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Full text of "Vergleichende Slavische Grammatik"

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■>. 



^ 



\. 



Ottttinger Sammlung indogermanischer Grammatiken. 

Vergleichende 

Slavisehe Grammatik 






Dr. Wenzel Vondräk. 



II. Band. 
Formenlehre und Syntax. 



wmM 



eottifid^fi 

Tandenbocch und Riiprcd)t 

1908* 



Vorwort. 



Dem im J. 1906 erschienenen ersten Bande meiner Vgl. slav. 
Gramm, folgt hier der zweite, der die Formenlehre und Syntax 
enthalt Um bei den gegebenen Verhältnissen, mit denen ge- 
rechnet werden mußte, möglichst viel Raum für die Syntax zu 
gewinnen, mußte sich die Formenlehre in engeren Grenzen be- 
wegen, was zwar mißlich war; immerhin hielt ich es aber für ein 
kleineres Übel, als wenn sich die Notwendigkeit ergeben hätte, 
in der Syntax starke Bestringierungen vornehmen zu müssen. 
Muß ia doch die Syntax der Gipfelpunkt aller grammatikalischen 
Forschungen und Arbeiten bleiben. Aber auch so war es leider 
nicht möglich auf manche s^taktische Erscheinung näher ein- 
zugehen, sollte der Band nicht unverhältnismäßig anschwellen. 
Aus eben diesem Grunde mußte ich mich vielfach nur mit einem 
Belege begnügen und durfte nur in äußersten Fällen auch die 
Übersetzung hinzufügen. Doch ho£fe ich, daß hier alle wichtigeren 
Erscheinungen dennoch untergebracht worden sind. 

Meine vergleichende Grammatik ist der erste derartige Ver- 
such, denn Miklosich's Vergleichende Grammatik der slav. Spr. 
kann diesen Namen nur hinsichtlich des 2. und 4. Bandes (Stamm- 
bildungslehre und Syntax) beanspruchen. Man muß also zugeben, 
daß hier mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen ist, zumal es 
ja noch vielfach an den notwendigsten Vorarbeiten fehlt, so daß 
man auf diesem Gebiete nur äußerst mühevoll vorwärts kommt 
Trotzdem muß die Ausgestaltung der vergleichenden slav. Gramm, 
eine der wesentlichsten Aufgaben der Slavistik bleiben, denn 
wenn die organischen Teile zu einem ganzen vereinigt werden, 
begreift man sie besser, als wenn sie ge&ennt für sich untersucht 
und noch so genau erforscht würden. So verdienstlich die Einzel- 
forschung in gewissen Fällen sein kann, so unbedingt notwendig 
sie mitunter ist, so verfehlt wäre es, wenn man immer nur dabei 
bleiben und das Ganze aus den Augen verlieren wollte. Das 
sieht man nicht bloß in der Formenlehre, sondern besonders 
deutlich in der Syntax. So manche grammat. Erscheinung liegt 
schon in einer Sprache als ein abgeschlossener Prozeß vor, während 
ihre Entwickelung in einer zweiten nächst verwandten noch histo- 
risch verfolgt werden kann, so daß sich auch ihre Erklärung, die 



M* q 3 / ^ 



IV 

man sonst vielleicht vergeblich suchen würde, oft von selbst er- 

g'bt So führt die Erforschung des Teiles ohne entsprechende 
erücksichtigung des Ganzen nicht immer zum Ziele. 

Wie ich aus den bis jetzt mir bekannt gewordenen Be- 
sprechungen des ersten Bandes ersehe, zeigt si(m auch wiiMch 
ein warmes Interesse für eine derartige Grammatik. Wie es 
aber nicht anders sein kann, stimmen leider die darüber geäußer- 
ten Ansichten und Wünsche vielfach nicht überein und man er- 
sieht schon daraus, wie viel hier noch zu arbeiten ist. Allerdings 
kann hier gleich gesagt werden, daß darunter auch Ansichten 
und Wünsche geäußert worden sind, denen man beim besten 
Willen nicht gerecht werden kann. Als Beispiel führe ich an, 
daß ein Rezensent gleich von drei nasalierten Vokalen ausgehen 
will (fürs ürslavische!); ein anderer will herausgefunden haben, 
daß in meiner Arbeit das Prinzip der Lautgesetze nicht zum 
vollen Durchbruche komme, während sich noch ein anderer über 
Lautgesetze höchst spöttisch äußert. Es ist nur zu bedauern, 
daß sich diese Gelehrten nicht entschließen wollen, selbst eine 
vgl. slav. Gramm, zu schreiben; sie müßte gewiß des allgemeinsten 
Interesses sicher sein. 

Am radikalsten ging freilich der Vertreter einer modernen 
russischen Schule vor. & ist darüber recht ungehalten, daß die 
obersten Thesen dieser Schule hier nicht anerkannt werden. 
Aber ein solches jugendliches Ungestüm, ein solcher Radikahs- 
mus. mit dem man da für die Sache eintritt, nützen nichts und 
wemen gewiß auch von dem so hoch verdienten Meister dieser 
Schule nicht gebilligt Es handelt sich nur darum, daß man 
arbeitet und forscht und auf diese Art die betreffenden Thesen 
besser begründet, als es bis jetzt der Fall war. Dann werden 
wir sie nmig prüfen und wenn sie sich als gut fundiert erweisen, 
weiden wir sie auch ohne weiters akzeptieren. Bis ietzt ist es 
leider nicht möglidi. Also: arbeiten, arbeiten und abermals 
arbeiten! Was überhaupt noch in Angriff zu nehmen ist, wird 
man jettt, wenn ein derartiger Gesamtbau aufgeführt worden ist, 
er sehen, und das muß nier auch hervo^ehoben werden. 
Zum Sonlusse sei es mir hier gestattet^ Herrn Prof. Nehring 



ipeiiell für seine vornehme, und in ruhigem Tone gehaltene Be- 
$rechung (Deutsche Literaturzeitung 1907, S. 1815—1818), hier 
meinen henliohsten Dank auszusprechen. 

Wien, den 25. Dezember 1907. 



W. Vondrtk. 



-\ 



Inhaltsverzeichnis. 



Formenlehre. 
I. Deklination. 

Seite 

A) Die nominale Deklination 2 

Bildung der einzelnen Kasus a) im Siogular 2 

Nominativ 2 

Genitiv • 3 

Dativ 3 

Akkusativ 4 

Vokativ 4 

Lokativ 5 

Instrumental 6 

b) im Dual 7 

Nom. Akk 7 

Gen. Lok • . 7 

Dat. Instr 7 

c) im Plural , 8 

Nominativ 8 

Genitiv 8 

Dativ 8 

Akkussativ ^ 

Lokativ 9 

Instrumental 9 

Vereinfachung der Deklinationstypen 10 

Deklination der SnbstantiTa 10 

1) Die o- und j(o-Stämme 10 

a) Maskulina 10 

ursprünglich konsonantische Stämme 29 

Akzentverhältnisse 30 

b) Neutra 30 

Akzentverhältnisse 33 

2) Die a- und und j^a-Stämme (urspr. -S und iä) ... 34 

Akzentverhältnisse 40 

3) Die i-Stämme 41 

Akzentverhältnisse 45 

4) Die M-Stämme 46 

Quantitäts- und Akzentverhältnisse 49 

5) Die M-Stämme 50 

Akzentverhältnisse 52 

6) Konsonantische Stämme 53 

a) Die n-Stämme 54 

Akzentverhältnisse 56 

b) Die r-Stämme 58 

Akzentverhältnisse 59 



VI 

S«Ito 

c) Die ^-Stämme 59 

Akzent- und Quantitätsverhältnisse 60 

d) Die «-Stämme 61 

Akzentverhältnisse ... - 63 

Deklination im Bnlgarisclien 63 

Allgemeines Aber m Subst Genus und Numerns 63 

D^ination der AcQektiva 67 

Part, praes. act 68 

Part, praet. act 70 

Komparativ , 71 

Superlativ 73 

Deklination der Numenüia 75 

Ordinalia 82 

Deklination des Pronomen personale 83 

B) Pronominale Deklination 89 

a) o- bez. a-Stämme 89 

CharakteristiBche Merkmale der pronominalen Dekl. . . 96 

b) io- bez. io-Stämme 99 

Das Interrog. kyi (kyf) 104 

Gebrauch des Poss. svoj 106 

(Jbto 107 

«» 109 

Vt8t> 111 

G) Die zusammengesetzte Deklination 113 

a) o-Stämme 113 

b) io-Stämme 113 

Part, praes. act. (urslav.) . . . . , 126 

Part, praet. act. I , 126 

Best. Kompar 126 

Allgemeines über das Adjektiv 127 

11. Konjugation. 

A) Allgemeiner TeU 129 

Bestand der verbalen Formen 129 

Bildung der Tempora und Modi * 129 

Personalendnngen 132 

a) Primäre 132 

1. P. Sg 132 

Die 2. P. Sg 134 

3. P. Sg 135 

1. P. Du 137 

2. P. Du 137 

3. P. Du 137 

1. P. PI 138 

2. P. PI 140 

3. P. PI 140 

b) Sekundäre Personalendungen 141 

Bildung des Praesens 141 

Imperativ 142 

Aoriste 146 

A) Einfacher oder starker Aorist 146 

B] Sigmatischer Aorist 147 

1) ohne Bindevokal 148 

a) 8 bleibt 148 

b) « geht in ch über 149 

2) mit Bindevokal : 150 



vn 

Brite 

Inpeffekt 157 

Der KoadHkMial bimt . ; 163 

Das sii^matische Fatunini 164 

ubcrrette einiger anderer Verbalfomien 165 

Part, praes. acL 165 

Part, praes. pass. 167 

Part praet aot 1 167 

Das Part praet aot 11 168 

Part praet pass. 170 

Infinitiv 172 

Snpinum 174 

Dnrdi Umsdireibang ansmirflckie Verbalformen 174 

Das Perf. act 174 

Das Plusqnamperf. 176 

Das Fntnruni primnm nnd Fnt extractnm 177 

I. Fat. prim 177 

IL Fnt. exact 178 

Periphrastisdier Konditional 181 

Passivnm (Reflexivani) 183 

Alctionsarten des slav. Verbnme 184 

B) Besonderep Teil 190 

I. Klasse 190 

1. Gruppe 191 

2. » 195 

3. » 197 

4. » 198 

5. » 202 

6. . 205 

7. » 208 

Betonung der Verba der I. Klasse 214 

11. Klasse 216 

111. Klasse 220 

1. Gruppe 220 

2. . 223 

lY. Klasse 229 

V. Klasse 233 

1. Gruppe 234 

2. » 237 

3. » 241 

4. » . . . • 245 

VI. Klasse 247 

Konsonantische Klasse 250 

X-es, jumb 250 

ved' 254 

jad- 256 

dad- 257 

Allgemeines über die kons. Verba 258 

Syntax. 

Einleitung 260 

I. Der einfache Satz in seinen Teilen und seine Allen. 

A. Hanptteile des Satzes . * 261 

Subjekt 261 

Subjektlose Sätze ... * 262 



vin 

Seit» 

Praedikat 267 

Die auf dem Prid. beruhenden Beiiehan^en des Satzes hinsicfatiicii 

der Zeitstufe und Modalität 271 

Zeitstufe 271 

Praesens 271 

Praesens historicum 27S 

Das Futarum 274 

Das Imperfektum 275 

Aorist 276 

Gnom. Aor , 278 

Perfektum 279 

Plusquamperf. 280 

Modalität 280 

Indikativ .280 

Imper 281 

Konditional 283 

Arten des Satzes: 

1) Aussagesatz 286 

2) Fragesatz 287 

Disjunktive Fragen 292 

Modi der Fragesätze 294 

3) Ausrufungssatz 294 

4) Heischesätze 295 

a) Die Befehl- und Aufford er ungssätze 295 

b) Wunschsätze 300 

B. Nebenteile des Satzes: Satzteilbestimmuneren 303 

a) Satzteilbestimmungen durch Nomina 304 

l) Durch Nomina im selben Kasus 304 

Attribut und Apposition » . . . 304 

Der Artikel 304 

2] Durch Nomina in einem Kasus obliquus (Kasus- 
lehre) 306- 

Vokativ 306 

Akkusativ 307 

I. Adyerbaler Gebrauch l)AußereB Objekt 307 

2) Inneres Objekt , .... 308 

3) Akk. der Ausdehnung 309 

4) Akk. des Zieles ,311 

5) Akk. der Beziehung 311 

Doppelter Akk 312 

II. Adnominaler Gebrauch 313 

III. Adverbielle Akkusative 314 

Akk. cum infinitiyo 315 

Genitiv. 

A) Der ursprüngliche Gen 316 

I. Adyerbaler Gebrauch 316 

II. Adnominaler Gebrauch 324 

B) Der ablatiyische Gen 330 

I. Adyerbaler Gen 330 

II. Adnomin. Gen 334 

C) Spezielle Abarten des Gen. im Slay. . . - 337 

1) Gen. der Beziehung 337 

2) Gen. in negatiyen Sätzen 338 

3) Der Gen.-Akk 33a 

Gen. der Art u. Weise 341 



IX 
Instrumental. 

S«ito 

1) Der begleitende Instr 942 

2) Instr. aualitatis 843 

3) > der Baamerstreckung 343 

4) 9 der Zeiterstreckung 344 

5) » des Mittels 345 

6) > des Maßes 349 

7) ^ der Beziehung • 349 

8) » als Agens beim Pass 349 

9) » des Grandes und der Ursache 350 

10) > modi 351 

11) Prädikativer Instr 353 

Dativ. 

I. Adyerbaler Gebrauch 358 

II. Loserer Datiy a) der Person 363 

Dat. ethicus 363 

b) Dat. der Abstracta 364 

III. Adnominaler Dat 365 

Dativus cum infin 366 

Doppelter Dat 367 

Lokal. 

Ortsbegriffe 368 

Zeitbegriffe 368 

Lokal bei Verben 369 

Andere Lokale. Adverbien 370 

Anhang. Verlust der Deklination im Bulgarischen 370 

3) SaiiteUbestimmaagen dnrch dneo Catofl obUqmit mit dner Pri- 
Position. 

Seite , Seite 

Präpositionen 373 ' pre 384 

diya, dehma 374 1 pred^ 384 

dlja aus dbija 374 1 prüde 384 

crm 3741 priz^ 385 

do 375 1 pri 385 



üi , . 375 

krome 376 

H 376 

vMzdu 377 

mifno 377 

na 377 

nadi^ 378 

nizb 379 



pro 386 

protitq 386 

radi 387 

raz^ 387 

ikvoie, Bkote^ akroze , . . . 388 

n 388 

u 389 

©y- 389 



o und o6» 379 i c% 390 

ot% 381 I v^n^ 390 

po 383 v^z^ 891 

podt 3831 za 391 

b) SatztdlbestimmiinMn dnrdi AdYerbia, Negition. 

Seite 

Adverbia 393 

Negation 400 

1) ne 400 

2) fii 401 

ni— ni 403 

Verstärkungen der Negation 404 



1) 



Seite 



A) Parataxis 424 



Seite 

c) Satzteilbestimmangen dorcfa ein Verb. Inf.: Partizip, 
iiifinitiv and Sopinnm. 

Partizip 405 

a) Das attributive Part 407 

ß) Das appositive Part 4^7 

Dativus absolutus 408 

y) Das prädikative Part 410 

2) Infinitiv 413 

a) final 413 

b) imperativisch 414 

c) heijeath 416 

d) bei Hilfsverben 417 

e) in Interrogativsätzen 418 

Der intensive oder epanaleptische Inf. 419 

Absoluter Inf. 419 

Dat. cum inf. 420 

Accus, cum inf. 420 

Nom. cum inf. 421 

Instr. cum inf. 421 

Nomen beim Inf. 421 

Passivum des Inf. 421 

Artikel beim Inf. 421 

Verlust des Inf. im Bg 421 

Supinum 422 

II. Zusammengesetzter Satz 423 

" " Seit» 

ibo 439 

nebon^ 439 

ti 439 

vzdt/f 439 

cüi 439 

vede 440 

4) Konklusive Sltie ... 440 

ubo 440 

sego radi, togo radi, temt ze 441 

tedf/ 441 

przeto 441 

proiOf protoz 441 

B) Hypotaids 442 

Relativsfttxe 443 

Relativa aus Interrogativen 446 

Belativa als Interrogativa 454 
Allgemeines über das Bela- 

tivum 455 

Hypotaxis durch Konjnnktionen 464 

k)j€daz 465 

jegda 466 

kbda, kogda [kzgda) . . . 467 

ide 469 

khde 470 

jako 471 

kako 475 

kato 476 

ieU, jüe 478 

koU, koli 478 

jehmi, jeltma 479 



1) Kopulative Sätxe 



ti 
ta 



425 
425 
425 
427 
427 



te, Uz€ 428 

to 429 

1 — 1 429 

ni — n» 429 

n€ Ukhmo — ti» t 430 

1% — ili 430 

Ijubo — Ijubo .... 431 

et — dl 431 

bqdi — bqdi 432 



lec — Uc , 
nebo .... 
2) Adversative Sitze 

ze 



432 
432 
432 
432 

a 434 

alt, ale 434 

«» 436 

obace , 

p^k^ 

vec 



437 

437 

437 

ama 437 

toazako 437 

prece, pree 438 

3) Explikative Sitze ... 438 

bo 438 



XI 



Seite I 

po'te 480 

po koi 481 

zane and laheze .... 481 

dojqduze 481 

dokqde 481 

po'kqdu 481 

B) da 482 



Seite 



Abhiogige AnasamätEc» 
Fragesifie und Hefichctitze. 

Aassagesätze 495- 

Fragesätze 496 

Heisebesätze a) Befehlsätze . 497 

b) Wansebsätze 500 

Kantalsitze 501 

daie 486 i Konsekntivsttze &0S 

ati\ aU 489 ' nntlsitie 604 

ahimb, abych% 490 i TenporaUlze 606 

c«. aite 491 Loluüsitzc 610 



C) 



aze 496 

Konjanktionen aas Yerbal- 
formea 496 



Modtlsitie 611 

Hjpothetiidie Sitze .... 512 

Irreale Sätze 616 

KoDcesthnitze 6ia 

III. Der Satz in formaler Hinsicht. 

WortsteUnng im Satze 622 

Nebensätze 62& 

Weatslav 526 

Nebensatz im Westsla? 626 

Dat. and Akk 527 

Attrib. Gen 627 

Der part. Gen 628 

Das attr. Adj 628 

Satzakzent 630 

Eoklitische Wörter 682^ 

Dlipie 539 

Wiederhoioog desselben oder eines ?erwandten Wortes Im Satze . . 540 

Zwei oder melirere gleichartige Satzglieder im Satze 641 



xn 



Verzeichnis 

jener Hilfsmittel, welche in der Begel wegen einer häufigeren Benützung 
nicht immer vollständig zitiert werden konnten. Die Erklärung ihrer 
Abkürzungen ergibt sich nach diesem Verzeichnisse von selbst. Von der 
Erklärung geläufiger Abkürzungen wie IF.,- BB. u. dgl. wurde abgesehen. 
Sonst hier zitierte Textquellen müssen in den betreffenden Spezial- 
grammatiken nachgesehen werden. 

Archiv für slav. Philologie. Berlin. Von 1876 an. 

Babiaozyk, Dr. Adam: Lexikon zur ap. Bibel 1465 (Sophienbibel, Aus- 
gabe von Maiecki). Bearbeitet sowie mit einer text-kri tischen Ein- 
leitung versehen. Breslau. 1906. 

Bartoi, FrantiSek: Dialektologie moravska Brno. 1 Dil. 1886. 2.1895. 

Baudouin de Courtenay (Boduen-de-Kurtene), J. : drevne-pol- 
skom» jazykö do XIV go stolötija. Leipzig. 1870. 

Berneker, Erich: Die Wortfolge in den slav. Spr. Berlin. 1900. 

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1. erschien 1860—67, die 2. 1882—84. 

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Vom 2. Teil sind bis jetzt die Hefte 10—15 (K— Naliti) erschienen. 

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£alina, Antoni: Historya jazyka polskiego. Erschienen nur der 1. Band: 

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Tom« vtoroj. L— P. 1902. Vom 3. Bd. sind 2 Hefte erschienen: 

B— T«rnaja. 
äachmatoy,A. A.r K. istorii zvukov russkago jazyka. polnoglasii i 

nökotorych drugich javljenijach. S. Petersb. 1903. (Aus Izvöstij& 

Otdöl. russk. jaz. i slov. Bd. VII und VIII). 
SachmatoY, A.A.: Izslddovanie o dvinskich« gramotach« XV y. Casti 

I i n. St. Peterburg. 1903. 
Suman, J.: Sloyenska slovnica po MikloiiSevi primeijalni. V Ljubljani. 

1881. 
Torbiörnsson, Tore: Die gemeinslay. Liquidametathese. I. üpsala. 

1901. II. 1903. 
Vöstnik, Busskii Filologüeski'. VarSava. 1879— 
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Vondrak, V.: mluyö Jana exarcha bulharskeho. P^ispöyek k ddjinam 

cirkeyni sloyanltiny. V Praze. 1896- 
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1886. Tom H (P— Ja). 1886. 



Nachträge und Berichtigungen 

(die nicht mehr der ganzen Auflage beigefügt werden konnten). 

8. 102 Z. 28 f. and 103, 29. Den Dat. Sg. f. sorb. j% glaube ich 
nun doch aus dem älteren ya/t (wie ho aus jeho) erklären zu müssen; 
diese Form kam auf, bevor noch jeji zu jej führte. Analog dürfte es 
vom slov. jV (S. 101 Z. 28 f.), falls es wirklich alt ist, gelten, wie auch 
vom b. ji^ das schon in den ältesten b. Denkm. (neben jiej) auftaucht 
und das aus ßj nicht zu erklären ist (damals noch keine Verengung 
des 4 zu i). Die Länge dürfte hier erst später unter dem Einflüsse des 
Gen. Sg. aufgekommen sein. Im Slov. haben wir auch ein U nach ji 
zu ia (S. 92). 

S. 128 r. gorodnicij, lavcij, piccij . . . p. krajczy^ podstoli . . . können 
nicht mehr als urspr. Adj. aufgefaßt werden (vgl. I S. 404). 

S. 374. Hier könnte zunächst das S. 373 erwähnte b$z9 mit Gen. 
,ohne' erwähnt werden, da es in allen slav. Sprachen vorhanden war 
und meist auch jetzt noch hier vorkommt. Dafür auch prez» (vgl. 
S. 385). 

öre8^ auf derselben Seite sollte dem delja vorhergehen. 



Formenlehre. 



Die Formenlehre hat die formalen Veränderungen jener 
Redeteile, die solche überhaupt aufweisen, zu behandeln. Es 
kommt hiebei I) die Deklination, II) die Konjugation in Betracht 
Femer können hier auch die allgemeinen grammatikalischen 
Merkmale der Redeteile zur Sprache kommen. 

L Deklination. 

Die Numeri der Ursprache: Sg., PL und Du. waren auch 
im Urslav. Den Du. haben dann allmählich einzelne slav. Spr. 
bis auf gewisse Überbleibsel aufgegeben; nur im Sorb. und Slov. 
hat er sich noch erhalten. Von den ursprachl. acht Kasus hat 
es sieben, also verhältnismäßig viel, erhalten und zwar den Nom. 
Gen. Dat. Akk. Vok. Lok. u. Instr. Nur der Abi. ist verloren 
gegangen, indem er mit dem Gen. zusammenfiel. Im Dual war 
schon ursprachlich die Dekl. vereinfacht, da es hier nur drei 
Formen gab, deren Reflexe auch im Slav. vorhanden sind: eine 
Form für den Nom. Akk. und Vok., eine für den Gen. und Lok. 
und schließlich eine für den Dat und Instr. 

Im PL war schon urspr. der Vok. gleich dem Nom., beim 
Neutr. ist wie im 8g. so auch im PL der Nom. Vok. und Akk. 
gleich, im PL wiederholt sich diese Gleichheit auch beim Fem., 
da hier der Akk. vielfach an die Stelle des Nom. Vok. trat (bei 
o- und i-Stämmen schon im ürsL). 

Die nominalen und pronominalen Stämme wiu*den schon 
urspr. verschieden dekliniert; daher haben wir A) eine nominale 
und B) eine pronominale Deklination. Die Dekl. des Pron. pers. 
bildet zum Teile einen Übergang von der nominalen zur pronom. 

Vondr&k, Vgl. sIst. Onmm. II. 1 



Dazu kommt im Slav. C) noch die zusammengesetzte DekL, die 
als eine Kombination beider erscheint. 

A) Die nominale Deklination. 

Sie umfaßt Substantiva, Adjektiva (dazu auch viele Nimieralia), 
Partizipia und hinsichtlich einiger Kasus auch das Fron. pers. 
Nach dem Stamme, der zu Grunde lag, haben wir 1) eine Dekl. 
der o-Stämme, 2) der o-St, 3) der i-St, 4) der «-St., 5) der ö- 
St und 6) der konsonantischen St Diese verschiedenen Stämme 
sind in der Stammbildungslehre zur Darstellung gekommen. 

Bildung der einzelnen Kasus. 

a) im Singular. 

Nominativ. I. Fürs Mask. und Fem. a) ohne besondere 
Endung: so insbesondere 1) die a- und |ö-Stämme, wie aksl. 
rqka ,Hand*, lit rankä, zetnlja ^Erde^ lit Urne; über das i in 
aksl. sqdii ,Richter^, femer dobrHH f. ,melior^, vezqSti, lit vezanÜ 
jVehensS vezhH u. dgl. vgl. I S. 402, 404 u. s. w., vgl. got fri- 
jöndi ,Freundin^ 

2) bei Stämmen auf -n, -r, -s erscheint urspr. beim Mask. 
und Neutr. der Stammauslaut gedehnt: aksl kamy ,Stein', gr. 
a%(i(avj lit. dkmü ,Stein^, lat homo, got tuggö ,Zunge' mit Abfall 
des n, wie auch im Slav. bei den r-St: mati ,Mutter^, lit. mote 
,WeibS ai. mätd, vgl. I S. 196 und 491. 

Bei den «-St ist im Nom. Sg. m. das -iös oder erst das daraus 
entstandene -iüs verkürzt worden, und zwar wohl unter dem Ein- 
flüsse des '08 (bez. -m) der o-St, mit denen die «-St starke Be- 
rührungen hatten; so im Kompar. aksl. dohrei (dobrij) ybesser*, 
mhnii »minor* (vgl. I S. 495, Anm. 2) und im Part, prät analog 
das -^ös: vezh (S. 496). Vgl. lat honös. 

ß) mit 'S: 1) die Stämme auf -o, wie aksl. vhk^, lit vilkas, 
gr.Xt'xo^, 2d,vfka8; 2) auf i, aksLnoitt, ]it naktis ,Nacht', 3) auf 
'U, aksl. 8lfm, lit 8ünüs, got 8unu8, ai. sünü^ ,Sohn*; 4) auf -ü, 
aksl. 8vekry, lat socrus, ai. «ro^rfi^., Schwiegermutter*; 5) konso- 
nant.St, aksl.re^y aus *ue2ont8, lit vezqs ,vehens* (vgl. I S. 493). 

n. Fürs Neutr. Nom. Akk. a) ohne besondere Endung: 
w-St wie aksl. im^ ,Name', got namö (I 490); n^-St. wie aksl. 
inlad^ »Junges* (S. 493); «-St wie 8lovo ,Wort*, gr. ideog, das o 
nach dem Fron, to aus *tod (I S. 81 u. 494); Kompar. mme 



^niisS ^gl- got hauhis ^^öher' = *haiihiaz, dobr^je ^besser^ 
(I 495). 

ß) -(hm: aksL igo ^och' (o nach to u. 8. w. vgl I S. 81)^ 
lat iugum, gr. ^vyovj aL yugdtn, 

Genitiv. Die Endung war -^«, das mit dem vok. Auslaut 
des St kontrahiert wurde: 

o-St hatten -& (aus d-^), das wohl zu -y ftthrte (vgLI S. 108), 
aksl. rt^y, lit. rafikos, mergds, got ^i&d«, gr. ^<a^, X^Q^Sy ^^tt. 
«id9, famüiäB. Als eine geschleifte Länge 2ak. noch erhalten: 
snmi (§tok. 2rAn^/ vgl. auch in den Kiev. BL fdicUy U 15; 
primodevy Vll, 4; die weichen St hatten -i: ar. und ab. dui^ 
▼gLI S. 53, wo auch über den südslav. Gten. dui^ gehandelt wird: 
das Nebeneinander von -y und -^ im Akk. Fl. der o- und io-St 
rief auch im PL der o-St, dann auch im 6. Sg. dasselbe hervor, 
während im AVslav. und R das Nebeneinander von -y und -e bei 
den o-St wieder im PL weiter wirkte und zwar eben auf den 
Akk. PI. der /o-St 

Die i- und u-St urspr. -öts, -oüa (vielleicht aus -oi-es, -oii-es): 
aksl.no^i; lit noÄr^^ got an^toi^; aksl. synu, lit sünaüs, got sunaus; 

O-St : aksl. svekr^the, aL ivairuv-^is; krzthe, vgL ai. bhruv-ds; 

konsonant. St: aksL kamen-e, lit akmefls, lat. homin-is, 
got gwnina; aksl. mcUer-e, lit moters, lat mcstr-is; mlad^Ue, 
shves-e, vgl. lat vehent-is, gener-is, ai. brhat-äs; 

bei den o-St hat formell der Abi. die Funktion des Gen. 
übernommen (sonst übernahm der G^n. syntaktisch die des Abi.) 
und zwar war die Endung -od (viell. aus -o-ed): aksL vltk-a, seUa, 
lit vHk'O, ai. vfk-äd, alat Gnaivöd, kret tw-de ^tnn&j got hwaßr-ö 
ywoher*. 

Dativ. Die Endung war -ai (vgl. x^f^'^h dofiev-ai), das 
mit dem stammauslautenden -o^ -a zu -ai, -äl kontrahiert wurde 
(vgL Brugmann, Kurz. vgL Gr. § 464): 

a-St aksLr^ifC^; ]it raükai (I, S.61), got gibai, gr.d-t^, X^V? 
lat equ€ie, osk. deivai; bei weichen Stämmen i: duH (I S. 58). 

Bei den o-St würden wir ein -€f erwarten, es ist hier aber 
ein -Uy worüber gleich im Nächsten bei den ii-St 

Bei den f-St entstand aus -ei-ai ein ei-ei, woraus durch 
Kontraktion *ko8UH und kast-i (I S. 385, Anm. 1) mit geschleifter 
Inton., die eventuell auch den a-St später entlehnt worden sein 
konnte (I S. 62); der Inf. auf -ti behielt noch die gestoßene; vgL 
aL matäy-S; 

1* 



bei den u-St -e^-ai, '0^^^i, das zu -ovi wurde (I S. 62): 
aksl. aynovif ai. sündv-B. 

Eb wäre nun denkbar, das damals als im Dat. aus *ko$Ui'ei ein 
*ko8tti aufzukommen begann, analogisch aas dem Dat. *«Mito|Mi{ (oder 
schon *9ünei^ai) neben dem Lok.Sg. *m<»^ auch ein Dat. *iünoii {süno^, 
bez. ein *8üneff) entstehen konnte; aas beiden Formen wäre ein aynu 
geworden. Durch die Lok. Sg. berührten sich die t- und u-Stämme, da hier 
Langdipbthonge vorkamen. So hfitten wir zwei Dat. «ynu und synovi. Die 
Endung des ersteren hätte bei den o-St. Eingang finden können (wie 
analog im Vok. Sg. bei den jo-St), wo sie dann ausschlieBlich wurde, 
während sich bei den u-St. die Form auf -ovi mehr behauptete. Es ist 
aber schwer zu sagen, ob diese Form hier je ausschließlich war. In den 
aksl. Denkm. kommen nach Scholwin (Afsl. Phil. II S. 512 und 541) 
42 Formen auf -u und nur 6 Formen auf -ovi vor. Auch im Ab. finden 
wir hier Formen auf -u z. B, jUi k domu (Jid. 141, Gebauer Slov. 290). 
Durch die geschleifte Int. unterschied sich das u des Dat. von jenem des 
Lok. der u- und dann auch der o^t. Bei den o-St. konnte die urspr. 
Dativform deshalb aufgegeben worden sein, weil sie mit dem Lok. Sg. 
zusammen gefallen war (ein i wäre es, bei io-St. ein i). Nun hatte man 
sonst überall einen vom Lok. verschiedenen Dat. (wenigstens auch akzen- 
tuell) und zwar selbst auch beim Fron, (nur das Fron. pers. ausgenommen). 
Das hätte diese Differenzierung auch fördern können. 

w-St. avekrbvi, krzvi, das i mit geschleifter Int., die auch 
unter dem Einflüsse des *-St. begreiflich wäre; ai. svasrüve, 
bhräv6, lat. socrul, 

Konsonant St.: kamen-i, mater-i, mlad^Ui, slovea-i u. s. w. 
(I 8. 62). 

Akkusativ m. und f. bei vok. St -m, bei kons, -i^t: o-St 
aksl. vhk^, lit vilkq, gr. Atxov, ai. v^fkam, aus *u{qfH)'fn (I S. 81); 

a-St aksl. rqkq und zwar ist es nach stok. rüku, r. rüku 
als rqk(f aufzufassen, wir erwarten aber rqkq (I S. 207, in lautl. 
Hinsicht S. 123 u. 124); ebenso lit rafikq, gr. d-eav^ xdqäv, lat. 
equam, ai. dsväm; 

i-St aksl. noMtf, lit näktf, gr. oq^iVy lat. turrim; 

u-St. aksl. sym, lit 8Ün^, got. aunu, gr. nfi%vvy lat tnanum, 
ai. sünüm; 

il-St aksL svekr^vt, krivh, also ein *iji, gr. aber 6g>QvVf lat 
socrum; 

konsonant St aksl. kammh, lit äkmenf'; aksl. maten, lit 
tnoterf (also -ayi); ebenso Part m. vezqitb, Ut v&tantf; vezbH; 
Kompar. rmnb^ ,minorem'. 

Vokativ erscheint in der Regel als reiner Stamm ohne 



Endung: o-St akshthöe, \it vilki, gc.kvyt£, ai. vfka, nrspr. *ulq^'e, 
was mit dem Imper. gr. 9)6^ u. s. w. verglichen werden kann; 
die i'o-St. haben -ju (u): akd. mqzu. Leskien erklärt es durch 
die Annahme von einstigen /u-Stämmen, deren Vokativform sich 
erbalten habe, weil sie eben nicht mit dem Nom. zusammenfiel 
(Abhandl. der kgl. sächs. Ges. d. Wiss. Bd. 28, S. 328, 1891), 
doch müssen wir frühzeitige Berührungen der 0- bez. ib-St. mit 
den U'St annehmen. 

a-St. aksl. rqko, hom. yvfxq)aj dicTtora ,Herr*, urspr. also ein 
a (I S. 83); 

f-St. aksl. noäti, lit nakte, ai. mdts, -i aus -ei; 

u-St. aksl. synu, lit ailnaü, ai. sünö, -u aus -eu; sonst tritt 
der Nom. für den Vok. ein. 

Lokativ weist den Stamm mit gedehntem Auslaut auf: 

i-St aksl. kosti aus kostei, daher eine Akzentverschiebung 
vgl. iiok. stvdri zu strär (I S. 197 und 27); si.affnä aus *agni{i) 
zu agni^ ^Feuer*; 

w-8t. aksl. syfiu aus *8ün^, daher wieder in best Fällen 
eine Akzentverschiebung (I, 98). 

domo ,zu Hause' wird häufig aus einem Lok. *domd{^) neben *dom^ 
erklärt (vgl. Zubaty, Afsl. Phil. 15 S. löl, Pogodin, Bus. fil. Vöstn. 
35 S. 137 und Listy fil. 25 S. 421). Lautlich und akzentuell wäre es 
zwar möglich. Wie uns nämlich Stok. doma und r. d6ma zeigt, mußte 
das a eine geschleifte Int. haben, sonst müßte eine Akzentverschiebung 
eintreten. Wenn nun bei 'einen Langdiphth. — in unserem Falle -5j« — 
der 2. Bestandteil (ein t, jj, r, «, m, n) verloren geht, so wird die frühere 
gest. Int. zu einer geschleiften, vgl. z. B. f^. Akk. Sg. ßtSv aus *g^m 
and dieses aus *gl^öt^i. Insofern würde es also stimmen. Eine solche 
Erklärung wäre aber doch bedenklich, denn wir würden nicht begreifen, 
wenn es schon zwei Parallelformen, näml. ein *domdff und domöa gab, 
warum in der einen das ff verloren ging und in der anderen nicht. Ich 
mochte daher doma lieber mit Brngmann (Kurze vgl. Gr. § 575) als 
einen Gen. der o-St. erklären (es gab mitunter in derselben Sprache einen 
t<-St. und O-St. von diesem Worte neben einander, vgl. im Lat.). Solche 
lokale Gen. sind z. B. nov ,woS vifH)v ,hoch oben', got. gaggida landi» 
u. 8. w. 

Konsonant. St erhalten noch ein postpositives -e; kamen-ßf 
sloves-e, ndad^-e; so auch bei den ö-St crbkbv-e, vgl. lit raflkoj-e 
4n manu'; gegen ai. uddn ^n aqua^ gr. Xdiiev. 

Die 0- und a-St hatten hier das Suff, i, welches bei den 
ersteren mit (e) einen Kurzdiphthong mit geschleifter Int, bei 
den letzteren mit ä einen gestoßenen Langdiphthong ergab: aksl. 



6 

vlbcif gr. oYnoi ,domi*, ^la&fxdi, ai. vfk^ (vgl. noch dor. Tei-de, lat 
bellt u. 8. w.); bei ib-St. ein i: mqzi (I S. 58); bei o-St: aksl. 
r<^; vgl. öak. rfldf, Stok. nici, Stok. glävi gegen den Dat 8tok. 
rüci, glävi (T 61); bei weichen Stämmen -t: duÄ* (I S. 58); got. 

Das i der t-8t ist auch vielfach zu den kons. St gedrungen: 
aksl. materi, st des erwarteten *matere. 

£me andere Lokalbildang liegt nicht vor; ar. domotb ,nach Hause* 
kann doch syntaktisch kein Lok. sein (wie Bulic meinte, in IF. V 
S. 392, aus *e|f-t vgl. gr. r^6i{ß')i\ yielmehr ist es ein Dat. des Zieles, 
urspr. domovif als Adv. erfuhr es schon im Urslav. eine Schwächung zu 
domocb; b. domü aus domöv, ebenso dolü ,hiniuiter' aus doiöv zu aksl. 
doh. 

Instrumental. Bei den o-St war hier urspr. -o (e) und 
Öm und bei den es-St -a und -dm, worin Brugmann satzphone- 
tische Doppelheiten sieht wie in -dn und -o des Nom. Sg. (Kurze 
vgl. Gr. § 470). 

o-St. Urspr. -Öm liegt vor in av. kqm ,wodurch* aus *käfn 
(lit väkü, gerü'-ju zu g^(i8 ist nicht sicher), im Slav. müßte es 
-y ergeben und so könnten Adv. wie maly, pravy {AalcSg Glag. 
Cloz. Ily 141), vtseliöbskg, rimtsky u. s. w., die als Instr. pl. auf- 
gefaßt werden, hierher gehören. Sonst -5 (und e) meist erstarrt: 
Adv. got galeikö, ahd. gilihho ,gleich<, got. hwS (hvS) ,womit^, lat 
quo ,wohin', sacrösandus, gr. tcD, rrj-de u. s. w. und vielleicht auch 
lit vükü. Spuren solcher Instr. könnten auch im Slav. in den 
StoflEadj. wie rozam u. s. w. (I S. 417) vorliegen. Sonst sind hier 
die urspr. Formen von der Endung -tnt urspr. -mi (s. weiter unten) 
verdiüngt worden imd zwar schon zu einer Zeit als das -o des -os 
im Nom. Sg. noch erhalten war, denn es war hier wohl vor allem 
das Verhältnis maßgebend: * sünüs : aünümt, darnach zu ^^ffcos 
ein *}ilkann, vhkomt. Im Westslav. und B. wurde einfach die 
ganze Endung -uml des u-St herübergenommen. 

a-St: urspr. -dm, aksl. rqkq neben rqkojq, doch ist letzteres 
häufiger und wird auch von den anderen slav. Sprachen voraus- 
gesetzt, so daß vielleicht schon im Urslav. rqkq von dem unter 
dem Einflüsse des Fron, wie tojq entstandenen rqkojq verdrängt 
wurde; dann wäre das im Aksl. einigemal vorkommende rqkq 
nicht mehr das urslav. rqkq, sondern erst durch Kontraktion aus 
rqkojq entstanden. Daß aber im Urslav. ein rqkq vorkam, ist 
sicher; vgl. lit rankh (I S. 123). Das q kam auch bei den fem. 



t-St auf: hosthjq, dagegen lit azirdi-ml; das ä kommt vor in gr. 
dor. %Qvq>a^ att Idd-gä, ved. dsvä u. s. w. 

Die tt-St, die im Slav. m. sind, und die m. i-St haben sowohl 
im Slav. als auch im Lit ein urspr. -mt; aksl. *8ymmb (bei den 
o-St belegt, sonst dafür nach den letzteren synomb), lit süntMnl; 
godwntf, im lit hier auch die Fem.: nakHtnl (aksl. dagegen 
noittjif). Aus dem G^rm. werden einige Reste zitiert (Brug- 
mann, 1. c. § 469, 2) wie ags. miolcum zu miolc ,Milch', ahd. 
zihoubüun ,zu Häupten^ 

Nach den t-St sind dann auch die konson. St behandelt 
worden und zwar materbjq nach kosttjq (vgl. auch crtkbvhjq), die 
Mask. undNeutr.: kamentmt, lit oArmentmi, hr^merwmh, slovestmh 
u. s. w. nach gosttfmt. 

Daß die Endung auch zu den o-St gedrungen ist, haben 
ynr schon erwähnt 

b) im Dual. 

Nom.-Akk. m. f.: o-St urspr. öjt und 6; im Slav. und lit 
liegt ö vor: aksl. vhha, lit viUcü {gerü'-ju), gr. Xt'xcu, d-euj diu); 

a-St hatten urspr. ein -ai: aksl. r<^; '^i.rank\{gert-ß), d^ve, 
ai. duv6 und dv6; weiche Stämme hatten -4: duH (I S. 58); 

i-St ein i: aksl. p(^i, noüi, lit naktl, ai. pdti; 

u-8t ein ü: aksl. syny, lit sänu, ai. sünü; die m. konson. 
St.: kameni, dtni nach j7(j^e. 

Nom. Akk. n. Stämme auf -o urspr. -oi: aksl. d^t?^ ia^ zu 
igo, Bi.yugi, dvi n. (neben duvi); ein neutr. t-St im Du. oöi ,die 
beiden Augen^ ai. akfrl zu dA:^* »Auge^ 

Bei konson. St. i; aksl. imeni, Ulm (selten), lat^f^tn^l^ ai. 
mänasi, aber auch slovesS nach dzvi, ize. 

Gen. Lok. Urspr. ou als Lok., wozu vielleicht, wie Brug- 
mann 1. c. § 476 Anm. meint, ein ou8 als Gen. mit dem -s des 
Gen. Sg. geschaffen wurde, welche Form im Ai. dann auch als 
Lok. gebraucht worden wäre. Im Slav. ein -u: bei den o-St 
aksl. vhku, ai. vfkay-ö^ nach dem Fron, täy-^, slav. toju (wo 
ein toi ftls St. vorliegt), dzvoju; 

O-St. r(^, ai. wieder dsvayöf nach tdyö$, aksl. toju, dzvoju; 

i' und 11-St aksl. jxfthju, ai. dvyöf; synovu, ai. sünvö^; 

konson. St aksl. AramenU; nUad^u, slovesu, ausünö^, mötrÖS 
u. s. w. 

Dat Instr. im Slav. •ma, das wohl auf ein -mä zurück- 



8 

geht (vgl. av. 6ya — uriran. *6yö); aksL vhkonia, dzvima, rqkama, 
noMtma, symma, vgl. lit. vilkam, dvim Dat., Instr. dv'm. 

c) im Plural. 

Nominativ m. f. urspr. -es. Bei den a-St liegt wohl ein 
urspr. Akk, wie bei den f. »-St vor: rc^kt/y lit dagegen Nom. 
rafücos, Akk. rankhs, Nom. tds, Akk. täs, täs (vgl. übrigens auch 
I S. 53); 

m. i-St Bksi.pqttje, trtje, got. ansteis, gr. oq)eigy Tgeig {tgieg), 
ai mdtayas, trdyas ,dreiS also -ei-es; im Slav. jedoch nur die 
Mask.; 

u-St aksl. synove, got sunjus, gr. ijdieg, ijäeig^ ai. sändvas, 
aus -e^-e^. 

Konson. St aksi.dbne, rimljane, z^de; PaitvezqHe, vezzäe; 
Kompar. mthtäe, dobrSüe, vgl. gr. riyLTOvag, Tuoifxiveg, q>iQOVT€g 
u. 8. w. 

Die Fem. im Aksl. ein i: materi, ^ie auch crtkbvi, d. h. es 
liegt hier ein Akk. vor, aber im Ab. scheinen noch Spuren eines 
älteren e (beim Paradigma crhky) vorzuliegen. 

Bei den o-St ist das -oi der pronominalen DekL eingedrungen 
und zwar zunächst wohl beim Adj.: aksl. vhci vgl ti, Ut. gere-ji, 
beim Subst lit tdkal, darbat, was also dem slav. % entspricht 
(vgl. I S. 60); im Gr. dagegen d-eol wie toi; lat lupl wie istt, 
got blindai wie ßai. 

Nom. Akk. n. bei den o-St. ein ä, das identisch ist mit dem 
ä des Nom. Sg. der a-St. und urspr. hier ein Kollektivum be- 
zeichnete (I 76): iga, ai. yugd, lat iuga. Das a wurde bei allen 
St verallgemeinert (so auch im Ital. und Germ.), nur von den 
i-St hat sich noch aksl. tri ,drei*, ved. trt erhalten. 

Genitiv. Die Endung war urspr. -on, das im Slav. zu y 
geführt hätte, was man meiden wollte, da schon andere Kasus 
des PI. diese Endung hatten oder auf dem Wege dazu waren. 
Durch eine allmähUche Quantitätsübertragung auf den Stamm- 
vokal erhielt man -an, das zu -z führte (I S. 124 imd 193 f.). 
So zunächst bei den o- und a-St., von hier aus dann auch bei 
den anderen. Bei den $- und u-St wurde der Stamm des Nom. 
PI. zu Grunde gelegt: *ponthjön, *8äneuön, dann *ponti>ß, *pontbi, 
pqtifi, pqtbj; anabg synovz, analog auch bei den konson. St 

Dativ aksl. -m» wohl aus 'tnos, lit -mus, -ms, preuß. -mas: 
bei den o-St. aksl. vlbkomz, lit vilkä-mus, vükdms; Pron. aksl. 




9 

tetm, lit te-ms; a-St. aksl. rqkatm, lit railko-ms; i-St nodthtm, 
htiMktlms; u-Stsymmz, \it sünürns; nach den t-St diekonson. 
St: kafnentrm, materttm, slovesbmz u. s. w. 

Akkusativ m. und f. die Endung war -ns: bei den o-St. 
aksl. vhky, mqz^ (I S. 125); bezuglich des westslav. und r. kraß 
vgl. oben beim Gen. Sg. der o-St; preuß. deitcans ,deos', kret. 
Xmovg; bei den i-St aksl. noüi, tri, lit avls, got anstins, kret 
TtoUvg (I S. 124); u-St. syny, lit dangüs, sünus, got «unun« aus 
*sünuns, kret rii/yg (I 126). Nach den i-St. ist wohl svekr^vi, 
kameni, dtni, mcUeri gebildet, wenn hier auch -m, das zunächst 
zu 't führte, vorhanden war, vgl. lit. zuvis ,Fische', szunls, äkmenis, 
mdteris. Bei den a-St entstand schon ursprachlich aus -ans ein 
-as, das zu y wurde und nach weichen Kons, zu i führte: aksl. 
rqky, westsl. ar. duie, im Südsl. duä^f worüber oben beim Gen. 
Sg. der a-St.; lat equäs, got. gibös, ai. dsväs (vgl I S. 53). 

Lokativ mit der Endung -su: bei den o-St -^z aus -oi-su 
aksl. vlbcechh, ai. vfkSsu, (gr. Xvy.oiai); das -oi rührt vom Pron. 
her: aksl. tirhz, ai. ti^ (gr. ToZat), wo der Nom. PI. zu Grunde 
gelegt wurde; bei den a-8t aksl. rqkcuAz, ai. daväsu; t-St aksl. 
fwätbchz, trtchz, sa.dhi'^, tri-fü; u-St symchz, 2l.8ünih§u; tl-St 
nach den o-St svekrbvackb, crtkbvackb; konson. St nach den 
i-St.: kamentchZf materbchz, mlad^tchz, slovesbchz. 

Im Ab. haben sich noch bei den n-St. ältere Formen erhalten wie 
Jauhca» (könnte auch Luhcäs sein, nb. Libcaneeh), Dolja» (Doljä$, nb. 
Dolanech). Vor der Entstehun}? der Nasale ist ö zu a geworden, oder 
•besser das s verhinderte die Entstehung eines Nasals (vgl. das -ons im 
Akk. PL der o-St.], bis n verloren ging und aus ö ein a wurde (oder ist 
•das n erst in 'onsi^ ausgefallen). Aus anderen Deklinationen drang hier 
mitunter auch ch ein: Vranaeh {Vranäch), Diese Formen kommen in 
alten Texten nur als Archaismen vor (vgl. Gebauer, Hist. ml. III, 1, 
>S. 77 — 78). Man nimmt hier eine Kürze -<m, -ach an, allein wenn wir die 
Länge in ryhäeh^ vozich auf den Ausfall des einstigen -& im Auslaute 
zurückführen, müssen wir auch hier eine Länge voraussetzen. 

Instrumental. Bei den o-St -ÖW; das eventuell imSlav. zu 
'08 und dann -y führen konnte (IS. 108): vhky, koni, lit nämlich 
auch vilkals, ai. vfkai^ (gr. Ivnoig mit Yerkürzimg des Langdiphth.). 

Damach auch die konson. 8- und ^St: slovesy, mlad^y 
(z. B. ab.), auch beim Mask. lakzty (neben nogfUtmi); bei den 
n-St. im Aksl.: dtny neben dimwni. In den Kiev. Bl. ist das y 
noch 3 mal als Länge bezeichnet: grechy HE 21; IV 4 unditelesy 
inb 18. 



10 

Eine zweite Endung ist hier -mi, lit 'mis, im Slav. die Länge 
wohl nach dem Instr. der o-St; so bei den a-St aksl. rqktp-mi, 
lit. rafücomis; bei den i-St noHwni, lit. naktimls; bei den u-St. 
symmi, lit. aünumls. Nach den i-St. dann auch bei einigen 
konson.: kamentmi, dtntmi (neben dtny), matertmL Die ii-St. 
nach den o-St.: svekrwamij cnkbvami. 

Vereinfachung der Deklinationstypen. In den ein- 
zelnen slay. Sprachen erfuhren diese so mannigfachen Deklina- 
tionstypen, wie wir sehen werden, eine Vereinfachung, wobei im 
Allgemeinen der jeweilige Haupttypus für jedes der drei Grenera 
attrahierend innerhalb der Genussphäre wirkte, so daß man es 
eigentlich fast zu drei Hauptdeklinationen gebracht hat. So sind 
die m. t-St in die Dekl. der o- (bez. ^-)St. übergegangen; falls 
sie als i-St verblieben, mußten sie ihr Genus ändern; so ist z. B. 
zv^ im B., meist auch im S.-kr. (zvljer) fem. geworden, ebenso 
poui (aksl. pqtt); so auch im Slov. pqt f. ,Weg^. Für das Fem. 
war der Haupttypus die a-Dekl. (neben der i-DekL) und so 
richteten sich darnach meist auch die fem. ü- und r-St. Für die 
Neutra war der Haupttypus die Dekl. der neutr. o-St, welche 
auf die neutralen n-, U und 5-St attrahierend wirkte. Aller- 
dings gibt es nebenbei noch starke Berührungen zwischen den 
Mask. und Neutr., so daß auch hier die Möglichkeit zu weiteren 
Beeinflussungen vorhanden war. 

Im folgenden wird zunächst die Deklination der Subst., dann 
der Adj. und Zahlwörter und schließlich des Pron. pers. behandelt. 

Deklinatioii der Substantiva. 
I) Die 0- und lo-Stämme. 

Hierher gehören alle Stämme, die I S. 393—478 behandelt 
werden. Hierher gerieten femer einige der kons. St S. 491 — 497; 
desgleichen viele der durch Redupi. und Komposition gebildeten 
Stämme (S. 497—504). Dem Genus nach sind es | entweder 
Mask. oder Neutr.; für letztere muß ein eigenes Paradigma auf- 
gestellt werden. Bis auf den Instr. Sg. und den Akk. PI. der 
ib-St, wo sich das Westslav. und Ar. fiühzeitig trennte, kann 
das aksL Paradigma auch als urslav. gelten. 

a) Maskulina. 

Für die o-St bogfb ,6ott*, für die io-St hrai ,Rand', vraöb 
,Arzt*, ottcb ,Vater*. 



11 



Du. N.A. 



PI. 



a) o-Stämme 
Sg. N. bog^ 
G. boga 
D. bogu 
A. bog^ 
V. boze 

L. boze (bodzS) 
I. bogomt (westsl. u. 

ar. 'Zmt) 
V. boga 
L. bogu 
D.I. bogoma 
N.V. 6o«i (6o<i^i) 
G. 60^ 
D. bogotm 

A. %y 



/9) ib-Stämme 
Ärrai (später kraj), pradb, othcb 
kraja, vrada, otbca 
kraju, vradu, ottcu 
krai (kraj), vradb, ottct 
kraju f praöu, ottde 
krajif vradi, ottci 
krajemt, vraöemt, ottcemh (westsl. 

u. ar. 'bmh) 
kraja^ vraSa, ottca 
kraju, nradu, ottcu 
krajema, vraöema, otbcetna 
kraji, vraöi, ottei 
krai (kraj), rradt, otbcb 
krajerm, vra^emh, o^6C«n» (westsl. 

analogisch wieder -otm) 
kraj^, vrad^ othc^ (westsl. u. ar. 

kraji, vradi, othci) 
krajidiz, vraöichz, otbcichz 
kraji, tradi^ othci. 

so weit es sieb 



L. bozechz (bodzich^) 
I. bog;/ 

Die einzelnen Kasus wurden oben erklärt, 
um ibren Ursprung bandelt. 

Weitere Bemerkungen (biebei werden, wo es notwendig 
ist, aucb die neutralen St berücksicbtigt). 

Gen. Sg. der Einfluß der u-St macbt sieb bier frübzeitig 
bemerkbar. Scbon in den aksl. Denkm. finden wir z. B. rodu 
st. roda, so einige Belege im Supr. (vgl. A&l. Pbil. 2 S. 495); 
und das zeigt sieb dann in allen slav. Spr. Im As. bemerkt 
man ein Schwanken, vgl. godu Ende des 14. Jhd. (Daniöiö, Ist 
obl. S. 14); jetzt haben luer aucb die u-St ein a. Im Sloven. 
scbon in den älteren Denkm. bei einsilbigen Worten u neben a 
(das u wird jetzt betont) und zwar haben diese Worte urspr. aucb 
die fallende Int. angenommen (vgl. I S. 210). 

Bei der Verteilung des -u und -a haben sich dann aucb 
gewisse Normen entwickelt Im Westslav. (P. B. und Sorb. vgl. 
Mucke S. 306 £), dann aber aucb im Klruss. kommt -u in der 
Regel bei den Lebloses bezeichnenden Subst. vor. Im B. sind 
es in den älteren Denkm. meist einsilbige Worte (wie es ja aucb 
die «-St waren, vgl. Verf. listy fil. 12, S. 257—261 und Ge- 
bauer, Hist wl. in, 1, S. 30 — 36). Aucb die Tiemamen haben 



10 

Eine zweite Endung ist hier -mi, lit -mis, im Slav. die Länge 
wohl nach dem Instr. der o-St; so bei den a-St aksl. rqka-mi, 
Ut. rafikomis; bei den i-St nosttmi, lit. naktimis; bei den t^-St. 
syn^mi, lit. sünumls. Nach den i-St. dann auch bei einigen 
konson.: kamentmi, dtntmi (neben dtmy), matertmi. Die t^-St. 
nach den o-St.: svekrwami, cnkhvamu 

Vereinfachung der Deklinationstypen. In den ein- 
zelnen slay. Sprachen erfuhren diese so mannigfachen Deklina- 
tionstypen, wie wir sehen werden, eine Vereinfachung, wobei im 
Allgemeinen der jeweilige Haupttypus für jedes der drei Genera 
attrahierend innerhalb der Genussphäre wirkte, so daß man es 
eigentlich fast zu drei Hauptdeklinationen gebracht hat. So sind 
die m. i-St in die Dekl. der o- (bez. ^-)St. übergegangen; falls 
sie als i-St verblieben, mußten sie ihr Genus ändern; so ist z. B. 
zver im B., meist auch im S.-kr. (zvljer) fem. geworden, ebenso 
poui (aksl. pqth); so auch im Slov. pqt f. ,Weg^. Für das Fem. 
war der Haupttypus die a-Dekl. (neben der i-Dekl.) und so 
richteten sich darnach meist auch die fem. ü- und r-St. Für die 
Neutra war der Haupttypus die Dekl. der neutr. o-St, welche 
auf die neutralen n-, U und «-St attrahierend wirkte. Aller- 
dings gibt es nebenbei noch starke Berührungen zwischen den 
Mask. und Neutr., so daß auch hier die Möglichkeit zu weiteren 
Beeinflussungen vorhanden war. 

Im folgenden wird zunächst die Deklination der Subst., dann 
der Adj. und Zahlwörter und schließUch des Fron. pers. behandelt. 

Deklinatioii der Sabstantiva. 
I) Die 0- und ib-Stämme. 

Hierher gehören alle Stämme, die I S. 393—478 behandelt 
werden. Hierher gerieten femer einige der kons. St S. 491 — 497 ; 
desgleichen viele der durch Redupi. und Komposition gebildeten 
Stämme (S. 497 — 504), Dem Genus nach sind es| entweder 
Mask. oder Neutr.; für letztere muß ein eigenes Paradigma auf- 
gestellt werden. Bis auf den Instr. Sg. und den Akk. PI. der 
io-St, wo sich das Westslav. und Ar. frühzeitig trennte, kann 
das aksL Paradigma auch als urslav. gelten. 

a) Maskulina. 
Für die o-St hog^b ,6ott*, für die jfo-St krai ,Rand*, vradb 
,Arzt*, ottcb ,Vater'. 



■> 



11 



a) o-Stämme 
Sg. N. bogz 
G. boga 
D. bogu 
A. bog^ 
V. boze 

L. boz^ (bodzi) 
I. bogomt (westsl. u. 
ar. 'Zmb) 
Du. N.A.V. boga 
G.L. bogu 
D.I. bogoma 
PI. N.V. 6o«i (6o(i^l) 
G. bogTi 
D. bogotm 

A. ftojfy 



/9) ib-Stämme 
Ära» (später Arq/), vradt, ottcb 
kraja, vrada, otbca 
kraju, vradu, ottcu 
krai (kraj), vradb, ottct 
kraju, vradu, othöe 
kraji, vradi, otbci 
krajemh, vrademt, ottcemt (westsl. 

u. ar. 'tmt) 
kraja^ vrada, ottca 
kraju, vradu, ottcu 
krajema, vradema, otbcema 
kraji, vradi, ottei 
krai (kraj), vradb, ottcb 
krajemh, vraderm, o^wrem« (westsl. 

analogisch wi^er -orm) 
kraj^, vrad^ othc^ (westsl. u. ar. 

kraje, vraäi, othci) 
krajidiz, vradichz, ottcuA^ 
kraji, vradi, otbci. 

so weit es sieb 



L. bozechz {bodzdch^) 
I. bogy 

Die einzelnen Kasus wurden oben erklärt, 
um ihren Ursprung handelt. 

Weitere Bemerkungen (hiebei werden, wo es notwendig 
ist, auch die neutralen St. berücksichtigt). 

Gen. Sg. der Einfluß der u-St macht sich hier frühzeitig 
bemerkbar. Schon in den aksl. Denkm. finden wir z. B. rodu 
st. roda, so einige Belege im Supr. (vgl. A&l. Phil. 2 S. 495); 
und das zeigt sich dann in allen slav. Spr. Im As. bemerkt 
man ein Schwanken, vgl. godu Ende des 14. Jhd. (Dani£iö, Ist 
obl. S. 14); jetzt haben hier auch die u-St ein a. Im Sloven. 
schon in den älteren Denkm. bei einsilbigen Worten u neben a 
(das u wird jetzt betont) und zwar haben diese Worte urspr. auch 
die fallende Int. angenommen (vgl. I S. 210). 

Bei der Verteilung des -u und -a haben sich dann auch 
gewisse Normen entwickelt Im Westslav. (P. B. und Sorb. vgl. 
Mucke S. 306 f.), dann aber auch im Klruss. kommt -u in der 
Kegel bei den Lebloses bezeichnenden Subst. vor. Im B. sind 
es in den älteren Denkm. meist einsilbige Worte (wie es ja auch 
die «-St waren, vgl. Verf. listy fil. 12, S. 257—261 und Ge- 
bauer, Hist ml. m, 1, S. 30 — 36). Auch die Tiemamen haben 



i^ 



12 

im Ab. u: hadu (selbst auch duchu, bem), so daß eigentlich nur 
die persönlichen Worte als eigene Kategorie aufgefaßt wurden, 
wie übrigens auch einige andere Kasus zeigen (so z.B. Akk. Sg.); 
erst später entwickelte sich die Kategorie der Belebten überhaupt 
(jetzt: hada, ducha, besä u. s. w.). Im Poln. kommt das u schon 
in den ältesten Denkm. auch bei zwei- und mehrsilbigen Subst. 
vor (Kaiina Hist jgz. p. S. 40, 45; Afsl. Phil. 6, S. 2.). Jetzt 
kommt 'U in gewissen Kategorien der Unbelebten vor (Krynski, 
Gram. 3 S. 54). Auch im Großr. kommt -u miti;inter bei unbe- 
lebten Gegenständen vor, wobei der Akz. auf der Stammsilbe 
bleiben muß, weil das betonte u den Lokal charakterisiert. Als 
Normen gelten: Formen auf -u kommen als Gen. der Quantität 
nach Wörtern, die ein Maß bezeichnen: ptsdz vösku ,ein Pud 
Wachs', aber zdpackh vöska ,der Duft des W.'; gorsth snegu ,eine 
Handvoll Schnee^ kusökh s^ru ,Stück KäseS siakdm ödju ,ein 
Glas Thee^ Auch bei Verben, wenn an eine Änderung der 
Quantität oder Intensität gedacht werden kann: priddtb dücku 
,Mut einflößen*, nadelctth äümu ,Aufsehen erregen*, pribdvitt ädgu 
,Schritt zugeben, schneller gehen*. Außerdem adverbiell: bezz 
spöru ,unstreitig*, so strdchu ,vor Schrecken*, 8h tylu ,von hinten* 
u. s. w. (vgl. R. Abicht, Die Hauptschwierigk. d. r. Spr. S. 43 
§ 161). Man merke: mnogo snegu, dagegen beUe snega ,weißer 
als Schnee*; weiter dölga ,officii* und dölgu ,debiti* und anderes, 
jedoch nicht allgemein. In der Volksspr. ist der Gen. auf -u 
mehr beliebt 

Im Dat Sg. schon im Aksl. -ovi nach den u-St. Insbe- 
sondere bei persönl.: bogovi, rabavi, mqzevi u. s. w., aber auch 
mirovi. In maked. Dial. ebenfalls noch -ovi (Lavrov, Obz. S. 133). 
So auch in den anderen slav. Spr. 

An die Stelle des Akk. Sg. ist schon in den aksl. Denkm. 
nicht selten der Gen. Sg. getreten und zwar insbesondere bei 
Personennamen und Personifikationen: i irodh bo imh ioanna ,6 
yocQ ^HQüiötjg 'AQatijaag zdv ^£(adwriv (Zöge. Mat. 14, 3); auch 
bei Präp. mit dem Akk.: vzzbri na petra (Zogr Luc. 22, 61). 
Diese Erscheinung, die allerdings bei den o-St. am meisten an 
Umfang gewonnen hat, macht sich sonst auch geltend; so taucht 
z. B. auch der Gen. Sg. matere als Akk. auf, der Gen. PI. jichh 
für j^ u. s. w. Sie ist hauptsächlich auf die syntaktische Be- 
rührung des Gen. mit den Akk. im Slav. zurückzuführen und 
daher in der Syntax zu behandeln. Bei unseren Stämmen kommt 



13 

dieser Akk. bei Bezeichnungen für Menschen und Tiere im Serb. 
R. Poln. und B. vor; echte Akk. wie v Strachkoas vstüpi sind 
schon im Ab. selten, dagegen bilden sie bei Tiemamen hier noch 
die Regel (vgl. Gebauer 1. c. S. 26f.). 

Auch im Lok. Sg. finden wir schon im AksL das u der 
u-St.: dqbu. Im S.-kr. dominiert das u mit dem Ende des 
XV. Jhd. und zwar sowohl bei den o- als auch bei den jfo-St 
und bei diesen vielleicht auch früher (dasselbe gilt von den neutr. 
o-St vgl. Dani£ic, Ist. obL S. 50). Jetzt ist hier das u allge- 
mein. Analog im Slov. Schon in den ältesten Denkm. haben 
hier die ib-St (insbes. die -bib-St, die zum großen Teile Subst. 
verb. sind) mit nur sehr geringen Ausnahmen ein u, so daß nach 
.Oblak auch im Slov. das u zunächst bei den weichen St einge- 
drungen ist (Zur Gesc^. der nom. Dekl. i. Slov. S. 37). 

In den aruss. Denkm. kommt auch u vor und zwar wie 
Sobolevskij meint (Lekc 3. Aufl. S. 169) hauptsächlich dann, 
wenn es einsilbige, bez. bei Neutris zweisilbige Worte sind, die 
nebstbei noch Unbelebtes bezeichnen (schon im XII. Jhd.). Formen 
wie gnoju sind aber selten. In den heutigen r. DiaL ist das u 
auch sehr stark verbreitet, insbesondere wieder bei Monosyllabis, 
im AUgemeinen behaupten sich aber beide Formen neben ein- 
ander. In der Schriftspr. ist e regelrecht und wo u auftaucht, 
ist es betont: v^ dde gegen v^ adü ^n der Hölle^ vh rajü ,im 
Paradies', na snegü ,auf dem Schnee* vgl. I S. 19 und Abicht 
1. c. S. 44—45. Im Klr. ist insbes. bei den auf Gutturale aus- 
gehenden Subst. das u häufig. Es werden aber für die Gegen- 
wart keine best Regeln aufgestellt, Smal-Stockij, AfsL Phil. 
8, S. 233. 

Das P. weist schon in den ältesten Denkm. das u auf (Ea- 
lina, 1. c. S. 59—62, 123—124) und zwar auch bei den i'o-St.; 
bei letzteren bildet es, sowie bei jenen auf Gutturale ausgehenden 
jetzt die Regel. 

Auch im Sorb. bestehen beide Endungen neben einander 
(Mucke, S. 134), bei io-St ist nur u (S. 315). 

Im Ab. finden wir auch schon die Endung -u und zwar 
selbst auch bei den |0-St., ja bei diesen ist sie zahlreicher, da 
aber seit dem Anfang des XIV. Jhd. das u nach weichen Eons, 
zu i zu werden beginnt, so gingen auch die Lokale auf u der 
io-St in solche auf -i über. Das Aufkommen des -u wurde hier 
auch dadurch gefördert, daß die Präp. po urspr. den Dat. und 



14 

Lok. bei sich hatte (po avetu war z. B. ein Dat); später wurde 
der Dat in solchen Fällen als Lok. aufgefaßt (vgl. YerL Afsl. 
Phil. 9, S. 694 f.). Jetzt wird das u meist nach Gutt gebraucht, 
weil hier kein Lautwandel einzutreten braucht, was jedenfalls das 
u auch erwttnscht machte. 

Instr. Sg. Während das Südslav. eine Form auf -omb 
voraussetzt, müssen wir für das Westslav. und Buss. von einem 
'^^mh, das den u-St zukam, ausgehen. Wie das -^mh noch in der 
bist Zeit um sich greift, bemerken wir in den aksL Denkm. z. B. 
glaszmh im Zogr. Marc. 1, 26; Luc. 23, 46; sbmmt Luc. 9, 32; 
GthCbtnh, nozbmh. In Fremd w. auch: moseomt», oleomh u. s. w. (wo 
wir nur -ejemh erwarten möchten). 

Im S.-kr. bemerken wir schon im XIV. Jhd. bei den ib-St. 
om, ja Formen wie caramh kommen schon im XIU. Jhd. vor. 
Im XV. Jhd. werden sie zahlreich und zwar scheinen sie dem 
£ak. DiaL eigen gewesen zu sein (Oblak, I. c. S. 70), wenn auch 
heutzutage hier meist Formen wie kraljen, ocen, kolaöen u. s. w. 
vorkommen. Es sind aber doch auch heutzutage Mundarten mit 
^-on vorhanden: konjon, konjun neben konjen. Sonst haben mr 
im allgem. 'Om und -em bei den o-, bez. ib-St. wie auch in der 
Schriftsprache. 

Im Slov. bildet heutzutage die Endung Htm die Begol und die 
Überreste mit -om beschränken sich nur auf einige wenige Dial. (z. B. 
ostl. DiaL Steiermarks). Dieses -om wurde nebstbei noch auch zu 'um, 
das wir bei einigen Schriftstellern des XYI.-— XVII. Jhd. finden. Das 
am ist nun eine Neubildung und zwar hängt es, wie Oblak meint (1. c. 
8. 57), mit der Entwickelung der Dativendung am aus om zusammen. 
Nachdem im Dat. PL unter Anlehnung an das a des N. PL der Neutra 
ein am aufgekommen und teilweise schon stark um sich gegriffen hätte, 
hätte auch der gleichlautende Instr. Sg. dieser Neuerung nicht lange 
widerstehen können und so beginne in diesem Kasus das am aufzutreten. 
Deshalb waren auch die Dat. PL auf -am als die Mnsterformen schon 
um 150 Jahre früher nachweisbar — allerdings nur bei Neutris — als 
die Instr. auf am. In den Drucken des XVI. Jhd. sind die Formen auf 
-^m ungemein selten. Erst zu Anfang des XVIII. Jhd. war das am in 
den betreffenden Dialekten ganz durchgedrungen. 

Bevor das am aufkam, drang auch das om zu den |o-St. Im 
XVI. Jhd., wo am noch sehr selten ist, bemerken wir Formen wie mecom, 
placom, koneom, dagegen behauptete sich bei den Subst. auf -je^ aksl. 
-»;>, im XVI. Jhd. fast durchwegs das -«m. Erst seit Anfang des XVII. Jhd. 
ist bei diesen St. kein Unterschied zu bemerken und es wird auch bei 
ihnen das om häufig; dameben allerdings auch schon das oben be- 
sprochene -am, so daß es drei Arten von Instr. bei demselben Worte 



15 

geben kann: »lüienjam, slulUnjom^ shAenjem. Jetzt zeigt sich bei den 
jl'o-St. nur in sehr wenigen Dialekten das -em. Die Schriftsprache hat 
allerdings diesen Unterschied fixiert: robom, volkotn auch «a/bm (zu seit/), 
aber moiem und poljem. 

Für das Russ. müssen wir ein -znib bez. -Mit» mit Rücksicht 
auf die ältesten Denkm. ansetzen; so finden wir z. B. im Ostr. 
Ev. zumeist -«m», -tinh und nur selten -omh, etwas häufiger -emh 
(vgl. Kozlovskij, Izsled. o jaz. ostr. ev. S. 117 — 118). Schon 
im Xn. Jhd. auch -omh, dann aber meist -omz, wo das -z keine 
lautliche Geltung hat (vielleicht unter dem Einfluß des Dat. PL). 
Bei den jfo-St analog ein emh (erm). Da im R nach Palatalen 
seit dem XU. Jhd. e zu o wird (I S. 40), so ist auch hier aus 
erm ein -otm entstanden, wozu auch noch die Analogie der harten 
Stämme führte. In den klr. Dialekten, in denen das e hart ge- 
worden ist, kommt bei den ib-St -etn und nicht -om vor (Ogo- 
novskij, Stud. S. 122). 

Im Poln. mußte bei o- und ib-St ein em bleiben: panetn, 
dtcorem, meiern, kontern, krajem. 

Im Sorb. ging nach Palatalen ^ in o über (I S. 45), so daß 
wir jetzt hier bei o- und /o-St ein -om haben: dubom, kötijom, 
knezom; das -om der o-St setzt ein em voraus, da dies auch 
konstatiert wird (Mucke § 165). 

Auch im Böhm, haben wir em, da aber das Slovak. in 
manchen Dial. o für « hat, so gab es hier auch Instr. auf -om 
(aus -zmi) imd dieses drang auch bei den weichen Stämmen durch: 
muzom, me6om (Pastrnek S. 62, Hattala 183); auch beim 
Neutr. pd'om (ib. S. 189). 

Formen des Duals. In serb. Denkm. im N. A. noch a: 
dva svidoka; auch beim Pron.: ona, onaj, ja; Gen. Lok. apostolu 
(Daniöiö S. 226); Dat. Instr. hratoma. 

Im Slov. im Nom. Akk. noch jetzt a; daneben aber früh- 
zeitig bei einsilbigen Worten -ova (hier einigemal auch -u zunächst 
im Gen. Lok., dann auch in den Nom. Akk., und i von den 
ti-St.). Im Gen. Lok. ist -u im XVI. und XVII. Jhd. nicht 
selten, dann wurde aber hier der Du. vom PI. ganz verdrängt 
Im Da. Instr. st. -oma schon im XVI. Jhd. -ama und zwar 
auch beim Neutr., daraus auch -ma. 

Im Russ. bis inklus. XIV. Jhd. die alten Endungen: N. Akk. 
-a und zwar selbst auch syna; vgl. auch vidi stojusöa muöeniku 



16 

Borisa i Gleba (Sobolevskij, S. 202), dann zeigen sich starke 
Störungen, bis der Du. verloren geht. 

Im Apoln. regeh*echt -v i^ ^* Akk.: dwa harany, dwa 
skopy (Kaiina S. 110), später taucht auch -a auf (von dwa beein- 
flußt) dwa szczyta (S. 108), bei ib-St. regelrecht -a: moza dwa 
u. s. w. (ib.); Gen. Lok. dwu panu, Dat. Instr. dwiema zakonoma 
u. s. w. (S. 112). 

Im Sorb. ist der Du. noch erhalten und zwar N. Akk. os. 
dubajy nozej, konjej; ns. duba, noza, könja; Dat. Instr. Lok. os. 
dubomaj, nozomaj, ns. dvboma, nozoma; Gen. os. älter dubowu, 
jetzt dubow (PL), ns. dubowu. Das im Os. im Laufe des XVII. 
und XVin. Jhd. auftauchende j im Auslaut scheint vom Adj. 
herzurühren (Mucke § 171). 

Im Ab. bei den o-St auch -y nach den w-St (also wie im 
Instr. Sg. das '^mh): chlapy, später auch -a unter dem Einflüsse 
von dva; die /o-St. dagegen seit jeher -a, das dann zu -^ um- 
lauten mußte; Gen. Lok. chlapü, meöü, dann meö{; Dat Instr. 
chlapoma und auch meöoma daneben dial. meö^ma (I S. 87). 

Nominativ PI. Hier kommt schon in den aksl. Denkm. 
neben -i auch -ove, bez. -eve (von den w-St.) vor: duchove, popove, 
zmijeve, ztujeve u. s. w.; dameben auch synovi (17 mal im Psalt. 
sin. und 7 mal synove); volovi ib. 49, 10. Es kann eine Konta- 
minationsform aus 'Ove und -t sein, oder ging e lautlich in i über. 
In mittelbg. Denkm. boguve, jetzt auch noch slogove, popove 
(Lavrov, Obz. S. 166 — 167), dann auch synovi (ib. S. 166), bogovi 
(Afsl. Phil. X, S. 126), insbesondere bei Monosyllabis (Lavrov 
S. 146f.). 

Bei den /o-St taucht vereinzelt auch 4je, hje (von den t-Si) 
auf: strazije Supr. 101, 29; 137, 18. Diese Endimg ist in späteren 
Denkm. häufig, so z. B. in den Schriften des Klemens (vgl. Verf. 
Studie z ob. cksl. pis. S. 133, 154) wie muzie, kozarie, pastyrije, 
roditelije; so überhaupt in mittelbg. Denkm. mqzie, sveditelije 
(Afsl. Phil. X, S. 126), muzie (Lavrov, Obz. S. 150 und 166); 
jetzt konbe (ib. 167). 

Schon in den aksl. Denkm. tritt schließUch der Akk. PI. 
vereinzelt an die Stelle des Nom.: braky byS^ Assem. Jo. 2, 1. 

Alles das finden wir dann auch in den anderen slav. Spr. 
So zunächst die Endung -ove, doch waren hiebei verschiedene 
Bedingungen maßgebend. Im S.-kr. und Slov. kam sie insbes. 
bei Monosyllabis auf (übrigens auch im Aksl.) und zwar findet 



17 

man -ove schon in den ältesten 8.-kr. Denkm., die nicht auf aksl. 
Vorlagen beruhen (Urininden). Man kann sie bis Ende des 
XVI. Jhd. verfolgen (Daniöic, Istor. S. 58—59). Im XIV. Jhd. 
taucht vereinzelt -ori auf (aus -ove und -i), von dem im Laufe 
XVI. Jhd. -ove sehr stark verdrängt wird (ib. S. 59—60). 

In slov. Dial. ist -ove, das auf Monosyllaba beschränkt 
war, schon in der Mitte des XVI. Jhd. mit Ausnahme des Kajdial. 
sehr selten. Es wurde frühzeitig von -ovi verdrängt, da ave auch 
als Akk. PI. fungierte und e im Slov. im PI. überhaupt als Akk. 
allgemein gefühlt wurde (Oblak, Zur Gesch. S. 77). Jetzt 
kommt -ave nur in den südwestl. Dial. vor. Dagegen sind Formen 
mit 'Ovi bei einsilb. Worten in den meisten Dial. vorhanden. In 
der Mitte des XVL Jhd. sind sie schon so verbreitet wie jetzt 
(S. 81). Aus -ove und ije, je entstand -ovie, besonders in der 
PrekmurSöina heimisch. 

Zu den Formen auf -ovi ist hier noch zu bemerken, daß wir 
einige Belege auch im Apoln. finden: sedawi Psalt. Flor. 78a; 
synoici Bbl. Szar. 56a; 59a u. s. w. (Kaiina, Eist. S. 73); vgl 
auch ru&s. tatarevy (Eolos. Obz. S. 212). 

Formen mit -ave sind in den großruss. Dial. verhältnismäßig 
sehr selten, aber man findet sie doch schon im X^. Jhd.: tatch 
rove, d^zdeve u. and. (Sobolevskij, Lekc S. 179); auch die 
Nom. auf -ovhja, -ova setzen ein -ave voraus. Dagegen treffen wir 
sie häufiger im Klruss., insbesondere in den Gebirgsdial. (Afsl. 
Phil. 8, S. 235) und zwar selbst auch bei den o-St z. B. hroma- 
dove (Ogonovskij, Stud. S. 125). 

Überaus zahlreich sind Formen mit -ove im Poln. und zwar 
schon in den ältesten Denkm. (Kaiina, S. 71—72; 76—77). 

Auch im Sorb. ist -ore zahlreich vertreten (Mucke, S. 318). 

Im Böhm, haben wir -ovi d. h. unter dem Elinflusse des i 
der männlichen i-St (vgl. hosU) ist auch das e von -ove gedehnt 
worden. Die Länge ist schon zu Anfang des XIV. Jhd. belegt 
Neben dem Poln. ist das -ovi auch hier am stärksten vertreten 
und kommt im Ab. bei Worten, die Belebtes und Unbelebtes 
bezeichnen, vor. Später wurde es etwas eingeschränkt, indem 
man es jetzt seltener bei Unbelebten und bei Tiemamen gebraucht 
(Gebauer, lU, 1, S. 48—49). Aus dem -ovi entstand unter dem 
Einfluß des -ie der t-St auch ein avie; femer ovja (im Slovak.) 
unter dem Einfluß der Eollektiva wie bratia (S. 49). 

Die Endung -ije, die wir in Aksl. und Bg. überhaupt ge- 

Vondr&k, Vgl. iUt. Onunm. II. 2 



18 

funden haben, kommt auch in S.-kr. vor. In den älteren Denkm.: 
carije, kovadije, zlatarije, muzie, krcUije, häufig auch bei -telt: 
muöUelije, prijatelije (Daniöiö S. 60f.). Es taucht auch noch t 
auf: tnuztje neprijatdtje und schließUch fällt es aus: roditelje. 
Es handelt sich hier meist um ib-St, welche Personen bezeichen; 
seltener finden wir ije bei anderen Worten. 

Diese Endung ist auch schon in den ältesten sloven. Denkm. 
stark verbreitet und es gibt heutzutage fast keinen slov. Dial., wo 
sie nicht im Gebrauch wäre (Oblak 1. c. S. 72). Es ist wahr- 
scheinlich, daß sie auch hier zunächst bei den |o-St auftrat 

Ebenso finden wir sie in den ältesten poln. Denkm. (Ka- 
iina S. 77), weiter im Böhm. Im Ab. haben wir z. B. biskupie, 
vlcie, das zu vlcS und vld führte (I S. 75). (irvie ist natürlich 
ein alter i-St. Wie Geh au er (S. 50 — 51) zeigt, handelt es sich 
um Belebtes: lotrie, andeU (aus 4ie), hadie u. s. w. Jetzt noch 
andilS, manzeU ,EheleuteS also bei l, dann bei d: zidi, sousedf 
(und n; pohani . . .); sonst kommt die Endung nicht mehr vor. 

Vor dem i, das als die gewöhnlichste Pluralendung hier ge- 
blieben ist, mußten die Gutturale erweicht werden. Später macht 
sich aber auch der Einfluß desAkk. geltend. Im S.-kr. kommen 
Nom. wie dhzniki erst im XVI. Jhd. sporadisch vor. Die alten 
Formen behaupten sich hier noch in den östl. Dial. Das öaka- 
vische hat dagegen unveränderte Gutt. : cehi, potoki, koraki u. s. w. 
(aber noch im XV. Jhd. waren hier die alten Formen). 

Die protestantischen sloven. Schriftsteller des XVI. Jhd. 
haben mit einziger Ausnahme des Krelj (kroat. Einfluß) -ki, -gi, 
'hi, aber früher war dies nicht der Fall (vgl. dloveci der Freis. 
Denkm. II 31); auch der Kajdial. des XVI. Jhd. hat regelrecht 
-c* nicht 'ki (Oblak, S. 89). Jetzt in der Schriftspr. otroci, selten 
otroki; Vlahi und Vlasi (Öuman, Slovn. S. 91 Nr. 13). 

Sonst auch kann man vielfach den Akk. an Stelle des Nom. 
antreffen. 

Im Großruss. wird nicht mehr erweicht: cudaki, sHoki, im 
Klruss. wird dagegen erweicht 

Das Poln. hat die Erweichung auch noch erhalten. Auch 
das Sorb. bewahrt die alten Formen. Schon im Aböhm. tauchen 
Akkusative auf -y für den Nom. auf, allerdings selten und fast 
nur bei Unbelebten: svdtky, dohri nravy ,gute Sitten*, sonst sel- 
tener, so Cechy ,die Böhmen*, dann das Land ,Böhmen*, Cesi, jetzt 
Ce»i, erst später (Gebauer S. 47). 



19 

Im Genitiv PI. bemerken wir den Einfluß der u- und t-8t. 
n#ch mehr als im Nom. PL Von den alten Formen haben sich 
in einzelnen Sprachen nur geringe Überreste erhalten. Man 
meinte, der alte Gen. wäre deshalb aufgegeben worden, weil er 
mit dem Nom. Sg. zusammenfiel, allein das ist nicht richtig. 
Diese Formen waren akzentuell geschieden (vgl. oben S. 8) und 
dann könnten Verwechslungen zwischen dem Nom. Sg. und Gen. 
FL in zusammenhängender Bede kaum stattfinden. Es war viel- 
mehr ein allgemeiner Zug der slav. Sprachen, womöglich charak- 
teristische, ausgeprägte Kasussuffixe zur Geltung zu bringen, und 
so mußte auch der Gen. PL alteriert werden. Alte Genitiv- 
formen sind selten. Am meisten hat sie noch das Cakavische 
erhalten; sie kommen hier neben jenen auf -i noch jetzt regel- 
recht vor (also ohne -ov, vgl. Afel. PhiL 5. S. 185, Nemaniö, 
Stud. I S. 7). 

Im Sloven. sind sie nur auf wenige Substantiva beschränkt, 
und zwar sind es die Gen. atrgk, vgz, zqb, konj, Iqmc, mqz und 
p^nez in den östl. DiaL, aus anderen kommt noch las ,der Haare' 
dazu (Oblak S. 102). Valjavec führt dazu noch pds von p9s 
,Hund' an (Rad 132, S. 172). 

Im Buss. sind es auch seltene Formen, die insbesondere bei 
Zahlworten vorkommen, wie razh ,Mal', glaz^ ,Auge* pud^ ,PudS 
arHm ,Elle', 8old(U^, delavela, Turokh, sapogt ,SchuhS volösfb (gegen 
Nom. vHosh vgl. I S. 194). Etwas größer scheint ihre Zahl in 
Klruss. zu sein (vgL Ogonovskij, Stud. S. 126, Smal-Stockij 
im AfsL PhiL 8. S. 104); man findet hier noch hod^, eash, kanb 
u. s. w. (mit entsprechend modifiziertem Vokal: I S. 215). 

Im Apoln. sind sie nicht zahlreich vertreten. Kaiina 
(S. 78—79) führt z. B. an: skot, sqsiad, tdos, zqb, czas (in do 
tych czas)\ die Namen: Tatar ^ Turek, Francuz, W^gier u. s. w. 

Einige Überbleibsel findet man auch in Sorb. (Mucke, 
S. 326f.). 

Aus dem Aböhm.: höh, öds (jetzt auch noch: do tkh dds, 
vgl. I S. 193), hriech, tnech, pdr, süsed, vöz, vlds, pohan u. s. w. 
(Gebauer S. 54); von denjfo-St.: muz, krdl, mesiec, tisic, sfrevlc, 
penez, dann Nemec u. dgl., wenn damit das Land bezeichnet 
werden soll (S. 107). VolkstümUche Familiennamen: Ouznovic, 
Bouchalovic u. s. w. 

Sonst macht sich zunächst die Endung -ovh geltend und 
2war schon im AksL: vracevT. (Zogr. Mar. 2. 17; 5. 26; Luc. 5. 31), 

2* 



20 

udovh, bi80v^, grechov^, darovz u. 4. w. (vgl. Scholwin, Afsl. 
Phil. II S. 492—94, 540). 

Im S.-kr. kann man sie schon aus den ältesten Denkm. be- 
legen und sie reichen bis etwa ins XVIL Jhd. (Daniöic, Istor. 
S. 69 — 70). Da aber hier die neuen Genitive auf -ä aufkamen, 
so wurden die auf -oo allmählich zurückgedrängt und schließlich 
ganz beseitigt Aber das -or hatte hier eine starke Verbreitung 
gefunden, da es auch zu den neutralen o-St geriet (Ende des 
XV. Jhd. ib. S. 79). Bei den ib-St tritt hier -or erst im XVI. 
und XVIL Jhd. auf (S. 70). 

Im Slov. muß ov schon in der ältesten histor. Periode sehr 
verbreitet gewesen sein, da es im XV. und XVI. Jhd. die Kegel 
bildet und die alte Form damals schon eine seltene Ausnahme 
war (Oblak S. 98). Schon in den Preis. Denkm. findet man 
mehrmals grechou (I 10, 11; III 21, 47; grechov II 113 und 
zweimal noch grech I 8, 22). Aus -ov kann dann -wo werden, 
aber auch -n. Im XVIU. Jhd. hat die Endung -of über -^ 
gesiegt und so bemerkt man auch heutzutage, daß ev von ov (in 
vielen Dial. als -u ausgesprochen) ganz verdrängt wurde (S. 106). 

Im Russ. findet man schon im XII. Jhd. -ov, ev, diese En* 
düngen nehmen dann immer mehr zu, bis sie im XV. Jhd. fast 
allein herrschend sind. Einzelne alten Genitive wie muzb, konb, 
gorodb behaupteten sich dabei bis ins XIV. Jhd. (Sobolevskij, 
Lekc S. 171, bezüglich des Akz, bei -ovh s. bei den u-St). In 
den r. Dial. findet man ov^ sogar bei den neutr. o-St, im Großr.: 
m^stov^, däotn, 8erdcov^ u. s. w. (ib. S. 172). Im Kleinr. ist in 
einigen Mundioten »iv, -uv beim Neutr. und selbst auch beim 
Fem.: bablv, hromddiv, sestrh u.s. w. (Sm.-Stockij Afsl. Phil. 8. 
S. 422, Ogonovskij, Stud. S. 126). 

Im Poln. kann -ov schon in den ältesten Denkm. belegt 
werden (Kaiina S. 79—83) und seit dem XV.— XVIU Jhd. 
finden wir es auch beim Neutr. stark verbreitet (ib. S. 130 — 132), 
ja auch beim Fem. schon im XV. Jhd. und es behauptete sich bis 
ins XVIII. Jhd. (S. 184—85; 187-88). Noch heutzutage findet 
man es in einzelnen Dial. sowohl beim Neutr. als auch beim 
Fem. Es muß auch hervorgehoben werden, daß schon im XIV. 
und XV. Jhd., ja überhaupt in den ältesten Denkm., die Form 
auf -ov gegen die auf -ev die Regel bildet. 

Im Sorb. ist jetzt -ow auch dominierend. 

Im Böhm, findet man -öv (uov, üv und uo, ü) schon seit 




21 

den ältesten Zeiten und zwar auch bei den ib-St (Gebauer 
S. 56, 107). Hier entwickelte sich dialektisch auch ev (I. S. 86), 
das war nur vorübergehend, dann siegte wieder -öv (uov, -üv 
oder -ü). 

Den Einfluß der i-St. bemerkt man hier in den aksL Denkm. 
noch nicht 

Im Serbo-kr. findet man die Endung -» aus -6; bei den 
ib-St schon im XIIT. Jhd.: rodüeli, cari; XIV. Jhd.: dinari, 
penezi; in der Form -ej: konej, monastirej (XIV. Jhd.) und auch 
muzej neben muzij. Bei den o-St seit dem Anfang des XV. Jhd. 
angdi, komati, komadi, zuhi, plodi u. s. w. (Daniöiö, Ist S. 74 — 75). 
Daß solche Formen jetzt noch eine Eigentümlichkeit des öaka- 
vischen sind, wo sie neben den alten Genitiven vorkommen, ist 
erwähnt worden. 

Der Einfluß der t-St. war bei diesem Kasus im S.-kr. so mächtig, 
daß er sich auch hinsichtlich der Quantität an der Endang äußerte. 
Das i des Gen. PI. der t-St war lang, da es durch Kontraktion aus ij 
entstand und es wurde wohl auch ü, ti geschrieben, aber schon lange als 
« ausgesprochen. Das hatte zur Folge, das auch das halbrok. Element 
für », ^ der alten Genitive, in welchem Stadium es sich auch immer be- 
fand, gedehnt wurde, wie wir es bei allen derartigen Genitiven der Kiever 
Bl. finden, z. B. grleh£^ dil£ u. s. w. In anderen Denkm. wurde die Länge 
durch Verdoppelung des Halbvokals angedeutet: rabbt, sUm u. s. w. (die 
Gen. der o-St. wurden gleich behandelt). Das hatte zur Folge, daß sich 
hier ein halbvokalisches Element ausnahmsweise erhielt, bis daraus volle 
Vokale wurden und so tauchen die Genitive auf -ä im Serbo-kr. seit dem 
Anfang des XV. Jhd. auf (vereinzelt aach schon im XIV. Jhd.). Unter 
dem Einflüsse des Fron, und des best. Adj. ist dann auch hier st. -ä ein 
^A aufgetaucht und zwar im XV. Jhd. oder wie D a n i 2 i c will, eigentlich 
im XVI. Jhd. Vereinzelt mochte sich aber dieser Einfluß auch schon 
früher geltend gemacht haben, da wir in den Kiev. Bl. zweimal süachb im 
Gen. Fl. finden. Diese Erklärung des s. Gen. gab ich in der Schrift: 
O püvodu Kijevskych listü . . . S. 23—25. Die Gen. auf -ä sind dann im 
Stok. allgemein geworden und werden jetzt auch in der Schriftsprache 
gebraucht (vgl. Danicic Ist. S. 70, 81; Jagic, Knjiievnik I S. 168—171). 

Auch im Slov. kommt die Endung -i vor und zwar ist sie 
in den heutigen Dial. stärker verbreitet, als man nach den we- 
nigen aus den früheren Jahrh. belegten Beispielen erwarten sollte 
(Oblak, S. 108). In der Prekmuräöina und im oststeierm. Dial. 
ist sie insbesondere stärker vertreten: mozl, mnogo last, pet vozl 
u. s. w. 

Auch imAruss. findet man solche Gen. und zwar schon im 
XIII. Jhd.: pinjazii, sticharii, muzii, knjazii, dann auch fublij 



22 

u. s. w. Es sind also wieder ib-St Man hat sogar noch heut- 
zutage Formen wie knjazej, medej, pisarej, rüblej, ja auch me- 
sjacej (neben rublevt, me8Jacen>)j selbst auch beim Neutr.: polej, 
morej (Sobolevskij Lekc. S. 173—74). 

Desgleichen kennt auch das Apoln. deraiüge Formen und 
zwar im XIV. Jhd.: pienißdzy (jetzt auch noch), tysiecy, kcnh 
groszy, miesiqcy u. s. w. (Kaiina S. 84). Derartiges ist jetzt noch 
gebräuchlich. 

Auch im Sorb. sind derartige Gen. bekannt 

Im Böhm, ist dieser Gen. bei den o-St. nur dialektisch 
(mährisch) vertreten: vIxaH, paöesi u. s. w.; so findet man schon 
in dem nach Mähren hinweisenden Ev. 01m. 6asl. Zahlreicher 
sind diese Formen dagegen vertreten bei den ib-St.: muH, kon(, 
voji, groH, dial. mesjaci (aus -erf) u. s. w. (Gebauer S. 58 und 
108^9). 

Der Dativ PI. mit -otm (-emz) bot verhältnismäßig wenig 
Veranlassung zu Neuerungen. Der Einfluß der u-St zeigt sich 
hier sehr selten. Im AksL finden wir nur einmal slot^mz (mleka 
slov^tm zo ydla tov Xoyov Supr. 229. 21). 

Einer größeren Verbreitung erfreute sich hier -ovotm. Es 
ist offenbar so entstanden, daß aus Nom. -ove (und Gen. otyb) ein 
Thema auf -ov herausempfunden und daran die Endung -omh, 
die sonst geläufig war, gefügt wurde. Später konnte dann -ovorm 
als die Endung aufgefaßt werden. Häufiger finden wir es in den 
mittelbg. Denkm., z. B. im Strumicer Praxapost (Afsl. Phil. 11, 
S. 126); vgl. auch den Dat gadovorm (Oblak S. 124). 

Im S.-kr. sind solche Formen bei den Monosyllabis häutig 
und die ersten Beispiele sind aus dem XIV. Jhd. (Daniöic, 
S. 94). 

Im Sloven. waren sie im XVI. und XVII. Jhd. selten, 
jetzt sind sie dagegen in einigen Dial. bei den Monosyll., die 
auch sonst von den u-St beeinflußt werden, häufig: sinovom, si- 
nuvom, bogovom, dann auch bogovam (Oblak S. 123). 

Im Böhm, finden wir dial (südb.) bei Familiennamen k Mai- 
kovüm, aber u Maikü, Kozikovüm, aber u Kozdkä u. s. w. Da 
hier auch Mc^kovic, Kozäkovic vorkommt, so ist hier dieses und 
das possess. Adj. auf -ors wohl maßgebend. 

Der Unterschied zwischen -otm und -em» beginnt im S.-kr. 
schon im XIII. Jhd. zu schwinden, doch wird das -em erst im 



23 

XV. Jhd. intensiver verdrängt: prijatelomt, pa^tyromt, knezomb 
(Danici<5 S. 94—95). Jetzt ist hier eine andere Endung. 

Auch im Sloven. bemerken wir in den Drucken des XVI. 
.Jhd. schon ein regelloses Schwanken zwischen -om und -etn; 
gegen Ende desselben Jahrh. überwiegen dann die otn-Formen. 
Im XVII. ist -em fast ganz verdrängt. Im Laufe des Jhd. be- 
sonders in der 2. Hälfte schwindet der Unterschied ganz, indem 
bei 0- und io-St -am aufkommt (Oblak S. 121). 

Ebenso haben die ältesten poln. Denkm. fast ausschließlich 
•om, -em ist bei den ib-St. sehr selten. 

Im Böhm, finden wir desgleichen schon in den ältesten 
Denkm. auch bei den ib-St -öm (dann uom, um, Gebauer S. 109), 
welches dialektisch auch zu iem, daim Sm, im werden konnte 
(I S, 86): jetzt noch konhn, aber sonst drang dann wieder das 
6m, uom, um durch, so daß jetzt um allgemein ist. 

Nicht selten finden wir im Dat. PI. die Endung -am. Die 
slov. Dial. haben bis auf jene des östl. Steiermark, der ung. und 
kroat. Sloven. und der Belokranjci hier sowohl beim Neutr. als 
auch beim Masc. diese Endung. In den envähnten Dial. ist da- 
gegen der Unterschied bewahrt geblieben, indem beim Masc. -om, 
beim Neutr. -am vorkommt Das -am darf nicht als durch den 
Einfluß der a-St. erklärt werden, da hier ja keine Berührungen 
vorhanden waren, vielmehr muß es, wie uns das Slov. schön zeigt, 
als eine Anlehnung an den Nom. PI. auf a aufgefaßt werden, 
wie es auch äkrabec und Oblak (S. 117) deutete. Wir be- 
greifen daher, warum das -am beim Neutr. um l^a Jhd. früher 
auftrat als beim Masc. Beim Masc. beginnt es sich in der 
2. Hälfte des XVI. Jhd. stärker und schneller zu verbreiten, so 
daß es in einigen Dial. das om im XVII. verdrängte. In der 
1. Hälfte des XVIII. Jhd. wurde -om beim Mask. und Neuti*. 
von -am in jenen Dial. ganz verdrängt, wo auch jetzt letzteres 
herrscht Beim Neutr. begann der Prozeß um V\t Jhd. früher 
(Oblak S. 111, 115). 

Auch im S.-kr. haben wir aus dem XIV. — XVI. Jhd. nur 
beim Neutr. einige Dat. auf -am; selamt, vladanijcmb, mestamt 
(Daniöic S. 98). In einigen Gegenden wird beim Neutr. jetzt 
noch -am neben -am gesprochen. 

Im Russ. scheint auch das Neutr. die Endung -am^ gefördeil; 
zu haben: po postojanijam^, mistamb u. s. w. Sobolevskij S. 175; 
iSachmatov?^, Izsled. o jaz. novg. gram. S. 195. Zu slova ent- 



24 

stand slovarm, dann erst drang das -atm auch zum Masc. Im 
XV. Jhd. war hier der Prozeß wol schon durchgeführt. So ¥rird 
-arm allgemein bei den o- und jfo-St Wenn im XVI, Jhd. noch 
das 'Orm vorkommt, so ist es wohl ksl. Einfluß. Analog hier 
auch beim Lok. und Instr. PL 

Im Poln. lassen sich Dat auf -am beim Neutr. schon in den 
ältesten Denkm. nachweisen: miastam, ustam, slowam (Ealina 
8. 132—133), beim Masc. erst zu Ende des XV. Jhd. (8. 86, 88). 
In der 8chriftspr. jetzt nur -om (beim Masc. u. Neutr.). 

Das Sorb. hat wie das B. -^m (ebenso im Lok. ach und Instr. -amt\ 
Mucke S. 327f.). Hier bemerkt man auch, daß es zunächst beim Neutr. 
aufkam. Jakubica (ns. 1548) hat durchwegs: mhtam, aiowam pdUdä- 
njam (1. c. S. 342), aber: bratram, duchom, kupeom und nur vereinzelt 
akutkaniy atawam (S. 329). Mit den a-St.hat es also nichts zu schaffen, 
wie Mucke meint (§ 170). 

Auch im Böhm, hat -dm beim Neutr. unter dem Einflüsse 
des Nom. eine größere Ausbreitung gewonnen als beim Mask.: 
mistdm, kamndm u. s. w. (Geb. 8. 141). Nach psanie (Nom. PL): 
psanim (Dat PL) bildete man auch zu mesta einen Dat mistdm. 
8eltener kommt dtn beim Masc. vor (8. 59). 

Speziell serbokr. ist jetzt die Endung -ima: jelenima, ora- 
öima, auch beim Neutr. sdima poljima und zwar im Dat. Instr. 
und Lok. PL Zunächst war der Instr. PL, nachdem y zu i ge- 
worden war, in vielen Fällen mit dem Nom. PL zusammengefallen. 
Man brauchte daher im Instr. eine neue Endung, diese entlehnte 
man den t-8t und anderen Stämmen, nämlich ein -m/, -m, das 
einfach an den Nom. PL angehängt wurde. Nun berührte sich 
der Dat mit dem Instr. und so drang -tm st -om in den Dat. 
ein: schon zu Anfang des XVI. Jhd.: starcim, grijesim, dühovim 
u. s. w. (Daniöiö 8. 97). Unter dem Einflüsse des Du. wurde 
dann -im, imi zu -ima umgestaltet: im XVI. Jhd. mlacima (zu 
niladac), im XVII. greänicima u. s. w. Auch beim Neutr.: XVI. 
Jhd. satima (sto), ustima \x. s. Yf. Den Zusammenfall des 
D. L.I.PL bemerken wir übrigens bei allen Deklinationen 
des S.-kr. 

Akkusativ PL In Serbokr. und Sloven. finden wir bei 
den o-St die Endung -e, die aus ^ der ib-St entstanden ist 
Oblak erklärt den Verlust der alten Endung durch den Zu- 
sammenfall von y und t, so daß bei vielen Stämmen der Akk. PL 
gleichjdem Nom. PL wurde (8. 126). Im S.-kr. finden wir das 




25 

e schon in den ältesten Denkm., die nicht vom Ksl. beeinflußt 
sind (Daniöic Ist 8. 103). 

Im Sloven. war dies auch ein alter Prozeß (vgl. greche 
III 27, greinike III 70 der Freis. Denkm.). So finden wir dann 
in den Denkm. des XV. und XVI. Jhd. durchgehends e, das 
für alle sIot. Dial. eine feststehende Hegel bildet (Oblak S. 127). 

Sonst kommen nur noch im Böhm. dial. Akkus, auf -e vor: rose, 
mraze, Umb^ krase (mährisch und slovak.; Gebauer III, 1 S. 86 und 
Pastrnek S. 102). 

Daneben erscheinen im Slov. im XV. Jhd. Akk. auf -i und 
sie finden sich auch jetzt noch in einigen Dialekten, aber sie be- 
schränken sich auf einsilbige Worte, so daß hier offenbar ein 
Überrest der u-Dekl., andererseits auch eine Beeinflussung seitens 
der t-St zu sehen ist (Oblak S. 130). Die Akkus, auf i der 
Freis. Denkm., welche die Mehrzahl ausmachen, können freilich 
noch nicht so beurteilt werden. 

So verhielt es sich wohl auch im S.-kr., wo derartige Formen 
schon im XIY. Jhd. auftreten und sich in einigen Dial. rasch 
verbreiten (Daniöic S. 105—107). Sie sind auch eine Eigen- 
tümlichkeit des öakavischen (Afsl. Phil. 5. S. 185, Nemanic, 
Stud. I 7, 10, 12, 14 u. s. w., Daniöiö, Glasnik. 9 S. 35). 

Die seit dem Anfang des XIII. Jhd. im Russ. auftretenden 
Formen der jfo-St. wie knjazi (i Ijudi), prazdnoljubbci, nozi i meöi 
IL s. w., allerdings auch gradi, mögen wohl auf den Zusammenfall 
des Nom. mit dem Akk. PL beruhen (Sobolevskij S. 192—193). 

Aus dem Apoln. führt Kaiina (S. 92) auch solche Formen an. 

Zum Nom. auf -ovi entstand auch im Slov. (Oblak S. 132) 
und S.-kr. (Daniöiö S. 104) ein Akk. auf -ove. Desgleichen 
kennt auch das Klruss. solche Formen (Smal-Stockij Afsl. 
Phil. 8, S. 241, Ogonovskij Stud. 127). Ab eine analoge Er- 
scheinung ist das im mittelbg. Denkm. auftauchende -ovy z. B. 
vclovy anzusehen (Oblak S. 133). 

Nominative und Akkusative PI. auf -a kommen im 
Slov. vor: vedera, kamna, pola. Oblak faßt sie auf als eine An- 
lehnung an die Neutra (S. 135). Doch wäre es möglich, daß sie, 
indem zu dem Nom. PI. sela ein Dat PI. selatn entstanden war, 
auch wieder aus den Dativen der männlichen o-St auf -am ab- 
strahiert worden sind. 

Die russ. Nominative wie beregd, bokä, pogrebd ,Kellei:^ u. s. w. 
vgl Abi cht ,Die flauptschwierigkeiten . . .* S. 46) sind jeden- 



26 

falls auf diese Art nach dem Dat. heregdm^, Lok. heregdch^, Instr. 
beregdmi entstanden (wie slovd: slovdim u. s. w.). Ein garodd 
führt Sobolevskij (S. 214, hier anders erklärt) schon aus dem 
J. 1494 an. 

Daneben gab es auch urspr. kollektive Singulare nach dem 
Vorbilde bratbja, die dann auch als PI. aufgefaßt wurden, z. B. 
sgnovbja u. s. w. 

Im Poln. beschränkt sich das -a meist auf lat und griecli. 
Worte und taucht erst im XVI. Jhd. auf, wie dekreta, instru- 
menta, recepta, skrypta, resuUata u. s. w. (Kaiina S. 75 und 78). 

Im Böhm, ist allgemein: zdda, prsa, oblaka, kamna, dialek- 
tisch geht es noch weiter (Gebauer S. 53). 

Lokativ PI. In den aksl. Denkm. zeigt sich vereinzelt der 
Einfluß der u-St.: zidochz (Supr. 380. 18); darhch^, darockb (Psalt. 
sin.; Euch. sin.). So auch in den mittelbg. Denkm. vh dvorochh, 
vetrochz u. s. w. (Lavrov^, Obzor» S. 181). 

Im S.-kr. findet man bis ins XVII. Jhd. Lok. auf -oh: 
trtgoh, oblakohtf, odroht, seloht u. s. w., es ist aber fraghch, ob 
diese Formen auf -^ch^ hier zurückgehen, zumal wir sie bei einem 
Autor auch im Sloven. finden (Oblak S. 153). 

Im Russ., wo sie auch vorkommen, kann man einfach an 
die ti-St. denken. 

Sie kommen aber auch im Poln. vor, ja bis Ende des XVI. 
Jhd. waren sie hier sehr stark verbreitet (Kaiina S. 95 — 96,98, 
134, 136), ebenso jetzt in mährischen Dial. und im Slovak. (Ge- 
bauer S. 61—62). Es kann unter solchen Umständen gefi-agt 
werden, ob nicht das o der Dativendung -o/n hierbei maßgebend war. 

Den Einfluß der t-St. sieht Daniele in den s.-kr. Formen 
wie konehz, muzehh (S. 134), welche vom XIV. Jhd. an auf- 
tauchen. Möghch, daß auch die im Sloven. vorkommeilden eli 
Formen hierher gehören. Im Russ. sind sie schwer zu bestimmen, 
da es sich bei knjazerhz, manastyrech^ u. s. w., welche Formen 
seit dem XIV. Jhd. häufiger werden, um den Einfluß der En- 
dung (echz) der harten o-St handeln könnte, wie wir es im Poln. 
(Kaiina S. 98. 99) und Böhm. (Gebauer S. 110) nachweisen 
können. 

ImAböhm. und in b. Dial. werden wir nur in dem ech der 
m. u. n. |0-St. den Einfluß der *-St. sehen, weil sich sonst auch 
Berührungen ergeben: o konech (geschi*. konech), muzech (mähr.); 
in Ab. kann ech aber auch ich sein, d. h. auf -iech nach den 



27 

harten o-St. zurückgehen. Sonst werden wir in Formen' wie: 
u pöhonech Rozmb. 90; na hadech Pars. 377, na Hech 2Wittb. 
44. 3 u. 8. w. im Gegensatze zu Gebauer (8. 61) den Reflex 
des -i>chz sehen. 

Sehr verbreitet ist hier imSlav. die Endung -acÄ, das wieder 
vom Neutr. ausging und dessen weitere Verbreitung bei den 
männlichen o-St. so zu beurteilen ist wie jene des Dativs auf 
-am. So hat sie das S.-kr, nur beim Neutr. und zwar rührt 
telahh schon aus dem XIII. Jhd., andere aus dem XIV. ja sogar 
aus dem XVII. Jhd., wo noch einzelne Beispiele nachweisbar 
sind (Daniöiö S. 136). 

Im Slov. ist jetzt in der Mehrzahl derDial. -ah ohne Unter- 
schied des Genus (Oblak S. 140). Die ältesten Beispiele reichen 
bis Mitte des XVI. Jhd. zurück, und zwar kommen sie wieder 
zunächst nur beim Neutr. vor und erst zu Anfang des XVII. Jhd. 
auch beim Mask. Doch konnte es dem alten -ih (aus -echz) 
gegenüber nicht ganz aufkommen, denn noch in der ersten Hälfte 
des XVIII. Jhd. sind bei einigen Autoren die lA-Formen in der 
Majorität (S. 139). Jetzt in der Schriftsprache: rohih, volcih, 
mozih. 

Im Russ. können die acÄ»-Formen schon im XIV. Jhd. be- 
legt werden; jetzt sind sie allgemein. 

Im Poln. kommen sie beim Masc. u. Neutr. neben anderen 
Endungen vor (Kaiina 96, 99— 100, 134 f., 136; Hanusz, Mater, 
do hist form. dekl. 225, 228). Jetzt allgemein in der Schriftspr.: 
panachy dworach, zefiach; mp^zach, krajach, krzyzach; natürlich 
auch beim Neutr.: drzetcach, slowach, polach, morzacli u. s. w. 

Ebenso im Sorb. zunächst war hier die Endung -och bei o- 
wie ib-St., davon im Os. noch konjoch (daim noch in einigen 
Formen von Ortsnamen, Mucke 8. 329, c); dann wurde ach all- 
gemein und zwar auch beim Neutr. 

Im Abühm. selten: v zvoneckdch ZGloss. 150. 5, ve anach Kat. 134 
(so auch jetzt noch ,im Traume*, sonst aneeh). In der Volkssprache ist 
dagegen deh jetzt häufig. Bei j(o-St. z. B. o konäeh nur dial. (mähr.). Bei 
Neatr. ist -deh im Ab. häufiger: na polickäch Keg. I 1167 dielaeh ZKlem. 
Ii4. 13; V mUtwkäeh Ol. 2 Beg. 2. 3 jetzt auch noch in der Schrift- 
sprache: V mixteckäeh, jablkach u. 8. w. Sonst ist allgemein jetzt in der 
Schriftsprache beim M. u. N. der o-St. ich oder ech und beim M. u. N. der 
i'o-St. ich. Im Slovak. ist beim Neutr. äch beliebt. 

Man muß zugeben, daß die Keflexe des m-spr. ich^ in ein- 
zelnen slav. Sprachen noch stark vertreten sind. 



28 

Die Endang -oveeH ist analog zu erklären wie der Dat. -ot*om». Im 
8. -kr. sind Formen wie giasovihb, gradoveht a. 8. w. schon im XIV. und 
XV. Jbd. nachweisbar (Daniele S. 133). 

Sie kommen auch imSIov. vor (Oblak S. 151) und da hier -ih und 
«oA neben einander bestanden, so kam auch -ovah auf. 

Auch die Gebirgsdialekte des Klruss. haben diese Endung (Ogo- 
novskij S. 127). 

Daß im S.-kr. jetzt der Lok. mit dem Dat. bez. Instr. zusammen- 
gefallen ist: jeleninuij oracima; s§lima^ poljima (also auch beimNeutr.), ist 
oben beim D. PI. erwähnt worden. So finden wir als Lok. gradovtm, gri- 
Jeatm^ darim etc. im XVIL Jhd ; beim Neutr. vrotim^ djdim etc. ; gleich- 
zeitig aber auch unter dem Einflüsse des Du. vjeirima, napredeima po- 
sfitna . . . und beim Neutr. djelima, morima . . . 

Intrumental PL Vereinzelt macht sich schon in den aksl. 
Denkm. der Einfluß der u-St geltend: grSch^mi, apostohmi, da- 
rhmi; bei den ^o-St entsprechend: vzplhini, zzlodümi, wo übrigens 
auch der Beflex der t-St vorliegen kann. 

Schon in den ältesten s.-kr. Denkm. finden wir Instr. mit 
*m»; das also von u- und t-St. herrühren kann. Die Beispiele 
aus dem Xin. und den nächsten zwei Jhd. sind schon nach der 
heutigen Weise verteilt (Daniciö S. 116—117). Durch den An- 
schluß an den Nom. PI. entstand neben -m» auch -imi der Denkm. 
des XIII. — XVII. Jhd.; später fand es auch beim Neutr. Ein- 
gang (ib. S. 119). Weiter ist aus -imi durch den Einfluß des 
Du. 'ima geworden (vgl. beim Dat. und Lok.). In dem jetzigen 
'ima des Dat Lok. Instr. hat man zunächst den Instr. PI. zu 
suchen. Beim Neutr. taucht auch -ami auf (Anschluß an den 
Nom. Akk. PL). 

Analog ist die Entwickelung im Slov. Die Instr. auf -mi 
nur bei einsilbigen Worten und von den mehrsilbigen sind es nur 
Personen- und Völkemamen (Oblak S. 154). Seit Ende des 
XVII. und zu Anfang des XVni. auch -ami, also später als 
die Dat. auf -am durchgedrungen waren. Jetzt bevorzugt die 
große Mehrzahl der slov. Dial. -ami, so daß es die Regel bildet; 
dieser Endung gegenüber treten die anderen zurück (S. 162). Sie 
taucht auch zuerst beim Neutr. auf. In der Schriftsprache aller- 
dings: robi, volki, mozi und auch beim Neutr. seliy poljL 

Im Russ. taucht -mt im XU. Jhd. auf und zwar bei den 
ib-St Im XTTI. und XIV. Jhd. ist es dann stärker vertreten: 
muztmi, konwni, medtmi etc. (Sobolevskij S. 174). Jetzt ist es 
selten, dagegen kommt es im Kbuss. bei einigen Subst. vor 



29 

S-243, Ogonovskij S. 127). Da- 

1 urnl 7.war auch in der Schrift- 

iinigiü als die Dat und Lok. auf 

hervorgerufen wurde, wenn man 

rmdet 

■ 'fu bei 0- und /o-8t., bei erBteren 

Worte und auf solche, die Liebendes 

u- - v^U bei Kaiina S. 102, 106, 137—38). 

I tit ftucfa hier um ein volles Jhd. früher 

Mask. und zwar zu Anfang des XV. 

103—4, 107), In der Schriftspr. jetzt 

mi, krajami, natürlich auch drzewami, 

ml^ IIS. muMumi, os. muzemi (aus -amf); 

idit -mi zu Ende des XIV. Jhd. auf und 

^debieii: s pokiadmi, chlebmi, s casmi, bicmi 

, A U). Unter dem Einflüsse des Du. auch -ma 

JbfL): pdnma, auch rtyma (-ma an den Nom. 

B4), meskniQf mecma (S. 112), jetzt dial. auch 

. (Ende des XIV, Jhd.), telmi, kolmi (S. 145), 

XV, .Ihd,), lozmi, dann auch -ma (159). Dann 

das wie *dm und -ddi zu beurteilen ist und mit 

rCJJts isu schaffen hat Schon im XIV. Jhd. ist es 
\ kamnami, noaidlamif kridlami, zmami, pütami 
fijitsprecheod dem Nora. PL more, mare auch luciiiemi, 
.^r^mi {S. 1Ö9), Bei den männl. o-St. seit dem Ende 
iHiäcbst bei Unbelebten: rohawi, jazykami, skutkami, 
'fti^ iujmmif krdUmi (8. 112); dann auch -ama, -ema, 
utt^prache läßt nur y bez, i zu, aber die Volkssprache 
auf geringe Ausnahmen diese zu wenig bezeichnende 
nicht 
in^ im SloT. auch vorkommenden Formen mit -ovi und 
^ni (Oblak, S. 166—67) sind auf die uns schon bekannte Art 

ursprünglich konsonant. Stämme. Manche Kategorien 

Tselben gerieten zu den o- bez. /o-St So die auf -janim (I 

"i. 422) t aksL N. PL grazdane, G. grazdam, D. grazdanttm^ 

A. graidanif, L. gnudanhdth, I. grakdany. Über boljarim und 

Udoioim ygl. Verf. Aksl. Gr. S. 1Ö4. Spuren dieser Dekl. finden 



30 

sich noch häußg in den einzelnen slav. Spr. So z. B. im Slov. 
in einzehien Dial.: Ljubljanöane, Celjane (Oblak S. 174), b. 
mUiani (die Länge von den i-St.) u. s. w. 

Die einstigen kons. St auf -td (I 491) führten zu /o-St. 
Über ihre aksl. Dekl. vgl. Verf. Aksl. Gr. S. 155. Hier auch 
die der Worte auf -arh (I S. 431). Desgleichen die Partizipialst. 
auf -nU (I S. 492), -ues- (I S. 496) und die kompar. St auf -jes- 
(I 494). 

Akzentverhältnisse. Die am zahlreichsten vertretenen 
2 silbigen Stämme waren wohl urslav. entweder stammbetont, vgl. 
r. grorm, gr&ma, öak. grom (MaJuraniö gram), groma; r. bogb, 
bdga, §tok. bog, boga, oder endbetont: r. dozdt, dozdjd ,Regen', 
öak. dM dazjd (däzjä); r. doorz, dvo^'d, öak, dvör, dvorä; r. pop, 
popd, Stok, pop, pöpa; r. bob, bobd, St bob, bbba. Daraus er- 
gaben sich im Slav. auch andere Typen. Zunächst sind im R 
Worte, die im PI. endbetont werden: duby zu dub düba; dasy zu 
008, däsa; sagi zu sag, sdga u. s. w. (aufgezählt bei Abicht 1. c. 
§ 177). Andere Worte sind erst vom Gen. PI. an endbetont: 
n. bögi, Gen. bogövz u. s. w. (§ 178). Einerseits konnte der Akk. 
PL maßgebend gewesen sein: hier war ♦ -ü fy^ aus *ons mit gest 
Int, daher mußte in den bekannten Fällen (I S. 197) eine Ak- 
zentverschiebung eintreten. Andererseits auch der Einfluß der t- 
und ti-St, vgl. im S.-kr. Dat Ijüdlma, Ijudima, dann auch brclma, 
brcima; züblma, zublma, zübima u. s. w. (ReSetar, Die s.-kr. 
Bet S. 69— 70). Bei mehr als 2 silb. Worten konnten mehrfache 
Kombinationen entstehen. 

b) Neutra. 

Für die o-St.: veko , Augenlied', für die ib-St: more ,Meer', 
srbdbce ,Herz', znamenhje ,Zeichen'. Das aksl Paradigma kann 
hier auch als urslav. gelten. Doch gilt hier vom Instr. Sg. das- 
selbe, was oben bei den männl. o- und ib-St gesagt wurde. 

a) o-Stämme ß) ib-8tämme 

Sg. N. A. V. v^ko more, srhdhce, znammhje 

G. v^ka mora, srhdtca, z^iametibja 

D. reku moru, srhdbcu, znamenhju 

L. v^ce mori, srhdtci, znamenhji 

I. r^A:om^(west8l.u. moremz, sridhcemz, znamenhjemi 

ar. vekimh) (westsl. u. ar. -hmh) 



31 

Du. N. A. V. rece mori, srbdbci, znamentji 

G. L. veku woru, srbdbcu, znamenbju 

D. I. vekoma morema, srbdbceina, znameribjema 

PL N. A. V. v^ka mora, srbdhca, znamenhja 

G. reht moh, srbdbch, znamenhi('hj) 

D. vekoim moretm, srbdhcemh, znamemjenn 

L. vecechz moricln*, srhdhcichb, znamenhjichb 

I. veky mori, srhdbci, znamenbju 

Das meiste, was hier bei den einzelnen Kasus zu erwähnen 
wäre, kam schon oben zur Sprache. 

Vor dem im Gen. PL aus i entstandenen j ist 6 zu i ge- 
worden und wohl zumeist unter dem Einfluß dieses Kasus konnte 
sonst auch das h zu % werden: znamenija u. s. w., selbst im Sg. 
So ist dann aus dem so modifizierten Instr. Sg. znamenijemh 
durch Assimilation zunächst znamehi(j)imb^ j dann durch Kon- 
traktion znamenimb entstanden. Analog im D. PL znameniirm, 
L. PL znameniichb. Nach dem Vorbilde dieser beiden Kasus 
entstand auch der Instr. znameniimi (schon im AksL). Im Südslav. 
bilden jetzt diese Worte keine besondere Gruppe: s.-kr. pisanje, 
slov. ebenfalls pisanje ganz regelmäßig nach vtore. Wie auch 
sonst, drangen hier vielfach im D. L. und I. PL die uns schon 
bekannten Endungen -atm, achb, -ami ein. Zu r. mnenie, G. 
mnenija lauten die D. L. I. PL: mnenijatm, mnhiijachb, mneni- 
jami; p. zu zdanie, zdania, L. PL zdaniach, I. zdaniami, nur 
der D. PL noch zdaniom (so auch polom, zbozom, slowom, indem 
selbst auch die a-St hier -om haben: glowotn, duszom). Im Sorb. 
wieder auch im D. hier am. Das Böhm, weist es nur in seinen 
östl. Dial. auf. Sonst hat das Paradigma selbst hier auf andere 
gewirkt Unter dem Einfluß des D. PL znamenim (ab.) drangen 
hier auch die Dat. PL moHm, srdcim etc. durch, während wir 
beim Mask. nur konim (neben kontm) haben, sonst aber durch- 
wegs dm; muzüm meSüm etc. Das ab. znamenim selbst setzt 
noch ein znameniimb, das wir auch schon im AksL finden und 
das durch AssimiL aus -ijemb entstanden ist, voraus. Eine Dativ- 
endung -om, die wir sonst bei den io-St im Westslav. finden, 
kam hier also gar nicht vor. 

Aber nicht bloß bei den Neutr. auf -bje fanden die Endungen 
-amb, -achb, -ami Eingang, sondeni auch, wie wir sahen, bei 



1. Vgl. den Lok. Sg. iskrbnifj )imt> aus iskt^ni-Jem* (best. Adj.). 



32 

Stämmen auf -o und -io, so daß daran festgehalten werden muß, 
daß diese Endungen zunächst beim Neutr. überhaupt aufkamen 
und von hier aus wegen den vielfachen Berührungen auch zum 
Masc. vordrangen. An den Einfluß der o-St ist hierbei nicht zu 
denken, obzwar es immer so erklärt wird. 

Daß sich der Einfluß der «- und i-St. auch beim Neutr. 
äußert, sahen wir oben. Im Aksl. z. B. selbst auch mafevi im 
D. Sg. AuffiGdlend war auch im Großruss. im G. PL mestovh, 
dUwb, serdcovh (S. 20); im S.-kr. (ebenda). Im Ab. selten: ho- 
raduoü, pytd lajnuov, üdöp (Gebauer S. 141). Häufiger waren 
sie, wie schon erwähnt, im Apoln. und jetzt hört man noch in 
der Volkssprache: jabOciw, biaücdWf i6Hk6w, kopytiw, narz^dziöw 
u. s. w. (vgl Kryfiski, Gram. § 82). In der Schriftsprache nur 
die Worte auf -um: gimnazjöw, Seminar jöiv, mtizeöiv, nebstbei: 
oczöic, U8ZÖW (neben dem Dual oczu, uszu). 

Im Sorb. ist -ow die gewöhnliche Endung des PI. beim 
Neutr. (auch beim G. Du.: 8low(>wü)j die urspr. Formen behaupten 
sich nur noch in bestimmten Wendungen, ns. und os. z. B. do 
tych mest ,bis hieher', sonst meist m^stow. Bei Jakubica sind 
allerdings noch die alten Gen. fast ausnahmsl9S erhalten. 

Der Einfluß dert-St kann sich im Gen. PI. äußern. Hierher 
gehören nach S. 21 die s.-kr. Genitive: selä, p6ljä u. s. w. Im 
Russ. fanden wir polej, morej neben udilüd, sclncb, lic^ u. s. w. 
Im Ap. selten: nozdrzy (Kaiina S. 132). Im Aböhm. schon 
poU (neben pot)^ srdd I^Wittb. 94a; nebt ^Kap. 148. 4 u. s. w. 
Allerdings muß hervorgehoben werden, daß sich hier auch der 
Einfluß der Subst auf -hje äußern könnte. Freilich haben im P. 
solche Subst im G. PI. auch i(y) mit Ausnahme der auf -nie 
und de: narz^i zu narz^zie, przedmieäci, podgörzy, bezkrölewif 
und doch äußert sich ihr Einfluß sonst im G. PI. nicht Im B. 
behaupten sich jetzt bei Worten auf -ce und -He vielfach noch die 
alten Formen: vajec zu rejee, plic, ohnül, dagegen jetzt schon 
srddf slund u. s. w. 

Das mi des Instr. kann sowohl von den u- als auch t-St 
heiTühren. Stark vertreten ist es im Apoln.: piormi Ps. flor. 53b; 
setmi, ciaimi, dzialmi u. s. w. (Kaiina S. 137) pclmi, miejämi, 
seremi u. s. w. (S. 138). Aus dem Ab. kam es schon zur Sprache 
(S. 29). 

Im G. PL mit Konsonantengruppen bewahrt das Poln. jetzt 
noch vielfach das alte dem Böhm, gegenüber (also wie auch 



33 

hinsichtlich der Gen. pöl, mörz und danach hier auch sogar zböz, 
zdaA u. 8. w.): pism, döbr (zu dobro), rzeniiosi, b. rernesd, zu 
rzemioslo; ebenso lekarstw, ziemstw, krölestw u. s. w. Doch viel- 
fach auch hier wie im B. sekundäres e: skrzydlO'Skrzydel; toia- 
dro-wtoder^ b. auch vHer; jaUko-jablek, b. auch jahldc; ziarno- 
ziam und ziaren, b. ztit. Im Ab. und Ap. finden wir aber 
vielfach noch die urspr. Formen: ap. skrzydi Ps. Flor. 8a; 20a 
u. 8. w. jetzt dcrzydd, ebenso ab. Jcridl (Gebauer S. 139) , nb. 
kHdel u. s. w. 

Im B. kommt hier auch der Umlaut des a nach weichen 
Eons, in Betracht: GSg. N. A. V. PI. ab. mor^, nb. more; ebenso 
ab. znamenie, -i oder i, nb. znameni (I S. 79 und 74 f.). 

Der im Ab. einige mal auftretende Instr. auf -om: tiemz dülom Kat. 48; 
muz gmenom FratUiiek £v. Ol. 4a; desgleichen beim Masc. pred avetom 
ZWittb. Äthan. 226b; hlasom ib. 97. 5; protivnikom Kor. Luk. 18, 3; 
popom Ol. Num. 27. 22 wird als Schreibfehler erklärt (Gebauer S. 138 
und 45). Doch läßt er sich auch anders erklären: zu ttebe lautete der 
Instr. fiebern zu pole: polem und so könnte man auch zu dielo ein dielom 
u. 8. w. bilden. Vom N. wäre es dann auch zum Masc. geraten. 

Aus dem Westslav. verdient noch hervorgehoben zu werden 
der Dual. p. dwieäcie, dwustu, b. dve sie, hier noch GL. kolenou. 

Über die Personennamen auf o wie p. Fredro, Fredry, b. 
OUo, Otty vgl. I S. 401. 

Akzentverhältnisse. Urslav. waren hier wohl dieselben 
Gruppen wie beim Mask: stammbetont-' und endbetonte Worte. 
Es mußte sich hier aber ein spezielles Nurhültnis entwickeln. Da 
das a des PL identisch ist mit dem a der Fem. und daher ge- 
stoßen war, mußte bei stammbetonten Worten im PI. unter den 
bekannten Bedingungen eine Akzentverschiebung eintreten: r. 
miref PI. morjd; sUvo-slovä; pöle-poljd; pho (stok. ptvoYpivd. 
Dann oflFenbar allgemein bei Stammbetonung : mesto (Stok. mjesto)- 
medd; städo-stadd u. s. w. Dieser Akzentwechsel konnte als ein 
Charakteristikon des Numerus aufgefaßt worden sein, so daß auch 
die umgekehrten Fälle aufkamen wie: r. selö-sela; oknö-ökna; 
suknö'SÜkna u. s. w. So auch im Stok. silo-sUa, aber polje-pölja. 
Man suchte allerdings Fälle wie r. dolotö, dolota; gnizdö-gnezda 
durch ein eigenes Intonationsgesetz zu erklären (I S. 205). Hier 
kommt auch in Betracht, daß man hinsichtUch des Akzentwechsels 
beim Neutr. an eine altererbte Eigen tümUchkeit dachte: yiAor- 
(pvXtjj vevQOv-vevQot; ai. bhrätrdm ,BruderschaftS gr. q^QcctQä und 
ftfjQog-fiijQa (vgl. Meillet, Introd. S. 297). Allerdings ist es 

Vondrik, Vgl. alar. Gnunm. II. 3 



34 

schwer, im Slav. diese Reflexe nachzuweisen, dagegen kann an 
der den allgemeinen Normen entsprechenden Akzentverschiebung 
hier nicht gezweifelt werden. 

2) Die o- und la-Stämme (urspr. -ez und -iä). 

Vgl I S. 398 — 478, Über derartige Worte zur Bezeichnung 
männlicher Personen S. 400. Der urslav. Typus für die a-St. 
blieb im Aksl. unverändert, jedoch nicht jener für die ia-St Für 
das Urslav., Westslav. und Aruss. muß also hier ein vom Aksl. 
in einigen Kasus abweichendes Paradigma aufgestellt werden. 
Für die o-St. mucha ,FliegeS ^ ^^ io-St. staja ,stabulum' und 
duSa ,Seele'. 



OL) Urslav. aksl. westslav. 


ß) Urslav. westslav. aruss. 


Sg. N. mucha 


staja, duäa 


G. muchy 


staje, duSe 


D. muse 


staji, duäi 


A. muchq 


sfajq, duäq 


V. mucho 


staje, duäe 


L. muse 


staji, duäi 


I. muchq (muchojq) 


stajq (stajejq), duäq (duäejq) 


Du. N.A.V. mus^ 


staji, duäi 


G. L. muchu 


staju, duäu 


D. I. muchama 


stajama, duäama 


PI. N. A. V. mwhy 


staje, duse 


G. much^ 


stai (später staj), duäh 


D. mtichatm 


stajaim, duäatm 


L. mud^ju^z 


8tajach^, duäach^ 


L muchami 


stajami, duäami. 


Nach dem Verhältnisse im 


Akk, PI. bogy: kraj^ wurde im 



Südslav. muchy: siaje zu muchy: staj^ umgeändert und dieses 
setzte sich auch im Sg. G. fest. Im Westslav. und Buss. wurde 
umgekehrt nach muchy: staß auch bogy: krajq zu bogy: kraje 
umgeändert (vgl. oben S. 3). 

Nom. Sg. Über das -« im Aksl. wie sqdiji, bogyni vgl. I 
S. 404, 424. 

Gen. Sg. Das Vordringen der Endung ^ im Südslav. machte 
im S.-kr. und Slov. noch einen Schritt weiter, indem sie auch 
bei den a-St auftrat. Selbst auch in westbg. Dial. bez majke, 
sestre u s. w. (Lavrov, Obz. S. 127). Oblak meint, im Slov. 
wäre der G. D. und L. zusammengefallen, nachdem der Unter- 



35 

schied zwischen y und % aufgegeben worden war und daher die 
neue Endung (S. 176—77). Im S.-kr. tritt e bei den a-8t. mit 
Ausnahme des öakavischen schon in der vorhistorischen Zeit auf 
(Dani£iö S. 16). Im SIot. ist sie allgemein. Ausnahmsweise 
kommt im Dial. der Belokranjci (auf einige Worte beschränkt) 
ein i vor, das alle möglichen Deutungen zuläßt. Der G. slavy 
der Freis. Denkm. (II 11) kann durdi den Einfluß der Aksl. er- 
klärt werden. Vgl. auch den N. A. PL 

Aus dem Ap. führt auch Ealina einige Gen. auf e an wie 
prawe, kroleice, Jude, marne u. s. w. (S. 151), wo einerseits urspr. 
ein -ej der zusammengesetzten Dekl., andererseits eine Aussprache 
des y als e vorliegen könnte. Die ;a-St. haben in den ältesten 
Denkm. -e, ej und nach den a-St. auch i, y insbesondere nach 
c: rodzicy dziewicy, studnicy Flor. Ps. 24a. So auch jetzt: rdi, 
duszy, radcy u. s. w. 

Auch im Ar US 8. und Aböhm. finden wir bei jfa-St. Formen 
nach den o-St: ar. schon im XI — XIL Jhd.: otrokaviöi u. s. w. 
(Sobolevskij S. 178—79), ab. zeini (könnte übrigens auch zu 
zemb gehören), duH, jn-avid^ studnici u. s. w. (Gebauer, III, 1, 
8. 208, hier jedoch nach den i-St erklärt). 

Dat. Lok. Sg. Im S.-kr. drang im XIV. und XV. Jhd. 
die Endung der a-St. auch zu den to-St: duH, bratije, lici (das 
jedoch auch lici sein könnte); jetzt hat das öak. solche Formen 
wie sveöe, granöice, duie (Nemaniö, II 30, 31, 37, 41; Leskien 
Afil. Phil. 5. S. 186), diaL auch sonst noch; die Schriftsprache 
hat t. 

Im Slov. ist jetzt bis auf geringe Ausnahmen allgemein ein 
i, das Oblak aus dem unbetonten e deutet (S. 177); im Kaj- 
Dial. ist e bei den a- wie auch io-St. Die Gutturale werden 
meist nicht mehr erweicht (Schriftsprache früher roci u. s. w., jetzt 
ohne Erweichung). 

Analog auch im Russ.: vh vet^se odeze (Min. 1095); m go^ 
spoze, m tbmtnice u. s. w. (Sobolevskij S. 179). Die Formen 
auf 4 der io-St sind im Weißr. und Khruß. (duii) erhalten, sel- 
tener dial. im Großr. Dieses hat regelrecht e: duie, so auch in 
der Schriftsprache. 

Aus dem Apoln.: na ziemie, w chwäe, w Syrye n. s. w. 
(Ealina S. 174). Jetzt nach der Schriftspr. nur ziemi, duszy, 
histarji u. s. w. 

Aus dem Aböhm. führt Gebauer (S. 209) an: v zieze (st 

3« 



36 

ziezi}, V Uj zemie u. 8. w. Allerdings könnte hier auch nur eine 
graphische Eigentümlichkeit vorliegen, doch in allen Fällen wohl 
kaum. 

Akkus. Sg. Merkwürdig sind im SIot. die dalektisch auf- 
tauchenden Akk. auf a: prida, ura, zena u. s. w. neben dem all- 
gemeinen (u) aus q. Oblak erklärt es durch den Übergang 
des in a (8. 184). Anders in R. z. B. dostoUb li muzu zena 
pustiti, wo es sich um den N. handelt (Sobolerskij S. 195). 

In Str. Sg. In bg. Denkm. kommt auch 9 vor: ^ ütinq 
(Lavrov S. 181); diese Endung ist wohl durch Eontraktion aus 
'Ojq entstanden. Das in as. Denkm. noch auftretende -oju (-eju) 
wurde zu -ou (-et«), woraus a^ (^) entstand und zwar schon in 
den ältesten Denkm.: lozovh, glavovb, volovb, so in der Kegel gegen 
bozijecb u. s. w. Aber schon zu Anfang des XIII. Jhd. wurde 
aus 0)f durch die Anlehnung an den Instr. der o-St ein -om: 
rekomh, svobodontt, volomb (Jagiö, Knjizevn. I S. 345, fiad. 14 
S. 198, Danidiö Istor. S. 37—38). Analog hat sich im slov. 
Kajdial. seit dem XVI. Jhd. ein -um entwickelt (neben -om); 
sonst ist im Slov. in der Mehrzahl der Dial. hier -0 (seltener 
daraus lautlich a), dann oj (worüber Oblak S. 186) und u. Die 
PrekmurSöina kennt auch -ov, das wir im S.-kr. gefunden haben 
(Oblak S. 191). Die Schriftspr. hat -0; ribo, roko, duio u. s. w. 

Auch dasKlruss. kennt Instr. auf -om (Ogonovskij S. 125, Smal- 
Stockij, AfBl. Phil. 8, S. 420); im großr. Dial. ist es selten. Auch in 
poln. Dial. kommt es vor: 'om, -um: r^om^ nogom, wo man nicht an 
einen lautlichen Prozeß denken kann (Ohlak, S. 190). Weiter in den 
mährisch-slovak. Dial. kozüm^ eeatum^ duhtm, pod jedlieüm^ allein hier ist - 
das -um einfach ein Reflex des benachbarten poln. n in ryhq n. s. w. 

Für die Formen des Duals findet man in den älteren Denkm. 
der einzelnen slav. Spr. Qoch überall Belege, z. B. N. Ä. as. noz^, 
nozi, 6. L. ruku, stranu; D. I. stranama, so auch im Ab. u. s. w. 
Im B. haben wir jetzt noch den G. L. rukou, nohou z. B. na 
rt4kau, na nohou, dial. rukouch nohonch unter dem Einfluß des 
Lok. PL 

Nom. Akk. Fl. Schon in vorhistorischer Zeit ist im S.-kr. 
wie im G. Sg. das auf dem ^ der /o-St beruhende e auch bei 
den a-St durchgedrungen. Dasselbe bemerken wir auch im Slov. 

Merkwürdig sind die im Böhm, auftretenden Nom. Fl. wie 
luka zu louka ^Wiese^, hrana, muka, dvirka, Hora u. s. w. (Ge- 
bauer, 4, 1, S. 178). Sie sind offenbar aus den Flur.-Formen 
lukdm, lukäch, lukatni abstrahiert, wie der kurze Stammvokal 



37 

(luka) deutlich dafür spricht Es bestanden Beziehungen zwischen 
den N. PL und dem D. L. L PI. (vgl. beim Neutr. D. L. I. PL 
auf arm, achh, -ami), aber auch umgekehrt (vgL auch bei den 
o-St 

Seltener sind bei den ta-St Formen nach den i-St (a-St) 
(?gl. ab. ve väi doli (Gebauer L c. S. 210). Im R. nach den 
a-St schon seit dem XIII. Jhd.: ovhcij ptici, duH (Sob. S. 180), 
hier ist es auch der A. PL, so auch jetzt noch. Im P. bleibt 
du^ze, ziemie u. s. w., aber die Mask. haben nach den o-St. t (y) 
oder owie: sludzy, sprawey, radcy und radcaune, poeci u. s. w. 

Genit. PL Die Quantitätsverhältnisse kamen oben zur 
Sprache. Wie bei den o-St taucht auch hier imS.-kr. der Gen. 
auf -ä auf und zwar vereinzelt schon im XIV. Jhd., später dann 
auch -oh. Wir haben den langen Vokal auf den Einfluß des 
G. der t-St zurückgeführt Es drang hier aber die Endung der 
t-St selbst auch durch und zwar zunächst bei den jo-St Als 
alte Belege führt Dani£iö jqnskupijej und zemle (aus zemlej) an 
(S. 84); aus dem XV. Jhd dann tisu6L Von da an auch bei 
den O-St, so im XV. Jhd. aspri^ musafi, besidi il s. w. Das 
zeigt uns deutlich, welch mächtigen Einfluß die G. der i-St aus- 
übten. 

Neben dem regelrechten G. taucht im Slov. auch in den 
wesa Dial. seit der Mitte des XVII. Jhd. die ö-Form auf (Ob- 
lak S. 192). Die Endung der t-St blieb auf eine sehr geringe 
Anzahl von Beispielen beschränkt, so im XVI. Jhd. sluzbi, be- 
sedi neben besed. 

Im Großr. sind Formen auf -ej bei i'o-St auch bekannt: 
sredej, pardej, junoäej u. s. w. Sobolevskij konstatiert sie im 
XVI.— XVIL Jhd. z. B. tysjadej (S. 177); ebenso auch im Klr. 
(Ogonovskij Stud S. 126, Smal-Stockij, AfsL Phil. 8, S. 422). 

Im Poln. bei den {a-St schon in den ältesten Denkm.: 
duszy, pracy; die Endung behauptet sich, wenn auch nicht all- 
gemein, bis jetzt (Ealina S. 188). 

Im Sorb. ist bei den ia-St auch 4: ns. sto mili, swini zu 
swinja, desgL os. rözi il s. w. (Mucke S. 375). Im allgemeinen 
hat der G. PL und Du. in beiden sorb. Dial. die alte Form so 
gut wie eingebüßt und -ow, bez. -owu angenommen (1. c. S. 356). 

Im Aböhm. behaupten sich zwar bei den /o-St noch die 
urspr. Formen (wie zem, köz il s. w.), aber sie sind schon in der 
Minderzahl; regelrecht sind schon Formen auf -/ (nach kostf): 



38 

büH yprocellarum', duäi u. 8. w. (Gebauer S. 210), seltener dann 
duHch (nach der pronom. und adjekt. Dekl.). Manchmal hat das 
-/ im Ab. auch bei den o-St Eingang gefunden: vrstvi, dann 
dial. koz{, misi u. s. w. (S. 180). 

Dat PI. In as. Denkm. noch -am, sogar noch im XVII. 
Jhd. (Daniöiö S. 98); Ende des XV. und Anfang des XVL 
und dann im XVII. Jhd. tritt dafür auch der Instr. ein: no- 
gami, zeljami, duiami. So ist auch umgekehrt der Dat für den 
Instr. eingetreten und seit dem XVI. (vereinzelt auch im XV. 
Jhd.) haben wir hier auch ^ama (S. 100). Es ist einfach der 
Instr. auf -ami, der nach dem Du. dvima, zenama u. s. w. zu 
-ama umgeformt und auch für den Dat. gebraucht wurde. Für 
den Lok. PI. trat dann, nachdem das -c& im Auslaute zu yer- 
klingen begann, der Dat ein, was auch hier schließlich den Zu- 
sammenfall des D. L I. PI. herbeiführte. 

Im Slov. kann man neben -am schon um die Mitte des 
XVI. Jhd. auch -om nach den o-St nachweisen und zwar bis 
Ende des XVII. Jhd.; dann yersch windet es gänzlich. Bei Trüber 
hält das 'Om dem -am das Gleichgewicht (Oblak S. 196). Diesem 
Einflüsse unterlag auch das Pron. pers.: nom, vom. Lange 
konnten sich diese Formen nicht behaupten, da das -om der o-St 
schon im XVLL Jhd. ganz verdrängt wurde. 

Auffallend ist es, daß hier auch im Poln. das -om zu An- 
fang des XVL Jhd. auftritt (Kaiina S. 190—92). Neben dem 
Einflüsse der o-St ist hier auch an die Aussprache des a (be- 
sonders vor dem m) zu denken (I S. 80). An das P. schließt 
sich dasKlruss. an (Ogonovskij, S. 126, Smal-Stockij Afsl. 
Phil. 8, S. 423). DiaL auch das Böhm.: kravom (Gebauer 
S. 181). Bei den ia-St kommt hier auch die Endung -ein (nach 
den t-St.) vor, hauptsächlich nach Sibilanten und zwar schon im 
Ab.: vdovicem, duäem, jetzt auch dial. duiem, ab und zu auch in 
der Schriftepr.: boufem u. s. w. (S. 212—13). 

Lok. PI. Im S.-kr. im XVII. Jhd. auch voda (st vodah)j 
im XVI. und XVII. vodam, rukami (Einfluß des Instr.) iL s. w. 
Dann fiel er mit dem D. und I. zusammen: zenama (vgl. auch 
beim D.). Nach den i-St zemleh, tmeh (XVI. Jhd. Daniöiö 
S. 139). Im Slov. ist -oA regelrecht bis jetzt, daneben aber 
schon in den ältesten Drucken eh, ih und dial. bis jetzt; ih ist 
wohl auf die t-St zurückzuführen und ih steht unter dem Ein- 
flüsse des N. Akk. H. auf -4 (Oblak S. 198-200). 



39 

Im Po In. bei a-St neben ach in der 2. Hälfte des XV. Jhd. 
nach den o-St. auch eck und behauptet sich noch im XVIL 
(jetzt noch bei Ländernamen): w robociech, w glowitch, w karciech, 
w Frusiech (Kaiina S. 195). Doch könnte es auch nach den 
jo-St. gebildet sein, da hier diese Formen unter dem Einflüsse 
der i-St besser zu deuten sind und schon zu Anfang des XV. 
Jhd. auftreten : po ziemiech, w pracech, na ptAszczech, w Niemcech 
u. s. w. (S. 196). 

Auch im Böhm, haben wir bei iii-St. ech (analog dem -em 
im D.) nach den f-St und zwar hauptsächlich wieder nach den 
Sibilanten: ab. v tvrzech, na tdicech, v zemech, v duseck u. s. w. 
Ab und zu auch in der Schriftsprache (Geb. S. 213 — 14). Dia- 
lektisch auch bei o-St 

Instr. PI. Im S.-kr. ami in den älteren Denkm. bis XVIL 
Jhd.; Ende des XV. und im XVI. Jhd. -am: besjedam u. s. w. 
aber gleichzeitig auch -ama (Dan. S. 124, Einfluß des Du.). Aus 
dem XVI. Jhd. schon eine große Anzahl von Belegen. Jetzt 
ist es in der Schriftsprache regelrecht. Der Einfluß der i-St ist 
hier äußerst selten, Daniöiö hat nur petmi, rukmi aus dem 
XVL Jhd. (8. 125). 

Im Slov. ist -ami bis ins XVIII. Jhd., in der Mitte des 
XVII. hie und da schon -am, so daß der I. mit dem D. zu- 
sammenliel. Im XVI. auch schon vereinzelt -m> (nach den t-St, 
Obkk, S. 200). 

-mi taucht teilweise auch im Klruss. auf (Smal-Stockij Afsl. 
PhiL 8, S. 424, Ogon. S. 127), dann in einzelnen nordgroßr. Dial. 
und im Weißr. auf. Die Formen auf -am sind im Nordgroßr. 
häufig und kommen auch im Weißr. vor (Obl. S. 202). 

Im Poln. taucht -mi im XVI. Jhd. auf, verliert sich aber 
im XVIII. (Kaiina S. 198-99). 

Im Böhm, erhielt der Instr. bei i'o-St infolge des Umlauts 
die Endung -emi, -emi (I 79). Unter dem Einfluß des Du. taucht 
auch vereinzelt -ama, -ema auf. Selten ist hier bei io-St. -mi 
(nach den t-St.), im Ab. dusmi, sviectni, kozmi (Geb. 214), dann 
-ma; noch seltener ist es bei a-St. Dagegen ist hier -y (nach 
den O-St.) etwas häufiger und zwar schon im Ab.: pölky^ miery 
u. s. w. (S. 182). 

Die a-St, welche männliche Personen bezeichnen, bekommen 
in den einzelnen slav. Sprachen in einer Reihe von Kasus En- 
dungen, die dem jeweiligen Haupttypus des Mask. eigen sind. 



40 

Über die Vokative derartiger Worte, die als Eigennamen 
und Kosenamen figurieren, vgl. I S. 401. 

Akzentverhältnisse. Für das Urslav. müssen wir hier 
zunächst zwei Akzenttypen voraussetzen, was wohl auf ursprach- 
liche Zustände zurückgehen mag, und zwar I) endbetonte und 
II) stammbetonte a-St Das a selbst erschien in einer Reihe von 
Kasus als eine Länge mit steigender (gestoß.) Inton. vgl. mon- 
tenegr. kraväma (Vuk hravama) gegen nogama (vgl. I S. 193). 
IJber ia vgl. weiter unten. 

I) Wir haben zwei Arten von urslav. Oxytona: 1) ursprach- 
liche, 2) durch Akzentverschiebung auf slav. Boden entstandene 
(I S. 197). Sie sind nicht immer leicht auseinander zu halten. 
Ist der Akk. Sg. auch endbetont, so handelt es sich wol immer 
um ein urspr. Oxytonon, weil dieser Kasus unter dem Eünflusse 
der f-St. immer die Tendenz zur Stammbetonung hatte, so daß 
diese ihre ursprünglichen Grenzen weit überschritt. So haben 
wir mit kurzem Stammvokal r. blochd, Akk. blochü, lit. Uusä 
(lit Akk. sekundär nach den t-St stammbetont); zend, zenü; 
vdovd, vdovü u. s. w. 

Mit langem Stammvok.: r. travd-travü (s. trdvu); chvald- 
chvalü (s. hvdlu)\ bedd-bedü (s. bijidu); svecd-svddü (s. svißöu); 
rekd-rekü (n. reku), s. rißku; zvizdd^zvezdu (s. zvijizdu); borozdd- 
borozdü (s. brdzdu) vgl. I S. 207. 

Aber auch stammbetonte Akkusative bei Endbetonung im 
N.Sg. gehören mitunter den urspr. Oxytona an. So insbesondere 
jene, deren Stammvokal eine steig. Int hatte, z. B. r. golovd, lit. 
gcdvhf Akk. r. gölovu, s. glävu, lit. aber gdlvq. Diese Betonung 
im Akk. ist in beiden Sprachen sekundär unter dem Einflüsse 
der stammbetonten Akkusative der fem. t-St: im Slav. fallend 
(r. gölovu, s. glävu), weil hier die t-St. vorwiegend so betont waren. 
Diese Akzentverschiebung erstreckte sich hier auch auf den PL: 
r. gölovy, <Sak. glävi, Stok. gläve. 

Doch auch die urspr. Oxytona bleiben sonst auch nicht durch- 
wegs endbetont Sie ziehen entweder im ganzen Plur. den Ton 
zurück, z. B. r. zend-zenü, aber PI. zeny, zem, zenatm u. s.w.; 
strild'Strelü s. strißla, aber PI. sträg s. strljde, strelatm u. s. w. 
— oder nur im Nom. (event. = Akk.) PI.: r. vdovd-vdovü, aber 
PI. N. vdövy; volnd, aber völny ,Wellen'; zvezdd-zvezdy; kozd- 
közy (aufgezählt werden diese Worte z. B. bei Abicht, S. 38 
§ 150 b). Man wird hier wohl slav. Neuerungen sehen müssen, 



41 

denn es handelte sich darum, den PI. vom Sg. — so insbes. bei 
den Formen auf -y — zu scheiden. 

2) Die auf slav. Boden entstandenen Oxytona sind oben 
I S. 197 f. behandelt worden. Daß sie im Akk. Sg. stammbetont 
bleiben und zwar sowohl im Lit als auch im Slav. (vgl. lit. rafikq, 
r. ruku, s. rüku und r. gdru zu gord) ist nur durch den Einfluß 
der stammbetonten Äkkusative der t-St. zu erklären (vgl. oben 
Akk. r. gölavu, s. glävu). Einzelne von diesen stammbetonten 
Akk. mögen jedoch auch ursprachlichen Oxytonis angehören. Da- 
gegen ist r. G. Sg. ruki gegen lit rafkkos nach dem N. Sg. ruM 
entstanden. Mit kurzem Stammvokal: r. kosä, Q. kosji, aber A. 
kösu, PI. kösy, kösatm. 

II) Stammbetonte o-St sind aus begreiflichen Gründen na- 
mentlich dann gesichert, wenn die Stammsilbe lang war und eine 
steig. Int hatte, wie z. B. r. lipa, s. tlpa, b. Upa, 1. lepa. 

Die stammbetonten o-St scheinen ursprachlich den Ton ge- 
wechselt zu haben, vgl. lit mergh (aus fnerga), dagegen G. mergds, 
womit man fiia^ ^log vergleicht Das Slav. scheint hier kein ver- 
läßliches Material zu bieten. 

Das ursprüngliche is (im Slav. als ia) hatte eine geschleifte 
Lit (vgl. lit garbe ,Ehre'), so daß hier keine Akzentverschiebung 
unter den bekannten Bedingungen eintrat (vgl. I S. 197 unten). 

Hier sind auch die urslav. »/a-St zu beachten ; das tia führte 
durch Kontraktion zu einem neuerlichen langen a, was auf Ak- 
zent- und Quantitätsverhältnisse einen Einfluß ausübte, indem 
nebstbei auch das ia darnach vielfach lang geworden ist (vgl. I 
S. 231 und S. 242, 4). 

3) Die i-Stämme. 

Vgl I S. 478—485. Es sind MaskuUna und Feminina, unter 
diesen gibt es häufig KoUektiva (I S. 479—80). Die Dekl. der 
Mask. wich nur in zwei Kasus von der der Fem. ab. Hier kann 
das aksl. Paradigma auch für das Urslav. gelten: pqtb ,Weg^ und 
koHb ,Knochen^ Wegen der zahlreichen Berührungen ist auch 
das lit Paradigma: naktls aksl. nasth beigegeben. 
a) Mask. ß) Fem. 

Sg. N. i)qtb kosth vgl. lit ftakt)8 

G. pqti ko8ti „ naktes 

D. pqti kosti „ (näktiai) 

A. pqtb kosth „ näkt^ 



1. ut. 


(ndktyh) 


n 


(naktimX) 


u 


naktl 


)i 


(naktim) 


n 


näfctf/8 


>j 


naktiü 


» 


naktltns 


?> 


naktis 


w 


(naktysü) 


}» 


naktimls. 



42 

V. pqti kosti 

I. pqftmt kosttjq 

Du, N.A.Y. pqti kosti 

Q-.L. pqttju kosthju 

D. I. pqthma kosthma 

PI. N. V. p(^tfje kosti 

G. pqthi (pqthj) kosthi (kosttj) 
D. pc^htm kostttm 

A. pqti kosti 

L. pqthchh kosthch^ 

I. pqttmi kosttmi 

Die Kasussuffixe wurden oben im allgemeinen Teile erklärt, 
a) Maskulina. Schon im Aksl. bemerken wir den Über- 
gang dieser St. teils zu den o-St, teils zu den jfo-St, so z. B. 
gospodh, G. neben gospodi auch gospoda und gospodja u. s. w.; 
ebenso auch G. zvirja, ognja u. s. w. (vgl Verf. Aksl. Gr. S. 166). 
In den einzelnen slav. Spr. mußte dann dieser Prozeß, als die 
Halbvokale im Auslaute verstummten, noch mehr um sich greifen. 
Dort, wo der vorhergehende Kons, durch das t erweicht worden 
war, wurde der Übergang zu den ib-St. angebahnt, sonst zu den 
o-St In mittelbg. Denkm. G. pqtja, pata, gospoda (-dja) vgl. 
Lavrov, Obz. S. 127. Zahlreiche Belege der alten Dekl. sind 
hier allerdings noch zu finden. Das gilt auch von den as. Denkm. 
(vgl. Daniöiö, S. 17, 25 u. s. w.), daneben aber auch schon überall 
Formen nach den o-St. 

Im Slov. konstatiert Oblak (S. 207) bei gospod noch bis 
ins XYI., ja vielleicht sogar bis ins XYU. Jhd. in einigen Kasus 
ganz konsequent die alten Formen der /-St., wa^ er (wenigstens 
für die 2. Hälfte des XVII. Jhd. gewiß) für eine ksl. Tradition 
hält Sonst sind die Überreste im XVI. und XVII. Jhd. sehr 
selten und heutzutage sind sie verloren gegangen bis auf den I. 
8g. in der Wendung tem potem (S. 210). 

Wegen der Erweichung des Kons, fand im Kuss. der Über- 
gang zu den lO-St statt und zwar ist er sehr alt. In den Denkm. 
des XTTI.— -XIV. Jhd. sind die alten Formen selten (sie be- 
schränken sich meist auf gostt, ttstt, zjatt, putt). Im PI. be- 
hauptete sich vor allem ihr G. (gosttj, gostij, gostej) und I. go- 
sttmi. Diese Formen wirkten auch umgekehrt auf die ib-St: 
rüblij u. s. w., knjazmi u. s. w., wie wir oben sahen (Sobolevskij 
S. 173). 



43 

Im Poln. sind sie alle ib-St geworden (Kali na S. 204). 

Im Sorb. weist der PL noch vielfach Formen der t-St. auf. So 
insbesondere N. PI. os. ludxo (ludze\ ns. luie (aksl. Ijudbje); G. os. luüzi, 
ns. luzi; D. 08. ludiom, ns. luzom {luiam\ A. os. ludzi^ ns. luzi (neu luze\ 
L. OS. ludzoehf ns. luzoeh (luzaeh)^ I. im Anschluß an den Akk. os. Zu- 
dzimif ns. luzimi. Vgl. auch noch N. A. V. os. koibje, ns. gSUJe, seltener 
g6i^, meist g6$6i (eig. A.). Bei Mucke, S. 333 f. noch andere Formen. 

Im Aböhm. haben wir noch zahlreiche Belege der t-Dekl., 
wenn sich auch schon der Einfluß der /o- und später der o-St. 
geltend macht; so finden wir den 6. A. 8viho hoste Pass. 476; 
hosti svSho staviti Kn. Rozmb. 232; kmete pohoniti ib. 56, dial. 
noch hosla (mähr.), hoslem J§b't. Op. 35; A. PI. hogti Ol. Sap. 
19. 13. Im N. PL war hostie, Ijudie, dann aber auch -i: kmetS 
En. Rozmb. 34, was einfach durch den Schwund der Jotation, 
nicht durch den Einfluß der Nom. wie zemani u. dgl. zu erklären 
ist Unrichtig ist auch Gebauers Ansicht, daß das t geschwunden 
wäre, ohne den vorhergehenden Kons, erweicht zu haben (S. 342): 
es gab zunächst Formen wie hosi, Fem. kosi, was sich jetzt noch 
dial. erhalten hat, vielfach trat hier erst später eine Verhär- 
tung ein. 

b) Feminina. 

Die im Ahöhm. vorkommenden N. Sg. wie radoitij miloiti (auch 
in den Prager glag. Fragm. k^zni), in mähr. Liedern noch »mrti, sind ur- 
sprüngliche Vokative, die zu Nominativen geworden sind, wie es auch 
bei Personennamen beobachtet werden kann; so die Personcnnamen auf 
(vgl. oben S. 40 und Verf. püvodu Kijevskych listu ... S. 63, 65). 
Solche Formen scheinen auch dem Apoln. nicht fremd gewesen zu sein. 
Kaiina zitiert radosezy^ milosczy und meint, das y wäre nur ein Er- 
weichungszeichen ffir radoic, miloic (S. 206), was kaum richtig sein dürfte. 

Im aUgemeinen muß bemerkt werden, daß sich die Dekl. 
dieser Stämme besser erhalten hat; nur im PI. findet eine inten- 
sivere Anlehnung an die a-St und zwar insbesondere im D. L. I 
statt. 

Im G. PI. finden wir Formen nach den a-8t: im S.-kr. 
z. B. gwal, piaan (Dani£iö S. 87) und im 81 ov. schon in der 
Mitte des XVI. Jhd. z. £. stvar. Die meisten älteren slov. 
Gramm, machen einen Unterschied, es bleibt der alte G. dann, 
wenn das Sufif. betont ist: pedi, sonst nach den a-St An das -i 
kann dann auch unter dem Einfluß des Pron. und des best. Adj. 
ein h antreten (Obl. S. 214), welchen Vorgang wir auch im 
S.-kr. bemerken. 

Im Sorb. ist hier wie auch sonst die Endung -ow, aber es 



44 

haben sich noch alte Überreste erhalten, so z. B. ns. do mysli 
,in die Gedanken', gromadka kösöi, os. hromada kosöi, wyH äol- 
6ina ,Mäu8e. Vogtin' (Mucke, S. 356 u- 358). Im Dat PI. sind 
im S.-kr. Formen wie riöanif stvaram (XVI — XVII Jhd.) selten 
(Dan. S. 101), häufiger im Slov. (Dalmatin: zapuvidam)^ dann 
haben wir hier Formen auf -om: stvarom, weil das -om auch bei 
den a-St aufgetreten wai* (ygl. oben). Im Russ. sind Formen 
auf atm, wie wir sahen, jetzt regelrecht; ebenso im Kl russ. 
(OgonoYskij St S. 126; Smal-Stockij A&lPhil. 8, S. 431) 
und im Weißruss. (Karskij S. 123). Im Poln. sind sie schon 
in den ältesten Denk, dominierend, bis sie im Laufe des XVII. 
Jhd. von den Neubildungen auf -am verdrängt wurden (Kai. 
S. 219). Jetzt: ko4cmn, rzeczom. 

Mit dem P. stimmt auch das Sorb. insofern überein, als 
hier in beiden Sprachen in einer vor den ältesten Quellen liegenden 
Zeit -am durchdrang; analog im L. u. L: ns. kösöam, kösSach, 
kösöami (Mucke, S. 357). 

Im Böhm, konnte hier dagegen das dm nicht aufkommen, 
wir finden es nur in einigen östl. Dial. (Geb. S. 347), dann ins- 
besondere im Slovak. (Hattala S. 196); dagegen war im Ab. 
iem, {m, in L. iech, kh u. im I. emi, emi nach den i<i-St. Ana- 
log verhält es sich auch im Lok. PI. Im S.-kr. sind wieder 
Formen auf -ah selten (Dan. S. 143), häufiger im Slov. (Obl. 
8. 216); den auf -ih ausgehenden Formen wurde der N. A. zu 
Grunde gelegt; regelrecht sind die -acÄ-Formen im Russ., im 
Poln. (hier schon in den ältesten Denkm., Kaiina S. 219), jetzt 
auch noch so: w kaäciach, rzeczach; ebenso auch im Sorb. wie 
schon erwähnt. 

Auch im Instr. PI. sind im S.-kr. Formen auf -amt selten 
(Dan. S. 128) —jetzt im D. L. I. stvärima — , im Slov. dagegen 
neben -m» schon seit dem XVI. Jhd. (Obl. S. 218). Daneben 
auch auf -f : stvari, offenbar nach den o-St. (vgl. auch im Ab., 
Oblak, S. 219 teilweise anders). Im Russ., Poln. iL Sorb. ist 
dagegen -ami allgemein, nur in einigen p. Formen hat sich -mi 
erhalten: kaidmi, diannii, niömi u. s. w. Im Böhm, wieder nur 
in den östl. Dial. Mit den dial. Formen wie kastima sind die 
slov. Lok. auf -ih zu vergleichen. Schon im Ab. sind auch Instr. 
wie kasti, nemaci, reöi u. s. w. (Gebauer, S. 349) nach den io-St 
(vgl. slov. stvari). 

Im Du. haben sich noch Überreste alter t-St. erhalten in 



45 

N. Ä. V. odi, usi, G. L. ociju, uHju {-hju), D. I. o<^ima, usima 
zu akd. oko, ocese ,Auge% vgl. lit. akis, -h f. und ucho, ustse 
jOhr*, lit ausis, -es f. (vgl. oben S, 7)^; o^ima, usima ist durch 
Anschluß an oci, uAi entstanden (st octma, uM^tna). 

Akzentverhältnisse. Nom. Sg. Wenn wir auch im 
Lit zahlreiche stammbetonte Worte wie änis, sötis, v^is, zlrnis, 
elksnis, sykis u. s. w. haben, so zeigt sich hier doch die Neigung 
zur Endbetonung: ngnis, szirdis, mnis, vUnls, it^sis, invls, iverls 
u. s. w.; vgl. auch ai. matif (neben nuUif). Im Slav. wurden 
jedoch ÜAst alle Nom. unter dem Einfluß des Akk., mit dem sie 
lautlich zusammenfielen, stammbetont, nebstbei bekamen zwei- 
silbige Worte mit langem Stammvokal bis auf geringe Ausnahmen 
eine fallende (geschleifte) Int und dieser unterlagen im Südslav. 
selbst auch kurze Vokale: slov. ped, peöi, §tok. p€6 ,Ofen*, u. s. w. 
(vgl. I, S. 210 und BB. 30, 8. 123 f.). Der Akz. des N. ist jetzt 
häufig auch für die anderen Kasus maßgebend. 

Gen. Sg. war endbetont: lit nakies, öak. noch pedi neben 
I)€ci, räz, g. razi neben räzi ,Roggen'; vgl. r. ishoni. Man faßt 
auch r. desjati, lit deszimtes zu disjatb, lit. d^zimUs so auf; so 
auch pjatL Vgl. beim Mask. r. puH zu puth jWeg*, Stok. püt, 
g. püta (Dekl. geändert, Ton ist geblieben), analog r. gvozdh, 
gvozdjd ,Nagel^ Im allgemeinen drang hier jedoch die Stamm- 
betonung sekundär durch, wohl um den G. von L. Sg. besser zu 
differenzieren. 

Der Dat. Sg. bildete jedenfalls — wenigstens beim Fem. — 
einen Gegensatz zum Lok. und stand infolge dessen auch unter 
dem Einflüsse des D. der a-St z. B. §tok. rüci gegen Lok. öak. 
rucl (I, S. 385 Anm. und S. 61), so daß hier die Stammbetonung 
wahrscheinlich ist 

Der Akk. Sg. war urspriingUch stammbetont, vgl. lit näkt\, 
szh'df, nösf u. s. w., ai. mdtim. Diese Betonung beeinflußte im 
Slav., wie schon erwähnt, auch den N., nebstbei entwickelte sich 
der Akzent zu einem fallenden. 

Der Vok. Sg. hat wohl kaum eine einheitüche Betonung 
gehabt 

Der Lok. Sg. war in bestimmten Fällen wegen der Akzent- 
verschiebung endbetont, was dann vielfach verallgemeinert wurde: 
s. pi6i zu pec, nöci zu nJJ, cästi zu cäst, lazi zu Wi, vldsdi zu 



1. Beim Dual (allgem. Teil). 




47 

VL ^$^ ffitm ]it süniitna D\x,D.I. symma 
n ^y«y ?, sünus 
», siftiove 

n Bpihdiz „ sünüsi 
sifmmi „ sanumls. 
l^)rh Kasus ist oben gegeben. 
'«Meü diese St mit den o-St zusammen 
uuf spärliche Überreste in einzelnen 
LI auf. Doch haben aber auch die 
larh die Endungen der «-St angenommen, 
insbesondere folgende Kasus: G. Sg. -u 
-mi st ti; L. Sg. -u st. -e; L Sg. -»m» 
der u-St kann in den aksl. Denkm. ge- 
belegt werden. Im Westslav. und im 
O'St nur das -ztnh festgesetzt; imN. PI. 
1 1. PL -öi^, bez. -«?» st 9; D. PI. '^m^ st 
n Äeutr,; Ij* PI. -zchz (bez. daraus ''Och^) st 

M. ist auch ein aus dem N. PI. erschlossenes 

gt!legt worden, also im D. PI. -ovorm, A. PI. 

n tL s. w. Aber schon im Aksl. werden die 

■Um O'St dekliniert (vgl. Scholvin Afsl. Phil. 

■ n41): G. 8g. syna, D. synu u. s. w. 

'A'.il Dial. finden wir noch den D. Sg. auf -ori 

8. 133); auch bei den o-St 

kn hat sich noch am ehesten der D. auf -ovi 

■.^4i. 8. 20); der Vok. sinu behauptet sich bis Ende 

Jbd.j daneben seit Anfang .des XVII. Jhd. sine 

i>m. PL smove noch in der ersten Hälfte des XVI. 

ychon im XIV. Jhd. finden wir die Kontaminations- 

wi : sinom u. and. (S. 59), was übrigens auch schon 

u aksl. Denkm. auftaucht Der G. Sg. auf -u kommt 

lÄWiU noch im XV. Jhd. vor, aber es sind Texte, die aus 

iKsL hervorgingen (S. 14). Auch der N. A. Du. ist im As. 

belegt: polh volif daneben auch schon sina, pola (Dan. 

!1), 

Bezuglich des Slov. konstatiert Oblak, daß sich die Reste 
ti-DekL bei den o*8t bedeutend stärker erhalten haben als 
den übrigen slav. Spr. tind das Gefühl für die ii-Dekl. wäre, 
nirnigi^teris bei einigen Hubgt. {i^ym), noch im XVI. Jhd. nicht 




46 

vläsf, rtßöi zu rljed, öak. no6l zu nd6, roH zu räe soll zu «o/; 
russ. v^ grjazi ^m Schmutz-, r» rfaZ/ ,in der Ferne* u. s. w. (bei 
Fraep. vh, naf seltener bei pri). Reflexe der ehemaligen End- 
betonung gibt es auch im Slov. 

Für den Instr. Sg. läßt sich keine allgemeine Regel ge- 
winnen. 

Nom. Akk. Vok. Du. war stammbetont: szirdi und da das 
i eine gestoßene Länge repräsentiert, so mußte der Akz. in den 
bekannten Fällen verschoben werden: lit ati, r. schon abweichend 
6öi, üH. 

Nom. IL Akk. PL f. war stammbetont: r. kösti, slddosti, 
ndvosH, £ak. kosti u. s. w., vgl. auch lit szlrdis (N. szlrdys) gegen 
N. Sg. szirdls. Weiter der Akk. r. Ijüdi. 

Gen. Fl. weist Endbetonung auf: lit. szirdzü, awiü, r. kostij, 
novostij, vescSj, laäadij, senij zu seni ,Hausflur^, Ijud^j u. s. w. 
(vgl. Abicht, S. 54—55); ätok. stvdn zu N. PI. stvari, Ijudl zu 
Ijudi; vgl. auch oben den slov. 6. pedi. 

Dat PI. war endbetont: lit szirdlms, avlnts, r. eine andere 
Endung, aber der Akz. ist geblieben: kostfärm, navostjärm, ves- 
Mfm, loäadjdim, senjdtm u. s. w. So auch der Lok. PI. r. kost- 
jdchz, novostßch^, veicdchz u. s. w., wie auch der Instr. PI. r. 
Ijudbtni, vgl. lit avimls, szirdimis, beim Fem. ist aber -dmi ent- 
sprechend dem dfm und dch^ : r. kostjdmi, novostjdmi, veäöömi, 
senjdmi iL s. w., £ak. koäSämi, stok. stvdrima, Ijüdima (auch als 
D. u. L.). 

Allerdings gibt es daneben sowohl im Lit als auch im Slav. 
stammbetonte Worte, die den Akzent nicht oder nur teilweise 
ändern: lit nisis ,Nase', r. slädostt, ziznt, vh Hzni, myslh, vgl. 
auch Stok. zver zveri, r. zpin>, zverja, aber vom G. PL an: zvirif 
und so dann weiter; ebenso gostij. 

4) Die ti-Stämme. 

Die ti-St werden I, S. 485—87 angeführt. Im Slav. sind 
€8 nur Mascuhna. Auch hier können wir vom aksl. Paradigma 
ausgehen; nur zwei Kasus, die hier mit * bezeichnet sind, können 
im Aksl. nicht belegt werden, müssen aber fürs Urslav. angesetzt 
werden. Innigere Berührungen gibt es auch hier mit dem Lit. 
Sg.N. sym, lit sünüs PL synove, lit sünös Du.N.A. V. ayny, 

lit 8ünu. 
G. synu „ sünaüs „ synot^ „ (sunü) „ G.L. synovu 



47 

D. Sjfnovi lit sunui PL ^si/uhfm lit sünüms Du.D.Lsynsma 

A. sym „ süntf ,, syny ., siinus 

V. synu „ siluail „ synove 

L. «ynu ,, (sünüji) „ symchz „ sünüsi 

I. *8ymfnif „ silnumi „ symmi „ sünutnis. 
Die Erklärung der einzelnen Kasus ist oben gegeben. 
Im N. u. A. Sg. fielen diese St mit den o-St zusammen 
und daher gingen sie bis auf spärliche Überreste in einzelnen 
slav. Sprachen in denselben auf. Doch haben aber auch die 
0'8t, wie wir sahen, vielfach die Endungen der «-St angenommen. 
Schon im Aksl. sind es insbesondere folgende Kasus: G. Sg. -u 
st (i; D. Sg. -ovi, bez. -m st «; L. Sg. -n st. -^; I. Sg. -»tw» 
st -omb und das '^mb der «-St kann in den aksl. Denkm. ge- 
rade nur bei den o-St. belegt werden. Im Westslay. und im 
H. hat sich hier bei den o-St nur das '^mh festgesetzt; imN.PL 
-ove, bez. -eve st. -i; G. PI. -orz, bez. -er* st »; D. PL -ztm st 
^om^, so insb. beim Neutr.; L. PL ^^€h^ (bez. daraus '^ochz) st 
dchz; I. PL -»iwi st -//. 

