die 
römische Curie eine gleichmässige gerechte Handhabung der Rechtspflege, indem z. B. um 1200 
ein gewisser Wilhelm, der der Brandstiftung, Kirchenschändung und anderer Verbrechen geständig 
nach Rom gegangen war und dort Absolution erhalten hatte, mit einem Schreiben des päbst- 
liehen Pönitentiars an den Bischof gewiesen wurde, damit dieser untersuche, ob die vier Men- 
schen, die durch ilm ums Leben gekommen, des Todes schuldig gewesen, und mit der Hinweisung, 
dass eine Busse von 40 Jahren und mehr dem Wilhelm auferlegt und derselbe nach Jerusalem 
geschickt werden möge, auch ein Jahr Fasten und darüber ihm bereits erlassen worden sei (S. 65 f.). 

Das Capitel hatte als Corporation in den ihm zustehenden Ortschaften und Gütern die 
Gerichtsbarkeit, wobei der jezeitige Domprobst als Patrimonial- Gerichtsherr erscheint, dem 
Bischof aber, dafern bei der Verleihung nicht eine besondere Bestimmung wegen der hohen 
Gerichtsbarkeit getroffen worden, die letztere zustand. Noch im 13. Jahrhunderte bediente sich 
der Bischof einzelner delegirter Richter (1258, S. 151), im folgenden erscheint zuerst ein Dom- 
herr als Offizial desselben (1322, S. 314); auch dem Gericht der Probstei steht ein Offizial vor, 
der in Streitsachen nach Abhörung der Parteien einen Tag bestimmt, wo er das unter Beirath 
weiser Männer (consilio sapientuni) gefundene Urtel pubUcirt (1327, S. 322; 1337, S. 346; vgl. 1308, 
S. 273) und dann den Kostenbetrag feststellt. Häufig werden Sachverständige zugezogen, und 
die Aussage dieser sowie vereideter Zeugen ist für die Entscheidung in der Regel massgebend. 
In Streitigkeiten der MitgUeder des Capitels unter einander wurden Rechtsgutachten Auswärtiger 
eingeholt, von welchen drei vom J. 1342 im vorliegenden Bande (S. 355 — 59) mitgetheilt smd, ^ 
die von eingehender Kenntniss der römischen, insbesondere der canonischen Rechtsbücher zeugen. 

Schon früher, bald nach der Mitte des 13. Jahrhunderts kommen in einigen hier abge- 
deckten Urkunden Andeutungen von Kenntniss des fremden Rechts vor, woraus wenigstens soviel 
hervorgeht , . dass die Cleriker, welchen die Abfassung derselben übertragen war, gewisse Sätze 
und Formeln der lateinisch geschriebenen Rechtsbücher durch eignes Studium oder aus der 
Praxis sich zu Eigen gemacht hatten. So 1270 titulo pignoris sive hypothecae (S. 168), 1272 
servitiuiu personale et reale (S. 174), 1281 omne commodum et incommodum, quod acciderit vel 
evenerit in captando vel evitando lucro sine dolo et fraude aequaliter sustinebunt (S. 194), 1283 
onnii commento fraudis sive doU remoto penitus et excluso (S. 200); deutUcher noch spricht sich 
die Kenntniss des römischen Rechts in zwei Urkunden vom J. 1291 aus: Renunciantes simpli- 
citer et de piano — omni actioni et suffragio iuris canonici et civilis (S. 232) und: Juris prae- 
cepta praecipua haec noscuntur: honeste vivere, alterum non laedere, ius suum cuique tribuere, 
ut quiete vivant homines et appetitus noxius Umitetur (S. 234). Dass aber in Meissen selbst 
gegen Ende des 13. Jahrhunderts mehrere Werke des römischen und des canonischen Rechts, 
deren Geldwerth damals jedenfalls ein sehr hoher war, bereits im Privatbesitz sich befunden 
haben, bezeugt das schon erwähnte Testament des Domherrn Dietrich vom J. 1299, in welchem 
zwar nur einige in Folio geschriebene Bücher genannt sind, während die Verfügung über die 
Bände in Quart den Testamentsvollstreckern überlassen ist, unter den ersteren sich jedoch 
befinden das Decretum, die Decretales, die Summae Gamfredi (Galfredi de Trano) und BarthoH 
(Bartholomaei Brixiensis), die Casus decretorum et quaestiones (des Benincasa und Barthol. 



xxvn 

Brix.), dann das Digestum vetus, das Digestum novum und der Codex cum summulis (S. 259). 
Die Bekanntschaft mit dem fremden Recht ist hiemach in Mcissen nicht erheblich jünger als 
anderwärts im südlichen und westlichen Deutschland; selbstverständlich aber ist es, dass die 
Beziehungen auf dasselbe häufiger im 14. Jahrhunderte werden; im J. 1354 wird ein Haus in 
Meissen iure enphiotico (emphyteutico) in Erbpacht gegeben (S. 409), im J. 1357 leisten die 
Burggrafen von Meissen Verzicht omni remedio et auxilio iuris ecclesiastici seu imperialis ac 
etiam civiUs, quo contra praemissam donationem verbo vel facto venire possemus (II. S. 7). — 
Zur Charakteristik des Processganges um die Mitte des 14. Jahrhundert ist ein Instrument voll- 
ständig mitgetheilt worden (S. 392 — 406), welches zugleich die definitive Entscheidung eines 
zwischen dem Abt und Convent zu Dobrilugk als Kläger und dem Bischof als Beklagtem meh- 
rere Jahre in Rom anhängigen Processes enthält, womach die Kläger abgewiesen und zu Schaden- 
ersatz und in die Kosten solidarisch vcrurtheilt werden. Mehrere ähnUche Instrumente liegen 
uns vor; wir gedenken jedoch dieselben, da das Verfahren sich im WesentUchen gleich bleibt, 
nur in verhältnissmässig kurzen Regesten zu geben. — Die Gerichtsverhandlungen in Meissen 
fanden in älterer Zeit wahrscheinUch in der Domkirche statt, während des Neubaues derselben 
in der Kirche zu St. Afra (1258, S. 152; 1263, S. 157; vgl. Archiv f. Kunde österr. Geschichtsqu. 
XXIX. S. 53), dann im Kreuzgange der neuen Domkirche (im ambitu 1337, S. 346); Berathun- 
gen wurden gepflogen und Beschlüsse, Käufe und Verleihungen betreffend gefasst 1216 in der 
Domkirche (S. 80), 1233 am Kirchhofe zu Colin (S. 104), in der Margarethencapelle (1263, S. 157), 
im Gegenwart des Markgrafen 1288 am Altar Petri und Pauli in der Domkirche (S. 223), 1333 
im hohen Chor derselben (S. 338), später seit 1342 meist in der CapcUe aller Heiligen (S. 359 
u. ö.), die bis zum J. 1861 das Sessionszimmer des Domcapitels gebUeben ist. 

Auch zur Verfassungsgeschichte und zur Kenntuiss einiger daliin einschlagenden Fragen 
enthält dieser Band mehrere nicht unwichtige Nachrichten, deren nähere Bezeichnung unterlassen 
werden kann, da sie der obengenannte Mitarbeiter Dr. von Posem-KIett in der Schrift „Zur 
Geschichte der Verfassung der Markgrafechaft Meissen im 13. Jahrhundert" (besonders abgednickt 
aus den Mittheilungen der deutschen Gesellschaft zu Leipzig. II. 1. Leipz. 1863.) bereits 
benutzt hat. 

Beachtenswerthe Notizen finden wir zur Geschichte der Armen- und der Krankenpflege, 
in ihnen erfreuUche Zeugnisse zur Erkenntniss und Würdigung des frühzeitig erwachten 
Wohlthätigkeitssinnes. Alle nach dem christUchen Gebot der NächstenHebe im Mittelalter gegrün- 
deten Institute zur Unterstützung Armer und Kranker hatten einen religiösen und kirchlichen 
Charakter, und so war auch in Meissen die Beaufsichtigung der für diesen Zweck gestifteten 
Häuser und einzelnen Spenden der Geistlichkeit übertragen, indem durch sie die Verwaltung 
unter den damaUgen Umständen eine grössere Sicherheit erliielt, wohlfeiler bewerkstelligt und 
zugleich eine heilsame Fürsorge für die SittUchkeit der Armen in Anwendung gebracht werden 
konnte. Unter den Armen unterschied man Hausarme (pauperes inedia oppressi, husarme) und 
Bettler (hostiatim mendicantes, S. 354 u. ö.), und zur Unterstützung derselben, wobei erstere 
(verschämte Arme) zuweilen besonders bedacht wurden, entstanden zahlreiche Stiftungen, nach 
welchen Brot, Mehl oder Geld an gewissen Tagen vertheilt wurden, während die mit diesem 
Geschäft beauftragten Geistlichen unter eine strenge Controle ihrer Obern gestellt waren. Die 
Einkünfte des Dorfes Serkowitz bei Dresden (S. 344 f.), dann ein ansehnUcher Betrag an Ge- 
treide, den das Seifersdorf bei Itadeberg zu Uefem hatte (S. 354 f.), waren unter andern für diesen 
Zweck bestimmt. Daneben bestand seit früher Zeit in Meissen ein Hospital (S. Laurentii), 
dessen Urkunden zur Geschichte der Stadt gelegt worden sind. Dasselbe bezog den zehnten 
Theil von allen bei dem Hochstift geordneten Spenden (S. 80. 165 u. ö.), und stand unter einer 
Oberin und der Controle des Domcapitels. Mit welch unsichtigem Wohlwollen der annen Kran- 
ken gedacht wurde, bezeugt eine Stiftung vom J. 1291, wonach jeden Sonnabend die Oberin 
1 Solidus (16 Vs Ngr.) empfangen soll, damit im Laufe der Woche Kranke ausser dem, was ihnen 
sonst zu gewähren ist, mit Eiern oder andern geeigneten Nahrungsmitteln nach ihrem Bedürfiiiss 



XXVIII 

und nach Maasgabe der Zeit und sonstiger Umstände erquickt werden sollen (S. 235). Die 
ärztliche Hilfleistung lag von Alters her zunächst Geistlichen ob, und heilkundige Priester kom- 
men daher früher und öfter vor, als Acrzte aus dem Laienstande, die dann gewöhnlich Stadt- 
ärzte waren. Ein solcher war Magister Nicolaus in Dresden, 1291 bereits verstorben (S. 230), 
Magister Michael in Meissen 1327 (S. 322); Aerzte geistlichen Standes werden erwähnt Magister 
Hermann 1291 (S. 230), Magister Dietrich (professor medicinae S. 366), Lieibarzt des Mark- 
grafen Friedrich des Ernsthaften, Domherr zu Meissen, dann Scholasticus, 1353 Decan des Hoch- 
stifts, gest. im April 13G7 u. and. 

Doch wir tibergehen Anderes, worauf einzelne der vorliegenden Urkunden aufmerksam 
machen , um noch einige Fragen von allgemeinerem Interesse ausführlicher in Betracht zu ziehen. 
Dahin gehören namentMch die volks^lrthschaftlichen Verhältnisse der älteren Zeit in Meissen, 
für welche ins Specielle eingehende und zuverlässige Vorarbeiten fehlen. Der Herausgeber wagt 
aber den Versuch hierüber nach Anleitung der im vorUegenden Bande enthaltenen Urkunden 
einige Andeutungen zu machen, die hoifentUch als Grundlagen zu eingehenderer Forschung 
wissenschaftlichen Fachmännern sich nicht unbrauchbar erweisen, um so lieber, da sie zugleich 
Zeugniss ablegen für die Wichtigkeit einer kritisch bearbeiteten Sammlung von Urkunden und 
beweisen, wie selbst an und für sich unerheblich erscheinende Schriftstücke in Verbindung mit 
andern schätzbare Resultate zu Tage fordern. 

Das Erste und Wichtigste ist eme möglichst genaue Untersuchung des Geldes in der 
Mark Meissen vorläufig bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts, und des Verhältnisses seines Werthes 
zu der Ilechnun'gsweisc unserer Tage, die in dieser Weise noch nicht versucht worden ist und 
daher eine etwas ausführlichere Auseinandersetzung erfordert. Der Werthmesser aller Gegen- 
stände im Verkehr war nur das Silber, das seit den letzten Jahrzehnten des 12. Jahrhunderts 
einheimische Gruben lieferten; Gold und zwar byzantinische Golddenare werden sehr selten und 
nur bei einigen Gescheuken oder Zahlungen nach Rom und dem heiligen Lande erwähnt. Bei 
höheren Beträgen rechnete man nach Marken, Talenten, Pfunden Silbers (marcae, talcnta, librae), 
die in Urkunden zur Bezeichnung der höchsten Rechnungseinheit neben einander gebraucht wer- 
den und bisher als völlig gleichbedeutend angesehen wurden. So werden allerdings 6 marcae 
(S. 133) bald nachher als 6 talenta (S. 147) bezeichnet, tria talenta seu tres marcae (S. 157) 
erwähnt, talenta und librae (S. 160, vgl. S. 362) nebeneinandergestellt. Die Mark wurde in 
4 Vierdunge (fertones) oder 16 I^th (lotones, loti) getheilt, war aber noch keineswegs ein fest- 
stehendes Münzgewicht zur Bezeichnung des Feingehalts im Sinne der späteren Zeit. Talent 
(Zählpfund) wurde vorzugsweise dann gebraucht, wenn von einer ITieilung in kleinere Beträge die 
Rede war; ein Kauf wurde abgeschlossen nach Marken, die Zinsen aber mit Rücksicht auf die 
hier eintretenden kleineren Nenner in der Regel nach Talenten berechnet. Das Talent zerfiel 
in 20 Schillinge (solidi) zu 12 Denaren (denarii, Pfennigen), 240 der letzteren, die allein nur 
geprägt wurden, bildeten ein Talent, ein liOth war gleich 15 Denaren. Im J. 1264 werden 
3 fertones und 15 solidi als gleichbedeutend angeführt (S. 159), und 1296 Zinsen in Okrylla 
in zwei Terminen zu gleichen Beträgen, Walpurgis mit 3 Tal. 7^1^ Sol., Michaelis mit 3 Mark 
IVa Vierdung berechnet (S. 248). — Das in der markgräflichen Münzstätte in Freiberg und der 
Reichsmünzstätte in Altenburg verarbeitete Silber war so fein, als man es damals zu brennen 
verstand, und kann wohl als nahezu 15lr)thig angenommen werden, auch die Denare der 
geistlichen Herren in Meissen, Merseburg, Naumburg und Pegau sind von jenen im Gewicht 
und Feingehalt bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts nicht erheblich verschieden. Von da an trat 
aber eine wesentliche Verschlechterung ein, die von aussen beeinflusst und durch den thüringi- 
schen Erbfolgekrieg und sonstige Misstände allerlei Art unterstützt im Laude selbst erst mit 
einer durchgreifenden Reform des Münzwesens überhaupt bald nach dem Beginn des 14. Jahr- 
hunderts endete. 

Die Denare waren dünn, einseitig geprägt (Hohlpfennige, Bracteaten) und hatten die 
Grösse unserer Drittelthaler. Sie galten nur ein Jalir, und waren jährlich in den ersten vierzehn 



XXIX 

Tagen nach Maria Lichtweihe {2. Febr.) gegen neue mit einem Aufgeld umzuwechsehi. Dieses 
Aufgeld diente zum Ersatz der Prägkosten (Schlagschatz) und war überdies die Vermögenssteuer 
jener Zeit Die Münzmeister fungirten in dieser Beziehung auch als landesherrliche Steuer- 
einnehmer, und der Handel mit rohem und gemünztem Silber war ihnen ausschliesslich gestattet. 
Neben der Hauptmünzstätte in Freiberg bestanden daher Münzen (monetae) an denjenigen Orten 
des Landes, wo besuchte Märkte gehalten wurden, in Dresden, Grimma, Grossenhain, Leipzig, 
Meissen, Oschatz, dann in Leisnig (der dortigen Burggrafen), in liössnitz (der Burggrafen von 
Meissen), in Pegau (Benedictinerstift), in Plauen (der Vögte), in Strehla (der Bischöfe von 
Naumburg). Dass jedoch markgrafliche Denare ausser in Freiberg geprägt worden seien, ist nicht 
bekannt. Ueberdies waren die Münzstätten, wie mehrere Urkunden beweisen, zugleich Bank- 
institute, in welchen Capitalien niedergelegt und auf welche Anweisungen gegeben wurden zu 
Zahlung von Jahreszinsen. Sie waren in der Regel verpachtet, wie dies damals auch bei Zoll- 
einnahmen durchgängig der Fall war. Täuschungen des öffentlichen Vertrauens durch unerlaubte 
Verringerung des Gewichts und Feingehalts (Schrotes und Korns) waren mit schweren Strafen 
bedroht, und von den Uebelständen, welche in Thüringen, Niedersachsen und Brandenburg durch 
gewinnsüchtige Herren und Pächter einrissen, ist das Meissner I^and verschont gebheben, da die 
bereits erwähnte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts eintretende Aenderung im Aus- 
bringen des Silbers hier nicht so bedeutend war wie dort. 

Zu den UnbequemUchkeiten und Nachtheilen, welche die dünnen leicht zerbrechlichen 
Münzen im Verkehr hatten, kam bei dem damaligen Zustande der Technik noch hinzu, dass die 
einzelnen Denare genau zu gleichem Gewicht herzustellen unmöglich war. Man hielt daher bei 
grösseren Beträgen an dem Gewichtspfund (Mark) fest, wie uns scheint ohne Rücksicht auf die 
Stückzahl der Denare, und sah sich, als eine Verringerung des Feingehalts sowohl wie der Schwere 
derselben eingetreten war, veranlasst nach Marken feinen Freiberger Silbers (arg. boni et 
fini S. 162, arg. fini S. 163, arg. boni et albi S. 164, arg. examinati S. 197, arg. probati Vriber- 
gensis S. 253 u. s. w.) zu rechnen. Dass in der Regel Barrensilber darunter zu verstehen sei, 
ist bei genauer Beachtung der damaligen Verhältnisse nicht wahrscheinlich. Die Annahme, dass 
Mark und Talent unbedingt gleichbedeutend seien, erscheint uns daher der hier erforderlichen 
Genauigkeit nicht zu entsprechen, wenn auch im kleinen Verkehr eine Differenz nicht bemerklich 
gewesen sein mag und selbst noch 1263 eine Mark und ein talentum legalium denarionini als 
gleichbedeutend angesehen werden (S. 158). Mit dem Freiberger Münzgewicht stimmte das von 
Dresden und Meissen genau überein. Wie das Strehlaer und das Grossenhainer sich zu dem- 
selben verhalten, lässt zur Zeit sich noch nicht bestimmen. Wenn 1298 (S. 253) eine Summe 
von IOV4 Mark zu Sahlassan in 6^/4 Mark nach dem Gewicht der bischöflichen Kammer zu Naum- 
burg und SVa Mark nach Strehlaer Gewicht gezahlt, zu letzteren aber 28 Strehlaer Denare zuge- 
zählt werden sollen, so scheint es allerdings, als ob das Strehlaer Gewicht um 3V2 V^- geringer 
gewesen, da auf die Mark 8 Denare hinzugerechnet wurden. Das Grossenhainer Müiizgewicht 
würde gegen das Freiberger sogar um 6'/i pC. geringer sein, wenn die Angabe in den Urkunden 
von 1268 und 1270 (S. 164, 166 f., 170 f.), wo zu jeder Mark 1 Loth oder 15 Denare hinzu- 
kommen, wirklich dahin zu beziehen wäre ; allein dieses Mehr wird wahrscheinhch richtiger durch 
S. 184 als eine besondere Hufenangabe (praetextu servitii) erklärt und hängt dann mit dem 
Münzgewicht nicht zusammen. 

Die Nothwendigkeit einer gründlichen Umgestaltung des Münzwesens zumal in einem 
Ijande, dessen Bergbau das edle Material selbst zu Tage förderte, wurde dringend fühlbar. Es 
ist des Königs Wenzel II. von Böhmen (f 1306) bleibendes Verdienst, nach dem Vorgange Lud- 
wigs des Heiligen von Frankreich, der gegen die Mitte des 13. Jahrhunderts gros deniers d'ar- 
gent, gros Tournois ausprägen Hess, die grossi in Deutschland eingeführt zu haben, eine Münze, 
die vielfache und wohlthätige Reformen hervorgerufen hat. In der Zeit seiner Zwischenregieruhg 
in Meissen, wahrscheinlich im Juh 13U0 wurden die ersten Münzen dieser Art (grossi Pragenses) 
in Prag ausgegeben, und bald nachdem Markgraf Friedrich der Freidige 1307 wieder zum vollen 

COD. DIPL. SAX. II. 1. (1 



XXX 

Besitz seiner Lande gelangt war, auch in Freiberg Groschen (grossi Misnenses, grossi denarii, 
Dickpfennige), den böhmischen in Schrot und Korn vollkommen gleich geprägt, 60 Stück auf die 
Mark feines Silber. Der jährliche Umtausch der Münzen hörte auf, der innere Werth der Gro- 
schen gab ursprünglich ihrem Besitzer vollkommene Sicherheit, und während die bisherigen 
Denare nur in einem Umkreise von nicht vollen 400 Quadratmeilen Curs hatten, war jetzt für 
einen ausgedehnteren Handelsverkehr ein Tauschmittel gewonnen, das gern genommen wurde imd 
daher eine weite Verbreitung im Auslande fand. So trat die Rechnung nach Schocken (sexa- 
genae) ein, die im vorliegenden Bande zuerst 1313 (S. 287) beim Kaufpreis vorkommt, während 
die dafür zu gewährenden Zinsen noch nach der alten Rechnung in Talenten angegeben sind. Die 
Umrechnung im Einzelnen hatte nicht geringe Schwierigkeiten und ging daher in leicht erklär- 
licher Weise nur langsam von Statten; erst mit einer völlig neuen Generation, welcher die Erin- 
nerung an die alte Denarrechnung entschwunden war, kam die Rechnung nach Schocken und 
Groschen zu allgemeiner Geltung, unter Beibehaltung des soUdus, als eines nützlichen Mittel- 
gliedes zwischen 60 und 1 im geschäftlichen Verkehr. Soliden (Schillinge) sind jedoch in den 
Wettinischen Landen nie geprägt worden, sie blieben Rechnungsmünzen von einem sehr bedeutend 
höherem Betrage, als in andern Ländern, wo sie Zahlungsmünzen waren. Die Mark tritt zwar 
bei Einführung der Groschen um 1310 entschiedener als Münzgewicht zur Bezeichnung des Fein- 
gehalts oder Korns der Münze ein, indem aus der Mark feinen Silbers 60 Groschenstücke geprägt 
wurden; allein man benutzte das Wort, so lange die Denarrechnung in Anwendung kam, auch 
noch in der früheren Bedeutung (S. 361), und als unter K. Johann von Böhmen seit 1324 eine 
Verringerung des Korns vorgenommen wurde, wornach 64 Stück aus der Mark geprägt wurden, 
und man bald nachher auch in Meissen diesem Vorgange folgte, wurden 56 dieser Groschen 
(parvi, kleine Groschen genannt) statt 64 auf die Freiberger Mark gerechnet (S. 383) und wie 
sich weiterhin ergeben wird, diese nun auch um 4 alte Groschen geringer in Ansatz gebracht, 
die Rechnung nach Schocken aber unverändert beibehalten. — Das Verhältniss der Prager oder 
Freiberger Mark feinen Silbers in 60 Groschen zu der Kölnischen kann schwerlich ganz genau 
bestimmt werden; nur soviel ist gewiss, dass die Differenz nicht sehr erheblich gewesen, wenn 
man zugleich in Anschlag bringt, dass damals die Feinheit dort wie hier kaum 15 Loth betra- 
gen haben kann. Die Angaben bei Voigt, Beschreibung böhm. Münzen III. S. 3. sind gestützt 
auf Grundlagen aus dem 16. Jahrhundert nicht vollkommen zuverlässig. Als Resultat sorg- 
fältiger Wägungen ergibt sich, dass 15 Meissnische Groschen der ältesten Zeit bei einem Fein- 
gehalt nach dem Strich von etwa 14»/4 Loth reichlich 3^/» Loth der Kölnischen Mark oder "Viooo 
des dermaligen Silberpfundes wiegen, wobei nicht unerwähnt bleiben darf, dass auch leidlich 
erhaltene Groschen nach sechs und einem halben hundert Jahren am Gewicht nicht unmerkUch 
verloren haben. 

Nach (lieser Auseinandersetzung, die zur näheren Einsicht in das älteste Münzwesen des 
Meissner Landes nothwendig schien, dürfte mit Benutzung der in den Urkunden des vorliegenden 
Bandes enthaltenen Fingerzeige die I^sung der Aufgabe, die wir uns gestellt, die Reduction der 
früher im Lande gebräuchlichen Geldrechnung zunächst bis zur Mitte des 14» Jahrhunderts vor- 
zunehmen, um dadurch einen Massstab zu gewinnen zur Vergleichung und Beurtheilung der 
volkswirthschaftUchen Zustände und Verhältnisse älterer Zeit, als ein allzu grosses Wagnis nicht 
mehr erscheinen, wenn auch willig zugestanden werden soll, dass diese Bestimmung des Werthes 
des alten Geldes im Verhältniss zu dem heutigen nicht eine mathematisch so genaue sein könne, 
dass ihre Richtigkeit bis auf den Bruchtheil eines Groschens festgestellt wäre, da sie der Natur 
der Sache nach in einigen Beziehungen auf Voraussetzungen beruht, die nur einen sehr hohen 
Grad der Wahrscheinlichkeit für sich haben. 

Um die nothwendige Grundlage zu gewinnen, nehmen \Nir die Mark von 1310 oder das 
Schock zu 60 Groschen auf die angegebene Feinheit und das Gewicht gestützt unbedcnkUch zu 
14 Thalem heutiger Rechnung an. Der Werth des alten Groschens beträgt hiemach 7 Ngr., 
des Soüdus (Rechnungsmünze zu 12 Groschen) 2 Thlr. 24 Ngr. Da aber vier Sohden gleich 



XXXI 

sind einem Talent Denare, ist der Werth des Talents 11 Thlr. 6 Ngr., wonach sich der des 
Denars auf 14 Pf., des Solidus denariorum auf 16 Ngr. 8 Ff. stellt. Tria talenta cum dimidio 
computata ad XTITI solides grossorum denariorum ad praesens dativorum (1341, S. 352) Zinsen 
in Ullrichsberg bei Rosswein sind nach beiden Angaben 39 Thlr. 6 Ngr. (Vgl. S. 411: quatuor 
talenta gleich sedecim solidis grossorum.) Wenn femer 4 Talente Zinsen in Piskowitz bei 
Grossenhain im J. 1311 (S. 278) später 1350 (S. 375) zu 3 Schock 12 Gr. = 44 Thlr. 24 Ngr. 
berechnet sind, so ergibt sich genau derselbe Werth des Talents. Aus der Urkunde 459 vom 
J. 1351 (S. 381) sieht man, dass die höheren Zinsbeträge bereits in Groschen übertragen, die 
geringeren noch in der alten Denarrechnung geleistet wurden; die Summe 2 Talente weniger 
26 Denare (= 21 Thlr. 5 Ngr. 6 Pf.) stimmt aber mit 50 Groschen (= 11 Thlr. 20 Ngr.) und 
17 sol. denariorum (= 9 Thlr. 15 Ngr. 6 Pf.) genau tiberein, so dass weitere Belege übergangen 
werden, da kein Zweifel darüber obwalten kann, dass zur Zeit der Einführung der Groschen- 
rechnung das Talent Denare zu 11 Thlr. 6 Ngr. heutiger Rechnung angenommen wurde und 
hiernach die Umrechnung stattfand. — Nun war aber der Groschen als das einzige ausgeprägte 
Münzstück für den Verkehr im Kleinen offenbar zu gross, und es wurde zwingende Nothwendig- 
keit noch eine zweite und zwar erheblich kleinere Münze zu prägen und in Umlauf zu bringen. 
In der Zeit der Denarrechnung hatte man sich dadurch geholfen, dass man die Denare (Brac- 
teaten) der Länge herab in zwei gleiche Theile zerschnitt und so Theilstücke, Hälbünge zu 7 Pf. 
Werth gewann; mit den Groschen war ein gleiches Verfahren nicht mögUch. So entstanden die 
Heller (Hallenses, Hellenses, später Helleri), 12 auf den Groschen, Theilstücke desselben zu 
5*/e Pf., im vorUegenden Bande zuerst im J. 1349 (S. 367) erwähnt, doch längst schon im Ver- 
kehr und bei ihrem ersten Auftreten in Feinheit und Schwere ihrem Geldwerthe vollkommen 
entsprechend. 

Da nun aber bei einer gewissenhaften vergleichenden Darstellung der Münzverhältnisse 
älterer Zeit auch die nach und nach eingetretene Verringerung des Gehalts der Münzen nicht 
unbeachtet bleiben darf, stellen bei dem Mangel sowohl jeden sichern Anhalts für den Zeitpimct 
des Eintritts der Verschlechterung (urkundliche Nachrichten fehlen und die Münzen selbst haben 
keine Jahreszahlen), wie eines feststehenden Münzgewichts besondere Schwierigkeiten für die 
Berechnung sich ein. Etwa seit der Mitte des 13. Jahrhunderts wurden, wie oben erwähnt, die 
Denare geringer ausgebracht, als es früher der Fall war; das Talent derselben ist nach Aufgabe 
des Münzsystems zu einem Werthe von 11 Thlr. 6 Ngr. angenommen worden. Die Differenz des 
Talents von der Mark probirten feinen Silbers, die man, wie mehrere Urkunden beweisen, längst 
erkannt hatte, betrug hiernach 20 pC. Gleichwohl dürfte es sehr gewagt sein, wollten wir von 
1260 an rückwärts eine progressive Steigerung des Talents zu 12 Thlm. und weiter annehmen. 
— Auch hinsichtlich der Groschen wich man nur zu bald von der ursprüngUchen Feinheit ab 
und es trat nach und nach eine solche Veränderung der Groschen ein, dass nach der Münz- 
ordnung von 1444 aus der Mark bereits 140 Stück ausgebracht wurden. In der letzten Zeit 
der Periode, mit welcher wir uns beschäftigen, war das Schock um 4 Groschen im Werthe 
gefallen (S. 383). Da erfahren wir aus zwei im Meissner Stiftsarchive befindUchen Urkunden 
vom 30. Juni und 23. Nov. 1344, die in das Urkundenbuch des Klosters zu Döbeln gehören, 
der Pfarrer Petrus zu Lommatzsch habe von Heinrich von Staucha zu Gründung einer Caplanei 
zu Staucha 8 Soüden Groschen und 8 Groschen (= 24 Thlr. 8 Ngr.) jährlicher Zinsen gekauft, 
der Probst des Klosters Döbeln solle aber jährlich 8 Groschen (1 Thlr. 26 Ngr.) zulegen, damit 
der anzustellende Priester 2 Mark Freiberger Silbers empfange (praepositus noster dicto sacer- 
doti octo grosses, ut habeat duas marcas argenti Vribergensis, superaddet). Die Mark Frei- 
berger Silbers wurde also in Folge der Verringerung des Gehalts um 4 Groschen (28 Ngi.) 
schon 1344 nur zu 13 Thaler 2 Ngr. berechnet, der Groschen dagegen und das Schock hatten 
ihre vormahge Währung von 7 Ngr., beziehendHch 14 Thlm. behalten. Hierauf und auf die 
Verhältnisse der Talentrechnung wird bei dem ferneren Versuche den im Meissner Lande üblich 
gewesenen Zinsfuss nachzuweisen, besondere Rücksicht zu nehmen sein. 

d* 



XX5JI 



Li^j'iT.Ovi L'zf 7,'Zix\L wx^^^iiriuxriA waj V21 Mii!cLüt4^r uichi gewöhnlich und Geletfenheii 
iiLiü Zii:i >:-l:ri ■•■. rLiiier^ da trrr'-rvrc rLtt-rn^rhiijuniren für gewerbliche Zwt-cke iiicht lie>taiiden 
'.iiii fLr iri Aikrr'i.ä:: Cäi«::^! Lur wclij jer-rjiutht wurde. Auch war das Zinsuehmcn von der 
Kirc-Lt >*^rL^ '»-r:» TrL Uli ii-Sli-/. L^ in- Vi.Ik«.-. Nur Juden trieben hie und da im Lande solche 
«.TtsiiiAfir- -^i L-i:::il2iL> -;^'i W-^L-i-r w.sx^n irlvichbL-deuiende Beiniffe iGlns^e zum Landrecht 1. 
xn. '.^ . Ct::::*l:iilji^x:L ^L'-cLaiivL ^ic-üJcLr dunh Ankauf von Grund^lückeu zu eitnier Be- 
'^..'^zziz. -di: ru iln»rr':'uLj der am' HaiM-rii. Mühkn. Aeckem bereits ruhenden Erbzinsen an 
»icjd uiji Xi'.-r.l-r:^ ••drr >•.• i;i^^ dt.T .'^ciiuldner ?ich verpiflichtete von seinem Besitzthume eine 
r-rt-mjutT ;.:/:.:"ijLr Lri-tc 'WZh «.»L'-ild^er zu zahlen: das Kecht de:? Wiederkaufes binnen einer 
"-■^ *^" "■ •-- I ^.^: '.'ivr li- AlL-t-iLi-jinen wurde häufig vorl»ehalieu. Eine niihere En'irtt-runjf des 
':»zt: lir-Ti- Kri'.vLiLiul uiid Inri AblMSunjirij vuu Zinsen zu verschiedeneu Zeiten und an verschie- 
dti^TT- »rrri l:':l:ch gr^t>rLfL ZiLsftisst-s ist aber erforderlich, um l>estimmte in Zahlen aus- 
^i"irJ:jr:r -rLLl--r.';z:v:e r- jtr^iuieL. aus welchen wir den Zustand der Creditverhältni>>e kennen 
jt-r^e:. zi:i iii-i Lrin^trLtlicL di^ Trvise der nothwendigsten Lebensbedürfnisse abzuleitei^ im 
STiodr -iii l«:r «.T-.'>.h:Lb:e des ZiLsfusses ist nur unvollkommen bisher behandelt, und die 



jt-'^hLlirit A:.: 



der nurmale Zins im 13. und 14. Jahrhundert in Deutschland 10 pC. 
••rtnLjt.-r Li':- HClUh-äll .STiidiewesen II. S. 3?. Tzschoppe u. Stenzel Urkundenbuch S. 25ä> 

u. i^^s^r .VlljTZ:vi:Jiei: ausjc-sj^nx^hen uniieLüjead imd zu Ermittelung des Einflusses allgemeiner 
AzT jr: v^iiiivllrr F.reiiniisse und Zustände auf die jezeiticen Geld- und Credit Verhältnisse 

In- Mrissier Lan«ie ist der Ziu^fu^^ der Natur der damalisren VerhälTni?>e nach aller- 
üi:^? >ci»iLkfi:d. tr-i'Tzdenj ab^r lehrreich zur Kenntniss der C'tfentlichen Zu>:ande und der 
Ai.s:ljkUi:.^vL der MrL>LieL. 1l deL Ider vi.rliegeuden l'rkunden, die vorzuirsweise kirchliche 
Ai.jn:lrJvLl.c::ea i^eirrfcL. wird maL iii Fällen eines ui;i:owi«hnüch luihen Zinses die religiöse 
LTt^nL-ii-j d-.r für ii,r ewijt-s ^eeieLLh'.•:l besurvrten Cuiitrahenten zu beachten hai»eu. bei auf 
iäzidli'.ie Gr::iisr::.ke jL-Ie-Ten Zin-ea die Fk-schaiFenheit und Enrairsfiiliiirkeit di-> U'^dens. bei 
s:jiu:i?H:Len. "b, d^r Z:i.-ns< -tets erheblich büher ist. die geringere Sicherheit stadtischer Haos- 
-.Ti:id?:üi.ke :r. Ver^l'/ich iiii: Aeckem. Wies*.ii und Waldmiiren. und dann ilen Tuistand, dass 
EjäL auf I üiic:l:che Zahlung der Zinsen von eii.em grüsseron Grundstücksbe>iTzer auf dem Lande 
sfiLerer rtxhi.vs kviiLte. als viin zehn uiid mehr einzelnen l Vnsiien. die Hausbi*>iTzer einer Stadt 
vJ,'. s}*irÜche:. Erwerbsiiuellen waren; anders stellt sich s^Kiann der Zinsfiiss bei Aiilr»>uni:en. anders 
tv. Lei^renir:.. InzwiM-hen wir beschränken uns hier, wo wir nur Andeutungen /u tinü.dlesiimg för 
••*'..:-.Tv Fi :^cL.i:.g zu gei»en i^eal-Mchtigen. vurzug>wei>e auf die bereits abgetlruckten l'rkunden 
u:..i L'/:.?..v:. :.ur iu weuigeL Fällen zur Erläuterung auf einige Kück?:cht. welche in den nächst- 
:\l-.vL'iv:. l'Ä:. ilm verv^tii! licht worden S"lhn. 

Il-lTv l'rkui.de:i v'uThahen bis ii;uh der .Mitte des KV .l;\hrhunderi> >ehr sehen voll- 
>:.\:. i:jc A:..;:. -.:. dvs Kauij-roiso und der Zin>eu zugleich Der erste Fall, wo ir. lien l'rkunden 
■:.> Hi ci.s:::> Me:><cu ein Zinsfa>s sich ergibt, ist vom J. Tioi' S. K»T , 4 Tal..i/e in lM^ko- 
•.•::z für 4 M.irk = W pC; wir ki iiiu.eii >];iter hierauf zurück. V2u:\ <, i.v 3 fertones in 

. hW -\'-' 4 Mark in ilor F.ilonburger Gegend 
4 Pf : liV;^ S. \i\:\ [\ Miirk ö L-th in limss- 



t.':.v.;lj :.:r i* Mark = >^; pC: liVÜ 
:'4" M:i:k = ^*- ^^ jC. > Ihlr. li' Ngv. 



:s^.l.T.j.». '.vi >:re'il.\ für o«^ Mark ur.d li^T" S. iTv» J Mark :>> Denare ei'o:;d:i>elb>t für lU Mark 
—- ^»- 4. ji'. ^ Ti/.r. i.> N\;r. »V- , Fl : li'T^ S. 1S;V. 1 Mark ebomia>. für 11 Mark --V*» ;. pC. 
il/.r. 1" N\:r. 7- v. Fi : 1->1 >■ li*4 ,"> Tal. »"> SolMon in Kaufbach für iiT' . Mark = 7--' -.^ pC 



r:::r- 



Ngr 7 
'2^ Ncr 



** 



* Fl. : liN;; S. li»7 11 Tal. 17 Sulidcii in (tn»skav:c:i fiir l'.iv Mark = 



7- .fj. i C. 7 Thir. 4 Ngr. l*- <;. Ff : llNi S. IW i^» Svdidon in Kaufluuh i;;:- 11 Mark - V j, pL\: 
1-^7 S. 217 f r» Tal. 17 Si-lide:. in iirosskagen für Tx» Mark ^ 7- ... yi,'. 7 Thlr. iM Ngr. : li'NS 
S ±21 1 Talon: in Kobeln für lo Mark ^ 7^' ,3 pl'. ^7 Thlr. LH» Ngr. 7^' ,.. Fl . 1l^v»i^ S. 1':^^ : 1 Tal. 
.*• ^^ ::.ivL iu Zscheila für l;> .Mark *. > , ; pl\ i i> Thlr. IS Ngr. P ,;» Ff : V2\':2 S i^4' • f 4 Tal. 4 So- 
IiicL 11. Flskowitz n;r 42 Mark und 14 ^oliden für 7 Mark lo pr.: rJtW S. iW» 4 Tal. lO^ - Sulideu 



XXXIII 

in Leuteritz für 44 Mark = W^j^ pC. (10 Thlr. 28 Ngr. 9"/«« Pf); 1305 (S. 265) in Mettelwitz 

1 Tal. für 10 Mark und (S. 266) 1 Pfund für 10 Mark = 10 pC; 1313 (S. 287) 4 Talente für 
34 Schock Groschen = 9Vi7 pC; 1314 (S. 290) 7 Tal. in Kaufbach für 56 Mark = 10 pC; 1314 
(S. 291) 1 Tal. in Weisstropp für 10 Schock = 8 pC; 1317 (S. 295) 2 Tal. in Oberjahna für 
14 Schock = ll»/7 pC. (11 Thlr. 12 Ngr. 8^/7 Pf) und (S. 296) in Glaucha 5 Tal. 12 Soliden für 
40 Schock == lP/35 pC. (11 Thlr. 1 Ngr. 7V7 Pf.); 1320 (S. 310) in Kaufbach 2 Tal. für 16 Mark 
und 5 Tal. für 40 Mark = 10 pC; 1329 (S. 328) 3 Tal. in Schmorren und Binnewitz für 24 Schock 
«= 10 pC; 1333 (S. 337, vgl. S. 343) 26 Soliden in Albertitz für 12 Schock = 8«/3 pC; 1338 (S. 350) 

2 Tal. in Lüttewitz für 18 Schock = 8% pC; 1339 (S. 351) 13 Sol. Groschen in Schmorren und 
Binnewitz für 27 Schock = 9»7/„ pC. (9 ITilr. 18 Ngr. 8«/9 Pf.); 1352 (S. 383) 1 Mark in Zwochau 
für 9 Schock = 88/9 pC. (8 Thlr. 26 Ngr. 6«/, Pf.). — Muss nun bei Beurtheilung der hier ange- 
gebenen Preise der Umstand einigt Beachtung finden, dass für Güter- und Rentenkäufe, wovon 
in den vorliegenden Urkunden vorzugsweise die Rede ist, nicht häufig geeignete Gelegenheit sich 
darbot, und schon desshalb der Zinsfuss höher sich stellte, so kommen auch in den Procentsätzen 
wiederholt Fälle vor, wo noch besondere persönliche Umstände offenbar Einfluss gehabt haben. 
So z. B. 1296 (S. 250), wo B. Heinrich Geldzinsen in Leuteritz vom bischöflichen Tafelgut zu 
Gründung zweier Kirchenfeste und zweier Anniversarien , auch des seinigen kauft und die überdies 
durch Erbschaft oder Schenkung ihm zugegangene Kaufsumme nur aus dem einem Beutel in 
den andern legt; so ferner 1337 (S. 347, 15 pC. in Mügehi), jedenfalls mit Rücksicht auf die 
nahe Blutsverwandtschaft, 1343 (S. 361, W^jn pC. in Meltewitz) u. s. w. Am auffallendsten, 
um der nöthigen Kürze halber nur eines einzigen Falles noch zu gedenken, tritt die fromme 
Gesinnung und die Bereitwilligkeit durch Unterstützimg eines Gott wohlgefälligen Werkes das 
eigne Seelenheil zu fördern in der Urkunde 441 (S. 360) hervor, wo die Wittwe Agnes an der 
Pforte und deren Sohn Nikolaus gegen Empfang einer Zahlung von 6 Soliden Groschen und 

3 Groschen (17 TWr. 15 Ngr.) einen Jahreszins von 5V2 Soliden Denare (3 Thlr. 2 Ngr. 4 Pf.), 
also zu 17'/5 pC. auf einen Garten in Niederfährc bei Meissen übernehmen, damit hiervon für 
sämmtliche Altäre der Domkirche gute und mit dem kirchlichen Zeichen versehene Oblaten 
beschafft werden. 

Dass mit Rücksicht auf die geringere Sicherheit der Rentabilität von Grundstücken 
der Zinsfuss in den Städten in der Regel höher ist als auf dem Lande, wurde bereits ange- 
deutet. So werden 1270 (S. 171) 3 Talente 1 Solidus und 8 Denare jährlicher Zinsen, welche 
von 11 Häusern in Meissen, 1 Garten auf dem Neumarkte und in Daubnitz bei I^mmatzsch 
zu entrichten waren, für 21 Mark, also zu 14"/68 pC. (14 Thlr. 20 Ngr. 4»«/n Pf), ferner 
ebendaselbst 1287 (S. 216) 31 Soliden und 9 Denare von 13 verschiedenen Censiten zu 
leistende Zinsen für 13V2 Mark, zu ll*"/667 pC (H Thlr. 23 Ngr. 4«««/567 Pf.) verkauft. 
— Yerhältnissmässig niedrig ist in der Regel der Procentsatz bei Ablösungen; in den Ver- 
trägen zwischen dem Kloster Altzelle und dem Hochstift vor 1241 4 Mark für 76 Mark, und 
vom J. 1249 6 Mark für 114 Mark beträgt derselbe in beiden Fällen 5*/i9 pC. oder 5 Thlr. 6 Ngr. 
3^19 Pf. auf 100 Thlr. — Für Leibrenten mangelt es noch an einer grösseren Zahl von 
brauchbaren Beispielen. Der Natur der Sache nach müssen hier die Procentsätzc sehr ver- 
schieden sein. Wenn 1354 (S. 413) der Weihbischof Franko die nicht näher specificirten Ein- 
künfte des Dorfes Oberwartha mit Ausschluss der W^einberge für 40 Mark (512 Thlr. 20 Ngr.) 
für seine Lebenszeit erwirbt, so dürfte der Procentsatz schwerHch mehr als 8 pC. betragen. 
Anders 1312, wo das Kloster zum h. Kreuz bei Meissen dem vormaligen Pfarrer Heinrich zu 
Burkau (Purcowe) bei Bischofswerda 3 Talente jährlichen Zinses in Daubnitz auf dessen Lebens- 
zeit für 23 Mark abtritt, indem sich mit Rücksicht auf das wahrscheinlich höhere Lebensalter 
des Käufers hier ein Procentsatz von 13 '/»s ergibt. 

In diesen Andeutungen, die nur schwache Anfänge weiter zu führender Untersuchungen 
sein sollen, hoffen wir das Interesse nachgewiesen zu haben, welches nach der volkswirthschaft- 
lichen Seite liin einzelne an sich unbedeutend erscheinende Urkunden darbieten. Der Versuch 



XXXIV 

uuH den hier vcrzeichneteu Proceiitsätzen bei Kentenkäufen einen Durchschnitt zu gewinnen, 
würde verfrüht sein. Dazu sind eine ungleich grössere Anzahl von Beispielen erforderlich, 
welche die folf^enden Diinde des Codex diplomaticus bieten werden. Auch wird dabei die eigen- 
thümliciie Wuhrnehmung zu berücksichtigen sein, dass in den Urkunden der Klöster bei Käufen 
von Renten in baareni (ield häufig niedrigere Procentsätze (Altzelle: 1241 0^^/799 pC, 1271 
6"/m pC, 12ii2 8 pC; heil. Kreuz: 1233 ti»«/,» pC, 1317 H^^/tt pC; St. Afra: 1271 7V2 pC; 
Staucha- Döbeln: 1271) 7>/i pC, 1344 8 jiC; Riesa 1282: 7V7 pC. u. s. w.) sich herausstellen, 
wälirend dagegen die bei gegenseitigen Käufen von Privatpersonen sich ergebenden Procente mit 
denen des 1 lochst ifts näher zusammentreffen. Für unsem nächsten Zweck, mit Hilfe der Procent- 
/ rechnung die Preise einzelner Gegenstände, insbesondere der wichtigsten im Lande erbauten 

Getreidearten nachzuweisen, reicht das vorliegende Material bereits hinlänglich aus. 

Allein bevor wir darauf übergehen, erscheint es noth wendig, da wir hier auf einem noch 
unbebauten Felde uns befinden, dasselbe einigermassen zu ebnen und einzelne Hindemisse zu 
beseitigen, die seiner Nutzbarkeit sich entgegenstellen, d. h. wir müssen über die üblichen Getreidc- 
maasse, das im Mittelalter gewöhnUche Verhältniss der Getreidearten zu einander und deren 
Preise im Allgemeinen zur Beseitigung etwaiger Zweifel und Redenken Einiges voranstellen. 
Wie wir aus dem vorliegenden Rande ersehen, hatte beinahe jede Stadt ihr besonderes Getreide- 
maas, so Döbeln. Dresden, Freiberg, Grossenhain, Lommatzsch, Meissen, Mügeln, Oschatz, 
Pirna, Kadeberg, llosswein, Strehla, Wilsdruf. Dass diese Maasse namentlich in der nähern 
Umgegend von Meissen sehr wesentüch von einander vei*schieden gewesen, ist an sich nicht 
wahrscheinlich, und da sonst sich gerade in den die I^ndwirthschaft betreffenden Dingen und 
unter den mit dieser sich beschäftigenden Menschen Jahrhunderte hindurch eine treue Anhänglich- 
keil an das Herkömmliche, ein Conservativismus sich kund gibt, der erst in neuerer Zeit durch 
• die eingetretene Speculation eine Wandlung in einzelnen Puncten eritihren, sind wir nicht berech- 
tigt eine erhebhche Abweichung der Maasse des IG. Jahrhunderts von den älteren anzunehmen. 
Danuils wurde aber das Döbelner und Rossweiner Maas als gleich angesehen, der Scheffel hielt 
nach Dresdner Maas 1 Scliffi. 1^ jo Metze, das in Altzelle sogenannte alte Maas (Scheffel) war 
13*7 Metze Dresdner Maas, der Freiberger Scheffel um * ig Metze grösser als der Dresdner 
{\gl Beyer, Altzelle S. 3W). l>ie Differenz dieser Maasse ist hiemach wenigstens nicht so bedeu- 
tend, dass die annaheiiide Itichtigkeit der Getreidepreise, die ja doch nur Durchschnittspreise sind, 
bei ihrer Keduction auf das jetzige Dresdner Maas in erhebliche Gefahr käme. AUei-dings erkannte 
I j F man schon frühzeitig den Tebelstand abweichender Hohlmaasse, indem bereits 1214 ^S. 79) zur 

Beseitigung von Misverständnissen beschlossen wird, in Riesa und in Meissen zwei gleiche gesetz- 

hcbo Meissner Maasse aufzustellen ; da aber dieses Maas als das X(»rmalmaas bei dem Hochstifte 

angesehen \\urde . IL*T.\ S. 1S4: 1311, S. 24S u. öfter\ ist man berechtigt, wo nicht ein besonderes 

Maas in den Irkuiulen angegeben wurde, das Meissner anzunehmen, welches dem alten Dresdner 

; > gleich, um ein Geringes also grösser war, als das jetzt geltende Landesmaas. Die einzige erheb- 

) \ liehe Ausnahme niaclii das Kadeberger Maas . das um ein volles Drittel grösser war , als das von 

1 Dresden, indem 1341 \^S. 3M « ausdrücklicli gesagt wird. (5 Makler 1 Scheffel Kadeberger Gemässes 

seien gleich i^ Makler 1 ' - >^'hffl. in Dresden. — Der Malter i maklare, maklrum » hatte 12 modius 

j^vgl. S. 1Ö2 ur.d U>7 ö maklaria 4 modii iileich i>4 modus: S. 241 3 maldaria gleich 36 modus 

u. s. h/'. mit nudius bezfichuete man also den Scheffel, scheplus später genannt: m»cli jetzt hat der 

j ; Malter, ein Fruchtmaas von sehr abwoidiender Grösse in versihit.'dL'nen (it-genden Deut>chlands, 

; . im Meissnt-r Lai:de 12 Schirfei. -- Feststehender Grundsatz i>t es im Mittelalter, dass die drei 

^xichtigeren Geircidoarten Weizen. Roucon. Hafer sich im (u-klwerthe wie i*, 6. 3 zu einander 
• . vorhalten: Krbsen wuuUn in Meissen dem AVeizen. Gerste dagegen dem Iloggen L'leich geredinet, 

wie dies hinsichtheh reiuor iu-rste und l^•gi:en^ scht'n im Lapiiulare Saxur.ieuni Karls des Grosseu 
vom 2S. i\'t. 7i*T cap. 11 Milium, (ierm. Le^zv:. 1. p. 7ö anüeurdiiet i^t. Verschiedene Umstände, 
zunächst die Verbesseiung der Kodencultur haben, hier im Laute mehrerer Jahrhunderte nach 



I 



I 



f und nach eii; anderes Verhältniss herbeitreluhrt. 



I 



) 
/ 



XXXV 

Zu Feststellung der Getreidepreise in Meissen in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts 
besitzen wir einen directen Anhalt in dem Vertrage, welchen der päbstliche Zehentsammler Probst 
Rayner am 27. Aug. 1275 mit dem Bischof und Capitel dahin abschloss, dass für den Malter 
Weizen oder Erbsen 3 Vierdunge, Roggen oder Gerste 2 Vierdunge, Hafer 1 Vierdung von dem 
Domstift und der beitragspflichtigen Geistlichkeit der Diöcese gezahlt werden sollen (S. 184). 
Dass man hier einen möglichst massigen Durchschnittspreis zu erlangen gesucht habe, darf bei 
der bekanntlich geringen Willfährigkeit eines grossen Theils der deutschen und namentlich der 
Meissnischen Geistlichkeit diesen Zehnten dem päbstlichen Stuhle zu leisten, ebenso vorausgesetzt 
werden, wie es anderseits im Interesse des bald nachher mit Excommunication und Drohungen 
gegen den Bischof auftretenden Zehentsammlers (vgl. S. 192 u. 208) lag, seinem Committenten 
nichts zu vergeben und den Preis des Getreides nicht allzusehr herabdrücken zu lassen. Der 
Meissner Scheffel Weizen oder Erbsen ist hiemach zu 21 Ngr., Roggen oder Gerste zu 14Ngr., 
Hafer zu 7 Ngr. angeschlagen. Gehen wir nun weiter und versuchen wir den Preis des Getreides 
aus dem gleichzeitigen Verhältniss der Renten zum Capital abzuleiten, so stimmt das Resultat 
mit dem angegebenen und den sonst bekannten Zeit- und Geldverhältnissen so wohl überein, 
dass für die Richtigkeit der auf indirectem Wege gefundenen Durchschnittspreise ein hoher Grad 
von Wahrscheinlichkeit eintritt. Zu Berechnung der Getreidepreise vor dem J. 1275 bietet der 
vorliegende Band keinen Anhalt. Da es aber, um ein klares Urtheil namentlich auch über die 
Ansätze in dem besprochenen Vertrage zu gewinnen, wünschenswerth ist sie kennen zu lernen, 
benutzen wir eine Urkunde vom 30. Dec. 1241, wonach Markgraf Heinrich von Geldverlegenheit 
gedrängt 10 Mark 10 Soliden, ö Malter Weizen, 7 Malter Gerste und 7 Malter Hafer Jahreszinsen 
in Ganzig bei Oschatz an Altzelle für 205 Mark verkauft. Nehmen wir nun den damals üblichen 
durch mehrere Urkunden bestätigten Zinsfuss von 10 pC. (229 Thlr. 18 Ngr.) an, so bleiben 
nach Abzug von 117 Thlrn. 18 Ngr. (10 Mk. 10 Sol.) übrig 112 Thlr., und es stellt sich der Preis 
des Scheffels W^eizen auf 23 Ngr. 3V8 Pf., Gerste auf 15 Ngr. öVg Pt, Hafer auf 7 Ngr. 7^/9 Pf. 
Im J. 1282 werden in Sahlassan 6^/4 Mark und 12^/2 Malter Hafer Jahreszinsen für 107 V4 Mark 
verkauft (S. 196); zu 9 pC. würde der Scheffel Hafer mit 8 Ngr. 2iS'75 Pf. angenommen sein. 
Im J. 12i)2 werden bei Gelegenheit einer Capitalanlage zu 10 pC. in Piskowitz auch 3 Malter 
Weizen für 30 Mark gekauft (S. 240), womach der Scheffel mit 28 Ngr. berechnet ist, Roggen 
sich also auf 18 Ngr. 6»/s Pf., Hafer 9 Ngr. 3Vs Pf. stellt. Wenn sodann 1300 die liewolmer 
von Nauberg bei Leisnig die in 1 Malter Roggen und 1 Malter Gerste bestehenden Jahreszinsen 
einer Hufe ihrer Dorfflur vom B. Albert für 15 Mark kauften (S. 262), damit wöchentlich dreimal 
in ihrer Capelle Messe gelesen werde, so hat der Bischof offenbar mit Rücksicht auf ihre kirch- 
liche Gesinnung den Dorfbewohnern die Sache erleichtert und nicht den damals üblichen höheren 
Zins, sondern nur etwa 8Vs pC. angenommen, wobei als Preis des Scheffels Roggen oder Gerste 
sich 17 Ngr. 8'/« Pf. ergibt. Das Kloster Altzelle vericauft von Gläubigem gedrängt nach einer 
im Archiv des Hochstifts befindlichen Urkunde 1302 1 Malter Weizen, 15 Schffl. Roggen, 15 Schffl. 
Gerste, 18 Schffl. Hafer für 27 Mark. Zu dem damaligen Zinsfuss von 10 pC. ist der Preis 
des Scheffels Weizen 23 Ngr. 8*V67 Pf., Roggen und Gerste 15 Ngr. d^U^ Pf., Hafer 9 Ngr. 93«/.„ Pf. 
— Im J. 1317 war der Zinsfuss bis 11 pC. und darüber gestiegen. Die nächst vorhergehenden 
Jahre waren durch Miswachs und Kriegsläufte Jahre grosser Noth. Das Chronicon Sampetrinum 
berichtet: Anno domini M.CCC.XVI. fames valida, quae iam per tres annos invaluerat, tarn magna 
facta est, ut multi fame perirent etc. Die Getreidepreise waren jedenfalls sehr hoch hinauf- 
gegangen. Durch den Zinsfuss sie zu ermitteln ist unmöglich; aber dass dieser eine so unge- 
wöhnUche Höhe erlangt, wie weder vorher noch später es der Fall gewesen, beweist den allgemeinen 
Nothstand, und während sonst doch gewiss nur die mittlem Durchschnittspreise des Getreides 
in der Berechnung nach dem Zinsfusse sich kundgeben, ist auch im J. 1317 die Theurung an 
sich aus unsem Urkunden zu erkennen. B. Withego genehmigt am 13. Aug. 1317, dass der 
Pfarrer Heinrich zu Lössnitz dem St. Afrakloster 3 Tal. 17V« Sol. und 3 Scheffel Weizen jähr- 
liche Zinsen zu Althöfchen bei Rüsseiua zueigne, für die er 30 Schock Groschen bezahlt hat. 



XXXVI 

Bei 10 pC. würden die Geldziiisen (43 Thlr. 12 Ngr.) noch nicht gedeckt sein. Erst bei Annahme 
eines Zinsfusses von 11 pC. erlangen wir eine Zinssumme von 4G Thlm. 12 Ngr., so dass nach 
Abzug des haaren Geldbetrags für den Weizen der etwas gesteigerte Preis von 1 Thlr. für den 
Scheffel übrig bleibt. So hat ferner 1317 das Capitel an eines seiner Mitglieder zwei Malter Roggen 
und zwei Malter Hafer Zinsen in Lützschnitz für 20 Schock Gr. verkauft (S. 296). Das Capital 
nur zu 10 pC. gerechnet ergibt sich für den Scheffel Koggen schon der Preis von 23 Ngr. 3Vs Pf., 
Hafer 11 Ngr. 6^/3 Pf. 

In einem Zeiträume von 2 bis 3 Jahren war in Folge der allgemeinen Calamität der 
Zinsfuss von 8 bis 9 pC. auf 11 und darüber gestiegen, schon 1320 auf 10 pC. zurückgegangen; 
aber erst nach 1330 tritt der alte Procentsatz von 8 bis 9 wieder ein, der dann mit einigen 
vorübergehenden Schwankungen hundert Jahre später nur 6 und weniger beträgt. Abgesehen 
von ausserordentlichen Fällen, wo Ungunst der Witterung Misswachs und ausgedehnte Fehden 
und Kriege Verheerungen hervorriefen, scheinen die Getreidepreise im Mittelalter bei uns eine 
gewisse Stetigkeit behauptet zu Imben. Im J. 1354 wird der Geldwerth von 6 Scheffeln Roggen 
und 6 Scheffeln Hafer Zinsen in Radebeul bei Dresden zu 5 Tlilrn. 18 Ngr. angenommen (com- 
muni aestimatione extendunt se ad medium talentum monetae Fribergensis, S. 411), wornach 
der Preis des Scheffels Weizen 28 Ngr., Roggen 18 Ngr. 6«/s Pf., Hafer 9 Ngr. 3V3 Pf. beträgt, 
wie dies in den Jahren 1292 und 1298 der Fall war. 

Zur weiteren Ausführung der hier angeregten Untersuchung wird die Fortsetzung des 
Codex diplomaticus vielfache Gelegenheit bieten und dabei namentUch auch für die Geschichte 
der Landwirthschaft manches beachtenswerthe Resultat sich ergeben. Ist doch eine nähere 
Kenntniss des früheren Zustandes der ländlichen Bevölkerung und der landwirthschaflhchen Ver- 
hältnisse überhaupt ebenso lehrreich als nützlich. Auch die hier voriiegende vcrhältnissmässig 
nur geringe Zahl von Urkunden bietet schon einzelne interessante EinbHckc. So hat eine gleiche 
Verthcilung der Feldmarken bei Gründung unserer Dörfer nicht stattgefunden, die einzelnen 
Güter waren vom ersten Anfange an ungleich. Eingebornen (Slaven) und Eingewanderten, die 
ursprünglich in der Regel in getrennten Dorfschaften lebten (noch 1285 wird Sornzig ein slavi- 
sches Dorf, Sumzk Slavica villa, genannt), wurden die Grundstücke gegen einen jährlichen 
gewöhnlich in Naturahen zu leistenden Erbzins überlassen. Die Verwandlung desselben in eine 
Abgabe an baarem Geld gehört erst der späteren Zeit an, wo die Möglichkeit geboten war, 
die Bodenerzeugnisse in Geld umzusetzen. Im J. 1160 wurde ein wüstes Stück Landes von 
sieben Hufen in der Eilenburger Gegend Ansiedleni überlassen, wobei der VilHcus (Vorsteher, 
Erbrichter) eine zinsfrei erhielt, die übrigen sechs aber unter der Bedingung vertheilt wurden, 
dass nach Ablauf von 10 Jahren von jeder derselben 2 Soliden Erbzins an die Grundherrschaft 
zu entrichten sei. Die Ansiedler wurden aber dadurch erbliche Besitzer der Grundstücke, dass 
sie für jeden Mansus Denare (etwa lO^/g Ngr.) gezahlt hatten (S. 55f.). Als B. Gerung 1154 
den eingewanderten Flandrern die aus 18 Mausen bestehende Feldmark des Dorfes Kühren über- 
liess (S. 53), erliielt einen die Kirche, 2 der Schultheis (Dorfmeister, incolarum magister), die 
übrigen 15 kamen gegen einen jährlichen Erbzins von 2 Soliden für den Mansus und die Ver- 
pflichtung zu Ableistung des Zehntons zur Vertheilung. Durch Einverleibung von Antheilen 
einiger eingegangener Dörfer ist diese Feldmark jetzt erhebhch grösser; nicht selten aber stimmt 
j der d(?nnalige Vnifang der Feldmarken einzelner Dörfer noch genau überein mit dem des 13. oder 
/ 14. Jahrhunderts, oder es ergil)t sich nur eine Differenz auf Grund der genaueren Vermessung, 
wornach die Zahl der Hufen gewölinlich jetzt etwas grösser ist als vormals. Schon in früher Zeit 
wurden die Hufen ausgemessen (llüOmansi dimensi, S.55), hatten folglich einen bestimmten Umfang, 
den wir nach den bis jetzt bekannt gewordenen Urkunden zwar nicht mit Sicherheit bezeichnen 
können, aber für so erheblich ansehen müssen, dass wir für Mansus das Wort Hufe unbedenklich 
gebrauchen und darunter einen Flächenraum von 20 und mehr Aeckern (40 .M()r«i:en und darüber) 
verstehen. Ol) auch in einzelnen Theilen des Meissner Landes die Grösse der Hufen verschieden 
gewesen, wie dies in Thüringen, Franken u. s. w. der Fall war. lässt sich mit Bestimmtheit 



XXXVII 

nicht nachweisen; die oft erhebliche Differenz in den von einem Mansus zu leistenden Erbzinsen 
beruht abgesehen von andern zufälligen Ursachen nicht sowohl in der Verschiedenheit des Um- 
fangs derselben, als vielmehr in der Beschaffenheit und Ertragsfähigkeit des Bodens. So hatten in 
Grosskagen bei Meissen von 6 Hufen jede 24 Soliden (13 Thlr. 13 Ngr. 2 Pf), von 4 Hufen jede 
nur 22V« Sol. (12 Thlr. 18 Ngr.) jährlich Erbzius zu entrichten (de decem mansis, prout agri 
fertiles sunt et infertiles, census solvitur inaequalis, p. 198), in Schmorren bei Jahna eine Hufe 
30 Sol. (16 Thlr. 24 Ngr.), eine andere nur 1 Talent (11 TWr. Ü Ngr.) S. 315 u. s. w. 

Die Erbzinsen in Getreide wurden in der Regel zu gleichen Theilen in Roggen und Hafer, 
von Ortschaften mit damals sumpfigem und desshalb kälterem oder mit sandigem Ackerboden 
vorhaltend in Hafer, in der Gegend von Strehla und Beigem nur in Hafer geleistet, als den 
beiden Getreidearten, die bei der Colonisation des Landes hier erbaut wurden. Als eine Abgabe 
für das erbliche Recht ge>\'isse Grundstücke zu bewirthschaften, empfing diese Zinsen der Grund- 
herr oder derjenige, welchem dieser die Berechtigung sie zu erheben durch Schenkung oder Kauf 
und Beleihung übertragen liatte. Man nannte sie den wahren, eigentlichen Zins (verus census, 
S. 253) im Gegensatz zu femerweiten Abgaben (decimae, pensiones u. s. w.). Auf Grund des 
allgemeinen Kirchengesetzes und in Gemässheit kaiserlicher Verleihung bei Gründung des Hoch- 
stifts (967, S. 4 u. ö.) hatte nämlich die Kirche das Recht den Zehnten von allen Erträgnissen der 
Ijandwirthschaft zu verlangen (vgl. S. 207, 285). Im Meissner Lande scheint indess der Zehnten 
nicht in der Ausdehnung geleistet worden zu sein, wie diess anderwärts geschehen. Mit wenigen 
Ausnahmen (z. B. in Goselitz vom Heu, S. 285 u. s. w.) beschränkte sich derselbe auf die im 
freien Felde erbauten Fruchtarten, und wurde bald als reiner Zehnten in Garben auf dem Felde, 
bald in einer festgestellten Zahl von Schocken und Mandeln oder von Scheffeln ausgedroschenen 
Getreides, ja sogar in einigen Fällen auch nur in einer bestimmten Geldsumme gewährt. Von 
dem Mangel an Willfahrigkeit diesen Zehnten zu leisten ist bis gegen die Mitte des 13. Jahr- 
hunderts in unsem Urkunden öfter die Rede, und einzelne dabei eingetretene Umstände sind 
nicht ohne Interesse. Allein ungleich wichtiger ist die Kunde, die wir durch den sogenannten 
Sackzehnten (Dezem) von den allmähligen Fortschritten der landwirthschaftlichen Cultur in der 
Einführung neuer Fruchtarten erhalten, wobei in einigen Fällen vielleicht sogar die Bereciitiguiig 
nalie liegt, aus dem VerhäJtniss der Quantität der Scheffel gewisser Fruchtarten auf die Aus- 
dehnung des Anbaues derselben in bestimmten Zeiten Rückschlüsse zu machen. 

Die ersten und ältesten im Lande erbauten Getreidearten sind Roggen und Hafer. Hierzu 
kommen Gerste in der Richtung von Leisnig, Oschatz, Meissen, daim Weizen zunächst von Oschatz 
bis Meissen, 1245 auch bei Bischofswerda und Goda (S. 120), ferner Erbsen, die allerdings schon 
1275 erwähnt werden, aber wahrscheinlich nur in geringer Menge angebaut wurden, eudhch 
Lein, Mohn, Hopfen; Hirse, Hanf, Senf, Rüben, die schon in der zweiten Hälfte des 12. Jahr- 
hunderts in der Gegend von Pegau gebaut wurden, finden wir in Meissnischen Urkunden nicht 
erwähnt. — Zur Andeutung des Verhältnisses im Anbau der verschiedenen in der Meissner Ge- 
gend erbauten Fruchtarten können unter andern folgende Beispiele dienen: Erbzins auf dem rechten 
Eibufer 1270 in Jessen bei Grobem (S. 173) 22 Scheffel Hafer und 2 Scheffel Roggen, in Gröbern 
selbst nur 20 Schffl. Hafer, keinen Roggen (S. 332), 1270 in Hilbersdorf bei Schirmenitz (S. lüD) 
von jeder Hufe 1 Malder Hafer; dann 1292 in Salilassan bei Strehhi als Erbzins 13V8 Malder Hafer, 
als Zehnten aber 2 Malder Roggen und 2 Malder Hafer. Bei den günstigeren Bodenverhältnissen 
in der Meissen -liOmmatzscher Gegend 1291 in Poititz bei Neckanitz (S. 237) 12 Schock Getreide 
als Zehnten, nämlich 3 Schock Weizen, 3 Roggen und 6 Hafer; 129G in Pröda bei Meissen (S. 24«) 
Zehnten von einem Allod 10 Malder Getreide, 1 Weizen, 2 Roggen, 2 Gerste, 5 Hafer; 1299 iii 
Zöthain bei Lommatzsch (S. 261) 6 Malder Roggen, 6 Malder Gei-ste, 1 Malder Hafer, 1 Schfll. 
Mohn (im J. 1308, wo dieser Zinsen abermals gedacht wird, ist der Mohn weggefallen, S. 274); 
1299 in Clantzschwitz bei Jahna (S. 261) 20 Schffl. Weizen, 20 Schffl. Gerste, 4 Schffl. Hopfen; 
1311 in Planitz bei Ziegenhain (S. 278) 2 Malder Roggen, 6 Schffl. Gerste, 18 Schffl. Hafer, 
1 Scliffl. Erbsen. Der Flachsbau war im Lande durch die Flandrer wenn nicht eingeführt, sicher 

COD. DIPL. lAX. II. 1. C 



xxxvin 

doch vervollkommnet worden, und sie selbst von der Zehntabgabe in liein oder Flachs befreit 
(S. 53). Im Anfange des 14. Jahrhunderts wird der Flachsbau namentlich in der Gegend von 
Jahna betrieben , denn B. Withego verkauft 1338 (S. 348) Zinsen in lAiin oder Flachs von dort 
an die Domkirche, imd 1313 gehören zu dem Leibgedinge der Witwe Sifrids von Taubenheim 
Margaretha 6 Kloben Hachs (pondcra lini, quae klobin vulgari vocabulo nuncupantur, S. 283) 
in Binncwitz bei Jahna. Hopfen wurde gleichfalls bei Jahna erbaut (S. 261, 348), dann im 
Trübischthale nahe bei Meissen „vnder der aldenburc" (1293, S. 242), wo noch jetzt diess der 
Fall ist, und anderwärts. Gerste wurde vorzugsweise zum Bierbrauen verwendet und desshalb 
deren Anbau, wo die Bodenbeschaflfenheit es gestattete, gepflegt. Aus einer Grossenhainer Ur- 
kunde vom J. 1317, wo die jälirlichen Abgaben der dasigen Katharinenmühle auf quatuor mal- 
daria frumenti triplicis, siligiiiis, tritici et brasei festgesetzt werden, sieht man, dass Malz aus 
Gerste, nicht wie anderwärts aus Weizen oder Hafer bereitet, oder dass auf Grund dieser Ver- 
wendung der Gerste geradezu Malz statt Gerste gesagt wurde. Bier wurde viel gebraut und 
nicht selten nur für den Hausgebrauch (selbst in der Curie eines Domherrn befinden sich Gefasse 
zum Bierbrauen, S. 259); von den Grundherren concessionirte Wirtlishäuser (Schenkstätten, 
tabemae) bestanden auf vielen Dörfeni, so in Briessnitz bei Dresden (S. 213), in Serkowitz (S. 344) 
u. s. w., die Schenkstätte in Grobem wurde liinsichtlich der zu leistenden Abgaben 1329 einer 
halben Hufe lindes gleich gerechnet (S. 332); aber das Bier stand auswärts, wenigstens in der 
zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, nicht in gutem Kufe; Nie. von Bibera sagt in seinem Gedichte 
(vgl. S. XXII), wo er die Präbeuden seines Gönners Gebehard aufzählt: Tertius huic Misna 
locus est, ubi uon bona tysna ut puto braxatur, bona sed praebenda notatur (v. 2080 f.), und 
der Minnesinger Steimar (Minnes. von v. d. Hagen IL S. 159) versichert seiner Gehebten, bei ihr 
in Wien würde er mehr Freude haben als in Meissen, wenn er dort Bier trinken müsse. 

Verhältnissmässig sehr unbedeutend war die Zucht des Honiviehes, denn es fehlten die 
Futterkräuter und die Wiesen waren unergiebig; auch die Schweinezucht war im Meissner I^nde 
unerheblich, da grössere Eichen Waldungen nicht vorhanden waren, die jenseits der Mulde schon 
in der Gegend von Leipzig und Tegau, \rie man aus Urkunden erfährt, die Ernährung von Schweinen 
leichter möglich machte. Ausgedehnter wurde die Schafzucht betrieben, um Wolle für Kleidungs- 
stücke zu gewinnen und dann des Fleisches und der Milch wegen. Von Butter liabcn \\ir bis zur 
Mitte des 14. Jahrhunderts urkundlich keine Nachricht, höchst wahrscheinUch ist solche nur 
wenig bereitet worden. Zu den Käsen, deren zuweilen gedacht ist, wurde vorzugsweise Schaf- 
milch benutzt und Käse von grösserem Umfange bereitet, als in neuerer Zeit Sitte geworden 
und schon im Mittelalter in Niedei-sachsen und Westfalen gebräuchlich gewesen, wo man sie 
häufig nach Scheffeln und Maklern berechnete. So sind z. B. in der Nähe von Dresden in den 
Dörfern am rechten Eibufer l'ebigau, Tieschen, Serkowitz von jeder Hufe 1 lulse, auf dem linken 
in Kemnitz bei Briessnitz 3 Käse abzugeben (S. 317 f., 340 u. ö.); da aber nach einer das Kloster 
Buch betreffenden l'rkunde vom J. 129Ö 1 Zinskäse den Werth 1 Denars haben soll — wonach 
also damals 14 Käse und 1 Scheffel Roggen einen gleichen Preis repräsentirtcn, sind im 13. und 
14. Jahrhunderte offenbar auch in Meissen Käse nach der bekannten Vorschrift bereitet worden, 
dass bei einer bestimmten Stärke, wenn man den Daumen in die Mitte setzt, man ringsum kaum 
den Rand mit der Spitze des kleinen Fingers berühren darf. Sehr erhebUch war die Hühner- 
zucht, und es scheint im Allgemeinen Regel gewesen zu sein, dass von jeder Hufe Vj Schock Eier 
zu (Astern und 2 bis 4 Hühner an einem bestimmten Tennine (Fastnacht, Johannis, Michaelis, 
Weihnachten) jähriich gezinst wurden. Eine Ausnahme machen die ebengenannten Dörfer bei; 
Dresden, denn Uebigau und Pieschen geben von 10 Hufen zwar nur 5 Schock Eier, aber P/jf Schock 
Hühner, Kemnitz bei G Hufen 3 Schock Eier und 77 Hühner (S. 317 f.), während Radebeul bei 
8 Hufen 4 Schok Eier und 32 Hühner zinst (S. 411). Gänse, die in der Gegend von Tegau und 
Zeitz schon im 12. Jahrhunderte genannt werden, kommen im Meissner Lande bis zur Mitte 
des 14. Jahrhunderts nicht vor. — Dass die Dreifelderwirthschaft durchgängig festgehalten 
worden, ist bei dem entschiedenen Maugel an Düngungsmitteln kaum zu bezweifeln. In den 



XXÖX 

Fluren des rechten Eibufers war möglicherweise selbst eine mehijährige Brache nothwendig. 
Doch darüber lässt sich aus unsem Urkunden nur indirect etwas bei Berücksichtigung der auf 
einzelnen Puncten äusserst geringen und dann anderwärts erheblich grösseren Zahl von Scheffeln 
Getreides entnehmen, welche von jeder Hufe als Erbzins oder als Sackzehnten zu entrichten waren; 
denn dass am rechten Eibufer zuweilen nur 2 SchfS. Hafer von der Hufe zu leisten sind, während 
auf dem linken der jährliche Hufenzins bis auf 4 Schffl. Roggen und 4 Schffl. Hafers steigt, kann 
doch nur darauf sich gründen, dass abgesehen von der günstigeren Bodenbeschaffenheit, die hier 
schon durch den Roggenbau sich kund gibt, auch die MögUchkeit geboten war in kürzeren Zeit- 
räumen einen grösseren Ertrag zu erzielen. — Besonders bemerkenswerth erscheint uns aber 
noch der Umstand, dass wir aus unsem Urkunden selbst das Gebinde im 13. und 14. Jahrhunderte 
und die Ergiebigkeit der Schocke an Kömern annähernd kennen lernen. Bei gesetztem Garben- 
zehnten ist die Stärke dieser Garben natürlich sehr wesentlich, und es kommt dabei namentlich 
darauf an, ob bei Roggen die Strohseile aus gedroschenem Stroh oder wie in manchen Gegenden 
gewöhnlich aus Halmen auf dem Felde selbst geknüpft sind; letztere sind um die Aehren nicht 
zu verletzen, erhebhch kürzer. In der Leisnig-Colditzer Gegend waren Strohseile aus gedro- 
schenem Stroh gebräuchlich, denn B. Albert bestimmt um 1260, dass dort starke Garben geliefert 
werden sollen (qui manipuli Ugandi sunt in maiori quantitate, sicut se habet illius confinii con- 
suetudo). Anders in der Umgegend von Oschatz. In einem im J. 1337 ergangenen Urtel (S. 346), 
wodurch ein Streit dreier Vicare der Domkirche mit Johann und Dietrich von Schönberg, deren 
Gut in Zschochan aus 6 Allodial- und 6 Rusticalhufen bestand, wegen des zu leistenden gesetzten 
Garbenzehntens entschieden werden sollte, wurde dahin erkannt, dass die von Schönberg von 
ihren 12 Hufen 6 Schock Roggen und 6 Schodk Hafer kleineren Gebmdes oder je 3 Schock 
beider Getreidearten nach grösserem Gebind jährlich an Zehnten zu leisten hätten. Offenbar 
waren also beide Arten von Strohseilen in Gebrauch. Bei dem Mangel an Düngung werden die 
Halme des Winterroggens eine erhebliche Höhe nicht erlangt haben. Diess bestätigt auch der 
Sachsenspiegel, wo es heisst, das Seil solle bei Komzehnden in Garben eine Elle lang sein, 
vom Daumen bis zum Ellenbogen gemessen (swö man komzehnden gibt, dar sal daz seil, da 
die garbe mite gebunden ist, wesen einer dümelne lang zwischen den zweien knoten am winter- 
korae, II. Art. 48. §. 9). So erklärt es sich nun, dass als die von Schönberg bei dem angeführten 
Urtel sich nicht beruhigten, in einem 1338 abgeschlossenen Vertrage (S. 349) für die genannten 
6 Schock Roggen und 6 Schock Hafer kleineren Gebindes 3 Scheffel reinen guten Roggens (sili- 
ginis electae), die in Pulsitz bei Jahna angewiesen wurden, für eine ausreichende Entschädigung 
angesehen werden konnten. So kann femer, als im J. 1288 56 Schock Roggen und 56 Schock 
Hafer in vier Dörfern der Parochie Lenz bei Grossenhain für 30 Mark (336 Thlr.) verkauft 
wurden, die bei dem damaUgen Zinsfuss von 8 pC. eines Jahreszins von 26 Thlr. 26 Ngr. 2 Pf. 
ergeben, mit Rücksicht auf die gleichzeitigen Getreidepreise das Schock Roggen höcltötens zu 
*/« Scheffel, das Schock Hafer zu etwa */3 Scheffel angenommen werden. 

Der Wei nbau ist in Meissen erheblich später erst in grösserer Ausdehnung betrieben 
worden, als man gewöhnlich annimmt. Eines Weinbergs in der Nähe von Meissen geschieht 1161 
Erwähnung (die Urkunde gehört zur Geschichte der Stadt), aber noch in der ersten Hälfte des 
13. Jahrhunderts ist selten vom Weinbau die Rede, und erst nach der Mitte desselben scheint 
dei-selbe mehr in Aufschwung gekommen zu sein. Im J. 1266 ist ein Theil der Weinberge in 
Oberwartha erst angelegt (S. 160) und 1296 wird der dortige Weinberg, die Ly benecke genannt 
drei Vicaren der Domkirche gemeinschaftlich überwiesen, da wegen der Unsicherheit des Ertrags 
ein Vicar davon nicht leben, einer auch allein die Kosten nicht tragen könne (S. 249). B. Withego 
befiehlt Ende 1284 dem Pfarrer zu Dresden seine Paroclüanen, welche Weinberge besitzen, an 
allen Sonn- und Festtagen der nächsten zwei Monate unter Androhung ernster Maasregeln öffent- 
Uch zu ermahnen, bis Ende Febr. den dem Bischof schuldigen Weinzehnten zu leisten, beziehend- 
lich nachzuliefem, wie selbst der erlauchte Fürst, Markgraf Hemrich von seinen freien Gutem 
den Zehnten zu gewähren versprochen habe (S. 207). Für den bessern Wein galt längere Zeit 

e* 




der in der Uintrc^end Ton KotzM-b«ubroda €9i»aBtie. aber «r w TnUhaissmiäär 

bei eiijeiji jaJjrlichejj 7Am vod 1 Fud^r nmen uid guten Wrins ^pliastinnii Tiid poriow « i 

in IJudeuau <Niederlo».sijjtz) «iirdc 22^^ besninnnt. d&s^ im FaSe €3B«t llia&enit'e stttt 

'laleute (07 'lUr. N:.t.» bezahlt verd«i solltsD iSdK»tt^ta o|fli%. p. Ij.Ö*. vorDadi ätefi 

Fuder zu 12 tliuienj aD(:exiOiuii)eii 1 Eimer Wds im Freiste ^ieidi i«:t Ü? Sd>eSt3xi £ici£>;£»il 

Markifraf Heinrich VJll bestimmt, bei dem Jahresg^diirfitMWf sauer GtaBiaUm Agnes scAe 

(Jonvent in Altzelle Würzburtrer fnier auderer gkäch guter Wdn (Tinom Höiäpoknae xd 

pollensj gereicht werden, bewei^t endlich, nie mau aoch damals Ikä bcscAderä ifSiBAm T«flF- 

anlahsungen es voru'ezogeu. fremden &tatt Laztdwdn za tri&keoL 

Die Inhaber un.serer I)auenurüt«r beKirLh&c3iafU5UsD diesdbeD urs^^rändidi in der Seod 
nicht als Kigenthümer, sondern ak Colones nach ZiosnsdrL I>er GnmdlyeiT vtss er dtm TA-- 
zins verkaufte oder verschenkte, bezeichnete in älterer Zeit dMseD Act ancb in deu iüer t« 
Urkunden nicht alr^ einen Verkauf oder eiue Scfaenkuxi^ de» £iiüämie&. KiDdeni der Hiden. 
u. ». w., auf welchen der Erbzins ruhete. I>esi»enai^:eacfatBt «ar die Strilujig des Baoem^aaiAeB 
iuj Allgemeinen und der unter geistlicher Hoheit st^hendeai insbe&ozidisre luideadi gtusDcer in 
Meissnerlaude. als in fielen andern Gegeud^ai. Aus der Entscifteidiiiii: At^ K<«nig& Ccnoabi DL 
V. J. 1144 (S. 51). womach die bLschuäicfaen Unt^erthaiMsa im Gaa Niäas ^oberiolb Meissen, Urtsimt' 
Pinia) befreit sein sollen von den Dienstes bei dem ßan der TnaTtprüfficbep Luroes mid von 
öffentlichen Wachdienst i. Sicherheitsdienst k ersehen ^dr. dass die des llarkirraieii hitaza TerpAkiaa 
waren. Die bischötiichen Dörfer im Oaa Muts« (Badebtn:^ Badisan o. s. t.^ mnss«en drei 
bare Putunje ihtujjas) ixj der huni zu Dadissis berstdien and sadi Idzidesbrandi «^ffestlkbe 
dienste thun. die im Gau Zagost (Niederlausitz) sisd nur zu letzteren Tentflichtet. Aber die 
(iüter erbten vom Vater auf .v^hn und Enkel und volks Elzenthum au dem Boden k^mste iremg- 
stens bei Giündung neuer Dörfer im 12. Jahiiiunderte imschver erian^rt verdes «S. XXXYIi. 
Des^enunJ/eachtet gab es nwh im folgenden hie usd da ZiiiJeute. dertai Yorfahrem es TersSamÄ 
liatten, volles Eigenthum an den von ihnen l^ewirihschaft^t^ju Grund-Tütkeu sich zu erwertiaiL 
Daliin gehören die J^auem Jacob von C<*rtzevitz. Slartiu von MisM^wjtz und einige andere, tub 
welchen der Erstere durch eisen vom Domca]»ite] de]egirt-f:?n lüchter um 120^ vorgeladen, um 
seine vorgebhche Freiheit zu enieis«,^n. zugleich ermahnt wiid. vor dem ge=setzten Tenniii dsen 
Vergleich zu tn^ffen <^. 1.01 t). I>ei dem erhebhch gestiegenes Wen he der Grusdstücke irarea 
aber jetzt die Kosten bwieutender uimI grössere VerjJÜichiujigen zu üU-mehmeiL Die Bauern zu 
Xi/; Mischwitz bei Zehren, ga'^ti g esannt, weil sie Eigen nicht liaiten «vgl Sachsen-^p. HL Art 45. S. 6> 

erwarben im J. }J*'ß*< ihre Güter zu Erijrwhr durch Zahlung vojj 4^> Mark i^^ Thlrj usd mit 
der Ven>tiichtung jäljrhch von je'ler Hufe ein hal^^es 'I alent Erbziss (b Thlr. 24 Xlt. j zu zahlrn. 
einige Tage Frohndieaste und «iie gewöhnhche Abgabe von ' ^ Schock Eieni und 4 Hühseni za 
leisten, sowie dreimal im Jaljre di.-nj jezeitigen Gerichtsherm bei y.'iner Anwesenheit im Doiie 
die übliche Aush'»>ung zu gewähren (S. D>> f.). Hier tritt zugleich die erste bis jetzt uns bt^iaimt 
gewordene Nachricht von Frohndienst im Ackerliau eis. Die Bauern zu Mischwitz K.Ues drdmal 
im Jahre wahrscheinlich auf den Aeckem de^ dortigen deuj Domcajiitel zuf^tehenden Allods pflüßoi, 
iu der Enite zwei Tage Getreide mit der Sichel schneiden (luiiljen^. einen 'Jag Garben binden. 
Aehnhch 127G in Kiebitz und Jessnitz, wo die Bauern veri>fljchTet waren dreimal jähriidb mit 
10 Pflügen zu ackeni und mit 27 Sicheln zweimal in der PInjte zu arbeiten iS. l'SOj. An eisigai 
Orten fand frühzeitig eine Verwandlung dieses Ackerdienstes in eine jälirliche Geldleistung statt; 
es werden dafür (pro aratura) gewr»hnhch zwei Sohden von der Hufe entrichtet. Eeibeigens^aft 
hat im Lande nie bestanden, und finden sich auch in älterer Zeit von IMruckun^en der Bauen 
durch unrechte Gewalt einige Beispiele (S. 71. ><1). so hat die Energie der Markgrafen und der 
Bischöfe diesen nachdrücklich gesteuert. Die zu leistenden PIrbzinsen waren allerdings, da auch 
der kirchliche Zehnten noch hinzukam, hie mid da etwas hoch (-o halte Oknlla bei damals 
Ki' i Hufen — die Flur ist jetzt durch die eines eingegangenen Dorfe?: uuj rl vergrössert — 
75 Thlr. 1>5 Xgr. baar, 10 Schffl. Roggen, hj Schffl. Hafer, 14 Hühner, 4», Sch'Mrk Eier [S. 238]. 



XLI 

Kemnitz bei 6 Hufen 69 Thlr. 26 Ngr. 4 Pf., 77 Hühner, 3 Schock Eier, 18 Käse [S. 317] jährlich 
zu leisten), aber man stand auch im wohlverstandenen eigenen Interesse nicht an , diese Erbzinsen 
unter Umständen herabzusetzen , wie dies z. B. bei einem Allod in R ossthal bei Dresden geschah, 
wo sie von 16 Thlm. 24 Ngr. auf 11 Thlr. 6 Ngr. (S. 307) gemindert wurden. Erst mit der Aus- 
biWung der Gutsherrlichkdtj^Jüe Im Jahrhundert und später_fö^t, und unter dem Drucke 
derselben waren jene bäuerlichen Lasten und Dienste entstanden, welche die neuere Zeit beseitigt 
hat. — Theilungen von Bauerngütern haben öfter stattgefunden, aber durch den gesunden Sinn 
der Bauern selbst und durch den Lehensverband waren hier heilsame Schranken gesetzt. Nach 
der Mitte des 13. Jahrhunderts besass der Bauer Rodewan in Stetzsch bei Briessnitz 2 Hufen, 
im J. 1296 war im Besitz der emen dessen Wittwe Myleka und ihr Sohn Hugo, der andern ein 
zweiter Sohn Namens Borysch (S. 248). Es ist femer als eine Vergünstigung anzusehen, wenn 
Markgraf Heinrich 1285 semem Protonotar Gebehard erhiubt (S. 208) Güter in Basslitz bei 
Grossenhain, die früher der Bauer Hanatsch nach Aeltestenrecht (iure seniorum, quod eldestengwet 
vulgariter appellatur) in Lehn gehabt, zu theilen und in Erbe zu verleihen (quod in vulgari vor- 
erben dicitur). Der Bauer Hanisch hatte also ein Gut besessen, dessen Inhaber noch im 13. Jahr- 
hunderte den Vorsitz im Dorfgericht führte, wo Gegenstände der freiwilligen Gerichtsbarkeit 
und geringe Civil- und Polizeisachen zur Verhandlung gebracht wurden, und dann stimmberech- 
tigtes Mitglied des Landgerichts war. Praktischer Verstand und Kenntniss der näheren Ver- 
hältnisse sowohl wie der localen Bedürfiiisse waren bei der Ein&chheit der damahgen Zustände 
für eine solche Stellung ausreichend. Bemerkenswerth ist aber hier das fr üh e Au ftre ten von 
Familiennamen im B auernstande. Denn können auch die eben angeführten Namen Borysch (Bo- 
rizlaw) und Hanatsch (Johannes) als Tau&amen angesehen werden, so haben doch beide sich bald 
nachher als Familiennamen eingebürgert und einige andere sprechen bestimmt das Vorhandensein 
solcher Namen im Bauernstände aus. So Peter Coufiman in Boritz 1262, Baz in Cossebaude 1263, 
Peter Nowak daselbst 1269 und 1296, Heinrich und Peter Kezzilbir (Kesselbier), Saxo (Sachse), 
Jak. Sebenitz und Ceske (Zetzsche) in KöUn 1291, Eberwin und Ruleko (Rülke) in Kaufbach 
1296, femer Werner Grosse und Jak. Rehk in Schmorren 1322, Jak. Granichs und Nik. I^auterbach 
in Pulsitz 1338 u. s. w. Besonders häufig erscheinen schon verschiedene aus Taufnamen ver- 
dorbene Formen, wie Frisco (Fritsche 1292, 1338 u. ö.) aus Friedrich, Heince 1313) und Henczco 
(Häntzsche, Heutschel u. s. w. 1335) aus Heinrich, Jensco (Jeutsch, Gentsch 1322, 1349 u. ö.) 
aus Johann, Tizscho (Dietsch), Thileman, Thiliko, Diczman aus Theodericus u. a. m. 

Dicjirsprüngüche Verfassung der Mark war eine militairische, organisirt zum Schutze 
gegen Einfälle von Aussen und Aufstände im Innern. Slavischen Herren, die sich unterworfen, 
waren ihre Besitzungen belassen, Deutschen aus dem Heerbann des Kaisers Güter und Grund- 
stücke verliehen worden mit der Verpflichtung, zunächst innerhalb des engem Burgwartbezirks 
Wacht zu halten und dann die Mark unter der Führung des Markgrafen gegen äussere Feinde 
zu schützen. Diese ländhchen Krieger ( milites agr arii^^jprovinciales) bildeten die Grundlage des 
aus zahlreichen Mitgliedern bestehenden Standes der Ministerialen, unfreier Geschlechter, welche 
aus dem Verhältnisse der Dienstpflicht nicht willkührlich treten konnten, aber Vortheile mancherlei 
Art, wahrscheinUch auch Befreiung von Grundzinsen genossen, da sie ihre Güter vom Fürsten 
um ihrer Dienste willen empfangen hatten — Vortheile, welche im Laufe der Zeit auch Frei- 
gebome veranlassten, mit Aufgabe ihrer Geburtsrechte in die Dienstmannschaft einzutreten. 
Nur einige wenige längst erloschene Geschlechter scheinen in Meissen eine gewisse Unabhängigkeit 
behauptet zu haben. Neben diesen Dienstmannen nahmen die Bürger in den Städten eine bevor- 
zugte Stellung ein, sie waren Freisassen mit der Befugniss, die Angelegenheiten ihres Gemeinwesens 
zu ordnen und zu verwalten. Erst gegen das Ende des 13. Jahrhunderts begann jener bedeutungs- 
volle und folgenreiche Scheidungsprocess des Bürger- und des Adelstandes. Einen Standes- 
oder Rangesunterschied beider kannte das frühere Mittelaher bei uns nicht, und wenn S. 60 den 
Bewohnern von Liöbnitz untersagt wird, eine Hufe oder einen Acker an eines Mile^ zu verkaufen, 
so geschah diess nur um zu verhüten, dass ein solcher nicht seiner Dienstpflicht sich entziehe. 



XUI 

Im rrr.Zr.L v/LLten RiT-erbürri-'e uiiil DiensTinannen in den Städten und nahmen an ihren 
Ai-^ele-ZviitiTvii TLvil. ^;ihrend Kiirjer irr»"«<?ere Gütercomplexe auf dem I^^ande besas<en und 
^v.v- r;_-ir.n 'e R:::crirhcii erwar'i^u. Im J. 1:?74 verlieh Markgraf Heinrich, nachdem Bur^CTaf 
Meüihcr üe Frei^or^-cr Bilrjer Htiiirich und Tihnann Theler mit dem von .Seydelmann ; Sifrid) 
T..C ^^:Li^:^:I.:-e^-: rrkAnreu h^rit: «.)w;i .nborau bei Meissen) beliehen, iliesen die sesammte 
tierlc'::>: jLrk-ei: iS.r r»"n und FiUr omiiem iKitestatcm iudiciariam in ipsa villa et in cam]*o ad 
eiz-ie^- ^S1l\zl j'^r*iLvL:cni ii«>L s->lum in actiuiiibus civilibus, sed et in criminahbus etc. Märcker 
a. s- <» >- 414 I. — der er sie M? jtrtzt bekannte Fall in Meiosen, wo Privatpersonen die volle 
rirrin:v'L:jl^erioht<larkL-it zUi:o>tandeu wurde. So war es daher auch irewiss nur eine Bestäti- 
gu^i: des aittü. erst mit der Entwickelunfi: des Adelstandes in Frasre gestellten Herkommens, 
wenn K. Ludiiig IV. am 24. Juni 13 A« anordnere. dass in den I-aiulen seines Schwiegersohnes, 
des Mark:n^en Frieilrich. die er je:zt besitze und künniiz In^sitzen werde, Bürgern und Städte- 
t:*ew«..hneni mniversis civibu^ ae uppidauis unbenommen sein solle, Ititterlehen mit allen Rechten 
der Vasallen zu er\*erben und zu besitzen, und K. Carl IV. diese Anordnung am ö. Febr. 13ä«J 
erLeucrte. In Meissen. wo nelK-n dem Markgrafen auch der Bischof imd der Bur-:graf Dienst- 
tim: r.en hatten, trat nun wnhl auch der Fall ein, dass derselbe Manu von mehreren Herren 
abhiiiigig dem Einen gegenüber günstiger g«:ell: war als dem andern. Dahin rechnen wir, wenn 
liN» das Capitel den Manin vnn Canyn, d^-ssen Bmder Hermann und drei Srihue ihres Bruders 
Joriann gcT.artrt von Pitsvicz. die Hr»rige des Mifrs sind servi qui vulgariter gasti nuncui>antur ÜL-* 
tcciejiie c:c. S. 2«.«y . für ihre Personen und directen Nachkommen, nicht aber ihre Seiten- 
verKiL-i:en ge.ren Zahlung vol 1«.» Maik frei gibt. Es geschieht dies auf besondere Fürbitte des 
B;irg-.T-.iiVL Mvirier ULd aL-ierer ihrer Verwandren aliorum ipsorum amicorum-: die von Jahna 
N:c*icr;äiiJ. und «üe t.-l r>:zsch^:z c«ei SchlciaiLz erscheinen aber bald nachher als Vasallen 
der B'vir-:-:rjic:i. I'j^s las I»ie:is:iLaLr.rrj-tvh: in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts im 
Mri-^L-: LiLde i'xh v.lle Grl'imj -rrLi*::. ": T:W:ei?».u fenier ilie Freilassung der Kinder der 
iLJjs»rii::lrL Miiis'crlaliz Mt:v1*!i:1:t t i I^i:..ir^*. ilie mit dem Grafen Siegfrieil von Anhalt 
vrr:— -.LI: -j-r. iurLi H-riirich «i-L iLzL.iiL'-tz -4. Au.:. 12».«',») und Heinriclis eigene Vermählung 
nJ: Elisi/'r'l: v,.- MäI*:*^. dcrtL Kii.«iTr i\ :z-ii ^crvilis seu ministerialis conditiouis respectu 
durch K.'l:.: Ruivlf im 4. Jan. IJ'^ ti:1- *>- "^iriva. Sm winl die Geschichte des Adels, wenn 
sie UL'>:iÄL-;vri und v-irurtheüsirti. ici F.rl-irir-vri strenger historischer Wisseuscliatt gemäss 
e:Liu;il gT^irl-rbcn wird Tirtr-iLL, •T-.s-:h:'±:e Hvir.rlchs des Erl. S. 2M tf. hat in anerkemiens- 
wt-rthrr Weise «jruLdzüge hierzu g-rlirr'-r . erhch-üch später erst beginnen, als wuhl Viele n«x"h 
vcriLti'^eL. ^Wr M der ricL>^-;ri;;en lirr^iiutung. ilie sie zweifellos luit, an innerem Werthe und 
wjjirt::- I:.:tre>sc ''\o-»^niliih ..vwiuneL M.ircker, a. a. «>. S. 207 fj 

l»i^ Mc:--:.'.r Liihd ist die Wi^je zahlreicher angi-^elu-ner Adelsgeschlechter gewesen, die 
Uljs: aUs dcmLai-i..- ii^nie^'üch nach« »>"tL hin Schlesien. Preussen. « »stseei-rovin/en u.s.wj gezogen 
s;L-i. uiid ^1v^-T eiLL<.iiii:sche*^. die ihren Trspruiig zum Theil ins ferne Ausland setzen zu müssen 
Citiiicn. I»it* H'-iV iii;ri GruLds-ücke. wekhe I>ieL>:mau!icn mit der an;:cgebenen Vfri»tlichtimg über- 
L\>M:n »uric:.. ?cLf::.c:i zuüi Thirilnur aus wenigen Hufen b*.-standen iiaben; erst dun-h spätere Ver- 
itrüLu::-:.:! md Käufe erla:.^'tfn div mei>:o!i unserer Kirtergürer einen grösseren l'mfang an AreaL 
In Zsch'<hau U: lAn-maTzsch werden s.h..n 1337 t; AlK-dial- und »> Hu>tical-Huten al> Pertinenz- 
srüikv dos d.. r::^d; Kit:er-:u:e< ai:::etiilir: S. ;>i*"- .. Viele Orte, nach wcKlieu Ministeriak-ngeschlechter 
im vi.rütvtudi:: IVvLdc ger.annt \^erde:i. <:Ld läng>t reine Bauenid«'rfer ireworden. wie IMera bei 
Zivdel. Gv iiiüirr:: l'vi bih:..\. «fir.pitz bei I>resdeu. vin»><'-Ka::en bei Meissen. ■ Ober- u. NiederV 
Lüizsthera U-i K:i.'j«itz. j »l-er- u. Nieder -Muschiiiz bei Meis>en. Pappritz bei Kadeberg. Plauen bei 
Dresden, Wuhnitz bei Staucha, Wun;\vi:z bei Kessclsd««ri u. v. ar.d.: in Lupi^e bei Dalden. wo einst 
trin irvic> GeschUvh: s.i<s, is: <cir .lahrhui..Krten die Stelle, an welcher dessen Hofstand, mit Ikuiern- 
ri.iUM.rn besetzt. Zahln-ichc «ieschievhter. von deiuii lili^^lor «»fter hier vorkommen, sind langst erK>- 
s^n%.:i. ai.den;- Mühen ncih. v. rausgcsei/t. dass» lüihr ein Namenwei'hsel, wie nicht selten geschehen, 
s:a::^t;u:;deü hat. Hier ist nun ganz bes-ndere iK-achtung den alteren Siegeln zuzuwenden, die 



XLHI 

für die Specialgeschichte seit ihrem Eintreten bald nach dem Anfange des 13. Jahrhunderts eine 
nicht geringe Bedeutung haben. Während die Beinamen Einzelner wechselten und mehrere 
Menschenalter hindurch nach dem Besitz, Wohnort, Beruf, nach persönlichen Eigenthümlichkeiten 
und Merkmalen (cum barba S. 54, Polonus S. 72, Clafschenkel u. ähnl), zuweilen schon bei den- 
selben Personen (Otto de Kothewicz dictus aldejant de Schofleweld, S. 323), und dann bei einer 
grösseren Anzahl von Söhnen und Enkeln (wie kurz vorher von Canyn und von Pitsvicz) verändert 
wurden, sind Wechsel des angenommenen Wappens höchst seltene Ausnahmen; das Wappen wurde 
als Hausmarke, Familienzeichen festgehalten, es war erblich in dem Geschlecht. Der Ortsname, 
nach dem man sich nannte, oder der Beiname, den man aus irgend einem Grunde zur Unter- 
scheidung von andern gleichen Taufoamens führte (Cra, Kezzilhut, List, Raspe, Slegil, Spigel 
u. m. a.) erlangte erst später, sicher erst nach der Mitte des 14. Jahrhunderts erbliches Recht. 
Es kann nicht oft genug gesagt werden, dass auf Grund der Gleichheit des Bei- oder Familien- 
namens in genealogischen Untersuchungen eine Stammesgenossenschaft ohne weitere Beweismittel 
für die ältere Zeit mit einiger Sicherheit nicht angenommen werden darf. Dem ursprünglich 
stets einfachen Wappen wurden im Laufe der Zeit Beizeichen hinzugefügt als Unterscheidungs- 
merkmale vom Hauptstamme abgezweigter Geschlechter. So ist es auch erklärlich, dass manches 
zweifellos alte Geschlecht dem jetzigen Familiennamen nach spät erst genannt wird, während 
seine Vorfahren in den Namen anderer vergessener Familien verborgen liegen. Für diese und 
hiermit verwandte Momente der altem Specialgeschichte haben schon bei den bisherigen Vor- 
arbeiten für das Urkundenbuch des Bisthums Meissen einzelne schätzbare Ergebnisse sich gefunden, 
von welchen Weniges noch angedeutet werden mag. Besonders bedeutsam erscheint in der Ura- 
gend von Meissen die Familiengruppe mit dem Löwen. Einen aufrechtstehenden Löwen führen 
zunächst die von Bor oder Borft (Wendischbora, Deutschehbora), wobei eine Erinnerung an den freien 
Slaveu Bor (liber homo Bor vocitatus, natione Slavus S. 36 und 50) vielleicht zulässig ist, dann 
die von Nassau (Nassowe, jetzt wüste Mark zwischen Niederau und Meissen); den Löwen mit 
zwei verticalen Pfählen die von Taubenheim, mit 1 Querbalken die von der Mylin, mit 2 Quer- 
balken die von Conradisdorf (Cunnersdorf bei Radeburg), mit 3 Schrägbalken die von Biberach 
(Biebrach) und die von Wildenhain bei Grossenhain. Wohl liegt es hier nahe in dieser Gruppe 
die Stammesgenossenschaft des, als es mit dem erblichen Familiennamen verhältnissmässig spät 
erst eintritt, reichbegüterten und angesehenen Geschlechts von Schönberg zu finden. Andere 
Gruppen sind die mit dem halben Stier (von Stuchowe und von Rogewitz, Staucha imd Ragewitz), 
die mit 4 Querbalken (von Maltitz und von Miltitz), die mit 3 Querbalken (Knut und von Kitz- 
scher), die mit einem quer und dann vertical einmal getheilten (gespaltenen) nur farbigen Schilde 
(von Gerardesdorf und von Körbitz oder Kürbitz [Gorbitz bei Dresden], von Pannewitz) u. a. m. — 
Von noch blühenden Geschlechtem werden in dem vorUegenden Bande genannt: Beust (Puyst) 
1291, Brandensteiu und Breitenbauch 1352, Bünau 1343, Canitz 1296, Ende 1352, Erdmannsdorf 
1206, Gersdorf 1232, Glaubitz (Glubozich) 1286, Globig 1332, Goldacker 1320, Haugwitz 1352, 
Ketelhodt 1246, Köckritz 1329, Königsfeld 1294, Kötteritz 1329, Langenau 1276, Liebenau 1270, 
Maltitz 1244, Metzradt (Meczenrode) 1272, Miltitz 1337, Mosel (de Musela, Vasallen der Herren 
von Colditz) 1320, Nauendorf (Vasallen der Burggrafen von Leisnig) 1338, Pannewitz 1276, 
Peutz 1272, Pflugk 1336, Polenz (Polenzich) 1286, Ponickau 1350, Rechenberg 1352, Reischach 
1343, Schleinitz 1338, Schönberg 1337, Schönfeld 1319, Schreibersdorf 1272, Stutterheim 1343, 
Taubenheim 1317, Vitzthum von Eckstädt 1323, Wangenheim und Witzleben 1352, Zehmen 
(Cemin) 1206, Zeschau (Sessove) 1206. 

Doch wir brechen hier ab mit Uebergehung der Notizen, welche zur Geschichte des 
Handels, der Gewerbe u. m. a. der vorliegende Band enthält, in der Ueberzeugung durch das 
Bisherige den Nachweis gehefert zu haben, dass unsere Urkunden, so unbedeutend sie einzeln 
vielleicht Manchem erscheinen mögen, nach verschiedenen Richtungen hin nützhchen StoflF in 
Menge bieten zur genaueren Kenntniss der vaterländischen Vorzeit. Weit entfernt von der An- 
massung Sachkundigen hiermit eine Anweisung geben zu wollen über die Brauchbarkeit dieses 



xuv 

Stoffes, oder die Ergebnisse unserer Untersuchungen, insoweit sie von den herrschenden Ansichten 
abweichen, als massgebende Belehrungen aufzudringen, ist unsere Absicht nur dahin gerichtet 
minder Kundige aufinerksam zu machen auf die vielseitige Bedeutung der Urkunden, Arbeits- 
lustige anzuregen zu einer gründUcheren Erforschung der älteren vaterländischen Geschichte, und 
die Nichtigkeit der oft ausgesprochenen Behauptung, im Mittelalter herrsche bei uns nur Unklar- 
heit und Verworrenheit, anzudeuten. — \aterlandsliebe soll Jedermann haben, und der Sachse, 
der gründlich die Geschichte seiner Heimat kennt, wird nur um so inniger und treuer das Land 
und Volk und das Fürstenhaus, das von den Anfängen der Geschichte an in Freud und Leid 
mit beiden eng verbunden war, hoch halten und lieben. Unser Codex soll dazu mitwirken, dass 
eine solche Kenntnis erlangt und das Interesse am Vaterlande und die Liebe zu demselben 
gefördert werde. Der 2. Band des Urkundenbuchs des Hochstifts Meissen wird gegen Ende 
d. J. folgen und Weiteres ist vorbereitet. Die Verlagshandlung hat durch neue Schriften und 
geschmackvolle typographische Ausführung den vorliegenden Band würdig ausgestattet und 
wird den ehrenvollen Ruf ihrer Offizin auch bei der Fortsetzung sich sichern. 

Lbipzio, im Januar 1864. 



GERSDORF. 



No. 1. 962. 12. Febr. ;./.x/ 

P, Johann XII. e^rltcht Mmjdvhurff zu ehietn erMschöfiirlien, Mvrsdnmf zii eine^u l^isrhf^irhen diesem 

mitcYffeordneten Sitz uml nrfihft, dass mit der weiteren An^shrntunff des Christenthums unter den 

henacM)arten Shirni Bischife an dazu geeigneten Orten eingesetzt und von dem Erzbischof zu 

Magdeburg^ dem sie unterworfen sein sollen, geweiliet werden, 

Johannes epiftcopus servus servoruni dei reverendissimis confratribus archiepi- 
scopi«, epiftcopift, abbatibus, monachifl, primatibus, ciincto clero et popnlo in Saxonia*), 
3./ Gallia, (Tcrmania, liawaria constitutis. Quotiens ad provectum-) novae christianitatis 

concessionis firmitatisque Privilegium a sancta Romana ecelesia, cid deo auctore deser- 
vimns, cxposcitur, totiens omni diligentia omnique amore impertiri operae pretium duxi- 
miis, ne qiiod erga pia desideria propensius impendi convenit, callidi hostis invidia ob 
desidiam indesinenter siibripiat Totis ergo viribus, caiissimi confratres'), certandum est, 
ut christianitatcni, quam deus omnii)Oten8 per servos suos celesti trophaeo cottidie extendit 
et pr()vi»lnt, noRtro quoque per cum adiutorio in eodem «olidetur et maneat. Nunc vero 
dei opiTante dementia eariasimuft et eliristianisftimus tilius noster rex t)tto devietis bar- 
bari« gtMitibus, Avaribus scilieet ceteriaque^) quam pluribus, ut ad defensionem sanetae 
dei ecclesiae trium])halem victoriae, imperii culmen per noR a beato Petro apostolorum 
principe ftuscipt^ret (*oronam, summam et universalem cui deo auctore praesidemus adiit 
wedem. Quem paterno affectu suscipientc;« ad'*) defensionem sanetae dei ecclesiae in im- 
peratorem cum beati Petri apostoli benedictione unximus. Cumque in ecclesia beati Petri 
apostoli de statu et regimine totius christianitatis tractantes, quae utilia sunt utiliter secun- 
dum deum tractarentur, praefatus piissimus imperator Otto, qualiter Sclavos quos ipse 
devicit, in catholica fide noviter fundaverat, nostrae paternitati innotuit deprecans et ob- 
nixe postulans, ne oves quas ipse Christo acquisiverat"), ob pastoris defectionem antiqui 
serpentis versutia damnarentur^). Ad hanc itaque petitionem assensum, fratres earissimi, 
merito praebuimus. Totis ergo meduUis cordis prout dignum est, ut novella plantatio") 
super verticem montis in petra quae Christus est tundetur, intendamus. Dabit vires, qui 
neminem vult i)erire. Cuius annuente dementia volunms et per hanc privilegii paginam 
iubemus, ut Magdaburgense mona^sterium in regno Saxonum iuxta Albiam-') constructum, 
quod praelibatus imiierator*") ob novam christianitatem construxit, quia vicinius id locorum 
gentibus est, in archiepisc(>j)alem") transferatur sedem, quae per subditos sutfraganeos 
totum dei gregem regere et gubernare valeat. Volumus et per hanc |)rivi]cgii paginam 



l) Sosonin fühlt Ann. 2) proj'ectum Ann. 3i /rti/rf* Ann. I) nlii^qtu Ann. ö] oö Ann. ••) ii» ''Ar. ariiuuv rat Aiiu. 7) »Iihhiii'»- 
rentur Ann. 8) haee plant. Ann. ü) Athim Ann. JO) lancttssiiuus inpi-ratnr Ann. 11) > fidropaUw lAh. |»rlv. 

1 



iubeiims, ut Merseburgense'^) monasteriiim, quod ipse piissimus Imperator qiia^'^) Ungros 
prostravit, futurum deo devovit, in episcopalem debeatur") sedem, quae Magdaburgensi*^) 
sit subdita sedi. Et quia tot gentes sub uno pastorc regi minime possunt, volumus et i>er 
nostrae auctoritatis Privilegium censemus, ut censum et deeimationem omnium gentium, 
quas praedictus piissimus**^) imperator baptizavit vel per eum »uumque iilium aequivoeum 
regem successoresque eorum deo annuente baptizandae sunt, ipsi sueeessoresque eorum 
potestatem habeant distribuendi subdendi Magdaburgensi*^) Merseburgenai *^) vel cuiquam 
velint futurae unicuique sedi"). Volumus etiam, carissimi confratres, et ex beati Petri 
iussione apostoli praecipimus, ut Moguntiensis Treverensis Coloniensis Salsaburgensi» 
Hamaburgensis ecclesiae archipraesules***) Magdaburgensi8^*)monasterii in arclnepiscopalem 
et Merseburgensis^^) in episcopalem translationis sedem ^^) totis cordis corjioriaque viribus 
consentanei fautoresque^) persistant. Cum vero omnipotens deus per praetaxatum servum 
suum invictissimum imperatorem suumque filium regem successoresque eorum vicinam 
Sclavorum^') gentem ad cultum christianae fidei perduxerit, per eosdem--) in convenien- 
tibus locis secundum oportunitatem episcopatus constitui et in eisdem per consensum 
praedictorum quinque archipraesulum successorumque eorum ab archiepiscopo Magda- 
burgensi episcopos consecrari volumus suffraganeos. Sed tamen si praefati tilii nostri 
piissimi imperatoris suique aequivoci regis*^) successores eorum statuta frangere tenipta- 
verint, aut praedictarum ecclesiarum ceterarumque^*) praesules successoresque eorum 
Magdaburgensi*'^) archiepiscopo suisque suffraganeis successoribusque eorum adiutores-'*) 
consentaneique non fuerint, anathematis mucrone feriantur a^**) summoque rctributore 
dampnationem sine tine recipiant. Omnipotens itaque deus serenissimo impcratori Ottoui 
suoque nato regi aequivoco spiritualibus tiliis nostris longaevam tribuat vitam quatiiuis in 
hoc seculo tranquille viventes in tuturo immarcescibilis gloriae^') percipiant palmani. 
Scriptum per manum Leonis scriniarii sanctae sedis apostolicae in mcnse Februarii in- 
dictione quinta. Bene valete^**). Datum pridie^) Idus Februarii per manum (icorgii 
secundicerii sanctae sedis apostolicae anno deo propitio pontiticatus domini Johannis 
sunnni pontiticis et universalis duodecimi^) papae septimo sed imperante domino piissimo 
augusto üttone a deo coronato magno imperatore^*) in mense et indictione factum quinta. 

Nach dem Liber jirivilegK- 5^- Maiir. sec. XII. fol. 7. im K. Geh. Staatsarchiv zu Berlin ver^l. mit dem Aniiu- 
lista Saxo od. G. Waitz in Momim. Germ. ed. Pertz. Scriptor. VI. p. GIG. — Unbegründet ist die Behauptung, die Bulle 
sei falsch ^v. Leutscli Markgr. Gero S. 125. Anm. 22G) und irrig setzt sie v. Räumer llogesta liist. Brand. S. 4i) in's J. i)lJ8. 

Leuckfeld antiqu. 1 f alberst. S. Gl;'). — Sagittarii bist. duc. Magd, in Boysen bist. Mag. I. S. 121. Martene 
et Durand vett. scriptor. coli. I. p. 317. — Mansi nova roll. conc. XVIII. p. 4G1. — Hartzheini conc. Germ. II. p. G27. 
— Leibnitii ann. imp. ed. Pertz. III. p. 8.'). — Riedel cod. dipl. Brand. 1. llaupthl. Bd. S. S. J>2. 

1:2; Affrsbury. Ann. \H) quin Ann. llj ninnloH; viüUeicIit //«'ty/i«i(Nr oder ftvAn/nr. Iti) .\fagedab. Ann. U\) qnat ülrm piisa. Ann. 

17) cuinur vel. j'ut. *.<// Ann. l«) iloyont. Unlieb. Ilammah. anhipracsulfg Ann. It») tramflationt-m in *'pisc. «edt-m Ann. i<)) j'aulorrs Ann. 

Jfl) Slatarum Ann. :i-J) «yja Ann. '-'3) »uiqtu- ßUi nrquivoci rcjü Ann. 2i) ctterorumqut Ann. priv. eet*riqtie Ann. 25) suiaque stirct-svoribus 
t'urumqut suffratjnueiM et cttniin Kiiro'**urihuji adintun-s Ann. :Hj) a fehlt im Lii). priv. 27) iminarctticibiU gloria Lil). priv. 23. JJenr. vaU'te 
fulilt Ann. 2t)) Data urcundo Auu. 30) dw>decimi fühlt Ann. 31) t>>ptimo imprrii duinni piiasimi aiiyu^li OtUmin a dfo CAtrontUi mat/ni iu/e- 
Tntnrin anno priinn Ann. 



No. 2. 967. 20. Apr. //><v^. 

F. Johann XIII. erhebt nach dem Beschlüsse des Concils von Ravenna die Kilrche zu Magdeburg 
zur Metropolitankirche für die Bisthümer Brandenburg und Havelberg und genehmigt^ dass der 
Ershischof mit der Zunahme der Ausbreitung des Christenthums für geeignete Orte^ zunächst für 

Merseburg, Zeitz mid Meissen Bischöfe weihe. 

Johannes »ervus servorum dei, episcopus*) urbis Romae, archiepiscopis episcopis 
et cunctis timentibus deiim omnique coetui christianonim notum esse volumus, qualiter 
inspirante sancto spiritii, meritisqne apostolorum prineipie Petri, et vase electionis san- 
ctissimi Pauli ac millia milliiim martyrum Christi, Roma caput totius mundi et ecelesia 
universalis ab iniquis pene pessumdata, a domno Ottone augusto inperatore, a deo coro- 
nato Caesare maojno et ter benedicto, anno apostolicatus nostri secundo ipsiusque praeno- 
minati nostri spiritualis filii sanetissimi imperii sexto erepta est et in pristinum honorem 
omni reverentia redacta. Ipso namque anno una nobiscum favente et consentiente invi- 
ctissimo praedicto inperatore, acta est magna synodus Ravennae duodecima Kalendas 
Maii, convenientibus archiepiscopis et episcopis circumquaque ex omni Italia, residentibus 
nobis in ecelesia beati Severi confessoris Christi, et ibi statutis omnibus rebus ecclesia- 
sticis secundum statuta canonum et decreta antecessorum nostrorum, idem sanctissimus 
inperator ardentissimo coepit amore perquirere, quomodo nostra apostolica auctoritate a 
primordio nomen christianitatis in aquilonaribus partibus dilataretur. Nos vero ejus ani- 
mum in dei servitio ita mirifice detentum mirantes connivere ei dignum duximus, statu- 
entes praesente et consentiente sancta synodo et ipso inperatore, ut Magdaburch sita 
iuxta Albiam fluvium, ubi ipse a deo benedictus inperator corpus sancti Mauricii cum 
nmltis martiribus collocaveraf et mirae magnitudinis ecclesiam construxerat, deinceps 
raetropolis sit et nominetur auctoritate beati Petri apostolorum principis et ea, qua 
praedecessores nostri Constantinopolim statuerunt Ideo quia filius noster saepe iam 
nominatus Otto omnium augustorum augustissimus inperator tertius post Constantinum 
maxime Romanam ecclesiam exaltavit, concessimus, ut non posterior sit ceteris urbibus 
metropolitanis, sed cum primis prima, et cum antiquis antiqua inconvulsa permaneat*). 
Suffraganeos vero eidem metropoli omnes unanimiter praeordinavimus Brandenburgensem 
episcopum et Havelbergeusem, bis cunctis, quibuscunque inperator voluerit, in urbe 
Magdaburch archiepiscopus consecretur. Postea vero idem' archiepiscopus et succes- 
sores eins habeant potestatem per congrua loca, ubi per illorum praedicationem christi- 
anitas creverit, episcopos ordinäre, nominative nunc et praesentaliter Merseburg, Ciei 
et Misni, a praesenti decima indictione perpetualiter confirmamus permanendum, 
statuentes apostolica censura sub divini judicii obtestatione et anathematis inter- 
dictionibus, nuUi licere nostrorum successorum atque pontiiicum vel alii cuilibet 
personae haec quae a nobis pia intentione statuta sunt in quoquam convellcre, sed 
potius tirnia stabilitate inconvulsa mauere diffininius. Si quis autem, quod non^) cre- 

1) Kichtlirer vielleicht episcopis. Die Bulle wegen die»er Eingangsworte fUr anächt sa erklftran (v. Leati»ch Markgr. Qero H. 126) 
l&üst ebensowenig sich rechtfertigen, wie deren Versetzung in*M J. »70 (v. Räumer RegesU I. 5i). 2) permttneant Lib. prir. 3) non fohlt 
im Lib. priv. 

I* 



diiiius, tenierario aiisu contra hoc nostrum apostolicum agerc praesunipserit decretum, 
sciat se anatheniatis vinculis innodatum et a regno dei alieniim et cum impiis 
aeterno supplicio depntatura. At vero qui pio amore observator Imiiia nostri privile^i 
exstiterit, benedictionem a misericordissimo domino deo nostro consequi mereatiir, et 
vitae aeternae particcps atque cum sanctis onmibus sine iine laetetur. Scriptum per 
manum Stephan! notarii, regionarii et scriniarii sanetae Romanae ecclesiae, in men»e 
Aprilis et indictione decima. 

Johannes sanetae catholicae et apostolicae Romanae ecclesiae praesul huic decreto 
a nobis facto pro contirmatione subscripsi. 

Signum domini Ottonis piissimi inperatoris. 

Ego Rodaldus patriarcha sanetae Aquileiensis ecclesiae interfui, consensi et sub- 
scripsi et multi alii sicut in privilegio potest videri subscripserunt. 

Nach dem Lilier priv. S. Maur. fol. 9. im K. Geh. Staatsarchiv zu Berlin. 

Leuckfeld antiqu. Ualberst. S. 647. — Sagittarii hist. duc. Magd, in Boyseii bist. Magazin I. S. i'22. —■ 
Mausi nova coli. conc. XVIII. p. 5 i^ — Hartzheim concil. Germ. ü. p. 633. — Ix'ibiiitii aim. imp. III. p. Iil2. *— 
Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. 8. S. f)4. 



No. 3. 968 (967). 19. Oct. 

Kaiser Otto L bedimmt die Grenzen des bischöflichen Sprewjels mid ei^fiet der Stiffskirche 

den Zehnten innerhalb desselben. 

In nomine sanetae et individuae trinitatis. Otto divina favente dementia impe- 
rator augustus. Noverint omnes tideles nostri praesentes scilicet et futuri, qualiter nos 
intei'ventu dilectissimi iilii nostri imperatoris augusti simul et Adalheidae karissimae 
coniugis nostrae, nee non pro memoria ac remedio animae patris nostri Heinrici more 
antiiiuorum imperatorum et regum nostra regali potestate Misnensi episcopatui terminum 
posuiums nominando tines et determinationes locorum, sicut infra tenetur. Ubi caput et 
fons est aquae, quae dicitur üdera; inde quasi recta via usque ad caput Albiae, inde 
dcorsum in occidentalem partem, ubi divisio et confinium duarum regionum est Hehem 
et Nisinen. Ibidem ultra Albiam et per silvam in occidentalem partem usque ad caput 
Mildae, et sie deorsum ambas piagas eiusdem fluminis, scilicet prope occidentalem ripam 
Uochelinze, et sie usque dum Milta intrat in Albiam. Nee non ob hoc dixinuis in 
occidentali plaga, quia inultae villae pertiuent ad orientales urbes. Et sie sursum et 
ultra provinciam Nizizi ad eundem terminum sine dubio; nee non in altera parte Lusizi 
et Salpoli, et sie usque ad civitatem Zulpiza, illain videlieet infra eundem terminum, 
et inde in aquam quae dicitur üdera, et sie üdera sursum usque ad caput eins, ümnes 
vero qui infra terminum istum habitant, in omni fertilitate terrae, frugum et i>ecudum, 
in argento, vestimento nee non quod Teutonici ouercoupunga dicunt et talunga fand- '/^/t^ 
liarum, insui)er tuta utilitate et in omnibus rebus quibus mortales utuntur diversis modis 
decimationes, quas deo cuncta gubernaiiti debent ad Misnensem ecclesiam, primo deo, 
dcinde sancto Julian ni evangelistae bcatoque Donato martyri dei uni versa dubietate 
piocul remuta persulvant, referant et reddant. Et si quis hoc praeceptum in remune- 



rationem deo constitutum disverti^re vel (liJ^nimpere temptaverit, odiuni dei »aiictorumque 
omnium incessanter habeat. Et ut liaec nostrae regiae potestatis donatio et conntitutio 
nunc et in futuro firnia et inconvulsa permanendo consistat, hoc praeceptum inde con- 
scriptum sigilli nostri impressione signare iussimus manuque propria ut infra tenetur 
corroboravimus. 

Signum domini Ottonis magni et invictissimi imperatoris augusti. (L. M.) 
Rudbertus Cancellarius ad viceni vacionis^) archicapellani recognovi. 
Data XnU? Kalendas Novembris anno dominicae incarnationis 1). CCCC. LXV'lJl. 
Romae in ecclesia sancti Petri indictione XI' feb'citer amen. Anno vero*) Ottonis magni 
imperatoris augusti regni XXXII. imperii VI. 

k 

Nach einem Transsumt der Bischöfe Dietrich von Naumburg und Heiiuich von Merseburg d. d. Merseburg 
IV. Non. Apr. 1250 (Non. Apr. 1254 V), das in drei gleichlautenden £xx. sich im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden 
beliudet (s. unten zu 125'.)). 

Gedr. in Fabricii rer. Misn. libr. p. 341. Meibomii scr. rer. Germ. I. 762., Lucä Grafeusaal S. 7G1, lieht- 
meier Braunschw. Lüneb. Chronik I. S. 232. Lünig RArchiv. Spie. eccl. II. Anh. S. 9G, Köhler cod. dipl. Lus. sup. 2. 
Aufl. I. S. 3 mit sehr erheblichen Abweichungen, welche dadurch entstanden sind, dass Fabricius nach den Worten 
determinaHones lororum schrieb: sicut nominati sunt supra in literis Johannis XIII. pontiliciB und dann fortführt 
Omvea qui infra etc., Meibom nun die ausgelassene Stelle aus der genannten Bulle (No. 4» ergänzte und durch 
(»ffenbare Lesefehler des Fabr. und ungenaue Correctur des Druckes ein Text zu Stande kam, wie ihn Köhler a. a. O. 
jsegeben. Unbegreiflich ist es nur, wie dort im Anhange S. ^58 gesagt werden konnte, das Transsumt enthalte die 
Urk. von ^48 und stimme wörtlich mit dem vorher gegebenen Texte, da dieser sowohl in der Urk. von il48 (No. 16), 
wie in der von 068 (wenn 948 Druckfehler sein soUte) ein wesentlich anderer ist. 

Die Aechtheit der Urkunde ist in der vorliegenden Fassung insofern einigermassen verdächtig, als die 
durch die Aufhebung des Bisthums Merseburg im J. 981 westlich und nordwestlich an der Mulde erweiterten (irenzen 
der Meissn. Diöcese hier berücksichtigt sind, die Urkunde überhaupt fast wörtlich mit der vom J. 99(5 (995 no. 15) 
übereinstimmt. Dass aber K. Otto I. bei Gründung des Bisthums Meissen den Umfang des Sprengeis dessellien 
festgestellt habe und die Urkunde sonach auf einer ächten Grundlage beruhe, unterliegt keinem begründeten Zweitel. 
nur muss diese, wie oben geschehen, nach der Indiction und den angegebenen Jahren der königlichen sowohl wie 
der kaiserlichen Würde in das Jahr 967 gesetzt werden, und zwar um so mehr, da der päbstl. Bestätigung vom 
2. Jan. 9()8 unbedingt die Anordnung des Kaisers vorhergegangen sein muss. 



1) So im TraoM. durch einen offenbaren Lesefehler, woraui» In nllen AbdrUckun vnc€Ui»nii> Ri;niiM*ht wurde, t) II im Traii>.M. 
und den Abdrücken, indem der Copist das u nicht vorstand. 



No. 4. 968. 2. Jan. 

}\ Johann XIII. bestätigt auf dir in der Peterskirc/ie zu Born in Gegenwart der Kaiser Otto L 
und IL unter Zustimmung von 39 Erzbischöfen und Bischöfen das von den genannten Kaisern 

gestiftete Bisthum, und stellt dasselbe unter die unmittelbare Aufsicht des pübstl. Stuhles, / /• ^^ 

Johannes episcopu» servus servonim dei. Si seinjHjr sunt eoncedenda, (luae piis 
desideiüs congruunt, quanto potissimiim ea, qiiae divini cultiis praeroj»:ativa noscnntur, 
non sunt omnino abneganda, quae sunt a largitoribus non soluni poscenda, sed vi caritatis 
l)rocul dubio exijrenda. Habita igitur synodo et imiltorum venerabiliuni patruni coepi- 
scoporumque nostrorum conventu Romae in ecclesia beati Petri principis apostoloruni, assi- 
dentibus augustissimis iniperatoribus Ottonum utrisque, anno scilicet inipei ii niajoris sexto, 



minoris priiiio, iidein {florioslssimi imperatorcs postulant a nobis, quatenus monaÄterimn, 
quod pro reinedio animaniin suarum priniitus conatrui et in lionore beati Johannin evan- 
gelistae consecrari feceriint super ripara fliiminis, cui nomen est Albia, in civitate Misna*), 
aita videlicet in provincia quae dicitur Talcmence, cui etiam monaftterio virum venerabilem 

r nomine Burcardum^) honorifice praefecerunt, pri\ilegii8 apoRtolieae sedis decoraretur, ut 
sub iurisdictione^) sanctae ecclesiae nostrae, cui deo auctore praesidemus, constitutum 
nullius alterius ecclesiae ditionibus submittatur^). Pro qua re piis desideriis faventes liac 
nostra auctoritate id quod exposcitur etfectui mancipamus, interponentes tamen ea, quae 
et ipsi principes nostri in nostris privilej^iis cupiunt exponi et cunctis in Christo iidelibus 

ifj manifesta fieri. More antiquorum imperatonim hi duo imperatores, pater et filius nobis 
assidentes, Misnensi episcopatui terminum imposuemnt nominando iines et determinationes 
locorum, sicut infra tenetur. Ubi caput et fons est aquae, quae dicitur Odera, inde quasi 
recta via ad caput Albiae, inde deorsum in oceidentalem partera, ubi divisio duarum regio- 
21,10 num est Behem et Nisen''). Ibidem ultra Albiam et silvam in occidentalem partem usque 
>rad Caput Milda^/et sie deorsum per ambas piagas eiusdem flurainis, usque dum Milda in- 
trat in Albiam, et sic^) sursum et ultra provinciam Nizizi ad ipsum terminum sine dubio; 
nee non in altera parte Luzice et Selpoli, et sie usque ad civitatem Sulpize'), illara vide- 
licet infra eundem terminum, et inde in aquam, quae dicitur Odera, et sie Odera sursum 
usque ad caput eins. Omnes vero, quemadmodum hi praesentes imperatores statuisse 

7r fatentur, qui infra terminum istum habitant, in omni fertilitate terrae, frugum et pecudum, 
in argento, vestimento, nee non quod Teutonici dicunt, qberkoufunga®) et talunga familia- 
rum, insuper tota utilitate et in omnibus rebus, quibus mortales utuntur in diversis modis 
decimationes, quas deo cuncta gubernanti debent ad Misnensem'^) ecclesiam, primo deo, 
deinde sancto Johanni evangelistae nniversa dubietate procul remota persolvant, referant 

ir et reddant'"). Et ideo in Christo sancimus iirmiterque concessimus, ut nullus metropoli- 
tanus, nullus episcopus, nuUa etiam magna vel parva alterius ordinis et gradus jKsrsona 
praeter sedis apostolicae antistitem, infra terminos Misnensis'*) ecclesiae, cui venerabilis 
episcopus Burchardus^j praeesse dinoscitur, quemquam ordinäre, diiudicare, exconmumi- 
carc vel aliiiuid temere exercere ullomodo praesumat. Statuentes etiam apostolica cen- 
sura sub divini iudicii obtestatione et validis atque atrocibus anathematis interdictionibus, 
ut nullus iniperator posthac aut rex ulhis sive quispiam alius, cuiuscumque dignitatis 
sit'-) potestate praeditus, eiusdem ecclesiae causis praesumat incumbere vel mininmm 
quiddam ex bis, quae ad illud monasterium sancti .lohannis pertinere videntur, cui 
episcopus Burcardus ^^) j)raesidet, aut sibi temere vindicare, aut alicui magnae parvae- 
que personae pro benelicio dare aut quolibet modo inde auferre vel alienare audeat. 



L) Miäina li. 2) 4iurcf,ariium 1i. 3) iurUJicioue A. 4) tummiUatur B. 5; liehtfnrn rt Sisium B. 6) Albiam, nrc non ob hoc dixtmui 
in itcciäentali ylaya, ^uia mnUae villtu- jt^rtincnt ad orifjitaleg urbff infra »Mndfm tenninum, et «iV B. 7) 6ulpiae B. 8) ubrreo/a B. 9) Miat 
nrna.m R. 10) Tustautur uti.iiu iidcrn itraoi^ciitcs uobUlHitimi imperatores quaüdam rc8 sui iurirt ac propriotatis eidoiu sanctao Mi«inuiiaf 
Qcciutflac, cui veiu:rabiliH cpi-irojinH Harcharduri practiSH«* dinoitcitur, pro rcraedio aniiparum Kuarum ip proprium dodlsHO, boc ost tributorum 
Huunini in quinquo rcgiuiiibufl pnrto)« dcclma». In l^alcmence . tu Nlsanen, in Lueize, in MiU-ZHaue, in Diodqsa; ut antcaquam como« 
uarundom rofdonum partom i«ibi ab ip.-tid concouHam auforat atquo diittribuat, decimaH per totum et per intu^rrum iam dictao sanetau de! 
wclesiae por!*ulvat, id »st in uiullu, crunina, Holutiouo argqnti. mancipÜH, vcstlniouti.s, porcis, frumcnto et in oninibuK rebuft, qufio ad fl^cuni 
pracdictorum impcraturum pertlnero videntur. A.H.scrunt etiam hi praonente» ^lorioMutinii imperatores Hanctae MiRinoniti cccloHia« nee non 
«ancto Johanni evaugclidtao Aui iurin thooloneum a ciyitato quae dicitur Belegora . unquo ad eiusdem MiAinonsifl occloitiao portura sursuoi, 
inilo<iue deuuu per amba» plagan praofaii ÜuminiK Albiae dcornum , «ticque infra practinitum tenninum ubicumque manu« negntiatorum 
altra Albiam hup iUucqne «eso divcrterit. ox intogr<> et abiiquu ulla eontradictione oidem praenominatae »edi Mi-tineusi pontolvi et tradi 
perennitcr ccuMtituiMO. B. EingcAehaltct au* den Kairtorurkundvn vom Apr. S)70 u. 27. Yohr. i)K:) (No. hu. 11). 11) MitiuensU B. 12) sH 
dignitati» B. 13) iiurchardut rjiitt.ojnin ß. 



