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Full text of "Die Voelker des oestlichen Asien : Studien und Reisen"

DIE VOELKER 



DES 



OESTLICHEN ASIEN. 



STUDIEN UND REISEN 



VON 



Dr. ADOLF BASTIAN. 



SECHSTER BAND. 



-^%^- 



JEXA, 

HRF^MANN COSTENOBLP:. 

1871. 



REISEN IN CHINA 



VON 



PEKING 



ZUR 



MONGOLISCHEN GRENZE 



UND 



RIKCKKKHR NACH EUKOPA. 



VON 



Dr. ADOLF BASTIAN. 



Das Recht der Uebeisetzung ist vorbehalten. 






JENA, 

HERMANN C S T R N B L E. 
1871. 



3)S ■ 



Einleitendes Vorwort. 



Schon in Cicero's Gesprächen wird als einer der Gründe für 
das Dasein der Götter der allgemeine Glaube an dieselben an- 
geführt, und es ist seitdem vielfach Gegenstand der Discussion 
gewesen, ob sich Völker auf der Erde finden, oder finden könnten, 
die jeder Religion entbehrten. Die Hauptschwierigkeit dieses 
Gegenstandes, über den so Vieles geschrieben und nie das 
Mindeste entschieden ist, liegt wie gewöhnlich in der Frage- 
stellung. Man stellt Objecte der Untersuchung auf, ohne die 
Natur derselben genau zu formuliren, und der Fragende, der 
im Grunde selbst nicht weiss, wonach er eigentlich fragt, wird 
immer erst durch die Antwort zu einem schärferen Nachdenken 
über den Gegenstand veranlasst, an dem er dann beständig neue 
Seiten, neue Veranlassungen zu Erwiderungen aufdeckt. Je 
mehr sich unsere Begriffe von den scharf umschriebenen Bildern 
der Sinnesauffassuugen entfernen, desto mehr verschwimmen sie, 
wenn sie die letzte Steigerungsfähigkeit der Denkkraft über- 
fluthet haben, in ein unklares Gefühlsmeer, und die Wogen 
desselben haben ein leichtes Spiel mit den Begriffen von der 
Gottheit, den höchsten und letzten für das Sehnen der Menschen- 
brust. Hume's Kritik der Causalvorstellung liegt der nach- 
folgenden Philosophie zum Grunde, und die physiologische Psy- 

3016Ö4 



Vi Vorwort. 

chologie wird den dadurch gelieferten Boden ohne Mühe in ent-* 
sprechender Weise vorbereiten können, um auf ihm mit dem ge- 
sammelten Material einen inductiven Autbau beginnen zu dürfen. 
In Folge der Ideenassociation muss jeder Eindruck der Aussen- 
welt eine innere Reaction hervorrufen, die je nach den bereits 
vorhandenen Erfahrungen (und also je nach der Weite oder der 
Enge derselben) ihre Completirung finden wird. Nachdem es 
möglich gewesen, eine Thatsache des Seins, als Gewordenes, 
zu erkennen, in den Wirkungen die Ursache zurück zu verfolgen, 
wird in jedem Seienden, das weiter entgegentritt, die Ursache 
aufgesucht werden, aus der es geworden ist. Die Länge der 
Denkreihen bleibt von der Empfänglichkeit des psychischen 
Nervensystems abhängig. Bei hoher Sensitivität desselben 
mögen schon auf leichten Anstoss mächtige Schwingungen 
nachzittern, während die massiven Nervenstränge in dem thierisch 
robusten Körper eines Macusi selbst einen für Europäer unerträg- 
lichen Grad des Schmerzes (wie im Macarri-Tanz) als eine Art 
Lustgefühl auffassen könnten. Der gewöhnliche Wilde wird die 
äussere Welt mit Gleichgültigkeit betrachten; dass der Baum 
neben seiner Hütte wächst, interessirt ihn nur, sofern derselbe 
essbare Früchte trägt, in seinem Holz oder seiner Rinde nutzbar 
ist, dass die Sonne Morgends auf und Abends untergeht, dass 
Nachts die Sterne hervorleuchten, sind Dinge, die ihn nichts an- 
gehen, Dinge, die, wie die Missionäre von südamerikanischen 
Indianern hörten, immer so gewesen sind, immer so sein werden, 
und worüber ihnen ihre Vorfahren nichts Weiteres hinterlassen. 
Aber auch unter den Wilden sind uns schon verschiedene Reise- 
berichte erhalten von Schamanen und Fetizeros, die erzählten, 
wie sie bei mehr oder weniger zufälligen Veranlassungen 
sich dem Nachdenken über die Entstehung der Welt, über die 
Ursache dessen, was sie um sich sahen, hingegeben, und bei 
diesen Priesterklassen werden die Candidaten schon von früher 



Vorwort. VII 

Jugend an einem regelmässig: gescliulten Cursus unterworfen, 
um ihrem Nervensystem die für Weissagungen*) erforderliche 
Reizbarkeit zu geben, so dass dasselbe (nach den von Gmelin 
gegebenen Beispielen) oft völlig zerrüttet wird (wie bei den 
Hysterischen und Sonambulen) und jedes normale Gleichgewicht 
mit dem Leiblichen aufhebt. Da also die Sensibilität, die wei- 
tere Anschauungen ermöglicht, bei den höheren Gesellschafts- 
schichten der Wilden nur als krankhafte Verstimmung auftritt, 
bleibt sie ohne weitere ßiickwirkung auf die grosse Masse des 
Volkes, die kaum in seltenen Anstössen aus ihrem Stumpfsinn 
aufgerüttelt wird. Empfindet der Neger den Schmerzensstich 
einer Entzündung, den Schuss des Krampfes, fühlt er sich vom 
Fieberfrost geschüttelt, so interessirt ihn das allerdings nahe 
genug, dass er sich um die Ursache davon kümmere. Wer ihm 
Stiche zu versetzen vermag, vielleicht schon versetzt hat, ist sein 
Feind, auch dieser gegenwärtige Stich wird davon heiTühren, 
und wie er jetzt voll Schrecken erkennt, ist dieser Feind ein 
unheimlich dämonischer Gegner, der selbst aus der Ferne zu 
schaden weiss, in einer Weise, die der Getroffene weder zu ver- 
meiden noch zu erwidern versteht. Der Schuss ist also ein 
Hexenschuss, und jetzt folgt jene Hexenriecherei der Kaffern, 
jenes Aufschnüffeln der bösen Zauberer, die in Afrika, Amerika, 
Polynesien, Asien unter grausamsten Qualen ermordet, die in 
Europa bis in dieses Jahrhundert gesetzlich verbrannt, bis heut- 
zutage heimlich abgemacht werden. Dass sein Nebenmensch 
ihn in ein Fieber zu schütteln vermöchte, darüber besitzt der 
Wilde keine Erfahrung, und fühlt er sich also von demselben 
gepackt, so hat er seinen geschlossenen Ideeukreis durch Auf- 
nahme eines Hülfsgliedes zu erweitern und püegt er in dem 
Fieber einen von menschlicher Existenz abgelösten, aber immer- 



'') Medicinae atque divinationnm consociatae sunt disciplinae (Macrob.). 



VIII Vorwort. 

hin (weil am nächsten liegend) in menschlicher Form erscheinen- 
den Dämon zu erkennen, der anf den Bäumen der Malaria- 
Wälder lauert. Diese halbmenschliche, aber doch nicht körper- 
lich menschliche Wesenheit quadrirt nun auf das Trefflichste mit 
den Vorstellungen von der abgeschiedenen Seele, die den todten 
Körper (wie früher so häufig den schlafenden in den Träumen, 
als Leipya) verlassen zu haben scheint, und auch bei dem Ver- 
modern desselben doch irgendwo *) übrig bleiben muss, weil früher 
vorhanden. Solch umherschweifender Gespenster (der Laren als 
Divi Manes oder Lemures und larvae nocturnae) giebt es bei dem 
ununterbrochen fortdauernden Sterben nun aber eine grosse Zahl, 
und wie man den feindlichen unter denselben jeden bösen Un- 
fall zur Last legt, so wird man umgekehrt die befreundeten Ver- 
wandten als Schutzgeister betrachten, sie auch im Leben nahe 
wähnen, und von ihnen dann im Besondern gegen jene unsicht- 
baren Gegner Hülfe**) hoffen, die sie am besten auf ihrem 
eigenen Terrain zu bekämpfen vermögen. So entwickelt sich 
jener vielgestaltige Heroendienst der Inkosi und Chao, jener 
Ahnencultus, der den Schamanen bei ihren Beschwörungen, den 



*) Das Gefühl, irgendwo zu sein, verlässt die Seele nie; wenn wir uns den 
Raum denken, so denken wir nns nicht ausser demselben, sondern in demselben 
(s. Baumann). Aus der Continuatio existentiae oder der Dauer des Ich's floss 
nicht die Idee der Zeit, sondern vielmehr die der Ewigkeit, als die natürliche. 
,.So lange wir sind, so lange das Ich die Vorstellungen (diese im weitesten Sinne 
verstanden , so dass Gefühle und Begehrungen mit darunter begriffen sind , die 
nach einander in ihm auftreten) mit sich verknüpft und auf sich bezieht, so lange 
ist uns von da aus die Vorstellung der Ewigkeit näher, als die der Zeit," und in 
der That ist den Naturvölkern nicht nur die Vernichtung, sondern schon die Idee 
des Sterbens undenkbar, so dass jeder Todesfall aussergewöhnlichen Ursachen zu- 
geschrieben werden muss. Indem der menschliche Geist mit dem menschlichen 
Körper nicht vernichtet werden kann, bleibt etwas von ihm übrig, was ewig ist 
(nach Spinoza). 

**) Unsere Todten sind uns gewiss näher und gegenwärtiger, als wir meinen, 
ist die Meinung J. H. Fichte's, und den Amakosa-Kaflern sind sie so nahe, dass 
sie selbst in die Schlachtreihen eintreten, wie bei den Lokrern. 



Vorwort. IX 

Chinesen zur Befestigung der Kindespflicht dient, und der, mit 
den Anschauungen der Metampsychose verknüpft, bei Fanti und 
Hellenen, bei Australiern und Malayen den Vorfahren im Enkel 
wieder erscheinen lässt. Ist aber einmal der Begriff des un- 
körperlichen Dämon*) gewonnen, so wird der Wilde auch ohne 
das Zwischenglied der entkörperten Seele mit demselben operiren 
können. Sieht das Auge im Halbdunkel jene Ungethüme, die 
die Eucalyptus-Wälder durchschleichen, säuselt es schreckhaft in 
den Wipfeln, streicht es geisterhaft über die Prairien, so verlangt 
dieses Tad nicht erst eine umständliche Speculation über den Ver- 
storbenen, als dessen Larva es in diese Oeden gebannt sein möchte, 
die Keflexion ist bereits mit dämonischen **) Existenzen vertraut 
mit den Wandelgöttern der Fetische quotquot sunt (wie der 
des einst durch zugestutzten Stock repräsentirten Vertumnus), 
und creirt sie nach Bedürfniss, besonders unter dem Eindruck des 
Furchtbar-Erhabenen, wenn das Echo von den Felswandungen 
wiederhallt, wenn die Lawinen von den Schneegipfeln stürzen, 
wenn die Meeresfluth sich zum Festlande heranwälzt. Dann 
richtet sich auch zum Himmel der Blick, dann wird der Blitz 
aus Götterhänden geschleudert, die Sonne, der Mond von Götter- 
rossen geführt, dann spielen in Morgen- und Abendröthe die 



*) Die Seelen bilden nicht nur eine bestimmte Gestalt und Figur, sondern 
zeigen auch eine lüftähnliche Farbe (nach Tertullian). Fechner lässt den Mensch 
auch nach dem Tode auf der Erde weilen, aber in anderer Weise als vorher. 
Cyriacus nahm die sphärische Form als die vollkommenste an für den Auf- 
erstehungsleib (X. Jahrhd't. p. d). Die buddhistischen Engel der Asanchi-Phrohm 
(Asanchi-sata-Phrom) nehmen in dem ihnen zugewiesenen Himmel eine hohl ge- 
rundete Form an. 

**) Ueber der menschlichen Wesenheit schwebt ihr Ferner, der Kvan, der 
auf dem Scheitel wohnt. Bei den Siamesen war das Ohr dem Gedächtniss, das 
Kinn dem Mitleid , die Finger der Minerva , wie die Stirn bei den Römern dem 
Genius geweiht, und auch der Yornbenser opfert seiner Stirn, sie verehrend. 
Nicht der Knochen und nicht der Nerv empfindet, sondern die demselben ein- 
wohnenden Geister (Marcus). Nach Berkeley ist jede Idee ein von Gott geredetes 
Wort. 



X Vorwort. 

göttlichen Gestalten, die in des Nordlichts Glänze am polaren 
Himmel tanzen. Auf den Himmel wird die Aufmerksamkeit 
auch bald durch praktische Rücksichten gefesselt. Dem Bechuanen 
in seinem dürren Lande ist Flu (Regen) der Ausdruck alles 
Guten (wie umbrisch fons in Faunus von faveo) und aller Herr- 
lichkeit, denn von ihm hängt die allgemeine Wohlfahrt ab, und 
wenn man sich bei den tückischen Angriffen des Krankheit 
sendenden Feindes, — wenn Mars, die Streitrosse geisselnd, pest- 
sendend umheiTast (nach dem Gebetliede der Fratres Arvales), — 
an den Medicinmann wandte, der allein gegen diesen unsichtbaren 
Dämon Hülfe zu leisten vermag, so concentriren sich bei drohen- 
der Missernte alle Hoffnungen in den Regenmachern, die mit 
Glück und Geschick leiciit das volle Vertrauen des Volkes zu 
gewinnen verstehen, wenn sie wie Wakadahhahee (s. Catlin) die 
Wolken mit ihrem Pfeile zu entleeren vermögen, also den 
Dämon der Dürre, wie Vritra mit dem Donnerkeil, erschlagen. 
Ist in derartiger Weise die Atmosphäre mit Göttei-wesen be- 
völkert, so werden den aus der Luft herabkommenden Vögeln 
die, von Formosa und Borneo bis Rom und Araucanien benutzten. 
Anspielen entnommen werden, wie man auch aus Begegnungen 
der Landthiere Omen vielerlei Art zu lernen vermag, bald wieder 
den Alligator in Luzon, die Löwen in Indien als Oheim begrüsst, 
bald den Wehrwolf flieht oder den Tiger in Bengalen, die Hyänen 
in Abyssinien. L'appetit vient en mangeant, und der im Lernen 
wissbegierigere Geist wird sich jetzt über mancherlei Processe 
Rechenschaft zu geben suchen, die ihn früher kalt Hessen. Das 
erwärmende Feuer verdient heissen Dank, wie es aufsprüht aus 
dem Holze, seiner Mutter, wie es knattert, züngelt, umhergreift. 
Hier ist BcAvegung und Leben, eine Wesenheit, keine menschliche 
zwar, weil unsichtbar, aber eine, obwohl göttliche, doch wahr- 
scheinlich in menschlicher Form gedachte, um sie den übrigen 
bereits geschaffeneu anzureihen. Auch der Fluss, der dem Berg- 



Vorwort. XI 

bewohner aus geheimnissvoller Quelle hervorbricht, der in der 
Ebene scheinbar selbst bewegt dahinströmt, bekundet sein Leben 
oder das seines Flussgottes, und ebenso der Wind, der ohne ein 
Warum dahinfährt, ohne dass man weiss, woher oder wohin. 
Bald bewohnt die Dryade den Baum, blüht die Eiche durch die 
Querquetulanae Virae, bald wird vor Allem zur Ceres oder 
Tellus Mater gebetet, zur Centeotl, zur Roggenmuhme oder (in 
Wasserleben) zum Kornwif, zur Phibi Yau der Karen (die den 
allen Dingen innewohnenden Kela auch für den Reis herbeirufen), 
als Spenderin der Fruchtbarkeit der Felder, und dann zur 
ephesischen Diana, zum Lingam, zur Yoni, zum Phallus und 
jenen anderen Symbolen, die von Aegypten bis Japan die Frucht- 
barkeit der Nachkommenschaft verbürgen. Wie sich in diesen 
Conceptionen des Naturmenschen die Unterschiede zwischen 
Göttern und Teufeln, zwischen guten und bösen Gottheiten neben 
indifferenten Dämonen gliedern mögen, liegt auf der Hand, und 
eben so erklärlich ist es, dass vor Allem die schwarzen Aus- 
geburten der Unterwelt von den Opfern das beste Theil erhalten 
werden, da sie vor Allem Sorgen bereiten und gesühnt werden 
müssen. Alle solche Operationen liegen ohnedem in der Hand 
des Schamanen, der allein die Künste kennt, die etwaige Ge- 
neigtheit wohlwollender Geister in seinem Kampfe mit dem 
Bösen auszunutzen, während dem Laien nur diese furchtbar, 
da sie angreifen, jene dagegen, mit denen er nicht zu com- 
municiren versteht, indifferent sind. Auch die Schamanen selbst 
indessen fassen die gute Natur ihrer Hülfsgeister nur in dem 
Liebte eines persönlichen Wohlwollens auf, denn im Grunde sind 
sie eben so rachsüchtig und jähzornig, wie die durch sie aus dem 
Patienten vertriebenen Plagegeister (wie dieser bald zu seinem 
Schaden erfahren würde, wenn er mit der Zahlung des Honorars 
oder dem Kauf der empfohlenen TtegiaTira zögern sollte). In 
diesen Vorstellungen begreift sich die Weltanschauung für die 



Xn Vorwort. 

grosse Masse der Naturvölker. Nur einzelne Grübler erbeben 
sich noch zu der Idee einer oberhalb dieser Gegensätze schweben- 
den Gottheit, die zwar gütiger Natur, aber, gleich den Göttern 
des Epikur, gleichgültig gegen die Erde und ihre Angelegen- 
heiten ist, in unerreichbarer Ferne weilend, wie Yankupong an 
der Goldküste oder Num der Samojeden. Das bei den Chi.- 
nesen das All (gleich dem Jupiter des Ennius) abrundende 
Himmelsgewölbe ist dagegen durch den Staatscultus auf astro- 
nomisch-meteorologischer Grundlage des Kalenderwesens in eine _ 
magische Verknüpfung mit den Geschicken des unterhimmlischen 
Keiches gebracht. 

Das dämonische Heer, das die Priester in Folge der an sie 
gestellten Ansprüche in ihre Gewalt zu bannen gezwungen wurden, 
kann nun später noch auf mancherlei andere Weise benutzt 
werden. Die Negerpotentaten finden es am billigsten, die Po- 
lizei *) durch Fetische üben zu lassen, die sie den Tempeln ent- 
nehmen, und eben so wirksam hüten die Atua in Polynesien das 
Tabu, wo immer es auferlegt ist. Hiermit tritt zuerst die Idee 
einer moralischen**) Verurtheilung hervor. Wer das Tabu bricht, 
ist ein Kakini, ein schlechter Kerl. Was er sonst thut, küm- 
mert Niemand. Schlägt er seinen Nachbar todt, so mag er es 
thun; er thut es aber freilich auf seine eigene Gefahr und wird 



*) Expedire igitnr existimat (Scävola) falli In religione civitates, quod dicere 
etiam in libris reram divinarum ipse Varro nou dubitat (August). Varro utile 
esse civitatibus dicit, ut se viri fortes, etiamsi falsum sit, ex diis genitos esse 
credant. 

**) Die vermögenslosen Armen werden von den slavonischen Gemeinden als 
Böse (chudy) ausgestossen. Der Gute ist der Begüterte. Nur den Höchststehen- 
den wurden bei den Persern Staatsgeheimnisse anvertraut (nach Aram Marc.), 
weil eine weniger edle Natur der Verschwiegenheit nicht fähig sein würde (die 
man auch den Frauen abspricht). Dem gemeinen Volke ist (nach einem von Pris- 
cus auch bei den Hunnen gefundenen Unterschiede) nur Meth erlaubt, während 
der (esthnische) Dorfkönig (mit den Rachimburgi oder Reichen im Burg) in 
Kumys schweigt, und so trinkt Odin allein Wein (in der Edda). 



Vorwort. XIII 

höchst wahrscheinlich wieder todt geschlagen, entweder in Folge 
der Blutrache,*) oder von der Gemeinde, die erbittert ist, ein 
nützliches Mitglied verloren zu haben. Im Uebrigen wird seine 
That keinen Tadel**) finden, da er einen Grund für dieselbe 
gehabt haben wird, denn umsonst regt der Wilde weder Hand 
noch Fuss. Das Stehlen***) ist ein Geschicklichkeitsspiel, das 
indess nicht leicht unentdeckt bleibt, besonders wenn man das 
Orakel zu Rathe ziehen kann, und das deshalb wegen der 
höheren Strafe für den Verüber meist unprofitabel endet. Ueber 
den Ehebruch heri'schen die verschiedensten Ansichten bei den 
wilden Stämmen. Oft hütet der Gatte auf das Eifersüchtigste 
seine Frau und würde gegen jeden Eindringling von seinem 
Hausrecht Gebrauch machen, oft dagegen wird sie leihweise über- 
lassen!) oder Andem abgetreten, oft besteht überhaupt kein 
Ehezwang. Wie wechselnd die Ideen über Anständigkeit sind, 
beweist ein Besuch im (un-)gesitteten Japan. In Travancore galt 
(zu Forbes' Zeit) das Bedecken der Brüste für unanständig und 
wurde an den Frauen streng bestraft. In Tidore durften die 
Frauen nur mit völlig entkleidetem Körper vor die Augen des 



*) Das Gesetz der Friesen erklärte den Vatermörder nur der Erbschaft ver- 
lustig, und auch der Mord der nächsten Verwandten blieb gewissermassen un- 
bestraft, da keine Composition angesetzt war, wo es sich nicht über Ausgleich mit 
anderen Familien, sondern um innere Angelegenheiten handelte. In Athen erklärte 
man später das Fehlen eines Gesetzes gegen den Vatermord aus der Unmöglich- 
keit desselben. Dem alemannischen Gesetz fügte die christliche Zeit den Tadel 
hinzu über das Sündhafte, das in diesem Vergehen gegen Gottes Gebote läge. 

**) L'id^al de la vertu c'^tait ce dölire furieux, oü le guerrier (Berseker) se 
precipitait l'^p^e ä la main sur ces compagnons comme sur ces ennemis (Ozanam). 
***) In Hatra {er "Äroois) werden Diebe gesteinigt, bei 'den Kaschanen an- 
gespieen, bei den Römern gegeisselt, aber jenseits des Euphrat und im Osten 
zürnt man nicht über den Schimpf als Dieb oder Mörder, wohl aber rächt man 
den des Männerschänders (Bardesanes). 

x) Wie in Kongo, Arracan u. s. w. „Bei den Rakamäern, Edessenern und 
Arabern trifft nicht nur den Ehebruch der Tod, sondern schon der Verdacht des- 
selben.'' 



XIV Vorwort. 

Fürsten treten. Die Berauschung im Somatrank ist oft religiöse 
Vorschrift, anderswo verpönt, und ^wie die Skythen verboten die 
Nervier die Einfuhr von Wein, obwohl eben so vergeblich, wie 
die Irokesen den des Branntweins und die Chinesen den des 
Opium. Die Lüge *) würde als ein grosses Verbrechen erscheinen, 
wenn sie vorkäme, ist aber den auf sich beschränkten Natur- 
völkern eigentlich unbekannt, da sie eine viel zu grosse Combi- 
nation der Gedankenarbeit verlangt, um den etwa erreichbaren 
Vortheil zu compensiren, und es weit bequemer ist, den wirklichen 
Thatbestand, also das Wahre, einfach wiederzugeben. Nicht zu 
tödten, nicht zu stehlen, nicht zu huren, nicht zu berauschen, nicht 
zu lügen sind die fünf Normalverbote in fast sämmtlichen Re- 
ligionssystemen, und aus Utilitätsrücksichten**) in complicirteren 
Staatsverhältnissen ist ihr Bruch dann meist auch mit weltlichen 
Strafen belegt neben moralischer Verdammung. Die letztere ist in 
diesem Sinne dem Naturmenschen fremd. Kakini ist derjenige, 
der das Tabu bricht***), der das dem Atua geweihte Thier isst, 
das unter seinen Schutz gestellte Feld bestiehlt, die in seinem 
Tempel weilende Jungfrau berührt. Das Stehlen an sich hätte 
nichts auf sich, wenn es sich unbemerkt verüben Hesse; das aber 
mit dem Tabuzeichen bemerkte Feld ist gegen jede Gefahr ge- 
sichert, denn Niemand ist so unbesonnen, dasselbe zu betreten, 
weil er sogleich, vom Zorne des Atua getroffen, todt niedersinken 



*) To x^ariaxov rcop ayad'wv fj d?,TJSsia, y.al o ea^arog 6qo£ t^s novTjQias 
rb ipevSos (Basil). Homo cui incumbit necessitas mentiendi diligenter attendat, 
ut sie Qtatnr ihterdam mendacio, qnomodo condimento et medicina (Orig.). Ovx 
kv Tols TtoMfiois fiSvov , aXXa xal ev eioijvr] •jtoX7.,7jv xal avayxalav evqoi Tis 
av rr/s cbtdrijs trjv x^eiav (Chrys.). 

**) La lettre d'Ardeshyr Babegan (ä Djenfeshah roi du Fershwad et du Dey- 
lem), remarque, que (sous les Parthes) beaucoup des delits etaient puuis des 
crimes, taudisque que des manquements inflniment plus graves n'etaient atteints 
par ancune pönalitö (Gobineau). 

***) Der Perser verfiel in Sünde, wenn er durch seine Handlungen aufhörte 
ein Tränier zu sein, sonst war seine Seele rein, wie ihr Feruer. 



Vorwort. XV 

oder doch von ähulicheu Plagen getroffen werden würde, wie 
der Verrücker der Grenzsteine in dem an Amins Veltymnus 
gerichteten Orakel ex libris Vegoiae. Wie lebendig und uner- 
schütterlicli fest gewurzelt dieser Glaube*) in dem Herzen der 
Polynesier war , davon haben wir aus den Berichten der ersten 
Entdecker und Missionäre Beispiele die Hülle und Fülle. Die 
Verletzung des Tabu war geradezu undenkbar. Schon bei einer 
Andeutung der Möglichkeit schien die Einbildung so mächtig zu 
wirken, um alle gefürchteten Folgen sogleich hervorzurufen. Die 
Tabu-Plätze**) waren Sacra, kein Profaner wagte ihnen zu nahen. 
Wenn es nun aber doch geschah? und vielleicht gar ohne das 
instantane Gottesgericht ? Nun, dann war dieser Missethäter eben 
ein Kakini. Jeder mied ihn, der Priester hatte ihn verflucht, der 
beleidigte Atua hielt nur deshalb mit der Rache zurück, um 
ihn desto furchtbarer zu treffen, und vielleicht mit ihm die ge- 
sammte Gemeinde, der er angehörte. Im Laufe der Zeit musste 
immer der eine oder andere Unglücksfall eintreten, der sich in 
entsprechender Weise deuten Hess, und wenn durch irgend ein 
Wunder der Kakini auch geheimen Nachstellungen entging, so war 
die Strafe für seine Kinder ***) aufbewahrt, bis in's dritte Glied, 
oder für seine Seele nach dem Tode. Jetzt wurde den Priestern 
der ganze Umfang ihrer Gewalt j) erst klar. Sie hatten ja die 
Mantra in ihrem Besitz, denen die Götter des Jenseits fi) ge- 



*) Als Wächter der Sittlichkeit jwird die Gespensterfarcht aufgestellt (Rosegger) 
bei den steirischen Bauern (1870). 

**) Unstätten (Mayer), von denen das Lept. Conc. spricht: de incertis locis 
quae colunt pro sacris. 

***) Der athenische Jüngling hatte das Wesen der sXavd'eQia in sich aufzu- 
nehmen, als das Werk der äoEXt]^ während die Schlechtigkeit {y.ay.ozTjs) nur rrjv 
SovXeiav brachte. Deshalb sei ein Eoher und Schlechter nur zum Dienen , ein 
Gebildeter und Tugendhafter dagegen nur zur Freiheit berufen (s. Krause). 

f) Clavibus (ecclesiae) quodcunque ?iu terra solvitur, etiam in coelo solutum 
promittitur (A.ug.). 

it) Cyprian fordert zum Bekenntniss der Sünden auf, weil der Tod ungewiss 



XVI Vorwort. 

horchen mussten, sie vermochten also zu lösen und zu binden, 
sie hatten unbedingte Verfügung über das ewige Seelenheil aller 
ihrer Pfarrkinder, und rasch wurde nun Himmel und Hölle*) 
ausgebaut in all' der bunten Mannigfaltigkeit wohnlicher Einrich- 
tungen und Folterkammern, wie sie die dogmatischen Architekten 
am besten innerhalb des jedesmaligen Grundrisses von Weltgebäu- 
den anzubringen vermochten. 

Wie das menschliche Nervensystem das thierische in sei- 
ner feineren Organisation übertrifft, so vermag der mensch- 
liche Geist nicht bei den Sinneseindrücken als solchen stehen 
zu bleiben, sondern wird durch die Anregung derselben zum 
Weiterdenken gezwungen. Er completirt sich deshalb, um 
eine harmonische Einheit der Auffassung zu gewinnen, die zer- 
stückelte Erscheinung der sichtbaren Welt durch Zwischen- 
fügung unsichtbarer Wesenheiten, in denen er die verborgenen 
Ursächlichkeiten der hervorgetretenen Wirkungen zu erkennen 
glaubt, und ein weiterer Fortschritt wird diese vielfachen Kräfte 
auf eine gemeinsame Quelle zurückführen, als deren Ausfluss sie 
erscheinen, so dass sich der Polytheismus zum Monotheismus 
vereinfacht. Ob in einem Volke die polytheistische oder mono- 
theistische Richtung vorwiegt, hängt von leicht nachweisbaren 
Einflüssen der Umgebung ab, und in jedem Polytheismus wird 
die eine oder andere Energie mit einer Suprematie betraut sein, 



und jenseits keine Beichte und Vergebung mehr möglich sei (Schwane). Die 
Reconciliation der Sünder , die keine wahre Busse gethan haben, gilt nicht vor Gott. 
*) Vidi multa saepe picta, quae Acherunti fierent crnciamenta (Plaut.). Car- 
cer et horribilis de saxo jactus deorsum, verbera, carnifices, robur, pix, lammina 
taedae (Lucret). In der vom glühenden und kochenden Strom des Phlegethon 
umkreisten Burg der Tisiphone foltert Rhadamanthus die schuldigen Seelen, bis 
sie nach dem Geständniss in die Schlünde Scylla's in der Hölle hinabgestossen 
werden (s. Virgil). Aus den Gefilden der Seligen kehren die Todten nach dem 
Trunk aus dem Lethe-Quell an die Oberwelt zurück. Dulcedinis una hora suo 
spatio terminatur, poenae vero una hora triginta dierum vira possidet, qnot dies 
perceperit quisque voluptatem, totidem annis crucietur (Herm. Fast.). 



Vorwort. XVII 

der gegenüber die übrigen in die Stellung von Dienern zurück- 
treten, wie sie wieder in keinem Monotheismus fehlen. 

Indem nun das Denken seine Götter in die Aussenwelt proji- 
cirt und sie sich nach dem mythologischen Geschmack des jedes- 
maligen Volksgeistes ausmalt, so wird es sich einer Rückwirkung 
derselben auf das eigene Innere nicht entziehen können und 
ihre Macht mit jeder Generation wachsen sehen, die dieses Erb- 
gut der Traditionen weiter verpflanzt. Der Mensch fühlt sich 
auf seiner eigenen Erde in unbekannter Fremde. Fremd ist für 
ihn die Pflanzenwelt, die um ihn spriesst und treibt, fremd das 
Thier, das scheu vorüberflieht, fremd jeuer Himmel, an dem 
an jedem Morgen ein goldener Ball emporsteigt, um sich all- 
abendlich im Dunkel zu versenken. Die wunderbare Natur um 
ihn, sie bleibt sich gleich in allen ihren Wechseln, doch stumm 
auf seine Fragen. Dem Staunen folgt die verzweiflungsvolle 
Qual des Nichtwissens, rathlos schaut der Geist umher, und vor 
seinen ermüdeten Augen verwirren sich dieRäthsel, die er nicht 
zu lösen vermag, zu düsteren Geheimnissen. Doch zwischen den 
Maschen blicken hie und da vertraute Gesichter hervor: die der 
Götter, die er selbst dorthin gestellt, und die er jetzt freudig als 
alte Bekannte begrüsst. Sie, die in der für ihn fremden und 
unbekannten Umgebung heimisch zu sein scheinen, müssen ihm 
nun dazu dienen, das Verständniss dieser zu eröffnen. Die Na- 
tur hat seine Fragen nicht beantwortet, und er wendet sich des- 
halb an die subjectiven Götter, aus und durch deren Gegenwart 
es gelingen könnte die Natur zu erklären. ' Diesen Göttern gegen- 
über fühlt er sich deshalb auch unter der Pflicht hoher Verbind- 
lichkeit. Die Oede in seinem Innern, das Gefühl des Fremdseins 
-und der Verlassenheit in dieser starren und majestätischen Natur, 
die ihn mit der erdrückenden Wucht ihres Pompes umgiebt, das 
ahnungsvolle Sehnen nach Aufl^lärung, Alles führt ihn den 

Göttern zu, die, wenn auch oft wild grausam, doch dem Mensch- 
Bastian, Reise VI. B 



XVin Vorwort. 

liehen näher zu stehen scheinen und eher gerührt werden mögen, 
als die Natur, die sich in kaltem Hohne jedem Mitleid unzugäng- 
lich zeigt. Aus Liebe und Zuneigung zu diesen Göttern, die 
(nach den Versicherungen der Priester) seinen Bitten Gehör ge- 
währen werden, strebt jetzt auch der Mensch, sich ihnen in jeder 
Hinsicht dankbar und erkenntlich zu beweisen. Er sucht aus- 
findig zu machen, was ihnen gefallen könnte. Er tibernimmt Mo- 
kisso jeder Art, schont die Thiere, die sie bevorzugen sollten, 
enthält sich der ihnen geheiligten Pflanzen, bestimmter Farben, 
Worte, er bringt ihnen die Erstlinge seiner Früchte, oder Opfer, 
um die Felle an den Bäumen aufzuhängen und Torom's Mund 
mit Speck zu schmieren. 

Sobald nun der Geist durch accumulirende Erfahrungen in 
die Natur eindringt und die Vorgänge in derselben zu begreifen 
versteht, werden die provisorisch dorthin gestellten Götter ihren 
Platz räumen müssen. Wenn man erkannte, dass auch auf der 
Ebene der Fluss zum tieferen Meere abglitt, so bedurfte es nicht 
länger des Flussgottes, der ihn bewegte; die organisch fortwach- 
sende Pflanze konnte keine Dryade länger beherbergen; für die 
in Kadoi umhergetriebenen Gestirne waren die Wagen über- 
flüssig. So zieht sich überall im Fortgang der Geschichte die 
Gottheit*) mehr und mehr aus der Natur zurück und enthält 
sich der früher bei jeder Gelegenheit supponirten Eingriffe in 
den Gang derselben. Dennoch zeigte sich die Hypothese auch 
ferner nothweudig, zur Erklärung der letzten Gründe, da die 
Kenntniss der Natur, so sehr sie sich auch erweitert haben 
mochte, nichtsdestoweniger auf allen Seiten lückenhaft und un- 



*) 11 n'y a qn'iine chose, qni ruerite et qui ait par excellence le nom de 
science, c'est la religion. La religion, daus son vaste cercle, embrasse tout, car 
eile est l'expression de l'universalitö des volontös de dieu. Appuy^ fermement 
sur cette id^e, sur cette vne de concentration generale, Mahomet a imprimö par- 
tout le seing religieux (s. Perron). Zufriedenheit mit sich selbst ist (nach Spi- 
noza) das Höchste, das erhofft werden kann. 



Vorwort. XIX 

vollständig blieb. — Die raschen Erfolge der Naturwissenschaft 
in den letzten Jahren übertreffen die aller früheren Jahrhunderte ; 
aber trotz aller Partialsiege, die wir hie und da erfochten haben, 
steht uns doch die Natur im Grossen und Ganzen noch eben so 
schroff und starr, noch eben so stumm gegenüber, wie unseren 
Vorfahren und den culturlosen Wilden. Diese Hoffnungslosigkeit 
würde zermalmend für das Bewusstsein sein, wenn sich nicht 
hie und da einige Durchblicke auf Harmonien ewiger Gesetze er- 
öffnet hätten. Die Civilisation steht an dem Rande eines ge- 
fährlichen Absturzes. Gelingt es ihr nicht bald, sich aus der 
Naturforschung eine neue Grundlage ihrer moralischen Welt- 
anschauung zu bilden, so ist sie rettungslos verloren, denn die 
Götter, die wiederholt in ihre subjective Entstehung zersetzt sind 
und in der Dehnbarkeit ihres Begriffes längst die äusserste 
Grenze erreicht haben, könnten ihr diesmal nicht wieder helfen. 
So weit uns die Natur gegenwärtig bekannt ist, so weit wir 
sie nach allen Richtungen durchschaut, mit Fernröhren und Mi- 
kroskopen erweitert haben, können wir uns im Grossen und 
Ganzen ein einheitliches Bild von ihrem Gesammtcharakter ent- 
w^erfen ; denn obwohl die verschiedenen Reiche und Gebiete noch 
nirgends genügend, meistens nur in äusserster Oberfläche er- 
forscht sind, so lässt sich doch von ihren Berührungspunkten und 
gegenseitiger Lage zu einander ein ungefährer Rechenschafts- 
bericht ablegen. Das eigentlich Unbekannte beginnt für uns 
nicht mehr innerhalb der Natur, sondern jenseits derselben; alle 
Theile der Natur vermögen wir in relative Gleichungen zu 
einander zu bringen, und so bis zu einem gewissen Grade zu 
erklären, aber die Natur als solche verhüllt sich noch in einen 
undurchdringlichen Schleier, in Räthsel nach wie vor. Die Lö- 
sung desselben, die früher als Gottheiten oder höchste Gottheit 
innerhalb der Natur gesucht wurde, könnte für uns nur ausser- 
halb derselben liegen, ausserhalb jeder Conception von derselben, 

B* 



XX Vorwort. 

also nicht in begreifbarer Weise, und Überhaupt in ihrer Mani- 
festation so von den früher mit gleichem Wort bezeichneten 
verschieden, dass Verwendung Eines Namens nur Missverständ- 
nisse erzeugen müsste. Auch ohnedem werden durch Nicht- 
beachtung dieser Verschiedenheit des Standpunkts mancherlei 
Missverstäuduisse hervorgerufen. Man überträgt (durch Leibnitz' 
trügerisches Continuitäts-Gesetz verleitet) die Vorstellungen von 
Entwicklungsprocessen , wie sie innerhalb der Natur vor sich 
gehen, auch auf die transcendentale Betrachtung der Natur, als 
solcher, und sucht mit relativen Rechenoperationen Probleme 
zu lösen, die in das Absolute verlaufen. Wenn der Regressus 
in infinitum für di<^ Entstehung der Welt zu langweilig, der 
Calcul mit dem unendlichen Fortgang des Vermehrens oder Ver- 
minderns zu verwickelt scheint, scheut man sich nicht, mit den 
Gedankenreihen kurzen Process zu machen und sie zur Setzung 
eines Anfangs zu verstümmeln, da die subjective Zeitconstruction 
sich a parte ante im Weitergange gehemmt fühlt. Innerhalb der 
Natur sind alle unsere Vorstellungen nach den Beschränkungen 
von Raum und Zeit- den nothwendigen Formen der Sinnesauf- 
fassung, geordnet. Ehe wir also aus der Natur hinaustreten, die 
Schranken von Raum und Zeit überschreiten, muss sich das Den- 
ken Rechenschaft ablegen von der Methode, die zu befolgen 
sein wird. Wir kennen mit genügender Genauigkeit die Processe, 
die die Pflanze in ihrem Wachsthum durchläuft, von dem Samen 
bis zur Frucht und zurück zum Keim. Diese von einem räumlichen 
Ortsobject in regelmässiger Zeitfolge durchlaufenen Vorgänge 
bezeichnen wir mit dem Namen der Entwicklung, bis sie ihre 
Akme erreichen, müssen aber (zum Gesammtbilde der Durchwick- 
lung) die Rückbildung zufügen. Wir sind nun auch vielleicht 
im Stande, mancherlei Transmutationen dieser Pflanze zu er- 
klären, Veränderungen, die zu völligen Umänderungen werden 
mögen, Verbindungen, Kreuzungen, Krümmungen; aber alle die 



■^ Vorwort. XXI 

hier gültigen Regeln versagen uns, wenn es sich nur um die Ur- 
zeugung der Pflanze als solcher handeln sollte. Die geologischen 
Schichtungen der Erde geben uns in ihrem räumlichen Vorhan- 
densein mancherlei Anhalte, eine zeitliche Ablagerung zu con- 
statireu; aus den noch jetzt möglichen Beobachtungen, ihren Ein- 
schlüssen und wechselsweisen Beziehungen nach. Sobald aber 
diese gegenseitige Controle aufhört, dürfen wir in dem gleichen 
Gedankengang auch nicht ein einziges Wort weiter über Ur- 
bildung aussprechen. Die Entstehung der Welt aus der so- 
genannten Nebeltheorie erklären zu wollen, ist ein Abfall von 
den primärsten Vorschriften der Inductionsmethode. Dem nach 
Decimalstellen wägenden Chemiker wird ein solcher Brei Hundert- 
tausende von Jahren durcheinander gährender Elemente wenig 
munden, und die hie und da abgerissenen Vermuthungen über Ab- 
plattung, Abschleuderung u. s. w. sind etwas schwache Spinnen- 
fäden, um den Koloss des Erdballs in ein wissenschaftliches 
Formelnetz zu spannen, so dass er fruchtbringend analysirt 
werden könnte. Und bliebe es selbst möglich, die Erde auf die 
Sonne, diese auf eine Central-Sonne u. s. w. zurückzuführen , so 
wären wir mit alledem der Entstehung noch um keinen Deut 
näher. Diese wird sich, wenn überhaupt, im Kleinen eben so 
gut verstehen lassen, als im Grossen, so dass wir die reinlichen 
Resultate der Naturwissenschaft besser von dem Wust ungeord- 
neter Phantasiebilder*) frei halten werden. An den Grenzen der 
Natur endigen Raum und Zeit, so dass darüber hinaus nur jene 
Negationen möglich bleiben, die im Nirwana der Buddhisten 
der trügerischen Scheinwelt (dem Mä oder Nichts in Mäya) gegen- 



*) Märchen scheint mir Jeder (der Sophisten) zu erzählen, als ob wir Kin- 
der wären. Der sagt, dass das Seiende dreierlei sei; eins aber kämpfe zuweilen 
mit dem andern, zuweilen würden sie auch befreundet, schlössen Ehen, zeugten 
Kinder und zögen sie auf. Der Andere aber spricht von zweien, von Nass und 
Trocken, oder Warm und Kalt, und bringt sie zusammen und verheirathet sie, 
und so erzählt Jeder unbekümmert seine Geschichte zu Ende (s. Plato), 



XXII Vorwort. 

Über das Reelle constituiren. Uns bleibt indess die Aussicht, einen 
Uebergang- zu gewinnen, wenn die fortgehende Geistesentwick- 
lung die Umgebung der Natur in ein bewusstes Verständniss 
hinübergeführt haben wird, und zunächst müssen die psycho- 
logischen Gesetze des Bewusstseins selbst erforscht werden, auf 
Grund der ethnologischen Thatsachen, die das für den inductiven 
Aufbau nöthige Material liefern. Erst wenn diese herbeigescliafTt 
sind, kann, wie es schon Bacon erkannte, das Operiren mit ihnen 
oder (nach Leibnitz) das Rechnen (calculus ratiocinator) beginnen. 
Der Monotheismus bezeichnet eine demokratische Reform 
(wie sie Julian gegenüber Cyrill verlangt), die jeden Menschen 
in directe Communication mit dem höchsten Wesen setzt, und 
der Unterschied des Polytheimus von demselben reducirt sich bei 
den Mohamedanern (den Strengsten der Monotheisten) auf die 
ssabäische Lehre über die Verehrung der Behausungen, die Di- 
meschqi allen Götzendienern (von Rom bis Indien) beilegt. „Be- 
merkend, dass die Welt einen heiligen Schöpfer hat, der frei 
ist von der Eigenschaft der geschaffenen Dinge, musste sie die 
Unmöglichkeit erkennen, zur Majestät Gottes zu gelangen, und 
sie suchte sich daher ihm durch Solche zu nähern, die ihm nahe 
stehen, nämlich die geistigen Wesen (Engel oder Dämone), als 
Fürsprecher und Vermittler" (s. Chwolsohn). Am weitesten ist 
diese letzte Ursache vom Menschen entfernt im Buddhismus, wo 
sie gänzlich verflüchtigt wird und jede Fassbarkeit verliert, 
weshalb auch in allen Ländern dieser Religion ein magischer 
Zauberdienst vielfältigste Ausbildung gewonnen hat. Hier aber 
ist der Bereich dieser Cultus-Handlungen durchaus vom Moral- 
gebiet getrennt, indem die Naturkräfte, die sich zum Dienste 
(durch sympathische Hülfsmittel statt durch die rationellen der 
Wissenschaft) zwingen lassen, nur irdische Vortheile zu verleihen 
vermögen und in keiner Weise zur Vermittlung mit der letzten 
Ursache dienen können. Wer zu dieser gelangen will, muss 



Vorwort. XXIII 

den Weg, so weit er auch ist, aus eigener Kraft betreten, dem 
vorangegangenen Führer Tathagata folgend. Zu des Patriarchen 
Abraham Zeit unterscheidet*) Shahrastani die beiden Parteien 
der Ssabier und der Hanafa (in der wahren Religion), in denen 
jene geistige Wesen, diese menschliche (Propheten) als Ver- 
mittler anerkannten. Die (vermeintlichen) Propheten der Ssabier 
waren (nach Ibn Chordadbeh) geläuterte Heilige. Porphyrius 
lässt die durch die Theurgie Gereinigten sich nur bis zu den 
Aether-Gottheiten (nicht bis zum Vater selbst) erheben und deo 
inconveniens erit, Alles selbst zu besorgen, meint Apulejus. Der 
Dämon dolmetscht den Göttern (nach Plato), und Hermes (in 
Poemander) lässt seinen Sohn Tat den Verstand zum Alkater 
senden (s. Chwolsohn). Die Rechtgläubigkeit besteht (nach 
Shahristani) in der Annahme, dass Vollkommenheit in der Hülle 
der Menschlichkeit vorhanden, der (abweichende) Ssabismus, 
dass sie im Ablegen jener Hülle liegt. Die Ssabier erwarten die 
Offenbarung nicht in fleischlichen Gestalten (nach Ibn Sina), 
sondern von den Sternen. Das einfache Denken belebt alle 
Gegenstände der Natur durch Elementargeister, oder (nach Varro) 
durch Animae sowohl, wie, im Sinne der Römer, durch schützende 
Genien, deren Herleitung sich (bei Servius) im directen An- 
schluss an die mehrfach aufgefasste Seele (besonders nach ihrem 
Abscheiden im Tode verwendbar, als dann körperlos) zeigt. Auch 
bei Städten und Gemeinden, sowie bei den Göttern selbst, 
dachten die Römer einen Genius,**) ein nothwendiges Product 



*) Scävola »nterscheidet (in der Religion) tria genera tradita deorurn, unum 
a poetis (die Mythologie, als genus nugatorinm, quod multa de diis flngaiitnr in- 
digua). alterum a poetis, tertium a principibus civitatis. Varro führt auf (in der 
Religion) genus physicon (quo philnsophi utuntur), genus civile (quo populi utun- 
tur) und genus mythicon (quo maxime utuntur poetae) , in eo sunt multa contra 
dignitatem et naturam immortalium Acta (s. August). 

**) Die Ized (Ezat) erhielten (bei den Persern) alle Naturwesen im Wohlsein, 
ebenso die Provinzen, die Städte, den Staat u. s. w. neben den Feruern, als Typen 



XXIV Vorwort. 

psychologischer Thätigkeit. Neben dem specifisch gesehenen 
Gegenstande (z. B. der besondern ßaumart) wird derselbe 
(nach der Wortbildung in der Sprache) allgemein gedacht (als 
Baum), und diese letztere "Wesenheit (die sprachlich gebildete) 
wird dann selbst wieder personificirt , aber unbestimmter und 
weniger greifbar, als die optisch gesehene, und so in der luftigen 
Natur eines Genius, gleich der der Seele zukommenden. Ebenso 
bei allen übrigen Objecten. 

Die Gebete der Römer zu den nach ihren Functionen be- 
nannten Göttern folgten aus der magischen Kraft, die im Gebet 
vorausgesetzt wurde, und deren Verwendung man deshalb auch 
wieder für den guten Erfolg nöthig hielt. Hatte man aus 
Beobachtung rhachitischer Kinder die Wichtigkeit der Knochen- 
härtung erkannt, so suchte man sie nun durch Gebete zu unter- 
stützen. Die Wirkungsweise derselben ist für die menschliche 
Auffassung eben so unverständlich, ob man sie an eine die ge- 
sammte Welt durchwaltende oder beherrschende Gottheit, die 
schon Alles vorgesehen und angeordnet hat, richtet, oder an einen 
Partialgott, der diesem besondern Amt vorgesetzt ist. Statt zu 
sagen, „betet zu Gott, dass er die Knochen des Embryo härte", 
zog es die römische Religion vor* (um alle möglichen Missver- 
ständnisse, die Schaden statt Nutzen stiften würden, zu ver- 
meiden), dem Volke die einfache Anrufung der Juno Ossipaga 
zu empfehlen, mit deren Namen dann bereits alles Erforderliche 
ausgedrückt war. Aehnlich bei Porrima und Postverta (über 
glückliche Kopf- und Steissgeburten), Fluvonia (der Menstruation), 
Cuba (die Wiege für das Bett vertauschend), Iterduca und Domi- 



des Lebens. Nach deu existirerden Typenformen ist die Zahl der Seelen eine 
gegebene, wie bei deu Fanti , die sie im Umschwung der Geburten und des Er- 
löschens immer wieder zeitweis in der Menschenexistenz auftauchen lassen. 
Drossbach lässt nur eine bestimmte Zahl ursprünglich geschaffener Seelen-Atome 
zn, wogegen die Creatinisten den Tradiicianern gegenüber für die selbstständige 
Schöpfuugskraft aus dem Nichts einstehen. 



Vorwort. XXV 

duca (beim ersten Trippeln), ünxia (bei der Heiratb) und Cinia, 
Deus Subigus (ut viro subigatur), Prema (ut subacta ne se 
comraoveat prematur), Dea Pertunda (quae praesto est virginalem 
scrobem efifodientibus maritis), Dea Perfica, Carna (herzstärkend), 
Dea Clivicola (die beim Treppensteigen liilft), Diva Fessonia 
(bei Ermüdung), Deus Arculus (der Gott der Kisten und Kasten), 
Deus Vergitanus, Locutius u, s. w. So war in den Indigita- 
menta gleichsam durch Gelegenheitsengel (s. Preller) für alle 
Verhältnisse des Lebens gesorgt. Abraham tadelte (nach Mai- 
monides) die Ssabier, die statt zum Schöpfer zur Sonne beteten, 
denn sie sei nur wie „ein Beil in der Hand des Zimmermanns", 
und der Zimmermann in Yoruba verehrt das Beil; mit dem er 
arbeitet. 

Der erste Fortschritt des Geisteslebens markirt sich mit der 
Abstraction, in einer selbstständig dieser, als solchen, angebörigen 
Schöpfung. Die Gedankenthätigkeit des Naturvolks ist eine 
passive, auf Anschauungen beschränkt, die sich auf ihrer Seh- 
fläche reflectiren, wie die Objecte in einem Spiegel, und dort 
wieder verbleichen, ohne Neues hinzuzufügen, abgesehen von 
einem kürzeren oder längeren Haften in der Erinnerung, als ob 
auf einer photographisch-präparirten Fläche. Mit fortgeschrittener 
Organisation ist aber diese Glasfläche des Gedankenspiegels 
gleichsam optisch geschliffen, um die Sehstrahlen zu concentriren 
und eine selbstthätig fern wirkende Kraft aus ihnen hervor- 
zulocken, um die Gegenstände, von denen sie ausströmen, 
weiter zu zersetzen und alle die denselben angehörigen Eigen- 
thümlichkeiten erkennbar aus ihnen zu entwickeln. Der Kaffer 
hütet seine Heerden durch die Reproduction eines jeden Thier- 
bildes neben dem andern und dem mechanischen Bewusstwerden 
ihrer Vollständigkeit oder eines Mangels. Diese lange Eeihe 
schwerfälliger Associationen vereinfacht sich mit der Zahl, und 
die so neu gewonnenen Einheiten können wieder zur Grundlage 



XXVI Vorwort. 

weiterer Operationen dienen, in fernerer Vereinfachung des 
Addirens zum Multipliciren (wie es Hobbes im Denken findet), 
dann Extrahiren, Potenziren u. s. w. In ähnlicher Weise mangelt 
dem Südafrikaner die Generalisationsfähigkeit, einen zurück- 
gelegten Weg aus allgemeinem Beschreiben der umrisse zu 
verstehen, er würde aber jede einzelne Stelle, im Gedächtniss, 
wiedererkennen, so weit eben sich solche Einzelnheiten neben 
einander aufhäufen lassen, ohne durch ihre eigene Masse un- 
deutlich zu werden. Durch die Abstraction tritt also die Geistes- 
thätigkeit in die Reihe selbstständig neuer Kraftschöpfungen 
ein, in ihren Erzeugnissen nicht nur unzerstörbar, wie überhaupt 
alles gewordene und werdende Sein, sondern eben auch in der 
ihr selbst zukommenden Specifität (also für den Menschen, im 
Bewusstsein) fortexistirend. Auch die Reflexion eines Spiegel- 
bildes, das (für das Auge) auftaucht und erlischt, kann im 
Grossen und Ganzen nicht ohne ihre Wirkung bleiben. Sie 
wirft Gestaltungen in die Aetherschwingungen zurück, die dort 
ihren Einfluss äussern müssen, die sich aber in den kleinsten 
Molecularwirkungen ausgleichen, und also für uns eben so be- 
deutungslos, wie unerkennbar sind. Das Verstäudniss des Be- 
wusstseins selbst dagegen sichert die beständige Dauer desselben. 
Der Fortschritt, der mit Annahme eines monotheistischen Systems 
tiberall anerkannt wird, beruht auf der Herstellung einer einheit- 
lichen Weltanschauung und dem harmonischen Gleichgewicht, 
das die Basis für weitere Schöpfungen des Wissens zu geben 
hat, obwohl es selbst freilich zunächst nur durch einen religiösen 
Glauben gewonnen zu werden pflegt. Die Missionäre einer 
neuen Religion sind fast immer zugleich die Vertreter einer 
höheren Bildung in dem Volke, von dem sie ausgegangen sind, 
und befreien dadurch die Bekehrten*) von mancherlei Aber- 

*) The Upper classes of the Moondahs (who aspire to be Zemendars) have 



Vorwort. XXVII 

glauben, in dessen Banden sie in Folge vererbter Tradition 
lagen, während die Augen des Fremden den Trug leicht er- 
kennen, aber eben so leicht auch den Trug, in dem ihre eigenen 
Augen befangen sind, an die Stelle setzen. Das Percipiren des 
Steins trägt eine Frage involvirt, und die volle Antwort wird 
durch die Vorstellung von demselben gegeben, das, um klar zu 
sein, je nach dem Bildungsgrade einen mehr oder weniger schroffen 
Begriff verlangt, bis zu den rein naturwissenschaftlichen. So 
lange indess der nur als fragend auf das Auge einwirkende 
Gegenstand noch nicht die beseitigende Antwort seiner Erklärung 
gefunden hat, verknüpfen sich mit dem unbestimmt suchenden 
Streben nach der Beantwortung, die aus dem Unbekannten her- 
vorquellenden Gefühle der Mystik, die in diesem Zwischenstadium 
des Ahnen und Denkens das Aussenobject mit dem Nebelschleier 
des Heiligen umziehen und unter gegebenen Umständen zum 
Fetisch erhoben werden. Die Einwürfe des Skepticismus gegen 
aprioristische Constructionen sind heutzutage eben so unwider- 
leglich, wie in der Zeit, als sie von Pyrrho und später in der Aka- 
demie von Arcesilas formulirt wurden, und wenn damals aus 
praktischen Rücksichten die stoische Dogmatik einer scheinbar in 
unfruchtbarem Nihilimus verlaufenden Schule gegenüber treten 
durfte, so bleibt diese Nothlüge nicht länger zu entschuldigen, seit 
die Induction in der objectiven Naturanschauung den zum Ziele 
führenden Weg gezeigt hat. 



assumed the Poita and taken to Bramins and Kali, but the mass of the people 
adore their „mad gads" still, after tlieir own primitive fashion (s. Dalton). Con- 
Terts to Christianity assert they were flrst indaced to turn to that religion , be- 
cause sorcery had apparently no power over those who were baptized, — It is oue 
religion, yet how can we join it, when each party (Roman-Catholics, Protestants, 
Mormons) thrpatens us with hell, if we agree with the other, and there is none to decide 
between tbem (klagt der siamesirhe Buddhist) 1870 (s. Alabaster). Les priores, les 
intercessions, les fetes religieuses rapprochent les populations des Mias ou Yashiras 
(les temples du Sineto), tandisque les cöremonies funebres r^clament les bonzes Bud- 
dhistes aupres des defuuts et remplissent leurs temples , (jui se nomment Teras. 



XXVni Vorwort. 

Aus Gewohnheit an räumlicher Form haftend, bildet sich 
das Denken meist das Unendliche (obwohl die Negation des 
Endlichen und Räumlichen) wieder zur räumlichen Vorstellung 
aus (und so das Ewige zum Zeitlichen). Seit Proctor das Welt- 
gebäude Herschel's eingeengt hat, glaubt man vielleicht jenseits 
der fernsten Sterne schon in den unendlichen Raum hinaus zu 
blicken, und gestaltet also die Unendlichkeit gleichsam zu einem 
weiteren Raum, der den inneren einkapselt. Das Unendliche und 
Ewige beginnt aber jenseits der Erscheinungen, und wir stehen 
ihm in uns selbst, in dem Stein vor uns, in jedem Dinge eben so 
nahe, als am äussersten Fixstern oder uuaufgelössten Nebelfleck. 

In einheitlicher Wesenheit stehen alle Processe in gegenseitig 
ergänzender Correlation zu einander, um das Gleichgewicht zu 
erhalten, und nach unserer objectiven Vorstellung aufgefasst, 
sagen wir von derartig abgeschlossenem Ganzen, dass es nach 
einem Plan angelegt sei. Einen solchen vermögen wir auch 
zum Theil in der Constitution des Weltalls *) zu erkennen. Sehen 
wir die dünneu Gliederanhänge der Fliege und das aufgehängte 
Netz der Spinnen, das gerade für ihre Verwicklung die geeig- 
neten Maschen bietet, so tritt uns daraus (wie aus der Beziehung 
zwischen Nectarien der Orchideen und Saugrüssel der Motten, 
Schönheit der Blumen und befruchtenden Insecten, Farbe des Vo- 
gels und dem Baume, auf dem er nistet), eine Wechselbeziehung 
entgegen, und ebenso in der Lebensweise jedes andern Thieres 
auf dem ihm adäquaten Boden. Aus dieser für uns verständ- 
lichen Wechselbeziehung folgt aber noch nicht eine teleologische 
Zweckeinrichtung, schon deshalb nicht, weil wir nur die Erde 
zu überschauen vermögen, ein beschränktes Theilganze, woran 
sich die Fäden weiterer Beziehungen anheften, ohne dass wir 



*) Dessen organische Natur (nach Laycock) das Gesetz der unbewussten In- 
telligenz durchdringt. 



Vorwort. XXIX 

diese aiisverfolgen können. Der Physiologe, der die Lungen 
allein seiner Betrachtung unterzöge, würde die Bildung des 
Lungengewebes aus dem nach der Zuströmung oxydirten Blute 
verstehen, müsste aber in dem fortgehenden Abfluss einen zweck- 
losen Verlust sehen, wenn er jenen nicht bis zu den neuen Ca- 
pillar-Verzweigungen im Auge behielte. Der Intestinaltraet ab- 
sorbirt nur einen Theil der aufgenommenen Speisen und ent- 
fernt den Rest als Auswurf, der wieder (nach den Erfahrungen 
der Agricultoren) dem Pflanzenwachsthum zu Gute kommt. Bei 
unserm Ueberblick über das Weltgebäude wäre es deshalb un- 
genau, von einem Plan zu sprechen, da wir denselben nicht als 
•solchen zu durchschauen vermögen und uns nur aus einzelnen 
Theil en ein Schein herüberschimmert, der eine trügerische Spiegelung 
sein könnte. Die Idee eines Planes gewinnen wir überhaupt aus der 
Operationsweise unserer eigenen Denkprocesse. Indem wir in einer 
bestimmten Masse der äusseren Phänomen Ursache und Wirkung 
vor uns sehen, d. h. in bestimmter Folgereihe des Geschehens 
nothwendige Etfecte des Geschehenden und Geschehenen, so be- 
nutzen wir die daraus abgeleiteten Gesetze bei unseren eigenen 
Handlungen, um wünschenswerthe Ziele auszufolgen. Aus den 
auf erreichbare Zwecke zusammenarbeitenden Naturvorgängen ent- 
nehmen wir die für Herstellung unseres Wohlseins nutzbaren Lehren, 
und lassen die grössere Hälfte des für uns (als nicht gesetzlich be- 
weisbaren) Ungesetzlichen, weil unzweckmässig und ohne prak- 
tische Bedeutung, ausser Beachtung. Es wäre ein Denkfehler, wollten 
wir nun aus Analogien weiter schliessen, den in unsern beschränk- 
ten Gesichtskreis hineinfallenden Zweck, als jenseits desselben er- 
füllt, supponiren, und dann dabei bleiben, für die Anlage des 
Weltalls das Planmässige beizubehalten. Das Fehlerhafte läge 
zunächst in der Setzung des Plans, da dieser nur eine subjectiv 
menschliche Idee ist, also für seine Existenz eine Menschenuatur 
voraussetzt. Unser Begriff von Menschen kann sich indess nur 



XXX Vorwort. 

nach den terrestrischen Verhältnissen, unter welchen er für uns 
entstanden ist, verstehen lassen, und die excentrische Stellung 
der Erde negirt von vornherein die Möglichkeit, den harmoni- 
schen Zusammenhang, eines einheitlichen Planes im All durch 
directe Kechnuugsoperationen zu bestimmen. Eine kosmische Er- 
weiterung in den Proportionsverhältnissen der Menschennatur*) 
anzunehmen, so dass, was sich für uns planetarisch als Plan zu- 
sammenorduet, auf der Gesammtbasis des Seins gleiche Geltung 
hätte, würde nur auf ein central Geistiges anwendbar sein, 
und da, was wir als Geistiges auffassen, aus einer Wesenheit 
excentrischer Bildung abgeleitet ist, so verbietet sich die un- 
mittelbare Ausdehnung der Grössenverhältnisse, obwohl sich jcr 
doch vielleicht Rechuungsmethoden auffinden lassen, um die in's 
Unendliche verlaufenden Functionen zu benieistern. Eine kos- 
mische Menschennatur, als personificirte Gottheit, in irgend einem 
Theil des Universums, wäre ein Unding, da sich der Begriff der 
Menschennatur nur unter dem partiell kosmisch influencirten 
Plauetar- Verhältnisse der Erde gebildet hat, und derselbe Name 
auf andere Verhältnisse augewendet, ein bedeutungsloser Schall 
sein würde. Von einem Plane zu reden, würde schon in sofern 
unstatthaft sein, als das Wort erst bei einem deutlich erkannten 
Anfang, bei einem Endpunkt, dem entgegengestrebt wird, seinen 
Sinn hat und sonst uuanweudbar bleibt. Die Vorstellung des 
Planes rührt daher, dass wir das Zweckmässige erkennen, und 
dieses Erkennen des Zweckmässigen beruht auf einem aus steter 
Succession derselben Folgenreihen erlaubten Schluss, der Ur- 
sache und Wirkung durch einen Causalnexus verknüpft. Die 



*) Non immerito itaque preceptores nostri, Sulpirius atque Istius, hominem 
niuiidi minoris noaiine censuerunt, quippe qui in se ipso habet omiiia, ex quibus 
innndus coustat visibilis , terra euim in corpore, ignis in animo, aqua in frigidi- 
tate, mare quoque undosum belluosuinque in turbinosa cordis profunditate et in 
ipsa ratione (Virg. Mar.). 



Vorwort. XXXI 

psychischen Functionen bilden auf der Stufenleiter terrestischer 
Natur die letzte Destillation der sonst materiell verlaufenden 
ProcessC; und zu den Gesetzen, unter denen jene selbst weiter 
schaffen, gehört das der Causalität, das deshalb aus den zur 
geistigen Ernährung dienenden Körperwurzeln abstrahirt sein 
muss und in ihnen auch überall in Einzelnfällen nachweisbar 
ist, aber trotzdem in der Zusammenfassung des Grossen und 
Ganzen eine durchaus verschiedene Gestaltung annehmen mag. 
Wie das jüngst geborene Kind verwundert die sinnliche Welt an- 
schaut und erst allmälig mit den durch das Auge zugeführten 
Phäenomenen vertraut wird, so blicken wir, wenn das geistige Be- 
wusstsein erwacht, aufs Neue staunend und blöde in eine Welt 
des Unbekannten*) hinaus, und werden uns bald gewiss, dass es 
noch einer langen Uebung des spirituellen Auges bedürfen wird, 
ehe wir zu einem Urtheil über die vor demselben ablaufenden 
Processe berechtigt sein werden. Gewiss ist nur die Aufgabe 
des unablässigen Fortdenkens in Verwerthung der Zeit. 

Kant sucht die Antinomie der reinen Vernunft bei kosmo- 
logischen Ideen zu erklären, aber er hat sie nicht wegerklärt, 
und auch der Standpunkt des Naturforschers schützt nicht vor 
unklaren Verwirrungen. Wem die Theorie der Abstammung wahr- 
scheinlicher scheint, als die der Schöpfung, der glaubt an die- 
selbe und sieht sich leicht veranlasst, ihre Vertheidigung zu über- 
nehmen. Wer sich deutlich klar ist, dass durch all' solches 
Glauben an Abstammung oder an Schöpfung noch nicht ein 
Tüttelchen dem Wissen zuzufügen ist, wird sich auch im Grunde 
nicht viel darum kümmern, während die eifrigen Gläubigen selten 
Respect gegen die Wissensgrenze haben, und dieselbe mit ihren 



*) Gleich dem Sperling durch die erwcärmte Stube de hieme in hiemem regre- 
diens , fliegt das menschliche Leben dahin in völliger üngewissheit , quod autem 
sequatur quidve praecesserit (Beda), nach dem Sprecher im Rathe Edwy's von 
Northumberlaud. 