In späteren Denkm. ist auch ein aus dem N. PL erschlossenes 
Thema zu Grunde gelegt worden, also im D. PL -ovomz, A. PL 
-ory; L. PL -ovechz u. s. w. Aber schon im Aksl. werden die 
fi-St häufig nach den o-St dekliniert (vgL Scholvin AfsL PhiL 
2, S. 510—12 und 641): G. Sg. syna, D. synu u. s. w. 

In den maked. Dial. finden wir noch den D. Sg. auf -ori 
(Lavrov, Obz. S. 133); auch bei den o-St 

Im Serbo-kr. hat sich noch am ehesten der D. auf -ovi 
erhalten (Dan. S. 20); der Vok. sinu behauptet sich bis Ende 
des Xyil. Jhd., daneben seit Anfang .des XVII. Jhd. sine 
(S. 30). Nom. PL smove noch in der ersten Hälfte des XVI. 
Jhd.y aber schon im XIV. Jhd. finden wir die Kontaminations- 
form auf "Ovi : sinovi u. and. (S. 59), was übrigens auch schon 
in einzelnen aksL Denkm. auftaucht. Der G. Sg. auf •« kommt 
hier zwar noch im XV. Jhd. vor, aber es sind Texte, die aus 
dem KsL hervorgingen (S. 14). Auch der N. A. Du. ist im As. 
noch belegt: polh voli, daneben auch schon aina, pola (Dan. 
S. 221). 

Bezüglich des Slov. konstatiert Oblak, daß sich die Reste 
der u-DekL bei den o-St bedeutend stärker erhalten haben als 
in den übrigen slav. Spr. und das Gefühl fUr die ti-Dekl. wäre, 
wenigstens bei einigen »Subst. {sym)^ noch im XVI. Jhd. nicht 



48 

ganz geschwunden (S. 205). Bei den o-St äußert sich ihr Ein- 
fluß in den schon erwähnten Fällen: im 6. S. bei den männ- 
lichen, einsilbigen o-St kommt ein u vor und die Worte be- 
kommen eine fallende Int; im D. Sg. -ovi ebenfalls bei Mono- 
syllabis; im L. S. -u bei allen Subst ohne Unterschied des Wort- 
umfangs; im N. Fl. -ove hauptsächlich bei Monosyll.; im G. Fl. 
'Ov ganz allgemein; im Akk. Du. ist -i vorhanden. Dazu kommt, 
daß es viele Easus gibt, deren Stamm durch -or- der ti-St. er- 
wdtert werden kann. So der G. A. Sg. auf -ava; D. Sg. auf 
-ovu; Lok. Sg. auf -ovu, ovi; I. Sg. auf -ovom, 'Ovam; N. Fl. 
-ori (vgl. im S.-kr. und im Aksl.); D. Fl. -^wam, ovam; A. Fl. 
'Ove; L. FL -ovih, -ovah, -oveh; I. H. auf -otwit, ovam; N. A. Du. 
'Ova. Diese Erweiterung beschrankt sich auf einsilb. Subst, 
welche dann auch fallend betont sind. 

Im Russ. sind alle «-St zu den o-St. übergegangen, es hat 
kein «-St. seine Dekl. bewahrt Dafür wdsen die o-St einzelne 
Endungen der «-St auf, wie z. B. G. Sg. auf -ti bei Unbelebten: 
Itnu, hohu etc. (vgl. oben und Sobolevskij S. 168 — 172); bezügl. 
des Klr. Smal-Stockij Afsl. Fhil. 8, S. 426. 

Im Foln. kommt der G. Sg. syna schon in den ältesten 
Denkm. vor, in D. Sg. synu, domu, aber bei den o-St kommt 
-0171 auch schon in jenen Denkm. vor (Kai. S. 47—50). Dialek- 
tisch kommt koAoi vor aus konoui (Schwund des u) und daran 
wurde neuerdings das dativische -u gefügt: koAoju, oicoiu (vgl. 
im Slov. 'Ovu, anders Folanski, Die Labial. S. 39). Im Lok. 
behauptet sich dagegen das -ii bis Anfang des XVI. Jhd., wo 
dann -^ hier eindringt: synie, domie. Im L. Fl. in den älteren 
Denkm. noch •ach, früher schon auch ech; dann macht sich auch 
-ach geltend (Anf. des XVI— XVIL Jhd.). Im L Fl. finden wir 
in den ältesten Denk, -y und -mt; zu Anfang des XVI. Jhd. 
auch schon -ami (Kai. S. 228—30). 

Im Sorb. ist bei den unbelebten m. o-St meist u, von den 
u-St selbst hat sich domu, z polu (spoiu), mjodu (tnjedu) erhalten, 
dagegen: syna, wola. Im D. Sg. ist im Ns. aus dem auch bei 
|b-St vorkommenden -owi ein -o^i, -ot, -oji, -oj entstanden, daraus 
durch neuerliche Anfügung des -« (vgl. Foln.) ein '0ju\ jetzt 
kommt -«, -ej^j und -q/ii vor (Mucke S. 164), im Ns. mitunter 
auch beim Neutr. Im Os. wird aus -owi wegen t ein ewi, woraus 
eji, ej (ib. S. 312 Zus.). Im L. Sg. bei m. u. n. io-St regel- 
recht u, mitunter auch bei o-St; alt ist noch synu, mjodu (os. 



49 

mjedu)y pobi; dagegen os. fccle (n& wüe)j os. n& domje. Im 
G. FI. ist beim Mask. -ow im Sorb. allgemein und es dringt auch 
stark in die Dekl. des Neutr. u. Fem. Desgleichen im G. Du. 
OS. ovo, ns. otcu. 

Das Aböhm. zeigt, daß die Dekl. der o- u. ii-St bis Mitte 
des XlV. Jhd. in vielen Kasus noch auseinander gehalten wurde 
(vgl. bei Geb. S. 323—34). Hier ist auch noch der urspr. Akk. 
Sg. syn belegt (bei den u-St behauptet er sich nämlich länger 
als bei den o-St). Über doma ^ Hause' vgl oben S. 5. 

Quantitäts- und Akzentverhältnisse. Vor den plu- 
ralischen zweisilb. Endungen mit -or- werden I&ngen verkürzt: 
s. dial. slfiavi, krcUjevi, grädavi, südovi, also wie vor Längen (vgl. 
I, S. 212). 

Der Akzent ist hier analog wie bei den t-St : im N. Sg. war 
urspriingUch die Neigung zur Endbetonung: lit süniis, dangüs, 
im Slav. ist aber der Akk. Sg. maßgebend gewesen. Oen. Sg. 
war endbetont: Ut. sünaüs, dangaüs, ai. sttnöi, aber im Slav. ist 
auch hier meist die Stammbetonung durchgedrungen, um den G. 
vom L. Sg. besser zu differenzieren (vgl. oben den G. r. pud^ 
vösku S. 12. Nur wenn das Wort (im N. endbetont ist, so 
bleibt es auch im G. so: stdkdfidikb dajkü zu do^). Vgl. auch 
oikazäth komü oth dömu flem. sein Haus verbieten'; iz^ domu 
(aber na damü, vh domü s. beim Lok.); i^^ jxUu od. fspolu ,zur 
Hälfte, halb'; m rjdda ,aus der Reihe', srjddu, Pedersen 
meint, daß sich in polü zu poh der alte Akz. erhalten] habe 
(EZ. 38, S. 362); danach wäre auch der D. polü entstanden. 
Der D. auf -ovi brauchte nicht akzentuell von einen anderen 
Kasus, speziell dem Lok., differenziert zu werden, wohl aber, wenn 
er die Endungen -u annahm : kb vfrchu, Ja nizu, dilu. Der A. Sg. 
war stammbetont: lit. daflgif, süntf, im Slav. war es dann für den 
N. Sg. und für die meisten anderen Kasus maßgebend. Lok. 
Sg. war endbetont wie bei den t-St: r. vb domü, auch bei den 
o-St.: OT adti (vgl. oben S. 13). 

Nom. Akk. Yok. Du. mit dem aus einem langen und ge- 
stoßenen ü hervorgegangenen y mußte in best Fällen eine Ak- 
zentverschiebung aufweisen: dangü, sonst sünu. Nom. PI. war 
stanunbetont: s. slnovi, vgl. auch kraljevi, grädovi u. s. w., r. ksl. 
»ynove. Im R. konmit auch der Akk. syny als Nom. vor z. B. 
syti^ otUestva, aber die Endbetonung ist sekundär unter dem 
Einfluß des G. synivb als Akk. (vgl. auch synovhjd): urspr. war 

VoBdr&lr, Vgl. dar. Otmub. U. 4 



50 

hier gewiß syny (so auch noch in der Idrchl. Spr.). Gen. PI. war 
endbetont: r. 8yn6vb, domövh, vgl. lit dangü, sänü. Vielfach 
blieb diese Endung auch bei den o-St. betont: hogöm zu bögi; 
bisöm — hesy; volkdm — vöUci; gromivz — grömy u. s. w. (vgl. 
bei Abicht S. 52, § 178), Das s. 8in6va würde dafür sprechen, 
daß urspr. sogar das ^ betont war. Der A. PI. war stammbe- 
tont, vgl. Ut. 8Ünu8 {dangüs mit sekundärer Akzentverschiebung), 
slav. also urspr. syny (vgl. beim N. PL). 

Analog wie bei den i-St hat es wohl auch solche u-St ge- 
geben, die die Anfangsbetonung behielten. 

6) Die tz-Stämme. 

Sie werden I, S. 487 — 89 behandelt Als Paradigma svekry 
jSchwiegermutter'. Jene Formen, die im Aksl. nicht belegt sind, 
die aber für das Urslav. anzusetzen sind und die sonst belegt 
werden können, sind mit * versehen. 

Sg. N. svekry PI. N. *svehrhve, aksl. svekrtvi 

G. svdcThve vsekrtvz 

D. svekrbvi svekrzvatm (*svekt^vhtm) 

A. (svekry), svekrbvh svekrhvi 

V. svekrbvi 

L. svekrhve svekrhvachz {^ svekrbvhchz) 

I. svekrbvhjq ^scekrzvami (svekrzvtmi). 

Dual. N. A. {svekt^vi). 

Neben dem Aksl. hat sich ein N. Sg. auf -y nur im Ar. 
erhalten und bei kry im Ap. (Krynski S. 105), in der Mehr- 
zahl der slov. Dial. kri und im öak. (Aksl. nur knvb). Der im 
Ar. neben ctrbky, svekry vorkommende N. cerkvi (Sobol. S. 212) 
ist aus cerky, cerki und cerkv- der anderen Kasus entstanden. 
Auch in S.-kr. des XIV Jhd. crtkvi und crikvy (Dan. S. 13), 
selten im As. crH, Ijubi. 

Der alte Akk. hat sich nur in der Phrase priljuby dijati, 
tvorüi ^lAOixsi^iv^ erhalten (zweimal im Mar. mit der Neg.: ne 
]freljuh^ dH Mar. 10. 19 iL Luc. 18. 20 und Assem. ne preljtibh 
Shtvorüi Mat 19. 18, man hatte in preljuby dijati einen Akk. PI., 
vgl. ryby, gesehen, und setzte bei der Neg. dazu den Gen. prU- 
juh, vgl. rybb). Im Ap. finden wir zwar äwiekry swq Bibl. 
Szar. 322 a (Eal. S. 230 il 236), doch ist zu bedenken, daß hier 
solche Formen als erstarrt erscheinen und daher auch Nom. sein 
könnten (wie kry) vgL z luby Bib. Szar. 105. Auch im Südgroßr. 



51 

kommt dial. svekry im Sg. indeklinabel vor: ot^ avekry (Sobol. 
S. 212). Eher würde der Akzent des im S.-kr. erstarrten Ijubi 
für einen Akkus, sprechen. Neben svekry muß auch svekr^nb 
schon urslay. gewesen sein, denn sonst wäre der engere Anschluß 
an die t-St, der im LAufe der Zeit stattfand, aus dem L Sg. allein 
kaum begreiflich. Dann kann man weiter beide Formen für 
ursprachlich halten, wie im Ai. tanüvam neben tanüm ^Eörper^^ 
lat. suem neben socrum (Brugmann, Kurze vgl. Gr. 8. 378). 
Durch svekrzvb, das später auch als N. Sg. fungierte (so z. B. 
schon im Aksl. krhvt, femer im As.), wurde das Paradigma mit 
den i-St in Berührung gebracht imd darnach wurden wieder 
frühzeitig mehrere Kasus gebildet Urslav. schon der Dat Sg. 
Bvekrbvi, später dann K Sg. srekrhvi, vereinzelt im AksL auch 
der G. Sg. auf -i, wie auch im As. (hier neben erkve, Ijvhve, 
krve). Wenn im Aksl. der G. Sg. Ijuhve, cnJchve auch als 
A. Sg. gebraucht wird, so ist es von den Belebten ausgegangen 
(vgl auch matere) und griflf dann weiter um sich. 

Der Vok. Sg. svekrhvi nach den t-St ist im Ab. u. Ap. 
belegt, ebenso auch der N. A. Du. 

Im PI. wurde die Berührung mit den i-St zunächst durch 
den A. angebahnt, darnach auch der N., so daß wir im Aksl. 
nur Formen auf -i belegen können. Doch haben wir im Ab. N. 
karuhve u. ap. cerkwie, chorqgwie u. s. w. (Kai. S. 238, Krynski 
S. 106). Nach der Analogie der anderen Fem. werden in beiden 
Sprachen diese Formen auch als Akk. gebraucht Wenn es im 
Ab. eine Neubildung nach dem N. A. duii wäre, so müßte es 
auf -r6, nicht -ve, ausgehen (Gebauer S. 339). 

Der nach der kons. Dekl. gebildete G. PI. svekrhvh brachte 
eine Verbindung mit den o-St. zu Stande und so kamen im 
D. L. L PI. frühzeitig die Suffixe -arm, ackh, ami auf. Es ist 
aber fraglich, ob das die ältesten Formen sind. Dagegen spricht 
einigermaßen das analoge materhrm, ''hch%, -bmi und krhvhtm, 
knvtckb, 'bmi. Daß die Formen auf -arm, -achb, -ami nur durch 
den G. PL hervorgerufen worden sind, dafür spricht eben das 
angefahrte krwtfm u. s. w., das sich behauptete, weil hier früh- 
zeitig ein G. PI. krhvbi, krivij (den engeren Anschluß an die 
i-St verriet auch der aksl. N. knvb) aufkam. In den ab. Denkm. 
haben wir maierdnij maUrdch, materami, weil der G. hier eben- 
falls mater, dcer lautet Zu einem derartigen G. wurden die 
4i-Formen gebildet zunächst bei den O-St (mit Ausnahme von 



52 

krt/^ dann einzelsprachlich auch bei den r-St., urslav. waren aber 
wohl hier überaU «-Formen, wie auch die anderen kons. Stämme 
dafür sprechen. Einzelnes davon ist ja übrigens noch zu belegen. 

Aus dem PI. konnte das a auch in den Sg. eindringen, so 
daß es überhaupt mitunter zu einer o-DekL kommt Bg. crhkva 
neben crhkav, Ijubov (Layrov S. 124). Da nun ein ''^vh neben 
'Va im N. Sg. gebraucht wurde, so ist auch urspr. -va mitunter 
zu «^r geworden, z. B. slov. tnoläev^ molitav wie cerkov neben 
cirkva u. cerkva^ kletav u. s. w. (Oblak rechnet wohl irrtümlich 
molitva zu fl-St DekL S. 221). 

Analog finden wir die a-DekL hier auch im S.-kr. schon 
seit dem XUI. Jhd. (Dan. S. 14); im Klr. haben alle hierher 
gehörigen Subst in der Regel die a-Formen angenommen (Smal- 
Stockij, Afel. Phil. 9, S. 59), das Ar. weist Formen auf wie 
smokva, tykva, bukvaj cerkca, aber auch redtka^ asAuka {azbukva, 
Sobol. S. 212). 

Im Ap. behaupten sich noch vielfach die alten Formen, allerdings 
kommen dabei jene nach der t-Dekl. stark zur Geltang: G. Sg. knoie^ 
cerkwie^ iwiekrwie a. 8. w., neben krwi^ eerkwi n. 8. w. (Kaiina S. 233, 
Krynski S. 106); diese sind jetzt ausschließlich mit dem N. krew, kro* 
kiew^ 8t(fgi§w, hrew u. s. w.; mit i weiter im D. Y. und L. Sg.; im PI. 
N. A. V. ehorqgms^ eerkms, krokwie u. s. w., aber hrwi; G. PI. ap. eerkioi, 
konwi u. s. w. (S. 241); jetzt auch so. L PI. ap. ehorqgwiami, konwiami; 
L. we kirwiech Flor. Ps. 63b; PuL Ps. 214a, aber: w cerekwiaeh Flor. Ps. 
14 a; 37 b; Pul. Ps. 12 a; w panwiaeh Bib. Szar. 282; ehorqj^iaeh (Kai. 
S. 243); jetzt auch: eerkwiaeh u. s. w. Der Einfluß der a-St. beschränkt 
sich hier also nur auf diese Formen. 

Anders im Sorb., wo diese Worte stark von der a-Dekl. beeinflußt 
sind: N. os. cyrkej\ ns. cerkej, G. eyrkwje^ {eerkwje), D. ns. eerktoi\ A. 
cerkwju ... PI. N. A. eerkwje, G. eerkwjotc, D. eerkwfam, L. c0rkwjach, 
I. -ami; ebenso ns. k^ej\ os. krej\ G. ns. khoi, os. krwi. Das -«/ des 
N. Sg. geht auf -»05 zurück, es ist demnach der alte Akk. Sg. ; so flnden 
wir ns. cerkej\ os. cyrk^ auch noch als Akk. Dial. finden wir hier auch 
im N. eerkwja; dann auch britwa u. s. w. (Mucke S. 367). 

Im Ab. haben wir zahlreiche Belege auf -va wie tykvo u. s. w. 
(Geb. S. 337), daneben aber auch auf -ev, was zur Folge hatte, daß auch 
Formen wie prd$Uv (urspr. prdwtva) aufkamen. Vgl. jetzt karoptev^ ab. 
kuropiva. Analog fanden wir es im Slov. Die va-Formen sind jetzt be- 
sonders in den östl. Dial. verbreitet. Auch Analogieformen nach duU 
finden wir. 

Akzentverhältnisse. Da das -y des Nom. als Beflex 
eines ü steigende (gest) Int hatte, so mußte bei Vorhandensein 
der bekannten Bedingungen eine Akzentverschiebung eintreten. 



Ö3 

Der Beüex dieser Entbetonung könnte sich in dem nominativisch 
gebrauchten A. S.-kr. Ijübav, r. IjuMvb u. s. Ijüba (aus *ljübm) 
zeigen (das u aus eu, daher eine geschleifte Int, daher weiter 
preljuha, weil im Wortinnem diese Int nicht bestehen konnte). 
Der Akk. mit t geriet unter den Einfluß der t-St, daher wiegt 
hier die fallende Inton. des Stammvokals vor, vgl. s. hh, krvi; 
brv (aber obrpa vgl preljuba). Die Akkusativbetonung macht sich 
im allgem. auch im N. Sg. geltend: crkva, svekrva, smokva^ mrkva, 
tlkva, r. tykva; s. bukvüf bradva, jetrva; dagegen kann güzra 
yvimen' wegen z urspr. nicht hierher gehört haben. Bei der 
2. Akk. -Form war wohl *'üfn geschleift; nur so würde sich skr. 
Ißbi erklären. Die Kürze u ist so aufzufassen wie in mladönt 
(r. m6lodost vgl. I S. 212). 

6) Konsonantische Stämme. 

Hier waren jene Kasus gefährdet, deren Suffixe konsonan- 
tisch anlauteten; es galt womöglich den konsonan. Stamm zu er- 
halten, was aus lautlichen Gründen nicht immer möglich war. 
Als eine seltene Ausnahme haben sich im Ab. Ljubdds, Ddjdls 
u. s. w. (vgl. oben S. 9) erhalten. So mußten sich diese Formen 
an eine vokal. Dekl. anschließen. Beim Mask. und Fem. bot 
zunächst der Akk. Sg. wie kamenh, matert einen Berührungspunkt 
mit den i-St So entstanden die ältesten Formen nach der i- 
Dekl.: der L Sg. kamentmt, matenjq, der D. Sg. kameni, materi. 
Durch den G. Sg. waren aber auch die Neutra mit dem Para- 
digma für die Mask., wie auch durch einige andere Formen innig 
verbunden, weshalb bei ihnen der D. aksl. vr^meni, slovesi . . . 
u. der L Sg. vrimentmb, dovestmb . . . aufkam. Später konnte 
auch der G. iL L. Sg. beeinflußt werden und zwar schon im 
Aksl.: kameniy vremeni. 

Im PL war es auch der Akk. beim Mask. und Fem. ka^ 
meni, materi (vgl. oben S. 9), der die Berührung herstellte. 
Infolge dessen entstanden hier der D. katnentrm, matertm-h und 
nach dem obigen auch vrimenttm, slovesttm, der L. katnemtchb, 
matencla, weiter vrimemckb, «/opwftcA* u. s. w.; der I. kamemmi, 
maierbmi, aber hier taucht schon im Aksl. z. B. dtny (nach den 
o-St) auf, welche Form beim Neutr. ausschließlich ist: vrimefiy^ 
dove^y ... Die Berührung mit den o-St im PI. wurde beim 
Mask. u. Neutr. durch den G. kamem, vrhnem . . . angebahnt, 



54 



beim Fem. wieder mit den a-St. Auf diese Art konnte eine 
Reihe von Kasus umgeformt werden. 

Die kons. DekL ging bis auf wenige Überreste in den ein- 
zelnen slav. Sprachen verloren, indem für jedes Genus ein das 
dafür charakteristische Paradigma überhand nahm. So wirkten 
^uch hier beim Mask. u. Neutr. die o-St, beim Fem. die o-St. 
attrahierend. 

a) Die n-Stämme. 

Sie wurden I S. 489—91 behandelt Es sind darunter nur 
Mask. und Neutr. Als Paradigma diene aksl. kamy und dtnh 
fürs Mask. und jdemq fürs Neutr. 



D.N 



Sg. N. kamy 


dtnt 


plem^ 


Qr. kamene 


dtne 


plemene 


D. kameni 


dtni 


plenteni 


A. kament 


dtnt 


plemq 


V. {kameni ah.) 


dtni 


plem^ 


L. kamene 


dtne 


plemene 


I. kamentmb 


dhnbmif 


plementmt 


. A. V. kameni 


dtni 


plemene (-i) 


G.K kamenu 


dhnu{dtnhßi) plemenu 


D. S. kamentma 


dtntma 


plementma 


P1.N. *kamene 


dtne 


plemena 


G. kamem 


dhm 


plemem 


D. kamentmz 


dhmmt 


plemenhmt 


A. kameni 


dbni 


plemena 


L. kamenhch^ 


dhnhchh 


plemenhchh 


I. kamenhmi 


dtntmi 


pUmeny 



Diese Dekl. ging in den einzelnen slav. Spr. leicht in jene 
der o-St über. 

Der N. Sg. auf -y hat sich nur im Aksl. sporadisch er- 
halten (hier auch vereinzelt als Akk.), dann im As. (als kami 
Dan. S. 11) und zwar auch als Akk. (S. 28). Sonst tritt an 
seine Stelle der Akk. Im B. war das n wegen h ursprünglich 
erweicht, was sich diaL noch erhalten hat; so auch im P., Sorb. 
u. B. Das gilt auch von dtm iL s. w. Im Slov. wird das e 
im Suffix -men- oft so behandelt, als ob es sich um den Reflex 
eines Halbvokals handeln möchte: kaman, G. kamna neben ka- 
mena. 

Vgl. auch r. kament, kamnja, na kamni . . PI. kamni (ka- 
menhja). 



55 

Beim Neutr. behauptet sich im Südslay. e (für f), mitunter 
sIoY. pUmen (das en aus den übrigen Kasus); vereinzelt auch im 
S.-kr. plemen (Dan. S. 12); so auch im Nordgroßr. vremenb 
(Kolosov Mater. 1), sonst r. noch imja u. s. w. Die Mehrzahl 
der anderen slav. Spr. hat ein plemeno gebildet; s.-kr. auch 
ramo, rama ... Im Ap. neben imie, plemi^ \l s. w. (jetzt auch 
noch imi^f plemi^) auch jimieno, imieno u. s. w. (Kai. S. 231). 
Im Böhm, haben wir nur in der Schriftspr. 2)?A»^, rdme, sttni . . ., 
sonst in der Volkssprache plemeno, rameno, semeno. 

Im Os. mjenOj G. tnjena u. s. w., ebenso bretnjo, ramjo, 
wumjo, zuamjo . . ., n s. neben me (mje) auch mjenjo (älter mjenje), 6. 
mjenja, D. L. mjenju, sonst ns. brjemje, ramje, semje, znamje u. s. w. 
(Mucke § 176). 

Im 6. Sg. schon im Aksl. auch 4, so auch im As. (Dan. 
S. 19) neben e, aber von XIV. Jhd. schon -a : kamena, pUmena. 
Slov. durchweg -a; Ar. noch e neben i, das jetzt beim N. die 
Regel bildet; das M. hat -ja. Im Poln. durchweg -ia : kamnia, 
plemienia, imienia (so schon ap.); os. -a, ns. -la. Im Böhm, 
behauptet sich jetzt noch e beim Mask. und Neutr. neben -u, -a 
beim Mask. und -a beim Neutr., welche Enpungen schon im Ab. 
auftauchen. 

Dat. Sg. Südslav. schon -u; russ. Mask. -ju, Neutr. vre- 
meni u. s. w.; ap. iL np. -tu neben -iowi; os. -u, ns. 4u; im 
Ab. beim Mask. und Neutr. -i, jetzt allerdings meist -u, insbes. 
beim Mask. kamenu, prstenu, u. s. w.; so auch schon im Ab. 
neben -i (Geb. S. 408), dial. auch noch kamenu; beim Neutr. 
auch schon ab. -u neben -i, jetzt auch meist -u, seltener in der 
Schriftspr. -); slovak. auch -mehu. 

L. Sg. geht meist parallel mit dem D., südslav. -u, r. -i; 
p. -m; sorb. wie im Dat; b. noch e in ve dne, das auch ap. 
ist, sonst -u und ^ bei beiden. 

Im Nom. PI. mask. hat sich die alte Endung nur bei den 
Worten auf -janim erhalten, dann bei dhne im Aksl.; sonst haben 
wir hier nur entlehnte Formen, so »hje nach den t-St (bez. ist es 
ein Kollekt). 

Russ. kamniy G. kamnej neben kamentja, Neutr. -a: vre- 
mena u. s. w. wie die o-St. nur im D. ar. noch imenhmh (-eim) 
neben -otm, analog auch im L. 't>ch^ neben -ccAz»; p. zu kamieA: 
-nie, Neutr. imiona u. s. w. wie die o-St. Sorb. os. mjena, mje- 
naw, mjenam u. s. w. wie die o-St; ns. mjenja, mjenjow, mjen- 



56 

jain u. 8. w. wie die o-St. Ab. wie im P. kamenU, kameni (eig. 
ein KoUektivuin auf -tje) neben hameni, jetzt kameny, dagegen 
Jeleni. Die Neutra haben -a und werden wie die o-St. be- 
handelt 

Gen. PI. im Ab. noch erhalten in kamen, koren neben A*o- 
rdn (aus korSn), insb. do kordn, und do strmen; ebenso im Ns. 
wjele kamjen neben katnjeni xmd -njoiü. Im Akk. PI. haben die 
einzelnen slav. Sprachen beim Mask. meist -y nach den o-St 

Bei dhnh haben sich die alten Formen noch vielfach erhalten: 
G. Sg. dne jetzt noch im Slov. gewöhnlich, dann dneva, im B. 
auch noch dne; Dat. dni jetzt noch im B. neben dnu, Yok. b. 
auch noch dni; L. dne im Kajdial. des XVI. und XYII. Jhd. 
(Oblak S. 230); p. we dne j w noczi Flor. Ps. 21. 4, b. ve dne 
jetzt noch, sonst dni, dnu; im PI. N. dbnej dann dhni und dtntje, 
slov. dneve, dnevi, ab. dnie, dann dni, dnovi; Gen. PL hat sich 
auch noch im Slov. bei Krelj als dan erhalten (warum es Oblak 
als eine sonderbare Form aufiiaßt S. 231, ist mir nicht klar); 
ab. dni, dnöv; Akk. PI. slov. sehr lauge dni, dann dneve, im 
B. jetzt noch dni, ebenso p. dni u. dnie; L. PI. jetzt noch b. 
dnechf I. dagegen dny. 

Akzentverhältnisse. 

1) Maskulina. Das -y ging auf -ön zurück und da die 
kons. Stämme vorwiegend stammbetont waren, mußte in den be- 
kannten Fällen eine Akzentverschiebung hier eintreten. Leider 
haben sich die urspr. Nom. nicht erhalten. Stammbetont war; 
s.-kr. grebSn, grebena; bg. grihen, r. gribenb, gribnja; s. horm 
(korijen), bg. kören, r. körenh, körnja; s. prstBn, prstena, r. pi^r- 
Stent, pirstnja; mit Suflf. -wi^n- : s. jeöm9n, jeömena (r. jaöminh^ 
jaömenjd); s. kämSn, kämena; r. kämem, kdmnja; s. pläm^, r. 
pldmenh (auch pldmja) ; s. prämBn, stremen. Im K. sind einige 
Worte endbetont: jacmSnhj jaömenjd; kreminh, kremnjd (s. kre- 
mdn)] remSnh, remnjd (s. remSn) und das könnte die Beeinflussung 
seitens eines urspr. *remy, *kremy u. s. w. sein. Gen. kremnjd 
u. s. w. wohl nach Worten wie ogönj, ognjd. In b. kamen rührt 
die Länge wohl von dem iu:spr. kdmy, denn ein Akk. kament 
mußte ebenso wie der G. kamene die Länge des Stammvok. ver- 
kürzen, vgl. s. grädovi u. vremena u. s. w. (s. im folg.). Die 
Kürze kommt auch noch zum Vorschein in pramen, plamen, 
jeömen. 

2) Neutra. Daß das ^ von plem^ auf ^n zurückgeht, folgt 



57 

aus 8. vrißme, bg. vremi (Sbomik, VI, S. 69), G. Sg. s. vremena, 
wie Meillet richtig gezeigt hat (Afsl. Phil. 25; S. 425{.). Als 
LangdiphthoDg hatte 9n eine gest. Int; daher die Akzentver- 
schiebung in bestimmten Fällen, i^atte aber das Neutr. ein €n, 
80 muß auch beim Mask. ein -^ht vorausgesetzt werden und nicht 
ein 'öj wie es mitunter geschieht Auch das slov. vrime, vrem(na 
zeigt, daß einmal ^ betont war und daß sich darnach auch der 
übrige Sg. richtete. So auch slov. strime, -m^a; pUme, -^na; 
vgl auch «mf; ^na (die geschl. Int vielleicht nach po imenu 
u. dgl. erhalten; vgl. B.pre2ifne, prezimenä, ReSetar S. 108); klr. 
imjd, imeni; analogisch wohl brime, -mena. 

Wies die Stammsilbe eine gest Länge au^ so behielt sie den 
Wortakz.: s. breme, r. berStnJa, b. brimi, s. sjemey rame, vlme, 
analogisch auch Ime, pteme; bg. brime, shne {rätno), Ime, tknie 
(s. tjeme) gegen das erwähnte vretni; im Slov. Sf'me, -ena; rdme, 
-ena; r/m«, -ena; teme, -mena; sl^tne, ^^na, gegen strime, -^a 
u. s. w. 

Im B. ist alles ausgeglichen: brStnja, volkstüml. berimja, 
semja, vymja, imja, {pldmja), plimja, strimja u. s. w. Im Klr. 
dagegen noch imji, stremjd, darnach aber auch vymjd (bei S mal - 
Stockij u. Gärtner; R Gram, jedoch noch vlmja S. 149); 
ramjä, wobei jedoch die übrigen Kasus immer stammbetont sind 
(AfeL PhiL 7 S. 358). 

Im B. ist die gest Länge verallgemeinert worden {bHmi, 
sime . . .); daher auch pUme. 

Die Kürze im Sg. s. vremena (vgl. b. brtme-bremene) ist nach 
gradavi, sudavi u. dgl. I S. 212 zu beurteilen. 

Es muß noch bemerkt werden; daß das ^ im N. A. V. Sg. 
schon im Urslav. zu einer Kürze geworden ist, daher s. brhne, 
p. brzemi^ demi^ b. brime u. s. w. Doch ist es nicht auf diesen 
Fall beschränkt 

Im PL waren diese Worte unter dem Einflüsse der o-St. 
endbetont: s. bremina, G. breminä; imhia, G. iminä u. s. w. 
Doch schwindet auch schon dieser Unterschied. Erhalten ist er 
dagegen noch im E.: vremenü, bremend u. s. w. Auch im Klr. 
können diese Worte endbetont sein (Afsl. Phil. 7 S. 358). Im 
Slov. nicht mehr: zu vrime, vremena lautet der PI. vremena, zu 
Sf'me : s^ena zu vime : vunena u. s. w. 



58 

b) Die r-Stämme. 

Vgl. I S. 491—92. Nur bei den Fem. mati jMutter* und 
aksl. diiti ,Tochter^ hat sich ein eigenes Paradigma erhalten. 
Sg. N. V. mati PI. ^matere Du. N. A. *inaieri 

G. matere materz 

D. materi matertrm 

A. maten materi 

L. materi, * matere matertchz 
I. matertjq matertmi. 

Man kann voraussetzen, daß der L. Sg. ein e hatte, er kann 
aber im AksL wie auch der N. PI. auf -e nicht belegt werden. Im 
Ab. ist im N. PI. materi belegt (Prov. Is. 16. 2), aber wegen des 
^ könnte es nach duU gebildet sein, später dann matere, sonst 
ist im Ab. regelrecht die Form matery. Das ap. macierze kann 
ähnlich beurteilt werden, wie die b. Form; ap. auch L. tv macierze, 
das nicht als der Reflex des Alten gedeutet werden kann. Neu 
ist auch im S.-kr. der N. PI. matere (neben kderi). 

Schon im Aksl. zeigt sich noch ein weiterer Anschluß an 
die t-St: in G. Sg. materi, G. PL dzäterti (ej); as. auch schon 
köiri, das jetzt noch neben mätBra gebraucht wird (Daniöiö 
S. 88), slov. höeri; r. jetzt materij (alt materb)\ ab. materi, dceH 
(häufiger jedoch mater, dcer). Einige Formen behaupten sich 
ziemlich hartnäckig in den einzelnen slav. Sprachen. So im 
N. Sg. bg. dial. mati, dhHi, häufiger jedoch maierja, drMerja 
(Lavrov Obz. S. 124); s.-kr. mati, köi, slov. höi, tndti (mitunter 
auch als Akk.). Im R ist aus mati dodi nach den i-St math, 
doöb entstanden (Sob. S. 96); natürlich dann auch als Akk. So 
auch ap. ma6 im N. und neben macierz im Akk.; jetzt matka^ 
cora. Os. ma6 {ma6ef)j ns. maä (maäer), so auch im Akk. B. 
mäti, ab. dci, jetzt nur dcera nach den a-St., nur noch der D. L. 
dceH behauptet sich; ab. auch mdt^, dce (nach duäi) und auch 
schon matka insb. im Sg. u. Du. (jetzt ist es gewöhnUch für beide 
Nmrieri). Weiter ist es der Akk. Sg. bg. dial. materh, drMerh 
(Lavrov S. 124); s.-kr. mätEr, köer, so auch slov.; ar. matert, 
ap. macierz, os. ma6eiF (neben ma6), ns. maäe^ (neben iwo^, b. 
jetzt noch mdter (Schriftspr.), ab. dcer. G, Sg. s.-kr. materS gegen 
k6eri (as. noch mit -«), slov. mdtere, hö^re, ar. matere neben ma- 
teri, jetzt nur dieses; ap. macierze {macierzy)^ os. maöerje, ns. 
maäerje; ab. matere, dceh. 

Daß der G. PI. maten» eine Berüßrung mit den a-St. her- 




59 

beifbhrte, ist oben S. öl u. 53 erwähnt worden. Damach vielüach der 
D. L. u. I. PI. So im Slov. (in älteren Drucken im I. PL aller- 
dings auch noch mcUermi); hier sind auch noch andere Kasus 
nach den a-St, wie z. B. N. PI. maiere (Oblak S. 241—46); 
im Ar. noch mcUerttm, 'tch^, -tmi (jetzt materjdtm, -rjächz, -»mi); 
ns. maäerjam, -jach, -jami (os. mit (5 st rf); Du. N. A. maäerij 
g. maäerjowu, D. L L. maserjoma; ab. auch materdm, dcerdmy 
'äch, -ami. 

Daß aber andererseits auch der G. PI. von den i-St. beein- 
flußt wurde, ist schon erwähnt worden. 

Akzentverhältnisse. Ursl. mati war stammbetont: s. 
miati, b. mdti, r. matb, vgl. gr. fujtr^Q, gegen Ut tnote (aber auch 
möti) und ai. mätä^y G. s. materS, b. matere mit einer Verktir- 
z\mg des a vor zwei Kürzen (vgl. analoge Fälle beim nächsten 
Parad). Der Akk. Sg. sollte im B. auch iiMier heißen, nach 
mäti, mdi, das auch als A. vorkommt, lautet er mdter. 

c) Die ^-Stämme. 

Vgl. I S. 492 — 94. Ein eigenes Paradigma bilden hier die 
Neutra: td^ ,Kalb^. 

Sg. N. A. V. td^ PI. tel^a Du. td^te 

G. td^e te^t^ G. L. tel^tu 

D. td^ti td^ttrm D. I. tel^tma 

L. td^e td^tbchz 

I. tel^bmt teU^fy. 

Im L. Sg. finden wir auch schon im Aksl. -i. Der D. und 
mitunter auch der L. PL konnte sich neben den maßgebenden 
Kasus nach den o-St meist nicht behaupten, sondern mußte 'Orm^ 
bez. ichh annehmen, so im Slov.; im Ab. im D. nur -öm, jetzt 
•um, Lok. ech neben ich. Andererseits erhielten sie -am, adiy 
-ami dort, wo es auch die o-St hätten: jetzt in R Uljataim, 
-ächz, -ami; im P. in D. 'Om, wie auch die anderen Neutra, im 
L. cuA, im I. -ami; im Sorb. auch der D. -am. 

Der Einfluß der o-St greift dann noch weiter um sich: 
G. Sg. s.-kr. -a (as. jedoch e: ditete . . Dan. S. 19); slov. meist 
-a, p. ztvierz^cia, sorb. ebenfalls -a; im B. finden wir es nur in 



1. Aksl. dtiti, 8. kdt, k^ri, lit. dukti, ai. duhtia würden im Vereine 
mit ai. mäia, lit. motc allerdings für eine noch ältere Endbetonung beider 
Worte sprechen. 



60 

den östl. Dial. und im Slovak.^ sonst behauptet sich noch -e, wie 
auch im Ar. Analog beobachten wir es im D. u. L. Sg. 

Im PL wird im Bg. nach agneta, kozeta, ovdeta auch moreta, 
ja sogar careta, kraleta gebildet (Lavr. S. 152). 

Im Slov. geriet auch der N. ode-oöa im XV. und XVI. Jhd. 
in diese Dekl.: G. oöeta u. s. w. 

Im P. geht im Sg. das t in e aber: G. zwürz^ia, D. L. zwierz^iu, 
I. zwierzeciem^ PI. N. A. V. ztoierz^, G. zwierzqt, D. zwierz^m, -ach, -ami. 

Hierher gehört auch ksiqi^ »Fürst*, »Prinz* urspr. »filius principis*, 
G. älter kti'qi^cia, jetzt ksüeia, D. kiiqz^iu, jetzt kaifciu, Akk. alt ksiqz^ 
(es wurde als Neatr. gebraucht), jetzt dafür der G. ki^ca, weil es Mask. 
geworden ist, u. s. w. PI. kaiai^, G. ksüfiqt, D. kHqi^tam, A. alt wie 
der N., neu wie der G. u. s. w. 

Im Böhm, kommt auch der Umlaut des a (vgl. I S. 79) mit teil- 
weiser Ausgleichung in Betracht : N. A. Y. kur* (ab. kurlS)^ G. kur6t9 (ab. 
ku^He\ D. L. kureii (ab. -^t), I. kuieUm (ab. -^m); PI. N. A.V. kurata, 
G. kurat, D. kuratim, L. kurateeh, I. kuraty. Im Du. ab. kuriti, G. L. 
kuratü, D. I. kuratma {kufat'ma). Hierher auch kniie, kniiete u. s. w. vgl. 
im P. Danach auch hrabi, hrabUs ,Graf . 

Zu aksl. dit^ ,Kind* gehörte im PI. ein t-St. diti; s.-kr. dißtey für 
den PI. das Collect, dßea, ebenso slov. dfU, det^ta, {dfteta) und dtca 
,Kinder*; r ditjä, däjdti, dafür häufig rMnok^, PI. deti, Q.diUj, D. de^jam^ 
u. s. w.; p. dzieei^, PI. (iztect; os. dii6o^ PI. (/i^*, ns. i^e («V/e), PI. iM' 
(i*VO; b. diu, PL dif/i. 

Einige Subst., die sonst den i-St angehören und im Aksl. 
auf ^th ausgehen (vgl. I S. 492), zeigen Spuren einer kons. Dekl. : 
aksL G. PI. lak^tb, I. PI. lakzty; femer G. PI. nogoth (=» nogrbh)y 
L PI. noffUy; N. PI. peöate. Im Böhm, haben derartige Worte 
noch im G. Sg. ein -e: lokte (ab u. jetzt noch); ab. drehte, nehte . . 
wie auch ksl.; G. PI. loket jetzt noch (vgl Geb. § 371). 

Akzent- und Quantitätsverhältnisse. Auch bei den 
^St war im N. Sg. das en(t) lang, also M, vielleicht nach den 
^fi-St., und ist auch schon im Urslav. analog wie das ^ aus in^ 
verkürzt worden. Dafür spricht in gewissen Fällen die Akzent- 
verschiebung: s. dijete und diese Betonung vnirde zum Teile für 
die weitere Dekl. maßgebend (wie auch bei den ^-St), daher 
8.-kr. djHeta (bezüglich der Kürze dje vgl oben s. tremena). 
Hier hat sich noch das urspr. erhalten. Richtig ist auch s. jagne, 
tUe, doch nicht prcse, präseta, zdrtjebe^ zdrlbeia; diese Worte 
sind im N. stammbetont nach den anderen Kasus, oder analog 
nach jägAe u. dgl. 

Im Bg. haben wir auch richtig deti, prase, teU, aber dgne 



61 

(s. jayne)j järe (s. ßre\ pUe (8. pUe); slov. auch t^le (aus teU\ 
G. td^a gtok. ttle, tHHä (dial. auch noch tde)\ d4U (urspr. deUSj 
det^a, schon allgemein in gdobi, r. golubja, hravi, dimi, gosi, 
kodi, osli, otp'odi, iieni, r. sdenjd, zr^, r. zerdjd, d^kli u. s. w. 
^nii jEans*, B/a»? ,Bla8iu8* u.8. w. (Valjävec, Rad 132, S. 162). 

Im R parosjd, ditjd, düjdti nach der Regel und darnach 
auch jagnjd; katjd, katjdti. Im Sg. werden diese Worte, abge- 
sehen von düjd, selten oder überhaupt nicht gebraucht, wohl 
aber im PL 

Im Klr. noch richtig ditjä, porosjd, tdjd, aber güsja, kür ja, 
zvlrja (Äfsl. Ph. 7, S. 356). 

Im Böhm, mußte eine gestoß. Länge erhalten bleiben: ptdöe 
vgl. ptdk; femer die lüngen vor dem verschobenen, also urslav. 
Akz. (I S. 249): düe, r. düjdf so daß die lilngen im Stamme 
hier überhaupt erhalten werden soUten. (Das lange ^, b. / ist vor 
e aus ^ nicht verkürzt worden nach I S. 212, weil ^ schon im 
urslav. hier verkürzt war.) Nach diesen lilngen auch käde 
neben kozUj sonst bleibt die Kürze: kote, tde. Aber im G. war 
urslav. eine Kürze vgl. s. dßteta (s. oben). Das hatte im B. 
Ausgleichungen hervorgerufen ; so ist düite, zcirete, hribUe u. s. w. 
nach dem Nom. Sg., andererseits jehne, prase, kure (ab. noch 
im 16. Jhd. küre) nach den anderen Kasus. 

Im Po In. mußten nach I 241 nur die lÄngen vor dem 
urslav. Akz. erhalten bleiben. 

Auch bei dieser Dekl. kam im Plur. der Akzent auf die 
Endsilbe: s. tdne, tdneta ,KugeP, PI. tanita; drvo, drveta, PI. 
drvHa u. s. w. slov. aber dekl^ia zu dekli, dekl^a; PI. jäg'Aeta 
zu jdgne u. s. w. 

Im Russ. ist jetzt der Akz. des Sg. mit Endbetonung auch 
im PI. auf derselben Silbe : gusjdta, vclöenjdta u. s. w., doch ist 
der Sg., wie schon erwähnt, meist ungebräuchlich; dafür voUenokb^ 
gusinokz u. s. w. 

d) Die s-Stämme. 

Vgl. I S. 494—497. Auch hier hat nur das Neutr. ein 
eigenes Paradigma gerettet (es-St). 

Sg. N. A. V. slow PI. N. A. V. slovesa Du. N. A. V. slovese 
G. slovese slovesa G. L. slovesu 

D. slovesi sloveshtm D. I. slovestma 

L. slovese sloveshchz 

I. slovestmb slovesy. 



62 

Schon im Aksl. kommt im G. u. L. Sg. auch ein -» vor, 
ebenso im N. A. V. Du. Wenn in bg. Denkm. ot nebesi vor- 
kommt, ist es meist als nebese, das auch noch vorkommt (Lavrov 
S. 127), zu deuten. Der Einfluß der o-St macht sich schon im 
Aksl. (Assem.) im L. PI. auf 'Sch^ geltend. In den einzelnen 
slav. Spr. kam er dann ganz zur Geltung, indem entweder ein 
sloteso, slovesa u. s. w. entstand, oder es wurde einfach slovo 
maßgebend, G. slava u. s. w. Letztere Formen finden wir schon 
in den aksl. Denkm. nicht selten (vgl. Verf. AksL G. S. 175, 
Leskien, Hdb. S. 68). So auch in bg. Denkm. G. tela, lica 
(Lavrov S. 128), jetzt auch dova, UIgj dagegen noch PL dju- 
desa, nebesa (ib. S. 152). Es ist nun auffallend, daß das Slov. 
die ea-St mit großer Vorliebe bewahrt So finden wir sie in 
den JPreis. Denkm. imd in den Kiev. Bl. und zwar noch mit den 
alten Endungen der kons. Dekl. (vgl. Verf. pfivodu Kiev. 1. 
S. 34) und mit den neuen Endungen jetzt noch insbes. in der 
südwestl. Gruppe der Dial. (vgl. Oblak S. 236). Wir finden 
hier selbst auch den PI. oöesa (neben uöi, S. 239). Sonst figu- 
riert bei diesem Worte schon im XVI. Jhd. der Dual, des i-St. 
(vgl. oben S. 45) als PI.: N. oöij G. cöij D. ocem (neben oüma), 
L. odeh u. s. w. Diesen Dual als PI. finden wir sonst auch in 
den einzelnen slav. Spr. Im As. noch G. nebese, slovese u. s. w., 
später neba u. s. w. (S. 19), D. slovu, as. tUu (S. 26), L. nebesi 
(S. 55) noch im XVI. Jhd., doch auch schon teU (S. 56). 

PI. as. drivesa, slovesa u. s. w., aber auch schon dela, slova 
(S. 26). Im Russ. schwinden die es-Formen zum Teil schon in 
der vorhist. Zeit, nur in der Mehrzahl: nebesä, ötidesd, das sich 
auch jetzt noch behauptet; jetzt auch kolesö, PI. kolesa (älter 
kolo, kolese), aber auch kolo, kola u. s. w. (Sobol. S. 175). 

Auch im Poln. sind die ea-Pormen bis auf spärliche Über- 
reste verloren gegangen; so schon ap. G. Sg. nieba, slowa, ciala; 
ap. noch L. Sg. u? niebiesie (Kai. S. 236), femer häufig PI. nie- 
biosa (vereinzelt niebiesa, auch schon nieba, niebia S. 239 und 
als Masc. niebiosy, S. 240). Jetzt hat niebo im Plur. zwar auch 
niebiosa, das aber nicht recht volkstümlich ist, meist nieba; 
G. PL ap. niebios (jetzt selten), niebiosöw und nieb (so jetzt), 
D. ap. niebiosom, tiiebiosam; L. ap. na niebiesiech, w niebiosach 
neben na niebiech, po niebach; I. ap. niebiosy u. nlebiosatni 
neben tiieby. 

Im Os. hat sich der PL wie im Ns. dial. njehjeso (D. njehjesam, 



63 

L. nJehJeMoeh, I. njehjesami) erhalten; sonst im Ns. zu njehjo regelrecht 
der PI. njehja, njebjow, njehjam^ njehjaek^ njebjami. Außerdem noch os. 
koUio neben koio, ns. koiaso: G. Sg. os. kohsa neben koia, ns. kolasa, 
PI. os. kohso neben kola^ ns. koiasa. Du. N. os. kolesy u. A;o^, ns. A;o^«y 
(Mucke S. 346). 

Auch im Böhm, hat sich nur wenig erhalten. So be- 
hauptet sich noch nebesa, nebes, nebesüm u. s. w. Analog im Ab. 
Hier auch ein Plur. tant kolesa, dazu auch der Du. A. koleai 
Dal C. 46. Sonst haben wir schon ab. slavo, shva . . . ., telo, 
täa u. s. w. Aus neb&te ist im B. ein N. Sg. nebe st nebo (vgl. 
tele, -de) abstrahiert worden; das Wort wurde dann wie pole 
U.S. w. dekliniert, hatte also ein weiches b, vgl. ab. nebe nebe 
ycoelum coeli' 2Kap. 67; 34; 113, 16. So haben wir auch schon 
urslav. loze, lozese st. *U>go; über Hce^ lidese, das *liko heißen 
soUte, Tgl. I S. 267 u. 494. Wäre es nach loze entstanden, 
müßte es liöe (vgl. lidese) heißen. 

Akzentverhältnisse. Die ea-St. waren im Sg. stamm- 
betont, im PI. endbetont, s. nebo, PI. nebha; öudo öudisa; tljelo- 
tjeUsa; kolo-koUsa; üho^sbea; bg. nebesa, slov. nebisa (G. nebqs, 
s. nebisä); in uäp^sa (G. uSqs) zeigt sich der Einfluß des Sg., wo 
der Akz. auf die 2. Silbe verschoben wurde (fallende Int). 

Im R nebesd zu nibo; öudesä zu öüdo. 

Deklination im Bulgarischen. 

Im Bg. ist die Dekl. bis auf spärUche Easusreste, die sich 
noch meist in Volksliedern und Sprichwörtern erhalten haben, 
geschwimden. Wie der Verlust vor sich ging und wie die Dekl. 
ersetzt wird, darüber in der Syntax. 

Allgemeines fiber das Subst. Genus und Numeros. 

Die drei Genera gingen aus der Ursprache auch ins Slav. 
über und zwar zum großen Teile auch in ihrer urspr. Verteilung 
unter den Stämmen, so daß die o-St Maskulina und Neutra 
waren. Die aSt blieben Fem.; dahin gehören im Slav. vor- 
wiegend auch die Flußnamen. Entlehnte Flußnamen können 
dagegen eine andere Form und ein anderes Genus bekommen, 
Tgl. Dunavz, Dunaj m., b. Labe n. u. s. w. Die Abstrakta unter 
den i-St bleiben Fem., so insbesondere die auf -h und -osh, die 
es-St Neutra. 

Das grammatische Geschlecht, das sich an bestimmte 
SufiBxe, oft selbst auch im Gegensatze zum natürlichen Geschlechte 



64 

knüpfte, wurde im Slav. im Laufe der Zeit vom natürlichen 
immer mehr und mehr verdrängt. So bemerken wir es bei den 
a-St, welche auch männliche Personen bezeichnen konnten (s. 
I S. 400), dennoch aber urspr. Feminina blieben, z. B. aksl. sluffy 
ijudHsky j^^ Isuaa Jo. 18, 12. Im 8. -kr. sind sie in Volks- 
liedern noch Fem., sonst aber im Sg. meist schon Mask. (Daniöiö, 
Istor. S. 21). Fem. noch z. B. srpska vojevodo, I^es. ö. 451. 
Mask. sind sie auch im Slov. rs(dc tojak ima svojga slugo 
Yolksl. 1. 122. Meist wurde unter dem Einflüsse des Gtenus 
auch die Deld. geändert: svajiga vojvoda, Ravn. 1. 180; njegovi 
vojvodi 1. 96; priöa ,G«genwart^, dann ,Zeuge^ bleibt stets ein 
Fem.: hriva prida ,falscher Zeuge' (PleterSn. 11 S. 300). Im 
Russ. haben solche Subst. in der Yolksspr. mitunter noch das 
Attr. in der fem. Form, aber das Verbum weist auf ein Mask. 
hin: Vasja sdeUdsja sorersennoju povisoju ,ward ein vollendeter 
Galgenstrick' (Bus. 2. 194); nebyh u tebe odim däina (Izv. 633); 
molodoj skomoroHna Ryb. 1. 168. 

Im Poln. hat das natürl. Geschlecht auch die Form beein- 
flußt: PI. N. wojewodzi neben icojewody, sludzy neben stugi. 
Im Ab. finden wir sluha auch schon als Mask. Neben jistd 
vemd sluha Kat. 2346, mne svej sluze 2852 . . . auch schon 
sluze mimu ib. 838 und slnha vemy schon in Cis. Mnich. 97 a. 
Ferner ab. snide deskd hrdina Dal. C. 45; hospodo md jdomine' 
Ol. 2 Reg. 14. 9. Jetzt nur vemy sluha, veücy hrdina. In 
dieselbe Kategorie gehören die einst auf »ca jetzt auf -ce aus- 
gehenden Mask.: sprdvce, obhdjce, slrdzce . . . p. radca nadwomy, 
sprawca u. s. w. Hrabie, -ie war schon im Ab. neben Fem. auch 
Mask., dann ist es als hrah^, hrabete ein Neutr. und zuletzt bei 
derselben Form ein Mask. geworden (vgl. Geb. Slovn. I S. 481). 
"Worte wie knüe, knizete ,Fürst* (eig. urspr. ,filius prindpis^ 
waren früher Neutra, jetzt sind sie Mask. So war auch p. ksiqz^ 
früher Neutr. z. B. widkie isiqzq läewskie, jetzt ist es ein Mask. 

Wendungen wie kluku klukovskd, kluku vHvd (vgl I S. 400) 
glaube ich jetzt so erklären zu müssen, daß ich von darAo 
darebdckd u. dgl. ausgehe; darnach ist wohl auch kiuku klukovskd 
und kluku vüvd u. s. w. entstanden. Dann blieb das Attribut 
als fest selbst auch im Nom.: ten kluk viivd. Da man z. B. 
mild druibo zum Mask. und Fem. sagen konnte, ist danach auch 
mild brachu, mit dem man auch das Fem. anredete, entstanden. 

Die Mask. auf -5 haben die Tendenz Fem. zu werden. 



65 

offenbar unter dem Einflüsse der Majorität der Worte auf ?>, die 
Fem. waren. So ist im S.-kr. zvijer ein Fem. (im Volksliede 
auch noch Mask.). Im Slov. auch Fem., ebenso Icikat (im Osten 
noch m.), peöat auch f.; pot ist £ und noch m.« praprot und 
sezenj teils m., teils i Im Russ. gortant ein F^ ebenso sazent, 
pjadenb; ^ toja puti ^ dorozenki, Ryb. 1. 171 ; p. iolqd£ f. u. m.; 
im Böhm, zver f., dann pout {poui)^ peöei; in dieselbe Kategorie 
gerieten auch Worte wie ndru(^, zdH, dann PoHö u. dergl. infolge 
des Abfalles der urspr. Endung {ndrudl, zdHi, PoHedl, Poriil n.). 

Worte beiderlei Geschlechtes je nach der Bedeutung (vgl. 
gr. h oder ij naig) gab es auch im Slav., z. B. choth war im 
Ab. beiderlei Greschlechtes, vgl. auch p. pani jesteä mojq goäciq 
(aksl. gastb ^Gast^). 

Im PL, wo vielfach eine Reduderung der Endungen eintrat, 
ist auch das Genus nicht mehr so entwickelt So hat man bei 
den Pluralia tant mitunter jegliches Gkfiihl für das Genus ver- 
loren. Auch die Adjektiva, Pronomina und Participia nehmen 
einheitliche Formen an, wie z. B. im Russ. (vgl Sobolevskij 
S. 208), im Poln., in der b. Volkssprache u. s. w. 

Sonst kommt das grammat. Geschlecht auch beim Adj. 
(Partiz.), bei Zahlwörtern und beim Pronom., welche Worte mit 
dem Subst in Beziehung stehen, zum Ausdrucke. 

Numerus. Der Dual bezeichnete urspr. in der Regel die 
Einheit zweier irgendwie zusammengehöriger Wesen, die also ein 
Paar bildeten, wie z.B. rqce ,die beiden Hände' (es war also 
keine bloße Zweizahl, vgl. Beliö, Izvest. 4, S. 1159 f.). Bei 
einigen Worten finden wir den PL, wo wir den Du. erwarten: 
dvtri ,Tiir' (im Aksl. auch Sg. dvbrb)j vrata ,Tor^, mta, nozdri 
(I 361), öresla ^umbi', b. kleHe ,Zange', n&aky ,Schere'. Hier 
vereinen sich also die beiden Objekte zu einem Ganzen, so daß 
der Dual nicht am Platze wäre; es müssen also immer Paare 
sein. Mitunter wird der Du. gesetzt, um zwei Dinge, von denen 
die Rede war, zusammenzufassen (anaphorischer Du.) z. B. jtdim 
Gtb iorabicju *iv xtiv nXomv Lu. 5. 3. Eine andere Abart ist 
der eUiptische Du.: in den Du. kommt der Name eines Gegen- 
standes, mit dem ein anderer gewöhnlich vorgestellt wird, und 
beide sollen dadurch bezeichnet werden, z. B. Ut tiväi ,yater 
und Mutter* (über diesen Du. im Slav. vgl. Zubat;^ im Vestnik 
ö. akad. X, S. 520; z. B. ar. perenesena bysta Borisa i Oliba 
,beide B. und beide Gl.* d. h. beide, B. u. Gl; vgl auch listy 

Vondrik, Vgl. sUr. Gramm. 11. 5 



66 

fil. 31, S. 446). Daran schließt sich r. my (allerdings schon, der 
PL) ^ zmijetm ^ch (eig. wir) mit der Schlange^, vgl. lit müdu 
sü dSdüku ,ich (eig. wir beide) mit dem Alten*. 

Zu der Dualform konnte noch oba hinzutreten, um die Zu- 
sammengehörigkeit der Gegenstände hervorzuheben; durch dzva 
wurde mehr auf die Zweizahl Nachdruck gelegt: aksl. dlavikt 
edim ime dwa syna ^ • . cl^c dvo v\ovgf\ ab. dva pdny Dal. C. 86. 

Der Du. des Verbums, der im AksL noch dort gesetzt wird, 
wo das gr. Original den PL hat, z. B. odi ze eju drhzaaieie 8p^ 
Luc. 24. 16, ging dann in den einzelnen slav. Sprachen mit dem 
Dual, des Nomens verloren (im B. insbesondere im XYI. Jhd.) 
und behauptet sich jetzt nur noch im Slov. und Sorb. (vgL oben 
S. 1). Belege aus der älteren Periode der slav. Spr. bringt 
Jagiö (Beitr. zur slav. Synt S. 36 f.). 

Der Du. des Nomens bei dva, dve erstreckte sich dann ana- 
logisch auch auf das Nomen bei tri, öetyre: s.-kr. dva dovjeka 
und tri, öetiri öavjeka; ebenso ruß. tri, öetyre ödovSka. 

Es gibt Pluralia tantum wie das schon erwähnte vrata, 
usta, gqsli, jasli ,Ejippe', aksl. kbnigy ^ygaqnj, ßlß^Si ßißXiov^. 
Im PL erscheint auch der Namen der Bewohner, um das Land, 
die Stadt zu bezeichnen: izz Vlackb ,ex Italia' Meth. Leg., s.-kr. 
u Ceseh ,in Böhmen^, b. v Nemcich; hier die Stadtnamen wie Ne- 
tolice, LUom&rice (urspr. Stämme: Netolici u. s. w.). 

Ln PL erscheinen die Namen der Feste und Mahlzeiten 
(verschiedene Zeitabschnitte, Zeremonien, GäDge): aksl. opr^smd 
yxa al^vfio^, 8. habine, kr. koline, krstüke, r. potnihki, imeniny, p. 
postrzyzyny ,Schurfesf , dziady, b. vdnoce (Anlehnung an ,Weih- 
nachten*), hromnice, velHconove (ab. war noch väika noc, vdiky 
noci . ,), letnice, ostatky (masopustni), hlrtiny, narozeniny, prdzd- 
niny, jmeniny, svatby (ab. u. dial. sonst jetzt svatba), oddavky, 
hody ,epulae' u. s. w. Vgl. auch v ty öasy neben v ten das, za 
Uch dob = za ti doby, v zaddtcich, v kondch. 

Auch Abstrakta kommen in den PL, wenn wiederholte 
Handlimgen (zeitlich oder lokal) oder Äußerungen einer Eigen- 
schaft ausgedrückt werden sollen: b. marovi, hladovi (Häjek), ve- 
likd ewha ,große Dürre', rozumy ,y erstand' (jetzt noch volkstüm- 
lich: tdhat z näcoho rozumy ,von Jem. etwas zu erfahren trachten'), 
smrti ,Todesfälle, -arten', vgl. lat martes, ^dyavoi, 

Rir den PL erscheint auch ein Kollektivum: aksL bratrya 
JltBireBf, drevhje ,arbores', rczdentje ,consanguinei' (vgl. I S. 404); 



67 

6^h; 8. -kr. hra6a, gaapoda ^ominiS Fem. auf -ad: mamSad ^u- 
yenes^, zvjerad yferae' (I S. 486); slov. gospoda, r. (alt) bogomolbja, 
djadja, Butb, p. braeia, ilachta, b. liüi ^Laub^, tmi, katneni, ab. 
auch bratHe, knizie, jetzt ^o^f/, Am^ als Flur., so auch r. bra- 
ihetrh, braibjafm u. 8. w. 

Eine Abweichung des Slav. hinsichtlich des Num. besteht 
darin, daß statt des sonst distributiv gebrauchten Sg. (bez. Du.) 
im Ab. der PL erscheint und zwar auch bei Abstraktis: kdzal 
tnu klavu 9tfH, jedoch kdzal Jim hlavy stinati; jd ziraUm zivot, 
aber my ztraUme zivoty; zahynuli ukrutnymi srntimi; apoHdovi 
nemohli smutku se srdct doiüi; stcUo se jim po vUkh. Jetzt 
wird bei Abstrakten der Sg. gebraucht (Geh au er, PHr. mluTnice * 
S. 286). Ebenso im P. wodzowie tracili glowy; doBzli oyromnych 
icplytoöw, Tgl. gr. vfto x(^aiv <f Ijov äaitidag. 

Im Aksl. hält sich noch distributiv der Du.: ubirajqSte rq- 
kama jXpdxovtsq rdig x^Q^^^ Luc. 6. 1. 

Man beachte auch r. strastnaja i svjataja nedSli, na pervoj 
% podednej nedäjackb (Mikl. IV 8. 47); vgl. lat cum legionibus 
secunda et tertia. 

Deklination der A^jektiva. 

Hierher gehört das unbest. Adj., die Part und der Eompar. 
Die Adj. richten sich nach dem Hauptvertreter des jeweiligen 
Genus ohne Rücksicht darauf, ob etwa urspr. andere Stämme 
vorliegen, d. h. für das Mask. nach den männl. o-St, für das 
Neutr. nach den entspr. o-St und für das Fem. nach den a-St 
2. B. aksL dobn, dobro, dobra ,gutf; ti>Mi>, tiMe, Mta ^eer*. Beim 
M. haben wir im Aksl. im Yok. Sg. mitunter Formen auf -e, 
sonst ist er in der Begel gleich dem N. Sg. 

Über die Akzentverhältnisse der Adj. vgl. I S. 198, 213, 228, 
231 — 32 u. B. w. Diese Dekl. der unbest Adj. geht dann in den 
einzelnen slav. Sprachen vielfach verloren und an ihre Stelle tritt 
das best. Adj. Am ehesten behaupten nch noch die Adj. poss. 
auf -oph und -im (worüber in der Syntax). 

So wird auch das Part. präs. pass. wie vedorm (1 S. 429), 
<la8 Part prät act II nesh, byh ...(IS. 436), das Part, prät 
pass. fUiem ...(IS. 415), iü^, lit siütas ,genähtf (I S. 440) be- 
liandelt 

Die im AksL voikommenden indekl. Adj. auf -» wie üplwh 



68 



jvoll', pr^rosth »einfach*, svobodb ,frei' dürften mit der i-Dekl. zu- 
sammenhängen. 

Von den urspr. acyekt u-St haben sich nur späriiche Beste 
erhalten, so z. B. ab. G. Sg. diu, mladu (Geb. III, 1 S. 326, 
329), so auch im Ns.- z mlodu (Mucke S. 308). Sonst sind sie 
vielfach durch -hh zu den o-St hinübergeleitet worden: aksL 
8lad^kb ,8üß' (I S. 486). 

Die Dekl. des Part präs. act., des Pari praet act I 
und desKompar. muß eigens behandelt werden, da es sich hier 
um urspr. kons. Stämme handelt, die von den io-St angezogen 
wurden und nur einige urspr. Formen noch retteten. 

Für das Part präs. act haben wir folgendes urslav. Para- 
digma anzusetzen: 

Mask. Neutr. 

nesy 



Sg. N. nesy 

G. nesqtja 

D. nesqtju 

A. nesqfjt 

Sg. L. nesqtji 

I. fiesqtjemb 



nesqtja 
nesqtju 



Fem. 
nesqtji (bez. -tii, so 

auch sonst) 
nesqtje (südsl. -tjq) 
nesqtß 



nesy (nesqtje) nesqtjq 



nesqtji 
nesqtjemh 



nesqtji 

nesqtjq (4jeq vgl. 

S. 6) 
nesqtji 
nesqtju 
nesqtjama 
nesqtje (südsl. -tj^) 
nesqtjb 
nesqtjatm 
nesqtji (südsl. -%) 



Du. N. A. V. nesqtja nesqtji 

G. L. nesqtju nesqtju 

D. I. nesqtjema nesqtjema 

PI. N. nesqtje nesqtja 

G. nesqtjb nesqtjb 

D. nesqtjetm nesqtjetm 

A. wes<f^y^ (westslav. nesqtja 

L. nesqtjichh nesqtjichz 

I. nesqtß nesqtji 

Ebenso auch slyä^, G. ^slys^fja u. s. 
dieser Stämme vgl. I 8. 492—93. 

Die kons. Dekl. verrät sich im A. Sg. m. * nesqtjb (urspr. 
*nesqtb aus *nesontrii, vgl. Ut niszant{f das j drang ein aus den 
anderen Kasus nach der ib-Dekl.), so auch noch ab. z. B. nesüc,. 
nüuviec (Geb. S. 297); weiter im N. PI. ^nesd^je (st -te, mit ; wie 
früher). Der N. Sg. f. sollte *nesqti heißen (das j in 4ji auch 
sekundär). 



nesqtjachb 
nesqtjami. 
Über die Bildung 



Diese Form auch noch z. B. im Ab. nesüci, nesauci, dann 
-c; im Ap. "qcy, -^cy bis XVL Jhd. (Kryfiski S. 201). 

Der N. Sg. m. nesy kann eigentlich nur im Aksl. belegt 
werden. Bei nesy-^nesqtja machte sich frühzeitig der Einfluß der 
Formen wie bbf^'*bbjqtja u. dgl. bemerkbar. So finden wir schon 
im AksL ved^ (best, ved^i)^ wobei für ^ häufig ein modifiziertes 
Zeichen gebraucht wird, offenbar weil der Nasal nicht als j^ wie 
bei bhj^ zu lesen war. 

Man hatte urspr. für f and j^ ein und dasselbe glag. Zeichen, näml. 
das spätere y^ In der Modifikation der Part.-Form zeigt sich der erste 
Schritt der Vereinfachung, bez. Spaltung, die dann durchgeführt erscheint. 
Beachtenswert ist z. B. gar^ mit dieser Modifikation in Mar. lo. 5. 35. 
Einige Mal erhielt sich das Zeichen in diesen Formen in Denkm., die 
schon zwischen ^ und j^ graphisch unterscheiden. Später verstand man 
das Zeichen überhaupt nicht und faßte es als ein verkümmertes q auf, 
das am nächsten lag, zumal ja damals die lautliche Geltung des Nasals 
schon alteriert war, daher z. B. hvqi Mar. Joh. 6. 57. 

Im As. taucht noch einige Mal -y (») auf (Dan. S. 348), was 
wohl ksl. Einfluß ist Sonst schon in den ältesten Denkm. -e; 
möge, kove; das e geht auf das erwähnte ^ zurück. Im Russ. 
ist auch das -a von kryja u. dgl. verallgemeinert worden: ida, 
nesa u. s. w. noch im XIV. Jhd. nicht selten, jetzt nicht mehr 
vorhanden (höchstens vielleicht moga); daneben auch idja, nesja 
im engeren Anschluß an Ijublja u. s. w. (im XIV. Jhd., dann 
allgemeiner, Sobolevskij S. 255). Im Ap. entspricht diesen 
Formen: rzeke, rzke, przyde, niose, hije u. s. w. (Kaiina S. 453), 
dameben einige Mal rxeka, das wohl ein Bohemismus ist; os. 
nach znajo (aksl. znaj^ auch wjedio (aksl. vedy), bjerjo (aksl. bery) 
wuknjo u« s. w. Es ist der sog. Transgressiv Präs. (Mucke S. 514). 
Auch im B.: nesa, veda u. s. w.; dial. auch veda (Geb. S. 82). 

Im A. Sg. N. haben wir vereinzelt im Aksl. y (sy), sonst 
kommt 'qite vor, das hier auch im N. Sg. mitunter auftaucht. 
Im Ab. ist auch für das N. die Form des Mask., aber daneben 
fangt frühzeitig das F. an, die Funktion des Neutr. zu über- 
nehmen. 

Im Aksl. tauchen im N. PI. m. auch Formen mit -» auf 
(nach o-St). In den einzelnen slav. Spr. nimmt das Part, meist 
erstarrte Formen an. So im S.-kr. auf -61: pleiudi. Im Slov. 
grede neben gredoö, im Russ. in der Volksspr. iduöi, bududi, 
datm terpja, znaja iL s. w. (diese in der Schriftspr.); ap. beim 
Mask. noch czakaje, das Fem. auf -qcy, •^y, im Akk. Sg. m.: 



70 



by undziala syna twego U^qe . . . Opeö (jetzt: kl^czqcego); jetzt 
nur auf -^. Im Os. werden die oben erwähnten Formen wie 
znajo, kupujo, wuknjo u. s. w. gebraucht ^ wovon späiliche Beste 
audi im Ns. w6laje, zdychaje u. 8. w. (Mucke S. 514). In der 
b. Schriiftspr. wird im N. Sg. das Oenus unterschieden: veda, 
vedouc, vedoue, bije, bijic, bißc, PL vedouee, bißce für alle drei 
Genera (letzteres auch schon im Ab., daneben Formen auf -c). 
Im Ab. ist häufig noch der A. Sg. m.: mluviec, vedüe u. s. w.; 
dameben die erstarrte Form auf -^e: uzri syna sviho . . . stoßece 
Pass. 462 (jetzt nur stojMho), aber auch im PL: vida jind trpiece 
Pass. 480. 

Das Part prät. act I wurde im Urslav. folgendermaßen 
dekliniert: 



M. 


N. 


F. 


Sg. N. V. n^w 


nesb 


ne9^H 


G. neshSa 


neshäa 


neshSi (südsl. -^) 


D. ne$bSu 


nesbiu 


nes^H 


A. ne^tih 


nes:b (neshäe) 


neshäq 


L. neB^H 


fies^ii 


nesbäi 


I. nestäemt 


nestäemt 


neshSq {-iejq vgL oben 
S. 6) 


Du. N. A. V. neshia 


nes^äi 


nesbH 


G. L. nesi^u 


nes^iu 


nes^u 


D. I. nest^ema 


nesbSema 


nesbiama 


PL N. V. neshSe 


nes^äa 


nestäS (sfldsL -^) 


G. ne8^ib 


nesbit 


neshäb 


D. nesbäemz 


ntSibHtifHb 


fte^bäatm 


A. nesi^^ (wslaT., 


nwbäa 


nesiSi (südsl. -{) 


r. .^) 






L. neshÜcH 


nefFbäich^ 


nesiiachz 


I. neshäi 


ne9bH 


neszäami. 



Ebenso wird dekliniert z. ß. znatn zu zncUi u. dgL Über 
die Bildung dieser Stämme I S. 496. Bezüglich des A. Sg. neihäh, 
N. PL nesbie und N. Sg. F. nesbäi Tgl. das oben über die ana- 
logen Formen des Part. präs. aci Gesagte. 

Das i geht auf sj zurück, weil der Übergang in die jK>-Dekl. 
schon uibaltischslaY. ist, Tgl. lit G. Sg. m. viiusio. Man kann 
auch nicht annehmen, dafi in nesUb, nesbü das 8 zunächst zu ck 
geworden ist, wie Strekelj meinte (A&L PhiL 265. 569), weil 
das 8j der anderen Kasus, wo es TorslaT. ist (t^L lit 6. Sg. r^ 



71 



zusio u. 8. w.) unbedingt zuent zu ä führte. Dann hätte es aber 
ein Stadium gegeben, in dem das i einer ganzen Beihe von Kasus 
neben dem 8 der drei hier in Betracht kommenden bestanden 
hätte, was doch kaum anzunehmen ist So ist auch beim Kompar. 
bolfta- der «io-St und also auch das daraus hervorgegangene i 
gewiß älter als der Übergang des 8 in eh. Im N. PI. m. kommt 
im Aksl. auch i vor. 

Auch hier haben sich davon zumeist nur erstarrte Formen er- 
halten. Schon im Ksl. finden wir z. B. im PL -äe auch für das Fem.; 
im S.-kr. auf -ii (seltener -v); so auch im Slov. prüedii, spoznavH 
u. s. w., im Buss. prüedii, hyvH u. s. w., im Poln. przyszedszy 
(von der Mitte des X VI. Jhd. auch przy8zedtBzy), postrzegszy u« s. w. 
ap. noch zabiv, uslyszaw u.s. w. und zwar auch als erstarrte Formen, 
welche von der Mitte des XV. Jhd. von den -««^-Formen ersetzt 
werden; os. analog: pjekii, rjekii, brawäi, ns. nur diaL wyäediy, 
nßchawiy u. s. w. Im B. haben wir in der Schriftspr. noch im 
N. Sg. m. ne8, i nesäi, n. alt nea, jetzt nesii, ebenso z. B. vidiv, 
videvH; im PL für alle drei Genera nesie videvie. 

Als Paradigma für den Komparativ wählen wir vyihi (vysbj) 
zu vy8okb ,hoch^ 



M. 




N. 


F. 


Sg. N. vyHi 




vySe 


vyMi 


G. vyäbia 




vyshäa 


vyShsi (südsl. -^) 


D. vyshsu 




vyäbiu 


vyihii 


A. vysbsb 




vySe 


vyihiq 


L. vyHSi 




vyähäi 


vyähäi 


I. vyshsemh 




vysbSemb 


vyäbäq (-^jq) 


Du. N. A. V. vyihia 




vyähii 


vyähäi 


G. L. vysbSu 




vyshäu 


vyähäu 


D. I. vyHsema 




vyShäema 


vyäöäama 


PL N. V. vyähie 




vyäbäa 


vyähäi (südsL -^) 


G. vyähih 




vyihäh 


vyähäb 


D. vyshierm 




vyäbäerm 


vyähäamh 


A. vydbi^i (westsl., 


vyshia 


vyäbäe (südsL -^) 


r. -c; 
L. vyMichz 




vyähäichz 


vyäbäachh 


I. vyähii 




vyätSi 


vyähäami. 


So wird auch die 


zweite Art des 


Komp. dobrei (dobrej), 


dobreje . . . dekHniert. 


Übe 


r die Bildung des Kompar. vgl. I 



S. 494—96 wo auch einige Formen, wie der N. Sg. vyäti, dobrei; 



72 

N. Sg. n. vyie, dobreje, A. Sg. vyätäh, N. Sg. f. vysbH u. s. w. 
erklärt werden. Bezüglich der beiden letzteren Formen, wie auch 
des N.Pl. vyähSe, gilt dasselbe, was oben bei den entsprechenden 
Formen des Pai*t gesagt worden ist. Unter dem Einflüsse der^ 
adjekt o-St kommt im Aksl. der N. Sg. m. vyihi auch als A. 
Sg. m. vor. Femer taucht hier im N. PL m. auch -» auf, ebenso 
im N. A. PI. n.: hoVhH (vgl. den N. A. PL n. si ,diese'). 

Einige Kompar. haben keinen Pos. desselben St : aksl. hoVti, 
hoVe ,größer' (vgl. lat. de-büis); vqstti jgrößer*, p. wiqcej, wi^ ,f olg- 
lich' und wi^kszy ,größer^, mtmi ykleiner* ("W. mei, mi, gr. fieiw^ 
das n soll von fiivv&w, minuo herrühren); luöbi, uiibi und sul'ti 
,besser^ (vgl. lit szulnas ,treflFlich' BB. 25. 93); garhi ,8chlechter^ 
und radbi ylieber*. 

Mitunter kommen beide Arten des Komp. vor: aksl. un'e 
und unije, suhi und sulei. 

Im S.-kr. nahm der Komp. die Form des best. Adj. an: 
mladi, mladB, nUada zu mläd jung*; uzl zn üzak ,eng* und die 
zweite Art: bogätiß. Aber auch mit äi: IjepSt zu lljep u. s. w. 
(Maretiö, S. 213f.). Analog verhält es sich im Slov., so daß 
wir hier als Suflf. -ej^, -ejäa, -ejse und -eji, -eja, -eje, bez. -Si, -Sa, 
'§e und 'ji, -ja, -je haben: noveßi, hogatejH (solche Adj. können 
auch 'Bji haben), IjvhH, mlaßi zu mlad, drazji zu drag, viSji zu 
visok. 

ImRuss. haben wir jetzt nur Formen auf -/e(-e): vyäe, silneje 
(urspr. N. A. Sg. n.) und -hse: luchse, bolhse. Diese erstarrten 
Formen beginnen mit dem XII. Jhd. (Sob. S. 223). 

Im Ap. finden sich noch Spuren der alten Bildung, wenn auch mit 
Endungen des best. Adj.: trt^«sy, wi^9ty, f. wi^csza, n. wi^sze (wi^czsze 
vgl. ab. r^, vieee), jetzt tci^kszy (Krjnski meint, daß das k von wielki 
nach dem Verhältnisse mi^kszy zu mi^kki eingedrungen sei, S. 172); aber 
auch schon ap. mlodszy, d. h. es wird die kompar. Endung -szy mecha- 
nisch an den adjekt. St. angehängt. Das Fem. ap. itfdni^'sza, toi^csza, 
Superl. nawiadomiejaza (Kaiina S. 308). Jetzt wird das -szy auch teils 
mechanisch an den adjekt. St.: twardszy zu twardy, atodszy zu Hodki, 
teils an den alten kompar. St.: diuzszy zu diugi, teils an den jüngeren 
komp. St. : eiepUjszy zu cUpiy u. s. w. angehängt, -^«z^ kommt vor, wo 
schwer aussprechbare Gruppen entstehen möchten: pi^kniejszy, latwiejszy. 
Bei einem Eons, oder bei rfr, rrf, »<, It, wird -wy gebraucht, wobei i und 
n zu / und rf, s und ^ zu i werden z. B. to^-szy zu toqzki; nü-ny zu nizki; 
9roz-8zy zu srogi n. s. w. Bezüglich bielszy zu hiaiy^ imieUzy zu imiaiy 
u. s. w. vgl. I 8. 70. Das Adj. toysoki hatte bis zum XVI. Jhd. wyszszy, 
im Adv. wyiz^', unter der Analogie von niz0jf blüej (über das •€/ des Adv. 



73 

vj^l. in der Syntax) dann wyiej und weiter wyzny, wyina, wyine (Krynski 
S. 230). Merke auch: Izejszy zu hkki Jeicht*. 

Im Os. drdSSi, droUüj drSUe, ns. droÜj/, «a, •«, 08. tuiii, ns. «iiiiy; 08. 
cf<i«<, na.äisij/; os.tcyüi, ns.huäy {husoki)-, o%.l6Ui (lohki), ns. laiiy (laikt). 
Dann os. khudii, ns. ehudiy (ehudy) ; os. «^(fi t, ns. siodiy (alodki). Femer 
bei Gruppen wieder 0jii: os. copltüy ns. iopUJiy zu os. <^/»^y ,warm*, ns. 

Im südl. Teile des Os. bat sich noch das -t im N. Sg. f. erhalten, 
vgl. auch c/iera 5tf<2le wj^Ui (Mucke S. 421). 

Dem AksL vyHi, vyibj entspricht im Ab. vyH und danach 
auch ab. bohateß st. bohatej entsprechend dem urslav. bogatei, 
N. ab. chüze als Adverb wie auch meist bohaiepe (wohl nach dem 
N. bozie zu bozi u. dgl), sonst wird als N. A. Sg. n. regelrecht 
diuzie, bohaUjse gebraucht N. Sg. f. ab. chuzü, bohaUjii, was 
besonders als etwas Altes hervorgehoben werden muß. Ebenso: 
bliH, blizsi, blizäe (blüe als Adv. und zwar auch jetzt noch); 
ineni, menH (menäi), menie {menie, als Adv. mine jetzt noch); 
ved ygrößer^, vicii (veöH, woraus vUii), n. vicie {viöSe, vitie, als 
Adv. viece vice ^ehr'). Im PI. im Ab. für alle drei Genera -se. 
Sonst haben sich im Ab. noch einige Kasus erhalten (Geb. 
S. 306 f.). Einige Formen sind zu erstarrten, meist adverbialen 
Ausdrücken geworden. So wurde aus dem N. radejie, radejl 
bez. aus dem M. radiß ein rcuUji, radej lieber'. Das N. kommt 
auch einige Mal für das M. vor: radejie, -ji für ß. Femer ra- 
dr-jH, radH, radöi, raöi lieber* (eig. N. Sg. f. oder PI. nach den 
adj. o-St) und radejie, radäe, radöe. 

Doch nimmt auch schon im Ab. der Eomp. häufig die En- 
dungen der best Adj. an, was jetzt die Regel ist Hierbei wird 
'81 oft mechanisch an den adjekt St angehängt: chudü, bohaUi 
neben bohatejH, doch auch noch anazH zu snadny ^^icht', vgl. 
das kompar. Adv. sndze ^leichter'; vyiH ^höher' u. s. w. 

Im Bulg. wird jetzt der Komp. aus dem Positiv durch Yorsetzung 
des po- gebildet, was man schon seit dem XIV. Jhd. findet: po-goUrm 
fgrößer* zu goÜrnz. Es findet sich po auch bei alten Komp.: poHpiaa 
(Lavrov^, Obz. 8. 178). Das po- kann auch den Begriff des Yerbums 
und Subst. steigern. 

Über den Gen. bei kompar. Ausdrücken wie gara vyhii domu «höher 
als das Haus* vgl. in der 8ynt. Dort sind auch die anderen Ausdrucks- 
weisen angegeben (Gen. compar.). 

Superlativ. Ein Reflex des urspr. SuperL hat sich im 
Slav. nicht erhalten. Es wurde dafür zunächst der Kompar. 
meist mit dem Gen. pari oder mit Präpos.- Ausdrücken gebraucht. 



74 

So haben wir: nidimze imn'zii jesi m vladtfkack^ />vda^wg iXax^' 
attj el ev . . Ev. v. De£. Mat 2. 6; rmnii nareöetb s^ vb eisarh- 
stvii . . ihixioxog xltj&ijästai . . Mat 5. 19; den Pos. finden vnr: 
velikaa obitovanija yfiiyiara • J TL Petr. 1. 4 Ap. Sis und Katuin. 

So haben wir noch im Ab. den Komp.: n^oli menäie si mezi 
kniezaty. Wiener Evang. Mat 2. 6, in der Prag. Bib. : nikoli nejsi 
menäie. Femer: a rücha md drazHe («»Superl.) in ^iv. Jos. Eap. 
14 (Krok 1886 S. 263 u. 1888 S. 125); s bratrem vaäim nOadHm 
ib. Eap. 16; dvi sti jinoch6v v^bam^Uch, stni älechtü prirozenijSkh, 
Abc V. 1255—56; had byl chytHjH nad väecky zivoöichy zemS 
(Kott, ni S. 761). Vgl. r. umrUjHj . . Bus!.* I S. 168. 

Es machte sich schon im ürsL das Bedürfnis nach einem 
formalen Superl. geltend. Wir finden nun in den einzelnen slav. 
Sprachen den Eompar. meist mit vorgesetztem naj-, seltener tM- 
als Sup^l. DaTon ist wohl na- urslay. und älter als naj-t das 
sich erst in einzelnen slav. Spr. selbständig entwickelt zu haben 
scheint Im R dafür meist samyj legkij, s, luöHj u. dgl. (L c ). 

Man müßte annehmen, daß dieses na aus einer Periode stammt, als 
es auch noch in der Geltung von nadz (das sich erst später, wie- auch 
pod^ u. dgl. entwickelt hat) gebraucht wurde, woran noch b. ndramny 
«ungeheuer* zu aksl. ramim zu erinnern scheint. 

Das naj' entwickelte sich vielleloht aus einem hiatnstilgenden i, >, 
das zunächst in Formen wie na-Utovli (bez. na-istovVb) zu tWov» akri&wog 
u. dgl. auftauchte. Als in einzelnen slav. Spr. das Gesetz des Mono- 
phthongismus nicht mehr herrschte, konnte hier leicht — wohl auch in- 
folge einer gewissen Emphase — das i ^ti na gezogen werden, zumal das 
na seine diesbezügliche Bedeutung wegen des schon frühzeitig aufgekom- 
menen nad^ verloren hatte: das itq;- konnte dann leicht verallgemeinert 
werden. Miklosich vermutete in naj das verstärkende t, das er auch 
in p. wi^ej sah (Etym. Wtb.), allein es ist kaum zu begreifen, wie das t 
hineingeraten wäre. 

Im Aksl. ist es selten: naiskorSe Cloz 1434; naiv^e Supr. 
143. 201; naipade 34. 10; naitribtii 250. 24; bg. najlepb, naj- 
Bvetb, najgoletm ,der größte'; s.-kr. najlepH, najposlije u. s. w.; 
slov. na-mlaßi Prip. 7; im West narfnlajÜ, dessen nar- Mi- 
klosich aus nchze- erklärte (Etym. "Wtb. 210), narkpäi, narvenö 
,plurimum' venet, bei Trüber ner tiga manäiga (s. unten bei sorb.); 
russ. ndboltüj. Die Schriftspr. hat nach Lomonosov« (Busl.^ 1. 
S. 154) naj' aus dem P. entlehnt Vgl. svoego nailuHago kanja 
(SaveUevi, Sbom. donsk. nar. pes. S. 78); najpervaja ib. S. 141, 
also nicht bloß beim Kompar.; naßolie, najshorie dial.; sonst 
Tolkstüml. na4>olhHj u. s. w.: boltäaja doöi nastaräaja Ryb. 2. 49; 



75 

skoro ndskaro fiehr geschwind'; disto nd-disto ^nz rein'; poln. 
nawtfszszy flor. Ps. 45. 4; 56. 3 neben najwyszszy 90. 1; 91. 8: 
nagortzy 33. 21; beachtenswert: nadnawyzszy. Im Ap. war na 
noch häufiger (ygl. Afsl. PhiL 5. S. 221 und 3. S. 29); 

08. fio;-, dial. n«/*, ns. itf;- bez. nefl insb. in der Volksspr.: os. 
nqibilii, najlubii^ ns. nejbüiy, mjluhiy^ bez. ntjihUiy^ Mjiiubiy. Dieses 
naß-nsji maß hier als naj-ie aufgefaßt werden. Das Ib drang hier ein 
etwa ans neU beim Kompar., als das nqf- eine mehr selbständige Geltang 
erlangt hatte, wie ans z. B. hg,Jego naj pocitaha ,eam maxime colebant^ 
zeigt. Es ist daher als eine Anlehnung des naj- (nej") an das neie, vgl. 
fwr Uga manüga bei Trüber, aufzufassen, wobei das nqj zu seiner urspr. 
Funktion infolge des U noch jene ?on neie annahm. Letztere Form wäre 
also als ,mehr als kleiner' zu deuten. Durch ein vorgesetztes no- wird 
hier der Superl. noch verstärkt: os. nanajhörii, ns. nanejgöriy ,der aller- 
schlimmste* (Mucke S. 420). Es könnte eine Kontaminationsform sein 
aus der Zeit, als fii|;- schon das Übergewicht hatte und na- noch nicht 
verdrängt war. Vgl. auch noch os. starii, ns. stariy ,der älteste*, os. 
lubii prtdelo^ ns. htbiy püjaiel ,liebster Freund* (in der Anrede, ib.). Das 
sind wohl Beste aus jener Zeit, als der Kompar. unter gewissen Um- 
ständen den Superl. vertrat. 

Aböhm. ndvyäH ,altis8imus^ Klem. Ps. 66b; 77b u. s. w. 
(ygl. das ap. nawyszszy im Flor. Fb.), jetzt nur nej-. Auch nad^ 
zeigte die Tendenz, das na- (naj-) zu verdrängen oder sich im 
Superl. festzusetzen (vgl. ap. nadnawyszszy): ab. nadjednijH jest to 
nade vSe . . . aus Stitn^. (Kott, III S. 761). 

Deklination der Nnmeralia. 

Eardinalia. Ober aksl. jedtwb, jedim und im (in v^ ifUf 
und in Kompositis) ^ins^ Tgl. I 8. 65. Brugmann trennt jedtm 
von im und leitet es von einem Adv. *e'dhi ab (Kurze vgl. Gr. 
S. 363—64). Über diwa, dzvi ^wei' I S. 77 und 58. Diese 
Worte gehen nach der pronom. Dekl., G. Sg. m. n. jedinogo u. s. w. 
(siehe bei dieser Dekl.); bg. edim, ednd, ednö; skr. jidan, jedna, 
jidno, slov. Atow oder in; r. odin'h, p. jeden, jedna (A. Sg. jednq, 
ap. jedn^), jedno; os. jedyn, ns. jaden, b. jeden. 

Die pronom. Dekl. von d^va übte vielfach einen großen Ein- 
fluß auf jene der anderen Numer. aus: 

M. N. F. 

N. A. dtva d^vi divi 

G. L. dzvoju dzvoju dzvoju 

D. L dzvima dhvema dzvema. 

So auch oba, obe ,beideS Bg. dca, dvi. ImS.-kr. wird der 



76 

jeweilige Nom. dem G. zu Grunde gelegt: dvd^vlje, Gen. dvdjü^ 
dvijä (as. obeju, dveju u. and.); D. L. I. dvßma-dvßma (südl. 
auch dvima). Das M. auch fürs N., nur noch dvje sta (auch dvje 
sti); slov. dva m. (2t^ f. u. n.^ G. L. dveh, bei Trüber dveju, obiju, 
dann auch dvu, obu (und dvuh, obuh), D. I. dvema. Im Russ. 
(fva m. u. n., dvS f., G. L. dvuchz, durch den Anschluß an die 
pron. Dekl. des PL, wobei aus dooju ein dvu wurde, D. analog 
dvutm, I. dvumjd (aus tr^mi und dvhna entstand ^trtftnx-a, tnmja 
und danach wurde dvima von dvumja, dem der neue St t^ru- 
zu Grunde gelegt wurde, verdräugt, ebenso detyrhmja, vgl. Leskien 
Afsl. Phil. 1 S. 56). Im Ap. finden wir noch Belege für die 
urspr. Dekl., jetzt haben wir hier bedeutende Abweichungen 
(Krynski S. 174f.): N. m. dwaj (ohaj) bei Personennamen, sonst 
dwa, oba (auch für das N.), das dwaj, obaj könnte sein j von 
dwöj (vgl. dwöj pokarm Bib. Sof. 62 a 16) und oboj bekommen 
haben; diese Worte sind auch bis auf das N. duH>je, oboje ange- 
geben worden; an diese Erklärung wird man auch bei den sorb. 
Formen (s. weiter unten) denken, wo dazu noch der Einfluß des 
best. Adj. wirkte. G. u. L. dwuch {dwu) nach der pron. Dekl. 
des PI.; D. dwu od. dwom (für alle 3 Genera), A. dwu, dwuch, 
dwa m., dwie f., dwa n., I. dwu, dwoma m., n., dunema (dwoma) 
f.; im Os. dwaj, wobaj, ns. dwa, hobej (hoboj), f. n. dwi (G. A. 
dweju, D. I. L. dwema, dagegen acy. hobeju, hobyma (Mucke 
S. 422); im Böhm, dva, oba (bei Personennamen und mitunter 
bei belebten überhaupt dvd, obd nach tri), dvö f. n.; G. L. ab. 
dvü, obü, jetzt dvou, obou, dial. dvouch, obauch (pron. Dekl. des 
PL); D. I. dvema, ob^ma, dial. D. dvoum, dial. L dvouma. 
Ein f-St. ist trhje, trije ,drei' (I S. 35): 



M. 


N. 


R 


N. trhje, trije 


tri 


tri 


G. trhi (trij) 


trhi (trij) 


trhi {trij) 


D. trtnvb 


trhrrn 


trhrm 


A. tri 


tri 


tri 


L. tri>chz 


trhckb 


trhchh 


I. trhmi 


trötni 


trtmi. 


Cetyre ,vier* (vgl. I S. 251, 262) weist 


noch Spuren der kons. 


Dekl. auf, sonst schließt es 


sich an die f- 


St an (trhje): 


M. 


N. 


F. 


N. öetyre 


öetyri 


öetyri 


G. öetyrh 


öetyrb 


öetyri 



77 

D. öett^rm detyrhrm cetyrtum 

A. iietyri detyri ietyri 

L. detyrhdi% öetyrttckh detynchz 

I. öetyrhmi öetyrtmi öetyrimi. 

So im Urslay. und Aksl. Nach der kons. Dekl. ist der N. 
Myre (später auch nach den i-St äetyrije, -hje) u. G. detyn, da- 
neben im Aksl. schon häufiger öetyrt (das t drang ein aus öety- 
rttm, 'hchz, -wwi). St M- werden wir in einzelnen slay. Spr. dt- 
finden (I S. 37). Bg. jetzt tri und öäiri. Im S.-kr. noch bis 
zum XV. Jhd. fürs M. trije, aber Tom XIV. Jhd. auch schon 
tri, dagegen nur 6itiri (über den Akz. vgL I S. 199); fürs F. u« 
N. natürlich nur -». Im A. ist das i allgemein^ andere Formen im 
As. hier seltener (Dani£. S. 239f.). G. im As. treh, öetireh, auch 
trih, ietirih, später ^n/t/, öetiriju wie auch jetzt; D. as.^rem; öetirem, 
jetzt trima, ddirma, L. as. treh, ddireh, jetzt wie im D. u. I. 
trima, öetirma. Im Slov. auch verhältnismäßig Altes: N. m. tri je, 
Stirje, F. u. N. tri, Hiri, A. für alle drei Gen. tri, Hiri, G. treh, 
Stirih (so auch L.), D. trem, Hirim, I. tremi, Hirimi. Im Russ. 
tri u. det]jre (N. u. A. für M. F. u. N.), G. trechz, detyr'ichz, so 
auch L.; D. tretm, öetyrirm, I. (wie dviimjd): tremjd, detyrhtnjd. 

Im Ap. haben wir fdrs M. frz#, trzU, ettyrts and ezUrze^ bei 
Personennamen seit dem Anfang des XVI. Jhd. trzsj\ ettyrz0j\ eztertej 
(taucht auch schon früher auf), das jetzt regelrecht ist (Kali na 8.215); 
im Ab. ^rttf, ctyrie, dann irS^ äyri (Schwand der Jotation) und iri^ 
ciyri (Gebauer 8. 402). Unter dem Einflüsse des Akk. in der Schriftspr. 
jetzt kurz: <ri, ctyri, aber dial. sind die Längen noch erhalten (bei 
männl. Pers.). Im A. m., ferner N. A. f. u. n. ap. trzy (auch im N. bei 
unpers. Mask.), cztyrzy, dann esUrzy (auch im N. bei unpers. Mask.), ab. 
u. nb. iri^ ctyri^ aber sowohl im Ap. als auch im Ab. taucht auch die 
Form äyry (p. etUry, jetzt regelrecht) auf und macht sich dann auch im 
N. f. u. n. geltend, im B. jetzt nur dial., ap. z. B. ezUry grzywny (Nom. 
Kaiina 8. 216). Offenbar ging diese Form vom Fem. aus, da der Gen. 
ctyr^ das Wort mit den a-8t. in Kontakt brachte und war einmal der A. 
auf -y fürs F. geschaffen, so konnte er leicht auch fürs M. u. N. ein- 
treten (b. dial. ityry). Von da aus drang im P. u. B. das unerweichte r 
auch in die anderen Kasas ein. Gen. ap. trzy, ab. und nb. tri, ap. cztyr 
(Kai. 8. 217); wenn im Ab. kein äyr in den älteren Denkm. belegt werden 
kann, sondern nur ctyr (wie auch jetzt noch in der 8chriftspr.), so ist es 
wohl nur ein Zufall. Unter dem Einfl. der pron. Dekl. des PI. auch ap. 
u. np. trzeehj extyrtech, exUrteeh (jetzt etterech), ab. u. dial. nb. trech, dial. 
ityreeh. Das fällt mit dem Lok. zusammen (vgl. tieht als G. u. L.). Im 
Ab. nach den i'-St. auch noch cfyrL Dat. ap. u. np. trzem, ab. u. nb. 
irem\ ap. eztyrzem, czterzem und dann ezterem (jetzt auch noch so), ab. u. 



78 

nb. ctyrem, dann auch 6tyrem (dial. ityrem). Instr. ap. trzemi neben 
trzymi (nacb dem N. A. trzy\ jetzt irtema (vgl. dwoma, dwUma), ab. trmi, 
dann auch trhni (ygl. N. m. tri), jetzt <rdmi (vgl. D. thmt L. <r«cÄ u. s. w.) ; 
ap. czitrtetni, jetzt estor^mt, ab. ctyrmi^ so auch jetzt noch in der Schriftspr., 
dann clyrmi und dial. auch tretna, ctyrma {ityrma^ vgl. dvima^ dial. c^oo«- 
ifio) und and. 

Im Ob. N. ^fo, tri, ns. Wo, (/i, A. oa. traeh, tri, ns. </ocä, //•; G. L. 
08. frocA, na. tioeh, tüch: D. 08. irom, ns. <iom, Wim; L os. iromi, ns. Womi, 
Wimi; OS. ityrjo^ Uyri^ ns. «/yi^Of *^y^^ 0. li. os. Uyrjock^ ps. styrjoeh, D. 
OS. Hyrjom, ns. styrjotn; A. os. Hyrjoch^ ityri^ ns. styrjoehf 9tyri, I. os. t/y- 
riV/j4 (Hyrj6mi\ ns. styrjomi, siyrimi. 

Die vier eben behandelten Zahlworte werden syntaktisch wie 
Ac^. behandelt Sie können aber auch alsSubst auftreten: s.-kr. 
/0(2an gavori a drugi 6uti; dva tre6ega ne dekaju; b. jeden za pat- 
ndct a druhy za dvacet bez peti, jeden za väecky; p. jeden tego 
nedokaie. Es können die Zahlen 2 — 4 im S.-kr. auch subst^i- 
tivisiert werden: dvojica, trojica, dettorica: kada dvojica ablade 
tredega (meist bei männl. Fers.). Bei verschiedenem Genus: dvoje, 
troje, öetvero, devetero u. s. w.; aber auch dvoje konja und selbst 
auch ohne Rücksicht auf das Gen.: dvoje sinova ,Zwillinge'; ko- 
talo je sedmero kovaöa. Im Bg. dvama, tritna, troica, öetirma 
petina oder petima für pet, äestina oder äestima für äest, sedmina 
für sedum u. s. w. bei männlichen Personennamen z. B. dvama 
mqze. Auch im R dvoje verchovyckb, dvoje soldatb, semero bra- 
ttjevz; im F. dwoje ludzi, troje äwiA, czworo koni, im B. dvi muzü, 
dvi zvß-at; tri knizat; ävero düek; patero, äestero . . deeatero 
bozich pHkdzdni u. s. w. 

Die Zahlworte p^t 5 (vgl. I S. 121, 281, 480), iesth 6 (vgl. 
I S. 33, 357), sedmt 7 (I S. 289, 345), osmh 8 (I S. 81, 346), 
dev^h 9 (I S. 84, 284) und des^t 10 (I S. 33, 274, 483, 492) 
sind eigentlich Subst. mit kollektiver Bed. (also p^t etwa eine 
,Pentade*), die nach den t-St. dekliniert werden (I S. 480). Das 
dazu gehörige Subst. muß demnach in den G. kommen: aksl. 
sedmb tq chlebz ^zova iicza oQzovg* Mar. 8. 6 (Zogr.). 

Des^t weist einige Kasus nach der kons. Dekl. auf, so den 
L. Sg. bei der Zahlbildung von 11 — 19 z. B. jedim na des^te 11 
(eig. ,eins auf zehn'), den N. PI. des^e als Mask.: detyre des^te 
neben öetyri desqti, den Gen. des^ (vereinzelt des^tij). I. PI. de- 
8^ty, alles andere nach den i-St Im Du. d^va des^i, also als 
Mask. (vereinzelt dzva des^te). 

Mitunter werden diese Numeralia wie die Adj. best Form be- 



79 

handelt, aksl. dea^ü ol dhua Matth. 20. 24 (also wie iHcrbfiii); 
sedmij^ rova hnza Mark. 8. 20. 

Bg. peth, äeäh . . . devät, deseh. 

Im S.-kr. sind diese Zahlen indeklinabel. In den älteren 
Denkm. findet man mannigfache Neuerungen, so z. B. im D. 
peüm vUutehm, desäijema konikom, L. u osmih sdih u. s. w. 
(Dani2. S. 241). Im SIot. im N. imd A. noch ab Subst. Sg. 
(das Subst. dabei also im G.), die anderen Kasus sind die des 
PL nach den t-St., nur der G. ist wieder Ton der pronom. Dekl. 
beeinflußt: petih (peteh), D. petim (petem), L. petih (peUh), I. pe- 
timi (päemi); das Subst steht im selben Kasus: s petimi prija- 
tdji. Im R ist die alte DekL noch erhalten: N. A. pjaih, G. 
D. L. pjatiy I. pjatbju. Bis dSsjatb werfen diese Worte den Ton 
auf die Endung (vgl. oben S. 45). Nur im N. u. A. steht dabei 
das Subst. im G.: pjath ruhUj, pjath Utb, aber I. pjatbju goddmi. 
Im Ap. sind auch noch Spuren der alten Dekl. z. B. drugq oäm 
(Kai. S. 210), w piqci panien (S. 211), aber jetzt haben wir im 
N. A. (V.) pi^iu und p^c (das ist das alte), G. pi^ciu, D. pi^iu, 
L. pi^u, I. pi^u, pi^ciq oder pi^iovna (nach dwoma). Es zeigt 
sich hier der Einfluß von dwa, wo auch die Form dwu vorwiegt. 
Man sagt z. B. przed siedmiu Uxty; przybi/lo pi^ciu pisarzöw u. s. w. 
(Kryüski, S. 178); siedmiu zalnierzy hylo. Das u taucht in 
dieser Dekl. seit dem XVIL bez. XVL Jhd. auf (Kai. S. 207 f.) 
und zwar kann dabei zunächst auch der G. des Subst. stehen: 
i€ piqciu lat, dann o dziesi^ciu tvsiach. Im Os. älter pja6, jetzt 
pje6, ns. peä; os. iisd, ns. äesö; os. aydom, ns. aedym; os. toösotn, 
ns. ioöaym; os. älter diewjaS, jetzt d£ewje6, ns. iewjed; os. ddesaö, 
ns. daseä. Diese Zahlen werden schon adjektivisch behandelt: 
G. L. OS. pjeSich, ns. peäich; D. os. pjeöim, ns. piäim; L os. pje- 
öitni, ns. p^tni (Mucke S. 439). Im Ab. auch noch die urspr. 
Regel, z. B. po sedmi let, pred äesU dnöv, aber dann blieb pet 
u. B. w. mit dem G. des Subst. nur im N. u. A., während in den 
anderen Kasus das Numerale eine erstarrte Form auf % annimmt 
und das Subst. wird entsprechend dekUniert, z. B. G. peti ptikA, 
D. peU ptäkäm, L. v peti ptdcich, I. 8 peti ptäky. Man merke 
dePii, deset, aber devüi, desiti (vgl. I S. 342). 

Um die Zahlen von 11 — 19 zu bilden, setzt man die Einer 
vor den Lok. na desqte: jedim na des^ 11, dva na d. 12 u. s. w. 
Des^e erfuhr hier in den einzelnen Spr. starke Kürzungen. So 
im Bg. edinadesetb (oder edinäjsdb) dvanadesetb . . devetnadesetb. 



80 

Im S.-kr. jedänaest, dvdnaest . . . devHnaest. Im Slov. e(d\ndjst, 
dvandjst . . . devetndjst. Diese Zahlen werden hier bis auf den 
N. A. als Pluralia dekliniert: Ji, eid^jstim, dvanajstim, I. sedem- 
najsUmi u. s. w. Im R odtnadccUt, dvenddcatb, trinddcatt, detyr- 
nadccUt . . . devjatnädcatt. Diese Worte werden dann wie pjath 
dekliniert und syntaktisch auch so behandelt, doch bleibt ihr Akz. 
fix: G. trinddcati u. s. w. Im Poln. jedenaäcie, dwanaäcie . . . 
dziewi^na^cie, im Ap. noch na dzieäcie, nadicie, na6cie. Diese 
Worte bekommen die Endung -u; jedenastu, szesncutu u. s. w., 
im I. neben -u auch -o^na (nach dtooma) z. B. jedenastoma, nur 
bei 12: tych dtcunastu ludzi (und nicht duHnnastu), z dtcutuMtu 
uczniami oder z dumnastofna uczniami u. s. w. (Eryfiski S. 179). 
Im Os.'6e, ns. -sdo: o&.jidfui6e, ns. ja{d)na86o; os. dwanade, ns. dwa- 
nasdo; os. frinade, ns. tfincisdo . . . os. diewjatnaie, ns. dewjeänasdo. 

Im Ab. hat sich ein desite nicht mehr erhalten, sondern wir 
haben hier -dcäe, -dcete, -dcet, -dcet aus -4(6)8^^^), oder -dste, 
'dde, 'de, -ste aus d(e)8{e)te und -dst, -dct, -et aus d{e)8(S)t{e), jetzt 
jedendct, dvandct . . . devatendct und diese Numeralia werden syn- 
taktisch und formell wie pet behandelt Man fing auch im Ab. 
an, den zweiten wie den ersten Bestandteil zu deklinieren, z. B. 
sluh devieti nädcti Ol. 2. Reg. 2. 30, während früher nur der erste 
Bestandteil flektiert wurde. Aber schon im Ab. beginnt man, 
einfach den zweiten Bestandteil zu deklinieren, während der erste 
fix bleibt: G. jedendcti u. s. w. 

Die Zählweise von 20—90. 20 heißt d^va des^i == 
,zwei Zehner*; 30 tri des^i; 40 detyre (-i) des^e (-f); 50 p^t^ de- 
8^ (G. PL); 60 Sestb des^ ... 90 dev^h des^. Die Einer 
werden mit i oer ti hinzugefügt: p^tt de8^^ i (tt) p^h = 55. 

Bg. dvadeseth (oder dvajsetb) 20, dvadesetb i edim 21, tri- 
deseth 30, ödiridesett 40, petdesett 50, äestdesett 60, sedemdesetb 70, 
osemdeseth 80, devetdesett 90. 

S.-kr. dvddeset (dvddest), trideset {tridest, triest), öetrdesH 
[öetrdbsit, öetirldest), pedisU, SezdisSt, sedamdksU, ommdisSt, de- 
vedisBt; Slov. dvajset (dvajsti), trideset, Hirideset, petdeset . . . se- 
demdesä, deve(t)de8et. Im B. dvddcatt, tridcatt wie pjatt dekli- 
dekliniert, 40 heißt söroH (vgl TeaaaQcrMvra) und wird wie sto 
dekliniert; von pjattdesjdtt an deklinieren beide Teile und werfen 
den Akz. auf die Kasusendung des ersten Teiles: G. L. D. pja- 
tidesjati, L pjatjüdesjattju. Ebenso Sestt^desjdtb, semtdesjdtb, vi- 
semtdesjatt; 90 heißt devjariösto (vgl. bei sto). 



81 

Im Po In. werden dwadzieseia (-« dwa dzüsi^ia Da.), irzydzieset, 
ezUrdzieiei so wie jsdenadeü behandelt: trtydziestu uezniöw, trtydiiettu 
uczniom, z trzydzUHu uezniami u. 8. w. Bei dwadzieieia wieder : dwudziettu 
uezni&w, dwudziuiu uezniom^ z dwudzUstu uezniami n. 8. w. Im I. bei diesen 
Worten neben u auch ama: z dwudzieitoma uezniami (Krjnski 8. 179 — 80). 
Weiter dann: pi^zütuft, neiödzienqt^ siedmdzieiiqt^ oimdzieeiqt^ dziewi^f^dzis' 
iidft. Diese Worte legen dzieei^ za Grande, also do pi^dzisei^u iat, 
przeeiw neiddzieei^u irzem isolmerzom, z dziewi^ddzissi^eiu ezierema roboi- 
nikami (hier aach z dziewi^zieei^eioma czterema r.) a. s. w. (8. 180). Im 
Os. dwacßdi, na. dwaxatda, os. trieedi, ns. Uizasda ... os. pjeddzesatj na. 
pidzaset a. a. w. Im Ab. noch regelrecht dva deÜi, dann -dettj dvadcßtj 
jetzt dvaeet, weiter tridcHij trideeii, jetzt tfieet; ctyrideUi^ -deetij jetzt 
ctyrieet (volkst. HyryegC), weiter pat-desät (Qber die Länge I 8. 342), iest- 
desäi, jetzt padesdt, iedesäl, dann sedmdesätj otmdudt, devadssät Man 
merke dvaeet, irieet^ aber G. etc. häafig dvaeiii^ trieiti nach d—iti (vgl. 
oben S. 79). 

SjAo hundert' (vgl I S. 337, 274) wurde als ein neutr. o-St 
dekliniert, im Dil z. B. sie, stu, Stoma; also dzvc sM 200, tri 
Sita 300, p^b shtb 500. .. tysc^sta, tys^a 1000 (vgl. I S. 337). 
Bg. sto, dvi ste, tri sta, düirstotim . . . ösetnbstotim . . . hiljddo 
(hiljada, tisjada). S.-kr. sto (dial. sto), dvßsta, dvje sti (sndl. aus 
ste), trlsta . . . tlsuöa (seltener hlljada); slov. stö, dve stö, tri stö, 
stlri sto, pet stö . . . devet sto, tisqö (I S. 338), dial. tavzent. B. 
sto, dvesti, trlsta, cetyresta, pjathsAtz, iesttsöti, semtsöti, vösemtsoti, 
devjathsöti, tysjada. Der N. u. A. sto, dann söroki 40 und de- 
vjanisto 90 bilden alle anderen Kasus auf -d. Nach dem distri- 
butiven po steht jedoch dabei auch ein D. auf -ii: pö stu, pö 
soroku, pö devjanostu. Von dvesti bis decjatbsoti werden beide 
Teile (abgesehen vom N. u. A.) dekUniert und getrennt: G. (bez. 
A. bei belebten): dvuchz soth kniyb, D. dvutm starm knigaim, 
L. dnuchh stachz knigachb, I. dvumjd stdmi. Ebenso z. B. D. 
devjati starm knigaim u. s. w. 

Poln. 9to^ dtoieieie^ trzysta^ ezterysta, pi^dset, neddset, siedmiet . . 
dziewi^dsßt, iysiqe (I S. 337, 242). SelbstAndig gebraacht, mit oder ohne 
adj. Attr., wird sto als ein Sahst, behandelt : jedno sto^ caiego sta, caiemi 
slami. Gehört noch ein Sahst, daza, bekommt es in allen Kasus -u (es 
ist der G. Da.) and zwar bei männlichen Personennamen aach im N. A., 
bei anderen Sahst bleibt hier stoi N. A. stu panow, aber sto koni, sto 
8i6w, G. stu panöWy stu siöw^ D. stu panom, stu siowoni, L. stu panach^ 
stu siowach^ I. stu panami. Analog aach dwieicie^ trzysta und ezterysta: 
N. A. dwustu ludzi (ap. dwisäeie ludzi), aber dwieicis koni^ slow; D. dwustu 
ludziom, siowam, L. dwustu ludziach^ siowach^ I. dwustu ludzmi^ slowami; 
ebenso trzystu ludzi (ap. trzysta ludzi), czterystu ... Im G. und bei männ- 
lichen Personennamen auch im A.: dwuchset, trteehsst, ezterechset. Bei 
VoBdrik, Vgl. iIat. Qnmm, II. 6 



82 

pi^dset . . . dziewi^ßt ändert sich nur der erste Bestandteil : N. A. pi^eiuset 
lt$dzi (ap. pi^et ludzi), pikset koni^ osöb u. s. w.; D. pi^iuset ludziom^ 
koniom u. a. w. 

Sowohl im Ns. wie im Os. ist die slay. Bezeichnung für 1000 seit 
den ältesten Quellen und für 100 in der ns. Volkssprache heutzutage 
wohl überall durch die deutschen Worte «Tausend* und ,Hundert*, os. 
tawzytU (seltener tmozent), ns. towzynt (selten tawzent) und ns. hundert ver- 
drängt worden (Mucke 8.442). Diese Worte werden aiaMask. dekliniert: 
G. OS. tawzynta, ns. tawzynia. Sto ist im Os. hingegen allgemein ge- 
bräuchlich und für 1000 hat man seit 1848 ty$ae aufgenommen. 

Im Böhm, sto, dvS sti (jetzt noch), tri sta, ötyri sta, pet 
set . . . devet set, tisic (m.). Dial. bleibt auch sto indeklinabel (im 
Ab. ein Beispiel: mnoho sto koni). Viel häufiger ist im Ab. 
tisk indekUnabel, was I S. 338 erklärt wurde. Über das ti- st. 
ty- T S. 29. 

Ordinalia. Aksl. prbVh ,erstei^ (vgl. I S. 322); vztot^ (I 
S. 138, 340); tretü (I 404); öetvn^; pqth (I 39, 270); äestb 6.; 
sedtm 7.; osrm 8.; dev^ 9.; des^ 10. Diese werden nach den 
(hSt (bez. tretbi nach ib-St.) dekliniert und zwar meist in der 
best Form: G. Sg. m. n. prwajego, D. prtfvujemu u. s. w.; trett»- 
jajego il s. w. (s. weiter unten). ,Der 11.' heißt prbvyi na des^ 
oder jedimnades^tm, ,der 12.' mtoryi na d. oder divanades^timz 
u. s. w. Es können aber auch die Einer als KompositionsgUeder 
behandelt werden: jedinonades^z. So bis 19. Bei den weiteren 
Ordinalia wird das Suff, -tno- angewendet: ,der 20.' heißt dzvade- 
s^tm (auch dzvodes^t^bm); s^thm ,der 100.', tys^itm, tysqättm 
,der 1000.'. 

Bg. pirvi, -a -o, vtöri, triti, öetvirti, päi, äesti . . . d^veti, 
desäi ,der 10.'; edinadeseti ,der 11.'; 4^anadeseti, detirinadesäi . . . 
dvadeseti ,der 20.'; dvadesett-pzrvi, dvadeseth^ori . . . trideseti 
,der 30.'; öetirideseti ,der 40.', petdeseti ,der 50.' . . . devetdeseti 
,der 90.', stotini ,der 100.'. Im S.-kr. prvl, drugi (tori, vtori), 
treSi, öHvrti, peti, . . . dbseti, jedänaesti, dvdnaesti, . . . dvddeseti 
,der 20.'; dvadeset prvi ,der 21.' ... trideseti ,der 30.', . . . deve- 
dkseti ,der 90.', . . . stötl ,der 100.', . . . sto i osmi ,der 108.', 
dvjestötl ,der 200.', . . . tlsua ,der 1000.'. Slov. prvi, drugi, 
tretji, detrti, peti . . . ednajsti, dvanajsti . . . dvadeseti {dvajseti), 
trideseti . . . stoti, . . . tisoöi. Im R. pirvyj, vtoröj, träij, detver- 
tyj, pjd^yj, äestöj . . . devjätyj, desjdtyj, odinadcatyj . . . dvadcdtyj, 
dvddcatt pirvyj, tridcdtyj . . . sorokovöj ,der 40.', pjatidesjdtyj 
,der 50.', äestidesjätyj, . . . devjanöstyj ,der 90.', sötyj ,der 100.', 



83 

sto pirpyj ,der 101.*, stodvadcdtyj ,der 120.', sto trldcatt vostniöj 
,der 138.S dvuchsityj ,der 200/, irkksiti/j ,der 300/, öetyrMisötyj 
,der 400/, pjatisityj, tysjaönyj ,der 1000/. 

Ap. pierwy (pirwy und pirzwy), jetzt pierwszy (mit Kom- 
parativendong), drugi (wtöry), trzeci, czwarty, piqty, szösty, siödtny, 
ismy . . . dziesiqiy, jedenasty, dwanasty . . . cztenuuty . . . dum- 
dziesty ,der 20/, trzydziedy ,der 30/, czterdziesty ,der 40/, pi^- 
dziesiqty ,der 50/ . . . dziewieddzietiqty ,der 90/, setny ,der 100/, 
9etny pierwszy oder ^ pierwszy ,der 101/, tysufczny ,der 1000/. 
Os. preni (— aksl. />rerf^nft) und pjerwy, ns. prjedny; os. rfruAt; 
ns. drugi; os. ^fe(5t; ns. f^e^*; ob. Hwörty, ns. sttoirty; os. ji/o/y; 
ns. |>e^y . . . os. «^o^y ,der 100.^ ns. hunderty; os. tysaöny (vgl. 
aksL fy^9^^n^); ns. tawzytUy ,der 1000/. Im Böhm, j^rry (jpnTh/); 
druhy, treit , . |wffy . . . desdtif, jedendciy, dvandcty . . . dvacdtp 
,der 20/ . . . sty ,der 100/ . . . tisM ,der 1000.*. 

Daß auch diese Zahlworte als Substantiva gebraucht werden 
können, ist aus den oben S. 78 angegebenen Beispielen ersicht- 
lich. Vgl. noch: p. pierwszy stracii, drugi wygrai; b. jeden dru- 
hiho ani nevidel. 

,Einer den Anderen* heißt gewöhnlich aksl. drugb druga (r. 
IL auch p.); klr. auch z. B. odym na odnoho . . . 

Deklination des Pronomen personale. 

Im PI. weisen einige Kasus die Endungen der pronom. Dekl. 
auf, so daß dadurch ein Übergang zu dieser gebildet wird. 
Sg. N. jazb ,ich* iy ,du* 



G. mene 


tebe 


sehe 






D. mtni, mi 


tebe, ti 


sebi, si 






A. m^ 


H 


^ 






L. mtme 


teU 


sebi 






L mznojq 


fobojq 


sobojq 






1. N. my 


^y 


Du. N. vi 




va 


G. nas^ 


van 


G. L. naju 




vaju 


D. narm 


vamz 


D. I. nama 


(na 


vama (va 






enkl.Dat) 


enkl. D.) 


A. ny 


^y 


A. na 




va 


L. nas^ 


wxsh 








I. nami 


vami. 









Das a in jazh geht doch wohl auf eine analogische Dehnung 
(wegen ty) des « in *eg'(h)öm, ai. alidm, Ut esz (alt), asz, preuß. 

6* 



84 

es, got ik zurück, also i mit prothet i : iezh. Die Dehnung 
könnte auch wegen des Nachdruckes wie in ab. niktö, nikU, nidj 
nie (vgl. Geb. S. 522) aufgekommen sein. Die aksl. Denkm. 
weisen zwar fast ausschließlich (izb auf. Das scheint aber eine 
Eigentümlichkeit des Bg. überhaupt zu sein (Schwund der Jota- 
tion im Anlaute). Das AVort weist vorwiegend die Anfangs- 
stellung auf, daher konnte das % hier am ehesten verloren gehen, 
während z. £. javiti mit seinen Ableitungen noch häufiger ist als 
a^Ui. Vgl. übrigens noch z. £. t^pf-oäq i jazh (^) Mar. Marc. 
11. 29 (Zogr. schon azi). Mit Ausnahme des Bg., das auch jetzt 
noch azh (aber auch jaze, jas, ja Lavrov, Obz. S. 169) hat, 
weisen alle anderen slav. Spr. das ältere ja(z) auf: s.-kr. ja (in 
alten Denkm. azb u. jazb)^ slov. jaz, ja, v. ja, (ar. jazb\ p. ja 
(ap. jaz), OS. ns. ja, b. jd (ab. jdz bis Ende des XV. Jhd., da- 
neben aber auch jd schon seit dem Anf. des XIV. Jhd.). 

G. mens (vereinzelt aksl. mne aus mene) ist ursprachUch, 
vgl. av. mana (ai. mama)\ tebe aus urspr. "^teybe, ai. u. av. tava, 
indem das h aus dem D. eindrang (vgl. lit noch tavk, tav^s, tävo 
poss.); sehe analog aus *$e^e. Bg. (auch als Akk.) mene, tebe, 
daneben mini, rnern, men; tebe, tebh, teb; skr. mine, tibe, sibe; 
slov. fnene, tebe, sehe; r. menjd, tebjd mit sekund. Endung erst 
seit dem XV. Jhd. und zwar wohl nicht nach den o-8t, wie 
Sobolevskij meint (S. 184), sondern zunächst in akkus. Funk- 
tion nach dem Akk. mja, tja, sja, vgl. slovak. teb'a, seb'a, mua. 
Ar. auch meni, tebe, sebi, kann nach duäi, eher nach dem D. 
(vgl. das b im G. tebe aus dem D.) sein; p. mnie, ciebie, siebte; os. 
mnje, mje, tebje, sebje, ns. mnjo, tebje (sebje), se, b. mne (das wohl 
ein *mtne nach dem L. voraussetzt), tebe, sehe. 

Dat a) mi, ti, si enkUtisch aus *me, *ti, *si und dieses 
aus moi, toi, soi, das als L. G. D. gebraucht wurde, gr. pioi, toi, 
ol, eol mit geschleifter Int (I S. 60); s.-kr. mi, ti, slov. mi ti, 
si, ar. auch; p. mi, ci, ap. ^t; os. mi, 6i, ns. äi\ b. mi, ti, si. h) Es 
gab noch eine zweite Form vgl. lat. tibi aus *tebei, pr. tebbei, 
tebbe, sebbei, lit tdvei, sdvei (mit -av- für -e6- nach dem G. tavi, 
savi). Im Slav. ist von einer Kompromißform ^teboi,'\*mbnoi 
nach *moi, *^ot auszugehen. Mtni, tebi, sebi st. des erwarteten 
^mtni, *tebi, *sebi offenbar deshalb, weil diese Worte durch den 
I. mhnojq, tobojq, sobojq in Beziehung zu den a-St kamen und 
xiaher machte sich hier im D. u. L. auch der Einfluß der a-St 
jgeltend. Bei mi, ti, si war dieser Einfluß nicht mehr, da diese 



85 

Formen ihre lokale Funktion im Slav. verloren hatten. In ak- 
zentueller Hinsicht scheint hier dann auch im D. der L. gesiegt 
zu haben (Zurückziehung des Wortakzentes auf die Endung vgl. 
I S. 18) ; nur so begreifen wir die Reduzierung des Stammvokals 
in mMii (die bei m offenbar leichter eintreten konnte als bei te, 
sej vgl. ffi). R. tebe, mni (ar. fmne, über tobS, sehe vgl. beim 
L Sg.). Auch in einigen £ak. DiaL heifit der D. L. ment, tebl, 
sebl gegen den G. A. menet ^^be, sebe. Letztere Betonung ist 
wohl auch urslav. Später fanden jedoch gegenseitige Beein- 
flussungen statt So setzt die b. p. G.-Form mne (mnie) eine 
Betonung mene, Übe voraus. Übrigens kommt auch im Ps. sin. u. 
Euch. sin. mne, bez. m'ne für mene vor. Es ist nur die Frage, ob eine 
Obergangsform mime anzusetzen ist So haben vrir auch im Stok. 
mine, mini. Übe, tibi neben mi, ti; in Bagusa mene, meni, tebe, 
tebi (ReSetar I 143), in Denkm. mtn^, mni, mene, meni, menje 
u. s. w. (Daniö. S. 216). Auch in den Kiev. BL, die auf ein 
südl. s. Gebiet hinweisen, ist derartig ausgeglichen: t^ (G. III b 6; 
tibi D. nb 24—24; Hlb 1 u. s. w. (vgl. Verf. O püvodu Kij. 1. 
S. 103 und 14). Slov. meni, tebi, sebi (neben mi, ti). In an- 
derer Weise ist im R ausgeglichen: menjd, tebjd (vgl auch 
Meillet A&l. Phil. 25, S. 428—29 und Pedersen KZ. 38, 
S. 326 f.). Bg. mh^^, mem, men, mi; tibi, tebh, teb, ti doch auch 
mene, tebe (Lavrov S. 170). Als D. hat sich sibi erhalten in 
na 8thi si, na aebb si, dann auch si, als A. sibe si, sebh si, n, 
OS. mni, t^i, sebi, ns. mnje, tebje, aebje. P. mnie, b. mne, mi, dial. 
auch mni, ti, der A. mi wurde ak mni ausgesprochen, das war 
aber auch der Dat Diese Berührung hatte zur Folge, daß mi, 
ti, se dial. auch für den Dat gebraucht werden, wie umgekehrt 
ti, si für den A. (bezüglich der anderen Formen beim Instr. Sg. 
m. n.). 

Akk. Sg. m^ aus *mSm, ai. md^n, t^ aus *tu&m (ai. tvdm), 
wobei u ausfiel, da tu sonst nur im Fron. poss. tuoi vorkam; 
ebenso s^. Diese Formen waren enklitisch. Im Bg. hat sich 
auch me, te erhalten, insbesondere verstärkend: mine me, tebe te, 
s.-kr. me, te, se, wofür auch der G. mene, td>e, sebe, wie auch 
in anderen slav. Spr.; slov. me, te, se (mene, tebe, sebe); ar. mnja 
(das n aus den anderen Kasus), tja, sja, daneben ar. der G. 
mene. Übe, sAe, jetzt menja u. s. w. (s. oben beim G.). 

Daß im ap. mie, cie, sie der Reflex des ai. mä, tvä zu suchen 
sei (Berneker, EZ. 37, S. 367), ist unrichtig; die p. Formen 




86 

sind durch Schwund der Nasalität entstanden. Daneben gab es 
auch noch im Ap. Formen mit -i^ , ja dieser Nasal drang auch 
in den als A. gebrauchten O. mnie, so daß daraus mni^ entstand 
(Kaiina S. 337). Dann wurden die nasalierten Formen wieder 
allgemeiner (in der Schriftspr. jetzt regelrecht). In der Volksspr. 
allerdings häufig "ie. Os. mje, de, so, ns. mij äi (D.), se. £. mi, U, sL 

Lok.-Sg. ist formell identisch mit dem D. 

Instr. Sg. Schon durch die ai. Formen mäyä, tväyä (tv&) 
wurde eine Berührung mit den s-St angebahnt (vgl. ai. I. dävä, 
gr. Xad^qä u. s. w.), die hier auch im Slav. klar vorliegt: tmnojq 
tobojq, sobojq (urspr. wohl *fmnq, ^tobq od. *t€bq u. s. w.) mit 
Akzentverschiebung, weil ein Langdiphthong -am zu Grunde lag 
(daher auch der Halbvokal in mz-j im R toböju, mnöju). Die 
nichtbetonte Silbe te, se wurde an den folgenden o-Laut assimi- 
liert: tobojq, 8oboj(f] bei tmnojq lag nicht mehr ein *ineno zu 
Grunde, sondern ein *mMi- oder noch eher '^m^no- (I S. 161) 
woraus *imn(h und dann erst z wegen des folgenden o. Im 
S«-kr. jetzt mnöm, toböm, soböm, älter mnoju, mnovt, toboju, to- 
bovb u. s. w. (vgl. oben S. 36). Vom XVI. Jhd. oder richtiger 
wohl früher auch mnöme (tobdme). 

Das -e dieser Form ist noch nicht erklärt. Offenbar ist sie aber 
unter dem Einflüsse von I. D. PL nama, die zweisilbig war, indem 
anch im Sg. der I. mnom mit dem Dativ mme, der neben meni sehr ver- 
breitet ist (S. 85), die Eontaminationsform mnome ergab, entstanden. 
Oder es machte sich das Bestreben geltend, zu den zweisilbigen Formen 
des Sg. G. men€f D. mens, meni, A. mene, auch einen zweisilbigen I. zu 
haben, der dann unter dem Einflüsse des dativischen e entstand. Dann 
wäre es begreiflich, warum diese Form bei tobom nicht recht aufkommen 
konnte (Maretid S. 193b). Von mtuhne ist das e auch zu anderen Pro- 
nomina wie njom€y r\)ime, (selten iime, ovime, onime), kirne geraten. Da 
nun ein nin'om neben mn-ome im I. Sg. des Pron. pers. vorkam, so hatte 
es zur Folge, daß überall dort, wo die Endung -om sonst vorkam, da- 
neben auch "ome sich festsetzen konnte. Das war im L. u. D. Sg. der 
pronom. u. adjektivischen Dekl., nachdem im D. Sg. m. n. das u in -amu 
abgefallen war. So erhalten wir den L. und D. Sg. tome neben tom n. 
iomu; home neben kom^ komu und iutome neben IkUom {häamu). Weil 
der Prozeß nur von -om des mnom ausging, so ist es begreiflich, warum 
im L. bez. D. Sg. auf -em z. B. naiem, vruöem sich kein naieme, vrudeme 
entwickeln konnte, eine Erscheinung, die sich Maretid §216 noch nicht 
erklären konnte. Daher wieder L. D. Sg. mome neben mdm, aber mojemu^ 
mojem, nicht mojeme, 

Slov. menoj (mano, meno), tAoj {tabo, tebo), seboj {sabo, sebo)^ 
hier der Stammvokal e des D. L. u. G.; bei den ungar. Slov. 



87 

auch me1^o^, menom (vgl. S.-kr.). Die Formen teU im D. u. L. 
(und iehe im G.) u. tobojq im I. beeinflußten einander sonst auch 
hinsichtlich des Stammvokals: im P. auch der D. u. L. ichie, 
sobie (der I. tobq, sobq bUeb jedoch); im £. D. L. tobe, sobe, ein 
teb^ kann nicht mehr belegt werden, I. aber tebou, sebou seit dem 
XV. Jhd. regelrecht (nach dem G. tebe, sebe); im Ab. noch tobü^ 
sobii. Im Ar. im D. u. L. auch neben tebi ein tob^, neben sebi 
ein 8obi, der I. blieb unangetastet; jetzt im R. D. L. mn^, tebi, 
sebSj I. mnöju (mnoj), toböju u. s. w. Im Os. L tobu, ns. tabu 
neben tdm; L. os. tebi, ns. tdje; D. os. öi, tebi; ns. 4%, tebje. 

Nom. PI. my, vy sind identisch mit dem A. ny, vy, die 
wohl auf *nö8, *uö8 zurückgehen (I S. 108), nur wurde *ny als 
Nom. unter dem Einflüsse eines jetzt nicht mehr vorhandenen N. 
etwa *me(8), vgl. Ut m^, pr. me8 zu my umgeformt. Der Ur- 
sprung dieser Formen erklärt es, warum sie auch als enklit. Da- 
tive auftreten. Im Bg. neben ni auch nie nach tie (vgl. tyj^ in 
einigen aksL Denkm.) und nij, nija, ebenso vi, vie, vij, vija. Ver- 
einzelt kommt ny (ni) für my vor schon im Glag. Cloz., dann 
regelrecht in den Kiev. Bl. (vgl. Verf. O püvodu Kiev. 1. S. 30). 
Die erhaltenen Abschriften beider Denkm. rühren vom s.-kr. 
Boden her. Auf bg. Boden taucht ny als Xom. seit dem XIV. 
Jhd. auf: vom XVII. Jhd. dann nye, nie, vye, vie. Im S.-kr. 
haben wir sonst mi, vi; slov. mi, vi, im Westen kommt auch 
fürs F. mBj ve vor (danach auch im Du. medve, vedve), R. my, 
«y; P- *wy, tpy] OS. ns. my, wy\ b. my vy. 

Sonst geriet der ganze PI. ins Fahrwasser der pronom. Dekl., 
wobei das erwähnte *nd8, *vö8 als Stamm diente: Gen. nas^, 
v(i8h aus *nö8'8^, *vö8'8^; so auch der Lok. (vgl. tieh^ als G. u. 
L., ein Merkmal der pron. Dekl.); Dat nam^, vamz etwa aus 
*nö8'mz, *vö8''m^ und Instr. nami, vami aus ^nös-mij *vö8-mi. 
Da im G. u. L. nasz das 8h als die Endung und nch, va als der 
Stamm aufgefaßt wurde, fand dieses auch in die anderen Kasus 
Eingang, daher kein 8m (bei namz, vamz, nami, vami konnte 
auch der D. I. Du. namaj vama vom Einfluß sein). 

Im Bg. ist auch noch na8h, va8^ als G. u. A. erhalten, da- 
neben auch noch andere Formen (Lavrov S. 171); dann der D. 
namh, ni\ vamz vi. Im S.-kr. G. m?9, vä8. Als D. in den 
älteren Denkm. namb, vamh, vom XV. Jhd. auch nama, vama 
(Du.), im XVI. und XVII. häufiger der I. namt, vami st des 
D. (Einfluß des Du.). Es kommt hier aber auch in älterer Spr. 



88 

enklitisch ni, vi vor (Dan. S. 219 — 20). Jetzt näman nam; vamaj 
vam. Als Akk. as. m\ vij vom XY. Jbd. kommt der G. für 
den A. auf. Lok. in älteren Denkm. nasty vasbj dann fällt er 
mit dem I. zusammen: nami^ vamij jetzt natnaj vama (Einfluß 
des Du.). I. PI. in den älteren Denkm. nami^ vami^ vom XIII. 
Jhd. namh, vamt (D. unter dem Einfl. des Du.) und vom XIV. 
Jhd. nama^ rama, jetzt auch namaj vama. Im Slov. G. L. nas, 
vasj D.nam, vamj L nami, vami; im Buss.: N. my^ vy^ G. nashj 
vQSh\ D. narm, daneben ar. (enkl.) ny, vamz^ ar. auch vy u. s. w. 
Akk. ar. ny^ vy neben nashj vash (G., der jetzt ausschließlich ist). 
P. N. myj ivy; G. L. naSj was; D. nam (ap. ndm)j vam, I. nami, 
ivami; os. ns. my, un/j G. u. Akk. nas, waSj D. nam^ warn; L. 
naSj wasy I. namij ivami. Böhm. N. my^ vy^ Akk. ab. ny, vy, 
jetzt nds, vds (G.), D. näm^ vdm, L. nds^ vdSj I. ndmij vdmi. 

N. Dual. Es bat ein ue gegeben , vgl. lit. vi-du ,wir zwei' 
(got ivi't)j welches im Slav. wohl nach dem Du. der a-St. rybi 
zu ve umgeformt wurde. Akk. na geht auf *nö zurück, vgl. gr. 
A. u. N. v(v, ai. näu als A. G. u. D., daher auch im Slav. na 
als enkl. D. 

Analog A. va auch als Nom. und enkl. Dat Bei den anderen 
Kasus wurde ♦nö-, ♦j^ zu Grunde gelegt: G. L. naju, vaju, 
D. S. nama^ vama. 

Im As. Nom. vä^ der Akk. na und N. A. va\ G. L. najuj 
vaju (mitunter auch für den PL Dan. S. 228), D. I. nama^ vama 
(S. 233), jetzt für den D. L. u. I. PL (s. oben). Im Slov. hat 
sich noch erhalten: G. L. naju^ vajuj das auch als Akk. ge- 
braucht wird, D. I. namaj vama, als Nom. gebraucht man aber 
mi'dva, mi-dve, vi-^lva, vi-dve (PI. mit dem Numerale). Ar. N. 
ve (neben my), (vy); Akk. no/ti (G.), aber va neben vaju (G.), 
G. L. naßi, vaju, D. I. nama, vama (im I.), daneben na, va als 
D. Ap. N. wa oba ,nos ambo' (tra); G. L. naju, tvaju, D. I. 
nama, wama; für den A. wird der G. gesetzt (Kali na S. 339). 
Im Os. moj (wi), wöj, ns. mej {möj), wej {icöj); G. A. os. naju 
{na}), icaju (tcaj), ns. naju, waju; D. I. L. os. namaj, wamaj, 
ns. nama, wama. 

Ab. ve ,wir beide' für alle Genera, daneben auch schon eine 
Neubildung va (nach dva u. s. w.); für den Akk. kein Beleg. 
G. L. naju, vaju {najl, vajfj; D. I. ndma, vdma. 

Gebrauch des Beflexiyums. Die Formen sehe, sd>i, $i ,. 
werden nur dann gebraucht, wenn die durch sie ausgedrückten 



89 

Personen identisch sind mit dem Sabj. desselben Satzes: ne sh- 
kryvaüe sehe gücrovüta na zemi fiij ^tjoavQitßTe vfuv i^noav^ 
Qovg . . . Mat. 6, 19; bojq 8^ ^di fürchte mich' u. s. w. Das- 
selbe gilt auch von dem Poss. svoj. 

Enklitische Formen. Die Formen mi, ti, si, na, va, 
später auch m^, t^, s^ sind enklitisch^ worüber in der Syntax. 

B) Pronominale Deklination. 

Bei der pronom. Dekl. kommt in einigen Kasus fürs Mask. 
u. Neutr. ein o- bez. ib-St (vgl I S. 82), fürs Fem. ein a- bez. 
io-St. zum Vorschein, so daß man darnach die pronom. Stämme 
in zwei Gruppen einteilen kann. 





a) 0-, 


bez. a-j 


Stämme. 






Ab Paradigma diene U, io, ta 


,der, jener', lit täs, tä. 




M. 


N. 


F. 








Sg. N. th 


to 


ta 








Gr. togo 


togo 


toje (südsl. tojp^ 






D. twnu 


tomu 


toj'i 








A. U 


to 


tq 








L tomb 


tomb 


toji 








L temh 


tentb 


tojq 














M. 


N. 


F. 


PI. N, ti 


ta 


ty 


Du. X. A. ta 


ti 


te 


G. tiek^ 


tiehh 


techh 


Gr. L. toju 


toju 


toju 


D. titm 


tenn 


tetm 


D. I. tema 


tema 


tema 


A. ty 


ta 


ty 








L. «ecÄJ 


lichb 


techb 








I. thni 


thni 


timi 









Nom. Sg. in bg. Denlun. hj (nach dem best Adj.), dann 
toj und tojzi, jetzt toj und toju (mit dem Artikel), in den östL 
IMal. ausschließlich für die 3. P., in den westl. und maked. dafür 
noch om (Lavrov S. 168); N. in bg. Denkm. tozi, tava (S. 160), 
jetzt tuj, toüd, tva; F. in den bg. Denkm. ta, taa, tia (vgl. sia)^ 
tdzi, tja (S. 162). Über s.-kr. täj\ entsprechend dem bg. tzjj 
TgL weiter unten. Slov. m. ta (aus th, daher im Osten und 
sonst noch dafür te), £ ta, n. to. Im Ar. th, durch Verdoppelung 
thth, woraus jetzt toth jener', f. ta, n. to; m. auch thj (nach den 
best Adj.), woraus auch dann toj, TgL sej aus stj. B., ns. u. p. ten, 



90 

indem aus tz unter dem Einflüsse von om ein *tbnb, ten und 
später im Os. infolge eines noch weiteren Anschlusses ein tön 
(vgl. hier toön) entstanden ist (Solmsen EZ. 31, S. 479, anders 
Smetänka in listy fil. 29, S. 60). Analog jeii; sen, anen und 
b. vsecken. Der Reflex des älteren th hat sich erhalten nur im 
ab. Adv. r«-Waa = ve-ten-das; ab. auch noch tet — Mb (Ver- 
doppelung, vgl. r. toth). 

Oen. Sg. m. n« togo. Falls der G. urspr. wirklich *ta (vgl. 
lit td) hieß, so wäre es begreiflich, daß er den zweisilbigen 
D. L. I. gegenüber leichter eine Hervorhebungspartikel (= go, 
ai. gha u. s. w.) annahm und daß dann -go als Easussuffix 
empfunden wurde, so daß die Form nicht mehr von Gen. wie 
roka u. s. w. gestützt, vielmehr nach tamu, tomt zu togo umge- 
formt wurde (Maretiö, Rad. 112, S. 41 und I S. 82). Im R 
und Ka8. -ro st -go (I S. 185—86 und Fortunatov in BB. 20, 
S. 182, wo er ein frikatives y annimmt). Akzentuell r. tog6\ 
b. toho. 

Unter dem Einflüsse des G. auf -a der o-St. taucht hier 
auch toga u. s. w. auf. Vereinzelt schon im Aksl. z. B. sega, 
radi Mar. Marc. 6. 14, im Supr. jega 392. 26, kojega 332. 2 u. s. w.; 
femer toga, inoga ... in den mittelbg. Denkm. und in den heutigen 
bg. Dial. insbes. toga, fiega, koga, ga (vgl. Lavrov«, Obz. S. 162 
bis 63). Im S.-kr. taucht -a schon in den ältesten Denkm. auf 
und wird dann zur Regel; das -o behauptet sich bis XV. Jhd. 
(Daniöiö S. 157). Analog verhält es sich in derDekl. des best 
Adj.; ein einziges Mal im XV. Jhd. naSeg, jetzt fällt das a 
häufig ab. Nach den weichen Stämmen auch tega, onega in s. 
Denkm. (S. 159), in der Schriftspr. jetzt nicht. Analog auch im 
Slov.: njega, koga und tega, also nach den io-St Das -ga ist 
hier die ältere Neuerung, da wir es schon neben -go in den Freis. 
Denkm. finden, dagegen ist hier noch togOj taioga, tomu, und 
auch noch bei Trüber ist toga, jetzt tega, tetnu, tFber die Aus- 
sprache des r. togö vgl. I S. 185 — 86. Im A p. findet man noch 
togOy frühzeitig jedoch nach den ib-St tego, jednego, onego u. s. w. 
Jetzt nur kogo. Analog im Os. tego (tdio), ns. jedoch noch togo. 
DiaL hört man auch samoV, jenoV , sameg', janog' (Mucke 
S. 427) und jeg' (S. 401). Böhm, tohoy im Ab. fäUt häufig das 
ab: z toh^ tohto svita (toho-to), slovak. auch do tohto domu. 
Wie im P. finden wir im Ab. auch teho; jetzt auch noch in 
Mähren (vgl. auch den Dat temu u. L. tem). 



91 

Gen. Sg. f. , Hier liegt ein ^<ya-St. zu Grunde und taucht 
sonst noch auf. Über toß und toj^ ygl. oben S. 3. Im S.-kr. 
neben toje, onoje . . . (nur in älteren Denkm.) schon seit der älte- 
sten Zeit kontrahierte Formen: ine, vsake, njeke, te, te-zi, auch 
tej tejzi (wohl durch eine Beeinflussung seitens des D. und L.) 
samS, tnoje, kontrahiert na, naäe. Im Slov. auch kontrahiert: te. 
Im Ar. noch toß, jetzt toj. Als im D. aus toji ein toj geworden 
ist (ebenso zu moja ein mojej), zeigte sich wohl das Bedürfnis, 
auch im G. eine Form vom gleichen Umfang wie der N. D. u. s. w. 
zu erhalten. So kam toj auf, wobei auch die Dekl. G. D. kosti 
fördernd wirken konnte. Analoge Beeinflussungen auch im P. u. 
B. Im Böhm, aus toß ein ti, analog aus ßß ein jie, wohl 
hauptsächUch aus dem Bestreben, eine Form vom gleichen Um- 
fang wie der N. Sg. war, zu erhalten, was namentlich bei zwei- 
silbigen Worten wohl zunächst wirkte, wie G. nciüe, jieze \l s. w. 
Diese Formen sind in manchen ab. Denkm. ausnahmslos (Ge- 
bauer III, 1, S. 439, 443); ebenso im Ap. te, teto (Kaiina S. 259), 
ß, nie (Eryüski hält diese Formen für dial. S. 119). Da nun 
sowohl im B. Dative und Lokale in der Form ti st tij als auch 
im P. te st tej und ß st ßj im XV. Jhd. aufzutauchen begannen 
(so daß es im D. zwei Formen neben einander gab: mit j und 
ohne ;), so drang das dativische j auch im G. ein : ab. tij, jiej, 
poln. tejf ßj. In den ab. Texten bis Anfang des XV. Jhd. findet 
man in der Regel, ja in einigen fast ausnahmslos den G. ti^ jie, 
dagegen im D.h. tij, jiej oder jl. Dann war entweder die eine 
oder die andere Form gleichmäßig für den G. u. D. bez. Liok. 
Jetzt b. ti, oni u. s. w. poln. tej, samej, jej, niej. So lauten auch 
die Dative und Lok. So auch beim best Adj.: G. urspr. ab. 
dohrifpe^ie, D.L. dobrij, piHej, dann die gegenseitige Beeinflussung» 
Die Formen mit j sind meist dem östL Sprachgebiete eigen- 
tümlich (vgl auch das P.), die ohne j dem westlichen. Vgl. auch 
im As. das tej, tejzi im G. Im Ap. auch nach der nomin. Dekl. 
(o-St): ty, ony, jedny u. s. w. (Eal. S. 2ö9). Im Os. und Ns» 
haben wir teß nach jeje, naseje (vgl aksl. ßjp^ naäeß). 

Dat Sg. m. n. ai. tdsmäi aus *t08möi, im Slav. st. i f' u 
nach den o-St, analog auch im lit tdmui (nach täkui .. w.). 
Das 8 ist ausgefallen (wie auch im L.) nach dem I. temt, lit 
tümi u. and.; bg. auch tomu, tomuzi, -otnu auch bei and. Pron.: 
sekomu, nekotnu, dial. auch nach den /o-St: drugemu, ednemu, 
(Lavr. S. 164). Im S.-kr. hier auch temu, onemu, jednemu neben 



92 

tomu . . . (Dan. S. 163). Seit dem XY. JhcL kann der D. mit 
dem L. zusammenüallen: tom, inom, njekom, vciäem (auch tome, 
Dan. S. 164, worüber oben S. 86). Im Slov. temu, in den Freis. 
Denkm. noch tomu (vgl. den 6. Sg. m. n.). Russ. tomu, böhm. 
tomu, dial. tom, so auch beim best Adj., in Mähren temu. Im 
Ap. war auch noch tomu (Anfang des XIV. Jhd.), jetzt tetnu, 
onemu, samemu, aber noch komu. Ns. tomu, os. dagegen 
temu. 

Dat Lok. Sg. f. wurde vom Stamme toja gebildet und lau- 
tete toß TgL duii, Jeji, woraus dann einzelsprachlich toj, jej ge- 
worden ist WahrscheinUch ist der Ausgangspunkt dazu beim 
best Adj. zu suchen, wo aus dobrdji bei der Neigung dieser 
Formen zu Verkürzungen das j schwand, so daß ein dobrH, do- 
brej entstand. Damach wohl dann auch toj, jej. In bg. Denkm. 
kann selbst auch das ; abfiallen: neben toj auch vh toxi zemli; 
vgl. auch na svoe smerti, telo e (Lavr. S. 164—65). Jetzt kommt 
der D. f. nur vom Pron. i vor: joj, nej, nezi. Im S.-kr. toj, 
vsakoj, njekoj, ovoj, ovojzi, danach auch seit dem XTTL Jhd. 
v8oj, vaäoj, vaäojzi, joj, njojzi, mojoj u. s. w. (S. 166). Im Slov. 
nach den io-St tej vgl. jej, daneben ti nach ji. Russ. toj (auch 
ar.). Im Westslav. ist nach jej auch *toj zu tej umgeformt worden, 
daher p. tej, jej niej (ap. auch je, nie, worüber beim Gen. Sg. f., 
diese Formen bei Kryüski S. 119); im Ab. tij (Dehnung für 
den Abfall des ») und daraus später ty, aber aus dem als Vorbild 
dienenden jej oder wohl besser jij (in dieser Form allerdings nicht 
mehr belegt) kann das schon in den ältesten Denkm. vorkommende 
j{ nicht erklärt werden (vgl. weiter unten). Dann auch tiej, jiej 
(woraus dann das jüngere jej) nach den best Adj. (Gebauer 
S. 435). Im Os. und Ns. tej. 

Akk. Sg. f. in bg. Denkm. ^m«», tyq u. s. w.; im XVII. Jhd. 
fällt der N. mit dem A. zusammen: t^zi duma (A.), na onazi 
strana, omzi. Im S.-kr. tu, tuzi, onu . .; slov. to; russ. tu (ar. 
dafür auch G. toje); poln. t^, die einzige Form bei den Pronom. 
mit f (sonst samq, onq, j<ff naszq u. s. w.); os«, ns. u. böhm. tu. 

Lok. Sg. m. n. tomh aus *t08min, ai. täsmin, mit Verlust 
des 8 wie im D. Im S.-kr. seit dem XV. Jhd. mitunter nach 
den ib-St.: ovemt, temt, dann toma, tome. Seit dem XV. Jhd. 
sehr häufig der D. st. des L. nach allen Präposit (S. 180). Jetzt 
tom, samom, tome, samome, worüber oben S. 86) . . . Im Slov. 
nach den jfo-St: tem, bei Traber auch noch tom; russ. tom^, 



93 

ar. totm; im Ap. im XIV. und XV. Jbd. nach den ib-St temf 
seit dem Ende des XV. Jbd. tym (eig. I.). Die urspr. Form hat 
sich nur in Kompos. erhalten: przytomny u. s. w. Os. ebenfalls 
tjfmy ns. aber noch iom; b. tom, ab. daneben auch tem, jetzt noch 
in Mähren (wie der Gr. teho, D. t&nu), 

Lok. Sg. f. toji ist so wie der D. zu beurteilen: 8.-kr. toj, 
toj'Zi, onoj, danach auch V80j, svoj, nasoj il s. w.; slov. tej (ti), 
r. toj, p. tej u. s. w. 

Instr. Sg. m. n. *Umt aus ^toi-mi, toi- ist der 2. Stamm^ 
der hier einige Mal auftritt (vgl. auch toia- neben ta fürs Fem.); 
und -mt ist die bekannte Instr.endung ygL p(^tmh und umord. 
Palm. Im S.-kr. timt, tijemt, tim, taciem, kijem, onijem u. s. w., 
danach seit dem XII. Jbd. auch naiijem, svojem u.8. w. (Daniöiö 
S. 172). Mitunter wird noch -a, -e oder -i angehängt; jetzt tijem, 
samijetn . . . Slov. tem, r. titm (ar. temt); p. tym nach den best 
Adj. (auch schon ap.), os. und ns. ebenfalls tym^ ab. tiem, dann 
tim, bei io-St ßm. 

Instr. Sg. f. toj<f regelrecht vom St. *toj[ä' mit der Endung 
'am, die auch bei den o-St. vorkam (vgl. oben S. 6), ai. tdya. 
Im S.-kr. vsakoju, vsakovt, ednovb, svojoch, dann stakomh, vsa- 
kamt, jednofnt, komh, vsomb, njom, njomzi, naäomt (vgl. oben S. 36), 
auch tomede, tome (S. 178); jetzt tom, aamom; slov. to (kontra- 
hiert, so schon in den Freis. Denkm.); russ. toju, poln. tq; os. 
teßu), ns. teju nach jeju; ab. tu, dann tau, tou (jedoch ab. auch 
noch toju in dem Adverbium mezi4ojü, mezi-tojl). 

Nom. PI. m. ti aus *te, vgl. lit te, gr. dagegen voi (I S. 59), 
got Pai; im Bg. jetzt für alle Genera und auch für den Akk. 
tija (vgl. aksl. tyj^ in einigen Denkm.) und tezi (bez. des t^ vgl. 
im B.), außerdem tie, so auch onezi, onija, anie, onje (Lavr. 
S. 167); S.-kr. ti, oni, vom XV. Jhd. auch ohne Wandel des 
Kons.: neki, dann kaki (Dan. S. 187); slov. ti; im Buss. seit 
dem XIU. Jhd. te (I S. 60), für alle Genera jetzt, früher noch 
ti; ar. auch ani, odni, same, ini, auch noch im Großr.; ein Be- 
flex solcher Formen ist auch Klr. ti, vani, sami u. s. w. (Sobo- 
levskij (S. 186). Diese Formen werden natürlich auch als Akk. 
gebraucht; jetzt ist in der Schriftsprache ont, odni fürs Mask. 
Im Poln. d, f. ap. ty, n. ap. ta, im XVI. Jhd. ty auch für das 
M. IL N. (eig. Akk.), jetzt ci nur für männUche Personennamen, 
sonst te für alle drei Genera; te nach den ib-St: moje, twoje, 
nasze u. s. w., was ursprüngUch Akkusative waren. Das te ist 



94 

auch imOs. undNs. für alle Genera, älter wwc {w)äj/€ni, (uf^ytcy, 
dial. 6% (Mucke S. 426). Im Böhm, ti (unbelebte jetzt ty). 
Schon im Aksl. auch nach dem best. Adj. tii. 

Nom. Akk. PI. n. ta, gr. Ta, ai. td u. s. w. bg. neben den 
jetzt für alle Genera auftretenden Formen (s. oben) noch Hja, He, 
80 auch onija, tcikvia, in mittelbg. Denkm. auch noch ta, ona, 
ony neben tia, Hjazi, tiizi u. s. w. Im S.-kr. und Slov. ta (dafür 
auch das Fem. te), ar. ta, ap. ta, jetzt te, os. ns. te, b. ta (dial. ty). 

Nom. (Akk.) PI. f. ty wie bei den o-St aus täs (vgl. oben 
S. 8, lit. tds, got. Pö8, ai. tas), im S.-kr. (e, tej, sve, jedne moje, 
me, ke (S. 188); slov. te, ar. ty, ap. ty, ony, jetzt te, one; os. 
ns. te, b. ty. 

Nach dem best. Adj. schon im Aksl. auch tyfq, bg. tija, tie, 
te8^, tez, weiter takma, takiva u. s. w. (Lavr. S. 168), in den 
Denkm. te, te, tezi, tei, one, tia, takvizi. 

Gen. PI. m. n. f. tichz aus dem St. ^toi und der prono- 
minalen Endung -aöm, vgl. ai. t6$äm. Im Slav. auch für das F. 
(st. ^ta-söm). Über diese Genitivendung vgl. unten. Bg. jetzt 
noch i^hz, wie auch nichz, welche Formen auch als Akk. (und 
Lok.) gebraucht werden. Im S.-kr. tljeh {fih), danach mitunter 
auch die |0-St.: vaMjeh, moijeh, sijeh, tvojih (Dan. S. 191). Mit 
♦ der f'-St. vom XIV. Jhd. an: tihi, tehi; slov. teh, russ. tichz, ar. 
manchmal auch tychz (hier auch I. Sg. sz odnymb Sobol. S. 187, 
alles nach dem best Adj., vgl. aksl. N. PI. t%%)\ poln. nach dem 
best. Adj. tyck, inych . . schon im Ap. (Kaiina S. 287), ebenso 
OS. ns. tych, böhm. tech, ab. und dial. (östl.) auch tych oder t^ch 
(nach ßch, bez. nach dem best. Adj.). 

Dat. PI. m. n. f. term, ]it. tims, tdtns (vgl. oben S. 8—9), bg. 
jetzt noch dial. term; s.-kr. alt: Umt>, temt>, tijem, ovSmt, danach 
auch mojemh, noHjemt, stojemt; tima, timi (jetzt in der Schriflspr. 
Um, tima, tljem); slov. tem, r. t^z; p. tym nach den best Adj., 
im XVI. Jhd. häufig tem, onem, inem (e für y vgl. I S. 112 u. 
Kaiina S. 288); os. ns. tym, h. tem, ab. u. dial. auch tym bez. t^m 
(nach Jim, bez. nach dem best. Adj.). 

Akk. PI. m. (£) ty nach roky (S. 9) und ryby (S. 9) got 
ßans, ßö8. Nach dem best. Adj. schon im Aksl. einige Mal tyjq 
(vgl. dobryj^\ vgl. im Bg. im N. A. PI. für alle Genera tija neben 
t^; im As. ti dann te, ine u. s. w. nach je moje, Schriftspr. jetzt 
te fürs M. u. F.; slov. te; ar. ty (jetzt t^, tichz), im Ap. fürs 
M. u. F. ty, fürs N. ta, wofür aber auch ty vorkommt Nach 



95 

je, moje, nagze . . . kam auch te im XVI. Jhd. auf und zwar für 
alle 3 Genera (bei Personennamen im XY L Jhd. auch schon der 
G. iych dafür; jetzt nur bei männlichen Personennamen), im Ns. 
u. Os. wieder te (bez. tych); im Böhm, ty, diaL te nach je, bez. 
ii nach dobri. 

Lok. PL m. n. f. tich^ aus ^toi-su, TgL rockkh 8. 9; diese 
Form ist im Slav. lautlich mit dem 6. PL zusammenge£Edlen; aL 
ti^, Ufrsu, lit t^si m.j to-ek f. Im S.-kr. vsacihb, svaciht, koli- 
cehh, kolicihh, ovikb, anih, anijeh, tijeh, darnach fxiiihh, vctiekb. 
Seit dem XY. Jhd. kommt auch der D. st des L. yor; so auch 
jetzt in der Schriftspr.: tim, tima, tljem; slov. tA, r. tich^, p. 
tych, OS. ns. tych, b. tech, ab. u. diaL auch tych bez. tych (vgL im 
G. PL). 

Instr. FL m. n. £ temi aus toi-mis (lit F. tomls neben dem 
M. täis, gr. Toiigjj vgl. aymmi, koshmi ... S. 10. In bg. DenkuL 
auch noch timi, inemi (so auch -tmt) . . ., jetzt nicht mehr vor- 
handen (Lavr. S. 169); as. timi, timi, crUmi u. s. w., danach ro- 
äijemi . . .; vom XIY. Jhd. an fällt der I. auch mit dem D. zu- 
sammen: inimb, kdicemt, onijem, daneben auch seit dem XIY. 
Jhd. takima, kima; jetzt in der Schriftspr. wie im D. und L.: 
iim, tima, tljem; slov. temi, r. timi; ap. tymi, im XYI. Jhd. 
taucht auch temi auf und zwar wieKryfiski vermutet, nach den 
Formen te-go, te-mu und f^ als N. A. PL (S. 139); das tymi be- 
hauptete sich daneben immer noch lange. Jetzt ist nur temi für 
alle 3 Genera; os. ns. tymi, b. timi, ab. u. diaL auch tymi bez. tymi 
nach jimij bez. nach dem best. Adj. Außerdem dial. noch tima 
(nach dem Du.), tyma, bez. tyma. 

Dual. Die Kasus desselben werden nach der nominalen 
Dekl. gebildet Nom. Du. m. ta vgL vlbha, gr. tcJ, in as.Denkm. 
ona, anaj; slov. ta, ar. ta, ab. u. ap. ta, os. u. ns. tej für alle 
3 Gen. 

Nom. Du. n. ti vgL misti, slov. te, ar. ti, ab. ti, ap. de, 
os. ns. 8. beim Mask. 

Nom. Du. f. ti VgL rybi, as. ti, tizi, slov. te, ar. te, ap. 
de, ab. ti, os. ns s. beim Mask. 

Gen. Lok. Du. m. n. f. toju vom St toi- vgL vhku, slov. 
nicht mehr erhalten, aber bei Trüber und and. noch tiju, teju, 
ar. toju, ap. tu, ab. auch kontrahiert tu, dvü jetzt dvou, os. ns. teju. 

Dat Instr. Du. m. n. f. tima vom St. toi-, vgL vhko-ma, 
rqkorma; as. tima{fj, dvima, slov. tema, ar. tima, ab. auch tima, 



96 

dvema (jetzt noch in der Schriftspr.^ Volksspr. ab D. dvoum, als 
Instr. dvouma im Anschlüsse an den G. L. dvou); ap. tyma, vgl. 
G. L. PI. tych, D. tjfm, nach dem best Adj.; os. tymaj, ns.tyma. 

Charakteristische Merkmale der pronominalen Dekl. 
Neben dem Anschluß an die nominale Deld. (o- und o-St) finden 
wir hier Endungen, die nur der pron. Dekl. eigen sind. Hierher 
gehört das -go des G. Sg. m. n. (vereinzelt werden wir auch -so 
finden); im D. Sg. m. n. -mu, im L. Sg. m. n. -mb, im G. Fl. 
für alle drei Genera 'ch^ aus -söm. Ein Grund zur Quantitäts- 
yerschiebung, die wir bei der nominalen DekL gefunden haben, 
lag hier nicht Tor, aber unter dem Einflüsse der nominalen Ge- 
nitive auf -» (aus -^m, -un) mußte auch hier nachtiügUch eine 
Verkürzimg eintreten; zunächst wohl bei dem best. Adj., die in 
Begleitung der Nomin.-G«n. auftraten. So fiel der G. PI. zu- 
sammen mit dem L. PI. Neben dem G. tmd L. PI. haben wir 
eine gleiche Form für alle Genera auch im D. und I. PL, femer 
im D. I. Du. SchUeßlich hegt hier vielfach ab zweiter Stamm 
ein oi'8t vor, so im L Sg. m. u. n., im G. D. L. I. PL und 
G. L. und D. I. Du.; ein o^o-St. im G. D. L. I. Sg. des Fem. 

Diese Dekl. wird einerseits von jener der best Adj. beein- 
flußt So haben wir schon den N. PL m. tii st ti aus dem AksL 
angeführt, st ty in den betreffenden Formen tyj^ (Verf. AksL Gr. 
S. 180). So auch bei anderen hierher gehörigen Worten, wie 
z. B. takyj^ N. A. Sg. n. aamoe u. s. w. Aber auch von den j(b-St 
Nach unserem Paradigma richten sich: 

Die Demonstrativpronomina wie owb ,dieser^, aL nur 
G. Du. avd$, av. ava- jener^, in westbg. tmd maked. DiaL jetzt 
ovoj (vgl. toj) und westbg. ovija (mit dem Artikel, Lavr. S. 158), 
n. westbg. und mak. ova^ f. ovaja, as. ovh und otfhzi, slov. qv 
,die8er, jener*; ar. om, jetzt ovyj ,mancher*, p. 6u>f ot€a, tnoo jener*. 
Im Ab. hat sich nur ^e erstarrte Form ova ,ecce* erhalten, dann 
auch se-ova ,ecce*. 

om jener, er*, lit. anäs jener, er*, ai. ana- ,die8er, er*; bg. 
auch opizi, onoj, onaj, onja (Lavr. S. 158), n. onuj, onoto, onovd, 
onvd (ib. S. 161), westbg. und mak. ona, f. ona, onaja] über om, 
ona, ono ab Pron. der 3. P. (er, sie, es) vgL oben S. 89 bei ioj. 
skr. on, bna, öno ,er, sie, es*, slov. im, 6na, ong (6ng) ,dass.*, neben 
gni, gna^ gno jener, jene, jenes* und onl, ond, ong ,der Gewisse*; 
r. om, ondj onö, PL ont, one und 6nyj ,dieser*; p. on, ona, ono 
,er, sie, es*; os. win, wona, wono und ns. tvdn, w6na, tvöno, mit 



97 

tarn ydotif: ns. iam6n, tama, tamo jener, -e, -es' und heunm hz. 
iowen aus *ow und on. Im B. Ofi> ana, ano ^er, ne, es' und anen 
(ygl ten) ans ^onv-fi» Jener^, dann auch Tentädkt mit -no: onethno, 
ona-no, owhno. 

takb ytalis^ (L Sg. m. n. taeimb), bg. takit^, tbkäm, takav^ 
(Lavr. a 158)| £ iakvd:d, takva, n. ostbg. hkava, takava (S. 161); 
sonst nimmt es in den slay. Spr. viel&cfa die Endnngea der best 
A4j. an; nJb .talis' (I & 467). 

Die InterrogatiTa: k^to (40 nur im N^ G. kogo auch als 
A» ausschließlich gebraucfati L cimt, r.latm seit dem XIY. Jhd. 
nach tifrn, ar. kytnb, kimt nach dobrymt) ,wex^y lit käs, aL kda, 
urspr. *q}Hh, TgL lat jikm{. Da das *qni$ (ein 2. St im Nom. 
YgL lat quis, gr. rig) im SlaT. ein öt ergab also wie das Neuir. 
*qin(di, sl. db-to, so erhielt sich fOrs M. der o-St 

Im S.-kr. seit dem XTTT. Jhd. Uko^ tko, näko^ ko, miko neben gdo 
(DaniS. S. 147); sIot. kdo .wer*, 6. A. koga, D. komu, L. Aom, L kam 
{kirn im Osten); Poln. ik<o n. s. w. L. Atm (im XTV. und XV. Jhd. küm 
nach i{;«m, lUMsem n. s. w., Tom XTI. Jhd. tritt dafür der I. ein: kirrip 
analog auch bei eo: esjfm im I. und L.), L kirn (nach den best. Adj. ygl. 
tym); ebenso iu%< (nachnae), archaistiseh mkto jemand* (in den Heiligen 
Kreuzer Fred. D. nikmn^mu ein Bohemismus, Tgl. Krynski S. Ii4); ns. 
ckto, OS. «^ ,wer* also fast wie das Nentr., das üo, ns. co lantet, (älter 
ekto, jetzt auch noch diaL). Ab. kto (jetzt noch sloTak.), daneben gdo, 
geschrieben meist kdo^ dieses ist im XIY. Jhd. noch selten, erst seit der 
2. Hälfte des XYI. Jhd. ist es Regel. Wie im P. nach nie (dieses aus 
nMo unter dem Einflüsse eines noch älteren nie- aus nicb^ das noch im 
Ab. belegt werden kann) anch nikt geworden ist, so auch im Ab.: niki 
(allerdings selten, vgl. Geb. 8. 462). Nun gab es im Ab. auch ein niete 
uiee (vielleicht unter dem Einflüsse von v-m-v-Mi aus v^-nv-v^-Mi u. dgl., 
ein niSe ist allerdings — yielleicht nur zufällig — nicht belegt) und 
danach wurde auch nikt zu nikU\ seltener kommt danach weiter dann 
kU vor (vgl. die Belege bei Geb. S. 462). St. koko^ komu ab. anch niko- 
keko, nikom^u (nachdrücklich, nach den best. Adj.). Wegen des Nach- 
druckes ab. auch niktö, nikU^ niee, nie (vgl. Jdx^ Jd). 

Ein weiten Interr. ist kakb ^ualis' lit köks (yg^ I S. 457), 
das auch meist in die DekL der best Adj. ttberging. 

Die Indefinita: näcUo ^qnis' (Q. nikago o. s. w.); nikUo 
piemc/ (G*. nikogo n. s. w.); 

kübdo yunusqnisqne' (G. kogohdo o. s. w.). Das -itdo dürfte 
ans ibde nach nihbto, hUo n« s. w. umgeformt sein, denn wir haben 
noch 'Zbde im Snpr.: u kogozde 71^ 1 (Seyerj. S. 49a 7). Dasselbe 
leitet MikL (Etym. Wtb. S. 161 yon zbdetb ab (ygL Übet). In 
den einzelnen slay. Spr. zeigt sich jedoch nicht der Beflex des z, 

yoBdrftk, ygl. dAT. Ofiam. n. 7 



98 

sondern es wurde ka (Tgl. kakb u. s. w.) zu Grande gelegt, oder 
auch k(h (yielleicht aus kogoebde, kamuzbde u. s. w.). Dann wurde 
noch ein neues Suffix angefügt: '^n^ vgl. westsl., b. väeehen, 
viecken, wobei d ausfiel: sIoy. in den Freis. Denkm. noch kamuzdo 
THj 68 (hier auch noch h/zdo, chifto, aksl. kyjztdo TL^ 80), r. 
kaidyj, ar. jedoch noch kbzhdo, kozdo (Srezn. Mat I S. 1389), 
neben kazdyj auch koidyj (ib. I S. 1173). Diese Worte werden 
wie best Ac(]. behandelt z. £. D. kcMomu u. s. w., Ur. köenyj, 
koidyj und käzdyj, häsnyj (2elecL S. 355 u. 329); p. kcutdy; ns. 
kmdy, a, e, os. köidy, a, e, böhm. kaidif, d, i ,]eder' nach best 
Adj. 

vhsjakh, vtaakb jeglich^ im Bg. nimmt es schon imXIV. Jhd. 
auch die Form der best Adj. an : vsakij, sScoj, aSki (Lavr. S. 157), 
n. seko, sSkoje, aSkoj (S. 161); f. in Denkm. fns^ka, sSka; 

akL jeterb ,quidam^ wird nominal dekliniert 

Die Numeralia: jedim, jedtm ,unus' und im flnviBf und 
^us^ d^va, dbvS ,zweiS oba, obi ,beide' (darttber oben S. 75); 

satm ,ipse, solus, unus^ (vgl. samtcb flissf), av. häma ,gleich' 
(Noreen, Abriß S. 44), im Bg. auch sami (best Form, Lavr. 
S. 158), so auch im S.-kr. 

Die Korrelativa: kolikb ,quantus' (interrog.), sdikb ,tantus', 
tolikb ,tantus', jdikz ,quantus' (rel.) werden im Aksl. wie auch 
fmnogz pnultus' imd drugb ,alius' in jenen Easus, die ein i ent- 
halten, pronominal dekliniert: im L Sg. m. n. kolicemh, G. PI. 
1n^nozSdl^ u. s. w., in den anderen Kasus nominal. Aber man 
bemerkt im Aksl. Schwankungen: G. Sg. f. z. B. toliky Matth. 
8, 10 im Zogr. und Mar., dagegen tolikoj^ (pronom.) Luc 7, 9 
in beiden Denkm. (andere haben hier toliky); D. PI. rmnogorm 
Luc 7, 21 Mar. Zogr. und sonst noch; G. PL neben imnozkJvb 
auch tmnosrh (z. B. Mat 13, 58 und sonst noch) und auch 
tmnogychz nach den best Adj. (Matth. 24, 12. Mar.). 

Bezüglich des S.-kr. ist noch zu bemerken: tt kommt in den 
ältesten Denkm. vor; vom XV. Jhd. ta und taj. Dieses geht 
auf thj zurück, das wohl unter dem Einflüsse von koj (s. unten) 
entstand und geeignet war das M. vom F. zu scheiden, als » zu 
a wurde. Das im As. vorkommende ^ (Dan. S. 150) ist viel- 
leicht als thj zu lesen (die Form wird nämlich auch später so 
geschrieben). Ebenso auch ovh, ovhzi, vom XV. Jhd. auch ova 
und ovaj (auch ovja); onh, onhzi, dann ona, onaj (onja). Analog 
auch 8b, sa, sbh, saj (stj). Alle diese Pron. haben die Tendenz, 



99 

sich der DekL der best Adj. anzuschließen: ti, ovi, ani, ri (auch 
rizi Dan« 8. 151). Auch vsaki, ini, edini. 

Indem nun Formen wie ta und taj neben einander vorkamen, 
wurde / als ein verstSricendes Element (wie die Partikel -jvt) auf- 
gefaßt und konnte dann auch an das F. und N. angehängt 
werden: neben ta, tazi auch tof, so auch toj (tojzi) neben to, toxi; 
analog onaj neben ona, anazi, anoj neben ano, anozi; avaj, avajzi 
neben ava, avoj neben ovo, avozi u. and. Selbst auch F. saj 
neben ri, sia, sa; neben se auch sej, 8%je und sijej; ja es kommt 
selbst auch in anderen Eas. Tor, so im G. Sg. togaj (neben tagazij, 
kakogaj, anogaj eta (Dan. S. 158), segaj. Im Qt. Sg. f. haben 
wir neben te auch tej gehabt, das jedoch auch anders erklärt 
werden kann (oben S. 91). D. Sg. m. n. anomuj, tamuj (S. 163). 
Über das « im K und D. Sg. tarne u. and, ist oben S. 86 ge- 
handelt worden. 

Im Poln. werden so dekliniert: tarnten, tanUo, tanUa; aus 
a on entsteht auch im Ap. an (Kaiina S. 247) wie im B.; 6w, 
owa, ouH>; sam, samo, satna, vereinzelt imAp. auch samy, same, 
ony nach dem best Adj.; iaden, iadne, iadna erst später für 
nijeden (nüqdny); jeden, jedno, jedna; wszysUk, wezydko, 
wszyMca und ap. wezytek, wszytko, tpszytka wird bei vhst zur 
Sprache kommen. 