Proinulgamus etiam et hoc auctoritate beati Petri apostolorum principis coraiii deo et 
terribili eius futuro examine per huius nostri privilegii atque constituti viin intermina- 
mus, ne quis mortalium sibi licere existimet aliquid ex posse8sionibii8 Misnenms *^) 
ecclesiae, tarn ex bis, quae antebac a gloriosissimis imperatoribus üttone et eiuft 
aequivoeo filio, vel a ceteris Christianis eidem sancto loco oblata atque coUata sunt, 
(luani quae postmodum sunt conferenda, ut profecto iuxta id quod subiectum est idem 
venerabilis locus hoc apostolico ") privilegio inconcusse donatus permaneat. Si quis 
auteni, quod minime optamus, nefaria autoritate haec, quae a nobis ad laudem dei pro 
stabiiitate saepedicti monasterii statuta sunt, refragare praesuinpserit nostrique praeeepti 
transgressor exstiterit, sciat se anathematis vinculo iunodatum, et cum diabolo atque Juda 
traditore domini nostri Jhesu Christi aeterni incendii supplieio deputatura, At vero, 
qui pio intuitu huius apostolici instituti ^^) observator existiterit, benedictionis gratiam a 
uiisericordissimo domino deo multipliciter consequatur et vitae aeternae partieeps effici 
mereatur. 

Scriptum per manus Stephani scriniarii sanctae Komanae ecciesiae in mense 
l>ecenibri, indictione undecima. 

Signum domini Ottonis magni imperatoris augusti. 

Signum domini Ottonis minoris imperatoris augusti, 

Petrus Rauennensis ecciesiae archiepiscopus subscripsit. Rodaldus patriarcha 
Aquiieiensis^*) subscripsit Sigolfus episcopus sanctae Placentinae ecciesiae consensi 
et subscripsi. Udalricus episcopus sanctae Pergamensis ecciesiae consensi et sub- 
scripsi. Martinus episcopus sanctae Sudriensis ecciesiae consensi et subscripsi. Siggo 
Bicnensis ") ecciesiae episcopus consensi et subscripsi. Benedictus episcopus sanctae 
Fulinensis '**) ecciesiae consensi et subscripsi. Johannes episcopus sanctae Nomiiensis 
ecciesiae subscripsit. Johannes episcopus sanctae (ilalliensis ecciesiae subscripsit. Jo- 
hannes episcopus sanctae Arinensis ecciesiae interfuit et subscripsit. Humbertus epi- 
8cx)pu8 sanctae Lauiensis ecciesiae consensi et subscripsi. (Jerhardus episcopus *^) 
Faventinae ecciesiae consensit et subscripsit *®). Aufredus episcopus Verdecensis ecciesiae 
consensit et subscripsit*®). Zenobius episcopus Fesoianae ecciesiae consensit et sub- 
scripsit*®). Gaidolfus episcopus Firminae ecciesiae consensit et subscripsit*®). Ego 
Petrus episcopus Kamerinae ecciesiae ibi fui et subscripsi. Eberhardus episcopus 
A retinae ecciesiae consensi et subscripsi. Stephanus episcopus Narniensis ecciesiae 
consensi et subscripsi. Leo Ostiensis ecciesiae episcopus consensi et subscripsi. Gisil- 
bertus episcopus Castrenensis ecciesiae consensi et subscripsi. Alperinus episcopus 
Auscolanus consensi et subscripsi. Antonius Brixiensis **) ecciesiae episcopus sub- 
scripsit **). Diodericus Metensis ecciesiae episcopus subscripsit **). Lanuuardus Mindensis 
episcopus subscripsit. Hubertus episcopus subscripsit. Luzo episcopus Cremonensis sub- 
scripsit. Johannes episcopus Turdonensis subscripsit. Adelbertus episcopus subscripsit. 
Otger episcopus subscripsit. Sichelnius episcopus Florentinus"^*) subscripsit. Albericus epi- 
scopus subscripsit Astingo Auximanae'^^) episcopus subscripsit Lusinno^^) Laucanensis 



14) apo$k>Ueo hoc B. 15) eonstihUi B. 16) Aquilienti» A. 17) Plendensis A. Pltdrnai» B. 18) Sulmensls A. 111) rpiscopuM fehlt 
In A. SO) cam»€H»i tt ^ubtcripsi B. 81) Br, eecUtiae B. ti) »ubscripti B. 83) FUtrentinw rpücoput B. Ui Atuiamw A. Ausiniauas 
tpiscopu» B. S5) TVtrifino B. 



eecicsiac t*|)iscoim8 subseripsit. Kifcmarius-''') Anthis episcopiis subscripsit. Jiiiianiis epi- 
scopus Nuferimis subscripsit. StepbanuR ( 'eriiiae eeceleisiae episcopus subscrip^it. Atto 
Senegaliae ecclesiae episcopus subscripsit. Lupus Spolitinus episcopus subscripsit. 
Lyvdo"^') Clusianae ecclesiae episcopus subscrij)sit. Data IUI. Nonas Januarii per 
manus Widonis episcopi sanctae Silvas C'andidae ecclesiae-''), bibliothecarii sanctae sedis 
apostolicae, anno deo projntio jiontificatus doniini Johannis sunimi pontificis et univer- 
salis tertii decinii papae in sacratissima sede beati Petri apostoli tertio, imperantibus 
dominis piissbuis auo:ustis Ottone et eins aequivoco iili(» a <leo coronatis ma^rnis ini|K'- 
ratoribus, anno niaioris imperii sexto et niinoris prinio, in mense Januario indictione 
supradicta undecinia. 

Nacrh einem Transsunipt derselben Bischöfr und desselben Datums wie No. ii im K. Haupt -Staatsarcbiv 
zu Dresden (A) und einer säubern Copie des 13. «lahrh. im Pn»v. Arrhiv zu Majrdeburg (B). — Die Bulle ist in 
ihren Hauptbestaudtlieilen unzweifelhaft acht, wurde aber sehr frühzeitig, zunäcbst nach Aufhebung des Bisthums 
Merseburg ni Bezug auf die Grenzen des Meissn. Sprengeis an der Mulde und dann, wie die Magdeburger Copie 
bezeugt, auch anderweit noch interpolirt. Von den mit Angabe ihres Sitzes unterzeichneten 3«5 Prälat<»n waren 2(3 
auch auf der Synode zu Ttavenna im Apr. \Wu anwesend ( v. Kleinmayem tTuvavia. Anh. S. 1><4 f.> und von 2K 
derselben kann aus üghelli Italia Sacra u. a. nachgewiesen werden, dass sie im .1. 1XJ8 die genannten Bisthümer 
verwalteten. In den Eigen- und OrtsUiinien ist librigens die Magdeb. Copie wicMlerholt genauer als das Transsumpt : 
einige dieser Namen sind aber in lieiden Abschriften des verlon»n gegangenen Originals offenbar nicht richtig 
gelesen. Hierzu kommt, dass in der an demselben Taire (2. .lau. iMtH) ausgestellten Bestätigungsbulle der Privilegien 
von St. Maximiu bei Trier (Beyer IJrkundenbuch I. S. -JS«; f.) l;> I*rälaten genannt sind, von welchen 10 auch hier 
vorkommen. 

Statuta eccl. Misn. p. JKi. — Mader antt. Brunsv. p. iss — i»K, _ II(»ft'iiiunu Scr. rer. Lus. intnMl. p. 4. 
Calles series epp. Misn. p. 17. — Mansi coli. conc. Will. p. iVJi. — Uartzlieim conc. (Jerm U. p. <>J4. — Köhler 
cod. dipl. Lus. 1. S. 4. 



ÄJ) EiHMariua A. 57) FyHiin \. i») et hihliotkerarii H. 

No. o. 968. 18. Oct. 

P. Johann XIIL ertheilt dorn Erd/iifchof AdaJfnrt ron JSDiijdehnrii die Bestäfiffunff und rW Vtdlium, 
mit dem Auftrage^ die jcnaeits der Eihe und Smdv einzni>etzenden dem Erzbisthum untenjeürdmien 

liisclii.fe zu neilien, 

Johannes episcopus etc. Si pastores oviuui etc. Ijritur quin «rloriosissinnis spiri- 
tualis [lilius] Otto iniperator aug:u8tus civitatem, (luani Mcigadabuijz: dicunt, in confinio 
Saxonum et Sciavonun in ripa fiuniinis Aibiac, in parrochia scilicet llalbcrstatensis 
episcopii fundavit et ecclesiani inibi constnixit canonicos constituit, ad quoruin sub- 
sidium satis contub't, et innuinerani multitudinein Schivoruni ad divinac rclijrionis 
cultuiu conduxit, confratres Hatto sanctae Ma<!;uncicnsis ecclesiae archiepiscopus t^t Hil- 
diuuardus llalberstatensis ecclesiae episcopus et coniin-ovinciales episcopi, sirut per 
consentaneas et petitorias litteras ab ipsis propriis nianibus roboratas, qiuic in prae- 
sentia nostra ante corpus beati Petri apostoli relectae sunt, didicinius, in ina<Mli(*ta 
Maffadaburg civitate arcbiepiscopaleni scdcin privili^jirio ai)Ostolicae sedis statui ordi- 
naverunt, quae ultra Albiani et Salani in conjj^rucntibus locis subicctos cpiscopos, qui 
non *) ordinati sunt et ordinandi futuris p(^^st tcniporibus erunt, babeat nostn» post 



1) In (loni diuner Bulle vorlitirgvhonilcn SyiuMlAlIioHichhi.«!« lieiMHt uit : Saucta i«yiiuilu<« piisfdiuum iniporatürum Muiiima dcvotidiiu 
putilt . ut uiuii auctoritatc, quia (lauonicaui et ai-'vuptAliilu erat, illic ( Ma((<lol>urfri ) un'Uiupiticopalcin ho^Iuui atatui cauunira nurt<»rltntu 



9 - — 

deum iiidicio, qiialiter eadem archiepiscopalis sedes ordinari debeat, deliberandum pre- 
cantes, ne per invidiam fidei tanta Sclavorum plebs deo noviter acquisita callidi hostis, 
quod absit, rapiatur insidiis. Unde quia confrater et coepiscope noster, clerus et popu- 
lu8 sanctae Magadab. ecclesiae te olim ad gentes missum ad archiepiscopalem sedem 
promoveri et eidem sedi intlironizari quaerit, sicut bonae memoriae praedecessorem 
nostrum Zachariam papam beatum Bonifacium ad gentes destinatum ecclesiae Mogon- 
ciensi inthronizasse sciunt, religiosis desideriis nihil tarditatis impendo, sed privi- 
legio nostrae auctoritatis dignum te eis esse archiepiscopum iudico. Unde quia ob 

höc agendum ad apostolicam sedem ipse venisti et quia ad profectum christianae 

religionis et innumeri populi salutem valere scimus, ipsi pallium tibi ad missanim sol- 

lempnia celebranda damus et in consecratione suffraganeorum tuorum episcoporum 

et dedicationibus ecclesiarura — — concediraus et confirmainus etc. Datum quinto 
decimo Kalend. Novembr. per manum Widonis episcopi sanctae Silvae Candidae 
ecclesiae et bibliothecarii sanctae sedis apostolicae anno deo propitio pontificatus 
domini nostri Johannis summi pontificis et universalis XTTT. papae in sanctissima sede 
beati Petri quarto imperii Domino nostro augusto Ottone a deo coronato magno im- 
peratore anno VII. filioque eins anno prinio, indict, XII. dominicae incarnationis 
DCCCCLXVUI. anno. 

Nach dem Liber priv. S. Maur. im K. Geh. Staatsarchiv zu Berlin fol. 1. vergl. mit dem Copiar. LVII. im 
Prov.- Archiv zu Magdeburg fol. 312. 

Leuckfeld antiqu. Halberstat. S. 653. — Boysen hist. Magazin I. S. 134. — Hartzheim concil. Germ. H. 
p. 642. — Leibnitii ann. imp. ed. Pertz HI. p. 244. — Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. 8. S. 95. 



aniiucrct, In qua archiopiücopatus ordinatiu ultra flauen Albiae opiscopos, qui ordlnati sunt et ordinandi futuris po«t temporibuR erunt, 
8ubiocto8 habeat (Leuckfeld. antt Halb. p. 650. Leibnitii Ann. imp. IIL p. 239). Deshalb lesen hier Einige statt non {n im Liber priv.) 
nunc und o« kann mit RUckslcht auf Meisieu nicht golKugnot worden, das« diese Lesart sich sehr empflehlt. 



No. 6. 968. Oct. 

P. Joimnn XIIL erfheilt deni ErMschof Adalbert m Magdeburg Vöümackt mit Genehmigung des 
Kaisers in den Slavenländern über der Elbe und Saale die Parochien der neu gegründeten 

Bisthiimer angctnessen zu ordnen. 

Johannes episcopus ^) servus servorum dei, karissimo confratri nostro Adelberto 
sanctae Magadaburgensis ecclesiae archipraesuli, in domino aeternam salutem. Ita te 
frater karissime et coepiscope noster, vita, mores*) tui hactenus idoneum reddidere, ut 
multa tibi credere, plura etiam committere sicut bono dispensatori non haesitemus. 
Igitur quia ad pastorale culmen plebis tuae et conprovincialium tuorum et nostra post 
deum te auctoritas promovit, et quia tanta Sclavorum plebs ultra fluvios Albiam 
scilicet et Salam deo noviter adquisita paucis pastoribus minime tueri potest, qualitcr 
episcopis tuae sedi subjectis paiTOchias rationabiliter et congrue dividas et distribuas, 
tuae dispensationis et discretionis examini committo, et hoc serenissimi spiritualis filii 
nostri Ottonis inperatoris augusti, qui eiusdem tuae ecclesiae fundator et auctor est, 



1) efi9cop%u fehlt In A. 2) morttquf B. 

COD. DIPL. SAX. II. 1. 



10 - 

cura diligentia et iiulicio tieri i)er praesentis privilejjfii nimiimen statiio et coiitirmo. 
Sit ergo ab apostolica »ede, cui deo auetore praesideo, eeelesiae tiiae eoncessuni, ut ab 
eins rectoribus episcopi, qui ultra Albiam et Öalani constitiiti et constituendi sunt, i>08t- 
futuris teniporibus consecrentur, et ipsi eiusdeni tuae scilicet ecclesiae arcliiepiscopos, 
»icut pro tempore fuerint, eonsecrent, qui palliuni seeunduni moreni Ronianae eccleftiae 
a nostra sede recipiant. Unde trater karissinie, dileetionem tuani amnioneo et obtestor, 
ut onmino sis sollicitus, ne aliquid sibi eoniniodi datio ') aut gratia vel quarumlibet 
supplicatio personaruni in saeris ordinibus vendicet, «ed ad hoc officium ille perdu- 
catur, quem morum gravitas conunendet, et vitae praeteritae actio. Oramus autem 
omnipotentem deum, ut sua te nnmitione circumagat et sacerdotii susceptum officium 
operibus inplere concedat. Actum per manum Stephani scriniarii et bibliothecarii 
sanctiie Uonmnae ecclesiae in mense Octobre, imlictione statutum duodecima. 

Nach dem LibtT priv. S. Maur. tbl. (J. im Geh. Staatsarchiv zu Berlin (A.) ver^l. mit dem Copiar. LVII. 
toi. 31Ü im Prov.-Archiv zu Magdeburg (h). 

IJoysen hist. Maff. I. S. l;JG. — Mausi nova coli. couc. XIX. p. (J. — Leibnitii ann. imp. ed. Pertz. III. 
p. '241. — Riedel cod. dipl. Brand. I. l^d. S. S. J)S. 



:\) daut A. 

No. 7. 0G8. Oet. Nov. 

A'. Otto I. rrhlärf, da.ss er den Bischof Adcdbai zum Erzlnsvhof von Mafidvlnnj vmannt habe, fordert 

liisrhöfr ftnd (rrnfen auf hei der von diesem zu vollziehenden Weihe der liisehöfe von Mersebnrt/^ 

Zeitz und Meissen zn erseheinen und weist nnmentlieh die Mnrhyrafen Wifjbeii, Wifiyer und Günther 

an für anständujen Cnterhrdt der genannten Bischöfe Sorge zu tragen. 

In nomine sanctae et indiWduae trinitatis. Otto divina faventc dementia im])e- 
rator augustus omnibus tidelibus nostrisi, episcojns scilicet et comitibus ceterisque com- 
provincialibus nostri« aeternam in doinino salutem et omne bonum. Quoniam augmen- 
tum divini cultus salutcm et statum esse regni vel imperii nostri credinuis, idcirco 
cunctis quibus posse suppetit modis hoc ampliticare tendimus et desideramus. Igitur 
Magadal)urgcnsi civitate, sicut omnium vestrorum novit Caritas, archiepiscopalem sedem 
tieri desiderantes, oijortunum etiain nunc tcmporis ad hoc peragendum tempus inve- 
nicntes, consilio venerabilis archiepiscopi Hattonis et llildeuuardi episcopi ceterorumquc 
tidclium nostrorum, virum venerabilem Adall»crtum episcopum Rugis olim praedica- 
torcm destinatum et missum, archiepiscopum et metropolitanum totius ultra Albiam et 
rtalam Sdavorum gcntis modo ad deum conversac vel convertendae lieri decrevimus 
paritcr et eleginuis, quem et Romain pro pallio a domno papa suscipiendo direximus. 
Kt ut haec nostra electio lirmior et subnixior Hat, eum vestrae caritati dirigimus, et 
ut a vobis omnibus et vocum acdamatione et manuum elevatione electus suae sedi 
intlironizctur, omnimodis dcsideramus. Xe vero haec eins electio vel inthronizatio 
t'uturls, (piod absit, teniporibus aliquorum valeat invidia molestari, tres ab illo epi- 
scopos, unum Merseburgo, alterum Citicae, tertium Misnae, in praesentia legatorum 
donmi papae et vestra volumus ordinari, ut'^haec eadem praesentia vestra ante deum 
et sanctos ejus intentionis nostrae sit testis tutura. Et quia vir venerabilis Böso 
multum iam in eadem Sdavorum gente ad deum convertenda sudavit, inter Merse- 
burgensem et Citicensem ecclesiam quam velit, electionem habeat. Altera vero secun- 



— 11 - 

dum convenientlam no8ti*am in cliRi^sitionem archiepiseopi iiostri cedat. Vos aiitcin 
marchioiicR iiostros, Vuigbertum Rcilicet, Vuifrjrerum et (iuntlKTiuni tidelitate nobis 
debita obtestamur et adinouemus, iie (|iiid in bac ordinatione arebiepiscopo nostro in 
vobis obftistat, Hed secundum di»i)08iti()nem nostram et suani, iit vobis dixerit, tiat et 
quaecunKiue ab iilo aiulieritis, nos velle sciatis. Ne vero iideni episcopi, qiii ordinandi 
erunt, pauperes et \illani8 aimile« aestinientur, vohunus caveati«, et consilio arcbiepi- 
Bcopi et eorum, qui cum illo in natale donüni erunt, episcoporum et comituni, qualiter 
8U8tententur inveniatis. Quiequid enini illis impenditur ])r(> nostra deo salute offertur, 
vestraque pro iioc merces apud deuni non minorabitur. Super baec domni ejnscopi 
Dudo et Dödolinus in arebiepiseopi nostri eiectione vohmuis ut subBcribant et tideni 
subiectionemque illi promittant. Et ut liaec nostra vestraque post deum eleetio tinna 
et stabilift perseveret, caitani vel noticiani baue in ecelesia Maffadaburj^ensi perpetua- 
liter pennansurani, et eorum quae praedixinuis testem iugiter futuram aeribi iussimus, 
quam et maiui i)roi)ria subtua tirmavinus, et amili noatri imi)ressione aignari iuasimua. 
Signum domini Ottonia (L. M.) magni et invietisaimi imperatoria auguati (L. S.) 

Nach dorn Orijr. in» K. (ieli. Staatsarchiv zu Berlin. Das auf^edrilckto Siej^el ist wohl erhalten. 

Oft lind mit vielfachen Abweichungen gedruckt, zuletzt in Monum. (iemi. hist. (mI. Pertz Tom. IV. iTj'^nini 
T. II.) p. WU. - Leihnitii ann. imp. ed. Tertz III. S. '251. — Kie<lel c(kI. dipl. Brand. I. Bd. 2. S. 437. - Hassel- 
bach cod. Pomeran. dipl. I. S. W>. 

No. 8. 970. März. Aja-il. 

Kaiaer Otto L ritjuct der Kirche zu Meissen den Zehnten in den Provinzen Dalaminza, Nisane, 

Diedesa, Milzsnne und Lnsize. 

In nomine aanctae et individuae trinitatia. Otto <livina tavente dementia imiHJ- 
rator aujruatua. Xoverint omnea tidelea noatri praeaentea acilieet et futuri, qualiter 
interventu dilectiaaimi tilii noatri imperatoria au}?uati ainuil et Adaliieidae cariaaimae 
eoniujjia noatrae quaadam rea noatri iuria Miaanenai eecleaiae, eui venerabiiis Folebol- 
dua ejnacopua praeesae dinoaeitur, ob animae noatrae remedium in pro])rietatera con- 
eesainuia. Hoc eat tributi para deeima, quod in quiuijue provinciis, boc eat Daiaminza, 
Niaane, Diedesa et Milzaane et l^usiza, quicquid ad nostram imi>erialem utilitatem per- 
tinere videtur, ut antea (juam eomea earundeni rejfionum partem aibi a nobis conceaaam 
auferat atque diatribuat, decimaa per totum et per intej^uin iam dictae sanciiae dei 
eecleaiae peraolvat, id eat in melle, cru8in[ia], aolutione arj^nti, mancipiia, vestimentia, 
I)orcia, frumento et ut inquirendia rebus quod vulgo ubcrchoufunga vocatur oblivioni ->. 
admonemus ut non ti'adatur. Haec a pio genitore noatro imperatore au^isto ita decreta 
atque aancita aimul et iusaa novimua. Quapropter ut baec auae simul et noatrae con- 
ceaaionis traditio deincepa firma stabiliaque i>emianeat, cartam hanc conscribi ac noatri 
impressione aigilli iuasimua conaignari. 

Signum domini üttonis (L. M.) magni et invictissimi imperatoris augusti. Anno 
autem regni eins triceaimo quinto facta. (L. S.) 

Uuillisus cancdlariua ad vic^m Rodberti arcbicapellani nota\i in Rauenna civitate. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden, mit aufgedrücktem, beschädigtem Siegel. 
Köhler cod. dipl. Lns. I. Anh. S. ]. 

2» 



1:? 



Xu. H. 9S1. Sept. 

P. Birädid VIL erkinrt. dyi.<s m^f d»f am X S*j»t r/. •/. r»i Rom gehaltenen Synode das Bisfhion 

Mersfiurg n»9fnf1vßj»rn nud d»r j^n^it^ der S'iah: qehigene Tlt^'d dieser Diöcese den Bisthi'nnern jsh 

Zeitz nnd Mei<>»n r»i K^^rer D'jtirnn*] idfririe^n trordm sei, das Bistltnm Meissen aber neben 

'Utdrrti »rie hijjter den ErAi^.h^^fm von Jifigdtbnrg untergeordnet sein solle, 

Kgo Benedictus .sanctae iath«>lieae et ai^stolicae RoniaDae eedesiae septimws 
prae7^lll. nniDibiis einifratribus et «•■•episopis Oalliae atqiie Oernianiae salutem. Con- 
cessae iiobis apostolicae speculatiüiiis ciira c«»mpelliimir. iie si quieqiiani in sancta 
ecelt-Ma iiiconp^>site oferinir. a nobi* in die iinlieii districtiiis exquiratiir, debitae studio 
earitati:* pro statu sanctanini dei ecclesianim tranquillitateqne fratnim noj^troruni epi- 
.seo|>»niiii stiidiosiiis vigrilare. ut Christ»» praeveniente j>tatiis ecelesiastici sacramenti fni- 
ctUMSiis seiniKT eaelesti iudieio coinprobetur. Atque ideo nunc et in posterum omniiim 
Christi lideliuni earitati liqaeat. nos in ba.siliea salvatoris nostri Jesu Christi, cui Con- 
stantiana nonien aftixum est cum episcopis. presbyteris, diaconibus omnique Ronianae 
niatris omnium ecdesiarum ecclesiae online convenisse, multaque sanctae dei ecclesiae 
ntilia niutuatf» sernione contulisse. inter quae prinium eniersit, quoniodo Halberstatensis 
ecclesia suae dii»cesi.s parte nuiltata. a pristino suae digrnitatis honore paene prorsus 
exciderit. Nani ut in ipsa syn<Mlo relatuni est (.)tt«> (piondani iniiK*rator augustus nostri 
spirinialis tilii aequivoci et coimjx^ratoris Roniani au{i:usti pater episcopaleni sedem in 
urlic quadam Mersiburch dicta sine consensu ac subscriptione Hikliuuardi episcopi, in 
cuius parrfM-liia urbs illa sita est, constituit et eam parte quadam diocesis Halbersta- 
tensis ecclesiae pastore donato ditavit. Magadeburg^^nsi ecclesiae subju«:andam. Qua- 
prnpter in e«>deni conventu omnium astantium consilio sancimus, ut ecclesia illa Mersi- 
burfrensis sublato sibi titido pontilicali cum parrochia, quam dictum est iniuste esse 
snblatam, 1 lalberstatensi ecclesiae remittatur, apostolica censura iubentes, ut nuUus 
alius deincei)s episcopus nisi is, qui modo eidem dictae praesulatur ecclesiae confrater 
et c<»episcopus noster Hildeuuardus, suique successores ordinandi vel quoillibet aliud 
e|)iscoi)ale ministerium exercendi haljeat potestatem, et antiquo more iKr|)etim regenda 
tcneatur. Reliqua vero pars parrochiae eidem ecclesiae designata, quae ultra Salani 
tluvium est Cicensis et Misnensis ecclesiae episcopis dividenda donetur, ut res ecclesiae 
istius dissolutione ditetur. Beatus enim et sanctissimus papa Oregorius ecclesianim 
honori consulens, ne paupertate vilesceret unius ecclesiae culmen prae i)ontiticatu8 
titulo consistentis ad aliam transtulit ecclesiam, et ecclesiae Hammaburgensi statu suo 
florens Bremensis ecclesia subiugata. Et cui haec, quae ajyimus sancta devotione, iniqua 
videantur, in haec eadem sanctorum patrum acta blasphemando prorumpat Deinde 
iilii Magdaburgensis ecclesiae sancti conventus coronam ingressi (liselherum episcopum, 
qui Mersiburgensi ecclesiae visus est praefuisse, sanctae religionis virum, quem ipsi 
pastorem elegerunt, sibi suaeque ecclesiae praesulem praelici nostrae apostolicae digni- 
tatis culmen appellarunt Quorum i)etitio devote compleuda communiter est ab omnibus 
comprobata. Siquidem sanctorum patrum plurimos, Petrum scilicet apostolum, ]ilarcum 
aliosque perplures ecclesiastica testatur historia, proprias ac primitivas ecclesias utili- 
tatis ratione commutasse aliis, hac ratione decrevimus hunc eundeni episcopum con- 






_ ._. 13 

sentiente toto Romanae ecclesiae ordine inthronizandum et eidem ecclesiae archiprae- 
sulem ordiiiandum, jubentes ac consentientes, ut parrochiam suam in Saxonia liis 
limitibus conclusam sine contradictione cuiusquam teneat, quibus eam Johannes papa 
noster antecessor provida deliberatione distinxerit, habeatque ibi clericos ordinandi 
omne ministerium pontificale, siiique successores agendi licentiam. Illiid etiam placuit^ 
ut in praedicta urbe Mersiburch in memoriam sancti Laurentii martyris monasteriiini 
sub monachica confessione instituatiir, lienedicti monachorum patris saneta traditione 
regendum. His ita actis in eeclesia beati Pctri synodus habenda in crastinuni trans- 
lata est, in qua haec omnia iterum comprobata sunt. Et quia eeclesia illa saneta 
Magadaburgensis Romanae sedis pontifice Johanne, cum omnium comprovineialium 
episcoporum, nee non etiam Italiae, CJalliae Cierraaniaeque praesulum consensu et sub- 
scriptione, conferente archiepiscopatus honore liactenus floniit, quicquid Adalberto archi- 
episcopo a praedicto nostro praedecessore collatum est honoris, Giselhario a nobis 
archiepiscopo ordinato suisque successoribus tenendum donamus et praesenti privilegio 
conlirmamus. Ilhul enim concediuuis ei suisque successoribus in perpetuum, ut quicunque 
in Magdaburgensi eeclesia archiepiscopus ordinetur, crucis labarum*) prae se ferat, 
pallio a praedecessore nostro Johanne suis privilegiis discreto tempore solempniis mis- 
saruni utatur, cardinales presbyteros, diaconos, subdiaconos, qui more Romanae missas 
celebraturi ad altare sancti Mauritii martyris dalmaticas, lisinas et sandalia ferant, 
ordinäre^) habeat potestatem, sitque ordine standi atque sedendi onmique negotio ecde- 
siastico tractando archiepiscopis, scilicet Moguntino, Treverensi et Coloniensi aequalis 
per onuiia, siquidem Ins et aliis parem atque consimilem Magadaburgensem ecclesiam 
fore apostolica nostra decrevit censura. Nam ipsae ecclesiae arcliipraesulatus apice 
sublimatae easdem ecdesias excepta Mersiburgensi, Brandenburgensem scilicet, Hauel- 
bergensem, Cicensem, Misnensem, quas noster decessor Johannes eidem subdiderat, nos 
cum suis praesulibus subiuganuis, nostra auctoritate (Jiselhario archiepiscopo, quem 
eidem ecclesiae pastorem praefecimus, suisque successoribus concedentes earum eccle- 
siarum episcopos auctoritate canonica regendi et ordinandi. Atque ut hoc, quod a nobis 
canonice iustitutum est, stabile maneat, apostolica censura sub divina iudicii attestatione 
iubemus, ut nulla persona parva, magna, vel quilibet succ<;ssorum nostrorum haec quae 
statuimus infringere praesumat, huius privilegii violator cum Juda proditore aeternis 
suppliciis deputandus. Hoc autem praesens Privilegium nostra propria omnium con- 
provincialium episcoporum subscriptione firmatum, per nostri secretarii legatos epi- 
scopis Galliae et Germaniae dirigimus confirmandum, ut quae Magdaburgensi collata 
sunt ec<ilesiae propria subscriptione confirment. Scriptum per manum Stephani notarii 
et regionarii et scriniarii sanctae Romanae ecclesiae in mense et indietione supra- 
scripta decima. 

Nach dem Liber pHv. S. Maur. fol. 6»» im K. Geh. Staatsarchiv zu Berlin, vergl. mit dem Copiar. LVII. 
fol. 317 *> im Prov.-Archiv zu Magdeburg. 
Boysen bist. Mag. I. ö. 194. 



1) labaram A. 2) ordinent A. und B. , flinnlos. 



14 



Xo. 10. 981. 10. Sept. 

2< Benedict VIL hvht das BiMhum Mersehurtj auf und überweiset einen Theil der Diöcese desselben 

dem Bisthnm Meissen. 

In nomine doniini dei et salvatoris nostri Jliesu (Christi ftumnii regis et sacer- 
dotis anno deo propitio i)()ntitieatns doniini lienedicti snmnii pontiticis et universalis 
papae ^^L in sacTatissima sede beati Petii apostoli septimo, iniperii anteni doniini 
Ottonis secundi ji^loriosissiini et invietissinii Romanorum imperatoris augusti Xllir^ 
indietione decinia die mensis Sej)teml)ris decima. Quia nostri niinisterii iugis et indefessa 
sollicitudo est, qiu vicem beati Petri principis apostolorum gerimus, ecclesias eireum- 
quaque dispersas, ne cuiuslibet tenipestatis subito emergentis incursu (»onvelli possint, 
apostolicae nosti'ac auctoritatis privilegio eonlinnare, non extra oftieii nostri nninus est, 
eas, quae ranouicae veritatis limites eonstitutos illicita ordinatione prorsus exeesserint, 
salvis sanctorum ]:)atrum decretis ad ])ristinuni revocare statum. Solent enim iniuste 
ordinata diabolo auetore maxiinas i)lerumque parere lites et usque ad homicidii reatum 
excreseere, nee sanetam dei eeelesiam, dum talibus altereationibus eorrosa distrahitur, 
Buae unitatis patiuutur quiete constare. Talia namque j)otius unitatis eathob'cae disei- 
dium operantur, quam quae sint deo placitnra eonstituant. Unde ne ([uid tale in saneta 
geratur eeelesia nostra seilieet aetate, (jui pro bis aliisque pluribus (-bristo responsuri 
sumus ad synodum in l)asiliea salvatoris nostri, quae Constantiaiia voeatur, eum 
ei)iseopis omnibus llomana civitate eonveninuis, quiequid illieitum deoque eontrarium 
exortum sit, eanonieo iudicio reeisuri. In qua nobis relatum est, Ottonem (piondam 
iuiperatorem augustum, j)raesentis nostri sj)iritualis lilii imperatoris augusti genitorem, 
in urbe quadam Mersibureb dieta, cjuae sita est in dioeesi Halberstatensis eeelesiae, 
sedem episeopalem sine consensu atque subseriptione eanouica fratris et eoejüseopi 
nostri Hildeuuardi, euius ipsa dioeesi continetur, eonstituisse magnamque partem parro- 
eliiae suae eidem eeelesiae, quam dixinnis assignasse eontraque ins et tas episeopum 
onlinasse, qui eidem eeelesiae praesit et sanetae Magdaburgensi eeelesiae, quae arebi- 
])raesulatus bonore insignita est, obedientiae iura persolvat. Quod quam eontrarium 
sit auetoritati eanonieae, sanetorum ])atrum deereta eousulentibus liquet, euiquam epi- 
seopo sine suae subserijrtionis asseusu suam alio transferendam parroebiam surripere. 
lllud etiam additum est, illam eeelesiam llalberstadensem, quae beati Stepbani protomar- 
tyris eonstrueta titulum tenet, gemina diseissione adeo esse attenuatam, ut pristinae 
religionis vigorem servare non i^ossit, siquidem una pars suae dioeesis Magdaburgensi 
eeelesiae, altera Mersiburgensi annotata est. Quibus pereeptis ac longa deliberatione 
nostrae mentis seeretariis versatis, ne quandoque inter pastores eeelesiarum praedieturum 
Halberstatensis et Merseburgensis bomieidia plurima litigiis enutrita eonerescant, pla- 
cuit nobis i)ersuadeutil)U8 llomanae eeelesiae suftraganeis episeopis presbyteris diaeonis 
omnique Itcmianae eivitatis online episeopalem titulum, qui Mersibureb tuerat, eonvel- 
lere et annullare, ipsamqne eum parrocbia iniuste sibi assignata eeelesiae Haluer- 
«tadensi episcopali iure regendam tenendamque remittere; reliquum autem panocliiae 
praedietae eivitati adiaeentis, quae ultra »Salam fluvium sita est, inter Cieensem et Mis- 



15 

neu sein episcojms''), quos Magdaburgensi« ecdesiae sufFrajraneos esse eonstat, ponti- 
tieali iure tenendiiin dividatiir. Nee illud irrationabiliter a^itur, siquideiii tantae lites 
liae diffinitione sopiiintur et unius eeclesiae dissolutione plures ditantur eeelesiae. Licet 
enim ob eanonieani iitilitatem unainquamlibet eeclesiam, quae lejfitinie sit ordinata, 
eonvellere, nediiin liceat pro pluriinis ditandis illieite destriiere eonstitutani. Xani si 
lieuit beato (Jrejforio papae aliisque quam pluriniis nostris deeessoribiis, ne nonieii 
pontilieale ininisteriiinique vileseeret, nuamqiiamlibet eeclesiam titulo poiitiiieali sublato 
alteri eeelesiae asseribere sublimamlae, lieeat etiam et nobis istius dissoliitione triuiu 
eeetesiarum Status, ne viiescant, enumire. Et quia (Tiselharius, vir venerabilis et reli- 
giosus re{?imen illius, quam dissolvimus eeelesiae non enpiditate nefanda, sed publica 
electione conseeutus est, ne nonien illud in vaiuini assumpsisse videatur, bis consen- 
tientem apostolicae censurae decretis, ab oninibus Komanae eeelesiae, niatris onmium 
eeelesiarum, ordinibus persuasum est Maj^daburffensi eeelesiae pastorem, quae divino 
iudieio sui praesulis eura ae provisione nuiltata sit, regendae subrojfari, si(iuidem tilii 
ipsius eeelesiae nostris aspectibus assistentes viva voce et tilium ipsius eeelesiae, et se 
nimirum elegisse eum professi sunt; quod nobis sanetorum patrum exempla versantibus 
satis tutum esse visum est. Nam ut pro buius episcoj)i translatione domestieis utannir 
exemplis, beatus Petrus princeps apostoiorum relicta Antiocbia, quod in decretis 
Antberii ])apae le^tur, Romani praedicationis curani transtulit, Marcus Alexandriam 
Aquilia eomnuitavit, Eusebius quoque sua eeelesia dimissa Alexandriam abiit, Felix 
F^phesum, (iregorius relicta (!appadociae eivitate jn-inumi Nuneiacum**), deinde ( !onstan- 
tinopolim demigravit et perplures alii suas nnitaverunt eeclesias, quorum, ([ui scire velit 
nomina, in eeelesiasticis requirat bistoriis aliisque sanetorum patrum edictis. Unde ea, 
qua fratri compati convenit, ratione commoti, praedictum (iriselbarium episc^ojmm, (lui 
non cupiditate hunc bonorem affeetatum, sed electione atque i)etitione filiorum ut dlxi- 
nuis subiverat, suadentibus et assentientibus comprovincialibus episcopis cum universo 
Uomanae eeelesiae ordine Magdaburgensi eeelesiae sanctae arcbipraesulem praetici pal- 
iioque donari deeerninuis, ut praefatae eeelesiae j)raesit pontiticali iure, et ([uicfpiid in 
ea divini negotii gerendum sit ipse dum vixerit administret. Recitata est etiam epistola 
ab Hildeuuardo episcopo ilalberstatensis eeelesiae delata, bumiliter expetens, limites 
suae dioeesis et Magdaburgensis eontusos, ne discordiis locus pateat, nostra difrinitioiie 
discerni, unde inter confratrem et coepiseopum nostrum Adelbertum arcbipraesulem 
et Uildeuuarduni lites innnensas exortas pene usque ad bomieidia didicimus profecisse. 
Sed nos, quibus deo propitio potestas est, iniusta refringere, quaeque deo digna facta 
fuerint eontirmare, apostolica censura saneimus, ut (iiselbarius suique successores tan- /-'^V 
tum de parrochia Halberstatensi teneant, (luantum decessor noster papa Jobannes, 
Ottone imperatoris nostri spiritualis tilii patre dictante, diiigens Inquisitor asscripserit. 
Et ne urbs ilia Mersiburch laudis divinae decore privetur, sedit animo, in memoriam 
sancti Laurentii martyris ut ibidem monasterium sub nu)nacbicae i)rotessionis ordine 



a) Genaueres Über Aieno Thcilung hcrichfct Thietiuar ^ohron. III. 9). Tiinc miiiiia uomraiu |niii.'< LTclu-inin roiipirioutfa «li\iia 
«ant luiiferabiliter Sclavoraiu ritu faniiliae . quae accu<*ata venundaiido lU^pcrgltar. Parx cpiiimpatuA uoütri, quau iucebat iiitt.T Snlain ut 
EiHtram ac MiMam fluvion, et riirtiii Vwlu et Tachurini pag<»i« cum villi« Pa8i«ini et Piiciui Frlthericr» CititMMHi «Intur e|»i.-<c«»i>o . WolcoKIti 
aatetn Mienen«!« eeelesiae antintitl part lila conce<litur cum adpcrtlnentibun villi>i Wiiüteburg et Lu'«tatavir:i , quao ail (tutlt'i oricntal<;m 
perünet ac fluviit Caminiel Alblque diitUnguitur ; itibi autem rotinuit [Gi^üheruD archlepiHcopu« Magtlaburgonii^J Villi url»e>i. quarum nuut 
haoc nomln« Seadicl Cotug Vurcin Bignl Hllburg Dlbni Pouc Liubanlci et Gescrinca. (Vgl. Ko. 13 und »).) — h) Xasianxnm. 



— 16 - - 

construatur. ICt iit hoc nostrae deliberationis decretiini stabile fixiimque peniianeat, 
Visum est nobis, pracsentiuin episcoporum subscriptione firmari, et episcopo Moguntino, 
Tre\irensi, Coloniensi, Adaldago) omnibusque (ialliae et (lernianiae episeopis assensus 
sui subscriptione dirigi roboranduni, ut, quod in Romana ecclesia nuper actum est, cum 
ipsorum iudicio comprobetur, idque districte apostolica auctoritate (raliiae et (^ermaniae 
episcopis edicjinms, ut sine contradictione a nobis ordinato episcopo subscribente liis 
nostris decretis viva voce confirmando subscribant, in unum convenientes praesentibus 
Romanae sedis Icgatis. 

Nach (lom Libor priv. S. Maur. fol. 13. im K. (rch. Staatsarchiv zu Berlin, vergl. mit dem Copiar. LVII. 
fol. 319. im Prov.-Arcliiv zu Majrdeburg. 

Boyseu hist. Mag. I. S. 11*7. — Dreyhaupt Beschreib, des Saalkreises I. S. 21. 

c) BiM'hof von KchlcNvrifr. 

No. 11. 983. 27. Febr. 

Kaiser Otto IL eignet dem Stift Meissen clas Dorf Sdlehores(lo)-f im Burgwart Borit^, den Elhzoll 

von Beigern aufwärts bis Meissen ete. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Otto divina favente dementia impc- 
rator augustus. Noverit oinnium lideliuni nostroruni tani praescntium quam tiiturorum 
industria, qualiter nos ob i)etitioneni et interventum lideliuni nostroruni, Willej>isi vide- 
licet archiepiscopi et Diemonis inarcliionis, pro memoria patris nostri, quem^) quidcm, 
quod coepcrat ipse, nos i^crliccre et nieliorare oportebat, tradidinuis quandam villam 
Setleboresdorf'*) vocitatam, iacentem in ])urcwardo Horuz*") dicto prope fluviuni qui 
Albia dicitur, Misnensi ecdesiae cui Folclioldus cjüscopus praeesse dinoscitur, cum 
Omnibus rel)us iuris nostri in codem villae situ manentibus et accidentil)us, proventus 
in thelonco, quod ad tiscum nostrum pertinuerat, a civitate, quae dicritur licle<?ora usi^ue 
ad ejusdcm Misnensis ecclesiae portum sursum, indeque denuo per ambas ])lagas |)rac- 
foti fluininis Albiac dcorsum, sicque intra praetinitum tcrininuin, ubicunique manus 
negotiatoruin ultra Albiam huc illucque sese diverterit, ex intej^ro et absque ulla contra- 
dictione thcloneum eideni pracnominatae Misnensi sedi pcrsolvant, veluti ad tiscum 
nostrum dcbuerint. I<fitur posthacc statuimus, ut (nnnes, (jui in eodcm burgwardo 
habitent, (mmeni dccimationem rcruin suarum, scilicct tVu*!:um, i)ccudum, pecuniarum, 
vestimentoruin, inellis et crusinarum, ncc non (juod Tlieutonici dicunt uuarcopluinfi^a et 
talunga tamiliarum, et oinniuni utilitatum, quibus niortalcs utuntur, in eandeni Mis- 
ncnsem civitatcin dco sanctiKiue rfolianni evangclistae et sancto Donato inartyri, omni 
ambij^uitatc jn-ocul rcmota pcrsolvant, rcferant et reddant. Insui)er ad haec omnia de 
iiostra proprictatc et de nostro iure, quod in codem burji'wardo j)ossidcinus, ])cnnisimus 
et concessimus ejusdcm villae iamiam Sctlcborcsdort" dictae cultoribus, de ambabus 
Albiae partibus liberam tacultatcni laborandi et inquircndi, ca scilicct ratioiie, ut nemo 



l) KiclitffTor wahrschuhilich iiwmnim. 

a) I-«ij;e uiittokannt. wonii nirht «Ho VorsetZMylhon sftle auf il.i-*-*«-!»»« Wi>rt, «las aN C'tfda aiulcrwi^it iI<mii Ortsiiammi iiarligeMetzt 
wird (vgl. No. !!•), hinduutcn und .-iii «fiu bi>ro-i<l«>rf griuüint ht, das «Mitwcdor in diMii Dorfu Jtoritz. M.'Ihst (Alt- und Ncuboritz) odur dem 
nahirolvgunvn Kalira imch bo-<tuht. Si-tlo. r»»tbla wabrschuiulicb verwandt mit iluni ^la\visl•hou 8C<lluk, DorfbüWobuur , liauor, dürft«.* «Ine 
Kledorlasflung Ackerbau troiboudcr MouHcben bczcicbucn. — b) Boritx au dur Elbe bei Kiosa. 



17 

eos praepediat de exitibus et reditibus, aquis aquarumve decursibus, molendinis, pisca- 
tionibus, venationibas, pratis, pasciiis, areis et aedificiis, silvis, viis et inviis, quaesitiB 
et inquirendis vel omnibus utilitatibus, quae dici aut nominari possunt Et ut haec 
no8trae donationis auctoritas stabilis et inconvulsa permaneat, hanc paginam inde con- 
scriptam manu propria roborantes si^lli nostri impressione insigniri iussimus. 
Signum domini (L. M.) Ottonis invictissimi imperatoris augusti. 
Hildibaldus episcopus et cancellarius vice Uuilligisi archicapeUani recognovi. (L.S.) 
Data ni. Kalend. Martii anno dominicae incarnationis DCCCC LXXXni. indi- 
etione XI. anno vero regni secundi Ottonis XXV. iraperii autem XV. Actum in Franco- 
nowrth feliciter. 

Nach einer glaubwürdigen Abschrift, da das Orig. im Stiftsarchiv nicht aufgefunden worden. Dass die 
Verleihung des Eibzolls frühzeitig stattgefunden, ist unzweifelhaft, aber die Aechtheit der Urkunde in der vorh'egenden 
Fassung desshalb verdächtig, weil K. Otto 11. im J. 98S in Italien sich befand und nächstdem es heissen sollte anno 
vero regni secundi Ottonis XXII. imperii autem X\l., wobei jedoch nicht unerwähnt bleiben darf, dass ähnliche 
Fehler in der Angabe der Regierungsjahre in Otto*s 11. Urlcunden zuweilen vorkommen. Vergl. Ritters alt. Meissn. 
Gesch. S. 97 ff. 

Schöttgen u. Kreysig dipl. Nachlese \7. S. 186. 



No. 12. 983. Dec. oder 984. Jan. — Apr. 

P. Joliann XIV, bestätigt nach unistmidUcher ErzöMung des Hergangs der Errichtung des Ersbisthums 
Magdeburg und der Einsetzung seiner Suffraganbisi^fe , darunter des von Meissen, einige wichtigere 

Vorrechte des Erä)ischofs und seines Capitels. 

Johannes episcopus servus servorum dei etc. Quoniam a domino^) eiusque 
dilecto sectatore sancto Petro principe apostolorum , cuius sede et vice indigni fungi- 
mur, ante alios fratres nostros nostri scilicet nominis episcopos potestatem accepimus 
roborandi ac defendendi ecclesias per totum orbem longe lateque diffusa», maxime 
autem eas, quae nostrae sedis Romanae scilicet ecclesiae mundiburdio specialiter 
subiacent: idcirco omnibus fidelibus Christi notum esse volumus, qualiter primus 
et maximus Otto videlicet bonae memoriae imperator augustus Magadeburgensis 
ecclesiae civitatem supra ripara Albiae fluminis in parrochia Halverstadensis eccle- 
siae sitam propter totius ultramontanae ecclesiae utilitatem a fundamento construxit 
eamque eo usque promovit, ut inibi congregata maxima niultitudine clericonim 
et laicorum ecclesiam in honore beati principis apostolorum Petri et sanctorum 
martyrum Mauritii et Innocentii, quorum corpora cum maxima parte legionis eiusdem 
illuc transtulit, consecrari praeciperet. Crescente autem in his finibus christiana reli- 
gione cum proniotione supradictae civitatis a piissimo Ottone decretum est, ut ultra 
fluvios Albiam et Salam et Odoram in civitatibus, in quibus olim barbarici ritus maxima 
viguit superstitio, quarum nomina sunt haec: Citice, Misni, Merseburg, Brandeburg*), 
Hauelbergan, Poznani in honore sancti salvatoris domini nostri Jesu Christi episcopia 
fundarentur, quod et divina favente dementia ita peractum est. Pastoribus ergo prae- 
dictarum civitatum non habentibus metropolitanum, ad quem secunduni canonicani aucto- 



1) deo B. 2) Brandenburg B. 
COD. DIPL. 8AX. II. 1. 



18 

ritatem cum suis eaiisis confluerent, sereniasinio imperatori magno videlicet Ottoiii 
cum omnium suoruni optimatiun conseusu placuit, quatinus in civitate Magadeburg, 
quia in pacatioribu» partibus sita divinae et luimanae munitionis copia cingebatur, si 
uUo modo |)arr()chiae iHJi-tiiientiam ab Hilliuuardo Halberstedensis episcopo ecclesiae 
eiusque metropolitano Hattone acquirere posset, archiepiscopatum construeret. Unde 
factum est, ut post aliquod temporis intervallum gloriosissinio imperatore in ])aIatio 
Ravenuatis ecclesiae pro connnuni iidelium statu feliciter guberuando morante, Hatto 
Moguntinae^) ecclesiae arcbipraesul et Hilliuuardus Halberstedensis ecclesiae venera- 
bilis cpiscopus illuc cum suis omnibus pervenirent. Qhos sanctissimus Caesar Otto, 
quia i)riu8 secundum ecclesiasticum morem pio praedecessore nostro Johanne, qui summi 
pontiticatus monarcbiam in bis tcm}X>ribus obtinebat, Magadaburgensis^) loci arcbiepi- 
scopatum per consensum synodalis decreti statuente atque confirmante subscriptione epi- 
scoporum Italiae, Cialliac, Ctennaniae cum omni caritate suscepit ea videlicet ratione, 
si parrocbiani inuninentem a Halberstetensis ecclesiae episcopo accipere potuisset, cum 
Petro Rauennate arclucpiscopo omnibusque comprovincialibus episcopis pro hoc placito 
tiniendo convenit. Itaque Hilliuuardus episcopus cum consensu sui metrojwlitani Hat- 
tonis iustis petitionibus annuens bannum decimationis totamque parrocbiani suam, (piae 
inter fluvios Aram, Albiam, 8alam et Bodam et occidentales partes burgwardonmi ad 
has civitates pertinentium sita est, hoc est Vndesburg, Wansleua, Haldesleua in manus 
imperatoris et episcoporum ad aedificationem Magadaburgensis archiepiscopatus tradidit 
atque concessit. Quo tinito imperator cum omni maturitate Romam veniens ac Athelbertum 
cpiscojmm Rugorum provinciae dcstinatum, non sua autem ignavia sed illorum nequitia 
depulsum, quoniam quidem scientia, sanctitate vitac morumquc probitate nulluni prorsus 
ei similem invenire i>otuit, a suinmo i)()ntiiice ad Magadaburgcnsem-') archiepiscopuin 
ordinari praecepit, ea videlicet ratione, ut ideni arcliiepisc()i)us cum suis successoribus et 
cum loco sibi conimisso mundiburdio sancti Petri suique vicarii perpetuo subiectus potesta- 
teni liaberet supradictarum civitatum episcopos ordinäre, itidem suis successoribus vicissi- 
tudine exigente manibus suifraganeoruni consecraiidis. Ex hac igitur concessione Adal- 
bertus prinius sanctae Magadaburgensis^*) ecclesiae arcbipraesul Jordanem cpiscopum 
Poznanensis, Hugonem Cicensis, Hurchardum Misnensis, liosoncm Merseburgensis, 
Dodilaneni Brandeburgensis, Tudonem Ilavclbergensis ecclesiae consecravit. Ad haec 
praedecessor noster videlicet apostolicus Adelberto arcbieiiiscopo tribuit potestatem suisque 
successoribus, ut nonnisi a Romanae sedis nuntio intronizandi, ipsi tam in sua ecclesia 
quam in aliis pro necessitate itineris statutis diebus i)allium i)ortent, crucis signaculum 
ante se ferant, cardinales i)resbyteros in sua ecclesia ordinent, quorum numerus duodenario 
compleatur, qui ad maximum altare ininistrantes cotidie dalmaticis et festis diebus san- 
daliis indiiantur, similiter et diaconos Septem cardinales habere concessit, dalmaticis 
Omnibus diebus excepto ieiunio, festis autem utentcs sandaliis. InsuiHjr archiepiscopum 
Magadaburgensem inter cardinales episcopos nostrae sedis consortium habere et per 
oninia archiepiscopis Trevcrensi, Coloniensi, Mogunticnsi aequalem esse permisit. Quo 
facto Imperator desiderio potitus Adelbertum archiepiscopuin cum privilegio et iiihilo- 



3) Maguntinae B. 4) Jiagadebnrifrnsis B. 5) Matfodtburgtrurm B. 6) MaifaäfburgenMi» B. 



19 

minus praeceptis suae imaginis in omnibus tarn proprietatibus quam comitatibus earum 
roboraturus^) in archiepiscopatum direxit. Unde oportet, ut nos divina inspiratione et 
tanta geminae confirmationis auctoritate commoniti loeo nostro mundiburdio subiecto 
praevideamus nunc et in posterum. Exinde et apostolica auctoritate eundem archi- 
repiscopum cum omnibus pertinentiis suis quae sunt inquisitis seu etiam inquirendis 
sigillo nostrae imaginis ac banni nostri praeceptione firmamus atque roboramus, et si 
aliquis temerarius archiepiscopum eins loci inquietaverit seu proprietates distraxerit, 
nostra praeceptione violata in die iudicii sciat se divinae ultioni subiacere. 

Nach dem Liber privilegg. S. Maur. im K. Geh. Staatsarchiv zu Berlin foL 3 vergl. mit dem Copiar. LVIl. 
fol. 312 b ff. im Prov.-Archiv zu Magdeburg (B). 

Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. 8. S. 96. — Grosfeld de archiepiscop. Magdeb. origg. p. 74. 

Die Zeitbestimmung dieser Bulle ist unsicher. Da sie nach dem Ableben Kaiser Otto*s I. (f 973. 7. Mai) 
wie des Pabstes Johann XIII. (f 972. 6. Sept) erlassen liorden, diesem aber Benedict VI. (ermordet 974), Boni- 
facius VII. (974 schon nach wenigen Wochen aus Rom vertrieben), dann Benedict Am. folgten und erst nach dessen 
Tode im Nov. 983 der Bischof Petrus von Pavia als Johann XIV. den römischen Stuhl bestieg, scheint diesem sie 
zugeschrieben werden zu müssen. Zwar wurde Johann von dem aus Constantinopel zurückgekehrten Bonifacius YII. 
bereits im Apr. 984 eingekerkert und starb eines gewaltsamen Todes, aber von des Bon. Nachfolger (f im Juli 985) 
Johann XV., einem Werkzeuge der römischen den Deutschen feindseligen Parthei, ist schwerlich diese Bulle aus- 
gegangen. Johann XIV. dagegen, langjähriger Kanzler, dann Erzkanzler K. Otto's IL, durch dessen Einfluss er 
zum Oberhaupte der Kirche erhoben worden, war in seiner persönlichen Stellung zu dem Kaiserhause gewiss zu 
einer nochmaligen Bestätigung der wichtigeren Privilegien der grossartigen Stiftung Otto*s I. ungleich geneigter, 
als irgend Einer seiner gleichnamigen Nachfolger. Bemerkenswcrth ist es freilich, dass zur Zeit der Abfassung der 
Bulle, mit Ausnahme des B. Jordan von Posen (f 984) die genannten Suffraganbischöfe meist seit einer Reihe von 
Jahren nicht mehr am Leben waren und weder der Erzb. Adalbert als ein bereits Verstorbener (f 981) noch dessen 
Nachfolger Giseler genannt wird, und auffallend könnte es erscheinen, dass unter den damaligen Verhältnissen des 
Bisthuras Merseburg Erwähnung geschieht, das schon 981 als angeblich im Widerspruch mit den canonischen Ge- 
setzen errichtet aufgehoben worden war. 



6) roboratum B. 

No. 13. 995. 6. Oct. 

K, Otto IIL schoüct dem Bisthian Meissen die Lehen des Gh'afen Aesico (Asic), Würzen, 

Püchau , Poueh u, s. w. 

In nomine sanetae et individuae trinitatis. Otto di\'ina favente dementia rex. 

/ü ümnium fidelium nostrorum tam praesentiuin quam et futuroruin noverit industria, quomodo 

1108 ob remedium animae nostrae parentumque nostrorum, nee non et per interventum 

?r^ r Aiconis venerabilis episcopi dedimus beneficium ') cuiusdam fidelis nostri Aesiconis comitis-) 

videlicet Vrscini*), Bichni**), Paue^), Ezerisco**), Liubanisci^), Herri^, Sciammanstedi*), 

Unscia**), Potorisci'), insuper quicquid nostri iuris habuerit beneficii totum ad episeopatum 

/r in honore sancti Douati martyris constructum in civitate Misna vocitata, cui isdem venerabilis 

praesul in praesenti praesidet, atque id ipsum beneficium ex integro ubicuraque iaeeat 

cum omnibus utensilibus suis, hoc est areis, aedificiis, terris cultis et incultis, agris, 

pratis, campis, pascuis, silvis, venationibus, aquis aquarumve decursibus, piscationibus'). 



1) benrßeium totum B. — 2) comiti» Asic B. — Die folgenden Worte tndelieet — beneßcii totum fehlen In B. — 3) mandpus 
utriutqu* texut schaltet B. an dieser Stelle ein. 

a) Würzen b) Püchau c) Pouch, sÄmmtlich an der Mulde, d) Zock er Itz am Loberbache bei BItterfold. e) Löbnitz 
an der Mulde, f) unbekannt, g) SchOnstadt, schon lUd Wüstung, «i,^ Hufen Wald und Aecker zu KUhren, Htreuben, Knatewiu, 
Meltewitz, Dahlen, nach einem alten Wurzener Amtsregister gehOrig. Die Haltestelle der Leipzig-Dresdner Eisenbahn Domroichenbach 
befindet sich In dieser Flur, h) unbekannt (Ober- und Untern itzschka?) i) Bader its, Par. Somsig. (?) 

3» 



___ 20 

moleiulinis, \iis et inviis, exitibus et reditibus, quaesitis et inquireiulis, maneipiis utriusque 
86X118 cuncti8que aliis appendieiis qiiae adhuc dici, inveniri aiit nominari po88iint, ei 
in proprium tradidimus ea videlicet ratione, iit iam dictus Aico epi8Copu8 8iiique 8ucee8- 
8ore8 liberam dehinc habeant potestatem disponendi, ordinandi atque in U8um mona- 
sterii faciendi. VA ut liaee nostra regalis traditio nunc et in futuro firma et incon- 
vulsa permaneat, hoc praeceptum inde con8criptum sigilli no8tri impressione iussimus 
8ignare^) nianuque propria ut infra Wdetur corroboraviniu8. 

Signum domni Ottonis (L. M.) gloriosissimi regia. (L. S.) 
Hildiboldus'^) episcopus et cancellarius vice Uuilligiai archiepiscopi recognovi. 
Data IL Nou. Oct. anno dominicae incarnationis DCCCCXCV. indict. VIII., 
anno autem tertii Ottonis regnantis XII. Actum Hauelunberge feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden in zwei Ausfertigungen; das aufgeklebte Siegel ist 
in B. sehr gut, in A. ziemlich gut erhalten. 

Schöttgeu Historie d. St. Wurtzen S. 43. — Ltlnig RArchiv. Spie. eccl. I. S. 835. — Heydenreich Gesch. 
d. Pfalzgr. S. 25. — Calles series S. 46. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 2. 



4) tignnrt itusimtu B. 5) Hildibtüdxu B. 



No. 14. 995. 12. Nov. 

K. Otto HL schenkt der Stiftskirche das Lehen eines Thammo in drei Ortschaften des Harzgaues. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Otto divina favente dementia rex. 
Notum sit omnibu8 in Christo fidelibus tam praesentibus quam futuris, quomodo nos 
ob interventum Aigonis venerabilis episcopi sancto Johanni evangelistae et sancto 
Donato martjTi Christi ad altare Misnensis ecclesiae pro remedio animae patris nostri 
simul et animae nostrae quandam nostrae proprietatis partem, quicquid Thammo in 
benelieium habuit in villis Sigefrideshuson*), Silzesteti**), Wendilburgoroth*') vel ubi- 
cumque situm sit, in comitatibus Friderici comitis et Vnegonis comitis et in pago Har- 
d ega sitam cum maneipiis utriusque sexus nostri iuris, servis et ancillis altari prae- 
titulato in proprium concessimus firmiterque donavimus cum omnibus utensilibus ad id 
iuste pertinentibus, aedificiis, areis, pratis, pascuis, campis, silvis, terris cultis et in- 
cultis, aquis aquarumve decursibus, viis et in\iis, exitibus et reditibus, molendinis, 
quaesitis vel adhuc inquirendis omnibusque ad id iuste spectantibus, eo videlicet tenore, 
ut eiusdem ecclesiae praesul Aigo eiusque successores libero periruantur arbitrio haec 
tenendi. Et ut haec nostrae donationis auctoritas timia stabilisque permaneat, hoc 
praeceptum inde conscriptum anulique nostri inpressione signatum manu propria 
lirmavimus. 

Signum domni Ottonis (L. M.i magni et invictissimi regis. (L. S.) 
Hildibaldus episcopus et cancellarius vice Uuilligisi archiepiscopi et archicapel- 
lani recognovi. 

A) SieTerAhansen bei Derenbnrg im Kreise Halberstadt, joizt wüi^te Mark. Vgl. v. Wersebe Boschr. der Oaue sw. Elbe, 
Q. Unitmt S. 78. b) Sillstedt bei Wernigerode, c) WQlperode im Kreise HalbersUdt. 



_ 21 - 

Data IL Idus Novembris anno incarnationis dominicae DCCCCXCV., indictione 
Vni., anno vero tertii Ottonis regnantis XII. Actum Mogontiae feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem aufgedrückten Siegel des Königs. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 4. 



No. 15. 996. (995). 6. Dec. 

K. Otto HL bestimnU die Gremen des Bisthums Meissen und überweist dem Stift den Zehnten 

innerkalb seines Bezirks, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Otto divina favente dementia rex. 

Notum Sit Omnibus in Christo fidelibus scilicet praesentibus et futuris, quomodo nos 

rpro remedio animarum dilecti avi nostri simul et patris nostri nee non pro nostrae 

animae remedio more antiquorum imperatorum et regum, nostra regali potestate Mis- 

nensi episcopatui terminum posuimus nominando fines et determinationes locorum sicut 

infra tenetur. Ubi caput et fons aquae, quae dicitur Odera, inde quasi recta via usque 

ad Caput AJbiae, inde deorsum in occidentalem partem, ubi divisio et confinium duarum 

/^regionum Beliim et Nisenin; ibidem ultra Albiam et per silvam in occidentalem partem 

usque ad caput Milda e^ et sie deorsum ambas piagas eiusdem fluminis, scilicet. prope 

occidentalem ripam Rocliilinze, et sie usque dum Milta intrat in Albiam. Nee non ob 

hoc diximus in occidentali plaga, quia multae villae pertinent ad orientales urbes. Et 

sie sursum et ultra provinciam Nizizi ad eundem tenninum sine dubio, nee non in, 

yf altera parte Lusizi et Selboli, et sie usque ad civitatem Zulbiza, illam \idelicet infra 

eundem tenninum. Et inde in aquam quae dicitur Odera, et sie Odera sursum usque 

ad Caput eins. Omnes vero qui infra terminum istum habitent, in omni fertilitate 

terrae frugum et pecudum, in argento, vestimento nee non quod Teutonici dicunt ouar- 

capunga et talunga familiarum, insuper tota utilitate et in omnibus rebus, quibus mor- 

?o tales utuntur diversis modis, decimationes, quas deo cuncta gubernanti debent ad Mis- 

nensem ecclesiam, primo deo, deinde sancto Johanni evangelistae beatoque Donato 

martyri dei universa dubietate procul remota persolvant, referant et reddant Et si 

quis hoc praeceptum in remunerationem deo constitutum disvestire vel disrumpere tem- 

ptaverit, odium dei sanetorumque omnium incessanter liabeat. Et ut haec nostrae regiae 

; potestatis donatio et constitutio nunc et in futuro firma et inconvulsa permanendo con- 

sistat, hoc praeceptum inde conscriptum sigilli nostri inpressione signare iussimus manu- 

que propria, ut infra videtur corroboravimus. 

Signum domni Ottonis (L. M.) magni et gloriosissimi regis. (L. S.) 

Hildibaldus episcopus et cancellarius vice Uuilligisi archicapellani recognovi. 

Datum VIII. Idus Decembris, anno dominicae incarnationis DCCCCXCVI. 
indict. VIII. anno vero tertii Ottonis regnantis XIlI. Actum in Franconofurt feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-iStaatsarchiv zu Dresden; von dem aufgedrückt gewesenen Siegel sind nur 
einige Bruchstücke noch vorhanden. — Die Jahreszahl dd6 erregt, obschon Indiction und Regicrungsjahr hiermit 
stimmen, desshalb Bedenken, weil Otto bereits am 20. oder 21. Mai d. J. in Rom als Kaiser gekrönt worden war. 
König Otto war dagegen am 9. Dec. 995 in Frankfurt 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 5. 



22 

Xo. 16. (948. 11. Jan.) 

Kaiser Otto L stiftet (kis Bisthum Meissen, hcsthmnt die G^'emen des Sx)ren(jeh desselben und 
überweist ihm den Zehnten mnerJiaJb dieses Bezirks, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Otto divina favente dementia Romanorum 
Imperator augustus. Nos qui cotidie multorum venerabilium virorum episcoporum abbatum cete- 
rorumque fidelium Christi canonicorum et monachorum ad omne bonum opus praeceptis instruimur, 
exemplis informamur, libenter ex abundanti rerum nostrarum copia ad aeteniae beatitudinis vitam 
obtinendam et ad temporalem feliciter transigendam, divina auxiliante gratia, quod nostrae felicitati 
aptissimum credimus, ineipere et in domino perficere constanter elaboramus. Ergo manifestare ac 
notificare omnibus in Christo fidelibus tarn futuris quam praesentibus quam maxime desideramus, 
qualiter nos pro remedio et pei^petua omnium fideUum defunctorum animarum redemptione, nee 
non pro nostra sempitema salute, ad dulcissimae coulateralis nostrae carissimaeque sobolis nostrae 
perenni felieitate, ecclesiam quandam in Misiua civitate coUocari et construi praecepimus, ubi 
etiam rogatu et consilio universorum prineipum nostrorum, in honore sancti Johannis evangelistae 
sedem episeopalem fieri decrevimus, cui quendam nostrae dilectionis intimum, nomine Burchardum, 
electum et ad praesulatus dignitatem in Christo conseeratum a sanctae Moguutiensis ecclesiae 
venerabili archiepiscopo nomine Hildiberto in laudem onmipotentis domini gloriose praefecimus. 
Huie etiam episcopatui more antiquorum imperatorum et regum nostra imperiali potestate teiminum 
posuimus, ubi oritur fluvius, qui dicitur orientalis Milda, inde usque quo idem fluvius intrat in 
Albiam, et sie sursum et ultra provinciam Nizizi, ad eundem terminum sine dubio, nee non in 
altera parte Luzizi et Selpoli, illam videlicet infra eundem terminum, et inde in aquam, quae dicitur 
Odera. Et sie Odera sursum usque ad caput ejus. Indeque quasi recta via usque ad caput Albiae. 
Inde deorsum in occidentalem partem, ubi divisio et confinium est duarum regionum Behem et 
Nisenen, ibidem ultra Albiam, et i>er silvam in occidentalem partem, usque ad caput praedicti 
fluminis orientalis Milde. Omnes vero, qui infra praedictum terminum habitant in omni fertilitate 
terrae, frugum et pecudum, in argento, vestimento, nee non quod Teutonici dicunt ouarcapunga 
et talunga familiarum, insuper tota utilitate et in omnibus rebus, quibus mortales utuntur diversis 
modis, decimationes, quas deo cuncta gubernanti debent, ad Misinensem ecclesiam primo deo, deinde 
sancto Johanni evangelistae universa dubietate procul remota pleniter persolvant, referant et red- 
dant. Et si quis hoc nostri imperialis praecepti constitutum transgredi vel disrumpere praesumat, 
cum Anania et Saphira necnon cum Juda traditore infemalis incendii lormentum patiatur, nee 
inde, nisi resipiscat, in perpetuum absolvatur. Et ut haec nostra concessio in remunerationem dei 
omnipotentis firma stabilisque permaneat, hoc praeceptum inde conscriptum anulique nostri inpres- 
sione signatum manu propria firmavimus. ^, 

Signum domini Ottonis magni et invictissimi imperatoris. Folemarus cancellarius vice 
Hildiberti archicapellani recognovi. 

• Data III. Idus Januarii anno incarnationis domini DCCCC. XLVIIL indictione VIII. (L. M.) 
Anno vero magni imperatoris Ottonis in domino feliciter regnantis III"''- Actum Moguntiae feli- 
citer amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden. — Die Urkunde ist zweifellos iinächt, in den 
letzten Jahrzehenten des 12. Jahrh. geschrieben und bisher gewöhnlich ganz unpassend in das Jahr 965 gestellt 
M'orden. Als Gnindlage dienten bei der Abfassung derselben die Bulle vom 2. Jan. 9(>8 (No. 4.) und die Urkunde K. 
Otto's HI. vom 6. Dec. 996. (No. 15.) Erzb. Hildibert von Mainz starb bereits am 31. Mai 937, Folkmar erscheint 
als Kanzler K. Otto's II. im J. 975. Das Monogramm wurde an ungewölmlicher Stelle eingeschaltet, für das auf- 
zudrückende Siegel kein Platz gelassen; wohl aber sind unten in das Pergament zwei Löcher gestochen, als sei an 
Schnuren ein Siegel befestigt gewesen, was bekanntlich im 10. Jahrh. in solcher Weise nie geschah. 

Facsimile im N. Laus. Mag. 1835. Bd. 31. Taf. 1. Abgedr. Statuta eccl. Misn. p. 35. — Mader antt. 
Brunsv. ed. 11. p. 185. — Schreiter Wurtz. Kirchenreyhen S. 167. — Schöttgen Rist. d. St. Würzen. Anh. S. 4. — 
Hoffinann Scr. rer. Lus. praef. p. 4. — Lünig RArchiv. Spie. eccl. 11. Anh. S. 96. — Calles ser. episc. Misn. p. 11. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 1. 



23 



No. 17. 1004. 5. März. 

K. Heinrich IL stellt das aufgeJiobem Bisthum Merseburg toieder her und ordnet unter andern die 
Zurückgabe zweier widerrechtlich an Meissen gekomiinener Ortschaften im Gau Schtäizi an das Stift 

Merseburg an. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Notiim. habeat totiusqrbis terrarum circulus' et praecipue tarn praesens fidelium 
nostrorum industria, quam eorum ex toto posteritas futura, qualiter pia in deum*) 
magni Ottonis imperatoris sollertia sanctam Merseburgensis ecclesiae sedem episcopii 
nomine in honore sancti Johannis baptistae sanctorumque Christi martyrum Laurentii 
ac Romani ex voti debito primitus ornavit, ordinatoque ibi pastore pervigili Bosone 
facultatibus et sumptibus necessariis locum pro tempore sublimavit, additis suo debitis 
servitio tam redditibus quam praediis, ut quae hie cum benedictione sibi temporaliter 
minuens spargeret, aeterna*) coram deo lucrificatione recolligens meieret. Quibus de 
medio decedentibus*) et Gisilhario episcopo succedente honorabile illud episcopii caput 
et nomen in abbatiam flebiliter commutatum in archiepiscopi Magdeburgensis servitium 
quorundam ut ita dicamus inconsiderata religione*) usque ad nostra tempora trans- 
migravit. Nos itaque divino ut credimus instinctu una cum dilectissima nobis coniuge 
et regnorum consorte Cunigunda praefatam sedem reparare volentes, mortuo Gisilhario 
episcopo Votum effectu^) complevimus institutoque ibidem venerabili de nostra capella 
praesule Wipperto omnia, quae quolibet modo ab^ antecessoribus nostris regibus et 
imperatoribus ibidem quondam tradita vel praeceptorum scriptis commendata aut aliquo 
modo inde fuerant abalienata recollegimus et sanctae sedi Uli per hoc regiae maiestatis 
insigne confirmavimus. Unde vero et partem parrochiae atque decimationem civitatum, 
quae Treben*) et Tuchamuzi**) vocantur, ab venerabili episcopo Cicicensis ecclesiae 
Hildubarto cum tribus villis loco sibi competente collocatis et sub uno vocabulo Cro- 
zuwa*'). vocatis sua voluntate redimentes Merseburgensi ecclesiae restituimus. Praeter 
haec etiam duas villas in pago Schuzi et proprietates in episcopatu Merseburgensi 
sitas^) nomine Wisseburg**) et Lostataua^)®), quas praedictae destructor ecclesiae Gi- 
sillarius sine concambio et regalibus praeceptis Wolcoldo Misnensis ecclesiae episcopo 
sponte sua impotens concessit, regali iure nostro et potestate ad integrum Mersebur- 
gensis ecclesiae suis rectoribus cunctis remota omni molestia reddimus. Et ut haec 
nostra renovatio et confirmatio stabilis et inconvulsa®) pemianeat, hanc nostri praecepti 
paginam manu propria roboratam sigillo nostro imprimi iussimus. 

Signum domni Henrici (L. M.) regis per Christum invictissimi. 

Egilbertus cancellarius vice Willigisi archicapellani recognovi. 

Dat. III. Non. Martii indictione prima anno incarnationis domini M. IUI., anno 
vero domni Heinrici secundi regni n. Actum Walahuson. 

Strauss de Rudolfo Suev. imticaesare p. 30 (Wegelin thea. rer. Suev. n. p. 186). — Lepsius Gesch. d. 
Bischöfe d. Höchst Naumburg. I. S. 187. 



1) iam dudum. 2) temp. in munJi spargertt arena. 3) dUctdentibus. 4) religio. 5) tfftctum. 6) pago* in ep. M. 9ito* S. 
7) Lottatana (vgl. Thletmari cbron. m. 9 oben S. 15). 8) ineonctusa, 

a) Treben an der Saale (vgl. 8. 31). b) Taucha an d. Rippacb, Kr. WeiMenfel«. c) Kretiscbweb bei Zeits mit Qroiti- 
scben and Orana (Tgl. die Urk. Tom 5. MIrx 1004 bei Lepsiofl a. a. O. S. 185). d) onbekAnnt. e) Lastan b«i Coldits. 



24 

Das Original, das früher im Stiftsarchiv zu Merseburg sich befand, ist seit längerer Zeit dort abhanden 
gekommen. Da aber Strauss unzweifelliaft zum öfteren unrichtig gelesen, eine zweite gleichfalls die Restitution des 
Hochstifts betreffende Urkunde vom 6. März 1U)4, die in ihrer grösseren Hälfte mit der vom 5. März übereinstimmt, 
dort jedoch noch vorhanden (vgl. v. Posem-Klett Sachsens Münzen im Mittelalter I. S. 360), ist in den durch Angabe 
der bisherigen Lesart bezeichneten Stellen der Text hiemach corrigirt worden. 



No. 18. 1006. 1. Jan. 

K. Heinrich IL scltetikt der Stiftskirclie zu Meissen drei CasteJle ?w Grau Milzane, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia rex. 
Si ecclesias dei alicuius doni incremento meliorare stiiduerimus, hoc nobis proftitunim 
esse minime dubitamiis. Quapropter omnium fidelium nostrorum praesentium scilicet 
ac fiituronim noverit industria, qualiter nos pro interventii Chunigiindae reginae eon- 
iugis videlicet nostrae ac animae nostrae remedio tria nostri iuris castella cum omnibus 
eorum pertinentiis, cum exitibus et reditibus, silvis, aquis aquarumve decursibus, molen- 
dinis, piscationibus cunctisque utilitatibus, adiaeentia in pago Milzani in comitatu 
Herimanni comitis quorum nomina haec sunt Ostrusna Trebista 6. . . bi*) M^sn*^*.?**) 
ecclesiae in honore sancti Johannis evangelistae*") dedicatae, cui nunc venerabilis epi- 
scopus Heico praeesse videtur, hac praeceptali pagina donando confirmamus omnium 
hominum contradictione remota. Et ut haec nostrae donationis auctoritas stabilis et 
inconvulsa omni permaneat tempore, hanc paginam inde conscriptam prout iuste ac 
legaliter possumus manu propria corroborantes sigilli nostri impressione insigniri iussimus. 
Sigiuim domni Heinrici (L. M.) regis invictissimi. (L. S.) 
Eberhardus cancellarius vice Uuilligisi arclücapellani recognovit. 
Anno dominicae incarnationis millesimo VI. indictione III. anno vero domini 
Heinrici secundi regnantis'') V. Data Kai. Jan. Actum Pholida feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem aufgedrückten am Rande z. Thl. beschä- 
digten Siegel. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. ü. 



a) Dio durch dio Hehadhaftigkoit <lc!> Porgamuntj« cntütanduue Lücko ist aud der alten XuHsercn Aufschrift zu orgäuzou; ondru- 
siuna. tribesch. Ciodouul. — O-str. jetzt 0«tro bei Kamenz (?,); Tr. Drebnitz (Gross- u. Kleindrebnitz) bei Bischofswerda ; God. Göda 
b) 8» im Original; Köhlern Angabe ist unrichtig, c) Der unaufmerksame Schreiber schrieb efcanstelistae — regantis. 



No. 19. 1013. 19. Juli. 

K. Heinrich II, eignet deyyi durch feindliche Vertvüstungen in seinen Einnahmen sehr geschädigten 
Stift sechs Ortschuften in den Gatmi DaJaminci, Ghidici und Niseni. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Nos qui divinae pietatis concessu in solio regni sedemus, quamWs totius rei 
ßublicae cura ad nos disponenda respiciat, in hoc tamen speeialiter laborare debemus, 
ut loca ecclesiasticis obsequiis deputata ab omni inquietudine seorsum in proprio statu 
permaneant et per nostrae administrationis sublementum nova aedificentur, ac vetera 



25 

qiiacumque occasione dilapsa ad laiidem et gloriam nomiuis dei nostris temporibus ad 
qualitatem prioris fonnae restaurentur. Quod iion solum praesentis vitae solatium, 
sed etiam futurae retribiitionis fore credimus emolumentum. Qiiapropter universitati fide- 
liiim nostrorum praesentium ac fiitiirorum patere volumus, qiialiter Misnensis episcopiis 
/ö,i2. ^Eiko reclamatione facta nobis innotiiit, eandem ecclesiani, cui ipse pastorali ciira atti- 
' tulatiis praesideret, iam peccatis exigentibus crebra hostium devastatione desolatam ac 

pene ad nihilum ita fiiisse redactam, ut nomine tantura solo praeesset, reliqua autem 
de rebus territoriis appertinentia ita ab hostibus fuisse direpta, ut ordini ecclesiastico 
nee honor debitus aut utilitas aliqua diutius inde exhiberi potuisset. Quo audito ex 

/odebito condescensionis ingemuimus et pro bis recuperandis aliquod supplementum con- 
ferre decrevimus. Ideo eidem praefatae ecclesiae sex villas nostrae proprietatis conce- ^^: 
dimus, quatuor in pago Dalarainci Glupp*), Difnouuocetla*"), Zenizi''), Miratina cethlaj ^), f^/icu*^. 
V*'"" in pago Gudici nomine Golenciza cethla®), VI**" in Niseni Brochotina cetblaQ 
cum mancipiis utriusque sexus, silvis, venationibus, aquis aquarumve decursibus, pisca- 

/rtionibus, molendinis, pratis, pascuis, aedificiis, \Hiis et inviis, exitibus et reditibus ac 
cum Omnibus appertinentiis inquisitis seu inquirendis. Haec autem praedictae ecclesiae 
in proprium ea ratione tradidimus, ut episcopus Eiko eiusque successores eadem praedia 
ecclesiastico iure obtineant, et qualiter eis visum fuerit, in usus eiusdem ecclesiae 
vertendi liberam habeant facultatem. Et ut hoc nostrae concessionis donum per tem- 

70 pora futurae posteritatis stabile raaneat et inconvulsum, hanc regalis praecepti paginam 
inde conscribi ac manu propria confirraantes sigillo nostro praecepimus insigniri. 
Signum domini Heinrici regis invictissimi (L. M.) (L. S.) 

Guntherus cancellarius vice Erchambaldi archicapellani recognovit. 
Data Xmi. Kai. Aug. indictione XI. anno dominicae incarnationis millesinio 
XIII., anno autem domini Heinrici feliciter regnantis XU. Actum Vranconowrth feli- 
citer amen. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meisseii; das Siegel ziemlich wohl erhalten. 
Kreysig Beyträge I. S. 1 und noch fehlerhafter Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 7. 



n) LuppA bei Oschatz. b)unbokannt (Daubnitz bei LoiumntzKch?) c) Söiunitz (Par. Kchrcbitz) oder Hchänitz (Par. Berits)? 
(\) M ertitz (Par. Leubcn) oder Möhreu (Par. St. Afra)? e) Kolzschcn bei Coldltz? f) Brock wltz bei Scharfouberg. l'eber ccthla 
oben 8. 10 Aum. a. 



No. 20. 1015, 25. Oct. 

B. Thietmar von Meisehurg erlangt einige der bei Aufhebung seines Stifts im J, 981 von demselben ^. /^ 
al)gekommenen Städte zurüch — Da die hierüber jedenfalls ausgefertigte Urkunde nicht aufzufinden 
gewesen j für die Geschichte des Meissn, Sprengeis aber diese Nachricht von Wichtigkeit ist, mag 

Thietmar selbst darüber l)crichten, 

Imperator quoscunque tunc colligere potuit ad succurrendum suo marchioni 
(Herimanno Misnensi) propcre mittit et suburbium (Misnense) uou longe post rcdintcgrare 
praecepit. Ad huius operis supplementum et custodiam Gero archiepiscopus (Magdeburgensis) 
et Arnulfus praesul (Haiberstadensis) VIII. Id. Octobr. cum comitibus ceterisque pluribus 
conveniebant. His Omnibus ego longe inferior interfui. In quatuordeeim diebus incepta 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 4 



2Ü 

ad luiguem nos perdiicentes abivimiis conmiitteiites urbem Fritherico coniiti (de iieburt?. 
Wt'tiinensi) ad quatiior hebdoinadas. Gero areliiantistes et e{?o eiusdem comes ad locum 
qui Mucherini'') dicitiir veiiiebamiis. Ibi tiiiic ego de promissis duicibus eum adnionens 
percepi ab eodem cum baculo eins, quem hodie teneo, paroeliiam super haa quatuor 
urbes Seudizi, Cotuli, Bichini et Vurcin^), de residuis quinque Ilburg, Pauc, Dibni, 
Liubanici et Geserisca*') differens ae in posterum diceiis relicturum VIII. Kaleud. 
Novembr. praesentibus bis testibus Heribaldo, Hepone, Ibone, Cristino atque Geberto. 
Eodem die ad urbem Curbici'^) veninuis etc. 

Thietmari chron. VII. 17. (p. 214. ed. Wairuer.) 

Obschon K. Heinrich die Wiederlierstellung der alten (irenzen des Merseburger Spreugels angeordnet 
(no. 17 und besonders Thietm. V. 26 „de Misni atque de Citici episcopatibus decrevit regia potestate ad integrum 
redire, quod antiquitus hinc demptum valuit exi)licare**), war diess doch nicht zur Ausfühnmg gekommen. Der 
kränkliche B. Wigbert hatte vielfach anderweit durch die Freigebigkeit des Königs entschädigt hierliei Beruhigung 
gefasst. Anders Thietmar, Wigberts Nachfolger. Mit beharrlichem Eifer bemüht das von seinem Stift Abgekommene 
zurück zu erlangen erzählt er, auf der Synode zu Bamberg im Mai 1012 sei die Wiederherstellung des vormaligen 
bischöflichen Sprcngels ihm versprochen worden (Vi. 40), er selbst habe dann in Magdeburg j)ersönlich am 15. Juni, 
und schriftlich im August bei dem Könige die Sache angeregt und am 21. Sept. 1012 in Seehausen denselben 
nochmals gebeten, dass bevor er den neuen Erzbischof von Magdeburg Gero bestätige, ül»er den Merstiburger Sprengel 
und das, was diesem ungerechter Weise entzogen worden, etwas festgestellt wenle (VI. 44. 47. 49). Hierauf habe 
ihm der König seinen Schutz auf das Bestimmteste zugesichert und erklärt, die Sache solle durch rechtlichen Aus- 
si)nich oder auf eine sonst geeignete Weise erledigt werden. Die hiemach erfolgte königl. Bestätigung gewisser 
dem H(K'hstift gemachten Schenkungen vom 17. Oct. 1012 (Höfer Zeitsrhr. f. Archivkunde I. S. 161) entsprach 
indes» Thictmars Bitten und Vorstellungen keineswegs. Bei der Zähigkeit der geistlichen Herren, des Erzbischofs 
sowohl wie des Bischofs von Mcissen, in Festhaltung des gewonnenen Besitzes geschah al>er sonst in der Sache 
nichts; Erzbischof Gero half sich mit süssen Versprechungen, B. Eid stützte sich wahrscheinlich auf die durch die 
Reichsgewalt festgestellten Grenzen seines Bisthums (No. 15). Da berichtet Thietmar weiter, habe er auf der 
Rückreise von Meissen den Erzbischof Gero, den er begleit*?t, am 25. Üct. 1015 an sein frülier gegebenes Versprechen 
erinnert und so zimächst wenigstens die vorgenannten vier Städte zurückerlangt. Bei dem Bisthum Meissen war 
aber noch ein ansehnlicher Landstrich an der Mulde verblieben, der früher zu Merseburg gehört hatte. Desshalb 
sei von ihm, nachdem B. Eid von Meissen gestorben (t zu Leipzig am 20. Dec. 1015) die Satrhc? von Neuem in 
Gegenwart des Kaisers zu Magdeburg angeregt, aber wider Erwarten in einer für ihn bedauerlichen Weise so 
entschieden worden, dass die Mulde fortan die (rrenze der Bisthümer Merseburg und Meissen bilde etc. Da auch 
hierüber eine Urkunde nicht mehr vorhanden, folgt in No. 21 Thietmars eigener Bericht. 



a) Mokrehna bei EHenburg. b) Schkeudirz. Taucha, Pttchau uuJ Würze«, c) Eilenburg, Ponch, Dübon, 
Lcibnitz, Zöckoriiz. (Vgl. S. ID). d) Z«>rbig. 

No. 21. 1017. 22. Febr. 

Kaiser Heinrich IL verfiq/t, dass fernerhin dir (grenze der BistMmer Meissen und Merseburg die 

Mulde sei, die am östlichen (rechten) Ufer tjeleyenen Ortschaften der BurywartslK^zirke Püchau und 

Würzen hiernach an Meissen und dagegen die am westlichen (linken) Ufer befindlichen 

an Merseburg kommen. 

Deliinc imperator — ad Magadabiirg venit magno ibidem susceptus hoiiore. 

Miilta salutem patriae respicieiitia ibidem finiiintur. 8ed cum ego miilta 

saepe questiis sim imi)eratori de parte meimet parochiae ab eeclesia Misnensi iniiiste 
ablata et aeriptis restitiita, eiimqiie bona inde mihi profutiira sperarem, aliter quam 
ratus sum hoc evenire cognoscebam. Xamque in cathedra Petri, quae est VIIl. Kai. 
Martii, cum sederet imperator et praesentes episcopi adessent Gero, Meinwercus, Vuigo 
et Ericus et Eilwardus, surrexi et lamentationem meam feci. Tunc imperator et 



27 

archiantistes, a quibiis sperabara auxilium, iusserunt mihi deus seit invito, qiii Ins 
resistere non praesumsi, iit ])arochiam in orientali parte Mildae fluminis iacentem, id ^> 
est in burgwardiis Bichni et Vurcin Eilwardo concederem, et quam ille in occidentali 
ripa teneret mihi hoc nunquam desideranti relinqueret. Id concambium baculis firma- 
vimus mutuis. Testificor coram deo et omnibus sanctis eins, id quod residimm fiiit, 
tunc nullo modo dereliqui. Jussit quoque imperator, ut \illa8 tres, quae sub prae- 
dicto erant episcopo, Hirimannus marchio aut Misnensi ecciesiae sacramento retineret 
aiit mihi redderet. 

Thietniari chrou. VII. 37. (p. 232. ed. Wa«riier.) Vgl. Chronica epp. Merseb. in Monum. Germ. ed. Pertz. 
Scriptor. T. X. p. 174 sq. 



No. 22. 1040. 20. Juli. 

K, Heinrich HL eiymt detn Stifte dcis Castell Bichni (PncJiau) mit allein ZuheMr zu freiem 

Eigenthum. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Omnium fideliiim nostrorum tam praesentium quam ftituronim noverit industria, 
quomodo nos ob remedium animae nostrae et gloriosae memoriae genitoris nostri 
Chuonradi, nee non et per interventum Humfridi sanctae Magadeburgensis ecciesiae 
archiepiscopi et Kadelohi episcopi nostrique fidelis, sive etiam Hekkihardi nostri dilecti 
marchionis concedimus, damus atque per nostri praecepti paginam coniirmamus sacro- 
sanctae Misnensi ecciesiae in honore sancti Donati martyris constructa«, cui nunc praeest 
venerabilis episcopus Aieo, castellum quod dicitur Bichni ex integro cum omnibus 
utensilibus vel pertinentiis suis, scilicet cum areis, aedificiis, terris cultis et incultis, 
pratis, campis, pascuis, silvis, venationibus, aquis aquarumve decursibus, piscationibus, 
molendinis, viis et inviis, exitibus et reditibus, quaesitis et inquirendis et utriusque 
sexus familiis cunctisque aliis appenditiis, quae adhuc dici inveniri aut nominari pos- 
sunt, ea videlicet ratione, ut iam dictus Aico episcopus suique successores liberam 
dehinc habeant potestatem disponendi, ordinandi atque in usu monasterii quicquid 
voluerint faciendi. Et ut haec nostra regalis traditio nunc et in futuro firma et incon- 
vulsa permaneat, hoc praeceptum inde conscriptum sigilli nostri impressione insigniri 
iussimus manuque propria ut infra videtur corroboravimus. 

Signum domni Heinrici tertii gloriosissimi (L. M.) atque invictissimi regis. 

Eppo cancellarius vice Bardonis archicancellarii recognovi. (L. 8.) 

Datum XIII. Kai. Augusti, indictione VIIL, anno dominicae incarnationis M. XL., 
anno autem domni Heinrici tertii ordinationis XIII., regni secundo. Actum Goslare 
feliciter amen. 

Nach dem Ori^. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem aufge<lrtiokten sehr wohl erhaltenen Siegrel 
des Königs. —^Schuhes (Director. I. S. 154) bezweifelt mit Unrecht die Aechtheit der Urkunde. Vgl. Lepsius 
Xaumb. I. S. 205. 

Kreysig Beiträge I. S. 3. — Köhler cml. dipl. Lus. I. Anh. S. 9. 



2H 



No.28. 104«. 2. Juli. 

K. Hnnrich IIL schenkt der StifhJcirche zum Vortheil des Bischofs das Castdl Zaivim mit 

Zubehör im Gnu Dnlmatuu 

In nomine »anctae et individiuie trinitati». Heinricus divina favente dementia 
rex. No8 (jul antiquonim inwignia rejfum domino iubente gestamus, egregia eorum 
merita ex scriptis in eecleftia Christi frequenter audimus. Ea quippe a yenerabilibiis 
viri» epiHcopJH abbatibus eiusdem causa negotii in nostram coUata praesentiam imitari 
decet, qiiibus divina inspirante gratia id animi sedet, ut ecclesias Christi infra nostri 
ex)ntigiium regni constitutas de nostra liabundanti copia, ubi ex toto non possimus, ex 
parte aiigmentemus. Quapro])ter notiim esse volumus omnibus Christi nostrique fide- 
libus praesentibiiB seilieet et fiituris, quia nos ob remedium animarum parehtum 
nostrorum et ob utriusque vitae i)erpetiiam felicitatem, nostrae videlicet et Agnetis 
reginae nostrae contectalis dilectae, tum ob |)etitionem et fidele obsequiura Brvnonis 
Missenensis ecclesiae praesulis, eidem ecclesiae sub honore sancti Johannis evange- 
listae sanctique Donati martyris construetae et praetitulato in servitium episcopo 
eastellum nomine Zavviza*) cum omnibus ad idem pertinentibus villis et ceteris appen- 
ditÜH suis, situm in pago Dalmatia dieto et in marcha Missenensi in proprium tradi- 
dimus, lioc est utriusque sexus mancipiis, areis, aedificiis, terris cultis et incultis, agris, 
ranipis, pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus, molis, molendinis, piscationibus, 
rtilvis, venationibus, exitibus et reditibus, viis et inviis, quaesitis et inquirendis cum 
omni utih'tate, quae ullo modo inde poterit provenire, ea videlicet ratione, ut prae- 
ftcriptus praesul omnesque successores eins de praefato praedio liberam dehinc pote- 
statem habeant obtinendi, tradendi, commutandi, precariandi vel quicquid sibi placuerit 
inde ad usum sanctae ecclesiae faciendi. Et ut haec regiae nostrae traditionis Übe- 
raus auctoritas stabilis et inconvulsa per succedentium momenta temporum maneat, hanc 
paginam inde conscriptam manu propria, ut infra ])oterit videri, corroborautes sigilli nostri 
impressione iussimus insigniri. 

Signum donini Heinrici tertii (L. M.) regis invictissimi. (L. S.) 

'Hieodericus cancellarius vice liardonis archicancellarii recognovi. 

Data VI. Non. Julii anno dominicae incarnationis M". XLVI. indictione XIIII. 
anno autem domni Heinrici tertii ordinationis eins XVIU., regni vero VIIL Actum 
Missenae in dei nomine feliciter amen. 

Nndi tlom Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Drosdeu; das aufgedrückt gewesene Siegel fehlt. 
Köhler cml. dipl. Lus. L Anli. S. 11. 

U Z«oh«fti hfl IWibolu. (?) 



vnyW^ 



29 



No. 24. 1046. 2. Juli. 

K. Heinrich IIL schenkt der Stiftskirche zum Vartheil des Capitels das in drei Ortschaften bestehende 
Gut einer verstorbenen Irniengard im Siinbemjau in der Grafschaft des Grafen Teti 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia rex. 
Si locis deo dicatis iuxta petitiones dei servorum aliquid benefieii [ex] habundanti copia con- 
ferimus, et ad aeternam obtinendam vitam et ad temporalem feliciter transigendam nobis pro- 
futurum esse liquido credimus. Quapropter notum esse voliimiis sanetae univ^ersitati ecclesiae 
r tam futurae quam et praesenti, quaJiter nos pro divina contemplatione animaruraque paren- , 
tum nostronim redemptione, tum ob utriusque vitae perpetuam felicitatem nostrae videlicet 
et Agnetis reginae nostrae contectalis dilectae, sanctae Misnensi ecclesiae in honore 
sancti Johannis evangelistae sanctique Donati martyris constructae, necnon fratribus 
inibi deo servientibus ad complendum scilicet eorum stipendiarium victum tale praedium, 
/^ quäle Irmingart in locis Vviderstat, Heizstete , Scenderslebe*) dictis obtinuit, in nostrum 
ins atque dominium hereditario iure redactum, situm in pago Suabun dicto et in comitatu ^/y^. 
comitis Teti in proprium tradidimus cum omnibus suis appenditiis, hoc est utriusque 
sexus mancipiis, areis, aedificiis, terris cultis et incultis, pratis, pascuis, aquis aquarumque 
decursibus, molis, molendinis, piscationibus, silvis, venationibus, exitibus et reditibus, 
/rviis et invii8,.quaesitis et [inqu]irendis cum omni utilitate, quaß uUo modo ad usum 
fratrum inde poterit provenire, ea videlicet ratione, ut praepositus et ceteri praefatae 
sedis canonici ita libere praedicta teneant bona, ne episcopus ullam potestatem liabeat 
aliquid in suum usum aut servitium tollendi vel usurpandi, aut ulli hominum in bene- 
ficium dandi vel praestandi, sed tantummodo ad usum et utilitatem fratrum potestatem 
w habeat, prout melius potuerit, disponendi vel ordinandi. [Et ut haec nostra regia aucto- 
ritas stajbilis et inconvulsa per succedentium momenta temporum maneat, hanc paginam 
inde conscriptam manu propria, ut infra poterit videri, corroborantes sigilli nostri 
impr[essione iussimus insigniri.] 

Signum domini Heinrici tertii (L. M.) regis invictissimi. (L. S.) 

Theodericus cancellarius vice Bardonis archicancellarii recognovi. 

Data VI. Non. Julii anno dominicae incarnationis >P. XL. VI. indictione XIV., 
anno autem domni Heinrici tertii, ordinationis ejus XVIH., regni vero VIU. Actum 
Missenae in dei nomine feliciter amen. 

Nach dem durch Mäusefrass und Moder beschädigten Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; die ergänzten 
Buchstaben und Worte sind in Klammem gestellt; die untere Hälfte des Wachssiegels fehlt. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 10. 



a) Ober-WiederatÄdt, Hettgtädt im Man^felder Ooblrgskroiuo de» k. pr. Reg. -Bezirk« Meweburg; Sandorslebon im 
Hera. Anhalt Dessau nahe bei einander au der Wipper gelegen. 



30 



Xo. 25. 1046, 2. Juli. 

K. Hr'nirkh III, eignet der StiftslircJfe zum Vofiheil des Ctqnteh die vornmluje Besitzung einer 
gewissen Irniengard im Hassegan in der (rtafsehaft des Grafen Tefi. 

In nomine sanetae et inclinduae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Notum sit omnibus Christi nostrique fidelibiis tam fiitiiris quam jn-aesentibus, 
qualiter nos pro di\ina contemplatione animarumque parentiim nostrorum redemptione, 
tmn ob utriusque vitae perpetuam felicitatem nostrae videlicet et Agnetis reginae nostrae 
contectalis dilectae, sanetae Misnensi ecelesiae in lionore sancti Johannis evangelistae 
sanetique üonati martyris eonstructae, necnon fratribus inibi deo servientibus ad eom- 
plendnm seilicet eorum stipendiarium victum tale praedinm, (jnale Irmingart in loco 
l.iuterstat*) dieto olitinuit in nostrum ins atqiie dominium hereditario iure redactum, 
situm in pago Hassega dieto et in comitatu eomitis Teti, in pro])rium tradidimus eum 
Omnibus suis appenditiis, hoe est utriusque sexus maneipiis, areis, aedificiis, agris, eampis, 
terris cultis et incultis, pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus, molis, molendinis, 
piseationibus, silvis, venationibus, exitibus et reditibus, viis et inviis, quaesitis et inqui- 
rendis cum omni utilitate, quae uUo modo ad usum fratrum poterit provenire inde, ea 
videlicet ratione, ut praepositus et ceteri praefatae sedis canonici ita libere praedicta 
teneant bona, ne episcopus ullam potestatera habeat aliquid ad suum usum aut servitium 
inde toUendi vel usurpandi, aut ulli Iiomiiumi in beneficium dandi vel praestandi, sed 
tantummodo ad usum et utilitatem fratrum potestatem liabeat, prout melius potuerit 
disponendi vel ordinandi. Et ut haec nostra regia auctoritas stabilis et inconvulsa per 
succedentium momenta temporum maneat, haue paginam inde conscriptam manu pro- 
pria, ut infra poterit videri, corroborantes sigilli nostri impressione iussimus insigniri. 

Signum domini Henrici tertii (L. M.) regis invictissimi. (L. S.) 

Theodericus cancellarius vice Bardonis arcliicancellarii recognovi. 

Data VI. Non. Julii anno dominicae incarnationis M. XL. VI. indict. XIIII., anno 
autem domni Heinrici tertii, ordinationis eins XVIII., regni vero VIII. Actum Missenae 
in dei n<miine feliciter amen. 

Nach dem Orijr. im Stiftsarchiv zu Moissen mit wohlerhaltenem Siegel. 
Köhler rod. dipl. Liis. I. Anh. S. 14. 



a; Lil-lf r -täflt bei Nebra im Kreist« »jiierfurt. 



Xo. 26. 1046. 2. Juli. 

K. Heinrich III. verleiht der Stiftskirche zum Vortheil des CapiteJs das in drei Ortschaften Itestehendc 
(rut eimr verstorbenen Irmingard im Snahengau in der Grafschaft des Grafen Esicho. 

In nomine sanetae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Si locis deo dicatis iuxta petitiones dei servorum liberale beneficium de nostra 
habundanti copia conferimus, et ad aeternam obtinendam vitam et ad temporalem feliciter 
transigendam nobis profuturum esse liquido credinuis. Quapropter notum esse volumus 



— 31 

sanctae uiiiversitati ecclesiae tarn fiiturae quam et praesenti, qualiter nos pro divina 

contemplatione animariimque parentum nostrorum redemptione, tum ob utriusque vitae 

perpetuam felicitatem nostrae videlicet et Agaetis regiuae uostrae contectalis dilectae, 

sanctae Missenensi ecclesiae in honore sancti Johannis evangelistae sanctique Donati 

r martyris constructae nee non fratribus inibi deo servientibus ad complendum scilicet 

eonim stipendiarium victum, tale praedium quäle Irmingart in locis Wihingeswich *), 

Mecelesdorf, Rihdagesrot^) dictis obtiimit in nostrum ins atque dominium hereditario iure 

7 . ^^ redactum , situm iji_gago^Syaben dicto et in comitatu comitis Esichonis in proprium tra- 

didimus cum omnibus suis appenditiis, hoc est utriusque sexus mancipiis, areis, aedi- 

/öficiis, terris cultis et incultis, pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus, molis, 

raolendinis, piscationibus, silvis, venationibus, exitibus et reditibus, viis et inviis, quae- 

sitis et inquirendis cum omni utilitate, quae ullo modo inde potent pro venire ad usum 

fratrum, ea videlicet ratione, ut praepositus et ceteri praefatae sedis canonici ita libere 

praedicta teneant bona, ne episcopus ullam potestatem habeat aliquid inde ad suum 

yrusum aut servitium tollendi vel usurpandi, aut ulli hominum in beneficium dandi vel 

praestandi, sed tantummodo ad usum et utilitatem fratrum potestatem habeat prout 

melius potuerit disponendi vel ordinandi. Kt ut haec regiae nostrae traditionis aucto- 

ritas stabilis et inconvulsa per succedentium momenta temporum maneat, hanc paginam 

inde conscriptam manu propria, ut infra poterit videri, corroborantes sigilli nostri impres- 

Pq sione insigniri iussimus. 

Signum domni Heinrici tertii (L. M.) regis inWctissimi. (L. S.) 

Theodericus cancellarius vice Bardonis archicancellarii recognovi. 
Datum VI. Non. Jul. anno dominicae incaniationis j\P. XL. VI., indictione XIV., 
anno autem domni Heinrici tertii ordinationis eins XVIII., regni vero VIII. Actum 
Missenae in dei nomine feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem aufgedrückten sehr wohl erhaltenen Siegel 
des Königs. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 13. 



a) Winningen bei Aschersleben. (?) b) MöUendorf (Meisdorf?), Ritzgerode im Mansfelder Gebirgskreiae des k. pr. 
Reg.-Bezirks Merseburg. 



No. 27. 1062. 4. Febr. 

K. Heinrich IV. eignet der Stiftskirche das Darf Rosnetici im Burgwart Treten, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Omnibus Christi nostrique fidelibus tam futuris quam praesentibus notum esse 
volumus, qualiter quidam noster fidelis Marcvvard nomine pro remedio animae suae villam 
quandam Rosnetici*) dictam, in comitatu Willehalmi marchionis et in burcuuardo 
Trebeni^) vocato sitam ad altare sancti Donati martyris in Misnensi ecclesia consti- 
tutum cum Omnibus pertinentiis suis, hoc est utriusque sexus mancipiis, areis, aedificiis, * 
terris cultis et incultis, agris, pratis, pascuis, campis, silvis, venationibus, aquis aquarum- 



a) Rössaln bei Weissenfels. b) Treben an der Saale, Jetzt nur noch In der sa Dehllti gehörenden Kirche Torhanden. 



32 

que deciirsibus, molis, molendinis, })iscationil)US, exitil>iis et reditibiis, viis et inviis, quae- 
sitis et inquireiulis ac cum omni iitilitate, qiiae ullo modo iiule pro venire j)otest, in 
proprium tradidit Hanc igitur traditionem ob interventum ac petitionem dilectissimae 
genitricis nostrae A. imperatricis augustae, simulque ob fidele servitium lirvnonis prae- 
dictae ecdesiae episcopi nostra rejrali auctoritate stabilivimus et confinnavimus, ea vide- 
licet ratione, ut praedictus episcopus ceterique sui successores liberam deliinc potestatem 
habeant tenendi commutandi precariandi vel quicquid eis pro usu suae ecclesiae placuerit 
inde faciendi. Et ut liaec nostra regalis confirmatio stabilis et inconvulsa omni per- 
maneat aevo, hanc cartam inde conscribi manuque propria ut subtus cernitur corrobo- 
rantes sigilli nostri impressione iussimus insiguiri. 

Signum domni Heinrici quarti regis. (L. M.) 

Fridericus cancellarius \ice Sigifridi archicancellarii recognovi, (L. S.) 
Data est II. Nonas Febr. anno dominicae incarnationis M. LXII. indictione XV., 
anno autem ordinationis domni H. quarti regis Villi., regni vero VU. Actum Aldstedi 
in dei nomine feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden. Das auf'rcdrt\ckt gewesene Siegel des Königs ist 
alJirefaUen, jedoch im wesentliclien noch vorhanden. 



No. 28. . 1063. 13. Jan. 

K. Heinrich IV. hesUitigt die von seiner 3Ii(tter der Kaiserin Agnes bewirkte Schenkung von 50 Hufen 
im Burgward Schrehitz im Gau Delcminze an die Sfift^kirche zum Nutzen des CapiteJs, 

In nomine sanctae et indidduae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Notum esse volumus omnibus Christi nosti-ique fidelibus tarn futuris quam prae- 
sefntibus, quahtcr dilectissuna genitrix nostra Agnes imperatrix augusta pro rcmedio 
animae patris nostri, divae memoriae Heinrici imperatoris, nee non pro sua nostraque 
incohimitate et corporis et animae, quoddam suae proprietatis praedium, quinquaginta 
scilicet mansos in burgwardo Serebez et in pago Deleminze, in comitatu vero Ottonis 
marchionis sitos, cum omnibus peiünentiis suis ad monasterium in Misine in honore 
sancti Johannis apostoli et evangelistae et sancti Donati martyris consecratum ad augen- 
dum ac meliorandum praebendam confratrum ibidem deo sanctisque praedictis famulan- 
tium, nostro assensu tradidit, nosque eandem traditionem, quo firmior esset, manu 
scripto nostro corroborare postulavit. Cuius iustis petitionil)us nos adquiescentes prae- 
dictum praedium cum omnibus adi)enditiis suis, hoc est utriusque sexus mancijuis, terris 
cultis et incultis, areis, aedificiis, agris, pratis, pascuis, campis, silvis, venationibus, aquis 
aquarumque decursibus, ri\is, piscationibus, molis, molendinis, viis et inviis, exitibus 
et reditibus, quaesitis et inquirendis et cum omni utilitate, quae ullo modo inde provenire 
.potest, praefatae Misinensi ecclesiae, cui praesidet Brvn venerabilis episcopus, conce- 
dimus et confirmamus, ea scilicet ratione, ut eiusdem ecclesiae praepositus illud in sua 
possessione ad usum supradictorum confratrum perpetualiter habeat, nullaque alia magna 
sive parva persona potestatem in eo exerceat. Et ut haec nostra regalis confirmatio 



•^v^ V*'Jr'J!rrT^T*^^^r"^*''*'*^s"hV*«5f***L^ ~ 



- 33 

stabilis et inconvulsa omni permaneat aevo, hanc cartam inde conscriptam manu propria 

corroborantes sigilli nostri impressione iussimus insigniri. 

Signum domni Heinrici quarti regia. (L. M.) (L. S.) 

Fridericus cancellarius vice Sigefridi archicancellarii recognovi. 

Data Idus Jan. anno dominicae incarnationis M. LX. HI. indictione IL Anno 

autem ordinationis domini Heinrici quarti regis Villi. , regni vero VTI. Actum Tri- 

buriae in dei nomine feliciter amen. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit ziemlich wohlerhaltenem Siegel. 
Schoettgen u. Kreysig dipl. Nachlese VU. S. 396. — Köhler cod. dipl. Lus* I. Anh. S. 16. 



No. 29. 1068. 28. Oct. 

JSl. Heinrich IV, sclienkt der StifiskircJte zum Vortheil des CapUels zwei konigl Hufen zu Lobtau 

im Burgwart Pesterwitz des Graues Nisan, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Notum sit omnibus Christi nostrique fidelibus tam futuris quam praesentibus, qualiter 
nos pro remedio animae nostrae parentumque nostrorum , et ob dilectae nobis contectalis 
nostrae regnique consortis, vddelicet Bertliae reginae beatitudinem, necnon per interven- 
tum fidelium nostrorum, scilicet Herimanni Bauenbergensis episcopi, Gregorii Vercellensis 
episcopi, Bennonis Misniensis episcopi ceterorumque familiarium nostrorum ad altare 
Misni deo sanctoque suo Donato constructum fratribusque ibidem servientibus deo, 
duos regios mansos sitos in villa Livbitvwa, et si ibi aliquid defuerit, in proximo cum 
bene aratis agris implendis in pago Nisani in burchuuardo Bvistrizi cum omnibus suis 
appendiciis, id est utriusque sexus mancipiis, terris cultis et incultis, areis, aedificiis, 
pratis, pascuis, aquis, piscationibus, molis, molendinis, exitibus et reditibus, quaesitis et 
inquirendis, silvis silvarumque utilitatibus et cum omni commoditate, quae ullo modo 
inde provenire poterit, in proprium damus, ea videlicet ratione, ut praepositus loci ipsius 
hoc praedictum . praedium possideat, et quamcumque utilitatem in eo elaborare poterit, 
per singulos annos fratribus fldeliter administret. Et ut haec nostra regalis munificentia 
firma stabilisque omni permaneat aevo, hanc cartam inde conscriptam manuque nostra 
corroboratam sigilli nostri impressione iussimus insigniri. 

Signum domini Heinrici regis quarti. (L. M.) 

Pibo cancellarius vice Sigifridi archicancellarii recognovi. (L. S.) 

Data est V. Kai. Novemb. anno dominicae incarnationis M. LXVIII. indictione 
Vn., anno ordin. domini Heinrici XVI., regni vero XII. Actum Rochlezi*), feliciter amen. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; das aufgedruckt gewesene Siegel fehlt 

Schoettgen dipl. Nachl. VII. S. 384. — Sej-ffarth ossileg. Benn. p. 9. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 17. 



1) Rocblit». '^ 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 



34 



No. 30. 1069. 4. Dec. 

K, Heinrich IV. eignet dem Hochstift drei Dörfer im Burgwart Leuben des Garns Dalminze zum 

SecknJieil des Markgrafen Dedo. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinriciis divina favente dementia 
rex. Si templa dei pro amore eins et sanctorum intercessione aliquibus regalium divitia- 
rum nostrarum muneribiis honoramus, et vitam nostram praesentem per hoc prolongari 
regnumque stabiliri, nee non et animae nostrae in futuris requiem praeparari nequa- 
quam ambigimus. Unde eunctis Christi nostriqne tidelibns tam nascendis quam modernis 
notum esse cupimus, qualiter nos ad monasterium sancti Donati quod est in Misna con- 
structum, tres villaÄ huiusmodi nominatas, duas qiiidem uno nomine Domeice*) dietas, 
tertiam autem Sanice**), pro anima nostri dilecti militis Üedonis marchionis*') ibidem 
sepulti in proprium tradidimus. Has vero in pago Dalmince et in burguuardo Irwine '^) 
in comitatu quoque Eeberti marchionis sitas, hoc petentibus et consilium dantibus nostra 
quidem dilecta regni thorique nostri consorte Berhta regina et Bvrghardo familiari 
nostro Halberstatensi episcopo nee non Bennone eiusdem sedis episcopo, cum Omnibus 
suis appendiciis, id est utriusque sexus mancipiis, aedificiis, areis, exitibus et reditibus, 
agris, quaesitis et inquirendis, pratis, paÄCuis, aquis aquarumque decursibus, molis, molen- 
dinis, piscationibus, silvis, venationibus et cum omni utilitate quae ullo modo inde pro- 
venire poterit, ex nostro iure et utilitate in ius et utilitatem fratrum in praefato mona- 
sterio servientium reliquimus. Ergo ut nostra regalis traditio firma et inconvulsa 
per omnia permaneat secula, haue inde conscriptam cartam propria manu confirmantes 
sigilli nostri impressione iussimus signari. 

Signum domni Heinrici regis quarti (L. M.) invictissimi. 

Adalbero cancellarius vice Öigefridi archicancellarii recognovi. (L. S.) 

Data est EL. Non. Decemb. anno dominicae incarnationis Millesimo LVIIIL 
indictione \TIL, anno autem ordinationis domni Heinrici XVL, regni vero XIIIL Actum 
Altstede feliciter amen. 

Nach dem Orij(. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit aufgedrücktem beschädigten Siegel. 
Kühler cod. dipl. Lus. 1. Anh. S. 18 (sehr fehlerhaft). 



a) DobschUtz, Par. Leubeii. b) .Schäuitz. Par. ZIcgonhain. c) Dedo, Hohn 1. Ehe ded Markfifr. Dedo der Ostmark uud Lausitz 
aus den) HauHe Wettin , Anhänger K. Heinrichs IV. getreu seinen 1060 in die Gefangonsehaft des Königs gerathenen Vater , scheint 
hiernach die Mark erlangt zu haben, die nach seinem bald hernach erfolgten Ableben der Vater zurück erhielt. ,,Dedi marchio Saxonicus 
aliquamdiu habitus in cu.«todia, tandem adcmpta possessiunum et redituum non modica parte diniissus est. Filiurf elus Dedi iunior patrem 
e« tempestato infestius acerbiusque quam alius quisquam insectatus est. Ob cam rem cxacto bcUo iugenti gloria esse cocpit apud regem, 
egregiae indolis adolosceus, nini ambitionls .«piritn et pracpro])ora dominandi cupidine praeceps raporetur. Is non multo post, cum noctc 
quadam ad necessitatcni naturae seccssisset, apposfto extrinsccu«« insidiatore confossns in inguine et occisus est. Quis necis eins auctor 
fucrit, non satis con^tat, «luarnquam dolo novercao interfoctum vulgi sermonibus pas.sim iaciaretur.*' Lamb. Hersf. ad a. 1069. p. 73 sq. ed. 
Pertz. min. Der Annalista Saxo setzt Dedo's Ermordung irrig ins J. 1070. d) Leubou bei Lommatzsch. 



■ ■ v^^ «r^iTTTT» TT-rv^v 



35 



No. 31. 1071. 11. Dec. 

K, Heinrich IV, schenkt der Stiftskirche zum (xedäehtniss des Markgr. Eggebert, seines Vertcandten, 
acht königl Hufen zu Görlitz im Gau Milsca, deren Besitz ein gewisser Ozer verwirkt hnt. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
rex. Omnium divinae legis scripturarum attestatione didicimus, quia haec sola et spe- 
cialis ad coelura scala est, sine qua numquam ad deum scanditur, dilectio dei et proximi, 
quae licet duplex sit, utputa in deum et proximum, in sola tarnen proximi dilectione 
utraque exbibenda iubetur, quia in hoc ipso quod proximum diligimus, deum nos dili- 
gere monstramus. Qui enim testante Johanne fratrem, quem videt non diligit, deum 
quem non videt, quomodo potest diligere? Qua dilectione omnibus quidem connectimur, 
sed bis, quos etiam per aifectionem cognationis diligimus, artius eadem colligamur. 
Unde in secula seculorum notum esse volumus, qualiter nos pro remedio animae mar- 
cbionis Eggeberti non modo secundum deum proximi, sed etiam carnis iure propinqui, 
submonentibus etiam Berbta et regni et ton spcia ceterisque fidelibus nostris, videlicet 
Adalberto Hammamburgensi archiepiscopo, Buggone Halberstatensi , Werinhero Argen- 
tinensi, Hezelino Hildeneslieimensi episcopis, sed et Bennonis Misnensis episcopi servitii 
non immemores VIII mansos regales in pago Milsca, sitos autem in villa Goreliz sub 
comitatu Eggeberti tilii praedicti marchionis cum omnibus eorum appendiciis, hoc est 
utriusque sexus mancipiis, areis, aedificiis, terris cultis et incultis, viis et inviis, pr^tis, 
pascuis, silvis, forestibus, venationibus, aquis aquarumque decursibus, molis, molendinis, 
piscationibus ac cum omni utilitate, quae ullo modo inde pro venire poterit, eidem prae- 
fatae ecclesiae Misnensi in proprium dedimus atque tradidimus. Eosdem autem mansos 
cum aliis quidam nomine Ozer in beneficium habuit, quibus culpis suis exigentibus non 
modo destitutus est, sed etiam capitis sententiae adiudicatus, quem de capitis tam pro- 
merita truncatione quam de beneiicii non promerita possessione absolvimus. Pos- 
sessos igitur mansos a nobis praefatae Misnensi ecclesiae dedimus, ea autem conditione, 
ut quicunque eorum possessor extiterit, omni aevo in anniversario praedicti marchionis 
defuncti pro animae eins commendatione a fratribus celebrata, plenum servitium eisdem 
fratribus subministret, quod etiam de vivo adhuc marchione Eggeberto, cum carnem 
terrae debitam deposuerit, statuentes eidem conditioni innectimus. Et ut haec nostra 
regalis traditio firma et inconvulsa in generationes generationum permaneat, haue cartam 
inde conscribi et propria manu ut infra videtur, corroboratam sigilli nostri impressione 
iussimus insigniri. 

Signum domni Heinrici quarti regis invic(L. M.)ti88imi. 

Adalbero cancellarius vice Sigefridi archicancellarii recognovi. (L. S.) 

Data est IIL Id. Decembr. anno dominicae incarnationis millesirao LXXI. 
indictione X. anno autem ordinationis domiiii Heinrici quarti regis XVU., regni vero XV. 
Actum est Goslariae feliciter amen. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meisseu, mit ziemlich gut erhaltenem Siegel. 

Facsimile von Neumann im N. Laus. Mag. 1853. Bd. 31. Taf. IV. — Kreysig Beitr. I. S. 4. — Seyflfarth 
ossil. Benu. p. 15. — Köhler cod. dipl. Las. I. S. 11. 

5» 



36 



No. 32. 1071. 

B. Benno heurhtndet einen zum Vortheil der Stiftskirche mit einctn $Inw. Edkn Namens Bor und 
dessen Söhnen wegen mehrerer Ortschaften abgeschlossenen Vertrag. 

H. Misiiiensis ecelesiae X"*"*' episcopu» notiim faeit omiübus in Christo fidelibus, 
KTö. qnod qiiidam über liomo Bor vocitatiis, natione Sclauus, V villas praedii sui in pro- 
vincia Nisanen, in burgwardo Woz aitas, praesenribus ae collaiidantibus duobus filiis 
suift Wichardo et Liutgero^) in proprium tradidit, cum omnibus appenditiis et perti- 
nentiis earundem villarum, mancipiis, areis, terris eultis et incultis, pratis, pascuis, silvis, 
'/^ V. viis et inviis, aquis aquarunique decursibus, piscationibus, molis, molendinis, ea videlicet 
ratione, quod sibi filiiaque suis totidem villae eiusdem ecelesiae, qua« ipsi collaudaverant, 
in beneficium darentur. Haec sunt V nomina villarum, quae a Misinensi episcopo 
Bennone in concambium dat^e sunt Boroni et filiis eius, una in burcwardo Ziauzo, 
Tesice, duae in burcwardo Bresnice, Luciwice et Wirnotine vocitatae, una in burcwardo 
Godiwo, Drogobudowice, item una in burcwardo Trebiste, Rocina*), hac tamen con- 
ditione, ut ipse pater quamdiu viveret bis decem villis sine omni ser\itio potestative 
potiretur, post mortem vero suam superstites filii easdeni villas aeque inter se divi- 
derent, et quemadmodum pater eorum vivens, quamdiu viverent ipsi potestative 
eis fruerentur, et si alter eorum obiret') hereditas illius in bis praedictis villis ad 
alium non rediret; ambobus vero mortuis episcopus praenominati loci ])otestatem 
inde haberet faciendi quod vellet. Et si pater et filii dum viverent, aliquam 
werram in eisdem bonis episcopo facerent, hoc est si alicui alteri nisi Misinensi ecelesiae 
eiusque episcopo totum, vel aliquam partem traderent vel tradere vellent, ipsi tam suis 
quam praediis episcopi penitus.carerent. Haec facta sunt in ecclesia Misinensi prae- 
sente rege Heinricho*), secundi imperatoris Heinrici filio, praesentil)us etiam venera bi- 
libus episcopis Wezelone Magdeburgensi archiepiscopo, Annone Coloniensi archiepiscopo, 
Adelberto Bremensi archiepiscopo, Burchardo Haluerstetensi episcopo, Eppone Citicensi 
episcopo, Wenihero Merseburgensi episcopo, laicis Ottone duce Bauuariorum, Magno*') 
Saxonum duce, Wrotezlau Boemiorum duce, Bolezlauuo Poh)niorum duce, Echeberto 
marchione, Tetone marchione, Uthone marcliione, Friderico*') palatino ccmiite, Clerone 
et fratre eius Thiemone') comitibus, Burchardo Misinensis civitatis praefecto et duobus 
filiis eius Euone et Burchardo^) cum multis militibus marchionis t>heberti, Hugoldo, 
Friderico, Marichone, Witigone, Chitolone, 8pittiso, Zuezlauo, Boliboro, Rotaso, Zidez- 
lauvo, Minichone, Pribizlauo, Zulizlauo, Wizlau, Mazelino, Wircliizlauo, Mizboro et filio 
eius Naziwog, Coso, Borizlauo, Johano''), Tammone, et clericis Rodolfo, Bernhardo, Aze- 
lino, Christiano, Willehalmo, Gettone, Berchtoldo, Regimboldo, Willerico, Appone. Haec 
facta sunt anno dominicae incarnationis millesimo lAXI. indictione X'"", anno autem 
ordinationis domini Heinrici quarti regis 8e})timo X'"", regni vero V*" X"'" feliciter amen. 



1) Luüurro B. 2) H't-c funt — lUtrinn fehlt im Text JJ. , «loch hIihI von einer .imlorn Ilaml uml wnhrjicliüliilich eiw«H npäter 
«Irui vertiralo Puiictc (r^-'niAcht zur Vurwclj<nnK auf die am Schlutnu «1er rrkumlu hinz-ugeiohrieltenon W«>rti.> : live »nnt — /iau»u . Tf^izt^ 
Uuaf in burctonnto Jirfxnize, I.tu'iv>icf H Wirnntin (•• von alter Hnnd wefrradirt) vufitatff, nun im hurcfarln fio.lhci* DrnffUfudutcit*- , i/fm 

A 
Ulm in hnrcMsardn Trrhi$u- (Rocina fehlt). ^) obirmt A. 4) Ihinriin X. ä) Mn^juno A. i>) FtiJirirhn H. 1) Thi.tmon« B. 8) ••/ Uiwbut — 
liurchardo fehlt In B. \)) Fridrrico, Witigon*', f^hitoto, .S>jMm, Xwslnu, lioUbnr, Ilottis, ZtMlnu, Minick, Fribizlnu, Zitfizlau, If'izitm. Markflin», 
Wirckizlau, ^ot, Uorizlau, Johan B. DIo hier au!«frelaK!(cneu und alle foUrcndcn Namen Ttimmonr — .tppun*- fehlen in B. 



-rr 



-^ 37 - 

Hoc praedictum praedium in laudem et honorem saneti Johannis evangelistae 
sanctique Donati martyris Christi Misinensi ecclesiae a Borone filiisque suis Luthero et 
Wichardo iuste collatiim, quisquis sua nefaria vel iniqua potestate inde auferre, aut quo- 
quo modo alienare praesumat, ille dei omnipotentis et omnium sanctorum odium perenniter 
obtineat et nisi resipiscat satisfaciendo Misinensi ecclesiae eiusqiie pastori, cum Juda 
traditore in inferioris inferni Camino detentus in perpetuum crucietur. Haec Benno 
decimus Misinensis ecclesiae episcopus scripsit et sigilli sui impressione signatum 
corroboravit. 

Ista sunt nomina villarum, quas Bor et filii eius in concambium dederunt Wighar- 
dus et Liuthegerus Misinensi ecclesiae sine werra et omni contradictione: Gozebudi, Oicice, 
Grodice, Cinici, Ludern wice^®). 

Die Urkunde befindet sich in zwei gleichzeitig von verschiedenen Schreibern geschriebenen Exemplaren 
|m K. Haupt-Staatsarchiv (A) und im Stiftsarchiv zu Meissen (6). Das erstere, an welchem sich noch ein auf- 
gedrücktes Siegel befindet, ist in einem Facsimile nachgebildet von ^eumann im N. Laus. Mag. 1835. Bd. 31. Taf. 5, 
bei dem in Meissen befindlichen Exemplare zeigen die Einschnitte und braunen Ränder, dass ebenfalls ein Siegel 

\, vorhanden gewesen. Allein die Aechtheit der Urkunde, die noch Neumann a. a. 0. S. 308 für zweifellos hält. 

I; unterliegt erheblichen Bedenken, und es tritt zu den äussern Verdachtsgründen (vgl. Ebert in d. Hall. AUg. Lit. 

'' Zeit. 1824. S. 2 und Märcker Burggr. Meissen S. 35 ff.) noch hinzu, dass beide Niederschriften doppelte von zwei 
andern Händen bewirkte Zusätze haben, zuerst nämlich A und B gleichmässig Hoc praedictum prcLedium — corro- 
boravit und dann A hta sutU — Luderuwice, während in B dieser Satz ganz fehlt und dagegen der in A oben im 
Text stehende Haec nunt nomina — Trebiste ans Ende gestellt ist, dass überhaupt die ganze Form der Urkunde 
eine ungewöhnliche, die eines Protokolls ist, in welchem freilich das Wesentliche des Vertrags, die Namen der Orte, 
um die es sich handelt, sehr ungenau behandelt wurde. Dass K. Heinrich IV. im Herbst 1071 in Meissen gewesen, 
um die in der Urkunde genannten Herzoge von Polen und von Böhmen unter sich auszusöhnen, berichtet Lambert 
von Hersfeld (ann. rec. Pertz. Edit. min. p. 95), aber die Zusammenstellung der Zeugen, welche im Gefolge des 
Königs gewesen sein sollen, ist in mehrfacher Beziehung verdächtig, und der nöthigen Kürze wegen sei nur das 
Eine bemerkt, dass Herzog Otto von Bayern bereits 1070 der herzogl. Würde entsetzt und Magnus nicht als Herzog 
von Sachsen anerkannt war. Beide vielmehr 1071 auf Befehl des Königs in Gefangenschaft sich befanden, aus der 
Otto von Nordheim erst im Mai 1072, Magnus im Aug. 1073 entlassen wurde. — Zweifellos ist, dass das Hochstift 
von einem eingebomen slawischen Edlen Namens Bor mehrere Ortschaften erhalten (vgl. die Bestätigimgsbulle vom 
27. P^ebr. 1140. No. 47), aufi'allend aber, dass man erst 70 Jahre später eine ausdrückliche päbstl. Bestätigung im 
J. 1139 nachsuchte, nachdem bereits 1131 dem Hochstift alle seine Besitzungen bestätigt worden, ohne der Erwer- 
bungen durch Bor speciell zu gedenken; befremdlich ist es, dass ausser Cossebaude bei Dresden die in der Urk. 
von 1071 und der Bulle von 1140 genannten Orte durchaus verschiedene sind. Nach den Schriftzügen kann die 
Urkunde nicht vor dem Anfange des 12. Jahrb. gefertigt worden sein, während die Verhandlung, vielleicht um der 
Sache eine höhere Gültigkeit und Bedeutung beizulegen, in die Zeit der Anwesenheit des Königs in Meissen verlegt 
wurde, der Gegenstand selbst aber erst zwischen 1131 und 1139 für das Stift Bedeutung erhielt — Die dem Bor 
und dessen Söhnen überlassenen Ortschaften dürften folgende seinr Dösitz, im Burgwart (jetzt Par.) Staucha, 
Leutewitz und Wirnotine (wüste Mark, vgl. No. 12^$ im Burgwart (jetzt Par.) Briessnitz, Drauschkowitz 
im Burgwart Göda (jetzt Par. Gaussig), Rüsseina im Burgwart Trebiste (jetzt Burgberg bei Ziegenhain?); während 
von den durch Bor dem Hochstift zugesicherten im Gau Nisan gelegenen Orten Cossebaude und Leuteritz 
(beide in der Par. Briessnitz) und Roitzsch (Par. Unkersdorf) mit einiger Sicherheit sich nachweisen lassen, die 
Erklärung von Oicice durch Ockerwitz und Cinici durch Kemnitz (beide in der Par. Briessnitz) ihre Bedenken 
hat und die Lage des Burgwarts Woz (Wosice» Guozdek?) sehr zweifelhaft, am wahrscheinlichsten noch bei Weiss- 
tropp zu suchen ist. Vgl. Preusker Blicke JH. S. 3 f. 

Schöttgen Nachlese VIT. S. 387. — Seyffarth ossil. Benn. p. 12 mit einer Abbildung des Siegels. — Callos 
ser. epp. Misn. p. 78. — Köhler cod. dipl. Lus. 1. S. 9. 



10) Ista sunt — LuJentwice fehlt in B. 



— 38 
Xo. 33. 1074. 29. Jiini. 

K. Heinrich IV. schenkt der Sfiftslirrhf das Dorf Rothiboresdoif im Burgwart Zadel und 

Gau Hialeimnche. 

In nomine sanctae et individnae trinitatis. Heinrieus dinna favente clemeutia 
rex. Notnm sit oninibus in Christo iidelibus tarn futuris quam praesentibus, qualiter 
nos pro remedio aniniae nostrae omninmque parentiini nostromm rogatii et inten'entu 
karissiniae conjntyis nostrae Berthae necnon Sigifridi Maguntiensis archiepiscopi, Lieth- *iii 
mari Hremensis archiepiscopi, Rnethberti Hauebergensis episcopi, Bennonis Misinensis 
episcopi, Ekiberti niarchionis ceterorumque tidelium nosti-orum, quandam villam Roth]- /. ^%Ckw. 
Imresdorf*) vocitatani, in comitatu inarchionis Ekiberti sitam in provincia Thalemenche 
videlicet in bnrgwardo Zadili in proprium tradidimus sanctae Misinensi ecclesiae in 
honorem sancti Joliannis evangelistae et saneti Donati martyris constructae ac eonse- 
Cratae, cum omnibus api)endiciis, scilicet mancipiis utriusque sexus, areis, aediiiciis, agris, 
pratis, pascuis, silvis, lacis ceterisque aquarum decursibus, terris cultis et incultis, 
exitibus et reditibus, viis et inviis, quaesitis et inquirendis, ea videlicet ratione, ut prae- 
dicti h)ci episcropus liberam inde |K)testatem habeat tenendi, commutandi vel quicquid 
inde ad usum ecclesiae voluerit faciendi. Et ut haec nostra regalis traditio stabilis et 
inconvulsa onmi permaneat tempore, hanc cartam inde iussimus conscribi et propria 
manu corroborantes nostri sigilli inpressione insigniri. 

Signum dcmiini Heinrici regis quarti. (I^. M.) 
;.^„ iVdelbero cancellarius vice Sigifridi archicancellarii recognovi. (L. S.) 

' Data est III. Kai. Jul. anno ab incarnatione domini Millesimo lAXIIIl. In- 
dictione X. Anno autem regni domini Heinrici XX. Actum in Maguntia civitate 
feliciter amen. 

Nach dem Ov\^. im Stiftsarchiv zu Meisscu mit wohlerhaltenem Siej^el. — Die Urkimde ist uugewöhnlicb 
klein und ilire Aoolitheit. da B. RuiH'rt erst am .*iO. Nov. 1075 in Bamberg oinges(»tzt worden (Lamh. Hersi'eld. p. 2(>5 
hI. min.) und weder das Ke^erunj^sjahr nmli die Indiction zu 1074 passen, verdiiehtij^. Böhmer Beg. S. M setzt 
sie ins J. lo7<), wonach nur ilie Indiction falscli sein wilrde. AuffalU^id ist es auch, dass der (Jegenköuifr Rudolf >^ -hr^^ij^ 
wie es sclu'int denselben Ort der Stiftskin-he im .1. 1079 schenkt (vgl. No. ;U). /'»*%<». ^^i*' '^ 

- ^•'*- "*f '/•'•^ Schoettu'on Nadil. VII. f». 411. - (Seyttarth) Ossil. Beim. p. 11«. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anli. S. 20. tp^^i^^- ' 



\) Ruttwit/ liol Zatlcl (Par. Z'tcheila) ikIlt Koit /ncIiImtr (Par. (fn»»»oni,). 