XXXTI Vorwort. 

Glaubensartikeln tiberselireitend; allzu oft die Wissensoperationen 
fälschen. In unseren Forscbuugsformeln haben wir bereits man- 
ches X in der Natur aufgelöst; das der Entstehung bleibt noch 
eine völlig unbekannte Grösse, und so lange sie solche ist, nützt 
es nicht viel, über ihren möglichen Werth herumzurathen, da man 
sich veranlasst sehen möchte, die eine oder andere Fiction als 
reale zu betrachten und so zu verwenden. Wir werden auch diese 
Frage lösen^ wenn die Rechnungscombinationen*) so weit gediehen 
sind; aber vorher ist mit Eathen nichts gedient und viel ge- 
schadet. Kaut nennt Sinnlichkeit und Vernunft zwei Stämme der 
menschlichen Erkenntniss, die vielleicht eine gemeinsame Wurzel 
hätten, während einheitliche Induction den Stamm der Vernunft 
als einen Zweig auf dem Stamme der Sinnlichkeit anzusehen 
hat, als ihren letzten Blüthenzweig , der deshalb wieder auf das 
Ganze zurückwirkt , und in seiner Frucht bereits den Keim ein- 
schliesst, dem eine neue Wurzel entsprossen wird. Der Satz 
nihil est in intellectu, quod non prius fuerit in sensu ist falsch, 
wenn auf das Individuum bezogen und wenn die Sinnlichkeit 
auf die Weite und Art der menschlichen Sinne beschränkt wird. 
Er ist dagegen richtig, wenn in solcher Weise verstanden, dass 
erst aus der Wechselwirkung des Innern und Aeussern, des Ma- 
krokosmos und Mikrokosmos, das Bewusstsein in letzterem zum 
Selbstabschluss gelangen wird. Bei der in den verschiedenen 
Systemen (auch ohne die Extravaganz der Notional Beings) un- 



*) C'est ä Tabus de l'induction , c'esl-ä-dire ä l'indnction appuyee snr un 
trop petit iioinbre d'expt^riences ou sur des experiences trop legeres, qu'il faut 
rapporter le paralogisme, qu'on appelle dans l'^r.ole le denombrement imparfait 
(eiiunieratio imperfecta) et le passage d'un genre ä nn autre (argumentum a 
genere ad genus). Wer durch Induction oder Analogie redet, fällt in Irxthnm 
(hinsichtlich der Ursachen ausser der durch das Bewusstsein gegebeneu) durch 
drei Paralogismen, non causa pro causa, post hoc ergo propter hoc, fallacia acci- 
dentis (s. Garnier). Wahrnehmung ist eine besondere Art von Verwandlung und 
Verwandlung ist Bewegung (Aristotl.). 



Vorwort. XXXIII 

bestimmt schwankenden Verwendung der Bezeichnung Idee würde 
der Streit der Ideae innatae auf einen Wortstreit hinauslaufen, 
je nachdem man Idealbilder oder die Modi, die Modi rerum oder 
Modi cogitandi, in's Auge fasste. Jedenfalls Hessen sich die 
Ideen, wenn im weitesten Sinne gefasst, bei dem als Theil der 
Menschheit geborenen, und je nach seiner mit der höheren oder 
niederen Phase derselben zusammentreflende Zeugung verschie- 
dentlich begabten Individuum nicht auf ideae adventitiae inner- 
halb seines Special-Lebens beschränken. Was wir durch die 
Thore unserer Sinne von der Welt aufnehmen , ist ein nach un- 
serer relativen Stellung zu derselben nothwendig bedingter, aber 
auf dem Standpunkt des Absoluten rein zufälliger (und deshalb 
gern als nichtig täuschend aufgefasster) Theil derselben ; nicht also 
diese Sinnesempfindungen vermögen zur Wahrheit zu führen, son- 
dern erst, indem aus ihnen allen die gesetzlichen Causalitäten har- 
monisch zusammenklingen, klärt sich die Erkenntniss subjectiv 
in idealen Objecten. — Seit Leibnitz hat das Gesetz der Continui- 
tät durch seinen trügerischen Schein viel unbestimmt verworrene 
Systeme über den Fortschritt in der Weltentwicklung*) hervor- 
gerufen, und besonders die in inductiver Schule erzogenen Ur- 
heber der Descendenztheorie sollten wissen, dass vielmehr dahin ge- 
strebt werden muss, statt durch rhetorischen Wortqualm die Grenz- 



*) Wenn es in den Naturwissenschaften gelingt, eine Reihe von Entwick- 
lungen, die bisher getrennt schienen, zu einer continuirlichen zu machen, so ist 
die überwiegende Stimmung, als ob damit alle Schwierigkeit geschwunden sei, 
indem man die Leichtigkeit, ein geometrisches Continuum zu erzeugen, wie es 
scheint, auf Alles, was eine Reihe ausmacht, überträgt, während im Grunde Alles 
bleibt wie vorher (Raumann). Im dialektischen Process ist das Gesetz der Con- 
tinuität (dass Eins sich aus dem Andern zu ergeben schiene , in einem höheren 
Fortschritt) vielfach für den vollen Beweis einer Welterklärung genommen (Bau- 
mann), wogegen (nach Trendelenburg) das Auseinanderherleiten in reinem Denken 
nur Schein wäre. Tawallad bedeutet Fortpflanzung (bei Bisr), indem eine von 
einem Agens bewirkte Thätigkeit sich weiter fortpflanzen und neue Yeränderungeu 
au anderen Objecten bewirken könne. 

üustiau, Keise VI. C 



XXXIV V^orwort. 

scheiden zu verundeutlichen, jedes einzelne Object möglichst scharf 
und genau in seiner Eigenthümlichkeit zu erfassen. Auf die Ge- 
staltung der unorganischen Körper übt die Wärme einen (den 
Aggregatzustand modificirenden) Einfluss, auf die der pflanzlichen 
bereits das Licht (in der Färbung), und man kann diese Wir- 
kungen von den ersten Regungen der Sinnesempfindungen (bei 
niederen Thieren) weiter verfolgen bis zu den Geistesthätigkeiten 
der Menschen und mit der Vervollkommnung der Organisation 
einen einheitlichen Zusammenhang festhalten. Diese Auffassung 
bewegt sich dann aber nur in einer ähnlichen Hypothese, als 
wenn mau aus graduell vermehrter Geschwindigkeit der Schwin- 
gungen die Entstehung des Schalls, der Wärme, des Lichtes ab- 
leitet, und kann, eben so wenig wie hier, zu einer weiteren Er- 
klärung dienen, da die Physik noch immer den Schall, die Wärme, 
das Licht als selbstständige Manifestationen festzuhalten hatte, wie 
gleichfalls das Denken eine solche bildet gegenüber den unbewuss- 
ten Empfindungen. Wollte man den theoretisch hinzustellenden Ab- 
schluss als einen realen auffassen, so würden wir uns nur selbst 
durch subjectiv kurzsichtige Verstümmelung den Weg zu weiteren 
Enthüllungen aus der unendlichen Quelle des noch Unbekannten, 
und dem Walten harmonischer Gesetzlichkeit, verrammeln. 

Darwin's Beobachtungen begründen eine Transmutations- 
theoriC; und die Ausdehnung dieser Lehre zu einer Descendenz- 
theorie ist eben so sehr eine in Widersprüche verwickelnde (weil 
nicht auf Thatsachen gestützte) Erweiterung, wie Oken's Ver- 
allgemeinerung *) der in den elektrischen Erscheinungen nachweis- 
baren Polaritäten auf die übrigen Naturprocesse. Vermischt man 
die stattfindenden Veränderungen zu einem ununterbrochenen 



*) Ignis conversiones primum mare , maris autem dimidium qaidem terra, 
dimidium vero fulgur (Empedocles). Ignem per aerem coDverti in humidum, 
quod est veluti seinen dispositionis mundi, quod vocat mare, ex Se zovrov av&is 
yivExui yq xal oi^avoi (s. Cleui. AI.). 



Vorwort. XXXV 

Fluss, SO entschwindet jeder Anhaltspunkt gesetzlicher Ordnung 
der Erkenntniss. Die geregelten Verhältnisse, die in organischer 
Natur eben so nothwendig sind wie in der unorganischen, bleiben 
ausser Acht, wenn jede Zelle im Organismus als gleichwerthig gilt. 
Die chemischen Grundstoife stammen nicht von einander aus 
einer gemeinsamen Urform ab, sie gehen ebensowenig in einan- 
der über, wenn nicht ihr Variiren, unter gesetzlichen Verhält- 
nissen, bis zu Arten selbstständiger Neubildung fortschreiten 
kann. Der Schwefel zeigt dimorphische Kristalle, ob er über 111^ 
oder bei einer niedrigeren Temperatur anschiesst. Allzu stark 
erhitzt, wird der Schwefel verdampft (relativ vernichtet), nach 
geringer Erwärmung kehrt er beim Kaltwerden in den früheren 
Aggregat-Zustand zurück, über 200" geht er in einen zähen brau- 
nen (von dem spröden verschiedenen) Körper über. So mag eine 
organische Species in stürmischen Umänderungen gänzlich zu 
Grunde gehen, unter leichten Modificationen vielfach variiren und 
nach Aufhören der ablenkenden Einwirkungen in die eigentliche 
Normalform zurückfallen, bei gesetzlich regulirter Accummulation 
der Umgestaltungen dagegen, als neues Product daraus hervor- 
gehen. Ueberall liegt ein Gesetzliches zu Grunde, das indess 
nur durch unklare Nebenbedeutungen überladen wird, wenn es 
sich Wille (biei Schopenhauer) oder Unbewusstes (bei v. Hart- 
mann) benennt, oder wenn man (nach Malebranche) die Seele 
als Centralpunkt des Lebens (s. Wedekind) durch innewoh- 
nende Anlagen den Körper bilden lässt in einer Welt vorstellen- 
der Monaden, wo für Leibnitz' Spiritualismus alle Daseinsformen 
nur Abstufungen des mehr oder minder deutlichen Vorstellens. 
Die Transmutationslehre im Kampf um's Leben, oder (nach 
Hobbes) im Krieg Aller gegen Alle, zeigt die Abhängigkeit der 
Organismen von der Umgebung, und auch in anorganischer Natur 
kann der Einfluss der Temperatur in Krystallen, die nicht dem 

regulären Systeme angehören, selbst bis zu Aenderungen der 

C* 



XXXVI Vorwort 

Winkelneigimgeu (nach Mitscherlich) führen. Partialverän- 
derungen treten ein; durch polarische Hinwegnahme der Rhom- 
boeder-Scheitel des Rauten-Dodekaeders ergiebt sich das Te- 
traeder, aber das Ebenmaass-Gesetz (und das Gesetz der Gleich- 
heit der Dimeusions-Verhältnisse) erhält in den Correlationen 
den einheitlichen Zusammenhang. Eine Mineralspecies setzt 
gleiche chemische Zusammensetzung und gleiche Krystallisation 
voraus, sie mag sich isomorphisch oder dimorphisch verhalten, sie 
mag sich aus Rothkupfererz durch Aufnahme von Kohlensäure 
und Wasser zu Malachit (aus Octaeder zu schiefer rhombischer 
Säule), aus Kupferlasur durch Verlust eines Theils der Kohlen- 
säure zu Malachit umbilden; die gegenseitige Abhängigkeit von 
äusserer Gestalt und innerer Zusammensetzung wird dadurch 
indessen nicht gestört. Jede Krystallform hat eine gewisse Weite 
möglicher Veränderungen, und mag sich durch Entrandung, 
Entkantung, Euteckung u. s. w. manchmal für den ersten An- 
blick dem Spielräume anderer Kernformen nähern, sie wird aber 
stets auf die ihr zukommende reducirbar bleiben, ausser wenn 
sie auch ihre chemische Zusammensetzung ändert, also über- 
haupt ein neues Art-Ding wird. Aus dem Mangel scharfer 
Unterscheidung zwischen dem Sein und dem Schein liiesst der 
Grundfehler, der die Vorstellung der Desceudenztheorie fälscht. 
Natron vermag im stumpfen Rhomboeder oder im Würfel aufzu- 
treten, aber im ersten Falle bildet sich mit Salpetersäure der 
Salpeter, im letzten mit Salzsäure Steinsalz. Der Rolle der 
analysirbaren Elemente in der anorganischen Natur entsprechen 
in der organischen nicht die dort immer gleichen Grundstoffe, 
sondern die wesentlichen Eigenschaften des jedesmaligen Or- 
ganismus. Wollte man nun eine Entwicklungsreihe der Mine- 
ralien, etwa vom Würfel (des Steinsalz) zum stumpfen Rhomboeder 
(des Salpeter), der schiefen rhombischen Säule (des Glaubersalz), 
dann Salmiak (in Octaedern), Anhydrit (in geraden rektangu- 



Vorwort. XXXVIl 

lären Säulen), Borazit (in Tetraedern), Sodalit (in Raiiten-Dodeka- 
edeni) , Leucoit u. dgl. aufstellen , so wäre damit Alles um- 
geworfen, was die Induction aufzubauen sucht. Die Chemie 
gewann ihre Stützpfeiler eben dadurch, dass sie sich aus der 
unbestimmten Verschwommenheit der Alchemie losrang, dass 
sie die so weit festgestellten Grundstoffe als unantastbare hei- 
ligte und denjenigen als Ketzer ausstosseu müsste, der auch heute 
noch von einer Umwandlung der Elemente in einander träumen 
wollte, weil ihm solche Hypothesen ein glatteres und bequemeres 
System herstellen würden. So weit uns Partialveränderungen 
an den Krystallen bekannt sind, nehmen wir sie an, aber durch 
jeden Schritt*), mit dem wir über die factisch gesicherte Basis 
hinausschreiten, verletzen wir die exacte Naturwissenschaft. Ist 
es uns in der organischen Natur noch nicht möglich gewesen, 
die wesentlichen Bestandtbeile jeder Species in so fest um- 
schriebene Formeln zu fassen, wie in den Atomgewichten der 
Stöchiometrie, so haben wir doch zu versuchen, dahin zu ge- 
langen, und uns nicht von vornherein den Weg dadurch abzu- 



*) „Die Induction fordert Vollständigkeit der Beobachtungen, wenn sie zu 
sicheren Ergebnissen führen soll (eine Induction aus einzelnen Fällen ist nach 
Bacon eine Kinderei). Der Gegenstand muss von allen Seiten, nach allen Ge- 
sichtspunkten, mit allen Sinnen, in jeder Lage" und Zeit beobachtet werden" 
(s. Harms). Wenn die Induction ihre Rohmaterialien zusammenträgt, bedarf sie 
allerdings eines ungefähren Planes des Risses, nach dem sie bauen will, und dies 
ist ihre Hypothese. Sie darf dann aber nicht die Bausteine dem entsprechend 
zuschneiden, um ihre subjective Idee, wie die künstlerische Architektonik, zur Aus- 
führung zu bringen , sondern da sie mit den umhergeworfenen Stücken eines 
schon seit dem Beginn des Seins fertigen Kosmos baut (um ihre Idee vom Mikro- 
kosmos neu anzuschauen), so muss sie je nach der Art der sich an Material dar- 
bietenden Formen den Gang der Arbeit stets entsprechend modiflciren, bis sich 
schliesslich das Ganze vollkommen harmonisch in einander geschlossen zeigt. Erst 
dann verschwindet die Hypothese vor dem Gewussten , das dann später weiter 
als eigene Stütze des Ferneren verwendet werden kann. Zur Controle muss auf 
die Synthesis der Induction die zersetzende Analyse der Deduction folgen, die 
von der Speculation aus dem Einen wieder auf das constituirende Viele zurück- 
geht. 



XXXVni Vorwort. 

schneiden, dass wir statt scharf zu differenziren , möglichst ver- 
schwimmend generalisiren. Wird dann überhaupt eine un- 
bedingte Verfügung über die Zeit beansprucht, wird es selbst 
als Grundsatz aufgestellt, den Hypothesen über die Dauer geolo- 
gischer Perioden eine möglichste Ausdehnung zu geben, so ist 
es von vornherein mit jedem Denken vorbei, denn in langer 
Zeit ist, wie schon der gute Herodot es wusste, Alles möglich, 
ist Alles geschehbar, aber deutlich gewusst, als wirklich ge- 
schehen, ist dann Nichts mehr. Die Fortzeugungsfähigkeit in 
der organischen Natur begründet zwischen ihr und der anorga- 
nischen nur einen relativen Unterschied. Allerdings vermag die 
Einwirkung des Milier im Organismus (wie bis zu einem ge- 
wissen Grade auch im Krystall) Transmutationen hervorzurufen, 
die zur Erwerbung neuer Eigenschaften und zur Fortpflanzungs- 
fähigkeit derselben befähigen, immer aber nur innerhalb der 
Spielweite möglicher Existenzfähigkeit. Wird diese überschritten, 
so tritt uns damit eine neue Existenz entgegen, die wir, wenn 
mit diesem Worte überhaupt ein Sinn verknüpft werden soll, 
als gesondert erfassen müssen. Die von uns in die Natur hinein- 
getragenen Eintheilungen sind subjective, nicht objective, und 
würden wir zwei bisher als getrennt aufgefasste Existenzen ver- 
schwimmen sehen, so hätten wir unsere subjective Scheidung als 
unrichtige anzuklagen und durch weitere Auffassung zu ver- 
bessern, nicht aber in dem objectiven Bestehen einen Zusammen- 
hang zwischen Erscheinungen zu vermuthen, um deren Getrennt- 
heit auszudrücken, wie eben den Species- oder (wenn man will) 
den GeuusbegriflP in der Sprache, und also im Denken ge- 
schaffen haben. Da wir inmitten der Naturentwicklungen stehen, 
muss für unser Räsonniren darüber stets der subjective Stand- 
punkt festgehalten werden, da für die objective Betrachtung die 
Frage nach dem jcov gtcö noch nicht beantwortet ist. — In der 
Descendenztheorie wird ein Inductionsschluss gefunden, der seine 



Vorwort. XXXIX 

Wahrheit mit dem ergänzenden Deductionssehluss der Pitho- 
coidentheorie deutlich in sich trägt (Haeckel), und allerdings ist 
diese Theorie der allgemeinen Descendenz einer jener Inductions- 
schlüsse, wie sie die Philosophie von jeher bei Hunderten ge- 
bildet hat, aber gewiss kein naturwissenschaftlicher Inductions- 
schluss, der scharfes Eindringen in die kleinsten Detailverhältnisse 
verlangen würde, wogegen jene sich mit den ungefährsten All- 
gemeinheiten begnügt, und im Gegentheil unsicher wird, wenn 
sie bei der Genealogie auf Einzelnheiten eingeht. Als Hypothese 
könnte diese der Descendenz unter Umständen so gut wie jede 
andere sein und auch ohne die Möglichkeit einer stricteu Be- 
weisführung ihre vorläufige Verwendung verlangen können, wenn 
dadurch der Gewinn praktischer Resultate in Aussicht stände, 
ähnlich wie sich die Physik der Theorie der Aetherschwingungen 
bei dem Licht bedient. Während aber in dem letzten Falle 
diese Theorie für Erleichterung der zur Erklärung führenden 
Rechnungen sich empfiehlt, greift die Descendenztheorie nirgends 
in praktische Erörterungen ein, sondern kann nur speculativ 
verwandt werden, während gerade durch den speculativen Ge- 
brauch solche an sich unschädliche Aushülfstheorien erst gefähr- 
lich werden und auch die Aethertheorie in den Köpfen physika- 
lischer Laien manchen Wirrwarr augestiftet hat. 

Für den Naturforscher kann kein Atom*) der Materie ver- 
nichtet werden, da es im Kreislauf der Veränderungen in einer 
neuen Modification wiedererscheint; aber indem wir schliesslich 
nicht den Stoff als solchen, sondern nur die in demselben 
waltenden Kräfte verstehen, würde die Schöpfung des Aristoteles 



*) Das Molecul im stabilen Gleichgewicht ist einem Wechsel der Form durch 
die attrartiven oder repulsiven Einflüsse von verschiedenartig constitnirten Mole- 
culen ausgesetzt, worin die Phänomene der chemischen Veränderungen liegen und 
neue Molecularformeu in grösserer oder geringerer Complication und grösserer 
oder geringerer Stabilität bewirkt werdeu (Bayma). 



XL Vorwort. 

zur Geltung kommen, als Verwirklichuug des Möglichen, und 
bliebe dann die Frage, ob das absolut Reale im Wirklichen 
(dem relativ Realen) oder im Möglichen liege. Die Unter- 
suchung nach der Schöpfung*) der Materie (oder den Kraft- 
centren, worin die Atome aufgehen) bleibt dem Naturforscher, 
der mit seinen exacten Forschungen über den Planetarkreis 
nicht hinausgehen kann, verschlossen, denn schon die, als von 
der Materie befreite, verfeinerte Existenzform der Gase berührt 
an den Grenzen ihres Seins ein für uns relatives Nichtsein, 
und wie der Raum vom leeren Raum oder Raumlosen, wäre die 
Zeit vom Zeitlosen eingeschlossen zu denken, wobei dann für 
das letzte Aufgehen der Materie in, oder ihr erstes Hervorgehen 
aus diesen Negationen keine Anhalte gegeben sind. Je nach 
dem Standpunkt der Kenntnisse vermag der Mensch einen 
weiteren oder engeren Umkreis der Dinge seines Horizontes zu 
verstehen, indem er die dortigen Vorgänge in ihre wechselseitigen 
Ursächlichkeiten auflöst. Stets gelangt er aber, bald früher, 
bald später, an das Räthsel des Seins, das sich nur aus den 
Knotenverschlingungen des eigenen Bewusstseins wird erschliessen 
können. Die ideal unbegrenzte Theilbarkeit der Materie führt 
zu einem ähnlichen Paradoxon, wie der Satz, dass ein weiteres 
Sandkorn den Rücken des überladenen Kameeis bräche. Es 
giebt eine Last, die das Kameel zu tragen vermag, eine andere. 



*) Nach Athanasins könnte Gott nicht Schöpfer genannt werden , wenn er 
nicht auch die Materie geschaffen, aus der die Dinge gemacht sind (s. Schwane). 
Dens est quidam divinus spiritus qui per quattuor infusus elemeuta, giguit uni- 
versa. Igitur si de eleicentis et deo nascuntur omnia, unam originem habent et 
par est natura omnium (Servius) ; to itäv mundum non possumus dicere, nam 
mundus non est totum. Nach Hisam ben Ainr darf man sich beina kosmologischen 
Beweis nur an die Körper (»gsam) selbst, nicht an ihre Zustände und Ver- 
änderungen halten, denn diese (die arad) seien gar kein Reweis für das Dasein 
eines Schöpfers (s. Steiner). Nach Ihn Israil sind alle entstandenen Dinge Ein- 
bildung (und Schein), die vielfachen Potenzen (des einfachen Absoluten) dagegen 
die Wirklichkeit (Realität) des iu's Dasein getretenen Existirenden (s. Fleischer). 



Vorwort. XLI 

die es erdrückt, aber die Grenze lässt sich nicht auf ein vSand- 
kora reduciren, *) indem mit Annäherung der höchsten Trag- 
möglichkeit die Widerstandsfähigkeit des Kameeis in seinen 
Muskeln sich verringert, und es, nach Erreichung einer be- 
stimmten Last, Frage der Zeit bleibt, ob das Kameel (oder ein 
graduell in den Fugen seiner Stützpfeiler splitterndes Gebäude) 
von selbst zusammen sinkt, oder rascher bei fortgehender Ver- 
mehrung der Last. Die Auffassung der Materie ist an die 
Sinnlichkeit geknüpft, und da, wo dieselbe an der Grenze der 
optischen Hülfsmittel durch die feinsten Instrumente, wie sie die 
Hände zu führen vermögen, sich nicht mehr theilen lässt, dort 
liegt die Grenzlinie ihrer Theilbarkeit, indem die darüber hinaus- 
gedachte Materie, als ideale, keine Materie mehr sein würde, 
weil ihrer wesentlich nothwendigsten Stütze, der in sinnlicher Auf- 
fassung begründeten, entbehrend. Bei flüssiger Vertheilung stellt 
sich gleichfalls aus den Grössen der neben einander verschobenen 
Atome eine Grenze her, wenn der in der Verdünnung vermuthete 
Bestandtheil durch keine sinnlichen Hülfsmittel mehr zu ent- 
decken ist, und durch keine Reagentien, denen sich zuletzt auch 
das noch in Minimalgrössen antwortende Jod entzieht. Wollen wir 
über die Grenze des Materiellen**) hinaus die ideale Betrachtung 
fortsetzen, so muss sich dieser neuen Umgebung gemäss auch die 
gesammte Rechnungsmethode ändern. — Durch Einfall von Wärme 
in chemische Substanzen können neue Verbindungen hervor- 
gerufen werden, und empfindliche Elementar-Combinationen mögen 
schon durch diejenige Modification der kosmischen Kraft, die 



*) Nnr ein idealer Achill ist ausser Stande, die Schildkröte einzuholen, denn 
ein Achill mit Fleisch und Rlnt wird bald an den Platz kommen, wo seine Fuss- 
länge die berechnete Differenz überragt und also nach der Ueberholung keine 
neue Trennung des theilenden Unterschiedes gestattet. 

**) Nach Huxley sind die Gedanken der Ausdruck der molecularen Ver- 
änderungen in jener Lebensmaterie , die der Quell der übrigen vitalen Phäno- 
mene Ist. Mia voe^d y-'v^t] (Marc. Aur.). 



XLll Vorwort. 

nur als Licht (ohne materielle Wärme-Ausströmung) in die Er- 
scheinung tritt ^ Aenderungen erleiden. Eine durch Licht an- 
geregte Schwingungsbewegung tritt mittelst des Auges (durch 
den optischen Apparat desselben ermöglicht) in die empfängliche 
Bikhmgsmasse des Gehirnes ein und regt dort Gestaltungen an, 
deren wir uns als aus dem dunkeln Gefühlsmeer hervortretender 
Gedanken bewusst werden. Diejenigen Empfindungen des All- 
gemeinbefindens, die, als Ueberschuss der auf das Nervensystem 
reflectirten Assimilationsprocesse des in jedem Momente des 
Wachsthums umgebildeten Körpers, beständig in den Central- 
organen der Ganglien und, von ihnen weiter geführt, im Hirn 
schwebend erhalten werden, werden durch den natürlichen Trieb 
der Selbsterhaltung (sofern diese, und also überhaupt ein 
Seiendes, seine Existenzbedingung voraussetzt) zu harmonischer 
Abgleichung (in der einen oder andern Weise) mit dem Ganzen des 
Organismus gezwungen, und stellen in einer fortgeschrittenen 
Wesenheit, die befähigt ist, kosmische Agentien aufzufassen, 
diese Einheit in der durch klare Gedanken zusammengefassten 
Persönlichkeit her, die sich in ununterbrochener Verjüngung 
durch geistige Thaten erneut und die vorhandene Schöpfung 
vermehrt. Was von diesen psychischen Gestaltungsprocessen *) 



*) Siad die Ansichten, die wir haben, nicht von unserem Denken, sondern 
nur von der Ernährung des Gehirns und der Einwirkung der Dinge auf die 
Sinne abhängig, so ist jede Ansicht gleich wahr und gleich irrig [d. h. halb wahr 
und halb irrig, wie gewöhnlich, aber die harmonischer im Denken entwickelte 
ist deshalb auch eben die dem Wahren nähere und somit für den Fortschritt 
richtigere] Ein .Streit darum ist unzulässig. Es würden aber auch gar keine 
verschiedenen Ansichten eutstehen können , sondern Alle müssten dieselben Ge- 
danken haben [durchaus nicht, da die an sich freilich gleichartig wirkenden Ursachen 
auf die verschiedenen Resonanzboden der jedesmaligen Individualität fallen, näm- 
lich dem bei den Einzelnen verschiedenen Product aus dem Früheren], Wenn 
der Mensch ein sittliches Wesen ist, so muss er auch denken, wie die Sittlichkeit 
seines Lebens es fordert. Sittlichkeit ist aber nicht möglich ohne Freiheit als 
Bedingung derselben, denn jedes sittliche Urtheil findet nur über eine freie Hand- 
lung statt. [Die Freiheit ist allerdings eine scheinbar vorhandene und kann im 



Vorwort. XLIII 

zum Bewusstsein kommt , sind nur die äusseren Abdrücke der- 
selben an den Geliirndecken , als Basis ihre Tbätigkeit und 
der körperlicbe Wurzelboden derselben, auf welchem sich auch 
im normalen Zustande der Zusammenhang des schon Ver- 
laufenen in der Erinnerungsreihe mit ungleichmässiger Deutlich- 
keit festzuhalten pflegt. Sollte indess auch hier die Ordnung 
pathologisch gestört sein, so wird trotzdem das harmonische 
Wachsthum psychischer Persönlichkeit, wie aus der Anlage der 
Menschennatur hervortretend, ungestört weiter gehen, so lange 
überhaupt das irdische Leben fortdauert. Schon bei der Geburt 
wird der Keim zu einer besondern Richtung der Persönlichkeit 
aus der Vererbung her mit zur Welt gebracht, es ist aber der 
Erziehung, d. h. der Herstellung und Erhaltung eines gesunden 
Zustandes in der Geistesthätigkeit, möglich, etwaige Mängel zu 
verbessern und ein vollendeteres Resultat zu gewinnen, wogegen 
moralisch krankhafte Verstimmung, die zu mit sich selbst un- 
harmonischen Handlungen, zu Verbrechen, zu Missethaten und 
Missklängen führt, den angeerbten Charakter verschlechtern oder 
völlig zu Grunde richten mag. Eine Unordnung in der geistigen 
Thätigkeit dagegen, die aus den Störungen körperlicher Zu- 
stände resultirt, bleibt auf die, nach einwohnenden Gesetzen aus 
irdischer Wurzel im Jenseits fortgebildete, Persönlichkeit ohne 
Einfluss, da hier gewissermassen die Naturheilkraft, wie bei 
körperlichen Krankheiten, das pathologische Gebilde einzukapseln 
und zu isoliren, von sich abzuhalten strebt, damit es (wenn auch 
keine restitutio in integrum ausführbar sei) doch möglichst wenig 
oder gar keinen Einfluss auf das Leben der übrigen Organe aus- 



Gegensatz zum physischen Gesetze anch als solche aufgefasst werden, ist aber nur 
eine lebendigere Entwicklung, ähnlich wie die organische Natur der anorganischen 
gegenübersteht. Nicht die freie Wahl ist der Zweck im Sittlichen, sondern die 
harmonisch gesunde Erfüllung durch richtiges Verständniss, so dass der Schleclite 
zugleich ein Dummer ist.] Die Freiheit ist die objective Bedingung für die Exi- 
stenz einer sittlichen Welt (Harms). 



XLIV Vorwort. 

üben raög-e. Die bei Geisteskrankheiten nur auf der Oberfläche 
verworrenen Bilder vermögen um so weniger auf die Wesenheit 
des psychischen Wachsthums zu influenciren, als eben der Wille 
(die allein hier das Innere und Aeussere, in der Sphäre des 
Geistigen verbindende Brücke) aufgehoben, und also jede Passage 
abgeschnitten ist. Die durch das kosmische Licht eingetretene 
Erweckung des Geistes liegt schon potentia in der Eigenthüm- 
licTikeit des Menschen^ ist dort zu einer untrennbar innewohnen- 
den Qualität geworden, und wenn sie sich auch in jedem Augen- 
blicke des Sehens und daraus resultirender Gedanken-Erhaltung 
oder -Umbildung wiederholt, so ist das gewissermassen nur 
als das bedeutungslose Nachzittern einer Schöpfungsbewegung 
aufzufassen, die sich schon vollzogen und in ihren schliesslichen 
Resultaten gesichert ist, die allerdings (nach dem inneren Zu- 
sammenhang aller Dinge im All) durch accumulirende Er- 
schütterungen während der Spanne des Lebens noch vollendeter 
umgestaltet (oder auch abnorm verdorben) werden kann (und 
dadurch für die jedesmalige Persönlichkeit ein besonderes Ver- 
dienst, oder Verluste, accreditiren würde), die aber, wenn durch 
Zufälligkeiten die Wechselwirkung unterbrochen ist (wie oft 
schon beim Schreck oder andern Wahnsinn zeugenden Einzel- 
ereignissen durch plötzlichen Wechsel des gerade vorhandenen und 
auf das Hirn einströmenden Gesichtsbildes), nichtsdestoweniger 
ihren eigenen Gesetzen nach regelrecht sich weiter bildet. Der 
organische Zusammenhang der in jedem Acte des Selbstbewusst- 
seins aus gleichem Erdkörper gebildeten Persönlichkeit besteht 
dann (nach dem Zerfallen jenes) im Ewig-Unendlichen ohne 
Raum- und Zeitbeschränkung fort. 

Die Fragen nach dem Bösen *) und seinem Ursprung haben von 



*) Das Böse, das nicht von Gott (als alleiniger Ursache) kommen kann, setzt 
(nach Plutarch) zwei eutgegeugesetzte Principieu voraus. Nach Pjthagoras liegt 



Vorwort. XLV 

jeher das experimentum crucis der Religionen gebildet und mit 
Theorien darüber pflegten sich die Moralisten ihren eigenen Kopf 
nicht nur, sondern auch jeden gesunden Menschenverstand zu zer- 
brechen, wenn die sonderbaren Launen eines allmächtigen und all- 
gütigen Schöpfers*) erklärt werden sollten, der, ohne durch einen 
gleichstarken Ahriman in seiner Herrschaft beeinträchtigt oder zum 
Kampf am dieselbe gezwungen zu sein, dennoch aus eitler Liebe 
für die armen Menschenkinder dem Teufel seine bösen Spässe 
zu treiben erlaube I Allerdings hat es dieser Autokrat**) dann 
wieder in seiner Hand, seine Auserwählten durch Special- Vor- 
rechte zu schützen oder seine priesterlichen Diener mit unbe- 
schränkter Vollmacht zu bekleiden, aus Hölle oder Fegefeuer 
und allen Netzen des Widersachers zu befreien. Die Ausübung 
der Tugend wird hier zur servilen Augendienerei, es kommt vor 
Allem darauf an, die Ceremonien des Cultus genau zu erfüllen, 
die vorgeschriebenen Gebete zu sprechen oder, noch bequemer, 



das Böse in der Materie , nach Plato in der Ananke (der Vernunft gegenüber). 
Plotin setzt das Böse in die Negation des Sein, Proclns in das Gestaltlose, Philo 
in den Gegensatz zu Gott. Nach den Ssabiern (bei Shahristani) ist der Stoff die 
Wurzel des Bösen (s. Chwolsohn). Nach Spinoza ist nichts gut oder böse, .son- 
dern der differente Charakter tritt erst in Beziehung zum Menschen hervor. 

*) Nach Ibrahini beu Sajjär an Nazzäm (unter den Mutaliziten) widerspricht 
es dem Begriff der Gerechtigkeit Gottes, dass er, sofern er wollte, auch das Un- 
recht thun könnte (s. Steiner). Gott hat nicht die Macht, gegen solche, die mit 
Bewusstsein und Vernunft handelten, Ungerechtigkeit zu üben (nach AI. Iskafl). 
**) Gott leitet nicht, wen er irre führen will, und sie haben keinen Bei- 
stand (im Koran). Gott hat ihr Gehör versiegelt und auf ihren Blicken liegt eine 
Decke und es trifft sie gewaltige Strafe (als praedestinirt). Neque enim quia 
bonum est, idcirco auscultare debemus, sed quia Deus praecepit (TertulL). Unde 
videndum est, ne forte etiam , si quid boni operis apnd illos (haereticos) geri vi- 
detur, quia non fit ex fide , convertatur in peccatum (Orig.). Nach Augustin 
übertrifft Sdes rationem. Liberum arbitrium ad malum sufficit, ad bonum autem 
parum est, nisi adjnvetiir ab omnipotenti bono (Aug.). Opera misericordiae 
nihil prosunt, sive Paganis, sive Judaeis, qui Christo non crednnt (Aug.). Omne 
bonum ac malum non uobiscum oritur, sed agitur a nobis, war die (ketzerische) 
Lehre des Celestius (Genosse des Coluber Britannus). Animae in corpore seu 
cordis perenni ustione puniri, seusit Orpheus. 



XLYI Vorwort. 

erst in der Todesstunde die gesetzmässige Beichte abzulegen, 
und wenn auch zugleich die Ausübung tugendhafter Handlungen 
verlangt wird, so ist es doch eine parteiische Scala*), die zwischen 
Gut und Böse unterscheidet, oftmals den Mord um des Glaubens 
willen der höchsten Belohnungen für würdig erachtend. Auch 
der Buddhismus ist durch die hierarchischen EinHüsse späterer 
Zeiten in den meisten Ländern zu einem leeren Formel-Dienst 
geworden, doch ist es bei ihm möglich, durch abstrahirte Be- 
trachtung seiner Grundzüge einen logisch-natürlichen Zusammen- 
hang auszuverfolgen , während man bei den mit einem deus ex 
machina subjectiver Schöpfung in die Geschichte eintretenden 
Religionen plötzlich zu dem schroffen Abfall eines Anfanges 
kommt, wo alle die verwickelten Fragen, auf deren Lösung man 
hofft, in einen mysteriösen Knoten durcheinander gewirrt liegen 
und eben als ein wunderbares Mysterium gläubig übernommen 
werden müssen. 

Abgesehen von dem , was wir die (zum Theil auf egypti- 
scher und chaldäischer Unterlage ruhenden) Religionen der 
Griechen und Römer zu nennen ptiegen, was aber unter 
nur beiläufiger Berührung des religiösen Elementes in der 
Hauptsache die mythologischen Vorstellungen der Hellenen be- 
greift, abgesehen ferner von den Versuchen, durch welche die 
verschiedenen Naturstämme den indi%äduellen Bedürfnissen reli- 
giösen Dranges Genüge zu leisten sich bemühen, handelt es sich 
(ausser den beiden auf historische Stifter zurückführbaren Re- 
ligions-Systemen des aus mosaischer Volkslehre fortentwickelten 
Christenthums**) und des Islam) bei einem Ueberblick der auf der 



*) Den aBiy.a (widerrechtlichen) wird (bei Aeschylns) öaia (was den Göttern 
lieb ist) entgegengesetzt (s. Dronke), nicht bixaia. 

**) Est et alia magices factio a Mose et Janine et Josape, Judaeis, pendens (Cel- 
sus). Porro furentes adersarii Hilarionem maleficum Christianornm ad supplicium 
poscunt (wegen Lecanomantie). Athauasius wurde wegen seiner Prophezeiungen 



Vorwort. XLVn 

Östlichen und (bei den Ciilturstaaten der) westlichen Hemisphäre 
herrschenden Gotteside&n zunächst um die mit altiranischen (viel- 
leicht auch skythischen) verbundenen ßeligionen Indiens und 
weiterhin Ost-Asiens ; unter welchen (im Gegensatz zu den mit 
der politischen Stellung der Brahmanen bedingten Religions- 
theorien dieser) vor Allem der Buddhismus hervortritt. In der 
langen Reihe seiner Stifter aus einer anfangslosen Vorzeit her- 
vorquellend, hat diese Religion tiefer als eine andere ihre 
Wurzeln in die Menschennatur hineingesenkt und zeigt sich 
auf das innigste mit deren Wesenheit verwachsen, den lei- 



(s. Sozomen.) für einen Zauberer gehalten (Aoim. Marc.). TertuUian giebt jedem 
Christen Macht über die Dämone durch Anblasen. Nach Eusebius gaben sich gnos- 
tische Zauberer für Christen aus. Ausi sunt elementa turbare die von Const. M. be- 
straften Magier. Der von den Christen herbeigerufene Regensturnj (im Kriege mit 
den Quaden) wurde dem egyptischen Magier Arnuphis zugeschrieben. Im Evangelium 
des heiligen Thomas erscheint das Kind Jesus (nach Walion) als ein boshafter Magier. 
Der Magier Jesus quält die Frau des Pilatus durch einen Traum (im Evangelium des 
Nicodemns). Praeter nocturnas enim visiones per dies qnoque impletur apud nos 
Spiritu sancto puerorum inuocens aetas, quae in ecstasi videt oculis, et audit et 
loquitur ea quibus nos dominus monere et instruere dignatur (Cypriau.). Dans 
les peintures (ayx ratacombes), le Christ, Moi'se tiennent la baguette, alors qu'ils 
accomplissent des miracles, et figurent ainsi tels que les gentils avaient coutume 
de representer les magiciens (Le Blant). Les trois missi<>naires avaient descendu 
le Rhin jusqu'ä une bourgade d'Alsace, quand Maternus mourut. Les conipagnons 
(Eucharius et Valerius) reprirent tristement le chemin ä Rome , ils en revinrent 
40 jours apres avec le bäten de St. Pierre, et lorsqu'ils l'eurent post? sur le tom- 
beau du mort , le mort se leva. Apres autant d'annees de pontificat (couime 
eveque de Cologne et de Tougres), qu'il avait passe de jours dans le tombeau, 
comme il lisait l'evangile du fils de la veuve de Naim , c'est-ä-dire celui de sa 
propre resurrection, Maternus mourut une troisieme fois, pour ne plus ressusciter 
qu'au deruier jour (Ozanam). Den Kuchen (des Weihnachten) buk der heilige 
Geist im Leibe der Jungfrau Maria, indem sich der Zucker seiner Göttlichkeit 
mit dem Teige unserer Menschlichkeit vereinigte. Dort im Leibe der Jungfrau 
bereitete der heilige Geist auch den Math aus Gewürzen und aus Wein, das Ge- 
würz ist die göttliche Tugend, der Wein das menschliche Blut, auch hat der hei- 
lige Geist das Ei zersprengt, aus dem der heilige Kapaun hervorging (s. Bartsch), 
La Pistola que es desotz escricha fon tramessa a sa cara seror frayre Matfre 
Frayres Menre la festa de Nadal et apres a totz. 



XLVIII Vorwort. 

densvoUen Schmerz*) des Daseins, das Unglück des Seins (nach 
Schelling), zu mildern strebend. 

Als Kern des buddhistischen Moralsystems liegt seine lei- 
tende Idee darin, dass die Menschennatur verwandelt und ge- 
läutert werden müsse, um sie geschickt zu macheu, die Aether- 
regioueu des Psychischen zu bewohnen, während das Ueber- 
wiegeu sinnlicher Strebungen immer fester mit der Erde zu- 
sammenklebe und die von der ürweisheit Abirrenden in ihre 
Tiefen hinabführe. Ein conventioneller Maassstab für Gut und Böse, 
Gebote und Verbote, giebt es im Uebrigen weiter nicht. Jeder 
kann handeln**), wie es ihm beliebt, aber es wird ihm gelehrt, 
dass gewisse seiner Handlungen verdienstliche oder Verdienst 
erwerbende sein, andere dagegen unverdieustliche, dass er 
also mit den ersteren ein gutes Geschäft machen würde, und dass 
sein eigener Vortheil*'^*) ihre Ausübung verlange, wenn er schon 
verständig genug ist, dieses einzusehen. Der Unverstand, die Un- 



*) Hpgesias, den» Todesredner {Tteiai&ävaTOs), bei dessen Vorträgen über das 
irdische I.tiden und das im Jenseits zu suchende Glück viele Selbstmorde vor- 
kamen, wurde es von Ptolomäos verboten seine Lehre vorzutragen. 'O^fivg: 
Snb Jiidaeornm Judicibus, snblato Atheniensium regno, Orpheus rlarus erat vir 
sapientissimus et mnltorum mysteriorum peritissimus. Hiijns etiam feruntur libri 
de cognitione dei, in quibus praeter alia has posuit sententias ; Aetherem principio 
a deo conditum fuisse, ab utraque aetheris parte chaos , noctem terribilem omnia 
tennisse et occultasse qnae sub aethere erant , signiflcans noctem esse priorem 
(dixit summum Aetherem comprehendi non posse). De genere humano dixit, ipsum 
itidem ab omnium rerum opiflce deo formatum fuisse, et animam accepiose ratione 
praeditam. secutus Mosis scripta. Dixit etiam genus humanum esse misernm et 
multis auimi corporisque calamitatibus obnoxium et bonorum malorumque operum 
capax, et miseram vitam vivens (Suidas). Orpheus lernte in Egypten die Lehre 
des Moses (Justin). 

**) Nach Hobbes sind Tugend und Laster Regriffe , die nur durch die will- 
kürliche Entscheidung des Staates entstehen. Tvftfia rvfifiart tlaat. 

***) Nicht durch Moralpredigten werden die Menschen besser, sondern dadurch, 
dass mau sie gesunder macht (v. Holbach), indem ihnen ihr eigener Vortheil ge- 
zeigt wird. Was der Natur gemäss wirkt, ist gut (M. Aur.). 



Vorwort. . XLIX 

wissenheit*) (der Zustand der Heiden in den Zeiten der Gbä- 
hilija nach dem Islam) oder die Av^ixa ist folgerichtig für den 
Buddhismus die Wurzel alles Uebels. Die sich zuerst aus dem 
Thierischen zur Menschenexistenz erhebende Seele tritt unwissend 
in's Leben, unwissend und stupide, wie die unverständigen 
Tbiere, die Bruta. Wenn sich allmälig im Laufe neuer Existenzver- 
änderungen der Verstand des Menschen aufzuhellen beginnt, wenn 
er ein geistiges Auge gewinnt, die Wahrheiten der Religion zu 
verstehen, dann wird es ihm bald augenscheinlich und klar, wie 
sein offenbarer und handgreiflicher Vortheil darin liegt, in der 
kurzen Lebensfrist die als verdienstliche bezeichneten Handlungen 
zu üben, um dadurch hunderttausend von Freudenjahren, statt 
eben so langer Epochen der Leiden, zu gewinnen und überhaupt 
dem letzten Ziele näher zu rücken. In wieweit es sich hierbei 
nur um Gutes, das des Guten wegen geschähe, handle, hängt 
von subjectiver Interpretation ab, und jedenfalls betont es der 
Buddhismus gerade als eine natürliche Folge der zunehmenden 
Läuterung**), dass es der veredelten Natur***) allmälig zur an- 
dern Natur wird, nur gut zu handeln, während allerdings die in 



*) Die böse Handlang heisst Sünde oder afia(>ria oder Abirrnng d. h. von 
der Regel (s. de Wette). Nach Plato ist Niemand freiwillig böse, indem aller 
Frevel aus Unverstand entsteht. 

**) Eben die Bahn, nach der das Menschengeschlecht zu seiner Vollkommen- 
heit gelangt, muss jeder einzelne Mensch (der früher, der später) erst durchlaufen 
haben , bemerkt Lessing in der Seelenwanderungs-Hypothese (s. Rössler). Die 
Algonkin meinen , vor ihrer Geburt Thlere bewohnt zu haben. Non solum cum 
rationis expertium animantium appetionibus et visioribus conjunctionem ineunt et 
familiaritatem , sed etiam plantarum aemulantur motus et pulchritudines , prop- 
terea quod plantarum quoque adjunctas habeant proprietates, habere autem etiam 
habitus proprietates, utpote duritiem Adamantis (nach Basilides) die Seelen; 
Sov yaQ St] ymxas VTtOTiSsrai xal ovrcos cbv rjfiiv , xad'a.TteQ ol UvSayo^eoc 
(s. Cl. AI.). 

***) Es ist leichter gut zu handeln, als sich des Bösen zu enthalten, denn das 
Gute ist dem Menschen eigeuthümlich und seine Ausführung ergiebt Freude (nach 
Bardesanes). Belehrung macht den Menschen gut (nach Confutsius). 

Bastian, Reise VI. ^ 



L Vorwort. 

die Menschennatur erst eintretenden Wesen, noch wie Kinder 
durch Hinweisung auf Belohnungen angereizt werden müssten, 
oder überhaupt unter den allegorischen Ausmalungen der Himmel 
und Höllen zu erziehen sein. Wenn von irgend einer Religion, 
würde es sich gerade von der buddhistischen sagen lassen, dass 
das Gute seiner selbst willen zu üben sei, denn die sonst immer mit- 
wirkende Verführung der himmlischen Belohnungen kann im 
Buddhismus um so weniger in Frage kommen, da die wirklich 
Tugendhafteil absichtlich dahin streben, dieser nicht theilhaft 
zu werden, sie vielmehr zu vermeiden, um desto ungestörter im 
Guthandeln zu verharren und desto rascher das erstrebte Ziel 
des vollkommenen Gutseins zn erreichen. Hier kann insofern von 
einem Guten um des Guten willen geredet werden, da hier allein 
der sonst stets störende Zwiespalt gleichzeitiger Belohnungen, 
mit denen man liebäugelt, fortfällt, obwohl natürlich auch dann 
das Gute nur deshalb des Guten wegen geschieht, weil es die 
Belohnung in sich selbst findet (oder zugleich geistige Freu- 
den, die den an sinnliche allein Gewöhnten unverständlich sind, 
in Aussicht stellt). Jene rettende Weisheit*) des Buddhismus, 
die die Avixa oder Dummheit vernichtet, begreift aber nicht 
etwa die Gelehrsamkeit, deren mit irdischem Tand beschäf- 
tigtes Vielwissen der nach Abstraction strebenden Seele viel- 
mehr mancherlei Hindernisse in den Weg legt, sondern einfach 
die normale Gesundheit des Menschenverstandes, die dem Grössten 
und Kleinsten, für den Armen leichter für als den Reichen, zu- 
gänglich ist. Die Scala der guten und bösen Handlungen**), 



*) Mangel an Belehrung (neben Vernachlässigung des Guten und Hinneigung 
zum Bösen) führt nach den Triaden in den Strudel der Prüfungen zurück. 

**) Laotse leitet das Böse aus der p;rkennti!iss des Guten ab, die Abgrenzung 
des Guten lässt das Laster erst hervortreten (Plänckuer). In Leibuitz' bester Welt 
stützt sich das Böse nicht auf positive Ursache, sondern auf einen Mangel (causa 
deflciens). Dem damaligen Weltsystem gemäss lag für Plato das Gute in der 
massvoll beschränkten Idee gegenüber dem Bösen des Apeiron oder Unbegrenzten, 



Vorwort. LI 

oder der verdienstlichen und verdienstwidrigen, gliedert sich nun 
im Buddhismus nach der natürlichen Anlage der Menschennatur, 
nach dem Widerstreit des sexuellen und psychischen Poles, der 
schon im Embryo hervortretenden Doppelheit der Geschlechts- 
organe und der Gehirnentwicklung, die nach der Geburt mit den 
Jahren der Mannbari^eit in eine neue Phase eintritt. Die Hand- 
lungen der Thiere werden vorwiegend aus der Geschlechtssphäre 
regiert, und den sinnlichen Trieben, die mehr oder weniger eng 
damit zusammenhängen. Aehnlich verhält sich die eben erst 
aus dem Thierischen abgelöste Menschenexistenz auf ihrem un- 
tersten Stadium, wo geistige Ueberlegung noch ziemlich macht- 
los ist, eine Determination zu erzwingen, wenn ihnen gegenüber 
auf der andern Seite die schwerer wiegenden Gründe materieller 
Sinnlichkeit die Wagschale hinabziehen. Die ganze Erziehung 
des Menschengeschlechts beruht darauf, die Entwicklung und 
Ausbildung des psychischen Poles*) möglichst zu fördern und zu 
begünstigen, so dass die Wesenheit in jeder neuen Existenz**) 
mit abgeschwächter Sinnlichkeit und dagegen mit stärkerer und 
vermögenderer Geistesthätigkeit geboren wird, um schliesslich 



während später im Ewig-Unendlichen die Gottheit gesucht wurde. Wir werden 
uns des Guten als sittlicher Anforderung, als Pflicht und Gesetz immer nur an 
seinem Gegensatz (dem Bösen) bewusst (s. Zeller). 

*) Bonas enim animas (xaza Uldrcova) supercoelesti loco relicto, sustinuisse 
venire in hunc tartarum et corpore suscepto, malorum omnium , quae ex genera- 
tione contrahuntur, fuisse participes existimant (Cl. AI.). Animae per angelos in 
Uterum immittuntur. 

**) Res autem hapc , quae mors vocatur, non est mors, quippe quae nihil 
perire facit, sed resolutio (Servius). Plato betrachtet den als Gewinn zu ersehnen- 
den Tod als einen traumlosen Schlaf. Auch das im Laufe der geistigen Fort- 
bildung erworbene Denken ist wieder zu überwinden, denn qui äuget scientiam, 
äuget et dolorem (Koheleth). In Leibnitz' Optimismus besteht die grösste Stei- 
gerung der Thätigkeit and also das höchste Glück und die Vollkommenheit des 
Menschen darin , dass sie zu einer erhabeneren Erkenntniss gelange. Des que 
l'äme a re^u l'instruction par l'iutelligence, eile desire se detacher des biens mon- 
daius (El-Chathibi) nach den Uarrauiten (Schmölders). 

D* 



LII Vorwort. 

immer mehr und mehr durch psychische*) Motive allein zum Han- 
deln bestimmt zu werden. Die Sinnlichkeit centrirt im Geschlechts- 
system und in den von diesem direct ausgeübten Functionen, 
von diesem Mittelpunkt weitere Sphären umgreifend: die mit 
Wollust verbundene Grausamkeit, die gierige Befriedigung ma- 
terieller Genüsse, welche durch üppige Ernährungssäfte das Körper- 
liche kräftigen und zugleich von dieser Basis aus den zu Ver- 
brechen führenden Affecten des Hasses, des Zornes, der Rache, 
des Neides u. s. w. Stütze und Macht verleihen. Es muss also 
dahin gestrebt werden, den Eiuüuss dieser animalischen Regungen 
(der Moho, Lobo, Toso, des Dummen, Begehrlichen **) und Leiden- 
schaftlichen) zu brechen, um dem Geistigen freien Spielraum zu 
gewähren. Excentrische Richtungen im Buddhismus haben nun 
allerdings, zur consequenten Ertödtung aller im Sexuellen wur- 
zelnden Laster, gänzliche Enthaltsamkeit zur Pflicht gemacht, 
die oft ganze Städte in die Klosterbehausungen***) ehelos lebender 
Mönche und Nonnen verwandelt hat. Eine verständige Mittel- 
richtung t) wusste indess diese Uebertreibungen zu vermeiden, 
ebenso wie schon Gautama die des ausmergelnden Fastens 



*) Der üebergang von den physischen Kräften des Gehirns zu den ent- 
sprechenden Thatsachen des Bewusstseins ist nicht denkbar (nach Tyndall). In 
Betreff der Zusammenziehung der thierischen Muskel ist einerseits die chemische 
Thätigkeit, andererseits die mechanische gegeben (s. Beruard), aber das verbindende 
Glied, die Art der Verwandlung der einen in die andere, fehlt. 

**) Thomas von Kempen betrachtet die Begierde als die Wnrzel aller Sünde 
(in den sieben Hauptlastern). 

***) Paulus' Ansichten über die Ehe müssten, festgehalten und ernst genommen, 
nothwendig zum Kloster führen (s. Lang). 

f) Die Indier leiten putra (puttra) von put (Hölle) und trä (schützen) her, 
da durch Erzeugung des Sohnes der Vater vor der Hölle bewahrt wird. Nach 
Lassen reinigt der Putra (Sohn) den Vater, den er von der Pflicht, Kinder zu 
zeugen, befreit. Liberum a liberamento appellatum volnnt, quod quasi mares in 
coeundo per ejus beneflcinni emissis seminibus libereutur, quod idem Liber mn- 
liebri et delicato corpore pingitur; dicunt enim mnlieres ei attributas et vinum 
propter excitendam libidinem (Isid.). 



Vorwort. LIII 

brahmantische Büsser, die dadurch die Geistesoperationen selbst 
beeinträchtigten, indem nur in einem gesunden Körper ein ge- 
sunder Geist, als auf physiologischer Grundlage wurzelnd, zu 
leben vermag. Der Buddhismus verlangt unumgänglich ein 
aufrichtiges Arbeiten am eigenen Besserwerden. Ein Fehler, 
der einmal gemacht ist, kann nicht wieder zurückgerufen wer- 
den. Der Schaden ist geschehen und muss ausgebessert werden, 
die strafenden Folgen *). können nicht ausbleiben, sie werden zu 
erdulden sein, — diesem prädestinirten Naturgang vermag Niemand 
zu entlaufen, aber da solche Folgen vorübergehende sind, so muss 
der ihren Eintritt Voraussehende nun sich rasch daran machen, 
das Gefehlte durch Besseres zu ersetzen und weiterem Verderben 
vorzubeugen, da er sich dann unter den ihn unvermeidlich tref- 
fenden Leiden damit trösten kann, dass ihre Dauer nur eine kurze 
sein wird, verglichen mit der der Freuden, die nicht ausbleiben 
werden. Sonstiges Klagen**), jammervolle Reue, Entschuldigungen, 
Vorwürfe sind nicht nur nutzlos, sondern direct schädlich, da sie 
die besser zu verwendende Zeit ohne Zweck vergeuden, denn 



*) Was der Mensch säet, das wird er ernten oder (buddhistisch) dessen 
Frucht wird er essen. 

**) In der Selbsterkenntniss (der Busse) giebt es nur eine Sünde, das „Fleisch- 
lichgesinntsein", die Selbstsucht, in welcher das Individuum sich selbst, die Be- 
friedigung seiner particnlaren Wünsche und Neigungen, seine Lust und Glück- 
seligkeit zum Angelpunkte seiner Bestrebungen macht; und nur eine Tugend, das 
„Geistiggesinntsein" oder die Liebe, welche, das eigne Selbst vergessend und ver- 
leugnend , das ewig Wahre und allgemein Vernünftige zum einzigen Zwecke und 
Beweggrund des Willens macht (Lang). Jesus fasste die Sünde seiner Mörder 
unter dem Gesichtspunkt der Unwissenheit auf (sie wissen nicht, was sie thun). 
„Die Wahrheit wird euch frei machen." Nach Basilius kann für die nach der 
Taufe begangenen Sünden die Vergebung erst nach beschwerlichen Bussübnngen 
erlangt werden (Schwane). Es kommt keine Gnade in irgend eine Creatur, es 
sei denn durch den heiligen Geist (Basil.). Mit der heiligenden Gnade beginnt 
die Vergöttlichung {d'ecaais) der Seele (s. Maximus). Rene ist nie ohne Buss- 
gefühl, also der erste Schritt zur Besserung (s. Wuttke). Die Reue hat den Eut- 
schluss der Erneuerung zu begründen , aber die Busse beginne dann sogleich da- 
mit, activ am Besserwerdeu zu arbeiten. 



LIV Vorwort. 

vielleicht könnte, wie der Buddhist meint, eine Accumulation 
von Tugenden, wenn man eifrig und unermüdlich dabei ist, noch 
vor der Ankunft der verfolgenden Erinnyen eine solche Fülle 
von Verdienst*) aufhäufen, dass dieselbe als eine Schutzwehr 
gegen jene zu dienen vermöchte. Eine andere wäre jedenfalls 
nicht denkbar. Nur der im Uebergang zur Buddhavollendung 
stehende Weise vermag beim Eintritt in's Nirwana den Zusam- 
menhang des Alles genügend zu durchschauen, um dergleichen 
Winke zu ertheilen. In dieser Harmonie zwischen dem Erleuch- 
teten, vor dem der Trug der Maya-Welt zerfliesst, und dem Sein 
der Dinge gewinnt der Buddha die Bedeutung der Gottheit, 
durch seine harmonischen Kräfte das All erhaltend, und schon 
der Heilige**) auf Erden beeinflusst wohlthätig seine Umgebung. 
Wer durch eifrige Uebung der Kammattan ***) sich von der Nich- 
tigkeit des Irdischen überzeugt, die immer frisch keimende 
Wurzel desselben in sich ertödtet hat, der steigt auf den Stufen der 
Contemplation zu den Pfaden (Megga) empor, die zu den Früchten 



*) Die Früchte des Tittham Wetanija-kam erwachsen in der gegenwärtigen 
Existenz (sonst würde es als Ahoiikam ueutralisirt werden), die des üpacha We- 
tanija-kam in der nächsten, die des Oprapara Wetanija-kam nach der dritten 
Existenz. Dnrch Erlangung von Upakhathaka-kam mögen die Verdienste das 
Wirken des geschehenen üebels abschneiden. 

**) Die göttlichen Menschen (die schwer zu erkennen sind) bedürfen Nichts, 
denn sie haben alles zum vollkommenen Eigenthum gewonnen (Wäre Alles mein, 
was Gott je geschaffen hat, das gäbe ich Alles den Menschen auf einmal dahin, 
um es zu verzehren, und ich thäte es mit Fug und Recht, denn Alles ist sein). 
Dieser Leute Wirken bringt das höchste Heil [Buddha's], ihr Wirken aber ge- 
schieht innerlich im Grunde der Seele. Selig das Königreich, in welchem diese 
Menschen immer weilen, sie schaffen mehr ewigen Heiles in einem Augenblick, 
als alle äusseren Werke, die jemals äusserlich gewirkt haben (Meister Eckhart). 
Der geheiligte Mensch ist das Eude des absoluten Processes, in ihm und durch 
ihn kehrt die Gottheit aus ihrer Offenbarung in sich selbst zurück (s. Lassen). 

***) Cum ad mensam accunibis sit tibi ipsa commestura acerbae illius mensae 
recordatio, cum vermes in sepulcro depascentur artus tuos et minus voluptatis 
capies (Gr.). Beim Zubettgehen betrachte das Lager als Sarg u. s. w. 



Vorwort. LV 

(Phala) fuhren, mit deren Geuuss sich das Nirvana dem Vollen- 
deten öflPnet. 

Ehrlich contrastirt mit dem buddhistischen Mitleid, als pas- 
siver Liebe, die active Liebe des Christenthums , die sich auf 
Freude in den von Gott vollkommen geschaffenen Dingen be- 
gründe, aber wenn auch die letztere durch edlere Gefühlsströ- 
mungen*) das Gemiith erheben würde, so muss sie doch immer 
nur auf einzelne Auserwählte beschränkt sein (und sich dann 
unter einer philosophischen Anschauung moduliren), wie es die 
Geschichte des Christenthums beweist, wogegen die des Bud- 
dhismus für ihre bescheideneren Anforderungen auch die grosse 
Masse, auf die die Religion zu wirken bestimmt ist, fähig fin- 
det und als erstes Zeichen der Gesittung die Barbarei zu mildern 
pflegt. 

Die geistige Thätigkeit wird unterbrochen in zwei Arten, 
einmal durch den Schlaf (der indess zur Erholung dient durch 
Ersatz des verbrauchten Sauerstoffes), und dann durch die sinn- 
liche **) Lust (die die Nerve'nkräfte an dem dem Gehirn entgegen- 
gesetzten Pole für irdische Fortzeugung verbraucht), so dass ein 
neuer Kreislauf der Existenzen die Erlösung aus der Leidens- 



*) Ein göttUcher Geist lehrte die Menschen nachahmen das Göttliche, so 
wissen sie nun zwar, was sie thnn, aber wissen nicht, was sie nachahmen (nach 
Heraklit). Auf Sokrates' Frage, ob der Mensch, der ungerecht handelt, aaxfQovslv, 
gesunden Sinnes zu sein, scheine, dass er unrecht thut, antwortet Protagoras, 
dass die Meisten dafür hielten. Das Gerechte ist das Zuträglichere des Stärkereu 
(nach Thrasymachos). 

**) Der Eudämonist macht den Geiiuss des Angenehmen, der Stoiker dagegen 
Selbstveredelung und Befolgung des Pflichtgesetzes zur Bestimmung des Menschen. 
Als Glückseligkeit versteht Helvetius die gröstmögliche Summe an physischer Lust. 
Alles was von dem lebendigen Sein der Vernunft in der Organisation zu der 
Gesammtwirksamkeit der Vernunft im irdischen Sein hingeht, ist (nach Schleier- 
macher) das Werden des höchsten Gutes. Aristones finem dicebat esse aZiacpo^iav, 
ex scientia vivere posuit Herillus finem. Avy.os 6 TTs^iTtazrjrixos rrjv a.Xi^d'ivfjv 
Xa^äv Tr;s yj^v/rje relos eleyyv sivat, Critolaus perfectionem viae recte fluentis 
xaza fvaiv (Cl. AI.) 



LVI Vorwort. 

weit desto weiter hinausrückt. Im Auge*) regen sich die freien 
Denkoperationen an, während diese in den übrigen Sinnesauf- 
fassungen mehr oder weniger an materielle Stoflfumsetzungen 
und daraus fliessende Empfindungen geknüpft werden. Musika- 
lischer Rhythmus wirkt durch seinen Einklang fördernd auf die 
Gemüthsstimmung des Allgemeinbefindens, auch leicht aus Muskel- 
bewegungen überspringend, während erst aus den Gesichtsbildern 
der deutliche Gedankenbau aufsteigt. 

Der Buddhismus unterscheidet scharf und bestimmt zwischen 
guten und schlechten Handlungen, zwischen Tugend und Laster, 
zwischen Recht und Unrecht. Unter beiden giebt es kein Com- 
promiss, die weissen Wege führen nach Rechts, die schwarzen 
nach Links. Das Böse, das verübt ist, verlangt seine Sühne, 
der Sünder hat jede Hoffnung auf etwaige Amnestie hinter sich 
zu lassen, für ihn giebt es keine Gnade, keine Aussicht auf gut- 
müthige Nachgiebigkeit, die sich durch zudringliche Bettelei und 
Geplärr rühren lasse und die verdienten Strafen mildernmöchte. 
Von dem Bösen, das er gesäet hat , ' wird der Sünder auch die 
Frucht**) zu essen haben, wie der buddhistische Spruch es be- 
sagt. Er hat gefasst und männlich seinem Verhängniss ent- 
gegenzublicken, das ihn unvermeidlich erreicht, keine Macht im 
Himmel und auf Erden vermag des Schicksals eisernen Gang zu 
durchbrechen, der Urtheilsspruch steht fest, ohne Appellation, 
ohne Ablass. Doch wenn der sündige Mensch jeder Hoffnung 



*) In der Wirkung des Lichtes auf photographische Salze geht (in der Actine- 
scenz) eine physikalische (nicht eine chemische) Veränderung vor sich, indem die 
Molekülen, auf welche das Licht gewirkt hat, ihre Vibrationsbewegungen (ihre 
lebendige Kraft), durch Sympathie mit den Lichtvibrationen gesteigert haben, wie 
tönende Körper durch einen Ton angeregt werden, der in Harmonie steht mit 
dem, welchen sie anzugeben fähig sind (s. Lea). 