Im Ap. war im N. PL für alle Genera bei diesen Worten 
y{i): ony, samy (eig. Akk. Tgl. bei ten), vom XYI. Jhd. an kamen 
hier die Formen auf e zur Geltung (vgl te): same, ane, tpszytkie 
u. s. w. 

Im Böhm, haben wir on fix^y onen Jener^ (vgl. ten), dann 
iet^ze, ten-to, Uhten und tu-ten; jeden ,unus'; sdm 4pse^ ist in den 
ab. Texten schon selten pronominal (G. samoho), meist ist es 
nominal (G. Sg. m. n. sama) oder es richtet sich nach den best. 
Adj. (Gebauer S. 459) und and. 

b) io' bez. /a-Stämme. 

Schon im Ursl. mußte hier aus ib ein ie werden und dem 
^ des früheren Paradigma steht nach I S. 65 ein /i gegenüber. 
Als Paradigma soll das Pron. urspr. *w ,er^, Utjis (für *ü), got 
is fii^, das im Slav. ein *i ergab, dienen. Doch sbd die Nom. 
davon verloren gegangen und werden von om (vgl oben S. 96) 
ersetzt Nur mit der Partikel -ze kommen sie ab Eelativa vor: 
ize ,qui', jaze, jeze; PI. m. jüe, Fem. urslav. jeze, südslav. j^. 



100 



N. jaze; Sg. G. m. 


n. 7«^ 


u. 8. w. Daneben als zweites Wort 


tnai ^eus*. 


M. 






N. 


Sg. N. (Olli) 




mot 


(ono) 


mcje 


Q. jego 




mojego 


ßgo 


mojego 


D. ;emti 




mojemu 


j^mu 


mojemu 


A. i (aus 


♦» 


mai 


Je 


m/ojt 


L.>m» 




majeim 


jemt 


mojemb 


L Jimt 




fHOJtWlb 


jimt 


mojim» 


Dn, N. (om») 




moja 


(ani) 


moji 


6.L.» 




mojeju 


» 


mojejH 


D. I. ytma 




mojima 


Jima 


mojima 


A. ja 




moja 


P 


moji 


Fl. N. (onO 




moji 


(ona) 


moja 


G. jicÄ» 




mojiekb 


jiekb 


mq/ich» 


D. jirm 




mojim^ 


jim^ 


mofitm 


. r nid. midd. ^ 
- \we8t8Lr.i^ 


imoji 
moji 


y^ 


moja 


L. /icA» 




mojiekh 


jick% 


mojiekb 


X* JitHi 




mojimi 

F. 

PL 


jimi 


möjimi 


Sg. N. (ofta) 


mo/a 


{m) 


moji (südd. 










aksl. mo;^) 


G. jeje, BÜdsL 


mojeß, südd. 


li(kb 


mojich 


i«/? 


fweye;^ 








D. jeß (jei) 


»w;V» (->«) 


jimz 


mojim^ 


A.jq 


mojVj 




ß, südd. 


moß, südd. 
moJi 


L. /y» O*) 


♦wo/e;/ (mojei) 


jichz 


mojuA» 


I. /«;<? 


mojejq 




jimi 


mojtmt 




Du. N. (onc) fnoj'i 








G. L. /^ wö/yi* 






D. L jima mojima 






A.ji 


moji 







Das Fron, i-, j§^ stellt sich als eine Yerquickang des urspr. Fron. 
*i» ,er* und des urspr. Bei. *jip$ jwelcher* (ai. yd», jfddf gr. Sf, o, seine 
Befleze auch noch im Slav.: j'oib» ,qualisS jamo^ jamaU Snov) heraus und 
zwar wird durch das J der Einfluß des Belat., wie auch im lit. ver- 
raten. K. Sg. m. * I in t'-Xs kann auf ^io« (dafür würde das Neutr. Je» 
aus *ioi sprechen), aber auch auf *m (got. m, lit. >i« ,erS dasj ans den 



101 

and. KasQi, lo 6. Sg. m. jo tu s. w.) zarfickgehen. Aber mit Büeksicht 
auf «» yliicS dem auch ein Nentr. #• sor Seite steht nnd dai man nicht 
aas einem *«of, sondern aus *#m, lit. nU ableiten kann and mit Bück« 
sieht aaf lit. jU, ist wohl auch das sla?. *!• aus *m entstanden, samal 
ja etwas von *f« im Paradigma gewesen sein maB, sonst wftre die Be- 
dentung »er* nicht recht erklftrlich. Das kann aber formell zun&chst nur 
der N. Sg. m. u sein, weiter auch der A. Sg. m. t-, das dann aas *im 
(lit. ^ abzaleiten wftre. Ursprünglich wftre die Form V-»» daher die 
Prftpositionalausdrücke aksl. v»-«i» ,in eom* aas *VMi:f», fia«M» u. s. w. 
Dem Fem. ist aber das alte Belat. ^fi za Grunde gelegt worden, wofür 
hauptsftchlich der Akk. Sg. /f spricht. Hfttten wir es im Slav. nur mit 
dem anaphor. Fron. U »er* zu tun, so müfite der A. Sg. f. ^üq zum Nom. 
urspr. *r. Tgl. lit. jl, slav. *t lauten, wie wir den A. Sg. f. tt/f, nfy zum 
K. si ,haee* haben. Er lautet aber j>, daher war auch schon urspr. hier 
im N. Sg. f. ^gL, 

Im Bg. wird jetzt noch nego, nega, ga ,eiimS neja ^eam^ go 
fivmj lif weiter nidi (dial. niv, ni) und zwar auch als Akk. neben 
gi gebraucht (vgl. oben Uck, bez. Uekb); ebenso der D. FL Um, in 
Denkm^ nim, im. Im L H. kommt nnr nvmi tot (Lavr. 8. 169). 

Im S.-kr. neben njega auch ga (Daniö. S. 168). Dat mu, 
musi neben jemu, njemu (S. 163). 

Im As. ist noch der Du. N. A. m. ja, n. f. ifMJi, G. L. 
mojeja, tvqjeju, D. L ima, nima, öbaitHä, tvcjima u. s. w. belegt 
Das Fem. hat im G. Sg. nß, fs, naH, D. L. njoj, joj, näd&j, I. 
njSm, njöme, na§öm. Fl. N. m. öni, n. dna f. dne, G. nßh, ih, 
D. nßma, im, A. njih, ih, L. I. nßma. 

Im SloT. G. Sg. m. n. njega, ga, f. nje (je) dial. aber noch 
njeje (Unterkrain), D. Sg. m. n. njemuy mu, f. njej, nji, ji; alter 
Akk. Sg. m. vgl. iMHfij, n. je noch diaL, dann in den Denkm. des 
XVI. Jhd., f. njo (jo); L. Sg. m. n. njem, I. Sg. m. n. njim, f. 
njo; Du. N. m. (ma (dva), f. n. (mi (dve); G. ti. njiju {njn, ju), 
D. I. nßma; Fl. N. m. ani, n. ona, f. one, G. L. njih, D. nßm, 
A. m. n. t nß (ß oder jUi, njih, bei Traber noch ß), I. nßmi. 

Im Buss. hat sich nicht viel geändert; G. Sg. m. n. jegö 
(^ als r Tgl. 1, 186), f. ar.jeß, jetzt jeji (als jeß ausgesprochen), 
D. m. n. jemii, t jej, L. m. n. nXiivb, ar. jemt, f. jej, I. m. n. 
ßnvb, t jefu (jetzt jiju und jej); Du. G. Ix jeß, D. L ßma; Fl. 
G. jiekb, D. Jim^, A. m. f. ar. ß (jetzt dafür der G. fidl^ und 
zwar auch fürs N. 

Im G. Sg. m. u. n. taucht im F. imd B. auch das yerkürzte 
go bez. ho auf (vgl s. sIoy. ga), ebenso im D. Sg. m. n. mu. 

Im Foln. ist im Nom. Sg. m. vor das urslav. i nach den 




102 

anderen Kasus und nach dem Fem. imd Neutr. im N. wieder ein 
j vorgesetzt worden: jikef jU (nur als Bd.); entsprechend dem ten 
RVLch jeni, jenie (beide Formen kamen imAp. Tor vgl Kryifski, 
§ 141); a Sg. f. war je (bez. ilie) noch im XIV.— XV. Jhd. vor- 
banden^ dafür später nach dem D. jej, niej (vgl. oben S. 91). 
Das je, te ist älter. Im D. Sg. f. jej, im XV. Jhd. auch je. Im 
A. Sg. m. ist noch noA, weA, zai/l im Ap. und in der Schriftspr. 
Sonst war die urspr. Form i, vor das im Ap. und Ab. noch ein 
; Torgesetzt wurde (wie im N. Sg.); vgl. einige Belege bei Erynski 
S. 120—21. Jetzt ist es nicht gebräuchlich. Im A. Sg. n. ist 
je, A. Sg. f. j(fj niq, im Ap. ni^. Im I. Sg. im Ap. m. n. jim, 
f. )9, so im XIV. imd XV. Jhd.^ später wurde auch im st jim 
geschrieben^ jetzt wird aber nur nim, niq gebraucht (auch ohne 
Ftäp.). Der L. Sg. m. n. lautete noch im XIV. und XV. Jhd. 
jem, seit dem XVL wurde dafür die ähnlich klingende Form 
des L Jim (im) gebraucht G. L. PI. lautete im Ap. jich, jetzt 
wird nur yerkürzt ich geschrieben^ ebenso im D. jim (bez. im ge- 
schrieben). Im A. Fl. m. war die alte Form je, nie, N. ja oder 
je (vom Fem. her); jetzt wird bei männlichen Personennamen idi, 
sonst durchwegs je, nie gebraucht. Im I. PL war jimi (bez. imi), 
nimi, im XVI. Jhd. auch niemi (nach niego u. s. w.); das Jim» 
wird jetzt nicht gebraucht, sondern nur nimi. Du. N. m. im Ap. 
jaz, D. L ßma. 

Im Sorb. finden wir im G. Sg. f. noch ßß (os. und ns.), 
was herrorgehoben werden muß; im I. Sg. f. ßju; der Gr. Sg. m. 
imd n. OS. jeho, ns. jogo noch togo, D. Sg. m. n. jamu u. s. w. 
Im Os. weist in älteren Drucken imd dial. G. Sg. m. ho st j^, 
im D. mi» st ßmu auf, aber der D. Sg. f. ß st und neben ßj 
darf nicht so erklärt werden (Mucke S. 402), denn wir haben ja 
kein *ßß wie z. B. neben ho ein jeho noch vorkommt u. s. w. 
Das j in *ßß war frühzeitig geschwunden (S. 92), so daß eben ein 
ßj entstand und zwar schon im Westslay. Der D.ß dürfte viel- 
mehr zum N. j€h und zum A. ju nach den nominalen ia-St. 
(Adj. und Subst) entstanden sein (vgl. D. roli, duäi, piäi u. s. w.). 
Sonst kommt auch hb. jog st jogo, ßm st jomu vor (ib. S. 401). 

Im Ab. finden wir noch im A. Sg. Jen ss ,6um', im N. als BeL 
neben jenU z. B. krdU meho^ Jen Jett v waUm ,qui est' Wittb. Ps. 67, 26 ; 
jwMe als Bei. kann N. und A. Sg. m. sein. Als A. Sg. m. nach Präp. 
haben wir aach mn s ,eam* z. B. skrzi i^en ,per enm' and t^.erü rel. = 
,qaem'. Neben dem urspr. A. *>» in na-n u. s. w. im Ab. auch noch ji 
("0> ^Crt oben im Ap. Die b. und p. Form ji zeigt uns deutlich, daß 



103 

hier einmal • (aus *jb schon arslav.) und nicht /», war, wie Geh au er 
meinte, der ji aus *> dadurch entstehen ließ, daß das » ausnahmsweise 
in t übergegangen wäre (I S. 209 und m, 1, S. 570). Eine zweite Form 
wurde noch aus dem t nach dem Yerh&ltnisse jeK(hko, jtmu-mu durch 
Versetzung des y«- gebildet: y«; ,eum* aus ^jW» te\. jtß. Beide Formen 
jetzt auch in der Schriftspr.; ß ist dagegen aufgegeben worden. Auf 
diese Art wurde noch gebildet : im G. Sg. f. zu jie {ji^ ß) aus *j€ji (ygL 
U aus toß 8. 91) und zu dem sekund&ren ßej\ j4;\ ß (vgl. S. 91) noch 
ein ßjie (je/V, ßj(), ßjiej, J^'d, ßß; im D. L. 8g. f. zu /iV ein j^iv; ^ 
G. L. Du. zu ab. jü ein ßjüj im G. PL zu ßeh ein j^'ieh (Belege erst 
aus der zweiten Hälfte des XIY. Jhd.) und im D. PI. zu ßm ein ßßm 
(vgl. Greb. 8. 468). Das waren dann die nachdrftoklicheren Formen. Der 
Gen. Sg. f. ßß0 und seine weiteren Umbildungen wurde gewöhnlich in 
der poss. Funktion gebraucht z. B. matka jefS (Kat. 64). Es erlangte 
dann die Form eines Adj. (püi): N. 8g. m.ßß, f. n, ßjie (j'Jf), G. 8g. 
m. n. ßjüho {jej(ho) wie püisho {püiho) u. s. w. Die ersten Anfänge 
dieses Prozesses reichen schon in die erste Hälfte des XIV. Jhd. zurück ; 
im XVL ist es schon regelrecht. In einigen östl. Dial. kommt die alte 
Formte; in dieser Funktion vor: j^' bratr. N. A. 8g. n..;e, üe (jetzt geschr. 
ni) ,idS je-ie, ne^ ,quod' C/elto, nSUo auch attrib.). Ab. ab und zu für 
den A. 8g. n. der A. 8g. m. — N. 8g. f. ab. ß aus ja, jetzt >!(«). Der G. 
Sg. m. n. jeho war urspr. endbetont, vgl. r. jegd, daher daraus auch /Ao, 
fVAo, daneben auch ho (vgl. das go, ga der anderen slaT. Spr.). Es kommt 
aber auch ab. yeA' yor; fko wird jetzt nicht gebraucht. Analog im D. 
Sg. m. n. jemu, fmu und mu, aber auch jem\ Jetzt nur jemu (nach- 
drücklich) und mu (enklitisch). D. L. Sg. f. war die älteste Form ß der 
aber noch eine ältere vorherging und vielleicht modifiziert neben ihr 
bestand, nämlich ein jij (aus jeji). Das ß kann nicht lautlich aus jij 
abgeleitet werden, vielmehr ist es wohl analog entstanden wie im Os. 
das ji (vgl. oben). Allerdings ist die Endung im B. lang geworden, weil 
auch im Gen. eine Länge erscheint. Das jij taucht schon in den ältesten 
Denkm. (z. B. ZGloss. 103, 32) in der Form jiej auf, d. h. aus 6j ist unter 
dem Einflüsse der best. Adj. iej geworden. Als jij kommt es in den 
ältesten Denkm. nicht vor. Es kommt erst später vor als ein weiteres 
Besultat aus^t«;, nachdem darin die lotation geschwunden war. Später 
führten diese Formen, in denen dasj im Auslaute unter dem Einflüsse 
des G. Sg. schwinden kann, wieder zu ji. 

Von den Genitiyen dieses Fron, werden possess. Adj. gebildet, 
insbes. im Stidslav., so s.-kr. nßgov und njen (vom G. Sg. f. nß), 
njizin Tom Qt. Sg. f. nje-zi; nßhov von nßh, auch nßhan, -hna, 
'hno; slov. nßgov, nßn, nßhov, aber auch onegov, dann naßn 
(,uns beiden gehörigOy vajin; hg.nickbm, -chna, -chno (nichnißU, 
nichnata, nichnoto) und selbst auch tkihnij, tichnata, technoio. 
Das b. ßß ist schon erwähnt worden. 

Nach dem Paradigma werden dekliniert: die Fossessiva 



i 



104 

tviri {tvoj) ,demS wai jSem*, naib junsei*, vaH ^uer« (vgj. I S.403), 
dann das [nterrog. dti {6bj, öij) fiviasf (I S. 404). 

Ferner: d%vai ,zweierleiS PL ,bini' (bei Hur. tant für dhva, 
dzvi z.B. dtvai IpUhe Cloz.1840); das Demonstr. sict ^talis' (aus 
und neben siH I S.457 unter dem Einflüsse des t yg^. I S. 267), 
Gt. Sg. JXL tu 9icego, PL N. n. 9ica; sicSckb, ^imh gehört zu sikb. 

Das A^. ih$idt, tuidb faeandf wird im AksL auch so dekli- 
niert: Q. Sg. m. n. ituzdego, jedoch auch nominal. 

Das Interrog. ktfi (kyj), urspr. wohl kbi, wie es auch vor- 
kommty ^ui' richtet sich t^ auch nach dieser DekL, indem es 
dnen Stamm koj(h zu (Gründe legt, teils nach dem best Adj.: 

m. n. f. 



Sg. N. kyi 


koje 


kaja 


6. kojego 


kojego 


kojeß (südsl. kojej^) 


D. kojemu 


kojemu 


koßß 


A.kyi 


koje 


kojq (kqfq) 


L. kojemb 


kojemb 


kojeji 


L hyjimh 


kj/jimt 


kojejq 


PI. N. ciji 


kaja 


kyß (stidsl. ./?) 


Qc.Iä. kifjich% 


kyjichb 


kyjkhb 


D. kyrfitm 


kypmb 


kyjimb 


A. kyj^ (westsL -ji) 


kaja 


h/j^ (stidsl. -X) 


L kyjimi 


kyjimi 


kyjimi 



Die Formen mit kojo- tauchen sonst auch noch auf z. B. 
G. PI. kojickb. Im Dual ist im N. A. f. ein ciji nach dem ver- 
schriebenen rifcifi (= rqci ceji Supr. 323, 18 jXÜqaq ftoiag% 
sonst ist hier, wie auch fiir das N. koß, im Mask. kaß^ im G. L. 
kojeß imd im D. L kyßma anzusetzen. 

In bg. Denkm. und jetzt noch koj, nikoj, fUkoj, ede koj, n. 
koe, f. koß, kojato, PL m. jetzt koi, kojito, kojeto, koß, koß, in 
Denkm. auch nekie (f.). 

Im S.-kr. ki, seit dem XIII. Jhd. daneben koj nach den 
anderen Kasus; nach den best Adj. später auch koß; n.ko, njeko 
(niko), aber auch koß, f. ka, njeka (nika), aber auch koß, njekoja; 
in den Denkm. kommen hier kontrahierte Formen vor (wie z. B. 
im P. B. u. s. w.): ke aus koje (Daniö. S. 152), me aus moß (ib. 
8. 153) und tva aus tvoja, ma aus moja (ib. 156); im G. Sg. 
neben mojega auch moga (S. 158), neben tvojega auch tvoga (S. 159), 
aber kdga, ki^me u. s. w. gehört wohl zu kUo (Maretiö S. 190); 




106 

im Gr. 8g. t neben tvoje auch tve; mSmu aus mojemu, daneben 
dann mom und mame (ygL oben 8. 86). 

Im SloY. tnoj, mojega, L. tnojem, I. rnoßm, t moja, 6. tnoje 
u. 8. w. Im allgemeinen wird hier heutzutage nicht kontrahiert, 
nur diaLy so in einem Eämtn^ Dial. z. B. A, Sg. f. mo (Oblak, 
Afsl. Riil. 15, S. 166), das wir auch in den fVeis. Denkm. finden. 
Hier sind überiiaupt soldie Formen zahlreich: tne für moje; tnega 
für mojega, memu, tva für tvoj<i. Doch könnten hier auch die 
Beflexe eines 8.-kr. Mediums gesucht werden, ki wird als eine 
erstarrte Form mit nachfolgendem Kasus des Fron, i, jego als 
BelaÜTum gebraucht z. B. ki ßm ^welchen'. Im Nom. ki allein 
für alle drei Oenera und Numeri. 

Im Buss. bleiben die Formen unkontrahiert: moj, moS, tnojd, 
G. moegö, moij; D. moemü, moij, im FL N. m. n. £ moß, fnoßch^, 
moßrm, A. tnoß {tnoßdii) u. s. w. Ebenso Fl. N. m. n. f. ndü, 
A. ndH {ndHeh^) u. s. w. Hierher auch dej, Ste, dtjä, G. Sg. ötegö, 
f. dtej, D. dbemüy £ dtej, FL N. m. f. n. 6bL 

Im Foln. ki, ka, kie fpi^ noch im XVI. und Xvil. Jhd., 
jetzt nur in der Volkssprache, z. B. kiego djdbla tarn zrobileä; 
dafür ßiki, ßikie, ßüca. Analog wurde auch kaki, kakie, kaka 
(aksL kaJcb) gebraucht. 

Schon im Ap. finden wir bei m&j kontrahierte Formen: für moja 
auch ma^ f&r maj^ auch m«, für möj§go auch m^go^ mych f&r mojieh n. 8. w. 
Es ist auffallend, daß diese Formen neben einander bestehen konnten und 
heutzutage noch bestehen. Man kann sich die Erhaltung der unkontra- 
hierten Formen etwa unter dem Einflüsse des N. Sg. m6j (bevor das 6 
noch die yerengte Aussprache erlangt hat) erklären. Im N. Sg. f. ap. ma, 
iwa^ 9wa neben moja . . .^ heutzutage ebenfalls so. Im G. Sg. f. finden 
wir noch im XIY. und XY. Jhd. die älteren Formen moje, mo, nooje, 9W 
u. s. w. (vgl. im Ab.). Dann traten hier auch die Formen mit j auf: 
mojejy mej: iwojej\ tteej u. s. w. (vgl. oben G. Sg. f. %' f&r te). Im A. Sg. f. 
war im Ap. moj^, twof^, »wqj^ (ebenso nauf n. s. w.) zu moja . . ., dagegen 
mq, iwqj swq zu ma^ twa, swa (vgl. wolq zu toola . . .). Jetzt majq, twojt^ 
. . . nanq . . . neben m^ . . . L. Sg. m. n. ap. mqjmn, f. mof^' neben mem, 
mej, aber s^it dem XYI. Jhd. wird beim M. und N. dafür der Instr. ge- 
braucht: moim (lies mojim\ mym; so auch nanym, wanym. I. Sg. m. n. 
mojim (geschrieben wird moim) oder mym, f. mqjq oder mq; nanym, nanq, 
N. PL ap. moji, nany, n. moja, nana, f. moje, nane, doch taucht schon 
im XIY. Jhd. beim Mask. der A. mojo, na$ze für den N. auf; dann auch 
beim N., so daß seit dem XYI. Jhd. moje, nane für alle drei Genera gilt. 
Jetzt gebraucht man die Formen auf -t nur bei männlichen Personen- 
namen: mot («■ mojt), sonst moje. Natz, wan hatte in der ^Form ein 
y: naetf, teany, Tom XYII. Jhd. gebraucht man jedoch na$i, wa$% («t «■ 



106 

it), also analog wie die Subst. Wloti, mtmi und Adj. pi—i^ giun^ imi, 
m^r$i, die auch früher TViony, mnuzy . . . m^rny hatten. Das % kam 
hier auf nach sc^mMzi (s= -dii)^ magnaei^ $aHy$i^ p$i . . . «yet, bosi^ lyn 
u. 8. w. (Krynski, S. 182). In den weiteren Formen blieb das y: G. 
L. P. nanyeh: mojieh (jetzt geschr. moieh) kann auch sa myeh kontrahiert 
werden. Ebenso im D. PI. (im XIY. und XV.Jhd. auch noch moßm ge- 
schrieben). A. m. f. moß, «M, nane, n. moja^ moj nana, bei männlichen 
Personennamen trat dann der G. moieh ... für den A. ein, sonst blieb ei 
moje^ ms und zwar dann auch fürs N. L PI. ap. mojimi^ mymi . . . naszymi. 
Von den Formen wie mo/e, mojsgo . . . drang auch mq^e- ein und so ent- 
stand im XVL Jhd. mojemi, kontr. msmi^ natzemi^ dameben bestanden 
und bestehen immer noch die alten Formen, so dafi man hier mojimt, 
mymt, naszymi . . . neben mojemi, mwni . . . nanmni hat. Die letzteren 
sind häufiger. Der Du. kommt noch im XIY. Jhd. Tor, im XV. und XYI. 
wird er dann seltener: N. A. octy moji (mot), später oezy moje (PL); G. L. 
mojUy mti, ttooju ... wa9za\ D. I. mojima (moima), myma . . . nattyma. 

Im Ns. und in der jetzigen os. Schriftsprache kommen kon- 
trahierte Formen nicht vor (ns. z. B. N. m6ß), aber im Os. gab 
es doch auch firüher G. Sg. m n. meho^ tweho, D. memu, L. stioem, 
N. A. Fl. me, twe u. s. w. (Mucke S. 406); der G. Sg. f. lautet 
im Sorb. noch mojeß, wie auch noch naieje, und im D. L. naäej 
u. s. w. 

Böhm, ky, kd, ke wird wie dobry, -d, -« dekliniert; ab. ke und nb. 
kdi als Xonj. «■ ,Qtinam*. Schon im Ab. sind bei moj die unkontrahierten 
Formen neben den kontrahierten nur teilweise im Gebrauch. So im N. 
Sg. n. mqfe neben md, N. Sg. f. und PI. N. A. n. moje (ab. moji aus moja) 
neben mä: A. Sg. f. moju, dann moji neben mü (mot«, mou). Im N. PL m. 
ist moji häufiger als mi. Wie im P. war auch im B. wohl der N. moj 
für die Erhaltung der unkontrahierten Formen maßgebend; daß moje^ 
moju etc. Neubildungen, wenn auch alte, im Anschlüsse an moj wären 
(Geb. S. 491), ist unwahrscheinlich. Aus moj wurde dann mtio;, ffi4;. 
N. mi und moje sind in den ältesten Denkm. yertreten (Geb. S. 492—98); 
analog auch in anderen Kasus. Im Sloyak. haben wir im G. Sg. m. n. 
mojho. I. Sg. m. n. mym. Du. D. I. myma, PI. G. L. myeh, D. mym, I. 
mymi sind nicht nach der Dekl. der best. Adj. entstanden. In mähr. 
Texten des XY. Jhd. finden wir nämlich z. B. im G. PL noch mojieh. 

Im Du. N. A. ab. nur kontrahiert: rty md, f. n. unkontrahiert: 
moji; G. L. mü und mojü, moji, D. I. myma. Im PL N. m. moji und mi 
ist erst seit dem XVII. Jhd. A. PL m. me neben ab. moji, nb. moje. 

Im Ab. gehen zum Teil danach dvoj ,zweierleiS trqf ,dreierlei' und 

oboj ,beiderlei* (Geb. S. 499); jetzt dvoji, iroji u. s. w. nach piH, 

J\ y^S Gebrauch des Poss. ^voj. Es wird nur dann gebraucht, 

^ ^X^"^'"^^' ^^^^ ^ ^^ ^^ ^ '^^^j* desselben Satzes bezieht: aksl. ni 

^'^'^'^^^ ^terq/if 9fDQej({ kUni sq ,fii?w iv %y iuq>alf] aov ofAoar]^ Mat 

v-Wjf^ ^ ^ Analog gilt es, wie wir S. 88 sahen, von sehe, seb^ • . . 




107 

Von dieser Begel gibt es zahlreiche Ausnahmen (unter dem Ein- 
flüsse fremder Sprachen). So schon im aksl. Vaterunser: jako i 
my oitbpuHaemz dhztnikotm naäifm st woirm (Mat 6,12); ebenso 
ab. jako i my atpüidiemy (Uuzniköm naüm (ModL 85, vgl. Ver£ 
SBW. 127, S. 65—66 und Flajshans, Nejstarfii Pam. S. 39) i. 

öfttO, s«. 

unter den Einfluß dieser Dekl. gerieten auch die beiden 
pronom. i-St ob in dUo ^was^ und st Jid&. Die verstäricende 
Partikel to erscheint nur im N. A. Sg. 6t4o. Doch sind noch 
Formen belegt, wo es ohne -to vorkommt: aksL np^iii'ze ,nihil', 
p. z€h€z, wniwecz ^ v ni ve db, im XYI. Jhd. noch przecz ^ 
prze CO, ocz '^ CO XL B. w. (Erynski S. 144), b. prodez ,we8- 
halb^ =r pro-^b-it, proö u« s. w. Das Mo konmit noch Tor im 
£g. als Ho, im S.-kr. als Ho schon seit der ältesten Zeit (Dan. 
153) neben der Neubildung Ha, im Euss. als öio (=Ho), im Os. 
Ho. Ein Beflez zeigt sich diaL in mähr, slovak. nüt (Gteb. S. 464). 
Das dfft- ist aus *qin(d) entstanden, vgl lat quid, gr. tl, aL Ady. 
cird ,irgend^ G. öeso mit der urspr. Endung -so, vgl ai. tdgya, 
got ^, ahd. de-s, preufl. Hesse, steise. Das -^o st sio konnte 
zunächst in Formen wie *i(hsiß infolge der Dissimilation aufge- 
kommen (YgL I S. 378) und dann yerallgemeinert worden sein. 
Das öeso geht auf *öoso imd dieses auf *qpsiß, *qoso zurück, 
indem das ö aus dem N. A. Sg. eindrang. Neben öeso dann 
auch öbso (I S. 37). Die Endung -so war isoliert, so daß die 
Form öeso, öbso nicht mehr deutlich als G-. empfunden zu werden 
begann. Dazu kam, daß in neg. Sätzen ni-öeso den A. dbto ver- 
trat Das hatte zur Folge, daß dieser G. zum N. A. werden 
konnte. So zunächst nuöeso, np^bso. Nach niö (aus nidb), das 
im Ab. noch belegt werden kann (Geb. S. 464), wurde aus nidso 
ein ab. niös (z. B. nicf Tül. 126), dann nie ,nichts^; ebenso ap. 
niös, np. nie* Weiter entwickelte sich ein N. A. ab. öso, nb. 
daraus co (slovak. do, indem das ö aus den anderen Kasus ein- 

1. Noch ein anderer Zasammenhang zwischen dem aksl. and ab. 
Vaterunser ergibt sich aus aksl. ne vwM nas^ vo napastb gegen gr. Mal 
fiil iloivfyMt^s fjfAäg . . (danach auch ganz richtig got. Ja ni hriggai$ unt 
in . .) und im ab. Text i neuvod" nds u pokuienU, was dem lat. {ei ne no$ 
indueas . .) und ahd. Text entspricht. Es scheint daher, daß der ab. Text 
älter ist (allerdings nicht mehr ganz in der erhaltenen Form), wobei an 
die Tätigkeit der deutschen Geistlichkeit in Mähren und Pannonien vor 
der Ankunft der beiden Slavenapostel zu denken ist. 



108 

drang), analog ap. dtso, np. co und iin Ns. co, das dann hier der 
weiteren Dekl. zu Grande gelegt wurde: G-. cogo, D. eomu, L. 
com, L eym^ dann auch nico, nieo; als einfache Neg. ^ ^nicht^ 
ist im Os. (und Ns.) nie (im Ob. noch Mo, ^eAo etc, aber niio 
^nichts^). 

Im Ab. kann man nur in einigen älteren Belegen die gen. 
Funktion des dso nachweisen (Gteb. Slovnfk I, S. 191). Im 
8.*kr. ist Sha, nlöeaa noch ein Gen. (Strohal, Bad 137), da- 
gegen die Neubildung Ha, die zuerst als nUta auftrat, neben üo 
ein N. A. (entsprechend dem (Mo). Auch im SIoy. ist öesa noch 
ein G., als N. A. hier kaj ^wasS lüteic ha, wie es noch diaL vor- 
kommt (yg^. auch das relative kar ^ kchze, G. öesar). Im Ar. 
kommt db80, nidtso auch als Nom. vor (Sobolevskij S. 199). 
Aus öt80 ist ar. auch öio geworden, daraus iio, ido (klr.), während 
Mo schon im XII. Jhd. als Uo erscheint (Sob. S. 106 u. 107). 

Andererseits ist an den alten, verdunkelten Qren. eine neue 
deutlichere (Jenitivendung «^o gefügt worden: äesogo, dtsogo. 
Analog dann auch im D. desomu, ötsomu. 

Nach den (Jen. togo, jego (älter *jogo) . . . wurde zu dt auch 
*dogo, öego gebildet. Diese Form, die im AksL nicht belegt ist, 
kommt insbesondere im Westslav. vor: b. Sehö, ab. auch nideMho, 
p. czego. Analog ist der D. öemu entstanden, der schon im AksL 
belegt werden kann (Supr. 304, 20); ab. neben öemu (p. czemu) 
auch niöemimu. 

Indem der N. A. ^ zu Grunde gelegt wurde, entstand im 
Ns. cogo, comu (also wie togo, tomu); analog dial. im Slovak. 
6o, Q. öoho, 6omu. 

Wie öego, öemu wurde auch der L. öem^ aus *öomh (vgl. 
tmnb, jemt) gebildet, das schon im Aksl. häufiger ist als das nach 
dem G. öeeogo, D. öesomu gebildete öesomh {niöeeomhze). Als der 
I. noch diphthongisch war (*toi'ini, ^i^-mi), ist analog wie in 
den froheren Kasus ein ^öei-mi, das zu öimh führte, entstanden; 
slov. auch öim; r. jetzt ö^z nach Umz, erst seit dem XIV. Jhd. 
etwa, ar. war auch noch Mmh (Sob. S. 186); im P. cxym, im XIV. 
und Xy. Jhd. der L. noch czem, dann vom XVI. Jhd. an auch 
^ym. 

Im Os. haben wir Ho (aus ötito), G. öeho, D. öemu, L. Hm 
(öom), I. öim (Ns. kam schon zur Sprache). 

Über öUo, öeeo vgl. 0. Hujer in Lfil. 29, S. 390—396 und 
Berneker in Sbornik« statej, pos^j. Fortunatovu, S. 219—233. 



109 

Das Pron. sb ^eser', lit s^, aus *k'i8, vgL lat ci4ra, got 
humma ydiesem' wurde folgendennaßen dekliniert: 



M. 


N. 


P. 


Sg. N. 8b 


«e 


8i 


G. sego 


»eyo 


8eji (südd. 88f^) 


D. aemu 


semu 


8eji 


A. 8b 


88 


m, m 


L. «em» 


8emb 


88ß 


I. sinib 


8imb 


8ejq 


H. N. «i (8ii) 


8% 


8ije, 8hß (südsL 
8ij^, 8b jq) 


ö. L. «icÄ» 


8ichb 


8ichb 


D. 8itm 


8ifm 


8ifm 


A. m}'^ «»/^ (westsl. 


8i 


8iji, 8bje (sttdsL 


8iji, 8b/i) 




nfe ^k) 


I. M'mt 


8imi 


8%mi 


Dil N.A. 8ija, 8bja 


siß 


8ifi 


G. L. w)m 


8eju 


8eju 


D.L sima 


8ima 


8ima 



Im N. A. Sg. m. berOhrte sich 8b mit den Pron. wie naib, 
8icb 11. 8. w^ daher wurde es von ihrer DekL attrahiert, so daß die 
meisten Kasus in unserem Paradigma auf diese Art entstanden 
sind: 8ego, 8emu, N. PI. m. 8i, N. Sg. n. m u. s. w. Von dem urspr. 
Bestand eihielt sich nur wenig. So der N. Sg. f. 8%, lit at) (vgl 
hier auch ^1 für 1 und gr. Xa ,xaiA% Daraus wurde auch der A. 
'^8* ^Mß ^J9 gebildet und wohl auch N. A. PL f. 8iß (8ij(). 
Dieselbe Grundform liegt femer vor im N. A. PI. n. 8i, worin 
sich ein analoger Zusammenhang äußert, wie er zwischen dem a 
der o-St und sonst dem a des N. A. PL beim Neutrum (insbes. 
bei den o-St) besteht Ganz nach ßß (ßß), naieß (•ej^f ßßf 
naieß ist auch der G. Sg. f. 8eß (-ß), D. L. m/s u. s. w. gebildet 
Hier waren gewiß einmal ältere Formen Torhanden: G. etwa 
*8iß, D. L. *8iß Letzteres scheint sich sogar noch erhalten zu 
hab^ wenn auch verstümmelt Im EsL haben wir 8% noHi ^hac 
nocte* (Mikl. m», 8. 68 und Lex. paL), wo das ri aus 8ip ver* 
kürzt sein könnte (Verkürzungen in adverbialen Ausdrücken, vgL 
b. Ieta8, p. laM aus lä(h8e, ab. noch leUh8e). Im Ab. ging die 
Verkürzung noch weiter und so haben wir hier häufig a'noci, 
8^n6ei (G^b. S. 511); vgl. im AksL die Lok. iom Sa8i, pclu noMi 
u. s. w. 



110 

In den Kiever Bl. finden wir im N. A. PI. f. si (vgl. Verf. 
O püvodu kijev. 1. S. 30 und 102). 

Wohl unter dem Einflüsse des best. Adj. schon im Aksl. im 
N. Sg. m. sij aus sti, shj, das auch zu sej führte (Euch. sin.). 
Mitunter wird 8h nach dem Subst und stj vor demselben gesetzt 
Ausgeprägt ist es in den Eiev. Bl. (vgl 1. c. S. 102). Zu sij, 
8bj wurde auch das N. 9%je (Supr. 34, 18) gebildet Im N. PI. m. 
weisen die aksl. Denkm. vorwiegend sii auf. 

In bg. Denkm. auch «^', «y, ««;, jetzt wird dort, wo das Pron. vor- 
kommt, 9oj gebraucht (nach toj), N. neben m auch «t«, in nbg. Dial. «ova, 
9va zum M. aoj nach der Analogie des inva, tva (zu toj) gebildet (Lavr. 
8. 160). F. in bg. Denkm. «la, «last; PI. N. m. tit, ne und n. tt/a« <*^, f. 
Mj seUj jetzt auch s^tL Über die s.-kr. Formen des N. Sg. m. s. oben 
8. 98; im 6. Sg. m. n. sega^ »egqf, ayega, ^j^^j, f. ««, aej (nach jej), 
•ije: D. Sg. m. n. semu, $efnuj\ semuxi^ tifemUf f. ««;, tifej; A. Sg. f. tißt, 
aber auch m, swu; L. Sg. m. n. ««m», 9ijemt, f. ««;, «t;«;: I. Sg. m. n. 
«tm», ««m», f. 80JU, nfuvbf sifornt; N. PI. m. st^ n. «ya und «t, m, «a, «o;, 
f. (auch Akk.) «t;«, ««/, doch finden wir auch ni, was einigermaßen mit 
dem in Kiever Bl. vorkommenden si übereinstimmt (vgl. Verf. püvodu 
etc. 8. 30); G. PI. »ih, dann sijßh und analog weiter. Vgl. auch 8. 99. 

In den slov. Denkm. haben sich nur einzelne Formen er- 
halten, me do sega malu (Gr.), na sem svetu u. and. 

Im Ar. neben 8ich^ . . . auch sickb, 8^^ . . . nach tech^, vs^z 
. . . (Sobol. S. 186). 

Im Poln. noch do siego roku und ni to ni sio (st sie), dann 
daff-rf ,heute* imd lato^ ^heuer*. 

Als wirkliches Pron. ist sb im Sorb. auch in den ältesten 
Quellen nicht mehr belegt; es kommt auch hier nur in erstarrten 
Ausdrücken vor: os. letsa, ns. Utos bez. Utosa ,heuer^; os. diens 
hQz.d£enBa, HB-üns bez. itn^a ,heute'; os.ns. «amw»y d.i. ^sam^st 
mit dem Suff. -ny. 

Im Ab. finden vrir noch zahlreiche Belege, es schwindet aber 
insbesondere im XV. Jhd. und von der Mitte des XVI. an haben 
wir nur einzelne Überreste, die sich bis jetzt erhalten haben. 

N. Sg. m. « in dnes aus dtnh-sb, das uns sonst auch vorkam; 
ab. kommt auch dens vor (unter dem Einflüsse von den); vederos 
ydiesen Abend = heute Abends^ nach der Analogie von letas, 
älter letose ,heuer'; daneben sen vgl. ten, onen, jen, insbesondere 
in Wendungen wie sen i on, si nach pe^ und danach weiter noch 
einige Formen wie siehe, siho neben seho; D. Sg. m. n. siemu 
neben semu, L. Sg. m. n. siem, sim neben sem, I. Sg. m. n. slm; 



111 



N. Sg. f. sie ip^He), ein H ist nicht belegt und N. Sg. n. sie neben 
86. A. Sg. f. siu (äiü) aus stjq (sijq) in Ausdrücken wie noc siu 
yhac nocte'y woraus si (Umlaut): fM st stranu. In der Wendung 
p(hsihdobu, pO'Sau-^Mm und pthsu^^iobu sehen wir den Reflex von 
po4u'dobu, daher nicht der Umlaut. G. Sg. f. sie vgl. jie, dann 
si, si (siej nach dem D.); D. L. Sg. £ «uy*^ »^' vgl ßej, I. «il, 
4«i; ^ Im Fl. kommt der N. m. si vor; G. Fl. «tcA, Dat sim, 
L ^m». Im Anschlüsse an tSeh, thn^ Umi auch sich, sim, simi 
(vgl p(hSf!hdobu und im Ar. auch siekh, simz . . .). 
Eine pronom. Deklin. weist auch vtsb ^omnis^ auf: 



M. 


N. 


F. 


Sg. N. vbsb 


rw« 


vbsa, vhsja 


G. vhsego 


rw^^o 


vhseji (südsl. vbsej^) 


D. vhsemu 


rft30ini4 


vhseji 


A. rwft 


r»«« 


vtsq, vtsjq 


L. v^gem» 


vhsemt 


vtsejt 


I. vbsimt 


vbsitnh 


VhSejq 


Fl. N. rft« 


vhsa, vhsja 


vhsi (südsl. vhs^ 


G. L. vbsichz 


vbsickb 


vhsichz 


D. rw^« 


vbsiim 


vbsitm 


A. vhs^ (wsl. f^ 


vhsa, vhsja 


vbse (südsl. Vhs^) 


I. vhsimi 


vhsewi% 


vtsirni. 



Dieses Wort enthielt, wie auch das lit. tAsas, preuß. vissas 
zeigt, urspr. ein s im Gegensatz zu ai. visva- (vgl I S. 350), das 
in ch übergehen mußte. Das Wort wurde daher wie tb dekliniert, 
also N. Sg. m. *vhchh, G. *vbchogo, ... I. Sg. m. n. vhshnb, N. Fl. 



m. vhsi, G. Fl. vhsichz 



Dieses 4, das hauptsächlich im Fl. 



dominierte, wurde verallgemeinert und so entstand ein vhSb, vbsego 
. . . Auf diese Art erklärt sich am besten die Weichheit des s \i) 
vgl. I S. 349; daher weiter im WestsL ein i: p. teszego, wszech, 
b. vieho, väech u. s. w. (vgl B. Brandt, NSskokko meloöej Nr. 2, 
er läßt vbcho' lautUch wie in nasmisati s^ gegen smichb in vhäo; 
vhse- übergehen; dann Lorentz, KZ. 37, S. 266—67 und Meil- 
let, MSL. 11, S. 9). 

Das s.-kr. sav neben väs, G. sviga, D. svhnu, Fl. svl, G. 
stitjeh ... ist schon I S. 384 erwähnt worden. N. Sg. f. svä, n. 
sve u. 8. w. Übrigens auch im Bg. sbvb aus vbSh (Lavrov S. 159), 
n. sve, svo (S. 160). N. Fl. m. bg. auch noch vsi, n. in Denkm. 
vtsa, tiq vbsi, vsa, vse, L sve, vs^. 

Slov. ves, vse, vsa, G. vsega, D. vsemu u. s. w. 



112 

Im Rnss. vesh, vse, vsja (das weiche äf), Gt. vsegö, D. vsemü, 
... PL N. wieder für alle Genera «a^ . . . Im Ar. sind die Plnral- 
formen tmekb, vsimz, vrimi bemerkenswert nach moßAh • • • (SoboL 
S. 186); danach mitunter auch aamidi^, odnimb u. s. ^. 

Im Po In. N. Sg. n. imm, f. w$ta (m. nicht erhalten in der ent- 
sprechenden Form); 6. Sg. m. n. wsiego, i, (urspr. *wn§) MfüfV . • A. 8g. 
t ap. ufsz^ jetzt wnq • . L. Sg. m. n. tcnem (vgl. ownmn), f. wn^\ I. Sg. 
m. n. ir«Mm, ufnym. PI. K. (m. ap. vinyiUy^ wnyöci)^ m. f. n. tcfs«, G. L. 
«MMcA, I. u^fSMRf. Daneben andere Bildungen, ^e insbesondere auch im 
N. Sg. m. auftreten, so ap. wswyeUk {wuy6k£)^ das offenbar dem ab. vtieth 
(nb. vUeek) entspricht und alt ist, da es schon in den Oneseaer Pred. 
vorkommt (Krynski S. 146). Dann ap. wnyUk^ wizytkoj wstyika (über 
diese Formen vgl. weiter unten bei den entsprechenden b.). G. Sg. m. n. 
wizytkisgo, f. wnytki^\ im PL N. m. vjnytey^ t ufuytki u. s. w., so noch 
im XYI. Jhd. Nach pohey^ botey . . . wurde wnytey zu tony$ey und das 
a wurde als zum Stamm gehörig aufgefaßt, daher wnytUky wnyHka . . . 
(KrjDski S. 143). Das weitere Uf8zyiei$k sieht einer Kompromi£form aus 
wnyiiek und wazyeiek ähnlich. Das in den p. Formen beliebte fony^ 
rührt wohl aus dem N. PI. m. (vgl. ab. viiiek). Ap. war auch wnMny^ 
dann haben wir wazehki^ wnüki. 

Im Os. haben wir u>i6n, tpdo, wia, ns. {w)ien, (w)äo, (w)3a, 
Gt. Sg. £ 08. tpieß, ns. (u)ieje, D. Sg. £ os. wiej, ns. ißj; dann 
OS. wOikan, wHtko, wütka, das dem p. wszytek und b. vSüek ent- 
spricht; ns. {w)iifken, £ {w)Sykna u. s. w. 

Im Böhm. N. Sg. m. ab. vei {vesmlr yWeltall^ ist eine Neu- 
bOdung), n. vie f. ab. viS; G. Sg. m. n. vieho, f. vHe, vii, vU, 
A. Sg. viu, dann vH. 

Im Nb. wie auch schon im Ab. haben wir dann weitere Bildungen. 
Dem aksl. Vb$ja^kh entsprach im N. Sg. n. viaeko (aus *viadiko) und im 
Anschlüsse an das N. th entstand viaeko, dazu das M. ab. veicak, slovak. 
•eok, nb. pheek, f. vUeka, jetzt tieeka. Im PI. N. m. vHtei (aus ^vitect), 
woraus auch ein vaHsk (slovak. 'tok) geworden ist. Aus dem PL viitei 
ging aber auch ein viiUk hervor, das schon im Ab. und auch im Ap. 
vorkommt; nach anderen Kasus auch ein viaUk (jetzt in Mähren), slovak. 
viatok. Eine weitere Bildung daraus war m. vaiekan bez. vaitkan (vgl. 
iafif onen\ jetzt viackan^ viaekna, viaekno. Letzteres ffihrte zu viaehno 
(wobei der G. PI. viaeh maßgebend sein konnte) und dazu der N. Sg. m. 
ab. und nb. viaehanj f. viachna (ab. vUehfui), In vaiekan konnte e aus- 
fallen und so entstand ab. vaiken; analog im f. viaekna das ky so daß 
ab. viaena und dazu das H. vaiean gebildet wurde. Eine weitere Bildung 
nach ptUary (vgl. auch koUker) u. dgl. ist viaekarar^ vieeharan, wobei die 
hier häufigen Bildungen auf -an {vaiekan, viaehan u. dgl.) maßgebend 
waren. 



I 



113 



C) Die zusammengesetite DeklinatioiL 

An die nominale Easusform des Adjektivs wird die ent- 
sprechende des anaphorischen Pronom. i, jtgo (gleichsam enkli- 
tisch) angehängt, welcher Vorgang schon urbsJtisch-slaY. war. 
Dabei scheint auch der Sitz des Akz. verändert worden zu sein, 
vgl. r. zif>6j, das ein üvbj voraussetzt, und lii gerhsis gegen gi^M 
(Pedersen, KZ. 38, S. 371). Da das Adj. einen o- oder ib-St 
aufweisen kann, erhalten wir zwei Typen: dobr^i (später dobrj/J 
auch dobroj) zu dobrb ,gut* und püh-i (sp. piHj, püej) zu pÜb 
,zu Fuß*. 



Sg 



Du 



PI 



8g. 



& 


) 0-Stämme. 




M. 


N. 


F. 


N. dobrz'i 


doJro-/? 


dobra-ja 


G. dobra-jego 


dobra-jego 


dobry-ß (südsl.-/^) 


D. dobru-jemu 


dobru'jemu 


dobri'ji 


A. dobrh'i 


dobro-je 


dobrq-jq 


L. dobri'jemt 


dobri'jemh 


dobri'ji 


I. dobnj'jimt 


dobry-jimh 


dobrq-jq (dobro-jq) 


1. N.A. dobra-ja 


dobre-ji 


dobre^ji 


G. L. dobrurju 


dobru'ju 


dobru-ju 


D.I. dcbry-ßma 


dobry-fitna 


dobry-jima 


N. dobri'ji 


dobra-ja 


dobry-ji (stidsl.-^^) 


G. dobry-jichz 


dobry-jidiz 


dobry-jichb 


D. dobry-jirm 


dobry-jirm 


dobry-jimh 


A. dotry-;^ (westsl. 


r. 'j^ dobra-ja 


dobry-je (stidsl. -/?) 


L. dobry-jichz 


dobry-jiehz 


dobry-ßchz 


I. dobry-jimi 


dobry-jimi 


dobry-pmi. 


b) 


l'o-Stämme. 




M. 


N. 


F. 


N. peit^ 


p^e-je j 


peia-ja 


G. pesa-ßgo 


peäa-jego piie-je (stidsl. jp^^-/^) 


D. piiurjemu 


peäU'jemu j 


peii'ji 


A. p^b-t 


piäe-je i 


peä^jq 


L. piü-jemt (aksL 


pSM'jemh (aksl. j 


peH'ß 


piäi'ßmt) 


p^i'jimh) 




I. piM'jimt 


piÜ'jimt 


peäq^jq 


Vondr&k, Vgl. tUv. Gnmiiu n. 




8 



114 



M. 


N. 


F. 


Du. N.A.pe3a'ja 


p^'ji 


peäi'p 


Qr.h. pSäU'jU 


piäU'ju 


pUU'ju 


D.I. peäi'jima 


pUi-jima 


peii-jima 


PI. N. pm-ji 


piäa-ja 


peäi'ß {sni&l peä^'j^) 


Qt. piäi'pchz 


peäi'jichz 


pUi-jidvb 


D. piH'jirm 


piÜ-jirm 


p^H-jitm 


A. peä^'^ (westsl. 


peäorja 


peii'je {südsL piä^-j^) 


r. peäSjS) 






L. piH'jkivb 


p^H'jich% 


p^jickh 


I. piH'jimi 


peäi'jimi 


piäi-ßmi. 



Der urspr. Zustand der Dekl. ist hier nicht mehr gewahrt 
Die Abweichungen sind zweifacher Art: entweder liegt nicht 
mehr die nominale Form des Adj. vor z. 6. I. Sg. m. n. dobry- 
jimh statt des erwarteten * dobromt-jimh, oder es kommt die pro- 
nominale Form unvollständig zum Vorschein: G. Sg. f. dohry-ß 
i'j^) st des erwarteten ^dobry-jeje (dobry-je)^. Daß der vor- 
liegende Zustand nicht ursprüngUch ist, dafür spricht auch das 
Idt, wo die beiden Bestandteile meist noch deutlicher vorUegen 
als im Slay. (vgl. z. B. D. Sg. f. g&rai-jai aus girai und jal im 
Slav. dagegen dobri-ß aus *dobri'jeji; D. PI. m. geremsems aus 
gerems und jetns, im Slav. dagegen dobry-jitm u. s. w.). 

Auch im Slav. waren die Formen einmal analog, es lautete 
z. B. der I. PI. m. n. dobry-jimi (also wie im Paradigma), das F. 
aber ^dobrami-jimi; D. PI. m. n. * dobrotm-jirm, f. * dobrarm-jirm. 
Analog auch in den anderen Easus. 

Diese Formen waren zu schleppend und es ist klar, daß es 
zu Vereinfachungen kommen mußte. Den Impuls dazu konnten 
zunächst die pronominalen Formen geben. Diese waren in ge- 
wissen Kasus des PI. für alle drei Genera gleich oder z. B. im 
I. Sg. wenigstens für das M. und N. So wurde auch ein Aus- 
gleich der nominalen Bestandteile, die vorhergingen, angebahnt, 
und es lautete der I. PI. für alle Genera dobry-jimi. Dadurch 
wurde aber eine Anregung gegeben, auch die anderen schleppen- 
den Formen zu vereinfachen. Es waren nämlich Formen, deren 
pronominaler Bestandteil auch eine m-Endung aufwies wie in dem 
eben besprochenen I. PL, z. B. D. PI. m. n. *dobrorm'jiim, f. 
*dobrafm'jifm. Da man im I. PL vor dem pronominalen Bestand- 
teil mit der m-Endung eine nominale auf -y- ausgehende Form 
hatte, so wurde sie auch im D. PL eingeführt: dobry-ßtm für 



116 

alle drei Genera. Desgleichen im D. I. Du. dobry-ßma für alle 
drei Genera st * dobroma-jima, *dobramchjifna. So auch im L Sg. 
m. n. dobry-jimh st dobromt-jitnu Sobald Formen mit -y vor 
dem pronominalen Bestandteil auftauchten, wurde auch der G. Fl. 
*d6br^'ßch^ in dobry-jichz umgewandelt und war das geschehen, so 
konnte sich auch ein L. PL m. n. * dobrkikb'fitkh und f. ^dobrachz- 
jickh nicht halten, sondern wurde ebenüalls zu dobry-ßchz für alle 
drei Genera vereinfacht. Den Zusammenfall des L. mit den G. 
führte vor allem die gleiche Fronominalform in beiden Kasus 
herbei. 

Analog verhielten sich die Verhältnisse bei den Formen der 
|b-St, bei denen st des y ein i auftrat Es lautete hier also 
urspr. der T. PL m. n. piäi-ßmi, t *piäamv'ßmi, was zu peäi-ßmi 
für alle drei Genera führte. Damach entstand dann auch ein 
D. PL peH-ßtm für alle drei Genera und auch die anderen 
modifizierten Kasus. 

Was nun die pronominalen Bestandteile anbelangt, so wurden 
sie vielfach durch die Haplologie vereinfacht Es handelte sich 
ja um Formen, deren zwei unmittelbar auf einander folgenden 
Silben ein j (/) enthielten. So wurde im G. S. f. aus ^dobry-ßje 
{* dobry-jej^) ein dobry-ß, dobryj^; im D. L. Sg. f. ist aus ^dobri- 
ßß ein dobre-ß (vgL I S. 385), im I. Sg. f. aus ^dobrq-ßßf ein 
dobrq-jq (dobrojq) und im G. L. Du. aus *dobrU'ßju ein dobrußi 
geworden. 

Den N. A. Sg. m. dobrzi, dobryj erklärt man gewöhnlich 
aus *dobrb-jb und läßt diese Form auch noch in die einzelnen 
slav. Sprachen übergehen. So z. B., wie wir es I S. 143 sahen, 
auch in das B., wobei man es sich freilich dann nicht erklären 
kann, warum hier daraus dobry und nicht *dobrej (das jetzige 
volkstüml. dobrej ist ein anderes, sekundäres Produkt) entstanden 
ist (wie z. B. mech aus tmrJii). Einzelsprachlich können wir aber 
mit einem ß nicht mehr operieren, denn dieses ist schon im ür- 
slav. zu einem i geworden. Wir haben also ein dobrh-i als urslav. 
anzusetzen. Aus i ist ein i geworden und « davor zu y gedehnt 
dobryj, wenigstens im Aksl. und wahrscheinhch auch in and. slav. 
Sprachen. Das führte dann zu dobry. Dafür spricht auch die 
analoge Entwickelung bei den ib-St: aus pesh-i wurde peHj, das 
dann zu pesi führte. Im Aksl. konnte aber « vor einem j auch 
zu und 6 zu e werden: sUpoj, pesej. 

Das i (j) des pronom. Bestandteiles ist in einigen Kasus 

8* 



116 

geschwunden und es trat eine Assimilation der Vokale ein. So 
ist aus dobrajego ein dobraego und dohraago (dobrago), aus dobru- 
jemu zunächst dobruemu, dann dobruumu {dobrumu) entstanden. 
Es handelt sich da schon um einzelsprachliche Prozesse, bei denen 
d^ i (iVElement um so leichter verkümmern konnte, als es sich 
hier in sufiQxalen Silben befand — sie wurden wenigstens dann so 
empfunden (vgl. auch die Verba der V. Kl. 1. Gr. und der VL K.). 
Weiter gehört hieher der D.L. Sg. f.: aus dobre-ji wurde dobri-i 
und dann dobrS-j, aus piäi-ji ein püi-i, piM-j; im L. Sg. m. n. 
wurde aus dobr^jemt ein dobri-emt, dann dobreitnh, woraus in 
aksl. Denkm. dobrijamt (das i war offen ygl. I 66) oder dobremt> 
hervorging; analog aus *piäi'ßmt (vgl. ab. matemiem) im Aksl. 
nur p^'(j)ifnh. 

Auch in den Formen mit y bez. i (also mit yß, iß) schwand 
das j vor ß: so ging im I. Sg. m. n. ein dobrymh, pe^imh hervor, 
ebenso im G. L. PI. dobrychz, piäichz, im D. PI. dcbrytm, piäitm 
u. 8. w. 

In den aksl. Denkm. kommen diese Formen in verschiedenen 
Entwickelungsstadien vor (worüber Verf. Aksl. Gr. S. 192 f.); 
desgleichen wird auch das y hier nicht gleichartig geschrieben 
(S. 190 f.). 

Schon im Aksl. finden wir vereinzelt: blagov^nnomu (Assem. 
Calend.), pr^vomu Zogr. b. Matth. 21, 28, drugomu ib. 21, 30 
(sonst wird das Wort nur in den Kasus mit S pron. dekliniert) 
und bei den io-Si posUdinemu (d. i. -riemü) ib. 20, 14, weiter 
auch zivogo Sav. kn. Luc. 10, 30, d. h. das Adj. nimmt einfach 
die Endungen der pronominalen Deklination an {tz, togo, i-, ßgo\ 
indem es seine urspr. parallel einhergehende nominale Deklination 
aufgibt Dieser Vorgang wiederholt sich dann in den einzelnen 
slav. Spr. Außerdem hat sich hier die Kontraktion auch noch 
auf andere Formen als im Aksl. erstreckt, so weit sie noch den 
älteren Typus repräsentierten. 

Solchen Formen begegnen wir in mittelbg. Denkm. Im 
N. Sg. findet man häufig in denselben ¥rie auch in den Volks- 
liedern unkontrahierte Formen wie distaß^ duia, ime svetoß, 
carstvo nebesnoe, aber regelrecht ist jetzt dista, disto und fürs M. 
disti, in den südwestl. Dial. -oj: dobroj, bogarskoj u. s. w., auch 
in den schrifU. Denkm. (Lavrov« S. 179). 

Im G. Sg. m. n. -ago dial. jetzt noch (vgl. Lavr. S. 173 f.), 
daneben -ogo: kod müogo Boga {-ogo schon seit dem XIII. Jhd., 



117 

YgL auch das oben erwähnte zivogo der Sav. kn.); bei jfo-St: 
gamego und darnach jetzt auch diaL die o-St: müego, belego 
u« 8. w. wie auch miligo mit Zugrundelegung des N. Sg. Die 
Endung -^ga findet man in walach.-bg. Urkunden: ugrtakoga . . . 
und jetzt in den westbg. Dial. (Sofia, Pirot), wodurch sich die 
Nähe des S.-kr. yen*ät, aber auch in den maced. Dial. 

Im D. Sg. m. n. vereinzelt -omu schon im AksL, dann häufig, 
insbes. im XYII. Jhd. svetomu, boziemu und auch -tmu; zlitnu 
(im Anschluß an den Nom. Sg.). Das schon im Aksl. vor- 
kommende 'Uumu findet sich dann weiter neben "Otnu. Als ein 
Kontaminationsprodukt aus beiden Endungen erscheint 'Uomu 
z. B. nübäuomu, wobei der E2inäuß der neuen Endung -ofnu so 
mächtig war, daß auch das u assimiUert wurde: pravbdimoomu, 
mmbäeomu (wo noch äo zu äe umlauten mußte, vgl Verf. O 
mluve Jana ex. bg. S. 34), doch kann es da zweifelhaft sein, wie 
weit es sich um Befiexe einer wirklichen Sprache oder einer 
bloßen Kombination der Abschreiber handelt 

Nach toj ist auch der D. L. Sg. f. wie zlqj, svetoj u. s. w., 
den wir schon seit dem XHL Jhd. finden, dann infolge des Ver- 
falles der DekL auch -oe (unter dem Einflüsse des G. Sg.): vz 
nikoje strane, ygl. u moldavskoe zetnle (Lavr. S. 176). Hier aber 
auch noch preöistie. Statt o; mitunter -i. Im L Sg. m. n. in 
Denkm. nach timt: drbvenim(h) vinomt, analog im L. na bHotm 
ubruse. 

Im N. PI. jetzt stari für alle drei (Venera. Im XVII. Jhd. 
wurde manchmal noch unterschieden: drugie vdikii svetyj prazd- 
nid; ehtdnye dumy, dann vrata viönaa, aber auch rajskgje vrata; 
jetzt auch noch z. B. si svetii (Lavr. S. 177). So findet man auch 
noch Belege für die anderen Kasus: Gr. L. PI. nevimicht, D. 
grünim u. s. w. I. PI. nach temi: surooemi züami (Lavr. S. 179). 

Im S erb 0- kr. N. Sg. dobri, dobrö, dobra und vlänjl, vUnji, 
vUnja fhöchätf, was schon weit hinauf reicht Im G. Sg. m. n. 
gehen die Formen mit -ago bis ins XV. Jhd., daneben schon seit 
den ältesten Zeiten nach togo, jego auf -ogo, -^o und zwar mit 
dem -0 im Auslaut ebenfalls bis ins XV. Jhd. Aber schon seit 
den ältesten Zeiten finden wir hier auch -a (wie auch bei den 
pronominalen Formen): -oga, bez. -ega (dies vereinzelt auch bei 
den o-St: davnega im XVI. und XVII. Jhd.), was jetzt die 
Begel bildet Das a kann abMen, wofür im XVIL Jhd. erst 
ein Beleg: pridragog (Daniöiö S. 160). Analog auch im D. Sg. 



118 

m. n. seit den älteBten Zeiten -omu, -emu, wobei seit dem XV. 
Jhd. der Vokal -u abfallen kann, so daß diese Formen mit dem 
L. Sg. zosammenÜEdlen und das -om nicht selten noch ein -e er- 
halten kann: zutötne neben zütäm (im D. auch etUomu); ygl. oben 
S. 86; in den älteren Belegen auch -uumu, -umu. Im G. Sg. 
f. in älteren Belegen -ije, bei jfo-St. -eje, bei diesen wurde eje 
kontrahiert: doltnje und das € geriet schon in den ältesten Be- 
legen auch zu den a-Si: martske (Dan. S. 162). Im D. L. Sg. 
1 seit den ältesten Zeiten nach toj, jej: avetoj, bozijej und dann 
auch bei letzteren Stämmen -oj: veljoj; vom XVI. Jhd. an wurde 
auch zi hinzugefügt: zenskojzi. In den ältesten Denkm. außerdem 
noch -4/ bez. ej (S. 166 und 186). Im A. Sg. f. schon in den 
ältesten Belegen u; drugu, vünju (das u war lang: vlänjü). Im 
L. Sg. m. n. nach tomt, jemt seit dem XIL Jhd.: dobrotn (jetzt 
auch noch dobröm), viänjem (vUnj^). Seit dem XV. Jhd. auch 
'Ome (ygl. beim Dat. Sg. m. n.). Wie beim Prou. tritt seit dem 

XIV. Jhd. an die Stelle des L. auch der D.: Upomu, ishodnjemu. 
Da waren wohl Fälle wie po otvorenomu (urspr. D.) maßgebend. 
So auch noch im XVI. und XVII. Jhd. In den ältesten Be- 
legen bis zum XV. Jhd. auch -im (-em), bez. im, bei ib-St -im 
(S. 183). Im I. Sg. m. n. nach tem (tiem) im XIII. Jhd. distem 
... im XV. Jhd. schon dcbriem, ohne Wandel der Gutturale im 

XV. Jhd. noch selten, dann häufiger: vdikijem, jetzt z. B. zutijem; 
bei io-St. vom XV. Jhd. auch -f/^m, jetzt -im, das übrigens auch 
schon in den ältesten Denkm. vorkommt und zwar auch bei den 
o-St.: turskimt (Dan. S. 175). Vom XV. Jhd. an wird im XVI. 
und XVII. auch noch ein -e an die Endung gesetzt: viänjime, 
vjeönime u. s. w. Im I. Sg. f. in den ältesten Denkm. -ovb: 
pravovh, bozijovt, aber vom Anfang des XIII. Jhd. auch schon 
'Om: dobrotn, bozjom (vgl. oben S. 36 u. 86). 

N. A. Du. m. as. krepkaja, dann kontrahiert: vrbhovna (S. 222); 
n. in der ältesten Zeit H, seit dem XTTI. Jhd. aber auch die 
Form des M. und so auch später: dva liöca vesela (S. 223); f. H 
nur in der ältesten Zeit, dann: dv^ nozi orüje (S. 224); G. L. 
Du. svetuju, vom Xm. oder XIV. Jhd. an auch svetyju (der 
Stanmi aus dem PI. G. und L. . . .), wetiju (S. 227); D. I. Du. 
-ima: duhovnima, velikima, auch pronom. srbdönema (S. 233). 
Nur der N. A. Du. m. behauptet sich am längsten und zwar für 
alle drei Genera. 

Im N. PL m. eüti, jetzt auch blagi, suhl, n. zütä, £ zut€, 



119 

vUnß (das S kontrahiert aus -eje (alter -^). Im G. PI. nach 
tich^ {Hßh) vom XIIL Jhd. an ugrh8cich^, zlatijeh . . .; vom XV. 
an werden auch die Gutturale nicht palatalisiert: drugihh, mors- 
kijeh. Von den o-St ist diese Endung auch zu den io-St. seit 
dem XV. Jhd. geraten: veUhh, im XVTI. Jhd. auch noch bozijeh 
... In den ältesten Denkm. noch icht (iht): reöenichh und so 
finden wir es auch noch lange hindurch. Ebenso bei ib-Si: 
najmanjih . . . Bei diesen St auch jetzt noch: vru6ih. Im D. PL 
verhält es sich so ziemlich analog; seit dem XVI. Jhd. auch mit 
-a: zlima, druzijema, druzima . . . (Einfluß des Du.); so auch im 
XVn. Jhd.y jetzt wie im Instr. (s. diesen). Im A. PL m. und L 
S (kontrahiert aus eje), in älteren Denkm. noch -iß für -^^je; n. 
-a (aus -aja). Im L. PL seit XIV. nach tich^: star^ht, velicieht, 
so auch noch im XVIL Jhd.; seit dem XV. bleiben die Guttu- 
rale mitunter unverändert: slathijeh. Damach auch die ib-St: 
vünjijeh. In den ältesten Denkm. noch icht> (-ihh): svetiht, vünßh 
(jetzt bei den xo-St: vräöim = D. PL). Im XVI. Jhd. ein einziges 
mal schon -tjema: blazenijema, zu Anfang des XVIL Jhd. ein- 
mal der L st. des L.: pri ostalitni, dann tritt der D. an die Stelle 
desL. (und auch des L): mnozijem, astalijem, druzijem, danßjem, 
schließlich auch ohne Änderung der Gutturale: gorkijem, mnogi- 
jem (Dan. S. 214). Jetzt wie im I. PL I. PL seit dem XIIL Jhd. 
nach temi: imenovanemi, dobretni, groznijemi, velicimi; so auch 
noch im XVII. Seit dem XV. auch ohne Änderung der Guttu- 
rale: velikiemi und von da an danach auch die iio-St: bozijemi, 
drazijemi. In den ältesten Denkm. noch -imi: letnimi, bozimi. 
So auch noch bis ins XVII. und darüber hinaus. Seit dem 
XIII. aber auch schon identisch mit dem Dat. (Einfluß des Du., 
wo die Identität der Kasus, wenn auch mit anderer Endung be- 
stand): pisanimt, re^enjemt, zidovscijem, büim. Vom Ende des 
XV. Jhd. zeigt sich aber der Einfluß des Du. auch hinsichtlich 
der Endung: mnogima, druzima, zivijema . • . und noch im XVII. 
druzijema, daneben kratkima . . . Jetzt zütim, zütijem, zütlma; 
vruditn, vrüAma. Über ihre Variation in der praktischen An- 
wendung vgL bei Maretiö § 221 — 24. 

Im Slov. stimmt die Dekl. vielfach mit de da S.-kr. überein, 
im allgemeinen hat sie sich aber mehr an ßgo u. s. w. angelehnt. 
N. Sg. m. lepi, n. lepo (wohl nach mesio, to u. dgL, sonst auch vccne 
Preis. Denkm., kämt, to dobre ,das Gute*), f. lepa; G. Sg. m. n. 
lepega (schon in den Preis. Denkm. nepraudnega neben diniznego), 



l 



120 

f. l^ (also wie im S.-kr., so schon in den Freis. Denkm.); D. 
Sg. m. n. lepemu (so schon in Freis. D.: zuetemu), £ lepi (Freis. 
D. noch siueiej) dann auch -oj neben ej); A. m. lepi, n. lepo, L 
lepo; L. Sg. m« n. lepem (selten -om); f. Iqn (-ej, in den Freis. D. 
nepraudnei); L Sg. m. n. lepitn, L lepo (schon in den Freis. D. 
pudico). 

Du. N. A. V. m. lepa, n. £ 2^i (-e); Qt. L. 2ep»A (Anschluß 
an den PL); D. I. lepima. 

N. PL m. lepi, n. lepa (l^, in den Denkm. des XVI. Jhd. 
noch -a und auch noch später, dafür trat dann vielfach das Fem. 
-^ ein); G. L. lepih, D. lepitn, A. m. lepe, n. ^/7a (/^); f. l^, 
I. lepitni. Die kontrahierten Formen des PL finden wir schon 
in den Freis. Denkm.: minsih (mtnüh), nepraudnih, D. zuetim 
u. s. w. 

Auch im Buss. zeigt sich der Einfluß des tz, togo und jego, 
jemu. Femer der Einfluß des Aksl., insbesondere in den ar. 
Denkm. 

N. Sg. m. im Ar. noch mit * (t): dobrhj neben dobryj, sinhj 
neben einij, im XIII. und XIV. Jhd. auch schon vdÖcoj {toj), 
star^jiej (auch sej)^ indem die Halbvokale vokalisiert wurden. In 
den Denkm. wiegt allerdings -yj, -ij vor (ksl. Einfluß?); im XV. 
Jhd. sind im Großr. die Formen mit -oj, -ej schon häufig und 
erlangen allmählich das Übergewicht Jetzt kommt -öj, -Sj bei 
Endbetonung vor: slipöj, chudöj, 8arm4retij (so auch in der 
Schrif tspr.). Im Nordgroßr. selbst auch ddbroj, umnoj, sinej. Im 
Klr. und Weißr. kommen diese Formen nicht vor (Sobolevskij 
S. 227 — 28). N. Sg. n. dobroje, eineje, f. dohraja, sinjaja ar. 
und jetzt auch noch. — G. Sg. m. n. ar. nach togo (jego): dobrogo, 
sinego. 

Nach Sobolevskij (S. 124 f.) wurde im Großr. hier ^ zu A: 
choroioho, dohrohoy coho (teilweise jetzt noch dial.)f dann schwand das 
A: ehoroSoo, dohroo, coo und intervokalisch entwickelte sich hier ein v: 
ehorotovo . . . (vgl. auch I S. 185). Formen mit v sind schon aus dem 
XY. Jhd. belegt: velikof9o, pravovo u. s. w. Jetzt wird die Endung -äoo 
(-ävä) ausgesprochen, aber -ago geschrieben (Einfluß des Ksl.). Das a ist 
durch das Akauftje (I S. 94—^) zu erklären. Die endbetonten Gen. 
werden auch mit -ogo geschrieben (ehudogo neben chudägo)^ aber '6f>ä aus- 
gesprochen. 

G. Sg. f. ar. dobryje, bez. dobrt/ja (auch in Volksliedern); 
letztere Form muß als ein Beflex des aksl. dobryj^ angesehen 
werdeui echt ar. ist dagegen nur evjatoß, dobroje (nach toj^. 



121 

sineß (ßß). Jetzt ädn-oj, sinej; D. Sg. m. n. analog dobramu, 
sinemu; so auch jetzt noch; £ dobrij vgl aksl. dobrii (urapr. 
dobriji), aber nach toj, ßj jetzt dobroj, ainej. A. Sg. m. und n. 
wie der N. Sg. A. Sg. f. dobruß, sinßß entsprechend der ur- 
slay. Form; so auch bis jetzt L. Sg. m. n. ar. dobremt ent- 
sprechend dem AksL, dagegen sinemt» wohl nach ßmt, dann nach 
tomt: dobrotnh, jetzt: bUomb, sinetrn. Der sonst auch noch ange- 
führte L. auf oerm (= oßmi) wie vo syroerm vo boru (Miklos. 
in* S. 309) ist mit Zugrundelegung eines aus den O. -ogo, D. 
'Omu erschlossenen Stammes auf -o; syrth, an den man die pro- 
nominale Endung -ßmh fügte, oder nach moßtm entstanden 
(Maretiö, Bad 112, S. 81). 

L. Sg. f. wie der D. Sg. f. — L Sg. m. n. dobrymt, sinimt, 
so auch bis jetzt (mit -i); im Ar. und auch in den Volksliedem 
noch dobtyimb, siniimb, was mitunter auch der Beflex des AksL 
sein könnte; f. dobroju, sineß (jetzt auch dobroj, ainej). 

N. A. Du. m. ar. dobraß, sinßß, n. und £ dobriji, Hniß; 
G. L. Du. dobroß, sineß (vgl. toß, ßß); D. L Du. dobryma 
{dobrj/ima), sinima (siniimä). 

N. PL m. ar. dobrii, sinü, jetzt navye^ sinie (eig. Akk.), n. 
dobraßh sinßß, f. dobryß (dobryi), sinü, jetzt dobryß, siniß 
(eig. das N. vgl. Sobol. S. 207, danach wird gleichmäßig Ißdi, 
veädi, sda choroHß, charoüi, ebenso auch dobryß gebraucht, S. 208). 
G. L. PL ar. dobryckh (dobryich^), sinidiz (siniichz), die kontra- 
hierten Formen auch jetzt noch. D. PL analog: dobrymh (do- 
bryirm), sinitm (siniitm). A. PL m. und f. ar. dobrye, sinü, jetzt 
fürs M. dobrye, sinie, fürs F. dobryß, siniß; n. ar. dobraß, sin* 
ßß, jetzt dobryja, siniß (also wie das F.). I. PL dobrymi (alt 
auch dobryimi), sinimi (siniimi). 

Im Westslav. haben wir unkontrahierte Formen nur als 
eine Seltenheit im Sorb. 

Sg. N. b. dobr^, dobrd, dobri (aus dobroß), ebenso p. dobry, 
dobra, dobre; auch hier waren die Endungen lang und führten 
zu verengten Vokalen (d bis Ende des XVIIL Jhd., i in den 
Denkm. des XIV. und XV. Jhd. als ee geschrieben: ziee); os. 
ns. nowy, nowa, nowe; bei den tV>-St. b. m. piH (wohl aus *peHj, 
*peihj), p. pieszy, f. ab. peäie (aus ^piäd und dieses aus *p€äaß) 
dann püi, peH, dial. auch noch -d z. B. slovak. starüa; n. ab« 
püie aus *piäeß (vielleicht durch die Vermittlungsstufe *piitß, 
Gebauer I, S. 556-56), dann püi, piH, so daß p^ jetzt für 



122 

alle drei Genera gilt (slovak. n. starHe); p. pieszy, pieaza, piesze 
(ygl. auch ap. bozee); ns. täeäi, os. tre6i, f. ns. täeäa, os. treöa, 
n. ns. täeäe, os. ffe(5^. 

G. m. n. b. dobriho, ab. piäieho, dann auch piSiho, piHho; 
p. dobrego (ap. Drucke dchrigo, vereinzelt auch -o^o: szczodrogo, 
Kaiina ^.dl% pieszego; os. noweho, treöeho, ns.nowego, Uedego 
(täeäeg), diaL os. nowoho, ns. nowogo (auch nowog, noweg). 

Gebauer meinte, da sonst aus -<{;• ein d wird z. B. dWi aus 
dilaje», daß hier ein «ioör« aus dobroje^ wie es insbesondere im N. A. Sg. 
vorkommt, zu Grunde lag (III, 1, S. 534). £b wäre also zum N. A. n. 
iloftr« ein dobrdho st. *dobräho entstanden und auch fürs Mask. gebraucht 
worden, was nicht wahrscheinlich ist. So dachten andere an den Einfluß 
von jego^ jemu, wobei die Länge aus dem einstigen -ö^o erhalten geblieben 
wäre (so Leskien, vgl. beiKulbakin: K istor. i dial. polsk. jaz. 8.147; 
so auch in Afsl. Phil. 16, S. 545, wo an moj'ego, jego, naSego gedacht wird 
und Bad 112, S. 81, wo Maretic dobr^f -tmu nach meho, memu ent- 
stehen läßt). Doch ist auch diese Erklärung kaum richtig. Wenn es 
schon ein regelrecht entstandenes -ägo gegeben hätte, so hätte es, mit 
dem langen a, von jego (bez. -igo in tn^o) kaum verdrängt werden können. 
Eine Analogie wird hier allerdings vorliegen, aber sie ist in eine Zeit 
zu versetzen, als es noch dobrc^ego und dohrujetnu hieß, zumal es sich 
hier um einen westslav. Prozeß handelt, was wesentlich ist. Es haben 
nun alle Pronominalformen der jo-St. mit vorhergehendem Vokal vor der 
Endung -JHI^i -jemu ein o: mojegoj mojemu] kojego, kojemu . . . und nur 
an diese Gruppe ist zu denken. Danach konnte auch ein dobrajegOf 
dobrn/emu zu ^dobrojego^ *dobrojemu umgeformt werden. Daraus ist 
dann regelrecht dobrego, dobremu entstanden. Analog wohl ^plio-jego, 
*pi5o'jemu (war ja doch auch der D. Sg. oracovi, D. PI. oracotm u. and. 
eine westslav. Neuerung, vgl. I, S. 86 — 87). Daraus regelrecht das p. 
pieszego, os. tred^ho, ns. tietego, während im Ab. nach den zahlreichen 
anderen Formen mit p^i«, das pUego auch zu pHiego, peiuiho wurde. 

Wie beim Prouom. fällt im Ab. das o mitunter ab: ducha 
svatih (vgl. auch im Ns.). 

6. Sg. f. b. dobri in den ältesten Denkm. imd jetzt auch 
nochy in späteren Denkm. nach dem D. L. auch dobrij, dobrej 
(vgl oben S. 91) ; aus -i, -^j und -ej konnte dann auch y werden, 
doch erst später als beim D. Lu\ byl velmi tordy Hje Häj. 61b. 
So auch jetzt in der Volkssprache (im südw. Böhmen dial. nur 
beim G., während der D. L. sein ej behält). Bei den io-St ab. 
piHe aus peäiß, dann auch piäi, peH. Gebauer läßt dobri laut- 
lich aus dobry-ß entstehen (lU S. 542), was kaum möglich ist. 
Wahrscheinlich ist aus dobryß nach p^iß, mojeß xl dgl. zimächst 
ein *dobreß entstanden und das führte zu dobri. Für diese Er- 



123 

klärong spricht entschieden das sorb. notveß iL s. w. Im Ap. 
auch rozumne, ot ämierci meczne u. s. w. also wie im Ab. (Ea- 
lina S. 151), ebenso boii, boie (ib. S. 312), dann dobrej, pieazej 
(das e war verengt: dobrij in der Scliriftspr. bis Mitte des XIX. 
Jhd.), das j auch hier aus dem D. L.; os. ns. noweß nach naieje, 
jeß und nach os. treceje, ns. Ueäeß (täeäej). D. Sg. m. n. b. do- 
brimu, ab. pUiemu, piäimu, dann p&Htnu. Diese Formen sind 
analog zu erklären wie der G. Sg. m. n. dobrSho. Das u kann 
auch ausfallen (ab. und nb. dial.). P. auch dobremu, pieszemu; 
OS. ns. nowemu, os. ireöemu, ns. Uedemu, dial. os. ns. nowomu, 
wie auch im L. nowom durch den Anschluß an die jüngeren 
Formen jogo bez. joho, jomu, jom und an togo bez. toho, Umu, 
tom (Mucke S. 410). 

D. L. Sg. t ab. dobriej aus dobre^ß, durch den Schwimd der 
lotation auch dobrij, andererseits infolge des Verlustes von / 
(Einfluß des G.) auch dobfie, dobH z. B. druzyey modle Pass. 
551; druzie Strand ürk. v. J. 1388; k druzy brdni Op Mus. 22 a. 
Aber diese Formen sind im Ab. yerhältnismäßig schon selten. 
An ihre Stelle tritt dobrij, -ej, bez. dobri, dobry und diese letztere 
Form finden wir hier schon viel früher als die analoge im G. Sg. 
f. so: A; nebesky svdtosti Hod. 79a; v zemi rzieczky AIt V. 69, 
dial. jetzt auch noch. Beispiele für die anderen Formen: ab. k 
uelikej Kunh. 148 a, v hoyney Pil. b.; jetzt auch noch dial., slovak. 
auch pravej; v Stent etoate iKlem. 18 b, diaL jetzt auch -i, wie 
auch in der Schriftspr. 

Das dobriej wurde von dobrij unter dem Einflüsse der 
anderen zahlreichen Formen mit i verdrängt Bei io-St ab. und 
nh. piäi SLuapiÜ-ß, ab. daneben auch piiiej, bez. peäie nach dobriej, 

Poln. dobrej (die Erweichung des Kons, war hier einmal 
gewiß wie im Ab. vorhanden), pieszej im Ap. neben ej auch e: 
jedne, dostojne, also wie im B., und da das e verengt war, auch 
poiytecznyj und mit Abfall des j: äwi^y; ebenso ap. boie, bozy, 
peumieJBzy (Kai. S. 314); os. notoej(i), ns. nowej, os. tre6ej {treceji}, 
ns. täeäej. 

A. Sg. m. n. siehe N. Sg. m. n.; f. ab. dobru aus *dobni-ju, 
später daraus dobrau, dobrou; ebenso peäu aus *peäuju, daraus 
durch den JJwlsLUi peÜ; poln. dobrq, pieszq (Reflex der durch 
Kontraktion aus -qjq entstandenen Länge); des Heimes wegen in 
der 2. Hälfte des XVIII. Jhd. auch -^; ogromn^ (Kai. S. 315); 
OS. ns. notcu, os. tredu, ns. Ueäu. 



124 

L. Sg. m. n. ab. dobriem (aus dobri-jemh), woraus auch dobHm. 
Doch sind diese Formen schon im Ab. verhältnismäßig selten, 
dafür trat wieder dobrim ein (nach den anderen Kasus mit i, 
diaL daraus: dcbrym). Bei io-St: piHem aus piü-ßm, daraus 
dann auch -Sm, -/m. 

Im Poln. im XIV. und XV. Jhd. ddbrem (= im), wyszszem, 
von der 2. Hälfte des XVI. Jhd. an wird dobrym (Kai. S. 317) 
allgemein herrschend; 

OS. nou^ym (nou?om); n^nowem; ob. tredtm {treöom), ns.täeäem, 
das 'Om {nowam) ist dial. im Os., aber auch im Ns. 

li. Sg. £. ist so wie der D. f. zu beurteilen z. B. ap. w ziemi 
straszne, aber auch prawy u. s. w. (KaL S. 318), naäwiqtszy 
(S. 319) neben dobrej, pieszej; os. notoeßi), ns. notvej; os. treöej 
(treöeji), ns. täeäej. 

I. Sg. m. n. b. dobr^ aus *d6bry(j)imh und peäim aus 
piäi{j)iint, f. dobrü aus ^dobruju, dann dobrau, dobrou; ebenso 
jp^ü, dann p^. 

Das dohrym ging früher dial. auch in dohrajm über (Geb. S. 546), 
während es jetzt in der Volkssprache bleibt, offenbar unter dem Einflüsse 
des L. dobrym^ dagegen wird im D. PI. dobr^'m für dobrym gebraucht. 

Im Poln. ebenfalls m. n. dobrym, pieszym. In der ersten 
Hälfte des XV. Jhd. taucht auch -em auf (Verwechslung mit dem 
L. Sg. m. n.), das später stark zur Geltung kommt, aber Ende 
des XVI. Jhd. ist es wieder stark zurückgedrängt (KaL S. 320), 
jetzt dobrym, pieszym; f. immer -<;; dcbrq, pieszq; os. ns. m. n. 
nowym, os. thSim, ns. täeäim; f. os. nowej{u), ns. noweju, os. 
ti'ecej(u), ns. täeäeju. 

N. A. V. Du. m. ab. dobrd aus dobraja, piHe aus *peid 
(und dieses aus ^piiaja), also wie im N. Sg. f.; N. A. V. Du. 
f. n. ab. dobriej aus * dobrej i, dann auch dobrij und dobrie, zumeist 
jedoch nach anderen Kasus dobrij (dobri, dobry); peii aus *peäiß. 
Ap. auch fürs M. dobra, F. u. N. ie (Abfall des^'): uzdrowione, 
znaU, OS. alt nowa, neuer notvaj {dasj vom E. u.N.), dial. nowej, 
dann treSej (tredaj), ns. nowej, täeäej; f. imd n. os. ns. nowej, ns. 
täeäej, os. thöej. Das j kam auch im D. I. Du. zum Vorschein, 
dann auch bei allen Nom. Akk. und Dat I. Lok. Du. sowohl der 
Nomina wie der Verba (Mucke S. 409). 

G. L. Du. ab. dobrü aus *dobruju und peiü, woraus peM; 
ap. auch -u; ludzku, etarezu; Gen. Dual. os. nowej{u), treöej{ü), 
na, naweju, täeäeju. 




125 

D. I. Du. ab. dobryma und p^ma (vgl. I. H.); ap. auch 
dcbryma, lepsMyma, bozytna . . (ein -ema entsprechend dem I. PL 
kommt hier nicht vor); os. D. L L. nowymaj, tre6imaj; ns. 
nowjftna, UeMma. 

N. PI. m. b. dobH aus ^dobrUfi, piH aus ^püirji, n. dobrd 
aus *dobra-ja (slovak. dobri, F. fürs N. wie auch sonst noch dial.), 
ab. peäie aus ^peid (slovak. stariie ist ein Fem.), dann piäi, piäi; 
i dobri aus *dobreje, welches nach peieß u. dgl. aus *d<iryß 
entstanden war; piüe aus *peieje, dann peii, peH. 

Im P. m. dobrztfy bogaci, tDidcy, poUcy, ghm, starsi (ap. 
starszy), bei unpersönl. Subst jedoch -e (Fem.): süne Iwy (ap. 
auch schon); fürs N. im Ap. noch -a (Psalt Flor, kennt nur 
dieses), erst seit dem XV. Jhd. tritt allmählich fürs N. das F. 
ein: dchre (dieses fürs F. seit jeher). Analog im Ns. notoe für 
m. n. und f., selbst auch te wime ,die Gläubigen', os. m. no%oi 
(noioe), £ und n. nowe, analog auch os. m. ire6i (tfeöe), n. f. treSe, 
ns. täeäe (dieses für m. f. und n.). 

G. L. PI. b. dobrycJvb aus *dobry{j)^ch^ und peüchz aus 
*feii(j)ickb, p. dobrych, pieszych; os. ns. nowych, os. treöich, ns. 
täeäich. 

D. PI. b. dobrym aus *dobry{j)imz, peHm aus *p€ii{j)ifm, 
p. dobrym, pieszym, in der 2. Hälfte des XV. Jhd. auch em, das 
bis Ende des XVJI. die Majorität hatte: boskiem, dostojnem 
XL s. w. (Kaiina S. 327 — 28), ebenso nadodszem, bojqcem si^; 
OS. ns. nounftn, os. treöim, ns. Ueäim. 

A. PL m. £ b. dobri ist wie der N. PL f. zu beurteilen, 
ebenso ab. peiief woraus peii, peH; n. wie der N. PL n.: dcbrd, 
ab. peüe, peH; im P. m.: dobre, piesze (bei Persönl. jetzt dafür 
G. PL: undkich u. s. w.), fürs F. -e, fürs N. wie im Nom. PL, 
jetzt dobre; ebenso ns. os. nowe für alle drei Genera und os. m. 
trede (tre6ich), £ n. tre6$, ns. m. täeSe (täeäich), t. n. täeäe. 

I. PL b. dobr^i aus *dobry{j)ifni und peäimi; ap. auch 
dobrymi, starszymi, bozymi bis Ende des X VJII. Jhd., aber schon 
im XVI. hält dem -ym» die Endung -etni das Gleichgewicht und 
jetzt bildet sie die Regel (gekünstelt ist fürs M. -ym>, fürs F. u. 
N. -emi). Das e erklärt man durch lautlichen Übergang aus y 
(Elalina S. 330). os. ns. nawymi, os. treöimi, ns. Ueäimi. 

Participia und der Kompar. Neben den Adj. richtet 
sich nach dieser Dekl. auch das best Part und der Kompar. 



126 



Part praes. act (urslar.): 



M. 


N. 


F. 


Sg. N. neayi 


(nesyt) nesqtßß 


nesqtßja 


G. nesqtja-ßgo 


nesqtja-jego 


nesqtje-ß (8Üd8l. -tj^ß 


D. nesqtju'jemu 


nesqtju-ßmu 


nesqtß-ß 


A. nesqtjbH 


(ne$y4) nesqtje-ß 

U. 8. W. 


nesqtßfjq 


PL N. nesqtje-ß 


U. 8. w. 


nesq^ß-ß (südsL 4ßß 




Part praet. act I. 


M. 


N. 


F. 


Sg. N. nesThi 


(nesh'i) nes^Se-je 


nesiH'ja 


G. nesfhiorjego 


nesziorjego 


neshSi'ß (südsL -^^ß) 


D. nes(bäu-jemu 


nes^äu-jemu 


nesbü'ß 


A. n^^^^i 


11 Q HT 


nes^iq-jq 


PL N. neifbäe-ji 


lA« Cf» VT • 


nes^i^-ß (südsL -ä^ß) 


G. neszSi'ßchz 


U. 8. w. 


nes^H'ßckb 



Ebenso wird z. B. chvaVh4, chval'tSe-ß, chvdUhH-ja u. s. w. 
dekKniert Im AksL weisen die N. PL m. auch -w st ei (eji) 
auf: ved<fStii, vedzäii. 

Im Aksl. treten uns femer im G. D. L. PL sekundäre Formen 
auf, bei denen der N. PL m. zu Grunde gelegt wurde: byvajq- 
iteichz, jadhäeichh, vbchod^eitm u. s. w. 

In den einzelnen slar. Sprachen machen diese Formen die 
uns schon bekannten Veränderungen durch und es wird der 
Typus der gewöhnlichen zusammengesetzten Dekl. der ib-St er- 
reicht. 



Best Komparativ, der auch 
TJrslaT. und zum Teile noch im AksL 


hierher gehört, wurde in 
folgendermaßen dekliniert 


M. 


N. 


F. 


Sg. N. vy5h4 
dobre4 
G. vyHsa-jego 
dobreüa-ßgo 


vtfSe-ß 
dobreß'ß 
vyHSa-ßgo 
dobreüa-ßgo 

11 fi ur 


vyStH'ja 

dabreüi'ja 

vijHse-ß (südsL -S^j^ 

dobr'eiäe-ß (südsl. -a^ß) 


PL N. vifShse-ß 
dobreüe-ß 


vyshSorja 
dobreüa-ja 


vyHäe-ß (südsl. -ä^j^ 
dobreis^'ß (südsL -ä^ß) 



für alle drei Genera. 



127 

6. vyMi-ßchz 

dohrHH'jichz 
D. vt/ship-fiim 
dobrüH-jirm 
IL 8. w. 

Im Aksl. kann man den N. A. Sg. m. der best Form von 
der unbestimmten (nominalen) nicht unterscheiden: vyM, dobrei. 
Daß hier das i zu j werden mußte, ist klar (Tgl. hier auch mtnei 
j( ^iTLQOvtQog^^ was als mtnej zu deuten ist nach I S. 143); das- 
selbe bemerken wir aber bei der unbestimmten Form (Tgl. oben 
S. 71). Der A. Sg. m. lautete urslav. vtfhM (der urspr. Akk. 
der unbest Form — vyibäh) und konnte auch die Funktion des 
Nom. (in der Form memÜ st mtnbHi Assem. Luc. 15, 12) über- 
nehmen, wie ja auch umgekehrt der Nom. nach dem Vorbilde der 
adjekt |0-St für den A. Torkommt Der A. Sg. n. vy^hie-je 
neben vyse-je wird wohl auch im N. gebraucht worden sein. 

Im N. A. PL n. haben wir im Aksl. neben -aja auch -ija 
vyMi-ja (weil ja auch die unbestimmte Form ein -i aufweist z. B. 
bd'hH TgL oben S. 72) und im N. PL m. schon im Aksl. Ter- 
einzelt -ü z. B. vyHsX'(j)i. 

Allgemeines über das AdjektiT. Auch im SlaT. kann 
das Adj. substanÜTisch gebraucht werden und zwar gilt es in den 
nordwestl. Sprachen meist Ton der best Form: p. mqdry bierze 
a giupi daje; röumy s rdumym przystaje, b. rovny rovnSho hledd. 
Im Aksl. bemerken wir allerdings, daß in solchen Fällen das 
AdjektiTum durch bestimmte Suffixe substanÜTiert wird, dameben 
kommt aber doch auch die adjektiTische Form Tor. Es scheint 
also, daß dieser Gebrauch dem Urslav. noch fremd war und daß 
er sich erst in den einzelnen Sprachen entwickelt Beides finden 
wir z. B. in vozdi sqtb depi slephcerm; sUphCb ze slephca <iHe 
vodith, oba v jainq vhpadete s^ yodrjyoi elaiv Tvq>Xoi TttplcSv 
ztxplög de xvcpijov iav oöfiyfjf a^qtovBQOv Big ßoS^wov neaovvvai 
Matth. 15, 14. Die adjektiTische Form finden wir hier jetzt auch 
im B. und P.: vüdcovÜ jsou slepi slepych; povede-lii slepy slepSho, 
oba V jdmu upculnou und älepi sq wodzowie älepych; a Mepy 
iezliby älepego prowadzii . . .; 

Dagegen im S.-kr. (Vuk): oni su slijepi vodi slijepcima; a 
dijepac slijepca ako vodi . . . Aber wir finden im S.-kr. auch 
das Adj.: bogcU jede kad choöe a siromah kad moze; bogati na 
mazgu sjede, a siromasi idu na noge; zdrav bolemu ne vjeruje 



128 

u. s. w. Es sind meist Sprichwoite, in denen das Adj. in der 
nominalen Form gebraucht wird. Ebenso bg. guzem negonem 
biga, parem kaia ducha, zedem voda ne probira . . . neben der 
Form: mokrijatb otb dozdz se ne boi. 

Im Russ. bogatb äd^ v pirb a ubogz brdh Vh mirz; büb ne 
büago na rvkackb nosUb. 

Im Russ.y P. und Böhm, finden wir jetzt zahlreiche A^j. 
bestimmter Form mit substantivischer Bedeutung, was dem Süd- 
slav. im großen und ganzen abgeht So im R gorodniöij, goro- 
dovoj, desjatskij, detskij, lovöij, pivdij, podbjadij; jetzt auch Busskij) 
älter Rusim ^Russe^* Feminina als Benennungen von Urkunden: 
kupöaja, najemnaja, obroönaja u. s. w. In alten Urkunden wurde 
häufig das Subst gramota, kniga oder kabala dazu geschrieben. 
Das Neutr. für Abgaben wie im P. und B.: chozenoje, dymovoje, 
medovoje. 

Im P. Itäy ^ebruar^y zloty ,Gulden^, aluiqcy ^Diener^, siuiqca 
^Dienstmädchen', blizni, karbotvy, krajczy, podstoli u. s. w. Fem. 
bratowa, kai^na, krölowa, narzeczona ^Braut^. 

Neutr. (meist Abgaben): moetowe, pami^tne, straume, meszne. 

Im Böh. hajny ^Heger', obrodny ^Kastner^, pocestnif jWan- 
derer*, ponocny ^Nachtwächter*, pojezdnjj ,Wirtschaftsbeisitzer', 
polesny ,För8ter', vrdtny ,Portier' u. s. w. 

Fem. cirarovna, krdlovd, knizna, zenskd jFrauenzimmer'. 

Neutr. ntelni, mSriöni, cestni, Skolni. 

Im Slov. und S.-kr. goepodiöna ,das Fräulein* (vgl. r. 6a- 
ryänja aus bojaridtna oder baljaridtna, y von barynja); dvarski 
,comes palatinus* in den bosn. Urkunden; slov. zenska. 

Das Neutr. auf -sko bezeichnet eine Landschaft, ein Land, 
so im Slov.: Horvaäko, Stajersko, Kranjsko, Dolensko, LaSko 
jWelschland*, NemSko ,Deutschland*, TurSko ,Türkenland*. 

b. SUzsko, Nemecko, Turecko, Rakousko ,österreich* u. s. w. 

p. Slqsko. 

Im S.-kr. Fem. (zemlja zu ergänzen): Hrvatska, Poljska, 
Njemaöka, Francuska u. s. w. 

Über die Städtenamen auf -avb vgl. I S. 412; dementsprechend 
gibt es auch solche auf -^o-; r. Vladimirt, Jaroslavljt, h.Jaromir, 
Bolealat/ u. s. w. (über das possess. io-Sufif. vgl. I S. 403). 

Die Adjektiva und adj. Wörter stimmen mit dem Subst., 
welches sie attributiv oder prädikativ bestimmen, in der Regel im 
Genus, Numerus und Kasus überein; beziehen sie sich dagegen 



129 

auf ein in einem anderen Satze stehendes Subst., so pflegen sie 
mit demselben im Genus und Numerus übereinzustimmen. Daß 
namentlich im Plural Vereinfachungen eintraten, ergab sich uns 
schon bei der Dekl. Daß es indeklinable Adjektiva gibt, vgl. 
svobodb, üplmh u. s. w., ist S. 67—68 erwähnt worden. 



n. Koi^jugatioiL 

A) Allgemeiner Teil. 

Bestand der verbalen Formen. Hinsichtlich der Tem- 
pora, Modi und des Genus (der Diathese) hat das Verb im Slav. 
große Verluste erUtten. In formaler Hinsicht haben wir hier nur 
ein Präsens, einen Aorist (in mehreren Nüancierungen), wozu 
noch ein auf slav. Boden ausgebildetes Imperfektum kommt 
Andere Zeitrerhältnisse werden durch Umschreibungen ausge- 
drückt, was häufig selbst auch vom Futurum gilt Ebenso ist 
das PassiTum bis auf ein Part praes. pass. und ein Part 
praet pass. wie auch das Medium verloren gegangen. Es muß 
durch Umschreibungen wiedergegeben werden. Aus dem Opta- 
tiv ist im Slav. ein Imperativ geworden (dieselbe Geltung 
nahmen auch, wie es scheint, einige Konjunktivreste an). 
Neben den beiden erwähnten pass. Part gibt es noch ein Part 
praes. act, dann ein Part praet act I (urspr. Part perf.) 
und ein Part praet act IL Außerdem ist hier ein Infini- 
tiv act und ein Supinum vorhanden. 

Dafür hat es das slav. Verbum auf dem Gebiete der Ak- 
tionsart zu einer hohen Entwickelung gebracht, indem es zum 
Teile ursprachliche Anregungen derartig weiter ausbildete, daß 
jetzt die slav. Konjug. auch von der Aktionsart beherrscht wird. 

Bildung der Tempora und Modi. Zur Bildung einer 
Form der erwähnten Tempora und Modi, welche die temporale 
oder modale Geltung in direkte Beziehung zu einer der drei 
Personen in einem der drei Numeri bringen soll (verbum finitum), 
sind zunächst bestimmte Endungen — Personalendungen — 
notwendig. Diese werden angehängt an einen bestimmten Verbal- 
stamm, der zumeist zweifach ist: ein Präsensstamm und ein 
Infinitivstamm. Vom Präsensst wird das Präsens, der Imper. 
und in der B/Cgel das Imperf., vom Infinitivst werden die Aoriste 

Vondrftk, Vg:L sUt. Gramm. IT. 9 



130 

gebildet. Werden an diese Stämme bestimmte nominale Endungen 
angehängt, so erhält man Tom Präsensst das Part praes. act. und 
pass., vom Infinitivstamme den Inf. praes. act. selbst und das Sup., 
das Part praet act I und IL, das Part praet pass. (verbum 
infinitum). Über die Bildung der verschiedenen verbalen Stämme 
selbst vgl. I S. 406f. 

Um die verschiedenen Konjugationsarten zur Darstellung zu 
bringen, kann man entweder den Infinitivst oder den Präsensst 
zu Grunde legen. 

Dobrovsky ging vom Infinitivst aus und erhielt sechs Kon- 
jngationstypen: bei der I. wird -U direkt an die Wurzel angehängt, z. B. 
net-^t ,tragen', bei der II. lautet der Inf. auf -nq-ti aus z. B. dvig-nc^i, 
bei der in. auf -^^*, bei der IV. auf -^i, bei der V. auf -04% und bei 
der VI. auf -ova^i. Hierbei konnten die sog. konsonant. Yerba wie damb, 
dati ,geben' keine selbständige Klasse bilden, sondern muBten — je nach 
ihrem Inf. — in den betreffenden sechs Klassen untergebracht werden. 
Biese Einteilung finden wir, teilweise modifiziert, auch bei Miklosich. 
Doch bilden die kons. Yerba bei ihm eine eigene Klasse: Yerba ohne 
Pr&senssuffiz, während alle anderen die große Gruppe der Yerba mit dem 
Pr&senssuffiz bilden, die eben in die erwähnten sechs Klassen zerfällt 

Schleicher ging vom Präsensst aus und erhielt zunächst 2 Grup- 
pen: A) bindeyokalische, B) bindevokallose Konjugation. Die erste zerfiel 
wieder in acht Klassen, von denen die I. — III. Kl. primäre und die 
lY.— Ym. Kl. derivate Yerba enthält Bei der I. Kl. taucht im Präs. 
der reine Yerbalstamm auf und zwar kommt er a) entweder in allen 
Formen vor (konsonantisch auslautende Wurzeln) oder b) es steht ihm 
ein Infinitivst auf -a zur Seite {htrt^ htrai^. Bei der IL Kl. wird das 
Präs. mittels j gebildet und zwar ist a) der Infinitivst. der reine Yer- 
balst.: hi'Jn (eig. 6»;V{), hi-ii, oder b) hat er den Bindevok. -a: puq, phBoti, 
Bei der III. Kl. wird das Präs. mit nu (nq) gebildet, wobei das u ver- 
loren geht. Bei der lY. Kl. haben beide Stämme ein -t {ehvaliii, ehvaiäif 
sie fällt also mit unserer lY. Kl. zusammen). Bei der Y. Kl. weist der 
Präsensst. ein t auf, das im Infinitivst. zu e gesteigert wird: vrtitq — 
ffrtteti (der 2. St. ist also wie bei der YI. Kl.). Bei der YI. Kl. kommt 
in beiden St ein e vor, das im Präs. noch ein j bekommt: ume-ti, umi-jq. 
Bei der YII. Kl. haben beide St. ein a, an das im Präs, noch ein -j ge- 
fügt wird: dilqfq — delati. Bei der YIII. Kl. endet der Infinitivst auf 
ovati und der Präsensst. auf ujq (Die Formenlehre der ksl. Spr. 1858). 
Man kann nicht sagen, das diese Einteilung fibersichtlich sei. Ans 
Dobrovskys III. Kl. machte er seine Y. und YI., aus der I. ebenfalls 
zwei (die I. und n.), indem er dazu auch Dobrovskys Y. Kl. 2. Gr. bez. 
Y. Kl. 8. Gr. nimmt 

Leskien suchte das Schleicher' sehe System zu vereinfachen und 
zu verbessern. Er unterscheidet vier vokalische und eine kons. Klasse. 
Bei der I. Kl. endet der Präsensst. auf e, wobei der Inf. entweder a) gleich 



131 

der Wurzel: nsseii, neHi ist oder b) geht er auf a ans: bereu — h^ati. 
Bei der II. Kl. weist der Pr&sensst. ein im auf: dvigneü. Bei der III. 
ein je, wobei primäre Yerba wie tnajeü, piieii und abgeleitete Yerba wie 
deiqjeii (deiati), U^jeH (fc^i), kupt^'eÜ (kupovatt) unterschieden werden. 
Wie man sieht, weist der 2. St. mitunter ein a (auch bei den primären) 
oder e auf. Bei der lY. Kl. weist der Präsensst ein t auf und der 2. St. 
entweder a) ebenfalls ein t: ehvtdiii^ ehvalüi oder b) ein ^: vidiü — viditi, 
Znr Y. Kl. gehören die konson. Präsentia wie jMm», drnnh u. s. w. 

Aber auch diese Einteilung ist nicht einwandfrei und zwar weist 
hauptsächlich die j>-Kl. ihre Mängel auf. Das je im Präs. kann drei- 
fachen Ursprungs sein: das j kann zur Wurzel gehören, wie z. B. in 
hbjeü (ygl. frot, hcjy I S. 171), es kann hiatustilgend sein, wie z. B. in 
kryjeiij wo urspr. offenbar ein anderes Präs. vorlag, oder es kann wirk- 
lich ein präsensbildendes Element sein wie in aieffeii, gtagoljeii u. s. w. 
Es geht nun nicht an, das btjeii mit eielfeii in dieselbe Kategorie zu 
stellen, vielmehr muB bbjeü nach Leskiens Einteilung eigentlich zur I. Kl. 
gerechnet werden, da der Präsensstamm auf -«, nicht 'je ausgeht. Les- 
kien hat es selbst bezOglich der Präsentia wie vbjq zugegeben, sie aber 
dennoch zur Kl. III lA gerechnet, weil es sich nicht mit Sicherheit in 
jedem einzelnen Falle entscheiden lasse, ob sie zur I. oder m. Kl. ge- 
hören (Handb.* S. 113). Eine Einteilung aber, bei der man in speziellen 
Fällen im unklaren ist, wohin einzureihen, empfiehlt sich allerdings 
nicht. Es ist auch nicht ratsam ehvaliti und vidUi in eine Klasse auf- 
zunehmen, wenn auch das Präs. gleich ist, denn es liegen hier Yerba 
yerschiedenen Ursprungs vor. Das kann man also nur in Grammatiken, 
die einen praktischen Zweck verfolgen, tun. 

Jagic sucht die Leskiensche Einteilung, so weit es geht, mit 
unseren sechs Klassen in Einklang zu bringen (Afsl. Phil. 28, S. 17 f.). 
Die Leskiensche III. Kl. der jV Yerba teilt er in zwei Hälften, die eine 
— seine III. Kl. — umfaßt die primären Yerba wie pbjq, dijq, dann auch 
kojq — kajati, r^lq — o^t u. s. w., die zweite Hälfte umfaßt die abge- 
leiteten y«-Yerba wie dilajq — düati, Mijq — MÜi — und bildet nach 
ihm die Y. Kl. Die Yerba auf -ovatt, -ujq beläßt er in der YI. Kl. So 
erhält er unter den vok. Yerben auch VI Kl., aber davon stimmt eigent- 
lich nur die II. und YI. mit unserer 11. und YI. fiberein, die anderen 
nur zum Teile, zum Teile sind sie ganz etwas anderes, wie z. 6. die 
m. Kl. Die Nachteile, auf die wir bei der Leskienschen Einteilung auf- 
merksam machten, sind auch hier nicht behoben. 

So kommen wir zum Schluß, daß sich eine Einteilung der vok. Yerba 
mit Zugrundelegung des Präsensstammes in befriedigender Weise nicht 
durchfahren läßt, so daß nur die Einteilung nach dem Inf. übrig bleibt. 
Daß dieser vielfach Neuerungen aufweist, wie z. B. b. padati gegen ab. 
pdsUj aksl. paeti, kann doch nicht in Betracht kommen, denn es war ja 
immer ein alter Grundstock vorhanden, nach welchem sich die Neu- 
bildungen, die es fibrigens auch im Präsens gibt, richteten. Dem Lit. 
gegenfiber ist er oft ursprünglicher. So ist z. B. lit. drti gegenüber slav. 

9* 



132 

orati nicht Älter, wie behauptet wurde, ygl. lat. aräre, herakl. 3. PI. Fat. 
aQttaovTi und so mag es hei so manchem der angeführten Beispiele sein. 
Ich halte demnach Dohrovskys modifizierte Einteilung .immer noch für 
die beste, nicht etwa weil ich dem Standpunkte der Bequemlichkeit 
huldigen und jedem Versuche nach einer Yerbesserung ein ,noli turbare 
circulos meos' zurufen möchte, sondern deshalb, weil jede der VI Kl. 
ihre eigene historische Entwicklung hat und weil bis jetzt tatsächlich 
nichts Besseres sie ersetzen kann. Es ist auch zu beachten, daß man 
bei der Darstellung der Konjugation nicht allein das Präsens, sondern 
den Komplex aller Yerbalformen darzustellen hat. Diese lassen sich nun 
in den meisten Fällen auch leichter vom Standpunkte des Inf. als von 
jenem des Präsens beurteilen. 

Personalendungen. 

a) Primäre. Je nachdem es sich a) um ein vokalisches 
(themavokalisches) oder ß) um ein konsonant. (themavokalloses) 
Präs. handelt, sind auch die Endungen teilweise verschieden. So 
haben wir für die 

1. P. Sg. a) urslav. -q aus -am, wobei vielleicht der Aus- 
gangspunkt bei Injunktivformen von Basen auf -ä (*rtvärfn = 
fT^q) zu suchen ist (vgl. I S. 123—24), dann allgemein: nesq, 
dvignq u. s. w. Hinsichtlich der Abweichung der 1. P. Sg. von 
den übrigen weist Brugmann auf das lat Fui agam, agBs u. s.w. 
hin. ß) urslav. -m* aus urspr. -mi: urslav. aksl. jes-mt, lit es-ml 
(I S. 141); darnach auch imamt, ,\ch habe^ In den ostbg. Dial. 
endet die 1. Sg. auf q (z) oder jq (ß): vedq, pijq, hrojq, püq; 
wenn die Endung betont ist, auch a (ja): ditd, pijd. Bei der 
VI. Kl. haben wir -uvam, -juvam, -avam, -avatn, -javam (nach 
dam); dann auch bei den Verbis der V. Kl. 1. Gr.: vOcarm, Das 
m finden wir überhaupt häufig in bg. Dial. In den maked. Dial. 
ist bei allen Verbis -am (mitunter -a), vgl. bei Lavrov, Obz. 
S. 193 — 96. In der Schriftspr. ist jetzt abgesehen von der V. Kl. 
l.Gr., von der VI. Kl. und den athem. Verben regelrecht ein a. 

Im As. bei a) -u, aber seit dem XIII. Jhd. bei den Verbis 
der V. Kl. 1. Gr. (nach dam): rdbotamh, stvaramh, obladamh, 
danach auch znamb. Weiter dann (XV. Jhd.) bei der IV. Kl. 
und m. Kl. 2. Gr.: uöinimh, molimt, vidimb. Vom Ende des 
XV. Jhd. bei allen Verben, so daß Formen ohne -m im XVII. 
Jhd. selten sind (ausgenommen jene Fälle, wo bis heute kein m 
vorkommt: ho6u). So haben wir jetzt: plüim (die Länge nach 
düväm u. and.), öiijBm, tonem, ümißm, vldtm u. s. w. (Daniöiö, 
Ist. S. 262—66). 



133 

Auch im Sloven. jetzt pletem, peöem, gorim, püem, kupujem 
u. 8. w., aber bei Traber finden wir noch mogo, veruß, ebenso 
in der Confess. gen. (1. Hälfte des XY. Jhd.): proäo (3 mal), 
odpuido, MjuUjo (Mikl. lU, S. 159). 

Im Buss. behauptet sich u bei a). Bei ß) datm, erm (ar. 

-»16). 

Im Poln. bei a) -^; unoz^^ bior^, czyni^, buduj^ u. s. w. 
Bei den Verben der V. EL 1. 6r. noch im Ap. -^^ wie tozdwigaj^, 
powiadaj^f aber nicht mehr häufig (Ealina S. 397), vielmehr 
bildet -am (nach dam) die Begel: pwam, pciecam, pawiadam, 
poznawam (Flor. Ps.). Ap. auch znaj^ neben znam (Eal. S. 400), 
jetzt znam, aber inKompos.^; poznaj^, uznaj^, wyznaj^ (Ery^ski 
S. 194). Femer ap. umieje^ u. s. w., . aber jetzt umiem, umieaz 
(nach unem, wiesz); so auch schon im Ap. (Eal. S. 400). Ebenso 
ämiem, ämiesz (Eryfiski S. 269). Bei ß): wiem, dam, jem, ßäm 
(ap.), jetzt jestem. 

Im Os. kommt -am nur bei der V. El. 1. Gr. vor: walam 
yWälzeS diäam ,arbeiteS die anderen El. haben u, diaL ist aber 
das -m auch hier sehr verbreitet In der ns. Schriftspr. bildet 
-m die gewöhnliche Endung, doch haben einige Verba u, wie die 
auf -cu, mogu, dem neben -com, mözom. Das m begann erst im 
XVUI. Jhd. sich auszubreiten (Mucke, S. 505). 

Böhm. In den ältesten ab. Denkm. bei a) nur u: nesu, 
proäu, kupuju. In weichen Silben wird n zu i (I S. 100): püi, 
später dann analogisch wieder piäu (nach nesu u. s. w.). Wo vor 
den Endungen in den übrigen Personen des Sg. eine lünge war, 
also in ab. pieä (aus ptjeä), pie (aus ptß); bieä, hie (I. El. 7. Gr.), 
dann bei der III. El. 1. Gr. umieä (aus ^umeßäh), umie; dann 
bei der 2. Gr. trpü, trpt, weiter bei der IV. EL dinü, öini; bei 
der y. El. 1. Gr. deldi {*delajeSh), deld und säzieä (aus *8dzaßib, 
*8dzijeä), sdzie . . ., da tauchte in der 1. Sg. die Endung -m auf, 
weil hier eine vollständige Analogie mit ab. viem, vieä, vie . . ., 
fiem, jiei . . ., femer mit ddin, ddä, dd ... bestand. So haben wir 
ab. piem, pim, das jetzt auch noch dial. (Mähren) vorkommt 
Sonst wurde hier bei der I. El. 7. Gr. nach dem In£ eine neue 
Form gebildet: piß, bez. piju; umiem, umim (jetzt noch), trpim, 
tinim, dildm, ab. sdziem jetzt sdzim u. s. w. Diese neuen Formen 
mußten um so eher aufkommen, als durch sie eine gleiche Anzahl 
von Silben in den Formen des Sg. herbeigeführt wurde, was offen- 
bar auch maßgebend war (bei HI 1 und Y 1 sonst bestand die 



134 

Gleichheit schon). Die Formen mit m beginnen etwa im 2. Viertel 
des XIV. Jhd. und dominieren schon zu Anfang des XV. Ver- 
einzelt kommt i noch bis Mitte des XV., ja noch später vor (vgl- 
Vert listy fiL 1886, S. 47 f. und Geb. HI, 2, S. 8-10). 

In den slovalcDial. ist das m fast durchwegs: nesiem, pediem, 
pnem, bijem, berem, kupujem u. s. w. (Anschluß an das S.-kr. 
und Slov.). 

Die 2. P. Sg. ä) urslav. und aksL Ü, ß) urslav. -st aus 
der Medialendung -aai (vgl. preuß. as-mai ^ch bin'). Bei a) war 
urspr. '8b aus -*«, das in *chvali8b, *vidi8b u. s. w. zu ifft {zu- 
nächst zu ch) geworden ist und dann verallgemeinert wurde, 
unter dem Einflüsse des *8ai bei ß) ergab es ein ^iai, *ioi, 
'iei, 'H und neben diesem mußte das aus aai, aoi (mit gestoßener 
Inton.) unterdessen gewordene ^ai zu i werden: aksl. dasi aus 
*dödsai zu dati ^gehen^yiesi aus ^ea-aai ,du bist* u. s. w. (I S. 60- 61). 
Mit Ausnahme des Aksl. haben alle anderen slav. Spr. das -Ü 
nach der 3. P. Sg. -ib zu -ät umgeändert (vgl. auch Jagiö im 
Aisl. Phil. 10, S. 171), woraus dann -ä wurde. Nur aus dem 
As. zitiert Daniöiö auch ein imoH u. and. (Ist obL S. 267). 
Das »81 bUeb dagegen noch in der älteren Periode, da es betont 
war, vgl. &tok. jiai, klr. jiai, dasi u. s. w. In anderen Sprachen 
ist es aber auch frühzeitig zu -ab, -a geworden (so z. )i. in den 
Eiev. BL podaab, in den Freis. Denkm. uuez — via, was insbe- 
sondere eine Eigentfimlichkeit des Slov. in Pannonien gewesen zu 
sein scheint). Im allgemeinen wurde aber dann auch dieses -a 
zu 'i (nach dem anderen -i). 

In mittelbg. Denkm. finden wir schon -i: apü, gridedb, dju- 
düb, vereinzelt behauptet sich aber das -i> bis ins XVU. Jhd. 
(Lavrov S. 192); jetzt nur -i: öitü, desgleichen grdbnü (ostbg.) 
u. s. w. (ib. S. 196). 

Im S.-kr. seit dem XflT. Jhd. bei a) -i neben dem in den 
älteren Denkm. noch -H vorkommt; bei ß) in den älteren Denkm. 
viaiy daai ..., dann aber v^, daib ... (Daniöic S.267f.). Jetzt 
nur däi, Ijei und nur jiai. 

Im Sloven. schon in den Freis. Denkm.: zadenea (^^ zadi- 
neS), pridea (= -^) u. s. w. neben poatediai (— -ü), das als ein 
Beflex des AksL aufgefaßt werden kann. Bei ß) war a {via der 
Freb. Denkm. und podaab der Eiever Bl.). Jetzt ist hier auch 
i: vei, dai, jei (aber ai). 

In ar. Denkm. finden wir auch -H, aber es ist auf aksl. Vor- 



135 

lagen zurückzuführen; in den ar. Urkunden kommt nur -ib vor 
(Sachmatov, Afsl. Phü. 7, S. 62f.). 

So auch im Ap. und Ab. bei a) und ß) nur ein sz bez. ä, 
im Poln. nur in ä von jesteä der Reflex des einstigen -si und im 
B. ist nur in jsi ydu bist^ das -si erhalten. 

Im Ns. noch tcis (neben toei), jes (neben jeS), sonst bei a) 
und ß) ä; im Os. nur -S, dagegen noch os. und ns. si/ (aus si) 
^u bist'. 

In der 3. P. Sg. ist das urslav. -th aus *ti, das bei a) und 
ß) vorkam noch im Ar. belegt und sein Beflex findet sich auch 
im ap. jeä6 neben jest in den Heiligenkreuzer Pred. und einmal 
auch im Psalt Flor. 103, 26: gemvsz nye geacz czyüa (was 
Nehring S. 103 ausdrücklich hervorhebt). Schon fiühzeitig trat 
hier eine Verhärtung des -th zu -tb ein, wobei vielleicht auch das 
Pron^_fo ei nen Einfluß ausüben konnte. Im Aksl. schon durch- 
wegs 'tb. Das th fällt im Aksl. nicht selten ab: b(^de, je st jestb 
(also das -stb ist abgefaUen); so auch in der 3. PL: okleveätq, sq 
u. s. w. 

Jedenfalls war zan&chst das -s im Auslaute yerstummt, der Dental 
konnte dann leicht abfallen, zumal auch unter dem Einflüsse der Aorist- 
formen (andererseits wurde hier auch der Aor. vom Präs. beeinflußt). 
Im Russ. hatte sich das » länger erhalten, zum Teile bis jetzt noch, 
daher ist der Abfall des t hier seltener. Nach der 3. Sg. richtete sich 
dann auch die 3. PL, aber im allgemeinen erst etwas später, daher gibt 
es hier im Aksl. verhältnismäßig nur wenige Belege. In der 3. PI. er- 
hielt sich das » (») wohl deshalb länger, weil eine Gleichmäßigkeit im 
PL hinsichtlich der Silbenzahl bestand (-ms bez. -my, -U, -U), Wollte 
man diese im Sg. auch erreichen, so mußten mit Rücksicht auf die 1. Sg. 
die Halbvokale der 2. und 3. Sg. früher verloren gehen als dies sonst 
unter normalen Verhältnissen der Fall gewesen wäre. Auf den späteren^ 
Abfall des Halbvokales in der 3. PL ist wohl auch die Länge des Nasals 
im P. bez. seines Reflexes im B. zurückzuführen : p. niosi^ gegen die 1. Sg. 
ntoff, b. nesou gegen nesu. Für das spätere Verklingen des Halbvokals 
wurde der vorhergehende Vokal gedehnt (auch bei tonenden Kons, trat 
die Dehnung erst später ein, weil sich die Halbvokale hier länger wegen 
der Aussprache derselben behaupteten vgL I S. 215). Wenn wir sonst 
auch in den übrigen Personen Dehnungen finden wie ab. ved^, vez^, päd- 
niU, slovak. nenei^ nuUj n^sieme, neaiete, 1. Sg. nesüm u. dgl. (vgl. Verf. 
BB. 30, S. 113), so sind sie analogisch nach voläm, voldi etc., trpim, trpii 
... zu erklären (vgL auch im S.-kr. vh^m, vüei u. s. w.). 

In den mittelbg. Denkm. finden wir sehr häufig die 3. Sg. 
ohne t (andererseits mit 4 auch noch im XVII. Jhd.). Heutzu- 
tage kommen solche Formen ohne t in den ostbg. und westbg. 



136 

Dial. vor, wogegen die maked. das t, wenn auch nicht alle, er- 
halten haben (Lavrov S. 192). Auch in der 3. PL schon im 
XTTT. Jhd. doidq, zenq, sqchode \l s. w. Im XVII. Jhd. bei 
der L KL -a, -z, -b. Jetzt finden wir hier wieder 4 (s. bei der 
3. PL) z. B. 3. Sg. dadi aber 3. PL dadit. So allgemein also 
wie im Sg. ist das 4 im PL nicht abgefallen. 

Im As. jesth neben je^ nje, da, imah und imä (vom XHI. 
Jhd. an), dade, imade. Wenn bei themat Verben bis in XVI. 
Jhd. hie und da das -th auftritt, so muß man es dem ksl. Ein- 
flüsse zuschreiben (Daniöiö S. 274). Schon vom XTTT. an findet 
man Formen ohne t: hohe, bude u. s. w. (S 276). Mitunter 
taucht Ende des XV. und im XVI., ja selbst im XVII. ein t 
auf: ifnat, vrzet u. s. w., aber es ist als ima4 zu deuten und das 
t rührt von der Partikel te, 4i her (S. 275). 

In den ar. Denkm. finden wir -^6: budetb, aber auch btule; 
analog in der 3. PL budutb und budu, so z. B. napüe (Ostr. Ev., 
Zusatz des Abschreibers); im Svjatosl. Sb. v. 1073: je, bqde, su 
u. s. w., doch sind letztere Formen seltener und können auch auf 
ksL Einfluß und ksl. Vorlagen zurückgehen. Auch in der späteren 
Zeit findet man sie noch z. B. poidu (Novgor. Urk. v. J. 1315) 
und da können sie schon r. Produkte sein, weil das 4b schon in 
manchen Dial. zu 4z geworden war. 

In den südgroßr. und klr. Dial. begegnen wir in der 3. Sg. 
Formen ohne 4b häufig: nese, bude u. s. w. So auch in den süd- 
wesÜ. weißr. Dial. Daneben haben sich aber auf dem ganzen r. 
Sprachgebiete die Formen mit 4h erhalten. Mit dem Ende des 
XTTT. Jhd. wird 4b^ zu -h (auch in der 3. PL) in den nordgroßr. 
Dial.; so auch jetzt und zwar auch in vielen klr. Dial. (bis auf 
sutb). Jetzt ist in der 3. Sg. und PL in der Schriftspr. nur -tb. 
In der Mehrzahl der weißr. Dial. ist aus 4h ein c geworden 
(Sobolevskij S. 244—45). 

Im Poln. ist das-^ schon in vorhist Zeit abgefallen bis auf 
jest (ap. noch jeä6 vgl. oben), daher niesle, bije, ciqgnie \l s. w. 
Analog auch in der 3. PL niosq u. s. w. 

Desgleichen ist t im Sorb. abgefallen. 

Im Böhm, nur jest neben je, sonst ist es auch in vorhistori- 

1. Die Formen auf -^i z. B. ctto icoräi rC nout und auch in der 
3. PL uslyiati (aksl. uslyi^U) sind abstrahiert aus Kombinationen wie 
aksl. ubtjiftij[f (I S. 139), die im Ar. wegen » ubbjutij (vgl. prMamij I S. 143) 
geben mußten (Sachmatov, Afsl. Phil. 7, 8. 67). 



137 

scher Zeit abgefallen. Analog auch« in den 3. PL Es kommt 
auch jesti vor und zwar schon im Ab. Es ist wohl als fest ti zu 
deuten (ti eth. enklit Dai), dann selbst auch jesti-i; auch in der 
3. PI sut -^ 8U l, obzivit = obzivi ^ u. s. w. (Gebauer IH, 2, 
S. 13—14). Über die ab. lünge in slovi, dU se vgl. oben S. 135. 

In der 1. P. Du. urslav. bei a) und ß) -vi, wohl nach dem 
Pron. pers. vi (ygl. S. 88) umgeformt, lit -va: Ss-va ,wir beide 
sind' (ai. -ro« z. B. s-vds). Neben -ve taucht später in einzelnen 
slav. Sprachen -va auf unter dem Einflüsse des Du. dzva, oba 
. . ., so im Ksl. (Mikl. UI> S. 64), im As. in der 2. Hälfte des 
XV. Jhd.: 8va (Daniö. S. 297). 

Im Slov. wird ve, vi (vS) fürs Fem. und va fürs Mask. ge- -^^-^ , V^ 
braucht (auch ma für va unter dem Einflüsse der 1. PI. Mild. :*^/^^^.^ 
L c. S. 156). Auch im Ar. haben wir -vi, va. Im Ap. wa: ^^^ ^ .^ . 
jeäwa, heutzutage volkstümlich jesteäwa, b^ziewa, niecheewa u. s. w. 
(KryÄski S. 195). 

Im Sorb. wurde unter dem Einflüsse des N. Du. des Pron. 
pers. OS. moj, ns. mej (möj) die alte Endung -vi verdrängt Schon 
die ältesten ns. Quellen haben nur -inej, im Os. tritt neben dem 
schiiftsprachL -nioj dial. auch -rndj oder -mej aufc -vi ist nur 
diaL im Os. erhalten und zwar als m fürs Mask. und wje fürs 
Fem. und Neutr. (Mucke S. 506). 

In den ältesten ab. Denkm. sind die Belege für -vi zahl- 
reicher als für 'Va (im Ab. auch das Pron. va neben dem älteren 
-vi, vgl. oben S. 88). Auch hier taucht -ma unter dem Ein- 
flüsse der Pluralendung auf, der erste Beleg zu Anfang des XY. 
Jhd. (Geb. III, 2, S. 16), dann wird es häufig, z. B. sma, podma 
11. s. w. 

In der 2. P. Du. bei a) und ß) im Urslav. und Aksl. -ta, 
das auf ein *4ä zurückgeht, da wir auch im Lit -ta haben: is-ta. 
So auch im As. (Daniö. S. 298). Im Slov. ist hier auch für 
das Fem. -ie, -ti aus -ti (nach ve, bez. vi, va) aufgekommen (Mikl. 
m* S. 156). Analog auch in der 3. Du. Auch im Ar. ta, 
ap. und ab. ta. Im Os. taj (fürs M., fürs F. und N. tej), ns. 
tej. So auch in der 3. P. Du. Beides geht auf ta der 3. Du. 
(das schon auch im Aksl. für te auftritt) zurück; nach mej ist 
dann auch tej bez. taj entstanden. Ein ta findet sich vereinzelt 
in ns. Volksliedern, es ist aber neu (Mucke S. 507). 

In der 3. Du. war urslav. und aksL -te, vielleicht aus *'te8, 
das wir im Ai. haben: tas, z. B. bhdra^as. Daneben taucht schon 



138 

in den aksl. Denkm. 4a au^ wohl aus -46 unter dem Einflüsse 
von dzva, oba, mqza u. s. w. Es wird hier te ganz verdrängt 
Man kann unser -te nur im Aksl. belegen. Im Sorb. ist die 
3. Du. gleich der 2. Du. Im Ab. taucht zwar vereinzelt auch -te 
auf, aber es ist nur eine jüngere Analogieform. Man gebrauchte 
d^unals für die 2. Du. neben -ta auch das -te des FL; da nun -ta 
auch für die 3. Du. galt, so stellte sich ihm auch das -te in der 
neuen Funktion zur Seite. Die regelrechte Form ist im Ab. wie 
auch in den anderen slav. Spr. -to. Daneben entwickelt sich fürs 
F. und N. 'te; so auch schon im Aksl. (Sav. kn. und Supr., 
Wiedemann S. 27), ebenso in den ältesten s. Denkm., wo es 
dann von -ta ganz verdrängt wird (Daniö. S. 298), im Slov., wie 
wir sahen, auch in der 2. Du. Das -te neben -ta ist offenbar 
nach dem Verhältnis dhva, oba, ta mqza . . . (fürs M.) zu dzvi, 
obe, ti (fürs F. und N., vgl auch rybi und miste) zu erklären. 

In der 1. P. Fl. tauchen uns mehrere Endungen auf. Zu- 
nächst -mZf das als der Reflex eines urspr. -mos (I S. 138) auf- 
zufassen ist Diese Endung war sehr verbreitet und kam bei a) 
und ß) vor, wie ja hier in der Begel zwischen beiden kein unter- 
schied besteht Dazu die e-Stufe: *'me8 (vgl. gr. dor. -fce^), die 
als -me auftritt. Doch könnte dieses auch auf -me (vgl. lit. vi- 
käme) zurückgehen, -my ist nur an das Fron, my ,wir^ angeglichen. 

In dem im S.-kr., Slov., Elr. und dial. im Slovak. vorkom- 
menden -mo sieht Berneker die ai. Perfektendung -ma (urspr. 
*'mOj KZ. 37, S. 371), was ja nicht unwahrscheinlich ist, da wir 
es im Klr. vor allem bei den kons. Verben finden (damo, dajmo, 
vimo, vizmo, jimo, jeämo), worunter eben das alte Perf. vide mit 
vimo, £ak. vimo u. s. w. vorkommt Von da &nd es Eüngang 
bei den anderen kons. Verben und weiter auch bei den vokal., 
so insbesondere im S.-kr., Slov. und teilweise im Klr., diaL auch 
im Slovak. 

Da das o dieser Endang im Slov. nach Valjavec offen ist («md, 
sonst ist es im Auslaute immer geschlossen : g Bad. 132, S. 164), was für 
eine Entlehnung spräche, so meint Pedersen, es würde dann nicht das 
Italienische (wie Yaljavec glauhte : it not siamo, slov. stnd, und zwar nicht 
lange nach dem X. Jhd.), sondern eine andere slav. Sprache in Betracht 
kommen. Vielleicht wäre die Endung überhaupt nur bei einem slav. Volk 
heimisch und hätte sich dann auf dem Wege der Entlehnung weiter ver- 
breitet Wäre sie urspr. Kir., so hätte sie hier aus -ms unter bestimmten 
Sandhibedingungen entstehen können (KZ. 38. S. 321), was aber nicht 
wahrscheinlich ist. 



139 

Im Aksl. ist -tm regelrecht, daneben selten my, das -tno 
fehlt ganz (FäUe wie poirechomo-j sind nach I^ S. 139 und 148 
za beurteilen, analog auch difiachomy-j). Im Mittelbg. neben 
'fm auch -my, insbes. bei den kons. Verben, vereinzelt auch 'tne 
(LayroT, Obz. S. 197), im XVIL Jhd wird es schon häufig 
und heutzutage ist es überaU dort regelrecht, wo die 1. Sg. auf 
-m endet So finden wir es bei allen Verben in den maked. 
DiaL Das -mi der ostbg. Dial. ist auf -tne zurückzuführen. In 
den westbg. Dial. kommt auch -mo vor, wodurch sich die Nähe 
des s.-kr. Sprachgebietes verrät Das -mo finden wir manchmal 
in Urkunden und vereinzelt selbst im Ochrider und Maked. Ap. 
(S. 199). 

Im S.-Kr. in den ältesten Denkm. -m« (-tm) und insbes. 
bei kons. Verben -mi («— my) wie jesmy, jamy, aber daneben 
schon damals -mo, insbesondere auch bei den kons. Verben 
(Dani£. S. 285); Mikl. führt die ältesten Beispiele mit -mo aus 
dem Ap. Sü. v. S. 1324 an: zivemo, vimo, und in Mon. serb. 
Valjavec in einer Urkunde v. J. 1100 — 1200: amo^ atanemo se, 
kemo, imamo (1. c S. 164) ; jetzt bildet es die Regel. 

Im SloT. jetzt regelrecht -mo, aber die Freis. Denkm. weisen 
noch -m auf (Idanam «e U 36, odevuetam U, 21, modlim ze 
U 36 u. s. w.; imam JH 49 ist dagegen die 1. Sg., vgl. Ver£ 
Fris. pam. S. 7. 9). In einer Beichtformel zweimal -me (MikL 
Sbv. BibL n, S. 172). 

Im Großr. war und ist regelrecht -tm, daneben alt -my : 
imy, selbst auch bei den anderen Verbis; weißr. damö, imö; 
Ur. damö, jimö, vitnö (Sobol. S. 242), aber auch bei den anderen 
Verbis hie und da, in den Karpathen -me, das übrigens auch 
novgorodisch ist: jesme (schon im XI. und XU. Jhd.). 

Im Poln. bildet -my jetzt die Regel; auch im Ap. kommt 
es schon vor, wenn hier auch noch häufig -m angetroffen wird 
(vgl Kaiina S. 417£). Dial. kommt jetzt auch -m vor, aber wo 
in der 1. Sg. -m voriiianden, kann in der 1. PI. nur -my stehen: 
kockamy, powiemy. Im Sorb. jetzt -my, bei Jakubica neben 
-my auch noch -me. 

Im Ab. -me neben -m und so auch jetzt noch; doch wo die 
1. Sg. m hat, in der 1. PI. nur -me (im Slovak. gilt es von allen 
Verbis) und infolge dessen hält es sich sonst auch noch. Ab. 
auch noch -my und zwar verhältnismäßig häufig, jetzt nur noch 
im Osten (Mähren); slovak. dial. auch -mo (vgl oben). 



140 

In der 2. P. PI. ursL und aksl. ^e sowohl bei a) als auch 
ß)\ urspr. auch -te, lit. ebenso: pSza49. So auch in allen slav. 
Spr. Im P. muß daraus -de werden: niesieeie, hijeck, wieck, 
ap. jedcie {^einX jeste4cie)\ os. -de, ns. -io. 

In der 3. P. PL bei a) urslav. *-9^ft aus urspr. *-ö-w^i z. B. 
*ber<^t, ar. noch herutb, aus ^bhero-nti, td.bhäranti, gr. dor. 9)^- 
(oyri. Im AksL -qh^ mit /« wie in der 3. Sg. (vgl. oben und 

1, S. 141). Bei der UI. El. 2. Gr. und bei der lY. El. urslav. 
*'^t>, aksL -^ aus *'inti : aksl. vid^, dival^ (vgl. I, S. 117 
— 118). Bei ß) urslav. -^t, aksl. -^ teils aus *-ft^i z. B. aksl. 
dad^Zy ai. dddati aus *dddxfii, (urspr. did^fti, das slav. ^ wohl 
nach dem folg.), teils aus -en^t : aksl. ;W^f9 ^eduntO, ai. adarUi 
(vgl I, S. 342—43), vgl. got sind, umbr. serU aus *8'efUi. 

Bg. bis jetzt bei a) nesqiZf dignqtz . . . geschrieben, jedoch 
-at ausgesprochen (vgl. I, S. 131 und 153—54). 80 findet man 
auch schon in den mittelbg. Denkm. idaU, biath, neben tekhtt, 
rekUt XL. s. w. Bei der Y. Ell. napadatt, da zematt, gleduvatt . . . 
(jetzt auch so, nur mit « geschrieben). Bei der IIL El. 2. Gr. 
und bei der lY. EL: mittelbg. -et (-^» oder -ab geschr.), aber 
auch vidatb, provodath, plenUt u. s. w. jetzt ostbg. gubqt, spqt, 
sedat. Auch in maked. Dial. storat, öinat, vidat . . . (Layrov 
S. 199—200). Bei ß) jetzt dadzt, jadzt. 

Im S.-kr. ist das 4 schon in der ältesten Zeit abgefallen 
(schon im XTT. Jhd. budu, hode). Wenn wir im XY. Jhd. auch 
'tb finden, so ist es wohl auf ksl. Ursprung zurückzufuhren (wie 
in der 3. Sg.). Ende des XY. dann im XYI. und XYII. Jhd. 
kommt manchmal ein -4 vor: naricajvi u. s. w., allein das ist die 
verkürzte Form der Partikel te, ti (vgl. reku ti). Analog auch 
in der 3. Sg. Beispiele: a) kradu, nesu ... bei der III. El. 

2. Gr. bde, vide, lY. Ell. brane, govare; ß) as. predade dade bis 
XY. Jhd., im XYL selten zapovide; schon seit dem Ende des 
XIY. udadu, dadu, povidu, jidu Daniö. S. 290 f.). Im Slov.: 
a) fläo, peko, bijo und göre, hvale; ß) dade, aber dafür auch 
dado (dajo), ebenso vedo, jede. 

Im Ar. neben vedutb auch vedu u. s. w., -tb bis Ende des 
XTTT. Jhd., dann -tb (vgl. bei der 3. Sg.). Jetzt in der Schrift- 
spr. nur -tb : a) nesith^ pekütb u. s. w., dann vidjatb, gonjatb; 
ß) edjdth (dagegen schon dadutb, ar. noch dadjatb, dadja). 

Im Pol n. war das 4 schon in der vorhist. Zeit geschwunden: 
a) niosq u. s. w., bei der III. EL 2. Gr. cierpiq (aksl. trbp^, 



k 



141 

^8zq (aksl. slyi^); aiedzq (nach siedzq u. 8. w. mit dz)j lectf 
(Tgl. lec^ u. 8. w.), bei der IV. Kl. broniq, uczq (aksL bran^, 
uö^), ivodzq (nach toodzq u. s. w.), mheq; ß) unedzq (za wiem), 
jedzq (zu Jem); dadzq (zu dam)^ so schon im Ap. nach siedzq, 
toodzq n. 8. w. Über die p. liuige q und die b. ü, au, ou vgL 
oben bei der 3. Sg. 

Im Sorb. für q^ ein ti : os. ns. pletu, für ^ ns. e, os. a : ns. 
pale, lede, os. pala, le6a; ns. pSo8e^ dyie, os. proia, dyia; os. ns. 
su; ns. iceie, os. widda; ns. fi£e, os. jedda u. s. w. 

Auch im B. kommt kein t Tor, das Ab. 9fi^ ist als au ^ (ni 
ti) zu deuten (vgl. bei der 3. Sg.). So haben wir ab. nesü, dann 
nesaii; nesou, ptiü dann päf/, jetzt wieder auch püou; bei IIL 
KL 2. Gr. ab. t?Wi«, vidi dyi{; bei der IV. Kl. chvälie, chvdU, 
chvdli, slovak. noch horia, drzia, öinia; bei ß) ab. v^iej vid{, da- 
die, dadi (jetzt nicht mehr vorhanden), jHie, jedi. Bei um^t, 
dSUxtif adzeti fällt das /; das zunächst verkürzt wurde, ab: umif, 
adzef, dilaf ... (in der Schriftspr. nicht). An der p. Grenze: 
vedum, idum, tohjum, kupujum oder pijom, nepuiöom u. s. w. 
unter dem Einflüsse des p. Nasals (eine ungenaue Wiedergabe 
desselben, vgl. oben. S. 36). 

b) Sekundäre Personalendungen. 

1. P. Sg. -m, das wir schon in dem praeseni q (aus -am) 
gefunden haben. Mit vorhergehendem o gibt es -%, so im ein- 
fachen Aor. aksl. nesh, vgl. gr. tq>€QOVy ai. dbharam (I S. 123). 
Wahrscheinlich auch p^, vesh, dackh ...(IS. 340 — 41). 

2. P. Sg. '8 z. B. Aor. nese aus ^nese-a^ vgl. gr. tq>BqB'gy 
ai. dbharas; in der 2. P. Imper. (Opt) aksl. nesi aus ^nesoi-s, 
vgl. gr. q>€QOigj got bairaia, ai. bhdrlä. 

3. P. Sg. 4j aksL Aor. nese^ gr. l9)e^6, ai. dbharat; im 
Imper. (Opt.) nesi aus ^nesoi-t, gr. q>i(ioij ai. bhdrU. 

Im Du. und PI. fallen, die sekundären mit den primären 
zusammen, bis auf die 3. P. PL, in der hier nach Vokalen -rU 
auftrat, z. B. im einf. Aor. aksl. nesq aus ^neso-nt (vgl. I S. 117 
u. 125), vgl. gr. eq>€QOv, ai. dbharan aus *i-bherO'nt. Nach Kon- 
sonanten -^ (vgl. oben -^i im urslav. u. ar. dad^), das im Slav. 
h (^) ergeben sollte, analogisch jedoch zu ^ wurde: Aor. vis^ 
dai^ .... (vgl. I S. 126 und 343). 

Bildung des Präsens. 

Das Präsens ist zunächst zweifach je nachdem es sich um 



142 

vok. PriLsensstämme handelt, an welche die primären Endungen 
wf, -ii, -it u. s. w. angehängt werden, z. £. neseäi, dpigneäi^ 
chvaliäi . • . oder um konsonantische, bei denen wir, wie wir 
sahen, zum Teile andere primäre Endungen haben, z. £. jestm 
,bin*, jesi (aus *feS'8ai), vemt (aus ^vedtm) u. s. w. Die verschie- 
denen PräsenssiUmme werden I S. 506 f. behandelt und das 
Präsens selbst bei den verschiedenen Verbalklassen weiter unten. 

Imperativ. 

Alter Imper. Der urspr. Imper. ist verloren gegangen. 

Ein Überrest hat sich vielleicht in ksl. moib erhalten (ans *mHe, 
indem nach i das unbetonte « zn » wurde, wie z. B. in c»$o aus ce»ö vgl. 
I S. 37, 141, 161). In der Periode als far den Imper. im Slav. der Opt. 
aufzutauchen begann, konnte der alte Imper. auch umgekehrt die Funk- 
tion des Opt. übernehmen und dann auch die des Ind.: eliko moS», vtzmi 
t moli za me ,quantum potes, sume, et ora pro me' (Sabb. vindob., Ksl. 
des XYI. Jhd. mit s.-kr. Becens.) und auch noch sp&ter im S.-kr. (vgl. 
Mikl. III * S. 92), ja, selbst jetzt für maiei u. moie einfach moi (vgl. 
DaniSic Istor. obl. S. 269 u. 277 und Maretic S. 241). Als 3. Sg. 
Ind. kommt moM aus moib auch im Ab. vor (Geh au er III, 2, S. 164). 
Das beeinflußte auch die übrigen Personen und so entstand auch moimt/, 
moime, moJUe und moM (vgl. I S. 219). Miklosich erklärte molk nach 
däidif daidb (1. c. S. 91), allein das ist nicht wahrscheinlich, weil sonst 
nichts an eine kons. Konjug. bei diesem Verb, erinnert. Die slovinz. 
Formen 2. Sg. mof^, 3. mof^, 2. PL motusä (Lorentz, Slovinz. Gramm. 
S. 344), neben denen auch die älteren mo^lH, mojßä u. s. w. vorkommen, 
müssen als Analogiebildungen* (vgl. auch fttoftm, fttaffi S. 342, eventuell 
auch hö^m u. s. w.) aufgefaßt werden. 

Optativ als Imper. Sonst wurde der Imper. vom Opt, 
der seine Funktion übernahm , verdrängt Der Optativstamm 
wird bei allen Klassen der vok. Verba, mit Ausnahme der 
IIL El. 2. Gr. und der IV. El. im Anschlüsse an den Präsens- 
stamm mittels -o/- gebildet. Dieses geht als i im Slav. im Aus- 
laute wegen der geschleiften Int in t über (I S. 60): nesi ^trageS 
nesite ,tragef. Ging ein j vorher, wird es zu i ohne die Ver- 
mitÜungsstufe S (I S. 27 und 68—59); vgl. lit. te-suke u. gr. 
^aidevoig. Er hatte ursprüngUch sekundäre Endungen : neai aus 
*ne8oi8, *nesaüy aber in der 1. Sg. fand bei ihm auch die pri- 
märe Endung Eingang. So würde sich das im Ps. sin. 7. 5 vor- 
kommende otbpadifm (»» -mt) ^noTtiaoi^i.^ erklären (vgl. auch 
bqd^h im Tolst Ps. XII. Jhd.- Sobolevskij S. 246). Die 
Optative Funktion konnte sich noch neben der imper. behaupten. 

Eine Vermutung über die Imper. der IH. Kl. 2. Gr. irtpi irtpüe^ und 



143 

der IV. Kl. ehtali-chvaläe vgl. I S. 201 f. Wegen der YerallgemeiDerung 
der geBt Int. mußte eine Akzentverschiebung eintreten: r. neti-netiU, 
vjoäi-vjamu, B.-ki. pliti-pUtiU, vSxp-vetiU u. B.w. (I 8.202). Über die im Aksl. 
aoftanchenden Neubildungen wie glagoljaU st. glagoUte, h^aU^ hijaU st. 
h^iU u. dgi. vgl. I S. 67. Auch im Ab. werden wir ganz analoge Formen 
wie z. B. plaehn ^ploremasS zebreU u. s. w. finden; analog auch in an- 
deren slav. Spr. 

Bei den konson. Verben wurde im Sg. der Opt. mit iS vgl. 
gr. 9e-ifi'Vj lat s-is-mj im PI. iL Du. mit i, vgl gr. ^Ä-I-juey, 
lat a-l-mus gebildet. Im Urslav. würden wir danach z. £. ^da- 
diä im Sg. erwarten y wir haben aber aksl. daidh, vHdt u. s. w. 

Man könnte annehmen, daß die imper. Funktion des Opt. von den 
kons. Verben ausging, weil die Formen auf -dhi frühzeitig verloren ge- 
gangen wären. Neben den alten Imper. *vede, *maze n. 8. w. wurde 
*d4ulii, da es auch Btammbetont war, zu *dadis und später dann, als 
aas ^moie ein *moi» geworden ist und analog auch *Mb ans *Uc$, noch 
weiter zu *dadjib, aksl. dazdt verkürzt. Umgekehrt konnten die neuen 
Imper. imi^ vedi . . . nicht dem £inflasse von ^dadj^ (aksl. daidt) unter- 
liegen und zu *ne9b u. s. w. werden, weil sie schon im Urslav. endbetont 
geworden sind (I S. 202). 

Im PI. ist ganz regelrecht im Urslav. u. Aksl. dadirm, da- 
düe u. 8. w.; ebenso Du. dadive^ dadita. 

Neben aksl. dazdh^ vizdh^ jazdt haben wir noch vizdh zu 
vüdqf videtij als ob es ursprünglich auch konsonantisch konjugiert 
worden wäre. Zu beachten ist allerdings, daß die Yerba der 
nX EL 2. Gr. ursprüngUch auch themavokallos flektiert wurden, 
wodurch Berührungen angebahnt werden konnten. So ist auch 
ksL choitb (Hom. Mih.) zu beurteilen. Eier hat sich aber spe- 
ziell auch noch die optative Bedeutung , die sich mit dem Ind. 
berührte, länger behauptet (in hypoth. Sätzen) und so wurde, da 
'man nebstbei auch in der 1. Sg. *choti(f, aksl. choitq hatte, das 
ii im ganzen Präsens verallgemeinert: in der 2. Sg. neben chatj^ 
auch chotieH für das ältere *chotiH u. s. w.; nur chot^ behauptete 
sich in der 3. PL Dadurch kam es aber in Berührung mit den 
Präsentia v^^z(f, v^eSi; ieäq, teieÜ ... die im Imper. v^i, teäi . . . 
hatten und so entstand vielleicht auch *chotii, aksl. choHi für 
*du3iib. Es wird wieder sowohl indikativisch (optativisch) wie 
auch imperativisch gebraucht z. B. aSie mi 8^ choHi izvistüi 
Supr. 47. 25, dagegen imper.: vbschoHi i ty Supr. I S. 26; ne 
ehoM jasti (ksL). Slov. auch hoö, s.-kr. ho6, klr. choö und dar- 
nach choäe (vgl. Mikl. III > S. 91). 



144 

Schon im Aksl. finden wir d(izdi, vizdi (Euch, sin.) . . . 
nach vedi, nesi . . . 

Im 6 g. ist das i vielfach abgefallen (vielleicht auch zum 
Teil unter dem Einflüsse der kons. Formen) und der Sg. wurde 
für die weiteren Formen zu Grunde gelegt Schon in mittelbg. 
Denkm. drtzt, bist (beit) neben bSzi, doneste; jetzt auch beä, 
beüe; udez, izleste. Andererseits -ite auch bei der lY. KL: tu- 
rete, prisqdäey pustete, so auch jetzt udete se, afetäe^ gubäe. Vgl. 
auch redi, nareöi, pomoH (st. mit c, z). Bei den kons. Verben: 
ieSy ieäte; vü-viite. Analog auch schon in mittelbg. Texten: 
vizdhte, vizte (dial. auch viz)j pojaäte u. s. w. (Vgl. Lavrov 
S. 207—209). 

Im S.-kr. behauptet sich im allgemeinen -i und dringt auch 
in den PL ein: zadnirzaönimo , zaöfiite (so auch jetzt in der 
Schriftspr.), recimo u. s. w. Das i (e) finden wir in diesen Formen 
bis etwa zum XV. Jhd.: prinesimt. Doch kommen seit dem 
XV. Jhd. auch Formen mit Abfall des i vor: ved', ved'te, dim, 
ostav'te. Im As. ab und zu auch vidäCj zadrbzete, audeUj die 
wir auch im Bg. fanden. 

Bei kons. Verben bis Ende des XVII. Jhd. jed {ßj), zapo- 
vSdj 'Vid (zapovifjj vid (wj), aber schon seit XVI. daneben vidi 
(nach vedi u. s. w.), dann auch zu vid- : spovidi, odpovidji und 
schließlich vidi, jediy PL vidite, so auch jetzt. Alt auch vidmo, 
vidte, vom XV. Jhd. viäite^ vidimo. Vom XIV. Jhd. auch veite, 
vidbte, zapovijfe. Seit jeher nur daj, PL alt. predadite, dann 
dajte (Daniö. S. 336—46). 

Auch im Slov. hält sich das -t, das auch im PL vorkommt: 
nisi, nesimo, nesite, auch Du. nesiva, nesita; so ist der Akzent 
beim Präs. nSsem^ dagegen bödi, bödüe beim Präs. bödem (bodem) 
ebenso sidi, sidite, posidite zu skdem od. sedem (vgl. Rad. 102, 
S. 94); üHj udite; däaj, dilajte; pbälji, poäljite. 

Die Konson.: jej, jejte; -vej, -ve/te ,wi8se, -et' neben vidi^ 
vidüe; povej, povejte; däj, däjte {dhj, dhjte). 

Im Russ. wird nach gljadi, vedi zunächst ^{;ac2iin«, gljadite; 
vediimj vedite . . . gebildet (schon im Ostr.), dameben noch -erm, 
-ete häufig im XTTT. und XIV. Jhd.; im Klr. ist erm als -im 
•ite erhalten. Als dann im XIII. und XIV. Jhd. das i im Sg. 
abfiel (vielleicht auch unter dem Einfluß von vizb u. dgl.), wie in 
ukradt, budt u. s. w., da richtete sich danach auch der PL: 
ukradttCf budt4e. Jetzt sind derartige Formen allgemein r.: 



145 

vstanhj vstanhte; sjadh, ajadhte. Daneben behaupten sich die auf 
4, zumal wenn dieses betont ist: Ijubi^ Ijubite; smotriy smotrüe. 

In den ältesten r. Denkm. begegnet man auch Formen wie iicimb^ 
iicHe\ vjaihm, vjaÜHe^ die nns schon aas dem Aksl. bekannt sind, ja in 
den galizisch-Yolhjnischen Denkm. selbst auch ehvalHe, prosHte (vgl. 
auch klr. iiciU). 

Die Formen IJag^, Ijagte (großr.) nach rtl», vitant, v$iamte, dann peki, 
fkite (schon i. XIV. Jhd.) andererseits klr. peci^ pecimo^ pecite n. dgl. 
sind Analogiebildungen. Von den ar. Formen daXt (das schon im XIY. 
Jhd. den Abschreibern nicht mehr yerständlich war), daditm, dadUe; ih, 
edim^^ ediU; viJh, viditm^ vidiU; vüb n. s. w. haben sich in der Schrift- 
spr. noch erhalten: ih nnd vih als Partikel. Nach dem Sg. auch hier 
der PI. (XIII. und XIV. Jhd.): vthte, vHtte (vgl. Sobol. 8. 246-50). 

Im Po In. können wir vielfach analoge Erscheinungen beob- 
achten. In den Denkm. des XIV. und XY. Jhd. und auch 
später findet man noch Formen auf i: nim (Aeäi), wiezi (tceü), 
pieczjf (aus piecj/jy strzezy (aus strzedzi). Vom XV. Jhd. an be- 
ginnt das i zu schwinden und dieser Prozeß ist seit dem Ende 
des XVUL Jhd. durchgeführt: nie^, tcie£, piecz . . • hup, röb, iam. 
Bei Yok. Stämmen wie jetzt im £. bij, kochaj, umiej, kupuj. 
Bezüglich der Verengung von Vokalen: w6d£, w6£,powr66, pomdz.. 
vgl. ab. v6l (zu tolüi). 

Nach dem Sg. wurde auch der PI. gebildet: przjfddmy, 
jprzydicie, nieämy, proäcie iL s. w.; bijmy, bijcie; kupujcie . . . 
Als es aber noch Formen auf -i gab, wurden danach gebildet: 
przyjdzimy, przyjdzicie, wezmicie. Bei Konsonantengruppen war 
auch natürlich früher -i : tni, tnimy, inicie; roäni, roänicie; mrzy, 
drzy, dafür dann (nach bij) : tnij, tnijmyy tnijcie; mrzyj, drzyj 
u. s. w. 

In der 3. P. wird jetzt niechaj oder niedi zum Ind. vorge- 
setzt (vgl. Kryüski S. 196—99). ' 

Bei kons. Verben war der Sg. auch maßgebend: wiedz, wie- 
dzmy, tviedzcie; jedz, jedzmy, jedzcie; toidi (ap. und np.). 

Im Os. ple6, pleömy; ns. pleä, pleämy; os. ns. pal ,brenne', 
PI. 08. ns. palmy, jedoch os. d£i, ns. di ,gehe', os. ddide, ns. £iäo 
^ehef ; os. ns. spi, spimy, os. spiSe, ns. spiäo. Wie im P. finden 
wir dial. auch im Ns. pöglednij, zabydnij, zamknij, stykmjmy, 
wezmij u. s. w. (Mucke S. 645). Die Imper. der kons. Verba 
werden unten angeführt 

Im Ab. schwindet das -i, wo eventuell nicht schwer aus- 
sprechbare Gruppen dadurch entstanden. In umij, dUaj, kupuj 

Vondr&k, Vgl. ilmr. Grunm. n. 10 



146 

u. s. w. geschah es schon in der vorhist. Zeit. Sonst sind Formen 
auf -t schon seltener: vedi, sedi, nafdoni u. s. w.; meist schon 
ved, sed (wie auch jetzt, aber vediz, sediz u. s. w.); dagegen pni, 
mri, bdi u. s. w. bis jetzt. Die neuen Formen ved, sed . . . 
werden dann den übrigen Imper.-Formen zu Grunde gelegt: ved- 
ta st vedh-ta, ved-te st. vede-te; ebenso prostne st. prosime u. s. w. 
Imper. wie vediU (mit e) haben wir nicht mehr im Ab., nur jdete, 
jdhn, budem, vrzem (wegen der sonstigen Schwierigkeit der Aus- 
sprache). Dagegen behaupten sich hier noch die Formen mit i: 
prisiiipüe i kupUe (noch im XIV. und XV. Jhd., wenn auch 
schon im XIY. die Formen ohne i die Begel bilden). Bei der 
Y. Kl. 2. Gr. war das i schon in vorhist. Zeit Ton dem analogen 
i verdrängt: ab. zebrete, dann auch kaz-kazte; öei-öeäte u. s. w. 

Bei der III. Kl. 2. Gr. und der IV. S. kommen zwar im 
Ab. noch Formen mit i vor: postavüe jej a chvaUe (Hem. Ps. 
89 b), das schon erwähnte pristüpite u. s. w., meist sind jedoch 
hier schon analogische Formen: vyprazdnäe, veJbHe, dete, mo- 
dlete 86 (nach der IV.); pamnite, zrite, (jetzt zräe), bdäe (nach 
der in.) u. s. w. Natürlich auch schon ab. slySte, trübte, v^rte 
IL s. w. 

Über die Kürzungen wie chran zu chrdnüi, kaz zu Mzati 
u. s. w. vgl. I S. 212. 

Über die Dehnung wie ab. böj (f>üj), völ vgl. I S. 216. Bei 
den kons. Verben wurde auch der Sg. zu Grunde gelegt. Jetzt 
noch v&g, vizme, vezte; jez, jezte; viz, vizme, vizte (ab. noch vidüe 
Wittbg. Ps. 33. 9, aber auch ab. vid, mdte)\ ab. nur da/, dej 
(dazh der Kiev. Bl. könnte nur eine bohemisierte aksl. Form 
sein). 

Aoriste. 

A) Einfacher oder starker Aorist. Formell ist er 
identisch mit dem griech. augmentlosen Imperfekt wie hom. 
q>iqoVy (piqe, ved. bhäram, bhdrat (urspr. Inj. *bhirO'm, bhSre-t); 
so haben wir ursl. u. aksl. vez^ 4ch fuhr*, ved. vdham (neben 
d-vaham). 

Es ist daher mehr als wahrscheinlich, daß dieser Aor. wenigstens 
bei durativen Verben, nrsprdnglich auch im Slav. eine dauernde Hand- 
lung in der Vergangenheit ausdrückte. In der bist. Zeit erscheint diese 
Form ihrer Bedeutung nach als echter Aorist, offenbar unter dem Ein- 
flüsse der perfektiven Verba wie pa$tif padq bei denen ein pad^, pade nur 
eine aoristische Handlung ausdrücken konnte (vgl. beim Impf.). Eine 
Spur des Augmentes kann im Slav. überhaupt nicht nachgewiesen werden. 



147 

Dieser Aorist konnte nur von den konsonantischen Stämmen 
der I. u. n. Yerbalklasse gebildet werden, indem an den e-o- 
Stamm die sekundären Endungen (vgl. oben S. 141) angehängt 
wurden. So haben wir im ürsl. u. Aksl. 1. 8g. pdcb (vgl gr. 
s-neaoovj ai. chpacehm), 2. u. 3. pede aus ^pede-s, pede4 vgl gr. 
i-fteaae-gj i'7teoa€'(z), 1. Du. peko-ve (I S. 82 u. 86), 2. Du. 
pe6e4a, 3. D. peöe4e, 1. PL peko-tm, 2. pede-te, 3. pekq (aus 
*pekont vgl. I S. 125). Über die Beibehaltung des -o- in den 
ersten Personen vgl. I S. 33. So auch z. B. dpig^, dvüe u« s. w. 
zu dpiffnqtiy dvignq ,heben^ 

Wie man sieht, fiel die 2. n. 3. Du. a. 2. PI. mit denselben Formen 
des Präs. zusammen. Gebauex vermutet, daß die Differenzierung durch 
den Akzent herbeigeführt worden wäre, indem die Aoristformen stamm- 
betont, die Präsensform suffixbetont gewesen wäre. DafQr scheine ihm 
die im Ab. einigemal vorkommende Dehnung des Stammvokals zu sprechen 
vide^ vide ; vUte^ vUze (III, 2 S. 44). Allein die Dehnung wird wohl anders 
zu erklären sein (I S. 248). 

Von den Stämmen, die auf eine Liquida ausgehen, kommt 
dieser Aor. nur ausnahmsweise vor, so z. B. aksl. attre von otriH, 
ctwq ^TLfidaow, ierg& (Luc 7. 44 Mar. Zogr.) st des erwarteten 
ctre. 

Einen Beflex des echten Aor. wie gr. linilv, tUnov (mit Suffixbe- 
tonung und Beduktionsstufe des Stammvokals) haben wir nicht im Slav. 

Der starke Aor. ist schon im Aksl. etwas seltener. £s gibt aksL 
Denkm., die dafür nur einen einzigen Beleg haben (Supr., vgl. Verf. 
Aksl. Gr. S. 207). Natürlich muß hierbei von der 2. u. 3. Sg. abgesehen 
werden, da sich diese Formen als Ergänzung des s-Aor. mit Bindevokal 
überall behaupten, wo überhaupt der Aor. vorkommt. 

In den As. Denkm. kommt er unter dem Einflüsse des Aksl. 
vor: izidh, otvrhgomh, izidete, obretu, oitbegu (Dani£. S. 320). 

Hinsichtlich des Slov. wäre poido (aksl. poidq) der Freis. 
Denkm. anzuführen. 

Ln Ab. haben wir noch zahlreiche Belege (Gebauer 
S. 45 — 46), aber man sieht doch schon, daß diese Formen im 
Schwinden begriffen sind. In der 1. PI. auch -om : jidom, jidom. 
Oebauer vermutet, daß das -u der 3. PL lang war. Wir haben 
auch einen Beleg mit bezeichneter Länge: neotrsazzü (= neo- 
trasü) Jid. 73. Es könnte sich hier nur um eine nach dem 
Präs. entstandene Länge handeln. 

B) Sigmatischer Aor. Er wird mit Hilfe eines 8 ge- 
bildet Dasselbe kann 1) direkt an den womöglich gedehnten 
Stamm gefügt werden, wobei es wieder entweder a) bleibt oder 

10* 



148 

b) in ch tEbergehty oder 2) es geschieht mit Hilfe des Bindevokals 
bez. e, wobei 8 immer in <Ji übergeht 

1) Ohne Bindevokal. Es lagen hier zunächst zweisilbige 
leichte Basen (vgl. I S. 158 und 507 , exe -Basen) zu Grunde. 
Sie wurden mit 8- erweitert und aus diesem neuen Thema wurde 
ein Präteritum entsprechend dem starken Aor. gebildet Im Sg. 
waren diese Formen stammbetont (wohl auch in der 3. PL), daher 
ist in der 2. u. 3. Silbe die Schwmidstufe, in der 1. dafUr die 
Dehnstufe eingetreten. Die letztere wurde im Slav. verallge- 
meinert. So erhalten wir Sg. *ued(e)8(o)m, *jferf(e)e(e)«, *^ed(e)8{e)t 
und 3. PL *ued(e)8(o)fU. Das ergab ^yMs-qi, *^Sds8, ^^ßist . . . 
^^id^. Das ergab im Slav.: 1. Sg. v^ (vgl. I S. 166 u. 340), 
die 2. und 3. Sg. ging verloren (sie müßte *ve heißen), 3. PL 
ti8^ (I S. 126). 

Geht man von *f^<2«om, *fied${*)s . . aus, so muß man annehmen, 
daß die Dehnung zunächst in der 2. n. 3. Sg. eingetreten ist. 

Bei einsilbigen schweren Basen könnte sich die Dehnung 
des Stammvokals nur in einem Intonationswechsel äußern. In 
den Suffixen trat hier auch die Schwundstufe ein. Aus *dö'8om, 
*dö'8e8, *dö'8et . . . *dö8ont wurde *dösrj[i, *dö88, *dö8t . . . *dö- 
av^t, woraus *da8h, da, da . . . *da8^, schließlich (analogisch): 
dadih, da, da . . . daS^. 

Einen Beflex der Aoriste von zweisilbigen schweren Basen auf e, ö, ä 
(I S. 158), bei denen aus dem langen Vokal ein 9 wird (im Slav. o), haben 
wir nicht. Die Aor. wie vedochz sind, wie wir sehen werden, Neu- 
bildungen. 

Unser Aor. kommt, wie schon erwähnt, in zwei Abarten vor: 

a) 8 bleibt Dieser Aor. kann nur von den Verben der 
I. E3., deren Wurzeln konson. waren, gebildet werden, falls sie 
nicht auf einen Gutturalen (4. Gr.) oder auf r (6. Gr.) ausgehen. 
So urslav. u. aksl. vesfb aus ^yfids^ zu veäq^ vesti ,rühren' (1. Gr.), 
ni8^ aus *ne88^ zu nesq ,trage* (2. Gr.);, ^r^ aus *gribs^ zu 
grebq ,graben* (3. Gr.); p^ aus *pBn8^ (vgl. I S. 122) zu ptmq 
p^i ,spannen' (5. Gr.). Beispiele mit anders gearteten Stamm- 
vokale: disfb zu dttq, öisti ,zählen, lesen, ehren'; -bas^b zu bodq, 
bosti ,stechen*; jßSb zu jamt, jasti ,es8en'; bl}U8^z\x bljudq, bljusti 
jwahren^ Nach I S. 11 und 187 mußte in der 2. u. 3. Sg. 88 
und 8t abfeilen. Die so verstümmelten Formen (z. B. *vS aus 
*^S(d)88, *ue{d)8t) haben sich nicht erhalten bis auf die Nasal- 
stämme: 2. u. 3. Sg. z. B. p^ aus *pen88, *pinst. Die 1. Du. 
bekommt neuerdings nach vedotm den Bindevokal oder hat ihn 



149 

im SIet. überhaupt nach dem früheren nicht yerloren: visavi, 
p^BOvi, die 2. Du. vista, p^a, die 3. Du. niste, p^ste; die 1. PI. 
ist wieder wie die 1. Du. zu beurteilen: visamt, p^otm; 2. PI. 
visU, p^, 3. PI. vis^, p^^ pr(hhas^, j^ u. s. w. 

Dieser Aor. kann nur im Aksl. belegt werden und selbst da gibt 
es Denkm., die ihn nicht mehr kennen (Supr., Sav. kn. nur einen Beleg, 
ygl. Verf. Aksl. Gr. S. 207). £r kommt zwar auch im As. vor, aber hier 
ist er als Beflex des Aksl. anzusehen: &», pryub, 1. PL r^r^om», r^yicf- 
$omb, prifesomb, 3. PI. tbkloie, Vbze*e (Dani^ic S. 320). 

Bei nasalen Wurzeln war dieser Aor. ursprünglich allein 
möglich. Später ist das 8 infolge der Analogie zu ch, bez. i 
geworden, so schon häufig im Aksl., insbesondere in der 3. PL: 
p^, j^ u. s. w. Dieser Typus (mit ch) fand namentlich, wie 
wir sehen werden, in as. Denkm. eine größere Verbreitung (z. B. 
doniehb u. s. w.). 

b) 8 geht in ch über. Unter den bekannten Bedingungen 
(I S. 349 f.) mußte 8 za ch und dieses vor palatalen Yok. zu i 
werden. Hier ist insbesondere ks {gs) und rs hervorzuheben 
(I S. 357 und 356) z. B. aksL rich^ zu rekq, reHi ,sagen'; ^rech^ 
zu sbrq ,opfere^, 1. Du. richovi, zrichovi 1. PI. richorm, zrichatm, 
3. PL riä^, zriäe^; rista, riste (im Du. u. PL) bleibt 

Bei Yok. Stämmen geht das 8 ursprünglich nach einem i- 
oder II -Vokal in ch über z. B. chvalich^f chvcdii^ zu divcUüi 
^oben', byehz vgL gr. iqwaa. Dann wurde das di (i) bei allen 
vok. St verallgemeinert: vidichb, znachz, mihvachh u. s. w. 

Von hier aus wurden auch, wie schon erw&hnt, die Aor. suh a) be- 
einflußt. So finden wir schon im Aksl. prop^i^ (st -p^f), ciie, sbbljtti^ 
und sbbyueham zu hlju$t%, bffutUf (wo also ein dt vorlag I S. 3&8) »wahren* ; 
J^i^f jechb^ j^hotm zu tm^, j^i ,nehmen* ; na-cechb zu -ciiiKf, -c^ ^anfangen' ; 
jai^, Jaehb, jaohomb zu jambf j'aMti ,essen' ; «9-mf«^ s^ zu i^'m^ti (-m^ «^) 
«aufgeregt werdend Analog wie bei a) hat sich auch hier die 2. u. 3. Sg. 
nur bei Stämmen auf r und / erhalten: Ir^ zu zbrq; kla zu holjq^ kUUi 
^stechen*. 

Insbesondere durch die vok. Stämme ist dieser Aor. mit dem 
jeweiligen Inf. in Zusammenhang gebracht worden. Neben dem 
Inf. mreti haben wir auch solche wie zrUi (in den aksl. Denkm. 
nur dieser). So haben wir in den aksL Denkm. neben dem Aor. 
umricho, umri auch solche wie pozrhchz, pozrt, 8^trb u. s. w. 
(vgL Verf. AksL Gr. S. 228). 

Bei gewissen vok. auslautenden Yerbalstämmen kommt in der 2. u. 
3. Sg. Aor. häufig im Aksl. ein ib vor. Es ist darin wohl der Einfluß 
des Pr&s. zu suchen, wobei von der 8. Sg. auszugehen ist. Da aber 



150 

nrspr. die 2. n. die 3. Sg. Aor. gleich waren (z. B. da, p^ vl. s, w.), so 
wurde diese Gleichheit auch bei den neuen Formen mit U beibehalten» 
d. h. die neue Form konnte auch f&r die 2. 8g. gebraucht werden. £b 
lag vielleicht auch das Bestreben vor, im 8g. Formen Tom gleichen Um- 
fange (entsprechend der 1. Sg.) zu haben. So kam die 2. u. 3. Sg. pri- 
y^s, bübf umritb u. dgL auf. Weiter auch daith, wo man deutlich den 
Einfluß des Pr&s. sieht. DaB in ksl. Quellen russ. Provenienz die Formen 
wie hitb, p^9, jat^ u. s. w. also mit s erscheinen, während doch hyttt wie 
jutb u. s. w. ein » hat, erkl&rt Berneker dadurch, daß diese Formen 
im lebenden Ar. nicht existierten und der Schreiber sie nur aus seiner 
aksl. Vorlage übernahm (Afsl. Phil. 25, S. 485). So auch in as. Denkm. 
dagU, naSett, prijeU (DaniSid S. 319). 

Die Endung -i^ der 3. PL ist yielfach von -chq des Impf, 
▼erdrängt worden. Im Gegensatze zum aksl. Dialekt, mit dem 
hier das S.-kr. übereinstimmt, hat sonst das Bg. -chq. Diese 
Endung setzt auch das Westslav. voraus; ebenso auch beim 
nächsten Typus. Die in den mit Bohemismen stark versetzten 
Prager Eragm. vorkommenden Aor. udariia, vhzloziäa . . . sind 
wohl nur lautlich bohemisierte Formen der ksl. Vorlage. 

Diese Art des Aor. finden wir jetzt bei vok. St überall dort, 
wo sich der Aor. überhaupt erhalten hat, so im Bg., im S.-kr. 
und im Sorb. 

2) Mit Bindevokal. Schon in einigen aksl. Denkm. be- 
gegnen wir einem Aor. vedockb, Du. vedochove, vedosta, vedoste, 
PL vedachotm, vedaste, vedoäq. Man suchte ihn in Zusammen - 
hang zu bringen mit ai. Formen (mit abodh-i-^am vgL z. B . 
Afel. PhiL 11, S. 569), allein mit unrecht Es ist eine slav . 
Neu Mdung ] Wir können nämUch noch in bist Zeit bemerken, 
wie er erst allmählich um sich greift und an Boden gewinnt, 
wenigstens im Aksl. 

Es muß nämlich hervorgehoben werden, daB im Mar., Psalt. sin. 
und Glag. Cloz. keine einzige derartige Form vorkommt (Verf. Aksl. Gr. 
S. 208). Allmählich kommt er erst zur Geltang und zwar auf Kosten 
des Aor. wie ved^. Es wäre auch nicht recht begreiflich, daß sich drei 
Aoristtypen {ted^, ven und vdochh) seit urdenklicher Zeit im ürslav. be- 
hauptet hätten und erst dann einzelsprachlich reduziert worden wären. 
Man kann nicht einwenden, daß es vielleicht mit der einstigen Im per- 
fektbedeutung, die zum Teile dem sog. starken Aor. zukam, zusammen- 
hing, daß sich diese Form noch einzelsprachlich, wie wir sahen, teilweise 
behauptete, denn das Aksl. hatte schon ein Impf, und doch behauptete 
sich hier in der ältesten Phase der Typus ved^ und zwar als Aor. 