Ko. U. 1079. 2o. M.äiz. 

K. Budolf schenkt der Stiftskirche das Jhtf liokehodhdorf' im Bezirk der Burtf Zaiin. 

In nomine sanctae et individnae trinitatis. Kuod(ol|fus divina favente dementia 
rex. Omnibus Christi nostrique fidclibus tam futuris quam praesentibus notnm esse 
|volu]mus, (jualiter nos rogatu et intcrventu marchionis Kkibeiti |)ro remedio animac 
ipsius et patris eins piae memoriae Kkiberti marchionis sanctae dei ecclesiae Misnensi 
in honore saneti Üonati ccmstnictae villam quae vocatur Rokeborthorf sitam in i)ago 



?9ViPipp|P]ip|R|ipp9^^^ .JJI .ML"|iU4"J-.-l'U -. .._ .L.n 



39 



castri Zalin^) cum omnibus appenditiis, scilicet mancipiis utriusque sexus, areis, aedificiis, 
agris, pratis, pascuis, silvis, lacis ceterisque aquarum decursibus, tems cultis et incultis, 
exitibus et reditibus, viis et inviis, quaesitis et inquirendis in proprium dedimus atque 
tradidimus et in aeternum [possidejndum concessimus ea videlicet ratione, ut praedicti 
loci episcopus liberam iiide potestatem habeat tenendi, commutandi, vel quicquid inde ad 
usum ecclesiae voluerit faciendi. p]t ut haec nostra regalis traditio stabilis et incon- 
vulsa omni permaneat tempore, lianc cartam inde iussimus conscribi et propria manu 
corroborantes nostri sigilli inpressione insigniri/ 

Signum regia (I-*. M.) Ruodolfi. (L. S.) 

Actum Quidelingeburg in pasca domini anno dominicae [incarnationis] mille- 

simo septuagesimo nono, indictione prima, VIII. Kai. Aprilis regnante R^dolfo rege, 

/. js n^ Adelberone cancellario existente vice Sigefridi arcliicancellarii Magontini archiepiscopi 

anno autem tertio ordinationis et regni domni RMolfi regia in dei nomine feliciter. Amen. 

Nach dem etwas schadhaft gewordenen Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit ziemlich wohl 
erhaltenem Siegel. Die an den durchlöcherten Stellen versuchten Ergänzungen sind durch eckige Klammem 
angedeutet. 

Köhler cod. dipl. Lus. 1. Anh. S. 21. 



1) Wahncheinlich Schreibfehler für Zadili, jetzt Zadel. J. H2.. 



No. 35. 1086. 

P. Clement HL fordert den König IVladislaw von Böhmen dringend auf die schon früher beantragte 
Beförderung eines ihm wohTbehannten und getreuen Mannes baldigst eintreten zu lassen. 

Clemens episcopus servus servorum dei Wratislao glorioso priucipi Boemorum 
ac dilectissimo filio salutem et apostolicam benedictionem. Tuam dilectissime iili pru- 
dentiam credimus nosse, quantis dolis, quantis fraudibus adversarius noster diabolus 

humanum ^genus exagitet etc. Praeterea non credimus a tua excidisse memoria, 

quod dilectionem tuam et per literas et per nuncium tuum plurimum postulavimus. 
Obnixe rogamus super quodam dilectissimo filio nostro tibi equidem fidelissimo et satis 
iioto celsitudinem tuam interpellantes, ut in illa re, quam postulabamus , nostrae volun- 
tati assensum praeberes. Sed nihil nobis de hac ipsa re postea, unde plurimum miramur, 
remandasti. Et ipse quidem iam magnifice sicut dignus est foret locatus, nisi hie fuisset 
exspectatione detentus, quo deus novit fideliorem tibi non poteris invenire. Hoc autem 
tuae Sit notum dignitati, quod cum domino imperatore karissimo filio nostro de re ista 
nondum quicquam egimus, quoniam tuae certitudinem voluntatis hactenus exspectavimus. 
De hoc vero ceiüssimus existas, quodsi hoc unum nostri causa, nostro rogatu feceris, 
quicquid a nobis deinceps me et te dignum petieris, impetrabis. Quicquid igitur de hac 
re sedet tuo animo, utrum videlicet nostris tam dignis, quod non difddimus, assentiaris 
petitionibus, nos quantocius eftice certos. Nolumus enim tantum virum, tam utilem eccle- 
siastico regimini tali amodo suspendio detineri. Novo quidem sigillo utpote evidentiori 



40 

1ms lltteras idcirco iiisigniri praecipimus, ut tiia etiam dignitas evidentissimum tuae 
coiieessionis Signum aliqiiod videlicet admiratioiiis novum in novo, quem petimus episcopo 
eligendo et constituendo mittere dignetur. 

Pez et Hueber cod. dipl. liist. ei)ißt. (Thes. anecdott. Tom. VI.) p. 2&y, — Hagecii anii. Bohem. ed. 
Dobner V. p. 524. — Boczok cod. dipl. Morav. I. p. 174. Vgl. Hörn biga epistolanim. in Miscellan. Lips. VIII. 

p. r>87 — mi. 

Xo. 36. 1086. 

Erzhischof Harttviff von Matfdehurf/ iHf/liichvfinscht den Herzog Wratislat^ ivegen der ihm verlieJteuen 
köuifflichen Würde und ermieht ihn, den vom B. Benno }}eahsichtigten Wiedereintritt in Meissen 

zn verhindern, 

Domino W. regi gloriosissimo armis et lide erga imperatorem nostrum, quodque 
liic excellentius est, pietate erga deum praestantissimo H. dei gratia Magadaburgensis 
archiepiscopus manu dei auxiliari et bracliio eiits contirmari. Ex quo ])rimum virtutiim 
tuaruni notitia tanquam suavissimo odore afflati sumus, sem})er occasionem^quaerentes >*^ 
fuimus', qua Studium nostrum erga tuum obsequium probaremus. Interim placuit deo 
pro earundem virtutum nierito adiutorium super potentem ponere et electum de plebe sua 
exaltare, et nos revelata divinitus nobis auricula cum Samuele impleviinus eornu nostrum 
oleo exultationis. Ad unguendum electum domini prae participibus suis parati quidem 
fuimus, sed cum non admissi tractare supervacuum putavimus. Hoc autem pro certo 
sciat 'dignitas tua, quod non extremi sumus inter eos, qui faistigium virgae tuae honorant 
et qui pro statu regni tui deum assiduis precibus interpellant. Notum autem facimus 
excellentiae tuae, Kennonem quondam Misinensem episcopum, sed in synodo Moguntina 
damnatum ad nos venisse perhibentem se a domino papa reconciliatum esse. Cuius 
verbis intendere indignum duximus, tum quia nulluni certae reconciliationis signum a 
domino apostolico attulerit, tum i)ro|)ter Felicem tuum, immo nostrum, qui eins sedi 
iam canonice successit. Et nunc audivimus eundem liennonem i)er suos fautores modis 
oninibus conari de imj)roviso antiquae surrepere sedi. Quaprojrfer tuae sit pro\iden- 
tiae conatum eins anticipare nee dare comu peccatori, nee eo reprobato, ([ui ob gra- 
tiam tui est intbronizatus, (jui iustis ex causis in Mog(»ntina synodo est damnatus*). 
Pistorem, sui)er quo nos rogasti, misimus tibi cum instrumentis suis et munusculis 
nostris, ([uae tuae dignitati quidem non sunt congrua, sed tamen secundum pauper- 
tatem nostram pensanda. De cetero pro salute tua et pro stabilitate regni tui levantes 
orationem ad dominum dicimus <issidue: D<miine salvum tac regem et exaudi nos in 
die, qua invocaverimus te. 

Pez et IIucIht a. a. (). p. 2Ü0. — Hu^<rii anii. eU\ V. p. r)3r>. — IJoczck <(>d. dipl. Morav. I. p. 178. 
Vl'I. Hörn adnotaincnta uIkt. in Miscoll. Lips. nov. X. p. 4vil — ;V23. 

Die Ilandsclirift di*r Hibliotlick des vornial. ndchsstitLs zu S. Emmoramm in Kf^'cnsl)ur|z. aus welcher die 
vorstellenden Nni. 3f» und .*J<) anjreblich i*ntleliut wunlen, ist nicht an die K. Hof- und Staatsbibliothek zu München 
jrekoninien, wie sich dort W\ ^renauer Nachtors<*hunp erjreben hat. Eine abennaliyre Veredele hunjr und Verbesserung 
«les offenbar mehrfach verdorlienen Textes ist daher nicht möjrlich jrewesen. und es sind nur in der Interimnction 
einige Aenderunpen vor/^enomnuMi wonlen. Teber die Abfassungszeit, die Tendenz der Hülle Xo. 3;') und den ^ 
Zusanunonhang des Schreibens No. 3(5 mit dieser ist in <ler Vorrede einijres bemerkt. /" 

1) Kic'htitrur: prrratori, ^hi lu^tin — ttttMHntuA, 'O reprotato, qtu of- — int/irunizatus. 



41 



No. 37. 1090. 14. Febr. 

Kaiser Heinrich IV. schenkt der Stiftskirche das Lehen eines gewissen Cos im Burgwart Nimiicowa 

und das Dorf Wiscani im (rau TlialamincL 

lii nomine sanetae et individuae trinitatis. Heinricus diWna favente dementia 

l^^, teitjus Romanorum imperator aiijjustus. Notum sit omnibus Christi nostrique fidelibus 

tam futuris quam praesentibus, qualiter nos pro remedio animae nostrae et per inter- 

ventum fidelium nostrorum Hartwigi Magdeburgensis archiepiscopi, Cönradi Tra- 

gectensia episcopi, Bennonis Misinensis episcopi, laieorum vero Wieberti, Hemmonis, 

Werinberi, quicquid quidam miles marchionis Heinriei nomine Cos in beneficium habuit 

in burcwardo Nimucowa*), insuper villam unam Wiscani **) vocitatam, sitam prope fluvium 

Oana in regione Thalaminci, in comitatu vero Heinriei marcbionis, Misinensi ecclesiae 

in proprium tradidimus cum omnibus appendieiis, hoc est areis, aediticiis, terris cultis 

et incultis, pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus, molis, molendinis, silvis, 

venationibus, viis et inviis, quaesitis et inquirendis seu cum onuii utilitate, quae ullo 

modo inde provenire pöterit, ea videlicet ratione ut praefata Misinensis ecclesia dein- 

ceps liberam potestatem liabeat eadem bona possidere, obtinere vel quicquid ad suam 

utilitatem sibi placuerit inde facere. Et ut haec traditionis auctoritas semper inviolata 

permaneat hanc cartam inde conscribi et sigilli nostri impressione iussimus insigniri. 

Signum domini Heinriei tertii Romanorum imperatoris augusti. (L. M.) 

Humbertus cancellarius \ice Röthardi archicancellarii recognovi. (L. S.) 

Data est XVI. Kai. Mar. anno ab incarnatione domini millesimo nonagesimo, 

indictione XL, anno autem domini Heinriei, regni quidem XXXVL, imperii vero VH. 

Actum Spirae in Christi nomine feliciter amen. 

Nach dem Ori^. iui Stiftsarcliiv zu Meissen; das aufgeklebt gewesene Siegel ist abgefallen. Obschon in 
dieser und den folgenden Urkunden weder die Indiction noch die Angabe der Regierungsjahre richtig sind, ist die 
Aechtheit derselben nicht zu bezweifeln. 

Schoettgen Nachl. VII. S. 304. — Se}'ifartli ossileg. Kenn. p. 47. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 22. 



.1) Mochau an der Jalina bei Döbeln, b) Darrweitzschen, Par. >fochau. 



No. 38. 1091. 17. Mai. 

Kaiser Heinrich IV, eignet der Stiftskirche sechs Dörfer in den Gauen Nisani und Milce. 

In nomine sanetae et individuae trinitatis. Heinricus • favente dei dementia 
tei-tius Romanorum imperator augustus. Notum sit omnibus Christi tidelibus tam 
futuris quam praesentibus, qualiter nos pro remedio animae nostrae et per interventum 
fidelium nostrorum Cunradi regis dilecti filii nostri, Lietmari Bremensis archiepiscopi, .?</ 
Reinheri Vercellensis episcopi, Er^ifonis Monasteriensis episcopi, Cunradi Trageetensis 
episcopi sex \illas, unam in provincia Nisani in burgwardo Wosice, quae vocatur 

COD. DIPL. SAX. II. 1. a 







- _ 42 

Mococize*), qiiinqiie in regione Milce, qiiatnor ex liis in burgwardo Scliilani^), quintam 
Posarice*') vocitatam ]ilisinensi eeelesiac in proprium ti'adidimus, cum omnibus aj)pen- 
ditiis, hoc est areis, acdificiis, terris cultis et incultis, pratis, pascuis, aquis aquarumque 
decursibus, molis, molendinis, silvis, venationibus, viis et inviis, quacsitis et inquirendis 
seu cum omni utilitate, quae ullo modo inde provenire poterit, ea \idelicet ratione, ut 
praefata Misinensis ecclesia deinceps liberam potestatem liabeat eadem bona possidere, 
obtinere vel quicquid ad suam utilitatem sibi placuerit inde facere. VA \\t liaec tradi- 
tionis auctoritas semper inviolata permaneat, lianc cartam inde conseribi et sigilli 
nostri inpressione iussimus insigniri. 

Signum domini Heinrici tertii Romanorum imperatoris augusti. {L. M.) 
Humbertus cancellarius vice Ruthai'di archicancellarii recognovi. (L. S.) '''^ 

Data est XVI. Kai. Junii anno ab incarnatione domini millesimo nonagesimo L, 
indictione XII., anno autem domini Heinrici regni quidem XXX VI., imperii vero VIL j.Hn<.' 
Actum Mantiiae in Christi nomine feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit aufgedrilcktem zur Hälfte abgebrochenem Siegel. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 23. 



a) L'nbekannt. b) Züchcila bei Mcij>acn. (?) c) Forsch Utz, Tnr. Stric^ou. (?) 
^. UZ "" 



Xo. 39. 1095. 13. Febr. 



Kaiser Heinrich IV. schenkt der StiftsJcirche das I)o)f Wisinana unfern der Jahna im 

Gau ThalemincL 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Hcinricus divina favente dementia 
tertius Romanorum imperator augustus. Notimi sit omnibus Cliristi nostrique fidelibus 
tani futuris quam praesentibus, qualiter nos pro remedio animae nostrae et per inter- 
ventum fidelium nostrorum Heinrici Marchionis, Hennonis Misinensis episcopi quandam 
villani Wisinana*) vocitatam, sitam prope fiuvium Gan in regione Thaleminci, in 
comitatu vero eiusdem Heinrici marchionis, Misinensi ecclesiae in proprium tradidimus 
cum omnibus appenditiis, hoc est areis, aediticiis, terris cultis et incultis, pratis, pascuis, 
aquis aquarumque decursibus, molis, molendinis, silvis, venationibus, yiis et inviis, 
\. quaesitis et inquirendis, seu cum omni utilitate, quae ullo modo inde provenire poterit, 
ea videlicct ratione, ut episcopus praefatae Misinensis ecclesiae deinceps liberam 
l)otestatem habeat eadem bona possidere, obtinere vel quicquid ad suam utilitatem 
sibi placuerit inde facere. Et ut liaec traditionis auctoritas semper inviolata permaneat, 
hanc cartam inde (*onscribi et sigilli nostil impressione iussimus insigniri. 

Signum domini Heinrici tertii Romanorum imperatoris augusti, regis vero 
q^uarti. (L. M.) 

Burcardus cancellarius vice Rutardi archicancellarii recognovi. (L. S.) 



aj WoltAchenhain, Par. Htaucba. 



43 

. Data est XVII. Kai. Martii, anno ab incarnatione domini millesimo nonagesimo V., 
indictione XV., anno aiitem domini Heinrici, regni quidem XUL, imperii vero XII. /^^-äv.i;.' 
Actum est liernae in Christi nomine feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit aufgedrücktem wohl erhaltenem Siegel. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 24. 



No. 40. (1107 — 1108.) 

Erzhischof Adehjot von Magdeburg und dessen Suffragamn, unter ihien B, Herivig von Meissen 

und die tveW/iclhen Herren Ostsaclisens fordern mehrere geistliche und tveUlicIie Herren Niedersachsens, 

Westfalens etc. mm Zuzug auf gegen die lieidnisclien Slawen. 

Adelgorius*) dei gratia Magadaburgensis archiepiscopus, Albuinus Mersebur- 
gensis, Walerannus*) Nuenburgensis, Herewigus Misnensis, Hecil Havelbergensis, 
Harthrath Brandeburgensis (episcopi), Otto comes, Ludovicus et universi orientalis 
Saxoniae majores et minores, Reginhardo venerabili episeopo Halberstetensi, Erkam- 
berto Corbeiensi abbati, Heinnco Paderbrunnensi, N. Mindensi (episcopis), Friderico 
archiepiscopo Coloniensi, N. Aquensi, 0. Leodiensi, Gr. Lutaringorum duci, Ruotberto 
gloriosissimo Ilandringensium comiti, Lamberto arcliidiacono, Buriclioldo circum- 
spcctissimo praeposito, et Tanchrado^) insigni philosopho et omnibus Cliristi fidelibus, 
episcopis, abbatibus, monachis, eremitis, reclusis, praepositis, canonicis, clericis, princi- 
pibus, militibus, ministerialibus, clientibiis, omnibusqne maioribus et minoribus dilectio- 
nem, orationem et in id ipsum salutem. Multimodis paganorum oppressionibus et 
calamitatibus diutissime oppressi ad vestram suspiramus misericordiam, quatenus 
ecclesiae matris vestrae nobisciim siiblevetis niinam. Insurrexerunt in nos et praeva- 
luerunt crudelissimi gentiles, viri absqiie misericordia, et de inlmmanitatis suae glori- 
antes malitia ecclesias Christi idolatria prophanaverant, altaria demoliti sunt, et quod 
humana mens refugit audire, ipsi non abhorrent in nos perpetrare. In nostram regio- 
nem saepissime cfferantur nullique parcentes rapiunt, caedunt, fundunt et exquisitis 
tormentis afflignnt, quosdam decoUant et capita daemoniis suis immolant. De qui- 
busdam visceribus extractis manus abscissas et pedes alligant, ubi est, inquiunt, deus 
eorum? Quosdam in patibulo sublatos permittunt ad maiores cruciatus omni morte 
miserabiliorem vitam pertrahere*), cum vivi aspiciant se per abscissionem singulorum 
membrorum mortificari, et ad ultimum caeso ventre miserabiliter eviscerari. Quam 
plures \ivos excoriant et cute capitis abstracta, hoc modo larvati in Christianorum 
fines erumpunt, et se Christianos mentientes praedas impune abigunt. Phanatici autem 
illorum, quotiens comessationibus vacare libet, ferus in dictis capita, inquiunt, yult 
noster Pripegala*). Huiusmodi fieri oportet sacrilicia. Pripegala, ut ajunt, Priapus 
est et Beelpliegor impudicus. Tunc decollatis ante prophanationis suae aras Christianis 
et liorrendis vocibus ululantes: agamus, inquiunt, dies laetitiae, victus est Christus, 



1) Riebtiger Adelgotu» odor Adelgotiua 2) Waleramut 3) Tanffmaro 4) protrahrre, 

a) Prigegal, Beinume des Ziwy oder Siwa, des Gottes des irdischen Lebens bei den 81awen, ist die Personiflcation oder das 
8jinbol des Zeogangsprincips ( Priapus) . Vgl. Hannsch Wiss. d. slaw. Mythus 8. 1». A. Jnngmann in d. Zeitschr. Krok II. 8. 368. 

6» 







44 

vicit Pripegala victoriosissimiis. Huiusmodi afflictione« sine interniissioiic vel tole- 
ramiis vel tbrmidamiis, qiioniaui eos semper progredi et in omnibus ingemiscinum 
bene prosperari. Itaque, fratres cliarissimi, totius Saxoniae, Franciae, Lutaringiae, 
Flandriae episcopi, clerici et monachi de bonis siimite exeniplum et (iallorum iniita- 
tores in hoc etiam estote, elamate hoc in ecclesiis, sanctificate ieiuniuni, vocate coetuni, 
congregate populuni, anniinciate hoc et audituni faeite in omnibus tenninis praelationis 
vestrae. Sanetiiicate bellum, suscitate robustos. Surgite principe» contra inimicos 
Christi, arripite clipeos, accingimini tilii potentes et venite omnes viri bellatores. 
Infirmus dicat, quia fortis suni ego, quoniam dominus fortitudo plebis suae et protector 
salvationum Christi sui est. Erunipite et venite omnes amatores Christi et ecclesiae, 
et sicut_(lalH_ad liberationem Jerusalem vos iH'aeparate. Hierusalem nostra ab initio 
libera gentilium criideiiTate facta est ancilla. Huius nuiri propter peceata nostra cor- 
ruerunt. Sed ruina haec sub manu vestra, quatenus lapides pretiosi omnes muri eins 
et turres Jerusalem gemmis aedittcentur. Plateae eius sternantur auro mundo, et prae 
hon-endo sonitu gentilium in conspectu Pripegalae cantetur in ea cantieum laetitiae, 
et pro immolatione de christiani sanguinis effusione carnem et sanguinem edant pau- 
peres et saturentur, ut laudetis dominum qui requiriti« cum, vivantque in seeulum 
seculi corda vestra, ut non deticiat de ore vestro alleluia, alleluial Ad hoc bellum 
devotas offert manus cum populo suo rex Daconmi, et alii princii>es per circuitum. 
Ipse etiam rex noster huius belli auctor cum omnibus, quos poterit adducere, prom- 
ptissimus erit adiutor. Sabbato in hebdomada rogationum**) erit conventus noster Mer- 
seburch, et ubicumque in orientali Saxonia opportuna habemus loca. Sanctissimi 
patres, monachi, eremitae atque reclusi optimam partem cum Maria elegistis, sed quia 
nunc tempus ita exigit, de contemplationis quiete cum Martha surgendum est vobis, 
quoniam fratribus vestris plurimum turbatis cum ^Martha admodum necessaria est 
Maria. Vobis loquimur, imo in nobis ( Jhristus loquitur vobis. Surge, proi)era amica, 
columba mea, et veni. Flores bonae operationis apparuerunt in terra principum 
nostrorum, tempus putationis advenit idololatriae, vox turturis audita est, quoniam 
casta mater ecclesia ingemiscit de idololatriae spurcitiis. Nemo accendit luccrnam et 
ponit sub modio, sed super candelabrum, ut qui ingrediuntur lumen videant. Luceat 
lux vestra coram hominibus, ut videant opera vestra bona. 8urge itaque s|)onsa 
Christi et veni. Sonet vox tua in auribus Christi tidelium, quateiuis omnes ad Christi 
festinent bellum, Christi militibus veniant in adlutorium. (Jentiles isti pessimi sunt, 

sed terra corum optima carne, melle, farina, avibus, et si_excolatuij omnium de 

terrae ul)ertate proventuum (referta), ita ut nulla ei possit comparari. Sic aiunt illi, 
quibus nota est. Quapropter, o Saxones, Franci, Lutharingi, Flandrigenae famosissimi 
et domitores nuuidi, hie poteritis et animas vestras salvifacere, et si ita placet optimam 
terrani ad inhabitandum acquirere. Qui (iallos ab extremo occidente progressos in 
brachio virtutis suae contra inimicos suos in remotissimo triumphavit Oriente, ipse tri- 
buat vobis voluntatem et i)Otentiam, hos affines et inhumanissimos gentiles subiugare 
et omnibus bene prosperari. 



b) not«. :i— H. Mai. 



45 

Die Aechtheit dieses aus einer alten Handschrift des vormal. Klosters Grafl^haft in Westfalen, Cölner 
Diöces, zuerst in der Collectio vett. scriptor. ed. Martene et Durand I. p. 6"25 — 27 und dann wiederholt (vgl. Hom 
comm. in epist. Adelgoti. Dresd. 1783.) gedruckten Schreibens ist mehrseitig bezweifelt, dasselbe neuerdings von 
Lepsius (Gesch. d. Bisch, d. Höchst. Naumburg I. S. 83) unbedingt für untergeschoben, für eine Fiction erklärt 
worden, die mit keinem Vorgange jener Zeit in Verbindung stehe, piese Behauptung ist unrichtig. Die slawischen 
Stamme an der Mittelelbe und Havel waren damals im Christenthume noch keineswegs befestigt, ihre Unterwürtigkeit 
unter die deutsche Krone nicht gesichert, in den langjährigen Kämpfen Heinrichs IV. mit den Päbsten und seinen 
Gegneni in Sachsen vielmehr alle Auctorität verschwunden. So spärlich auch die Nachrichten sind, die auf uns 
gekommen, von Aufständen der Slawen jenseits der Elbe und ihren Verheerungen, von der Sorge und Noth, die 
ilire Raubzüge in den Grenzlanden verursachten, ist häufig die Rede. Helmold berichtet zum J. 1107 (Chron. Slav. I. 
,*)7. Meibom, scr. rer. Br. II. p. 5()9), die Slawen um Havelberg und Brandenburg rüsteten zum Aufstände (rebellarc 
parant) und zum J. 1110 erzälilen die Annales Hildesli. (Mon. Germ. scr. UI. p. 112): Slavi regionem Albianorum 
irrumpunt multisque occisis et captis redount. Der Aufstand von 1110 betrifft die Slawen an der ünterelbe, auf die 
Befürchtungen von 1107 kann dagegen das vorliegende Schreiben recht wohl sich beziehen. Dass übrigens die geo- 
graphische Stellung und nicht die kirchliche Rangfolge der geistlichen Herren, an welclie das Schreiben gerichtet 
ist, befolgt, auch einige niederen Ranges und ein (belehrter Tangmar genannt ist, kami einen Grund gegen die Aecht- 
heit nicht abgeben. Alle die Genannten, von welchen man sonst überhaupt etwas weiss, lebten zwis<^hen 1107 und 
1110, und es wäre eine fast überraschende Erscheinung, dass gerade hierin bei einer Fiction nicht ein Fehler vor- 
käme. Bemerkenswerth ist endlich, dass das Schreiben nicht in einer Handschrift Obersachsens, sondern der Gegend 
aufgefunden wurde, nach <ler hin dasselbe gerichtet ist. Wie man aber auch über die Zulässigkeit der erhobenen 
Zweifel urtheile, an dieser Stelle durfte das Schreiben nicht fehlen. 



No. 41. 1107. 28. Dec. 

K. Heinrich V. })esUiti(ft der Stiftskirche zum Vortheü des Cupitels den Besitz des Dorfes Zuitecha, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Ego Heinricus divina favente de- 
mentia quintiis Romanorum rex. Notum sit omnibiis tam praesentia quam etiam 
tutiiri aevi fidelibus, qiiod lidelis regni ministerialis, Hugo \idelie«t de Warda^ villam 
integram sui iuris nomine Zuitecha, novem mansos eontinentem, nullo reelamante 
eeclesiae Misnensi beati Joliannis apostoli et evangelistae nee non et beati Donati 
maityris ad usus fratrum ibidem deo famulantium lideli devotione obtub't, quatenus 
hoc tam felici commercio suam parentumque suorum aiiimas coelestis regni heredea 
efficeret. Devotionem itaque illius attendens simulque suae ac venerabilis Herewici, 
praefatae ecciesiae episcopi, piis postulationibus acquiescens hanc deinceps ab omni 
seculari exactione liberam fore decrevimus, assensumque nostrum huic traditioni non 
negantes, Privilegium hoc sigilli nostri impressione munitum propriae manus subscri- 
ptione roboravimus ac testium idoneorum subnotatione continnari praecepimus. Signum 
domni Heinrici quinti Romanorum regia invictiaaimi. Signum Frederici Coh)nien8ia 
arcliiepiscopi. Signum lirunonis Treverensis. Signum Adalgot Magdeburgensis; epi- 
scoporum Albuini Merseburgenais , Üttonis liauenbergensia, Bureliardi Monasterienaia; 
laicorum Lutheri ducis, Ottonis comitis, Rodulti comitis, Wiberti comitis. Actum anno 
dominicae incarnationia milleaimo C". VIll"., indictione 1*. et datum in ecclesia Oosla- 
rienai per manum Alberti cancellarii, V. kal. ianiiarii, feliciter. (L. M.) (L. S.) 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit wohlerhaltenem Siegel. Gleichwohl ist die Aeolitlieit der 
Urkunde verdächtig, da K.Heinrich das Weihnachtsfest 1107 in Aachen, 1108 in Mainz, in Goslar aber nur zweimal 
1111 und 1114 feierte, nachdem er llOS als Kaiser gekrönt worden. Nun passen zwar die Zeugen, die Indiction 
und der Canzler zum J. 1107, allein anderweitc äussere und innere Gründe bestärken das Mistrauen. Das benutzte 
Pergament ist sehr klein, nur wenige Zoll breit, die Stellung des Monogramms und des Siegels uugewöhiüich , die 
Schriftzüge sind dem Anfange des 12. Jalirh. nicht angemessen, wälirend der Gebrauch des Pronomens Ego in einer 




4G 

königl. Urkunde jener Zeit unzulässig, weiterliin der im;rescliickte Uebergang in den Plural auftiillig ist. und eudlirli 
deF Zwischensatz nullo reclamante hier an sich schön bedenklich, den Venlaclu der späteren Abfassung bestätigt, 
da allerdings eine Reclamation eintrat (vgl. No. 51), die jedoch wahrscheiiüich mit Hülfe der inzwischen her)>ei- 
geschafften Urkunde K. Heinrichs V. zu (iunsten des Stifts entschieden wunle. 

Schöttgen Leben Wiprechts. Urk. S. 8. — Köiiler cod. dipl. Lus. I. S. 2G. 



No. 42. 1108. 30. Mai. 

K, Heinrich V, eignet der Stiftskirche fJ Hufen im Bnrgivmi und Dorfc Treben hei Weissen fcls. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Heinricus divina favente dementia 
augustus Romanornm rex. Notiim tieri volnmus omnibus Christi nostrique fidelibus 
tam futiiri temporis quam praesenti^^^ qualiter nos causa dei ob remedinm animae 
nostrae nostrorumque parentum rogatu et consilio arcliiepiscoporum Frederici Colo- 
niensis, Brvnonis Treverensis, Adalgoz Madeburgensis, episeoporum Albvini Mers- 
burgensis, Ottonis Bauembergensis, Bvrchardi Monasteriensis, Lvtherii dueis, comitnm 
Otthonis, Rodvifi, Wiberti aliorumque multorum nostrorum lidelium, et praeeipue digna 
petitione Hervici Missinensis episcopi, nostri dilecti fidelis, novcm mansos, sex in 
burchwardo et in villa quae dicitur Tribene*), tres autem in villa quae nominatur 
Chrowati**) iuxta flumen Sala Missinensi ecelesiae in proprietatem dedimus cum omni- 
bus eorum pertinentiis, ex integro sicut ad nostrum ins pertinebant, videlicet familiis 
utriusque sexus, terris cultis et ineultis, areis, pratis, paseuis, silvis, aquis, molendinis, 
piscationibus, quaesitis et adquirendis, viis et inviis, exitibus atque reditibus et omni 
utilitate, quae inde poterit omni tempore pro venire. Ut autem hoc nostrae donum 
pietatis ab omnibus credatur et inviolabile permaneat, hanc cartam inde conseriptam 
et manu propria corroboratam ut inferius apparet impressione nostri sigilli insigniri 
iussimus. 

Signum domni Heinrici quinti Romanorum regis invictissimi. (L. M.) 
Albertus cancellarius vice Rotardi Maguntini arcliiepiseopi recognovit. (L. S.) 
Data in. Kai. Junii indictione I. anno ab incarnatione domini millesimo C. VIU. 
regnante Heinrico quinto rege Romanorum anno III. ordinationis eins Villi. Actum 
est Mersborc in Christi nomine feliciter Amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem aufgedruckten nur zur Hälfte erhaltenen 
Siegel des Königs. 

Horn.comm. in epist. Adelgoti p. 7 im Auszug, — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anli. S. 2G f. 

a) Trobon, vgl. oben no. 27 Anm. b. b) (^orbetha bei Woi^tseiifcl^. 

N(». 43. 1119. 4. xMai. 

P. Calixtus IL fordert den Erzhischof Adchjot von Maydehurtj auf hei dem am IS. Oct. d, J. zu 
Rheims zu haltenden Concil mit seinen Suffraganen zu erscheinen. 

Kalixtus episcopus scrvus servonim dei, venerabili fratri A. Magdeburgensi 
archiepiscopo salutem et apostolicam benedictionem. Pro ecelesiae necessitatibus, quae 
gravius hoc videntur tempore imminere, Remis in beati Lucae festivitate synodalem 



47 

decrevimiis celebrare conventiim. Tuara ergo fraternitatem litteris praesentibiis prae- 
monemus, ut ei omni occasione se}>osita cum siiffraganeis tiiis interesse stiideas, qua- 
tenus communi deliberatione ad honorem dei ecclesiae necessitatibus providere, corri- 
genda corrigere, exstirpanda exstirpare et roboranda possimus praestante domino 
roborare. Datum Briuati IlII. Nonas Maii. 

Nach dem Cod. S. Maur. im herzogl. Archiv zu Bernburg fol. 30*». 



No. 44 1130. 

3IarJcgraf Conrad schenkt der Süflskirche zur Benutzung des Capitels das Dorf Srenisnize im Gau 

Beigar und detn Burgwart Trescotvo. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Couradus Misnensis marchio. 
Cognoscant universi Christi fideles utriusque gradus, laici et officio altaris mancipati, 
qualiter nos pro rcdemptione animae nosti-ae ac eontectalis nostrae pariterque parentum 
noötrorum, praeaentibus et coUaudantibus filiis nostris Oddone et Theoderico, Heinrico, 
Tetone, Friderico, villam quandam nostri allodii nomine Sremsnize*) in pago Belgor*") 
in burchwardo Trescowo'') sitam, ecclesiae Misnensi cum omni utilitate ac iure, cultis 
et incultis, agris, pratis, molis, molendiiüs, areis, silvis, piscationibus, venationibus, 
aquis aquarumque decursibus, viis et inviis, exitibus et reditibus, quaesitis et inqui- 
rendis et omni utilitate, quae inde provenire poterit, specialiter ad canonicorum eiusdem 
ecclesiae utilitatem libere contradidimus, eo videlicet tenore, ut nuUa persona magna 
vel parva, seu episcopus praedicti loci aliquam potestatem habeat diminuendi vel 
commutandi vel alienandi a communi fratrum utih'tate. Si quis autem temerarius huius 
nostrae traditionis violator extiterit, cum Juda traditore gehennali incendio aeternaliter 
cruciandus deputetur. Sua vero iura conservantibus sit pax et benedictio et cum 
sanctis omnibus aeterna remuneratio. Et ut haec nostra traditio stabilis et inconvulsa 
permaneat, sigilli nostri impressione praesentem cai-tam signavimus. Haec autem facta 
sunt in ecclesia Misnensi, in generali synodo praesidente beatae memoriae Godebaldo 
episcopo, regnante domino Lothario imperatore, anno autem ab incarnatione dominica 
M. C. XXX. feliciter. Amen. {h. ü.) 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit wohlerhalteuem Siegel. 
Sdiöttgen Gesch. Conrads d. Gr. S. 280. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 27. 

a) .Scbirmouitz (Srhinii itz) bei MUhlberg. b) Kolgorn. c) Driinchkau zwischen Bclgorn und Milhlberg. 



No. 45. 1131. 29. Oct. 

P. Innocentius IL bestätigt der Stiftskirche alle Hechte und Gütern tvelche dieselbe besitzt oder 

künftig besitzen wird. 

Innocentius episcopus servus servorum dei venerabili fratri Godeboldo Misen- 
nensi episcopo eiusque successoribus canonice substituendis in perpetimm. In eminenti 
apostolicae sedis culmine disponente domino constituti, fratres nostros episcopos diligere, 




— 48 -- 

et ne ecdesiae sibi a deo conimissae aliquid detrimenti siistineant, dilig:enti 
studio pro\idere, ideoque iustis petitionibus assensum adhil)ere nos convenit, qiii 
ad hoc in beati Petri catliedra eonspicimiir esse positi, ut quae bene statuta esse 
noscuntur auctoritate apostolica coniirmemus. Proinde karissime frater Godebolde 
episcope, Misennensi ecclesiae, cuius cura tibi a deo commissa est, salubriter provi- 
dentes tuis iustis postulationibus clementer annuimus, et tarn ipsani quam omnia ad 
eam pertinentia ad exemplar in-aedecessoris nostri felicis memoriae Johannis ])apae 
apostolicae sedis jM'ivilegio comnmnimus. Statuinius ergo, ut quascumque possessiones, 
quaecumque bona praefata ecclesia inpraesentiarum iuste et legitime ix>ssidet, aut in 
futurum tiio vel tuorum successorum annitente studio, concessione pontilicum, liberalitate 
regum vel principum, oblatione fidelium seu aliis iustis modis praestante domino poterit 
adipisci, tirma tibi tuisque successoribus et illibata permaneant. Praeterea pan-ochiales 
terminos, quos Meseimensis ecclesia legitime usque ad haec tempora noscitur habuisse, 
per praesentis scripti i)aginam tibi tuisque successoribus confirmamus. Decernimu« 
itaqiie, ut nulli omnino hominum liceat praedictam ecclesiam temere perturbare, aut 
eins possessiones auferre vel ablatas retinere, minnere aut temerariis vexationibus 
fatigare, sed omnia tam vobis quam bis quorum usibus deputata sunt, perpetuo cum 
integritate serventur. Si qua igitur in futurum ecclesiastica secularisve peraona hanc 
nostrae constitutionis paginam sciens, contra eam temere venire temptaverit, secundo 
tertiove commonita, si non satisfactione congrua emendavevit, potestatis honorisque sui 
dignitate careat, reamque se divino iudicio existere de perpetrata iniquitate cognoscat, 
et a sacratissimo cori)ore ac sanguine dei et domini redemi)toris nostri Jliesu Christi 
aliena tiat atcjue in extremo examine districtae ultioni subiaccat. Cunctis autem eidem 
loco sua scrvantibus sit pax domini nostri Jhesu Christi, quatenus hie fructum bonae 
actionis percipiant et apud districtum iudicem praemia aeternae pacis inveniant. Amen, 
amen, amen. 

Ego Innocentius catholicae ecclesiae episcopus subscrii)si. (L. M.) 

Datum Remis per manum Aimerici, sanctae Romanae ecclesiae diaconi cardi- 
nalis et cancellarii, IUI. Kai. Novembris indictione X., incarnationis dominicae anno 
M". C^ XXX". I"., pontificatus vero domni Innocentii II. papae anno secundo. 

Nacli (lern Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem IJloisie^el an Fäden von weisser und 
blassrother Seide. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 28. fehlerhaft. 



No. 46. 1137. 2. Oet. 

P. Innoccns IL hcsfätujt dir (Tnnzfirsthmnnufjrn der Diörcsot Mdtjäibnrg und 3Ici$sc)u 

Innocentius ejnscopus servus servorum dei venerabili tratri Chunrado Magde- 
l)urgensi archiepiscopo eiusque successoribus canonice substituendis in peri)etiium. In 
sede iustitiae disponente domino constituti ita nos convenit paternorum canonum decreta 
librare, ut nulli ecclesiae sua iustitia su])trahatur, nee de alterius incremento alicui 
possit indebite pro venire iactura. Hoc nimirum intuitu, venerabilis frater Chunrade 



49 

archiepiscoj)e, tuis postulationibus impertimur asseiisiim, [et diocesin,]*) qiiae Magde- 
biirgensi ecclesiae iure competit, eidem venerabili loco apostolica aiictoritate firmamus, 
adiicientes etiam, ut diflinitio parrochialium tiniiim, qiiae tempore Heinrici filii impera- 
toris Heinrici in praesentia tarn ecclesiasticorum quam secularium prineipum inter 
praedecessorem tuum bonae memoriae Wernherum arcliiepiscopum et Brunonem Mis- 
nensem episcopum rationabiliter facta est, illibata futuris temporibus conservetur, ut 
videlicet provincia quae Lusize nuncupatur iuxta institutionem eiusdem praedecessorift 
tui deinceps Misnensi ecclesiae subiaceat, et decima mellis eiusdem provinciae, sicut 
prius erat solitum, usibus sive stipendiis fratrum Magdeburgensium cedat. Ad utriusque 
vero ecclesiae firmam pacem atque quietem Magdeburgensis ecclesia suis finibus sit 
contenta, a lapide scilicet posito ad australem partem cuiusdam Burchstal, quod dicitur 
Bichin, inde ad Wisennasfot, inde ad aquam quae vocatur Circuisinci, inde ad Albiam 
iiuvium, et sie protenditur usque Magdeburg. Decernimus ergo, ut nuUi omnino hominum 
liceat super bis omnibus Magdeburgensem ecclesiam infestare aut ei quicquam temere 
subtrahere, sed omuia successoribus integra conserventur, tarn ipsorum quam fratrum 
usibus profutura. Si quis ergo in posterum huius nostrae constitutionis paginam sciens 
contra eam temere venire temptaverit, secundo tertiove conmionitus si non congrue 
fatisfecerit, potestatis lionorisque sui dignitate careat et a sacratissimo corpore ac san- 
guine dei et domini nostri redemptoris Jliesu Christi alienus fiat et in extremo examine 
distrietae ultioni subiaceat, conservantes autem intervenientibus beatorum apostolorum 
Petri et Pauli meritis a remuneratore omnium bonorum domino aeternae Wtae praemia 
consequantur, amen. 

Ego Innocentius catholicae ecclesiae episcopus. 

Ego Brogo Hostiensis episcopus. 

Ego Gerhardus presbyter cardinalis tit. sanctae crucis in Jherusalem. 

Ego Lucas presbyter cardinalis tit. sanctorum Johannis et Pauli. 

Ego Martinus presbyter cardinalis tit. sancti Stephani. 

Ego [Guido] diaconus cardinalis sancti Adriani. 
Data in territorio Roiilano per manum Aimerici sanctae Romanae ecclesiae 
diaconi cardinalis et cancellarii VI. Non. üctobr. indictione prima incarnationis domi- 
nicae anno AP. C**. XXX". VIP.-) ix)ntiticatus vero domini Innocentii papae IL anno VHP. 

Nach dem Copiar. LVII. fol. 279 (15. Jahrh.) im Prov.-Archiv zu Magdeburg. 

V. Dreyhaupt Beschreib, d. Saal-Creyses I. 30. — Sagittarius lüst. duc. Magd, in Boysen allg. bist. 
Magazin IT. S. 41. 



l) Dio Worte et dioc. fehlen Im Copiar; Dreyh. u. Sag.: ut dioc. 2) »'///• Cop., Dr. u. Sag.; das» aber !'//• zu le*oii *q\, 
int zweifellos. Vgl. auch Jaffo reg. pont. p. 5iW. n. 5604. 

Xo. 47. 1140. 27. Febr. 

P. InnoceuzIL bestätigt der Stiftskirche alle Hechte und Besitzuufjcn, namentlich die Erwerbung von fünf 
Dörfern in der Provinz Nisanen durch Schenkung eines sJawischen Edlen Namens Bor. (Vgl Xo, 3^,) 

Innocentius episcopus servus servonim dei venerabili fratri Godebaldo Misnensi 
episcopo eiusque successoribus canonice substituendis in perpetuum. Caritatis bonum 
est proprium, alionim tamquam suis gaudere provectibus. Ofücii siquidem nostri nos 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 7 



50 

liortatur auctoritas, fratres iiostros episcopos tarn vidnos quam loiige positos debita 
aiFectione diligere et ecelesiis sibi commissis siia iura incoiivulsa servare. Quam ob 
rem, venerabilis frater (xodebalde episcope, tuis i)etitionibus impertimur asseiisum et 
Misnensem ecclesiam, cui deo auetore praeesse dinosceris, apostolieae «edis privilegio 
communimus statueiites, ut quascumque ])ossessiones, quaecumque bona inpraesentiarum 
ex dono imperatorum aut quorumlibet fidelium eadem ecclesia iuste et canonice possidet, 
aut in ftttui'um concessione pontiticuin, largitione regum vel principum, oblatione fide- 
lium vel aliis iustis modis deo propitio potent adipisci, tinna tibi tuisque successo- 
ribus et illibata permaneaut. In quibus haec propriia duximus exprimenda vocabulis, 
videlicet quinque villas inferius annotatas, quarum una vocatur Cozebude, alia Jazelice, 
alia Hermanni villa, alia vero Bulsize, atque alia Nieradewice, qua« utique quidam 
'^♦i.v>'h^^**--^'^^- ^'"^^^ liomo Bor nuneupatus, natione tjc lavus , in provincia Nisanen, in burgwardo Woz, 
yf^'h^.w.^ praesentibus et collaudantibus duobus tiliis suis \yicliardo et Lutlierp in praesentia 

Heinrici secundi regis et aliorum quam plurium jmneipum Misinensi ecclesiae tradidit. 
Decerninms ergo, ut nulli omnino hominum liceat praenominatam ecclesiam temere 
perturbare aut eins possessiones auferre vel ablatas retinere, minuere aut aliquibus 
vexationibus fatigai-e, sed omnia integra conserventur eorum, pro quorum gubernatione 
et sustentatione concessa sunt, usibus omnimodis protutura. 8i qua igitur in posterum 
ecclesiastica secularisve persona baue nostrae constitutionis i)aginani sciens contra eam 
temere venire temptaverit, secundo tertiove conimonita si non congrue satisfecerit 
potestatis honorisque sui dignitate careat, reamque se divino iudicio existere de ])erpe- 
trata iniquitate cognoscat, et a sacratissinio cor])ore et sanguine dei et domini redem- 
ptoris nostri Jesu C'hristi aliena fiat atque in extremo examine districtae ultioni 
subiaceat. Cunctis autem eidcm loco sua iura servantibus sit pax domini nostri Jesu 
Cliristi, quatenus et liic fructum bonae actionis percipiant et apud districtum iudicem 
l)raemia aeteniae pacis inveniant. Amen, amen, amen. 

¥jg() Innocentius catholicae ecclesiae episcopus. (L. M.) 

l]go liUcas presbyter cardinalis tit. sanctorum Johannis et Pauli. 
Datum Laterani ])er man um Aimerici sanctae Romanae ecclesiae diaconi car- 
dinalis et cancellarii III. Kalendas Maiüi, indictione III., incarnationis dominicae anno 
M" C" XXX" VIIIP. pontificatus vero domini Innocentii 11. anno XL 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Bleisiegel an rothseidenen Fäden. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 19 f. irrig mit dem J. 1139. 



No. 48. 1144. 

K. Conrad IIL eutschndct unfrr dem Beirath einiger Fürsten einen Streit den B. Meinward mit 
dem Marhjrafcn C&nrad über Ortschaften in der Provinz Nisan u. a. tv. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Cflnradus di\ina favente dementia 
Romanorum rex secundus. Imj)erialis excellentiae est Ins, quae ad ecclesiarum pacem 
spectant studiose intendere, ut clerus divinis ofticiis mancipatus tranquillam et quietam 
vitam sub patrocinio nostro agat et pro statu regni nostri propensius orare valeat. 



51 

ünde iiniversis Christi regnique nostri fidelibus notiiin esse vohimus, qualiter alterea- 
tionem quandam, quae inter Meiiiwardum veiierabilem Misinensem episcopum et illu- 
strem marchionein C^nradum fidelera nostrum erat, ipsis utrimque sponte collaudantibua 
decidimiis. Ipse siqiiidein episcopus quasdam villas in provineia Nisane sibi et eccle- 
siae siiae vendieavit, quas praefatus marehio ad marchiam suam cum praedicta pro- 
vineia pertinere asseriiit. Quam videlicet litem nos consilio principum ita termina\imus, 
ut canonici Misinensis ecclesiae duas villas scilicet Üeltsan*) et quae iuxta illam sita 
est Nuendorf **) habeant, episcopus vero alteram Nuendorf *") quae ultra Albiani sita est 
liac interiecta conditione optineat, ut eam filio eiusdem marchionis Conrad! in beneticio 
concedat, ipse vero marehio villam quae dicitur Göluz**) libere i)0S8ideat. Omnes autem ja. 
villae Misinensis ecclesiae, quae in provineia Nisan sitae sunt, ab aedificatione castro- 
rum marchionis et a iiublicis vigiliis absohitae sint. In provineia vero Mitlse villae 
episcopi et fratrum tres stupas in Castro Budesin construant et publica» vigilias secun- 
dum morem terrae faciant In pro\incia autem Zagöst villae episcopi ab aedificatione xi.. 
castrorum marchionis absohitae publicas tantum faciant vigilias. Üec^rnimus ergo et 
regia auctoritate praecipimus, ne aliqua umquam persona magna seu parva hanc contro- 
versiam hoc modo sopitam aliquo ingenio refricare praesumat, sed ea quae in nostra 
et principum praesentia diacretis rationibus diffinita sunt, omni deinceps tempore rata 
et illibata permaneant. Ut autem haec ab omnibus credantur et inviolata conserventur, 
hanc cartam inde conscriptam sigilli nostri impressione insigniri iussimus maiuique 
propria ut infra apparet corroborantes. Qui praesentes aderant testes, subternotari 
fecimus. Quorum nomina haec sunt, Fridericus Magdeburgensis archiepiscopus, Rein- 
hardus Merseburgensis episcopus, Vdo Nuenburgensis episcopus, Huggo Wormatiensis 
ejMscopus, Wibaldus Stabulensis abbas, Anseimus Havelbergensis episcopus, Adelbertus 
marehio et lilius eins Otto, Sizo comes, Herimannus Misinensis praefectus, Heinricus 
praefectus, Oero et frater eins Othelricus, comes Hoigenis. 7,/^. 

Signum domini Cftnradi Romanorum regis secundi. (I^. M.) 
Ego Arnoldus cancellarius vice Heinrici Moguntini archiepiscopi et archican- 
cellarii recognovi. (I^. S.) 

Anno dominicae incarnationis M^ C. XLIIII. indictione VIL, regnante Cftnrado 
Romanorum rege IL, anno vero regni ejus VII. Data est apud Merseburch in Christo 
feliciter amen. 

Nach dem Ürig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem aufgedrt\ckten Siegel des Königs. 
Mascov. comm. de rebus imp. sub Lothario II. et Conrado III. p. 360. — Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 20. 
— Im Auszug Schöttgen Gesch. Conrads d. Gr. S. 29<>. 

a) Döltzachou boi Dre:*deii. b) Jetzt Kloin uaundorf um Wiudliorg. c) Xaundorf (Par. Kötz<»chenbroda). d) Obcr- 
und NiodcrgohÜM (I»nr. Priesen iU). 






No. 49. lloO. 3. Mai. 

P. Eugen HL hchbt den Marhjrafen Conrad wegen seines regen Interesse für die Kirche, ineldetj 

dass er den Erzbischof zu Magdeburg angewiesen, seinem Ansuchen gemäss zu verfahren, uiul emjtfiehU 

das Domcapitel zu Meissen seiner ferneren Fürsorge, 

Eiigeiiius episcopus servus gervorum dei dilecto filio, nobili viro C. marchioni 
salutem et aiwstolicain benedictioiiem. Littcras iiobilitatis tiiae benigne recepimus et 
devotioneni tiiani, quam erga beatiim Petrum et ecclesiam dei ex eis te habere per- 
I>endimu8, in doniino collaudamus. Nos ergo tiumi laudabile votuni de eedesiis, pro 
quibus rogasti, adimpleri volentes petitioni tiiae duxinms annnendum. Unde venerabili 
fratri nostro Magdebnrgensi archiepiscopo per scripta nostra mandavimiis, ut secun- 
diim quod a nobis postulasti, studeat hoc effectiii*) mancipare. Praeterea dilectiim 
tiliuni nostrum A.*) Älisnensem praeposituni et canonicos suos habeas propensius 
commendatos, ut eos"^) a pravorum hominum incursibus defendas atque in suis oppor- 
tunitatibus juves et manuteneas. Datum Tuseulani V. Non. Maii. 

Nach einer Copie in der Hdsdir. der Univ.-Bibl. zu Leipzig no. 20. fol. 1S8 aus dem letzten Viertel des 
V2, Jahrh. vgl. mit dem Chron. montis sereni ed. Eckstein p. 21. 



1) i'ffectum Chron, jf) ut etts fohlt im Chroii. 

a) Albert. Da-« Bistlmiu war erledigt und der fren.mnio I'rubst wurde wahrrtcheinlicb noch iu deiiHelbcn Jahre Bischof. 



No. 50. 1154. 22. Xov. 

B. Gerung weist Einwanderern aus Flandern das Dorf Coryn^an und verleiht ihnen getvisse Rechte, j^. Axxk/^. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Gerungus dei gratia sanctae Mis- 
nensis ecclesiae episcoinis omnibus nomen domini invocantibus, tarn futuris quam 
praesentibus, in perpetuum gratia et pax a domino. Cum unum sit necessarium cum 
Maria in contemplativae vitae dulcedine intimac quietis bonam, hno optimam pai-tem 
eligere, plerumque tarnen cogimur cum Marta in activae vitae amaritudine solliciti 
esse et turbari erga phirinia. Non etenim tabernacuhim foederis et archa testamenti 
domini tanto fulgore niterent, si non ea saga cilicina et pelles arietum rubricatae et 
iacintinae*) a turbine et a phivia protegerent. Unde ecclesiae dei non solum in bis, 
quae spiritualia et aeterna sunt, a bono doctore vigilanter est prospiciendum, sed 
etiam in his, quae carnalia et temporalia sunt, dominico gregi a provido pastore 
sollcrter est succurrendum. Eapropter notum esse vohunus et nostri et posterorum 
temporum fidelibus, qualiter ego ob aeternam mei n^moriam strenuos viros ex Flau- >-' * 
drensi provincia adventantcs in ciuodam loco inculto et pene habitatoribus vacuo collo- 
caverim, et in stabilem aeternamquc et hereditariam possessionem tarn ipsis, quam 
omni eorum jmsteritati villani eandem, quae Cor} n*) dicitur, cum subscripto iure tradi- 

U Richtiger h^ncintKina*'. 
a) KQhron bei Wursen 



53 

derim. Praefatis etenim Flandrensibus in memoriam et Signum emptae possessionis 
quatuor talenta et eandem villam, cum oeto et deeem, cum omni utilitate, quae nunc 
inest vel inesse poterit in futurum, mansis, tam in cultis agris quam in incultis, tarn 
in campis quam in silvis, in pratis et pascuis, in aquis et molendinis, in venationibus 
et piscationibus tradidi. F^x quibus videlicet mansis unum ecclesi'ae cum omni decima 
eiusdem mansi concessi; duos autem eorundem incolarum magistro, quem scultetum 
appellant, absque decima permisi. Reliqui mansi numero qiiindecim singulis annis 
triginta solidos, et pro iustitia, quae zip vocatur, triginta nummos persolvunt. Ümnium 
rerum suarum decimam, praeter apum et lini, praefati homines dant et ter in anno 
advocato in placitis, quae cum ipsis et apud ipsos cum paucis habiturus est, sumptus 
administrant. Duae partes, quae in placitis advocati vel sculteti accesserint, episcopo, 
tei-tia sculteto datur. Theolonio in locis nostris sint liberi, nisi qui fuerint publicis 
negotiatoribus mancipati. Panes et cerevisiam et carnes inter se ipsos licite vendant, 
non tamen in villa sua publico mercatu^) insistant. Ceterum ab omni exactione episcopi, ^^ W.^'h^- 
advocati, villici seu hominum reliquorum liberos eos reddimus. Kt ne forte liaec iura 
ipsis statuta inposterum violentur, banno nostro proliibemus, et haec testibus advocatis 
sigillo nostro tirmamus. Herebordus praepositus in ^Yorezin, Johannes, Nicolaus, 
Heinricus Altenb.^) canonici, Sifridus advocatus, Henricus de Plisna. Ministeriales ^o,f. 
Aluericus, Henricus, Petrus, Henricus, Johannes, üdelricus, Conradus, Adalbertus 
Flans, Adalbertus Stanga, Waltherus. Actum anno domini millesimo centesimo 
quinquagesimo quarto, indictione tertia, decimo Kalendas Decembris, pontificatus 
domini Gerungi anno primo, feliciter. Amen. 

Nach einem Transsumt des B. Johann VI. von Salhausen d. d. Würzen, 22. Ort. 1514 abgedruckt in 
Schöttgon Leben Conrads S. 322 flf. — Da aber weder das Original noch das Transsumt aufgefunden worden, bleibt 
die Richtigkeit des Textes in einzelnen Stellen zweifelhaft. 



l*) mercatui'^ :J) Wahrschoinllch Albertus oder Adelbrrt. 



No. 51. 1159. 27. Oct. 

B. Berthdld von Xatanburg legt den ztcisclien dem Dmncaintcl und der Kirche zu Zmulne ühr 

sieben Hufen in ZtoUich obwaltenden Streit bei. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Bertoldus dei gratia sanctae Nuem- 
burgensis ecclesiae episcopus omnibus Christi lidelibus in perpetuum. Oflicii nostri 
debitum expostulat nos non solum ecclesiae nostrae filiis paterna sollicitudine prospicere, 
verum etiam omnibus viam mandatoruni dei currentibus bonae voluntatis affectu ultra 
vires prodesse velle. Eapropter noverit omnium ChrisH fidelium tam pracsentium 
universitas quam futurorum posteritas, qualiter conti'oversiam de duobus mansis, qui 
Misinensis ecclesiae canonicis a quodam Hugone strenuo viro in pago Dalminza in 
villa quae Zwitich*) dicitur cum aliis Septem mansis ia oblatione collati sunt, et Zmul- 
nensis*") ecclesiae esse dicebantur, terminavimus et pro bono pacis et concordiae tribus 



«) Im J. 1107 Zoitach«, rgl. no. ii. b) SUdt BctamöUn im Altenbarg.f Naumb. Diöces. 



._ 54 - 

niareis probati ai'genti a denominatis Misinensis eeclesiae canonieis Ziniilnensi ecclesiae 
cüllatis, querimoniam haue in sempitemiim decidimus, decementes eosdem maiisos 
sicut a praedicto Hugone Misinensi ecclesiae contraditi sunt, absque omni scnipulo 
eideni ecclesiae pemianere eoriim, pro qiionim consolatione oblati sunt, usibus omni- 
modis profuturos. Praeterea dominus Otto Misinensis marcliio, qui sae])e dictos mansos 
in beneticii iure a nobis possidere videbatur, iustitiae dans dextras Misinensi ecclesiae 
illos confirmari permisit. Apostolica itaque auctoritate, quae litteris assijrnata sunt, 
confirmanuis et contra stultorum tenierariam praesuraptionem banno et sigillo nostro 
praesentem paginani roboramus. Huius rei testes sunt Rabodo Nuemburgensis eccle- 
siae praeposituR, (rerboto decanus, Walterus custos, Trutwinus, C^nradus, Adalbero, 
P'ridericus, Uto Cicensis etrclesiae praepositus, Bermanis decanus, Heinricus, Sigefridus 
custos, Martiiuis, Ri^dolfus, Otto, Tipaldus; Otto mai'chio Misinensis, Sizzo comes: 
nobiles Reinhardus de Bobuluz, Heinricus de Rotowe, Hedenricus de Weta; ministe- 
riales Heinricus cum barba, Martinus, Wolradus. Actum in Ciza anno domini niille- 
simo (1 L. VHH. indictione VHIL, VI. Kai. Novembris, a venera bili Bertoldo Nuem- 
burgensis ecclesiae episcopo feliciter. 

Nach dem Ori^. im Stiftsarchiv zu Meisseii: das auf der Rückseite aufgedrückte Siegel ist sehr wohl 
erhalten. 

Kreysig Beitr. I. S. 6. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 31. 



No. 52. 1160. 23. Oct. 

B. CkTimtf eiffuet dem Domenpitel zur fflerllchen Bc(jvhmuj von vier HeUifientagcu vier Mark 

Einkünfte von der Elhfähre hei Meissen, 

In nomine sanctac et individuae trinitatis. Gerungus divina disponcntc Provi- 
dentia Misinensis c})iscopus. Cum nostra humilitas viccm veri gerat et aeterni pon- 
tificis, qui per (unnia fratribus assimilatus non potuit non c(mipati nostris necessitatibus, 
pictatis est meritum eins exemplo prout possibilitas est gregi prodesse dominico. 
Proinde instinctu fratcrnae compassionis et obtentu supcrnae retril)utionis ad honorem 
dei atque ut fcstivitates sanctorum Johaiinis evangelistae ante portam latinam, Mariae 
Magdalenac, Dionisii et sociorum eins, (Tregorii papae pleno officio solempni devotione 
in Misinensi perpctuo cclebrentur ccclesia, donavimus in usus ac servitia fratrum 
canonicorum dco in eadciii ccclesia famulantiuni pro rcdemptione animae nostrae nee 
non animarnm praedcccssorum et successoruni iiostrorum, marcas Uli"' in theloneo, 
quod solvitur de transmeatione fiuminis Albiae sub urbe iam dicta Misinensi. Ut 
ergo haec diligentiiis commendcmus, donationem nostram tratribus praenotatis ratam 
fccimus, praesentem paginulam sigilli nostri inpressione inde consignantes. Igitur 
quicunque praesumi)serit pracsenti coiitraire cyrografo a salvandis sequestratum se 
noverit, auctoritate patris et filii et iudicio spiritus sancti atque sententia anathematis 
nostri. lluius rei testes hi sunt: Tidericus praepositus, Herimannus decanus, Her- 
borto praepositus Wrcineiisis, Adelbcrtus, Ilsungus, Aiiselnuis custos, .Johannes et alii 
canonici, nobiles Herimannus burgrauius, Pribizlaus advocatus maioris domus, Hen- 



00 

ricus de Rothowe; ministeriales Haliiericus et Heinricus fratres, Rödolfus, Burcmaniius 
et Heinricus fratres, et alii plures. Actum in Misiua publice capitulo, anno dominicae 
incarnationis M. C. LX., indictione Villi., VX. (sie) kal. Novembris anno ordinationis 
domini Gerungi Misinensis episcopi VI. feliciter, amen. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit doppelt aufgedrücktem auf beiden Seiten wohl erhal- 
tenem Siegel. 

Kreysig Beitr. I. S. 10. -- Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 34. 



No.53. 1160. 

JS. Gcrung genehmuß des Domherrn Atiselm Sclicnhmg der von Neuem urbar geinachten Wüstimff 

Bucxoicz im Burgtvart Julhurh 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. G. divina favente dementia Misinensis 
episcopus. Quum' futurorum incerta novitas nonnunquam oblitterare solet praeteritorum 
statutas iustitias, necessario super bis cautio datur, ut quod auctoritate subnixum est, 
nullius violenta temeritas transgrediatur. Quocirca notum sit omnibus tarn modernis 
quam posteris Christi fidelibus, qualiter nostro ac fratrum nostrorum voluntario con- 
sensu Anseimus Misinensis ecclesiae CÄnonicus et custos novale quoddam Bucowiz*) 
dictum, multis a natura seculis incultum in burcwardo Julburk**) situm, ad obedien- 
tiam fratrum, quae ibidem ipsius providentiae conmissa erat, attinens, ad excolendum 
cultoribus contradidit ea videlieet iuris positione, ut X annis sine c^nsu libere possi- 
deant, post quos de quolibet manso IP* solidos annuatim persolvant, unum scilicet in 
festo saucti Michaelis, alterum in festo sancti Martini. Praedicti autem novalis VII 
nmnsi dimensi sunt, quorum unum villicus beneficii gratia possidebit, reliqui W statuto 
tempore censuales erunt, ea videlieet lege, ut, dum res ad emolumeutum pervenerit, 
census praetaxatus in servitium fratrum expendatur et post obitum praenominati con- 
fratris Anselmi anniversaiius dies eins suo debito memorialis habeatur. Hoc quoque 
annectimus, quod ad corroborandam iustitiam suam cultores huius novalis pro emptione 
cuiuslibet mansi VI denarios dederunt, ut quicquid in posterum de inculta terra exco- 
luerint, hereditario iure possideant et inconcussi de bis, quae ibi acquisierint, perma- 
neant. Ne quis vero temerator horum existere praesumat, hanc paginam testimonialem 
inde conscribi fecimus et sigilli nostri inpressione munivimus. Actum anno ab incar- 
natione domini M. C. LX. tunc regnante domino Friderico Romanorum imperatore, 
praesidente cathedrae Misinensi domino (Tcrungo, praesentibus et videntibus canonicis 
praeposito T., Hermanno decano, Alberto, Ilsungo, Anselmo custode, Herboi-to Wrzi- 
nenzi praeposito; laicis vero Hennanno praefecto, Pribizlauo advocato, ministerialibus 
Elverico, Henrico, feliciter amen. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit wohl erhaltenem auf der Rückseite aufgedrücktem Siegel. 
Schöttgen u. Kreysig Nachl. VII. S. 399. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 35. 



ft) BachwltB, Jettt wflat« Mark b«i Pehrltztch, vgl. No. ll<\. b) Eilen bürg. 



^u 






i'iiiiiii „„„„ 




■■, '.>,... 



' ■■'' ' '-' "•" </// ..„.,,;,:"" ""•'"^^- «Uli. 

'• ' ' ""' ."' " •'-;-:;'•' vr'-'-; ^- 

,""'• "•" < //.,.., , 

• ■" "■•••'■■... •■'• " ' '-. <..... , ;:;;:':/' n«' 



57 



No. 55. 1163. 31. Jan. 

Erzbischof Wichmann von Magdeburg überlässt der Stiftskirche den gesammten Zehnten im Bezirk 

Prettin gegen diesen im Bezirk Löbnitz. 

In nomine sanetae et individuae trinitatis. Wiclimannus divina favente de- 
mentia sanetae Magdebnrgensis ecciesiae arcliiepiscopus. üfficii nostri debitum expo- 
stiilat, nos non solum ecclesiasticis et spiritualibus negotii» intendere, verum etiam 
ftecularibus et corporalibus eommodis et opportimitatibus omnium deo senientium in 
Omnibus et per omnia pro posse nostro diligenter prospicere. Eapropter noverit Christi 
lidelium tam praesentium universitas quam futurorum posteritas, qualiter nos voluntate 
et assensu ecciesiae nostrae omnem decimationem in pago, qui Lubaniz*) dicitur et 
infra terminos nostros sitiis ecciesiae Misinensis esse dinoscitur, quam vel Sclavi ex 
statuto v,el aliud quodlibet genus hominum ex integro persolvunt, ecciesiae Misinensi 
permisinms, et volente et assensum praebente venerabili fratre nostro domino (lerungo, 
Misinensi episcopo et ipsius ecclesia omnem decimationem in pago nostro Pretin**), in 
termino Misinensis ecciesiae sito, sive Sclavorum seu quorumlibet hominum vel statutam 
vel integram recepimus. Quia itaque uterque pagus vel Pretin scilicet Magdeburgensis 
ecciesiae, vel Lubaniz Misinensis absque decima minus utilitatibus nostris commodus 
videbatur, decimarum utrimque concambium fecimus, et in omnia retro futura tempora, 
quae facta sunt, firma mauere statuimus, et ne in posterum ab aliquo temerentur, 
auctoritate dei patris omnipotentis et iilii et Spiritus sancti, potestate apostolorum 
Petri et Pauli, banno quoque nostro interdicimus omnino et prohibemus. Haec in 
capitulo Magdeburgensis ecciesiae assidentibus nobis venerabilibus dominis et fratribus 
nostris coepiscopis ecciesiae nostrae suffraganeis et corampositis multis idoneis testibus 
acta sunt et confirmata. Testes sunt hi: Johannes Marsburgensis episcopus, (ierungus 
Misinensis, cujus voluntate et assensu haec acta sunt, Vdo Nuemburgensis, Walo 
Havelbergensis, Willimarus Brandeburgensis, Arnoldus abbas Dei Monte, Otto maioris 
ecciesiae praepositus, Balderamus sanetae Mariae praepositus, Heinricus sancti Seba- 
stiani praepositus, Sifridus sancti Nicholai praepositus, Witboldus in Hunoldesberg 
praepositus, C^nradus Hallensis praepositus, Heggehardus in Sereno Monte praepo- 
situs, Rfcherus Polithensis praepositus, Guntherus in Gratia Dei praepositus, Rein- 
herus in Liezeche praepositus et omnes maioris domus canonici; Adelbertus marchio 
et tilius eins Otto, Badericus et alii quam plures. Actum anno domini M**. C". LX". IIl^, 
indictione VUII*., II. Kai. Febr. in capitulo Magdcburgensi, anno archiepiscopatus 
domini Wichmanni VU*". 

Nach dem ürig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit auf der Rückseite aufgedrücktem wohlerhaltcuem Siegel. 
Schöttgen u. Kreysig Nachl. III. S. 4Ü5. — Köhler cod. dipl. Lus. 1. S. 38. 



a) Ldbnits zvriBchen Düben und Bittorfeld: »81 u. 1015 Llubanici ^vgl. oben 8. 15 u. 2ü) b) Prettin an der Elbo. 



COD. DIPL. tAS. It. 1. 



58 



X0..56. 1165. 26. Febr. 

Kaiser Friedrich I. übergiU der Stiftskirche das ihm vom JL WhdisJaic von Böhmen zur 
Etä^hadigung für die derseJhen sugeß'gten Verluste aufyelassene zu den ReichMwn gehörige Dorf 

Vresez im Gau Jlibapia. Vgl. Xo, 54, 

In nomine sanctae et individiiae trinitatis. Frederieus divina favente dementia 
Romanonim imperator angiistus. Didnis et salutaribus sanctanim scripturarum era- 
dimur documentis. et praedecessorum nostroram regam et imperatonim frequenter 
admonemur exemplis. at eeclesias dei summa devotione ac beiiig:nitate ditenms. easque 
modis qaibus possumas munere orratiae nostrae ampliare et sublimare non eessemas. 
Omnibus igitur imperii nostri tidelibus tam futuris quam praesentibus uotum esse 
volumns, quod nos dirinae remunerationis intuitu et pro remedio animae nostrae ex 
imperiali dementia nllam quandam Prezez nuneupatam« in pago Milzana sitam. eccle- 
siae Misinensi. quae in honore beati Johaunis apostoli et evangelistae et beati Donati 
consecrata est. cum omnibus pertinentiis eins eoneessimus, tam in agris« quam in 
silvis. pratis. pascuis, aquis aquanimve decursibus, molis et molendinis. piscationibus 
et venationibus. terris eultis et ineultis. exitibus et reditibus et cum omni iure et 
«enitio et utilitate, quae nunc eidem nllae inest rel in postenmi poterit provenire, 
Noverit etiam omnium tam fiiturorum quam praesentium lidelitas. qualiter dileetus 
noster Wladizlaus Boemorum rex praefatam \illam. quam in l>enelicium a nobis 
habebat. pro praeda et ineendio, quod Misinensi ecclesiae intulerat, in restauratione 
dampni in nianus nostras resignavit ea conditione. quod de manu nostra praedietae 
eedesiae eoncederemus et auetoritate privilegrii huius ei eontirmaremus, quod et factum 
est. sicut praesens pagiua testatur. Statueutes itaque imperiali auetoritate praeeipimus, 
ut nulla persona par^a vel magna de eadem villa vel de pertinentiis eins ipsam Misi- 
nensem ecdesiam inquietare audeat vel in aliquo praesumat molestare. Si quis enim 
aliquo ausu temerario hanc nostrae donationis et confinnationis exhibitionem infringere 
attemptaverit. XX"* libras auri puri pro poena componat, medietatem tisco nostro et 
rdiquam medietatem eedesiae Misinensi. Huius rei testes suut Wladizlaus rex et 
fratres eins Tipoldus et Heinricus. Wicmannus Magdeburgensis archiepiseopus, Eue- 
rardus Haml>ergensis episcopus. H. Verdensis episeopus, Daniel Prageusis episeopus, 
Gerungus Misinensis episeopus, Johannes Mersburgensis episeopus, marehio Albertus, 
marehio Otto, marehio Theoiloricus. landgravius Loduicus, eomes Dedo, eomes 
Heinricus, eomes Frederieus, praefectus Misinensis Herimannus, et alii quam plures. 

Signum doniini Frederici Komanoruni inii)eratoris invictissinii. (L. M.^l 

Acta sunt haec anno dominicae incarnationis M"* C\ LXV. indietione XKI' 
regnante domino Frederico Komanoruni imperatore gloriosissinio, anno regui eins XUl*** 
imperii vero X"* feliciter amen. 

Datum apud Altenburg HU. Kai. Martii. 

Nach dem Orig. im K. Haapt-Staatsarchiv zu Dresden mit aufgedrücktem wohlerhaltenem Siegel. 
CaUes series epp, p. 133. — t. Bünau Leiten u. Thaten K. 1-rieilrichs I. S. 4'27. — Köhler cod. dipL * 
n. angeblich ¥om Orig. — Im Auszug Erben regesta Bohem. p. 13G. 



59 



No. 57. Zwischen 1159 — 1172. 13. Juli. 

K. Wladislatv von Böhmen befiehlt seinen Getreuen (im Lande Budissin) den Bischof und dessen 

Geistliche in ihren Bechten zu schützen, 

W. dei gratia Boliemorum rex nobilibus viris fidelibus suis Tsastellao, Haulo^ 
Benisio, Jarozlao ac omnibiis, ad quos pervenerit praesens scriptum, gratiam suam et 
omne bonum. Propter affectum praerogativae dilectionis, quo prae ceteris diligere vos 
teuemur, monemus vos pariter et rogamus, ut dilectum nobis Misnensem episcopum 
patrem venerabilem et suos clericos, in bonis vestris, oppidis sive villis iura sua 
spiritualia exereentes, et quae sibi competunt de iure debito requirentes, promoveatis 
diligenter omni quo potestis iuvamine et effectu, cum teneamur eundem fovere contra 
quemlibet et iuvare, et malum suum tamquam nostrum velimus generaliter reputare. 
In hoc enim nobis exliibebitis amicitiam devotissimam et favorem. Datum Lutho- 
maritz III**. Mus Julii. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden. Das an Fäden von rother und blassgelber Seide 
befestigt gewesene Siegel ist abhanden gekommen. — Herzog Wladislaw wurde im J. 1158 zum König erhoben und 
war vom Juni bis Sept. d. J. in Italien; die Urkunde kann erst nach seiner Rückkehr ausgestellt ^worden sein. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 30. 



No. 58. (1177.) 

B, Martin beurkundet, dass der Probst Günilier zu Gottes Gnade wid dessen Convent ein Stück 
Landes an der schtvarzen Elster vom Grafen Friedrich voti Brena mit Zustimmung der Brüder 
desselben gekatift und diesen Kauf Dietrich, Markgraf der Ostmark bestätigt, er selbst aber den der 
Meissner Stiftskirche dort zustehenden Zehnten an den genannten Probst und Convent abgetreten habe. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Martinus Misnensis episcopus tarn 
praesentibus quam futuris in perpetuum. Notum facio omnibus Christi fidelibus, quod 
(iunterus venerabilis praepositus in Gratia Dei et fratres sui datis XC* marcis LX* 
mansos ad mensuram Flandricam in episcopatu nostro super A Isteram sitos a comite 
Friderico in possessionem propriam emerunt, quos idem comes praesente domino 
nostro venerabili Magdeburgensi arclüepiscopo Wiclimanno in Monte sancti Petri post 
celebratas exequias comitis Conradi fratribus suis coram positis et voluntarium assen- 
sum praebentibus praefato praeposito G. et fratribus suis libere dimisit et in posses- 
sionem perpetuam legitimo iure contradidit cum onmimoda utilitate, quam praedicti 
fratres in eisdem mansis elaborare poterunt, in agris cultis et incultis, pascuis, pratis, 
molendinis, piscationibus, aquis aquarumve decursibus et lignorum deductionibus, insuper 
et litus ad conipositionem lignorum addidit, ubi fratribus commodum visum fuerit. Hanc 
itaque legitimam donationem comitis Friderici marchio Teodericus auctoritate iudiciaria 
legitime firmavit et stabilivit. Kos quoque primum quidem ob animae nostrae salutem, 
tum etiam propter comitis Friderici petitionem simulque dilectionem praepositi G. omnem 
decimam, quae nostri iuris erat in eisdem mansis, praeposito G. et ecclesiae in Gratia 
Dei in possessionem sempiternam libere contulimus et sub anatbematis conmiinatione 



60 

ürniaviimis. Quod ne ciiiquam postniodiim dubium existere possit, praesenti pa^nae 
sigilli nostri inpressioue aftigi praecepimus, adhibitis idoneis qiiorum noniiiia sunt 
liaec testibus: Herborto praepositiis de Worziii, Volcmarus Magdeburgensis canonicus, 
Sifridus Misnensis canonicus, laici Sndegeriis, Heinricus de Plisna , Johannes, üdel- 
ricus, Peregrinus, Peti'iis et alii quam plures. ^^ ^ 

Nach dem Orig. im Prov.-Archiv zu Mag(lel)urg mit dem ziemlich wohl erhaltenen Siegel des Bischofs an 
rothseidener Schnur. — Graf Conrad, Sohn des Markgrafen Diterich der Ostmark war, wie im Chron. montis sereni 
p. 38 sqq. ed. Eckstein umständlich berichtet wird, auf einem Turnier in Oesterreich am 17. Nov. 1175 tödtlich 
verwundet worden und nach empfangener Absolution gestorben. Da aber der Beisetzung desselben auf dem Peters- 
berge bei Halle Erzbischof Wichmann Schwierigkeiten entgegenstellte und hierzu die Einholung einer besonderen 
luibstlichen Genehmigung forderte, konnte dieselbe erst am 18. Jan. — selbstverständlich also im J. 1177 stattfinden. 
Die mit der vorstehenden Urkunde in allen wesentlichen Puncten fast wörtlich übereinstimmende Bestätigung des 
Kaufes von Seiten des Markgr. Diterich wird bei ihrer Bedeutung für die Geschichte des Hauses Wettin im 1. Bde. 
des 1. Haupttheils des Codex dipl. nach dem Original ihre Stelle finden. 



No. 59. 1185. 

B. Martin ordnet die Eecht^verhältnisse der Forenser und der Colonen von Löbnit^. 

In nomine sanctae et indiWduae trinitatis. Martinus dei gratia Misnensis episcopus. 
Saepenumero fit ut de contractu, de conventione sive de cuiuspiam rei compositione 
oriatur controversia, quae non oriretur vel orta facile sopiretur, si actae rei testes vel 
litterarum haberentur monimenta. Quapropter ut de verbo, in quo cum forensibus et 
colonis in Lvbaniz convenimus, controversia non oriatur futuris temporibus, quo nos 
ipsis quo ipsi nobis teneantur promissionis debito in praesenti karta tarn ad futurorum 
quam pracsentium notitiam conscribi fecimus. Forensibus itaquc quam Hallenses, 
colonis quam illi de IJurch habent, quia eam elegerunt iustitiam concessinms statuentes, 
ut tarn foi'cnses quam coloni non amplius quam ter in anno coram advocato in iudicio 
Stare cogantur, ubi vel de remissis verbis vel de inordinato gestu corporis, sive de 
alia aliqua minori indisciplina sccundum debitam buic culpae iustitiam coerceantur. 
De maioribus autem excessibus sicut de latrocinio, de furto, de sanguine effuso, de 
rapina et de alia bis simili violentia sub regio banno respondere cogantur. Forensibus 
etiam a civitate sua susum et visum usque ad fluvium Lynaw*) libertatem pascuae 
concessinms, quam etiam libertatem et in mansis suis colonis sicut nos rogavenmt 
dedimus. Nulli etiam colonorum mansum suum vel agrum militi aut qui miles sit 
futurus dare vel vendere liceat. Quod si quis tacere praesumpserit, tam vendens quam 
emens manso privetur et cum episcopus in suam proprietatem trahat. De quolibet 
autem colonorum manso, omnium ([uae in eo elaborata fuerint recta decima tam in 
agris quam in altilibus praeterea scocciis, sed et in nocte nativitatis sanctae Mariae 
virginis nobis et nostris successoribus duo dabuntur solidi, qua quoque die de qua- 
libet curia in foro VI nobis sunt solvendi denarii. Ne quis autem successorum 
nostronim posthac quod absit tcmere temptet infirmare lioc, quod communicato familia- 
rium nostrorum consilio pro aedificatione ecclesiae nostrae non paiTo nostro inpendio 



A) Ober* and unterhalb bU an die Leine. 



61 

fecimus, quippe qui pro hoc beneficium Hermanni ministerialis nostri pene ducentis 
marcis redemimus, hanc paginam coiiscribi siibnotatisque testibus nostro sigillo fecimus 
insigniri. Testes autem hi sunt: Erbortp praepositus de Worzin, eiusdem ecclesiae 
canonici Burchardus, Gozmarus, Robertus, Matheus prior de Cella sanctae Mariae, 
Siboldus de Burglin; laici Tailuho de Lyzowe, Berchtoldus de Crepuwiz; ministeriales 
nostri Hermannus de Lvbaniz et frater saus Heinricus, Petrus dapifer, C^nradns de 
Tjvptiz, Bezelinus, Gunterus, Tidericus de Hoberch et fratres sui C^nradus et Hein- 
ricus, Wernherus et frater suus Heinricus, Rudegerus, Onolfus et frater suus Engel- 
bertus, Hugolt et frater suus Hartmodus, Otto advocatus de Bovc et alii quam plures. 
Acta auteni haec sunt anno dominicae incarnationis M^ C^ LXXX**. V^ indict. I'., 
praesidente Romanae sedi domino papa T^ucio ^^^^, anno pontificatus ipsius HI**., 
regnante domino Friderico gloriosissimo Romanorum imperatore semper augusto, anno 
imperii eins XXXP., anno episcopatus nostri XV°., archiepiscopatus autem domini 
Wigmani anno XXXH., marcbiam Misnensem Ottone, fratre suo Ditrico marchiam 
Luzizensem regente. Quo etiam tempore dominus Fridericus imperator duos filios suos 
,}L,rc^ Mogontiae militaribus balteis gloriose praecinxit Ipso quoque anno rege expeditionem 

in Poloniarh, pacem inter Mogontinura Ci^nradum et Lodewicum lantgravium disponente, 
apud Erpesfort trabibus donms pro vetustate confractis Fridericus comes Aucnbergensis, 
Heinricus comes de Swarzburch, Gozmarus comes de Cygenhagene, Berngerus comes 
de Meldingen, Burcliardus castellanus de Wartberch cum domo ruentes heu miserabili 
morte interierunt. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; das aufgedrückte Siegel l)e8chädigt. 

Die Richtigkeit des J. 1185 oder selbst die Aechthcit der Urkunde kann desshalb, weil der Concipient oder 
der Schreiber in der Indiction irrte und falschlich den damaligen Pabst Lucius IIU. statt III. naimte, um so weniger' 
in Zweifel gezogen werden, da die weitere Angabe der Regierungsjahre des Kaisers sowohl wie der beiden geistl. 
Herren zu 11H5 passt. Als eine selten vorkommende Erscheinung ist aber die Erwähnung zweier Ereignisse am 
Schlüsse der Urkunde bomerkenswerth , welche damals grosses Aufsehen erregt hatten, die Wehrhaftmachung der 
beiden Söhne des Kaisers Friedrichs I. Heinrich und Friedrich auf dem glänzenden Hpftage zu Mainz (20. Mai 1184) 
und dann der Unglücksfall bei der Versammlung zu Erfurt in Gegenwart des K. Heinrichs VI. am 26. Juli 1184. 



No. 60. 1185? 

Der Abt Heinrich L des Klosters Berge bittet den Pabst Urban HL den innerhalb seiner Diöcesc 
in seinen Rechten vielfach gekränkten Bischof m schützen. 

Domino et pati-i spirituali Vrbaiio, sanctae Romanae sedis universali papae H. 
humilis abbas sancti Johannis baptistae in Monte debitam obedientiam cum devotis 
orationibus et humili servitio. Ex quo divina Providentia patrem pacis et gubernatorem 
ecclesiae vos constituit, merito nccessitates ecclesiarumad sinum pietatis vesti'ae refe- 
runtur. Ut vero pax earum violata est, auctoritate vestra consolidata reparetur et 
tirma persistat. Venerabilis Misnensis episcopus, quod clero suo resistente ecclesiam 
suam ordinäre non posset et quod a manu laicali multimodas oppressiones et iniurias 
sustineret, Magdeburgensi capitulo et confratribus suis episcopis, praelatis et clero eccle- 
siarum frequenter conquestus est. Verum quia nimia contra cum persecutione prae- 



■ ^' 




62 

valente, timore vitae ac etiam pro ecclesiae siiae honore conservando ad pedes miseri- 
cordiae et compassionis vestrae confugit, zelo conipassionis suae et iniuriae nee non 
consideratione honoris et utilitatis, quam in aedifieiis et in rebus ecxilewae recolligendis 
ecclesiae suae ostendit, pietati et excellentiae vestrae pro ipso humiliter supplicamus, 
quatenus auctoritas et gratia vestra de iniuriis illatis ecclesiae suae et ei satisfaciat, et 
non sinat clericalis vel laicalis manus ita ei resistat, quin iura spiritualia libere in 
dispositione ecclesiae suae possit exercere, et res temporales ecclesiae suae pertinentes, 
quas laici violenter a iurisdictione ecclesiae nituntur evellere, quiete possit possidere 
et ecclesiae conservare. 

Dieses aus einer Perg.-Hdschr. der kais. Bibliothek zu Wien zuerst von v. Ludewig reliqu. mssi II. p. 4ü<> mit- 
getheilte Schreiben ist von dem Abt des Klosters Berge bei Magdeburg Hildebold (1098—1113) oder dem Abt Heinrich I. 
(1180—90) ausgegangen, und im ersten Falle an P. ürban IL (1088—1099), im zweiten an P. ürban lü. (1185—87) 
gerichtet. Die fortgesetzten Kämpfe unter K. Heinrich IV., die Unsicherheit der politischen Zustände jener Zeit in 
der Mark Meissen, und die wechselnde Parteistellung, welche B. Benno dabei einnahm, würden die Anualime recht- 
fertigen, die Verwilderung sei gegen das Ende des 11. Jahrh. hier soweit gediehen, dass Geistliche und Laien dem 
Bischof allen Gehorsam aufgekündigt hätten. Da aber Abt Hildebold erst 1098 aus Hirschau nach Magdebiurg kam 
und P. Urban IL bereits am 2i>. Juli 1099 starb, das Schreiben also in der Zeit vom Herbst 1098 bis Aug. 1099, 
wo man Ürbans Ableben auch in Magdeburg erfulir, abgefasst sein müsste, es jedoch minder wahrscheinlich ist, dass 
es von dem eben erst von fem gekommenen, der Verliältnisse minder kundigen Abte erlassen worden, empfiehlt sich 
ungleich mehr dasselbe in das Jahr 1185 zu stellen. Dazu kommt, dass der damalige Bischof Martin selbst um 
jene Zeit nach Italien gegangen war (vgl. No. 61). und wenn uns auch bei der Dürftigkeit der vorhandenen Nach- 
richten nur ein einziger Fall fortgesetzter Auflehnung gegen die bestechende Onlnung im bischöflichen Sprengel 
bekannt ist (No. 61), so muss doch jener mühseligen Reise des Bischofs mit mehreren Gliedern des Capitels über 
die Alpen eine aussergewöhnliche Veranlassung zu Grimde gelegen haben. Einen Erfolg des obigen Schreibens 
kennen wir nicht; die kirchlichen Zustände blieben in der Diöces noch längere Zeit ungünstig. Selbst die Oppo- 
sition des Klerus gegen den Bischof wurde nicht beseitigt, und brach, als nach Martins Tode dessen Begleiter nach 
Italien der Probst Dietrich Bischof gewonlen, in so heftiger AVeise aus, dass die römische Curie einzuschreiten 
genöthiget war (No. 62 und 63), während bald nachher auch P. Innocenz III. Bischof und Capitel wiederholt gegen 
Eingrifi'e von Laien zu schützen Veranlassung hatte (No. 65 ff.). 



No. 61. 1188. 

B. Martin erJcIürt, dass Burcharä Kitliz auf Fürsprache des Kaisers und des Markgrafen OäOy 
jüngst vom Banne befreit, wegen seiner Eingriffe in den Besitz der Kirche ahermals mit 

demselben belegt sei. 

Martiiuis dei gratia Misaiiiensis ecclesiae episcopiis notuiii esse volumus tarn 
futiiris quam, praesentibiis ecclesiae iiostrae fidelibiis, »cd et omnibns scire cupieiitibus, 
quod qiiendam nioiitein in Zagozd, qui Sydcii vocatur*), et alia ibidem quaedam eccle- 
siae nostrae bona, quae nos et onines antecessores nostri in libera possessione habiii- 
mus, a quorum etiam iniusta invasione Cünradua Kitliz in praesentia'imperii dictante 
sententia cessavit, frater suiis Burchardus violenter et iniuste occnpavit. Propter quod 
iudiciario ordine eum excommunicavimus causamquc excommunicationis et ordinem in 
praesentia ipsius, in praesentia patrui sui Tiderici maioris ecclesiae nostrae praepositi, 
in praesentia etiam canonicorum nostrorum domino papae Urbano Veronae significa- 
vimus. Unde ut ab eo absolveretur nequaquam elaborare potuit, quam vis etiam cum 



a) Soidenberg iu dor prouM. Oberlauslu. 



63 

aliter nou proficeret, vestes mutavit, quibus ut absolveretur dominum papam decipi 
posse putavit. Postea autem cum reversi fuimus, domino imperatore Ottone Missi- 
nense marcliione Wormatiae nos mouentibus et pro eo satisfactiouem nobis promitten- 
tibus, ab excommunicatione eum ad iustitiam^) absolvimus. Sed quia nee sie ab 
invasione eeelesiae nostrae destitit, tradeutes eum sathanae in interitum carnis, eum 
iterum eodem anathematis viuculo, a quo eum dominus papa absolvere noluit, auctori- 
täte domini nostii Jesu Christi et beatorum apostolorum Petri et Pauli, sed et nostra 
innodavimus, hocque in ecclesia nostra pronunciavimus, et ne ei communicarent, prae- 
monuimus totique elero nostro in virtute obedientiae praecepimus, ne divina celebrent, 
ubi ipse praesens fuerit vel aliquis eorum, qui eins auctoritate de praedictis bonis se 
intromiserit, sive clericus sive laicus sit, et ne in cimiterio sepeliatur, si quis ante 
bonorum praedictorum resignationem et satisfactionem forte morte praeoccupatur. Haec 
autem, quod non alia de causa quam zelo iustitiae fecimus, in verbo domini in anima 
nostra per iter peregrinationis nostrae accipimus et dicimus. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen, mit aufgedrücktem wohlerhaltenem Siegel. — B. Martin war 
in den Jahren 1185—1187 in Italien (Purizelli monum. Ambros. basil. 1038), sah in Verona den am 25. Nov. 1185 
erwählten Pabst ürban III. und besuchte auf der Heimreise den Hoftag E. Friedrichs zu Worms im Aug. 1187, wo 
auch Markgraf Otto von Meissen zugegen war. In den letzten Tagen des März 1188 nahm Martin dem Beispiele 
des Kaisers und vieler Fürsten und Bischöfe folgend das Kreuz und unterlag dann den Anstrengungen der Reise 
im Juni 1190. Hiemach gehört vorstehende Urkunde ins Jahr 1188 , nicht UjMS. 

Kreysig Beitr. I. S. 13. — Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 25. 



b) So im Orig., nicht inttantiam. 



No. 62. 1196. 8. Apr. 

P. CoeJestin HL befiehlt deni Domcapitel dein Bischof (Dietrich IL), der nach näJierer Erörterung 
tadellos vor ihm dastehe, gebührende Achtung und Gehorsam z%i beweisen. 

Celestiuus episcopus servus servorum dei dilectis liliis capitulo Misinensi salu- 
tem et apostolicam benedictionem. Quia fratres et coepiscopos nostros praeter com- 
mune debitum quadam speciali diligimus aflfectione, et eos paternae caritatis brachiis 
artius amplexamur, ex eorum contrariis casibus tanto gravius permovemur, quanto nobis 
officio et dignitate magis videntur coiiiuncti et in nostrae sunt partem sollicitudinis 
evocati. Sane cum de venerabili fratre nostro . . episcopo vestro olim sinistra quae- 
dam apostolatui nostro delata fuissent, quae suae famae contraria videbantur et ponti- 
ficali dignitati nullatenus consonabant, non potuimus merito non moveri, donec exinde 
cognosceremus plenius veritatem. Comperto igitur ex vestra relatioue aliorumque 
plurium prudentum et religiosorum virorum, quod ea quae adversus dictum episcopum 
malitiose fuerant machinata, ex invidia potius et malivolentia quam ex aliqua proce- 
derent ratione, audito etiam ex tenore litterarum venerabilis fratris nostri H. Albersta- 
tensis episcopi et dilecti tilii . . Magdeburgensis praepositi, quibus quaestio, quae iiiter 
praedictum episcopum et vos dicebatur agitari, a sede apostolica commissa fuerat 
examinanda, quod vos adversus eundem episcopum nullam proponeretis questionem, 
ipsum ad vos cum omni plenitudine gratiae sedis apostolicae remittimus et honoris. 
Ideoque discretioni vestrae per apostolica scripta praecipiendo mandamus, quatinus 



64 - 

omni occasione et excusatione cessante ipsi episcopo tanquani pastori vestro debitam 
impendatis obedientiam et honorem. Datum Laterani VI. Id. Aprilis pontificatus nostri 
anno quinto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 41 f. 



No. 63. 1196. 8. Apr. 

P. Codestin HL belefft den Verleumder des Bischofs von Meissen, den Canmmus Conrad zn Würzen 

mit dem Kirchenbann, 

Celestinus episcopus servus servorum dei venerabilibus fratribiis Magdebur- 
gensi arcliiepiscopo et suffraganeis eins salutem et apostolicam benedictionem. Ex 
iniuneto nobis apostolatiis ofticio noscitur imminere, ut sicut ecclesiasticis viris pariter 
et honestis apostolicam debemus impendere gratiam et favorem, sie illi qiii tergi- 
versatione ac dolositate laborant, condigna debent animadversione puniri et ad suam 
et aliorum correctionem ecclesiastica sunt censiira plectendi. Verum quia sicut ex 
tenore litteramm iudicum delegatorum et aliorum prudentum virorum accepimus, 
Conradus Misinensis diocesis, qui se dicit Wurcinensem canonicum, procuratorem se 
Misinensis capituli cum non esset asseruit, et contra venerabilem fratrem nostrum 
Misinensem episcopum pravas adinventiones et plura inlionesta et enormia eidem 
obiicere non expavit, et quia post officii beneticii per suspensionem et excomnumica- 
tionis sententiam in suae salutis periculum divina non dubitavit officia celebrare, de 
tanta praesumptione ac temeritate liorribili est poena plectendus. Fraternitati vestrae 
per apostolica scripta mandamus, quatinus praefatum C. per dioceses vestras auctori- 
tate apostolica tamdiu faciatis tanquam excominunicatum ab omnibus artius evitari, 
donec cum litteris vestris veritatem continentibus ad sedem apostolicam veniat absol- 
vendus, sufticienter super iis omnibus responsurus, non obstantibus litteris, quas 
super absolutione sua tacita veritate a sede apostolica noscitur impetrasse. Datum 
Laterani VI. Idus Aprilis pontificatus nostri anno quinto. 

Nach dem Orig. im K. Ilau^Jt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem Blcisiegel an hänfener Schnur. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 43. 



No. 64. 1196. 

J?. Dietrich IL hesiimmtj dass hei der Feier des Jahresgcdächtnisse^ des B, Geriing zwölf Soliden ^ i* 
aus den ZolleHriujnisseu unter die Mitglieder des Capitels verth^ilt tverden sollen. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Theodericus dei gratia Misnensis 
episcopus. Notum esse cupimus Christi tidelibus , quod beneficium duodecim solidorum 
de telonio nostro, quod Otto capellanus noster iure feodali de manu nostra tenebat, 
pecunia nostra ab ipso absolvimus et in augmentum praebendae fratribus nostris 
Misnensibus pro spe remunerationis aeternae contradidimns, ut in anniversario episcopi 



65 

Geruncki beatae memoriae^) ipsius memoria agatur a conventu et duodecim solidi in 
consolatione fratribus distribuantur. Ad confirmationem hiiius rei praesentem cartulam 
conseribi fecimus et impressione sigilli nostri »ignari anno incarnationis dominieae 
millesimo eentesimo sexto indictione quarta decima. Huius autem donationis testes sunt 
praepositus de Zillene, magister Bernardus scolasticus ecciesiae saneti Nicolai in 
Magdeburg, Mein . . sacerdos de Poweh, Olricus canonicus de Wrzin, HermanuB miles 
de Pritin. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden; das Siegel ist abhanden gekommen. 



A) 30 Nov 

No. 65. Um 1200. 

Der Decan sm U. L. Fr, Luter und der Probst tu S. Sever Gerwich in Erfurt belegen, vom apostol 
Stuhl mit Schlichtung eines Streites des Bischofs mit dem Markgr, Conrad über den Zehnten in der 
N Lausitz beauftragt, Letzteren wegen seines Nichterscheinens auf geschehene Vorladung mit dem Bann, 

Nos Luferus sanctae Mariae in Erfordia decanus et Grerwicus saneti Severi 
praepositus, quia a sede apostolica in mandatis accepimus, ut causam, quae inter 
episcopum Misnensem ex una parte et dominum C. Orientalem marchionem ex altera 
super decimis in Lusitz vertitur, fine debito terminemus, cum partibus legitime citatis 
nobis per probationes legitimas constet, quod idem marcbio a nobis peremptorie citatus 
litteris nostrae citationis receptis se a iudicio contumaciter absentat, habentes prae. 
manibus litteras coniudicis nostri praepositi de Hugisdorf, de rato eundem marchionem 
auctoritate apostolica pro contumacia excommunicavimus, praecipientes eum cautius ab 
Omnibus evitari. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden; die drei Siegel sind abhanden gekommen. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 30 irrig zum J. 1144. 



No. 66. Nach 1200. 



Paulus B. von Orta^),.Pönitentiar des P. Innocem IIL, meldet dem B. von Meissen, dass ein gewisser 

Wilhelm wegen der von ihm begangenen Verbrechen Absolution erluüten, und beauftragt denselben, 

weitere Erörterungen wegen der von ihm eingestandenen Todtschläge atizustellen und ihn zur Busse 

auf 40 Jahre utid länger nach Jerusalem zu senden. 

Venerabili in Cristo fratri . . dei gratia Misanensi episcopo Paulus eadem gratia 
Ürtanus episcopus domini papae poenitentiarius salutem in doinino. Latorein prae- 
sentium Wilhelmum, qui ad apostolicae sedis clementiam accessit, co quod incendium fieri 



a) Um dM J. 1800 eingesetzt. In einer hand«chriftl. vlta Innocentli TU. In der Vaiican. Bibliothek wird gesagt: Paulus ab 

Innoeentio III. Hortanos electns episcopus circA annum MCC, cam eiusdem pontiflcis famiUaris esset ac capellanus. Vgl. Ughelli lulia 
«acra I. p. 737. 

COD. DIPL. SAX. II. 1. 9 



C() - - 

consuluit et ecclesiam invasit ostia frangens et lioniineni extrahens^) et pro aliis flagitiis 
de mandato summi pontiiicis absolvimiis, eundeniqiie pro liomicidio et aliis peccatis 
siiis discretioni vestrae committimus consulendum. Et quia quatuor homiiies morti 
destinavit, inquiratis, si essent rei mortis necne, et iuxta saiictormn patrum et 
eanoniim instituta ei poenitentiam iniungatis, qiiae esset XL annorura vel pliiriiim. 
Unde si possitis eiim Uierosoliniam mittere melius erit, quia poenitentiam omnium 
peccatorum suorum ei dominus papa relaxavit. Eidem unum annum et si quid 
superest de carina indulsimus. 

Nach dem Orig. im K. Ilaupt-Staati^archiv zu Dresden, dem, vordem in Form eines Briefes zusammen- 
gelegt, das Siegel fehlt. 



1) hostia fr. e< hom. extraen* im Orig. 



No. 67. 1201. 2. Juni. 

P. Innoccnz IIL beauftragt den Erzbischof von Maydeburg und den Probst zu Seeburg den Burggrafen 

von DoJina, der auf Grund und Boden des Hoclistifts eine Burg erbaut, mit geistl. Zwangsinittehi 

anzuhalten^ das entfremdete Besitzthum zuriichzugeben oder sein Recht an demselben gnügetid 

zu erweisen. Vgl Xo, 74, 

Innocentius episcopus servus aervorum dei venerabili fratri . . Magdeburgensi 
[archijepiscopo et dilecto tilio . . Seburgensi praeposito. Dileeti tilii Misnenses suam 
nobis transmisere querelam, quod burggravius de Donyn ipsos quadam possessione ad 
suam ecclesiam pertinente spoliavit iniuste, castrum ibi aedificare praesumens. Ideoque 
discretioni vestrae per apostolica scrij)ta mandamus, quatenus praefatum burggravium, 
ut ablata restituat conquerentibus vel exliibeat iustitiam coram vobis, monitione prae- 
missa per censuram ecclesiasticam appellatione remota cogatis. Testes autem, qui 
nominati fuerint, si se gi'atia vel odio vel timorc subtraxerint , per eandeni districtionem 
appellatione postposita compellatis veritati testimonium perhibere, nullis litteris veritati 
et iustitiae praeiudicantibus , si quae apparuerint a sede apostolica impetratae. Quod 
si ambo bis exequendis nequiveritis interesse, tu frater archiepiscoi)c ea niliilominus 
excquaris. Datae Laterani IV. Xon. Junii pontiücatus nostri anno quarto. 

Bartsch Ilist. d. St. Dohna S. 164 f. vgl. mit (i rundmann cod. dipl. episc. Misn. I. p. 78 im K. Haupt- 
Staatsarchiv zu Dresden, welche heide fälschlich die Urkunde dem P. Innoccnz IV. zuschreiben. Das Original ist 
nicht aufzufinden gewesen. 



Xo. 68. 1201. 4. Juni. 

P. Innocenz III. Iwauftragt den Erzbischof von Magdeburg und den Abt und den Prior zu ÄltzeUe 

den Grafen Lirich von Weftin, welcher die der Meissner Kirche schuldigen Zehenden dieser vorenthalte, 

auch den Ärchidiakon derselben in seinen Hechten verkürze, von diesen Bechtswidrigkeiten abzumahnen, 

nöthigenfalh durch geistl. Strafmittel zur Folgeleistung zu nöthigen. 

Innocentius episcopus servus servorum dei venerabili fratri . . Magdeburgensi 
arcliiepiscopo et dilectis filiis . . abbati et . . priori de Cella beatae Mariae salutem et 
apostolicam benedictionem. Sicut venerabilis frater noster . . Misnensis episcopus nobis 



67 - 

conquereiido monstravit, V. comes de Witin decimationes ecclesiae suae debitas 
ab hominibus suis non permittit exsolvi, eiusdem quoque ecclesiae archidiacono in 
terra sua ius synodale et iura alia subtrahere non formidat. Ideoque discretioni vestrae 
per apostolica scripta mandamus, quatinus praefatum comitem ab huiusmodi prae- 
sumptionibus cessare de eetero, komines quoque ipsius decimas praefatae ecclesiae 
debitas sine difficultate persolvere monitione praemissa per censuram ecclesiasticam 
appellatione remota cogatis. Testes autem qui nominati fuerint, si se gratia, odio vel 
timore subtraxerint, per districtionem eandem appellatione cessante cogatis veritati 
testimoniuni perhibere, nullis litteris veritati et iustitiae praeiudicantibus, si quae 
apparuerint a sede apostolica imi)etratae. Quod si non omnes bis exequendis potueritis 
interesse, tu frater archiepiscope nihilominus ea cum eorum altero exequaris. Datum 
Laterani II. Nonas Junii pontiticatus nostri anno quarto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit bleierner Bulle an hänfener Schnur. 



No. 69. 1201. 8. Juni. 

P. Innocenz IIL beauftragt die Aebte zu Pforte und Altzelle und den Prior letzteren Orts einige Voigte 

der Meissner Kirche, welche diesell^ durch unberechtigte Forderungen schädigen j hiervon abzumahnen, 

nöthigeufalls durch geistl. Strafmittel zum Gehorsam zu nöthigen. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . de Porta et . . de 
Cella beatae Mariae abbatibus et . . priori de Cella beatae Mariae salutem et apostolicam 
benedictionem. Querela venerabilis fratris nostri . . Misnensis episcopi in nostro fuit 
auditorio recitata, quod S. ü. et quidam alii Misnensis ecclesiae advocati ecclesiam 
Misnensem dampnis intolerabilibus et exactionibus indebitis contra iustitiam aggravare 
praesuniunt. Ideoque discretioni vestrae per apostolica scripta mandamus, quatinus 
advocatos praedictos ut ab liuiusmodi praesuniptione desistant, monitione praemissa per 
censuram ecdesiasticam appellatione remota iustitia mcdiante cogatis. Testes autem qui 
nominati fuerint, si se gratia, odio vel timore subtraxerint, per eandem districtionem 
sublato appellationis obstaculo cogatis veritati testimoniuni i>erhibere nullis litteris — wie 
No. Ü8 — interesse duo vestrum ea nihilominus exequantur. Datum Laterani VI. Idus 
Junii pontiticatus nostri anno quarto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit der Bleihulle an hänfener Schnur. 



No. 70. 1203. 18. Juli. 

I\ Innocenz IIL beauftragt die Pröbste zu Halberstadt, Seeburg und Nienburg den zwischen dem 
Bischof und den Pröbsten zu Würzen und einigen Domherren zu Meissen obwaltenden Streit wegen 

Besetzung von vier Pfründen zu entscheiden. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . maiori praeposito Halber- 
stadensi . . Seburgensi et . . sancti Wiperti in Nienburc praepositis Magdeburgensis et 
Halberstadensis diocesum salutem et apostolicam benedictionem. Causam quae inter vene- 
rabilem fratrem nostrum . . . episcopum ex una parte et dilectos filios B. et T. Wrcinenses 

9* 



68 

praepositos et qiiosdam canonicos Misnenses ex altera super locatione quatuor praeben- 
darum et quibusdam aliis vertitxir, vobis de procuratorum utriusque partis asseiisu 
duximus committendam. Quocirca discretioni vestrae per apostolica scripta niandamus, 
quatinus partibus eonvoeatis audiatis hiuc inde pro[K)sita et causam ipsam appellatione 
remota fine debito terminetis, facientes quod decreveritis per censui-ani ecclesiasticam 
firmiter observari. Testes autem'qui fuerint nominati, si se gratia, odio vel timore 
subtraxerint, per censuram eandem appellatione cessante cogatis veritati testimonium 
perhibere, nullis litteris obstantibus praeter assensum partium a sede apostolica impetratis. 
Quod si iion omnes bis exequendis potueritis interesse, duo vestrum ea nihilominus 
exequantur. Datum Ferentini XV. Kai. Aug. pontificatus nostri anno sexto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



No. 71. 1203. 5. Aug. 

P. Initocetiz HL beauftragt den Probst auf dem Petersberf/e wid den Demn und den Scholasticus 

zu Merseburg die zwisclien dem Bischof elfter- und dem Dmnherrn B. und detn Burggrafen t-on 

Meissen andererseits obwaltenden Streitigkeiten wegen der Kirclie zu Jahna zu scMichten. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . praeposito sancti Petri 
de Monte Sereno Magdeburgensis diocesis et . . decano et . . scolastico Mersburgensibus 
salutem et apostolicam benedictionem. Inter venerabilem fratrem nostrum . . episcopum 
ex una parte et dilectos filios B. canonicum et nobilem virum Bulgrauium militem Mis- 
nensem ex altera super ecclesia in (Tan') causam accepimus emersisse, quam vestrae 

discretionis examini duximus committendam. Ideoque discretioni vestrae 

per eandem censuram nullis litteris veritati et iustitiae praeiudicantibus a sede 

apostolica impetratis. Quod si exequantur. Datum Ferentini Nonas Aug. ponti- 
ficatus nostri anno sexto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. — Die 
ausgelassenen Stellen stimmen genau mit No. 70 überein. 



a) Jahna bei OKchatz. 

No. 72. 1204. 22. Sept. 

K. Philipi) verzichtet auf den Nachlass der Erzbischöfe von Magdeburg und dller ihrer Suffraganen 
(die sogen. Spolien) zu Gunsten der Amtsnachfolger derselben und )mmentlich der etwaigen Gläubiger 

der verstorbenen geistlichen Herren. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Philippus secundus divina favente 
dementia Romanorum rex et semper augustus. lustum est et honestum, ut bene meritos 
suorum meritorum digna beneticiorum praemia congruo ordine subsequantur. Inde est 
quod nos attendentes praeclara devotionis obsequia, quae dilectus iidelis noster Ludolfus 
Magdeburgensis ecclesiae archiepiscopus ab exordio promotionis nostrae nobis exhibuit 
et domino etiam dante imposterum nobis est exhibiturus, non immerito ad omnia ea exe- 
quenda pura animi nostri intentione movemur, quae vel honorem personae suae respi- 



69 

ciunt vel ad eommodum et utilitatem ecclesiae suae priucipalis et demum suffraganearum 
ecclesiarum suarum conducunt. Cum inquam ex antiqua et antiquata consuetudine 
iinperii episcoporum omnium, qui de iiirisdictione sunt imperii, decedentium in quibus- 
cumque redditibus reliquiae fisco imperiali deberent cedere, ob sinceram dilectionem 
memorati archiepiscopi eiusque personae reverentiam successoribus suis, domino a prae- 
senti toga carnis ipsum exuente, et successoribus omnium suffraganeorum suorum imper- 
petuum concedimus iuri imperii in hac parte derogantes, ut omnes proventus episcopales, 
qui defunctis episcopis imperio cedere deberent, ad usus ipsorum colligantur et collecti 
conserventur, statuentes ut si morientes episcopi aliquibus fuerant debitis innodati ea 
exinde persolvantur, per hoc tamen speciale gratiae nostrae donum Magdeburgensem 
ecciesiam omnesque eins suffraganeas ecclesias cum Omnibus earum familiis occasione 
nominati archiepiscopi volentes esse specialius honoratas. Ut autem hoc libertatis nostrae 
donum ipsis ecclesiis perpetuo maneat inconvulsum praesentem paginam exinde conscribi 
iussimus et signo regiae maiestatis consignari, statuentes et regio edicto firmiter praeci- 
pientes, ut nulli de cetero personae altae vel humili ecclesiasticae vel seculari hanc 
nostrae donationis divalem paginam licitum sit infringere vel aliquo ei temeritatis ausu 
obviare. Quod qui facere praesumpserit centum libras auri componat, quarum medietas 
fisco, reliqua vero iniuriam passis cedat. 

Signum domini Philippi secundi Romanorum regis invictissimi. 

Acta sunt haec anno ab incarnatione domini IVP. CCIIU. Testes huius rei sunt 
Diethalmus Constantiensis episcopus, Hartwicus Augustensis electus, Bernardus dux 
Karinthiae, Heinricus iuvenis dux Saxoniae, comes Vlricus de Withiin, comes Fridericus 'V^f/vi 
de Brenen, burggravius de Magdeborch, comes Burghardus de Mannesfeld, Heinricus 
marscalcus de Callendin, Heinricus dapifer de Walperc, Heinricus de Smalnekke et alii 
quam plures. Datum per manum Syffridi regalis aulae prothonotarii in castris prope 
Erffordiam X. Kai. Octobris indictione VII. 

Nach dem Cod. S. Maur. im Herzogl. Arclüv zu Beraburg fol. 19. 



No. 73. 1205. 13. Juni. 

P. Innocenjg IIL benachriclUigt die Frohste zu Würjdmrg uttd Heusdorf und den Decan zu U. L, Fr, zu 
Herford, dass er in der Streitsache zwischen defn Bischof und mehrereti Mitgliedern des Domcapitels 
wegen Aufnahme eines Mag. MarHnus in dasselbe sich nach Abhörung der Partheien für die Aufnahme 
entschieden, auch den Martinus in die vacunte Probende investirt habe. Die Genannten werden 
beauftragt darüber zu wachen, dass M. in den ruhigen Besitz des Canonicats gelange. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . Wirzeburgensi et . . 
in Husdorp praepositis et . . decano sanctae Mariae in Herfordia Maguntinensis diocesis 
salutem etc. Cum dilectus filius L. procurator venerabilis fratris nostri . . episcopi 
Misnensis ex una parte et . . praepositus Wrchinensis*) Bercer., Ulricus et magister 
Nicolaus, magister Albertus et Albertus procurator quorumdam Misnensium canoni- 



1) Wninemit, WoneD- 



70 - - - 

coriim ex altera ad sedem apostolicam aceessissent, dilectiim iilium 1^. tit. sanctae cnicis 
presbyteruin cardinalem eis concessiiniis auditorem. In eiiiiis praesentia cum partes 
insimiil coueertareiit, inagister Martinus tanquam Misnensis ecdesiae canonicus se 
arbitrio, de quo contcndebant, opposuit asserens, ilhid nullius fuisse momenti pro eo, 
quod a iudicibus a sede apostolica delegatis in irrituni fuerat revocatum, et quia in ipso 
approbatur seetio praebendaruin , quam reprobat conciliuni Turonense, tum etiam quia 
cum in arbitros illos a se minime fuerit compromissum, ipsi in suum praeiudicium, quod 
scolastria sibi auferri debeat, statuerunt. Unde instantius postulabat arbitrium illud 
nuUum penitus iudicari. Ad liaec autem pars ad versa respondit, quod magister Mar- 
tinus se opponere non poterat arbitrio memorato, quia cum non sit Misnensis canonicus, 
ad ea admitti non debet, ad quae soli canonici vel alii ipsorum nomine admittuntur. 
Licet enim videremur sibi Misnensem canonicam contulisse, quia tamen suggerendo falsum 
et veritatem tacendo nos circum venire praesumpsit, carere debet penitus impetratis. 
Veritatem quidem tacuit, quia cum esset sacrilegus et duplici excommunicationis sen- 
tentia innodatus, hoc nobis cxprimere non curavit, falsum vero suggessit, quia cum 
scolastriam, de qua sustentari poterat competenter, haberet, se nulluni habere beneficium 
ecclesiasticum affirmabat. Cum igitur ex praemissis manifestius ostendatur non esse 
canonicum nee canonicorum cum esse procuratorem appareat, non est ullatenus contra 
arbitrium audiendus. Cumque coram cardinali praedicto super Ins fuisset diutius dispu- 
tatum, et ipse quae hinc inde proposita fuerant nobis fideliter retulisset, nos attendentes, 
quod ea, quae contra praefatum Martinum proposita fuerant, vel frivola erant vel falsa, 
ut exclusis ambagibus gratia nostra circa cum plenum sortiatur effectum, praebendam 
ipsam vacantem ei duximus auctoritate apostolica concedendam et ipsum de illa manu 
propria curavimus investire. Quocirca discretioni vestrae per apostolica scripta praeci- 
piendo mandanuis, quatenus auctoritate nostra suffulti praedictum magistrum faciatis 
plena et pacifica ipsius i)raebendae possessione garniere, contradictores per censuram 
ecclesiasticam appellatione postposita compescendo. Quod si non omnes his exequendis 
Interesse potueritis, duo vestrum ea nihilominus exequantur. Datum Idibus Junii ponti- 
ficatuft nostri anno octavo. 

Wünltweiu nova subs. iliploin. II. p. 111. — Brequigiiy et La Porto du Thoil diijlomata etc. II. p. 744. — 
Iimocontii III. opp. omn. ed. Mijriie II. p. Üliy. 



Xo. 74. 1200. 31. März. 

Markfjraf Dietrich entscheidet eine sivischen dem Bischof und desmen Cajritel und dem liurffgrafefi 

Heinrich von Dohna entstandene Irrnnf/ tvegen eines von Letzterem erbauten Castells, nachdem die 

Grenzen der Mark und des Stifts von Sarhlcnndiffen festgestellt worden. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Tidericus dei gratia Misnensis marchio 
Omnibus Christi fidelibus, ad quos praesens pagina pervenerit, certa teuere et ineerta 
dimittere. Cum omnium habere memoriam et in his quae gesta sunt in nullo deviare 
divinum sit potius quam humanuni , idcirco ne praesentium posteritas dubitare valeat in 
futurum j quae inter ecclesiam Misnensem et Henricum burcgra^ium de Donin arbitrati 



71 

fuimus, hoc sigilli nostri munimine roborato duximus referendiim. Notum sit itaqiie tarn 
praesentibiis quam fiituris, quod cum causa, quae iiiter dominum Tidericum Misnensem 
episcopum et capitulum suum ex una parte, et Henricum dictum ex altera vertebatur 
Jkcrr>. <r/K. super quodam castello quod Thorun') vocabatur, quod quidem castellum praefati epi- 
^f f scopus et canonici Misnenses asserebant memoratum Henricum in bonis Misnensis eccle- 

siae de novo contra iustitiam posuisse, et per hoc bona ipsius ecclesiae destruxisse, 
homines afflixisse et novas et indebitas exactiones et onera rusticis ecclesiae indixisse, 
diutius ventilata iinem debitum non fuisset sortita: placuit partibus memoratis ipsam 
causam nobis committere arbitrio decidendam, hinc inde in manu nostra fide data pro- 

\o mittentibus, quod quicquid de causa ipsa arbitraremur, firmum tenerent et ratum et nuUa 
umquam fraude vel astntia violarent. Nos igitur deum habentes prae oculis et utriusque 
partis iustitiam integi'am conservare volentes, de conscientia, consensu et voKmtate 
ambarum partium hos ^iros bonae opinionis et .famae de ipso confinio l^rchtoldum et 
Tidericum de Potshapel, Henricum de Lutiz, Fridericum et Bertoldum Karaz fratres, 
/r Reinoldum de Grimme et Hugonem fratrem eins, Wolfangum Sholc, Arnoldum de Üolen, 
Burchardum de Kiz, Ottonem Riman, Timoriem, Henricum Hildan, Tidericum de Kome- c ^^ 
ram, Jordanum, Herbordum de Oztrov, Hermannum de Worganewiz, Hiklebrandum de 
Gonpitz et alios quam plures, Johannem de Plawen, Hrunzlaum et Petrum fratres ad 
praesentiam nostram venire fecimus et iurare, quod amore, timore, odio, pretio et pre- 

2q cibus praetermissis bona fide et absque omni fraude distinguerent bona ecclesiae Mis- 
nensis et marchiae Misnensis sita in illo confinio. Hoc autem ideo fieri praecepimus, 
quia dictus burcgravius constanter asserebat, quod praefatum castellum in bonis mar- 
chiae et non ecclesiae fimdaverat, unde ad nos et non ad ipsam ecclesiam dictum castellum 
i pertinere dicebat, nominando nos auctorem et warandum suum, ubicumque et quando- 

;t cumque conveniebatur de castello saepius memorato. Quos quidem viros iuratos cum 
nostris nuntiis nobilibus viris Ki'kenberto burcgravio de Dewin et Erkenboldo de Grizlav 
ad locum misimus, de quo quaestio vertebatur. Praenominati igitur viri bona ecclesiae 
et marchiae coram ipsis nuntiis limitantes, sub religione sacramenti hoc veraciter aftir- 
mabant, quod omnia a capite rivuli Zuchewidre**) usque ad finem descensus ipsius in 

^t flumen IJistrice'') et inde usque ad finem descensus ipsius Bistrice in Albiani contenta 

., Misnensi ecclesiae attinereut. Reversi ergo cum nuntiis nostris distinctionem quam 

fecerant in nostra sunt praesentia protestati. Nos autem habito consilio plurimorum 

ibidem fuimus arbitrati, quod dictum castellum cum aliis contentis intra limites mcmoratos 

Misnensis essent ecclesiae. Castellum etiam destrui iussimus, et ne quisquam hominum 

^r illud de cetero ausu temerario reaedificare praesumeret, dominus episeopus sub poeiia 
excommunicationis, nos vero sub periculo rerum et personarum curavimus inhibere. Ut 
igitur haec rata et inconvulsa permaneant, praesentem cartulam sigilli nostri inpressione 
munitam conscribi fecimus cum testibus infra notatis, quorum haec sunt noniina: Tide- 
ricus episeopus Misnensis, Bruno praepositus Misnensis, Guncelinus decanus, Tidericus 

■io custos, Tidericus praepositus Wrzinensis, Lutherus, Bertramus, Luprandus, Wii>ertus, 
Albertus canonici Misnenses, Burchardus praepositus de Lutmariz, Henricus canonicus 
Wrzinensis, Henricus de Werenboldisdorf, Henricus de Warin, Bernardus de Vesta, *^/ 

«) WalmehoiiiUch dtr Bnrfborf bei Peiterwiti. b) I>«r Zanckeroder Baeb. e> Weiiioritt. 



72 

Bernhardus de Trebzin, Cunradus de Miitsin, Petrus de Chuline, Ulricus antiqiuis de 
Doiün, Henricus de Hecelnewiz, Hartlip de Gurbewiz, Henricus et Albertus fratres de 
Sterenberc, Henricus Shotte, Henricus de Cliorun, Heldolfus, Albertus Polonus, Cunradus 
pincerna, Cunradus de Brezeniz, Hildebrandus capellanus, Rabenoldus et Ulricus scri- 
ptores marchionis, Otto filius burcgravii de Donin, Henricus de Frankenberc, Cunradus ^ 
Spanseil, Hugo de Ysenberc, Cunradus Silstranc, Burkardus Nichist, Tiirio de Lome, 
Wernherus Rinc, Fridericus de Cemin, Wcrnherus de Ertmaresdoif, Mecelin, K napatz 
ofÜciati curiae, Bernhardus de Sessov, Cunradus de Yla, Wolfraraus et Petrus fratres 
de Shellenberc, Heidenricus et \nricus capellarii, Vlricus canonicus Misnensis, Henricus 
marsealcus. Acta sunt liaec Dresdene anno ab incarnatione domini M**CC Vr., indictione »o 
IX*., U. Kalendas Aprilis, anno domini Phylippi regis augusti regni VHP., feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem sehr wohl erhaltenen Reitersiegel des 
Markgrafen an hänfener Schnur. 

Sehr fehlerhaft im Auszug bei Hasche Gesch. Dresdens. Urkundenb. S. 3. und angeblich nach dem Orig. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 44. 



No. 75. 1206. 13. Dec. 

B. Dietrich IL und das Capitel übernehmen dankbar die vom Cistcrcienser Ludger von ÄltzeUe 

ihnen dargebotene Schrift des Augustinus de civitate dei und verpflichten sich zu Festhaltung der 

Bedingung den Jahrestag dieses grossen Kirchenlehrers festlich zu begehen. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Teodericus dei gratia Misnensis eccle- 
siae episcopus et capituluni. Cum innumeris vitiorum maculis cotidie sordescat vita 
liumana, in eo potissimum ut speramus divinae proximamus indulgentiae, si eis saltem 
obsequii aliquid impendimus, qui ecclesiam dei prae ceteris et exemplis erexerunt et 
doctrinis correxerunt. Notum itaque facimus tarn praesentibus quam futuris tiliis ecclesiae, 
quomodo veniens ad nos familiaris noster amicus, F^udgerus monachus de Cella sanctae 
Mariae, librum sancti Augustini de civitate dei permissione abbatis sui ecclesiae nostrae 
devotus contulit, petcns a nobis huraili precum instantia, quatinus natalem diem ciusdem 
beati Augustini episcopi atque doctoris eximii cum novem lectionibus et festivo diei 
officio annis singulis vellemus peragere. Proinde nos noii sustinentes, ut tantum lumen 
ecclesiae in humili memoria tamquam sub modio diutius esset opertum, unanimi et volun- 
tario voto gratis in hoc omncs consensimus, ut super candelabrum ponatur et in celebri 
memoria festum eins et a nobis et a i)Osteris nostris aiinuatim agatur, ut luceat omnibus, 
qui in ecclesia nostra sunt, s])erantes in misericordia dei nostri, quod per ij)8ius beati 
patris merita in fide catholica, pro qua idem vigilanti cura laboravit, Misnensis ecclesia 
inconcussa perpetuo perseveret, optantes, ut quicunque diem ipsum debita cum veneratione 
peregerint, bonis omnibus nunc et semper perfrui mereantur. Si quis vero de nostris, 
quod non speramus, buic nostrae constitutioni refragari praesumpserit, dei et omiiium 
sanctorum suorum odium habeat et a deo atque a beato Augustino tamdiu alienum se 
esse eognoscat, donec a temeritate sua resipiscat. Quod videlicet malum ab omnibus 
jjostena nostris remotum esse cupientes, praesentem paginam de modo facti huius 



73 — 

conscribi fecimus, eamque sigillorum nostrorum impressione communimus et nomina 
nostra in testimonium subscribimus. Bruno praepositus maior, Gunzelinus decanus, 
Teodericus custos, Teodericus praepositus de Wrzin, Eütherus, Bertramus^ Vlrieus, 
magister Wipertus, Luprandus, maxister Albertus, Albertus de Lubene, Martinus 
seolasticus, Albericus, Sifridus. Acta sunt anno ab incarnatione domini M. CG VI**., 
indictione Villi*., Idus Decembris. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den wohlerhaltenen Siegeln des Bischofs und des Capitels 
an Fäden von grflner und rother Seide. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 48. 



No. 76. 1207. 4. Jan. 

P. Innocenjg III. spricht gegen den Herzog Wladislaw von Polen sein MisfaUen aus über dessen 
gewaltthätigen Eingriffe in die innern Angelegenheiten der Kirche und harte Behandlung der 
Geistlichkeit y und droht ihm mit geschärfter Krconimunication, deren VoTbnehung unter andern 

auch dem B. von Meissen übertragen ist. 

Innocentius episcopus etc. nobili viro duci Vuladislao spiritum consilii sanioris. 
Interrogamus te etc. — Alioquin quantumcunique nobis molestum existat te in aliquo 
molestare, quia tarnen defcrre deo magis, quam homini nos oportet, sententiam, quam 
praedictus archiepiscopus [( juesnensis] tulit in te propter aliqua praemissorum vel propter 
omnia, seu etiam propter singula, quae vel hactenus in libertatem ecclesiasticam 
attentasti, vel quod abftit in posterum attemptaveris, in te vel illos, qui. beneficia sua 
de manu tua susceperint, seu te in ipsius praesumpserint persecutione fovere, 
rationabiliter duxerit proraulgandam , firmitatem decernimus debitam obtinere, venera- 
bilibus fratribua nostris . . Pragensi . . Olomucensi . . Misnensi et universis Polonien- 
sibus episcopis praecipiendo mandantes, ut eam, sicut rationabiliter lata fuerit, quoties 
ab eo fuerint requisiti, usque ad satisfactionem condignam auctoritate nostra faciant 
inviolabiliter observari, aingulis dominicis et festivis diebus pulsatis campanis et candelis 
accensis solemniter innovantes eamdem. Datum Romae apud sanctum Petrum IL 
Nonas Januarii pontiiicatus nostri anno nono. 

Brequigny et La Porte du Theil diplomata etc. II. p. 1028. — Innocentii IIL opp. ed. Migne II. p. 1060. 



No. 77. 1208. 2. Juni. 

J\ lunocenz IIL befiehlt dcfn Abt, dem Prior und dem Cantor zu Altzelle die von mehrereti Diikesanen 
geschehene Verweigerung rfß.v Zehntens an das Meissner Capitel, wenn diese dabei beharren, mit 

geistlichen Strafen zu ahnden. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . abbati . . priori et . . 
cantori in Cella, Cisterciensis ordinis Misncnsis diocesis, salutem et apostolicam bene- 
dictionem. Transmissa nobis dilecti filii Misnenses canonici querela monstrarunt, quod 
P. miles de Nozim et Z. frater ipsius, Magnus et fratres eins de Zobor, H. de Criwiz 
et P. de Cunsbach et quidam alii Misnensis diocesis quasdam decimas ad eorum prae- 

COD. DIPL. 8AX. II. i. 10 




_ _ 74 

bendas spectanteft contra iustitiam detinent et reddere contradicunt Quocirca discretioni 
vestrae per apostolica scripta mandanuw, qiiatinus partibiis convocatis et auditis hinc 
inde propositis, quod canonicum fuerit appellatione postposita statuatis, fecientes, quod 
decreveritis per censurara ecclesiasticam finniter observari. Testes aiitem, qui fuerint 
nominati si se jfratia, odio vel timore subtraxerint, cogatis censura simili appellatione 
remota, veritati testimoniuni perliibere. Quod si non omnes Ins exequendis potueritis 
interesse, duo vestrum ca nihilominus exequantur. Datum Anagniae IL Nonas Junii, 
pontificatus nostri anno undecimo. 

Nach dorn Orip. im Stiftsarchiv zu Moissen mit der bleiernen BuHe an hänfener Schnur. 
Köhler cod. dipl. Lns. I. Anh. S. 49. 



Xo. 78. 1210. 24. Jan. 

P. innocenz IIL beauftragt dfu B, ton Mcissen und die Aehte m Pforta und Alt^lle na^h 

umständtieher Ermhlang des bisherigen Ganges eine Streifsaehe der Aehtissin von Quedlinhurg 

mit dein B. und Capitel von Halberstadt, in welcher der Meissner Domherr Mag. Nivolaus al^ 

Abgeordneter der Ersteren in Rom gewesen, näher zu untersuchen und zu entscheiden. 

Innocentius episcopus servus servorum dei venerabili frati-i . . episcopo Misnensi 
et dilectis iiliis . . de Porta et . . de Cella abbatibus Nuembergensis et Misnensis dioe- 
cesum salutem et apostolicain benedictionem. Dilccta in Christo tilia Quideleniburgensis 
abbatissa transmissa nobis conquestione monstravit, quod cum Quidelemburgense 
monasterium ad Romanani ecclesiam cum sibi adiacentibus ecclesiis universis nullo per- 
tineat niediante, sicut evidenter apparet per privilcgia pontiticum Ronianorum, ac vene- 
rabilem frati'em nostrum Haluerstadensem episcopum in ramis palmarum pro divinae 
laudis officiis sollempnius exequendis accedentem ibidem caritativa non debita exhibitione 
multotiens procurarit. Idem episco])us receptionem ipsam gratuitam in iuris necessita- 
tem convertens et abutens sibi gratia collata in liac parte cum tanta illuc hominuni 
multitudine accedebat, quod viginti et quinque argenti marcis copia piscium comparata, 
excei)tis aliis neccssariis sumptuosis, insufticicns discumbentibus habebatur. Praeter 
liaec auteni in festo beati jn'otonuirtyris Stcpliani ob ipsius reverentiam festo auri et in 
puriticatione bcatae virginis can<U*lae quaedam consueverunt offerri gratis Haluerstadensi 
ccclcsiae a i)racfati monasterii abbatissis. Caeterum cum cadem abbatissa per venera- 
bilem fratrein nostrum . . episcopum Mersburgensem auctoritate sedis apostolicae munus 
benedictionis adcpta hacc consinccrct sibi et suo nionasterio praeiudicium non modicum 
generare, i)racdicta fecit ipsis Haluerstadensibus denegari, praesertim cum idem mo- 
nasterium priviiegiis pcmtiticum Romanorum innnunis ab omni onere dinoscatur, et dicti 
I laluerstadenses j)Ostularcnt de iure, quod ex familiaritate ac gratia eisdem exhibitura 
fuerat a praecedentibus abbatisjjis. Verum cum tam pro liis, quam pro aliis vexationi- 
bus, quae ipsi ecclesiae asseruntur contra sedis apostolicae privilegia irrogata, venerabili 
fratri nostro . . Brandeburgensi episcopo et dilectis tiliis . . abbati Mersburgensi et . . 
praeposito sancti Petri de Monte Sereno ad ipsius abbatissae conquestionem dederimus 
noBtris litteris in mandatis, ut dictum episcopum a praefatis desistere gravaminibus et 



__ 75 

de dampnis ac iniuriis eidem illatis, prout tenebatur, satisfacere monitione praemissa, 
qua convenit districtione compellere procurarent: Haluerstadense capitulum interim post 
factam ammonitionem ad venerabilem fratpem nostrum . . Hildesemensem episcopum et 
coniudices suos quasdam litteraa niilla de prioribus habita mentione super reeeptione in 
die palmarum , fertone auri et quibusdam candelis ac etiam super obedientia praelatoruui 
quorumdam sibi, ut asseruiit, facienda, qui ex tenore privilegiorum apostolicae sedis 
tenentur subiecti monaBterio supradicto et ipsi abbatissae de speciali mandato nostro, 
prout in apostolicis litteris manifeste apparet, reverentiam et obedientiam exhibent tarn 
debitam quam devotam, veritate tacita impetrarunt. Qui iudices cum apud Hildesemen- 
sem civitatem abb^tissam iam dictam responsuram primo edicto peremptorie citavissent, 
sicut eorum litterae in nostra perlectae praesentia continebant, ex parte ipsius abbatissae 
non contestata lite allegatum extitit coram eis, quod impetratae taliter litterae carebant 
robore firmitatis, maxime cum priorum nullam facerent mentionem et decisio huiusmodi 
articuli saltem per arbitros deberet communiter terminari. Sed cum penes ipsos nihil 
horum posset aliquatenus obtinere, tum propter id et ob loeum suspectum pariter et 
remotum, tum etiam quia facultas appellandi sibi ex eo erat relicta, quod Corbegjensis 
abbas absque appellationis remedio alii non potuit committere vices suas, et projrter alia 
quaedam gravamina nostram audientiam aj)pellavit ad prosequendam appellatiouem 
emissam, dilectum tilium magistrum Nicolaum subdiaconum nostrum Misnensem canoni- 
cum ad apostolicam sedem transmittens. Quo in nostra praesentia constituto iidem 
iudices de appellatione interposita cognoscentes et ipsam frivolam decernentes dictam 
abbatissam ad eorum praesentiam citare denuo praesumpserunt, et quia electum et 
canonicos Haluerstadenses auctoritate apostolica prohibitos a iudicibus delegatis, ne 
libertatem ipsius ecclesiae in praedictis vel in aliis praepedirent, ad agendum in ipsius 
praeiudicium admittebant, sedem appellavit apostolicam iterato, seipsam, convcntum, 
ecclesias, clericos, ministeriales et omnia quae pertinebant ad monasterium raemoratum 
sub protectione apostolicae sedis ponens. At ipsi appellationes vilipendcntcs ipsius 
totiens geminatas, in ex])ensis reddendis Haluerstadenses condempnantes eandcm, in 
possessionem ipsos omnium quae petcbant in ipsius abbatissae praeiudicium decreverunt 
induci, et licet abbatissa iam dicta pro tanto gravamine memoratos iudices ad sedem 
apostolicam provocasset, eisdem terminum festum puriticationis beatae virginis proximo 
praeteritum praeiigendo, nihilominus tamen ipsi oppressiones gravamini aggregantes, 
spretis etiam appellationibus, ipsam excommunicationis vinculo innodarunt facientes 
eandem exconnnunicatam publice nuntiai'i, subiectis Quidelemburgensi ecclesiae suis 
litteris iniungentes, ut eam tanquam excommunicatam arctius evitarent Sed ipsi ante 
receptionem litterarum ipsarum ad appellationis confugium convolarunt. Propter ((uod 
per eundem procuratorem nobis humiliter supplica,vit, quatinus praedictis episcoi)o et 
capitulo Haluerstadensi in praeceptis dare nostris litteris dignarenmr, ne contra privile- 
gia pontiticum Romanorum tarn idem monasterium, quam ipsius membra super bonis 
eorum seu rebus clericorum ac laicorum ad dictum monasterium |)eitiuentibus praesumant 
de cetero molestare. Ad haec autem dilectus iilius magister Alexander, praetaxati 
episcopi procurator, coram nobis proposuit ex adverso, quod cum praefati iudices dictam 
abbatissam pro causa, quae inter ipsam ex parte una et eosdem episcopum et capitulum 

10* 




- - 76 

ex altera super prociiratione in die palniariim et rebus aliis vertitur, legitime citaWssent 
et taiulem seeundo et tertio expectata contimiax sit inventa, ipsi iudices pro coutumacia 
in ipsani auetoritate nostra exeommunicationis sententiam protulerunt. Unde a nobis 
cum instantia postnlavit, ut eandem sententiam sicut rationabiliter est prolata iisque ad 
satisfactionem idoneam observari nostris litteris mandaremus. Qiiia vero nobis non 
constitit de praemissis, diseretioni vestrae per apostolica scripta mandanius, quatinus si 
res ita se habet, quemadmoduni proeiirator abbatissae narravit, sententiam latam in 
ipsam decernatis penitns nullam esse^ rediicentes in statum pristinum, si quid attempta- 
tum est contra ipsam. Alioquin eadem sententia iuxta formam ecclesiae relaxata, causam 
convocatis partibus audiatis, et eam, si de partium voluntate procijsscrit, sublato appella- 
tionis obstaculo fine canonico terminetis, vel ipsam sufficienter instructam ad nostrum 
remittatis examen, praetigentes partibus terminum competentem, quo nostro se conspectui 
repraesentent sententiam dante domino recepturae. Quodsi non omnes bis exequendis 
potueritis interesse, tu frater episcopc cum eorum altero ea nihilominus exequaris. Da- 
tum Laterani VUl. Kai. Februarii, pontificatus nostri anno tertio decimo. 