**) Jede Seele haftet für das, was sie gethan hat (im Koran). An ihren 
Früchten sollt ihr sie erkennen. 



Vorwort. LVII 

auf specielle Gimstbezeugimgen *) zu entsagen bat, so wird ihm 
dagegen in dem Vertrauen auf das Walten unbeugsamer Gerech- 
tigkeit **) eine festere und sichere Hoffnung gewährleistet, die ihn 
vor der Verzweiflung hülfloser Vernichtung, vor der Ewigkeit der 
Strafen, dieser entsetzlichsten Ausgeburt religiöser Verstandes- 
verwirrung, bewahren muss. Seine Rettung ist nicht durch 
Opfergaben erkäuflich, nicht durch Spruchgeplapper erflehbar***), 
aber eine Rettung liegt in seiner Hand, wenn er sie ernstlich 
will; ihn belebt die Hoffnung sich zu retten durch eigene Kraft 
und eigene Tüchtigkeit in Ausübung der Tugend, sobald er, ohne 
die kostbare Zeit mit Winkelzttgen und trügerischer Selbsttäu- 
schung zu verlieren, durch Anhäufung guter Handlungen die 
schlechten überwiegt und schliesslich durch zunehmende Läute- 
rung reiner und tugendhafter Gesinnung die Entstehung jedes 
bösen Gedankens in seinem Naturell zur Unmöglichkeit macht, 
ihn anfangs im Keim erstickt und ihm dann den Boden nimmt, 
auf dem er überhaupt keimen könnte. Eine solche Vollendung 
wird nie innerhalb des Cyclus einer einzigen Lebensexistenz 
erreicht werden. Die zuerst in der Menschenwelt ihre Erschei- 
nung machende Wesenheit taucht eben auf aus den tiefen Schich- 
tungen der Thierreiche, wo sie in langen Zeiten dunkler Un- 



*) Debetar bona merces operibns hominum bonis, sed non debetur gratia, 
qnae ipsos homines operatur bonos ex non bonis (Aug.). 

**) The holy religion of Buddha is perfect justice , springing from a man's 
own meritorious disposicion, wie es der Praklang ausdrückt (s. Alabaster). Die 
Brahmanyang (im Gegensatz zu den Samanyang)^ begreifen all those who pray 
for assistance. 

***) Der Determinismus widerspricht dem christlichen Begriff des Menschen, 
indem „Begriffe, welche Sünde, Busse, Wiedergeburt, Selbstverantwortlichkeit auf- 
heben, dem christlichen Princip" (s. Lang) widersprechen, aber nicht dem bud- 
dhistischen, das nicht Reue will, sondern ein Bessermachen, das allein die aus 
früheren Ursachen fehlerhafte Natur in ihren Handlungen verbessern kann , die 
durch Entschuldigungen eines Nichthelfeukönnens vor den bösen Folgen des Bösen 
nicht bewahrt bleiben würde. 



LVIII Vorwort. 

wissenheit*) ihre Seelenwauderungeu durchlaufen hat. Jetzt zu- 
erst mit einem menschlichen Körper bekleidet, ist es ihr jetzt zu- 
erst ermöglicht, in weiterer Ausdehnung Verdienst zu sammeln 
und sich für Ersteigung höherer Stufen vorzubereiten, aber das 
erste Debüt wird meist nicht besonders glänzend ausfallen und 
nur einen geringen Nettogewinn an Tugendverdienst übrig lassen. 
Nun folgt eine Vielfachheit neuer Einkörperungen, deren Natur 
stets durch den vorwiegend tugendhaften oder lasterhaften Cha- 
rakter des vorangegangenen Lebens bestimmt wird**). Jedes 
Böse erhält seine Strafe, jedes Gute seine Belohnung, wie es 
der gesetzliche Zusammenhang in der Harmonie des Dharma 
fordert. Dieselbe Wesenheit, die schon so weit in Tugeudan- 
sammlungen fortgeschritten sein mochte, um das beglückte Leben 
eines Fürsten oder das heilige eines Priesters auf Erden zu führen, 
mag dennoch plötzlich wieder durch eine schwere Sünde so tief 
gestürzt werden, um nach dem Tode in einem der Höllenräume 
wiederum aufzuleben oder sich aufs Neue in einem Thierkörper 
eingekerkert zu finden. Durchschnittlich arbeitet sich die Men- 
schennatur mühsam und beschwerlich empor. Der geplagte Leib- 
eigene oder Sclave, dem seine Herrendienste nur wenig Zeit 
übrig lassen, seinen Geist und somit seine Moralität zu cultiviren, 
kann nur verstohlen hier und da ein Stückchen Tugendverdienst 



*) L'imperfection des organes ue permettant pas, dans l'enfance, iin grand 
developpement d'idees, cet äge est celui d'une sorte d'imbecillite folätre, mais 
c'est pr^cisement de la legerste des id^es, qne produisent dans les premiers 
temps de la vie les impressions venant de l'ext^rieur, que la raison humainc 
acquiert par la suite sa plus grande force, de ce qoe l'eufant est oblig^ de leve- 
uir un grand nombre de fois sur les memes choses', pour se les inculquer il les 
sait mleux, quand sa memoire est parvenu ä se les appropier, et de lä ces babi- 
tudes, qu'on a tres ä propos appel^es une seconde natura , mais qu'on a eu tort 
de regarder comme dötermin^es uniquement par l'instinct (Dumeril). 

**) Der empirische Charakter ist unfrei, der Mensch aber ist verantwortlich 
(nach Kant), indem der empirische Charakter nur die endliche Erscheinung des 
intelligibileo ist (s. Rössler). 



Vorwort. LIX 

bei Seite legen, aber er hütet diesen Schatz um so sorgsamer 
und eifriger, je mehr er den Trieb in sich fühlt, seine qualvolle 
Existenz, die Prüfungszeit des Lebens (nach Kant), los zu wer- 
den und im nächsten Leben *; mit einer besseren zu vertauschen 
(obwohl er dieses erwünschte Ziel nicht etwa durch den Selbst- 
mord**), der alle seine früheren Tugendverdienste aunulliren 
würde, beschleunigen könnte). Mitunter mag selbst dieser vom 
Leben ungünstig Gestellte Gelegenheit haben, eine so besonders 
verdienstvolle Handlung zu üben, dass er sich nach dem Hin- 
scheiden in einen der Freudenhimmel versetzt sieht und dort 
längere Zeitepochen der Seligkeit geniessen kann. Mit solch 
sinnlicher Ergötzung ist aber natürlich seine geistige Ausbildung 
nicht abgeschlossen, vielmehr im Gegentheil manchmal gehindert, 
denn die nach Erschöpfung des Tugendverdienstes aus dem Himmel 
auf die Erde zurückkehrenden Menschenseelen, bewahren manch- 
mal noch Reste ***j göttlichen Stolzes und Anmassung, wodurch 
sie sich das nächste Mal beim Existenzwechsel, statt zu den 
Palästen der Maharaja aufzusteigen, in die Folterkammern der 



*) Im Zusammenhang mit der Lehre von der Seelenwanderung (tanäsuh) 
unterschied Ahmad ben Habit fünf Stufen des überirdischen Lebens, wovon zwei 
dem Paradies, drei der Hölle angehören sollten , nnd das Schauen Gottes wurde 
auf das Schauen der ersten Vernunft bezogen (s. Steiner). Die Religion der Ui- 
guren war die der Kames oder Zauberer, bis 'dieselben durch die vom Khan von 
Khitay gesandten Lamas überwältigt und zum Buddhismus bekehrt wurden. „Sie 
sagen, dass ihre Seelen Tausende von Jahren lebten und durch Leiber von Thieren 
hindurchgehen" (Atta-melik Djouveini). Die Lehre der Seelenwauderung bestand bei 
den Mazdakijah (unter den Magus),, bei den Brahmanen (unter den Indern) und bei 
den Ssabiern unter den Philosophen (nach Shahrastani). Ebenso bei Kelten, 
Preussen, Geten u. s. w. Jeder Mensch kommt so oft wieder, bis er die höchste 
Stufe der Speculation durch eigene Anstrengung oder Leiden erlangt (Guhrauer). 
**) Die Selbstmörder, die Aeneas (bei Virgil) vor den traurigen Feldern um- 
herschweifen sieht, sehnen sich vergebens in das Leben zurück , das sie unüber- 
legt verlassen. 

***) Gewissermassen in Folge eigener Sünden hereditär belastet, wie es bei den 
Geistesstörungen von Griesinger im Sinne der Abstammung und Vererbung ausgedrückt 
wird. Nach Neumann sind mehr die Membranen erkrankt, als die Hirnsubstanz. 



LX Vorwort. 

Naraka geführt sehen. Verständige Denker vermeiden*) deshalb 
auch lieber die unter Maras' Einfluss stehenden Sinnenhimmel 
und suchen sich durch exstatische Uebungen sogleich in eine der 
philosophischen Brahmanenterrassen**) zu versetzen, wo sie besser 
an ihrer endlichen Erlösung (die mit völliger Reife in's Nirwana 
eintritt) weiter arbeiten können. Die Einheit der mit den Seelen- 
wanderungen wechselnden Existenzen sind im Kamma***) oder 
Karma (dem Handeln) zusammengehalten, und nach dem Ueber- 
wiegen des Guten oder Bösen in demselben günstig oder un- 
günstig gestaltet. Auch dem Buddhisten ist die Seele eine im 
eigenen Bewusstsein verantwortliehe, aber sie ist nicht Substanz 
(im Sinne Spinoza's), sondern eine unter dem Zwang der morali- 
schen Verantwortlichkeit stets neu entwickelte Entelechie. 

Insofern als Aufgabe des Menschen die Ausbildung seines 
Geistes zu betrachten ist, wird die absichtliche oder fnach bud- 
dhistischer Ansicht) in Folge früherer Verkettung stattfindende 
Vernachlässigung desselben, ihre Strafe zu empfangen haben, 
und dem Dummen also keine Klage zustehen, wenn der, wie 
Schlangen, Kluge, der seine Pflichten f) emsiger erfüllt hat, über 
ihn herrscht. Ist der Kluge in seinen Rechnungen perfect, so 
mag er die von ihm verwendbaren Vortheile in vollster Ausdeh- 



*) Et si quis potentior hoc in muudo vel per honorem superior in ordine, 
hie gravius peccata emendet et omnia malefacta carius compenset (Conc. Cleuhaui. 
Wilk.). If a thane had higher privileges, he was in consequence obnoxious to 
severer punishments, than a ceorl (Heywood). 

**) Le latin crimen est un correlatif da Sanscr. karman (oeuvre en general), 
bonne ou mauvaise , de la rac. kr, kar, facere au passif kriyate et conservee dans 
creo (facinus de facto, et le sacr. äpas, pechö, etait religieux, äpas, opus). Kar 
devient kri ä la flu de quelques compos^s (s. Pictet). 

***) Per contemplationem velut in coelo sunt, et descendunt, cum doceiit 
(Greg.) doctores Ecclesiae. 

f ) The true path of safety will be found in educating the people, in teaching 
them to discriminate between evils referable to the imperfection of human insti- 
tutioDs, and therefore remediable , and such as arise in the order of Providence 
(Porter). 



Vorwort. LXI 

nung benutzen, da sie nur zu seinem Besten und dem seiner 
Nebenmenschen ausschlagen werden. Ein klares Verständniss 
wird stets zu einem harmonischen Einklang mit dem Weltganzen 
streben, also die Wahrheit verlangen und deshalb den Charak- 
ter*) des vollkommen Verständigen oder Klugen, als Weisen, 
mit dem des Guten verknüpfen. Die gewöhnliche Sorte der 
Weltklugen freilich sind die kurzsichtigen Superklugen, die sich 
durch ihre Rechnungsfehler selbst zu Grunde richten, saving pennies 
and loosing pounds. Sie sind verständig genug, Verbrechen zu ver- 
meiden, da sie ihre Schwäche fühlen, dem Staat gegenüber, der 
solche verbietet, und also wissen, dass sie dem Stärkeren (wenn 
es auch möglich wäre, sich seinen Augen eine Zeit lang zu ent- 
ziehen), schliesslich doch immer unterliegen müssen. Dagegen mag 
es ihnen in Privatangelegenheiten oft erlaubt scheinen, ein kleines 
Profitchen zu machen. Zu einem solchen Verständigen komme 
ein Unverständiger, um ihn in einer Angelegenheit um Rath zu 
fragen, die mancherlei Gefahren für ihn einschliesst, zugleich aber 
Vortheile für den, der sie zu benutzen versteht. Der Klügere 
verhehlt ihm die Bedenken nicht ganz, er deutet an, was folgen 
könne, aber doch in einer Weise, dass der Unverständige aus sei- 
nem eigenen Verstand aufsteigende Besorgnisse wieder beschwich- 
tigt und sich in die Gefahr begiebt, in der er umkommt. Direct 
und rechtlich**) könnte der Rathgeber nicht zur Verantwortung 
gezogen werden, und obwohl Solche, die die Verhältnisse genau 
kennen, sich verpflichtet fühlen mögen, solche doppelte Zweideu- 



*) Je heller, reiner nnd deutlicher die Wissenschaft eines Menschen ist, je 
mehr Vergnügen giebt sie der Seele, und je stärker ist sie, den Willen zu lenken 
und von Abwegen abzuhalten (Mosheim), aber „Selig sind, die arm an Geist sind." 

**) Schon sind wir der Zeit nahe, wo Diebstahl und gesetzwidriger Betrug 
als pöbelhaft, gemein und ungeschickt verachtet werden von dem gewandteren 
Spitzbuben, der seine Verbrechen an fremdem Eigenthum mit dem Buchstaben 
des Gesetzes in Einklang zu bringen weiss (s. Hartmann). 



LXTI Vorwort. 

tigkeit*} als unmoralisch zu brandmarken, mag es Anderen 
doch scheinen, dass Alles ganz vernünftig abgelaufen sei, da 
sieh das Geld des Unverständigen, dessen Verlust ein gleich- 
gültiger sei, jetzt in besseren Händen befinde. Hätte sich der 
Kluge noch auf so niedriger Stufe des Verständnisses befunden, 
dass seine überlegene Klugheit von ihm dazu benutzt wäre, dem 
Anfragenden alle Gefahren zu verdecken und ihn geradezu in 
das Verderben zu senden, so würde er in Folge kluger Feinheit 
ausnehmend unklug **) gehandelt haben, denn (abgesehen von dem 
Zweifelhaften, ob der als möglich vorausgesehene Ausgang über- 
haupt einträte), läge er jetzt den Gefahren offen, dass durch 
Mittheilungen der Betheiligten oder andere Zufälligkeiten seine 
schändliche Falschheit an das Licht träte und er einer allge- 
gemeinen Verachtung anheimfalle, für die der Erwerb von 
Glücksgütem nur eine schwache Recompensation sein würde. 
Doch auch im ersteren Falle hat der Kluge nur mit einem sehr 
geringen Grade des Verständnisses gehandelt, indem er seinen 
innigen Zusammenhang mit der Natur, die einzig natürliche 
Grundlage der Existenz (sein ewiges Heil in der Sprache reli- 
giöser Anschauung), für immer (oder doch auf so lange Zeit 
hinaus, dass sie nach unserer Zeitauffassung als ein Immer er- 
scheinenmag) zerrissen hat, eines temporären***) Vortheils wegen, 
dessen Erlangung, an und für sich schon unbestimmt, jeden 



*) Keine sehr strenge Strafe erfolgt auf ünwahrhaftigkeit. Zu allen Zeiten 
und in allen Ländern ist Unwahrheit in der Liebe für erlaubt, im Kriege fast 
für lobenswerth gehalten , und heutzutage ist sie bei der Mehrzahl der Menschen 
im Handel, in Geschäften und in der Speculation gestattet (Wallace). 1870. 

**) As the working people get more Information, they get better habits (Place). 
Kvery class above another teaches that below it, the .journeyman tradesman is 
above the common labonrer, and manners descend from class to class. 

***) Wäge gegen den irdischen Verlust, der dir durch die Erfüllung eines Ge- 
botes ersteht, den dadurch erworbenen himmlischen Lohn ab und den durch eine 
üebertretnng erlangten Gewinn gegen die ihm folgende Strafe (heisst es in der 
Mischnah des Talmud). 



Vorwort. LXIII 

Augenblick wieder genommen oder durch den eigenen Tod, über 
dessen Eintritt Niemand Controle besitzt, gänzlich abgeschnitten 
werden kann. Dieser Riss ist aber eingetreten durch ein Han- 
deln, das, als mit sich selbst unwahr, einen quälenden Wider- 
spruch hervorruft. Allerdings war von ihm, indem er seinen 
vorsichtigen Rath abgab, keine directe Ltige*) ausgesprochen. 
Er hat Alles, was ihm der Verstand eingab, consultirt, und seine 
Antwort in solcher Weise gefasst, dass er für jeden in derselben 
gebrauchten Ausdruck, seine Erklärung und Entschuldigung be- 
reit hat, von Niemandem ihretwegen zur Rechenschaft gezogen 
werden kann. Der Verstand macht aber nur einen Bruchtheil 
der menschlichen Wesenheit aus, die ihrer grösseren Hälfte nach 
von dem Gemüth dominirt wird, dessen unklare Eindrücke aller- 
dings mehr und mehr durch deutliche Zergliederung in die be- 
stimmten Vorstellungen des Verstandes übergeführt werden sollen, 
das indess noch immer den Schwerpunkt der grösseren Masse 
auf seiner Seite hat und also vor Allem um seine Zustimmung 
befragt werden muss, wenn der Mensch in seinen Handlungen 
sich einheitlich wahr zu bleiben wünscht. Das Gefühl würde 
nun aber aus den überall die Natur durchwaltenden Gesetzen 
der Mitleidenschaft denRathgeber dazu geführt haben, mit allen 
ihm zu Gebote stehenden Argumenten, mit der ganzen Kraft der 
Ueberzeugung seinen unvorsichtigen Freund zu warnen und die 
Ausführung der Pläne desselben zu hindern. Er hat sich nun 

*) Je nach dem Znstande des Geistesverkehrs leidet die Wahrhaftigkeit Still- 
stehnng oder Beschränkung, entweder durch Stillschweigen oder Leugnen (falsilo- 
quium) oder Lüge (mendacium) , womit die Verstellung zusammenhängt. Mehr 
oder weniger kann sie stillgestellt werden da, wo der Sprachverkehr durch fremde 
Schuld gestört ist, in Fällen des Krieges oder der Nothwehr oder Solchen gegen- 
über, welche die Wahrheit feindselig oder übelwollend oder unzart oder unklug 
missbrauchcD, oder auch, wo der Sprachverkehr durch die Schwäche der Erkennt- 
niss und Gemüthskräfte Anderer nicht vollständig statthat (mendacium offlciosum). 
Hieran schliesst sich die Anbequemung im Unterricht und in der Erziehung, 
welche theils negativ (verschweigend) ist, theils positiv (De Wette), 



LXIV Vorwort. 

nicht nur des Genusses, der in solcher Selbstgenug-thuung liegt, 
beraubt; sondern sich auch für alle spätere Zeit seines Lebens den 
Peinigungen reuiger Gewissensbisse *) hingegeben, die zwar mit- 
unter durch" geräuschvolle Lebensereignisse unterdrückt werden 
können, aber dann immer gerade in solchen stillen Augenblicken 
der (Jedem möglicherweise bevorstehenden) Krankheit oder des 
Elendes, wo sie am quälendsten sind, wieder hervorbrechen. 
Und alles dieses für die vorübergehende Lust sinnlicher Befrie- 
digungen , die, wenn überhaupt im verwickelten Gange mensch- 
licher Geschicke zu erhaschen, für ihre mehr als momentane 
Dauer nicht die geringste Garantie geben können. 

Der Gewohnheitsverbrecher wird die Erinnerung an ein 
Capital-Verbrechen mühelos abschütteln und völlig fühllos sein 
für den Stachel kleinerer Vergehen, die einen sensitiver Organi- 
sirten **) bis an sein Lebensende martern mögen. Eine Verglei- 
chung zwischen den hier zugefügten Strafen ist eben so wenig 
zu ziehen, wie zwischen den Freuden, für die der Eine oder der 
Andere empfänglich ist, und die Beide mit durchaus verschie- 
denem Maassstabe messen. In ihrem eigenen Existenzkreis ge- 
nommen, mag die rohe Natur eine relativ glücklichere erscheinen, 
während sie auf der Scala der Veredlung eine tiefere Stufe 



*) Der (religiöse) Mensch im Sinne des Christenthums ist (nach Lang) der- 
jenige, welcher den Geist als das Göttliche , als sein wahres Wesen erkannt hat 
und darnm seine sittliche Aufgabe darin sucht, dieses geistigen, unendlichen Ge- 
haltes seiner Persönlichkeit durch Befreiung desselben aus den trübenden Um- 
hüllungen der Sinnlichkeit und Natürlichkeit, also durch Selbstverleugnung, Busse 
und Wiedergeburt habhaft zu werden ; es ist derjenige, dem es vor Allem darum 
zu thun ist, seine Seele zu retten, der diesen Gewinn für höher und wichtiger 
ansieht, als den Gewinn der ganzen Welt ausser ihm, der darum Alles, was welt- 
lich, zeitlich und irdisch ist, die Schicksale seines Lebens, die Güter und Leiden 
der Erde nur auf dasjenige ansieht, was sie ihm als Mittel für die Erfüllung sei- 
ner höchsten menschlichen Aufgabe leisten können , dem daher als einem Gott- 
liebenden Alles zum Guten ausschlagen muss. 

**) „Ein grosser Kopf hat grosse Sorgen," wie das ?agataiische Sprichwort 
sagt (s. Vambery). 



Vorwort. LXV 

einnimmt, von der aus sie noch zu den höheren aufsteigen und also 
mit zunehmender Empfänglichiieit auch alle die dort fühlbar wer- 
denden Schmerzen*) zu erdulden hat. Je heftiger und reissender 
sie wühlen, desto näher steht das heiss ersehnte Ende. — Die ge- 
sundheitsmässige Entwicklung des Normalmenschen führt im 
Einklang mit den allgemeinen Gesetzen zum Guten und Schönen, 
in der vollendeten Eeife des Wachsthums, nicht also, wie 
Shaftesbury meint, weil die Triebe selbst gut**) seien, da diese 
vielmehr, im Gegensatz des Unvollkommenen zum Vollkommenen, 
als böse aufzufassen sein würden. Der Entwicklungsgang, den 
der menschliche Geist in den verschiedenen Culturkreisen ge- 
nommen, wird uns das Richtige lehren, nicht als subjectiv be- 
liebte Ansicht, sondern als noth wendiges Resultat eines Calculs, 
das (nach J. Bernouilli's Auffassung) die Kenntniss als Grösse setzt, 
die Gewissheit als das Ganze dieser Grösse und die Wahrschein- 
lichkeit als Bruchtheil, Wie die Constanten astronomischer For- 
meln müssen die numerischen Werthe der Rechnungsmethoden 
den Beobachtungen entnommen werden, und setzen also eine 
bestimmte Masse angesammelter Materialien in der Psychologie 
voraus, wie sie nur die ethnologischen Thatsachen zu liefern ver- 
mögen. In einer Zeit, wo wir den Durchschnittsmenschen als 
Maassstab nehmen, bedürfen wir einer Methode, gleich der Theorie 
des probabilites, qui n'est au fond que le bon sens reduit au 
calcul, und in allen Inductionswissenschaften,***) in der Pflanzen- 



*) Wachsen, sich entwickeln, körperlich und geistig, heisst : leiden , denn es 
setzt ein Abwerfen von verbrauchten Stoffen voraus, die bisher einen Bestandtheil 
des Körpers oder des Geistes aTisgemacht haben, und dies ist immer mit Schmerz 
verbanden. Die geistige Entwicklung setzt ein Bekämpfen und Wegwerfen von 
Leidenschaften oder Vorurtheilen voraus, jeder Kampf aber ist ein Leiden (Lang). 

**) Wie Rousseau ging die Schule der Humanisten oder Philanthropisten von 
der natürlichen Güte des Menschen aus. lÄXXd firjv dyad'ol ye xal onovSatoi 
yrjvovrai Sid xqlwv, t« TQia Se zavra iari yvais, e-d'os, ^oyos (Aristoteles). 

***) In kritischer Sichtung führt die Induction zu den Naturgesetzen- 
J. Herschel vergleicht den Sprung von hoher Wahrscheinlichkeit zur bestimmten 

Bastian, ßeise VI. £ 



LXYT Vorwort. 

Physiologie sowohl, die von den Kryptogamen zu den Schmnck- 
blumen aufsteigt, wie in der, im kindischen Gefasel der Natur- 
völker bereits die Keime der höchsten Cultur-Ideen entdeckenden, 
Ethnologie*), wiederholt sich der Weg, qu'une science, qui a 
commence par la consideration des jeux se soit elevee aux plus 
importans objets des connaissances humaines. 

Die Frage, ob die Leiden eines Unglücklichen die Folgen 
eigener oder elterlicher Sünde seien, verliert im buddhistischen 
System den Stachel der Verletzung, die pharisäische Schein- 
heiligkeit für den Betroffenen involvirt. Es ist zunächst nur die 
factische Anerkennung eines bestehenden Defectes, der als sol- 
cher überhaupt nicht weggeleugnet werden kann, so wenig wie 
ein Kranker sich gesund zu stellen vermag, wenn man ihn früge : 
war es deine Schuld, die dir diese Erkältung oder diesen Sturz 
zugezogen hat, oder war es die Schuld der Eltern, die dich als 
Kind fallen Hessen oder eine aus Unvorsichtigkeit in ihnen ein- 
gewurzelte Krankheit auf dich vererbten. Diese Schuld**) auf 
moralischem Gebiete erscheint dem Buddhisten als Sünde, gleich- 
falls als eine Störung***) in der Weltordnung, von deren harmoni- 
schem Zusammenhang sie eben deshalb zeugt, weil sie im Gegen- 



Gewissheit mit dem Uebereinanderschieben angenäherter Bilder im binocularen 
Sehen. 

*) Si nous Youlons acqu^rir la counaissance des lois generales auxquelles las 
facultes morales sont soumises, nous devons reunir des observations an assez grand 
nombre ponr que tont ce qui n'est pas purement accidentel s'en trouve elimin^ 
(Quetelet). Nous devons perdre de vue l'homme pris isol<?ment , et ne le consi- 
dörer que comme une fraction de l'esp^ce. 

**) Der rächende Geschlechtsdämon (o Saifiwv yevpas), welcher durch die 
grauen-voUe Schuld des Ahnherrn auf ein ganzes Geschlecht herabgernfen wurde, 
war (bei Aeschylos) der Ausdruck für die Vorstellung, dass aus der Schuld des Ur- 
ahns her die Neigung zum Frevelhaften sich in allen Nachkommen fortpflanze 
(s. Dronke). 

***) Dass man von den Störungen (in Folge der Sünden der Menschheit) ver- 
schont bleiben kann durch ein rechtschaffenes Leben, lehren die Serer (Recogn. 
Clem.). 



Vorwort. LXVR 

satz als Defect auffassbar bleibt; so dass dann erst möglicb ist 
von einer Gerechtigkeit zu sprechen, wenn in der That jedes 
Glück und jeder Unglücksfall seine natürliche Wurzel hat. Die 
Anerkennung etwaiger Sünde und deshalb folgenden Unglücks hat 
für die Buddhisten in sofern nichts Beschämendes oder Beleidigen- 
des, weil eben jeder Andere in dem gleichen Falle ist, und der 
in diesem Leben in grösster Pracht Schwelgende deshalb keine 
Sicherheit besitzt nach dem Tode vielleicht nicht unter den elen- 
desten Verhältnissen wiedergeboren zu werden, als Sühne für 
Etwas, was nicht gerade jetzt begangen ist, sondern schon in 
früheren Generationen, aber trotz aller folgenden Tugendhand- 
lungen noch nicht völlig getilgt war. Wird die ganze Anschauung 
menschlicher Wechsel auf einen einzigen Lebenslauf zusammen- 
gedrängt, so kann die Ausgleichung nur schwer in einen 
Himmel verlegt werden, in dem sich keine Abstufungen finden 
(doch aber vielleicht viele Wohnungen), die Buddhisten dagegen 
fühlen sich alle an dem Rade des Kreislaufes umherschwingen, 
das sie morgen nach oben, heute nach unten führt, ehe die Be- 
freiung erlangt ist. Ihre Conception hat sich nirgends Grenzen 
gesetzt, da sie in den steten Erneuerungen nicht nur den An- 
fang vermieden, sondern auch jene Zurückschiebuug*) von dem 
die Erde tragenden Elephanten auf die Schildkröte, von dieser 
auf das Wasser , dann auf die Luft und weiter bis der Frager 
ermüdet, sondern ihre Kaipen nach Zeiten rechnen gleich der- 
jenigen, die einen mächtigen Diamantfels **) durch das alltausend- 



*) Mariner asked , why the hock (kept in cnstody of the Tooi-tonga) of the 
god Tongaloa did not break, when hanling up so enormous a weight (as the 
Tonga-islands) and was told, that it was a god's hook and therefore could not 
break. Being asked how it happened, that the line, which was also the property 
of a god, broke, his interlocutor declined to pursne the sobject any further saying 
that so he had been told , and there was no necessity for further inquiries 
(s. Wood). 

**) The rock (so large that it wonld have taken a hundred oxen to drag it) 

E* 



LXVIII Vorwort. 

jährige Vorüberfliegen eines Schmetterlings zu Staub reibt. Die- 
jenige Keligionsauffassung, die sich in das Dunkel der Myste- 
rien*) zurückzieht, um unbequemen Interpellationen zu entgehen, 
muss deshalb einer Aufklärung **) abgeneigt sein, die leicht zum 
Gebrauch der angezündeten Lichter verleitet. 

Der menschlichen Constitution gemäss erscheint, in Folge der 
feindlichen Umgebung, das Göttliche zunächst als dämonisch Böses. 
Tritt ein Volk indess in politische Beziehungen zu seinem Nachbar, 
als Gegner, so gewinnen die eigenen Götter, im Gegensatz zu 
den andern, eine für ihre Verehrer günstige Färbung, und zeigen 
sich dann als gute Gottheiten, die bei gleichzeitiger Fortbegehung 
des erkannten Bösen oder Aufnahme dieses aus der Fremde, zur 
Ausbildung des dualistischen Systems führen. Die Perser ver- 
standen den Himmel ihres Nationalgottes Ormuzd als einen 
guten, obwohl derselbe in den schrecklichen Wandlungen der 
Amschaspands furchtbare Elemente genügend bewahrte, aber wenn 
sich dann eine göttliche Hierarchie gliederte, so blieb das Ab- 
schreckende der strafenden Executivgewalt an den unteren Klassen 
haften, während die in unerreichbare Abstände zurücktretende 
Spitze der Regierung einen gütigen Ausdruck gewann, wie im 
obersten Gott der Schamanen (neben den Teufeln, mit denen sie 
täglich verkehrten) und im Himmelsgott der Neger, die freilich 
zu sehr mit den stündlich quälenden Fetischen beschäftigt, nur 
selten Zeit haben an ihn zu denken, und auch die Wirksamkeit 



has never been worn (to a rock not larger than a man can carry in one of bis 
hands) save by the ousel drying its beak upon it once every night and by stro- 
king the tip of the wing against it in rising in the morning (Borrow) , im Mär- 
chen aus Wales über die Eule, die noch älter ist. 

*) Selbst den Katechumenen gegenüber beobachtete die Kirche die Arcan- 
disciplin , indem sie dieselben im Anfange mit Milch nährte und erst kurz vor 
der Tanfe mit allen Geheimnissen des Glaubens bekannt machte (s. Schwane). 

**) Nihil novandnm nisi qiiod traditum est (Lirinens. comm ). Relinquamus 
Doxiam sapientiam, discamus laudabilem fatiiitatem (Gregor). 



Vorwort. LXlX 

eines bis in solche Femen fortsendbaren Gebetes bezweifeln. 
Die Zaparos mögen ihr dualistisches System, in dem dem bösen 
Mung-ia ein guter Dämon gegenübergestellt wird (zugleich Schöpfer 
als Piatzo) seit den Missionen am Napo ausgebildet haben, und 
vertilgen jetzt (gleich den Anhängern Zoroaster's) die Reptilien, 
als Aufenthaltsort feiger Seeleu, während die tapferen (wie bei 
den Azteken) in bunten Vögeln wohnen. Aus dem moralischen 
Einfluss civilisirender Propheten (wie im indischen Guru, im Gegen- 
satz zu den früher allein imponirenden Heroen) löst sich dann 
der Begriff einer an sich guten Gottheit los. Im nachgiebig 
träumerischen Indien trat diese Richtung am reinsten hervor, zu- 
nächst im Buddhismus, mit Ergebung an das allgemeine Welt- 
gesetz, wie es auch die Brahmanen pantheistisch auffassten, in 
einem für höhere Kasten berechneten Esoterismus, der der grossen 
Masse des Volkes unverständlich bleiben musste. Um auch den, 
im Westen lauterem, Ansprüchen der Demokratie zu gentigen, 
verbinden sich die gleichen Ideen, bei der Verbreitung dahin, 
mit der Vorstellung eines persönlich fasslichen Gottes, aus der 
die Lehren der monotheistischen Systeme erwuchsen. 

Der Islam, für den die Orientalen schon in Oghuz-Khan 
einen Vertreter fanden, war der einfache Himmelsdienst (mit 
dem patriachalischen Cultus der Athrava, gleich dem indischen 
Atharvan neben den Rischi oder Sehern) der chinesisch-mon- 
golischen Hionnu-Stämme, wie ihn Herodot bei den Persern be- 
schreibt. Als nach Gründung der neuen Monarchie die wechsel- 
vollen Bedürfnisse des Stadtlebens zur Geltung kamen, erstand 
aus dem Chaldäerthum (das neben der von den Eroberern mit- 
gebrachten Religion verblieb, wie au der Seite des mohamedani- 
schen Chalifats der sabäische Götzendienst in vielfachen For- 
men, auf die Imamat-Lehre der Schiiten Einfluss übten) ein in 
einsamer Abgeschlossenheit durch eine Offenbarung begünstigter 
Prophet in Zoroaster (uuter Hydaspes oder Gustasp), der nun 



LXX Vorwort. 

(trotz der Warnungen des turaniscben *) HeiTsehers") einen ver- 
wickelten Cultus zur Geltung brachte, mit genau gegliederter 
Hierarchie im Hofstaat des Ormuzd und der daraus fliessenden 
Vielfachheit der Vorschriften. Das Böse erschien anfangs nur 
als die Unordnung heiTorrufende Störung, als die Lüge auf den 
Keil-Inschriften. Mit der Zeit indess stiegen, wie im Christen- 
thume, Zweifel auf, warum ein persönlich gedachter Gott trotz 
seiner Allmacht nicht stark genug sei, den bösen Feind zu ver- 
nichten, und zur Ausgleichung bildete sich dann durch gnostische 
Grübeleien (von der den Abschluss des eigenen Volkes gegen 
anarische Nachbarn begünstigenden Regierung unterstützt) die 
schon von Plutarch gekannte Lehre eines ursprünglichen Gegen- 
satzes in Ahriman (gleich dem Dualismus des Manes), der dann 
ebenso mit einem vielgestalteten Hofstaat umgeben war. Der 
Buddhismus, als auf Naturgesetze in seinem Religionssystem 
basirend, hatte in dem relativ vorübergehenden Eingreifen des 
Bösen, als temporärer Unordnungen des Erkranktseins, keine 
Schwierigkeit finden können , aber seine complicirte Mythologie 
bedurfte eines Ueberblickes ihres ganzen Zusammenhanges, um 
eine logische Richtigkeit zu bewahren, und ferner Stehende, die 
nur mit herausgerisseneu Stücken derselben bekannt wurden, 
mochten bei Mara, dem höchsten Gott der Sinneshimmel, seine 
trotzdem untergeordnete Stellung aus den Augen verlieren, und 
die schrecklichen Wandlungen der Bodhisattwa als selbststän- 
dige Wesenheiten auffassen, da man vergass, sie in die an sich 
gute Quelle rückwärts wieder aufzulösen. 

Von den Aleuten auf ihren abgelegenen Inseln bemerkt Wen- 
jaminoff, dass an einem so lasterfreien **) Volke eigentlich Nichts zu 



*) (Bei Firdnsi). Auch Idanthyrsus rühmt sich (b. Herod.), nur den Himmel 
als Gott nnd das Feuer anzuerkennen. 

**) The truth is by a vSantal held sacred (Sherwill). Die Pnharries (bei Raj- 
mahal) hassen die Lüge , und vor dem Gerichtshof in Baglipur gilt die Aussage 



Vorwort . LXXI 

bekehren wäre, und auch bei anderen Missionären, als den 
russischen, fehlt es nicht an Beispielen, dass die Eingeborenen 
günstig auf die Ansichten derjenigen Männer zurückgewirkt 
haben, die sie zu belehren kamen, und aus solcher Gegenseitig- 
keit wird der beste Erfolg zu gewinnen sein. Meistens bildet 
indess gerade der Contact mit der Civilisation *) den Moment, wo 
die Naturvölker, denen unter der einbrechenden Fluth neuer Ideen 
ihre bisherige**) Weltanschauung mit dem dadurch bisher ge- 



eines Puharri immer so viel, wie die eines halben Dutzend Hindus. It is a com- 
mon saying: A Kuruhar always speaks the truth (EUiot). The Santals are the 
most truthful (Jervis). The absolute trnthfulness (of the Sowrah in India) is 
the result from their want of capacity to invent a lie (according to Hooper). The 
honesty of the Samoans is really wonderful. 

*) The subjugated tribes about Lake Ngami (so completely enslaved, that 
they cannot even conceive the notion of possessing property) are honest, because 
there would be no use in stealing. But when white men come and take them 
under their protection, when they begin to find, that they are paid for their Ser- 
vices and allowed to retain their wages, the idea of property begins to enter their 
minds and they desire to procure as much as they can. Therefore from being 
honest, they become thieves (s. Wood). 

**} La Moralit^ depend tellement chez ces peuples de l'ordre social, que tonte 
d^sorganisation politique est immediatement suivie d'une perversion profonde ä 
laqnelle le retablissement de l'ordre accoutume peut seul remedier. C'est ainsi 
que dans les montagnes du Lessouto et de la Natalie , on a vu des populations 
habituellement douces et humaines, se plonger tete baissee dans toutes les horreurs 
du cannibalisme pendant une ^poque de confusion universelle , puis renoncer 
simultan^ment et comme d'elle-memes, ä ce genre de vie , des qu'un chef bien- 
veillant s'est mis en devoir de reconstruire l'ediflce sociale. L'introduction brusqne 
et pr^matur^e des lois et des habitudes nouvelles, l'imposition d'une autorite etran- 
gere sont, pour la meme raison, ^galemeut fatales aux moeurs [Mongolen]. Elles 
soustraient l'indigene au seul motif qu'il puisse avoir de mod^rer ses passions, 
ä savoir au desir de maintenir dans son int^gritö l'ordre des choses qui rösume 
toutes ses idees de bien-etre et de biensöance. Le christianisme snbstitue d'^ter- 
nelles colonnes [auch im Alterthum , wie jede ethische Religion oder Philosophie 
gegenüber der nur socialen des Irdischen] aux freies ötais qu'il abat (s. Casalis). 
Les d^hors de moderation et de d^cence constituent aux yeux des Bechuanas ce 
qu'ils appellent „Botou", le titre ou la dignite d'homme par Opposition ä „Bopofolo" 
(vie de brüte) qualiflcation qu'ils appliquent ä tonte acte immoral, excessif et 
grossiferement scandaleux (s. Casalis). Qnatremere , dans sa charite pour les pau- 
vres, n'avait eu en vue que sou Dieu et non les sansculottes et il meritait la 



LXXII Vorwort. 

währten Halt verloren geht, in Sünden versinken und die sie 
darüber tadelnden Missionäre staunend fragen, warum diese 
guten Lehren nicht zunächst bei ihren eigenen Landsleuten*) 
zur Geltung gebracht würden, von denen durchschnittlich nicht 
sehr moralische Charaktere als die einzigen Repräsentanten be- 
kannt sind. Ueber erlaubte oder unerlaubte Handlungen**) wech- 
seln die Ansichten in jedem Lande, die durchgehende Wurzel alles 
Bösen ist immer nur (wie schon Darius auf Stein verkündete) 
die Lüge, der Zwiespalt mit sich selbst und seiner Weltanschau- 
ung, der Widerspruch gegen das besser Gewusste. Das Essen 
von Schweinefleisch oder Trinken von Wein ist an sich gleich- 
gültig, wer es indess thut nach Ablegung eines religiösen Gelüb- 
tes der Enthaltung, der isst und trinkt in Sünde. Der christliche 
Matrose, der den Polynesier betrügt, sündigt schwer, da ihm das 
Stehlen und Betrügen religiös verboten ist, der letztere dagegen 
mag jetzt erst, bei gegebener Veranlassung, das Stehlen er- 
lernen, wozu auf seinen besitzlosen Inseln nie Gelegenheit ge- 
wesen, und woran er also nie gedacht, wovon er gewiss nicht 
das Rechte oder Unrechte abgewogen hat. Dann werden alle 
seine bisherigen Taxationsideen |durch die in seinen Augen un- 



mort, pour avoir hnmilie le peuple par ses bienfaits , heisst es in dem über den 
Vater des Etienne Marie Qnatremere vom Revolutionstribunal gesprochenen ür- 
theil 1794 (hingerichtet Jan. 21). Die Rajputen zollen der Sacha (Aufrichtigkeit) 
die grösste Verehrung, und der Hof von Jeypur hiess zum Schimpf Jutha Durbar 
(Lügenhof). 

*) In England and Wales the number of persons committed for trial is now 
(1851) more than five times as great, as it was at the beginning of the Century 
(Porter). The increase of crime has far outstripped the increase of our popu- 
latlon. 

**) La notion du crime (dans le sens, que nous attachons aujourd'hui ä ce 
mot) ^tait absolument etrangere ä l'ancien droit germanique (cf. Jareke), dans ces 
temps recul^s, on comptait pour rien la volonte de celui qui s'etait rendu cou- 
pable da crime, on se bornait ä apprecier purement et simplement le tort qui en 
ötait rösultö pour les tiers (De Coursou). Adelung erklärt Wehrgeld von Werth. 
Verbrechen jeder Art sind gebilligt worden, wenn nützlich (nach Helvetius). 



Vorwort. LXXIII 

schätzbaren Reichthümer umgestossen, die er vor sieh ausgebreitet 
sieht, und von denen er sich vielleicht mit leichter Hand- oder 
Zehenbewegung ein MetallstUckchen aneignen kann, das ihn 
für immer zum reichen Manne machen wird. Solch' grosse 
Diebereien sind auch anderswo erlaubt, da man nur die kleinen 
Diebe hängt. Als Träger der Bildung sind die Missionäre, 
wenn nicht in civilisirten Staaten, so doch unter Naturvölkern 
stets eines Erfolges gewiss, indem sie zur Abschaffung barbari- 
scher Gebräuche beitragen können; aber diese würden mit der 
Aufklärung von selbst fallen, da sie aus Unverstand hervor- 
gehen, nicht aus verderbtem. Gemüth. Wenn der Fürst von 
Dahomey Sclaven schlachtet auf dem Grabe seiner Ahnen, so 
erfüllt er eben die ihm heilige Kindespflicht, die ihm die Ge- 
beine der Dahingeschiedenen mit Menschenblut zu waschen be- 
fiehlt. Weit entfernt, eine Sünde zu begehen, würde er sich in 
seinen Augen einer grossen Sünde schuldig machen, wenn diese 
Schlächterei unterbliebe. Die Suttee, die man verhindert, sich 
mit ihrem Gemahl zu verbrennen, siecht gramvoll dahin, da ihr 
jetzt die Hoffnung genommen ist, je. in den Himmel einzugehen, 
der Dayak, dem das Handwerk des Kopfabschneidens gelegt 
wird, glaubt sich für immer verloren. Diese wahnwitzige» Ver- 
wirrungen der Menschennatur verschwinden Stets von selbst in 
geläuterten Staatsverhältnissen (meistens rascher als in Rom, 
wo dem Vergraben der Gallier das der Griechen folgte), und die 
Aufgabe des Missionärs liegt nur eben darin, die bei ihrem 
Wegfall in dem Geiste des Wilden leer gelassene Stelle durch 
reine Morallehren auszufüllen, nicht aber in zweiter Auflage 
durch den abstrusen Wust symbolischen Aberglaubens. 

Das Bewusstsein bildet sich stets im Gleichgewicht der aus 
den gesammten Nervenzuströmungen des Körpers hergestellten 
Einheit. Die ohne den Eingriff des Willens zur Ausführung 
kommenden Reflexthätigkeiten gelangen zu keiner primären Auf- 



LXXIV Vorwort. 

fassung und bilden die zwar mitwirkende, aber nicht in dieser 
Mitwirkung unterschiedene Basis der Gemeinempfindungen. Ge- 
schieht es durch krankhafte Verstimmung, dass die Zuleitung aus 
einzelnen Sphären des Körpers so langsam erfolgt, dass sich schon 
in der Zwischenzeit ein Abschluss des Bewusstseins hergestellt hat, 
so werden diese exceutrisch auftreffenden Reize als fremdartige 
verstanden und rufen jene psychopathischen Zustände hervor, in 
denen dem Wollen das Können fehlt, da eben der Wille seinen 
directen Zusammenhang mit den zur Ausführung dienlichen 
Mitteln aufgehoben findet, während die Fortbildung dieses ab- 
normen Verhältnisses bis zu dem Gefühl einer doppelten Persönlich- 
keit in den Vorstellungen von einer Besessenheit führt. — Aus 
der Anomalie, dass viele Wilde eben so viel Gehirn haben 
sollten, als die Durchschnitts-Europäer, meint Wallace den Ein- 
druck „eines Ueberschusses an Kraft, eines Instrumentes, das 
mehr leistet, als die Bedürfnisse seines Besitzers erfordern", zu 
empfangen. Im Gehirn sind indessen die Gedanken nicht actu 
verwirklicht, sondern nur potentia einwohnend, und es hängt 
eben von den umgeb^den Verhältnissen ab, ob sie und bis zu 
welcher Vollendung, die Entwicklung angeregt wird. Die idioti- 
sche Verminderung des Gehirns äussert sich, weil einen vitalen 
Theil desselben betreffend, wie bei Verletzung des Herzens der 
Körper stirbt, während er den Verlust anderer Glieder (wie das 
Gehirn grosse Massenverluste) überdauert und unbeschadet fort- 
lebt, wenn auch unbehülflicher. 

Alles Bestehen in anorganischer oder organischer Natur 
ist nur das Resultat eines Zusammentreffens aus Ursache und 
Wirkung, aus Action und Reaction als das aus abgewogener 
Gleichung hervorgehende Product, das in dieser gesetzlichen 
Erzeugung die Basis seines selbstständigen Bestehens überhaupt 
findet. Derselbe Schöpfungsprocess , wie in den verschiedenen 
Naturwesen, wiederholt sich in allen einzelnen der ihn con- 



Vorwort. LXXV 

stituirenden Theile, die in Gesammtsumme erst in jenen jedes 
herstellen. Bestimmte Mischungsgewichte von Schwefelsäure 
und Calcium rufen stets denselben chemischen Körper her- 
vor, der sich mit dem Verändern der Proportionen entsprechend 
ändert, oder bei ungeregelten Störungen wieder in die Grund- 
stoffe zurückfällt. Wenn ein äusserer Stoss von der Haut em- 
pfunden wird und vielleicht eine abwehrende Geberde hervor- 
treten lässt, so können wir hier auf den erforschten Bahnen 
sensitiver und motorischer Nerven den Vorgang mit ziemlicher 
G'enauigkeit verfolgen, und eine Dosis Chinin, die periodische 
Fieberanfälle producirt, muss in gleicher Weise ihre festen Wege 
wandern, wenn diese auch auf den dunkleren Gebieten des 
Sympathicus sich bis jetzt noch grösstentheils der Beobachtung 
entziehen. Je nachdem das Licht in seinem Strahlungsgesetze 
von mathematischen Körpern zurückgeworfen wird, muss es auf 
der Retina ein Dreieck, Viereck, Polygon u. s. w. abzeichnen, 
und obwohl das Bild des Baumes, das im Auge erscheint, weder 
so mechanisch hingemalt ist, wie es die Materialisten auffassen, 
noch (nach spiritualistischer Ansicht) auf eine völlig abgelöste 
Seele überspringt, so setzt es doch (neben dem Abdruck seiner 
Linien) ein Conception voraus, die (ohne dass dieser Ausdruck 
Missverständnisse zu erzeugen braucht) psychisch*) genannt 
werden muss, die aber, weil psychisch, noch nicht spiritualistisch 
transcendirt , sondern nur in die höher terrassirte Sphäre psy- 
chischer Nerven-Regioneu übertritt. Das Augenbild**) des Bau- 



*) Das Etwas (das zn den erregten Nerven hinzutreten mnss, damit sich die 
Empfindung bilde) entzieht sich der physiologischen Forschung (ülrici). 

**) Das auf der Netzhaut abgemalte Gesichtsbild ist damit noch nicht perci- 
pirt. Es enthält die, aus der im Gehirn freien Nerventhatigkeit gebildete, Gedankeu- 
reihe, die in fester Verknüpfung mit dem Körperlichen das Bewusstsein abschliesst, 
und nur das in ihre Glieder aufgenommene Gesichtsbild kommt dann, als in den 
Organismus assimilirt, zur deutlichen Vorstellung. Die Aufnahme hängt deshalb 
von dem Grade der durch grosseres ode^ geringeres Streben zu Association be- 



LXXVI Vorwort. 

mes ist also eine Compositioii; einmal aus den physikalisch offen 
zu legenden Brechungen des Lichtes und dann einer psychischen 
Action (oder hier Reaction) , die wir freilich noch nicht in ihrem 
Detail zu durchschauen vermögen, die sich aber aus physiolo- 
gischen Gründen als Fortsetzung der übrigen Folgewirkuugen im 
Nervensysteme nachweisen lässt, da der Zusammenhang überall 
vorliegt (wenn auch so weit nicht mathematisch deducirbar). 
Bei Mangel numerischen Werthes kann sie zunächst nur als ein 
X in die Rechnung hinübergenommen werden, und zwar als ein 
X, für dessen weitere Lösung die Hülfsmittel der Physiologie, die 
an der Trennungslinie des Psychischen ihre Grenze erreicht, nur 
wenig Aussicht gewähren. Die mikroskopische Betrachtung 
verliert sich hier in die Processe der Zeugung und Entstehung, 
deren Vorgänge allerdings die lehrreichsten Aufschlüsse gewähren 
werden, aber erst dann, wenn sie sich an fassliche \'orstellungs- 
bilder anschliessen, und deshalb allen ihren Mittelgliedern nach 
überschaubar sind. Die auf dem zweifelhaften Zwischengebiete 
der niederen Pflanzen und Thiere spielenden Zeil-Entwicklungen 
würden, so wichtig sie auch jetzt geworden sind, doch schwer 



dingten Affinität ab , und das Empfundenwerden dieser in ihrem Hervortreten 
wird als Wille gefasst. unsere Vorstellungen zwingen uns, die Kräfte mit 
ihren materiellen Grundlagen zu verbinden, und Freiheit derselben ist nur relativ 
denkbar, so weit sie in Fernewirkungen auftreten. Bei solchen sind indess stets 
zwei Punkte der Ausstrahlung gegeben, deren Spannungen sich im indifferenten 
Pole abgleichen. Im Menschen finden wir die, wie im Vegetativen auch ani- 
malisch wirkenden, Gesetze eines in chemischen Zersetzungen neu bildenden Wachs- 
thums auf der einen Seite, die mit den physikalischen Agentien der Aussenwelt 
communicirenden Sinnesorgane auf der andern, und indem die von ihnen zu- 
sammenströmenden Wahlverwandtschaften sich durchkreuzen, springt das Bewusst- 
sein einer einigen Persönlichkeit hervor, das, weil im Selbst, und dort allein, 
empfunden, jeder Vergleichungen und deshalb einer weiteren Aufklärung im ob- 
jectiven Verständniss entbehrt. Bei reducirter oder längerer Suspension der Aussen- 
beziehungen des Körpers sinkt das Bewusstsein in Schlaf, unter alleiniger Fort- 
dauer der vegetativen Operationen, aus denen sich mit erneutem Spiel der Sinnes- 
thätigkeiten auch neu das Bewusstsein schafft. 



Vorwort. LXXVII 

ihrer eigentlichen Bedeutung nach gewürdigt werden können, 
wenn wir nicht von Thier und Pflanze ihre feste Auffassung be- 
sä ssen, sie bestimmt eingereiht hätten, und die Bedeutung jener 
Zellvorgänge in ihnen, den Partialwerthen derselben nach, regi- 
striren könnten. In der Sprache (der nothwendigen Reflexaction) 
treten nun die psychischen Regungen durch das Wort nach 
aussen und verkörpern sich dort in mythologische Gestaltungen, 
so lange bildliche Phantasieschöpfungen noch nicht durch die 
Denkanalyse zersetzt sind. Finden wir also das Bild des Bau- 
mes, als psychisches Product, in anderer Gestaltung wieder, bei 
deren Erzeugung jenes x in voller Manifestation und Aussenver- 
körperung gleichsam hinausgetreten ist (in jenen mythologischen 
Vorstellungen vom Baume die in allen ethnologischen Kreisen 
wiederkehren), so wird es uns vielleicht durch verfeinerte Rech- 
nungsmethoden gelingen, die Werthe desselben in einzelnen seiner 
Phänomene zu fixiren und dadurch erklärendes Licht nicht nur 
auf ethnologische Geschichtsbewegungen, sondern auch auf jene 
psycho-physiologischen Schwingungen des Sehens zu tragen, die 
in den Hirnhemisphären vor sich gehen. Das psychische Sehen, 
das nicht in den Retina-Verzweigungen des Optikus statthat, 
sondern in seinem centralen Stamme, gewinnt das Aufrechtsehen 
aus Kreuzungen, gleich denjenigen der Medulla oblongata, in 
Folge welcher eine Gehirn-Laesion sich auf die Partien des 
Rumpfes in entgegengesetzter "Weise äussert (denn wiewohl der 
kreuzende Verlauf der Sehnerven nur theilweis nachweissbar ist, 
wird es von Vervollkommnung der Instrumente abhängen, ob er 
noch länger in den Vierhügeln sich ihnen entzieht). 

In sofern ist die Seele keine Entität, als nur aus den Er- 
scheinungen freier (nicht molekularer, sondern fernwirkender) 
Kräfte hervortretend, aber von den beiden Stützpunkten dersel- 
ben ist der eine (der der physikalischen Agentien) ein wech- 
selnder, der andere (der des organischen Chemismus) ein stetig 



LXXVm Vorwort 

bleibender, und mit dem letzteren stellt sich deshalb die Form 
der Seelenactionen in gewobnheitsmässige Harmonie. Obwohl ihrer 
eigenen Natur nach nicht selbstständig^ ruft sie doch selbstständige 
Schöpfungen hervor in der Sprache und verwirklicht die in ihr 
latenten Fähigkeiten in dem geschichtlich emporwachsenden Or- 
ganismus der Menschheit. — Mit dem periodischen Wiederer- 
wachen des Bewusstseins wird auch die Erinnerung jedesmal 
neu erweckt, d. h. die Folgereihe stattgehabter Eindrücke, die 
sich mit der körperlichen Seite des Lebens in dauernden Counex 
gesetzt hat und je nach der auf sie einwirkenden Thätigkeit in 
mehr oder weniger Ausdehnung hervorgerufen werden kann. 
Mit dem Absterben des Körperlichen (mit dem Trunk aus dem 
Lethe der Todten) muss deshalb auch die Erinnerung unter- 
gehen, aber nur die zeitlich gedachte und von uns auf Erden 
zeitlich allein denkbare, denn das vom Körperlichen unabhän- 
gige Bewusstseinsgefühl selbst ist schliesslich nur aus Factoren 
der Erinnerung zusammengesetzt, die als integrirende Theile 
desselben Alle zugleich und Alle miteinander leben. 

Die philosophische Betrachtung begriff" früher (mit oder ohne 
Compensation der Keligion) die gesammte Weltauffassung, verlor 
aber einen Zweig des Wissens nach dem andern, wie sich ein 
jeder durch Hülfe der Induction auf dem festen Boden der Er- 
fahrung zu innerlich gegliedertem Abschluss ausbildete. Auf 
das der inductiven Behandlung noch nicht zugängliche Geistige 
zurückgeworfen, verblieb der Philosophie ein rastloser Wechsel 
ihrer Systeme in dem schwer controlirbaren Gedankenreich, 
und erst dann wird auch hier die gesetzlich dauernde Form 
hergestellt werden, wenn die Psychologie, aus den Beweisen 
ethnologischer Thatsachen ihre Schlussfolgerungen zusammen- 
kettend, als Schlussstein in den Bau der Naturwissenschaften 
eingefügt ist. 

In der Welt treten aus einem unseren Blicken unzugäng- 



Vorwort. LXXIX 

liehen Urgnind Typen in die Erscheinung*), die wir nicht von 
einem ausserweltlichen Standpunkt, also nicht im Ersten und 
Letzten, zu überschauen vermögen, sondern nur (als mitten- 
innestehend) in ihren relativ ablaufenden Phasen. Die Aufgabe 
jeder Existenz liegt darin, ihren Typus herzustellen und dann zu 
erhalten, weshalb bei Würmern die Reproductionsfähigkeit selbst 
bis zur Ersetzung der Sinnesorgane gehen kann. Bei höher 
aufsteigender Dignität bilden sich indessen in ein und derselben 
Existenz (die dann als aus Sammelwesen bestehend, angesehen 
werden könnte, .wie der Baum gegenüber den einjährigen 
Pflanzen) vielerlei Vorstufen, die sich übereinander aufbauen 
und zum Theil bereits absterben mögen, bis der eigentlich letzte 
Zweck zur Entfaltung kommt. Wie beim Baum deshalb grosse 
Theile der Rinde und selbst des Stammes, ganze Blätterzweige 
ohne Schaden für das Ganze verloren gehen können, so mögen 
die höher complicirten Organismen der Thierwelt, deren Zweck 
in einem seelischen Instinctleben gipfelt, grosse Anhänge ihres 
Körpers (Beine, Flügel u. s. w.) ohne Reproduction verlieren, so 
lange der Verlust nicht ein derartig eingreifender ist, dass der 
eigentliche Zweck der Existenz unmöglich werde, und also diese 
zu Grunde gehen müsste. Das menschliche Ziel liegt in dem 
auf dem Körpersystem emporblühenden Gedankenleben, und die 
Entwicklung dieses selbst wird ebenfalls innerhalb eines, und 
zum Ausdruck eines, gegebenen Typus stattfinden, obwohl für 
uns die einzelnen Phasen willkürlich erscheinen, da wir sie 
nicht in ihren Ein- und Ausgängen nach fest bedingter Gesetz- 
lichkeit zu verfolgen vermögen. Dies Gedankenleben wächst 
aber nicht individuell, sondern in (staatlichen) Gesellschaften, 
die wir bald im regelmässigen Fortschritt sich vervollkommnen, 



*) Aristoteles hatte in der Bewegnng, im Heraustreten des Möglichen zur 
Wirklichkeit, den Schlüssel zum Verständniss des Universum gesucht (Steiner). 



LXXX Vorwort. 

bald (wenn von Krankheiten gefasst) in wilden Entztindungs- 
fiebern sich selbst zu Grunde richten sehen. 

Eine in irdische Existenz eingetretene Species ist der Va- 
riationen nur bis in eine bestimmte Spielweite fähig , da mit 
U.ebersch reitung dieser Grenze, wie die Harmonie auch das Dasein 
zerstört wird. Wie sich indess nach dem buddhistischen System 
die Seele ihren neuen Körper, sei es im Götter-, sei es im 
Menschen-, sei es im Thier- oder Preta-Eeiche bildet, so könnte 
die jener innewohnende Selbstbildungskraft*) in dem neu for- 
mirten Körper die durch Uebung erworbene und potentiell vor- 
handene Eigenschaft real zur Durchbildung bringen und in 
der Wiedergeburt als ein neuer Typus erscheinen. Die Manni- 
faltigkeit der Modificationen beruht dann aber auf unendlicher 
Fülle der Gesetze und würde durch Zurückführung auf eine 
einzelne Reihe sich jämmerlich anthropomorphisch verstümmelt 
zeigen. — Den Buddhisten scheint die durch ihre alle drei Welt- 
reiche verknüpfende Seelenwanderung gegebene Stufenleiter,**; 
die nach den Palästen der verschiedenen Himmel***), nach den 
vielfachen Kammern der Höllen, nach den thierischen f) Charak- 



*) Der Auferstehnngskörper bildet sich (nach Origines) durch die der Seele 
verbleibende Keimkraft {^oyos aneQ/naros). 

**) Fromme Frauen leben als Männer -wieder auf. A la fln du XI siecle Dien 
avait change de sexe et la Vierge etait devenue le veritable Dieu du monde (in 
Robert d'Abrissel's Kloster zu Fontevrault. 

***) Les Habitans de Venus ressemblent anx Mores Grenadins, un petit peuple 
noir, brüle du Soleil, plein d'esprit et de feu, toujours amoureux, faisant des vers» 
aimant la Musiqne, inventant tous les jours des Fetes, des Danses et des Tour- 
nois (s. de Fontenelle). Les gens (dans Saturne) ne s^avent ce que c'est que 
de rire et prennent toujonrs un jour pour r^pondre ä la moindre question qu'on 
leur fait. Nach Antoinette Bourignan dienen die Sterne zur Läuterung der Seelen. 

f) On peut soutenir, que toutes les betes deviendront un jour animaux rai- 
sonnables. Leurs ämes passeront peut-etre aux rangs des intelligences (Helwing). 
Aussitot qn'une bete passe apres la mort dans un corps neuf, eile entre dans une 
uouvelles connexion et Situation dans ce monde. Bruno findet im Nachklang des 
früheren die Hindeutung auf den künftigen Stand, wenn Menschengeschlechter an 
thierische erinnern. In seinem systematischen Denken sah sich Lessing zurück- 



Vorwort. LXXXI 

teren variirt, notliwendig, der moralischen Verantwortlichkeit 
wegen, die der Seele stets die . ihrem Wesenswerthe entspre- 
chende*) Formerscheinung anbilden müsse. Die Lehre von der 
Seelenwanderung-**) bildet deshalb einen integrirenden Theil im 



geleitet zu dem System der Uranfänge philosophischer Speculation, wie sie In der 
Lehre von der Praeexistenz der Seele und von der Metempsychose begegnen 
(Stahr). Nach Leibnitz unterscheidet sich die menschliche Unsterblichkeit von der 
thierisihen, die gleichfalls eine individuelle ist, dadurch, dass sie ausserdem eine 
persönlich moralische. Bei den Eweerri kehren die Guteu sogleich in Menschen- 
körper zurück, während die Bösen in der Luft oder in Wanderungen durch Thier- 
köiper vorher gereinigt werden. Beseelte Wesen haben drei Zustände des Da- 
seins, den Zustand des Anfangs (abred) in der grossen Tiefe (annwn), den Zustand 
der Freiheit (rhyddyd) in der Menschheit und den Zustand der Liebe (cariad), 
das ist die Glückseligkeit (gwynfyd) in dem Himmel (nefj nach den Trioedd 
Barddas oder Tryaden des Bardii^mus (s. Walter). 

*) Irenäus hält die heidnische Vorstellung von der Seelenwanderung für 
thöricht, weil zu Jeder menschlichen Seele auch nur Ein menschlicher Leib 
gehöre. Auima in utero seminata pariter cum carne, pariter cum ipsa sor- 
titur et sexnm, ita pariter ut in causa sexus neutra substantia teneatur 
(TertuU.). How is it possible , that those who have not cleared away the evil 
disposition from their soul thould attain the most excellent heaven and live eter- 
nally with God tbe Creator, and of those who are to remain in hell for ever, 
many have made merit and done much good, shall that be altogether lost? fragt 
der Buddhist (s. Alabaster). Octo pondera de quibus factus est Adam: Pondus 
limi, inde factus est caro, pondus ignis, inde rubens est sauguis et calidus, pon- 
dus salis, iude sunt salsae lacrymae, pondus ruris, unde factus est sudor, pondus 
nubis, inde varietas est mentium (Rit. Eccl. Dunelm.). Neque enim quaero in- 
telligere ut credam, sed credo ut intelligam (Ans ). Non enim intelligendum prius 
est, quam ut postmodum credas, sed prius credendum ut postmodum intelligas 
(Guitm.). 

**) Warum könnte jeder einzelne Mensch auch nicht mehr als einmal auf 
dieser Welt vorhanden gewesen sein? fragt Lessing, gegen die vermeintliche 
„Lächerlichkeit" dieser „ältesten Hypothese" Verwahrung einlegend , und ebenso 
trug sich Lichtenberg mit dem Gedanken, gestorben zu sein, ehe er geboren war. 
Das Wissen davon, wie es Pythagras sich zuschreibt, erwacht erst im Buddha, 
wenn er auf der Schwelle des Nirwana die Beihe seiner Vorexistenzen durch- 
schaut, und Reynaud zieht aus der Veigesslichkeit der Menschenseele den Schluss, 
dass sie sich noch auf einer niederen Stufe ihrer Entwicklung befinde. Um die 
absolute Form zu gewinnen, muss sich der Geist in Allem versuchen (nach 
Schelling). 

Bastian, Reise VI. F 



LXXXII Torwort. 

System des Buddhismus und ergänzt sich mit der von den 
steten Welterneuerungen *). 

Da die Erfahrung stets und eomparativ allgemeingültige 
Urtheile geben könne, miissten (nach Kantj die Allgemein- 
gültigkeit und Nothwendigkeit der Urtheile einen inneren festen 
Grund in unserm Denken haben, also als sichere Kriterien des 
Aprioristischen erscheinen (J. B. Meyer), Naturwissenschaft- 
liche Sicherheit jedoch besitzt ein jedes ürtheil eben nur in 
der Controle gegenseitiger Relationen, und obwohl man in 
den jedesmaligen TTendep unkten gereifter Forschung hypothe- 
tische Allgemeingültigkeit beanspruchen darf, so gewinnt diese 
doch nie absolute Gewissheit, sondern muss in ihrer ephemeren 
Herrschaft immer wieder durch vollendetere Schöpfungen ersetzt 
werden, wenn das Wissen nicht selbst zum Stillstand gelangen 
und so sein eigenes Leben ertödten will. 