Daß die westlav. Sprachen eine Ton dem Typus vedochz, 
pedochov^, vedosta, vedochotm abweichende Bildung haben, nämlich 



151 

vedech, cededtovi, vedesta, vedechotn, vedeste, vedeehu (also mit dem 
BindeTok. e st o), kömite anch als ein Merkmal einer Neubildung 
aufgefaßt werden, wenn man nachweisen könnte, daß es sich hier 
nicht um eine sekundäre Umformung des älteren Typus vedockb^ 
unter dem Einflüsse des Impf. (vgl. ab. nesiech) handelt Für 
die Umformung könnte die 3. PL mit -chu (vedeehu) unter dem 
Einflüsse des Impf. (ab. vediechu) sprechen. 

Unser Aor. ist wahrscheinlich ein Eontaminationsprodukt 
aus dem Aor. vedz und riehz, entstanden zu einer Zeit, als schon 
aus 8 ein ch geworden war, welches als ein charakteristisches 
Merkmal der präteritalen Formen — wenigstens in bestimmten 
Personen — empfunden wurde. Und zwar würde es am nächsten 
hegen, vom Plural auszugehen : aus rekotm und richatm entstand 
ein rekocharm, aus redete und r^e ein redeste. Analog auch in 
den entsprechenden Formen des Du. Aber in dieser Bildung 
hat sich nirgends der neue Aor. erhalten, vielmehr wurde im 
Südslav. rek(h aus rekochomh u. s. w. yeraUgemeinert, so daß 
ein rekoch^, rekochovi, rekosta .... rekai^ entstand, während im 
Westslav. das re^- maßgebend wurde, also reöech, reöechovi, re- 
öe$ta . . . redechu. MögUch auch, daß das o dieser Neubildung 
allgemein war und daß erst im Westslav. nach dem Verhältnisse 
chvalich : -^vali, -dilach : dUa auch ein pekoch : peöe zu peöech : 
peöe umgeformt wurde, wie Brückner meint (Afsl. PhiL 11, 
S. 478). Auch gewisse Imperfekta konnten maßgebend gewesen 
sein (vgL oben), ja das Impf, konnte überhaupt insofern einwirken, 
als es auch vor den Endungen einen konstanten, unveränder- 
lichen Vokal (bez. Stamm) hat. Da aber r^hh in der 2. und 
3. Sg. keine Formen aufwies, so konnte hier auch keine Berüh- 
rung mit der 2. u. 3. Sg. vede des Aor. vedh eintreten, folglich 
kam es auch zu keiner Neubildung *Tedo, sondern das neben 
pedockh als 2. u. 3. Sg. vorkommende vede ist eben die 2. u. 3. 
Sg. des Aor. ved%. 

Auch Jagic erklärt unseren Aor. als eine Neubildung nach idem 
Vorbilde von vedcvi, vedotm mit £rweiterang des Themavokals o fiber 
alle Personen des Du. u. PL, wobei ein d^Uaeh^^Uaehovl-dHaita, dilachorm, 
aiaste, delüi^ ein vedochh^ vedochote u. s. w. herbeiführte (Afsl. Phil. 28, 
8. 27). Ich möchte die oben gegebene Erklärung vorziehen, weil i man 
sich hierbei immer innerhalb der Sphäre von Bildungen eines und des- 
selben Yerbums bewegt, was eine Analogiebildung um so erklärlicher 
macht. Am meisten ist jedoch zu bedenken: Wenn Aoriste wie delaehh, 
dela, dela . . . maßgebend gewesen wären, so hätte müssen dem dila ent- 



I 



152 

sprechend auch eine neue 2. n. 3. Sg. *tedo (zu vedoeh^ u. s. w.) aufkommen. 
Da es aher nicht geschehen ist, so waren solche Aoriste wohl anch kaum 
maßgebend. Diese kleine Abweichung ist jedoch nicht von Belang. Die 
Hauptsache ist, daß auch Jagic hier jetzt eine Neubildung sieht und 
daß er auch herTorhebt, daß sie neben redeten schon die Aor. wie krych^, 
deeh^y dvignqchh^ umeeh^, goreehz^ ehvaUehb, d&aehh .... voraussetzt. Die 
Vorliebe der slav. Spr. für die vok. auslautenden Stämme hätte zu vhh 
ein vedochz zu vesove ein vedoehove u. s. w. geschaffen. 

Auch dieser neue Aor. findet sich jetzt in jenen slav. Spr., 
die überhaupt noch einen Aor. erhalten haben. Doch war er 
nur bei kons. Yerbalstämmen der I. und IL Ell. möglich, d. h. 
überhaupt dort, wo auch der einfache oder starke Aor. vorhanden 
war, weil er eben aus diesem hervorging. Die Akzentverhält- 
nisse kommen beim S.-kr. zur Darstellung. 

Im Bg. haben wir den Typus p^^, der natürUch über- 
haupt bei allen vok. Verben wiederkehrt Schon in den mittelbg. 
Denkm. uze, pripe, protde, weiter vidichb, umri u. s. w. Dann 
auch den Typus ne8odi7> : naidoch, rekof \l s. w. In der troj. 
Sage finden wir in der 1. PL die Endung -my : obritochmy, 
chUchmy, doidochmy; im XVII. Jhd. chodichme, mogochme, na- 
pisachme u. s. w.; im XVIU.: minachmi, strovachmi, kazvachmi, 
videchmi, in den ösÜ. Dial. bodockmi, sonst meist -chme. In Ur- 
kunden auch 'Chmo : izvolichmo (vgl. im S.-kr.) und diaL (Timov) : 
ostamo, prezalemo. Das ch dringt auch in die 2. PI. ein: djuchie, 
pomyslichte, vidichie. So auch jetzt In der 3. PL beginnt seit 
dem XTT. Jhd. die Impf.-Endung -chq für -äq, aufzutreten: na- 
vykochq, bichq, prizvachq, pclozichq, naöqchq. Im XVII. : oH- 
docha, sbbracha, namiricha, storicka, naöecha, tbzdadocha, zane- 
socha. Dafür jetzt dial. -nesoia, povedoia . . (Jarlovo), pojdoa 
(Ochrida). Auch reko'e. Daneben aber noch im XVIL Jhd. 
"Se, ob zwar die Endung in den mittelbg. Denkm., wo sie vor- 
kam, als -^9 auftaucht: proslavise, zavedoie. Diese Endung finden 
wir noch in den westbg. Dial. sobrase u. s. w. In der Schriftspr. 
lautet jetzt dieser Typus: pichz, 2. u. 3. pi, pichme, pichte, picha; 
ebenso: dumdchz, dumd, dumächme, dumdchte, dumdcha. 

Beim Typus vedochz wird das -och in den maked. Dial. ver- 
allgemeinert: vidof, vidofte, vidoa, vidoe, ostaroch. Aber auch 
umgekehrt: doidech, dadech, izlizechte, prodadecha (wohl Einfluß 
des Impf.). 

Bg. auch dadochz, dade, dadochomh, dadochme, dadochte, 
dadocha (Lavrov S. 203 f.). Dadoh auch im S.-kr. Jetzt lautet 




153 

dieser Aor. in der bg.SchriftBpr.: dddochz, 2. u.3. ddde, dddochme, 
dddochte, dddocha. So auch z. B. däochz, däe, ötie, öäochme, di- 
tockU, ääocha. 

S.-kr. Wie schon erwähnt, kommt der starke Aor. — ab- 
gesehen von der 2. und 3. Sg. — nur in den vom Aksl. abhän- 
gigen Denkm. vor. Ebenso auch der Typus vesi: ish, prijesh, 
1. PL vbvisamh und and. (Daniö. S. 320). Sonst haben wir im 
As. Reflexe des Typus p^z, tUchz (st des aksL negh), reckz, aber 
nur bei einigen Verben und der Typus vedoh ist bei kons. Stämmen 
regebecht 

Im As. finden wir auch ein bystb^ dash^ naceU n. s. w., dann auch 
entsprechend der 3. Sg. praes. da-t^ ajedet (aber selten), wo das t nach 
S. 149—50 zu beurteilen ist. £s fanden Analogiebildungen statt: nach 
bitU entstand seit der ältesten Zeit «mo z. B. hismo und and. und das -imo 
behauptet sich bis jetzt. Seit der 2. H&lfte des XIY. Jhd. auch homo^ 
was dann im XY. aufhört, dagegen vom XIY.— XYI. Jhd. häufiger -hmo: 
spravihmo, bihmo. Doch wohl nur unter dem ksl. Einflüsse: pocihomt^ 
desgleichen auch mi (urspr. -my): popreüsmy. Begelrecht ist hier die 
Endung -mo. In der 3. PI. -««, aber vom Ende des XIY. Jhd. ab und zu 
-hu (Einfluß des Imperf.) : zahihu, ugovarihu, pocehu (Dan. S. 329). 

So finden wir in den as. Denkm. danihb, donijeh, rieht, rih 
(aksl. riehz); 2. und 3. Sg. poni, done, doni, donije u. s, w. (Daniö. 
S. 320). Wie man sieht, kommt hier auch die 2. und 3. Sg. bei 
Verbis vor, wo wir sie im Aksl. nicht belegen können. Weiter 
jismo, ponijesmo, rismo, rijesmo (aksL rechotm), 2. PL riste, 3. PI. 
jüe, prinese, doneie, zanijese, rüe. Natürlich auch zadehh, poäehh, 
vazehb, 2. und 3. Sg. zcMje, pripe, prie, uje, 1. PI. podesmo, ujes- 
mo, 2. PI. este, 3. PL podeSe, ese. Bei vok. St ist diese Art hier 
auch selbstverständlich: as. dahb u. s. w.; bei der II. KL odbjeg- 
nuh, poginüh, weiter razumeht, podtovahh, 2. und 3. Sg. proda, 
osta, umri, odbjegnu (man merke: otr, potr, zatr, Dan. S. 324); 
htie, hUf hiß, ktje. Vom Aor. becJvb führt auch Daniöiö die Form 
hi an (S.329); 1. PL alt krtstihomo, poslahamo, dann auch bihmo, 
razumihmo, krtstihmo u.s. w. (S.326), meist jedoch: dasmo, bunno, 
povelesmo, vidüfno, udarismo u. s. w., 2. PL doste, imaste u. s. w., 
3. PL daie, prodaSe, poginuie, govoriäe, apovaie. 

Der Typus vedochz war und ist hier gewöhnlich älter: prio- 
britoht, rekohh, prinesohb, bei der IL E3. pogibohh, uzdahoh, dm- 
goh, digoh, 2. und 3. Sg. srjete, podnese, podvize, dize, 1. PL 
(älter: rekohtmo) klctdosmo, podvigosmo, 3. PL navedoie, pogiboäe 
u. s. w. So auch jetzt: plitoh, pike, 1. PL plHosme, pUMoste, pli- 



J^qU 



154 

toie; ebenso vizoh, veze 1. Fl. vizaamo; grAoh^ grebe; pikoh, püe 
. . .; Umuh, tonu, 1. Fl. tdnusmo, die anderen Yerba hier: digah, 
navikoh, kretoh (krSnuti) u. s. w. Bei vok. Stämmen: kieh, Ue, 
1. FL Idismo . . . IdÜe; duh, du; mrljeh, mrlje, mrijismo; ümjeh, 
vldjeh, vtdje, vtdje, vldjesmo; nöaih, noal, nösismo, nösiie; ptsah, 
pÜa XL 8. w. 

Den Akzent des 8.-kr. Aor., aus dem wir auch auf das 
ürslav. schließen können, hat Leskien (A£3LFhiL23, S.567— 71) 
untersucht Danach war überall die 2. 3. Sg. akzentuell von den 
anderen Fersonen verschieden und zwar hatte sie den Akz. auf 
der Wurzelsilbe mit fallender Int Allerdings kamen dann auch 
Ausgleichungen vor. So haben wir trisoh, trese (IstrSse), trisoa- 
mo, trisoste, trisoie; sßkoh, 3. Sg. stjeöe (Uijede vgl. audi Ispeöe, 
peöe); jetzt zwar Ugoh, tize . . . aber dial. noch t^, poiize zu 
Ugnuti. Weiter zwar nach Vuk ajedoh, sjede ... zu sßsti, sßdem, 
aber dial. noch zäsjede (Vuk zäsjede). Die Quantität der 2. 3. Sg. 
ist häufig schon nach der 1. Sg. und nach dem Fl. ausgeglichen: 
während teze seine limge wegen tigohf Ugosmo . . . behält, wird 
prede dial. zu prede nach predoh, predoamo; hvdlih, hväli, vgl. 
pihvälT, dagegen nach Vuk püafi, ptta . . . nach tigohf tize, aber 
dial. noch pita, pisa . • . 

Bei den vok. Stämmen nach Daniö. noch Wi, li (Idi), Usmo 
zu lUi; vlti ^wickeln', pUi, bUi ^sein^ öbuti (obü), nach Budmani 
auch ddh, da; alle anderen sind durchwegs kurz: öuh, öu . . . 
Dagegen brah, bro (Izbrä); zväh, zvC (pozvä) . . . 

Bei den Stämmen auf r und auf Nasale, wie mrljeh, mrlje, 
mrijiamo, mrijiste . . . kleh, kle, klismo, kliste, aber es heißt noch 
zäkUh, ümrijeh, dagegen zakli, ümrije, demnach ist kWi und 
mrljeh erst später nach der 2. 3. Sg. akzentuiert worden. 

Slov. In den Freie. Denkm. ist der Aor. noch stark vertreten. Es 
ist hier noch der Typus ved^: boido {l. poido, aksl. poidq 11, 12). Weiter 
bi: (gemu he fUi U 2—3 = jtnu M iiti), weiter htte II 30 (wäre aksl. 
li^. Sonst pride (2. Sg.) deUue (= dHase II 44); ituoriie . . . woraus wir 
ersehen, daß im Siov. die 3. PI. auch auf -«^ endete. Den Beflex dieser 
Form finden wir übrigens auch noch in den sloven. Denkm.: dojdoie, 
donesoie. In denselben sind nur spärliche Beste des Aor. noch vorhanden, 
wie pokazah, namatahf poce, zace, prij; vze, ttrgnu, obmu, 9ta^ obdria, 
dobi$mo, dohavismOf pogubiitno (vgl. im S.-kr.), aber auch videhmo (MIkl. 
ni« 8. 168). 

Buss« Auf Grund des Materials in den ar. Denkm. kommt 
pleTskij zum Schluß, daß der Aor. im E. bald nach dem 



166 

XIV. Jhd. verloren ging, wenn er sich aach noch im XV. Jhd. 
in den NoTgoroder Urkunden häufig zeigt (S. 231). In den By- 
linen fand er nur bysth. Zur Zeit des Verfalles sind mannig- 
fache Veränderungen der Formen vor sich gegangen, insbesondere 
zeigt sich auch eine Beeinflussung seitens des auch dem Unter- 
gange geweihten Imp£ So finden wir in der 3. PI. st -ia ein 
'äe (nach der 3. Sg. Impf.): pozobaie (1216), paveleie, paslaie 
(1372). Sehr häufig sind solche formen bei Skorina. Doch wird 
dann diese Endung der 3. Sg. Impf, auch für die 3. Sg. Aor. 
gebraucht: podraie (XIV. — XV. Jhd.), aber auch umroia, prigtu- 
püa (als 3. Sg. Aor.). Außerdem taucht aber hier auch die 
Endung des Impf, auf: privedochu (1339), pridochu (1409). Das 
Hil&Terb wird mit Aoristformen yerbunden: utt bystt (später 
«8^ byh), esme pogibochofm. 

Unter dem Einflasse des Präs. wird in einigen nordr. Denkm. des 
XIY.— XVL Jhd. in der 3. Bg. ein (• angefügt (vgL im AksL pf<», umritt 
a. B. Vf., deren U übrigenB aach im B. vorkommen, s. oben S. 150): pri- 
tkib, roditb; selbst auch kupiitib (3. Sg.). Es tritt dann eine allgemeine 
Konfasion ein: Formen des Sg. werden für den PI. gebraucht u. s. w., 
▼gl. aach my jaz({jaehu u. and. (Sobol. S. 233). Solche Ungeheuerlich- 
keiten waren wohl nicht der Reflex der lebenden Sprache, vielmehr sind 
sie Produkte der Schreiber, die für die richtigen Formen kein Gefühl 
mehr hatten und willkürlich kombinierten. Über die Endungen -•^to, 
'hU TgL beim Impf. (ar. and ab.). 

Poln. Schon in den ap. Denkm. sind die Aoriste selten. 
Verhältnismäßig häufiger finden wir sie noch in den Heiligen 
Kreuzer Fredigten (XIV. Jhd.): widziech (1. Sg.), postawi, stqpi 
(3. Sg.)y pocz^chß, pospieszychß si^, zaplakache, wzdache. Daraus 
ersehen wir, daß der ap. Aor. in der 3. PI. mit dem Ab. auch 
übereinstimmt Sonst auch noch mahoich (Flor. Fs.). Den ein- 
fachen Aor. (aksl. vedh) finden wir hier nicht Der Typus aksl. 
vedoch^ weist hier auch die dem Böhm, entsprechende Form 
*vedech auf. Brückner führt aber nur aus einer Eidesformel 
Y. J. 1401 an: jako nie wynidziechq {-die) z Janowa domu i nie 
ukradtiechq (-che) Woßkowi koni {AM. Fhil. 11, S. 477). Für 
das F. wäre danach anzusetzen: wifnidziech, wifnidzie (2. u. 3.), 
wynidziechwa, wynidzieeta, wynidziechom , wynidzieäcie , wyni- 
dziechq. 

Ebenso auch im Folab.: utceeh jeg = aksl. ut^koch^ ßgo, 
OS. etwa pjeöech (S. 478). 

Der Aor. ist schon im Ap. selten. Was daher Krynski als seine 



156 

Überreste aas dem goldenen Zeitalter der p. Poesie and aus modernen 
Aatoren anführt (S. 210— 212, vor ihm faßte es aach schon Smith, Gram, 
der p. Spr. 1864, S. 230 als einen Archaismus auf, vgl. Mikl. lY^ S. 779), 
ist wohl als ein Präs. hist. zu deuten. Mitunter geht ein Prät. voraus, 
wodurch das Präs. hist. angebahnt wird: ObUki biskupa %o gzlo Iniane 
% opasze ji patem, a obleeze w tukntq modrq a $ wirzehu napleeznik polozy 
. . . Bibl. szar. 

Sorb. 08. 1. Sg. spledeeh, torzech j ns. spUsoch, terzoch, jünger 
spleäech (terzech), aksl. pletoch%, ttnyochz, 2. 3. os. aplede, torze, 
ns. spleio, terzo, jünger spleäe (terze); 1. Diu os. spleSechmoj, tor- 
zechtnoj, ns. spüäochmej) terzochmej, j. spleäechtnej (terzechtnej), 

2. 3. Du. OS. 8ple6eätaj, torzeHoj, ns. spleäoHej, terzoHej, j. aple- 
äestej (terzeätej); 1. PL os. spledechmy, tarzechmy, ns. spleäochmy, 
terzochmy, j. spUätehmy (terzechmy); 2. PI. os. spleöeäöe, torzeäde, 
ns. spleäosöo, terzoiSo, j. spleSeädo (terzeiSo), 3. PL os. spUdechu, 
torzechu, ns. spleäochu, terzochu, j. spleSechu (terzechu). Bei Tok. 
endenden Verben z. B. os. nadiUach, nacUHa ... ns. naiehch, 
nadela . . . Beachte auch os. stanydi, stany (älter stanuch, stanu 
... ns. stanuch, stanu . . . z. Inf. os. stanyS, ns. stanuä u. s. w. Das 
-^taj, -Mej und wohl auch -He, -ä6o enthält noch hinsichthch des 
ä einen Reflex der urspr. Endungen -ieta, Säe des Impf. vgl. 
im B. 

Böhm. Daß wir im Ab. noch den einfachen Aor. 1. Sg. 
ßd, 2. und 3. jide, ßde, 3. Du. jideta, ßdeta, 1. PL jidom, ßdofn, 

3. PL jidü, jidü u. s. w. finden, ist S. 147 erwähnt worden. Über 
die Dehnungen auch oben S. 147, 2. Abschn. 

Den Typus nes^ finden wir im Ab. nicht, wohl aber den 
Reflex des p^h^J r^hz u. s. w. : rieh, rech. Du. rista, reeta, 3. PL 
rechu, rechu. Weiter p^h, 2. und 3. Sg. pi (aksL p^), 1. Du. 
pichova, 2. und 3. p^ta, 1. PL pichom, 2. peste, 3. pichu; mrech, 
tnre, mrechova. — mrichu. Zujiem ,ich esse* haben wir die 3. Sg. 
ß, ze, 3. PL jechu. 

Natürlich kommt dieser Typus auch bei den vok. Stämmen 
vor: pich, pi, pichovi, pieta (2. u. 3.), pichom, piste, pichu; ebenso 
d&ach, däa . . . u. s. w. 

Allgemein ist im Ab. bei kons. Wurzeln der Typus vedech 
(ygL oben S. 150—51), vede, vedechovi, vedeeta, vedechom (auch -me, 
-my), vedechu. Wie man sieht, ist in der 3. PL -echu (vgl. S. 150). 
Das fällt manchmal aus in der l.Du. und PL: pichvi, vedechvi, 
1. PL pichme, vedechme, vedechmy. In der 2. und 3. Dual, haben 
wir neben -sfa auch -Sta, in der 2. PL neben -ste auch -äte xmter 



157 

dem Einflüsse des Imperf. Andererseits dringt aach das -sta, -sie 
des Aor. in das Impf. ein. Das -äte in byHe behauptete sich bis 
zum XYIII. Jhd. Das jetzige byste ist unter der Au£hs8ung als 
bjf (j)8te aufgekommen (Gebauer III, 2, S. 61). 

Im XIII. und XIY. Jhd. bemerken wir, daB der Aor. und das Impf, 
zu schwinden beginnen; das findet im XY. Jhd. noch intensiver statt 
und im XYI. ist er schon sehr selten. Bt/ch hat sich noch jetzt er- 
halten, hat aber eine konditionale Bedeatang angenommen. Archaistisch 
behauptet sich auch jetzt noch vece (ab. r«cl) ,dizit', aber man faßt es 
als ,dicit' (etwa b. d{) auf (ib. S. 65). 

ImperfekL 

Das vielumstrittene Impf, muß als eine slay. -Neubildung 
aufgefaßt werden. Im Aksl. liegt es in zwei Formen vor: einer 
längeren, z. B. vedicuAz, und einer kürzeren, z. B. vedich^. Es 
ist nun wahrscheinlich, daß im AksL ne8ecu:hz die ältere, neseokb 
dagegen die jüngere, durch Kontraktion entstandene Form ist 
In den altertümlicheren Denkm. wie Zogr. und Mar. bilden die 
Formen auf -icuJtb, -iiiSe u. s. w. entschieden die Majorität Da- 
gegen enthält die Say. kn., die doch schon bedeutende Abweich- 
ungen von dem ursprünglichen Zustande des Aksl. aufweist, nur 
die Formen nesechh, nesSSe . . ., wobei dieselben in der 2. und 
3. Du. und in der 2. PI. außerdem noch eine andere, für die 
spätere Zeit charakteristische Eigentümlichkeit aufweisen, nämlich 
die Endungen -sia, -ste (st des urspr. -äeta, -iete, vgl. Verf. Aksl. 
Gr. S. 210, 211 und BB. 29, S. 296). Nun kommen hier auch 
im Ab. lange Vokale vor, z. B. bydlee/Je (= hydUäe), mlie (aus 
tnieSe) u. s. w. Ich dachte früher an den Einfluß von Formen 
wie umiech, sdziech (1. c. S. 302), da aber diese Verba mit vedu, 
visti u. dgl. eigentlich keine maßgebenden Berührungen haben, so 
ist eine derartige Beeinflussung unwahrscheinlich. Die b. Längen 
müssen daher als Kontraktionsprodukte aufgefaßt werden. Dazu 
kommt, daß wir z. B. auch im Ap. Imperf. haben wie tnoiudach, 
wo das -ach doch am besten erklärt wird, wenn wir es als ein 
Produkt aus einem älteren *vediachz und dgl. auflassen. Die im 
Aksl. vorkommenden Formen wie vedeachz, müssen daher als ur- 
slav. aufgefaßt werden, da die westslav. Sprachen ebenfalls dafür 
sprechen. Auch Jagiö geht von einem vedeackt aus (A&lav. PhiL 
28, S. 33). Es liegt nun nahe, vedeackb als vede- und ächz auf- 
zulösen und als selbständige Glieder aufzufassen. Was das -ächz, 
'die . . . anbelangt, so ist die Übereinstimmung der suffixalen 



158 

Elemente mit den Endungen des sog. starken Aor. aufiGallend 
(Tgl. Verf. Aksl. Gr. S. 209). Aber an eine Assimilation alter 
sigmatischer Aoristformen an den starken Aor. wegen der Toraus- 
zusetzenden Bedeutung der letzteren Form bei duratiyen Verben 
ist kaum zu denken (so dachte ich früher, BB. 29, S. 299). 
Andererseits kann man auch in -cichz kaum ein augmentiertes 
Imperf. der Wurzel es, nach Art der thematischen Verba flektiert 
(ygl. das hom. Ibv), sehen, wie es gewöhnlich erklärt wird, da wir 
ja im Slay. nirgends die Spur eines Augmentes nachweisen können, 
Jagiö will daher mit Hinweis auf das lat. eram yon einem nicht 
augmentierten echh, einer s-Form des Präteritums yon esrm, das 
er neben einem (isam, tja^ tjv und eram ansetzt, ausgehen. Aus 
nesi^ch^, püa-ediz, kupova-echh hätten sich die assimilierten Formen 
neseachz, püaachz, kupovaachz entwickeln können (Afsl. Phil. 29, 
S. 33—34). Allerdings ist hier zu bedenken, daß ein e — e, ae 
sonst noch selbst im AksL mächtig fortlebt und hier erst zu ia, 
bez. aa assimiliert werden kann, während die assimilierten Formen 
des Imp£ schon im ürslay. ein ÜEÜt accompli hätten sein müssen. 
So weist nur Mar. neben odeeth auch death, odeatt, deata auf, während 
im Zogr. hier nur ie vorkommt (Wiederoann, Beitr. znr abg. Conj. 
S. 65—66). Analog im Mar. proleai^ 8^ neben proVUtb $^ (im Zogr., Psalt. 
sin. und Euch. sin. nur letzteres, S. 69) und bei Verbis der III. Kl. 1. Gr. 
haben wir auch nur im Mar. Formen wie umeaH, doch sind die nicht 
assimilierten zahlreicher (S. 76 und 78). Im Lok. Sg. m. n. des best. Adj. 
kommt ^am» aus eemt nur imAssem. und 2 mal im Supr. vor (Verf. Aksl. 
Gr. S. 194). <M im G. Sg. m. n. kommt auch noch in den aksl. Denkm. 
vor. Beim Verbum überwiegen die Formen auf aje in allen Denkm. bis 
auf Mar., der 15 derartige Formen aufweist; diesen stehen dann nur 
assimilierte gegenüber (Wiedemann S. 78). 

Ss ist also ein derartiger Prozeß fürs ürslay. nicht besonders 
glaubwürdig. Dazu kommt noch das rätselhafte ved^, päa- u. dgl 
als erster Bestandteil des Imp£ Indessen möchte ich doch auch 
yon ein6r augmentlosen Form yon jesmh ausgehen und zwar eben 
yon einem Impf, (oder eig. Injunktiy) *e8om, *e8e8, *eset (ygl. das 
oben erwähnte hom. Imp£ kov), das also gerade so konjugiert 
wurde wie der starke Aor. vedz, vede ... In den ersten Personen 
berührten sich diese Formen mit dem «-Aor. wie *vide8z, ^vide- 
sove, *vide80tm. Unter dem Einflüsse derartiger Aor. konnte 
wohl das « zu e gedehnt werden: *ew (dann *Schh), *^ove, *S80im, 
Von da aus konnte das S [e) in die übrigen Formen eindringen. 
Es ist mir nicht unwahrscheinlich, daß der starke Aor. yon dura- 



159 

ÜTen Verben als Injunktiv ursprünglich die Funktion des Impf, 
hatte und dahin mt^ßte auch *igh gehören. Andererseits scheint 
sich urspr. auch der s-Aor. von durativen Verben mit dem Impf, 
berührt zu haben, wofür einzelne Belege auch noch im Aksl. 
sprechen (vgl. BB. 29, S. 297—98). So konnte sich der Aor. 
bechz mit dem Impf. *isz, *jackb berührt haben. Durch Ver- 
quickung beider Formen konnte ein neues Imp£ bia4^z, biaie . . . 
entstehen, wobei das *jachz, *jaie seine Selbständigkeit vollständig 
verlor (es stand zu abseits sowohl von jes in jesmt u. s. w., als 
auch von bi^i u. dgl., dem bechz und dann beachz näher stand). 
Wir setzen also die Priorität des bichz voraus. 

Jagic meint umgekehrt, es wäre urspr. ein heaehh dagewesen und 
nach videaehb, videaie zu videeh9^ vide wäre auch zu biaehb^ heaie ein hickb^ 
6^ . . . entstanden (Afsl. Phil. 28, S. 84). Wenn es aber eine neue Form 
sein soll, so würden wir nach demselben Verhältnisse auch bei anderen 
Imperfekt! 8 schon im Urslav. analoge Nebenformen sei es als Aor., sei 
es als Impf, erwarten, da ja auch das 6&A» schon urslav. war (es kommt 
z. B. auch im Ab. Tor), also z. B. zu itM^eA», nSaie auch ein *fie«&A5, 
^n€U ..., ebenso *dvignechh^ ^dvigne u. s. w. Wir haben sie aber nicht, 
daher muß hech^, he als eine alte Form und zwar wohl als eine Aorist- 
form beurteilt werden. Sie geht zurück auf *6Aim«, *6A|^, das 6^ ergab; 
dazu wurde dann auch analogisch ein hech^ gebildet (oder war dieser Aor. 
schon von Haus aus sigroatisch: « — «, s — i müßte abfallen). Daß heehb 
in der Evangelien Übersetzung häufig dem gr. Impf, r^v entspricht, darf 
nicht befremden, denn sobald ihm ein heaehh zur Seite stand, mußte es 
von ihm auch hinsichtlich der Funktion beeinflußt werden. Indessen 
haben wir selbst auch da noch aoristische Spuren: tö^ Luc. 13, 2. Mar. 
und Ostr. (Zogr. hat schon (yi^), ebenso 13, 4 (Mar. Zogr.) für das gr. 
iyivorto. 

Lag nun ein Impf, beachz, b^aie . . . (älter bijachz, bejaie . . .) 
vor, so wurden danach auch die nahe liegenden Aoriste wie ri- 
dichz zum Impf, videachz, dann auch delachz zu dMajachz u. s. w. 
umgeformt Schwieriger wäre dann der weitere Schritt zu den 
Impf, der Verba der I. und IL KL wie vedeachz, dvigniachz. 
Neben der Wirkung der einfachen Analogie {becukhy videckdtb 
XL s. w.) kommt auch der Umstand in Betracht, daß es aoristische 
Stämme auf i und -ä gab (natürlich mit den entsprechenden 
Bildungen). Daß sie einmal im Urbalt.-slav. zahlreich vertreten 
waren, dafür würde noch das lit Prät auf -au (aus ä + u) und 
iau (aus 9 + 1«) sprechen (vgl Verf. BB. 29, S. 303 f.). Daß das 
Impf, urspr. aus dem Anschlüsse an Aoristformen entstand, sehen 
wir ganz deutlich an den aksL Formen wie besedovaackb (erst 



160 

später besedujaSe u. s. w.), ebenso ab. mihvich, aber kein müu' 
jiach; weiter aksl. ztdaachz, iskaachh, pisaackh (nicht püaadvh); 
ebenso ab. pisäch, ordch xl s. w. So war auch bhraachz die iirspr. 
Form, Tgl. 8.-kr. hrah, ab. hrdch, wenn auch frühzeitig die Neben- 
form *her^ach% (ab. beriech, sorb. bjerjeeh) entstanden ist 

Freilich zeigte sich frühzeitig das Bestreben, wegen der dauernden 
Handlang, die das Impf, ausdrückte, es mit dem Pr&sensst. in Zusammen- 
hang zu bringen. So entstanden vor allem die Formen wie dvigniaeh^, 
sobald es zu einem Präsens dvignq, dvignesi ... kam (I S. 510f.)» so auch 
das schon erwähnte herlaehhy müt/y'aehb (neben müovaaehti) u. s. w. Dieser 
Prozeß wirkt dann noch weiter, wie wir es z. B. im Ab. beobachten 
können. Es hat hier die aus den urslav. durch Kontraktion entstandenen 
Formen wie umieehf jmieehj diläeh u. s. w. gegeben. Daneben kommt aber 
Tor : umijUeh^ jmiyUeh^ d&ajUeh ... d. h. sie sind durch engeren An- 
schluß an das Präs. (und zwar die 1. Sg. od. 3. PL, bei^mM^t war zwar 
die 3. PL jmqjüy aber der Imper. jm^', jmejte) entstanden ; vgl. auch das 
ns. humjejaeh (Mucke S. 570). 

Durch diesen engeren Anschluß an das Präs. wird wohl das ab. 
Impf, protieehy protüie im Gregensatz zu aksl. proiaaehh^ proiaaie • . . 
nicht zu erklären sein. Es gab wohl auch im Ab. einmal ein proidehj 
proiUsi {vgl. OS. noiaeh, woiaeh). Aus einem nach vidiaeH u. dgl. ent- 
standenen *pro$ieaehz entstand *pro9iheh9, proiaaehb. Aber es wirkte 
hier wohl die Analogie der Verba der III. Kl. 2. Gr. (mit unverändertem 
Kons., vgl. Geh au er III, 2, S. 55), finden wir ja selbst auch schon im 
Supr. radeaehb ,curabam* 134, 17 und prichodeachh 450, 3 (Mikl. III' 
S. 117). Erst im XY. Jhd. finden wir nach der 1. Sg. myili (die noch 
vorkam) auch ein myilieh . . . Formen ohne Erweichung des Kons, finden 
wir übrigens auch im S.-kr. seit dem XVI. Jhd.: ukaaU^ grozah, nosaie 
PaniS. S. 311); jetzt noiäh^ noiäie . . . Ebenso ar. chtOaeh^, 2. u. 3. Du. 
choidhta neben myaljahia^ iudjaita $jay ehodichtät. 

Schon im Aksl. bemerken wir, daß das Impf, yom cA-Aor. 
beeinflußt wird und zwar waren es die Endungen -Seta, -Sete die 
von den Aoristendungen -sta, -ste allmähUch verdrängt wurden 
(vgl. Verf. Aksl. Gr. S. 211). So auch dann in der Regel in den 
einzelnen slav. Sprachen. Der Reflex des -äeta, -äde hat sich 
jedoch im Ab. als -ito^ -^te, das selbst in den Aor. eindrang (vgl. 
oben S. 156—57), erhalten. So auch im Sorb. (S. 156) und R 

Im Bg. lebt jetzt noch das Impfl und zwar behaupten sich 
die kürzeren, kontrahierten Formen: bodichb, badese (2. und 3.), 
bodechme, bodechte, bodecha, ebenso dznechz, vodech^, fnolich^, 
Vbrteckb; stojachz, stoeie, stojachme, stojcuJite, stojacha; lezdch, 
l€zi§e . . .; biech^, bieie . . .; vikach^, vikaie . . . Der Akzent 
stimmt mit dem des Präs. überein: Präs. Uja, Impf, bleche; Präs. 



161 

d^r^ä, Impf, d^rzäch^. Femer haben wir hier: bechz, beie (be), 
bichme, bidUe, bicha. 

Die kontrahierten Formen haben wir auch schon in den 
mittelbg. Denkm.: pla^aie, tedeie, mozeie, noB^e, moljcLie se. Nur 
unter dem Einflüsse der älteren Vorlagen zeigt sich auch noch 
z. B. leiaaäe, pla^aachu u. s. w. (Lavrov S. 202). 

Im S.-kr. hat sich der Reflex des -eachh noch in den jetzigen 
Formen erhalten: pUtijäh, plHijaie, flHijOsmo, pUtijOste, plHijähu. 
Im As. pUtijeh neben gredih, gredijeSe neben gredüe, idijehomo 
neben bihomo, pleiijehu neben nesihu. Die i&-Formen sind jetzt 
insbesondere auf kr. Boden heimisch (I S 67). Unter dem Ein- 
flüsse der 'CMchz-Vormen finden wir in den Denkm. auch: tnogcuxhb, 
mogahb, tnrahb, mogaSe, pekaie, beraie, z&vaSe^ mogahomo, moga^ 
hote, tnogahu, berahu (Dan. S. 306), jetzt bräh, brcie • . . Weiter 
dann dujah, pazah, gavaraie, noSaie (auch nosaie vgl. oben S. 160), 
hvaljahomo (aber auch -hmo, -mo XVII. Jhd. und 8tno S. 307), 
2. PI. auch hate. 

Merkwürdig ist p^eijäh, peeijüe u. 8. w., das mehr verbreitet ist als 
tecäh, ieiah und das auch schon im As. vorkommt (als reeijeh, reeih^ Ueik, 
tseijehu a. s. w.). Daß c, If, « im Impf, älter ist, daran kann wohl nicht 
gezweifelt werden (vgl. im Westslav. b. und sorb.). Die s.-kr. Formen 
sind vielleicht unter dem Einflnsso des Imper. entstanden, mit dem sich 
das Impf, wegen seiner oft modalen Bedeatung berühren konnte (insbes. 
in hypoth. Sätzen). Analog auch im Ar. (Wiedemann, Beitr. zur abg. 
Konj. S. 124). 

Über Impf, wie imadue, rnnjadthu vgl. I S. 514. 

Im Slov. kommt jetzt kein Impf. vor. In den Freis. Denkm. haben 
wir dagegen noch zahlreiche Belege wie uvedechu^ Up^hu^ pecaehu (,torre- 
bant'), obujaehu^ zigreaehu (= aksl. s^gre/aehq ,calefaciebant*), tnachu^ 
vtiachuj gtradaeho n. s. w. Man hat es auch hier durchwegs mit kontra- 
hierten Formen zu tun. Auch in späteren Denkm. finden wir noch Über- 
reste wie beißf besta, hehmo^ nosaie (also wie im B. und S.-kr. vgl. MikL 
ni« S. 160). 

Das Ar. kennt meist nur die kontrahierten Formen auf 
"jaehz und -ächz : bjaie (1076, aksl. beaSe), idjc^e, zivjaSe, nm- 
jciSe, sidjaie, vHjaie u. and. (Sobolevskij S. 160), doch auch 
bechu, biie im XIV. Jhd. (S. 161). Die längeren Formen tauchen 
auf als imeachz u. dgl. und zwar noch in der 2. Hälfte des 
XIV. Jhd. Daneben auch bjaase, bjaachu, idjaaSe, zivjaaie . . . ., 
was wohl als Reflexe der aksl. Formen beachz, ziviachz, ideachz . . . 
aufzufassen ist und der wirklichen Sprache fremd war. In den 
r. Originaldenkm. haben wir budJaSe, 8jadj(iie . . . (vgl. I S. 70). 

Tondrik, Vgl. sUt. Gramm, n. 11 



162 

In der 2. u. 3. Du. u. 2. PL haben wir neben sie, sta (vom 
Aor.) auch noch Sete, Seta und HU, ätta (vgl. ab.). 

Da das Impf, in echt r. Denkm., Urkunden u. dgL, deren 
größerer Teil aus dem XllT. — XIV. Jhd. stammt, nicht vor- 
kommt, meint Sobolevskij, daß es damals in der lebenden 
Sprache entweder nicht mehr vorhanden war, oder nur äußerst 
selten gebraucht wurde (S. 230). Jetzt ist es der Sprache un- 
bekannt 

In den ältesten ap. Denkm. (Heiligen Kreuzer Fred., flor. 
IV u. Pul. Ps.) ist das Imp£ auch schon fast eine Seltenheit 
Es sind Formen belegt wie mohaiadi, biesze, siedziesze, wyoka- 
dzasze, mohoiasze und 3. PL bieche, blogoslaunache, luczache (zu 
iuczy6), demgegenüber cAtt^a^ecA^; pot^piache, poMinache, dpiewachß, 
szükache, przysi^gache, mijache (Eryüski, S. 203—4 und Ea- 
lina, S. 461—62). 

Im Sorb. hat sich das Imp£ mit dem Aor. bis jetzt erhalten. 
Es wurde hier ia in e [ß) und aa (bez. jaa) in a (Ja) kontrahiert, 
z. B. OS. pledech, ns. pleäech, 2. und 3. Sg. os. pleöeäe, ns. pleMo, 
1. Du. OS. pledechmoj, ns. pleiechmej, 2. und 3. Du. os. pU6eitaj 
(4ej), ns. j^eHejf 1. PL os. piUdcchmy, ns. piedechmy, 2. PL os. 
pUdeiöe, ns. pUdeä6o, 3. PL os. ple6echu, ns. pleäechu. So auch 
OS. njeaechf ns. njaaedi; os. ns. moiach, wodurch das hohe Alter 
der aksl. Formen fno^aach^ u. s. w. bestätigt wird. Analog os. 
pijach, pißäe, pijachmoj, pijeitaj, 1. PL pijachmy, pijeSde, pijachu, 
ns. pijach, pijaäo, 1. Du. pijadimej) 2. und 3. pijaMej, 1. PL pi- 
jachmy, % pijaäöo, 3. pijachu. Ebenso os. hrijach, ns. grijach; 
OS. ns. shizach, 2. Sg. os. ahizeäe, ns. aiuzaio; os. ns. slyiach u. s. w. 
(vgl. Mucke S. 518 f.). Dagegen os. pisach, pisaäe, pisachmy 
(hier bleibt also das a), ns. pisach, pisaSo u. s. w. So auch os. 
wjazach, ns. u^Szach; os. ns. plakach; os. ns. kupawach; os. ns. 
pöznawach. 

Es haben allerdings auch mannigfache Analogiebildungen, 
namentlich hinsichtlich des -ach und -ech stattgefunden (S. 546). 
Im Ns. muß auch hutnjijach (vgL unten das ab. umejiech) hervor- 
gehoben werden. 

Wenn auch im Ab. das Impf, noch ziemlich häufig ist, so 
beginnt es doch schon im XIV. Jhd. zu schwinden, noch mehr 
aber im XV.; im XVI. ist es schon ziemlich selten (vgL beim 
Aor.). Für -äeta, -3ete haben wir hier, wie schon erwähnt, -Ma, 
-He, das auch in den Aor. eindringt Analog auch im Sorb. und 



163 

Ar. umgekehrt machen sich aber aach im Impf, die aorist. 
Endungen -sta, -sie geltend. Wegen der ungenauen Orthographie 
kann man allerdings nicht in allen ab. Denkm. diese Endungen 
aus einander halten. 

Das hier urspr. Torkommende -icJk, -Ü# (vgl. oben ap. tmoimach, 
moiuna$ze, femer ns. bijaeh, bijane, hum^aeh^ humfjaio, ehufalach^ ehwalaio 
a. 8. w., 08. hyach, htjese, ehwalaehj ehwakie u. 8. w.) mußte nach weichen 
Kons, in der 2. und 3. Sg. nnd 2. PL za -üUj -ieiU nmlaaten (vgl. I S. 79), 
dieser Umlaut wurde aber verallgemeinert, so daß wir nach weichen 
Kons, nur -t#eA, -ieie u. s. w. haben. Der Umlaut hat auch das os.pijeie 
u. 8. w. gegen pijaeh u. s. w. herbeigeführt. Über das lange i (m) vgl. 
I- S. 74—75. Darin konnte, wie auch sonst, die lotation schwinden 
(I S. 74) ; so haben wir z. B. vedi'iie^ pro9eeku u. s. w. 

In der Endung -le der 2. und 3. Sg. kann das -€ manchmal abfallen : 
biei^ jmiei. Das o der 1. Du. (vedieehovi, vedieehava) und 1. PI. (vedieehome, 
etdUekomy) kann manchmal ausfallen: tn^'iehmß u. s. w. Ober prosieeh 
ist oben S. IGO, über umijieeh neben umi^eh und dUajieeh neben deläeh 
und Bchließlich über ptiäeh^ ordeh u. s. w. ebendort gehandelt worden. 

In den ab. Texten ist es nicht immer leicht in bestimmten Personen 
das Impf, von den Aoristformen zu unterscheiden, da die Quantität in 
der Regel nicht bezeichnet wird. So kann ein geschriebenes delach ent- 
weder ein dilaeh (Aor.) oder dildeh (Impf.) sein. 

Über den slov. Impf. Tgl. 0. Wiedemann: Beiträge zur abg. Konjug. 
8. 113—126, wo auch die ältere Lit angegeben, Verf. in BB. 29, S. 295— 305 
und Jagic Afsl. Phil. 28, S. 27—35. 

Der Konditional bimt. 

Im Aksl. kommt in Konditionalsätzen ein binth, bi, birm 
XL s. w. vor, das unbedingt mit dem lit Opt 1. Sg. -biau, 2. -bei, 
1. Fl. 'bime (es dient hier in Verbindung mit dem Sup. zur 
Bildung des Opt: 1. PL 8uktwi%4>imß) zusammengestellt werden 
muß. Brugmann faßt bimt ^cb wäre' und lit bü(i) fit war' als 
urspr. augmentlose Präterita auf (Kurze vgl. 6r. S. 502, Anm. 2) 
imd yergleicbt es mit lat fi-s, fit, aber der syntaktische Gebrauch 
macht hier einen alten Opt. zu einem Stamme, wie er im Aor. 
b^^ (aus ^b^i-) vorliegt, wahrscheinlicher. Dafür spricht auch 
die Endung -mb der 1. Sg., die als Endung eines Präteritums 
nicht recht begreiflich wäre. 

Dieser Opt. wurde jedoch zum Teile anders hehandelt als jener, der 
im Slav. die Funktion des Imper. übernahm. Während sich n&mlich der 
Imper.-Opt. 2. Sg. *dadj^$, 3. *dadpt, 2. PI. *dadite, aksl. dadiU im Sg. 
allem Anscheine nach an vorauszusetzende Imper. wie *mol^, aksl. molk 
ansebloß, so daß ein ^dadj^, aksl. dtOd^ entstand (vgl. oben 8. 143), war 



164 

es bei ^tifi» nicht der Fall. Wegen der abweichenden Fanktion blieb es 
nicht mit diesem neuen Imper. in Kontakt, sondern ging seine Wege, 
indem es den Sg. nach dem PL ausglich, was auch fürs Tat. gilt. Seine 
Wege ging auch der im Aksl. vereinzelt vorkommende Opt. (d^padhnh 
(Psalt. sin. 7, 5), wo auch schon eine primäre Endung (*-mt) st. der 
sekundären vorkommt wie bei ftm?». 

Die 2. und 3. Sg. lautet dazu hi, 1. FL hirm (einmal auch 
bichatm nach bychotm zu bychz), die 2. FL sollte *büe lauten, 
nach bjfste ist jedoch ein btste entstanden. Die 3. FL sollte *b^ 
heifien (aus *bufnt, *b^ifU, *b^tnt, vgL rid^ nach I S. 117— 8), 
ist aber nicht belegt, sondern dafür der lautUch verwandte Konj. 
bq (entweder ein urspr. InjunkÜT, Tgl. 3. FL redq als starker Aor., 
oder aus *b^nt bez. *bhuäfU entstanden). Nach byi^ zu bych^ 
ist auch biS^, das neben bq yorkommt^ aufgekommen (in allen 
aksl. Denkm. 30 mal bq und 15 mal biäq). 

In Verbindung mit dem Fart prät act II kommt es in 
Konditionalsätzen und in Finalsätzen vor, z. B. <iäte bi byh prO' 
rokh, videl bi Luc. 7, 39; tntne nikolize nedah esi kozd^, da sh 
drugy moimi f^zvesdih 8^ bimt Luc. 15, 29. 

Die nahen Berührungen des bimt mit bych^ (vgl. 2. und 
3. Sg. bi und by, 2. Fl. sekundär biste und byste u. s. w.) brachten 
es mit sich, daß letzteres allmählich auch die Funktion des bimh 
übernahm, bis dieses schließlich ganz verdrängt wurde. Den An- 
fang des Frozesses bemerken wir schon im Aksl. (vgl. Verf. Aksl. 
Gr. S. 212-13). 

Außer dem AksL und den späteren davon beeinflußten 
Denkm. begegnen wir einem bim noch in den Freis. Denkm., die 
allerdings auch unter dem Einflüsse des AksL stehen, z. B. da 
bim disto ispoved Hvorü III 22, so noch III 52, I 25 und 31. 

Das sigmatische Futurum. 

Es lautete "^byiq, Hyse^i ... und enthielt also einen auf 
-«>., 'Sje- ausgehenden Stamm. Vgl. lit büsiu, gr. yt'aw, aL 
bhä^ati, lit vers-iu, ai. varts-ydti (zu ^ert ,vertere' vgL Brug- 
mann, Kurze vgL Gr. S. 529). Davon hat sich jedoch nur das 
Fart ksl. byS^, bySqHa (vgL teS^, tesqita zu tesati) erhalten (vgL 
I S. 493). 

Allerdings weisen die meisten Belege auf eine Form aksl. 6yif, G. 
byi^Ha hin und so meint Jagic, daß das Fut. nach der IV. Klasse (wohl 
nach unserer III. Kl. 2. Gr.) konjugiert wurde: byic^ byHH, hyiitz ... 
hyi^^, Das würde auf das genaueste durch das lit Fut Wtiu, hu9{%). 



165 

Mtim«, hüsite . . . bestätigt (Afslav. Phil. 28, S. 36). Allein das sla7. • 
wäre danach anerklärt. Außerdem ist zu bedenken, daß sich doch auch 
zwei Belege für b^fsq . . . finden, nämlich bjfiqUago und bykfiinmi (Jagic 
1. c. S. 35 und Mikl. III' S. 538). Nebstbei weist auf ein *6y«ri;'- auch 
das ab. Adj. prohyiueny, neprobyitkeny «utilis, inutilis', das ein Part, pro- 
hyiüe- (ursla?. * prohySifti') voraussetzt (vgl. die Belege bei Gebauer 
ni, 2, S. 66). Es kann also an einem nrslav. byie, *^«Kt' ^ohl nicht 
gezweifelt werden. Allerdings konnte dann der Nom. byi^ der ganzen 
Dekl. zu Grande gelegt werden, wenn das Wort isoliert wurde. Das lit. 
Fot. wie dü'sim(e)t dü'8it{e) ist eine Neubildung und wird bei Brugmann 
(1. c. 8. 630) erklärt. 

Wie jetzt das f ut. im Slav. ausgedrückt wird, s. weiter unten. 

Oberreste einiger anderen Verbalformen. 

Im Aksl. kommt ein einziges Mal noch die 1. 8g. Opt 
othpademt ^änoniaoifii^ (Psalt sin. 7, 5) vor, aber schon mit 
einer primären Endung. Aus einer anderen Quelle ist oben auch 
bqditnt angeführt worden (vgl. oben S. 142). 

Weiter kann hier die Konjunktivform bqdq angeführt werden; 
es ist analog wie das oben S. 164 angeführte bq zu beurteilen 
und hat die Funktion des Imper. für die 3. PI. übernommen z. B. 
bqdq crida vasa prepojtisana yiaxu^av .... neQiCioüfiiyai^ Luc. 
12; 35; bqdq dnte ego mali fyeyfi&rjiooav^ Psalt sin. 108, 8, hier 
noch 108y 9 und 118, 13; i na oöüöenie namz bqdq fii in puri- 
ficationem nobis sunto' Kiev. Bl. Y 15—16. 

Part. präs. act. 

Es wird mit dem Su£ -nt gebildet (I S. 492). Nom. Sg. 
m. n. aksL ursl. vezy, f. aksl. vezqäti. Das 'j^(t)8 des N. Sg. ist 
zu ''j^(t)8 geworden (vgl. aksl. bhj^, utnij^, glagclj^ . . .), nachdem 
im Inlaute der Nasal q schon entstanden war: G.Sg. aksl. bbjqäta, 
umijqHa u. s. w. (I S. 125). Über trtp^, trbp^Ha und chval^, 
chval^a vgl I S. 117. 

Schon im As. findet man neben mogi (aus mogy) . . . auch 
möge, kove, ide, d. h. nach Formen wie daß aus daß, mole, prose 
. . . und zwar bis zum XVII. Jhd. (Daniöiö S. 348). Diese 
Formen kommen mit dem Ende des XIY. Jhd. auch für den 
N. Pl.y N. Sg. f. u. A. Sg. m. (S. 350) vor. Ebenso kann auch 
die Form des N. PI. auf -Se und dann -Si und -6 andere Eoisus 
vertreten (vgl. oben S. 69 imd Dan. S. 355 f.). Jetzt gebraucht 
man die Form plHaöi, piküöi, ümijü6i, vtdeöi, no8^6i u. s. w., 



166 

dabei findet "eii mitunter eine größere Ausbreitung (Tgl. möge 
gegen mögt); umgekehrt steht aber auch manchmal -üöi für -SSi 
(vgl. auch Mikl. m> S. 228). 

Im Slov. kommen zwei erstarrte Nominativformen vor: auf 
-ö: bodqö, gredqö, bojiö, vidid (urspr. -^ vgl Bad 132, S. 176), 
hupujqö, was wohl aus -^' hervorgegangen ist, da wir analoge 
Formen schon in den Freis. Denkm. finden: prig&ndioki (— pri- 
jemljo6i) 11 3; imoki (— itnodi) II 6 und dann auf -e (= urslav. 
-^, vgl. s.-kr. 1910^^ für mögt): kled^, mold^, stoß, sed^, auch kupuß 
u. 8. w. (Bad 132, S. 207). Der N. Sg. m. auf -y kann nur noch 
in den Freis. Denkm. belegt werden: itnugi («- imy) II 5. 

Im Bruss. ein veda schon in den ältesten Denkm. und noch 
im XIY. Jhd. nicht selten ; ein vedtf nur in jenen ar. Denkm., 
die ksl. Einfluß verraten (Sobol. S. 162). Nach IJtMja, jemlja 
XL 8. w. wurde fiühzeitig (um 1300) auch das -a erweicht: z<n>ja, 
rkja (älter rhka) neben rekja, idja. Diese Formen wurden herr- 
schend (SoboL S. 255). Fem. vedudi u. s. w. 

Seit dem XIII. Jhd. nehmen auch die Part. präs. von perf. Verben 
die Bedeatong des Part. pr&t. an: eosma tMzdu (« w^'avtiU So auch 
jetzt prülf'a nehen prii^tk und zwar selbst in der Schriftsprache (aber 
nur diese Form im Sg. S. 256). Sonst wird es als erstarrte Form ohne, 
Bücksicht auf Zahl und Geschlecht gebraucht. Daneben kommen auch 
Formen wie xni\juci^ hudttci vor, die insbesondere früher beliebt waren und 
jetzt auch noch der Volkssprache eigen sind. 

Im Ap. finden wir auch für y in nesy den Nasal, der bei 
Formen wie aksl. bhj^ slyi^ u. s. w. schon im Urslav. vorkam, und 
zwar wird er hier als oder q geschrieben, wie z. B. przyde, natide, 
utfUf ... So bis zur zweiten Hälfte des XV. Jhd. (vgl. Kaiina 
S. 453). Für das F. ap. tnajqcy, tnodiqcy . . . (S. 468). So bis 
zum XVI. Jhd., ja in der Volksspr. jetzt noch (Kryüski S. 201). 
An die Stelle des N. Sg. tritt auch der Akk. auf -qc, der als 
eine erstarrte Form für alle Numeri und Genera gebraucht wurde: 
rostqc, jidqc ... So auch jetzt noch bei imperf. Verben, fiiiher 
auch bei perf., allerdings im Sinne des Part prät. In der best 
Form haben wir niosqcy, F. niosqca, N. niosqce, das dann wie 
ein Adj. dekliniert wird. 

Sorb. ImOs. haben wir auch denBeflex des -f : tojedzo gegen aksl. 
vedy ^führend', hjerfo, toukujo (aksl. vykny\ znqfo, kupt^fo, khwalo. Im Ns. 
haben sich nar spärliche Beste erhalten: wölqje jafend*, tdyehqf^ und 
and. (bei Moller, s. Mucke S. 514). Im Ns. sonst jetzt dafür die er- 
starrte Form auf -cy. Prüher wurde auch eine besondere jidverbielle 



k 



167 

Form auf -no gebraucht: bijucj^ ^schlagend', toitajueyno ,grüßend'. Bei 
der best. Form ist im Os. -aey st. -uey Terallgemeiiiert worden: pUdaey^ 
teukujaey, daneben auch -iey: wukniey^ pif^y» piocicy (nach der lY. Kl.) 
ns. pUiuey^ phiuea, pletue^; huknuey^ -«a, -ee; znqfuey, -ea, -c«, dagegen 
ehwaleey, ehwaUea, ehwaleee, ob. kktoalaey, 'oea, -ac#. 

Im Böhm, auch nesa, veda and diaL veda, sedria; nach 
weichen Kons. ab. teU (I 79), nb. teäe. Von perf. Verben yer- 
tritt es oft auch das Part prät. act z. B. ab. sada, napiä {sada zu 
aksl. sisii, 8^ yconsidere'). Sonst über das Part vgl oben S. 70. 

Part. präs. pass. 

Es wurde mit dem Su£ -nuh gebildet (I S. 429): aksl. ve- 
domz, nesomz, znajerm (aus znajorm). Die Yerba der III. Kl. 
2. Gr. und der lY. Kl. haben vor mo das i der Kl.: aksl. irtpimz, 
chvoUirm. 

Im As. kommt es nur unter dem Einflüsse des AksL (Dani- 
öiö S. 370) vor; auch im Slov. ist es nicht vorhanden. 

Im Buss. kommt es noch vor und zwar ist es insbesondere 
bei der V. Kl. 1. Gr. vertreten: dilajetm u. s. w. Es wird meist 
zu einem Adj.: chvalimyj, wird aber auch noch zum Ausdrucke 
des Pass. (s. bei diesem) gebraucht 

Im Po In. in beschränkter Zahl und zwar meist schon als 
Adj.: toiadomy, widomy, Swiadomy, rzekotny, ruchomy (nur noch 
xoiadomo, ruehomo u. s. w. Kryiiski S. 202). 

Im Ns. nur in der Phrase widome scyniS ^bekannt machen'. 
Im Os. auch adj. stvidomy, loHomy, widomy, znajomy. Sonst 
sind sie von den Bildungen auf -mny verdrängt: wudaßmny, 
znajomny (Mucke S. 514). 

Im Böhm, haben wir auch nur einige: vidom, vidom, zndm 
(aus *2naßm), ab. drHm ,behalten* (Geb. III, 2, S.92). Während 
es also aksl. heißt: drivo posiiaemo byvcLetb i vh ognt vhinitaemo 
Matth. 3, 10, finden wir dafür im B. ström vyiat byvd a uvrzen, 
p. bywa tpyci^ i wrzucone; aksl. gon^m^ byvaaäe f^lavvero* Luc 
8, 29 heißt im B. byval pmen, p. byteai p^dzony. Die anderen 
slav. Spr. mfissen also das Part, prät pass., das einfach zu einem 
pass. Part, yuxv e^ox^v geworden ist, nehmen. 

Part. präL act. I. 

Es ist ein urspr. Part perf. act., über dessen Bildung schon 
I S. 496 gehandelt worden ist; vgl. auch oben S. 70. Daß aus 
den anderen Formen die Yollstufe des Stammvokals eindringt, ist 



168 

auch schon erwähnt worden. Neben N. Sg. m. n. vhH, G. vltkbSa, 
lit vühisio, t vhkbH u. s. w. schon im Ak. auch izvUkb. Neben 
hrhgfh {bf^ffbäe Supr. 72, 14) auch brigyi (ib. 324, 16) zu briiti 
,8ich kümmernd Wo im Präs. nicht die Y-stufe vorkommt, ist 
sie auch in der Regel nicht in das Part eingedrungen z. B. ött^ 
zu disti; ätdh zu iti könnte auch aus *Sedh nach I S. 141 er- 
klärt werden. 

Auch im S.-kr. finden wir podrv, prostrv, prostriv (Daniöiö 
S. 373, vgl I 8. 496). Für den N. Sg. f. auch rekäa (XVU. Jhd. 
S. 384). 

In russ. Denkm. zwar noch jetm, snefm, aber schon im "^^T, 
Jhd. jat^, pojavh, raspjavh . . . (jetzt auch in der Schriftspr.). Für 
das ältere ld^, id^e; äed^, äedhSe; ukrad^, ukrcuihie jetzt meist 
if^, ivH; Sevh, SevH; ukrav^, ukravH. Unter dem Einflüsse von 
vzemh, vzemse tauchen auch Formen auf wie porodimH, xapla" 
kamäi, uslyiamSi u. s. w. (SoboL S. 257). 

Im Poln. finden wir nach dem Genus geschiedene Formen 
wie z. B. N. Sg. m. n. biw, f. biwszy; nios, niosszy u. dgl. bis 
Mitte des XV. Jhd. 

Unter dem Einflüsse des -to, -wtzy bei vok. Stämmen entstand auch 
ein foszedto, $padu), wznioswj nalazto. Von der Mitte des XY. Jbd. er- 
scheint das Part, in einer erstarrten Form : biwazy, wziqw$zy . . . femer 
aach toynedwBzy, übiegw$zy. Diese Formen der kons. St. des XY. Jhd. 
werden im XYI. seltener und im XYII. verlieren sie sich, so daß sich 
jetzt Formen wie przyzedtzy^ rzekszy u. s. w. behaupten. Doch begegnen 
wir aach Formen wie przyszediny (das i aus dem Part. prät. act. II ein- 
gedrungen), przyniMszy. Diese Formen wurden in die Grammatiken ein- 
geführt und behaupteten sich noch im XIX. Jhd. in der Schriftsprache 
(Krynski, S. 206—7). 

Sorb. Im Os. indeklinabel: pjekH, rjekH, pUtH, äedäi, pH- 
Sedäi, mohäi, umk^i (veraltet st wuknuwsi), brawH, piwäi, siyäawäi, 
khwalitvsi, ns. dial. toyäed^y, nßchaw^y, wopuSdiwäy, njeßdäych 
(als Akk. also zum Teile dekliniert), päUewsy (vgl. im R äev^, 
auch im Os. dial. äowH, Mucke S. 529). 

Böhm. Im Ab. finden wir v ab und zu bei kons. St wie nesv, 
nesväi (selbst auch nesev); vztahv, öetv, poklekv. Insbesondere 
müssen die ab. Part, jem, jemH (aksL^em* oder itm zu j^i); pen, 
penäi ... nb. jav, javäi; pjav (pav) . . • hervorgehoben werden. 

Das Part prät. act. II. 

Mit 'lo gebildet (I S. 436). Auch hier weist der Stamm- 



169 

vokal bei r und / und sonst auch mitunter nicht die V.-Stufe 
auf: Äfo zu disti; fnn>l^ zu mrili; trtl^ zu triti ,terere*; zrtlz zu 
zrtti, zriti ,opfern'; vhkl^ zu vUsH; vrhgh zu vr^ti. 

In Verbindung mit ßsmb drückt es das Perf. aus: chvalih 
jesmt ^äudayi^ und mit bimt (später byehz) den Konditional 

Im Bg. wird es nicht selten unter dem Einflüsse des Impf, 
gebildet: krddel, nimozel, iadela, dadel, daddu In einer Urkunde 
V. 1604: ne mozah estt (Lavrov, Obz. 8. 211). 

Jetzt auch noch, wobei das aas dem Impf.-Stamme gebildete Part, 
eine unvollendete nnd das im Anschluß an den Aorist.-Stamm gebildete 
eine vollendete Handlung ausdrückt: bieU (Impf, blechi) und bilt (Aor. 
biehb) zu bija ^schlage* ; piieh {piieehb) und pisdk (Aor. pisaehi). 

Im S.-kr. in älteren Denkm. noch Ujul, doSaU, aber dann 
doiao (aber -ila, -Ho), weiter nesh, nescdb, danesao; rekh, rekah, 
rekao u. s. w. Vom XV. Jhd. aus doäao auch doio, so auch 
poreko, pamogo. Doch kann auch das urspr. l einfach abfallen 
(vom XV. Jhd. an): bi, pUa, ima, tnoga, slüa, Ijubi (Daniciö 
S. 391), woraus dann auch bia (vom XVI. Jhd. an), üozia. 

Im Poln. nidsl, niosia, niosio, PI. nieäli für pers. Mask., 
sonst niosljf; mögt, mogla, kladi; ciqi, ci^ (zu aksl. t^ti) u. s. w. 
Ober Part wie zmarl, dari . . . vgl. beim B. 

Sorb. 06. m,pläi, pletia, pleüo, PI. os. pleüi, pletie, Tis.pletli, 
Du, 08. pletloj, ns. pleUej; os. ns. brai, braia, bralo, PL os. brali, 
brate, ns. brali. 

Böhm. Im Ab. waren die Formen mohl, nesl u. s. w. häufig 
noch einsilbig (wie z. B. mysl vgl. I S. 290). 

Überaus bftufig fiel schon im XVI. Jhd. das / nach Kons, ab: naUz 
st. nalezl] vyved. So auch jetzt in der Volkssprache: nes, ved ... für 
netif vedl ... 

Doch entwickelte sich auch ein Vokal vor dem /: neiel, tnohel . . ., 
ät/l, padyl\ niesoly padol (slovak.). Dial. auch dau für dal. Der Stamm- 
vokal ist nicht selten im N. Sg. m. lang (ab und zu von hier aus die 
Länge dann verallgemeinert): ab. tnuohl^ dial. muhj f. mohla u. s. w.; 
neben iel ab. auch iü, iil (vgl. I S. 216). 

Im Ab. finden wir noch umrl, zinrl, strl, potrl (vgl. aksL 
pozrüz), skvrl (Gebauer III, 2, S. 92), dazu gehört p. dari (zu 
drztS), umart, xmarl; pari u. s. w. 

Ursprünglich knüpfte sich an dieses Part, wohl kein zeitlicher 
Nebenbegriff, es war mehr adjektivischer Natur entsprechend seinem 
etjm. Ursprünge. So kann auch bei bqdq zum Ausdrucke des Fut. gleich- 
mftßig pttah und pi>$aii hinzutreten (vgl. Jagic, Beitr. S. 66). 



170 

ParL prät. pas8. 

Es konnte mit -fo- und -no- (bez. -ewo-, wobei das e urspr. 
zum Stamme der Yerba der I. KL gehörte und dann als SufiSx- 
element aufgefaßt wurde) gebildet werden. Die Wahl des einen 
oder des anderen richtete sich vorwiegend nach dem Yerbal- 
stamme. Über -ta^ und seine Verteilung vgl. I S. 440, über -no- 
8. 415 und eno S. 416. Im allgemeinen kann gesagt werden, 
daß bei vok. auslautenden Infinitivst. n vorkommt; so bei der 
I. Kl. 7. Gr., doch meist, wenn der Vokal ein i oder y ist: btjem, 
8^kr^ven^, zabbvem, ornzvem und kosnovem u. s. w. (slav. Neu- 
bildungen vgl. I S. 511), dann znanty odim; bei der III. Kl.: 
trhpifih, umim; bei der IV. Kl.: chvaljem (hier -eno-); bei der 
V.Kl.: dilam, glagolam, btram, sijam; bei der Yl. Kl. kupovam. 

Aber auch bei den kons. St der I. Kl. 1. — 4. Gr.: vedem, 
nesem, grehem, peöem; bei der II. KL: dvizem, dvignovem eine 
sekimdäre Bildung wie rmvem, krhvenz (hier seltener -Uh). 

Sonst kommt -^o- vor, das auch bei Tp ^; V' vorgezogen wird: 
trhtb (neben ttrem), prostrttz, dqth (neben dzmem), p^, J^; 
dann auch vereinzelt vUi^, p^ und äUz neben ätvem. 

Wie man sieht, kommt auch hier die 8- oder R-Stufe vor; 
vgl. noch: rtöem neben reüem, zhzern, trhU. Neben vltdem (z. B. 
obhöem) kommt schon auch das jüngere vliöem im Aksl. vor. 

Durch dieses Part wurde ursprünglich eine im Verhältnisse 
zum Verbum finitum (meist Hil&verb) vollendete Handlung aus- 
gedrückt: dilam jestb im Gegensatz zu dUajetm jesth. Als aber 
in den meisten slav. Spr. das Part präs. pass. verloren ging (bis 
auf das Aksl. und R), da übernahm das Part prät pass. ein- 
fach die Funktion der Passivität (vgl. Jagiö, Beitr. 8. 63). Die 
Anfänge dieses Prozesses bemerkt man schon im Aksl.: oHe i 
zrem hyvaju et xat OTtivdo^ai, Philipp. 2, 17 st zbrotm (§i§.). 
Im Supr. 88, 23 vedorm biaie, aber 365, 25 vedem byvaaäe. 

Mittels des Suff, -»/o- werden aus diesem Part. Yerbalsubstantiva 
gebildet: prop^tje^ ztiantje u. s. w. (I S. 404); desgleichen auch Adjektiva 
mittels 'bfio: neisdrecentm ,nnaussprechlichS prij^bnt ,angenehm* (I S. 426). 
Hierher noch povelentnaja ra duxiax^ivra Sav. kn. Luc. 17, 9; netzfflago- 
laneni> Euch, sin.; oaqidenna ib.; auch im Ar. (Sobol. S. 258). 

Im 8. -kr. findet man noch bßn (auch bin), dann auch bißn^ 
biven, pinen, dobiven (zu büi, budem) und tnt krü, lit, pü; zaS- 
ven, skrven und skroven, skriven, pokriven, miven, Hven. Dann 
stren, potren, trven neben prostrt. Man sieht, daß hier das 8uff. 



171 

no um sich greift £ei der IL Kl. jetzt zategnut, aber es kann 
auch noch otrinaven, pottknaven belegt werden (Dani6. S. 394), 
weiter posiüen, patiMen. Seit Ende des XV. Jhd. strpljen, vijen, 
vidm, zapoviden (also nach der IV. KL). Bei der IV. KL seit 
dem XYL Jhd. auch poljubjen, rastavßfif kupjen, sklopßn, auch 
voden, odisten, krsten. Im XVI. und XVIL Jhd. auch einige 
Verba der I. Kl. nach der IV : proboden, ukraden (Daniö. 8. 396). 

BU Ende des XVII. Jhd. begegnet man auch der Form »att («i 
akfll. «»«f» zvi ibdi): naimtt u. 8. w.; natürlich auch propet, vaz«t, oUt, nadut; 
aach dat^ po-vit^ po4ä, dit, pet, hU (zu aksl. hjfii: zav0d$n hü). Bei der 
II. Kl. tagnui, dvignut, zamknut. 

Interessant sind Formen wie posnam, poilam, powedem^ mucem . . . 
(Dan. S. 3d8). Man kann Ton posnam aasgehen, das aus poznan^ unter 
dem Einflüsse Ton znajem^ entstanden ist. Dann drang das m auch in 
andere Formen ein. 

Im Buss. bekommt die best Form mitunter zwei n und zwar 
in der Begel ein n, wenn die drittletzte Silbe betont ist: pUanyj^ 
bröienyjf svjdzanyj; ist dagegen die vorletzte betont, so wird 
häufiger nn gesetzt: nesennyj, privedinnyj, spasennyj, podtBnnyj. 

Diese Formen sind anter dem Einflasse der mit dem Suff, »no Tom 
Part, gebildeten Adj. (vgl. aksl. neizglaffolantm), die auch in ar. Denkm. 
vorkommen (z. B. preieBVjaicensnti), entstanden. Auch jetzt: poctennuj^ 
oikrovenniif, Mannyjy 9over»ennm\ ohyknovpnnyj, tiManno^ negädanno u. s. w. 
Damach auch die Part, mit zwei n und zwar seit dem XIII. Jhd.: 
ixbranmt(fa, izhrttnnyj ... In der ältesten Periode kommen sie nicht vor 
(Sobol. S. 258). 

Im Poln. nieaon, niesona, niesono; rzeczon, chwaUm, aber 
auch widzian, rozumian. Bei den vok. St der I. EL ist t ver- 
allgemeinert worden: bÜf pU, kryt, myt, ryt, trut, kut, sntU, alt: 
j^, ci^, z^, mi^, d^. Ausschließlich auch bei den r-St: dart^ 
part, tart, zart, wart . . . Bei der IL Kl. sind beide Arten mög- 
lich: neben diwigniany, cufgnany, przycUniony, minion . . . auch 
poddwigni^, przeciqgn^, przyciäni^y, pamini^. 

Das Neutrum dieser Part wird in subjektlosen Sätzen ge- 
braucht: chuHÜono, naprawiano, wybüo im Sinne von chwcUili 
^an lobte" (vgl Eryüski S. 208). 

Sorb. 08. icjeddeny, ns. wjeiony, aksL vedem; os. pjeöeny,, 
ns. pjaeany, aksl. peöem; os. khwaleny, ns. chuHÜony^ aksl. chva- 
Ijem; os. hnuty, ns. gnuty zu os. hnu6f ns. gnud u. s. w. 

Im Böhm, haben wir nur biU pit, lit, Mt, kryt, myt, ryt, 
Z'Ut, also wie im F.; desgleichen sind hier Formen wie aksL 
dvignavem unbekannt Im Ab. auch noch trt, z. B. netrti cisty 



172 

,asperae viae' zu aksL tritt, ab. trieti, tfüi; natürlich auch pjat 
oder pat, jai (aksl. j^), dut \l b. vf. Mitunter kommen aber 
beide Formen vor: ab. ßn und jü, jetzt jet ^fahren'; sin, ait 
und sdt, jetzt sei ^gesäf ; dien, din und dit; ddn und dat u. 8. w. 
(vgl Gebauer 8. 103). 

Die mit n gebildeten Part, veiiängem nicht selten den vor- 
hergehenden Vokal: rtcf/n (neben riä^n), immer dHdn, brän, hndn, 
milovän, dial. zapfaHno, svezino u. s. w. (vgl. Verf. BB. 30, S. 114). 

Einige mal finden wir im Ab. auch m st. n (wie im S.-kr.) : ucinem 
(Klem. Pb. 58. 17; 68. 9; nepoikvrnem (ib. 17. 2i); poznäm 01m. £▼. 106b. 
Da wir letztere Form aach im S.-kr. fanden, so ist wohl aach hier im 
B. der Ausgangspunkt unseres Prozesses zu suchen : nach tndm aus znafem 
ist auch poznäm entstanden und das m setzte sich sonst auch fest. 

Infinitiv. 

Wir haben I S. 62 und S. 385 Anm. das ti des Inf. als 
den Dat Sg. eines urspr. Verbalsubst auf tis, vgl ai. pUi^ ^das 
Trinken' erklärt Das i geht auf H zur&ck, hatte eine gest. Int 
und daher mußte in bestimmten Fällen der Akz. vom Stamme 
verschoben werden, vgl. r. nesU, s. nisti; r. vesH, s. visti, dagegen 
s. bUi, b. byti (weil y eine gest Int hatte); r. koUtt, b. kUti, 
lit käUi (I S. 205). 

Wie die mit tis gebildeten Subst oft eine schwächere Stufe des 
Stammvokals aufweisen, vgl. ai. mitif ^Sterben', so war es wohl auch 
urspr. in den slav. Inf., wo es sich um ein f, /, 9», ^ handelte. So ist 
im Aksi. nur inU belegt und das ist wohl die ältere Form. Schon im 
ürslav. wurde jedoch der Inf. vielfach Tom Sup. hinsichtlich des Stamm- 
vokals beeinflußt. 

Im Bg. ist der Inf. im allgemeinen verloren gegangen, nur 
dial. behauptet er sich noch hie und da. So in der Umgebung 
von Sophia: 6e u boi nalUati; in Grachovsko: ja dem vas dar 
dariti, dem dar dati u. s. w. In den Denkm. bemericen wir, 
daß das t frühzeitig abfiel : choStq t^ e^vorith; kako mozetz Iju- 
bith . . Slepö. Ap. Im XVII. Jhd. fehlt schon das ganze 4i : He 
kaza st äte kazati; ne mozete stori (darüber in der Syntax beim 
In£). Frühzeitig fiel auch das Sup. mit dem Inf. zusammen: 
pridochüfm poklonUi 8^ (st poldanitb sq) ; pridockh rozoritb (h st 
% nach dem Inf.)., vgl. Lavr. S. 190 — 91. 

Im S.-kr. behauptet sich zwar regelrecht das 4i, aber man 
findet doch seit dem Ende des XIV. Jhd. znatt, dah, videth, 
pisath, eritavath, upisivatt. Bei -sii kann auch noch t abfallen: 



173 

prives' (st privesti wie auch z. B. kos st kost\ upas st upasü 
(Dami. 8. 255). 

Aach im SloT. kann du • abfallen, was dann in bestimmten F&llen 
eine Verschiebang des Akz. notwendig machte. So warde z. B. aus 
vmiti, tanitij hvalUi, mdcdti^ dr^ndii, pudU ein oniU, UmU^ kvatU a. b. w., 
daa zu vrnii, Unä, hvalä, moicat, drftiuU, pisat fahrte (ValjaTec Bad 
132, S. 144). Weiter: Uf^, Uiai, vodit u. b. w. (ib. S. 180). In der 
Schriftspr. behält man das •'. 

Im Buss. begegnet man schon in den ältesten Denkm. 
Formen wie vzkusüb nrnrüi, wodurch ein Zusammenfall mit dem 
Sup. angebahnt wird So schon im Ostr.: ne pridochz razoritb 
m naplinüh 213; vhzide na goru jedim pomolUtsja. Die Denkm. 
des XIV. Jhd. weisen solche Formen nicht selten aufl Doch 
sind Infi auf 4i noch im XVII. Jhd. in allen Denkm. allgemein 
(SoboL S. 252). Jetzt sind nur Formen wie bljusU, Ui (idti, int) 
ygehen', pasU ^weiden' (zum Unterschied von pasth yüallen'), trjcuüj 
dann vezti neben veztb, vesti neben vedh, gresti neben grestb 
^dem^ bresti neben bresth ^hlendem', tnesti neben mestt» yfegen', 
nestif n. neäb und noch einige and. Das % ist in solchen Formen 
immer betont (vgl oben). 

Merkwürdig ist, daß an die Endnng -ti noch einmal das Terkürzte 
U angehängt werden kann: iiiU (ürk. t. J. 1609), iUüb^ ißüb^ razojtitb$Ja. 
Es zeigte sich das Bedürfnis nach einem deutlicheren Stamm, als es das 
t allein war (daher aach äti u. s. w.)- 

Im Ap. sind noch Formen belegt wie dowie^ci, spaSci, jici, 
wspomod, daci, mäowaci u. s. w. Dafür dann : dowieäS, spcufö, i6 
imd iä6, wspomoc, daS, miiowa6xL s. w. (Krynski S. 205). Ein 
kraici führt Kaiina noch aus Ktonowicz (im J. 16(K)) an 
(S. 343). 

Im Sorb. finden sich Formen mit 6i (os.) und H (ns. auch 
als -6%) in beiden Spr. und zwar teils bei älteren Schriftstellern^ 
teils noch heute dialektisch (Mucke S. 533). In der Schriftspr. 
bildet jetzt 6 (os.) und i (ns.) die Regel. 

Im Böhm, behauptet sich das ti regelrecht in der älteren 
Periode, jetzt meist auch noch in der Schriftspr. und selbst auch 
in einzelnen Dial. (hie und da slovak., sonst hier allgemein -l, 
und mähr.). Die meisten DiaL haben jedoch i oder U- 

Vereinzelte Belege finden wir schon im Ab., z. B. ma odp<widiei 
(Neahauser ürk. y. J. 1388 bei Geb. S. 70). In einer ganzen Gruppe 
▼on ab. Denkm. finden wir -ci (c) für ti (C) : 9iaezi AlzBM. 1. 23 («- ttaei), 
slüitei n. s. w. (S. 71), dial. ehodzie. Der Wandel des C in c trat damals 
Torübergehend auf einem größeren Gebiete and sogar auch in Böhmen auf. 



174 

Die Lftnge der Inf. wie b^fti, lit. hüti, ab. ptetif pUi, aksl. p^i aus 
*Pftt Q. 8. w. wurde im B. verallgemeinert: alle zweisilbigen Inf. haben 
einen langen Stammvokal : nS»ti, pM^ rü$H (1. Sg. rotiu ,wach8e*). Ver- 
einzelt nnr moei^ vret, jeti »fahren*, peCi ,8ingen*, tp^i ,eilen* ; doch findet 
man hier auch in älteren Denkm. und dial. die Länge. Wird ein der- 
artiger Inf. präfigiert, so kann die Länge nach I S. 249—60 verloren 
gehen: prodati .verkaufen' (aber däU\ pasnati (aber sndii). In der Yolks- 
aprache bleibt sie aber jetzt auch schon vielfach. In der Schriftspr. 
sucht man z. B. mitunter ein tuibyti st. na^ti ,erlangenS uJUti st. uMUi 
zu erhalten; die Volksspr. hat hier fiberall Längen. 

Supinum. 

Zu seiner Erklärung vgl I S. 487. Wie der Inf. hinsicht- 
lich der Vokalstufe vielfach vom 8up. beeinflußt wurde, so äußert 
dch der Einfluß auch umgekehrt: das Sup. aksL peStt nach dem 
JnL aksl. peHi, da ein ^pektn nicht dazu führen könnte (I S. 270). 
Auch im lit wurde ausgeglichen: vUHl, vilktu, vgl. aksl vlSHi, 
vUHh. Schon im AksL wird es nicht selten vom Inf. verdnlngt 
Darüber vgl. in der Syntax. 

Dureh ümsehrelbung ausgedrAekte Terbalformen. 

Da8 Perf. act. 

Es wird durch das Part praet act 11 in Verbindung mit 
dem Präs. jesrnt ausgedrückt Die Mehrzahl der slav. Spr. hat, 
wie wir sahen, den Aor. und das Impf, verloren und so werden 
diese Formen durch das neue Perf. ersetzt und zwar tritt häufig 
an die Stelle des Impf, das Perf. eines imperf. Verbums und an 
die Stelle des Aor. das eines perf. Im Aksl. z. B. i azb slavq, 
jqze dah est mrni, dach^ imz . . . ^v öidio7(Ag /lot, didiaiux av- 
%oig Jo. 17. 22. Das 2. Perf. wurde hier durch den Aor. wieder- 
gegeben. 

In der 3. Sg. kann schon im Aksl. das /e^ ausÜEÜlen: vcuib 
ne zendja pokryla ni nebo prij^ ,vos non terra texit . .' Supr. 
72. 10. 

Im Bg. jetzt auch noch äeh ghtm, bih shtm (auch ^d^ s^m^ 
bihf wodurch in anderen slav. Spr. das Plusquamperf. ausge- 
drückt ¥rird). In der 3. P. kann das Hil&verb. ausfEÜlen. 

Im S.-kr. öuo (dulo, dulä) 9am (jesam), öäo si, duo je, öüii 
(däla, öüle), smo, . . .8te, . . . su. 

Im Slov. jaz aem ddal, sosed je priäel u. s. w. Hier ver- 
tritt diese Form das Praet überhaupt 



175 

Schon im Ar. kann das Hil&verb. ausfallen: OlS>z knjazb 
mirih mare po ledu (Inschr. v. 1068); izb Rigy jeekali (v. J. 1229). 
Aber selbst auch in der 1. u. 2. P. schon in den ältesten Denkm., 
jedoch wird dann immer das Pron. dazu gesetzt: tif osklabühsja, 
a oHa vhsmijalasja (Pand. des Ant XI. Jhd.); jdzh dah u. s. w. 
(Sobol. S. 237). Bei den erwähnten Personen findet man zwar 
noch im XVI — XVIL Jhd. das Hilfisverb, aber schUeßlich 
schwindet es doch ganz und jetzt haben sich nur in den Volks- 
liedern spärliche Überreste erhalten (S. 238). 

Im Poln. wurde jest, sq noch bis Ende des XVI. Jhd. ge- 
braucht (n%6sl jest, niedli sq), aber sehr häufig werden diese Formen 
ausgelassen und zwar selbst auch in den ältesten Denkm.: po- 
spieszyli . . . przed nim pokl^i . . dary jemu wzdali (Heiligenkr. 
Pred.). 

In den anderen PeiB. Terschmolzen die Formen je^m, jei, jeimy, 
jedtU mit dem Part. So entstand aus niötb jUm ein niosUim und dann 
einfach niosUm, aas nioHa jeim ein noüam, ebenso 2. Sg. niosM, nioüai, 
X. PI. nUiliimyy nioüyimy, 2. PL nie/lUcie, nioHyieU, Da aber das Hilfs- 
Terb auch nach anderen Worten im Satze folgen konnte, verschmolz es 
mitunter auch mit diesen: juiem tiyszai aus jui j$äm »lyszal; ku tobiem 
iooitti aus ku tobis jeim toolai; hoi przyfqi mi^ aus bo jti przyfqi mi^; ja- 
koimy siyneli takoimy widsUU u. s. w. So kann man also z. B. sagen : 
dawno Ugo pragrufUm oder tsgom dawno pragnql oder tego daiwnom präg* 
nqi; so auch: toszyscy dobrze »lytzeUdmy oder toszysey/my dobrze siy9Z4li 
oder ionysey dobrze/my üyneli (Erynski S. 215). 

Im Ap. ist hier auch noch der Du. vertreten mit jeiwa, jeita : cKod- 
züa jeiwa, jakoiwa toidziala, daiekoiwa zabn^la u. s. w. Mit dem PI. des 
Part.: gdyhoa jachalL Analog in der 2. u. 3. Du.: jakoiia rzekla und 
kiedyita ogamiali; naUzle jeita. In der 3. Du. kann auch das Part, allein 
stehen: oc:^ nie etrzegie (S. 214). 

Sorb. 06. sym (ns. som) brai, braia, brato, 2. os. ns. ^ bral, 
3. OS. je (ns. jo) brai; Du. 1. os. smöj (ns. smef) braioj, bratej 
(ns. braief), 2. 3. staj, stej (ns. stej) braioj (-iej, ns. braiej)\ 1. PL 
OS. smy brcdi, bz. braie (ns. brali); 2. os. 86e (ns. 86o) brali, bez. 
braie (ns. brali)\ 3. os. 8U brali, bz. brc^ (ns. brali). Auch im 
Sorb. wird das Hilfsverb ausgelassen, insbes. in der 3. P. (Mucke 
S. 607 u. 608). 

Obzwar sich hier das Impf, und der Aor. erhalten hat, werden diese 
Tempora doch auch durch das Perf. ausgedrückt und dieses Streben 
macht sich immer mehr und mehr geltend. In der ns. Volkssprache ist 
das Impf, bei weitem weniger als im Os. im Gebranch (Mucke, S. 607). 

Böhm. Schon in den ältesten ab. Denkm. kommen Belege 
ohne jest vor: Idavu Jan otdal (Cis. Mnich.), nemohl toho uzUi 



176 

(Jid. 19) und and. Auch in der 3. PL, jedoch seltener: jeäutnd 
mluvili (Eiern. Ps. 11. 3). Im XVI. Jhd. hat man schon die 
Formen mit jest, jsau (jsou) beanstandet und so kommen sie 
außer Gebrauch. 

In den anderen Fers, kann es nicht geschehen, nar in der 1. Sg. 
n. PL, wenn ja, my schon anderweitig ausgedrückt ist. Für die 2. Sg. 
merke man noch : nesl jti oder nesftj ty Jst nesl oder ty$' netl^ wo also die 
Ansätze zn einer Entwickelang vorliegen, wie sie im P. Torhanden ist. 
Wie im P. finden wir es übrigens schon im Slovak. : nemuah-em {tnuah = 
moh\ moht), chodzilam, U'tn bula maltcka: nikda^m nevidÜa; 2. Sg. n—Uti 
n. and. 

Häufig wird in den östl. Dial. auch ein ch angehängt: neslch, nes^ 
laeh^ nietolch (slovak.), nscidilch, ie-ch s jinym mluvUa, 1. PI. neslichme, 
netlichmy, obaehme plakali (Gebauer III, 2. 8. 422—25). Es sind hier 
Beflexe des alten Aor. netech n. dgl. zu suchen. 

Das Plu8quamperf. 

Es wird durch das Part praet act. II in Verbindung mit 
dem Impf, b^ach^ oder dem imperfektisch gebrauchten Aor. bid^h 
ausgedrückt, natürUch nur dort, wo diese Imperf. noch vorhan- 
den sind. Auch den Aor. bychh werden wir in dieser Funktion 
finden. Wo das Impf, nicht vorkommt, nimmt man das Perf. 
vom Hilfsverb jesfm, nämlich byh jesmt, und dazu das. betreffende 
Part Das werden wir im S.-kr., Slov. und in den westslav. Spr. 
finden. 

Aksl. tmnodzi oth ijudei beachq prübli kb marU i marii 
^ikTjXvd'eaav . J Jo. 11. 19; ne bi ze ne u istiSh priähh vh vhsb 
fUrjlvd'eL^ Jo. 11. 30. Häufig steht hier dafür der Aor., was 
sich übrigens auch im Griech. wiederholt. 

Im Bg. jetzt: chodih b^chh, azh bichz prodah u. s. w. 

Im S.-kr. kommen beide Arten vor, d. h. bjeh oder bijcA 
mit dem Part, oder das Perf. bio sam mit dem Part z. B. bjesmo 
8jdi (oder bijasmo sjdi) oder bili smo sjeli. 

Im Slov.: jaz sem bil izdeUU ^ch hatte ausgearbeitete ; kader 
je vina büo zmankalo (Stapleton, 1620). Doch kam früher auch 
die ältere Art vor: obmu se devica k meHrije, ku je duh sveti be 
nadehnvl (Habdelich, Mikl. III > S. 176). 

Im Aruss. finden wir auch beide Arten: privedoSa razboU 
nikjf, ickbze b^a jali vb seU ,quos in vico ceperant' (Vita Theo- 
dosii Peö. XIL Jhd.). Daneben auch: dto byh otbjdU bratb tvtn 
(1265, ohne Hilfsverb). Jaroslavb byh ustavih i ubiti (1282). 
Noch andere Belege bei Sobolevskij S. 162. 



177 

Als das Impf, hier Terloren ging, blieb nur die zweite Art des 
Plasquampf. erhalten und sie behauptete sieh ziemlich lange. So wird 
es z. B. noch in Skorinas Bibel regelrecht gebraucht: na$adih 6y/» Bo^ 
raj lat. »plantaverat paradisum^ Überreste dieses Gebrauches leben jetzt 
noch in den Dialekten in der Funktion des einfachen Pr&teritums. 80 
in M&rchen (Sob. S. 239). Sonst findet man in r. Grammatiken h&ufig 
die Ansicht ausgesprochen, daß durch hyvalo oder hyh mit dem Part, 
praet. aet. II oder mit dem Präs. das Plusquamperf. ausgedrückt werde: 
hyvalo cUak, bifcalo ütyvah, hyvalo eitaju ; proc$h hylo, byvato proäu u. s. w. 

Im Apoln. wurde za dem Perf. nnd zwar auch dami, ab 
es die vereinfachte Form annahm, noch das Part bffl hinzugefügt: 
zanioslem byi, moglet hyl, pasbdUmy hyli, uczynüi byli u. s. w. 
So schon in den ältesten Denkm. Beispiele: Przyszliämy do 
ziemte, do kUrej zed hyl poslai nas; T06 b^ie znamiq älubu, 
kUryke^ byi aetaunl miedzy eobq a miedzy wszym shoarzenim 
(Bibl. Szar.) ; Gdyäci synowie LtraeUcy 8^6 oni z Egiptu hyli wyedi, 
a gdy wi^ oni sq hyli do morza przyszli, tedy uri^ motze jest 
siq ono hyh na 6bie stronie rozetqpOo, takOf üeä oni eq je hyli 
tdk sudio przesdi (Gnes. Pred., hier auch mit dem Hil&verb.). 
Im Np. sind diese Formen selten. An ihre Stelle tritt das ein- 
fache Praet (Perf., vgl Kryriski S. 215). 

Im Sorb. finden wir auch beide Arten: das Impf, oder das Perf. 
mit dem Part praet. act. IL So hat Fabricius noch: gaz %• piewjadU 
h^hu (ns.), Jakubica : gdyi su hyli piejiU; Fabr. : büo se zeUo, Jak. : m 
bylo zBÜo; Fabr. tootwaiony beio, Jak. wotwdUmy hyl. Bisweilen auch bei 
Fabr. : jaiiuiy kotamXwonjo hyl zgotawal (Mucke S. 606 — 9); os.: Po tym 
zo bi nai tyezapomnity Handrü ZejUr jako itudenia MrciSku do ruko' 
pianeje . . . zapüalf . . . (Prisiowa . . . zhromadiü J. Badyserb Wjela S. IX). 

Im Aböhm. neben hiech, hich mit dem Part z. B. (JiddS) 
uzri Buhiena, jenz vyid hi eobi (Jid. 90); (Alexander) iak ei 
bieie vzhudil (Alx. V. 515) auch noch der Aor. bych : hyeh fekl 
drive, ze v U vieri jeet mnoho rozumu ,dixeram^ (Stft u2. 11 a); 
iekl hych, ze chci primiesUi nico ,dixeram' (Brig. 53 b); jtMlkoz mu 
hy priidzal hoepodin ^praeceperat^ Ol. ßib. Exod. 7. 13. 

Die zweite Art auch schon im Ab.: ttala ti jest byla kda$i ikoda 
Troß (Alx. V. V. 773); ueho, JH hyl ufal (Dal. C. 30). Diese Art wurde 
dann häufiger, als das Impf, und der Aor. verloren gingen. In der Schrift- 
sprache begegnet man mitunter jetzt noch dem Plusquamperf., ja selbst 
auch in den Dial. (Gebauer III 2 S. 426). 

Das Futurum primum und Fut exactum. 

I) Fut prim. Das Fut wird entweder durch das Praes. 
eines perfektiTen Verbums ausgedrückt z. JB. absL na rqkackh 

YoBdr&k, Yg^. iUt. Gnunm. ü. 12 



178 

v^ztm(ft^ t^ ,. . OQOvai a^ Matth. 4. 6; damt Ji ^iSato aoi} Ps. 
2. 8^ oder durch den Inf. in Verbindung mit dem Präsens eines 
der Verba im^i ^aben^ naö^i, v^i ^nfangen^ oder chotiti 
yWoUen^ So z. B. aksl. im&i imaH sbkrovüte ^^eig d'eaavQ6p . . . 
Matth. 19. 21; o druz^mt ne rodäi nadmeth tov htiqov Tuna- 
g)QovtjaeL Matth. 6. 24; chat^ predati ^rcaQadiiaon^ Jo. 6. 64. 

n) Das Put exact wird meist durch das einfache Put 
wiedergegeben, nur hie imd da finden wir es im Aksl. durch 
b(fd(f mit dem Part, praet act. 11 ausgedrückt, z. B. aäte ny de- 
sttb dem s^fnr^ihny vb grisichz, to trb skqjq sq i rodüi bqdemz 
Euch. sin. 71a. 4—6. In den anderen slav. Sprachen übernimmt 
diese Ausdrucksweise, wo sie vorkommt, meist die Punktion des 
Put prim. 

Während im Aksl. chzUti seltener zur Bildung des Put ver- 
wendet wird, finden wir es im Bg. in dieser Punktion schon im 
XTTT. Jhd. So ist der trojan. Sage: kolika sq He hrbvb proliatl; 
üetb bjfti; neHq tebe oetavüi \l s. w. Das Hilfsverb kann auch 
die Form zda annehmen (Lavrov S. 85), dann za, zda und eta, 
sa (S. 207). Jetzt wird, um das Put auszudrücken, zu der er- 
starrten Porm He (wohl urspr. 3. Sg.) die betrefifende Person des 
Präs. gesetzt: azb He SMnz ,ich werde sein' oder azh He hqdq, ti 
Sie bqdeH, Eine andere Art.: ziviHq azb, ziviäteä ti, ziv^He toj 
u. s. w. 

Pur das Put ex. gebraucht man: azh äte shtm bih, zivUz . . ., 
ti äte ai büb, ziväz . . ., toj He je büz, zivUz . . . , nij He eme büi, 
zivüi XL s. w. (seltener äte bqda bü^ <izh). 

Im S.-kr. ist das perf. Praes. mit Puturbedeutung in Haupt- 
sätzen eigentUch schon geschwunden und es wird das Put im 
allgemeinen durch hodem, ho6eä u. s. w. mit dem Inf. ausge- 
drückt: ho6eä po6i. Es kann auch die Silbe ho abfallen: 6eä 
po6i, ebenso ho6e und <fe u. s. w. 

Folgt das Hilfsverb nach dem Inf., so erscheint es immer in der 
verkürzten Form, der Inf. wirft sein -^t ab and beide Bestandteile ver- 
schmelzen zu einer Form: hvdüSu, hväliöei^ hvdUSe, hvalidemo^ hvalideUf 
hvdluSe; so pleidu zu plesti (doch auch noch pleHi du Pjesm. 2. 635). Nor 
beim Inf. mit -di bleibt dieses: redi du^ pedi demo, dodi du n. s. w. 

Bei dati, znati, imati, moSi, emjeti und htjeti kann auch das 
Präs. budem angehängt werden, wobei das -t des Inf. schwindet: 
znadbudem, mogbudem. Nach ako und kad wird ein duratives Verb 
durch die Praefigierung von uz imperfektiv und sein Präs. be- 
kommt futurale Bedeutung: dko uzpiäem, kad uskosimo. Sonst 



179 

auch können perfektive Verba nur in abhängigen Sätzen das 
Fat. ausdrücken: kad nadem, ^oando invenero'. 

Es kommt auch budem mit dem Inf. oder dem Part praet. 
act. 11 vor, was namentlich dem kroat Oebiet eigen ist: budem 
imüi, da me budeS za Ivana data. Seltener finden wir tmam 
mit dem Inf.: imam päi Das Fut. exact fehlt (Über Ver- 
bindungen wie bide poginuo vgl Mikl. III * S. 246 — 47). 

Im Slov. werden Verba der Bewegung mit po praefigiert 
und ihr Piäsens bekommt dadurch Futurbedeutung: pojdem ^ch 
werde gehen', popdjem se /ich werde fahren', pqjedu-m ,ich werde 
reiten', pohüim ^ch werde eilen', pobeüm, poletim, polezem u. s. w. 
Weiter noch poreöem und bodem ,ero'. Ab und zu bemerkt man 
sonst auch, daß das Präs. praefigierter Verba eine futunde Be- 
deutung bekommt (besonders in den Nebensätzen): üvljmje ti 
vzamem, ako me izdas ,ich werde dir das Leben nehmen, wenn 
du mich verraten wirsf . 

Daß nicht alle perfekt Verba durch ihr Präs. das Fat. bezeichnen, 
ist nach Miklosich (III * S. 176) dem Einflösse des Deutschen zuzu- 
schreiben. Dieser h&tte sich im XVI Jhd. selbst bei den sonst so arg 
und meist ohne Not germanisierenden Schriftstellern jener Zeit noch 
nicht so geltend gemacht wie heutzutage. So fänden wir noch bei Krell : 
ii bot pocela in porodü, bei Trüber : kako J9tt io tpotnam ? tvtiU duh pride 
V to, ino ta moi Übe obtenci »superreniet, obumbravit*. Der Einfluß des 
Deutschen wäre auch bei den ungar. Slovenen nicht so maßgebend wie 
im Westen des Sprachgebietes. So habe KuzmiS : Una tvoja porodi sina 
Übt, Trüber dagegen: tvofa Una bode Übt rodiU emga sinü. 

Allgemein wird das Fut. im Slov. durch bodem in Verbin- 
dung mit dem Part, praet act II ausgedrückt, nur wird in der 
Begel aus bodem, bodeS u. s. w. ein bom (vgl. grem aus gredem)j 
bos, bo, bova, bosta {bota) bomo, boete (boie), bodo : kakor ei boi 
poeUal, tako boä tudi lezal, vgl. b. jak si uetdei, tak si lehnet. Diese 
Umschreibung ist notwendig geworden, da das Fraes. perf. Verba 
häufig auch präsentische Bedeutung annimmt, wie wir sehen 
werden. 

Es finden sich noch Überreste einer älteren Bildung bei früheren 
Schriftstellern. So a) das Präs. von hoteU, das wir sonst im Sfidslav. 
überall angetroffen haben, mit dem Inf. : je$t hoco priU ino r^jega ozdraviti 
,ego Teniam et curabo* (Matth. 8. 7 bei Trüber); tako ce zdrav büi moj 
hlapciS (Krell); ar vsakomu, ki ima, hoce se dmti, i obiien bttdo, a onomu, 
ki noma, i kaj §e vidi imeti, hoco §e vzHi od njega (Evang. Zagr. Mikl. 1. c 
S. 177) ; b) das Präs. von imeti mit dem Inf. : om te imajo na rokah no^ 
siti (Krell). Jetzt hat es die Bedeutung des ^llens*. 

12* 



18Ö 

In den Freds. Denkm. lesen wir auch naönem ddati. 

Ein Fut. exact. kommt im SIov. nicht vor. 

Im Russ. behauptet sich immer noch bei perf. Verben die 
futurale Bedeutung des Piüs. Bei durativen (impf.) Verben 
finden wir im Ar. budu, imu, choöu oder naStnu (podtnu) mit 
dem Inf. zur Bezeichnung des Fut. Davon haben wir budu mit 
dem Inf. noch nicht im Aksl. gefunden. Diese Art des Fut. 
war hier insbesondere verbreitet und bildet jetzt auch die Regel. 
Im Ar. war aber auch imu sehr häufig z. B. ne imutt ti stvoriti 
(2it. Theod. Pe6. 12. Jhd.); aze imett zjalobäisja nagb kto (ürk. 
V. J. 1284). Spuren dieser einst so verbreiteten Ausdrucksweise 
finden sich noch heutzutage in der Sprache, dial. imu delatt 
\L dgl. (auch klr. rohyty mu). Auch stanu mit dem Inf. kommt 
jetzt (£al. vor. 

Dafür ist das im Südslav. so häufige Fat. choca mit dem Inf. sel- 
tener. In den Urkunden finden wir es fast gar nicht. Dagegen ist es 
häufig bei Nestor, z. B. blagoaloviti ifa eho^'att> »ynove rustii. Jetzt ist es 
unbekannt. 

Auch nacbnu pocbnu war seltener z. B. daU kotoryj kty'azt poctnetb 
ehoUti oifati (= zachocetb) und ist jetzt ebenfalls unbekannt ^Sobol. 
S. 238-84). 

Das Fut. exact. finden wir noch im Ar. z. B. aze kto po- 
ftnajeth svoje, öto hudett pogubilh, a öto budett sfb nimh pogyblo, to 
ze jemu na&nett platiti (Russk. Fravda, naönet« pl. hier auch einf. 
Fut — zaplatihf). Es ging dann verloren, nur bude, budeth be- 
hauptet sich, indem es als ein erstarrter Ausdruck die Funktion 
einer Konjunktion (soviel als jesli ,wennS annahm (Sob. S. 241). 

Im Poln. wie im R.: dam ,dabo', bei dur. Verben finden 
wir schon im Ap. b^dq entweder mit dem Inf. z. B. wesdiS siq 
b^zie prawy, gdy uirzy pamstq (Ps. Flor.) oder mit dem Part, 
praet act. 11 (z. B. bqdq nidd ,ich werde tragen'), was wir sonst 
als Fut exact gefunden haben. Einen Unterschied gibt es hier 
nicht (KryAski S. 216). 

Im Sorb. wird auch zunächst durch das Praes. perf. Verba 
das Fut ausgedrückt; bei durativen durch os. budu (budem), 
budieS . . . ns. buiom (alt budu)^ budaä . . . mit dem Inf. 

Im Böhm, wieder zunächst durch das Praes. perf. Verba : 
ddm ,daboS povitn ,dicam^ Sonst im Ab. durch budu mit einem 
(gewöhnlich imperf.) Inf. z. B. mHovati U budu (Blem. Ps. 17. 2), 
doch auch: pdn bude rid (Stit V. 308), wobei rici pf. ist. Jetzt 
bildet budu eine allgemeine Regel, wo es sich um ein Fut. von 



181 

imperf. Verben handelt. Chcu kommt nur im Ab. Yor z. B. chee 
k ndma dcbry kupec prijüi Mast 216; ebenso jm6m z« £. opH 
prißti tnd stidü zivS i mrtti (St(t u£. 106). 

Das Fut exact kommt nur in einigen ab. Belegen vor z. B. 
ad zapamanul budu ^ oblitus fnero' (2G1o8S. 136. 6). Manchmal 
übernimmt allerdings diese Wendung die Funktion des einÜEichen 
Fut, also wie im F., z. B. rku-li, nezrud sem, budu 8 vdmi sdhal 
,ero similis vobis mendaz^ (Ey. Seitst Jo. 8. 55, Geb. S. 427—28). 

Periphrastischer Konditional. 

Es ist schon oben S. 164 erwähnt worden, daß der Kondi- 
tional aus dem konditionalen Opt Inmt (einfach auch Konditional 
genannt) in Verbindung mit dem Part praet act. 11 gebildet 
wurde und daß später der Aor. bychb an die Stelle yon bimb 
trat, was auch schon im AksL belegt werden kann. Wo der 
Konditional gebraucht wird, kommt in der Syntax zur Sprache. 

Im Bg. jetzt: piaah bichh ^ch würde schreiben^ oder ^^ätte 
geschrieben^ pisalz bi . . , . piscUi biAa. Daneben auch: itiehz 
(Impf, zu Sta, aksL ckMti) da pUa ,icb wttrde schreiben^ üiäe 
da pUeäz, itiäe da püe, SUchme da püetm, Hidite da piiete, 
Micha da püath (aber nur in Hauptsätzen). SchließUch auch 
Bildungen mit -vatm z. B. jadvatm^ dko mi dadeih; bodvatnz, aio 
iska^; popivachz {iUchz da popijtf oder popä^ bichz) ii, da vir- 
vachz de ite me sluäaSh (beachte hier auch da virvackb für den 
Konditionalsatz, Hiev, Sintaksis § 151 u. 152). 

Im S.-kr. bih, bi, bi, bismo, biste, bi mit dem Part. z. B. 
pjevao bih, pjevali bi. 

Im SloY. bleibt bi unyeiändert: jaz bi delal, ti bi ddal, mi 
bi delali u. s. w. ,ich würde arbeiten'. Analog auch: jaz bi-bil 
delal ,ich hätte gearbeitet', ti bi bil ddal u. s. w. 

Für bi kann auch besem, besi . . . eintreten; es gebt auf by 
jesmh zurück (Mikl. III « S. 177). 

Im Arn SS. finden wir bychz in dieser Funktion in der Mehr- 
zahl der Denkm. bis indus. XIV. Jhd. konjugiert, z. B. a by«t€ 
pustüi zito (Urk. y. J. 1300). Seltener ist da im IIIL— XIV. 
Jhd. die Ausdrucksweise mit dem erstarrten by der 2. u. 3. Sg., 
das als Konjunktion au^eÜEißt wurde und zu dem noch der ge- 
wöhnliche Konditional hinzutrat: aide by v Turi byia sily byly 
Evang. Y. 1215. 22; aäöe by mjß bysU vidali, Ey. 1339. 16; st^U 
des alten Kondit bei &y das uitpr. Peru (Ftät): liehuAz by esU 



182 

Ijudii ne duäali, duäali by este otca naäego vladyki Duchovn. 
SenL Gk>rd Dann aber einfach by mit dem Part, das jetzt allein 
die verbale Form repräsentierte. So bei Skorina neben den regel- 
rechten Formen auch schon: da by gcrdi wetüa, a by byli vy- 
baveni Ijudi und slozüi by este. In der Mehrzahl der r. Dial. 
bürgert sich dann das by mit dem urspr. Part ein (so auch in 
der Schriftsprache), nur in einigen klr. Dial. lebt der urspr. 
Eondit noch weiter. Das by verschmilzt dann mit anderen Kon- 
junktionen: äoby, daby, aby (SoboL S. 239—40). 

Allein es hat sich auch noch das bych^ mit der vollen ver- 
balen Kraft im R erhalten (in der Bedeutung von bylo by) : oze 
by mi baba iiva (XIV. Jhd.); aSöe bo by perevoznikb KU, to ne 
by chodü^ (Nest Lavr.). Vgl. auch jetzt: charoäo by ito sdäatb 
(Sobol. S. 241). 

Im Apoln. hatte man czytaibych, czytalabych, 2. Sg. (ty) 
czytaänfj czytalaby ... 3. Sg. czyiaXby; 1. Du. czytalibychwa, 
1. PL czytalibychom , chcidibycham, z. B. radowaly bychom sye 
Psalt Flor. 104. 46; 2. PL czytalibyäcie, 3. PL czytali bychq. 
Doch konnten die Aoristformen auch an andere Worte im Satze 
angehängt werden z. R o ichze tm^ unelebych mial warn paune- 
da6; I 8q6 oni na to radq byli midi, kako6bychq ani z tym to 
uczyniS byli midi (Gnes. Pred.). Nach Analogie von bylem, 
byleä . . (vgL oben S. 175 imd Krynski S. 217) änderten sich 
d^e Formen zu bym, byä, by, byäwa, byäta, byämy, byäcie, by, so 
daß man erhielt: niösttym, niösibyä, PL nieälibyämy (niodybyämy) 
IL s. w. 

Die Teile können aach getrennt werden, es kann also heißen z. B. 
zotiMym cA^t'e s tromt oder eh^niehym z tarnt zosial oder eh^nU z toami- 
hym zosial ... In Nebensätzen mit gdy, a, ie, ti folgte immer darnach 
das bym, hyi . . z. B. gdybym pracotoal, abym zostaL 

Im XVL und XVII. Jhd. waren beide Arten im Gebrauch nur st. 
bychom kommt bychmy hier vor, also z. B. uezyiibychmy neben uezylibyimy. 
Jetzt gebraucht man für die Gegenwart : nioMym^ gdybym nioü u. s. w. ; 
für die Vergangenheit: nioMym byl oder bylbym niosL Es wird also 
gleichsam das Perf. hinzugefügt (vgl. Krynski S. 218). 

Sorb. Konditional der Gegenwart os. ja bych pytal^ -o, -o; ty by 
pyUrt . . ., wbn by pyial; my bychmy pytali, wy byide pyiaU, tooni bychu 
pytaUf DuaL 1. moj bychmqj pyialoj, ufoj byiU^ pytaioj\ wonqf bytU^j pytaloj 
yich würde suchen' u. s. w.; hier wird das bych noch konjugiert, im Ns. 
dagegen: ;a by pytal, -a, -o; ty by pyial; won by pytai; my by pytaii, wy 
by pytaU^ woni by pytali, Du. m^' by pytaUj u. s. w. 

Für die Vergangenheit os. budüeh pytal^ budüU pyiai ... 1. PL bw 



183 

dieehmy pyUii . . . ; oder h^h pyiai, PI. heehmy pyUü . . . ; ns. huzaeh py» 
toi, huiaio pytai . . . oder ja hy hyi pytai, PL my hy hyli pytali a. s. w. 
(Mucke S. 610). 

Im Böhm, war urspr. nesl bych FlnsquamperE (YgL oben 
8. 177), später übernahm es aber die Funktion des Konditionals 
für die Gegenwart und bych byl ned für die Vergangenheit Die 
durchlaufende Konjugation des bych, by . . wurde allmählich auf- 
gegeben und das Part ned mitunter mit einer anderen Form des 
Hil&yerbs verbunden. Beispiele: schaval bych sS byl ^bscondissem^ 
Wittb. Ps. 54. 13; so auch jetzt noch; ned bych, bez. byl bych 
ned für die Vergangenheit; 2. Sg. by ned, by byl ned (für die 
VergangenL). So finden wir es bis AnfSang des XVIE. Jhd. 
Vom XVn. Jhd. an die Neubildung by-jd (unter dem Einflüsse 
des Praes. ind. jd)f by-s; 1. PL bycham nedi bez. für die Verg. 
bycham byli nesli; so auch jetzt noch; für bycham früher auch 
bychame bychme und bychomy, bychmy. Unter dem Einflüsse des 
Praes. auch by'{j)8fne z. B. aby amy jemu prdva daprdU ürk. 
y. J. 1549; 2. PL byde und byite (dieses regelrecht im XVL u. 
XVn. Jhd. und auch in der ältesten Periode) fiedi, dameben 
schon seit dem XV. Jhd. auch die Neubildung by jde und neuer- 
dings das byde, das nicht identisch ist mit dem älteren byde 
(vgL oben S. 157); analog für die Vergangenheit; 3. PL bychu 
nesli, bez. bychu byli neeli, aber es ist nur ein Beleg vorhanden: 
abychu äli do svych vladi Hrad. 121 a. Sonst konmit hier überall 
schon das erstarrte by vor: by uöuli ^utinam saperent' Klem. Ps. 
129b; jetzt auch noch by nesli, bez. by byli nedi (vgL Geb. III 2, 
S. 428-32). 

Passivum (Reflexivum). 

Es wird im AksL entweder durch das Reflexivum ausge- 
drückt z. B. nareöeth s^ ^dti^ijaevaL Mat 5. 19; azb tribujq ctb 
tebe krtstiti s^ jßajcriaO-fjvac^ Mat 3. 14. Aber auch durch das 
Part pass. (praes. od. praet) mit einer Form von byti z. B. go- 
nimz byvcMie bisomh r^Xavvevo vno tov dai^ovoq Luc. 8. 29; 
Shpasajemi a^ ^salvantur' Supr. 268. 1; aste ushpe, Sfbpasem bq- 
deth . . . jOiadiqaevai.^ Jo. 11. 12; slruzetm biaie ^adebatur' Supr. 
122. 24. 

Selbstverständlich hat die reflexive Form daneben auch ihre 
reflexive Bedeutung (eine Handlung, die vom Subj. ausgeht und 
wieder auf das Subj. gerichtet ist): myjeth s^ fix wäscht sich' (als 
Pass. ,er wird gewaschen'). 



144 



T R iMB m^^r^^r^^ w^mtA^u^m^ s^m^mi^g^mm ^mmm^h^^* ^Ja 

frMi nm tim ioa sackt ijiR ■Jwjwi. v«5 4k Taft. psE^i. Selbst 
wA ifb I ■»fi. v«K £Ki gfitiifigtii Mi »ijnis «Potebiijä. 
Iz. ap. I >'& l«w 

daaeijei fc^dw czftew v. &. v. Mas Bofe sodk. Jaen datrmo 
ramkmfi od. doviMi rm mi om ^ : jmi juwi ['■iiiriri'ir oder jmaeäeie 
pcwusaemi: ngyde Mb m^ oier figyTf iyr ci^«cy.' bfO^sm;/ 
xwnuem oier ^■■/.«■gfi«/ iyii. Käxr karte das Put. mach 
die zäcodziaje ipraedL» Foca: lawti ■■äw e z bft ciräeem. Beliebt 
ist im P. £e mpenonläcfae Art: w t Ari m ü , ckmiomo iL & w. so 
räl als »ritfiZü. okandSiL 

1b Sork sad aadi bdde Äxten gebnncUich. Im N& wird 
aKh wontomu oder koHomd {(m. ircrdcwa6) - ,werden' unter 
dcB BndBsse des DentscbeD gebnacfat: ja harduju tioctmy ebenso 
vie /■ mm iafarwy ich verde gedräckt*. 

Im Abohm. mr das Beflez. f&rs Fto. im allgemeinen 
■idit so hanfig «ie jetzt (doch «ndi ab. JeiU krtä se fest ad 
JbM, V« jetzt nicht gebraucht wird, Tgl. Gebaner, Pffr. ml. 
§ 581>; kUdd $t dmzta und eUapec je bU. 

AktitisvtM das slav. Verbums, 
durch die Terbalformen ausgedrückten Handlungen 




186 

(Zustände) sind an die Zeit^ gebunden: sie haben einen Anfang 
(Eintritt), einen Verlauf und einen Abschluß. Allerdings gibt es 
auch Handlungen, deren Eintritt mit dem Abschluß zusammen- 
fällt, die also nur einen Moment währen. Es kann nun durch 
die Form eines Verbums der Verlauf oder vielmehr nur ein Ab- 
schnitt aus dem Verlaufe einer Handlung oder ihr Abschluß bez. 
Eintritt zum Ausdrucke kommen. Bei der Bestimmung der 
Aktionsart eines Verbums haben wir demnach die zeitliche Phase 
der durch dasselbe ausgedrückten Handlung zu berücksichtigen. 
Damach zerfallen alle Verba zunächst in zwei große Gruppen: 
in die imperfektiven, welche einen Abschnitt aus dem Ver- 
laufe einer Handlung ohne Rücksicht auf ihren Eintritt oder Ab- 
schluß ausdrücken — und in die perfektiven, die den Ab- 
schluß bez. Eintritt einer Handlung vergegenwärtigen. Die Aus- 
drücke perfektiv, imper£ sind nicht einwandfrei. Man hat auch 
versucht andere Namen einzuführen, sie waren aber nicht besser, 
zumal sich an dieselben in der Regel ein zu enger Begriff knüpft 

Die Lehre von den Aktionsarten des Yerbums pflegt in der Begel 
in der Syntax dargestellt zu werden, es empfiehlt sich jedoch es bei der 
Konjugation zu tun, da man es hier sonst aaeh vielfach mit den Be- 
griffen perfektiv and imperfektiv zu tun hat, wogegen für den Satz diese 
Begriffe meist irrelevant sind. 

Der Verlauf einer Handlung kann ununterbrochen sein oder 
sie kann aus einzelnen gleichen, sich wiederholenden Akten be- 
stehen. Daher zerfallen die imperfektiven Verba in durative 
(kursive) z. B. nesti ,tragen' und iterative z. B. nosüi ,zu 
tragen pflegen^ ,mehrmals tragend Die einzelnen Akte eines 
iter. Verbums können wieder aus lauter momentanen Handlungen 
(siehe weiter unten) bestehen z. B. aksl. strUjati, b. strüeti 
,schießen^ (mehrere Schüsse abgeben) oder weisen sie wieder ein- 
zelne durative Handlungen auf, wie z. B. das erwähnte nositi. 
Diese Wiederholungen können femer derartig sein, daß nach 
gewissen Zeitabschnitten immer ein Komplex von einzelnen Akten 
absolviert wird, so daß man dann von Iterativen eines höheren 
Grades sprechen kann. Man nennt solche Verba auch frequen- 
tativa z. B. b. atrüivati ,von Zeit zu Zeit mehrere Schüsse ab- 
feuernd 

Unter den perfektiven Verben haben wir zunächst 



1. Nicht an die Zeit State, die eine relative Auffassang der Zeit 
vom Standpunkte des Sprechenden darstellt. 



186 

1) die momentanen (oder punktuellen) zu unterscheiden: 
sie haben keinen Verlauf, indem der Eintritt der Handlung mit 
ihrem Abschluß zusammenfällt; sie können also nur vom Stand- 
pimkte des Abschlusses (bez. Eintrittes) beurteilt werden, z. B. 
kriknqti ,au&chreien^, striliti losschießen, einen Schuß tun'; s^dq 
sisti ,sich niedersetzen' u. s. w. 

2) die finitiven, bei denen die Handlung einen Verlauf 
hat, es wird aber nur ihr Abschluß berücksichtigt, z. £. aksl. 
naplMiUi ,anfüllen, yollfUllen', b. doraziti ,den Garaus machen'. 

3) ingressive, die den Eintritt einer Handlung ausdrücken 
z. B. aksl. naä^i, t^ä^i ,anfangen', b. rozbihnouti se ^s Laufen 
kommen', rozesmdti se ,ins Lachen kommen und dann lachen'. 
In anderen Sprachen wird es durch das Per£ ausgedrückt, so 
daß eine derartige Tätigkeit hier als ein Zustand aufgefaßt wird, 
z. B. gr. ^i^vY,a ,er ist ins Brüllen gekommen und ist nun im 
Brüllen drin'. 

Man könnte die 2. und 3. Gruppe zusammen terminativ 
nennen, da hier ein ,Terminus' (Eintritt bez. Abschluß) berück- 
sichtigt wird. Meist ist es allerdings der Abschluß. 

Da es sich bei den perfektiven Verben entweder um momen- 
tane Verba handelt oder um solche, bei denen nur ein Moment 
der Handlung (Eintritt oder Abschluß) berücksichtigt wird, so 
können sie folgerichtig kein Präsens haben, da das gewöhnliche 
Präsens immer nur eine dauernde fibndlung (vom Standpunkte 
des Sprechenden) ausdrückt Das Präsens solcher Verba 
hat vielmehr eine futurale Bedeutung angenommen; 
aksl. s^q 4ch werde mich niedersetzen'. 

Man hat bekanntlich solche momentane (punktuelle) Yerba oder gar 
Wurzeln auch schon für die Ursprache angenommen, allein ich halte es 
für ausgeschlossen und stimme hier vollständig mit Pedersen überein 
(KZ. 37, S. 221). Das charakteristische Merkmal eines momentanen Yer- 
bums ist eben das Präsens mit Futurbedeutung: aksl. danib ,ich werde 
gebend da wir es aber sonst nicht finden, so kann es sich kaum um eine 
ursprachliehe Erscheinung handeln. Es kann ja zugegeben werden, daß 
diesen Verben schon ursprachlich auch die Bedeutung einer momentanen 
Handlung zukam; neben dieser Funktion hatte es aber auch wohl eine 
iterative, weil der Begriff solcher Yerba, wie auch Pedersen richtig be- 
merkt, in welcher Sprache der ganzen Welt sie auch vorkommen mögen, 
der punktuellen oder iterativen Bedeutung günstiger ist als der dura- 
tiven (kursiven). Alt waren hingegen die Iterativa, d. h. Yerba, bei denen 
sich an bestimmte Formen auch die iterative Bedeutung immer knüpfte. 
Die Ansätze dazu reichen schon in die Ursprache hinauf. Dieses System 



187 

erfahr Behon im LitaslaY. eine weitere AasgeBtaltong, noch mehr aber 
dann auf slav. Boden. Hier haben sich so aasgepr&gte Typen der Ite- 
rati?a auBgebildet, daß die iteratiye Bedeatang, die sonst noch anderen 
Formen seit der Ursprache her zukommen mochte, verloren ging and ihnen 
nar e?entaell die momentane bleiben konnte. So z. B. bei dati. Das 
Präs. solcher Verba maBte dann die Bedeatang des Fat annehmen : damt 
,dabo*. Dadurch wurde auch im Slav. der Impuls zum Verluste des urspr. 
formalen Futurums gegeben, indem jetzt eine ganze Beihe der perfek- 
tiven Yerba das Fut. durch das Präs. ausdr&ckte. Bei den imperfektiven 
wurde es dann durch Umschreibungen ausgedrückt. Es gab also nicht 
ausgeprägte ursprachliche perfektive Yerba, sondern jedes Yerbum konnte 
verschiedene Aktionsarten ausdrücken: es konnte momentan, iterativ oder 
kursiv sein und es kann nur zugegeben werden, daß bei einem Yerbum 
diese, bei einem anderen wieder jene Aktionsart vorherrschte. Nur in 
diesem Sinne sind wohl die präfigierten Yerba wie eonfie§r0 und dgL zu 
beurteilen. 

Meillet hält die iterat. Bed. im Slav. für etwas Accessorisches. 
In den aksl. Evangelientexten habe man es nur mit zwei Typen von 
Verben zu tun: per f. und imperf., za einem perf. hätte man ein imperf. 
benötigt. In vÜru velffu dyehajc^tu Jo. 6. 18 und irbttb . . vUromb dvv- 
Umy hätte man es mit Handlungen zu tun, die sich in die Länge ziehen, 
bez. die beständig vor sich gehen. Dem entspräche auch lit. rymoU und 
lat. ^lärg^ wo es sich nicht um Wiederholung, sondern um die Dauer 
handelt. So würden die slav. Iter. einfach auf durativen Verben be- 
ruhen (£tudes sur Tetymologie I S. 57). Indessen hält er, wie Böhme 
richtig bemerkt, Iterativa und abgeleitete Imperfektiva nicht auseinander, 
obzwar sie ihrem Wesen nach verschieden sind, denn man kann doch 
nicht annehmen, daß das Verhältnis von ehoditi zu iü^ von no9iU zu nuti 
dasselbe sei wie z. B. von »tbljudati zu ätbyu9tL (Die Actiones der Yerba 
SimpL in den abg. Sprachdenkm. S. 10). Daher kann man umgekehrt 
annehmen, daß viele Verba, die sich in den aksl. Denkm. in iterativer 
Geltung nicht belegen lassen, ihren iterativen Sinn verloren und nur zu 
durativen Komplementverben geworden seien. Daß jedoch in einer 
älteren, eventuell vorslav. Periode manche durative Yerba iterativ wurden, 
kann ja zugegeben werden. 

Hinsichtlich der Aktionsart läBt sich iiber die 6 Yerbal- 
klassen im allgemeinen folgendes sagen: 

Die Verba der L El. sind in der Begel imperfektiv und 
zwar duratiy. Nor einige sind perfektiv (momentan) wie bqdq, 
leiti4^q ^ch niederlegen^ (lezati fliegen' dur.); sisti-s^ ^ch 
niedersetzen' (siditi ^tzen' dur.); stcUi-stanq ^ch aufstellen' (das 
Präs. ist nach der IL Kl., äojati stehen' dur.); pasti-padq fiLÜen* 
(padati impf.); vriHi-vrtgq ^werfenS iUsti (zlasti)-zUdq ^zahlen, 
büßen* (Böhme S. 21), reüi rekq ,sagen' {glagolati impf.); j^ti-imq 
fiebmeof (imati impl). 



188 

Bei der II. El. wiegen die Perfektiva vor: dvignqti, drhz- 
nqti, goneznqti, dunqti, zinqti, minqti, mrbknqti, pljunqii {plinqti)y 
trhgnqti u. 8. w. Viel geringer ist die Zahl der Impfl wie vl^S'' 
nqti, vyknqti, gybnqti, gbchfu^ij gasiufti. 

Die Verba der III. El. beider Gruppen sind imperf. (spec. 
dur.), selten perf. wie kontöali. 

Die Verba der IV. EIL sind durativ, insbesondere wenn es 
sich um denominative bandelt: chvcUüi ^oben^ Ijubiti ^i^ben^ 
Die deyerbativa, denen ein duratives Verb mit der e-Stufe gegen- 
übersteht, sind iterativ: vodüi, vozüi, nositi, gonüi, lazüi, vlaöiti, 
choditi u. s. w. Einige — meist denominative — sind auch 
perf. (momentan): varüif vriditi, zivüi, krtstüi, kupiti, liäüi, mt' 
stüi, pustiti, roditi, svobodüi, akodüi, sramiti, traditi 8^, javiti. 

Die Verba der V. El. der 2—4. Gruppe sind durativ (bei 
der 2. und 4. sind einige iterativ wie inuäi'jendjq, dajaii-dajq), 
die der 1. Gr. durativ wenn sie von einem Nomen, hingegen ite- 
rativ, wenn sie von einem Verb abgeleitet sind. Es ist dies 
die Gruppe der iterativen Verba im Slav. par excellence, vgl 
z. £. byvatif litati, sidaii, ricati {rikati) u. s. w. Es entwickelten 
sich' auch noch weitere Gruppen, wie die auf 'ytati (vgl. I 8. 519), 
b. 'ävati z. B. Hkdvati u. s. w. 

Die denominativen der VI. El. sind durativ wie z. B. milo- 
vatl, bes^dovati; die deverbativen sind iterativ z. B. kupovati zu 
kupiti. Einzelsprachlich können diese Iterativa zu bloßen dura- 
^ven werden wie eben kupovati. 

Präfigierung. Wird ein duratives Verbum präfigiert, so 
wird es perfektiv z. B. do-nesti ,hinbringen^ zu nesti ,tragen^, iz- 
biti ,erschlagen' zu biti ,schlagen^ Umsomehr natürlich auch ein 
schon vor der Präfigierung momentanes Verbum. Das Pias, 
solcher Verba hat demnach die Funktion des Fut und zwar be- 
deutet es den künftigen Eintritt oder Abschluß einer Handlung. 
Zur Bezeichnung einer in der Zukunft dauernden Handlung 
können also solche Verba nicht verwendet werden, vielmehr wird 
ein derartiges Fut durch Umschreibungen {imamt, choätq u. s. w. 
mit dem Inf., vgl. oben S. 178) ausgedrückt. Auch für das Impf, 
eignen sich derartige Verba nicht und es wird auch in der Begel 
von ihnen nicht gebildet. 

Ausnahmsweise kommt es vor, daß präfigierte durative Verba 
nicht perfektiv werden, wie z. B. predhstojati, dostojati, nastojati; 
nalezati, vbzlezati (vgl. Meillet, ^tudes sur Tetym. S. 36). Die 



189 

Bedeutung des DuratiTums war in diesen Verbindungen nfianziert 
und um sie zu eiiialten, mußte das Verb auch in der Verbindung 
(Komposition) durativ bleiben, da sonst die entsprechenden Itera- 
tiva dazu wie UffoU u. s. w. eine andere Bedeutung hatten. 

Sonst kann ein perf. Yerbam — insbesondere ein präfi^ertes — im 
Slav. äafieret selten ein Pr&s. bilden, z. B. r. po$motriU äo d&aeU za- 
jüch : prygnetb, priljaUtb ,er springt aaf and dackt sich'. Ans dem Aksl. 
führt Miklosich einige Beispiele an (IV * 8. 777); weiter ans dem SIot., 
Ns. und Os. In diesen drei Sprachen zeigt sich hier eben der deutsche 
EinfluB. Ans dem SIot. führt man an: pohvalim U ,ich belobe dich% 
priporocim •• »empfehle mich*, ohljubim «verspreche', waroiim U »beschwöre 
dich', povem «sage*, dam ,gebe*, kupim »kaufe', puttim ,la8se' u. s. w. Auch 
schon in den Freie. Denkm. ispavide, zaglagoljo (poroco). Weiter daün 
auch bei Trüber, aber man sieht bei ihm, daß er vielfach noch schwankt 
und so hat sich dieser Gebrauch erst mit der Zeit im Slov. ausgebildet. 
Das hat aber nicht in allen Personen des Präs. gleichm&fiig stattge- 
funden. Bei einzelnen Verben allerdings, wie z. B. puttiii, zaHopUi u. s. w. 
(hier in allen Personen). Bei anderen schwankt man. So zapotem, aber 
in der 8. Sg. kann man sagen on sap*weduje (vgl. J. Mencej Afslav. 
Phil. 28, S. 40—51). Unter dem Einflüsse der anderen slav. Sprachen, 
der sich besonders seit Levstik geltend macht, wird im Präs. vielfach 
die imperf. Form gebraucht. So weist z. B. das von Stritar übersetzte 
und von der bibl. Gesellschaft herausgegebene Neue Testament mit Psalmen 
konsequent im Präs. nur imperf. Yerba auf. Ober das Präs. perf. Yerba 
sonst wird in der Syntax gehandelt. 

Wird ein iteratives Yerbum präfigiert, z. £. iz-bivali, so be- 
zeichnet es, daß sich die perfektive Handlung des iz^iti^ mehr- 
mals wiederholt, d. h. die einzelnen Akte werden als perfektiv 
aufgeÜEißt, aber die sich aus ihnen zusammensetzende Handlung 
nicht, folglich kann das Präs. eines derartigen Verbums, z. B. 
izbivajq nicht die Bedeutung des Fut. annehmen und es gilt als 
durativ. Derartige Iterativa haben auch in der Begel ihre ur- 
sprüngUche Iterativbedeutung verloren und haben nur eine for- 
male Funktion übernommen: sie sind das Imperf ektivum, wo es 
benötigt wird, zu dem betreffenden Perfektivum, z. B. ghbljudajt^ 
ist das Präs. (dur.) zu sMjuiti (perf.). So finden wir auch, daß 
die meisten neu gebildeten Iterativa nur präiigiert vorkommen, 
sie haben also nur eine formale Funktion. 

Als sich mehrfache Iterativa entwickelt hatten, wurden sie 
in den einzelnen Sprachen verschiedenartig behandelt, z. B* 



1. Es ist wahrscheinlicher, dafi ishivati aus izbiti nach anderen Vor- 
bildern entstand, als daß es ein Invati gab und dieses erst wieder prä- 
figiert worden wäre. 



190 

b. rozsekäm (pf. ^ch werde zerhackenO, dagegen rozsekdvdm ^ch 
zerhacke^; vynoatm ^ch werde heraustragen' gegen vyndMm 4ch 
trage heraus'; vyhdztm (p£) und vyhazuß (impf.) o. s. w. 

Aber auch in den einüachen Iterativen wie choditi u. s. w. 
ist schon die iterative Bedeutung ein wenig modifiziert. 

Man hat schon bemerkt, daß bSMi das Laufen in einer Bichtung, 51- 
hati hingegen das Laufen in verschiedenen Bicbtungen bezeichnet (Mikl. 
lY ' S. 277). So meint auch Boehme: „»^' bezeichnet die Handlang des 
Gehens in irgend einer, nicht näher bezeichneten, aber festen Bichtung 
Tor sich gehend, es ist linear gedacht; in Zusammensetzung mit einer 
Präp. wird das Ziel bezeichnet, dessen Erreichung ausgedrflckt wird : der 
Linie wird ein Endpunkt gegeben; ehodUi drückt lediglich die Hand- 
lang des Gehens aas, ohne feste Bichtung (es ist nicht »zielstrebig*), die 
Handlung dehnt sich über eine Fl&che aus. In der Eompos. erh&lt sich 
die Bichtung: sie wird von der Fläche aaf die Linie zusammengezogen 
(fOr die kein bestimmter Endpunkt gegeben ist)'* (8. 6). Wir sehen dem- 
nach, daß die Handlung des Iterativums Überhaupt mehr einen allge- 
meineren Charakter annimmt und darauf ist es wohl zurückzuführen, 
wenn bei der Negation (z. B. beim Verbote) die iterative Form bevor- 
zugt wird. Man verneint, verbietet nicht die Handlung nach einer Bich- 
tung hin, sondern nach allen, daher also Überhaupt. 

So sehen wir, daß die Iterativa im Slav. schon vielfach ihre 
urspr. Bedeutung modifiziert haben. Sie sind schon nicht selten 
eii^ach Imperfekta (Durativa) zu vorhandenen Perfektivis ge- 
worden. Meillets Ansicht, der umgekehrt das Iterativum aus 
dem Durativum und zwar erst im Slav. ableiten wollte, ist iin- 
richtig. Wir bemerken hier eher den umgekehrten Weg. Für 
eine ältere eventuell vorslavische Periode könnte es allerdings in 
gewissen Fällen, wie schon erwähnt wurde, zugegeben werden 
(vgl. I S. 618). 

Neben den schon erwähnten Arbeiten, die sich mit den 
Aktionsarten des slav. Verbs beschäftigen, kommt noch in Be- 
tracht: Jagiö, Beitr. zur slav. Synt (Denkschr. der Wien. Ak* 
pha bist Kl. Bd. 26, S. 72 f.). 

B) Besonderer Teil. 

Es kommen hier die Konjugationsarten zur Darstellung und 
zwar haben wir nach S. 130 sechs vokalische Erlassen und eine 
konsonantische zu unterscheiden (mit Rücksicht auf den Pitsens- 
und die sechs Erlassen mit Rücksicht auf den Infinitivstamm). 

I. Klasse. 

Im Inf. wird 4i direkt an die konsonant od. vokaUsch aus- 



191 

kniende Wurzel angehängt Nach der Qualität der Kons, sind 
hier sechs Gruppen zu unterscheiden; die siebente bilden die 
Tokalischen Wurzeln. Wir haben es da mit primären Verben 
zu tun, die meist imperfektiv (duratir) sind. 

1. Gruppe. 
Die Wurzel endet auf d oder t, z. B. pleUf, plesU ^echten^. 

Präsens (urslav. und aksl.). 
Sg. 1. pläq Du. pläe-vi Fl. pUU-fm 

2. pUU'H ^ plete4a ,, pläe4e 

3. plde4h (aksL 4h) „ plete4e „ pUU^h (aksL -4^) 

Imperativ. 
Sg. 1. — Du. plet^i FL pleU-mb 
2.pUti „ plete4a „ pläe4e 
a pldi — — 

Imperfekt 
Sg. 1. pUteachz Du. pleteachavi FL pUUaeJumz 
2.pleUaie „ jiUUaMa „ pleUaiäe 
3. pUteaäe „ pUUcLSete „ pleUachq 
Part präs. act: pläy, G. *pletq^ia (aksl. '<^a). 
Part. präs. pass.: pletofm. 

Einfacher Aor. 
Sg. 1. pletb Du. pletove PL pUtomz 

2. pleU „ pleteta „ pletäe 

3. plete „ pUteU „ pletq 

s-Aor. (Typus visb). 
Sg. 1. fUsb Du. plesove Fl. plesofm 

2. — „ pleHa „ pUste 

3. — „ pliste „ pUs^ 

cA-Aor. (Typus vedachz). 
Sg. 1. pletochz (wsl. Du. jdetochove (wsL PL pletochorm (wsl. 
*pleteckb) pletechove) ^pUtechomz) 

2. — „ pUtosta (pleUsta) „ pl^toOe {pläeste) 

3. — „ pletasU (pletesta) „ pletoi^ (*pläechq) 
Part prät act L m. n. pUtt, G. pleMa, tpUMi, EL ursl. 

""pUah (aksl. pldz). 

Part prät pass. pletem. 
Inl plesti, Sup. pUsth. 



192 

Hierher gehören die ^o-Stämme, wozu das Yorliegende pletq 
u. s. w. aus pUkrto-f lat pleoto (I S. 270); aksl. rtw^ ,wach8e* 
aus *(yrd'Uh; aksl. öUq ,zählen| lesen^ ehren^ W. hei (Tgl. I S. 513). 

Femer die do- und d%o-Stfimme: zunächst bqdq ,ero, fio', das 
allerdings mit lat -bundus ^werdend' oder ^iend^ (errä-bundua: 
errärbo, vgl. auch -ndus in oriimdtiSf secundus) verglichen wird 
(Brugmann, Kurze vgl. Gr. S. 609). Nach r. büdu, büdeäb . . . 
büdtd^ und s.-kr. budim, budsä . . . budü war es stammbetont mit 
einer steig. Int (vgl 8.-kr. prdbuds, nicht probudi). Im Pöln. wird 
nach I 241 Nr. 1 aus der lünge eine Kürze: b^, bqdzie&z . . • 
b^dq; im B. erwarten wir eine I^ge, es hat hier aber eine Ver- 
kürzung stattgefunden, die wohl von der 3. PI. budou (vgl. süa, 
Instr. aüou I S. 216) ausging: budu, budei ... Allerdings findet 
man im Ab. vereinzelt noch bMei, bude (Gebauer S. 126), was 
also etwas altes sein könnte. Imper. r. budt, bidtte, skr. budif 
budüe . . . auch stammbetont Im Westslav. scheint er aber nach 
der Mehrzahl der anderen Imper. auch endbetont gewesen zu 
sein: *b<fd{, daher p. b(fd£ (nach I S. 241 Nr. 2, falls nicht eine 
sekundäre Dehnung vorliegt), bqddcie, b. btid, budte (vgl. chval 
I S. 212). Über bqdq ^sunto" vgl oben S. 165. Impf. ab. budiech 
. . . (Geb. ib.). Dazu auch noch Part präs. bqdy, r. büduöi, p. 
b^qcy, b. buda. In den hier erwähnten Formen häufig st bud- 
nach dem Inf. ein byd-: b. diaL ubyde, Imper. byd. 

Weiter gehört hierher jadq ,fahre' und idq ,gehe*. 

Wie ans die Kompos. wie z. B. ab. vendu, ssndu u. 8. w. zeigen, war 
hier za ei die t-Stofe, daber urspr. *»-<^, woraus nach I S. 142 idq (vgl. 
gr. t-fA€v). Als arelav. Betonung müssen wir dementsprechend auch nur 
die r. ansehen: idü, ideh . . . idüi^, daher auch im B. jäu, jdei . . . jdou 
(dann auch dial. du, de» . . .) nicht etwa *jidu (nur in den östl. Dial. 
unter dem Einflüsse des Inf.). Dagegen s.-kr. Idem, Jdii . . ,ldü sekundär, 
vielleicht unter dem Einflüsse des starken Aor., der hier stammbetont 
war. Das t hatte eine fallende Int., daher doidem in dddem, slov. {dem 
(häufiger jedoch gr^m) wohl auch mit verschobenem Akz. Imper. r. idi, 
s.-kr. idi, slov. idi, b. jdi (I S. 202). Impf. aksl. idiaeh^ . . . s.-kr. MSÄ 
(WäA), MSIe, 9\i.jdieeh^ dieeh, Part. präs. act. aksl. idy, s.-kT. Idüdij h.Jda, 
da. Der einfache Aor. war stammbetont, setzt daher ein ei voraus, das 
als Kurzdiphthong eine fallende Int. hatte, im Ab. Jid, jide und mit 
sekundärer Dehnung (wegen d in der 1. Sg. vgl. oben S. 147): jid, jide, 
aksl. idZf ide . , . Sekund. Aor. aksl. idoeh», s.-kr. idoh, Ide . . . Idoie, b. 
jideeky Jideeh, bg. dojdöeh». 

Im Inf. war urspr. ei (wohl aus dem Sup.), daher auch die Akzent- 
verschiebung: s.-kr. I^t (Idt, dödi, näöi u. s. w. aus fuyii, das noch belegt 



193 

werden kann, von 'hier ans dann anch 2^0 st (U (verkürzt nach dem 
Präs., sonst werden die Längen vor dem Akz. erhalten); es kommt aach 
isU vor i^id-U). Im B. blieb die Länge vor dem alten Akz.: jiU^ r. üi^ 
»«£, idii; ap. »V, nqfd^ przjifd, pn^d, wynid u. s. w. häufig im XV. und 
XVL Jhd., jetzt iid nach wüid, pUid (Kryo'ski 8. 233); ns. Ay/, Präs. 
du od. iom, ioi^ io, 3. PI. du (noch andere Nebenformen vgl. bei Mucke 
S.564); das Part, prät act. I lautet aksL hd^ (I 8.161), 8.-kr. Ui«, \ai9ii 
(nach vok. 8t. mit dem t des Präs.), slov. doi^dii, b. üd, dann auch l#o. 
Part prät. a. U aksl. hU, bg. iWs und M», döiih, 8.-kr. lal, l/S, ito, 
gewöhnlich i«ao, ü^, Uf^, slov. neben ieH auch w«/, iial^ ndisi^ döi^i^ p. 
fzMil, «sia, «s?o (danach auch tzedUmj ntdUaz^ Kiam^ tslon, nUimy^ 
nUieU, isfyimy, tdyieU L c. 8. 234), b. Ul, ila, ilo (ab. auch Ul I 8. 216, 
dann auch ial nach »iyial neben «^«^i^ so Geb. 8. 189 oder nach I 8. 48 
zu erklären, dial. auch noch t«<l, das t wie im 8.-kr. ans dem Präs. etc.). 
Wir erwarten im B. isdl (das übrigens einigemal im Ab. belegt ist, 1. e. 
8. 189), aber ans *idla, *idlo ist wohl zunächst ila, ilo^ ebenso im PL 
aus idü ein iU u. dgl. entstanden und danach auch ieL Das Part. prät. 
pass. *i^«fo ist erhalten in aksL -hst^'e z. B. priibttbje ,Ankunft', nb. 
pfiiH ,Ankunft, Zukunft*. 

AksL Jadq ,fahre' (vgL lit. j6ju ,reite', ai. yM-U ,er geht'), r. edu^ 
idsH, ab. Jidu^ jetzt jedu^ Impf. aksl. jadeaeh, ab. jedieeh; Aor. aksL jad^ 
und jadoehz^ ab. ßd und ß^d^ jideeh, ßedeeh, aber auch j&eh, meist in 
späteren Texten, nach dem Inf. ab. jet$\ nb. jHi: Part. prät. a. I aksL 
yov», ab. ^ers, aber auch^^ (jetzt jed); Part. prät. a. II aksl. jai», ap. 
joi, ab. j'el, nb. Jel. Im Inf. haben wir ap. Jad^ ab. jäi^ jetzt jsti ^fthren, 
vehi\ sonst dafür hM, jaehaü, wonach auch einige andere Formen im 
Aksl. gebildet werden können : yo^Aoro, Imper. jaeAai, so auch B.'tr.jahaÜ 
,reiten*, r. eehatb ,fahrenS /cAo/s u. s. w. Auch p. jetzt jeehad, jeehäly 
früher (im XYI. Jhd. häufig) jachad, jaehai. 

jad- ans ^ ist im Prils. konsonantisch: aksl. jamt jßss&^ 
Impf, jadiachz, ab. ßdiech; Aor. aksL jasb, 2. und 3. ja {S) mid 
jastz (smisth Matth. 12, 4 etc. und izi Supr. 105, 19) . • . jas^ 
aber auch jachz . . . jaä^, ab. 2. 3. Sg. ß z. B. zji und mi fio- 
meditf, 3. H. jichu (Geb. 8. 121—22). In ksl. Denkm. auch 
jadochz. 

Mit da- ist auch gebildet aksl. Idadq, kUuti ^egen^ vgl lii 
Jdöfu, U6ti (I S. 513). 

Das nur im Aksl. vorkommende lUedq^ iletti (auch ilndq, lÜa&U I 8. 305) 
»zahlen, bQfien' scheint aus dem Germ, entlehnt, vgl. got. »gildan (da- 
gegen 8ieb8, KZ. 87, S. 820). 

Der Nasalinfiz des Präs. »^ zu »etti ,sich niedersetzen* ist auch 
schon im Preufi. vorhanden: nndatt^ »yndent; ygL auch aksl. ffr^t grfsH 
»kommen*, got. gruü f. »Schritt*. Über derartige Verba, wie auch aksl. 
obr^Hih obristi ,finden*, nrfUq, 9hrhU ,begegnen* vgl. I 8. 513. Doch 
bilden einzelne slav. Spr. (8.-kr. B.) auch das Präs. von rü-. 
▼oBdr&k, YgL ilaT. Gnmm. 11. 18 



I 



194 

Im allgemeinen gestaltet sich diese Konjugation in den ein- 
zelnen slaT. Sprachen wie folgt: 

Bg. Präs. tnetä (pletd), metiH, meti, metitm, metüe, metath 
(meU^); öetd ^ese^ öäÜ^, öeU . . . Impf, metech^, meteie . . . fne- 
techme, tnetechie, mäecha, Imper. tneti, metäe, Aor. metöchz (oder 
mäoehh je nach Dial.), niete, mete, metochme, metochte, metocha. 
Part prät. act 11. melh, prelz, öelz u. s. w., pass. metem, vedem. 

S.-kr. Präs. plHSm, plitiä . . . pUtimo (auch plHSmo), pUtiU 
(auch plHUe), plHü, Imper. plHi, plHimo, plHäe, Impf. pÜtijäh, 
plitijäSe, plkijäsmo, plHijäste, püUjöhu; Aor. pUMdk, j4!ete, plUe, 
pUtasmo^ plHoste, plHoSe (ygl. oben S. 164); sretUn (neben sretnem 
nach EL El.), so schon im Ap. SiS. obritemb se Gal. 11 17, doch 
war hier urspr. wohl der Aor. obritotm 8^ gr. evQi&ijfxev (Vulg. 
^nventi sumus^, daher im Apost Eidii2n. obritochatm 8^, Part, 
prät n 8rio (südl.), 8rda. Neben gredim auch gretn; 8jed^m 
(aksl. 8^dq) mit je nach dem Inf. 8ß8H, daneben sjednem (II. El.). 

SloT. Präs. hridem, brideä, brSde, bredSmo aus bredemö, 
hredäe aus bredeti, bredq, Du. bredSva, bredüa, ebenso mäem, 
mäeä, mäe, gnjäem u. s. w. (Rad 132, S. 181). In der 3. PI. 
kann für o auch -ejo analogisch eintreten. Diese Endung macht 
sich fast in allen Konjugationen geltend (neben jejo und ijo bei 
der IV. EL), daher auch dvignejo, kupujejo u. s. w. Imper. bridi, 
gnjäi (ib. 8. 181); bredUe, gnjetite. 

Man merke gr^m^ gr^i^ gr^^ gr^mo, gr^wte aas gred^m (das auch noch 
gebraucht wird), greim; ebenso bfm, hfi, hf ans und neben hbäem (Val- 
javec, Bad, 132, S. 206—9). Im XYI. Jhd. pal neben pad9l^ jel neben 
j'ed9l. In rdstepn, rdstei . . . f^llt häufig t aus: rdtem, räsei, rai9i st. 
rastoo; das t geht in Wurzeln häufig in d über: evidem ffir evStem, sredem 
f&r freiem u. s. w. Inf. hristi, r. brestt, Stok. brestt; gnjieti^ r. gnestr, 
mistig r. meetl, Stok. mHtii pUett, r. plesU, Stok. pleeti; vieti, r. vesti; rdeti, 
T. rosti u. s. w. 

Russ. Präs. vedü, vedesh, vedeth, vederm, vedete, vedüt^^ da- 
gegen sjddu, 8JddeH . . ., büdu, edu, krddu, lezu. Auch hier 
finden wir obritü gegen aksl. obr^Hq; rostu ,wachsen^ rerliert das 
l des Part prät IE: ro8b, ro8la gegen pleh aus pleth; destb 4esen, 
zählen, rechnen^ (it düdit): 'dtu, z. B. priötu, dagegen dtith (nach 
IV. Kl.): ötu, ctüb . . . ,ehren*, Part. prät. psiss. paötennyj ,geehrf. 

Poln. Präs. tciodq, medziesz, toiedzie, unedzietny, wiedziecie, 
modq, Imper. tcied£, wiedimy, toiedicie, Part prät 11 wiödl, 
wiodhi^ iciadto, aber medli; Part prilt a. I wiad8zy, pass. med- 
z(my, Inf. %oieS6; pa46 ,fallen' hat jetzt padam, pada8z (neben 



195 

padn^ nach ü, padniesz, ebenso kradn^, hradniesz, aber noch 
kradl, krtidsgtf, kradzUmy), 

Von 9%€£6 (und aach n^iö — Nasal ans dem Präs. — doch jetzt meist 
siadaS) noch »iadi, sütdny and analog. Imper.MMf;^, nsddeie neben tufdz . . .; 
im Präs. (mit Futarbed.): Mfc^« si^dzdeMz ... and ttifd!^» sufdzissz ... «üf^; 
«s^icf (jetzt e:yW) noch im XVI. Jhd.: ezt^, ezeiesz, ezeie, czeiemy, ezcieeü, 
€stq, Part. pasB. ezeiony, act. II czeti, präs. estqe. Jetzt ezyUtm u. s. w. 
(?^#V hatte ^fdf, g^dzÜBz . . . ^i^. iCt^üV hatte im Ap. kwt^^ kweissz, 
kweU, kweiemy, kweieeü, kwtq, später dann (dial. jetzt auch noch): k$t^, 
kieieMz, kSeie (aoch kwnU) . . . k$eq^ jetzt kwitn^^ kwitnüsz . . . sonst aber 
kwUi, 'kwitMsy. 

Sorb. ns. Präs. pleäom, pleäoi, pleäo, pleSomy, pleSoSo, pletu, 
Du. pleSomejf 2. und 3. pUdotej. Imper. jiUi, pUiöo, Impf, ple- 
^ch, pleMo • . • pieSecku, Aor. spMech, spiele • • • spleSeehu; Part 
prät. a. II pleü, In£. flas6f Sap. plad. 

OS. Präs. pUtUy ple6ei, ple6e, pleiemy, ple6e6e, pläu, Du. ple- 
Semof, 2. und 3. pleSetaj {-tef), Imper. pleS, ple66e, Impf, pledech, 
pleSese . . . ple6ediu, Aor. apUSeeh, spleSe • • •; Part. prät. a. II 
pletif Inf. ple46, 

Böhm. Präs. vedu^ vedei, vede, vedeme, vedete, vedou (ab. 
vedü, vedau), Imper. ved, vedte, Part piäs. veda, Part prät a. I 
i>ed, II vedl, pass. veden, Inf. vSsti. Aus dem Ab. das Impf. 
9ediech, vediese • • • Aor. ved, vede . . . und vedech. 

Femer merke man ab. »adu, sedsi . . . sadü, Part. prät. a. I srd, II 
sldl, Inf. «Mt^t, »tgiiy »Uti, wofQr jetzt »ednauti (II. KL), femer ma^u, m^i 
. . . matü, Part, mdtl, PI. ntM///, jetzt fast darchwegs mat- ; pradu, prid^S 
. . . ,8pinnenS jetzt meist predu. Jetzt noch cht, ctei . . . Inf. citti Jesen* ; 
ab. ktvu (aas kvtu vgl. im P.), ktvei . . . ktum, (auch manchmal tkve), jetzt 
/;oe/u, kfoeUi . . . Inf. kvUti «blühen* ; ab. padu . . . davon nur noch pade in 
pade tnih ,es schneit', sonst jetzt padati, padäm (nach Y. EL 1. Gr.). 

2. Gruppe. 

Die Wurzel endet auf s oder z, z. £. urslav. und aksL nesti, 
nesq ,tragen^ Präs. aksL urslav.: nesq, neseäi, neeett (aksl. 4^) 
« . ., PI. ne9c^h (aksL -^). Imper. neri . • • neeite, Impf, nesiachh, 
Part präs. a. ne^y^ pass. ne^om«; Aor. nesh, nese • . . nesq, s-Aor. 
ni9h • • . 3. PL nis^; ch-Aor, ne80ch^ (westsL ne8ech^) • • • nesaS^ 
(westsL *ne8echq); Part prät a. I nesb, U nesh, pass. nesem, 
Inf. nesti, Sup. n^^. 

Hieriier gehört z. B. aksl. vrtzq, vristi ySchnUren, binden' 
(Tgl. I S. 344), othvrMi ,lo6binden, öffnen*, einf . Aor. vrtzh, «-Aor. 
wi8b . . . vrls^f Part. pmt. pass. othvrtsU, dann auch "vrtxem; 

18 ♦ 



196 

nUtzq, mlisti (aber auch ndtsti, mhsti TgL 8.-kr. müdi) imelken^, 
lit milszti, mOtu (I S. 260); nttq steche" (I S. 161); tr^, tr^ 
lättem^ 

Bg. Präa. nesä, neseH . . . nesath, Imper. neri, nesde, Impf. 
nesichz . . . nesicha, Aor. zanisoeh, Part präi aci II nes^h. 

S.-kr. Präs. »f^^m ... nisü, tri8<Sm ... ^r^; Impf. trMph 
. . . tri9ijäku^ Aor. ^r&oA . . . triaoie. 

Neben netU Icommt, meist wenn es präfigiert ist, nifeH (m^ neti) vor, 
ebenso auch im Aor. mit Ausnahme der 2. und S.Sg. and im Part. pr&t. 
act. II and pasi. z. B. ddnijeti, ddnffeh (in der 2. and 3. Sg. kr. auch m 
für nt/e, s. nur -nese z. B. do^ete), ddnif0smo, ddn^'ute, ädn\;'€ie; donio, 
donifela, pass. Jonffet, doch auch doneiti, donitoh^ dänssaOj doiü$€n (auch 
doneien). Das ddmj§h ist aus donen hervorgegangen; darnach wurde auch 
ein Inf. mj§ti gebildet (wir finden unäi, prm$ti, odnytfU seit dem XV. Jhd., 
Dani^iö, Ist. 8. 246, der Aor. cItmA, dmUjth 8. 820—821). Seit dem 
XV. Jhd. auch u-neh, do-nio, po-nilo u. 8. w. (8. 387). 

SloY. Präs. nisem, nüei, nise, nesiva^ nesüa, PL neaitno, 
nesäe, nes^ (nesijo), (vgl. £ak. neaSmo, neate, ätok. neaimo, neaäe); 
Imper. nisi, vüi, PI. nesimOf nestte, Part prät a. II n489l, In£ 
fUsti, r. nesU, Stok. niäi, Sup. n^; 

Buss. Präs. nesü, nes'eit . . . nesüiz, Imp. nest, nesüe; Part 
pnlt a. II nSsb, vezh, nesld, nedö, nesU. 

Poln. nio8^ nimesz . . . niosq^ Imper. nieä, nie^cie, Part 
prät a. I niisszy, II niöst^ nio^ia, niosh, pass. niesiany, Infi 
nieäS; ebenso wiei6, iviozq; paä6, pas^ ,weiden^; trqäS, trz^^ 
^ttem^; ffry£6, gryz^ »nagen'; le£6, lez^ Rechen' (alter laz^ ygl. 
lad, allerdings leziesz). 

8orb. ns. Präs. njasam {lyasu), f\fa$o$, f\fa9o, t^a$<miy^ f^'assiOf njatu^ 
Du, nja8<Mn4j\ t^'asotej, njasotef, Imper. fyas, r\j€i9my, ly'asih, Imperf. lyMeeA, 
ftjiueio . . . njasechu, Aor. donftueeh, donjas^ . . . donjas^ehu, Part. prät. 
a. II f\f(ui, Inf. f\fasdy 8ap. n/Mi. os. Präs. nfesu, nj'esei, nfete, njesemy^ 
nj§»§dey f\fe$u, Du. njesemoj\ 2. und 3. njesetaj (-^'), Imper. nje$, nj^smy, 
r^etde. Impf, r^jesech^ ly'eseie . . . r^'eteehu, Aor. dotyMeeh, do^jesB . . . don- 
lesechUf Part. prät. a. II njesi, Inf. njesd. 

Böhm. Präs. ab. trasu, trSseä . . . titisfi, jetzt meist tfea»; 
ebenso ab. i/azu, vizeä . . . t/azü, jetzt ungebräuchlich, dafür vd- 
zati ,binden^ Im Ab. auch noch spcisut spdsti ^servare^, jetzt 
wird es meist von sptmti (TV. Kl.) ersetzt 

Als Part. prät. pass. kommt auch schon in der älteren Zeit neien 
vor, jetzt auch immer vzneUny ,erhaben* (neien auch im S.-kr. und Slov.). 
Dial. auch mk4 ,mulget\ womit slov. m<fisti (ygl. Stok. mueti) neben ml^ati 
zu vergleichen ist. 



197 



3. Gruppe. 

Die Wurzel lautet auf ein fr, |i oder v aus. 

AksL Präs. grebq ^grabe, rudere', grebeii, grebett (urslaT. -it) 
. • • grdkftz (nrsl. 4t), Imper. grein, Imp£ grebiacH, Part präs. a. 
gr^, pass. grAamt, ein! . Aor. grebt . . . grAq, ^Aor. .grisb . • . 
gris^ cft-Aor. grebochz (westsL *grAeAi), Part prät a. I gr^, 
n grdh, pass. grebenb, Inf. ^e^i; Sup. gretb. 

Hieriier gehört: zivq, ziti ^eben', 3. Sg. Aor. ozive ^dvi^ij* 
cti^ liuc. 16| 24 (Mar. Zogr.). Doch wurde aus li4i ein Stamm 
zi- erschlossen und so entstand ein Aor. iiäit, z. B. o-ii Supr. 
401, 24; 231, 5 (ygl. hickb zu hUi ,schlagen^, dann auch pri-iüh 
Supr. 368, 21, 1. PI. ztchomz Supr. 62, 21. pUti, pUvq jäten': 
1. PL Präs. i^^pUvemb Mat 13, 28 (Zogr. Mar.); x^ ,dilacero', 
Part. präs. pass. x^otm Supr. 296, 6; iep(i, Uii ,8chlagen'; örUi, 
önpq ,schöpfen'; suti, npq ,schleudem'; dUbq ,8Culpo', Bhd.ddban 
,graben'. 

In den aksl. Denkm. kommen Infinitive wie tsiU (st UU), Mtti, 
gretti wie auch Uptti, crfytti, gTsMi nicht Tor (Wiedemann, Beitr. 
8. 147), wohl aber in den jüngeren ksl. Denkm. (Mikl. III* S. 101). Zu 
der oben I 8. 278 gegebenen Erklärung ist zu bemerken, daß vor allem 
nach dem Typus vedq — vedi ein grebq — gresti gebildet wurde (daher 
nicht etwa auch ein *bitti oder *myiti st hiü^ mytt). Daß die Formen 
gr§bsU n. s. w. jfinger sind als gruU, sehen wir insbesondere deutlich im 
B. Sowie aus v^sU auch ein vSdtty v^Ui, viel entstand, indem das prfi- 
sentische d wieder eindrang, so auch in gvbwH. Einen klassischen Beleg 
f&r das Aufkommen des Mti bietet uns auch das r. kljast» ,yerflnchen* 
gegen aksL kl^i, femer das p. wzufdd, das neben dem richtigen wzüf^, 
aksl. v»z^ vorkommt (Krjiiski S. 241). 

S.-kr. Präs. grib9m . . . gr^ß, Imper. grUn, gribäe. Impf. 
gribäh, grUMe, gribääe, gribäsmo, gribäde, gribahu, Aor. griboh, 
grebe, gribe^ gr^)osmo, gribasU, griboäe, Part prät a. I gribav, 
gribävH, 11 gribao, gr^la, griblo, pass. grAen, In£ grhpsti. Der 
alte Inf. hat sich noch erhalten bei jlpsti, Präs. plijivim, Imper. 
plißvi, Aor. pleh, piß, plßstno, pljkte, plßie, Part prät I pleväi, 
n plfio, plfila, pass. plijhen, pUjh>ena (sonst auch nach lY : pH- 
jevUi, Impf. plijMjöh, Maretiö S. 239 Anm« 1), dann näsüti, 
pö-sSii, Präs. na-spim, Imper. nh-spi, Aor. nä^süh, na-sß, nä- 
süsmo, nä-8ü8te, näsüäe. Part prät a. I nä-süväi, U na-suo, 
na^ala, pass. na^^üt, na-süta; so auch pb-sfUi, iirsüti u. s. w. 
Sonst: düpdi, dübim; cfpdi, efpim; shupsti, skftb&n (Int auch 
ßhuH, DamS. S. 247); jeprii, jebein ^Aitnere'; xipM, zSbim, tepsti 




196 

se {tip9m se). Einige Formen leben noch im Westen von zivsti 
(älter züi), Hv^n, sonst allgemein Hvjeti, zivim (HL. KL). Im 
Impf, ist -ah regelrecht st ijah. 

Sloy. grAem, gribei, grAe, grebiva, grAäa, grAimo, gre^ 
bäe, grebq igreUjo), Imper. grAif Stok. grün, Inf. grdnie; Part 
prät a. Q gr^M^ Inf. griMi, Upsti, dcäbsti, z^bsti^ Sup. tytst. 

Man findet noch in den Denkm. ihmm, Mhei . . . , aber regelrecht ist 
dafür Miv^ti (nach III. Kl. 2. Gr.)> also wie in S.-kr. Für pl4vem kommt 
auch plijmn yor. Za »phn^ jp^ . . . aach noch der Inf. iuU. 

Itnss. Hier noch zitm . . . zn zUb, sonst gresUj grestt ^- 
dem^y skresti, dcredt ^haben^ skrebü, skrebeit . . . 

Zu 'iibu z. B. vp'iibu . . . ,ich werde aasschlagen* gehört ein Inf. 
nach der lY. Kl.: vy^tbUt, ebenso za o-übun ,ich werde mich irren' der 
Inf. onbUbqfa, daher Part. prät. pass. uiibUm neben uiihenh Doch kommen 
aach Inf. vor wie pogrehitif dial. »kuhtU neben »kutti, dial. Uptti. Hier- 
her auch /t^tf, jMU^ Inf. J0U (aas *jMb), 

Poln. Präs. im älteren P. grzeb^f grzebiesz, grzebie . . . grztbq, 
Imper. grzeb'f Part prät a. I pogrzebszy, II ^««K, pass. po- 
grzebian, jetzt dafür grzeba6, grzAi^; skub^ akuäS, jetzt dafür 
skubaS, skubi^; femer war igw^, £y6 . . . jetzt iy^ tyjtsz; weiter 
war j>2et% plewiesz . . • j7le<5; dafür jetzt pid^, pidesz . . . pidq, 
Part älter pfeirf, j>2^, dann auch piol, pd. Es war auch 8u6, 
sui, U8uw8zy, sutjf, dazu sgp^, sgpiesz, sypie . . . 9yp<f (Vokalstufe 
aus der V. El.), jetzt sypad, sypi^, sypiesz • . • sypiq (Eryiiski 

5. 243). 

Sorb. ns. 'crei^ pS-^fju (;erJ9Jom\ pöcrj^jos, Imper. poerjej, Aor. 
pöerjeeh, pöerje; ns. plaif ob. pie^ (aksl. ^iti, pl^4)i Präs. ns. ple/u (pie^ 
j<nn\ OB. /»^'tf, ns. />^o«, />/!r;o, Imper. />fcy, Impf, pl^'aeh, Aor. hu-plaeh^ 
Part. prät. a. II j»^, pass. platy. 

Böhm. Im Ab. haben wir noch dfiäi (aksl. driti, drtpq) 
und 8Üti, dann Af^i, aküHi und zwar konunen in den älteren 
Texten eben nur diese Formen vor und erst später auch hribsH, 
skubsti, dann auch dial. zlbst, zdbgt, slovak. hriebd, ziabsL 

Za crUU warde im Ab. nar mi, erei gebildet (also nach I. Kl. 

6. Gr.)» daneben derpdm, oirpaii, wozu die Neubildangen jetzt cerpu^ 
^p4i; hierher auch jebu; ab. pUvu, pUU, jetzt pUju (-ji) pi^'ei . . . plUi 
(ygl. im Sorb.); »pu, 9Üit, jetzt meist •ypati\ tepu, tep^i, Inf. dazu t^taü^ 
wozu dann auch iepdm gebildet wurde. Ab. auch noch lir<i, wofür dann 
iiju, Mijei (vgl. p.). 

4. Gruppe. 
Die Wurzel lautet auf einen der Gutturale k, g, ch aus. 
Aksl. pekq ,backe^| peöeH, peäeh (ursL -^t), 'Du.pedevi, peöeta, 



199 

peöeU, PI. peietrn, peieU, pekqtz (ursl. -tt); Imper. ptci, pteite; 

Impü pe<kMchhy Part präs. a. peky, pass. pekotm; ein£ Aor. pekb, 

peie; I cA-Aor. rich^ (zu reA>, re^i ^genO^ zctchz (zu £«^-; ce^i) 

Psalt sin. 73, 7; U. cA-Aor. pekockb. Part prät act I pekb, ^. ; ..) 

n |)«ifo, pass. pedem, Inf. |)e*^i; Sup. peifp. ^j 

Über die Imper. pwri, /»ci, r»ct, {»st ... vgl. I 8. 35 f. £b kommt 'fißjäA^% 

auch n^fetort (= -ifeleliO Supr. 345, 16 vor neben siMeUtö ib. 108, 18; ^ 

neben iegom» Zogr. Mar. auch }kgomh («■ ib^omo) Supr. 362, 23. Im Aor. 
zaiftie Mat. 28, 7 (Mar.), /M>:ftie Supr. 16, 16, aber auch nzegos^ Supr. 
60, 9 ; Part. pr&t. pass. r»:»feii» Supr. 18, 29 neben zeienb ib. 423, 4. Der 
reduzierte Vokal konnte verallgemeinert werden, vgL slov. zpem, r. zgu^ 
p. zg^, b. zhu (I S. 36). 

Hierher gehört viikq, vieiti ,ziehen, schleppen', Part. prät. a. I 
vlbkb, II vhkii z. B. oUbkU Supr. 881, 19, pass. vUcem^ wofür auch vlek^, 
vlec4m\ hregq^ hrciti ,8ich kümmern', dazu Part. prät. a. I hrhg^i% Supr. 
72, 14 neben hregyi ib. 324, 16; ftr^t^ streitig selten itr^g-: Hrbguite 
TflQovvm (serb. Quellen); vrbgn, vreiti ,werfen*, in späteren Quellen auch 
vrbiti^ Aor. vrtgv, tlbkq^ Heiti ,pulsare'. 

Mit Nasalinfix im Präs. gehört hierher: l^€^ hiti ,sich niederlegen' 
(vgl. oben S. 193 9^, setti), Aor. leg^; weiter l^uf, l^Hi ,biegen', Aor. 
l^h^ . . . l^i^ (vgL reehb . . . rei^, 

Bg. Präs. peka^ peMb, pe^e, pedetm, peäete, pekotm, ebenso 
moga, mozeH . . . mogatz; Imper. peöi, pedete; Aor. pekochz, re- 
kochz . . . 

S.-kr. Präs. piiim, piöei, piie, pecimo, peöäe, pika, Imper. 
pici, picimo, picite, Impf, picijäh, picijäie . . . picijäku, Aor. pi- 
koh, peie, pide, pikasmo, p^ste, pikoiie, Part präs. a. pikü^i, 
prät a. I pikav, pikäväi, Ö pekao, pekla, piklo, pass. piden^ pe- 
äina, peöino, Inf. phii. 

Nur tnöiSi hat in der 1. Sg. noch m^v, dann mo^»^ mol«, für beide 
Formen auch moi (vgl. oben S. 142) . . . moÜeU (in allen diesen Formen 
für i auch r: mores . . . morite vgl. I S. 377), dann noch Fut. utmogu^ 
aber sonst in Zusammensetzungen : pbmoiem^ poipomoMem . . . neben pd' 
mognem, poipomognem (nach der II. KL), zanemödi, iznemöiH hat nur zane- 
moghim u. s. w. Auch bei der Neg. : n« mognem^ n€ mogne (futural), 
seltener ohne Neg.: mogne. 

Zu UiH ,sich niederlegen' Präs. leUm, aber auch tegrüm (II. KL), 
ebenso recem und reknhn zu rn^', wofür auch rijeti eintritt (Reflex des 
Aor. aksl. rechte, vgL oben donij^ti für donuti, DaniS. S. 247, 320). 

Für Inf. wie aksl. vUHi u. s. w. haben wir hier vüci, tüdi (pbuci u. 
and.), vrdi, unnr6i^ nur vrißdi (östl. dial. rrVi), vriem^ triefe, vrhü, Imper. 
rr«t, Part. prät. a. II vrhao, rrhla ,Getreide austreten' (mit Pferden). 

Vielfach finden Berührungen mit der II. Kl. statt: zu vrdi Präs. 
trgnentj Part. pass. vrgnut und dann auch selbst im Inf. vrgnuii. Zu 



200 

dignmn lautet der Inf. auch di^i (aksl. d9ignqfi), so auch $061, wn^tOm 
«erreichen, ankommen' [riigfuj^i) u. s. w.; klUi, kllktam ,rufenS p^j^h 
'•hjegtiim ,fliehen* u. andere. 

Das Imperf. kann auch noch l^äh, Ucih lauten, doch sind nament- 
lich bei anderen Verben die Formen auf -ijäh wie picijah gebräuchlicher. 
Abweichend schon mogäh^ mogäie (st. tnoiah u. s. w.). 

Im Imper. finden wir im Westen nach dem Präsens S st. c {pect) 
und ÜT St. 8 {leJti). 

81 ov. Pias, pidem, pSdeä, püe, Du. peSha, peöäa^ PI. pe-^ 
öimo, peöäe, pek^, Imper. pSci, rici, iici, mözi, pedmo, pennte, 
zffl, zgite. Im Part prät a. 11 p^k9l, mqg^i, mogai, Part präs. 
p^^, mogqö, Inf. p^if vidi, tidi, tHH — töldem; vlföi, vöiäi — 

Möci hat im Präs. m}rmn für modern (vgl. I S. 877 und s.-kr. mlfii 
u. 8. w. 8. oben), 3. PI. mogo und morefo; beachte auch den alten Imper. 
mozt: mozt ti Bog; für ,mfl88en' gewöhnlich jetzt nifrati, -am. 

Im Russ. Präs. peku^ peöSäh ... peküU, Imper. pdd, peklte, 
ebenso beregi yschone', beregüe, iekt ylaufe^ tektte; Part, prät a. 11 
pSkö, pekUt, peklö, PI. pekli; Part I pekH, pass. pedinyj, Inf. peit; 
pidh8ja ysorgen' hat noch die alte Nebenform peädüb. 

Hierher auch vle^, vkku und volö^^ vohku »ziehen, schleppen' ; rei^y 
reH «sagen*, im Ar. gewöhnlich r»X;ti, r^eii, Part. präs. rbka^ dann rku, 
rka u. 8. w. (vgl. Sobolevskij, Lekc. S. 98 und 163, b. rku, p. rz^c 
u. 8. w.); $echy $ekü ,prügeln'; Ucb, iekü »fließen, laufen'; tolöct, tolku 
»stoßen, stampfen'; weiter b^recb, b&regü ,schonen, hüten'; bggü »laufe* 
und hegütbf Imper. bigi, Part hegiüc\j\ Inf. aber h&ätb (nach der III. KL); 
Ucb, Mgu »sengen', Miih, Part. i?gt, igld; lect, Ijagü »sich niederlegen'; 
fnodft» mogü, möieh . . . möguh »können'» Imper. ne mogi »untersteh dich 
nicht', Part. prät. a. II mogz, mogldj moglö; za-prjact, zaprjagu »anspannen'; 
$tericby tteregii »hüten'; ffrtcb, strigu »scheeren'. 

An das S.-kr. erinnert doHicb neben doUignuU »erreichen'» im Präs. 
aber $tignuy $i%gneh (nach II» wie alles übrige)» Part, doitigt, doitigla, 
doBtiÜrm »erreichbar'. 