Roff. 

Nach dem Orig. ini Prov.- Archiv zu Majrdolmrg: das Bleisiejrel fehlt. Fehlerhaft Leuckfeld antiquitt. 
yuodliiib. p. 2*J7 und Innocentii opp. ed. Mitriio. IV. j). 19;'). Nichtiger Eratli cod. dipl. yuedlinl). p. 129. 



No. 79. Im 1211. 

Erzbist'hof Alhert I. von Magdeburg befiehlt den Eingesessenen der Lansitj: der Stiftskirche den ihr 

zustechenden Zehnten unwcigerlieh zu gewähren, 

A. dei gratia sanctae Magdeburgensis ecclesiae arcliie])iscopus universis Christi 
lidelibus in terra I^usiz constitutis salutem in domino. Ad nostram credimus notitiam 
pervenisse, qualiter bonae memoriae illustris vir C. marchio de I^andesberch, eo quod 
terrae vestrae decimas detineret, a venerabili fratre nostro T. piae recordationis Misnensi 
episcopo exconununicationis vinculo meruit innodari, qui demum absolutionis beneticium 
obtinens per dominum liauenbergensem ei)iscoi)um, et per alios viros honestos ac fideles 
securam praebuit cautionem, quod super eisdem decimis Misnensi ecclesiae satisfactionem 
omnimodam exhiberet. (yum igitur iam diu nobis constiterit ipsas decimas ad Misnenseni 
ecclesiam i)ertinere, Universität! vestrae praecipiendo mandanius, quatenus eas venerabili 
fratri nostro H. episcopo vestro exhibere et solvere nullatenus omittatis, quod utique 
pium censemus et aequum, cum Misnensis ecclesia iam longo tempore contra iustitiam 
suis decimis sit fraudata. 

Nach dem Orig. im Stiftsar(!hiv zu Meissen mit dem nur in wenigen Fragmenten noch v(»rhandenen Siegel 
des Erzbischofs an einem Pergament streifen. — Nachdem Markgraf (.'ourad 1210 gestorben, hat B. Dietrichs (gest. 
120b) Nachfolger Bruno höchst wahrscheinlich alsbald diese Weisung des Erzbischofs ausgewirkt. 



77 



No. 80. 1213. 

P. Innocenz IIL fordert die Glätibigen der Magdeburger Erzdiöcese auf das Eindringlichste auf 
an dem bevorstehenden Kreuzzuge mich dem heil Land persönlich oder durch milde Beisteuern sich 

zu ihrem eigenen Seelenheil zu betheiligen, 

Innocentius episcopus etc. iiniversis Christi fidelibus per Magdeburgensem et 
Bremensein provincias constitutis salutem etc. Quia maior nunc instat necessitas quam 
nnqiiam exstiterit, ut terrae sanctae necessitatibus succurratur etc. 

Innocentii epp. ed. Baluzius II. p. 752. — Innocentii opp. ed. Migne. III. p. 817. — Mansi concilior. coli. 
XXII. p. or>6. 

Gleichzeitig erliess Innocenz ein Breve ^Pium et sanctum propositum" an den vormaligen Bischof von 
Halberstadt (Conrad) und an F. vormals Abt zu Sichern (Sittichenbach) mit der Weisung in den genannten Pro- 
vinzen zum Kreuzzug aufzuibrdem und milde Gaben zu sammeln. Innocentii epp. ed. Baluzius IL p. 754. Inno- 
centii opp. ed. Migne III. p. 822. 



Ko. 81. 1213. 19. Apr. 

P. Innocenz IIL fordert den Erzbischof die Bischöfe ^ Äebte und Frioreti der Magdelmrger Provinz 
auf zu einer aflgemeinen Kirchenversamnüung im Herbst 1215 in Rom sich einzufinden, 

Innoceiitius episcopus etc. archiepiscopo et episcopis, abbatibus, prioribus consti- 
tutis per provinciam Magdeburgensem salutem etc. Vineam domini Sabaoth mirftifornies 
nioliuntur bestiae demoliri etc. Universitati vestrae per apostolica scripta praeeipieiulo 
mandamus, quatenus vos taliter praeparetis, quod a praesentis dominicae incarnationis 
millesimo ducentesinio decimo tertio anno usque ad duos annos et dimidiuin praefixis 
vobis pro termino Kalendis Novembris nostro vos coiispectui praesentctis cum modestia 
et cautela, ita quod in vestra provincia unus vel duo de suffraganeis valeant episcopi 
remanere pro christianitatis ministeriis exercendis, et tam illi quam alii, qui canonica 
forte praepeditione detenti personaliter venire nequiverint, idoneos pro se dirigant respon- 
sales, personarum et evectionum mediocritate servatat|uam Lateranense concilium detini- 
vit etc. Iniungatis autem vos, fratres archiepiscope et episcopi, ex parte nostra universis 
ecclesiarum capitulis non solum cathedralium , sed etiam aliarum, ut praepositos vel 
decanos aut alios \iros idoneos ad concilium pro se mittanl, cum nonnulla sint in ipso 
tractanda, quae specialiter ad ecclesiarum capitula pertinebunt. Interim vero et per vos 
ipsos et per alios viros prudentes uni versa subtiliter inquiratis, quae correctionis aut 
reformationis studio indigere videntur, et ea tideliter conscribentes ad sacri concilii pcr- 
feratis examen etc. Nullus itaque se tallaciter excusando ab exsecutione tam saiicti 
operis subtrahat, si canonicam vult effugere ultionem. Nemo dissensionum obstacula vel 
itinerum impedimenta causetur, quae domino faciente Signum in bonum ex magna iam 
parte cessarc coeperunt etc. Datum Laterani XIII. KaU Mail pontiticatus nostii anno 
sexto decimo. 

Innocentii epj). od. Baluzius. 11. }). TiVj. - Innocentii opp. ed. Mitfiie. III. p. 823. — Mansi concilior. coli. 
XXII. p. 960. 



78 - 



No. 82. 1214. 23. Apr. 

li. Diefrich von Merseburg, Marlgraf Dietrich und Alb. von Draissig legen den zwischen dem 
Donwaj)ifeJ tnid Arnold von Mildenstein über die Zehnten in dem Burgwart Grozne und 

Franhenberg schwebenden Streit bei. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Nos Teodericus dei gratia Mersbur- 
gensis ecclesiae episcopus, Teodericus Misnensis et Orientalis marchio et Albertus de 
Droyzzec, inter Misnense capitulum et Amoldum de Mildenstevn arbitri communiter 
electi. Quuni exemplis ipftius infttruimur, qui constitutus inter deum et hominem, ipse 
deus et liomo, paritor mediator utrumque unum fecit, ut quemadmodum ipse fecit nobis, 
et nos eadem facianuis, tiniendis diseordiis et litibus sopiendis operam accommodantes, 
universis Christi tidelibus in notitiam duximus educendum, quod cum inter ecclesiam 
Misnensem et Amoldum de Mildenstevn super decimis possessionum Hersveldensis 
ecclesiae in burcwardo (iozne*) constitutis iam dudum quaestio verteretur, licet eadem 
causa per nie, videlicct episcopum et Dietmarum decanum et Hcynricum arcliidiaconum 
Mersburgensem auctoritate apostolica esset decisa et decima eadem fratribus sententialiter 
adiudicata, nihilominus postmodum pro bono pacis in nostrum arbitrium compromiserunt. 
Post multos igitur super eo tractatus habitos Arnoldus idem tria tandem fratribus pro- 
posuit, quorum primum fuit, quod si Teodericus maioris ecclesiae Misnensis pracpositus, 
consanguineus ipsius Arnoldi iuratus assereret, ipsas decimas ad capitulum pertinere, 
ipse super eis ecclesiam de cetero minime molestaret. Ki)iscopus vero et canonici duobus 
aliis, quae proposita fuerant, postpositis eum qui expressus est articulum elegerunt. 
Unde iam dictus prae}>ositus tactis sacrosanctis evangeliis dixit, omnem decimam posses- 
sionum Hersveldensis ecclesiae, quae sunt in burcwardo (iozne et Urankenberch consti- 
tutae, ad altare beati Pauli et ad praebendam fratrum legitime pertinere. Nos vero eidem 
Arnoldo super eadem petitione perpetuum silentium imponentes et in decimis eisdem 
pacem fratribus tirmantes, eas sine diminutione in antea i)raecepinms ipsis solvi. Testes 
autem luiius rei sunt: Bruno episcopus, Guncelinus decanus, Bertranuis Worcinensis 
pracpositus, Vlricus custos, Wipertus scolasticus, Heidenricus et Geroldus canonici 
Misnenses et (.onradus ca])pellanus marchionissae, Meynricus burcgravius de Donin, 
Heynricus de Choruu, (.onradus de Horsendorf, Albertus <lapifer, Herbordus de Worein, 
Arnoldus de Zlowin, Ilermannus de (-atena, ('onradus de Teniz, laici. Acta sunt 
liaec Doblin incarnationis dominicae anno miliesimo CV/\ XIIIl"., indictione IIP., nono 
Kaien. Mai. 

Nach ilcm Oritr. im Stittsiucliiv zu Meiosen mit drfi an IVrjramriitstrfitVn lian^'<'iid<'ii wohleilialteiit'ii Sii-- 
tfflü des Bischofs Dietrich von Mri>cliiir;r. <lc> Markirraleii I)i»'trich (Kfit«»rsiejr«'l. auf weKliem ein Schild mit zwei 
senkrechten Balken sichtbar i>t) und Alberts von Droissi^. 

Köhler cod. dijd. Lu^. 1. Aidj. >. .'><». — Im Au>zuir .Journal f. Sachsen S. iM. 

•AI J<;:/.i Sariihunliuru i'f. \'^\ (tuutiK:li .Vrt-Iii\ I. >*. Ut». 



79 



No. 83. 1214. 

Einigung jsnmscheti dem Stift Meissen und detn Kloster Riesa über die zwischen den PrfJbsten beider 

Kirchen streitigen Zehnten in einigen Dörfern, 

Haec est forma compositionis inter Misnensem et Rizowensem ecclesias super 
decimis, pro quibus earundem ecclesiarnm praepositi coram delegatis iudieibus litigabant, 
/ 1*/'./ quod ecclesia de Rizowe Misnensi praeposito et suis successoribus hoc anno praesenti 
litis sedatae et eunctis annis sequentibus in perpetuum de quolibet manso sex villanim, 
quarum haec sunt nomina: Rizowe, Heida, Sentemariendorf, Popuwiz, Lechowe, 
5/. (lolenze') unum modium siliginis Misnensis mensurae quae nunc habetur sine qualibet 
contradictione persolvet, et eosdem modios suis vehiculis in Boruz**) faciet deportari. 
Partes autem iam dictae duos modios aequales facient ad exemplar alicuius modii, qui 
in civitate Misnensi legitimus habeatur, qui singuli penes singulos remanebunt. Misnen- 
sis autem praepositus duorum annorum, quam a saepe dicto praeposito repetebat, remisit 
annonam, et sex marcas argenti, quas pro retentis duonim annorum decimis c^pitulo de 
Rizowe petente consensit accipere, ibidem deo servientibus nomine elemosinae liberaliter 
dedit et ab omni petitione cessavit. Ut autem fimmm apud posteros quod inter partes 
convenit et sine omni quaestione permaneat, hanc cartulam utriusque capituli sigillis 
placuit roborari. Testes autem qui praedictae transactioni intererant hi sunt: Abbas de 
2r- .H Doberlov, praepositus Novi Operis in Hallis, saepedictus praepositus in Rizowe, Her- 
mannus Strans advocatus, Alohlus parrochianus in Scorenz, canonici Misnenses saepe- 
dictus praepositus Misnensis, Bertrammus praepositus Worsinensis, Vlricus custos, 
(junzelinus, Albertus de Lubene, (ieroldus, Wipertus scolasticus, magister Albertus, 
Heidenricus vicarii, Reinerus sacerdos, Petrus, Henricus diaconi. Acta sunt haec in 
Misna anno incarnationis dominicae M". CC". Xllir. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; die au Pergamcutstreifeu hefestigt geweseneu Siegel sind 
ahhanden gekommen. 



a) Rlena, Heida, Morgondorf, Poppitx, Leckwitz, Uohlis, «änimtlich bei Rleca. b) Borits. 



No.84. 1216. 31. Mai. 

R Bruno IL und das Cnpitel beseitigen, dass der Decan Gunzelin drei Talente jCüirl. Zinsen dtr 
Domhirche zu seinem und dem Jahrgedüchtniss des Marhjr. Diderich, so wie Gvtreidvzinsen zu Kiuiz 

zu dem seifwr Eltern zugeeignet halße. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Bruno sccundus dei gratia Misnensis 
ecclesiae episcopus et capitulum. Öicut ad locum unde exeunt flumina revertuntur, ut 
iteruni fiuant, ita possessiones ecclesiasticae ad hoc a viris habentur timoratis, ut quod 
necessitati eorum superfuerit, rursus ad personas ecclesiasticas et per eas redcat ad 
dominum domini, qui dedit illas, qnatinus et a deo gratia et ab hominibus in benefactores 
suos orationum recurrat instantia. Notum itaque esse volumus tarn praesentibus quam 






.'/ 



'■'*>•■•> . . .»iT»» .'»,' ^«*tWH^*rrrm -htht niUn^ .\*wiz' ilrm 

. ...- . - '.v .^^-,♦11.-. .ffTf#»Tv» nfifR^ r#r:mdH^ knnii'»'r5ifimnii ürtn 
. ^ "j . '..-..^.»MTAna .fft^f*' »iri<n «mniA -nnpr it>5*^ -r ^u>rr 

.^- .'./■...;.•. 1^ yijr^.niiniftf >;ii« U«.)! tniiii»krinriP VJ^TIIIII lUfinill 

«. . / ... ,.• ««•.!/ ^it.w »i'^j »• .>:'V^iiiiw )i*^»-r)#.*i.r.iy if V"-T:n- 



/- 



: Hl ;»- 



'". •'.» l,^Mi .Jl M;ii. 



' • • •/ ' »- 



fnhilf i'ifiif /ini' iii I uln t tft/tiu/t uml ili f f hnnhi 1 In ;:atft'iiurf%t'n fi^iln-. 

hl tiMtiiliM' ufiiif Im i| imlix iftiiHi- liinihfli^. ifitMio mitiiihIiik di'i {i^nitia MiKiiciisis 
I M li'ulfii I |i'hMii|ini* ii f-ii|iiiiilMiM I 'n|i|imi' i|iiMlitii i-Mitiiii. i|iii rii<*niiit Hiit«^ noK, scriptis 
il |ii!ii 1 1 |tti<* MiilMlfniliii^ iiMMiili uiiiihim U\\\v ll^l•ll'. iiim i|iifM| i'Kt liiiMlfilHliiiK nMTiitiliiiK 
•ili|Mi' iliMin •fHi-i«i <«iii|iitli |ii-o\iMiiiiiMr rxniipliH, tii \vi\ IriiciiiiK i*t iilisoliitt* pcrituraH in 
Muh |M'ii'iinii'Mi III' nh^lrulfttt i'ngiiniitH IrMiiMin« iiicimli'in. l'Aiiiipli Ion» iVtniin tVatriiii 



81 

et concanonicum nostrum ponimus, qui suae memor salutis mangum unum in Lubiziz*), 
talentum unum in censu annuo solventem , de suo comparavit eumque pro remedio animae 
suae huic Misnensi assignavit ecclesiae. Quod videlicet factum idcirco scripto mandare 
dignum duxirauB, quatinus et secuturi noverint nos omnes in hoc verbum compromisisse, 
ut cum ipse Petrus mortis commune debitum solvent, dies obitus eins annuatim de eodem 
talento recolatur a nobis et a posteris nostris huius ecclesiae filiis in perpetuum. Ne quis 
autem extraneorum huius securitatem possessionis inquietare praesumat, ne quis etiam 
domesticorum, quod nihilominus timendum est atque cavendum, hanc nostrae compro- 
missionis formulam in irritum adducere audeat, per iiagellum anathematis utrumque 
repellimus, nostrorumque sigillorum appositione ac fratrum praesentium adtestatione 
factum hoc rationabile communimus. Quorum testium haec sunt nomina: Theodericus 
praepositus maior, Guncelinus decanus, Bertrames praepositus de Wrzin, Nicolaus, 
Vlricus custos, Wipertus scolasticus, Albertus de Lipz, Albertus de Lubene, Sifridus 
de Pigowe, Nicolaus archidiaconus de Butsin, Heidenricus cellerarius, Geroldus, Petrus 
de Noscin. Acta sunt haec in principali ecclesia nostra Misnensi , anno ab incarnatione 
domini millesimo CC^XVP. Indictione IIIP., pridie Kalendas Junii feliciter. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen ; an blauem Zwirn hängen die Siegel des Bischofs und des Capitels. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 52. 

a) LöbAchtttc, Par. St. Afra oder Par Lommatcsch , beido Im Besirk Mei«iien. 



No. 86. 1216. 2. Apr. 

P. Imioinijs HL (jiht dem Capltel die Befugniss zur Stiftskirche geliörende, von Bischöfen aber an 

Laien vergabte Zehewten zurtickzunehmen. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis tiliis capitulo Misnensi salutem 
et apostolicam benedictionem. Cum a nobis petitur, quod iustum est et honestum, tam 
vigor aequitatis quam ordo exigit rationis, ut id per sollicitudinem ofticii nostri ad debi- 
tum perducatur effectum. Eapropter, dilecti in domino filii, vestris iustis postulationibus 
grato coneurrentes assensu, ut proventus decimarum ad ecclesiam vestram spectantes, 
quas episcopi, qui pro tempore vestrae praefuerunt ecclesiae, in feudum laicis concesse- 
runt, de ipsoruni manibus ad usus proprios vobis redimere lieeat, auctoritate vobis 
praesentium indulgemus. Nulli ergo omnino hominum lieeat hanc paginani nostrae 
(•oncessionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attcmptare 
pracsumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum 
eins se noverit incursurum. Datum Laterani Uli. Nonas Aprilis pontitieatus nostri 
anno nonodecimo. 



Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit der BleibuUe an rothen und gelben seidenen Fäden. 
Köhler Cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 54., wo die Bulle ins J. 1217 gesetzt und behauptet wird, das Orig. 
sei nicht mehr in Meissen zu finden. Beides ist irrig. 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 11 



44* 



MW*- ^-««r: Jitifilfü M WlYWrWf^l. 

• if -.iriii u'Miu 'Uli "»»•: ^viin*«r uiurumiR ^rr« 'ini«iiiim üihttäif ««: iiütiiiiiiH^ 

<iiis )p-ii>:p*-^tp (i".>;siiii aÜMtiii* 'iMKiniiTH^ WÜHiiMiMiiiu^ imiiiuu. Munn ts: «luim- mniuni. 
»••• •rtiMiij; •' iin»*iri5iis «M>,v:uiia, iiua» (iii»t«ni»' iiiMPr mimMitr ^shiuiiiH- inmiiiL iinjiHt 

-luii*:!! h'H<v«ni )h*:nit'i* ''r« •riniins^ »r muu iiiifib«- miiiiiiiut' ^h^i'UHUIUL UiHiiH' IniiiMUnt^iL 
iitoriKiiiiii^ ii>ti,ii';ri. ni|i utm iiKfun im mtiftrimui. fiTiiunmiiitt ii«:£rimi)ruu jiiuriiiiuu: 
uuu»:iiMs II' ' • ;-.:i!-iiin •'•::5niiis (iii>T-niim»!u "^^witau.. in «uu ijimnidii iiHirr imiiWMum 
\]*i\\\u ai^>>'iti*-ii uiiiiiiii.iii ira»N*»:mvii ^•:)iiti»rii*' . <:uiij Tt^jaiü»- mü iuri*' imim tti iiuuliinr 
'."•i»--«ii «linivti-;!! m ii»s<fi Mij^iniutt |fiH5w aHiuui*:n . 'H^riturl ijinK: <^i:<iiti«umi vt?Ktraii) 

i|K*M»i i^ IM »r- tiii«:'::i«niK iiiiuni »rfii'ai'm»!' iin^iKÜiiUi»' tkitiiiu*»'*- ♦!: at inai«»rn ]ir* 

i»«s>s>i irmiiM' •:••. 'laiiiii 3i|iiii * Hiiiiiai^« X\ iiui*iHüii^ J#^«!«uiijri^ iuiü'nimtt' ^1. 






-Ulli» : •#■-■ !'.•: n I.' jiii' : 
..»■J-. !•- ..-t. .• l.-....- 



1 



I ii:£i 



f,t fr/ nntf , n* futt-.^ti ^ oittftK.^j^firi tttt.^; litt -V r f'H.sti'h* /i* . j\Jt/t, *i u*ti-t ti* t Jt^ni '"^'tZ'fil 

'i «li- ;'";i!i; ;Hirj;i; m \\n\iV ' W fr a*'Ii<>*ilT.ll*- ♦^aii'T Xi'-oia' . .1 . n* .M*.Mäur|! 

ti**' ' ptnn siiifiii'utiiM}; ■•» * iM«'iiTinni »iMor tiui^-'i-t«*' •• a"tJ'»M»fMi . iiuain adAt'isiiiu 

fldiiiiMiiii. ' .iin» |]:MiMr Mi|»f *•♦ (iiKM ♦■iiMMi "♦•••|"#^iji4 u« ' 'jcMi«Mi»' i)*si nialili'^st" niiir-. 

'■Hill il» • ;iim; <:;'tin! il'iiiir <i»'n«';Nii-i^' imi)i«" rjU'' »1 ii'**- imli'-»'»- iuiiHtns^t'rat. t'iilt*ni 

i '\\w )i«" |r'»'ii:ii!MTi-M. i)s-iiii II ii'S'T'si |>ja«'>»*'iiiij: ^-uiiKtitwTiiir THtaih*.*r »T K|nniTf rnnisii. 

l.t h« ih |n»j'ti-iMi «aMi-ii ;i-tM. T«-«iiiii. \iilra! ««nitni i|»»^nii' iitiii'- pra«.*s».Mitfiii ramilani 

«i;nll»ir iMsitru »:i;Miaiim iljrt<. (|iiiiiinf< <# ii- t«'KtJiiii. niiiiij Mtj.iitaf artiniiis iluxiuiu> 
i'(iiif-i'.f|i*n(iaMi 



>iii I •ii|i. *»ri;' III. i. iiiiii)ri '^hj.ilhai'lji' /i iMiTiii-r- *ii» !^»»'V»-. t»'Jil«'l. 



.. Ii.iii>)>i An •Im. Il Jti , hcFff K*" ■"■• -' ' MiM/ Ijj:- Mriifii. tiiiiii. Hvrv }• ii- i> Wilütir»ii.;, I'-..»i^: f.. 

■'■' • »r ■1- " iUp.J :■ «•!< i.M ■ l'.tfi.««'!!»; l^-m. »Uifhi ^ in-.- rl. .V > yn*»irvi kh, M<'V.:iit„.r: In.iniii'r- ins Iii.ii,.|.., i,«i,: 

».. fti.^iiuii.ii,. i.f.ii. «. . n j*».j ii ifuimoliii liiiv«! II Mttiuirii %,{ >, «1 ■,.. 0.' n:, v, riiM|i;i. iu viiruiAl Kurkrviiti . 1*u:-..ha- 

i|k (•.■■( H||ii-ii tfi t dit: 



83 

No. 89. Um 1219. 

J?. Bruno g^ibt zu dein vor seinem leihlichen Bruder Conrad von Borsendorf abgeschlossenen Verkaufe 
einer Hufe Landes an das CistercienserMoster I^orta seine Zustimmung. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Bruno U. dei gratia Misnensis epi- 
scopus. Quoniam facta hominum aliqiiando aut ignorantia posterorum confundit, aut 
pravorum ingeniositas perveiüt, universis Christi tidelibus intimamus, qiiod Cunradiis de 
Borsendorf carnalis frater noster unum mansum de praedio siio in ümmelstede*) in usus 
ecclesiae Portensis vendidit cum omni utilitate et proventu in paseuis, pratis et areis, 
molendini loco, salicto, monte locandis vineis apto et arbustis eidem nionti adiacentibus, 
sexaginta marcas argenti recipiens sub hac forma: viginti marcae anno primo solventur, 
reliqua vero pecuniae pars hoc remanet ordine i>er8olvenda, ita quod singulis annis 
decem marcae ei si vixerit, aut si obierit iis quibus ipse vivens destinaverit praesen- 
tandas, in certo termino praesententur. Cum igitur noster item super eo conscnsus 
requirendus existat, ob reverentiam eiusdem loci nostrum assensum gratanter eidem 
contractui adhibentes factum idem praesentis paginae et sigilli nostri munimine robo- 
ramus. Testes huius rei sunt Winemarus abbas, (iotscalcus camerarhis, Theodericus 
subportarius, Wernherus grangiarius, Ekkehardus de Kyrchberg, Bruno de Lobeniz, 
ürtolfus de Burnewiz, Sifridus de Hartmannisdorf, ürtuinus Niuehuigus, Albertus, Ste- 
phanus, Theodericus, Cunradus, Reinboto milites et alii. 

Nach dem Diplomatarium des Klosters Pforta aus den letzten Jahrzehnten des 13. Jahrh. fol. 20, auf- 
bewahrt in der Bibliothek der dasigen Jjandesschule. — P. Honorius IJI. bestätigte diese Erwerbung des Kl. Pforta 
am 9. Nov. 1220. Orig. in der Univ.-Bibl. zu Leipzig. 

a) Jotzt WU-ituudr- 

No. 90. 1220. 3. Sept. 

P. Honorius II I. hesfätigf den gegen den Grafen Heinrich von Anhalt u. And. vom Erzhischof von 
Magdeburg ausgesprochenen Kirchenbann und befiehlt den Suffraganen dessellten^ diesen auch in 
ihren Diöcesen feierlich verkündigen zu lassen. Vgl. Xo. 94. 

Honorius episcopus etc. venerabilibus fratribus . . archiepiscopo Magdebur- 
gensi et suffraganeis eius salutem etc. Per tuas nobis literas, frater archiepiscope, 
intimasti, quod cum quidam commensales nobilis viri H. comitis Ascariae adversus 
dilectum tilium . . abbatem Nienburgensem nullam pro se causam inimicitiarum habentes, 
eundem abbatem orbassent lumine oculorum et impie mutilassent, tu, quia praesum- 
ptiones validissimae ac nullatenus palliabiles ostendebant, id factum esse nutu et 
mandato comitis memorati, qui graves cum abbate ipso habere dinoscitur quacHtiones, 
de multorum episcoporum aliorumque consilio praefatum comitem et omnes tanti faci- 
noris consiliarios et auctores excommunicatos publice nuntia^ti. Licet igitur nuntii 
dicti comitis, qui pro eo, quod eius purgationem recipere renuebas, nostram audien- 
tiam appellaverat, ipsum comitem super hoc conati fuerint coram nobis multipliciter 
excusare, quia tamen conatus inefticax extitit eorundem, nos ratum habentes, quod in 
hac parte fecisti, Universität! vestrae per apostolica scripta mandamus, quatinus eun- 
dem comitem et alios praenotatos, singuli per civitates et dioceses vestras ac alia loca, 
in quibus videritis expcdire, caudelis accensis et pulsatis cAinpanis singulis diebus 

11* 







84 

dominicis et festivis excommiinicatos sollempniter nuntietis et faciatis usque ad satis- 
faetionem condignam artiiis evitari. Datum apiid Urbem veterem IIL Nonas Septem- 
bris anno qiiinto. 

Aus dem Liber regcstor. an. V. cp. 101. fol. 20. im VaticaiL Archiv. 



No. 91. 1220. 31. Dcc. 

P. Honorius IIL befieJiU den apostoL Legaten , Cardinal Gret/orhifi de Crescenfio wohl anßunehnien 

und dessen Anordnungen Folge zu leisten, 

Honorins episeopus etc. venerabili fratri episcoiw) Missinensi et dilectis filiis 
abbatibiis, prioribiis et aliis eeclesiariim praelatis j)er eins dioeesin constitutis salutem 
etc. Suscepti ciira reginünis, qnae nos oninibus constitiiit debitores, exposeit, iit qui 
ofliciuni speculatoris assumpsimiis, non solum ad prope positos, sed etiam ad longe 
]>ositos nostrae sollicitudinis aciem extendamua, ac de agro dominico studeamus ex- 
tirpare plantaria vitioruni, ne forte illis per nostrani incuriam excrescentibiis nobis 
possit adaptari, qiiod legitur: Per agriim hominis pigri transivi, et ecce urticae re- 
pleverant eum, et operuerant f aciem eins Spinae.*) Qiiia vero humanae conditionia 
natura non patitur, ut per nos ipsos cunc^ta nobis imminentia exequamur, exemplo 
eins, qui cum ubique sit praesens, sjiiritus angelos suos facit et in di versa ministeria 
mittit illos, aliis ea exequenda committimus, quae per nos ipsos exequi non valemus, 
maiora maioribus, prout ratio singulorum expostulat, committentes. Ut ig-itur in pei*sona 
eins, quem ad vos destinare curavimus, plenius agnoscatis, quam et quantam de vobis 
sollicitudinem habeanuis, ecce mittimus ad vos dilectum iilium nostrum Oregorium 
de Crescentio sancti Tlieodori diaconum cardinalem apostolicae sedis legatum, virum 
utique prudentia et honestate conspicuum ac nobis inter cetcros fratres nostros suis 
meritis exigentibus specialiter carum, commisso sibi plenae legationis officio et con- 
cessa sibi plenaria potestate, ut evellat et destruat, aedificet atque plantet, prout quae- 
que secundum datam sibi a deo prudentiam viderit facienda. Ideoque Universität! 
vestrae per apostolica scripta tirmiter praecipiendo mandamus, quatinus ipsum, immo 
verius nos in ipso recipientes liilariter et honoriiice pertractantes, eidem tamquam 
personae nostrae intendatis et obediatis luimiliter et devote, ac ipsius salubria monita 
et statuta irrefragabiliter observetis. Alioquin sententiam, quam rationabiliter tulerit 
in rebelles, praecipinuis usque ad satisfactionem inviolabiliter observari. Datum 
Laterani IL Kai. Jaiuiarii pontiticatus nostri anno quinto. 

In eundem modum scriptum est . . . archiepiscopo Gnesnensi, abbatibus, prioribus et aliis 
occlesianim praelatis per eins dioccsim constitutis, archiopiscopo Tpsallensi et suffra^aneis eins, 
abbatibus etc., archiepiscopo Lundensi etc., episcopo Pragensi etc., episcopo Olonmcensi etc., 
episcopo Noscensi et abbatibus etc., episcopis Lubecensi, Razcburgensi, Sveriuensi et Canii- 
nensi etc. 

Aus dem JJb. regestor. an. V. ep. 307. Tom. III. t'ol. 62 im Vatican. Arrliiv. Vett. iiionum. Puloniae et 
Lithuan. hiBtoriam iUustr. ed. Theiner. Tom. I. p. 11 sq. 

11) Prov. 24, 30. 31. 



85 



No. 92. 1222. 29. Jan. 

Landgraf Ludwig der Heilige von Thüringen^ Vormund seines Neffen des Markgr. Heinrich, 

entscheidet einen mmschen dem Capitel und den Brüdern von Mildenstein ohschcebenden Streit 

(vgl. No. 82) und bestimmt die von denselben uni leistcmlen Entschädigiitigen und öffentlichen 

und Kirchenbussen etc. 

In nomine domini amen. Ludewicus dei gpratia Thuringiae lantgravius, Saxo- 
niae comes palatinus omnibus hanc paginam inspecturis. Noverint universi, quod noR, 
ad partes Misncnsis marchiae accedentes, inter Misnense capitulum et fratres de 
Mildenstein ortam diu et duram invenimns qnaestionem super decimis in territorio 
Vrankenberc et in Burewardo Goze, et in locis aliis ibidem constitutis, qua« oceu- 
paverant dicti fratres, quarum etiam occasione dominum Brunonem Misnensem epi- 
scopum captivarant et, mutilato quodam eiusdem episcopi capellano, dampna gravia 
intulerant capitulo memorato per incendia et rapinas. Posthac de consilio et auxilio 
dilectorum ac fidelium nostrorum, Meinheri burgravii Misnensis, Ludolfi de BedsteteM, 
Bernhardi de Kamenz, Hermani de Sconenburch, recepta ab ipsis fratribus data tide 
et super ipsa fide iuratoria cautione, quod, quicquid nobis mediantibus fieret inter 
ipsos, firmiter observarent, ita inter eos duximus statuendum, ut litis oecasio sopiretur, 
Amoldus, Heinricus, Richardus fratres ipsi ad manus nostras renuneiarunt integre 
omni iuri, quod eis in ipsis decimis, vel eorum successoribus competere videretur, 
revocantes et irritantes omnem penitus warandiam, quam praestare possent alicui vel 
deberent in decimis supradictis. Ad emendationem pro captivitate episcopi memorati 
de praedio suo, vel de bonis imperialibus assignabunt Misnensi episcopatui decem 
marcarum redditus annuales, donationem eorum impetraturi ab imperio, et ab episcopo 
in beneficio recepturi, et tarn ad luinc articulum persolvendum quam ad alios subse- 
quentes tenentur astiicti debito praefati sacramenti, et nos quoque ecclesiae Misnensi 
pro ipsis obligavimus iideiussoria cautione ad solutionem specialiter articuli memorati. 
Domino siquidem Friderico viginti marcas dabunt pro sui corporis laesione, pro qua 
etiam cum supradicta ecclesia verecundiam importabilem sustinuerit et diu laboraverit 
sustinendo. Ut a simili frati-es iidem verecundiam pro verecundia, ruborem sustineant 
pro rubore, nominati viri cum triginta personis in pleno habitu poenitentium , et (*um 
scopis conspectibus dominorum Nuwenburgensis et Mersburgensis episcoporum, in 
synodis eorundem coram clero et populo se humiliter praesentantes, culpas suas pariter 
et excessus publice fatebuntur, ettam ibi, quam in quatuor provincialibus placitis renun- 
tiationem, quam fccerunt in praetexatis decimis publicabunt, habitum pocnitentiac 
assumpti ante civitates diocesium praedictarum. Competens etiam iudicavinnis et 
honestum, ut, cum Misnensis ecclesia turbata videretur gravius et oftensa, satisfactionc 
altiori deberet niodis omnibus honorari, ipsi fratres cum quinquaginta personis ab eo 
loco, ubi praedictus clericus dicitur mutilatus, |)oenam, quae vulgo harmescar") nun- 
cupatur, in praedicto habitu assumentes, in coena domini, cum ofTrtcium celebratur. 



1) RIchtiffor BerUuu. 

a) Hehimpfllch« StnUfe. V«l. üriiniu deatnohf RochtMlMith. 8. 681. 



86 

e])iscopo et Misnensi capitulo exhibebiint se, ad pedes domini episcopi veniam petituri, 
ubi 8olu8 Arnoldiis, indutiis lanea veste nudis pedibus apparebit, in manibus portans 
scopam, innovaturus pro se et fratribus suis renuntiationem iuris sui et suorum in 
decimis ante faetam, ipsum ins oflFerens ad manus episcopi et dominus episcopus in 
eo restituet capitulum iuri suo. In bis satisfaetionum exhibitionibus universis, vel in 
plaeitis provineialibus, vel praefatis ecclesiarum conventibus vel synodis exhibendis, 
expressi fratres ad hoc omniniodis tenebuntur, ut iuniorem fratrem suum ad renun- 
ciandum moneant eflicaciter et inducant. VA ut discordiae plures annos in unum pacis 
annum doniino plaeabilem reformemus, universos ac singulos articulos superius anno- 
tatos infra praesentis anni circulum indiximus, omni occa^ionis omisscT scrupulo, prae- 
dictis fratribus consunnnandos, terminum eis a festo purificationis beatae virginis 
nunc instante usque ad recursum eins taliter statuentes, ut si non solverint vel exple- 
verint supradicta, ipsos violatores datae fidei et sacramenti praestiti non solum aesti- 
mare, verum etiam i)ublicare merito debeamus, reservantes praefatis episcopo et capitulo 
et actoribus universis oninia iura sua, quae contra eos quocunque modo ipsis fuerint 
acquisita. De i)atre eoruni, qui reliquit mortuus causam litis, hoc in eadem forma 
obtinuimus a capitulo niemorato, ut si constiterit doniino episcopo et suis fratribus bona 
fide, quod contritionem Imbuerit veram in articulo mortis suae, reddatur ecclesiasticac 
sepulturae et nepos ipsorum dominus Heinricus de Kufhuse, si vult esse particeps veniae, 
partieeps liat pocnae. Pro absolutione autem ipsorum de excommunicationis vel proscri- 
ptionis sententia, quam contra eos a Romana vel imperial! curia canonici impetraverunt, 
fratres Misnenscs libenter et efficaciter porrigent preces suas. Ut autem omnia pro 
bono pacis bono tine claudanuis, ultimum in bis articulum statuinuis et supremum, ut 
saepedicti fratres bis infra praedictum anni circulum exsolutis, pro honoriticentia dei 
et deri, ab ürientali et Misnensi marchia exules ita tiant, ut infra biennium sint 
absentes, ni a praefato capitulo revocentur. Acta sunt liaec Misnae Xir*". Kaien. 
Febr. et publicata in campis villae, quae vocatur Heyde**) V. Kai. Febr. praesentibus 
domino K. venera bili Mersburgensi episcopo, Heinrico de Cotsowwe, Heinrico de 
(Miotebuz, Theoderico Kabil, Heinrico de Coldiz, Burchardo de Kirchdorf, Volrado de 
fi' llagin, Heinrico de Vcste, Heinrico dapifero de Burne; renunciante etiam corani nobis 
in Lii)zc decimis memoratis iuniore fratre Bernhardo, qui primae renuntiationi non 
intcreiat, IV*" Kai. PVbr. praesentibus Alberto de Ahlenburc, Alberto de Dewin 
burgraviis, Erkenberto de Ötarkenberc, Heinrico de (inets, tJonrado et Kodolfo de 
Ozzec et nuiltis aliis. 

Narli dem Ori^. im Stiftsarchiv zu Mfisscu mit dem au rotbseideueu Fiideu häuj^eudeu Ueitersie^'ol d<*s 
Laud^'rafeu , auf dessen Schild ein aufreelit schreitender Löwe sichtljar ist. 
Märckor Burggr. Meisseu S. iJUl f. nach einer fehierhat'ten Cojjie. 

bi Nicht Heida bei KIc->r oder II. bc>i Wurzon . Hundeni rmbHthnida bei Loipsei^. Nachdoui diu Verliaiidlungen am 
21. Jan. in Moitfücn gepflogen und dio UoschiaHKO bui liuiila am :M. Jan. publirirt worden, erM-hien am 2*.» Jan. in Leipzig der vi«.Ttt> 
der butlieiliKtuu Brüder vur «ieni I^Andgrafen. 



87 



No. 93. 1222. 25. Febr. 

B. Bruno IL • eignet deni Capitel die Vogt^i in den ihm bereite zUrStehenden Ddrfern CohUnz und 
Dohraniü hei Bischofswerda und Cannemtz hei Göda, welche dasselbe von dem edlen Moyko von 

Stolpen erhmft hat Vgl. No. tni—isi 

Bruno secundus dei gratia Misnensis episcopus omnibus in perpetuum. Cum 
dilectus ac familiaris noster nobilis vir dominus Moyko de Stulpen advocatiam in 
bonis fratrum nostrorum, canonicorum Misnensium ad dominicalem obedientiam perti- 
nentibua, in tribus villulis, videlicet Cobuliz, Dobranewiz et Chanowiz, in proWncia 
Budesinensi sitis, multo tempore ab antecessoribus nostris iure tenuerit feodali, et per 
cottidianas et indebitas exactiones rusticos ecclesiac aggravarit in tantum, ut etiam 
fratres nostri, capitulum Misnense, ad nos de ipso saepius deferrent querimoniam su])- 
pliciorum, ne permitteremus bona ecclesiae per praedictum Moykonem destrui et penitus 
adnuUari, et dictos rusticos novis et inauditis vexationibus molestari, de bona volun- 
tate nostra duximus permittendum, ut ipsam advoratiam redimerent a nobili memorato, 
ita ut in [usumj fratrum Misnensium cederet, quicquid iure advoeatiae eidem nobili 
antea poterat vel consueverat obvenire. Üilecti [itaque] in Christo fratres nostri et 
capitulum saepefatum, accepta a nobis licentia supradictam advocatiam pro XXVII 

marcis a memorato nobili redemerunt. Unde praenominatus nobilis ad nostram 

praesentiam accedens ab advocatia iam praedicta cessit et eam in manus nostras 
publice renunciavit. Nos vero ipsam cum omni iure fratribus nostris, canonicis Mis- 
nensibus cum servitiis memoratis duximus conferendam. Ut autem hacc nostra donatio 
rata permaneat et inconvulsa, hanc cedulam inde conscribi ac sigilli nostri imprcssione 
iussimus conmiuniri. Huius rci testes sunt Petrus decanus, Vlricus Wurcincnsis prae- 
positus, Sifridus, Nicolaus Budesinensis praepositus canonici Misnenses, Hcrmannus 
decanus, Johannes scolasticus, Lampcrtus custos et Vlricus canonici, Budesinenses, 
Vlricus Wurcinensis canonicus et 'rhuringus presbyter; laici Moyko, Taiumo pincerna 
et filius eins Tammo, Wolfgcrus et Wolfgangus de (Jodowe, Volcmarus camerarius, 
Hermannus frater eins et alii quam plures. Acta sunt haec (iodowe anno domini 
M^ CC". XXn. V'^ Kalend. Mai-tii pontiticatus nostri XUP. 

Nach dem im Stiftsarohiv zu Meissen befindlichen, an einigen Stellen schadliafteu Original mit dem wohl- 
erhaltenen Siegel an einem Pergamentstreifen. Die ergänzten Worte sind in eckige Klammem gestellt. 
Gerckeu Hist. d. Stadt Stoljien S. 541. — Köhler cod. dipl. Lus. 1. S. 32. 



Xo. 94. 1222. 7. März. 

P. Honorius III. befiehlt dem Erzbischof von Magdeburg und dessen Suffraganvn die bei Blcmlung 
des Abts zu Nienburg tlUUig gewesenen^ dem Kirchenbann verfallenen Personen, von welchen einige in 
Rom die Absolution erschlichen, als mit dem Bann Belegte öffeyvtlich zu verkündigen etc. Vgi No. 90. 

Honorius episcopus etc. Venerabilibus fratribus . . archiepiscopo Magdebur- 
gensi et sufiraganeis eins salutem etc. Ad audientiam nostram noveritis pervenisse, 
quod Bertranus advocatus, (iebertus praeco, Fredericus miles de Hehsleue, Hadulfus, 



88 ^ 

'riieodericus, Leonardiis et qiiidam alii Magdeburgensi» et Halberstadensis diocesium, 
qui dilectum tiliuin . . abbatem Nienburgensem exoculare ae mutilare ausu sacrilego 
praesiimpserunt, noiuluin enrarnnt, saltem quatenus posaunt ei satisfacere de tanto 
iiiipietatis excessn, nee eidem illa etiam restituere, quibus ipsum et eins eomites spo- 
liarunt, quin ininio etiam quidam ipsorum ad apostolieam sedem aecessisBe dicuntur 
et a poenitentiario noRtro absolutionem sui exeessus enormitate nobis non exposita 
reeepisse. Ideoque f ratern itati vestrae per . apostoliea scripta mandamus, quatenus 
huiusniodi absolutione surrepticia non obstante, illos et quoslibet et alios, qui dicto 
vel facto ad ipsins nnitilationeni abbatis opem et operam impenderunt, tamdiu appellatione 
rcniota exconimunicatos solempnitcr nuntietis et faciatis per loca, in qUibus expedire 
videritis nuntiari, donec de tanto excessu satisfecerint competenter et cum litteris 
vestris rei seriem continentibus ad apostolieam sedem venerint absolvendi. Illos quo- 
que qui dictum abbateui et eins socios spoliarunt, ut ablata restituant universa, moni- 
tione praevia per censurani ec(Jesiasticam, appellatione remota, cognita veritate cogatis, 
cum ligari possint fortius iam ligati. Datum Anagniae Nonis Marcii pontiticatus 
nostri anno sexto. 

Aus dem Lib. regestor. an. VI. ep. 233. Tom. III. fol. 2U0. im Vatican. Archiv. 



No. 95. 1222. 6. Juni. 

Landgraf LudwUj von Thüringen beurlcundet als Vormund des Marhfrafen Heinrich, dass auf dem 

Landdinge der östlidten Mark Otto und Friedrich, Söhne des Grafen Friedrich von Brena, vor ihm 

eine SehenJcung ihres Vaters an den B. Bruyw feierlieh bekräftigt haben, worauf die Boten des 

Bisciwfs in den Besitz eingewiesen ivorden seien. 

In nomine domini amen. Ludeuuicus dei gratia Thuringiae Langravius Saxo- 
niae comes palatinus omnibus in perpetuum. Notum sit tam praesentia quam futuri 
temporia Christi tidelibua univeraia, quod cum loco et vice cari nepotia noatri Hen- 
rici tilii domini Theoderici felicia memoriae Mianenaia et Orientalia marchionia Delaz*) 
in Orientali marchia provinciali placito praesideremua, dilecti cognati noatri Otto et 
Tlieodcricua lilii nobilia viri domini Friderici de Bren ad noatram praeaentiam acce- 
dentea donationem reddituum, quoa pater ipaorum vivena eo tempore, quo beneticia 
pueri de Witin comitia a venerabili domino IJrunone Mianenaia eccleaiae episcopo 
recepit in feudo, Biebene'') coram praedicto princij)e domino Teoderico de praedio auo 
cum conaenau liercdum auorum in villia et niansia et nemoribua ipsi domino epiacopo 
et eccleaiae auae ad aummam quadraginta et quatuor marcarum dederat, et aollem p- 
niter aaaignatoa de manu ipaiua in beneticiali iure reaumpait. Ut factum idcm poaset 
ut dcbuit per omnia roborari, donationem patria imblice innovantea ad aanctorum rcli- 
quiaa, quaa Vlricua praepoaitua Wrcinenaia, Öifridua canonici Mianenaea, Joliannca 
notariua, Tammo pincerna, Henricua dapifer ipaiua epiacopi et Wernerua de Buliz 
milea qui erant ipaius nuntii obtulerant, donum manibua propriis facientcs villarum 

A) Delitxsch. h> Püchau. 



89 

nomina expresserunt. Villam Gericz*^) in XII mansis, Riwiz*) in XXXII manRis, 
Cozele®) in XIIII mansia, lableiice') in XU mansis, Selun*) in XV mansis et duobus 
nemoribus, Jezne*') in VII mansis, Fridrichestorf*) in mansis VII, Hungerstorf'') in 
XI mansis cum omni utilitate, quae inest vel inesse poterit in futurum, et nos sicut 

^ sententia tunc dictavit ipsorum puerorum, Hildebrandum militem auctoritate nostra 
iudiciaria nuntium deputantes praefatos viros, qui adhuc fuerant ab episcopo destinati, 
in possessionem bonorum eorundem mitti fecimus ut ius erat. Ut autem factum idem 
nee oblivio deleat nee ipsa ecclesia periculum incurrat, praesentem paginam conscribi 
et sigilli nostri inpressione mandavimus communiri. Actum Delsz anno dominicae 

it> incarnationis millesimo ducentesimo XXII^ octavo Idus Junii. Testes huius rei sunt 

comes Henricus de Zwarizburc, comes Henricus de Stalberc, Meinherus de Misne, 

Albertus de Aldenburc, Johannes de Giueukenstein praefecti, Heidenricus de Weta, 

1^, Hogerus de Vrideberc, Henricus de Warin, Wolferus de Peszne, Henricus de Colt- 

sowe, Egelolfus de Lizowe, Fridelmus de Pouch, Bodo de Ylburch, Wichnandus de 

ir Nonewicz, Geuehardus de Zorbec, Volradus et Conradus fratres de Landesberc, Her- ' 
mannus de Sconeburc, Petrus de Ztrele, Henricus de Noscin, Martinus de Zarewiz, 
Martinus de Hanecrat, Stephanus de Chulme, Otto et Vlricus de üztrowe, ülricus 
Siegel, Bertoldus de Zornz, Otto de Rosenuelt, Otto de Zwerz, Otto pincerna, Hilde- 
brandus de Wilcowe, Wernerus, Vlricus, Conradus de Hoberch, Tammo pincerna, Hen- 
ricus dapifer episcopi bedelli Maerc et Zlawy . . Albertus Rasec, Teodericus Poltergoz 
et alii quam plures. 

Nacli dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit dem grossen Reitersiegel des Landgrafen an 
rothseidenen Fäden. 



c) GOritz, Par. Krippchna bei Kileubuiv. d) Roibltz, Par. Raasodlits bot Delitzsch, e) KOüauln bol Z^rbifir. f) Jetzt 
wÜHte Mark, im Lehnbuch Marligr. Frie^lrich« v. J. 1»48 vllla Ocbelontz propo »unedelitz, ISiO aU Gobelitz Mark aufjcefaiirt. g; Seel- 
hauBon, Par. SauMedlitc (Selben bei DelitzHch?) h) UUetz (Uiotz) bei Laud«berg. i) Friedor«dorf, Par. Altpouch bei BittorfeM. 
k) HungerHdorff wüste ^lark unweit Uam8iu bei Dittorfeld. 



No. 96. 1223. 22. März. 

Kaiser Friedrich IL befiehlt dem Landgrafen Ludwig vmi Thüringen und der Markgräfin Jutta 
von Meissen, den B, Bruno in dem Besitz der innerhalb der Grenzen seines Bisthunis gelegenen / yi. X/X / 
Silbergruben und der dazu gehörigen Zehnten unbeeinträcJUigt zu lassen. 

Fr. dei gratia Romanorum Imperator et semper augustus et rex Siciliae dilecto priiicipi 
suo L. laiitgravio Turingiae et nobili foeminae J. marchionissae Misnensi gratiam suam et omiie 
bonum. Fidelis nostri B. Misnensis episcopi priiicipis nostri gravem accepimus questionem, quod 
quasdam foveas argeiitinas et decimas pertinentes ad illas, sitas in terminis episcopatu.s sui et ei 
ac ecclesiae suae libere pertinentes, occupatis utpote violenter et vestris usibus vendicatis, alias in 
quibusdam bonis ecclesiae suae graves existentes eidem. Quia igitur illa specialiter nostrac pertinet 
maiestati et nos tueri teneamur eandem, volumiis et praecipiendo mandamus, ut quod episcopi est 
et ecclesiae pertinet antedictae eis libere relinquatis, ita ut per hoc vestram circa nos possimus 
benevolentiam experiri. Datum ajpud Neapolim X. Kai. April, indict. X\ 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 12 



90 

Nach einer Niederschrift im K. Haupt-Staatsarchiv za Dresden, die kaum Tier Zoll breit und gegen sechs 

Zoll lang nie mit einem Siegel versehen war und in den letzten Jahrzehenden des 13. Jahrhunderts geschrieben 

wunle. Ob darin nur die Copie einer ächten Urkunde erhalten sei, ist sehr zweifelhaft, da die Urkunde vielmehr 

) ein ziemlich ungeschickt gefertigtes Machwerk zu sein scheint, mit welchem B. Withigo I. sein Anrecht auf die 

1 Silbergruben bei Scharfenberg und den Fürstenrang dem Mariegrafen Heinrich dem Erlauchten gegenüber zu 

erweisen beabsichtijfte. 

Kreysig Beiträge U. S. 6. — Huillard-Br^holles hist dipl. Friderid sec. O. P. 1. p. 231. 



No. 97. 1223. 31. März. 

r. IIonoriHs ITI. befiehlt den Vrälaten der Prov. Magdeburg die Excammunication der Söhne Arnolds 

von Mild<*nstein, welche den B. Bruno gefangen und einen Eid ihm abgedrungen\ dass er nicht 

gegen sie klaghar werden wolle, auch Insher keine Genugthuung desshalb geleistet, sondern sich sogar 

an den Gütern des Bischofs und der Kirclie vergriffen haben, öffentlich zu verkündigen, 

Ilonorius episeopus servus servorum dei dilectis filiis imiversis praelatis per 
* Magdeburg:ensem proviiiciam constitutis salutem et apostolicam benedictioneni. Per- 
venit ad aiulientiani nostram, quod iilii Arnoldi de Mildensten milites et complices 
eoriimdem venerabilem f ratrem nostrum . . Misnensem episcopum ausu temerario capere 
praesunipserunt, ac demum extorserunt iuramentum ab ipso, quod de huiusmodi iion 
conquereretur iniuria iiec super hoc uUo tempore ageret contra eos. Sieque ipsorum 
praesumptione dampiiabili remanente haetenus iuipunita non solum non satisfeeerunt 
eidem de taiitae praesumptionis excessu, verum etiam ad bona sua et ecclesiae sibi 
commissae manus temerarias extenderunt, decinias et alios redditus eins temere inva- 
dentes. Nolentes igitur sub dissimulatione transire tantae temeritatis excessum, devo- 
tioni vestrae per apostolica scripta mandainus, quatinus, si res ita se habet, prae- 
sumptores huiusmodi tamdiu appellatione remota excommunicatoR publice nuntietis et 
faciatis ab omnibus artius evitari, donec praefato episcopo satisfecerint competcnter et 
cum litterift vestris rei seriem continentibus ad apostolicam sedem venerint absolvcndi. 
Datum Latcrani II. Kai. Aprilis pontiticatus nostri anno septinu). 

Nach dem ürig. im K. Haupt- Staatsarcliiv zu Dresden mit dem Bleisiegcl an hänfener Schnur. 



No. 98. 1224. Nov. 

Der Abt Ludeger und der Convent von Altzelle beurkunden, dass nach einem schon früher mit dem 

Capitel durch schiedsrichterliche Vermittelung abgeschlossenen Voirage sie zu jährlicher Zahlung von 

If) Mark *S'. an dasselbe verptli<'htet seien, die sie nunmehr hildigst auf bestimmte Güter 

anzu weisen versprechen, 

Ludegerus dei miseratione abbas, (iozwinus prior totuimiue Cellensis mona- 
sterii capitulum omnibus in perpetuum. Ne gestae rei memoria processu temporis 
evanescat et pereat, discretorum virorum prudcntia solet eam i)er litteras, a quibus 
robur lirmioris tcstamenti recipiat aeternare. Sciant ergo praesentes et poateri, quod 
cum Misnense capitulum adversus monasterium nostrum coram venerabilibus viris (}. 
decano et H. canonico Magdeburgensibus iudicibus a sede apostolica delegatis super 



91 

variis dampnis et iniuriis graveni intenderent questionem, dicti iudices pro bono pacis 
laboraverunt et partes ipsas ad eoncordiam reduxerunt in liunc modum, scilicet quod 
Misnense capituluni omni actioni, quam super deeimis de Vliz*) et Cotenewiz*"), Üzstr- 
zow et Begarwiz*') renunciaret similiter actioni dampnorum et iniuriarum, quam de 
foresto sive de aliis quibuscunque Misnense capitulum adversus monasterium nostrum 
intendebat, hac tarnen interposita pactione, ut monasterium nostrum iam dieto capitulo 
in compensationem deeimarum, iniuriarum pariter et dampnorum duos mansos et dimi- 
dium in villa Domizlawiz*^) daret, et insuper XV marcarum redditum annualem in 
competenti et idoneo loco situm infra triennium a tempore talis contractus saepius 
dicto capitulo liberum et expeditum designaret, medio autem tempore monasterium 
nostrum singulis annis in die beati Egidii de camera sua illas XV marcas iam dicto 
capitulo persolveret. Quam Ordinationen! monasterium nostrum ratam tenuit et pro 
parte sicut potuit explevit, illos praedietos duos mansos et dimidium in villa Domiz- 
lawiz capitulo Misnensi, quos adhuc libere possidet, designando ipsius perpetuo usui 
profuturos, et de camera sua singulis annis ut debuit XV marcas persolvit, assigna- 
tionem vero ipsarum XV marcarum in certis bonis, unde capitulum Misnense singulis 
annis expediri posset, aliis multis et arduis negotiis praepedientibus, cum tamen plures 
anni perfluxerint, minime persolvit. Postmodum vero IUI*** videlicet Kai. Decembris 
cum in ecclcsia Misnensi maiore inter monasterium nostrum et fratres de Nozin pro 
so])ienda discordia, quae inter nos et ipsos diutius steterat, per dominos Engelhardum 
Nuenburgensem et Cünradum Hildensennensem nee non et Brunonem Misnensem epi- 
scopos et dominum Ludewicum Tlmringiae lantgravium tractaretur, saepius dictum 
capitulum per praefatos episcopos nee non et lantgravium a nobis et priore et ceteris 
fratribus monasterii nostri praesentibus instanter postulavit, ut illarum XV marcarum 
redditum annualem, ut supra dictum est, ipsi sine dilatione qualibet in certis bonis 
designaret vel designaremus. Nos igitur a supradicta forma concordiae recedere non 
volentes, dictis dominis episcopis simul et lantgravio nee non et praefecto Misnensi et 
ipsi capitulo iide data spopondimus, ut a fcsto puriticationis sanctae Mariae proxime 
futuro infra annum multotiens dictas XV marcas Misnensi (»apitulo in bonis liberis et 
expeditis comi)etenter ipsi adiacentibus assignaremus, ita ut si a iam dicto festo puriti- 
cationis usque ad fcstum Egidii ii)si capitulo Misnensi non fuerint assignata de camera 
nostra, tunc sicut liactenus ipsas XV marcas persolvamus. Nihilominus autem in 
sequenti festo puriticationis ipsarum XV marcarum redditum annualem dicto modo 
capitulo Misnensi assignabimus, de quibus in festo I^^idii proxime tunc sequenti et 
deinceps XV marcas expedite et absque omni calumpnia valeat recipere. Et ut haec 
ordiihitio rata et inconvulsa permaneat, de consensu totius nostri caintuli nee non et 
Misnensis hanc paginani sigilli nostri appensione roboramus. Huius rei testes sunt 
Engelhardus Nuenburgensis episcopus, C'ünradus Hildensenensis episcopus, Tlieode- 
ricus abbas de Livonia, Waltlierus praepositus de sancta C'ruce, Albertus praepositus 
de Rizowe, Willielmus parrocbianus de 8trele, Herwardus plebanus de Hagen et 
alii plures de ordine cleri. Laici autem: Ludewicus lantgravius Thuringiae, Hein- 
is RulItK. Par. Louheu. I» Ketserdra^"« mit Louben Jetzt verbunden Vgl. Beyer Alt-Zelle 8. 31. c) Oatrau und 
\V u i (• li t LU-.4M . Pnr. .Uhna. d) Doiniielwits bei I^>min«Uich 



92 

ricus praefectus de Donin, Albertus praefectus de Aldenbiirg, Meinherus praefectus 
de Misna, Albertus praefectus de Dewin, Wolfuinus praefectus de Cice, Theodoricus 
praefectus de Kirchberch, Sifridus praefectus de Lizenic, Hermannus de Sconenburch 
et alii quam plures. Acta sunt haec omnia in Misna anno ab incarnatione domini 
millesimo ducentesimo vicesirao quarto. 

Nach dorn Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem wohlerhaltenen Siegel des Abts Ludcger an einem 

Pergamentstreifen. 

No. 99. 1225. 

B. Ecleharä zh Merseburg und Poppo^ Probst zu Neuwerk bei Halle j beurkunden fds pähstL 
Cofumissarien, dass der Streit des B, Bruno mit dem Deutschen Orden wegen Porstendorf, dan 
Erbeigen Bnnws, wo dieser ein Augustiner -Chorherrensüft gegründet^ das bald nachher die 
Deutsehen Ordensherren nach Vertreibung der Chorherren in einen Meierhof verwandelt., nachdem 
die Verhandlungen in der Thonimkirche zu Leipzig restiUaÜos geblieben, auf dem Tage zu Halle 
in der Marienkirche beigelegt worden, indem von Seiten des D. Ordois das diesem zustellende 

Patronatsrecht zu Pulsnitz zur Entschädigung an den B. Bruno abgetreten worden sei. 

E. dei gratia Merseburgensis episcopus et P. novi operis in Halle praepo- 
situs, iudices a sede apostolica delegati, omnibus hoc scriptum inspecturis salutem in 
perpetuum. Noverint universi, quod cum nos una cum collcga nostro piae memoriae 

C. de Sichern quondam Halberstadensi episcopo causam, quae vertebatur inter venera- 
bilem B. Misnensem episcopum ex parte una, et H. magistrum et fratres de domo 
Teutunicorum ex altera super reformatione monasterii in Borsendorff*) a sede apostolica 
suscepissernys iure canonico terminandam, nos partes ut debuimus legitime citavimus, 
locum eis in ecclesia beati Thornae in l^eipz primitus assignantes, ubi cum Misneiisis 
episcopus personaliter compareret, et quidam fratrum de domo Teutunicorum cum literis 
procurationis ex parte altera, idem episcopus monasterium in Borsendorff, quod de con- 
sensu heredum suorum et auctoritate Moguntinensis archiepiscopi loci dioecesani in 
praedio suo ita fundaverat, ut ibidem essent canonici reguläres deo servientes, quos 
praefati fratres de domo Teutonica sine sua conniventia eiecerant, et ut videbatur 
monasterium in grangiam converterant, cum loci esset patronus, petebat in statum* 
pristinum reformari. Super quo cum aliqiiamdiu fuisset litigatum, tandem diem alium 
et locum eis in Halle in ecclesia beatae Mariae praetiximus. Ubi cum partes plenius 
instructae coram nobis ai)parerent, nos ut debuimus vias pacis attentavimus , et sie 
tandem de voluntate et consensu partium statuimus, ut quam vis sine consensu Mis- 
nensis episcopi locus in Borsendorff ad fratres de domo Teutonica translatus fuisset, 
quia tarnen de voluntate et mandato dioecesani episcoiri factum erat, B. episcopus 
Misnensis pro iure patronatus, quod solum in Borsendoi-ff habebat, ins ])atronatus 
ecclesiae in Pulsnitz''), quae in sua dioecesi sita est, reciperet a fratribus memoratis, 
et sie commutato iure patronatus in Borsendorff fratres de domo Teutonica plenum 
ins nullo reclamante ibidem nostra et sedis ai)ostolicae auctoritate retinerent. Itaque 
dictus episcopus Ordinationen! domini Moguntini circa saejie dictum coenobium coram 

a) Porntondorf an der Hnale, Par. Norkcwftz. Diöcon Donibun: im (irositherz. 8. Woimar-Eisenach. b> Pulituitt, Stadt 
iti dür K. H. OlHjrlAii.fitz. 



93 

nobis confessus est se ratam habere, et omne ins, quod in Bursendorff habebat, eessit 
fratribus memoratis, Ulis quoque ins, quod in ecclesia in Pulsnitz habebant, episco))!) 
assignantibus. Nos hanc Ordinationen! auetoritate nostra confirmavimus et in per- 
petuum valitiiram sigillorum nostrorum munimine roboravimus. Nulli igitur hominum 
fas sit hanc nostrae ordinationis paginam imo verius sedis apostolieae, cuius auetori- 
tate fungimur, infringere aut ei ausu temerario contraire. Quod si quis praesuni- 
pserit, indignationem dei omnipotcntis et nostram excommunicationem se sciat ineurrisse, 
et in futuro cum Datan et Abiron, quos terra vivos absorbuit, accipiat portionem. 
Acta sunt haec in Halle in ecclesia beatae Mariae perpetuae virginis anno ab incar- 
natione domini M. CG. XXV. indictione VIII. 

Nach dem Copialbuch der Pfort. Urkunden von 1536 fol. 200 in der dortigen Schulbibliothek. 



No. 100. 1226. 2. März. 

P, HonoriHs IIL beauftragt die Achte zu St Georgen in Xaumhurg (Johann) und zn Buch hei 
Leisnig (Bruning) sowie den Decan der Stiftskirche zu Meissen (Petrus) die Streitigkeiten zwischen 
dem B. von Breslau (Laurentius) und dem Herzog Heinrich von Schlesien, sofern beide sich nicht 
einigen, nach genauer Erwägung zu entscheiden oder der plütsth Curie zur Entscheidung vorzulegen. 

Honorius episcopus servus servorum dei dilectis tiliis sancti Oeorgii Numbur- 
gensis et de Buch Misnensis diocesis abbatibus et decano Misnensi sahitem et apo- 
stolicam benedictionem. Uilectus filius, nobilis vir dux Zlesiae sua nobis insinuatione 
monstravit, quod venerabilis frater noster, Wratislaviensis episcopus, homines volentes 
in sui ducatus finibus nemora et «alia loca inculta inhabitare ac deducere ad cultnram, 
adeo gravat indebitis exactionibus nomine decimarum contra terrae consuetudinem , quam 
observant episcopi convicini, quod non solum ad incolenda et excolenda loca ipsa dubitant 
con venire, verum etiam hi, qui ex iis ad aliqua iam convenerant excolenda, ea projrter 
difticultates, quas eis ingerit, deserentes ad alias se transferunt regiones in praedicti^) 
ducis non modicum detrimentum, cum per hoc non solum loca ipsa deserta remaneant, 
sed etiam ducatus sui termini occupantur et inter ipsum et vicinos nobiles, ad quorum 
terras eins coloni se transferunt, graves interdum discordiae oriantur. Denique cum 
praedecessores episcopi memorati quibusdam servis eiusdem ducis, qui smardX vulgariter / f^i 
appcllantur, decimas omnino remiserint, quibusdam ex servis ipsius eiusdem conditionis *--*-^'^ 
cum certis possessionibus ab eisdem in decimarum recomi)ensatione receptis, dictus ^ *" 
episc()i)U8 nihilominus ab eis decimas contra iustitiam exigit et extorquet, alias multi- 
l)liciter existens sibi et suis difticilis et molestus. Quare nos ipsi episcopo nostris 
damus litteris in mandatis, ut super praemissis et aliis sie studeat abstinerc ab ii)sius 
ducis indebito gravamine ac suorum, quod iidem de ipso iustam non habeant matc- 
riam conquerendi. Quocirca discretioni vestrae per apostolica scripta mandanuis, 
quatinus, si dictus episcopus mandatum nostrum neglexerit adimplere, vos audiatis, 
quae dux ipse contra euni et quae idem episcopus contra ducem duxerit proponenda, 



1) priiw (fiieCi) StenieT. 



96 

castelhiin Scharphcnbercli^) con»titutam cum fructibus et ntilitatibns uni vereis, quae 
nunc insunt vel inesse poterunt in futurum, ad usus fratrum Misnensium dedimas in 
perpetuum possidendas, ita tamen ut de redditibus unius talenti qnod in eisdem bonis 
dedimus eis g:ratis, anniversarium nostrum singulis annis agant Et ne quis nostro- 
rum in postenim successorum Misnense capitulum in villis eisdem, quae ex donatione 
nostra ipsi ecclesiae tarn rationabiliter accesserunt, occasione aliqua valeat impedire, 
auctoritate dei omnii)otentis et nostra iirmantes eisdem fratribus nostris pacem, prae- 
sentem inde pajfinam conscribi et sigilli nostri testimonio feeimus commnniri. Data 
Misnac XV". Kai. Novenibr. anno gratiae jr. CC?*. XXVU**, pontificatus nostri anno 
XX". Huius rei teates sunt Heidenricus praepositus, Petrus decanus, Sifridus, Nico- 
laus praepoftitus Budesinensis, Heinricus de A^uatico Castro, Petrus, Cunradus prae- 
]K)situa Wrcinensis, Euerliardus de Nemiz, Albertus de Pretin, Albertus de Dobelin, 
Vlricus de Knrin scolasticus, Lambertus, magister Li^therus praepositus in Ozzek, 
!ilartinus de Mflbereli, Herniannus de Liznik canonici Misnenses. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu ^leissen; das ziemlich gut erhaltene Siegel des Bischofs hängt an 
einem Portfamentstreifen. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 60. 

h) Kcppnitz bei 8charfenbcrg, Par. Nau4tiidt. 



No. 104. Um 1227. 

B. Lorenz zu Breslau henennt dett in seiner Streitsaehe mit dem B. von Ohniitz vom römischen 

Stnhle (lele(ji)ien Birhtern, dnn Derhant Fefras und dem Seholnsticus Vlrich zu Meissen, dann 

dem VanonicHS B. zu Zeitz seinen Cajfellan M. Gotfrid als Bevollmächtigten, 

Veneral)ilibu8 \\vh P. deeano V. scolastico Misnensi et B. canonico Cicensi 
iudicibiis a sede apostolica delcgatis L. dei gratia Wratislaviensis episcopus devotum 
affcetiim et orationes in domino. Xoverlt vestra prudentia, quod in causa appcllationis, 
quae vertitur intcr venerabileni fratreni nostrum Olomucenseni cpiscopum ex iina parte 
et nos ex altera niagistnun (iotfridum capellanum nostrum constituimus procuratorem 
ad agcnduni, defendendnm, excii)lendum et replicandum et ad omnia facienduni, quae 
quilibet prociirator in causa siniili facere posset, ratum habituri quicquid per ii)sum 
in hoc negotio fncrit ordinatuin. Hoc idem adversario signiticamus et petimus, ut 
praesentis libelli ci copiam faciatis. 

Nach drm Orij;. im K. Haupt-Staatsarchiv ; da^ an einem von der Urkunde abgetrennton Pergamcntstreifon 
l»efestigt gewoem.' Sie^'d fehlt. 



No. 105. Um 1227. 

Vlrich Scholastiais zu Mrissm und B. Canonicus zu Zrifz richten in der vorstehend (fenanntni 
Streitsache an den Custos Lambert zu Budissin die Vorladung in Altzelle zu erscheinen. 

V . . dei gratia scolasticus Misncnsis et H. canonicus Zicensis iudiccs a sede 
ajxmtolica delegati domino L. custodi Hudcsincnsi sinccram in domino caritatem. 
Hogandam duximus honestatem vestram et auctoritate qua fungimur praecipiendo 



97 - 

Miandanuis, quatiniis UDa cum decano coniudice nostro ad Cellam accedentes testimo- 
niuiu domini abbatis Cellensis et duoruüi suorum monachorura super causa ap|)ella- 
tionis, quae vertitur inter Olinocensem et Wratzlawiensem episcopos, secundum formaui 
ecclesiae audiatis. Qui si forte ferre testimonium noluerint, per censuram ecclesiasti- 
cam ipsos compellatis veritati testimonium perhibere. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarcliiv zu Meween; das Siegel ist abbanden gekommen. 

Peter Decan zu Meissen erscheint als Zeuge in Urkunden seit 1222, der Scholasticus Ulrich de Kuirin 
(Keuern bei Döbeln) seit 1226. Genaueres über den Streit der Bischöfe von Breslau und Olmütz wegen ihrer 
Diöcesangreuzen erfaliren wir aus der Bulle P. Gregors IX. vom 7. Juni 1229 (Boczek cod. dipl. Morav. 11. p. 215. 
Erben regesta Boliem. p. 351. Theiner vett. monum. Pol. et Lith. bist, illustr. I. p. 17), und da hiemach auf Ver- 
anlassung des B. zu Breslau zuerst der Abt von Buch Meissn. Diöces, dann auf Grund der AppeUation des B. zu 
Ohnütz der Abt von Altzelle ders. Diöces, in Folge des gegen die Entscheidung desselben vom B. zu Breslau ein- 
gewendeten Recurses vom römischen Stuhl die in den vorstehenden Schreiben No. 104 und 105 Genannten zu 
Schiedsrichtern ernannt wurden, über den hartnäckig geführten Streit aber ausser der angeführten Bulle bisher 
etwas nicht bekannt war, schien es angemessen diese kurzen Schreiben hier nicht zu übergehen. 



No. 106. 1228. 9. Febr. 

Erzbiachof Sieijfried von Mainz versichert , dass der zwischen dem Bischof Bruno und d^n Königen 
(Hakar und Wenzel von Böhmen wegen gewisser Rechte in den Llimlern Budesin und Sagost geführte 
und sc/uedsrichterlich geschlichtete Streit nach der Versicherung der Let^eren ferner beigelegt sein soll, 

Sifridus dei {]^atia sanctae Maguntinae sedis archiepiscopus notum esse volu- 
mus universis paginam hanc visuris, quod quum honorabilis frater dominus Bruno 
Misnensift episcopus, sicut ipso audivimus referente, a principibus honestis domino 
Otaearo et tilio eins Wencezlao Boemorum regibus super limitibus possessionum, de 
quibus inter ipsos quaestio movebatur, quandoque obtinuerit distinctores, qui recepto 
a partibus mandato secundum tidem datam et praestitum sacramentum ordinabiliter 
distinxerunt, quicquid in territoriis Budesin et Sagost dubii fuerat inter eos. Quia 
reges iidem de consilio perversorum distinetionem ipsam diu tenuerant in suspenso, 
nos ad preces eiusdem episcopi a regibus memoratis per nostrum obtinuimus inter- 
ventum, quod de bona voluntate in nostra praesentia publice sunt confessi, quod 
distinetionem ipsam habere velint omnibus modis ratam. Absolverunt etiam fidejussores 
ipsius episcopi, quos dederat pro ducentis marcis ad manus regis iuvenis praenotati. 
Tnde quia quod vidimus et audivimus, lioc testamur, praedictum dominum episcopum 
praesentis scripti et sigilli nostri testimonio communimus. Actum Pragae V*". Idus 
PVbr. anno gratiae M". CC". XXVIIF. pontiticatus nostri XXVP. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen. An einem von der Urkunde selbst abgetrennten Streifen 
hiiii'^'t das wolilerhaltene Siegel des Erzbischofs. 
Köhler cod. dijil. Lus. I. S. 41. 



rOI». DIPL. MAX. II, I. 13 



/•^-//^. 



98 



No. 107. 1228. 30. Juni. 

Pahst Gregor IX, beauftragt den Erd>ischof (Albert) von Magdeburg mtd den Bischof (Grernand) von 
Brandenburg, den Bischof von Meissen (Bruno IL), der Alters wegen seinem Stifte nicIU mehr wohl 

vorstehen könne, zum Rücktritt zu bewegen. 

Oreg^oriuft episcopus servus servorum dei venerabilibus fratribus Magdebur- 
gensi archiepi8C0i)0 et . . epiwcopo Brandeburgensi salutem et apostolicani benedictio- 
nem. Cum veneiabilis frater noster . . MiBnensis cpiscopus adeo in diebiis suis 
proeessiftse dicatiir, qiiod propter aetatis »enescentis in ipso defectum Misnensis 
ecclesia in spiritualibus et teniporalibus iam graviter est coUapsa, fraternitati vestrae 
per apostolica scripta niandamus, quatinus eundem episcopum ad cedenduni diligenter 
et sollieite inducatift. Qui si nobis aequieverit in hac parte, vos vice nostra ipsius 
cessione recej)ta iniungatis capitulo eiusdem ecclesiae, ut infra competentem terminiim 
praetigenduni a vobis sibi praeflciant per electionem canonicani personani idoneani in 
pastorem. Quibiis id non facientibiis, vos ex tiinc auctoritate nostra provideatis eideni 
ecclesiae de persona, quae tanto congruat oneri et honori. Quod si praefatus episcopus 
ad cedenduni induci non poterit, in spiritualibus et temporalibus coadjutores deputetis 
eidcni, quos ad lioc videritis expedire, ut defectus ipsius per illorum diligentiain sup- 
pleatur. Datum Perusii IL Kai. Julii pontificatus nostri anno secundo. 

Nach dem Orip. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Bleisie^^el an hänfener Schnur. 



No. 108. 1228. 31. Oet. 

B. Oernand von Brandenburg und Probst Heinrich von Mildensee melden dem Erzbisehof Allfcrt zu 

Magdeburg, dass sie auf dein augesetzten Tage zu Halle die lies^ignation des B, Bruno von Meissen 

angenommen, auch eine vom (ajntel binnen der nächsten vier Wochen vorzunehmrnde anderweite 

Wahl angeordnet haben , und übersenden zugleich die Hälfte des zerschlagenen Siegel stempeis des 

seiner Function enthobenen Bischofs, 

Iteverendo domino suo A. Magdeburgensi ecclesiae archiepiscopo legato et 
comiti Romaniolae G. dei miseratione Hrandeburgensis episcopus, H. de Myldense 
praepositus debitum omnimodae subventionis et reverentiae fanuilatum. Ccssionem 
domini Misnensis episcopi recej)inuis in hunc modum. Dominus episcojnis inbccillitate 
corporis praepeditus et forsitan rerum gerendarum coram nobis alicjui) rubore suffusus 
ad diem non venit indictum. Misit autem ad nos i)raepositum, decanum et capitulum 
nomine procuratorio cum litteris procurationis continentibus habitunim se per omnia 
ratum et iirnuim, quidquid idem suinn capitulum ipsum super negotio nobis com- 
misso decerneret esse facturum. Misit et litteras cessionis ccssionem suam satis legi- 
time continentes. Sane visum nobis extitit non esse recipiendam liuiusmodi ccssionem 
propter plures causas iuris et consuetudinis a nobis propositas diligenter. Quocirca 
instante capitulo modis omnibus et |)ctcnte, ut ad salvationem Status ecclesiae cessa- 
tionem ipsam non recusaremus accijwrc, allcgante niliilominus causas quasdam proba- 



99 

biles siii metiis circa mobilitatem et mutabilitatem domini episcopi propter eins familiaiii 
qiierulantem, et promitteiite nobis in hoc facto fidem suam piiram et «inceram negotii 
}i:estionem, nos taiidem vidiiiius expedire rccipi cessionem de coiisilio domini Merse- 
burgensis, qui praesens nobis assedit. Verum ut cessio ipsa fortius tirmaretur, nos a 
capitiilo et ministerialibus quibiisdam *) Misnensis ecdesiae tunc praesentibiis duo rece- 
pimiis sacramenta, unum de plene voluntaria cessione, de qua suam expressit dominus 
episcopus voluntatem, quam se audisse ipso sacramento tirmarunt; alterum vero de 
manutenenda cessione huiusmodi et modis omnibus defendenda^ si forsitan tenera 
mobilitas et vaga nmtabilitas domini epi8co])i contrarium resonaret Receptis itaque 
sacramentis recepimus cessionem per patentes litteras continentes eam expresse, litteras 
quoque procurationis recepimus in adminiculum evidentiae huius facti. Sed et episco- 
pale sigillum nobis fecimus exhiberi, quod seciiri rumpi iussimus coram nobis, cuius 
unam partem capitulo reliquimus et vobis alteram praesentamus. His gestis capitulo 
assignavimus terminum eligendi diem videlicet beati Andreae apostoli, infra quem vel 
etiam in quo idoneum sibi pastorem eligerent gratia sancti Spiritus invocata. Et ipsi 
quidem hoc termino cum gratianim actione recepto ad propria sunt reversi. Actum 
Halle pridie Kai. Novembris in domo hospitum sanctae Mariae Novi Operis. 

Nach dem Cod. S. Maur. im Herzogl. Archiv zu Bcruburg fol. 99. 



1) cuiusJam Cod., ofTcnlMrur Schreibfehler. 



No. 109. 1228. 31.0ct 

Die ror.stchend ycnanuten Conimissare zvigvn dem Erzbischof Albert an, wie und in uelcher Weise 
der dem entlassenen Bischof von Meissen zu gewährende liuhegehalt festgestellt und diesem 

gesichert worden, 

Reverendo domino suo A. sanctae Magdeburgensis ecclcsiae archiejriscoiK) (1. 
dei miseratione Brandenburgcnsis episcopus, H. pr«ne|)<>situs de Mildense debitum omni- 
modae subiectionis et revcrentiae famulatum. ('essioni et procurationi domini Mis- 
nensis episcopi taliter est provisum: praebendam hal)ebit cum debitis i)roventibus eins 
et in casti'o Misnensi congruam mansionem, habebit singulis annis XL marcas in 
locis idoneis assignatas, habebit singulis annis XXIlll maldra, 11 IP' tritici, octo sili- 
ginis, Xll hordei, sex avenae ad pabulum ad mensuram terrae Misnensis, decem 
dannicas mellis habebit ad medonem singulis annis, habebit et allodium episcopale 
vicinum Castro. Astrinxit autem se capitulum coram nobis apjwsito vinculo iuramenti, 
quod hanc provisionem inviolabiliter in omni casu servabit, ita quod si ex quacunque 
causa provisioni defectus ingrueret, capitulum moneret episcopum fideliter et instanter 
illum supplere defectum. Quod si episcopus omitteret, capitulum ad suppletionem tene- 
retur eandem. Sed et episcopus, qui successerit, iurabit, se bona lide promisaionem huius- 
modi servaturum, iurabuntque canonici pro tempore successive in forma iuramenti, quod 
capitulum super ea dinoscitur praestitisse. Actum Halle IL Kai. Novembris in domo 
hospitum sanctae Mariae Novi Dperis. 

Nach dem Cod. S. Maur. im Ilerzogl. Archiv zu Bernburg fol. 72*». 

13* 



100 



No. 110. 1230. 13. Sept. 

P. Gregor IX, crlässt an aUe gläubige Christen in den Magdeburgischen und Bremischen Provinzen 
(Erzdiöcesen), in Folrn etc, die Aufforderung den Deutschen Ordensbrüdern bei Unterwerfung und 
Christiamsirung der heidnischen Preussen hilfreich beufustehen, und unter demselben Tage eine 
gleiche Äuffordei'ung an die Vordeher und Mitglieder des Dominicaner -Ordens derselben Provinzen 

das Kreuz gegen die Preussen zu predigen, 

(TregoriiiB episcopus etc. universis Christi fidelibus per Magdeburgensem et 
Bremensem provincias — constitutis salutem etc. Cum misericors et miserator etc. 
Datum Anaguiae Idibus Septembris pontificatus nostri anno quarto. 

Nach dem Liber. regostor. an. IV. ep. 61. 6^. Tom. IL fol. 30 im Vatican. Archiv. — Vett. Moiium. 
Polon. et Lithuan. hist. illust. ed. Theiner. T. I. p. 20 sq. 



No. 111. 1232. 10. März. 

P. Gregor IX, befiehlt den Probsten zu Bautzen und zu St Afra, sowie dem Decan zu Meissen 

darauf zu sehen y dass die dem zurückgetretenen Bischof Peregrin zu Prof/ bewilligte^ von iJ^ auf 

100 Mark S. geminderte Pension regelmässig gezahlt werde. 

Gregorius episcopus etc. dilectis liliis . . Budisinensi et . . sanctae Afrae prae- 
positis et . . . decano Mianensi salutem etc. Licet olim venerabilis trater noster P. 
episcopus quondam Pratensis ecclesiae felicis memoriae H. papae praedecessoris nostri 
consiliis humiliter acquiescens, cesserit oneri regiminis ecclesiae antedictae, nosque de 
provisione sua debita sollicitudine cogitantes, centum viginti marcas argenti de reddi- 
tibus mensae Pragensis episcopi deputatis sibi provisionis nomine duximus assi- 
gnandas, ab eo, qui ecclesiae praefuerit, eidem in festo onmium sanctorum persolvendas 
integre annuatim. Quia tamen, sicut accepinnis, eadem ecclesia praetextu ipsius pro- 
visionis nimium est gravata, provisionem huiusmodi ad summam centum marcliaruni 
duximus moderandam, ecclesiam ipsam a viginti reliquis al)solventes. Unde nos venc- 
rabili fratri nostro Pragensi episcopo successori suo lirmiter dedimus in praeceptis, 
ut praedictas centum marcas eidem, quarum medietatem in ipso termino, reliquam in 
festo sancti Gregorii sine qualibet ditldcultate persolvat. Idcoque mandanms, quatenus 
si dictus Pragensis episcopus, quod mandavimus, neglexerit adimplere, vos cum ad 
id auctoritate nostra, appellatione remota, cogatis. Quod si non onmes etc. Datum 
Reati V^I. Idus Martii anno quinto. 

Aus dem Lib. regestor. an. V. ep. 19G. T. III. fol. \'/J. im Vatican. Archiv. 



101 



No. 112. 1232. Mai. 

Kaiser Friedrich IL verleiht dem li, Heiurich den Ertrag der innerJuilh der Grenzen des Eiffenthums « 
seiner Kirche fündig gewordenen Silber- und sonstigen Metnilbergwerke j so wie der Gold 

fiihremlen Geuuisser, 

Fridericus dei gratia Romanorum imperator semper augustus, lerusalem et Siciliae rex 
per praesens scriptum notum facimus universis imperii fidelibus tarn praesentibus quam futuris, 
quod nos attendentes grata et accepta servitia . . venerabilis Misinensis*) episcopi dilecti principis 
nostri, quae nobis et imperio dudum ipse fideliter^) exhibuit et quae in antea melius poterit exhi- 
bere, de speciali gratia nostra concedimus et donamus ei^), quicquid in auro vel argento, sive 
cuiuslibet metalli gencre in fundo proprietatis ecclesiae suae ab hac die in antea de novo conti- 
gerit reperiri, sive sint argentifodinae*) seu metalli cuiuslibet speciei, aquarum etiam decursus, 
in quibus aurum repertum fuerit, eodeni iure et eadem speciali gratia suis proventibus indul- 
gemus, statuentes pariter et mandantes, quatenujs nuUa omnino persona alta vel humilis, ecclesiastica 
vel secularis eundem venerabilem episcopum^) circa haue concessionem et donationeni nostram'**) 
super praedictis impedire seu molestare praesumat ; quod qui praesumpserit indignationem nostram 
se noverit incursurum ^). Ad huius itaque concessionis nostrae memoriam et stabilem firmitatem 
praesens scriptum fieri iussimus maiestatis nostrae sigillo munitum. Huius rei testes sunt B. 
patriarcha Aquilegensis, Salseburgensis archiepiscopus, E. Papinbergensis, S. Ratisp(mensis imperii 
aulae cancellarius, . . Herbipolensis et H. Wormaciensis episcopi, B. dux Karintlüae, . . dux Austriae 
et Stiriae, Gebardus de Harnesteyn sacri imperii in Ytalia legatus, Kiccardus camerarius et alii 
quam plures. Acta sunt haec anno dominicae incarnationis millcsimo ducentesimo tricesimo secundo 
mense Maii quintae indictionis, imperante domino nostro Fr. secundo dei gratia invictissimo Roma- 
norum imperatore semper augusto, Jerusalem et Siciliae rege, anno Romani imperii eins duodecimo, 
lerusalem septimo et regni Siciliae tricesimo quarto feliciter amen. Datum apud Portuni Naonis 
anno, mense, indictione praescriptis. 

Nach einer Niederschrift aus den letzten Jahrzelienden des 13. oder aucli den ersten des 14. Jahrhunderts 
im K. Haupt-Staatsarcliiv zu Dresden, die für eine ächte Urkunde K. Friedrichs II. ausgegeben wunle und unten 
zwei runde Löcher hat, durch welclie wahrscheinlich Schnuren zur Hefestigung des mit diesen jetzt verloren gegange- 
nen Siegels gezogen waren. Allein das ungewöhnlicli grobe Pergament, die geringere Sorgfalt des Schrt»ibers, der 
Gebrauch einzelner um 1232 ungewöhnlicher Abbreviaturen, der Kindruck überhaupt, den die Urkunde in paläo- 
graphischer Beziehung macht zeugen gegen die Aechtheit derselben. Da jedcnli der Ausstellungsort und das Datum, 
sowie die angeführten Zeugen als richtig durch einige unverdächtige Urkunden bestätigt sind, welche zu Pordenone 
im Mai 1232 K. Friedrich IL vollziehen Hess (vgl. Böhmer regesta imp. S. 184. no. 3^395—1)7. 9[) und Huillard-Breholles 
bist. dipl. Friderici sec. IV. P. 1. p. 309 if.), liegt wahrscheinlich der vorstehenden Urkunde eine ächte desselben 
Jahres und Ausstellungsortes zu Grunde, welche das Bergregal oder eine sonstige Verleilmng an das Bisthum betraf. 
Während aber die Form, in welcher 1223 dem B. Bruno von demselben Kaiser bereits angeblich das Bergregal 
zugestanden worden (No. 9()), zu der Zeit nicht genügte, wo die vorstellende gefertigt oder aucli nur interjiolirt 
wurde, trat derselbe Fall im J. 1372 wieder ein, wo dem K. Carl IV. die Urkunde von 1232 zur Erneuerung und 
Bestätigung mit den Aenderungen und Zusätzen vorgelegt wonlen ist, die hier zur leichteren Uebersiclit als Varian- 
ten unt«r den Text gestellt worden sind. Die in zwei Exemplaren (A. B.) noch vorhandene Urkunde vom J. 
1372. aus welcher die obige von 1232 bei Lünig RArchiv Spicil. eccl. II. Anh. S. 98, ('alles series Misn. epp. p. WA 
und Huillard-Brdholles a. a. 0. p. 362 abgedruckt wurde, wird später der chi-onologisclien Folge gemäss n»it- 
getheilt werden. 



1) Afimentit A. B. S) ßäeliUr ip*t A. B. 3) ei H eccUsiae tuof. A.B. 4) continfftrü rtjt. »ive »int aurijodinw arf/mti/ttdiua*' 
A. vel urgent. B. 6) episcöpum ecclesiam suam et »uccesaore» »uos A. B. 6) nostra* A. B. 7) ineurturumy adicientrn de maitttate forearen 
^uod »i Jortuna tibi eeelesiae et »ueceeeoribue eui» arridente mt^ntana auri vrl argenti «d cuiuslibet oUerinM metalH contingtret {continget B.) 
•necitari monetam auri vel argenti ip»i> (tjwe fehlt in A.) nii^tM eueeeeeoree cudi /aetre vaUani et /mkrieari. A. B. 



102 - 



Xo. 113. 1232. 1. Aug. 

K. WlmUsJav von Böhweu eupiet dem Stift die vom Burggrafen Otto von Dohna demselben geschetüde 
Ilälfff' (If's zu Böhmen gehörenden Dorfes Wolframesdorf mit allen Beehten. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. WadizlauB dei gratia Boheraornm 
rex rmmibiis in [>erpetuiini. Cum adeo non sit hominum malitiis indalgendum, at 
(juodlibet lite factum et rationabiliter approbatum ad iniquum compendium trahi possit, 
noR provida deliberatione projrter devotionis conHtantiam Heinrici quondam burcravü 
de Donin bonae menioriae nee non et filii eins Ottonis tidelis nostri, quam circa dfle- 
etum patrem nostrum elarae memoriae et etiam circa nos eflicaciter sumus experti, ex 
eo ((uidan, quod in voluntatis nostrae beneplacitis ultra id, quam ferre possent parates 
ae fideleft repcrimus, nierito nos invitat, ut suis et suorum ubicunque possumus pro- 
fectibuft ae desideriis intendamus. Proinde tarn praesentibus quam futuris per prae- 
sen« Hfiriptum universi.s duxinius exprimendum, hoc de nostra v'oluntat« ac licentia 
eonti{?isse, quod dietus Otto bureravius de Donin fidelis noster medietatem villae 
Volueraniesdorf*), quam proprietatis titulo possidebat, licet in fundo regni nostri con- 
ftistat eadem et existat, cum omni utilitate ac iure, quo ipsam tenuit, Misnensi ecclesiae 
et domino Ilc^inrico eiuHdem ecclesiae episeopo contulit et donavit cum omni prorsus 
plenitudine iuris sui, quae nunc inest vel inesae poterit in futurum, videlicet iudicio, 
areis, a{?ris, acjuis, pratis ac possessionibus universis, quae inpraesentiarum possidet 
iustis modis. Ut iffitur ipsa donatio, quae ]>er nos facta est, secundum formam prae- 
Hcriptam robur semjKir obtineat et validum iirmamentum, et a nullo heredum nostro- 
rum retractari valeat ullo modo, ideo plane reeognoscimus ipsam sine fraude factam 
esse, et hoc i)er praesentem paginam fideliter ac publice protestamur. Si quis vero 
dictum episcojHun vel ecclesiam eins Misnensem in villa praedicta Volueramesdorf 
turbaverit, aut dampnum ingesserit vel pavorem incusserit aut gravamen intulerit ullo 
modo, indignationem regiae maiestatis et trigintn marcarum auri debitum se noverit 
incurrisse. Ut autem ipsa donatio futuris temporibus observetur, praesens scriptum 
conscribi praecepimus et sigilli nostri munimine roborari. Iluius rei testes sunt Ar- 
noldus de Wischerat praepositus, Ypolitus domini regis cancellarius; laici Bogezlaus 
filius Zlawekonis, Chastelaw et Ileinricus frater eins praefectus Hudesinensis, Jarezlawe 
filius Marquardi, Henesse lilius Benesse, (irozenete de Podebrat, (levehardus et J^udcrus 
frater eins de Kodeswiz, Volueramus de Gerardesdorf et alii quam plures. Acta sunt 
haec anno dominicae incarnationis M''. CO*. XXXIP. indictione V*, regnante Wadizlao 
Bohemorum rege gloriosissimo anno regni eins quarto. Datum Pragae Kai. Aug. 
feliciter amen. 

NjM-li (li'in Oriii. im Stift^arcliiv /ii Moiusen: an rotlien, blauon iiiid L'<'U»on seidmcn Fäden himirt n(Mli ein 
klein**?« Hriirhstück des Siegels. 



ai Laiigouwolni»(lurf bei NtoJptm. 



103 



Nu. 114. 1233. 22. Febr. (26. März). 

B. Heinrich trifft wegen des rotn Probst Heidenrivus vollzogenen Kaufes eines der Oberlehnsherrlichheit 

des Bischofs zustand igeti Dorfes y sotvie wegen des von deinseUten bewirkten Verkaufes mehrerer dein 

Capitel zustehenden Zinsen eingehende Bestimmungen. 

In nomine sanctae et individuae ti-initatis. Heinricus dei miseratione Misnensis 
episcopus. Inter alia humanae conditionis inlirmia memoriam hominum sie fragilem 
esse eonstat, ut nee multitudini rerum nee longitiidini temporiim sufficienter se valeat 
exhibere. Unde datiim est fragilitati eins per gratiam conditoris, ut insuffieientia ipsius 
scriptiirarum amminiculis adiuvetur, ne quod fideliter acutiliter geritur, aut negligenter 
pereat aut inutiliter evanescat. Proinde noverint universi tam praesentis temporis quam 
futuri, quod dilectus in Christo Heidenricus maior Misnensis praepositus villam quandam 
dictam Kozzebude*) pro ducentis nonaginta et quinque marcis a Bertoldo milite de Sco- 
nowe et suis heredibus comparavit, dictam autem villam Sifridus burcgravius de Lizenik 
et frater eins Albero a nobis, dictus vero Bertoldus ab ipsis iure tenuit feodali. Praepo- 
situs itaque supradictus praeter pecuniam praenotatam triginta marcas argenti dedit de 
i Jzenie fratribus iam praedictis, iidem quoque fratres nee non et Bertoldus de Sconowe 
villam Kozzebude superius nominatam cum omni iure, quod habuerant in eadem, in 
manus nostras voluntarie resignarunt. Nos vero afFectum benivolum, quem praepositus 
saepedictus ad nos gerit et ad Misnensem ecclesiam attendentes, eidem praeposito tam 
favorabiliter quam liberaliter dedimus ipsam villam iure proprietatis quoad vixerit, etiam 
si a praepositura vel praebenda Misnensi recederet possidendam cum omnibus suis atti- 
nentiis, videlicet agris, pratis, pascuis, vineis, silvis, venationibus, aquis, molendinis, 
piscationibus, cultis et incultis et aliis utilitatibus, quae eisdem bonis nunc insunt vel 
inesse poterunt in futurum. Praeterea propter obsequia beneplacita, quae nobis et 
ecclesiae exliibet fideliter et devote, eidem dediinus ins in villa saepedicta tabernam quae 
^ti 2 currthema vulgariter dicitur instaurandL Sane dicto praeposito liberum erit de eisdem 

bonis in parte vel in toto suum condere testamentum ad fratrum praebendas, quod voluerit 
assignando aut facere vicariam, vel sui successoris usibus deputare. Si vero alicui extra 
ecclesiam dare vel vendere decreverit ipsa bona, ad nos nostrosque successores bonorum 
revertetur proj)rietas eorumdem; nos etiam ei vel eis, quos nobis aut nostris successo- 
ribus praesentaverit dicta bona conferre iure tenebimur feodali. Sciendum tamcn , (juod 
quia praepositus de annuis redditibus fratrum nostrorum Misnensium in villis Bukuwiz, 
Bk)towe, Tribensdorf**) et Milnewitz*") domino Uttoni de Ilburc octo marcarum et villam 
Boren "*) in redditibus quadraginta octo solidos Iiabcntem etiam eidem ad praei)osituram 
vendidit j)ertinentes , octo luarcarum in villa Kozebude suis confratribus suoque succcs- 
^ sori quadraginta octo solidorum redditus assignabit; neque enim horum summam provcn- 

tuum praiepositus aliorum poterit usibus deputare, nisi forte de pecunia quam a domino 
Uttone de Ilburcli recepit alia bona emerit de confratrum suorum consilio et consensu 
ipsorum usibus in ])08terum conservanda. VA ut liaec nostra donatio ipsiusque ordinatio 



ä) Conpa, sonst Cpsgoda bei EilonbuiK. h) Bachwitx (vgl. No. 54), Plotha (Blottwiu). Dröbndorf, jetzt Feldmarken b»;I 
Pehritzsch iin Kr. DelitzHcb, nahe der k. nach« Grenze c) Mölbitz zu TballwUz Im K. Sachten gehOrig. d) Pehritztch? 



104 

in fiitiiriiiii deliitaia halieant firmitat(*ni, praenenteni litteram inde Acribi et sigilli nostri 
in)M'<'Hsir»nr iiiHsiiinis roborari. (^apituliim quoque Misnense, cuius aecessit consensus 
unanirniK et voliintas ad rmmia ftii})eriu(^ nieniorata, huie litterac nostrae saiim sigiUuni 
ap|K)Hnit ad üaiihdain. Tt-stcH Imiu« rei Mint Sifridu» de Pigaaia, Heinricus de Aqnatico 
Castro, (VniradiiH in Wiirzin et Albertus in Ozzek praepositi, raagister Walterus, Her- 
niaiinuH de IJziiic. VIrieiis, nia^rister Krpho et Heinricas de Labene Misnenses canonici, 
Taniino et llrrniaiiiuis tVatres de Dobelin, SifriduB de Hagen prope Aldenburc, Hein- 
ricurt advocatus, (V»nradiis filiiis fA*onis et Johannes de Vriberc, Sifridiis de Alesleue, 
MatheiiH viliiciis de Misiia, et ah'l quani plures. Acta sunt haec Coloniae juxta cimi- 
teriiini aiino domini M". (■(*". XXX". III". octavo Kalendas Martii. Datum in Cella 
sanctae Mariae per nianuni (*onradi notarii nostri VIP. Kaien. Aprilis. 

Narh (lifiii i)r'iis. im Stiftsurcliiv zu Mfissen mit den an Penramentstreifen befestigten, schadhaft gewor- 



Xo. 115. 1234. 19. Juli. 

J\ (irt'ffor IX. hffu'hlt tff'Hi Bischof, (frm Probst uml dem Scltotasticus den Unifehährmssen. welclwu 
(Ins Kiostrr zu Jirnrniow In-i Pnui hcrkömnükh am Tage der uputchahL Kinder (28. Dec.) ausgesetjd 

ist, in da' angcgehi'nen Weise zu steuern, 

(irefToriiis episcopus etc. venerabili fratri . . episcopo et dilectis filiis . . praepo- 
HJto et . . scolastieo Misnensibus saliiteui etc. Dilectorum iiliorum . . abbatis et con- 
ventiis Hreiineiowiensis nionasterii exhibita nobis petitio continebat, quod quidam canonici 
et clericri Praji:ensi.s ecelesiae (luandani eonsuetudineni vel corruptelam potlus praeten- 
dendo, venerabili fratri iiostro . . episcopo et dilectis filiis capitulo Pragensi eis consensiun 
praebentibns, quoruni studio pervigili deberent a nequitia cohiberi, cum nuiltitudine quae- 
rentiiini vanitateni nionasteriuni ipsuni in festo Innocentuni annis singulis hostiliter inva- 
dentrs, (tr»nini vultibus (*oIoruni positione varia defonnatis, per dictum monasterium 
taii(|iiain ininiemores rationis insaniunt, ipsorumque pannis et vestibus laniatis vasa 
confrin^unt, donios <liruuiit, affli}?eii<lo monachos verborum contumeliis et verberibus 
violcntis, e((uos (iuo(|M(* ilmh*iii inventos abducunt, plura exinde per violentiam auferentes, 
(|uae neduni restituere negligiint, inimo ad excessus consiniiles successivis temporibus 
rclabiintur, ({naniquam id cisdem duxerimus jHir nostras litteras inliibendum. Quare 
snpradiiti abbas et conventus nobis huniiliter supplicaruiit, ut eorum indempnitati super 
bis providrn» |)aterna sollicitudine dijrnareniur. Quocirca maiidamus, quatenus, si est 
ita, caiionicos 4*t clcricos niemoratos ac coniplices eorumdem, ut coiisuetudine huiusmodi 
non obstaiite di(*tis abbati et coiiventui restitutis oninibus sie ablatis, similia praemissis 
ulterius non attcmptc^nt, ac nic^moratos episcojmm et capituluni, quod ipsis in talibus 
consensuni aliqueni non impendant, monitione praemissa, sublato appellationis obstacub» 
anctoritatc nostra praevia ratione co{»:atis. Quod si non oiiines etc. Datum Reate XIIII. 
Kai. Auji:usti pontiticatus nostri anno octavo. 

Aus drill I^il). ri'irrstor. an. VII f. v\). UVi. Tinii. IV. toi. UM. im Vatican. Archiv. — Krhcii n'jresta }^)hein. 
(Aliliaiiill. drr k. höliiii. (m»h. <i. Wi.-^s. .'». Folirc. WX.K) S. .SIH;. \»\. l'alacky ital. Kei.se (Abhundl. u. s. w. Bd. 1.) 
S.'-j:». iio. IIK. 



— 105 



No. 116. 1234. 20. Juli. 

P. Gregor IX. beauftragt die Bischöfe zu Merseburg und Meissen dem erwählten Erzbischof zu 
Magdeburg Burchard nach vorhergegangener Einladung der übrigen Suffraganbischöfe an seiner 

Statt die kirchliche Weihe zu ertheilen. 

Gregorius episcopiis etc. venerabilibiis fratribus . . Meresburgensi et . . Misnensi 
episcopis salutem etc. Rectis dispositionibus, quibus providetur ecclesiis, ne in faculta- 
tibiis suis patiantur viduitatis tempore detrimentum, aut lupus invadat gregem dominieum 
vel dispergat, benigniim praebemiis assensum et favorem apostolicum impertimur. Sane 
bonae memoriae Alberto Magdeburgensi archiepiscopo naturae debitum persolvente, 
cum . . praepositus Magdeburgensis et eins socii, quibus dilecti filii Magdeburgense 
capitulum eligendi contulerant facultatem, diligenti deliberatione praehabita, dilectum 
filium B. praepositum de Bruneswic Magdeburgensem canonicum in pastorem ipsi eccle- 
siae ])rovidis8ent, venerabili fratri nostro . . Ildesemensi episcopo et collegis ipsius 
nostris dedimus litteris in mandatis, ut de modo electionis, electi meritis et eligentium 
studiis veritate sollicite inquisita, ipsam fideliter in scriptis redactam sub sigillis suis 
ad nostram praesentiam destinarent, qui super hoc a singulis de ipso capitulo iuramento 
recepto depositiones ipsorum ad sedem apostolicam remiserunt. Cum igitur electionem 
huiusmodi invenirenuis canonice de persona idonea celebratam, eam de fratrum nostro- 
rum consilio duximus confirmandam. p]t quia gravibus et diversis necessitatibus dicitur 
eadem ecclesia praegravata, nos ex aflfectu compassionis, quam habemus ad ipsam, gra- 
tiam sibi volentes facere specialem, mandamus, quatenus vos, aliis eins suffraganeis 
convocatis, cum eis in praedicta ecclesia munus consecrationis electo vice nostra impen- 
dere procuretis. Quodsi non omnes etc. tres vestrum etc. Datum Reate XIII. Kai. 
Augusti pontiticatus nostri anno octavo. 

Aus dem Lib. regestor. an. VIII. ep. 163. T. IV. fol. 194. im Vatican. Archiv. 



No. 117. 1234. 22. Sept. 

B. Heinrich überweist dcfu Zdizlaus von Schoninberc zur Entschädigung einige bischöfliche Zehenten 

jenseits der Neisse. 

Heinricus dei gratia Misnensis episcopus Christi fidelibus universis hanc paginam 
inspecturis aeternam salutem et verani in domino karitatem. Cum ea, quae de sub- 
stantia rationis existunt et speciem obtinent pietatis, lirmitatem perpetuam conveniat 
obtinere, ad opiniones ambiguas in posterum removendas, ne rei veritas fermento niali- 
tiae cornimpatur, scripturae testimonium labenti consuevit memoriae conmiendari. Pro- 
inde notum tieri volumus tam praesentibus quam futuris, quod nos Schoninberch •) 
constituti ad petitionem vasallorum nostrorum nobili viro Zdizlao de Schoninberc fideli 
nostro pro restauro villae Bernhardistorf**), quam praedecessori nostro bonae memoriae 



a) Schöuberff Im GOrlitzor Kreiiie. b) Altbern«dorf bei Bernatodt oder Bernfltadt «elb«t. 

OOD. DIPL. 8AX. II. I. 



u 



106 

lininoni Misnensi episcopo resignaverat, qaasdam decimas episcopales in bonis nostris 
episcopalibus sitas ex alio latere Nize*') inter limites, qui vulgariter Jeswiken et Due- 
kamnegorke et Tyzowe niincupantur, sicut a praedecessore nostro tenuerat iure feodali, 
contiilimus perpetuo possidendas. Et ne huic nostrae coUationi alicui super eo sibi 
vel suis successoribus dubium in posterum oriatur, praesentem paginam conscribi ius- 
simus et sigilli nostri munimine roborari. Huius rei testes sunt Nicolaus Budisinensis 
praepositufi, Hugo decanus, Johannes plebanus de Gorliz, Prizstanus eiusdem ecclesiae 
canonici, Heinricus plebanus de Schoninberch, Bernhardus de Kamenz, Wilricus, Hein- 
denricus de Stoniz, Predeborus, Tyrzinus et alii quam plures. Datum Schoninberch 
anno gratiae AP. CC^ XXXIIIP. indictione VII*., decima Kalendas Octobris pontifi- 
catus nostri anno quarto. 

Nach (iem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem ziemlich wohlerhaltenen Siegel des Bischofs 
an Fäden von blassgclber Seide. 

Köhler cod. dipl. Las. I. S. 43. 



c) Neisse. 



No. 118. 1237. 7. Sept. 

P. Gregor IX. beauftragt seinen Legaten, die Streitigkeiten der Bischöfe van Leims, Meissen, Camin 
und Brandetiburg über die Grenzen ihrer Diöcesen an Ort und Stelle zu ent^cJwiden. 

Gregorius etc. episcopo quondam Mutinensi apostolicae sedis legato. Onus 
suscepti regiminis nos inducit, ut omnes actus nostros per aequitatis semitas dirigentes, 
delatis ad nos implicitis quaestionibus explicatis, ins suum cuique postulanti tribui facia- 
mus. Cum igitur venerabiles fratres nostri Lubucensis, Misnensis, Caminensis et 
Brandeburgensis episcopi super limitibus suarum diocesum sicut convenit non distinctis^ 
inter se ad invicem saepe contendant, prout eiusdem Lubucensis praesentata nobis petitio 
continebat, et propter hoc ipsi et eorum ecclesiae dampna gravia sustineant et iacturas, 
et pericula etiam proveniant animarum; nos cupientes contentionem huiusmodi amputari 
et indempnitati eonim ac animarum saluti paterna dementia provideri, negotium ipsum 
tuae providentiae, de qua plenam in domino liduciam obtinemus, duximus committendum 
per apostolica tibi scripta mandantes, quatinus personaliter ad locum accedens, vocatis 
qui propter hoc fuerint evocandi, sie praedictas dioceses aequitate praevia provide limitare 
procures, cuilibet episcoporum ipsorum suo iure servato, quo quemlibet statuas manere 
contentum, quod sollicitudinem tuam possimus exinde non immerito commendare. Con- 
tradictores etc. Datum Viterbii VII. Idus Septembris pontificatus nostri anno undecimo. 

Aus dem Lib. regcstor. Gregorii IX. an. XI. epist. 238. im Vatican. Archiv. 
Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. 1. S. 19. 



107 



No. 119. 1239. 27. Sept. 

B. Heinrich beurkufidet eine Stiftung des Domherrn Eberhard für die Vicarie des h. Nikolatis 

in der Domkirche. 

Heinricus miseratione divina Misnensis episcopus. Universis Christi fidelibus 
hanc paginam inspecturis notum esse volumus, quod quatuor mansos in villa Bizcopiz*) 
sitos, qiios de manu nostra Vlricus miles de Nozzin in feodo habuit, pro XL marcis 
redeniimus de peeunia concanonici nostri domini Eberhardi, et eosdem mansos de con- 
sensii capituli Misnensis contiilimus canonico memorato cum omni iuris plenitudine et 
omni prorsus utilitate, quae nunc eis inest et ex eis provenire poterit in futurum, ita ut 
in ecclesia Misnensi pro salute sua et suorum , ad honorem domini Jhesu Christi et piae 
genitricis eins Mariae pcrpetuae virginis, sanctique Nicolai venerabilis confessoris ex 
eisdem mansis ordinet, quicquid inspiraverit ei deus. Cuius ordinatio talis est: De pro- 
ventibus dictorum quatuor mansorum, qui in villa Bizcopiz siti sunt, assignavit dictus 
Eberhardus canonicus Misnensis quatuor talenta ad vicariam beati Nicolai, ut inde vicarius 
sustentatus choro Misnensi deserviat in ordine vicis suae. Idem etiam vel quilibet suc- 
cessor ipsius tenetur gerere vices domini Eberhardi canonici Misnensis in choro tempo- 
ribus vitae suae, post cuius obitum tum ad capitulum respectum habebit. Celebrabit 
quoque dictus vicarius tres missas qualibet septimana, unam pro salute vivorum, aliam 
pro salute fidelium defunctorum, tertiam in honore beatae Mariae \irginis perpetuae 
genetricis domini nostri Jhesu Christi, devote ac fideliter oraturus pro salute Misnensis 
capituli et pro salute vivorum ac mortuorum omnium, qui ecclesiae Misnensi suis ele- 
mosinis succurrerunt. Praeterea instituit saepedictus canonicus, ut vicarius ille in anni- 
versario domini Alberti de Prittin de supradictis mansis X solidos distribuat in hunc 
modum: Octavum dimidium solidum dabit canonicis, unum solidum hospitali, unum dena- 
rium olferet ad missam, quae celebrabitur pro defuncto, duos dabit campanatori, quin- 
decim pro panibus, quos distribuet pauperibus die illa. Ne igitur ordinatio haec ad lau- 
dem dei et ad honorem ecclesiae nostrae facta processu temporis oblivioni deleri, vel 
malorum ingenio in irritum valeat revocari, praesentem paginam inde conscriptam sigilli 
nostri fecimus impressione muniri. Acta sunt haec praesentibus viris honorabilibus 
ecclesiae nostrae Heidenrico praeposito, Petro decano, Sifrido de Pigauia, Nicoiao prae- 
posito Budesinensi, Alberto praeposito de Indagine, magistro Walthero canonico Mis- 
nensi et aliis quam pluribus. Anno incarnationis dominicae M^ CC^ XXX^ IX". quinto 
Kai üctobris pontificatus nostri anno X^. 

Nach dem Orig. im Stiftsarcbiv zu Meissen; das Siegel ist an einem von der Urkunde selbst z. Tlil. al>- 
gescknittenen Pergamentstreifen befestigt. 

«) Piakowits, Par. 



14» 



109 

impedire praesiimiint. Quare (lictiis episcopiis nobis humiliter ßupplicavit, ut super 
hoc eius compatientes angustiis et suae desolationem ecclesiae attendeiites, quac dicto- 
rum frati'um attoUi subsidiis et foveri deberet, beneficiis oportunis providere de circuin- 
spectione solita curaremiis. Qiiocirca mandamus, quatinus fratres eosdem, ut ab ipsius 

repiscopi et ecclesiae suae omnimoda molestatione desistant, ac eidein satisfaciant de 
iiTOgatis (lainpnis et iniuriis, efticaciter moneatis, praesertim cum apud deum et homines 
se de multa reddant indevotioiie notabiles, quod dictum episcopum, qui se manente pau- 
pere ipsos in bonis pluribus ampliasse dicitur, dampnabiliter persequuntur; et nihi- 
lominus ne ipsius iustitia prorogetur, per consuetam auctoritatem causam, et si de ipso- 

lö rum voluntate processerit, fine debito terminari facientes etc. Alioquin ipsam ad nos 
remittatis sufficienter instructam, praetigentes eisdem terminum peremptorium compe- 
tentem, quo per procuratores idoneos iiostro se conspectui repraesentent, iustam dante 
domino sententiam recepturi. Non obstante constitutione de duabus diaetis edita in con- 
cilio generali, ita quod ultra sextam vel septimam pars altera extra suam diocesim 

/r auctoritate praesentium ad iudicium non trahatur. Testes etc. Quod si non omnes, 
tu frater ejuscope etc. Datum J^aterani III. Idus Aprilis pontificatus nostri aimo XIIII. 

Aus dem Lib. repestor. an. XIV. ep. 17. T. \'1I. fol. 3. im Vatican. Archiv. 
Tlieiner vett. moiium. Poloniae et Lithuan. bist, illustr. I. p. 34. 



No. 121. 1241. 7. Mai. 

K. WenM von Böhmen bestiü'ujt zur Beseiügiuig fernerer Streitigkeiten die von Eingesessenen der 
Oberlausit^ festgestellten (rrenjsen der bischöfUclien Güter und der der böhmischen Krone, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Wence^laus iunior rex Boemiae. 
Cum karissimus*) patcr noster Otakarus-) rex illustris, cum venerabili domino Urunone 
Missenensis^) ecclesiae episcopo, bona fide limites inter terra« Zagost et Budesin*)^ iio,f. 

20 viris honestis Burgardo*^) de Gnaswitz^), Bernhardo") de Kamenz**), Reinhardo") de 
Wichow^^), Heidenrico**) de Dolirus, Friderico Wirtes'*), Suikero**), de Trelen**), Cir- 
stano***) et (ierlao*®) de Landescrone"), Rudolfo de Godow***), Hermanno de Lubchow'^), 
Florino de (iorlitz^®), Heinrico Woisitz^^), sub debito praestiti sacramenti commiserit distin- 
guendos, quia viri iidem**) burcquardos**) terrarum ipsarum uniformiter distinxerunt**), 

2r nos factum idem gratum habentes et ratum, praesentis scripti^**) et sigilli nostri muni- 

niine roboramus, auctoritate nostra regia districte mandantes, ut eadem distinctio invio- 

labiliter observetur in cultis et colendis et universis pertinentiis subnotatis. A Niza"*) Ttk^^a 

contra Poloniam per directum usque ad montem Yezwinche. Abinde in cumulos Kameni- 

copkidua. Inde in angulum Nakuthipozcaki*'). Inde in montem Tizow*^), abinde in 

^0 Mostech^^). Inde in sepulcrum^j Winichopez. Inde in rivum Quizt^*). Il>i distinctio ^»^ly^ 
... - . //tf,?. 

1) trinitatis amm. So* Wtnctzlau» ( WfnztüauM D.) dei gratia rex Boemorum tiuartUM omnibu» in ftrpttuum. Cum clarof Mcmo- 
rlae karisstmtu C. D. 2) Ottaknrtu C. 3) Mitnensi» B. C. D. 4) Hudisin C. Bvdissin D 6) Jturchnrdo C liurkardo D. 6) Onatwit B. C. 
7) Btrhardo B. Jt^mardo C. D. 8) Camnu B. Cameneeh C. Kamtmtu D. 9) Beinardo B. Rtgnardo C. 10) Wickow B. Wichiuft D. 
11) Hrgdenriro B. 12) n^rtr» B. C. I>. 13) Syukero C Swiekero D. 14) ZtratU D. 15) Crittano B. G. Chrittano D. 16) Gtrlacho C. Gtr- 
laco D. 17) lAindfchromt D. 18) B&doi/o de Goditvtt D. 19) Lvbckiw. D. 80) GotUm B. Zfforli» C. 81) Henrico Hoptie B. Henrico Wog- 
siih C. rt Heinrico de WoieiU D. ti) i,lem viri C. 83) burc^uardo* B. 84) disHneeerunt A. 86) »criptl teetimonio D. 86) Nitza D. 
87) Saktitkyposehaki C. Nacu£hij*oaJMki D. 28) Tyzow C. Tiwitet D. 89) MosUt B. D. 30) erpuUkrum C. D. 81) ^i« B. QwiM C. Qvia D. 



110 



est suHiH'iisn propUi- ilis^tinotionom iiiter Za^>st*') et Poloniam nondam factam. Item 

((Ultra Itoluiniani a montiliiis Siiozuize^) in Bischowe**) maiorem. Inde in parvam 

|liHrlu»wi-^M, hulo in ZiuhiiloPK ahinde in Kokitowikeren*). Abinde in sepulcrgm*')/./^/ 

DrosziUiriiph'U iuilo in rix lun Koren. Abimle in Nizam. Nizam*) sursum usque dum 

iiiHiiit (^muMiiza ot u^iuo ml ortum eins. Ihunia limitibus bis inclnsa snnt Misnensis 

(Miiseoni 'M. \Xv\\\ ilo lunnuanU* l V^lpnv iz ^ u ab eo IiKti iibi eonlittant*'i Lnbotna et Oztroa- 

iiiza'-), aa ilotlmntvui in i V-tn>sni/.am"' rivum Peztau**) et ortmo eins. Abinde in 

Hruiitain IUti>/ka/.i/a ot in moutom Jeleuah«?>ni* ). abinde in ortnm Kamenize et 

per doriu'smn i'i«i>^ usvjiio ;ul ilistiiictionom Zagn«>t et Budesin^\ Abinde in rivnm '^,*^. 

. (lui Siavwa diriiur ot lUiJvür per Vnrharti*Silv>rf'*\ et deeur^um eins usqae ad antiquam m. !>. 

Htrataui rontva .lawornuh '" . M» ip^^i 5>rra!;a wntra Bub^siu'*'' in :^prewam, quae defiuit 

iK*r villaiü /alvMn, i t por iloviusinu eins iu rivum Jedle*- et quemlam oumulum ex directo. 

\\\iW ia sruuiam m^'*^ '^^*^ ^^'^^ iJlussitia in vallcui, et per eandem vallem in l.ubotnam. 

ihiiaiH tuiuhiH uiuiini^ li:>^ nivlusiis ad Misiiensem^*' pertxnet episivpatum. I>e biir- 

aaido ImViuh al» aniti[iio vanipo rran:s Sprewam l>aiubi>n»«bnHl^'\ abinde in antiquam 

Mouiitain ipia iiar WvKini , ^t ^io por oam usque iu Sebnizam. in l»xnim ubi mansit anti- 

uilu^"^ liv'ioimia. Iumm o\ Mo latoiv a ouuiulo qui e?>t iiiter K»»ssi'!tz et NowazinUitz^) 

in auuaui, quav- dw'xuw ''.oIu>/am\v **■, usque iu** iKmiu. lüde iu maiorem ^tracam contra 

Nurukiuluti"^ UMpio ta Uan^rVssirVu"'', et |kt deeursum eins iu Wazounizam""'. Abinde 

III ri/.oa"^ \'i ia ai^»nicm lUulio^^ii^ua"'', abinde usque'** ad summitatem mouti$. unde 

mwuw n\a-t'"^ \Vv'lo\\i'.a ^'^ /alat^^iua'^ , abinde in Si*bnizam et per asi'eusum eius 

iiniiiir ad lovina luMvuiiiao praodicti. Vd Misnonscnr^* episet>puur* pertinent, quae bis 

Iruuini^ lurliuliinun. li\»u de burqnardo Si/eii [kt somiram de Sizeu in Ci«Kl«>wizaui. 

iiidr in ninniluni Tv^mmvu' \ \b iHo in eunuilum pn>|K' viaui. quaitnrde lUulesin Z«v«ur'^. 

All i'iulrni \ia doiKv prope \iani i Juntersdorf ' , inde in rivum üusi'^*' et in mai«>n*ni 

riMilnin \W i;\im*'^ iu Kailel. de Uadol in ranienalijr^Ma'-u Abinde ad summitateni 

nnmti^i iiiler Toren el l.ijK>\\aj;'ora' '\ alunde in IVIiiH»toeh''^\ et sie usque in Wazmi- 

ni/.ain'K Munde iiNque in Isinbere ', abinde ubi luiwan et Poliza contluunt, per 

(b*eniHiiin \\A\/v iiMiiie dum eontluit'''< euni Lo/na. a Li>zna in Sabnizam, et ita usque 

ad loriini iiIm hiniieH iV-ou' \ lUieowalijrora'"*-, Welewiza in Sebnizani in'otemhintnr. 

Oinnia bniitilMin Ins inehisa (»eitinent doniino re«ri^'>. Item bi sunt limitcs qui distin- 

fXnimt <J(Mlon") et leiiani leps. A K>eo ubi a seuiita de Sizcn***) |ht liniites ItadeP"*) 

Caineiiabpna^') IU^bport»elr'^ et deeursum Lozine in Sabnizam ptTvenitnr. Inde in 

ortnin Lozine, abinde in oirnin Lezne'^'), per deeursum eins cbmee cb^tluit in Wazou- 

uizani""), per deenrsinn \\ azounizae'* ) ad rubum Krllinum'^). Abinde snpra montem 



.T.') AthuMt ('. :Mi .ViirrHr.-Ar i\ Ai^ /.-i«;.>h>, (' /.'ia ^k.Uv D. 35 1 Suehvlol C. 'M) lUtkitfiHiknrrn il. 37 1 Itroazoteet^th B Or<M- 
^,trcA/>ft (.-. I*rnM:o'-i';tph I>. 'is\ .Vi:iiHi .\>«iiiii II (* .N.d.iin .N^.-jijirf I>. S^) epifropi mnut .lfj«Mrii«i« H. (*. l). 4<)i iJolgauix C Ihtlgatrü: II. 
41) in/laii i>. i:i) cMniza Jl. l>. ttzlui,:ti ('. l:li min i:\ Ali i'.iUttr II. i'- /Vxfwwv II Vi) J^lmyr^nrn i*, Jrltnikora I>. Afi) Jivdiuin I> 
47 > Grrartitilorj II. ('. G'-rharlmior/ I>. 4M) J,tHnrtk V. Jam\*ntik D. 4i^) Jhulraitt II. i\ llvdimitn ll. fiO) JtdUt (>'. öl) MhnnenHem I>. 
.Ut DanihttrturbriHi li. ('. l*anibrnrutrtbrtHl I>. .\l) \\ ritten V. M) tiHtmuw ^- M> K*»»»»iM rt Notntgtutlis B I>. Kttsstkix rt A'atrojfri/IirA (J. 
Mi Z*-fh,*Z4rre C*. Zr.hohrrtp I>. 57) in fohlt in B. ('. I>. i») Xn.HkartktnC Aftrrakj^irAin U. MH Hntol/tjuipke B. Hatolpke»tipkr C Rat'Aß* 
Siftn 1>. <>»» Wattm-nixam B. C. Wnzoirtnisam U. fili iViMi* B. V'^itfic C- Tgtiw* D. fU) Hnrowngom B. Jtukouvtigora C. JSvckowa^ora 1). 
tut ttgifM fohlt in B. (\ I>. iA) Zlattcinn B D. /.Uu^na C iVi) Mi*»nenMtm V. IM) ffianipatum V. U C7) C'oMfW B. C. CoMtime I>. 
4to> /tU'hin /«N-uKV B. liudjßMyn Xocomt C. Ilrdyaain Zochtnr D. iS») OHmUkmrMdorJ D. 7ll) Uiuri B. iiUMtjß V.. 71) Gunrk C. 7ä) Camtnakora 
r. I). 73) Lfpovakara C. lA]**»wnknrn U lA) WoMownisam B. C. D. 73) Innhtrtk B. ('. iaenherck U. 7(1) e*mßuat B. C. D. 77) Hsoiv 
B. 7>8WH* e. 7>«Anv I>. 78) Jtukoteakora C fiveomakora D. 79) /hcIhjkb «n1 ^owdiN« rrf^m »pfttant D. iM» C/mlo*< B. C. GoMwe D. 
81) SyjrN ('. n. 83f) /Ta/fr/ B. 83» Camimtikoro D. M) iMfinttok C. 8ft) X»m«w C. />wii# •<rra# H D. M) rf^^l m ITiuowniMnm B. C. 
'fr/M<il fN IVasAtetnitim 1>. 87) ir.«c»ji/«f B. Ü. D. 86) XrUnvm B. C D. 



- 111 - - 

Sciitkoii^) usque in Vispach^'). De Vispach^) usciiie in Ilederam, quac fluit |)er 
Selingenstat^*), et usque ad ortum eins. Abinde in rivum qui iiuit inter Vrankental'*^) 
et Hart^^). Exinde in mediam paludem, quae est inter Ramnou et (iriselbrehstorf'*). 
Exinde in album lapidem et usque in fonteni prope Tutize, abinde in veram Zre- 

r bernizam. Omnia infra liniites hos^*^) contenta ad episcopatum pertinent^). Item inter 

Priszez et Kamenz^^) per anfaquam stratam, qua itur de Budesin'*") contra Albiam in 

ll^h^ antiquum vadum trans Alestram, et sie usque in Diiintar**'). Abinde in Polsnizam, 

de Polzniza ad locum ubi in eam defiuit Lusna^^), et usque ad ortum Lusnae^"*). 

Abinde in pedem montis Radbizc*^) et usque ad semitam Pribizlai. Inde per descen- 

10 sum montis et semitae contra Budesin^) in maiorem Polsnizam, et**'^) per eandem j^^-^^ 
semitam in minorem Polsnizam ^^). Abinde in rivum Tussin, usque ad ortum eins. 
Inde in Jawor et per decursum Jawor, ad agros antiquitus excultos. In quibusdam 
autem locis, ubi limites contra terram Budesin''^) se extendunt, distinctionis nu^ntio 
necessaria non fuit, quia ea antiquitus ^^*^) obtinebat. Extremitates vero propter novalia 

yr quae dubium generant sunt distinctae. Quia vero ad servandam distinctionem prae- 
dictam movetur iideliter nostra intentio et voluntas in bonis omnibus cultis et incultis 
et pertinentiis universis, quae infra limites praenotatos Misnensi noscuntur episco|)atui 
pertinere, lirmamus per regium bannum paceni, sub obtentu gratiae nostrae distri- 
ctissime inhibentes, ne quis onuiino Misnensem ecclesiam aut rectores eins episcoi)()s 

20 in posterum perturbare audeat*^*) in eisdem, si indignatiimem nostram et proprii cor- 
poris et rerum periculum voluerit***^) evitare. Testes huius rei sunt Albertus dux 
illustris ***j iSaxoniae, Theodericus *^) comes de Bren"^), biircravius de Stsu'kenbercli**'), 
Hoigerus de Vrideberch, Heinricus de Baruth""^), (Juntherus et Hudolphus"**) fratres 
de Biberstein"*), Ifeinricus^^j de Libendal*^*), Bernbardus de Kamentz "^), Wilricus de 

2r Landescrone"**), et alii quam plures. Datum in Lapide regis anno dominicae incar- 
nationis millesimo ducentesimo quadragesimo primo, Nonas Maii, indictione XUIl.*'-') 
proximo^*^) die post festum Johannis"^) ante portani latinam"*). 

Nach den im K. Haupt-Staatsarchiv hctindlichen vier von verechiwlcncn Händen ^bcliriebcnen OriginaltMi. 
von welchen je zwei in der Ausfertigungsweisc ülKTeinstininien. nei A und U hän^ das Siegel des K. Wenzel luit 
dem Rücksiegcl au künstlich geflochtenen und mit Fäden von feinem Metalldralit umwundenen rothseidonen 
Schnuren, hei C und D dasselbe Siegel mit dem Kücksiegel an Fäden von blassrother, gelber und violetter Seide. 
Für den Abdruck musste zweifellos das Exemplar A als (irundlage gcwälilt wcnlen, welches vorzugsweise sauber 
auf feines Pergament geschrieben ist; einige durch Moder schadhaft gewordene Stellen (Worte, Huchstaben) wurtlen 
aus B ergänzt. Dass Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 59 ff. den Text aus C alnlrucken Hess, ist unbegreiflich. — Ueber die 
seit langer Zeit streitigen Grenzen der Hesitzimgen des Bistliums und der Krone Böhmen in der heutigen Oberlausitz 
und dem Meissn. Hochlande (Gerichtsbezirke Neusalza, Stoljien, Bischofswenla etc.) war angeblich schon im J. 1213 
verhandelt, ein Abschluss aber von Seiten des Bischofs nicht erlangt worden. Als nun B. Bruno bei (relegenheit 
der Krönung K. Wenzels I. (9. Febr. 1228) die alte Klage über fortdauernde Beeinträchtigungen seiner Kirche 
erneuerte, versicherten K. Gtakar und dessen Sohn, der genannte Wenzel, die von Sachkundigen bereits getrofl'ent^n 



89) Scutkow B. C. ScutkSw D. 90) Visbae B l'übaek C. VUrkpaek D. 91) Selig^ttat B. C. Sn^UginMtat D. 92) Vrank^dalr 
B. C. Frankintal D. 93) Harte D. 94) Itamnuw ei GistlbrtekUadorf B. C. Hamnlfvee et Gi$ilbrthti*dor/ D. 95) hin limitea D. M) aJ Mit- 
neiurm perünrnt tecUtiam D. 97) Camen* B. C. Camtntse D. 98) Bud«in B. Budisin C. Bvdistin D. 99) Dißndal B (!. Tirffintnl D. 
100) Lvna D. 101) Lwnu D. lOi) Jtadebiwe D, 103) et fehlt in D. et per tandem »emitam in minorem Polmizam fehlt in C. ia'>) autiqyitas 
B. C. D. 106) audeant D. 107) voluerint C. 108) iUuetn* dux D. 109) Tydtriau B. Tedirifun O. 110) Jirenen B. C. 111) buryrawiuM B. 
burckraviMe O. ErkimbttuM turehgraniu» D. lU) Starkenberik B. Starehmberk C. Starkinberek D. 113) Ilog<ruM de Vrideberic, Henriette de 
Jiarutk B. Hejfnricui dt Baruth, Hogerue de Wrideberiek C. Hogerue de Frideberck, Heinriate de Jiarvik D. 11.*») HoiliApknn B. Itndo{/uM C. 
Ridol/H9 D. 114) Bihertttfk« B. C. 116) Henrieut B. O. 116) I^endal C. Liebintal D. 117) Camene B. Cameneck C. Kammixe I>. IIH) Lan 
disekrone D. 119) XTa C. Aodi In A. B. wmr di«s die nnprflngliehe Losart; quartiuUcima D. läO; in proximo C. proxima D. Hl) beati 
Jokamni» B. C. D. 