Hume zeigte, dass der Causalbegriff nicht aus der Erfah- 
rung gewonnen werden kann, aber er ergiebt sich als das natür- 
liche Resultat der durch die Erfahrung angeregten Denkthätig- 
keit in gesetzKcher Manifestation derselben. Der Horizont der 
Naturvölker ist mit ursachlosen Wundern gefüllt, zwischen denen 
die Blödheit des sympathischen Denkens den Causalnexus schnör- 
kelhaft verworren zusammenknüpft, während für ein schärfe- 
res Auge solch willkürlich construirte Monstra unverträglich 
sein würden. 

Wenn gleich alle unsere Erkenntniss mit der Erfahrung 



*) Die Allnatur briugt (nach den Harranitem) in jedem Klima von den be- 
wohnten Klimaten am Anfang von je 36425 Jahren ein Paar von jeder Art der 
Thiergpschlechter , ein Männchen und Weihchen, von Menschen u. s. w. hervor. 
Nach Ablauf der Periode hörte die Fortpflanzung und Forterzeugung auf, und es 
entsteht ein neues Geschlecht (s. Schahristani). Nach den Chaldäern würde die 
nach je einem grossen Weltjahre von 9977 Jahren untergehende Welt wieder er- 
neuert werden (Sext. Empir.). Die Saecula der Etrurier liefen in kürzerer Periode 
ab, wogegen die Zahlen der Jainas noch die der Buddhisten übertreffen möchten, 
wenn das an sich Zahllose einen weiteren Superlativ erlaubte. 



Vorwort. L XXX III 

beginnt, so entspringt sie darum docli nicht alle aus der Er- 
fahrung, bemerkt Kaut, der dann das Aprioristiscbe aus dem 
Empirischen abzusondern sucht. Immer indessen ist dies Em- 
pirische der Erfahrung als der Keim anzusehen, aus dem die 
Erkenntniss hervorwachsend sich entfaltet. Wie der Same in 
nuce schon die ganze Pflanze einschliesst, obwohl die Pflanze 
eine Menge Organe enthält, die im Samen nicht nachzuweisen 
sind, so bildet die Erfahrung die empirische Grundlage, aus der 
sich die Erkenntniss organisch entwickelt. Indem wir denken, 
stehen wir eben inmitten dieses Wachsthumsprocesses, oder viel- 
mehr das Denken bildet selbst diesen Wachsthumsprocess, und 
das aprioristisch Abgeleitete giebt die zum Bewusstsein gelangen- 
den (das Bewusstsein selbst darstellenden) Entwicklungsgesetze. 
Insofern erstrebt das an die Erfahrung anknüpfende Denken ein 
weitaus jenseits der Erfahrung Liegendes, aber dieses Ziel 
bildet doch nur die schon von vornherein als nothwendiges Er- 
gebniss angelegte Vollendung, die sich im Gange des Fort- 
schrittes durch weitere Aufnahmen ernährt, wie die Pflanze aus 
Luft und Erde. Da in unserer Erkenntniss noch über die Erfah- 
rungswelt hinausliegende Ideen (von der Seele, dem Weltall und 
Gott) sich finden, die aus der Erfahrung nicht gewonnen sein 
konnten, aber doch nothwendig zu sein schienen, so müsste der 
Grund dieser Nothwendigkeit gleichfalls in unserer Vernunft liegen 
(nach Kant). Aber diese Ideen sind immer nur das entspre- 
chende Product der jedesmaligen Erfahrung, und die ethnolo- 
gischen Thatsachen beweisen es ja eben überall, dass die Ideen 
von der Seele, von dem Weltall, von Gott, jeder Zeit und jeden 
Ortes, den aus der Erfahrung gegebenen Anschauungen gemäss 
verschiedentlich und in den mannigfaltigsten Richtungen der 
Gestaltungen ausgebildet sind. — Descartes erklärte (Ende des 
XVIL Jahrh.) den Raum materiell (objectiv), Kant (100 Jahre 
später) als Anschauung (subjectiv), und auf diese gefeierte Ent- 



LXXXIV Vorwort. 

deckung basirte sich die ganze nachfolgende Literatur , so volu- 
minös; um Häuser und Städte zu füllen, aber heute (nach einem 
andern Jahrhundert) streiten wieder, als die besten Autoritäten 
anerkannte, Philosophen, ob der Raum subjectiv oder objectiv, 
oder nicht vielleicht beides, subjectiv-objectiv sei. Um was sind 
wir also in den 300 Jahren (um nicht den langen Weg bis 
Aristoteles zurückzugehen) weiter gekommen, und was würde in 
der Gesammtheit der philosophischen Literatur überdauern, wenn 
mit der Schneide scharfen Denkens geprüft? Die naturwissen- 
schaftliche Behandlung der Physiologie, die erst seit wenigen 
Decennien kaum begonnen ist, hat die Fragen über Raum und 
Zeit noch nicht erreicht, aber eines Tages wird sie dahin kom- 
men, die Aufgabe untersuchen, sie lösen, und damit für immer 
ein- und allemal entschieden haben. 

Die Natur ist nicht so ärmlich beschränkt, um nur in der 
einfachen Reihe eines indianischen Gänsemarsches zu operireu; 
sie ist reich und weit genug, um das Gewühl volkreicher Städte 
zu umfassen, in allen ihren Varietäten und Nüancirungen neben 
und zwischen einander. Für menschliche Schöpfungen des in 
Zeit und Raum entstandenen Geistes werden wir uns stets sche- 
matisch einen Anfang entwerfen müssen, mit dem sie begonnen; 
für die Schöpfungen des, weil ausser Raum und Zeit, unbegrif- 
fenen Gesetzes dagegen haben die innerhalb unseres Gedanken- 
ganges nothwendigen Begrenzungen keine Geltung. — Wenn 
die Natur nur die einfache Fortbewegung in der geraden Linie 
kannte, wenn sie im vervollkommnenden Stufeugang vom Wurm 
bis zum Menschen fortschritte, so wäre damit auch ein zeitliches 
Ziel gesetzt und sie hätte das Schicksal aller Entwicklung zu 
durchlaufen, nach erreichter Höhe der Mannheit im schwach- 
sinnigen Alter hinzusiechen. Aber die Natur altert nicht, ihre 
Productionen sind ewig neu und jung, in den physikalischen. 
Charakteren der Völker ebensowohl, wie in ihrer Sprache, bei 



Vorwort. LXXXV 

denen man gleichfalls von einem Altern sprach, indem man die 
Fülle allseitiger Grestaltung auf einen schematischen (und für 
die Theorie immerhin nützlichen} Strich zusammenzwängt. Wollen 
wir die uns gewohnheitsmässige Anschauung eines Zieles fest- 
halten, so ist dasselbe wenigstens über die Grenzen von Raum 
und Zeit hinaus zu versetzen. 

Während die alten Sagen der Völker von einem goldenen 
Zeitalter ausgehen, das der Götter bei den Indern, der Heroen 
bei den Griechen u. s. w., hat man neuerdings statt dieses Herab- 
sinken ein allmäbliges Aufsteigen aus dem Standpunkte tiefster 
Uncultur angenommen, aber hier gleichfalls bei Ausziehung der 
Geschichte der Menschheit in eine einzige Zeitreihe den Fehler 
schematischcr Verallgemeinerung begangen, ehe man sich mit der 
Masse der Details genügend bekannt gemacht hatte. Dem Zu- 
stande des umherschweifenden Nomaden gegenüber bildete die 
Civilisation den auf verschiedenen Wegen erreichbaren Fort- 
schritt, zunächst in dem gesetzlich geregelten Leben des Bürgers, 
in der Civilitas Theoderich's M., bei dem Uebergang der Gothen 
zu festen Ansiedelungen, und im Hinblick auf solche Civilitas 
stehen z. B. die alten Gallier mit ihren Duumvir in cisalpini- 
schen Städten, mit ihrem Vergobret und Brennus (dem rex und 
princeps der Germanen), mit ihren Doppelkönigen (wie sie, ausser 
bei Spartanern, bei Siamesen wiederkehren, und ähnlich bei den 
Kru) auf ziemlich gleicher Stufe mit den alten Römern, denen 
gegenüber man sie gerne als Barbaren betrachtete. Ein anderes 
ist dann die unter besonders begünstigten Umständen (bei Hel- 
lenen, bei Assyrern und Egyptern, bei Chinesen und Japanern, 
bei Peruanern und Mexicaneru, sowie in der Neuzeit Europas) 
aufblühende Cultur, gleichsam der Luxus eines Schmuckgartens, 
der vorhanden sein oder fehlen mag, nicht aber die nothwendige 
Grundlage der Gesittung darstellt, wie jene weiten Saatfelder 
der Civilitas. 



LXXXVI Vorwort. 

Als von dem Range einer eigentlichen Naturwissenschaft ent- 
fernt und unfähig zur systematischen Zergliederungskunst, kann 
die empirische Psychologie „niemals etwas mehr als eine histo- 
rische und als solche so viel möglich systematische Naturlehre 
des inneren Sinnes, d. h. Naturbeschreib;mg der Seele, aber nicht 
Seelenwissenschaft, ja nicht einmal psychologische Experimental- 
lehre werden." Kant möchte sie deshalb aus der Metaphysik 
ganz verbannt sehen, und sie ist dort nur zu betrachten als ein 
vorläufig „aufgenommener Fremdling, dem man auf einige Zeit 
einen Aufenthalt vergönnt, bis er in einer ausführlichen Anthro- 
pologie seine eigene Behausung wird beziehen können.'^ Dann 
eben, nach genügender Beschaffung des ethnologischen Mate- 
riales*) (da es sich nicht um die Gedanken des Einzelnen, son- 
dern um den Völkergedanken handelt), wird die Psychologie als 
die echte Wissenschaft von der Natur hervortreten, als im vollen 
Sinne Naturwissenschaft, zu der sich eine (psychologisch ge- 
schulte) Philosophie verhalten würde, wie die reine Mathematik 
zu den auf ihr basirenden Zweigen angewandter Technik, die 
erst die für das Leben geniessbaren und dieses durch verjün- 
gende ErhaltUDg zu weiteren Schöpfungen befähigenden Früchte 
tragen. Wer die Psychologie ihrer selbst willen treibt, wird mit 
leeren Formeln spielen, die dem fernstehenden Laien als my- 
steriös allegorische Symbole aufgezeigt werden können, die aber 
einen realen Werth nur so weit gewinnen, als sie in thatsächlich 



*) An extensive snrvey of the regions 'of fancy and their productions will 
incline ns rather to consider the mental powers of man as having an uniform 
Operation nnder every sky and uuder every form of political existence and to ack- 
nowledge that identity of invention is no more to be wondered at than^identity 
of actioii (Keiglitley). L'esprit humain, place dans les memes circonstances, se 
d^veloppe ä peu pres de la meme maniere, anx memes dangers il oppose toujours 
les memes remfedes, autant qua le lui permettent les moyens dout il peut dis- 
poser (Armandi). Vingt ou trente si&cles ecoules depuis lors n'ont apporte pres- 
que aucune difiference dans la conduite des Operations et dans les bases de la 
Strategie, les applications mames et les formes se ressemblent. 



Vorwort. LXXXVU 

constatirten Manifestationen der Denkgesetze zu Tage treten, 
so dass hier (wie in jeder Erfahrungswissenschaft) die Beobach- 
tung dem daraus abgeleiteten Allgemeinen^ das sich wieder zur 
regelmässigen Anordnung des objectiv Vorhandenen benutzen 
lässt, vorhergehen muss. 

Während man die empirische Psychologie als Erfahrungs- 
wissenschaft den Naturwissenschaften annähert, soll die ra- 
tionelle Psychologie ein Theil der. Philosophie, und im Be- 
sonderu der Metaphysik sein, obwohl auf welchem Forschungs- 
gebiete immer die Philosophie Gegenstände der Betrachtung 
unterwirft, sie nach psychologischen (also nur aus der Psy- 
chologie verständlichen) Gesetzen handelt, und alle die, die 
Empirie überschreitenden, Constructionen für sie Schöpfungen 
der in ihrem Sinne verstandenen Psyche sein müssen, also psycho- 
logische, und zwar noch reiner psychologische, als die empi- 
rischen. So macht Kant die Kritik des Erkenntniss Vermögens 
zum Ausgangspunkt der Philosophie. Wenn die rationelle Psycho- 
logie meint, nachdem sie durch Erfahrung das Wesen der Seele 
erfasst habe, nun aus diesem weitere und alle möglichen Ver- 
änderungen auf dem Wege der Speculation ableiten zu können, 
so beraubt sie den Menschen seines erhabensten Trostes, den ihm 
ewige Fortentwicklung im Unendlichen bietet. Die Erfahrung lernt 
nie aus, sie kann und darf nie auslernen in dieser dem Menschen 
noch unverständlichen Welt, und es wäre der Hohn wilder Ver- 
zweiflung, wenn wir uns in düsterer Klausur für immer mit 
jenem jämmerlichen Bettelbrote zu begnügen hätten, das die 
Philosophie als ihre speculativ zusammengebackene Seele an- 
bietet. Lieber noch länger durch Feld und Wald gebirscht, der 
Meereswelle, den Stürmen getrotzt, den Flüssen gefolgt, den tiefen 
Schacht geprüft, bis wir der Natur genug von ihrem Gaben- 
reichthum abgerungen haben, um bei einem glänzenderen Mahl, 
an der mit Wissensschätzen beladenen Tafel zu schwelgen. 



LXXXVm Vorwort. 

Im Hirnstamm, in dem die im Rückgrat bereits vereinigten 
Nerven unter vielfachen Durchkreuzungen mit den Strängen der 
Sinnesorgane zusammeutreifen, concentrirt sich das Allgemeinge- 
fühl (neben der Vitalempfindung des Körpers), das dann in wei- 
ter angeregter Geistesthätigkeit die Windungen der Gewölbtheile 
durchzieht. Wir wissen, dass beim Sehen die Linse bricht, das 
Trommelfell beim Hören bebt, und dies ist die Grenze der physi- 
kalischen Wirksamkeit, jenseits welcher die Nervenfimction in 
Kraft tritt. Wir wissen, dass diese Nerven in Drüseuorganen 
Secretion, im Muskelgewebe zuckende Bewegung hervorrufen, 
wir bezeichnen dagegen ihre in weisser und grauer Hirnsubstanz 
nicht weiter veranschaulichbare Thätigkeit als Denken. Die 
Secretion ist mit chemischer Zersetzung verbunden, die Bewegung 
von elektrischen Strömen begleitet, das Denken erfüllt sich in 
Kräften*), für die in der raum-zeitlichen Welt keine Analogien 
geboten sind. Auf dem Resonanzboden der Gefühle **) bilden sich 
anregende Reize der Wahrnehmungen und Vorstellungen, die 
je nach ihrer Stärke in Begehrungen übergehen, oder latent bleiben 
im Hervorrufen von Verstandesbegriffen. 

Der Buddbismus lehrt die Identität des Denken und Sein, 
wie in der Psychologie desselben im Einzelnen ausgeführt wird 
und diese begnügt sich nicht damit, das in der Logik innerlieh 



*) Wenn wir eine Kraft, wie klein auch immer, bis zu ihrem Ursprung ver- 
folgt haben in unserem eigenen Willen, während wir keine Kenntniss irgend einer 
anderen primären Ursache der Kraft haben, so scheint es kein unabweisbarer 
Schluss zu sein, dass alle Kraft Willenskraft sein mag (Wallace). Kant nennt 
denjenigen frei, in dem die Gebote des sittlichen Vernunftwesens die Sinnenreize 
bewältigen. 

**) Indem die Leidenschaften auf die Körperorgane zurückwirken, der Zorn 
auf die Brust und den Blutumlauf, die Furcht auf den Unterleib u. s. w., so 
wollte man ihren Sitz in denselben suchen, während hier umgekehrt der Fall ein- 
tritt, dass eine besonders starke Aufregung des Psychischen sich bis auf Nerven- 
organe bemerkbar macht, die unter gewöhulichen Verbältnissen seinem Einflüsse 
entzogen sind. 



Vorwort. LXXXIX 

G-ewordene als äusserlich fertiges Dasein zu betrachten, denn 
jenseits des Denken steht das Eeale, als Res externa, die als 
res cogitans durch die Willenskräfte des Verklärten in die na- 
tura naturata zurückkehrt. 

Die Gesetzlichkeiten der Organismen, die der Mensch in der 
Natur vor sich sieht, deuten auf einen einheitlichen Zusammen- 
hang, in den er selbst eingeschlossen ist, ohne dass sich indess 
die Localisirung temporeller Gliederung bei einer Raum und 
Zeit aufhebenden Abstraction festhalten Hesse. Der Mensch mag 
von den geistigen Thatsachen, wie sie ihm klar vor Augen 
stehen, den Ausgang nehmen, um ihre Analogien in die Thier- 
reiche hinab zu verfolgen, aber es bleibt nicht rathsam, Aus- 
drücke wie Willen (die Bestimmung zur That) oder Unbewusst- 
sein (im Accord bewusster Gedanken) auf Vorgänge in vege- 
tativen Processen zu übertragen, da sie im Menschen seihst neben 
solchen bestehen und ihnen gegenüber ihre specifische Werth- 
bezeichnung verlangen. 

Die philosophische Discussion, ob die Aussenwelt real oder 
ideell, objectiv oder subjectiv sei, ist an sich ein bedeutungsloser 
Wortstreit*). Man hat die Beziehungsweise der Aussenwelt zum 
Subjectiven als Reales bezeichnet (man hätte ihm jeden andern 
Namen geben, oder es auch ideell auffassen können), und jetzt 
ist diese gleiche Relation zwischen Aussen und Innen beizu- 
behalten, wenn nicht durch Spielen mit den Ausdrücken Alles 
verwirrt werden soll. Die Versuche, gewisse Processe des Sub- 
jectiven auch im Objectiven wiederzufinden, dürfen nie (die Welt 
der Vorstellungen und der Stofibewegung in einander mengend) bis 
zur Verwechslung beider gehen, obwohl man im Hinblick auf 
das Absolute für Reales und Ideelles den gemeinsamen Urgrund 



*) Ueber die Universalia iu re (der Nominales) oder die Universalia ante 
rem (der Reales). 



XC Vorwort. 

eines Tertium comparationis finden mag, in dem sieh die Gegen- 
sätze vermitteln. 

Die Lehren der Mysterien besitzen die Anziehimg des my- 
steriös Verschleierten, das seine Candidaten für Eleiisis gewann, 
wie für die Logen-Satzungen. Jetzt vermag kein Siegel mehr 
dem forschenden Zeitgeist ein Räthsel zu verschliessen, dem 
Wissen sind die Mysterien hohl und leer, obwohl ihre symbo- 
lischen Schöpfungen, die poetischen Auffassungen der tiefsten Fra- 
gen des Lebens stets ihren Reiz und ihren Werth bewahren. In ähn- 
lichen Hierogljqjhen bewegen sich die Schöpfungen der dialek- 
tischen Philosophie, die weite Gedankengebäude aufführen, höher 
und höher emportreiben, ohne dass der einfache Menschenverstand 
auch nur einen Grund für die Fundamentlegung einsieht und bei 
dem durchsichtigen Mangel desselben die ganze Structur als luf- 
tige fortbläst. Dennoch sind die mit der ferneren Ausführung be- 
schäftigten Gedankenarbeiten in ästhetischer Hinsicht nicht ohne 
Bedeutung, und obwohl sie dem realen Wissen kein Tüttelchen 
zufügen*), erproben sie doch die Spannkraft des Geistes, um 
ihm für Bewältigung schwieriger Aufgaben die nöthige Uebung 
zu verleihen. 

Die Ethnologie kann keine Völker kennen, sondern nur 
Volksmomente, d. h. Typen, die sich unter dem Einfluss der 
geographischen Umgebungen, unter den geschichtlich zusammen- 
geführten Materialien mehr oder weniger gleichartig heraus- 
bilden. Schon ein unverändeii auf demselben Wohnsitz bleiben- 
bendes Volk wird, wenn in den Geschichtsfluss **) hineingezogen, 



*) Nach Michelet wird jedem Neuling, der in das Collegium logicum eines 
Hegelianers tritt, sogleich eingeschärft, dass die Wahrheit sich nicht in Form der 
Verstandeslogik erhärten lässt, dass sie nicht in Einem Satz gefasst werden kann, 
sondern zwei Verstaudssätze nöthig sind, um eine speculative Wahrheit auszu- 
sprechen. 

**) Soll die Geschichtskunde immer mehr ein Verstandenes werden, so muss 
sie zuerst ihrer Basis nach auf die entsprechenden Zweige der Naturkunde, näm- 



Vorwort. XCI 

nach einigen Jahrhunderten eine ganz neue Physiognomie zeigen, 
so dasS; ohne zufällig gegebene Reihenfolge historischer Docu- 
mente, ein Zusammenhang kaum vermuthet werden würde, wenn 
er sich auch manchmal (aber durchaus nicht immer) aus der 
Sprache constatiren sollte. Wissen wir, dass in einem Lande 
Kreuzungen der Eingeborenen mit Eroberern, Einwanderern, Ein- 
geführten oder sonstigen Eindringlingen stattgefunden haben, 
so hört jede Möglichkeit auf, von einer Identität des einen oder 
andern Stammes zu reden, da um solche zu verificiren oder zu 
negiren die exacte Forschung eine viel genauere Kenntniss der 
Procentverhältnisse in den Blutmischungen verlangen würde, als 
wie sie jemals gegeben sein kann. Völlig heterogene Mischungen 
von scharf getrennten Völkereigenthümlichkeiten würden nur 
lose Conglomerate bilden, die, ähnlich den affinitätslos in der 
Chemie gebildeten, rasch wieder auseinanderfallen und zu ihren 
natürlichen Verwandtschaften zurückkehren (wobei zu beachten ist, 
dass sich im Anorganischen das Entgegengesetzte am festesten 
verbindet, im Organischen das Aehnliche). Treffen dagegen zwei 
Völkertypen zusammen, die in dem richtigen Spannungsverhält- 
niss mit einander stehen, so wird gerade aus ihnen eine neue 
Verbindung hervortreten, die weit besser geschlossen ist, als eine 
andere der sie umgebenden, und die also fortan, als solche 
(unter Verdrängung der übrigen), fortzeugen wird. Jede nume- 
rische Berechnung hört hier auf, da bei der schwierig contro- 
lirbaren Accuraulationsfähigkeit mancher organischen Gebilde 
mitunter eine scheinbar verschwindende Quantität grösserer 
Effecte erzeugen kann, als im andern Falle eine massenhafte. 
Da ausserdem die Namen^*) der Völker meist Generalisationen 



lieh auf die physi'sche Erdkunde und auf die geographische sowohl als physio- 
logische Ethnographie zurückgeführt, dann aber in den grossen Zügen ihres Ver- 
laufes ethisch geschätzt werden (Schleiermacher). 1830. 

*) Der Zufall ist in der Geschichte ebensowenig zulässig, wie in der Natur- 



XCII Vorwort. 

darstellen, die an Localitäten, Lebensweise, Kangverhältnissen, 
gegenseitigen Beziehungen haften, da der physische Habitus 
durch selbstständige Entfaltung (selbst bei Abschluss jeder 
Kreuzung) sich mit der psychischen Fortbildung ändern würde 
und die Entwicklung dieser letzteren auch die der. Sprache nach 
allerlei politisch heiTorgehobenen (aber nicht aprioristisch be- 
stimmbaren) Richtungen mit sich zieht, so ermangelt die Ethno- 
logie in diesem Fluthen aller äusserlich fassbaren Kennzeichen 
jedes festen Haltpuuktes, wenn sie ihn nicht in den Gesetzen 
organischer Gestaltung zu ergreifen vermag. In dem gegebenen 
Volke sind (in der Mehrzahl der Fälle) alle constituirenden Ele- 
mente unbekannte Grössen, so weit sie die Eingeborenen betreffen 
sowohl, als wie die Zugewanderten. Bekannt sind nur die phy- 
sikalischen Ageutien, die in der geographischen Umgebung zur 
Formation eines Typus tendiren. und andererseits die geschicht- 
lich hineinfallenden Reize, die die einwohnende Entwicklung nach 
ihrer eigenen Neigung abzulenken suchen und (je nach grösserem 
oder geringerem Widerstände) abzulenken vermögen (vielleicht 
auch in eine ganz neue Bahn). Aus diesen Elementarwerthen 



Wissenschaft. Sieht mau eine Blume, die einer andern an Farbe der Blüthen 
gleicht, so mag äussere Betrachtung dies einen Zufall nennen, wer aber in die 
inneren Wachsthumsgesetze der Pflanzen und die Beziehungen des Lichtes auf die 
Farbenentwicklung eingeht, weiss, dass in beiden Fällen ein (wenn auch in den 
Einzelnheiteu nicht immer nachweisbares und unter sich in den Causalitäten 
differirendes) Gesetz obwalten muss. Aus solcher Farbengleichheit lässt sich 
dann ebenso wenig Weiteres folgen, wie aus gleicher Zahl der Staubfäden, wenn 
man diese nicht etwa zur Herstellung eines künstlichen Systems verwenden will. 
Treten aber zu der gleichen Staubfädenzahl andere Uebereinstimmungen in der 
Morphologie hinzu, so mag daraus eine natürliche Classification berechtigt werden. 
Ebenso ist Nameiisgleichheit zweier sonst getrennter Völker zwar immerhin kein 
Zufall, weil bei beiden aus bestimmten Ursachen resultirend, aber doch für weitere 
Folgerungen unbrauchbar, wenn nicht ausserdem sonstige Gleichheitsmomente ge- 
geben sind, die zwei für Berechnungen geeignete Formelreihen herzustellen er- 
lauben. Systeme hindern den Fortschritt (wie Gruppe bemerkt), wenn zur künst- 
lichen Simulirung eines Abschlusses hingestellt, während sich dieser erst aus der 
Natur des Fortschrittes von selbst ergeben muss. 



Vorwort. XCIH 

sind dann erst mühsam und sorgfältig die Proportionsverliältnisse 
aufzusuchen; die zu den complicirteren Grössen hinüberführen 
können. 

Die Nationalitäten bilden sich im Laufe der Gesebichtsent- 
wicklung aus vielfach zuströmenden Flüssen, deren Gewässer 
sich zwar zu ihren getrennten Quellen verfolgen, aber nach 
stattgehabter Confluenz nicht wieder von einander abscheiden 
lassen ; da der neubenanute Hauptstrom erst aus den vereinig- 
ten Theilen als ein Ganzes entstanden ist und die in seinem 
Laufe mehr und mehr gemischten Wellen dem Meere zuführt. 
Man mag darüber streiten, ob es nicht richtiger gewesen, im 
Ucayali den Hauptarm des Maranon zu sehen, in der Saale (bei 
Tacitus) den der Albis, im Inn den der Donau, nachdem jedoch 
die Namen einmal vertheilt sind, darf die Yergleichung der Arme 
keine Rückwirkung üben auf den Stamm, der sich noch durch 
viele andere Beiflüsse bis zu seiner Mündung vergrössert, — Die 
Nationalität wird durch die Gleichartigkeit der Interessen herge- 
stellt und erhält ihre Bedeutung in der Geselligkeit der Men- 
schennatur eben dadurch, dass die durch das Zusammenwirken 
Vieler ausgeführten Werke um so höheren Werth und Bedeutung, 
als von hoher Schwere und Gewicht, für die menschliche Wesen- 
heit in sich schliessen. Im Allgemeinen wird mit der Gleich- 
heit der Interessen auch Gleichheit der Sprache verbunden sein, 
oder diese doch rasch durch jene herbeigeführt werden ; die auf 
einem geographisch umschriebenen Areal Zusammenlebenden 
werden an sich einen gleichartigen Typus, in Folge gleichartiger 
Umgebung, tragen, und sich in Folge dessen einem (weil aus 
fernerer Fremde verschiedenem) Eindringlinge gegenüber auch 
als Einheit fühlen, während sie, sich selbst überlassen, gewöhn- 
lich in eine Unzahl von Stämmen zersplittert werden, von denen 
jeder nur seine Partialinteressen kennt und diese im Kampfe mit 
den Andern aufrecht hält, auch zu besserer Abscheidung von den 



XCIV Vorwort. 

Übrigen vielleicht absichtlich die Sprache dialektisch verändert. 
Tritt dann ein Allen gefährlicher Feind hervor^ so vergessen sie 
ihre Privatstreitigkeiten vor nöthigem Schutze gegen jene, wie 
die Hellenen die inneren Kriege^ wenn ein Perser die Freiheit 
bedrohte. Je enger der gesellige Kreis gezogen ist^ desto leichter 
tritt dann der Mythus zusammengehöriger Abstammung hinzu^ 
wie bei den Hellenen in Hellen und jeder Stamm von einem 
seiner Söhne, oder die Istävonen, lugävonen, Hermionen bei 
den auf Mannus, Sohn des Tuisco, zurückführenden Germanen. 
Den Istävonen gegenüber hielt der Ingävone gewiss seine par- 
tielle Nationalität erbittert aufrecht, wenn er auch im Existenz- 
kampf mit Rom über polche Streitigkeiten als private hinweg- 
sehen mochte, aber wo solche Motive fehlten, konnte innerhalb 
gemeinsamer Abstammung die unübersteiglichste Barriere aufge- 
richtet sein, wie zwischen Semiten und Hamiten, obwohl beide 
(nebst den Japhiten) auf Noah zurückführten, als gemeinsamen 
Ahn der ganzen für sie bekannten Welt. Innerhalb der Semiten 
zersplittern sich w^eiter die Scheidungen der nahverwandten und 
doch feindlichen Kachkommen des Isaak und Ishmael, des Esau 
(Aysh) und Jakob u. s. w. Im Fortgange der Entwicklung nimmt 
der Strom der Nationalität eine Menge Seitenarme in sich auf, 
die nach der stattgehabten Mischung der Wässer nicht weiter 
abzuscheiden sind und für sich selbst integrirende Theile der aus 
ihnen und durch sie erst gebildeten Nationalität darstellen, wie 
finnische, serbische, illyrische, permische und andere consti- 
tuirende Elemente in der Nationalität des Slawenthums. Wie 
sich ein Volk die mythologische Vorgeschichte zurechtlegt, hängt 
von den Causalitäten seiner Charakter-Eigenthümlichkeiten ab. 
Bald glaubt es, der Erde entsprossen zu sein (wie Libyer und 
Moxos), bald leitet es sich von Thieren ab (wie die Indianer), 
bald von Heroen (gleich den Hellenen) oder Göttern, und im 
letztern Falle wird das volle Licht der Bildung (als himmlische 



Vorwort. XCV 

Offenbarung) unter den Ahnen leuchten (wie in Indien)^ wogegen 
der betriebsame Chinese, der sich seiner Hände Arbeit freut, 
auch in seinem ganzen Stamme ein mühsames Heraufarbeiten 
zur Civilisation mit allmähliger Aneignung ihrer Segnungen ver- 
muthet und ebenso der rodend in den Bergen Cambrieus sie- 
delnde Brite von der Zeit erzählt, wo seine zuerst anlangenden 
Vorväter diese Wälder noch unter der Herrschaft der wilden 
Thiere gefunden. Auch in Polynesien sprechen Wandersagen 
von dem Auffinden von noch (oder doch derzeit) unbewohnten 
Ländern, und als verhältnissmässig unbewohnt sind Gegenden 
wie Californien, anzusehen, wo die verkümmerten Indianerstämme 
selbst nicht das Gold entdeckten, sonst der mächtigste Anreiz der 
Begierden. Solche oberflächliche Lagerungen des edlen Metalles, 
wie dort oder in Australien, können bei statthabender Einwan- 
derung ihren Reichthum nicht lange bewahren, und auch die spa- 
nischen Silberminen wurden seit dem phönizischen Handelsverkehr 
rasch erschöpft, müssen also vorher in längerer Isolirung (welche 
trotz der alten Cultur der Turdetani dort periodisch bestehen mochte, 
wie in Japan, bis die Ausführung der Goldkobang die europäischen 
Kaufleute bereichert) Zeit zur Accumulation gehabt haben (gleich 
den Schätzen Perus). Ein bedeutsames Ereigniss in der Vorge- 
schichte Europas war jedenfalls die Epoche, als der syrische 
Kiel, den Wogen und Stürmen trotzend, das Meer durchschnitt und 
der bisher in Egypten vorwaltend continentalen Cultur eine mari- 
time Verbreitung gab. Es war dies ein Anfangs- oder doch 
ein Wiedererneuerungspunkt der Geschichte durch gegenseitige 
Verknüpfung der Völker und Länder, aber nach einem Anfange 
der Völker wird man ebenso vergebens suchen, wie nach dem 
der Länder. 

Je nach dem von dem Beschauer eingenommenen Standorte 
ändert sich die Perspective, unter denen der betrachtete Gegen- 
stand erscheint und, um ein Gesammtbild von der Menschheits- 



XCVI Vorwort. 

entwicklung- zu entwerfen, müssen wir durch den Wechsel un- 
seres specifischen Beobachtungspunktes die für diesen richtigen 
Proportionen in gegenseitiger Vergleichung auf eine allgemein 
gültige Scala projiciren. Unsere geschichtlichen Vorstellungen 
sind genährt von denen der classischen Völker, die in dem ra- 
schen Aufschwünge ihrer Cultur auf die vom Massstalie dieser 
in ihrer'Bildung abweichenden Völker stolz hinunterblickten und 
sich als die Träger der Erleuchtung betrachteten, obwohl sie im 
nördlichen Europa nicht weniger als in Asien mit selbstständig 
entwickelter Civilisation in Berührung kamen, und im letztern 
Erdtheil sowohl wie in Afrika das Vorangehen, zu ihrer eigenen 
Blüthezeit bereits erloschener, Bildungsherde anerkennen mussten. 
Das Entdeckungsalter der Neuzeit führte in den abgelegeneren 
Theilen des Globus meist zu Völkern, die in ihrer Isolirtheit einfache 
Geisteserfassüng zeigten, obwohl auch dort, in Amerika einestheils 
und andererseits in Polynesien, in manchen Punkten complicirtere 
Cultusverhältnisse sich vorfanden. Wenn ein auf der Höhe der Zeit 
stehendes Culturvolk die übrigen nach sich bemisst, kann es in 
ihnen nur niedrigere Vorstufen sehen, obwohl das Sinken solcher 
Culturvölker dem objectiven Beobachter zeigt, dass dieselbe Treppe, 
wie zum Aufsteigen, auch zum Niedersteigen dienen mag. 

„Der Uebergang von den physikalischen Vorgängen im Ge- 
hirn zu den entsprechenden Thatsachen des Bewusstseins ist un- 
denkbar" (nach Tyndall) und kann von der Physiologie nicht 
weiter gelöst werden, wenn ihr nicht die Psychologie ein neues 
Beobachtungsmaterial in den ethnologischen Thatsachen liefert. 
Die durch die Sonne angeregten Lichtgestaltungen fallen, von 
den Umrissen des Baumes zurückgeworfen, auf einen brechenden 
Körper, der das Bild jenes reflectirt und, wenn als Augenlinse 
mit einem Nerven-Ganglion verbunden, in diesem weitere Erzitte- 
rungen hervorrufen muss. Wir haben also eine in der Natur be- 
stehende Form neu geschaffen, die Existenz dieses Aussendinges 



Vorwort. XCVII 

prägt sicli dem subjectiven Organismus ein. Diese Erkenutniss 
des Daseins wird sich zunächst etwa nur mit Bewegungs- 
combinationen associiren, um den (materiell empfundenen^ An- 
stoss zu vermeiden, aber in einer höher organisirten Wesenheit 
weiterer Stufe dann bereits mit den Anlagen zu dieser erworbenen 
Erfahrung geboren werden. Dadurch ergiebt sich sogleich eine 
Thätigkeitsäusserung, die mit keiner anderen aus der objectiven 
Natur in directe Correlation mehr gesetzt werden kann, deren 
Zusammenhang mit dieser aber dennoch festzuhalten bleibt. Indem 
sich dann mit fortschreitender Vollendung die geistigen Concep- 
tionen verfeinern bis zu denen des Menschen, erhalten wir schliess- 
lich unter Zutritt der Sprache die nach x\ussen projicirten Ideen- 
bilder, die wieder in ihrem klaren Verständniss (unter der Coutrole 
ihrer bei allen Völkerstämmen wiederkehrenden Analogien) einen 
testen Ansatzpunkt erlauben, um von ihnen rückwärts den Weg 
bis zu jenem Punkte zu durchmessen, wo die Physik an der 
Grenze der Physiologie stehen blieb. Die so gewonnenen Kesultate 
würden dann weiter als Führer benutzt werden müssen, um die 
Geistesthätigkeit tiefer abwärts in die Thierreiche hinunter zu ver- 
folgen, bis sie mit den ersten Erscheinungen der Lebensäusserung 
zusammenfällt. Wenn wir das schematische Bild einer allmäligen 
Vervollkommnung in der Wesenslinie entwerfen, wenn wir 
Tausende und Millionen von Jahren zusammenreihen, um, Stein- 
chen auf Steinchen zufügend, die Uebergangsbrücken derSpecies, 
der Gattungen und Familien zu einander zu bahnen, so muss 
der rein hypothetische Charakter dieser subjectiven Aushilfe nicht 
vergessen und im Auge behalten Averden, dass, was wir durch 
mühsames Aneinanderreihen, durch das Zusammenaddiren un- 
übersehbarer Summen herauszurechnen suchen, einer höheren In- 
telligenz vielleicht durch eine instantane Multiplications-Operation 
das gesuchte Resultat ergeben würde. Dem Wilden, der nur bis 
drei zu zählen vermag (wie der Zaparo), wird es n^e gelingen^ 

Bastian, Keise VI. Ci 



XCVm Vorwort. 

2 mal 1000 zusammen zu addiren und er wird im Laufe solcher 
Versuche g-ar bald in ebenso heillose Verwirrung gerathen wie 
die Naturphilosophen, die die dem Naturvolk gezogenen Mark- 
linie scharfer Beobachtung unbedacht überschreiten und dafür 
mit den Fieberphantasien wüster Delirien geschlagen sind. 

Erst die Aeusseruugen der nicht unmittelbar sinuenfälligen 
Seele fallen in das Eäumliche, erst auf sie kann deshalb die 
naturwissenschaftliche Methode Anwendung finden und die Hoff- 
nung hegen dürfen, aus ihnen den (bei ihrem Entstehen ein- 
geschlagenen) Rückweg in das Nicht-Ausgedehnte zu finden. 
Die gleichartigen Erscheinungen des Organischen im Pflanz- 
lichen und Thierischen mögen auf eine letzte Wechselwirkung 
mit dem Milieu zurückgeführt werden, aber im Einzelnen daraus 
nie erklärt werden, da die Wurzel des Entstehens ausserhalb 
des Bereiches unserer Sinueswelt liegt. Bei den geistigen Er- 
scheinungen dagegen, die in jedem Individuum innerhalb der 
Körperwelt mit einem neuen Beginne ihres bunten Spieles aus 
der Genesis in Wirksamkeit treten, mag es der Beobachtung 
einst vergönnt sein, den Process im Statu nascenti zu erfassen. 
Das Naturell, als der habituelle Zustand des Leibes in seinem 
Einfluss auf die Geistesverfassung, kann (in ethnologischen 
Klassen), wie zur erklärenden Construction der Gedanken, so zu 
ihrer Aufhellung aus den Ursächlichkeiten führen. 

Die Vorstellungen als Seelenzustände sind durch äussere- 
Eindrücke im Innern geweckte Thätigkeiten , die sich bei der 
den Menschen als Gattung gleichartigen Organisation gleichartig 
manifestiren. Ob das An-Sich der Dinge von deren Sinnes- 
empfinduug ein verschiedenes sei, ist eine von der Grundursache, 
auf welche das Sein zu reagiren habe, abhängige und unsere 
Auffassungsweise nicht berührende Frage, wohl aber lässt sich 
bis zu einem gewissen Grade die Verschiedenheit der Auflassung 
bei den Thieren erörtern, da sie in manchen Fällen (wie bei den 



Vorwort. XCIX 

vergrössernden Augen der Pferde, den Facetten der Insecten 
u. s. w.) schon die mechanische Auifassung des Lichtbildes, das 
Auftreffen des Schalls, das in der Tastpapille berührende Gefühl 
u. s. w. betrifft. Auch die im Grossen und Ganzen einheitliche. 
Auffassung bei dem Menschen als Gattung wird bei schärferer 
Zersetzung in Speciestheilungen mannigfache Differeuzirungen 
erlauben, und vielleicht lassen sich bei tieferem Eindringen 
in ethnologische Thatsacheu kleine Differenz-Werthe berechnen, 
die es mit der Zeit ermöglichen werden, aus den erfassten Mo- 
menten der Natur im Werden den Fluss derselben in gesetzliche 
Bahnen zu leiten. Alle Wissengegenstände bieten nichts als 
blendende Scheiben, von deren Oberfläche die nach dem Darunter 
gerichteten Fragen hUlflos abgleiten, und mit ihnen wird ringsum 
der eiserne Schicksalsring der Existenz geschlossen. Da nur, wo in 
der Wechselwirkung des Inneren und Aeusseren die Psychologie 
die Fugen zusammengefügt hat, federt das Gelenk der ver- 
gleichenden Ethnologie, und dort mag es Beharrlichkeit und un- 
ermüdlichem Fleiss allmälig gelingen, in das Geheimniss der 
Identität hineinzudringen. 

Anfänge auf der Erde sind tiberall nachweisbar, und in 
ihren relativen Beziehungen mehr oder weniger deutlich zu sta- 
tuiren, um dagegen für den Anfang der Erde als solcher den 
richtigen Sehwinkel zu erlangen, wäre jener Standpunkt er- 
forderlich, den Archimedes für Aufstellung seines Hebels ver- 
langte. Aus dem in dunkelster Nacht des Nichtwissens hie 
und da zerstreuten Beobachtungsfunken auf- oder absteigende 
Curven für die Erdschöpfung herauszurechnen, bleibt ein waghal- 
siges Unternehmen, das in der Praxis wenig Liebhaber finden 
und ohne ausgedehntere Vorlagen die darauf verwendete Mühe 
schwerlich lohnen wird. Man häuft unnöthiger Weise die Schwie- 
rigkeiten eines bereits schwierigen Themas, wenn die Menschen- 
geschichte schon jetzt an die Geschichte der Säugethiere ange- 

G* 



C Vorwort. 

knüpft wird, oder an frühere Formen des Thierreichs bis zu 
den Proteisten oder anderen Proteiiswandlimgen. Der Mensch 
sei uns zunächst gegeben als Bürger seiner geographischen Pro- 
vinz, da wir hier ein Spiel von Causalitäten vor uns haben, die, 
aus der Peripherie der Umgebung im Centrum zusammenstrahlend, 
dort ein neues Product erhellen. Was von fossilen Resten des 
Menschen aus unteren Schichtungen ausgegraben wurde, kann 
erst dann seine richtige Einordnung finden, wenn es möglich 
geworden ist, aus der noch gegenwärtig auf der weiten Oberfläche 
der Erde enfalteten Fülle des Menschenlebens das Bild eines 
normalen Durchschnittsmenschen zu entwerfen. In den Völker- 
kreisen der verschiedenen Länder werden verschiedene Arten und 
(je nach dem Massstabe) verschiedene Grade der (in einem künst- 
lichen System nach dem Material der gebrauchten Geräth Schäften 
classificirten) Cultur beobachtet, und wenn man hier, wie die 
Naturphilosophie in der Pflanzenkunde, eine Evolutionstheorie 
vom Niederen zum Höheren einführt, so wird der Horizont des 
Wissens durch solche Bequemlichkeitshypothesen eingeengt, statt 
erweitert. Die Cryptogamen fahren fort, ihre gesonderte Existenz 
neben den Phanerogamen zu bewahren, hier lockt die Sonne 
Moose oder Farrn, dort Compositen und Umbelliferen hervor, 
und so wird auch die ganze Vielgestaltigkeit der Geistesproduc- 
tionen im Nebeneinander bestehen können, wenn sich auch oft- 
mals einzelne Gruppen zum Nacheinander verbinden. Als Gegen- 
stand der Beobachtung bietet sich hier die Gesetzlichkeit der 
Erscheinung und der Einfluss der historischen oder geographi- 
schen Agentien, unter deren Abhängigkeit sie stehen. Das ganze 
Volk, das den natürlichen Ausdruck seiner Umgebung darstellt, 
also als ein eingeborenes zu betrachten sein würde, wird in der 
Entfaltung seiner Bildung zu harmonischer Ausgleichung ein 
gewisses Niveau erlangen und auf demselben verharren, bis hi- 
storische Einwirkung weitere Anregung giebt, deren Erfolg eben- 



Vorwort. CI 

.falls unter bestimmten Gesetzesformen (je nach den Affinitäten 
der zusammentreffenden Kräfte) in die Ersel) einung treten wird. 
Ein auf fremden Boden verpflanztes Volk wird (bis zu völliger 
Acclimation) dort im Vergleich zum eingeborenen verschiedene 
Phänomene zeigen, aber immerhin solche, wie sie gesetzlich aus 
seinen momentanen Eigenthümlichkeiten und denen des Milien 
resultiren, und ebenso wird ein historischer Anstoss auf eine nach 
Umständen wechselnde, jedoch immer durch solche gesetzlich be- 
stimmte, Bahn einlenken. Es werden aus allen diesen Verhält- 
nissen, und dem je nach Gegensätzen oder Verwandtschaften 
resultirenden Gesammtresultat derselben mannigfaltige Phasen 
zu Tage treten, deren Besonderheit sich jedesmal um einen ty- 
pischen Kern gruppiert und aus dem Triebgesetze desselben in 
nothwendigen Bildungen hervorwächst. Für die Supposition eines 
zeitlichen Nacheinander fehlt es aber an jeder Begründung, 
schon weil wir mit solchen teleologischen Entstehungsfragen in 
das Zeitlose hinaustreten würden. 

Die Evolutionshypothese meint, den Dictaten der inductiven 
Methode gemäss, sich mit ihren Erklärungen im Umkreise be- 
kannter Erscheinungen zu halten, und kommt, jede ausserwelt- 
liche Hülfe ablehnend, zu jener primären Aetherwolke aufgelöster 
Elemente, aus denen dann graduell die Erde und später das or- 
ganische Leben auf ihr hervorgetreten sei, Dass damit dem 
philosophischen Streben nach einem Verständnisse des Seins 
nicht genug gethan sei, liegt auf offener Hand, da auch die 
weiteste Entfernung des Anfangs nie die Frage nach dem An- 
fang des Anfangs aufheben kann. Indess sündigt jene Theorie 
zugleich gegen die Vorschriften der Induction, und deshalb muss 
ihr auch die Fähigkeit, wenn nicht das Absolute, doch die Rela- 
tionen im Absoluten zu erklären, abgesprochen werden. Eine 
isolirte Betrachtung der Erde schliesst die Augen gegen mächtige 
Factoren, die von allen Seiten auf sie eingreifen, als integri- 



Cn Vorwort. 

render Theil des Planetensystems, und jeder Moment lebendiger 
Bewegung im Tellurischen setzt den Einfluss der Sonne voraus, 
die, wenn sie auch ursprünglich mit einem allgemeinen Chaos ver- 
schwiramend gedacht wird, doch mit dem Hervortreten ihr solares 
Centrum bewahren mlisste. Carpenter's und Thomson's Boden- 
untersuchungen sollen nach Ansicht Einiger die Gesammtheit der 
geologischen Darstellungen wieder in Frage stellen, aber auch wenn 
diese ihre bisherige Gültigkeit bewahren würden, so müsste doch 
immer, ehe wir überhaupt von Entstehung im Planetensystem 
reden, die Kenntniss von der Sonne (dann die der hypothetischen 
Centralsonne) wenigstens ebenso weit fortgeschritten sein, wie 
die jetzige von der Erdrinde (und das wäre noch wenig genug). 
Die Untersuchung der Sonnensubstanz hat aber jetzt mit den 
Spectralanalysen erst ihren untersten elementaren Anfang ge- 
macht, und vorläufig kann also von uns nichts anderes geschehen, 
als schon jetzt einige Materialien derjenigen Wissenschaft vorzu- 
bereiten, in der unsere Nachkommen nach etlichen Jahrtausenden 
vielleicht etwas klarer sehen werden. Wenn wir noch nicht weit 
genug sind, die Rechnung zum Abschluss zu bringen, so theilen 
wir nur das Schicksal unserer Vorgänger, aber es ist schon ein 
Grosses gewonnen, nicht nur zu wissen, dass man nichts weiss, 
sondern auch das Warum dieses Nichtwissens. 

Darwin suchte in seiner Transmutationslehre zu erklären, 
wie die verschiedenen Arten von Thieren und Ptianzen entstan- 
den, und er hat scharfsinnig diejenigen Naturvorgänge nachge- 
wiesen, welche durch Ernährung und Fortpflanzung in der Anpas- 
sung und Vererbung wirksam aus den Beziehungsverhältnissen 
zur Aussenwelt die Selection in Folge mechanischer Ursachen 
bedingen. Es war dies eine echt naturwissenschaftliche Aufgabe, 
innerhalb fest umschriebener Relationen aus deutlich Gesehenem 
und veränderlich Beobachtbaren die Resultate zu verfolgen, die 
sich wieder ebenso scharfer Untersuchung unterwerfen Hessen. 



Vorwort. CHI 

Die Frage nach Entstehung der Species, d. h. der zwischen den 
normalen Durchschnittsraassen auftretenden Variationen darf des- 
halb naturwissenschaftlich gestellt und kann inductiv gelöst wer- 
den. Ganz anders dagegen verhält es sich mit der von Büchner 
angeknüpften Frage: „wie entstand das Leben?" also die Frage 
nach der Entstehung als solcher, denn diese überschreitet nicht 
nur die Grenzen der Naturwissenschatt, sondern auch die der 
Philosophie, wie sie von Kant verständiger Weise gezogen sind; 
und njuss sich in nutzlose Träumerei verlieren, so lange uns 
nicht die Psychologie geeignete Materialien für ihre Lösung an 
die Hand gegeben hat. Haeckel macht dann aus der Abstam- 
mung des Menschen von den Wirbelthieren einen Deductions- 
schluss, der durch den Inductionsschluss der Abstammung aller 
Wirbelthiere von einer gemeinsamen Stammform gesichert würde, 
aber dieser Inductionsschluss muss dem, der es mit der Induc- 
tion streng und ernst meint, als eine trügerische Illusion, wenn 
nicht als directer Trug, erscheinen, und dass der Mensch seinem 
körperlichen Verhalten nach den Säugethieren beizuordnen sei, 
versteht sich zoologisch ohnehin von selbst, auch ohne jenen hohlen 
Wortbombast. Das Wort Abstammung in solcher Theorie anders als 
figürlich zu fassen, ist ebenso unbedacht, als wenn ein Physiker 
meinen würde, mit Anziehung die Vorstellung von einem Ziehen 
an Stricken verbinden zu müssen. In der Urzeugung soll die 
erste Entstehung des Lebens auf der Erde aus chemischen und 
physikalischen Kräften bewirkt sein, obwohl sich zunächst würde 
erörtern lassen, weshalb unsere bis jetzt nur solche begreifende 
Kenntniss zur Negirung anderer berechtigen sollte, da der all- 
mählige Zuwachs unerwarteter Entdeckungen niemals offenkun- 
diger war, als gerade in unserer Zeit. Indess ist auch hier die 
Fragestellung schon eine an sich unrichtige. Der Chemiker er- 
klärt die Entstehung, die Zusammensetzung, Veränderung und 
Neubildung der Körper aus den Verwandtschaften anorganischer 



CIV Vorwort. 

Elena ente^ um die Entstehung dieser selbst dagegen, der Materie 
als solcher, kümmert er sich nicht (ausser etwa in den Neben- 
stunden philosophischer Träumereien, die dem sonst so wohlbe- 
griindeten Ruf der Chemie aber immer mehr geschadet als ge- 
nützt haben). Ebensowenig darf der Physiologe, so lange er 
im Bereiche naturwissenschaftlicher Induction zu bleiben wünscht, 
nach der Entstehung des Lebens als solchem fragen, da es sich 
hier um metaphysische Rechnungen handelt. Für controlirende 
Experimente mit den gegebenen Objecten ist er in der organischen 
Natur weit ungünstiger situirt, als der Chemiker in seinem La- 
boratorium, denn während der letztere die zersetzten Körper aus 
ihren bekannten Bestandtheilen wieder herstellen und so dop- 
pelter Probe unterwerfen kann, ist Alles dieses in der organischen 
Natur eben nicht möglich, und es muss auf den Naturforscher 
einen sonderbaren Eindruck machen, wenn er von dem alleinigen 
Wirken chemischer und physikalischer Körper reden hört bei 
Objecten, die eben, weil sie noch andere Manifestationen zeigen, 
jenem nicht allein unterworfen sind. Die Herstellung des Harn- 
stoffes und anderer organischer Substanzen ist kaum überraschen- 
der, als die der auch in Organismen vorkommenden Salze; aber 
der Kern der Frage wird dadurch nicht berührt, denn das Charak- 
teristische des Lebendigen liegt im Leben, und bisher hat man 
weder einen homunculus in der Retorte hergestellt, noch einen 
Bathybius Haeckelii. Allerdings ist das Ei des Menschen, wie das 
aller anderen Thiere, eine einfache Zelle, aber gerade diese That- 
sache beweist, dass es sich hier nicht um die Zelle allein und ihre 
chemisch darstellbaren Bestandtheile handeln kann, sondern um 
die specifisch in ihr wirksamen Kräfte, denn sonst könnte nicht 
die Eine das Ei des Menschen, die Andere das der Thiere sein. 
Bei Anknüpfung an das Absolute kann von keinem Welt- 
process, der immer innerhalb der Relationen einen Anfang und 
ein Ende bedingen würde, die Rede sein; und die Bewusstseins- 



Vorwort. CV 

entwicklung zum Mittelpunkt zu machen, verbietet schon die 
exeentrische Stellung, die der Mensch im All, so weit er das- 
selbe durchschaut hat, einnimmt. Die Dinge sind, weil er sie 
denkt, und er denkt sie, wie sie sind. Wer diese Schlusskette 
des Bewusstseins mit dem Aussen durchbricht, der betritt eine 
phantastisch verworrene Gedankenwelt, die Streifzüge nach jeder 
Richtung erlaubt, aber dem verständigen Wissen nie ein Plus 
hinzufügen wird. Was das Erkennende und das Erkannte ein- 
heitlich vermittelt, ist das Gesetz, das die Natur im Innern des 
Menschen und draussen von ihm nach gleichen Regeln regiert. 
Das Gesetz manifestirt sich also in einer bunten Mannigfaltig- 
keit von Erscheinungen, die mit und zwischen einander in par- 
tielle Wechselwirkung treten in verschiedener Weite oder Enge 
der Ausdehnungskreise, die bald Viele, bald Wenige der Neben- 
dinge umfassen, beim Bewusstsein aber Alle, und ob es diesem 
nun je gelingen wird, aus den ihm bekannt gewordenen Relativ- 
grössen einen absoluten Werth zu berechnen, bleibt von dem 
weitern Fortschritt der exacten Inductionswissenschaften, die bis 
jetzt die Grenzen der Psychologie kaum erreicht haben, ab- 
hängig, und bis dahin ist alles Speculiren darüber müssige 
Tändelei, Die Aufgabe des Menschen kann nur darin liegen, 
sich in Uebereinstimmung mit der ihm näher oder entfernter 
verwandten Umgebung zu entwickeln, vor Allem also in har- 
monischem Einklänge innerhalb seines eigenen Gesellschaftskreises, 
und verständige Einsicht wird leicht die deutlich niedergeschrie- 
benen Pflichten lesen, die, auch ohne religiöse Vorschrift, das 
Interesse des Selbst zu befolgen gebietet. So wird es sich 
schliesslich, wenn die bisher nothwendigen Aushülfsmittel nach- 
einander überflüssig geworden sind, nur noch um die Aufklärung 
handeln, denn der wahrhaft Gebildete *) folgt dem Guten, um seine 



*) Eine verstäudige Einsicht wird zunächst die Wahrheit herstellen, den Trug 



CVI Vorwort, 

geistige Gesundheit zu bewahren. Und obwohl es immer Krank- 
heiten geben wird, hat doch noch Keiner, dessen Vernunft un- 
getrübt ist, das Kranksein mit Absicht der Gesundheit vor- 
gezogen. Die Moralprediger werden in die Ferien gehen können, 
wenn der Knabe schon auf der Schulbank das Verständniss des 
Guten als des Naturgemässen^ingesogen hat. Liegt auch solch' 
goldene Zeit zu ferne, als dass unserer Generation ihrer Genüsse 
theilhaft werden könnte, so lohnt es sich doch der Mühe, schon 
jetzt an ihrer einstigen Herbeiführung mitgearbeitet zu haben. 

Die Buddhisten erkennen den Schmerz als der Menschen- 
natur inhärirend, und somit die Nothweudigkeit des Leidens, 
ohne sieh indess deshalb mit dem pessimistischen Zerrbilde einer 
im hoffnungslos Schlechten möglichst bessten Welt zu befassen, 
denn wenn die heilende Ruhe nur im Nichtsein winkt, wird 



weil thörirht, verächtlich machen. Der gebildete Kaufmann anerkennt den Sprnch: 
Ehrlichkeit währt am längsten, und während sein Schutzgott früher zugleich der 
Gott der Diebe, jeder kleine Vortheil erlaubt war, weiss er jetzt, dass nur ein 
makelloser Ruf, die strengste Rechtschaffenheit seinen Credit an der Börse auf- 
recht erhält. Auch der Handwerker muss aufgeklärt genug werden, um einzn- 
sehen, dass ein schlecht genähter Rock, ein brüchiges Schuhleder ihm für den 
Augenblick einige Ausgaben erspart, aber ihn durch den Verlust eines Kunden be- 
straft, von dem er noch auf Jahre hinaus auf einträgliche Einnahmen hätte rechnen 
können. Es ist ein kurzsichtiger "U'irth, der an dem Gericht verdorbenen Fleisches 
einige Groschen spart, aber jetzt seinen Gast verscheucht, der ihm noch viele 
Thaler zugetragen haben würde. Und ist die bessere Einsicht nicht eine mecha- 
nisch angelernte, sondern selbstbewusst als wahrhaft erkannte, so macht sie den 
Organismus, in dessen Fleisch und Blut sie übergegangen ist, mehr und mehr 
unfähig fehl zu gehen, sie macht sein sensitiveres Nervensystem empfindlich gegen 
Vergehen, sie entnervt ihn völlig gegen schwere Verbrechen, und diese feinere 
Veredlung erhält sich dann durch erbliche üebertragung mehr oder weniger in 
dem fortgeborenen Geschlecht. Der erste Schritt liegt darin, die Triebe wilder 
Sinnlichkeit, aus der indirect oder direct alle Verbrechen fliessen, wenn nicht zu 
unterdrücken, doch zu bezähmen, und den Genuss in geistigeren Freuden zu 
suchen. Aber das wird nicht durch das Vorsprechen von Morallehren erreicht 
werden, sondern dadurch, dass der denkende Geist seinen eigenen Vortheil ver- 
stehen lernt, und ihn dann, bis zum Verschwinden ^er Angewöhnung im Unbe- 
wussten , als sein Reste.«, dieses Besten wegen, sucht, nach dem natürlichen 
Priucip des Selbsterhaltungstriebes. 



Vorwort. CVII 

dieses eben als die Glückseligkeit erstrebt, und zwar von dem 
allein, dessen geschärfter Intellect die gebotenen Illusionen 
zerreisst, während die grosse Masse des Durchschuittmenschen 
bei dem Wohlgefühl gesunder Existenz die zwischenlaufenden 
Schmerzen leicht mit in den Kauf nimmt. Dem auf der Höhe 
geistiger Entwicklung Stehenden^ wird das Treiben der Menge 
eben so unbefriedigend scheinen, wie dem Manne das des 
Kindes, aber das letztere ist deshalb nicht weniger glücklich, 
und in seiner Sorgenlosigkeit weit glücklicher als der, wenn 
auch froh, doch nicht unbesorgt herniederschauende Vater, Die 
schwellende Jugendkraft, die mit jedem frischen Morgen neu 
gestärkt, sich aller ihrer Bewegungen und körperlicher Em- 
pfindungen freut, muss schon im Gegensatz zu den krank und 
schwächlich Geborenen als positives Lustgefühl aufgefasst werden, 
und bei Jedem, der sich einen seiner Kräfte angemessenen 
Wirkungskreis zu schaffen vermochte, dauert die active Lust am 
Leben fort, bis sie, wenn das Tagewerk als beendet angesehen 
werden kann, in die passive des Greisenalters übergeht, das 
ungetrübt dem Herannahen des Todes entgegenblickt, ohne ihn 
zu fürchten oder zu wünschen. Die Durchschnittsumme des 
Volkes ist überall gesund und freut sich seiner Gesundheit, trotz 
der nimmer fehlenden Plackereien des Lebens und trotz der 
romantischen Weltschmerzler, die, durch den guten Geschmack 
aus der Dichtkunst vertrieben, auf das Gebiet der Philosophie 
retirirt sind, und dort sich in eine Conspiration der Menschen- 
willen zum Umsturz der Welt durch gleichzeitig gemeinsamen 
Entschluss verschworen haben. Die hohle Nichtigkeit der 
leeren Abstractionen, iii denen sich die Gedanken der Philo- 
sophen umherdrehen, ermüdet durch ihre langweilige Einförmig- 
keit, so dass sie, des Lebens überdrüssig, dem Tode entgegen- 
gähnen. Wer dagegen seine Geisteskräfte in praktischer Thätig- 
keit erprobt, — der Staatsmann, der Kaufmann, der Fabrikant, 



CVin Vorwort. 

— der haftet freudig am Leben, wie der körperlich Gesunde, und 
wer, von den stets neuen Entdeckungen der Naturwissenschaft 
genährt, seinen Geist dadurch beständig erquickt und verjüngt, 
der wird zwar von dem grossen Geheimuiss des Todes wunder- 
bare Enthüllungen ahnen, aber ihn nicht herbeiwünschen, so 
lange es auf der Erde noch Geheimnisse zu enträthseln und so 
Vieles zu thun giebt. 

Eine Vorstellung des Lebens können wir nur aus der Ver- 
gleichung erhalten, indem wir das relativ Lebendige mit dem 
relativ Todten, das Organische mit dem Unorganischen ver- 
gleichen. Wer von den im Letztem herrschenden Kräften (Ab- 
gleichung im Gegensatz erstrebender Affinitäten) ausgeht, findet 
dann aber die jenes charakterisirende Entwicklung in der 
steten Ablenkung beruhen, in den mit stets erneuter Anregung 
einfallenden Reizen und der Empfänglichkeit für dieselben, wie 
sich das Anschiessen des Krystalles vom Wachsen der Zelle 
untej-scheidet. Die Pflanze assimiliii; in solcher Weise die aus der 
Umgebung mit ihr in Beziehung tretenden Theile, so weit dieselben 
mittelst ihrer Organe in Pflanzensubstanz überführbar sind. Das 
Thier assimilirt ausserdem kosmische Agentien nicht nur als 
Wärme (die erst mit dem Einfallen der Strahlen*) in die plane- 
tarische Atmosphäre, und also in den Tiefen am stärksten, her- 
vorgerufen wird), sondern auch in der Form des, transplane- 
tarische Räume des relativ Leeren durchsetzenden, Lichtes. Auch 
hier wird versucht, dass äusserlich Berührende durch die Assi- 



*) Die im Gasznstande befindlichen Stoffmassea der Sonne sind durch Hitze 
gehindert chemische Verbindungen einzugehen (s. Fay), wie schon bei der Ein- 
wirkung der Sonne auf die Erde nicht eine strömende Wärme (durch den kalten 
Raum hindurch) anzunelimen wäre (da auch bei der weiten Entfernung fii die 
verhältnissmässig kleine Distanz zwischen Bergspitze und Meeresniveau der Tem- 
peraturunterschied nicht Proportionen zu setzen sein würde), sondern eine aus 
der Oberfläche der Erde anregende. Nach Kant ist man zur äussersten Grenze 
der Naturwissenschaften gelangt, wenn man den letzten unter allen Erklärungs- 
gründen braucht, der noch durch Erfahrung bewährt werden kann. 



Vorwort. CIX 

milations-Organe in die eigene Substanz, also die tliierisclie (oder 
menschliche) überzuführen. Wie bei der Pflanze bewahren Erden 
und Metalle ihre stöchiometrischen Verhältnisse, entsprechen 
Nitrate, Kohlenhydrate, Fette den proportionalen Modificationen 
im Thier-Organismus, die äussere Wärme der thierischen, und in 
gleicher Weise zeugt das Licht sein Aequivalent in dem Ge- 
danken, der, weil kosmischen Ursprungs entsprossen, im Ter- 
restrischen kein Correlat tindet und also nicht durch weitere 
Vergleichungen aufzuklären ist. So saugt der Mensch die freie 
Willenskraft aus einer im Jenseits sprudelnden Quelle und führt 
sie als immer neu verjüngendes Agens in die mechanisch treibende 
Maschinerie planetarischer Kreisungen hinab. Das Thier '(und 
in seinem _ höchsten Ausdruck der Mensch) ist also als ein E«- 
eeptaculum des Lichtes zu betrachten , oder der äussersten Er- 
scheinungsform, unter welcher die von der Sonne auf die Erde 
strömenden Kräfte von der Sinnlichkeit auffassbar sind. Indem 
die zunächst auf Lichtbilder*) basirenden Gedanken durch die 
Sprache wieder nach Aussen treten, rufen die im Schall zurück- 
kehrenden Ideen in der Wechselwirkung geselligen Austausches 
den Entwicklungskeim der Bildung in's Leben, dessen Wachs- 
thumsphasen sich in dem Verständniss der Weltgesetze historisch 
manifestiren. 