Dialektisch dringt in den Inf. der Kons, aus dem Präs. ein : volokci^ 
prjagci . . . nach ne$u, ne$ti. Dial. auch tikti, mogti. 

Poln. Präs. piek^ (vgl. I S. 43), pieczesz, pieeze, pieczemy, 
pieczecie, piekq; Imper. piecz, pieczmy, pieczcie; pomöi, pomöide; 
Part prät a. I piekszy; 11 pidd, piekia; pass. pieczony, Inf. piec, 
möc (po^möc); im Ap. werden soldie Inf. oft mit dz geschrieben: 
strzedz. 

Von Inscj bisg^ jetzt nur noch hiegi (als Adj. biegig^ zabiegig u. s. w.) 
und biegng in pobiegng, przebiegssg u. s. w.» sonst bügn^^ bwgnüiz (nach 
II)» Imper. bügni {bUgnij jünger) neben dem älteren 6i«l, pobiei. 

Nur in Kompositis kommt vor ia^e «if (aksl. 2^, l^iii »biegen'): 



201 

przslqe M^, ukfc ttif «erschreckenS z/fM n^ sonst im Präs. u-l^kn^ #!>, 
süfibif ttif (fataral), also nach der II. Kl. Ein anderes Iqe and Ufe $%^ 
,gelK>ren werden^ Präs. i^f, I^mz . . . ul^^ u. s. w. ist nur eine Modifika- 
tion zn Ue (aksl. Uiii, /^q), jioi^, zaUe, das im Präs. /0^f, legnUn 
(fataral) hat, Imper. legnij ,sich niederlegenS früher Präs. l^^ (aksl. l^^\ 
ial§$z . . ., Imper. ti^. Inf. ^c (sekondär). Hierher auch rxsc^ rz0k^, 
rzsezetz, Imper. ap. rzeezjf, später rseez, rtsezem^ daneben war aber rzk^ 
rtJuf neben rfktfe^ rzkom, rzkoma^ nkomo (ygL im B. and B.); 9iqe (#*^ 
gad)^ Präs. do-n^tesz, do-9i^ . . ., Imper. prtyiu^ przyiufgi, jmifiufgia, 
häufiger jedoch nach II: n^gn^, ii^gnisiz^ »i^gtufd: z€c ,sengen' hatte »g^^ 
«SMS, i^^fcy, Imper. iij^', Part. I Ugt^ iegla, pass. teüong, jetzt meist 
zgfUfd (n.) und z'^ocf, tazegad (Y. KL). 

Sorb. 08. Präs. pjeku, fjeöei, pjede . . . pjeku, ns. pjeku (alt), 
pjacom, pjacaä . . . 23»/ßAi«; In£ os. pjec, n& |)/»;; Imper. os, pjeö, 
ns. 2>;ac; Impert os. pjedech, ns. pjacaeh; Aor. os. spjeöech, ns. 
spjacedi; os. <$0^; <{ed^, Infi ^, ns. ^ii, ^ocont; ^oco^ . . . Inf. 
äac ylaofen' (aksL tekq, teHi); os. ^offii«, toldei . . . Inf. iok, ns. töiiitf 
(alt)y /^iicoj . . . Inf. Üuc stoßen'; os. tclekUf tvleSeä . . . In£ tvlee; 
ns. {tc)laku (alt), (tp)laca3, Inf. (u7)Za(; ^schleppen', dazu os. tvoNec, 
ns. hoblac ^anziehen'; os. swlec, ns. zeUcu: ^ausziehen'; vgl. noch 
OS. 9ye, 9yku, syöeä . . . ns. sec, uku (alt), secoä . . . ,hauen' (aksL 

Böhm. Präs. peku, peöei . . . pekü (ab.), pekou, Imper. pec, 
alt pect, rci, peete, rate (ab. rcüe); Imperf. ab. peöiech, pedieäe . . . 
peöiechu, Aor. ab. pek, cA-Aor. rieh . . . richu; peSedi . . . peöechu; 
Part prät. a. I pek, pekH, IL pekl^ pass. peöen, In£ p^L 

Im Imper. schon in älteren Denkm. ö, z aus dem Präs.: 
pamoz st pomoz, uteö st ii^; so fast durchwegs jetzt in den 
Dialekten. 

Im Inf. wird ein t neuerdings dial. angefügt: moeti, rieti, dann 
moetf riet. 

Im Ab. mitunter pek st pekl, z. B. obUk^ so auch jetzt in der 
Tolksspr.: pek^ moh^ rek; im Part. prät. a. I in der älteren Sprache mit- 
unter prMfioAo, r$ko u. s. w. (Tgl. oben S. 168). 

Statt lahu finden wir im Ab. schon leKu (nach den übrigen Formen), 
dann regelrecht UM, UU . - . Uhu (st. lahü), Imper. Uz, Inf. Uei (aksl. 
l§iH^ Ifgq). Jetzt dafür Uhnotäü 

Über tnohu, miUei, müze (ab. auch m6X) . . . mohou vgl. I S. 219. 

Man merke ab. prahu (aksl. i>r^if), /»f^fs«« . . . prahü, Inf. ab. prüei, 
das allmählich von -prähnuti, -prähnouH Tordrängt wurde. Analog $ahu 
{tfgq), üJUi . . . •oku, $äkl, $MU, Inf. ftWt, siei^ aus prüahu wurde /»» wati 
,ich schwöre* (Tgl. I S. 271). Das Präs., der Imper. und das Part. präs. 
werden von -iahaiit -idhnouti ersetzt. 

Ab. sireKu, nb. itrehu, ttrSM . . ., Inf. iirieei, $triei ,hüten*; iluku. 



202 

ihcei . . . ilouci ,klopfeo, schlagen' ; vleku, vleei »schleppen' ; rrAu, vrUi 
. . . vrct ,werfen' ; f Au , zzei, sie . . . ihüf aus zz wird bei der Präfigierung 
ß, z.B. zajze und das ^ dringt auch in die 1. Sg. zajihu; Imper. zzi, zxHUe^ 
Inf. zeci. Im Nb. dafür meist iAitti, ihnouti (Geb. III, 2, S. 172). Anch 
rku^ rcei oder rcei. jetzt noch rA;ti in jd rhu .sag' ich' erstarrt (vgl. engl. 
,1 say') sonst rtlmun rikdm, poviddm, Imper. rc», jetzt rei, ab. reite, reete, 
jetzt rceie, Part. präs. rA;a, prät. a. II rekl und rkl, rkla (jetzt bei der 
Pr&figierung) ; pass. recen und r(^, rcen, Inf. rc^ci, jetzt rie< (vgl. auch 
im P. und B.). 

6. Gruppe. 

Die "Wurzel lautet auf m oder n aus. 

Aksl. Präs. ptnq, phneH, ptneth (urslav. -th) ... phnqtb (ur- 
slav. "tt), Imper. ptni, jpbnete; Impf, pbneack^, ptfUciäe . . . pbniadtq; 
Part präs. a. p^ny, pass. ptnorrn; s-Aor. p^, p^, p^ (oder /?^^) 
. . . p^^^, später auch p^chh . . . p^ä^; Part prät. a. I ptm, ptmäi, 
n |>^fo, pass. p^, Inf. j9^6', Sup. jp^fo. 

Hierher gehört imq, jejti nehmen' (vgl. I S. 160), vhztmq, 
vhz^ti ^wegnehmen, nehmen^ vhntniq, v^n^iti ^erfassen, begreif en^ 
naimq, naj^ti ,mieten', prümq, priJ4>ti ,empfangen^ u. s. w. 

Das Part, prät a. I lautet im Aksl. neben vtzbtm auch tMemd, 
neben priirm auch priemt {pri-jetm), neben imt (Supr. 142, 28; 143, 24 
u. s. w.) auch jetm (ib. 29, 17) u. s. w. Es ist nicht darin eine zweifache 
Behandlung eines *> zu suchen (01)lak, Afsl. Phil. 14, S. 438), urslar. 
war nur co-imd, jDo-im», irrn u. s. w. Daraus wurde zaitm, po^rm (dial.). 
Nun gab es auch Subst. wie z.B. za-tm», woraus *2a|m&, G. sotma. Nach 
peet (aus ptn\ Gen. ptea u. dgl. entstand b. zäjem, r. tdjerm und analog 
anch z. B. zu prürmj u. s. w. auch prujemt, dann auch jemt (vgl. übrigens 
auch h.Jehla neben slovak. ihla und fem aus *«i^ IS. 142f.). Das e 
drang auch in die Präsensformen ein: r&zenit Supr. 233, 10; 263, 15; 
vtnemi 16, 4, neben vtzmi 326, 20; 394, 12. Vgl. auch Verf. Aksl. Gr. 
S. 226. 

Hierher auch h5^» in norö^i, vh-d^i anfangen*, Präs. nchdbfuf 
. . ., Part prät. a. I naöbm neben nadem; Idtnq, td^i ,fluchen*, 
in späteren ksl. Denkm. das Part, prät pass. auch pro-Mtnem 
wie auch raspimem, dztnq, dqti ,blasen', Part prät pass. d^men^ 
(na-dzmem Supr. 88, 22) und dqt^; z^i ,mähen, ernten' bildet 
das Präs. nach der Y. Kl. 2. Gr.: zbnjq, ztnjeH ... ebnjqth, Part 
präs. a. itnj^ u. s. w. 

Bg. Präs. Hlna, küneih, khlne, kblnetm, Hlnete, Hlnat^, 
ebenso vzema, vzemeäz u. s. w. Imper. kblni, Hlnete, vzemi, vze- 
mete, Imperf. k^ln€€h^, kzlniäe . . .; Aor. klechz, vzechz, Part prät 
a. II klelz, vzetb. 

-kr. Präs. künim (aksl. kltnq), kün^ . . . kunimo, kunäe, 




203 

künüf Imper. kuni, kknite, Impf, künijäh, künijäie . . . künijähu, 
aber auch künjah, Aor. kleh, 2. und 3. kle, kiümo, kUgte, kUie, 
Part prät a. I klev, klevii (aksL klMiz), II kleo, Uäa, kläo (aksl. 
U^h), pass, hlH, kleta, kleto, Inf. Mäi. Päi hat nur bei der 
Präfigierung die alte Konjug. bewahrt z. fi. raapnem, rttspneä . . . 
Imper. raspni^ sonst von pinjati: penßm, penßä . . . Imper. pinß, 
Im^tpenjäh^ die übrigen Formen von piti: peh, pe, pfymo, peväi, 
peOf pfla^ pety peta. So auch selbst in einigen Kompositis: !s- 
pnSm und Ispenßm, Imper. Ispni und ispinß, so auch popnSm 
und pdpenßm, Imper. pdpni und popknji u. s. w. 

Die KompoB. von -ceti (aksl. -c^ wie poet^t «anfangen* und and. 
haben dial. m flt. n in Formen, wo letzteres auftritt: poimem^ pocmemo, 
pocmi u. 8. w. Es ist vom Part, pocem, das wieder nach der Analogie 
von pfhjmn aufgekommen war, auszugehen, wie uns das Ab. zeigt. Sonst 
pomem, pocnii . . . , aber zapocnhn^ btpocnhn . . . 

Hierher gehört btiti, Ztmem ,nehmen', tizHi, uzwim ,nehmen'; naduU 
se, nadmeni (Aor. naduh m, naduo «^ Part. p. nadtU und nadüvetC) ,auf- 
schwellen, sich aufblasen*, zeU^ znum ,drücken', Part. pass. zst^ dagegen 
uti ,emten* hat im Präs. injem (vgl. aksl. zhnja\ znßi, inß, injemo . . . 
injut Imper. fit;l, znjtu^ Impf, znjah^ Aor. i« A, i«, ze$mn . . . zeU neben 
inßh^ znß n. s. w., Part. prit. a. 11 So^ zela und fi|;«o, zty^la, pass. zet, 
zeta und znjiv^n, Inf. neben zeti auch zt^feti (überall Einfluss des Pr&s.). 
Das ehemalige » kann auch Ton a vertreten sein: zanßm^ iänß, zanjäh 
und dial. selbst änfim, z^njudi (Dalmatien), vgL oben penßm. 

Slov. Präs. pnhn, pnii, pni, pn^pa, pnäa, pnimo, pnäe, 
pnq (pnijo\ Imp. /wl, na-j9n}, zordnXf za^tnl, napntmo, zadnimo, 
napnite^ xadnite (Rad 132, S. 167). Part prät a. II pod^l, po- 
(Jffo; poö^; vz^, V2^, vz^; Id^, kl^, pass. ot^, sn% vz^, 
nap^^ Inf. p^ti, razp^i, Sup. klqt, z^; j^i variiert im Präs.: 
imhn, paimem, jmhn^ zdjmem, otmhn, izmhn, meist aber jdinem, 
jdmeä (auch ohne je: vzdmem zu vz^i). Zu M^i wird ein Präs. 
Idejem, klejei neben dem regelrechten kilnem gebildet Im Part 
prät pass. macht sich auch en geltend: najmen ,conductusS oi- 
men ^exprenus' zu zeti, zmem ^drücken^, z. B. oz(ti, ozdmem und 
ozmim; auch kitnenje ,Fluchen^ setzt ein keinen voraus; zUi ,mit 
der Sichel abschneiden' hat jetzt meist zdnjem neben znjem, znjei, 
wozu auch ein Inf. znßti gebildet wurde (vgl. s.-kr.). 

Russ. voztmü ,werde nehmen', vozwn&b . . . voztmiitb, Imper. 
vozmt; Part, prät a. I vzjdvü, II vzjal, vzjald, vzjalö und vzjdlo, 
PL vzjdli, pass. vzjati, vzjatd (vzjdta), vzjatö (vzßto), vzjdtt/, Inf. 
vzjatt. So auch zatb, zmu ,drücken'; na^dtb, nacnü ^anfangen*; 
zath ,emten' hat jetzt auch schon znu, zneät; kljaztt ^fluchen' 



204 

(Tgl. oben S. 197) hn Präs. nach dem In£ Idjanü, kljan&t, kljah; 
dutb yblaaen, weben', dmu, aber auch duju z. fi. vHerhf düjetb, 
Part pass. dutö, aber auch dmem: nadtn^ni/j ^maßend, stolz'. 

Poln. Präs. tcezmq, weiiniesz, weitnie . . . icezmq, Imper. 
weimif jetzt ioeimij (nach bij, p%j\ daneben wei^ weide (aus älte- 
rem wein% Part prät. a. I iczqwszy, TL wziqi, wz^y tvz^, In£ 
icziqd (neben toziqäS vgl. S. 197); ciqS, tnq (aus tbnq st ^ctnq 
Tgl. I S. 155 und 280) ,hauen, schneiden'; -czqS in zcH^zqd, za- 
czn^, zaczniesz, pocznq u. s. w. Part prät. a. II zaczqi, zacz^, 
-iOj pass. zacz^y; miqö, tnn^ verknittern'; Mq6, Mnq ,fluchen'; 
piqc, pnq spannen'; dqc, dmq, dmiesz . . . Imper. älter dmi, dmi' 
de, jetzt dmijf dtnijde (vgl. oben weitnij); Part prät a. I dqw, 
dqwszy (ab. noch dem = aksl. dztm), pass. dqty, d^a; zq6 ^ernten' 
hat jetzt auch schon in^ inieez (auch schon im Ap. Kaiina 
S. 393 und 427), Part prät a. U i^. 

Sorb. OS. 'önUf •önjei ... Inf. -SeS, ns. •cnu, -cnjoi ... Inf. 
-cei in Eompos. wie os. poöeS, ns. za(8)'pöceä ^anfangen'; os. je6 
älter jorf {-Jfnu, -jmje^ . . .), ns. jiä {-jfnu, -jinjoi) ,nehmen'; os. 
pje6 {pnu, pnjeä . . .), ns. p^ (pf^^, pnjoi . . .) spannen'; os. kle6, 
ns. kleä ,fluchen'; os. ze6, znju, znjeä (selten) ^emtenS ns. zeä, inju, 
injoi. 

Böhm. Präs. pnu, pneS . . . pnü (ab.), jetzt pnau, Imper. 
pni, pnete, Impf. ab. pniech, pnieie • • . pniechu; Aor. ab. piA, 
pi .. . pichu (später nach pjcU, pal auch p'adt, p'a); Part, prät 
a. I pen, penH bis Ende des XVI. Jhd., jedoch schon vom XIY. 
an auch pjav, pav (nach pjal, pal) und seit dem XVI. Jhd. auch 
pnuv (zu pnouti, vgl. zdvihnauti, zdvihnuv), Part prät a. 11 pjal, 
pal (entsprechend dem pqh), pass. pjat, pat (aksl. p^tz), Inf. ab. 
pieti, woraus püi, dann nach zdvihnu — zdvihnouti zu pnu auch 
pnouti (da pÜi auch = ^trinkenO seit dem XV. Jhd., dazu auch 
pnul st pjal, pal, Sup. pjat, pat. 

Aach bei anderen Yerbis wird der Inf.-St vom Präs.-St. beeinflußt: 
jmotdi, jmul (Schriftspr. ^a/) st. jiti, weil dieses auch der Inf. zu jdu 
,gebe' ist; Präs. ymti, /m««; zu -6nu, -cHi z. B. in pocnu^ pocUi «anfangen* 
auch "inouity -cfuil, die Schriftspr. zieht -cUi^ -dal vor; zu dmu, Inf. dmouti 
neben dem filteren duti, douU (zum letzteren umgekehrt ein Präs. duju, 
dt^'ei ,wehen' Tgl. r.) ; zu klnu auch klnouÜ neben kUti, ab. kliti (dazu auch 
ein neues Präs. kl^u, kl^ei ,fluchen') ; zu mnu entstand mnouii (aksl. m^ 
mitnc() ,reiben*. Ab. war auch z^u ,mähe' zu iUU, iiU^ doch beginnt etwa 
seit dem XV. Jhd. auch inu aufzutauchen, dann auch im Inf. inouti und 
zati (weil iiU auch » »leben*, Präs. ab. zivu). 



206 

Auch im Ab. taucht im Part, prftt. a. I fQr po^tn ein pocem auf 
(Gebauer S. 182), wie im S.-kr. (vgl. oben 8. 208), offenbar auch unter 
dem Einflüsse von V2«m, pojwi etc. (später vmo, pojav wie pjao^ pav für 
pen). 

6. Gruppe. 

Die Wurzel endet auf r oder {. Nach dem Wurzelvokal 
sind hier zwei Paradigmata au&ustellen: 

a) der Wurzelyokal war ursprünglich ein e: 

Aksl. Präs. mtnff mtreäi, mtret^ (urslay. 4h) . .. mtrqt^ 
(urslaY. 4h); Imper. tntri, mwite; Impf. tnhrSaehh . . . mhriaclkf, 
Part präs. act tnhnf, pass. z. fi. throtm (zu iräi, ihrq ^iben^, 
Einl Aor. nur 3. Sg. mwe, cA-Aor. mrichh, mri (mriU) . • . 
mriäqj dann auch mrhchh, 2. und 3. mrh . • . mrhiq; Part prät 
a« I mhrbp prosttn (auch analogisch proHrtm), H rnrüh, pass. 
*mrtitb (pra-gtrhth); zrhth und po-ehrem, 8h4hrenh, Inl mriti 
^rben', Sup. mrüz. 

Das IHM*- geht auf ein ntf zurück, lit tnlraztu, miriaü, mifti 
(I S. 160). 

Der Aor. mrhchh ist wohl erst später im Anschlüsse an nthT' 
entstanden (vgl. Verf. AksL 6r. S. 228), mr^h ist älter. Ein 
mhroehh (t^. vedochh) kommt in aksL Denkm. nicht Tor, wohl 
aber in den ksL z. B. ophroi^ im Ostr., oproie Ey. §i&. Statt 
mri' wird häufig itiM*^- in allen Formen geschrieben: mhriti, 
tnhrichh u. s. w. Auch hier drang also das tnhr ein. Der In£ 
lautete wohl urspr. tnrtii aus ^mfti (so läßt sich im Aksl. nur 
znti ^opfern' belegen), das Sup. mräh und wohl unter seinem 
Einflüsse kam schon im ürslav. auch der Inf. mriti auf. Im 
Part prät a. I haben wir neben -mhrh (woraus -merh) in den 
anderen Easus auch "mrh- z.B. umrbiaago Supr.225,2i, umrhia 
Sav. kn., umrhHmz Ap. SiS. u. s. w. Begelrecht auch im Part. 11: 
pozThh Supr. 348, 10; umrhh ib. 226, 5 u. s. w. Mit { ist nur 
meU, In£ mliti ,mahlen'; Präs. meljq, meljeäi . . • mdjqth (also 
nach der V. Kl. 2. Gr.). 

b) der Wurzelyokal ist ein o: 

AksL Präs. koljq, kcljeH . . . koljqth, Imper. koVi, koVüe 
(jünger koUte vgl. oben S. 143), Impf, koljaachh . . ., Part präs. a. 
koljq, G. Sg. kdjqHa, pass. koljem^; Aor. klaehh . . . klaäq; Part 
prät a. II klah, pass. kolem (klam), Inf. kUUi (aus *kol'ti) 
,stechen, schlachten', Sup. Jdath. 

Hierher anch hrati (aus *6or-<0, horjq ,kfimpfen, streiten*. Das 



206 

Präs. gebt hier nach V. Kl. 2. Gr., vgl. oben m€ljq ,mableS Der Inf. 
ktiUi, brati brachte diese Yerba teilweise in Zuaammenbang mit der 
y. KL, daher im Part, neben kolem, borem auch klan»^ branb^ es wird 
auch b^ran^ geschrieben (bbranije) nach btrati, btran» {bbrati, bbrami), 
ff9tMm u. s. w. Daher auch kblaehb st. kiachb u. s. w. So lautet auch 
das Impf, h'rachomt Supr. 53, 4, dagegen noch richtig boriachq Psalt. sin. 
119, 6, 

Bulg. Präs. U'tnrd, u-tnrüb . . • u^mrätb^ Imper. -mri, Aor. 
Mmrichz. 

Präs. mdja, Impf. imUdiz, Aor. ndechz. 

S.-kr. a) Ptäs. mrem, mrei . . . tnrü, Imper. mri, tnrUe, 
Impf, mräh, mräSe . . . mrahu, Aor. mrljeh, mrtje, mrijisnio, 
mrijiste, mrijUe (so iu älteren Quellen: odrije, prozdrije, umrije, 
zaprije, prostrije Daniö., Ist S. 324); Part, pnlt a. I mfv, mrvH, 
n fnv'O, m^la, mHo, Inf. mrijHi ^terben^ neben trti ^iben^, woza 
dann Aor. trh, tr, trsmo . . . Impf, trah, trc^e . . .; die Präsens- 
formen können dazu auch tarem, -eä . . . Imper. tari u. s. w. 
heißen. 

Analog tierem und 'drem (letzteres mit Präf.) eu drijeti (auch derati 
nach der V. Kl. 3. Gr.); das Part. prät. pass. odri, za$iri . . . 

Wegen der Berührung im Inf. bilden einzelne Yerba der III. Kl. 
2. Gr. ihre Präsensformen nach I, 6. So taucht das Präs. prSm auf zu 
preti «anklagen* (aksl. /»»rfti, pbrjq^ p^^^t Also wie etwa das aksl. prHif 
jnrq ,fu]cire, claudere*; analog ab. ^ii, prim, prü . . . Inf. prlii ,streitenS 
nb. aber pru^ prei ... So auch 'zreti ,blicken*: zazreti, zazrim ,8cheu 
blicken*, obäsreti «a, obazrem »€ ,8ich umsehen*; zreti ,reifen* (aksl. s»reti, 
-^'q III. Kl. 1. Gr.) hat zrem und wtm ... in der 3. PI. nur sru; bei vrhi 
^sieden* nur die 3. PI. vru, Part. vrwH, vgl. ab. schon vru, vrei zu vrieti, 
vriti; mteti neben mlßti hat auch im Pr&s. melfim^ Imper. mhlji, Impf. 
me\jah^ Aor. mljeh. 

b) klati ^schlachten, stechen^, kolßm, kolßi . . . Imper. kdlß, 
Impf. kUJäh oder kläh (kläie, kläsmo), Aor. Uah^ klo . . . klasmo, 
Part, prät I UävH, TL klao, klala, pass. klän, kläna und klät, 
Mala. 

Slov. a) Präs. tnrhm (mrjhn) . . . mrijOy mrö, Imper. mrl, 
mrifno, mrite, vri, zri, Part prät a. 11 tnfl^ mrlg, vmHa (r. 
umm'ld), zavri^ zavrl^; poifi u. s. w., pass. zamfi^ podfi, opH, 
Infi mriti, Sup. mr^; tritt ^iben^ hat im Präs. tdrem {firem) 
und trim; wlfti hat m^ljetn (ätok. meljem), Imper. mUji, meljite, 
Part prät a. 11 ndel, pass. mlen und mlet; b) kläti ^techen^ hat 
kiiljem, kqljeS . . ., Imper. kilji, r. koli, koljite. 

Buss. a) Präs. mru, mreSt . . . mrut^^ Imper. mri, mrüe, 



207 

Part, prät a. I merÜ, II ümerb, utnerld, ümerlo, ütnerli, Inf. 
meräb; peräb, pru ^pressen^ teräh, tru ^iben', Part prät a. 11 
terh, terla, terio, Urli und das in der Präfigierung vorkommende 
sttrethj auch stertt, vrie pragtir{e)U8Ja ,8ich erstrecken'. 

b) Mit als Stammvokal: barötbsja, horjüsb, bireihsja ^n- 
genS am borHsja fit rang'; koUtb stechen', kcljü, kiljeib, am 
kaUh; porötö, parju, p&rjeih ^trennen', am paröh. 

Vor / wurde, da es hart war, e zm o (vgl. I S. S06, analog volohi 
gegen aksl. vlHuf): moM», melfü, tniljtH . . . «mahlen*, om» moldh^ Part, 
pass. wMiiU\ poloibj poljüy pUfeh JätenS onbpoUU^ Imper. «MiSf, poU u. i. w. 

Poln. a) Präs. dr^ drzesz . . . drq, Imper. drzjfj, drzyjde 
(das j von den vok. yeii)en her), Part präs. a. drqc, Part prät 
a. I (raz)darszy, II darl^ -la, -h, pass. darty, -a, -e, Inf. drze6; 
ebenso mrzeS, Part prät a. 11 umarlf zmarl, pass. volkstümL 
umarty, nach darty, zawarty u. s. w.; frze6 ^drücken, drängen': 
pr^ przesz, prze . . ., parszy, pari, party. 

Es giht aher noch ein zweites pr%€6 ,leugnen, vemeinenS das hatte 
przi^ zaprt^ zaprzyiz^ znprzy . . . przai, zaprzai ttf, saprzatow^^ taprzany 
(aksl. pbreti^ P^^j<{'> P^^*)] jotzt wie das erste. Ein drittes prz€d, pr^ 
und prs€f\ heifit ,erhitzt sein, dünsten* (vgl. bei der III. Kl. 1. Gr.). 
Ebenso gibt es ein wrzed^ xatrrstfcf , schließen* : -wr^, -wnesz, -wart, zawarty ; 
%oywr^ Jasse heraus*, wywari^ wytoarty . . . und ein %crze6 «sieden*, das 
jetzt auch nur irr^, wrze9z . . . hat, also wie im B. vrti, vrei . . . (aksl. 
vftr&t, r»r;q. vtriü III. Kl. 2. Gr.). Nach wr^ . . . wri^ entstand auch ein 
«TTtfiz, tcr«, wr^my^ wreeie^ umgekehrt aber auch ein irrzq für trr({. Im 
Ap. auch wrz^'^, wrzejen . . . wrzejq und unrej^ . . . unr^'q und torajq, wra" 
Jqe; ired aus irzsd ,fressen': ir^, iresz, ire , . , irq, Imper. iry;\ iarsxy, 
iarl, iarty (Krynski S. 248); mUd {mli6) ,mahlen* hat mUl^, mieletz . . . 
neben miol^ . . . und mtl^^ mlei; ebenso pUd Jäten*: piele, piol^ und pel^y 
pM, 

b) kl66: kalq, kalesz, kde . . . kUl (auch ktu6, kluj^), kUty; 
pr66 (pru6), parze und pröß ^auftrennen' vgl. r. parath (b. da- 
gegen pdraii). 

Sorb. a) os. mru, mrjei . . . In£ mre6, ns. mru, mrjaä . . . 
Inf. mriä sterben'; os. pru, prjeä . • . Inf. priS leugnen, stützen', 
ns. pru, prjaä . . . Inf. preä leugnen, stützen, verwelken, versiegen' 
(hier sind also auch mehrere Verba zusammengeÜEdlen, vgl. p.); 
OS. tru, trßä . . . In£ iri6, ns. tru, trjai . . . Inf. treä ,reiben, 
wischen'; os. Z€hwri6, ns. zchwriä ^schließen'; os. pö-zred ,ver- 
schlucken', ns. zreä ,verschlingen, saufen'; os. mliS, mjdu, mjdei 
,mahlen', ns. ndaä, dial. niUd, mjelam, mjehi. 

b) OS. ki66, kalu, kalei ,stechen', ns. khß, kalu, kaloi . . . os. 



208 

tpobröö 80 (archaist und def.) ysich erwehren^, ns. tvobroß se (akaL 
brati, barjq); os. pr66, paru st. porju, parjei, ns. projä^ porju, 
porßi »aufirennen' (ygl. p.), slov. dagegen parati, b. pdraii, pärdm, 
aber auch noch päre se (vgl Geb. S. 365). 

Böhm, a) tru, frei . . • trou (diaL auch iru . . . ihm, mru 
. . . mhu), Imper. tri, trete ab., jetzt trete, Inip£ ab. triech, frieäe 
. . . Aor. ab. trid»^ . . . trichu, Part. präs. a. tra, trauc{i), prilt 
a. I triv (jetzt trep), II tfü {frei), ab. auch noch tri z. B. umrl, 
patrl, pass.efÄi {tfen) und fr< (ab. vgl S. 171— 72), Ji±tfieti, trüi 
^reiben^ Hierher dru, driäi, driti ^schmden'; mru, mrieti, mfüi 
^sterben'; pru, prieti, prüi ^stützen', dann auch ^streiten, verneinen^ 
(Tgl. oben S. 206); vru, vrieti ^schließen*, atevru ,werde öffiien', 
zanru ^werde zumachen', aber auch vru, vrieti, vHti ^sieden', so 
schon im Ab., Tgl. p.; srieti, iru fressen, schlucken' (jetzt ieru, 
zrdii), ab. auch shmeti, skvru ,döiTen, schmelzen', os. ikri6, ns. 
ikriä ^schmelzen'; 

mläi, nditi, mdu, melei . • • meUm (ab. auch 1. Sg. meli, 
3. PL meli); hierher auch ab. örieti, öru ,schöpfen' (aksl. aber 
öreti, ^hrhpq), jetzt dafür öerpati, äerpdm (äerpu). 

b) iddti, ab. kcl'u, holt, kölei • . • Part pms. a. kole, jetzt 
gebraucht man die Präsensformen von koliti. 

7. Gruppe. 

Die Wurzel endet auf einen Vokal, mitunter jedoch nur in 
den InfinitiTformen, während die Präsensformen konsonantisch 
sind. Je nach dem Vokal im Auslaute kann man hier mehrere 
Gruppen unterscheiden. 

So haben wir hier zunächst Verba mit ei im Präsensstanmie 
z. B. bei(h, heüe-, das zu *6ft|>- (Tgl. I S. 105, 141 u. 171) wurde; 
im Inf. war urspr. t, slaT. i. 

Aksl. Präs. hhjq, bbjeH, bbjetz (urslaT. -tb) ... bbj<^ (urslaT. 
4h), Imper. bbfi, hbjite, Impf, bbjaackb, bbjaaie . . ., Part präs. a. 
bbj^ G. urslaT. ^bbjq/tja, pass. hhjemz, Aor. bickb, bi, . . . bü^; 
Part prät a. I bivh, U bil^, pass. bbjem, Inf. biti ,schlagen', 
Sup. bith. Statt des t kann in den Präsensformen auch das i 
unter dem Einflüsse der Inf.-Formen auftreten: bijq u. s. w. 

Hierher die I S. 172 erwähnten Verba: ptjq, piti ,trinken', 
i^jq, vüi ,winden', hjq, liii ,gießen'; p(h6iti ,ruhen' (TgL po-kai) 
hat im Präs. i ebenso wie gniti ,&ulen'. 

Anderen Ursprnngs ist das • in iiH, Hjt^ ,n&hen' (I B. 28, 106 und 



209 

111). Auffallend ist Vdpüt^ Präs. meist vzpij'q, selteaer nptj'q ,mfen'. 
Da hier die Wurzel ausnahmsweise zweisilhig ist (das Wort kann nicht 
als mit v^ prftflgiert aufgefaßt werden, denn es mfißte perfektiv werden, 
Tgl. S. 188), so ist es wohl entlehnt (man TgL ags. woffian Wärmen, 
delirare* und got. vojifan ,laut ausrufen*)- 

Weiter die Verba mit y im Inf., das auf ü zurückgeht Sie 
sollten im Präs. ov aus eu haben, doch fanden hier Ausgleich- 
ungen statt (Tgl. I S. 104 und 172). Erhalten ist es noch in 
planq, plyti, pluti ^fließen, schwimmen^ lit plduju, plduti ^ttlen^ 
Dagegen kryti, krtfjq ^ecken^ vgl. lit krduju, kräuU Raufen'; 
myti, mt/jq ^waschen', lit mäuju^ mäuti ^strdfen'; nyti, unyU 
yverzagt werden'; ryti, ryjq ^graben, wühlen', lit rduju^ rduH 
^ufen'; tyti ^ett werden'. Hierher gehörte ursprüngUch auch 
äüi aus *äiyti. Über die hier yorkommenden sekundären Part 
pass. sh-krzvem ^verborgen', utmvem abgewaschen', äwem ygenähf , 
oth-rbvem (Supr. 101, 11 ygl. auch zchHvem ,yergessen' zu zch 
bifti) ygl. oben S. 170 und Verf. Aksl. Gr. S. 231. Wie bei 
pluti (neben plyti) ist sonst auch der Inf. wieder yom Präsens 
beeinflußt: truH, travq und duti (neben slyit); ruti (rjuti), ravq 
neben renq (aus *rjovq), ab. revu ,brüllen'. Hierher gehörte yiel- 
Idcht einmal auch kowff *kuti ,schmied6n', ygl. lit kduju, käuH 
,8chlagen, schmieden', als Inf. ist freilich nur kavaii belegt (b. 
kouti ist sekundär). 

Hierher gehören auch die Infinitivformen von byti ,sein, werden, 
mit dem Präsens nach der I. Kl. 1. Gr.: bqdq (S. 192 und I S. 104); fiher 
den Aor. 6ycA&, 2. und 3. 6y«fo nehen 6y (letzteres meist mit Präfixen: 
zaby) vgl. B. 149, üher bimt S. 163, becht und das Impf, beaeht S. 159. 

Ein a im Inf.-stamme weist dchti ,geben* auf (Präs. damt 
aus *dödfni)j Aor. dachz, 2. u. 3. da neben da8t9 . . ., Part praet 
a. I davb, n dalz, pass. dam; weiter statt ,sich stellen^ (Präs. 
sta-^ ,werde mich hinstellen' nach der II. EL), Aor. siachh, gta . ., 
Part prät a. II 8tal^ u. s. w. Über zncfti, znajq ,kennen, wissen' 
ygl. I S. 611. 

Mit i: dHi, dijq ^egen' (im Mar. häufig assimilierte Formen: 
deatb aus dißth, dMlz, dejath; dieäi mit und ohne li als Partikel 
gebraucht, s. in der Syntax), Part prät pass. (HÜm ,amictus, 
indutus'. Das Yerbum bildete auch einen reduplizierten Präsens- 
stamm : dezdq, dezdeÜ aus de'd(e)i(h; das i schwand wie das ö (a) 
bei damh (ygl. I 8. 507). Im Südslay. und R. werden wir auch 
difKh finden. 

Peti ,singen' {axiapoj^i) mußte im Präs. po^ lauten (*poiO', *poj^). 

yondr&k, ygL sUt. Onmn. II. 14 



210 

Es hat wohl kein *v4f^i *^^ gegehen, woTon nur die AoristformeA 
4fU'vi jTespondif and 3. PL ot^vüs Torkommen würden, Tgl. oU-viU ^t- 
wort' und hei der IQ. Kl. 2. Gr. {oi^pocedeU). Anders hei iz-me-tb «f 
(mit "U wie umritt) im Ps. sin. 72. 21: qirobo moi ixmSU sj^ ^ol riipQo^ 
fAov ^Xlouo&riaav*, das dazn gehörige Part. pass. ixmen» wird durch ixmemU 
^draXlayfia' ih. 88. 52 vorausgesetzt; hier könnte ein *meli, *m^> wegen 
das let. «H/ti, mU (nehen mainii) mehr als wahrscheinlich sein. 

Die Verba mit i gehen oft in die Y. EL 4. 6r. über und 
umgekehrt: di/ati. 

Bg. Ptäs. bija, hkih, bie, bietm, biete, bijatb, Imper. bij, UjU^ 
Imperf. bUchh, 2. xl 3. bieäe, biechme, biechte, biecha; Aor. bickb, 
2. XL 3. bi, bichme, biekte, bicha, Part prät a. u-bilz und biek 
(YgL S. 169)y pass. büb {büa krava mUko ne dava Sprichw.). 

Ehenso pffa ,trinkeS vija ,drehen, ranken' (aksL r^», 2. ,heulen' 
(aksL wäre es rj^Vj, vyti) ; mija, mien . . . ,wasohe' ; krija ,Terherge' ; peja 
,singe' ist nach dem Inf.-etamme, Aor. pich», Part. prät. a. pieU u. pih. 
Hierher ist auch imeja se ,lache', Aor. tmieh^ $0; vija ,wehe*, Aor. viek» 
und tija jgiefieS Aor. lieh» geraten. 

S.-kr. Präs. dijäm^ dujiä .... dujä, Imper. öüj, düße, Imp£ 
öujäh, dujäie . . . Aor. duh . . . öüie, Part prät a. I däv, düväi, 
U duo, dSla, pass. diiven, dunina, öwvhno, Inf. duti ^hören, fühlen'. 

Hierher noch: M<t, ^fem .schlagen' (wahrscheinlich auch as. hj% 
Afslav. PhiL 6 S. 503); der Infinitivst i-U, i^i ,gehen' (worüber S. 192); 
lUi^ Ufim ,gießenS püi^ pißm «trinken*; vUi, vtßm ,winden'; noch im 
XYUL Jhd. kommt hriä in ohriti ^rasieren' vor, jetzt bHjati^ lnyem\ va- 
piU oder üpiiU ,auArufen' finden wir auch hier: femer iUi ,n&hen^ Dann 
• für y : fMi^ budim ,sein* ; Mti, kr\fim ,Terbergen* ; nitti ,den Kopf waschen' ; 
ptUiy pl\fim »schwimmen*, riti ,wühlen*, üU ,fett werden*. 

Weiter: düti, dujem (st dtnem, wie noch nä^uti 8e)\ öb^i, 
obußm u. näziäi ^Schuhe anziehen', Izuti ßch. ausziehend 

Stnßti, smlßm , wagen, sich trauen', Aor. auch smjedoh, 
ImpL smjedijah; dbspjeti, -spijem 1) ,reifen', 2) ,zurecht kommen', 
3) ,Muße haben' u. s. w.; znati hat im Präs. znam, 3. Sg. sel- 
tener znaje, 3. PL znajü ,wissen', Part pass. znät oder znan, im 
Präs. jedoch auch zvMtem (vgL I S. 514 und unten bei dati 
unter den kons. Verben), Impf, zhhdijöh oder znaääh; statt 
,8tehen bleiben' hat im Präs. statom (S. 209), Imper. stani, Aor. 
auch stadoh, Stade u. s. w.; dßti, dßsti ,tun, stellen, legen' hat 
jetzt im Präs. dßnim, aber auch djedSm, Aor. djeh, dßdoh; Part 
prät a. II dto, dßla; zbdjeti und dödjeti haben auch zädijim, 
dödißm. 

Üher budim, budi^ budü6i zu b\U sein vgL S. 192. Ehenso sahudim 
zu safriit .vergessen' und and., aber doldU «gewinnen, siegen' hat nach dem 



211 

Inf. dobifhn, ebenso zadahifim «gewinnen* ; ebenso tnshüi «a, Btubtßm §e 
,8cbüohtern, verlegen werden'; das Impf, zum einfachen ifUi ^ia* lautet 
mjsh, Ufiit . . oder hejih, hfih {hlh). 

Das Part pr&t. pass. zu VlU .schlagen' lautet hit oder h\jm^ auch 
hhmi^ ebenso vit oder rt;#it; krii oder kr%ven\ Ut, U9«n\ pit, pij^n und 
phen; dobü^ dohiven und dobijen zu dhbiti »gewinnen* (aksl. dohyU), Die 
anderen Yerba haben «n : Suven^ ohuven^ naduv&n, adjeven, doijfffeven, miven^ 
rivtn, tivmi, iivmi u. s. w. 

SloY. btjem, bijei • . Injo, htjejo^ (itok. blj&n . .), jedoch 
p(jem . . Imper. btj, Kjmo, bijte (auch bi, btmo, Kie\ Part prät 
tuUha^bOa (§tok. blo\ In£ büi (it bW), Sup. hii; znäti, spf'H 
und itnfi'ti haben im Pisa, znam, sp^, {sp^fem), 8m?m und srnS- 
jem; dfti (§tok. djTti} hat im Piüs. df'nem (Stck. dßnSm) ^ponam', 
schon in den Freis. Denkm. ti mi zadenei ,ta mihi impones* 
I 26, dann deßm ^facio, dico' (darans dejm und dfm), dejei (deß), 
deje; stdti hat stänem (itok. stan9m), stanei; p§'ti, p6jem, selten 
j>ijem; znati hat znäm . . . znäjo. 

Das Part. pr&t. pass. lautet Intf brit, razodft u. s. w. oder nobrivwi 
,irrasus<, razodioen ,detectu8', pokrivn »constratuaS umivmi ,lotuB', ofrutwi, 
deven, uXtven, ikriven^ bijen, pavijen . . . dann auch tnan. 

Beachte schließlich pUvmn^ ilovmn^ Imper. plovi, iUvi (r. $lavü, ilo- 
vSh . . .) zu plüti (Präs. auch plujem) . . . 

Russ. bhßi, bhjeSt, btjUz ... btjuth, Imper. bej (aus bbj)j 
bejte, Part präs. a. bijd, bbjuSöij, Part prät a. I bMi, U bih, 
büa, pass. büb, büa, Inf. büb ^hlagen^ So auch ptju, pbßib . . . 
pitb »trinken*; vhju, vüb ,winden', hju, Ußit, lüh ^eßen*. Ana- 
logisch geriet hierher ähßi, ihjiSh, iitb ,nähen^ Dagegen haben 
noch das i erhalten: gnitb, gniju ^ulen', poöttt, poöiju ^hlafen, 
ruhen (in Gott)' und brüh pusieren, scheeren' hat br4ju, brijeSb 
YgL weiter unten. 

Mit i: pelb ^ngen' im Präs- pojü, pojUb . . . Imper. poj; 
grät, grefu »wärmenS zrett^ zreju »reife* (gehörte urspr. zur HL Kl. 
1. Gr. aksl. ztreti)] smitb, smeju ,wagen' (ebenso), spitt, speju 
,reifen*. Dagegen däh ,hintun*, denu ,ich werde hinstecken*, 
denehf . . . denuth, Imper. dem, dentte, Part prät a. I d^in>, II 
delb, pass. deU. Ebenso sicUb, stdnu ^ch hinstellen*, insbeson- 
dere mit dem Inf.: om stah igrätb = am zaigrdh ,er fing an 
zu spielen*, om stanetb igrdtt = om zaigrdetb ,er wird (anfangen 
2u) spielen*. 

Sekundär ist hierher geraten: atytt = stynutb ,kalt werden*, 

znatb ,wissen*, zndju, zndjeäh . . . Part, praet. pass. zn<;U^ und 



212 

znam; dutb, darnach auch düju ^wehe^ (S. 204); obuit, obuju 
4ch werde beschuhend 

Merkwürdig sind die PriBensformen der Verba mit y: za kryU 
jdeeken', kroju, kroJeH, Imper. kroj\ Part. prfU. a. kroja, prät. a. IE kryUj 
pass. kryt» (kravent); mpU ,waachenS mojuj mojeh . . . mof, Part. pass. 
mfft (and maven» vgL umavtfM nop); nfU Jammern', ^j^'y ry^ «graben', 
r6ju\ vyfo ^beulen', voju . . . ro/m, Imper. wtj. Diese Formen sind nicbt 
lautlich aus dem arslay. kryjq o. 8. w. entstanden, sondern sind wobl 
direkte Fortsetzongen eines rrnju^ knju n. s. w., das aacb im Ar. vor- 
kommt (s. bei Sobole? skij S. 228). Die letzteren Formen sind wieder 
Neoerongen nach der Analogie von pv«, b^ zu pM^ Mti, während in 
den anderen slav. Sprachen umgekehrt p^'u zu pifu im Anschlüsse an den 
Inf. pUi nach ^j^'ti : kryti umgebildet wurde. Falls nicht bei hr^fu der 
Finfluß des Imper. vorliegt, könnte hier analog auch das » zu • (brbju) 
geworden sein. 

Dagegen hat plytb ,schwimmen' im Präs. plyvu, pltfvih (selten piovu), 
Part. pass. per§pljftb, und «^» ,berfihmt sein' analog t/you, •lyvih\ iyU hat 
t^u. Über die Formen zu hyti vgL oben S. 192; zu zahyU lautet das 
Part. pass. zahyt» und zabcem. 

Foln« Präs. die späteren Formen: bij^, bijesz . . . bijq, 
Imper. -bij, bijcie\ Part prät a. I biwszy, TL bii, pass. bit, In£ 
biö. So auch gni6 ^ulen', pi6 ^trinken^ m6 ^winden'; femer 
krifS, hryj^ yVerbergen', my6 ^waschen', ry6 ^graben, wühlen', ty6, 
tyj^ yfett werden, gedeihen', u>y6 ,heiden'. 

Analog: ezu6, czny^ ,wachen, empfinden, wittern', knud »durchhauen^ 
anzetteln', pM ,speien, spucken', tnud ,abwinden, entdecken', 9ud ,8chütten', 
trud «vergiften', olh4id ,anziehen, beschuhen', *ud {iutoad) ,kauen'. 

Zjfd 4®ben' hatte im Ap. noch iyw^, itfwietz , . . jetzt iyji^ 'jt/^z; 
zna6 hatte im Ap. (XIV. und XV. Jhd.) znaj^, znafetz . . . jetzt noch poz~ 
nqf^, toyznqf^t usnaj^ . . . ., sonst siuim, zna$z . . ., zM^q, Hierher auch 
die Infinitivformen von da6. Klu6 (kiod) »stechen' hatte einmal nur kol^, 
kolesz ... die Formen ktod, klol, kioty . . . . , welche als klud, klui, Huty 
. . . ausgesprochen wurden, brachten das Verb in Zusammenhang mit 
kud, kfd, ktUy^ das schon im Präs. kuj\ hatte, dann tnud, snuje u. s. w. 
und so entstand ein kiuj'^, kiujetz . . . kiuj, kiujqc. Es kommen jetzt 
beide Formen vor: klujf und koiq, in den Infinitivformen haben wir klud^ 
kild . . ., aber archaistisch auch mit 6. Analog prud, prod »auftrennen': 
jfor^ und pruj^ ; 

$pied, ipuy'^, ipiefesz ,eilen, nachkommen, reifen' wurde meist präfi- 
gieit gebraucht; 

imied ,sich erdreisten, erkühnen', ap. $miej^, imiejeK . . . imieji^ 
später dann »müm, imietz . . . imiejq, im XYI. Jhd. nur dieses, dann 



1. Das J wurde von hier aus auch den anderen Imperativen ange- 
fügt (vgl. oben S. 145). 



213 

auch /mtif neben hniejq (vgl. auch bei der HI. Kl. 1. Gr.); i2sui<f ,tan' 
ist der Beflex des urslav. d^jütit noch im XV. Jhd. war dzi^ad 9t\, Präs. 
cüzM/f, dsUjuz . . ., in der Bed. ,inqait' ap. auch dsU (Krynski S. 263), 
Tgl. auch b. dhn, dii «sage*; 

piad {pi^ji^ pitjuz, piej4 . . . ap. /wj;>, pojetz . . .) setzt vielleicht 
anch eine sekundäre Form pi^'ad voraas. Weiter ehwiad, ehunej^ ,zittem* 
(im Psalt. Flor, noch ehwiejali 217). 

Sorb. OS. Präs. piju, pijei . . . piju, Imper. pij^ pij6e^ Impf. 
ptjach, pijeie, pijachmy, pijeäöe, pijadhu, Aor. wupich . . . umpUhu, 
Part a, II pil, Inf. pi6. 

ns. pij(m, pijoi, pijo, pijomy, pijeäo, piju, Imper. pij, pijdo, 
Impf, ptjach, pijaSo . . . pijachu, Aor. hupidi, hupt . . . Part pil, 
Int plä, Sup. pU. 

Weiter anch os. znad, snaju, smijei .... ,kennenS ns. tnai, tnajam, 
snajoi . . .; os. -diid, c/i^'ti, -dz^/ßi (z. B. wodUd ,zadecken'), ns. -iU, 
'iejom, "icjoi (z. B. woiU) . . . aksL deti, dejq; os. »yd, jj^/ac, Mm'ei . . ns. 
teij $ejomy sejoi . . . ,8äen^ Merkw&rdig os. dial. plic, pUju^ P^'^ • • • 
ns. piei, plefom, plejoi . . . ^schwimmen', im Os. gewöhnlich durch das 
Iter. pluwad »ersetzt*; os. kryd, kr^'u . . . ns. kiyi, kijo'om . • . ,deckenS 

Böhm. Im Ab. entstand ans btjq, bbjeÜ ... ein biü, biei, 
bii . . . hiü (so Gebauer in, 2, S. 211, vielleicht wäre genauer: 
biü, biiä bii . . . bin). In der 1. Sg. dann auch nach dem Um- 
laut Vi und da sich bieS, &»e u. s. w. mit viei ^u weist', rie . . . ., 
das viem in der 1. Sg. hatte, berührte, entstand danach auch 
biem; nach der Verengung des «-Lautes zu { entstand dann bim, 
bÜ, bi. Daneben aber nach dem Infinitiv biti (unter dem Ein- 
flüsse Ton ktyti, krifju u. s. w.) auch biju, biß, bijei . . . biji (bi- 
jou)i nb. nur dieses Präsens, wobei dial. aus dem Inf. auch die 
Länge eindringt: biju, bijeä u. s. w.; Imper. ab. bi, bite (so auch 
jetzt noch volkstümlich) aus btji, nb. bij, bijie; Impf. ab. biech, 
bieie, woraus dann auch bich, biie . . ., später unter dem Einflüsse 
des neuen Präs. biju, bijei . . . auch bijiech (bijich), Part präs. 
bie, biüc' (bic-), später auch biji, bijüc (bije, bijic jetzt); Aor. ab. 
bich, bi . . . bichu; Part, prät a. I biv, bivH, 11 bii, pass. bü. 

So wird auch konjugiert: hniti ,faulen', Präs. ab. hniü (dann hn4, 
hnkn) kniet y hnis . . . ,faulen', dann hnyu (Aim/i), hnyei n. s. w.; lUi 
4peßen*, ab. Tu, Titf, fd, daraus li, lU, U bez^ lim, lii^ U und neu Uju, 
Ujei; piti ^trinken*, ab. piü^ püi u. s. w. jetzt pifu {pyi), pifei . . . pifi 
(pifou), Imp. ab. pl^ pite, nb. pij\ pijU ; vüi ^winden*, ab. riti u. s. w. jetzt 
viju {viji) ^ . . . Dagegen blieb im Ab. das i erhalten im Präs. «t/u, I^W, 
iije . . zu iiti ,nähen' (orslar. anch It/q); 

zUi yleben* hatte siom, iiW . . . jetzt Uju (it/t), zijei .... Analog 
auch pkiH, zwar im Präs. plovu, plovei od. phvei . . . , dann aber auch 



214 

phtfu^ phifti; ebenso 9kiH ^eiBen, berühmt sein' : ilovu, slovei oder do* 
v€9 . . ., dann auch sh^fu (siuji) . . ., weiter war ein nicht belegter Inf. 
rtUt (rih), dasu rmWf ri9eif rwtS . . . Dazu wurde analogisch nach heru, 
herei . . . hräti ein neuer Inf. rvOi gebildet (vgl. Geb. S. 232). Weiter 
<^ ^J^f jetzt cUi, ciji ,wahmehmen'; chuti^ obouti, Prfts. ohtfu ,be- 
sohuhen*. Neubildungen nach dem Inf. sind d^fu, wohl auch kuju und 
das schon erwähnte pluju .schwimme*. 

Hierher ferner krfii ,deckenS kr^u (kr^'i)^ kr^'$i . . . Imper. ab. 
kry, krfU (dial. jetzt noch als kr^j^ krtJU)^ nb. kr^\ kryjU^ Impf. ab. 
kr^'ieeh, kryjUie (dann kr^'ieh, kryjiit) . . . Aor. ab. kryeh^ kry . . . kry^ 
ehu\ Part präs. a. kryji^ krfp'üe . ., jetzt kryfe, krjo'k; Part. pr&t. a. I 
kryv, kiytü, 11 kryl, pass. hyt; myti »waschen*, myju: nyti^ nyfui rfii^ 
ryju; tpii, tyju »fett werden' ; vyti, vyju ,heulen'. 

Hierher die Infinitivformen zu hiii sein: Impf. ab. ki^ek^ ln$ie 
(eigentlich keine Inf. -Form), Aor. ab. byeh, 6y . . . hyehu, (selbständig 
z. B. potom hy hnihem $yn Jeko ,factus est* Dal. G. 16, dann periphrastisoh 
im Plusquampf., Perf. pass. und Kondit); Aor. MeA, M . . biekm (Belege 
bei Gebauer S. 206), Part prät a. 11 hyi, hyla . . . 

Ab. di§Ü^ jetzt düi kann die Fortsetzung eines urslay. bez. aksl. 
dUi oder d^ijaU sein, Präs. dS^ (<^'0> ^^^ ,facere* z. B. tdeju Klem. Ps. 

II. 6 ,agam*; odl^u ib. 13L 18 ,induam*; hier haben auch Berührungen 
mit ddU stattgefunden (Geb. S. 223 f.); in der Bedeutung ,sagen* hat 
dM im Präs« Jtem, Jtei .... dann ^^^ dii, Jt . . . . dejü, jetzt i%t; 

ab. hrieU (aksL yrUi neben yr^'aii) ,wärmen*, Präs. Ar^'u, jetzt Af^w, 
Af«;i ; ekvisti «a, ckvüi m, Präs. ekvefu m, Inf. jedoch auch kurz : ekvdi #• 
,zittem*; pHi (ab. pieU) p^'u ,reoitare, singen*; ti«^', sUi, Präs. sefu^ jetzt 
s^'u ,8äen* (aksl. auch t^'«<i); «p^*, 9p^u ,properare*. 

Hierher könnte man auch wiefy^ «mi««, smü, jetzt $mm, imü^ mU . . . 
Inf. 9mM, tmeU ,audere* rechnen; ursprünglich gehörte es jedoch zur 

III. Kl. 1. Gr.: 99metif nmejq. 

Die Infinitivformen von däti ,geben*, Aor. ab. dach, Part prät a. II 
dat, pass. ddn, dial. dai; ttUi hat auch noch im Präs. 9tanu, Aor. ab. 
«iacA, Part. I Hav, II 9tal {Hol), pass. gUn; tttati, ab. tnaju, snaß^ dann 
znom, cnat, tOM . . . £iwi;< ,kennen'. 

Betonung der Verba der I. Klasse. 
Es sind Verba, die zunächst der aL I. Klasse (stammbetont 
z. B. vähati) und der VL KL (suffixbetont z. B. ^tkidh) ent- 
sprechen (vgl I S. 507^508). Bei den ersten wiegt die End« 
(Suffix-)betonung vor: r. wdü, vedeib, vedeth, vedemz, vedete, ve- 
düh; . . bg. vedd, vediH, vedt . . . s.-kr. vidMm, vidi; r. pläü, 
flä'iib, pUmb . . . hg.pUtd, pUtÜb, pleti . . . s.'kc.plHem, pliUi . . . 
pletfmo, jletäe, plHü. Die 1. u. 2. PL weicht im S.-kr. ab und 
zeigt uns. daß im R. in diesen Formen der Akz. nach den tibrigen 
Personen ausgeglichen wurde. S.-kr. Dialekte haben hier das 



215 

ältere bewahrt, wofür auch das Sloy. spricht Im S.-kr. kommt 
noch eine sekundäre Betonung daneben vor: plHSmo, pUüte; 
r. nesüy nes^, nesetz . . bg. nesd, nesi . . . s.-kr. nisSm, ni$B . • .. 
r. vezü, vezeäh, vetlith . . . ai. vöhati, bg. vezd, vezi . . ., 8.-kr. vh^ 
zSm, vizS . .; r. grebü, ffreb'etb . ., bg. grebd, grM . . ., 8.-kr. gri- 
bem, gribi . . . grebimo, grebäe (aber auch sekundär gribimo, 
grhbHe), gribü; r. volokü^ volod^ . . ., bg. vlikd . . ., s.-kr, püüm, 
vüdS . . .; r. pekü, peM^ . . . , s.-kr. piöStn, piöi . . . peöhno, pe- 
öAe (auch pi&mo, piöHe\ pOkü. 

Schon LeBkien kam zum ScbluBse, daß im Slav. eine Verschie- 
bang des Akz. nach dem Ende des Wortes za stattgefanden habe. Es 
falle auf, daß auch das Lit. in der 1. a. 2. Sg. mit dem Slav. überein- 
stimme : ve*ü, veiif aber vüa, vHarn^ ; vedü, vedi, aber vida, vidam9 a. s. w. ; 
so auch vjü^ vejX In vedame sei der Ton ursprünglich und so meint L., 
daß die Verschieb ang mit der 1. Sg. begann und wäre in der slav. -lit. 
Grandsprache darauf beschränkt gewesen; im Sonderleben des Slav. 
wären dann die übrigen Personen daran gekommen (Afslav. Phil. 5, 
S. 509—10). Im Slav. muß hier wohl eine Verallgemeinerung des Typus 
ai. tphura^ tudetti^ gr. mT^- u. s. w. vorausgesetzt werden (vgl. I S. 199) 
und es ist nicht so zu erklären, wie etwa die Akzentverschiebung in 
r. derhi, denn wir haben dann weiter diriih u. s. w. Dagegen könnte 
die lit. Betonung veiü nach I S. 197 (bez. 199) erklärt werden; sie hätte 
sich dann auch auf die 2. Sg. erstreckt. 

Hierher gehört auch r. plovü, plov'itb neben plyvü, plytith 
mit dem alten Akz.; slovu, dov'esb . . und slyvü, slyviät»; revii, 
rev'eth . ., bg. rtvd, revi . . ., 8.-kr. rivim, rdvS. 

Akzentuell wurden auch die Verba der V. Kl. 3. Gr. so 
behandelt: r. berti, ber'eth, bg. berd, beri . ., ai. dagegen bhdrati, 
s.-kr. §tok. ber&n, berS, aber diaL noch berem, berimo, ebenso 
perem, perimo (Stok. plrim)^ r. perü, peresb; serem, serimo (ät 
Ber^\ derem, derimo (St. derSm), r. derü, dereäb (vgl. Refietar, 
Die 8.-kr. Bei S. 186 und Leskien im Afslay. Phil. 5, S. 504). 

Die Verallgemeinerung des Typus aL t%iddti hat auch bei 
r. bhjü, btjeSh . . pbjüt ptßäb und zwar ebenfalls schon im Urslay., 
wie uns auch das Ab. biü, bieä u. s. w. zeigt, stattgefunden (Um- 
gestaltung der aL IV. Kl.: jdyati). Daß das s.-kr. blßm, blßi 
u. s. w. eine Neubildung ist, die selbst auch akzentuell auf dem 
Inf. beruht, ist schon oben hervorgehoben worden. Wir haben 
sie überhaupt im Südslav. angetroffen; einzelsprachlich entwickelte 
sie sich dann auch im P. u. B. (urslavisch war sie nicht, wie 
Leskien 1. c. S. 503 meinte). Neu ist auch s.-kr. kujem, r. da- 



216 

gegen kujü, kujitb, wo der Akz. nooh der alten Betonung in 
kotq, hnMh entspricht 

Bei den Verbis^ die der ai. YL Kl. {tuddti) entsprechen und 
die S- oder B-Stufe des Stammvokals aufweisen, ist die Endbe- 
tonung ursprachlich: r. &u, dt^, bg. äetd, öeti, aksl. dUq, dUeth; 
T. mru, tnr'iät . . . aksL m^rq, mtreäi • . • u. s. w. Es ist aber 
möglich, daß erst auf slav. Boden analogische Akzentwirkungen 
auch bei den Verbis, die urspr. der I. ai. KL angehörten, vor- 
kamen. Über den Akzent des starken Aor. YgL oben S. 147 
und des Aor. nesachz S. 154. Über den Imper. vgl. I S. 201 f.; 
über den Inf. I S. 205. 

IL Klasse. 

Im Infinitiv tritt vor das -ti ein nq : aksl. dvignqti ,heben'; 
der Präsensstamm endet auf -no-, -nt- : dvignq dvigneÜ. Die 
Wurzel lautet auf einen Kons, aus: dvig-nq-H dvig-nq, oder auf 
einen Vokal: mi-nqti, tni-^ ,yorübergehen^ Die erstere wird bei 
der Bildung des Aoristes und der Partizipien piilt. zu Grunde 
gelegt, bei vokalischen Wurzeln ist es ein Stamm auf -nq, der 
übrigens auch bei den konsonant Wurzehi stark eindringt. Die 
Erklärung dieser Klasse suchten wir I S. 510 f. zu geben. 

Neben einer perfektiven Bedeutung, falls diese Verba dever- 
bativ waren, hatten sie nicht selten eine imperfektive und zwar 
eine intransitiv-inchoative Bed. hauptsächlich dann, wenn sie de- 
nominativ waren, z. B. shchnqti ,dürr, trocken werden' (I S. 512). 
Sonst sind imperfektive Verba wie vhsnqti, vyknqli, gifbnqti (vgL 
oben S. 188) hier selten. 

Diese Klasse ist in den einzelnen slav. Sprachen stark an- 
gewachsen. 

Über die Betonung dieser Verba vgl. I S. 204, die des Imper. 
I S. 202; dann auch weiter imten beim R 

Aksl. Präs. dvignq, dvigneÜ . . . dvignqtz (urslav. -th), Imper. 
dvigni, dvignäe, Impf, dvigniackb, dvigniaäe . . . dvigniachq, 
Part präs. act dvigny, pass. dvignotm; einf. Aor. dvigz, dvizt . . . 
dvigq; ch-Aor. dvigochz . . . dvigoä^ doch auch dvignqchz, dvignq, 
dvignq . . PL dvignqchorm, dvignqste, dvignqäq. Bei vokalischen 
Wurzeln ist nur diese Art möglich : tninqchz, minq . . . minqäq; 
Part prät. a. I dvigz, aber dann auch dvignqvzj bei vok. nur 
diese Art: minqvz; Part prät a. II dvigh, dann auch dvignqlh, 
bei vok. nur dieses: tninqli. Part prät pass. dvizem neben dem 



217 

neueren dvignavem (vgl I S. 511). Inl dvigtufti ^eben^, Snp. 
dvignqi^. 

Über die Verbreitung der neaeren Formen in den alLBl. Denkm. vgl. 
Verl: AkBl. Gramm. S. 2B5 und 880. 

Zum Inf. $tait »consiBtere* gehört der Präsensstamm ttono-, Mtane- : 
Präs. siam^, Mtaneii . ., Imper. o-wtani^ o-MianiU n. 8. w. (vgl. oben S. 209) ; 
ebenso zn düi das Präs. slov. denem ,ponam* {dejem ,facio'), s.-kr. djeram^ 
aber anch djedem (ygL oben), rass. denu ,icb werde hinstecken'. Auch 
hier sehen wir, wie sich das B. mit dem Südslav. berührt. 

Za den vok. Stämmen gehört noch z. B. aksL manqii ,winkenS po- 
tnhufü neben pamfnqii (ygL I S. 117) , gedenken S pUnqti neben pljunqti 
(I S. 111) »spucken* (vgl. auch pUnovnbjs ,8putum'), zinq^ ,gähnen* Aor. 

Bulg. Fräs, sidna, sidneiz, sedne, sednerm, sedneU, aednaU, 
Imper. sedni, sednäe, Impf. Mnechh, aidniie, sidnechme, sSd^ 
fliehte, sSdnicha, Aor. sedndckb, (vgl. aksL dvignqdii), 2. u. 3. 
sednä, sedndchme, sedndekte, sedndeha, Part prät a. sednah (vgl. 
aksL dvignqh), aber auch aidnih (vgl oben 8. 169); pass. vdignat 
(dem ein aksl. dvignqt^ entsprechen würde) zu vdigna ^erhebe^. 
Analog: vUena perfektiv zu vikarm ^rufe'; pddna, gina u. s. w. 

S.-kr. Präs. ton^m, tonei .• , tonemo, tonete, tonü, Imper. 
t(^i, tbnüe, Impf, ionjah (= ton-jah), tonjäie . . . tonjähu, Part 
präs. a. ionü6i, Aor. tdnuh, tonü, tonü, timuemo, tönuste, tönuSe 
(vgl. den Akz. S. 154); Part prät a. I tönüv, tönavH, 11 tdnuo, 
timula, tdnulo; pass. dtgnOi, In£ tdnuii. 

Der alte Aor. und das alte Part. prät. a. II ohne -no-, -ne- erhielt 
sich noch bei einer Beihe von konsonant. Verben : izbjegoh, phbjegao, po- 
bjeglüf Inf. izl^fegnuti] vrgoh zu vrgnuti\ dtgoh, dlze . . . dlgo$mo, digao, 
digla zu dlgnuti^ dldi; stlgoh zu $tlgnuti; navikoh zu naviknuti: gXboh (^po- 
giboo) zu gVfiuH't tUkoh zu tUnuti. 

Um einfach perfektiv zu werden, nehmen häufig Verba das no-, im- 
Suffix an : mogns-, padne-, htjene- und htjedne-, sn^edne- ; sie werden nur 
in abhängigen Sätzen angewendet 

Auffallend sind hier die Inf. wie dU!i neben dlgnuti ,hebenS zapri^i 
neben zaprignuti^ utpr$gnhn ,schürzen, aufschürzen*. Durch den starken 
Aor. und das Part. prät. a. I kamen diese Verba in BerOhrung mit der 
I. Kl. und bildeten darnach wohl sekundär ihre Infinitive. 

Slov. tqnem, tqneä .... tt^no {-ejo), Imper. tönt, tanimo, to- 
nite, Part prät a. II tdnü, Inf. tönUi ^untersrnken'; analog: 
dtignem (dtgnem), dtngneä u. s. w. Imper. dvigni, dvignite u. s. w. 
Inf. dvignüi. Im Part prät a. II zeigen sich oft noch Reflexe 
der alten Bildung: zastigdl (= stigh\ pobegü, pobegla. 

Auffallend ist der Infinitiv auf -niti (dial. noti), wodurch die 



218 

Yerba in Berührung mit der IV. Klasse kamen; daher die Partie, 
prät pass. auf -'Aen: dvignjen {dvigAen), Hjunjen, stisnjen, nor 
dedinjen, »äklenjen u. s. w. ^s wäre denkbar, daß diese teil- 
weise Beeinflussung seitens der IV. Kl. sich zunächst bei den 
denominativen Verben, deren es bei der IV. u. EE. Kl. viele gibt, 
geltend machte. Vgl. auch das Os. 

Russ. Präs. trönu, tröneät . . . trönutb, Imper. trom, trüwUe, 
Part prät a. I ir6nuv^, H trinvh, pass. trönuh, Inf. trdnuth 
yberühren^ 

Reflexe der Partie wie dvignovem a. dgl. zeigen sich hier noch in 
Sahst, wie dunavSnie ,Haachen*, mgnovinie ,Aagenhlick^ obyknovenU ,6e- 
wohnheit*, priko$novenie ,Berahrang*, vdochnovenie ^Begeisterung' u. a. 

Vor dem n werden im B. viel häufiger Eons, aasgestoßen als seihst 
im Aksl.: ^'amUb, aksl. t^qtt\ tronutb aus trognuib vgl. irogatb, dchmhy 
aksl. doignqti ,hehen^ 

Der Akzent ist hier in der Regel fix und zwar entweder 
auf nu oder ist dieses unbetont : -nüth, -nü, -neäb oder -nu^ft; -nt/^ 
-neib. A) es bleibt das nu in allen Infinitivformen, das Verb 
ist perfektiv und hat neben sich ein imperfektives von einer an- 
deren Bildung. Dann hat das perfektive den Akz. des imperL 
(sei es auf dem Suff, nu oder auf dem Stamme) z. B. vemtÜ^^ 
vemü, vemeäb entsprechend dem vertkb ^drehen, wenden'; kos- 
nüttsja, kasdtbsja ^berühren'; pugnütt, pugdth ^erschrecken' u. s. w.; 
dagegen kdpnutt und kdpath ^tröpfeln'; dvinutt und dtdgath ^eben'. 
Freilich gibt es auch Ausnahmen: öerpnütb und öirpaih ^höpfen'; 
maznutb und mdzath ^salben, schmieren'; umgekehrt: grjdnutb 
und gremkb ^donnern', weil fast alle Verba auf iti das i betonen. 
Beweglich ist hier der Akz. im Präs. selten: gljanü, gljdneäb . . . 
gljantUz ^sehen' (vgl. gljadkb)\ tjanü, tjdneit . . . tJantU^ ^ehen'; 
minü, fntneäb . . . minütb; B) das nu fehlt im Prät, diese Verba 
sind imperf.y inchoativ und immer intransitiv. Alle inchoativ- 
imperfektiven Verba betonen die Silbe vor dem Suffixe: 
mirznutb ^frieren', m'irzhf merzla, söchntUb ^trocken werden', soehz, 
söchla . . .; slepnutt ^blind werden' u. s. w. Eine einzige Aus- 
nahme: tonütb, tonu, töneäb ^untergehen, ertrinken' (vgl. Beyer, De 
l'accent du verbe russe S. 15—19 bez. 425—29). Damit stimmt 
im allgem. auch das S.-kr. überein. 

Poln, Präs. dqgn^, ciqgniesz . . . ciqgnq, ebenso vok. pfyn^ 
. . . piynq, Imp. ciqgnij, dqgnijcie (älter ciqgni, ciqgnicie), plyA^ 
ph/AcU, Part präs. ciqgnqc, plgnqc, Part prät a. I cufgnqwsztf, 
(u)plynqwBzy , II ciqgnql, ciqgn^, ciqgn^; piynql, -n^, -t^fo. 



219 

pa88. ciqgniany und äq^ni^y, (u)pfyniony, In. eiqgnqe ^ehen*, 
aksl. t^Sfnqii, pfynq6 ^fließen, schififen, schwimmend 

Der Im per. bei einem Eons.: plyii, miH, pluH, skiH, iiati, wüM^ ehUii, 
ebenso wjfpiyii, totiaii n. s. w. 

Die älteren Formen biegl, uhiegl^ ubiegny zu hiegnqd haben sich hier 
noch erhalten ; ebenso bladl, zbladazy zu hlednqd tbiadnqd; gaslj ga$9iy zu 
goinqö^ doch hier auch zgasnql neben zgoH. Insbesondere bei Inchoativis 
konunen die älteren Formen vor. Das Part. prät. pass. hatte die Endung 
•HO : eicfgnionyj pnyeiiniony, miniony^ doieiynümyj natehniony a. s. w. Unter 
dem Einflasse von i^y, mi^y, ei^iy (zu ief^, miq6^ eif<f) kam hier auch das 
Saffix -to- auf: poeiqyn^y, po$uni^y . . . insbesondere jetzt unpersönlich 
gebraucht: zamkni\tOj poeic^i^ ... im Sinne von zamkn^liy pociqyn^H, 
Im Ap. auch oäpoeiyn^ö, odpoetyn^ odpociynusM . . . tpoezynqd, wypoezy' 
nqd ... so im XIV — XVII. Jh., jetzt odpoezn^, odpocznien . . . odpocznij, 
Inf. odpoezqd u. s. w. nach zaetqdf taetn^ . . .; sog^r auch wypoez^ ,aus- 
geruhV nach taez^y^ poc^y 

Im Ap. auch W9p<nniimc{6 ,sich erinnemS wwpwniw^ oder W9pomi<m^ 
w»p§mieniesz, so im XIV — XVI. Jhd.; jetzt wtpommed, W9pamn^, Mcspom- 
nin, wipomnif 'tnnimy, '■mnieie^ tapomnq, tc$pomniai; so auch p<mimed, 
prsypomnied u. s. w. Die Konj. wurde eben von potnnied = aksL pomb- 
neti^ beeinflußt. Als es jedoch schon die Übergangsformen w9pomnit9z 
neben fvspomniszj wtpomnie neben totpomni gab, da behielt immer noch 
die 1. Sg. u. 3. PL den Beflex der einstigen 11. Kl. (des -m/m^ und 
-miMKf), daher wtpomn^ und tcspamnq. Das machte sich auch bei pam- 
nu6 geltend, daher 1. Sg. pomn^ 3. PL pomnt^, Erjnski denkt hier 
an den Einfluß von miif^, mnf, mnUsz ,knittem* (S. 242 und 255), wohl 
mit Unrecht. 

Sorb. 08. Fräs, teuknu, umknjeä . . . wuknjeie, umknu, Du. 
wuknjemoj . . . Imper. umk'Af wuk(n)6e, Impf, umknjech, wuknjeie 
. . . wukpjeehmy, wuknjeä6e, wuknjechu, Aor. nawuknych, naumk- 
ny . . naumknychmy, nawuknyiöe, naumknychu, Part präs. icuk- 
njacy (touknjo\ prät a. I wuknywH, 11 wuknyi, pass. tcuknjeny, 
Inf. wuknyd fernen'. Wir haben hier demnach auch eine teil- 
weise Beeinflussung seitens der IV. EL wie im Slov., die sich 
insbesondere auch auf das Part prät pass. erstreckt und zwar 
scheint gerade hier der Anfang damit gemacht worden zu sein, 
da wir derartige Partiz. auch im Ns. finden: os. zbehnjeny, ns. 
zwignjany, os. öehnjeny, ns. iegnjony (aksL t^zem). 

ns. Präs. huknjom, huknjoi, huknjo, huknjomy, huknjeäo, 
huknu, Du. huknjomej u. s. w., Imper. hukni, hukniäo, Impf. 
huknßch, huknjeäo . . . huknjechu, Aor. nahuknuch^ nahuknu, nc^ 
huknuchmy, nahuknuäöo, fMhuknuchu, Part präs. a. huknucy 
(huknucyno) prät a. I huknul, pass. huknjony^ Inf. h¥knu4 ^lemen^y 
Sup. huknut. 



220 

Im Nb. sind auch die zahlreichea Komposita von hyi ,sein' (aksl. 
byt%) hierher geraten: Präs. dofhfdnu^ dobydnfoi; nahydnu, nabydnjoi^ za- 
hydnu {-njom), zabydnjoi u. s. w. Imper. zahydni . . . Part. prät. a. I 
dobyl und doby{d)nui, Inf. dobydnui, pobydnui . . . Im Os. bleibt dobudu, 
zabuduj Imper. dobudz u. s. w., doch kommt hier y st. u öfter vor: <fo- 
bydu^ und umgekehrt u st. y: dobtd, zabui n. s. w. (Mucke 8. 568). 

BöhnL minu, minei . . ab. minü, nb. minou; ebenso tisknu, 
tisknei . . . Imper. min, minte; tiskni, tisknite; Impf. ab. miniech, 
minieäe . . . tiskniech, tisknieSe (aus ie dann auch i); Part präs. 
a. mina, minüc" (nb. -mtnoue-); tiskna, tisknüe" {pW')\ Aor. ab. 
minuch^ minu . . . minuchu; tisk, tiäde . . . tiskü, hier auch tu- 
öeeh ... 1. Du. tüöechovi, -va^ 2. u. 3. tüöestay tüdeSta, 1. PI. 
tiäöechom, -me, -my, tüöeste {'ite)f tüöechu, dann iüknuch, tisknuy 
tisknuchavi . . tisknudiom, tisknuchu, Part prät a. I minuv, tisk, 
tisknuv, II mintdj tiskl und tisknul, pass. minut, ab. ^tf<5eM, woraus 
tUien (geschrieben jetzt tiStin), tishiut, Inf. minüti, jetzt minouti, 
tisknüti, tisknouti. 

Bei den kons. Stämmen dringt das nu in Formen ein, wo es ur- 
sprünglich nicht vorhanden war. Bei -manu (aksl. m^nq) treten die bie- 
kannten ümlautserscheinungen im Ab. auf (I S. 79): rotpomanu, rozpo^ 
minei . . . Imper. ropomifi, Aor. zapamanueh u. s. w. Daneben kommt 
auch bloßes -mena vor, allerdings in den alten Denkm. (XIII. u. XIY. 
Jhd.) selten. Man kann es daher wohl mit Gebauer (III, 2. S. 247) 
durch den Schwund der Jotation erklären. Dieser wäre insbesondere 
z. B. im Imper. -meh {rozpomeh^ zpomeh, wofür mehrere Belege) begreiflich. 
Es wäre daher fürs B. nur von -m^mfii (vgl. I S. 117) auszugehen. Im 
Nb. haben wir nur -menouti, 'tnenu ... z. B. vzpomenouti ,meminisse', 
zapomenouti ,verge8sen' u. s. w. Ab. auch sähnu, siehne» . . . ,Teiohen, 
greifen*, jetzt nur tähnu, sähnei, $ähnouti (aksl. $^ncfii); ebenso ab. tähnu^ 
tiehnei . . (Aksl. t^gne^i ,ziehen'), jetzt nur iähnuj tähnei, tähtwitti. Hierher 
auch «^anti, etanei ... zum Inf. statu 

III. Klasse. 

Im Inf. erscheint -i-ti, wobei das ^ nicht zur "Wurzel, son- 
dern zu einer zweisilbigen Basis gehören darf. Der Inf. muß 
demnach mindestens dreisilbig sein z. B. sbmiti ^andere'; ist er 
zweisilbig, z. B. pi-ti, so gehört ein derartiges Verb zur I. Kl. 
7. Gr. Es sind hier zwei Gruppen zu unterscheiden: 1) der 
Präsensst. weist ein -ijo-, -^je- auf z. B. aksl. umijq, umijeH . . . 
2) der Präsensst. endet auf i z. B. aksl. vidi-äi, vidi-mz u. s. w. 

1. Gruppe. 

In formaler Hinsicht unterscheiden sich diese Verba nicht von 
jenen der I. Kl. 2. Gr. wie z. B. deti, dijfq, aber hinsichtlich ihres Ur- 



221 

spnmgeB sind sie gtaiz yerschieden. Das S, das auf i zarückgeht, kam 
wohl zanftcbst in den Infinitivformen auf (vgl. gr. ifpüffaa, ßlbt-bam^ aU 
birmn) und drang auch in die Prftsensformen ein und zwar schon in 
Yonlay. Periode, vgL lit. gir^j^ zn gerUü ,sich wohl fühlen'. Als haupt- 
sächlich von o-Stftmmen gebildete Yerba, sollten sie im Pr&s. -f{o-, -«{•- 
haben, vgl. lat. aXh^ zu aUnu^ gr. thiofjitu ,kaufe' zu cSyo; (vgl. I 8. 515). 
Seltener sind sie deverbativ z. B. imeti «habere*. H&ufig begegnen wir. 
hier von Adj. gebildeten Verben wie z. B. eeleU ,heil werden' zu eeh 
,heilS vttbiaH^ -ajq ,altem' zu V€Ueh9 ,alt\ o-^ioiaii ,sieh yerh&rten' zu 
Uttokb ^arf, hujaU .töricht werden' zu bui ,töricht* u. s. w. Solche 
Yerba sind imperfektiv (spez. durativ-inchoativ). 

Akzent In der Regel wird das i betont, doch bleibt auch 
häufig der Akz. des Grundwortes gewahrt (Boy er S. 25, bez. 
435, Dani£i6 S. 36, bez. 82). Das ^ ist so zu beurteilen wie 
das a der Y. EL (vgl I 8. 203), daher ist hier unter bestimmten 
Bedingungen auch eine Akzentverschiebung eingetreten (nach 
I S. 197). Die Endsilbe in umejq kann den Akz. nicht be- 
kommen, da das i ab urspr. langer Vokal (9) eine gestoßene Int 
hatte (I S. 199). Die Betonung wird aus den Beispielen im R. 
Bg. u. SloY. ersichtlich. 

Aksl. Präs. utnijqf umijeii .... umijqt^ (uisL 4h) j Imper. 
umH (dann umij), umHte (umejte)^ Imp£ umicuikb, umiaH . • . 
umiachq, Part präs. a. umij^, G. umijqHa (urslay. *iim^ia), 
pass. umifernZf Aor. umidtb, umi . . . umei^, Part prät a. I 
umin, II umä^, pass. umim, In£ umHi ,können, verstehen^, Sup. 

Manchmal wird kontrahiert: ieää» aus ie&ydh (Zogr. Luc. 7. 7), 
oder assimiliert: razumeatb (Mar.) aus -eet^ und dieses aus -ejti^ u. s. w. 

Hierher gehört imiU ,haben' als Durati vum zu j^t, imq ,nehmen' 
(vgl. oben S. 202) : Pr&s. tm^Vf, tm^'eÜ . . . Impf, imeaeh», Part, prät a. I 
imev», II imei» u. s. w. Doch haben wir auch tmam», imaü . . . imaU^ 
imtft^y das als ein aoristisches Präsens (I S. 609—10 u. 611) zu erklären 
ist. Dazu das Part. präs. a. tirty. In den aksl. Denkm. wiegt tmam» 
gegen im^'q vor. Es wird im B. als imamb, imat» betont, was die ältere 
Betonung zu sein scheint, s.-kr. dagegen Imäm (Pedersen KZ. B8. S. 348). 

Bulg. Präs. eiveja ^ehe, wohneS ziveeH, zivee, ziveerm, zi- 
veete, zivejatby Imper. zivij, ziviße, Impf, ziveediz, ziveeäe, -eechme^ 
-eechte, ^eecha, Aor. iivechz, zive • . . zivecha. 

Ebenso: zaleja ^trauere^, bogateja ,werde reich', bUija, po- 
,werde weiß', dernija ,werde schwarz^ bidnija ,werde arm*, zzUeJa 
,werde gelb* u. s. w. In den Denkm. finden wir oft Eontrak- 
tionen (wie im AksL), z. B. utnit^ und so auch jetzt in den 
westbg. Dial. (Lavroy S. 78). 



222 

8.-kr. Präs. ümijSm, ünUjeä, ümife^ ümijemo, ümijete, ümijü, 
Imper. ümij, ümfße, Impf, ümijäh, ümijäie . . . ümijahu, Aor. 
ümjeh, ümje . . . ümjeäe, Part prät. a. I ümfev, ümjevH, II ümio, 
ümjda, ümjdOf Inf. ümjeti; im Osten PnU. auch ümem, ümES, 
Urne, umimOj umäe, ümejä. Hierher gehörte auch z. B. zeljeti, 
aber alle diese Verba werden jetzt nach IH 2 konjugiert; das 
oben angegebene Präsens finden wir noch bei Daniöid, Oblid, 
srpsk. ili hrvat jezika 6. Aufl. S. 92. Bei Novakoviö ist das 
erwähnte Präs. des Ostens: ümem . . ., das Impf, lautet bei ihm 
ümejäh, ümejäie . . . und der Aor. ümeh, üme . . . ümeäe, Inf. 
ümeti (Srpska Gram. 2. Aufl. 232); jetzt wird nach ihm nur noch 
göveti ugbveti so konjugiert (vgL auch bei Dani£i6 Akcenti u. glag. 
S«36bez.82). Maretiö hat überhaupt nicht mehr dieses Paradigma. 

SloY. umejem od. uml^m^ um?jeä od. um^, um^ oder umS, 
um^jemo oder um^nio, um^jete oder um^, um^'o; von hier aus 
hat sich die Endung -ejo sehr verbreitet; Imp. umSj, umSjte (auch 
ümi, ümüe)f Part, prät a. 11 umd, Inf. umäi ,verBtehen, können'; 
hierher noch äte'ti, StSjem ^zählen, achten, lesen', aksl. *6t>titi. 
Sonst sind die Verba in HI 2 übergegangen: 

ziveti, zivim ^eben', osirotfti, osirothn ,zur "Waise werden', 
zden^ti, zdenim ,grün werden'. 

ImHi ,haben' bat tmam, iniai . . . tmo/o, Imper. tm^j, imijte^ negiert: 
nfinam, nhnam (nfmam) Part prät. a. II im^l, imfla, 

Russ. umeju, umejeSh . . . umejutb, Imper. umej, umejte, 
Part prät a. II umä^, In£ umkt ,Ter8tehen, können'. Ebenso 
krasnkt ,rot werden', vladett ,herr8chen', imett, imeju . . . ,haben', 
imamt ging fiühzeitig verloren (im Ostr. noch imaamt, imamt, 
meist mit «). Wenn wir in südwestr. Quellen derartige Formen 
finden (z. B. imamt t. J. 1401, imamy 1395, dann auch mami), 
so sind es Polonismen (Sobol. S. 166). 

Bezüglich des Akz.: plesnät ,schimmeln' nach plesnh, pleani, 
vkrith ,8&her au venf nach veierb, ubözeth nach ubögij u. s. w. 

Poln. Präs. bolej^ (aksL boleti, boljq nach III 2), bolejesz . . 
bolejq^ Imper. boUj, boleßie, Part prät a. bolawszy^ TL boUU, &o- 
lah, PI. m. boldi, Inf. boleö; ebenso siwieö, mdleö, omdleS, bied- 
nie6 u. s. w. 

Prieö u. przaö ^dünsten, verderben infolge der Warme und Feuchtig- 
keit* hat przej^, przejesz . . . przejq; in der 3. Sg. neben przeje hat sich 
noch prze und pre und in der 3. PI. neben przejq auch pr^^ prejq und 
prajq erhalten ; wegen lit. pereti, periu könnte es einst zur III. El. gehört 
haben, r. prlüt^ pr^J^ ,8chwitzen, gähren, faulen, sich erhitzen'. Ein priti 



223 

erinnerte an die Yerba der I. El. 6. Gr. wie mrüi und so konnte ein 
|Kf . . . prq (vgl. mbrq a. 8. w.) entstehen ; von hier aus eyentnell aaoh 
andere Personen wie pre st. przs, 

garzsd »brennen*, gorzej^ (dagegen aksl. goreti^ garjq nach HI 2), 
aber früher auch gwj^^ ffor^'esz . . gorejq und gor^^ göre, im XVI. und 
XYIL Jhd. auch gorajq^ gorajqe; analog verhielt es sich mit torzed; 

ined ,reifen' (aksl. auch ztreti^ zbr^'q z. B. m^rMh Zogt. Marc. 4. 29), 
irt^'i, als Simplex jetzt nicht mehr gebraucht, dafür dojrx^wa^, doch 
auch dojrzsiif dojrz^je (vgl. I S. 258); imieö gehörte urspr. hierher (aksL 
§9meti^ sonst wie die Yerba der L Kl. 7. Gr. vgl, oben), mit der Zeit 
wurde es zu /mt«m, imien^ imU , , , imiejq (#mu{); umie6 hatte im Pr&s. 
regelrecht umuj^^ umUjuz . . . daraus wurde dann Mmtem, umU$z . . . 
nach triem, wUsz . . ., nur in der 3. PL blieb umüj^; 

mied hat mamf ma$i . . . Imper. müj, miefeüj Part. miawMzy^ miai, 
pass. miany. 

Sorb. Im Os. sind die hierher gehörigen Yerba nur noch 
in Lokaldial., während sie in der Schriftspr. in die IIL El 2. Gr. 
übergingen. Im Ns. zeigen sie dieselbe Tendenz (Mucke S. 497). 
Nur einige sind noch gebräuchlich wie humßä, humjejom, hum- 
jejoä . . . ,ver8tehen', hoalepjed ^erblindenS honimjeä jverstimimen* 
u. s. w.; meS ,haben', aber nur in C!ompos. wie zmijam, zmifoi, 
sonst mam . . . maju. 

Böhm. ab. umiju, bez. ->, dann umiem, umim, umieä, umti, umie, 
umi . . . utniete, umtte, umejii, umiß, Imper. umej . . . Impf. ab. 
umiech, utnieäe . . . oder umeßech, umejieSe . . (vgl. S. 163), Part 
präs. a. umiß, jetzt umeß . ., Aor. ab. umich, umS . . . umechUf 
Part umiv, utnil, pass. umen; ebenso duäaii, nach dem Umlaut 
sluäeii, jetzt duäeii, Part prät II sluäal, sluiili, darnach wurde 
auch osiral st osirel (aksl. osiräz) gebildet; ab. auch boleju, b(h 
leti^ also wie im P. (ns. boleä, bölitn, bölii)', ab. jmäm, jnuQ . . . 
Inf. jmieti ^aben', dann tndtn, mdä . . . maß, Inf. müi, Impf. 
jmiech neben jmcjiech. 

2. Gruppe. 

Der Präsensst weist ein i auf: aksl. trtpi'. Diese Verba 
gehen auf «aj^t-Basen zurück (I S. 609). Bas Präs. war urspr. 
athematisch_(Sg^jr p^'mi, -Hsi, -ip4i. PI. Irpl -n^ typl^, -tfUi 
vgl. I S. 200) und bekam erst nachüüglich^ematischeJBndungen. 
Dabei wurde in der 1. Sg. aus *fndi'q (nach nesq u. s. 1^1) ein 
♦vidjKj, aksl. viz€Uf. Über die 3. PI. aksl. vid^tz, trtp^ und das 
Part präs. a. aksl. vid^, vid^Ha hinsichtlich des Nasals vgl I 
S. 117 f. 

Da diese Yerba urspr. im Fräs, athemat. Endungen hatten, so be- 



224 

rührten sie sich teilweise mit den athem. oder kons. Verben, wie damt, 
vemb n. s. w. Diesem Umstände ist es vielleicht zuzuschreiben, dafi ein- 
zelne Formen nach der koudonaut. Konj. gebildet erscheinen. Man vgl. 
den Imper. aksl. vüdb, ehoih. Einzelne Verba, die hier vorkommen, mögen 
vielleicht ursprünglich selbst auch konsonantisch gewesen sein (vgL v^eÜ, 
veffq u. lit. pa-vdmt). Die hierher gehörigen Yerba sind impf, (durativ). 
Das e des Infinitivstammes und das i des Fräs, war unter bestimmten 
Bedingungen betont (Akzentverschiebung, vgl. I S. 199 f.); über das • des 
Imper. I S. 201. 

Im Lit. haben wir ein Präs. myliu^ myli . . . mylimef myUU^ Inf. 
mylHi; hier also im Fräs, ein t, das urspr. auch lang war und aus dem 
Flur, verallgemeinert wurde. Der Wechsel zwischen t und • beruht auf 
orthotoner Enklise : m^;«t, aber prom^niii (IF. 10, S. 23). 

AksL Prfw. trtpljq, trbpüi, trtpihf (urslav. 4t) . . . irtpüe, 
trtp^ (urslay. 4h), Imper. trbpi, trtpüe, Impf, trtpeachz, trbpiaie 
. . . tnpeachq, Part präs. a. trt^j trtp^Sia, pass. trtpifm, Aor. 
trtpech^, trhp^ . . • trhpSä^, Part pnlt a. I trhpitn, TL trtpäz, 
pass. trhpem, Inf. trtpiti beiden', Sup. trtpU^, So auch alyiati 
ihören'; slt/äq, dyStäi . .. slyS^, Impf. Blyiaachb, Aor. slykickb, 
slyäa . . . slyäai^, Part prilt sl I slyiavh, II alyiah u. s. w. 

Das P^ von ehztäi {chot&i) ^wollen' hat nur noch die 
3. PL nach HE 2, wahrend die anderen Personen nach V 2 ge- 
bildet sind: choitq, choäteäi . . . choStete, chot^j Part präs. a. 
chot^f chot^ta, Imper. choHi, ksl. choHh (vgl. oben S. 143). Alles 
andere, das Impf., der Aor. u. s. w. wird vom Stamm chtti- 
{choU") gebildet: chztecukb, chzUaäe . . ., chztichz u. s. w. Über 
choti u. chzü vgl. I S. 339. 

VeUti, vdjq ^befehlen' geht regelmäßig (alit p(v-vdmi, pch 
vdt\ dagegen do-vbUti ^genügen« wie chhtiti : dovtljq, dovüjeSi . . . 
nur wieder dann die 3. PI. dovü^, doch auch dovüjqU. Da- 
neben auch noch dontUjq, dovtUjeäi ... .j dovhUj^ u. s. w. Die 
Infinitivbildungen sind regelmäßig: dovtUch%, dovtliachz u. s. w.; 
viditi ,sehen^ hat im Imper. vizdt, vidüe (vgl. doMh^ vizdt, 
jazdt u. oben S. 143); Part präs. pass. vidotm (vgl. vidoim)j 
Part präs. a. neben vid^- auch vidqät-j allerdings in späteren 
Denkm., doch haben wir auch im Ab. vida, mdüc-; analog zu 
yoriti, yorjq, yoriii . . ^brennen' im Part. yorqSU neben yo» 
r^ (vgL auch das b. Adj. horouct). Das wäre der Best 
eines ehemaligen Präaensstammes ohne j, vgl. lit kabä : kab&i 
^hangen', niuriü neben niuru : niurüti (Berneker Afsl. PhiL 25 
S. 493), doch ist hier auch der Anschluß an die kons. Stämme 
zu beachten. 



22& 

viditi, vimb jwissen' gehört mit seinen Infinitivformen hierher: vi- 
dechtf vedeacH^ vedev^ v^H^ . . . davon otbpovedeti ,antwortenS dazu der 
Aor. ohpovedecht, oibpovedi . . . otbpovedei^. Das waren zu lange Formen 
und sie wnrden daher durch AnschluB an das Präs. re-mb, ve-n, ve-ttb . . , 
zu othpove^hb^ oUtpove . . . otbpove^i^ verkürzt (so wie bei der I. Kl. 7. Gr. 
zu de-j^ z. B. de^hh u. s. w.). 

Analog dann auch po-vecht . . po-vei^j allerdings in späteren Quellen, 
aber wir finden auch im Ab. odpove, odpotechu. Nach dejq : deeh^^ tpefq : 
spechb u. dgl. konnte dann auch ein neues Präsens entstehen: iipov^gU 
. . . üpovejtdb in späteren Quellen. Nach Analogie von ot^pove aus ofo- 
povidi und otbpove»^ aus oibpovidei^ entstand auch aus otweitai^ ein 
otwei^ und aus otzveita ein oUve (vgl. oben S. 210). 

Hierher gehören die präsent Formen zu ghpaii ,schlafen^ : 
sipljqy gbpiH, «hpitb .... 9i>pirm, szpüe, sip^, Imper. s^pi, ghpüe, 
Part. präs. a. s^p^, np^Sta; sonst yon szpa- : Aor. 8^p<uhz, Impf. 
8fbpcMchZj Part prät a. I stpav^, II shpalz . . 

Begelmäßig geht bojati 8^, boj<f 8^ ^ch fürchten^, ygl. lit 
bij6ti'8, bijaür8 ,dass.' und stojati, stojq stehen' (vgl. 8ta4i, sta^nt^ 
^ch hinstellen, au&tellenO. 

Hier noch einige Verba und zwar zunächst mit Palatallauten: 
hhHati «f, hlbitq $^ ,nitere'; beiati, beMq , laufen'; drbzati ,halten'; leXati 
fliegen* (vgl. leitt, l^q ,8ich niederlegen'), mhdati ,tacere'; m^dati ,iactare'; 
tlyiati ,hÖrenS ^0^' ,opus facere*. 

Weiter boUti^ bolj'q ,aegrotare'; b^deU^ bMq ,wachenS $9-^ta-^bdetiy 
Bbnabb^UUf ,servare, custodire'; gl^iti, gl^zdq , schauen'; mbfüUi, mvnjq 
^meinen'; poUUi^ poljq , brennen' (intrans.); pbvUi^ p^^M »disputieren, 
streiten'; $ldHi^ sezdq ,sitzen' (vgl. sesti, s^ ,sich niedersetzen'); stydeti 
«f, 9tyzdq $^ ,sich schämen' ; svbteti «f , svbiiq $^ »leuchten' ; Uleti, tbljq ,cor- 
rumpere'; veleU, ve^q ^befehlen'; viseU^ viaq ,hangen'; vrbieU, vrbitq ,wen- 
den, kehren' vbreti, Vbrj'q ,wallen, sieden'; zbreti, zbrjq ,8chauen'. 

Bulg. Präs. t^rpjd, tbrpüh, t^rpi, t^rplrm, tbrpüe, tbrpj&th, 
Imper. tirpi, izrpäe, Impf. ttrpechZf tzrpeäe ... hrpicha, Aor. 
thrpechz, tirpi .... Part, prät a« II i^rpHh . . . Ebenso z. B. 
8edjd, 8ediH, 8edi . . . ,8itzen'; gorjd, gorUz . . . gorjdtb ,brennen*; 
dann stojäy 8toU^, stoi, 8to{fm, stoüe, stojdtz, Imper. stoj, stojie, 
Impf, stojdchz, stoiSe, stoUe, stojachme, stojachte, stojacha; Aor. 
stojdchz, 8tojd . . . Part prät 11 stojalz; ebenso boß. 8t ^fürchte' ; 
femer Uid fliege', lüUh . . • Imper. l^i, lezäe (doch auch lezz, 

leite) j Impf, lezdchz, leziäe, lezachme, lezachte, lezdcha, Aor. 

lezächz, lezä, lezä Part prät. II lezalz. Ebenso dzrzd 

Man merke Imper. vih, vizte zu vidja »sehen* (vgl. yai», jaff«) ; neben 
dbrzi, dnriite auch dhrzby'dhriU (vgl. oben auch fof», ^c<«); neben tmlci^ 
fmlcHe auch m/ddo. Hierher noch 9pja^ spiH, Aor. ipacht »schlafen'. 

Yondr&k, Vgl. dar. Onnim. H. 16 



226 

S.-kr. Präs. zivim, zivU .... Hvlmo, zhite, Hve, Imper. 
Zivi, zivile, Part zive6i, Impf, zivijäh, zivljääe . . . zivljäsmo, zi- 
vljäste, zivljähu, Aor. zitjeh, zivje, zivjesmo, zivjeste, zivßäe, Part, 
prät. a. I zivjev, zivjeväi, 11 zivio, zivjda, pass. z. B. vf6en, 
v^6ena, Inf. Hvjeti (zivljeti) ^eben' (ursprünglich zu ITE 1, Präs. 
zivijq); analog: zHim • . . zile, Imper. zHi, zUite, Impf. zUjäh, Aor. 
zHjeh . . . Inf. ziljeti ^wünschen' (aksL zeUti, zeUjq nach HI 1, 
auch zelati). Dem r. vidith^ vizu (vgl. bg. vidja) entspricht auch 
hier vldjeti, vldim; dem r. slySatt, sly^ hier alUati, slUäm (vgl 
I S. 200). 

Yerba die zu III. Kl. 1. Gr. gehörten, werden hier nach m, 2 kon- 
jugiert: byhljeti, hij^m ,weiß werden*, aksl. belejqt beleti; gtarjett, $iartm 
,alt werden* (aksl. starejq^ ; telit^feti, zeUn%m ,grünen* (aksl. zeUnejq) u. 8. w. 
In der 1. Sg. hat sich noch rl^ neben vtdim erhalten, Imper. t^di 
und vidi, Impf. vUtäh\ preti ,anklagen* geht im Präs. nach I 6: prem .... 
pru, Aor. preh, Part. prät. a. I prewH, n preo^ pass. pret (ebenso präfi- 
giert); ebenso zazrem zu ztisreti ,schea blicken* (so auch die anderen 
Kompos. von sr«f» , schauen*, das selbst als Simplex nicht gebraucht wird); 
ebenso zreti ,reifenS zremy aber auch noch zrtm^ zrCi .... nur zrto, 
srevii u. s. w. (aksl. dagegen -Zbretiy -z»re;a); vreU ,sieden* hat vrfm, vrfi , . 
vrimo, vriUf aber 3. PL rr», Part, vrüdi, dann vrehy vrevü^ vreo (vgl. 
oben S. 206). Böjati se und stäjati (letzteres sta- st ato- in den auJBer- 
präsent. Formen nach 9ta-ti, Präs. sthßm, Aor. stäjah, siuja .... Impf. 
tihjäh, iiujäie, aber auch früher ataiey Inf. auch stati für $iäjatt) haben im 
Imper. boj #«, 9toj\ 

Dem aksl. mbneti ,meinen* entspricht mnlii (lY. KL), mnCtn, Aor. 
tnfüh, Impf, mr^ßh oder tnnidijäh; für das n kann auch / eintreten : mifm, 
mljah, mlüdijäh. 

Dem aksl. choMq . . . entspricht hö6u, hoSeä, hoöe, hööemo, 
hbdete, hö6e, Impf, hööäh, hatijäh, hö6ääe, Aor. hötjeh, hbtje, aber 
auch htljah, htljääe . . . (Impf.) und htjßh, htß . . • (Aor.); Part, 
prät a. n htljo, UjUa, Inf. hbtjeti u. htjeti (noch andere Abarten 
TgL bei Daniöiö, Akc. u. glag. S. 41, bez. 87). Über die ver- 
kürzten Formen bei der Bildung des Put vgl. S. 178. Nach 
Art des Impf, hötijäh haben wir noch andere wie goriah, sjediah^ 
grmijah u. s. w.; spati hat spitn ... Slov. Utitn, leiÜ, leti, Du. 
letiva, Idtta, PL letimo, letite, letq (letijo), Imper. IHi, letite, Part 
prät a. n letfl, Inf. let^i (oder läfi). Ebenso gorim, goriä . . . 
gar^i. Man merke v§deti, v§dfi; vidfti, §tok. vldjeti, vidim, 
videl; visfti, vtsim, vie^, und sLÜcUi, sliäim, aber gor^i, Stok. 
gbrjeti, hotfti, let^'ti, b§z6ti, drzdti, trp^ti, velf'ti; 

stöjati (wozu ein Präs. stifam gebildet wurde) wird meist kontrahiert : 
$täti ,stehenS Präs. Hoßm .... stoß, Imper. atöj, ttoße ,halt!' (aber auch 



227 

Hojtiej ebenso b6j\ hojte and hoj%te\ Part. prät. a. II ttäl (ans tioflH, das 
noch in den Freie. Denkm. vorkommt); ebenso wird ans hnjdii $e ein 
bäti M, Fräs, hoßm «e, Part. prät. a. 11 MI (aus bofiil); za gledhn .... 
gM^, Imper. gl^'di ^schauen' ist der Inf. gUdHi verloren gegangen, und 
es wird dafür gl^dati genommen, das im Präs. auch noch gl^dam hat. 

Diese Klasse hat auch andere Yerba attrahiert: zdfi'ti te, zdim ae 
,scheinenS zdi se; 9m{jat% $e (nach dem Präs. 9mejq f^), $m^'jmn oder tm^- 
jam te, aber auch $msjim bb (vgl. Pleterin. 11 S. 517); 

hot^'ii (lit^'ti) ,wollen' hat im Präs. hjcmn^ {h)chn, dial. auch co, 
'hfcei od. cei, hoce od. c^, hocemo od. cemo^ ^nnoj hocsie oder c^U, hoi^ 
neben hocejo (auch üjo, c9fo, cedo)\ nach ne wird hicmn enklitisch: n^cem 
(n^cmn) . . . necedo u. nec^o\ Imper. Ao<i, Part. hoiH und ht^i^ hi^'lai 
dial. auch ic^'ti^ »cetn, bez. itf^'Uj iüm (Bad 68. 49 u. PleterSn. n S. 644). 
Imper. zu vid^i lautet meist vidi, v(dUe; tpdti «schlafen*, spim . . . 

Im Part. prät. pass. äußert sich mitunter der Einfluß der IT. Kl., 
vgl. die Subst. itv^eiye (vom Part, des ziv^'ti, zivim ,leben'), trplj^e (trp^'ii). 

Ru88. Präs, gljazii,, gljadüt . . . gljadjdh, Im^r. gljadi, glja- 
düe, Part präs. a. gljddja, gljddudi, Part prät a. I gladim, 11 
gljadäz, Inf. gljadkt ^hen, blicken'. XJber vüu, vidiäh . . , trf- 
däh Ygl. I S. 200, 80 auch sl^iu, slySaU» ^hören^ Die Yerba 
smotrkt ybesehenS ierpkh ^eidenS derzdth ^ten' wechseln den 
Akz.: derzü, dirzüh . . . dirzatz (Boyer S. 40—41, bez. 450—51). 
Es unterbleibt auch die Erweichung: bdju, bdüt zu bdih> ,wachen'; 
chotkh hat chodü, chöMh, chiöeth, weiter dann chotimz, chotUe, 
chotjdth, Imper. chatt, chottte, Part chotjä, choielz u. s. w.; bizdth 
,laufen' hat in der 1. Sg. b^ und 3. PI. bigütz, Imper. bigt, 
bigüe, Part, bigüidij (alles nach der L El), sonst bezUb u. s. w. 
regelmäßig; spatz ,schlafen' hat splju, spUh . . . 

Poln. Präs. cierpi^, cierpisz, cierpi . . . cierpicie, cierpiq, 
Imper. cierp, cierpcie, Part präs. cierpiqc, prät a. I cierpiawszg, 
n cierpiaif pass. cierpiany, Inf. cierpieö ,leiden'; ebenso stysz^, 
slyszysz, alyazy . . . slyazq, Part slyazal, slyszany, Inf. dyszed 
,hören'; tvidz^ widzisz . . . u>idzie6 ,sehen'; lec^, lecisz . • . lecieS 
,fliegen^ Die Palatalisierung auch im Part präs. a. cierpiqc, und- 
ssqc, lecqc, weil der Nasal auf ^ zurückgeht 

Neben eierpimy, widzimy (bez. älter auch -m) u. s. w. in der älteren 
Sprache (XV.— XVII. Jhd.) auch cierpiemyy widziemy . . . oder eierpt^m, 
widziem (analog auch bei der IV. El. ehodziemy), was wohl durch die 
1. Sg. eierpi^ u. s. w. hervorgerufen worden ist. 

Der Imper. auf -t zeigt seinen Beflex noch in Formen wie brzmij, 
grzmij, drzyf, pojrtyj, pomnij, ipij (zu ipi^, ipisz, Imper. //>i, spad .schlafen*). 

Einige Verba, die zur IV. Kl. gehörten, gehen in die III. Kl. 2. Gr. 
über, wobei die Komposita häufig noch in der IV. verbleiben; wo ea 

16* 



228 

Doppelformen gibt, werden sie za Bedeutungen iianzierungen benutzt r 
musted, musiai, mwtano (ab. mimti, erst später museti Tgl. Gebauer 
S. 315), dagegen zmusic ,zwingen% zmuiü, zmuszony; myiled^ myilal, 
myüano, pomyilal (ap. noch myslid z. B. Psalt. Flor. 1. 2, auch im 
B. ist mysUti eine sp&tere Form 1. c. S. 316) , dagegen toymyilid: patrzed 
, schauen', ap. noch patrzyd, pa*rtano, dagegen rozpatrzyd-, wiedzied »wissen*, 
wiem, tciesz und powiedaed: tciecfziai^ powiedziai^ tciedziany, dagegen od-- 
wiedzidf zwiedzid^ nawUdztd .besuchen'; 

zrzed ,8chauen* (aksl. zbrfti, zbrjq) hatte im Präs. irzf, zrzysz . . .. 
zrzq (meist präfigiert gebraucht). In den Eompos. wurde aus i ein j : 
uj'rz^, tifrzysz ... st. u*rz^ . . . ; durch Kontamination entstand auch uj'irz^^ 
ujirzysz . . . (XVI — XVII. Jhd.), jetzt wieder ujrz^, ujrzysz .... 

ürspr. war bojad si^ und Hojad, daraus bad $i^ u. «foo, ebenso bal si^^. 
stal. Vor der Kontraktion entstand noch nach icidziai, widzied auch bo- 
jal'bojed $i^ und atojal-ftojee. In der I. PL war auch hier neben boimy 
(bojimy) 81^, boim si^ (stoimy), stoim ein bojem si^, »tojem (vgl. oben et«r- 
piemy, -iem). Im Präs. wird f&r ji einfach t geschrieben : botsz «t^, bot, 
stoi'j Imper. bo; «f^, bojcie $i^; $t6j\ stojcie. 

JUniee ,meinen* war im Ap. selten, dagegen häufig in Kompos. 
pomnied u. and. Es wurde konjugiert: pomni^, pomnisz . . . pomniq, Inf. 
pomnieeiy pomniec, Part, pomniai, pomnieli; in der 1. Sg. u. 3. PL machte 
sich auch pomn^, pomnq geltend (auch pomntfe) ofiTenbar als Reflexe eines^ 
tcspomn^ bez. tcspomien^ nach der II. KL (vgl. oben S. 219). 

Cheied ,wollen' hat im Präs. chc^, chcesz, chee, ehcerny, ehcecie, cAcf ,. 
Imper. chctej\ cheiejeie, Part. präs. eheefCf chcqcyj prät. cheial, pass. cheiano. 
Über die oberen Verba vgL bei Krynski 8. 279—85. 

Sorb. 08. Präs. Ie6u, lediä . . • Ie6i6e, le6a, Imper. Ie6, le66e,. 
Impf, ledach, leSeSe . . . leöachu, Aor. zleöich, zleöi . . . zledichu, 
Part prät a. 11 ledal, Inf. Ie6i6 (leSed) ,fliegen'. 

ns. leäim, leäiä . . . leäiäo, leäe, Imper. leä, leädo, Impf, leäech^. 
leäeäo . . . leäechu, Aor. zleäech, zleie . . . zleäechu, Part prät a. U 
leJd, Inf. leäeä ^fliegen^ (aksl. leteti), Sup. leäet; 

08. slyäu, slyiü . . . Inf. slyäed ^ören', ns. siyäim . . . shfäe^ 
Inf. dySad, Sup. shfäat; os. dyrbjeö, dyrbju, dyrbis . . . ns. der^ 
bjeä, derbim, derbiä . . . ,dürfen', ahd. durfan, auch im Ab. finden, 
wir es als drbiti (nach IV). 

Böhm. Präs. ab. vi zu, vizi, dann vidttn, vidfä, vidi . . . vu- 
dUe, vidie, dann vidi, Imper. viz, vizU, sonst ab. sedi, trpi, dann 
sed, trp, aber spi, PL *8edite, *trpüe nicht mehr belegt, sondern 
nur sedte, trpte, dagegen analogisch ab. -ete (vgl. S. 146): pom- 
nete, zräe, bdäe, jetzt auch: pomnete, bdäe, spiU (natürlich zrete 
ohne c); ab. Impf, vidiech, vidiere (vidlck, vidiäe . . .) u. s. w., 
Part präs. a. vidi, vidiec- (vid^, v/W^-aksl.), so bei aUen anderen. 



229 

Terben, hier noch daneben vida, vidüc- (nach I. Kl. od. nach athem. 
Verben), pass. vidom, sonst drzim; ab. Aor. vidich, vidi . . . vi- 
dichu; slyäich (nach der 2. u. 3. dyie aus sltfia); Part prät a. I 
vidiv, slyiav, slyäevii (ab.), 11 mdä, ab. slyäal, PI. alyääi, analog 
dann auch horal, horäi, jetzt nur slyäd, hord {slyidi, hordi) u. s. w., 
pass. viden (vidtn), shßdn, drzdn, Inf. videti ,sehen', ab. slyseti 
dann dyseti ,hören', ab. tnnidi, mntti ,meinen' (zweisilbig, daher 
lang), 8up. ab. vidit^ dy^ai, lezat. 

In der 1. Sg. oft cT (st. s) aus den anderen Personen: ab. bdi ,ich 
wache*, jetzt bdim, ab und zu nesiydi se ,ich schäme mich nicht*, jetzt 
nestydim ae. In der 3. PI. in der früheren Periode bis Ende des XVIII. 
Jhd. nach III 1 auch -eji; jetzt nur dialektisch. Kontrahiert wurde 
bäti $e ,sich fürchten* und stuti ,stehen*, Präs. ab. boju se^ jetzt bojim ««, 
ab. stoju (-i), jetzt 9tojim ; ehtisti, chtiU , wollen* hatte im Präs. eheu, dann 
chci, daneben chocu, 2. chcea (ehocei), 3. ehce (ab. auch vzchoce, vzehüce\ 

1. PL ab. ehemtf, chane, ehcemy, dann cheem, 2. chcU, eheeie (so jetzt), 
3. ehtie, ehti, später auch ehtiji; Imper. chi^', ehÜjie, Imperf. ehtieeh, 
chtieie. Eine Neubildung nach III 1 : chfejieeh, Aor. ehfeeh neben ehottch ; 

prieti\ priii ,contendere*, ab. j^ru dann prim^ prii, pri . . . jetzt pru, 
prei . . . sowie prieti^ prüi, pru, prei . . . ,stützen*, was wir sonst auch 
in einzelnen slar. Spr. gefunden haben ; über rrtV/i, vrUi vgl. oben S. 208. 

IV. Klasse. 

Der Inf. geht auf 44i aus und auch der Präsensst weist 
ein i auf, so daß derselbe identisch ist mit jenem der lU. Kl. 

2. 6r. Es sind hier verschiedene Gruppen von Verben in einer 
Klasse zusammengefallen. Z unäch st haben wir hier alte Itera- 
tive wie z. B. nositi ,tragen', vgl. gr. q>OQiw, ai. patdyati; weiter 
alte Kausativ a wie saditi ,setzen', pojüi ,tränken*, vgl. ai. sä- 
ddycUi. Weiter auch De nominativ a, wobei insbesondere jene 
von i- Stämmen wie z. B. goditi ^,beirirten* zu godb, myditi 
^denken^ zu wysh hervorgehoben werden müssen, weil sie wohl 
schon ursprüngUch dieser Klasse näher standen; vgl. auch lit 
dalyjuy dalyti zu dal\s. Auch za hlreiche andere Denominativa 
wie z. B. griiUi .peccare' zu grechz. Die Denominativa sind 
impf, (dur.), nur einige sind pf. (vgl. S. 188). 

Wie diese verschiedene Gruppen, die zum Teile auch eine verschie 
dene Konjugation hatten, schließlich zusammengefallen sind, ist schwer 
zu erklären. Eine Hypothese findet man I S. 201 und S. 515— 51G; 
Brugmann leitet ienüi s^ ,sich heweihen' von dem 7-St. slL Jant ,Frau' 
ab, vgl. ai. jauiydii ,er wünscht eine Frau*. (Vgl kurze Gr. S. 531); 
nach Unüi t^ wäre entstanden jagniti «f ,lamm€n*, p. kaeUs #/> vgl. lat. 
aatulio^ equio (S. 534). Das t des Präs. hatte nach unserer Erklärung 



230 

eine geschleifte Int. (daher z. 6. Sak. cinCm, itok. clntm, r. voiü mit 
Akzentverschiebung, die bei vodihf vodith nicht eintreten konnte, s.-kr. 
nosU, nost . . . darnach dann auch die 1. Sg. noUm). Der Akzent ist 
hier infolge dessen beweglich (worüber I S. 200 f.). Das i des Inf. war 
dagegen gestoßen; über die Betonung des Inf. vgl. I S. 203; des Imper. 
S. 201 f. 

Aksl. Präs. noiq, nosiü . . . nos^^ (ursl. -tt), Imper. nosi, 
nosirm, nosite, Part. präs. a. nos^, nos^ta, pass. nositm, Impf. 
noiaackbj naäaaäe . . . noiacuJuf, Aor. no8ich^, nosi . . . nosU^, 
Part prät a. I naät, später nosivz, 11 noaih, pass. noiem, Infi 
nositi ,tragen'y Sup. nosith. Die Erweichung des Kons, tritt also 
in vier Fällen ein. Ober noäem, das nach I. KL (vedem, nesem . .) 
gebildet ist, vgl I S. 416, desgleichen Über nosb I S. 497. Diese 
Art des Part, charakterisiert auch die älteste Phase des aksL 
Schrifttums. Später werden diese Part von jenen auf -itn ver- 
drängt 

Schon in den aksl. Denkm. unterbleibt mitunter die Erweichung: 
prichodeachq Supr. 450. 3; ne radeachq ib. 134. 17. Andererseits wird 
auch das t in. to und tr affiziert: umrbilvh zu umrbtvüi ,tödtenS shtnoHtif 
(rasmaHreehi mit e = Ja nach V. Kl. I. Gr. Supr. 220. 24], aber auch 
s^motraach^ Supr. 69. 2; shmolrMte Cloz. I 794 zu iwnotriti ,betrachten*. 
Ebenso das s in tn z. B. «o&iosn» «f zu nhlatnüi s^ ,Anstoß nehmen*; 
weiter myilq zu mysliti ,denken* und and. 

£ g. Präs. mölja ^bitte^, möliät . . . mofjath, Imper. moH, wo- 
Ute, Impf. m6l^%, molMe . . . molicha, Aor. moHch^, tnoli . . . 
molkhay Part prät a. 11 nuUih. Es hat also die 1. Sg. auch 
den Akz. der übrigen angenommen (vgl dagegen r. moljü, möliib, 
militb u. s. w.). 

Ebenso hüdja ,weckeS gotdrja ,sprecheS dirja^ (hrsj'a ,sucheS mUlJa 
.denke*, mläfja ,dresche*, svirja »pfeife*, üca ,lerne*, tegfja ,ziehe*. 

Endbetont sind z. B. dojä «melke*, Impf, dojäeh^^ doeie . . . dojachme^ 
dojaehte, dojacha, Aor. doichb, doi . . doieha\ cenjd ,8chätze*; krojd ,schneide*, 
Aor. kroichh^ lomjd ,zerbreche*; iovjd ,jage*; vali ,es regnet*; varjd ,koche*. 

S.-kr. Präs. noafm, nosiä . . .. nosUe, noa, Imper. nösi, nösite, 
Part präs. a. nosSöi, Impf, noäah, ndäääe . . noäähu, Aor. tU^ih, 
no8i, nosi, nösismo^ nösisU, nbside, Part prät a. I nb^^v, tU^lvii, 
n nösio, ndsila, nösilo, pass. noien, Inf. nösitL 

Die Erweichung tritt hier nur in zwei Fällen auf , z. B. 
vozäh, vozen zu vdziti ,führen'; vodah, voden zu vbditi ,ducere'; 
kupljäh kupljen zu kupiti ^auflesen'; mliljäh zu mlsliti /l^nken^; 
blagosloviti ^gnen^ hat Uagodoven, aber auch blagosovljen und 
bliMgdslovljen. Voätäh zu voüiti ,wichsen' {St aus iö, vgL vosak, 



231 

voska yWachs') und smozden zu moiditi zermalmen' (zd aus zy, 
YgL mozak, mozga) wurden nicht weiter erweicht 

Yerba wie brojiii .zählen', dojxti ,8äugen', krojiti »zuschneiden^ ostc- 
jiti ,erobern*, napojiti .tränken' . . . haben im Imper. hrZj^ brojie; ddj\ dojU. 
Steht vor dem j ein anderer Vokal als o, so bleibt t : täji^ t^ite zu täjiii 
.verheimlichen*. In den Yolksliedem findet man auch noch Impf, auf 
ijah wie jegdiaie, nosijaie. Hierher ist auch mnUi .meinen' geraten vgl. 
oben S. 226. 

Yerba wie gräditi .machen, verfertigen', hvdliti .loben* haben im Präs. 
gradim, gradii . ., Impf, graääh, Aor. grädih, in der 2. u. 3. Sg. graJl, 
. . gradismo; Imper. grddi, grädite; Part. pass. graden. 

Über die Betonung im allgem. vgl. I S. 200 und 208, weiter bei 
Maretic S. 264-67. 

Slov. Präs. lovim, lovU, lovi, Du. lovha, lovüa^ lovitno, lo- 
vfie, lovi {'ijo)} Imper. IM^ lovite, Part prät a. 11 lovii, tori/p, 
lovila, Inl lovUi /angen^ 

Ist das -im nicht betont und geht vor dem t^t ein e oder o vorher, 
so haben wir z. B. ginim, ginii u. s. w. duichs ganze Präs.. ebenso h{dim, 
tn^m, nfsiniy p^titn, pr{sim^ vfdim, vfzttny ebenso t^lim^ z^nim (vgl. Rad 
132, 8. 137). Bezöglich des Inf. das ältere hvalüi, hoditi u. s. w. oder 
die kürzere Form htälit^ hodit. 

Erweicht wird nur im Part. prät. pass.: Ijübljen zu ljübiti\ grahljen 
ZQ gräbüi, cficen zu cUtiti .reinigen*, mCÜjen u. s. w. 

Huss. Präs. vozü, vözish . . . vdzjath, Imper. vozl, vozite, 
Part präs. a. vozjd, pass. vozltm, prät a« I voz(v^, vozhäi, II 
voz(l^, pass. perevdzem^ Int vozüh Jahren^ (trans.). 

Neben dem Part, prät pass. tritt die Erweichung auch noch 
in der 1. Sg. Präs. auf: yladü zu platlth ^hlen', zapldöemj za- 
plaöu; chozü zu chodlth; kupljü zu kupitb ^ufen*, küplenh. 

Doch kommt hier nicht selten ic st. 6 aus (i unter dem Einflüsse 
des Ksl. vor (dem ksl. it steht sonst r. ief gegenüber) : tapreicu, taprticth^^ 
•tnnyj zu gapr§titb .verbieten*; nasyscu zu natytitb .sättigen*, tozisraicu zu 
voBcraiitb .zurückgeben* u. s. w. Unter demselben Einflüsse wird auch d 
zu zd fst. zu i): pobezdü, pobedih zu pobeditb .besiegen*, ucrezdü zu ucre- 
diib .einrichten*. Es unterbleibt mitunter die Erweichung, insbesondere 
wo schwer aussprechbare Gruppen entständen (vgl. bdju zu bdefb bei 
III 2): ugoräzdju zu ugorätditb .meliorieren*, kudüju, kwUsitb .gaukeln*. 
tlexjüy slesitb .tränen* u. s. w. Ctu (ctih) zu ctitb (aas Cbstitb) geht auf 
cbitju (= tiitju) zurück, woraus tituj ciu wurde; umerivHb .ertöten* hat 
umericv(fü, umerlviib', mysUtb .denke* hat meist mytlju. Das aksl. tbmo- 
hiti ist im B. zu smotritb .besehen* smotrjü, smötrih geworden, d. h. es 
geht nach III 2. 

Poln. Präs. urröc^^ bawi^, wröcisz, bawisz, toröctj bawi, PI. 
tcröcimj/f hawimi/j tcröcicie^ hawicie^ tcröeq^ batciq; dann ucz^^ 



232 

uczysz . . uczq; Imper. torödj bawj älter toröcij tvröScie, bawcie 
liczcie, Part präs. a. tvröcqc^ bawiqc, uczqc, prät a. I wröciwszy^ 
bawiwszy ... 11 wröcii, bawiij pass. tvröcony, bawiany, uczony, 
Inf. fvröciS ,zurückgeben*, — si^ ,zurückkehren*, batciSf uczy6 . . In 
icröc^, icröcq und tcröcqc ist einfach c, in wröcisz .... ist c — (5. 
Das c ist älter, weil es auf 1% zurückgeht (in der 3. PL wurde 
aus { ein iq) wröcisz ist dagegen aus *wr6ti8z entstanden; vgl. 
noch woz^j wozq, wozqc gegen toozisz, woziS ,fahren'; grozq, gro- 
zimy zu groziS ,drohenS fftadz^y giadzisz zu giadziö ,glätten*; 
koszq, kosisz zu kosiö ,mähen^ (kosa ,SenseO; chodzc^ chodzisz zu 
chodziö ,gehen^ In broniq, möw% kartniq, robiqc, broniony u. s. w. 
dient t nur als Erweichungszeichen. In wozisz prosisz, prosi u. s. w. 
wird s als ^ ausgesprochen, z als £, analog auch, wie schon er- 
wähnty c als 6, dann n sis A, m sls 7n, w als vS, 

Verba wie ezciö ,ehren*, puicid »lassen*, jezdzid »fahren, reiten* (mit 
urspr. ctj stj zd) haben in der 1. Sg. und 3. PL czcz (st. czc) szez (st. §zc\ 
zdz (st. zdg): czez^, puszcz^^ jeidi^, sonst csct>2, ccct, puicistj puscimy, J0zdzi, 
Jeidzicie u. s. w. 

Im Imper. ist das i {bronij radzi^ uczy) noch im XYI. u. XVII. Jhd. 
häafig, dann ist es abgefallen: czyn^ bron^ radz^ uct^ chwal, puad, proa, 
taroS, spiesz, unerz, iaj, poj u. 8. w. ; wo das % wegen der Aussprache er- 
halten werden maßte , ist dann nach pijy bij . . ein j angef&gt worden, 
wie auch sonst: micij zu macü! »rächen*, czcij, napelnij. 

Im XYI. u. XVII. Jhd. finden wir neben der regelrechten Form 
czynimy . . . auch czyniemy^ chwaUmy u. s. w. (vgl. bei III 2). 

Hier ist beachtenswert: für rozrzeszyd oder später rozdrteszyd ge- 
braucht man rozyrzeszyd »entsündigen* {grzech ,Sünde') ; aus chwaciö und 
chyeid entstand chtcyeid; aus dem alten dostatczyc entstand dosiurczyd. 
Früher hieß es molwtd, jetzt motcid] ausgestorben sind die Verba wie 
nedzid ,martem*, nachodzid »finden*» bydlid ,wohnenS zwolid »wählen* u. and. 
(ygl. Kryiiski S. 273 f.). 

Sorb. OS. Präs. palu, palü . . . pala^ Imper. pal, paUe, 
Impf, palachj pcUeäe . . . palachu, Aor. spalich, spcdi . . . spalichu, 
Part, palil, Inf. palid ,brennen' ; 

ns. palitn . . . pale, Imper. pal, paläo. Impf, palach, palaäo 
. . . palacku, Aor. spalich, spali . . . spalichu, Part palU, Inf. 
palid, Sup. palit. 

OS. proiuy proeyi, prosy . . . prosyce^ proSa, Imper. proS, proide. Impf. 
proSach, proieSe^ proSachmy^ proieide^ proiachu^ Du. proaaehmoj^ proseitaj 
('t^j)i Aor. wuprosych, wuprosy . . . wuprosychu^ Part, prosyl, Inf. prosyd 
»bitten*; üb. piosym, piosyi . . piose^ Imper. /j^o»» piotdo, Im^pL piosach, 
piosaiOy pSoaachmy, piosaido, pioaaehuj Du. pio8achm0j\ piosastej, Aor. äk- 
pioayeh . . . hupiosychuj Part, piosyi, Inf. piosy/, Sup. piasyt 



233 

Böhm. Präs. ab. proäu, praä^i, dann prosfm, pra8{§, prosi, 
prostm, prosimy, prostme (ab.), jetzt nur proaime, prosUe, ab. pro- 
sie, dann prosl, Imper. ab. prosi, z. B. nakUmi ^nclina* Psalt 
Gloss. 85, 1, dann pros, aber jetzt noch posüni, polq^i u. s. w., 
2. PI. ab. prosüe (z. B. poprosüe Hrad. 20 b), frühzeitig daneben 
proste und nach der Analogie (nach L Kl.) vyprdzdnäe ,exinanite^ 
(Psalt Gloss. 136, 7), madleU se (so auch jetzt), zahanbäe se, 
jetzt auch noch dite, präzdn&e. 

Impf. ab. abweichend (vgl oben S. 160): prosiech (prosich), 
prosieie (prosUe) . . . prosiechu (prosichu), ebenso z. B. prichodiedi 
u. s. w. Part präs. a, ab. prose, prosiec-, dann prose, prosic; 
Aor. ab. prosich, prosi . . . prosichu; Part prät a. I prosiv, II 
prosü, pass. proäen. 

Die Erweichung tritt also ein: nur ab. in der 1. Sg. und ab. und 
nb. im Part. pass. : myiCu^ myili zu mysliti ,denken*, jetzt myilim, myilen\ 
hozu^ hozi zu hoditi ,werfenS jetzt hodhn, Part, hozen; nueu zu nutiti ,nöti- 
genS nueen; doch auch schon ab. vräii st. vrdci und im Part, auch schon 
^h.pecefen, paehfen zu pachtiti; zu pusiiti ab.pifiden, jetzt jvuiren (geschr. 
puiten): zu prostiti ab. proicen, jetzt proiütn u. s. w. 

In der 3. PI. zur Zeit des Verfalles häufig -0;7 st. i. Man merke 
die ab. Imper. bydl, mysl, tnodl se (alle einsilbig), ebenso Plur.: modlme 
te, modUe se^ pomysUe, bydite^ jetzt wieder: bydli ,wohne*, mysli, modli $• 
,beteS PL hydlete^ mysUte^ niodUte se (ygl. oben). Über vrdtiti — vraCy 
ehvdliti — ehval^ hrdniti — hran, räciti — rac, soudüi — smd' vgl. I S. 249 — 50; 
umgekehrt ab. v6l zu voliti «wählen* vgl. I S. 216. 

Hierher gehört z. B. musiti, mushn, ab. muiu (später auch mussti 
wie auch mysleti vgl. oben S. 228), aus dem ahd. tnuozan; praviti, pravim^ 
ab. prav'u, aus pravil wurde prdi, aus pravi zunächst pravi^ dann *prai, 
*praji, praj , prej (volkstümlich), pry ,raan sagt, angeblich*. 

Aus -zitciti, poKitciti (aus poiitek ,Nutzen*, p. poiyczek ,Leihen') wurde 
pozciti, pojcitiy jetzt püjciti, p. poiyczyd ,leihen* (vgl. I S. 58). 

V. Klasse. 

Vor dem 4i des In£ erscheint ein a, doch darf dieses nicht 
einer Wurzel angehören, sondern es kann bei primären Verben 
ursprünglich nur der Auslaut einer zweisilbigen Basis sein. Sonst 
aber kann es, wie wir sehen werden, auch noch anderen Ur- 
sprungs sein. Nach der Präsensbildung haben wir hier vier 
Gruppen zu unterscheiden. Das a kommt auch in den präsen- 
tischen Formen vor (erste Gr.), sonst kommt es nur im Infinitiv- 
stamme zum Vorschein, dabei ist aber der auf einen Kons, aus- 
gehende Präsensstamm durch -ib-^ -ie- modifiziert (zweite Gr.); 



234 

der Präsensst kann nach Art der konsonant Yerba der L KL 
gebildet werden, endet also auf -o-, -e- (dritte Gr., hierher gehören 
auch urspr. vok. Wurzehi, die im Präs. ein v bekommen), oder 
nach Art der vok. Verba der I. Kl. (vierte Gr.). 

1. Gruppe. 

Das a des Inf.-Stammes erscheint auch im Prä8.-St., so daß 
dieser auf -ajo-, -aje- ausgeht Es sind hier vor allem zwei Arten 
von Verbis zu unterscheiden: denominative und deverbative. Bei 
den ersteren (z. B. d&ati ,machen' zu d&o) nimmt man an, daß 
hier von o-Stämmen auszugehen sei, wie igrati ,spielen' zu igra, 
vanjcUi ,duften' zu vanja und danach wären auch andere Denomi- 
native gebildet worden (z. B. dilati). Es könnten hier aber auch 
Verba von o-St mit ö entsprechend dem umiti vorliegen (vgl. 
auch die Verba der IV. und der VI. Kl. I S. 514 und 519f., 
dann Ut. badüju ^eide Hunger' von bädcis ^Hunger'). 

Die Deverbativa sind iterativ und ihr a ist vorslavisch, denn 
diese Verba entsprechen wohl den lit Dur. auf ^au, -oti wie 
z. B. brydauy hrjdoti, die im Lett auch noch auf -äju, -at aus- 
gehen und iterativ sind (vgl I S. 517 f.). Die Denominativa sind 
durativ. 

Es ist schon I S. 204 hervorgehoben worden, daß die Iter. 
im H. immer das a betonen (infolge der Akzentverschiebung, zu- 
nächst in bestimmten Fällen) : pletdtt zu plesU, na&indtt zu naödtb 
^anfangen'. Auch das S.-kr. setzt diese Betonung voraus, z. B. 
pitati, düvafi u. s. w., daher ist sie urslav. Dagegen r. igrtfvath, 
chdzwatb zu chodüt. 

Aksl. Piüs. dHajq, dUajeH, delajeU (urslav.-^) ... däajqtb 
(urslav. -th), Imper. däaji, dUajite, Part präs. a. dilaj^, delajqita, 
pass. dUajetm, Imp£ däcMckh^ delaaie . . . däaachq, Aor. dHackb, 
dUa . . . delaä^, Part prät a. I delavh, II dUah, pass. däam, 
Inl dUati, Sup. däatb. So werden auch Iterativa wie byvati zu 
byti konjugiert; -ricati, -ricajq (später auch -riöq). 

In den aksl. Denkm. wird im Präs. -o/e- häufig zu aa assimiliert 
und dann auch zu a kontrahiert (vgl. dohrago aus dobraago, dobrajego\ 
z. B. razlneaah Zogt. Matth. 4, 14 (Verf. Aksl. Gr. S. 245). 

Hierher gehören auch die I S. 519 erklärten Iter. wie ciigvati ,8a- 
lutare*. Das -vati berührt sich mit •ovati und daher werden solche Verba 
auch nach der VI. Kl. (ygl. bei dieser) konjugiert. Dem B. und Sorb. 
fehlt diese Art der Iter. 

£g. Präs. tikarm ^e, nenne', vfkaih, vika, vikame, vOcate, 



235 

vikath, Imper. tikaj, vOcajte, Impf, v^ka€h^, vikaäe, vücachme, rt- 
kackte^ vikacha, Aor. vikdckb, viid, vikdchtne, vikdcfUe, vikdcha, 
Part prät a. vikal^, pass. vfkam, ebenso z. £. dutnatm ,8age*, 
begatm ßieh&f pttatm fimg^, tUiaim ^ufe hinweg^, ddvamb ^gebe^, 
valjdtm ywälze', umiratm ^terbeS raxblrarm yverstehe', rdzdatm 
,gebäre^, dogazdarm yerrateS dosdzdatm ^ngweile' u. s. w. Über 
das 'tm der 1. Sg. YgL oben S. 132. 

Wie wir sehen, ist hier auch die Eontraktion durchgeführt. In 
den östl. Dial. jedoch noch igrdjq, igräjeh, igrdje gegen gledam, gUdai^ 
gUda (Leskien, Afslav. Phil. 21, S. 8). Die Kontraktion fanden wir 
schon im AksL, sie zeigt sich dann auch weiter in den bg. Denkm. seit 
dem XII. Jhd. (Layrov S. 200). 

S.-kr. Hier wurde auch kontrahiert, wobei die 1. Sg. wie 
im Bg. und in anderen slav. Spr. nach dam, daä ein m erhielt. 
Im S.-kr. ist es hier das älteste -m (seit dem XIU. Jhd. ygl. 
oben S. 132), dann erst bei den anderen Ellassen. Präs. düpäm, 
duväi, düvä, öüvämo, 6üväte, duvajü, Imper. öaväjf düväße, Part. 
prä& a« öüvajfUif Impf, öavähf düvOäe . . . öüvähu, Aor. ^vah, 
öüva . . . öüvtxamo, düvaste, duvaie, Part prät. a. I öüväv, öüvävii, 
II öüvao, duvala, öüvalo, pass. düvän, düvana, düväno, In£ 6üwiti 
,hüten^ £benso z. B. blvati, bivätn ,sein', zaHvati ^yemähenS 
umivati ^waschen', pokHvati ,bedecken' u. s. w. (vgl. Daniiic 
S. 64 bezw. 111). Bei kurzem Stammvokal: kdpatf, kopäm, ko- 
pää, ebenso igrati, Igräm. Bezüglich des Akz. vgl. I S. 206 Anm. 
und S. 221 und 238. 

Oledati ist auch zu gldti ,schauen^ geworden, Präs. gledäm. 

Slov. igräm (aus igräßm, igräem, igräam, vgL I S. 238 und 
Valjavec, Bad 132, S. 238), igrää, igrä, Du. igräva, igräta, PI. 
igrämo, igräie, igräjo (nach Valjavec aus igrdßjo nach den anderen 
Formen wie z. B. pojijo S. 209), Imper. igraj, igräjmo, igräße, 
Part prät a. igräl, igräla, igrdlg, Inf. igrdti ,spielen'; vgl. auch 
dilatij d^m . . . dflajo; die Iter. umtvam, doblvam, zabijam, 
podivam u. s. w. 

Buss. Hier werden die unkontrahierten Formen noch be- 
wahrt: delaju, delajeib . . . dehjuth, Imper. delaj, däaße, Part 
delaih, pass. delam, Inf. däatb ,machen'; ebenso dümatb 
Renken', dümaju u. s. w. Die Iterativa betonen dagegen das a: 
ditdih — ditdju ,lesen', brosdtb — brosdju ,werfen* u. s. w. (vgl. oben 
S. 234). 

Poln. Präs. byioam, byvcasz . . . bywajq, Imper. bytoaj, fcy- 



236 

wajcie, Part. präs. a. bywajqc, prät. a. I (nabywavcszy si^, 11 
bywal, pass. {pdbywany), Inf. bywaS ^zu sein pflegend 

Die p. Grammatiker nehmen hier nicht eine Kontraktion an, sondern 
sie erklären diese Formen durch Analogie. Neben dam^ dasz . . . gab es 
«in daj^j dnjetz . .. da/q; die letzteren Formen wären identisch mit powia- 
doj^j powiadajesz . . . potaiadajq. Das Nebeneinander von daj^ und dam 
rief auch zu powiadaj^^ powiadajesz . . . ein powiadaniy -asz . . . hervor 
(Erynski S. 287). Das ist aber kaum richtig, denn das a war verengt, 
was eben ffir die Eontraktion spricht. Für die 1. Sg. führt femer Ea- 
lina (8. 397) noch 12 Formen auf -«;> (bez. -aj(() an, z. B. podnatzajif 
Ps. Flor. 14 b, poiegnaje Bibl. Szar. 67 a u. s. w.; weiter dann allerdings 
nur -am und zwar schon in den ältesten Denkm.: pwam Ps. Flor. 13 a; 
polecam ib. 16a u. s. w. Aber in den übrigen Personen führt er nur 
kontrahierte Formen an (die 2. Sg. auf S. 404, die 3. auf S. 413 u. s. w.), 
d. h. wir bemerken hier denselben Prozeß wie z. B. im Ab.: zunächst 
wurde in den übrigen Personen kontrahiert, dann erst die erste, also 
«ine Eontraktion ist jedenfalls auch fürs P. anzunehmen. 

Viele Yerba, die hierher gehörten, sind in andere Elassen geraten, 
z. B. ap. czerpam ,schopfeS klamam ,belüge*, kopam ,grabe*, jetzt czerpi^, 
klami^, kopi^ . . . also nach V 2 (vgl. bei Erynski S. 287 f.). 

Sorb. Präs. os. dielam, diHai . . . diHaju (-ja), Imper. 
ddüaj, ddelajSe, Impf, di^lach, dsSHaäe . . . d£ilachuy Aor. tcudie- 
fach, wuddela . . . tvudülachu, Part, diikti, Inf. dieia6(i). 

ns. £ilafn, Ülaä . . . iiiaju, Imper. iiiaj, dilajäo, Imp£ iüach, 
ddlaäo . . . iÜcuJiu, Aor. huiUach, huiUa . . . hudilachu, Part, iiiai, 
Inf. £ela^{t), Sup. d^at ,arbeiten^ 

OS. walam^ walei, waUiy walamy, wafece, waleju {-ja)^ Du. walamoj, 
2. 3. walatty {-tej), Imper. walej\ waUJce, Impf, walaehj waUi6, walachmy^ 
waieide, walachu, Aor. zwalachf Part, walal, Inf. waUc{i) (zwischen zwei 
weichen Eons, lautet a um, was halbwegs an das Ab. erinnert], ns. walamy 
tcalaS . . . tüalajUf Imper. walaj\ toahjdo, Impf, walaeh u. s. w., Aor. zwa» 
laehj zwala . . ., Inf. walaÜJ) ,wälzen*, Sup. walat. 

Böhm. Hier zerfällt diese Gruppe in zwei weitere Ab- 
teilungen, je nachdem dem a ein harter oder weicher Kons, vor- 
hergeht (also ähnlich wie im Os.), im letzteren Falle muß das a 
umlauten. So haben wir: 

a) Präs. ab. dUaju (-i), dann dMdm, dilds, dild, dMme, 
dädte, ab. däajü, dann däaß, Imper. däaj, dann dSlej (I S. 80), 
däajte, dilejte, Part. präs. a. ab. däaß, dann dilaje, dilajüc-, 
dUajk-, Impf. ab. dUäch, dUdäe . . . dildchu, daneben aber auch 
dilapech, dHajieSe . . . dilajiechu (vgl. oben S. 160), Aor. ab. de- 
lach, däa ... dilachu; Part prät. a. I däav, II delal, pass. dMn, 
düäna, dildno, Inf. dMati ,machen^ 



237 

Gebauer führt aus dem Ab. in der 3. Sg. noch folgende 
unkontrahierte Formen an: vzdtihaje yeleyat' Psalt. Elem. Ann. 8; 
uplakaje Jud. Schlägel 62; ptaje und doptaje Hrad. 128 a; podi- 
naje Stft Säz. 28a und 223b (III, 2, S. 320—21). Er hält sie 
für Neubildungen nach Y 4, wahrscheinlicher sind es jedoch noch 
Archaismen. Sonst sind überall nur kontrahierte Formen, nur 
die 1. Sg. cUlaji behauptet sich selbst auch noch in der 2. Hälfte 
des XIV. Jhd., ja auch darüber hinaus, daneben dildm etwa seit 
dem 2. Drittel des XIV. Jhd. 

Imimper. im Ab. einige mal ä aas aj: zapoviedd für -aj £v. 01.107 b. 
Formen wie ab. nedavy fGr neddvaj sind nach I S. 113 zu erklären: y 
wurde zu aJ und darnach auch umgekehrt aJ zu y; nechati, nechäm 
«lassen' hat im Imp. nechaj\ -ej, später dann auch neeh, neehte. Aus diesen 
Imper. in Verbindung mit af, -z, -C entwickelten sich die Adverbien: 
nechaß^ nechajt"^ nechaif, nschaz, neehaf^ neehazt"^ neehz, nechzt", neif, 
mit dem Ind. (so wie af) für den Imper., Opt. und dann auch absolut 
,meinetwegen'. 

Im Ab. noch Jhräti^ jhraju: projhrdi, jhrdie^ aber auch schon hräm 
(bez. hraji). Jetzt noch neben Ar^f/n, An/I, hrd, das mehr gewählt ist^ 
gewöhnlich hraju, hrajei . . . Auch das hält Geb. für eine Neubildung 
(8. 325). 

Aus u-pMoti ab. üfati »hoffen* (vgl. I 8. 285), jetzt dou/ati ,hoffen*, 
zou/ati ,verzweifeln*. So wie im P. ist bei klamati neben dem älteren 
klamdm auch ein klamu, klamei] bei iämati ein Idmu, Idmei aufgekommen. 

b) ab. sdxeju (aus *sdzajü), sdziß, dann sdziem, sdzlm, 2. 
sdzieä (aus *8dzää), sdzü, 3. sdzie (aus *8Özd), sdzl . . . sdziete, 
sdzüe, sdzijü (aus *8dzaßi), jetzt sdzeß, Imper. sdzij (aus *8äzaj), 
dann sdzej, sdzijte, sdzejte, Part präs. a. säziji, sdzijüC', jetzt 
säzeje, gdzefic-, Impf. ab. sdziech (aus *8dzdch, analogischer Um- 
laut nach den anderen Pers.), sazieie . . . sdziechu, Aor. ab. sdzich, 
sdzi . . . sdzichu, Part prät. a. I ab. sdzav, aäziväi, sdzivSe, nb. 
sdzev, sdzeväi ... 11 ab. sdzal, sdzala ... PI. m. sdzili, nb. adzel,^ 
sdzda . . . sdzdi, pass. ab. säzdn, PI. sdzSni, nb. sdzen, Inf. ab. 
sdzäi, nb. adzeti, Sup. ab. sdzat. 

So auch z. B. hdzsti ,werfen', -chäzeti zu ehodüi ,gehen*, klatiiti se 
,anbetenS ab. klecäi ,hihkenS ab. kUcÜi, aksl. klieati^ klicq ,clamareS 
krdceti ,einhersch reiten*, kräjeti »schneiden*, -näieii zu nositi ,tragen*, sta- 
vUi ,aufstellen, errichten, bauen*, itrüeti ,schießen*, voniti ,duften*, vraeeti 
jZurückgeben* (zu vrdtHi). 

2. Gruppe. 

Der Präsensst. ohne -a auf -jo-, 'je- ausgehend. Zunächst 
gehören hierher Denominativa wie aksl. duchati, duäq ^hauchen^ 



238 

blasen^ zu duchh ,Hauch', klevetati, kleveätq ,Terleamden' zu Jdeteta 
,Verleumdung^; rzp^tati, rbpbHq ,murren* zu rhpvth yinunnuratio'; 
irepetati, trepeHq ^ttern^ zu trepetz; pojasati, pojaSq ^gürten' zu 
poj(i8b ,Gürtel' u. s. w. Diese Präsensbildungen sind, so weit es 
sich um nominale o-Stämme handelt, ursprachlich, denn schon 
da gab es einen Typus, der des Tok. Auslautes des Nominal- 
stammes entbehrte wie gr. äyyillw aus ayyeliw zu ayyelog^ ai. 
adkvarydti ,er opfert' zu adhvards ,Opfer^ (vgl. Brugmann, 
Kurze vgl. Gr. S. 531). 

Im Slav. wurde dazu ein Infinitivstamm nach Y 1 gebildet und da 
dies auch bei den a-St. bemerkt wird (z. B. kievetati, kleveitq zu kleveta), 
80 könnte gefragt werden, ob nicht gerade hier der Ausgangspunkt 
solcher Bildungen des Infinitivst. zu suchen sei. 

Zu einem denominativen Infinitivst. auf -a waren daher zweierlei 
Bildungen des Präsensst. möglich: -ajo-, -aje- (V. Kl. 1. Gr.) und -Jo-, ^«-; 
die erstere hat allerdings mehr um sich gegriffen. 

Anders zu beiui;eilen ist die zweite, nicht denominative Schicht 
Wir haben hier zweisilbige schwere Basen auf -ä, so z. B. arati 
,ackem', orjq, vgl. lat. aräre; stüaii, stdjq ,ausbreitenS vgl. lat 
Mäim, latus ,ausgebreitet, breit'. Die Mehrzahl der Verba wie 
äHkati, dlzöq (kücati, laSq) ,hungem^ stdati, zizdq ,bauenS ptsati, 
püq ,schreiben' u. s. w. mag so beschaffen gewesen sein. DaB es 
sich dann weiter um slav. Neubildungen handeln kann, ist ja be- 
greiflich. Eine solche sind die Deverbativa wie imati (aus *tmati, 
*ftmati, vgl. vbmmati st. v^nMnaii Zogr. Mar. Matth. 16, 11), 
jendjq imperfektiv zu j^i, imq ,nehmenS weiter metati^ meitq 
,werfen', die wohl ursprünglich nur eine imperfektive (durative) 
Handlung auszudrücken hatten (diese kam insbesondere den ß-, 
;>- Verben zu) imd erst später in die Kategorie der Iterativa ge- 
rieten; daher sind sie auch ohne Dehnung des Stammvokals 
(mHati ist sekundär). 

Als derartige Verha auch die iterative Bedeutung erlangten, folgten 
ihnen später mitunter die älteren, echten Iterativa, so im Aksl. zu dei' 
zati^ dvizajq auch dvizq, zu {na)ricatt auch {najricq, klieati — A;/ta{ , schreien', 
ligati — lizq ,sich legen*. Bei präfigierten Verben erreichte man mit- 
unter eine perfektive Bedeutung dadurch. 

Wie uns das lit. ariü, arti (slav. orjq, orati) ,pflfigen* zeigt, ist auch 
diese yo-Konjugation mit Verlust des vokalischen Auslautes der verbalen 
Basis vorslavisch, nur ging das Lit. hier noch weiter, da sich dieser 
Verlust auch auf den Infinitiv erstreckte. Die jVKonjug. bemerkten wir 
auch schon bei melfq ,mah]e* zu tnliti, ztnjq ,emte* zu zfti, dezdq neben 
d^'q zu deti {dejati) vgl. oben S. 209; koljq'iM klati ,stechen*, horjq zu hrati 
,kämpfen*. 



239 

Diese Verba waren ursprünglich im Präsens stammbetont, 
daher weist der Vokal die Vollstufe auf (häufig ein e, seltener 
andere Vokale). Da dieser Vokal meist kurz war (e), mußte in 
der 1. Sg. eine Akzentverschiebung eintreten (auch bei geschleiften 
Längen): r. vjazü, vjdzeih; im S.-kr. ist nach den übrigen Per- 
sonen ausgeglichen vez9m, ieäsm (ygL I S. 199). Analog yerhält 
es sich beim a des Inf.; auch dieses wird betont: r. öesdtb, s.-kr. 
öisati, r. metäth, s.-kr. mitati; r. pisdtt, s.-kr. püati u. s. w. (vgl. 
I S. 203). 

Aksl. Präs. plaöq, plaöeii . . . plcUiqiz (urslav. -tb), Imper. 
pladi, pladite, Part. präs. a. pld^, pladqita, pass. z. B. glagdjerm, 
Impf, plakaachb, plakaaäe . . . plakcuichq, Aor. jlakaehb, plaka . . . 
plcücai^, Part prät a. I plakatn», TL plakah, pass. piakam, Inf. 
plakati 8^ ^weinen^, Sup. plakath. 

Über die Analogiebildungen im Imper. wie glagoFete, glagoljaU, 
jemläe u. s. w. vgl. oben S. 143. Das Impf, wird in der Begel von 
Infinitivst. gebildet, selten vom Präsensst.: tneiUtaehq Supr. 159, 1, pri- 
jemljaaie ib. 201, 16; 284, 18. Es finden ancb Berührungen mit V 3 
statt: ükaü »suchen* hat im Präs. iitq^ aber auch iskq. Schon im Aksl. 
dringt das t aus dem Präsens püq, piieii auch in die Infinitivformen ein: 
puati st. pbBoti, 

Zu imati das Präs. J^mljq, jemljeii . . .; femer dremati — dretnljq 
,schlummem', i^ii — i^dq ,dür8ten*, sbdati — uzdq ,bauen'; kazati — kaiq 
«weisen*; UgaU — /«eq ,lügenS* mazati — maiq ,salben*; rezati — rezq ,schnei- 
den'; s^lati — nl/q ,schicken*; tesaU — tel<f , zimmern, behauen'; cesati — ceiq 
,abstreifen, kämmen* n. and. 

Bg. Präs. püa ,schreibeS pUeiz, pfie, pUetm, pUeie, pUatz, 
Imper. piH, püite, Impf. pUechh, piSeSe . . . püechme, pUeckte, 
pUecha, Aor. napfsachb, naptsa . . . Part prät. a. II napisah und 
pUebt (vgl. oben S. 169). Ebenso pldöa ,weineS Impf, pldöeckb, 
Aor. plakdchb; liza ^ügeS Impf. Hzechz, Aor. izUgackb; ora 
(orja), oreiz . . . Impf. orSchz, orese . . . Aor. oradiz, ora, Part. a. 
orah, p. oram; kdza ,sage^ kdze^ . . . Imper. kazi, kazäe, Impf 
kdzechz, Aor. kazdckb; öiäa ,kämmeS Impf. öiSeckb, Aor. söesdchz 
u s. w. 

S.-kr. Präs. vezSm, vezSi . . . vezü, Imper. vizi, v&iU, Part 
präs. a. v&adi, Impf, vezah, vezäse . . . vezähu, Aor. vizah, viza 
... vizaSe, Part, prät a. I vizäv, 11 vizao, vizala, pass. vezän 
und vezöt, Inf. vizati ,binden^ 

S/cI« schicken' hat im Präs. älßm und ialjm (aksl. 8^blati, 
9djq), so auch pöslati. 



240 

Einige Yerba können auch nach Y 1 gehen: ffibati ,bewegen^ 
schwenken^ Präs. gibäm und gihßm ; drljemäm und drljemiem zu drijhnati 
,Schlaflu8t haben'; t\päm und $%pljem zu älpati ^schütten'; ztdätn und 
ziOtm zu zidati ,mauern* ; pomdgati »helfen* hat pdmäzhn, Imper. pomäzi, 
aber auch pbmägäj, pbmägäjte ,zu Hilfe!*; ikati »weben* hat tkam^ tka» . . . 
tkdmo, tkdUy tkMJüy aber auch cem (für tcem\ ce», ce, c^no, cete, cü und 
tkü (aksl. tzkati, ti^q nach V 3). Wie vezaii wird auch Itzatiy p(satt\ ttrü- 
gati u. 8. w. betont. Eine andere Gruppe bilden brlsati, dUati, r&zati, 
slpati . . . Präs. brtiem u. s. w.; dann ^aU^ orem . . . (vgl. DaniSic 8.80, 
bez. 126f. und Maretic S. 273). In der 1. Sg. ist immer der Akz. nach 
den übrigen Personen ausgeglichen: vezetn, cesem; erhalten hat sich jedoch 
der Akz. in hdda gegen hodea. Über den Akz. ptiei (vgl. slov. püem, püet) 
u. dgl. vgl. I S. 228 und 231. 

Slov. Präs. ä^Sem, d^ieS ... d^o, öiSejo, Imper. öeH, öeHte, 
Part öisai, desäla, öisalg, Inf. öesdti (verkürzt öüaf) ^ißen, käm- 
men'; eheneo pUem — pisati schreiben' (;?t8(fti); ordii, 6rjem{sL\xch 
arätn) ,ackem*; jemdti, ßmljem jenÜeihen, rauben, nehmen'; kazdti 
(käzati), kdzem ,weisen'; stldti, steljem ^streuen'. 

RuBS. Präs. püü, pUeäh . . . pUuth, Imper. piäi, piHte, Part 
präs. pUä, pass. zybUm; prät a. I pisdvb, II piaöh, pass. pisam, 
Inf. püäth ^schreiben*. 

Einige Yerba haben wieder sc st. c (ksl. Einfluß) : kleveicü zu kUvetdtb 
»verleumden*, ropicü zu roptätb »murren*, skrtieicu zu akrezeidtt ,knirBchen*, 
trepeicü zu trepetdtb »zittern*. Analog bei d\ neben stradäju auch strdidu^ 
Btrdzdeh zu ttraddtb »leiden*; neben zaddju auch zdzdu zu zaddtb »dQrsten*; 
ukdth »suchen* hat ficfti, iicei . .., Imper. iici u. s. w. Über die Betonung- 
vgl. oben S. 239. Dazu ist zu bemerken» daß eine Beihe von Yerbis einen 
fixen Akz. hat: prjdiatb, prjdcu »verstecken*, risatb^ rezu »schneiden* (s.-kr. 
rezati setzt eine gest. Int. des e voraus, so daß kein Grund zur Yer- 
Schiebung in der 1. Sg. vorhanden wäre); mdzatt, mdiu ,schmieren* (s.-kr. 
analog mazat{)\ pläkatb, pldcu ,weinen*; klikaU, klicu ,rufen* u. s. w. (vgl. 
Boyer 8. 431). 

Poln. Präs. toiqz^, wiqzesz . . . loiqzq, Imper. wiqz, wiqzcie, 
Part. präs. a. wiqzqc, prät a. I (z)%D%qzau:'82y, H tüiqzal, pass. 
iciqzany, Inf. tviqzaö ^binden'. Bei den Verbis mit Labialen z. B. 
klami^, hlamiesz .. . zahlamad ^ügen, belügen'; lapi^, iapiesz ... 
zu iapaö Raschen, fangend 

Yerba wie deptad »mit Füßen treten*, kiopotad ,Sorge, Kummer 
machen*, druzgotad »zerschmettern* haben früher konjugiert: depc^y depeest 
. . . depcq\ kiopoe^y klopocesz . . • u. s. w.» also regelmäßig. Insbesondere 
vom XYI. Jhd. an jedoch : depcz^, depezesz^ kiopoez^ u. s. w. nach chioszcs^ 
ehhssezeiz zu ehlostad »peitschen*, placz^ zu piakac ,weinen*, skacz^ zu 
skakad u. and. (Erynski S. 262). 

Hier hat sich auch noch orad, orz^^ orzesz »ackern* erhalten. 



241 

Sorb. Präs. os. plaöu—püu, plaöes — püeS . . . (plakaju), 
pisu; Imper. phd — pü, plad6e — pü6e; Impf, plakach — piaack, 
piakase — pisaie . . ., Aor. zaplakach — spisach . . ., Part prät a. 
II plakal — pisal, Inf. piakaS ^weinen', pisaö ^chreiben^ 

ns. placom — püom, placoi — püos, placo — püo, piacomy — 
piäotny, placedo — püeäo, placu — püu, Du. ptacamej — pUomej, 
2. IL 3. phcotej — piäotej, Imper. plac — piS, piacdo — piäöo, Imp£ 
plakach — pisach, plakaio — pisaäo . . . pUkacku •— piaachu, Aor. 
zaplakach — spisac^i ... Part. prät a. 11 plakai — pisai, JiA.plakai 
yweinen^ pisaä schreiben'; Sup. ptakat, ptsat. 

Böhm. Präs. ab. tesu, dann teSi (jetzt aber auch z. B. piäu 
XL and.), teäeä ... ab. teäü, dann teH (jetzt vielfach auch püau, 
insbesondere volkstümlich); Imper. ab. teü, aber auch schon pii, 
das jetzt ausschließUch ist, PI. ab. zebrite, treskc&e, dann rdicete 
(Neubildungen vgl. oben S. 146), Part präs. ab. teai, tesuc — 
teHc (nb. teh, teHc-), Impf. ab. tesdch, tesdäe . . .; ordch, ardäe; 
pisdch, pisdse (vgl. oben S. 163), Aor. ab. ieaach, tesa . . . te- 
sachu; Part piüt a. I tesav, U tesal, pass. tesdn, Inf. tesati 
,zimmem', Sup. ab. tesai. 

Schon im Ab. bemerkt man den Übergang in die V. Kl. 1. Gr.: 
hybä, hybaß zu hyhati se ,sich bewegen* ; täsäm zu täzati ^agen* u. s. w. 
Noch mehr im Nb. : tetäm, iebräm n. 8. w. ; zu orati ist oru, orei . . . mehr 
gewählt, sonst oräm, ords . . . Hier haben wir auch ein pUpohUi »flackern, 
flammen', das wie glagolaii gebildet ist, z. B. oheh vzpläpole, nb. pUpoiäm, 
'äs ,.. Man merke: Ab.tieiu, tieUS ... zu iäzati ,fragen*, jetzt Uzdm oder 
iäzu\ analog väsati ,binden'. Neben psäti »schreiben* haben wir im Ab. 
auch pinaii^ indem das t aus dem Präsens eindrang. Impf. ab.pt><icA, Aor. 
pisach; Ihäti Jügen* hat Izu, liei . . . später dann analogisch Mti, Ziel . . . 
Ihou^ aber volkstümlich noch Izu . . . Izou. 

3. Gruppe. 

Das Präs. wird nach Art der kons. Verba der L B3. ge- 
bildet (also ohne a und ohne -jo-, -je-). Darunter sind aber auch 
vok. Stämme, die auf einen u-Diphthong, dessen zweiter Bestand- 
teil hier als v auftritt, ausgingen. So haben wir hier zwei Ab- 
arten zu imterscheiden. Ursprünglich wies diese Erlasse zwei- 
silbige schwere Basen mit ä auf, vgl. zhvati (I S. 616). Vielfach 
sind es aber auch Neubildungen, indem zu einer zweisilbigen 
leichten Basis wie z. B. here-, hero- ein Infinitivst. auf a nach 
Art schon vorhandener Verba der V. Kl. gebildet wurde: btrati 
(aus *btrat%). 

Vondr&k, Vgl. dAT. Gnunm. U. 16 



242 

AksL berq, bereÜ . . . berqth (urslav. 4b), Imper. beri, beräe, 
Part präs. a. bery, pass. berotm, Impf, bhrcuidtz, später auch 
bereachb (vgl S. 160), Aor. bwackh, btra . . . bhraäq, Part prät. 
a. I bbravb, 11 btrah, pass. bwam, Inf. bhrati ^esen, sammeln^ 
Sup. bbratb. 

Hierher gehören: dbraii — dw^ ,reißeii*, phrati — perq ,treten'; g9nat% 
(I S. 336) —ienq »treiben*; ibdati — zidq (zbdq) ,warten*; «Matt — M<<f ,8au- 
gen*; Ukati — foi^f ,weben'; isiati — i$kq (aber auch nach V 2 ütq). Das 
Präs. von t^kati lautet also : itkq^ tbceii^ tbcetz . . . üki^ u. s. w. 

Die zweite Art der Verba enthielt als Vokal einen n-Diph- 
thong, der im In£ als -zv-ati, tv-ati oder -oihati auftaucht Wie 
aus der Teilung ersichtlich, gehörte er zur Wurzel. Es ist also 
zwischen -av-ati und -ovcUi zu unterscheiden (z. B. kupovati, das 
zur VI. KL gehört). Die Infinitive können demnach nur drei- 
silbig sein. Im Präsens macht sich meist -ii/o-, -u/e- geltend, es 
ist aber dort, wo der Inf. auf -ovati ausgeht, sicher unter dem 
Einflüsse der VI. KL entstanden und es ist möglich, daB dieser 
auch noch weiter wirkte. Hierher gehört hovati ,schmieden', im 
Präs. war hovq, wie auch im AksL, dann kam die Form hujn, 
ab. huju auf, die nicht ursprünglich sein kann, wie I S. 106 ge- 
zeigt worden ist Hätten diese Verba im Präs. nur -ujq, so 
müßten sie zur V. KL 4. Gr. gerechnet werden. Hierher gehören 
sie nur, insofern sie ein Präs. auf -ovo-, -%vo- u. dgl. bilden. Eine 
Neubildung ist auch der Inf. houti im £. nach kuju. 

Der Inf. *kwH wurde I S. 107 mit Rücksicht auf lit. kduju, käuii 
als eventuell ursprünglich hingestellt, was aber unwahrscheinlich ist. 
Im Lit. sind alle diese Verba nach pläuju, pUuti u. dgl. ausgeglichen. 

Weiter gehört hierher zzvati ,rufen, nennen', zavq (ab. auch 
zavu) und rzvati, rbvq ,reißen', dagegen sovaii ,mittere' hat schon 
sujq, ab. 8uju, lit szduju, szduti, so auch snovati ,ordiri', snujq, 
aber auch movq. Danach konnten dann vielleicht auch andere 
dieser Verba, die im Inf. tvati, zvati hatten, ein Präs. auf -ujq 
bekommen, so z. B. zu pVhvati, pljujq neben pVtvq; bVtvati, 
bVhvq und bljujq ,vomere'; kl'bvati, icUtvq und Ujujq ,picken'; 
ztvati, zbvq und zujq ^auen' (vgl. I S. 107). Es bradite also 
schon das -^aii eine Berührung mit -ovati (VI. KL) herbei, wie 
wir es bei den Iterativis wie cUyvcUi bemerken, die häufig auch 
nach VI. (cäujq . . .) konjugiert werden (st cüyvajq). 

Bg. berä ,pflückeS beruh, beri . . . ber&U, Imper. beri, bertte, 
Impf, berichz, beriäe . . . bericha, Aor. brachz, bra . . . braeha, 



243 

Part. prät. a. 11 bral^; ebenso derä ,8cbinde', perd ^wasche'; zavd 
^enne'y kovd ^schmiede'. 

S.-kr. a) Präs. her8m, ber9i . . . berü, Imper. bhi, bhiU, 
Part präs. a. beräSi, ImpL bräh, bräie . . . brähu, Aor. brah, bra, 
brä, bräsmo, bräste, braie, Part piÄt a. I brav, 11 bräo, brdla, 
brdlo, pass. brän (auch brät, bräta . . .), Int brati. Im Imp£ auch 
herijäh, perijäh und beräh, peräh (zu präti, perSm ,wa8chen*); 
gnati hat neben zenSm auch gnäm, gnää . . ., Imper. gnäj; döze- 
nim neben dörenSm (vgl. I S. 377) zu dögnaii; 

b) rvati se ^ngen' hat rvSm und rh^ (Maretiö S. 276); 
kl^ati ^hmieden^, küjStn, aber auch kavem (nach Daniö., Oblici 
6, S.112); bljuvati — blßjem ,brechen', ktfüvati—JdjujStn ,picken', 
fijüvati—pljujem ^eien* (Maretiö S. 279). 

Slov. 'Pf2A.b6rem, Mrei, bire . . . bertmo, beriU, berq, Imper. 
biri, berimo, berite, Part. präs. a. ber(^, pi&t a. 11 bräi, brälg, 
pass. brän, Inf. bräti ,sammeln, lesen, nehmen' ; so auch drdti — 
direm, priti — pirem ^schlagen, waschen'; zv6ti hat zAvem ^rufen, 
nennen', Imper. 2^», zavite; blj^vdti — blfüjem, aber auch U/tivam^ 
bljuvdti (bljujem) ,sich erbrechen, speien'; UJ9VÜi — kljüjem und 
Mßivam (Mjuvdti) ,picken'; plßvdti — pljüßm und pljüvam (ptju- 
vdti) ,8pucken'; sovdti — süjem und süvatn {suvdti) ,8toßen', Part. 
blpväl, Jdj^äl, plßväi; movdti — snüjem ,anzetteln (beim Weben), 
anstiften', Präs. auch moväm (PleterSn. II, S. 527) und Inf. auch 
snüti; kovdti, küjem ,8chmieden', dazu auch ktdi, kovem (ib. I 
S. 491). 

Russ. Präs. berü, bereH, bereth, bererm, berite, beruh, Imper. 
beri, berüe, Part präs. a. berjd, prät a. I bravb, II brah, brald, 
brdlo, pass. bram, In£ bratt ,nehmen'; so auch zdatt — zdu, zd&h» 
... ,warten'; sosdtb — sosü ,saugen'; tkatb — tku ,weben'; vrath — vru 
,Iügen'; hierher ist auch lg<Ub — Igu ^ügen' geraten, dann £ra^» — 
zru ,fre8sen', stondtt — stonu ,stöhnen'. 

Weiter bUüdtb ,8ich erbrechen*, hljußi, hljyySh: kleväit — klfujü 
,picken*; plevdth — plJ^jü ,8peien*; }Uvä^ — Hujü ,kaaen'; svaU ,neiiiieii* hat 
zm)üf zov?h . . . zovütif Imper. tovi^ zovUe; rvatb ,reißen*, rvuy reih . . . 
Imper. rvi\ kovätt, kujüj h^ffh . . . ^schmieden* ; Mov&tb — $nujü intrans. 
^haschen', trans. ^gründen'; iovätb — 9uju ,8tecken'. 

Poln. Präs. biar^ bierzeaz, bierze, bierzemy, bierzede, biarq, 
Imper. bierz, bierzcU, Part. präs. a. biorqc, prät a. I brawezy, 
II brai, pass. brany, Inf. bra6 ,nehmen'. Im Ap. war auch ana- 
logisch die 1. Sg. bierz^ 3. PL bierzq (Eryüski S. 246). Wie 

16« 



244 

im R u. 8. w. ist auch hier IgciS: Igq, ieesz, Ize . , , Igq, Imper* 
Hyj, aber es kommen doch auch noch die Formen U^ und lz(^ 
vor; S8a6 ^saugen' hat S8^, äsiesz, äsie ... 88q, Imp. äsij. Die noch 
im Ap. gebräuchlichen Formen zon^ ieniesz, zenie . . . zanq, Imper. 
zeA, zeAcie zu gnaS ^treiben' werden in der Schriftspr. jetzt nicht 
gebraucht, dafür gani^, gonisz . . . goniq, goA (zu goniS), dagegen 
noch gebräuchlich gna6, Imper. gnaj . . .; gnal. 

Jetzt bat zwar zwaö ,rafeii, nennen* im Präs. zw^^ zwiesz . . . str^, 
Imper. zwif, aber im Ap. daneben noch zoto^, zowiesz . . . zowq, Imper. 
zoto. Zu knowad ^durchhauen, Bänke schmieden*, kowad ^schmieden*, 
smwad ^wickeln, winden* lautet das Präs. kmy'^. kiy^, «nif/^ und darnach 
wieder auch die neueren Inf. knud^ kud, snud; ebenso entstand zu blwad 
jSpeien, spucken* nach dem Präs. bltif^ . . . auch blud^ weiter klwad^ kluj^ 
und klud-, plwad ,speien*, pluj^ (auch pkoam) und plud\ iwad ,kauen*, iuj^ 
und iud-, rwad ,reiBen, brechen* hat dagegen rto^, rtoiesz . . . 

Sorb. OS. Präs. bjeru, bjerßä . . . Inf. bra6, ns. bjeru, bjerjoä^ 
... braä ,nehmen*; ns. dem, derjoä ..., Inf. drciä (veraltet) Reißen'; 
OS. pra6, pßru, pjerjeä . . . ,schlagen, prügeln', ns. pra^ {pßru,, 
pj^rjoä); ns. gnaä (zenu, zenjoä) ,treiben, jagen'; os. zra6 (zeru, 
zerjes) ,fressen', ns. zra4, zeru, zerjoä, so auch b. zräti, zeru neben 
zru, ab. zrieti, jetzt pozrü ,verschlucken', vgl. auch r. (aksl. da- 
gegen zr^ti, zbrq); ns. cycciS ,saugen^ (^y^u? cycoä, aksl. STisati^ 
8h8q), OS. cycam, cycaä, so auch schon ns. jetzt; ns. tkdä — tku 
,weben'. 

Os. hlec, älter blad aus *blwad ,speien*, bluju^ blujei^ ns. bluju^ blujoi^ 
(meist bluwam); os. pled, älter plad aus *plwad^ P^Hf^i p^H/es . . ., ns. plu- 
jom, plujoi . . . (meist pluwam) und darnach auch der Inf. plu/\ ns. kli^'u, 
klujoH ,klauben* wird ersetzt durch kluwai, os. kluwad; os. iaju, hyei . . . 
ns. infom, iujoi . . . «wiederkäuen*, darnach der Inf. os. iud (neben iwad), 
ns. *m/; os. rt^'u (veraltet), ns. ruj'u, rt^'oi ,raufe, reiße*, jetzt aber ryfomr 
ryjo9 ... ist daher mit ns. ry£ (aksl. ryti) zusammengefallen, Inf. ns. ru£; 
ns. snuju, anus ,zetteln* wird jetzt durch tnotoai (os. 9nowad\ anowam er- 
setzt; ns. wö-sujom ,sieben* eig. ,herum werfen*, Inf. wöaowai (ygl. aksl. 
8ujq, »ovat%)\ ns. jetzt kotoai, kotoam »schmieden* (dameben mitunter 
kowju, bz. koju, kowjoij Kompos. za-kofu), nur wukujo ,er schmiedet fest*- 
hat sich noch erhalten (Mucke 8. 493). 

Böhm. Präs. beru, bSrei^ bSre, birem, bÜrete^ ab. ber^i, dann^ 
berou (über den Quantitätswechsel I S. 219), jetzt aber vielfach 
auch beru, bereä, bere ..., so immer volkstümlich; Imper. ab. fed^\ 
dann feer, befte, jetzt auch ber, berte^ Part. präs. a. bera^ beric-, 
berouc-, Impf. ab. brach, brdäe . . . einigemal auch beriech, befieSe 
• . ., Aor. ab. brach, bra . . . brachu, Part, prät a. I brav, IL bral^ 



245 

pass. brdn, Inf. brdti, Sup. ab. brat. Die Gruppe b) hat im Ab. 
im Präs. -uju, selbst auch kuju, kußä . . . jetzt im übertragenen 
Sinne (,Ränke schmieden, anzetteln^, sonst kovu und kovdm; 
blvati, ab. bVuju, jetzt bliju, Inf. blüi ,8ich erbrechen'; khatij 
kl'uju ,picken', jetzt klovati, kUwdm (dial. ^fati, Mofdm); plvati, 
pl'uju spucken', jetzt plivcUi, plüi; rvdti ^ufen, reißen', ruju 
(gegen aksl. rzvq), jetzt aber rvu . . .; zvdti ,nennen, rufen, ein- 
laden' hatte früher zovu, z6veä (zuavei, züveS), z6ve . . . zovou, 
jetzt zvu, zves, seltener zovu, zovei (in der Bed. ^leißen*). 

4. Gruppe. 

Das Präsens wird nach Art der vok. Verba der I. Kl. wie 
dSjq u. s. w. gebildet (ohne a und mit "jo-, -je-). Zum großen 
Teile sind es slav. Neubildungen. Alte zweisilbige, schwere auf 
ä ausgehende fiasen sind hier spärlich erhalten. So könnte nach 
hjati zur Basis *lexä auch zijati (oder zijati? nicht belegt), lat. 
hiare, lit ziöju ^ch sperre den Mund auf aufgefaßt werden. 