112 

(ireiizl>estiroinungen anerkeuneii und feiiierhin festhalten zu wollen, und Erzbischof Siegfried von Mainz, welcher 
die Krönung vollzogen, stellte zu dessen Beglaubigung dem B. Bruno die Urkunde No. 106 aus. Um dieselbe Zeit 
und jedenfalls vor dem 15. Der. V2'Si) (dem Todestage Otakars) wurde der Text der Urkunden A und B nieder- 
geschrieben, diese s(übst jedocrh nicht vollzogen, was erst 1241, wo abermals zwei Abschriften genommen wurden 
(C und D), geschah. Nur so lässt sich die Abänderung des Textes im Eingange der Urkunde und neben anderem 
der Umstand erklären . dass alle vier Exemplare mit demselben Siegel und Rücksiegel versehen sind. Auf eine 
Erklärung der zalilrcMchen in der Urkunde angefflhrten Orts-, Pluss- und andern Namen konnte hier nicht einge- 
gangen werden, da diess (legenstand einer umfänglicheren Untersuchung ist, als hier gegeben werden kann. Man 
vergl. daiübor die Bemerkungen von Worbs im Neuen Laus. Magazin 1833. XI. S. 486 f. Schiffner 1834. XII. 
S. 42—69. ll»5-226. 320—00, Worbs ebend. S. 449—72, Schiffner 1835. XIII. S. 224—32. 276-95, Kaiina 
von Jäthenstein 18.%. XIV. S. 2^9—302, Krolmus 1838. XVI. S. 155—70, Scheltz Gesammtgesch. d. 0. u. 
NLausitz I. S. 98— KX» u. a. m. 



No. 122. 1241. 12. Juli. 

1?. Cimrnd hturhiDidct, dass dir unter seinen Vorgängern verabredeten Verträge mit dem AU und 

Convcnt zu AU.:rlh\ ivornnch die Kirche zu Zndel selbständig geworden und die der Pfarrei gu Zscheila 

desshaJh zu gewährende Entschädigung durch Zahlung einer Geldsumme an den Bischof abgelöst 

und anderweit angewiesen seiy auch ferner voTle Gültigkeit haben. 

In nomine doniini amen. Pennissione divina C^nradus Misnensis episcopus 

universis C-hristi fidelibus in perpetiuim. Cum tempore bonae memoriae Brunonia 

episcoi)i i)raedecess()ris nostri inter Vlrienm Wrcinensem praepositum plebaniim in 

^z Scilowe ex una et abbatem et conventum Cellensis monasterii ex parte altera quaestio 

verteretur super subiectione eapellae in Szadel et decima eiusdem villae, quae <lictus y^j- 
praepositus ratione plebanatus praedieti petebat ab abbate ac conventu superius memo- 
ratis, inter easdem partes talis modus eoneordiae intervenit mediante praedeeessore 
nostro et aceedente eonniventia permissionis eiusdem. P>elesia sive capella in Szadel 
gaudebit exemptione nee non sepulturae perpetua libertate. Abbas et eonventus prae- 
fati in suos usus eonvertent deeimam praetaxatam, prout sibi ma{2:is viderint expedire. 
Pro restauro talium abbas et eonventus praefati praelibat^e parrochiae in Seilowe se 
ad quatuor marearum argenti pensionem annuam in perpetuum obligarunt. Post- 
modum vero temi)ore inelitae reeordationis"^ deeessoris nostri Heinriei ejnscopi eum iam 
pridem ex adunatione in Indagine"*) et in Seilowe plelianatuum unius praei)ositurae 
dignitas resultasset, proximo dietus deeessor noster Heinrieus ejnseopus receptis LXX* 
VI. mareis argenti ab abbate et eonventu Cellensibus pluries memoratis, quatuor mar- 
earum redditus argenti in villa Werentin**) assignavit praeposito et eonventui de 
Lnlajrine praenotatis. Idem quoque i)raepositus et eonventus tali assignatione aeee- 
ptata abl)atem et eonventum Cellenses ab annua pensione quatuor mareanim eonsensu 
eoneordi et lejritimo absolverunt, pronuneiantes eos suirm* eadem pensione in perpetuum 
liberos et quietos. Verum quia tune temporis ex simplieitate monastiea abbati et 
eonventui saepe dietis super tali eontraetu eautum non fuit munimine litterarum, 
et quoniam reeognoseimus et seriptis praesentibus protestamur, in i)raenotatis nego- 
tium episeopatus utiliter esse gestum et peeuniam, videlieet antedietas LXX* VI. 
nuireas in utilitatein eeelesiae nostrae versam, reputantes impium et indignum, si 



ai (i riiHitenliHin. Im Jftxr wa«te Mark in «lor Gcarvtid von Hrio!i<«nitc. Vftl. No. 



32. K. :I7.7 



113 

saepe dicto monasterio Cellensi non caveretur a calumpniis et vexationum molestiis 
modis Omnibus qiiibus posset. Huius rei testes sunt Mychael prior, Wilhelm vs sub- 
prior Cellenses, Albertus, Gerhardus, Sifridus monachi eiusdem loci, Vlricus canonicus 
et cellerarius Misnensis, Hugo canonicus Worcinensis, Cfnradus notarius noster, Wal- 
therus notarius Ottonis de Ilburg, Burchardus de Werenboldestorp, Petrus miles de 
Nozzin, Otto de Ilburg et Otto filius eins, Magnus de Herswälde et alii quam plures. 
Acta sunt baec in Cella sanctae Mariae in die beatae Margaretae. Datimi anno gra- 
tiae M**. CC^ XLP. indictione XIIII*., pontiiicatus nostri anno secundo, regnante domino 
nostro Jhesu Christo feliciter amen. 

Nach dem Orig. im K. Haupt - Staatsarchiv zu Dresden mit dem wohlerhaltenen Siegel des Bischofs an 
Fäden von weisser, rother und gelber Seide. 



No. 123. 1241. 22. Aug. 

li, Canrad ertheiU deneti vierdg Tage Ablass, wdche bussferüg die Stiftskirche zu Zeitz und die Capelle 
des h. BlasiuSf welche von Steinen erhauet werden soll, durch milde Gaben toäerstützen, 

C. dei gratia Misnensis episcopus universis Christi fidelibus praesentem litte- 
ram inspecturis salutem et veram in domino caritatem. Quoniam ut ait apostolus 
omnes stabimus ante tribunal Christi recepturi, prout in corpore gessimus, sive bonum 
fuerit sive malum, oportet nos diem messionis extremae bonis operibus praevenire ac 
aeternorum intuitu Seminare in terris, quod reddente domino cum multiplicato fructu 
recoUigere valeamus in coelis, firmam spem fiduciamque tenentes, quoniam qui parce 
seminat parce metet, et qui seminat in benedictionibus, vitam metet de benedictionibus 
sempiternam. Cum igitur ex seminibus terrenorum coelestia metere iam possitis, 
universitatem vestram rogamus, monemus et in remissionem vestrorum vobis iniun- 
gimus peccatorum, quatinus ecclesiae beatorum apostolorum Petri et Pauli in Cice 
nee non et beato Blasio glorioso martyri, in cuius honore honorabiles domini Cicenses 
lapideam desiderant construere capellam, pias vestras elemosinas erogetis, ut per haec 
et alia bona, quae feceritis, vitam valeatis ingredi sempiternam. Nos quoque omni- 
potentis dei misericordia et nostra auctoritate confisi omnibus, qui ad tam pium opus 
suas elemosinas erogaverint, quadraginta dies de iniunctis sibi annuis poenitentiis, si 
vere contriti fuerint et confessi, et unam karenam misericorditer relaxamus. Volumus 
tamen, ut praesentibus nuntiis Misnensis ecclesiae dicta ecclesia vel eorum nuntii hac 
indulgentia non utantur. Datum Misnae anno domini M^ CC^ XU**. XI. Kai Sej)- 
tembris, pontiiicatus nostri anno secundo. 

Nach dem Copiar. D. 23 aus dem 15. Jahrh. im Stiftsarchiv zu Zeitz fol. 66 b vergl. mit dem Copiar. LVI 
tbi. 28^ im Prov. -Archiv zu Magdeburg. 



COD. DIPL. BAX. II. 1. 15 



114 



Xo. 124. 1243. 2. Juni. 

li. Com'üä bestimmt als Kirchweihfesf des Fmnciscanerldosters zu Torgau den Tag des heil. 
Bartholomäus (2A, Aug,) und ertheilt denen, welche bussfertig diese Kirche an gewissen 

Festtxtgen besuchen, Ablass. 

Conracliis dei gratia Misneiisis episcopiis universis praescntes litteras inspccturis 
in saliitis auctore salutem. Qiioniam ut ait apostoliis etc. — No. 123 — miscricordiae 
operibiis praeveiiire — parcc et metet, et qiii seniinat in bencdictionibus, de benedictionibus 
et nietet vitani aeternam. Sanctartim mentiiim invisibilis habitator, Corona certantium et 
niaityrnni palnia, Candidas innocentiae purit^te, nibicundus indumentis sacrac suae pas- 
sionis sangnine rubri(»atis sponsani suam niatreni ecciesiam piae i)ropitiationis et consuetae 
iniserationis nuinere locupletat, salutes amplilicans plebis suae spiritulibus adiunientis 
nuiltiplicando eorum nnmeriim, qui veri agni innocentiam verbo praedicant et exeniplo, 
exuti pompis secalaribus egentes angustiati afflicti et per omnia spectaenluni mundo facti. 
II ine est quod nos, quos licet inmeritos superni Providentia conditoris ad pastoralis 
extulit solIi(»itudinis dignitatem, specialiter describimus dono eins, quod cum oculi eins 
nostrum videant in])erfectum, insuflicientiam nostram eorum numero relevat et labore, 
((ui calcatis illecebris huius numdi auctori omnium iugiter famulantur et nobis de 
([ualitate diflidentibus meritorum sanctarum suarum orationum patrocinio auifragantur, 
ea quae nostris gravia sunt luimeris nobiscum caritate continua sublevantes, in quo- 
runi sancta conversatione et exeniplis irreprehensibilibus et perfectns aspicit quod com- 
mendet, et in inlirmitate adhuc positus quod sequatur. Sane sanctiticationum auctori 
gratia.s referimus et in secula benedicinuis nomen eins, quod nostris temporibus terminos 
nostrae sollicitudini deputatos aliquantis ordinis fratrum minorum domibus benedixit, 
quorum vitam deo placitam et acceptam necnon et ccclesiae fructuosam ipsorum opera 
{)raedicant et ostentant. Sanctiticari enim cum sanctis speranuis et fieri cum innocentibus 
innocentes. Cum igitur ob amorem eins, quem dicti fratres sermonis officio praedicant 
et exempli veritate pauperem pauperes imitantur, ipsum ordinem internae caritatis 
visceribus ami)lectamur, fratrum qiu)S apud Torgowe dominus adunavit desiderio satis- 
facere volentes dedicationem ccclesiae ipsorum in festo beati Bartolomaei apostoli statui- 
mus annis singulis celebrandam. Et ut huius dedicationis memoria celebrior liabeatur 
ac cum devotione et reverentia a Christi fidelibus celebrius frequentetur, utque sicut tides 
in ipsa dedicationis die confluentium devotionem generat, sie et devotio humiliter et 
devote confitentium meritum sive gratiam apportet, auctoritate nobis a deo concessa 
cooperantibus intirmitati nostrae sanctorum meritis omnibus, qui in dictae dedicationis 
die ad dictorum fratrum ecciesiam convenerint humiliter et devote, X dies de carena et 
XX dies de iniuncta sibi poenitentia, qui de pec^atis suis vere contriti ftierint et confessi, 
annis singulis misericorditer indulgemus. Item in festo apostolorum Petri et Pauli 
eiusdem ecclesiae patronorum XV dies de iniuncta pocnitentia et V dies de carena miseri- 
corditer relaxamus, similiter in die sancti Francisei in festo obitos sui et translationis 
et In die aancti Antonii confessoris tot dies daximus relaxandos^ eo dante et per nostram 



115 

ministeriiim indulgeiite, qui est vere miserator et misericors, in maiestate sua lauda- 
bilis et in sanctorum suorum mirabilibus gloriosus. Datum in Torgjowe anno gratiae 
iP. CG**. XLin^ IUP. Nonas Junii indietione prima, pontiticatus nostri anno tertio. 

Nach dem Orig. iui K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem beschädigten Siegel des Bischofs an einem 
Pergamentstreifen. 

No. 125. 1244. 15. Febr. 

Markgraf Heinrich stiftet und dotirt bei der DomJcirche eine Vicarie zum Seelenheil seiner EIt4^rn, 
seifier Gemahlin Constantia, dann seines treuen Dieners Conrad Marhserve. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Heinricus dei gratia Mis- 
nensis et Orientalis marchio universis praesentem paginam inspecturis in perpetuum. 
Quoniam generatio praeterit et generatio advenit nihilque permanens est sub sole, sed 
vanitati subiacent universa, idcirco ut rerum gestarum habeatur notitia, et ne ea, quae 
ad laudem dei statuuntur, liominum elabantur memoria, in scriptis solet redigi, quod 
nullatenus vel ex diffieili propter rerum mutabilitatem posset in posterum memoriter 
conservari. Cum igitur ex debito lionestatis et intuitu pietatis filii parentum suorum 
defunetorum memoriam agere teneantur, nos in remedium animae patris nostri bonae 
memoriae Teoderici marchionis Misnensis et dominae Juttae matris nostrae, nee non 
Constanciae quondam uxoris nostrae, cuius animam similiter domino commendamus, 
disposuimus, ut in clioro Misnensi vicarius perpetuus habeatur, cui sex talenta dena- 
rioruni Vriberc nostra eontulimus in moneta, quae singulis annis idem vicarius in 
festo beatae Walpurgis reeipiet cum eifectu. Volumus tamen, ut idem ad onus quod 
subsequitur teneatur. In singulis siquidem septimanis unam missam pro defunctis ad 
altare sancti Pauli ad salutem animarum praedictarum i)ersonarum omni devotione, 
qua poterit, celebrabit. Et quia non solum parentum nostrorum, sed omnium tidelium 
et praecipue illorum, qui vitae suae tempore nobis obsequiosi tideliter extiterunt, salu- 
tem optamus, volumus, ut praefatus clericus singulis septimanis in remedium animae 
tidelis nostri domini Cunradi Machserue, qui nobis semper tidelis extitit ac devotus, 
similiter unam missam ad altare sancti Pauli debeat celebrare. Clioro tamen tanquam 
vicarius secundum consuetudinem aliorum idem clericus tenebitur deservire, cum a 
eapitulo Misnensi dictum recipere beneficium teneatur. Ut itaque factum praesens staliili- 
tatem obtineat in futurum, nos et heredes nostri praedicta sex talenta a vicario in moneta 
nostra Vriberc, ut praediximus, singulis annis recipienda a nobis alienavimus, et in eccle- 
siae Misnensis dominium transtulimus, ut secundum ordinationem prax^fatam vicarius 
saepe fatus eadem sex talenta valeat quiete et libere imperpetuum possidere. Acta 
sunt haec Misnae anno dominicae incarnationis M^ CG". XL111I^ XV** Kalendas Marcii 
indietione tertia. Huius rei testes sunt Heinricus frater noster Misnensis praepositus, 
Vlricus praei)0situs in Scliilowe, Hermannus de Liznic, Heinricus de Lubene, Cunradus, 
magister Erpho canonici Misneuses, Meinherus burchravius Misnensis, Albertus burcbra- 
vius de Aldenburch, Meinherus de Vizcenburch, Alb**ro burchravius de IJznic, Wiricus 
de Kirchberc, Otto de Nidecke, Cunradus de Steinbach, Vlricus de Maltiz, Cvnrailus de 
Luppe, Reinhardus de Musgewiz, Petrus de Burlin, Hermannus Capra et alii quam plures. 

Nach dem Orig. im StiftsarchiT zu Meissen mit dem Siegel des Markgrafen an rothseidenen Fftden. 

15* 



-^ 116 



No. 126. 1244. 15. Mai. 

P. Imwcems IV, beauftragt den Abt zu Bosau und die Probste m ÄUenburg und JBdUdenfurth in der 
Klagsache des B. von Meissen gegen den Bischof von Prag über Eingriffe in die Diöcesanrechte die 

Parteien zu hören und den Streit beizulegen. 

Iiinoceiitiiis episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . abbati de Puzowe 
et . . de Aldenburc et . . de Mildenwrthe ecclesiarum praepositis Nuenburgensis dio- 
cesis salutem et apostolicam benedictionem. Venerabilis fratris nostri . . Misnensis 
episcopi recepimus questionem, quod venerabilis frater noster . . Pragensis episcopus 
iudebitam sibi in Misnensi diocesi iurisdictionem usurpans, in ea dicto Misnensi epi- 
scopo contradieente penitus et invito ecclesias consecrare ae alia iura episcopalia, quae 
ad eundem Alisnensem episcopum spectare noscuntur, pro suae libito voluntatis exer- 
cere praesumpsit in eiusdem non modicum detrimentum et gravem Misnensis ecclesiae 
laesionem. Propter quod fuit ex parte ipsius ad sedem apostolicam appellatuin. 
Ideoque discretioni vestrae per apostolica scripta mandamus, quatinus partibus convo- 
catis audiatis causam et appellatione remota fine debito terminetis, facientes quod 
decreveritis auctoritate nostra lirmiter observari. Testes autem qui fuerint nominati 
si se gratia odio vel timore subtraxerint, per censuram ecclesiasticam appellatione ces- 
sante cogatis veritati testimonium perhibere. Quod si non omnes bis exequendis 
potueritis interesse, duo vestrum ea nihilominus exequantur. Datum Lateran! Idus 
Maii pontificatus nostri anno primo. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



No. 127. 1244. 26. Sept. 

Erzbischof Siegfried HL von Mainz beauftragt unier Mittheilung der päbstl BuHe vom J27. Apr. 
1J^44 den Bischof, Probst, Decan und den Domherrn Sifrid von Pegau sämmtliche Kirvheti der 

Diöcese zu visitiren. 

S. dei gratia sanctae Maguntinae sedis archiepiscopus, sacri imperii per Ger- 
nianiam archicancellarius venerabili in Christo patri domino . . episcopo et dilectis in 
Christo . . praeposito . . decano et Sifrido de Pygauia canonico Misnensi salutem et 
sinceram in domino caritatem. Noveritis quod domini papae litteras recepimus in 
haec verba: 

Innocentius episcopus servus servorum dei, venerabili fratri . . archiepiscopo 
Magunt(inensi) salutem et apostolicam benedictionem. Romanus pontifex magni pastoris 
vicarius, quem ecclesiarum omnium curae nexus obligat apostolicae servitutis, quia ne 
ecclesiis a se distantibus impendat sui ministerii debitum, prohibent intervalla locorum, 
alios in messem dominicam operarios compellitur evocare. Hinc est, quod cum Status 
ecclesiarum in Magdeburgensi provincia multae deformationis tribulis opprimatur, quos 
expedit falce apostolica resecari, tibi de cuius discretione contidimus in dicta pro- 



117 

vincia \isitationi8 et reformationis oflicium duximus committendum. Qiiocirca frater- 
nitati tuae per apostolica scripta mandamiis, quatinus commissam tibi sollicitudinem 
sie laudabiliter exequaris, quod gratiam sedis apostolicae de bono in melius valeaa 
proniereri, contradictores per c^nsuram ecciesiasticam appellatione postposita coiii- 
pescendo. Datum Laterani V. Kalend. Maii, pontiticatus nostri anno primo. 

Cum igitur non possimus loca singula personaliter visitare negotiis ecclesiae 
impediti, plcnam gerentes de vestra discretione fiduciam, qua fungimur vobis auctori- 
tate mandamus, quatinus universas ecclesias conventuales tam reguläres quam etiam 
scculares et archidiaeonatus Misnensis civitatis et diocesis vice nostra visitare curetis, 
soUicitius perquirentes quae et ecclesiarum et personarum canonicum statum defor- 
mant, maioribus autem nostrae correctioni servatis, alia reformetis, sicut deo velitis de 
hoc reddere rationera. Ceterum procurationes nobis debitas per vos congrue taxatas 
a praedictis ecclesiis et clero nihilominus expetatis*) contradictores per censuram 
ecciesiasticam compescendo. Datum Pragae VI. Kalend. Octobris anno domini mille- 
sinio CC^ XUUF., pontiticatus nostri anno quintodecimo. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden; das Siegel abhanden gekommen. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 63. 



1) ncptctatis Orig. 

No. 128. 1244. 25. Dec. 

r. Inuoceixz IV. heauftragt den B. Conrad die auf den Domherrn Wilhelm zu Cammin gefallene 
Wa/il zum Bischof zu untersuchen und wenn Bedenken nicht entgegenstehen, demselben die 

Weihe m ertheilen. 

Innocentius episcopus etc. venerabili fratri . . episcopo Misnensi salutem etc. 
Dilectus tilius C. subdiaconus noster, praepositus et capitulum Caminensis ecclesiae 
ad nos nuUo medio pertinentis sua nobis insinuatione monstrarunt, quod ipsi e^ 
vacante, praefixa electioni die convenientes in unum, Spiritus sancti gratia invocata, 
Willelmum eiusdem ecclesiae canonicum in minoribus ordinibus constitutum, virum 
utique providum et discretum, ac in spiritualibus et temporalibus circumspectum , in 
pastorem ipsius ecclesiae unanimiter et concorditer postularunt, nobis humiliter suppli- 
cantes, ut admittere postulationem huiusmodi dignaremur et eidem Willelmo, cum in 
remotis nimis existens partibus propter paupertatem Caminensis ecclesiae apostolicam 
sedem adire nequeat, impendi munus consecrationis in Ulis partibus mandaremus. 
Mandamus, quatenus inquisita de modo postulationis, studiis postulantium et postulati 
meritis diligentius veritate, si postulationem ipsam inveneris de persona idonea con- 
corditer celebratam, non obstante impedimento huiusmodi auctoritate apostolica admittas 
eandem, et admissa ea eidem W. debitam obedientiam et reverentiam exhiberi facias 
ac nmnus consecrationis impendas, recepturus ab eo postmodum pro nobis et ecclesia 
Romana fidelitatis solitae iuramentum iuxta formam, quam tibi sub bulla nostra mitti- 
mus interclusam. Alioquin ea non admissa, facias eidem ecclesiae de persona idonea 
per electionem canonicam provideri. Contradictores etc. Formam autem iuramenti. 



118 

i\md ipse praestabit, de verbo ad verbum nobis per eius patentes litteras suo sigillo 
sigiiatas per proprium nuntium quantotius destinare procures. Datum Lugduni VIIII. 
Kai. .Jauuarii pontificatus nostri anno secundo. 

Nach dem Lib. regestor. au. n. ep. 53. Tom. I. fol. 124 im Yatican. Archiv. 



No. 129. 1244. 

EvjsUnschof Sief/fried von Mabijs verordnet, dass B. Conrad an der anbefohlenen KirchenvisitcUion 

thäfigen Antheil nehme. 

S. dei gratia sanctae Maguntinae sedis archiepiscopus, saeri imperii per Ger- 
maniam arcliieancellarius dilectis in Christo praeposito, decano et S. de Pigauia cano- 
nieis Misnensibus salutem cum vera in domino caritate. Ne propter absentiam ali- 
quorum ex vobis, qui traliimini saepius ad ecclesiae vestrae magna negotia et diversa, 
officium visitationis iiiiunctae vobis valeat impediri, venerabilem fratrem nostrum domi- 
num 0. Misnensem episcopum vcstrum vobis duximus adiungendum, discretioni vestrae 
data nobis auctoritate mandantes, ut eo ad visitationis officium advocato sine ipso in 
CO nullatenus procedatis, quia id ad honorem dei et ecclesiae vestrae felicem statum 
per ipsum vobiscum, quod decet et expedit, volumus ordinari. Datum apud Pragam. 

Na(!h dem Orifr. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit einem BruchstAck des Siegels an einem v(»n 
<ler Urkunde selbst zum Theil losgetrennten Pergamentstreifen. 



No. 130. 1245 27. Mai. 

r, hmovem IV. beauftragt den Bisehof zu Naumburg dem Domherrn zu Meissen, Capellnu des 
Marlgrafen und Pfarrer zu Schmoll n Naumburger Dukes Alexander, der standesgemäss von dem 
Ertrag dieser Stellen angehlieh nicht leben imne, zur Annahme noch mehrerer selbst mit Seelsorge 
lerbundcner geistlicher Aemter, rora umgesetzt, dass dasjährL Einkomnwn derseVxn SO Mark S, nirhf 

vbersehreite, Dispensation zu ert/ieilen, 

Innoccntius episcopus etc. venerabili fratri . . ejiiscopo Numburgensi sahitciu 
etc. Apostolicae sedis benignitas sie merita personarum etc. bcncficiis honorarc. 
Ilinc est quod cum dilcctus lilius Alexander Misnensis canonicus, e^pellanus dilccti 
lilii nobilis viri . . marchionis Misnensis, rector ecclesiae de Smolne tuae diocesis de 
bcneficÜK, quae obtinct, nequcat, ut asserit, iuxta nobilitatem suam et terrae consue- 
tudinem congrue sustentari: nos eius supplicationibus inclinati, volentes ipsum pro- 
sequi gratia et favore, fraternitati tuae praesentium tenore committimus, ut secum, 
quod alia beneticia, etiamsi curam habeant animarum annexam, si sibi canonice otfe- 
rantur, licite recipere ac cum obtentis licite retinere valeat, non obstante constitutione 
concilii generalis, dummodo tam eorum quae receperit, quam obtentarum proventus 
octuaginta marcarum argenti valentiam annis singulis non excedant, auctoritate nostra 
dispenses. Datum Lugduni VI. Kai. tJunii pontificatus nostri anno secundo. 

Aus dem Lib. regestor. an. U. ep. 559. T. I. fol. IKS. im Vatican. Archiv. 



119 



No. 131. 1245. 18. Aug. 

l\ Innocenz IV. ertheUt dem Probst Heinrich, Bruder des Markgrafen, auf Grund seiner hohen 
(jchurt und anerkennenst^erthen Leistungen Dispensation noch zwei selbst mit Seelsorge verbundene 

geistliche Aemter zu übernehmen. 

Innocentius episcopus etc. dilecto filio Henrico praeposito ecclesiae Misnensis, 
fratri dilecti filii nobilis viri . . . marchionis Misncnsis, salutem etc. Etsi proptcr 
ambitiones quorumdam, ne quis plures ecclesias et ecclesiasticas dignitates habeat, 
ftacra constitutio concilii interdicat, circa sublimes tarnen et litteratas personas, qiiae 
sunt maioribus beneficiis honorandae, consuevit sedes apostolica cum id exposcit ratio 
dispensare. Attendentes itaque nobilitatem morum et generis, honestatem vitae et 
conversationem laudabilem, quibus diceris adiuvari, ac propter hoc volentes tibi gra- 
tiam facere specialem, tecum quod praeter beneficia ecclesiastica, quae obtines curam 
habentia animarum, alia duo beneficia, etiamsi similem curam habeant, libere possis 
recipere, si tibi canonice offerantur, ac una cum obtentis licite retinere constitutione 
non obstante praedicta, auctoritate praesentium dispensamus, proviso quod eadem 
beneficia debitis obsequiis non fraudentur, et animarum cura in eis nullatenus negli- 
gatur. Nulli ergo etc. nostrae dispensationis etc. Si quis etc. Datum Lugduni XV. 
Kai. Septembris pontificatus nostri anno tertio. 

Aus dem Lib. regestor. an. III. ep. 66. T. I. fol. 222. im Vatican. Archiv. 



No. 132. 1245. 18. Aug. 

P. Innocenz IV, ertlieilt dem Domherrn Johann Erlaubniss mehrere auch mit Seelsorge verbundene 
geistliche Aemter zu übernehmen und gleichzeitig zu verwalten, 

Innocentius episcopus etc. dilecto filio Johanni canonico Misnensi, salutem etc. 
Etsi propter ambitiones quorumdam etc. Cum igitur de morum honestate, conver- 
satione laudabili ac litterarum scientia commendaris: nos ob hoc nee non obtentu dilecti 
filii nobilis viri lantgravii Turingiae pro te nobis instantissime supplicantis, volentes 
tibi facere gratiam specialem, tecum quod plura ecclesiastica beneficia curam animarum 
habentia, si tibi canonice offerantur, libere recipere valeas ac licite retinere, consti- 
tutione non obstante praedicta, auctoritate apostolica dispensamus, proviso ') 

negligatur. Nulli ergo etc. nostrae dispensationis etc. Si quis etc. Datum Lugduni 
XV. Kai. Septembris pontificatus nostri anno tertio. 



Aus dem Lib. regestor. an. DI. ep. 67. T. I. fol. 222 im Vatican. Archiv. 



A) Wie no. 181. 



120 



No. 133. 1245. 

Die Kmiigin Kunegunde von Böhmen eignet der Domkirche Geld- und Getreidejsinsen in den Dörfern 
Dobranit^ und Cohlenjz hei Bischoßwerda, und in Cannewit^ bei Gada. Vgl no. 93. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Quum labilis est memoria 
hominum, ne ea qiiae fiunt in tempore simul labantur cum tempore, solent scriptis et 
testibu» communiri. Noverint iiniversi tam praesentes quam futuri praesentem paginam 
inspicientes , quod nos Cfnegundis dei gratia regina Boemorum pensioiiem quandam, 
octo videlicet modiorum tritici et totidem siliginis de annona, quae vulgariter nominatur 
It.yL-fV wahtcorn, et trium solidorum in denariis, et item trium solidorum pro melle et sex men- 

surarum siliginis, quae solvebantur ad custodiam versus Lusaciam, qui nobis singulis 
annis solvebantur in terra BMesinensi de villis de Dobranowiz, Canowiz et Gobliz pro 
remedio animarum nostrae nostrorumque liberorum, nee non pro fideli servitio dilecti 
capellani domini Hermanni de Liznic^) Misnensis canonici ecclesiae eidem Misnensi 
liberaliter et perpetuo duximus indulgendam, statuentes, ut bis percipiendis idem H. 
gaudeat tempore vitae suae. Praeterea et ab omni iure sive ex consuetudine hactenus 
observata exactionis honoris petitionis vel quocunque nomine censeatur, in praedictis 
villis pro reverentia beati Jobannis evangelistae et Donati martyris praefatae ecclesiae 
cedimus absolute. Et ut nostrae donationis robur valeat in futurum, praesens scriptum 
exhibuimus nostri sigilli karactere conmumitum. Huic donationi nosti'ae interfuit et 
consensit dilectus filius noster Wadizlaus. Huius rei testes sunt Zacharias supprior 
ordinis praedicatorum in Praga, Benesius eiusdem ordinis, Divis et Andreas frater eins 
milites de Zacharon, Lambinus miles Pragensis, Willricus miles de (tUSc et alii quam 
plures-). Actum Pragae anno dominicae incarnationis M^ CC^ XL". V^ Indictione 
XV*. Datimi per manus Friderici notarii nostri scolastici Wissegradensis. 

Im Stiftsarchiv zu Meisscn in zwei gleichzeitigen Ausfertigungen vorhanden; die Siegel hängen an grünen 
und gelben seidenen Fäden. 

Tzschoppe u. Stenzel Urkundensamml. S. ö07. — Köhler cod. dipl. Las. I. S. 74. 

1) df Liznic fehlt In B. 2) Huius rti — plures fehlt In B. 



No. 134. 1245. 10. Oct. 

K, Wendel von Böhmen bestätigt die vorstehende Schenkung seiner Gemahlin an die Donhkirclw, 

Wencezlaus dei gratia Boemorum rex viris discretis et amicis suis karissimis, 
praeposito, decano totique capitulo Misnensi salutem in vero salutari. Justis petentium 
desideriis dignum est nos pium praebere consensum et vota, quae a rationis ti*amite non 
discordant, eflfectu prosequente complere. Hinc est quod nos vestris iustis petitionibus 
inclinati Privilegium a dilecta coniuge nostra C^negunde vobis et ecclesiae vestrae con- 
cessum, auctoritate regia coniirmamus et praesentis scripti patrocinio communimus, cuius 
tenorem ad maiorem fidem vcrbo ad verbam praesentibus duximus inserendum. Est 



121 

autem privilegii tenor talis: In nomine etc. (no. 133). NuUi ergo successorum nostrorum 
vel aliorum hominum hanc nostrae confirmationis paginam infringere liceat vel ei ausu 
temerario contraire. Si quis autem hoc attemptare praesumserit indignationem aeterni 
iudicis se noverit incursurum. Actum anno domini M^ CC**. XL^ V^ VI^ Idus Octob. 
Datum in castello novo per manum magistri Dionisii, aulae nostrae vice cancellarii. 

Nach dem Orig. im Stiftsarcliiv zu Meissen mit dem an gelbseidenen Fäden hängenden Doppelsiegel des 
Königs in grünem Wachs, welches auf der Hauptseite den König sitzend, auf der Rückseite den h. Wenceslaus 
darstellt. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 69. Die Angabe, dass in dieser Urkunde die Schenkung der K. Cuuegunde 
an das Kl. Marienthal vom 14. Oct. 1234 bestätigt werde, ist irrig. 



No. 135. 1245. 7. Nov. 

Benesch, Burggraf zu Budissin verzichtet auf die ihm zustehenden Rechte an defi in den 
vorhergehenden Urkunden genannten Zinsen, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Noverint universi tarn prae- 
8entis seculi quam futuri, quod nos Benisius Budisinensis burgravius donationi cuius- 
dam pensionis, videlket ijgö modiorum tritici et totidem siliginis annonae, quae vul- 
gariter vocatiir waclic()rn^^w^triuni solidorum in denariis, item trium solidorum pro 
melle et sex mensuraruq^^ ggU^ iJs , quae solveba,ntur/''ad custodiam versus Lusaciam 
singulis annis in terra ^uW^j|i de villis Dobranwi^, Chanowiz et Kobliz, factae 
a domina no^tra regin^|HL^Ue et a domino ^nostro rege Wenzezlao postmodum 
confirmatae coimensimim et?! tT" nfV^St .^ renunciando ' ftiri , si quod in hac pensione nobis 
pro tempore competebat, in memoriana htäus facti Tianc litteram facientes conscribi et 
nostri sigilli munimine roborajj. lAuni anno. .&öiini M^ CG". XLV^, VU° Idus 
Novembris. Huius rei testes sunt: lS||us de Bm^sin, Wilricus et Otto de Landis- 
crone, Nicolaus de Kazowe, F^er^^Ue Maffiz, Hartungus de Budisin, Rani- 
voldus de Eunowe et Conem anngs, fl|Pr »uns, keinhardus de Guzich, Heinricus, 
Wilricus et Albertus filii eiusdem Reinhardi, Berwicus advocatus, Teodericus advo- 
catus et alii quam plures. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Siegel an rothseidenen Fäden (nach links schreitender 
liöwe mit der Umschrift Sigillum Dn-i Benesi). 
Köhler cod. dipl Lus. I. S. 76. 



No. 136. 1246. 8. Jan. 

B, Conrad eigtiet der von dem verstarb, Decan Gunzelin gestifteten Vicarie in der Domkirch4^ 
gewisse Zehnten in sechs Dörfern bei Leisnig. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Quoniam labilis est memoria 
hominum, ne ea, quae tiunt in tempore, simul labantur cum tempore, solent scriptis 
et testibus communiri. Noverint universi tarn praesentes quam futuri praesentem 
paginam inspicientes, quod nos Couradus dei gratia Misnensis episcopus de communi 

COD. DIPL.. 8AX. II. 1. X6 



122 

consensu fratrum nostrorum decimam XVII scocorum siliginis et totidem avenae sitam 
in villi» Maswiz^), Belen, Scokowe, Dobirswiz^), Sytin^) et Heteilsdorf*) pro reverentia 
beati Johannis evangelistae saiictique Donati martyris atqiie pontificis contulimus in 
augmentum et cmendationem vieariae, quam beatae memoriae Gunzelinus olim Mis- 
nensis decanus in remedium suae animae in eadem ecclesia ordinavit, a persona, quae 
ad nominatam vicariani assumpta fuerit, perpetuo possidendam. Ut ergo haec nostra 
donatio indivulsa permaneat in futurum praesens scriptum nostri sigilli robore fecimus 
communiri. Huius rei testcs sunt Heinricus praepositus summus, Siffridus decauns, 
Euerhardus, Albertus praepositus Wurzinensis, Conradus de Nuzzin, magister Wal- 
therus, Vlricus praepositus Budisinensis, magister Erpho, Heinricus de Lubene, Albertus 
de Vroburc, magister Alexander, Siffridus praepositus de Indagine, Hertwicus praepo- 
situs de Surnzek, praeterea Siffridus de Mugelin, Johannes Kezzilhut milites et alii 
quam plures. Actum Misnae anno dominicae incarnationis M"". CG". XLVP. indictione 
quinta VI. Idus Januarii. 

Nach dem Orig. im Stiftsarcliiv zu Meissen mit dem Siegel des Bischofs an gelben und rothen seidenen Fäden. 



1) Maaschwitz, Par. CoUinon. 2) Bdhlon, ZschocHan, DoberKchwits, Par. Altloisnig. 3) Hitton bot Leiitnig. 
4) Hotadorf, Par. TragniU. 



No. 137. 1246. 27. JanT^ yjgl' 

P. Innocenz IV, beauftragt dm AU und den Prior des FetersltlosterT in Her Vorstadt Altenbtirg bei 

Merseburg den Beweggrund zu erörtern, wesshalb der Erzbischof von Magdeburg die Stadt und Diöccse 

Meissen mit dem Int^rdict belegt habe, ui^ hiernach weiter zu verfahren. 

Innocentius episcopus scrvus servornj^lei dilectis liliis . . abbati et . . pnon 
sancti Petri in Aldeburc Messeburgensis d||flpi samtem et apostolicam benedictionem. 
Sua nobis venerabilis frater noster . . episcopus . . praepositus . . decanus et capi- 
tulum Misnense petitione monstrarunt, quod cum venerabilis frater noster . . archi- 
episcopus Magdeburgensis auctoritate ut dicebat litteraiiim apostolicarum civitatis et 
diocesis Misnensis ecclesias non expressa causa aliqua supposuisset pro suae volun- 
tatis arbitrio ecclesiastico interdicto, quia idem archiepiscopus eis copiam litterarum 
ipsarum, quam numquam habuerant, facere contra iustitiam denegavit, ex parte ipso- 
rum fuit ad nostram audientiam appellatum. Quocirca discretioni vestrae per aposto- 
lica scripta mandamus, quatinus vocatis qui fucrint evocandi et auditis hinc indc 
propositis, quod canonicum fuerit appellatione postposita statuatis, facientes quod decre- 
veritis auctoritate nostra lirmiter observari. Alioquin praefatum negotium ad ipsius 
archiepiscopi remittatis examen, appellantes in expensis legitimis condempnando. 
Testes autem qui fuerint nominati si se gratia, odio vel timore subtraxerint, per cen- 
suram ecclesiasticam^ appellatione cessante cogatis veritati testimonium perhibere. 
Datum Lugduni VI. Kai. Febr. pontiticatus nostri anno tertio. 

^Mch dem Orig. im K. /foupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem Blewiei^l an h&nfener Schnur. 



123 



No. 138. 1246. 24. Juni. 

Probst und Capitel bestimmen, dass die Caywnici der niedern bei ihrem Aufrüchen in die höhere 
Probende die ersten zwei Mark ihrer Einnahme nach Ablauf des Gnadenjahres zu Verbesserung 

des liturgischen Schmuckes abzugeben haben. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Henricus dei gratia prae- 
positus, Sifridus decanus totumque Misnensis ecclesiae capitulum Omnibus praesentem 
litteram inspecturis salutem in nomine Jhesu Christi. Cum omnium habere memoriam 
in dei potius sit quam in hominum potestate, necessarium est illa quae rite et ratio- 
nabiliter statuuntur, ne oblivionis dissimulatione obumbrentur aut hominum ineuria vel 
negligentia supprimantur, scriptorum serie declarata sigillorum munimine consignari. 
Hine est quod notum faeimus tam praesentibus quam futuris, quod habito dili- 
genti tractatu de nostrae ecclesiae negotiis inter cetera cognovimus, in cappis et 
thuribulis, in casulis et dalmaticis subtilibus, et in aliis ecclesiastica deficere orna- 
menta, et ut iuxta illud , Domine, dilexi decorem domus tuae et locum habitationis 
gloriae tuae'*) huiusmodi defectus salubriter emendetur, communi approbatione capituli 
dignum duximus statuendum, ut canonicus in minori praebenda constitutus, postquam 
integratus fucrit, primas duas marcas, quas post annum gratiae de praebendae maioris 
esset redditibus percepturus, in ornamentorum conferat supplementum, ita tamen, ut 
apud illum praefata peconia deponatur, qui divinae remunerationis intuitu onus in se 
ornamenta comparandi recipiat, et quem ad hoc Concors canonicorum Providentia ido- 
neum iudicarit. Et ne ista retractationis alicuius violentia possint in posterum inlir- 
mari, ad perpetuam constitutionis huius memoriam sigilli nostri testimonium appen- 
dimus et munimentum. Actum anno dominicae incarnationis M*". CC. XLVI". VHP. 
Kai. Julii. 

Nach dem Orig. im Stiftearchiv zu Meissen mit dem wolilerhaltenen Siegel des Capitels an blauen und 
weissen leinenen Fäden. 

ni PMalm. 25, 8. 

No. 139. 1246. 24. Jimi. 

Bischof Conrad bestätigt das vorstehende mit dem Capitel verabredete Statut. 

In nomine patris et tilii et spiritus sancti amen. Conradus dei gratia Mis- 
nensis episcopus Omnibus praesentem litteram inspecturis salutem. Notum faeimus tam 
praesentibus quam futuris, quod Misnenses canonici habito nobiscum diligenti tractatu 
de nostrae negotiis ecclesiae communiter statuerunt, ut canonicus in minori praebenda 
constitutus, postquam integratus fuerit, primas duas marcas, quas post annum gratiae 
de praebendae maioris esset redditibus percepturus in ornamentorum conferat supple- 
inentum, ita tamen, ut apud illum praefata pecunia deponatur, qui divinae remune- 
rationis intuitu onus in se ornamenta comparandi recipiat, et quem ad hoc Concors 
canonicorum Providentia idoneum iudicarit. Cum ergo huiusmodi constitutio ecclesiae 
commodum respiciat et honorem, ipsam auctoritate, qua fungimur confirmamus, contra- 

16* 



124 

dictores eins cxcommunicationlft vinculo innodantes. Et ne ista retractationis alicuius 
violentia possint in posterum infirniari, ad perpetuam constitutionis hiiius memoriam, 
sigilli nostri testimonium appendimus et miiniineu. Actum anno dominicae incar- 
nationis M**. CO/. XLVP. VHP. Kalend. Jiilii pontiticatus nostri anno VIP. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meisscn mit dem Siegel des Bischofs an Fäden von blauem und 
weissem Zwirn. 



No. 140. 1246. 

Der Frohst uyul der Convenf des Augustiner- Chorherrenstifts auf dem Petersberge hei Halle fiehmefi 

aus Dankbarkeit für den ihnen freiwillig überlassenen Zehnten an der schwarzen Elster den Bischof 

und sämmtliche Mitglieder des Capitels in ihre geistliche Brüderschaft auf. 

H. dei gratia ecclesiae Montis Sereni praepositus cum omni fratrum suorum 
collegio deo et beato Petro ibidem famiilante universis banc litteram perlecturis ora- 
tiones dcvotas in dominö Jhesu Cbristo. Considerantes iustiim esse et rationabile, ut 
opera karitatis iidelium devotione nobis inpensa posteris quoque nostris profutura 
ipsorum notitiae transmittamus , praesenti scripto innotescimus universis, quod beatae 
memoriae dominus H. quondam Misnensis episcopus habito consilio et consensu suorum 
concanonicorum decimam novalium exstirpatorum seu exstirpandorum ad nigram Alestram 
ecclesiae nostrae pia liberalitate concessit perpetuo possidendam, sperans a deo et beato 
Petro se praeinia aeterna recepturum. Cuius tarn laudabili devotione successor eius- 
dem venerabilis dominus Conradus ecclesiae praedictae nunc episcopus considerata 
cum unanimi capituli sui consensu eandem oblationem auctoritatis suae privilegio confir- 
mavit Nos itaque tantorum beneficiorum non immemores omnium bonorum retributori 
gratias referentes orationes nostras praedictis canonicis et dominis Misnensibus liben- 
tissime studebimus inpertiri, plenam cum ipsis fraternitatem et orationum communionem 
babere cupientes , quam apud nos promittimus perpetuo inviolabiliter observari. Modum 
autem fraternitatis inter nos et saepedictos canonicos institutae huic paginae placuit 
annotari. Cum ad nos obitus cuiusquam ipsorum pervenerit, conpulsatis ex more cam- 
panis , per triginta dies vigilias et defunctorum missas solemniter dicemus in communi, 
unusquisque saccrdotum tres missas specialiter dicet pro defunctis, reliqui nostri con- 
canonici singula psalteria decantabunt, laici fratres centies diccnt singuli pater noster, 
sorores etiam apud nos conversae psalteria singula dicent. Ceterum in flagellis, ele- 
mosynis, vigiliis et ieiuniis plenam nos eisdem societatem promittimus exhibere, nomina 
quoque defunctorum canonicorum saepedictorum kalendario nostro inscribentur, ut 
anniversarius ipsorum apud nos annis singulis cum debita devotione sollempniter pera- 
gatur. Praebendam quoque a deo nobis collatam saepedictis dominis nostris et confra- 
tribus in ecclesia nostra liberaliter assignanuis et in onmibus, quibus eorum possumus 
honestati deservire, praesenti scripto nos eisdem perpetuos constituimus debitores. Et 
ne in posterum haec tam rationabilis institutio ab aliquo temere valeat iniinnari, hanc 
paginam sigillorum nostrorum praepositi videlicet et capituli appensione fecimus roborari. 
Actum in Sereno Monte anno dominicae incarnationis millesimo CC^ XLVP. 

Nach dem Orig. im Btifts&rclny zu Meissen mit den Siegeln des Probsts and des Capitels an Pergamentstreifen. 



125 



No. 141. 1247. 20. Juni. 

F, Innocen2 IV. gestattet dem Notar des Markgrafen Heinrich des Erlauchten Mag, Christoph nehen der 
Domherrnstelle im HocJistifl Naumburg evoit. auch eine solche in Meissen amunehmen. Vgl. No. 152. 

Innocentius episcopus etc. dilecto filio magistro Christoforo notario nobilis viri . . 
marchionis Misncnsis saliitem etc. Cum sicut te accepimus intimante in Numburgensi 
ecclesia, in qua praebendam obtines, statutum huiusmodi habeatur, quod praebenda 
canonici eiusdem ecclesiae ipso iure vacet, si praebendam in alia cathedrali ecclesia 
fuerit assecutus, tuque statutum huiusmodi iuraveris servaturum: nos volentes tibi 
obtentu nobilis viri . . marchionis Misnensis, cuius insistis servitiis, gratiam facere 
specialem, praesentium tibi auctoritate concedimus, ut si praebendam in Misnensi 
ecclesia fueris assecutus, cum ea praefatae Numburgensis ecclesiae praebendam, prae- 
fatis statuto et iuramento nequaquam obstantibus, libere valeas retinere. Nulli ergo 
etc. nostrae concessionis etc. Si quis etc. Datum Lugduni XIL Kai. Julii pontificatus 
nostri anno quarto. 

Aus dem Lib. regestor. an. IV. ep. 828. T. I. fol. 404 im Vatican. Archiv. 

No. 142. 1247. 22. Sept. 

König Wemcslaus von Böhmen eignet der Domkirche einige Dörfer in der Nähe von Stolpen. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Wenzeslaus dei gratia Bohemorum 
rex quartus universis praesentem paginam inspecturis salutem et omne bonum. Ne 
ea, quae a nobis pia devotione geruntur, ab aliquo valeant in posterum annullari, ad 
aeternam rei memoriam scripti fecimus testimonio perhennari. Hinc est, quod universis 
Christi tidelibus tam praesentibus quam futuris volumus notum esse, quod nos ob peti- 
tionem venerabilis doniini Conradi Misnensis episcopi et ad petitionem dilectae sororis 
nostrae Agnetis, nee non pro remedio animae dilecti tilii nostri Watzlai, proprie[tatem] 
villarum Dobrawe*), Rudegersdorf et Helwigesdorf**) cum attine[ntiis suis], pascuis, 
areis, agris, aquis, silvis, venationibus, iurisdictionibus, cum [decimis] et fructibus uni- 
versis et cum utilitate, quae nunc inest vel inesse poterit in futurum, sancto Johanni 
evangelistae sanctoque Üonato martyri gloriosis patronis in Misne, dedimus pleno iure 
auctoritate nostra regia pacem firmantes ecclesiae praenotatae ac districtius inhibentes, 
ne quis ipsam in dict» proprietate et attinentiis Omnibus molestet aliquatenus aut per- 
tiirbet. Ut autem haec donatio rata maneat in futurum, praesentem paginam desuper 
conscribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Datum in Camich*'), per nianum 
Herborti curiae nostrae notarii, anno domini W. CC^ XLVIl". X. Kalendas Octobris 
indictione quinta. 

Nach dem schadhaft gewordenen Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit dem grossen Siegel des 
Königs und Bücksiegel an P'äden von fother und blassgelber Seide. 

Fehlerhaft Gercken Hist d. Stadt Stolpen S. 5a0 und Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 64. 



a) Pobra, Par. Porschendorf. b) (Dürr ) Röhrsdorf und Kle inhelmsdorf. Par. DitMraUach. c) Kaunlk. jetet ver- 
fltUenes Benfschloa« b«i Leltuiorits. 



126 



No. 143. 1247. 22. Sept. 

K. Wen^l von Böhmen eignet der DoniJcirche die Burg ^u Lerne, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis. Wenzlaus dei gratia Bohemorum 
rex quartus omnibus praesentem litteram inspecturis salutem et omne bonum. Quae 
divinae pietatis affectu sanctis locis beneficia conferuntur, firma debent stabilitate con- 
stitui et nuUa intentione in posterum revocari. Hinc est quod universis Christi fide- 
libus tarn praesentibus quam futuris volumus notum esse, quod nos pro remedio animae 
patris nostri Othakari regis Bohemorum ac pro remedio animae dilecti filii nostri 
Wathzlai, nee non ad petitionem dilectae sororis nostrae Agnetis, castrum in Lesne*) 
cuius proprietatem cum omnibus attinentiis suis ac villis adiacentibus universis Mis- 
nensi ecclesiae recognoscimus pertinere, venerabili domino Conrado Misnensi episcopo 
ac suae ecclesiae dimisimus pleno iure, auctoritate nostra regia pacem firmantes eccle- 
siae praenotatae et districtius inhibentes, ne quis ipsam in eodem Castro et suis 
possessionibus molestet aliquatenus aut perturbet. Ut autem haec donatio rata mancat 
in futurum praesentem paginam desuper conscribi fecimus et sigilli nostri munimine 
roborari. Datum in Camich per manum Herbordi curiae nostrae notarii anno domini 
AI". CC^ XLVIF., X^ Kai. üctobr., indictione quinta. 

Nacli dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden; an Fäden von gelber Seide hängt das grosse Siegel 
des Königs mit KQcksiegel. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. G4. 



1) IAhha an der Neisfie bot OÖrlitK. 



No. 144. 1248. 5. Mai. 

P. Imiocenz IV. beßehU den Bischöfen von Begensburg und Meiss&n die höhmischen Edlen, welche 
den Bestrebungen ihres Königs entgegen dem Kaiser Friedrich und dessen Anhängern beizustehen 
sich unterfangen, mr Umkehr zu ermahnen und im Unterlassungsfälle sie und ihre Besitzungen mit 

der Excommunication zu belegen, 

Innocentius episcopus servus servorum dei venerabilibus fratribus . . Ratis- 
ponensi et . . Misnensi episcopis salutem etc. Signilicante carissimo in Christo tilio 
nostro .. illustri rege Boemiae nobis innotuit, quod cum ipse-pro devotionis fervore 
ac fidei puritate, quam ad nos et Romanam ecclesiam habere dinoscitur, F. quondam 
imperatori eiusque fautoribus se potenter opposuerit et opponat pro defendenda eccle- 
siastica libertate, at nonnulli barones et nobiles regni sui, qui contra eundem F. alios- 
que inimicos ecclesiae receperant Signum crucis, in reprobum sensum dati, sicut canes 
ad vomitum redeuntes dicto F. eiusque sequacibus praestare praesunmnt in propriae 
salutis dispendkim consilium, auxilium et favorem. Mandamus, quatenus barones et 
nobiles supradictos, quod eiusdem F. relicta jperfidia ad gremium matris ecclesiae 
revertentes eisdem ecclesiae ac "- \ patenter asslBtant, monere diligentius 

ac inducere procuretifiL C bris non aoqoieyerint in hac parte. 



127 

idque propter metum regis eiusdem se forte asserant non audere, ad huiusmodi occa- 
sionis materiara amputandam tarn a rege praedicto, quod in personis vel rebus ipsos 
aliquatenus non offendat, quam etiam ab eis, quod praemissa observent, iuratoria et 
fideiussoria cautione reeeptis ipsos auctoritate nostra ab excomraunicationis sententia, 
quam propter hoc incurrisse noscuntur, iuxta formam ecclesiae absolvatis. Alioquin 
eos exeommunicatos publice nuntietis ac faciatis ab Omnibus artius evitari, supponentes 
terras eorum ecclesiastico interdicto, ita ut praeter parvulorum baptismata et poeniten- 
tias morientium nuUum in eis penitus divinum officium celebretur aut exhibeatur 
ecclesiasticum sacramentum, ad hoc si necesse fuerit invocato auxilio brachii secularis, 
contradictores auctoritate nostra appellatione postposita compescendo. Dat. Lugduni IIL 
Nonas Mali pontificatus nostri anno quinto. 

Aus dem Lib. regestor. an. V. ep. 814. im Yaticaa. Archiv. — Boczek cod. dipl. et epist. Moraviae IIL p. 87. 



No. 145. 1249. 4. März. 

P. Innocentius IV, verleiht denen ^ welche die Bomhirche am Feste Johannis des Evmigeh (27. Bec) 

bussfertig besuchen, vierzig Tage Ablass. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis tiliis . . praeposito, decano 
et capitulo ecclesiae Misnensis, sahitem et apostolicam benedictionem. In sanctorum 
festivitatibus, quae a Christi fidelibus votiva celebritate coluntur, dignis laudibus 
glorificatur omnipotens, sanctis ipsis debitus honor impenditur et animarum profectus 
devotione congrua procuratur. Unde nos qui fidelium ipsorum curam gerimus gene- 
raleui, cum prae omnibus, quae nostrae incumbunt sollicitudini, ad eorum sahitem 
intendere teneamur, multo desiderio cupimus, ut illorum memoriam, quos exutos iam 
corpore stola gloriae induit rex coelestis, venerabiliter recolentes ipsorum festa et 
celebri agant observantia et soUempnitate annua prosequantur, ac ut tanto accuratius 
ad eorum cultum se praeparent, quanto plus ipsum animabus senserint profuturum, 
cum nonnunquam insigniis quibusdam spiritualibus , indulgentiis vidclicet et remissioni- 
bus magniticare studemus ipsas devote illum exequentibus benignitate apostolica lar- 
giendo. Hinc est, quod cum ecclesia vestra in honore Johannis evangelistae constructa 
esse dicatur, nos ipsam digna coli reverentia cupientes, omnibus vere poenitentibus 
et confessis, qui ad eandem ecclesiam in illius festo pura intentione accesserint annua- 
tim, de omnipotentis dei misericordia et beatorum Petri et Pauli apostolorum eins 
auctoritate confisi quadraginta dies de iniuncta sibi poenitentia misericorditer relaxamus. 
Datum Lugduni 1111. Non. Martii, pontificatus nostri anno sexto. 

Aussen: f Brant f 
Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Bleisiegel an rothen und gelben seidenen Fäden. 



128 



No. 146. 1249. 23. März. 

P. Innocentius IV, verleiht denen, welche die Domkirche am Feste Donati (7. Ang,) und wahrend 
der Octaven desselben jährlich bussfertig besuchen, vierzig Tage Äblass. 

Innocentius episcopus servus servorum dei, dilectis filiis . . praeposito, . . 

decano et capitulo ecclesiae Misnensis salutem et apostolicam benedictiouem. IJcet is, 

de cuius munere venit, ut sibi a fidelibus suis digne ac laudabillter serviatur de 

abundantia pietatis suae, quae merita supplicium excedit et vota bene servientibus 

multo maiora retribuat, quam valeant promereri, nihilominus tamen desiderantes red- 

dere domino populum acceptabilem, fideles Christi ad complacendum ei, quasi quibus- 

dam illectivis muneribus, indulgentiis scilicet et remissionibus invitamus, ut exinde 

reddantur divinae gratiae aptiores. Cupientes igitur ut ecclesia vestra in honorem 

beati Donati confessoris et episcopi dedicata, congruis honoribus frequentetur, omnibus 

vere poenitentibus et confessis, qui . ecclesiam ipsam in festo praedicti confessoris et 

usque ad octavas eiusdem annis singulis visitarint quadraginta dies de iniuncta sibi 

poenitentia misericorditer relaxamus. Datum Lugduni X. Kai. Aprilis, pontificatus 

nostri anno sexto. 

Aussen; f Brant f 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit der Bleibulle an Fäden von rother und gelber Seide. 



No. 147. 1249. 22. Apr. 

P. Innocenis IV. befiehlt dem B, Conrad die Anhänger des gegen seinen Vater, den K, Wenjsel voti 
Böhmen aufständigen Markgrafen Premysl Otakar ernstlich zur Bückkehr in den Gehorsam gegen 
(7et? König zu ermahnen, bei Nichtbefolgung mit geschärfter Excommunication zu belegen, den B, von 
Prag zur Verantwortung nach Rom zu senden, ungehorsame Geistliche aber zu entfernest und deren 

Stelleyi unter Umständen anderweit zu besetzen, 

Innocentius servus servorum dei venerabili fratri . , Misnensi episcopo salutem 
etc. Paternae benedictionis auctoritas devotum filium erigit in sublime ac eins con- 
trarium erectum subito crudeliter eradicat. Unde Joseph accrescens iilius nuncupatur 
et Chanaan cum sua progenie subiicitur servituti. Absolon quoque in quercu sus- 
penditur et Salomon paterni culminis recipit diadema. Haec et quod in sacra pagina 
legitur ,honora patrem tuum et matrem tuam, ut sis longaevus super terram', si 
nobilis vir natus carissimi in Christo filii nostri illustris regis Boemiae prout convenit 
diligenter attenderet , ipsum regem patrem suum tanquam filius benedictionis paternam 
hereditatem cupiens honoraret et ab eins offensa penitus abstineret. Sed idem quo- 
rundam baronum regni Boemiae, qui bona pacis oderunt et in malis discordiarum 
exultant, ductus iniquis persuasionibus et seductus una cum ipsis, sicut accepimus, 
crudeliter praedictum regem persequitur et hostili persecutione impugnat in detrimen- 
tum personae ac Status ipsius regnir iiato Frederid quondam impera- 

toris, duce Bauariae ac aliis < edu iwoiffltiti^ ac sodetaÜB 



129 

dampiiabiliter iniendo; in qiiibus omnibus episcopi Pragensis et quarundam aliarum 
personarum ecclesiasticariim eiusdem regni dicitur esse maniis. Ne igitur tantuni 
malum, si ei ob via tum non fiierit, invalescat, mandamus quateiius natiim et barones 
eosdem, iit ab ini(iuitate huiusmodi penitus desistentes ad devotionem praefati regis, 
a qua sine nota infaniiae ac animarum periculis non possunt recedere, redeuntes ei 
ut tenentur intendant, attentius moneas et inducas. Quod si monitis tuis acquiescere 
non curaverint, ipsos et omnes eis in hac iniquitate fautores auctoritate nostra, sub- 
lato appellationis impedimento, excommunices et terras eorum subiicias districtissimo 
interdicto, ita quod praeter baptismata parvulorum et poenitentias morientium nulluni 
in eis celebretur divinum officium aut exhibeatur ecclesia^ticum sacramentum, faciens 
huiusmodi excommunieationis et interdicti sententias singulis diebus dominicis et 
festivis, pulsatis campanis et candelis accensis per loca, in quibus expedire videris, 
solemniter publicari, invocato ad hoc, si necesse fuerit, auxilio brachii secularis. 
Eundem vero episcopum, quia excommunicatus a dilecto filio fratre Gottifrido de 
ordine praedicatorum poenitentiario nostro ad partes illas destinato a nobis nostra 
exigente iustitia, divina officia sicut dicitur celebrare, immo quantum in eo est, verius 
prophanare praesumpsit, et contra ipsum regem una cum eins filio conspirai-e, eadem 
auctoritate nostra praefigas ei terminum peremptorium competentem, quo personaliter 
nostro se conspectui repraesentet pro meritis recepturus. Cum autem, sicut nostris 
est auribus intiniatum, nonnulli praepositi, decani, canonici et rectores ac alii cano- 
nici ecclesiarum regni praedicti, fovendo et adhaerendo supradictis nato regis et 
baronibus persecutoribus ecclesiae contra eam, beneticiis ecdesiasticis reddiderint 
se indignos, et dignuni sit, ut indevoti ex indevotione iacturam et devoti ex 
devotione commoduni assequantur, volumus et mandamus, ut praepositos, decanos 
et alios antedictos, si tibi eos constiterit tales esse, personatibus et dignitatibus 
ac beneticiis, quae ab ecclesiis obtinent, eadem auctoritate perpetuo privans, facias 
ea conferri per illos ad quos ipsorum collatio pertinet, si tarnen sunt devoti 
ecclesiae Romanae, alioquin tu illa conferas hac vice personis idoneis et ecclesiae 
jiraedictae devotis, contradictores etc. Datum Lugduni X. Kai. Maii pontiticatus 
nostri anno sexto. 

Aus dem Lib. repestor. Innoccntii PP. rv. an. VI. (('od. meinbr. bibl. iinp. Paris, n. 4039 P'ol.) epist. 4*>6. 
Baluzii Miscellan. lib. VII. p. 489 — 91. — Im Auszujr Albert v. Bebam berauspe^'. von Höfler (Scbriften d. literar. 
Ver. XVI.) S. 188. — Aus dem Lib. re^j:. etc. des Vatican. Arcbivs. Erben regesta Bobem. S. 570 f. Ik)czek cod. 
dipl. Morav. III. p. lOG. 

Xo. 148. 1249. 24. Apr. 

P. hnwcvnz IV. hfiehlt dem 11 Conrad den K. Wendel von Böhmen, der zur Thronentsagung gcnöthigt 
worden, von dem desshdb gehlsteten Eide, und die ihm zu Wiedererlangung der Krone beisiehen, 

vom Banne freizusprechen. 

liinocentius scrvus servorum dei venerabili fratri . . Misnensi episcopo salutem 
etc. Cum carissimus in Christo filius noster . . illustris rex Boemiae nobili viro . . 
nato eins una cum nonnullis baronibus regni Boemiae contra ipsum nequiter insur- 
gente^ ac cum impugnante liostiliter iuramentum super cessione dicti regni eisdem 

COD. nUM.. 8A\. II. 1. 17 



130 

nato et baronibus coactus praestitisse dicatiir, mandamus quatenus, si est ita, aucto- 
ritate nostra ipsiim regem absolvaa ab luiiuRmodi iuramento, concessa tibi einsdem 
regis obtentu absolvendi iiixta formam ecelesiae ab excommunicationis sententia omnes 
illos, qui eidem in recuperatione regni et honoris sui assistendo contra praedictos pro 
incendiis dictam sententiam incurreriint, et iniiingendi eis, quod de iure fuerit iniun- 
gendum, auctoritate praesentium facultate, proviso, quod iidem incendiarii, quibus 
damna intulerunt per incendia, satisfaciant competenter. Dat. Lugduni oetavo Kai. 
Maii pontificatus nostri anno sexto. 

Aus dem Lib. regestor. an. VI. ep. 469. im Vatican. Archiv. Erben regesta Bohem. S. 571. Vgl. Albert 
V. Beham u. s. w. S. 189. 

No. 149. 1249. 2. Juni. 

Der Probst vom Wyschehrad su Frag und Cmider Dionysüis verJcaufl an den Bischof und das 

Capitcl zwei Dörfer in der Pflege Budissin. 

Universis Christi fidelibus praesentes litteras inspeeturis magister Uyonisius 
divina et regali gratia Wissegradensis praepositus regni Boemiae cancellarius saJutem 
in domino. Universitati vestrae tenore praesentium innotcseat, quod nos nostro et 
praepositurae Wissegradensis nomine venerabili patri et domino C. Misnensi episcopo 
ementi suo et episcopatus Misnensis nomine vendimus et tradimus villas Misseslewits*) 
et Cupsyts^) in terra Budesinensi constitutas ad praeposituram Wissegradensem pleno 
iure pertinentes cum omnibus suis pertinentiis inferioribus et superioribus, ingressu et 
regressu, agris cultis et incultis, aquis, pratis, nemoribus et omnibus aliis attinentiis 
quocumque nomine censeantur, confitentes, pecuniam eandem esse versam in utilitatem 
ecelesiae nostrae, utpote quia pro illa pecunia alia bona comparavimus in üppaiiia^), 
promittentes bona fide sine fraude praedictas villas defendere expensis nostris contra 
quemlibet evincere volentem in iudicio. In cuius rei testimonium praesentes conc<5- 
dimus litteras sigilli nostri munimine roboratas. Actum in Rademaritz*) praesentibus 
bis testibus domino Hoiero de Vredberc, domino Tsastolao de Syttauia et domino 
Heinrico iilio eins, domino Gallo de Lewenberc, domino Sifrido de Colbowe, domino 
Cunrado milite et phisico nostro. Datum anno domini M°. CC''. XL nono. Uli" 
Nonas Junii. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem ziemlich wohlerhaltenen Siegel an Fäden 
von gelber und rother Seide. 

1) MntchclwitK (MäuHcIwitz), Par. Göda. 2) KubdchUtz. Par. PumchwUx bei BadlHsin. 3) Troppan. 4) Kadin crit z 
an (lor NoIinq. 

h ' ' ' " .* ' ' 

Xo. 150. 1249. 2. Juni. 

K, Wenzel von Böhmen bestätigt den vorstehenden Ferkauf und verleiht zugleich aus Dankbarkeit 
deni Bischof die Gerichtsbarkeit und geicisse Getreidezinsen in den erkauften Ortscliaften. 

Venerabili in Cristo patri et amico karissimo Misnensi episcopo, W. dei gratia 
Boemornm rex cum sincerae dilectionis affectu salutem. Cum vos villas Misseslewits 
et Cupsyts in terra Budesinensi constitutas ad praeposituram Wissegradensem^ pleno 



131 

iure pertinentes emeritis vestro et episcopatus vestri nomine iure proprii a fideli nostro 
magistro Dyonisio Wissegradensi praeposito, regni nostri cancellario, sieut in litteris 
exinde confectis plenius eontiuetur, venditionem eamdem ratam habemus, et quia sci- 
mus eam esse factam ad utilitatem Wissegradensis ecclesiae auetoritate regia confir- 
mamus. Nos etiam liberalitate regia vestris preeibus inclinati, qui pro tuitione honoris 
nostri et negotiorum nostrorum promotione nee rebus novistis parcere nee personae, 
remittimus vobis et successoribus vestris in perpetuum omnem iurisdictionem tempo- 
ralem, quam iudex provincialis terrae Budessinensis in bonis praefatis exercere con- 
suevit, ac omnem annonam, quae de eisdem villis ad vigilias castri Budissinensis 
solvi consuevit plenarie annuatim. In cuius rei testimonium praesentes coneedimus 
litteras, sigillorum nostrorum munimine roboratas. Huius rei testes sunt Hoierus de 
Vredberc, Tsastolaus de Syttauia, Heinricus filius eins, Gallus de Lewenberc, Sifridus 
de Colbowe, magister Cunradus miles et phisicus noster. Datum in Rademariz per 
manum Herbordi Pragensis canonici, curiae nostrae notarii anno domini M^ CC**. XL^ 
nono, ini*'. Nonas Junii. 

Nach dem Orig. im Stiftsarcbiv zu Meissen mit dem beschädigten Siegel des Königs an einem Pergamentstreifen. 
Tzschoppe u. Stenzel ürkundensamml. S. 314. — Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 79. 



No, 151. 1249. 7. Juni. 

K, Wenzel von Böhmen beurkundet, dciss die in den vorstehenden Urkunden genannten Ortschaften 
durch Gerichtsspruch der Probstei jsu Wissehrad zuerkannt gewesen sind. 

Wencezlaus dei gratia quartus Boemorum rex universis praesentes litteras 
inspecturis salutem in domino. Universitati vestrae tenore praesentium innotescat, 
quod cum Fridericus de Boric super villis Misseslewits et Cupsyts ad ius et proprie- 
tatem Wissegradensis praepositurae pertinentibus coram nobis in forma iudicii contra 
bonae memoriae Arnoldum Wissegradensis ecclesiae praepositum movisset quaestionem, 
dicens eas ad se pertinere, nos visis et auditis rationibus, allegationibus et probationibus 
partium, quia nobis plene constitit, quod praefatae villae ad ius et proprietatem Wisse- 
gi-adensis praepositurae pertinebant pleno iure, praesidentes in Budissin cum universis 
terrae baronibus et nobilibus, sicut moris est, iudicio generali easdem villaa senten- 
tiallter adiudicavimus, cognitis evidentius causae meritis, praeposito et praepositurae 
memoratis. In cuius rei publicum testimonium, ne tractu temporis, quod sollempniter 
actum est, valeat in dubium revocari praesentes coneedimus litteras sigillorum nostrorum 
munimine roboratas. Actum in Budissin. Datum per manum Herbordi curiae nostrae 
notarii, anno domini M^ CC^ XL° nono, VIF. Idus Junii. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden; an einem Pergamentstreifen hängt das zur Hälfte 
abgebrochene Siegel des Königs mit Rücksiegel. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 67. 

17* 



132 



No. 152. 1249. 18. Juni. 

Innocentius etc. magistro Christoforo notario nobilis viri marchionis Misnensis ut duas 
praebendas obtinere possct, in gratiam Misnensis marchionis indulget. XV. Kai. Jul. 

Aus dorn Lib. rr»;. lunooontii Vl\ IV. an. VI. ep. 659. in der kais. Bibliothek zu Paris bei Alb. t. Beham 

u. s. w. s. ina 

Obscliou (IiMiisolboii M. ('hristoph als Domherrn zu Naamburg auf Verwendung des Markgrafen Heinrich 
xwt'i Jahro früher Dispons für die Aunahnu» eines Canonicats in Meissen ertheilt worden (vgl. No. 141), scheint er 
(lessoniui|L'oa<htot aus iloin Capitcl zu Naumburg, das seinen Mitgliedern den Besitz einer zweiten gleichen Pftünde 
in einem andern ('apitel damals nicht gestattete, ausgeschieden zu sein, eine zweite Pfründe aber bald nachher im 
Colleiriatstifte S. Sebastian» zu Majrdeburg erlangt zu haben, indem P. Innoceuz durch ein Breve vom 20. Juni 1249 
(Lib. reg. etc. ep. (»(U) a. a. O. S. 2l)3) einen Canonicus Christoph auf Ansuchen des Markgrafen Heinrich von der 
Kesiilenz in Magilebunr disi)ensirte. Die Annahme, dass Markgraf Heinrich fOr zwei Geistliche desselben und zwar 
eines damals seltenen Namens in Rom sich verwendet habe, hat Bedenken. Ein Meissn. Domherr Christoph starb 
als rn)bst zu Zscheila liHL» mler Auf. 1263 (vgl. No. 104). 



Xo. 153. 1249. 8. Dee. 

/>. (\)nrad mnf ihi.^ Ctipitvl iH^urkfindeu, dass von dem Kloster AU^Jla xu Ablösung der in Folge eines 
frtilinrn Vvrglrichs (Xo. !^s) jährlich j:h ^ihlenden 6 Mark S. die Sunnne von 114 Mark S. gezahlt 
und hivrnarh das Capitvl ^nm Empfange der 6 Mark auf den hischofL Zoll zu Miigeln angeiciesen 

worden sei. (Vgl. Xo. 1^1.) 

In nomine domini amen. Permissione divina t'nnradus episcopus, Heinricus 
praeiH^situs, Sifridus decanus totumque eapitulum Misnensis ecclesiae universis Christi 
fidelibus im|HTiH*tiium. Tempore bonae memoriae |>atris ae domini nosti'i Bninonis 
Misnensis episeopi inter eeelesiam nostram et nos ex iina et monasterium Cellense ex 
jmrte altera suikt deeimis in Vliz et Ozstrowe*! nee non super dampnis et iniuriis de 
foresto quaestione suborta et eoram deeano Magrdeburg^Misi et suis eoniudieibus auetori- 
tate aiK^stoliea ventilata. tandem inter eeelesiam nostram et nos ae praefatum mona- 
sterium mediantibus iudieibus memoratis talis eoneordia intervenit. lam dictum Cellense 
monasterium dedit ecelesiae nostrae ae nobis pro restauro decimarum. iniuriarum oiunium 
imriter et dampnorum duos mansos et dimidium in villa iHnnanzlawiz-} et novem mar- 
earum retUUtus in villa Kapm.^) Insui^r obligavit se ad sex marearum annuam pen- 
sionem. PostnuHlum vero proeedente temiH»re piae memoriae dominus et pater noster 
Heinrieus Misnensis episeopus acreptavit imriter et aceepit eentum et XIIIl'*" maR^s 
arjsxMiti a Cellensi monastorio sujktIus memorato et absolvit illud jKMies eivlesiam 
nostram et nos a sex marearum annua solutione proxime praelibata. Saue quoniam 
iam dietus dominus et j^iter noster Heinrieus Misnensis episci^pus est viam universae 
earnis injrn^ssus, antequam eapitulo nostro praeilium. ex quo praetlietarum sex mar- 
earum rvHlilitus jK^nüiH^ret, assiornasset. nos qui ei in episeo|)atus dijrnitate sueeessissc 
videmur, iiuiequid ab eo minus actum est adimplere eupientes et maxime abtiati et ciMi- 



133 

vcntui Cellensi cogente iustitia modis omnibus cavere volentes, quippe cum iion soliim 
nobis, verum etiam toti capitulo nostro certissime notum sit, praemissam pecuniam vide- 
licet CXIIir^*" marcas argenti in rem et utilitatem eeclesiae nostrae versam, iam saepe- 
dictarum sex marearum redditus praelibato capitulo nostro assignavimus in theloneo 
nostro in Müglin*) annis singulis percipiendos, quos consensu unanimi atque voluntario 
acceptavit una nobiscum saepius dictum monasterium a debito solutionis sex marearum 
praetaxatarum communi consensu libertate perpetua quietum pronuntians et penitus 
absolutum. Ne igitur super bis praemissis omnibus praefato monasterio possit in 
posterum alicuius adversitatis calumpnia suboriri, praesentem paginam conscriptam 
tam nos quam capitulum nostrum buUarum nostrarum appensionibus in perpetuam 
memoriam iussimus communiri, sub testimonio omnium, quorum nomina sunt sub- 
scripta: Albertus de Dobelin, Cünradus de Nuscin, Vlricus praepositus de Budissin, 
magister Erpho scolasticus, Heinricus de Lubne, Albertus de Vroburch, magister 
Alexander, Sifridus praepositus in Scliilowe, Albertus de Nuscin, Sifridus iunior de 
Pigauia canonici Misnenses, Johannes praepositus de sancta Afra, Gerhardus praepo- 
situs de sancta Cruce, Cünradus canonicus Cicensis, Meinherus praefectus de Misna, 
Meinherus filius eins, Petrus Ruzk et alii quam plures. Acta sunt haec in Misna 
anno gratiae M\ CC^ XI A VUU". \T. Idus Decembris, indictione VUI*., pontificatus 
nostri anno X^ 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit den wohlerhaltenen Siegeln des Bischofs und 
des Capitels an Fäden von rother, grüner, gelber und dunkelbrauner Seide. 

4) MQgelii. 



No. 154. 1250. 13. Febr. 

MarTcgraf Heinrich sichert den Bontherreti die dem M. Gerhard de Foresto im Zoll zu Freihenj 
verliehenen 5 Talente jährlichen Einlionimens so lange zuy bis dieser im Hochstift eine volle 

Fräbende erlangt Iwhe, (Vgl, No. 184,) 

Nos Heinricus dei gratia Misnensis et Orientalis marchio, Tliuringorum lant- 
gravius et Saxoniae comes palatinus notum facimus universis et praesentibus protestamur, 
quod nostrae existit voluntatis, quod canonici Misnenses quinque talenta Vribergensis 
monetae, quae magistro Gerhardo de Foresto in telonio nostro fuerant assignata, 
recipiant singulis annis integraliter ac perfecte, quousque idem magister Ger. in 
ecclesia Misnensi praebendam integram consequatur, volentes quod ab illis qui telonio 
nostro pro tempore praefuerint, ipsorum nuntio, quem ad hoc deputare decreverint, 
omni anno eadem talenta ut praemisimus praesententur. Ne autem cuiquam super 
CO processu temporis dubium oriatur, ipsis in testimonium super eo praesens dari 
iussimus instrumentum , sigilli nostri munimine roboratum. Datum Misnae anno domini 
M^ CC^ lA XVU^ Kalend. Martii nona ind. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden: das Siegel ist nur in wenigen Bruchstücken noch 
vorhanden. 



134 



No. 155. 1250. 2. Apr. 

Die Bisehöfe Dietrich von Naumburg und Heinrich von Merseburg beglaubigen die Richtigkeit 
der Abschrift der Urkunde K OUo's L vom 19, Oct 967. (No, 3.) 

No8 dei gratia Theadericus Nvenburgensis et H. Merseburgensis episcopi uni- 
versis lianc paginam inspecturis salutem in omniuni salvatore. Privilegium divae 
memoriae üttonis magni imperatoris aiigusti, fundatoris Misnensis ecclesiae non can- 
eellatum, non abolitum nee in aliqua sui parte vitiatam vidimus et legimus in haec verba: 

In nomine etc. — No. 3. — imperii VI. 

Quia vero propter viarum discrimina et maJum statum terrae ipsum originale 
ducere non est tutum, ut eidem adhiberi valeat plena fides praesentem paginam sigil- 
lorum nostrorum munimine duximu» roborandam. Datum Mersebureh anno domini 
M"". CO**. L. IIIP. Nonas Aprilis poutiticatus nostri anno quinto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit deu wohlerhaltenen Siegeln der Bischöfe an 
F'äden von weissem Zwirn. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 68. 

Der Zweifel ob nicht diese und die folgenden Transsumte Non. Apr. 1254 ausgestellt worden, wird dadurch 
erledigt, dass das fünfte Pontificatsjahr des B. Dietrich von Naumburg (erwählt 1244, geweiht 1245) recht wohl 
noch in die ersten Monate des Jahres 1250 fallen kann, zu 1254 aber unbedingt nicht passt, während für den 
Antritt des B. Heinrich von Merseburg, hinsichtlich dessen die bisherigen Angaben zwischen 1244 und 1247 
schwanken, ein sichereres Datum gewonnen wird. 



No. 156. 1250. 2. Apr. 

Die Bischöfe Dietrich von Naumburg und Heinrich von Merseburg beglaubigen die Treue einer 
Abschrift der Bestätigungsbulle P. Johanns XIIL vom J2, Jan. 968. (No. l.) 

Nos dei gratia Tlieodericus Nuenburgensis et Heinricus Merseburgensis epi- 
scopi universis lianc paginam inspecturis salutem in omnium salvatore. Privilegium 
inclitae recordationis Johannis papae non cancellatum, non abolitum nee in aliqua 
sui parte vitiatum vidimus et legimus in haec verba: 

Johannes episcopus servus servorum dei. Si semper sunt concedenda — 
No. 4. — in mense Januario indictioiie supradicta undecima. 

Quia vero etc. — — roborandam. Datum in Mersebureh anno domini 
M**. (;C**. lA IIII. Nonas Aprilis pontificatus nostri aniio quinto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit den wohlerhaltenen Siegeln der beiden BischMe 
an weissleinenen Fäden. 



135 



No. 157. 1250. 2. Apr. 

Dieselben Bischöfe heglauUgeti in gleicher Weise eine Abschrift der Urkunde K. Otto's IIL 

vom 6. Dec. 996. (No. 15.) 

Nos dei gratia Theodericus Nuenburgensis et H. Mersburgensis episcopi, 
universis hanc paginam inspecturis salutem in omnium salvatore. Privilegium felicis 
recordationis Ottonis magni regis, fundatoris Misnensis ecclesiae non abolitum, non 
cancellatum nee in aliqua sui parte vitiatum vidimus et legimus in haec verba: 

In nomine — No. 15. — Franconofurt feliciter amen. 

Quia vero etc. roborandam. Datum Merseburhc anno domini M**. CG*". L. 

IUP. Non. Aprilis pontilicatus nostri anno quinto. 

Nach dem Orig. im E. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit den Siegeln an weissleinenen Fäden. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 69. 



No. 158. 1250. 6. Juni. 

B. Conrad eignet der Domkirche Getreidezehnten in einigen Dörfern ^ den der verstorb. Domherr 

Hermann von Liznik von ihm erkauft hai. 

In nomine domini amen. Conradus dei gratia Misnensis episcopus universis 
hanc litteram inspecturis salutem in eo, qui est omnium vera salus. Ne ea, quae 
geruntur in tempore simul labantiir cum tempore, ad aeternam rei memoriam expedit 
privilegiorum munimine perennari. Hinc est quod universis Christi fidelibus tani 
praesentibus quam futuris volumus notum esse, quod nos quandam decimam in bis 
villis, Proszwiz^) decimum dimidium scocum utriusque annonae, Wincwiz^) decimum 
dimidium scocum utriusque annonae, Dere') VI scocos utriusque annonae, et Rudin- 
gistdorf*) VUI scocos et XV manipulos utriusque annonae, quam bonae memoriae 
Hermannus de Liznic Misnensis canonicus a nobis pro quadam summa pecuniae 
comparavit de consensu confratrum nostrorum Misnensis capituli eidem ecclesiae Mis- 
nensi contulimus iure perpetuo possidendam, dantes super eo in testimonium praesens 
scriptum sigilli nostri munimine et sigillo dicti capituli roboratum. Huins rei teste« 
sunt Heinricus praepositus summus, SiflFridus decanus, Albertus de Doblin, Conradus 
de Nozzin, Vlricus praepositus Budisinensis , Heinricus de Lubene, magister Erpho, 
Albertus praepositus Wurcinensis, magister Conradus, SiflFridus, SiflFridus capellanus 
canonici Misnenses et alii quam plures. Datum in Misna anno domini M*. C(^. 1/. 
indictione VUI., octavo Idus Junii pontificatus nostri anno X. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit an Pergamentstreifeu h&ngend(Mi wohlerhaltenen Siegeln 
des Bischofs und des Capitels. 



1) Proschwitx, Par. ZseheiU. t) Winekwiu, Par. ZtcheiU. 3) Diora, Par. Zadel. 4) wahnchefnlfch Jetst wOste Mark. 



- 136 



Xo. 159. 1250. 20. Juni. 

P. Innocenz IV. verleiht denen, tvelehe an den Festtaffen der Patrone der Kirche, des h. Johannes 
Evang, ant^portam latinam und der Junf/frau Maria, dieselbe bu^isfertiff besuchen, vierzig TageAtßlass, 

Iiiiiocentiiis episcopiis servus scrvoriun dei venerabili fratri episcopo et dilectis 
liliis capitiilo ecclesiae Misnensis salutem et apostolicam bencdictioneni. Licet is etc. 

— No. 146 merita Rupplicum — aptiore«. Cupientes igitur ut ecclesia vestra, 

qiiae in honorem beati Joliannis evangelistae ante poi-tam latinam et 8anctae Mariae 
fundata dinoscitiir, congruis honoribus frequentetur, omnibus verc poenitentibus et 
confessis, qui ecelesiam ipsam in festivitatibus eorundem sanctorum venerabiliter 
visitaverint annuatini, de omnipotentis dei misericordia et beatorum Petri et Pauli 
apostolorum eins autoritate confisi quadraginta die« de iniuncta sibi poenitentia rela- 
xamus. Datum Lugduni XII. Kai. Julii pontiticatu» nostri anno septinio. 

M. Ver. 
aussen: Hermannus. 

Nach dem Orijr. im Stiftsarchiv zu Meissen mit der Bleibulle an P'iiden von rother und weisser Seide. 

Nachdem bereits am 4. und 23. März 1*240 (No. 145 und 146) zwei Indulgenzen für die Tage der Schutz- 
heiligen der Domkirche Joliannes Evangelista (27. Dec.) und Donatus (6. Aug.) ertheilt worden, überrascht die 
erneute Indulgenz, in welcher Johannes evangelista ante portam latinam, dessen Festtag am (J. Mai begangen wurde, 
und Maria als Schutzheilige bezeichnet werden. Wahrscheinlich fand liier eine Ven^ech seiung in der päpstlichen 
Canzlei statt; eine Stiftskirche in deutschen Land(?n, welche den letztgenannten Heiligen gemeinschaftlich gewidmet 
gewesen, ist uns indessen nicht bekannt. 



No. 160. 1250. lo. Juli. 

Jl. Conrad ertheilt denen Äblass, welehe die Kirche auf dem Petersberge bei Halle am Tage Petri 

Kettenfrier (1. Aug.) bussfertig besuchen, 

( ■. dei f^ratia Misnensis episcopus universis Christi tidelibus praesentes litteras 
insi)ecturis aeternam salutem et veram in domino karitatem. Quoniam ut ait apo- 
»tolus etc. — No. 123 — vobis iniungimus — quatinus ecelesiam Montis Seren! in 
die ad vincula sancti Petri annis singulis devote et liumiliter visitetis et ei pias ele- 
mosynas erogctis. Nos ciuoque omnipotentis dei misericordia et nostra auctoritate con- 
tisi Omnibus praedictam ecelesiam in festo praelibato visitantibus eique suas elemosynas 
erogantibus propter deum XXX dies iniunctae poenitentiae, si vere contriti fuerint et 
eonfessi, et dimidiam carenam niisericorditer relaxamus. Datum in Wurzin anno 
domini M. CG. L. Idus Julii pontiticatus nostri anno undecimo. 

Xacli dem Orig, im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden mit dem bescliädigten Siegel des Bischofs an einem 
i^ergamentstreifen. 



137 



No. 161. 1252. 9. März. 

Der apostoL Legat Cardinal Hugo ordnet die Bes^idenz der Domherren am Orte ihrer Kirclien 

noLchdrücklicJist an. 

Venerabili in Christo patri Conrado episcopo Misnensi frater Hugo divae 
Sabinae presbyter cardinalis apostolicae sedis legatus saliitem et sinceram in 
domino caritatem. Ad audientiam nostram pervenit, quod nonnulli canonici ecclesiae 
Misnensis et aliaram ecclesiarum vestrae dioecesis praebendariim saarum proventus 
percipientes non curant in ecclesiis, in quibus illas obtinent, residere, propter quod 
ecclesiae ipsae debitis servitiis defraudantur. Nolentes itaque, ut in ecclesiis diminuatur 
divini nominis cultus, sed potius augcatur, nostra qua fungimur auctoritate mandamus, 
si est ita, dictos canonicos ad faciendam debitam in ecclesiis suis residentiam, secun- 
dum antiquam et approbatam ecclesiarum ipsarum consuetudinem, monitione praemissa 
ut auctoritate nostra per censuram ecciesiasticam compellatis, contra eos ad privatio- 
nem praebendarum suarum, si rebellio ipsorum meruerit, nihilominus processuri. 
Datum Hildensem VH. Id. Martii, pontificatus domini Innocentii TTH. anno nono. 

Fabricii anual. urb. Misn. p. 345. — Calles series Misn. episcopp. p. 17G. 

Das Original wurde nicht aufgefunden. Wenn aber in Gnindmanns Abschrift (cod. dipl. ecci. Misn. I. 
S. 93) statt anno nono es heisst anno vero M. CC. XL. nono, so ist dies falsch, indem eine Urkunde von demselben 
Tage und Jahre (Leuckfeld antiqu. Gandersh. S. 18U) des Card. Hugo Anwesenheit in Hildesheim am 9. März 
1252 bestätigt. 

No. 162. 1252. 22. Mai. 

Markgraf Heinrich der Erlauchte transsumirt die Urkunde K. Otto HL vom 6. Oct. 995 (No, 13.) 

und bestätigt deren Inhalt. 

Nos Henricus dei gratia Misnensis et ürientalis marchio Thuringorum lant- 
gravius et Saxoniae comes palatinus omnibus imperpetuum. Volumus notum esse tam 
praesentibus quam futuris quod Privilegium terrae Wurzinensis non abolitum, non can- 
cellatnm nee in aliqua sui parte vitiatum perspeximus in liaec verba: 

In nomine etc. — No. 13. — Actum Hauelungberge feliciter amen. 

Ut igitur omnia praedicta circa episcopum et Misnensem ecclesiam a nobis et 
a nostris heredibus inviolabiliter observentur nee ab aliquo*) infringantur, praesentem 
paginam desuper conscribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Petivimus 
etiam ad confirmationem huius facti sigilla venerabilium dominorum Magdeburgensis 
archiepiscopi et Nuwenburgensis et Merseburgensis episcoporum huic privilegio appli- 
cari. Datum Misnae anno domini M^ CC^ LII^ XP. KaJend. Junii, indictione X'. 
Huic facto interfuerunt dominus Theodericus Nuwenburgensis episcopus, Henricus 
Misnensis ecclesiae praepositus, Wernherus de Kirbcberc praepositus, Otto de Vipehc 
Magdeburgenses canonici, Johannes prior fratrum praedicatbrum in IJpzk, Gozwinus 



1) in atifm» Tnttsnunpto bo X6S. iM o. 170. 

0OI>. Dirt. BAX. II. 1. ^^ 






^- ■'^*i' • <«■#«•' 




S 



'' /- 



•wr' «tf* «■» 
, / i' **- *•' ' f t*./{ntt*v 



In I, / / /, 

> h .1 f ■■ 

(|| «um I I ili'iunrH«.. ' 
vauks lliUuiM IM I ff« ".'-; • 
\^» 1 I li liif i< II ' f 

^^.•^ ' .1 NUUiilUUl'i '\\\i\\\linhti t, f. ff it.' ff f '. f* 

i\.» '.-.-a .A- \\kl>\> imI hiImimi ' *r . fi /.» • , ,t.-f*''ttf *\,i/tttfff,t»i ^/^itrxar^ 

\ 1. i .« ■ \»n IUI -Uli II |.| I M . I I. II f. f, t *'<' r- »'»r./?: -irtJ *H^;|Pi If* 3. ^Hu 

....^.4^A i>i >i' l> It'iitii (i ii I I r I II r I 




>.. IUI I ''I ' 

........./•■ ' ,' • '.. . r f ^-.l / «i ,«/'.. /,./i i/iM> I nftilvn CnrdifuU Hmg». 

\^..^v ...v^ <M V Im .iM |i<ihi ti ilniniMM >>iiM IhiiHiMi Hl »uiMt'liir Siil)iiiHC preft- 

ii's> axiiv II .i.ii. \\ ,\M^\ u" . ,|i I i^i.iiiii Pilo nwuHlolkur^niHiK et Hen- 

x ^^\...>^ xpr.w'pi .iiiiii t U'iiMit it iMMtuUtm iiim (l\ lMt<uit tiiuuii tU^votam. 

\ ^ -^ V . .. s I .^a ui Kilii»« 



v^ ».. 






139 



No. 165. 1252. 22. Mai. ,^.^.27;. 

Markgraf Heinrich der Erlauchte trifft wegen des Zehüens, der Gerichtsbarkeit, Zoll- und Steuer- 

freihat n, s. w, eingehende Bestimmungen zu Gunsten des Bischofs und der Domkirche, wie der 

Geistlichkeit und der Unterthanen des Stifts überhaupt, 

Nos Henriciis dei gratia Misncnsis et Orieiitalis mai'cliio, Thuringoriiiu lant- 
gravius et Saxoniae comes palatinus universis Cristi fidelibus tarn praesentibus quam 
futiiris lianc paginam inspecturis Balutem aeternam. Cum honorem et profectum 'Slm- 
nensis eeclesiae ob salutem ac remedium animae nostrae, patris et matris nostrae ac 
parentum nostrorum sincera fide et omni devotione promovere velimus, secundum omne 
posse desuper nobis datura, dileeto compatri nostro domino Conrado Misnensi episcopo 
suis successoribus et eeclesiae Misnensi omnia iura super decimis praedialibus marehiae 
Ijusieensis, primum et prineipialiter a nostris bonis recipiendis admittimus libere ac 
sohlte, consentientes ut et alii possessores intra dictam marchiam teneantur ad idem. 
Volumus etiam ac liberaliter consentimus, quod de marchia Misnensi deeimae secnindum 
terrae consuetudinem persolvantur. Öimiliter libertates et conditiones canonicorum Mis- 
nensium, religiosorum , claustralium et totius cleri Misnensis diocesis per nos et per 
nostros volumus inviolabiliter observari. Nullas etiam exactiones vel i)etitiones faciemus 
aliquatenus in homines domini Misnensis episcopi et homines canonicorum Misnensium 
seu homines claustralium vel secularium clericorum in Misnensi diocesi constitutos nee 
etiam servitia requiremus. Ceterum stratam regiam et thelonia secundum consuetudinem 
antiquam servari statuimus episcopo et suis hominibus ac eeclesiae memoratae. Prae- 
terea consentimus, ut sedes synodales in civitatibus, oppidis et villis tarn archi<liaconi 
quam archipresbyteri exerceant, prout consuetum fuerit atque iustum. Item si aliqui 
canonici clerici vel claustrales seu liomines Misnensis eeclesiae aliqua emerint ad susten- 
tationem ipsorum, quod in bis ab eis nulluni theloneum requiratur. Item si aliquis a 
domino episcopo, a suis praelatis seu per alios fuerit excomnumicationis sententia inno- 
datus et in Misnensi diocesi denuntiatus, volumus quod ille a nobis et a nostris in 
nostra curia cvitetur, ita quod circa cum nulla communio habeatur. Item in iurisdictione 
sua circa Ztolj) et aJibi ipsum nolumus impediri. Praeterea nolumus, quod clerici Mis- 
nensis diocesis coram nobis vel nostris iudicibus conveniantur, inpignorentur vel ad 
iudicia secularia pertrahantur, et si aliqua praedictorum a nobis vel a nostris non 
fuerint observata vel etiam praetermissa, illa nobis debent intimari, ut quae obmissa 
fuerint, efticaciter complcantur et quae servata non fuerint, secundum quod cxpedit, 
observentur. Ut igitur onmia praedicta circa episcopum et Misnensem ecclesiam n 
nobis et a nostris heredibus inviolabiliter observentur, praesentem paginam desuper 
conscribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Petivimus etiam ad confinnationem 
huius facti, sigilla venerabilium domiuorum Magdeburgensis archiepiscopi et Nuwen- 
burgensis et Mcrseburgensis episcoporum huic privilegio applicari. Datum Misnae anno 
domini M^ CG" UP. XI^ Kaien. Junii indictione X'. Huic facto interfuerunt dominus 
Theodericus episcopus Nuwenbnrgensis ; Heinricus Mfe\v<iweÄ& ^üsjä^aär >^\^\wwte5fe. Ski^jInss^ • 



2(7/. 



140 

noater, Wernherus de Kirhcberc praepositiis, Otto de Vipehc, Magdeburgenses canoBici, 
Johannes prior fratrum praedicatorum in Lipzk, Gozwinus prior fratrum praedicatorum 
in Magdebure, Heinrieus Icctor fratrum minoram in Magdebure, Meinherus burgrauius 
de Misne, Albertus burgrauius de Dewin, comes Albertus de Rauenswalde, Albere 
burgrauius de Liznik, Rudolphus miles de Luppe et alii quam plures. 

Nach dem ()rij(. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit vier Siegeln wie No. 162. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 70. 



No. 166. 1252. 

Die Bischöfe Otto von Brandenburg und Heinrich von Havelberg bitten den K. Willhelm um 

Bestätigung der vorstehenden Zugeständnisse des Marhgrafeti Heinrich mit wörtlicher Aufnahme 

der Urkunde desselben (no. 165) in die Ausfertigung. 

Gloriosissimo domino W. Romanorum regi semper augusto, nos dei gratia Otto 
Brandeburgensis et Hcnricus Hauelbergensis episcopi cum orationibus devotis paratam 
ad obsequia voluntatem. Excellentiae vestrae tenore praesentium cupimus notum esse, 
quod nos Privilegium domini Henriei marchionis Misnensis super compositione inter 
ipsum et dominum Conradum Misnensem episcopum conseriptum non abolitum, non can- 
cellatum nee in aliqua sui parte vitiatum vidimus et legimus in haec verba: 

Heinricus etc. — No. 1G5 — quam plures. 

Verum quia — No. 163 — transscriptum sigillorum nostromm munimine 
roboratum vobis transmittimus — confirmare. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden. An Fäden von blassgelbcr Seide hängt das Siegel 
des B. Otto von Brandenburg; von dem au Fäden von rother und grüner Seide befestigt gewesenen Siegel des B. 
Heinrich von Havelberg ist nur noch ein Bruchstück vorhanden. 

Köhler cod. dipl. Lus. 1. Anh. S. 74. 



No. 167. 1252. 

Dieselben Bischöfe wenden sich mit gleicher Bitte an den apostoh Legaten Cardinal Hugo, 

Rcvereiido in Christo patri et domino suo Hugoni tituli sanetae Sabiiiae pres- 
bytero cardinali , apostolicae sedis legato , nos dei gratia Otto Brandeburgensis et Hen- 
ricus Hauelbergensis episcopi subiectionem et reverentiam tam debitam quam devotam. 
Paternitati vestrae tenore praesentium notum esse volumus, quod nos Privilegium domini 
Henriei marchionis Misnensis super compositione inter ipsum et dominum Conradum 
Misnensem episcopum conseriptum non abolitum, non cancellatum nee in aliqua sui 
parte vitiatum vidimus et legimus in haec verba: 

Hcnricus etc. — No. 165 — quam plures. 

Verum quia — No. 163 — transscriptum sigillorum nostrorum munimine robora- 
tum vobis transmittimus, supplicantes paternitati vestrae — auctoritate vestra — confirmare. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden; die sehr beschädigten Siegel wie No. 166. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 73. 



141 



No. 168. 1252. 28. Mai. 

Bischof Conrad ertheilt zum Bau der Kirche zu Belitz in der Mark Ablnss. 

Conradus, dei gratia Misnensis episcopus, universis Christi fidelibus aeternam 
salutem et veram in domino caritatem. Quoniam, ut ait apostolus etc. — No 123 — 
in remissionem peccatorum vestrorum vobis iniungimus, ut ad strueturam ecclesiae in 
Belitz pias elemosynas erogetis. Nos quoque omnipotentis Dei misericordia et nostra 
auetoritate confisi omnibus, qiii ad opus dictae ecclesiae suas erogaverint. elemosynas 
propter deum, quadraginta dies iniunctae poeniteutiae si vere contriti fuerint et confessi 
misericorditer relaxamus. Datum Magdeburg anno domini MCCLII. V. Kai. Junii 
pontificatus nostri anno duodecimo. 

Nach der Abschrift in P. Creusings Chronicon (Ms. der Stadtbibl. zu Leipzig no. 446 fol. 112). 
Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. 9. S. 476. 



No. 169. 1252. 8. Juni. 

B. Conrad befiehlt dem Erzpriester H, zu Torgau in Gemässheit des Vertrags mit dem Markgrafen 
Heinrich (No. 165) die Leistung der Zehnten zu fordern, 

Conradus dei gratia Misnensis episcopus H. archipresbytero de Torgowe salutem 
in domino. Significamus vobis quod dominus marchio Misnensis nunc, quando concor- 
davimus cum ipso, suum consensum adhibuit, ut in terra Lusaciae veras reciperemus 
decimas praediales. Unde vobis mandamus districte praecipientes, quatinus a vestris 
parrochialibus omnibus veras decimas requiratis, iniungentes nihilominus vobis subiectis 
clericis universis, ut et ipsi eorum parrochialibus demandent, ut nobis decimas nostras 
solvant, ne contra eos, licet inviti, iure ecclesiastico procedere compellamur. Datum 
Magdebfirch anno domini M**. CC**. L. U^ Vr. Idus Junii pontificatus nostri anno XII**. 

Nach dem Orig. im K. Haupt-Staatsarchiv zu Dresden; das Siegel ist abhanden gekommen. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 72. 



No. 170. 171. 1252. 30. Aug. 

Der apostoL Legat Cardinal Hugo bestätig unter wörÜicJier WiederJholung der Urkunden No. 162 
uixd 165 in zwei gesonderten Ausfertigumjen deren Inhalt. 

Venerabili patri . . dei gratia episcopo Misnensi frater Hugo miseratione divina 
tituli sanctae Sabinae presbyter cardinalis, apostolicae sedis legatus, salutem et sinceram 
in domino caritatem. Ea quae iudicio vel concordia terminantur, firma debent et illi- 
bata persistere, et ne in recidivae contentionis scrupulum relabantur expedit providere. 
Vestra siquidem lecta nobis petitio continebat, quod orta dudum inter vos et nobilem 
virum marchionem Misnensem super quibusdam iuribus et libertatibus ecclesiae vestrae 
materia quaestionis, tandem inter vos et ipsum nobilem amicabilis compositio intervenit, 



- 142 

prout in litterifi inde confectis, quariim tranflcriptum venerabiles patres Brandeburgensis 
et Haiielbcrgensis episcopi nobis 8ub sigillis suis miscruut, dicitur plenius contineri. 
Nos igitur vestris devotis precibus inclinati comiiositionem ipsam, sicut rite ac sine 
pravitate facta et al) iitraqiie parte approbata est atque in eiusdem ecciesiae praeiu- 
diciuni non redundat, ratani et patam habentes ipsam auctoritate praesentium eonfir- 
manius et praesentis seripti patroeinio eommanimus tenorem transcripti eiiisdem de verbo 

ad verbiim praesentibiis inseri faeientes, qui talis est: Nos Henrieus etc. Null! 

er{fO omnino honiimim liccat hanc paginam nostrae eonfirmationis infringere vel ei ausu 
tenierario contraire. Si (juis autem hoc attemptare praesumpserit, indignationem omnl- 
])0tenti8 dei et beatoruni Petri et Pauli apostolorum eius se noverit incursurum. Datum 
Assone III. Kai. Septcnib. pontificatus domini Innoeentii papae Uli. anno decimo. 

t Petrus Viterbicnsis. f 

Xacli den Oriiriualen im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit den wohlerlialtenon Siegeln au Fäden von 
rr»tlier luul gelber Seide. 

Xü. 172. 1253. 3. Mai. 

Erzbisrhof liuclolf von Magddmrg ver^^ichert y dass er der in dem Streite mit dem Templer -Ordey} 

wegen gewisser im Lande Lehns diesseits der Oder gelegenen Güter vom B, Conrad von Meissen 

getroffenen Entscheidung nachgekommen sei und dieselbe festhalten wolle. 

Rudolfus dei gratia san(*tae Magdeburgensia ecciesiae electus totumque eiusdem 
ecciesiae capitulum — recognoscimus — quod omnia quae venerabilis pater dominus 
Conradus, iMisnensis episcopus super dissensione, quae super bonia in terra Lubus 
citra Oderam inter nos et fratres militiae templi fuit, est arbitratus, statuit vel prae- 
cepit, complevinms bona lide et irrcfragabiliter perpetuo volumus et promisimus obser- 
vare. Et ut ij)sis fratribus et omnibus eorum posteris eo certior tidcs fiat, ipsos nuini- 
nius bis nostris litteris sigillorum nostrorum munimine roboratis. Insuper testes sunt 
canonici maioris ecciesiae Albertus praepositus — fratres militiae teinpli magister Hein- 
ricus, fr. Johannes de Zopolowe, fr. Tiderus, fr. Widekinus, fr. Sifridus de Anvordc, 
fr. (Jcrardus de Rene, Ileinricus de Ricbowe, advocatus in Lubus, Kricus de Horch 
et alii quam plures. Datum Magdeburg anno gratiae M". CXX quinquagesimo tertio, 
quinto Xonas Maii. 

\Vt>lilbi1lck (iesch. d. Bisthuni.s Lebus I. S. ISO. — lliiHk'l cod. dipl. Urand. I. IM. 20. S. IS.') 

Xo. 173. 1253. 

Ji, Conrad crtheilt dem Franciscannldoster zu Torgau einen Indulgcnzbricf für die Festtage 

der heil. Franriscus und Antonius. 

Cunradus miseratione divina Misnensis episcopus universis etc. Quoniam ut 

ait apostolus etc. — No. 123 quod concedente domino — in coelis recolligere 

valeamus — tenentes quod qui — sempiternam. Sanctarum etc. — No. 124 — quod 
nostris temporibus omnium terrarum terminos ordinis fratrum minorum domibus I)ene- 
dixit — amplectanmr rogati ab ipsis fratribus, quos in Misnensi episcopatu videlieet 



143 

in Turgowe dominus adiinavit, ut devotio et reverentia a Christi lidelibus abundantius 
celebretur et devotio Immiliter et devote conlidentiiim meritum sive gi-atiam afferat et 
apportet, aiietoritate nobis a deo concessa cooperantibus inlirmitati nostrae sanetorum 
meritis decreviinus oninibus, qui ad dictoruni fratrum oratoria in die dedieationis ipsonim 
et utroque die et sancti Francisci confessoris nee non et sancti Ajithonii confessoris 
convenerint, unani karrinani et quadraginta dies de iniuneta sibi poenitentia eorum 
peccatoriim , de quibus contriti fuerint et confessi, annis singnlis indulgere, eo dante et 
per nostrum ministerium indiilgcnte, qui est vere niiserator et misericors, in niaiestate 
siia laudabilis et in sanetorum suorum mirabilibus gloriosus. Datum Misnae anno 
gratiae \r CG", quinquagesimo IIP. pontificatus nostri anno XIII". 

Nacli dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv mit dem wolilerhalteuen Siegel des Bischofs an einem 
Pergamentstreifen. 

No. 174. 1254. 23. Jan. 

IK Imwcenz IV, erlaubt der gesammten GeistUehkeit der Lande des Markgrafen Heinrieh des 

Erlauehten die von diesem zunächst für seine CapeUe verfa^ste, musikalisch regelrechte und wie 

er selbst s-ich überzeugt y wohlklingende Coinposition der Kirchengesänge Kyrie elegson und Gloriu 

in exrelsis deo bei dcfn Gottesdienste zu gebrauchen. 

Innoceutius episcopus ete. venerabilibus fratribus episcopis, ae dilectis iiliia 
abbatibus, prioribus, decanis, arcliidiaeonis et aliis eeelesiarum praelatis ae reetoribua 
eorumque eapitulis et eollegiis in terra dileeti tilii nobilis viri . . marehionis Misnensis 
eonstitiitis, salutein etc. Cum in summi regis palatio virgo se gloriosa pro nobis iugiter 
exhibeat advoeatam, feliei cum patrocinio nobis dementer fiecten« ad veniam, quam 
humanus excessus interdum graviter provocat ad viudictam, non debet ab ipsius lingua 
carnis laudibus se aliquatenus continere, quin ei pro tam plaeido munere gratiarum 
surgat ad debitum, ut dampnosae ingratitudinis cautc vitare valeat detrimentum. 
Sane dilectus lilius nobilis vir . . marchio Misnensis, sinceritate qua decuit revolvens 
in animo, ut quem ad ipsam haberet devotionis affectum, evidenter exprimeret eamque 
pro suac possibilitatis niodulo congruis obsequiis Iionoraret, sui)er Kyrieleyson et 
(lloria in excelsis deo cantum novum ''edidisse" proponitur, ut capellae suae clerici eo 
in missarum sollempniis eiusdem virginis uterentur, et quia eantum ipsum ex parte 
ipsius marehionis praesentatum , quem coram nobis cantari fecimus, "^deo gratum^ et j/ /^rr. M.wr< ;.. >^.j 
hominibus acceptum invenimus, ipsum ob inventoris devotionem, quae dum spiritu dei 
ducitur, musicae regulis non artatur, duximus approbandum, canfcindi et faciendi cum 
cantari vobis in praemissis solempniis libera facultate concessa. Ad maiorem vero 
certitudinem praemissa Kyrieleyson et Gloria sub ipso cantu vobis sub bulla nostra 
mittimus interclusa. Datum Laterani X. Kai. Februarii, anno uiulecimo. 

Ex Reg. orig. an. XI. ep. .377. T. III. Fol. 4(5 im Vatican. Archiv. 

Dass Heinrich der Erlauchte, den wir bereits als Liederdichter kennen, hei seinem vielbewegten Leben 
und ausgedehnten Regierungsgct-chäften auch mit Musik eingehend sich beschäftigte und selbst comiwnirte, ist von y.^. ;cx//y. 
hohem Interesse. Wie aber in der einzigen Manessischen Liedersammlung sechs seiner IJeder uns erhalten sind, 
so dtlrften Sachverständige in einem oder dem andern Missal Meissnisch - Thüringischen Urspnmgs durch Ver- 
gleichung mit den herkömmlichen allgemein geltenden der obengenannten Texte auch Heinrichs Compositionen mit 
einiger Walirscheinlichkeit herausfinden kOnnen. 



144 



No. 175. 1254. 21. Sept. 

P. Innocenz IV. he.<ifimmt die Bedingung, unier welcher Probst und CapiUi äUein gehalten sein 

sollen f von der römischen Curie oder deren Legaten ausgegangenen Anträgen auf Eriheüung von 

Prähenden, Beneficien und sonstigen Bezügen Folge zu leisten, 

Innoceiitius episcopus servus servonim dei dilectis filiis . . praeposito, decano et 
capitulo ecelesiae Misnensis salutem et apostolicam benedietionem. Vestrae meritis 
devotionis iiuliicinuir, iit vos favore benivolo prosequentes specialem vobis gratiam 
faciamus. Hine est quod vestris siipplicationibus inclinati auctoritate vobis praesen- 
tium indiilgemiis, ut ad receptionem aliciiius in vestra ecclesia vel provisionem in prae- 
bendis vel aliis ecclesiastieis benefieiis seil etiam pensionibus per litteras sedis apo- 
stolicae vel legatoruin ipsiiis impetratas, per quas non sit ius aliciii acquisitum, vel 
etiam impetrandas comjielli minime valeatis, nisi in eisdem litteris impetrandis plena 
et expreasa de huiusniodi indulgentia et toto tenore ipsius de verbo ad verbum mentio 
liabeatur. Nulli ergo omniiio liominum liceat hanc paginam nostrae concessionis inMn- 
gere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc attemptare praesumpserit, 
indignationem omnipotentis dei et beatorum Petri et Pauli apostolorum eius se noverit 
incursuruni. Datum Anagniae XI. Kai. Octobris pontificatus nostri anno duodecimo. 

t Tedi 

aussen: f Godescalcus f 
t 
Nach dem Ori;^. im Stiftsarchiv zu ^leissen mit dem Bleisiegel an rothen und ^reiben seideneu Fäden. 



No. 176. 1254. 21. Sept. 

P, Innocentius IV, beauftragt mit Beziehung anf die vorstehende Bulle den Probst zu Naumburg 

darüber zu wachen, dass daa Capitel zu Meissen in Bezug auf die Verleihung seiner Präbenden 

und anderer Pfründen von Niemandem belästiget werde. 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilecto filio i)raeposito Nuemburgensis 
ecdesiae salutem et apostolicam benedietionem. Meritis devotionis dilectorum tiliorum . . 
praepositi, . . deeani et eapituli ecdesiae Misnensis indueimur, ut ipsos favore benivolo 
prosequentes specialem eis gratiam faciamus. llinc est quod nos ipsorum supplicatio- 
nibus inclinati eis per nostras litteras duximus indulgendum, ut ad recei)tionem alicuius 
in eorum ecclesia vel provisionem in praebendis vel aliis ecclesiasticis benefieiis seil 
etiam pensionibus per litteras sedis apostolicae vel legatorum ipsius impetratas, j)er 
quas non sit ius aliciii acquisitum, vel etiam imjxitrandas compelli minime valeant, nisi 
in eisdem litteris impetrandis plena et expressa de nostra indulgentia et toto tenore 
ipsius de verbo ad verbum mentio liabeatur. Quocirca discretioni tuae per ai)Ostolica 
scripta mandamus, quatinus dictos ])raepositum, decanum et capitulum non permittas 
super bis contra concessionis nostrae teuerem ab aliquibus indebite molestari, molesta- 
tores huiusmodi per censuram ecclesiasticam appellatione iK)8tiK)sita compescendo, non 



145 

obstante si aliquibus sit a praedicta sede indultiini, quod cxcommiinicari, suspeiidi vel 

interdici, seu extra certa loca per litteras apostolicas in causam tralii noii possint, iiisi 

plena et expressa de praedicta indulgentia et de toto tenore ipsius de verbo ad verbuui 

in eisdem litteris meutio habeatiir. Datum Anagniae XI. Kai. Octobris pontiticatus 

nostri anno duodecimo. P. Ver 

t 
aussen: f Godescalcus t 

t 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



No. 177. 1254 29. Sept. 

P. Innocentius IV. verleiht deni Capitel für die näc/tsten drei Jahre das Privilegium, wornach 

dasselbe von keinem päbstl. Delegateti oder Subdelegaten ohne ausdriickl päbstlicJien Befehl mit der 

Excommunication, Suspension oder dem Interdict belegt werden kann, 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilectis filiis capitulo ecclesiae Mis- 
nensis salutem et apostolicam benedictionem. Devotionis vestrae meretur sinceritas, 
ut vos gratiosa benivolentia prosequentes speciali vos privilegio honoremus. Hinc est 
quod nos vestris supplicationibus inclinati vobis auctoritate praesentium indulgemus, ut 
nuUus delegatus vel subdelegatus ab eo executor seu etiam conservator auctoritate 
litterarum sedis apostolicae vel legatorum ipsius possit in vos excommunicationis, 
snspensionis vel interdicti sententiam promulgare absque speciali eiusdem sedis man- 
dato faciente plenam et expressam , ac de verbo ad verbum de indulto huiusmodi men- 
tionem, praesentibus post triennium minime valituris. Nulli ergo omnino hominum 
liceat hanc paginam nostrae concessionis infringere, vel ei ausu temerario coiitraire. 
Öi quis autem hoc attemptare praesumserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum 
Petri et Pauli apostolorum eins se noverit incursurum. Datum Anagniae III. Kai. 
Octobris pontilicatus nostri anno duodecimo. N. Gualt 

aussen : GodeSCalcus. 
Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Bleisiegel an rothen und gelben seidenen Fäden. 



No. 178. 1254. 1. Oct. 

P, hmoccnz IV. beauftragt den Probst zu Naumburg dahin zu tcirken, dass die vom Meissner Ilochstift 
aitgekommenen Besitzungen und Einkünfte in dessen Eigejithum zurückgebracht werden, 

Innocentius episcopus servus servorum dei dilecto filio . . praeposito ecclesiae 
Nuemburgensis salutem et apostolicam benedictionem. Dilecti tilii . . praepositus, deca- 
nus et capitulum ecclesiae Misnensis sua nobis petitione monstrarunt, quod tam ipsi 
quam praedecessores eorum quibusdam clericis et laicis, religiosis et secularibus quos- 
dam redditus, domos, villas, maneria, prata, nemora, possessiones, terras, vinea« et 
res alias eiusdem ecclesiae, quibusdam eorum ad vitam recepta ab eis exinde certa 
pecuniae quantitate, aliis ad non modicum tempus, aliquibus vero jKjrpetuo ad iirmam 



C01>. I>iri.. HAX II. I. 



10 



146 

vel siib anniiis censibiis sea redditibus, datis super huiusmodi litteris, factis renantui- 
tionibus adiectis poenis, iuramentis interpositis in enormem laesionem ipsius ecclesiae 
concessenmt, quorum aliqui dicuntur super bis in forma communi a sede apostolica sea 
legatis eiusdem vel ordinariis eonfirmationis litteras impetrasse. Quia igitur nostra 
interest lacsis ecclesiis sab venire, discretioni tuae per apostolica scripta mandamos, 
quatinus ea quae de bonis ipsius ecclesiae per concessiones huiusmodi alienata inveneris 
illicite vel distracta, non obstantibus renuntiationibus, poenis, iuramentis et litteris nee 
non contirmationibus supradictis, aut si aliquibus sit a praedicta sede indultum, quod 
cxcommunicari, suspendi vel interdici seu extra certa loca per litteras apostolicas in 
causam tralii non possint, nisi plena et expressa de praedicta indulgentia et de toto 
tenore ipsius de verbo ad verbuni in eisdem litteris mentio habeatur, ad ins et proprie- 
tateni ipsius ecclesiae studeas legitime revocare, contradictores per censuram ecclesia- 
sticam appellatione i>ostposita compescendo. Testes autem qui fuerint nominati, si se 
gratia, odio vel tiniore subtraxerint, per censuram eandem appellatione cessante com- 
pellas veritati testiinoniuin perhibere. Datum Anagniae Kalend. Octobris pontificatua 
nostri anno duodecimo. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



179. 1255. 14. Oct. 

/*. Alexander IV, hestätigt den zwischen dem Bischof und dem Markgrafen Heinrich abgeschlossenen 
Vergleich tvegen des Zehntens in der Lausitz, der wettl. Gerichtsbarkeit in der Pßege Warzen u. s. iv. 

Vgl No. W2. 

Alexander episcopus servus servorum dei veneralnli fratri . . episcopo Misnensi 
saluteni et apostolicam benedictionem. Ea quae iudicio vel concordia terininantur fimia 
debent et illibata persistere, et ne in recidivae contentionis scrui)ulani relabantur apo- 
stolico convenit praesiiUo comnuiniri. Kxhibita siquidem nobis tua petitio continebat, 
quod cum inter te et dilectum filium nobilem virum FI. niarchioncni Misncnsem super 
(leciniis terrae l^usicensis, iurisdictione tcmporali terrae Wrcinensis ac rebus aliis ad te 
et ecclesiani Misncnsem spectantibus orta fuisset niateria quaestionis, tandeni mediante 
venerabili tVatre nostro archicpiscopo Magdeburgcnsi loci nictropolitaiio suisque collegis 
amicabilis su]:)er Ins inter partes compositio intervenit, prout in patentibus litteris con- 
fectis exinde plenius ilicitur contineri. Quare pro parte tua petcbatur a nobis, ut comi>o- 
sitionem ipsam roborare apostolico munimine curareinus. Nos itaque tuis supplicatio- 
nibus inclinati conipositionein eandem, sicut rite sine pravitate i)rovide facta est, et ab 
utraque parte sponte recepta et hactenus pacilice observata, auctoritate apostolica con- 
lirmamus et praesentis scripti patrocinio communimus. Nulli ergo omnino hominum 
liceat hanc paginam nostrae eonfirmationis infringere vel ei ausu temerario contraire. 
Si quis autem hoc attemptare praesumpserit, indignationem omnipoteiitis dei et beatorum 
Petri et Pauli apostolorum eins se noverit incursurum. Datum Anagniae 11. Idus 
Octobris pontificatus nostri anno primo. B. M. 

Narh dem Orig. im Stiftsarcliiv zu Meissen mit der Hleibulle an rothen und gell)en seidenen Fäden. 
Köhler cod. dipl. Lu«. I. Anh. S. 76. 



146 

vel siib anniiis censibus sea rcdditibus, datis Buper huiusmodi litteris, factis rennnti»- 
tionibus adiectia poenis, iuramentis interpositis in enormem laesionem ipsios ecdesiae 
cone^sseriint, qiiorum aliqiii dicuntur super bis in forma communi a sede apostolica sea 
legatis einsdeni vel ordinariis coniirmationis litteras impetrasse. Qnia igitur nostra 
interest laesis ecclesiis subvenire, discrctioni tuae per apostolica scripta mandamos, 
(|uatinus ea quae de bonis ipsius eeclesiae per concessiones buiusmodi alienata inveneris 
illicite vel distraeta, noa obstautibiis renuntiationibus, poenis, iuramentis et litteris nee 
non conti rmationibus supradictis, aut si aliquibus sit a praedicta sede indultum, quod 
excommuuieari , suspendi vel interdici seu extra certa loca per litteras apostolicas in 
causam trahi non i>ossint, nisi plena et expressa de praedicta indulgentia et de toto 
tenore ipsius de verbo ad verbum in eisdem litteris mentio habeatur, ad ins et proprie- 
tateni ipsius eeclesiae studeas legitime revocare, contradictores per censuram ecclesia- 
sticam appellatione postposita compescendo. Testes autem qui fuerint nominati, si se 
gratia, odio vel tiniore subtraxerint, per censuram eandem appellatione cessante com- 
IHiUas veritati testiiuonium perhibere. Datum Anagniae Kalend. Octobris pontificatus 
nostri anno duodecinio. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



179. 1255. 14. Oct. 

/'. Alexftmler IV. bestätigt dm zwischen dem Bischof und dem Marhjrafen ITeinrich abgeschlossenen 
Vergleich wegen des Zehntens in der Lausitz, der weltL (ierichtsbarkeit in der Vflegc Wurzeti u. s. w. 

Vgl No, JO'JL\ 

Alexander episeopus servus servorum <lei veneral)ili fratri . . episcopo Misnensi 
saluteni et apostolicam benedictionem. Ea quae iudicio vel coneordia tenninantur limia 
debent et illibata persistere, et ne in recidivae contentionis scrupuluin relabantur apo- 
stolico eonvenit praesidio coninniniri. Exliibita si([uideni nobis tua petitio continebat, 
quod cum iiiter te et dileetnm lilium nobilein virum H. marchionem Misnensem super 
deeiniis terrae Lusicensis, iurisdictione temporali terrae Wrcinensis ac rebus aliis ad te 
et ecclesiain Misnensem spectantibus orta fuisset niateria quaestionis, taiulem mediante 
venerabili tratre nostro arehiepiscopo Magdeburgensi loci metr()iK)litano suisque coUegis 
amicabilis super bis inter partes compositio intervenit, prout in patentibus litteris eon- 
teetis exinde plenius dieitur contineri. Quare pro parte tua petebatur a nobis, ut comiK)- 
sitionem ipsiun rob(»rare apostolieo munimine euraremus. Nos itaque tuis supplicatio- 
nibus inclinati eompositionem eandem, sieut rite sine pravitate provide facta est, et ab 
utraque parte spcmte rece])ta et hactenus pacitice observata, auctoritate apostolica con- 
lirmamus et praesentis scripti patrorinio communimus. Nulli ergo omnino hominum 
liceat hanc paginam nostrae confirmationis infringere vel ei ausu temerario coutraire. 
8i quis autem hoc attemptare praesumpserit, indignationem omnipotentis dei et beatorum 
Petri et Pauli apostolorum eins se noverit iiicursurum. Datum Anagniae IL Idus 
Octobris pontificatus nostii anno primo. B. M. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meisten mit der Uloihulle an rothen und K<lhen seidenen Fäden. 
Köhler cud. dipl. Lus. I. Anh. S. 76. 



- 147 



No. 180. 1255. 



Äbt und Convent zu AUzelle nehmen die Mitglieder des Capüels in ihre geistliche Brüderschaft auf. 

In nomine domini amen. Ego frater M. dictus abbas totumque capitulum Cellae 
sanctae Mariae sanctae Misnensis ecclesiae capitulo cum orationibus perpetuis caritatis 
vineulum indefessam. Quum multum valet deprecatio iusti assidua et bonorum operum 
gloriosua est fructus, pro vestro desiderio cupientes statuere vobiscum pactum indisso- 
lubilis amicitiae perpetuo duraturae, tenore praesentium vobis conferimus communionem 
omnium bonorum operum, quae apud nos exercentur in missis, vigiliis, disciplinis, 
orationibus et ieiuniis ceterisque divinis exercitiis, dantes vobis plenariam fraternitatem 
ita, ut cum obitus vester nostro capitulo nunciatus fiierit, nos sicut unum de nostris 
in ipso capitulo absolvemus pro vobis omne debitum, quod nostris facimus statuentes, 
vos vero vice versa, quia plures sumus numero, tantum bis in anno pro fratribus nostris 
defunctis compulsabitis dicentes pro ipsis vigilias et missam pro defunctis, divinam pro 
eis misericordiam implorantes. Datum anno gratiae M**. CG**. LV^. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv za Meissen mit dem Siegel des Abts an einem von der Urkunde selbst 
zum Theil abgeschnittenen Pergamentstreifen. 



No. 181. 1256. 1. Apr. 

li. Canrad trifft wegen der dem Capitel im Zoll zu Miigeln angewiesenen 6 Mark S, jährlichen 
Einkommens nähere Bestimmungen. Vgl. Ko. 153. 

C. dei gratia Misnensis episcopus omnibus praescntem paginam inspecturis 
salutem in domino. Cum humani generis conditio semper in inlinituin decurrat, et 
nihil sit in eo, quod perpetuo perseveret, necessitas requirebat, ne veritas gestorum 
tractu temporis propter labilem memoriam hominum infirmetur, ad posterorum notitiam 
cum firmitatis robore transmittatur. Hinc est quod notum esse cupimus omnibus prae- 
scntem paginam inspecturis, quod cum ecclesia Cellensis Cisterciensis ordinis nostrae 
diocesis capitulo Misnensi in quadam summa pecuniae annis singulis teneretur, nobis 
mediantibus, de nostra bona et libera voluntate ac unanimi consensu capituli Misnensis 
cum praefata ecclesia Cellensi fuit ordinatum pariter et tractatum , ut in compensationem 
dictae pecuniae sex talenta in Mogelin de theloneo nostro, quinque fertonibus etiam 
adiectis, qui consueverunt de Wurzin in anniversario piae memoriae quondam praepositi 
Vlrici Wurzinensis canonicis Misnensibus ministrari, omni explosa quaestione vel dul)ic- 
tate, qua praedicta ordinatio posset intirmari vel aliqualiter inpediri, perpetuo per singu- 
lorum annorum curricula, sie tamen terminis statutis, ut in festo purilicationis beatac 
virginis tria talenta et dimidium, similiter et in festo sancti Jacobi totidem, et quinque 
solidi a nostris theloneariis de Mogelin sine qualibet contradictione Misnensi capitulo 
persolvantur. Si etiam cuiquam, quod dicto capitulo a praefatis debitoribus ex debito 
est praestandum, aliquid de eodem ab eisdem inprovide solveretur, eosdem a solutione 

19* 



\ 




— 148 

non liberabit, sed potius obligati capitulo saepedicto ad solutionem integram remanebunt. 
Adiicimus etiam, ut quandociinque thelonei in Mogelin locatio fuerit facienda, praefati 
thelonarii ad solutionem praenotatae pecuniae dicto capitulo Misnensi in praenotatis ter- 
minis utpote principali et praecipuo se specialiter obligabunt Ne igitur in posterum 
alicui super ordinatione ac tractatu tarn concorditer habito et peracto dubitationis scru- 
pulus aliquatenus oriatur, praesens scriptum sigilli nostri munimine duximus roborandum. 
Datum Misnae in capitulo confratribus nostris praesentibus anno domini M**.CCMiVP. 
Kalendas Aprilis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meisseii mit dem Siegel des Bischofs an einem Pergamentstreifen. 



No. 182. 1256. 20. Mai. 

Bischof und Capikl appeUiren gegen eine Entscheidung des Äbts und Ptiors zfi Ossegk an 

den römischen StuM, 

Nos Conradus dei gratia episcopus, Sifridus decanus Misnensis, Albertus dictus 
de Dobelin, Sifridus praepositus Budesinensis et magister Alexander canonici Misnenses 
a vobis, domine abbas de Üzzek, et a priore vestro coniudice ut dicitur ad sedem apo- 
stolicam appellamus super causis inferius assignatis. Primo cum vobis cuiusdam eausae 
cognitio sit commissa, ut dicitis, ea postposita nobis sub comminatione mandastis, ut 
magistri Erphonis et praepositl Vlrici corpora exhumemus; secuudo quia ante datum 
mandatura et post auctoritatem vestram nullatenus ostendistis; tertio quia nobis non 
constitit de excommunicationis scntentia contra dictos mortuos ut dicitis proraulgata 
nee de appellatione interposita ab eisdem; quarto quia hoc negotium agitantes, domine 
abbas, vestri proximi sint cognati et propterea nobis estis suspecti. Rx bis siquidem 
causis et ex aliis, quae suo loco et tempore proponentur, ad sedem apostolicam appel- 
lamus. Actum Misnae anno domini M^ CG". LVr. XIII*. Kalcndis Junii. Huius rei 
testes sunt praepositus de Luttemaritz, Sifridus canonicus Misnensis, Hugo et Conradus 
dictus de Steinbach vicarii Misnenses. 

Nach dem Orig. im Provinzialarchiv zu Magdeburg; an Pergamentstreifen hängen Bruchstücke von 
fünf Siegeln. 

No. 183. Um 1256. 

Probst und Capitel bestätigen eine Stiftung des Domherrn Albert gen. von Döbeln zur Erhöhung 

der Feier der täglichen Messe. 

Hcnricus dei gratia praepositus, Siffridus decanus, totumque Misnensis ecclesiac 
capitulum omnibus imperpetuum. Dignum et iustum est et omni consentaneum rationi, 
ut ea quae ex pio statuuntur affectu et maxime ad laudem et gloriam corporis Jhesu 
Christi contra varios futurorum eventus tam firmiter muniantur, ut et facti memoria 
semper vigeat et a posteris retractandi, permutandi vel postponendi cesset omnis occasio 
habitis super püs statutis autenticis instrumentis. Inde est quod notum esse volumus 
nniversis tam praesentis temporis quam futuri, qualiter dominus Albertus dictus de 



149 

Dobelin noster concanonicus et confrater de villa (iline') quam iuste et rationabiliter 
denariis suis emit, quae quolibet anno solvit tria talenta et deeem solidos denarioruu), 
et viginti unum pullos, praeterea pro servitio, quod dicitur iardinc, tres solidos et sex 
denarios, divino spiritu divinitus inspiratus cum magna humilitate et devotione ad exal- 
tationem corporis et sanguinis Jhesu Christi necnon et propter honorem et gloriam 
patronorum nostrorum ampliandam, ut quia dilexit decorem domus eorum, diligatur 
ab eis, pie statiüt et saluberrime ordinavit, quod omni die, quando cantatur in choro 
nostro: Benedictus qui venit in nomine domini, duo scolares praeparati albis vel cappis 
cum duobus cereis ardentibus, et alii duo scolares aequaliter praeparati cum duobus 
turibulls subsequentes astent altari cum omni devotione et reverentia, quoadusque pres- 
byter ibidem celebrans sumat corpus et sanguinem Jhesu Christi, et post haec in 
inceptione communionis illi duo scolares cum turibulis procedentes turiticent utrumque 
chorum, deinde reversi dicta missa procedent ad armarium cum ministris. Sane ut 
scolares, praeter quorum suffragium praedicta exerceri non possunt, perpetuo sint obli- 
gati ad idem ministerium exequendum, provide statuit, ut iidem scolares singulis annis 
habeant decem solidos denariorum de ceiisu dictae villae pro emendatione scolarum 
pariter et librorum. Ecclesiasticus vero, praeter cuius adminiculum praedicta omnia 
perfici non valent, ut operas suas pro.carbonibus conquirendis et etiam incendendis et 
aliis necessariis faciendis impendat libenter pariter et gratanter, sex solidos denarioriun 
habebit eidem ab obedientiario singulis annis persolvendos de quadam area, quae iacet 
prope hortiun, qui ad stupam nostram pertinet balnearem. Porro praedictis omnibus 
ordinationibus addidit et adiecit, quod in auniversario suo talentum unum de censu iani 
dictae villae inter maiores praebendas annis singulis dividatiu", ut quia praebendarum 
nostrarum quandoque exstitit distributor, si tunc peccavit in aliquo, peccatum illud tali 
satisfactione omnimodis deleatur, ad quod consensimus. Ceterum omnis census iam 
dictae villae, qui residuus fuerit, obedientiario qui fuerit pro tempore pertinebit pro ture, 
cera et cetcris huic ordinationi necessariis comparandis. Ut autem haec sua ordinatio 
tam devotissime instituta, et a nobis singulis et universis approbata pariter et recepta 
debito munimine roborctur, cartam hanc de ipsa conscriptam sigilli nostri inpressione 
signari fecimus ratum habentes et tirmum modis omnibus habituri, quod ex tenorc ipsius 
scripti dinoscitur ordinatum. Testes autem et cetera. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu MeiBsen mit dem Siegel des Capitels an weissleinener Schnur. 

a) Gleina, Par. HUncha. 

No. 184. 1257. 28. Jan. 

B. Conrad ersticht den B. Vollrad von Halberstadt die von ihm gegen M. Gepard gen, de Forcsto 

und M. Heinrich gen, von Kirchberg ausgesprochene Excommunication auch in seiner Dioces 

verkündigen und heobachteti eu lassen. Vgl, No, 154, 

Venerabili in Christo patri ac domino W. Halberstadensi episcopo C. dei gratia 
Misnensis episcopus cum orationibus devotis paratam ad obsequia voluntatem. Habet 
hoc proprium inproborum malitia, ut quos propriis actibus deiicere non valent, opinioneni 
eorum bonam falsis detractionibus laedere moliuntur. Hinc est quod paternitati vestrae 



150 

urgente necessitate praesentibus declaramus , qiiod magister Gcrhardus dictiis de Foresto 
et magister Hinrieus dictus de Kirchberch heresim reprobatam sectando utpote Nova- 
tiani, qui novam ecclesiam contra Conielium verum antistitem engere praesumebat, se 
ab excommunieationum sententiis in ipsos per nos auctoritate ordinaria latis, in elu- 
sionem pontificalis dignitatis in nostra synodo vicissira praesumptione dampnabili absol- 
verunt, non attendentes, quod licet aliqui deum patrem eundem filium eundem spiritum 
sanctum nosse dicantur. Si tarnen sacerdotii ministerium sibi usurpaverint, quod eis 
ex officio non competit, scismaticorum pravitatem hereticam non evadent. Cum igitur 
in praedictos eo, quod no8tram synodum spretia monitionibus nostris turbaverunt et 
propter alias causas supradictas excommunicationis sententiam tulerimus iustitia requi- 
rente, petimus omni diligentia qua valemus, quatinus ipsos nobis corapatiendo excom- 
municatos nuntietis et in vestra diocesi tamquam excommunicatos faciatis a Christi 
tidelibus artius evitari. Actum Misnae in publica synodo anno domini M"". CC^ LVII". 
V*". Kai. Februarii pontificatus nostri anno XVIP. 