Während in der Jugendzeit der Völker die Gedanken auf 
die Zukunft gerichtet waren, in der Ausmalung eines über- 
irdischen Jenseits schwelgend, während sie mit voller Entfaltung 
sinnlicher Kraft nur in den Ansprüchen der Gegenwart be- 
schäftigt wurden und dann, dem Greisenalter entgegengehend, 
aus den Erinnerungen an eine goldene Vergangenheit allein 
ihren Trost zu schöpfen wussten für die Schrecken des heran- 



*)., Hören ist Glauben, Sehen ist Wahrheit," war der Wahlspruch des Barden- 
stuhls Bryn Gwyddon (in Wales). 



ex Vorwort. 

nahenden Weltenendes, so ist es heute die freie Thätigkeit des 
denkenden Geistes ; die unbeirrt und ungefesselt von den Auf- 
gaben des politischen Lebens die Vergangenheit und Zukunft 
forschend durchschaut, um aus ihr das Verständniss der Gegen- 
wart zu gewinnen. Sinnend senkt sich der Sinn in die Tiefen 
des Ursprungs hinab, das Käthsel des Entstehens zu lösen und 
sich im Seienden zu verstehen aus dem Gewordenen und weiter 
Werdenden, Dieses Suchen nach dem Anfang des Menschen- 
geschlechts Uüd dem Anfang des organischen Lebens führt auf 
den Anfang der Erde und hat uns jene eigenthümliche Ver- 
webung von Geologie, Palaeoutologie und Ethnologie geschaffen, 
die nian neuerdings als Anthropologie qualificirt. In der Frage: 
„Wie ist Natur selbst möglich ?'^' erkennt Kant den „höchsten 
Punkt, den transcendentale Philosophie nur immer berühren mag," 
und er spricht dann den „befremdlichen, aber nichtsdestoweniger 
gewissen" Satz aus : „Der Verstand schöpft seine Gesetze (a priori) 
nicht aus der Natur, sondern schreibt sie dieser vor". So weit 
also der Verstand seine Umgebung durchdringt, so weit versteht 
er dieselbe, und da „die Erfahrung zwar lehrt, was da sei und 
wie es sei, niemals aber, dass es nothwendiger Weise so und 
nicht anders sein müsse," so „kann sie die Natur der Dinge an 
sich selbst niemals lehren," so viel synthetische Sätze a priori 
man auch mit „hyperbolischen Objecten" construirt. Die HeiT- 
schaft der dogmatischen Metaphysik hat unsere Inductionswissen- 
schaft zwar abgeschüttelt, aber „noch immer baut sich der Ver- 
stand unvermerkt an das Haus der Erfahrung ein viel weitläu- 
figeres Nebengebäude an, welches er mit lauter Gedankenwesen 
anfüllt, ohne es einmal zu merken, dass er sich mit seinen sonst 
richtigen Begriffen über die Grenzen ihres Gebrauchs verstiegen 
habe," indem das Urtheil den Massstab der Kritik vernachlässigt, 
„wodurch Wissen von Scheinwissen mit Sicherheit unterschieden 
werden kann". Innerhalb der Natur, „dem Inbegriff aller Gegen- 



Vorwort. CXI 

stände der Erfahrung/' verstehen wir die Processe in den Reihen 
derjenigen Vorgänge^ die mit dem Namen der Entwicklung be- 
zeichnet sind und die, von einem gegebenen Anfang aussetzend, 
über den Höhepunkt der Akme zu einem individuellen Ende 
verlaufen, das je nach seinen Relationen den Keim wiederholter 
oder fortschreitender Erneuerung in sich tragen mag. Sobald 
wir über die Natur, den Inbegriä der Erfahrungen, hinaustreten, 
so geht uns auch die Vorstellung der Entwicklung verloren, da 
dieses Wort nur geschaffen war, um Zustände oder Geschehendes 
innerhalb jener zu denken. Die Phänomene des organischen 
Lebens sind experimentell controlirender Forschung zugänglich 
und deshalb vergleiehungsweise verständlich, für die Entstehung 
desselben dagegen müssten wir auf das Anorganische zurück- 
gehen und an die Entstehung der Erde anknüpfen. Die für 
diese von der Geologie gelieferten oder vielmehr aus der Geo- 
logie, ohne deren directe Bestimmung, von Aussenstehenden ent- 
nommenen Data sind (unbeschadet ihres hohen Werthes für die 
eigentlich geologischen Zwecke) noch viel zu neu und ungeklärt, 
in ihren vorläufigen Generalisationen allzu schwankend und un- 
bestimmt, als dass die auf möglichste Erforschung jeder Einzeln- 
heit hingewiesene Induction schon jetzt zu fortleitenden Fol- 
gerungen berechtigt sein würde, und ausserdem führen sie im 
Anschluss an kosmologische Probleme über die Erde hinaus auf 
ein vorbereitendes Chaos im planetaren Raum unseres Sonnen- 
systems überhaupt, und dieses selbst wird bereits durch die 
Astronomie zunächst in den Bewegungen als Gewordenes (und 
dann vielleicht in denen des Werdenden) mit anderen Fixstern- 
himmeln verknüpft, innerhalb eines Alles, in dessen Unendlich- 
keit der Faden endlicher Forschung*) immer früher oder später 



*) Je mehr mau es sucht, desto mehr Ist es eutfernt, es kennt keine Grenze, 
es kehrt zurück in das Haus des Wissens und vertieft sich immer mehr hinein 
(Laotse). Es genügt, es im Herzen des Menschen zu suchen. 



CXII Vorwort. 

abreissen muss, so lange diese von endlichen Prämissen aussetzt. 
Es ist also ein leeres Spiel der Phantasie (nicht besser oder nicht 
schlechter als alle früheren auf dem vermeintlich überwundenen 
Standpunkte religiöser Mythologien und philosophischer Meta- 
physik), wenn man aus den vor den Augen spielenden Phasen 
der bunten Maya-Welt^ unter den unzählbar möglichen Combi- 
nationen, eine Reihe als allein gültig herausgreift und mit 
künstlicher ' Supponirung des nicht absehbaren Anfangs eine 
Eutwicklungshypothese zusammenklebt, die unter naturwissen 
schaftlicher Terminologie die barocken Ungethüme aus Berosus' 
Schöpfungstheorie für gläubige Erbauung wiedergebiert. "Wäre 
das das Ziel unseres Forschens und Strebens, wäre uns auch 
heute noch nichts besseres beschieden, als staunendes Begaffen 
jener chimärischen Ungethüme, wie sie im Verfolge der Bildungs- 
geschichte hundertmal durch zügellose Träumereien geschaffen 
und hundertmal belacht sind, so stände es böse um unsere Zu- 
kunft, die in der Wissenschaft ihren moralischen Halt wieder- 
zugewinnen hoffte, nachdem die zersetzende Kritik jener ihr 
die übrigen Stützen entzogen. Und woher wird das fra- 
gende Sehen eine Antwort erwarten dürfen, wenn nicht von 
der naturwissenschaftlichen Induction, dem letzten Hoffnungs- 
anker heutiger Weltanschauung? Gewiss von ihr, nur von 
ihr allein, wenn sie mit klarem, scharfem Blick 'den richtig 
angezeigten Cours der Erfahrungen steuert und so die Klippen 
meidet, an denen so manche in den Sturmesnächten der Ge- 
fühlswallungen verschlagene Irrfahrer gescheitert. Der mensch- 
liche Geist muss zunächst die Ueberzeugung festhalten, dass 
er durch oljective Betrachtung des Naturganzen, das ihn (ein 
verschwindendes Pünktchen mit schon auf kurze Entfernung 
erbleichender Lichtsphäre der Erkenntnisslielle) als Unendliches 
umgiebt (also ohne Ansatzpunkte für ihre Analyse), dass er 
durch die stets nur in allgemeinsten Umrissen mögliche Ge- 



Vorwort. CXTII 

sammtauffassung des All nie jenes Mysterium durchdringen wird, 
das ihm in der Entstehung entgegentritt. Die bisher eingeschla- 
genen Wege, die nach verschiedenartigen Kreuzzügen in kos- 
mologische Ideen verliefen, und dieselben bald mit mythologischer, 
bald mit metaphysischer, bald mit angeblich „exacter" Phra- 
seologie herausputzten, mussten deshalb auch alle erfolglos bleiben 
und in öder Wüste des Nichtig-Leeren enden. Wie die Induction 
ein Wissensgebiet nach dem andern für sich erobert, hat sie 
dasselbe für ihre Theorien, und also auch für die höchste, für 
die der Entstehung, zu verwerthen gesucht, und da sie jetzt an 
die Grenzen der Psychologie gelangt, auch diese letzte Festung 
des Aprioristischen bald in ihre Gewalt gebracht haben wird, 
so steht zu erwarten, welche Hülfe sie aus dieser Bundesgenossin 
zu ziehen vermag, wenn sich auf Grund der von der Ethnologie 
gelieferten Materialien die Erscheinungen des Seelenlebens gleich- 
falls in fest umschriebenen Formeln fassen lassen würden. Eine 
günstige Vorbedeutung liegt darin, dass sich hier sogleich ein An- 
fang präsupponiren lässt, als eine bis dahin freilich noch un- 
bekannte Grösse, aber unter solche Combiuationen gestellt, dass 
die baldige Substituirung eines bestimmten Werthes in Aussicht 
zu stehen scheint. Dieser in den unbegrenzbaren Keihen kosmo- 
logischer Causalitäten umsonst gesuchte Anfang ergiebt sich bei 
dem Mikrokosmos des Menschen aus der Wechselwirkung zwischen 
Aussen und Innen, deren Resultat im Bewusstsein hervortritt. 
Hat dann der Mensch aus sorgsam sinniger Betrachtung des 
Pflänzchens psychischen Wachsthums, wie es in seinem Innern, 
im Volksgedanken, keimt, einen Durchblick in Entstehungs- 
gesetze gewonnen, dann mag er die daraus gesicherten Resultate 
auch wieder als Factoren für'umfassendere Rechnungen verwenden, 
um im Subjectiven das Objective und beider Wurzel zu erklären. 
Die regere Theilnahme, die sich seit Kurzem der ethnologischen 
Anthropologie zuzuwenden beginnt^ wird es möglicherweise schon 

Bastian, Keise VI. H 



CXIV Vorwort; 



unserer Geueration gestatten, die ersten Fundamente dieser 
hofifnungsreiehen Wissenschaft zu legen, den Keim zu pflanzen 
eines Weltenbaumes, an dem die Erkenntnissfrucht dem Menschen- 
geschlechte reifen wird, im einstigen Umlauf der Zeiten. 



Die Anhäufung des Stoffes nöthigte zu mehrfacher Ver- 
kürzung des angelegten Planes in dem vorliegenden Buche, und 
rausste die beabsichtigte Behandlung des Buddhismus ganz zu- 
rückgestellt werden. Ebenso die ausftthrlicliere Fortführung der 
ßeise durch die nicht mehr dem östlichen Asien angehörigen 
Länder. Bis zur Anfertigung eines Registers, das auch die frü- 
heren Bände zu umfassen hat, entbehren die vorläufig zusammen- 
gestellten Materialien eines vergleichenden Ueberblickes der ver- 
schiedenen Gesichtspunkte, nach denen sie anzuordnen sind. Zu- 
nächst kann es sich indess nur um Herbeischaifung der Bausteine 
handeln in der Ethnologie, wofern es mit dem wissenschaftlichen 
Ausbau derselben ernstlich gemeint ist und eine, wenn auch 
späte und ferne, Aussicht dazu überhaupt vorhanden sein soll. 



Inhalt. 



Seite 

Einleitendes Vorwort V 

Anknnft in China 1 

Peking 9 

Kaigan und die Grenze 354 

Rückkehr 552 

Beilagen 592 



Ankunft in China. 

Am 17. Juli erreicliteii wir auf dem am 18. Juli aus Yoku- 
hama, am Vulcaii Okosimas vorbei, abgefahrenen Dampfer 
Ganges, nachdem Saddle-island gesichtet war, die Mündung des 
Yantzekiang und fanden uns bald in seinen trüben Wassern. 
Zu einer naheliegenden Djonke wurde ein Boot abgesandt, um 
uns mit frischen Fischen zu versehen, während in der Ent- 
fernung niedrige Ufer sich zu zeigen begannen. Der an Bord 
gekommene Lootse zeigte uns die Wrack der in dem letzten 
Typhon zertrümmerten Schiffe, jetzt eine gute Beute der Um- 
wohner. Nachdem wir in den Shanghaytiuss eingetreten waren, 
wurde für die Nacht geankert, von Djonken und Schiffen um- 
geben. 

Am nächsten Morgen legten wir die noch übrige Strecke 
bis Shanghay zurück und nahmen unsern Platz unter den dort 
liegenden Schiffen, der europäischen Häuserreihe gegenüber. 
Am Lande wurde ich von Herrn Heintzen (dem Vertreter des 
Handelshauses Siemsen & Co.) und seiner Frau Gemahlin gast- 
freundlich aufgenommen und lernte bald Herrn von ßadowitz 
kennen, den preussischen Consul, sowie später Dr. A. Meier, 
Herrn Probst, Herrn Bret, Herrn Muirhead und andere der 
dortigen Europäer. Besonders interessant war die Bekanntschaft 
des französischen Missionärs Herrn Cazenave, der sich längere 
Zeit auf den Lieukieu-Inseln aufgehalten. Sir HaiTy Parkes, 
damals englischer Consul dort, an dessen Tafel ich den wegen 

Bastian, Reise. VI. 1 



2 Erstes Kapitel. 

seiner Verwuiulung- in Shangay verweilenden Capitäu Gordon 
kennen lernte, erwies mir viele Freimdlicbkeiteu und die Gefällig- 
keit mancher Mittheilung aus seiner reichen Kenutniss des chi- 
nesischen Lebens. 

In einiger Entfernung von den europäisch - amerikanischen 
Quartieren liegt die chinesisclie Stadt, von einer Mauer umgeben. 
Wir durchschritten das Thor und ihre engen Strassen, von Läden 
mit lang herabhängenden Wimpeln rother Farbe und Koch- 
häusel'n besetzt, bis wir die Gänge erreicliten, die zu dem Tempel- 
hofe Sing-wong's, des Schutzgottes der Stadt, führen. Im Innern 
der Halle sass, mit Mandarinencostlim bemalt, eine schnurr- 
bärtige Figur, die wir bekleidet in einem Hinterzimmer wieder 
fanden , nachdem wir die für die Polizisten *) (Za-sching) be- 



*) Als Titel der MaDdaririen in der Provinz Kwan-tnnp giebt Meadows: 
Tsung-tn (Governor General) oder Chitai, 1. Klasse. Hsun-fu (Govemor), 
2. Kl. Pu cheng si (Superintendent of Finances), 2. Kl. An cha si (Trovincial 
jndge), 3. Kl. Yen yan si (Collector of the Salt Gabel), 3. Kl. Leaug chn tan 
(Graiu Collector), 4. Kl. Shou hsun tan (Intendant of Circuit), 4. Kl. Chi fu 
(Prefect of Department), 4. Kl. Chi li chi chou (Prefect of inferior Department), 
5. Kl. Chi li tnng chi (Independant Snhprefect), 5. Kl. Tung-chi (Snbprefect), 
5. Kl. Tuug-pan (deputy Snbprefect), 6. Kl. Chi chou (destrict Magistrate), 5. Kl. 
Chi hsien (destrict Magistrate). 7. Kl. Hsien cheng tso tsang (Assistant destrict 
Magistrate), 8. Kl. Chn pu (Township Magistrate), 9. Kl. Hsun chien (Township 
Magistrate), 9. Kl. lA-mu (Inspector of Police), 9. Kl. Tien-sbi (Inspector of 
Police), unklassificirt. Gho po so (Inspector of River Police), nuklassificirt. 
Chingli (Secretary), 6.-8. Kl. Chaiimo (Secretary), 8.-9. Kl. Kutaski kn ting 
(Treasnrer), 8—9. Kl. Si yu (prison-master), 9. Kl. Ghwai kwan (Superintendent 
of customs), 3. Kl. Der Yamun (mit den Polizisten und sonstigen Officianten in 
der äusseren, den Bureaus der Beamten in der zweiten, dem Mandarin-Zimmer 
in der dritten und der Privatwoliuung des Mandariti in der innersten Abtheilnng) 
enthält Shi-she (Rechtsbeistände), Yeraun (Begleiter), Shu-Pan (Schreiber), Chai yu 
(Polizisten). Ausser dem Ti-Pan (dem Constabler über einige Strassen) bestanden 
früher der Pai ton (über 10 Familien) und der Chia ton (über 100 Familien), 
den lleadborough und High constable (unter Alfred M.) vergleichbar (nach Mea- 
dows). Die Tai-shu (Anwälte) erhalten (nach stattgehabter Examination) ihre 
Siegel von dem vertretenden Mandarin. Die Mandarinen (bürgerliche, literarische, 
militärische), in das Rothbuch eingetragen, zerfallen in jeder Klasse in neun 
Ordnungen (oft mit Zugabe der Pfauenfeder als persönliche Auszeichnung), als ; 
des einfach rothen Knopfes, des blumig rothen Knopfes, des durchsichtig blauen 
Knopfes, des milchig blauen Knopfes, des farblos gläsernen Knopfes, des weiss 



Ankunft in (Ihina. 3 

stimmten Räume hindnrchgeg'ang'en waren. Dieser, Ziug-jü-po 
genannte Mandarin war nach seinem Tode zu dem Rang- eines 
Schutzgottes der Stadt erhoben worden und über ihm stand ge- 
schrieben: Hü we sü bieug (Zeit des ewigen Friedens). Am 
Ende der Polizistenreihe stand im Corridor eine Sonne und Mond 
darstellende Metallplatte, einem Spiegel gleich, mit der Ueber- 
schrift : Zo-nung sieng teh (Menschenspicgcl für Herz und Leber). 
Die administrirenden Priester waren Taosse mit einem Zopf 
(während die Bonzen geschoren gehen). Im Hofe sass ein alter 
Mann, der einer zuhorchenden Menge vorlas. In dem Hofe des 
andern Tempels sahen wir Schafe angebunden, die für Opfer 
geschenkt waren. Silbernes Goldpapier war aufgehängt, um für 
die Ahnen verbrannt zu werden. 

Mit Herrn Heintzen besuchte ich das französische Colleg in 
der Nähe Shanghays, ohne indcss dort, wie es meine Absicht 
gewesen, einen chinesischen Diener engagiren zu können, und 
durch Herrn von Radowitz mit einem preussischen Pass ver- 
sehen (da der hanseatische nicht direct an die kaiserlichen Be- 
hörden in Peking gerichtet werden konnte), schiffte ich mich am 
28. Juli auf dem Dampfer Nantzing ein, der noch denselben 
Nachmittag weiter den Fluss hinabfuhr und im lehmigen Wasser 
ankerte. Am nächsten Tag fanden wir uns im grünen, am 
darauf folgenden im blauen Wasser und sahen am 1. August, 



gläsernen Knopfes, des einfach vergoldeten Knopfes, des blumig vergoldeten Knopfes, 
des blnniig verzierten vergoldeten Knopfes, und ebenso (wie diese 9 Klassen) 
sind die unklassificirten (Wi ju lieu, die noch nicht in den Strom Eingetretenen) 
bezeichnet (neben den sonst im Yamun und als Clerk Angestellte). A Chinese 
Mandarin is snpposed to bo able of transacting all kinds of public affairs, at least 
such of them as have attaiued the second literary grade of Chu jeu. Die Man- 
darinen werden für alle Verbrechen verantwortlich gemacht, wie the hundred 
(s. Blackstone) for all robberies (unless they thake the felon), was (wie Meadows 
bemerkt) nur dazu führt, das Vorgefallene zu verheimlichen oder Unschuldige zu 
strafen. Die Mandarinen wieder suchen die Gemeinden verantwortlich zu machen, 
statt sie durch Polizei, für welclie bezahlt wird, zu schützen. In the department 
of Chauchou a Substitute may be procured to confess himself guilty of a felony 
and snffer certain capital punishment, for about flfty taels of silver. Les lettres 
de noblesse, dont les trois premiers donuent le pas sur les plus hauts fonction- 
naires, sout designes par les termes Kong, Hao, Poh, Tse, Nan (de Courcy). 

1* 



4 Erstes Kapitel. 

nachdem einer unserer chiuesischeu Passagiere gestorben, das 
Cap des Golfes von Petcheli, mit grünen Feldern, die sieb hinter 
einem sandigen Strande an dem kahlen Illigel von Chefoo 
hinaufzogen. In der Nähe einiger Häuser wurde geankert, aber 
noch am selben Tage die Fahrt fortgesetzt. Chefoo liegt in der 
Provinz Chantung, wo in der Nähe der Hauptstadt sich das 
ummauerte Grab des Confucius findet, neben den Gräbern seiner 
Söhne und Enkel. Nachdem wir am nächsten Tage eine Zeit 
lang an der Barre in Taku, wo sich ein Bad nehmen Hess, ge- 
ankert hatten, fuliren wir in die grünen Ufer des Peiho hinein, 
zwischen den Lehmhütten der Dörfer, die auf Lehmbänken 
standen. Die kurzen Krümmungen des Flusses, die beständiges 
Wenden nöthig machten, verzögerten die Fahrt, bei Nacht wurde 
ge.nnkert und am nächsten Abend (o. Aug.) Tientsin erreicht, wo 
ich in dem am Kai (Sicliilin) gelegenen Hause des Heri-n Aliscb 
gastliche Aufnahme fand und in Abwesenheit desselben durch 
Herrn Negelsberg empfangen wurde. Ausserdem lernte ich Herrn 
Stammann kennen, der sein Comptoir und Wohnung in der 
chinesischen Stadt hatte, sowie Herrn Copland, Herrn Baker 
u. A. m. Die Hauptstrasse ist thurmartig überbrückt in der 
Mitte, an dem Gerichtshaus. Ueber den schmutzigen Fluss führt 
eine Schiffbrücke. Alles starrt von Schmutz, der lehmige Boden, 
die Leinnwände der Häuser, die darauf stehen (oder die lehmigen 
Kegelgräber), und die in den Strassen zusammengedrängten 
Menschenmengen, die die Luft verjiesten. In den Kuchenbuden 
zieht der Kauflustige aus einem Bündel Holzstäbchen, die in 
einem Gefäss stecken, und dari', wenn glücklich im Loos, eine 
Gebäckart wählen, während sonst sein Einsatz verloren ist. In 
der Halle eines durch Löwen am Hofeingang bewachten Tempels 
sass die bemalte Figur eines Mandarin mit einer Picihe von drei 
Kriegern zu jeder Seite. Im oberen Stock fand sich eine 
flachmützige Figur, auf einem Lotus sitzend. Herr Stam- 
mani) fuhr mich in seinem Wagen durch die Umgebungen der 
Stadt, während man sich in dieser meist in Palankinen tragen 
lässt. 

Durch Herrn von Bützow, den russischen Consul, der in 
demselben Dampfboot aus Shangay herübergekommen war, wurde 



Aiikiiiift in China. 5 

ich mit dem Agenten des rnssisclien Handelshauses Sabashnikow 
und anderen Russen bekannt^ die mir mancherlei Auskunft über 
die beabsichtigte Ueberlaudreise geben konnten. Nach Ordnung 
der nöthigen Geldangelegenheiten brach ich am 11. Aug. mit 
einem chinesischen Diener aut", in zwei verdeckten Karren^ die für 
Peking gemiethet waren. 

Nachdem wir die Stadt und ihre Befestigungen verlassen 
hatten, fülirte der oft nut Häuserreihen oder mit Verkäufern von 
Erfrischungen zu beiden Seiten besetzte Weg durch Felder, die 
weiterhin in Folge einer Ueberschwemmung so tief unter Wasser 
standen, dass das Gepäck aus dem Wagen herausgenommen 
und von dafür gemietheten Lastträgern hindurch getragen werden 
musste. Die Fahrt wurde dadurch verspätet und der Mond 
schien auf die buschigen Felder, über die wir weiter fuhren bis 
zum Dorfe Nimpoka. Auf dem Hofe der Schenke, in der wir 
abstiegen, ging es aber noch rührig zu. Die Kutscher zäumten 
ihre Pferde ab, brachten die Wagen unter Dach und Fach, oder 
holten sich ihr Abendessen aus der vom Herdfeuer beleuchteten 
Küche, neben der Diele an der Eiugangsthür. Das Mandarinen- 
zimmer befand sich auf der Rückseite des viereckigen Hofes, 
und rings umher eine Anzahl von Schlafkämmerchen für die 
Reisenden. 

]Mit Sonnenaufgang waren wir am nächsten Morgen (3. Aug.) 
unterwegs. Auf welligem Grund passirten wir Dörfer, in 
denen Ziegelhäuser mit Lehmhütten gemischt standen, Felder 
und Baumgruppen. Nach kurzer Mittagsrast in dem Wirthshaus 
des Dorfes Tschaoussey fuhren wir zwischen Lehm wällen hin 
und sahen einen Tempel, der indess verschlossen war. Von den 
begegnenden Wagen waren einige mit zwei Maulthieren be- 
spannt, das eine vor dem andern. Als wir Nachts im Dorfe 
Mato anlangten, war das Gasthaus, wo wir vorfuhren, bereits 
überfüllt, da die Ueberschwemmung dort eine Menge Reisender 
zusammengedrängt hatte. Auch der Wirth des zweiten, das 
nach längerem Klopfen geöffnet wurde, wollte uns abweisen, 
sah sieb indess auf energische Ansprache und einfiiessende 
Drohungen veranlasst, eine schon besetzte Stube ausräumen zu 
lassen, indem er die Insassen bei anderen Chinesen einciuartierte. 



ß Ersfes Kiipil.-l. 

Auch gelang- es noch , ein erträglicbes Abendbrocl zu erhalten, 
ehe wir uns niederlegten. 

Ein zeitiger Aiin3ruch am nächsten Morgen führte uns durcli 
den ausserhalb des Fleckens abgehaltenen Markt, Es hiess 
jetzt, dass das Wasser auf den überschwemmten Flächen zu 
hoch stünde, als dass Wagen die Passage wagen dürften, und 
obwohl einige der gleichzeitig mit uns ausgefahreneu den Ver- 
such zu machen beschlossen, hielt ich es doch für besser, ein 
Boot zu miethen, und setzte es auch nach längeren Verhand- 
lungen durch, dass uns nur der gewöhnlich l)ezahltc Preis dafür 
angerechnet wurde. Als die Wagen eingeschifft wurden, ging 
das eine der Maulthiere durch, und wir waren schon ohne das- 
selbe abgefahren, als der Kutscher noch auf ihm nachgeritten 
kam und in das Boot aufgenommen wurde. Die Schifter 
schleppten uns am Ufer hin, bald riss der Strick und musste 
neu geknotet werden, bald sassen wir fest, bald gab es Collision 
mit den am Ufer liegenden Böten. Die Sonne war schon unter- 
gegangen, als wir eine scheinbar trockene Stelle erreichten, wo 
die Wagen ausgeladen wurden. Der mitgenommene Wege- 
kundige führte uns beim Mondlicht durch eine baumreiche 
Gegend, bald aber sassen wir wieder im Wasser drin, jede 
Andeutung einer Strasse war verloren, und nur durch Zufall 
wurde ein Platz erreicht, wo mehrere Schiffe befestigt lagen. 
Einer der Wachtmänner, den wir dort engagirten, führte uns 
den Rest der Nacht auf allerlei Kreuz- und Querwegen in der 
In-e umher, bis die anbrechende Dämmerung einen deutlicheren 
Ueberblick gestattete und die Richtung uacli Tounjen angab. 
Die Strassen dieser betriebsamen Stadt, mit offenen Läden ein- 
gefasst, waren ti-otz der frühen Stunde schon belebt. Der In- 
haber des Hotels, w^o wir vorfuhren, kam uns mit ceremonieller 
Höflichkeit entgegen und bereitete uns ein Frühstück, nach 
dessen Einnahme die Fahrt fortgesetzt wurde. Nachdem wir 
das Stadtthor verlassen hatten, rasselte unser Wagen über einen 
gepflasterten Steindamm hin, der wegen seiner Unbequemlichkeit 
oft mit den am Fusse der Brüstung hinlaufenden Sandwegen 
vertauscht wurde. Auf der Strasse begegneten uns berittene 
Mandarinen im Flachhut mit dem au einem Knopf herabhängen- 



Aiikiiiitf in riiiiia. '^ 

den Busch und von Gefolge umgeben. Läden und Schenken 
zeigten sich überall, und an einem Brunnen wurde Halt gemacht 
zur Tränke und zur Rast. Beim Weiterfahren kamen bald die 
überbauten IMauern Pekings in Sicht, und wir fuhren in ein 
breites Thor hinein, das durch einen Hof zu einem andern Thor- 
weg führte. Die breite Strasse war mit Gräben eingefasst, die 
Häuser mit Aushängeschildern, Namen oder Sentenzen bedeckt, 
und zwisclien ihnen ragten Stangen hervor mit vergoldetem 
Knopf darauf. Als ich für weitere Erkundigung bei der eng- 
lichen Gesandtschaft (in den Baulichkeiten eines früher prinz- 
lichen Palastes) vorfuhr (da die preussische in Folge der Ab- 
reise des Baron von Rehfuss temporär suspendirt war), hatte Herr 
Wade, der in Abwesenheit Sir Frederick Bruce's stellvertretende 
Secretär, die Freundlichkeit, mir ein Zimmer anzubieten, und 
nahm mich nach dem Mittagsessen mit auf einen Spaziergang nach 
der Stadtmauer, wo uns ein Wächter das Thor zum Hinauf- 
steigen öffnete. Auf der einen Seite blickte man auf die Ta- 
tarenstadt, die den in hohen Bauwerken emporsteigenden Palast 
(dessen Hauptthor nicht geöffnet wird) umgiebt, auf der andern 
Seite der Backsteinmauer breitet sich mit Bäumen zwischen 
den Häusern die chinesische Stadt aus, die dann wieder durch 
eine Lehmmauer umzogen ist. In der Ferne erschien die Spitze 
des Himmelstempels, und am Horizont zeichneten sich die Um- 
risse einer Hügelkette ab. Aus den Böschungen über den Thoren 
sahen die Mündungen gemalter Kanonen*) heiTor. Das mittlere 

*) An der bei Ponte dell' Ahbadia gefundenen Vase (des Giganteukanipfes) 
fliegen auf den mit dem Schlaugenscliilde Bewaffneten drei tlauiniensprüliende, 
rautenförmig gestaltete und ausgeschweifte Stücke glühenden Metalls mit laugen 
Spitzen zu, welche der ihn verfolgende Vuloau, mit Zangen bewaffnet, abgeschleudert 
hat (s. Levezaw). Die Elephantea des indischen Heeres schleuderten gegen 
Timur Eisenkugeln, die verschiedentlich explodirteu. Ihnen wurden Ochsen mit 
Feuern an den Hörnern oder Kameele mit brennbaren Stoffen entgegengeschickt. 
Wie der Malleolus war der von den Hispaniern erfundene Falarica ein flammender 
Pfeil. Im Rammeisberg wurde (XII. Jalirh.) eine Art Schiesspulver zur Sprengung 
des Gesteins verwandt (s. Humboldt). The four-wheeled car (a babyloniau cy- 
liuders) is probably not a war-chariot but a sacred vehicle, like the „tensa er 
thensa'- of the Romans (s. Rawlinson). Die Söhne Constantin des Grossen ritten 
in ihren Kriegen zuerst gesattelte Pferde. Der bali) Ionische König steht am Kreuz- 



8 Erstes Kapitel. Ankunft iu China 

Thor, (las zum Tempel iiilirt, wird nur dann geöffnet, wenn 
der Kaiser in feierlicher Processiun für die Opferhandlungen 
auszieht. 



weg. über die Strasse des Zuges zu entsclieiden (hei Ezecliiel), wie es \oii Xi- 
coati, dem Erbfürst der Chiehimeken, erzählt wird. Vehitur eniui siuiulacrum dei 
Heliopotani ferculo, uti veliuntur in ponipa ludoruui Circeusiuui deoruni simu- 
lacra (Maerobius). The deus lleliopolitanus is the Sun-Gad of f^ippara. Les 
aunales chinoises mentionnent avant le X. siecle, l'usage des feux d'artiflee et 
des fuse'es d'artillerie ; mais Marco-Polo, qul fut employe au siege de Siang-yaug- 
fou (1273) apprit aux Chiuois l'art de construire la baliste (s. de Courcy). Notre 
poudre de guerre eoutient 75 de nitre, 15, 5 de charbou, et 9, 5 de soufre pour 
lOU, ces proportions daus la poudre chiuolse sout 75, 7; 14, 4 et 9, 9. 



i 



I* e k i II <». 

Am andern Tai^e lernte ich den Missionär Herrn Edl^ins 
kennen, einen der besten Kenner chinesischer Literatur, der mir 
vielfach behiilflich war, die Sehenswürdigkeiten Pekings in Augen- 
schein zu nehmen. Der nächste Tag war dem Aufsuchen der- 
selben gewidmet, und nachdem wir bei einigen Gauklern ver- 
weilt hatten, die in einer Bude an der Strasse ihre Künste 
zeigten, wurde das hochverzierte Thor des tibetischen Lama- 
Tempels Yung-ho-kung erreicht, zu einem schattigen Hofe lei- 
tend, der in Wiesen ausgelegt war ; dann folgte ein gepflasterter 
Hof, von dem Treppenstufen zu einem langen Froutgebäude führ- 
ten mit seitlichen Verzweigungen. In gleicher Weise stiegen 
wir durch andere Höfe empor, bis wir zuletzt ein langes Front- 
gebäude erreichten, das in der Mitte durch einen reich verzierten 
Thurm geschmückt war und damit die stehende Kiesenfigur des 
Buddha Maitreya deckte. In einem Seitenhofe fand sich auf 
einem Chihm die Figur des Puchen-Pusa, mit der des Kwan- 
yin-Pusa (auf einem Elephanten) links, und der des Wanju- 
Pusa (auf einem Löwen} rechts, alle auf Lotus. Davor fand 
sich ein Altartisch mit Opfergabeu und Weihrauch. Ueber einem 
Bilde Buddha's stand chinesisch geschrieben: Hiang hin pao yö 
(der kostbare Mond im Weihrauchwalde). In einer nahegelegenen 
Capelle fand sich die dicke Figur Kwanti's, des schnurrbärtigen 
Kriegsgottes, den Krieger umstanden, während in einem abge- 
schlossenen Kaume sein Pferd von Einem des Gefolges gehalten 



■\Q Zweites Kapitel. 

wurde. Vor eleu drei Bodliisattwas standen 24 Kostbarkeiten 
(Pa-pao), acht vor jedem. In den Höfen fanden sich Kiiueher- 
vaseu, vor den Tempelthüren Löwen,*; die Kugeln unter ihren 
Füssen rollten und damit spielten, indem jedes Thier durch 
Buddha's Gegenwart gezähmt wurde. Ein Stein unter einer 
Ueberdachuug enthielt eine vierfache Insclirift, im Chinesischen, 
Mandschu, Mongolischen und Tibetischen, besagend, dass Lama 
aus Indien den Buddhismus in Tibet eingeführt hätten, wo der 
Titel des Dalai-Lama und Banjing-Lama seit der Ming-Dynastie 
aufgekommen wäre, dass Lama bedeute ohne (ma) Oberer (La), 
dass die Mongolen**) (Mongou) grösstentheils der Hwang-tscheou 
(gelben Religion) anhingen und dass der Kaiser (1795) deshalb 
es für recht gehalten habe, sie zu schützen, obwohl er durchaus 
nicht dem Aberglauben hukligte, dem sich die mongolischen 
Kaiser während ihrer Kegierung ergeben hätten. Ueber den 
Tempelthüren und längs der AYände war im Sanscritcharakter 
die Formel: Om padme huni geschrieben. In engen Gässchen, 
die zu den Höfen ausliefen, lebten die Mönche zusammen, 1400 
an Zahl, einige aus Shana selbst, andere aus Sifan, alle unter 
sich verständlich. Der Dalai - Lama existirt jetzt seit zwölf 
Generationen***) in Tibet, wo der Buddhismus vor lOUO Jahren 



*) Of the 4 kinds of lious (triiia, wliicli eats grass, kala which eats grass, 
paudri, wliicli eats flesli aiid kesara) in lliiiiala, the roaring of the kesara-liou 
friglitens all beings. 

**) Like their spiritual chiefs the Uutukhtu are Leid to be hubilhan 
or re-embodiments, and in their several localities they are veuerated with slavisb 
adoratiou. The Sheng-Wu-ki gives IGO as tlie total number of lamas, baviug the 
glft üf re-embodiment (Mayers). For the wliole of these persouages, excepting the 
Nomon Han of Kokouor (whose office is hereditary) the Imperial system of drawing 
lots is enforced , wheu a new embodiment is declared to have taken place (seit 
174G in Tibet). Nach dem Tanz der fliegenden Geister lässt der Dalai-Lama 
seine Dispntation mit dem ausgekleideten Geisterköuig durch die AVürfel entscheiden. 
***) Meng Pao, der kaiserliche Ikvolhnächtigte in Tibet (1840— 4G), berichtet 
(bei Mayers) über die Installation des neuen Dalai-Lama, indem ans zwei Kin- 
dern, bei deren (Jeburt wunderbare Zeichen gesehen waren am Himmel und auf 
Erden (Luftglanz. Milihquelle, Blumeuwagen u. s. w.), die eine frühreife (leistes- 
entwickelung gezeigt und die von dem verstorbenen Dalai-Lama gebrauchten 
Gegenstände erkannten, das Loos für den vierjälirigen Namukiomutourhsi, den 8ohu 



Peking 11 

eingeführt wurde, mit der Verehrung des Ho Fa oder lebenden 
Buddha. Loben-Baima predigte zuerst den Buddhismus in Tibet. 
Shekiamuui's Mutter wäre eine chinesische Prinzessin , zur Zeit 
der Tang-Dynastie. Die Sprache Tibets (Boba) ist hauptsächlich 
die von Lansa. In den Zellen der geschorenen Priester, in lange 
Gewänder rother oder gelber Farbe gekleidet, fanden sich polirte 
Stühle und Tische. Auf hohe Stangen waren Gebeträder gestellt 
und ebenso mit Gebeten beschriebene Flaggen, die der Wind zu 
bewegen hatte. In einem Zimmer sangen die um einen Tisch 
sitzenden Mönche (zeitweis unterbrochen durch das Klingeln eines 
Glöckchens oder das Rasseln von Stahlringen), während Einer 
kreuzbeinig an einem mit Lichtern und Opfergaben gefüllten 
Seitentische sass. Es wurde uns Thee präsentirt, und liatten 
wir Gelegenheit, Bücher anzusehen. Zwei Knaben spielten Würfel. 
In den Gärten waren in Bambuskäfigen Esssachen aufgehängt. 
Auch Pferdeställe gehörten zu diesem Kloster. 

In der Nähe der Stadtmauer findet sich in weiter Einfassung 
der Tempel des Confucius, dessen Hof mit Wagen gefüllt war, 
da gerade eine Examination Statt hatte und die Verwandten der 
Betheiligten in ihren Festtagskleidern dort warteten oder auf- 



eines Holzhauers (als A-waiig-ko-le-saiig-taii-pei-cliuii-mei-kai-cliu-pii-cliia-ui'-tso), 
entschied. Bei seinem Besuche Tashi Lumbo's (1783) war Turner über das ver- 
ständige Benehmen des aehtzehnmonatlichen Kindes erstaunt. Die (Separatisten 
der deutschen Colonie in Tiflis wählten (18'20) drei Aelteste, den einen Greis 
nannten sie Gott den Vater, den jüngeren Gott den Sohn und ein altes Weib 
Gott den heiligen Geist. Die sieben Nachfolger des KJinigs Buddha^ri (g Nga- 
khri-btsan-po) werden Lichtgötter genannt (nach den Tibetern), die deshalb dem 
Regenbogen gleich spurlos verschwunden, weder Körper noch Leichname auf der 
Erde zurücklassend (Schlagintweit). Nach Schmidt stiftete g Shen-rabs die Bon- 
lehre (dpon o^er Herr), die im 8. Jahrh. unterdrückt wurde (in Tibet). Als der 
Künigssohn (Sarva Siddhartha) grösser geworden, zeigte er sich erfahren in den 
Buchstaben, in Mathematik , sowie in den übrigen Arten des Wissens, auch an 
Stärke und Geschicklichkeit übertraf er Devadatta und die Uebrigen. Daher nannte 
mau ihn Tubpa oder den Mächtigen (nach d. Gyelrap). Da an dem Abend, als 
Yagodhara einen Knaben geboren, gerade der Mond von Rähu ergriffen (verlinstert) 
wurde, nannte man ihn Rähula. Weil ^akya-thub-pa schou seit sechs Jahren der 
Welt entsagt hatte, zweifelte ^uddhodana an seiner Vaterschaft, wurde aber durch 
den schwimmenden Stein überzeugt. 



12 Zweites Kapitel. 

geregt umhergiugen. Eia schattiger Gartenbof brachte uns zu 
den Treppenstufen des breiten Eingangsthores und dann durch 
einen gepflasterten Hof zu einem langgestreckten Frontgebäude. 
In einer weiten und hohen Halle, deren flaches Dach von vier- 
eckigen Pfeilern getragen wurde, stand in einer erhabenen Nische 
die Tafel des Confucius, Che Shang lau shö kung tsö sheu weh 
(Hier heiligen alten Lehrer Kungts(3's Geistlafel) darauf ge- 
schrieben. Zur Zeit der Anbetung steigt der Geist*) dort herab. 



*) lu Estliland und Lettland werden am AUerseelentage die verstorbeueu 
Seelen der Eltern, Voreltern, Verwandten und Brüder zum Essen in die gebeizte 
Badestube eingeladen und beim Weggehen gebeten, die Roggenfelder nicht zu zer- 
treten. In Schweden werden (nach Olaus Magnus) die Schlangen geehrt, wie bei 
Finnen und Norwegern. Bei Esthen und Letten sind die (nie verletzten) Schlangen 
oft so zahm, dass die Kinder mit ihnen aus einem Milchgeschirr speisen (s. Uiäin). 
Perkuua Tete (des Pcrkuu Frau) brachte die vom Wandern müde und staubigte 
Sonne in die Badestube, um sie am folgenden Tage rein und glänzend zu ent- 
lassen. Bei den Letten erbte der jüngste Sohn (nach Einhorn). Schon vor der 
Teutschen Ankunft in Lyfland bestand Wyaby als grosse Handels- und Stapelstadt 
in Gottland. Zur Zeitrechnung schneiden die Esthen (an der Wyk) Stöcker ein. 
Zum Rechnen dienen Gerstenkörner (s. Iliärn). Die Vai begraben die Todten 
zunächst in der Küche und warten mit dem feierlichen Begräbniss ausserhalb der 
Stadt, bis sich alle Verwandten versammelt (s. Steinthal). Kanmba (Kanba, Karmba), 
Gott in Vai (fem-ba, Teufel oder grosses Ding). In verwandten Sprachen be- 
deutet Kali Schlange (s. Steinthal); nowe : Götzenbild in Vai (ngewe, Gott, M.). 
The Kapohn or Acawoio races like to bury their dead in a standing posture 
assigning this reason: „Although my brother be in appearance dead, he (bis soul) 
is still alive" (s. M'Clintock), burying their dead ereet, which they say represeuts 
life, whereas lying down, represents death (maintaiuiug by an outward sign thc 
belief in immortality). Der, um einen erschlageneu Verwandten zu rächen, von 
dem Dämon Karaima besesseneAcawoio (s. Guiana) muss später die Leiche des von 
ilim getödteten Mörders durchstossen und sein Blut lecken, um von dem Geist 
frei zu werden und wieder menschliche Gesellschaft zu betreten. Die (neben den 
Orehu) von den Arawak verehrten Yauhahu dienen den Zauberern. Schwarz heisst 
Yauhahu simaira (the evil spirit's arrow) Puiai-, Zauberei der Piai (bei den Cariben) 
heisst wisidoa bei den Warau. Die frische Leiche (ehe sie in die Grabgrotte der 
Atures an dem Wasserflusse des Orinoco niedergesetzt) wurde in eine feuchte 
Localität hingelegt, damit das übrig bleibende Fleisch mit scharfen Steinen abgekratzt 
werden könne (nach Humboldt). Nach dem Körper eines in der Fremde Verstorbenen 
verfertigte der Indier (nacii Colebrooke) eine Puppe aus 3GÜ Blättern der Butea fron- 
dosa und ebenso viel Wolleufädeu, die verschiedenen Glieder darzustellen, um diese mit 
Mehlbrei bestrichene Figur auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen. Nach Katyana 



Peking. 13 

Massive Vierecktische, von einander isolirt, trugen Räncliervasen. 
In anderen Nischen auf beiden Seiten fanden sich die Tafeln der 
vornelimsten Jünger, als Toungsö, Mencius u. s. w. Inschriften, 
wie der „Mann der Weisheit", der „Mann ohne Seinesgleichen", 
„Weisheit in Vollkommenheit", liefen längs des Getäfels hin. 
Ein anderes, niedrigeres Gebäude enthielt die Tafeln unter- 
geordneter Schüler und sonstiger Gelehrten, wie Fouchang, der 
den Shuking aus dem Gedächtniss herzusagen wusste, Kunnan- 
kwo, ein Dichter zur Zeit der Han-Dynastie u. s. w. Einige 
Nischen standen noch leer, da der Würdige, sie auszufüllen. 



wurden 3G0 Zweige von Palä^.a verwendet. In einem schwedisolien Märelien 
(bei Grimm) lässt eine in einen Froscli verwandelte Prinzessin ihren Diener täg- 
lich einen Zweig eines Busches abbrechen, ein Jahr hindurch, ebenso täglich, ein 
Jahr hindurch, an jeden einen Faden binden, und dann den ein Jahr liindurch 
täglich aufgebauten Scheiterhaufen anzünden, worauf ein schönes Mädclien daraus 
hervorgeht (durch das Verbrennen der Todten sollte die Seele möglichst bald ans 
dem vermodernden Gebäude befreit werden). Die Athener erricliteten (nach Plinius) 
für Demetrius Phalereus 3G0 Statuen, nach der Zahl der Jahrestage. Um einen 
Sterbenden zu retten, wurde einem seiner Kinder der kleine Finger abgeschnitten 
in California. Die Schwarzfiisse und Mandan schneiden in der Trauer ein Finger- 
glied ab. Die Heykom (oder Hottentotten) schnitten Finger ab (und so die Austra- 
lier). In der Trauer um Masistius (vor der Schlacht bei Plataea) gehören die 
assyrischen Truppen nicht nur sich selbst, sondern auch Pferde und Lastthiere. 
A hoUow colnmn, composed of streng wicker-work is raised to the height of about 
()() feet in the centre of the principal suburb (at Luchon, in the Pyrences), and 
interlaced wich greeii foliage , while flowers are arranged in groiips below (on the 
Eve of St. John). Nach dem Anzüiulen werden unter Gesängen alle Schlangen, 
die man findet, hineingeworfen. Theokrit nennt vier Arten von Dornen uiul 
Stacheln [doTiciSaXoe, Ttnliov^os, ßäros, axeoSas), als äy^ioi ayJ'C.d.i, um die von 
Herakles getödteten Schlangen zu verbrennen. Los reyes de Quito o Scyris eraii 
septiltados (segun Marcos de Niza) todos en un sepulcro muy grande, fabricado 
de pedras de forma cuadrada y piramidal, cubierto de tantos guijarros y arena, 
que formaba un pequeüo otero. La puerta miraba al oriento. — Schach Abbas 
schmückte das Grab des Imam Risa, des ächten Schülers von Ali, zu Medsched 
in Khorasan. Die Eröffnung eines Grabhügels für Leichenberaubung wurde (im 
salisch. Gesetz) streng bestraft. Der deutsche Sarg hatte meist die Form eines 
cauotartig ausgehöhlten Baumstammfs. Der Büschel Roggen, der in der Altmark 
auf dem Acker stehen bleibt, heisst Vergodendeel (Fro Goden deel) oder das für 
Fro (Herr) Gwodan bestimmte Theil. Lors de la mort de Constantin (340 p. d.) 
un anonyme pronon^a l'oraison funebre de l'empereur, en grec, devant le peuple 
d'Arles (Guasco). 



14 Zweites Kapitel. 

noch nicht gefunden war. In den Höfen waren unter hoben 
Stein-Pavillons grosse Steintafeln aufgestellt, von Schildkröten ge- 
tragen;, als von dem Kaiser gesetzte Ehrendeukmale des Con- 
fucius. Steininschriften in den Höfen verherrlichten das Andenken 
der Gelehrten des Reiches. Die berühmten Urnen-Dreifiisse sind 
neben dem Thor aufgestellt. Auf den Strassen sahen wir Lotus 
und Blätterlampen umhertragen , dem Fest des Schutzgottes der 
Stadt bestimmt. 

In dem buddhistischen Tempel Hoa-tchüug-zti (die Vollendung 
der Reformation) waren am Thorweg die vier Bilder der Maha- 
raja aufgestellt, eins mit einer Guitarre, die anderen bewaffnet. 
Dem Eingang gegenüber sass die dickbäuchige Figur Milo's 
(Maitreya's) mit wohlbehäbig lächelndem Ausdruck des Gesichts, 
die Freude anzuzeigen . die im Kommen des künftigen Buddha 
zu erwarten sei. Lange Gebäude mit Gitterthoren fanden sich 
in den Höfen und seitwärts der Zellen der Mönche. In Shekia- 
muni's Halle standen die Bilder der drei Buddha, der Ver- 
gangenheit, Gegenwart und Zukunft, der Gegenwärtige (Fu-tchin} 
mit einer Krone in der Hand in der Mitte, der Vergangene 
(Kwo-schü) mit einer Hand horizontal zur rechten, der Künftige 
(We lei) mit geneigten Händen zur linken Seite, beide mit kurz- 
krausem Haar. Neben jeder Statue sprang die Figur Garuda's, 
eine Schlange haltend, vor. Auf einem Altartische davor stan- 
den (neben den acht Kostbarkeiten) die 16 Figuren der Lohan 
(mit geschorenem Kopf) und die acht Figuren der Bodhisattwas 
mit Blätterkrone um das Haupt. In Seitennischen standen die 
acht Bodliisattwa zwischen Bäumen und darüber sassen, von 
Knaben umgeben, die Lohan. An der Hinterwand, vor der die 
Buddha sassen, war im mehrfach aufgefalteten Goldge wände 
Maitolo (Maitreya) gemalt. Der Puso des hohen Alters sass 
unter einem kleinen Pavillon. In einer Halle dahinter fanden 
sich drei Figuren, die Wandlungen Kwanyin's, mit dem vier- 
händigen Kwanyin in der Mitte. In einer Seitenliallc stand Kosan- 
gas, achtarmig, einen Discus und verschiedene Waffen haltend, 
als eine Form Shekiamuni's, von viclarmigen Begleitern umgeben 
in anderen Wandlungen, In einer zurückgelegencn Halle sass 
in gelbem Anzüge Kwanti, der Kriegsgott, in einer seitlichen 



Peking. 15 

Tsongkaba*) in haubenartig abfallender Spitzmütze, mit dem 
Dalai-Lama (in flacher Mütze) zur Rechten und Panschan-Lama 
(in Schiefmütze) zur Linken, während Bücher haltende Schüler 
in Vieren zusammengestellt waren. In einer andern Halle sass 
das vielarmige **) Bild Kwanyin's, mit drei Augen, von denen das 



*) Tsongkaba (f 1478 p. d.) brach die Macht der erblichen Priesterschaft 
(Ssakia) in Tibet dnrch eine (gelbe statt rothe Kleidungen einführende) Reform, 
indem er seinen beiden Hauptschülern auftrug, in Generationen wiedergeboren zu 
werden, als Hubilhan (Hwa-schen), das Mahajana (Ta Cheng) übend. Der erste 
Schüler, im Dalai-Lama eingekörpert, steht wegen der gleichzeitig weltlichen Be- 
schäftigungen desselben in geringerem Ansehen, als der nur geistlichen Uebnngen 
ergebene Tanshen-Lama, die Wiedergeburt des zweiten Schülers. Der Papst spricht 
(866 p. d.) von dem heiligen Petrus, der auf seinem Stuhle sitzt (in ihm per- 
sönlich fortlebt). Nach Abdallah Ihn Saba war der Geist Gottes von Aly 
herabgestiegen, und werde dieser wiederkehren, die Erde mit Gerechtigkeit zu erfüllen 
(der Donner als seine Stimme, der Blitz seine Geissei, die Wolken sein Sitz). 
Nach den persischen Shiiten (bei Ibn Khaldun) ging die Seele des Imans beim 
Tode in den Körper seines Nachfolgers über. Bei den Berbern geht die Iläupt- 
lingswürde auf den Sohn der Schwester über. Bei Osmanen folgte der Bruder 
(ebenso in Ungarn). Tsongkaba's Körper wird in der Luft schwebend erhalten, wie 
der Sarg Mahomet's. Dinochares wollte für die Königin Arsinoe einen Tempel 
mit Magnetdecken bauen, um eine Eisenstatue zu suspendiren, wie im Tempel des 
Serapis (nach Cedrenus), die Bilder des Jerobeam (nach dem Talmud), die baby- 
lonische Sonnenflgur (nach Maimonides), die Goldkrone der Ammoniter (nach dem 
Rabbiner Kimchi). Ampelius parle d'une statue de fer, qui eu equilibre entre 
quatre colonnes, se jouait dans l'air (s. Martin), und so Glycas. Den Inseln der 
Maniolen (zwischen Taprr.bane und dem Chersonnes) durften sich keine Schiffe mit 
Eisennägelu nähern, und gleiche Gefahr drohte (nach So-Soung) an einer Küste 
zwischen Oocliinchina und Tonquin. 

*) Die unter Gebets- und Beschwörungsformeln (Tariii) verfertigten Götzen 
werden auf dem mit Aschencylinder, beschriebenen Papieren, P^delsteinen (Erdeni) 
und Rauchwerk gefüllten Fusse mit dem Stempel des priesterlichen Scepters 
(Otschir) beprägt. Die Götzenbilder (Schüttehn) werden in Behältnissen (Ordu- 
Charshi) verwahrt, die Gemälde (Kürrük) werden in Holz geschnitten (bei den 
Mongolen). Der Name des ßodgo (herrlich oder monarchisch) Gegeiiu (welches 
Wort eine Staffel der Göttlichkeit bedeutet) habe Anlass gegeben zu den Erzäh- 
lungen vom Priester Johann. Lama meint Mutter der Seelen , indem Lab 
(Hlah) oder I.oah die Tanggri oder Geister bezeichnet und Ma Mutter. Zagan- 
Machalatae (Weifsmützige) sind die Indischen Völkerschaften, deren Brahmanen 
einen weissen Bund tragen. Den obersten Lamas werden die Ohrlappen und 
Brüste durch Zerren verlängert, um den indischen Bildern zu gleichen. Die des- 
betische Fürstin Abu (in Zarizyn) trug eine in Seide eingenähte Reliquie aus dem 



\ß Zweites Kapifel. 

mittlere 3000 Meilen weit blickt. In einer ol)eren Etage, zu 
welcher die Treppe von den mit Geräthen gefüllten Zimmern der 
Priester aufführte, stand in gefaltetem Gewände die Figur Chao 
foh's, und davor sass unter einer Wölbung die Figur Shekia- 
muni's. Der Buddha Chao foh begleitet den Kaiser in seinen 
Bewegungen und vermag in allen vier Continenten Erlösung zu 
spenden, während Kwanyin z. B. nur in dieser Welt hier Rettung 
bringt. Zwei aus Todtenschädeln gefertigte Gemälde, die an 
der Wand hingen, stellten in den Leichenceremonien der Tibeter 
das Darbringen von Opfergaben dar, die auf dem einen von 
Thieren umgeben waren, während auf dem andern Skelette 
eine Knochen pagode umtanzten. Auf der Terrasse des letzten 
Tempels führte ein Eingang zu der Halle, die das schwarze Bild 
Chi-san-tien-mo's (der glückbringenden Himmelsmuttcr) enthielt, 
in den Wandlungen eines dreiäugigeri Weibes, das ein Pferd 
auf einem aus Menscheuhaut verfertigten Sattel ritt, einen 
Menschenleib mit den Zähnen hielt, einen Kopf in einer Schale^ 
mit Köpfen umgürtet, und ein Halsband von Schädeln tragend, so- 
Avie einen mit Schädeln behängten Speer. Davor fand sich Wansliu 
(Manjusri) *), 20arraig, im Zeugungsact begriffen, Kwanyin auf 
einer elephantenköpfigen Figur, Cheisau, Gott des Reichthums, 
auf einem Löwen, Tschampusa, der Sohn eines siamesischen 
Königs, auf einem Stier. Der Buddha Chaofoh erhält besonders 
im Lande Clialantsö Verehrung. Droschken findet man an allen 
Strassenccken, doch ist das Gerumpel auf dem Steinpflaster bei 
dem Maugel an Federn herzerschütternd, wenn man nicht 
dicht am Kutscher iiuf der Axe sitzt. Um den Tempel des 



Unratlip. des tibetischen Lamas (?. Pallas). Geweihte Priester trösten sich durch 
jinige Haiishälteriiineii (Niriua). Bei deu Seleiiginskischen Mongolen hat fast jeder 
Pfaffe in seiner oder einer Nebenhütte eine junge Weibsperson ans seiner Ver- 
wandtschaft (unter dem Scheine der Wirtlischaftsbesorgung), die (Ubasclienza ge- 
nannt) sich unreiner Speisen enthalten müssen und ein rothes Rand auf der linken 
Schulter tragen. In allen Hütten der Laien, wo ein kalmückischer Priester (der 
in geistlichen Verrichtungen reist) übernachtet, gehört das Lager des Wirths (bei 
der Frau) dem geistlichen Gaste (s. Pallas). 

*) Besides being the re-embodiment of Tsongkaba's second disciple, the Panshen- 
Erdeni is popnlarly held to be an incarnation of the Bodhisattwa Manjusri (s. Mayers). 



Peking. ■j_7 

Himmels*) (Tien-tan) zu besuchen, hatten wir die chinesische Stadt 
zu durchkreuzen, hinter welcher er auf niedrigem Grunde erbaut 
ist. Ein Mauer-Viereck schliesst einen weiten Raum ein, mit 
struppigem Gebüsch überwachsen, zwischen welchem sich Pfade 
hinwinden und Häuser in Umzäunungen stehen. Ueber den 
Gipfeln der Bäume strebt die Spitze des dreifachen Daches em- 
por, das den Opferplatz für den Sommer (Tschigoutan) krönt. 
Der ruÄde Pavillon mit goldenem Knopf ist von einem durch 
Treppen zu ersteigenden Terrassenrund umgeben, auf welchem die 
Aussicht die Bergkette jenseits der Bäume umfasst, von der 
Stadt abstehend. Innerhalb der gepflasterten Halle, deren Wöl- 
bung von Pfeilern getragen wird, steht eine erhobene Plattform 
mit dem kaiserlichen Sitz, eine andere mit Altartischen. Eine 
erhöhte Tribüne läuft jenseits eines breiten Thorweges durch das 
Buschwerk nach dem offenen Platz für das Winteropfer (Jütau). 
Eine runde Balustrade, 68 Fuss im Durchmesser, steigt in drei 
Terrassen (jede auf 16 Fuss Entfernung von der andern) mit 
neun Stufen empor, Marmorvasen stehen in der Mitte und hohe 
Lampenpfeiler rings umher. Die Tribüne geht dann unter zwei 
Triumphthoren (wie sich auch an den anderen drei Seiten finden) 
weiter fort zu einem breiten Thorweg. Eine rothe Mauer mit 
blauen Ziegeln umgiebt die Plattform und auch einen blau- 
dachigen Rundthurm, im Wall eingeschlossen. Auf der andern 
Seite der Strasse, dem Himmelstempel gegenüber, umschliesst 
das mit Thoren durchbrochene Mauerviereck die Area des 
Ackerbau-Tempels (Shitan oder Shennun), mit Gestrüpp gefüllt, 
durch welches (neben hie und da eingeschlossenen Häusern) 
Pfade zu einem ummauerten Viereck, mit Feldern um eine Platt- 
form, führen, in Front eines auf Terrassen erhobenen Gebäudes, 



*) Comme Thian (en chinois), tangri (en Mongol) sigBifle ('galement le ciel 
matAiel et le ciel spiritnel, auteur de toiites choses. Die Kaiser der Hiungnu 
nannten sich Tangri-Koutou (Himinelssöhne). Die Thakiu , die den Uimmels- 
gestirnen ein Jaliresopfer brachten, verehrten in Potengri den i^rdgott. Die Feuer, 
Luft und Wasser anbetenden Türken (VI. Jahrb. p. d.) verehrten die Erde und 
opferten dem Schöpfergott Pferde, Ochsen und Schafe. Les Turcs seldjoucides 
adoraient Kouk Tangri (le dieu bleu). Die Sassaniden nennen sich in ihren In- 
schriften Daiva-putra (Gottgeborene), wie siamesische Heroen. 

Bastian, Reise VI. 2 



^3 Zweites Kapitel 

das den gesclinitzten Sessel des Kaisers enthält. Darüber war 
geschrieben: Shennung tsiau tsia, der göttliche Ackersmann 
lehrte zu pflanzen. In dem für Ruhe und Erholung*) bestimmten 
Räume hängen gesiegelte Schriften, ein anderer dient zum Spei- 
sen. Anderswo im Park besuchten wir die Packhäuser, die den 
gelben mit Silber verzierten Pflug und andere Geräthe der Feld- 
wirthschaft (alle in Stücken auseinander genommen) bewahrten. 
In einer Scheune waren Mais, Ger.ste u. s. w. aufgestapelt. 
Weiterhin fand sich eine Umzäunung mit zwei Brunnen. Am 
Eingang des Gartens trifft man einen Tempel mit Kwanloi in 
Mandarinengestalt zwischen Tzeija (einen Fächer tragend) zur 
Rechten und dem dreiäugigen Maua (mit Schwert) zur Linken. 
Seitlich stehen acht Wärter mit Discus, Peitsche, P'ahne u. s. w. 
Ausserhalb werden drei Pferde von Dienern gehalten. Unter 
einer Nische steht Posa mit anderen Figuren. In einem seit- 
lichen Gebäude sitzen Figuren (Lowan u. A. m.) mit Tischchen 
davor. Die alten Altäre der Chinesen bestanden aus dem Tan 
oder Steinhaufen (auf dem man dem Tien opferte,**) mit Neben- 



*) Der König der Perser nennt sich den einträclitigen Bruder des Acker- 
baues (bei Kazwini). Der Urin, der der Krystallisation wegen zugesetzt wurde, 
wurde für die Werke von Mulgrave besonders durch die Stadt Whitby geliefert 
(1615). I^arge butts as reservoirs, being chained in yards and street corners, and 
filled at a price per quantity given fo contributors. Ehe der Kaiser (Cliinas) die 
Furchen des Pfluges zieht, erliält er im goldenen Beclier ein aus (letreide be- 
reitetes Getränk (nach dem Fasten). 

**) Die Nation der Winnebagoes sollte nach der 1.'5. Ceneration vernichtet 
werden, und als zehn Generationen vorübergegangen waren, stellte sie (nach School- 
craft) Ceremonien an, um den Himmel zu versöhnen und seine Beschlüsse zu 
ändern. Innerhalb der historischen Zeit der Azteken wurde die Zahl der Sonnen 
auf einem astrologischen Congress festgestellt (nach Echevarria). Nach den zwei 
Weltzerstörungen (durch Hunger und durch Wasser) fielen (um die jetzige Race 
auszubrüten in Peru) drei Eier nieder (s. Aveudano). Der californische Götze 
hielt (nach Onate) drei Eier, und im Tempel wurden zahme Raben (nach Vizcaino) 
gehalten. Nach den Botocudos wurden die Weltzerstörnngen veranlasst, indem der 
Mond zu verschiedenen Zeiten auf die Erde fiel. Als der erste Mann auf Mada- 
gascar trotz des göttlichen Verbotes Nahrung gegessen, zeigte sich ein (ieschwür 
an seinem Bein, aus dem Bahoma geboren wurde, die er zur Mutter aller Menschen 
machte. Der böse Götze Mita wurde von Slaven als Hund verehrt. Der Götze 
Prono mit einem Probeeisen wiirile in einem heiligen Hain bei Oldenburg verehrt 



Peking. j^9 

altären für die Chen und Cheng), von dem (nur durch den Kai- 
ser nebst den Ministem betretbaren) Kiao, auf dem ßasen abge- 
steekt; umgeben. 

Statt Tschenyu (die weite Ausdehnung des Himmels be- 
zeichnend), dem Titel*) der (in chinesischer Nachahmung des 



(nach Rütlie). In tlie Kiiigsmill group dogs were kept for fighting (in cages). 
Wie auf den bei Rheinau (bei Schaffhaiisen) gefundenen Bronzebildern wird Tiior 
von den Wenden hermenartig gebildet. Mennor der Erste war genant dem diu- 
tische Rede got tet bekant. Die cymrischen Triaden nennen Menar oder Menyw 
Heil (den Alten) als einen der Erstgeborenen auf der Insel Prydain neben Tydain 
tadawen , der das Bardenthum einrichtete. Der Meder Harpagus schickt au Cyrus 
einen Brief in einem Hasenfell (s. Herod.). Daniel nennt in Babylonien vier 
Klassen von Gelehrten, die Casd im oder Chaldäer, die Ashshaphim oder Astro- 
logen, die Khartummim oder Schreiber und die Mcashshephim oder Wahrsager 
(s. Pusey). Nergal ist der babylonische Gott von Cutha. The Abyssinian Negus 
(King) became naqa in Achaemeuian Persian. Jnnuk (Mann) bedeutet bei den 
Eskimo zugleich (nach Egede) den Eiter eines Abscesses (und aus einem an der 
Wade gebildeten Abscess entstehen die Menschen auf der malayischen Halbinsel). 
Nach den Creek, Semiolen, Choctaw, Chicasaw leiteten sich die Natchez von dem 
Nnnne Chaha (hohen Hügel) im Thal des Big Black River her. 