Aksl. dajq, dajeH . . . dajq^ (urslav. 4h), Imper. daß, dajite, 
Part. präs. a. daj^, day^U, pass. dajetm, Impf, dajaachz, dajaase 
. . . dajaachq, Aor. dajachh, daja . . . dajaäq, Part prät a. I da- 
javb, II dajah, pass. dajam, Inf. dajati, Sup. dajath. Im Impf, 
kann auch kontrahiert werden: dajaSe, daaSe, 

Hierher gehört kajati #^, kajq «^ ,Beue fühlen*, lajaii — lajq ^bellen, 
keifen*, ma/ati — majq ,winken*, tajati — tajq ^schmelzen, tauen*; tajati — 
tajq ,Terheimlichen*, cajati — cajq ,warten, hoffen*. Weiter bajati — bajq 
,fabulieren*, grajati — grajq »krächzen*, irajali — trajq ,dauern*, oiajaii f^ 
,8ich enthalten*. 

Stajati — itajq ,8ich stellen* ist das Iter. zu statt — stanq, ebenso 
dajati — dajq zu daii — dam» ,geben*. 

Femer mit i: dejati (neben deti nach der I. Kl.) ,legen, setzen*; hjati 
(aus * /t/Sfi I S. 165 und 172), Hjati, lejq .gießen* ; pnjati^ prijati, prejq 
,Jem. hold, gewogen sein* (I S. 166); rijati, rijq ,stoßen* vgl. ot^rinqti 
und rivaÜ; sejaii (neben 8eti\ sijq ,säen*; srntjati #^ {smijati *^), »mijq «< 
,lachen*; vejati — rejq ,wehen* und das oben erwähnte zejq. 

Hierher gehören femer die Präsensformen wie bljujq, pljujq u. s. w. 
(sonst bei V 3). 

Bg. Pias. Idja ,belleS ldeh>, Ute, Iderm, Idete, Idjath, Imper. 
laj, laße, Impf. Idjadvb, Ideäe, Idjachme, lößichte, laßicha, Aor. 
izldjach^, -laja, . . . iddßicha, Part prät. a. II Idßxh; ebenso kdja 
se jbereue*; trdja ,dauereS bdja ,zaubereS seja ^'; smeja se ,lacheS 
leja ^e&ef, grija 1) ^heinen', 2) ,wännenS veßi ,wehen'. Der 
Aor. wird meist vom Stamm auf ^ gebildet 



246 

S.-kr. Präs. käßm, käßä . . . kafü, Imper. käj, kajte, Part, 
präs. a. kaja6%, Impf, kajah, kajaäe . . . kajahu, Aor. käjah, kaja 
. . . käjaäe, Part prät a. I käjäv, U kajao, kajala, kajalo, pass. 
kajän, Inf. kajati. 

Hierhergehört: baj'ati — ^^m ,zaahemS cajati ,warten' narderlmp. 
eaj\ grajati »sprechen*, grljati ,wärmeii*, hajati ,sich kümmern* (vgl. b. 
neehati »lassen*), kujati »bereuen*, iajati »bellen*, äljati ,8äen* ; siajaii, stajhfii ; 
tajati^ tafi ,Bintem, stillo* (dagegen tdjati, täßm «geheim halten'), trajati 
»dauern*, ttjati 1) ,worfeln» ventilare*» 2) »heulen* (urspr. verschieden). 

P^'ati »singen*» pbfim^ pbßi , . . Imper. pdj\ Impf, pdjäh, Aor. pöjah^ 
pojäj pdjasmo, Part. prät. a. II pojao; ebenso MJati »barbieren* (Yuk: 
brljernjf $m\jati se, smljem $e »lachen*. 

Zu daJaHj das nicht mehr vorhanden ist» gehört noch daj$m^ daß» 
. . . prödäfim, Imper. däji, däjiU, Part, ddjüöi^ sonst wird alles von 
ddvati gebildet, wovon selbst auch das Präs. vorkommt: davüm (Maretic 
S. 278). 

SloY. Präs. daßm, daßä, daß . . . dajHe, daß, daßß, Imp. 
ddj, däjte und dojite, dajajte, Part prät a. II dajai, dajälo, da- 
jäla, Inf. dajdii (präf.: izdäjam^ podäjam, predäjam u. s. w.), 
ebenso läjetny sijem, Part s^äi, sejälg, s^jäla, Inf. 8§jdti; sm^ßm 
86, Part smijal, sm^jälg, smejdla, Inf. smejati se; d^dti — d^ßtn, 
zijdti hat zijäm. 

Kuss. Statt daßiih hier davdtt wie auch stavdit für staßUh 
^ch hinstellen' iter., aber im Präs. noch dajü, dajeäh, Imper. 
dagegen davdj, Part präs. davdja, prät a. II davdh u. s. w., 
ebenso stapi, staUb . . .; ddjah> — ddju ^oflFen, erwarten', köjattsja 
— kajusb ,Reue fühlen'; Idjatt — Idju ,bellen'; tdjait — taju 
^schmelzen'; nadejahsja — nadejusb ^hoflfen'; sejatt — seju ,säen*; 
smejdttsß — smijii^it ^^chen'; za-teßth — zat^ ^anfangen, an- 
stiften'; veßth — veju ,wehen'; dann auch dujaib — dvju ,wittem, 
ahnen'. 

Poln. Präs. daß, dajesz . . . dajq (dur., dagegen dam perf.), 
Imper. daj, daßie; Inf. da6 kann aus daßti und dati entstanden 
sein; ebenso stad: staß, stajesz. Für da6 imd 8ta6 gebraucht 
man als Iter. dau)a6 und stawaS; im älteren Poln. waren auch 
die Präsensformen dawam, stawam . . . mehr gebräuchlich, jetzt 
werden sie nicht gebraucht, bis auf dawaj, wsiawaj und das 
Part dawany (Eryn'ski S. 259), dafür eben daj^, staß, wydaß, 
dodaß u. 8. w. (S. 289). 

Aus d br^W ist chwitudy ehwiej^ ,wankend machen' geworden, ebenso 
d^ati; grzaö, grzej^ ,wärmen* aus grejati; lad (hjatt) neben 
fp^'ati)j pUßx iütö (94/att), $iej^; imiad #/> {imijati «^, 



ymit 



247 

imiej^ «>; w%a6 (v^/ait), tciej^; ziad, arch. ziaiad, zUJ^; hajadj haj\ «fabeln, 
faseln*; im XVI. Jhd. grad^ graj^ »spielen* aus ßgrad, welches im Präs. 
regelrecht yf>rfl;> (VI) hatte; kajad #i>, kaj^ #t>; krajad, kraj^ .schneiden' 
(sekundär, eig. nach Y 1); iajad, iaj^\ tajad^ taj^, 

Sorb. OS. Präs. kaju so, kajeä so . . . In£ kad so, ns. kajom 
86, kajoä se . . . Inf. kajaä se (hier veraltet) ,bereuen'; ns. dajom, 
dajoä . . . Infi daä (aus dajai); os. taju, tajeä . . . In£ ta6, ns. 
tajom . . . Infi tajai ,tauen'; ns. tajom . . . Inf. täjad (veraltet) yver- 
bergen'; os. ba6 (bajü) ,febeln', ns. bajaä; os. traö (traßi) ^dauem^, 
ns. traä ans *trajaä (trajom); os. i€i6 (wiju) ,worfeln', ns. wjaä 
(wejom); os. d£e6 aus älterem d£a6 (dijati), -dieju, -diejeS ,sageny 
arbeiten, tun, wirken', ns. £ai, iijom, dijoi (vgl. os. nadieS älter 
nadiad so, ns. naiiiä se ,hoffen', dameben naieä se = aksl. naditi 
s^); ns. saä ,säen', p. sia6 . . . neben seä (os. syd), das = s^i; os. 
led älter lad, liju, lijei (aus leju) ^gießen', ns. loa, Ujom^ lißä; os. 
smjedf älter smjad sOj smiju so, smijei so 4&chen', ns. srnjaäy smi- 
jom se; os.pred, aUer pradj preju, prejei ,gönnen', nB.päaä, jMjom, 
päejoS; ns. lajom, lajoi Inf. läjaä ,bellen'. 

Böhm. Präs. laju (-i), lajeü ... ab. lajü, laß, Imper. laj, 
laße (neben späterem lej, aber jetzt wieder laj), Part. präs. a. 
laß, laß, lajüc-, lajic-, Impf. ab. laßech, laßeäe . . . Aor. ab. Idch, 
lä . . . Idchu, Part, prät a. I läv, H Idl, pass. Idn, Inf. Idti 
,schelten, schmähen', Sup. lat. Hierher noch ab. hdti, baju ,fabu- 
lari'. 

Für dajq . . . haben wir im Ab. nur einen Beleg: daß (Geb. III, 2, 
S. 389); käti si, kaju $i: tdti, taju ,schmelzen*; trdti^ traju (-t) ,darare*, 
2. 8g. trdi, trd (kontrahiert) ; vläii^ vlaji ,fluctibus agitari* ; ab. jhrdti, nb. 
hrdti hat Nebenformen, die hierher gehören (also wie im F.); $8dti ,8au- 
gen*, ««», 9$€i (nach V 3) geriet hierher: ««q/u, $8ajei. 

Ab. rie^i, vitif veju ,wehen* ; ab. dieii, dUi ,facere*, Fräs, deju, also 
wie nach I 7, aber Fart. <iV/; hfM, hreju , wärmen*, jetzt hrdti; sitti, 
9eju ,säen*, Fart. ab. $äl; prUti aus prbjati, preju, nach dem Fart. prdt 
jetzt im Inf. präti st. prtti ,wünschen* ; Uti aus hjati, lijati^ Fräs, leju ; 
aus l^i wurde lautlich läi und dieses fiel zusammen mit dem lUi der 
I. Kl. 7. Gr. (vgl. auch im F.), Fart. iäl, Ul, pass. idn; $mieti w, smeju se 
Jachen*, Fart. imdl se (Fl. ab. emieli se), darnach auch jetzt smäti se, 
$mdl se, smdii se; zieti^ zeju ,gähnen*. 

VI. Klasse. 

Derinfinitiyst. wird mittels -ovo-, der Präsensst mittels -ußh, 
'Uß' gebildet, z. B. besidovaii, besidußf ,reden^ 

Das u haben wir I S. 520 aus eu erklärt, was mit seiner gestoßenen 



248 

Int., vgl. 8.-kr. küpujem und psujentf übereinstimmt. Daher auch die 
Akzentverschiebung r. torguju^ s.-kr. trgujim^ gegen r. viruju^ s.-kr. vjeru" 
ßm zu r. vira^ s.-kr. vjera^ r. beieduju zu beseda, s.-kr. hh$jeda. Die 
Längen sind auch im Lit. erhalten: tamdt^'u, tarnäuiu Im Inf. erwarten 
wir *mileu'ti (lit. tamduti). Es haben aber die Deverbativa wie kupovati 
eine iterative Bedeutung erlangt, wurden infolge dessen von den Itera- 
tiven auf ati beeinflußt und zwar wenigstens im Inf. und so entstand 
vielleicht ein *miletiälif woraus dann milovati wurde. Über r. torgovdtb, 
s.-kr. trgbvaiti^ r. celovdtb vgl. I S. 521. Infolge des Umlautes wurde aus 
dem 'Wati nach weichen Kons, schon im ürslav. ein -evaü, vgl. z. B. 
aksl. kraljevati ,regnare^ Bezüglich des Akz. vgl. unten beim Buss. 

Aksl. Präs. besidujtff besidujeH . . . besidujtft^ (urslav. 4h), 
Imper. besiduji, besidußte, Part. präs. a. besHuß, besHujqäta, 
pass. besidujetm, Impf. besMovaach^ . . . besHovaackq, Aor. besi- 
dovackb . . . besidavdSq, Part pmt a. I besedovavb, TL besidovah, 
pass. besidovam, Inf. besidovati, Sup. besSdovat^. Später taucht 
im Impf, auch im Anschlüsse an das Präs. be8Hujach^ auf (z. B. 
im Supr.). Im Präs. bemerken wir mitunter eine Assimilation 
z. B. v^rujutb aus virujeh, radujuh aus radujet^ (Mar.). 

In jüngeren Quellen wird das Präs. vom Infinitivst. nach V 1 ge- 
bildet: ndUovajeU> (vgl. Mikl. III* S. 125). Nach VI. werden auch, wie 
wir sehen werden, die Iterativa wie cilyvati (vgl. oben S. 234) konjugiert. 

Bg. Indem hier vom Infinitivst. das va an den Präsensst 
gefügt wurde, gerieten diese Verba zur V. El 1. Gr. Es ist 
also als eine Kontamination aus dem Präsens- und Infinitivst 
au&ufassen. Pim kupüvarm ,pflege zu kaufen', kupüvaäz, kupiiva, 
kupuvarm, kupüvate, kupuvatb, Imper. kupüraj, kupürajte, Impf. 
kupüvach^, kupüvaSe, kupüvachme, kupuvadkte, kupüvacha, Aor. 
z. B. podkupuvachh ach bestach' (dafür jedoch in der Regel pod- 
kupich^ nach IV), Part, prät a. 11 kupüv(ü^. Hierher z. B. U- 
küvarm ,heile', Següvam se ,scherzen' {äegd ,Scherz'). Entlehnte 
Verba nehmen, wie auch in anderen slav. Sprachen, häufig diese 
Form an: publiküvarm, Hpsuvarm (Upsvam) ,fehlen', konstaHru- 
varm u. s. w. Weiter izöstrjuvatm ,schärfen', izSeznuvatm ,ver- 
schwinde'. 

S.-kr. Präs. küpußm, küpujSä . . . küpujü, Imper. küpüj, 
küpüßey Part. präs. a. küpujüSi, Impf, kupoväh, küpovääe . . . kä- 
povahu, Aor. kupövah, kupovä, kupovä, kupdvasmo, kupdvaste, kth 
pdvaSe, Part, prät a. I kupöväv, II küpovao, kupoväla, pass. kü- 
povan, Inf. kupovati ,kaufen'; evati aus ovati haben nur: voßvaii, 
vöjujSm ,kriegen, bellare' und kraljbvati ,König sein'; Maretic 
hat noch suznßvcUi ,im Gefängnisse schmachten' und das in der 



249 

Schriftspr. ungebräuchliche kcuivati für kazivati ^agen' (S. 280); 
dagegen: paiövati, üditdjovati u. s. w. (häufig). 

Neben -ova haben manche Yerba auch -ira- z. B. kazivati «sagen*, 
die Präsensformen sind dann entweder nach VI. : käzujem^ kazüj\ kazujüci, 
oder nach Y 1: eßUvämy zahvaljwam. Es gibt aber Yerba, die nur ira 
haben: potkivati^ pötkiväm «einschlagen, beschlagen^ zadnivati ,mit einem 
Boden versehen' und and. (Mar. S. 280). 

Slov. Präs. kupujem (aus kupüjem vgl 8.-kr.), kupüjeä, ku- 
püß, kupüjemo, kupüjete, kupüjg (kupüjejo\ Du. kupüjera, kupu- 
jeta, Imper. kupüj, kupujmo, kupujte, Part präs. a. kupuj^ (kupu- 
ßö), prät a. II kupovdl, kupoväla, pass. kupovdn, Int kupoväti 
jkaufen*. 

Im Anschluß an den Infinitivst. kommt auch hier verovam ror (vgl. 
oben Aksl.), desgleichen die Kontaminationsform veruvatn, sonst v^rujem 
zu v^rovati. 

Russ. Präs. targüju, torgüjeSh . . . torgüjutb, Imper. torgüj, 
targüjte, Part präs. a. torgüja, pass. torgüßtm, prät a. I torgovdv^, 
n torgovöh, pass. torgivam, Inf. torgovdtt Handel treiben, han- 
delnd Der Akz. ruht entweder auf dem a des Inf.-St -ött imd 
im Präs. auf dem u: targovdtb — torgüju, gorevdtt — gorjuju, koU 
dovdtb — koldüju . . . oder er bleibt fix auf dem Stamme verovath, 
veruju . . . (vgl. Boyer, S. 439). 

Yon den Yerbis auf yvatb {ivafb) gehen die meisten nach Y 1 (ukH- 
zyvaju) und nur einige können auch der YI. El. folgen: ispoveduju und 
ispovedyvaju zu üpovedt/vatt (doch auch i$pof)edovatb) ,bekennen, beichten*. 

Poln. Präs. budujq, Imdujesz . . . budujq, Imper. buduj, 
budujcie, Part präs. a. budujqc, prät a. I budowawszy, 11 budo- 
wai, pass. budowany, Inf. budauHJd ,bauen^ 

Wie im Westslar. überhaupt ist hier -nwad nach weichen Eons, 
wieder eingeführt worden: krölowad^ praeowaö. Eine ganze Beihe ron 
Yerben wie rozkazotoad^ apatrowad, popisowad . . . haben in neuerer Zeit st. 
'owa- ein -ywa- unter dem Einflüsse Ton Yerbis wie bywad^ przehywad^ 
nabywad, paiwyad, umywad n. s. w. bekommen. So entstand: pokazytcad 
{Sltei pokazawad), opatrywad (älter opatrowad); das Präs. blieb unverändert: 
pokazuj^f opatruj^ u. s. w. Auch die Yerba auf ^awad unterlagen diesem 
Einflüsse: zatrzymywady -uj^ für zatrzymawad, -awam; oczekiwad, oezekuj^ 
für oezskawad, 'owam. Manche mit ywa gebildeten Yerba werden auch 
nach Y 1 konjugiert: wygrywam^ przskonywam, wykonywam. Man be- 
merkt auch Schwankungen. Zur YI. El. gehört auch p$owad ,Terderben, 
vernichten* (von pie$^ psa ,Hund'), Präs. p^nj^, p$uj»n. Nun berührte 
sich das Präs. mit kuj^, das den neuen Inf. kud hatte (vgl. oben S. 244), 
mit «nti/*^, snud . . . und so entstand auch der Inf. ptud (vgl. Erynski 
S. 271 f.). 



250 

Sorb. Präs. os. kupuju, kupußä, kupuje, kupujemoj, kupu- 
jetaj (-ej), kupujemy, kupujeöe, kupuju, Imper. kupuj, kupuj6e, 
Impf, kupotoach, Part prät. a. II kupowai, Inf. kupowaö; ns. 
kupujom, kupußä, kupujo, kupujomej, kupujotej, kupujomy, kupu- 
jeäo, kupuju, Imper. hupuj, kupujäo; Impf, kupou^ach, kupou?aäo. 
Part prät a. II kupowai, Inf. kupowaä; so auch os. wqjowad 
(wojuju) ^kämpfen', ns. wöjowaä {wöjujom) ... In os. und ns. 
Dialekten kann sich der Infinitivst an das Präs. anschließen: 
krizuwaS, kranuwaS, lubuwai, ns. götuwaä, woräuwai. 

Im Os. wird dial. aus kup{o)wac ein Präs. kupwam, -a» ... gebildet; 
umgekehrt kann chowam und einige andere im Ns. die Nebenform ehuju 
. . . bekommen (vgl. Mucke S. 571). 

Böhm. Präs. kupuju (-t), kupujeS, kupuje ... ab. kupuju, 
dann kupuji (dial. -ou), Imper. kupuj (ab. auch kupüj, tnüüj vgl. 
I S. 216), kupujte, Part präs. a. kupuji, kupujüo jetzt kupuß, 
kupujk; Impf. ab. kupovdch, kupovdäe . . . kupovdchu; Aor. ab. 
kupovach, kupova . . . kupovachu, Part prät a. I kupovav, H ku- 
povcd, pass. kupovdn, Inf. kupovati ^kaufen', Sup. ab. kupovat Im 
Ab. tauchen auch Formen auf wie Präs. praciß, Imper. praeij 
(Umlaut), die später wieder aufgegeben wurden. 

Über das speciell ab. praeeeati^ das wie der Dat. Sg. ordcivi zu be> 
urteilen ist, vgl. I S. 87; allgemein war und ist hier pracovati n. dgl. 
wie überhaupt im Westsl. 

Auch hier bemerken wir ab und zu einen Übergang in die Y. KL 
1. Gr.: ab. hotocaju (Geb. 8. 405), priwedcovaji (S. 401), das dem ksU 
M^delaoajq (vgl. oben S. 248) entspricht. Im Ab. auch psovati, psuju 
jSchimpfen, verderbenS jetzt nur dial. p$outi, p$uC (Mähren). In der ge<- 
wohnlichen Volkssprache werden fremde Yerba in der Begel darnach 
konjugiert; so hört man ein maürovat^ ipaeiravat^ pueovat und viele 
derartige schöne Dinge. Vgl. bg. S. 248. 

Konsonantische Klasse. 

Wurzel (Stamm) j-es (vgl. L S. 506), urslav. jeamt, ,bin^ 

Aksl. Präs. jeamt, jesi, jeaiU (urslav. jestb). Du. jesvi, jesta, 
jeste, PI. jesrm, jeste, 8qt^; Part präs. sy, sqäta; Imper. bqdi . . . 
bqdete (eigentlich zum Präs. bqdq vgl. oben S. 192); Impf, biach^, 
biaäe . . . beachq, Aor. bick^, bi . . . bii^ (über beide Formen vgl. 
oben S. 159), 2. Aor. b]fch^, 2. und 3. by oder byst^ . . . bychomz, 
bysU, byä^ (vgl. S. 149 und 209); kondit bimt . . . bü^ (S. 163); 
Part. prät. a. I byv^, 11 byh, pass. za'b^pen^ (zu za-byti ,ver- 
gessen' vgl. oben S. 209), Inf. byti ,sein, werden', Sup. byth. 



251 

Bis auf die 3. Fl. ist im Präs. der St. (i)e«- durchgeführt, er ist 
also auch in den Du. und Fl. eingedrungen, wo er urspr. nicht vorhanden 
war (vgl. ai. 1. Fl. smds, srndn, lat. $umu$), also wie im Lit. (vgl. ^«m«, 
iste, Du. e#ra, e$(a). Die 3. Fl. wurde vokalisch (thematisch) gehildet, 
also wie z. B. aksl. ne*4f(9\ das o war hetont, daher ist e geschwunden: 
*{e)36rUi, vgl. lat. iuni. Athematisch würde es urslav. *$^b lauten (wie 
z. B. dad^\ vgl. dor. ivtl^ ai. $dnti^ got. Mind aus *(e)$Mi. Thematisch 
ist auch das Fart. präs. a.: «y aus *[e)son(t)s, lit. iiä»; in Jen hat eine 
Akzentverschiehung stattgefunden, so das das t hetont war: itok. Jen, 
klr. jesi (vgl. I S. 61). ursprünglich war im ürslav. der Sg. überhaupt 
stammbetont, in der 2. 8g. trat dann hier schon die Akzentverschiebung 
ein, aber in der 1. Sg. blieb der Akzent, vgl. ar. ji»mb, nur im S.-kr. 
wurde die 1. nach der 2. ausgeglichen: Stok. ye«am, ye«t, 3. Sg. at. jMtj 
Stok. J#«<. Im Fl. war dagegen die 1. und 2. endbetont: &t. jesmy, itok. 
jismo (urslav. also jesmi), 2. ar. fute, Stok. jesfe (urslav. Jute). Die 3. Fl. 
war wieder ein Faroxytonon: tqtb. Über ii&m», ni$tb vgl. I S. 168. 

Im konditionalen Sinne kann bytt9 nicht gebraucht werden, sondern 
nur by (nach 6t). Im temporalen Sinn hat dagegen by$h die Majorität, 
wie auch doiU, Die Formen 6y, da kommen am häufigsten präfig^ert vor: 
priby^ zaby; prida, poda . . . 

fig. Präs. 8hfm, si, e, sme, ste, sq; Imper. IxfcU, Ixfdäe; 
Impf, bichh, biäe, biie, bichme, backte, bicha (seltener bqdich^; 
bicivbf bi . , . auch als Aor.); Aor. bidih, 2. und 3. bi, bichme, 
bichte, bicha (wird nur in Verbindung mit dem Part prät a. II 
als Konditional gebraucht: bidih pisah), 2. Aor. bidöchh, 2. und 
3. bicU, bidochme, bidodUe, bidocha (nur in Verbindung mit dem 
Part pass. auf -m oder -^; bidoch^ nakazam oder bU^); Fut 
äte bqda, He bqdeih, äte bqde, He bqdetm, He bqdete, He bqdat^, 
Part prät a. II bih {bqdäi). 

Wie wir es sonst auch bemerken werden, hat sich die 1. Sg. unter 
dem Einflüsse der 2., die endbetont war (daher die 1. Silbe verloren ging), 
entwickelt: y^-tigi führte zunächst zu(y0)-«Bms, dann zufsm», in der 1. und 
2. Fl. ging auch die unbetonte Stammsilbe wie auch in anderen slav. 
Spr. verloren; e$mb kann in der Literatur noch im XYII. Jhd. belegt 
werden (Lavrov 8. 201). 

S.-kr. Präs. fisam, jisi, jeH, jistno, ßste, ßsu (hier ist also 
das ß aus den übrigen Personen eingedrungen). Daneben gibt 
es enklitische Formen: sam, ei, ß, amo, ste, eu (vgl in der Syntax 
über die Enkliticae); eine Ausnahme davon bildet je li in der 
Frage. 

Der Beflex des aksl. nhth ,i8t nicht* hat sich auch hier erhalten 
und zwar ist das ganze Präs. durchgeführt: n\je$am, nijesif n}/«, nijhsmo, 
nijesU, n\;i$u; Part. präs. aus dem Ksl. iuHi (st. $uei) ,ipsissimus' (No- 
vakovic § 459); hierher das futurale Präs. Imdsm, budii, bud9j budemo, 



252 

budete^ hudü, Imper. hudi, budimo^ budite, Part, budüci-, Impf, befäh^ byäh 
{behf bjeh), befäie (beie\ bejäsmo (besmo), bejätte (besieg bejähu {behu) (vgl. 
Novakovic § 487); Aor. Wä, *I, blsmo, bUU, blie, Part. prät. a. I btvii, 
biVf II bJo, bila, büo^ Inf. hüi. Wird büi präfigiert, so hat es nur in be- 
stimmten Fällen diese Konjugation (ib. § 488). 

Slov. 8dm, si, je (jest), smö, sie, so, Du. sva, sre; 2. und 3. 
sta, ste; wie uns jesem, gezm, iezem, gezim in den Preis. Denkm. 
zeigt, hat sich in jesmt zwischen 8 und m ein halbvokalisches 
Element noch vor dem Verluste des^e entwickelt. In den späteren 
Denkm. finden wir auch sam, 8im und sogar 8Ufn; für si finden 
wir auch noch jesi und in der 2. PL jeste; über 8mö vgl. oben 
S. 138). 

Hierher bhdem (bodem\ bbdei, böde, bödemo^ bödete, bödo (bödejo), 
woraus auch b^m, bfi, b?, bdmo, böte, bojo werden kann (vgl. oben S. 194), 
Imper. bSdi, bödimo, bödite, Part. präs. bodöc, prät. a. I bivii, II bii, bilg. 
Du. bila, bil?, PI. bat, bili, büa (Bad, 132, S. 204), Fem. Sg. bOa, 2ak. 
btla, r. bylä, Inf. biti. 

Russ. Hier ist das Präs. bis auf es^ (» jesh) ,es gibt, es 
existiert geschwunden. Die Anfänge dieses Prozesses reichen bis 
ins XIV. Jhd., ja noch weiter hinauf. Während desselben kam 
es vor, daß einzelne Formen promiscue gebraucht wurden je8t^ 
ijestb) z. B. für jesrm, jesi u. 8.w. (vgl. Sobolevskij S. 258— 61). 
Etwas ähnliches bemerken wir im Buthenischen (Klr.), wo das 
Paradigma lautet: ja je, ti je (jesl), je, jesth, mi je, vi je, voni je 
(Smal-Stocki i Gärtner, Buska gr. § 207). Sonst läßt sich 
im Ar. noch das Paradigma belegen: /wm», jestni; jesi; jesth, je; 
Du. jesvS, jesva; jesta; jeste; PL jesmh, jesmy, jesmo, jesme; jeste; 
suh, SU (Sob. 1. c. S. 293). Von der neg. Form kommt noch 
dial. fU vor, dem das aksl. nd aus fUstb entspricht. Sonst wird 
nitb aus nä-tu, ni tu gebraucht. 

Weiter: büdu »werde sein', büdeh, büdett, büdem^, budete, büdutz, 
Imper. budb, btidtte, Part. präs. a. buduci und buduicij «zukünftig, prät. 
a. I byvh, 'iif byvHj ,ehemaligS II byh, bylä, byh (n4 byh, ne byld, rU bylo, 
PL ne byit); klr. buv, bula, bulo (nach büdu das u), Inf. byfb (klr. biäij 
nach büdu das ü), 

Poln. Im Ap. wBi jeSm, je4, jest, doch ist auch noch jei6 
(== jestt) belegt (vgl. oben S. 135), Du. jehoa, 2. und 3. jeäta, 
PI. jeimy, jeäcie, sq, jetzt seit dem XV. Jhd. jestem, jesteä, jest 
{jesteäwa, jesteäta, in der älteren Periode i analogisch), jesteämy, 
jesteScie, sq. Wie man sieht, ist jest zu Grunde gelegt worden, 
das setzt voraus, daß jest zunächst auch für die anderen Personen 
gebraucht wiude, wie wir es ja tatsächlich in dem benachbarten 



253 

Klr. (Ruthenischen) gefunden haben. Das P. machte aber einen 
Schritt weiter, indem es doch auch anfing weiter dann — ?iel- 
leicht nach bi/lem, hyhä, byl, hyliämy — die Personen zu scheiden 
und so entstand jestem, jedeä ... Im XVI. und XVII. Jhd. 
wurden auch noch die Formen sqäwa, sqäta, sqämy gebrauchti 
also ein Pendant zu den mit jest gebildeten. 

Da das jeim, jei, jeimy, jeicie die Tendenz annahm, enklitisch ge- 
braucht zn werden, so war es starken Bedazierongen aasgesetzt, z. B. 
aas wiemy, ie jei (jutei) $prawedUtoy entstand aach : wiemy, sei . . . Aus 
zupUnie jeieie (jesteiete) podobni enUitLnd Auch: zupetnieicie podohni; aus 
goUfw jestem tcizyttko zrobic auch gatöwem wnystko srdbie oder tcszystkom 
gotöw zrchie u. s. w. So auch trtntenem, wim'enei, winmimy; godzUnei, 
godniieie. 

So auch das gewöhnliche bylem, bylei . . . hylam, hylai ... (Eryn ski 
8. 229). 

Dazu hfd^, b^ziesz^ b^zie, b^ismy, bfdziecie, b^ (ap. auch Du. 
b^ziewa, 2. 3. b^ietä)^ Imper. bqdz, bqdzeie (über diese Formen vgl. oben 
8. 192), Part. präs. a. b^qcy. Impf. ap. bieeh, bietze, Du. bieehwa^ 2. 3. 
bieita, PL biechom, biedcie^ bieehq, Aor. bych diente in Verbindung mit 
dem Part. prät. a. II als Konditional, für byeh trat später bym ein 
(vgl. oben S. 182); analog auch byibym, bylbyi . . . byiabym u. s. w.; 
Part. prät. a. II byi, byla, byh, pass. byty in przebyty, nabyty u. s. w., 
Inf. bye, 

Sorb. 08. Präs. sym, sy, je, Du. smöj, 2. und 3. staj {sstej), 
PI. smy, 86e, su; 

ns. sont, 9y, jo, Du. smej, 2. und 3. stej, PI. smy, sSo, su. 
Das 08. sym, ns. som ist so zu beurteilen wie os. sydom, ns. 
sedym (aksl. seämt) und os. wösom, ns. w6sym (aksl. osmt); das 
ist dem Einflüsse des m zuzuschreiben. 

Hierher os. budu, budiei, budze . . . budu, ns. budu oder buiom^ buioi, 
buio, buiomy, buMo, budu\ Imper. os. budi, buddee^ ns. bu£{i), btäco; 
Impf. os. ns. bich, os. bete, ns. beio . . . bechu; Aor. os. ns. buch, bu , . . 
(das u nach budu), Part, prät a. II os. n. byi, pass. -byty, Inf. os. bye, 
ns. byi, Sup. ns. byt 

Böhm. ab. Pisa, jsem oder sem, jsi oder«, jed oder je. Du. 
jsvi oder svi, 2. und 3. jsta oder sta, PL jsme, jsmy oder sme, 
smy, jste oder ste, sü oder jsü (dann sau, sou, jsau, jsou). Das 
j im Anlaut ist ein Überrest der ursprünglich mit je- anlautenden 
Formen, wie uns die negierten Formen (immer nur nejsem, nejsi^ 
nejsme, nejste) zeigen; in ßou ist es analogisch eingeführt Über 
das e in sem, jsem vgl. I S. 143. Jetzt in der Schriftspr.: jsem, 
jsi, je oder jesi, jsme, jste, jsau, in der Volksspr. sem, si, je . . . 
sou, aber mit der Neg. immer nejsem^ nejsi, neni (analogisch 



254 

volkstümlich auch nejnf) . . . nejsau. Das -ni in neni ist das 
dem aksl. nistb entsprechende nie und die Neg. wurde noch 
einmal vorgesetzt (I S. 196). Das ne- ist im Ab. auch lang 
geworden (gegen nejsem, nejsi faßte man es vielleicht als eine 
Art Kontraktion von nej- auf): n^ie, woraus dann auch n^nie, 
n^ni (ab.). 

Part. präs. sa (j'^)> ^^ (/•«*«-)> jetzt jsa, jioue-. Hierher: budu 
,werde sein', budci . . . Im per. bucT^ btUTte*, Impf. ab. hudieeh, budieie . . . 
budieehUf Part, buda, budüc- (budaue-, budaue-), Impf, zu byÜ: bieeh, biete 
. . . Aor. be z. B. ji (JUnX) bi ne do veeeU Jid. 152, 2. Aor. bych, by , , , 
(auch noch selbständig im Ab. gebraucht, vgl. oben S. 214), Part. prät. 
a. II byl, bylüf byh^ pass. "byt: pazhyt^ nabyt u. s. w., Inf. byti. 

Stamm ved- ,scire^ 

Es ist ein Perfektstamm {^uoid-) und sollte nur im Sg. 
bleiben (vgl gr. olda, aber tdjuev, aL vida, aber vidma); im Slav. 
ist der Stamm des Sg. verallgemeinert worden. 

Aksl. Pias, vimt (aus *f^mi), visi, v^th (urslav. *v^8tb\ 
Du. v^^, v^sta, vMe, PI. virm, viste, vM^ vgl. oben S. 140; 
Imper. vizdb, vHitm, vidüe (vgl. oben S. 143), Part präs. a. vidy, 
vHqHa, pass. vHorm {nedovHitm ^unfaßbar^ Euch. sin. 56 b). 

Alles andere wird vom Stamm vedi' nach in gebildet, also Impf. 
vedeaehz^ Aor. videehz^ Part. prät. a. I vedioh^ II vedeh^ pass. vedenb, Inf. 
redetif Sup. vedeU. 

In der 1. Sg. pim kommt neben vinih auch tMi vor und 
zwar auch präfigiert: povMi; es ist ebenfalls ein Per£ mit der 
Medialendung -ai, vgl. ai. tutudi^ lat tutudi (vgl. I S. 61). 

Bg. Hier ist das Verb wie im S.-kr. aufgegeben worden 
(dafür zndja); vide für die 1. Sg. fand Kaiina sporadisch bis 
Xy. Jhd., die 3. PI. schon im XTTT. vedq Ap. Mac. (thematisch)^ 
vimy in einer fls. des XVII. Jhd. (Studya 11, S. 131). 

S.-kr. In älteren Denkm. vimt, viemt, vijemt, dann auch 
sponm u. s. w., älter auch v^, vom XIV. Jhd. viSh, vijeS, viä 
(Daniöiö, S. 267), vistt (noch im XV. Jhd. S. 272), dann vi, 
vi, vie und noch im XVII. Jhd. spoviß (S. 273), PL t?Äno, avirno; 
viste; vom XV. Jhd. povidu (nach btidu u. dgl.), so noch im 
XVI. imd XVn. Jhd. (S. 292); Imper. zapaved, zapovid, pavij, 
povi imd auch noch im XVlL Jhd. povij (S. 336); im PI. vom 
XIV. Jhd. an viße und v^e, zapovijte (S. 337). 

Jetzt ist das einfache vid- unbekannt, in Kompositis gehört es sur 
IV. KL: pdvjeditij pövjedim »sagen*, täpovjediH, zapavjedim »befehlen*. 



255 

Slov. Präs. v4w, v4ä, vf, vfva, vista (viste), PL vimo, vüte, 
vedö, Imper. vidi, vidüe, Part. präs. a. v^döö, vfd^, vfdid, prät. 
a. I vfdhäi, n v^d^, v^dfla, v^dflp, pass. viden, Inl v4dfti. In 
den Preis. Denkm. kommt noch vidi Tor (vuede, uuede). Für 
vesia, veste hört man veta, vete (nach vem, veä . . .); für vedd (vSdo) 
auch vijo (vejö). Der alte, regelrechte Imper. vej (= aksL vSzdt) 
kommt noch vor in pov^, povfjte (PleterSn. II, S. 194, im Inf. 
auch pov^dati), 

Buss. Im Ar. ist aus vedi (z. B. to vidi jcHa vy rata, Nest. 
Lavr. 269) die Partikel vidb geworden (Sobolevskij S. 93); in 
der fied. ,nan(aq omnino^ finden wir vidi auch im Ksl. (vgl. 
Müd. Lex. pal. S. 121). Auch im B. werden wir diese Form 
und ihre Befiexe als Partikeln finden. Die r. Schriftspr. gebraucht 
sonst nichts von diesem Verbum. 

Poln. Präs. wiem, toiesz, une (Du. tciewa, wieta), PI. wiemy, 
mecie, tviedzq, Imper. wiedz, wiedzcie, Part. präs. a. wiedzqc, 
prät. a. I (po)wiedziaw8zy, U wiedziai, a, o, pass. (pöjtviedziany; 
Inl medzied. 

Sorb. OS. ns. whn, ns. wes (toH), os. tcei, os. ns. tvi, os. ns. 
toemy, os. tciSe, ns. wisdo, os. wid£a, ns. u>i£e, Du. os. tvimoj, 
ns. toirny, os. toisiaj {wistej imd so auch ns.); Imper. os. ns. wiz, 
os. wizöe, ns. tvizdo, Imp£ os. toidzach, tcid£eie . . . ns. tviiech, 
wiieio . . . Aor. os. pawidiech, powedie ... ns. potoiiech, powiie 
. . . Part pmt. a. U os. widial, ns. wiid, pass. os. widieny, ns. 
toidany, Inf. os. wid£e6, ns. weie4, Sup. ns. toiiet. 

Böhm. ab. viem, dann vlm, ab. viei, vU, vie, vi, ab. Du. 1. 
nicht belegt, 2. imd 3. viesta (auch vieta vgl p. und slov.), PI. 
vieme, -my, vime, -^ny, ab. vieste, dann t^€; vtie, ab. t;^»«; nb. 
t?Äi/, dial. vi\ Imper. viz^ vizte, Part präs. vida, vidüc-, vidouc, 
dann auch vidi, vediec-, -ic, Impf, vidiech, Aor, videch, Part 
prät a. I r^p, 11 vidil, pass. f?^en, -iw, -/n, präfigiert auch 
vizen (nach IV); Inf. vedäi. 

Im Ab. finden wir bis zum XYI. Jhd. in der 1. Sg. auch vidi 
,8cio', povidi ,dicam', otpovidi ^respondebo' (manchmal anch redt). Aus 
diesem vidi, das im Satze eingeschaltet wurde, sind auch hier mannig- 
fache Partikeln geworden: vedi, vedi, ved', vicT (Gebauer, Listy fil. 
Vn, 8. 293 f.). 

jad' aus *Ed ,e8sen' (vgl I S. 63). 

Aksl. Präs. jamh (aus *idmi)^ jasi, jastb (urslav. -U), Du. 
javi, jasta, jaste, PL jatm, jaste, jad^ (uralav. -th), Imper. jazdh, 



256 

jadirm, jadüe (vgl. S. 143), Part präs. a, jady, jadqSta, Impf. 
jadeach^, jadiaSe . . . Aor. jas^, 2. 3. ja {i, und jtutb, s^nish, 
iz-e) . . . jas^, aber auch jach^ . . . jaSq (vgl. oben S. 193), Part, 
prät a. I jadh, II jcdz, pass. jadem, Inf. jasti^ Sup. jasth. 

ßg. Präs. jarm, jadüh^ jadi, jadiim, jadäe, jaddth (über 
andere dial. Formen vgl. Lavrov S. 201); Imper. jazb, jazte, 
Aor. jddockb, Part prät a. II jah. 

S.-kr. as. ic/w, jim; jasi, vom XTV. Jhd. ^; jastt . . . jetzt 
l/e/w, 1^, l/e, l/emo; ?/ßte, Ijü {oder jem, jeä, ß, jimo, jäe, jidu)\ 
daneben nach I. Kl. ßdSm, jedSä . . . ßdä, Imper. jedi, aber auch 
ßdi {d em Überrest der urspr. Form *je^; Impf, ßdäh oder 
jedäh, AoT.ßdoh, aber auch jeh, ß, ßsmo, ßsCe, jeäe (vgl. Mare- 
ti6 S. 285), Part, prät a. II ßo und lo (ib. S. 235), In£ ßsti. 

Slov. jem, ;Vi, ß, Du. /Ä^a, ;Ä^a, PI. jSmo, jiste, jedö (ßß), 
Imper. ßj, ßjte, Part präs. a. jedöö, ßdi, prät II j^ddl, Inf. 
ßsti, 

Russ. ^m«, ^, ^stbf iditm, idite, idßh, Imper. eätt, eibte, 
Part. präs. a. Hjd, pass. idötm, Part, prät a. I eväi, 11 eh, -a, 
-0; pass. ««-ecfe/t%^ Inf. istb ,es8en' (,fressen'). 

Im Fl. hat in der 1. und 2. P. der Imper. die Funktion des Ind. 
übernommen. Im Xlr. (Buth.) finden wir nur in der 2. Sg. jisi (I S. 61) ; 
das Fräs, lautet hier ytm, jisi (Jis), jistb^ j'imö, jisbte^ ji^dtt, Imper. ji{d)ij 
ji{d)imo, ji{d)iU (8mal-St. § 207). 

Poln. Präs. ßm, jesz, ß (Du. ap. jewa, ßta) PI. jemy, ßcie, 
jedzq, Imper. jedz, ßdzmy, ßdzcie, Part. präs. a. ßdzqc, prät 
a. I jadszy, 11 ßdi, pass. jedzony, Inf. ßä6. 

Sorb. OS. ns. ßm, r\&. jes {jeä), os. jii, os. ns. ß, os. ns. 
j^y, OS. jeade, ns. j^6o; os. jHia, ns. ߣe. Du. os. j^oj, ns. 
ßmej, 2. 3. y&^a; (-<y), ns. ßstej, Imper. os. ns. ßz, os. j^z6e, ns. 
/ß2k5ö, Impf. OS. jiddach, jidzeSe . . . ns. ji£ech, ßdeäo . . . Aor. 
ns. OS. zjich, zß . . . Part. prät. a. 11 os. ns. jidi, Inf. os. ns. 
jis6, Sup. ns. ßst 

Böhm. ab. jiem, jim, dann ßm; jieä, jÜ, jiä; jie, ß, ji; 
Du. jme, 2. u. 3. nicht belegt, PL ßeme, -my, jime, -my, ßme; 
ßeste, dann auch jiete, nb. jüe; jidie, jedi (dial. ß), Imper. ab. 
jiz, jizte, nb. jez, jezte. Part präs. a. ab. jeda, jiduc-, auch jedi, 
jidiec-, nb. jeda, jedouc-, Impf. ab. jidiech, jidiese . . . Aor. jech, 
ji . . . jichu (vgl. oben S. 156), Part prät a. I ab. ßd, nb. jed, 
n ab. jidl, nb. jedl, pass. ab. jicUn, nb. jeden, Inf. ab. jiesti, 
nb. /i8^i; Sup. ab. jist, jest. 



257 

dad- aus *död' , gebend 

Wie I S. 506 erklärt wurde, ist hier wahrscheinlich die urspr. 
Beduplikationssilbe de- Ton dö- unter dem Einflüsse des Inf. *dö'H, 
da-ti ersetzt worden, was wir zunächst im PI. erwarten: aksl. dciste 
aus *död'U u. s. w. 

Aksl. Präs. damt (aus *dödmi)j doH, dastb (urslav. -^ft), Du. 
davi, dasta, doste, PI. datm, daste, dadqU (aus dödvii vgl. 
oben S. 140, urslav. 4b), Imper. dazdb, dadhm, dadüe; Part 
präs. a. dady, dadqsta, pass. dadotm, Impf, dadiachb, Aor. dachb, 
Part pmt a. I davb, 11 dah, pass. dam, Inf. dati, Sup. dath. 
Die Infinitivformen auch oben S. 209. 

Bg. Präs. datm ,werde geben', dadÜb, dadij dadinib, dadÜe, 
daddtb. Es ist hier also durch die 3. PI. eine Berührung mit 
I. El. 1. Gr. herbeigeführt worden (vgl. metatb, vedah) und dar- 
nach wurde dann das weitere Präs. gebildet, indem dad- zu 
Grunde lag (auch die 1. Sg. mitunter dadhm)\ Imper. daj, ddße 
(eig. von dajati), Aor. dddocHj ddde, dddochme, dddochte, dddocha 
(auch nach I 1), Part pmt a. U dalh. 

S.-kr. Präs. dam, däS (vom XIV. Jhd. an, in älteren Denkm. 
noch po-daai u. s. w., Daniöiö, Ist obl. S. 267), da (vom 
XTT. Jhd. an, S. 273, sonst in älteren Denkm. auch noch dastt 
S. 272), ddmo, ddte (vom XV. Jhd. an, älter daste S. 288), dddü 
nach Imdü u. s. w. seit Ende des XTV. Jhd., früher dade (S. 291); 
Imper. däj (gehört eig. zu dajati) seit den ältesten Zeiten (Belege 
seit Xn. Jhd., S. 336), PI. dadite bis Ende des XIV. Jhd., dann 
auch däjte (S. 337). 

Durch die 3. Fl. dädü wurde auch hier wie im Bg. ein AnschluB an 
die I. Kl. 1. Gr. herbeigeführt und so entstand auch das Präs. dddhn^ 
dädei, dädi^ dddemo^ dddHe, Impf, ne dah, n^ daie . . . dann auch däd\fäh, 
dadijäie . . . Aor. cioA, c/a, datmo . . . daie, dann auch dadoh, dade . . . 
dadoie, Part. prät. a. I davii, II dao^ ddla, dälo, pass. dan und dat, Inf. 
dati. 

Auch etiati unterlag dieser neuen Konjug. ; sobald in der 3. PL znddü 
neben ztMju aufkam, wurde das Präs. auch konjugiert: enddem, znädei , . . 
(vgl. Maretid S. 268—69). Nach den Belegen hat es allerdings den 
Anschein, als ob zuerst das Impf, anadih (nach dadijeh, dadih) aufgekommen 
wäre, da es schon im XYI. Jhd. belegt ist, während tnädem erst im XVII. 
(vgl. I S. 514). Bei smßti finden wir die neue Form überhaupt nur im 
Impf, und Aor. (vgl. oben 8. 210, wo auch andere derartige Verba ange- 
führt sind, ebeuso nmjadihu u. s. w. S. 161. 

Slov. däntj ddä, dd . . . ddmo, ddste (daneben ddte), dadö, 
dadi (und ddjö) (vgl. Bad 65. S. 24f.), Imper. däj, ddjte {dij, 

Yondr&k, Vgl. i1»t. Graam. II. 17 



268 

diße\ Part prät a. U däi^ däl^, Du. data, dale, PL doli, däle, 
dala (Bad 132, S. 204), Fem. Sg. ddla (öak. däla, r. dald 8. 189), 
Inl däti. 

Bus 8. datm^ doH^ dashj dadimzj dadite^ dadtdzy Imper. 
daj (eig. zu dajati), ddjte, Part prät a. I davhy U dah^ dald, 
ddloj pass. pMiam^ Inf. datt. 

In dadimbj dadüe liegt wieder der urspr. Imper. vor. Elr. 
Präs. dam, dost (daS), dastb, damö, dasbii, dadütb, Imper. daj . . . 

Poln. dam, dasz, da (Du. ap. dauHi, data), damy, dacie, 
dädzq, Imper. daj, dajcie (eig. zu d<njati), Part pms. a. dajqc 
(eig. zu dajati), Part prät a. I dawaty, TL dal, pass. dany, Inl 
da6. 

Sorb. OS. ns. dam, dai, da Du. os. damoj, ns. damej, os. 
<2a^; (•^'), ns. do^/, PI. os. ns. damy, os. (ia<Se, ns. daSo, os. 
dadia, ns. (2aiß, Imper. os. ns. (to/ (eig. zu dajati), os. da/tSe, ns. 
dajäo, Aor. os. ns. (2acA, da . . . Part prilt a. I os. dawH, U 
08. ns. do^, pass. os. daty, ns. cfany, In£ os. da6, ns. (foi, Sup. 
ns. dat. Damit berührt sich os. zdad so, ns. 2;(2ai se ,8cheinen, 
gefallend 

Böhm, däm, ddS, dd. Du. ab. ddvi, -o, 2. u. 3 wäre nach 
der 2. PL data, PL däme, ab. auch ddmy, 2. (2(ifo (nach ddm, 
ddS, dd, däme; doste nicht vorhanden), ab. dadie, dadi (slovak. 
jetzt noch dadia, sonst nicht mehr gebräuchlich, ein Beleg für 
dadi noch aus dem J. 1702, Geb. S. 410), daneben seit dem 
XYL Jhd. daß (so zu beurteilen wie die 2. PL ddte), Imper. daj, 
dajte, dann d^, dejte (in den Eiever BL kommt daeb, podazb 
XL 8. w. vor, doch könnten es auch lautlich bohemisierte Formen 
der aksL Vorlage sein); Part, prils. a. dada, dadüo jetzt dadouc, 
daneben daß, dajiec, dann dajic-; in der Schriftsprache werden 
beide Enormen gebraucht; Impf. ab. dadiech, dadieäe . . . dann 
auch dajiech . . . Vom Infinitivst: Aor. ab. dach, da .... Part, 
pmt a. I dav, 11 dal, pass. ddn, ddna, ddno (diaL dcUy), Inf. ddti. 

Mit ddti berührte sich zddti se ,scheinen' wie im Sorb. (vgl. 
auch S. 214). 

Allgemeines über die kons. Verba. Die Zahl dieser 
Verba ist im Slav. wie man sieht, nicht groß^ es sind aber Verba, 
die überaus häufig gebraucht werden; daher haben sie in den 
meisten slav. Sprachen hinsichtUch ihres -m in der 1. Sg. auf alle 

1. Über einige Verba, die früher auch hierher gehören konnten, vgl. 
oben S. 228—24. 



259 

anderen Yerba oder auf bestimmte Verbalklassen eingewirkt. 
Nicht alle dieser Yerba waren von Haus aus konsonantisch: damh 
aus ^död'tnij war urspr. vok. (vgl. ai. dddämi^ und ist erst später 
kons« geworden. Es hatte also urspr. als vok. Yerbum die En- 
dung -mh wie z. fi. aksl. imamt, das auch vok. war (1 S. 511) 
und hinsichtlich seines -mt hierher gehört 

Zu einem kons. Yerbum soll auch das in best ksl. Denkm. 
auftauchende 8^ ^ii^quit' gehören (zu einem ^h^im^mi, vgl Yerf. 
Aksl. Gr. S. 257). Das Wort kommt nicht in den Eyangelien- 
tezten vor, sondern im Cloz., der wohl auf westbg. Gebiete 
<Macedonien, Klemens) entstanden ist und bei den Serbokroaten 
abgeschrieben wurde, dann im Psalter, speziell in seinem Kom- 
mentar. Es scheint also lokal sehr beschränkt gewesen zu sein 
und es ist möglich, daß es tiberiiaupt nicht zum slav. Wortbe« 
Stande gehört. 



17' 



260 



Syntax. 



Einleitung. Die Syntax behandelt den einfachen Satz in 
seinen Teilen, ihn selbst vom inhaltlichen Standpunkte aus (seine 
Arten), dann den zusammengesetzten Satz (Parataxis, Hypotaxis); 
schließlich untersucht sie jene Eigentümlichkeiten, die dem Satze 
überhaupt als Ganzes in formaler Hinsicht zukommen: Wort- 
stellung, Satzakzent, Enkliticae und die Schicksale, die allen 
seinen Teilen widerfahren können: Ausfall und Überwucherung 
derselben. 

Delbrücks Definition des Satzes ist unter den vorliegenden vom 
grammat. Standpunkte jedenfalls die beste. Nach ihm ist der Satz eine 
in artiknlatori scher Bede erfolgende Äußerung, welche dem Sprechenden 
und Hörenden als ein zusammenhängendes und abgeschlossenes Ganzes, 
erscheint. Er wollte jedoch dann einen unterschied zwischen ,Äußerung^ 
und ,Satz' machen, wobei Äußerung der obere Begriff und der Satz eine 
Äußerung wäre, die aus mindestens zwei Gliedern bestehe. Er hält also 
an der Zweigliedrigkeit des Satzes fest. Allein die subjektlosen ein- 
gliedrigen Sätze kann man nicht als ursprünglich zweigliedrig erklären 
und daß es keine vollständigen Sätze wären, kann auch niemand be- 
haupten. Die Zweigliedrigkeit ist also nicht notwendig. Nun gibt es 
allerdings eingliedrige Ausdrücke, die zwar in der Situation, in der sie 
gesprochen werden nach der obigen Definition als Sätze aufgefaßt werden 
müssen. Hierher gehören die Interjektionen, Vokative, Ausdrücke wie r. 
poiart! ,Feuer*, r. cqfu!, b. platit! »zahlen*. Vom grammat. Standpunkte 
ans wird man sich aber doch sträuben, sie als vollwertig mit den ge- 
wöhnlichen Sätzen anzusehen. Sie erhalten die Geltung von Sätzen nur 
durch bestimmte Geberden, entsprechende Modifikation der Stimme, durch 
eine bestimmte Situation u. s. w., was alles Mittel sind, mit denen die 
Grammatik nur schwer oder überhaupt gar nicht operieren kann. Als 
äußeres Zeichen hat sie dafür nur das Bufzeichen, wodurch das unge- 
wöhnliche angedeutet werden soll, aber das ist nur ein sehr unvoll- 
kommenes Mittel. Es empfiehlt sich daher, die oben angegebene Definition 
fol geftdar maßen zu modifizieren: der Satz ist eine in artikula- 
ede erfolgende Äußerung, welche ein Verbum 




261 

finitum enthält oder es in unzweideutiger Weise {in poian! 
caju! platit! ist man vor eine Wahl der zu ergänzenden Ausdrücke ge- 
stellt) leicht ergänzen läßt und welche dem Sprechenden und 
Hörenden als ein zusammenhängendes und abgeschlossenes 
Ganzes erscheint. Man könnte einen derartigen Satz auch einen 
formalen Satz nennen. 

Auch Jagic geht von dem Grundsatze ans, daß die geringste 
Einheit des Satzes ein Yerbum finitum (ganz selten auch der Inf.) bilde. 
Das sei der Sprache so geläufig, daß sie selbst aus Indeklinabeln zu- 
weilen durch Hinzufügung von Personalendungen Verba mache, so aus 
na ein naie, p. nacie^ von p. eieho auch cichaj\ ciehajeie; r. nuts, pohiott 
(Beiträge zur slav. Syntax, S. 13). Die erwähnten satzbedentenden Aus- 
drücke (Satzvikariate) sind demnach von den formalen Sätzen zu trennen, 
denn nur diese können in der Grammatik behandelt werden. 

Nach dem oberen zerfällt die Syntax in drei Teile: I. Die 
Lehre vom einfachen Satz und seinen Teilen, IL Der zusammen- 
gesetzte Satz, ITI. Der Satz als Ganzes in formaler Hinsicht 



I. Der einfache Satz in seinen Teilen und seine 

Arten. 

A. Hanptteile des Satzes. 

Ein normaler Satz enthält in der Regel ein Subjekt und 
ein Prädikat; ersteres kann manchmal fehlen (subjektlose Sätze), 
letzteres darf nicht fehlen, höchstens nur ein Teil desselben (die 
Kopula). 

Subjekt Es ist jener Satzteil, über den etwas ausgesagt 
wird; es ist also die Grundlage der Aussage. Als Subj. kann 
jedes Wort erscheinen, insbesondere ist es aber das Subst und 
dann überhaupt alle Worte, die substantivisch gebraucht werden 
können. Es steht dann im Nom. Ausnahmsweise tritt auch der 
Vok. nominativisch als Subj. auf. Wurden Vokative häufig gehört, 
so konnten sie auch als Nominative empfunden werden und selbst 
zu Nominativen werden (vgl. I S. 401). Vorübergehend geschieht 
es in unseren Fällen; so im S.-kr. häufig: jedno biäe Vukaäine 
kralju, Pjes. 2. 26; i i njim bjeie Begane serdare, 5, 385. Hier 
konnte es auch durch metrische Bedürfnisse gefördert werden, 
wie Jagiö vermutet (S. 32). Ebenso im Bg.: neizS i re^ Petre 
vojvoda Milad. 14; sehr selten im Slov.: mu odepiscd je Adame, 



262 

Volksl. 2. 54; im Elr.: oj phde, plaöe mohdi/j kozade na konyku 
na voranomu. 

Bei der 1. und 2. Fers, wird das pronomin. Sabj. im Slav. in der 
Begel nicht ausgedrückt; es ist schon aus der Yerbalendong ersichtlich. 
Nur wenn ein Nachdruck darauf lieg^ oder wenn ein Gegensatz besteht, 
kommt es auch zum Ausdruck. Im Buss. wird es jedoch sonst auch 
häufig gebraucht, insbesondere beim Präteritum, weil ein j>#m», jesi, jut^ 
auBer Gebrauch gekommen ist; hier dann auch on», oni . , ,, also in der 
3. Fers. Im älteren Buss. finden wir noch häufiger Formen ohne Ja, ty, 
my, ry. Das B. und F. wendet das Fron, häufiger an als z. B. das S.-kr. 
Im Sorb. finden wir toon, toona . . . unter dem Einflufi des Deutschen 
(Jagiö S. 28). 

Im B. ersetzt die 2. Sg. die 3. Fl. (,man*): nado dumaU o cetn^ 
govorub ,man muB acht geben, was man spricht^ Aber auch in den 
anderen sla?. Spr., wenn auch nicht so häufig: p. na pUwy starego wröbla 
nie siowitz. 

Subjektlose Sätze. Sie bestehen nur aus einem Yerbum 
finitum der 3. Sg. (verbum impersonale). Das Subjekt kann nicht 
durch ein Subjektswort bestimmt werden. Durch solche Sätze 
kommt ein Vorgang oder Zustand zum Ausdrucke ohne daß der 
wirkende Gegenstand bezeichnet würde. Der Gebrauch solcher 
Yerba beschränkt sich meist auf gewisse Gruppen, die auch ver- 
schiedenen Alters sind. Bei den ältesten handelt es sich in der 
Regel um Naturerscheinungen, um leibliche und psychische Zu- 
stände, wobei nur die Handlung oder der Zustand Gegenstand 
der direkten Wahrnehmung ist und kein Subjekt, weil es eben 
in solchen f^en ein Subjekt nicht gibt oder es ist wenigstens 
unbekannt, oder tritt schließlich in Anbetracht der Handlung, 
welche allein die Aufmerksamkeit fesselt, ganz in den Hinter- 
grund: b. hoHf ,08 brennt !^ Solche Sätze haben also wirklich 
kein Subjekt und sind trotzdem vollständig^. 

Wenn in einzelnen Sprachen in Begleitung solcher Yerbalformen 
die Pronomina ef, t/, wano, ono, to u. s. w. Torkommen, so sind es keine 
echten Subjekte, vielmehr sind es nur Schablonenwörter, Schablonen- 
subjekte nach Art der Sätze mit echtem Subj. Es ist auch nicht richtig, 
daß die subjektlosen Sätze bei einer fortschreitenden Entwickelung der 
Sprache abnehmen, wie Miklosich annahm. 

Die früher erwähnten Gruppen sind ursprachlicL So ins- 
besondere : 



1. Das Urteil ist von einem Satz zu trennen: »Es gibt subjekt- 
lose Sätze, aber nicht subjektlose Urteile« (Stöhr, Leitfaden der Logik, 
S. 69). 



263^ 

1) Ausdrücke für Naturerscheinungen wie aksL dzzdiU, 
grhmüh, bg. grhmi, vali, slov. grmi, je dazäo iz nebes ogenj, Trüb., 
r. witajeh, hAmUz ,es rauscht^, p. grzmi, ptynie na przeszne sidia 
,pluit laqueos', Flor. Ps. 6. b. hümd, prH, mrzne, darnach auch 
poüoüklo (vom Hagelschaden), vgl. lai pluit, gr. vei, got rigneiß, 
ai. vdr^ati u. s. w. 

Daran schließt sich slov. na obloku je kudilo ,es klopfte ans 
Fenster^, straäi ,es spukt', r. tarn vodüh, zavoditb fiß spukt, b. 
straH, zahikalo na okno. 

Mitunter ist auch hier das Verb reflexiv: hg.bhsko »e, B.-kt.vsdri m, 
magli #«, oblaci #«, slov. zari #«, p. wiehrsy b%^^ b. blitkd m, tvUd #«, UH 
#e, kouri ««, zamracUo ««. 

2) Körperliche oder psychische Zustände (die Person in den 
Akk. oder Dat): bg. fmrzi me, s.-kr. svak se deie, gdje ga svrbi 
,. . . wo es ihn juckt', Sprichw.; slov. zd>e me, skrbi me, greva me 
,es reut mich'; po vseh udih me je trgalo, mika me ,e6 reizt mich, 
ich habe Lusf ; r. u menja zudü^ ,es juckt mich', p. to sercu go 
bdi, Koch. 1. S. 138; b. zebe ml v nohg, svrbi mi, mrzl mi, 
vede se mu dobre, je mu Upe, vgl. lat pudet me, got huggreiß 
mik ,mich hungert, ai. küavq tatäpa ,den Spieler schmerzte es'. 

3) Bei reflexiven bez. pass. Verben; das Pass. wird über- 
haupt häufig subjektlos gebraucht Auch diese Ausdrücke können 
Naturerscheinungen und körperl, und psych. Zustände bezeichnen, 
z. B. slov. zori se. Das bei trans. Verben im Akk. (bez. part 
Gten.) stehende Objekt bleibt auch in diesem Kasus, wenn das 
Verb subjektlos gebraucht wird (ist der Satz neg., steht es im 
Gen.). AksL öimt osolüb s^ Mai 5. 13; vsakq rozgq o mni ne 
tvor^jq ploda dobra izmetz s^ Sav. kn. 3; gUm iruby uslyiano 
budeit ^aaXrtiyyog (pannj icAovaxdv iarai^ Esai. 18, 3, Proph.; 
bg. spi se ,dormitur', kazano ß, pisano je; s.-kr. ide se ,itui', pije 
se; onda se boja zadjenulo ,da begann ein Kampf Fjes. 4. 109; 
slov. kmete se vidi na pclfi in se jih je videh ,man sieht Bauern 
. . •' r. gavorUsja^ züosb, bigano ,fugiebatur', v^ divkachz sizeno, 
goremykano . • . p. dziaio si^, äpi si^; o ghdzie niechce si^ taAco- 
tvaö, Koch. 1. S. 95; po posiy paslano, Koch. 3. 58, czgta siq 
ksiqzk^ oder czgtaio si^ ksiqik^ und czytano ksiqzkp^; kiedy si^ 
zna autora; kupuje si^ cz^ takte rzeczy, bez TMrych by si^ i 
obeszh, Ta^ska; krew poäwi^cano i tegnano cUeb, Jadw.82; gdzie 
go zabüo, Chwal. 1. 9; Lukreeyjq mi^ zuHino, Koch., b. piß se, 
ji se; jak se do lesa vold, tak se z Usa oz^vd\ jak se vdm jdo 



264 

setUlo . . .?; pamatovdno bude na tebe; proSeno mne i miho otci 
ab. Hrad. rkp. Satyr.; za moje zito jeäte mi bito Sprichw.; dann 
Gen.: zddnSho düa nebude düdno v tich dnech; nebff-e se z 
jednoho vola dvou kozL 

Häufig steht dabei im Dat. die Person, die man sich als aktives 
Subj. denken könnte: ksl. n« voll se jemu aiuiati mene, Izv. 662; bg. pije 
mi Mf spi mi se ,ich habe Lust zu trinken, schlafen* ; s.-kr. ko vüe ima, 
viie mu se t hoöe^ Posl. 136; alt mu se ne moga inako ,er konnte nicht 
anders'; slov. meni $e vidi, vidi se mi, raci se mi; konj se mi je smüilo 
,equoram sum miseratus* Met. 243; r. mni dumajetsja für ja dumaju, Izv. 
9. 304; pelo^'a solovtjuiku vt roscice vesnoj ,canebat luscinia'; lisice ne 
spiUja ,vulpes non dormit' Skaz. 1. 6; mne snilosb ,somniabam* ib. 1. 20; 
mne chocetsja ,volo*; Jemu clo to vspomnilosb, Turg.; jemu ne eiiahsb ,il lui 
fut impossible de lire*, Targ.; statt des D. auch u mit dem G.: stosko- 
valosja u molodca po svoju rodimuju storonuiku ,e8 verlangte den Jüngling 
nach seinem Geburtslande* Eyb. 2. 265; u menja druziny ne privedeno ,a 
me socii non adducti sunt* Eyb. 1. 249 ; p. sniio si^ jej, Koch. 3. 65 ; 
kiedy mi si^ wspomnie o kochanku ,wenn ich des Geliebten gedenke*, Bog. 
85; b. styskd se mi, neehce se mi do präce. 

Dem pass. Part, kann noch si^ hinzugeHigt werden, offenbar nach 
der Analogie von Sätzen wie vidih s^ u. s. w. :. r. reienost Bus.*^ 2. 118; 
horotosb ,man kämpfte* Byb. 2. 55. 97. 98; p. ahy si^ zapuszczono to rozpo- 
znanie tych zrzodei, Surow. 369. 

Die Adj. vidtno, slyhno haben die Bed. der Part, pass.: r. vidno 
gorodz ,videri potest urbs*, Busl.* 2. 162. 

Auch beim Pass. ist die subjektlose Konstruktion alt, vgl. lat. con- 
curritur, ninaarai furgitog Vf^Tv^ ebenso ai. savaUaraya sdm amyate ,für 
ein Jahr verbündet man sich*. 

An die pass. Konstruktion erinnert r. jego gromom^ ubUo ,der Blitz 
hat ihn erschlagen*; p. razilo ga piorunem. 

4) Bei jestz in der Bed. ^vorhanden sein' (Existenzialsätze) 
und einfach ^ein* im Verein mit Zahlworten von p^th bis des^tt; 
ebenso bei anderen Verben mit ähnlicher Bed.: aksl. p^t ze bi 
otz nichz bui {p^tt ist Akk.) Mat. 25. 2; äestb dem esti Luc. 
13. 14; bystz ze eko dtnii osmt Luc. 9. 28; 8.-kr. dok je boga i 
dobrijeh prijatdja ,so lange es einen Gott .... gibt*, Posl. 64; 
danach auch mene 6e bäi a vas biti ne 6e ,ich werde sein . • . .^ 
Obiö. 85; wie pqth, äestb steht sonst auch dabei ein erstarrter 
Akk. des Maßes: H.-kr. polovinu nestalo mu druMva; slov. cel voz 
je büo ranjenih; büo je silo Ijudstva; p. bylo nas pi^c siöstr; pi^c 
ist hier ein Akk. und darnach der 6.- Akk.: trzech autoröw si^ 
na to skiadalo; czterech wodz6w stan^ na czele wojska; ebenso 
dtaöch, doch beschränkt sich dieser Gen.-Akk. wie auch trzech 



265 

auf männliche Personen, daher trzy piqkne cörki (Akk) btflo nas 
u matki; siano, ktörego fur^ byio, taz. 299; i bylo chtoü^, jak by 
^mierS powiaia ,e8 gab einen Augenblick . . .' yerrät wohl firemden 
Einfluß; b. bylo näs hromadu neben byla näs hromada (persön- 
lich), durch Verquickung beider Konstruktionen : bylo nds hromada; 
in bylo nds tisic ist tiaic auch ein derartiger Akk, ebenso die 
Zahlwörter in bylo näs pH, äest . . . deset ... u. s. w.; sotva dtvrty 
du zivych zbylo, ostatek pobito. Für byti kann auch stäti ein- 
treten: kdo vi, staneAi te do vedera ,. . . ob du zum Abend 
sein wirst? Kom. 

Im Südslav. (mit Ausnahme des SIoy.) und Poln. dient auch imeti 
zur Bezeichnung der Existenz: aksl. treibt »e dbfib imatb dbnb$b ^tqCxtjv 
Tttvrrpf fifÄ^gav ayH^ Luc. 24. 18. 21 (Zogr. Ass. Nik.); in oib kqdu imntb 
pleceh Zogr. 18. 27 ist wohl selo zu ergänzen wie im Griech. no&iv l/<i 
. . . (seil. ayQo^) ; bg. ima nioa na kraj pbtb ,est ager ad viamS bg. Lab. ; 
8. -kr. ima ovia ,es gibt Hafer' Posl. 49; u avijetu ima zlijeh zvjerova, 
Prip. 1; durch Verquickung mit Subjektsätzen entstand: tamo ima gora 
Jtomanija, Yolksl. ; u planini ima jedna babOf Prip. 27. 

Als eine Modifikation des ^eins' können Verba angesehen 
werden, welche ^zunehmen, abnehmen' und ,mangeln* bedeuten: 
ksl. s^knuti naä^b vody Gen. 8. 3 Vost.; s.-kr. da im ne bi blaga 
Ijremanjkalo ,damit es ihnen nicht an Gut fehle* Pjes.; vina 
pretrglo se d. i. nestalo ,Wein fehlte', Vuk; slov. ko soldatov po- 
vianjka; r. süu^ki vidh vh nichz ne umemHlosb, £yb. 1. 161, p. 
bogactw przybywa, cnoty ubywa, Knap. ; tu nie brakuje ani grosxa, 
Laz. 264; b. miske pribyvd, tibyvd; die mit na- zusammengesetzten 
Verba: do sklepa nateklo vody. 

In neg. Existenzialsätzen steht das Nomen im Gen. (s. bei diesem), 
z. B. aksl. ne he ima c^da ,ovx i}y uvroTg t^xvov^ Luc. 1. 7 ; nikakoze beaie 
vody piUj\j^ Supr. 430. 29; analog auch: s.-kr. ne bi mrica^ ne bi ranje- 
noga Volksl. ; slov. eeeire ne bilo domo: dial. wird der Gen. des Pron. i, 
jego in diesen Fällen proleptisch gebraucht: ni ga jezika, ni je beeede, 
Ravn. 1. 151; ne bo ga gasicea ib. 1. 248. Es kommt aber auch vor: na 
aieblu ni jedne hruske ne ga^ Prip. 22; x, ne bylo u nego detiica, Beza. 
1. 111; häufig netb aus ne tu; ^. nie boga ap., nie ma , . . np.; b. neni 
boha. 

Ist das Yerbum ,esse' eine bloße Kopula, so kommt diese Kon- 
struktion selten vor: p. ani ich z to b^dzie, Koch. 3. 55; b. neni te # to 
clovece ,du bist nicht gewachsen* Kom. 

Über Konstruktionen wie jeett videti ,man kann sehen*, a$te mi jeetb 
Sb tobojq umretif lat. est videre^ ovx lari Jii fidxta&ai, vgl. beim Inf. und 
Bmgmann, Kurze vgl. Gr. S. 630. 

5) Bei einigen Verben, die schwer zusammenzu&ssen sind, 



266 

wie p. chodzi o to, o ghw^ tivoj^ chodzi, b. jde o tvüj zivot; jitn 
statky a hrdlo bizdo; na tom nezdlezi. Weiter aksl. podobaßh 
u. and. Man bemerkt hier häufig, daß die nrspr. Bed. teilweise 
abgestreift ist und daß diese Ausdrücke zu bloßen Formwörtem 
geworden sind. Das gilt zum großen Teile auch von der nächsten 
Gruppe. 

6) Auch bei einem Adj. (Adv.) oder Subst in Verbindung 
mit bifti. Der Bed. nach wären diese Ausdrücke viel&ch in die 
Gruppe 1) und 2) einzureihen: ksl. da hlago hudett vaim, Sabb. 
Vindob.; aksl. debree (dobrie) ti est^ Mar. 9. 42. 43. 45. 47 Zogr.; 
Uth jest^. Hierher auch pozdi byvajeU^ gode jesth und Itz^ ^cet^; 
bg. rano je, Ichmo je; s.-kr. bijaSe mi dobro, Fjes. 4. 38; maka 
ti se 8 Perom omrazüi; aratos ga büo ^luch ihm!' (Vuk); slov. 
büo je vrude, Prip. 4; groza je büo vidit boja VolksL 2, 93; 
konjem je züna büo, Prip. 4; kadar je büo red ,6y xai^3', Trüb.; 
je büo das dnarje jemaii, Ravn. 1. 235; mu je büo dolg das ^tte 
lange Weile*, Met. 225; tega ni treba büo; tema, mraz je büo; 
p. u)8z^y pelno ciebie, Koch. 1. 78; mozna bylo (früher auch 
mozno b)\ trzeba mi bglo; czas bylo prawd^ potviedzieS haz. 299; 
skoma mu bylo na to patrzaö, Troc. 2119; szkoda bylo takiego 
nakladu taz. 299; b. nebude ho pobizeti tfeba, je teplo, je mu 
äpatnS. Neben byla zima auch bylo zima, byl veöer und bylo 
veder, byla tma und bylo tma; bylo ikoda penez; veta bylo po 
nim; a od ti chvüe bylo tomu straäidlu konec (Kulda, Poh. U, 
S. 251); NebylO'li ti hanba? Radost bylo patriti na tu krdsnou 
ürodu. 

In bylo zima wird das zima fast wie ein Adv. empfanden. 

Die Person kommt in den Dat oder Akk. t^zbko mi jest^ 
fßaQvvofÄai^ Supr. 243; tuga mi jestt ,coarctor* Leont; bg. m^^no 
mi je, gladno mi je; s.-kr. bijaSe mi dobro, Pjes. 4. 38 ; slov. 
komu ni brüko, r. pora namz vb pulh üi, Bezs. 1. 20; mne zalh, 
Buslj.^ 2. 158; p. wszqdzie mi loesolo, Pieä. 228; zal mi bylo, 
Mucz.; t^kno, teszno mi; b. je mi dobfe, Spatne, ISpe, 

Im Anschlüsse an bg. tmrzt m«, slov. teb» tne u. dgl. kann hier auch 
der Akk. yorkommen: bg. sram bilo junaka, Milad. 86; sirah go j» bäo] 
n§ go j» griza za ovci te ,ov fxiUt,*; 8.-kr. koliko U god volja, Gorsk. vijen.; 
110 hilo vas vaieg brata ieija kako nuns t brata mf*j§ga YolksL; nife ga 
tkrb (Yak. Lex.); sram vas bilo, sram je slavnu tatocnieu, Gund.; sramota 
ga büo, Dan. Sint. 406; slov. ne ga se vof/a ,er hat noch nicht Last'; ne 
bo vas groza smrti, Eavn. 1. 122; ravno takt konee vas bo ib. 2. 182 (vgl. 
im B. den Dat. in konec straiidiu bylo); me tega je sram YolksL 1. 32 



267 

(selten der Gen.); p. ze mi^ w»tyd potciadaö, Koch. 1. 97; wlmi mi^ t^a 
po tobU, M%cz.: dokqd go nie tridz^, tnusi mi^ byö tuznoy Koch. 155; für 
den Akk. auch der Gen. (wohl als Gen. Akk. zu deuten): Anny juz ieshto, 
Koch. 3. 83; b. nebylo li te hanbaf, nebud' Übe po tom tüha, Kat. 3070; 
tof mejeet dkmo, k tomu tak velmi proticno; os. ne je was hamba byio. 

Das Objekt steht im Gen. oder Akk.: s.-kr. tneni ga je müo\ id' mi 
bjeie viteze junake, Pjes , p. ial mi ei^, Koch. 91; ezkoda W4i$öw iSaz. 298; 
b. beda mni Übe, ma krdeo . . . Pass. 124 ; ikoda ioho druha dobreko Dal. ; 
je mi ho lito. 

Wo das Verb in der 3. PI. steht, kann man nicht von subjektlosen 
S&tzen sprechen, denn hier schwebt das Subj. ,Leute, Menschen' Tor; 
so r. govorjatt ,man sagt*; r. durakovt-to ne orjuU, im eejiü^ a eami ro- 
djatsja (Ostrovskij) ; p. Joz^em ci^ zotai (Bej, Joz. 117); powiadqfif o mm 
cuda-, b. povidaji ,man sagt*. Auf einer solchen Form beruht pry (aus 
praoi) ,on dit* vgl. S. 233; s.-kr. AmIii, veU. 

Proleptisches und epanaleptisches Subj. des Pron. der 
3. Pers.: b. oni Paldci volili jsou sobe kniie; Insbes. beliebt in der Volks- 
sprache, z. B. ona neboika matka rikdvala; r. <m» ie bojarim prüde kh 
earju (bei Kototichin» des XYII. Jhd.). M i 1 e t i c führt analog Beispiele 
mit om und toj auch aus dem Bg. und S.-kr. an, wobei er Spuren des 
Artikels vermutet (Clen»t» ... im Sbom. za nar. um. XYIII). Auch das 
Objekt kommt proleptisch vor (vgL bei den £nkliticae und oben S. 265). 
Epanaleptisch : in der b. Yolksspr. häufig z. B. ten von toho vyvede ,der 
wird viel ausrichten!* (iron.); Kopenec von asi ted* praeuje ei ze (für 
ie) eeUm] maminka je moe divnd, ta vona bude na mi Malovat (Privat- 
korrespondenz). 

Prädikat ist das, was vom Subj. ausgesagt winL Es weist 
ein Yerbum finitum auf, mitunter in Begleitung eines Nomens. 
In letzterem Falle kann das Verb, fin., wenn es von bifti ,sein^ 
(Kopula) ist, manchmal fehlen, muß aber dann leicht zu ergänzen 
sein. Das gilt insbesondere von den Präsensformen. 

Das Verb. fin. stimmt mit dem Subj. in der Pers. und im Num., 
das präd. Nomen im Num. und Genus überein. Dieses steht auch, wie 
in der Regel das Subj., im Nominativ, kann aber im Slav. auch in den 
Instr. kommen (über diesen pr&d. Instr. wird beim Instr. gehandelt). 

Die Kopula fehlt jetzt regelmäBig im B. bis &\if jeeib, wenn es die 
Existenz anzeigt: rm» molodeetf ty zdorovb; vy zdesbf Dagegenjeetb prii^ca 
V Ruei i do sego dne Lavr. 11. Jetzt wird dieses jestt auch für den PI. 
gebraucht: jeeh travy, ecety jeetb^ Turgen.; denbgi jeeibf Ostr. Ja, das 
jeetb wurde, nachdem es zu einem erstarrten Ausdrucke für die Existenz 
herabzusinken begann, auch für die übrigen Pers. gebraucht: ja jeetb 
goroda Muroma^ sela io jeetb Kara6ajeva (Kjbn. II, 8); Xsfurfo li ty iii 
eholoMtb jeitbf (II, 192), vgl. S. 252. Im Ar. finden wir noch Belege mit 
der Kopula, ein Beweis, dafi der Ausfall derselben nicht als urslav. 
oder gar nrspraehlich aufgefaßt werden kann, z. B. gdi jeetb nyne 
Ugoneka zemlja^ Lavr. löt. 5; kako jeetb oby^aj im» ib. 7. 



268 

Analog wurde auch im P. jest im PL zu Grunde gelegt {jesteimy 
u. 8. w.), nachdem es früher ofifenbar zu einem erstarrten Ausdrucke ge- 
worden war (vgl. oben S. 252—53). Das gilt hier auch von sq. 

In den anderen slav. Sprachen finden wir seltener den Ausfall der 
Kopula, nur in Sprichworten, vgl. p. aen mara, pan bog wiara (vgl. s.-kr. 
»an J9 laia. bog j€ ittinä), b. mladoat radost. Es gibt Verba, die sich der 
Kopula nähern und nur ein geringes Plus der Bed. enthalten, vgl. r. 
sioitt charoiaja pogoda; ja aüu domo ,ich bin zu Hanse*. 

Mitunter fällt auch ein anderes Verb im Präd. aus, insbes. sind es 
Yerba der Bewegung, dann ,schlagen* und ,sagen*: r. a voUcb jej na vstrecu 
,aber der W. ihr entgegen* ; Gog. Ja prjamo kh ministru ,ich geradewegs 
zum M.* ; s.-kr. akoli 89 koja stane srditi, Ja Je odtnah kljunom ,wenn eine 
(Henne) anfängt zu zürnen, ich sie sogleich mit dem Schnabel*; ebenso 
boga mi, tako mi boga ,Gottes (Macht helfe) mir*; bog me (seil, hrani oder 
cuvaj^ Delbrück III, S. 125—26). P. zajqc w nogi; b. volüm krokg, Je- 
Unüm akoky (seil, sluteji); Tak vy takf {bcH, Jedndte): mni dnea, tobl zitra 
(sc. se prihodi). 

Das Part, auf -/& konnte schon im Ar. und zum Teil schon im Aksl. 
ohne Kopula stehen, was wohl auf die starke verbale Kraft dieses Part, 
zurückzuführen ist (Jagid S. 57). So weist die Lapidarinschr. v. J. 1068 
auf: rs leto . . . Olibt kn^ meriit more\ im Supr. vast ne zetnie pokryla 
72. 11. Bei der 2. oder 1. PL blieb aber auch im Ar. die Kopula hier 
bestehen. 

Das r. pojdüm-te^ akaUm-te^ wo also die Endung der 2. PL Imper. 
an die 1. PL angehängt wurde, faßt Jagiö auf als eine Vereinigung 
etwa von pojdemt — chotite^ akaSemb — ckotite. Das -te wird aber, wie 
schon erwähnt, auch an na, nti, ocamo angehängt: s.-kr. nate^ nuts, ova- 
tnote, r. nute, polnote, so daß wohl an ein zweites Verb nicht gedacht 
werden muß. 

Sind verschiedene Pers. im Subj. vertreten, so hat im PnuL 
die 1. vor der 2. und 3. den Vorzug: aksL othct tvoi i cua skrtbqäta 
iskachove tebe, Luc. 2. 28; s.-kr. evo otac tvoj i ja sa strahom 
trcvMstno iebe; p. ojciec tw6j % ja szukälihny ciq; b. otec tvüj a 
jd hledali jsme tebe. 

Im R sagt man für ^ch und du^ oder ^ch und er' regel- 
mäßig: my s^ toboju, my sb nirm, für ^ch und ihr' my sh vami, 
für ,ich und sie' my s^ nimi. Ebenso für ,du und ei^ vy sh 
nitm, für ,du und 8ie-**ty w nimi (vgl. oben S. 66). 

Bei sh beachte überhaupt: ar. IzjaslatTb ze se vidivh so 
Vtsevolodomb pobegosta z dvora, Nest Lavr. 167 (unter dem Ein- 
flüsse des Satzes: Izjaslam i Vtsev . . . pobigostä). So auch sonst 
im Slav., wobei natürlich st. des Du. jetzt der PI. steht 

Bei einem Kollektivum im Sg. kann das Präd. im PL 
stehen: aksl. i m^nogh narod^ po nemt idoi^, Mar. 3. 7 (Zogr.^ 



269 

Mar. hier dagegen ide, gr. xat nolv nkij&og ^xoXot&riaav); 8.-kr. 
ana öeljad divja jedva hotijahu vjeravati, Orbin.; r. Bmb pridoäa 
protivu itm i mnoga da gtvorUa, Novg. 6; p. paAstwo od dawna 
siedzidi za granicq (Erasnow.); ab. vitcka obec jidu na haru, 
Hrad. 12 b (zahkeicbe Beispiele bei Jagic S. 38 f.). 

Auch die Eardin. von 5 — 10 waren kollektiv: aksl. p^ ichb 
riä^, Supr. 273. 7; i slyäavzäe des^b nad^q negodovati Marc 
10. 41, wo es also nicht so sehr auf die Qaantitätsbestimmimg 
ankommt; sonst ist hier das Präd. meist subjektlos: p^h ze bi 
otb nichz bui Mat 25. 2; äestt dem estb Lu. 13. 14. In den 
älteren Denkm. der einzelnen slav. Spr. bemerkt man auch ein 
Schwanken; jetzt ist der Sg. vorwiegend, wobei das Zahlwort 
vielfach als Nom. (Subj.) empfunden wird, nur im Bg. wiegt der 
Plur. vor (vgl. Jagiö S. 41). 

Auch bei einigen nnbest. Zahlwörtern im Sg. kann das Präs. im 
PL stehen, so beim Neutr. jeliko, koliko: eliko prikosnqi^ #f emt Mat. 
14, 36; eliko krestiia s^ Ipat. ISt. 190. Auch b. koUkcH nieh se jeho dotkti 
neben koUkoMjieh koli se jeho dotklo. Bei tntnogo meist Sg. 

Weiter finden wir den PI. bei k^ido, den Sg. in der Begel, wenn es 
vor dem Präd. (Verb) steht: nac^^ glagolati emu edim kohM ieht Mat. 
26, 22 Mar. ; t ne imutb nauciti kbido iskr^njago i k^Mo hrata svojego Hebr. 
8, 11 (Eaiuzn. 229); dagegen: khhdo vas9 vt sobotq ne obrUaatb li svoego 
volu Luc. 13, 15 Mar.; da kiMo ieht malo chto priimetb Jo. 6, 7 Mar. 
YgL b. pocali kaUdy z nick riet jemu, lU je slytel jedenkaidy a nebudout" 
uciti jedenkaidy hlUtniho tveho u. s. w. Poln. pocz^i m&und do niego kaatdy 
z niehj ze je tiyszai kazdy z nick, i nie bedzie uezyl zaden hlikniego ewegv 
u. 8. w. r. t iako razidoia s^ koido r» evoja ei, Ipat. 203. 205. 

Ebenso bei drugt druga, drugt kt drugu u. dgL : eko popiraachq drugh 
druga Luc. 12. 1 Mar. : t glagolaachq drugt X'» drugu Marc. 4. 41 Mar. 
und and. Seltener der Sg.: drugt druga predaeh i vtznenacidüh drugt 
druga Mat. 24, 10; r. t cilovasa drugt druga Ipat. ISt. 192; bg. govoreeha 
edim drugimu Marc 4. 41 ; i sie da predavatt edinh drugiga Mat. 24. 10. 

Es kommt auch der Sg. des Verbums neben dem PI. des 
Subj. vor: r. doj ne verüb, dto jestt dobrjfje Ijudi ,. • . daß es 
gute Leute gibt^; u nego bylo tri syna. Gewöhnlich geht das 
Verb jeetb, bylo vorher und von hier aus hat sich auch die Kon- 
struktion weiter entwickelt: es wird zunächst einfach die Existenz 
konstatiert, wofür hier ein erstarrter Ausdruck vorliegt (vgL oben 
S. 264), dann erst wird sie näher bezeichnet. 

Einiges, was den Numerus überhaupt betrifit, kam schon 
oben S. 65 zur Sprache. 

Ein im Präd. vorkommendes nominales Element (Adj.^ 



270 

Subst) stimmt mit dem Subj. womöglich im Num., Gen. und 
Kasus überein. Beim Subst im PiiUL ist die Übereinstimmung 
hinsichtlich des Genus nicht immer durchführbar. Man hat: i 
H Anna prorodica Luc. 2. 36 und Sko sb estb Isus^ prarokb Mai 
21. 11, aber: dr^ (estb) kn>sth, cKUbb pli4t christosava, Supr. 
260. 21. 

Das Adj. wies im ürslav. die nominale Form auf: aksl. ne 
bqdi neverhm, m vertm Jo. 20. 27; dasselbe finden wir mit ge- 
wissen Ausnahmen noch jetzt im Südslav. und im R. Im F. 
und B. haben wir jetzt schon zumeist die best Form, im Ab. 
finden wir aber noch zahlreiche Belege für die nominale Form, 
etwas weniger im Ap. Bei indeklinablem Adj. kann natürlich 
▼on einer Übereinstimmung nicht die Rede sein, z. B. aksL f^ 
istinq svobodb bqdete Jo. 8. 36; ebenso blin, isplMit, rasHiöb, 
sugubh u. s. w. 

Im R ist auch der Komparativ in den erhaltenen Formen 
indeklinabel geworden: zimy • . • byli gorazdo cholodneje nynii- 
nichb (Aks. Sem. chron. 363). 

Im PL gibt 68 Abweichungen: im B. tritt die Akkusativform ein 
and zwar für alle Genera. Das Part, auf -h hat hier -/t für alle Genera. 
Im P. pfidaly ptaki nieprzeliczone neben ptatzkowie leini ipiewali] üudzy 
byli potitutni oder iiugi hyiy posiuszne. 

Das r. Sprichw. tim& ehoroio a dva lucie besagt ',der Verstand ist 
etwas Schönes, eine schöne Sache', vgl. lat. triste lupus stabuUs. So auch 
im AksL: pace vtsego hlagaago Ütifa ugodno bogovi krotosh, Supr. 427. 5; 
imbU Ibff^ko jestt v^zducht Jo. ex. Hexaem. 16 d; r. noch: grlUh^ tladko a 
celavfkb padko. 

Beim Yerbum des ,Seins' und seinen Modifikationen kann auch ein 
Part, im Präd. stehen. Zunächst ist es das Part, präs., das also die 
gleichzeitige Dauer ausdrückt: aksl. egda ne he nikbtoU u6^ ego^ Cloz. 
I, 226 (ygl. weiter unten beim Part.). 

Mit dem Part. prät. a. I bildet jeetm jetzt in den sla?. Spr. das 
Präteritum (vgL oben S. 174). 

Mitunter wird das Verb von einem priWi. Adj. begleitet, wo 
wir eine adverbiale Bestimmung erwarten, insbesondere dann, 
wenn mehr ein Zustand des Subj. hervorgehoben werden soll: 
aksl.jpad<|f nici ^tcwov inl TtgoatoTtov^ ; vgl gr. ne^og ^A^e, lai 
primtis venu; aksl. Adatrn prtvb 8^zbdan^ bystb, was schon einen 
Übergang zu den Verbis mit zwei Nom. (bez. Akk.) bildet; b. 
zebrtUe diadi bos, sestra UH nemocna. 

Im Präd. erscheint ein Adverb: 8.-kr. dokle nekome ne bude 
Uje, ne moze nekome da bude dobro (Yvk, Lex.); p. die ezlawie' 



271 

kowi znaS stce przeznaezenie, Korzen. — Fiqknie jest by6 nieteol' 
nikiem shtca, Brodz.; milo jegt znaleäö piqknq duszq w mhdym 
czlawieku, müej jeszcze takq u> nim utrzymaS, die najmilej ura- 
Unoad zepsutq; w ärodek tarasu zajrze6 straszno, Mick, (hier also, 
wenn das Subj. ein Inf. ist, vgl. Krasnowolski, System, sklad- 
nia • • • § 51). B. je dobre, de, ipatni; jsme tue (hier ist das 
Verb mehr als ein bloßes ,SeinS es ist zu denken an ,es geht^ 
und dgl, ,wir veiiialten uns' und dgL). 

Ein Demonstrativurn als Subj. kann mit dem präd. Subst. über- 
einstimmen, in der Regel steht aber jetzt das Neutr.: p. to Jut möj dam, 
aber auch Unjesl m6j dorn ,das ist mein Haus* (Soerensen S. 74); p. 
to moia siastra; b. to j'sau ndm hotti!, to je naie xahrada, ab. aber: tato ti 
jut, mistre, matt'' z Bahylone Mast. 152 neben: a toto ti je»t mast" tak 
drahd ib. 156. 

Die auf dem Präd. beruhenden Beziehungen dee Satzes hin- 
eichtjich der ZeiMufe und Modalität. 

Da der Satz, wie oben erwähnt, auf einem Yerbum fin. als 
Präd basiert, so kommen in ihm alle jene Beziehungen zum 
Ausdrucke, deren Träger eben das Verbum fin. ist. Es sind ins- 
besondere die Beziehungen hinsichtlich der Zeitstufe, die aller- 
dings auch zum Teile mit gewissen Formen des Verb. inf. ver- 
knüpft sind, femer hinsichtlich der Modalität Die Beziehungen 
hinsichtlich der Aktionsart beschränken sich nicht auf das Verb, 
fin. und kamen schon in der Formenlehre (S. 184) zur Sprache. 
Hier kommen sie nur nebenbei in Betracht 

Zeitstufe. Hier kommt der syntaktische Gebrauch der 
verschiedenen Tempora in Betracht, wobei es sich immer nur 
um den Ind. handelt 

Präsens. Der Ind. präs. eines durativen oder iterativen 
Yerbums bezeichnet eine in der Gegenwart des Sprechenden vor 
sich gehende dauernde oder iterative Handlung: aksl. amim gla- 
goljq varm, sqih eteri oh stde stoj^iichz, üe ne imqtb V7>kusüi 
swnrUi . • . Mar. 9. 1. 

Das Präs. nimmt einen unbegrenzten Charakter an, was sich ins- 
besondere in Sprichworten und allgemein geltenden Wahrheiten äaßert: 
aksl. p^tic^ rUbewnyj^ ne iejqh ni iöf^ftfi^t ni sbbirajqtt Hat 6. 26 ; r. so/oe» 
na biffu oetanavUvajeUja i podnjavt uit, prUluiitajetjta: b. kdo komu jdmu 
kopd, sdm do ni padd. 

Bei perf. Verben wird durch das Präs. das Fut. ausgedrückt (vgl. 
oben 8. 186). Es kommt jedoch auch vor, daß das Präs. perf. Yerba 
präsentisch gebraucht und auffaßt wird. Es wird yerschiedenartig er- 



272 

klärt (vgl. oben S. 189). Miklosich meinte, man gewahre in Sätzen 
wie moja prijo, Ho fte sjedei, ie se nerazvtjes^ i ne pijes sladkoga serbetat 
(Pjes. herc. 52) noch die Spur des Präs., denn das Präs. der pft. Verba 
hätte seinen präsent. Charakter nicht ganz und gar aufgegeben. Del- 
brück will hier noch das Fut. sehen (II, S. 334), nach ihm auch Brug- 
mann (Kurze vgl. Gr. S. 578). Mnsid erklärt das Aufkommen des Präs. 
yerbi perf. in abstrakten Sätzen, von denen er vor allem ausgeht, so, 
daß es nach dem Muster des Präs. verbi impf., nachdem dieses die Be- 
deutung einer auf kurze Zeit eingeschränkten Handlung (d. h. zeitlose 
Bedeutung) erhalten hat, für den älteren (gnom.) Aor. eingetreten sei 
(Afslav. Phil. 24, S. 484 f.). 

Im Gegensatze zu Delbrück muß zunächst hervorgehoben werden, 
daß es sich hier wirklich um eine präsent. Geltung handelt. So in dem 
bek. Zitat aus Nestor: vidiehb bani dreveny^ % perehtguU ja ramjano, 
soülokuibsja i buduib nazi, i oblejutsja kvcuorm usnijanomb, i vozmutb na sja 
prutbje mtadoje, bbjuib sja tamij i togo sja dobbjutbj jedva slezutb le Itvt, t 
oblejiUsja vodoju studenoju, tako oiivutb; i to tvorjatb po vsja dni, ne mucimi 
nikimiej no samt sja mucatb, i to tvorjatb movnije sobiy a ne mucenbje^ 
Lavr. 7. 19 f. Daß das durch ein Präs. eines Verb. pf. ausgedrückte Er- 
eignis nicht als unmittelbar bevorstehend bezeichnet wird, wie Delbrück 
erklärt (S. 337), geht deutlich aus t togo sja dobbjutb ,i]nd das erreichen 
sie durchs Schlagen . . .* hervor, denn hier wird eben hervorgehoben, daß 
das Schlagen sehr lange dauert, wie ja auch aus dem Eesultat ersicht- 
lich (,8ie kommen kaum lebend heraas*). Die wirklich präsentische 
Geltung eines solchen Präs. äußert sich auch ganz unzweideutig darin, 
daß es überaus häufig begleitet wird vom wirklichen Präsens (Präs. eines 
dur. y erbums). So finden wir es in allen slav. Sprachen. Aksl. aste seno 
. . . bogb odeetb tako ^il 6k rov x^^^^ ... 6 &ioq ovratg afxtfiivvvaiv . . .* 
Mat. 6. 30 (Zogr.) ; t glagoljq semu idi i idett^ % drugumu pridi^ t pridetb, 
i rabu tnoemUy sztvori se t sbtvoritb (gr. nogcverai . . . I^Q;[iTttt . . . nout) 
Luc. 7. 8; ab. kdgi se s nim (d. i. s kmotrem) utkd u meste a nebo v 
nekterij ceste^ dobrojtro neb dobry den vzdd, kak sl jmd na zdravie zviedd, 
jeice otieie ho stojie: kak se md kmoika moje, Hrad. 113 b 4, vgl. auch 
117 b 7. 

Dieser Gebrauch hat sich wohl rein aus formalen Gründen ent- 
wickelt, d. h. ganz analogiscb, indem z. B. nach idetb im selben Satze 
auch pridetb präsentisch gebraucht wurde. So ist z. B. aufzufassen: 
Dvina izb . . . lisa tecetb t ideib na polunoHije i Vbnidetb t*d more . . . Nest. 
Hier ist nach idetb auch vbnidetb aufgekommen. Wir finden diese Er- 
scheinung in allen slav. Spr. und zwar auch bei den besten Schrift- 
stellern. Wenn auch ein innerer Grund das Aufkommen eines derartigen 
Präs. förderte, so könnte es das Bedürfnis nach einer Form sein, die 
eine in der Gegenwart eintretende Handlung ausdrücken sollte. 
In jenen slavischen Sprachen, die in direkter Berührung mit dem 
Deutschen sind, muß auch der deutsche Einfluß zugegeben werden, so 
insbesondere im Sorb. und Slov. Schon in den Freis. Denkm., die den 



273 

Beflez ahd. Beichtgebete enthalten, finden wir z. B. iapovidi ,confiteor' 
(I 2 und ni 26). 

Überaus häufig ist es femer in Sprichworten und allgemeinen 
Redensarten, z. B. s.-kr. vino i mudroga pohudali ,der Wein macht auch 
den Weisen närrisch' Posl. 35 ; voda svaUo oper§ do pogana jezika ,da8 
Wasser macht alles rein, nur nicht eine unflätige Zunge'; slov. vino 
sves^li sree cloveku^ Met. 238; p. koH ma etUry nogi, a patknie #t^; b. t 
ävemohy kän nikdy klopytne, ab. tuhaf Je$t kaiddho nuzi smtOnymi eiximi 
a imutny uteii #• mezi zndmymi, DalC. 9 b 12. Da wir analoge Sprich- 
worte mit dem Fut. auch in anderen Sprachen finden (vgl. Brugmann, 
Kurz. vgl. Gr. S. 578), so verhält sich hier die Sache anders und wir 
könnten wohl auch in derartigen Fällen an ein Futurum denken, inso- 
fern bei ihnen ein höheres Alter vorausgesetzt werden muB (b. klopytns 
wird aber jetzt in dem oben angegebenen Falle als Präs. aufgefaßt). 

£in derartiges Präs. steht auch in hjpoth. Sätzen, um eine ein- 
tretende Handlung auszudrücken; im Griech. steht meist der Konj. des 
Aor. mit av: aste li vy ne at^pustüe, ni oUc9 vah . . . atbputiiU . . . ^tl dk 
vfjiiU ovx dfpUri ovSk 6 nariig . . . dtpriau Mar. 11. 26; tüfie rtSnm «» 
ntibete, receib, po cto ubo ne verwasU emu\ aste recem oi^ clovekz . . . ^av 
tXnwfUv . . . Luc. 11. 81 — 32; tSe aste edino takovyehh otroc^z prümeU . . ., 
m^ priendet^, i iU aste mene priemlett, ne mene priemlettf n^ . . . Eg Rv tv 
Ttop natiCwv roinretv di^ai, . . . ifxk (fZ/era«' xai Sf av ifjik ^ix^M, ovx 
Ifjil (f//cra« . . . Marc. 9. 37.. Ganz analog auch Luc. 9. 48 und Mat 18. 5; 
Vh9jak^ clovekb preide dobroe vino polagaat» i egda upijqtö »^ togda iacie 
. . . Jorar fjii&va^waiv . . .' Jo. 2. 10. Handelt es sich nicht um eine ein- 
tretende Handlung (im Griech. Konj. präs.), so finden wir auch im Slav. 
das Präs. eines impf. Yerbums : egda ie gon^ vy , , . Stov (f^ 9itaxwsw 
. . . Mat. 10. 23 ; tlfo ^ aste ehostett dusq svqfif ijopasii og yaq av S-ilff . . . 
Luc. 9. 24. 

Analog in Finalsätzen: t^da privis^ k^ nemu d&i, da rc^l v^zloÜt» 
na n'f Xva ... tn^d^j . . . Mat. 19. 13, dagegen : vt^'a ubo eliko aste chostete, 
da tvor^t vamt ciovieij tako i vy tvorite imz . . . tva nouüaiv . . . Mat. 7. 12. 

S.-kr. ako dodei k meni^ vidjet des; doäes li k meni, vidjet des; gdje 
ga ugledaSf reei mu\ oetani tu, dok »e vratim. Insbesondere übernehmen 
die mit uz- zusammengesetzten Verba häufig diese Aufgabe' (Maretid, 
S. 596). 

Vgl. auch ab. a kto prijme tok'to mlddenci v m^ jmi, ml prijimd^ 
Mat. 18. 5, £v. Yid. ; a kdei kto koho potkä, tu nejmä pred nim HvStkOf 
Alx V 487-88. 

Präsens historicum. Dadurch wird Vergangenes als in 
der Gegenwart vor sich gehend dargestellt, so daß sich der Ver- 
lauf der Handlung gleichsam vor uns dramatisch abspielt Durch 
eine Einleitung wird man meist auch darauf vorbereitet, daß es sich 
schon um Vergangenes handelt Ein derartiges Fräs, kommt im 
Slav. sowohl von pert als auch von impf. Verben vor. Dem 

Vondr&k, Vgl. dar. Onunm. U. 18 



274 

Aksl. kann man es mit Miklosich imd Meillet (Etudes, I, 
S. 71) nicht absprechen, denn wir haben selbst auch in den Evan- 
gelien Spuren dayon, z. B. t posylajqtb (aTtoaTellovaLv) kh nemu 
uöeniky svojq, Mat 22. 16 (Mar. Ass., Zogr. fehlt); vh utrH ze 
dhm mditb (ßUjtu) Isusa ... $ glagola (Uyai) Jo. 1. 29 Zogr., 
Mar. allerdings schon vide^ Ass. vid^. Über die s.-kr. Über- 
setzung vgl. Maretiö S. 590. — S.-kr. onda on poljübi majku 
u ruku pa usjedne konja i otide u smjet. Andere Beispiele von 
pf. Verben bei Maretiö S. 587—88, von dur. S. 590—91 z. B. 
tajfw pise, a tajno joj äcdje, u knjizi joj ovako hesjedi, Pjes. 11, 
104; slov. Anöika pade, omedli, duäo pri ti priö pusti Volksl. 
1. 126; r. popb prichodik so molitvoju, itnja dcistb Konstantinorm 
Saulovidetm, Volksl.; votz moj öudakb pttstilsja vdrugh nazadz: 
ogljanäsja, a tent za nim uzb gnattsja stala, Kryl. Nekr. 126. 
304; b. veöer pred svatym Janem mluvi sestra 8 Tomanem . . . 
öelak.; ab. nejeden umrU bez öasa: on juz leH nohü triasa, 
druhy juz lez^ umierä u. s. w. Alx V. 1747 f. 

um eine momentan eintretende Handlung auszudrücken, werden oft 
bloß Stämme ohne £ndungen gebraucht (meist solche, die einen Schall 
bezeichnen): s.-kr. a onfuk te u jezero ,hops in den See*, Prip. 192; slov. 
lop na tla ,er fiel zu Boden*; r. buchz vt reku ,il se precipita dans la ri- 
viere* ; p. chlu$t na niego z okna pomyjami .sie goß Spülicht auf ihn* ; b, 
tu on chmat kamen a bäe do okna, a tabtäe hrink. Diese Stämme sind 
nicht ausschließlich Yerbalstämme. Ein grammat. Satz liegt hier eigent- 
lich nicht vor. 

Das Futurum bezeichnet eine in der Zukunft dauernde oder 
eintretende Handlung, jene wird in der Regel durch ein um- 
schriebenes Fut, diese durch das Fräs, eines pf. Verbums ausge- 
drückt. Die letztere Art kennt das £g. nicht mehr und auch im 
S.-kr. ist sie eigentUch schon geschwunden. Selten sind hier 
Sätze wie izgubü me, poznaä me, Posl. 103. Doch wird hier 
das Fut auch durch das Präs. impf. Verbs, ausgedrückt: ako mi je 
ne dovedeä, na tebi nema glave, Prip. 85 (Mar. S. 596). 

Sonst auch wird manchmal minder genau durch das Präs. eines 
impf, y erbums das Fut. ausgedrückt: aksl. v^stav^ tdq k^ oU^u moemu i 
rekq , . . . noQivaofiat . .' Luc. 15. 18 (Zogr.). Im S.-kr. ist das Fut. meist 
schon anderweitig ausgedrückt (Mar. S. 596 — 96). 

Im S.-kr. dient das Fut. nicht selten zur Fortsetzung der Erzählung 
und zwar vom perf. wie auch vom dur. Yerbum : onda »• podigne iz Ft- 
dina nekoUko stotina Tunika % poäu na r^ega (sc. na Veljka)\ a kad dodu 
na poaljednji konak, pa <k kao sjutra udariti, onda on »kupi we svofe 
momke pa im rede . . • Zahlreiche andere Beispiele mit de noch bei 
Maretic S. 628—29. 



275 

Dann auch mit da mit dem Präs. eines pf. Yerbums: a kad sjutra 
zora dolazila, no da rece tanana Grkinja (d. i. redi de) Pjes. II 19 (ib. 
ö. 597). Das einfache Präs. pf. Verba kann hier nicht vom Präs. hist. 
pf. Verba nnterschieden werden. 

Man will es so erklären, daß in der Erzählung vom Vergangenen 
vom Ind. prät. zum Fat. übergangen wird, indem sich der Erzählende 
auf den Standpunkt der abgelaufenen Handlung stellt, von dem die fol- 
genden Geschehnisse als künftig erscheinen (Delbrück, S. 335, Brug- 
mann S. 577) z. B. Kain Je hio teiak a Avelj ovcar, Jednom ova dva 
hrata prinesu go$podu irtou . . . einstmals brachten (eig. ,werden bringen*) 
beide Brüder . . ein Opfer*. Man stellt es zusammen mit einer analogen 
Erscheinung im Ai. und Lit z. B. vfns Uä dare %r dabar antrhsie tat ir 
darys ,einer tat dies und jetzt tat (eig. wird tun) es auch der andere*. 
Allerdings müßte nachgewiesen werden, daß dieser Gebrauch noch aus 
4em ürslav. stammt. 

Durch das Fut wird mitunter ein Imper. ausgedrückt und 
2war bei pf. und impf. Verben: aksl. ne prüjuby sfUvorüi nach dem 
gc. ov /loix^vaeig Mat 5. 27. Darüber vgL bei den Heischesätzen. 

Das Imperfektum drückt eine in der Vergangenheit dau- 
ernde oder wiederholte Handlung aus, während durch den Aor. 
konstatiert wird, was geschah, oder eingetreten ist Das Impf, 
kommt also in der Erzählung meist den Nebenhandlungen zu, es 
«childert Gewohnheiten, Sitten und dgl. (was war?), der Aor. da- 
gegen der Haupthandlung (was geschah?). Aksl. iko ze priblizi 
8^ kb vratotm grada, i se iznoSaachq umtrbät sym, inoö^dz ma- 
ieri svoei, i ta bi vhdova, i narodh otb grada mnogz bi 8^ nejq 
Luc. 7. 12 (wie im Gr.). 

Bg.: kogato vlizochz vb stajata, dasovnikbtz bieäe ,als ich in 's 
Zimmer trat, schlug die Uhr^; kogaio minackb pokraj vasz, ti 
i^eUäe. Es Wd auch ohne Beziehung auf eine andere Handlung 
gebraucht: Orozdanka po dvorb chodiäe, zUxtno kandüo mieäe, i 
na Boga se moUSe. Das Impf, wie auch den Aor. kann der 
Erzählende in der Begel gebrauchen, wenn er selbst Augenzeuge 
oder Vollstrecker der Handlung war (Ivanov, Sint. § 10 u. 11). 
S.-kr. naSa se kuda odtna napuni Ijudi, i svaki od svoje ruke 
iolkavaäe äta nam se dogodilo, Dan. (1827) 135. Wie auch der 
Aor. wird es mehr in den südl. Gegenden gebraucht. Sonst ist 
jaietijah ^pleo sam, hvaljahu = hvalili «m (Maretiö S. 605). Im 
Slov. jetzt nicht mehr vorhanden, kann aber aus den Denkm. belegt 
werden, so in den Freis. Denkm. z. B. oni bo laäna natrovichu 
n. s. w. Weiter stojahu bei Ejrell (1578). 

Ar. SedjaSe Kij na göre, . . . a Söek» sUjaie na göre, . . » 

18 ♦ 



276 

a Choriv« na tret^j göre . . . i styoriäa gradd vo imja brata 
svoego stareSago, i narekoSa imja emu Kiev^ Nest Lavr. 8, 11 — 16; 
ab. Tehdy i po mal^m öasS kräli zlä prfhoda sta sS, pro nii 
upade V osidlo: poda äenu v jin6 bydlo, a ten, jenz ji provodieäe, 
Pau8z(o)niaS — tak slavieäe — , vzem sobS protivnü radu, zavf e 8& 
s nf na sv^m hradu, Alx. V. 94 — 101. 

Das Impf, sollte nar von impf. Verben gebildet werden, nicht selten 
kommt es aber auch bei pf. vor und drückt dann häufig eine in der Ver- 
gangenheit wiederholte oder verallgemeinernde Handlung aus, z. B. aksL 
em»i^e sq uhknMe, klanjaaie sq emu »xal ro ngoan^nrov ijßrilafptiSv ngoat- 
xvvti* ,80 oft er auf etwas stieß, od. auf was immer er stieß, betete er 
es an* Cloz. 582; ne vsegsda li, jegsda nacbneaehomt sq brati, glagolaa. 
ehofm psalsmosa sego? Supr. 53. 18. 

Ab. komu sÖ co nedoataniese, u druha jako sve Jmejieie Dal. C. 8.14;^ 
kdyi^ mu2ie kam jdti ehtieehu, dievky dievkära pronesieehut Dal. C. 22b. 5. 

Mitunter bekommt das Impf, derartiger Verba fast eine modal» 
Bed., die allerdings sekundär ist. 

Manchmal steht es auch für das Plusquamperf . : ar. i postavi cer- 
kov» svjatago Vasil»ja na cholmd, ides^e stoJaSe knmir« Perun» i pro5ii, 
ideSe tcorjaehu potrdby knjaz» i ljud»je ,. . wo das Götzenbild Perun und 
die übrigen gestanden hatten, wo der Fürst und die Leute Opfer darzu* 
bringen pflegten* Nest. Larr. 116. 4—6. 

Durch den Aorist wird eine punktuelle (eintretende) 
Handlung in der Vergangenheit ausgedrückt; er konstatiert also 
zunächst eine Tatsache, die in der Vergangenheit eingetreten ist,, 
z. B. aksl. a i sams gospod% rede: ne dadite sy§taago moego 
pssoms ,und der H. selbst hat gesagt . . J Euch. sin. 69 a. 18. 
Auch in Nebensätzen: tebS b%d% az2> ispovSdens y'sechd moich» 
grSchs . . . e2e koli^do izglagdadiz, i licho svtvoru^z i licho 
myslicJvb . . ib. 72 a. 5 (besser wäre hier das Perf., vgl. weiter 
unten). 

Außerdem wird der Aor in der Erzählung gebraucht Hier 
sind es die auf einander folgenden Ereignisse (Fakta), die durch 
ihn ausgedrückt werden , insofern sie als punktuelle Handlungen 
aufgefaßt werden können (auf die fVage: was geschah?). Wird 
im Impf, erzählt, so muß sich der Hörer den Verlauf der ein- 
zelnen Handlungen mit vorstellen, was beim Aor. nicht der 
Fall ist 

Der Aor. wird auch mit Vorliebe von pf. Verben gebraucht. So 
finden wir in der aksl. Evangelienübersetzung zu tvoriU keine Aoristform, 
sondern nur zu $ztvoriti, wovon wieder kein Impf, erscheint. Aoristische 
~ en von ytiXivto werden immer durch pweleti übersetzt, dagegen durch 
präsent. Formen von Inndaatj. Der griech. Aor. li&iXijaa wird 






277 

Tegelm&fiig durch v^schoteti und ri&ilov durch chatiaeh^ wiedergegeben 
<?gl. Verf. BB. 29, S. 298). Ober den Aor. bei dur. Verben vgl. weiter 
unten. 

AksL eko^e bo ölovök» obchod§ prizhta 8voj§ raby i pri- 
dasth im» imenie svde lyualtaev . . yLoi naQidurMv . . Mat. 25. 14. 

Auch im Bg. wird jetzt noch durch den Aor. eine in einer 
Terhältnismäßig begrenzten oder kurzen Zeit vollendete Hand- 
lung oder ihr Eintritt oder Abschluß in der Vergangenheit aus- 
gedräckt: Hgackh rt zadremalija doh i rekoch^: sluSaj mojta hol»; 
puöka pukna i gorata ekna; cveteto povechna. Toj ostari (vgl. 
beim Impf.). 

S.-kr.: I ne naiavSi ga (Isusa) vratule ae (aksl. v^zoraUtte $^) n Jeru- 
salim, da ga tra2e, i poslije tri dana nadoie {obretete) ga n crkri, gdje 
sjedi (aksl. aid^tt) medu uöiteljima, i siusa (aksl. Part) ih i pUa (Part.) 
ih, i svi, koji ga sluiahu, dioljahu (aksl. auch Impf.: uMa$aaehq) se njegovu 
razumu i odgovorima. I vidjey§i ga zacudüe ae {dicisU se), i mati nje- 
gora re^e {reoe) mu: sine, ita ucini (nivort) nama tako? evo otac tvoj i 
ja sa strahom traXasmo {iakaaehov^ te. I reee {rece) im: za ito ste me 
traiili (iskaaieta)? zar ne znate, da meni treba u onom biti, Sto je oca 
mojega? I sida [nnide) s njima i dode {pride) u Kazaret i bijaie {bfj im 
poslulan, i mati njegova cucaie {sMjudaaie) sve rijeii ore n srcu svojemn. 
Luc. 2. 45—51. Hier zeigt sich auch der Unterschied zwischen dem Aor, 
nnd Impf. 

Ab. kdy2 tomu mnohy minu rok, wsta v zemi muz, jemui 
diechu (Impf.) krok; ten zemi väicku sudieäe (Impf.) a müdrosti 
jie udieäe (Imp£), Dal. C. 7 a. 5—9. 

Allerdings findet man auch nicht selten den Aor. von impf. Verben, 
häufig z. B. aksl. vidi für ildiv (so Mat. 9. 9 u. s. w.). Wenn auch ana- 
loge Fälle in anderen Spr. weit hinauf reichen, so müssen wir hier doch 
einen VerfaU des urspr. Gebrauches sehen: statt des Kompos. nahm man 
offenbar unter dem Einflüsse des Impf, das einfache Verb. So fanden 
wir auch im S.-kr. Text die Aor. sjedi, akua und pUa, Oft haben wir es 
auch dem Sinne nach mit einer eintretenden Handlung zu tun: ab. Po- 
tom Erokyüfe {J^) ^^ ^^^^ ^ umre^ Dal. C. 7 a. 9. 

Wenn eine Handlung, die aus mehreren Akten besteht, aoristisch 
ausgedrückt wird, so hat man sich nicht die Handlung in ihrem Ver- 
laufe, sondern in ihrem Abschlüsse (Resultate) vorzustellen: ar. jelikoXe 
LjachoY» po gorodom», izbivajte ja, i ixbiia Ljachy, NestL Lavr. 8. 140. 
14—15 (88) im Gegensatze zu: oni 2e ty proroky izbüachu (51), Delbrück, 
2, S. 341. 

Der Zeitraum, der zwischen dem Eintritt der aor. Handlung und 
zwischen der immer vom Standpunkte des Sprechenden zu beurteilenden 
Gegenwart liegt, kann natürlich Yerschieden sein. Hat die aor. Hand- 
lung eine bestimmte Lage, einen Zustand oder überhaupt ein in die Ge- 
genwart des Sprechenden fallendes Besultat im Gefolge , so ist der er- 



278 

wähnte Zeitraum minimal, da die Handlung fast auch in die Gegenwart 
fallt. Da auch hier etwas vorliegt, aus der Handlung resultiert, so be- 
rührt sich diese Art des Aor. mit dem Perf. Hierher gehören die bei 
Delbrück (II S. 341 f.) angeführten Beispiele wie ar. i povödaSe Ol&zd, 
jako Derevljane pridoia i vozya ja Ol&ga ka sobö (i reSe im»): dobri 
gost»je pridoia; i röSa Derevljane : pridochotm^ knjagine, Nest. Lavr. 54. 17 
(Mikl. 31); se knjazja uhichoim rus^skago, poimem» 2enu jego Yol^gu za 
knjazft svoj . ., ib. 54. 7 (30); s.-kr. danas se opomenih grijeha Bvojega 
,habe ich mich meiner Sünde erinnert* (gedenke) 1. Mos. 41. 9. Vgl. gr. 
lia^riv ,Freude ist eben über mich gekommen' (ich freue mich); kyilaaa 
,Lachen ist über mich gekommen, ich bin ins Lachen geraten* (ich mu& 
lachen). 

Hier ist der hyperbolische Aor. zu unterscheiden. Die 
oben erwähnte, in diesem Falle meist kritische oder drohende 
Lage oder ein bestimmter Zustand haben einen Grad erreicht^ 
wie er fast nur nach Eintritt einer bestimmten Handlung er- 
scheint. Statt ihn nun mit langen Worten zu schildern, wird 
einfach die aoristische Handlung, die allerdings alles das und 
meist auch noch mehr im Gefolge hat, hyperbolisch (und zwar 
meist im AflFekte) gebraucht S.-kr. Gospode! izbavi nas, izgi- 
bosmo (aksl. pogybletm Mar., pogybnerm Zogr. änoXXvfxed^a) Mat 
8. 25; zajmüe tne vodi kdladzijnskoj, e umrijeh od zedi junaUce, 
Pjes. n 35; umreh od zedi, daj mi daäu vode, Prip. 25; dizi, 
pobratime, ujedoäe me pst ib. 214. Dann auch neg. : A. vrcU' se 
natrag, mUa snaho, karadu ga ja. B. W ti karat W ne karat, 
ne vrcUih se ja, Pjes. I 296 (vgl. Maretiö S. 604). 

In derselben Funktion auch das /-Präteritum: Jaii craneay bjeii u 
katare, oboje tmo t'MgubiH glave, Pjes. III 127. 

Mit den zuletzt erwähnten Aoristarten berührt sich offenbar 
auch der sog. 

Gnomische Aor., bei dem das aus einer eintretenden 
Handlung hervorgehende Resultat vorschwebt und zwar so, daß 
ihm gegenüber die Handlung selbst in den Hintergrund tritt 
Durch diesen Aor. soll eben das Besultat sofort vergegenwärtigt 
werden. Meist ist es so, daß sich an die Vorstellung gewisser 
Bedingungen auch schon jene des Besultates knüpft, das eben 
aus einer aor. Handlung hervorgeht. 

Dieser Yorstellungskomplex : gewisse Bedingungen, ein vorliegendes 
Besultat aus einer so eben eingetretenen Handlung wird nicht mehr auf 
die Gegenwart des Sprechenden bezogen, sondern gilt für einen jeden 
Punkt der unbegrenzten Zeitreihe, in den wir uns versetzen. Da sich 
aber in allen diesen Punkten der Komplex immer so abgewickelt hat, 
daß ein Besultat vorliegt, muB es auf eine Gegenwart bezogen werden. 



27g 

denn ohne diese konnten wir nicht beurteilen, daß sich etwas schon ab- 
gewickelt hat. Natürlich kann es sich hier auch nur um eine Gegenwart ^ 
handeln, die auch für alle Punkte der Zeitreihe g^lt, d. h. um eine ange^ 
nommene Gegenwart. 

AksL vbseH ize vbzbritb na zenq ot pochotijq, uze Ijuby 
sztvori OT hejq vh srbdhci svoemb . . . ^'drj k^oix^oev Mat 5. 28 
(Brugmann S. 551). Sonst liegen Beispiele aus dem S.-kr. vor: 
dudo pasa ujedoSa vuka ,eine Menge Hunde beißen den Wolf 
tot*, eigentlich: man stelle sich viele Hunde und einen Wolf vor, 
da ist der Wolf schon hin. Dva loäa izbiäa Miloäa. Vgl. auch 
zusammengesetzte Sätze wie: dok se mudri wudrovaäe, ludi zi 
grad primüe ,während die Klugen klügeln, nehmen die Dummen 
die Stadt ein' eig.: man stelle sich vor, daß die Klugen eben mit 
Klügeln fertig sind, da haben die Dummen die Stadt unterdessen 
schon eingenommen. 

Statt des Aor. kann auch das /-Part, stehen: cim se koza dicila^ 
Hm 86 ovca sramila ,wessen sich die Ziege brüstet, dessen schämt sich 
das Schaf. 

Sonst wird dafür das Präs. perf. Yerba gebraucht, z. B. neko se za 
list sakrije a nekoga ne moie ni duh da pokrije. 

Über diesen Aor. vgl. Music (Bad 112 und IFA. 5. S. 91) und . 
Delbrück (II S. 286 und 343). M. meint, daß sich dieser Aor., der be- 
kanntlich auch im Gr. vorkommt^, im S.-kr. aus der Grundbedeutung des 
Aor. selbständig entwickelt habe. 

Perfektum. Es ist im Slav. bis auf ved^ ,ich weiß' ver- 
loren gegangen und wurde durch eine Neubildung ersetzt (vgl. 
S. 174). Es drückt das gegenwärtige Kesultat einer Handlung 
aus, das sich entweder als ein Zustand des Subjektes oder auch 
an dem von der Handlung des Subj. affizierten Objekte äußern 
kann. Häufig wiegt aber der Begriff des Abschlusses dieser 
Handlung vor. Aksl. m izvolivy . . ne prezweti gyblj^Staago, ni 
bl%d§Staago ostavit» (!) priobtHih esi pbti i kr^ve est^stva tvoego 
,hast teilhaftig gemacht deines Fleisches und Blutes' (so daß er 
jetzt wieder Mitglied der (Gemeinde Christi ist), Beichtgebet im 
Euch. sin. 78 b. 4—9. 

Eine abgeschlossene Handlung: izpouuede uze moie greche 
. . ., efe iezem uuede ztuorü iU nenuede (also im Nebensatz) 
,was ich ... getan habe' Freis. Denkm. m 26—31. Hier noch 



1. Z. B. ^x^^ ^^ ^' viinios iyva ,ist was geschehen, so ist auch 
ein Tor in der Lage, daß er es erkannt hat' (Brugmann, Kurze vgl. 
Gr. 8. 575). 



280 

häufig in solchen Eelativsätzen (ausnahmsweise: efe oni ßuorife 
n 107 — 8). Im Euch. sin. finden wir dagegen an den analogen 
Stellen den Aor. (eze kolihdo izglagoladi^, i lidho sn»tvorickh u. s. w. 
72 a. 7 f.). 

Im Bg. jetzt schon überhaupt auch als Tempus der Erzäh- 
lung (st des Aor.), wenn man selbst nicht irgendwie beteiligt war: 
edno vrime zivilz tUkoj dMo, zivSkh dedo sh svoja stara baha; ti 
zivHi irijsett i tri godim. 

Aus dem S.-kr. kann hier Budmanis Beispiel angeführt werden: 
sunee zadje kann man überhaupt von irgend einem Untergang der Sonne 
sagen, der sich einmal vollzog, dagegen sunee je zailo gilt nur vom letzten 
Sonnenuntergang in der darauf folgenden Nacht. 

Ar. Jede jestt kont moj\ jegoie hichz poetaviU kormiti i bl/usti jegof 
On» ie rede : umerh jeetb . . : ,08 ist tot*, Nest. Lavr. 38. 7 — 9. 

Von perf. Verben wird es jetzt für den Aor. und für das Perf. in jenen 
Sprachen, die den Aor. verloren haben, gebraucht; von imperf. Verben 
dagegen für das Impf. 

Das Plusquamperfektum ist ein in die Vergangenheit 
versetztes Perf. Es drückte dann aber eine Handlung aus, die 
überhaupt vor einer anderen ebenfalls schon vergangenen Hand- 
lung eintrat Über seine Bildung vgl. oben S. 176, wo auch 
Beispiele angegeben sind. 

Modalität Der seelische Zustand des Sprechenden, sein 
seelisches Verhältnis zur Handlung kommt durch die Wahl be- 
stimmter Modi zum Ausdrucke (ModaUtät): er will, wünscht die 
Handlung u. dgl. Durch den Modus wird also dem Satze eine 
psychische Färbung verheben. Sie kann zwar auch durch eine 
bestimmte Akzentuation einzelner Satzteile oder durch die Wort- 
stellung angedeutet werden, aber hauptsächUch geschieht es doch 
durch die Modi. 

Die urspr. Geltung der Modi, unter denen der Imper. immer den 
Befehl, der Opt. den Wunsch und die Möglichkeit, der Konj. das Wollen 
und die Voraussicht ausdrückten, hat sich im Slav. verschoben, indem 
der Konj. (bis auf bqdq) verloren ging und der Opt. (bis auf gewisse 
Überbleibsel) die Funktion des Imper. übernahm. Der Ind. hatte urspr. 
keine modale Funktion gehabt, konnte sie aber dann auch in bestimmten 
Fällen übernehmen. Sonst übernahm im Slav. ein neu entstandener 
Modus, nämlich der Konditional, der wohl auf einen alten Opt. zurück- 
geht, die Funktionen des Konj. und Opt. 

Durch den Indikativ wird einfach etwas ausgesagt oder 
behauptet, ohne daß dadurch auch eine psychische Beziehung 
seitens des Sprechenden zur Handlung ausgedrückt würde. Nur 




281 



^ zeitliches Verhältnis haftet dem Ind., wie wir 
aksl Ufjda ucenici vbsi ostavVbse i beza^q Mat 



-t auch an die Stelle des Konj. in Nebensätzen 
■ / da dasi mi jd^ÜM iVa (e^avTr^g) ö(pg fioi' 
^^ , da kamenie se chlebi bqdqtz Mat 4. 3. Dann 

1^^^^ liger Ind. mit da auch selbständig gebraucht, um 

■P^^ t daß etwas verlangt od. gewünscht wird. Natürlich 

^^B^^ ]>r* ein Verbum des Verlangens vor: ich wünsche, 

^^^^r daß , , u. 3. w. z. B. aksl. tako da pro8V(^Uz sq 

^^^^^ Mt'Tmg Xaftil>dno . . / Mat 5. 16 (Zogr.); da bqdetz ti 

^^^^^ ynkh % mt/tarb J^otw ool wontQ . . .* Mat 18. 17; da 

^^^^ irn^ tme ^aytaa i^nJTO} . . J Mat. 6. 9. 

^^^^ die&e Funktion des Ind. wie auch über andere analoge vgl. 

^^^p^ f ei scheaätze n . 

^^V schon oben S> 274 erwähnt, wird eine rasch oder plötzlich ein- 

^^L Handlung einfaeh durch meist onomatopoetische Gebilde ausge- 

^^^ b^i, b^i a üü jedoou bde do bläta ,cr läuft, er läuft und auf 

^V^ plump (füUt er) in den Kot; z niSeho nie tabula v oknö hritik ,Yon 

^K macht die Tafel im Fenster krack'; hastrman ibluhk do vody. 

jiche b. dial. Beispiele bei Bart oS (Dial. I S. 192). 

Durch den Imperativ soll zunächst eine andere Person zu 

L* Handlung veranlaßt werden (Befehl in der 2. u. 3. F.), in 

. 1. Fl. und Du. dann auch eine Aufforderung der Anwesen- 

.Uy die sprechende Ferson mit inbegriffen, zu einer Handlung. 

A die Handlung eintretend (gr. Imper. Aor.), so wird ein peri 

. erb zu Grunde gelegt; sonst ein impf. 

Durch den Imper. wird aber auch ein Verbot ausgedrückt, wobei 
ilie Neg. im vorgesetzt wird; hierbei wird statt eines pf. oder dur. Yer- 
hums wo möglich ein iter. (vgl. S. 190) genommen. Im Slav. fungiert 
der urspr. Opt als Imper. und zwar ist es der sog. präskriptive Opt., 
dessen Gebrauch hier verallgemeinert wurde, vgl. rtp firj rCg non nau- 
nar aviiQ a&ifiiaxos itri, dkl* o yt aiy^ dtS^a &£<5v l/oi ,drum sei nimmer 
ein Mensch frevelhaft, sondern empfange still . . .' (vgl. Brugmann, 
Kurze vgl. Gr. S. 585). Im Aksl. hat sich die 2. u. 3. Sg., dann die 1. 
nnd 2. PI. in dieser Funktion erhalten. Für die 3. Fl. wird gewöhnlich 
-der Ind. mit da (so insbes. im Aksl.) oder mit anderen Partikeln (vgl. 
bei den Heischesätzen) genommen. Einige mal hat sich im Aksl. in der 
8. PL noch ht^ als Imper. erhalten. 

Über aksl. im mosi, ne mozUe mit dem Inf. und über andere der- 
artige Umschreibungen des Imper. in anderen slav. Spr. vgl. bei den 
-HeiBchesätzen. 

Imperativ fär das Präteritum tritt bei lebhafter Schil- 



282 

derung einer Begebenheit fast in allen slav. Spr. ein und zwar 
in der 2. Sg. für alle Personen des Sg. u. PI. Nach Delbrück 
(ü S. 397) wäre auszugehen von Sätzen wie r. izdcUi uvidiU 
leäöa da i chvatt jego zubami ^us der Feme sieht er einen 
Brachsen und nun packt er ihn mit den Zähnen^ (Afan. 1. 10). 
Die urspr. Auflfassung wäre natürlich die: ,und nun hieß es (sagte 
er sich) pack ihn mit den Zähnen^ 

Es ist aber auch zu beachten, daß dem Imper. in der Begel der 
sofortige Eintritt der befohlenen Handlung folgt oder folgen soll und so- 
könnten in der Erzählung alle derartigen Handlungen, die sofort ein- 
treten müssen, durch die als einen erstarrten Ausdruck gebrauchte Im- 
perativform ausgedrückt werden. Damit wären die Sätze zu vgl. wie das 
oben erwähnte: bS2i, bö2i a najednon bäe do blata. 

Aus dem R noch z. B.: i blesni mni tuiz söastUvaja mysh 
,une heureuse idöe me traversa Tespritf Turg. Dym». 162. Nicht 
selten ist davaj, eig. ,gib^, dann ,vorwärts*, ,nun los' z. B. seli za 
Btoh % davaj pith ^e setzten sich an den Tisch und nim vor- 
wärts zum Trinken' (Afan. 1. 35); baba brosüasb v^ chatku, uvi- 
dila öto devoöka uäla i davaj bitt kota % rugatt ,die Alte stürzte 
in die Hütte, sah, daß das Mädchen fort war, und sofort schlug 
sie auf die Katze los' (ib. 1. 14). Auch dieser Imper. wird durch 
nute mit dem Inf. umschrieben, insbes. im Klr. (Miklosich IV * 
S. 796). 

Aus dem Bg., S.-kr. und Slov. führt Miklosich (S. 795) zahlreiche 
Beispiele an, insbes. aus dem S.-kr., wo dieser Gebrauch häufig ist, z. B.. 
dijeU spopadne (bukvu) , pa povuei tamo , povuci amo , alt ne moHe da je 
ücupa . . Prip. 2; ona skine b ruke svoju pUtivacu, a mi b korya svoje 
vreö^j pa puni i tiy'eri, dok napunimo vrede . . . ,wir füllten und maßen. 
(Imper.), bis wir unsere Säcke anfüllten, ib. 7 (hier also für die 1. PL); 
ona tri zmaja uteku u jazbinu ; onda ova dvojica brie vuei slamu, pa turaj 
u onu jaMnu^ pa onda zapale^ % iako sva tri zmaja onde propadnu (hier 
vuei, turaj Imper. für die 3. PL), Prip. 44; pa uzmem noi, pa Bve dlaku 
po dlaku odreztiff pa navezuj (für die 1. Sg.), ib. 204. 

So wird hier auch das aus dem Türk. stammende hajde, cyde, das- 
sonst auch als Imper. fungiert, gebraucht. Hier auch dial. kad ja tamo 
dodi (Maretic S. 607, Novakoviö S. 320). Im Slov. und Bg. ist es- 
insbes. der Imper. b}ßU. 

P. p^i przez zwierzynieCy a za nim eapaj, iop<V$ ^cinaj^ doiok dwie 
smycze chartöw, Linde 1. 478. B. dial. besonders pod" und hybaj: Pieht 
penize do kapee a hybaj ven ; vzät sekyru na rarneno a pod" do leBa (Kott 
III S. 138). Insbes. auch im Slovak. 

Der Imper. wird für einen konditionalen oder kon- 
zessiven Satz gebraucht, was sonst auch vorkommt (z. £• tua 



283 

das und du wirst leben) und es ist im Slav. darin nicht etwa 
noch die urspr. opt Funktion zu suchen. Hierbei erfährt die 
Betonung des Imper. eine Modifikation. Aus der konditionalen 
Geltung konnte sich dann auch eine konzessive entwickeln. 

Häafig finden wir diese beiden Funktionen im B. : a) hier kann der 
kond. Imper. für eine jede Person gebraucht werden, es wird dazu nur 
das betreffende Pron. pers. oder das der 3. P. gesetzt: aJu^ijajemu odno 
slovOf on» sdi/alb hy nepremhmo (fQr j'esli hy ja skazalii); im^' ja vremja^ 
priseh by; molci om^ ja ne stal^ hy gorjacitbsja (die irreale Bed. resultiert 
aus dem Hauptsatze); 

ß) no cto ni sovertüt, wS my vinovny ,wa8 auch immer geschehen 
mag, immer haben wir die Schuld* ; kak^ mi^atz ni tteU^ no vag ne solnea 
svitz] kuda ni podi ,wohin du auch immer gehen magst'; hoj^ja, ne boj^'a, 
hezh roku smerti ne btulftz; rodin, kresHst, zenisty umiraj, za veS denezki 
podaj, 

Slov. a) ojster vetric popihni^ po ty'emu (cloveku) je ,wenn ein scharfer 
Wind sich erhebt, so ist er verloren; 

ß) govori alt molci ,du magst reden oder schweigen*; delaj alt nedeky, 
vte nie ne pomaga (Mi kl. 8. 798 — 99). 

S.-kr. hud" ,wenn* : hud' mi takla sivoga eokola, jer mi zak/a ko^ja iz 
podruma ? 

P. tknij mi^f a zginiesz; nieeh ti^ dziad pokazaif wstyetkie go psy 
opadly (Krasnow. S. 263). 

B. a) oetrihej prikdzdni mych a iiv budei; ß) tu kazdy, m^' kolik ehee 
parucnikAüy osobnl ttati. . . musi, Vi.; budf jak butT, pobehnu ,sei dem wie 
immer . . .* ; ehief nebo neehtej, Boha praviho poznati mtuii Pass. ; cA%' ja 
neb necht^\ musim ciniti tvou vAU, Häjek (Kott, III S. 137); delej co dUej 
,du magst was immer tun*. Hierher auch ömcT, bud'to ,es sei*, bud" — bud* 
,es sei daß oder . . .* ,entweder oder*; slorak. bud'to ,obgleich*: drltal biti 
panovyeh^ bud'to dott odpornyeh (ib. I S. 105). 

Der Konditional ist ein periphrastischer Modus, der sich 
im Slav. als Ersatz für den Verlust anderer Modi (Konj. u. Opt.) 
aus bimtj wohl einem alten Opt (vgl. auch noch oizpademh ano- 
niaoiixL S. 142) und dem {-Part entwickelt hat: phsalh hiim und 
zwar offenbar nach der Analogie von phsah jesmh, p. bichz und 
jp. biach^, wobei die modale Bedeutung nicht ganz verloren ging. 
Später wurde bitnt ganz vom Aor. bych^ verdrängt 

1) Ist birm ein urspr. Opt, so wäre die älteste Geltung des pteah 
bimb die eines in die Vergangenheit versetzten Wunsches, der also ffir 
die Gegenwart meist unerfüllbar ist, nach Art des gr. rixai di fii norvta 
"Hgrj ,hätte mich doch H. zur Welt gebracht* N. 826. Im Slav. haben 
wir Belege mit Wünschen für die Gegenwart, bei denen allerdings 
noch zu untersuchen ist, ob sie nicht sekundär sind: s.-kr. Bog bi dao, 
da bi dobro bilol Pjes. I 258; ab. hoepodine, by prohtni nebesa eatupil k 
nanty Pass. 262; rad^'i byeh ehtil umrieti Alz. V 181; by uciti ,utinam 



284 

saperent' ZKlem. 129 b; r. sMla In tebja ubila (fast schon zu einem Be- 
fehl geworden, Mikl. S. 809). Über die selbständige verbale Geltung des 
hyeh^ in Sätzen wie ar. ois hy mi baba iiva vgl. oben S. 182; p. o by ci^ 
bog w dziesi^eiaro obdarzyl; o by ten wielki cztowiek jeszeze iyi. Meist 
sind allerdings diese Wunschsätze von Partikeln begleitet, z. B. aksl. 
j'aru da by (urspr. bi) obreh Supr. Iö6. 11. Näheres bei den Wunsch- 
sätzen. 

2) Der Kond. kam vor in irrealen Bedingungssätzen 
lind zwar ursprünglich wohl in solchen, deren NichtwirkUchkeit 
für die Vergangenheit galt: aksl. aste bi stde byh, ne bi bratrb 
mal umrbh Joh. 11. 21. Der Kond. steht also in Vorder- und 
Nachsatze. Die NichtwirkUchkeit wird aber auch auf die Ge- 
genwart bezogen: aksl. aSte bo biste virq imcUi Moseovi, virq 
biste j^i i mtni, Jo. 5. 46. 

Wäre bimb urspr. ein Präteritum, so müßte man mit Delbrück 
(II S. 409) von den irrealen Sätzen der ersteren Art ausgehen. Es würde 
dann also eig. heißen: Wenn du hier (gewesen) warst, war mein Bruder 
nicht gestorben. 

3) Nach Art der irrealen Sätze können auch andere gebildet 
werden, wobei a) bald der Vordersatz, b) bald der Nachsatz oder 
beide zugleich maßgebend waren : a) s.-kr. Turci su iskali .... 
da Srbi ostanu careva raja, a ko to ne frt mogao ili teo podneti, 
onaj neka ide iz Srbije, Mil. Obr. 32; naredeno bi, da se kazni, 
koji bi prestupio prayila; ko bi spavao u onoj kuöi, neka opere 
haJjine svoje (Maretiö S. 621 — 22); v. kto by on ni byh, no 
^to cestnjj öelovek«; öto by ni bylo ,quoi que ce soif iL and« 
dgl.; p. kto by przysiqgl na :dioto koäcielne, ten winien; b. kdo 
by nev^ril, muie se presvedöiti; kdoi by otce nebo matku ubü, 
fimrti al umre, Br. ab. käza vSem, kto2 by mohli jiti, Kat 1138. 

Hierher gehören insbesondere auch Yergleichungs- und verallge- 
meinernde Belatirsätze : s.-kr. kao da bi $e htjeto redi ,als ob man sagen 
wollte* ; slov. pobil boi Madjance^ kakor bi jih biio Jeden vsihy Bavn. 1. 128 ; 
p. biegali wszysey za nim, Jak by za raroyiem; b. deial se Jako by tpal 
(Mikl. 813). 

Belativsätze : p. aze by Ja znalaxi takiego ezlowieka^ eo by mi po^ 
wtedzialf Jaki mi^ lo$ ezeka . . . ,der mir sagte* (ib. 814) ; s.-kr. kad se 
malo öete poumloze, onda stanu nagoniti i one Ijude, koji ne bi 6eU^ 
da ustaju s njima (Mareti6 S. 620). 

b) Hier war in der Regel ein irrealer Vordersatz zu er- 
gänzen. So in Frage- und Aussagesätzen: 

s.-kr. kako bismo dete omrazüi i sa svetlim carem zavadili? 
Pjes. II 158; kad je tebi Sarac omilio, za gto mi ga zaiskao 



285 

nisi? ja bi{h) ü ga poldonio, sine, i tvoju bi(h) tradbu naplatio, 
ib. n 454 (Mar. S. 620). 

p. itöiby tu mieszkal? Mick«; ämiaibyä, huUaju, zna6 siq 
Upiej na lowach % zwierzqt rozdzaju, niäi ja? Mick.; 1 szalony 
snadiby wj/rozumial, co jest lepszego, Eej.; Przysiqglbyä, ze krzyk 
z zatnku, Mick.; MyäkübyS, ze rög ksztaity ztnienial, Mick,; b. 
kdo hy neplakal? 

c) Im S.-kr. zur Bezeichnung Yon Handlangen, die sich in der Ver- 
gangenheit wiederholen: i tako produ tri godine dana, i kad hi god 
majstor zapiiao dete, ita je naaSilo, ono hi ma sragda odgovorihf da nije 
niita ,. . . und so oft der Meister fragte . .' (Mar. S. 622). 

4) Mitunter wird dadurch der Aussage eine mehr beschei- 
dene Form gegeben oder die Bitte wird zu einer höflicheren: 
s.-kr. Mo 86 tiöe starine naH pjesama, ja bi rekao, da itnamo 
stariß zenski, nego junaiki; joi bih te mclio, da ih ditaä (Ma* 
retiö S. 620c); p. Chcidlbym mu opawiedzieö wypadek ciekawy, 
Mick.; wolal bym zginqö tysiqc razy, Sienk.; te kraje radbym' 
myilami powüai, Mick. — b. abyste se räiili na vSem dobfe 
mfti, prdl bych v5m§ räd (2erotfn, L. I 51); ja bych videl, co by 
bylo uöiniti. 

5) Der Konditional kommt in Finalsätzen vor, was auf 
der Geltung sub Nr. 1) basiert: die Finalsätze konnten im Sinne 
von Wunschsätzen aufgefaßt werden , wie wir es ja sonst häufig, 
z. B. nach den verbis timendi finden. Aksl. i drtzaachq i, da 
ne bi cMdb oth nickb Luc. 4. 42 (vgl. bei den Finalsätzen). 

Daran schließen sich Belatirsätze and Temporalsätze mit finaler 
Färbung: p. nie bsdzie, jenie hy odjel ,ne sit, qai eripiat* Flor. Ps. 49. 
23. (22); Jezu» rozkazai uprsedziö go do drugiego hrzegu, ai hy rozpuieü 
rzesze Mat. 14. 22 ; b. prinutil JezU ucedlnlky 9vi, ahy predeSli j'ej na drii- 
hou Hranu, dokudz hy neroipustil zdstupii, Mat. 14. 22. 

6) Der Kond. steht in abhängigen Sätzen und zwar ent- 
weder wenn sie nicht als vom Sprechenden ausgehend, sondern 
im Sinne eines anderen dargestellt werden, oder der Sprechende 
knüpft gewisse Zweifel an seine Aussage. Es handelt sich vor 
allem um Frage- und Aussagesätze und überhaupt Objekt- 
sätze nach den Yerbis der Wahrnehmung. Dieser Gebrauch 
geht wohl zurück auf die irrealen Sätze: dort wird die Bedin- 
gung als nicht wirklich oder nicht vorhanden dargestellt Hier 
gibt der Sprechende der Behauptung oder Aussage eines anderen 
den Charakter einer bloßen Annahme ohne daß er die Garantie 
für ihre fiichtigkeit übernehmen wollte. Aksl. vbnide ze pomy» 



286 

älenie vt n'^, kbto ichz v^te W byh . . . xig av eitj Luc. 9. 46 
(dagegen Mar. 9. 34: sntt^zaaSe na pqti, kto esth bolei ,Tig (Äei^wv 
eativ^, also direkt); pomaoaachq ze othcju ego, kako by choUlz 
nareäti e, Luc. 1. 62; t glagolachq dmgb k drugu, dto biäq sb- 
tvorüi Isusovi Luc. 6. 11; t ne um^chq öbto bq otzveMali emu 
Mar. 14. 40. 

S.-kr. tapita lA, eda bi imali sto, da mu dadu za jeof Prip. 2; car 
Andron^ ne znadaie^ kako bi bolje ukrotio 9ilnoga neprijaUlja (Mar. S. 619). 
Mitunter st. des Fat. : ne bih i% $e junak povratio, da bih tnao, da bih po- 
ginuo (= da da poginuti), Pjes. II 291 ; ne Ifubih ii paaa medu oci, da bih 
tnaOf da bih poginuo II 467 (ib. S. 623). Slov. pomiilovala je^ kaj bi vlegnilo 
to pomenitif Bavn. 2. 9. B. ne dumaj'u, ctoby ftm uspeh] klr. dumaia, 
dumaia^ ico b' vono take znacgio ,wa8 das bedeuten möchte' (Mikl. 813); 

p. nie widz^^ ie by£ mi sprzy/al; wqtpimy o tem, ie by czyiyk miai 
to klatce leptze, nii w polu, toygody; mniemano, by to pokoju przy/eehai; 
nie ehee si^ toierzyd, dbyimy mieli byd na gar die karani, Sienk. Insbeson- 
dere nach neg. Sätzen (Krasnow. S. 433). 

B. ab. po obMi toho pütnika zaklel, aby jemu povidil, kdo by byl^ a 
kterak by jemu jmi bylo (Pass. 240). Povidichu, ze veliky lid, jehoi neve- 
die, et by byl^ jede na näs (V^'b. I 540). Sluiebnici k nim priaioupivie, co 
by dilali, otäzali (Häj. 12). Odepsali^ ze by zddnych penez nebylo (Let. 515). 
Pövod vinilf ze by on Jan pohnany drzaljejie dediny v Skuhrove (Dsky 1 121). 
Viickni se domnivali, ze by Falamedes zradou vinen byl (Troj. 472); iah- 
vachUf by si krälem cinil (Pass. 290); ürodnik neveri, by jeho dobytek byl 
(Kn. Begrab. 73) ; neprovedli, by byli nedilni (Dsky I 115) ; nigde nectem^ 
by iak veU byvalo v sv^ veeele Alx. B. 5. 41 ; Antipater byl oeocen k cie- 
sarovij by byl nevimy ,daß er untreu wäre* (Kruml. 88 b); jeva bratrend, 
jeito naie matka mni, bychve u mori utonula Pass. 290. Hi jeden z vds 
neter tomu, byeh tuto vee zamyslil, Alz. H. 8. 20; gdyz juz mni kto, by byl 
ziice Alz. BM. 5. 6; nevizu, by kto vds pravü zddott k nebesdm jmelj 
Tül. 33 a. 

Arten des Satzes. 

Wie S. 280 erwähnt, werden hauptsächlich durch die Modi 
gewisse psychische Zustände und psychische Beziehungen des 
Sprechenden zur Handlung ausgedrückt Danach können wir 
vier Arten des Satzes unterscheiden: 1) Aussagesatz, 2) Fragesatz, 
3) Ausmfungssatz und 4) Heischesatz. Der 3. und 4. sind am 
meisten psychisch gefärbt 

1) Aussagesatz. Dadurch wird etwas meist die Außen- 
welt betreffendes konstatiert oder es werden auch leibliche oder 
seelische Zustände des Sprechenden zum Ausdrucke gebracht, 
ohne daß er hiebei auch seine psychischen Beziehungen dazu 



287 

äußern möchte; geschieht letzteres, werden die Aussagesätze zu 
Ausruf ungssätzen. 

^Das Gebiet des Aussagesatzes ist ein sehr weites; es umfaßt haupt- 
49äclilich auch das Urteil, die Erzählung und Beschreibung. 

Wird die Aussage als wirklich hingestellt, so wird der Ind. ge- 
l)raucht; das ist auch vorwiegend der Modus der Aussagesätze. Es kann 
aber auch vorkommen, daß sie als nicht wirklich oder nur als möglich 
hingestellt wird, wobei dann der Konditional zur Anwendung kommt (s. 
bei diesem). Eine gewöhnliche Aussage: aksl. claveku edinomu hogatu 
ogobbzi 8^ niva Luc. 12. 16. Ein seelischer Zustand wird konstatiert: 
milosrbdujq o narodi Mat. 15. 32. Dieser Satz könnte leicht zu einem 
Ausrufungssatze werden. 

2) Fragesatz. Man fragt entweder nach einem näheren 
Umstände zu einer gegebenen oder bekannten Tatsache z. B. 
Jcogda ubo si bqdqU nove olv zavta loxai, Luc. 21. 7, wo man 
dann von Ergänzungsfragen (Nominalfragen, doch kann auch 
mit emem Satze geantwortet werden, so nach ,warumO spricht — 
oder nach der Bestätigung (bez. Verneinung) emer ganzen Aus- 
sage, was man eine Bestätigungsfrage (Satzfrage) nennb 
z. B. ne i mytare li tako tvarqtb Mat 5. 47. Von den Aussage- 
sätzen, denen insbesondere die Bestätigungsfragen sich nähern, 
unterscheiden sich die Fragesätze durch eine hinsichtlich der Höhe 
und Stärke mehr variierende Betonung, nicht selten durch die 
Wortstellung und schUeßlich meist durch Worte, die eben einen 
Fragesatz charakterisieren. 

Insbesondere ist es die Ergänzungsfrage, die immer ent- 
weder ein Fragepronomen (kzto, kyi, kotoryi, dUo) oder ein Frage- 
adverb (kbde, kogda, kako, kamo^ u. s. w.) aufweisen muß. Dieses 
Fragewort steht in der B^gel an der Spitze des Satzes: kide 
estb Vera vaäa? Luc. 8. 25. 

Selten kommen im Slar. zwei Fragepronomina im seihen Satze vor, 
wie b. kdo koho hledä? ,wer sucht wen?'; s.-kr. ko de koga pripsU ,wer 
wird wen im Schimpfen übertreffen?* Auch in abhängigen Fragen: Zvh 
dlli^ kdo ehce b kym hyti\ o deerach nemohu vid&if ktera te z kteri man- 
ielky narodila; ja vsecko, co Jak jest^ vylozim; porucniei didieüm cini ze 
vieho pocet, eo nac vynakladali (Kott, Slovn. IV S. 34). 

Im Aksl. dringt hier mitunter auch die Fragepartikel li aus den 
Bestätigungsfragen ein: kt^du ze li razlicbe byetö ,n6^iv ovv ^ dut<poQd* 
Cloz. 254. 



1. Es liegt also immer das ursprachl. Fragepron. *0K>-, *j!?i*- und 
*qfii vor. Ebenso in vtskqjq, pro ce u. s. w. 



288 

Die Bestätigungsfragen waren wohl ursprachlich ohne 
Fragepartikel, wie es ja auch noch ab und zu im Slav. vor^ 
kommt, in welchem Falle die Frage nur durch die Betonung und 
Wortstellung angedeutet werden kann, z. B. p. byi tarn ojciec? 
ab. jeSde vy hez ümysla jste? nerozumiete • . .? Allerdings auch 
in der Vulg.: adfiuc et vos sine . . estis? Non intdligüis? Ev. 
Vid. Mat 15. 16: chceS zdrdv hyti? ,vis sanus fieri?^ ib. Jo. 6. 6. 

In der Kegel weisen jedoch die Bestätigungsfragen eine 
Fragepartikel auf. Die gewöhnlichste ist li, das Miklosich als 
eine Verkürzung des Ijvbo deutete (Etym. Wtb. S. 171 und Vgl- 
Gr. IV S. 167), das aber wohl nach Fick und Leskien (Die 
DekL S. 49) mit der Optativpartikel lett Idi, preuß. Aai iden- 
tisch ist 

Mit Bücksicht auf I S. 283 kann es dann weiter als ein Opt. *\iloi' 
oder *j#/t- (vgl. lit. Ind. pa-velmi^ ai. opt. vurtta) gedeutet werden, zumal 
auch noch im Slav. ein *j#//- in do-vtleti ,genügenS wozu auch volja ,Wille*^ 
gehört, vorkommt (so Brugmann, Kurze vgl. Gr. S. 611, Anm., eino 
Wurzelstufe ^- wie ai. Aor. o-vrt, dor. lui, Xj u. and.). Das /t dürfte 
aus den disjunktiven Fragen, wo es wohl zuerst vorhanden war, in die 
Bestätigungsfragen geraten sein, was übrigens von den meisten Frage- 
partikeln gelten könnte. Es ist immer enklitisch im Gegensatz zu iU 
(= t, li). Das li dringt manchmal auch in die Ergänzungsfragen ein. 

Aksl. ty li esi cesaft ijudeiskh jOv el 6 ßaai^Xevg xtiv *Iov' 
daiwv^; Mat. 27. 11; vidi li uöeniky, vidi li uöenika yeldeg ^a&t]- 
Tag, eldeg ^a&nj^crjv^; Cloz. I 247. 

Wird die Neg. ne vorgesetzt, so erwartet man eine bejahende 
Antwort: ne i mytare li tako tvorqth o^x^ ^^^ ^^ xekußvai otz(o 
ftOLOvOLv; Mat 5. 47. bg. dojde li si bratz ti? Snigh li vali? 
S.-kr. ima li? ,hat er?^; mili boze, na svemu ti vala! üesto li se 
vojske udaraju? slov. je li res? ,ist es denn wahr? kako li? ,wie 
denn doch'; kje li? kam li? ,wo, wohin denn doch? (also auch 
in Ergänzungsfragen, Pleterän. I S. 616). 

r. ot^ sego li Iha smhrth bylo vzjati mne? Nest Lavr. 38. 14; 
pravdu li vy govorite? Ne varm li ja äo govorilz? Auch ili 
im Anlaut: ili ty oglochz? 

p. kochasz li siostrq moj^ (linde); im P. ist li meist hypo- 
thetisch, b. skorO'li nU masti budü? Mast 128; mdte4i tuto po- 
jisti CO? Ev. Vld. Luc. 24. 41. 

Wird eine derartige Frage abhängig, muß das li darin bleiben: 
r. diti poobidali i vyili na ulicu $motrUb, ne vedutt li korovu (Tolst.). 

Eine ziemlich verbreitete Partikel ist auch öi, die mit dt-to 



289 

,qiiid* zusammenhängt: slov. öi (öe) st tarn bü (Mikl. IV S. 168); 
ar. auch ci : ci i gresi praHajuth sja po s^mrtti? Syjat; SvjaUh 
polH pro volosth ci ne übt Borisa i Gliba a satm ci dolgo po- 
zive? Lavr. 292. 5; ci hudett Kondratb Hvb? (ib.); ci komu vas^ 
kto rodim uhbjem oth seju? Lavr. 173. 14; klr. <5y : <5y moze 
buii ^st es möglich?' (2elechowski Wtb. II S. 1070). 

Im P. sehr verbreitet (mitunter mit li, wie im B.): ap. ety-li nie 
poznajq ,nonne cognoscent*, Ps. Flor. 13. 8; ezy-li napisai a. s. w.; ezy 
Ja wiem? Czylii to ona? Czy moie bpe? Aach in abhängigen Sätzen: 
nie wiem, ezy to prawda. Im B. mitunter mit li : ab. ci epoviedati ei hude 
praeh ,numquid?*, ZWittb. 29. 10; ci-H hnevati ee hude ,numqaid?' ZKlem. 
7. 12; ci-li höh nevzpyta teehto? ,Nonne?* ib. 43. 22. Jetzt ist es in dieser 
Funktion nicht beliebt, dagegen wird es disjunktiv gebraucht. 

Hier auch coz z. B. eoz pokoje sobe dati nemt^zei a lidem iak^? Coi 
myelii pordd Jen na tu vic? Das co-ie war urspr. in Ergänzungsfragen. 
Ab. auch kS, wenn eine neg. Antwort erwartet wird (vgl. weiter unten). 

Eine vielleicht auch schon urslav. Partikel war za, obzwar 
das s.-kr. zär (zar ti neznai? zar 6e i on do6i?)j das man früher 
aus *za-ze deutete, das türk. zdhir augenscheinlich, sicher, gewiß^ 
sein dürfte (KeSetar, Afsl. Phil. 27 S. 609), zumal bei einigen 
s.-kr. Schriftstellern des XVIII. Jhd. zajer, zaer (woraus zär) 
vorkommt; im S.-kr. heißt es auch noch ,etwa, vielleicht': do6i 
6e zär i on (Yuk., Lex.). Dagegen im K. za für t^ samorm 
däe? uze li? (dial. Mikl. IV S. 169); im Ar. auch eza, das wohl 
durch eine Yerquickung mit eda entstanden ist und daher auch 
im Finalsatz gebraucht wird: um^ vsb shdtrbzaäe otb duvhstvii udru- 
<^a ubo i proöaje phti, eza kako sehe ne dostoino vuprija, paky 
ze bozije stmotrenije tnttijaiäb byti. 2it. Thed. St 56 (Srez- 
nevskij, Mat I S. 819). 

Ap. aza = a za ,numquid?*, so im Ps. Flor. 29. 12; 49. 14; 
85. 5 IL s. w.; in asza mosze ib. 77. 22 wohl ein Schreibfehler 
(das 8z unter dem Einflüsse von mosze)^ daneben auch aza-li 
,numquid* 77. 24; 87. 13, dann ajza 7. 12 wohl = a iza und 
letzteres ^ i za (iza, izali, izaliz aus Muczkowski auch bei 
Mikl. S. 169). 

Auch im Ab. finden wir noch za : za dieS : na smrti nie 
neddtn, kdyzjest umfil za ny btwh sdm, zivu ndzijest byti ndm . . . 
Vft 34a (S. 104, V. 245 der Ausgabe); ba za nevieS, ze pro vinu 
takü potratü? Hrad. 19 a. 10; za mnti, by tarn utezal; zamniä, 
ze by prid tobü bizal? Alx. V. 1368—69. Auch in abhängigen 
Sätzen : % poöichu si shledati, za by mohli na kom tu vinu po- 

Vondrik, Vgl. dmT. Gramm. H. 19 



290 

znati. Hrad. 77 b. 13—14; vgl. auch 124 a. 9; mysle vezdy na to, 
za by priälo . . . Alx. BM. 172. 

In den Prag. Fragm. haben wir 4 mal eza {jezä) für za bez. jeda 
(vgl. Verf. püvodu kijev. 1. S. 65), das wir auch im Ar. (als eine finale 
Konj.) gefunden haben und das wohl auch im B. als ein Kontaminations- 
produkt &U8 jeJa und za zu erklären wäre, wenn hier überhaupt ein der- 
artiges jeda wahrscheinlich gemacht werden könnte. Wir werden hier 
allerdings ein temporales jedaz, jedyz nachweisen. Aus *jezda, das wir 
hier voraussetzen müssen und das noch zur Sprache kommt, und za 
könnte sich wohl kaum das j'eza der Pr. Fragm. , wohl aber ein zda ent- 
wickeln. Etwas analoges werden wir auch bei aksl. aite voraussetzen 
können. Das vorauszusetzende *jezda wie auch das im Ab. noch belegte 
za sind verloren gegangen. 

Für za, das schon im Ab. als ein Archaismus erscheint, ist 
zda allgemein eingetreten, z. B. zda mi kto pHnesl jiesti, Ev. Vfd. 
Jo. 4. 33; hier auch sehr häufig nezda ,nonne' z. B. nezda tento 
jest, jenz sediere zebri Jo. 9. 8; vgl. noch Jo. 21. 5, Luc. 24. 26 
u. s. w. Aus einem *nejezda neben einen neza hätte sich leicht 
ein nezda und daraus dann auch zda entwickeln können. 

Maretid läBt zda aus za + da entstehen (Bad. 93, S. 73), wir 
können hier aber nirgends ein da als Fragepartikel nachweisen. 

Im Aksl. und Ar. ist auch jeda {eda), das meist eine nega- 
tive Antwort voraussetzt, z. B. eda mozetb sUpecb slipbca vodüi? 
ne oba li v^ emq mpc^iete s^? Luc. 6. 39 (im 2. Satze wird 
eine bejahende Antwort erwartet); eda obemlj<^ oth tt^nie grozny 
li otb ripie smokbvi? Mat. 7. 16; eda mogc^ synove braöbnü 
plakati 8^ dontdeze s^ nimi estb zenich^ Mat 9. 15; eda v^ vekb 
otwinetb gospodh . . , li do kontca milostt svojq otbsiöeU? Psalt 
sin. 76. 8. 9. Wird eine positive Antwort vorausgesetzt, so muß 
daneben eine Negation stehen: eda sftp^i ne prilozith v^8lcr^sncl^i 
Psalt. sin. 49. 9 (oder vgl. oben: ne oba li vz ^mq vzpadäe 8^?). 

Auch im As.: eda phtica obrela sebi hraminu? M. 65. Ar. 
jeda natm toze myslite prinjati ,glaubt ihr etwa, daß wir das- 
selbe annehmen? Nest Lavr. 84. 9; vgl. noch 138. 7; 141. 15 
u. s. w. Manchmal hier dafür jegda, z. B. jegda kto vestt, kto 
odoUjeth ib. 45. 10; die Abschreiber haben wohl jeda nicht mehr 
verstanden. Diesen Lrtum finden wir übrigens schon im Aksl.: 
Mar. hat im Marc. 4. 21 eda prichoditb 8vetihnikb, da . . . fiijti . ., 
Zogr. hat hier aber egda. 

J. Schmidt faßte dieses jeda auf als den Beflex des ai. 
yadä ,wannS korrel. zu *koda, das von kzda (nach kzde ,wo', ai. 
küha ,wo, wohin*, av. kudä ,wo*) verdrängt wurde (KZ. 32 S. 397). 



291 

Allein es ist um so unwahrscheinlicher, daß sich aus diesem alten 
jeda eine derartige Fragepartikel entwickelt hätte, als wir es im 
Ab. noch in der alten ihm urspr. zukommenden Bed. (jeda, jedy 
^wenn, als^ haben , z. B. jeda-z si dunce prosmeti, tu si spolu 
vojem midi i doßi bylo boji Ak. H. 2b. 32 (bez. V. 156), Alx. 
y. 1287 dafür: kda se . . . Eher wird man vielleicht mit Mi- 
Ic los ich (lY S. 259) an *je{stb)-da denken, da unter besonderen 
Umständen das -stt (sti) frühzeitig abfallen konnte. Wir haben 
schon im Zogr. ein e für esth Jo. 21. 23, häufig dann im Supr., 
im Mar. ne für nistz Jo. 6. 63. Damit wäre e4i zu vergleichen, 
das wir schon im Cloz. finden : eli bo rcispinaerm cesarjueth, kako 
bqdeth vemdaerm? 676—77 (hier auch 3 mal e für esth). Auch 
im Ar. jeli : j, hze krhitenu byti ,an posset baptizari' Pat Sin. 
XT Jhd., dann auch hypoth. (andere Belege bei Sreznevskij 
Mai I S. 823). Indem das jest- immer noch vorschwebte und 
eindrang, entstand auch r. jesli, b. dial. jedi ,wenn^ Schon im 
Ap. haben wir jestli ,si' z. B. by toydzal, jesUi rozumni albo szu- 
kaJ0cy boga . . Ps. Flor. 13. 3 ; hier mehrmals. Analog ist wohl 
auch im Ab. neuerdings aus ^jest-da ein *jezda entstanden, dessen 
Reflex in zda (von za beeinflußt) erhalten blieb (vgl. oben). Ein 
da hat sich selbst auch noch im Ab. erhalten, allerdings in der 
Bed. ,jawohl, traun^ (Gebaur, Slovn. I S. 202), während in dem 
da des jeda i*jezda) ein konsek. da zu suchen wäre, das schon 
urslav. war, so daß diese Konj. als etwa lat est ut ^t der Fall 
daß' aufzufassen wäre. Anders aber nicht besonders wahrschein- 
lich erklärt das jeda Maretiö im Bad, 89, S. 69. 

Es fragt sich nan, wie das jeda dazu gekommen ist, daB es eine 
neg. Antwort voraussetzt. Vielleicht zunächst in der Stellung nach einem 
hypoth. Satze : wenn sich das so und so verhält, ist es möglich, daß . . ? 
wie z. B. ar. Bylo li $e ettb^ jeda li to pervo ehoice(U) byti ee? Sl. Fil. 
{Srezn. Hat. I S. 809). Analog erhielt ja auch das lat. ntim eine der- 
artige Funktion (zunächst in Sätzen wie ,quod si ea quae decrevimus 
ohruere, num etiam memoriam rerum delere possumus? Brugmann, 
Kurze vgl. Gr. S. 617). Aher ganz ausschließlich war diese Funktion hei 
Jeda nicht; es tauchen uns auch Sätze auf wie SvjaiopolH ze emjate^a 
umotm, reka : eda ee pravo budetb, ili Iza, ne vede, Nest. Lavr. 248. 10. 

Auch im Ah. hahen wir eine Partikel, die eine neg. Antwort vor* 
aussetzt, nämlich ke, kü. Es ist das Neutr. zum Interrog. ^2^, ka^ ki^ 
das meist in der erstarrten Form k^. nehen den selteneren regelrechten, 
gehraucht wird (vgl. heim Bei.). Ah.: Junoehu! proc $' mi ty Idmal 
Scepy . . .? JeH-K to cie rozkdzanie, ten mi v tom natili cini! a kiS mi to 
cinie jini, jimH ddcaju, ktoz co räci, Ittti mi icepöo myeh netlacit {— ci 
^nad ,doeh nicht*) Jid.96; Slychal li $* AristotHe a Hardee a Virgüie^jich 

19* 



292 

ctnd ilova i dne$ nwä, kti $€ jich kto srnHi $ehoväf Augu$t%n, Jan, Beda^ 
. . . 9ami psali t pistno znaliy kiz jsü $e »mrti sehovali^ (Spor daSe . . 
Yyb. I 366, noch andere Beispiele bei Gebauer, Slovn. II S. 34). Auch 
hier hat sich diese Geltung erst später auf Grund eines Gegensatzes 
zum Vorhergehenden entwickelt. Daß es urspr. nicht eine derartig ge- 
färbte Partikel war, zeigt uns noch ihre Geltung in den Wunschsätzen 
z. B, a k^ by zpriemily se cesty ,utinam dirigantur . .* ZEap. 118. 5. 

Vgl. damit p. Czy aby nie Szwedzit ,Es sollten doch nicht die 
Schweden sein?* 

Im Supr. und in späteren ksl. Denkm. finden wir d^feü, meist de^ 
jeii4if in der Geltung einer Fragepartikel, was mit lat. aiV zu vergleichen 
ist, denn deli, d^ati hieß auch ,sagenS so slov. deti, dem auch ,8agen'^ 
wie det'ati (PleterSnik 11 S. 134 u. 127), ebenso ab. (Geb. Slovn. I S. 246) 
und nb., p. z. B. Jak ei dziejqf u. s. w. So finden wir z. B. deeii ot^- 
rinq ffudi 9voj^ gospodt , , firi . . Supr. 256, 7 (ad Bom. 11. 1, Si§. hier 
jeda). Andere Beispiele vgl. Verf. Aksl. Gr. 326—27. Hier auch noch: 
dii li o rattnicieh^ jedineehz rece : ostavi ffirj yaq inl . . .* Supr. 329. 11. 
Das dei müßte wohl, falls es in dieser Geltung alt ist, noch in der urspr. 
optat., nicht in der imper. Funktion hier aufgefaßt werden. 

Im S.-kr. kommt auch da als Fragepartikel vor: da ne 6ete 
i vi oti6i Jo. 6. 67; da ne 6eä joS büi car nad nama i zapovp- 
jedati nam? D. 1. Mos. 37. 8 (s. bei da). Äußerst selten ist 
hier alt : all ai mi prasicu äiSao? Posl. 10. Die gewöhnlichste 
Fragepartikel ist im S.-kr. li und zär (letzteres setzt eine neg. 
Antwort voraus; ist es von einer Neg. begleitet, so eine pos.) 
z. B. zar ti misliä? zar vi ne vidite u. s. w. (Maretiö § 497 e). 
Über die Herkunft des zär vgl. oben S. 289. 

Werden die Bestätigungsfragen abhängig, so behalten sie ihre Par* 
tikel, oder bekommen eine, wenn sie selbe nicht schon hatten. 

Disjunktive Frage ist eine zwei — selten mehrgliedrige — 
Frage, in der ein Glied das andere oder die anderen ausschließt. 
Die Glieder selbst können wieder einzelne Satzteile (meist No* 
mina) oder ganze Sätze sein; daher kann man hier von disjunk- 
tiven Satzteilfragen und disjunktiven Satzfragen sprechen. Die 
frühere Einteilung kann hier natürlich nicht gelten, da man hier 
nicht mehr mit ja oder nein, wie bei den Bestätigungsfragen^ 
antworten kann. 

a) Disjunktive Satzteilfragen werden entweder durch 
li, bez. ili (= i li) verbunden: Aksl. nqzdejq ili voUjq (seil, po- 
dobaSe stvoriti ego ludbäz) Cloz. 194 — 95; meist wird jedoch li 
ili, li — ili gebraucht: krzätenie ioanovo oth kqdu bi? si nebese 
li ili ot^ äovekb Mai 21. 25; Marc. 11. 30; kr^stenie ioan . . . 
sh nebese li bi üi oi^ . . Luc. 20. ^\ . . , dto bo estb boie? darh^ 



293 

li ili oHart? Mat. 23. 19; Xry 60 bolii, vbzUz^i li ili sluz^i? Luc. 
22. 27; kbto s^greii, st li ili roditelja ego? Jo. 9. 2; kogo choStete 
oto oboju oihimstju vamz, Varavvq li ili Isusa Mat 27. 17; dbto 
jestz slcizde, svetb li ili ttma? Supr. 19. 2. Vereinzelt ein li li : 
Mo holet estz zlato li li crtky? Mat 23 17 (Zogr. b. hier li ili). 

b) Bei disjunktiven Satzfragen ist li ili oder li — li (li — ili) 
obligatorisch: damh li ili ne damt Mar. 12. 14; ty li esi gr^yi 
li (cyrillisch zu ili^ corrigiert, ili auch im Zogr. Assem. und Ostr.) 
inogo caemh? Mat. 11. 3. Mar. 

Sätze wie deso isteäi ili dto glagolesi sh iiejq Jo. 4. 27 sind 
natürlich keine disjunktiven Fragen, denn die Glieder schließen 
einander nicht aus, das zweite ist eine Modifikation des ersten. 
Häufig nehmen jedoch auch solche Sätze die Form der disjunk- 
tiven Fragesätze an, wie wir sehen werden. 

R indirekt: ar. jegda kto vest», kto odolejet», my li, oni li? 
Nest LavT. 45. 10. 

Ap. aza — albo^ aza li — albo : aza na weki gnetßaez $e bsdtesz nam f 
Albosz rozezegnesz gneto tuxty od pocolena tc pocolens^ Flor. Ps. 84. 5(6) 
(wurde wie eine disj. Frage bebandelt). — JVzali (st. Aza li) na weky j}o- 
rzuezi bog y ne prziloszi^ by lubezKwszi bil ie$zcze7 Albo do eoneza milo- 
strdze iwoie odrzesze, od pokolena w pokoUnet Albo zapomni imilotcaez $e 
bogl Albo icztrzima tu gnewe swoietn müo$erdza $woia, Ps. Flor. 76. 7 — 9. 
Docb aacb nocb li — ezyli : ehrzest Janouf byl li z nieba ezyli z ziemif 
Skarga. 

Ab. seltener einfacb mit cV oder cili angereiht: kio shreiil, tetUo^ cili 
rodici jeho Ev. Vid. Jo. 9. 2. Meist ci — cili oder U — ci'.i (li — nebo): 
ci na veky zavrz« ny böh t cili milosrdie sce o$treze7 cUi zapotnene »milovati 
se böhf ci idrii milogrdie svcf ,Numquid — aut — aut — aut . .* ZWittb. 
76. 8—10; mäme-li jeti na vdlku cili nechati Ol. 2. Par. 18. 14. So auch 
abhängig: opatriU (considerate) lid, jest-li n'lny cili mdly, j'eti^li maly cili 
mnohy^ Mus. Kum. 13. 19; hrbovat-Ii ci v lepote*^ hradyM jmd ci zlt domy 
u. 8. w. noch 4 mal li — cV, zweimal li — cili und einmal schon: chromy^li 
je$t nebo pracy, Kat. 288—96. 

Jetzt auch noch in der Schriftspr. meist li . . ci (cili): Ty-li j$i 
ten^ ktery ptij'Ui md, cili jintho cekati mämet — Jsi'li näi ci z neprdtel 
maiieh? Das li kann auch fehlen: Jest Um vinen otee ci synf Doch auch 
schon häufig nach der Volkssprache li — nebo, anebo, nsboli, wobei im 
ersten Glied das li selbst auch ausfallen kann. Werden diese Sätze 
abhängig, muß das erste Glied das li erhalten. 