Nach einer gleichzeitigen Ausfertigung im K. Haupt - Staatsarchiv ohne Siegel. 

No. 185. Zwischen 1240 und 1257. 

Probst und Capifel su Prag melden dem B. Canrad, dass sie mm Vei'hör in der Streitsache mit dem 
Domherrn Tli. von Vylin am ^J. Nov. in Meissen erscheinen tverden, 

Venerabili in Christo patri C. dei gratia [Misnensi]^) episcopo Th. praepositus, 
W. decanus totumque Pragcnsis ecclesiae capitulum suae possibilitatis obsequium cum 
reverentia et honore. Ad instantiam carissiini confratris nostri nobilis viri Th. de 
Vylin ad vestram praesentiam evocati de suo consensu speciali inter nos et ipsum vigi- 
liam beati Andreae temiinum acccpimus, ut medio tempore cum illis personis, quarum 
interest tractatum habeamus, ut dictus Th. sine impedimento talium ius obtineat in 
praebenda vacante suo ordine succedendi. Quod si non fecerimus, quod nullatenus 
intendimus, in vigilia praedicta vestris aspectibus apparere curabimus in ecclesia maiori 
in Misna nostram innocentiam ostensuri. Ccterum non indignum sibi reputet vestra 
dominatio, quod hoc fecimus absque licentia speciali, propter tiduciam quam gerimus 
de plenitudine gratiarum. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden; das Siegel ist ahhanden gekommen. 

n Schadhafte Stulle; das ergänzte Wort in eckigen Klammern. 

No. 186. Zwischen 1251 und 1257. 

Der Probst Salomon und der Prior H. des ÄugHstiner' Chorherrenstifts m Altenburg ermächtigen 

den B. Conrad die von ihnen als vom päbstl Stuhl deputierten Itichtern gegen den B. (Nikolaus) von 

Prag ausges2)rochene Suspension, wenn auf dessen Nachsudien Bedenken nicht entgegenstehen, 

aufzulicben, 

Venerabili domino C. Misnensi episcopo S. dei gratia praepositus et H. prior 
in Aldenburhc iudices a sede apostolica delegati orationum et obsequii devotionem. 
Auctoritate praesentinm plenam vobis coneedimus facultatem, ut suspensionis senten- 



151 

tiam, quam contra dominum Pragensem episcopum tulimus, si a vobis petierit. et si in 
vestra voluntate sederit, relaxetis. Nos vero prior quia proprium sigillum non habemus 
hanc [lijtteram sigillavimus sigillo praepositi Scillensis. Datum in Budesin et ... . 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden; die Siegel fehlen. 



No. 187. Um 1258. 

Gerhard frohst isum Ju Kretus sendet als vom B. delegirter Richter defn Bauer Jacob von Cortzetvia, 

der mit mehreren Ändern nicht Höriger der Domkirche, sotidern frei zu sein heJuiuptet, eine Vorladung 

am Freitag nach Johannis in der St Afrakirche zu erscheinen und sich zu verantworten. 

Ct. dei gratia praepositus sanctimonialium sanctae Crucis in Misna*) iudex a 
venerabili domino Alberto Misnensi episcopo delegatus Jacobo de Cortzewiz rustico 
salutem et omne bonum. Litteras domini eiusdeni episcopi memorati recepimus in haec 
verba: A. dei gratia Misnensis episcopus dilecto in Christo filio domino G. praeposito 
sanctimonialium sanctae Cnicis in Misna salutem cum sincerae dilectionis affectu. Con- 
questus est nobis dominus Albertus de Dobelin nomine Misnensis ecclesiae capituli, 
quod Martinus dictus de Missewiz, Jacobus de Cortzewiz et quidam alii servi ecclesiae 
memoratae ad libertatem proclamant, asserentes dictae servos ecclesiae se non esse. 
Quam igitur causam vestro committimus examini convocatis partibus terminandam, 
facientes etc. Testes vero nominatos etc. Igitur cum mandatum dicti domini episcopi 
transgredi non audemus, tibi damus auctoritate qua fungimur in mandatis, quatinus 
proxima sexta feria post Johannis baptistae Misnae in ecclesia sanctae Affrae compa- 
reas coram nobis dicti domini Alberti celerarii querimoniis peremptorie responsurus, 
alioquin quod iustum fuerit faciemus tua absentia promovente. Unde consulimus quod 
amice medio tempore concordes cum capitulo supradicto. Datum Misnae XV**. Kalen- 
das Junii. 

Nach dem Orig. im K. Haupt - Staatsarchiv zu Dresden, ohne Siegel. 



li) Probst Gerhard wird in Urkunden zwischen 1249 und 1259 genannt; D. Albert II. trat im Febr. I2&8 ein. 



No. 188. 1259. 27. Juli. 

B. Albert eignet der Domkirche geivisse Getreidezinsen in Wilsdruf und Grumbach. 

AI. dei gratia Misnensis episcopus universis Christi fidelibus praesentem litteram 
inspecturis veram salutem et aeternam in domino caritatem. Cum ea, quae liunt in 
tempore, tractu temporis evanescunt, ni scriptis autenticis fuerint perliennata, huius 
rei gratia cupimus notum esse, quod nos quandam decimam, videlicet quinque maldaria 
et quatuor modios, medietatem siliginis et avenae medietatem, de sedeciin niansis in 
Wilandestorf et in Grumpach sitis, in proprietatem ecclesiae beati Johannis apostoli 
et evangelistae sanctique Donati in Misna gloriosorum patronorum contidimus, domini 
Conradi plebani de Boruz et amicorum suorum precibus inclinati. Quam decimam 



152 ^ 

pnuMlirtus plebaniis et Ludewieiis et Otto fratres sui sibi in feodum compararnnt, sed 
Hupnulirti frutrcA Ludewicu» et Otto praefatam decimam absolute et libere resignarunt 
Cetenini praiMlictani dociiiiain praefatus plebanuss uae vitae temporibus possidebit, et 
liberam sibi de eadein deeiina relinquinuis Ordinationen!, quid post mortem saepedicti 
pleimni tie saepius noniinata deciuia üeri debeat in ecclesia pluries recitata. Ne autem 
super praedieta deeiiua aut {K^r nialitiani, vel per oblivionem aliquis dubietatis scrupulus 
suseitetur, proeessiuu istuni eonseribi iussinuis nostroque sigilli munimine roborari. 
Aetuiii anno doiiüui .M\ (V"\ UX^ |Kintilieatu9 nostri anno primo VI. Kai. Augusti. 
Testes liuius sunt tUuuinus llenrieus niaior praepositus, S. deeanus, D. Wurcinensis 
praepositus, uui^ister Cunradus, SitVidus dei'ani Misnenses canonici. 

Nach iKmii i>ri]^. im SiitL^archiv xii Meissen mit dem an einem Pergamentstreifen hängenden Siegel 
>ihoHj:tMi uiul Kn\\si^' ilipL Nachlese 11. S. 287. 



Xo. 189. 1260. 

/N'.*^^f üHit Cupitfl IkrHrkHfuitfi die i-om Pfarrer Conrad in Borits geschehe ne Stift nng einer 

Vimrie in dtr Domkirche. 

Tniversis praesentes lirteras inspei^turis Sifridus dei gratia praepositus. (iote- 
sealeus di^eanu:!^ totumque Misnensis eivlesiae eapituluui in saluti$ auetDre salutem. 
i^hiuui labilis est lunuinum nieiuoria, expetlit ea« quae rite tiunt, in seripris reilacta sigil- 
loruni apjKMisione jHThennari, ne per tluxnni tem|K>ris in oblivionis serupuluni elabantur. 
Noverint ijritur univer^i tani praesentis teui|K>ris quam t'uturi. quinl dominus Cunradus, 
plel^nus de IV^ruz, Misnensis diiHvsis, ob animae i^uae remeilium et parentum snonim« 
unam jKTjK^tuam vieariam in honon* siuieti Andreae a|K^roU et s;metae virginis Kathe- 
rinae teeit in Misneusi irelesia ad altare, quinl sibi pn.KVtleute tennx>re as^siornabimus, 
\el qUiHl idem pleluiaus jht se |K>terit onlinare, rt^lditiis et pn>ventiis interius anno- 
iatv»«> pivprüs denarüs in pn>prium emens, er eidem vieariae tradens p«>?it vitae suae 
lemp-u-;» {vriHiuo iK>S5iidendosw In villa Steiz* duo talenta. quorum unum in festo 
sanetae NYalbursris. ^rundum iu testo Martini aunis sinjruli> vieari»> pers»>Iventur, qni 
xieariant habuerit supradictam: in WilaiuU^U^rf et iu villa i.tamUK'h'' qiiinque mal- 
liaria et quatuor uu'di«.»s sili^iiiis et avenae iu test«.^ Martini iuteirnüittr p<?r$»>Iventur. 
Iteiu uuuni talentuui iu eivitate Misne de eiiria, quae voeatur Wijraudi de Wiiandesdorf. 
^^UvhI etiam praevlieto vieario iu fe^to saneti BarTol«>mei auuis siuünilis pers4>lvenir: pro- 
\is«.». qu^.Hl vieariu^, qui eandeui vieariam habuerit, jvsc mortem eius^iem plebani ad 
idem altare uuam uiissam de domiua uo^^tra. et uuam ad Siilutcm uniuiae saepedicti 
^uebarti <iu;j:iiLis celebrec srjjaimaui*. i.>n.liuavit praeierea et eoustituit plebaua^s praemv 
tacus, u: meiU'.ry.t:um vii.-ariaui deeauu*^ qui pp.» teui^H^r^ tueric iu uo.<tra eeele:sia. eon- 
r'erar ^^ersuta^'. .^"diji id-^ueaui o.^üruv'vcrit, reteiir:.» rameu sibi iure o.'üfereudi praedictam 
>i x-artari: :i,i.'j-j.'»;r'bas \itav.' suae. si forte praetUtoss r<\Ulitus aute u?orteiu suam eidem 
vieariae deerevvrrit dimitteudosk V.i ue super praeuiis^^is ouiuibus dubiuru in p«.^t>tenmi 



S^J 4 «'. 1 y^l- VriMoMl.lft. 



. ■» 1 7 1 ■■ -mii ».. - 'i II ia : i i».i 



153 — 

aliqood oriatnr. praesentem littentm snper hoc ad perpetuam rei memoriam conscribi 
fecimns et nostri si^Ui monimine roborari. Actum et datum Misnae anno doni. 
>r. CC. LX". 

Nich dem Ihri^. im Süftsarchiv zu Meissen mit dem Siegel des Capitels an einem IVr^eamentstreift ii. 
Schöctgen u. Kreysisr diplomat. Xachl. II. S. 289. 



Xo. 190. 1261. 29. Xov. 

P. Crban IV. beauftragt den Probst zu St. Thopnas in Leipzig die Beschirerde des B. rw Meissen 

über Eingriffe Heinriehs von Dohna . Dietrielis eon Batken , Bnliehos von Bielterstein m. And. in die 

bisehöfl. Tafelgüter su erörtern nnd j:ur Entseheidnng su bringen. 

Urbanus episcopus servus servonim dei dilecto filio • . praeposito ecclesiae sancti 
Thomae in Lipzh Marseburgensis diocesis salutem et apostolieani lK*nedietionem. Con- 
questas est nobis venerabilis frater noster . • episcopus Misnensis, quod nobilis vir 
Henrieus de Donin, Theodericus de Raten, Riilicho de Biuerstin et qiiidam alii laici 
Wratislaviensis et I^agensis civitatiim et diocesuni super terris, debitis, {)ossessionibus 
et rebus aliis ad mensam ipsius episcopi spectantibus iniuriantur eidem, Ideoque disoa»- 
tioni tnae per apostoliea scripta mandamus, quatinus partibus convocatis audias causam 
et appellatione reniota debito tine decidas, faciens quod decreveris \)qv eensurani eccle- 
siastieam fimiiter observari. Proviso ne in terram dicti nobilis exconiniunicationis vel 
interdicti sententiam proferas, nisi a nobis 8Uj>er hoc uiandatuni receperis speciale. 
Testes auteni qui fuerint noniinati, si se gratia, otlio vel tiniorc subtraxerint, ccnsura 
simili appellatione cessante conipellas veritati testimonium perhibcre. Datum Vitcrhii 
IIL Kai. Decembris ))ontiAcatus nostri anno primo. 

Nach dem Orig. im K. Haupt - Staatsarchiv zu Dresden mit dem Hloisioirel an hiint'oner Srhniir. 



Xo. 191. 1262, 1. März. 

B, Heinrich von Mcrsehnrfj vergleicht den B. Alltrecht IL und Hugo von Wolkenhurg urgni 
geu'isser von leiderem erhobenen Lehnsansprüchc. 

In nomine domini amen. H. dei jrratia Merseburjcensis episcopus univcrsis 
fMiristi fidelibus praesentem papnam inspecturis salutem in co, qui est omniuin vcra 
Salus. Notum esse volumus universis tarn praescntibus quam tuturis, quod cum Hu}ro 
de Wolkenberc consanguineus noster super istis villis Herol<lisdorpli, llclewip:isdorpli"). 
1'utendorph**), Wolueramisdorph^), Rukerisdorph*^), Drcwenitz maiore et minore^), 
Lutcrbach'), Bela^^), Reutendorph*^), Ooltbach, Wikerisdorph , (Üsclbrcchtisdorph'), 
Seleginstadt^), Polize medietatem contra occidentem^), et Smedevelt""), exccptis mansis, 
(|Uos Petrus de Zalesen teuet in eadem villa, venerabili domino Misnensi episcnqx) ncc 



a) Ob«r- and Niederhelmudorf. Par. 8tolpen. b) Ottondorf bei Nou^tadt. c> Lang «n wolin««lorf »x»l HlMpen. 
.1» KUckemdorf bei Netutadt. e) Uroad- und Klelndrcbniti bei lltuchofMirorda. f) Lauterbach bei Htolpoii, ff) Itilhlau, r»r 
I^utcrbach. h) Rennortdorf. Par. Stolpen. 1) Goldbach, Weickcmdorf, Oelnnmannjidorf. Par. Bl«ohof*wer«la. k) 8«IU 
stftdt. Par. FiKchbach. I) Nlederpolenx. Par. Neustadt, m^ Sohmledefold bei Ktolpen. 

rou. nii'L. 8AX. II. l. -0 



154 

non ecclesiae eiiisdem moveret quaestionera , ins feudale se habere asserens in eisdeni, 
post miilta litigia et eontroversias pro bono paeis in hune modnm interi)osnimii8 partes 
nostras. Dictus Hugo renunciavit (mmibiis actionibiis et (juaestionibus et inri, si quod 
ßibi competere videbatiir in praedietis \illis, de aliis omnibus controversiis de bona et 
libera voliintate, ita quod nee ab ipso, nee a suis lieredibus de eetero ulla in i)erpetiium 
quaestio domino episeopo ilisnensi et omnibus suis sueeessoribus suscitetur. Sane' 
venerabilis dominus noster Albertus Misenensis episcopus usus nostro et domini Alberti 
de Aldenbureh burgravii et aliorum consilio persolvit eentum mareas argenti praedicto 
Hugoni ad redimendam vexationi^m sive litem inter ipsos diutius agitatam. Ut igitur 
praedieta concordia inconvulsa maneat atque lirma, nos una cum venerabili domino 
AI. Misenensi ejMscopo, domino Alberto burchgravio in Aldenbureh et saepe dieto 
Hugone de Wolkenberc nostris sigillis nuiniviuuis praesens scriptum. Testes huius 
rei sunt Cunradus scolastieus, Cunradus de Bich, magister Cunradus, canonici Mise- 
nenses, Theodoricus decanus, Johannes de Kuussin et Johannes scolastieus, canonici 
Wrzinenses, Egellolphus de Lisowe, Albertus de Warin, Heinricus de Schellenberc, 
Heinricus de Waldowe, Theoderieus et Heinricus dapiteri fratres de Burne, Rudol- 
j)hus et Cunradus fratres de Luppe, Siffridus de Maruz, Cieuehardus de Brandeiz et 
Johannes de Doluz, Ludolfus de Mosela, Heinricus de Chephe milites et alii quam 
plures. Actum in ... ^Volkuitz anno domini M". CC". LXU". Kai. Martii, pontificatus 
nostri anno dccimo nono. 

Nach dem Oriir. im Stit'tsarchiv zu Meisten. Aii^'chiini(t an rergamontstroifeii sind die Sio'rel der Bischöfe 
von Merseburg' und von Moisscn, des Bur^'unafen A. von Altcnbnrg und Ilugo's von AVtdkenbur«^ (I'lui;?). 



No. 192. 1262. 7. Mai. 

B, Dietrich zu Xanmhury heurhtiidct die Ahtretnnif von vier Hafen Landes in der EJbgegend an 
das Domcapitel zu Meissen und brlennf, dass von diesem ehenda die Lehensherrliehleit idter 

andere vier Hufen ihm itbrrlassen ifHjrden, 

Venerabili in Christo patri ac domino A. dei gratia Misnensi episeopo T. cadem 
gratia Nuwenburgensis episco])us cum orationum devotione paratam ad omnia bene- 
j)lacita voluntatem. Specialis «lilectio, quam erga vestrum capitulum gerimus, nos 
induxit, ut omni favore benivolentiae |)rcces eiusdcm et instantias quantum est pos- 
sibile prosc(iunnmr. Vestrae igitur dilectioni cupinuis esse notum, quod c^ipituli vestii 
precibus ut condecet inch'nati, quatuor mansos sitos iuxta litus Albeac inter villam 
Boruz et llerstcin"), quos dominus Sitfridus ecclesiae vestrae maior praepositus com- 
paravit a domino Wiknando milite dicto de Herstein, qui de manu nostra eosdem 
tenuit et post emptionem factam a domino praejmsito praefato nobis etiam resjgna\it, 
liberaliter vobis et ecclesiae vestrae sub omni integritate iuris et dominii, quod nobis 
in eisdem nomine nostrae ecclesiae compctcbat, vel quocunque modo competere potuit, 
perpetuo possidendos contulinuis et tradidinuis de nostra voluntate ac capituli nostri 
unanimi et consensu, in restaurum quippe quatuor mansorum sitorum in Schepe^), 

n; II •»ritz iiml flirTliHtcIii nii der KIlio. h) (■rnnRxuoliopii. Pnr. I^nrcnzkirch. 



155 - 

quos dominus Tarnmo miles dictiis de Schassowe in feodo et uxor sua dieta Cecilia 
vitae suae temporibus qnondam tenuerant de manu vestra. Üe quibiis mansis Petrus 
dictus Coufman unum mansum, Hermannus secundum, Matheus dictiis de Strele duos 
tenent de dicto milite domino Tammone, quos similiter de bona et libera voluntate 
totius vestri capituli et vestro eonsensu nobis et ecclesiae nostrae ex integro contulistis 
et tradidistis sub omni integritate iuris et dominii superius expressi. Ut ergo vobis- 
et ecclesiae vestrae nee non rei tam bona fide et sineeritate initae et completae omni 
cautione qua possunuis plenissime caveamus, ut robur obtineat perpetuae tiniiitatis, 
praesens scriptum sigilli nostri una cum capituli nostri sigilli jnunimine duximus robo- 
randum. Huius vero rei sunt testes dominus Heinricus de Baruth, domiims Albertus 
de Redere milites, magister Weruerus de Lobde, magister Cunradus, magister Amoldus, 
canonici Misnenses, dominus Cunradus canonicus Budisinensis et plebanus in Boruz, 
Hermannus de Paseliz, Heinricus de Wilkeniz, Fredericus de Sathem, Heinricus dictus 
Ilaspe, Heidenricus de Strumene, Vlricus de Satliem et alii fide digni. Actum et 
datum in Tjlfenowe*') anno domini M^CC^LXII^ Nonas Maii, indictione quinta, pon- 
tificatus nostri anno XVIII^ 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den wolilcrhaltonen Siegeln des Biscliofs und des Cajntels 
an rothen und gelhcn seidenen Fäden. 



c) Tiofonau, Par. Hpansbcrg. 

Xo. 193. 1263. 29. Mai. 

Probst und Capitel bestätigeti einuje bei dem Kaufe einer Hufe in Cossebaude f/emarhie liestimmungenf 
namentlich auch die zu Gunsten der vom Pfarrer Conrad zu lioritz in der Domhrche gestiftden 

Vicarie des h. Andreas, Vgl. No. 207. 

Silfridus dei gratia praepositus, (iotsalcus decanus totumque iMisnensis ecclesiae 
capitulum universis hanc litteram audituris salutem in omnium salvatore. Ut ea quae 
rite et rationabiliter sincerisque actibus peraguntur firma et illil)ata in perpetuum custo- 
diantur, pernecessarium est scriptorum serie perliennari. Notum igitur esse cupinuis 
universis praesentem paginam inspecturis, quod de libera totius nostri capituli voluntate 
unanimi et eonsensu dominus Cunradus plebanus in Boruz pro novem marcis argenti 
absolvit mansum situm in villa Cozbude*) a dominis (iotsalco decano Misnensi ac 
(Jerardo praeposito sanctimonialium sanctae (Jrucis, executoribus testamenti domini 
quondam praepositi Cristofori in Tzilowe**) bonae memoriae, quem pro totidem marcis 
idem Cristoforus compararat in eadem villa obedientiarius dum fuisset, ita tarnen, ut 
per absolutionem factani a praefato domino Cunrado de Boruz idem mansus allodio seu 
curiae in Cozbude cum omni iure et utilitate perpetuo deserviat et dominio ex integro 
maneat adunatus. Sane in conipensationem dictae absolutionis dominus Erkenbertus 
praepositus Worcinensis ac obedientiarius in Cozbude pensionem trium fertonum d<»mino 
Cunrado memorato in manso, quem Johannes rusticus possidet, cuius curia sita est 
apud curiam Baz rustici, nomine nostri capituli assignavit, ut per singulorum annorum 
curricula libere et quiete remoto quolibet impedimento omnibus diebus vitae suae per- 

A) CnnnobAQdo. Par. Brieamilts. b) Ztchella bol MuisKun. 

20» 



156 -- 

eipiat iinum fertonem in die sancti Michaelis proximo nunc veniente aut in die statim 
sequente, item dimidiam marcam argenti in die sancti Martini vel die proximo tiinc 
sequente et sie deinceps per revolutionem annonim in temiinis memoratis. Cetera 
vero, quae agricolam de praefato manso praeter Solutionen! trium fertonum contingit 
solvere seu famulari obedientiario, quicunque pro tempore fuerit ordinatas, tarn in 
soiutionibus quam servitiis faciendis praestabit reverentcr secundum modum debitum et 
consuetum. Post vitae vero ipsius Cunradi tempora saepius dictorum trium fertonum 
pensio cedet perpetuo et irrevocabiliter ad vicariam, quam praescriptus Cunradus de 
Boriiz ob honorem ac reverentiam beati Andreae apostoli ex proposito tantae pietatis 
et devotionis studio ordinant. Pensio siquidoin, quae de praedicta obedientia Cozbude 
in terminis statutis consuevit a retroactis temporibus fratribus ministrari, in eisdem 
non obstantibus conti'actibus initis tam de manso, quam de tribus fertonibus supra- 
dictis sicut antea de cetero integrabiliter ab obedientiario praefatae villae, excluso quo- 
libet dubietatis scrupulo persolvetur. üt autem praedicta ordinatio tam rationabiliter 
instituta et etiam deo devota piaque mente concepta inconcusse et inviolabiliter 
observetur, praesens scriptum sigilli nostri capituli umnimine duximus roborandum. 
Actum et datum Misnae in capella sanctae Margaretae in capitulo nostro anno domini 
M^ OC^ LXIir\ IUP. Kalendas Junii, indictione VP. 

Nach tleiii Orig. im Stiftsarchiv zu Meisst'ii mit dem wohhThalteueu Siegel dob Capitels an n)th- 
seideiieii Schmin'ii. 



No. 194. 1263. 17. Sept. (19. Oct.) 

B. Albert verijlekht s^tch mit defu Probst Siffrid und beivillujt diesem für die Probstri einen Äntheü 

von H Mark S, jährlich am Elhzöll 

Albertus dei gratia Misnensis episcopus universis hanc litteram inspecturis 
salutem et verani in domino karitatem. Ne Utes seu discordiae, quae aifectu sinceri- 
tatis necnon interveniente spiritu consilii sanioris amicabiliter sopiuntur, tractu temporis 
in posterum casibus inopinatis accedentibus iterato novis litigiis seu iurgiis suscitentur, 
necessitas requirit taliter extinctas et <lecisas scriptorum testimoniiy dedarari, Notum 
igitur esse cupinuis universis praesentem i)aginam inspecturis, quod cum inter nos et 
dominum 8iffridum, Misnensis ecclesiae pracpositum quaestio verteretur super tribus 
talentis seu marcis argenti, in quibus asscrebat sibi ins competere nomine praeposi- 
turae, ut sil)i suisque successoribus eiusdem dignitatis per singulorum annorum curri- 
cula solvi deberet de theoloneo, quod per terminos Albeae ad nos dinoscitur pertinere; 
verum cum ad plcnum non essemus instructi, an petita ex debito tcnercmur, quaestio 
praefatae petitionis aliquamdiu pendcbat, ut rei veritatcm plenius scrutaremur. Tan- 
dem habito consilio discretorum, maxime etiam intuentes pacis et concordiae unitatem, 
de bona et libera voluntate super praemissis cum domino Sitfrido praeposito, remoto 
omni strepitu iuris seu amminiculis quibuscumque, concordavinuis sub hac forma, vide- 
licet restituendo dominum dictum praepositum nomine praepositurae Misnensis in inte- 
grum ad ins ])ercipiendi de cetero in die apostolorum Philippi et Jacobi suosque 
successores tria talenta legalium denariorum ac usualis monetae, seu ties marcas de 



] 



157 

theoloneo meniorato, omni dubio seu inipediniento remoto, (luilius dieta praestatio, qiiae 
in perpetiuun fieri debet, posset impediri vel aliqiialiter retardari. Ideni etiani i)rae- 
positus, si qua sibi debita fuerant seu retenta de praemissis, renuntiavit liberaliter ac 
i'emisit. Ut auteni oninia finna ac illibata omni ficrupulo quaestionis seu dubitationi» 
remota permaneant in futurum, praesentem paginam 8ui)er eo eonscribi feciuuis ac nostri 
sigilli munimine roborari. Testes vero luiius rei sunt dominus Johannes praepositus 
in Hayn, dominus Heinricus de Burnis archidiaconus Lusaciae, magister Cunradus, 
dominus Öifridus caiHjllanus, Misnensis ecclesiae canonici, frater Heinricus dictus de 
Rotowe, et frater Wachsmundus laicus ordinis minorum et quam plures alii fide digni. 
Actum Misnae in ecclesia sanctae Affrac, anno domini millesimo ducentesimo sexagesimo 
tertio, quinto decimo Kalendas üctobris. Datum vero proximo quarto decimo Kalendas 
Xovembris, indictione seirtima. 

Nach dem Ori^r. im Stif'tsarchiv zu Meissen mit dem ziemlich wohlerhalteneii ^>ie^el des Bii^chofs an 
einem Pergamentstreifen. 



Xo. lOo. 1263. 13. Dec. (12()4. 7. Jan.) 

Ji. Alhert und (1a,s (\tj)iM helenncn, dasa der Probst Sifrld eine nvuv Präbcmle Im Hoclfutift (/(yrioidrt 
habe, diese aber dem Pfarrer Conrad aH lioriU verliehen und derself/e in das (apitel aafyenonnnen 

norden sei, 

Nos AU)ertus dei gratia Misnensis ei)isco])us, SittVidus eiusdem gi'atia ])rac- 

positus, (iotschalcus <lecanus totumque Misnensis ecclesiae caintulum universis haue 

paginam in pei-])etuum ins])ecturis. Ut ea, quae mcnte jua et dev(^ta deo de novo tiunf 

vel instituuntur, ad i)crpetuam i)osteritatem sub excmjjlo ])crlicnnis nu»moriae trans- 

mittantur et onniis aculeus juavitatis i)erversa machinantium penitus iuiferatur, aequuni 

f est et expediens, ut scripturis autenticis, ne quod absit casibus toituitis caduca fiant. 

! firmissime roborentur. Notum igitur esse cui)inuis universis tam praescntibus. quam 

ftituris, quod dominus Siifridus Misnensis ecclesiae praepositus motus benignitatis 

et devotionis gratia spcciali, ob reverentiam dei omnipotentis et honorem venerabilium 

patrononmi 'nostrorum sancti Joliannis apostoli et evangelistae sanctique Donati, 

volens cultimi divinum in eorundem ecclesia et praebendarum numerum augmentare, 

I - de communi consensu omnium, ad quos spectat electlo, de novo in villa Scup*) sita 

iuxta civitatem llayn, praebendam sub unius nmrcae pensione . liberaliter instituit 

puerilem a capitulo nostro ordinandam et locandam secundum ius et consuetudinem a 

retroactis temporibus observatam et similiter observandam. Nos vero «licti domini 

Siffridi cum gratiarum actione devotionem et sollicitudinem conmiuniter approbantcs. 

de totius nostri capituli voluntate unanimi et consensu dominum ('unra<lum de lioruz 

l plebanum, concanonicum nostrum, quem multa idoneitatis merita ccnnmcndaliant sccun- 

; dum formam debitam eleginuis ad eandeni, deinde eundem reci])icndo in canonicum 

l et in fratrem, assignatione etiam sibi facta, ut moris est, a dcmiino (iotscbaico decano 

I in praesentia nostrorum fratrum, de eadem confirmatione venerabilis donüni Albcrti 



«> Skaup, rnr. Skü-*4|;en. 



158 

epiHcopi similiter acccdente. Sane dicto domino Cunrado saepefatani praebendam sibi 
assignatam quanuliii »teterit in eadein, omnibusque quibus in postenim fuerit assignata, 
in festo sancti Micliaelis maream argenti vel talentum legalium denariorum proviaör 
hospitalis ecclesiae nostrae, quicuuque pro tempore fuerit, colleetas pensionem dietae 
praebendae in villa 8cup in perpetnum annis singulis ministrabit Ne igitur in poste- 
rum de re tani rite et rationabiliter ordinata scrupulus dubitationis cuiquam oriatur, 
praesentem ])aginani nostri sigilli numimine una eum sigillo praefati capitlUi duximus 
roborandam. Datum Misnae in capitulo anno nativitatis domini M". CC^ LXII^^ VII^ 
Idu8 Januarii. Actum vero in mense proxime praecedenti sexto videlicet Idus Decem- 
brift, indictione septima. 

Nach (Irin Oriii. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den an Pei^mentstreifen hängenden wohlcrhaltenen 
Si<*«rclii dos Bischofs und dos Capitols. 

Im Auszug Ursinus Gesell, d. Domkirche S. 24*j. 



No. 196. 1264. 25. Apr. 

Burgijraf Meinher stiftet und dotiH eine Vicarie hei der Donil'irche, indem er hierbei ziujleidi 

die CapeUe des h. Bartholonüius abtritt. 

In nomine domini amen. MeinheruR dei gratia burchraviuB Misnensis uni- 
verais praesentem paginam inspecturia salutem in eo, (jui est omnium vera Salus. Ne 
ea, quae a nobis pia sunt gesta devotione, ab aliquo in posterum valeant annullari, 
praesenti seripto ad aeternam rei memoriam fecinuis roborari. Hinc est quod uni- 
versis tani praesentibus quam futuris volunuis notum esse, quod nos ob remedium 
patris nostri Meinlieri beatae menioriae bureligravii Misnensis, matris nostrae nomine 
Dobrita et ob salutem animae nostrae, Joliannis, lioyzlai et Bernliardi fratrum nostro- 
nim, cai)ellam saneti Bartholomei in dextrali parte Misnensis monasterii sitam eidem 
ecclesiae dedinuis cum consensu praedictorum fratrum nosti'orum nomine perpetuae 
vicariae cum fructibus infra notatis, qui sunt in Resclien'') IX mansi, quorum solvit 
quilil)ct 111 fertones vel XV sol. in liunc modum, in festo Walpurgis quilibet V sol., 
Egidii \' sol., intra epiphanium V sol. Item molendiinim ibidem, quod solvit XXX* 
sol. e(Klem temj>ore, sicut solvunt censum mansi supradicti. Item duo horti ibidem qui 
solvunt ambo V sol. Item solvuntur de quolibet manso suin-adicto duo modii siliginis 
et duo modii avenae et VI pulli, media pars pullorum Donati, alia in carnisprivio. 
Item ante pascha quilibet mansus XXX * ova, nu)lendinum vero XL" ova et Uli pullos. 
Item liortus pastoris \l denar. Item pratum situm circa molendinum ibidem cum 
salicto; item hoitus extra nuirum iuxta allodium sanctae Affrae. lus vero patronatus 
sive i)raesentationis eiusdem capellae nobis nostrisque successoribus reservamus, ita 
videlicet, ut pracsentatus a nobis cum aliis i)erpetuis vicariis installatus vices suas in 
choro gerens, in sacerdotio subnn'nistret. Ad corroborationem igitur huius facti suppli- 
canuis venerabili domino Alberto Misnensi ei)iscopo et eiusdem ecclesiae capitulo, ut 

ji) Koily.Hfln'ii. r.ir. Krötrii. 



159 - 

una cum sigillo nostro ipsornm sigillis, quia eorum consensum volnntarinui adbibue- 
runt, dignarentur hanc paginam in testimonium roborare. Actum anno domini 
M-. CG». LX». im». YW. Kai. Maü. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Mcissen mit den Siegeln des Burggrafen, des Capitels (etwas beschädigt) 
und des Bischofs an hellrothen seidenen Fäden. 
Hasche Magazin YII. S. 593. 



No. 197. 1264. 27. Apr. 

Der Probst titid das Capitel des Emstifts Magdeburg beurkundefi, duss der dasige Domherr Heinrich, 
Sohn des Grafen vmi Brena, Eigen an den Bischof van Meissen verkauft und darauf in Form 

Rechtens resignirt habe. 

Nos dei gratia Albertus praepositus, Tlieodericus decaniis totumqiie sanctae 
Magdeburgensis ecclesiae capitulum, universis praesentes litteras inspecturis salutem 
in omnium salvatore. Ne ea quae geriintur in tempore, labantur simiil cum tempore, 
modemorum consuetudo obtinuit laudabilis et honesta, quod ad aeternam rei menioriam 
scripti testimonio perhennentur. Hinc est quod universis tarn praesentibus quam futu- 
ris volumus esse notum, quod Heinricus filius eomitis de Brenen, ecclesiae canonicus 
nostrae in nostra praesentia proprietatem quorundam bonorum Tyberne nomine cum 
Omnibus suis attinentiis resjgna\it. Quam proprietatem venerabilis dominus Albertus 
Misnensis episcopus suae ecclesiae pro quadam summa pecuniae comparavit. Renuncia\ it 
etiam idem Heinricus omni actioni, exceptioni et iuri, quod sibi possit in dictis bonis 
in posterum suffragari. In cuius rei testimonium praesentem paginam desuper con- 
scriptam sigilli nostri munimine duximus roborandam. Actum Magdeburcli in capi- 
tolio maioris ecclesiae anno domini M^ CG". IjXII1V\ quinto Kalendas Maü. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem wohlerhaltenen Siegel an einem Pergamentstreifen. 



No. 198. 1266. 24. Juli. 

B, Albert eignet dem Capitel ein von ihm erkauftes AUod und zwei Hufen Landes zu seinem Seelenheil 

und zum GedäcJUniss zweier Verstorbener, 

Albertus dei gratia Misnensis episcopus Omnibus praesentem paginam inspecturis 
salutem in eo, qui est omnium vera salus. Ea quae ad pietatis usus devotionis intuitu 
erogantur, benignitatis soUicitudine merito ratificantur. Notum sit igitur universis 
praesentem paginam inspecturis, quod ob remedium peccatorum et salutem animae 
nostrae nee non felicis recordationis Vlrici quondam Bvdessinensis praepositi et ('unradi 
dicti Mardochei allodium in Warta*), quod ab hospitali compiiravinuis et duos mansos, 
quos etiam emimus a Cunrado dicto de Warta, cum Omnibus attinentibus praedicto 
allodio, silvis, pratis, pascuis, viis, inviis, sive quibuscunque aliis et similiter prae- 
dictis mansis duobus a Cunrado comparatis dedimus cum omni iure ac utilitate, quae 



a) NIederwartha, Par. WeiMtropp. 



160 

nunc inest vel inesse poterit in faturum, capitulo Misnensi, hac tarnen adiecta con- 
ditione, ut per tres annos a tempore nunc in antea continuo currentes duo talenta in 
anniversario tarn nostro, quam praedictorum secundum industriam ministratoris fratribus 
denariorum legalium ministrentur. Elapsis vero tribus annis quatuor librae per singu- 
lorum annoruni curricula per tempora vitae ministratoris a nobis instituti incessanter 
in praedictis anniversariis persolventur. De \inea vero novella pro parte ibidem plan- 
tata cum ad usum plenum pervenerit et ad quaestum decima consueta et carrata \ani 
memoratis fratribns etiam ministrabitur de eadem. ümnium autem praedictorum 
administratorem constituimus nostrum specialem clericum et cappellanum magistrum 
Cunradum scolasticum Misnensem, ut secundum quod de ipso praesiunimus omnia prae- 
fata fideliter adimpleat cum effectu. Ut autem praesens scriptum robiir habeat perpe- 
tuum tirmitatis, ipsum nostri sigilli munimine duximus roborandum. Testes huius rei 
sunt frater Heinricus de Rotovwe ordinis fratrum minorum, magister Cunradus sco- 
lasticus Misnensis, magister Johannes scolasticus Wurzinensis, dominus Fridericus 
plebanus de Poppendorf, dominus Heinricus miles dictus Burleban, Heinricus camera- 
rius et alii quam plures. Actum et datum Lvbanitz in curia nostra anno domini 
>P. CO. LXVl. menae Augusti in vigilia beati Jacobi apostoli, pontificatus nostri 
anno oetavo. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem an einem Pergament streifen hängenden Siegel 
des Bischofs. 



No. 199. 1266. 22. Nov. 

P. Clemens IV, beauftragt den Scholasticus und den Cananicus Walmuf zu Würzen die Beschwerde 
des Clerlkers Dietrich von Hain gegen drei Pfarrer Meissner Diikes zu untersuchen und ztir 

rechtlichen Entscheidung zu hingen. 

Clemens episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . scolastico et Walungo 
canonieo ecclesiae Wrzinensis Misnensis diocesis salutem et apostolicam benedictionem. 
Theodericus de Indagine clericus nobis conquerendo monstravit, quod . . de Wel- 
dericheswnlde*), .. de Peritz**) ct.. de Lutanewitz*') ecclesiarum rectores Misnensis 
diocesis super quibusdam libris et rebus aliis iniuriantur eidem. Ideoque discretioni 
vestrae per apostolica scripta mandamus, quatinus partibus convocatis audiatis causam 
et ai)pellati(>ne remota debito tine decidatis, facientes quod decreveritis per censuram 
ecciesiasticam iirmiter oI)servari. Testes autem — wie No. 190 — compellatis veritati 
testimonium perhil)ere. Datum Viterbii X. Kalendas üecembris pontificutus nostri 
anno secundo. 

Nadi dem Orig. im K. Haupt -Staatsarrliiv mit dem Bleisiegel an liänfener Schnur. 



a) Wollernwahlc, Kph. 0«chatr. b) Pcritz, Eph. (irosHonhain. o) Loutowitz (Kph. Oro.HscnhniiO »eit 1541 Filial von 
HeydA. ohschon «Icr l*farrer in»ch jetzt in L. wohnt. 




No. 200. 1266. 12. Dec. 

1\ Clefnens beauftragt den B, Witego über die Verhältnisse des Clerikers Dietrich von Hain, der 
rornwls unter Vorbehalt des Rücktritts in den Dominicanerorden eingetreten y denselben aber während 
der Probezeit ohne ein Gelübde abgelegt zu haben wieder verlassen , Erörterungen anzustellen und ihn, 
wenn seine Angabeti auf Wahrheit beruJien, zur Beseitigung der ihn treffenden üblen Nachrede von 
der Verpflichtung zum Eintritt in den Orden freizusprechen. 

Clemens episcopus servus servorum dei venerabili fratri . . episcopo Misnensi 
salutem et apostolicam benedictionem. Sua nobis Theodericiis de Indagine clericuR 
tiiae diocesis petitione monstravit, quod ipse olim ea intentione intravit ordinem prae- 
dicatorum, ut si post experientiam placeret sibi eiusdem ordinis disciplina vinculo se 
l)rofes8ionia astringeret, alioquin liberum haberet arbitrium ad statum pristinum rever- 
tendi. Vermn idem clericus ordini praedieto affectum non applicans, ipsuni nulla inibi 
facta professione infra tempus probatioiiis exivit Ceterum quia nonnulli vas nitentes 
incrustare sincernm interdum calmnpniae tenebris lucem veritatis obnubilant, ne quis 
aemulus iu ip»um propter hoc aliquid detractionis impingat, supplicavit humiliter, sibi 
super Ins apostolicae sedis Providentia subveniri. Quia vero de facto et facti circum- 
stantiis habere poteris notitiam pleniorem, fraternitati tuae per apostolica scripta man- 
damus, quatinus nisi de praefato Theoderico per religionis habitum qui dari profitentibus 
consuevit aut professionem expressam seu alias evidenter appareat, quod absolute 
voluerit vitam mutare ac in religione perpetuo domino deservire, denunties cum per 
praemissum statum novitii ad regulärem observantiam non teneri. Datum Viterbii 
II. Idus Decembris pontificatus nostri anno secundo. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



No. 201. 1267. 27. Febr. 

Der Abt und Convent des Klosters Sichern (Sittichenbach) verkaufen an den B. Witego und die 
Dofnkirclie vier Dörfer mit allen RcclUen für ^40 Mark, 

Frater Wernerus abbas, Philippus prior, Johannes celerarius totusque conventus 
Sychemensis ordinis Cisterciensis Halberstadensis diocesis omnibus praesentem pagi- 
nam insi)ecturis salutem in domino. Omnium habere memoriam et rem gestam per- 
lienniter memoriae commendare potius divinitatis quam humanitatis existit, et idco ne 
ea, quae a nobis rationabiliter gesta sunt, oblivioni tradantur, scripti patrocinio con- 
firmantur. Hinc est quod ad notitiam praesentium et ad memoriam futurorum notum 
facimus universis et praesenti pagina protestamur, quod nos villas quatuor videlicet 
Zultewitz, Scepitz, Bredowe, Biositz*) ad ius et ad proprietatem nostri monasterii tunc 
libere pertinentes, sitas a latere infra Ilborc et Lubanitz, habentes quadraginta unum et 
(limidium mansum, quemlibet in annuo censu dimidiam marcam boni argenti et albi 
annis singulis solventem venerabili domino Witegoni episcopo Misnensi nomine suae 
ec^lesiae traditione possessionis subsecuta vendidimus et alienavimus cum omnibus 

a) Zilti, Seh«p«tedt, Bredaa, Lasltx, Klnimttich Jetat wUste Marken bei Krippehna. swiachen Rücnbarg and LObnItx. 

rou. DIPL. SAZ. II. I. 21 



162 

attinentiis suis, agris, pratis, pascuis, silvis, virgiiltis, aquis aquarumque decursibus, 
iiiolis et inolendinis , piscationibus , viis et inviis vel quocumque modo dici vel nominari 
lR)S8it, pro ducentis et quadraginta niarcis legalis argenti Misnensi poudere ponderatis, 
ita tarnen iit saepe dietae villae cum universis appeiidieiis suis ut supradietum est 
transeant ad eeclesiam Misnensem cum omni iure, quod nobis et monasterio iiostro 
conpetebat in praemissis vel conpetere potuisset quomodolibet in ftituro. Fraesentibus 
etiam protestantes pecuniam suprajiictam totaliter nobis esse solutam et conversam cum 
summa diligentia in nostri monasterii utilitatem. Et ne alicui super antedicto contractu 
dubietas oriatur, praesentem litteram sigilli nostri munimine duximus roborandam. 
Datum et actum in Lubanitz anno domini M^ CC^ LXVU''. III. Kai. Martii. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem an einem Pergamentstreifen hangenden 
zur Hälfte abgebrochenen Siegel. 

No. 202. 1267. 17. Aug. 

B. Withego verleiht denen , welehe zu Herstellung des schadhcrfl gewordenen Daches der Stiftskirche 
zu Zeitz, des Schlafhauses und amlerer Gebäude einen Beitrag heivilligen, vierzig Tage AMass. 

Withego dei gratia Misnensis episcopus universis praesentes litteras inspecturis 
salutem in doniino .Iliesu. Inter opera pietatis illud praegrande dinoscitur, ut quis de 
bonis a deo aibi creditia ad ecdesias et reparationes eanindem manum auxilii porrigat 
liberalem. Rogamus itaque Universitäten! vestram et hortamur in domino ac in renüs- 
sionem vobis iniungimus peccatorum, quod ad reimrationem teeti ecclesiae beatorum 
Petri et Pauli Cicensis Nuemburgensis diocesis, quod lionorabiles viri praepositus, 
decanua et capitulum ipsius ecclesiae una cum dormitorio et aliis officinis emendare 
pro])onunt, de bonis vobis collatis pias elemosynas et grata karitatis subsidia erogetis, 
ut per liaec et alia bona, quae domino inspirante feceritis, possitis ad aeternae felicitatis 
gaudia pervenire attendentes, quam sit utile quam salubre pro bonis tcmporalibus et 
cadueis, quae tluunt et retluunt et subsistere nequeunt, una sorte indeficientes delicias 
et divitias adipisci. Nos quoque onmipotentis dei misericordia auctoritate nobis tradita 
confisi Omnibus cad praemisaa manum adiutricem iwrrigentibus quadraginta dies et 
unam karenam de iniuncta sibi poenitentia relaxanms praesentibus post operis consum- 
mationem minime valituris. Datum Mugelin anno domini M". CO''. LXVII. XVr. Kalend. 
Septembris pontificatus nostri anno primo. 

Nach dem C'opiarium T). *11\ aus dem 15. Jahrh. im Stiftsarchiv zu Zeitz fol. <>S. und dem Copiar. LVI. im 
Prov. - Archiv zu Magdeburg fol. 47 b. 

No. 208. 1268. 2. Mai. 

Das Domcapitel verkauft seine Besitzungen zu Misehwitz (Par. Zehren) an die da<<igen Hauern, gasti x^- /- 
genannt, welche von ihrer DienMarkeit zwar befreit werden, alter zu gewissen Leistungen 

verpflichtet bleiben. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Conradus dei gratia praejM)- 
situs, ( iotlisclialcus decanus totunu^ue Misnensis ecclesiae capitulum, universis Christi 
tidelibus praesentem litteram visuris aeternam in domino salutem. Quoniam quae 




1(J3 

ji^eruntur in tempore, ne labantur in cursu temporuni , scripti Rolent testimonio per- 
liennari, noverint if^itur universi, quod bona ecelesiae nostrae in Mischewitz universa 
exeepto nostro allodio, de eonnnuni eonsensii nostri capituli einsdem villae rustieis pro 
([uadrajrinta mareis ar^enti tini vendidinms ipsis et eornm heredibus inre hereditario 
imperpetuura possidenda; hane vero peeuniani in usuni ecclesiae no8trae con verkam 
publi<*e profiteniur. Praedieti auteni rustici et eorum heredes, qui vulgariter {?asti 7aai 
dicebantur, ab hiiiusniodi Servitute de eetero sunt exempti, ita tarnen ut ipsi nobis sin- 
wMmmmimäammmmiämiftmfmalmih^^ de quolibet nianso in cimisu diniidium talen- 

in festo beati Martini persolvenduni. Item 

-iqui pro tempore fuerit dominus villae nienio- 

Miehael, tertio post ncitivitatem domini pro- 

Item tribus vieibus annuatini in aratura de 

vero messis tribus diebus operabuntur nobis 

jpulos et duobus diebus faleibus metere debent. 

\ servitia dare debent, in pascha de quolibet 

e quolibet manso duos pullos, similiter et in 

»ullos. If^itur ne huiusmodi tactum tarn rite 

;ur, praesentem litteram in testimonium liuius 

imine feeimus roborari. Acta sunt haec anno 

\ Maii. 

jii zwei im Wesentlichen völlig; übereinstinimenden Exx.; bei 
^iej^el an roth, jrrün, viob't und gelben seidenen Fäden, bei 



, .2B8. 16. Mai. 

on zwei Domherren erhiufie Ilftfni Landes. 

trinitatis amen. Witeg:o dei {^ratia Misnensis 

Bcntem litteram inspecturis tam praesentibus 

im Vera salus. Ut ea, quae fiunt in tempore 

|eant liominum, necesse est, ut seripti testi- 

rersi, quod dilecti in Christo dominus Sifridus 

le Boruz, Misnenses canonici, ecclesiae suae 

tes tres mansos in villa quae dicitur Schepe*), 

nostras et uxor eiusdem similiter resijrnavit, 

tos argenti in censu pro triginta sex mareis 

.mmone milite dicto de Skassowe et ab uxore 

ate pariter et consensu. Nos vero devotionem 

ue atfeetibus inclinati supradictos tres man- 

'ae Misnensi et canonicia eiusdem tam j)rae- 

oiiinus arbitrio praedictorum dominorum Sifridi 



a) UroüflXAchepa. P«r. I^renxkirrh. 



L>r 



164 

et Conraili quicquid de eodem c<insu in ecclesia diimtaxat Misnensi diixerint ordinandum. 
Ne autem nostra donatio in posterum ab aliquo nostrorum successorum ex pravis et 
iniquis perversorum machinationibus aliquatenus infringatiir, praesentem litteram con- 
scribi super eo feeimus et sigilli nostri munimine roborari. Testes autem huius rei 
sunt dominus Sifridus praepositus Budesinensis , magister Johannes noster scriptor, 
dominus Heinricus miles dictus Burlaban, et Wichpertus noster cappellarius, et 
Hermannus camerarius et quam plures alii fide digni. Datum Misnae anno domin i 
M^ CC^ LX^ Vni^ XVn^ Kai. Junii, pontificatus nostri anno seeundo. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Siegel des Bischofs an einer leinenen Schnur. 



No. 205. 1268. 13. Juli. 

Probst und Capitel genehmigen die vom Domherrn Sifrid von Pegau beantragte sollenne Feier des 

Tages der h, Margareta durch Absingung ihrer Lebensgeschichte in der Domkirche und eine Spende 

an die dabei gegenwärtigen Domherren und Vicarien und die Kircliendiener, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Cunradus dei gratia prae- 
positus, Bernhardus decanus totumque Misnensis ecclesiae capitulum universis Christi 
fidelibus praesentem litteram inspecturis tam praesentibus quam futuris salutem in 
omnium salvatore. Noverint universi, quod dominus Sifridus de Pygauia noster con- 
canonicus beatae Margaretae speciali gaudens veneratione, quia eiusdem apud deum 
suffragiis innititur adiuvari, ipsam in hoc mundo summa cum devotione a devotis 
Christi fidelibus voluit honorari. Nobis igitur universis ac singulis humiliter sup- 
plicavit, ut historiam propriam beatae Margaretae in laudem et gloriam eiusdem vir- 
ginis in ecclesia nostra maiori Misnensi vellemus annis singulis decantare. Nos vero 
tam pium affectum domini Sifridi sinceriter intuentes concessimus, ut historiam beatae 
Margaretae et duplex festum in die natali eiusdem in nostra ecclesia in perpetuum 
peragatur. Verum quia in festis maioribus dominis nostris servitia praebendarum 
aliqua solent dari, ne solempnitati supradictae aliquid desit, praefatus dominus Sifri- 
dus triginta solidos Vribergensiura denariorum legalium quos in villa Schepe rebus 
propriis comparavit nostris dominis nee non vicariis assignavit, quos distribuendos 
ordine censuimus subnotato. Inter canonicos videlicet in praebendis tam in minoribus 
quam in maioribus constitutos praesentes duntaxat et emancipatos talentum dividetur, 
excepta ab eodem talento decima hospitalis, id est duobus solidis, et exceptis tribus 
denariis, qui exinde custodi pro compulsatione cedere debent. Inter vicarios vero tarn 
temporales quam perpetuos praesentes in choro decem solidi dividentur, sed j)ro parte 
aceipiet qui pro parte fuerit praesens. Ut autem haec ordinatio firma sit et inviola- 
biliter perseveret, et a posteris nullatenus infringatur, praesentem litteram super eo eon- 
scriptam sigillo nosti'i eapituli duximus uniformiter roborandam. Datum et actum 
Misnae in ecclesia nostra maiori anno domini millesimo ducentesimo sexagesimo octavo 
in die beatae virginis Margaretae. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem wohlerhaltenen Siegel an weissleinener Schnur. 



165 



No. 206. 1268. 11. Sept. 

B. Witego belehnt die Brüder Ulr, und Heinr. gen. von Ntunn mit der Burg Nossen und andern 
Gütern, welclie ihr kinderloser Oheim Petrus gen. der Weise zu Lehn und dessen Gattin zu Leibgedinge 
gehabt, wogegen die genannten Brüder dein Stift das Dorf Braterstvitz zur Entschcidigung aüfgelasset^ 

und 11 Mark S. gezahlt hohen. 

Nos Witego dei gratia Misnensis episcopus notum facimas tarn praesentibus 
quam futuris, qaod nos de vohintate et consensu unanimi Misnensis capituli domino 
Vlrico et Heinrico militibus fratribus dictis de Nvzin castrum Nvzin et omnia bona, 
quae dominus Petrus miles patruus eorum dictus Sapiens, sive infeodata vel uxori 
suae in lipgedinge coUata noseuntur, a nobis et a praedecessoribus nostris habuit, in 
verum feodum contulimus cum omni utilitate et libertate, quae nunc inest vel inesse 
poterit in futuro, et quod ipsa bona heredes ipsorum a nobis et a nostris successori- 
bus iure feodali perpetuo possidebunt. Verum quia saepedictus dominus Petrus heredes 
succedentes sibi non habuit, ex ipsa collatione datur Misnensi ecciesiae praeiudicium 
atque dampnum. Unde in restaurum praedictorum praefati VI. et H. fratres quandam 
villam Braters witz*") cum omni utilitate et iure nobis ad Misnensem episcopatum libera- 
liter resignarunt, insuper undecim marcas paratae pecuniae convertendas ad utilitatem 
Misnensis ecciesiae addiderunt Ne autem super praemissis per calumpniam sive per 
oblivionem aliquod dubium valeat suboriri, praesentem paginam desuper scribi fecimus 
nostri ac Misnensis ecciesiae capituli sigillorum munimine roboratam. Actum Misnae 
anno domini M*". CC. LXVIII. III. Idus Septembris pontificatus nostri anno secundo. 
Huius rei testes sunt dominus Wienandus de Herstein, Johannes de Bele, dominus 
Heinricus de Waldowe, H. Burleban milites, Johannes curiae nostrae notarius et plures 
alii fide digni. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem beschädigten Siegel des Bischofs an 
einem Pergamentstreifen. 

a) PraterichQtx. Par. I«oabon. 

No. 207. 1269. 1. Febr. 

Probst und Capitel zu Meissen bestätigen die von dem Canonieus Conrad von Boruz bewirkte Stiftung 
der CapeUe des h. Andreas im Kreuzgange und der damit in Verbindung stehenden Vicarie. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Cvnradus dei giatia praepo- 
situs, Bernardus decanus totumque Misnensis ecciesiae capitulum universis lianc lit- 
teram inspecturis salutem in eo, qui est omnium vera salus. Quoniam singulis ius 
suum integrum est servandum, ut sie quiete vivant homines, nee cuiquam dissidendi 
materia tribuatur, rationis interesse dinoscitur, ut quae piae devotionis affeetu gerun- 
tur, sie enucliet, limitet et distinguat, ne uUa postmodum interveniente calumpnia 
deflorentur. Hinc est quod universis Christi fidelibus tam praesentibus quam futuris 



166 

ciipiinus esse notiim, qiiod dominus Cvnradus dictus de Boruz noster concanonicus de 
Salute sua sollicitus, cupiens summopere in ecclesia nostra numerum sacerdotum deo 
faraulantium augmentari, ob reverentiam et honorem patronorura nostrorum beati Johan- 
nis apostoli sanctique Donati martyris, capellam in anibitu nostro propriis facultatibus 
eonstruxit nomine perpetuae vicariae, quam in honore sancti Andreae apostoli conse- 
cratam dotavit redditibus inferius annotatis. Dos autem liaec est: in Scliepe*) tres 
mansi et dimidius, quos comparavit a domino Tammone de Scliassowe suisqüe here- 
dibus, quorum duo vulgari nomine Vorwerk dicti sunt, mansusque et dimidius curiis 
superioribus attinentes, solventes insimul tres marcas et dimidiam ponderis Haynensis 
sub Ins terminis, in festo beatae Walpurgis Septem fertones, et in festo sancti Michaelis 
Septem fertones, quatuor solidos et quatuor denarios et dimidium, in pascha pro ser- 
vitio quartum dimidium scoccum ovorum et caseos, in festo sancti Michaelis et carnis- 
privio quatuordecim pullos, quos episcopus Witego, a quo in feodo habebantur, cum 
omni iure in proprium ec>clesiae nostrae dedit. Item unum talentum in curia Johannis 
de Wilandisdorph , quae sita est apud minores fratres super Trebescham in Misna, 
quod a Christano de Vriberc et suis heredibus comparavit, et hoc Bartholomei solet 
dari. Item in \Vilandi8dprph et in (frunbach**) triginta duo modii decimae siliginis 
et totidem avenae eiusdem civitatis mensurae, qui ibidem sunt in festo beati Martini 
praesentandi, quos a fratre Hugoldo et a domino Thymone et Heinrico fratribus, aliis- 
que eoruni heredibus comparavit. Hanc etiam episcopus Albertus in proprium eccle- 
siae nostrae dedit. Item in Sthetz'') comparavit duo talenta a domino Johanne dicto 
de Aldenberge suisque heredibus, quae debentur de duobus mansis, quorum unum 
datur Walpurgis, reliquum Martini a quodam rustico nomine Rodewano, vel ab iis, 
qui in ipsis mansis sibi fuerint successuri. Et haec duo talenta episcopus Cunradus 
in proprium ecclesiae nostrae contulit perpetuo possidenda, quorum unum dictae 
capellae dotis nomine assignavit, volens reliquum per vicarium suum, postquam domi- 
nus de praesentis vitae medio cum evocaverit, in anniversario eins inter dominos 
nostros distribui praesentes dumtaxat in vigiliis et in missa, ita tamen ut hospitali 
exinde decima debita ministretur. Potestate conferendi dictam capellam alicui idoneae 
personae, quae pro ipso in choro deserviat, sibi quoad \nxerit reservata, postmodum 
vero ad decanum, quicunque pro tempore fuerit, eins collatio peiünebit. Idem autem 
vicarius post obitum domini Cunradi singulis diebus festivis in eadem capella missam 
de die et qualibet septimana missam unam de beata virgine Maria, secundam pro 
defunetis, et tertiam qu<amcunque voluerit pro anima sua, dum commodius poterit cele- 
brabit. In anniversariis quoque praepositorum domini Heinrici felicis memoriae et 
Sifridi amministrabit duos cereos in vigiliis et in missa, quos ad usus suos completo 
officio reservabit. Ceterum saepedictus Cunradus tres fertones sitos in Cossebude ^), 
(pios emit a domino (rotscalco Misnensi decano, et a domino Gerhardo praeposito 
sanctae (Jrucis testamentariis magistri Christofori Misnensis canonici, de quibus Petrus 
filius Nowak vel sui heredes solent dare Michaelis fertonem, Martini vero dimidiam 
marcam per memoratae capellae vicarium sie distribui censuit, ut in anniversario eins 
ex ipsis octo solidi vicariis tam perpetuis quam temporalibus in vigiliis et in missa 

a) Vgl. No. 2U4. b) Vgl, No 188. c) Vgl. No. 189. d) Vgl. No. 193. 



167 

praesentibus aequaliter partiantur, de Septem vero residuis dabuntiir ecclesiastieo qua- 
tuor denarii et custodi pro talento cerae ad diios cereos octo denarii, quibus in festo 
sancti Andreae infra matutinas ad pulpitum luminetur, et sex solidi residiii deser- 
vientis capellae pretium sint Scolaris. Volens quoque idem Cunradiis festum beati 
Andreae ex devotione speciali in choro tamquam unum de summis festis peragi, 
habito consensu capituli, agros sitos in superiori Warta*), quos erga Hartiingum de 
Paseliz pro sex marcis comparavit, sito ibidem donavit et adiunxit allodio, quod 
Hugonis de Goluz fuerat, deservienti vineae in Libeneke, ut de ipsa vinea duae urnae 
vini, una dominis et altera sociis in ipsa festivitate choro suam praesentiam exhiben- 
tibus perpetuo annis singulis ministrentur. Ne autem ab aliquibus in posternm huius- 
modi laudabile factum immutari valeat aut infringi, praesentem litteram super eo 
conscribi et eandem sigillis domini nostri Witegonis Misnensis episcopi et nostri capi- 
tuli fecimus roborari. Datum Misnae anno domini M**. CC^ LXIX*". Kai. Febr. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den wohlerhaltenen Siegeln des Bischofs und des Capitels 
an Fäden von weissem Zwirn. 



o) Oberwartha, Par. DrloMuitz. 

No. 208. 1269. 25. Apr. 

Erzbischof Conrad von Magdeburg sendet detn B, Witego eine Vorladung jsru Verhandlungen über 
angebliche Eingriffe desselben in die Diocesanrechie des B, Wilhelm von Lebus. 

Conradus dei gratia sanctae Magdeburgensis ecclesiae archiepiscopus venerabili 
in Christo fratri domino W. Misnensi episcopo salutem in domino cum dilectione fra- 
terna. C'onquestus est nobis venerabilis pater dominus W. Lubucensis episcopus, quod 
vos dei tiniore postposito clericos aliquot territorii de Schidlowe, quod ad suam dio- 
cesim asserit pertinere, compuleritis violenter ab ipsius obedientia recedere et vobis 
indebite obedire, sie cum contra iustitiam eiiciendo ab illis, in ([uorum possessione vel 
quasi semper fuerit et praedecessores eiusdem. Quare vos citamus peremptorie in his 
scriptis, quatenus aut in persona propria aut per procuratorem sufticienter instructum 
compareatis coram nobis in Magdeburg in ecdesia maiori in crastino beati Martini 
j)roximo venturo, praedicto domino episcopo super praemissa violentia responsurus, 
scituri etiam quod si ad diem aliquam compositionem cum eo amicabilem inire volue- 
ritis, nos ad hoc in quantum possumus operam dabimus efficacem. Datum in Mag- 
deburg VlI. Kalendas Maii anno domini M^ CC". I.X". 1X^ 

Nach dem Orig. im K. Haupt - Staatsarchiv zu Dresden; das Siegel ist abhanden gekommen. 

No. 209. 1270. 20. Mai. 

B, Dietrich zu Naumburg verkaufl um die Einlösung des Schlosses Crossen bewirken zu ki'mnm 
vier Hufen Landes zu Hildebrandisdorf an den Probst und das Capitel zu Zscheila, 

In nomine domini amen. Theodericus dei gratia Nuemburgensis episcopus 
univcrsis Christi fidelibus praesentem litteram inspecturis in perpetuum. Quoniam 
labilis est hominum memoria, quae tiunt ab hominibus ne in oblivionem veniant, i)er- 



168 



heniiari solent obsequio litterarum. Notum igitur esse volumus universis tarn prae- 
sentis quam futuri aevi fidelibus, quod cum olim propter urgentia debita ecclesiae 
nostrae nobili viro comiti Hermanne de Mannesuelt iuniori castrum ecclesiae, quod 
Crozzene*) nuncupatur, obligassemus pro quadam certa summa pecuniae titulo pigno- 
ris sive ypothecae, quam mutuo recepimus ab eodem, nee possemus idem castrum 
redimere absque alienatione bonorum episcopalium in terminis constitutis, quatuor man- 
27« 37«». ^^^ ^*^ ^^^^* ^* P^^^ Hildebrandestorf **) sitos, cum omnibus suis pertinentiis solventes 
duas marcas annui census, quarum una datur in festo beati Michahelis archangeli, 
et reliqua in die beatorum apostolorum Philippi et Jacobi Gebehardo praeposito toti- 
que capitulo Tsilowensi pro triginta marcis argenti vendidimus iusto emptionis et 
venditionis titulo interveniente, de totius nostri capituli consilio et consensu. Quam 
pecuniam recognoscimus nos recepisse et convertisse in solutionem praedictorum debi- 
torum, pro quibus idem castrum fuerat obligatum, reservata nobis libera potestate 
reemendi praedicta bona infra spatium quatuor annorum a die penthecostes nunc instante 
in antea computandum pro pecunia memorata, Dantes, tradentes et assignantes exnunc 
ecclesiae Tsilowensi praedictae proprietatem praedictorum quatuor mansorum cum 
Omnibus iuribus suis, videlicet iudicio, terris cultis et incultis, viis et inviis, exitibus 
et reditibus, silvis, pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus, necnon cum omni 
iure et utilitate, quae scribi vel nominari possunt et quae in praesenti de praedictis 
quatuor mansis proveniunt vel pro venire poterunt in futuro, renunciantes omni iuri, 
quod nos et ecclesia nostra habuimus in eisdem, eo tamen salvo, quod licitum est 
nobis ipsa bona reemere praetextu sive ex virtute huiusmodi contractus infra quatuor 
annos continuos, prout superius est expressum. Ut autem praemissa robur obtineant 
perpetuac firmitatis, eandem litteram in testimonium dare fecimus sigilli nostri muni- 
mine roboratam. Nos quoque Meynherus dei gratia praepositus, Theodericus decanus 
totumque Nuenburgensis ecclesiae capitulum ad exprimendum nostrum consensum 
super praemissis idem cyrographum sigillo, quo nos specialiter utimur, similiter feci- 
mus insigniri. Datum Cycae anno domini M**. CG". LXX^ XHI^ Kalend. Junii prae- 
sentibus testibus infrascriptis Bernhardo custode et magistro Gebehardo scolastico 
Nuemburgensibus canonicis, domino Syfrido dicto de Pigauia et domino Conrado de 
Boruz Misnensibus canonicis, Syfrido de Ztrele et Petro scriptore Cycensibus cano- 
nicis, Theoderico de Liebenhain, Heinrico de Sylawiz, Heidenrico de Birke, Ludewico 
advocato de Sconenberc dicto de Granowe militibus nostris et aliis clericis et laicis 
quam pluribus fide dignis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen. An rothseidenen Fäden hängt das Siegel des Bischofs, au 
nithseidener Schnur das des Capitels. 

a) Croiien bei ZelU. b) Hilberidorf, jetxt wQite 3fark bei Schirmeniu und PauasniU (Beigem, preass. Prov. Sachien). 



169 



No. 210. 1270. 20. Mai. 

B. Dietrich zxi Naumburg verkauft das Dorf Hildebrandesdorf an den Meissner Domherrn 

Sifrid gen. von Pegau. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Theodericus dei ^atia Nuem- 

burgensis episcopus volumus tarn praesentis — nostrae ecclesiae con- 

stitutis, villani Hildebrandesdorf cum omnibus suis pertinentiis, exceptis decem mal- 
dratis avenae, quae a tota villa sive decem mansis villae in pensione census annui 
debentur capitulo Misnensi et quatuor mansis duas marcas solventibus annui census, 
quos praepositus et canonici Schylowenses pro triginta marcis argenti a nobis com- 
pararunt, in eadeni villa domino Sifrido canonico Misnensi dicto de Pigauia vendidi- 
mus iusto emptionis et venditionis titulo interveniente, de totius nostri capituli consilio 
et consensu tali moderamine adhibito, quod pro qualibet marca annui census eiusdem 
villae, quindecim marcas usualis argenti nobis persolvit integre et perfecte, quam 
totalem pecuniam recognoscimus nos convertisse in solutionem praedictorum debitorum, 
pro quibus idem ca^trum fuerat obligatum, reservata nobis libera optione reemendi 
praedicta bona infra spatium quatuor annorum a die penthecostes nunc instante in 
antea computandum pro pecunia nunc memorata; dantes exnunc, tradentes et assignan- 
tes dicto domino Sifrido proprietatem dictorum bonorum cum omnibus iuribus suis, 
videlicet iudicio, terris cultis et incultis, viis et inviis, exitibus et reditibus, silvis, 
pratis, pascuis, aquis aquarumque decursibus, stagnis, piscationibus, molendinis iam 
constructis ibidem vel in posterum construendis, nee non cum omni iure et utilitate, 
([uae scribi vel nominari possunt et quae in praesenti de praedictis bonis proveniunt 
vel provenire poterunt in futuro, ita quod praefatus dominus Sifridus de praedictis 
bonis, quorum proprietatem ut praemisimus, in ipsum transtulimus, plenam potesta- 
tem habcat ordinandi, disponendi et faciendi in ecclesia Misnensi vel alibi prout sibi 
Visum fuerit expedire, quicquid suae placuerit voluntati, renunciantes — reemere infra 
quatuor annos, prout — . Nos quoque Meinherus — insigniri. Datum Cycae anno 
domini M^ CC^ septuagesimo XIII. Kai. Junii praesentibus testibus infra scriptis 
Bernhardo custode, magistro Gebehardo scolastico, Nuemburgensibus canonicis, domino 
Sifrido dicto de Pigauia et Conrado de Boruz Misnensibus canonicis, Sifrido de Strele 
et Petro scriptore Oycensibus canonicis, Theoderico de Libenhan, Heinrico de Zelawitz, 
Heidenrico de Berke, Ludewico advocato de Schonenberc dicto de Granowe et aliis 
clericis et laicis quam pluribus fide dignis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Siegel des Bischofs an braun- und gelbseidenen, dem 
des Capitels an grOn- und gelbseidenen Fäden. 

In den ausgelassenen Stellen stimmt der Text buchstäblich mit der vorhergehenden Urkunde desselben 
Tages (No. 209) flberein. 



COD. DIPL. SAX. II. 1 



22 



170 



No. 211. 1270. 9. Juni. 

Witego genehmigt die von den Domherren Sifrid von Pegau und Conrad van Borns gem<iclvteu 
Schenkungeti m^'hrerer Grundstücke in Grosszschepa an das Stift Meissen. Vgl No. 204, 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Witego dei gratia Misnensis 
episcopus, universis Christi fidelibus praesentem litteram inspecturis tarn praesentibus 
quam futuris salutem in omnium salvatore. Qiiae geruntur in tempore, ut ea nee 
toUat oblivio, nee temporum pereant intcrvallo, necesse est, ut scripti testimonio revi- 
viscant. Noverint igitur universi, quod dilecti in Christo dominus Sifridus de Pigauia 
nee non dominus Conradus de Boruz Misncnses canonici ecclesiae Misnensi nee non 
eiusdem canonicis utiliter intendentes, tres mansos sitos in villa Schepe, quos domi- 
nus Tammo miles dictus de Schassowe ad manus nostras et uxor eiusdem domina 
Gepa similiter resignavit, solventes annuatim tres marcas et tres lotones argenti pon- 
deris Haynensis in censu cum omni iure et utilitate, silvis, pratis et pascuis et pro- 
ventibus universis, qui iam dictis tribus mansis insunt vel inesse poterunt in futuro, 
emerunt pro triginta sex marcis argenti fini ab eodem milite domino Tammone et ab 
uxore sua et heredibus, accedente nostra voluntate pariter et consensu. Nos vero 
devotionem praedictorum dominorum sinceriter intuentes, piis eorum affectibus incli- 
nati, hos tres mansos de communi capituli consensu donamus in proprium ecclesiae 
Misnensi et eiusdem ecclesiae canonicis tam praesentibus quam futuris perpetuo possi- 
dendos, relinquentes nihilominus arbitrio ipsorum, ut quilibet de sua portione istius 
census ordinet in ecclesia dumtaxat Misnensi, quicquid uterque decreverit ordinandum. 
Insuper dominus Conradus saepe dictus de Boruz per se et de rebus propriis emit a 
quodam milite domino Heinrico dicto de Burnis et eiusdem heredibus pro viginti qua- 
tuor marcis argenti duos mansos, qui quondam dicebantur allodium, sitos in villa 
supradicta Schepe, quos idem miles a domino Tammone de Schassowe iure habuit 
feodali, ad cuius manus praefatus miles cum suis heredibus dictum allodium resigna- 
vit, et dominus Tammo cum suis heredibus nobis similiter resignavit. Igitur cum 
iam dictus dominus Conradus hunc contraetum ad honorem et utilitatem ecclesiae 
fecerit, eiusdem moti precibus, habito consilio nostri capituli pariter et consensu, iam 
dictos mansos annuatim solventes duas marcas in censu ponderis Haynensis et tri- 
ginta denarios legales cum omni iure et utilitate, silvis videlicet, pratis et pascuis et 
proventibus universis, qui ipsis iam insunt vel inesse poterunt in futuro, dedimus et 
in proprium ecclesiae nostrae Misnensi et canonicis eiusdem praesentibus et futuris 
perpetuo possidendos, ita tamen ut dominus Conradus de Boruz canonicus saepe dictus 
in ecclesia nostra Misnensi de praefato censu ordinet, quod decreverit ordinandum. 
Ne autem nostra donatio in posterum ab aliquo nostrorum successorum ex pravis et 
iniquis perversorum machinationibus aliquatenus infringatur, praesentem litteram con- 
scribi super eo et sigillorum nostri fecimus et capituli munimine roborari. Testes 
autem huius rei sunt dominus Conradus maior praepositus, dominus Bernbardus deca- 
nus totumque Misnensis ecclesiae capitulum, raagister Johannes noster notarius et 



171 

caiionicus Misnensis, dominus Heinricus Burlaban noster miles, Gothschalcus et Wicli- 
pertus nostri capellani, et quam plures alii lide digni. Datum in ecclesia nostra Mis- 
nensi, anno domini millesimo ducentesimo septuagesimo V. Idus Junii pontificatus 
nostri anno quarto. 

Nach dem Orig. im Stiftsarfhiv zu Meissen mit den Siegeln des Bischofs und des Capitels an roth- 
seidenen Fäden. 



No.212. 1270. 

Probst und Convent des Nonnmklosters zu Sitzenroda verkaufen an den Vicar der Domkirche Conrad 
von Bumis Geld^nsen von mehreren Häusern und Grundstücken in Meissen. 

In nomine sanctae et individuae trinitatis amen. Albertus dei gratia praepo- 
situs, Margareta priorissa, Conegundis eelleraria, (lertrudis eustos, Petrissa sub- 
])riorissa totusque conventus sanctimonialium in Sitzenrode universis Christi fidelibus 
praesentem litteram inspecturis tam praesentibus quam futuris salutem in eo, qui est 
omnium vera salus. Quoniam ut ea quae in tempore fiunt non tollat oblivio, non tem- 
porum transeant intervallo, necesse est, ut scripti testimonio perliennentur. Noverint 
ergo universi, quod nos habito prudentum consilio, de voluutate nostri capituli totius 
l)ariter et eonsensu domino Conrado dicto de Burnis, Misnensis ecclesiae jierpetuo 
vicario, pro XX'* marcis argenti et una vendidimus quasdam areas sitas in civitate 
Misnensi, tantum census annui solventes, videlicet curia Meinwardi VIILt solidum, 
curia llcinrici Albi Yllli solidum, curia Petri VIW solidum, curia Pctri institoris VI 
solidos, curia VIrici III solidos, curia Hermanni III solidos, curia t^onradi institoris III 
solidos, curia Pavonissae et lleinrici III solidos, curia Nicolai XIIIl dcnarios, curia 
(Jotheardi V solidum, curia Sweue XVIII dcnarios, liortus in novo foro VI solidos, 
de Dubnitz VI solidos, et iste census Vribergensium denariorum legalium in festo beati 
Martini annis singulis debet dari. Notandum autem, quod proprietatem, quam habuimus 
in censu sive marcis supradictis, cum omni iure et utilitate resignamus et ipsam pro- 
l)rietatcm in dominium ecclesiae Misnensis transferimus, ut sint proprietas eiusdem 
ecclesiae; et iam dictus dominus Conradus de Burnis dictum censum ab eadem ecclesia 
iure hereditario possidebit et eundera censum dare vel vendere cui vult poterit, vel 
legare quocunque voluerit aliasque facere et ordinäre de ipso quicquid duxerit ordi- 
nandum. Nos vero iam dictum argentura, quod accepimus pro censu supradicto, in 
usum ecclesiae nostrae conversum public^j profiteraur. P^mimus enim cum eodem 
argento quandam silvam a domino Heinrico de Liuenowe, de qua utimur competenter. 
Ut autem iste contractus pro bono ecclesiae nostrae habitus immutabilis sit, et a 
posteris nostris ex pravis et iniquis perversonim machinationibus nuUatenus infrin- 
gatur, praesentem litteram super eo in testimonium conscribi fecimus et sigilli nostri 
nmnimine roborari, et eandem litteram ad cautelam abundantem sigillo reverendi patris 
ac domini nostri Witigonis Misnensis episcopi petimus confirmari. Huius rei testes 
sunt dominus Sifridus dictus de Pigauia et dominus Conradus de Boruz, Misnenses 
canonici, et dominus Sifridus dictus de Pniscia, et dominus Heinricus viceplebanus in 



172 

Schyldow et Martinus scultetus et fratres eiusdem Walterus et Gotschalcus, et quidam 
Engelbertus et Johannes de Schyldowe et quam plures alii fide digni. Actum anno 
domini M^ CC^LXX^ 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen. An gelb- und weissseidenen Schnüren hÄngt das Siegel des 
Bischofs Witego, an rothen das des Convents zu Sitzenrode. 



No. 213. 1271. 25. Jan. 

B. Otto von Minden überzeugt sich in Meissen anwesend von der Kostspieligkeit des begonnenen 
Neubaues der Domkirche, fordert m milden Beiträgen auf und verleiht dmien, welche bussfertig 

solche leisten j vierzig Tage Ablass. 

Omnibus Christi fidelibus praesentes litteras inspecturis frater Otto permissione 
divina Mindensis episcopus salutem in omnium salutari. Quoniam ut ait — wie 
No. 123 — de benedictionibus et metet vitam aeternam. Cum igitur praesentialiter 
in Misna constituti, fabricam ipsam matricis ecclesiae opere novo tam sumptuoso vide- 
rimus inchoatam, quod ad consummationem eins propriae sibi non suppetant facultates, 
universitatem vestram rogamus et hortamur in domino, ac in remissionem vobis iniun- 
gimus peccatorum, quatinus ipsi fabricae pias elemosynas et grata karitatis subsidia 
erogetis, ut per subventionem vestram opus huiusmodi consummari valeat, et vos per 
haec et alia bona quae domino inspirante feceritis ad aeternae possitis felicitatis gaudia 
pervenire. Nos enim de omnipotentis dei misericordia et auetoritate nobis commissa 
confisi, accedente gratificatione et consensu venerabilis patris ac domini Witegonis epi- 
scopi diocesis Misnensis omnibus vere poenitentibus et confessis, qui manum ei ad hoc 
porrexerint adiutricem, quadraginta dies de iniuncta sibi poenitcntia et karrenam unam 
misericorditer relaxamus, volentes hanc nostrae concessionis indulgentiam usque ad 
consummationem operis in vigore debito permanere, ipsas vero litteras postmodum 
prorsus carere viribus decernentes. Datum Misna pontiticatus nostri anno IV. VUI. 
Kai. Febr. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Siegel des Bischofs an Fäden von weissem Zwirn. 



No. 214. 1272. 5. Jan. 

Markgraf Heinrich beurkundet, dass das Capitel von der als Legat seiner verstorb. Gemahlin Agnes 

hinterlassenen Geldsumme Zinsen zu Gejszen zur Begehung ihres Jahrgedächtnisses und des Festes des 

h. Franciscus gekauft, ebenda aber aus hgenen Mitteln noch weitere Zinsen erworben, die sämmtlich 

frei von jeglicher Abgabe und fremder Gerichtsbarkeit sein soUen. 

Heinricus dei gratia Misnensis et Orientalis marchio universis Christi fidelibus 
praesentem paginam inspecturis salutem in praesenti, et in futuro gloriam sempitemam. 
Officii nostri debitum exigit, ut donationes rationabiles a nobis factae, maxime quae ad 
honorem matris ecclesiae nostrae fiunt, taliter contra modernorum versutias muniamus, 
ut firmae sint et ab eis revocari ac impediri non valeant uUo modo. Proinde tenore prae- 
sentium declaramus, cum bonae memoriae dilecta et inclita coniux nostra Agnes quan- 



173 

dam pecuniae quantitatem sub certis conditionibus Misnensi ecclesiae legasset, canonici 
Misnenses cum dicta pecunia in villa Gezzen*) sita ultra Albeam, tria talenta et Septem 
solidos ad anniversarium dictae coniugis nostrae et ad solempnitatem sancti Francisci 
in Misnensi ecclesia annis singulis peragenda comparaverunt, prout in conditione prae- 
missa fuerat expressum. Deinde antedicti canonici duo talenta et VU solidos, viginti 
duos modios avenae, duos modios siliginis, pro servitio vero Septem scoccos ovorum et 
quadraginta duos pullos ibidem cum propria pecunia suae ecclesiae Misnensi acquisi- 
verunt, petentes a nobis cum instantia diligenti, ut saepedictae ecclesiae suae Misnensi 
cum utilitatibus et pertinentiis suis dare vellemus praemissorum bonorum proprietatem, 
commodum et profectum. Verum cum dicta bona Heinricus de Batensdorph iure feo- 
dali, et Gertrudis uxor sua iure, quod lipghedinghe vulgariter nuncupatur, a nobis 
communiter possiderent, nos eorum piis precibus inclinati et eorum bona intentione con- 
siderata, recepta eorundem et a liberis et heredibus suis libera resignatione, bona et 
possessiones saepedictas, haben tes undecim mansos et duos hortos, solventes annis 
singulis in festo Walpurgis tertium dimidium talentum et duos solidos, in festo beati 
Michaelis tria talenta et duos solidos, viginti duos modios avenae et duos modios sili- 
ginis, pro servitio vero in pascha Septem scoccos ovorum, in festo Michaelis XXI pul- 
lum, et in festo nativitatis domini XXI puUum, cum pratis, pascuis, virgis, virgultis, 
areis, aquis, aquarum decursibus, viis et inviis, molis et molendinis, iudiciis acquisitis 
et acquirendis, et cum omnibus attinentiis et utilitatibus, quae nunc insunt vel in futu- 
rum inesse poterunt, vel quocunque modo dici vel nominari poterunt, antedictae Misnensi 
ecclesiae pro remedio animarum, nostrae scilicet et saepedictae coniugis nostrae, de con- 
sensu dilectissimorum filiorum nostrorum Alberti Thuringorum lantgravii et Theoderici 
marchionis de Landesberc, in proprium damus perpetuo, quiete et libere possidendas, 
nihil iuris nobis et liberis nostris in posterum reservantes. Sint etiam bona et posses- 
siones saepedictae liberae ab omni servitio personali et reali, angariis, perangariis, 
servitutibus, exactionibus et petitionibus; nuUus in eis aliquod dominium habeat vel 
auctoritatem aliquam exerceat, nisi soli canonici Misnenses, vel eorum nuntii vel nuntius 
ad hoc specialiter deputatus. iit ut haec nostra donatio tirma et inconvulsa permaneat, 
sigilli nostri munimine et sigillis tiliorum nostrorum antepositorum praesentem paginam 
fecimus roborari. Actum et datum Misnae domini M**. CG". LXX**. 11.**) Non. Januarii, 
praesentibus testibus infra scriptis Friderico gardiano et Henrico de Rothowe mino- 
ribus fratribus in Misne, magistro Gebehardo prothonotario nostro et praeposito in 
Hayn, Heinrico de Treuere et Nicoiao scriptoribus nostris, domino Johanne burchravio 
de Witin, Alberto de Burne dapifero nostro, Heinrico de Gnannenstein camerario nostro, 
Heinrico de Waldowe, Heinrico de Siden, Heinrico de Vesta et aliis quam pluribus 
clericis et laicis fide dignis. 

Nach demOrig. im Stiftsarchiv zu Meissen. An rothen und gelben seidenen Fäden hängen die drei wohl- 
erhaltenen Reitersiegel des Markgr. Heinrich und seiner Söhne Albrecht und Dietrich. 
Schöttgen u. Kreysig diplom. Nachl. XI. S. 127—30. 



a) Jenen, Par. QrÖbern. b) Die in Uteren Abichriften and Abdrflcken angegebene Zahl U. ist iwar, da die Urkunde 
an dieser Stelle sehadliaft geworden, nicht mehr aiehtbar, die gewöhnliehe Annahme aber, dast die Urkunde am 4. Jan. 1S70 aoagestellt 
worden, irrig. Die Zahl besieht sieh nicht auf den Tag, aondem das Jahr der AoatteUang, diese selbst leUt aber die Aass<)hnong awi- 
sehen Heinrich und seinem Sohne Albreoht Toraos , die erst am 90. Apr. ISTO am Stande kate. 



174 



No. 215. 1272. 21. Jan. 

B, Witkigo und das Domcapitel erMären, dass der Streit mit den Vögten der Markgrafen von 
Brandenburg wegen gewisser Jurisdictions- und Zehentrechte im Lande Budissin beigelegt sei, 

No8 Withigo dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus tenore praesentium prote- 
stamur, quod super discordia, qiiae orta fuerat inter illustrem principem, dominum 
Johaiinem marchionem Brandenburgensem et üttonem et Cunradum fratres suos ex 
Ulla, et nos et capitulum nostrum ex parte altera, iudiciorum, quae advocati de Budessin 
in terra Budessinensi in possessionibus et proprietate ecclesiae exercucrant, quorum 
etiam occasione divina in praedicta terra iam dudum suspensa fueraiit, ad quae con- 
cordanda in Budessin una cum praedicto principe domino Johanne marchione convenimus 
in hac forma, quod quatuor personis fide dignis commisimus utrobique Eckehardo de 
Milbuz, Sifrido de Bissofwerde militibus ex parte nostra et capituli nostri, Petro de 
Kasowe et Gotfrido de Guizc militibus ex parte principum praedictorum ad hoc depu- 
tatis, ut a senioribus et melioribus inquisita plenius veritate dicerent et diffinirent, an 
super bonis et proprietate ecclesiae nostrae Misnensis dicti principes aliquid iuris vel 
iudicii possiderent. Qui quatuor, fide data et corporali praestito iuramento, investi- 
gato negotio, coram nobis et dictis principibus, multis astantibus nobilibus et fide dignis 
fuerunt publice protestati , quod dicti principes Johannes , Otto videlicet et Cunradus in 
tota terra Budessinensi et terminis illis, quos dominus rex Bohemiac dando eorum 
progenitoribus assignavit, in bonis et proprietate nostra et ecclesiae nostrae tam in 
feodatis quam in liberis nihil iuris vel iudicii habuerunt, sex villis duntaxat exceptis 
pertinentibus ad nos et proprietatem ecclesiae nostrae, quorum nomina sunt haec: 
Muzslesuwiz, Kupscizt, Kunewalde, Begerstorf, Sprewenberc et Friderichstorf*), in 
quibus dixerunt ad dictos principes iudicium pertinere. Super decimis quoque nova- 
lium circa villam Slepe inter nos et ipsos marchiones est taliter ordinatum, quod 
quilibet mansus tempore census dabit nobis et ecclesiae nostrae Budessinensis monetae 
tres denarios nomine decimarum. De decimis vero in Hogerswerde**), quas vir nobilis 
dominus Hogerus de Vrideberc a nostra ecclesia et a nostris praedecessoribus et a 
nobis in feodo tenuit, sie etiam est tractatum, ut praedicti marchiones nos et nostros 
suceessores non impediri facient, quin nobis et nostris successoribus sine diminutione 
modo debito persolvantur. De decima in Goric*"), quae vacabat nobis de morte duo- 
rum fratrum Reinhardi videlicet et Hermanni, sie etiam est tractatum, quod deinceps 
nobis et nostris successoribus, qui pro tempore fuerint, sine impedimento integre per- 
solvatur. Quicquid etiam retentum est de dictis decimis, nos pro bono pacis et con- 
cordiae relaxamus, dampnum etiam et iniuriam nobis et ecclesiae nostrae per advo- 
catos dictorum marchionum illatam, ad consolidandam amicitiam maiorem, quantum 
ad nos pertinet, ex mera relaxamus animi puritate. Actum et datum in Budessin 

a) MufohelwitB (Miaselwiu)^ Par. Qöda; Kubfchttti, Par. Punchwitx; Oanewalde, Beyersdorf, Bpremberg, 
Friedersdorf (du letstere Jetst in Böhmen gehörig), simmtlich bei Nennalza. b) Hoyerswerda, preoss. Oberlaoslti. c) Ober« 
Kurig, Par. Wilthen oder Nledergarig, Par. Bialsehwito. 



175 

anno domini \P. CG". LXXU". in die Agnetis, praesentibus nobili viro comite (Tun- 
thero de Lindowe, Bernhardo de Wardenberc, Heinrico de Bardeleue, Johanne de 
Wstrowe, Heinrico de Frisac, Johanne de Pollest, Theoderico de Wisterbusch, uiili- 
tibus nostris, item domino Bernhardo decano Misnensi et domino Bernhardo de 
Kamenz fratre suo, Gunthero de Biberstein et Heinrico de Waldowe, Berwico qiion- 
dam advocato in Budessin, domino I^ckehardo de Milebuz, Reinhardo de Temeriz, 
Friderico de Metcenrode, Zachmanno de Kazowe, Vlrico de Landeskrone, Luthardo 
de Scriuerstorf, Heinrico iuniore de Zcerin, Zcaslao de Pentz, Alberto de Porsiet, 
domino Theoderico scholastico Misnensi et domino Johanne notario nostro canonico 
Misnensi et aliis quam pluribus tam clericis et laycis fide dignis. In cuius rei testi- 
monium praesentem litteram sigilli nostri munimine duximus roborandam. 

Nos Cunradus praepositus, Bernhardus decanus totumque Misnense capitulum 
praedictam compositionis diffinitionem a venerabili patre ac domino nostro Withigone 
Misnensi episcopo factam et superius recitatam gratam et ratam habemus et eandem 
sigilli nostri munimine communimus. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit den ziemlich wohlerhaltenen Siegeln des 
Bischofs und des Capitels an Pergamentstreifen. 

Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. 6. S. 12 — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 78. 



No. 216. 1272. 21. Jan. 

Markgraf Johann von Brandenburg erklärt, dass die Streitigkeiten mit dem Bischof und dem Capitei 
wegen geivisser Jurisdictions- und Zehentrechte im Lande Budissin beigelegt seien. 

Nos Johannes dei gratia Brandenburgensis marehio tenore praesentium prote- 
stamur, quod super discordia, quae orta fuerat inter venerabilem dominum W. Mis- 
nensem*) episcopum et capitulum suum ex una, et nos et fratres nostros Ottonem et 
(■onradum ex parte altera, iudiciorum, quae advocati nostri in terra Budesinensi") in 
possessionibus et proprietate ecclesiae Misnensis exercuerant, quorum etiam occasione 
divina in praedicta terra iam dudum suspensa fuerant, ad quae concordanda in 
Budesin') una cum prae<licto episcopo convenimus in hac forma, quod quatuor per- 
sonis fide dignis, videlicet domino Ekhardo de Milbuz^), domino Sifrido de Bischopes- 
werde^) militibus ex parte domini episcopi et capituli sui, Petro de Kazowe et (5ot- 
frido de Guteke^) militibus ex parte nostra commisimus ad hoc deputatis, ut a 
senioribus et melioribus terrae inquisita plenius veritate dicerent et diffinirent, an 
super bonis et proprietate ecclesiae Misnensis aliquid iuris vel iudicii haberemus. 
Qui quatuor; fide data et praestito corporali iuramento, investigato negotio coram 
nobis et praedicto episcopo, multis astantibus nobilibus et fide dignis fuerunt publice 
protestati, quod nos et fratres nostri in tota terra Budesinensi*) et terminis illis, quos 
rex Bohemiae progenitoribus nostris dederit^), in bonis et proprietate episcopi et eccle- 
siae Misnensis tam inpheodatis quam liberis nihil iuris et iudicii haberemus, sex 
villis dumtaxat exceptis, pertinentibus ad ecclesiae Misnensis proprietatem , quarum 



1 ) 3tiMiun»tm B. 2) Bndeuinenti B. S) Budtuin B. 4) Milrbux B. h) hucopttw^rde B. 6) Ooät/riäo dt Gueeke B. 7^ dedit ». 



17G 

nomina sunt haec^) Muszletewitz, Kupztitz, Konenwalde, Beyerstorp, Sprewenbcrc, 
Vrederichstorp^), in quibus villis dixerunt ad nos iudicium pertinere. Super decimis 
quoque novalium circa villam Ziepe inter nos et dictum dominum episcopum est taliter 
ordinatum, quod quilibet mansus dabit domino episcopo et suis successoribus tempore 
census Budesinensis*^) monetae III denarios nomine decimarum. De decimis vero in 
Hogerswerde, quas vir nobilis dominus Hogerus de Vredeberc^^) a memorata ecclesia 
et episcopis Misnensibus in pheodo tenuit, sie etiam est tractatum, ut nos et fratres 
nostri eundem episcopum et successores nunquam inpediamus^^), quin ei et suis suc- 
cessoribus sine diminutione modo debito persolvantur. De decima in Goreke, quae 
vacabat domino episcopo de morte duorum fratrum scilicet Reyhardi^^) et Hermanni, 
taliter etiam est tractatum, quod deinceps episcopo, qui pro tempore fuerit, sine impe- 
dimento integre pcrsoluatur. Quicquid etiam est retentum de dictis decimis, dictus 
episcopus pro bono pacis et concordiae relaxavit Quicquid etiam dampni et iniuriae 
per advocatos nostros praedicto episcopo et suae ecclesiae usque nunc est illatum, ad 
consolidandam amicitiam maiorem, quantum ad ipsum pertinet, ex mera relaxavit 
animi puritate. Nos quoque, si in aliquo turbati fuimus, relaxamus similiter puro 
corde. Hunc quoque tenorem ad praesens nostro sigillo mandavimus sigillari, volentes 
nihilominus procurare, ut ante mediam quadragesimam proxime nunc venturam nostro 
et fratrum nostrorum Ottonis et Conradi sigillis idem tenor transmittatur dicto epi- 
scopo sigillatus, qui videlicet episcopus tunc etiam nobis eundem tenorem sub suo 
sigillo et capituli sui transmittet in Budesin^) sigillatum. Actum et datum in Budesin^) 
anno domini M**. CG". LXXU*. in die beatae Agnetis praesentibus nobili viro comite 
Gunthero**) de Lindowe, Bernhardo^*) de Wardenberc, Heinrico de Bardenleue ^^), 
Johanne de Wstrowe, Heinrico") de Msac, Johanne de Pollest, Theoderico de 
Wusterbusch ^®) militibus nostris, item domino Bernhardo decano Misnensi et domino 
Sifrido praeposito Budesinensi, magistro Theoderico scolastico Misnensi, magistro 
Johanne Misnensi canonico, domino Bernhardo milite deKamenz, Gunthero de Beuir- 
stein, Heinrico de Waldowe, Berwico^'*^) quondam advocato in Budesin^), Reynhardo 
de Temeritz, Friderico de Metzenrode, Bachmanno"^) de Kazowe, Wilrico de Landes- 
crone, Luthardo de Scriuerstorp, Heinrico") iuniore de Zcerin, Schaslao de Penzk^), 
Alberto de Porcitz, Heinrico tilio domini Witegonis de Kamenz, Ottone de Polsnitz 
et quam pluribus aliis lide dignis^^). 

Nos quoque Otto et Conradus marchiones dei gratia Brandenburgenses, fratres 
supradicti Johannis marchionis, rata et grata habentes omnia supradicta per dictum 
fratrem nostrum ordinata in testimonium huius compositionis cum sigillo nostri fratris 
uostra sigilla similiter decrevimus apponenda^^). 

Nach dem Orig. im Stiftsarcbiv zu Meissen mit den Siegeln der drei Markgrafen an gelbseidenen Fäden. 
An der zweiten Ausfertigung im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden (B) befindet sich nur das beschädigte Siegel 
des Markgr. Johann an einem Pergamentstreifen. 

Fehlerhaft und unvollständig Gercken cod. dipl. Brand IV. S. 554 und aus dem Copialbuche des K. Geh. 
Staatsarchivs zu Berlin no. 31 Riedel cod. dipl. Brand. 11. Bd. I. S. 113. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 97. 



8) haee »unt B. 9) VrtderikUtorp B. 10) Ludestinentis B. 11) Vredrberch B. 12) ui no« «umdem episcopum et fratrts nostri nee 
»uccestorrs dicti episcopi inp^diemus B. 13) Reynhardi B. 14) Ountero B. 15) Berkardo B. 16) Henrieo de Bardeleut B. 17) Hmrieo B. 
18) Wst^rlmseh B. 19) Berkardo deeano Misnensi et Berkardo de Kamins /ratre suo, Guntero de Betterstejfn , lienrieo de Waldowe ^ Berupco B. 
)iO) Temerix, Frederico de Metcenrodey Zaekmanno B. 21) Htnrico B. 28) Sehacklao ds Pents B. 28) MUrio de Partie et alii* quam plurilnu 
tarn clericis et lageis ßde diffnis B. 24) der ganie 8ati A'o« quoque — apponenda fehlt In B. 



177 



No. 217. 1273. 6. Dec. 

JB. WitJiego ertheiÜ den WohUhätern der Bonifaciuskirche zu Halberstadt vierzig Tage Ahlass. 

Wedego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus universis Christi fidelibus 
hanc litteram audituris salutem et aeternam in domino karitatem. Universitati vestrae 
notum esse volumus, qiiod nos propter deum et devotas preces venerabilis patris 
Volradi ' Halberstadensis episcopi Omnibus benefactoribus ecclesiae sancti Bonifacii 
eiusdem civitatis de misericordia domini nostri Jhesu Christi confisi quadraginta dies 
et karenam de iniuncta sibi poenitentia misericorditer relaxamus. Dat. Mogelin anno 
domini R^; CCM^XXMII^ octavo Idus Decembris. 

Nach dem Orig. im Prov.- Archiv zu Magdeburg. Von dem an leinenen Fftden befestigt gewesenen Siegel 
ist nur ein kleines Bruchstück noch vorhanden. 



No. 218. 1273. 

Bischof Withego theilt bei eingetretener Vacam die Obedienz Briessnitz und übetirägt das Archidiaconat 

in Nisan dem bisher, Scholasticus Mag. Cunrad, die Cantorei dem Heidenreich von Dewin bei 

gleichmässiger Theilung der Getreidezitisen unter beide. 

W. dei gratia Misnensis * episcopus universis praesentes litteras inspecturis 
salutem in omnium salvatore. Recognoscimus et tenore praesentium protestamur, quod 
vacante obedientia in Breseniz per mortem magistri Arnoldi, felicis memoriae archi- 
diaconi quondam Nisaniae et cantoris ecclesiae Misnensis, capitulum eiusdem ecclesiae 
utile decernens officia eidem annexa committi pluribus, ut eis posset melius provideri, 
nobis ac domino Cunrado praeposito et domino Bernhardo decano dedit liberam pote- 
statem conferendi ea per modum arbitrii, prout visum nobis fuerit expedire. Suscepto 
itaque arbitrio ac deliberatione habita concorditer dictum archidiaconatum cum omni 
iurisdictione ac iuribus, nee non iure patronatus in Bresenitz et in Kaytiz*) ecclesia- 
rum magistro Cunrado tunc ibidem scolastico arbitrando contulimus, cantoriam vero 
domino Heidenrico de Dewin, medietatem sibi frugum omnium eiusdem obedientiae 
assignantes, volentes ut solus in choro officium exerceat cantoriae, magister quoque 
Cunradus ad hoc minime astringatur. Ne igitur uUa super his in posterum quaestio 
dubitabilis suscitetur, praesentem litteram desuper conscriptam in testimonium tradi- 
dimus sigilli nostri munimine communitam. Dat. Misnae LXVTTTT.*') pontificatus nostri 
anno septimo. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen, mit dem an einem von der Urkunde selbst zum Theil 
abgeschnittenen Pergamentstreifen hängenden Siegel des Bischofs. 
Bericht d. Deutschen Ges. in Leipzig v. J. 1836. S. 54. 



a) Kaditi, Eph. Dramlon H. b) Falsche JahroMahl; richtigor M.CC.LXXIU. 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 23 



178 



No. 219. 1274. 13. Febr. 

P. Gregor X. beauftragt den Decan, den Scholasticus und den Schatzmeister des Hochstifts Merseburg 

die Klage des B. zu Meissen über die Aebte zu Georgenthal, Reinhardsbrunn y Reifenstein, zu S. Peter 

in Erfurt mid zu Gozeck , dann den Probst des Nonnenklosters auf dem Cyridksberge bei Erfurt 

zu untersuchen und zur rechtlicJien Entscheidung zu bringen. 

CJregoriiis episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . decano . . scolastico 
et . . thesaurario ecclesiae Mersebiirgensis salutem et apostolicam benedictionem. Con- 
questus est nobis venerabilis frater noster . . Misnensis episcopus, quod . . vällis sancti 
Georgii . . de Reynesburne . . de Rifesten . . sancti Petri de Erfordia et de Goz 
monastcrionim abbates Cisterciensis et sancti Benedicti ordinum et . . praepositus 
monasterii sanctimonialium Montis sancti Cyriaci extra muros Erfordenses, Maguntin. 
et Halberstadensis dioces. super quadam annua pensione iniuriantur eidem. Ideoque 
diseretioni tuae per apostolica scripta mandamus, quatinus partibus convocatis audias 
causam et appellatione remota debito iine decidas, faciens quod decreveris per censu- 
ram ecclesiaÄticam lirmiter observari. Testes auteni qui fuerint noniinati, si se gratia, 
odio vel tiniore subtraxerint, censura simili appellatione cessante compellas veritati 
testimonium perhibere, proviso ne huiusmodi pensio contra Lateranensis statuta con- 
cilii sit imposita vel adaucta. Quod si non omnes liis exequendis potueritis Interesse, 
<luo vestruni ea nihilominus exequantur. Datum Lugduni Id. Februar, pontificatus 
nostri anno secundo. Pa. de Pon. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



No. 220. 1274. 18. Febr. 

P. Gregor X, beauftragt den R. von Merseburg nach näherer Erörterung das weitere Verfahren in 

detn Streite zwischen den Rischöfen von Lebus und Meissen wegen ihrer Biöcesangrenze an den 

Erzbischof von Magdeburg, bez. den Abt zu Paradies zti verweisen. 

(iregorius episcopus servus servorum dei venerabili fratri . . episcopo Merse- 
burgensi salutem et apostolicam benedictionem. Sua nobis venerabilis frater noster 
. .episcopus Misnensis petitione monstravit, quod cum bonae memoriae W. Lubucensis 
episcopus ipsum super quibusdam limitibus seu terminis de Schydelowe*) suae dio- 
cesis, de quibus se per eundeni Misnensem episcopum confingebat violenter eiectum, 
coram dilecto iilio . . abbate de Paradiso Cisterciensis ordinis Poznanicnsis diocesis 
auctoritate littenirum bonae memoriae G. tituli sancti Laurentii in Lucina presbyteri 
cardinalis tunc iu illia partibus apostolicae sedis legati traxisset in causam, ex parte 
ipsius episcopi Misnensis fuit coram eodem abbate excipiendo propositum, quod cum 
idem episcopus Lubucensis praefatum Misnensem episcopum super praedictis coram 
venerabili fratre nosti'o . . archiepiscopo Magdeburgensi eius metropolitano prius tra- 

ai flehledlo. 



- 179 

xisset in causam et penderet causa Imiusmodi coram eo, prout erat legitime probare 
paratus, nee esset ab ipso archiepiscopo per appellationem vel alio legitimo modo 
recessum, per litteras eiusdem legati ad abbatem directas eundem, quae de hoc non 
faciebant aliquam mentionem, conveniri de iure non poterat nee debebat. Et quia 
praefatus abbas huiusmodi exceptionem legitimam admittere contra iustitiam denegavit, 
episcopns ipse Misnensis sentiens ex hoc indebite se gravari ad nostram duxit audi- 
entiam appellandum. Cum autem idem W. Lubucensis episcopus viam sit universae 
carnis ingressus et dilectus filius Guill. tunc canonicus Lubucensis ad regimen Lubu- 
censis ecclesiae prout asserit sit assumptus, fraternitati tuae per apostolica scripta 
mandamus, quatinus si est ita revocato in statum debitum quicquid post appellationem 
huiusmodi inveneris temere attemptatum^), causam ipsam ad eiusdem archiepiscopi, 
alioquin ad eiusdem abbatis remittas examen, appellantem in expensis legitimis con- 
dempnando. Testes autem qui fuerint nominati, si se gratia, odio vel timore subtra- 
xerint, per censuram ecclesiasticam appellatione cessante compellas veritati testimonium 
perhibere. Datum Lugduni XII. Kalendas Martii pontificatus nostri anno secundo. 

M. de Rocca. 
Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



1) attemptum Orig. 

No. 221. 1274. 21. März. 

B, Withigo genehmigt die vom Decan zu Magdeburg und Domlierrn zu Meissen M. WaUher bewirkte 
Stiftung seines JahrgedäclUnisses in der Domkirche, 

Nos Withigo dei gratia Misnensis episcopus recognoscimus et tenore praeseu- 
tium protestamur, quod pensata fidelitate ac servitiis, quae magister Waltherus Magde- 
burgensis decanus, noster concanonicus, multipliciter nobis et ecclesiae nostrae inpendidit, 
duas marcas pensionis annuae, quae dabuntur de quatuor mansis sitis in Prouduwe') 
iuxta agros capellae sanctae Mariae Magdalenae in Castro Misne, quas a nobis sua 
comparavit pecunia, ipso postulante ac consensu nostri capituli accedente, dedimus 
ecclesiae Misnensi perpetuo purae proprietatis titulo possidendas, ut de ipsis suus anni- 
versarius peragatur. Quas ad manus executorum sui testamenti de facto iam simpli- 
citer resignavit, dans eis liberam potestatem ordinandi de ipsis dictum testamentum, 
prout saJuti animae praefati magistri Waltheri cum in vita tum post mortem convenien- 
tius ac magis eis videbitur expedire. Ut autem haec iirma et inconvulsa permaneant, 
nee ab aliquo successorum in posterum super ipsis ulla suscitetur quaestio nocitura, 
praesentem paginam in testimonium desuper conscribi fecimus et sigilli nostri ac capi- 
tuli Misnensis appensionibus roborari. Actum anno dom. M^. CC^ LXX^. IUI**. XII^. 
Kalend. Aprilis pontificatus nostri anno octavo. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den an Pergamentstreifen h&ngenden Siegeln des Bischofs 
und des Capitels. 

A> Pröda, P«r. 8t. ATra. 

23* 



180 



No. 222— 25. 1274. T.Mai. 

B. Hüdehrand von Eichstädt ertheüt denen ^ welche bmsfertig den begonnenen Nef4hau der Domkirche 
durch milde Gaben unterstidtzen , vierzig Tage Ahlass. 

Hildebrandus miseratione divina Eystetensis episcopus universis Christi fidelibus 
praesentes litteras inspecturis salutem in omnium salvatore. Cum fideles Christi Mis- 
nensis civitatis ac diocesis eiusdem quoddam monasterium ibidem in Castro ad honorem 
beati Johannis apostoli et evangelistae sanctique Donati episcopi et martyris laudabiliter 
inchoatum aedificare et feliciter consummare desiderent et affectent, quibus ad hoc pro- 
priae non suppetunt facultates, karitatem igitur vestram monemus, rogamus et in vestro- 
rum remissionem similiter iniungimus peccatorum, quatinus ad structuram dicti mona- 
sterii Misnensis vestras pias elemosynas erogetis. Ut autem pio operi respondeat pius 
fructus, nos de omnipotentis dei misericordia et beatorum Petri et Pauli apostolorum 
ac nostra auctoritate confisi, omnibus, qui ad praelibatam structuram manum porrexe- 
rint adiutricem, quadraginta dies et unam karrenam ratihabitione diocesani de iniuncta 
poenitentia, si vere confessi et contriti fuerint, misericorditer relaxamus, praesen- 
tibus post consummationem operis minime valituris. Datum Lugduni anno domini 
M^ CC^ LXX^ niP. Nonas Maü. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem beschädigten Siegel des Bischofs an einem 
Pergamentstreifen. 

In der Fassung bis auf wenige unwesentliche Worte übereinstimmend lauten die Indulgenzbriefe 
des Bischofs Petrus von Passau. Lugduni 1274. pridie Idus Maü (14. Mai), 
des Bischofs Wernhard von Seckau. Lugduni 1274. XV. Kai. Junii (18. Mai), 
des Bischofs Volrad von Halberstadt. Lugduni 1274 (ohne Datum). 

B. Withigo besuchte das allgemeine Concil zu Lyon im Mai und Juni 1274 und bewirkte dort für den 
Bau der Domkirche die Ausstellung von 14 noch vorhandenen Indulgenzbriefen deutscher Erzbischöfe und Bischöfe 
und des Erzbischofs von Sorrent. Nur neun dieser Briefe erwähnt die alte Nachricht: 

Anno MCCLXXIV contribuentibus ad fabricam aediticandac basilicae Misnensis donatae fiiere indulgentiac 
XL dicrum ab bis üermanis Lugduni concilio interessentibus Friderico Saltzburgensi, Weruero Moguntino, Engel- 
berto Coloniensi, Giselberto Bremensi archiepiscopis VIII. Kai. Junii, Wemhardo Seccoviensi episcopo XV. Kai. Apr., 
Petro Pa88a>icnsi episcopo pridie Idus Maü, Hilbrando Eistetensi episcopo, Hartmanno Augustano episcopo Nonis 
Maii, Joanne Kyemensi Idus Junii. Singuli singularibus chartis donavcrunt in ipso concilio. 

Martene et Durand vett. scriptor. ampl. coli. I. p. 1377. Hartzheim concil. Germ. HI. p. 638. 



No.226— 31. 1274. 10. Mai. 

Erzbischof Wernher von Mainz ertJteilt unter gleichen Beditigungen Ahlass. 

Wernherus dei gratia sacrae Maguntinensis sedis archiepiscopus ac sacri imperii 
per Grermaniam archicancellarius, universis Christi fidelibus praesentes litteras inspectu- 
ris salutem in omnium salvatore. Quoniam ut ait apostolus omnes stabimus ante tribunal 
Christi recepturi, prout gessimus in corpore, sive bonum fuerit sive malum, oportet 
diem messionis extremae misericordiae bonis operibus praevenire, ac aeternali intuitu 
Seminare in terris, quod cum multiplicato fructu recoUigere valeamus in coelis, firmam 
spem fiduciamque tenentes, quum qui parce seminat parce et metet, et qui seminat in 



181 

benedictionibus, vitam nietet in benedictionibus sempiternam. Cum igitur ex seminibus 
terrenorum coelestia metere iam possitis, karitatem vestram monemus, rogamus et in 
vestrorum similiter iniungimus peccatorum, quatinus ad striicturam ecclesiae in honore 
beati Johannis apostoli et evangelistae et sancti Donati episcopi et martyris Misnensis 
civitatis in Castro laudabiliter inchoatum ad consumendum feliciter vestras pias elemo- 
synas erogetis. Ut autem — No. 222 — iis poenitentia — minime valituris. Datum 
Lugduni anno domini M^ CC^ LXXniP. VF. Idus Maü. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem ziemlich wohlerhaltenen Siegel des Erzbischofs an 
einem Pergamentstreifen. 

In der Fassung bis auf einige wenige Worte übereinstimmend lauten die Indulgenzbriefe 
des Bischofs Hart mann von Augsburg. Lugduni 1274. Non. Maü. (7. Mai), 
des Bischofs [Conrad] von Strassburg. Lugduni 1274. VI. Idus Maü (10. Mai), 
des Bischofs Otto von Ilildesheim. Lugduni 1274. III. Idus Maii (13. Mai), 
des Bischofs [Hermann] von Schwerin. Lugduni 1274 (ohne Datum) 
und des Erzbischofs Engelbert von Cöln. Lugduni 1274 (ohne Datum), des letzteren mit dem ihm 

eigenthümlichen Zusatz am Schluss: Prohibemus etiam has nostras litteras extra locum praedictum per quaestua- 

rios deportari. 

No. 232. 1274. 21. Mai. 

Bisclwf Withigo ertheiU denen j welche bussfertig die Marienkirche cu Hdlherstadt zu getvissen 
Festzeiten besuchen und diese unterstützen y vierzig Tage Äblass. 

Wedego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus universis Christi fidelibus per 
Haiberstadensem diocesim et civitatera constitutis, ad quos praesentes litterae pervene- 
rint, salutem in omnium salvatore. Quoslibet Christi fideles ad zelum devotionis et ad 
opera» karitatis spirituali praemio allicere cupientes omnibus vere ])oenitentibus et con- 
fessis, qui ecclesiam beatae et gloriosae virginis Mariae Halverstadensis in die annuncia- 
tionis, assumptionis ac nativitatis et per octava« earundem reverenter et congrue visita- 
verint et dictae ecclesiae manum porrexerint adiutricem, de omnipotentis dei misericordia 
et beatorum apostolorum eins Petri et Pauli meritis et auctoritate confisi, dummodo 
venerabilis patris Halberstadensis episcopi voluntas fuerit et consensus, quadraginta 
dies de iniuncta sibi poenitentia misericorditer relaxamus. Dat. Lugduni anno domini 
M^ CC^ LXXII^^ XU^ Kalendas Junii tempore concilii generalis. 

Nach dem Orig. im Prov.- Archiv zu Magdeburg mit dem wohlerhaltenen Siegel an einer weissen und 
rothen leinenen Schnur. 

No. 233— 37. 1274. 25. Mai. 

Erjdnschof Friedrich van SaMmrg ertheilt Bussfertigen, welche den begonnenen Neubau der Domkirclie 
durch milde Beisteuer unterstützen, vierzig Tage Ablass, 

Fridericus dei gratia sacrosanctae Salspurgensis ecclesiae archiepiscopus, uni- 
versis Christi fidelibus praesentes litteras inspecturis salutem in omnium Christo. Cum 
fideles Christi Misnensis civitatis ac eiusdem diocesis quoddam monasterium sumptuosi 
operis ibidem — No. 222 — nee ad hoc propriae ipsis suppetunt facultates, karitatem 
vestram monemus, rogamus et in remissionem vestrorum similiter iniungimus pecca- 



182 — 

torum, quatinus ad dictum opus Misnense vestras pias elemosynas erogetis. Ut autem 
pio operi respondeat pius fructus, nos de omnipotentis dei misericordia et beatorum 
Petri et Pauli apostolorum ac nostra auetoritate — ad dictam structuram — quadraginta 

dies de iniuncta eis poenitentia minime valituris. Datum Lugduni anno domini 

M^ CC^ LXX^ UU\ Vm. Kalendas Junii. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem wohlerhaltenen grossen Siegel des Erzbischofs, auf 
dessen Rückseite das kleinere Secret aufgedrückt ist. 

In der Fassung bis auf wenige Worte übereinstimmend sind die Indulgenzbriefe 

des Erzbischofs Gyselbert von Bremen. Lugduni 1274 VII. Kai. Junii (26. Mai), 
und des Bischofs Johann von Chiemsee. Lugduni 1274 (ohne Datum). 

No. 236. 1274. 5. Juni. 

P. Gregor X. heauflragt den Probst und den Domherrn Heinr, von Grünenberg zu Magdeburg, die 

Klage des B. von Meissen über Eingriffe in dessen Diöcesanrechte von Seiten des B, von Brandenburg 

zu untersuchen und zum rechtlichen Austrag zu bringen, 

Gregorius episcopus servus servorum dei dilectis filiis . . praeposito et Henrico 
de Grunimberc canonico Magdeburgensi salutem et apostolicam benedictionem. Sua 
nobis venerabilis frater noster . . episcopus Misnensis petitione monstravit, quod venera- 
bilis frater[noster]*) . . Brandeburgensis episcopus falcem in messem alienam mittere 
ac in Copenic, Lichten walde ac aliis pluribus villis Misnensis diocesis iurisdictionem 
episcopalem [indebite]*) exercere praesuraens, a clericis et laicis villarum ipsarum iura 
episcopalia tanquam diocesanus contra iustitiam exigit et extorquet in ipsius Misnensis 
episcopi praeiudicium et sedis episcopalis Misnensis non modicum detriraentum. Quo- 
cirea discretioni vestrae per apostolica scripta mandamus, quatinus vocatis qui fuerint 
evocandi et auditis hinc inde propositis, quod canonicum fuerit, appellatione remota decer- 
natis, facientcs quod decreveritis auetoritate nostra firmiter observari. Testes autem qui 
fuerint nomlnafi, si se gratia, odio vel timorc subtraxerint, per censurani ec^lesiasticam 
appellatione cessante cogatis veritati testimonium perhibere. Datum Lugduni Nonis Junii 
pontificatus nostri anno tertio. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit dem Bleisiegel an hänfener Schnur. 



a) Unloaerlich gowordene StoUon; die ergänzten Worte in eckigen Klammem. 

No. 237. 1274. 

Erjd>ischof Petrus von Sorrent erth^lt zum Neubau der Domkirche 40 Tage Ablass. 

Frater Petrus miseratione divina Surrentinae ecclesiae archiepiscopus universis 
Christi fidelibus praesentes inspecturis salutem in omnium salvatore. Quoniam ut ait 
apostolus omnes stabimus ante tribunal Christi recepturi, prout in corpore gessimus, 
sive bonum sive malurn, oportet nos dieni messionis extremae misericordiae operibus 
praevenire ac aeternorum intuitu Seminare in terris, quorum nobis fructus perseveret 
in coelis. Cum igitur Misnensis ecclesia kathedralis, quae nunc aedificatnr, continue 



183 

absque fidelium subsidio non valeat aliquatenus consummari, nos ad fidelium devotionem 
uberius provocandam de misericordia dei et beatae Mariae virginis, ac beatonim aposto- 
lorum Petri et Pauli omniumque sanctorum meritis confidentes, omnibus benefactoribus 
ecclesiae supradictae, quorum diocesani hanc nostram indulgentiam ratam habuerint, de 
peccatis suis vere contritis et confessis quadraginta dies de iniuneta sibi poenitentia 
misericorditer relaxamus. Datum Lugduni tempore concilii generalis anno domini 

Nach dem Orig. im StiftsarchiY zu Meissen mit dem beschädigten Siegel in rothem Wachs. 

No. 238. 1275. 11. Apr. 

B. Withego eignet der CapeUe des h. Andreas bei der Domkirche die Jahresrente einer von dem 
Vicar derselben Conrad erkauften Hufe Landes zu Shepe. 

Nos Witego dei gratia Misnensis episcopus recognoscimus et tenore praesentium 
protestamur, quod dominus Cunradus capellae sancti Andreae in Misne perpetuus vica- 
rius mansum unum situm in Shepe*), qui a nobis habebatur in feodo, solventem unam 
marcam annuae pensionis, cuius medietatem Johannes de allodio possidet, Dobran vero 
medietatem alteram, qui medietatem unam eiusdem census in festo sanetac Walpurgis 
et medietatem alteram in festo sancti Michahelis solvere consueverunt, a domino Tam- 
mone de Schassowe pro marcis undecim comparavit; dictus vero Tammo üna cum uxore 
sua, cui in dotalitium fuerat assignatus, et omnibus eorum heredibus ipsum mansum 
nobis absolute et libere resignarunt. Nos vero adtendentes pium dicti Cunradi propo- 
situm, sibi et successori suo tantillum emendare volentis Stipendium, proprietatem ipsam 
ob honorem sancti Andreae apostoli eidem capellae dedimus perpetuo purae proprie- 
tatis titulo possidendam cum omnibus servitiis, quae inde fieri hactenus consueverunt. 
Ut autem haec firma et inconvulsa permaneant, nee ulla super ipsis in posterum susci- 
tetur quaestio nocitura, praesentem paginam desuper conscriptam in testimonium 
dedimus sigilli nostri munimine roboratam. Testes huius dominus Sifridus dictus de 
Pygauia, dominus Cunradus thesaurarius, magister Cunradus noster notarius, canonici 
ecclesiae Misnensis, dominus Cunradus capellanus noster, dominus Heinricus Burleban 
miles, Petrus de Turgowe et quam plures alii fide digni. Actum Misnae anno domini 
M**. CC*'. LXX**. V**. I^^ Idus Aprilis pontificatus nostri anno nono. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Siegel des Bischofs an einem von der Urkunde selbst 
zum Theil abgeschnittenen Pergamentstreifen. 



a) Groll- oder Klelnsschopa, Par. Lorenikirch. 

No. 239. 1275. 11. Apr. 

B. Withego wiederholt die vorstehende Zueignung mit Zustimmung des Capitels und mit grösserer 

Spedalisirung der Einkünfte. 

In nomine domini amen. Witego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus uni- 
versis Christi fidelibus hanc litteram inspecturis salutem in perpetuum. Quoniam 
omnium habere memoriam divinitatis potius quam humanitatis existit, ne in oblivionem 



184 

deveniant per lapsum temporis, quae rationabiliter fiunt ab hominibus aeternari solent 
patrocinio litterarum. Notum igitur esse volumus tarn praesentis quam futuri aevi fide- 
libus, quod cum dominus Conradus perpetuus vicarius capellae sancti Andreae Misnensis 
ecclesiae a domino Tammone de Scassowe unum mansum in villa et pago Scliepe situm 
pro undecim marcis argenti, dimidiam marcam in festo beatae Walpurgis et dimidiam 
in festo beati Michahelis annis singulis annui census, et insuper quindeeim denarios 
usualis monetae cum duobus pullis in eodem festo beati Michahelis praetextu servitii, 
nee non duos pullos in capite ieiunii et in pascha unum scocum ovorum cum uno 
caseo solventem interveniente iusto emptionis et venditionis titulo comparasset, nos 
precibus eiusdem domini Conradi inclinati ad honorem omnipotentis dei et beati An- 
dreae apostoli praedictum mansum post liberam resignationem eiusdem mansi a prae- 
fato domino Tammone et uxore ipsius, cui idem dominus Tammo eundem mansum 
nomine dotis assignaverat, nee non ab omnibus heredibus ipsorum voluntarie in nostris 
manibus factam, eidem capellae beati Andreae cum omni iure et utilitate, quae de ipso 
manso iam proveniunt vel pro venire poterunt in futuro, de bona voluntate totius nostri 
capituli et consensu in proprium dedimus, iusto proprietatis titulo perpetuo possidendum. 
Ut autem haec nostra donatio robur obtineat perpetuae firmitatis, eandem litteram in 
testimonium praedictorum conscribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Datum 
Misnae anno domini M*". CC^ LXX"*. V. III*'. Idus Aprilis pontificatus nostri anno nono, 
praesentibus testibus infra scriptis praeposito Johanne de Wrzin, domino Syffrido de 
Pigauia, domino Cunrado thesaurario, magistro Conrado nostro notario, canonicis 
ecclesiae Misnensis, domino Cunrado capellano nostro, domino Heinrico dicto Bur- m^} 
leban milite, Petro de Turgowe et aliis quam pluribus fide dignis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; an Pergamentstreifen hängen die wohlerhaltenen Siegel des 
Bischofs und des CapitcU. 

No.240. 1275. 27. Aug. 

Frohst Bayncrius, pähstlicher Zehentsammler, sehlägt mit Zustimmung des B. und Capitels 
die Getreid^siusen im Stift Meissen zu Gelds an. 

Nos Raynerius dei gratia praepositus ecclesiae de Clauario Yporiensis*) diocesis, 
capellanus venerabilis patris domini ü. sancti Adriani diaconi cardinalis, coUector deci- 
marum in Coloniensi, Bremensi ac Magdeburgensi provinciis a sede apostolica depu- 
tatus, recognoscimus et tenore praesentium publice protestamur, quod constituto nobis 
in capitulo ecclesiae Misinensis ad omnem ambiguitatis scrupulum amputandum et sol- 
vendum decimas, puriiicandas conscientias et salvandas, communicato venerabilis patris 
domini Uitigonis Misinensis episcopi totiusque eiusdem ecclesiae capituli consilio et 
consensu , secundum vulgarem et approbatam ex antiquo terrae consuetudinem annonam 
decimandam in hunc modum aestimandam ^) duximus et taxandam, videlicet ut pro 
maldro tritici Misinensis mensurae vel aequipollenti mensura quacunque, tres fertones 
argenti usualis monetae ad pondus eiusdem civitatis Misinensis et tantumdem pro pisa, 

a) Richtiger EporedientU ^ Ivrea. 
1) txtimandam Orig. 



185 

pro maldro siliginis dimidia marca et tantum pro hordeo^), pro maldro vero avenae ferto 
generaliter persolvatiir. Et formam istius solutionis sive modum dictus dominus epi- 
scopus Misinensis una cum voluntate capituli sui ibi existentis elegit pro sc et pro toto 
clero civitatis et diocesis Misinensis, ita quod ab ista forma et via decimae solutionis 
sibi nee eis liceat recedere toto tempore quo decima debet solvi. In cuius rei testimonium 
praesentem litteram coUectoribus deputatis a nobis dedimus dicti patris domini Misi- 
nensis episcopi et capituli ac nostri sigillorum appensiönibus roboratam. Datum anno 
dorn. M^CCM^XX^ quinto, sexto Kai. Septembris. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv mit den an drei Pergamentstreifen hängenden Siegeln des Bischofs, des 
Capitels und des Probsts Rayner. 



2) ordio Orig 

No. 241. 1276. 8. Nov. 

Das BenedidinerJdoster Bosau bei Zeitz verkauft einige seiner etUfernt liegenden Besitzungen 

an das Stift Meissen, 

In nomine domini amen. Ad imprimendum memoriam praesentium futuri tem- 
poris hominibus expedit, ut acta digna memoria scripturarum elucidatione sie serventur 
integra, quod futuri temporis hominibus circa gesta veritatis evidentia pateat incorrupta. 
Hinc est quod nos Heinricus dei gratia abbas, Albero prior totusque conventus ordinis 
sancti Benedicti ecclesiae in Pozowe recognoscimus et tenore praesentium protestamur, 
quod cum propter karistiam plurimam et diversa terrarum pericula ecclesia nostra aput 
Judaeos ad usuras esset plurimum obligata, nee inde sine bonorum distractione se 
posset eripere, deliberatione habita super ipso proprietatem, quam habebamus in Kiwiz*), 
de qua propter nimiam eins distantiam modicus vel nuUus nobis usus poterat provenire, 
venerabili in Christo patri domino Witegoni Misnensi episcopo pro centum nonaginta 
et quinque marcis examinati argenti ipsam vendidimus eamque sibi et ecclesiae suae 
cum omni iure et utilitate, quae inerat vel inesse poterat in futurum, videlicet cum iure 
patronatus ipsius ecclesiae, censu, silvis, pratis, iudiciis, virgultis, quatuor mansis in 
Gezemisz^), duobus solidis in Mokeruz*'), decem aratris servientibus ter in anno, et 
viginti Septem falcibus bis debentibus metere, de communi consensu contulimus et 
resignavimus simpliciter perpetuo purae proprietatis titulo possidendam, de manso quo- 
libet fertonem unum et puUum recipiet annuatim, dantes eidem data nobis ab antiquo 
privilegia super ipso. Ut autem haec firma et inconvulsa permaneant, nee aliqua super 
ipsis in posterum suscitetur quaestio nocitura, praesentem paginam desuper conscriptam 
dicto domino episcopo et suae ecclesiae dedimus nostri et conventus nostri sigillorum 
appensiönibus roboratam. Testes huius dominus Cunradus dictus de Gozeh, dominus 
Hermannus confratres nostrae ecclesiae, dominus Ekehardus de Milbuz, Martinus de 
Stuchowe, Borasch de Luscherowe milites, Tammo de Serusen, Nicolaus de Zimz- 
zelwiz, Heinricus Quaz et quidam alii fide digni. Actum et datum Kiuuiz anno domini 
M^CC^LXXVI^ VP. Idus Novembris. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv mit den Siegeln des Abts und des Convents an von der Urkunde selbst 
abgetrennten Pergamentstreifen. 



a) Kiebiti, Eph. Leimig, b) JeiinltZf Par. Klebita. c) Mockrits, £ph. Lei«nig. 
COD. DIPL. SAX. II. 1. 24 



186 



No. 242. Um 1276. 

B. Withego beurkundet, dass die Ansprüche y welche Heinrich von Barut wegen eines Burglehns zu 
Stolpen etc, erhoben j nach der Entsclieidung mehrerer berufener Schiedsrichter nicJUig seien. 

Nos Witego dei gratia Misnensis episcopus notum facimus tarn praesentibus 
quam futuris, quod nobilis vir dominus Henricus de Barut pro se ac heredibus suis 
nobis, ut praedecessoribus nostris fecerat, pluries movit ut audivimus quaestionem, quod 
quoddam castrense feodum ab episcopo Henrico sibi ut asseruit collatum in Stolpe, 
praedecessore nostro piae memoriae, et duos mansos in Roieendorf*), ei eonferre sicut 
et praedecessores nostri fecerant contra iustitiam negaremus. Die autem praefixo in 
Jawernic**), ut eadem quaestio iustitia vel amicitia sopiretur, variis placitis hine et inde 
inter nos habitis in talem formam utriraque nos et ipse convenimus, quod in nobilem 
virum dominum Eckehardum de Milbvz, dominum Hozerum de Langenowe, dominum 
Siffridum de Bischofeswerde, dominum Conradum de Bvdessih, dominum Fridericum 
de Doberschowe milites, dominum Theodoricum plebanum de Jochgrim, Hertwieum de 
Bischofeswerde, huius rei conscios et memores compromisimus, ut per iidem nobis exhi- 
bitam, et in qua deo et nobis tenerentur, dicerent super huiusmodi impetitione dilucide 
veritatem, nosque utrimque promisimus bona fide servaturos, quicquid inter nos et 
saepedictum H. de Barut et suos heredes secundum eorum conscientiam et notitiam 
faterentur. Qui deliberato veritatis consilio manifeste protestati fuerunt, quod dominus 
H. saepedictus de Barut et sui heredes nullam haberent vel habere deberent vel possent 
actionem contra nos vel successores nostros vel Misnensem ecclesiam super praedicto 
feodo castrense, et si aliquando quaestio mota fliisset, de facto ipsa temporibus episcopi 
Henrici Misnensis praedecessoris nostri fuit amicabiliter concordata. Insuper dicebant, 
quod super mansis in Roicendorf nunquam habuissent nee haberent quicquam iuris. 
Testes huius sunt dominus Johannes plebanus de Gorlicz, C. de Salant, H. de Jawer- 
nic, Jacobus de Schonenberc plebani, Johannes curiae nostrae notarius, dominus H. 
de Schirin, Christanus de Sare, Conradus Wersinc, Wolvrammus de Panewitz, Otto 
de Kemnitz, Theodericiis de Zitzin milites, Gvnzelinus de Willentin, Schibanus de 
Stolpe, Arnoldus de Hvgeswalde et plures alii fide digni. In cuius rei testimonium 
praesentein scribi fecinuis litteram et subsequentibus sigillis sigillari nostro videlicet 
Misnensis episcopi, domini Johannis plebani de Görlitz 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit urs])rtiiiglich fünf an Pergamentstreifen befestigten Siegeln, 
von welchen das erste des Bischofs und das dritte fehlen; vorhanden sind die Siegel des Pleban Joh. von Görlitz, 
des Conradus W(Tsinc (Querbalken mit 3 darauf gelegten fünfbliittrigen Rosen) und Ottos von Kemnitz (aus- 
gerissener aufrecht stehender Baum mit Wurzeln). 

a) Rosaondorf. Par. E-ichdorf. b) Jaaornlck, Par. Kittlitz. 



187 



No. 243. Um 1276, 

Otto und Conrad Marigrafen von Brandenburg sichern dem B. Withego, der 50 Mark S. ihnen 
gemhlty Schutz für seine Besitzungen in ihren Landen, namentlich im Lande Budissin zu. 

Noft Otto et Conradus fratres dei gratia marchiones de Brandenbiirc tenore 
praesentium protestamur, qiiod cum terra nostra Budesinensis et aliae adiacentes pro- 
vinciae essent in statu tarn turbido et perverso, quod quilibet pro libitu, dei et salutis 
suae inmemores episcopatiim Misnensem non vererentur invadere spoliis, incendiis et 
rapinis. Et ut nos talibus invasionibus et iniuriis succurrere dignaremur, venerabilift 
pater dominus Withego Misnensis episcopus nostram in hoc captans benivolentiam, 
quinquaginta marcas argenti liberaliter nobis dedit. Nos igitur suis desideriis grato 
aflFectu succurrere cupientes, bona Misnensis ecclesiae omnia terris nostris adiacentia in 
nostram protectionem recipimus, volentes non solum nunc sed tempore quolibet in 
futuro, ut advocati nostri in Budesin quicumque pro tempore fuerint, ac alii nostri 
homines universi praedictum dominum episcopum et successores in possessionibus 
ecclesiae semper protegant et defensent, adiicicntes quod bona Misnensis ecclesiae 
tam libera quam infeodata in libertate tali manebunt, quemadmodum in privilegio 
nostro dato super concordia habita inter ipsum episcopum et Misnensem ecclesiam ex 
una et nos ex parte altera, plenius est expressum. Rancorem quoque, si quem liabui- 
mus contra dictum dominum episcopum, bono animo liberaliter relaxamus. Et ut inter 
nos et heredes nostros et Misnensem episcopum, qui pro tempore fuerit, omnis dissen- 
sionis matcria conquiescat, fideles nostros Lutherum de Palowe et Thyzonem de Panu- 
witz milites strenuos specialiter ad hoc pro nobis esse volumus obligatos, eorum 
accedente consensu, ut una cum aliis militibus nostris terrae Budesinensis caveant, ne 
advocati nostri, qui pro tempore fuerint in Budesin, aliquas exactiones seu iudicia 
sive iurisdictiones quascumque in bonis Misnensis ecclesiae praesumant aliquatenus 
exercere, sed in libertate illa maneant, prout in privilegio de quo supra fit mentio a 
nobis dato plenius continetur. Et ut haec ordinatio inviolabiliter observetur, praesen- 
tem litteram sigillorum nostronim appensionibus duxinuis roborandam. Testes vero 
qui huic ordinationi interfuerunt sunt hi: dominus Meinherus vir nobilis burcgravius 
Misnensis, dominus Conradus de Rithere advocatus noster in Budesin, dominus 
Lutherus de Schribersdorf, dominus Tyzo de Panuwitz nostri milites, dominus Bern- 
hardus praepositus Misnensis ecclesiae, dominus Conradus thesaurarius, dominus 
Johannes de Strele, dominus Arnoldus de Jericho, dominus Petrus de Cyce canonici 
Misnensis ecclesiae et quamplures alii tide digni. Datum . . . 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit den an Pergamentstreifen hängenden Siegeln 
der Markgr. Otto und Conrad, von denen das erstere beschädigt, das andere zur Hälfte abgebrochen ist. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 84. — Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. C. S. 15. 