*) Mahmud, Sohn Sebtegin's, erhielt vom Khalifen den Titel Sultan (Ober- 
herr). Die Russen nennen das eigentliche China (zum Unterschiede von den Tar- 
taren und Khatay) Kitai-kitai. Hamruti, der (H9 a. d.) das Land der Ighnren 
den Hiongnu entriss, liess durch seinen Feldherrn Likuamli den König der be- 
lagerten Yuen (in Tahia) enthaupten, worauf der ganze Occident zitterte (401 a. d.), 
nach den chinesischen Geschichtsschreibern (s. Visdelou). Panchn schickte einen 
Schreiber an das Mittelmeer. Khsliatrapa (S;itrap) auf der Inschrift von Behistun 
wird von Khshatram (Krone und Reich) und pa (Bewohner) abgeleitet (s. Rawliuson). 
Die für Dhulkarnaim's Erkundigungen ein Jahr das Meer befahrenden Leute trafen mit 
eiuem Schiff von jener Seite zusammen (nach Essamarkandi). Auf den Nicobaren 
wurde (nach Kazwini) Eisen zu Sclimuckgegenständen benutzt, wie sonst das Gold. 
Die mit der Insel Bertajil handelnden Kaufleute legen ihre Waareu an's Gestade 
und finden am andern Morgen Cariophyll, und als einst die glatten Leute mit 
durchbohrten Ohren angeschaut wurden, verschwanden sie, und der Handel war 
mehrere Jahre unterbrochen, bis die Muhamedaner zu dem alten Gehrauch zurück- 
kehrten (nach Kazwini). Ihren Vorstehern (Hendinen oder Aeltesten) gehorchten 
die Burgunder, so lange der llendin den Göttern gefiel, deren Willen ihr Überpriester 
(Senist) ans der Fruchtbarkeit des Jahres oder dem Glück der Schlachten erklärte 
/s. Hasse). According to Diodor, king Darius obtained, while living the appellation 
of Divus (s. Wilkinson). Nach Bethencourt residirte der Priester Johann in der 
Stadt Meli-e (Melli). Die Könige der Inseln Esselahi gaben den Königen von 

2* 



20 Zweites Kapitel. 

Tsem-li-kii-tii oder Himmelssobn bezeichnete) Fürsteu der Plionnit, 
nahm (402 p. d.) Tuhm (König der Gengeu) den Titel Khan 
an (von Dzingiskhan besonders verwandt, aber schon von den 
Tukiti verbreitet). Der König der Türken*) (Tu-kiu) betete Mor- 
gens die aufgehende Sonne, Abends den Mond an. Die Niutsche 

China Geschenke, da sie sonst Wassermangel leiden würden (narh Kazwini). Die 
Menschen mit Hunds- und Löwenköpfen auf der Insel Atwaran, die vor den 
Blicken der von Alexander gesandten Seeleute versrliwaiiden , gehörten zu den 
Jinnen, die sich auf die Inseln des Meeres zurückziehen (s. Kazwini). Hinter 
der Insel Elbunau, auf der sich das menschenfressende Volk glänzender Schönheit 
in die Berge zurückzieht, liegen zwei lange und breite Inseln, von einem uralten 
Volk schwarzer Leute mit krausem Haar bewohnt, die Menschen fressen (s. Kaz- 
wini). Der nach der Insel (Seksar) der Hundsköpflgen (die für Menschenfresser 
mästen) Verschlagene musste (nach Jakub ben Ishak) einen der schöngestaltigen 
Menschen, den er unter Obstbäumen traf, auf dem Nacken tragen (wie Siubad 
nach polynesischem Tabu-Gebrauch). Die Gesichter der röthlich gefärbten Leute 
auf der Insel Gaba finden sich auf ihrer Brust. Vor zwanzig Jahren befand sich 
im Besitz der Matalanim (auf Ascension in Mikrouesien) eine .Schiffsfigur, die einer 
chinesischen Djonke angehört zu haben schien (Biernatzki 1S59). Die den Menschen- 
kindern ähnliehen Leute unverständliclier Sprache auf der (vom Mahraj beherrschten) 
Insel Zabig (,Iava) springen von einem Baum zum andern (nacli Ibii Klfekih). 
Nach Zakarija ben Jahja reden die Papagelen auf der Insel Ezzabig in jeder 
Sprache. Die nackten Menschen auf der Insel Rameni oder Sumatra (niit grossen 
Schlangen) wohnen in den Bäumen (nach Ibn Elfekih). Wenn das Meer von China 
(s. Kazwini) in heftigem Wogenschwall ist, so erscheinen in ihm schwarze Indi- 
viduen (4—6 Spannen lang), die das Fahrzeug besteigen (Aethiopenkindern gleich). 
Unter ihnen giebt es auch eine Schaar von Leuten, die schwimmend an das 
Fahrzeug herankommen, beim Wehen des Sturmes, während das Schiff im Sturme 
schnell dahinfährt, Ambra gegen Eisen verkaufen und dies im Munde zu einer 
Insel tragen, auf der Leute mit schwarzem Kraushaar leben, die Menschen fressen 
und sie Glied für Glied zerlegen (s. Ethe). Abu Hamed, der Spanier, sagt: Ich 
habe einen Fisch in der Nähe der Stadt Ceuta gesehen, und das war der Spröss- 
ling des gebratenen Fisches, dessen eine Hälfte Moses nnd Josua gegessen, und 
dessen andere Hälfte Gott wieder belebte, und diese hat zur Verwunderung ihren 
Weg in's Meer genommen (Kazwini). 

*) Er sass stets gegen Norden gekehrt zur Linken. Nachdem der Chan neunmal 
der Sonne zugekehrt auf einem Filz getragen war, wurde ihm auf einem Pferde 
der Hals zugeschnürt und die Frage gestellt, wie lange er regieren wolle (wie bei 
den Chozaren) Alle Chefs versammelten sich an jedem Neumond am Hofe und 
alljährlich in der Stadt Lung-tsing zum Opfer. Auf ihren Fahnenköpfen fand sicii 
ein Wolfskopf und die Garde hiess Tu-li (Wölfe). Bei Feldzügen richteten sie sich 
nach dem zn- und abnehmenden Monde und begannen ihre Einfälle stets bei Voll- 



Peking. 21 

oder Kill wandten sich an ihre Vorfahren (des Kaisers) nur im 
äussersteu Nothfalle, um ihre Würde nicht zu belästigen^ vorher 



luunil. Wer im Frühling .uud Soujuier gestorben war, kounte erst begraben werden, 
wenn die Blätter von den Bäunjen fielen, und im Herbst und Winter nur, wenn 
die Bäume Blüthen trieben. Sie fingen das Jahr mit der Blüthe des Baumes an, 
kannten eine grosse Runenschrift und siegelten mit Wachs. Der Chan schickte jährlich 
Deputirte in die Höhleu seiner Vorfahren (Ergeneh kun), um das Andenken an 
die Wolfserzeugung seiner Vorfahren zu feiern. Payekhi (unter welchem die Hunnen 
von den Jeu-jan unterworfen wurden) nahm den Titel Chackan an (402 p. d.). 
Nach dem iSiege Tu-men (König der Türken) unterwarfen die Türken (Tukiu) die 
Jeu-jan (588 p. d.). Die unter dem Assenaa (Wolf) genannten Anführer in der Stadt 
Pin-leam (in Schensi) lebenden Türken (Tukiu) flüchteten (unter Schetsu aus der 
Dynastie der Siaupi) nach dem Altai (unter den Schutz der Jeu-jan) , wo sie als 
Waffenschmiede sich auszeichneten. Turnen (mit dem Titel Uohan), als Anführer 
der Türken, be.siegte Onowei, König der Jeu-jan. Tobochan (Bruder des Mukan- 
chan oder Dizabal) führte (572 p. d.) unter den östlichen Türken die Religion des 
Buddha ein. Tha-theu-chan oder Pu-kia-chan (Enkel des Turnen), Fürst der west- 
lichen Türken, bemächtigte sich (nach der Trennung von den östlichen Türken) 
des alten Landes der Usiun. Zum Unterschied von Chitai (Nord-China) hiess das 
südliche China: Madschin (dschiu). Zu dem Reiche der Charizinschahe (Charizin), 
das sich von Sihun (Sir-derza) bis zum persischen Meerbusen und vom Indus bis 
zum arabischen Irak in Adserbeidschan erstreckte, gehörten (XII. Jahrhdt.) die 
nach ihrem Stifter Seldschuk genannten Türken. Aus der Nachkommenschaft 
des Bürte-Tschino (Wolf) und Dubun Bajan (Dubun der Stier) trennten sich die 
Geschlechter Durban und Beyout. Unter den Stämmen der Tataren war der der 
Tntuckeliut der angesehenste. Das Volk Tumat hiess das Volk Berckut, weil 
ihre Wohnsitze auf dieser Seite des Selengah hinter den Oertern und Ländern 
lagen, in denen sich die Mongolen angesiedelt hatten, d. h. hinter Burckudschin- 
Tugrum. Die wilden Tataren (ürasut, Telengut, Sestems) waren den Mongolen 
ähnlich, kannten auch die Heilmittel der Mongolen und Krankheitsbehandlung. 
Ein Mädchen, dem die Eltern bei den ürjangckuts Pischeh (Wald Urjaugckutes) 
fluchten (dass sie Jemand gegeben werden solle, um hinter den Schafen herzugehen), 
erhing sich. Die ürjangckuts suchten den Donner durch ihr Geschrei zum Schweigen 
zu bringen, wogegen die anderen Mongolen sich während der Gewitter zu Hause 
hielten. Im Süden der Flüsse Hoangho, Liao-ho und Sira-Muran gründete Thai-tsu 
(der wunderbar geborene Sohn des Te-tsu-hoamti;, dessen Vater seinen Unter- 
thanen, den tungusischen Khitan, Eisen schmieden lehrte, als Sa-la-di), der (unter 
dem zum Chan ernannten Hentekin) mit dem Titel A-pao-khi (König) beehrt wurde, 
das Reich der Khitan und der Dynastie Leao (Eisen). Sein Nachfolger Thai-tsum, 
der Nanking zur Residenz erhob, eroberte (947 p. d.) Pien, die Hauptstadt Chinas 
(unter Kaiser Ssche-tschum-kuei). Die tungusische Nation Su-tschin (die Buchstaben- 
schrift und Gesetze besass) gründete die Dynastie der Kiu (Gold) mit Agutha, der 



22 Zweilc'S Kapitel 

dagegen an verschiedene Klassen der Götter.*) Der mongolische 
Kaiser Mangku eroberte (1248) Thibet. Kublai-khan bestätigte 



(1119) die von ihm erfundene Buchstabenschrift einführte, in Tschung-tu (kaiser- 
liclie Stadt des Mittelpunkts) und Peking residirend. Während der Siege der Kin 
wanderte Tuschi-Talgun oder Jelu-Tatsche (ein Verwandter des khitauisrheu Kaisers 
Jelui-jen-ki) nach Westen (II24), wo ihm der Statthalter als einem Ahkömmling 
des berühmten Apaki (Apaokhi) huldigte. Ein Reich gründend, das sich von der 
Wüste Schamo bis zum Amu-derja und von der östlichen Kette des Hindukush 
bis zum Westrande des kleinen Altai ausdehnte, nahm Tuschi-Talgun (1126 p. d.) 
in seiner Residenz Belasagun den Titel eines Gur-Chan an, als König von Ckara- 
chutai oder Ckaragitai. 

*) Der Kaiser der Kin ernannte (1172j durch Pateute den Gott der Weissen 
Berge, mit dem Titel Him-koue-lim-ymwam (der König, der das Reich gestärkt 
hat und Wunder wirkt), unter Erbauung eines Miao. Der Gott des Flusses 
Hoenthoumkiam, der dem Kaiser der Kin (11^5) eine Fürth gewährt hatte (im 
Kriege mit den Leao), erhielt sein Patent als Him-koue-ym-chimkum (der Herzog, 
der das Reich gekräftigt und die heiligen Gelübde erhört hat) 1185 p. d. Agoutha 
(Stifter der Kin und der östlichen Tartarei) besiegte die Chinesen durch Panzer- 
reiter. Neben den (in Seelen der Abgeschiedenen) vergötterten Menschen (Geuth) 
wird auf den Gilbert-Inseln die Gottheit des Tabuariki (heiliger König) verehrt. 
Augriouarioi und Lahkobardoi wohnten (nach Ptol.) zwischen Kav^cov §e rcüv 
nei^orcov' und ^ovrißmv, wie die Bourakterer zwischen Kav^oiv rcov fiiyiQcöv und 
Ecovrjßiov. Zu Hleidr (Leire) auf Seeland vereinigte der Fürst mit seiner welt- 
lichen Würde die Functionen eines Priesters, nach nordgermanischer Sitte (s. Maack). 
Scuto supposito wurde der Gothenkönig erhoben (nach Cassiodorus). Dani ve- 
nientes de Gothia (Chronica regis Erici). Dani Herulos expulerunt (Joruandes). Aus 
Mischung der Gothen uud Danen bildeten sich die Halfdanen. Von den Nord- 
germanen vertrieben, zogen die Dänen und Schonen nach Seeland. Etliche 
schreiben, der König (der Samojedeu) habe die Nasen und die Ohren mit Blei 
überzogen (s. Capel). BcMrjv, ßaaileos, fQvyioTi (Hesychius). Mit ßuh]v wird 
der Geist des Darius {aQ/CuTos) citirt (bei Aeschyl.). König Belus der Orkadeu 
(whose name is still to be seen, cut on a stone in the church of Birsa) fiel auf 
einem Zuge nach Schottland. Die Burbur sind Skythen Babylons. Joannes 
Bronston in suo Chrouico res tradit, Britonum regem Gurguneium, Beliui regis Bri- 
tanniae filium de Dacia redeuntem, apud Orcades insulas, quosdam Basclenses, de 
Hispaniae partibus advectos invenisse eosque locum habitationis petentes, in Hi- 
berniam tuiic vacuam transmisisse. Fuit autem Gurguntius fllius Beiini, fratris 
Bremi, (iallorum Seneuum Dacis, qui Romam cepit (Torfaeus). Dunovallus, rex 
Britanniae decimus, ab eo tempore, quo Roma a Romulo et Renio condita est, filium 
habuit Belum seu Belinum et Brennum, qui cum Gallis et Romauis pugnavit. 
Sein Sohn Gyrgoir (Gurguntius) traf (vom Kriege mit Dänemark zurückkehrend) 
bei den ürkaden hispanische Schiffe unter Partolauus, die er nach Irland schickte. 



Pekiug. 23 

die Anspriiclie des Papstes *) aufs Kloster Ssa ss kja in Tibet und 
verlieh diese Würde dem Klosterbruder Matichvaga oder Ssa ss kja 
Pandita, ihn als Oberhaupt der lamaischen Geistlichkeit und als 



Nach Calvisius kämpfte der Köuig der Orkadeu mit Sicambrerii oder Franken wegen 
verweigerter Scliwiegervaterschaft. Orcadenses Rege Helo in Albiam exsceudisse, 
Buchananus auctor est. Herraudus, Orcadiim Comes, qiii (Claudiani tempora) 
gothicum nouien gerit, illum Beins Soguiae (in Norvegia) Rex et Tliorstemus, 
Vikingi fliius, imperio spollerunt. lusiilas Rex ex indiviso praecepta. Murrough 
O'Flalierty nsed to get on the hill of Bunown, which haiigs over the sea, aud 
declare war agalnst all the potentates in the world, but especially against that 
pitiful, pcttyfogging town of Galway. Der König von Loango erlaubte alle Herrschern 
der Welt zu speisen, wenn sein Mittag beendet war, unter Trompetenschall. 
Die Gesetze von Bouny gehen von den Priestern aus, im Namen der Religion, so 
dass nicht der König befiehlt, sondern Juju (Troschel). Als es Sitte geworden 
war, die römischen Kaiser zu apotheosireu, meinte einer derselben beim Heran- 
nahen des Todes, dass er sich Gott werden fühle. Die ghassanidischen Fürsten 
führten den Titel Khayr al filyani (Bester der Menschen) ä I'imitation de titre 
d'Optimus donne ä des empereurs romains (Caussiu de Perceval). Beovaoder Beäva 
war ein Bienengott oder Bieuenvater, wie der griechische Aristäos, der auch für 
einen Gründer und Urheber erster Cultur gilt, und wenn dieser den Apollo, ver- 
tritt und bedeutet jener den Frey (Müllenhoflf). Dem Demetrios und seinem Vater" 
Antigonos wurde göttliche Ehre decretirt, als Ssoi acorrj^es, und ihre Priester fun- 
girten als Eponymen. 

*) Der tibetische PapstJ(Phgsspa oder der Hochwürdige) oder Dalai-Lama erhielt 
unter den kaiserlichen Gescheuken einen Jaspis-Spiegel. Von den vier Khanaten 
oder Reichen, in welche das mougolische Reich zerfiel, gränzte Juan an Tibet 
und seine Khane besassen daher die oberste Aufsicht über die Verwaltung dieses 
Landes. Um den Einfluss der den Juan engverbundenen Familie der Ssa sse kja 
zu schwächen, belieh Hongvu (von den Ming) drei andere Mitglieder der höheren 
tibetischen Geistlichkeit mit gleichen Titeln (1373 p. d.) und Kaiser Jonglo (1403 
bis 1425) ertheilte acht tibetischen Lama die köuigliche Würde durch den Titel 
Vang, indem er den Vornehmsten (obgleich nicht von der B^amilie Ssa sse kja) als 
Garma oder Patriarch auszeichnete. Als der Prälat von Ssa sse kja den Reformen 
des heiligen Thsongkhapa entgegentrat, stiftete dieser die Secte der Ge lugs pa 
(Tugendhaften) mit gelben Mützen. Als es den mit ^äntaraxita aus Sakhora 
gekommenen heiligen Mänuern nicht gelaug, die Irrlehren (in Tibet) zu unter- 
drücken , wurde (740 p. d.) Padmasambhava aus Udjäna (zur Bezwingung der 
bösen Geister) berufen, dessen Schüler Pagur Vairokaua oder Lo tsa ba tschen po 
(mit Hülfe von 1000 indischen Gelehrten) alle heiligen Bücher in's Tibetische 
übertrug (als der Kan-gjur oder Uebersetzung der Wörter). Nach Ssauang Ssetsen 
galt Padmasambhava für eine Verkörperung des Bodhisattwa Manju^ri. Der tibe- 
tische König (als letzter Kakravartin) Rat pa Tschan (eine Verkörperung des 



24 Zweites Kapitel. 

tributären Beherrscher Tibets anerkennend. Der Staat Petsi*) (in 
Korea) wurde (wie östlich Öinlo) von der japauesischeu Kiinigin 
Singukog'U (205 p. d.) erobert. In Petsi haben Viele von den 
benachbarten Wo den Gebrauch angenommen, ihren Leib zu be- 



Bodhisattwa Vajrapani) rief Bildhauer aus ludien und Erzgieser aus Nepal uach 
Tibet (IX. Jahrhdt.). Als die während der buddhistischen Verfolgungen nach 
Kham (der östlichen Provinz Tibets) geflüchteten Priester (mit Brom Bakschi oder 
Brom SS Ton) zurückkehrten, wurden viele Klöster gegründet (XI. Jahrhdt). Als 
der Abt des Klosters Ssa sse Kja Ansprüche auf die höchste geistliche Würde in 
der tibetischen Kirche machte, erhielt er eine Bestätigung seitens des chinesischen 
Kaisers. Die Vorgänger des Kublai-Khan (die den Buddhismus bei den Mon- 
golen einführten) betrachteten Christus, Moses, Mohamed und Sramana Gautama 
Buddha (Sogomom barkhan oder ^'äkjamuui burchan) als gleichberechtigte Pro- 
pheten. 

*) Die Koreaner veränd. rteu die von China erhaltene Schrift (374 p. d.). 
Nachdem die Religion Buddha's durch den Bonzen Molonaye in Kaoli (372) und 
in Petsi (384 p. d) eingeführt war, begründete der Bonze Mehotsu (aus Kaoli) 
den Buddhismus in Siulo (528 p. d.). Petso Schoug-ming-waug , der Vasallen- 
fürst des japanischen Monarchen in Petsi, schickte eine (in Vai^ali verfertigte) 
Statue Buddha's nach Japan, wo sie (während einer Pest) in einen Kanal geworfen, 
aber nach der Bekehrung des Mikado (853 p. d.) neu aufgestellt wurde (fi02) in 
Simmo. Die chinesische Schrift der Japaner ist der Fansi- oder indischen Schrift 
nachgebildet. Der Beherrscher (Ichi) des Reiches Fusang (mit dem adligen Tuilu 
in verschiedenen Klassen) kleidete sich in verschiedene Farben nach den Jahren 
des Cyklus. Im Osten Fusangs fand sich ein Reich der Frauen. Die Heiraths- 
lustigen (in Fusang) bauten vor dem Hause der Eltern des Mädchens eine Hütte 
und reinigten den Platz jeden Morgen. Die Schrift in Kavaudlia und Kashgar 
war indisch (zur Zelt des Hiuenthsang). Nach Hiuenthsang betrachtete sich der 
König von Khotan (das Gesetz Buddha's verehrend) als einen Abkömmling Vai^a- 
ravana's oder Kuvera's (welcher Gott in der vor-buddhistischen Zeit eine weit 
verbreitete Verehrung genoss in dem dortigen Reiche des Südens). Der Arhat 
Vairokana (aus Ka<:mira) bekehrte den König von Khotan zum Buddhismus (300 
p. d.). Als ein Khan der Türken das Kloster Navavihära (neues Kloster) oder 
Naukbehur (als der Feuertempel, wohin sich der altiränische König Lohrasp zurück- 
zog) bei der (zur Zeit lliuenthsang's) buddhistischen Stadt Balkh plündern wollte, 
wurde er durch die vor demselben aufgestellte Statue des Gottes des Reichthiims 
(Vaitjravana oder Kuvera)' gewarnt. Hiuenthsang wurde von dem Khan der Türken 
(am Issikul). die das Feuer verehrten, ehrenvoll aufgenommen. Die Schrift in 
Kuke (westlich von Kharashar) ähnelte der indischen (zur Zeit Hiuenthsang's). 
Die über Khotan und Jarkand bis nach China vordringenden Missionäre des Zo- 
roastrimus und Christeuthums wurden von dem buddhistischen Kaiser zurück- 
gewiesen (619—918 p. d.) 



Peking. 25 

malen (524 p. d.), wie in anderen Provinzen des Reiches Korea. *) 
Basnage lässt die zehn Stämme nach China (und Indien) kom- 
men. Das Seide prodiicirende Land heisst Zenia bei den Ar- 



*) Der nach der LufteiscLeiuung in der Grösse eines Huhnes geborene Sohn 
der Dienerin des Königs Toli wurde, weil, in den Stall von Schweinen und 
Pferden gelegt, nicht beschädigt, für einen Gott gehalten und herrschte (unter dem 
Namen Tung-ming) über das Reich Fu-yü (nach dem Tai-ping-yü-lan). Die 
Obrigkeiten werden nach den sechs Arten der Hausthiere benannt, als Makia (den 
Pferden Hinzugegebene), Nieu-Kia (den Kindern Hinzugegebene) u. s. w. (Pflzniaier). 
Bei Regelwidrigkeiten der Dürre oder des Wassers wird die Schuld (in Fu-yü) 
auf den König gewälzt, der abzusetzen oder zu tödten sei. Das Reich Fu-yü 
wurde (2% p. d.) durch Mu-yung-hoei (Fürsten der Sienpu) zerstört. In Sin-lo 
verständigte man sich durch Einschnitte in das Holz. InWo-tsin wird in Särgen 
(aus einem Baum verfertigt) begraben und nach Verwesung des Fleisches das 
Gebein in die äusseren gelegt. Die Bogen (in Weke) sind von Hörn. Der von 
der Tochter des Flussgottes, die die Strahlen der Sonne schwängerten, geborene 
Sohn Tschunüing (in einem Ei, das weder Schweine noch Kinder verletzten, die 
Vögel aber mit ihren Flügeln bedeckten) fütterte die Klepper des Königs von 
Fu-yü, während er die (ihm deshalb geschenkten) Renner abmagern Hess, und 
floh verfolgt (über eine Brücke von Schildkröten) nach der Stadt Hoschingko, wo 
ihn die drei begegnenden Männer (in hänfenem, genähtem nnd hörnernem Kleide) 
auf den Thron von Kaoli setzten (nach den chinesischen Geschichtsschreibern der 
späteren Wei). Wei-Kung, König von Kaoli, erhielt seinen Namen, weil er seinem 
Grossvater Kung ähnlich (wei) war. Die Höhe des heiligen Berges Si-tai (in 
Weke) darf nicht mit Harn verunreinigt werden. Die am Berge Vorübergehenden 
füllen die Erde in Behältnisse und führen sie fort. Die Bewohner Weke's (im 
Westen an Kitan gränzend) führten am chinesischen Hofe (.')ö9 p. d.) Waffen- 
tänze auf. Als König Wii das Haus Schang bewältigte, wurde auf den Wegen 
der Fremdländer im Osten des Meeres verkehrt Als König Tschong zur Herr- 
schaft gelangte, fielen sie von ihm ab. Der König eroberte ihr Land nnd brachte 
sie zur Unterwerfung. Deswegen kam Su-schin und wünschte ihm Glück. Die 
Bewohner von Sn-schin (dem Reiche Fu-yü seit dem Hau unterworfen) sind in 
der Schifffahrt bewandert nnd unternehmen gern Raubzüge. Sie werden von den 
benachbarten Reichen gefürditet, aber zuletzt waren sie nicht im Stande, die 
östlichen Fremdländer zur Unterwerfung zu bringen (Taipingyülan). Wenn der 
Kaiser wechselt, nimmt man von dem Baume Hiung-sien-ji (auf dem Berge Pu- 
hien) die Kleider. In Su-chin verfertigt man Tücher aus Schweinehaar. In Kao- 
keu-li dient Schweineflei^ch bei Festen. Kaiser Kaotsu schickte an Kienwn 
(König von Kaoli) Gestalten der Geehrten des Himmels (Thien-tsün-siang) und 
Gelehrte der Tao-Secte, um die Werke des Laotse zu erklären (625 p. d.). Wer 
die gestorbenen Eltern beklagt, gilt nicht für tapfer (in Su-schin). Die Leichen 
werden mit Wein begossen. In Weke kleidet man sich in Schweine- und Hunde- 



26 Zweites Kapitel. 

meniein. Ke-pin (Samarcand) bot (25 a. d.) in Cliina*) Unter- 
werfung an und Chakeen war (127 a. d.) nach Tawau (Sogdiana) 
gekommen. Panchaou (94 p. d.) speaks of Min-ke, Taw-le and 



pelze. Ueber Gräber wird eiu Dach gestellt. Die Menschen des nördlichen Wo- 
tsiü erzählen, dass in dem Meer das Reich der Weiber sich befinde, (mit einem 
göttlichen Baume, der die Hineinblickenden gebären macht) heisst es im Buche 
der späteren Han (s. Pflzmaier). Die (an Yiliü gränzenden) Einwohner des nörd- 
lichen Wü-tsiü (Tschi-keu-li) haben Freude daran, die Schiffe zu besteigen und 
anf Seeraub auszuziehen (nach den Denkwürdigkeiten der Wei). Die Greise (im 
nördlichen Wo-tsiü) erzählen, dass Menschen des Reiches einst ein Schiff bestiegen, 
um Fische zu fangen. Von einem Sturm überfallen , wurden sie durch mehrere 
Zehnte von Tagen fortgetrieben und erreichten im Osten eine Insel. Auf der- 
selben waren Menschen, deren Sprache ihnen unverständlich war. Daselbst herrschte 
der Gebrauch, regelmässig im siebenten Monat des Jahres eine Jungfrau zu 
nehmen und in das Meer zu werfen (nach dem Taiping yülan). Man erzählt 
ferner, dass sich noch eiu Reich in dem Meere befindet. Daselbst giebt es nur 
Weiber und keine Männer. Man fand ferner ein Leinenkleid , dessen beide 
Aermel zwei Klaftern lang waren. Man fand ferner ein zerstörtes Schiff zui 
Seite der hohen Meeresufer. Auf demselben war ein Mensch , an dessen Halse 
sich ein zweites Augesicht befand. Man sprach mit ihm, aber man verstand ihn 
nicht. Er nahm keine Nahrung zu sich und starb (s. Pfizmaier). Mexicanische 
Steinflguren tragen eiu zweites Gesicht am Halse. 

*) Os romeiros , que aqui (uu Vico de Adaö in Ceilaö) concorrem, nao so 
Geutios, mas ainda Mouros, desda Persia ate China, chegaudo ä aquella riacho, 
puriflcamse, com suas ceremonias, e vestemse de roupas novas. Die Eingeborenen 
erzählen, dass eiu König (que reinava sobre todo este Orieuto) auf sein Gebet 
einen Sohn erhielt, von dem die Astrohtgen vorhersagten, que seria santo e se 
fario peregrino (a que elles chaman Jogues). In Folge dessen richtete der König 
eiueu Palast mit weiten Gärten für ihn ein, als er aber später (bei einer Aus- 
fahrt) einen Krauken, Alten und Todtea gesehen hatte, Ihe appareceo em visaö 
hum Santo em flgura de peregrino e queo persuadira ao desprezo do Mundo. 
Nachdem er sich in die Eiusamkeit zurückgezogen, besuchte er später die Insel 
Ceylon (mit seinen Schülern), wo er als Gott verehrt wurde, und auf die Bitte 
ein Audeuken zurückzulassen, seinen Fuss in den Fels eindrückte. A este Prin- 
cipe nomeam suas historias por muitos nomes, o seu proprio era Drama Rajo, 
o porque foi conhecido, depois que o tiveram por santo, he o Budaö que quer 
dizer sabio (s. Diogo de Couto). Sao todus homens (da Ulia de Java) mui exer- 
citados na arte da navegaijäo, em tauto, que se tem por mais antigos nella que 
lodos ainda que muitos dam esta honra aos Chiuos, e afflrmam procederem, delies 
os Jaos, mas he certo navegarem estes .ja ate o Cabo de Boa Esperanca e tenemo 
communifäo na Ilha de S. Lourenco da banda defora aonde hai muitos naturaes 
Bassos e Ajavados, que dizem procederem dclles (Couto). Die Schiffe des Jorge 



Peking. 27 

A-se (ßokhara) auf dem Wege nach dem nordischen (caspiscben) 
Meere (s. Martin), üer König von Tientse schickte (159 p. d.) 
Gesandte nach China. Bei der unter Yao aufgezeichneten Fluth •••) 



de Menezes (auf der Kelse von Malacca nach den Molucceu) wurden iu der Nähe 
von Ternate (purque as aguas por antre aquellas Ilhas corriam pera o Levante) 
iu einer Windstille levados ate os langarem föra de todos as Uhas em hum golfo 
de mar niui grande, onde Ihes deo hum temporal mui grosso, com que forani 
correndo quasi perdidos algunas dias, ate haverem vista de hunia terra que Hies 
pareceo 11ha. Logo vieram algunas embarca^oes a elles eu que viuham alguns 
homems muito pretos e de cabellos revoltos. Diziamque pela terra deutro havia 
ua^oes que comiam geutes. Aqui viram os nosses alguns dos naturaes assi homems, 
como mulheres, täo alvos e louros como Alemäes et preguutando como se cha- 
maiam aquellas gentes, disseran que Papuas, sagt Conto, der meint, dass es die 
von Marco Polo erwähnte Insel Lochac gewesen sei. Mungel Chan, Sohn des 
(Sohnes des Gunchau) Hiel-dux-Chan (que nasceo cum huma estrella na testa), 
war (unter den Mongolen) Grossvater des Hil-Chan , zu dessen Zeit reinava na 
Provincia Tataria (von Tartar, Bruder des Mongal, herstammend) hum Senor cha- 
mado Feridun (s. Conto). Hum Bispo Armenio de Babylonia (que na Cidade de 
Meliapor foi preguutado) diz, que S. Thome se passära (de 8acotora) as Rcyno 
de Narsiuga e na Cidade de Meliapor flzera muitos Christiäos, e depois de gastar 
alli alguns annos se fora pera as partes da China, e que estivera em huma Cidade 
chamada Cambalia, aoude hum Key residia, e que alli flzera grande Christandade, 
e alevantära Templos e que dalli se tornara a Meliapor, aonde fera morte 
(s. Couto), Nach Antonino (Erzbischof in Florenz) liess der Preste Joäo (Hunchau) 
oder Jüvano (vom Propheten Jonas genannt) sich stets ein Kreuz vortragen, beim 
Ausreiten. Die Flotte Pegu's wurde durch Camöes und Pinto verhindert, gegen 
den König von Arracan auszulaufen. 

*) Aus der die Insel Prydain zerstörenden Fluth retteten sich nur Dwyfau 
und Dwyfach (nach den Triaden). Das Schiff Nefydd Naf Neiflon rettet (in Wales) 
die Geschöpfe, als der gehörnte Stier (ychain bannog), der mächtige Hu, den 
Biber (Avanc oder Krokodil) aus dem See' Llyun llion zieht, damit er nicht über- 
schwemme. Das durch Prarazima's Nussschale aus der Fluth gerettete Paar 
sprizt neunmal auf die Knochen der Erde, worauf die neun Geschlechter der 
Litthauer entstehen. Theuiis befiehlt Deukalion und Pyrrha, die Gebeine ihrer 
Mutter hinter sich zu werfen. Jede Periode (Mauwantara) in Indien endet durch 
eine Pralaya (Umkehr). Die nach dem Untergang der Pharaonen über Aegypten 
herrschenden Banu-Delukah bewirkten den Zusammenbang des mittelländischen 
und schwarzen Meeres, um sich im Kriege mit dem Könige von Rum zu scliützen 
(s. Kazwini). Während Menys, Vater der Pedias (Gemahlin des Craiuius) iu Attika 
herrschte, brach die deukalionische Fluth herein. Pan^an (fünf) von pac (pancäte), 
ostendere, indem mau die ausgestreckten Finger der Hand zeigt. Die Zahl eins 



28 Zweites Kapitel. 

soll der gelbe Fluss seinen Lauf nach Peteheli verlassen haben, 
um nördlich von Kiang'-sou zu münden. Das Thal des Yan- 
tzekiang (ßlauflussesj ist besonders durch seine Wasserbauten 
ausgezeichnet. 

In einer andern Richtung liegt vor der Stadt der Tempel 
der Erde*l Ti-tau). Schun opferte auf dem Berge Tai-tsong 
dem Ersten der Jo. Dann wurde ein Tempel des Himmels er- 



drückt (nach Kopp) (las Proiiomeu der dritten Persou aus, indem man beim Zäiilen 
an den Fingern begann, mit dieser da. Die Abiponen nannten vier geyenknate 
oder Stransszehen (als vier). Das nubische werka ist ourka (Kopf), wie das Bul- 
lom Nimbull von Bull (Kopf) mit uim (Zahlpraeflx) kommt und chinesisch ny und 
eiil (zwei) die Ohren bezeichnet. Au sanscrit druh (deinoii) au (daus le Veudidad) 
druj (draug, larva, maues, en scandin.) r^poud l'anc. all. triugan (fallere, fraudare) 
und Kuhn verbindet die TeJ.yjfes (von d'sXyco, nnire). Un corre'latif du deuion 
Indien druh est le lithuanien drügis, fievre et surtout frisson frebrile (Pictet). 
Un dragon cheval, qui sortit du fleuve Hoangho, porta sur son dos la table de 
Ho-tou, d'apres laquelle Fohi forma les huit Koua. Yu travaillant ä l'e'coulement 
des eaux du deluge, une divine Tortue, nomme'e Hi. se presenta ä Uli, portaut 
sur son dos (dans le Lo-chu ou ecriture sortie du fleuve Lo) des traits au nombre 
de neuf, ce qui donua occasiou ä Yu de faire ce que les Chiuois appellent les 
neuf especes. Le Ho-tou est l'origine de l'ecriture et Lo-chu est l'origine des 
Sciences, de la Morale et du Gouvernement. Les Chinois combiuent ensemble 
ces deux flgures. 

*) Nach der alten Ansicht haben die (iötter ihren Wohnplatz nicht in dwu 
Himmel, der sich als gewölbtes Dach über die Erde erstreckt (von Gaia als ge- 
stirnter üranos zu ihrer Decke geboren), sondern auf der Erde selbst, auf den 
Gipfeln des Berges Olympos (Schoemann). Nach Hesiod assen die Menschen früher 
am Tisch mit den Göttern. Wie mit Chaos bezeichnet der Römer die Luft als 
inane , weil ohne Widerstand für alle Dinge offen. Von dem aus dem Chaos 
(s. Hesiod) hervorgehenden Wesen repräsentirt Gaia mehr das Materielle , Eros 
das Seelische. Der am westlichen Erdrande (mit seinen Töchtern) wohnende 
Okeanos besucht (auf einem Flügelpferde oder einem Hippogryphen) den an- 
geschmiedeten Prometheus. Hyperion (der in der Höhe Wandelnde) ist (nach 
Hesiod) Vater des Helios. Chia, Bochica's Frau, verwandelte sich in den Mond. 
In der Theogonie (Hesiod's) schleudert Jupiter den atc/nov, der zehn Tage braucht, 
um auf die Erde zu fallen. Some (of the Zulus) say, ükunlukulu caaie from 
beueatb, and another descended from above on a fog (s. Callaway). Nachdem die 
Titanen durch Zeus aus dem Himmel (wo sie früher herrschten) vertrieben waren, 
gebar die Erde (aus den mit Kronos' Samen bestrichenen Eiern im Arimerlande) 
den Typhoeus, welches Ungethüm Worte ausstiess, bald in der Sprache der Götter 
(für die Götter verständlich lautend), bald thierische Laute. Als Zeus die gött- 



Peking. 29 

richtet und daneben eine heilige Stätte für Sehe (den Erdgeist). 
Der Cultus Sche-tsi gilt den Genien des Ackerbaues^ der Ahueu- 



lichen Köpfe in Brand gesetzt, fahren Flammen ans dem Leibe des Gebieters 
(nach Hesiod). Nach seiner Vermählung mit Hera (als letzter Gattin) zeugt Zeus 
noch mit Maya (Tochter des Atlas) einen Sohn. Den Chariten, die zu Pausanias' 
Zeit durch Statuen (früher als vom Himmel gefallene Sterne) verehrt wurden, 
ward in Athen ein Geheimdienst erwiesen. Der Erstgeborene, dem sich die 
übrigen Familienglieder unterordneten, hiess (bei den Etruskern) Lucumo oder Lar 
(und in Tahiti). Tiirres, ut Aristoteles ait, Cyclopes invenerunt (Plin.). Der Erbauer 
der von ihrer kreisförmigen Gestalt benannten Kyklopenbauteu wurde Kvy.lcoTtes 
(KvxxoTtes) genannt, und dann als Rundungen erklärt (s. Schoemann). Aus Zorn 
über des l'rometheus List lässt Zeus von Hephästos das erste Weib schaffen (in 
der von Epimetheus aufgenommenen Pandora, als "Werk aller Götter), die Ahn- 
mutter des ganzen Weibergesc.hlechts, von der alle die aus dem Zusammenleben 
mit Frauen fliessenden Leiden über das Menschengeschlecht kamen, das früher 
davon freigeblieben war (Schoemann). Nach Plato fand die Fortpflanzung der 
Gattung früher ohne geschlechtliche Zeugung statt. Die Auseinandersetzung der 
Götter und Menschen fand zu Mekone statt. Idyia (die Kundige) war Mutter der 
Kirke. Nach Khodji Raschid-ed-din theilt sich das Land der Franken in Ala- 
mania, Afranna und Andalous. Die Hauptstadt Roumia war durch Saturnns 
(Nemrod) gegründet (vor seinem Sohn fliehend). Wie die Semgallen von dem 
Festungsbau (mit der Kirche des Meinhardus) in Livland vernahmen, wollten sie 
es nicht leiden, und weil ihnen der Gebrauch des Kalks unbekannt war, ver- 
meinteti sie, dass das Schlo'JS zu Üxkul nur von losen Steinen also aufgebauet 
wurde. Kamen derentwegen mit laugen Stricken und Tauen angezogen, vermei- 
nend, das angefangene Werk in die Düna zu ziehen, wurden aber von einigen 
teutschen Bogenschützen dermassen (1168) bewillkommt, dass sie von ihrem thö- 
richten Vorhaben ablassen und mit Schanden wieder zurückkehren mussten (Hiärn). 
Bei einer Sonnenflnsterniss in Esthland wurde der Missionär Theodoricus be- 
schuldigt, die Sonne gefressen zu haben. In qua (civitate Pirisabora) excellebant 
minae murorum, bitumine et coctilibus laterculis fabricatae, quo aedificii genere 
nihil esse tutius constat (Amm. Marceil.). Cujus in medio (des Thaies am Flusse 
Naharmalcha zwischen Euphrat und Tigris) diversorium opacum est et amoenum, 
gentiles picturas per omnes aedium partes ostendens, regis bestias venationi mnl- 
tiplici trucidantis, nee enim apud eos pingitur vel flngitur aliud praeter varias 
caedes et bella (Amm. Marcel!.). Elephantis isidentes magistri manubriatos 
cultros dexteris manibus illigatos gestabaut, um (wenn die Elephanten erschreckt 
sich gegen Shapur's eigenes Heer wendeten) vertebram qua caput a cervice dister- 
minat ictu maximo zu zerschmettern (s. Amm. Marc), wie mit Hasdrubal's Meissel 
in der Schlacht von Metauros. Auf dem mit der Trophäe eines Elephanten be- 
kleideten Kopfe des Demetrius (der Medaillen) stellt sich der Rüssel in Gestalt 
der Aspis dar. 



30 Zweites Kapitel. 

ciiltus wird im Miao, dem Tempel der sieben Generationen, voll- 
zogen. Ein hoher Triumphbogen führt zu der Mauer, die den 
Area nmschliesst. Durch das Thor betritt mau einen mit wohl- 
riechenden Kräutern gefüllten Raum, zwischen denen gepflasterte 
Wege hinführen. Häuser, mit Dächern aus grünen Ziegeln, 
stehen an Hofzäunen. Unter Triumphbogen führt die Strasse zu 
einer viereckigen Plattform, die, in Treppen aufgestuft, von zwei 
braunen Mauern mit gelben Ziegeln umgeben ist, der äussere 
"Wall ist an jeder Seite 310 Fuss lang, der innere 240 Fuss, 
die Plattform 68 Fuss, der Raum zwischen dem ersten und zwei- 
ten Hof 580 Fuss lang, der zweite (iO Fuss, dann führen Stufen 
empor, und nach 20 Fuss noch zwei Stufen (neun im Ganzen) 
zu der Terrasse der Plattform. Am Fusse der Plattform , mit 
Wassergruben, stehen Marmorvasen, um darin die Opfergaben 
an Holz niederzulegen. Ein hoher Eisenrost steht zur Seite, um 
das Weihepapier zu verbrennen, und bedeckte Löcher waren 
gegraben, um dort die Aschen des verbrannten Papieres zu ver- 
scharren. Eine der vier Aveuuen, die auf die Plattform zuführen, 
kommt an ein verziertes Gebäude , das dem Kaiser zum Sitz 
diente, und weiterhin steht für sich abgeschlossen das Ruhe- 
zimmer. In anderer Umzäunung finden sich die Vorrathshäuser 
für die gebraucliten Werkzeuge, und eine Umzäunung daneben 
enthält unter einem Doppeldache sieben Bronze-Kessel, um die 
Opfer (14- Schafe, 14 Schweine und 14 Kühe) zu waschen und 
zu schinden. Schweine und Schafe werden mit dem Messer ge- 
tödtet, die Kühe bei Seite geführt und dort erst durch einen 
Sclilag betäubt. Hinter diesem Gebäude sind in einem niedrigen 
Auswurf zwei grosse Kessel eingemauert, die dazu dienen, das 
Wasser zu sieden , das dann durch R()hren zu den Kesseltöpfen 
geleitet wird. Nachdem den Opfern die Haut abgezogen ist, 
werden sie von dem Kaiser besichtigt und dann fortgenommen, 
um unter Mandarinen niederen Ranges und Coolis zum Essen 
vertlieilt zu werden (beim Jahresfest im Erdentempel). 

Auf dem Rückweg besuchten wir Buchläden. In den Ess- 
liäusern sitzen die Gäste um Tische. Eine Steinbrücke trug 
Löwen zur Verzierung. Auf den Giebeln mancher Häuser finden 
sich kleine Nischen mit springenden Löwen. Von den vergol- 



Peking. 3l 

deten Pfosten hängen Schnüre in die Strasse hinal). Durch die 
Thore des Palastes blickt man auf Gebäude zwischen einer 
spitzen Steinbriicke. 

Im Hofe des Tempels von Lung-fii-tzü waren Holzbuden 
aufgestellt, für die Kirmes am nächsten Tage. Die Tempel- 
baulichkeiten folgten in Höfen nach einander, mit den Priester- 
zellen an den Seiten. An der Rückseite; durch einen engen 
Pfad abgetrennt, findet sich der Raum für die Nonnen. Im 
ersten der Tempel sitzen drei kreuzbeinige Buddhas *) in riesiger 



*) L'essenza di qnesto lor Dio (rli'adorano i Thibettani) e unita al eorpo e 
questo corpo e d'uua pietra pretiosa <i guisa di cristallo o sia di splendidissiuio 
diamaute ed ad mettono questo corpo, prechi^, cimo si e. detto, l'anima sola uon e. 
capace ne di godere, ne di peuare, sagt Horac. de la Penna von der biiddhistisclieu 
Trinität in Tbibet. Whoever draws the blaok bit (on tlie Beilteine or Bel's Are) 
is the devoted person (in the Highlands of Perthshire), who is to be sacriflced 
to Baal (or Bei), whose favour they mean to implore, in rendering the year pro- 
dnctive of the snstenance of man and beast (conipelling him to leap three times 
throiigh the flames (1794). So opferten die Aseu dem bejammerten Baldiir (wie 
später Freya's Körper verwahrt wurde). Cair (in Gaelic) is a fortifled place 
(Kartha). The image honored (by the priests of Alopun) was the Trnine, rayste- 
rious in Substanre, eternal, true Lord Aloho ((Jod). Some say this is the ancient 
religion of Syria, writes Tseen Tahiu (s. Wylie). Tay ousauvan is an expression 
belonging to that religion. The Are proof cloth is a cloth that can be cleansed 
by Are. To ideutify the sect of the illustrious Religion (of Fuhlin or Judaea in Tat- 
sin or Syria) the Tseen yen Appendices suppose, that the proper word for their name 
was „ping" (illumiiiation from Are). But as tliis Charakter formed the name of one 
of the emperor of the Tang, accordiug to Chinese custom , no one eise was per- 
mitted to use its, and lience they substituled „king" (illustrious), a word of similar 
import (s. Wylie). According to the Yinghwan che leo the illustrious religion 
is the sect of Are worshippers (s. Wylie). „It is not the Are-sect, it is not the 
Teen (heaven) sect, it is not the Buddhist sect, in Ane there is no name by which 
to classify this religioii," Is said in the Yinghwan che leo or Compendious de- 
scription of the world about the tablet recording the propagation of the Illustrious 
religion in China, as related by King-tsing, a priest of the Syrian church (781 p. d.). 
„For the Persians in worshipping the spirit of Are, adhere to their ancient usage, 
while Buddhism was practised in India, it was their neighbour on the east, and 
the religion of the Spirit of Heaven, prevailing in Syria, was their neighbour on 
the west, so that in the Time of the Tsang-dynasty, the Roman catholic religion 
being then flourishing in Syria, it was the craft of the foreign priests, to drag 
the three religions into cnmbination and invent the name of the illustrions 



32 Zweites Kapitel. 

Gestalt, Shisefot iu der Mitte, Si-Sbisefot zur Rechten, Tung- 
Shisefot zur Linken, mit zwei Figuren tlazwiseben stehend. An 
den Seiten stehen zwei Figuren von Lotenwa (mit Blättersehnmck 
des Kopfes), und an der Wand sitzen 18 Figuren von Lohan 
(9 an jeder Seite). Der äusserste rechts lässt die Füsse hängen, 
einen Tiger haltend, der äusserste links lässt einen Fuss hän- 
gen, einen Becher haltend, die anderen sitzen mit gekreuzten 
Beinen und vor ihnen auf der Erde stehen die dicken Schuhe*) 
chinesischer Form. Peking heisst Chun-tien-foo, die im Gehorsam 
zum Himmel verharrende Stadt. Durch den Thorweg betreten 
wir die kaiserliche Stadt, die durch eine Mauer umschlossen ist, 
während gegenüber ein anderes Thor den Palast abschliesst. 



religion in order to exalt themselves, so that the Chinese, not nnderstauding their 
origin and ramiflcations, might he blindly led to adopt their faith, thus verifying 
the sayiug of Changle, tliat they are only desirous of hearing somethiug stränge" 
(s. Wylie). „Among the miscellaiieous foreigners who arrived, tbere were the Ma- 
uicheans, the Ta-tsin (Syrians^) and the worshippers of the Spirit of Heaven," says 
(9*1^ Century) Shoo Ynen-yu. In the edict (issiied 1012) it was (according to Tsih foo 
yuen kwei or National Archives) said : ,The religion of the Persian classics, having rome 
from Syria, has now been long handed down and practised in China. When its 
notaries flrst erected temples, they gave tbem their own national name. Hence- 
forth to enable others to trace their origin, let all the Persian temples, belonging 
to the two oapitals, have tlieir name changcd to that of Syrian temples, and let 
this be complied with through all the provinres of the empire." On the death 
of Kaou-tsung, bis empress Woo (called Tsih teen) assumed the crown and (ba- 
nishing the rightfiil their) fixed her resideuoe in Lo-yang (changiug the name of 
the dynasty from Tang to Chow). Having been before a buddhistie nun, her 
partiality for Buddhism soon developed itself. Much of the State revenue was ex- 
pended in building religious houses and casting brazen Images, and it was only 
at the importnnate solioitation of the minister Teih Jin-kee (who, imploring not 
to destroy the national welfare, threw hiniself on the ground before her), that she 
was dissuaded from going in State to visit a pagoda, containing relics of Buddha 
at the request of a foreign priest (s. Wylie). 

*) Bharata stellte Rama's Schuhe auf den Thron, als dieser, durch seinen 
Vater Dasaratha, Sohn Ragu's, verbannt (weil er, das Geräusch eines Wasserkruges 
für das eines trinkenden Elephanten haltend, den Sohn des blinden Eremiten, 
der sich mit seiner Gattin auf dessen Scheiterhaufen verbrannte, getödtet hatte), 
die Rückkehr verweigerte. Magnus of Norway sent his sandals to Muircheartach, 
king of Irelaud, ordering him to carry them on his Shoulders in the palace, before 
the ambassadors, as an ackuowledguieut, that he was subject to king Magnus. 



Peking. 33 

An den Ecken der Mauer, sowie über den Eingängen erhoben 
sich Festungsthürme. Ueber die Gärten schauen Kiosk und 
Pavillons von künstlichen Erhöhungen herab. Eine Stupapagode 
zeigte die Pumpkinform. Im Wolkenterapel, zu dem ein Vorhof 
führte, sass zwischen zwei weissbärtigen Begleitern der Gott 
der Wolken (Yün-shan). Ueber der Thür stand geschrieben: 
Tschug-sö-tschau-yan (wenn die Sümpfe trocknen, blinken die 
Wolken hervor). An derselben Seite des Palastes findet sich 
der Tempel des Windes, auf der andern der Tempel des Don- 
ners*) (Leishan) und Regens. Ausserdem enthält das Innere 
des Palastes den Tempel des Lichts und den des Pferdegottes. 
Ausserhalb der chinesischen Stadt stehen die Tempel der Sonne 
und des Mondes. Im Windtempel sitzt hinter einer Tafel eine 
schwarzbärtige Figur, als Mandarin dargestellt, zwischen seinen 
Begleitern, die Schreibmaterialien, Waffen, Beamtenauszeich- 
nungen u, s. w. tragen. Ueber der Thür steht geschrieben: 
Chicho chai heh (aus harmonischer Einigung leuchtet Wohlsein 
hervor). In Zeiten der Dürre sendet der Kaiser einen Mandarin 
zum Regentempel, um dort zu beten, und geht nöthigenfalls selbst 
zum Tempel des Himmels. Im Wiudtempel trägt einer der Be- 
gleiter (mit zwei Hörnern) einen Sack, der die Winde enthält, 
auf den Schultern. In einer Schule wurde Chinesisch und 
Mandschu gelehrt. Zwischen den Mauern der Tempel, deren 
gelbziegelige Dächer herüberblickten, führen Strassen hin. Dem 
Tempeleiuschluss gegenüber mit verbotenem Eingange wohnen 
die Priester (Ho-shang). In den Stuben der Priester (meistens 
Mongolen) lagen in Glaskasten viersprachige Religionsbücher 
(über Amita). Ein anderes Buch war betitelt: Titsan Pusah 
Pan Jüan king, das Buch der wahren Wünsche (um die Mensch- 



*) Da nach den Fulgnralbüchern die vom Blitz getroffene Erde nicht mit 
den Füssen betreten werden durfte, errichtete man darüber einen in der Mitte 
durchbohrten Altar, als Puteal , oder (wegen des Opfers eines Schafes) Bidental, 
von einer Einzäunung umgeben. Der etruscische Blitzkundige Aruns begrub 
fulmina in lapides transflgurata in lapides. Le vieux min^ralogiste grec Sotacus 
(et Pline apres lui) distinguent cinq varietes de l'aimant dont les unes sont mäles 
et les autres femelles (Martin). 

Bastian, Reise. VI. 3 



34 Zweites Kapitel. 

heit zu erretten*) des Bodhisattwa Titsan (in 3 Theilen). Er 
kam von Slam (Sienlo) als Sohn des dortigen Königs, und herrscht 
über das Höllenreich der Unterwelt. Auf einem Gemälde sitzt 
Titsan vor dem in Lehrerhaltung dargestellten Buddha Shikiafoh, 
in einer Versammlung der Götter, Engel und Menschen. An der 
Wand hing ein Bild des rothgekleideten Pan-kwo, ein Schwert 
liervorziehend. In einem nahegelegenen Tempel fanden wir die 
Eingangsthür der Halle mit fünf Schlössern geschlossen, und 
fünf Priester, die über ihre weissen Beinkleider (und Stiefeln) 
ein gelbes Seidenkleid**) trugen, kamen jeder mit seinem Schlüssel, 
um zu öft'nen. Im Innern sass Chao foh (mit einer Krone auf 
dem Haupt) zwischen zwei stehenden Begleitern. An jeder Seite 
enthielt eine Nische die Figur des kurz-kraushaarigen Amitablia. 



*) Das Gebet, das auf religiöser Erfalining beruht, setzt nach dem Theismus 
einen Gott voraus, der den Weltverlauf in seinem naturnothwendigen, gegen sitt- 
liche Zustände rücksichtslosen Gange anhalten und abändern könne (s. Lang). 
Als Luther bei der schweren Erkrankung Melanchthon's „dem Herrgott den Sack 
vor die Thür warf und ihm die Ohren rieb mit allen Verheissungen seines Worts"» 
genas Melauchthon. Die zukünftige Verkörperung Vishnu's (im zehnten Male) 
als Kalkin ist im Mahabharata erwähnt, aber *rst in der Periode der Purana aus- 
gebildet. Wegen des Uebergewichts des Duhshamä (des unheilvollen Zeitalters) 
wird nach dem Tode des Königs Rhävada die Macht der Mudgala (Mongolen) mit 
Gewalt die Erde überschwemmen. Mudgala bedeutet im Sanskrit den Sohn des 
altindischen Königs Harjafva und den Stanunvater eines Geschlechts, einen Muni, 
dessen Gattin Indrasena hiess, nach dem fabdakalpadruma. Der Raubzug der 
Mudgala (Hammer) nach Sarashtra-Lata bezieht sich auf den Feldzug des Ghaz- 
neriden Mahmud (1025 — lO'iß), der den Tempel zu Somanath plünderte und auf 
dem Rückzug nach der Hauptstadt Analavata gelangte. Mahmud von (ihazni ver- 
nichtete den Tempel Balarama's und Krishna's in Mathura. Die Buddhisten, in der 
Umgestaltung der Geschichte des Surjavaiica (Sonnengeschlechts), stellen Maha- 
sammata an die Spitze und errichten 428 Dynastien bis Ixvaku in der Asankheja- 
* Periode. 

**) Zur Zeit .Justinians wurden (nach Procop) Eier der Seidenwürmer von den 
Serindern gebracht. In „Ind", ,,And'" liegt das Innen oder Drinnen der Ein- 
geborenen oder Natives bei Inder und Sinder, auch mit anderen Ländern ver- 
bunden, wie bei Serinder oder Bewohner des Sererlandes, ähnlich den Natives of 
Australia, the Islands u. s. w. Les cheveux, reduits ä la longueur des deux doigts, 
se lournant vers la droite, resterent appliquees sur sa tete, ce fut lä leur longueur 
jusqu'ä la flu de ses jours (s. Bournouf), sagt die Laiita vistara von Buddha, beim 
Abhauen seines Ilaares im Walde. 



Peking. 35 

Vier muskulöse Figuren von Bodbisattwas (mit verziertem 
Lendentuch und einem Kopfschmuck aus Blättern) standen auf 
beiden Seiten zwischen Bäumen. Neun Figuren der kahlköpfigen 
Lohan (in langen Gewändern) sassen (an jeder Seite) längs der 
Wand. Vier Reihen von Kisten (Tanchang) waren zugespitzt 
über einander gestellt für Opfergaben und mit Blumen überstreut. 
Lampen brannten ringsum. Die Thürinschrift besagte: „Die 
kostbare Gnadenhalle." Im Hofe stand eine Kürbispagode 
(Suburug oder Paita), mit Thurmspitze darauf. Die zu dem 
Tempel aufführenden Treppen wurden in zwei Hallten getheilt 
durch schmückendes Schnitzwerk ^von Drachen, Arabesken u. s. w.) 
an einer geneigten Steintläche. In der nächsten Halle sassen 
(mit kurz geschorenem Haar) die drei Buddha (Sanche julai) der 
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (Bogan Chagon Borglian). 
Vor dem mittelsten stand in einem Glaskasten das vergoldete 
Figürchen des Ayötzö (des Bnddha's hohen Alters) in Schmuck- 
kleidung und bemaltem Kopfputz. Die Wand umgaben die 
Ersehe tschu tien, oder die zwanzig (indischen*; Gottheiten, 



*) Dans les premiers äges du nionde vivaient les Dänavas ou Titans, bien 
difflciles ä vaincre par les armes, nommes atissi Kaleyas (les noirs o« les fils de 
Kali), qui soiis la conduite de leur chef Vritra, se riierent (avec des armes de 
toutes sortes contre les Dieux (selon le Mahabharata). Indra, cherchant le dieu 
supreme et r.reateur, Brahma, pour des conseils, fut instrnit, de demander (pour 
le bien des trols mondes.) les os du sage austere, Dadhitchi, plein de g^nerosite. 
A. la demande des dieux (qui le visitf'rent dans son ermitage) le sage abandonna 
son propre corps et les immortels donnerent les os ä l'artisan di-viu Tvachtri 
(Vi(jTakarma) pour fabiiquer le foudre d'ludra (eu combattaut les eunemis des dieux). 
Arm^? de la foudre, Indra attaqua Vritra, mais (avec leurs armures d'or) les fils 
de Kali tenant en main des massues, se rependaient eu torrens sur les dieux, qui 
ne purent pas supporter le choc. Comme Vritra grandissait toujours, Indra (trem- 
blant avec la peur du noir demon) alla vers le seigneur Narayana (Vishnou), son 
refuge, et l'impdrissable Vishnou (voyant Indra gris, de faiblesse) le p^n^tra de sa 
propre splendeur, augmentaut ainsi la force du deva. Quand il vit le chef des 
devas revetu de la puissance par Vishnou, Vritra poussa un grand cri, dont le 
bruit traversa la terre, les points de Thorizon, l'espace lumineux et le firmament 
de toutes parts. Indra fut saisi de flevre en entendant ce cri terrible. Tout en 
proie & la terreur, il lächa cette foudre formidable destinee ä tuer l'ennemi, et 
frappö par la foudre d'Indra, il tomba le grand demon, qui portait la guirlande 
d'or, le chef des Titans 6tant tu^. Indra, tout craintif, courut dans l'eau pour s'y 

3* 



3^ Zweites Kapitel. 

unter denen sich die vier Schutzgottheiten fanden. Der Eine, 
als Gandharva, eine Leier führend; dann folgte Tzarra (mit 
einer Schaale) als Mondgottheit, Nana, die Gottheit der Sonne, 
Mahagala mit einer Axt, Lotza, der Drachenkönig , mit einem 
Fächer, Tschungmiausen, die Gottheit des Ackerbaues, mit Korn 
in der Hand, der vierliändige Olong-Jing mit zwei gräulichen 
Gesichtern, das kleinere auf dem grösseren, der achthändige 
Ariabalo mit einem kleinen Kopf zwischen der Haartracht des 
grösseren, und andere vielarmige Gottheiten. Im Nebenzimmer 
war eine mit einem Vorliaug bedeckte Nische (Tabandokschit), 
welche vielhändige Ungeheuer, die Schützer der Religion, ent- 
hielten, als Jama oder Dukhar, Makolo, Hämo, Chagun, Namsara 
u. s. w. Eine Treppe führte zu einem Oberzimmer, wo das viel- 
köpfige Ungethüm Dumzugga (mit Krone und Gürtel aus Schä- 
deln) in zweien seiner Arme eine Frau umschlungen hält, im 
Copulationsact. Die Wände sind gefüllt mit kleinen Nischen 
der tausend Buddhas. In einem andern Räume stand, gekrönt, 
Maitreya, mit dem vierhändigen Jandiuruk zur Rechten, Mand- 
jusri, ein Schwert schwingend, zur Linken. Hinter einer Glas- 
scheibe fand sicli die Figur des Ayöschö. Eine kleine Figur 



cacher, ne siipposant pas, qiie Vritra fut tiii'. Tous les devas dans leur joie ce- 
ebrerent Indra, tandisque les autres immortels reunis tualent tous les demoiis, 
d^vores de chagrin par suite de la mort de Vritra. Ce qui reste des d^mons ce 
pr^cipite au fond de la mer, comme apr&s l'orages les grosses nu^es, . qui avaient 
de tontes parts escalade le ciel tombent en pluie et retournent par les fleuves 
ä l'oceau, quand la foudre les a brisees et vaincues. In the court-yard of n^arly 
all the viliaras in Ceylon there is a small devata, in which the brahminical deities 
are worshipped. The persons who offlciate in them are called Kapuwas. They 
marry and are not distinguished by any particular costnme. The incautations they 
use are in Sanskrit (Hardy). One of the Holt tämily murdered his cook and was 
afterwards oompelled, to adopt the Red Hand (the Ulster badge of baronetcy) in 
his arms (at Birmingham). „Das Streben der Buddhisten geht auf Erreichung des 
Biidi, aber bevor der Mensch dahin gelangeii kann, hat er verschiedene Wieder- 
geburten zu untergehen, uiii stufenweise zum vollendeten Bodi aufzusteigen. Dies 
besondere Ziel wird aucli Bodi genannt, und bevor der Zustand des Buddha er- 
langt wird, muss man nacheinander sich bemühen um den Zustand eines Bodi- 
Schravaka oder Hörers , eines Bodi-Pratiekow und Bodi-Bodisat (dem letzten 
Vorort zum Buddha)." 



Peking. 37 

Gussull's sass auf einem Stuhle. Ein niedriger Sitz trug einen 
fossilen Schulterl^nocben. In einem andern Räume sass die 
bekleidete Figur Borhan Bakchi's mit dem haubig bekappten 
Tschai-lama rechts und Mandjusri (ein Schwert schwingend) 
links. Ein anderer Raum enthielt die bekleidete Figur Tschai- 
lama's, mit Figuren Maitreya's (Kronen tragend) zu jeder Seite. 
Die Bücher der Kaygursammlung, in Tuch eingewickelt, lagen 
aufgestapelt. In einem andern Räume sass Panjin-Lama (in 
Haubenkappe) zwischen Patama (einen Stab tragend) und Ayoschö 
(mit Krone). In dem gepflasterten Hofe fanden sich unter Be- 
dachung zwei Cylinder als Gebeträder, die, mit Sanscritgebeten 
beschrieben, durch einen Eisengriflf zu drehen waren. The (tur- 
ning) chests (kurde) are a sort of prayer book for those, who 
caunot read. Am Eingänge sass im Wachthause Kwanti, der 
Kriegsgott. In den kaiserlichen Gärten findet sich der Tempel, 
wo die Kaiserin jährlich die Seidenwürmer füttert. An einem 
andern Thor wird die Leiche eines verstorbenen Kaisers bis zu 
seinem Begräbniss aufbewahrt. Die monumentalen Triumphbogen 
heissen im Chinesischen Peilo oder Dach (Lo) der Verehrung (Pei.) 
Ausser dem Missionair Thomas lernte ich von der franzö- 
sischen Legation Herrn Bertelet, von der russischen Herrn Glinka 
kennen. Im Convent der französischen Lazaristen erzeigte mir 
Pere Fa\'ier manche Gefälligkeiten. Von dem Attache der engli- 
schen Gesandtschaft war besonders Herr Murray in den Vorberei- 
tungen zur Weiterreise behülflich. Herr Bismarck, der derselben 
von der preussischen damals zuertheilt war, um an dem Aus- 
bildungscursus Theil zu nehmen, fand sich auf einer Jagdexcur- 
sion abwesend. Das Spiel Tjatji wird mit 180 Stöcken gespielt. 
An Tauben*) werden kleine Röhrchen befestigt, die beim Durch- 



*) Für den Gebrauch des Leu-tze (Corvus aquaticus oder Pelicanus chiuensis) 
zum Fischen (besonders in Schantuug) wird Pacht gezahlt. L'encre (dans la pro- 
vince de Che'-kiang) est un compos^ de noir de fumee, tire de -vieux pins, dont 
ou corrige l'odeur avec des parfums (s. Malpiere). Comte erzählt -von einem 
Mandarinen, den der Kaiser zur Rechenschaft zog, weil er im Bau seines 
Hauses von der Regel abgewichen. Die chinesischen Pfeifenröhre sind meist aus 
Bambus, die Köpfe aus Pe-Tong (Kupfer) oder Porzellan. Nach de Beaumare 
hatte sich der Tabak von Amerika nach Japan verbreitet. Der Opium wird in 



301604 



38 Zweites Kapitel. 

fliegen der Luft einen Ton erzeugen. Der Garten der englischen 
Gesandtschaft stiess an den des Han-lin (Federwaldes). In je- 
dem Pao (aus 1000 Hausvätern) findet sich eine Schule mit jähr- 
lichen Prüfungen als Sieu-Tsai (Baccalaureus), Kuijin (Literat), 
Tsin-tso (Magister); worauf die Examination im Kaisei-palaste 
durch Akademiemitglieder des Han-lin folgt. 