Wird statt eines zweiten Gliedes das erste einfach verneint 



1. In der Ältesten Bed. des Evangelientextes wird, wo es angeht, 
li vorgezogen; spätere Texte wie Ostr., Supr. u. and. haben vielfach für 
ii ein Hi, 



294 

(= ,oder nicht*), so heißt es aksl. üi {li) ni (über ni weiter unten) 
z. B. dostoino ei esth dati kimsb kesarevi üi ni. Mai 22. 17; 
analog auch Marc. 12. 14 u. Luc. 20. 22; poumih li s^ jesi ili 
ni Supr. 88. 27. 

r. dagegen (indirekt): za ne znaju, pravda li ito ili nitb;^ 
p. spytal doktoröw, moze li by6 zdröw alba nie (linde); ab. al 
popatrim, si'li ty syn möj Ezau öili nie Mus. Gen. 27. 21 (Ge- 
bauer Slov. S. 171), nb. Päjdeä4i pak öi ne? In der Schrift- 
sprache mitunter auch noch archaistisch dili nie. 

Mitunter ist das erste Glied aas dem Zasammenhange zu ergänzen r 
aksl. v^ztmi svoe i idi^ ehoitq Me semu posledbnjumu dati j'ako i Uhe\ ili 
negtö mi leU sttvoriti V9 svoiehb mi eie ehoitq7 Hat. 20. 14 — 15. Ab. od-- 
povidil a rka : A cili sie nevedeli, ito . . . Kraml. 191a. 

Modi der Fragesätze. B^gekecht ist hier der Ind., wenn 
die Frage als bestimmt und bedingungslos gestellt wird, wie zahl- 
reiche Beispiele oben gezeigt haben. Ist die Frage jedoch be- 
dingt, wobei ein hypoth. Vordersatz aus dem Zusammenhange 
leicht ergänzt werden kann, so wird der Konditional gebraucht 
(vgl. S. 284) z. B. aksl. ^to bo byäq ino glagolali pokajavzäe s^^ 
m se d'to s^tvorirm, Supr. 287. 7; vasnt kto vas^ by choteth ta- 
khzde byti i po nozS j^i isusovi? ib. 336. 6; b. kdo by neplakcU? 
Meist sind es rhetorische Fragen. In abhängigen Fragesätzen 
steht häufiger der Konditional (vgl. S. 285) z. B. p. Fytal okrut- 
nik PUjasa, jeäli-by to ehciai uezyniö; szi^ka, kogo-by {mögt) oszu- 
ka6 (Krasnow. S. 277). 

In dubitativen Fragen steht der Ind.: aksl. öto blago «?>- 
tvorjq Mat. 19. 16; kako szpoetm pism gospodm/q na zemli tu-- 
zdei Tcüg ^a(Ofiev . . . Psali sin. 136. 4; so auch in den anderen 
Texten (vgl. Jagic, Psalt Bon. S. 648). Auch im Cloz. 360: 
kako poemz pisntf; kako ne itnqt^ (si imq) very? jTtwg fi^ jceiad'ui^ 
Cloz. 685. 

3) Ausrufungssatz. Er yerrät eine Gemütsstimmung. E» 
können der Form nach einfache Aussagesätze (und Fragesätze) 
nur durch die Betonung zu Ausrufungssätzen werden: b. b'Qh jesi 
svidek/ Vielfach sind es ursprüngUch abhängige Fragesätze ge- 
wesen und weisen dann die Form derselben noch auf. Sie sind 
aber ganz unabhängig geworden und unterscheiden sich von den 
Fragesätzen durch eine ganz andere Betonungsweise. Aksl. koh 
qzika vrata i tesm pqtt vwod^ v^ zivoh Mat. 7. 14, was mehr 
an die Yulg. erinnert: Quam angusta porta et arcta via est!^ 



296 

leährend im Gr. ort atevi] (^ TtvXtj) tuxI . . . also ganz überdn- 
stimmend mit Y. 7. 13; gospodi nciiz, jdico djudbtio imj^ tvoe po 
vtsei zendi ,. . . wg d'ovfiaatdy' .... Psalt sin. 8. 2; ebenso iko 
vbzvdidüj^ 9}^ däa tvoi/ wg efayaXvv^ij .... ib. 103. 24, vgl. 
auch 118. 97; Se ubo kclt dobro i koh Jcrtutno, eze zUi bratii trb 
kupi ib. 132. 1; koh rmnago mnoztgtvo blagosti tvoej^, gospodi l 
ib. 30. 20. 

bg. kakffi cudesa ne ttafrah na »veta! Kakw^ velilc9 artütt zaginva! 
Kolko hiehz ceU! Ar. kolika ii radoitb Nest. Layr. 117. 13; p. gospodine 
hone nan, kako dziwne tut yme ttooie we wtzelikey zemi Ps. Flor. 8, 1 (2); 
Jak fcülki j'est Bog! Ctegamja nü widMiai! Ab. ach wete, kok $i ohludnyj 
kakjest todj prUhytek trudny! Alx. Y. 1937; Aeh^ kak $em mel nemüdrü 
radu! Dal. G. 21; nb. Tak j$em $e Ukll 

Hierher gehören viele Aasdrücke, die nicht die Form eines formalen 
Satzes aufweisen, wie z. B. b. hanba/ Die Empfindungswörter haben 
immer diese Aufgabe. Sprachgeschichtlich sind das alles mitunter sehr 
alte Ausdrucksweisen. 

4) Heischesätze. Sie bringen eine Willensäußerung zum 
Ausdrucke; diese kann verschiedene Abstufungen aufweisen: 
Wunsch, Aufforderung, Befehl oder Verbot 

a) Die Befehl- und Aufforderungssätze (diese für die 
1. PI.) werden in der Begel durch den Imper. ausgedrückt: pri' 
dite ubo, bratrtja, viditm boUzni grobznyj^ . . Cloz. 744. Für 
die 3. Sg.: po ver^ vaju bqdi vama ,, . yevtjd^w vfiW Mat 9. 29; 
sIoY. mozi Bog ,Gott erhalte, wohl bekomms!'; mozi ti bog 
(PleterSn. I S. 595); p. arch. äwi^ si^ imiq Twoje, przi/jdi 
krilesttoo Twoje; bqdi wola Twoja; nie pro4 mi^ nikt o möj 
udeniec; nikt nie ufaj iwicUu temu, Kochan. (Erasnow. S. 203); 
h.posvU 86 jmino tvi, prijd näm krdlovstvi tvi, bud vüle tvd . . ., 
budiz tomu tak. 

Doch wird da schon sehr häufig der Ind. mit da im AksL 
gebraucht, welcher Ausdruck aus abhängigen Sätzen herstammt 
(vgl. oben S. 281) z. B. da nikolize ploda oth tebe ne bqdetb fn 
vikh Mat 21. 19. Doch wird da auch zum Imper. gesetzt: da 
äedr>ie kupirm dhvitna s^toma pin^zb chUby ^aniX^ovteg ayoQo- 
awfiev . . .* Marc. 6. 37 (vgl. weiter imten). 

Für die 1. PL gebraucht man im B. den Ind. eines perf. 
Verbums: pojdetm, posiditm, poptiSrm; in fließender Bede werden 
selbst auch impf. Verba derartig gebraucht, namentUch wenn sie 
eine Bewegung ausdrücken: ieföm^ ,allons'; nu dto-zb, dvigajemsja 
,eh bien, soit, en route!^ 



296 

Gewöhnlich wird aber noch ein -te der 2. PI. angefügt, so dafi es 
eine Art Yerquickung einer Aufforderang in der 1. PI. und eines Imper. 
in der 2. PI. ist, z. B. pojdSmte oder idSmt caj pih] nu etoz9, dctgajem' 
ie$b; nu, gospoda, karty gotovp, sadimUib, (Anders P. Boy er und N. Spe- 
ranski, Manuel S. 163, 1). Das -te ist wohl nicht identisch mit dem 
te in voU'te na zur Bezeichnung einer unangenehmen Überraschung, 
etwa ,yoila pour toi, tiens !', b. volkstüml. tu mdi (vgl. auch tu mds cerie 
kropdc). Da nämlich dafür auch votn tele na vorkommt, so dürfte das 
letztere te eine Verstümmelung von tebe sein. 

Für die 3. PI. hat sich im Aksl. noch hqdq als Konjunktiv 
einigemal erhalten (die Belege oben S. 165). Sonst mußte dafür 
regelrecht wie auch für die 1. Sg. eine Umschreibung eintreten 
(aksl. mit da). 

Das von Miklosich (IV 791) zitierte Beispiel: vi>zmete vrata kn^i 
vasi ,tollant portam principes vestri* Supr. 351. 18 ist unrichtig aufgefaßt 
statt: vi>zmete vrata, kn^i vaii^ so auch Ps. sin. (Ps. 23. 7), gr. ägare 
nvlag ol ßft;|foyT6ff vfitov (Vulg. attolite portas principes vestras). 

Im R wird mitunter die 2. Sg. als eine erstarrte Form für 
alle Personen gebraucht: i oni pototm takh ne duruj, djuzimi 
zemljami nasihsivofm ne vladej, Jurid. Akt. 1612; tot^ pej i ^b 
gotovoje Dr. Rus. St. 74; a t sami {vy) kb niim prigovarivaj (st. 
prigovarivajte) ib. 338; ja zatjanu, a vy ne otstavaj! Kryl. 14; 
aja pozabudh, PuSk. 8. 93 (Buslajev » II S. 140). 

Folgen mehrere Imperative mit ausgeprägter Endung (2. und 1. PI.) 
nach einander, so muß das -te, -my, -me u. 8. w. der ersten Form auch 
für die anderen, die es verlieren, gelten: s.-kr. hajte na kokote gornj'e, 
nahiju mi od turaka hrani ,geht und verteidigt! Pjes. V. 90; r. zdravst- 
vujte, tetki, zdravstvuj, Ubedki, zdravstvuj satumi (Dal. 318); p. porqczmy 
$if, porqcz bogu . . Rog. 231. 

Wir begegnen noch anderen Umschreibungen der 3. Pers. 
des Imper. So haben wir im S.-kr. neka, nek (aus dem Imper. 
nekaj zu nehati ,lassen^) mit dem Ind. z. ß. neka duva, was also 
zu deuten ist als neka da öuva. Als selbständiger Imper. kommt 
neka auch noch vor (= puätaj, pustf) z. B. kad zanjeä Ijetinu 
8V€Ju, ako zaboraviä koji snop na njivi, ne vraSaj se da ga uz- 
weS, neka ga doäljaku, siroti i ttdovici (Maretiö S. 289 u. 598). 
Über die etwas abweichende Punktion des urspr. nehaj vgl. beim 
Verbot im Slov. 

Im S.-kr. scheint mitunter das da ausgefallen zu sein, so daß 
scheinbar der Ind. allein den Imper. vertritt: namisli, da a vojskom bjezi 
kroz Türke, pa ko proäe, prode (so viel als neka prode), a ko ostane, nek 
oitane. 

Im R haben wir auch da (da priidetb, jedoch nicht volks- 



297 

tümlich), häufiger pustt und puskaj (volkstüml. puädaj, ne tront, 
äIso auch Imper.) : puath pridet^, pusöaj prideth, ne tronb pridett; 
ferner daj, dajte; davaj, davajte mit dem In£ oder Ind.: daj 
vzgljanuth, davajte plakaih oder daj tronu, davaj vzgljanu. Im 
Ar. auch atb aus chti (s. bei den Konjunktionen), das ebenfalls 
aus Nebensätzen herrührt, z. B. kako pri mne dajali, iako i po 
mne att dajutt kn^ni moei. Gram. Vlad. Vas. Vol. 1288. 

Poln. niech, älter niechaj, niechajcie z. ß. nechaycze za- 
vzwerdzacz sercza toasza Ps. Flor. 94. 8 (nolite obdurare corda 
yestra); niech on dochodzi przyczyny, ty rozwazaj skuikil Niech 
^i^ roznieci ogieA na kaminie, niech rychio bqdzie wieczierza go- 
iowa! Brodz.; aber auch beim PL: niech ciq djabli tvezmq! Ap. 
auch a6 (vgl. ar. atb, b. ai), das wohl nicht allein dem b. Einfluß 
zuzuschreiben ist 

Böhm. ab. auch nechaj (mit t — ti oder z(e) : nechaji wohl 
unter dem Einflüsse von ati, ai) n. vyjdü ^egrediantur^ Pror. 15. 1; 
nechcd müuje ML. 78b, später dann nech (nechi)\ daneben al 
(=s a ti, 8. bei den Konj.): ai nesü brzo hanbu svü, ßz mni 
riekajü . . . ,ferant' ÄGloss. 39. 16. Durch Verquickung des 
nechaj (nech) und ai wie auch des den Imper. verstärkenden -ze 
(nesi-i u.dgL) entstanden mannigfache Formen: necluüd, nechz, nechi, 
nechzi, neÜ (vgl. Gebauer, Listy fil. 11, S. 66 u. oben S. 237). 

Ab. auch kd (vgl. nb. kiz): Tys' jinym pomähal, ki sobi 
nynie mözes spomoci! Hrad. 90a; — Cbäne, ki se modlÜ! ib. 
130a. Es ist ein milderer Imper. Zu dieser Geltung bildete 
der Wunschsatz die Übergangsstufe und dieser Gebrauch basiert 
wieder auf den Fragesätzen. 

Höfliebere Imperative: aksl. raci mi pomoHi ahd. »kauuerdo mir 
helfan* Euch. sin. 72 b. 16; p. o Panie, racz si^ zmtloicad. Kocban. — Baez 
mej tmiaioici daroujad, Mick. b. rac Jim ddti jich otmeny. Kat. 3369. 
Racte\ »Belieben Sie!' 

Insbesondere beim Verbot finden wir derartige Umschreibungen; es 
nimmt dadurch eine mildere Form an. Aus dem Aksl.: ne mozi, ne mo- 
zHe mit dem Inf. ; es taucht aber nicht in den ältesten Denkm. auf, 
z. B. ne mozi priti Supr. 314. 23; ebenso im Schlußwort des Ostr. : ne 
mozi zazbreti und tte mozete kl^ti, ebenso bei Nestor (vgl. Verf. roluvö 
Jana ex. b. S. 36). Im Bg. und S.-kr. ist daraus ne moj entstanden: 
hg. ne moj mi vrtte oci te, Milad. 86, aber auch ne moj da te endis ,noli 
irasci*; s.-kr. ne moj plakati Prip. 34. 60; ne mojte me uhiii ib. 165, aber 
auch ne moj da $e plaiii «erschrick nicht!* ib. 76. 

Im Slov. haben wir mi/, najta^ najmo, najte aus nehaj^ nehajta u. 8. w 
Z. B. nt^jte eodäi ,nolite iudicare' Ev. Tim.; naj $e groziii ,drohe nicht'; 



298 

naj nu zäliti «beleidige mich nicht'; hier also in der Bed. «ablassen von^ 
aufhören*. Daneben aber auch «lassen, zulassen' : najt» da izvemo «lafit 
uns in Erfahrung bringen'; najmo da voda $toji «lassen wir das Wasser 
stehen', aber selbst auch ohne da : najmo zvon hladiti «laßt uns die Glocke- 
abkühlen!; najUl «nur zu!' (PleterSn. I S. 641). 

Im Ab. nerod", fierod'te : nerod^' plakati ,noli flere' Pass. u. sonst^ 
sehr häufig. 

Im Aksl. auch noch ne diy, ne d^'U mit dem Inf. (auch mit da und 
einem Verb, fin.) für das gr. atpig, atftre : ne deite detii priehoditi kt mtne 
,a(p€Ti ri naidCa eQXiffO^at . . Luc. 18. 16; ne dei, da vidim^ Hat. 27. 49. 
Sav. Kn. oder oetani, da vidirm a(p€g fdtof^ev. Mar. Im Bg. hat ne dej 
(meist mit dem Inf. eines dar. oder iter. Yerbums) die Bed. der Negation *.. 
ne dej (de) pi$a, ne dej (de) iepisuva so viel als : ne piSi, ne iepisuvaj (vgl. 
d. «tu nicht schreiben'« Cank. 88). F&r ne dei im Esl. auch ne brezi mit 
dem Inf. 

Der Imper. wird durch den Indikativ ausgedrückt, insbes. 
durch den Ind. fut (vgl. oben S. 275). Es handelt sich meist 
um Gebote, die für alle Zeiten gelten sollen. Man faßt schon 
die Folge des Befehls ins Auge. Aksl. ne preljuby s^tvoriü ,ov 
fioixBvaeigf Mat 5. 27; r. zavtra ty povorotishsja domojt zavtra 
vy vernetesh domojt Über den Ind. der 1. PL st. der Imper. 
vgl. oben S. 295. 

P. pojdziesz mi, Janie, do miaeta i zakupiez, eo tu na kartee epiealem 
Mai. 340. Abwechselnd mit dem Inf. imper. bei Mick. : Zgotowad iywnoiS 
dla koni i ludzi! Kaidemu z m^öw zgotuje niewiaeta^ ile zjeiS moina od 
ranku do zmroku. Czyj koii na paszy, sprowadzid do miaeta, nakarmid i 
taziqd na drog^ ohroku! A skoro sloiice z Szezoreowekiej granicy pierwazym 
promieniem grob Mendoga drainie, toszysey staniecie na Lidzkiej ultcy, Cze- 
kad mi^ rze£wo, zhrojnie t zapainie! (Erasnow. S. 204); b. nebudete ciniti 
krddeze, nebudete bräti, ani oklamaj jeden jako druhy bUznieho sv4ho: ne^ 
budei prieahati ve jmenu mem ani poekvmü jmina päna tviho . . . neucini», 
coz zUjeet Lev. 19. 11—19 (01m. Ev. 128 a)« nb. nepokradeif 

Davon sind zu unterscheiden Indikative st. des Imper. wie b. budei 
mlcet! zarazii! «wirst du aufhören zu weinen!* Es waren urspr. unwillige 
Fragen« die dann die Betonung und Funktion des Imper. annahmen. 

Auch in GruBformeln taucht der Ind. st. des Imper. auf. So im B. 
volkstümlich zdravstvujeh st. zdravetvuj z. B. ufo ty zdravetvujeh, vdovor 
li, zena h muznjaja! Bybn. 1. 261; II, 266. Ebenso zdorovo zivehl 
Buslajev sieht hier ursprünglich einen Fragesatz« zumal beim erstea 
die Antwort wirklich siava bogu lautet (11 § 193. 3« Anm. 3). 

Hierher dürfte auch das s.-kr. (dial.) zdrav ei mi vojvodo! (so viel 
als zdrav budi) gehören; zdravi ete mt, moja brado draga! Pjes. III 289 
(Maretic S. 598). Ebenso gehört hierher wohl brada nata, dobro ete 
doili, an anderen Stellen einfach dobro doim (ib. S. 613). 

Scheinbar wird der Imper. durch das ^Part ausgedrückt. 



299 

Es waren aber urspr. Wunschsätze mit dem Konditional, wie sie 
ja jetzt noch vorkommen: r. strüa-bh (d. i. yrorm) tebja ubüaf 
Novgor.; naroH by tja iznyrjah! bg. orli te nosüi/ s.-kr. zivio 
krcUj! zitjela domovina! ziv i zdrav bio, sinke / dobro doili, müi 
gostit ne vidio ja td>e viäe nikad u. s. w. Mitunter ist auch noch 
da dabei: kud puklo, da puklo! da Bog 8 vama Turci, nodos 
bio/ (Pjes. IV 147, Mar. S. 648). Über dobro ste doSli s. oben. 

Slov. bog pomog9l, kovadt Strda ga ubüat Vrag te vzelf 
(vgl. b. öert te vzal!) ,hol dich der Teufel!; dobro doseil zivio/ 
(st. zivel, zivela §uman S. 360). 

Aus dem R ist besonders paää^ ,pack dich!^ bekannt B. 
öert ti vzall (auch noch aby ti öert vzall); vzal to dost zdrdvi 
püjöovalit (sagt man dankend, wenn man eine ausgeliehene Sache 
zurückgibt, worauf man mit zdrdvi uzüit antwortet). Insbeson- 
dere £[indem gegenüber: äd semt ila semt 

Der Imper. wird auch durch den Infinitiv us impera- 
tivus ausgedrückt, wie z. B. r. dobro pozalovatt! ,soyez le bien- 
venu!' tnolöaibl u. s. w. (vgl. beim Inf.); femer durch Par- 
tikeln, die dann im PL auch die Endung -te annehmen: bg. 
ela, date; slov. ajda : ona dva pa ajda, Bavn. 2. 126; nikar u. 
and. B. nu, nute und na, nate z. B. nu kriöait soviel als stah, 
naöalz, prinjalsja kriöatt oder naöni, primist kriöatt. Weiter 
polno, z. B. polno tebö boUatt; pdno boUatt, polnote ,genug^ 
(Buslajev * 11 § 192, 4. Anm. 6). B. na (= da hast, nimm)^ 
nate (meist nä, ndte). 

Verstärkungen und Modifikationen des Imper. Im 
Aksl. da : vtsi ubo da pristqpimz jftdvzeg . . TtQoaekd^wfiSv^ Cloz. 
405; da iedzie kupimz ^yoQciawfiev^ Marc. 6. 37. Im Slov. nach- 
gesetzt; bezi da ,laufe doch^ 

Im B. finden wir beim Imper. -ka, was als vom Akanie (I S. 94) 
beeinfluBtes urspr. -ko (gedeutet werden muB; letzteres kommt nämlich 
im Klr. {dajko^ pidyko^ Zelechowski I S. 353) vor, in den nordgroßr. 
Dial. (wo beim Dat. Sg. des Fron. pers. dagegen -ka vorkommt, z. B. 
mne-ka) and anch im Eaiub. ; weiter aach im Slov. ko pridi ,komm nnr* 
(Pleterin. I S. 415, da es als kd akzentniert ist, ist es verschieden von 
k^ ,wieS worüber bei den Konjunktionen). Nach Zelenin (B. fil. YSstn. 
54, S. 388 — d3, 1905) wird dieses ko {ka) nur im familiär -gemfitlichem 
Tone gebraucht, falls man eine sofortige Ausführung der Handlung 
wünscht, z. B. pokaitU'ka mne, ffubeznejii;, iukonea. Insbesondere 
wird es dem ersten von zwei auf einander folgenden Imper. angehängt: 
ziuveti-ka fonart^ da itupaj za mnofu, PuSkin, Dubr. ; pokuiaj-ka, 6a- 
ifuikoj da i pocivqf $ebe do utra. Auch wenn der Imper. eines anderen 



300 

wörtlich angeführt wird, pflegt man -ka hinzuzusetzen (vgl. de, moh^ wo- 
durch wörtlich die Bede eines anderen angeführt wird) : A pokaUka mni, 
ütaruchuj svoju plemjanieu; so führt die Frau des Popen Pugaöevs Worte 
an (PuSk. Kap. DoSka, 8, S. 588). Sukna uvidä^ Huku, govoriU : ^, tnilyj^ 
Ho charoteje sukonco : stiesi-ka jego ko tnni, Nu i neseh (Gog. Bevizor 
IV 10). So beklagen sich die Kaufleute bei Chlestakov über den Polizei- 
meister. 

Dann wird es auch an Partikeln, imper. Inf. und Ind. mit imper. 
Sinn angehängt: nU'ka tepen^ kapitam, nuka, popadis^ka ty mni Uperb! 
Napisu'ka ja obo vsemt v^ FeUrhurg^ k^ Trjapickinu^ . . . pusU-ka on» 
ich^ obicelkajeh ehoroienbko . . . Nu-ka tepert, kapitam^ nuka^ popadist-ka 
ty mm ieper^l (Gog. Kev. S. 812, 17. Aufl.). — A ty prinesti-ko mnl lucinku! 
Neben -ko {-ka) auch tka und tko : Vot^ hajutby tysjaca duh, t podi-tka 
soMciiqjy a x nicego ne naclSh, Ne pokormi-ka tebja iegodfy'a, ne pokormi- 
tko zavtref iak^ ty nebon i naiitnt sucharjarm radz budeh. Neben nu-ka! 
na-ka! auch nu-tka, na-tkol Woher das t, ist noch nicht ermittolt (viel- 
leicht zunächst fi«-^«)-Äa, nw-/(«)-Äo). 

Bei der Erklärung des -ko wird man mit Solmsen (KZ. 35. 465 f.) 
an das lit. k{t) beim Imper. dü''k{t) u. s. w. denken müssen. So ho- 
le vskij führt auch gr. xt{v) an (ZMNPr. 1901, Nr. 337, S. 408). 

Im P. no : pojdz no; m'ech no przyjdzie^ obroc-no si^ ,kehr dich nun 
einmal um!; so auch klr.; dajno ,gib^ Das no hängt wohl mit der 
advers. Konj. n» zusammen. 

Im B. wird auch die enklitische Partikel -%) verstärkend ange- 
hängt; schon ab. ne mlc Me ,ne sileas* ZWittb. 34.22; nesi-z ,trage doch* 
u. s. w. 

Im Südslav. wird dej\ dej-ie ,age* in Form von dej, de, der, dede 
(redupl.), deder hinzugefügt (vgl. Mikl. IV « S. 797—98); auch daj: s.-kr. 
daj ti uzmi u. s. w. 

Einzelne häufig gebrauchte Imperative sind als erstarrte Aus- . 
drücke zu Adverbien und Konjunktionen geworden. Einige 
sind schon angeführt worden. R togo % zdi, togo % gljadi ^ganz 
gewiß, sogleich*; nibudh (ni-budi) beim Pron. verallgemeinernd: 
kto nibudh; z. B. togo i zdi, dto büva zagorüsja 2uk. 3. 235; 
weiter znaj, nebosb, pozdluj, budto st budt (budi) to. 

B. bodeji (ab. böh daj ti), bud (ab. cos bud ,etwas% bud — 
bud ,entweder — oder*; nechl (vgl. oben); arci, arcize ,freiUch*, 
nastojtel hlel (— Imper. Med ,8chau*). 

Daß beim Imper. womögUch ein iter. (oder wenigstens dur.) 
Verbum genommen wird z. B. r. podi sßida, aber ne chodi; 
knjaze! ne chodi bez Novgorodtskychz synom, poidi nam odinoja 
8 nami Nest Lavr. 363. 13 — ist schon erwähnt worden (S. 190). 
Doch gibt es da auch Ausnahmen. 

b) Wunschsätze. Der eigentliche Modus derselben war 



301 

der Opt DaTon hat sich nur im Aksl. otbpad^rm^ ubo oh vrag^ 
maickz thsth ^oiciaoifii aga . . . xwrfg* Psalt sin. 5. 7 erhalten. 
So auch noch im Psalt bon. (Jagiö, S. 27), die späteren haben 
da oipadu. An der Richtigkeit dieser Form ist wohl nicht zu 
zweifeln. Dagegen behauptete sich länger der Opt bimt, der zur 
Bildung des Konditionals diente. Allerdings sind Wunschsätze 
mit dem bloßen Kondit selten, vgl. s.-kr. Bog bi dao, da'bi 
dobro büot Pjes. I 258; r. ChoiUa bychz s^ Tobofu umritt Kir. 
Tur. 30; sb udovoltstvijerm posmoträz byt (Busl. * 11 S. 145). 
Andere derartige Sätze vgl. oben S. 283—84. 

Fragesätze konnten za Wanschsätzen wohl durch die Vermittlung 
der AuBrufnngssätze werden. So die jatin-Sätze (vgl. ohen S. 290). Im 
Aksl. vielleicht nicht nachweisbar, wohl aber im S.-kr. und Ar. Es 
scheint, daß dadurch nrspr. nicht ein neg. Wunsch ausgedrückt wurde, 
wie ja jeda als Fragepartikel offenbar erst später eine neg. Antwort vor- 
aussetzte. Vgl. die analoge Erscheinung bei b. k4z. As. ubojavb se pri- 
ibce glogoiaie : Jeda kako na mne ffriinemt Sbvrbiäb $e pritbcnoje sfovo^ St. 9 
(Dani^ic, Rj. III, S. 510). Jetzt auch noch im S.-kr. eda Bog da, te ne 
dode! eda Bog da, voda ga odnij'ela (Maretid S. 501). Ar. Videi;9 ze 
{Svjato$lav9) ma/o druiiny ivojeja, rece v $obe : Jeda kako prelbttivie iz^hb- 
Juib druzinu moju % mene! Nest. Lavr. 70. 8; Uze Jestt velmi k noci, Jeda 
kako ernstem «^ i pobijeme^ $ami, Novg. I J. 6776; kako Jediny (ocbcja) 
ehodjatb hee paetyrja, Jeda kako vMt prida raepuditt Ja Zit. Nif. 149. 
XIII. Jhd. (Srezn. Mat. I S. 809). 

Daß Fragesätze zu Ausrufungs- und Wunschsätzen werden können, 
beobachten wir sonst auch, vgl. b. ke, kei weiter unten. Vgl. auch bo- 
Jusbj ne velika li ona (sc. »tatbja, aus einem Privatschreiben sachmatovs). 

Neda scheint ein korrumpiertes Jeda zu sein. Als dieses die nega- 
tive Geltung anzunehmen begann, da bildete man dazu künstlich einen 
Gegensatz mit pos. neda. Daher brauchte dabei auch nicht der Kond. zu 
stehen, z. B. neda iepravili «^ pqtM moi ,ij(fiXov xativ&w&tCriaav al 66oC 
fÄOv* {utinam dirigantur . . . Vulg.) Psalt. sin. 118. 5; analog auch Ps. 
bon. In Ps. Sof. hier eda (für neda) iepravili «f bq pc^, Ps. Buc. byie 
(Jagid 8. 576). 

Mit wiederholtem da : Bratije, neda da biete pryeli malo besumye 
mofe, nb i prijemljete fi(fiXov nviCxtad^^ . . . {utinam suetineretie . . .) Ap. 
Sil. Act. 11. 1. Analog auch Ap. Kainzniacki. — Neda i da Sbdrbgnui^ 
se razveitavajuite vy . . otpilov xal anoxoy/ovrat . . . Ap. oi$. Gal. 5. 12 
(auch Ap. Kaiuzn.). Dieses neda drang dann auch in Finalsätze ein für 
Jeda und zwar mit li : neda li razoritb vraga fva, ut^ Ant. 142 (Mikl. 
Lex. pal. S. 424). 

Persson hat neda mit lat. de-ni-que, dö^i-que verglichen (IF. 2, 
8. 220). 

1. Eflr -m». 



302 

SoDst finden wir in Wunschsätzen den Konditional in Be- 
gleitung von Partikeln wie aksl. jarn^ jeäa : jaru i togo da hychh 
ne vidä^, el'&e fi^ tovtov eylvüxnLov {tUinatn ne eum noasem) 
Supr. 306. 16; jaru da by ohsHz ib. 156. 11. Auch hier kann 
das urspr. bimt, bi . . . ausfallen : jaru tu grechovtfnej zzhbi kontcb 
Supr. 286. 20; jaru mi tvoju podtjeti strastt, jaro gvozdijemt vb 
moiht udih vhnozenomt byti ,€Yd-e iioi xä aä ijv dvadi^aa&ai 
Ttad^Tj . . . jaru mi nynja sladky slyäati tvoj glast Hom. Mih. 
(Mikl. IV S. 850); eäa mogh bycht azb vasb uviätati krtstijor 
nomt byti ,utinam' Supr. 99. 20 (jüngere Partie). 

Die späteren Psalterred. haben an der oben angeführten 
Stelle (118. 5) jeäa (eäa, ääa) ispravüi 8^ byä^ (vgl. Mikl. Lex. 
pal. 1161). Mit da: i jeäa ubo da byste sq vzcisarüi ^yLol oq>elov 
. . .* Ap. Kiduzn. 1. Kor. 4. 8. (Ap. SiS.: i Upo ze ubo, da byste 
• . .); eäa da biste priqli 2. Kor. 11. 1 (Ap. Nov.). Ohne bq: jeäa 
i sbbrali sbbora, jeäa % sice ne besädovali, Supr. 286. 20. Gleich 
darauf der schon oben angeführte Satz: jat^u tu grächovtnei zzUbi 
prästah kontch. Eäa (einmal auch eäa = jaäa) hängt vielleicht 
mit aäutt (wofür auch jeäuti, oäuit, oätUi) ^stra' zusammen. 

Bg. sluguffah bich^ u Übe ,ich möchte bei dir dienen'. 

Im S.-kr. finden wir das I-Part., das wir schon in der Funktion des 
Imper. kennen gelernt haben. Was als Imper. und was als Wunsch hier 
aufzufassen ist, kann nur die Betonung entscheiden. Als Wunschsätze 
können aufgefaßt werden: duhnani ti pod nogama bäi! — ^üv ti bio % ho 
te rodio! Koji veli da sam od zla roda, ne imao od arca naroda! — Oiye 
mu 86 oho srea mle! — A tako me ne rodila majka, veö kobüa, koja konj'a 
moga, pokupi6u po Boeni junake! — A jadi ga erni znali! (St. Nova- 
kovic, Srpska gr. 2. Aufl. S. 316). Ne vidio ja tebe vtie nikad! (Mare- 
tic S. 648, hier auch Fälle, die wir als Imper. auffassen müssen); o da 
bi doiao! verschieden von: o da dodje! (Mikl. lY, S. 809). 

SloY. mit da : da bi bog dal! de (da) bi le tudi hvalezni bili! «möchten 
sie auch dankbar sein*, Eavn. 2. 17. Mit naj (vgl. oben S. 297): naj bi 
ga nikar ne eodil, naj bi ne bil hodil hlapee v takem vremenu od doma , sollte 
nicht richten, hätte nicht gehen sollen' (Suman. S. 360). Das /-Part, 
allein: solnee ga ne vid^loy niti meeec po njem svetill r. da nispoilSiz vaim 
nebo dolgie dni ,puisse le ciel vous donner . . .* ; da iepolnjateja vaSi zelan\ja 
(vgl. oben S. 296—97). 

Ar. auch aby aus den Nebensätzen z. B.: Brate, aby ti kako 
ne s^riäati boU: Vopr. Bar. (s. bei der Konj. aby). 

jesli'bb: jesli-bz ty, tetuäka, banhku mni istopila i s^ tvojej 
docerhju ixb nej'e pustila. Afan. Skaz. 2. 25; jesli'b^ moja ochota 
da ko bremeni podospela ib. 215 (Bad, 89, S. 125). P. mit a, 



303 

Cf bodaj (bogdaj), niech, gdyhy, ze by: abi spraviäni büi drogi 
maie Modi. Wact. (Ps. 118. 5). Ps. Flor, hier fehlerhaft, Ps. Pul. 
korrigiert zu zqdam by spraunany; — Oby zyczenie twe spdniiy 
nieba! Mick. — Oby nie utnari lub si^ nie byl rodzül Slow. — 
Bogdajbym nie doiyl tej pory! Mick. — Bodaj usecht i upadl ziy 
j^zyk wszetecznyt Kochan. — Bodajem go raz jeszcze z szablq 
spotkal/ Sienk. — 2eby4my aby dozyli! Sienk. — Ä zebyä tak 
umyälnie hu nim zjechal! Sienk. (Krasnowolski 'S. 202). 

B. Bych se byl nikdy nenarodül Dann mit 6: 6 by jiz byl 
vedert Ab. häufig bohdaj (vgl. p.): bohdaj bychom tiz s niü ddli, 
chvälüi düä hospodina! Hrad. 66 a; bodaj bych U (Krigte) plni 
poznalt ML. 86; Boh daj, by mne v tom böh posüü! NEada 368; 
bodajz mi toto nebyla pridind k zatraceni, Bokyc. 283 b u. s. w. 
{Gebauer, Slovn. I, S. 76 — 77); jetzt bodejz: bodejz byeh jd jen 
tuto zaveden nebyl; ab. kd (aus koje), nb. kü: a k&y zpriemUy 
(si ciäy) ... ,utitam dirigantur' ^Kap. 118. 5; nb. kiz: kSz byste 
mi pomohlit (ab. ki mit dem Ind. st des Kondit, vgl. oben); ki 
war ein erstarrtes Neutr., welches auch zu einer Fragepartikel 
geworden ist (vgl. oben S. 291). Aus den Fragesätzen hat sich 
ein Wunschsatz entwickelt. 

Aus Konditionalsätzen: 6 kdyby tento lid byl v ruce mit 
Vereinzelt kommt im Ab. Vubo vor: Vubo by si vzvedly cisty 
tni ,utinam dirigantur!' 2Wittb. 118. 5 {lubo b6 zvedly ^Gloss.); 
Ä lubo smysleli a rozumili ,utinam saperent^ ib. Deut. 29 {libo 
iFoA,). 

B) Nebenteile des Satzes: Satzteilbestimmangen. 

Außer dem Subj. und Präd. gibt es noch Satzteile, die zu 
ihrer näheren Bestimmung dienen: Satzteilbestimmungen. Es 
können aber selbst auch diese Satzteilbestimmungen noch durch 
andere derartige Nebenteile näher bestimmt werden. Hierher 
gehört das Attribut, das nähere imd entferntere Objekt imd 
die vier Adverbialbestimmungen (des Ortes, der Zeit, des 
Grundes und der Art und Weise). Würde man aber diese 
Kategorien jede für sich behandeln, so möchte man dadurch die 
Kasuslehre zerreißen, so daß die einzelnen Kasusfunktionen in 
ihrem genetischen Verhältnisse nicht zur Darstellung kommen 
könnten. Es empfiehlt sich daher eher eine Behandlung der 
Satzteilbestimmungen nach den Wortkategorien. 



304 



a) Satzteilbestimmungen durch Nomina, 
i) Durch Nomina im selben Kasus. 

Hierher gehört das Attribut und die Apposition. Attri* 
hüte sind solche Bestimmungen eines subst Satzteiles, die mit 
ihm einen Begriff bilden. 

Die Fanktij:)!! des Attr. wird meist vom Adj. oder von einem adj. 
Worte (Part., Pronomen, Numerale) übernommen. Das Attr. muß mit 
dem zugehörigen Worte im Kasus, Numerus und Genus übereinstimmen. 
Das Adj. nimmt als Attr. im Aksl. (und auch Urslav.) die best. Form,, 
wenn es sich um einen schon erwähnten oder bekannten Gegenstand 
handelt (im Griech. steht dabei in diesem Falle der Artikel), sonst die 
unbest., z. B. bizati ott gr^dqitaago gneva ,(f>vyHV dnb ttjs fiiXlovCmg d^yrjs^ 
Mat. 3. 7, dagegen otbct . . . dast^ duch^ «r^o ,ö Tutttig . . . dtoan nwvfia 
ayiov* Luc. 11. 13. In den modernen slav. Spr. griff meist die erstere 
Form um sich (vgl. auch beim Präd. S. 270). Die possess. Adj. auf -ot?» 
und -m» erhalten in der Begel die unbest. (nominale) Form; darnach 
häufig auch die Adj. auf -b$k^, Überbleibsel nominaler Formen des Adj» 
sind jetzt in einzelnen slav. Spr. selten (vgl. z. B. b. je na bile dni ,ea 
ist offenkundig*). Der Eompar. und Superl. nimmt jetzt als Attr. auch 
die best. Form an (vgl. S. 72 f.). Vielfach kann ein Kasus obliquus als 
Attr. auftreten, z. B. obrazz rata. Im Slav. sind jedoch solche Fälle be- 
schränkt, wie beim Gen. erwähnt wird. 

Über den Gebrauch des Poss. 8voj vgl. oben S. 106—7. Über die 
Possessi vpron. der 3. P. wie s.-kr. njegoVy lyihov u. s. w. S. 103. 

Über die zweifache Stellung des Demonstr. st wie darz sb und ni 
darz S. 110. Das erstreckte sich dann auch auf H. Die zweite Stellung 
ist nachdrücklicher, in der ersten kann sich daher aus dem Demonstr. 
leicht ein Artikel entwickeln. 

Der Artikel entsteht aus demonstr. Pronomina, deren hin- 
weisende Kraft etwas geschwächt worden ist, so daß sie den 
Gegenstand, bei dessen Namen sie stehen, nur als einen bekann- 
ten, schon erwähnten voraussetzen. Das Pron. verUert den Ak- 
zent und wird enkUtisch bez. prokUtisch. 

Zunächst haben wir im Slav. einen Artikel, der durch die 
Postposition des aus dem urspr. *W; lat. is hervorgegangenen 
Pron. *f- (oben S. 100) entstanden ist. Er taucht beim best Adj* 
auf z. B. dobn-i 6 aya&og gegen dobt^ aya^oq. Dieser Artikel 
ist jedoch vorslavisch, vgl. Ut geräs-is. Es ist nur ein Reflex der 
urspr. Greltung des is, das nie deiktisch war (im Gegensatz zum 
deikt. *80, *8ä, *tod, ai. sd, sä, tdd, aksl. h, ta, to). 

Es entwickelte sich aber später im Bg. und dial. auch im 
R wie in den nord. Spr. noch ein anderer Artikel, der auch 



305 

nachgesetzt wird: bg. stohth, zenata, diteto. Er kann auch dem 
Adj. angehängt werden: dobrata zena, tvojatb bratb ,dein Bruder*; 
so auch jetzt in der Schriftspr. Dial. treten auch andere Fron, 
demonstr. als Artikel auf: om und ovby seltener st. 

Darüber MiletiS («Ölenst« v» bolg. i ras. ez/ im Sbom. za nar. 
umotv. XYIII, 1901 und schon früher die Diss. ,0 £lanu u bug. jez.' 
Agram 1889). Gegen andere Forscher, die hier den Einfluß der thraki- 
schen Illyrier vermuteten^ (vgl. im Alb. und Bum. einen analogen Artikel), 
kam M. zum SchluB, daß der Artikel rein slav. wäre. Er hätte sich bei 
den Bulg. und Bussen entwickelt, als sie einst irgendwo noch neben ein- 
ander saßen. Aber so alt ist er nicht. Über den r. Art. handelt M. G. 
Chalanskij: Slenö v» russkom» jaz. (in Izv. otd. r. jaz. VI, 1901, 
Hft. 3, S. 127—169). Auch er sieht hier nicht einen fremden Einfluß. 
Er kann den Art. in den r. Denkm. vom XIL — XV. Jhd. konstatieren. 
Heutzutage beschränkt er sich auf gewisse Dial., was übrigens auch in 
der früheren Zeit der Fall war, doch änderten sich seine Grenzen. Im 
allgem. kann man sagen, daß er in den östl. und nordöstl. Dial. vor- 
kommt; in den klr. fehlt er ganz, aber aus den ar. Denkm. scheint her- 
vorzugehen, daß er auch im Eiever Dial. vorkam (auch in Öernigov). 
Jetzt ist to und ta als Artikel im B. häufig indeklinabel (mosk. z. B. 
zemlja to\ das kann Ch. schon bei Jan Lukjanov (1710 — 1711) konstatieren. 

Der Einfluß fremder Sprachen (beim B. wäre an das Mordvinische, 
das auch einen derartigen Artikel kennt, zu denken) ist wohl nicht ab- 
zuweisen, doch sind uns genauere Daten darüber noch nicht bekannt. 
Bei toU vor dem Subst. entwickelte sich im B. nichts derartiges. Beim 
Bg. kommt noch der Verlust der Dekl. und des Inf., was man auch dem 
Einfluß des Bum. zuschreiben kann (insbes. im Ostbg. der Ausgangs- 
punkt) in Betracht. Miklosich hat hier den Einfluß der thrak. Spr. 
vermutet, Jagiö denkt an jenen des Bumänischen (auch hinsichtlich des 
Verlustes der Dekl., vgl. Afsl. Phil. XVI, S. 283—84 und XX, 8. 604—5), 
weil er den Prozeß nicht für so alt hält. Das bis jetzt bekannte sprachl. 
Material spricht eher für diese Annahme. Sicher ist, daß man im Aksl., 
wo man auch Spuren des Artikels vermutete {narodoth^ rodosh u. dgl.) 
nichts anderes als nur ein postpositives Pron. «» und U^ nicht aber den 
Artikel nachweisen kann. In sklav. Nachahmung wird hier der griech. 
Artikel durch ize wiedergegeben, z. B. porozdenf ego^ eis oU groba triv 
ix ttiif'Ov . . . dvdaramv Cloz. 882 (Hom. Mih. ohne jeis) ; taini/ j^9 tu tä 
ixet fivfntiQw, ib. 810. Namentlich finden wir jne für das gr. ro beim 
Inf.: cttto esti eie iz mrztvycht Vh»krz8nc^% ti %axtv to ix vexQdüv dvaar^vai 
Marc. 9. 10. Diese unslav. Ausdrucksweise ist in der ältesten Evangelien- 
übersetzung verhältnismäßig selten, später wird sie häufiger (vgl. Verf. 
mluvö Jana ex. bulh. S. 37). Merkwürdig ist dann die Nachahmung 



1. Man muß aber eher an den Einfluß des Bumänischen, das eben 
aus dem Lat. und Thrakisch-illyrischen hervorgegangen ist, denken. Es 
gebraucht bekanntlich auch den postponierten Art. 

YoBirftk, Yfl. tkT. Onmm. ü. 20 



306 

nach Art des best. Adj. beim Subst., z. B. im £v. von DeSany: divafa 
ij naqd'ivog Hat. 1. 23; analog der Dat. tlev^ti rj nag^imp Cloz. 898 und 
Sapr. 341. 1 (darnach in meiner Ausgabe des Cloz. zn korrigieren). 

In vlacho-bg. Urkunden finden wir den Art. im XV. Jhd. 
cUzznikotb S. 48, vaäeno molenie 86 (vgl bei Chalanskij, manche 
wollten ihn auch schon in einer früheren Zeit gefunden haben, 
so z. B. in einer Urkunde v. J. 1278 bei Lavrov, Obz. S. 186, 
was aber nicht überzeugend ist). Im XYII. Jhd. ist er schon 
unzweifelhaft in den Denkm. und hat eine Verbreitung wie etwa 
jetzt 

In drei slav. Spr. taucht der Artikel unter dem Einflüsse 
des Deutschen auf. So im Slov. z. B. vi sie ta sol te zemlje; 
angd tiga gospudi (Trüber). In der böhm. Volksspr., z. B. im 
VolksUede: Ten krumlopabf zdmek ,das Erumauer Schloß' (ähn- 
liches in den Liedern bei Erben, Proston. £. pisn£ 1864 S. 537). 
Im Sorb. os. toe tym öasu kral'a Herodaäa, ns. we tom casu iogo 
krala Herodesa. Analogisch kann man beim bg. imd r. Artikel 
einen fremden Einfluß voraussetzen. 

Apposition. Falls das Attr. eines Nomens durch ein 
Subst. im gleichen Kasus ausgedrückt wird, nennt man es Ap- 
position: vhsevladyko gospodi/ ölovikb greätnikz ,homo peccator'. 

2) Durch Nomina in einem Casus obliquus (Kasuslehre). 

Vokativ. 

Er ist ein die Funktion eines Satzes übernehmender Kasus 
und steht sonst außer aller syntaktischen Beziehung zu seiner 
Begleitung, der er entweder vorangeht, oder nachfolgt oder ein- 
gefügt wird. In die Kasuslehre kann er aus praktischen Gründen 
und auch wegen seiner Beziehungen zum Nom. eingereiht werden. 
Er ist auch als entbehrlich in einzelnen slav. Spr. aufgegeben 
worden, so im Großr. und zum Teile auch im Slov. (hier fast 
nur im VolksUede erhalten). 

Schon im Aksl. bemerken wir, daß er vom Nom. vertreten werden 
kann, insbes. wenn mehrere Vokative auf einander folgen, vgl. Isu Christe, 
synu bozii, inoc^dyi, zivaja siia . . . Supr. 109. 2; o vekja taina, ib. 368 u. 
and.; vgl. slovak. Dunaju^ Dunqfu, ty rieka hUavd\ piiceienka tnoja o dzeväci 
dzierkdch] läska, Idska, vema Idska, Mitunter so anch im B. Hier gilt 
der Yok. bei pane als unhöflich und ungewöhnlich, daher pane Kluch\ 



1. Die Deutschen, welche keinen Yok. haben, sprechen dann scherz- 
weise von einem pane Klueh (st. pan Klueh), 



307 

jHine (/uzna, pane Lauda . . . and nicht pane Kluehu u. 8. w. ; ebenso meist 
pane ucUel, 

Tritt zum Vok. ein adj. Attr., so wurde schon im Aksl. der Nom. 
4e8 Adj. und nur seltener der Vok. gesetzt (von der unbest. Form des 
Adj.). 

Äkknsatly. 

In den Akk. kommt jener Nominalbegii£^ der von dem Yer- 
balbegriff im Gegensatze zum Gen. und Dat. am nächsten und 
ganz betroffen wird. Vielfach übernimmt der Gen. seine Funk- 
tion, wie wir sehen werden, und im PL tritt er auch häufig an 
die Stelle des Nom. (schon im Aksl. braky). Über die im Bg. 
noch vorkommenden Akk wie Stojana, brata u. s. w. vgl im 
Anhang (Verlust der bg. Dekl.). 

L Adverbaler Gebrauch. 1) Zunächst steht er als 
äußeres Objekt (im Gegensatz zum inneren) nach Verben des 
Affizierens, falls sie positiv gebraucht werden. Diese Verba, 
die gewohnheitsmäßig mit dem Akk. konstruiert werden, nennen 
wir transitiv, z. B. biti ,schlagen': dbto mq btjeH Jo. 18. 23. 

Hierher gehört auch hlagodarUiy hlagodarhttviti »gpratias agere'; 
-blagodarfq U Jo. 11. 41 und Supr. 233. 9 ; hlagodarhttviU hoga Supr. 219. 24, 
▼gl. auch r. hlagodarüb kogo und s.-kr. hlagodarimo U (neben dem Dat.). 
Im S.-kr. können noch die Yerba pomodi, razumjtii^ sluiiti, smetati, svjeio' 
vatij voljeti, tapatti den Dat. oder den Akk. bei sich haben, z. B. Bog 
pomogo Bve miadide! Fjes. I, 187 (Maretic S. 552). 

Im AksL manchmal auch ko$rufti: Isun kotnq t . . . rjifßoro autov . . . 
Hat. 8. 3 (sonst mit dem Lok. oder Gen.). 

Verba der sinnlichen Wahrnehmung, die bei sich den Gen. 
hatten, werden mitunter auch trans. So steht im Mar. bei $lyiati immer 
4er Akk. So insbes. dann in den modernen slav. Spr. Wir finden auch 
Shtnotri uceniky ,specta* Supr. 331. 1. Verovati ist in mehreren slay. Spr. 
auch trans. : s.-kr. veruj hoga t 9vetog Javana ,glaube' Fjes. 3. 26 ; b. Jen 
jedineho hoha verüi neben v, hohu und v boha\ p. tüiert^ jeden bog, Rog. 
68 (11^. hoga ,an einen Gott glauben*: iä onjeei bogiem, dagegen to. bogu 
,Gott glauben*). 

Manche intransitive Verba werden durch Präfigierung 
trans.; es sind insbes. Verba der Bewegung wie üi, kro6üi, 
laziti, letiti, Usti, pluti, speti, stqpüi, sisti, ieSti u. dgL Hiebei 
erfahren sie mitunter auch eine Modifikation der Bedeutung z. B. 
fiaiti ^nvenire', zastqpüi ,defendereS obidq i ixvxXoHJcey airov 
Jo. 10. 23; tT^da zaphvasq lice ego Mai 26. 67; zemljq proäedb 
Supr. 97. 15; pribyvb tu vrimq mnogo Supr. 445. 9; prlpluvhie 
rikq ib. 142. 3; prespi stjq dobratq dlovikz Cloz. I, 569. Es 

20* 



308 

sind die Präfixe: vh, vbzh, za, na, nad^, obz, o, po, pod^, pro und 
jpr^, mitunter auch do-, was auffällt, z. B. sama priispodhnaja 
doiti ^avTcc tcc xcerwrata xazalafißdvetv^ Supr. 354. 18. 

S.-kr. pak odbeze svoju staru majku Pjes. 2. 16; teäke su je 
muke popanule, 2. 95; bIoy. zalost mam'co zlo obgre, Volksl. 4. 63; 
vse je Stroh obletd, Ravn. 3. 218; r. kogda ze gondija ncUekut^ 
zajca Bus.* 2. 115; äirokija ozera krugotm obosla, Ryb. 3. 227; 
osMi grad^, Per. 109; p. zabiezal mu jeden mqz drogq ,vertrat 
ihm den Weg* Luc. 8. 27; osiedli zamek, Chwal. 2. 41; trzy 
razy koäciol objechal, Chwal. 76; odej46 ojca, matk^ 3; odjechaZ 
miq möj kochanek, 102. 

b. obeäla nds hrüza; popadnouti koho ,ergreifen*; projelväecku 
tu kraßnu^ oblihati m&sto ,belagem'; prekroöüi, preskodäi; roze- 
smäl nds väecky, opanovati zemi ,unter seine Herrschaft bringen^ 
pfepoöttati penize ,nachzäMen*. 

Bei boleti ^schmerzen* kommt die Person, die etwas schmerzt, in 
den Akk. : ksl. db9ten> oci boleachu, Prol. Cip. ; hg, zqb^ m» boli; s.-kr. muci 
vilo, grlo te boljelo! Pjes. 1. 739; dF ga rusa glava zabolila, Pjes. Juk. 
269; analog svrbe ga ledja^ Sprichw.; slov. mene glava zlo boli^ Yolksl. 
3. 53, analog: otroci sestro skrbe ,die Kinder machen der Schwester 
Sorgen*, Met. 241; ferner klr., p. z^by mi^ bolq, ebenso bei tnartwi, korei^ 
stcfdzi, twierzbi, mierUy mdli (Krasnow. § 136. 2); sorb. os. bei boM^ 
awjerbed, toozebad; mitunter bei mferzad ,ärgem, verdrießen*, rudzid ,in 
Trauer versetzen*, tgiid ,ängstigen* z. B. mgsle mje rudza a toutroba mje 
boli] jeho koza awjerbi (Lieb seh, Synt. der wend. Spr. § 67); b. boli mi 
zub, ferner bei svrhUi und svedeti Jucken*, zdbsti (auch s.-kr. zebu nie noge 
und in and. slav. Spr.), mrzeti ,ärgem*. Viele derartige Verba werdea 
subjektlos gebraucht (vgl. S. 263, 2). 

Statt des Yerbums kann ein Subst. mit jeat stehen, was dieselbe 
Bedeutung hat: s.-kr. strah je mene^ sram vas bilo, mje ga ehrb; p. tostyd- 
nas (aber auch nam); os. mje je za trach ,ich scheue mich*, z. B. undaza 
je za trach pjtnjezy brad\ ah^jesi mi hanba^jeet me straeh; in der Schrift- 
sprache sind jetzt solche Wendungen selten, dafür jest mi hanba u. s. w. 

Ebenso s.-kr. stati ,kosten* (Mar. §546 a); ^.obchodzid und kosztowad: 
toy mi^ maio obchodzicie; ta przyjemnoid koeziowaia nas dtoa zlote (Krasnow. 
§ 166, 1) ; OS. jiladic (koitotcad) : tüza w6n atcöj stoty nop, kii jeho koitoujoie^ 
tri sta kop (Lieb seh 1. c); b. co väs stdl ten dümf dluhovati {komu co) 
,schnlden* ist eine moderne Bildung von {dluh)\ bei dltütm ,schuldig* im 
Aksl. der Instr., jetzt finden wir dabei den Akk.: s.-kr. za koje emo mu 
duzni blagodarnost; p. diug dluMen byi^ Ks. ust. 42; b. jsem väm dluien- 
odpoved", knihu u. 8. w. (<2/»Jfon» könnte auch sub 3) eingereiht werden). 

2) Inneres Objekt im weiteren Sinne. Es sind hier wieder 
2wei Abarten zu unterscheiden: 



309 

a) der Akk. des Resultates, der bei den Verben des Her- 
Torbringens vorkommt und das Resultat, das die Handlung als 
ihr Ergebnis überdauert, bezeichnet: aksl. szztdati crtHth ,eine 
Kirche erbauen', ^-kr.gradüi knöu ,ein Haus bauen'; äiju kohdje; 
08. brözdu woraö; b. büh stvoril svit. 

b) bei dem Akk. des Inhalts (inneres Obj. im engeren 
Sinne) ist der Nominalbegriff nur während der Verbaltätigkeit 
vorhanden, indem er nur einen Vorgang, eine Erscheinung be- 
zeichnet Meist ist er mit dem Verb stamm- oder sinnverwandt: 
aksl. öhstb dbstimb ,sollemnitatem colimus' Kiev. Bl. Ib. 7; düati 
dila yloyd^eod-av to egya^ Jo. 9. 4 (könnte auch zu a) gehören, 
falls die Werke materiell sind); beskr^btno zitije zivy Supr.377. 9; 
biachq p(i8tyri . . . Hd^e i atrigqäte strazq ,<pvldaaovT€g (pvla- 
xdg% Luc 2. 8 (meist unter dem Einflüsse des gr. Qrig.). bg. 
tri dni Vidtd^ pqtt pqtuva; szm s^nila mcdka moma; glad^ 
gladuva; Hvoth zivietm (Ivanov § 32). s.-kr. boj ne bije svijeUo 
oruzje, ve6 boj bije srce ad junaka ,den Kampf kämpfen nicht 
• . .* Sprich w.; San zaspat' ne mogu, Pjes. 1. 527; r. kio bidy ne 
bidovd^, Sprich w. 135; virovati viru, dumu dumali, Bezs. 1. 10; 
poSeh carh kliöb klikatt, kto by dodh izlidih, Rybn. 1. 227; p. 
sqdy sqdzili Ks. ust 21. 22. 80; os. bitwu bijacku horcu . . .; Ho 
radosö rjeMu dawa, haö drohu pu6otva6?; rad£ mi dobru radu 
(Liebsch § 64); b. spravedlivy aoud stidte, Kral. Bib.; bojujte 
ten dobry boj viry ib.; mluviti red. 

Vgl. iidxriv fidxea&aty 1. somnium somnio u. s. w. 

3) Mit dem Akk. des Inhaltes steht der Akk. der Aus- 
dehnung oder der Akk. der Raum- oder Zeiterstreckung 
im Zusammenhange. Der erstere drückt meist ein Maß aus auf 
die Frage ,wie weit, wie lang, wie breit, wie hoch u. s. w.': ksl. 
ide sh njejq dvi vrtsU ,er ging mit ihr zwei Werste*, Prol. Mih.; 
tri stopy stupivt^ Pjrg. 

Daran schließen sich auch die Gewichtsangaben (hier meist 
adnominal), Preisangaben u. dgl. insbes. bei ,kosten^ s.-kr. tezi 
jednu oku; dvije puske male^ Uo valjaju stotinu dukata, Pjes. 
3. 21; koja (gradja) vredi silne novce, Vuk. Dan. 4. 36; moram 
umreti, makar da sam i celo kraljestvo vredan Jank. Ot 55; 
cijeni je hiljadu dukata, Pjes. herc. 179; slov. tri prste debela 
deska, Met 239; Miri drevlje globok, ib.; v delo je tri pedi äirok, 
Volksl. 2. 32; sabljica je tezka centa dva, ib. 4. 22; tri läa star 
Met. 239. 



310 

russ. idti vsju noöb, khatt pjatb verstb (BusL^ § 245. 2 a). 

polD. uji6 mil^^ kawal drogt; irzy godginy trwaia peina dumaii drogoy 
Siow. (häufig przez mit dem Akk.); strufsano niewöd gl^oki stöp dwieieie^ 
Mick. (Erasn. § 122, 2) ; za einem Adverb geworden : traeh^ (früher aach k^). 

08. mdlu khwilku trafeie, luboh* z korcmy wfezeehu; bei dMi ,lang*y. 
ieroki ,breitS hiuboki ^tief (Lieb seh § 71 und 72). 

böhm. BtÜem jest od Jerusalema pet mil; hroh je zvyii ctyri pidi^ zdeli 
devet a ziiri ctyri '^ dub sto let stary; kämen tri lihry tezky; jsem trochu 
unaven, moe unaven (Geb., Prir. ml.' § 474, 3). 

Solche Akk. konnten zu Adverbien erstarren, so aksl. nudo 
jwenig*, tmnogo ,viel', (d)zäo ,sehr^, z. B. rmnogo bo po8tradach^ 
dbtitsb, Mai 27. 19; p. troch^, b. mdlo, mnoho, moc, trochu, vice 
mini u. 8. w. 

Als erstarrte Akk. des Maßes fassen wir auch die Aus- 
drücke auf wie s.-kr. häjadu z. B. i ruöaäe hüjadu svatova ,und ea 
aßen tausend Hochzeitsgäste' Petr. 36; polovinu: polavinu nesta- 
lo tnu druätva ^die Hälfte der Gefährten ging zu Grunde^ al' mu 
nema polovinu vojske (Dan. Sint. 411 — 15, Mar. § 546, c); p. siana 
furq btflo, b. hylo nds hromadu, süu; slov. dedo (aksl. öridq) svinf 
86 je paslo ,eine Herde Schweine weidete' Met 225 Ebenso 
sind in subjektlosen Sätzen die Zahlworte p^t u. s. w. zu beur- 
teilen, wie z. B. p^h (Akk.) ze b6 otb nichb bui, Mat 25. 2; äestt 
(Akk.) denb esh Luc. 13. 14 (vgl. oben S. 264, 4). 

Beispiele für den Akk. der Baumerstreckung aus and. Sprachen: 
T^y 6dbv iqyayiv ,er führte ihn diesen Weg*, lat. tridui üer proceseU, got, 
qemun dagU wig rjXd-op r^fii^g 6d6v, 

Durch den Akk. der Zeiterstreckung, von den schon 
einige Beispiele angeführt worden sind, wurde ausgedrückt, daß 
die Handlung den Zeitbegriff ausfüllte: eko bo be Jona vb drivS 
küovi tri dbni i tri noäti Mat. 12. 40. 

Dann wurde aber dadurch auch ein nicht näher bezeichneter 
Punkt innerhalb der Zeitgrenze angegeben: i ubijqtb i i treibt 
dbnb vbstanetb . . . xat tfj t^ivg ^fdiQff eysQ&i^oeTac Mat. 17. 23; 
prübdbSu jemu vederb ,veniente eo vesperi* Supr. 202. 12. Zu 
Adverbien sind geworden: prtvoje ,primum' (z. B. Jo. 2. 10); 
vntoroje ,8ecundum*; tretbje, dbntst, drevlje, inaie ,noch* (z. B. 
Supr. 71. 19); poslezde ,zuletzt*, pr^e ,früher*, tade ,deinde' (z. B. 
Supr. 100. 15), jeMe ,nochS to hraU {kratt, Supr. 173. 18; 313. 25) 
,80 eben* (eig. dieses Mal); vgl. auch dbnt jade dtnt ,Tag für Tag* 
(Supr. 314. 6), b. den ode dne, den po dni u. s. w. 

S.-kr. bolfe je hiti pevae jedan dan nego kokoi mesec^ Sprichw. ; sluzi 
mene t tredu godinu, Pjes. 3. 22; im moj tu6i prvi danak yube ,am erstea 



311: 

Tage'; slov. okoli se vlaci v$e (fube noci^ Volksl. 1. 24; vao pot je hila 
polna boga, BaYD. 2. 15; ruBS. zimutb Chron. 1. 207. 15; vekt hy spah^ 
Ryb. 1. 233; to pervo (Busl.» 2, S. 324 Anm. 2), woraus teperb jetzt*; pol. 
9iowik caiq noe dpiewa, bÖhm. celou noe »li; den »v. Ootharda zemi se 
trdela; aby zli den eoudny omluvy nemeli; to hylo tu sobotu po sv. Jakuhu; 
dnes (älter aach dens), letos, ab. veceroe (vgl. oben S. 110). 

Analog dem erstarrten Akk. wie bylo nd$ hromadu haben wir auch 
z. B. s.-kr. hilo mu stotinu godina. 

Vgl. gr. %va firjva fiivoiv, noctem unam manere, got. libandei mt'p 
abin ßra sibun C^aaaa fiiia dv^Qog hti inra. 

4) Akk. des Zieles oder der Eichtung nach den Yerbis 
der Bewegung. Im Slav. haben sich nur kümmerliche Über- 
reste erhalten. So das erstarrte v^n^ ,hinaus' z. B. aksl. gr^i 
vhm Supr.233. 13; vielleicht auch noch pride Christogb nebeshskyj^ 
dvtri ,venit Christus ad portam coeli' ib. 352. 17 (vgl auch ttUze 
dvhri zivotnyj^ ib. 385. 4). 

S.-kr. pak on grede dcore Koznlove^ Fjes. Ea5. ; russ. idetz on» knja- 
zeneskoj dvon, Byb. 1. 135; os. dai je so wjesdi tafki kraj, Kdiei ludii 
prahaju. Rajtiy ty synko mqj cuzy krajf Dtcor woi dwora khodiid. Man 
vermutet hier urspr. w bei dem Akk. (Liebsch § 70), aber das ist nicht 
notwendig, denn kraj, konec, dvor scheint sich lange als Akk. des Zieles 
behauptet zu haben (vgl. weiter unten). 

Derartige erstarrte Akk. sind: niz9 ,hinab', blin (blizt) ,nahe'; vysoce 
,i\fK}v', dalece ,weit*, mct ,vorn über*, primt ,recte*, proiivq »gegenüber, 
gegen*, iskrb ,nahe*; slov. auch stran gre Bavn. 1. 34; b. blizko^ nkko, 
vysokOf vyse^ bliie, ddle (dagegen gehört das von Mikl. aus Zikmund S. 392 
zitierte mähr, poid^ dorn nicht hierher, denn es ist aus dom& und dieses 
ans domovi entstanden, wenn es auch im B. dial. heißt dorm prideH 
,domum veniet*; ebenso auch im Os. und Ns.). 

Solche erstarrte Akk. konnten dann auch auf die Frage ,wo* stehen : 
stranq sivera obr^itete (Ha mojego, Snpr. 118. 4; r. aba poly Dnfyra ,auf 
beiden Ufern*, Bor. 61; om polb Dnepra »jenseits*, Chron. 1. 61. 17; b. 
zdrzoval se prostred lesa. 

Vielleicht gehörte hierher urspr. auch korihcb und krai^ die später 
auch als Präpos. gebraucht werden. 

Vgl. gr. ovgavov ixe, lat. tr«, mittere domum^ ai. divam ,in den 
Himmel* u. s. w. 

5) Als Akk. der Beziehung deutet man aus der b. Gerichts- 
sprache: deset hriven propadnouti, ten hrdlo, dest i statek propadl 
(verwirkte sein Leben). Ähnlich im Lat damnare und condem- 
nare aliquetn cUiquid. 

Hierher auch s.-kr. äto und to, wodurch ein anderer Kasus 
mit und ohne Präp. vertreten werden kann: ja sam to rad st 
ja sam tome rad, Prip.80; kao da bih svoj narod imao Ho tuzüi 



312 

D. Ap. 28. 19; pa se neäto zavadio s Miloäem Mil. Obr. 75 (Mar. 
§ 546 a); b. nedbdm nie, aniz se co boßm; nie praviho se doptati 
nemohu; dd mi, eoz poprosim koli (mitunter kann es urspr. ein 
inneres Objekt gewesen sein). 

Doppelter Akk. bei einem Verbum. 1) Zu dem Akk. 
des äußeren Objektes tritt ein prädikativer Akk., der im Slav. 
allerdings stark vom Instr. verdrängt wird, und zwar a) bei den 
Verben ,Jem. zu etwas machen'; das kann wieder stattfinden 
a) tatsächlich, ß) nur in Worten (benennen), y) in Gedanken 
(halten für). 

Aksl. a) shtvorjq va lovhea dlovikorm Mat. 4. 19; nemoSttfno 
jestb postavüi jego popa, Supr. 210. 13; ß) Simona egoze imenova 
Petra Luc. 6. 3; y) mzn^irb^a ze i vz druzin^ sqstt vofiiaavveg 
di avtov . . . elvai Luc. 2. 44 (Mar.). 

Im Bg. nimmt das präd. Subst. nicht die Form des alten 
öen. Akk. an: Izbracha go kmet^ (auch za kmetb); mene naridatb 
Ivam; Cherodota nariöat^ baäta na istorijata (Ivanov, Sint § 33). 
S.-kr. stavih strazu mladu momu, Pjes. 1. 550; hodi, mene uzmi 
gospodara, 2. 27; imao vile posestrine, 2. 40; bi stavili zensku 
gospodara, 5, 486; blazene nazivamo one, koji pretrpljeäe, Jac. 
5. 11; je V ga kazu odvise pmaka, Pjes. 42; ne drzah sehe do- 
stojna, da ti dodem; slov. koga sie mi doli rajavea? VolksL; r. 
mnjaäde uze konöinu suädu, Chron. 1. 193; p. mam obroneq boga, 
Koch.; jenze nie poiozgi boga pomoenika swego, Flor. ps. 51. 9; 
OS. knjeze^ mjenuju tebje swojeho Boha (Liebsch § 75); b. hrkh 
Hni dov^ka sobi robotna (mehr ab.) oder robotnSho (mehr nb.); 
staH CeehovS väe zbozi obeeno meli; kteri piH viei ohavni, ty 
nazyvaji dobri lidi; mnieh oöi zavrel a jeho bratri jej umrlSho 
mnäi (Geb., Prfr. mluvn.« § 473). 

Vgl. gr. T^r t&rixav . . . Uqhuv »die machten sie zur . . .* ; lat. (üi- 
quem facvrt ?ieredem\ appellare tmperatorem^ fortissimum iudicare\ got. 
kunnands ina wair garaihtafia fSiSiog iivrov avdqa dCxaiov*: ebenso ai. u. s. w. 

b) bei den Verbis der sinnlichen und geistigen Wahr- 
nehmung, wobei die präd. Ergänzung meist aus einem Part 
(allein oder in Verbindung mit einem Adj.) besteht Diese Verba 
hatten urspr. in der Regel den Gen. bei sich, so daß die präd. 
Ergänzung auch im Gen. stand. Mit der Zeit wurden sie aber 
meist transitiv. Aksl. obrite otrokovieq lezqätq na odre i bish 
iätdzsb Marc. 7. 30; vidiaehq gospode samogo sqäta Luc. 4. 41. 

S.-kr. zacu lelek t zacu kukanje^ staru majku Jova kukajudif Pjes. herc. 



313 

^1; meist wird diese Eonstraktion gemieden: vidje mnoge fariseje i sadu- 
Mi^i 94i^ idu, da ih krsti; r. uvidih om matuiku MJaicuJu podz okoieckorm 
slezno placucüb, Nekr. Hier häafig die erstarrte Form auf -udi) p. zem 
toidzial umierajqe miie dzieci^ swoj0, Koch.; ja i jed widziaia syna bozego 
tostepujec na niebiosa, Jadw. 12; postrzegi9m idqeego ku Bohie eziowieka to 
zupante hiaiym \ ilyBzai$m KataUmi ipiewajqcq (Mai. 348) ; b. kräl a krälovä 
dceru zdrdvu uzreli] im Wiener Evang.: kde 8mg te vidHi lacneho, püie 
iddojiCf hostem, nahym neho nenioengm ... es wird also der Akk. anch 
schon vom Instr. abgelöst. — AbytU mistra videli ziva, Jak jite jej drive 
zdräva videli. Derartige Verba sind: zriti, videti\ hlediti^ patriti, ukäzatij 
naihtiy najlti, vMHi^ tnäii. Nach ab. Art z. B. nevim veseJa nikoho, nb. 
mehr: veseUho nikoho. 

Gelegentlich anch bei Verben, die nur lose mit diesen Gruppen zu- 
sammenhängen: m^fani posig käzali zivg zahrabati; privedli av. Pavla 
svdzdna u. dgl. 

2) Verba, die von Haus aus entweder mit einem persönlichen 
oder mit einem sachl. Obj. verbunden wurden, konnten dann auch 
gleichzeitig beide bei sich haben, so daß eine Person und ein 
Gegenstand in gleicher Weise betroffen werden. So findet man 
€s häufig in anderen Spr. bei bitten, fordern, fragen. Hierher 
nur s.-kr. upUati: ja 6u vas upüati jednu rijeö Mai 21. 24 (pytati 
hatte im Urslav. den Gen. bei sich); dann uditi: Ho je uditd 
nauöio svoje udenike neke nove molüve (auch nicht alt); dagegen 
alt bei sUxti ,kosten': stalo me deset groäa; ebenso b. stdti: to nds 
stoß tri sta hriven (das Verb kam schon oben zur Sprache); zwei 
sachliche Objekte auch bei ceniti ,schätzen*: cenü ndm toho konS 
6tyri sta; im P. kosztowad (vgl. oben S. 308). 

Im Os. gibt es mehrere derartige Verba: toucid »lehren* (hier der 
Akk. der Sache auch neu wie im S.-kr.), bei den Verbis des An- und 
Ausziehens wie toobuö, zud {skdrnje »Stiefeln'), tooblec, shc^ toodzewad »be- 
decken womit*, z. B. toiiiko Je dobre mje umcila, Holcka hiboh' wtulekla 
Jeho suknju (Lieb seh § 75). 

Unter dem Einfluß des Griech. aksl.: iie koUzbdo napoitt edinogo oft 
malgehb aichz caiq studeng vodg ,og iav noxlai^ %va norriQiov . . .* Mat. 
10. 42; vgl. auch Marc. 9. 41 (spätere Texte haben hier den Instr. 
caiejq). 

Vereinzelt kommen Fälle vor wie poveli rabomzt prevesti je reku »trai- 
cere eos flumen*» Ephr.; Savu riku preeezetb t . . . Sabb. 159; r. pervgf 
rov9 jego bogt perenes^ (st. deren p. rovt, Culk. 2, 199, vgl. bei Busl.* 2, 
§ 253, 4). 

n. Adnominaler Gebrauch. Von trans. Verben gebil- 
dete Verbalsubst. nehmen manchmal auch den Akk. zu sich; po 
prij^ii mi oth boga velikgj darb, Supr. 407. 25; po shtvorenii 
komisu obyöeinyj^ pozory, ib. 165. 15; 8.-kr. veliko obäovanje mu 



314 

udini xa sahljudanje i obarovanje naäe trtgovce i naäe Ijude; slov. 
t^» ne imate menüi, de sein jest priäal h poäilanu ta mir na zemli 
wörü. ,ad missionem pacem' Mat. 10. 34 bei Trüber; p. w celu 
wyshichania ohoiadczenie. 

Auch bei analogen Adj. aksl. jeahstvo vodtnoje kamenije 
podrazivo prUvori 8^ j^Qog t^v TcJy Xi&cov ävmvTtictv fiete- 
TtoLij&r]^ Supr. 67. 11; 8.-kr. ja bih dragog najvolija 4ch hätte 
den Geliebten am allerliebsten' Pjes. 1. 451; Pjes. herc. 284; ja 
bih kulu najvolija, Pjes. herc. 272; das dem S.-kr. eigentümliche 
najvoljeti ist trans.: ja bi burmu najvoljela (Vuk. Lex.). 

Auch dhztm hat bei sich, wie schon erwähnt, den Akk» 
z. B. s.-kr. za koje smo mu duzni blagodornost; p. dlug dhuzen 
byl; b. je mu dluzen sto zlatych. 

Vgl. lat. peeeatorum veniam promissor \ gr. t« fxeritjga (f-oüvrCarrig 
,ein Bedenket der überirdischen Dinge* ; ai. data vdsüm ,Geber yon Gütern*. 

III. Adverbielle Akkusative. Akkusativ beim Aus- 
ruf und bei der Beteuerung. Es sind schon einige erstarrte 
Akkusative, die als Adverbien gebraucht werden, erwähnt worden. 
Darunter sind insbesondere urspr. Akk. der Zeit- und Raum- 
erstreckung stark vertreten. 

Hier können noch angeführt werden: tako und sice ,80*, kako 
,wie*, jako ,wie' (rel.), inako ,ander8'; Ijubo — Ijubo ,sive — sive^ 
tun'e ,um8onst', pade ,potius', jedvnade ,dennoch', obade ,doch* (Supr. 
314. 6). Insbesondere sind es auch Akk. auf '^ und -t, wie das 
schon erwähnte v^n^ ,hinausS ^*^ ,hinab*, bliz^ (blizt) ,nahe', (iskrb 
,nahe', nict ,vom über*), aStUt ,dwQBdv^y (premh ,recte*), 8trt>mt> 
,eifrig*, strtmoglavh ,kopfüber* (Supr. 104. 18), pravt ,recte, wahr- 
lich^, sugubt ,doppelt*, sqprotivt ,entgegen* (Supr. 226. 22), vasnb 
Yaiog/ qtrt ,drinnen'. Ferner: protivq ,gegenüber, gegen' (vgl. 
oben S. 311, 4). 

Merkwürdig ist gladt zamoriii ItfAtp »durch Hanger* Supr. 217. 20^ 
Leskien hält es für eine Verschreibung (für yladomt^ Handb. S. 103),. 
aber wir haben dasselbe auch im B.: mriti hlad (ab.); hlad a zizeh mriti, 
ebenso hlad a zimu mriti. Fraglich ist nur, ob hlad" (aksl. gladt) oder 
hlad (dann wäre auch im Aksl. gladi). 

Ein urspr. Akk. des Inhaltes ist ctto in der Bed. ,warum', z. B. cUo 
truzdaete zertq Mat. 26. 10. Im S.-kr. ^cr {tius je-ie) und Ho: jer ne kata 
meni u Budimuf] Ho su ti ruke krvavet b. co me tepeit os. Ho ty tu tak 
place», moje lube dziöof (Liebsch § 74). 

Bei adverbiellen Akk. sind auch Wiederholungen desselben Wortes- 
beliebt (mit oder ohne Präp.): os. khiiku wot khWci khodzid ,yon Hau» 
zu Haus gehen'; dwör wot dwora khodüd ,von Hof zu Hof (Liebsch 



315 

§ 70); b. odrikävaii neeo tlovo od slova ,Wort für Wort, wörtlich*; behati 
dAm od domu ,vom Haus zum Haus'; misio od mista; vic a viee; ryehUji 
a ryckUji vgl. S. 311, 4. 

Akkusative bei der Beteuerung und beim Ausrufe sind 
von einem zu ergänzenden trans. Verbum abhängig gewesen, 
z. B. aksL tako mi bogy Supr. 24; 119. 4. Miklosich meint, 
daß hier etwa ein disti ,colere' zu ergänzen sei (S. 392); idko mi 
vdikqjq hogynjq Artemq i dvojenades^teluötfnoje sltmhce ib. 168. 21. 

Im SloY. haben wir neben dem Akk. des Gegenstandes der 
Verwunderung auch den Akk. des Pron. i: de ga napuhl , welcher 
Hochmut!'; de ga sovraätvo! de jo mo6l Ravn. 2. 97, 304. 

Im B. beim Ausrufe: kyho öerta! ktjho älakaf ba vdru! viru 
jfiirwahr*. 

Auch bei der Partikel na (etwa ,da hast du') steht der Akk.: 
s.-kr. na ü sahlju, Pjes. 2. 95; na ti, dijepi, paru Sprichw., klr. 
na iobi püdaäcu; b. na, nate (nd, ndte): ndte nüz. 

In der Vita Meth. steht dabei noch der Nom.: na ti dari 
tnnozi 12. 

Hier kann der im S.-kr. yorkommende Akk. ga erw&hnt werden. 
Er kommt bei trans. und intrans. Verben vor, namentlich in Sätzen, die 
eine Verwunderung, Verwünschung ausdrücken: cm9 oci, vi ga ne gledale 
,schwarze Augen, möget nimmer sehen!* Pjes. 1.365. Miklosich meint, 
daß er ein zu ergänzendes Objekt bezeichne (S. 383). Nach Maretic 
hätte er keine Bedeutung und solle nur den Vers vollständig machen 
(S. 530). Doch haben wir ähnlich auch im Slovak. : ej ved" ti ho idem 
na Un certov tanec\ pöjdei mi ho do mesta ta vojaka. Eott I, S. 446 — 47. 
Dieser Akk. ist mit dem eth. Dat. ti zu vergleichen und wohl auf die- 
selbe Art aus Sätzen, wo er berechtigt war, verallgemeinert worden (es 
handelte sich zuerst immer um eine Emotion). 

Der Akk. cum infinitivo ist urspr. keine slav. Konstruk- 
tion, obzwar wir ihn ziemlich häufig antreffen. Er ist auf den 
Einfluß des Griech. und Lat zurückzuführen. Aksl. kogo mq 
nepbüujqtz narodi hyti? Tiva fie Uyovaiv ol oxi^i ehai Luc 9. 18 
(vgl. Luc. 20. 6 u. s. w.); glagolaaie dhznika imeti blizz, ne mosti 
ze 8^ jemu Htm iskupüi Supr. 433. 17 ; p. shazujemy temu sqprzewi 
rzecz otrzymaö Es. ust. 31 ; pounadai si^ chramaS ,asserebat se 
claudicare^ ib. 111; powiadajq nie by6 zmarttoychwstania (Gen. 
nach einer Neg.) Mai 22. 23. b. vidU to misio oddani b^i 
niodlosluzbi, Eral. Bib.; vy pak kym mne byti pravüe, ib.; pod 
stinem smrkowfm chutn^ sen byti pravili (Häjek). Häufig finden 
wir ihn hier in den Schriften des XVI. Jhd. 



316 

Genitiv. 

Da im Slav. wie auch im Griech. der Gen. mit dem Abi. 
zusammengefallen ist — was teilweise auch fürs Germ, gilt (im 
Sg. war dies schon in der indoeur. Zeit meist der Fall) — , so 
muß man hier zunächst zwei Funktionen unterscheiden: die 
genitivische und die ablativische, die nicht inuner leicht 
aus einander zu halten sind. Schwierigkeiten bereitet beim Gen. 
auch sein adnominaler Gebrauch, der sich allerdings in mehreren 
Fällen aus dem adverbalen erklären läßt, aber nicht immer; jeden- 
falls lagen hier auch schon ursprachliche Anfänge vor. 

A) Der ursprüngliche Genitiv. 

I. Adverbaler GebraucL Über die urspr. Geltung des 
Oen. ist man nicht ganz im klaren. Im allgemeinen wird an- 
genommen, daß der im Gen. vorkommende Nominalbegriff nicht 
in seinem vollen Umfange von der Handlung getroffen wird, 
sondern nur teilweise; ja es kann sich nur um eine bloße Be- 
rührung desselben handeln. Durch diese partitive Grund- 
bedeutung würde sich der Gen. vom Akk., bei dem der UmfiAng 
von der Handlung ganz getroffen wird, unterscheiden. Berühr- 
xmgen zwischen diesen beiden Kasus gibt es sonst im Slav. Der 
adnominale Gen. drückte mannigfache Beziehungen, die zwischen 
2wei Nomina bestehen können, aus. 

DeiDgegenfiber nimmt Hirt an, die Grundbed. des G. wäre eine 
Ähnliche wie die des Abi., mit dem er im Sg. formell so häufig zusammen- 
falle, nämlich die des , Ausgehens von*. 0. Hoff mann geht vom G. loci 
aus: iCiv . . . lolxov kriQoio I 219 ,er setzte sich an einer Stelle der 
anderen Wand* (BB. 25, S. 168 f.). 

Zahlreich sind die Verba, die sich mit dem Gen. im parti- 
tiven Sinne verbinden. Man kann hier mehrere Gruppen unter- 
scheiden, wobei die Gruppe 1 — 6 vorwiegend transitive Verba, 
bei denen der Akk. urspr. eine nuancierte Bed. hatte, enthält. 

1) Essen, trinken, kosten, genießen u. dgl. Die urspr. 
partitive Vorstellung kann auch schon verdunkelt sein. Aksl. 
nikbioze pivz veticha (vina) abie ckoHetz novuumu . . . Ttidv na- 
hxibv . . . Luc. 5. 39; vbkusi vina hyvhiaago oh vody ^lyevaaxo 
To vdwQ . . . Jo. 2. 9. 

S,'1lt. okusili dara nebeskoga; slov. Ijuhimu je dala piü aladke rozolije; 
konjicu dala zobat pieniee rutnene, Volksl. ; r. ttupajte pitt so mnoj za odno 
zelena vina, Bjb. 1. 95; atanem^ my ispivaib pitbicevt medvjanyiehb I. 162; 
eypü fMdu aiadkago] p. brat Ugo pitca pop%ja\ os. Hdy byeh ja püa piwa 



317 

trma, hych hyla heia a cerwjena (Liebsch § 79. 1); b. okusim ioho piti; 
ehei zkusiti Bviho iteaii] ab. ohnem zkouieji zlata\ ab. Ctirdd je se » niu 
medu piti DalC. 26 b 5. 

Ebenso lit. välgau dü'nos ,ich esse yom Brode'; got. pU hlaibi^ 
maijai, gr. nU&v oTvoio a. s. w. 

2) Bei geben von, nehmen von u. dgl.; haben. Ksl. dasa 
vz jadb moju zddi (Vost Slov. 1. 286); aksl. bis^ra dostoim bysiz^ 
pri^ti Cloz. 940; imcdz jadu zda Supr. 315. 5; da mi posljeth^ 
leda (ksl. Sabb. vindob.). 

S.-kr. otkud li 6e slatke 8i$e daii, Pjes. 1. 739; daj mi, boze, vjetra 
80 planine, 1. 517; ja polja itnadem, stado da naptuem, a i vode imamy 
siado da napojim, 1. 252; slov. boi otrokam kruha rezal, YolksL; v zgUtvje 
je djala ojeirega tmja, Volks!.; imel je hlaga in blaga, Bavn. 2. 243; r. daj 
kaiki, Afan. 1. 12. Es ist interessant, wie die partitive Vorstellung auch 
auf die Zeit, f&r welche etwas erbeten wird, übertragen werden kann: 
daj mne tvojej knigi ,gib mir dein Buch auf eine Zeitlang' und so wird 
der Gen. zu einer höflicheren Bedeweise. Höflicher ist auch pokazi svojej 
knigi als svoju knigu, vgl. p. pozyezy6 keiqzki^ nicht ksiqzk^ wegen der 
beschränkten Zeit des Gebrauches. Weiter: kupü zene koleez ,er kaufte 
seiner Frau Hinge' (eine gewisse Menge); p. tegdy wloze na ttooj oUarz 
cielsi, Flor. ps. 5. 21 ; dad pieni^zy a hy mu ludu na pomoe poslai, ChwaL 
1. 157; masz touj gorzaiki! Sienk. (Krasnow. § 149), os. Haj (ito), eheei 
mlUi hermankat Ebenso hermanka dad (Liebsch § 79). b. av. Alexius 
tviho atatku sobe vzav k mori si bral (ab. d. i. etwas von seiner Habe); 
käzali mu ddti ocia ee zluci. 

Vgl. got. giban akranis und niman akranis Sovvat und Xaßiiv dnb 
tov xaQTiov, gr. naaat J* aXog ,streute Salz'. 

3) Insbes. sind es präfigierte Yerba, deren Präfix ihnen eineir 
quantitativen oder partitiven Sinn verleiht So bezeichnen die 
mit na- präfigierten Verba etwas in ,beträchtlicher Menge' machen 
z. B. fUi8€jachom^ slanuthka ^cicerem sevimus' Supr. 30. 14; r. 
nasmotrethsja dudesTi, naistMJa cW^a (Busl.^2,S.254); h.natrhati 
jablek, natrdsti hruäek. Sonst schließen sich diese Verba mit. 
ihrer Grundbedeutung vielfach an die vorhergehenden Gruppea 
an. So auch posäi gospodt boffh Ijudii woichz Luc. 7. 16 (Zogr^ 
u. and. immer mit dem G.). 

S.-kr. vala Bogu i ceeiiUm caru, koji nas je naranio {nahranio) beloga 
leba i napojio ercenoga vina, D. Sint. 94; da näherem po Mirocu bUfa^ 
Pjes. 2. 38; pak da pueta blaga nagrabimo, 3. 25; slov. naioci vroce ei krvi 
»schenkt sich ein wannen Blutes*, Volksl. 2. 84; nakolje drv, Bavn. 1.35;. 
naenubi potepuhav, 1. 131 ; naproei poeode, 1. 229 ; ei je dolgov naigral 
(Metelko S. 238). Es kann hier der part. Gen. auch nach den Präp^ 
po^ za stehen : gre po hladne vode^ VolksL 3. 63. 

B. piva navarju, Byb. 1. 21 ; nanoeili vt koieh evineu, emoly, ohva. 



318 

(Varencov 84); napeJda haba blinovt (Afan. 1. 20). Über pokazi svoj^ 
knigi vgl. oben ; p. A poalowie tymczasem wina u> kruz nalali, potym 
krdlom na r^e wody ezystej doli, Eocban. — Zaraz ndbrai fantatji, 
Sienk.; prösmo myiliwi naifiajq ucha, Mick.; nakioneie u$zu, Eochan.; 
ano grzyhkdvD .... nanoBzono^ ano ptaszkdto nalapano^ Bej. (Krasnow. 
§150,4); (Maeiej) rady rzadko udzielal, Mick.; wyniösUraw, liieia^ Mick.; 
s^adl chleha ze tionifuf, EraBZ.; do ognia przyrzudeie tu drew, Eorzen.; 
aber: do peinej szkkinki przydaj tylko jedn^ maiq kropelk^\ lata t^fmq ei 
cynia i pokazif pratüd^, Eorzen. (Erasnow. S. 110); auch pozyczyd kaiqiki; 
nabylatn ja imierd od kochanka mego, Bog. 79; os. khUha dyrVöe mi pri- 
dad\ nalij piwa; ns. j'omu take tüody nahj) b. bei po-y u-, za- und na- 
z. B. priUl poskytl mi pomoe%\ pozil jsem pokrmu] pod^ mivody ,de Teau*, 
dagegen podef mi vodu ,reau* ; pootevriti dverl ,naQoiSat t^g &vQag*, ,ein 
wenig öffnen'; ab. häufig z. B. podaii komu noviho roucha; ubrati vceläm 
medu ; ab. utirati potUy zaalouzili jtme trestu boziho, ab. zapriii vlry^ zavoktti 
svyeh synüo ; püjciti {poiitciti vgl. p.) komu ceho ,leihen', unoriti slz (vgl. 
Oebauer, Prir. ml.« 8. 330. 3). 

4) Bei den Verbis der sinnlichen und geistigen Wahr- 
nehmung. So bei slyäcUi ^hören^ aksL: slifäacuJiq jeju narodi 
Supr. 4. 22y im Mar. dabei immer schon der Akk.; vgl. auch 
dyäavh Isusa (Gen.-Akk.) Luc. 7. 3 in Zogr. und Sav. kn., Mar. 
dagegen o Isusi aTLoiaag /tegi tov . . . Bei ,hören' stand urspr. 
die Person im G. (weil man von ihr nur etwas hört), wie auch 
noch im Ai. und Griech., die Sache im Akk. oder G.: sv^yichz 
dovesz da alyäimz Supr. 341. 19; ovtcq mojq glctöa moego slnia- 
jqh, Jo. 10. 27; poslusajte ego, Marc. 9. 7; bei ,8ehen': shmotrüe 
vranz xaravoTjoare rovg TLOQmLag Luc. 12. 24; so auch bei ztriti: 
ztri dlovikoljübhstvb^ gospodtmi Cloz. 1; ztrq sväa Supr. 58. 12; 
einigemal bei vidäi: vid^e dqba Supr. 13. 25. 

Vgl. weiter: razumemäi svojego zzla ib. 31; bei pomenqti, 
panihniti steht im Aksl. schon der Akk., in späteren Denkm. noch 
der Gen.: prestuplenija pomenemt, Hom. Mih. Daran schließen 
sich die Verba wie bljusti ,custodire' (vgl. Supr. 135, 2); tr^n^i 
,wahmehmen': vhnhtni rastuStaago onogo sbkroviHa, Hom. Mih.; 
str^ti ,custodire*. 

S.-kr. <?r da vidi» cuda velikoga! (beim Affekt soll insbes. dabei der 
O. stehen); pazi mene drage aeatre moje^ Pjes. 2. 96; cuvc^j^ eare, ti gos- 
podstva tvoga, ib. 2. 29; slov. zitniga polja varujejo^ Volksl. 1. 16; poglejte 
limbarjev na polju^ Bavn. 2. 153; t. poimotrimt byitrogo Donu; sluiaja 
glasa sovisti; uslyiah zvonu kolokohnago ; altertümlich and volkstümlich: 
smotreti knigö^ sluiutb zvonu (BusL* 2, § 253, 1); p. patrz kaidy itcegOy nie 
kozucha mego (Linde); mqdry rozumu slucha jak musu, Eochan.; strzezy 
dufze mojej, Flor. ps. 24. 21; 85. 2; pomni tiowa ttoego, ib. 118. 49; pa^ 



319 

mwüiwi raku jegn, ib. 77. 47 ; WalUnrod pachwai ohoj^ie üuchai, Mick. ; 
posluehqj mej apowiedzi, Mick. (Erasnow. S. 112); ob. hnadj/ hladad (suchen) 
reka husio nuzu tradad (Liebsch § 79, 2, a). B. ab. $fyi teekto novych reci^ 
Tkadl. ; posUchnouti und poslouchaü hoho oder ceho könnte auch bei der 
(jmppeS angeführt werden; im Ab. anch bei videti-, viste svUa obludnSho; 
weiter bei hledaii »suchen^ dbätd, viimaU si ,achten aaf , ebenso dbaly, 
hedUvy ceho, potluieny pametUv ceho; ab. weiter auch znatnenati ceho; naviti- 
vUi ^besuchen* ist eigentlich ein ,Sehen\ daher im Ab. dabei aach der G. 
(könnte übrigens auch bei 3. angeführt werden). Zahlreiche andere Bei- 
spiele bei Geb., Prir. mluv.« 8. 333, Nr. 8 und 9. 

5) Die partitive Bed. kommt auch nach den Verbis des 
Ergreif ens (Berührens) zur Geltung: es handelt sich um einen 
Teil des Ganzen^ der von der Handlung betroffen wird; ebenso 
bei ^anfassen, in Angriff nehmen, anfangen, sich halten an etwas, 
folgen Jem.y erreichen (erlangen) etwas, teilhaftig werdend 

Die Verba sind meist reflexiv wie im Griech. (aitTsad-ai^ 
^ead-aif yllxecd-at). AksL kose sq jego ,tetigit eum* Supr. 443. 8 
(dabei auch der Akk. u. Lok., vgl. bei diesen); imz (von j^i) sq 
pqti vedqStaago vz min, ib. 409. 27; aejq slasti s? drhzaase ib. 
214. 10; pormUduj glasa svojego ib. 395. 24; msUduj sväa sego 
ib. 207. 18. 

S.-kr. seif koji ga se doticahu, Marc. 6. 56 ; primiie se polja Udbif\f' 
skoga ,8ie betraten die Ebene*, Fjes. 3. 38; ciata se zlata rda ne hvata 
«reines Gold ergreift kein Bost', Sprichw.; on se lovi koplja svoga hojna^ 
Pjes. Ea£. 144; ko se drzi pratiee^ taj ne muze kravice ,wer sich an das 
Becht hält, der melkt nicht die Kuh', Sprichw.; »to se tice mene samoga 
(Yuk.Pisma, 95); bIoy. se prsta jirijel je (prsten), Volks!.; Ezav se prime lova 
.geht der Jagd nach*, Bavn. 1.42; spoznane resniee se irdo drie ,sie halten 
fest an der erkannten Wahrheit*, 2. 47; r. kasatehno sego predmeta 
«diesen Gegenstand betreffend* ; p. dotknijmy jui pnyczyn tych takich nie- 
zgöd iüanyeh, Skarga; O, nie dotykaj jego starej glotcy, Kerzen. (Krasnow. 
§ 150, 1); tak si^ go to imte jak groeh Seiany; z dauma si^ tak trzyma 
bittiyeh glAw, ze . , , ionqcy i brzytwy si^ ehwyta; trqd ehyci si^ eiebie; 
ebenso podejmowanie si^ ezego (Linde); 08, primad so {jimad so) «festhalten 
woran*, desgl. dzeried so; d6tknyd so niceho «etwas berühren*, lipid so 
«kleben woran*; popadnyd ,etwas erhaschen, fangen*; troAeti zapopadnje so 
etomy ,das Stroh fängt Feuer' (Liebsch, § 79, 3); b. ab. dotknoufi ceho, 
dotykati ceho (daneben auch mit se, jetzt nur refleiiT) «berühren*, tykaü 
ee ceho «betreffen*, ehopiii se ceho ,ergnreifen*, ujmouti se ,sich annehmen*, 
prijmouii «annehmen* ; ab. ruciti si ceho ,bürgen für* ; ab. hoditi se koho 
«Jem. treffen*; hierher auch jmu se ciniti neceho ,beginnen mit* (insbes. 
im Ab. beliebt) z.B. divky jaly se staveti hradu; hierher weiter näsledovaii 
koho, ceho «folgen*; drieti se (vgl. Geb. § 478, 5); so auch bei sehopny 
«mhig* (ygl. ehopiti se) z. B. je schopen vieho zliho (aber auch k mit dem 
Dat.). 



320 

Verba wie das ab. hodüi se ,trefifen' führen zu ^erlaDgen, teil- 
haftig werdend Solche Verba sind meist mit do- präfigiert und 
bilden den Übergang zur nächsten Gruppe von Verben, bei 
welchen der Gen. des Zieles steht. Man kann sie nicht durch- 
wegs zu der letzteren Gruppe rechnen, weil bei ihnen das Er- 
reichen des Zieles nicht immer beabsichtigt ist. Aksl. ize doidetb 
mesta togo, Supr. 22. 21; o Ustvice nebese dochod^til ib. 46. 19; 
jaro glagolja zla dobudeH, Leg. Meth. 6; dopluti grada, Men* 
Vuk; dovedzSe pesH, Supr. 28. 18; toe ogradg dozreäte, Sabb. 
Vindob.; ne domySlaachq sq krhsta, Cloz. I, 653. Ebenso beim 
analogen Sahst, z. B. doStsttje: prizde doStsttja jemu prepo- 
lortjenija pqti ,bevor er den halben Weg erreichte' Supr. 432. 14* 

Weiter bei poluöiti: jegoze bqdi narm poluöiti ib. 284. 26; 
s.-kr. jer ako mu degod ruke dodem, Pjes. 3. 46; ne mogasma 
tonte kraja do6i, 5. 489; niti pade, ni rane dapade^ Pjes. Juk» 
298; kad se madzar knßge dobavio, ib. 136; r. sliichz doäelz vo- 
jevody (Busl.* 2, § 254, Anm. 2); po nüki i klubka dochodjaH 
(ib.); Perejaslavlja dobyti, Lavr. 141 (ib.); dobudem srama, Chron. 
1. 140; dozidaßih oseni bogatyja, Ryb. 1. 432; dostignuft öego 
und do öego (Bus!.* 2, S. 299); p. dosi^nqd celu, dostaS {dostojq 
kroku), dobyd (miecza, miasta); wycieczka szwedzka w czqSci tylko 
dopi^a cdUf Sienk.; dotrzymaS [slowa), vgl. Krasnow. § 150, 1^ 
2 und 3. nie wiem, co za ghs uszu mych dochodzi, Kochan.; 
nie dopadi dna (linde); dorosnqS lat, urz^du; tego nie dopomöz, 
Jadw.106; doglqdaj pilnie dobytku swego (Linde); dozyS umukötc; 
OS. dobyS ,gewinnen*, docpiS ,erlangen', dosahnyö ,erreichen' (häufi- 
ger mit dem Akk.); döstawa so komu öeho ,es wird Jem. zu Teil^ 
(Liebsch, § 79, 2, b), auch doöakaö ,erwarten, suchen* (ib. 2, a); 
b. dojÜi m^a; jeho pravej ruky dojdü, Kai 2034; po niti klbka 
dojdeS; dobyti mesta; dopadli jsme dna; tak cti i zboH dosähneä; 
dostati öeho, aber meist co; moudrost dovede te toho cüe; zU düa 
dopravi dlovöka ztrdty (namentlich im Ab. sind solche Gen. behebt); 
dopomoz mi zraku miho; dovidäi se novin; dokldddm se svidküv; 
domyHim se toho; dovolati se koho (Geb., Pfir. ml." § 478, 2). 
Schwebt mehr der Begriff der Vollendung vor, so setzt man meist 
den Akk. z. B. dokonaljsem sv6 düo, dokonöü jsem svüj ükol, aber 
p. z. ß. selbst auch da noch: kto od boga poczyna wszystkiego 
dokonywa ,vollendet alW; doczytad {pstatniej stronicy); dopi6 
(szklanki) und and. 

6) Schon bei den mit do- präfigierten Verbis haben wir viel- 



321 

fach einen Gen. des Zieles zu unterscheiden. Derselbe steht 
dann insbesondere nach Yerbis, die ein körperliches oder geistiges 
Streben nach etwas ausdrücken: die Handlung sucht vor allem 
die Sphäre des Gegenstandes zu erreichen, mit ihm in Berührung 
zu kommen (partitiv). So insbesondere nach Verbis des ,Yer- 
langens, Suchens, Bittens, Erwartens, Wollenst 

Aksl. nebesznyichz hraka zdeje ,cele8tium connubium desi- 
deraf Supr. 173. 2; ahöqStqjq pravbdy nasyti ib. 301. 17; nach 
iskati ,suchen': znameriija ütetz arifielov irti^tivel Matth. 12. 39; 
iskaaäe podobna vrimene; prosi tela isusova MattL 27. 58; (leso 
proäu XL ahijaofiOL Marc. 6. 24 Nik.); proSaaäe knMenija Supr. 
18. 20; i tbbi daj^ cisarbsiviS bozU Marc. 15. 43; zbcUaSe duksova 
prüestvija, Supr. 52. 17; z^aj^ zizni äoviöbsky, 259. 11; inM^z 
boltiz choMerm, Supr. 98. 24 (hier berührte sich der Gen. mit 
dem Dat); ja selbst auch: ono, jegoze my Ijvbimz, Supr. 98. 21. 

S.-kr. ako Mi • tyima prifaUlJatva, Pjes. 5. 216 ; iedan pravde, Matth. 
5. 6; miloati hodu a ne prüoga, Matth. 9. 13; da vaire potraiim UVco Marku 
u tlu dobra cekajudi, Sprichw. ; bIov. Marija hladne vodiee ieli^ Yolksl.; 
üce pokoja, $adu, Trab. ; denarjev $e pohxkne ,pecuiiiae cupiduB fit* Metelko 
Lehrg. 243; hruha laotn, ib. 239; mi U preiepo pro$imo enga daru boijigay 
Volkfll. 1. 9; zdravja upamOj Met. 244, sestre cdkam^ ib.; russ. pracdy ze- 
lajetb] ja idu vaiego razkaza, Targ.; Ucut^ gosudareva dvora^ YolksL; prosiii 
iivota, Chron. 1. 177; dobra choteti. Per. 77; poln. wiiinotoal mu tcszego 
dobrego (Linde); woiad czego ,etwaB laut fordern*; zebrad chleba; zgezgd 
czego komu (Linde) ; z<nda6 twej pamocy, Jadw. 142 ; nie jestem zqdna jego 
$9rca (Linde); eudzego %aknqdj ib.; prawdy miiowal j'est, Flor. Ps. 10. 8; 
kto eudzego pragnie, iedy swe iraei (Linde); pron^ zlutotoania twegoj Jadw. 
32;yii chc0 bqfoWf mego siege, Flor. Ps. 39. 20 ; 67.34; ezakad beds imienia 
twego, ib. 51. 11; szukali dusze mojej\ ib. 37. 12; (andere Beispiele aas 
modernen Autoren bei Krasnow. § 162. 3); os. praied $o nikoho ,Jem. 
fragen* ; iadad; böhm. nach ptäii, tdzati, prosiii^ iädati, zebrati, prdti ,wün- 
schen*, nadüi «e, cekati: ab. kdyi jsem ioho ptal od mych zrddci (auch ptd $e 
mne na cestu), zpytoüati erdei] tdzati: Cixrad na divee vieho vztäzal (auch 
tdzati se nekoho); proeiti ceho: ehudy proei almuzny [prositi koho\ iddaii 
cehoj iädottiv ceho, iädoit penez; iebrati chleba rodicäm\ (ab. auch ,yer- 
langen*: krdl pocäl na nem toho potriboüati), potrebny ceho; prdti ceho; 
ehtivy: zieku cMivy ,gewinnsüchtig* ; lacny, ziznioy ceho\ dekej cäsu jako husa 
klasu; ab. auch iddti: Durihk ev^ho caeu zdal; tvej pamoei hledaji, Kath. 
2843 (als Verbum der Wahrnehmung auch zur Gruppe 4) (vgl. bei Geb. 
§ 478, 7 und 8). Vgl. gr. Sgfyofial rivog ^ch lange nach etwas*, lafißavm 
,fasse nach*, imfiaiofiai ,trachte nach*, in^vfiiS ,begehre*, got. gairtyan 
»begehren*, ahd. zHon ,zielen*, ai. prd han- ,nach etwas hin schlagen*. 

7) Bei den Verben des Füllens steht der Gen. der Masse, 
von der man nimmt, um einen Baum oder ein Gefäß zu füllen; 

ToBdrik, Tgl. day. Gramm. II. 21 



322 

sie sind mit na- piMgiert: aksl. napl^nüe vodonosy vody, Jo. 2. 7; 
napU/nü^ peHerq kamenija, Supr. 159. 3; michy tdna nalichonn, 
Jes. Nav. 9. 13. Pent Mih.; osbh mnogh blagynt nalozüi, Supr. 
213. 15; daran schließt sich sättigen: oh kqdu shj^ tnozeti Jnto 
nasytäi chUbz na pustyni, Marc. 8. 4 vgl. auch Supr. 213. 1; 
da nasyt^z s^ dobroty jej^, Supr. 102. 22; natroveäi ny chUba 
shztna, Psalt Pog. 79. 6. 

S.-kr. jeai hdu tmrada napu-nio^ Pjes. 5. 155; pa je Marka vode 
nopojio, Pjes. 2. 64; <ti t% Ivan vina nopojio i dehela mesa nahranio, Pjes.- 
Jak. 397; sloY. ne more se ga dosti naspoitovati in nacudäi ,er kann ihn 
nicht genug verehren and bewundem* Bavn. 2. 114; r. noByptdi jemu casu 
krasna zolota, Byb. 1. 47 ; caiu nalejte piva pbjanago, 1. 53 ; napiU {/a ty 
zelena vina, ib. 1. 79; p. napelnisz mie weseln, Flor. Ps. 7; ubojfie Jego 
na$ge0 chlebow, Flor. Ps. 131. 16; napatrzyUm »i^ tego] os. wobfesd so 
{najesd und prejesd so) ,8ich übersättigenS na$y6id $o ,8ich satt essen 
woran* (dagegen nasyöiö häufiger wie auch napjelnid mit z und dem Instr. 
Liebsch, § 80, 2, Anm.); böhm. ab. naplnte ty khely vody\ naplnila se 
Bvatha hoiti\ nasyceni hudele chleba; napojiti koho vina^ nakrmii näs ehUba^ 
jetzt wird hier der Instr. gebraucht: chlehem^ vlnem. Auch hier hatte 
also der gen. Gebrauch im Ab. einen weiteren umfang. 

Der Gen. steht auch bei Adjektivis entsprechender Bed., so 
bei fltm, isplt/nt: i se mqzb isplhnt prokazeniS ,7rA^'^ijg lirtQag^ 
Luk. 5. 12; vapq tiny phnq Supr. 143. 9. 

S.-kr. erna goro, puna ti ei lada, eree moje^ puno ti ei jada, Pjes. 
1. 567 ; no eam eitan toga putovanja, Pjes. 5. 527 ; bIoy. ie druzih ei eita^ 
Tolksl. 1. 35; polna helih eolza, 1. 43; r. komnata polna Ijudej neben 
eoeud^ polom vodoju (Yost. 221); p. umari^ hqdqc pelen dni i wieku (Linde); 
eyta iwiata^ ib.; ueta opkoita hyia zgiohy, Flor. Ps. 49. 20; os. polny^ eyiy, 
khopaiy: Ja eym poiny tojeeela (Liebsch § 80, 2); b. üeta plnd kletby; eyt 
jeem ehleboj jetzt noch gebräuchlich. 

Daran schUeßen sich die Yerba des Yerfertigens; im Slar. 
jedoch nur in der nominalen Funktion erhalten: nikbioze pri- 
stavljenü plata ne biVena ne pristavUetb riz^ vethsi ,Fleck vom 
neuen Tuch' Marc. 2. 21, in der Kral. Bibel (b.) auch zddny 
nepriHvd xdplaty sukna noviho . . . 

Tgl. lat. impleo aquae purae^ ntfiXrifAi, got. fuüjan^ gaedpjan^ gr. ato 
,sättigenS mit Gen., ebenso im Ai. (daneben meist auch der Instr.), ferner 
hom. ^ivov noiriTog ,yon Haut gemacht*, so auch im Ai. 

8) Gen. in pos. Existenzialsätzen; daran schließt sich 
der Gen. der Sache bei Verbis des Zunehmens, Abnehmens, 
Mangeins. Auch darunter kann es präfigierte Yerba der fiühe- 
ren Gruppen geben (vgl. r. nabralosb gostej). As. izbyvaetb imt 
chliba Luc. 15. 17 (Nik.); weiter 8.-kr. dok je glasa kraljevida 



323 

Marka fio lange Marko's Ruhm dauert^, Pjes. 2. 38; dok je mene 
i na meni glave, 2. 94; bide kiäe ^ j aara de la pluie'; na ti 
-vode, fnajko moja; dokle traje sunca i mßseca Yolksl.; ima hljeba, 
i%ema sali a kad ima sali, nema hljeba, Sprichw. ^wenn Brot da 
ist, ist kein Salz da u. s. w/; izmide se hljeba ,das Brot geht zu 
Ende'; prenuMo mi se novaca ,GeId ist mir ausgegangen'; slov. 
jKzd bi bilo veadja, Eavn. 2. 18; moH je Ho iz mene, 2. 169; ko 
soldatov pamanjka; r. na-tko tebS data % serehra, Ryb. 1. 49 
naechälo gostej, 2. 179; kipitb narodu bez öida (Busl.^ 2, S. 254a) 
sily pribavilosb v troje, Ryb. 1. 42; p. byto tarn halasu, haz. 260 
fiie diugo tej gry waszej beizte, Eochan.; dostanie li nam czasu 
<Liinde); bogadw przybywa, cnoty ubywa, Knap.; ubylo dnia neben 
nbyl dzieiX, haz. 260; tu nie brakuje ani grosza, ib. 264; os. ^o^na 
njeje kopa, hdyz pobrachuje snopa, Sprichw., ebenso falowaS, 
wotebjeraS ^abnehmen'; tarn bS ludii (Liebsch, § 9); b. bylol by 
jako püku semene Mho; pfijde diti jako smeti, Erb. ; slovak. bolo 
ze tu radosti; tarn bylo radosti; je tarn lidil; na voze je miäa 
pro ötyri lidi; pfibyvd, übyvd vody; nedostdvd se vina (wenn ne- 
dostdvd se als ,es fehlt' aufgefaßt wird). 

9) Gen. beim Supiuum transitiver Verba ist jedenfalls als 
ein partitiverGen. zu deuten (vgl. Zubat^, Afsl. Phil. 20, S. 396), 
also zunächst in Wendungen wie idet^ lovit^ rybz, von hier aus 
dann verallgemeinert Aksl. ne pridz bo pravedtmikb prizhvath 
m griimiky Matth. 9. 13 Mar. (vgl. auch Marc. 2. 17 und Luc. 
5. 32); pride proliih krtve svoej^ Cloz. I, 233. und zahlreiche 
andere Belege. 

In späteren Quellen blieb der Gen., wenn auch das Sup. durch den 
Inf. ersetzt wurde: prüde delati deUsb svoichb. Gen. 89. 11, Pent. Mih. 
Selten findet man den Akk.: syna avoego pos^la sqit^J^ pod^ zakonomb 
ükupiti, Cloz. 285; pos^lana hyata mqcif^ rekofnyj\ raby hoziji^ Supr. 154. 16; 
filov.: im Osten wird das Sup. nur von iter. Verben gebraucht und da 
ist der Gen. regelrecht, jedoch nicht mehr im Westen : ne hodi na iuriko 
-mejo drohnih roiie trgat ,gche nicht zarte Blumen pflücken* Volksl. 8. 27 ; 
ab. »el kdzat sloca boHho; jfrtjde aoudit iivych i mrivych (dieses jetzt noch). 

10) Gen. des Besitzers bei sein, werden u. dgl.: aksl. 
iacSchz bo est^ dsarstvie bozie, Marc. 10. 14 ; Kotorago idiz bqdet^ 
zena? Luc. 20. 33; tvojego io jest^ äovekoljubhstvija, Supr. 252. 17; 
s.-kr. vinograd je Ljutice Bogdana, Pjes. 2. 39; daran schUeßt 
sich: dobroga je pastira ovce stridi a ne derati, Sprichw.; slov. 
to ne mojega opravUa; b. tato zahrada je naSeho souseda. 

21* 



324 

Tgl. lat. domuB regis fuä, gr. rovrwv mrlv 17 ßaaiMa . . ., ebenso 
im Got., Ai. u. s. w. 

11) a) Ein Gen. loci wie z. B. got. gaggida landia, gr. IC^v roixou 
rov biqov ,er setzte sich an einer Stelle der anderen Wand' haben 
wir im Slav. nicht. Es könnte hierher vielleicht nur doma (vgl. 8. 5) 
gehören. 

b) Gen. temporis drückt aus, daß sich die Handlang 
innerhalb eines Zeitraumes, aber nicht während des ganzen 
Zeitraumes abspielt Er ist von einem Adj. oder Fron, begleitet: 
aksL osmaago na des^e svoj^ vrtsty lita, Supr. 204. 29; nbraäq 
8^ mfsqca maja, Supr. 148. 24; ISta ogr^dqca, Kiev.BL; kontdcKhv 
togoze Uta mesjaca dehjabrja, Proph. 

Hierher gehört vhöera ,gestem* (vgl. I S. 37), vgl. auch zhrhci 
jedinoj(f läa sladtka braäna podajachq itm, Supr. 166. 21; trüti 
Uta, Kru§. 

S.-kr. bog ne plada $vake subote^ Sprichw. ; kad turci te jeseni dodu 
na Moravi^y Pjes. 1. 78; ne nadah se ovog puta tome ^diesmar, Milat. Dika 
cm. 50; siradanja^ koja $am pretrpio ove rati ^während dieses Krieges'» 
Grl. 3. 91; ähnlich: eda bi nam dobro bilo ovog sveta i onoga ,in diesem 
Lehen und im anderen* Pjes. 1. 213; slov. prejsnjega Uta, Met. 245; eniga 
dne, Bavn. 2. 216; bozic je veako leto grudna mesca; r. bjaie iogo dtniburjüy 
Chron.-Vost. 2 ; eego dnja^ eevo gody, segoda, segodu; togozi» miejaca^ Chron.; 
p. oto dwa z nieh szli onego dnia do miasteczka, Luk. 24. 13 ; kazdej godziny 
obatoiaj si^ zdrady^ Koch an.; tej nocy trzy kr 66 si^ mnie zaprzytz^ Matth. 
26. 33; OS. rcera, Uta 1821 zemrje Napoleon (Liehsch, § 77); h. toho roku 
tuhd zima byla ; mluvili pribezich, kleri ee tech dni prihodily ; svaU Anny 
Jett 20. cervence; Komensky narodil ee roku 1592. Vgl. got. nahte »yi/atro^, 
ahd. the$ eeiben järee^ gr. x^ifimog ,zur Winterszeit* (ai. dvir ähnah ,zwei- 
mal des Tages*, gr. <fiff rUg ^jn^Qag). 

IL Adnominaler Gebrauch. Auch hier sind mehrere 
Abarten zu unterscheiden: 

1) Gen. des geteilten Ganzen, der wohl in einer Be- 
ziehung zu dem G. bei ^sein' steht. Er ist ursprachlich. Der 
Teil wird ausgedrückt: 

a) durch ein Subst aksl. mnogy thtny mqzh i zem s^biraachq^ 
5<j, Supr. 19. 19; krinica medu, ib. 213. 17; zverij mnozbstvo, ib. 
398. 21. S.-kr. samo je uzeo troäice vode; komad hljeba, öaäa 
vina, Stada ovaca; slov. kos kruha; r. prok^ ichz pobegoäa ,der 
Rest floh*, Chron. 1. 65. 18; soli stohko dva m^cha, Ryb. 1. 19; 
p. zgadnij, po co nas tu taka sita, Fieä. 109; szklanka wody; b. 
libra masa, sldenice vody, hromada kameni, moc lida, Kat. 1622; 
jest näs tuto celd tma Pass. 

b) durch ein Adj. im Superl. aksl. da bqdetb vh8ich^ mtnii 



325 

i v'sechz duga, Marc. 9. 35; mtne Pb8ich^ shnem, Marc. 4. 34; 
b. (ab.) Boused je nejbohatH viech (Geb., Pffr. ml.« § 441); tak 
äavek byl nejrozkoänißl viech tvorü, Korn.; ty jsi viech brcUrü 
svych prvorozeny (Let. troj.). 

c) durch ein Numerale und zwar a) durch ein bestimmtes: 
jedmz bis öetyre, z. B. ni jedtnomu mimo idqitichz pakosti sztvari 
Supr. 439. 27; die Zahlen von p^h bis des^t waren Subst, so 
daß dabei der Gen. immer stehen mußte. Mit der Zeit wurden 
sie adjektivisch behandelt und der Gen. erhielt sich bei ihnen 
meist nur, wenn sie im N. oder Akk. standen (vgl. oben S. 78 f.). 
Im Bg. steht aber selbst auch da nicht mehr der G.: devett 
rata, devett motiki, iest unuki; devet godini (Sborn. 1, S. 24); im 
S.-kr. sind die Num. außer den N. und Akk. indeklinabel ge- 
worden; ein erstarrter part Gen., der hierher gehört, ist svega: 
on tada svega vojske nije imao viie od 3000 (Maretic, S. 523), 
vgl. b. vSeho vSudy ,alles in allem^ 

Sita und tysqita blieben Substantiva. 

Bei den Zahlen von 11—20 sind natürlich die Einer syn- 
taktisch maßgebend; kd jedinuumu na des^e öasu ,ad undecim 
horas' d. i. ,hora undecima' Supr. 328. 21; zapoceda dvima na 
des^e zrUi, ib. 75. 15; abweichend: »ii jedim na des^e stra- 
stotrbphci ,hi undecim martyresS ib. 198. 25. Mitunter wird die 
ganze Verbindung als ein Cardinale behandelt: jedtnSmi na des^ 
zvözdz klanjachq 8^ jemu st jedtmojq na d. zvezdojq ,undecim 
stellis adorabant eum', ib. 289. 14. 

In den modernen slav. Sprachen sind daraus auch infolge starker 
Beduzierung einfache Cardinalia geworden, die so wie die früheren syn- 
taktisch behandelt werden. Im Bg. steht auch da wieder der Nom.: 
dvanadMeib {dvanajseib) chubavi klatove^ sowie d^seU kravi jalovi u. s. w. ; 
sloY. dvanqfst brataVy r. pjatnadcatt iysjacb leglo na mi$U, p. hyio ich 
ujszyitkieh eziemaieie osöb, Gen. 46. 22; os. z pjatnadimi letami^ za sftnada 
let u. s. w. (Liebsch, § 47), ns. toön jo pednaado göleow . . . toii&i ,er hat 
15 Knaben gesehen'; pied tiinasdimi diiami ,yor 13 Tagen* (vgl. oben S. 79 f. 
und Schwela, Lehrb. der niederw. Spr. S. 33); b. prikdzal dvandeti 
apoitoUkm, 

Die CardinaUa 20, 30, 40 u. s. w. werden mit dem G. des 
gezählten Gegenstandes verbunden, da sie das Subst desqtt ent- 
halten: dva desqtijestb (vgl. S. 264, 4) dnij, Supr. 402; po äetyrechi> 
^des^echz dtnt, Cloz.901. In späteren ksl. Denkm. werden diese 
Ausdrücke auch als ein Wort behandelt; so auch in den modernen 
slav. Spr. 



326 

ß) durch ein distributiyes Numerale bei einem KoUektiyum: 
priimz desqtoro bratijq ^suscipiens decem fratres' Supr. 205. 1; 
troß braiijq; sedmero bratijq; s.-kr. taru6i dvoje lipova drvljadi 
jedno drugo, 

y) durch ein unbestimmtes: kolilcu naemniH izbgvajqth^ 
Mihi, Assem.; koliko ichh cisanstvfje ttaemtjqth, Supr. 303. 13; 
prinesaiq jeltkoze beaäe u njego kumirb, Supr. 5. 10; ;>o tclicii Utb^ 
Si§.176; analog auch skqdo biase vody ,parum aquae erat^ Supr» 
430. 29 ; izd^ v^e bratij^ jesth ,ubi plures f ratres sunt* Supr. 
129. 6. 

S.-kr. koliko Ijttdi, toliko 6udi ,qaot capita, tot sensus*, Sprichw.; itar 
je tnalo, a tnnogo madSara^ Pjes. 2. 81 ; doita Ijudi, dohar junak^ Sprichw. ^ 
slov. mat hlagoy pa dott oirok, Yolksl. 1. 17; dolffo ca9a; redko jniii 
, selten'; r. 9chvatiU niskohko zlodejevt] mnogo iuth budett ubijsira; p. od 
ziego wlodarza hogato racyj^ pieniqdzy ma%o^ Fredro; tciele ich moiwi 
,raulti loquuntur* Flor.PB.3; b. kolik je näs ,wie viele sind wir?*; je fufr 
mälo; ta mälo penez mdh muziky, Sprichw.; je dosti caew, mdme drdkme 
dobyfka. 

d) durch ein Pronomen: khto teckb trii, Luk. 10. 36; i<h 
toraago vasb ashlz li volz vb studenecb rzpadeth, Luk. 14. 15; da 
naideth na Jcojega ichz, Supr. 226. 1; rz svoje kzzdo ichz idefz^ 
otedbstvo, ib. 73. 9; dUo ti pribylzka hystz, ib. 48. lb\ rz io goda^ 
Supr. 207. 21 könnte nach dem griecL iq %6d^ ^^H^Qag wörtlich 
übersetzt sein, doch finden vrir Analoges auch im S.-kr. 

S.-kr. kofa vae je ono govorila ,qaae yestram id locnta est' I^es, 
1. 634; 9 090 braia docekadu iurke, etwa: ,mit dieser geringen Zahl ron 
Brüdern werde ich die Türken erwarten', 3. 27; ne jede niita sa io dana^ 
fv Tius fj fiiQaif ixdvaif^ Luk. 4. 2; sloY. bomo ae branäi, dokler bo kqf r 
nae krvi ,80 lange etwas Blnt in uns sein wird' Tolksl. 1. 62; ima dokaj 
(= kdo ve kaj) drobnice ,Yiel Kleinvieh ' Tolksl.; r. äo bjaie boljarz oüaUk 
sja^ Per. 88. 35; p. nieeo lat .aliquot anni*; zbieneie, co zbyio odrobm^, 
Joa. 6. 12; h. ab. hieß es auch kdo väSj kterä näs, vä$ kaidy div ee tomu^ 
rtU tieliky] jetzt hier überall c; nade vie idky, eoüjieh bieie pod oblaky, 
Kath. 109; eo Udi tarn zahynulo; nie toho, mdme neeomouky u.dgl. Daraik 
schließt sich der Gen. in negativen Sfitzen (vgl. weiter unten). 

2) Possessiver Gen., im weiteren Sinne ein Gren. der 
Zugehörigkeit, bezeichnet den Eigentümer oder Besitzer: z. B. 
obrazz raba priemz, Euch. sin. Er ist ursprachlich; lat equi 
Caput, ai. dsvasya sirahj und steht in inniger Beziehung mit dem 
Gen. bei ,sein', ^werden' u. dgl. (S.323, 10). Im Slav. hat er jedoch . 
durch possessive Adjekt. auf jo I S. 403 und -ovz, -ova, -ora 
.li dann -inz, -ina, -ino I S. 419) große Einbußen er- 



^|M| 



327 

litten, z. B. tektoncwb sym o rov ti'Atovog vlog Matth. 13. 55; 
udenici loanovi oi fiad-Tjzai ^Iwawov Matth. 9. 14. Nur wenn 
der Name des Besitzers von einem Attribut begleitet ist, so kann 
der Gen. erhalten bleiben: duchz othca vasego Matth. 10. 20. Zogr.; 
femer bei substantivisierten Adj.: otb trepezy bogataago, Luk. 
16. 21. Geblieben ist er z. ß. auch in: r» im^ ottca i syna i 
sv^cMgo ducha, Matth. 28. 19 (wegen svejtaago d.). 

S.-kr. rema »itiga Oacana, Pjes. 1. 207; af besedi lepe Mare mqfka, 
1. 343; 8 one sirane vode Sace, 1. 467; tvrdj'a Srbina u vjeri, 1. 478; eine 
Art Gen. des UrBprungs : dohrog je vina t küelica dohra ,yon gutem Wein 
ist auch die Hefe gut*, Sprichw.; nsl. oce uhoz%\ Met. 236; r. kratkostb 
naiego reka; brovi hg hgli u nej cerna soholja ,ihre Augen waren die (d. h. 
wie die) des schwarzen Zobels*, Bjb. 3. 97; p. zamek kröla Kazimterta; 
b. pata horg; konec roku; zahrada naieko aouseda, dagegen zahrada $<nue' 
dova ; pole eouseda MarcanOy ab. jedoch : poU eousedovo Marcana oder p, 
soueeda Marcanovo und selbst auch p. eatisedovo Marcanovo; als Archais- 
mus hat sich erhalten: dum kmotra Notäk&o u. dgl. Ein Archaismus 
ist auch das erstarrte päne (von ab. poss. Adj. pdh^ päne f., päne n.) in: 
zahrada ptfni Marcanova^ do zahradg pdne Marcnnotg u. s. w. 

Es gibt noch alte poss. Gen. PI., die sich in der Volkssprache er- 
halten haben: Kozdkovic (dial. Kozäkoc, Kozakoue, Kozdkojc) louka ,der 
Familie Kozak*, tnlgnärovie deerka\ v rgehtärovie doore u. s. w. 

Wohl analog s.-kr. ugledali Filtpovfd dvore, Pjes.-Ka5. 76. Solche 
poss. Gen. wurden so häufig gebraucht, daß sie auch als Nom. auftreten 
können: Öuknä oder Cuinoe (Öuinovic) vghoreli 

3) Eün Gen. der Zugehörigkeit ist auch der sog. Gen. de- 
finitivus (Gen. der Umschreibung). Das Genitivwort drückt die 
Spezies aus und das regierende Wort bezeichnet das Genus. 
Das Ganze wird nur als eine Umschreibung des Gen. gefühlt, 
vgl. arbor fici, nomen regis, ahd. des steines burdln ,die aus dem 
Stein bestehende Bürde^, hom. uqtj Tg TrjXefidxoio. 

b. tresi smrti »Todesstrafe* (trest = smrt hinsichtUch des Be- 
griflfes), dar vymluvnosti ,die Gabe der Beredsamkeit*, slavnost 
Boziho tila ,Frohnleichnamsfest*. 

4) Zu Tätigkeitsworten kann ein subjektiver oder objek- 
tiver Gen. gehören, je nachdem er als Subj. oder Obj. bei der 
Auflösung im Satze erscheint: aksl. vladyky ölovSkoljubtje ,domini 
amor generis humani* Supr. 305. 27 (vladyka Ijubüz . . . Subj.). 
Auch hier kann statt des Gen. ein poss. Adj. stehen: bizqäta 
vhprisfenija üaavova ,fugientem minas Esau* Supr. 57. 24 (subj.); 
j^ije kraja rizy ,prehensio limbi vestis* Supr. 360. 3; vzskrüenhß 



328 

mrbtvyickb ,excitatio mortuorum* Supr. 365. 17 (obj. t^hskr^aiti 
mrttvyjq). 

Nicht selten steht st des Gen. ein Adjektiv (das die Zu- 
gehörigkeit ausdrückt), z. B. duchovbnoe chidenie ij de xov nvev- 
fjLOTog ßXao(pri(xia Sav. Matth. 12. 31 (im Mar. und Zogr. : a eze 
na duchh chula); umrzStvenije dijavolovo ,die Tötung des Teufek* 
Supr. 365. 15 ; s^pasenije krtstijanhsko ,die Rettung der Christen' 
ib. 365. 16. Der Gen. steht auch für einen anderen Kas. als 
den Akk.: za prijaznt istovaago cisarja ,quia vero regi favetis* 
{prtjati c^arju mit dem Dat) Supr. 68. 6; zizni % smrbti vlastt 
imaJtb (vlasti zizntjq, mit dem Instr.) ib. 229. 9. 

Auch bei Adj. ksl. Ijubivh posluäanija ,amans obedientiae' 
Hom. Mih.; s.-kr. oranje Marka KraljeviSa ,das Ackern des . . / 
(Gen. subj., M, K. ore); zidanje Ravanice, Pjes. 2. 198 (obj. zidati 
Bavanicu), gospodar moj uzima od mene upravljanje ku6e (obj. 
für den Instr.: upravljati kuSom); s dogovorom ku6ana (für einen 
Präpositionalausdruck: s kuSanima vgl. Dan. Sint. 51, Maretiö 
S. 521); slov. zapdjivost brata (G. obj., dagegen z, bratova, wo 
hrat Subj. ist); neveden bozjih zakonov ,unkundig* Eavn. 1. 252; 
pondjiv prejetih dobrot, Met. 239; boga neroden ,irrehgiosus*; r. 
Ijubitdt naukb; uöiteh grammatiki; vladetelt imenija; p. pobor 
podatkdw; zgrzytanie zq/b; os. spodatk di^la (podeS dielo) ,ßeginn 
der Arbeit*; dopokaz njetoinoivatosöe ,Beweis der Unschuld'; krcd 
morja (Liebsch, § 59); b. pfÜU Krida pdna {Kr. p, prijde oder 
prüd); prdni rodiöü (= rodide si prejt); bdzeii ztrdty, nadeje 
zisku (=« bäti se ztrdty^ nadüi se zisku); pedivost zemskych ved 
(peöovati o zemski veci). In der älteren Sprache häufig auch 
toho: toho ndm maß na novS Uto odpovid ddti (jetzt na to). 

Auch dieser Gen. ist ursprachlich; das Fliegen des Vogels er- 
klärt man aus der Flügel des Vogels u. dgl., also als eine Erweiterung 
des Gen. der Angehörigkeit (Brugmann, Kurze vgl. Gr. S. 440); vgl. 
ifoßog Twv noUfACüiv ,die Furcht der Feinde*, eig. ,die den Feinden an- 
gehörige Furcht* ; ainor patris^ ai. vdrjasya pdtanam ,das Herabfliegen des 
Blitzes* u. 8. w. Der objektive Gen. hat auch sonst einen weiteren Um- 
fang, indem das entsprechende Verb, auch einen anderen Kasus, als den 
Akk. bei sich haben kann: vüvoui rdSv nolixtüv ,Wohlwollen gegen die 
Bürger* (Diii.\ßducia virium (fidere viribus) u. s. w. 

5) der Gen. qualitatis ist auch ein Gen. der Angehörig- 
keit, weil er die Erlasse, die Kategorie, zu der Jemand gehörte, 
ursprünghch ausdrückte: z. B. lat. vir ordinis senatorii, hämo 
müis ingenii, got. in mannam gödis wUjins, Iv ävd-Qto/toig sväo* 



329 

x/a^S lit merga ilgu plauku ,ein Mädchen mit langen Haaren', 
Schleicher 269; triju metu kudikis ,ein Kind von drei Jahren* 
273. Er kann auch beim Verbum ,sein' vorkonmien. Durch ihn 
wird jetzt eine Eigenschaft, ein vorübergehender Zustand ausge- 
drückt: aksl. dovekz edim dobra roda jOvd-QUiftog rig avyevf^gf 
Luk. 19. 12; bezakonhnych samaram biachq viry (etwa wie v^ 
samaranhskyj^; iskopati rovz vz zemi dev^i lakztb ,efiFodere foveam 
novem cubitorum' Supr. 4. 6. 

S.-kr. dohar junak aam i dobre volje^ Pjes. 1. 433; al je Rade srea 
Junackoga, 2. 51; tvoja Mara crna oka^ duge kose^ tanka boka, 5. 269; blo' 
iene duie covek. Sprich w.; kakce »i vjeref Sprich w.; slov. j« hitro postala 
veteVga mrea, Volksl. 1. 36; rdeciga lica je moja dekle; r. udivitelbnoj kra' 
soty dMea, Skaz. 1. 67; oni takoj ceny krasoty; mi/S» bitvy t eoveta; p. 
tym, C80 BS zamqconego serca, Flor. Fs. 33. 18; btogoeiawieni czyetego eerea^ 
Matth. 5. 8; os. tcyskajde toiUey sprawneje toutroby (Liebsch § 54); b. pokoj 
lidem dobre vüle^ clovek dobriho srdce. 

6) Gen. des Maßes, der auf die Frage wie weit, wie lang, 
wie alt u. s. w. steht und wofür auch der Akk. (wie im Griech. 
und Lat) stehen kann, ist vielleicht aus dem gen. qualitatis her- 
vorgegangen, vgl. Wendungen wie rot^ dev^ti lak^ ,fovea novem 
cubitorum* und b. pidimuHkovi jsou sotva ötyr pidi. Später 
konnten dann auch die Adjektiva weit, lang, alt, und analoge 
Ausdrücke dazu kommen. Die Häufigkeit des Gen. bei Adj. 
konnte auch hier vom Einfluß sein. Aksl. dhvoju pbpbrütu v^ 
dalje^ oh grada (vz dalj^ — etwa daleko, es könnte noch als Gen. 
quäl, gedeutet werden); ohstqpi oh n^dl^ iko vrhzenti kamene 
ydftBOftdad'rj an avtwv coaei Xi&ov ßoXijv* Luk. 22. 41; rastoj^ 
oh grada poprüh cetyrh, Supr. 19. 21; ^ziu trij popriäh ,cum 
iisset tria stadia^ ib. 163. 13; ty mrttvh trij dimb, ib. 388. 22. 

SloY. Uta ataro jagne^ Met. 239; ar. obrazb jego pjadi ütbkaub bjaaie 
, eine Spanne lang*, Syjat.; b. kdo nebyl etdr let petidedt nebo iestidcät (ab.); 
ohne Adj.: nechaii jeme oairuvy snad pateryeh honüo po lece ntce (ab.); 
kordb od nds a»i trojich honü byl; tri pidi pod vodou dno $e nalezlo (Bar- 
toS, Öas. Mat. Mor. 2. 119). Es steht bei den erstarrten Ausdrücken: 
zdiUy ziiri, zvyii {zvyii), tvM {zvict), ztlouiti, ztiü, zkroubi^ zhloubi, zddli; 
diese stehen für Adj. oder Adverbia z. B. JRyba delfin byvd $ähu zdiU\ tu 
stqji $loup cloveka zvysi; vidili j$me ptäka sciei ko$a; okär tri lokei vzvyiü 

7) Genitivus materiae, Gen. des Stoffes, aus dem etwas 
bereitet wird. Er schließt sich an den pari Gen. an, den wir 
bei den Verbis des Yerfertigens und Füllens (S. 321, 7) kennen 
gelernt haben und der sich im Slav. nur in adnominaler Funktion 
erhalten hat Einige Beispiele haben wir schon oben angeführt. 



330 

Hierher noch: ksl. moHi vb grobi mramara pohüie ^liquias in 
sepulcro marmoreo posuerunt^, Sabb. 84; 8.-kr. otkuda ti klobuk 
8vüe bde?, Pje8.2.47; 8 vjencom rusa oho äda ,mit einem Kranz 
von Bosen^, Gund ; na dclami toke suva data; slov. prvi venec 
jerena, drugi venec drobnih roz, tretji venec zalbdjna, VolksL 3^ 
39; r. kaftanöiki skarlatb-eukna; podprugi to byli öista serebra; 
krovath slonovycH koetej (Bus.^ 2, 253, Anm. 4); b. nur im Ab.: 
prsten nebeskiho zlata, Kath. 1097; pldäi aksamüa nov^, aIt 
V. 1341; vlekouc s nick (se synüv) raucho ctnosti i rouÄo vl/ny 
(Geb. § 480, 3). 

Tgl. lit. auk90 iddat ,ein goldener Bing* ; szilku ßUia ,ein seidener 
Gürtel* Schleicher 271; gr. i^ani^a u^vqCov; ixniofia ^vXov, lat ,aere 
cavo clipeus*, laetis imber, auch im Ai. 

B) Der ablativische Genitiv (Gen. separationis). 

Die Hauptfunktion des urspr. Abi. war die Bezeichnung des 
Ausgangspunktes einer Handlung oder der Angabe der Richtung 
jwoher'. Man kann daher die daraus hervorgegangene Genitivart 
im Slav. ab gen. separationis bezeichnen. Er steht bei Verben 
und im Anschlüsse daran auch bei Nomina. 

I. Adverbaler Gen. Auch hier können wir mehrere 
Gruppen von Verben unterscheiden: 

1) bei ^weichen, fliehen, meiden, sich hüten, sich verbergen, 
verfehlen*: bizati, ganeznqti, postqpUi, klonüi sq, varovati sq, gri- 
äüi, kryti 8^. Atel, bizirm kyöenija ,{ugiamus superbiam' Supr. 
250. 27 (in der Evangelienübersetzung mit oth); nikUoze togo 
mrizh goneznq ,nemo huius retia efifugif ib. 173. 29; ksl. svojego 
tnista postupüi ,suo loco cedere^ Typ. Chil.; varovah se bi mene 
,me caveret*, Mladen.; grisivtse jdena wie afia^dveiv^ Men. Vuk.; 
ne kryjta se jego jako vt rai, Typ. Saf. 

S.-kr. za to se takovijeh mjesta klone sei, Pjes. 2. 124; krsti se ti fy'ega 
od. od njega .mache vor ihm das Kreuz, meide ihn*; joi se Niko ne pro- 
hodi vraga ; toga da se varufemo, Mon. serh. ; slov. sem rute pogreÜl^ Met. 
244; r. biiiy dusa, Vatilona, Tai. 188; volcija ehvosta begajuib, Nest.; 
dicitbsja sveta, Turg.; pogreiiti pomysla ,aherrare a mente*, Per. 20; p. 
zaniechaj picia tcina ; zaprzesiad grzeeh6w ; ale mu potitfpü zamku ^concessit 
ei castellom*, Chwal. 1. 129; chybid drogi (Linde); es. h/adad so, paed so 
,8ich hüten*, z. B. hiadaj so ludzi (Liehsch § 76, 2), h. (ah.) spravedlny 
behä slova liiveho] rozlicni rozlicne se däli (» vzdaluß) sveta; Jezii ti reci 
prestal; ehybil jsem cesty und chybil jsem se niceho', jetzt noch: rartf; se 
zUho (ah. zleho dilti se chovajte); proc byeh se lidi {stranil) liknoval; sv. Pro- 
kop Jaryl$^ Ud$ke chtäy (Geh., Prir. m\} § 478, 6). 



331 

Tgl. lat. eedo posseuionßf x^Cofim xiXtvSoVf ai. t- ,geheii* (ydvasäd 
,von der Weide'). 

2) bei ,Iöseny berauben, befreien, sich lossagen (siehe bei ot^'), 
fem halten, verbergen, schützen': svoboditi, prostiti, razlqöUi, UHU, 
potaUi, chraniti, (mitunter nur präfigiert wie otzreiti sq). AksL 
bidz avohozdeni byäq, Supr. 413. 9; da tq proMq gricha, ib. 175. 
27; pedali priminichofm sq ,cura liberati sumus*, Supr. 322. 16; 
ne potai mene, ib. 175. 23; tila razluditi se, Dioptr. lab.; eda deso 
liieni hyste, Luk.22. 35; sichrani svoego raba vhsdkye rati, Hom. 
§af.; s.-kr. da se branü zmaja ognjenoga, Pjes. 5. 198; hurialisati 
und lüroBÜi koga dega ,Uberare quem qua re'; mahnt se ti toga 
posla ,Iaß ab ...'; svobodni svake sujerjerice, 2iy.l24; liäiti koga 
öega; salirani me sej nesreSe; da nas öuva kuge i morije, Pjes. 
Juk. 358; bog te saöuvao vedra boziSa i obladna durdeva dnevi, 
Sprichw.; slov. reS'te me te voze, Vraz. 141; bog varuj tega mene 
,6ott bewahre mich davor' Volk8l.4. 104; p. bei pilnowaS, bronU, 
chroni6 u. s. w.: pan slug swoich broni, Koch.; porzqdku püno^ 
wa6 muszq, Krasz.; Czgz te sUy ochroniq jq? Sienk. (Erasnow. 
§ 153); OS. tcuswobodziS so ,sich befreien', tcotbyö firei werden', 
bei awobodny ,frei', zdalowaS so ,8ich fem halten', zd£erze6 so ,sich 
enthalten' (liebsch, § 76, 1, 2); b. bei chrdniti, brdniti, hdßti^ 
syn md svi matky brdniti (Geb. §478.6); 6lovik sviho hrdla häji. 

Lat. Bolvo ohsidione, lihero suspiciane^ bei gr. Xvtj, got. gahrai^jany 
ahd. hreinen ,reinigen vonS ai. mue- ,lö8en' {päsad ,toii der Fessel*). 

Sehr häufig sind die Verba dieser beiden Gmppen (1 und 2) 
mit den Präfixen izz-, otz-, ot- und u- versehen; so izbyti, izbariti\ 
id}izaii, iseliti, iz^i u. s. w.; otzbezati, ot%vraHati, otzvräiti sq^ 
otüqditi, otbmetati, omyvati, otzpasti, otzreäti, osluäati, vgL auch 
ostati, ostavUi, otzstqpiti; szvUHi, szvratäi, szstqpüi; ubizati, uj^i^ 
uklonüi, ukryii, uriäüi, uslraniti, usiqpüi, utaiti; westslav. insbes. 
auch vy-; aksl. ubizati vtsechz sichz chot^ichh byti, Luk. 21. 36; 
mqky da izbqdäz Hoväcz tz, Supr. 31. 6; srzdbcemt dalede otzstoüz 
boga, Cloz. 1,148; väzchaago äoveka ne szvlekq sq, Supr. 262. 2L 

S.-kr. ko 90 duga ne oduzi, ta se tage ne otuzi, Sprichw.; Ja se icoya 
braia ne odricem, Pjes. 3. 86; slov. osianem sieh mrzkich del (Freis. 
Denlcm.); kdor se tsiga ne odtrga^ Bavn. 2. 210; r. po mojeim oUesttii sveta 
sego, Lavr. ; otreku sja mira, Yar. 152; azb Vitebbska s^^tupih tebe^ Chron. 
Vost. pol. jeJli nas odbieigeie, poginiem, Skarga ; odstqptU ustato Paiiskieh, 
Kochan. (Krasnow. § 150, 3); synowie jego ostali se zakona mego, Flor. 
Ps. 88. 30; zhatoüei mi^ imierci (Linde); odbolaUm tego ,ich habe das 
TerBchmerzt'; gdy raz dasta eiala odbiegy; odrz/ekanie szatana (Linde); 08. 



332 

touswobodzid so und wothyö ist schon oben angefQbrt, dann tootrjec so 
,einer Sache entsagenS wostajiS so Jassen, ablassen vonS zdtU so swofeho 
prawa wuznaS so winy (hrecha) »seine Schuld bekennen* (und sich ihrer 
dadurch entledigen) ; wuspowjedaS so hrechow ,die Sünden beichten' ; der 
Ausdruck wostoßwH toieho ^nachdem man alles aufgegeben* = ,sofort* 
und ,rebus infectis* ; zmyliS puda ,den Weg verfehlen*, zdalowa6 so ,sich 
fem halten*; tootwlakowaö so dzeia ,sich von der Arbeit fern halten* 
(Liebsch, § 76, 1, 2); zbyti, zbaoiti (= iz-hyti) z. B. kdo chce zbyti ikody, 
nedej . . .; odrici se ceho ,8ich lossagen, entsagen*; ahy se zUcü tech ran: 
odloucen hoiiho lice: syt chUba neodchäzej; tifiti ikody, priteli k vüli pravdy 
neodstupuj (Geb. § 478, 6). 

3) bei ,leer sein von' (bedürfen). Aksl. hierher vielleicht 
trebovati: zrttvz trebujetb, Supr. 121. 1; nesth mi trebe oranija, 
Men. Mih.; beim Adj. Mit, z. B. t esh videti grobz lez^tichz, 
Cloz. 727; dist^ gneva, Supr. 303. 23; jegoze ty lichz jesi ,quo tu 
cares* Supr. 2. 2; prazdhm ,leer, frei'; bei prostz: uzy shmrt' 
thnyje prosti bychomt, Hom. Mih.; Huzdh ,alienus'; 8.-kr. trebate 
mlijeka, Hebr. 5. 12; mudrine im druge netrebuje, Pjes. 5. 524; 
tuzdt naäego plemene, Mon. serb. 289. 51; slov. kruha bo stra- 
dda, Volksl. 2. 34; dobriga prazen, Bävu. 1. 133; greha dista; 
jez potrebujem tvojiga krda, Ravn. 2. 79; r. ja Hogo trebuju, 
Turg.; äychz mne rudenekz ne nadobno, Ryb. 1.201; vasego dobra 
ne nado, 1. 89; p. czego trzeba ku bojowi, Koch. 3. 91; owe, 
ktörzy uzdrowienia potrzebowäli, uzdrawial, Luk. 9. 11; os. po- 
trjebowaS ,bedürfen', trjeba by6 komu neöeho ,nötig haben', tra- 
dadf parowaS (beide auch mit dem Akk.) ^entbehren' (liebsch 
§ 79, 2, a), prözdny, prosty ,frei, leer*; ab. Morava opustela knU 
zai; osirda jsem obou synüv; jetzt noch: lichy vH cti, dist niti, 
nahy vseho odeni; siry vH vMe; kdo je prdzden svetskiho Uüku; 
jsem prost sltbu (Geb. § 478, 6); potfebovati, tfeba und potrebi 
öeho. 

Vgl. lat. vacoy eareo^ gr. /ar^w, /or/^oi ,bin ohne etwas, bedarf, got. 
paurban ,bedarfen*. 

4) Bei ,sich fürchten vor, sich schämen, Ekel haben vor' 
u. dgl: aksl. boeachq s^ Ijudii Marc. 11. 32; bojaäe s^ teckt 
mMh Supr. 33. 25; uzashäa s^ vida togo ib. 155. 10; tistraHrm 
8^ tnqky ib. 113. 19; trepeUq jego kreposti ib. 87. 8; ize bo po- 
styditb sq mene i moich^ slouesz Marc. 8. 38; ne be jemu sra- 
mljati se togo Hom. Mih. gnqsajetb s^ kotonnaago glasa ichz Supr. 
393. 10, mrhzUh se braka, Nom. Mik. 81. 

S.-kr. ko se boga ne boji % Ijudi ne stidi^ bjezi od njega^ Sprichw.; 
sloT. trdiga boja se bojim Volksl. 2. 32; hribi se ga tresejo, Bavn. 1, 257; 



333 

me iega je sram, Yolksl. 1. 32; tako se mu hudiga gntui^ Bavn. 2, 107; 
r. uzasnisb tuda stratnago, Tar. 182 ; oego stgdimsja togo % tainufa, DaU 203 ; 
p. ohawial si^ ludu Mattb. 14. 5; krölowie i^knq «tf twej chwaly ^ Koch.; 
08. hojee 80 »fürchten etwas*, BiröziS so ,wovor erschrecken^ strachowaS so 
ySchandern vor*, grawaS so ,sich ekeln*, hatibowa6 so ,8ich schämen* (Liebsch, 
§76,3); b. bdti se hoho, ceho\ strainy mnohym mnohych se strachuje\ vtichni 
se uzasli hlasu sv, Prokopa; stydim se lidske reci; iiitüi se ceho ,8icb ekeln*. 
Vgl. ai. hht' jSich fürchten vor* (indräd ,vor Indra*). 

5) Der Gen., welcher bei den Verbis der Gemütsbewegung 
den Ursprung (Grund) derselben ausdrückt, könnte auch ein urspr. 
Abi. sein (Gen. causae), vgl. b. odtud fen zal u. dgl. aksl. pU^ 
kaachq sq jejq, Luk. 8. 52; Rachih pladqSti d^z svoichz Supr. 
287. 25; zaleHe razluöenija blagaago uöildja Dauil. 252; mhstUi : 
da mbHq ej^ Zogr. Assem. Luc. 18. 5, Say. En. 51. 

S.-kr. tVi ialii mite majke svoje f Pjes. Juk. 187 ; slov. veselja se jo- 
kaii ,yor Freuden weinen*, lakote umreit^ Bayn. 1. 62; im Slov. ist dieser 
Gen. häufig, doch ist er dem deutschen Einflüsse zuzuschreiben (vgl. 
Hungers sterben); russ. piaka sja togo, Chron. 1. 130; cego ty priieh? 
Skaz. 1. 72; p. a mnie piakae mej todzi^znej dzietoki pomozeie, Koch.: 
ty litujesz krzytody mojej, Koch.; ezego placzesz? Pieä. 119; przymrzed 
giodu 157; os. ka6 so niceho ^bereuen*, dzakowa6 so ^danken wofür* (häufig 
im Sinne von ^ablehnen*, sonst gewöhnlich schon mit za u. Akk.); lui- 
diijeS od. nadzed so z. B. Miehal so tehole nihdy nadiab njehe. Femer auch 
hlodu mri6, seltener hiodu zahtny6 (vgl. poln.) : nasyS naju, hewak hlodu 
wumrjemoj (Liebsch, § 80, 3, 4); b. Clovek md se hriehu pokdti, Nelituj 
zivota sviho\ hylo mu lito zivota; clovek pozde zleho pykä; zelejte se mnou 
mSho syna: touii bohu svych hid; im Ab. stand dieser Gen. noch bei pla- 
kativ zalostiti, zalovati, mstiti, denn bei vdicny, z. B. nejsi vdlioen daru vza- 
Uho (Geb. § 478, 12). 

Vgl. lit ko ne dainoji ,cur non cantas*, gr. dlytTv rvxns; xfxoXtofii' 
vos jifiipifAdxoio^ lat. gaudere^ gloriari, dolere aliqua re. 

Derselbe Gen. steht bei zah, Ijuto, müo, kvar, Heia, äkoda, 
skrb, mar u. dgl. 

8.-kr. tada mu je zao braia büo, Pjes. 2. 10; Heta toga da- 
veka, Daniäd S. 110 ,Schade . .'; slov. mar vom bodi bozjiga 
glasa ,ktimmert euch, gebet acht* Bavn. 1. 15; Skoda je mojih 
otrok VolksL 3. 115; me tega je sram; r. ne zalh mnS takavago 
naroda, Var. 166; p. ial mu pieni^dzy, taz. 299, wstyd mi^ 
mego niedbalstwa, taz. 299; es. Skoda mojich miodych dnjow; 
. . je tebi zd drobnych diecatkow? (Liebsch § 80, 3); b. jest mi 
toho tdmi Wo; Skoda toho. 

Femer wird dadurch der Grund bei Ausrufungen ausge- 
drückt, in Aksl. begleitet von o, o vde, die, uvy, ucJvb, divh, im 



334 

S.-kr. der bloße Gen. oder mit o, da, mit evo, eto, eno, ono, nuto; 
aksl. bezakonbnago vbzbeienija, Supr. 159. 8; s.-kr. eto, care, 
lijepe djevojke! Pjes. 2. 66; slov. oh vode!; r. ochz uvy, uvy Iju- 
tychb tickö vremem, Var. 180; p. hej, na pomoc, gicaHul (linde); 
b. beda mne synddka miho! Ach miho höre (Geb. § 478, 12). 

Vgl. gr. (pei tou QvdQog. 

Ebenso bei Verwünschungen (8.-kr.) und Betheuerungen, im 
Aksl. in Begleitung von tako mi, im S.-kr. mit tako mi, tako ti : 
aksl. tako mi gospoda mojego Isust Christosa ,per meum domi- 
mum . . J Supr. 85. 22. 

6) Gen. beiVerbis wie herstammen: azb jesrm vasego ple- 
fnene ,vestra stirpe sum ortuö*, Supr. 20. 20; inogo jp^zyka jesi 
361. 29; hierher könnte gehören: dobra korene dobra ze % lUo- 
radh ,bonae radicis bonus quoque palmes* Supr. 71. 28, doch 
kommt hier auch der Gen. bei ,8ein* (vgl. S. 323, 10) in Betracht. 
Vgl. gr. aio d* äq^ofiaiy yiyvea&ai, mit Gen. 

Vgl. auch s.-kr. aV devojka rodajunaökoga; Stade jeka druma 
i planine ,ortus est sonus viae et montis^ Pjes. 3. 42; Stade vika 
dobrijeh junaka 3. 38. 

II) Adnominaler Gebrauch. 1) Wir bemerkten schon 
oben, daß die verschiedenen Abarten des ablativischen Gen. auch 
adnominal gebraucht werden können, so z. B. 

aksl. liäeniitm chleba mnogy dtni bezh jadi pribyvasta, Supr. 
429. 13; cisarifStvija bozija lidiovanije ib. 318. 12 proäaachq bidy 
toj^ izbyttja ib. 412. 10; raboty izbavtjentje ib. 178. 5. 

Hierher gehören auch die zahlreichen Adj., die schon ange- 
führt wurden wie push, prazdhm, svobodhm, sirz, thstt, öistb, ätuzdh 
u. 8. w. 

s.-kr. sve u strahu boga velikoga 4n der Furcht vor dem großen 
Oott^, Pjes. Juk. 224; zlo se irpi od straha gorega ,aus Furcht 
vor Ärgerem*, Gorski Vijenac 21; r. po mojefm otSestvii svita 
sego Lavr.; otmetnikb Christovy viry, Chron. Novg. otstupnikh 
pravyja viry, Chron. Pskov. 1. 197; p. odrzekanie szatana; bo- 
ja£A zhj siawy (Linde); potrzeba na to czasu taz. 299; b. zba- 
veni statku; pro strach a bözen smrti utekl jsi sem ,Mudr'. 

Vgl. ai. hhifä ,au8 Furcht vor*, gr. fxßaais , Aus weg aus*, axinag ,Schutz 
vor* ; lat. inanis, orbus, liber^ gr. x^vog, got. parbs mit G. bedürftig* u. s. w. 

2) Der Gen. bei Komparativen und komparativischen 
Ausdrücken bezeichnet den Gegenstand; von dem an gerechnet 
einem anderen eine Eigenschaft im höheren Maße zukommt: 



335 

aksl. iko prvii mene bi TtQthog fiov ^v Joa. 1. 15 und 30; 
vhsHcogo zviri t^zij ,oiniii fera molestior' Supr. 36. 6 (es könnte 
auch beißen t^zij neze vhsekh zvirh, worüber weiter unten); jeze 
lue iogo, to oth pronyra jesth ,qaod amplius boc est, id a malo 
esifj 151. 2; nidtoze hole povdenago varm tvorite Mar. Lok. 3. 13; 
nidimze v^äte s^tvarüi vbogaago ,nibiIo amplius facies paupere' 
Supr. 376. 18; poslezde vbs^ckb javi se i mtni 1. Cor. 15. 8. 
Si§.; licho potriby nadynuUi s^ (also bei Adverbien) Supr. 379. 5; 
do da zUje ,malum malo peius' Hom. Mih.; lichoe aego otb ne- 
prbjazni estt TtsQiaaöv tovtiop, Antcb. ; q^^k^ pqtt paöe prostra- 
naago podUi d. i. pa£e neze prostran» p%t& ^gustam viam magis 
dilige quam latam' (also für den Akk.). Supr. 213. 8; poduzi 
tvari pade tvorca ^nriit creaturae magis quam creatori' (d. i. 
pa(e ne2e tvor^cu, also für den Dat), Chrys. lab.; zelo mnozae 
paöe umrhtvija ego o sem oskrhbivh se, ^ulto magis quam de 
morte eins banc ob causam contristatus' d. i. pa£e ne^e o umTt- 
tvii (für den Lok.) Sabb. 161; pri prizdnichb nasb muzichb ini 
TfSv nqo fjfiijv avdqoiv d. i. üe beacb^ prezdtni nas», pre2de 
nas«, Leont. 

Freier ist die Anwendung: razdegbäe j^ (9^val^my) pace ogni 
,urentes eas (glebas plumbeas) magis quam ignis urit' d. i. neze 
ognt razdizajeU Supr. 193. 13 (hier also fiir einen ganzen 
Satz); vid^ jego beöbstbm, isöazajq paöe synov^ öloviöö Ttaqa 
rovg vlovg d. i. pa(e neie isöazajet« vids synov^ Supr. 327. 8. 
Ein freierer Gebrauch des Kompar. ist insbes. häufig in den 
Schriften des Elemens von Bulg. anzutreflFen (vgl. Verf. Studie 
z oboru cksl. pfsemn. S. 84); im Bg. dafür oth; 

S.-kr. Ijepie suncay zore % mjeseea, Yijenac 35, jaia konje vjeira brSe 
(6andali6). In älteren Denkm., in der neueren Lit. sehr selten (Maretic 
8. &30); sloY. hier steht dafür oi oder mimo : bolje siti komarji od glad' 
nih'y holje hohova slama mimo praznih ja$l%\ r. Olbga hyla mudreje vtsich». 
Per. 28. 17; nadelimt tehja bohie prezneva ,. . als früher*, Ryb. 2. 247; p. 
gwitady jainiej$zs wyhranego sloia, Laz. 245; wyzazy sloiica. Gebräuchlicher 
ist der Gen. mit od; im Os. etwas beschränkt, insb. bei dale^ hlize, niie, 
vysBf z. B. tpyie mesta Spremherka wurostla Je kru$tDinka\ Ho Je mi öezie 
kamjenja, kamjenja mit/rukeho (Liebsch, § 56); b. Poturcenee horii Turka; 
eoueed Je hohatii näs. In der Schriftsprache jetzt noch gebräuchlich, je- 
doch nicht in der Volkssprache (dafür nez). In soused Je näs vsech nejho- 
haiH dürfte der part. Gen. bei einem Superlativ sein. 

Dieser ablat. Gen. ist ursprachlich: lat. te maior, gr. fiäXXov kxiQw 
,mehr als andere*, got. maiza imma ,grÖßer als er*, ai. viivamäd adhamd^ 
»niedriger als jedwedes*. 



336 

Andere Aasdrucksweisen für den Gen. compar. Zunächst^ 
H : f prUiavitt rmne v^te 1% dtva na desfU kgeona an§eh ,nUiovq ^ . . .' 
Mat. 26. 53 (Mar. Zogr. Assem. Sav. kn. Ostr.). Ebenso in Quellen, die 
an| r. Boden geschrieben wurden : luce H hy hylo ohrezatisja i besovaii . . . 
/f V9 aXrovtsivii i stdravii ziii lukattno^ Gr. Naz. (XI. Jhd.) 159; luctii 
jestb pochvalna brarib, li mirb, razlucaja ot hoga^ Grig. in Nikon. Fand. 6; 
Uice mala prijatije «» pravbdojq li mnoga zita «s nepravbdojq, Antich. (Mikl. 
Lex. pal. 336 u. Vgl. Gr. lY S. 168). 

Auch t7t : f une ziti t7s z«ml% pusU^ ili «» }i»nqj(^ jazycbnojq i Jcoio- 
t^^'^$ Izb. 1073. 9; Luce jesh pobUenu byti dobre, ili pobeMati s nepraV' 
doju, Nikon Fand. 6 (Sreznevskij, Mater. I, S. 1089). 

Hier haben wir es jedenfalls mit einem sehr alten Gebrauch zu 
tun, zumal auch im Griech. ^ aus *i7-^e (lat. ve) sowohl ,oder* als auch 
,als' nach einem Komp. heißt, also wie im Slav. das li (vgl. über dieses 
oben S. 288). 

Frühzeitig und zwar schon im ürslav. wurde das ,als* auch noch 
durch die Neg. ne, die noch durch ze oder go (^s) hervorgehoben wurde, 
ausgedrückt, z. B. aksl. sgn mlazdbi neze otbCb, Das ist im Slav. die ge- 
wöhnlichste Ausdrucksweise. Analog haben wir im Lit. nekaXp ,al8' 
(nach einem Komp. und bei and. Yergleichungen , vgl. käTp ,wie*) und 
netglf netgi (,und nicht, auch nicht, nicht einmal', aber auch ,wie' und 
bei Yergleichungen). Brugmann stellt lit. net, neigi und slay. ne-ze, 
ne^o mit ai. nä ,gleichsam* zusammen (Kurze vgl. Gr. S. 618), d. h. er 
trennt es von der Neg., doch wohl kaum mit Becht. Ygl. auch lit. prim 
neng (aus nene-gi, älter war die einfache Neg. ne-gi ,ehe, bevor*) z. B. 
pirm od. nhng miraiu ,ehe ich sterben werde* (Schleicher, Lit. Gr. S. 334) 
und ab. dr^e nez (z. B. dr^e nei bych otiel ,priusquam abeam* ZElem. 
38. 14). 

Aus dem älteren li und dem jüngeren, aber auch urslav. neze und 
nego entstanden dann die Eontaminationsprodukte neze-li, negoli, negzU 
(negli neiU). So finden wir schon im Zogr. ottradbnee btfdets zemi eodo- 
mbsee . . . vs dbn^ stfdbny neze li gradu tomu, Mat. 10. 15 (Mar. dagegen 
nur neze). Im Zogr. neze li auch noch Marc. 9. 43 u. 45, wo auch Mar. 
nur neie hat, u. s. w. Im Mat. 19. 24 hat wieder Zogr. u. Mar. neze^ 
aber Assem. schon neze li und die Sav. kn. neg^ li. Letzteres kommt 
auch im Supr. vor als negli (300. 27 : un'e bo jest^ ciaU imeti ums negli 
. . . vbzhieovati s^) und nekli (falsch dann nekzli) : pace krwyq nekli chvc' 
kom9, 286. 13. 

Auch im S.-kr. haben wir nego li (neben nego ,quam*, z. B. volim to 
nego wo ,ich will lieber das als jenes*; bolje je iako nego ovako), ebenso 
im Slov.; im B. ist jetzt nezeli oder d^fms (Instr. zu cb-to) : evinec^ tjß" 
ieleje cerm mldb ,das Blei ist schwerer als Kupfer* ; vgl. auch cemz — tem^ 
Je — desto* beim Instr. 

Schon im Ap. ni^e st. nieie und nik{e)li z. B. weeey niete ,magis 
quam*, Psalt. Flor. 51. 3; drzetoey nisdi ,priusquam* 57. 9. Es liegt hier 
entweder eine Beeinflussung von im (in im — tym je — desto*, z. B. iym 
Upiitj — im wifkezy) oder von der zweiten Neg. ni vor. Yereinzelt scheint 



337 

im Ap. auch noch nieili vorzukommen (ygl. Nehring, Ap. Sprachdenkm. 
S. 320 u. 57). Man merke noch wi^ej, mniej Jak, aber kocha tyna wifcnj 
nii eörk^. 

Ab. neie, nez {viece nez ZWittb. 51. 3, dfieve nez ib. 38. 14; 128. 6); 
nezli auch schon im Ab. z. B. jeden »iav duoHojfü^'H Jest nezli druky^ 
Stit. u2. 97 a; nejezd' dMe nezli mile, NBada 985 u. b. w. Jetzt auch 
noch nezy neili (andere Ausdrucks weisen fährt Gebauer an in Listj fil. 
13, 8. 419 f.). 

Nicht selten finden wir auch die Präp. oU, So jetzt im Bg. : podo- 
hra e evojata leita ott cuidata kokoika: neiio e podobro oH niito; oU zlo 
pbtlo (im Hom. Mih. fanden wir: zio zla zi^'e): pb e bolermö oU earja t 
Ott vexira (Hiev, Sint. § 49, Anm.). Auch im S.'kr. iire Je neho od mora, 
FjeB. 1. 196; klr. horia IJuhov vod hole$ty: poln. wiem to lepiej od eiebU. 

Im Os. auch noch hac und di/zli : Pipje malo z cesdu, dyfU tojele s 
Uedu; lepje docäkad, hac pokhwataö (Liebsch, § 123). 

C) Spezielle Abarten des Gen. im Slav. 

Hierher gehört: 1) Gen. der Beziehung oder respek- 
tiver Gen., in welchen dasjenige kommt, hinsichtlich dessen 
einem Gegenstand ein Attribut beigelegt oder von ihm etwas 
prädiziert wird. Wie wir sahen, wurde eine Reihe von Adj. mit 
dem Gen. konstruiert und zwar zunächst dort, wo ein stamm- 
oder sinnverwandtes Verb auch den Gen. bei sich hatte. So 
konnte nun die Vorstellung auftauchen, daß der Sinn eines Adj. 
durch ein im Gen. stehendes Subst. näher bestimmt wird. In 
der Regel wird dieses Verhältnis allerdings durch den Instr. aus- 
gedrückt. Der Gen. konnte dann selbst auch ohne Adj. zum 
Verb hinzutreten. Dieser Gen. hat sich auch in anderen Sprachen 
(z. B. Griech.) weiter entwickelt Aksl. w zenojq zlonravznq ra- 
zuma, Supr. 128. 12; devic^ nedostathdbny sqätq im^ija^ ib. 
273. 6. Hierher auch dostoim : dostoim ho estz dilatd't mtzdy 
svoej^ Hat 10. 10. So auch bei dostojati und sbpodobüi : mira 
vbsichz da ny szpodobit^ ,pace nos omnes dignos judicet', Supr. 
371. 27. 

S.-kr. siv je kanßc, siv je junak brade ,grau vom Barf , Pjes. 
Juk. 430; slov. da mi raöite na pamaSi byti k bogu mojich gre- 
chov. Freis. Denkm. m 20 (na pomo6i byti so viel als pomo- 
Htm); poln. ämieme ducha zbawi ,humiles spiritu salvabit' Flor. 
Ps. 33. 18; OS. bei tvisty ,gewißS hödny u. njehödny ,würdig, un- 
würdig*, dostojny ,würdig*, swidotny (u. njeswidomy) ,erfahren, 
kundig*; tvicy wustojny ,sachkundig* z. B. swojeho ziwjenja tvisty 
njejsy (Liebsch § 78); b. bei mocn^, snazny : budme toho mazni, 

Vondrftk, Vgl. lUr. Onunm. n. 22 



338 

dann auch bei zmocniti se öeho ,sich bemächtigen' bezpeön^, jisty; 
hoden jest delnOc mzdy svi jWÜrdig*; ab. auch düstojny öeho (wie 
im Aksl.)^ hltzky öeho; nach uöasten öeho auch üöastniti se öeho; 
auch ohne Adj.: jsem mnich stavu ,dem Stande nach'; bei vedom, 
svidom, povedom, pameüiv z. B. nejsem toho vidom; milovny öeho 
(Geb. § 478. 14). 

2) Gen. in negativen Sätzen, zunächst bei transitiven 
Verben (im Balt. Slav.). Er entwickelte sich wohl so wie der 
einige Mal im Mhd analog auftauchende Gen. 

Im Got. steht bei »nichts' der Gen. z. B. ei ni vaiht ubüis iaujaip 
yfifl noniaat vfjiäs xctxov fiti^iv* 2. Eor. 13. 7. Es ist der part. Gen. bei 
Prpn. (S. 326, d). So ist auch im Mhd. der Gen. neben nicht infolge der 
ursprünglich Substantiv. Natur des Wortes häufig. Er steht auch da, 
wo es einfach mit nicht übersetzt* wird : so briche ich mtner triuwe niht. 
Von da aus drang der Gen. im Mhd. ab und zu auch in solche Sätze, 
in denen die Negationspartikel nicht ursprünglich substantivisch war: 
mir kom so lieber geste nie (mir kamen nie so liebe Gäste). Vgl. Del- 
brück, Vgl. Syntax S. 341. 

Diese im Mhd. sporadisch auftretende Ausdrucksweise ist im 
Balt-Slav. zur Begel geworden. Es ist also auszugehen etwa 
von Sätzen wie niöUoze inogo nenavidih boffh, jakoze . . . ; dar- 
nach kann auch gebildet werden inogo nenavidih bogz, vraga 
nenavidiU hogz u. dgl.; vgl. weiter: nenaviditz svüa fiiaec to qxSg 
Jo. 3. 29 (b. ndvidMi = lieben). Statt niMoze konnte auch 
schon der Gen. nidhsoze eintreten, der dann selbst auch für den 
Nom. (Akk.) gebraucht wurde: niöbsoze inogo nenaviditb hogz 
ekoze togo, ize drzzitz gnem, Cloz. 492. 

Andere Beispiele: ni vdivajqtz vina nova vz mechy vetzchy; 
ne pogiibih mtzdy svoe^, Marc. 9. 41; ni m izdraiTi tolikoj^ 
very ne obritz, Luc. 7. 9. 

Auch beim Inf., der zu einem negierten Satze gehört: iko 
ne imamb kzde szbirati plodz moickb, Luk. 12. 17; icichzze ne 
mozetz gnafei . . tako bSliti, Marc. 9. 3. 

S.-kr ne gnjev^te nam gizdave djevojke Pjes. 1. 50; nW je i 
iko Zlatke sagledao 3. 22; pa ja ne smem nevere ciniti (vgl. 
Maretiö, § 523 a); slov. de ni vidil beliga dne, sonca ne rumeniga 
Volksl. 4. 9; r. niöego 8z soboj ne vozmemz, Var. 42; goroda ne 
vzjasa ni odinogo; ne öüaj pishma, niöego ne dölaju (ßusl. ^ 2. 
S. 255); p. ja nie cierpie twojich zartöw (vgl. bei Krasnow. 
§ 152. 1); ebenso im Os. nichtö ani dna njenamaka (Liebsch 
§ g^^Lim Ns. winiki 'Aamogu nam ioska käiwiä; w6n Aejo sto- 




339 

w'cka slyiai ,er hat kein Wörtchen gehört' (Schwela, Lehrb. 
§ 76 a, 1); b. jak za humna vt/jeli, nikde cesty nemäi; ürady ne- 
-dini lidi svatych; dobriho domu nesluH nechati pust£ho (also auch 
der 2. Gen. als Präd.); auch bei nechati ^lassen' selbst steht der 
Gen., es ist also negativ: nechejte toho! 

Abweichungen finden wir in allen slav. Sprachen, so schon 
im Aksl.: zenq junosti tvoejq da ne ostaviäi Cloz. I 135. 

Insbesondere bleibt der Akk. bei neutralen Prono- 
mina: 8.-kr. isprva ne kazah vam ovo, Jo. 16. 4; b. ^' to nevtte? 
jd tom nie nevim. 

Unter dem Einflüsse der fremden Sprachen macht sich der 
Gebrauch des Akk. jetzt überhaupt stark geltend, so insb. in 
der Volkssprache. (Über den Ursprung dieses Gen. vgl. auch 
Kudrjavskij IF. Anz. 10, 268). 

3) Den Gen. -Akk. nennen wir im Slav. jenen Gen., der für 
den Akk. steht Insbesondere handelte es sich ursprünglich um 
den Gen. Sg. jener o-St., welche männliche Personen bezeichnen. 

Diese Vertretung ist durchaus nicht rein morphologisch zu erklären, 
wie es Meillet (Becberches sur Temploi du Gen.-Akk. en vieux-slave) 
tat, sondern beruht zunächst auf jener syntaktischen Eigentümlichkeit 
des Slav., nach welcher sich hier der Gen. mit dem Akk. berührte. Man 
denke insbesondere an den Gen. st. des Akk. in neg. Sätzen (vgl. Verf. 
Aksl. Gramm. S. 153), was sehr wichtig und alt ist, da es auch im Balt. 
(ja teilweise auch im Germ.) vorkommt. Femer an den part. Gen. bei 
vielen Verben, der mitunter vom Akk. ersetzt wurde. Unter solchen 
Umständen konnte dann leicht der Gen. für den Akk. dort eintreten, wo 
gegen letzteren irgend welche Anstände obwalteten. So insbesondere bei 
dem Fragepron. k^to, wo man bei der Frage, die häufig ohne Begleitung 
des Verbums gestellt wurde, genau zwischen dem Subj. und Obj. unter- 
scheiden wollte, was bei dem urspr. Nom. u. Akk. ktto (*A:») nicht mög- 
lich war. So tauchte hier der Gen.-Akk. kogo auf und zwar wohl schon 
im Urslav., da wir einen Akk. kbto nicht belegen können. Das war also 
der älteste Gen.-Akk. und nach seinem Vorbilde konnten dann auch an- 
dere, wenn es sich auch um Personen handelte, auftauchen. 

Berneker, der im allgemeinen dieses Prinzip akzeptiert, möchte 
dem Pron. k^to nicht diese Bedeutung zusprechen, da es in neg. Sätzen 
nur eine bescheidene Anwendung fand. £r sucht daher den Ausgangs- 
punkt in Sätzen wie sym viditt ottcb, die bei der freien Stellung des 
Slav. doppeldeutig wären (KZ. 37, S. 375 f.). Allein k^to — kogo kommt 
in neg. Sätzen vor, ob häufig oder seltener, das kommt hier nicht in Be- 
tracht, und dann sind vor allem pos. Sätze wie k^to ponia ottcb u. dgl. 
maßgebend gewesen: daraus wurde zunächst kogo pos^la otbCb. War nun 
ein Vorbild aufgetaucht, so konnte sich der Gen.-Akk. auch bei anderen 
Xategorien entwickeln, so beim Pron. demonstr., beim Adj. und beim 



340 

Subst. und zwar bei den o-St. Beim Pron. pers. wiegt im Aksl. noch 
m^, t^, B^ vor, mene, tele, sehe ist als Akk. äußerst selten. Es muß her* 
Yorgehoben werden, daß wir beim Subst. eigentlich nur eine Art des 
Gen.-Akk. haben, nämlich auf -a und daß selbst auch bei den ii-Stämmen 
erst dann ein Gen.-Akk. auftrat, als der Gen. die Endung -a schon längst 
angenommen hatte. Diese Erscheinung müssen wir wohl dem Einflüsse 
des Adj. zuschreiben. Auch hier entwickelte sich der Gen.-Akk. z. B. 
aksl. ize m^ s^tvori cela Jo. 6. 11; 9z>drava i prij^^ Luc. 16. 27, ja in 
solchen Fällen bildete der Gen.-Akk. schon im Aksl. die Hegel. Da es 
beiip Adj. nur o-Stämme gab, so erhielt hier der Gen -Akk. auf -a ein& 
feste Stütze. Diesen Gen.-Akk. auf -a gegenüber konnten solche auf -u 
bei den u-St. ebensowenig aufkommen wie die auf -t bei den t-St. 