24* 



188 



Xo. 244. 1277. 25. Mai. 

B. With^go reHeHii mit ZhiMimmking rfr> CapiUJs dem Schaismei^er des Hochstifts Conrad gen. 
''OH Boritz, }fez. der von die.<em zu errichtenden Jlcarie znr Efifsciädignng für die von ihm znr 
Verbcs-^entng des bi^höff. Hofis zu (Mßenrartka iiberlasseuen Aetker 60 Maas hi^köfl. Zehnten 

in der Umg^iyend ton Dresden, 

WitLigo dei gratia Misnensis episcopas universis praesented litteras inspectnris 
salotem in omniam salTatore. Com ea qnae fiuDt in tempore breviter labantur a memoria^ 
nisi ^cripto pcrennentur. expedit at acta digna memoria scripturarum eloeidatione sie ser- 
ventnr intcgra. qaod fütnri temp>iris hominibas Teritatis evidentia pateat inconupta. Hine 
e$t quod nniversis Chri^ fidelibas volumos esse notum. qaod eom in curia nostra Wartha 
propter agrorum paocitatem defectum in straminibas et pabnlo pateremur. et dominus Cun- 
radus dictns de Boroz eeelesiae nostrae the3>aurarins qnosdam agros haberet ibidem, qnos 
non facile posset excolere, pensata utriusqne nostrum commoditate fractuqae mnltiplici, 
agros ipsos com horto sito ex opposito allodii dictus thesaurarios nobis reliquit, allodio 
cum ^irgultis adtinentibus sibi ad >ineam reservato. Pro cuius restauro triginta modios 
siliginis et totidem avenae in decima nostra. quam consuevit colligi circa Dreseden« acce- 
dente consensu nostri capituli iure merae proprietatis sibi dedimus« qui ad vicariam. quam 
de \inea Wartha proponit instituere pro memoria felicis reo.^rdationis praepositi Heinrici 
et sar»rum peccatonmi remedio perpetuo pertinebunt, quos modios per ipsum coUectorem 
decimac. quicumque pro tempore fiierit cum primo coUecta fuerit, sibi vel,>ieario, cui ipsos 
deputaTcrit, volumus praesentari. Eidem qui»quc custCKli concedimus. ut dicta quinque 
maldaria Dresedensis mensurae ad usus suos quamdiu vixerit possideat. etiam si vicaria 
fuerit instituta. Postquam vero de praesentis vitae medio sublatus tiierit extuuc perpetuo 
eidem pertineant vicariae. Ut autem haec fimia permaneant nee ab aliquo successorum 
imposterum valeant inmiutari. praesentem desuper conscriptam sibi dedimus nostri et 
capituli nostri sigillorum appensionibus roboratam. Testes huius magister IVimannus 
pracp«>situs in Budessin. dominus Heydenricus canton magister Cunradus noster notarius 
canonici Misnenses, dominus Cunradus cappellanus noster, dominus Eekehardus de Milbuz. 
r.d ! - ^ dominus Hcinricus Burleban milites et quidam aüi clerici et laici tide diguL Datum Misuae 
anno domiui M . CC . IJüsL". YU*. VU'. Kalendas Junii poutilicatus nostri anno XI . 

Nüh drm Oij. im Stifuarchiv zu Meissen mit den wohlerfaaltenen Skwln des Bischi»fs und des Cipitels 
in zvei von der Urkunde ä4:Ibst abgetrennten Pergamentstreifen. 



Xo. 245. 1278. 26. März. 

Graf Albert ZH Brena meldet dem (dt in Heinrich von KMiz, dii^< er zu des^n (hinsten di'^ Adv*k^ifi' 
ZH Mügein anfyebts-^en . rfiV er «wrf .<eine Vt^rfahren votn B. zn Meiosen zu Lehen ifthobi, 

Albertus dei gratia comes in Bren nobili ^iro domino H. de Koldiz, salutem cum 
bonae voluntatis affectu. Recognoscimus et tenore praesentium publice pwtestamiur, 
quod advocatiam in Mugelin^ quam a venerabili patre domino . . episcopo Misnensi habe- 
bamus in feodo et progenitores nostri habuerant ab antiquo, domino Withigoni Misnensi 



189 

episcopo resignavimus, remittentes vos ad ipsum, ut eam ab ipso suisque successoribus 
recipiatis in feodo, quemadmodum a nobis hactenus habuistis. Testes huius illustris 
princeps dominus Syfridus comes de Annehalt, Albertus filius suus, frater Theodericus 
de Bren, ordinis templariorum , dominus Hermannus de Clekuwiz, dominus Eckehardus 
de Milbuz, dominus Martinus de Stuchowe et quamplures alii fide dignL Actum et 
datum Dreseden, anno domini >P. CC^ LXX^ VIII^ VII^ Kalendas Aprilis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; an einem von der Urkunde selbst abgetrennten Perganicnt- 
streifen liängen einige Reste des Siegels. 
Kreysig Beiträge I. S. 2;53. 

No,246. 1278. 27- Juli. 

Mark{ßraf Heinrich beurkundet, dass der Streit zicischen dem Donicapitel und den Brüdern von 
Pynewitss u. Ä. wegen des Dorfes Litschenitz durch unheditigte Verssichtleistung der Letztern 

beigelegt sei. 

In nomine domini amen. Heinricus dei gratia Misnensis ac Orientalis marchio 
universis Christi fidelibus hanc litteram inspecturis in perpetuum. Ksl quae tiunt ab 
hominibus iuste et rationabiliter, ne in oblivionem deveniant, aeternari solent patrocinio 
litterarum. Notum igitur esse volumus Omnibus tam praesentis quam futuri aevi tide- 
libus, quod cum inter Kernhardum praepositum, Sifridum decanum totumque eapitulum 
Misnensis ecclesiae ex una, et Hermannum et Albertum fratres, milites dictos de Pinu- 
witz^*) nee non Tammonem de Doblin, consanguineum praedictorum ex parte altera, 
causa super villa quae Litschenitz**) dicitur fuisset diutius agitata, coram nobis prae- 
posito, decano et capitulo praedictis pro se et ecclesia Misnensi asserentibus, dictam 
villam ad ecclesiam Misnensem cum omnibus iuribus et pertinentiis suis proprietatis titulo 
pertinere, utpote in cuius villae possessione fuerant per quinquaginta annos et amplius 
pacifica et quieta, praedictis vero Hemianno et Alberto fratribus et Tammone contrarium 
dicentibus, dictam villam ad se potiua pertinere tamquam ex successione suorum pro- 
genitorum ad se devolutam. Post multos et varios tractatus hinc inde multociens habitos 
coram nobis eaedem partes Dresden in placito provinciali in nostra praesentia consti- 
tutae , saepedicti Hennannus et Albertus fratres et Tammo plus iustitiam et aequitatem 
intueri eupientes quam bona transitoria iniuriose possidere, nobis adhuc sedentibus pro 
tribunali multis nobilibus et aliis praesentibus fide dignis publice recognoverunt, se nihil 
iuris in bonis habere penitus antedictis, prout super hoc instructi essent tam ab amicis 
eorum senioribus quam ab aliis incolis terrae nostrae, quibus plene coostare potuit idem 
factum, quod Tammo pater eorum et Hermannus frater eiusdem pater nunc Tammonis, 
bonae memoriae praedictam villam transtulerunt in ecclesiam ]VIisnensem iusto contractu 
emptionis et venditionis interveniente, proprietatis titulo perpetuo possidendam longe 
i-etroactis temporibus, etiam antequam praedicti Hennannus et Albertus et Tammo, qui 
nunc sunt superstites, nascerentur, omni solenipnitate iuris et facti accedente, quae in 
huiusmodi alienationibus cousuevit apponi. Kenuntiantes nihllominus in eodem nostro 
placito provinciali omni iuri, si quod eis conpeteret in dicta villa vel posset competere 
in futuro. Et oe alicui super dicta renuntiatione et processu superius habito dubietas 

a) Pinnewlts, Par. ZlegenhAin. b) LQtsschnltz, Par. Zschochau 
1) Ptntmit» B. 



188 



No. 244. 1277. 25. Mai. 

R Witlwgo verleiht mit Zustimmung des Capifels dem Schatjsmeisfer des Hochstifts Conrad gem. 
ton Boritz^ hez, der von diesem zu errichtenden Vicarie zur Entschädigung für die von ihm zur 
Verbesserung des hischöfl. Hofes zu Oberuartha iiberlassenen Äecker 60 Maas hisclwfl. Zehnten 

in der Umgegend von Dresden. 

Witliigo dei gratia Misnensis episcopus universis praesentes litteras inspecturis 
salutem in omniiini salvatore. Cum ea quae tiiint in tempore breviter labantur a memoria, 
nisi s(!rii)to perennentur, cxpeclit ut acta iligna memoria scripturanim elucidatione sie ser- 
ventiir integra, quod ftituri temporis hominibiis veritatis evidentia pateat incorrupta. Hinc 
est qnod universis Christi tidelibus volumus esse notum, quod cum in curia nostra Wartha 
j)roi)ter agrorum paucitatem defectum in sti-aminibus et pabulo pateremur, et dominus Cun- 
radus dictus de Boruz ccdesiae nostrae tliesaurarius quosdam agros haberet ibidem, quos 
non facile posset excolere, pensata utriusque nostrum commoditate fructuque multiplici, 
agros ipsos cum horto sito ex opposito allodii dictus tliesaurarius nobis reliquit, allodio 
cum virgultis adtinentibus sibi ad vineam reservato. Pro cuius restauro triginta modios 
siliginis et totidem avenae in decima nostra, quam consuevit colligi circa Drcseden, acce- 
dente consensu nostri capituli iure merae proprietatis sibi dedimus, qui ad vicariam, quam 
de vinea Wartha proponit instituere pro memoria felicis recordationis praepositi Heinrici 
et suorum peccatorum remedio perpetuo pertinebunt, quos modios per ipsum coUectorem 
dechnae, quicumque pro tempore fuerit cum primo collecta fuerit, sibi veLvicario, cui ipsos 
deputaverit, vohimus praesentiiri. Eidem quoque custodi concedimus, ut dicta quinque 
maldaria Dresedensis mensurae ad usus suos quamdiu vixerit possideat, etiam si vicaria 
fuerit instituta. Postquam vero de praesentis vitae medio sublatus fuerit, extunc perpetuo 
eidem pertineant vicariae. Ut autem haec firma permaneant nee ab aliquo successorum 
imposterum valeant immutai-i, praesentem desuper conscriptam sibi dedimus nostri et 
capituli nostri sigillorum appensionibus roboratani. Testes huius magister Tylmannus 
praepositus in Budessin, dominus Heydenricus cantor, magister Cunradus noster notarius 
canonici xMisnenses, dominus Cunradus cappellanus noster, dominus Eckehardus de Milbuz, 
7»s f Jl 'f >. dominus Heinricus Burieban milites et quidam ah"i clerici et laici fide digni. Datum Misnae 
anno domini W\ CC". LXX". VIP. VU". Kalendas Junii pontilicatus nostri anno XP. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meisscn mit den wohlerhaltenen Siegeln des Bischofs und des Capitels 
an zwei von der Urkunde selbst abgetninnten Pergamentstreifen. 

No. 245. 1278. 26. März. 

Graf Albert zti Brena meldet dem edehi Heinrich von Koldis, d(m er su dessen Gunsten die Ädvocatie 
zu Mügehi aufyelassen , die er und seine Vorfahren vom R zu Meisscn zu Lehen (jeltabt. 

Albertus dei gratia comes in Bren nobili viro doinino II. de Koldiz, salutem cum 
bonae voluntatis affeetu. Recognoscinms et tenore praesentium publice protestamiir, 
quod advocatiaiu in Mugelin, quam a venerabili patre domino . . episcopo Misnensi liabe- 
bamus in feodo et progcnitores nostri liabuerant ab antiquo, domino Witlügoni Misnensi 



V' 



episcopo resignavimus, remittentos > 
recipiatis in feodo, queniadintuhnr. 
priiiceps doniinii» Syfridus eomos li: 
deBren, ordinia templarioniin . i: : 
de Milbuz, dominus Martinns^ li 
datinn Dreseden, anno doniini > 

Nach dem üri^'. im Stitt>a::.: 
strcifpii Iiäii^'cn iMiiige lieste des Mt. I* 
Ki-eysig Beiträge I. S. i* ;v 



>•!' 



Markfjraf Heinriclt beurhuf^-^ 
Pt/neirit;^ ?/. A. wegen d'.^ 1* 



In nomine di.»ni:i: hk- • 
universis Cliristi tideli^:?^ 'lii" 
iHnninilms iuste et ran a.ii»trr:" 
litterarnm. Notimi iinnr *- 
libiis, quod cum intcf }*^r»s-'^' 
Misnensis eccleiiiac tz ra- '' 
witz*"*) nee non Tanni.'iHr 
causa super vilk (for -^^"^ 
posito, decano < laasm *"^ 
villam ad ecclesiiaL Ji«w?« * ^ 
pertinere, utjffft na»*" 
pacifica et qnSa« tobh«^- ' "^ 
dicentibus. önsk 
genitonim ac fr 
eoram iKttö«^ 
tutac. 8aKiir:iBfir. 
intueri ♦icjfi 
tribunaJ] 
iuris ig IUI 
eoroB 
factnk. um! 



:#-- 
i."*> 



-I'i 




- - 2U 

—:- ri giiar- 

'" '. äinceram 

leriti» exi- 

ismodi quae 

lUS annuentes 

strae, gloriosae 

. miriiieus extitit 

le festivitatibus et 

ontriti accesserint et 

j: rdaxamus, si tarnen 

intini, pracsentibus vobis 

fiddes populi ad caritatis 

Btiae aptiores. Datum 

Jul. pontiticatus nostri 



190 

oriatiir, praesentem litteram ad petitioiiem partium sigilli iiostri munimine duximus 
roboraiulam. Actum et datum Dresden in nostro provinciali placito anno domini 
M". CG". LXXVUP. VP. Kai. Augusti, praesentibus testibus infra scriptis dominis 
TicMinianno iuvene langravio*-), Ottone burgravio de Donin, Ekehardo de Milbuz, Alberto 
dai)ifero de Hurne"*), Ileinrico de Waldowe, Rudegero Schachowe*), Heinrico de Gain*), 
^•1)1 Vlrico de Papirzcan*') et aliis nobilibus et militibus fide dignis. 

Nucli zwoi Ori^g. im Stiftsarckiv zu Meissen, an welchen mit grünen und gelben seidenen Fäden befestigt 
das grosso Ut»it(»rsiog(^l dos Markgrafon Heinrich sich befindet. 
AVilkii Ticemannus. Cod. dipl. p. 34 sq. 

2) Lantj/ravio 1\. 3) BurnU B. 4) de Schachoice B. 6) Onne B. (I) Papirschen B. 

No. 247. 1278. 13. Aug. 

J^. Withe(/o trifft mit Zusiefkung des Capitels Bestimmungen über di^ Vertcaltung der Probenden und 
Ohvdiai::en und die von dem lienttneider zu bestimmten Zeiten jsu gewäJiretiden Gelder und NcUuralietu 

No8 Witigo dei gratia iMiRnensis episcopus notum facimus universis et praeseoti 
pagina protestamur, quo<l cum ex mala administratione praebendarum ecclesiae Misnensis 
»inguli canonici ciusdem ecclesiae obmittendo vices suas, confusiones hinc inde ex 
divinorum obmissione nuiltae et plurimae orirentur, clamosa insinuatione hominum ad 
nos perveniente acceasimus ad capitulum Misnense. Investigata causa supradictae con- 
fusionis adiunctis nobis a dicto capitulo licrnhardo praeposito maiori, Cunrado archi- 
diacono Nisicenai, Thcodcrico praeposito Hudissinensi et Cunrado custode canonicis 
Misnensibua, promisit antedic4;um capitulum et singuli de capitulo in virtute sanctae 
obcdientiae tidc niliilominus super hoc ab omnibus et singulis fratribus capituli in nostris 
manibus pracstita corporali, se gratum et ratum habituros et servaturos, quicquid per 
nos cpiscopum Witigoncm, B. pracpositum maiorem, C. archidiaconum Nisicensem, Tb. 
prac|K>situni Kudissincnsem et C. custoilem arbitros antedictos ad evitandam huiusmodi 
confusioncm , et ad tcmiK*stivam adnünistrationem ])raebendarum suis tenninis faciendam 
ordinatum tiierit et diflinitum. Nos igitur una cum coarbitris nostris diiigeuti discussione 
praehabita et tract^Uu de temiK'stiva administratione praebendarum suis terminis singulis 
canonicis facienda, sie statuimus, ordinamus et difßnimus, quod cellerarius fratrum 
capituli« qui pro tem|H>re fuerit, hiemalem annonam bonam ante Epiphaniam domini 
singulis canonicis integraliter ministrabit; aestivalem ante Invocavit censum consuetum 
in festo Walpurgis scilicet duo talenta cum obedientiis, quae debentur eodem termino, 
in festo In^ati Michaelis tria talenta, in festo beati Martini obedientii\s consuetas, item 
alias obeilientias suis tenninis sine diminutione similiter ministrabit. Si vero dictus 
ivllerarius annonam supradictam et obeilientias supradictas nunlo supradicto venienti 
quolibet tennino supradicto iH>stea infra quatuor septimanas integraliter non ministra- 
verit nulla admonitione praemi$s;[i cadat a i'clleraria ipso facto. Item omnes et singuli 
olKHlientiarii denarios consueti>8 singulis fratribus capituli venientibus terminis suis, 
{K^stea infra quatuonlecim dies modo wnsueto sine diminutione qualibot persolvent. 
Qui ven> negligens fuerit in quoliln^t tennino supradicto, ipso facto ab olHxlientia sua 
cadat et in wmmunes usus auivertatur fratrum capituli intcgnuorum. Sane si dictus 
wUerarius vel dictus olHnlientiarius |K>st ti'rminum taliter neglectum se intromiserint 



191 

de dicta cellerariaVel obedientia per negligentiam taliter vacante, ipsum ex nunc prout 
ex tiinc in bis scriptis excommunicamus. Et si per mensem induratus in exeommuni- 
catione perstiterit, post mensem ipso facto cadat a praebenda sua et ab omnibus iuribus, 
quae in ecclesia Misnensi noscitur possedisse. Si vero aliquis canonicus talem contu- 
macem cellerarium vel obedientiarium defensaverit, vel consilio ipsum vel auxilio iuvare 
praesumpserit, ipsum ex nunc prout ex tunc in bis scriptis excotnmunicamus. Hospitale 
eodem iure et privilegio in solutione praebendarum cum aliis canonicis gaudebit, et non 
solvens ipsi hospitali praebendam suam, incurret poenas et sententias supradictas. Item 
mel debitum fratribus capituli cum quatuor talentis cerae dabitur infra octavam Martini, 
medo, pulli, denarii dominicales, anniversarii et denarii in festis, qui dantur in choro, 
dabuntur terminis suis et hora consueta. Qui vero non solvent hora debita, ipsum non 
solventem ex nunc prout ex tunc tarn diu suspendimus in bis scriptis ab ingressu 
ecclesiae, donec integraliter solvent omnia et singula supradicta. Si vero dictus cellerarius 
vel dicti obedientiarii propter negligentiam suam ceciderint ab obedientiis suis, nihilominus 
solvent censum illius termini, in quo negligentes fuerunt infra quatuordecim dies a tem- 
pore negligentiae, si ipsum censum vel partera eiusdem receperunt Alioquin suspensi 
sint ab ingressu ecclesiae taradiu, donec singula recepta restituant fratribus capituli 
supradictis. In cuius rei testimonium praesens statutnm nostri et capituli nostri sigil- 
lorum munimine duximus roborandum. Actum et datum Misnae in capitulo nostro 
anno domini millesimo ducentesimo septuagesirao octavo Idus Augusti, pontificatus 
nostri anno duodecimo. 

Nach dem Oiig. im Stlftsarchiv zu Meissen mit den Siegeln des Bischofs und des Capitels an Pergament- 
streifen. 

No. 248. 1279. 2. Juli. 

B, WitJiego verleiht denen, welche an gemssen Festtctgeti hussfertig die Franci^canerkirclie zu 

Nordhausen hesuclien, vierzig Tage Ählass. 

Witego dei gratia ecclesiae Misnensis episcopus dilectis in Christo fratri guar- 
diano totique conventui fratrum ordinis minorum domus Northusensis salutem et sinceram 
in domino caritatem. Pro divina reverentia deoque gratis vitae vestrae meritis exi- 
gentibus delectamur vos persequi dono gratiae specialis, praesertim in huiusmodi quae 
salutem promovent animarum. Inde est, quod devotionis vestrae precibus annuentes 
Omnibus vere poenitentibus et confessis, qui in dedicationis ecclesiae vestrae, gloriosae 
virginis Mariae et beati Francisci confessoris, qui sacri ordinis vestri mirificus extitit 
institutor, sancti Antonii professoris eiusdem necnon beatae Clarae festivitatibus et 
octo diebus immediate sequentibus ad eandem ecclesiam vestram contriti accesserint et 
confessi, quadraginta dies de iniuncta sibi poenitentia misericorditer relaxamus, si tarnen 
consensus accesserit venerabilis patris domini archiepiscopi Moguntini, praesentibus vobis 
perpetuo valituris, ut per huiusmodi salutaria pietatis subsidia fideles populi ad caritatis 
opera auctore domino invitentur et per ea divinae reddantur gratiae aptiores. Datum 
Northusae anno domini M^ CG**. LXX^. VIIII^ VI'*. Non. Jul. pontificatus nostri 
anno XIIL 

Aus Grundmanns cod. dipl. I. 8. 204 im K Haupt -Staatsarchiv zu Dresden. 



/. ^. XX//i. 



192 



No. 249. 1279. 6. Oct. u. 10. Dec. 

Der AU des SchoUenkhsters und der Prior des Weissfraue^ikhstcrs zti Erfurt erUären einen Erlass 

des Probst J^einherus de Orio im Original gesehen mi Imien, der hier wörtlich mitgetheiJt wird, wonach 

der B, von Meissen bereits am 22. Sept. 1277 m Magdeburg mit der Excommunication belegt wegen 

beharrlidier Verweigerung des pühstl. Zehentens abermals excommunieirt und befohlen wird, dies 

öffentlich m verkündigen und jeden Verkehr mit ihm m^ vermeiden. 

a 

Nos L^ dei gratia abbas monastcrii sancti Jacobi Scothorum in Erfordia et 
Theodericus prior albarum dominarum Erfordensiura recognoscimua et praesentibus lit- 
teris sigillorura nostrorum appensione signatis publice protestamiir, quod anno domini 
M*". CG". LXXIX^ proximo die dominico ante Luciae litteras infra scriptas non can- 
cellatas, non abolitas nee in parte sui aliqua vitiatas vidimus et audivimus in haec verba: 

Reynherus de Orio praepositus Clauarii et canonicus Leodiensis coUecto r decimae 
in Coloniensi, Bremeusi et Magdeburgensi provineiis ac diocesi Caminensi per sedem 
apostolicara^) deputatus, universis . . pracpositis et . . decanis ac ecclesiarum sive cap- 
pellarum rectoribus in provincia Magdeburgiensi constitutis salutem in domino. Peccantis 
culpa eo iustius puniri^) meruit, quo per abusionem superbiae decumbens^) diuturnius 
in peecato humiliando commissa non diluit, sed malum malo accumulans iustitiae mini- 
stros contra sc iuste provocat ad vindictam. Quod utinam dominus . . Missenensis 
episcopus apud se in secreto exaniine saniori ductus consilio discussisset, ne renueret 
animo indurato inductionem salubrem monitionis canonicae, qua eum auctoritate apo- 
stolica^) monuimus ac per alios moueri fecimus, ut nobis de proventibus suis episcopa- 
libus secundum Constitutionen! domini G. papae X. decimam solveret cum eflFectu. Sed 
hoc non tantum efticere non curavit, sed quod deterius est, ipse nos quominus negotium 
collectionis decimae nobis auctoritate apostolica*) commissum exequi possemus inpedivit 
ac per alios inpediri procuravit, iubens omnibus suis clericis suae dioc^sis, quod decimam 
non solverent ullo modo. Quamobrem nos ipsum . . dominum Missenensem episcopum 
eadem auctoritate apostolica*) excommunicavimus et excommunicatum in scriptis denun- 
tiavimus in die beati Mauritii in coro Magdeburgensi sub anno domini W. GG** septua- 
gesimo septimo praesentibus quam pluribus de canonicis et clericis ipsius ecclesiae et 
etiam multitudine laycorum ad hoc vocatorum et rogatorum. Sed idem episcopus 
sententiam ipsam praesumptione dampnabili contumaciter sustinuit et adhuc sustinet 
animo indurato. Quare vobis singulis ac universis sub poena excommunicationis latae 
sententiae in I^ugdunensi generali concilio, quam per praesens scriptum in vos ferimus, 
si mandati iiostri fueritis transgressores, districte praecipiendo mandamus, cum eins 
crescente contumacia crescere debcat et poena, quatenus ipsum . . dominum Missenensem 
episcopum, quem in his scriptis auctoritate apostolica*) denuo excommunicamus, excom- 
municatum publice nuntietis et ab omnibus artius evitandum singulis diebus dominicis 
et festivis. In cuius rei testimonium praesentes litteras sigilli nostri mandavimus appen- 
sione muniri. Datiun Viterbi sexta die intrante Octobri anno domini M^ GG". lAXTS**. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv; das Siegel fehlt. 



1) aff09tolicaiH Orig. 2) punituri Orig. 3) decunbem Orig. 4) appostolicn Orig. 



193 



No. 2o0. 1281. 8. Jan. 

Br, Paulus, B, von Tripolis u. apostol, Nuntius befiehlt den B. von Meisscn, den B, zu Mersehmj 

und den Erwählten von Naumlurg und dessen Capitel in den Kirc/ien seiner Diöces als mit dem 

Kirchenbann Belegte öffentlich versündigen zu lassetu 

Frater Paulus de online fratrum minorum permissione divina Trii)olitaiiU8 
episcopus, apostolicae sedis nuntius specialis, venerabili in Christo pati'i et amico karissimo 
domino . . dei gratia Missinensi episcopo cum sincera dilectione salutem. Dudum Mers- 
burgensi et Nevnburgensi episcopis ac capitulis, eorumdem statu et conditione suarum 
ecclesiarum diligeuti meditatione pensatis, certam prociu-ationis nostrae solvendam nobis 
imposuimus quantitatem, et quia in tenninis eisdem praefixis provisionem impositam 
non solverunt eandem, excommunicationis in personas et interdicti in eorum ecclesias 
incuiTerunt sententias ipso facto. Verum inobedientias ipsorum non valentes aliqua- 
tenus tolerare per fratres praedicatores et minores locorum provinciae Saxoniae 
excommunicatos auctoritate apostolica dictos praelatos mandavimus nuntiari. Qui licet 
de dicta impositione partem exolverint, occasione tamen residuae quantitatis dicti praelati 
excommunicati et interdicti remanere contumaciter voluerunt. Postmodum vero dicto 
Nevnburgensi episcopo viam universae carnis ingresso . . praepositus ipsius ecclesiae in 
episcopum Nevnburgensem electus multipliciter aggravavit fratres minores suae diocesis 
ad liospitalitatis beneficium, non sine Romanae ecclesiae et nostro contemptu. Quocirca 
Paternitäten! vestram rogamus et bortamur attente, vobis auctoritate apostolica sub 
excommunicationis poena, quam in vos ferimus in bis scriptis, si mandatimi nostrum in 
bac parte contempseritis adimplere, nihllominus iniungentes, quatenus praedictos . . 
episcopum Mersburgensem et electum ac capitulum Nevnburgense tam diu excommuni- 
catos per vos et alios in ecclesia vestra et aliis ecciesiis civitatis ipsius ac diocesis vestrae 
publice nuntiare curetis, donec nobis satisfaciant et ab luiiusmodi fratrum molestiis resi- 
piscant. Datum \yiennae anno domini millesimo CG". LXXXP. die Mercurii post festum 
Kpiphaniae. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden; das auf der Rückseite der Urkunde aufgedrückt 
gewesene Siegel in dunkelgrünem Wachs ist abhanden gekommen. 



No. 251. 1281. 8. Aug. 

B. Withego eignet den Domherren M. Tihminn gen, von Torgau , Probst zu Budissin, und Conrad 

von BoritZy Schatzmeister des IlocJistifts, sieben von ihnen erkaufte Hufen Landes zu Kaufbach hei 

Wilsdrtif, über deren Erträgnisse sie Im Stiftung ihrer Jahrgedächtnisse in der Domiirche zu 

verfügen gedenken. 

In nomine domini amen. Nos Withego dei gratia Misnensis episcopus ad noti- 
tiam praesentium et ad memoriam futurorum pervenire volumus, quod dilecti filii 
magister Tilmannus praepositus Budesinensis dictus de Turgowe et dominus Conradus 
de Boruz tbesaurarius ecclesiae nostrae, canonici Misnenses, Septem mansos solventes 

COD. DIPL. KAX. II. 1- 25 



— 194 

singiilis annis quinque talenta et quinqne solidos denariorum Vribergensium et viginti 
octo piillos, iure feodali a nobis et eeclesia nostra possessos a laycis ab eo tempore quo 
non exstat memoria, emerunt et comparaverunt a Bortone layco, tilio Bortonis de Vriberc 
pro sexaginta Septem marcis et uno fertone Vribergensis argenti, petentes a nobis dili- 
gentia cum exacta, ut proprietatem dictorum mansorum ipsis dare vellemus ordinandi 
et disponendi de eis in eeclesia nostra vel capitulo Misnensi pro remediis suarum ani- 
marum, deum liabendo prae ocidis, prout eorum esset beneplacitum voluntati. Nos vero 
considerantes eorum propositiim esse pium et laudabile, eorum precibus inclinati dictos 
Septem mansos sitos in villa^) Cofbach, a dextris ubi de oppido Wilandesdorf intratur 
ad dictam villam, cum piscationibus, pratis, pascuis, silvis, virgultis, nemoribus, iuribus, 
iudiciis et cum omni iitilitate, quae nunc inest vel in futurum poterit inesse, in proprium 
damus totius nostri capituli Misnensis accedente consensu praeposito Budesinensi et 
thesaurario ecclesiae nostrae ante dictis, de ipsis faciendi, ordinandi, disponendi et 
statuendi quemlibet de sua medietate in eeclesia vel capitulo Misnensi pro remediis 
suarum animarura, quicquid eis placuerit vel visum fuerit melius expedire, nobis et 
successoribus nostris in ante dictis mansis nihil iuris in posterum reservantes. Census 
auteni dictorum mansorum dandus est, dimidietas in festo beati Martini cum viginti octo 
pullis et alia dimidietas in festo beatae Walburgis, hoc est de quolibet manso quindecim 
solidi bonorum denariorum Vribergensium et quatuor puUi sunt saepedictis dominis 
aequaliter dandi vel cui assignaverint sine diminutione qualibet persolvendi. Praeterea 
dominus praepositus et thesaurarius supradicti habebunt aequalem portionem in mansis 
et bonis superius expressis et pro diviso vel indiviso, prout eis vel quibus dederint aut 
assignaverint placuerit, possidebunt Et omne commodum vel incommodum, quod in 
possessionibus praemissis acciderit vel evenerit in captando vel evitando lucro, sine 
dolo et fraude, quamdiu pro indiviso possident, aequaliter sustinebunt Et ne alicui 
super praedicta emptione et donatione a nobis de consensu capituli nostri ipsis facta 
dubietas oriatur, sigillorum nostrorum, nostri et capituli Misnensis munimine praesens Pri- 
vilegium duximus^) roborandum. Actum et datum Misnae anno domini M^CC^LXXXI^ 
VP. Idus Augusti pontificatus nostri anno quinto decimo. 

Nach zwei Origg. im Stiftsarchiv zu Meissen. Die Siegel des Bischofs und des Capitels hängen bei A. an 
Fäden von rother und grüner Seide, bei B. an Pergamentstreifen , doch ist das des Capitels hier abgeschnitten. 



1) Villa fehlt in B. 2) duximitt pr<ieee7u priv. rob. B. 



No. 252. 1282. 18. März. 

B, Witliego leiht der Gattin Friedrichs von Bor Margardha 5 Mark im Dorf Wysnen, welclie dieser 
von ihm zu Lehen trägt, zu Leihgedinge und bestellt ihren Vater Heinrich von Nossen zum Vormwid, 

Wytego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus universis Christi fidelibus, ad 
quonim notitiam pervenerit praesens scriptum, salutem in domino sempiternam. Ne 
ea quae fiunt in tempore, pariter cum temporis inconstantia evanescant, prudentis est 
consilium, ut acta digna memoria scripturarum elucidatione sie serventur integra, ut 
usque ad occursum futuri temporis circa gesta veritatis evidentia pateat incorrupta. 



195 

Notum igitur esse volumus tarn posteris quam moclernis, quoil nos domnae Marg:aretliae 
iixori Friderici de Bor quinque marcas argenti in villa Wysnen*), qiias idem Fridericus 
a nobis iure feodali dinoscitur possidere, petente antefato Friderico et consentiente, 
titulo donationis propter nuptias, quod vulgariter lipgedinge nuneupatur, liberaliter cön- 
tulinms omni sollempnitate iuris et facti quae in huiusmodi concessionibus requiritur 
observata, ita quod praefata domna Margaretha praelibatas quinque marcas argenti 
iure praeliabito teneat et possideat, si dictus Fridericus maritus eins praemortuus 
tuerit, vitae suae temporibus pacifice et quiete, volentes ut Heinricus de Nuzzyn pater 
ipsius domnae Margaretliae tutelam eiusdem domnae Margarethae in quinque marcis 
gerat et habeat memoratis. Ut autem huius nostrae concessionis rationabilis dispositio 
debitam sortiatur roboris firmitatem, et ne cuiusquam possit in posterum sinistrae inter- 
prctationis calumpnia immutari, saepedictae domnae Margarethae praesentem paginam 
in testimonium dari fecimus sigilli nostri munimine roboratam. Datum in Cella anno 
domini millesimo ducentesimo octogesimo secundo, quinto decimo Kalendas Aprilis, pou- 
tificatus nostri anno sextodecimo, praesentibus Heinrico priore Cellensi, Rudegero 
monacho dicti monasterii, magistro Cunrado nostro notario, Cunrado nostro capellano, 
Heinrico de Nuzzyn, Friderico de Maltitz, Martino de Stuchowe, et aliis quam plurimis 
tam clericis quam laycis fide dignis. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv mit dem beschädigten Siegel des Bischofs an einem 
Pergamentstreifen. 



I WeitAchcnhainf Par. 8uucha (101)6 Whinana, vgl. no. 39). 



No. 253. 1282. 15. Sept. 

B, Ludölf SU Naumburg heurhumletj dass bedrängt von der Schuldenlast^ die er von seinein Vorfahr 

übernommen y l^^l^ Hufen Landes mit Zustimmung seines Capitcls an den Budissiner Frohst M. 

Dietrich zu freiem Eigcnthum der Dofnkirche zu Meissen verkauft worden seien. 

• Nos Lutolfus dei gratia Nuenburgensis ecclesiae episcopus ad notitiam tam 
praesentium quam futurorum volumus pervenire, quod cum ecclesia nostra gravi oppressa 
esset onere debitorum, quam per venerabilem in Christo patrem et dominum Meinhenim 
praedecessorem nostrum bonae memoriae in mille et centum marcis et amplius obligatam 
recepimus*), redditusque eiusdem ecclesiae pertinentes ad mensam episcopalem alienatos 
per ipsum ita inveninms tenues et exiles, quod de ipsis redditibus dictum onus debitorum 
non solum attenuare vel diminuere non potuinnis, immo crescebat de die in diem vehe- 
mentius et in tantum, quod iam eidem ecclesiae nostrae, nisi ei celeri et maturo suc- 
curreretur consilio, dampna irrecuperabilia inevitabiliter imminebant. Nam alicubi apud 
Judaeos absorbebamur usurarum voragine, alicubi bona ecclesiae nostrae videlicet 
castrum Tyfenowe'), Ztrele et Dolen civitates nee non opidum Nerchowe*') cum 
Omnibus eorum attinentiis obligata erant titulo pignoris, alicubi vero fideiussores nostri 
a creditoribus nostris moniti secundum fonnam promissionis eorum iacere cogebantur 



1) rvjierimiw im Traniisainpt rom 4. Nov. 1350. 

a) Tiefenaii. Par. Spantbor«. b) Die Stftdto Strohla, Dahlcii, Nvrchau. 

25* 



196 

morc fideiussorio cum magno iiostro et ccclesiae iiostrac dispendio sive dampiio. Unde 
nos post multos et varios tractatus super his, quae praemissa sunt, cum praeposito, 
decano totoque capitulo ccclesiae nostrae habitos, post diversa quoque inter nos et ipsos 
communicata consilia, nee non post deliberationes multiplices, quibus saepe saepius cum 
eisdem dominis satis efficaciter et cum summa diligentia inhaerere studuimus, qualiter 
ipsam ecclesiam nostram eriperemus a diversis ei periculis imminentibus ex causis prae- 
habitis, consilium nobis aliud non occurrit, nisi ut fieret aliqua bonorum nostrae ccclesiae 
alienatio, ut sie recepta pro ipsis bonis pecunia praelibatam ecclesiam nostram eripiamus 
ab imminentibus periculis et absolvamus ab ipsis memoratis oneribus debitorum. Huic 
igitur inhaerentes consilio, quo nobis ut praemittitur sanius non occurrit, honorabili viro 
nobis in Christo dilecto magistro Theoderico Budesinensi praeposito in >illa Zalezen*') 
iuxta Ztrelis sita duodecim mansos et dimidium, quorum quilibet mansus annuatim 
diuudiam marcam boni argenti solvit et unum malder avenae in censu, pro centum et 
Septem marcis argenti et uno fertone ponderatis cum pondere camerae nostrae, quas 
nos totas recepisse fatemur et in solutionem debitorum praemissorum integraliter con- 
vertisse, vendidimus interveniente iusto emptionis et venditionis titulo et eosdem mansos 
ad preces eiusdem praepositi Budesinensis ccclesiae Misnensi in perpetuum donamus 
et iusto proprietatis titulo possidendos perpetuo tradimus cum pratis, pascuis, virgultis, 
viis et inviis, serviciis, iuribus, cum omni iudicio quantum ad dictos mansos magno et 
parvo, in villa et in agris et cum Omnibus utilitatibus , quae nunc insunt vel inesse 
poterunt in futurum, sicut antedicti mansi ad ecclesiam nostram libere pertinebant retro- 
actis temporibus, de totius capituli nostri voluntate unanimi et consensu. Census autem 
praedictorum mansorum dimidietas, videlicet tres marcae et dimidius ferto in festo beati 
Michaelis, et alia dimidietas videlicet tres marcae et dimidius ferto in festo beatae Wal- 
purgis solvendus est et pondere nostrae episcopalis camerae ponderandus. Supradicta 
autem avena videlicet duodecim maldra et sex modii solvi debent ante festum omnium 
sanctorum mensura Ztrelensi et duci propriis expensis et laboribus rusticorum ad dictos 
mansos pertinentium ad duo miliaria secundum voluntatem domini, prout ducere anti- 
quitus dicti rustici consueverunt. In cuius rei testimonium praesentem litteram sigilli 
nostri munimine duximus roborandam. Nos quoque Bruno praepositus dei gratia, Kune- 
mundus decanus totumque praefatum capitulum ccclesiae Xuemburgensis ad exprimen- 
dum consensum nostrum voluntarium praedictae venditioni et donationi sigillum capituli 
nostri similiter apponi iussimus huic scripto. Testes huius rei venerabilis dominus 
Heinricus Mersburgensis electus, Bruno praepositus Nuenburgensis, Daucmannus^) 
custos Mersburgensis, Petrus scriptor canonicus Misnensis, magister Martinus canonicus 
Cycensis, dominus Boto de Torgowe et dominus Heyso de Schapowe milites et alii 
clerici et laici tide digni. Actum et datum Mersburc in aestuailo parvo dicti custodis 
Mersbiu'gensis , anno domini M^ CC^ LXXXII^ XVIP. Kai. Üctobris, pontiticatus 
nostri anno secundo. 

Nach dem Orig. im Stiftsardiiv zu Meissen mit den wohlerhaltenen Siegeln des Bischofs und des Capitels 
zu Naumburg an Pergamentstreifen. 



c) tjalilasHan, Par. Strehla. 
2) Dancinanus Tranofl. v. 13Ö0. 



197 



No. 254. 1283. 6. Febr. 

AU Burchard und der Convent zu AUzella beurhindm, dass &ie bedrängt durch Mangel und Noth 

10 Hufen Landes an den Protomtnr des Markgrafen Heinrich M. Gebehard verkauft, der sie der 

Domkirche als bleibendes Eigenthum übergeben hübe. Vgl No. 280 und 29A 

Burcbardus nutu divino abbas, Henricus prior, totiisque saneti Cellensis mona- 
steril conventus ordinis Cysterciensis, omnibus pie in Cbristo viventibus et praesentem 
litteram intuentibus, cum sediilo orationum studio, prosperitatis statum in praesenti 
seculo et aeternae quietudinis gloriam in fiituro. Quia sieut divina disponente Provi- 
dentia fragilis est hominum vita, sie et eorumdem labilis esse dinoscitur memoria, ut 
ea, quae a fide dignis aguntur aut ex bonae fidei contractibus ordinantur, deficientibus 
bominibus ac labente tempore in oblivionem ducantur, si non scriptorum exemplis circa 
posteros ob perpetuae recordationis memoriam in testimonium relinquantur. Hiiius 
ergo rei causa est, quod nos universi et singuli nostri conventus et cenobii tenore prae- 
sentis paginae recognoscimus et cum protestatione generali publice profitemur, quod cum 
dictum nostrum monasterium, immo nos omnes et singuli, vice et nomine eiusdem 
monasterii, tum propter immoderatam hospitalitatis pressuram frequentem , tum propter 
varia et irrecuperabilia principibus ceterisque terrae nobilibus impensa servitia fuisse- 
mus et adhuc simus adeo gravi depressi onere debitorum, quod usuris de die in diem 
nobis crescentibus ipsum debitum pro viribus nostrae possibilitatis nullatenus attenuari 
valeret, sed quadam voragine se continua dilataret, in tantum, quod propter varios 
necessitatum nostrarum defectus conceperamus conventum nostrum distrahere et ad 
alia loca seu monasteria nostri ordinis singuli declinare. Et cum tamen in huiusmodi 
perplexitate laboraremus haesitantes quid potius nobis congrueret faciendum, post 
multos inter nos tractatus babitos omnibus et singulis placuit et tutius ac utillus visum 
fuit, aliquas proprietatum possessiones nostri mojiasterii alienatione perpetua distrahere, 
quam possessionibus retentis post lapsum temporis usurae usurarum nos involvi et in 
profundum debitorum sine spe relevaminis nos inmergi. Provida itaque ut diximus 
inter nos deliberatione babita, omnium et singulorum in hoc resedit consilium et vohm- 
tas, quod decem mansos, quos habuimus in villa Chagan"), infra Misne et Lomatz 
Sita, cum iudiciis, servitiis necnon cum omnibus iuribus seu utilitatibus, quae nunc 
sunt aut in futurum poterunt pro venire, et cum eadem proprietate et libertate, quem- 
admodum nos nostrumque monasterium eosdem mansos possedisse dinoscimur, per 
modum alienationis perpetuae iustoque emptionis et venditionis interveniente titulo, 
eleganti viro et omni Providentia perspicuo, domino et magistro Gebehardo, iHustris 
principis domini nostri marchionis Misnensis prothonotario, pro centuni sexaginta et 
sex marcis argenti examinati in proprium vendidimus et venditos sibi liberaliter resi- 
gnavimus, nihil penitus iuris in bis decem mansis nobis et nostro nionasterio reservantes. 
Öed eo grat^ntius et libentius renunciationem voluntariam facicntes, quia praefatus 
dominus et magister Gebehardus ipsos decem mansos deo ac veneraudis beato Johanni 



a) Grosskagen, Par. St. Afra. 



198 

evaiigelistae sanctoqiie Donato, Misnensis ecclesiae patronis optulit integraliter et 
donavit. Praenominatam itaque pecuniae summain pro eisdem mansis a saepedicto 
magistro Gebeliardo nos totaliter recepisse recognoscimus et profitendo dicimus, in 
nostram et monasterii nostri iitilitatem, utpote in solutionem praedictorum debitorum sine 
diminiitione qualibet convertisse. Verum quia de eisdem decem mansis, prout agri 
fertiles sunt et infertiles, census solvitur inaequalis, a quibus, quibusve temporibus 
Sit solvendus, in liis scriptis necessario duximus exprimendum. Martinus de duobus 
mansis solvit annuatim duo talenta et quinque solidos et dimidium scocum ovorum. 
Item alius Martinus de duobus . mansis similera priori Martino solvit censum in 
denariis et in ovis; sed hi duo Martini de quatuor mansis suis eeclesiae et plebano in 
Blankenstcin^) unum maldare siliginis annuatim nomine census solvunt Item Gotfridus 
de duobus mansis duo talenta, octo solidos et unum scocum ovorum. Item Herman 
de duobus mansis tantum ut Gotfridus in denariis et in ovis. Item Petrus de uno 
manso sohlt annuatim viginti et quatuor solidos et dimidium scocum ovorum. Item 
Bertoldus de uno manso tantum ut Petrus solvit in denariis et in ovis. Summa ergo 
totius census sunt duodecim talenta tribus solidis minus, et in die beatae Walpurgis 
dimidia pars huius census solvitur, residua vero dimidia pars in festo purificationis 
beatae Mariae virginis est solvenda. Ne igitur super huiusmodi venditione seu aliena- 
tione Ulli hominum in futurum dubium aliquod oriatur nee saltem nostris successoribus 
Ulla prorsus obiectionis seu contradictionis de cetero materia relinquatur, praesentis 
instrumenti paginam pro nostrae voluntatis consensu conceptam, communi nostro et 
generali sigillo dignum duximus consignandam. Insuper necessarium esse cogitavimus 
et consensum et assensum adliibuimus, quod incliti ac illustris principis domini nostri 
Henrici marchionis Misnensis, nee non et venerabilis patris et domini nostri Withegonis 
episcopi Misnensis sigilla in evidens testimonium sunt appensa. Testes huius sunt 
dominus Sifridus decanus, dominus Johannes praepositus Wurzinensis, magister Con- 
radus archidiaconus Nysicensis, dominus Heidenricus cantor, dominus Theodoricus prae- 
positus Budesinensis, dominus Conradus thesaurarius, dominus Johannes praepositus in 
Hayn, et dominus Otto de Wittin archidiaconus Lusaciae, canonici Misnenses, dominus 
Conradus longus Thuringus, dominus Conradus de domina nostra, et dominus Gerboto, 
perpetui Misnensis eeclesiae vicarii, Henricus de Hunsberc, civis Vribergensis et quam 
plures alii clerici et laici fide digni. Actum et datum in claustro Cella anno domini 
millesimo ducentesimo oetogesimo tertio mense Februario in crastino beatae Agathae 
virginis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen: an rothen und gelben seidenen Fäden hängen die Siegel des 
Abtes, des Markgrafen Heinrich (grosses Reitersiegel) und des Bischofs Withego. 



b) Blankeustoin bei WUndruf, Eph. Melanen. 



199 



No. 255. 1283. 1. Apr. 

B, Withego eignet dem Schatzmeister der Doynkirclie Conrad von Borvus die von ihm erkaufte}} 
zinsbaren Güter zu Kauf hoch, von welchen dieser sein, seiner Eltern und Wohlthäter 

Jahresgedächtniss anzuordnen gedenkt 

Withego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus universis praesentes litteras 
inspecturis salutem in omnium salvatorc. Cum ea quae fiunt in tempore, breviter 
labantur a memoria hominum, uisi scripto perennentur, recognoseimus et tenore prae- 
sentium publice protestamur, quod moti fidelitate et obsequio ac intentione sincerissima 
specialis nostri, domiui Conradi dicti de Boruz, ecclesiae nostrae thesaurarii, volentis 
suum in sanitate vitae condere testamentum suorumque progenitorum ac benefactorum 
memoriam peragi in futurum, a Theoderico Kuneconis civi Vribergensi mansimi et 
dimidium sitos in Koufbach*), solventes annuatim decem et octo solidos et novem 
denarios Vribergensis monetae et tres pullos, quos Rudolfus eiusdem villae inc^|| 
possidebat, insuper quindecim denariorum redditus annuos cedentes de dimidio 
manso a dicto Rudolfo possesso, ut viginti solidorum numerus compleatur, quorum 
medietas in festo beatae Walpurgis et medietas in festo sancti Martini cum tribus 
pullis debebitur a dictorum mansorum cultoribus vel possessoribus perpetuo persol- 
venda, pro marcis undecim comparavit. Nos igitur considerantes, non facile nee 
brevi posse vacare ecclesiae, verum malus sperantes meritum consequi apud deum, 
proprietatcm dictorum mansorum cum omni iure, quod inest vel inesse poterit, acce- 
dente unanimi consensu nostri capituli dicto thesaurario dedimus, ut de ipsls in 
ecclesia Misnensi ordinäre valeat, quicquid decreverit ordinandum. üt auteni liacc 
firma permaneant, nee ab aliquo successorum nostrorum super ipsis suscitari sibi 
quaestio valeat nocitura, praesentem paginam desuper conscriptam eidem dedimus 
in testimonium nostri et capituli nostri sigillorum appensionibus roboratam. Testes 
sunt dominus SiflFridus decanus Misnensis, dominus Johannes praepositus Wurzinensis, 
magister Conradus archidiaconus Nisicensis, dominus^ Heidenricus cantor Misnensis, 
magister Theodericus praepositus Budesinensis , dominj's Johannes de Strele, magister 
Gebehardus in Hayn praepositus et magister Conradus scriptor noster, canonici 
Misnenses, et quam plures alii fide digni. Actum et datum Misnae anno domini 
M^CC^LXXX^ m^ Kalendas Aprilis, pontificatus nostri anno XVm 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den Siegeln des Bischofs und des Capitels au 
Pergamentstreifen. 



a) Kaufbaeh, Par. Keuelsdorf. 

No. 256. 1283. 10. Sept. 

Markgraf Heinrich beurkundet, dass zu Beilegung des Streites mit dem B. Withego wegen der 

Gerichtsbarkeit in Würzen, Miigeln, Meisseti und Stolpen ufid der Jagd bei Stolpen von beiden 

TJieilen je vier Schiedsrichter ernantit worden, deren Aussprüclum sie s^ich unterwerfen wollen. 

Nos Heinricus dei gratia Misnensis et Orientalis marchio, recognoseimus 
tenore praesentium publice profitentes, quod cum inter venerabilem dominum Withe- 



200 - 

gonem^) Misneiisem episcopum ex iina, et nos ex parte altera super iudiciis seu ter- 
minis iiulicioriim in Omnibus bonis tarn dicti domini episcopi quam canonicorum Mis- 
nensium Worcyn, Mogelin^), Misne et Stolpani^) et venationibus prope Stolpam quaestio 
verteretur, de consilio venerabilium dominorum Lutolfi Nuwenburgensis et Heinrici 
Älerseburgensis ecelesiarum episcoporum in hoc convenimus et consensimus, quod 
quatuor electi ex parte ipsius episcopi et ex nostra quatuor, eandem causam audiant 
et discutiant, et secundum quod ipsam causam diffiniverint, ratum servabimus atque 
gi-atum. Sunt autem ex parte nostra ad hoc electi et deputati nobilis vir Meynhcrus 
Misnensis burgravius*), Rudigerus'^) de Scaghowe, H. camerarius de Gnan steyn et 
Heinricus de Syden. Ex parte vero dicti domini episcopi Theodericus praepositus 
Budysynensis, Conradus custos canonici Misnenses, Theodericus custos ecclesiae 
Worcynensis et Heinricus dictus Burleban miles. Et si aliquis praedictorum ante 
discussionem seu diffinitionem praedictorum decesserit vel interesse forsitan non potuerit, 
alter substituetur eidem aeque bonus. lurabunt autem praedicti octo praedicta diffinire 
et terminare bona fide, omni commento fraudis sive doli remoto penitus et excluso. 
In quorum evidens testimonium haue litteram sigillis venerabilium dominorum episco- 
porum praedictorum et nostro fecimus sigillari, praesentibus venerabilibus dominis 
episcopis supradictis, nqbili viro Meynhero burcgrauio Misnensi, Rudeghero de Schag- 
howe, Heinrico de Yscherstete, Johanne de Ilersteyn, Friderico magistro coquinae, 
Hermanno de Tannenvelt'') militibus, Sifrido^) decano, Heinrico cantore, Conrado**) 
custode, magistro C4euehardo praeposito in Hayn, magistro Theoderico praeposito 
IJudysynensi, Johanne de Strele, Petro canonicis Misnensibus et aliis quam pluribus 
fide dignis. Datum et actum Dresden anno domini M". CC*. LXXXIII^, proxima 
sexta feria post nativitatem sanctae Mariae virginis gloriosae. 

Xach den im Stiftsarchiv zu Meissen (A) und dem K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden (B) vorhandenen 
Originalen, an welchen die an Pergamentstreifen befestigten Siegel der beiden Bischöfe ziemlich wohlerhalten, vom 
Reitersiegel des Markgrafen aber nur Bruchstücke noch vorhanden sind. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 8<). 



1) IVythegimrM B. 2) MogktUn B. 3) Stolpam B. 4) burcffrauius B. 5) Budegherut B. 6) Tannenietlt B. 7) Sg/rido B. 
^) CuHrntln B. 



No. 257. 1283. 10. Sept. 

Marhjraf Heinrich beurhnidet, dass in den von Neuent entstandenen Streitigkeiten mit dem B, Withego, 

was den Zehenden in der NLamitz betreffe, die im J, 1252 getroffene Einignng, hinsichtlich der 

neuerdings angeregten Streitfragen, die Gerichtsbarkeit und dann den Zehenden in durch Heim fall etc, 

gemachten Erwerbungen betr. , die van den erbetenen Schiedsrichtern festgestellten Bestimmungen 

ferner massgebend sein sollen. 

In nomine domini amen. Nos Heinricus dei gratia Misnensis et Orientalis marchio 
recognoscinnis tenore praesentium publice profitentes*), quod cum^) olim inter venera- 
bilem dominum Conradum quondam Misnensis ecclesiae episcopum bonae memoriae 
compatrem nostrum ex ima, et nos ex parte altera, super quibusdam certis articulis 

1) tt tmore — projUrmur B. S) cum Ikkk 



201 

sive capitulis dissensionis materia fuisset suborta, et ob hoc terram nostram suppo- 
suisset ecclesiastico interdicto, tandem compositio amicabilis inter ipsum et nos median- 
tibus fide dignis intercessit, prout in litteris nostris patentibus extunc super hoc datis 
continetur expresse. Quarum litterarum tenorem praesentibus fecimus de verbo ad 
verbum annotari in haec verba: 

Nos Heinricus etc. — No. 165 — quam plures. 
Cumque processu temporis inter venerabilem dominum Withegonem Misnensem epi- 
scopum compatrem nostrum et nos super eisdem articulis et capitulis in ipsis litteris 
comprehensis et quibusdam aliis de novo fuisset materia discordiae suscitata, et .ob 
hoc terram nostram similiter supposuisset ecclesiastico interdicto, venerabiles patres et 
domini Lutolfus, Heinricus Nuenburgensis et Mersburgensis ecclesiarum episcopi ad 
instantiam precum nostrarum ad nos Dresden personaliter accedentes, compositionem 
inter eundem dominum episcopum et nos, habentes super hoc speciale mandatum eius- 
dem episcopi Misnensis ordinaverunt et fecerunt de omnibus et singulis in quaestionem 
deductis, prout inferius per ordinem est expressum. Et quidem ad ordinationem dicto- 
rum episcoporum Nuenburgensis videlicet et Mersburgensis liberaliter admisimus et 
admittimus, quod de omnibus bonis nostris liberis et solutis terrae Lusaciae dabuntur 
de cetero decimae praediales prout in privilegio nostro prius dato, de quo superius fit 
mentio, plenius continetur, aliis articulis seu capitulis ibidem positis in suo robore 
duraturis. De articulis vero de novo emersis inter eundem dominum episcopum 
Wythegonem^) et nos utpote de bonis vasallorum*) et hominum Misnensis ecclesiae 
taliter statuerunt, quod si quispiam eorum propter perpetratum aliquod maleficium vel 
aliam causam profugus de terra factus fuerit vel detineatur captivus, persona delin- 
quens persequatur salvis bonis propriis'^) quae ab episcopo tenet, de quibus idem 
episcopus se intromittet. Praeterea si contingat nos aliqua bona comparare, quae sunt^) 
decimalia episcopo et ecclesiae Misnensi, vel forte per^) mortem aliquorum nobis vacare 
contingat, episcopus suam decimationem de huiusmodi bonis sine nostro impedimento 
et.de nostra bona voluntate recipiet velut ante. Dicimus insuper et promittimus bona 
fide, quod omnem rancorem, inimicitias sive odia, quae contraximus et habuimus erga 
dictum dominum episcopum Misnensem compatrem nostrum dilectum et contra quos- 
libet alios canonicos Misnenses et clericos, ex puro corde penitus relaxamus, nee umquam 
ad memoriam revocabimus malo zelo. Haec autem universa et singula promittimus 
nos inviolabiliter et fideliter servaturos, et ad maiorem firmitatem praedictorum hanc 
litteram super praemissis conscribi fecimus et sigilli nostri munimine roborari. Nos 
quoque Ericus dei gratia sanctae Magdeburgensis ecclesiae archiepiscopus, et nos Lutol- 
fus eadem dei gratia Nuenburgensis et Heinricus Mersburgensis ecclesiarum episcopi 
ad preces illustris principis domini Hehirici Misnensis et Orientalis marchionis hanc 
litteram sigillis nostris fecimus consignari. Datum et actum Dresden anno domini 
M**. CG"*. LXXXin^ quarto Idus Septembris, praesentibus episcopis videlicet praedictis 
qui compositionem huiusmodi ordinarunt, Syfrido decano Misnensi, Heinrico^) cantore, 
Johanne de Strele, magistro Theoderio praeposito Budesinensi, Conrado de Boruz 
custode, magistro Gebehardo praeposito in Hayn, Arnoldo de Jerechowe,^) Petro cano- 



3) Withegonem B. 4) vauallorum B. 5) Iwni* ipaitu B. 6) »int B. 7) propter B. 8) HHdtnrico B. 9) Jrriekow B. 
[PL. 8AX. II. 1. 26 



COD. DIPL. 8AX. II. 1. 



202 

nicis Misnensibus, fratre Johanne gardyano in Vriberc, fratre Willielmo gardiano in 
Dresden, Conrado^®) et Hermanne fratribus in Dresden ordinis fratrum minorum, 
Meinhero burgravio Misnensi, Rudegero de Schachowe, Heinrico de Ischirstete, Johanne jiv >h. 
de Herstein, Friderico magistro coquinae, Hermanno de Tannenuelt*^) magistro curiae 
et aliis quam pluribus iide dignis. 

Nach den im Stiftsarchiv zu Meissen (A) und dem K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden (B) befindlichen 
Originalen. Bei dem ersteren hängen die Siegel des Erzbischofs und des B. Heinrich an rothseidenen, die des B. 
Lutolf und des Markgrafen an grünseidenen Fäden, während bei dem letzteren (B) sämmtliche Siegel an Fäden 
von grüner Seide befestigt waren, aber nur das des B. Heinrich in beschädigtem Zustande erhalten ist. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 82. 



10) Cunrado B. 11) Thannemtelt B. 



No258. 1284. I.April. 

Probst und Capitel heurhmden, dnss eine Streitigkeit zwischen dem B. Withego und dem (irafen 
Albert von Brena wegen Würzen und Löbnit^ beigelegt und letzterer zu Zahlung von 150 Mark 

S. verpflichtet sei. 

Nos B. dei gratia praepositus, decanus totiimqiie Misnensis ccclesiae capituUim 
notum facimus universis et praesenti pagina protestamur, quod causa, quae inter vene- 
rabilem dominum nostrum W. Misneusem episcopum ex una, et illustrem comitem de 
Bren ex parte vertitur altera super dampnis et iniuriis in Wurzln et I^ubaniz ecclesiae 
Misnensi illatis, nobis praesentibus est amicabiliter concordata per modum inferius anno- 
tatum. Dictus comes dabit domino nostro episeopo centum et quinquaginta marcas 
Vribergensis argenti Misnensi pondere ponderatas, in festo beatae Walburgis nunc 
proxime venturo persolvet triginta marcas, in quarta feria in festo pentecostes viginti 
marcas, quae pecunia praesentabitur Th. praeposito Budesinensi, C. custodi, Jo. de 
Strele et Ar. de Jerichow canonicis Misnensibus, duobus vel uni eorum in Molberc omni 
dilatione procul mota, pro qua pecunia dominus Petrus plebanus in Zluwen, dominus 
Botlio de Torgaw et dominus Henningus de Valkenhain se fideiussorio nomine in 
solidum obligaverunt. Praeterea promiserunt praedicti fideiussores, quod omnem col- 
lectam congregatam in terra dicti comitis dicta quarta feria praesentabunt dictis canonicis 
duobus vel uni eorum recipiendam nomine dicti domini episcopi Misnensis. Ceterum 
ultra collectam idem comes in festo purificationis beatae virginis nunc proxime venture 
persolvet tantam pecuniam dictis canonicis dicto loco, ut centum marcae argenti ei 
integro compleantur. Item idem dominus comes persolvet dictis eanonicie dii:to hw 
in festo beati Michahelis proxime sequente quinquaginta niarcai^ argenti, et m* vom- 
plebuntur centum et quinquaginta marcae. De primis quinquaginta mareis habeinim 
fideiussores supradictos, qui eas solvent sine dilatione omni dubio proeul moto, de bIÜb 
centum mareis ultimo solvendis idem dominus comes in quarta feria in festo jjcntheamteft 
superius dicta in Moleberc dabit fideiussores dominum Hermann um et Lutolfum^ fmi 
de Trebene, item Conradum de Trebene, Ottonem de Zuet, Ilenninjjrmr "■" 
milites, cives Henricum Ude, Johannem filium Mathei, et HennanDi 
et Albertum de Cynnen militem dictis canom'cis, qui centam maj 



- - 203 - 

terminis supra dictis tali conditione adiecta, si dicta pecunia, scilicet centum marcae in 
terminis antedictis non fuerint solutae, intrabiint Misnain inde non exituri, donec dicta 
pecunia in terminis suis integraliter fuerit persoluta, et si unum vel plures fideiussores 
pendente obligatione mori contingat, alter aeque bonus et idoneus loco mortui substi- 
tuatur. Huius occasione concordiae sententiam interdicti ex speciali mandato domini 
nostri episcopi non revocamus seu suspendimus usque ad dominicam proximam ante 
benedicta exclusive tantum in terra dicti domini comitis, tali conditione adiecta, ut si 
dicta concordia in omnibus suis superius expressis non fuerit servata, interdictum redeat 
cum omni rigore suo nulla ammonitione praemissa, ut prius in dominica proxima ante 
benedicta superius ex pressa, Volumus etiam et mandamus, ut dominus comes de 
Bren Albertus bonae memoriae medio tempore nullatenus excommunicatus ab aliquo 
denuncietur. Actum et datum Misnae anno domini ]VP. CG''. LXXXTTTP. in octava 
annunciationis beatae virginis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem beschädigten Siegel des Capitels an einem von der 
Urkunde zum Theil abgeschnittenen Pergamentstreifen. 

Bericht der deutschen Gesellsch. zu Leipzig 1843. S. 15 — 17. 

No. 259. 1284. 3. Juni. 

Probst und Capitel verlängern wegen Abtcesenheit des Grafen von Brena den auf den 2, Juli 
angesetzten Zahlungstermin von 100 Mark S. (No. 256) um drei Wochen. 

Bernhardus dei gratia praepositus, decanus totumque Misnensis ecclesiae capi- 
tulum discretis viris praepositis archipresbyteris plebanis viceplebanis ecclesiarum et 
capellarum rectoribus in terra domini comitis de Bren constitutis salutem et sinceram 
in domino karitatem, Venientes ad nos dominus Bodo de Turgow, dominus Johannes 
de Valkenhain et dominus Petrus plebanus in Sluen') nobis signiflcaverunt, quod propter 
longiturnam absentiam domini comitis de Bren et legitima impedimenta sua idem domi- 
nus comes in quarta feria in septimana Pentecostes non poterat ista vice sufficientem 
cautionem fideiussoriam praestare Melberg, prout in concordia promissum fuerat vene- 
rabili domino nostro Witigoni Misnensi episcopo vel nunciis eins ad hoc specialiter 
deputatis, pro centum marcis argenti Vribergensis et ponderis suis terminis persolven- 
dis petentes cum instantia ipsi domino comiti dare inducias, donec ad terram propriam 
suis expeditis negotiis rediret. Nos vero habito consilio de licentia speciali domini 
nostri episcopi supradicti dicto domino comiti damus inducias usque ad festum beati 
Jacobi inclusive nunc proxime venturum, tali conditione adiecta, ut si dictus dominus 
comes medio tempore venerabili domino nostro episcopo vel nunciis suis ad hoc depu- 
tatis sufficientem fideiussoriam non praestiterit cautionem de centum marcis suis ter- 
minis solvendis, in crastino beati Jacobi nunc suspensum interdictum non revocatum 
redeat ipso facto sine ammonitione cum omni rigore suo, ecclesiasticii sepultura specia- 
liter interdicta. Datum Misnae anno domini millesimo CG**, octuagesimo quarto in 
sabbato ante festum beati Bonifacii. 

NacE dem Orig. im Stiftearchiv zu Meissen mit dem Capitelssiegel an einem Pergamentstreifen. 



•) Im Xo. im Qawm, Schlieben. 

2Ü* 



204 



No. 260. 1284. 5. Juni. 

Die Markgrafen Otto und Conrad von Brandenburg ersuchen den B. von Meissen alsbald zwei seiner 

Domherren nach Magdeburg zu senden, um ihren Bruder, den Erjsinschof Erich, dem sie die 

Entscheidung der zunschen ihnen und dem B. obwaltenden Streitigkeiten übertragen, mit 

Roth zu unterstützen. 

Venerabili in Christo patri domino episcopo ecclesiae Misnensis Otto et Con- 
radus dei gratia marchiones Brandenburgenses paratam in obsequendis omnibus volun- 
tatem. Quia causam, quae inter vos ex una et nos parte ex altera vertitur, venerabili 
domino Magdeburgensis ecclesiae archiepiscopo E. fratri nostro karissimo terminandam 
commisimus, volentes libenti et grato animo observare, quae inter vos et nos arbi- 
trando statuerit, etiam si grandia nobis diceret facienda, dominationis vestrae reveren- 
tiam duximus studiosis precibus exorandam, quatinus propter deum et totius servitii 
nostri intuitu duos canonicos de ecclesia Misnensi ad fratrem nostrum episcopum prae- 
dictum mittere subito dignemini in Magdeburg, ut eorum mediante consilio et auxilio 
omnem rancoris et dissensionis materiam inter nos habitam valeat terminare, hoc amore 
nostro attendentes, quod adhuc vobis poterimus servitia exhibere. Ut enim omnia, quae 
idem frater noster archiepiscopus arbitrando statuerit super huiusmodi causa, rata et 
grata teneamus, ad hoc nos praesentibus obligamus. Ad huius evidentiam praesentem 
litteram sigilli nostri munimine duximus consignandam. Acta et data sunt haec in 
Rogezt anno domini M"*. 00"*. LXXXIIII". in die sancti Bonifacii martyris. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden; das Siegel fehlt. 



No. 261. 1284. 26. Sept. 

Bischof Withigo verfügt, dass ein von ihm erkauftes Grundstück zu Gisbotsleben (Weidicht mit einem 
umfriedigten Garten) nach seinem Ableben der Kirche des h. Stephanus zu Mainz zufalle, 

Nos Withigo dei gratia Misnensis episcopus recognoscimus et tenore praesen- 
tium publice protestamur, quod hereditatem salicti cum horto incluso, sito in Gisbots- 
leibin*) , horto solvente autem annuatim ecclesiae sancti Stephani in Moguntia unum 
talentum Erphordensis monetae, a domino Gerhardo milite de Gisbotsleibin compara- 
vimus pro XI marcis argenti; quod salictum ad tempora vitae nostrae volumus possidere. 
Nobis autem de praesentis vitae medio evocatis, dictum salictum ecclesiae sancti Ste- 
phani damus et legamus, volentes, ut ad ecclesiam ipsam, tamquam ad dominum et 
heredem proprium, pro remedio umdaraft animae pure et simpliciter revertatur. In 
cuius rei testimonium praea ^esiae dedimus sigilli nostri muninune 

roboratum. Datum M 3C",L3CXXIV^ VI^ Kai. Octobris. 

de Gudenus cod. c 



a) OUperileb«a 



205 



No. 262. 1284. 19. Oct. 

B. Withego verleiht denen , tvelche hussferti^ an gewissen Festtagen die Bonifacius- Stiftskirche 
(MoritekircJie) eu Halber stadt besuchen, vierzig Tage Äblass, 

Wedego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus lionorabilibus viris . . prae- 
posito . . decano et capitulo ecclesiae sancti Bonifacii Halberstadensis salutem et sin- 
ceram in domino karitatem. Loca sanctorum omnium pia et promta devotione sunt a 
Christi fidelibus veneranda, ut dum dei honoramus amicos, ipsi nos amabiles deo red- 
dant, et illorum nobis patrocinium vendicantes quodammodo apud ipsum, quod merita 
nostra non obtinent, eorum mereamur intercessionibus obtinere. Cupientes igitur ut 
ecclesia vestra congruis Lonoribus frequentetiir, omnibus vere poenitentibus et confessis, 
qui dictam ecclesiam in sancti Andreae apostoli et beatorum martyrum Bonifacii et 
Mauritii, in quorum honore ipsa ecclesia sicut asseritis est fundata, festivitatibus et in 
die dedicationis eiusdem ecclesiae annuatim venerabiliter visitarint, de omnipotentis dei 
misericordia quadraginta dies de iniunctis sibi poenitentiis misericorditer relaxamus. 
Datum Halberstath anno domini M^ CC^ LXXXIm^ XUIP. Kai. Novembris. 

Nach dem Orig. im Prov. -Archiv zu Magdeburg. Von dem an leinenen Fäden befestigt gewesenen Siegel 
ist nichts mehr vorhanden. 

No. 263. 1284. 10. Nov. 

Markgraf Heinrich beurkundet , dass in dem maischen ihm und dem J5. Withego obschwebenden Streite 

über das Gericht im Lande Würzen durch Erhebungen an Ort und Stelle von beiderseits ernannten 

Vertrauensmännern festgestellt worden sei, dass die GericJUsbarkeit dem B. und seiner Kirche 

zukomme, leistet hiernach auf dieselbe Verzicht und bezeichnet die Gerichtsgrenzen. 

In nomine domini amen. Nos Heinricus dei gratia Misnensis et Orientalis 
marchio recognoscimus tenore praesentium, quod cum inter ceteras causas dissensionis, 
quae vertebantur inter venerabilem patrem dominum Wythegonem episcopum Misnensem 
conpatrem nostrum dilectum ex una et nos ex parte altera super iudicio terrae Wor- 
cynensis controversia fuisset exorta, post multos tractatus hinc inde habitos missis ad 
hoc et deputatis viris discretis et fide dignis ex parte nostri Alberto dapifero de 
Burnis, Rudegero de Schaghowe et Alberto de Luppe militibus, ex parte vero domini 
episcopi domino Heyndenrico cantore, domino Conrado custode dicto de Boruz et 
domino Arnoldo de Jericho cellerario, canonicis ecclesiae Misnensis, domino Heinrico 
isstj. Burlebano milite et Tammone de Schurnowe ad investigandum de iudicio praenotato, 
utrum ad nos vel ad dominum episcopum pertinere deberet, quorum assertione prout a 
senioribus incolis terrae Wrscynensis ad hoc iuratis et requisitis didicerant et audiverant 
certissime et apertissime fuimus informati, dictum iudicium terrae Wrscynensis ad prae- 
fatum dominum episcopum et ecclesiam Misnensem absque omni dubio pertinere. Nolen- 
tes igitur in periculum animae nostrae heredumque nostrorum dictum iudicium contra 
iustitiam occupare, eidem iudicio, quod de facto occupavimus, renunciavimus et ex nunc 
renunciamus nolentes ipsum episcopum, successores suos vel ecclesiam Misnensem per 
nos, heredes nostros, iudices vel officiatos quoscumque in saepe dicto iudicio turbari vel 



206 

quomodolibet inpediri. Et ue de limitibus sive terminis eiiisdem iiidicii in postenim aliqua 
dubietas valeat suboriri, eosdem limites sive terminos ad maiorem cautelam futurorum 
duximus praesentibus exprimendos. Incipiunt autem termini a fossato, quod situm est 
infra Thaluytz*) et Sconendorf*") et extendunt se usque ad fines agrorum villae, quae 
dicitur Zeduytz''). Item extendunt se usque ad fines agrorum villae in Kolmen**) illius 
de Warin. Item ultra extendunt se ad fines agrorum villae in Drewan*). Item ab 
hac villa usque ad fines agrorum villae in Heynrichdorf **). Item ab hoc loco usque ad 
fines agrorum villae in Tammenhayn^. Item a dicta villa usque ad coUes, qui dieuntur 
Druse ^). Item ultra usque ad fines agrorum villae Lamprechts walde*"). Item a dicto 
loco usque ad fines agrorum villae Bortuytz*), inde ultra ad monficulos, qui dieuntur 
Hoyghe^), et ad lapides limitares sive finales, qui positi sunt inter villam Rodegast*) et 
villam quae dicitur Myltuytz"*). Item ab hoc loco usque ad fines agrorum villae Wyper- 
nesvvalde"), inde usque ad ripam quae fluit per villam Saxendorf**), et sie per descensum 
dictae ripae usque ad ecclesiam in Borchardeshayn p). Item ab hoc loco usque ad 
ripam quae vocatur Cremeze^) et sie per descensum eiusdem ripae usque in Muldam. 
Item trans Muldam et ultra usque ad lapidem qui dicitur Durkelsteyn *"), qui lapis situs 
est in Silva illius de Trebecin. Item ab hoc lapide sive signo usque ad fines agrorum 
villae quae vocatur Lulytz*^), inde usque ad fines agrorum villae Schyzytz*). Item 
ab hac villa usque ad fines agrorum villae maioris Macherin exclusive, inde usque ad 
fines agrorum villae minoris Macherin') inclusive. Item ab hac villa usque ad fontem 
qui dicitur Reburne**), inde usque ad fines agrorum villae Bychene"). Item ab hoc 
loco per quandam viam usque ad vallem infra Bychene et per eandem villam usque ad 
Muldam. Item trans Muldam et per descensum aqnae usque ad fines agrornm villae, 
quae dicitur Kolowe""). Inde usque ad fines agrorum villae Weytenrode"^), ab hac vero 
villa usque ad fossatum, de quo dictum est in principio istorum terminorum. Testes 
huius dominus Syfridus decanus, dominus Johannes praepositus Wurcinensis, magister 
Th., praepositus Budysinensis, magister Geuehardus decanus ecclesiae Maguntinensis, 
dominus Otto de Wytthyn, dominus Waltherus, dominus Ar. de Polsnycz, canonici 
Misnenses, dominus M. burcgravius Misnensis, dominus Heinricus camerarius de Gnan- 
steyn, AI. dapifer de Burnis, Heinricus de Syden, Hermannus de Tannenfeld, Fr. 
magister coquinae et quam plures alii clerici et laici fide digni. Ut autem haec firma 
permaneant, nee ab aliquo successorum nostrorum super ipsis suscitari quaestio valeat 
nocitura, praesens scriptum desuper conscriptum dicto domino episcopo et ecclesiae 
Misnensi dedimus sigilli nostri munimine roboratum. Datum et actum Dresden, anno 
domini M^ CC^ LXXX^ IIH^ IUI. Idus Novembris. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden; an Fäden von blassgelber Seide hängt das zer- 
brochene Reitersiegel des Markgrafen. 

Schöttgen Hist. d. St. Wurtzen S. 702. — Lünig RArchiv. Spicil. eccl. Cont. I. S. 837. — Hom Henr. ill. 
p. 350. — Calles series Misn. epp. p. 193. 



«) Thallwitx. b) Unbekannt, c) In d«r Si« 
by Talewicx ym gebiete cbu Yleburg*^ d) CoUaiar 
Schildaaer Bergen, h) Wtt«te Mark Krammlav*' 
k) JeUt »tolpenberg genannt. 1) Radef Alt, 
Hachsendorf; schon 1S49: „ Welberswalde «L ^1 
p) Burkartahain, ders. Ephoria. q) Mflkt^^ 
t) Macheru, Jetzt unr Eine Gemeinde, m) ] 



Ufeh «clwltwi. Schon 140i: .«Z. das woato dorff 

,^^Mr. TkAmmenlialn. g) Sftdseite des 

I) Bortewlts, Par. BOrln. 

'-*• Xiuk EWlMliflB Lnppa und 

M4UM;j*rf. Vvh. Oiimma. 



207 



No.264. 1284. 30. Dec. 

B, Withego befiehlt dem Pfarrer zti Dresden diejenigen seiner Parochianen, welche Weinberge besitseti 
und bebauen, an den Sonn- und Festtageti zur Entrichtung des dem Bischöfe schuldigen Zehntens 
binnen der ncicJisten zwei Monate nachdrücklich zu ermahnen, 

W. dei gratia Misnensis episcopus plebano in Dresedem salutem in dominö. Cum 
ex constitutionibus tarn novi quam veteris testamenti decimas, primitias et hostias 
sacerdotibus dominus darf iusserit, ad solutionem earum constat quemlibet obligari, 
illustris quoque princeps dominus H. marchio Misnensis de bonis suis liberis obliga- 
verit decimas se daturum. Igitur cum iure ipso ad praestationem earum ceteri obli- 
gentur, in virtute sanctae obedientiae vobis praecipimus et mandamus, quatinus omnes 
parrochiales vestros vineas Labentes et colentes singulis diebus dominicis .et festivis 
publice commonitos habeatis, ut infra hinc et synodum proximam celebrandam Misnae 
proxima quarta feria ante Laetare') de vineis quam debentur decimam nobis solvant 
et satisfaciant de retenta, ne contra ipsos ex tunc districtius procedere compellamur. 
Datum Lubeniz**) anno domini M^CC^LXXXV^ lU. Kalendas Januarii, pontificatus 
nostri anno XIX. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem beschädigten Siegel an einem von der 
Urkunde losgetrennten Pergamentstreifen. 



a) Mittwoch den 28. Febr. b) Lenbnitx bei Dresden. 

No. 266. 1285. 6. Aug. 

B. Withego verspricht denen, welche bussfertig die DomJcirche und das Grab des B. Benno bestachen 
und zum Bau der erstem etwas beitragen, 40 Tage Äbluss. 

Withego dei gratia Misnensis episcopus universis Christi fiaelibus praesentes 
litteras inspecturis salutem in omnium salvatore. Licet is, de cuius munere venit, ut 
a suis sibi fidelibus digne et laudabiliter serviatur, multo maiora retribuat, quam 
valeant promereri, cupientes tamen quoslibet Christi fideles quibusdam muneribus 
illectivis ad pietatis et karitatis opera invitare, ut ecclesia sancti Johannis apostoli et 
evangelistae sanctique Donati martyris in Misne et sepulchrum beati Bennonis episcopi 
in eadem ecclesia collocati congruis et condignis honoribus et ferventiori devotione 
frequentetur, omnibus vere poenitentibus et confessis, dictam ecclesiam et sepulchrum 
devotionis causa visitantibus, vel qui suas in subsidium fabricae ibidem elemosynas 
fuerint elargiti, singulis diebus, quibus venerint, auctoritate a deo nobis tradita qua- 
draginta dies de iniuncta ipsis poenitentia misericorditer relaxamus, Datum Misnae 
anno domini M**. CC^ L^ XXX** V^ VI^^ Idus Augusti pontificatus nostri anno XIX^ 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem wohlerhaltenen Siegel des Bischofs an einem 
Pergamentstreifen. 

Asciani montes pietat. p. 651. — Hom Henricns ill. p. 120. 



h- ^^^'/- 



208 



Auf der Rückseite der Urkunde bestätigt und erneuert B. Caspar am 28, Juli 145S 

diese Indtdgenz: 

Caspar dei gratia episcopus Misnensis. Indulgentias praedecessoris nostri 
retro scripti approbamus et confirmamus per praesentes, ac omnibus vere poenitentibus 
et confessis, qui se ad praemissa exhibuerint, manus pro fabrica ecclesiae aut eusto- 
diae porrexerint adiutrices vel aliquid praemissoriim fecerint, similiter quadraginta 
dies indulgentiarum de iniunetis eis poenitentiis misericorditer in Domino [relaxamus]. 
Actum et datum Stolpin anno domini MCCCCLIIP. die XXVIII. Julii nostro sub 
appenso sigillo. 

Angehängt ist das schön erhaltene Siegel des B. Caspar. 

No. 267. 1285. 6. Nov. 

Markgraf Heinrich gestattet seinem Protonotar M. Gebhard, Dechant zu Maine, die zur JohanniskapeUe 
auf der Burg zu Meissen gehörigen Güter zu Basslitz (Bar. Lenz) zu vererben, 

Nos Henricus dei gratia Misnensis et Orientalis marchio tenore praesentium 
recognoseimus publice profitentes, quod magistro Gebhardo, decano Moguntino, dilecto 
nostro prothonotario, praesentibus indulsimus et indulgemus, quod sibi liceat bona in 
Paselitz ad capellani beati Johannis baptistae in Castro nostro Misne pertinentia, quae 
quondam habuit Hanatsch ibidem, et eadem bona feodali titulo possidebat utpote iure 
seniorum, quod eldestengwet vulgariter appellatur, distrahere et alienare iure here- 
ditario, quod in vulgari vorerben dicitur, cui velit, gratam et ratam habentes aliena- 
tionem praenotatam. In cuius rei evidens testimonium hanc litteram dari iussimus 
nostri sigilli munimine roboratam. Acta sunt haec anno domini millesimo ducentesimo 
octogesimo quinto, feria tertia ante diem beati Martini proxima in curia nostra Dresden, 
praesentibus fideli nostro Alberto dapifero de Burnis, Henrico de Sidin, Hermanno de 
Tannen velt, Friderico magistro coquinae, militibus, Nicoiao de Cozzenrode et Adolfo 
nostris notariis et quam pluribus aliis fide dignis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; das grosse Reitersiegel des Markgrafen an rothen und gelben 
seidenen Fäden. 

No. 268. 1285. 

Probst Rayner de Orio beauftragt die mit Einziehung des pähstl Zehntens in der Stadt und Didccs 

Meissen beauftragten Mitglieder des Domcapitels, diesen eifrigst eitizutreihen und nöthigenfalh 

gegen Säumige mit der Excommunication zu verfahren, 

Raynerus de Orio praepositus Clauarii et canonicus Leodiensis venerabilibus 
viris et discretis dominis Bern, dei gratia praeposito, S. decano, Th. scolastico et C. 
custodi ecclesiae Misinensis coUectoribus decimae in civitate et diocesi Misinensi salu- 
tem in domino. Vestras litteras recepimus et audivimus diligenter, ad quarum signi- 
ficata vobis duximus breviter respondendum. Quodsi terra et patria vestra est modo 
in malo statu, displicet nobis, set inde aliud facere non possumus; et si debentes 



209 

solvere decimam ipsam solvisseiit, siciit facere tenebantur, donec terra*) erat in bono 
statu, melius fecissent quam cxpectassent. Quia de ipsa ipsos ulterius sustinere 
nequimus, et si inde sequerentur dampna, non esset negligentia nostra, set ipsorum 
culpa. Quare vobis praeeipiendo mandamus, quatenus ad exigendum decimam ab 
illis, qui eam solvere tenentur, debeatis superesse totis viribus incessanter*) com- 
pellentes eos ecclesiasticam per censuram, ut solvant, et eam, quam exigere poteritis 
et iam collegistis, bene custodire curetis, procurantes omnimodo dictam decimam col- 
lectam et coUigendam quam citius mittere apud Madeburg penes fratres praedicatores, 
et hoc de scitu') archiepiscopi Magdeburgensis et coUectorum civitatis et diocesis 
Magdeburgensis. Super iis vero qui excommunicati sunt . ., quia decimam non sol- 
verunt, sicut nobis mandastis vobis committimus, ut possitis ipsos ligatos facta prius 
solutione absolvere, sicut videbitis plenius in litteris dictae comissionis, quas vobis 
mandamus, contineri. Miramur et etiam, quod illas triginta marcas, quas nobis man- 

dare debebatis, non mandastis. Unde vobis mandamus, quatenus eas nobis 

Nam iterum cogimur amirari, quod quantitatem decimae curastis aliquatenus nobis 

declarat .. silicet de illa, quod praeterito ipsi collegistis. Item sciatis, quod nuntius 
quidam, quem dicitis ad vos venisse, ad vos transmiseramus, et erat noster nuntius 
specialis. Nee miremini de sigillo, quia antiquum amiseramus et utebamur tunc et 
utimur alio novo sigillo, quod fieri fecimus sub alia pressura, quod in rei testimonium 
duximus praesentibus adponendum. Seiatis igitur, quod dominus papa eam habere 
ipsam decimam voluerit, secundum quod in taxationibus continetur, secundum quod 
fuit inquisitum per . . magistrum Rodulfum. Datum Pondrelur . , . anno domini 
M« CG LXXX quinto. 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv, in Briefform; das von aussen aufgedrückt gewesene Siegel 
ist verschwunden. 



1) t^rra^ Orig. 2) inctsanter Orig. 3) «itu Orig. 



No. 269. 1286. 1. Febr. 

Probst Bernhard utid das Capitel entlassen Martin und Hermann Brüder von Canyn und die Söhne 

ihres Bruders Johann, Martin, Hermann und Peter von Pitsuicz mit ihren directen Nachkommen 

gegen Zahlung van 10 Mark S. aus detn AbhängigkeitsverhaUniss der gasti. 

Bemardus praepositus et Siffridas decanus totumque Misnensis ecclesiae capi- 
tulum universis et singulis praesentem paginam intuentibus salutem. Omnium habere 
memoriam et in nuUo dubitare divinitatis cuiusdam pocius quam humanitatis existit, et 
ideo ne ea quae in tempore geruntur lapsu temporis oblivioni tradantur, solent scripti 
testimonio perennari. Cum Martinus de Canjn et Hermanus frater eins et filii Johannis 
fratris praedictorum, videlicet Martinus, Hermannus et Petrus dicti de Pitsuicz in nostra 
provincia constituti recognovissent [sc] et cognatos suos esse servi, qui vulgariter gasti ^. 
nuncupantur ecclesiae et capituli nostri, assumpto nobili viro domino Meinhero burg- 
gravio Misnensi ac aliis amicis suis instanter petiverunt, ut recepta certa summa pecu- 
niae eos e Servitute emanciparemus et cum parvulis suis linea recta descendentibus 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 27 



— 210 

libertati donaremiis. Nos vero nobilis viri domini Meinheri biirggravii Misneiisis et 
alioriim ipsoriim amicorum precibus inclinati Martinum et Hermaniim fratrem eius et 
filios Johannis fratris praedictorum scilieet Martinum, Hermanum et Petriim de Pitsuicz 
ante dictos receptis decem marchis argenti cum liberis suis directe tantummodo descen- 
dentibus emaneipamus et libertati donamus, omnibus aliis consanguineis et cognatis 
eorum in servos ecclesiae Misnensis et nostro capitulo reservatis. In cuius rei testi- 
monium sigillis capituli nostri et nobilis viri domini Meinheri burggravii Misnensis 
iussimus et petivimus praesentem literam roborari^). Actum et datum anno domini 
MCCLXXXVL Cal. Febr., praesentibus testibus infrascriptis domino^) Leone prae- 
posito sanctae Afrae, domino^) Johanne de Wildenhan canonico regulari ibidem. 

Fabricii ann. urb. Misn. p. 44. ed. Lips. 1(K)9. — Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 121 f. 



1) colorari Fabr. u. Köhler. 2) doctort Fabr. u. Köhler. 



No. 286, 1286. 5. März. 

Markgraf Heinrich genehmigt den zwischen deni Donistift und detn Ritter Hermann van Rausslitz 
verabredeten Tausch gewisser ihnen zustehenden Güter in Otresbude und Clantswytz. 

Nos Heinricus dei gratia Misnensis et OrientaJis marchio recognoscimus tenore 
praesentium profitentes, quod cum canonici et ecclesia Misnensis allodium in Otresbude*), 
quod Gerdudis et filii eius iure hereditario possident, solvens unum talentum Vryber- 
gensium denariorum annuatim in festo sancti Mychaelis purae proprietatis titulo posse- 
derint ab antiquo, et Hermannus de Ruzlitz miles in villa Clantswytz *") circa medium 
villae niansuni unum a nobili viro Meynhero, burgravio Misnensi iure habuerit feodali, 
solventem annuatim in festo Michaelis viginti Septem solidos denariorum Vrybergensium 
et quatuor pullos, insuper in festo pascae ovorum dimidiam sexagenam, quem mansum 
Martinus im-e hereditario possidebat, memoratae partes, ex una ecclesia et Hermannus 
ex parte altera propter situm vel quod melius competentem permutationem dictorum 
bonorum ad invicem facere decreverant, consensu utrimque omnium quorum intererat 
accedente. Postulavit itaque a nobis praefatus burgravius Misnensis, ut proprietatem 
dicti mansi in Clantswytz dare dignaremur ecclesiae Misnensi, et in locum suum reci- 
peremus proprietatem allodii memorati. Cuius petitioni rationabili acquiescentes, man- 
sum saepe dictum cum omnibus suis iudiciis et iuribus ac utilitatibus, quae insunt vel 
inesse poterunt in futurum, damus et dedimus perpetuo iure proprietatis Misnensi eccle- 
siae possidendum. Testes huius sunt Fridericus magister coquinae, Hermannus de 
Tannen velt milites, Nycholaus de Kottenrode, Adolphus et Heinricus notarii et quam 
plures alii fide digni. In cidus rei testimoniimi praesentem litteram dari fecimus Dresden 
anno dom. M^ CC^ LXXXVP. IH**. Nonas Martii nostri sigilli munimine roboratam. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem beschädigten Siegel des Markgrafen an einem 
Pergamentstreifen. 

In kurzem Auszug Hasche Magar 



a^ Ostrau, Par. Jahn«, b) ( 



- 211 



No. 271. 1286. 7. Sept. 

Die Bischöfe Withego zu Meissen, Heinrich zu Merseburg und Bruno zu Naumburg einigen sich 

zu gleichmässiger Bestrafung derer, welche Geistliche und JcircMiche Anstalten schädigen , und zu 

gegenseitiger Vollziehung der ausgesprochenen kirchlichen Strafen innerhalb ihrer Diöcesen, 

In nomine domini amen. Nos Withego dei gratia Misnensis, Heinricus Mersebur- 
gensis, Bruno Nuenburgensis episcopi recognoscimus ae tenore praesentium protestamur, 
quod ad succurrendum pressuris tam nobis quam clero et religiosis ciünseumque ordinis 
exemptis et non exemptis ex hominum malitia imminentibus in hoc convenimus et tenore 
praesentium nos mutuo obligamus, quod sententias tam auetoritate ordinaria a nobis 
lata», quam statuta domini Gwidonis cardinalis, sedis apostolicae legati et Magdebur- 
gensis concilii in invicem exsequemur, et praeterea quae in praemissis conciliis de capti- 
vitate episcoporum et clericorum continentur, hoc in nostris diocesibus volumus obser- 
vari, videlicet quod filii captivantium episcopos vel clericos inhabiles sint ad benelicia 
et sacros ordines obtinendos, nee ipsorum filiae in aliquo coUegio sanctimonialium 
admittantur. Abbates quoque, abbatissae, praepositi et conventus contra hanc inhibi- 
tionem nostram venientes, per sententiam quam ferimus in bis scriptis tam diu a di\inis 
noverint se suspensos, donec eiiciant sie receptos. De incendiariis autem et invasoribus 
ecclesiarum et cimiteriorum, quae quidem ecclesiae et cimiteria non solum pro salute 
mortuorum, sed ut etiam vivi pacis in eis reftigium inveniant, consecrantur, sie obser- 
vari vohimus, ut qui surrexerit in rapinam ecclesiae vel coemiterii, nisi ablata restituat, 
vel emendandi firmam et plenam praestiterit securitatem, poenitentiae beneficium ei 
penitus denegetur et singulis diebus dominicis, pulsatis campanis et incensis candelis 
excommunicatus publice nuntietur. Et si obstinata mente usque ad mortem perseve- 
raverit, ecclesiastica careat sepultura, nisi sub testimonio plebani et aliorum trium 
damj)na restauraverit uni versa, Si qui vero clerici tales ad sepulturam receperint, aut 
eorum sepulturae interfuerint, vel ipsorum elemosynas receperint, ordinis sui dampnum 
irrecuperabiliter patiantur et ipso facto suis beneficiis sint privati. Et quia ea, quae 
praemissa sunt, de praelatonim et capitulorum nostrorum processerunt consensu, prae- 
sens scriptum tam nostris quam iam dictorum capitulonim nostrorum sigillis fecimus 
communiri. Actum et datum Nuenburch anno domini M^ CG**. LXXXVP. in vigilia 
nativitatis beatae virginis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu MeisseiL An Pergamentstreifen hängen die Siegel der Bischöfe Withego 
von Meisscn, Heinrich von Merseburg und Bruno von Naumburg, so wie die Siegel der Capitel von Naum])urg, 
Merseburg und Meissen. 

Labb^ concil. XFV. p. 1017. -. Lttnig Reichsarchiv spicii. ecci. cont. IL p. 259. — Calles series epp. 
Misn. p. 198. — Hartzheim concil. Germ. HL p. 683. 



27- 



212 



No. 272. 1286. 19. Oct. 

Die Burggrafen Otto von JDohna und Otto von Grevenstein lassen dem Bischof die vofi ihm empfangenen 

Lehen über zwei Weinberge in Kötjsschenbroda und Aecker zu Potschappel auf, die sie dem Hospital 

zti Dresden zugeeignet zu sehen wünschen, und übergebest dem Bischof zur Entschädigung die 

Lehnsherrlichlceit über die Stadt Liebstadt und das Dorf Possendorf. 

Nos Otto de Donin et Otto de G reuenstein burgravii omnibus Lanc litteram 
inspectiiris notitiam subscriptorum, Universis Christi fidelibus tenore praesentium 
publice protestamur, quod duas vineas sitas iuxta villam quae dicitur Kotzebrode et 
agros in villa dicta Poschapel, quas vineas et agros de manu domini episcopi Misnensis 
iure tenuimus feodali, hac videlicet eonditione in manus ipsius domini episcopi resigna- 
vimus motu liberi arbiti'ii nos ducente, ut proprietatem dictarum vinearum et agrorum 
cum Omnibus proventibus suis daret et conferret hospitali in Dresden iure proprietario 
perpetuo possidendam. Et ne Misnensis ecclesia ex hac donatione detrimentum aliquod 
sustineret, proprietatem civitatis nostrae quae dicitur Libenstat et villae Bosetendorf 
cum consensu omnium fratrum et heredum nostrorum eidem ecclesiae Misnensi dedimus 
in restaurum , dictas civitatem et villam ab eodem domino episcopo iure feodali in poste- 
rum habituri. Ut igitur huius resignationis , donationis, restaurationis evidentia stabilis 
et inconcussa maneat in futurum, hanc paginam sigillorum nostrorum appensionibus 
fecimus communiri. Huius rei testes sunt dominus Sifridus decanus Misnensis, dominus 
praepositus Wurzinensis, dominus Heidenricus cantor Misnensis, dominus Theodericus 
praepositus Budisinensis, dominus Conradus custos Misnensis, dominus Meinherus 
burgravius Misnensis, dominus Albero burgravius de Liznich, dominus Petrus de 
Polenzich et alii lide digni, Datum Misnae anno domini M**. CC^ LXXXVP. in crastino 
sancti Lucae, 

Nach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden; an Fäden von brauner und gelber, bez. von 
rother und gelber Seide hängen die Siegel der Burggrafen (Wappenschilde mit dem Hirschgeweihe). 

Hasche dipl. Gesch. d. Stadt Dresden. Urkundenb. S. 19. — Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 124. 



No. 273. 1286. 19. Oct. 

B. Withego erklärt mit Zustimmung des Capitels seine Genehmigung der in der vorstehenden 

Urkunde enthaltenen Anträge, 

Nos Withego dei gratia Misnensis episcopus recognoscimus et tenore praesen- 
tium publice protestamur, quod duas vineas iacentes in viUa dicta Kosctebrode et agros 
in villa Poschapel, quas vineas et agros dominoB Otto de Douin et dominus Otto de 
CTrefenstein burgravii a nobis in feodo tenn*" H pctitionem ipsorum ex consensu 

nostri capituli dedimus et resignavimuß hc ■eeden cum omni iure proprietatis^ 

quod ad nos in eisdem vineis pertinebat, H in ri-'^taurum istarum vinearum' 

praedicti burgravii ex consensu omniO' fcalilft/^t^m^ eccleaiac Aü&nensJ 

proprietatem civitatis dictae LibenBt 
pertinebat, dederunt et praedictam d 



213 

ab episcopo Misnensi in feodo amplius obtinebunt. Et praedictas vineas supradicti 
burgravii ex consensu omnium fratrum et heredum suonim praedicto hospitali nobis 
et capitulo nostro libere resignarunt. Haec fecimiis cum consensu et voluntate nostri 
capituli supradicti. Testes huius facti sunt dominus Siffridus decanus Misnensis, 
dominus Johannes praepositus Wurzinensis, dominus Hedenricus cantor Misnensis, 
dominus Theodericus praepositus Budesinensis, dominus Conradus custos Misnensis, 
dominus Meinherus burgravius Misnensis, dominus Albero burgravius de Liznich, 
dominus Thizo de Glubozich, dominus Petrus de Polenzich et alii fide digni. In cuius 
facti certitudinem praesentem conscribi voluimus litteram et sigillo nostro sigilloque 
capituli nostri Misnensis firmiter communiri. Datum et actum Misnae anno domini 
M^ CC^ LXXXVI^ in crastino sancti Lucae. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv mit den beschädigten Siegeln des Bischofs und des Capitels 
an Pergamentstreifen. 

Hasche dipl. Gesch. v. Dresden, ürkundenb. S. 20. — Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 125. 



No.274. 1286. 

B, Withego eignet mit Zustimmung des Capitels dem Vicar Cunrad und insofern dieser hierdurch 

sein Jahresgedächtni^s zu stiften gedenkt^ der Domkirche 24t Schock vmi defn Schenkwirth Arnold zu 

Briessnitz erkauften Getreidezehnten und einen Garten. 

In nomine domini amen. Withego dei gratia Misnensis episcopus universis 
Christi fidelibus praesens scriptum intuentibus tam praesentibus quam futuris salutem 
in domino Jhesu Christo. Quoniam omnium habere memoriam et in nullo peccare 
divinitatis est non humanitatis, quare necesse est ut quae gesta rite fuerint ab homi- 
bus, ne oblivioni tradantur, scripti testimonio roborentur. Notum igitur esse cupimus 
universis, quod dominus Cunradus dictus de domina nostra vicarius ecclesiae Misnensis 
perpetuus de consensu nostro et totius nostri capituli iusto emptionis titulo ab Arnoldo 
tabernai'io in Bresnitz pro decem marcis argenti comparavit decimam viginti quatuor 
scoccorum siliginis et avenae et hortum in Bresnitz apud curiam plebani sitam, cuius 
decimae in villa Borrenthin*) maiori quatuordecim scocci, in villa vero IJpen*") decem 
scocci eidem domino Cunrado annis singulis persolventur. Nos vero ad preces et 
instantiam dicti domini Cunradi, qui nobis in multis obsequiosum se exhibuit, consi- 
derata etiam ipsius intentione, qua decrevit in nostra ecclesia de eadem decima pro 
Salute animae suae quod pium fuerit ordinäre, proprietatem saepedictae decimae vide- 
licet viginti quatuor scoccorum in praefatis villis Borenthin maiori et in Lipen siliginis 
et avenae sibi et ecclesiae nostrae Misnensi liberaliter conferimus et donamus volentes, 
ut idem dominus Cunradus de praedicta decima post obitum suum ordinet, quicquid 
pie decreverit ordinandum. Ne autem super hac donatione nostra eidem in posterum 
oriatur quaestio nocitura, praesentem litteram conscribi super eo fecimus et sigillorum 
nostri et capituli appensionibus roborari. Testes etiam huius rei sunt dominus Johannes 
Wurcinensis praepositus, dominus Theodericus praepositus Budesinensis et dominus 



«) Böhrigen, Par. Elsdorf, b) Leipen, Par. Zlegenhain. 



214 

Cunradiis de Boruz custos Misnensis, et dominus Johannes praepositus in Hayn, 
dominus Johannes de Wartha, Eekehardus noster marsalcus, Petrus noster camerarius 
et quamplures alii fide digni. Actum Misnae anno domini ]\P. CG*". LXXX^ Vr. pon- 
tificatus nostri anno XX**. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den Siegeln des Bischofs und des Capitels an Fäden von 
rother und gelber Seide. 



No. 275. 1287. 18. März. 

Zwanzig Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands ertheilen denen, welche hussfertig an gewissen 
Festtagen die DomJcirche besuchen und den Bau derselben unterstützen, und zwar jeder 

Einzelne vierzig Tage Ablass. 

Frater Heinricus dei gratia sanctae Moguntinae sedis archiepiseopus, saeri 
imperii per Germaniam archicancellarius , .... Sabzburgensis, Giselbertus Bremensis 
dei gratia ecclesiarum archiepiscopi, Arnoldus Babenbergensis, Burchardus Metensis, 
Heinricus Mersburgensis, Bruno Nuenburgensis, .... Brandenburgensis, Thobias Pra- 
gensis, Theodericus Olmucensis, Wernhardus Pattauiensis, Heinricus Ratisponensis, 
frater Heinricus Tridentinae, .... Brixiensis, .... Herbipolensis, Petrus Basiliensis, 
Conradus Argentinensis, Rudolfus Constantiensis, Conradus Verdensis, .... Lubucensis 
dei gratia ecclesiarum episcopi universis Cliristi fidelibus, ad quos praesens scriptum 
pervenerit salutem in eo, qui est omnium hi se credentium vera salus. Licet is, de 
cuius munere venit, ut sibi a suis fidelibus digne ac laudabiliter serviatur, de abun- 
dantia pietatis suae merita supplicum excedens, et vota bene servientibus multo maiora 
tribuat, quam valeant promereri, desiderantes tamen reddere domino populum accepta- 
bilem bonorum operum sectatorem, fideles Christi ad complacendum ei quasi quibusdam 
allectivis muneribus, indulgentiis videlicet et peccatorum remissionibus invitamus, ut 
exinde reddantur divinae gratiae aptiores. Cupientes igitur ut ecclesia maior sancti 
Johannis evangelistae et sancti Donati martyris in Misne congruis honoribus frequen- 
tetur, et ut opus fabricae eiusdem ecclesiae ibidem honorificc inceptum laudabiliter 
consummetur, omnibus vere poenitentibus et confessis, qui ad ipsaui ecclesiam in nati- 
vitate domini, pascha, pentecosten ac in singulis festis beatae Mariae virginis, patro- 
norum, dedicationis ac in coena domini causa devotionis accesserint, et qui ad consum- 
mandum praedictum opus suis elemosynis manus porrexerint adiutrices, nos de dei 
omnipotentis misericordia et beatorum apostolorum eins Petri et Pauli auctoritate confisi 
singulas singuli quadragenas, dummodo consensus diocesani loci accesserit, misericorditer 
in domino relaxamus. In cuius rei testimonium sigilla nostra litteris duximus apponenda 
praesentibus in perpetuum valituris. Datum Herbipoli in concilio anno domini 
M^CC^LXXXV^^ XV^ Kalend. April. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen. An theils rothen und gelben, theils grünen und gelben, 
theils rothen seidenen Fäden hängen die Siegel des Erzb. von Bremen, dann der Bischöfe Von Constanz, Metz, 
Merseburg, Naumburg, Prag, Passau, Olmütz, Regensburg, Strasburg, Trient, Basel unS Verden; sieben Siegel 
fehlen. 



215 



No. 276. 1287. 18. März. 

Acht Bischöfe Deutschlands verleihen denen, welche hussfertig die DomTcirche an gewissen Festtagen 
besticken oder deren Aufbau durch milde Gaben unterstützen, jeder Einzelne vierzig Tage Ahlass. 

Reinboto Eystetensis, Fridericus Curiensis, Siffridus Augustensis, Emkho Fri- 
singensis, frater Conradus Tullensis, frater Heinriciis Insulae sanctae Mariae, frater 
Heinricus Tridentinae, Conradus Virdensis ecclesiai'um dei gratia episcopi uuiversis 
Christi fidelibus tarn praesentibus quam futuris seilicet modernae et successurae aetatis 
hominibus ortodoxis, quibus exhibitum fuerit praesens scriptum, salutem in virginis 
filio, qui est omnium in se credentium vera salus. Bonae rei operam dare devotionem 
excitat in cunetis christianae fidei cultoribus aeternam beatitudinem pro hac vita trans- 
itoria sperantibus. Ut ergo fidelium devotio in Christo devotius accendatur, et ut 
ipsis in ipso gaudium et ipsi in ipsis creseat honor et gloria: Licet is etc. — wie 
No. 275 — acceptabilem, lideles Christi — aptiores. Cupientes igitur ut ecdesia sancti 
Johannis evangelistae sanctique Donati martyris in Misne, quae quidem ecclesia de 
novo laudabiliter construitur, congruis honoribus frequentetur, et ut tarn sollempni 
fabricae fidelium elemosynis subveniatur, omnibus vere poenitentibus et confessis, qui 
ad ipsam ecclesiam in singulis festis beatae Mariae virginis, dedicationis, patronorum 
ac in coena domini causa devotionis accesserint, vel eidem ecclesiae, ut opus fabricae 
saepe dictae consummari possit suis elemosynis manum porrexerint adiutricem , nos de 
dei omnipotentis misericordia, et beatorum Petri et Pauli apostolorum eins auctoritate 
confisi, singuli singulas quadragenas de iniuncta sibi poenitentia, dummodo consensus 
diocesani accesserit, misericorditer in domino relaxamus. In cuius rei certitudinem 
nostra sigilla praesentibus duximus apponenda. Datum Ilerbipoli in concilio anno 
domini AP. CC^ LXXXV^^ XV^ Kalend. Aprilis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiy zu Meissen mit acht meist wohlerhaltenen, an Pergamentstreifen hän- 
genden Siegeln. 



No. 277. 1287. März. 

B. Withego bei dan van dem apoäol. Legaten B. Johann von Frascati (Tusculum) veranstcdtcten 
Concil zu Würzburg anwesend ertheilt in Gemeinschaft mit den Erzbischöfen Sifrid von Cöln und 
Giselbert von Bremen, dann den Bischöfen Bruno von Brixen, Tobias von Prag, Heinrich von 
Naumburg, Conrad von Verden, Burchard von Metz und Bruno von Merseburg allen denen, welche 
ihrer Sünden sich betvusst und reuigen Herzens zum Wiederaufbau der abgebrannten Stiftsgebäude 
zu Fulda einen Beitrag geben, vierzig Tage Abla^s, 

Aus dem Stiftsarchiv zu Fulda Hartzheim conc. Germ. UI. p. 736. 



21 G 



No. 278. 1287. 3. Mai. 

B. Withego beurkundet, dass der Vicar Conrad von Burnis gewisse Greldzinsen an den ScholasHcus 
Jf. Thilemann verkauft hat und diesem das BecJU zustehen soU, frei über dieselben ssu verfügen^ 

Nos Withego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus notiim facimus universis 
et praesenti pagina protestamur, quod dominus Conradus de Burnis, perpctuus vicarius 
ecclesiae nostrae, in praesentia nostra constitutus triginta duos solidos minus tribus 
denariis Vribergensium denariorum bonorum annuae pensionis, titulo proprietatis ven- 
didit magistro Thilemanno scolastico Älisnensi pro tredecim marcis argenti et dimidia, 
quos in locis recipiet infra scriptis: Li allodio Dubenitz**) dominarum sanetae Crucis 
sex solidos, qui solvi debent in festo Walburgis, reliquos recipiet in civitate Misne de 
curia Sifridi Aceti triginta denarios, quae est sita iuxta mumm ex opposito quondam 
curiae Wigandi, ubi pannus venditur, item in \\qjo qui dicitur Kernitz*") de curia Her- 
manni de Lizenik quartuni diinidium solidum, de curia sororis Adelbeidis duos solidos, 
de curia Suevi, in qua moratur Johannes pistor, decem et octo denarios, de curia 
Wernheri institoris duos solidos, de curia Jacobi sutoris duos solidos, de curia Hen- 
rici carpentarii duos solidos, de curia Ylianae tres solidos minus denaiio et dimidio, 
de curia sororis Juttae sedecini denarios et dimidium, de curia Richelindis Pavonissae 
decem et octo denarios, de curia Ysaac Judaei triginta denarios. Et lii solidi in festo 
beati Maiiini bonorum denarionim Vribergensiuui debent solvi. Dictum vero censum 
dedit doniina Gepa monialibus in Derscnitz"*) in prima fundatione claustri, quod clau- 
strum postea translatum est in Sitzenrode, a quo claustro eniit dominus Conradus, 
prout in littera dictarum monialium plenius continetur*"). Dictum vero censum dictus 
scolasticus vendet si placet vel de eo faciet pro remedio animae suae, quicquid sibi 
videbitur melius expedire. Datum et actum Misnae anno domini M^ CC\ LXXXVII". 
V'\ Nonas Maii pontiticatus nostri anno XXP. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem wohh'rhaltencu Siegel des Bischofs an einem 
Pergamentstreifen . 



A) Di» alte äuMSioro Aufschrift Privileiirium do cciiitu eivitati» Minne portiiictiH ad altare xanctoruiu Laurentii et Nicolai bezeugt, 
dann diofto Zinsen an den Kon^^nnten in der Domkirchc befindlich gewesenen Altar gekommen, und dei^.nhalb hat die Urkunde hier Ihm 
Stelle gefunden. I») Die villa Duveniz (Daubnitz. l*ar. Lommat/xvh) kam durch eine Schenkung de» (iotflalc Khcsebiz niiles Mii<non<»iH 
urbanuN um l:;;.*^ an da« Kloitter zum h. Kreuz, c) Vorstadt von MelsAen, deren Name nur in dem Görnifcheu Thor noch erhalten i.si. 
d) DOrHchnitz, Eph. Mciinon. e) Vgl. No. 312. 



No. 279. 1287. 7. Aug. 

B. Withego eignet mit Zustimmung des Caj)itels dem Scholasticus M, Thilemann gen, von Torgau 
einige von Heinrich von CoJdits erkaufte (ietroidezinsen zu freier Verfügung für sein Seelenheil 

Nos Withego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus notum facimus universis 
et praesenti pagina protestamur, quod dominus Henricus dominus castri in Colditz 
quinque maldra siliginis et avenae et duos modios decimae, quae a nobis tenuit in 
feodo, receptis tredecim marcis argenti Vribergensis et i)onderis a magistro Thilemanno 



217 

clicto de Thurgowe, scolastico Misnensi, in üianus nostras liberaliter resignavit, quae 
maldra siliginis et avenae titulo proprietatis daraus dicto scolastico cum consensu capi- 
tuli nostri, ut inde faciat pro remedio animae suae, quicquid sibi visum fuerit expedire. 
Dicta autem annona solvi debet singulis annis, de villa Meila*) quatuordecim modii 
siliginis et avenae aequaliter, et in villa Zalezn**) triginta tres modii siliginis et avenae 
aequaliter dicto scolastico, nuntiis suis vel cui legaverit pro remedio animae suae, et 
praesentari propria vectura rusticorum solventium dictam annonam ad Albiam Strele 
in festo omnium sanctorum. Reliquos quindecim modios siliginis et avenae post resi- 
gnationem dicti domini Henrici de Colditz, quos dominus Hermannus miles de Tzepe 
a nobis in feodo recepit, dictus scolasticus redimet, cum facultas se optulerit, et simi- 
liter de eis faciet quicquid placet, qui etiam duci debent ad Albiam Strele a rusticis 
termino supradicto. Actum et datum Misnae anno domini M**. CG*". LXXX^. Vir. in 
festo beati Donati, pontificatus nostri anno XX*".!**. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den Siegeln des Bischofs und des Capitels an 
Pergamentstreifen. 



a) M e i I A bei Lommatzsch , Par. Beicha. b) Sahlassan, Par. Strehla. 



No. 280. 1287. 26. Aug. 

Gehhardj Declmnt m Mainz und Domherr zu Meissen erklärt eitlen Theil der vam Kl ÄltzeUe 

erkauften Geldzinsen an seinen Freund den Custos Conradj der zu Gunsten der Domkirche darüber 

zu verfügen gedenke^ gegen Bezahlung aln/etreten zu hohen. Vgl No, 254 und 297. 

Geuehardus dei gratia sanctae Moguntinensis sedis^) decanus et canonicus Mis- 
nensis universis Christi fidelibus, ad quos praesens scriptum pervenerit, salutem in eo 
qui est omnium vera salus. Quemadmodum tempus defluens est et defluit, sie cum 
tempore defluente temporales etiam defluunt actiones. Necesse est ergo, ut ea quae 
ab hominibus aguntur, ne in oblivionem, quae mater et materia est erroris, aliqualiter 
deducantur, litterarum testimonio perhennentur. Nos igitur ad universorum notitiam 
tam praesentium quam futurorum extollimus litteram per praesentem et publice profi- 
temur, quod cum a domino . . abbate, . . priore totoque conventu monasterii Cellensis 
ordinis Cisterciensis Misnensis diocesis, qui nimiis debitorum ac usurarum oneribus 
fuerant involuti, communi eorum libero consensu ac voluntate accedente decem mansos 
in villa Kagan*), quae inter Lomats et Misne^^) sita est, cum censu videlicet duodecim 
talentis denariorum minus tribus solidis, iuribus, pertinentiis ac utilitatibus, quae tunc 
inerant vel inesse poterant in futurum, iusto emptionis et venditionis interveniente 
titulo comparassemus pro centum sexaginta et sex marcis examinati argenti per nos 
proprietatis titulo, sicut dictum monasterium possederat, perpetuis temporibus possi- 
dendos vel in usus ecclesiae Misnensis eodem iure pro nostro arbitrio convertendos: 
domino Conrado custodi Misnensis ecclesiae, amico nostro speciali, quatuor talenta 
minus tribus solidis annui census in eisdem mansis eo iure proprietatis^) quo nos emimus, 



1) tccUsiae B. 2) Misne et LomtUth B. 3) proprietatis iure B. 
a) Grosa- und Kleinkagen, Par. St. Afra. 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 28 



218 



recepimus et tenuimiis, iiisto emptionis et veiulitionis accedente titiilo veiulidiraus pro 
quinquaginta marcis argenti perpetuo possidenda, ita quod libere de eisdem quatuor 
talentis minus tribus solidis in ecclesia Misnensi poterit pro suae voluntatis libito qiiic- 
quid sibi placuerit ordinäre. Ut autem sciatur, in quibus mansis liaec quatuor talenta 
minus tribus solidis recipi debeant, speeificatione lueida duximus distinguendum. A 
duobus mansis, quos Martinus de Plawenitz^) possidet, duo talenta et quinque solidi 
denariorum Vribergensium cum dimidio schoeo^) ovorum persolventur. Item de uno 
horto, quem idem Martinus possidet, tres solidi similiter persolventur. Ab uno manso, 
quem Petrus suus vicinus possidet, viginti et quatuor solidi denariorum praedictorum et 
dimidius scbocus ovorum solvi debet^). Item de mansis, quos Rudegerus habet, quinque 
solidi denariorum et dimidius schocus ovorum tantummodo persolventur et residuus census 
Rudegeri dabitur ei, ad quem dinoscitur pertinere. Et sie iste census in festo puri- 
licationis beatae Mariae virginis dimidius et in festo beatae Walburgis dimidius a pos- 
sessoribus praedictorum mansorum et horti, qui pro tempore fuerint, annis singulis 
persolvetur. Praetera recognoscimus publice protitentes, quod praedictas quinquaginta 
marcas a dicto domino Conrado recepimus integraliter et complete. In cuius rei 
testimonium praesentem litteram scribi iussimus capituli Misnensis et nostri sigillorum 
appensionibus roboratam. Actum et datum Misnae anno domini M^'.CC^LXXX^ septimo 
VIF. Kalendas Septembris praesentibus dominis Siffrido decano Misnense, Jobanne 
praeposito Wurzinensc, Heidenrico cantore, Tlieoderico praeposito Budesinense '), Con- 
rado de Hersfeidia canonicis Misnensibus, Conrado longo Thuringo, Conrado de domina -2^^ 
nostra, Conrado de Bork capellano nostro, Petro notario nostro et aliis^) quam pluribus 
fide dignis. 

In zwei Ausfertigungeu im K. Haupt- Staat sarclüv (A) und im Stiftsarchiv zu Meissen (B). Bei der 
ersteren sind die wohlerhalteuen Siegel des Capitels und des Dechanten Gebhard (S. Gebeliardi decaui Maguut. et 
ppositi S. Victoris) an grünseidenen Fäden, bei der letzteren das Siegel Gebhards an einem Pergamentstreifen 
befestigt, das Siegel des Capitels aber nicht beigegeben worden. 



4) PlnweniU B. b) socco B. und so imiuer. G) dehent B. 1) Thfodtrico praeposito Hudesinensc, Heidinric* rnntore , Alberto de 
Luppe, Conrado B. 8) capiUano nostro, Hcnrico jhbano in Cameniz et aliis B. 



No. 281. 1287? 

Erzbischof Heinrich IL von Mainz verleiht denen, ivelche hussfertig an (jeivissen Festtagen die 
Dofnkirchc besuchen und zum Fortbau derselbmi beisteuern, vierzig Tage Äblass von den 

Strafen schwerer Vergehen. 

Frater Heinricus dei gratia sanctae Maguntinae sedis archiepiscopus*), sacri 
imperii per Germaniam archicancellarius, universis Christi fidelibus praesentium inspecto- 
ribus salutem in omnium salutari. Licet is de cuius munere venit, ut sibi a suis 
fidelibus digne ac laudabiliter serviatur, ex abundantia pietatis suae merita supplicum 
excedens et vota bene laborantibus multo maiora tribuat, quam valeant promereri, 
desiderantes tamen reddere domino populum acceptabilem bonorum operum sectatorem 
fideles Christi ad complacendum ei quasi quibusdam allectivis muneribus, indulgentiis 

a) Heinrich II. (Gttrtelknopf, Qökhlmann, Knoderer) Franciscaner • Ordens , ErzbUchof seit 27. Aug. 1286, gert. 17. Min 1988. 



219 

videlieet ad opera earitatis acceiulimus, ut ex eo reddantiir diviiiae gratiae aptiores. 
Cupientes igitiir ut ecclesia saiicti Johannis evangelistae sanctique Donati martyris in 
Mmm coiigruis honoribua frequentetur, et ut opus uovum fabrieae eiusdem ecelesiae 
laudabiliter inceptum, consumnietur feliciter, Omnibus vere poenitentibus et confessis, qui 
ad ipsam ecclesiam in festis paschae, nativitatis, penthecostes, coenae domini, dedica- 
tionis, patronorum coniiuxerint, et qui eleemosynas suas ad stnicturam ipsius ecelesiae 
erogaverint, oninipotentis dei misericordia et beatorum apostolorum suorum patrocinio 
confisi quadraginta dies criminaliuni peccamiuum de iniuucta poenitentia, si consensus 
dioeesani accesserit, miserieorditer relaxamus, praesentibus in perpetuum valituris. 

Nach dem Orijif. im Stiftsarchiv zu Meipsen mit dem wohlerhaltenen Siegel des Erzbischofs an roth- 
seidenen Fddeii. 

No. 282. 1288. 8. Jan. 

//. Withnjo und (las Capitcl versprechen dem B. Heidenreich von Brandenburg und dessen Capitel 

zu Erreichung eines kräftigeren Scitufzes gegen Räuber und Befehder die van dort ausgesprochenen 

Excommunicationen und Interdicfe auch ihrerseits bekannt zu machen und genau zu beobachten. 

Venerabili in Christo patri ac domino Heidenrico episcopo, Tliiderico praeposito, 
Conrado priori totique capitulo ecelesiae Brandeburgensis Widego, dei gratia episco- 
pus, liernardus praepositus, Sifridus decanus totumque capitulum Misnensis ecelesiae 
subscriptorum oninium fimiitatem. Multoruni bonorum persaepe torpet neglecta com- 
moditas eo, quod ad restaurationem commoditatis huius modi nullius invigilarit intentio, 
nullius animus insudarit. Sed processu temporis ad hoc aliquo suae mentis aciem 
dirigente ipsa restauratur commoditas et restaurata suis cooperatoribus paeis et quietis 
tribuit incrementum. Hinc est, quod cum pluribus tractatibus habitis iam simus evi- 
denter experti, et tam vobis quam nobis consultum et utile videatur, ut propter fre- 
(juentes praedonum, raptorum et malefactonim insultus et turbationes, quas quotidie 
l)atiuntur ecelesiae eaedem, aliquo saltem et mutuae subventionis ac contbederationis 
remedio subvenirent. Sane credimus, si funiculus ecdesiasticae censurae fuerit tripli- 
(*atus, etTficacius feret auxilium contra perversorum violentias et conatus, et clerus tali 
suffultus praesidio dante domino liberius respirabit. Cum igitur inter alia iuris remedia 
praecipuum et magis efticax videatur, ut execrationum seu interdictorum sententiae 
latae per vos et episcoi)Os vestros, qui pro tempore fuerint, a nobis et nostris succes- 
soribus strictius observentur et publicentur, quandocunque et ubicunque fuerit opor- 
tunum, dum tamen a vobis super iis fuerimus requisiti, nos Withego episcopus, Bern- 
ardus praepositus, Öifridus decanus totumque capitulum Misnensis ecelesiae nos et 
nostram ecclesiam praesentibus obligamus firmiter, ut ea, quae praemissa sunt et pro 
vobis statuta in conciliis Maguntinensi vel Magdeburgensi, inviolabiliter observemus. 
Hoc recognoscimus et praesentibus literis protestanuir, quas sigillorum nostrorum 
iinj)ressione roborandas duximus in testimonium praemissorum. Hanc vero obligationem 
per decem annos continuos decrevimus duratiu-am. Datimi Misnae anno domini 
M. CG. LXXXVin. sexto Idus Januarii pontificatus nostri anno XXII. 

Nach dem Copiarium eccl. Brandenb. sec. XVI. im dasigen Stiftsarchiv fol. 248 b' 
Riedel cod. dipl. Brand. I. Bd. 8. S. 179. 

28* 



220 



No. 283. 1288. 13. Febr. 

B. Bruno zu Naumbtirg behmdet mit Zustimmung seines Capitels 11 V2 Lehnhufen zu Sahlassan 

bei Strehla an Dietrich Probst zu Budissin verkauft zu h<ü>en und tritt dieselben mit allen Rechten 

und Gerechtigkeiten an die Domhirche zu Meissen ab. Vgl No. 253. 

Nos Bruno dei gratia Nuemburgensis episcopus notum facimus universis et 
praesentibus litteris protestamiir, qiiod cum ecclesia nostra oppressa esset gra\i onere 
debitorum, redditusque eiusdem ecelesiae pertinentes ad mensam episcopalem mul- 
tipliciter alienati, adhuc existentes ita tenues, quod de ipsis redditibus dicta onera 
debitorum non solum attenuare vel diminuere poterunt, immo crescebant de die in diem 
vehementius et in tantum, quod iam eidem ecelesiae nostrae nisi ei celeri et maturo 
succurreretur consilio, dampna irrecuperabilia evidenter inminebant. Unde post multos 
et varios tractatus super bis, quae praemissa sunt cum praeposito, decano totoque 
capitulo ecelesiae nostrae habitos non occurrit aliquod consilium, nisi ut fieret aliqua 
ecelesiae nostrae bonorum alienatio, ut sie recepta de dictis bonis pecunia praelibata 
ecclesia nostra eximeretur a praemissis oneribus debitorum. Et licet venerabilis in 
Christo bonae memoriae Lutolfus episcopus, praedecessor noster, duodecim mansos et 
dimidium liberos ad mensam episcopalem peiHnentes in villa Zalesin iuxta Strele sitam 
vendiderit pro certa pecuniae quantitate honorabili viro Theoderico praeposito Bude- 
sinensi, ut in privilegiis super hoc confectis plenius continetur, nondum tamen cum 
dicta pecunia et aliis bonis ecelesiae nostrae venditis idem dominus Lutolfus, prae- 
decessor noster, ad solutionem debitorum non poterat aliqualiter pervenire, verum cum 
partem debitorum exsolverit dictus praedecessor noster, residuam partem solvendam 
nostrae sollicitudini ex debito reliquit. Habito consensu et consilio saepedicti capituli 
nostri, residuos undecim mansos et dimidium infeodatos quocunque genere infeo- 
dationis in dicta villa Zalesin sitos, antedicto Theoderico Budesinensi praeposito 
nobis in Christo dilecto, cum pratis, pascuis, virgultis, \iis et inviis, servitiis, 
iuribus et cum omni iudicio magno et parvo in villa et in agris, et cum Omni- 
bus utilitatibus, quae nunc insunt vel inesse poterunt in futurum, pro decem et novem 
marcis argenti Strelensis ponderis vendidimus interveniente iusto emptionis et venditionis 
titulo, et eosdem .mansos ad preces eiusdem praepositi' Budesinensis Misenensi ecelesiae 
in perpetuum donamus iusto proprietatis titulo possidendos, et sicut antedicti mausi 
ad ecclesiam nostram pertinent, sie cum omnibus iuribus transeant cum consensu totius 
capituli nostri ad ecclesiam Misnensem, nobis nihil iuris et ecelesiae nostrae in posterum 
reservantes. Profitemur etiam, nos totam pecuniam supradictam reeepisse et in solu- 
tionem debitorum praemissorum integraliter convertisse. Absolvimus similiter dictam 
villam Zalesin et rusticos eins a frequentatione iudiciorum trium vel plurium, quas 
facere solebant tribus vicibus in anno ad civitatem nostram Strele temporibus retroactis. 
Et ne alicui super praedicta alienatione, et oratione et donatione dubietas oriatur, prae- 
sens Privilegium sigillorum nostri et capituli nostri munimine feeimus roborari. Huius 
rei testes sunt Bruno praepositus, Conemundus decanus, Albertus de Grizheim, Otto 
cantor, Lutolfus de Allerstete, Hermannus archidiaconus Plisnensis, canonici ecelesiae 



221 

nostrae, Cunradus pincerna de Salecke, Guntherus de Gusowe, Otto de Lichtenhain, 
Johannes de. Wirichusin milites, Nycolaus de Ysenberc capellanus noster, Albertus 
de Storcowe, Heinrieus de Busilleiben notarii curiae nostrae, Cunradus plebanus de 
Laz, Heinrieus de Säten advocatus civitatis nostrae Strele et alii quam plures canonici, 
clerici et laici fide digni. Datum Nuemburg anno domini M**. CC^. LXXXVHI**. Idus 
Februarii, pontificatus nostri anno tertio. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen. Die an Pergamentstreifen hängenden Siegel des Bischofs und 
des Capitels sind wohlerhalten. 

Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 86. 

No. 284. 1288. 3. Apr. 

B. Withego ertheilt denen, welcJie bussfertig das Hosintal tind die Capclle zu St Cunigunden in Halle 
an gewissen Festtagen hesucJien und unterstützen, vierzig Tage Ählass. 

Wittigo dei gratia Misnensis episcopus universis Christi fidelibus, ad quos 
scriptum pervenerit, salutem in omnium salvatore. Quoniam ut ait apostolus omnes 
stabimus ante tribunal Christi recepturi, prout unusquisque gessit in corpore, sive 
bonum sive malum fuerit, cupientes igitur ad caritatis opera mentes fidelium excitare, 
devotionem vestram rogamus, monemus et in domino exhortamur, in vestrorum remis- 
sionem peccaminum iniungentes, quatenus ad hospitale et ad capellam in honore sanctae 
Conegundis virginis dedicatam fratribus domus Theutonicae extra muros Hallenses in 
subsidium, quibus facultates propriae non suppetunt, de bonis a deo vobis coUatis pias 
elemosynas et grata caritatis auxilia erogetis, ut per haec bona et alia, quae domino 
inspirante feceritis, ad aeterna gaudia pervenire facilius valeatis. Nos etiam de omni- 
potentis dei gratia confisi omnibus vere contritis et confessis, qui hospitale et capellam 
praemissam in omnibus festivitatibus domini, videlicet nativitatis, circumcisionis, pascha, 
penthecostes, necnon in cunctis festivitatibus sanctae Mariae virginis et cum dicti fratres 
sacrum corporis domini sumere consueverint, et eisdem fratribus manum porrexerint 
adiutricem, sive devotionis causa in festivitatibus beatae Elizabeth ac Katharinae in 
domino visitaverint, quadraginta dies indulgentiarum de iniunctis sibi poenitentiis miseri- 
corditer relaxamus. Insuper omnibus misericordiae opera exercentibus in dicto hospitali, 
videlicet infirmos visitando, consolando ac de bonis a deo sibi concessis elemosynas lar- 
giendo, iterato quadraginta dies indulgentiarum relaxamus misericorditer, si tamen 
contriti fuerint et confessi. Datum Hallis anno domini ÄP. CC**. LXXXVÜI. III. 
Nonas Aprilis. 

Nach dem Copiar. No. LX. aus dem 16. Jahrh. im Prov. Archiv zu Magdeburg fol. 50 *> 
Ludewig rell. mss. V. p. 127. 

No. 285. 1288. 26. Juli. 

Der Vicar Hugo von Papircen stiftet sein Jahrgedächtniss, 

Ego Hugo de Papir cen vicarius ecclesiae Misnensis de talento annui census, 
quod in Gupil*) pro marcis tredecim comparavi, et de decem solidis annui census, quos 

a) Kobeln, Par. Heyda bei Rieia. 



222 

ab Arnoldo argentifabro comparavi, qiii debentur de curia Theoderici dioti Dest sita 
Misnae circa medium vici castrensis, in ecclesia Misnensi meum sie decrevi condere 
testamentimi. Primo ut dicti decem solidi inter chori vicarios perpetuos et temporales 
connumerato magistro scolarium, qui vigiliis et mi»sae interfuerint, dividantur. De 
talento vero quindecim solidi data inde decima hospitali inter praesentes canonicos instal- 
latos, qui similiter vigiliis et missae interfuerint, dividantur. Unus Bolidus detur pro conso- 
lationc pauperum scolarium illo die, item de uno solido detur cuilibet perpetuo vicario seu 
etiani temporali unus denarius volenti missam dicere pro defunctis, residuos tres solidos 
recipiat obedientiarius pro labore, de quibus duos denarios dabit ecclesiastico compul- 
santi. Testes luiius testanienti sunt magister Theodericus praepositus Budesinensis, 
dominus Conradus de Boruz, magister Conradus de Hersfeidia canonici Misnenses, 
?/i?. dominus Conradus longus Tlmringus, dominus Conradus de domina nostra perpetui 
vicarii et quam plures alii iide digni. Ut autem super bis nulli valeat dubium suboriri 
nee aliqualiter immutari, domini Budesinensis praepositi, domini custodis et mei sigilli 
impressiones sive karacteres duxi praesentibus api)onendos. Actum et datum Misnae 
anno domini millesimo ducentesimo octogcsimo octavo in erastino sancti Jacobi apostoli. 

Nach dem Oi-ig. im Stit'tsarchiv zu Meissen mit drei an blauen leinenen Fäden befesti|^en Siegeln. 

Xo. 286. 1288. 17. Aug. 

Marhyraf Friedrich von Lamhhcry eignet der Domlcirche gar Entschädigung für die nothgedrungen 
aus derselben genommenen , zum Nutzen des heil. Landes bestimmten (rclder die Cupelle Johannes 
des Täufers im marhjräflirhen Hofe der Burg Meissen mit allen ihren Besitzungen und FAnhünften^ 
und gestattet dem Capitel Güter bis zum Betrag von 100 Marh Finkommens durch Kauf zu erwerbm. 

In nomine domini amen. Fridericus dei gratia Misnensis et de I^andisberc 
marcliio venerabili in Christo patii domino Witliegoni episcojm, Bernhardo praeposito, 
Sifrido decano totique Misnensis ecclesiae capitulo ac universis praesentes litteras 
inspecturis salutem in omnium salvatore. Casus a quo cito resurgitur, non casus sed 
virtutis indicium comprobatur. A casu siquidem, quem non ex malitia, sed ex neces- 
sitate urgente incidimus, ut bellorum tine liabito adoptato terras possemus ad tranquilli- 
tatem et pacem commodius reformare, decimam terrae sanctae, quam in ecclesia tulimus 
Misnensi non sub alienandi j)ropo8ito, sed refundcndi et plenissime restaurandi, ut terra 
sancta indempnis per omnia conservetur, ipsi Misnensi ecclesiae in lioc turbatae primo 
omnium satistacere cupicntes capellam sancti Joliannis baptistae sitam in Castro Misne 
in curia nostra, cuius ius patroiiatus et coUatio seu praesentatio ad nos et praedeccssorcs 
nostros pertinuisse dinoscitur ex antiquo, cum villa totali Paselitz'') et allodio ibidem 
et cum agris adiacentibus eidem villae qui Borkeswiscn dicuntur, nee non cum duobus 
pratis et quibusdam virgultis eisdem agris adiacentibus, item cum sex solidis 
annuis de villa Goren **) provenientibus, item cum tota villa Mobscbitz'*), item cum redi- 
tibus triginta solidorum annuis de tabernis in Donyn**) provenientibus, qui i)ertineiit 
ad luminaria eiusdem capellae, liaec inquam bona cum Omnibus attinentiis necnon cum 

a) Baüalitz, Par. I^iiz ((tniM^ODhaini. h;> (wohra. Par. Kolnersdurf (C*rot»5üubaiii;. c) Mobüchatz. Par Briei4«uii/. 
d) Duhna. 