In einem Lamatempel fanden wir die Mönche beim Nach- 
mittagsgottesdieust. Der Vorsänger zeichnete sich durch eine 
hochkammige Halskappe aus. In der Hauptballe (mit niedrigen 

einem Draht der Pfeife genähert. Die sonst ohne Rücksicht auf Alter und 
Geschlecht applicirte Strafe des Pantzee (in körperlicher Züchtigung) darf den 
Mandarinen über den Blauknöpflgen nur auf besondern Befehl des Kaisers ver- 
abfolgt werden. The elm is most frequently used for dwarfing. Nach den 
Chinesen bildet sich vom thierischen Körper zuerst die Nase (s. Kidd). Les 
airs de uotre musique passent de Toreille jusqu'au cceur, et du cceur jusqu'a 
l'äme, nous les seutous, nous les comprenous. Ceux que vous venez de jouer ne 
fönt pas sur uous cet effet, bemerkten die Chinesen an Amiot. Korn, Mais 
u. s. w. wird auf Drehmühlen gemahlen für Backwerk. Ausser Holz werden 
Kohlen gebrannt. Der Unterricht eines Knaben beginnt mit sechs Jahren, und 
am siebenten Jahr wird er von seinen Schwestern getrennt (s. Grosier). Wie die 
Griechen (nach Atheuäus) lieben die Chinesen das Fleisch junger Hunde, auch 
von den Römern (nach Plinius) gerühmt, wenn noch säugend. Die chinesischen 
Nachtwächter (von neun Dhr an) schlagen auf Bambustrommeln. Die Mandschu- 
quartiere Pekings begreifen Tsu-kiu-tschhiug (kaiserlicher Hof) mit gelber Mauer, 
Houang-tschhhing (Kaiserstadt) mit rother Mauer, King-tschhiug (Hofstadt); das 
chinesische besteht aus Vai lo tchhing (äussere Stadt im Süden). Chin-Mou (die 
heilige Mutter) mit einem Kinde gleicht (nach Staunton) der Jungfrau Maria. 
Die Pferde, die gewöhnlich nach sechs Jahren durch Abnutzung der nicht be- 
schlagenen Hufe unbrauchbar sind, werden mit Bohnen und gehacktem Stroh ge- 
füttert. Die Aerzte bedienen sich (nach Macartney) der Acupunctur, damit der 
böse Geist oder Dauipf aus dem Kranken entweichen kann. Two (of the crickets) 
are placed in a bowl together and irritated by a straw, when they attack each other 
(Langdou). Les males de la caille ä Java aiment beaucoup ä ce battre. Wie in 
Athen, sind solche Kämpfe in China beliebt. Durch die verschiedentlich erlassenen 
Gebote, die Reben auszurotten, ist der aus Mais destillirte Chow-chou (heisser 
Wein) gewöhnlich geworden. Der Zam-fon wird in Ta-cheou bereitet. Auch aus 
Hammelfleisch, Bohnen, Milch stellt man gebrannte Wasser dar. The flrst fur- 
nace of Porcellain (porcella or little bog from the ressemblauce to the shell) was in 
Keang-se (VII. centy. p. d.). Kingtihchin is now most celebrated for its mauufacture 
(s. Langdon). Der Lack für Lacksachen aus Holz, Metall, Papier u. s. w. wird 
aus Tseih-shoo (rhus veruix.) dargestellt. 



Peking. 39 

Tischen vor niedrigen Bänken) sass hinter einem mit Opfer- 
gaben und Aepfeln, Kuchen, mit Wassergefässen nnd Lampen 
besetzten Altartisch die Figur des Shiseamunifoh , und in einer , 
Ausbuchtung dahinter (unter dem Wandgemälde der drei Bud- 
dhas) das gekrönte Bild des Aiyoshö mit Tschantenshu rechts 
und Tschanteumuni links in zwei Reihen übereinander. An der 
Rückseite des Bilderstandes war ein künstlicher Fels aufgebaut, 
mit 500 Lohan darüber eingefügt, frühere Feldermäuse, sowie sie 
ein vergoldeter Stand davor zeigte, aber auf das Gebet des in 
einer Höhle sitzenden Ayosha oder Shagiefoh bekehrt und ver- 
wandelt. Die Wände waren mit Gemälden kreuzbeiniger Bud- 
dhas behangen, zwischen denen sich Scenen aus Shakiamuni's 
Leben zeigten. An einer Stelle, wo Buddha einer Versammlung 
predigte, findet sich auch ein Affe zwischen den Zuhörern ein. 
Anderswo kreuzt ein Knabe einen Strom, um Buddha, der am jen- 
seitigen*) Ufer predigt, zuzuhören. Vor verstümmelten Körpern 
sitzen Priester in Meditation. Manha (mit kurz geschorenem 
Haar) sitzt vor einem Fels. An der einen Seite des Zimmers 
sitzt zwischen künstlichen Bäumen Unju-posa und an der andern 
(unter einer Pagode) Saburg der Wentushe (Mandjusri), mit Om 
mani päd me hum in sanscritischer Formel darunter geschrieben, 
da er der Einführer derselben gewesen. Mandjusri '•'*) (die 



*) When tiautama with bis disciples passed (without couveyauces) from oue 
side of Ganges to the other (in a moment), the people exclaimed: „Whatever 
Areya lias crossed the ocean of passiou, that Areeya has niade himself, a boat 
and erosses free from niud and fllth." Those who wish to cross the river, prepare 
bamboos and wood, but the Areeyas make their boat of tlie wisdom which destroys 
aU passion and on this they cross over (according to the Malalengara-Woottoo). 

**) Zunkapa ist eine der Wiedergeburten des Mandjusri. Bodi bedeutet bei den 
Brahmanen den Verstand und den Act, den Geist hinzurichten auf die Erkeuutniss 
des höchsten Gottes. Bei den Buddhisten bedeutet Bodi den Zustand und den 
Verstand des Buddha (was zusammenfällt). Buddha ist (nach den Buddhisten) eine 
solche Wesenheit, die, auf dem Wege tugendhafter und beschaulicher Handlungen 
der Freiheit von dem Gesetz der Wiedergeburten , sieh ergiesst in die Wirk- 
lichkeit der Dinge und die Abstraction des neuen Seins (oder die Leere des Nichts, 
worin sich das wirkliche Sein verneint). Nach dem Altan Göräl ist bei den 
Buddhisten die Leere das Nichts, weder Eins, noch Zwei. Nach dem Naiman 
Mingatis ist das wirkliche Sein das Nichts, und unterliegt deshalb nicht der Aus- 



40 Zweites Kapitel. 

Personification der Weisheit und Beredsamkeit) mit dem nackten 
Schwerte; als Sinnbild der Weisheit, und einem Buche auf einem 
blauen Lotus dargestellt, wird aus dem Sanscritischen im Mon- 
golischen als „Wohlklingender" übersetzt. 

In der Halle des hinteren Hofes steht gekrönt das Riesenbild 
Maitrafoa's (Maityafoh's) oder Shamba's, und Stufen leiten auf 
zur Gallerie, die den Kopf der Statue umlaufen und auf Veran- 
das führen, von denen die nahe gelegene Festungsmauer und 
die Stadt überblickt wird. In dem oberen Corridor steht (hinter 
Maitreyaj Shantunyoh, Aveiterhin der schwarze Hofa, dreileibig, 
mit dem (grünen) Louka links, und dem weissen Paika rechts. 
Weiterhin enthält eine Nische den vielköpfigen Nantshikhan. 
Links findet sich (neben einer weissen Figur zur Rechten) die 
schwarze Figur des dreiköpfigen Shimmafoh's , in einem Karren 
von sieben Schwänen gezogen. Nammaseri sitzt auf einem 
Drachen, Louka als weiblicher Buddha. Die Haupthalle trägt die 
Inschrift: Ou leang scho lung (der unermessliche Umschwung 
der Langlebigkeit). Ein kolossales Gebetrad, mit den acht Bud- 
dhas in seinen Abtheiluugen, reicht durch verschiedene Stockwerke 
empor, und wird von unten durch einen Hebelbaum bewegt, an 
den man Ochsen spannt. 



rechnuQg, als Zwei, Drei u. s. w. Das Nichts eutspricht (nach dem Nalman Miu- 
gatis) dem wirklirhen Sein, und was nicht so ist, der Dummheit. Sich iu das 
Sein ergiesseud oder sich iu das abstrahirte Sein verwandelnd, der Budda macht 
sich zu demselben, als das abstrahirte Sein, von welchem weder gesagt werden 
kann, dass es ist, noch dass es nicht ist (und dann existirt er in der Art und 
Weise der Nichtexistenz). Zu derselben Zeit geht auch sein Verstand in diesen 
Zustand ein, und dann verschwindet Alles, was denkbar ist, indem alles in den 
Gedanken Entgegengesetzte indifferent wird, das Eine und yiele, das Ich und 
Nicht-Ich, das Sein und Nichtsein. Die zur Wahrheit durchgedrungenen (die 
Buddhi) sehen keinen einzelnen Gegenstand, für das geistliche Gesicht erscheinen 
alle Gegenstände als heilig, unvorstellbar, in wunderbaren Erscheinungen der 
Entstehung und Vernichtung (nach dem Altan Göräl). Das Wort Buddha, in 
seiner Meinung und Bedeutung, wird zu einer solchen Abstraction, in welcher 
Nichts existirt , was denkbar ist. Das Streben nach diesem Zustande ist Bodi. 
Die Buddhisten sehen im ganzen Weltraum, selbst in den Himmelswohnungen 
der Götter, nur Leiden, aus denen der Zustand des Bodi allein Errettung ge- 
währen kann. Sie betrachten alle weltlichen Zustände gleich einem schweren 
Traum, aus dem mau nur als Buddha erwacht. 



Pekiug. 41 

Das Areal des Sonnentempels*) (Jö tan) wird dnrch eine 
runde Mauer umschlossen. Aus dem wuchernden Gestrüpp ste- 
hen Kieferbäume hervor und Häuser mit grünen Ziegeln liegen 
am Wall. Ein Triumphbogen führt durch eine runde Ab.schlies- 
sung zu einer viereckigen Plattform, die (durch Treppenstufen 
erstiegen) 52 Fuss breit und lang ist. Die Ziegel der rothen 
Mauer sind grün und die runde Mauer wird von einer andern 
umschlossen. Räuchervasen sind aufgestellt. Wenn man auf 
der Plattform spricht, so antwortet das Echo von der Mauer. In 
einem nahgelegenen Gebäude mit doppeltem Dach werden die 
Töpfe, Kessel und Röhren, die beim Thieropfer gebraucht wer- 
den, verwahrt. 

Im tauistischen Tempel von Tung yue miao werden die 
Hallen im Hofe durch eine Reihe viereckiger Zellen umgeben, 
deren jede die Gestalt eines der zwei Mandarine enthält und 
ihre Diener vor ihnen; Männer, Frauen, Krieger, Schreiber, 
Kinder, einige in der Stellung des Bittens, andere der Bestra- 
fung,**) einige in Ketten, einige streitend u. s. w. Einer trug 
das abgeschlagene Haupt am Gürtel, ein Anderer hatte die Zunge 
ausgeschnitten. Mitunter waren Affen, Tiger oder andere Thiere 
eingemischt. In einer Ausbuchtung stand unter Verschluss Jue- 



*) Le chapitre Tai yi (du Chou-king) dit, que dans les sacriflces du Kiao 
011 adressait des remercimens au ciel, qu'on recevait le soleil et la luue comnie 
011 re^oit des hotes, que les princes de la famille des Hia sacriflaient ä ces 
deux astres lorsqu'ils commeiK^aieiit ä s'obscurcir, que les Chang leur sacriflaieut 
lorsqu'ils commen^.aient ä brlller, et que les Tscheou sacriflaient au soleil du 
matin jusqu'au soir. In the time of Hia or Haui (the archer) there were nine 
suus, but with bis shots he destroyed eight. Wishing to become immortal, he 
sought the ueedful medicine on a mountain and returning with it, his wife 
Chaug-ngo fraudulently obtainiug it, took it, and was transferred to the moon, 
where she ties with red silk future couples, by the feet. He was afterwards killed 
by an arrow. 

**) Hell was not created by auyone , but was developed by uumeritorious 
works. The Are of the angry mind produces the fire of hell and consumes its 
possessor. Where a person does evil, he lights the Are of hell and burns with 
his own Are. The wicked person causes the deeds that he performs with the six 
Organs (seeing, hearing, smelling, tasting, feeling, thinking) to impiuge upou him- 
self, which at all times and in all plaoes produces hell (according to the Mulamuli). 



42 Zweites Kapitel. 

lao im gelben Gewände (mit Krone i, in einer andern die beiden 
Figuren von ToutschaotzU und Katscheszü, in einer andern Ja- 
ngsüzii und Wyzözit, in einer andern Tscheusen u. s. w. In der 
Halle Sassen in einer dunkeln Nische (hinter Altartisehen für 
Opfergaben) die Figuren des Tungyuetienschi und Tungyuenean- 
nea, mit Ydodoen überschrieben. In der darangelegenen Halle 
(durch eine Plattform verbunden) sass in dunkler Nische, hinter 
einem Altartisch für Opfergabeu und Lampen, die grosse Figur 
von Tungyuetienschi, mit Yuetsungtchauhwang überschrieben. 
Trommeln und Glocken waren gravirt. Gold- und Silberpapier 
lag aut den Tischen zusammengehäuft mit anderen Papiergegen- 
ständen.*) Draussen stand ein Eisengestell zum Verbrennen des 
Weihepapiers. Eine Inschrift an der Aussenseite der Halle war 
in den alten Charakteren China's (seal-characters) abgefasst. In 
einer Seitenuische stand Chaulatansun, in einer andern die (männ- 
liche) Figur Wunwang's mit aufgestülpter Kappe und die weib- 
liche) Figur Chowe's mit Spitzkrone, beide mit Säuglingen in den 
Armen und auf dem Schooss. Die Begleiter umher, in milder 
oder hässlicher Form, tragen alle Säuglinge, und einer die Köpfe 
von solchen in seinem Sack. Ein anderer Riese trug eine An- 
zahl von Säuglingen auf der Schulter und auf der flachen Hand 
einen Knaben mit breitem Hut. Ein vor den mittleren Figuren 
stehendes Boot Avar mit Säuglingen gefüllt, auf allen Gallerien 
umher fanden sich Säuglinge, und Mütter pflegen die ihrigen dort- 
hin zu bringen. In einer Nische des Rückhofes sass, zwischen 
Begleitern, die Figur des Wung-chan-di-ying (mit geschmückter 
Krone). Vor ihm stand ein schwarzes Maulthier aus der Ming- 
Dynastie und ein weisses, das in Krankheitsfällen berührt wird. 
Ueberall waren Tafeln aufgehangen. Einer der tauistischen 
Priester; deren Haar im Knoten aufgebunden ist, lebt in dem 



*) Les Tonqiiinois rueleut au repas funerailles dos niets de papier qii'ils 
brüleut (de Rhodes). Les Pegouans enterrent la pate (cuite des cendres de leurs 
Rois avec du lait), ä l'embouchure de leur fleuve quaiid la aier est retiree (Lou- 
bere). Apres les avoir brüle'es, les Siamois et Pegouans metteut les restes 
de leur Rois sous des pyramides ou Prachaidi (cceur bon du seigueur ou repos 
sacre). 



Peking. 43 

Tempel. Im Tempel der Langlebigkeit stehen künstliche Bäume 
auf dem Altar. 

Im tauistischen*) Kloster der weissen Völker finden sich 
die, verschiedene Bilder enthaltenden, Hallen im Hof, die Seiten- 
höfe von den Wohnungen der Priester umgeben, die meistens 
blau gekleidet, das Haar in einen Knoten auf dem Kopfe zu- 
sammengebunden trugen. Eine der Hallen war durch eine In- 
schrift bezeichnet als die Halle des Patriarchen Tozo tju (Tozo 
tju tien). In dem Hauptraum sassen zwei Figuren, links von 
der kaiserlichen Tafel die des Yü-huang Shangti (Indra Shakra) 
oder der Jaspis-Kaiser, und rechts davon die des Tzuwedadi, des 
Polarsterns. Eine Seitennische enthielt den sitzenden Kaoshang, 
einen Stern repräsentirend, und zur Rechten Chaotou , der über 
den Ackerbau präsidirt. Glocken hingen umher und Bücher, 
mit Tuch bedeckt, lagen auf dem Tisch. In einem Nebenzimmer 
sass Wanshang (Gott der Literatur) und auf einem Tisch stan- 
den zwei kleine Figuren Pusa's. Hinter dem Hauptbilde enthält 
ein kleines Capellchen die Figuren Fo's (in der Mitte), Koung- 
tso's (links) und Laotsö's (rechts), indem Fo, wie gesagt wurde, 
aus Höflichkeit in die Mitte gestellt sei, weil er ein Fremder 
wäre. Die Bücher behandelten die Thaten des Yühuang Shangti. 
Ein an der Wand hängendes Gemälde zeigte in Strohkleidung 
die drei primären Kaiser (himmlischer, irdischer und menschlicher 
Dynastie). Auf einem daneben hängenden sass Siwangmuh (die 
westliche Königsmutter) als Göttin des Berges Kounlun zwischen 
ihrer Begleitung. Ein Heros, dem sein zweites Armpaar aus 
den Augen hervorwuchs, stand vor der Capelle, die Fo Koungtsö 
und Fo enthielt. Seitwärts sass die Figur des Changtang, eines 
de'ificirten Taouisten, und an einer andern Stelle Laotsti **), dessen 



*) Im Tao-te-king, das (nach v. .Strauss) zwischen den Jahren 520 — 510 a. d. 
entstanden ist, istJi-hi-wei der Name der in Einem verbundenen Drei nach Juan-tse), 
von Julien (nach Hoschangkun) als farblos, tonlos, körperlos erklärt, Tao, als der 
Unterschiedslose (nach Lietse). Nach Remusat liegt darin der Name Jehovah. 
Brugsch fand Jehovah's Namen (ich bin der ich bin) anf altegyptischer Inschrift, 
als Nuk-pu-nuk. 

**) Le roi kiamalo (daus les Indes) offrit des statuettes de Laotseu a l'am- 
bassadeur chiuois Hiauentse (64G p. d.) Apres la aiort de Kadphises le roi iudi- 



44 Zweites Kapitel. 

Haupthaar in einen Knoten aufgebunden war. In der oberen 
Etage sassen die Figuren der San-tsching (der reinen Drei), 
Ling pao tien suug (mit einem Tjue oder Krnmmscepter) links 
und der weissbärtige Laotsü (mit einem Fächer) rechts von 
Yuen-tsö-tien-tjun (dem ursprünglich Geehrten*) des Himmels), 
in seiner rechten Hand den Discus Taitschetou (die Darstellung 
des Taitche oder die (schöpferische **) Combination des Yin und 



gene Amoghabauti fonda un etat ind^pendaiit ä Test du Pendjab. Sous les rois 
de la dynastie Tourouchka (Houchka, Djouchka et Kanichka), les Youechi ou 
Indo-Scythes reprirent le cours de lenrs oonquetes sur toute l'Inde. Iloncbka 
joignit au Bouddhism le culte et de Zoroastre et de ^iwa. Sous Kanicbka eut 
lieu le Synode de Djalandhara ä Kachmir, admettant les dharanis (formules magi- 
ques) en deux livres de Tantras. Selon Navarrete, les chinois ont une tradition, 
snivant laquelle Sakyamouni aurait acquis ^ la connaissance de sa doctriiie en 
s'appliquant ä la contemplation de l'etoile du matin. Les Hindus et Thibetois 
disent, que l'etoile Pouchya presida ä la naissance de Bouddha. Selon Clem. AI. 
les religieux bouddhists, observaient le ciel pour lire des cboses futnres. According to 
Fabian, Ai, the Taoszu or Lao tseau (tapasvi or ascetic) came from Ms solitudes 
to see tbe infant Sakya. When Fa hian travelled the read of the kingdom of Kapila 
(become a solitude), it was necessary to take precautious against while elephauts 
andlions. Some Tao-sse, seeing (in the kingdom of Lan-mois) elephants watering 
and sweeplng a Buddhist chaitya, became orthodox Buddhists (according to Fabian). 
*) Die Chinesen beginnen ihre Dynastien mit Pwankau , der mit einer 
Blätterschürze dargestellt wird, in der einen Hand die Sonne, in der andern den 
Mond tragend. Dann folgen zwölf Brüder (Thin hwang she) 45,000 Jahre regie- 
rend, dann elf Brüder (Te hwang she) 18,000 Jahre, und neun (Jin hwang she) 
18,000 Jahre regierend. Die Regierung des Tachau fuh he she beginnt 3369 a. d. 
**) Gott schuf den ersten Menschen (das war Adam) aus acht Dingen, das 
Gebein aus den Steinen, das Fleisch aus der Erde, das Blut aus dem Wasser, das 
Herz aus den Winden, die Gedanken aus den Wolken, den Schweiss aus dem 
Thau, die Locken aus den Gräsern, die Augen aus der Sonne, da blies er ihm 
seinen helligen Athem ein und da schuf er Eva aus seiner Rippe, heisst es in der 
Handschrift des Emsiger Landrechts zu Friesland (s. v. Richthofen), Qsovfihyao 
Hva, Tov rfjs dar^anrjs Stjfuovoyov , aTtävrcov üvqiov fi6i>ov avrov voftl^ovoov 
Elvai, sagt Procop von den östlichen Slaven. El (Eloha oder Elohim) oder (arab.) 
Hl (Ilah oder Allah) wird auf das Wort allä (obstupuit, attonitus) zurückgeführt. 
Tupa (Gott der Guarani) ist gebildet aus tu (Partikel der Bewunderung) und pa 
(Partikel der Frage). Die friesische Göttin Freda (Woeda) trug (nach Kempius) 
in der rechten Hand einen Pfeil, in der linken einen Kornhaufen. Die friesische 
Göttin Waldaha (des Waldes) stellte den Mond vor. Holler (in Friesland) wird 
als Holheer oder Höllenherr (Pluto) erklärt. Sei a Frisiis Snein dictus (s. Harn- 



Peking. 45 

Yang) tragend, mit zwei Spirallinien (einer weissen und einer 
schwarzen), die sich durcheinander winden. In einem Glas- 
schrank sass Nantschi (der Stern des Südens). Ein an der 
Wand hängendes Gemälde zeigt zwischen zwei Begleitern auf 
einem Piedestal Tai-yüu (die Verbindung von Himmel und Erde 



conius). Willibrord fand geweihtes Vieh bei dem von dem Friesenkönig Radbod 
gebauten Inseltempel des Fosta oder Fosite. Als unter der Regierung des Her- 
zogs Ascon eine Quelle das Land überschwemmte, befahl der Gott Stavo (in Fries- 
land), die Fluth mit dem Blu^e eines unschuldigen Kindes zu hemmen (nach Ocko 
von Scharl). Anf den Electriden (Inseln des Adriatischen Meeres) fanden sich zwei 
männliche Bildnisse, das eine von Cassiteros (Zinn) , das andere von Erz (beide 
in liegender Stellung), die (nach Aristoteles) Werke des Dädalos hiessen, als (nach 
Ritter) uralter (nicht griechischer) Arbeit (liegender Buddhen). Der Tempel des 
dreiköpfigen Götzen Triglaw bestand aus vier viereckigen und vierstöckigen Thürmen, 
die in runde Pyramiden mit vergoldeten Kugeln ausliefen, unten aber durch 
Wölbungen verbunden waren. Anf der Stelle wuide 1100 die Marienkirche (bei 
Brandenburg) erbaut. Der Tempel Upsalas (1080 p. d. zerstört) war viereckig. 
Ende des XVI. Jahrh. wurde der Tempel der wendischen Morgengöttin bei 
Jüterbog niedergerissen. „Dieses Templein ist in der Länge, Breite und Höhe bis 
au das Dach recht viereckicht von Mauersteinen aufgeführt gewesen, hat oben ein 
Kreuzgewölbe und darüber ein viereckicht spitzes Dach von hellen Steinen gehabt. 
Der Eingang abendseits ist niedrig gewesen , also dass man beim Eintreten 
sich hat bücken müssen. Es hat auch kein Fenster gehabt, sondern nur ein 
rundes Loch, mit einem eisernen Gitter verwahrt, gegen Morgen, und zwar genau 
gegen Sonnenaufgang zur Nachtgleiche, so gross als der Boden von einer Tonne 
ungefähr, dass das Licht hat eingehen können." (Hannemann) 1617 p. d. La deesse 
Anata (d'origine phenicienne) fut adopte'e par les Egyptiens, qui en firent la 
deesse du meurtre et de la cruaut^. Elle a ete cree'e par Set et peut-etre contenue 
par les dieux. Le nom de la premiere pyramide (hatie par Choufou) etait Our 
(la grande), celui de la deuxieme (du roi Safra) Chou ou la splendide (s. Brugsch). 
Ein beliebtes Symbol der Mexicauer ist das aus einem Thierrachen hervorblickende 
Menschengesicht, gleichsam das Abbild des eingekörpertcn Dämon, den Durga 
aus dem Büffel Mahasura in menschlicher Gestalt hervorzieht, und den auch die 
Zauberer in seinen Verstecken aufzufinden und zu bannen wissen. Nach Por- 
phyrius war Zamolxis bei seiner Geburt in eine Bärenhaut eingehüllt. Akkruva 
sitzt mit langen Haaren anf dem Wasser (bei den Lappen), die Kobmek schrecken 
(s. Helms), die Tsjazzeravgaks sind Geister der Ertrunkenen (musicirend). Smie- 
sakatta ist ein geknoteter Zaubergeist. Die Sonnensöhne von Privepele werben 
um Bräute im Lande der Jotten oder Riesen (nach den Lappen). Die Stimme 
klingt wie doppelt, bei Ohrensausen. Im Halbträumen werden oft deutliche Bilder 
gesehen (wie von Nervenkranken). Das Fleisch der Hunde durfte (bei den Lappen) 
nur von Frauen gegessen werden. • 



46 Zweites Kapitel. 

im Chaos), mit Lichtglanz aus seinem Haupte strömend. Eine 
weibliche Figur (Kwan-yin), Szö-hang (das Schiff der Gnade) 
genannt, sass mit einem Kinde an ihrer Hand auf einem Lotus, 
und zwei Kinder standen ihr zu Füssen. In einem Seitenzimmer 
sass Kwangti. Ein aufgeklebtes Papier erzählte in Zeichnungen 
und Scliriftzügen, wie Kwanyin von den zehn Arten des Elends 
erlöse. In einer verschlossenen Halle sass, in blaues Gewand 
gehüllt, Tschiou, ein tauistischer Priester, der vergöttert und in 
den Zustand eines Shin übergegangen war In der astronomi- 
schen Halle sind (nach den Jahren erzeugt) die sechzig Jahres- 
gottheiten, als deificirte Geister (Shin) in dem Doppelcyclus 
von Zehn und Zwölf, mit ihren Jahren versammelt, und in der 
Mitte sitzen drei Figuren, von denen, unter der Bedeckung*) eines 
Baldachins, Hautu-Kwangti hervorsteht, der Gründer der Tsehau- 
Dynastie. Links sitzt Kiang-tai-kung , der weissbärtige Heros, 
der die bösen Geister verscheucht^ rechts Sun-pin. Unter den 
Jahresgottheiten findet sich Kwangsö (ein alter Weiser) mit einem 
Scepter, Sü-tan, der den Donner bewirkt (mit einem Hammer); 
Kia-tszö, das erste Jahr des Cyclus (mit einem Armpaar aus 
den Augen heiTorwachsend). In der verschlossenen Halle der 
fünf Patriarchen standen die Verfasser tauistischer Bücher. In 
einem Nebenhofe sass die Figur von Neang-neang (die Dame), 
oder Tien-shien-neaug (die himmlisch sterbliche Dame), Säug- 
linge auf dem Schoosse haltend. Ihr bringen Mütter Gaben, um 
Kinder zu erhalten. Daneben war eine künstliche Felsgegend 
aufgestellt, in der jede Spitze und jede Grotte mit Säuglingen 
(in verschiedenen Stellungen) vollgepfropft war. Links sass Tien- 



*) Le sanscr. Käväri de Kä-ä-var designe un parapluie ou une ombrelle, et 
signifle litt^ralement, qnel (bon) couvert! (s. Pictet.) The king's fatber, having 
plared the white umbrella in the midst of his flve sons, prayed, that it might 
fall towards the rightful heir and acr.ording to his wish, it feil towards Jaya 
Siiigha. After he ascended (1212 p. d.) the throne (of Birma), his four bröthers 
betook themselves to the mouasteries and become priests. Every eight day, the 
king respectfully visited them in person , and the whole royal revenue he di- 
vided iuto five parts, one for himself and four for his bröthers. The priiice 
biiilt a temple on the spot, where his father had cast the lot, that raised him to 
the throne and he called it „Ti-lo-meu-lo," which means „as like the umbrella, 
so likes the kingdom." 



Peking. 47 

tieng-kwan, die Augenkrankheiten heilende Göttin, neben der 
künstliche Papieraugen aufgehängt waren, rechts sass Szesuan- 
neang-neang (die Göttin der Enkel). Blumen waren aufgehängt 
an den Figuren des Bruders und der Schwester, die gegen 
Blattern (Blumen im Chinesischen) schützen. Eine gigantische 
Figur mit komischem Ausdruck trug Säuglinge auf Kücken und 
Schultern, als Sungsö-lang-jing (der Bauersmann, der Kinder 
bringt). Gegenüber stand Tien-sin-che, auf den Himmelshund 
(den Hundstern) schiessend, der Kinder entführt. In einem an- 
dern Räume, der Tafeln verstorbener Priester enthielt, sass unter 
einem Glaskasten zwischen zwei Begleitern der Gründer der 
Mandschu-Dynastie (vor 2i Generationen». Die Inschrift auf der 
Deuktafel besagt: Pei-yen-tschang-tsö (Strom immerwährenden 
Frühlings). Laotsün sass in Laotsüntau. In einer andern Halle, 
die aufgeschlossen wurde, sass mit einer Kettenmütze Shangti 
oder Hoantien-Shangti, der göttliche Kaiser des erhabenen Him- 
mels. Zu beiden Seiten standen vor ilim zwei Begleiter, die 
schwerttragende Figur des Schuantien-Shangti (der dunkle Him- 
mel) und die sechshändige Figur des Chautien-Shangti (dem 
weissen Himmelj mit zwei Köpfen hinter den Ohren. Links fan- 
den sich der besäbelte Tantien Shangti (der rothe Himmelj und 
der achthändige Xanten-Shangti (der blaue Himmel > mit Doppel- 
kopf. Längs der Wand waren in Kettenmützen die '62 Figuren 
der kaiserlichen Herrscher oder Tijün (jede mit ihrer Tafel), als 
vorstehend, wie z. B. die „glorreiche Intelligenz der sieben Pla- 
neten", „der am Himmel aufleuchtende Glanz'' u. s. w. Mit dem 
gegenwärtigen Shangti, als Herrscher des Himmels, werden dann 
33 Himmel gezählt. Jeder derselben herrscht (nach dem Shüng- 
tsun-tung-yün) eine Periode von 18 Yuen (das Yuen von 129,600 
Jahr). Der gegenwärtige Shangti hat 20,000 Kaipas geherrscht. 
Auf dem Tische lagen die von Shangti, einem Priester unter der 
Hau- Dynastie, bei seinem Aufsteigen zum Himmel zurückgelassenen 
Bücher, betitelt: Kao-shang-yü-heang-puü-tjing-ti-shiug (die ge- 
sammelten Schriften über die Thaten des hohen und erhabenen 
Yüheang). In der Halle Shi-jan-tien (die sieben Männer der Wahr- 
heit) sitzt Schö-Tschau-Tzun, der erste Abt des Klosters, zwischen 
sechs Schülern (drei zu jeder Seite), die während der Yuen- 



48 Zweites Kapitel. 

Dynastie lebten. Auf Tischen mit hölzernen oder metallenen Glöck- 
chen lagen Bücher und vor denselben,- waren Kissen in Reihen 
gestellt, um beim Gottesdienst darauf Platz zu nehmen. Die beim 
Abendgebet gebrauchten Bücher heissen: Taishang-tschwan-yin- 
wan-tan-kun-ko-king, die des Morgengebetes Taischaug-tschwuen- 
tschan-kun-ko-king, die Bücher des Morgengebetes beim Dienste 
in der Taischaug (Taotse-Religion). In der kaiserlichen Biblio- 
thek sind die Bücher alle im Manuscript. 

Ausserhalb der chinesischen Stadt auf einer aufgemauerten 
Plattform, in 13 Rippen zu einem Knopfende strebend, steht die 
alte Pagode Schweli-ta (die Pagode oder Ta der Reliquien), die, 
unter der Suay-Dynastie erbaut, Perlen oder Blutstropfen eiu- 
schliesst, die beim Verbrennen von Buddha's Körper gebildet 
wurden. 'Die unteren Stockwerke der Basis (ehe die Rippen 
beginnen) sind mit Nischen verziert, die über Thierköpfe vor- 
tretende Buddhas enthalten. An den autgemauerten Thoren 
stehen die zwei Figuren der King-keng (Diamantenkönige). An 
der einen Seite sitzt über dem Thor die vielbändige Figur 
Kwanyin's, an einer andern Puchieu-Pusa, während Mitofoat 
vor dem Thore steht. Von den zehn Buddlia's der zehn Re- 
gionen stehen zehn an jeder Seite. Die Zwischenräume der 
Rippen sind mit geschmücktem Parcellenwerk in verschiedenen 
Farben ausgelegt. Die Pagode*) bildet ein an jeder Front 
34 Fuss langes Octogon, 200 Fuss hoch. In einer Halle unter 
der Pagode sitzt die nachdenkende Figur von Jaoschiefoah (der 
heilende Buddha des Ostlandes) zwischen zwei Figuren Mitofoah's 
(aus dem Westen). In Seitenräumen stehen PTguren Kwangti's 
(des Kriegsgottes) mit Pferd u. a. m. In der Eingangshalle 
steht die Riesenfigur Amida's oder Tie-ying-foh's (der Empfänger). 
Nicht weit entfernt findet sich eine gerippte Pagode kleiner 



*) The iron point (on the top of tbe Siamese pagodas) with 7 or 9 branches 
represents the roads to heaven. Originally the pagoda was a funeral monmiiont, 
as a dorne or moradob (matapa), erected on the places where Buddha died aud 
surrounded by the dwellings of the disciples, who worshipped by enciicÜDg it. 
Das charakteristische Kennzeichen desvondemKönigRayendravoo Kola (10. Jahrhdt.) 
eingeführten Baustyls ist die gopura oder der Thorweg (mit dem Gebrauch einer 
Vamana oder zweistöckigen Gebäudes). 



Peking. 49 

Dimension., Die Klosterräumlichkeiten sind mit Blumengärten 
ausgelegt zwischen den gepflasterten Höfen, und die Mönclie 
ciiltiviren Topfl)himen zum Verkauf. Durch einen breiten Thor- 
weg kehrten wir nach der chinesischen*) Stadt zurück. Die 
rothe Stadt (Szekin-kzung) des Kaisers steht in der gelben Stadt 
(Quang-kzung), diese in der Netz-kzung (innere Stadt) oder Petz- 
kzung (nördliche Stadt) der Tataren, woran sich Weitz-kzung 
(die innere Stadt) oder Nantz-kzung (die südliche Stadt) der 
Chinesen schliesst. Eine viereckige Capelle mit Inschrift zeigte 
das Grab eines Priesters an. Zu einem Leichenbegängniss wurde 
der Sarg von Panierträgern begleitet. Die buddhistischen 
Mönche werden Schü-tiaou, Lelu'er der Enthaltsamkeit, genannt. 
Die Bezeichnung Ho-schang wurde von den unter dem Han aus 
den Westbergen Centralasiens nach China kommenden Priestern 
eingeführt (nach Remusat aus Khotan). Bonze bedeutet japanisch 
Ban-tzö oder Fan-tzö (brahmanischer Lehrer). Nach Stan. Jul. 
entspricht Hoschang**) dem Upädlijäja (Abt). Sramana ist chinesisch 
Tschu-kia-jin (komme, sorti de la famille). 



*) Der kaiserliche Palast (Tseu-kin-Tschirig, die verbotene rotbe Stadt) ist 
von der kaiserlichen Stadt (Hwang-Tsching) rings umgeben. Um diesen Stadttheil 
lagert die Tatarenstadt oder Nei-Tsrhing (die innere Stadt), gleichfalls im Viereck, 
und hieran schliesst sich im Süden die äussere oder chinesische Stadt (Ai-Tsching). 

**) Ho chang est nn mot de la langue de Khotan, derive du sanscrit oupa- 
sika, et introduit dans le Chinois ou il designe en general les pretres boiiddhistes. 
En langue fan, yeou poche kia, pour oupasika (subministrator). Les Chinois tra- 
dniseut ce mot par li seng, robore nati. Zeradescht (armenisch) oder Zardoscht 
(persisch), ein Mogk, geboren in Sarivant (Urmia), lehrte dort seine Religion, die 
Ispandiar (Sohn oder Bruder von Hystasp) nach Persien brachte. Nach den Per- 
sern ging er zum Himmel, wo er seine (auf die Felle von 12,000 Ochsen geschrie- 
benen) Bücher von Ormuz erhielt, und nach einem Besxiche in der Hölle '20 Jahre 
am Elboros verblieb. Die alte Religion der Perser glich der der Sabäer, und nahm 
Elemente der Chaldäer oder Chachdäer auf. Im HI. Jahrhdt. p. d. entwickelte sich 
der Feuerdienst. Vor Zoroaster bestand in Persien die Religion des Hoschank. 
Zohak war ein Prophet der Perser, der ihnen erlaubte, Fleisch zu essen. Siramon 
(Hera) oder Asterik (die Sternengöttin), Frau des Arimazd, hatte einen Tempel in 
Erisa oder Ersingan (s. Tagitians). Sos (die Personiflcation des heiligen Bauras) 
liebte die Göttin Sondip (nach den Armeniern). Nuriman (Nirim oder Nurim) 
oder Noah war der Sohn von Kuh-areman (der Berg Armeniens). Wahaken ent- 
spricht dem Rostem. Honchang (Pischdad ou le Justiäer), qui (fondant la dynastie 

Bastian, Keisc. VI 4 



50 Zweites Kapitel. 

Nach Matuanlin (dem Geschichtsschreiber unter den Yuen) war 
Chakyamiini der Sohn des Königs TEein-Reis) von Kiawewe, und 
wurde im 9. Jahre Tschoukiaugwaug's (788 a. d.) geboren. Er lehrte, 
dass der Seelengeist (Tsching-scheug) unsterblich fortlebe, wenn 
der Körper (schang) zerfiele; da er alle Arten der Erkenntniss 
(Tschö) erlangte, wurde er (Puds) Fotho (klar in der Erkenntniss) 
genannt. Die Wesen haben durch eine endlose Zahl von Leben 
hindurchzugehen, ehe sie das gegenwärtige erreichen, und wenn 
sie dann die ascetische Reformation annehmen, mögen sie weiter 
gelangen und das Buddhathum (Chang-fo) erreichen. Die dem 
Dienst des Feuers, des Wassers und des Giftdrachen (Touloung) 
anhängenden Ketzer suchten durch ihre magischen Künste 
Buddha in Indien zu widerstehen. Während 49 Jahre predigte 
Buddha seine Lehre, und dann unter zwei Bäumen (Bala) in der 
Stadt Kasinagara sterbend, ging er am 15. Tage des zweiten 
Monats in das Nirwana (gu niphan) ein. Bei Ananda's Ver- 
brennen am Zusammenfluss der fünf Ströme theilt der König von 
Varsali (durch Vasala aus dem Stamm Ixwaka gegründet) und 
von Magadha die Reliquien (nach Fa Hian). Tchang-tien aus 
der Han-Dynastie sandte nach den Westländern, da er von 
Buddha gehört hatte. Unter der Regierung Aeti's (1. Jahrhdt.) 



de Khonsistan) batit Suse, a deux Als, Thamouraz, qui continue la dynastie, et 
Djam-chid, qui s'empare de Babylone. Les historlens grecs du temps, ou les 
annales chaldeennes furent connus, donnent ponr second roi de Babylone Kbam- 
asbolos ou Kham l'etincelant (djam etincelant des Perses), les Hebreux Tont appele 
Nimrod ou le Rebelle et les Chaldeens Bei ou le Seigneur (Potocki). Houscheng, 
petit fils de Kaiyoumaratz, re^ut le surnom de Piscbdad (le'gislateur) pour avoir 
enseigne aux bommes la culture de la terre. Accordiug to tbe sacred book, re- 
ceived (from the Creator) by Mahabad (tbe flrst king of Iran) fourteen Mababads 
bad appeared or would appear for the government of tbe world in buman sbapes. 
Tbe religion, called Husbang, was (according to the Dabistan) anterior to that of 
Zeratusbt. Die alte Pagode Parui (um deren Besitz der König von Cochin Krieg 
fübrte) an der Küste Malavar wurde, als beilig, stets von den Seefabrern an Festen 
besucht. Nachdem aber der heilige Thomas einen Tempel im Königreiche Cran- 
ganor gebaut, pflegte er durch Stürme die vorbeifahrenden Schiffe, die Opfergaben 
für die Götzen führten, zu zerstören, bis die Schiffer, um den Zorn des Heiligen 
zu versöhnen, ihm reiebgeschmückte Thürme auf seine Kirche bauten und ein 
jährliches Fest mit Tauzen und Singen feierten (s. Conto). 



Peking. 51 

kamen buddhistische Bücher nach China^ ohne dass man an die- 
selben glauben wollte. Die Boten des Kaisers Miugti brachten 
buddhistische Bücher in 44 Kapiteln (Lsche-söa-tschang-' mit sich 
zurück. Später kam Tamo (Bodhidharma) aus dem Westen 
(Si) und lehrte, dass die drei Abtheilungen der Schriften nutzlos 
wären, weil die Menschen, um Buddha's Gesetz zu kennen, in 
ihre eigenen Herzen zu blicken hätten, um ihre eigene Natur 
kennen zu lernen. Damit begann die esoterische Lehre der My- 
stiker in der Schule der Betrachtung (Shan-sheo). 

Im Orient*), von dem Beginn der Menschheit ausgehend. 



*) Nach Diodor bildeten die Chaldäer eine ähnliche Kaste wie die egyptischen 
Priester. In Betreff des Sterneinflusses entsprechen die Bücher der Chaldäer (in 
ßabylonien) denen der Babylonier und Egypter (s. Bardesanes). Kajomors wird 
mit Noah ideutiflcirt zur Zeit der chinesischen Fluth unter dem Kaiser Yao. 
Von Jemshid führt der Bundehesh die Genealogien bis Feridun durch neun Ath- 
biau oder Athkbian, von denen die sechs letzten nach ihren Ochsen benannt sind. 
Der mit dem Abendlande belehnte Seim beklagt sich, in's Wasser geworfen zu 
sein, während Tur (in Turan unter Tschin) an den Schwanz des Drachen (des 
Wappen Chinas) gebunden worden. Die Rakschasas heissen Sandhjabalas (Däm- 
merungsstarke), weil ihre Kräfte gegen Ende des Tages zunehmen (wie die der 
Tiger. Seir est un vieux terme gaulois qui signifie le Soleil (Moreri). L'He'- 
liougmouni {7]li0s et fiovos) de l'Aquitaine ne serait pas diffetent du dieu aux 
Sept Rayons, mentionne par l'empereur Julien (s. du Mege). Barcae deae (in- 
scription pres de St. Bernard). Fanum des Genius Larrason bei Carcassonne. Göttin 
Tutela in Bordeaux. Gwydion ab don (der Sternkundige) hütete das Vieh des 
Gwynedd Uch Conwy. Nach ihm heisst die Milchstrasse Caer Gwydion. Pryderi 
(Pwyll's Sohn) erhielt ans Annwn durch König Arawn kleine Thierchen geschickt, 
die Ferkel heissen, und später Schweine (mit Fleisch besseren Geschmacks als das 
der Ochsen). By uranography only (mappiug out the sky into certain portions 
or districts to which names are given, taken from some resemblance real or fan- 
eied), the individual stars can he particularised (by the letters of the greek ai- 
phabet). The Chaldee chronology was, primarily and mainly, genethlialogical. It 
enquired under what aspect of the heavens persons were born or conceived, and 
from the position of the celestial bodies at one or at other of these moments, it 
professed to deduce the whole life and fortunes of the individual (s. Rawliuson). 
According to Berosus, Nabonasar destroyed, as far as he was able, the previously 
existing observations, in order that exact chronology might commence with Ms 
own reign. In preparing for a voyage, when leaving the shore, the inhabi- 
tants of the Orkney Islands always turn their boats in the direction of the suns 
motion. Boar's flesh was admitted to the honour of forming a dish among those, 
hatt compose the feast of Odin (s. Barry). Die Gemeinen wurden bei den Picteu 

4* 



52 Zweites Kapitel. 

stellt Bardesaues die Serer voran (in der Reibe der Cultur- 
entwickelung). Mara (Dämon) oder Papiyan (Sünder) und Kama 



begraben, die Edlen verbrannt (mit Grabhügel über der Asche). Die Constellation 
des Bären heisst (im Rigveda) rkshäs (Sterne oder Bären), als saptärshayas (sieben 
Rishi), wie a^y.ros (bei Homer) und (arab.) dubb (ursa major und minor), sowie 
okouari (Bär) bei den Irokesen (nach Goguet). Where the rainbow touches the 
earth it is drinking at a pool (according to the Zulus) aus Regenbogenschüsseln. 
Die Ermingestraet.e (Irmin's oder Aryaman's) oder Milchstrasse hiess später Jacob- 
strasse, als vetrarbaut (bei Scandin, oder Weg des Winters) heol y gwyt oder Weg 
des Windes (b. Cymris). Nach Dio Cassius erhielten die Römer die siebentägige 
Woche von den Egyptern (zur Kaiserzeit). Die griechischen Dekaden gingen auf 
die Monate von 30 Tagen (mit einer Woche von 10 oder 5 Tagen). Blutsverwandte 
erkennen sich bei den Zulus durch ükuzwana Ngenkaba oder Sympathie des Na- 
bels (nach Callaway). L'annee (vatsa ou kros) est designee (abda el carada, a 
quam dans) comme une saison piuvieuse, pars pro toto, de meme qu'elle est aussi 
appel^e, varsha, pluie (Pictet) als Vintrus bei Ulphilas (nach Wintern gezählt). 
Youanni, die Hauptseele der Karaiben, ruht im Kopfe. Die Kinder der Frau 
Unanana (who wilfiilly built her house in the road, trnsting to self-confidence 
and superior power) wurden von dem Elephanten verschluckt, ebenso wie die 
Mutter, die im Magen die Leber briet und sich dann aus dem getödteten Ele- 
phanten hervorschnitt (bei den Zulus). Am Solstitium des grossen Jahres gehen 
(nach Epictet) nicht nur die Menschen, sondern auch die Götter zu Grunde, ausser 
Jupiter allein. Nach Ktesias leitete Artaxerxes Memnon durch zwei eiserne 
Schwerter Gewitter ab. Megasthenes hörte in Palibrotha, dass drei Weltalter ab- 
gelaufen seien und das vierte begonnen habe. Die Serer werden rutilis comis 
et caeruleis oculis (bei Plinius) beschrieben. Appulejus schrieb die auf gätu- 
lischen Gebirgen gesammelten Versteinerungen der deukalionischen Fluth zu. C'est 
en l'an 1248 p. d. que le premier jour de l'hiver correspondait au passage de la 
terre au perihelie, point de l'orbite, ou notre planete se trouve le plus pres du 
soleil. II en est resulte que les plus courts hivers et le maximum de chaleur, 
dans nos contr^es se sont presentc'es au milieu du XHI. siecle. In dem Maasse 
als man vorschreitet , gewinnt (durch die eigene Verkettung aller Naturerschei- 
nungen) das zu durchlaufende Feld eine grössere Ausdehnung, indem es von 
einem Gesichtskreis begrenzt ist, der unaufhörlich vor dem Forscher zurückweicht 
(nach Humboldt). Auf die Naturforschung des Messens (bei Aristoteles) folgte 
(unter den Arabern) die des Experimentirens, als des zur Entfesselung der Stoflfe 
führenden Mittels (im willkürlichen Hervorrufen von Erscheinungen). Nach 
Vaillant ist Vercolace forme de vermis et de colax, ver rongenr, parante, ser- 
pent, qui dans la superstition des peuples de la langue d'Or (Moesiens et Daces) 
enlace la lune et la de'vore au temps de l'e'clipse. Am längsten Tage, wenn die 
Sonne am höchsten steht, opfern die Kalmükken ein Füllen und beten (nach dem 
Verzehren des Fleisches) zu dem abgezogenen Fell, als ihrem Versorger (s. Opitz). 



Peking. 53 

(Verlangen) heisst *) bei den Chinesen Mo wang- und Mo. In den 
(tibetischen) Legenden eines Arjawalokiteswara werden die my- 



*) Bei den Tibetern Phisiun , je nach den drei Sanscritnamen Bdud, Bdud 
sdigtschan, Hdodpa, mongolisch Scliimnus, näm, Phagaman, bei Raschidad in 
Iblis, ist herausgebildet aus dem erstgeborenen Käma des Veda, der als 
weltschöpferisrhes Princip (als Grund und Kern der Maja) zum Herrn der ge- 
sammten Körperwelt (als das personificirte Böse) wird (s. Koeppen). Plusieurs 
personnes cn furent consternös (bei der ersten Predigt Buddha's) et dirent: 
„Le Als du roi a perdu l'esprit" (s. Klaprotli). Die versuchenden Töchter des 
Mara, als Rati (Vergnügen), Arati (Ueberdruss) und Trichna (Begierde) werden 
(nach der Rgya scher rol) von dem Büsser in alte Weiber verwandelt (s. Koeppen). 
Hiouenthsaiig sali in der Nähe von Ralkh zwei Stupa für die Kaufleute (Tra- 
puscha und Khallika) , die die Haare Buddha's unter die Shoedagong-Pagode 
Rangoons niederlegten. Alle Buddha lehren zuerst im Mrigradava (Hirschpark) 
bei Benares. Nach den Tibetern war der Buddhismus iu vier Secten getheilt : 
1) die Schüler der Vaibhusbika (mit den von Rahula, Kagjapa, Katjajana und 
Upali gegründeten Abtheilungen); 2) die der Sautrantika (Darshantika) ; 8) die der 
Madhjamika (aufgestellt durch Nagarjuna, der seine Ansichten auf die Prajna- 
paramita gründete); 4) der der Jogakarja (gestiftet von Arjasangha im siebenten 
Jahrhdt). Die Secte des Rahula, die die Sutra der Befreiung (des Pratimoxa) im 
Sanscrit überliefert, zerfiel in sieben üiiterabtheilungen. Die Mahasanghika (ge- 
stiftet durch Kagjapa) überlieferte die Sutra der Befreiung (Pratimoxa) in einer 
verdorbenen Mundart. Die Schüler des Upali überlieferten die Sutra der Pratimoxa 
in der Pai^akisprache (einem rohen Dialekt des Prakrit) und wurden die Sanimata 
hochgeehrte genannt. Die Anhänger des Kätjäjana (die feste Wohnungen Gebenden) 
trugen die Sutra in der Volkssprache vor (als die Sthavira der vierten Synode). 
Der Pai^akidialekt ist der der bösen Geister. „Tbat can only pass as the true 
doctrine of the Bouddha which is not in contradiction to sound reason," was the 
dogma prepounded at the synode of Vaisali. Nach dem Bodimür giebt es in 
Sukawati oder Freiidenbegabte (bhümi die Erde) des Amitäbhä keine ausgegrabenen 
Dinge, obwohl wie Edelsteine schimmernd. Ausser dem heiligen Baume Bodhi 
giebt es kein Gewächs, ausser dem Wasserfall (Bodopad) der Beschaulichkeit 
kein Gewässer, ausser der Flamme der- göttlichen Urweisheit kein Feuer. In- 
dem Amita zwischen Kuan-in und Schi-tschi erscheint, blicken die Köpfe 
zahlloser Seligen aus dem Heiligenschein, der wie ein Pfauenschweif den 
Kopf Buddha's umzieht. Das Panjo-king handelt von der Weisheitsoffen- 
barnng. Das Sian-king ist ein heiliges Buch der Taotse (über den Sian oder 
Schin-sian). Schin-dsche (Herr der Todten) oder Yama heisst Erlik, was (mon- 
golisch, wie auch türkisch) Mannhaftigkeit (von er oder ere, Mann) bedeutet, oder 
Gewalttliätigkeit (s. Schott). Die Forderungen des Schicksals heissen (chinesisch) 
sieu-tschai (Schulden an das Schicksal), und sofern eine Vergeltung trifft, werden 
Schicksalsschulden bezahlt (hoän sieu-tschai). Zeigen sich Reliquien (sche-li oder 
särirä) bei einer Leichenverbrennung, so werden Stücke der irdischen Hülle (in 



54 Zweites Kapitel. 

stischeu Tänze um dakini (die Mutter des Dhyani Buddha*) 
Amitabha) bescbrieben. Aiya (Ariya) heisst chinesisch Tsun 



China) thener bezahlt. Der Arhan (sxS^oxrovos) oder FelDdestödten besiegt die 
Leidenschaften (daini daruksan). When ten years only of the Dwapar-Jog 
remained, Vishnu in order to destroy the demons and e\il genii, the causers of 
.night, assumed the Avatar of Buddha, on the third of Baisakh, in the Shakl 
pacheh (s. Dabistan). Dabistau erzählt von einem Banian in Gnzerat, der einem 
mohammedanischen Derwisch vor seinem Laden das Ungeziefer abkaufte, 
das dieser aufgesucht hatte, um es zu tödten. Clothes dyed with fat are proper 
for the priests to wear, sometimes of red colour, made with Doh-kam, sometimes 
of yellow colour made with kamin. The present king of Siam (preferring yellow 
clothes) come ont with bis new System (directed chiefly against their mythological 
books, as for instance their astronomy) when still a priest, giving lectures in 
astronomy and admitting only the moral teachings of Buddha. Five Vats in 
Bangkok (and some in the conntry) belong to his sect. Missionaries were sent to 
Ceylon and Birma. . 

*) Nach dem Shastras werden diejenigen, die den drei Kleinodien -vertrauen 
und im Glauben an sie wandeln, die Befolger der inneren Lehre (dotoghadu 
nomtan) genannt, wogegen diejenigen, die dem Maheswara (Siva) und den Gott- 
heiten des Weltsystems vertrauen, die Befolger der äusseren Lehre (ghadaghadn 
nomtan) heissen (s. Schmidt). Wenn ein Mahajauika Nirwana wird, so durch- 
wandert er in seinen letzten Augenblicken , in einen Gedanken des Dhjana ver- 
tieft, das ganze System der drei Welten, bis zum Ausgang aus demselben in das 
Nirwana. Brahma heisst bei den Buddhisten Sablokadhatu (Sarwalokadhatu, der 
Urstoff aller Wesen, als Materie). Der von üpagupta, dem Fürsten der Schiranus, 
umgehängte Leichnam des Hundes behielt das Aussehen einer reichen Perlen- 
schnur, so lauge der Träger sich der We^en erbarmt und sich ihrer Ver- 
führung enthielt. The Jains have not only adopted Om, the symbol of the 
Deity in brahminlcal writiugs, but coined a new word (Em), to denote the female 
energy or efficieiit cause of the universe. Der Buddha Krakutschtchanda legte 
den Keim zu seiner künftigen Würde dadurch , dass er dem Buddha seiner Zeit 
einen goldenen Sonnenschirm verehrte, sein Nachfolger Kanakamuni, dass er eine 
Guirlande von Sumanablumen darbrachte, Ka^japa durch das Geschenk eines 
Gürtels, Sakiamuni durch Darreichung vou Arznei (an den gleichfalls Sakiamuni 
gcheissenen Buddha), Maitreya durch Bewirthung mit einem Gericht Gemüse. Die 
von der armen Wittwe mit dem letzten Scherflein angezündete Lampe konnte 
(als die Gabe eines gläubigen Geraüths, das das Wohl Aller zu fördern bestimmt 
sei) selbst nicht durch alle Flüsse "der Erde ausgelöscht werden, wie Buddha dem 
Mudgalwani mittheilt. There are ten varieties of Kalpa (the religious practice 
of the sages). .\ccording to the Kalpa Sutra, Religion is the vital prlnciple of 
the World, since it is the first cause of all felicity. The Kalpa Sutra reckons 
among the constituent parts of a royal establishmeut, a chief banker (Set). 



Peking. 55 

tsclie*), tibetisch Hphagspa, mongolisch Chsutuktu. Mingti's 
Gesandte, die die Statue Buddha's auf einem weissen Pferde 



*) Der Pfad (Märga), der zum Nirwana führt, hat vier Stufen (jede in zwei 
Grade des Ringens und des Erreichens der Frucht zerfallend) von Aryas, als den 
^rotaäpanna (den in die Strömung Eingegangenen), Sakridagämin (den einmal 
Wiederkehrenden), Anagämin (den nicht Wiederkehrenden) und den Arhat (als voll- 
kommen rein und siindlos), als den eigentlichen Arya (Ehrwürdigen). Der Arhat 
(als Inhaber der vier erhabenen Wahrheiten) besitzt die acht Wege der Reinheit, 
als die acht richtigen Handlungsweisen (die acht Wegtheile oder Ashthänga märga). 
Der Arhat ist mit den vier Arten des bestimmten und eindringlichen Verständ- 
nisses (den vier Pratisamvids) ausgerüstet, als dem Verständniss des Sinnes (Artha), 
des Gesetzes (Dharma), der Erklärung (Nirnkti) und (in der Trividya oder drei- 
fachen Wissenschaft der Vergänglichkeit, des Schmerzes und der Vernichtung) der 
Einsicht (Pratibhäna). Der fertige Arhat gewinnt auf der Stufe des vierten 
Dhyana die Abhidjnäs (die übernatürlichen Kenntnisse der vollendeten Einsichten). 
Like the buddhistic formula, Krishna and other pedantic preachers inculcate the 
maxime of the uselessness of Karma (religious action originating in the hope of 
recompense) as a means of salvation. Als (nach Fabian) ein Geistlicher, der die 
Gesetze beobachtet und rein gelebt, auf Ceylon verschied, berief der König die 
Versammlung der Geistlichkeit, die den Verstorbenen für einen Arhat erklärte. 
Die dreifache Ueberfahrt (triyäna) begreift die kleine (Hinäyana) und grosse 
(Mahäyäna), sowie die mittlere Ueberfahrt (Madhyimayana). Die von Hiuenthsang 
erwäimte Doctrin gradueller Vervollkomnung besteht darin, dass mau vom petit 
zum grand vi-hicule aufsteigt (Koeppen). Die drei Rangstufen der Heiligen (den 
drei Jahrzeugen entsprechend) sind die der ^rävaka (Jünger), des Pratyeka-Buddha 
(Autodidact) und Bodhisattwa (schöpferisches Genie). Ausser den vier Arten des 
eingehenden Verständnisses (Pratisamvids) sowie der fünf übernatürlichen Kennt- 
nisse (Abhidjnäs) mit Einschluss der Wunderkraft (Riddhi) besitzt der Pratyßka- 
Buddha (als Nidäna-Buddha) die Theorie der zwölf Nidänas (die Verkettung und 
Wechselwirkung der Ursachen des Daseins begreifend). Das allerhöchste, wahrhaft 
rein vollendete Bodhi ist durch alles Sein der Tugenden offenbarlich durchgegangen 
und Buddha geworden. The list of the 33 Buddhists patriarchs closes with Soui- 
neng (f 713 p. d.). The Sramana, who sets himself to overcome the evils of 
existence, retires from all intercourse with the world and either exercises medi- 
tatiou simply or joins with it the practice of Kasina, by which he is enabled to 
attain to sumitta, which brings with it the State of mind, called Samadhi (in 
Bnddhism). The exercise of the Yogi, whilst endeavouring to bring before the 
thoughts the gross form of the Eternal, is denominated Alambana (in the Vishnu- 
Purana). Dattatreya is one of the 24 Minor Avatars of Vishnu. Sthira-Pal 
(König von Gaur) erzwang den Buddhismus in Benares 1062 p. d. (Duncan). 
Gautama Buddha died at Pawapuri. Indrabhuti (the Chief disciple of Mahavira) 
was of the tribe of Gautama. Humira Raja of Kampila built a temple of Pan- 



5ß Zweites Kapitel. 

nach Lo-yang" brachten,*) waren von den Priestern Kasya matang-a 
und Tschofalan begleitet. Nach Erbauung des Klosters wurde 



darikaksha at Gaya. Baijala Lord (Budhara) of Mudgal built a temple of Dhur- 
jati (1578). Khon phan (bad men) are Ahetuka (without cause), commou men 
are (thuhetuka) of two causes (lokiya and lokiitara), Arahan, as knowiiig Manut 
(men), Thevada (angels) and Nipphan, are Traihetuka or Tihetuka (of three causes). 
Patrem Uli (Thiccae quem ipsi Buddam hoc est sapientem appellant) Thimpsam, 
niatrem Mada Phugniu fuisse putant (Tunchiueses). Adudalam quaudam alterius 
Regis Indiarum filiam uxoreiii habnit vixitque cum ea annis duobus, quibus tiliam 
unicam suscepit nomine Haulam cariutque deiiiceps liberis (de Khodes). Narrabat 
etiara (Gabuleusis episcopus) quod ante uon multos aunos Joannes quidam, qui 
ultra Persidem et Armeniam, in extreme Oriente habitans, rex et Sacerdos cum 
gente sua Cbristianus est, sed Nestorianus, Persarum et Medorum reges fratres 
Samiardos dictos, bello petierit atque Ecbatanam sedem regni eorum expugna- 
verit (Otto v. Freisiugen) 1145. Nach dem Briefe des Presbyter Johann war sein 
Palast nach dem Vorbilde des Schlosses erbaut, das der Apostel Thomas dem 
indischen König Gundoforus errichtete. Nach Kubruquius pflegte der Schmied 
Chingis (unter den Moal) die Heerden des üncchan zu stehlen. Corvino bekehrte 
Georgios (aus dem Geschlecht des Priesters Johann) vom Nestorianismus. Formerly 
the superior priests (Lamas) were themselves the supreme rulers of the country, 
(in Tibet), until one of the royal family at the death of the principal Lama, 
declared that the spirit of the deceased hierarch bad entered into his body and 
thus regained the power, usurped by the priests. The followers of Rahula wear 
(in Tibet) a water-lily-jewel and a tree-leaf. The followers of Kashyapa (of the 
brahman caste) carry a shell or couch , as distinctive mark of their school, The 
followers of üpali (of the vSudra-tribe) carry a Sortsika-flower. The followers of 
Katyayana (of the vairy a tribe) had as their mark the flgure of a wheel. The 
priests (in Birma) are obliged nearly every moment to go through the ceremony, 
called akat, which signifies a presentation or oblatiori, telling the disciple (stau- 
ding of the distance of a cubit), to do which is lawful and being answered, that 
this is lawful. 

*) Brehmer macht die Budier, die im Verzeichniss der medischen Völker 
neben den Magiern stehen, zu Stammvätern der Budiner (mit blauen Augen und 
blonden Haaren) in der Budinerstadt (alsBudlanger) am Ilmsee. Auf der tyrischen 
Karte finden sich Bodiner am Obertheil des Bog (Wodan der Bojer). Zu den 
Bndinern am Dniestr flüchteten die Neurer. Ichuae und Pella lagen im Lande 
der Bottiäer. Die von Sicilien nach Tarent verschlagenen Cretenser wurden von 
den nach Macedonien Gewanderten Budäer genannt. In der Stadt Budeia (im 
magnesischeu Thessalien) wurde Athene Budeia verehrt (oder in Budia). Auf dem 
Berge Budorus (auf der Insel Salamis) lag die Burg Budorum. Homer's Budeion 
wird nach dem Copaissee (in Böotien) versetzt. In Germanien sind Budii und 
Orgi verbunden (Budii und Ori auf Salamis). Am Axiusfluss finden sich Budier 



Peking. 57 



Taosse durch Tsa-yu uud Tscho-fo-lau bekehrt (s. Girard). Zur 
Zeit des Megasthenes war die Verehrung- des Hercules (der Erde 
und Mond auf seinen Zügen vom Uebel gereinigt hatte) bei den 
Indiern*) des Tieflandes allgemein. Ansser der Dreieinigkeit 



oder Bottiäer. Die von Strabo neben Lygiern genannten Butonen werden (von Man- 
nert) für Budier gehalten (mit den Städten Budorgis tind Budorgum). Brehmer 
findet Bndier in den Bodii (am Bodensee) , den Burü und den Burignndiones 
oder Brigantes. Für die Ableitung des Wortes Butze (Spukgeist oder Gespenst, 
als Kindersrhrerken) möchte (Jrimm ein verlorenes goth. bita annehmen, ahd. 
piuzn, wovon Anapoz (locus), mhd. bozen (pulsare), gebuize (Pochen, Lärm), denn 
Butze ist ein klopfender Geist (s. Waldmann). Oculus oder (Sanscr.) Akshi 
(Raksha oder Auge) führt durch W. on (pfifia und o\^is) auf ofis (s. Curtius), 
als das im Auge liegende Leben (des dämonischen Raksa oder Hüters). La racine 
budh (aiiimadvertere, coguoscere) semhle avoir exprime plus specialement le niouve- 
ment ou l'excitation de l'esprit, qui arcompagne la perception et la cons<-ience 
de soi (Pictet). ümas (intelligence) lith. von av (amare). Von Aksh (Desiderativ- 
form des sanscr. W. 39 als permeare , occupare) leitet Pictet akshi (akshan) 
oder aksha (l'cpil ou regard qui penetre l'espace) et aksha (äme, connaissance), 
während direct auf a^ zurückführt aha (intelligence, vovs) goth. und ahma (Geist 
TtuEvua). (joth. augo (Auge) kommt von dem sanscr. W. uh (animadvertere, 
intelligere), sowie goth. hugs (intelligence). La rac. man signifle meminisse 
aussi bien que cogitare (Pictet). [Der Mann oder Mensch ist die von der Er- 
innerung zusammengefasste Persönlichkeit.] Auf mere (meminisse, zend) führt 
iieQueQco, memoria (Märchen). Die Buschmänner (Saan oder Hottentotten) werden 
.Abatua von den Kaffern, und Baroa von den Setshuana genannt. 