Der Impuls zum Gen.-Akk. ging also wohl vom urslav. kogo aus. 
Da mit k^to — kogo nach Personen gefragt wird, so sind davon zunächst 
auch die Personennamen tangiert worden und zwar aus dem angegebenen 
Grunde zunächst die o-St., welche männliche Personen bezeichneten. 
Vereinzelt treffen wir allerdings Gen.-Akk. wie tnatere^ seekr^ve (nach dem 
Gen.-Akk. der verwandten Worte wie otbcoy hratra u. s. w.) an, die aber 
aus einer späteren Phase herrtihren. Der Prozeß entwickelte sich nicht 
besonders rasch. Im Aksl. findet man bei den o-St. und insbes. auch 
beim Pron. noch sehr viele alte Akk. Abgesehen von k^to — kogo war 
demnach das Bedürfnis nach einem vom Nom. verschiedenen Akk. nicht 
80 groß. 

Der Prozeß erstreckte sich teilweise auch auf den PL, was uns- 
zeigt, daß dabei vornehmlich syntaktische Gründe, wie wir sie anführten,, 
in Betracht kommen (im PL war ja der Nom. der o-8t. verschieden vom 
Akk.). Dann waren es die Gen. nasi,, ra«s, die als Akk. gebraucht 
werden konnten, aber im Aksl. noch äußerst selten, obzwar hier ein Be- 
dürfnis nach unzweideutigen Formen vorbanden sein konnte, da vy zu- 
gleich Nora. u. Akk. war. Weiter der Gen. jichz u. s. w. Aber eine 
solche Verbreitung, wie im Sg. erreichte dieser Prozeß in den alav. 
Spr. nicht, offenbar auch deshalb, weil der Impuls dazu vom Sg. {kUo — 
kogo) ausging. 

Der Gen.-Akk. war natürlich syntaktisch ein reiner Akk.^ 
daher Sätze wie aksl. ona ze abie ostavtäa korabb i othca svoego 
Mat 4. 22. Daher kann er auch nach Präpos. stehen, die der 
Akk. verlangen: trbZhri na Petra Luc. 22. 61; s^chodU^ na Ada 
Supr. 350. 19. 

Im Bg. gibt es nur den Gen.-Akk. auf -a als eine vom 
Nom. verschiedene Form. Er wird von männUchen Personen- 
namen im Sg. gebraucht: Imala majka, imala ednogo sina Sto- 



1. Ein 89drav9 i prij^ wäre jedenfalls zweideutig gewesen. Daher 
bleibt häufig der echte Akk., wenn das Präd. ein Part, ist, da es einen 
vom Nom. verschiedenen Akk. hatte. 



341 

Jana; majka sina ne rodi li, sestra hrata ne duva li? Auch 
sonst bei einigen Belebtes bezeichnenden Worten: konja vodi, 
peäa chodi; pa vhzsedna vranja konja. Hat ein Wort keinen 
besonderen Akk., so wird es durch die entsprechende Form des 
Pron. ersetzt: deteto go uchapa kude; majka mi ja boli glava; 
dicata gi pusnacha. Zur Verstärkung wird weiter beim Pron. 
zum Gen.-Akk. noch der echte Akk, oder verkürzter Gen. Akk. 
hinzugefügt: nego go kruiurm ne bfe, nego go sab ja tie si^e; vagh 
vi niäto ne smuHava (Ivanov, Sint. § 32, 1; Hiev, Sint § 69f. 
und im Anh. zur Dekl.). — Im S.-kr. wird der Gen.-Akk. nur 
im Sg. bei Bezeichnungen männUcher Pers. und Tiere gebraucht; 
duh hat selbst auch in der Bed. ,Geist' mitunter noch den alten 
Akk. wie im Ab., Izrailj dagegen Izraüja (Maretiö, S. 144, 
Surmin KZ. 37, 364f.). Im PI. wird njih, ih auch im Akk., 
aber für alle drei Genera gebraucht. — Im Slov. kommt auch 
dazu im Westen njih, jih für den Akk. — Im R. hat dieser 
Gebrauch am weitesten um sich gegriffen; bei allen belebten 
Wesen, Menschen wie Tieren, wird der Akk. durch den Gen. 
ersetzt und zwar sowohl im Sg. als auch im PI. und nur der Sg. 
der Feminina hat den alten Akk. gerettet. In den ar. Chro- 
niken hat man noch fast einen Zustand, wie ihn das Aksl. auf- 
weist: man findet hier noch, wenn auch selten, alte Akk. der 
männl. Personen im Sg., im PL ist der Gen. äußerst selten. — 
Im Poln. ist der Umfang des Gen.-Akk. geringer als im R.: bei 
Personen männUchen Geschlechtes haben wir den Gen.-Akk. im 
Sg. und PI., bei Tiernamen nur im Sg.; die Feminina blieben 
unangetastet Im Sorb. haben wir innerhalb der angegebenen 
Grenzen den Gen.-Akk. im Sg., seltener im PI. — Böhm. Im Ab. 
sind alte Akk. bei den o-St, die männliche Pers. bezeichnen, 
eigentlich nur Archaismen: potoöichu posd brzy, Alx. V. 942; 
bei Tiemamen sind sie hier dagegen noch häufig (sie werden 
von Gebauer § 27 aufgezählt, dahin gehört auch duck und 6^). 
Den Akk. syn finden wir hier noch bis zur Mitte des XIV. Jhd. 
Jetzt haben wir bei belebten Mask. im Sg. überhaupt nur den 
Gen. Akk. (Ausnahmen äußerst selten : pro büh, na küti, vgl. auch 
oben S. 12—13). 

Anhang. Miklosich handelt noch von einem Gen. der 
Art und Weise (S. 466). Hierher rechnet er 8.-kr. netnüice 
,ohne Schonung' von einem ungebräuchlichen nemüica, vuöke, das 
dem aksL vltöbsky entsprechen würde; slov. iznimce ^usnahms- 



342 

weise*, peäice ^u Fuß*. Aber diese Fälle können nicht auf einen 
derartigen selbständigen Gen. zurückgeführt werden (vgl. bei den 
Adverbien). 

Instrumental. 

In den Instr. kommt der Nominalbegriff, wenn ausgedrückt 
werden soll, daß mit ihm die Handlung vollzogen wird. Dabei 
sind zunächst zwei Fälle zu unterscheiden : das im Instr. stehende 
Nomen figuriert einfach als Begleiter (soziativer oder komita- 
tiver Instr.) und als solchen kann man sich auch eine Eigen- 
schaft, einen Raum- oder einen Zeitabschnitt vorstellen — oder 
er kann als ein Mittel, als ein Werkzeug, mit dessen flilfe 
die Handlung eben vollzogen wird, aufgefaßt werden. Sehr leicht 
kann sich eine Nebenbedeutung entwickeln, die schließlich über- 
wiegt: aus dem Instr. des Mittels wird der Instr. causae. Weiter 
wird die Art und Weise der Handlung ausgedrückt (I. modi), 
woran sich im Slav. noch der präd. I. anschließt. Die Über- 
gänge sind oft so fein, daß verschiedene Auffassungen möglich 
sind. 

Aus dem adverbalen Gebrauch des I. entwickelte sich auch 
der adnominale, vgl. s.-kr. po uze6u Herade turcima ,nach der • 
Einnahme von Herada durch die Türken*, b. tresenf stromern, 
hnuH okem. 

In den modernen slav. Spr. bürgert sich beim Instr. in best. 
Fällen (insbes. auch bei jenem des Mittels) die Präp. s^ ,mit^ 
immer mehr und mehr ein; im ßg. ist sie natürlich notwendig; 
im Slov. ist sie immer beim Instr. des Mittels, weiter in der 
böhm. Volksspr. und im P. (ßelege darüber wie auch überhaupt 
den I. im P. betreffend findet man bei J, tos' in Rozprawy 
Wydz. filol. Bd. 40, S. 94 f.). Im Sorb. ist der Instr. als abso- 
luter Fall eigentlich verloren gegangen, da er ohne Präp. nur 
noch in äußerst wenigen Rudimenten vorhanden ist (Lieb seh 
§ 88). Zumeist kommt er auch hier mit z (= sz) vor. Wa- 
richius wendet noch den reinen Instr. in seiner Übersetzung von 
Luthers Katechismus aus dem J. 1597 an, z. B. slowami a Bkut- 
kami pöcöiwe ziwjenje wjes6; nie zhtom ale sleborom; svoßmi 
darami rozswjeöii u. s. w. Den Instr. im Slav. untersucht ein- 
gehend Potebnja (Iz« zapisok« po r. gram. « I u. 11, 8. 443 
-534). 

1) Der begleitende Instr. Ist der Begleiter eine Person^ 
so spricht man speziell von einem soziativen oder komita- 



343 

tiven Instr.: aksL nuzda jemu beaäe üi voi ^proficisci cum mili- 
tibus* Supr. 157. 26, vgl lat proficisci cojpiis. Auch im Griech. 
Genn. u. Ai.; radovai^ 8^ vtaemz domorm ,cum tota domo' ib. 
419. 10; als ein solcher kann aufgefaßt werden: kzmotrami svoi- 
mi ne szmesaJti 8^, Cloz. I, 101. Hier macht sich die Präp. ^ 
geltend, daher ist dieser Instr. selten; s.-kr. nije lako bogom ra- 
tovati ,zu kämpfen'; in schom govoriti könnte 8z verloren gegangen 
sein (8+8)\ 2LV.poido8ta polky svoimi, pride siloju mnogoju (Über- 
gang zum Instr. modi); ab. do uherski zetni dvima vojsky virhli 
(HÄjek). 

2) Instr. qualitatis oder der dauernden Eigen- 
schaft Man hat dabei an eine dauernde Begleitung zu denken. 
Meist hat der I. ein adj. Wort bei sich: Aksl. krohkh % bezdohy 
hiase i reöijq pro8tqjq, Supr. 34. 6; dobromz zitiitm episkapu, 
ib. 215. 22; i be na 8onhmütichz ölovekh neÜstomh duchomt Marc 
1. 23 (Mar.); sedmijq de8^ leth 8y ti p^ijq yCum esset 75 anno- 
rum', Supr. 414. 3. 

S.-kr. nad njim Ane hliditn lieem sfaie^ Volksl.; da ai zdrava^ lipotom 
divojka; r. ocima dobrama; b. fast nar ab. z. B. ^r. Prokop hyl jest clovek 
urozenim vysokym (= nb. tela vyBokiho)\ clovlk vysokou posiavou (** nb. 
vyMoke postavy, vgl. Gebauer, Pfir. ml. * § 502); ab. ne rytihku J9U po- 
stavüj ale vii knÜskü üpravü, Ali. Y. 392. 

3) Instr. der Raumerstreckung drückt die ununter- 
brochene Verbindung der Handlung mit einer Raumstrecke : über 
diese hin oder durch diese findet eine Bewegung statt Vor allem 
bei pqth ,Weg*, dvtrh ,Tür* und vrata jTor' : aksl. szchozdaa^e 
pcftbmb timt, Luc. 10. 31; ne vhchod^i dvtrbtni vh dvorz, Jo. 
10. 1; vznidite qzzkymi vrcUy, Mai 7. 13; dann auch bei anderen 
Verbis, die nicht mehr eine Bewegung ausdrückten: aksl. dvbrh" 
cami szmoätraachq dolu, Supr. 137. 8. 

S.-kr. da idem njegocijem trcufom ,auf seiner Spur* ; t odoie morem 
dubokijetn: tere hodi brdom i dolinom; i poyleda poljem Ko8ovijem\ kad su 
bili poljem iirokijem ,alB sie auf dem weiten Felde waren*, YolksL, r. ideU 
to doroikoj; ieh putetm dorogoju; poieh putetm sirokoju dorogoju, Volksl.; 
p. nie jedz prostq drogq\ uciekn^ malulkq dziureezkq: wyzieraju dziurami 
(vgl. bei Lol, S. 103); b. prüli dvermi zacrenymi: chodime touto eeiiou^ 
divati se oknem; os. tujka nemo z durjemi do toh' hrodu zastupi; hdui nuza 
z durjemi nutf dze, (dha) predeljo z woknami won ekakaja (durchwegs mit 
s, Liebsch, § 89). 

Solche Instr. konnten zu Adverbien werden: s.-kr. HroMy 
krajem, r. krugdrm ^ngsherum, völlig', 8Udofm iti, b. kolem oder 



344 

kolem do koila »ringsherum* (urspr. toditi kolem ^m Bereise herum- 
drehen'; ist kolo = Bad, so ist es ein I. des Mittels). Wenn 
man sagt pc^tmt plakati, b. lesem zpivati u. dgl., so ist ein Verb 
der Bewegung zu ergänzen, etwa pqtbtnh idqMe plakachorm. Po- 
tebnja rechnet solche Wendungen schon zum Instr. der Zeit 
Nachdem sich der I. loci von Verbis der Bewegung losgelöst 
hatte, konnte er auch auf die Frage ,wo* (also wie der Lok.) 
stehen: r. dorogoju ,unterweg8', p. doUneczkq wt/mokio ,im Tale 
ist es naß geworden', miejscem, miejscami ,stellenweise', b. mistem 
od. misty (urspr. distributiv, d. h. jednim mistem, druhym m, 
u. s. w.) stellenweise', krajem ,am Rande', stranou ,bei Seite, 
abseits', polem u. and. 

Vgl lat. viä, qua portä, gr. Ttj odij), ahd. gangan pedin ,auf 
den Pfaden gehen'; so auch im Ai. 

4) Instr. der Zeiterstreckung bezeichnet den Zeitraum, 
über den sich eine Handlung erstreckt, es wurde also ursprüng- 
lich dadurch wohl mehr ihr Verlauf angedeutet, wobei an eine 
Bewegung oder an ein Fortschreiten derselben zu denken ist*).. 
Dann bezeichnet er aber auch die Zeit, in der die Handlung 
stattfindet, so daß sich dieser Instr. mit dem Lok. berührt: aksl. 
trtmi dtnhmi szzzdati jq Mat. 26. 61; ohvede voiny noHijq, 
,Supr. 11. 10 (hier wie Lok.); noätijq i dtnijq, ib. 214. 18; s.-kr. 
f danju i no6i ,diu noctuque'; dnevi leze, a no6u putuju, VolksL; 
8ve me kori jutrom % vecerom; öasom vedro a caaom obladno; r. 
dnemz izba metäsja, VolksL; rano utromz lisidka vskocüa; dUo 
to bylo zimoju; gorodz odnimz godomz postavili, kuromz ,früh' 
(etwa ,beim Hahnenruf); p. wieczarem dziad bije we dzwony; 
niedaumemi czasy pustynia tu byia; czasem, czasami ,bisweUen' 
(distr.), vgl. toö, S. 105; os. mit z : z naleöom ,im Frühjahre', 
z khwilemi ,dann u. wann', z öasom u. s. w. (Liebsch, § 91); b. 
ab. jdü na nebi dnem i noct, Kai 988; vojsko tdhlo dnem i nod, 
dann aber auch: nd>e zemi diSi dalo öasem svym; vöera Um ca- 
sem; timi öasy, Um dobou, kazdym dnem, kazdym rokem . . . 
Es sind zum Teile feststehende Wendungen. Hierher auch jed- 



1. Brugmann sagt: Als Prosecutivus bezeichnete der Instr. die 
Baum- oder Zeitstrecke, mit der eine Handlung voranrückt (Kurze vgl. 
Gr. 8. 427). Dieser I. ist auch ursprachl.; wir finden ihn noch im Lit. 
{naktimis ,noctu*) Lat., Ai. u. s. w. 



345 

nau ^einmal, olim^ (vgl. weiter unten); daseni bekam auch die 
Bed. ,yon Zeit zu Zeit'. 

Wird der Zeitraum zu einem minimalen, so macht sich mehr die 
Art und Weise geltend, wie eine Handlung zu Stande kam, so daß der 
I. mehr zu einem I. modi wird: r. razom^, h. byl tu mzikem ,im Nu*. 

Im Slav. schließt sich daran der I. der Cardinalia, wodurch ausge- 
drückt wird, wie oft etwas geschieht: aksl. jedinojq ,einmar, tedmbjq 
jSieben Mal*; auch bei Bildungen auf ^iea : sedmicejq, weiter tytqitami 
timr^^t ,millies mori*, Supr.; s.-kr. t drugomti tursku vjeru dajem, YolksL; 
r. totbju ,centies\ pjaUJu u. s. w., b. Jednou. 

5) Instr. des Mittels. Er steht bei zahlreichen Verben, 
um das Werkzeug, das Mittel oder den Vermittler auszudrücken: 
aksl. i idq m pusto inesto korabVem edini Marc. 6. 32 (aus dem 
soc. I. ist der I. des Mittels geworden); (iHe udarirm nozetm 
Luc. 22. 49; tadmi sidinami ukraiena 9q«ta, Supr. 35. 4; eimh 
odezdem s^j Mai 6. 31. Auch Personen können als Mittel auf- 
gefaßt werden: Übkorm rece ,per interpretem dixit*, Supr. 44 12; 
nistz gospodh nynja glagolah mhnojq ib. 144. 17; grqdyj vz im^ 
. . . szpastz nan sobojq, ib. 243. 7 ; s.-kr. bio sobom junak dobar; 
sam sobom otide. Für sobojq können gewisse Subst. gebraucht 
werden: glava, lice, osoba z. ß. 8.-kr. ja sam glavom KraljeviSu 
Marko ^ch bin M. leibhaftig' (Maretiö, § 566e); ja sam gla- 
vom yOVTog iyd) dfii^ Luc. 24. 39; p. dal zna6 poslancem; tego 
mi samt sobq nie mozemy dostqpid Kaz. Gnes. 30; on sobq to 
wyobraza, przedstawia u. s. w.; b. chci to dokdzati svedkem. 

Auch bei ozenüi s^ ^heiraten', eig. ^ch beweiben' steht der 
Listr. (kann auch zur nächsten Gruppe gerechnet werden): aksl. 
iko ozeni s^ ejq Marc. 6. 17; i zen^i s^ podzbigojq prüjuby tvo- 
rüz Mat. 19. 9. 

Noch andere Beispiele: s.-kr. drugu vojsku hritkom sabf/om aece; lep- 
Um du te darom daritaii^ VolksL; vinom $luii erni Arapine; p. pUcoma 
Mwojima zasionie ciehü] uszyma poczujeie wszystcy, kutzeni »q irzebrem^ 
Flor. ps. 76. 33; nie b^dziesz orad tpolu %oo%em % oslem BZ. Deut. 22. 10; 
jeehad korimi, tcazem^ lodziq, okr^em, bryezkq (ijO^, S. 110 f.); b. «fyi uchem^ 
viz rozumem ; riznouti se noiem ; stareho vrabee plewami neoiidli. 

Man kann hier weiter verschiedene Gruppen von Verben 
unterscheiden, a) So die mit o- obz- zusammengesetzten trans. 
Verba: aksl. mäostijq obdozivzäe sq Supr. 336. 21; bei odariti, 
obdarüi, podarüi ^beschenken' (z. B. r. podarju gorodami devjaih 
synovz), b. obdariti; klr. okoniti ,mit einem Pferde versehen' 
(snabditb konemi)\ b. opatriti koho ölm ^em. mit etwas versehen'; 
ohradüi misto vysohymi zdmi; obmyslüi nikoho rouchem. 



346 

Weiter obviniti, obliöüi ,beschuldigen, anklagen', oklevetati 
ditnt »verleumden* : aksl. temi däy obliöajemi, Supr. 97. 9 (Über- 
gang zum L causae). 

b) Bei Verbis des Sagens, Sprechens, Schreibens: 
reäti, glagolati, besidovati, z. ß. aksl. rhci slovomhy Luc. 7. 7; 
iaafynskyrm jqzykotm otzveäta glagoljq, Supr. 35. 21; psaltyrh 
grtcbskyrm jazykomz napisanz, Izvest. 677; b. rci slovem a budef 
uzdraven; daran schließt sich: mesto rozlehalo se närkem u. and. 

Bei Verbis des Schwörens: kl^i sq nebomt Mat. 5. 34; 
8.-kr. zaklehz se bogomt zivimt (alt); Jovan mu se bogom kunu 
jaäe, VolksL; auch im Elr.; p. abydi ciq zaprzysiqgi gospodzinem 
moim Bogüm, Soph. Bib. Gen. 24. 3; b. zakUndm te zivym bo- 
hem; de jd pravim vdm, abyste nikterak nepHsahali, ani nebem 
. . . ani zemi; ani hlavou svou nebudes pr{sahati. 

c) Bei Verbis des Bewegens, Werfens, Schüttelnsr 
aksl. jakoze listomz vhsimz jesttstvomz dvizaaäe ,wie ein Blatt be- 
wegte er die ganze Natur* Supr. 359. 3; potre^ itm rqkojq ib. 
25. 25; sztr^aaäe imz, ib. 436. 1. Im Mar. haben die hier vor- 
kommenden Verba dieser Art den Akk.: vrzzi kamem na njq 
jiov U&ov . . . ßalfTto'j Jo. 8. 7, vielleicht unter dem Einfluß 
des Gr. 

S.-kr. noJ^i vrie; manu krstom na cetiri strane ,er schwang da» 
Kreuz . . .* ; na Haiila glavom poljuljuje ,bewegt den Kopf ; r. brosatt kam^ 
nem^, potrjasatb goaudarstvom^; sunuti kopijetm\ kudy machnetb palteej, 
tudy ulica; Übe im» bes^; ne verti golovoju: "p. potrzqsd giotcq; ojciec r^kami 
lamal ,rang die Hände*; O suknüf moj^ miotali kostkami; posiai po toierz" 
chu kqkolem mt^dzy pszenicq, i szedi precz . . Mat. 13. 2b, vgl. klr. iüUy 
cornym makom ^schwarzen Mohn säen*, vgl. got. tcairpan und saian fraiva 
,Samen auswerfen*; b. hoditi kamenem ,einen Stein werfen* (dial. auch 
schon h. kämen, also Akk.) ; meiati kostkami , Würfel werfen* ; hybaii nohoUy 
hlavou ,den Fuß, Kopf bewegen*; vri^ti hlavou (vgl. s.-kr. vr^jeti glavom, 
r. vertitb golovoju) ,mit dem Kopfe schütteln*; dann auch adnominal: 
hnuti okem, treseni stromern. 

Vgl. ai. ijubhir asyati ,er schießt mit Pfeilen*, hom. /«(»^acf/oicr* . . 
ßttXXov ,sie warfen mit Feldsteinen*, lat. Jaculari probris in quem. 

d) Daran schließen sich Verba des Schiagens, Stoßens: 
hier der Instr. öelomt mit büi, udariti, eig. mit der Stirn den 
Boden schlagen, berühren^ heißt r. ,bitten, danken'; weiter ksl. 
glavoju zendju bijuäta ,mit dem Kopfe an die Erde schlagend^ 
Vita Theod. ; ovöinoju udari vz reku; obrazi imh o ]ptepem; 8.-kr. 
sedlom bije o javorje a kopitom u mramarje ,ephippium allidit ad 

. . .; udri licem o zenüßcu camu . . Volksl.; udari 




347 

tdarom o zemlju . . .; v. da aäde tvoj muzt adaritb moimt Nest; 
udari im o zemlju ib. 

e) Bei athmen, schnauben, speien, riechen: ognjemt 
dySeH ^athmest Feuer' Hom. Mih.; dann auch in übertra- 
gener Bed.: duM^ gn^omt ,er schnaubt vor Zorn', Supr. 33. 11; 
rygati brashnomb ,Speise brechen'; gnojem vonjaje. 

S.-kr. neka Oiman zlobom du$e\ ni luk jeo ni lukom vonjao ,Dach 
liauch riechenS Sprichw.; zadaje meso dioinom ,da8 Fleisch wildelt*; 
smrdi gospodstvom , Sprichw.; r. derevom paehnet^; nesgU kotljatinoj ; p. 
um^ze domu oddychaio porzqdkiem % toygodkami ohmyiUmemi wezeini9y 
Smith. 180 ; b. ien dyU ukrutnoaUj Eral. Bib. ; hospodär md pächnouti vÜrem 
a hospodyni dymem: tu mouku ciiiti ttuchlinou; vino chuf md audem; 
prielo katnenim, krci ,8anguinem pluit* ; Krisius krvacym se poiem potil. 

Vgl. auch rytiri se zlatem blyifUi: rttz horel zlatem ; mäme pläii Idi" 
kau k hohu. 

Vgl. got. rignida awibla ,68 regnete Schwefel* (mit Schwefel), lat. 
sudare tanguine u. 8. w. 

f) Bei kaufen, verkaufen, zahlen u. dgl. wird der Kauf- 
preis als Mittel zum Erwerb aufgefaßt (Instr. pretii): aksl. ne 
f^z li pticz venüz sq pinp^zema dzvima Luc. 12. 6; öimh kupim% 
chUby Jo. 6. 6; analog auch ohne Verbum: dhvema sztoffta pi- 
np^dzz chlebz ne dovüjqtZf Jo. 6. 7. 

S.-kr. kurjak koiom plaöa ,der Wolf zahlt mit seinem FellS Sprichw. ; 
klr. zapiatyla cervonytny toioiymy; p. piaetö pieni^zmi coi; b. laeiny priiel, 
J9ji dobrym slovem a kloboukem koupiti müzei: vykoupil näs syn Buzi ne 
zlatem f ani stribrem, ale svou scatou krci; plaf'me pokänim a skutky do' 
brymi; dvima sty dukdtA mohli Jsme svobody dojiti; netnd cim zaplatiti (vgl. 
auch Geb. § 499, 2). 

So auch in anderen Sprachen : ai. krt-^ lat. emo, vendo^ gr. nQCaa&tt$, 
got. bugjan u. b. w. 

g) Instr. materiae bezeichnet den Stoff, aus dem etwas 
verfertigt wird; dieser wird also bei der Ausführung der Hand- 
lung teilweise verbraucht: ksl. crikztt kamenijemi vzzgradiii 
^ecclesiam lapidibus aedificare' Vita Theod. 

Auch bei den Verben des Füllens drückt er die Masse 
aus, mit welcher die Füllung vollzogen wird. Die Masse kann 
auch geistig aufgefaßt werden: aksl. isphni 8^ dttchomt sv^ymt 
Luc. 1. 67 und 1. 41; isplzni^ 8^ 8trachomh Luc 5. 26; s.-kr. 
nego 8e i8punjavajte dahom Eph. 5. 18; r. 808udz vodoj nalüyj, 
Pu§k.; p. hiatym alabastrem budowane gtuachy Kochan.; W8zem 
milosierdzim napieiniona, Jadw. 18; g(j^kq napelnil octem, Wuj. 
Mat 27. 48; opiufitoieali hogactwem Soph. Bib. Neh. 9. 25 und 



348 

and.; zbozem obfUujq nizkie dolini/, Kochan.; ab. hieß es däati 
ifUco zlatem ,etwas aus Gold verfertigen*, jetzt ze zlata; naplniti 
sud pivem, ab. auch bei pln ,voll' : ktUHmi jest pln svit; potna- 
zati olejem ^salben'; dim srdce jest pfeplnino, Um üsta pretikaji; 
der Sto£f wird zu einem Abstraktum: hridhem pokdlena byla pr- 
f^orodd pouhost duäe lidsH (Geb. § 499, 3). 

h) Bei herrschen über: die beherrschte Sache ist das 
Mittel, wodurch die Herrschaft ausgeübt wird: vgl. r. raspolagcUt 
kirm ,über Jem. verfügen, disponieren'; aksl. vlcisti Syriejq Luc. 
2. 2; duäami vlasti poku^ajte sq Supr. 66. 2; imqätaago vUnstt 
duSejq i tHorm ib. 120. 1; Vhsimi obladajqäta navza dtano- 
tovta, Cloz. I 946; öUvrt>tovla8tvuj(fStßi GaliUjq Irodu Luc. 3. 1; 
ksl. vhsimi gospodbstvovati, carhstvovatL ^ 

S.-kr. vlada malom Oorom Cmom ; upravio kao hujduk kuöom, Sprichw. 
(selten mit «); r. volodyj vseju zemUju, knjazUi zemlj^u: korabljami upro' 
ef/ah; raspolagaj mnoju, kak^ choceh] ^. ßlozofy swiaUm rzqdzid umUjq; 
Jak zegar kierowai eaiym domem ; tak wola pani rzqdzüa wszystkiem^ co jt^ 
€»tarzalo; ludzkoid powodowala kaidym naszym post^kiem; toiodly dniem 
ZoL Bib. Ib. 25; b. chyba vlädne clovikem, Sprichw.; vläda rozumem. 

Ai. pätya-fe , verfügt über*, lat. potitur u. and. 

1) Der Instr. bezeichnet das Mittel, mit dem Jem. seinen 
Spott, sein Spiel, seinen Scherz u. dgl. treibt, wodurch man 
seine Geringschätzung äußert (eine Entartung des Herrschens): 
aksl. da ne nadbnt^th tobojq bisi igrati; igrah jesi Sh mnojq mq- 
kamt simi tvoimi ,lusisti hos cruciatus' Supr. 85. 11; ksl. bis^ 
toboju blaznith ,daemon te decipere conatur'; ize glumitt se kra- 
^ami mira sego ,qui spemit bona mundi huius'; dlovikb svoitm 
bratorm lukaeh ,decipit*; da rugaetb se nami ,ifi7cai^eiv ii^lv . . 
Pent Mih.; s.-kr. maskarim se vlahotn u kaurim ,rideo Vlachum'; 
da se mnome rugaju\ posmjehimjud se nßme; ne sali se glavom, 
gospodaru; r. mnoju vsi glumjatsja; kogda by ty ne prezrä^ 
mnoju; igrath moßju zizniju Turg.; prenebrezenie Ijudtmi, prene- 
bregath kämh ym^priser' ; p. byscie nami nie gardali; ziemiq, ktorq 
si^ ty brzydzisz . . ,vor dem es dir ekelt*; nie wzgardzaj prozbe 
moJ0, Flor. ps. 54. 1; ap. auch zeiga6 ,mentiri' z. B. Davidem 
Psalt. flor. 88. 35; im Ab. sagte man: klamati, spüeti od. Spüeti 
{= ,scherzen*), loudüi, pohrdvati, Ihdti, mentUi (= Ihdti), smdti 
^e, smich pobijeti (=« ,auslachen*), smkh vdleti (dass.) kym; weiter 
bei hrdoti : nehrdeße jeden drukym; pyäni pokomymi pohrdaß^ 
bei pychati (Geb. § 493, 3 u. 4). Vgl. ai. krld ,spielen mit 
«inem*. 



349 

6) In st r. des Maßes bei Komparativen und komparativischeD 
Ausdrücken, wodurch ausgedrückt wird, um was eine Sache die 
andere übertrifiEt (Instr. mensurae): aksl. nidimtze chuzdij jovdiv 
XeiQotv* Hom. Mih.; tnnogotnt drazijäi jestt glava Joanova, ib.^ 
vgl. auch malotm oH chyziny jego, Supr. 201. 12; 

s.-kr. viiij paaom od vsih ljudi\ ave je kolo glavom nadcisila] slov. 
cim duze, tim holje ,qno diutias, eo melius*; r. cetm daltie vb lisz, tem-b^ 
hohie drovh, Spricbw.; dnetm pozze ,ain einen Tag später', Turg.; p. Aaron^ 
brat Mq/ieszöw, trzema laty etarszy, Skarga; b. coz mine lotem desUi hriven^ 
(ab. was um 1 Lot weniger ist als . . .) ; ab. aucb : pocet apoitolaky umeniil 
ae j'ednim apoitolem; mäleni däle, Kat. 8474; jetzt mnohem retii; cim däie, 
tim hüre: aucb bei \ erheu : presahati^ precyiotati ^übertreffen' (Geb. § 498,3). 

Aucb dieser Instr. ist urspracbl. und kommt im Ai., Got., Abd. vor,, 
im Griecb.: noXX^ fuCCtov, lat. muUo maior u. s. w. 

7) Instr. der Beziehung (limitationis) bezeichnet das- 
jenige, in Beziehung worauf etwas von einem Gegenstande aus- 
gesagt wird. Schon Schleicher sah in lit. silpnas kdjomü 
^schwach auf den Füßen', aksl. slab^ nogami ('tna) einen urspr. 
Instr. des Mittels, Werkzeuges. Auch Miklosich meint, daft 
dieser Instr. der näheren Bestimmung wohl mit dem des Mittels 
zusammenhänge (S. 719). Desgleichen Potebnja (Iz% zapisok^ 
po r. gr.* I S. 480): vysokb rostotm bedeute rosU (als Werkzeug) 
mache hoch (düajetb jego vyaokiim), Aksl. vysokb sanorm ,hoch 
an Rang* Supr. 46. 5; Muzdb vasb (Gen.) dUonm ,facto a vobis 
ahenus' ib. 20. 21; i dbie izide umhry ob^zam nogama i rq- 
kama akroeim. dedefiivog roig Tvodag xal rag x^^Q^Q xeiQiaig, 
Jo. 11, 44; Hovikh bogatb . . . imenemt Josiß Mat. 27. 57; peöati 
imqät^ öislotm tri des^e ,sigilla habentes numero triginta', Supr. 
34. 8; auch bei Verbis: umr^ pMijq ,hinsichtlich des Fleisches^ 
ib. 118. 2; vbzveseli s^ duchomh ib. 213. 19; 

s.-kr. veliki tijelom a malen djelom, Spricbw.; koji je bio rodom bu-- 
garin: siromaini duhom ,arm an Geist*; slov. on je rodom Höre at ,, , jetzt 
meist mit derPräp. s (»i); r. veliH rostomz, prekrasnaja i tehm^ t duieju; 
p. wzroetem pomniejazy od Agamemnona, Eochan ; ctalem i duszq et^kam ib. ^ 
b. dieehu jemu Koetue jmenem (ab.) Kat. 23; kräeny telctn, Kom.; jeem 
rodemzPrahy, bytem vPhni; Öeeh amyiienim ,der Gesinnung nacb'; ehudy 
duehem ; jednim okem oslnul (Geb. § 498, 2). 

Vgl. lat. natione Oaüue, pedibue mobilia , gr. noal Ta^vs, ai. namnä 
,mit Namen' und and. 

8) Der Instr. als Agens beim Pass. (Instr. des Ur- 
hebers) ist aus dem des Mittels hervorgegangen {r.pisimo napisano 
mnqju ist so zu beurteilen wie napisano perotm und napis€d^ pe- 



350 

^Jt^»^ rotm, vgl. Potebnja, 1. c. S. 467). Er ist ursprachlich , denn 
/üZ^ wir finden ihn auch im Arischen u. s. w] Während der gewöhn- 

liche Instr. des Mittels ohne Rücksicht auf die Form des Präd. 
(ob aktiv oder pass.) stehen kann, gilt dies bei jenem des Ur- 
hebers nicht, da er nur beim Pass. stehen kann: nareöe sq pri- 
prostyj vhsejq bratijq, Supr. 131. 19; trhsh vHrotm dvizema, Luc. 
7. 24; s.-kr. stijesnjeni vragom i djavolom; adnominal: po uzedu 
Herade turcima; r. list^ mnoju napisam; p. Bogiem dawiena 
Mar ja (Bogurodz.); ahy ofierowano bylo watni Soph. Bib. Lev. 
22. 19; Czoz jest ustaiciono mnq ib. Lev. 26. 15; ja jem poslana 
Bogiem ib. Jud. 11, 17; dziewka Bogiem nawiedzona, Piefini, 
XV. Jhd. Aber im ganzen ist dieser Instr. selbst im Ap. selten, 
er wurde verdrängt von Wendungen wie: %m/kupieni 8(f od gos- 
podna, Flor. ps. 106. 2; ociec od nikogo jest uczynion, ib. Symb. 
Äthan. 20 (toä, S. 129); b. ayn byl kdrdn otcem; byl za to mnohymi 
proäen; Amerika byla Kolumbetn objevena, 

Miklosich ging hier zu weit, indem er intransitive Yerba als Pas- 
siva auffaßte, so byti ,fieri*, mreii ,mori', gf/bnqti »interire*, pasti ,cadereS 
iznemoiti ,deficere*, iacel^ti ,sanari* (S. 705), ja auch teiti ,fließen* in der 
Bed. ,flioßend gemacht werden* und holeti^ das er als ,krank gemacht 
werden* deutet (S. 707). Allein wo wir einen derartigen Satz nicht in 
einen aktiven mit dem früheren Instr. als Subj. verwandeln können, da 
dürfen wir auch kein Pass. suchen (b. z. B. Bohem bylo ddno zu Büh dal). 
Daher werden wir bei den erwähnten Verbis mit Potebnja (1. c. S. 468) 
eher Instr. des Mittels, der Ursache und vielleicht auch noch andere 
sehen. Ebensowenig ist ein Instr. des Urhebers bei peHi s^ , sorgen*, b. 
starati se , sorgen*, veseliii se, radovati se »sich freuen*; dann die Verba 
jSich beschäftigen mit*: r. zanimahnja cerm^ b. zandieti se citn, obirati $e 
^im^ zamestnäoati se clm. 

Dagegen gibt es einige Adj. auf -mii, bei denen eine etym. Ver- 
wandtschaft mit dem Part. prät. pass. auf -no- zu bestehen scheint und 
bei denen man den Instr. in diesem Sinne beurteilen kann. So dovohm 
, zufrieden*: dovohni bqdete obroky vaiimi, Luc. 3. 14; dhztm ,schuldig*: 
kolicemz dhztm est gospodinu moemUy Luc. 16. 5. Auch beim Subst. : pri' 
ves^ emu dlbitnikz edim itmojq (alani^, Mat. 18. 24; vintm ,schuldig*: hmami 
hezakonii vifCni, Jesh^ Supr. 22. 4; s.-kr. Jer se navikoh biti dovoljan onijem, 
u cemu santy Philipp. 4. 11; r. nedovolem svboju, Turg. Ein urspr. Part, 
scheint b. spokojen ,zufrieden' zu sein: kdo neni mdlem spokojen, vice neni 
hoden. 

9) Instr. des Grundes und der Ursache (Instr. causae). 
Er ist entweder nur durch das Präd. bedingt, d. h. es handelt 
sich hier um bestimmte Verba, in deren Begleitung er vorkommt 
und zu denen er gravitiert, oder er gehört mehr zur ganzen Aus- 



351 

sage. Instr. der ersteren Art: bei pbvaii, upivcUi ^vertrauen auf 
z. ß. voim pbvajp^ svoßjq silojq, Supr. 79, 6; uphvajqMe gd^ntmi 
svoimi, ib. 85, 26; im Mar. kommt uphvati nur mit na vor. Bei 
peäti 8^ ,8orgen': ne ptcite s^ duäejq vaäejq . . ni tUomt, Luc. 
12. 22; oHe 8^ ne peöetb bogfh mnojq, Supr. 214. 12. Weiter: azb 
gladotm gybljq, Luc. 15. 17; gladztm rrnry, Supr. 213. 21; ognjemh 
Shgorüi, ib. 144. 20; vt8a iemh byS^ ,omnia per eum facta sunt', 
ib. 7. 28; vgl. auch b. mnou to neni, 

Instr. der anderen Art: ne moz^achq be8id(>vati kz nimu na- 
rodorm ,did %6v ^x^i^^ Luc. 8. 19; izlizoä^ zvirije vhm crtkbve 
povelenijemh pravhdnika, Supr. 167. 20; milostijq tvojejq shpasi 
m^, ib 169. 15; hieher auch imtze, Umt, temtze ,deshalb'; 8.-kr. 
dvori maß, ognjem eagoreli! dok planine snjegom zapadoäe; ar. 
pace ze zenatni bisavhskaja volSvenija byvajutt, Lavr. 77; iznema- 
gachu ze Ijudte gladotm i vodoju, Ip. 28. In der neueren Volksspr. 
vladejetb gorodotm, a pomirajetz golodorm; I. der anderen Art: 
Jaropolku bjaäe ndhze pereveztisja krami, Ip. 13 (vgl. bei Potebnja 
1. c. S. 480—83); p. strumienie un/schig dlugq. posuchq; niespra- 
toiedliwoäciq ginq narody; wrzodem umari; b. hladem umlrd; 
hladem a zizni hyne; bohem väecky vici stoß, Sttt,; lakomec zdvisti 
chradne; biskup hnivy rozedrel na sobe roucho; dim by mil clovek 
truchliti, Um se veseli. 

Vgl. ai. Jardsä marafe »durch Alter stirbt er*, hom. ktfuß &aviHV 
,durch Hunger sterben*, lat. tuo arcessüu venio. 

10) Instr. modi. Er drückt die Art und Weise aus, in 
welcher eine Handlung vor sich geht. Es können verschiedene 
Abarten des Instr. mit der Zeit zu Instr. modi werden, wobei sie 
mitunter fast zu bloßen Adverbien werden. Nach Delbrück 
wäre er urspr. ein Instr. der begleitenden umstände gewesen 
(S. 238, § 105), daher wird er auch so genannt (es handelt sich 
um Zustände, Stimmungen und verschiedene Erscheinungsformen). 
Er ist also ursprüngUch eine Abart des sociativen. Wir werden 
auch sehen, wie sich aus einem rein sociativen ein Instr. modi 
entvrickeln kann. Aksl. kricerm phr^te sq ,8ich mit Greschrei 
zankend^ Supr. 325. 12; ßdinimh glasorm rSä^, ib. 43. 17; Iqkami 
poszla ,dolose misit*, ib. 104. 9; vbzbvavh jq gnevznorm liceim, ib. 
175. 21; i sznide duckb sv^yj teleshnymt zrakorm Luk. 3. 22; 
izUze mrhtvyj 8fbv^zanama rqkama i nogama ukroi, Supr. 233. 14; 

s.-kr. IJubi gospoda . . . svijem srcem , Mat. 22. 37 ; grnuie svinje cO' 
porom; slov. rozgotom $e smeje; r. idti sagorm, sidnerm tidetb^ aepetkom-h 



352 

govariit: sluzih korof/u verajw-pravdoju\ p. gwaÜem ,Ti'; tymie ohyczajem 
ofiernjcie; Ikt . . pisany tymi siowy^ Soph. Bib.Neh. 6. 5; tczwotal wstytek 
lud ku Panu wielikq pilno^eiq, ib. Jad. 4. 8; b. veseiou iväri nekoho privi'- 
tati; sedel rukama zalozenyma\ pole lezi uhorem, lodern ,brach liegen'; luf- 
hodou se to stalo ,zufällig^; titnio ep^obem ,aaf diese Art', zddnou, merau^ 
zddnym spüeobem ,auf keine Art, keineswegs*. Auch düem ,teil weise', z. B. 
dffem mäs pravdu, dtiem se mylii (vgl. auch Geb. § 348. 1). 

Vgl. lat. aequo animo faeere^ J^*^^i ^> anov^j ,mit Eifer, eilig', ahd. 
sie tountun ernustin ,8ie kehrten nm mit Besorgnissen'; ebenso im Ai. 

Man kann hier einige Abarten unterscheiden. So a) den 
Instr. des Vergleiches: aksl. kr^vb teäaie rikami ,d&s Blat floß 
in Strömen' (wie Ströme), Supr. 78. 1 ; r. ncUeUla starostt demyfm 
voronorm, Yolksl.; dyrm stolbotm stoitz; sokolotm letatt; pohi. 
id^ älimakiem ,wie eine Schnecke'; sUwko wyUci wroblem (klein) 
,wie ein Sperling'; wino laio siq rzekq; polecial ptakiem; b. oci 
mu doupem stdly ,anbeweglich' (wie eine Säule); krev potokem 
tekla; ab. Jason zbihem zaäel jeü; ab. odeäeljest tulukem na cestu; 
lid se valil zästupem; na mdku rojem usedli motyli. 

Diese Abart kommt auch im lit vor: ne vis auksas, kos 
auksu ziba ^nicht immer ist Gold, was als Gold (wie Gold) glänzf 
(Schleicher, S. 270, was gegen ho& S. 138 hervorgehoben werden muß). 

b) Aus dem sedativen Instr. in Wendungen wie vojevoda ide 
itmami ,zog mit Tausenden' entwickelte sich auch narod^ ide it»- 
mami ,das Volk zog zu T.'. Hier ist narodz dem Umfange nach 
gleich den ttmy, so daß hier ein Ganzes in Teile {ttmy) aufge- 
teilt erscheint; man nennt ihn daher den distributiven Instr. 
Aksl. So: vbsh itmami narodz vhskriöa; ovtc^ mnogy hmami pasomy 
Supr. 65. 3; so auch neshvidami pojemlj^ pUnniky ^n ungezählten 
Scharen', ib. 214. 1. Schon ganz adverbiell: ttmami zzla pltnz, 
ib. 298. 8; tbmami na njego klevety izobrUocht, Hom. Mih.; 

r. poilo kb Dobrynjuike celyma desjatkami; a heru ja celyma tysjaemi • 
das Klr. naii ukraindi selami i gorodami aidili werden wir mit Potebnja 
(1. c. S. 488) modal auffassen ,dorfweise*, Miklosich dagegen ,in den 
Dörfern' als Instr. loci; p. slal je parq do kazdego tniasta, Lac. 10. 1; 
traeilUmy ioinierzy tysiqcami; wojsko szlo do boju tysv^ami; lud osiedlal si^ 
miiutami i wsiami. 

Vgl. lit. jS mire szimiaia, pulkais ,sie starben zn Hunderten, in 
Scharen' (Schleicher, S. 269). 

c) Eine weitere Abart ist der sog. ausmalende Instr.: zu 
einem Verbum tritt ein Instr. gleichen Stammes (oder er ist we- 
nigstens sinnverwandt) zum Zwecke der Verstärkung des Aus- 
druckes (Miklosich, S. 714, Potebnja, S. 490). Schon oben 



353 

haben wir das Beispiel gehabt: potü se potem krvav^m; aksl. 
rcuhstijq radujetz sq, Snpr. 236. 2; uzasnqä^ sq uzasomt vdtemh, 
Marc. 5. 42; zeUniemb vbzdeUchz, Luc. 22. 15 (vgl. aach Supr. 
375. 28); shmrtthjq umreäi, Supr. 372.24; ubd^q sq strachomt ve- 
Hemh, Luc. 2. 9; vhZhpista vdikomt glasomt, Supr. 9. 13; s.-kr. 
razboli se bolom bez bolesti; vikom vUe; r. kolokoh bozij gudo^m 
guditb; prosüt prostboju. 

Danach sind wohl anch die im B. vorkommenden verst&rkenden 
Ausdrücke wie rovnyim rovno^ ciHytm cisto^ bezala skorym skaro; ja da- 
vmffm davno v« bane ne hycdl% u. s. w. Gelegentlich wird das Wort ein- 
fach wiederholt: hohno da % hohno ,8ehr schmerzlich' (Mikl. S. 714), ygL 
gr. Ttovoh-TiovTi^s yhoshaft höse* {novu alter Instr.), ai. subha sdbhisfhaß 
,der glanzvoll Glänzendste (Brugmann, Karze vgl. Gr. S. 429); p. kar- 
miona b^zie karmiami oiea stoego, Soph. Bih. Lev. 22. 18; h. bSzeti behem; 
pravym snem uinouti] krutym $oudem saudiii; velikou pro$bou proaüi; slovak.: 
zahucala hukom seUnd hora. Häufig ist es nar eine stilistische Zierde, 
die hei einigen älteren Aatoren helieht war (Geh. § 500). Vgl. gr. dQOfitp 
&ilv ,laafen*. 

In den slav. Spr. treten Adyerbien auf: die die Form des 
Instr. Fl. haben: aksl. mcdy z. B. ushnq mcdy, Supr. 202. 7; 
pravy TLalaig, Cloz. 11 141; vösdidbslcy (Supr. 367. 19); rumhsky 
(ib. 107. 2; 108. 17); gntctsky (insbes. von Adj. auf -mA:*); s.-kr. 
vuHH skade, zedki poskakuje ,more lupi, leporis'; r. po greöeski, 
po zidovskij p. zhdziejski ,furtiveS malzeAski ymatrimonialiter*, 
polski; b. ^esky, nitnecky (auch noch po öesku, po nimecku), 
pansky, havadsky u. s. w. 

Wie oben S. 6 erwähnt wurde, könnten es alte Instr. Sg. auf 
'öm der o-St sein. Es ist auch schwer sich damit zu befreunden, 
daß es wirkUche Instr. Fl. wären. War einmal eine Reihe solcher 
Adverbien vorhanden, so konnten darnach auch weitere analogisch 
gebildet werden: opaky, paky; so b. mlcky ^stillschweigend', plSky 
(geht aber wol auf ^piäsky zurück) ,zuFuß-, nevidomky ,ohne zu 
wissen*, zpdtky ,zurtick', voUcy-nevolky ,freiwillig oder unfreiwillig*. 
Insbes. waren also die Formen auf -ky xmd sky beliebt Mi- 
klosich sah bei volky u. dgL einen Gen. und stellte es zu s.-kr. 
pa 86 muöe mukah zestokijeh, Pjes. 2. 4; vuike (aksl. vhdbsky), 
nernüice u. dgl. (IV S. 467). 

Über bohmi, toltmi und tolttna u. s. w. wird beim Adverbium 
weiter unten gehandelt. 

11) Frädikativer Instr. Er bezeichnet dasjenige, wozu 
Jemand gemacht, ernannt, wie er benannt, wofür er gehalten 

Vondrftk, Vgl. ilar. Gnmm. II. 28 



354 

wird. Er hat sich erst auf litusl. Boden entwickelt, indem er 
den ursprachlichen Nom. und Akk. in dieser Funktion vielfach 
verdrängte und zwar ist er wol vorwiegend aus dem Instr. des 
Vergleiches hervorgegangen ^ Dieser war, wie wir oben sahen 
(S. 352), auch im Ldt. Es ist aber trotzdem nicht ausgemacht, 
daß der lit. präd. Instr. desselben Ursprungs sein müßte wie der 
slav., wenn es auch wahrscheinlich ist Im r. Satze wie hont 
lUüh sträoju sind hont und strUja zwei verschiedene Gegenstände, 
daher haben wir es hier mit einem Instr. modi (in streloju) zu 
tun. Analog in ryäöetb Ijutyrm zvirerm; ebenso b. rakem zpätky 
jdeä. Sobald aber beide Gegenstände zu einer Identität werden, 
haben wir es mit einem präd. Instr. zu tun, z. 6. s.-kr. ko se 
ovcom udini, kurjaci ga izjedu ,wer sich zu einem Schafe macht, 
den fressen die Wölfe auf. Hier ist ovca identisch mit dem Subj. 
ko geworden. Analog im b. Satze: kdo se narodü vUcem, tomu 
liSkou neb^ti; ebenso mesto lehlo popdem ,die Stadt ist zu Asche 
geworden' (hier besteht also auch eine Identität). Das ist auch 
klar im Satze: prStvori sehe murinotm ,in aethiopem se mutavit*. 
Man kann hier murinomt doch nicht als einen Instr. des Mittels 
auffassen, wie es Delbrück tat (vgl. Synt S. 263 flf.) und nach 
ihm Brugmann (Kurze vgl. Gr. S. 429), indem ihm leider Po- 
tebnjas diesbezügliche Untersuchungen (Iz55 zapis. p. r. gr. * I, 
bez. II S. 500 f.) unbekannt blieben. Eine Identität besteht auch 
bei b. ddti neco vSnem ,als Mitgift', darem ,als Geschenk' (Mikl. 
rechnet es auch zum präd. Instr. S. 735), allein das vinem, darem 
ist hier schon zu bloßem Adverb geworden (schenkweise, mitgift- 
weise). 

Miklosich glaubte die wahre Natur dieses Instr. in einer ideellen 
Bewegung zu finden, die auch im Mittellat. .tollere aliquam ad uxorem* 
angedeutet erscheine (S. 727). Weiter war er geneigt, in der gegebenen 
Sprache mehr oder weniger einen Zustand des Verfalles, dem ein idealer 
Zustand der Blüte vorherging, zu sehen und so meinte er auch hier: 
,Wenn man die einzelnen slav. Spr. in Betreff dieser Anwendung des 
Instr. mit einander vergleicht, so nimmt man wahr, daß einige unter 
ihnen jetzt die letzten Überreste derselben aufzuweisen vermögen und 
daß in anderen dieselbe immer mehr zu Gunsten der auf den klassischen 
Sprachen fußenden Syntax, die man die allgemein europäische nennen 

1. Über analoge Erscheinungen in anderen Spr. vgl. bei Brugmann, 
Kurze vgl. Gr. S. 429. Diesen Instr. findet man insbes. im Kelt., vgl. 
auch Rozwadowski, Quaest. Gramm, ser. II pag. 5 f. (oder Rozpr. fil. 
t. 28, S. 251), der ihn für ursprachl. hält, was kaum richtig ist. 



355 

kann, eingeschränkt wird.' So sage man r. ja videh jego zdorovago; daj\ 
hoze^ ctobh my naili V(m zdorovych% (S. 727). 

Danach müßten wir in den ältesten slav. Denkm. am ehesten 
diesen ideellen Zustand finden, und zwar insbes. im Aksl. Wir 
finden hier aber gerade das Gegenteil. Der Gebrauch des präd. 
Instr. ist hier nämlich ziemlich eingeschränkt und es sind hier 
Sätze möglich wie z. B. Grigarij postavhjem bystz pcUrtarchz, 
Supr. 90. 10; episkuph postavhjem jestbj ib. 210. 5; l€d^ bysU voda 
iopla, ib. 58. 7; chrarm moi chrarm molävi mareöeth s^, vy w- 
tvariste % vr^t^p^ razboinikofm, Mat. 21. 13. Das wäre jetzt in 
einzelnen slav. Sprachen nicht möglich. Die Übersetzer hätten 
hier, obzwar sie unter dem Einflüsse des griech. Originals standen, 
gewiß nicht den Nom. (Akk.) gesetzt, wenn er auch in diesen 
Fällen in der gesprochenen Sprache nicht möglich gewesen wäre. 
Wir bemerken daher eher eine Entwickelung, eine Zunahme des 
präd. Instr. Insbesondere finden wir es jetzt selbst auch bei byti 
^u etwas werden, sein*, bei welchem gerade in den ältesten Texten 
fast noch durchwegs der Nom. steht. Äußerst selten sind Sätze 
wie devicejq byti, Supr. 173. 10; i sirotojq ditiHt ne bqdeh ,xal 
6Qq>av6g 6 naig ovx evQe&i^aeTai^f ib. 173. 8; turorm byvh voh 
^TatQog y€v6fi€vog*, ib. 5. 29; ne bqdi niktoze Ijudojq, ne bqdi 
niktoze zhh, ib. 314. 9; aus dem letzteren Satze ersehen wir, 
daß das Adj. nicht in den Instr. kam trotz des Ijudojq; devojq 
be Eya, ib. 374. 14 und selbst auch ne biaSe letijq ,non licebat*, 
ib. 331. 27. Dieses Kontingent stellt also der etwas jüngere 
Supr. bei. Vgl. noch vtse tele jestb jazvojq, Grig. Naz. Selten 
sind auch Sätze wie i pltti tvoj^ vhsp^ swbr^ i sokoim 8^ shtvo- 
r^, Supr. 170. 15; i byvh p^th na des^e Utb, sirotojq otz roditelh 
^stavhjem bysU, ib. 428. 10. 

Auch für das B. zeigte I. HruSka (Listy fil. 17), daß sich 
-der präd. Instr. allmählich entwickelt und zwar kommt er von Sub- 
stantiven zunächst bei den Verben ,zu etwas werden' vor, später 
erst beim ,ruhenden Sein' und zwar dann sowohl von Subst als 
auch von Adj., wo er dann immer mehr und mehr um sich griff 
(vgl. auch Jagiö S. 54). 

Bei der Verbreitung des präd. Instr. kann man für eine ältere Pe- 
riode zwei Arten der Verben unterscheiden: solche, bei denen eine prädik. 
Ergänzung notwendig ist, sie ist hier das Resultat der Handlung, so bei 
,esse. fieri, nominari* u. dgl. Hier war und ist noch teilweise in voller 
Oeltung der prädikative Nora. Vgl. oben chrarm nareceH s^. Im Supr. 
finden wir auch schon hier häufig den Instr. bei rbvoti, glagolaii, naricatl 



356 

n. 8. w. (Mikl. S. 728), doch anch noch: Sbtnrbtb ne Sbrnrüb glagoljeH «f, 
372. 20. 

Bei der anderen Gruppe wie umreii, rodäi «^, »edetty fiti u. 8. w. i8t nicht 
eine präd. Ergänzung notwendig, weil ihnen 8chon an und f&r sich ein» 
spezifische, ausreichende Bedeutung zukommt. Falls aher doch eine 
nähere präd. Bestimmung dazu tritt, ist sie nicht das Resultat der Yer- 
balhandlung, vielmehr soll die Gleichzeitigkeit der Handlung mit 
dem prädikativen Zustande hervorgehoben werden. Hierher gehört das 
oben erwähnte »iroiojq astavtjem hy9t%. Ein »irota ostartfem byH% wurde 
mitunter zu Zweideutigkeiten die Veranlassung geben und daher ent- 
schied man sich hier für den Instr. Aus demselben Grunde war der 
Instr. bei premeniti s^ unbedingt notwendig z. B. besomt premeni «^ (Mich* 
i Gavr. von Klemens S. 42. Z. 7 — 8); ebenso prävori sehe murinom^y ProL 
Yuk. In solchen Fällen haben wir es mit dem ältesten Typus des präd. 
Instr., den wir auch in den ältesten Denkm. finden, zu tun. Hierher 
gehört z. B. auch: debree ii e»H tnalomoHiJq v^ ^ivo^^ Vbntti neie U obe 
r^ce imqsiju iti . . , Mark. 9. 43 (Zogr.). 

Die Verba, welche den präd. Instr. bei sich haben, kann 
man in 4 Gruppen einteilen: 1) Jem. zu etwas machen (tatsäch- 
lich), 2) nennen, benennen, heißen (also Jem. nur in Worten zu 
etwas machen), 3) für etwas halten (also zu etwas machen nur in 
Gedanken), 4) sein, werden, scheinen u. dgl. 

S.-kr. lasno je pokraj caia junakom biti^ Sprichw. ; ear ii bijah dok 
djevojkom bijah ,so lange ich Mädchen war*, Yolksl. ; da sam tob<fm, ja bik 
drukcije radio; Alibeie pottade vezirom; sicoriie te prahom i popelom, Yolksl.; 
gtvor' se, duio^ u gradini ruzom, Yolksl.; gradimo ga laiom^ Jo. 1. 10; o^ 
tudina stavit' gospodarom, Yolksl.; da Ii mi se muhom pretvoriti, YolksL 
Aber auch noch der Nora.: ona se prometnu ovca; ja eu se sad stvoräi jedna 
trgovina; a vila se nacini djecojka^ Yolksl.; niii se zavite ucitelji, Mat. 23. 10 
(p. Instr.: niechaj was nie zowiq mitirzami, so auch im B. der L). Ygl. 
Daniöid, Sint. 8 u. 578. Slov. selten: detetom postajem .puerasco*; 
dicno je biii kotrigom ; R. ne pej^ a to budeh telfnockom% ,wenn aber, so 
wirst du ein Kalb werden'; kobylka kontkotm by byla; postaci Luku epi- 
8kopom%; nebom% Ii tja pozovu; oblicafetz vorami, razbofnikami; obernulasb^ 
krasnoj devicej ,sie'verwandelte sich in ein schönes Mädchen* ; zohio obra- 
tilosja snlodomz; prikinulasja lisica ehvoroju ,der Fuchs stellte sich krank*. 

Poln. In den Heiligenkreuzer Pred. kein einziges Beispiel ;^ 
die ältesten im Flor. ps. z. B. die imiemi bedq dziedzicmi ziemie 
36. 11, aber häufiger hier bei hy6 der Nom. So auch bei anderen 
Ausdrücken, vgl. toä, 8. 139 f.; nie hqd£ ze tedy tem, co jest koA, 
ani tem, co tnul, Kochan.; Zamojskiego kril uczynil kanderzem; 
jpostawileä go panem, Kochan.; obrano go poslem. Hier kommt 
jetzt sogar auch daß Adj. in den Instr.: nauki zgcie nasze czjfniq 
ihgoslaunontfin; giupi, a mqdrym si^ czyni; mlodym b^dqc, pa- 



357 

tni^j, ze starym bqdziesz. Daher griff hier der präd. Instr. am 
meisten mn sich. Häufig kommen auch schon Präpositional- 
ausdrücke vor: obrad kogo na co; uznaö go za s^ziego; przemieniö 
siq we wron^; pasayja odmiena czhwieka kazdego i w inszego go 
czyni. 

Im Sorb. ist der präd. I. aufgegeben worden: os. Jan be za tootrocka, 
ns. tne^ za neco «für etwas halten* u. s. w. Hierher rechnet man nur os. 
2 knjezom nad nekim bye^ vgl. auch ns. byi tarn z knezom ,8ein eigener Herr 
seinS wo also selbst auch der präd. Instr. zu sich die Präp. genommen 
hat. Aber os. to je z hrechom ,es ist eine Sünde' (Liebsch, § 12), ns. io 
Je z grechom kann man nicht hierher rechnen, denn es heißt auch im B. 
io je s präcentj s hrichem u. s. w. 

B. Hier kann man im allgem. folgendes feststellen. Das 
Adj. soll, wenn es sich auf das Subj. im Nom. bezieht, eben&lls 
im Nom. bleiben: otec je nemocen, zivot je krdtky; souaed stal se 
bohat, udininjest bohat, bratr cttl se zdrdv, jsem dtvrty, pdty, jdei 
sdm desdty (ab. sdm desdt, also die unbest Form) *. Bezieht sich 
das Adj. auf ein Obj. im Akk., so kann es sowohl im Akk. als 
auch im Instr. stehen: hrich dini Hovika sobi roboiniho, aber 
auch robotnym. Ist die präd. Bestimmung ein Subst, so kommt 
es in den Instr., wenn es sich um angenommene, veränderliche 
Eigenschaften, also überhaupt \un eine Änderung handelt: bratr 
je vojdkem, krejöim, stal se predsedou, kdo mne ustanovil aoudcem 
(vgl Gebauer Prlr. ml.« S. 346). Sonst steht der Nom.: je Cech 
,er ist einBöhme* (schon seit der Geburt); saused je bohäd (gegen 
st(d se bohäöem). So findet man es bei den älteren Autoren. 
Aber jetzt greift der Instr. mehr um sich und zwar insbesondere 
beim Adj.: ß nemocnym und es wäre wohl vergeblich, dagegen 
theoretisch anzukämpfen. Statt des Instr. finden wir auch za mit 
dem Akk.: byl zvolen za krdle und zwar schon im Ab. 

Zu dem präd. Instr. fügte man unter dem Einflüsse des Lat. den 
Inf. hinzu und so entstand die bei späteren Autoren so beliebte Kon- 
struktion des Instr. mit dem Inf. : Pravil jej hyii pUarem ; kleryz $e vin* 
nyin byti znd (Geb. S. 347). 

Dativ. 

Der Nominalbegriff kommt in den Dat, wenn die Handlung 
ihm gilt oder mit Bücksicht auf ihn vor sich geht Das wird 

1. Auch im Aksl. konnte Potebnja kein Beispiel mit dem Instr. 
eines Adj. finden (1. c. S. 51 7 j. In den r. Chroniken Novg. I, Lavr.-Ip» 
fand er aie als eine Seltenheit. Im Neur. nehmen solche Instr. überhand. 
Das P. hat sie durchwegs in solchen Fällen. 



358 

auch durch bestimmte Bewegungen, die nach der im Dat. stehen* 
den Person (Gegenstand) gerichtet sind (z. B. bei dati jgeben') 
oder wenigstens durch die Stellung ihm gegenüber (z. B. bei b. 
protiviti se komu ^ich widersetzen^ angedeutet. Mitunter ist nach 
ihr nur die Bewegung selbst gerichtet, er bezeichnet dann daa 
noch nicht erreichte Ziel, z. B. aksl. üi jemu ,zu ihm gehend 
eine gewiß sehr alte Abart des Dat, die man aber nicht zum 
Ausgangspunkt aller dativischen Funktionen machen kann (loka- 
listische Theorie). Insbesondere mit Rücksicht auf die letztere 
Abart kann man vom Dat als dem Kasus der Bewegung 
sprechen im Gegensatze zum Lokal, der der Kasus der Hube 
ist. Die Bewegung kann auch geistig sein z. B. aksl. radovati s^ 
mit dem Dat ,sich freuen über etw.^ 

Die Verbindung des Yerbums mit diesem Kasus ist nicht so innig 
wie z. B. jene des Akk. u. Gen., daher kommen solche Verba, die bei sich 
den Dat. haben, häufig auch ohne denselben vor (absolut) z. B. sagen^ 
zeigen, geben u. s. w., wohl muB aber dabei das Akk. -Objekt stehen. 
Unter den Dativen machen die der Personalbegriffe eine entschiedene 
Majorität aus. 

Der Dat., den wir bis jetzt im Sinne hatten, steht allerdings trotz- 
dem noch in einer Verbindung mit dem Verbum und heiBt adverbal. 
£r kann aber auch als Ergänzung zu einer ganzen Satzaussage oder zu 
einem Verbum, das für gewöhnlich nicht den Dat. bei sich hat, gehören 
und heißt dann loserer Dat., so z. B. s.-kr. sebi oreS, $ebi sijei^ sebi eei 
i zeti, b. rostrkallist bratrovi^ dagegen adverbal: b. paallist bratroct, poslal 
list bratrovi. Femer werden wir einen adnominalen Dat., einen Dat. 
beim Inf. und einen Dat. absolutus kennen lernen. 

I. Adverbaler Gebrauch. 

Es steht bei Verbis wie 

1) dcUi ,geben* und seinen Kompos. wie othdati ,weggeben, 
herausgeben', podati ,hingeben, reichen*, prodati ,verkaufen', pri- 
dati ,überUefem, verraten', vzdati ,einhändigen* , v^zdati ,zurück- 
geben, erstatten' u. and. z. ß. i ne otzdazb naSego tuzirm ',noli 
tradere nostra alienis' Kiev. BLIVb 10—11; darovati ,schenken', 
darhstvovati dass.; bei ,verzeihen' z. B. 8.-kr. i Bog 6e nam opro- 
Btiii; ksl. platüi ,zahlen', nur aksl. (ksl.) ist zUdq, zlhti (zlasti) 
fahlen, büßen'; p. zapiacid, odplacU, zyczy6, pozyczyd, b. püßüi 
,leihen', poskytnouti ,gewähren', udilüi ,erteilen'. 

Nach der Analogie bei vzz^ti und otzj^i ,nehmen, wegnehmen', 
iz^i ,herau8nehmen' z. B. i otemljqituemu tebi rizq i sraöicq ne 
t^zbrani Luc. 6. 29. 



359 

2) bei ^agen^ : aksl. glagokUi, reMi, pavideii ^sagen', molüi sq 
,beten', oheUati ,ver8prechen', proreiti, propovMiti ^prophezeien^, 
otbvistati ,antworten*, otZfreHi absagen', otreiti sq ^ch entschul- 
digen, sich weigern, lossagen^ szkazaii ^darlegen, erzählen', obrq* 
düi ydesponsare^ hgcUi ,lügen', sqdüi ,Recht sprechen, richten': 
ne prid^ ho, da sqzdq miru ,lVa x^tVci) töv Tioofiov^y Jo. 12. 47; 
veliti, povdeti ,befehlen*, pretiti ,drohen, drohend befehlen', rqgati 
8^ ^spotten über Jem.', dosadüi ^beleidigen', z. B. doscddhie emu 
yavi^aaavreg^, Luc. 20. 11 ; ponosüi ,Jem. Vorwürfe machen, Jem. 
schmähen', z. B. togda tMö^tz ponositi gradomz ^oveidi^eiv %a 
7t6Xtig\ Mat 11. 20; pojffi, poßmati ,oveidi^€iv, reprehendere': 
kto pojemhjetb vraöevi truzdajqätu 8^ . . . Supr. 266. 22; p. przy* 
si^ad, b. prisahaii und r. prisjagnuib ,schwören'; kl^ti 8^: s.-kr. 
8e8trica 8e bratu kunijaäe; p. tyka6, b. tyiati ,ty' sagen, ,dutzen', 
ebenso b. vgkati; p. dzi^kowaS, b. dikovaii ,danken', dazu p. 
tcdziefizny, b. vdedny ,dankbar^. 

Daran schließen sich Verba, die ,zeigen' und verwandtes aus- 
drücken: kazati ,zeigen' (auch ,mahnen'), pokazati ,zeigen' z. B. 
pokazüe mi 8kl^zb kim8bny, Mat. 22. 19; vyknqti ,gewohnt werden*, 
uditi, nauöiti ^chren' (urspr. eig. ,gewöhnen'), uöiti 8q ^örn©"^*- ^ 
vy naudilh vb8efnu, Jo. 14. 26 {navyknqli auch mit dem Akk.: 
navyknete pritbdq ,^a&ei8 trjv Ttagaßolijv^, Marc. 13. 28; povestt 
da navykncftb, Supr. 71. 15); ebenso nakazati: totnu li tq nakaza 
uditeVt, Supr. 307. 3. 

3) bei ,passend' oder ,gleich machen' und ,gleich sein' u. dgl.: 
podobUi, upodobUi, z. B. kamu upodobljq rodo8b, Mat 11. 16; 
podobati ,geziemen': podobaeU natm; dostojati ,zustehen, geziemen' 
(könnte auch bei 6b angeführt werden): kacimt dostoüb byti namt, 
Ap. §id. 203; goditi, gode byti ,genehm sein': nemoäti zentsti god^ 
,infirmitati muUebri morem gerens', Supr. 226. 21; ugaditi ,ge- 
fallen': i ugodi Irodovi, Mat. 14. 6. 

So auch bei den entsprechenden Adj.: dostoim ,würdig' (meist 
mit dem Gen.): 8^tvor^b ze dostoinaa ranarm, Luc. 12. 48; po- 
dobtfnz: podchtno esth ci8arh8tvhe . . . kvasu, Mat. 13. 33; thdtm 
,gleich': vh8i thdni drugb drugu ,alle sind einander gleich', Supr. 
61. 22; ravbm ,gleich'; p. kto tobie rowien. 

4) bei Verbis wie ,herrschen über Jem.', wobei es wohl als 
ein ,befehlen Jem.', dann ,Jem. gegenüber aufkommen, sich be- 
haupten, Stand halten' aufgefaßt wurde: ci8artstvovati z. B. ce- 
sarhgtvujqätu Dekiju rimbstii vla8ti, Supr. 132. 3; vlasti, vladq 



360 

hat meist den Instr. bei sich, in späteren Quellen auch den Dat.; 
80 auch in den einzelnen slav. Spr.; ustojati: viste, eko km^zi 
j^zylcb ustoj^ irm ,oVi o\ ixQxoyteg zwv i&vojv yuxvaTLVQievovaiy 
avvcSv^y Mat 20. 25; odoUti, udoUti: tomu züu odoliti imath, 
Supr. 26. 9; i vrata adova ne udolijqh ei, Mat 16. 18; p. pa- 
nowaS komu (od. nad kirn), b. panovati kamu, vSvodüi, p. hetmc^ 
niö, im Ab. war auch noch vldsti, vlddnouti komu. 

5) bei Reifen, dienen, gehorchen, acht haben auf, nützen^ 
z. B. kaa poltdza estb ihviku, bei pomoäti, pomagati ,helfen'^ 
gospodi, pomodzi mi, Mat 15. 25; sluziti ,dienen', poaluziti ,be- 
dienen': (Ute kbto mtnS sluzitz, Jo. 12. 26; povinovcUi 8^ ,8ich 
unterwerfen', i he povinuj^ sq ima, Luc. 2. 51; danach auch bei 
povintm: povinim esiz sqdu, Mat 5. 21; pokorüi 8^ ,8ich unter- 
werfen, gehorchen'; zakonu pokarejq 8^, Supr. 391. 17; goväi 
^religiöse vereri'; poklonüi sq ,sich verneigen vor, anbeten': gospo- 
di, bogu tvoemu, po/doniäi 8q, Mat 4. 10 (Zogr.); pozriti (pozrtti) 
jOpfem': poztri bogotm, Supr. 85. 11; mnimati 8ebi ,8ich hüten': 
vhnemljete sebi, Luc. 17. 3. Li der Evangelienübersetzung steht 
bei razumäi ,verstehen' nur der Akk. (kbnigt/ oder Ibsth Luc. 
20. 23, das s. Ev. Nik. hat hier den Dat Ihsti), aber sonst ist 
in den slav. Spr. dabei häufig der Dat, z. 6. s.-kr. zdrav bolesnu 
ne razumije; so auch kbn'igatm razumiv^ ,Utterarum peritus'. 

B. prospiti ,nützen'; vriditi ,ßla7Cteiv, adixelv^ ist im Aksl. 
trans., im SL verbindet es sich jedoch auch mit dem D., der 
auch im Aksl. bei vzzbraniti Tuokveiv, zap^i ,sfi7coöiteiv^ (vgl. r. 
pripjatstvovatb) steht, p. 8zkodzi6, przeszkadzaö ,8chaden', b. äko- 
diti; OS. zadUwad ,hindem, verhindern' mit D. der Person. 

An ein Dienstverhältnis erinnert dhztm ,schuldig', dazu auch 
prosth: da prostb bqdeäi tbtni talantb, Supr. 304. 8; weiter vimm 
aiTiog, krivh: jeze zblo s^tvorüi vin'no natm viönu ognju, Supr. 
303 (besser vielleicht ein respektiver D., vgl. weiter unten); p. 
pozyteczny, b. uzxteöny ,nützlich'; p. usluzny, b. üsluzny ,dien8t- 
bereit'; p. pomocny, posluszny, szkodliwy, niebezpieczny ,gefähr- 
lich', przeciumy, b. protivny ,widerUch, schädUch'. Im P. häufig 
auch dla, z. B. pozyteczny dla kogo, analog auch in and. slav. 
Sprachen. 

6) Der D. bezeichnet das Ziel, nach dem eine Bewegung 
vor sich geht So im Aksl. bei gr^i und iti ,gehen': ee cesar'b 
gr^detb tebi krotbkb i(ff,^OLt aoi Mat 21. 5 (Mar. und Zogr., idetb 
tebi Sav. kn. und kh tebi Ostr.); bei ,bringen' und ,schicken': i 



361 

^ese tnateri svoei (seil, glapq) Mat. 14. 11; da ti dovedq pastvy 
,ut tibi (ad te) adducam greges' Supr. 386. 25; ab. poddl kr du 
tomu listy sldti, Fass. Ein erstarrter D. des Zieles ist domovi 
yiiach Hause^ (vgl. Marc. 7. 30)., woraus auch domovb, b. domü 
(dial. dorn) wurde; dolu ^nunter' ist nach den o-St z. B. pusti 
sehe dolu, Mat. 4. 6^ daneben gab es auch ein dolovi, vgl. ar. 
dolovh ,hinab, hinweg^, b. dolü; ebenso nizu ^herab^: vr^zi s^ nizu 
Mat. 4. 6. 

Die entgegengesetzte Bewegung: ^weichen', aksl. ustqpiti, 
u/doniti 8^: Isush bo ukloni 8^ narodu 8c^tu na tnisti, Jo. 5. 13, 
8.-kr. ukloni 8e pijanu kao % ludu, ksl. 8udu ubezati. 

Dieser D. steht insbes. bei den mit pri-, w-, prid^', pod^*, 
obtt-, nadh" und na- präfigierten Verben, z. B. i ocUh pridijqHe 
emu, Luc. 23. 36; bogovi prichodiÜ, Supr. 265. 4; da darb st 
tebi prino8um, Kiev. Bl. IIb 23; imspii natrn pomoct tvoi, ib. 
VIb 15; otz nalezqätiiehz jefitu züh, Supr. 369. 9; idite predUh 
gaemaa vamz, Luc. 10. 8. Es sind also Yerba der Bewegung, 
bez. das Resultat einer Bewegung. 

S.-kr. »vojoj kudi ne dohode ; dode junak Bosni kamenäof-, ie je «o^e 
bijelu Budinu. Hier überhaupt zahlreiche Beispiele (vgl. DaniSid, Sint. 
321—26, 358, 365; Maretic, S. 546); weiter: kad pop umre, njegov konj 
i petrajl i krst pripada vladici (vgl. b. Josef ovi pripadl treti dil) ; russ. ubßUi 
Novu Oorodu; nesoia Kiecu, idutb domotb\ spusti dolovt chlamidu (vgl. Bei tr. 
zur vgl. Sprachf. 8, S. 161); predstojatb komu, podiezatt cemu. Ab. pri»tupiv 
tomu knizeti^ Pas8. 

Hierher gehört pric^Um ,particeps^ ohbaibnh', ienq ne braku obbittnq 
,matrimonii participem*, Supr. 177. 2; ohbstbnikz slove$emb, ib. 361. 8; 
b. pritomen ^anwesend*. 

Daran schheßen sich die Yerba des Berührens. Das ge- 
wöhnUche ko8nqti hat erst in späteren Quellen den Dat (in den 
älteren den Lok., Akk. od. Gen.). Dagegen: 8Ug bistvu 8^ j^^ 
Supr. 353. 1; 8topamh jego prijemhäi 8e (s. Quelle). Hierher auch 
b. obcovati cemu, komu ,dabei sein, verkehren': oiy lidi 8luzbdm 
boHm obcovalü 

Auch der D. bei ,gehen, schicken, bringen* u. dgl. ist nrsprachl., 
vgL lat. ferre alieui, demitUre Orco, ü elamor eaelo^ y/vj^äg "Aidi nQotaifßiv 
u. 8. w. 

7) Es handelt sich um eine geistige Bewegung, die sich 
nach dem dativischen Objekte richtet (ein Hinstreben oder eine 
Abneigung, Richtung des Willens). So bei chztiti ,wollen', raMti 
,geruhen, wollen', nadijati 8^ ,hoflfen', prhjati, prijati ywohlwollen, 
hold sein', vrcutdevati ,odi88e', zaviditi ,beneiden': müosti choitq 



362 

a ne zrbtvi, Mat 12. 7; i ceCeniju ne radi, Supr. 309. 18; sei 
sini nadijam 8^ rede . . . Supr. 261. 5; hnatijanotm prijajeta, ib^ 
156. 1; Ädamu vb porode vzzavidi, ib. 288. 28; vrazdujqüii 
narm ,qui nos oderunt^, ib. 303. 17; rzvrbnujete ze natm (CijXow), 
ib. 336. 19; hierher auch ljubiv^: Ijubivi aqtz ptrerm ,rixarum 
amantes*, ib. 249. 13 (sonst meist der Gen. dabei); p. przyjazny, 
b. fiHznivy jgünstig', p. zycdiwy ,gewogen*; p. przyjemny, b. pr/- 
jemny ,angenehm^ 

In diese Elategorie müssen wir wohl auch das ab. divati se 
öemu ,auf etwas sehen' rechnen, z. B. Nero divcd se ohni; vgl. 
s.-kr. gledaj konju, je V debda vrata (Maret. S. 548). 

Weiter aksL virovati ,glauben*: po öUo ubo ne v^ovaste 
emu, Marc. 11. 31; b. düvifovati ,vertrauen*. 

Die geistige Bewegung ist mit einem Affekte, einer Gemüts- 
stimmung verbunden (Dativus causae): bei radovati 8^ ,sicb 
freuen', öudüi 8^ und diviti 8^ ,8ich wundem', z. B. ne divUe 8^ 
8emu, Jo. 5. 28; öjudi 8^ emu, Luc. 7. 9; radujesi 8^ sbmrhti 
druzhnij, Supr. 231. 17; p. rad, b. rdd, z. B. jsem tomu rdd 
,freue mich darüber*. 

8) Beim Verbum sein bezeichnet der D. denjenigen, für den 
etwas da ist, woraus sich auch der Begriff des Besitzes ent- 
wickelte: rumino lice jemu jesth, Supr. 101. 9; t n« he ima d^da, 
Luc. 1. 7; jedtnomu nesU vetitca, Supr. 58. 16. Mitunter fällt 
das Verbum aus: gor'e tebi Chorazim oval aoi. Mat 11. 21. 

S.-kr. grotnica mu Je ,er hat Fieber*; nije mu mar ,er hat keine 
Sorge*; sloT. ta bo kralju mojimu (Mikl. S. 599); r. netb Üttja siroÜ; p. 
bieda nam, klopot nam, iai mi hyl wielki, aber nicht z. B. jest mi koH^ 
ksic^ka u. s. w. Im B. jetzt auch ziemlich eingeschränkt: bude tomu 
kante, bude vdm z toho radost-, stary vlk psüm zdbava (vgl. Geb. § 485. 11); 
beda vdm ,wehe euch !*. 

Insbesondere finden wir im SIslv. jesU im^ komu: s.-kr. njojzi Je ime 
Jeletia; klr. imtia JeJ Paraska', p. Jlickiewiczowi bylo imi^ Adam; h. Je mi 
jmeno VoJUch] Jm4no wird auch ausgelassen: Jednomu . . . bylo Disma» 
(ab.) «einer hieß D.*; vdova mela dve dcery, U Jedne bylo Frantüka a t« 
druhS Tonicka (mähr.). 

Vgl. noch klr. bM sto Pä; p. Jest temu lat dziest^ö, Jakem ci^ poznal; 
hyio mu kU dziewt'^nascie, b. Je mu tricet let ,er ist 30 J. alt*. 

Auf Dat. wie beda vdm beruht vielleicht der D. des Aus- 
rufes: uvy vidiniju y(p€v xov d-edfiazog* Greg. Naz.; statt des 
regierenden Wortes nur ein o; o toliku vaSemu bezumiju! Supr» 
24« 23; skvrtnavyima nogama, ib. 48. 3; o divbnyirm düotm, 
i de, 8iU i nuzdi, Prol. Mart 




363 

Statt des Nomens kann der Inf. stehen. Es wird dadurch 
die Möglichkeit, Notwendigkeit u. s. w. ausgedrückt, z. B. da 
tni je äi na on svit, Freis. Denkm. I, 8. Darüber beim Inf. 
(sub 3). 

Der Dat. bei esse ist ursprachlicb, vgl. lat. eßt tibi amicuSj hier 
auch Oaius mihi ett nomen, gr. hom. iwia rtp xvveg ^aav ,er hatte 9 
Haade*; ovris tfiol y ovofia. Bezüglich des Inf. vgl. gr. ov» taxiv €vQ€ip 
ßlov aXvnov ovdtvL 

n. Loserer Dativ. 

a) Dat. der Person (vorwiegend), der etwas zum Vorteile 
oder Nachteile geschieht (Dat commodi, incommodi): aksl. 
cloveku edinomu bogatu ogobbzi 8^ niva, Luc 12. 16; ne imqdti 
c^dorm mleka, Supr. 285. 8. S.-kr. neboße se glavi i zivatu, h. 
boßtn se zemi diho. 

Hierher gehören auch viele unpers. Yerba, die nicht selten 
reflexiv sind: aksl. izvoli sp^ % mwie, Luc. 1. 3; dUo ti 8^ mhnitb, 
Mat 17. 25; ksl. priluöi 8e jemu kadüi, Hom. Mih.; s.-kr. kako 
ti je bez krila tvojego? djevojd je vrlo zao dara) al' 8e njemu 
malo zadrijema; ne kazuje bdba, kako joj 8e snilo; za cara mala 
mu 8e mari; ko vüe ima, vüe tnu 8e ho6e; r. zah jemu braia; 
vidüosb mni ,mir träumte^, mne kazetsja ,es scheint mir'; öto 
choUlosb jemu, to i del(Uo8b; p. müo, stra8zno, ci^o bqdzie kamu 
(Malecki 11, S. 314); ömi mi 8%^ w oczach; o tym mu si^, w nocy 
marzy ,davon träumt ihm in der Nacht'; poprawilo mu si^ ,es 
steht mit ihm besser'; zdaje mi ^; zzalüo sie jego jemu, Soph. 
Bib. 7b; b. vede 8e mu dobre, spatne; je mu dobre, äpatni; je 
mu do pldde, do smichu; jest mi zel tebe; zzelelo 8e matce mil^ch 
dÜek; komu 8e ndeni, tomu 8e zelen{; 8ty8kd 8e mi po tobi; 
do8talo 8e ndm nideho; chce 8e mi pÜi; uddvd 8e mu choditi 
lesem. 

Fälle wie je mu dobre, p. ci^zko b^zie komu u. dgl. unter- 
scheiden sich von p. zal mi b^zie unelki (bei Nr. 8) u. dgl., da 
sie ein unpers. Yerbum aufweisen. 

Das Interesse des Betheiligten kann schon bedeutend abgeschwächt 
sein : r. lisicka leÜU sehe kakz mertva ,der Fuchs liegt wie tot da* ; b. v 
U vsi bydlel stary kmet, ten sobe tnel mtwho Ist] vedl sobi patukg; mluv «• 
,sprich nur zu*; co »i pocnut Wie man sieht, handelt es sich um eobe^ 
«t. Dieser D. ist insb. im B., P. und 6. häufig. 

Eine weitere Abart mit geschwächtem Interesse ist der sog. 
Dat ethicus; es ist der Dat des Pron. pers. der 1. und 2. Pers. 



364 

in den enklitischen Formen zur Bezeichnung des gemütlichen 
Interesses an der Handlung: aksl. shtnatrüe mi zhlodiistvo ichii, 
Supr. 333. 10; 8.-kr. öudno ti ga prevari ,wunderbar hat er dir 
ihn betrogen^; slov. ostani mi doma ^bleibe mir zu Hause^; r. takb 
ti jestt milostb bozija; p. takim ci byi wczoraj chory, zem Udwie 
chodzü (Malecki ü, S. 315); to ty mi psujesz ludzi! Sienk.; 
b. to vdm byla podivand!; ab. toto ti jest mast tak drakd . . . 
Mast 156. 

Vgl. lat. quid mihi CeUua agit, griech. hom. fuj^i fioi ovrat &vv€ diä 
TiQofjiaxtav ,lobe mir nicht so unter den Vorkämpfern . . .'. 

Eine Abart ist auch der respektive Dativ, in den die 
Person kommt, für deren Standpunkt die Aussage gilt: aksl. da 
namh ne dostoitb iebe szgrisati, Kiev. Bl. IV, 20; vhsi vhzmoztna 
vSnijqätumu, Marc. 9. 23; ebenso bei vintm ,schuldig vor^, vgl. 
auch s.-kr. ja sam krivac bogu i narodu; b. hladovemu vzdy 
poUdne; ostrov ndm züstal po pravi stranS ,die Insel bUeb uns 
zur Rechten*. 

Vgl. Piato mihi unus instar est omnium und gr. iv 6ih^ lanXiom 
jov *l6vtov xoXnov, 

b) Dativ der Abstracta zur Bezeichnung des Zweckes 
{finaler Dat.): kament egoze nevrädu sztvoriä^ zizdqitei ^li&oVf 
ov dnedo^iiAaoav oi oinoöofiovvreg (wörü. ,welchen sie zur Ge- 
ringschätzung machten^) Mai 21. 42; Marc. 12. 10 und Luc. 
20. 17; sv^ioe krhstenhe vh cbstt veljq imiti a ne ukoriznS tvoritb e, 
Cloz.1, 99—100; pozoru byti ^d-iavqov yeria&ai^; pozoru svtvorüi 
(Supr. 353. 26); in späteren Quellen: othdati dzätert braku ,die 
Tochter zum Zweck der Ehe hingebend Später wurde dafür das 
konkrete zeni gesetzt (zahlreiche Belege bei Mikl. IV, S. 612). 
Weiter bei osqditi ,verurteilen': ne 8^mrbti osqzdem bqdi, Supr. 
44. 15; in übertragener Bed. : dontdeze polozq vragy tvoj^ podh- 
noziju nogama tvoima, Mat 22. 44, Marc. 12. 36 u. s. w.; niöt- 
somtize btfdetz kz toniu (seil, soh) ,€lg oldiv', Mat. 5. 13 (Zogr.); 
s.-kr. demu si se mlada udavala? ,cur . . . nupsisti?'; slov. öimu 
srditi se nad Ijudstvam, r. demu ne vedete mja kb carju?, p. czeniu 
tak cicho we dworze? Kochan.; ab. demu jsou mi hrdd roucha? 
Im Nb. dafür k demu oder nad. 

Auch der finale D. ist ursprachlich, vgl. locum castris deH- 
gere; cibatui affas positas ,zum Mästen hingestellte Speise'. Der 
finale Dativ von Yerbalabstrakta gab seit uridg. Zeit die Haupt- 
grundlage der Infinitivkategorie ab; vgl. die slav. Inf. pUi, jasti 



365 

in Wendungen wie eda lato prinese etnu jasti, Jo. 4. 33 (vgl. I, 
S. 62); ab. küpichu pole püiniköm hriati ,um zu begraben' (Listy 
fil 16, S. 64 Anm.). 

IIL Adnominaler Dativ. 

Wie schon oben aus Beispielen ersichtlich, steht der Dat. 
auch bei Adj., wenn sie sich den oben angeführten Verbalklassen 
anschließen. So bei dostoim, podobhm, t^cbn^ u. s. w. Weiter 
bei müz in mih mi jestz yOnhxYJuyito^aL^, sonst in den anderen 
slav. Spr. meist ,lieb'; priä^tm ,teilhaftig* (auch schon erwähnt): 
Sitvori ny . . . priöjp^sthny svj^ bogorodici, Kiev. Bl. Vllb, 15; 
jednosqHtm otbcu, Supr. 388. 20; szobrazhm i ravimojestbstvhnh 
otbcu, ib. 366. 14. 

Es können auch entsprechende Subst sein, z. B. jakoze dast^ 
emu vlasih vsacH phti yi^ovaiav Ttdatjg aaQy^g* Jo. 17. 2 Sav. 
kn. (Mar. hier vhsakoj^ phti). 

Auch der losere Dativ kann zu einem Nomen gehören, z. B. 
drug^ mytar^erm i greHnikomz ^ttkmvwv qiikog xai afiaQTohSv^ 
Luc. 7. 34; chrarm molitve ,oIxo^ nqoaevxrjg . . . vrbtbpz razboi- 
nikorm yOm^hxiov Xrjarijv' Mat 21. 13; vy este soh zemi ,to 
aXag zr^g y^g^ Mat. 5. 13; otb izbytzka ho srhdbcu usta glagoljqtT^ 
,ex . . . roi; Ttegiaaevfiazog r^g xagdiag^ Mat 12. 33 und and. 

Wenn wir auch in anderen Sprachen ähnliche Beispiele 
finden (lat. ttdor Itberis, satui semen, yQa^^arevg ttJ ßovXy ,Bat- 
schreiber', ahd. ,ein vorlouf allen', vgl. Brugmann, Kurze vgL 
Gr. S. 434), so sehen wir, daß im Aksl. diese Art des adnomi- 
nalen Dat sehr stark um sich gegriffen hat. Ja, hier ging der 
Gebrauch desselben so weit, daß jeder nominale Gen. der Zu- 
sammengehörigkeit von demselben vertreten werden kann, so daß 
er mitunter auf keine entsprechende urspr. dativische Funktion 
zurückgeführt werden kann (auch nicht auf den loseren Dat) 
wie z. B. skrhzbtb zqborrn 6 ßQvyiibg twv Idovxiav (z. B. Mat» 
13. 50 und sonst noch). 

Wir finden auch im Ab. skrehot zubdm, z. B. im Wiener 
Ev., na viky veköm und es ist die Frage, ob es nicht Reminis- 
cenzen aus dem Aksl. sind. Weiter krofni kostela neni hfichüm 
odpuäteni, §tft und r nimzto mdmy spasenie na odpuiöenie hH-^ 
chönif 01m. Ev. 165 a (Coloss. I 14) ,remis8ionem peccatorum*. 
So auch ap. odpuszczenie mojim wszydkim grzechom i cnatam 
pomnoienie, Jadw.; na wieki toiekom, Psalt flor. 



366 

Im Bg. griff dieser Dat. immer mehr um sich, wie ans später ent' 
atandene Abschriften älterer Denkm. zeigen (vgl. Verf., Glag. Cloz. S. 38 
und Jagic, Bericht über einen mittelbg. Zlatoust in den Sitzungsb. der 
pbiL-hist. Kl. der Wiener Akad. Bd. 139, S, 66), wobei an die Möglich- 
keit gedacht wird, daß dadurch auch ein Impuls zur Zerstörung der bg. 
Dekl. gegeben wurde. Gefördert wurde das Umsichgreifen dieses adno- 
minalen Dat. durch eine jedenfalls schon im ürslav. vorhandene Eigen- 
tümlichkeit der enklitischen Formen mt, ti, ii, die adnominal gebraucht 
werden konnten (was übrigens schon ursprachlich war, da diese Formen 
auch als Gen. fungierten): aksl. ide artige mi pride JntiSri <piXog fiov 
naQtyiveto* Luc. 11. 6 (Mar. und auch Zogr. drug^ mi). Darnach dann 
zunächst andere pronominale Dative wie Jemu, jirm: bez^ otb liea emu, 
Supr. 16. 21 ; 08lepi im^ urm JnriQWie avTtov r^v ^iavoutv\ Cloz. I, 172 ; 
kito eitö tikrtnü mi ,fiov nXnalov^, Luc. 10. 29 im Zogr., die anderen Texte ■ 
haben hier moi. Sonst finden wir im Evangelientexte diese Formen meist 
in Begleitung des possessiven Fron., zu dessen Verstärkung sie hier 
dienen: vt avoe n ,</; ra T6ia\ Jo. 19. 27 (Zogr. Mar. Assem. Sav. 
kn.); 17» «70ICÄ» mi ,iv rotg (fioig*, Mat. 20. 15 (Mar. Zogr. Assem. Ostr. 
u. s. w.). Auch im Ar.: I ta vs^ polagaja na 8r{b)dei ii, Jak. Bor. Gl. 63; 
brate, nldja v» hezmolvii 8heri si umn, Fat. Pe2. (Srezn. Mat. III, S. 319); 
t ne ütetb Mvoiehn ii, Jak. Bor. i GL 72; na svoj emu iioh, Novg. I, 6860 
(ib. S. 283). 

Diesen Gebrauch des pronominalen Dativs finden wir jetzt noch im 
Bg. (z. B. Ivanh i ieatra mu; majka mu domo go caka vgl. Hiev», Sint. 
§ 84—86), S.-kr. {umre Jovo, zalosna mu majka, on je kao i otae mu. Mar. 
§ 541, 6), ja in der zuletzt erwähnten Funktion selbst auch noch im Os.r 
mofa mi korcmarka. Vgl. auch im sotakischen Dial. : a hajduk poioft % 
povSdzijf pdnoi 8ehe (Broch, Weitere Stud. im sotak. Dial. S. 15). 

Mitunter ist es schwer zu unterscheiden, ob man es mit einem 
loseren oder adnominalen Dat. zu tun habe, z. B. ttt^niku ze eteru raln 
hot^ zbie umiraaie (dem Sinne nach ein loserer Dat., nach dem griech. 
Text. kxtttoaQxov 64 xivog SovXog, Luc. 7. 2 adnominal); so auch t ne 
ohrati na9h ü» plem narodomz poganbskymh, Eiev. Bl. IV b, 11. 

Der Dat abs. kommt beim Partie, zur Sprache. 

Dativus cum infinitivo. 
Über die Entstehung dieser Konstruktion : Potebnja (Iz zap. 
po r. gr.* I u. n insbes. S. 388—400). Zunächst ist auszugehen 
von Sätzen wie: povde vsjakomu nüdemu i ubogomu prichodiü 
na dvoTh knjazi i vzimaii vsjaku patrebu . . . Lavr.* 123; se pole 
sUvoreno bi konjeim teäti ,equis, utcurrerenf Supr. 67. 7; prüuöi 
sq jemu kadäi ,contigit ei, ut suffiretf; hier überall fühlt man 
noch die Abhängigkeit des Dat vom Verbum fin. Ja selbst auch 
noch in poveU sd>oru byti (Mikl. S. 619) ist zwar das Shbaru 
nicht direkt abhängig von poveli, aber es ist hier doch ein in- 



367 

direktes Abhängigkeitsverhältnis, indem der Befehl Personen er- 
teilt wurde, die dafür zu sorgen hatten. So ist auch in ne dobro 
jestb mnogotm bogomz byti ,non convenit multos esse deos', Supr. 
75. 18 der Dat mnogorm hogomz nicht direkt abhängig von ne- 
dobro jesth, aber er setzt andere analoge Konstruktionen voraus, 
in denen dies der Fall war wie z. B. dobro jesth namz shde byti 
u. s. w. So konnte schließUch der Dat cum inf. auch bei Yerbis 
auftauchen, die überhaupt keinen Dat bei sich hatten, wie uvä- 
diäq nekoßmu ohäütcu byti na misU iomt ,cognoyerunt eremitam 
quendam esse in eo loco^ Supr. 402. 16; fnmjq javi byti glagoU 
jetnuumu, Supr. 304; (glagoljqSte vzskreseniju ne byti ,dvTiXiyap' 
feg ctvaaxaaiv fiij eivav^ Luc. 20. 27). 

Derartiges findet man auch im Ar. : knjazt DomonU neiterpe ohidime 
hyU zemlej Psk. 1, 182 ; to te io mnoju ceioval^ JeretU, ehodiii nama po odinoj 
dume obema, Layr. 207 (458), dann auch mit^'a^o: eelovali bo hjaehu ehrest^ 
ceittnyj kb JUbstiilaüu^ jako vaerm odinakytm hyti, NoTg. I, 34; später ver- 
schwindet es spurlos (wie auch die Fartizipialwendnng: uvedaia knjazja 
iducay Potebnja, S. 394). Auch in dem vom Aksl. abhängigen Schrifttum 
(vgl. Mikl. S. 619—620). Im älteren B. finden wir nur die erstere Art 
des D. c inf.: Biskup uitanavii, dva karee ohUi ddvati kaidemu ordci (» 
aby kazdy ordc ddval . . .)) ^j/^o hy nelze, ordci chleha kupovati] kaz^ oUji 
tuto 8tdti (Geb. § 485, 14). Man kann aber wohl nicht daran zweifeln, daß 
der D. cum inf., und zwar der echte, schon im ürslav. vorhanden war. 

Bei der ersteren Art des Dat c inf. findet man mitunter 
auch noch einen zweiten direkt vom Verbum fin. abhängigen 
Dat: azz ze glagoljn vamz ne kl^i sq vamz otznqdt ,iyü di kiyio 
r^^lv fiij ofioaai olcjg*, Mat. 5. 34; sztvoritz mi chyzinq sisti mi 
vz n'ej, Supr. 150. 7. 

Ist der Dat c. inf. abhängig von einem Verbum, das den 
Akk. verlangt, so steht manchmal derselbe, wobei auch noch der 
Dat zum Inf. häufig kommt: sego Dija (Attraktion st sb Dii), 
jegoze m^üi Bogu byti (d. i. jemu), dlovikz be, Supr. 5; mnozi 
ze moljachu i priti jemu vz domy ichz, ib. 151. 

Statt des Inf. kann auch ein Yerbalsubst. auf -ntje oder -itje (vom 
Part.) stehen : po prij^ii mi ot» hoga velikyj darh ,postquam a deo magnum 
donum accepi* (Mikl. S. 620). 

Doppelter Dat Kam zu einem Dat, der von einem Inf. 
begleitet war, noch eine präd. Bestimmung (Adj. oder Subst.), so 
geriet sie infolge der Assimilation (vgl. lat licet mihi esse otioso) 
auch in den Dat Das finden wir insbesondere häufig bei dem 
Dat cum inf. der ersteren Art., es muß aber selbstverständlich 
auch beim echten Dat c. inf. eintreten: aksL dastz imz oblast^ 



368 

d^omz bozijem byti, Jo. 1. 12; dobrije ti esh mnüi tz Hvot^ 
chromu . . . Marc. 9. 45; öajqäte jemu zivu hyti, Supr. 60. 3. 

Ebenso im S.-kr.: holje H je uöi u Üvot hromu üi klja$tu, nego U da 
. . . Femer auch im B. (beim unechten Dat. c. Inf.): neni dobri chveku 
byii iamoin^u] Itpe jeH tobe do Üvota vejiti ktähavemu nebo hetrukhnu, 
nezli dvi ruce . . . maßeimu uvrzenu hyti do ohne vecniho. Nelze mi hyti 
veielu. Die Dative veseiu a. dgl. behielten frühzeitig diese Form, auch 
wenn es sich um ein Fem. oder um den PI. handelte, sie wurden also^ 
zu erstarrten Ausdrücken, daher z. B. ptdküm nelze hyti zivu (st. zivym), 
ryhe nelze hyti zivu (st. zivi^ (vgl. Geb. § 486). Diese Dative blieben dann 
überhaupt beim Inf., z. B. jeet dohre hyti veeelu; s.-kr. u ono vreme lasno 
Je hilo hiti cudotvoreu\ io i jeet najholji nacin zdravu hiti\ koUko je dobra 
bogatu hiti. 

LokaL 

Er bezeichnet das, innerhalb dessen die Handlung vor sich 
geht, mag es räumlich oder zeitlich sein. So haben wir zunächst 
den Lokal von Ortsbegriffen, den die modernen slav. Sprachen 
nicht mehr kennen und für den auch im Aksl. die Belege nicht 
besonders zahlreich sind: s^kontöa sv^yj Nisij Usorov^, svojej 
jemu vtsi ,starb in U., seinem Dorfe' Supr. 34. 16; Ib^ijq pribystb 
üsorove vhsi ib. 34. 20 (Severj. S. 47. 13 u. 18) und noch einige 
wenige Belege (Mikl. S. 636); jako sqh szchranjeny kosti ntiäq 
sem mesti, Supr. 60. 16. 

Im Evangelientexte sind nur Präpositionalausdriicke. Da- 
gegen finden wir Belege noch im Ar., z. B. side Svjatopolkz 
Ki/jevS (BusL* 11, S. 268); be togda Jaroslavz Nov^ Gorode und 
and.; im Ab.: Pavel dal jest FloäkovuHch zemju und Vla<:h dal 
jest Dolos zemju, beides in der Leitm. Stiftungsurk.; na mosti 
Praze nebude videti Cecha, Alx. B. 240—41. 

Zu Adverbien erstarrte Lokale: zadi ,07viad'€v* (b. zadu) 
z. B. stavzäi zadi pri nogu ego, Luc. 7. 38; dole ,unten', göre 
,oben*, krome ,€?wS mezdu (Du.) .zwischen*, jave ,in aperto'; razve 
,außer* und akvoze ,durch' sind zu Präp. geworden; ebenso b. 
u. 8. w. mezi. 

Vgl. gr. oXxoi ,zu Hause*, 'la&fiolj lat. dornt, Bomae. 

Lokal von Zeitbegriffen. Er ist nur auf bestimmte 
Worte und bestimmte Verbindungen beschränkt So vom Worte 
öasz ,Stunde*, dtnt, noMt, poh noSti ,Mittemacht*, [leto ,Sommer*y 
zima ,Winter' und einigen anderen. So z. B. i iscUe otrokz Urnih 
Oase yäTto T^g Sgag «ccivijg* Mat. 17. 18 (Mar. Zogr., Sav. kn. 
schon: oh togo öasa); tomt, dose noze jemu utvrtdivz, Supr. 264. 21; 



369 

polu noHi tnpl'h hysU ,fi€a7ig de vwLTog^ Mat. 25. 6 (auch Supr. 
273. 4); da ne bqdeU bestvo vaSe zime ni vz sobotq, Mat 24. 20 
(hier ebenso ab.: abf/ vaäe behänie nebylo zime). 

S.-kr. na hqf biju % dnevi i no<H; ar. iom dni, tof noHi {no8ci\ polu 
fwSii; ab. iirely Uti jako kr&pe z hüre Ute, Alx.; venee zime % IMe vidy pri 
9vi barve ostäval, TkadL; dne ni noci pristanüce, Alx. (Kott, I S. 939). 

Auch hier gibt es erstarrte Adverbien: /»ozJeT , spät', utre ^avQiov*; 
lani ,i°i vorigen Jahre*, nyne ,nun' n. and. 

Vgl. lat. vespert, die qttartö n. and. 

Lokal bei Verben. Bei viseti fangen': znatnenija i^yi 
vi9^ ysigna in collo pendentia', Supr. 31. 15; seju oboju zapo- 
vediju vh9b zakom i proroci visqtz, Mat 22. 40 (Sav. kn., die 
and. Texte w seju); kosnqti sq ,berühren^* komq «^ vtskrüii rizy 
ego ytixpato töv xQaa/tidov . . . Luc. 8. 47; dann auch prikosnqii 
sq: prikomq 8^ emb ,^'ipccTo avtov^y Luc. 8. 47. Ln AksL bildet 
der Lok. hier die Begel, seltener kommt der Dat, Akk. (auch 
mit vz) und Lok. mit o vor. Manchmal auch bei drhzati 8^ 
jteneri', j^i st^ ,teneri', v^eti ,haerere^ u. s. w. 

Insbes. ist der Lok. häufig bei Verben, die präfigiert sind 
und zwar am häufigsten bei pri-. So bei pribliziti: Ijubtvijq 
priblizajqHiichz sq ßmt, Supr. 427. 28; privodäi: lici devidij<f 
privodi pritt^, Supr. 274. 16 ; priv^tati: priv^asq sv^taago dube, 
ib. 13. 20; prigvozditi krbsti ^n cruce affigere*; prikladati sq 
^mitari' eig. ^dmoveri*: istodtnici^h^ vodznykhb prUdadajema 
Mchq oöesa ynrffdg idattov ifii[iovvTO% Supr. 296. 3; das schon 
erwüinte prikoanqti 8^, prikasati 8^, prikosnovati 8q ,berühren' 
überaus häufig; prilezati ^diacere, praeesse, curare', prüoziti, pri- 
lagati ,conferre' z. B. jedtnogo mati prilezaaäe ickb, Supr. 69. 17; 
prilezq molüvS i vzzdrhzanii i inostranhnitnt ispovManii, ib. 411, 
7; prilozüi tilese svoemh lakUh edinh, Luc. 12. 25; besechz 8q pri- 
loziti, Supr. 44. 22; prilozäe 8q bozi(i) razume, Cloz. I, 23; pri" 
lozUe sq 8v^yni, ib.; prüt(p)nqti, prihpiti, präipati ,adglutinari, 
adhaerere*, ebenso pril^iti: i j^zykh tnoi präzpe grUani moenth 
(ntoitm), Psalt sin. 21. 16; primisUi ^admiscere*; priobtHiti ,par- 
tidpem reddere*: priobzUüi ny tainachz, Cloz. I, 48; pripodobiii 
jConferre'; pripr^i ,adiungere'; pristcUi ,accedere, consentire': 8b 
ne bS pristah szvete i dUe ichb, Luc. 23. 51; pristaviti ^apponere*: 
nikhtoze bo ne pristavleeh pristavlenie plata ne bWena rize vet^e, 
Mat. 9. 16; pristqpüi ,accedere': i rana ne pristqpitb telesi tvoemt, 
Psalt sin. 90. 10; prie^i ,tangere': prisqzi obraze, Supr. 394. 15; 
pritbknqti ,conferreS prU^Ui ,participem reddere*. 

VoBdr&k, TgL dar. Onaa. n. 24 



370 

Dann bei no-; nadejati 8^ ^confidere^, z. B. nadij^ 8^ slaven 
vladyöhni, Supr. 437. 28; naleiti, ncUezati ^ncombereS z. B. na- 
le^Hju emt narodu, Luc. 5. 1; napasti, napadati ,invadere': eko 
napadachq emh choi^He prikosnqti aq emt, Marc. 3. 10; nastaviti 
^nstituere'. 

Seltener bei anderen Präp. wie m in vüeziäi kn'igaehz, Supr. 
247. 6; za- in zaztreti ^prehendere' : i ne mogq zazbreti gUigoU 
ego, Luc. 20. 26; obh in obhiti, u- in uthknqti: emt ze sq uh- 
kneaie ^n quod inddebat', Cloz. I, 582. 

Andere Lokale. Adverbien. Außer den Orts- und Zeit- 
begriffen kommen im Slav. noch einige andere im Lok. vor. So 
godl ^genehm, gelegen': gode mi dzelo bysh proäentje tvoje, 
Supr. 426. 5; pone (?) ^wenigstens'; Itze: nestz mi Itze ,non licet 
mihi'; trehe: ni m zemini vtgnoitrebe esh ,&Lf&ez6v eaTiv'y Luc. 
14. 35; vgl. auch ab. PUdt kdzal to fecky, zidovsky a latine 
napsatu 

Noch häufiger kommen Lokale vom Neutr. des Adj. vor, um 
die Art und Weise auszudrücken, z. B. krotce i ticho rede, 
Supr. 431. 18; uHma tqztce slySaäq, ib. 247; dobre proroöbstvava 
vasz ,%ahx)g% Mat. 15. 7. Diese Adverbien fanden dann in 
einzelnen Sprachen eine größere Verbreitung. Hierher auch d 
und ce i ,quamquam'. Jedenfalls muß hier an den urspr. lokalen 
Sinn irgendwie angeknüpft werden, also dobre etwa ^m Outen'. 

Anhang. Verlust der Deklination im Bulgarischen. 

Es würde schwer fallen, den Verlust der bg. Dekl. aus syn- 
taktischen Verhältnissen des Bg. selbst zu erklären, wie man ja 
auch daran gedacht hat. So bemerkt man z. B. in den mittelbg. 
Denkm., ja selbst auch schon in den aksl., daß der adnomin. Dat 
um sich greift und den Gen. zurückdrängt (vgl. oben S. 366). 
Man kann hier aber nicht den ersten Impuls zur Zerstörung der 
Dekl. sehen. Auch nicht in anderen Vertauschungen der Kasus, 
wie wenn es z. B. heißt vz edinamu domu st. m jedinomt domu 
(Karp. Ev. 81) u. dgl. Das alles sind nur Symptome, die uns 
zeigen, daß die bg. Dekl. in ihrem Bestände schon erschüttert 
war und zwar durch einen anderen, wohl von außen her wirken- 
den Faktor. Das kann der Einfluß einer fremden Sprache sein 
und zwar derselben Sprache, die wahrscheinlich auch das Auf- 
kommen des Artikels veranlaßte (vgl. oben S. 305). Das Zu- 
sammenfallen des Dat L. und L PL im S.-kr. muß man auch 



371 

als ein Symptom auffassen, daß anch hier die Deklination von 
diesem Einflüsse bedroht war. Dasselbe bemerken wir hier auch 
beim Inf. Es zeigt sich frühzeitig das Bestreben, eine erstarrte 
Form zur Grundlage der ganzen Dekl. zu machen und zwar ist 
•es der Akk. (bez. Nom.). Diese erstarrte Form nennt man den 
Oasus generalis (ohUi padeh). Um den Gen. und Dat aus- 
zudrücken wurde die Präp. na (mitunter auch andere) vorgesetzt. 
So finden wir im Ev. des Grigoroviö schon im XII. Jhd. einige- 
mal ot Iqkq st oh luky; vgl. auch ot davq v% slavq, Ochrid. Ap. 
39. Weiter dann in den vlachobg. Urkunden: oh globq, oh pod- 
vodq, 1399 (Venelin. 19); dori do planinq, 1406; bezb volq mo- 
itastyrskqf ib. Noch häufiger sind derartige Beispiele im XVI. 
und XVII. Jhd. (vgl. Lavrov, Obz. S. 182). Nun bleibt die 
Schriftsprache gegen die Volkssprache hinsichtlich derartiger 
Umwälzungen immer etwas zurück, da sie mehr konservativ ist. 
Daher kann man voraussetzen, daß die DekL in der Volksspr. 
schon früher zu zerfallen begann. Es wird wohl zunächst von 
einem Dialekte ausgegangen sein. 

Man darf aber nicht glauben, daß die ehemalige Dekl. im 
Bg. ganz ausgestorben sei. Es haben sich vielmehr zahlreiche 
Überreste bis auf den heutigen Tag erhalten. So finden wir als 
direktes Objekt von persönlichen o-St. regelrecht den Gen.-Akk. 
Sg., z. B. Imala majka, imala ednogo sina Stojana; Majka sina 
ne rodi li? sestra brata ne Suva U? (Hiev, Sint. § 69f., Iva- 
nov, Sint S. 24). Aber selbst auch: poludi se pridpisame oh 
g. minislra na prosveStenieto. 

Solche Formen der o-St. finden wir, insbesondere wenn sie Belebtes 
bezeichnen, nicht selten in späteren hg. Denkm. als Casus gen. z. B. 
S98 togozi brata diakona: pri troego müia pri cara, selbst hVLch poide u ada 
<Lavroy, S. 183). Bei unbelebten seltener. Sonst haben wir jetzt z. B. 
Tqf m% podari edna kniga] majka mi ja boli glava. Ebenso als präd. Akk.: 
Izhracha go kmeU. Mene naricah Ivan^; Cherodeia naricat^ haita na 
iitoriata^. 

Ursprüngliche Dative haben sich selten erhalten, meist noch 
in Volksliedern und Sprichwörtern: prismi se mucha kotnaru; 
Stojam majci otgovarja; tnoli se Bogu! Begelrecht wird der 
Kasus gen. mit na gebraucht: vojnikU^ sluza na oieöestvoto, 
kazi na majka si! (selten majci si). Dagegen ist der Dat noch 



1. Für den Gen. werden auch andere Präp. wie za, po u. s. w. zum 
<!)a8us gen. gesetzt, z. B. hratt mu je ucitelt po i$tor%a (IvanoT, S. 41). 

24» 



372 

regelrecht beim Fron. pers. erhalten. Dialektisch und in späterem 
bg. Denkm. wird das na mitunter noch zu der alten Easusform 
gefügt: molba na roba tvoego na nikomu (Layrov S. 184—85). 

Alte Lokale haben sich als Adverbien erhalten: Ute, zime, 
gori, doli, dobre, di, mrchu u. s. w.: liU bezz drecha a zimi bezh 
chlebh ne chadi! 

Desgleichen auch alte In str.: sbogomz, tmlkotm, kradeikotm^ 
redomz, skrüotm, denemz, noMerm, skokofm, vikomz u. s. w., z« B. 
skrüomz go majßca sgodäa, skrüotm go majka ozmi (Iv. S. 25). 

3) Satzteilbestimmungen durch einen Casus obliquus mit einer 

Präposition. 

Präpositionen. 

Die Pnlp. hat bei sich entweder den von ihr abhängigen 
Kasus oder auch ein Adv. Das sind adnominale Präp. Es gibt 
auch adverbale, die zu Präfixen des Verbums geworden sind. 
Manche Präp. kommen in beiden Punktionen vor, z. B. po in |h> 
tmne und postaväi. Wird eine Präposition mit einem Nomen 
komponiert, weist sie mitunter eine Länge auf: patn^ gegen 
pomimiti, sqsedz u. s. w. (vgl. I S. 501); qtzH und vb; Ut pro 
und pro-, pd und pa-. Ihrem Ursprünge nach sind die meisten 
Präp. dunkel. In vielen sehen wir erstarrte Kasus eines Subst; 
sie sind meist später (einzelsprachlich) aufgekommen. 

Noch nicht erklärt ist das -dt in predbj nad^, podtj zadz (I 8. 453). 
Es wäre möglich, daß von aride, mredu u. s. w. (ygl. srtdbee, lit. szirdli) 
auszugehen sei. Nach einem iredtnt ,medius' hätte man ein predvn^ 
^anterior' zu pre {*per) gebildet, von dem sonst eine andere adj. Form 
kaum möglich gewesen wäre; weiter zadtnt «posticus* zu sa, podt^nt ,qui 
infra est* (so im Men. Mih., häufiger ist xspodtrit, vgl. b. spodni) zu po. 
So wie man z. B. neben nizbnt (häufiger dann niztüb unter dem Einflüsse 
des Komp. nize) ein niz^ u. dgl. hatte, so konnte zu den erwähnten Ad- 
jektiven ein predt, podt und analog weiter ein nad^ entstehen, wodurch 
modifizierte Formen zu pre, po, na erhalten wurden. Analog weiter auch 
zadb, das aber dann mehr substantivisch gefühlt wurde (wie auch tadt), 
vgl. na zadb, wie auch ein sredu, po sredu^ das Subst. sredt (vgl. b. ttred) 
neben sreda voraussetzt; zum Teile bemerken wir es hier übrigens auch 
bei den anderen Präp. Das » wäre hier also eigentlich das » des Akk.. 
der o-St. Man könnte freilich auch daran denken, daß das -i» mit dem 

1. Daß sredu in po «., das im Supr. häufig ist (vgl. Verf., Studien 
8. 53) ein Lok. Du. zu ireda wäre (Leskien, Hdb.« S. 104), ist mir nicht 
wahrscheinlich. 



373 

alten d in pozd^, pozde »spät* (vgl. preuß. pam-dau ,po8tea*, I, S. 78) zu- 
sammenhängt, da es sich aber bei nad^^ podt u. s. w. urspr. am räum- 
liche Bestimmungen handelte, während pozde temporal war, so ist der 
Zusammenhang kaum wahrscheinlich. 

Analog dem -(/» finden wir bei einigen -zs und zwar in tz9 (lit. im, 
preuß. is »aus^; vsss ,ava*f lit. ui (alt uitf, vazu 1612, Schleicher, S. 281) 
^hinter, für', die Identität beider Worte zeigt sich noch in Eompos. wie 
uzeimi ,orior* (de sole), ukimu ,nehme auf, let. üzkäpt ,hinauf steigen' {uz 
k&ku kdpt ,anf den Baum steigen', Bielenstein, 8. 237, 300). An eine 
Verwandtschaft mit v» ist demnach nicht zu denken (vgl. I S. 138, 338). 
Femer 2»ez(»), lit. bk, preuß. bhe, ai. hah-ii ,außerhalb', urspr. *be§h' oder 
*bhe§h] ni'Zb ,hinab*; prezt ,praeter, super*; raz»- ,di8-* nur in der Kom- 
position (wohl verwandt mit or- in raz-oriU), Über crez^^ r. cerezt neben 
dem älteren cre^t^ ,durch', lit. aktrsaa ,quer' neben preuß. kirsa {kirseha), 
gr. ijiixaQaiog ,schräg', dem b. skrze (dial. krz)^ hg. kr^z entspricht, vgl. 
I S. 356. 

Schließlich kommt neben dem -<^», -z» auch noch -n vor, das wir 
im b. prei (ab. pres) ,tiber*, lit. prcsz ,gegen wider* finden ; femer ist es 
auch im Aksl. pozdt^ 2)ozde ,spät' enthalten, vgl. lit. päs ,an, bei*. 

Eine andere Eigentümlichkeit ist das » im Auslaute bei den eben 
besprochenen Präp. auf -</», zs, -«s und bei einigen anderen wie oh, v», 
^. Berechtigt war es bei e/s, falls unsere Erklärung, die hier eine Art 
subst. Bildungen (wie etwa iredt) sieht, richtig ist, ferner bei v», S7> (vgl. 
I S. 138, 338, 339). Dagegen hatten die auf -zs ausgehenden wahr- 
scheinlich urspr. kein », also iz (vgl. lit. i«z), bez, vtz (trotz alit. tutu, 
dessen 2. u zu erklären ist), raz^ rot. Man findet nämlich noch im Aksl. 
Schreibungen wie r»si<*, iziti u. s. w., selbst auch iz-btrati^ razdeliti u. s. w. 
(man mußte ra-zdelüi aussprechen). Selbst auch be-stracha (I S. 386). In 
anderen Fällen entwickelte sich aber ein sekundäres vok. Element, daß 
infolge der Analogie nach anderen Präp. zu 9 wurde (wo eine Aussprache 
wie ra-zdeliti nicht möglich war). Hierher scheint auch ott zu gehören 
(vgl. I S. 296), wie aus lit. aUakyti u. dgl. geschlossen werden könnte. 

Präpositionen werden nicht selten verdoppelt, vgl. gr. nQo- 
TtQo, Sii. prdpra. So ist s^sh und v^v^ im Bg. fast allgemein; in 
manchen Dial. auch koch: koch Kosuvu. Zwei Belege führt 
schon 6 eitler aus dem Psalt sin. (S. XXIV) an: vo vt vikb, 
vb vb vikb 250, 251. In den vlachobg. Urkunden sind auch schon 
Belege (sza potokarm 1382). Seit dem XVI. Jhd. häufig. Im 
XVII. Jhd. s^s^, vovh, aber auch khkh (wofür auch iakb). Mit- 
unter auch beim Präfix, vgl. shstvari (1. c bei Geitler, andere 
Beispiele bei Lavrov, S. 213 f.); kr. ziz aus «m, r. sosb dial. und 
vavz; b. diaL zez Klatov, zezdolejika, zez Flzne (Kott S. 463). 

Es wurde auch ein pleonast. Gebrauch der Präp. konstatiert: die 
Präp. steht vor dem Subst., aber gleichzeitig auch vor dem dazu ge- 
hörigen Adj. So bes. häufig im Boss, and zwar gehen die Belege seit 



374 

dem XI. Jhd. z. B. t?» pecali byttt i?» veliee Vita S. Theod., b. ja za horouy. 
za vysokou^ iy za vodou, ta hlubokou (vgl. KozloYskij AfBl. Phil. 12^ 
S. 103). Wir finden es aber aach schon im Ab.: z ran z modryeh, En. 
Boimb. 73; 171; z ran z otvorityeh ib. 172; z ran z sinyeh ib. 178; z rai^ 
z krvavych ib. 174; na eeate na bezprdvnej\ ib. 277. 

Dieser Gebrauch ist wohl urslav. Analog finden wir es auch ia 
lit. Volksliedern. 

Die Präp. bildete mit dem von ihr abhängigen Worte eine sprach). 
Einheit, was sich besonders in akzentueller und lautlicher Hinsicht 
äußerte (vgl. I S. 888, 208 u. and.). 

Über die dial. Aussprache einzelner Präp. im B. wie z. B. / ütUch 
st. viUteeh u. dgl. vgl. Broch im Afsl. Phil. 18, S. 314. 

Im folgenden sollen die wichtigeren Präp. zur Sprache 
kommen. 

Dil ja u. deltma mit dem Gen. gibt den Grund an: aksL 
vhse vragz däja byvaatb, Supr. 330. 16 ; blhätanija dHhtna ,propter 
splendorem' ib. 253. 26; kr. zcUmdi osvetu, boga dil, Luö. 109; 
slov. mit za : za del njih revnosti, Pesm. 144; za tega del ^ideo'; 
khr. deho d'il'a, Act 1. 273; ap. (Bogurodz.): twego dziela Krzcziczela. 

dlja aus dtlja hängt wohl mit dem Subst. düja ,LängeV 
ab. die (dU) zusammen: ar. boga dlja; i dlja stracku dobgv^ 
ognja . . . (Busl. ^ II S. 278, nach ihm ist dlja aus delja ent- 
standen); dial. auch zlja für dlja, p. dla swego zywota, tego dla, 
Flor. ps. auch zadla; os. (eehodla, jejedla, nasedla u. s. w.); b. 
die, ab. ne tnilovdnie dU, aleproto, ze; in der Schnftspr. ist die — 
jpropter' von pro verdrängt worden, nb. die — ^uxta, secundum^ 
(vgl. Geb. Slovn. I S. 256). 

Von dl^g^ ,lang< und den damit zusammenhängenden dlje 
n. ,longitudo* (vgl. auch düja) werden auch mehrere Präp. ge- 
bildet: aksl. podhgz, podl^gu, s.-kr. poltgt, polag; slov. poleg, r. 
podli, vzzU, p. podiug, tvediug, wele, tmeU, wedla, sorb. podla, b. 
podle, vedle (ab. -dli). 

äre8^ ,über, durch' (sowie ^e^r»), vgl. lit skirsas ,quer', unter 
dem Einflüsse von j)rez^ oder skvozS, skoze auch örizb; imter 
demselben Einflüsse auch die Nebenform mit der Tiefstufe: b. 
skrze (ab. skrze), akrz, bg. krhzZy mit den Kontaminationsformea 
r. skroz^, slovak. kroz, p. ekrod (vgl. I 328 u. 356). 

Sowie prezh hat auch creB^ (crezb) in denBelben Funktionen bei sich 
den Akk.': ksl. ne precoditt nan crest Jordam, Pent. Mih. (Num. 82. 5); 



1. Die auf 'Airez», At»z» zurückgehenden Formen bezeichnen den Raum^ 
durch den eine Bewegung vor sich geht. 



375 

slov. cr^z reko; crez mero ,übermäBig*, crez ailo ,allzayiel', crez aedem Jet 
,nach 7 Jahren'; daneben auch cez und krez : km red fübermäßig* 
(PleterSn. I S. 466); s.-kr. kroz kosti joj trava pronieala, Pjes. 2. 5; pro^ 
iao t kroz 8ito t kroz reieUt^ Sprichw., kr. criz\ r. cerez tym pereskakivaUf 
Byb. 1. 35, dann auch akrozb^ klr. kruz, akroi, kroi\ p. ikröi, toskröi : 
-wywiereii dziur^ wskroa przez grubq aeian^ (auch uj$klo»)y b. sloyak. pre- 
smykol 8a cez kfucovu dierku neben krex, sonst ab. ikrzi und jetzt skrz$y 
ikrz, dial. (mähr.) akroz (Kott, III, S. 391). Vgl. auch bei akvotc. 

do jbis', vgl. as. tö, ahd. zuo, alat en-do, indigena (*endo' 
gena), gr. -de (oVaov de), av. da. Es wird nur mit dem Gen. 
verbunden und bezeichnet 1) die Grenze, bis wohin sich eine Hand- 
lung oder ein Gegenstand erstreckt Der Anfangspunkt wird mit 
otb ausgedrückt: aksl. do vrhcha i'cog avta Jo. 2. 7; do nebese, do 
ada ji'wg^ Mat. 11. 23. Vor do kann auch doze, doze i, doH 
(dori, deri, der I S. 377) stehen, 8.-kr. neben dori auch tija, ija, 
6a, slov. iija ,bis*, klr. az, daz u. s. w. 

Häufig haben wir do bei einem mit do präfig. Verb. : doiti do Efrtda, 
Snpr. 432. 21; s.-kr. pjesma ide od usta do uata. Es kommt mitunter die 
Bichtung zum Ausdrucke: r. my Ichali vmesfe do goroda ,bis zur Stadt^; . 
do cerkvi provoditt kogo «bis zur Kirche*; im P. selbst auch idi do ojca; 
rzeki Jeden do niego Luc. 9. 57; ebenso im Os. u. Klr.; auch ab. in dem 
dial. gefärbten Wiener Ev.: Jdite brzo do kupcöw, Mat. 25. 9. 

2) Die Grenze kann zeitlich sein: 2kü.pojachq do polu noäti, 
Supr. 51. 20; so in allen slav. Spr., vgl. r. otb kolybdi do mogily 
,von der Wiege bis zum Grabe'. 

3) Die Grenze wird so aufgefaßt, daß sich die Handlung 
(insbes. eine Bewegung) noch auf dieselbe erstreckt: boUznt do 
samichz udovh dochode^ti, Supr. 66. 26; 8.-kr. da ja idem do 
Prilipa grada^ Pjes. 2. 65. So kam es, daß in den westslav. 
Spr. do mit dem Gen. st. v mit dem Akk. gebraucht wird ; auch 
im Klr. Im Ab. bezeichnete: Bfetislav jel do kldHera noch ,B. 
ritt gegen das Kloster hin* (Richtung), jetzt heißt es ,ritt ins 
Kloster*. 

Auch als Präfix bezeichnet das </o- einen räumlichen oder zeitlichen 
Grenzpunkt, zu dem die Handlung gediehen ist, mitunter auch den Ab- 
schluß der Handlung selbst: dobignqti ,cnrrendo consequi', doüiy doehoditi 
,pervenire*; doztduti ,exspectare* (exspectando consequi';, b. dokofuUi ,yoll- 
enden, sterben' u. s. w. 

izz (vgl. oben S. 373) nur mit dem Gen. drückt 1) den 
Ausgangspunkt einer Handlung und zwar als aus dem Innern 
des Gegenstandes ausgehend aus. Mitunter handelt es sich auch 
nur um eine ideelle Bewegung. Das Verbleiben im Innern wird 



376 

dagegen durch v^ mit dem Lok. ausgedrückt. In weiterer Aus- 
bildung bezeichnet es, daß von einem Gegenstand aus eine Be- 
wegung stattfindet, so daß es sich dann mit oU deckt. Da das i 
abfallen konnte, ist das zb mit sz in einzelnen Spr. vermengt worden. 

Aksl. iz ustz ndadenedb ,lx aTOfioroQ . .' Cloz. 21; s.-kr. 
Mdaride küa iz oUaka, Pjes. 3. 8; slov. iz uma je ,er ist von 
Sinnen', Volksl. 2. 89; r. pribyh izh Moskvy. 

In den westslav. Spr. ist jetzt z (s) : p. z polska, z ruska, 
z cudzoziemska; ns. ze ZgoreVca ,aus Görlitz'; os. s kraja wupo' 
kazaö ,au8 dem Lande verweisen', b. jde to jako z vody. 

Der Gegenstand ivird als ein Ganzes aufgefaßt, von dem ein 
Teil genommen wird: b. jeden z naäich zndmych; als ein Stoff- 
name: aksl. vr^hpz is kamene, Cloz. 886, b. nddoha ze zUUa. 
2) Der Ausgangspunkt betrifft die Zeit: aksl. izb junosti tnoej^, 
Luc 18. 21 (Mar., Zogr. Ass. u. Sav. haben hier oh); b. zttra 
(—0 fitra) ,morgen'. 3) Den Grund: s.-kr. da su ga iz zavisti 
predali; r. izz milosti prinj<M kogo, p. ämieli si^ z niego, Mat. 
9. 25; b. sdm lidi z toho trestcU. 4) Art und Weise: aksl. ispolu 
nmrhtvimse ,nachdem sie ihn halb getötet' Supr. 28. 29; p. 2: serca, 
b. zhusta ,dicht', züplna ,vollständig' u. s. w. 

Es tritt auch vor andere Piüp.: m za, izh mezdu, izz podz. 

Als Präfix kommt es im Aksl. und Südsla?. überbaapt, bei nur ver- 
einzeltem Auftaueben des t*y-, in der Funktion dieses letzteren vor; im 
K. neben ry-; m den westslav. Spr. ist es seltener, da bier ry- vorwiegt. 
Im allgemeinen bezeicbnet es eine von innen beraus gebende Bewegung: 
aksl. izcesti ,educere*; p. xhawiö, b. zbaviti »erlösen, befreien*, zow^i ,exuere*. 

kromi mit dem Gen. ,außerhalb, außer', eigentlich ein Lok. 
Sg. zu kroma = ,kraj, Rand', das sich im R. und Os. erhalten 
hat : aksl. da ne poszletz ichz krome strany Marc. 5. 10; s.-kr. 
krom, okrom; r. nidego ne estz kromi chliba; p. kto bogiem kro- 
mia hoga naszego, Flor. ps. 17. 34; okromie tego ,praeterea', b. 
kde by krome lidi bydlilj Hrad. 3 b ,abseits'; kromi kostela 
,außerhalb der Kirche'. 

kz ist jedenfalls verwandt mit ai. kam nach einem dat. com- 
modi z. B. kdsmai kam ,zu wessen Gunsten', vgl. auch noch r. 
mni'ko, mni-ka jUiir*, nach einem Lnper. ko {ka), lit -ä(i), gr. 
xev, x€, xa, xö (Brugmann, Kurze vgl. Gr. S. 620). Das kz 
kann auf *qom und ^^71 zurückgehen, hat bei sich nur den Dat 
und drückt 1) den Gegenstand aus, nach dem eine Bewegung 
oder Handlung überhaupt gerichtet ist Nicht selten steht es 



377 

demnach statt des bloßen Dat.: aksl. glagolaaäe kh n'itm .nQog 
aviov . / Luc. 8. 4; s^b^ra^^ s^ kb n'emu, Marc. 7. 1; prVcosneh 
^q k njemu, Supr. 13. 29; 2) den Zweck: aksl. si boUmt nesth 
kz ^mrUi m o slavi bozii . . Jo. 11. 4; b. voda k pitl, k vüli 
tobi ,dir zu liebe', p. czlowiek ku pracy stworzan; tobte k woli 
(gwoli). Als Präfix kommt es nicht vor. 

mezdu ist ofifenbar ein Lok. Du. von mezda, während das 
p. mi^dzy, älter miedzy, b. mezi als ein Lok. Sg. aufgefaßt w^erden 
kann; also ,an den beiden Grenzen* oder ,an der Grenze*. 1) Mit 
dem Akk. bezeichnet es die Gegenstände zwischen welche eine 
Bewegung vor sich geht: aksl. pride na mor'e galüejsko mezdju 
predely dekapolsky, Marc. 7. 31; s.-kr. meäu turke vatru oborüe, 
Pjes. 3. 17; slov. üi med Ijudi; r. meist der Gen. dabei: mezdu, 
mezJi; p. ni£U by na dw6r wyszedl mi^dzy ludzie; ap. miedzy; 
OS. b^ez aus m'ez, ns. mazu; b. mezi (schon ab.); für mezdu auch 
pomezdu und jyromezdu, p. pom^dzy. 2) Mit dem Gen. im B. 
und in den aus R. stammenden ksl. Quellen. 3) Mit dem Listr. 
die Gegenstände, zwischen, luiter denen sich etwas befindet: aksl. 
koliko rastoj^ mezdu sobojq, Supr. 33. 17; s.-kr. teäko je mudro- 
mu medu budalama, Sprichw., so auch in den and. Spr.; auch 
die Zeit» während der etwas vor sich geht Analog auch bei po- 
mezdu, promezdu. 

mimo zu mincfti (I S. 429), mit dem Akk. bezeichnet es 
dasjenige, an dem sich etwas vorüber bewegt, dann außer, gegen : 
ksl. mimo trzffb voditb ,praeter forum ducit*; so auch sonst; mit 
dem Gen. in einzelnen slav. Spr. dasselbe: s.-kr. slov. r. p. sorb. 

na vgl. gr. iiva, got. awa, ahd. ana, an (I S. 77 u. 309) 
,auP, hat den Akk. und Lok. bei sich, wie wir es auch bei ava 
finden, a) mit dem Akk. bezeichnet es 1) den Gegenstand, nach 
dem eine Bewegung oder Handlung gerichtet ist, wobei zunächst 
seine Oberfläche in Betracht kommt Aksl. na grobb pridoä^ 
Supr. 418. 27; vbzbrüe na phtic^, Mat 6. 26; 8.-kr. kad je kozi 
dobro, ona ide na led, te igra, da se raidepi, Sprichw., p. siadaS 
na koA, b. patriti na kvttky; 2) die Bewegung oder Handlung 
kann in feindlicher Absicht vor sich gehen: aksl. eko na razboi- 
nika li izidete . . Mat 26. 55; na vladykq viäte tvorqtb rabi, 
Supr. 318. 2; 3) den Zweck: se lezüb ma padenie % na vbsianie 
mbnogomh, Luc. 2. 34; p. Ai^o nta uszy na stuchanie, nieck slucha, 
Marc. 4. 24; b. Mi jsme na jahody; 4) die Art und Weise: r. 



378 

vypivajeih na jedinyj duchz ,auf einen Schluck*, Ryb. 1. 177; na 
stesb ^sperrweit* (oflFen), p. 8t(Klo wpadlo na szyj^ do morza jpraeceps'y 
Mat 8.32; b. na pfiö ,der Quere nach*, na rychlo ,8chnell* u. s. w^ 

b) Mit dem Lok. steht es ab und zu statt des bloßen Lok. 
Tgl. vis^ti povelenhemh na vodachz Cloz. I 564 (sonst bei viseti 
auch der bloße Lok., S. 369). Es bezeichnet dann überhaupt 
1) den Ort, auf oder an dem sich etwas befindet oder vor sich 
geht: ne dobro li semq silh est na sele ivoeinh, Mat 13. 27; s.-kr. 
bog na nebu a car na zemlji, Sprich w.; slov. sreöa na raspotji 
sedi; r. na sviU semt; p. na äwiecie {w äwiecie), na und we TF^- 
grzech, na Rusi; b. na Moravi ^n Mähren* eig. urspr. ,am Flusse 
March*, na sveU; 2) den Ort, wo etwas hingelegt wird bei poh- 
ziti, postaviti, sisti, leäti, pasti u. dgl., wo jetzt meist der Akk. 
steht: aksl. i postavi i na kriU crtkvtneemh, gr. jedoch iaTfjaev 
ifti To TTteQvyiov . .* Luc. 4. 9; padz na zemi ,nea(ov e/vl rrjg y^g^,^ 
Marc. 9. 20; 3) die Person, von der man etwas fordert, die man 
fragt u. s. w.: s.-kr. ni na niht tribovcUi öesa, Mon. serb.; r. bratt^ 
na kotm denhgi (Busl. ^ 2, S. 283); p. darow na przezunnnych 
nie brai jest, Flor. ps. 14. 6, b. bei prositi, zddati, ptdii, tdzati; 
4) Art und Weise: aksl. vzzq na gode ,satis* Supr. 29. 25; s.-kr. 
na jednom se volu ne moze orati ,mit einem Ochsen* . . . Sprichw. ; 
r. lezatb na spin^, h.na rukou nositi; 5) zeitlich: aksl. na mnoze 
pomolivz 8^ ,diu precatus*, Supr. 90. 3; r. na sichz dnjachz; p. na 
poczqtku bylo siowo; b. na jare. 

Als Präfix beim Yerbam zeigt es häufig 1) die Bed., die beim Akk. 
u. Lok. angegeben wuide: naakakati na kogo ^insilire*; 2) den Eintritt 
einer Handlang: s.-kr. navrtjeti, b. navrtati ^anbohren*; 3) Intensität: b. 
nazehrati ,Tiel erbetteln', bei reflex. Verben, daß die Handlung bis zur 
Sättigung vollführt wurde: aksl. napäi 8^ ,satis bibere*; s.-kr. naghdati 
se; mitunter wird durch na das Verb einfach perfektiv: s.-kr. namoUti 
,erbitten*. 

Ferner deminuiert es Adj.: s.-kr. nogluh ,subsujduB*, p. nubieluchng, 
b. nähluchlg, ndzlutiy, es steigert sie aber auch: b. ndramny: darauf ba- 
siert wohl die Anwendung des na- als Komparativsuffix, woraus auch 
naj' wurde (vgl. oben S. 74). 

nad^ (aus na + dz vgl. S. 372). a) Mit dem Akk. drückt 
es aus 1) daß über einen Gegenstand oder auf ihn eine Bewe- 
gung stattfindet oder eine Handlung gerichtet ist (wohin?): aksL 
uztrite ang^ely vbschode^t^ nadz syna dlovedbskaago , Jo. 1. 52; 
pride nadz n't ,xar avtov^ Luc. 10. 33; s.-kr. brat brata nad 
jamu vodi, pogleda nada se ^haute über sich'; b. slunce vyslou- 



37» 

pilo nctd horu. Im P., Klr. und Slovak. in derselben Bed. auch 
po nad : p. po nad oblok wzniösl siq orzei; 2) aus der lokalen 
Bed. entwickelte sich die des Übertreffens (vgl. d. ,er ist ihm 
über') bei Vergleichen, daher häufig beim Kompar.: 8.-kr. dancis 
nema nada me junaka; nema udenika nad vdiidja svojega ni 
sluge nad gospodara svojega (Daniö. Sint S. 517); klr. je rozum 
nad rozum; p. dzieje mi si^ nad moje zashigi ,über mein Ver- 
dienst^ Koch. 1. 165; nad änieg ubielon bede, Psalt. flor. 50. 8; 
zßdntejsza nad ziato ib. 18. 10; b. neni uöedlnOc nad mistra; div 
nad divij; o radosti nad radost! hafe nad höre! nad miruj draz- 
H nad zlato, nejbohaUl nade väecky (Geb. S. 362); 3) bei Zeit- 
begriffen ,gegen': bg. nadz vecerz, so noch klr. u. b. b) mit dem 
In Str. des Gegenstandes, 1) über den sich etwas befindet oder 
geschieht: aksl. stavh nadz n'ejq Luc. 4. 39 (Zogr.); s.-kr. nad 
njima se tri oblaka viju; slov. nad mlinam stanuje, Yolksl. 2. 43; 
klr. stanu nad vodoju; p. nid>o jest nad nami; ns. nad nama, 
b. slunce stoß nad horou; im R u. P. auch po nad^ : r. pustih 
sträu po nadh zemleju, Afan. 1. 54; 2) worüber man gesetzt ist 
(fierrscherverhältnis), wodurch man psychisch affiziert wird: aksl» 
nadz mnozimi t^ postaüjq Cloz. II 20; shzf/ upustajeii nadz- 
mrUfTbrnz, Supr. 345. 19. 

S.-kr. da on earuje nad nama; osveta djevojke nad momkom ,Bache 
an . .^ stetinja nad acetinjama (ygl. beim Akk.), slov. gospodovaii nad 
njimi (Met. S. 254); r. vy vUutny nado mnojuj Turg.; dumaity truditb»ja 
nadb cem9, im^atbsja, rugati>$ja nadh kernt; p. nie cheemy^ ie hy len miat 
krolowaö nad nami, Lac. 19. 14; os. ns. b. pamatovati nad kym; radovati 
se nad cim; krdl nctd kräli; ab. aucb kräeny nad eyny clovecimi. 

In der Eonipos. analog, ferner bezeichnet es den Anfang und die 
Deminution der Handlung: aksl. nadzUzati, uadtstojati inixtlaOai ,instare'; 
p. nadgnic ^anfaulen*, nadgniiy; über ab. nadjednejii vgl. S. 75. 

^112?^ aus ni + zi>, sowie prezT» u. s. w. (S. 373); vgl. ai. nt 
^nieder, hinein' ni sad- ^ich niedersetzen auf etwas'; ahd. nidar. 
Das I in niz^, das eine Länge voraussetzt, konnte unter dem 
Einflüsse des vys- in vysoki u. s. w. entstanden sein, falls es erst 
auf slav. Boden entstand (vysokh aus ^üpso-ko-, vgl. ahd. af ,auf). 
Mit dem Akk. ^hinunter, hinab', ksl. nizt brigt ,den Berg hin- 
unter', bg. niz gora zelena, Milad. 8; s.-kr. roni suze niz bijelo 
lice, Pjes. 2. 1. 

und obh muß wegen der Bed. mit dem d. um, ahd. umbi, 

gr. o^9>/, lat. am-f atnb-, ai. abhi-tas ,auf beiden Seiten' zusammen- 
gestellt werden. 



380 

Darnach wäre von einem *ipbhi (neben ^amhht) oder von einer 
schon ursprachlich durch Verlust des t entstandenen Parallelform *fnbh 
{auch ahd. umbi wohl ans umb + bi ,beiS vgl. Brugmann, Kurze vgl. 
Or. S. 468) auszugehen. Die Grundbedeutung war ,auf beiden Seiten', 
dann überhaupt ,um'. Daraus könnte im Slav. ob (nach I S. 340) ent- 
fitehen, das einerseits zu o führte (wohl zunächst in den Gruppen ob + b, 
ob + p) andererseits zu o6» (vgl. oben S. 373). Erhalten hat sich das ob 
noch in Kompositis wie ob^ti ,erlangen\ vgl. auch ob noih u. s. w. Brug- 
mann geht von *obhi aus, wovon er auch got. 6/, ahd. bi (vgl. jedoch 
*ili'bht\ ai. abhi ableitet (1. c. S. 467). 

0, oh a) mit dem Akk. bezeichnet es 1) den Gegenstand, 
um den etwas geschieht, so ist die weitere Präp. okolo aus o und 
kolo (um den Kreis, um -herum) entstanden, von der o hier meist 
verdrängt wurde, femer okrtstz, okrqgz, ksl. noch tisteätimh se o 
stdh mnozemt ,als sich viele um den Stuhl drängten', Men. Mih.; 
b. pomditi hosti o stül ,um den Tisch herum' (= okolo stolü); 
2) dreht sich die Handlung um einen Gegenstand, so ist er oft 
der Grund, die Veranlassung derselben: aksl. o matizrm moi me- 
tas^ zrebij^ Jo. 19. 24. 

S.-kr. zavadi se majka i djevojka ne o grade ^ ni o vinograde, ve6 o 
jednu tananu koiülju^ Pjes. 2. 7; slov. t obeti nafje im nezem o zcepafgenige 
ieUz nafieh, Freis. II 38 — 40; ob to ,ideo*, Trab.; r. oni bilisb iutz sz nimb 
obz velikij zakladz; ,um eine große Wette', Eir. 2. 41; p. miecqc o nie 
(odzienie) los, Marc. 15. 24; os. to wo hiowu die, ns. iie plac ty wo tego; 
b. mluviti, priti se, pracovati, starati se, stati u. s. w. o nico ; büi, jde . . . 
c neco. 

3) Der Begriff ,um' ist zu ,bei, nahe, in' abgeschwächt 
worden: aksl. o desnqjq ,zur Rechten'; ob om poh jTtiqav, an 
jener Seite, jenseits*, ab. oh onu stranu ,jen8eits' od. ,hinüber'. 
Insbes. bei den Yerbis des Berührens: aksl. da ne prethknesi o 
kamenh nogq svojq Mai 4. 6 (Zogr.); aäte t^ kbto zauäih o des- 
nqjq lanitq, Supr. 307. 7. 

R. brosilz om jego o syru zemljuj Ryb> 1. 105; b. uhodil se o stäl, 
hodil Jim o zem: 4) die Art und Weise: aksl. otai ,clamS s.-kr. opet ,ite- 
rum*, klr. oproc ,praeter^ und das Maß : p. o wios ,um ein HaarS o k^s, 
b. o vlcu, o mälo u. s. w. 

5) Die Zeit, welche hindurch, dann auch wann überhaupt 
etwas geschieht: aksl. ob noäth vhsq truzdhäe 8^ ,dv oXriq virAzog^y 
Luc. 5. 5; s.-kr. ob dan Omer u tavnici spava, Pjes. Juk. 472; 
slov. ob den ,interdiu', r. o tu poru na sviU ne zivdU (Dal'. 243); 
ab. ob den ^n einem Tag, im Laufe des Tages, untertags* u. s. w., 
jetzt heißt es jeden zweiten Tag*, ebenso ob rok, ja auch ob dum 
u. s» m^l b) mit dem Lok. kommt nur o (nicht ob^) vor und be- 




381 

zeichnet 1) daß um einen Gegenstand herum etwas geschieht oder 
sich befindet (diese Funktion wird jetzt meist durch okoh mit 
dem Gen. ausgedrückt): aksl. sqHifm vh Ijudii o Christi Isusi, 
Cloz. n 56; ab. rytßrstvo shmulo si o Jiexandrovi ,um den A.* 

2) In übertragener Bed. bei glagolati, ispytati, slyäati u. dgL 

3) Analog wie oben den Grund, die Veranlassung: radosti isplth' 
nm 8^ pokaanii ichz, Supr. 81. 20; o slovesi tvojemt vtmiätju 
mrize yijti t(^ ^tj^iotL aov . J Hom. Mih.; r. o derm ne ide^ 
,cur non is?' (Busl. *, 2, S. 284); 4) aus dem ,um' ist ein ,bei'^ 
^n' u. dgl. geworden: jezero, o njemtze i gradz Shtvorem bysth, 
Supr. 67. 6; slov. pesek oh morju ,der Sand am Meer*, Rayn. 
1. 335; insbes. auch bei den Verbis des Berührens: potikq s^ a 
nakovdU, Cloz. I 780 (früher in solchen Fällen der bloße Lok.); 
5) Art und Weise: aksl. letu kontöavbiu o takoj sluzhbi, Supn 
208. 29; da pokajett sq o chlebi i o vodi, Nom. bg.; p. chodzi o 
kiju; daraus dann 6) die Qualität (dasjenige, womit etwas ver- 
sehen ist): r. pesz rodisja o äesti nogz, Per. 46. 30; p. tooz <y 
dum, czterech kolach, b. kordb o äesti veslkh; 7) die Zeit, um 
die, in der eine Handlung vor sich geht: s.-kr. anijeg pade o 
Burdevu dann, Pjes. 1. 311; sIoy. oh dvanaßti uri, Volksl. 3. 113; 
p. piqtku, äwi^gm Michale; b. o poledni, o poledndch, o sva- 
Um Havle. 

Die lok. Bed. zeigt sich vor allem aach bei der Präfigiemng: aksL 
obäi {viti) ,umwickelnS obiti {itt) ,xvxXoih^^ azirati ,circumspicere'. Da- 
neben noch andere Nuanzierangen , z. B. eine einschränkende Bed. beim 
Ad.: p. obstary ,ältlich* u. s. w. 

oH hängt wohl trotz der abweichenden Bed. mit ai. iti, 

und weiter mit gr. m, lat. et, goth. iß, id zusammen (urspr. alsa 
*eti, *oti) und zwar hauptsächlich wegen ai. ati-rikas, aksl. *o^- 
lekh ,Über8chuß, Überbleibsel*. 

Wegen des lit. at in ät-veriu u. s. w., femer wegen aksl. otäi, Part. 
ohh, ohdz neben othibh^ otbhdz^ ochoditi neben ot^hoditi, otrokb u. s. w. 
scheint es ein Vorslav. ot gegeben za haben; daraus dann oU (I S. 296^ 
wo freilich der Zusammenhang mit ai. dii n. s. w. geleugnet wurde). 
Daher dann r. otozvatb, p. odegwaS^ s.-kr. odazvaU u. s. w. Meillet geht- 
von urspr. Doppelformen aus, slav. ofo und ot, lit. ata und at (^tudes, 
I S. 157). Im Klr. eine sekundäre Länge vöd, jfod, ytJ, vid (I 211 u. 91). 
Unter dem Einflüsse von nad^, pred^ ... ist im S.-kr., Slov., Klr., P. und 
B. daraus ein od geworden (Baudouin de Courtenay und Oblak, 
Afsl. Phil. 19, S. 330). Im Ab. taucht od schon Ende des XIII. Jhd. 
auf, ot hat sich noch in otevrüi, otvor erhalten (Geb. I S. 326). 

oth hat nur den Gen. bei sich und bezeichnet 1) den Aus- 



382 

gangspunkt einer Handlung, dann eine Trennung überhaupt, 
daher bei den Verbis lösen, fliehen, abwenden, befreien u. s. w., 
leer, rein . . . (mitunter st. des bloßen Gen.), weiter dann auch 
entfernt sein, bei kompar. Ausdrücken: aksl. dvizem ot zembjq, 
Supr. 449. 1; izbavy ny otb nepriezni, Mai 6. 13; s.-kr. odvdli 
kamen od prata, Mai 28, 2; slov. reäi nas od zlega (Metelko 
S, 244); r. hegatt otb Ijudej; p. broA od Iwöw; wiem ja to lepiej 
cd ciehie; os, Vekarstwo wot zymnicij; ns. icot Grodka; b. zbav 
nds od zl&io (st. zUho)\ 2) den Ursprung und Stoff: aksl. otb 
Nikopolja he, Supr. 204. 8; t sztvori bföb otb vrbvii, Jo. 2. 15; 
fi.-kr. nif si junak, niV si od junaka, Pjes. 2. 347; r. rodüsja 
ct% hednychb rodüelej, b. däm od kamene, klenoty od data a 
s^bra; 3) Ausgangspunkt der Zeit: aksl. otb sblozeniS mim, p. 
od miodoäci, od poczqtku äwicUa u. s. w.; 4) der Ausgangspunkt 
der Handlung kann eine Person sein (pass. Urheber): aksl. simb 
ctb Josifa reöenomb ,his ab Josepho dictis' Supr. 344. 7; sonst 
wird der Grund ausgedrückt: r. ne znah dto delcUb otb radosti; 
5) bei partitiven Ausdrücken: aksl. cii otb mnogyichb ,quidam e 
multis', Supr. 117. 20; s.-kr. od nas niko ne pogibe, Pjes. 3. 31. 
Als Präfix bezeichnet es ebenfalls 1) eine Trennung: aksl. ot^beg- 
iufti, 2) ein Beenden der Handlang: aksl. oHpUi ,cantum finire', 3) ein 
Erwiedern, ein Zurückführen des Gegenstandes in einen früheren Zustand. 

Po, lit pa, po, ursprachl. apo, *po, vgl. lat pono aus po- 
s{i)no (pO'Situs), alb. pa ,ohne, un-^ av. pa, gr. aitö, ai. dpa. 
Als Präp. hat po bei sich den Akk., Dat u. Lok. a) Mit dem 
Akk. 1) den Raum, über den sich die Handlung erstreckt: aksl. 
obrazy zlaty postavbjq ti po vbs^ grady ,per omnes urbes*, Supr. 
1. 17; 2) dasjenige, wobei man etwas ergreift, hält u. dgl.: aksl. * 
po prbvyj s^ j^ dinb ,er hielt an der ersten Regel fest^; bg. po 
tu go udrüa, Milad. 3; 3) die Grenze im Räume und in der 
Zeit: r. po koUna, po grudi vb zemlju ugrjazb, Ryb. 1. 39. 224; 
p. po tiszy w dtugach taz. 307; b. jest u vode po pds; 4) Mit 
dem Pron. interrog. od. rel. den Grund: aksl. po dbto? po nje, 
po njeze ,quia*, s.-kr. po nje, ponjevare ,quoniam* Mon. s.; slov, 
po kaj ,cur'. Trüb.; r. po dbto? p. ^w co; 5) nach Verbis der Be- 
wegung, was geholt, gebracht wird: r. posla po Varjagy Nest.; 
p. a ja nie toiem, po co jad^, Pieä. 41 ; ab. dsar poslal po krdle, 
zena priäla po vodu; 6) die Zeit, über die sich die Handlung 
erstreckt: po vbs^ öasy Supr. 102. 11; b. po ^fi leta u. s. w. 

Man merke noch slov. po kraljevo bogat ,königlich reich' u. and. 




383 

b) Mit dem Dat. 1) zunächst wie a) 1): aksl. plavah po 
iftaru, Supr. 87. 1; er wurde dann immer mehr und mehr vom 
Lok. verdrängt; 2) Analog wie bei a) 2): aksl. bijaäe i po chr^ 
bhfu, Supr. 130. 18; 3) wem etwas entspricht: aksl. po zapovi- 
detm boHjarm zitije priprovodivhäe, Supr. 424. 9; daraus wird 
die Art und Weise: aksl. po vhsemu sfbkaza jemu ib. 400. 9; 
slov. po du deti ,pos8umdare*, Habd.; p. po pa'Asku, po polsku; 
b. po öesku, po staroddvnu, vgl. lit po visdm ,gänzlich'; 4) distri- 
butiv: aksl. prij^^ po pen^zu, Mat 20. 10; c) mit dem Lok. 

1) den Gegenstand hinter und nach dem eine Bewegung statt- 
findet: hinter, hinterher, nachS aksl. po tmni üi, Mat 16. 24; 

2) den Grund: aksl. ialova po Lazari i Ijudi^ Supr. 283. 26; 
p. po bracie w zaiobie chodiS, 3) die Zeit, nach der etwas ge- 
schieht: aksl. ni po koliceckb mis^cichz . . Supr. 129. 25. 

Sonst auch häufig in den Funktionen des älteren Dat. 

In der Komposition kommt es auch als pa- vor (I S. 501 und oben 
S. 372). Aus der distrib. Geltung entwickelte sieb jene, die die Bed. 
«teigert oder die deminuierend wirkt. So wird schon in den ksl. Denkro. 
das po dem Positiv, mitunter auch dem Kompar. vorgesetzt: pobogah 
,ditior*, Bell, troj., polepia ib. Im Bg. bildet pn, dem Pos. vorgesetzt, 
regelrecht den Komparativ (S. 73); s.-kr. poizderan ,ein wenig zerrissenS 
pokraiak, poveliki ,8atis magnus* ; r. sbtffaj poskoreje ,8chneller' ; p. opodal, 
b. opodäl ,ein wenig weit*, b. pomodraly^ os. pohorki ,etwa8 bitter*. 

Als Präfix beim Verb drückt es eine der Zeit oder dem Baume nach 
unterbrochene, d. h. zu verschiedenen Zeiten oder an verschiedenen Orten 
vor sich gehende Handlung ans, eine Beschränkung der Handlung, sei es 
der Zeit oder dem Grade nach neben anderen Funktionen. 

pod^ ,unter' (vgl. S. 372) mit dem Akk. und Instr. a) Mit 
dem Akk. des Gegenstandes 1) unter den eine Bewegung ge- 
schieht, woraus sich weitere Modifikationen ergeben: aksl. podf»- 
stlavb pod^ nogy icH bdgzrinicq Supr. 5. 13; b. Olomouc sluSela 
pod biskupa deskSho; 2) die Zeit, gegen welche, während welcher 
etwas geschieht: s.-kr. pod rede : slov. pod noö, pod veöer, p. pod 
czas, pod czas sejmu, b. pod veöer; b) mit dem Instr. den Gegen- 
stand, unter dem etwas ist oder eine Handlung vor sich geht im 
Gegensatze zu nadz : aksl. nest^ ognt podh zemljejq, Supr. 98. 6 
(klr. und p. mitunter auch po pod); daraus das Untertanen Ver- 
hältnis: aksl. cizh esmh ölovikb pod^ vlastely uöin'em Luc. 7. 8; 
die Zeit, in der eine Handlung vor sich geht 

Als Präfix drückt es eine unter etwas sich vollziehende Handlung 
aus, daraus entwickelten sich auch die Begriffe ,heimlich' und ,im ge- 
ringeren Grade' neben anderen Nüanzierungen. 



384 

pre- entspricht dem lit per^ got. fair, lat. per. Als Präp, 
inirde es von prizb, prisb verdrängt Nur im R, Os. und Ns.^ 
femer im Slovak. kommt es vor und zwar nur dort, wo das B. 
und zum Teile das R. pro hat. Man kann wohl nicht annehmen, 
daß es sich lautlich aus pro entwickelt hätte, eher ist anzu- 
nehmen, daß sich pro- mit pri- zunächst als Präfix in gewissen 
Fällen berührte (z. B. b. proöisti und predisti knihu ,durchlesen^ 
u. s. w.), daß hier pri verallgemeinert wurde und dann sich auch 
als Fräp. geltend machte. Für diese Erklärung spricht auch das 
Slov., wo man noch prodaii daneben auch schon predati (und im 
Osten selbst auch oddati, s. weiter unten) hat. Das pro wurde 
dann auch in anderen Verbindungen verdrängt, wie in p. przeciw 
gegen b. proti u. and. 

Da pro nur den Akk. bei sich hat, so mußte er auch bei 
pri vorkommen, z. B. p. prze moje wrogi uczy^ droge moje, Flor, 
ps. 5. 9; karz je pan prze ich zdrady, Kochan.; os. pfe swoje 
diedi piakad (häufig mit pnrez verwechselt, Liebsch § 74), ns. 
päe to ^deo'; slovak. pre. 

Das als Präfix in allen slav. Spr. vorkommende pri- bezeichnet, daß 
eine Bewegung durch einen Baum oder über einen Gegenstand stattfindet 
(▼gl. lit. per mit dem Akk. ,durch, entlang*), woraus sich verschiedene 
Modifikationen entwickelten, Übergang von einem Orte zum anderen, 
Dauer einer Handlung durch eine Zeit, ein Obertreffen und and. Bei 
einem Nomen muBte es eine steigernde Bed. bekommen: aksl. prehogai^ 
,perdives*; B.-kr, prelijep, slov. /?re^ , sehr schön*, x, preumnyj, preumneJ8ij\ 
p. przebogaty^ pnelisz; auch beim Subst. przebaba; b. prehohaty^ prebedoy 
ikoda preSkoda (vgl. I S. 501). 

pridz ,vor' aus *per + dz (vgl. S. 372) mit dem Akk. 
und Instr. a) Mit dem Akk. bezeichnet es den Gegenstand, 
vor den eine Bewegung geschieht: Aksl. povele privesti j^ pridz 
8^ Supr. 80. 13; p. toyszedszy przed dtoör gorzko plakai, Luc. 
22. 62; b. priM pfed krdle; b) mit dem Instr. dasjenige, vor 
dem etwas ruht oder eine Bewegung stattfindet (im Gegensatz zu 
za) und zwar auch zeitUch: aksl. ostavi darr» tvoj predz olzta- 
r^etntj Mat 5. 24; padz pr^z bogorm, Supr. 210. 19; zeiüich: 
prHz fmnojn bysth. 

Als Präfix hat es eine analoge Bed.: aksl. predtatojati ,ad8tare^ 
prldhlagati\ weiter pred^vorte ,nQOttvliov* u. s. w. 

prizde ist eine kompar. Bildung zu pridz; es wird in der 
Bjegel mit dem Gen. verbunden und bezeichnet räumlich und 
zeitlich dasjenige, dem etwas vorhergeht: aksl. Savim prezde vo- 



385 

jevody vedotm, Supr. 114, 21; prizde togo daaa, ib. 304. 24; 8.-kr. 
prede, r. peredi. Mitunter hat es den Instr.: ksl. prezde äestiju 
dtnb paschy pride, Jo. 12. 1 (Nik. Ev.), Mar. und Zogr. hier p. 
Sesti dtm. 

prizz aus *per + zh (S. 373) jüber*. Mitunter taucht da- 
für proz{^) auf, oflFenbar unter dem Einfluß von hroz^ dcroz.. Mit 
dem Akk. bezeichnet es 1) den Gegenstand, über den oder durch 
den eine Bewegung vor sich geht: ksl. minuti prizb more, Men. 
Mih.; s.-kr. presb pole, prizb reku (Daniö. Kijeö. 2, S. 490); i 
prodjoie proz raj i pakao, Pjes. 2. 4; khr. pruz für proz und bez 
&ü^prez; p. jed£ zwolna przez mosty, taz. 304; szedl Jezus przez 
zboze Mat 12. 1; os. pfez (I S. 316), ns. p^ez. Im B. ist pres 
(pfes ab.) st pfez und zwar schon in den ältesten Texten. Es 
ist mögUch, daß der Ausgangspunkt in pfes to (aus *pfiz to), 
das häufig vorkommt, zu suchen ist Dial. ist noch pfeze in pfes 
to pfeze vSecko u. pfezen (Geb. I S. 326). Im Slovak. ist prez; 
2) das Mittel, die Ursache: klr. p. z. B. co rzeczono jest przez 
proroka, Mat 27. 35; 3) was überschritten wird, gegen was ge- 
fehlt wird, was imangemessen : ksl. prizt zakont smiiati se Ejrmö. 
3^1ih.; 8.-kr. prezt zakonh nüto da mu se ne nzmeth (Daniö. Rijeö. 
2. 490); b. pfes to ,trotzdem'; pfes to pfese {pfeze) väecko ,trotz 
alledem' ; oni to vzdy tajni pfes zdpoved öinüi (gegen das Verb.), 
Häj. (Kott| II S. 973); ptti pfes moc; 4) einen Zeitraum, der 
von der Handlung vom Anfang bis Ende ausgefüllt wird oder 
nach dem die Handlung eintritt: ksl. prizb vse Uto ,per totum 
annum', Krmö. Mih.; s.-kr. kokoi nosi prez dan (Dan. Sint 
S. 530); klr. prez zymu; bez dva roöki ho öekala ,per duos annos*; 
p. mieszkala s niq przez trzy tniesiqce, Luc. 1. 56 (mitimter auch 
hier bez = przez); b. byl u neho pfes zimu, zimnice pres den se 
vrad (— ob den). 

Da pr&s^ einigermaßen an bez^ erinnerte und sich damit 
auch teilweise berührte (Nr. 3), konnte auch prizb für bezz mit 
dem Gen. auftauchen: ksi,prizh povdenija ,praeter iussum', Men. 
Vuk.; p. bo kto bogiem przez gospodna ,praeter dominum' Flor, 
ps. 17. 32; zostal przez rany ,sine vubere', Kochan. Ebenso in 
mähr. Dial. (Kott VU S. 746). 

pri ,bei', Ht pre m. Gen. ,bei', preuß. prei ,zu'. Falls inx 
Lit aus einem a»-Diphthong auch e entstehen konnte, müßte man 
pri aus *pr^ {e mit geschleifter Int I, S. 59) ableiten und dann 
auch lat prae dazustellen (aus *prm, was mir I S. 27 nicht an- 

V«ndr4k, Vgl. iUt. Gnmm. II. 26 



386 

nehmbar schien). Als Präp. hat es im Slav. nur den Lok. bei 
sich und bezeichnet 1) die Nähe oder Gegenwart: aksL chod^ ze 
pri mari . • Mai 4. 18; pri narodi vtsemh ispovidati ,coram po- 
puloS Supr. 114. 3; im S.-kr. wird jetzt pri nur dort gebraucht, 
wo die Gegenstände einander berühren, sonst kod, kraj, pored 
(Dan. Sint 634); 2) die Zeit, in der oder um die etwas ge- 
schieht: aksl. pri veöeri estz ^ftqog ianiqav iatl^, Luc. 24. 29; 
bei Personennamen: rasp^yj pri • . . PüaU, Supr. 131. 2. 

Als Präfix bezeichnet est ,iiahe sein' und ,8ich nähern* oder daß 
das Ziel der Handlung erreicht worden ist, ein Erwerben durch die im 
Yerbum liegende Handlang: pntfzati^ priobresti; auch eine Deminution. 
Bei Adj. deminuiert est, jedoch meist erst in späterer Zeit: s.-kr. prilud 
,substultus*, sloY. pribsl »subalbus'; p. sehr häufig beim Eompar.: przy- 
chiodniefny. 

pro ,wegen, für*, lit pra-, pro, got fra, gr. nQo, lat pro, 
pro. Als Präp. kommt es vor im E. u. B. (dafür pre im P., 
Sorb. und Slovak., vgl bei pri). In den anderen Spr. kommt es 
nur als Präfix vor. Als Präp. hat es den Akk. bei sich: r. pro 
vdosth ubi Borisa, Chron. 1. 132; bystt tjaza pro to ,lis de hac 
re orta estf, ib. 1. 150; b. pro vidny böh umrieti, Kat. 2976; co 
mä, to väe pro huoh roedal, Pass., proö ,warum' (p. przecz)\ proto 
,deshalb*, pro nds to udinü ,für uns^ 

Als Präfix: die Bewegung durch einen Gegenstand in einer Rich- 
tung, die Dauer einer Handlung während einer bestimmten Zeit und 
andere Modifikationen, z. B. aksl. probüi ,pertundere*, bg. prokopa, pro* 
vodi ,mittere* ; s.-kr. probüi, provMti ,transigere' ; sIoy. nur prodati ,yen- 
dere* und selbst auch daf&r kommt schon predati vor, und prostreti ,ex- 
tendereS sonst fiberall pre^ bis auf prodaj ,yenditio* und prostor ,spatium', 
r. probitb, proehodüb'j p. nur prowadzid ,comitari^ dann auch prorok, das 
als entlehnt aufgefaßt wurde. Auch im Os. u. Ns. ist pre [pie)^ dagegen 
b. prorazüi, provdzeti u. s. w. Bei Adj. meist deminuierend, beim Nomen 
häufig pra (vgl. oben S. 372) verstärkend: b. pramlady^ prastary, praoUc 
jXJrvater*, pravnuk, p. pradziad, prababa, 

protivq ,gegenüber, gegen' ist ein Akt Sg. f. zu einem 
Adj. protivz, dem das urspr. *preti, *proti, vgl. gr. nqoTi^ tvqotI, 
ai. prdti u. lett preit (mit Akk. u. G. ,gegen') zu Grunde lag, 
vgl. auch pra-tfh, femer bezügl. des Genus: xn^-itiq, vzs-kqjq, vz 
nezaapq u. s. w. Von dem Adj. hat sich nur noch das N. pro- 
tivo und das M.protifrb, das auch zu einer Präp. wurde: ,gemäß', 
erhalten; sonst wurde es von protivtm verdrängt Protivq imd 
protivo sind die ältesten Formen der Präp. Das in mehreren 
alaYrSpn vorkommende proti scheint nicht der direkte Fortsetzer 




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des urspr. *proti, sondern erst einzelsprachlich aus protivbm ab- 
geleitet worden zu sein. 

Mit dem Dat. bezeichnet es dasjenige, dem gegenüber sich ein 
Gegenstand befindet, womit er verglichen wird, dem er angemessen ist, 
oder mit dem etwas im Widersprach ist. Aksl. in dem ältesten Evan- 
gelientexte ist nur prativq z. B. protivq nH $poei yxarie r^r . . Svvafiiv* 
Mat. 25. 15; sonst hier ek vnamfiatv ,obYiam', so Hat. 8. 34; 25. 1; Jo. 
12. 13. 18; stavzii ftrotivq komisu, Sapr. 170. 4; hier auch 9bmrbti protiv^^ 
233. 28 (in der vorhergehenden Zeile: ni dijavolu protivq glagolj^tu) und 
226. 22: nhU sqprotivb hogu. In späteren Denkm. auch s^protivu z. B. im 
Men. Mih., protiva $vHu (vgl. mähr. proUva^ dann Hramva, »tronttva neben 
•tranivy 8tran, tirany ,hinsichtlich', Kott HI S. 690 u. 691); bg. sproti, 
eprotivOf s.-kr. protivu, proiiva^ suprotivh, »uproiwa^ suproda, 9upro6^ pro6y 
Muproty prokvb; hier auch ab und zu mit dem Akk. und Gen.; slov. proU, 
sproü (seltener proUvo) ; ar. und in der Volksspr. noch protivu, sonst pro- 
tiv^j klr. protyv, protyvku, naprotyvku, proty\ p. przeeiwo gotpodnu^ Flor, 
ps. 2. 2; przeeiw jemu ib. 12. 4; przeeitoko Jezuaotoi^ Mat. 8. 34. Bezfig- 
lich des prze- für pro s. oben bei pri ; os. preeiwo (spr. piediwo 1 S. 316^, 
376), napreeiwo temu, ns. pieiiwo bogu, napieiiwo\ im Ab. noch prothu 
z. B. protitu mne mluviechu ZWittb. 118. 23 und so noch häufig hier, da- 
neben allerdings oft protiv, proiivo (so z. B. 4 mal im ZKlem.), in Mähren 
und slovak. auch protiva (vgl. oben und Kott II S. 1192), sonst jetzt all- 
gemein proti. 

radi ,wegen' wird mit apers. rädiy, z. B. avahya-rodiy, 
aksl. iogo radi ^deswegen' u. aksl. radüi ^uf etwas bedacht sein, 
für etwas sorgen' und av. rädaüi ,zurecht machen' verglichen 
(Brugmanuy Kurze ygl. Gr. S. 472). Neben radi taucht später 
auch radhtna wie dUja, dilwna auf, so z. B. im Supr. (vgl. Verf. 
Aslov. Stud. S. 14). 

Mit dem Gen., dem es nachgesetzt wird, bezeichnet es den Grund, 
4ie Ursache: aksl. » azb zivq oUca radi ,Suc top nariQa*, Jo. 6. 57; häufig 
»ego radij ceso radi. Mitunter noch nach za : za vedomyf^ radi, Supr. 
95. 2^3; za aego radi, Cloz. I 88; in späteren Denkm. dann häufig; auch 
za radi, za radt-, s.-kr. radi, rad, zaradi, zarad, porad z. B. podarujte, 
obradujte porad boga jedinoga i rad casa umrloga ,für die Sterbestunde*, 
Pjes. 1. 217; rasta aus radi sta, rad ita ywoshalb^ zarasta, porasia; slov. 
zaradi, Habd.; r. radi boga u. boga radi. 

raz-, razz aus ♦or^r- (vgl. S. 373 und I 299). Meillet 
geht von *ordh + 8 aus (ifetudes, I S. 160) und vergleicht es mit 
ai. rdf^^ ,s^paröment*, drdhaf ,partie, moiti#, lit. ardyti ^s^parer*. 
Als Prilp. mit dem Akk. kommt es nur im Slov. (nach MikL 
IV ', S. 242 im Westen) vor: raz brdo prüi ,vom Hügel herab- 



1. Daselbst ist spr. pi^eiro zu pi^Sieo nach I S. 376 zu korrigieren. 

25* 



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kommen', raz drevo pasti (PleterSn. ü, S. 377). Als Pmfix be- 
zeichnet es die Trennung (wie lat dis-), die sich auch darin äußern 
kann, daß die Handlung in verschiedenen Bichtungen, an ver- 
schiedenen Orten vollzogen wird, dann eine Verstärkung und den 
Eintritt: aksl. razvristi ,dlssolvere, aperire', razboUti sq ,morba 
corripi', r. razgorjaltsja 4ns Brennen kommend Bei Adj. steigert 
es die Bedeutung: r. razudalyj ,fortissimus', volkstüml. raskrasa- 
viea ,mulier pulcherrima'; b. oj boze, rozhozel os. rozpüy ,ganz. 
und gar trimken^ ns. och, rozmüona lubka moja, Volksl. 2. 31. 

skvozi, skozä, akrosre, vereinzelt skose (mit anderen Kom- 
binationen vgl. oben bei drisi). Mit dem Akk. bezeichnet es den 
Baum, durch den eine Bewegun