223 

Omnibus suis possessionibus, reditibus, libertatibus, iuribus et iudiciis, pratis, pascuis, 
virgultis, piscationibus, viis et inviis necnon cum omni utilitate, quae eisdem inest vel 
inesse potent in futurum, beato Johanni evangelistae sanctoque Donato ceterisque Mis- 
nensis ecclesiae patronis liberaliter matura deliberatione liabita damus, iuri patronatus 
ipsius renunciantes ipsunique dietae ecclesiae conferentes, ut episcopus qui pro tempore 
fuerit ipsam capellam uni canonicorum eiusdem ecclesiae emancipato conferat. Insti- 
tutus tarnen in anniversario Theoderici patris nostri bonae memoriae tenebitur cano- 
nicis praesentibus et emancipatis, qui vigiliis et missae interfuerint, tria talenta sociis- 
que chori similiter praesentibus unum talentum de ipsius capellae proventibus annis 
singulis ministrare. Terrae sanctae satisfacere cupientes, prout saluti nostrae visum fuerit 
expedire, damus insuper eisdem canonicis liberam potestatem de bonis nostris liberis seu 
infeudatis emendi centum marcaruni reditus, quorum bonorum proprietatem in praesenti 
damus et dabimus cum appensione sigilli nostri, quandocumque emerint, specificaverint 
sine difticultate et contradictione qualibet, quandocumque fuerimus requisiti. Testes 
huius rei sunt nobiles \iri Meynherus Misnensis, Albero de Liznig burgrauii, Tymo 
Knüth, Henricus de Slatebacb, Tlieodericus dictus Pubts, Conradus de Luppe, Karl 
Knfttb milites, frater Theodericus de Racowe gardiauus Lipcensis et frater Hartungus, 
Henricus de Zwen, notarius noster et quam plures alii clerici et layci fide digni. In 
cuius rei testimonium praesentem litteram nostri sigilli munimine duximus roborandam. 
Actum Misnae in ecclesia maiore iuxta altare benefatorum Petri et Pauli apostolorum 
aiyio domini millesimo ducentesimo octogesimo octavo Xyi"". Kalendas Sei)tembris. 

Nach dem Orig. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden mit dem beschädigten Reitersiegel des Markgrafen 
an Fäden von rother, grüner und blassgelber Seide. 

Auf der Rückseite der Urkunde steht von einer alten, fast gleichzeitigen Iland bemerkt: Privilegium 
donationis de capella sancti Johannis baptistae sita in castro Misne in curia domini Fridorici marchioiiis, qui dona- 
tionem fecit ecclesiae Misncnsi novo suo sigillo sigillatam. 



No. 287. 1288. 17. Oct. 

jB. Withego verkauft um die Burg ScJiarfcnherg einlösen zu können 56 Schock Getreide hischöfl. 
Zehnten an einige^i Orten über der Elbe an den Dotnlmrn Conrad von Borus, der m Gunsten 

der Dofnkirche darüber verfügen wird. 

Nos Withego dei gratia episcopus ecclesiae Misnensis recognoscimus et tenore 
praesentium protestamur, quod pensatis dampnis et periculis, quae ex alienatione castri 
in Scliarfenberc possent nobis et nostrae ecclesiae pro venire, si ad manus extraneas 
transferretur, cum in proprietate ecclesiae sit fundatum, maluimus aliqua distrahere, 
praecipue quae apud ecelesiam remanerent, quam quae ad exteros transferrentur, domino 
Conrado de Boniz concanonico nostro et custodi Misnensi quinquaginta et sex scocos 
decimae episcopalis, siliginis et avenae trans Albeam sitos, in Paselitz decem et octo 
scocos siliginis et avenae, Gizlewitz quatuordecim scocos siliginis et avenae, Luboz 
tredecim scocos siliginis et avenae et in Dalewitz*) undecim scocos siliginis et avenae 

a) Basilitz, Geisiflitz. Altlclfl oder Naaleii. Dallwftz, simmtlich zur Par. Lenz boi Grossenhain gohOrig. 



224 

vendidimus pro trigiiita mareis Vribergeiisis argenti et ponderis iam solutis, qiias in 
absolutionem dicti castri convertimus, accedente consensu noshi capituli dantes eidem 
liberam potestatem ordinandi de ea in Misnensi ecclesia, quidquid suae placuerit voluntati. 
Actum et datum Misnae anno domini millesimo ducentesimo oetogesimo oetavo XVL 
Kalendas Novembris praesentibus infra scriptis, domino Siflfrido decano Misnensi, 
domino Heidenrico cantore, domino Theoderico praeposito Budesinensi, domino Arnoldo 
arehidiacono Nisicensi, domino Petro de Cice et magistro Conrado de Hersfelde canonicis 
Misnensibus et quam pluribus aliis tide dignis. 

Xach dem Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv mit den Siegeln des Bischofs und des Capitels an Fäden von 
rother und gelber Seide. 

No. 288. 1288. 9. Sept. 

B. Witheyo verpfändet dem Capitel Einkünfte in Piscopitz und Zscheila. 

Nos Withigo dei gratia Misnensis episcopus recognoscimus publice protestantes, 
quod honorificis viris Burchardo praeposito, Siffrido decano totique capitulo Misnensis 
ecclesiae quatuor talenta et quatuor solidos denarionim legalium eensus nostri annualis, 
quod cedit de bonis nostris in Biscopitz, et decem solidos annuales in Schilowe iacentes 
obligavimus pro quinquaginta mareis Fribergensis argenti, pro quibus praedictum capi- 
tulum nostnmi se pro nobis obligavit strenuis viris Bodoni et Ottoni fratribus et Ottoni 
ipsorum patruo dominis de Deburg bis conditionibus interpositis, quod si ante festum 
beati Martini nunc proxime instans supradictis de Ueburg quinquaginta marcas 
praetactas non solvimus, praefatum capitulum nostrum supradictum censum pro- 
prietatis titulo libere possidebit et nobis ad supplementum viri providi et discreti 

In cuius rei certitudinem praedicto capitulo nostro praesentem dedimus literam 

sigilli nostri robore communitam. Datum Miigelin anno domini M^ CC. LXXXVIIP in 
crastino nativitatis beatae Mariae virginis. 

Nach Gnmdraann cod. dipl. eccl. Misn. II. S. 250 im K. Haupt - Staatsarchiv zu Dresden. Das Original 
wurde nicht aufgefunden. 

No. 289. 1289. 28. Febr. 

P. Xicolaus IV. heauftrayt den Bischof dem Grafen Albert von Anhalt und dessen Getnahlin 
Lutgardis Gräfin von Holstein, die im vietien Grade verwandt den Ehebund geschlossen und 
mehrere Kinder gezeugt haben, nach näherer Erörterung nachträglich Dispensation zu ertheilen 

und ihre Kinder für legitim zu erklären, 

Nicolaus episcopus etc. venerabili fratri . . episcopo Misnensi salutem etc. Ex 
parte dilecti filii nobilis viri Alberti comitis de Anhalt, et dilectae in Christo tiliae nobilis 
mulieris Lutgardis natae nobilis viri Gerardi comitis de Holtsacia fuit propositum coram 
nobis, quod olim ipsi, qui quarto sunt gradu consanguinitatis coniuncti, matrimonium 
ad invicem per verba de praesenti publice in faciem ecclesiae contraxenmt, impedi- 
mentiun consanguinitatis huiusmodi tunc penitus ignorantes, et postmodum inter eos 
camali copula subsecuta, per annos plurimos insimul ut coniuges habitantes, filios pro- 



225 

crearunt. Quare pro parte ipsorum fiiit nobis humiliter suppHcatiim, ut cum ex sepa- 
ratione dicti matrimonii, si ea contingeret fieri, grave posset in illis partibus scandalum 
suscitari aliaque multa pericula pro venire, providere ipsis super hoc de dispensationis 
beneficio dignaremur. Nos igitur de circumspectione tua plenam in domino iiduciam 
obtinentes praesentium tibi auctoritate committimus, quatenus si tibi constiterit de prae- 
missis, super quibus tuam intendimus conscientiam onerare, cum eisdem Alberto et 
Luitgardi auctoritate nostra dispenses, quod impedimento non obstante praedicto in 
praefato matrimonio licite valeant remanere, prolem susceptam et suscipiendam ex eis 
eadera auctoritate legitimam nuntiando. Datum Romae apud sanctam Mariam maiorem 
IL Kai. Martii anno secundo. 

Aus dem Lib. regg. Nicolai PP. IV. an. II. ep. 8. T. I. fol. 108 im Vatican. Archiv. 



No. 290. 1289. 10. Sept. 

Markgraf Friedrich vm% Landsberg beurkundet, d<iss er sowohl die nach dem Ableben seines Grossvaters 
Heinrich seinem Oheim dem Landgrafen Albrecht eugefaUeifie Hälfte der Markgrafschaft Meissen, n^ie 
die seinem Oheim Friedrich eustehenden Bes^itzungen um Dresden, wm eine Zerstückelung des Ixindes 
zu vermeiden, für eine hohe Summe Geldes erworben, der Bischof aber und das Capitel ihm hierzu für 
diesmal eine von den Stiftsunterthanen zu leistende Beisteuer bewilligt haben, ohne Berechtigung für ihn 

künftig eine solche fordern zu können. 

Nos Fridericus dei gratia Misnensis, ürientalis et de Landesberch marchio 
recognoscimus et tenore praesentium protestamur, quod felicis recordationis Heinrico 
Misnensi et Orientali marchione de praesentis vitae sublato medio, una cum patruo nostro 
Alberto Thuringorum lantgravio successissemus aequaliter iure hereditario ad posses- 
sionem et dominium principatus Misnensis, nee valente terra commode pluralitatem prin- 
cipum sustinere, ipso patruo nostro affectante et consentiente partem suam, partim sibi 
compensatione facta in certis possessionibus, partim in parata pecunia, nee solum partem 
illam, sed et partem Friderici patrui nostri iunioris circa Dresden pro unione terrae 
comparavimus magna pecuniae quantitate. Ad cuius solutionem nobis non sufScien- 
tibus absque dominorum et communi terrae subsidio, venerabilis in Christo compater 
noster Withigo Misnensis episcopus una cum capitulo suo, ex liberalitate et gratia pro 
subsidio nobis faciendo, non ex iure aliquo, cum bona ipsorum auctoritate imperiali cum 
Omnibus iuribus, quae eisdem insunt vel inesse poterunt ipsis tradita, a nostra iuris- 
dictione sint distincta simpliciter et seiuncta, admiserunt, ut de quolibet manso suorum 
hominum in dominio nostro sitorum loto et dimidius nobis detur, ubi plenus census 
dominis solvitur, ubi vero medietas census solvitur, detur subventionis medietas, ubi 
vero inculta vel deserta bona fuerint et nullus census solvitur, nihil detur, nee sint 
bona obligata ad dandum aliquid vel astricta, nee nuntii nostri sine nuntiis domini 
episcopi et canonicorum in bonis ipsorum inpignorare praesument aut aliquatenus 
attemptabunt, sed dictorum dominorum nuntii inpignorabunt nuntiis nostris praesen- 
tibus, ut nee subsidii diminutio nee bonorum praegravatio uUa fiat. Nolumus etiam, 
quod de allodiis eorum aliquid exigatur vel detur, nisi quae locata et alienata in per- 

COD. DIPL. 8AX. II. 1. 29 



226 

petuam hereditatem. De hortis bonorum suorum etiam nihil detur. Nihilominus tenore 
praesentium obligamus, quod nos nunquam de cetero in bonis ipsorum petitionem 
allquam faciemus, recognoscentes in eis nihil iuris penitus nos habere. In cuius rei 
testimonium praesens scriptum ipsis dedimus sigilli nostri munimine communitum. 
Testes hiuus rei sunt nobiles viri Meynherus borgravius Misnensis, Alber. borgravius 
de Lizenik, Heinricus protonotarius noster dictus de Sweme, Thimo dictus Knut, Heine- 
mannus dapifer de Burnis, Botho de Turgowe, Heinricus de Trebezin, Theodericus 
Pubs et quam plures alii fide digni. Datum Misnae anno domini M**. CG''. LXXXMX^. 
im. Idus Septembris. 

Nach dem Orig. im K. Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Reitersiegel des Markgrafen an einem 
P ergamentstreifen. 

Wilkii Ticemannus. Cod. dipl. p. 83 mit wahrscheinlich tendentiöser Auslassung einiger Stellen. 



No. 291. 1289. 19. Oct. 

Der Patriarch von Jerusalem bittet den B, Withego um eitie milde Beisteuer für rfo^ heil. Landy 
zunächst um Ablieferung des dem Vernehmen nach für diesen Zweck bereits gesammelten Geldes, 

Venerabili in Jhesu Christo patri domino W. dei gratia episcopo Misnensi frater 
N. de ordine praedicatorum permissione divina sacrosanctae Jherosolimitanae ecclesiae 
patriarcha, ecclesiae Acconensis minister humilis ac apostolicae sedis legatus, salutem 
in eo, qui pro salute mundi dignatus est Jherosolimis misericorditer crucifigi. Cum 
terra sancta pretioso salvatoris sanguine consecrata, permittente altissimo providentiae 
divinae consilio, sit ad praesens multis afflicta molestiis et in magnis periculis consti- 
tuta, utpote fortibus et saevis hostibus circumcincta, ac tam in reparando muros civitatis 
Acconensis, quae specialis portus et refugium esse noscitur omnibus peregrinis, quam 
conducendo stipendiarios contra potentes et saevos Christiani nominis inimicos magna 
pecuniae summa indigeat, paternitatem vestram affectuose rogamus et obsecramus per 
viscera misericordiae dei nostri, quatenus religiosis et prudentibus viris, quos procura- 
tores nostros constituimus ad colligendum et recipiendum bona praefatae terrae debita 
vel dcbenda, consilium, auxilium et favorem praebere velitis. Ceterum cum inteliexeri- 
mus aliquam pecuniam apud . . custodem ecclesiae Misnensis esse depositam, quae ad 
praefatam terram sanctam noscitur pertinere, paternitatem vestram speciali affectione 
deposcimus, ut eam nobis nimis indigeiitibus , quam citius poteritis, mittere studeatis 
tantuni super hoc facturi, quod propter hunc utilem et necessarium laborem, deum, qui 
salutem in medio terrae praefatae operari dignatus est, vobis constituatis propitium, et 
ipsi terrae plurimura desolatae, cui omnes, qui Christiana professione censentur, com- 
pati et condolere dcbent, consolatio procuretur, nosque proinde vobis ad gratiarum 
actiones magnifice teneamur. Datum Accon anno a temporali nativitate domini 
^P.CCMJCXXMX. in crastino sancti Lucae. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; das aussen aufgedrückt gewesene Siegel ist abgefallen. 



227 



No. 292. 1290. 13. Jan. 



Zehn (zwölf) itnUenische Erzbischöfe und BiscJwfe ertheikn bmsfcrtigen Besuchern der Donvkirclie, 
so icie denen, die abwesend zum Forthau und zur Ausschmückung derseWen milde Beiträge leisten, 

jeder Einzelne vierzig Tage Ablass, 

Universis Christi fidelibus praesentes litteras inspecturis nos Petrus Arboreusis 
et Bonaiientura Ragusiiuis dei gratia arehiepiseopi , Guillelmus Callensis, Petrus Tira- 
sonensis, Guillelmus Dignensis, Perronus Larinensis, frater Theobaldus Canensis, 

Jacobus Treuentiuus, Robertus Pergamensis, Bonusiohannes Esculanus 

salutem in domino sempiternam. Quoniam quidem de salute fidelium soUiciti devo- 
tionem ipsorum quasi quibusdam allectivis niuneribus, indulgentiis videlicet et remissio- 
nibus invitanuis ad debiti famulatus honorem deo et saeris aedibus inpendendum, ut 
quanto erebrius et devotius illuc confluit populus christianus, tanto celerius delictorum 
suorum veniam consequatur. Cupientes igitur ut eeclesia sancti Johannis evangelistae 
sanctique Donati martyris insignita vocabulis civitatis Misnensis congruis honoribus 
veneretur et a cunctis Christi fidelibus iugiter frequentetur, omnibus vere poenitentibus 
et confessis, qui ad ecclesiam memoratam in festis subscriptis, videlicet nativitatis, resur- 
rectionis et ascensionis domini nostri Jesu Christi atque pentecostes, in quatuor festivitati- 
bus gloriosae virginis Mariae, sanctorum Johannis baptistae et evangelistae, et eiusdeni 
evangelistae Johannis ante portam latinam, sancti Donati pontificis et martyris, in 
diebus dedicationum ipsins ecclesiae vel altarium in eadem existentium aut in anni- 
versariis earundem dierum et per octavas omnium festivitatum praedictarum et in sin- 
gulis diebus Veneris per totius anni circulura causa devotionis et in spiritu humilitatis 
accesserint, aut qui praelibatae ecclesiae vel thesaurario eiusdem pro suis fabricis vel 
structuris, luminaribus, ornamentis vel pro aliis suis necessariis manus porrexerint 
adiutrices, aut pias suas elemosynas dederint vel miserint, seu in extremis laborantes 
quicquam suarum legaverint facultatura, nos de omnipotentis dei misericordia et bea- 
torum Petri et Pauli apostolorum eins auctoritate confisi , singuli singulas dierum quadra- 
genas de iniunctis sibi poenitentiis, dummodo cousensus diocesani ad id accesserit, in 
domino relaxamus. In cuius rei testimonium praesens scriptum sigillorum nostrorum 
niunimine duximus roborandum. Datum Romae Idibus Januarii anno domini JVr.CC^XC. 
pontiücatus domini Nicolai papae TTTF anno secundo. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit 12 an leinenen Schnuren hängenden meist wohlerhaltenen 
Siegeln in rothem Wachs, darunter die der ohen nicht genannten Marcellinus Tutibulensis episc. und Fris. Valde- 
bruni episc, Avellonensis 

No. 293. 1290. 15. Juni. 

B. Withigo ertheilt denen , welche bussfertig an deti Marienfesten und den Sonnabenden zur Vesper 
die Damkirche zu Merseburg Ißesucliefi , vierzig Tage Ablass. 

Withego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus universis in Christo fidelibus 
praesentes litteras inspecturis salutem in domino sempiternam. Licet is — wieNo. 146 — 
supplicum — cupientes reddere — ad conplacendum ei quibusdam illectivis praemiis, 

29* 



228 

indulgentiis videlicet — . Cupientes igitur ut ecclesia sancti Joliannis baptistae 
sanctique l^aurentii martyris in Merseburg ad honorem ac venerationeni in quatuor 
festivitatibus sanetissimae dei genitricis et virginis Mariae omnique sabbato vespere 
congruis honoribus freqentetur, omnibiis vere poenitentibus et confessis, qui ipsam 
ecelesiam devote ac reverenter tempore praedicto visitaverint, de omnipotentis dei 
misericordia et beatorum Petri et Pauli apostolorum eins auetoritate confisi quadra- 
ginta dies de iniuneta sibi poenitentia et unam karenam misericorditer relaxamus, 
diocesani consensu plenius accedente. Datum Wrzein anno domini 3^1** CC. LXXXX''. 
in die beati Viti. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Merseburg; das an einem Pergamentstreifen befestigt gewesene Siegel 
ist abgefallen. 

No. 294. 1290. 18. Juli. 

B, Withego verleiht denen, welche hussfertig an gewissen Festtagen das Kloster Gottes G-nad&n 
(Calbe an der Saale) besiwh^n oder mit^r stützen, vierzig Tage Ablass, 

Uvedego dei gratia Misnensis ecciesiae episcopus Christi fidelibus universis 
audituris praesentia seu visuris äalutem in eo, qui omnium vera sahis. Cupientes 
vos ex debito officii pastoralis quibusdam illectivis praemiis, poenitentiis videlicet et 
remissionibus ad opera pietatis efficaciter iuvitare, de omnipotentis dei misericordia 
et beatae Mariae virginis ac apostolorum eins Petri et Pauli, necnon sancti Johannis 
baptistae et beati Donati episcopi et martyris patronorum nostrorum meritis et auetori- 
tate nobis a nostro tradita salvatore omnibus vere poenitentibus pure confessis et 
contritis, qui ad monasterium sancti Victoris in Gratia dei Magd(jburgensis diocesis 
in inventione sanctae crucis et in vigilia ascensionis domini ac in omnibus sollempni- 
tatibus beatae et gloriosae virginis Mariae, et praecipue in die patroni eiusdem 
monasterii et in anniversario dedicationis ac per octavas eorumdem, necnon in festo 
adventus reliquiarum devote accesserint vel manum porrexerint adiutricem, quadra- 
ginta dies et karrenam diocesani episcopi domini nostri Magdeburgensis accedente 
licentia et consensu de iniuneta sibi poenitentia misericorditer relaxamus. Datum in 
praefato monasterio et eodem in Gratia dei anno domini M^ CC^ LXXXX**. XV^ Ka- 
lendas Augusti pontificatus vero nostri XXIIII^ 

Nach dem Orig. im Prov.- Archiv zu Magdeburg mit dem wohlerhaltenen Siegel an Fäden von rother 
und gelber Seide. 

No. 295. 1290. 28. Juli. 

Markgraf Friedrich von Landsberg eignet der Domkirclie ein Talent jährl. Zinsen von 

einem Keller in Meissen, 

In nomine domini amen. Fridericus dei gratia Misnensis, Orientalis et de 
Landesberch marchio omnibus in perpetuum. Cum tempora praetereunt more fluentis 
aquae, ne igitur ea, quae liunt in tempore, cum spatio labantur temporis, necesse est, 
ut eadem litterarum testimonio hominum memoriis perhennentur. Hinc est, quod tarn 



229 

praesentis quam futiiri acvi liomiuibus vohimus esse notum, quod talentum denariorum 
Vribergeiisium aimiii censiis, situm sive situatum in civitate iiostra Misne sab domo 
Volfekini aiirifabri qiiodam in cellario, quod quidem devota matrona domina Kyrstina 
dieta de Shremsenicz a nobis tenet in feodo vitae suae temporibus, ad instantiam 
Heinrici de Zweme Nysicensis arehidiaconi nostri prothonotarii nobis dilecti Misnensi 
ecclesiae, quam speciali amore ex debito prosequimur^ postquam matrona dieta de 
"Shremsniz viam universae carnis ingressa fuerit, proprietatis titulo dedimus sive dona- 
vimus possidendum perpetuis temporibus et tenendum. Ne igitur super huiuscemodi 
appropriatione seu proprietatis donatione cuiquam in posterum ulla valeat ambiguitas 
suboriri, praesentes nostra« litteras desuper confectas praedictae Misnensi ecclesiae 
dari iussimus sigilli nostri munimine communitas. Huius rei testes sunt nobilis vir 
Albero burcgravius de Lysnik, Thimo Knutli, Heinricus de Trebzin, Heynenrannus 
dapifer de liurne, Vlricus de Maltiz, Conradus de Luppe, Volkmarus de Hayn milites 
et quam plures alii fide digni. Actum et datum anno domini AP.CC". nonagesimo in 
civitate nostra Dresden, V**. Kalendas Augusti. 

Nach dem Ori^. im Stiftsarcliiv zu Meissen mit dem Reitersiegel des Markji^fen an einem Pergament- 
streifen. 

No. 296. 1290. 9. Oct. 

Heinrich von Lesnyk verJcaiifl an das Capitel ein Bunchlioh, das er vom B. zu Naumburg 

in Lehen hat, in der Nähe von Lösnig, 

Ne ea quae tiunt in tempore simul labantur cum tempore, frugi est ipsa scriptu- 
rarum testimonio perhennare. Ad notitiam igitur omnium tam praesentis quam futuri aevi 
Christi lidelium ego Heinricus miles dictus de Lesnyk*) pervenire cupiens praesentibus 
publice recognosco, quod virgultum situm inter Hildebrandesdorf et Szremztnicz*') villas 
cum omni utilitate ac iure, quo ipsum a venerabili domino meo Nwenburgensi episcopo 
in feudo tenui, capitulo Misnensis ecclesiae vendidi pro sex marcis argenti bona nee 
non pleiia meorum heredum super eo contractu accedente voluntate pariter et con- 
sensu, receptis vero sex marcis supratactis mihi pro virgulto praenotato ac meis here- 
dibus integre et solutis. Idem virgultum ego H. de Lesnyk ac heredes mei antedicti 
domino Cunrado viceplebano in Ztrelle'') ad manus saepedicti venerabilis domini mei 
Brunonis Nwenburgensis episcopi resignavimus nil mihi ac meis heredibus in iam dicto 
virgulto ac feudo eiusdem iuris penitus reservando. In cuius rei evidentiam prae- 
sentem paginam capitulo Misnensi dedi sigilli mei munimine roboratam. Huius rei 
testes sunt dominus Petrus de Cice plebanus in Ztrelle^), dominus Heinricus de Zwem 
archidiaconus Nysicensis, canonicus Misnensis, dominus Th. de CJrvnenrode miles et 
quam plures alii fide digni. Actum et datum Ztrelle'') anno domini M^'.CC^LXXXX". 
\ll\ Idus üctobris. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen; von dem an einem von der Urkunde selbst abgeschnittenen 
Pergamentstreifen befestigten Siegel ist nur ein Bruchstück vorhanden. 



a) Lötinig bei MOhlberg, DAhe der k. aileh». Grenze, b) Ililbemdo rf, Jetzt wÜAte Mark, vgl. No. 2(W; Bchirmenitz bei 
Mahlberg; Tgl. No. 44. c) Streb U an der Elbe. 



230 



Xo. 297. 1291. 25. Jan. 

Markrfrnf Friedrich von Lamlsherg cifjnet der DamJcirehe Zinsen zn CöUn hei Meissen , welche der 
Domherr Conrad von Boritz von Tammo und Agnes von Gothzcenividdc gelcanft hat 

Nos l>i(lericus dei gratia Misnensis, Orientalis et de Landesbercl) marchio 
universis praesentes litteras inspectiiris saliitem in omnium salvatore. Cum ea, quae 
liunt in tempore, breviter labantiir a memoria, nisi scriirturarum elucidatione ad poste- 
rorum notitiam sigillorum et testium evidentia deducantur, expedit igitur, ut acta 
digna memoria scripturarum et testium elucidatione integra conserventur, ut circa ipsa 
l)osteri8 veritatis evidentia pateat ineorrujrta, praeseitim in iis, per quae cultus augetur 
divinus et ministrorum Christi sacerdotibiis seu ministris sive pauperibus elemosynae 
intuitu temporalia subsidia praeparantur. Hinc est, quod tenore praesentium tarn 
praesentis quam futuri aevi hominibus cupimus esse notum, quod ad nos Tammo de 
(iothzeenwalde et Agnes uxor ipsius, lilia quondam magistri Nyeolai fisici de Dresden 
venientes, ccnsum, qui vulgariter wurfeins voeatur, de areis centum et triginta quatuor 
et dimidia sitis in \illa Colonia iuxta Älisne, de quarum qualibet in festo beatae 
Walpurgis dari eonsueverunt et dabuntur sex legales denarii Vribergensis monetae, 
quorum denariorum summa in univcrso ad tria talenta et septimum dimidium solidum 
se extendit, qua maritus in feodo, et uxor in dotalicio a progenitoribus nostiis et nobis 
habuerunt, qui eensus quondam ad progenitorum et proavorum nostrorum urborani 
pertinel)at, ad manus nostras simpliciter et voluntarie resignarunt, nihil iuris in prae- 
tVito censu, qui wurfeins dieitur, sibi penitus reservantes. Quem censum dominus 
Ciinradus de Boruz thesaurarius ecclesiae Misnensis sua ab eisdem pecunia coni- 
j)aravit. Nos vero pium ac laudabile propositum dicti thesaurarii attendentes, quod ad 
pios usus, videlicet in sacerdotes et paui)eres vires faeultatum suarum convei-tere 
studeat (Quantum potest, ut et nos tam piorum actuum reddamur pai*tieipes, proprie- 
tatem dicti eensus memorato Cunrado postulante Misnensi ecclesiae scienter et libera- 
liter dedimus, simpliciter et maxime i)roi)ter deum i)erpetuo possidendum, nobis et 
posteris nostris in antedicto censu nihil iuris ex certa scientia reservantes. Ut autem 
dicta donatio stabih's et firma pennaneat, nee ab aliquo successorum nostrorum in 
l)osterum valeat inlinnari, praesentes littcras desuper conscrii)tas ilicto Cünrado et 
ecclesiae Misnensi dedinuis sigilli nostri nmnimine roboratas. Iluius rei testes sunt 
dominus Heinricus de Zsweim, prothonotarius et archidiaconus Nysicensis, dominus 
Arnoldus de Polsenitz canonici Misnensis ecclesiae, dominus Cunradus de domina 
nostra, dominus Syboto eiusdem ecclesiae perpetui vicarii, dominus Bertoldus plebanus 
in (xrymmis, dominus Rudolfus Printynch et magister Hermannus fisicus clerici, 
dominus Albero burchcravius de Lyznich, Heinricus de Trebeszcin, Tymo Cimi;h, 
Theodericus Puyst, Vlricus de Maltycz milites, et quam plures alii lide digni. Datum 
et actum Dresden anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo juimo in conver- 
sione sancti Pauli. 

Nach ilcni Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Reitersicgcl des Mark^a-afen an Kädea von rother 
und grüner Seide. 



231 



No. 298. 1291. 15. März. 

P. Nil-olaus IV. beauftragt den Abt des CisterzienserTdosters Sedlitz und den Domprobst Mag, 
Bernhard von Camenz zu Meissen die Anstalten der Brüder des Hospitals des Kreuz- Herren- 
Ordens zu Prag zu besuchen und durch Beseitigung der eingerissenen Ungebührnisse und 

Misbräuche zu refomiiren, 

Nicolaus episcopus etc. dilectis filiia . . . abbati monasterii de Sedliz Cisterciensis 
ordinis Pragensis diocesis, et magistro Bernardo de Camenz praeposito ecclesiae Mis- 
nensis salutem etc. Pia desideria devotorum paternis affectibus prosequentes preces 
illas non immerito animo libenti suscipimus et favorabiliter exaudimus, ex quibus 
tranquillitas personis divinis obsequiis deputatis et animarum salus provenire noscun- 
tur. Petitio siquidem dilectorum iiliorum . . magistri et fratrum hospitalis stelliferorum 
beati Francisci in pede pontis Pragensis ad Romanam ecclesiam nullo medio perti- 
nentis ordinis sancti Aiigustini, ac priorum, rectorum et fratrum prioratuum, liospitalium 
et membrorum eidem hospitali pleno iure subiectorum nobis exhibita continebat, quod 
hospitalia, prioratus et membra praedicta propter malitiam et excessus quorundam 
liabitantium in eisdem, sunt tam in spiritualibus quam temporalibus adeo deformata, 
quod in utrisque noscuntur reformatione non modica indigere. Quare ex parte ipsorum 
fuit nobis humiliter supplicatum, ut cum ipsi per vestrae circumspectionis industriam 
et providentiam circumspectam conlidant hospitalia, prioratus et membra praedicta 
salubriter reformari et ad statum reduci prosperum et tranquillum, dictusque magister 
propter aliquorum liabitantium praedictorum potentiam, et ex aliis certis causis ad 
liaec impotens et insufticiens habeatur, providere super hoc eis ac hospitalibus, priora- 
tibus et membris praedictis, ne ipsa propter hoc enormis dispendia deformationis 
incurrant, paterna sollicitudine dignaremur. Nos igitur eorum votis favorabiliter 
annuentes, discretioni vestrae, de qua plenam in domino fiduciam gerimus, per aposto- 
lica scripta mandamus, quatenus ad hospitalia, prioratus et membra praedicta perso- 
naliter accedentes et habentes prae oculis solum deum, corrigatis et reformetis in eis 
hac vice, quae correctionis et reformationis otlicio noveritis indigere. Contradictores etc. 
Datum apud Urbem veterem Id. Martii anno quarto. 

Aus dem Lib. regg. Nicolai PP. IV. an. IV. ep. 98. T. III. fol. 19 im Vatican. Archiv. 



No. 299. 1291. 11. Juli. 

GebJiard Declidnt zu Mainz und Domherr zu Meissen stiftet den Altar der Apostel Petrus und 

Paulus mit einer Vicarie in der Donxkirche, dotirt dieselben mit Einkünften zu Grosskagen und 

CöUn bei Meissen und bestimmt unter afiderem die an den Festtagen der genannten Apostel 

festzuhaltefide Liturgie. Vgl. No. :io4 u. J2öO. 

In nomine domini amen. Gebhardus dei gratia decanus Maguntinensis, cano- 
nicus Misnensis ecclesiarum omnibus Christi fidelibus in perpetuum. Vita hominum 
declinat, tempus in quo movemur et sumus simul cum \ita corruit, omnia quoque, quae 



232 

viveutes in hoc tempore operamur atqiie agimiis, nisi i)erpetiiitate »eriptiuaruin robur 
acciperent, per diuturnitatem temporis, quae mater oblivionis existit, cum liac vita et 
tempore fierent prorsus nulla. Ne igitur actus liumani pie coiicepti, rationabiliter appro- 
bati et felicius in tempore consiimmati cum fluxu temporis evauescant, scripti solent 
patrocinio perlieunari. Noverit itaque tarn ])raescn8 aetas, quam posteritas succcssura, 
quod cum nos apud religiosos viros . . abbaten! et convcntum coenobii Cellensis ordinis 
Cisterciensis Misnensis diocesis in villa Kagan, una cum honorabili viro, domino Con- 
rado de Boruz custode et concanonico nostro ^Misnensi, duodecim talenta praeter tres 
solidos denariorum Vribergensium l)onorum et legalium annui census proprietatis titulo 
possidenda iusto emptionis et venditionis interveniente comparassemus contractu, nos 
dimissis eidem domino Conrado custodi quatuor talentis praeter tres solidos, quae qui- 
deni talenta quatuor praeter tres solidos eum pro rata emptionis tantummodo continge- 
bant, octo talenta nostra ibidem cum tribus talentis minus triginta dcnariis monetae 
praedictae, quae in villa Colne sita super fluvium Albeae apud Misne eodem titulo com- 
parata liabuimus nomine annui census, cuius census et talentorum particularis solutio, 
in quibus mansis sive bonis et apud quas personas singulares sit sita, inferius per 
speciem declaratur, legavimus, donavimus, dedimus, tradidimus et praesentibus dona- 
mus altari in lionore omnipotentis et beatorum apostolorum Peti'i et Pauli, necnon pro 
remedio animae nostrae constructo in Misnensi ecclesia su})radicta, renunciantes sini- 
pliciter et de piano pro nobis et coliaeredibus nostris omni actioni et suffragio iuris 
canonici et civilis, quod nobis et coliaeredibus nostris praefatis pro recuperatione dicti 
census sie donati, legati et traditi posset in antea competere quoquo modo, nihilque 
iuris omnino in memorato censu donato, legato et tradito nobis reservantes, nisi quod 
de praedicto altari et censu adiecto, tamquam patronus actu sacerdoti idoneo, vices 
suas in choro Misnensi observanti et in eodem altari pro defunctis, pro peccatis, de 
domina nostra virgine Maria et de festis occuiTcntibus singulis ebdomadis missas cele- 
braturo, habeamus nos temporibus vitae nostrae et post obitum nostrum ... custos 
Misnensis, qui pro tempore fuerit, providere. Praeterea volumus, ordinamus et statui- 
nuis, ut et idem sacerdos sive vicarius dicti altaris de universo censu praeliabito unum 
talentum denariorum praedictorum canonicis Misnensibus, qui in vigilia natalis dictorum 
apostolorum vesperis et post linitas vesperas processioni sollempniter ante altare ipso- 
rum apostolorum täciendae cum decantatione huius responsorii ,Petie, amas mc', et 
coram altari statione facta, decantationi huius hymni ,Aurea luce', psalmi ,Magnificat' et 
antifonae , Simon Barjona' cum versiculo et collecta de beato Petro, in secundis vero 
vesperis }n'Ocessioni similiter faciendae, cum decantatione huius responsorii , Magnus 
sanctus Paukis', et statione facta coram saepedicto altari, decantationi hymni pracdicti 
vel partis li)sius hymni, psalmi ,Magnificat,' antifonae ,0 gloriosum' cum versiculo et 
collecta de beato Paulo subsequentibus , praesentes dumtaxat interfuerint, singulis annis 
distribuat et aequa divisione perpetuo partiatur. Et sciendum, quod de praedicto censu 
in villa Kagan Bertohlus de duobus mansis duo talenta et octo solidos denariorum et 
unum schok ovorum , item Rozlaus de duobus mansis duo talenta dumtaxat et nulla ova, 
item Oodfridus de duobus mansis duo talenta et octo solidos denariorum, et unum schok 
ovorum, item Bers de uno manso unum talentum cum quatuor solidis denariorum et 



233 - 

dimidium scliok ovorum singulis aiinis solviint, ita ut medietas eiusdem census detiir 
hl festo purificationis beatae virginis, reliqua vero medietas in festo beatae Walpurgis 
subsequentis^ ova quoque in festo paschae solvuntur. In villa vero Colne in festo beati 
Egidii Hermannus de Mutschin tredeeim solidos et quatuor denarios cum dimidio, Hen- 
ricus de Pigauia novem solidos et unum denarium, relicta Saxonis Septem solidos 
denariorura, Henricus Kezzilbir quatuor solidos, Jacobus Sebenicz duos solidos dena- 
riorum, Ceske tres denarios, Henricus piscator tres denarios, Jenteco de Litsnitz 
viginti denarios et Petnis dictus Kezzilbir unum denarium singulis annis solvunt Ut 
igitur haec nostra donatio, renunciatio ac omnia et singula praemissa in suo vigore 
iugiter perseverent, praesentes litteras reverendi in Christo patris et domini . . Mis- 
nensis episcopi necnon lionorabilium virorum dominorum . . praepositi . . decani et 
totius capituli ibidem ac nostro proprio voluimus communiri. Nos quoque dei gratia 
Witliego episcopus, . . praepositus . . decanus et capitulum praedicti ad memorati 
decani Maguntinensis, canonici Misnensis petitiones instantes, sigilla nostra una cum 
suo praesentibus duximus appendenda. Actum et datum Misnae anno domini mille- 
sinio CG". LXXXX". primo V^ Idus Julii. 

Nach dem Orig. im Stiftsarrhiv zu Meissen mit drei an Pergamentstreifen hängenden sehr wohlerhalteuen 
Siegeln des Bischofs, des Capitels und des Mainzer Dechanten Gebhard. 



No. 300. 1291. 6. Aug. 

Markffraf Friedrich von Landslerg eiijnet der Donikirche Zinsen zu Colin hei Meissen (Vorhrüche), 

Fridericus dei gratia Misnensis, ürientalis et de Landesberch marchio omnibus 
in perpetuum. Ne ea quae fiunt in tempore, simul labantur cum lapsu temporis, poni 
solent in ora testium et scripturae memoria perhennari. Hinc est, quod omnibus tam 
praesentis, quam futuri aevi Christi fidelibus volumus esse notum, quod ad instantiam 
Henrici de Zweyn nostri prothonotarii et archidiaconi Nysycensis, ob honorem omni- 
potentis dei et remedium animae nostrae ac nostrorum progenitorum, duodecim solidos 
denariorum annuae pensionis de viginti quatuor areis, sitis in villa Colne ante pontem 
Misne dandis, ita videlicet, quod de qualibet area dentur annis singulis sex denarii 
\>ibergense8 in festo Walpurgis, ecdesiae Misnensi donavimus, concessimus et appro- 
l)riavimus iusto proprietatis titulo perpetuo possidendos, nobis ac nostris heredibus in 
praedictis denariis nihil iuris ab hac hora in antea vendicantes. Ne autem super hac 
nostra donatione rite et rationabiliter per nos facta alicui dubium valeat suboriri, 
l)rae8entem paginam in evidens testimonium praemissorum nostri sigilli munimine 
dedimus roboratam. Huius rei testes sunt nobilis vir Albero burcgravius de Lyznik, 
Thymo Knut, Th. Pubs, H. de Trebecin senior, Conradus de Luppe, Th. de Huns- 
berch et alii quam plures tide digni. Datum Misnae anno domini M". CC". LXXXXr. 
in die beati Syxti. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Reitersiegel des Markgrafen an einem Pergament- 
streifen, 

Wilkii Ticanannus. Qod. dipl. p. 95. 

COD. DITL. 8AX. II. 1. ^ 



234 



No. 301. 1291. 3. Sept. 

B. Withego heurhumlet die vom Domherrn Conrad von Boruz (jenuichte Stiftung einer neuen Vicarie 
in der Domkirche und genehmigt die hinsichtlich des Einkommens und der Obliegenheiten des 

Vicars getroffenen Bestimmungen, 

Withego dei gratia Misneiisis episcopus, Bernliardus praepositus^ Siffridus 
deeanus totumqiie eiusdera ecclesiae capituluni uiiiversis praesentem litteram iiispectu- 
ris salutem in omiiiuni salvatore. Iuris ])raecepta praecipua haec nosciintiir: honeste 
\iverc, alterum noii laedcre, ins suum cuique tribuere, ut quiete vivant homines et 
appetitus noxius limitetur. Rationis itaque interesse dinoseitur, ut quae piae devotio- 
nis affectu geruntur, sie enucliet, limitet et distinguat, ne uUa postmodum interveniente 
calumpnia deflorentur nee cuiquam iurgandi vel dissidendi materia tribuatur. Hinc 
est quod universis Christi fidelibus tarn praesentibus quam futuris cupimus esse 
notum, quod dominus Conradus dictus de Boruz, noster concanonicus et thesaurarius, 
de Salute sua soUieitus cupiens summopere in ecclesia nostra numerum sacerdotum 
deo famulantium augmentare, ob reverentiam et honorem patronorum nostrorum beati 
Johannis apostoli et evangelistae sanetique Donati martyris, capellam super portam 
introitus nostri monasterii de novo constructam et in honore beati Johannis baptistae 
sanetorumque Johannis et Pauli martyrum eonsecratam accedente omnium nostrorum 
et singulorum consensu dotare decrevit et in ea de novo perpetuam vicariam insti- 
tuere, quod et fecit, dotans capellam ipsam redditlbus annotatis in villa Kagan*), quae 
inter Lomatz et Misne sita est, quatuor talenta minus tribus solidis, quorum medietas 
in festo beatae Walpurgis dabitur, residua medietas in festo puriiieationis beatae vir- 
ginis persolvetur; possessores vero bonorum qui sequuntur: Martinus de Plawenitz de 
duobus mansis duo talenta et quinque solidos, item de uno horto tres solidos Vriber- 
gensium denariorum cum dimidio schoco ovorum in pascha, item Petrus vicinus suus 
de uno mauso viginti quatuor solidos cum dimidio schoco ovorum, item Rudegerus 
de mansis suis quinque solidos cum dimidio schoco ovorum solvere tenebuntur Vri- 
bergensium denariorum et in terminis supradictis. Item proprietatem unius talenti, 
quod a iiliis sive heredibus domini Ooltsclialci Ovis conparavit, quod a nobis habue- 
rant in theloneo nostro Misnae iure feodi, totius capituli nostri Misnensis accedente 
consensu dicto Conrado thesaurario dedimus, quod in festo beati Donati annis singu- 
lis persolvetur; item triginta duos modios siliginis et triginta duos modios avenae, 
qui dabuntur pro dccima de sedecim mansis sitis in Wilandesdorf et in Grunbach**) 
sua similiter pecunia conparatos, quorum proprietatem felicis recordationis episcopus 
Albeitus quondam praedecessor noster sibi dedit et ecclesiae Misnensi, et nos damus 
I)riniam donationem ratifieantes i)lenissinie. Pracdicta omnia dictus tliesaurarius memo- 
ratae vicariae sancti Johannis baptistae sanetorumque Johannis et Pauli martyrum plene 
et liberaliter resignavit et contulit una nobiscum purae proprietatis titulo possidenda, 
reservata sibi potestate dictani vicariam, quamdiu vixerit conferendi. Ipso vero de 
praesentis vitae medio evocato, quicunque deeanus Misnensis pro tempore fuerit, ipsam 

a) GroMM- uivl KleinkagtMi. Par. St. Afra. 1») Wilsdruf iiu«i Ciruinhnch. 



235 

confcret alicui idoiieo saeerdoti, vicarius aiitem in clioro dicti thesaurarii vices geret; 
ipso vero defuncto idem vicarius choro deserviet, prout ceteri vicarii perpetui consiie- 
veriint, diebus vero dominicis et festivis proprium liabentibus officium in capella 
celebrabit. Item in qualibet septimana dicet unam missam in eadem de beata virgine; 
item unam pro defunctis, pro dicto thesaurario et piae memoriae domino praeposito 
Siffrido; item alteram similiter pro defunctis, in qua dicti thesaurarii agetur memoria 
et felicis recordationis praepositi Erkenberti. Praeterea idem vicarius recipiet in Colo- 
nia*") tria talenta, Septem solidos et tres denarios Vribergensis monetae, qid in festo 
beatae Walpurgis de centum triginta quatuor areis et dimidia persolvuntur, qui census 
worfcins vulgariter nuncupatur, sie tamen quod quaevis area nonnisi sex denarios 
solvere teneatur; quem censum a Tammone de Gothzenwalde et Agnete uxore ipsius, 
cuius dotalitium fuerat, conparavit et illustris princeps dominus Fridericus Älisnensis, 
ürientalis et de Landisberc marchio proprietatem ipsius dedit Misnensi ecclesiae, prout 
in ipsius litteris confectis desuper plene liquet**). De quibus talentis septimanis singu- 
lis die sabbati vespere tenebitur magistrae infirmorum hospitalis Misnensis unum soli- 
dum eorundem denariorum praesentare, ut inde per septimanam illam praeter prae- 
bendam cottidianam in ovis vel aliis secundum indigentiam infirmorum et temporis 
qualitatem refectionem infirmis faciat specialem, residuos quindecim solidos et tres 
denarios recipiet idem vicarius pro labore et ut vicariae redditus emendentur. Qua- 
cunque vero septimana non solverit soljdum memoratum, tenebitur dictae magistrae 
coram domino decano qui pro tempore fuerit respondere. Dicta vero magistra tene- 
bitur vicario, quotiescunque voluerit, de consumptis reddere rationem. Ut autem prae- 
dicta omnia firma permaneant, nee ab aliquo successorum nostrorum valeant infirmari 
nee Ulla super ipsis in posterum suscitetur quaestio nocitura, praesentem i)aginam 
desuper conscriptam dedimus in testimonium nostri et capituli nostri sigillorum ai)pen- 
sionibus roboratam. Testes sunt dominus SifFridus decanus Misnensis, dominus Johan- 
nes praejwsitus Wurzinensis, Heidenricus cantor Misnensis, magister Theodericus prae- 
positus Budesinensis, magister Gebehardus decanus Mogunthinensis, dominus Johannes 
de Strele praepositus in Hayn et magister Conradus scriptor noster, canonici Misnenses 
et quam plures alii fide digni. Actum et datum Misnae anno domini millesimo ducen- 
tesimo nonagesimo primo tertio Nonas Septembris pontificatus nostri anno vicesimo quinto. 

Kaoli dem Orig. im Stiftsarcliiv zu Meissen mit den Siegeln des Bischofs und des Capitels an rothen 
seidenen Fäden. 



c) CiHIn bei Meissen. d) Vgl. No. ^97. 

No. 302. 1291. 24. Sept. 

ilarkgraf Friedrick der Freidige gibt nach umständlicher ErmMung des Hergangs zu dem von 
B. Withego abgeschlossenen Kaufe der Stadt Pirna mit allen ihren Rechten und Gerechtigkeiten 

seine Zustimmung, 

In nomine domini amen. Nos Fredericus*) dei gratia Misnensis et ürientalis 
marchio ac Saxoniae comes palantinus recognoscimus et tenore praesentium publice 

1) FridtricH» B. 

3Ö* 




236 

protestamiir , qiioil cum telinÄ rec^ordationis PYedericus*) Misiiensis, Orientalis ac de 
Landesbercl)'') marcliio praedeeessor noster patruus ac i)atnielis iioster pro unione et 
redemptione teiTae, qiiae ad ipsiira et patnmni suuin illustrem prineipem Albeitiun 
Tburingorum lantgravium ex morte bonae memoriae domini Heinrici Misnensis et 
ürieutalis marcbionis iure liereditario fuerat devohita, premeretur nimio onere debito- 
rum, ut portionem i)atruum suum laiit}i:raviura contingentem concambio bonorum et 
parata pecunia redimeret et uiiiret, sahiti suae salubriter cupiens providere in sanitate 
pleniasima constitutus convocatis consiliariis suis üdelibus, nobili viro domino Alberoiie 
burcbgrauio'^) de Liznik*), Heiniico de Zwem"^) ipsius patruelis et nostro protbonotario, 
domino Thimone dieto Knut''), domino lleinrico de Trebecin'), domino l'beoderico dieto 
Pubs, domino Theoderieo de Honsbereb'') militibus, ipsos pro solutione debitorum obli- 
gavit, praecipue pro debitis, in quibus curiae Romanae et terrae sanctae fuerat obliga- 
tus pro decima, quam tulerat in ecclesia Misnensi, quae pro servatione^) a legato papae 
et collectoribus decimae reposita fuerat ad armarium Misnense, obligans^'*) ipsis tide- 
iussoribus nominatis castrum**) et eivitatem Pyrne") cum Omnibus ipsorum iuribus et 
pertinentiis, ut quidcpiid^*^) de ipso bumanitus eveniret, dictum castrum Pirne**) et 
eivitatem venderent et se ipsos absolverent ab onere debitorum, quam quidem obliga- 
tionem in vohmtate ultima renovavit. Postmodum vero memorato ])atrueli nostro de 
l)raesentis vitae medio prob dolor evocato dicti consiliarii et tideiussores, ut se ex 
onere debitorum eximerent, saepedictum castrum Pirne et eivitatem*^) cum ipsorum 
pcrtincntiis venalem exbibebant. Verum quia saepedictus patruelis noster F. Misnensis 
marcbio tam Dresden*") quam Pirne cum ipsorum pertinentiis a venerabili patre domino 
\Vitlie{?one Misnensi episcopo in feodo receperat, qui in morte ipsius'') ea sibi ex iure 
asseruit vacavisse'^), et ne devolvercntur ad cxti-aneorum dominium, per quod posset 
terra multipliciter praegravari, idem episcopus Misnensis dictum castrum Pirne et eivi- 
tatem*'*) cum Omnibus ipsorum iuribus et attinentiis, bonis li))eris et infeodatis cum 
exoneratione curruum et navium, quod vulgariter dicitur niderlage-'^), sive per Albiam 
descendentium seu asceudentium vel jicr terram venientium sal, annonam vel quaecum- 
que alia mercimonia deferentium, et thelonio un<lecumque proveniente, cum iudiciis tam 
in civitate (piam extra, piscationibus, venationibus, jn'atis, pascuis, virjyultis, silvis necnon 
aciuarum decursil)us et onniibus iuribus et utilitatibus, quae ipsi territorio nunc insmit, 
inerant vel inesse i)oterunt in futurum, prout avus et progenitores nostri pacifice et 
quiete possederant, consensu iu»stro benivolo accedente pro bono pacis et vexatione, 
quae sibi et ecclesiae posset incumbere redimenda, et ut ad naturale et**) debitum 
Misnensis ecclesiae revocaretur dominium, pro tribus milibus marcarum a saepedictis 
consiliariis purae eniptionis titulo comparavit; in quorum bonorum possessione dictum 
episcopum et ecclesiam Misnensem conservabimus et defensabinuis toto i)0sse, nee ab 
aliquo nostrorum patiemur ipsuni in praedictis bonis et iuribus impediri seu aliqua- 
tenus perturbari. Testes huius sunt nobiles viri Meinlierus ^lisiiensis, Otto de Donin 
burcligrauii-"), Vlricus de Maltitz luiles et quam plures alii tide digni. Ut autem haec 

:i) Landisb'rij W. LauiUtshtrc C 'i) fninhrniiin 0. 1) Linni': \\. ö» S-.>-rii (!. «) A'/iirA B. 7) 'Jn^lnzin B. 8) Ifontberg B. 
'.♦) conjti'rifitinw B. 10) •'/•li./'iti.H A. (j. 11) ./ i:fi*trum A. C. IJ» Pirn- B. VW) >(ui,,ni',! B. lli J'-/.-h- (\ 15) cnttrum »t tiritaUm ^jfrnr C. 
16) JfrrMfJfH B. 1") *-iiw i\ IS) *a .til'i di^it >x inr> vatitvisttr C IJ'» ta^trum it cilinum l'inu l". i**)» uidn'Uij, uunvupntnr B. C. 81> ^g 
fehlt (;. i'L') burchrami C. 



237 

firma permaneant nee ab aliquo suecessorura nostrorum episcopo et ecclesiae Misnensi 
super praemissis ulla suscitetiir quaestio nocitura praesentem litteram desuper con- 
scribi fecimus et eam sigilli nostri munimine roborari. Datum Lipzich anno domini 
M^ CC^ LXXXXP. Vni^ Kalendas Octobris^^^). 

Nach den in drei Exemplaren vorhandenen Origg. im K. Haupt- Staatsarchiv zu Dresden; das an Fäden 
von grüner und rother Seide hängende Reitersiegel ist bei allen beschädigt, im Schilde nicht der Löwe, sondern 
der pfalzgräfliche Adler befindlich. 



23) DcUwn — OctobrtJt fehlt B. 

No. 303. 1291. 

B, Withego verleiht dem Vicar Conrad getvisse von ihm erkaufte Cretreide^ehnten , weJehe derselbe 

der Dmnkirche, zii iihergehen beabsic/Uigt 

Withego dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus universis Christi fidelibus 
praesens scriptum intuentibus salutem in omnium salvatore. Quemadmodum tempus 
defluens est et defluit, sie cum tempore defluente temporales etiam defluunt actiones. 
Necesse est ergo, ut ea, quae ab hominibus aguntur, ne in oblivionem, quae mater est 
et materia erroris, aliqualiter deducantur, litterarum testimonio perheniientur. Nos 
igitiir ad universorum notitiam tam praesentium, quam futurorum deducimus litteram 
per praesentem publice profitentes, quod cum vir discretus dominus Cftnradus dictus 
de domina nostra, ecclesiae nostrae Misnensis perpetuus vicarius, quandam decimam 
in villa Baytitz*), videlicet duodecim scoccos sie distinctos, tres scoccos tritici, totidem 
siliginis et sex avenae, et in villa Torsewitz**) sedecim scoceos, videlicet octo siliginis 
et octo*) avenae a Cftnrado de Nydalkewitz rite et rationabiliter, iusto emptionis et 
venditionis interveniente titulo sua pecunia comparasset, idem Cänradus de Nydalke- 
witz, quia dictam decimam a nobis in feodo tenebat, ipsam nobis voce libera resigna- 
vit. Nos itaque multa servitia dicti domini Cünradi vicarii dignis memoriis recolentes, 
ac suis piis desideriis benigno et prompto concurrentes afFectu pariter et assensu, de 
communi consensu et voluntate nostri capituli Misnensis praedictam decimam sibi con- 
tulimus pleno iure ac proprietatem eiusdem decimae dedimus ecclesiae nostrae Misnensi 
perpetuis temporibus possidendam, eo tamen adiecto, quod praedictus dominus Cänra- 
dus plenam habeat et habere debeat facultatem in ipsa ecclesia de saepefata decima 
faciendi, ordinandi, statuendi, quicquid et quandocunque suae voluntati visum fuerit 
expedire. In cuius rei testimonium praesentem litteram scribi iussimus nostri et nostri 
capituli praedicti sigillorum appensionibus communitam. Datum et actum in Schylowe 
anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo primo pontificatus nostri anno vicesimo 
quinto, praesentibus bis testibus qui sequuntur, domino Syffrido decano Misnensi, 
domino Johanne praeposito Wurzinensi, domino Heidenrico cantore Misnensi, domino 
Theoderico praeposito Budisinensi, domino Cänrado thesaurario Misnensi, domino Alberto 
de Luppe, domino Erkenberto de Starkenberch^), domino Johanne praeposito in Hayn 



1) octo seoccoa B. C. 2) domino Alberto de Luppe, domino Erkenberto dt Starktnberek fehlon In B. C. 
a) Poititz, Par. Neckanitx. b) Charschüts, der«. Par.? 



238 

canoiiicis Misnensibus, domiiio Leone praeposito eanctae Afrae, Ekehardo nostro notario, 
domino Vlrico capellano nostro, domino Walthero de Wür^) milite fratre nostro, Cfinrado 
de Brunowe*) marscalco nostro, Petro camerario nostro, Bertoldo de Lubene laicis et 
aliis quam pluribus fide dignis. 

Nach drei im Stiftsarchiv zu Mcissen vorhandenen Originalen. An A sind die Siegel des Bischofs und des 
Capitels mit rothen und grünen seidenen Fäden (das erstere fehlt), an B. und C. mit Pergameutstreifen befestigt. 



3) wr B. 0. -1) Jinimmwe C. 

No. 304. 1292. 21. Jan. 

B. Withego verkauft GeUhinsen von einer Hufe in Zscheila und von sechs Schiffmiihlen unterhalb 
der Brücke an den Damherrn Conrad von Borm, 

Nos Witliego dei gratia Misnensis episcopus reeognoscimus et tenore praesen- 
tium protestamur, quod cum civitatem et castrum Pirne emissemus, gravati hinc inde 
gravi onere debitorum multifarie contractoriim domino Cftnrado de Boruz, ecelesiae 
nostrae thesaiirario viginti quinque solidos Vribergensium denariorum census annui 
aeeedente consensu nostri eapituli vendidimus pro tredeeim marcis argenti, ut inde 
libere possit ordinäre, quidquid sibi placuerit in eeclesia Misnensi; quorum deeem in 
festo saneti Michaelis de manso sito in Schylow, quem Johannes coeus noster possidet, 
et quindccim solidos de sex molendinis navalibus infra pontem in Albea sitis in festo 
saneti Martini recipere tenebitur annuatim aut cuicunque ipsos decreverit deputare, 
reservata nobis libera potcstate, si a festo sanctae Walpurgis nunc instante infra 
annum ipsos pro tanto decreverimus reemere, ad restitutionem benivole teneatur, insuper 
tribus maioribus iudiciis, homicidii, furti et stupri videlicet iurisdictioni nostrae similiter 
reservatis. In cuius rei testimonium praesens scriptum sibi dedimus nostro et eapituli 
nostri sigillorum appensionibus communitum. Testes huius sunt dominus Siffridus 
deeanus, Heindenricus cantor, Theodericus Budesinensis praepositus, Albertus de Luppe, 
Johannes de Strele praepositus in Hayn et quam plures alii canonici Misnenses. Actum 
et datuni Misnae anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo secundo in die sanctae 
Agnetis virginis et martyris. 

Nach dem (Jrig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit den wohlerhalteiien Siegebi des Bischofs und des Capitels 
an Pergamentstreifen. 



Xo. 30o. 1292. 2. Mai. 

B, Wdhego genehmigt die Veberfragnng des Fatronatsrechts zu Schlichen an das Nonnenkloster zu 
Cosu'ig mit Vorbehalt der Htm u)id seinem Capitel dort zustehenden Rechte. 

Nos Withego dei gratia Misnensis episcopus univcrsis praesentes litteras inspectu- 
ris salutcm in domino sempiteriiam. Illustris princeps dominus Albertus dux Saxoniae 
suis nobis litteris patefecit, quod ins patroiiatus oppidi in Sliwin nostrae diocesis pro 
Salute animae suae sive ius praeseiitandi priorissae, conventui et coenobio sanctimo- 
nialium in Coswic Brandenburgensis diocesis sub regula saneti Augustini et institu- 



239 

tionibus fratrum ordinis praedicatoriim in monasterio sancti Nicolai famulantium libe- 
raliter contulit, petens a nobis diligentia cum exacta, quod dictae donationi consensum 
benevolum adhibere dignaremur. Cuius precibus rationabilibiis propter deum et favorem 
pliiries riobis et ecclesiae nostrae exhibitura inclinati dictae donationi iuris patronatus 
seu praesentationis consensum adhibuimus et praesentibus adhibemus, omnibus iuribus 
parrocliialibus ab antiquo in ipsa parrochia habitis nobis et capitulo Misnensi seu 
ecclesiae nostrae simpliciter et integraliter reservatis. In cuius rei testimonium prae- 
sens scriptum dedimus sigilli nostri munimine communitum. Actum et datum Misnae 
anno domini M^ CG". LXXXXir. in crastino Pliilippi. 

Nach einer Abschrift in Mann analecta hist. Anhalt. Vol. I. p. 268 im herzogl. Archiv zu Bemburg. 



No. 306. 1292. 27. Aug. 

K, Adolf genehmigt und bestätigt den vom B. Withego bewirkten Kauf der Stadt Pirna, Vgl No. SOX 

Adolfus dei gratia Romanorum rex semper augustus universis Romani imperii 
fidelibus, ad quos praesentes pervenerint, gratiam suam et omne bonum. Digna con- 
sideratio nos inducit, ut petitiones illorum, quos grata devotio et exhibiti gratitudo 
servitii nostro iugiter culmiui repraesentant acceptos, effectu debito compleamus, ut 
quae postulant assequantur et nostris se praebeant obsequiis^) promptiores. Sane 
cum venerabilis Witego^) Misnensis episcopus, princeps noster karissimus, pro se et 
ecclesia sua Misnensi castrum et opidum Pyrne cum eorum attinentiis universis, quo- 
cumque nomine censeantur, necnon duas partes thelonei in opido praedicto, quae 
inquam castrum et opidum cum eorum pertinentiis^) illustris quondam Fridericus Mis- 
nensis marchio et progenitores sui ab ecclesia Misnensi habebant in feodo et tenebant, 
et quae ipse Fridericus^) in ultima sua voluntate constitutus sanus mente per manu- 
fideles suos vendi constituit et mandavit ad exolvendum debita sua, in quibus tam in 
Romana curia quam alibi fuerat obligatus, a dicti Friderici^) manutidelibus ad hoc 
deputatis^) iusto emptionis et venditionis titulo legittime compararit pro tribus milibus 
marcarum argenti Fribergensis, prout ad aures nostri culminis est perductum^. Nos 
ipsius Witegonis®) precibus pro se et sua ecclesia nobis fusis favorabiliter inclinati, 
venditionem et emptionem praedictas, sicut rationabiliter factae sunt^), ratas habentes 
et Unnas ipsas^^) tenore praesentium confirmamus, approbamus et praesentis scripti^^) 
patrocinio communimus. NuUi ergo hominum liceat hanc nostrae ratihabitionis, appro- 
bationis et confirmationis paginam infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis 
autem hoc attemptare praesumpserit, nostrae regiae maiestatis offensam se noverit 
graviter incurrisse. Datum Coloniae VP/*) Kalendas Septembris anno domini mille- 
simo ducentesimo nonagesimo secundo, indictione quinta, regni nostri anno primo. 

Nach zwei Origg. im K. Haupt -Staatsarchiy in Dresden; das schadhaft gewordene Siegel hängt bei A au 
gelben, bei B an rothen seidenen Fäden. 



1) TMstro se praehtant obsequio B. 2) IVjftitfo B. S) attinentü* B. 4) et prot/enitoreg sai — !*/»*•• Fridericus fehlt B. 5) a prae/nti 
Friderici marehionis B. 6) speeialiter deputatis B. 7) Folgt in B: Supplicavit nobis prae/atus Wytego episcopus pro se et ecclesia jtua Mis- 
nensi ^ ut venditionem et emptionem huiiumodi conßrmare et rat\fieare de regiae celsltudlnis nostrae gratia dignaremur. 8) Wytegonis principi* 
nostri B. 9) sicut — /actae sunt fehlt B. 10) ipsas ex eerta scienlia B. 11) scripto A. 12) sextn B. 



240 



Xo. 307. 1292. 9. Nov. 

JB. Withego heurkundet, äass in den Kauf von Geld - und Getreidezinsen, die er unter Vorbehalt des 
Büclckaufs hinnen Jahresfrist an einen Meissner Bürger verkauft, das Qtpitel eingetreten sei. 

In nomine domini amen. Nos Withego dei gratia Misnenais episcopus reco- 
gnoscinms et tenore i)raesentium prolitemiir, quod accedente unamini consensii capitiili 
nostri pro solutione debitorum nostrorum contractorum apud Tizconem Wluerici civem 
Misnensem pro nostra et familiae nostrae nceessitate et indigentia in villa Byzcopizc') 
tria maldra tritici, insuper quatuor talenta et quatuor solidos PMbergensium denariorum 
dicto Tyzconi suisque lieredibus pro septuaginta duabus marcis titulo pheodali vendi- 
dimus perpetuo possidenda, quorum duo talenta et duo solidi debentur in festo sancti 
Michaelis, triticum vero in festo sancti Martini, reliqna duo talenta et duo solidi in festo 
Walpurgis annis singulis debebuntur, adiecta conditione, si infra annum a tempore ven- 
ditionis videlicet usque ad festura sancti Maiüni dictum debitum solveremus, dictos reddi- 
tus reciperemus, sin autem, ex tunc idem in crastino sancti Martini bona ipsa cum dictis 
redditibus ad praefatum Tyzconem et suos heredes iure transeant pheodali. Dicto festo 
veniente nee valentibus nobis praelibata bona reemere, decanus et capitulum Misnense una 
nobiscum dolentes antiquae possessionis alienationem cum dispendio rerum suarum, ipsa 
bona pro septuaginta duabus marcis paratae pecuniae ponderis Misnensis et argenti a 
nobis purae em])tionis et venditionis titulo compararunt, saepedicto creditori nostro dictam 
pecuniam integraliter persolventes. Nos vero tutoris nostri pracsentis consensu acce- 
dente Henrici de Swein archidiaconi Nisicensis proprietatem bonorum praemissorum 
cum omni iudicio minorum causarum necnon cum omni iure, quod nobis conpetebat 
in censu iam praedicto, capitulo Misnensi dedimus perpetuo possidendam, nihil iuris 
nobis et nostris successoribus in antea reservantes, excepto tantunmiodo eo solo, quod 
iudicium maiorum causarum totius villae iam dictae ad nos et ad nostros successores, 
sicut hactenus pertinuit, amplius pertinebit. Ipsum quoque capitulum ex mera liberali- 
täte potestatem iKibis vel successori nostro dedit, bona ipsa infra unius anni spatium 
pro tanta pecunia reemendi, ut census illius anni, qui Michaelis et Älartini debetiir, 
in bonis maneat, usque dum liqueat an reemerimus et solverimus, an apud capitulum 
maneat memoratum. Vt autem haec lirma permaneant nee aliqua super ipsis in 
posterum suscitetur quaestio nocitura, praesentem paginam desuper conscriptam saepe- 
dicto capitulo Misnensi dcdinuis, nostri et tutoris nostri supradicti sigillorum appensioni- 
bus coninuuiitam. Actum et datuni Misnae anno domini MM'C'.LXXXX'\ir. proxima 
dominica ante Martini, ixnitilieatus nostri anno vicesimo sexto. 

Nach (loin Oii^'. im Stiftsarchiv zu Meisscn mit ch^n an rcrj^^amontstrcifen hiiiij(pndeu Sio^xeln des Bischofs 
lind Heinrichs von ,Swoimo-. 



a; l*i."*k.u wi tz , I'ar. 



241 



No. 308. 1292. 9. Xov. 

Frohst und Capitel erklären, dass sie zwar in den in vorstehender ürhunde verhandelten Kauf 
eingetreten seien, unvermögend aber aus ihren Mitteln die voUe Summe zu zahlen, Getreidezinsen 
sowohl, tvie einen Theil der Gtldzinsen an einige Mitglieder des Capitds abgäreten haben, über die 
Geldzinsen aber zu Gunsten der Domkirche sofort von den Käufern Bestimmung getroffen worden sei, 

No8 Siffridus (lei gratia decanus, Johannes praepositus Wrcinensis, Heyden- 
ricus cantor totumque Misnensis ecclesiae capitulum recognoscimus et tenore praesen- 
tiura protestamur, quod cum venerabilis pater dominus noster Withego Misnensis 
episcopus, nostro consensu accedente, tria maldra tritici, quatuor talenta et quatuor 
solidos denariorum annui census in villa Byscopizc sita, quorum duo talenta et duo 
solidi debentur in festo sanetae Walpurgis, duo vero residua talenta et duo solidi 
debentur in festo saneti Michaelis, et tria maldra tritici debentur in festo sancti Mar- 
tini, Tysconi Wluerici civi Misnensi pro septuaginta duabus marcis argenti Fribergensis 
ponderis vendidisset, reservata sibi potestate infra unius anni spatium reemendi. Cuius 
anni circulo revoluto cum dictus dominus noster episcopus dicta bona reemere non 
valeret, postulabat a nobis magis volens, ut apud capitulum quam apud laycum perma- 
nerent, ut bona saepe dicta pro tanta pecunia emeremus et absolveremus a layco memo- 
rato. Cuius desiderio annuentes praelibata bona pro septuaginta duabus marcis emi- 
mus, ipsa de manu dicti Tysconis suorumque heredum plenissime absolventes. Non 
habentibus itaque nobis tantam pecuniam in communi, magistro Theoderico Budesinensi 
praeposito pro triginta marcis argenti vendidimus dicta tritici tria maldra, ut nos eme- 
ramus, quorum Arnoldus dabit sex modios, Otto sex, Martinus sex, Gan sex, Heyn- 
ricus sex et Frysco sex modios, et sie tria maldra tritici complebuntur. Item domino 
Conrado custodi dicto de Boruz et magistro Conrado de Hersweldia vendidimus qua- 
tuordecim solidos praelibati census pro Septem marcis argenti, quorum Arnoldus 
solvet Septem solidos, et Otto residuos septem solvere tenebitur annuatim, dantes eis 
liberam potestatem, tam de tritico, quam de denariis ordinandi, quidquid placuerit in 
ecclesia Misnensi. Dicti vero Conradi praefatos quatuordecim solidos ad anniversarium 
magistri Conradi archidiaconi Nysicensis bonae memoriae assignarunt de nostra bona 
et libera voluntate. In cuius rei testimonium sigilli nostri, capituli nostri, Johannis 
praepositi Wrcinensis et cantoris praesens scriptum sigillorum appensionibus duximus 
muniendum. Actum et datum Misnae anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo 
secundo, proxima dominica ante festnm beati Martini. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen. An Pergamentstreifen hängen die wohlerhaltenen Siegel des 
Capitels, des Decans Sifrid, des Propstes Johann (eine Rose, von welcher nach 4 Seiten Lilien ausgehen [Um- 
schrift: S. Johannis: prepositi Wvrcinensis; unter der Rose: Factum anno domini M. CC.LXXL] und des Cantors 
Heidenreich (Adler mit Heiligenschein). 



COD. DIPL. 8AX. II. 1. 3]^ 




24i 



Xo. 309. Um 1292. 

Die Bih'ijer zu Frosn, Schö)wlH'cl\ Calbe m)(l Barhy bitten eleu Bischof Withajo in ihren 
Handelsgeschäften zu Pirna , nawentlich im Verlauf von Salz und Einkauf von Holz es hei 

dem Herkömmlichen zu ' belassen, 

Venerabili in Cliristo patri ac domino W. episcoix) Misncnsi biirgcnses in Vrose 
et Sconcbeke, Caliie et Bareboye cum omni reverentia et honore quicquid possunt obse- 
quii et honoris. Dominationi vestrae attentius (luximus supplicandura, quatenus propter 
deiim et iustitiam vestram piani et bonam voluntatem eonvertere digneraini, ut in civi- 
tate vestra Perna consuetudinem hactenus observatam nobis super nostris mercimoniiß 
vendendis, videlieet super sale in foro vendendo obtineamus et in emptione lignonim 
ad hospites, et non in Imiusmodi consuetudine rationabili inpediaraur, sed vestram 
promotionem in lioc potius sentiamus. Propter hoc nos ad vestra servitia habebitis 
promptiores, vohmtatem vestram nobis petimus remandari. Omnes isto sigillo videlieet 
Theoderici sculteti de Vrose utimur ista vice. 

Nach dem Orig. im K. Haupt - Staatsarchiv zu Dresden, in Brietform. Das von aussen aufgedrückt 
gewesene, schildförmige Siegel ist bis auf wenige Wachsspuren verschwunden. 



No. 310. 1293. 7. Jnni. 

Markgraf Friedrich eignet dem Hochstift eine Mark jährt Einkünfte von einem Keller in Meissen 

und zwei Hopfengärten nah^ bei Meissen, 

Fridericus dei gratia Misnensis ac ürientalis marchio universis Christi fidelibns 
jn-aesentes litteras inspecturis sahitem et ad salutis aeternae gaudia pervenire. Cum ea, 
quae aguntur in tempore, simul cum lapsu temporis elabantur hominumque memoria 
labilis sit, expedit ipsa scripturarum testimonio testiumque subscriptionibus perhen- 
nari. Igitur ad universitatis vestrae notitiam tenore praesentium cupimus pervenire, 
([uod nos ad instantiam dilecti nobis H. archidiaconi Nisicensis curiae nostrae protho- 
notarii ])roprietatem unius marcae reddituum, sitae in cellario sub domo Wuluekini 
aurifabri, civis Misnensis, quam quidem marcam reddituum habuit . . relicta quondam 
Her. militis dicti de Scremzniz, dictus vero prothonotarius noster ipsam marcam 
redcUtuum a felicis recordationis quondam Friderico Misncnsi, ürientali et de Landes- 
bercli marcliione patruo nostro teiiuit, sicut et a nobis tenet titulo ad vitae suae 
tempora possidemb', i)raeterea et proi)rietatem duorum hortorum humili sitorum extra 
muros civitatis nostrae Misnensis, vul}j;-ariter loquendo seu scribendo vnder der alden- 
burc, quos etiam liortos dictus ])rotlion()tarius noster similiter a patruo nostro praeno- 
niinato tenuit et a iiol)is tenet titulo supradicto, li))craliter donamus Misncnsi ecclesiae 
proprietatis titulo i)erpetuo ])()ssidcndos. Et ut liacc nostra donatio proprietatis dicto- 
runi duorum hortorum luunili et unius marcae reddituum ipsi Misncnsi ecclesiae firma 
permaneat ac inviolal)iIis jicrscvcret, nos praesentcs litteras nostras inde confectas 



— 243 

sigilli iiostri munimine roboratas saepe dictae ecelesiae duximiis coiicedendas. Actum 
et datum Grimmis praesentibus dilectis nobis nobili viro AI. burcravio de Liznik, 
neenon streimis viris H. de Koldiz, H. de Trebeein, H. dapifero de Biirnis, A. de 
Luppa, Jo. dicto List ac G. de Dewin dicto Cra militibus nostris, neenon aliis quam 
pluribus militibus, clericis ac armigeris fide dignis, anno dom. M*". CC^ XC. tertio, 
die dominico proximo post diera beati Bonifacii. 

Xacli dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem beschädigten Reitersiegel des Markgrafen an einem 
Pergamentstreifen. 

No. 311. 1293. 6. Juli. 

Markgraf Friedrich bestätigt die von seinem Ohei$n, dem Markgrafen Friedrich von Landsberg 
gemachte Schenkung von Zinsen im Dorfe Colin (Vorbrücke) an dc^ HocJistift. 

Fridericus dei gratia Misnensis et Orientab's marchio et Saxonum comes palatinus 
Omnibus imperpetuum. Cum ea, quae legitime acta sunt per praedecessores nostros, per 
nostram ratihabitionem et coniirmationem firmius perseverent, universis Christi fidelibus 
tam praesentibus quam futuris volumus esse notum, quod donationem per illustrem 
principem Fridericum inclitae recordationis Misnensis, Orientalis et de Landesberg 
marchionem, patruum nostrum karissimum, de duodecim solidis denariorum Vribergen- 
sium annuae pensionis de viginti quatuor areis, sitis in villa Colne ante pontem Misne 
dandis, ita videlicet, quod de qualibet area dentur annis singidis sex denarii Vribergenses 
in festo Walpurgis, ecelesiae Misnensi factam approbamus, ratificamus ac praesentibus 
contirmamus. In cuius rei testimonium sigillum nostrum praesentibus litteris duximus 
appendendum. Datum Misnae anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo tertio 
in oetava apostolonim Petri et Pauli. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen: das beschädigte grosse Reitersiegel des Markgrafen an einem 
Pergamentstreifen. 

Xo. 312. 1293. 2. Aug. 

K, Adolf verfügt y dass das Höchst iß 50 Mark jährt Einkünfte von Gütern ^ selbst nenn diese 
Reidtslehen seien, unbehindert erwerben könne. 

Adolfus dei gratia Romanorum rex semper augustus universis sacri Romani 
imperii lidelibus praesentes litteras inspecturis gratiam suam et omne bonum. Eins 
dementia inelfabili, qui vota humilium suscipit et secreta cordium clare noscit, ad regale 
fastigium revera potius divino miraculo quam Inimano ministerio evocati feiTentibus 
desideriis affectamus, ut tempore nostri regiminis cultus divini nominis augeatur, 
militumque Christi, ut eo liberius deo deserviant, in praediis commoda potiora recipiant 
incrementa. Sane honorabilium virorum .. praepositi, .. decani, .. thesaurarii et capituli 
ecelesiae Misnensis, dilectorum nostrorum devotorum Immilibus precibus favorabiliter 
inclinati eoneedimus, permittimus ^t de benignitate regia indulgemus eisdem, ut a 
quibuscunque principibus, ministerialibus et vasallis nostris et imperii seu aliorum 
quorumcunque in augmentum praebendarum suarum quinquaginta marcarum argenti 

31» 



244 

redditus in praediis, possessionibiis seu bonis quibiiscuiique, imo etiaiu si bona liuius- 
modi a nobis et imperio feodaliter descenderent, possint et debeant comparare. Quae 
qiiidem bona cum ernennt seu comparaverint ad dictos . . decanum et capitulum Mis- 
nense, seu ad eorum ecclesiam voluraus proprietatis titulo sine omni contradictione 
perpetuo pertinere, dantes supra dictis . . deeano et capitulo ac ecclesiae Misnensi has 
nostras litteras roboratas maiestatis nostrae sigillo in testimonium evidens super eo. 
Datum apud Fridebar *) IUI. Nonas Augusti indictione sexta anno domini AP. CC**. LXXXX 
tertio, regni vero nostri anno secundo. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Siejjel des Königs an Fäden von rother und 
grliuer Seide. 



a) Fritidhcrfir in der Wcttorau. 

No. 313. 1294. 6. Juli. 

Markgraf Friedrich bestätigt die von seinem Grossvater, dem Markgrafen Heinrieh gemachte 
Stiftung eimr beständigen Vicarie in der Domkirche jsu Meissen, 

Fridericus dei gratia Mysnensis et Orientalis marchio, comes Saxoniae palanti- 
nus Mysnensi ecclesiae praesens scriptum perpetuo duraturum. Cum ex naturae debito 
thesaurizare filiis parentes, et non filii parentibus teneantur, filii et nepotes traditiones 
et Vota patrum ac parentum observare non immerito tenebuntur. Facta siquidem pia 
ac laudabilia avi nostri bonae memoriae Heinrici Mysnensis et Orientalis marchionis, 
ratificata et confirmata per patruum nostrum felicis recordationis Fridericum marchio- 
nem successorem eiusdem avi nostri, observare et exsequi toto conamine cupientes, 
recognoscimus , quod Privilegium ipsius avi nostri non cancellatum non abolitum uec 
in aliqua sui parte vitiatum vidimus in haec verba: In n. s. et ind. tr. Heinricus 
— No. 125 — Capra et alii quam plures. Ut autem nullius ingratitudinis maculam 
contraliere vel incidere vidciitur, praedictam institutionem sive donationem gratam et 
ratam habentes contirmamus. Nihilominus data de novo damus volentes, ut ibidem 
memoria perpetuo habeatur, iniungentes omnibus ofliciatis nostris sive monetariis, qui 
pro tempore fuerint, praedictam pensionem statutis temporibus, videlicet in festo sancti 
Donati tria talenta, et in festo beatae Walpurgis tria talenta sub obtentu gratiae nostrae 
solvere non obmittant. Datum et actum Dobelin anno domini M^ CG". XC. Uli*', pridie 
Non. lulii praesentibus, quorum nomina sunt subscripta, videlicet venerabili pati'e domino 
nostro Bemhardo Misnensis ecclesiae episcopo, magistro Vlrico praeposito in Melnic 
Pragensis diocesis, domino Heinrico, Vlrico et Ilerbordo capellanis dicti domini nosti-i 
ei)iscopi, Petro de Dobelin plebano, capellano nostro, clericis, Meynhero Burgravio Mis- 
nensi, Heinrico de Trebezcin, Vlrico de Malticz, Tylikino de Hunsberg, Reynhardo de 
Zeuscliin militibus, et quam pluribus aliis lide dignis. 

Nach dorn Orig. im Stiftsarcliiv zu Meissen; an einem PergamentstreilVn liiingt das heschädigte Reiter- 
siegel des Markgrafen. 

Wilkii Ticemannus. Cod. dipl. [». lUT. 



245 



No. 314. 1294. 23. Juli. 

Markgraf Friedrich verleiht dem Bischof und defn Dotncapitel zur Etitschädigung das Patronatrecht 

der JacohscapeUe in der Wasserburg zu Meissen. 

Fridericus dei gratia Misnensis et Ürientalis marchio et Saxonum comes pala- 
tinus uuiversis tarn praesentibus quam futuris praesentes litteras inspecturis salutem 
in eo, qui est omnium vera salus. Cum ea, quae fiunt in tempore, breviter labantur a 
memoria, expedit, ut acta digna memoria scripturarum elucidatione sie serventur integra, 
ut usque in futurum circa gesta veritatis evidentia pateat incorrupta. Hinc est, quod 
ad notitiam universorum Christi fidelium cupimus pervenire, quod cum inter venerabilem 
patrem dominum Bernhardum Misnensem episcopum ex una, et nos super quibusdam 
dampnis et iniuriis Misnensi ecciesiae per advocatos nostros et iudices irrogatis ex parte 
altera fuisset dissensionis materia suscitata, saluti nostrae volentes salubriter providere, 
in recompensationem et restaurum, si qua ipsi ecciesiae iniuriose fuerant irrogata, dicto 
domino episcopo, capitulo et ecciesiae Misnensi ius patronatus capellae sancti Jaeobi 
in Aquatico Castro sitae, cum curia et omnibus capellae pertinentiis liberaliter damus et 
dedimus cum omni integritate perpetuo possidendum, dantes eidem domino episcopo 
suisque successoribus liberam potestatem ordinandi de ipsa capella, prout cultui divino, 
suae nostraeque saluti ipsi magis videbitur expedire. In cuius rei evidens testimonium 
has litteras uostras dedimus sigilli nostri munimine roboratas. Testes huius sunt Hein- 
ricus de Sueim prothonotarius noster, Heinricus deTrebezin, Heinricus de Kungisvelt, 
Reynhardus de Hersveit, Reynliardus de Seuchin, Vlricus de Malticz, Thilichus de Huns- 
berg milites et alii quam plures iide digni. Datum Misnae anno dom. millesimo ducen- 
tesimo nonagesimo quarto X. Kalend. Augusti. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit dem Reitersiegel des Markgrafen an Fäden von rother, 
gelber und grüner Seide. 

Wilkii Ticemannus. Cod. dipl. p. 110. 



No. 315. 1294. 25. Aug. 

Markgraf Friedrich bestätigt den von seinem Grossvater, dem Kaiser Friedrich IL dem Bischof 

verliehenen Zehnten in dem fündig gewordenen Silberbergwerk bei Scharfenberg und verzichtet /. i,. >cy/^ 

auf die ihm an demselhen etwa zustehenden Rechte. 

In nomine domini amen. Fridericus dei gratia Misnensis et Orientalis marchio 
et Saxoniae comes palatinus universis praesentes litteras inspecturis salutem in auctore 
salutis. Cum in donationibus ad pias causas optima mensura sit inmensitas, atten- 
dentes progenitoris seu avi nostri karissimi felicis recordationis quondam Friderici 
imperatoris concessiones et donationes in decima argentea, quae ex nunc solvitur et ' 
datur vel solveuda fuerit in futurum de argentifodinis sive^montibus ch-ca Scharfen- 
berg, in quibus iam metallum habetur et procedente tempore habebitur, Misnensi 
ecciesiae pie factas, venerabilem patrem et dominum Bernhardum episcopum eiusdem 



ecelesiae ac successores siios, quiciiiKiiie pro tempore fiierint, |)roniittiimis l)oiia lidc 
totaliter et fideliter promovere in ii)sa deciina et eos in iure, coneessione ac donatione 
il)sius decimae de eetero nullatenus inpedire, immo ex nunc de eadeni ex toto cedinuis 
et cedendo concedimus et donamus dictam deciniam Misnensi ccelesiae ins, si quod 
nobis conpetebat in eadeni deeima, in ius et dominium eiusdem ecdesiae Misnensis 
libere et totaliter transferendo, ita quod praedictus dominus et amicus nostcr liern- 
hardus venerabilis episcojms praenotatus et sui successores perpetiio gaudeant dietae 
decimae possessione pacifica et quieta. In cuius rei evidens testimonium praesentes 
conscribi fecimus litteras et eas sigilli nostri munimine roborari, testibus praesentibus 
infrascriptis, videlicet nobilibus viris Meinhero burgravio de Misna, Alberto burgravio 
de Lyznic, Heinrico de Koldytz, Heinrico de Trebezin seniore, Vlrico de Maltytz, Thi- 
lieone de Hunesberc, Reinliardo de Hersuelde, Heinrico de Kunegesuelt, Reinhardo de 
Seweschin et aliis quam pluribus fidc dignis. Actum et datum in Egra anno domini 
millesimo ducentesimo nonagesimo quarto Vlir. Kalendas Septem bris. 

Nach dem Oripr. im K. Haupt - Staatsarehiv zu Dresden mit dem beschädifrteu Keitersiepel des Markjynrafen 
an einem Perpamontstreifcn. 



Xo. 316. 1294. 10. Sept. 

B. Bernhard erklärt ^ fhss Marhjraf Ilciurich eine Vienrie hei der Bowlirche gestiftet inid Marhjraf 
Friedrieh die naeh Ifeinriehs AhJehen einige Zeit unterhliehene Zahlung an den Viear neuerdings 
zu kisteit angeordnet habe. Vgl. No, 1^5 und SIS, 

Nos liernliardus dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus recognoscimus prae- 
sentibus publice protitentes, quod recolendae memoriae illustris princeps, dominus 
Ileinricus quondam Misnensis et Orientalis marchio, in remedium animae suae, paren- 
tum suorum nee non Conradi bonae memoriae militis dicti Alachschirben , in eius 
servitio defuncti, vicariam perpetuam in ecclesia Misnensi instituit, et ipsam sex 
talentis annui census dotavit, tribus^) in festo Walpurgis et tribus^) in festo sancti 
Michahelis in moneta Vriberg annis singulis persolvendis , dans capitulo Misnensi 
ius conferendi eandem vicariam viro idoneo et lionesto. Qui census dicto domino 
marchione defuncto aliquamdiu fuit minime persolutus. Tandem dominus Fridericus 
illusti'is princeps, Misnensis et Orientalis marchio et Saxoniae comes palantinus preci- 
bus nostris indinatus statuit et ordinavit, quod praedicta sex talenta in terminis infra 
scrijrtis, videlicet in festo Walpurgis et Donati absque diminutione qualibct in antea 
vicario, qui eidem vicariae pro tempore deservierit, annis singulis solvi debent. In 
cuius rei testimonium hanc litteram scribi et sigilli nostri muninn'ne iussimus roborari. 
Datum Alisnae anno domini M^CJC". nonagesimo quarto, quarto Idus Septembris, ponti- 
ticatus nostri anno secundo. 

Nach dem Ori^j:. im Stiftsarchiv zu ^leisscn mit dorn Sio^a-I dos nischots an ein(»m Porgamentstreifon. 

1) trifi im 0^i^'. 



247 



No317. 1295. 16. Aug. 

2?. Bernhard trifft in einein Schreiben an alle Pfarrgeistlichen der Diöces at(f Grund eines auf einein 

Magdeburger Provirusialconcil gefassten Beschlusses Anordnung wegen der Beguinen und sciuirft die 

Nothwendigkeit der Beichte vor dem Genüsse des heil Abendmahls ein, 

Bernhardus dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus discretis viris praepositis, 
archidiaconis, plebanis, viceplebanis ac aliis ecciesiarum rectoribus in civitate et dio- 
cesi Misnensi constitutis salutem in omnium salvatore. Cum ex ofticii nostri debito 
statuta sacrorum canonum, conciliorum generalium ac provincialium teneamur exequi 
et ad observantiam ipsorum nobis subditos coercere, ut animarum pericula devitentur 
et saluti plurimorum expressius consulatur, ad memoriam vestram duximus revocan- 
dum, in sacro Magdeburgensi eoncilio per veuerabiles patres dominum Gwidonem 
apostolicae sedis legatum et dominum Rupertum sanctae Magdeburgensis ecclesiae 
archiepiscopum cum omnibus suffraganeis suis episcopis et clericis provinciae solem- 
pniter celebrato, declaratum publice et statutum, omnes mulierculas, quae beginae 
dicuutur, ad subiectionem et obedientiam suorum plebanorum parrochialium generaliter 
pertinere, ipsasque teneri ad omnia, ad quae parrochiales ceteri sunt adstricti. Quan- 
tum igitur animarum periculum subsequatur, quod quis communicet sibi non confessum, 
nemo dubitat sanae mentis. Potest namque non confessus dicere se confessum. Quod 
ut sanius caveatur et statuta concilii plenius observentur, habito capituli nostri et 
plurium discretorum consilio, statuimus et districte praecipimu^ observari, ut nullus 
vestrum quemquam subditorum suorum in extremis vel in sanitate constitutum com- 
municare audeat vel praesumat, nisi sibi vel de licentia sua integraliter confessum, 
iniuncta ipsi seu notificata prout competit poenitentia salutari, volentes in virtute 
sanctae obedientiae niliilominus et mandantes hoc salubre statutum in parrocliiis vestris 
saepius publicari et ab omnibus universaliter observari. In cuius rei testimonium 
praesentem litteram nostri sigilli munimine duximus roborandam. Actum et datum 
Dresden, anno domini M^'CC" LXXXX"* quinto in crastino assumptionis beatae virginis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Budissin mit dem beschädigten Siegel des Bischofs an einem von der 
Urkunde zum Theil losgetrennten Pergamentstreifen. 
Köhler cod. dipl. Lus. 1. Anh. S. 148. 



No. 318. 1296. 18. Mai. 

Domherr Conrad von Bor uz stattet die neu errichtete Capelle Aller Heiligen in der Dotnkirche aus 
und setM die durch drei Vicarien eu besorgende Ordnung des Gottesdienstes in derselben fest, 

Conradus de Boruz thesaurarius et canonicus Mysnensis universis praesentes 
litteras inspecturis salutem in eo, qui est omnium vera salus. Qui male agit, odit 
lucem. Expedit itaque ut acta digna memoria scripturarum elucidatione sie serventur 
integra, quod usque in futurum rerum gestarum eWdentia pateat incorrupta. Hinc 
est quod tam praesentibus quam futuris cupimus esse notum , quod cum divina suffra- 



248 

gante gratia capella iiova iiixta clioriim Mysnensis ecclesiae versus meridieni in lionore 
sanetae clei genitricis ac virginis Mariae omniiimque sanctonim laiulablliter esset eon- 
structa, ipsam dotandam decrevimiis et dotavimiis redditibus infra scriptis, diias per- 
petuas vicarias iustituentes in eadem, quarum uni assignamus in villa Cofbaeh*) 
quartum diraidium talentum et triginta dcnarios Vribergensis monetae , quoriim medietas 
solvitiir in festo sanetae Walpurgis, medietas in feste sancti Martini cum decem et 
Septem puUis, quorum Ilideco residens circa medium villae seu successores sui de 
duobus mansis unum talentum solvere tenebitur annuatim , Sifridus de manso et dimi- 
dio talentum et triginta denarios, item Herbordus de manso et dimidio talentum et 
ti'iginta denarios , item Eberwinus de dimidio manso octavum dimidium solidum. Situs 
vero mansorum in introitu villae, ubi intratur de oppido Wilandesdorf**) a dextris. 
In civitate Mysne duodecim solidos de curia Johannis dicti Horcher sita contra macella 
Vribergensium denariorum in festo sancti p]gidii annis singulis solvendorum. In villa 
vero Prevdowe*") de allodio Johannis et de decima attinentc duo maldra siliginis, duo 
maldra hordei et quinque maldratas avenae Mysnensis mensurae, quae Martini 
praesentabuntur Mysnae dicti Joliannis vel successorum suorum laboribus et expensis. 
Tenebitur autem vicarius, qui pro tempore fuerit, in anniversario venerabilis patris 
bonae memoriae domini Withegonis Mysnensis episcopi de pensione praedicta unum 
talentum canonicis emancipatis dumtaxat praesentibus in vigiliis et in missa. Assigna- 
mus insuper eidem vicariae pro perpetuo lumine cereo habendo in medio monasterii 
Misnensis in praedicto allodio Preudowe et de decima attinente unam maldratam tri- 
tici et triginta tres modios siliginis mensurae similiter Mysnensis. In villa Stetsch^) 
unum talentum in festo sancti Martini, cuius medietatem Myleka relicta Rodewani et 
Hugo iilius ipsorum de altero duorum mansorum, quos possident, et medietatem resi- 
duam liorysch iilius praedictorum de uno manso tenentur solvere annuatim. Insuper 
in Cozbude'') quindecim solidos, quorum quinque in festo sancti Mychaelis et decem 
in festo sancti Martini a Petro filio Nowak vel suis successoribus persolvuntur. De 
liis Omnibus praedictus vicarius annuatim ceram pro dicto lumine tenebitur comparare. 
Secundae vero vicariae assignamus tria talenta et octavimi dimidium solidum 
Vribergensium denariorum in festo sanetae Walpurgis de villa ÜcruF) persolvendos. 
Item in festo sancti Martini de villa eadem tres marcas argenti cum fertone et dimi- 
dio ponderis Mysnensis, insui)er decem modios siliginis et totidem avenae Haynensis 
mensurae et quatuordecim pullos, et in festo paschae quintum dimidium scocnm 
ovorum. Quae omnia praesentabuntur Mysnae de tredecim mansis et dimidio posses- 
sorum eorum laboribus et expensis. Item in villa Paselitz*') decem et octo scoeos 
siliginis et avenae. In (Tizzehvitz*') quatuordecim scoeos siliginis et avenae, in Dale- 
witz^) undecimum dimidium scocum siliginis et avenae, in liUboz*") tredecim scoeos 
siliginis et avenae decimae episcopalis; vicarius vero ad collectionem dictae deeimae 
tenebitur et vecturam. Item in Mysne de macello Thylonis de Lomatsch quinque 
lapides puri sepi, de macello vero Heinrici in sinistro latere sito duos lapides simi- 
liter puri sepi in festo sancti Martini annis singulis i)ersolvendos. De praedictis vero 

a) Kaufbnch. Par. Ko^-ulstlorf. h) Wllsilruf. c) Proda, l'ar. St. Afra. d) Sietzsch. Par, Itrlesitnitz. e) Co«se- 
bau<Iü, dorn. Par. f) Okrilla, Par. Zschoila. tf) Ua.S8litz. h) (.Tcis.<(lii/.. i) Dallwitz. k) Altlei.s, säuiuitlich Par. Leas 
(Kph. (irod-iuuhain). 



249 

i-edditibus vicarius, qui pro tempore fuerit, in anniversario nostro tenebitur canonicis 
emancipatis unum talentum praesentibus tantum in vigiliis et in missa, sepo vero 
commutato in oleum et in ceram tenebitur dictae capellae nocturno tempore in ardenti 
lampade, diurno vero ad missam in cereis convenientibus providere. 

Vicariae vero tertiae pro remedio bonae memoriae domini Heinrici quondam 

praepositi Misnensis inätitutae assignamus tria talenta in theloneo episcopaü Mysnae, 

in Villa Stetsch unum talentum in festo sancti Martini. Pertinebunt etiam eidem 

vicariae sedecim solidi, qui debentur de curia Conradi cellerarii sita in aeie fori 

contra vicum salis in festo beati Donati persolvendi, quos dominus Bertoldus de Pyrne 

quondam eiusdem vicariae possessor sua pecunia comparavit. Adiicimus etiam quin- 

que solidos, qui debentur Mychaelis de curia Mysnae sita contra Johannem de Wi- 

landesdorf circa valvam, quam possidet Judaeus dictus Bule, item tres solidos de 

curia sita sub Castro Mysne, quam Otto sutor possidet, in festo sancti Martini sol- 

vendos, item unum solidum de horto qui fuerat dicti praepositi Heinrici sito in novo 

foro iuxta hortum Martini in festo sancti Martini similiter persolvendum. Item in 

villis Arnoltitz et Wogenitz*) quinque maldratas siliginis et avenae minus quatuor 

modus mensurae in Dobelin, quae nomine decimae in festo sancti Martini annis 

singulis persolvuntur. Praeterea considerationis nostrae aciem convertentes ad hoc, 

quod de sola vinea Lybenecke propter incertos ipsius fructus non posset subsistere 

vicaria, nee quisquam vicariorum solus ipsius culturae sufficeret, ipsam cum suis 

attinentiis videlicet curia, lignis, virgultis sitis in Wartha praedictis tribus adiicimus 

vicariis, ut possessores earum, postquam dominus de praesentis vitae medio nos duxerit 

evocandos, pari sumptu et laboribus ipsam excolant et fructus inde provenientes aequa 

dividant portione. Tenebuntur quoque de ipsa vinea annis singulis in festo sancti 

Andreae dominis praesentibus emancipatis, qui vesperis et missae interfuerint, unam 

urnam vini et tantumdem sociis tam perpetuis quam temporalibus ministrare. Post 

decessum vero nostrum primam vicariam, quae tenebitur ad lumen cereum perpetuum 

et domini Wythegonis episcopi anniversarium, episcopus Misnensis qui pro tempore 

fuerit conferet, secundam quae lampadi astringitur conferet capitulum Mysnense, ter- 

tiani autem conferet, qui pro tempore fuerit praepositus Misnensis. Ceterum hi tres 

ad observantiam chori sicut ceteri vicarii sint astricti. Insuper tenebuntur secundum 

ordinem praefatam officiare capellam, sie quod quolibet die dominico, nisi festum excel- 

lens occurrerit, missa inibi de dominica habeatur, reliquis vero sex diebus hebdoraa- 

tarius tenebitur quolibet die pro domino Heinrico et domino Sifrido praepositis bonae 

memoriae ceterisque nostris benefactoribus unam missam dicere pro defunctis, diebus 

vero incidentibus proprium habentibus officium sequens hebdomatarius ad complendum 

cum nota ibidem ipsorum dierum officium astringetur, in quibus diebus cum duas 

niissas haberi contigerit, missa pro defunctis ante pulsum primae compleatur. In festo 

vero paschae, penthecostes, nativitatis domini usque ad octavas et quatuor festivi- 

tatibus beatae virginis a missa defunctorum ipsos volumus sublevari. Insuper volu- 

mus, ut idem hebdomatarius singulis diebus ad complendum in capella ipsa omnes 

horas de beata virgine teneatur. Ceterum collatores vicariarum non carnalitatis aifectu, 



1) Arntits nnd Wuhntts, Par. Staacha. 

COD. DIPL. SAX. II. 1. 



250 

sed secundum deum sie conferant et tueantur easdem, ne divinam incidant ultionem, 
et instituentis intentio observetur. Ut autem haec firma permaneant nee ab aliquo in 
posteram inmuteiitur, sigilla venerabilis patris et domini Bernhardi episcopi, domini 
Siifridi praepositi et eapituli Mysnensis ecclesiae una cum nostro praesentibus duxi- 
mus apponenda. Testes sunt dominus Siffridus praepositus praedictus, dominus 
Albertus deeanus Mysnensis, dominus Johannes Wurzinensis, magister Theoderieus 
Budcsinensis et dominus Johannes Haynensis ecclesiarum praepositi, magister Con- 
radus cantor Mysnensis, dominus Johannes archidiaconus Lusaciae, magister Hen- 
ricus de Rokhusen et dominus de Wratizlauia canonici Mysnenses, dominus Conradus 
de domina nostia, dominus Theodericus de Wiztrop, dominus Rudegerus de Cyten et 
dominus Syboto perpetui vicarii praedictae Mysnensis ecclesiae et quam plures alii 
iide digni. Actum et datum Mysnae anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo 
sexto XV^ Kalendas Juiiii, pontificatus venerabilis patris et domini Bernhardi epi- 
scopi praedicti anno tertio. 

Nach (lern Orig. im K. Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit den an Pergamentstreifen hängenden Siegeln 
des Bischofs, des ra])itels und des Conrad von Boroz (S. Andreas). 



No. 319. 1296. 4. Sept. 

B, BernJiard eignet der Domkirche das Dorf Leuteritz sur Feier der Feste der heil. Dreieinir/keit 
und des h. BernJiard von Clairvaiix, sowie seines und des JahrgediicIUnisses des Vitzthums 

Wernher zu Magdeburg, 

In nomine domini amen. Cum hominis vita fragilis et caduca multis periculis 
et niiseriis sit exposita, sie ut qui hodie vivus incedit, craatina die de huius vitae medio 
sit sublatus: noverint igitur universi praesens scriptum intuentes, quod nos liernhardus 
dei gratia Misnensis ecclesiae episcopus, cupientes animae nostrae saluti sicut melius 
possumus providere, villam Luderwitz") cum suis peitinentiis et proventibus, utilitate 
ac cenau, qui sc extendit ad quinque talenta usualium denariorum minus ti'ibus solidis 
et dimidio, comparavimus de nostra pecunia, quae nobis intuitu personae advenerat ab 
Vlrico de Kanitz et fratribus suis, pro quadraginta et quatuor marcis puri argenti et 
ponderis Misnensis iusto emptionis et venditionis titulo accedente. Hanc villam cum 
censu et utilitate, sicut eam comparavimus, sie eam fratribus de capitulo ecclesiae 
nostrae Misnensis assignavimus et assignamus iterum per praesentes sub forma et con- 
ditionibus infra scriptis. Ita videlicet, quod festa sanctae trinitatis et beati Hernhardi 
abbatis et anniversarii domini Wernheri vicedomini Magdeburgensis*") et noatri in 
ecclesia nostra Misnensi in choro singulis annis devote ac sollempniter celebrentur 
et tunc canonicis et vicariis perpetuis ac temporalibus praesentibus in choro in quolibet 
dictorum festorum et anniversariorum tempore sive die census praedictus prout conipetit 
dividatur. Et quia saepedicta villa Luderwitz a nobis et de mensa episcopali in feodo 
tenebatur, nos proprietatem eiusdem villae ac census nee non utilitatum eins in ecclesiam 



a) Loutoritz, Par. BriosmiltE. b) Wornhor von Kirchborg; vgl. Lonts Hiat. v. Mag«lobarg 8. 270 f., Aveiuanu Burggr. v. 
Klrchbürg H. 127 f. 



251 

nostram Misnensem et capitulum nostrum convertimus et ei liberaliter conferimus et 
donamus. In cuius rei testimonium praesentem litteram scribi iussimus nostri sigilli 
robore communitam. Datum et actum Misnae anno domini M*". CG. LXXXX. sexto 
pridie Non. Septembris, pontificatus nostri anno quarto, praesentibus Heinrico canonico 
sanctae Crucis in Wratislavia, Conrado ecciesiae nostrae perpetuo vicario, Herbordo 
canonico et plebano in Wurzin, Vlrico in Lubenitz et Heinrico in Camentz plebanis, 
Thimone de Woinitz milite et aliis quam pluribus fide dignis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarcliiv zu Meissen mit dem Siegel des Bischofs an grOnseidenen Fäden. 



No. 320. 1296. 26. Oct. 

Probst und Capitel einigen sich in gewissen Bestimmungen über die Verleihung der Prälaturen und 
Canonicate ihres Stifis und die diesen jmstehenden Pfründen, so wie über verschiedene ßnanjneUe 

Angelegenheiten des Stifis überhaupt 

Nos Siffridus praepositus, AI. decanus, omnes et singuli de capitulo Misnensis 
ecciesiae recognoscimus et tenore praesentium protestamur, quod convenientibus nobis 
in capitulo decrevimus antiquis statutis et consuetudinibus, videlicet quod praelaturae 
et personatus ecciesiae nulli extra capitulum conferantur, sed tantum personis emanci- 
patis. Idem dicimus de ecclesia in Mugelin et in Schewitz*), quae hactenus canonicales 
fuerunt, quibus statuendo adiicimus tres capellas, capellam dominae nostrae in curia 
episcopali, capellam sancti Johannis baptistae in curia marchionis, et capellam sancti 
Jacobi in Castro Aquatico, quae solum emancipatis canonicis conferentur, quarum col- 
latio ecclesiarum et capellarum ad episcopum pertinebit. Proprietates ecciesiae utpote 
Pirne et Dresden cum suis pertinentiis repetet; Gronowe**) et si qua alia bona vacare 
contigerit, repetet toto posse. Quorum si aliqua recuperabit, nee ipsa nee alia habita 
vel habenda alienabit absque totius capituli licentia specialL Debita, quae adhue 
debentur de Pirne et de Radmaritz*"), studiosius repetat et quantumcunque conse- 
quitur de pecunia illa, primo omnium absolvet bona capituli, deinde episcopalia, et si 
quid residui fuerit, de consilio capituli ad usus ecciesiae, ad augenda bona episcopalia 
convertere tenebitur bona fide. Obedientia dominicaJium, si facultas se obtulerit, habebit 
in theolonio Misnensi quinque talenta. Item obedientiae canonicorum Misnensium nee 
per negligentiam ad Misnensem episcopum, nee quocunque modo alio devolventur. Item 
ad scolasteriam in eodem theolonio quatuor talenta pertinent ab antiquo. Datum anno 
dom. M''.CC^XC^VP. feria sexta ante festum beatorum apostolorum Symonis et Judae. 
In cuius rei testimonium singulorum sigillis praesentes litteras fecimus communiri. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen. An Pergamentstreifen hingen 11 Siegel, von denen zehn 
noch erhalten, aber zum Theil beschädigt sind. 

a) Altmageln und Ziehaltt. b) Orana, Par. Dresden oder Brleanüti.? c) Radmertts in der Oberlantlts. 



252 



Xo. 321. 1297. 10. März. 

KrJH;irhof Bun'hiinJ jji Jlivnietmrtj und die Bi^.'höfe HermaHH zu Halberstadt. Albert zh Meissen^ 
UtiHrick iH Jler^ifhHriJ, Bruno su Xaumburtjf. Vijlrad zu Brandenburg ertheilen allen Gläubigen^ 
icelche bu.<>ft'niit dii.< H*jspital in UiilUrstndt an geicissen Festtagen besuchen ufid unterstützen — 
cum domus infirmoriim $ita extra moros civitatis Halb, sit paapertate onerata — jeder einzelne 
rierri»i Tige Ablass, Dal. Magd, anno dorn. M"'' €€="' T. XXXX "^ septimo serto Idus MarciL 

Nach d<?m Ori^. im Pri>v.> Archiv zu MjLfdeburz: von dea S4M!hs an leinenen Fäden befestigt gewesenen 
>i»'^ln fehlen die der Bi<i:h«:ne zu Meiosen. Naumbaxg und Brandenborg. die Obrifiren sind sehr beschädigt. 



No. 322. 1297. 7. Mai. 

P. Bonifiicins VIII. ertheilt den* Domherrn zu Xa>unburg llrich ron Colditz die erbetene Genehmigung 
ntbtn diesem O.monieat und dem Pfammt zu S. Wen'>\siai d*jselbst auch die Stelle eines Domherrn 

zu Meissen anztinehmen. 



BonifaeiiLs episcopus etc. dilecto tilio LTrico de Coldiz eanonico Xoembiirgenai 
saliitem etc. Tuae merita devotionis exposcunt, ut per$onam taam de multa probitete 
tide dioniorum testiinonio c«>mmendatam , favoris apostolici gratia proseqiiamar. Elx 
parte siquidem tua tuit propositum eoram nobis, quod [qui] in Xuembiirgensi eeclesia 
in aliqua alia eathedrali eccle$ia füerit oanonieatum et praebendam adeptus, eanonica- 
mm et praebendam. qnos primitns in eadem Xuembnrgensi ecclesia obtinuerat, tan- 
quam eo ip$o per huiusmodi adeptioneni vaeantes dimittere teneatiir. Cum autem, 
prout asseris, venerabilis trater noster . . episcopus et dileeti filii eapitulum ilisnensea, 
ad quos receptio canonieonim et eollatio praebendarum in Misnensi ecelesia pertinere 
ilicimtur, a^nsiderantes personam tiiam praedictam fore i^tsis et dictae eorum ecclesiae 
nmltiplieiter fructuosam, te atfectent recipere in ilicta ^^llsnensi ecelesia in eanonicoiu 
et in fratrem tibique de praebenila etiam eiusdem Misnensis ecclesiae pn^videre. nos 
volentes te gratiose prosequi in hac parte, tuis supplioationibus inclinati, ut canonicatnm 
et praebendam in eadem Misnensi ecdesia. si de illis tibi provideri contingat. libere 
reci|)ere valeas. et cum illis canonicatnm et praebendam, quos in praedicta Naembnr- 
geusi ecelesia obtines, nee non ecclesiam parochialem sancti Wenzlai Nuemburgensem, 
cuius rector existis. licite retinere. praeilicto et quibuscumque aliis statutis contrariis 
eiusdem Xuemburgensis Civle^iiae, ctiam si fuerint iuramento vallata, nequaquam obstan- 
tibus, auctoritate tibi praescntiiini indulgeuuis. Provis<i quod cauoiiicatiis, praebendae 
ac ecelesia sancti Wenzlai praedirri debitis obsequiis non fraudentur et animarum ciura 
in eadem ecelesia sancti Wenzlai nullatciuis negUgatur. Xulli ergo etc. n«>strae eonce«- 
sionis etc. l)atum R<>mae apud sanetum Pctrum X«>!i. Maii p«»ntiticatus nostri anno terdo. 

Aii> dem Lil»er rv'ctst.-r. K^iiiüc:: VV. VIII. an. III. ti-, -J*«!. rol. :}6ö im Vaticau. Archiv. 



253 



No. 323. 1298. 19. Jan. 

Der Probst Dietrich eu Budissin trifft hinsichtlich des Einkommens und der Obliegenheiten des 
Vicars des von ihm gestifteten Altars in der Domkirc^ genaue Bestimmungen. 

Vgl No. 251. J253 u. 283. 

Ego Theodericus dei gratia praepositus Budesinensis et canonicus Misnensis 
notum fieri cupio Omnibus per praesentes, quod pro salute animae meae institui in 
ecclesia Misnensi kathedrali perpetuam vicariam et altare situm a sinistris monasterii, 
a venerabili domino Withigone episcopo bonae memoriae in honore sanctorum Nicolai 
et Laurentii soUempniter consecratum, cuius collationem volo post mortem meam ad 
Misnense capitulum pertinere. Cui vicariae contuli et dedi villam Zalesen sitam circa 
Strele cum omnibus proventibus suis, censu videlicet, annona, decima et servitiis, 
quae de eadem villa percipi possunt nihil penitus excipiendo. Isti autem sunt pro- 
veutus dictae villae, scilicet decem marcae et unus ferto, quarum sex marcae et tres 
fertones debent esse pondere camerae Nuenburgensis episcopi ponderatae, et tres 
marcae et dimidia pondere Strelensi. Et praedictum argentum utriusque ponderis 
debet esse probatum Vribergense; et XXVIII'*' denarii Strelensis monetae, et quatuor- 
decim pulli et sexagena ovorum et dimidia. Cuius census medietas solvitur in festo 
Michaelis et medietas in festo sanctae Walpurgis. Item de avena in vero censu tre- 
decim maldaria et sex modii, in decima vero duo maldaria siliginis et duo maldaria 
avenae. Ista omnia debent solvi et solvuntur de villa Zalesen vicariae memoratae. 
Item in villa Meila Septem modii siliginis et totidem avenae praedictae vicariae simi- 
liter persolventur in festo beati Galli. Item dedi eidem vicariae in villa Chofbach 
iuxta Wilansdorf quinquaginta solidos et XXX denarios monetae Vribergensis, qui 
census etiam solvitur duobus terminis Walpurgis et Michahelis et Xllir' pulli. Item 
dedi saepedictae vicariae in civitate Misna viginti sex solidos et unum macellum 
carnificum, quod solvit quinque lapides sepi purificati in festo beati Martini. De istis 
Omnibus redditibus volo, ut vicarius dictae vicariae post mortem meam peragat meum 
anniversarium in choro Misnensi. Dominis canonicis praesentibus in vigiliis distribuet 
novem solidos, et in missa tantum; hospitali dabit duos solidos, custodi pro candelis 
ponendis in vigiliis et in missa unum solidum, et campanatori pro pulsatione quatuor 
denarios. Item dabit sociis in anniversario meo XV solidos, quos taliter distribuet, 
vicariis non sacerdotibus cuilibet quatuor denarios, residuum inter sacerdotes praesen- 
tes in vigiliis et missa aequaliter dividatur. Item dictus vicarius, qui pro tempore 
fuerit, singulis septimanis dicet mihi missam animarum cum vigiliis praecedentibus et 
unam de domina nostra et unam pro peccatis, in quibus mentionem faciet Heinrici 
patris mei, Luciae matris meae, Gotscalci, Waltheri decanorum et aliorum amicoruni 
et benefactorum meorum, quorum animae in sancta pace requiescant Item dabit in 
qualibet septimana unum denarium sacerdoti, qui mihi dicat missam animarum, vel 
personaliter deserviat eundem denarium, si voluerit laborare. Item in singulis meis 
anniversariis distribuet pauperibus panes emptos pro sex solidis. Item in qualibet 



254 - 

septimana distribuet panes de uno modio siliginis, pauperibus scolaribus choro deser- 
vieiitibus tertiam partem, alias duas partes coramunibus pauperibus et husarmen. üt 
autem praedieta ordinatio immutabilis permaneat, praedietam literam desuper con- 
scriptam dedi domino Petro eiusdem vicariae vicario, sigillorum doinini Petri decani, 
magistri Conradi cantoris canonicorum Misnensium et mei appensionibus roboratam. 
Datum anno domini M^ CC'Ä.XXXX**. VI^^ in nocte sanetorum martyrum Fabiani 
et Sebastiani. 

Nach dem Orig. im Stiftsarchiv zu Meissen mit drei wohlerhaltenen Siegeln an Pergamentstreifen. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. S. 161. 



No. 324. 1298. 24. März. 

ErMschof Burchard zu Magdeburg und dessen Suffraganen , unter diesen B. Albert von Meissen 

ertheilen denen, welche bussfertig bei Erhebung der geweihten Hostie in der StißsJcirche 0u Zeitz 

das Vaterunser und Ave Maria knieend sprechen, jeder Einsseine 40 Tage Ablass, 

Borchardus dei gratia sanctae Magdeburgensis ecclesiae archiepiscopus, Herman- 
nus Halbirstadensis, Henricus Merseburgcnsis, Albertus Misnensis, Johannes Hauel- 
bergensis ecclesiarum episcopi universis Christi fidelibus salutem in eo, qui est omnium 
Vera salus. Quanta devotione, quanta reverentia et honore sacratissimum corpus domi- 
nicum, quo Christi fideles in ecclesia pascuntur et sanetificantur, sit ab omnibus veneran- 
dum, nuUi christiano est licitum ignorare. Et ideo devotio et fides eorum, qui amplio- 
rem reverentiam et honorificentiam per effectum operis exhibent, eidem sanctissimo 
sacramento est in domino commendanda eorumque pio proposito merito est promotio 
inpendenda. Cum igitur in ecclesia beatorum Petri et Pauli apostolorum in Cice 
Nuemburgensis diocesis consuetudo laudabilis habeatur, ut illud corpus sanctissimum, 
quod pro infirmis solet reservari, singulis diebus dominicis innovetur et de sacrario 
ad altare et e converso cum reverentia a ministris altaris infra missarum solempnia 
deferatur, nos cupientes christicolae ad venerandum hoc reverendissimum sacramentum 
propensius excitentur, omnibus vere poenitentibus et confessis, qui tunc praesentes, 
dum idem pretiosissimum corpus dominicum sie delatum fuerit, orationem dominicam 
cum salutatione angelica ob reverentiam eiusdem sacramenti flexis humiliter genibus 
dixerint, de omnipotentis dei misericordia et beatorum omnium patronorum nostrorum 
et ea, quam nobis tradidit, auctoritate confisi, quilibet nostrum XL dies dummodo 
diocesani ratihabitio assequatur, de iniuncta sibi poenitentia misericorditer in domino 
relaxamus. Nos quoque Bruno dei gratia Nuemburgensis ecclesiae episcopus etc. 
relaxamus. Datum anno domini M^ CC^ XC^ VIII**. nono Kalend. Aprilis. Nos etiam 
Volradus dei gratia Brandinburgensis ecclesiae episcopus etc. relaxamus praesentibus 
perpetuo valituris. 

Nach dem Copiar. sec. XV. im Stiftsarchiv zu Zeitz D. 23. fol. 63 b. 



255 



No. 325. 1298. 25. März. 

Die Vorgenannten verleihen Bu^sfertigen, welche an gewissen Festtagen das Kloster der Marienknechte 
Augustiner 'Ordens in Halber Stadt besuchen m. s. w. jeder Einjudne 40 Tage Äblass. 

Borchardus dei gratia sanctae Magdeburgensis ecclesiae archiepiscopus, Bruno 
Nuenburgensis, Albertus Mysenensis, Henricus Merseburgensis, Volradus Branden- 
burgensis, Johannes [Hauelbergensis] eadem gratia ecclesiarum episcopi salutem^in domino 
sempiternam omnibus praesens scriptum visuris. Virgo venustissimus et omnium virtu- 
tum flos beata virgo dei genitrix gloriosa, cuius pulcritudinem sol et luna mirantur 

Cupientes ut novella plantatio monasterii servorum Mariae ordinis saneti 

Augustini in nova civitate Halverstadensi congruis honoribus frequentetur et a Christi 
fidelibus iugiter veneretur, omnibus vere poenitentibus et confessis qui ad dictum 

monasterium causa devotionis in omnibus festivitatibus ipsius virginis gloriosae 

accesserint aut de bonis suis mobilibus et immobilibus aliquid in eiusdem monasterii 
subsidium in vita contulerint seu in ultima voluntate perpetuis temporibus legaverint, 
aut sepulturam ibidem elegerint in futurum — — quilibet nostrum quadraginta dies 

et karenam de iniunctis poenitentiis in domino relaxamus. Datum Magdeburg. 

Vin°. Kai. Aprilis anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo octavo. 

Nach dem sehr schadhaften Orig. im Prov.- Archiv zu Magdeburg; sämmtliche Siegel fehlen. 



No. 326. um. I.Mai. 

P. Bonifacius VIIL befiehlt dem B, von Merseburg dafür zu sorgen^ dass die vom bischöfl, Tafelgut 
zu Meissen durch Verpfändung oder Verkauf abgekommenen Besitzungen und Renten an 

dasselbe zurückgehen. 

Bonifacius episcopus servus servorum dei venerabili fratri . . episcopo Merse- 
burgensi salutem et apostolicam benedictionem. Ad audientiam nostram pervenit, quod 
tam venerabilis frater noster . . episcopus Misnensis, quam praedecessores sui episcopi 
Misnenses, qui fuerunt pro tempore, decimas, terrasr, redditus, castra, domos, posses- 
siones, vineas, prata, pascua, nemora, molendina, iura, iurisdictiones et quaedam alia 
bona ad mensam suam episcopalem spectantia, datis super hoc litteris, interpositis 
iuramentis, factis renuntiationibus et poenis adiectis, in gravem ipsius mensae laesio- 
nem, nonnuUis clericis et laicis aliquibus eorum ad vitam, quibusdam vero ad non 
modicum tempus et aliis perpetuo ad iirmam vel sub censu annuo concesserunt, 
quorum aliqui super his confirmationis litteras in forma communi a sede apostolica 
impetrasse dicuntur. Quia vero nostra interest super hoc de oportuno remedio pro- 
videre, fraternitati tuae per apostolica scripta mandamus, quatinus ea, quae de bonis 
ipsius mensae per concessiones huiusmodi alienata inveneris illicite vel distracta, non 
obstantibus litteris, iuramentis, poenis, renuntiationibus et confirmationibus supradictis 
ad ius et proprietatem eiusdem mensae legitime revocare procures, contradictores per 



256 

cenRuram ecclcsiasticam appellatione postposita compescendo. Testes autem qui fuerint 
nominati, si se gratia odio vel tiniore subtraxerint censura simili appellatione cessante 
conipellas veritati testimoniuni i)erhibere. Datum Romae apud sanctum Petrum, Kalen- 
das Mali pontificatus noistri anno quarto. P. Reat. 

Nach dem Orig. im Stiftsarcliiv zu Meissen mit der Bleibulle an hänfener Schnur. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. S. 88 f. 



No. 327. 1298. 6. Oct. 

Burggraf Meinher legt den ztmschen dem Probst Dietrich zii Budissin als Vertreter der CapeUe 
Johannes des Täufers und Sifrid von Wildenhain öbschwehenden Streit wegen einiger 

Grundstücke in Basslit^ bei. 

Nos Meinherus dei gratia burgravius Misnensis tenore praesentium potestamur, 
qiiod cum quaedam causa et dissensionis materia inter dominum Theodericum praepo- 
situm Budesinensem ex una et Siffridum de Wildenhain laicum, super quibusdam agris et 
pascuis adiacentibus villae Paselitz*) et adiacentibus similiter prato, quod dicitur Borken- 
wise ex parte altera exorta fuisset, quia dictus Siffridus dicebat ex morte Reinhard! dicti 
Nase de Jawemitz et fratrum et patruelium suorum dictos agros et pascua ad se devoluta 
esse, qui ab eo tenebantur titulo feodali. Aliquibus diebus amicabilibus a partibus hine 
inde servatis, tandem in nostra praesentia dictis partibus constitutis, Iccto privilegio, quod 
dicti agri et pascua ad capellam sancti Johannis baptistae in curia marchionis in castro 
Misnensi sitam proprietatis titulo pertinebant, videbatur singulis praesentibus, quod ante- 
dictus Siffridus in saepedictis agris et pascuis penitus nihil iuris haberet, qui etiam 
nunquam fecerat mentionem temporibus retroactis. Tandem precibus nostris saepedictus 
Siffridus inclinatus, si quid iuris habuit in agris vel pascuis superius dictis, hoc totum 
pro se et heredibus suis liberaliter resignavit et penitus rennntiavit de benivola volun- 
täte, nihil sibi iuris et heredibus suis in antea reservando. In cuius rei testimonium 
sigilli nostri munimine praesentem litteram duximus consignandam. Testes huius sunt 
Vlricus miles dictus Olsnitz, Apetz de Mvnen et Th. Sebenitz. Datum et actum Misnae 
in palacio nostro anno domini M°. CC^ XC VIII". in octava Michahelis. 

Nach dem Orig. im Stiftsarcliiv zu -Meissen mit dem Siegel des Burggrafen an einem Pergamentstreifen. 
Köhler cod. dipl. Lus. I. Anh. ö. 89 f. 

a) BasMlitz, Par. Lonz. 

No. 328. 1298. 22. Nov. 

K, Albrecht genehmigt den vorn Bisclwf bewirkten Verkauf der Stadt und der Burg Pirna an deti 
K. Wotzd von Böhmen und spricht die Einverleibung Pima's in das Königreich Böhmen aus. 

Nos Albertus dei gratia Romanorum rex semper augustus ad universonim 
notitiam tenore praesentium volumus pervenire, quod nos venditionem civitatis episco- 
patus Misnensis dictae Pyrn cum Castro et attinentiis suis sitae in terra Misnensi 
circa metas Boemiae factam per . . episcopum et capitulum Misnensis illustri Wencezlao 



257 

regi Boemiae duci Cracouiae et Sandomeriae marchionique Morauiae principi et fratri 
nostro karissimo ac heredibus eius, prout in litteris inde confectis et dictorum episcopi 
et capituli sigillis munitis plenius continetar, ratam et gratam habentes ei nostrum 
benigne praestaraus assensum et ordinamus atque statuimus, nt dicta civitas, quam ad 
preces dicti regia regno. Boemiae harum serie unimus et unitam esse volumus ad 
regnum ipsum de cetero debeat perpetuo pertinere. In cuius rei testimonium prae- 
sentes litteras fieri et sigillo maiestatis nostrae iussimus communiri. Datum in Nuren- 
berch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo oetavo X*". Kalendas Decembris 
duodeeimae indictionis, regni nostri anno primo. 

Nach dem Orig. im K Haupt -Staatsarchiv zu Dresden mit dem beschädigten Siegel des Königs an Fäden 
von rother und gelber Seide. 

Sommersberg Sil. rer. scriptor. I. p. 947. — Mencke scr. rer. Germ. III. p. 1741. — Lünig cod. Germ, 
dipl. I. p. 979. — Ludewig rell. mss. XI. p. 336. 



No. 329. 1299. 18. Jan. 

Probst Dietrich trifft über sein sämmüiches Besitzthum letdtoiUige Verfügung, wobei er ztigleich 
noch einen zweiten AUa/r mit einer Vicarie in der Domkirche stiftet. 

In nomine patris et filii et Spiritus sancti amen. Cum nihil certius sit morte et 
nihil incertius hora mortis, seeundum legitimas sanctiones et propter dubios et incertos 
eventus et impiam debilitatem humanae naturae mors, quae nulli pareit, modo inopinato 
sua celeritate hominem exanimem facere consuevit Ne eius celeritas me Theodericum, 
praepositum Budesinensem et canonicum Misnensem praeoccupet, et non dispositis rebus 
meis viam universae carnis ingredi faciat intestatum, sancti Spiritus gratia invocata 
meum testamentum condo et facio per modum inferius annotatum , eligens testatores et 
testamenti mei executores dominum Petrum decanum, magistrum Conradum cantorem, 
canonicos ecclesiae Misnensis, dominum Sibothonem plebanum de Jochgrim et dominum 
Petrum, Misnensis ecclesiae perpetuum vicarium, quibus omnibus et singulis cedo actio- 
nes meas contra omnes debitores exigendi et repetendi debita mea. Similiter annum 
gratiae praebendae eis committo, ut de omnibus et singulis ordinent et disponant pro 
remedio animae meae, quidquid eis videbitur. Nihilominus in persona propria, quae 
sequuntur statui et legavi: primo omnium non obstante vicaria per me constructa in 
honore sancti Laurencii et sancti Nicolai in ecclesia Misnensi in sinistra parte monasterii, 
quam contuli domino Petro capellano meo, ad quam vicariam assignavi et contuli omnes 
redditus tam argenti, quam annonae villae Zalezen circa Strele et in Coufbach tertium ^^tv^. ^lo. 
dimidium talentum et triginta denarios, et in civitate Misna viginti sex solidos et quin- 
que lapides ad illuminandum altare praedictorum sanctorum Laurentii et Nicolai, nunc 
in honore sanctae crucis et sancti Martini aliam vicariam de novo decrevi construere, 
construo et construxi, cuius vicarius ad deserviendum choro Misnensi teneatur, prout 
ceteri vicarii consueverunt, ad quam vicariam altare construi debet in loco congruo 
monasterii tempore oportuno, et praedictum altare praedictus vicarius officiet, prout 
de hoc velit et possit domino reddere rationem et ut mei, patris mei et matris meae, 
Gk)tscalci decani Misnensis, Waltheri decani Magdeburgensis et aliorum amicorum et 

COD. DIPL. SAX. II. 1. 33 



258 

benefactorum meorum frequentem memoriam agere teneatur. Ad cuius vicariae con- 
siimmationem do, lego et assigno omnia mea, quae in parato vel in debitis, in supellectili, 
equis, pecoribus et in annona cuiuscunque generis liabeo vel habere potero, annum 
gratiae similiter ad hoc deputans, curia mea duntaxat excepta, quam Reinharde 
avunculo meo, canonico Misnensi assignavi in »anitate corporis constitutos, volens 
tamen dictam curiam canonicalem permanere, moderatione tamen iniuncta in prae- 
missis, ut dictae vicariae primo et principaliter ad minus circa decem mareae annoi 
redditus comparentur. De residuo vero, si quid fuerit, legata specialiter claustris et 
piis locis et personis exsolvantur, discretioni testatorum meorum praedictorum commit- 
tens distribuenda, ordinanda et pertractanda singula, prout de ipsis gero fiduciam et 
saluti meae viderint expedire. Dictam vero vicariam post mortem meam quotienscun- 
que vacare contingerit, personae idoneae sacerdoti praepositus, decanus et capitulum 
Misnense conferant , prout melius viderint expedire. Praeterea in persona propria lego 
fabricae Misnensi quatuor marcas et librum meum matutinalem ; item fratribus minoribus 
in Misna quatuor marcas, quarum duae sunt persolutae, cum lecto meo meliori. Item lego 
abbatibus et conventibus in Cella, in DcJberluch et in Buch, ordinis Cisterciensis, item 
priori et conventui in Pigauia, item praeposito et conventui in Schillen, cum quibuB 
quinque claustris habeo confratemitatem , singulis istis quinque claustris lego duas mar- 
cas et volo, ut obitus mens per specialem nuntium litteratorie destinatum eis intimetur, 
et singuli rogentur, ut obitum meum per ordinem suum faciant publicari, et ius fraterni- 
tatis intime peragatur cum vigiliis et missis animarum et orationibus secundum consue- 
tudinem ordinis approbatam. Item lego duas marcas generali ordinis Cisterciensis, quas 
abbas de Doberluch sibi deportabit cum litteris confraternitatis, ut me commendet oratio- 
nibus omnium fratrum totius ordinis ipsorum. Item lego ad sanctam Afram Misnae 
decem marcas, cum quibus comparare debebunt redditus unius mareae, ut anniversa- 
rius mens, Henrici patris mei, et Luciae matris meae apud ipsos annis singulis perar 
gatur, de qua marca praepositus ministrabit conventui quinque solidos, infirmariae quin- 
que solidos, ad mensam suam decem solidos resei*vabit. Item lego sanctimonialibus in 
Zorinchzc unum talentum, in Sitscenrode unum talentum, ad ßanctam Crucem unum 
talentum, in Mulberch conventui unum talentum et cognatae meae ibidem unum talentum, 
in Stuchow unum talentum, item fratribus minoribus in Vriberch unum talentum, fratri- 
bus in Dresden unum talentum, fratribus in Ozzecs unum talentum, fratribus in Turgowe 
unum talentum. Item lego ad scribendum novum breviarium ad chorum Misnensem 
duas marcas, in Schilow argenteum cingulum meum et alteram dimidiam marcam, 
iniirmis in campo ad capellam faciendam unum talentum, ad sanctum Dionisium in 
Cluse decem solidos, domino Heinrico capellano cantoris decem solidos, ut memoriam 
mei in suis orationibus habeat, Ottoni Scolari cognato meo unam marcam et palliom 
meum subductum viridi; item matri Ottonis et iiliae suae in Dresden duos lectos et 
caphardum novum et pallium longum, quod subductum fuit pellibus lincinis; item 
Henrico cellerario meo ad pretium suum unam marcam, item duabus consanguineis 
meis in Ozzecs, Lusehae et Margarethae sororibus Siffridi, quatuor lectos et unam 
marcam: item domino meo episcopo meum ciphum argenteum cum pede et vitrom 
meum romanieum et vlassam meam magnam et alias tres maiores, omnes stanneas; 



259 

item domino decano duas vlassas stanneas, quae fuerant domini de Boruz et mensam 
meam, quae stat in camera mea, circumpositam nigro ligno; item magistro Conrado 
cantori duas vlassas stanneas, quas duxit post supradictas acceptandas et duo cantara 
stannea de una stopa et unam mensam, quam duxit acceptandam. Alia vasa mea tam in 
vlassis, quam in cantaris stannea dividantur inter canonicos secundum quod testatoribus 
videbitur expedire, ita tamen quod domino burgrauio primo dentur tria cantara stannea, 
unum de una stopa et duo de duobus quartalibus, item dominis canonicis omnibus unam 
carratam vini. Item duobus servis meis, scilicet Walthero de Cozzebude et Henrico Calvo 
duos equos meos, scilicet rubeum et griseum, qui sunt in curia mea, reliquae familiae 
detur pretium suum deservitum. Item relinquo curiam meam Reinhardo avunculo meo, 
sicut superius est expressum. Relinquo tamen in eadem curia quatuor lectos, quatuor 
mensas, duas in quibus comeditur tempore hiemali, et duas in quibus comeditur tempore 
aestivali. Relinquo etiam ibidem dolea, lagenas, sartaginem, ollas et patellam et quidquid 
pertinet ad coquinam et ad braxationem. Item do eidem Reinhardo decretum meum, sum- 
mam Gamphredi, casus decretorum et quaestiones in uno volumine, summam Bartholi et 
digestum novum. Et nota, quod Reinhardus dabit de curia mea singulis annis duö talenta, 
quoram in anniversario meo quindecim solidos dividet inter pauperes et scolares, item 
quinque solidos dividet inter sacerdotes pro vigiliis et missis animarum. Item de secundo 
talento dabit in bona sexta feria pauperibus et scolaribus decem solidos, item eodem die 
fratribus minoribus viginti denarios, hospitali viginti denarios et leprosis viginti denarios. 
Item per quadragesimam dabit quinque solidos pro vigiliis et missis animarum. Volo, ut 
haec duo talenta Reinhardus det temporibus vitae suae, et post mortem suam faciat cum 
dicta curia ad utilitatem suam secundum quod sibi videbitur expedire. Item do Con- 
rado avunculo meo, canonico Budesinensi decretales et digestum vetus; item do codicem 
cum Summulis in uno volumine sequentibus Gebehardo avunculo meo, canonico Wurci- 
nensi, alias vero et quaternos hi tres inter se dividant, pro