*) Wogegen nur Einige den Lehren des Buddha glaubten: eial Se riov Iv- 
Scäv Ol rovi ßovria Ttsi&öfisvoi TtaoayysXfiaaiv , 6v 81 vTtsoßoXqv aefivorrjroä 
cbg d'ebv rETVfii]-/taoi (s. Clem. v. Alex.). Diejenigen Menschen, die über die vier 
höchsten Wahrheiten nicht nachgedacht hatten, wurden durch die Benennung 
Prithaggana (die Abgesonderten) von denen unterschieden, die es gethan hatten 
und deshalb Arja genannt wurden, wie sich die Inder im Gegensatz zu den Bar- 
baren nannten. Die buddhistischen Geistlichen unterschieden sich dadurch von 
den übrigen Indern. In dem Drama Mrikkhakati entspricht das Wort üpäsaka dem 
Wort Buddhapäsaka (Buddhaverehrer). In the Dasa-brahma-jataka is said of the 
tenth class of Brahmas : „There are others who profess to he released from evil 
desire and to be ready to release others also. On account of their wish, to gain 
abundance they recommend to kings the sacriflce calied yaga and if a king can 
he found willing they place him upon a golden couch and anoint his head with 
holy water, saying, that this will take away the consequenres of his sins, then 
the couch and the carpet npon which he sat, his robes and Ornaments, all fall to 
the share of the Brahmaus, who have conducted the ceremony. — The Indians of 
the GaucasDs took Dionysos for an Assyrian stranger, bat those of the Indus and 



58 Zweites Kapitel. 

in 0-mi-ti-fo (erster Buddha), Sakia (Religionsstifter) und Mi- 
lo-fo (der Buddha der Zukunft) verehren die Foisteu die jung- 



Ganges declare him for tbe son of tlie Indus (the Theban Bacchus being bis dis- 
ciple and imitator, born from Meros, a mountaiu near Nyssa). Von Here wird 
Herakles erklärt nnd ^ocog ist (nach Curtius) verwandt mit viras (sanscrifi und 
\ir (lat.). Viraj (Brahma's Sohn) ist Fürst der nördlichen Madri und Knru, für 
welche die verwandten Pandu (mit gynäkratischer Polyandrie) Kriege führten. 
Apollonius from Tyana, affecting a yellowish colour in his dress, clad himself in 
the Byssus of the Indians. Round the shrine of the temple (outside the walls 
of Taxila) were hung (according to Damian, who accompanied Apollonins) pictnres 
on copper tablets, representing the feats of Alexander and Porus. The elephants, 
horses, soldiers and armour were portrayed in mosaik and the correctness of 
drawing, vivacity of expression and trnthfulness of perspective reminded one of the 
productions of Zeuxis, Polygnotus and Euphranor (s. Philostratus) Apollonius re- 
marked, that colour was not necessary to a painting, and that au Indian drawn 
in chalk would he known as an Indian, and black of colour, by his some what 
flat nose, his crisp hair, his large jaws and wild eyes. According to Phraotes 
(king of Taxila) the Brahmans especially love those, who know and speak Greek, 
as akin to them in mind and disposition. Alexander's Sophoi were the Oxy- 
dracae, a free and warlike people (rather dabblers in philosophly tban philo- 
sophers), but the Brahman country lay between the Hyphasis and Ganges, where 
invaders (as the Egyptian Hercules and Bacchus) were driven back by tbe 
pious men with lightning and tempests. Nearing the stronghold of tbe So- 
pboi, the cameldriver ordered the camel to kneel and leapt down. Abhimanyiz 
(king of Cashmir) sent for Brahmins (I cent. p. d.) to teach the Mahäbhäsbya 
(of Patangali or Pingala) In his kingdoms. Nach Strabo ward zJiovvaoi (Rudra, 
Soma, ^iva) auf den Bergen, Hpay.lrje (Indra, Vishnn) in der Ebene verehrt (Weber). 
Megastbenes unterscheidet zwei Gattungen von Philosophen, als die Boa/jiavai 
und die Eaoi^iavai (SamanabTahaniana im Siamesischen). Megastbenes rechnet die 
vloßioi (Brabmacririn und Vansaprastha) zu den —aQ/nmai. Strabo erwähnt die 
Ifoafcvfu als streitsüchtige Dialektiker, während die B^axfiavat sich besonders 
mit Physiologie nnd Astronomie beschäftigten. Lassen erklärt die Ifpafivai als 
pramana (Secte der Paramat in Birma), d. h. als Solche, die sich auf pramanam, 
den logischen Beweis (nicht auf die Offenbarung) stützen. Namque vita mitio- 
ribus populis Indorum multipartita degitur. Quintum genus celebratae illic et prope 
in religionem versae sapientiae deditum, voluntaria semper morte vitani, accenso 
prius rogo, flnit (Plinius). Multarumque gentium cognomen Brachmanae quorum 
Maccocalingae ; fiumina Pumas et Cainas (qiiod in Gangem influit) ambo navega- 
bilia (Plinius). Nach Ferishta pflegten in der ältesten Zeit Hindu-Pilger nach 
Mekka und Aegypten zu kommen, um die dortigen Götzenbilder zu verehren 
(wie die Sepoys). There were impressions of beard and faces on the hüls of the 
Sophoi (served by boys, consulted by the king) whose mind was by egyptian 
travellers ill disposed against tbe Greek). Tbe Sophoi, who wear long bair and 



Peking. 59 



frauliche Göttin des Erbarmens (Kouan-yin), Tamo (den Apostel 
Chinas), Ti-tsang- (den Höllengott) und die Louo-han oder 18 
Hauptschüler (s. de Courcy).*) Buddha wird Suvärthasiddlia 



a white mitre worsbip fire (obtained froui the sun's rays) in their stronghold 
(the navel of India) and walk the air (s. Philostrat.). According to Bar- 
desanes the newly elected Samanaeans were shaved. Jarchas was formerly 
Ganges, king of the Indian people, of whom the Ethiopians, then Indians, formed 
a part. After having murdered him, the Ethiopians were driven out to settle in 
Afrika (s. Philostratus). The sages of the Sophoi nodded from their seats to 
receive the king, who entered with outstretched hands. According to the Sophoi, 
the World was composed of five elemeuts. These, who are very quick of ear 
heard sometimes the swans, singing themselves to death. Jarchas prophesied, 
that Apollonius would even during his life attain the honours of divinity. The In- 
dian ambassador to Angustus, who burned himself (at the leight of his prospe- 
rity) in Athens, had written Zarmanos Chegan (Qarmana Karja or teacher of the 
^ramans) of Bargosa ou his tonib (s. Nicolaus Damascenus). According to Diu 
Chrysost., the grief of Priam, the wailing of Hecuba and Andromeda and the 
courage of Achill and Hector were known in India. Die Kirche bei Kish soll 
vom Apostel Thomas (Tamassa) oder Foma (bei den Tscherkessen) gebaut sein 
(s. Kolenati). 

*) Vajradhara (Adhibuddha) is called he, who has the soul of a diamond 
(Vajrasattva). Each Buddha when preaching the law to men, manifests himself 
at the same time in the three worlds. In the world of desires, he appears in human 
shape, in world of forms, he manifests himself in the sublime form of Dhyaui 
Buddha. In the highest world (of the in corporeal beings) he has neither shape 
nor name. The Phyani Buddhas create from themselves by Dhyana (abstraft me- 
ditation) an equally celestial son (Dhyani Bodhisattwa), who after the death of a 
Manushi Buddha is charged with the continnance of the work uudertaken by the 
departed Buddha, tili the next epoch of religion begius, when again a subsequent 
Manuschi Buddha appears. The Dhyani Buddha of Sakiamuni is Amitabha (Od- 
pagmed in Tibet), his Dhyani Bodhisattwa is Avalokitesvara or Padmapani (Chen- 
resi in Tibetan). Unter den fahrenden Schülern (im XV. Jahrhdt.) waren die 
Bacchanten die Gesellen (Gehülfen des Rectors oder Schulmeisters), von denen 
jeder einen oder einige Schützen (Lehrjungen) hatte, die er auf seineu Wanderungen 
vor sich her trieb (s. Heppej. Of the unlimited uumber, the five Buddha, of 
the actual period (four of whom have already appeared) are particularly wor- 
shipped. To the Dhyani Bnddheus of these five Manushi Buddhas is added as 
a nexth (and highest in rank) Vajrasattwa. Manjusri (Jamjang in Tibetan), whose 
Sakti is Sarawati (Ngagi Shasuo) is called the ruler of the year, the first day 
being consecrated to him. Padma Sambhava conquered (by magical powers) the 
demon, who opposed his entranee into Tibet. The first monastery of Buddhists was 
founded in Tibet on the Kailas mountains (137 p. d.). The introduction of Buddhism 



60 Zweites Kapitel. 

(jedes Wunsches Erfüllung) genannt. Bei dem Tode der Maya 
wird ihre Schwester, Praschäpati *) Gautami (die grosse Herrin der 



into Tibet is ascribed to the Dhyaui Bodhisattwa Avalokiteswara, celestial soii of 
Assitabho, whose cbosen land is Tibet (where many priests aud rulers are con- 
sidered as their incarnations). The polls (of the tibetau priests in Peking) were 
shaven and tbey possessed a stroug unpleasant odour, nut iinlike that of sheep, 
which the Chinese attributed to the quantity uf mutton they daily consiiined 
(s. Swaiiison). Mysticism (whirh appears for the first time as a specific systeni 
in the X cent. p. d ), called Kala Chakra (the circle of time in Sanscrit) or Dus 
Kyi Khorlo (in Tibetan), is reported to have originated in the f=»bnlons country 
Sambhala (source of happiness) or (in Tibetan) Dejung (beyoud the Sir Deriau 
or Yaxartes). It was flrst known in India (965 p. d.) aud thence iutraduced 
throngh Cashmir into Tibet (1025 p. d.). The theories are laid down in two 
series of works, known under the collective titles of Dharanis (Zung in Tibt-fan^ 
and Tantras (Gyut in Tibetan). The System of mysticism promises endowment 
with supernatural faculties (superior to the energy to be derived from virtue aud 
abstinence and capable of leading to the union with the deity) to the man, who 
keep, in mind, that all three worlds exist in the Imagination only aud regulates 
bis action accordiugly. Buddhism was introduced (XVI cent. from Sikkim in Butan). 
According to the Prasanga school the doctrines of the Huddha establish two 
paths, one (attained by the practices of virtues) leading to the highest regions 
of the universe (to the heaven Sukhavati), where man eiijoys perfect happiness, 
but connected with personal existence), the other (attained by the highest per- 
fection of iutelligence) conducting to entire emancipation from the world (to Nir- 
vana). According to the (tibetan) mysticism there is a chief flrst Buddha (Adi- 
biiddha or Chogidangpoisangye), without beginning or end. Nine of the human 
Buddhas have arrived at the Buddhaship for the flrst time and the Sambhogakaya 
(body of blissfulness) of the Buddhas has existed from all eternity and will 
never perish. The flrst of the Buddhas (the president of the flve Dhyani Buddhüs) 
is called (in the Tantras) Vajradhara (Dorjechang or Durjedzin) and Vajrasattwa 
(Dorjesempa). 

*) Radscliagriha (Königshaus) ist ein Pilgerort der Jains. Seinen Lehrer Arata 
Kalama (aus Vaicali) und den Rama Sohn Rudraka verlassend, zieht sich Gau- 
tama in die Einsamkeit beim Dorfe üruvilva zurück. Die Ascese anfgpfiend, 
setzt er sich unter dem Schatten des Bhodhidruma (Bodhibaums) auf den IJhodhi- 
manda (Sitz der Intelligenz) in Gaya (Buddhagaya). Das Heer des Mara scheidet 
sich in (eine rechte und linke Seite) eine schwarze und weisse Partei, von der die 
letztere den Bodhisattwa für unbesiegbar erklärt. Der Thron der Intelligenz lieisst 
Vadjrasana (Diamantensitz). Der Schüler Katjajna oder Katjajaniputra wurde von 
Buddha nach Udjein geschickt (als Naradatta). Rahu was of immense size (one 
Yosana between the eyebrows) and hearing of Buddha, he despised him, as being 
small like a man. Persuaded afterwards by the dewadas to go, he found 



Peking. 61 

Geschöpfe ans dem Gesehlechte der Gautania), die ebenfalls Ge- 
mahlin des Königs Cnddhödana war, als Oberamme nnd Er- 



Ruddha sleeping, but could neither see his face nor feet, as both extended in in- 
finity. The same, when he stood uprigbt, he neither by looking down, nor by 
looking up, coiild see where he ended. A priest had resolved on measuring Buddha's 
height, on the door, he had to pass through , roming in the Vat but however 
high he niade it, it was still to small. When Buddha resolved on -visiting tiie 
heaven Devadüng (to preach the law) his mother, who resided there feared, that 
he, of the small stature of men , would disappear amongst the gigantic devadas, 
but Buddhas priestly garment folded out in hundreds and thousands of Yosana. 
When Phra Isuen was going to have the topknot on his son's head shaved, Rahu 
offered to do it, but advised Phra-Isuen to use the mon (formnies) of Buddha, 
as without them a niisfortuue would happen. But Phra-Isuen refused, thinking 
himself miglity enough. "When one of the devadas had undertaken the offlce 
and was shaving the head, a violent wind arose and took off the head of the 
child , carryiiig it away. Phra-Isuen ordered quickly to bring the head, but as 
they could not find the eight one, they brought one of an elephant. The father 
flxed it on the trunk, but it would not stay, tili he used the (mantra) mon 
(formules) of Buddha. Then he succeeded, his elephant headed son was tliere- 
fore called (Buddha Khinet) Phuttha-Khinai or Buddha (Lord) Elephant (Khinai in 
Pali), identical with Ganesa. In the Era of Manopranidhana, Gotama Bodhisatt, 
being a prince gave (siddhartta) oil to Dipaukara Bodhisatt to present it to 
Purana Dipankara Buddha. In the period of Wakpranidhana, Gt)tama Bodhisatt 
(son of the king of Dhannya) offered his treasures to Sakya, the Buddha. In 
the Saramanda Kalpa, in which appeared the four Buddhas Tanhankara, Modhaukara, 
Saranankara and Dipankara, Gotama Bodhisatt (son ofSunanda, kiug of Puspawati) 
received from Tanhankara: aniyata-wiwarana (indifinite assurance, that he would 
become Buddha. From Dipankara and the succeeding 23 Buddha's he received 
niyata-wiwarana (defiuite assurance). At the time of the Buddha Sidharttha Gotama 
Hodhisatt was Maugala brahmana. The long period of ignorance after the dissolution 
of Wessabhu was followed by the Makabhadsakalpa of five Buddha's. When 
Buddha appeared in the air over the armies of Yakas (fighting in Ceylon), he 
after having made a great noise, flrst caused darkness and then made smoke issue 
from his body, assuming lastly the appearance of the moon. If Jupiter, following 
the waxing moon, inrlines to the north, there will he plenty of rice, if to the 
south, there will be scarcity. Buddha showed Nanda (his younger brother) the 
beaut) of a dewi to prevent him from marrying. Ananda, the son of Sudhodana's 
younger brother, was an attendant of Gotama. Gautama's ears hung down on the 
Shoulders, his hands reached to his kuees, his flngers are of equal length, and 
with his tongue , he could touch the end of his nose , as proofs of his divinity 
(s. Malcolm). The Kwan vu Hang shen king (gazing a Ametabha Buddha Sutra) 
was translated by Kong long yasha, a foreiguer from the works who came to China 



62 Zweites Kapitel. 

zieherin bestellt. Der Prinz lieirathet Jagodharä (Tochter des 
Königs Suprabuddha). Kabilapbat ist die Stadt des Gelben. Die 
Brahmauen Magadha's hörten von dem einen weissen Stier reiten- 
den Mahadeva auf seinem Löwensitze (den sie als Familiengott 
verehrten), von Ganega auf dem Berge Kailasa (wo Uma Blumen 
pflückte) empfangen, dass die Befreiung nur auf dem Buddha- 
Wege sei (s. Taranatha). Am Ende seines Lebens begab 
sich Nagarjuna*) (der Verbreiter des Madhyamikasystems nach 



(425 p. d.). Les Chiugulais tiennent par tradition qua Budu a demeure long 
temps dans l'isle, menant iine vie, tres penitente et tres-saiute (l'an quarantieme 
de Tere chretienne). L'isle de Ceylon est partagee en quatre diöceses sous un 
pontife (soumis au Terumvansse) , qui gouverue les Genes de leurs districts, le 
premier fait sa r^sidence pres de Sofragan et a sein du fameux pagode, coasacre 
ä Hilciperumal, pere de Visun, le second demeure pres de Calan(i dans le pagode 
de P)iws.ura perumal, pere de Rama, le troisieme est ä Catagarama, qui est le 
pagode du grande idole Caude Suami, fils de Visnu, le quatrieme est attach^ au 
pagode d'Altenor, qui est dedie ä Visnu. Les enchanteurs ä Ceylon endorment 
les rror.odiles, quand on vent aller se laver dans les ri^ieres (s. Ribeyro). The 
founder of the Siamese religion has variuns names, one of which is Somona 
Codom er he who steals cattle (Finlayson). Somona Codom, the cattle-stealer, a 
Siugalese, was the missionary who first propagated the religion (Vedas) in Slam 
(Roberts). Die buddhistische Schule der Sammatya gründet ihre Lehrsätze auf 
die Hinajäna-Sutra, die den Gaiua fremd war. Fewoi, bi rvf^ivoao^ioxai (nach 
Hesychius). Nach Hiuen-thsang fand sich in Taxacilä die ^vetaväsa (^H'etämbara) 
genannt Secte der Gaina. 

*) In distinction from the Srawacas, the Uinayana school (founded ou the schism 
of the syiiode at Vaisali) demonstrated the source of existence no louger from 
the four truths only, but from the twelve Nidana (based ou the four truths). 
Nagarjuna (Lugrub' in Tibetan) founded (400 years after Buddha) the Mahayaua- 
System (in southeru India). According to the tibetan historiograph Taranatha the 
most important Mahayana, books have already appeared in the time of Sri Saraha 
or Rahulabhadra, who lived shortly before Nagarjuna. Nagarjuna received the 
book Paramartha (or the books Avatamsaka) from the Nagas, to whom Sakiamuni 
had taught more philosophical doctrine (as guardians of his teachings). According 
to the Chinese Nagarjuna thought his System an original one, tili he diseovered the 
ressemblauce in the teachings, left by Sakiamuni with the Nagas. The reformer .\ryas- 
angha (cbagpa thogmed in tibetan) founded the Yogacharya scliool or the contem- 
plative Mahayana (fifth Century p. d.). Aryasanga was taught his doctrine by the 
future Buddha Maitreya (the president of the regiou Tushita), from whom he recei- 
ved back the five treatises of Champai chos nga (the five books of Maitreya). Of 
the books of the Mahayana, the flrst division illustrates, the principles of Nagar- 



Peking. 63 

dem Süden und bekehrte den König- Idajana. Das Mahayana 
kam auf, als der ehrwürdige Mandjusri am Hause des Königs 
Chandragupta in Odivica Mahayaua's Gesetz*) vortrug und ein 



jima, which have been adopted by the Madhyamika scbool (Bumapa in Tibetan), 
the second (raore developed) is appropriated by the Yogacharja scbool. Tbe Pra- 
sanga branch is the most important of the Madhyamika system. Maitreya is (in 
Tibetan) called Charapa. The fundamental doctrine of the Mahayana school is 
that of the emptiness or nothingness of things (Sanyata or Tongpanyid), called 
also Prajna Paraniita (the supreme intelligeuce which arrives at the other side of 
tbe river). A buddhistic priest preached in China 217 a. d., but was sent away. 
Buddhism was introduced in Ladak 240 a. d. Nägärjuna, called Naga Koshuna or 
Loung-chou by the Chinese, is placed in their traditional chronology, which they 
borrowed from the Buddhists in Northern India, 400 years after the Nirwana. 
The Tibetans assign the same date to him. In the list of the patriarchs however, 
he occupies tbe 14tli place and dies 738 years after Buddha (Muller). The list 
of the 33 Buddhist patriarchs, gives the date of their death from Chakia-mouni, 
who died 950 a. d., to Soui-neng, who died 713 p. d. The twelfth patriarch, 
Maning (Deva Bodhisattwa) is placed by the Chinese 300 years after Buddha. 
In the list of the patriarchs he dies 618 years after the Nirvana. Nirvana ist 
die gänzliche Vernichtung der Schmerzen und der Attribute oder Aggregate der 
Existenz (der Skaudhas). Nach Obry bleibt selbst im Nirvana sans reste d'üpadhi 
(Persönlichkeit) immer das denkende Princip übrig. Nirvana (va oder blasen mit 
der Negationir) heisst (im Tibetischen) Mya ngnan las hdaspa (der Zustand 
dessen, der von Schmerz befreit ist) und (im Mongolischen) Ghassalang etse 
angkidschirakasan oder Ghassalang etse noktschiksen (vom Jammer abgeschieden 
oder dem Jammer entwichen). The success attained by the Prasanga-Madhya- 
mika school is dne, is great measure , to the excellent commentaries and intro- 
dnctory works written in the 8'^ and 9*1' centuries by Chandrakirti (dava dagpa in 
Tibetan) and other learned men. These events coinciding with a numerous 
emigration of Indian priests into Tibet caused the Prasanga school to be at 
present considered by the Tibetan Lamas as that which alone taught and gave 
the true explanation of the faith revealed by the Buddha (s. Schlagiutweit). The 
Buddha has two kinds of Nirvana, the Nirvana with remains (in the body Nir- 
mankaya) and (assuming the hody Dharmakaya) the Nirvana witbout remains. The 
flve essential properties of seutient existence (Skandhas or Silaskandhas) are called 
(in Tibetan) Tsulkhrim kyi phungpo (the agregates of morals). 

*) According to the Vrihat Katha, the Bodhisattwa Nagarjuna, minister of (the 
king of Chirayapur) Chirayu, allowed his head to be cut off, to save the king's 
life, whose days his knowledge of the elixir of immortality had preserved beyond 
the natural limits and the enmity of whose son and successor he had consequently 
provoked, his death however being really brought about, by the deities, who could 
not bear his begiuning, to render men immortal. A large portion of the Kali 



64 Zweites Kapitel. 

Buch zurückliess (nach Taranatha). Nach dem Tode des Ka- 
nishka wurden überall Cloka des Mahayana geschrieben, und 
Suti-as von den Göttern, Sandharvas, Raxasas, besonders aber 
von den Nagas erlangt. Das Eingehen der Seele in Pflanzen 



Yug or present age (400,000 years yet to come) is denominated the NagarjiiDiya 
Saea or Era (s. Wilson). The Tatitra Cacsha Puta is ascribed to Nagarjuna. 
Acoording to the Caiiara work Pajyapada Charitra, Nagarjuna possessed the magical 
meaijs of perpetoing his existence and making gold. Nagarjuna is called king of 
the Sacadvipa. The princes of Turushka descent (in Vashniir) founded Colleges 
and planted sacred trees in Surhea and other places, and duririg the period of their 
reign the whole of Cashmir was the enjoyment of Bouddhas, eminent for austerity. 
After them, when 150 years had elapsed from the emancipation of the Lord Sacya 
Sinha in this essence of the world, a Bodhisattwa in this country, named Nagar- 
juna, was Bhuniiswara (Lord of the Earth) and he was the asylum of the six Ar- 
hatwas (according to Calhana). Damodara was succeeded by lliree kings of the 
race of Turushca and they were followed by a Bodhisattwa, who wrested the 
Empire from them by the aid of Sacya Sinha, introducing the religion of Buddha 
into Cashmir. He reigned 100 years and was followed by Abhimanyu. In Abhi- 
nianyu's reign, the Bauddhas, cherished by the learned Bodhisattwa Nagarjuna 
niaintained the ascendancy. They the enemies of the Agama (Vedas) and dispu- 
tations, overcame all the wise men in argument and demolished the practices, 
prestribed in the Nila-Purana. King Thisrong de tsan ordered a disputation bet- 
ween the Chinese Mahayana and the Indian Kamalasila. At Mahayana's defeat, he 
was banished Tibet, anl the Buddhism was then tanght there by tlie Indian priests 
according to the Madhyamika school, which have shortly before superseded the 
Yogachary a system in Indian. King Langdar or Langdharma, who persecuted 
Bnddhism in Tib'et, was murdered (900 p. d.). When his grandson (Bilamgur Thsan) 
rebuilt the temples, the Tibetan priests (who had fled) returned with the learned 
Indian priest Pandita Atisha and his pnpil Bromston (971 — 1U41 p. d.) Shortly 
before Atisha's arrival the Kala Chakra doctriue (or Tantrih mysticism) had been 
introduced in Tibet. Indian refugees (lltli — 12tli cts.) assisted in the trauslations of 
Sanscrit books. The reformer Tsongkaba, born (1355 p.d.) in Amda, enforced a strict 
observance of the laws, binding for the priests. Five foreigners, appearing before king 
Thothori Nyan tsan (371 p. d.) instructed him, how to use for the general welfare 
of übet four objects, which (331 p. d.) had fallen from heaven. King Srongtsan 
Sampo (617- 698 p. d.) sent Thnmi Sambhota to India for the aiphabet and buddhistic 
books. Dolma (the two qneens of king Srongtsan Simpo) arc called Dolkar (of white 
colour) and Doljang (of green colour). Doljang is implored by wonien for fecnndity. 
King Thisrong de tsan (728 — 786 p.d.) brought the learned Pandit (Bodhisattwa) Santa 
Rakshita (Ziva tso) from Bengal to Tibet, whcre also the great Gurn (famed by his 
knowledge of the Dhananis) Padma Sambhawa (Padma jungne or Urgyeu) from Kafi- 
ristan (Udyana) settled. The Indian sages superseded then the Chines priests in Tibet. 



Peking. (jr, 

und toclte Stoffe findet sich (wie bei Manu) in der Sankhja- 
philosophie.*) 

Nach dem viersprachigen Buch der 44 Kapitel fasste Tschö- 



*) Der Saiitantika (der Tamuleu) behauptet (den ^ivaiteu gegenüber), dass 
die anfge-nachsenen Bäume ohne Leben sind (s. GraüI). Die buddhistische Erb- 
sünde (Klecja) ist der Grund alles Elends und aller Leiden in der Existenz 
(s. Koeppen). Das Schicksal der Buddhisten ist Karman (Werk oder Handlung). 
Nach der Sänkhjaphilosophie ist die Seele (Purusha) ewig und bleibt identisch 
im Verlaufe der Wanderungen. Nach den Buddhisten sind die Seelen (gleich den 
Welten und den Körpern) in beständigem Wandel des Entstehens und Vergehens 
begriffen, indem in der Auflösung der stete Grund der Erneuerung liegt. Indem 
mit dem Sterben des Körpers die Seele erlischt, bleiben nur ihre guten und bösen 
Thaten mit ihren Folgen, die (als Frucht) zum Keim eines neuen Individuums 
werden. Der Sautantika (der Tamulen) läugnet die Ewigkeit und Identität der 
Seelen in den verschiedenen Existenzen , da sonst das Bewusstsein ohne Anfang 
und Ende sein müsste. Der buddhistische Schüler des Vatsiputrijas hielt an der 
Identität der Seele in den Wanderungen fest. The Yogacharya-system of Aryasanga 
(which had been taught before by the saints Nanda, ütarasena and Samyaksatya) 
supposes, that a soul (Alaya) is the basis of every thing. By the doctrines of 
Aryasanga and bis successors, the Nagarjuna school (whose principles had been 
adopted by the Madhyamikas or Rumapa) had sunk almost in oblivion, tili revi- 
ved (VII. Century p. d.) uuder the name of the Prasanga brauch (founded by 
Buddhapalita), which superseded all other schools of the Mahayaua System (noth 
with.'.tanding the attacks made upon it by Bhavya , the originator of the Sva- 
tantra-Madhyamika school). According to the Prasangas the two truths Samyriti 
and Paramartha canuot be maintained as either identical or different. They have 
one and the same nature (Ngovochig), but two distinct meanings (togpa nyi). A 
Tibetan Lama Padma Karpo (16 rent.) makes the deliverance from the metem- 
psychosis dependent upon the knowledge of the Tantras. Nach d'Anville bedeutet 
Büd die Gottheit der Bod-tan und Bou-tan (Tibet) meint Gottesland. Die 
siamesischen GötzenpfafFen studiren in der hohen Schule im Köuigreiche Laos 
(La oder Götze). Nach Hyde meint Schamane einen Seufzenden oder Schlucksenden, 
Nach Loubere meint Schamane (im Babylonischen) einen Waldbruder, Clem. Alex, 
nennt die Sarmaner Einsiedler. Nach Kämpfer meint Schaman einen Menschen 
ohne Leidenschaften. Rubruquius erwähnt Tuinianer genannte Abgötter (Mani- 
chäer) mit den Nestorianern. Die orientalischen Christen nennen den Mani oft 
al Thenaoni und seine Secte al Thenaoniah. Die Kirgisen am Ikran-Fluss (Hoang) 
stammten von Kirgis (Enkel des Oguss-Chan). Die Jakuten verbraunten früher 
den Lieblingsdiener des Herrn im Leichenfeuer, damit er ihm im andern Leben 
diene (Fischer). Die Bekenner der schamanischen Religion legten sich auf die 
Weltweisheit, und die Anhänger der brahminischen Religion gestehen selber, dass 
sie alle ihre Wissenschaften ihnen zu danken haben. Sie lesen aach die von den 
B a .s t i a 11 , Reise. VI. 5 



6ß Zweites Kapitel. 

shun (der Verehrungswürdige der Welt) den Gedanken , dass 
der Geist ruhig zu halten sei, um den Sieg zu erlangen und die 
Dämone zu überkommen. Durch vollkommene Gleichgültigkeit 
wird der Stand Buddha's erreicht. Die Shamen (Zuhörer; müssen 
den Kopf schaben und nur einmal am Tage Nahrung zu sich 
nehmen. Ein pflichtgetreuer Shamen ist einer Kuh zu vergleichen, 
die im tiefen Schlamme watet, weder rechts noch links, nach 
keiner Seite blickt, sondern nur bedacht ist, aus diesem Schmutz 
herauszukommen. Gleich dem Honig, der beim Genüsse sieb 
süss erweist durch und durch, von Aussen und von Innen, so 
ist die Lehre der Sutra (king). Das Buch Kuan-sin-lun (Herzens- 
betrachtung) war von Bodhidharma abgefasst. Buddha's (Fo's) 
Hauptschüler war Kasyapa (Kiascho) und Onan (Ananda). Kai- 
ser Angwanti sammelte die buddhistischen Bücher, Kaiser Kai- 
huaug (unter der Suay-Dynastie) theilte die Bücher in Jeau- 
tcheng (Hiuayaua oder kleines Fahrzeug), Ta-tcheng (Mahayana 
oder grosses Fahrzeug) und Za-kiug (Mischbücher), wozu später 
noch die I-king (zweifelhafte Bücher) kamen. 

Nagarjuna*) (Long-schun oder der Drachenbaum) betrat 



Schamanen noch übriggebliebenen Schriften, als alte. Indessen haben die Brah- 
ininen sie als Abgötter verfolgt und nicht eher gernht, bis sie sie nach und nach 
vertrieben, so dass sich seit 600 Jahren keine Spuren mehr von ihnen diesseits 
des Ganges antreffen. Die jenseits des Ganges herrschenden Religionen sind 
lauter Sprösslinge von der schamanischen. Auch die lamaische ist nur eine (aus 
der alten schamanischen) reformirte Religion, Bei den alten Schamanen war bei 
Entstehung einer Gottheit weder Zeit, noch Ort, noch Stand, Person oder Nach- 
folge ausgemacht, aber bei den Lamaiten folgt in unverrückter Ordnung ein Gott 
auf den andern in der Person des grossen Lama. Die Religion der alten Mon- 
golen ist gleichfalls aus der schamanischen entstanden (schrieb Fischer 17G8). The 
exact Ceylonese Chronology begins with king Dushtagamani (161 a. d.) 

'^) Seven of the Snake-kiiigs are not liable to be pecked up by Goruda 
or kruth, on account of their sanctity. Nebo est le dieu de Tintelligence, qui 
d'apres l'id^e des Chaldeens, s'engendre par elle-meme (Oppert). Sacya Sinha 
(the apostle of the notions of the Buddha faith) existed about the beginning of the 
Christian Era, as the flfth Buddha legislator, and distinct from Gautama, vyho 
lived the sixth Century before its (s. Hamilton). A work on medicine is ascribed to 
Nagarjuna. The history of Calhaua (1148 p. d.) commences (in the Raya Taringini) 
with the fabulous ages (in Cashmir) and comes down to Sangrama deva (1027 
p. d.) Kaananv^os nohi FavSa^ixav (bei Stephanus Byzanz) is Casyapa pur 



Peking. 67 

600 Jahre nach Buddha's *) Nirvana die Höhle des Drachen- 
könig's und entnahm von dort die kleinste der drei Buehabschrif- 
ten, Hwa-jeu-king- (blumig ehrwürdiges Buch) genannt, deren 
Lehren er durch Indien verbreitete. Es wurde zuerst in das 
Chinesische übersetzt unter der Tsin-Dynastie (3. Jhd. p. d.). 
In seinem Anfang heisst es: So habe ich sagen hören. Einst 
weilte Buddha im Lande Magadha's an dem Lehrplatz, dort das 
richtige Verständniss erlangend. Dann folgt die Beschreibung 
des mit kostbaren Steinen und allen Arten von Schönheiten ge- 
schmückten Landes, das den Baum der Erkenntniss (Putthi) ent- 
hält. Als Buddha seine Macht entfaltete, erschien der Bodhi- 
sattwa des Ta-tcheng (Mahayana), um Fulai (Tathagata) zu prei- 
sen, der auf seinem Löwensitze**) (Szö-tchö-tzo) ruhete. Dann 



(Caslimir and Cashappur). Under the reign of the Turushka-kings , the doctrine 
of the Bauddha was iutroduced in Cashmir by Nagarjuna. According to the 
Tatars their patriarch Oghuz subdued Cashmir and introduced the religions of 
Japhet Cashmir became a Bauddha-country under Tatar princes shortly after the 
death of Sacya Sinha (s. Wilson). According to Maximin of Tyre , when 
Alexander entered ludia, the king Taxilus showed him a great serpent, which he 
nourished with care and revered as the image of his God (Dionysos or Bacchus). 
Panda (according to Pliny) was a city of the Sogdians. According to Arrian, the 
Pandaean region was denominated after Pandaea (daughter of Hercules, who gover- 
ned it) who was boru there. According to Arrian, Hercules was particularly 
worshipped by the Suraseni [Sura or wine-drinkers], the people on the Sobares, 
whose chief eitles were Methora Mathora [with the orgies of Dionys in the shape 
of Krishna] and Kleisobora. The country of the Panda-vas was the only Indian 
country governed by Queens (according to Megasthenes). Sura, the most ülustrious 
of the Yadas, was the father of Vasudeva. His daughter was called Pritha 
(according to the Mahabharata). 

*) Die nördlichen Buddhisten setzen Nagarjuna 400 Jahre nach Buddha an, die 
südlichen 500, in die Zeit von Kanischka (23 p. d.). The eagle of Krishna pursues 
the snake (Buddha) to recover the books of science and religion ; the gulf of kutch 
is the point, where the serpent attempted to escape. The Buddhist and Jains are 
stigmatised as Vedyavan, which (signifying „possessed of wisdom") is inteipreted 
„magician". The representative of Buddha at the period of Crishna was Nema-nath 
(Arishta Nemi or the blaek Nemi). 

**) 'Eyco Zilxco ßuaü.iaxos NovßaScov y.ai öl.cov tcov Aid'ioncof nennt sich 
Xsojv auf der Unterwelt und 'Ä^/js oben. La conquete turque a coustitue an 
Bulgarie et surtout en Bosnie une sorte de noblesse feodale, compos^e de Slaves 
renegats, appelles par leurs freres chretiens Poturitzi (les turqulses). Chacuu de 

5* 



ßg Zweites Kapitel. 

nahten die Götter und die Dämone, die Tientzö (Söhne der Devas), 
die Devas des Himmels Tusehita, des Himmels Yama, die Könige 
der Gandharva, der Bi-Chama (Jaxa), der Bilu-Kumbadha, der 
Bilu-Paja-Naga-Raja (Köuig-e der Drachen), alle Gathas (Ki) 
singend zum Lobe Buddha's. Nachdem andere Gathas von der 
Versammlung gesungen worden, sprach der Pushien-ßodhisattwa 
eine Gatha. Dann erwachte in der Gesanimtheit der Wunsch, 
Alles zu kennen*) über die Menge der Welten und die Natur 
der Buddha's. Die in ihrem Geiste aufsteigenden Gedanken, als 
das Grundprincip des Mahayana, erweckten in ihnen den Wunsch, 
Buddha um eine Erklärung seiner Wesenheit und seiner Lehren 
zu bitten. 

In dem Tape (grosse Gnade) betitelten Buche**), das (in 



ces seigneurs da haut de sa Koula (tour crenele'e et armes en guerre) reproduit 
contre les pauvres raias toutes les depr^dations des tyrans du moyen äge (Robert). 
*) Two or three of them got rouud me and begged me for the twenthieth 
time to teil them the name of my country (in the Aru-islands). They then 
attacked me on another point, what all the animals, birds and insects and Shells 
were preserved so carefiilly for (They all come to life again, dont they ?). „Be- 
fore you came we had rain every day, very wet indeed, now ever since you have 
been here, it is fine hot weather." What (said the old man) is the great ship, 
where she Bugis and Chinamen go to seil their things. It is always in the great 
sea, its nanie is Jong, teil us all about itl (Perhaps that is yonr country?) ,,dont 
go away." They wanted to know, if I had met their people (who went to the 
sea and never came back again) in my country (or in the sea). They thought, 
they must be there. „You must know (say they), you know every thiug, you 
make the flne weather for your men to shoot, and you know all about our birds 
and our animals, as well as we do, and you go alone in the forest and are not 
afraid.'" Therefore every confession of ignorance on my part is thought to be a 
blind, a mere excuse to avoid telling them too mach. Were I to choose to 
mystify them (fügt Wallace hinzu) miracles without end would in a few years 
Cluster about me (as a supernatural being). Meru war der erste König der Sandwich- 
Insulaner. In Yucatan verehrte man während der Schalttage den Gott Mam (den 
Alten oder Ahnherrn). 

**) The Shes-rab-kgi-pha-rol-tu-phyin-pa-stong-phrag-brgya-pa (Shata sahasrika 
prajua paramita) was trauslated from Sanscrit into Tibetan (9tli Century) by the In- 
dian Pandits Jina Mitra and Sureudra Bodhi and the Tibetan Lotsawa (Lochchhava) 
Ye-shes-sde. The philosophical discussions of the Prajna paramita are divided 
in 108 subjects (Dharmas) terms or phrases. To the Kon-tsegs of the Tibetan 
belongs the Byanis-pahi-sengehi-sgra-chhen-po (Maitreya maha sinha nadana) or 



Gebettbrm angeordnet) die Bilder der 84 Verehrungswürdigen 
zeigt, reitet Punchean auf einem Elephanten, Mandjusri auf einem 
Löwen. Maider (Maitreya), den die Mongolen links von Shekia- 



the great lion sound (or voice) of Maitreya. To the Tathagatas after Maitreya 
belong Seng-ge (the lion), Rah-gsal (the very pure or clear) etc. The naked 
Brahman (gymnosophist) Bden-smra induces by bis praises the king Stum-Po-Rab- 
Snang of Djjayani (the Hphags-rgyad) to visit and listen to Gautama, who is 
without defects (according to the Tibetans). The Rdo-rje-hjigs-byed-chhen-po 
(Vajra maha Bhasrava) shows höw to obtain the favour of the great terrifying Vajra 
(a god or deifled saint). Sumagadha, daughter of a rieh householder at Shra- 
vastu (in Kosala) induces her family to invite Shakya and his disciples, as being 
disgusted with the manners of the naked Brahmin priests. Inanaka, formerly a 
god, afterwards a new incarnation among men had by Shakya (who instructed his 
uiother in heaven) dispelled his fear, respecting his future birth in an impure 
animal Shwasa Maha, the prince fchief) of the Bhuts (evil spirits) takes refuge 
with Buddha (Shakya) and promises, that he will not hurt those, who possess 
the Dharani, called Rig-snags-kyi-rgyal-po-dougs-chhen-po (Vidya Raja shwasa maha). 
The System of Dus-kyi-hkor-lo (Kala-chakra) or the circle of time (a god persiding 
over inferior gods), which teaches (besides the rites for male and female deities) 
the doctrine of Adi-Buddha, originated in the North of Asia (in Shambhala) in 
the environs of the river Sihon (Sita) and was introduced into India in the 
lÜth Century p. d. (Csoma Körösi). The Sum-chu-pa and Rtags-kyi-hjng-pa, the 
most ancient grammatical works of the Tibetau language, was composed in the 
7^1» Century p. d. by Sambhota. According to Odoardo Barbessa (1576) Narasinha 
(Baysena) reigned in Vijayanagar. According to the Lalitavistara and the Mnon- 
par-Hbyungva (of the Thibetans) Shakya resided (before his last incarnation) in 
Saldan (the heaven Tushita), whither he had ascended through his former merits. 
When Kasyapa, his pedecessor, was about to leave Saldan (and to become in- 
carnate as Buddha), Shakya (then being a Bodhisattwa of the lOth degree of per- 
fection) was chosen as Viceregeut in Tushita (to be the instructor of the gods) 
and inaugurated by Kashyapa with his own diadem. As a Bodhisattwa, under the 
name of Dam-pa-tog-dkar, he remained in Tushita, tili the time when men lived 
only 100 years. When he descended to become a Buddha, he appointed Mai- 
treya (Chamba) to be his vice-regent (Csoma Körösi). Being saluted by the 
gods of the Shakya (as devata deva or Lhahi Lha) Sakya (after his birth) was 
entrnsted to Gautami (his aunt) , who (together with 32 nurses) took care of 
him. Having overcome all the temptatipns of Kama deva, Shakya became 
Buddha. By sending the half of his sitting couch or pillow to his disciple Hod- 
srung-chhen-po (Maha Kashyapa), Shakya appointed him to be his snccessor and 
Hierarch after his death. At the beginning of Buddha's preaching, there were 
6 atheistical teachers (Purua Kashyapa, Maskari Gohaliputra, Sanjayi Vairahiputra, 
Ajita Keshambalah, Akuda Katyayana, Nirgrantha Inyatsi) in Ceutral-India, oppo- 



YQ Zweites Kapitel 

muni stellen, war bestimmt, zuerst Buddha zu werden, wurde 
aber durch Shekiamuni betrogen, indem, als sie das erste Auf- 
blühen des gepfianzten Samens als Entscheidungszeichen gewählt 
hatten, Shekiamuni während ]\Iaider's Schlaf den Blumentopf 
Maider's, ehe noch die Blumen aufgebrochen waren, mit dem 
seinigen vertauschte. Shekiamuni wird dargestellt mit gefalteten 
Händen, Maider mit einer Blume in der Hand. In der Mongolei 
muss wegen der Seltenheit der Frauen*) (in der Mongolei und 
Tibet) jeder zweite Sohn ein Lama werden. Die grosse Masse 
der Lamas versteht selten mehr, als die sanscritische Formel 
und vielleicht einige Gebete, zu denen sie neue hinzuleraen, wenn 



sed to his teachings. Gaut;.mi (Shakya's aunt) was of the Gautama-tribe. The 
diviuity Lha of the Shakyas was an idol representing a divinity of the Yaksha- 
kind and kept in a temple. The inanimate images of several gods (as of Gu- 
lang, Skemchet, Lusnam, Dava Nyama Rnam-thns-bu , Indra, Brahma, Jigten 
Skyong), stood up and prostrated themselves, as soon as Bodhisattwa (Shakhya) 
put the sole of his right foot into the temple. When the devil Kama (Dut or 
Mara) was informed of Bodhisattwa's approaching exaltation, he assembied all his 
troops, the white ones on his right, the black ones ou his left side. The flrst 
party under Kartikeya (Kama's son), as their leader, stand for Bodhisattwa and 
endeavour t« dissuade their father from attaining the saint, who cannot he over- 
powered. The left side remain with Kama and exhort him to flght, since it 
as imposslble not to conquer with such troops. Dut (Mara) is the Ishwara of 
the Camadhatu. Ananda, diving into ground, took his seat in the assembly 
of Arhat. 

*) II y a chez eux beaucoup plus d'hommes, que de femmes, sagten (6. Jahrhdt. 
p. d.) die Chinesen von den Juetschi. Vielmännerei kommt in Ceylon vor, wenn 
die Brüder nicht reich genug siud , um jeder eine Frau zu ernähren. Das kleine 
Dschü ^äkyamuni genannte Bild stellt Buddha als zwölfjährigen Knabsn in Be- 
schauung versunken dar. Der Kranke opfert ein goldenes Blatt und befestigt es 
an dem Theile der Buddha-Statue (in Khotan), an welchem er leidet. Der Bodhi- 
sattwa Avalokitecjvara trat dem Anbeter aus seinem Bilde im Kloster bei Kabul 
im Strahlenglanz entgegen. In den Räumen des buddhisten Tempels Ablai Küt 
(in der Kirgisensteppe) wurde eine Maschinerie aufgefunden, wodurch die Bild- 
säule sich auf einen Ruck erheben konnte. Die Königstochter von Nepaul brachte 
Maitreya (mit zwei Buddhabiidern) nach Tibet. Unter Altan Chan stellten die 
tibetischen Geistlichen überall Bilder des Maitreya auf. Manche Lamen machen 
es zum geistlichen Zeitvertreib, ihren Brustlappen durch häutiges Zupfen und 
Drücken das Aussehen einer weiblichen Brust zu geben, um dem Vorbilde zu 
gleichen. 



PeKiiijr. •J'j^ 

sie im Rang eine Stufe höher steigen. Sonst ziehen sie handelnd 
und ihre Heerden hütend umher , wie die anderen Mongolen. 
Das Buch Che-pen zeigt den Himmelssohn Fouki mit dem 
Saiteninstrument Kin, als ersten Gesetzgeber*) und Begründer der 
Sittlichkeit unter den Chinesen (s. Gladish). Kaiser Kai (von 



*) The peual Statute iu the parliament of Kilkenny (after stating, that the 
degenerate Eiiglisb had, in modern tiujes. adopted Irish dress and half shaved 
their heads and, wearing the long flowing locks or culans) enacted, that all Eng- 
lishmen shonld wear their head dress at least in the English fashion and not 
twine their hair into culans, under penalty of imprisonment and degradation to 
the level of mere Irishmen. Si in causa privata iter agens ad Burgundiouis 
domum venerit, et hospitium petierit, et ille domum Romani ostenderit, et hoc 
potuerit adprobari , inferat illi cujus domum ostenderit , solidos tres, et multae 
nomine, solidos tres. Nach dem burgundischen Gesetz mussten alle Burgunder 
und Römer des Dorfes es ersetzen, wenn durchreisende Gesandte einen Hammel 
oder Schwein geschlachtet, oder Heu verlangt im Winter. Garamantum regem 
canes ducenti ab exilio reduxere, proeliati contra resistentes (Plinius). Kriegs- 
gefangene werden als Sclaven behandelt. Poiro (bei den Caraiben) oder Mero 
(bei den Maypuren) die Guahibos, Chirlcoas und Guamas heissen in den Missionen 
Indios andantes. Das südliche Kreuz Bahumehi (der Fisch Serra-Salme) bei den 
Pareni. Das in Folge der fränkischen Erorberung auch in Italien mehr und mehr 
verbreitete Lehnswesen änderte (unter den Longobarden) die Formen des Grund- 
besitzes. Indem die karolingischen Herrscher sich der Austheilung von Beneficien 
als eines Mittels bedienten, die Grossen des Reiches enger an sich zu ketten und 
einen Anhang zu gewinnen , wandten sie hierzu zunächst die alte terra flscalis 
der früheren einheimischen Könige an, die mit der Eroberung in ihre Hände 
übergegangen. Nach der Eroberung Melfi's theilten die Normannen das Land 
unter zwölf nach Alter, Geschlecht und Verdienst gewählte Grafen (Wilhelm von 
Apulien). Wladimir M. (f 1015) theilte sein Reich unter seine zwölf Söhne (mit 
der Oberherrlichkeit des in Kiew residirenden Grossfürsten). In Island wurde 
die Duodecimaltheilung angewandt (nach dem Landnamabok). Haut prutto, Con- 
tract (wie pretton, stringere) ist handfesting im Scand. (das Durchflechten der 
Finger beim Rechnen). Pictet verbindet mit dem sanscr. taue oder tang in tan- 
gitio (notio) oder (irl) tiunge (serment) das litth. tikti (tinku), convenir, agreer, 
proprement toucher [wie die tahitischen Tiki vermittelnl. Pour un transfert, une 
donation, une vente, un portage, le fe'tu (halm, festuca) etait jete (halmwurf) 
ofFer, re^u (s. Pictet). En vieux frangais on trouve rompre le feston pour reuon- 
cer, abandonner (und so der Fetisch bei feierlichen Gebräuchen). Die Geschichte 
der Insel Man beginnt mit dem alten Könige Mannanan-beg-mac-y-Lheirr (kleiner 
Mannanan von Lheir), der durch Zauberkünste (im Versetzen von Bergen und 
Feuerausbrüchen) seine Insel vor fremden Einfällen schützte. Die Erde heisst 
Mannu (pudami oder nela) im Telugu. Iu Ho (Kol und Saiital) heisst die Ziege 



'J'2 Zweites Kapitel. 

welchem die Hea-Dynastie*) durch den Shangfürsten gestürzt wird) 
Hess (auf Anregung der Kaiserin Mohe) Weinseen mit Brateu- 



Meroni, in Mundala Meraui, in Lanibliiciiong (Nep.') Mendi, in Kolami Meke. 
Nacl) Arnold wurde Lado und Mano von den Wallachen verehrt. Maiias heisst 
im Böhmischen eine unfürmlicbe Figur oder ein Götzenbild. The king (the 
Cbakravati Raja), whose forehead has recei\ed the royal consecration , baving 
thrown bis mautle over one Shoulder, and placed liis right Kuee ou the ground, 
with bis right band pushes the divine wheel, saying: „Turn venerable and divine 
treasure of the wheel, with the Law, but not witbout the Law' (in dem Laiita- 
Vistara). Manno tres tllios assignant, e quorum nominibus proximi Oreano In- 
gaevones, medii Herminones, ceteri Iscaevones voceiitur. Quidam anteni lirentia 
vetustatis plures deo ortos pluresque gentis appellationes, Marsos, Gambrivios, 
Suövos, Vandalios affirmant, eaque vera et antlqna nomina (Taeitus). Die poli- 
tische Stellnng wurde nach dem Bilde des höheren oder geringeren Alters be- 
zeichnet ; zu Senones steht lyyQ'uavt'i (wie inj oder jung) im Gegensatz (s. Küns- 
berg), als Mattiaci am Rhein. Die Hellenen waren ursprünglich in drei Stämme 
oder Abthellnngen gesondert, unter denen Einer die laoves (javana sanscr.) oder 
Jungen genannt wurde. Regni (Allobrogum. bei denen dann Alle das Kecht hatten, 
die Briga oder das Tribunal zu besetzen) certamine ambigebant fratres, major et 
qui prins imperitarat, Brancus nomine, minore ab fratre et coetu juniorum [wie 
etwa die Knappen bei den Kru gegen die Gnekbade, ähnlich den Frauen-Revolu- 
tionen in Amazonenstaaten], qui jure minus, vi plus poterant, pellebatur (Livius). 
Mana est un nom du nord indien (sum ana au froment). A l'ossete manuau 
(froment) correspond l'irlandais maiu , pain (mäni en beloutchi) ou nourriture 
(Pictet). 

*) La dynastie de Hia (2205 a. d.) eleva un temple au Chang-ty, sous le 
nom de Che-cby (maison des gene'ration, et des siecles). Les chang, qui lui 
succederent (1766 a. d), rebätiren ce temple et l'appelerent Tschoa-on (maison 
renouvelee). Les Tscheou (1122 a. d.) flrent elever un autre temple et le nom- 
merent Ming-tang (le temple de la lumiere. Dans la suite , des autres dynasties 
imaginerent de separer en deux le mot Ming compose de cbaracteres, Ge (soleil) 
et Yue (lune) et bätirent un temple au soleil et un autre ä la lune (s. Desguignes). 
.Jaokuin ou Laotze (de la provinoe Hoiian) se retira dans le Tatsin, ou il ecrivit 
son livre Tao-te-king (le livre de la puissance du Tao), ne 604 a. d. Les am- 
bassadeurs pour faire venir l'esprit Fo, emmenerent deux Cbamens. His majesty 
calls water cooled with saltpetre the water of life, heisst es in Ayeeu Akbery des 
Abul Fazil (s. Sladwiu). Unter den verschiedenen Alphabeten wurde (im Ayeen 
.Akbery) genannt the Cashmeeree und the Ryhang, Nach Hiuen Tbsang waren 
die Könige von Bamian , Udjäna, Himatata und Qämbi Abkömmlinge der in 
Kapilavastu residirenden ^'äkja, die sich als Verbannte nach Norden flüchteten. 
Während Capt. Hannays Besuch des Irawadi erhielt der Kaiser von Birma einen 
Brief (1836) froni the royal eider brother Taukwang, Emperor of China, „wbo. 



Peking. 73 

bergen für seine Ausschweifungen herrichten (nach dem Schu- 
king) 1767 a. d. Die Priester Buddha's erkennen Obere an, 



assisted by the Sagya Nat (Indra, as the Burmese versiou of tlie Chinese Teeu) 
rules over a iniiltitude of Umbrella wearing Chiefs in the great Eastern Empire" 
by .,his royal youDger brother, sun-descended king, lord of the golden palace, 
who rules over a multitude of ümbrella-weariug Chiefs in the great Western 
Empire" (s. Yule). Hannay speaks of the Kadös, as being the most interesting 
of the northern tribes, „like the Yos, one of the old Bnrmese races and similar 
to what we see of the Bhurs and Rauje Bhurs of the present day, a race known 
by tradition as the oldest of Indian races" (Yole). The ,,new Kookies" of northern 
Kachar recognise one all-powerful God as the author of the nniverse, whom they 
term Puthen (Stewart). The Khyens worship a divinity called Passine (Traut). 
Les habitans de Bhatbo ou Nepal, qui rasent tous la tete (bis auf zwei Locken an 
den t«chläfen) malen sich die Stirn in Parallelstreifen weiss mit Kreide uud einen 
retheil Punkt zwischen die Augenbrauen. Les Pe-mou-joung (barbares de l'arbre 
bianc) iuhabiteut le petita Inde (Siao-si-thian on le petit ciel occidental). Um 
am Rio Limaö Bonha (que assim se chama o de Pegu) ein grosses Gebäude auf- 
zuführen, befahl der König von Pegu seinen Vasallen (el Rey de Brama), Arbeiter 
zu liefern, die aber (da der König von Pegu, um sich ungestört mit seinen 
Frauen zu belustigen , keine Wachen mitzunehman pflegte) eines Tages über die 
Kostbarkeiten des Lagers herfielen und den König von Pegu tödteten. Obwohl 
der Sohn desselben (Dacha Roupi) in Pegu auf den Thron gehoben wurde^ 
brachen doch überall Revolutionen der unterworfenen Völker aus, und der König 
von Bramä, die Gelegenheit benutzend, eroberte alle umliegenden Königreiche 
(reynos dos Lanjoes, Laos, Sangamäs) und zuletzt Pegu selbst, das Königreich 
Ava gründend (s. Diogo de Couto). Diogo de Couto hörte von der admiravel 
Pagode (que chamam do Canarä) an der 11ha de Saisete que sem duvida aquella 
obra se flgera por mandado do pai do Santo Sosaphat, pera o recolher, e crear 
nella, como dizama lenda. E como nos temos della, que fera fllho de hum 
grande Rey da India, bem pode ser, como ja dissemos, que fosse este o Budäo» 
de que alles contam tantas maravilhas (1556). Den Zeiten , aus welchen die 
Wundererzählungen stammen, waren die Wunder noch natürlich. Sie sahen nicht 
den Unterschied (des jetzigen Wunderbegrififs) zwischen der uatürlicheu und über- 
natürlichen (suprauaturalen) Thätigkeit Gottes, weil sie weder den jetzigen Begriff 
Natur, als eines ununterbrochenen Zusammenhangs stetiger Gesetzmässigkeit, noch 
manche andere Gesetze neuerer Entdeckung kannten (s. Lang). Die Wunderfaota ent- 
stammen den Zeiten, denen der Naturbegriff noch fehlte, die Wuudertheorie bildete 
sich zugleich mit der Entstehung des Naturbegriffes. Les religieux Tchou, revenant 
du Si-yu (984 p. d ) avec le religieux etranger Mitaulo ou Mitra apoprta das 
lettres du roi de ITnde du nord et de Nalautho (Nalanda), qui s'assageait sur on 
trone orne de diamaut (Vadjräsanam). II y ont en autre brahmane Yongchi 
et un sectaire heretique de la Perse (Ali in), qui arriverent eusemble a la capitale. 



74 Zweites Kapitel. 

die (in China) Ta-lio-chang oder Grossbonzen genannt werden 
(s. Girard).*) 



Selon Yongchi le roi (Yu lo ou te oi Ajenifo) de Li-te ^tait vetu de jaune et 
portait un bonnet enrichi. Sortant (sur nn öl^phant on dans un palanquin) il fut 
preced^ de miisiciens , visitant les couvents bouddhiques, il distribuait des 
aumones aux pretres (Mohoni ou Mahann) fllvelin rouge (s. Matouanlin). Zaino 
(Tchang) des Hei portait des vetement noirs. Le pays de kao tchang (Oigours) 
a appartenu dans l'origine, aux Han. Lorsque Yente arriva pour le premiere fois 
aux frontieres de Tata (Tartares) il vit (981 a. d. un grand nombre de descendaus 
des Chinois, qui etaient tomb^s au pouvoir des res barbars sur la fin de la 
dynastie des Tsin. Les huit divinites , uommees Kin bang (en Chinois) Dhoroze 
(en tubetain) et Vatsirtou ou les diamantiques (en Mongol) ont la direction de la 
plage occidentale du monde. On les represente come des guerriers d'nn air 
farouche, niais parfaitement rpssemblant entre eux, avec des cuirasses d'or et 
portant des glaives d'nne mattere precieuse dans la main. 11s sont charges de prote'ger 
la loi de Bouddha, et c'est pour cette raison, qu'on place lenrs statues devantles temples. 
'■^) Apres Budoris (Buderich") nous atteignons Asciburgium , ancien camp 
romaiu, place sur la hauteur d'Asbourg, et qui est ä la fois cit^ par la carte 
rentiere de Tbeodose et par Tacite (auch in den Kriegen mit Civilis). Ptoleme'e 
place Ascibourg sur la rive droite du Rhin (de Ring). Im Brunnen Budaa (bei 
Medina) wurden die Kranken drei Tage lang gewaschen, nm geheilt zu sein (s. 
Kazwini). La physionomie des Tokkari (des prisonniers, vaincus dans une bataille 
navale, livree par Rhamses III, ou XlII si^de a. d.) indique le type celtique. 
Nach Plinius traf man in allen Ländern Kunsterzeugnisse, die etruskischen Ur- 
sprungs gewesen. Als Idol oder Amulet wurde in Steiermark ein keltischer 
Eber aufgegraben. Von Enten oder Hünen (Riesen) heisst der Hügelgräber (in 
Deutschland) Entenbühel oder Hünengräber (als Lohbücken oder Frauenhäuschen). 
Ariovist hatte zwei Frauen, ein Vorrecht, das (nach Tacitus) nur dem Adel (der 
Germanen) zukam [und der Churchus], In Rom erzogen, wurde Marbod nach 
der Rückkehr Fürst der Markomannen. Die römische Station castra vetera (wo 
sich die römischen Legionen an Civilis ergaben) ward von d'Anville auf den 
Vor.'stenberg gesetzt (bei Xanthen). In der römischen Station zwischen Feld- 
kirchen und Neuenbürg wurden Figureu der Isis und des Anubis gefunden. Co- 
lonia Trajana (zwischen Vetera und Burginatiura) wird mit Kellen oder Kelln 
(bei Cleves) identiflcirt. Butos (mit dem Orakel der Göttin Buto) wird von Herodot 
in den chemmitischen Nomos gesetzt, heisst aber PSsvott^s (bei Ptolem.) und 
Ptenetha (bei Plinius). Die früher schwimmende Insel in Bovriitr] Xiupt] war der 
ursprüngliche Sitz vom Orakel der Buto, als vom Typhon verfolgt, Isis dort- 
hin floh. Sanctio in den Agri Decumates (bei Amm.) wird mit Seckingen identi- 
flcirt. SavSävES heisst (im Periplus) der Herrscher der Umgegend Bombay's, 
die (bei Ptolem.) als 'A^iant] SaSivcov erwähnt wird. Refert Hippolytus Helyot, 
fratres Saccarios sive Saccitas, quibus nomen a vestimentis erat, formam sacci 



Pekinp: Y5 

Orakel*) werden aus den Kao-tsc (aufgeworfenen Hölzern) 
oder den Tsyen (Pfeilen in einer Schachtel) gezogen. 

Ausser der Privatcapelle des Hauses haben die meisten Fa- 
milien einen durch Generationen hindurch bewahrten Tempel für 
die Ahnen**) gebaut, wo sich in jedem Frühling alle Angehörigen 



referentibus, Valentinianae in Hannonia fratres Beguinos propterea voc-atos saecuJo 
decimo tertio fuisse, quod orbis Beguinae gubernatioiii eorum sese crediderant 
(Mosheim). 

*) Um Orakel zu befragen, setzen sich zwei Männer, die von aller moralischen 
Befleckung rein sein müssen, einander gegenüber (niiter den Kirgisen). Jeder 
hält einen Pfeil an dem Ende, woran die Spitze befestigt ist, in der Hand, und 
drückt ihn sehr fest an den Boden, doch so, dass die Enden der Schäfte beider 
Pfeile einander berühren. Dann spricht jeder der beiden Männer eine Gebet- 
formel, nnd während dieser Zeit fangen die Pfeile an sich zu erheben , wie fest 
sie auch an den Boden gehalten werden. Der eine oder der andere steigt höher. 
Bisweilen stossen sie, wie kämpfend, zusammen oder weichen einander aus. Der- 
jenige Pfeil endlich, welcher nach der dreimaligen Wiederholung des Gebets über 
dem andern bleibt, zeigt an, dass die Partei, der er repräsentirt, den Sieg davon- 
tragen werde (Kaidalow). Tschang- kiaug, Gesandter des Kaisers Wuti, gelangte 
durch Fergana und Sogddana zn den Fürsten der Yueti, der die Ta-hia (Dacier) 
unterworfen hatte (s. Schott). Die Ufer des Janghi-darja (neuen Flusses) waren 
einst (nach den Traditionen der Kirgisen) von einem zahlreichen Volke bewohnt, 
das blühende Städte gründete, aber eine unbekannte fremde Nation überfliithete 
das Land, gab dem natürlichen Laufe des Flusses eine andere Richtung, zerstörte 
die Städte und schleppte ihre Bewohner als Gefangene fort (s. Kaidalow). Die Kir- 
gisen verbrannten einen Tataren, den sie (weil er Bücher bei sich führte) für 
einen Zauberer hielten. Die Roksolanen sind die Russen der Burgen (Alan). Die 
Hiongnu (nördliche Barbaren) werden von den Chinesen für Stammväter der Tu- 
kiu (Türken) gehalten. 

**) Phraortes, which in old Persian was Fravartish (Behist.) , seems to be a 
mere varlant of the word which appears in the Zendavesta as Fravashi and desi- 
guates each man's tutelary genius (Fravardin or Frohars). The derivation is cer- 
tainly from fra (Gk. Ttoo) and probably from a root akin to the German „wahren", 
French .,guarder", English „word, watch" etc. The meaning is a „protector''. 
(Rawlinson.) Hesychius übersetzt Devas (Ssvas) rovs xaxovs (dxdxovs) Seovs- Die 
weiten Züge der Saken oder (denn: „aus ^^ scheint aa, tt, hervorzugehen." oarrco 
meint adxos neben aäyrf) die Säten haben das Wort „Sack" ausgestreut, wie die 
Meerfahrten der Spanier „Sabon". Seit unter Subhan-deo (König von Orissa) die 
Yavana (unter Rakta Bahn) eingefallen (318 p. d.), herrschte die Yavana-Dynastie 
bis 473 p. d. (Stirliug). Nunda, Rajah der Kallindger (bei Allahabad am Ganges) 
wurde von Mahmud, dem Ghazneviden, besiegt (als Nachkommen der Gangarides 
Callingae). The Persians, of whom Shalraanassar IL took tribute (IX. Jahrhdt. 



7G Zweites Kapitel 

(aus den verschiedenen Lebensverhältnissen, wie sie gewöhnlich 
in den grösseren P'amilien Chinas^ wo erblicher Adel fehlt, durch- 
einanderlaufen) zusammenfinden. Indien oder Teen-chuh (Teen- 
tuh oder Sindu), durch die Expedition Changkien's bekannt ge- 
worden (126 a. d.), wird zuerst unter den Han (65 a. d.) er- 
wähnt. Als der von She-hwang-te wegen Lesens der von einem 
Samanäer erhaltenen Bücher gefangene Le-fang mit seinem Ge- 
fährten den Maha-pra jna-paramita recitirte, füllte ein glänzendes *) 



a. d.) are noticed first by the assyrian iuscriptions in south westeru Aruienia and 
found by Seniiacherib (VIII Century) northeast of Susiana. Der Rbodier Simmias 
stellt die Hyperboräer mit den Halbhunden oder Hundsköpfen zusammen. Cyrus 
schickte (nach Herodot) Gesandte an die asiatischen Griechen, sie zum Abfall von 
Lydleu zu bewegen. Nach Cteslas starb Cambyses an einer zufälligen Verwundung, 
als er sich in Babylon mit Holzschnitzen unterhielt. The name Umman (found 
in many royal Sussanian names towards the close of the Assyrian empire) or 
Imanish (Imanes) was adopted by the Persian Martes (in revolt against Darius). 
Ochus verkaufte die Ruinen von Sidon (wo die Belagerten sich in den Häusern 
verbrannten) für das Gold und Silber der Aschen. Feridun oder Afridun , Sohn 
des Apiten oder Alkian (Sohn des Dschemschid) theilte (nachdem er Zohak be- 
siegt) seinem Sohne Salm die Länder in Westen bis Afrika (und des Maghreb) 
zu (nach dem Tarikh Cozideh), dem Tur die orientalische Türkei (bis zu Fagfur 
Chinas) und Irakam Iran (Vater des Manugeher). Ben Schohnah identiflcirt 
Feridan mit dem älteren Dhulcarnaim oder Escander [Hysos in Ammon oder 
Ammoniter mit Asken und Osken], der die Mauer gegen Gog und Magog baute 
[Avaris gegen die Assyrer]. Die Ruinen Babylons heissen Eski Nimrod (das alte 
Nembrod). Die Solimane residirten in der vor-adamitischen Stadt Fanoun. 
jJvya {^Aoyr]) axoxEiva. Die Kalmücken theilen sich in die Torgoden und Torgo- 
uten (Riesen, die Tschingishkan's Leibwache bildeten), Dorbeten (auf dem rechten 
Flügel), Dsungaren (auf dem linken Flügel), Choschoten oder die Muthigen. Homer's 
Ethiopier sind fehlerlos (dfi-vfioves). 

*) At the conclusion of Gautamas preaching one of the Zats , his father 
attained the State of an Anagan. After having caused him to attain the first 
tbree states of Areeyo, he called his priests and set out for Yazagro. The young 
Gautama , reproached by his relatives , as only eujoying himself and knowing 
nothing about the war, called two famous archers and went throngh their exercises 
with them. After Yahaula (son of Yataudaja) has followed his father Gautama, the 
forbade the priests (by pain of excommunicats) to receive any without paternal 
permit. When the people of Yazagro heard, that Gautama had given permission 
to the priests (praising them, or having been content tili then with poor sack 
cloth) to receive cloths, they were exceedingly joyful, as having now on oppor- 
tuuity to get some merit. When the rieh man of Yazagro set up his rice-pot 



Peking, 77 

Licht das Gefänguiss. Der Gelehrte Tsin-king empfing (2 a. d.) 
Bücher Buddha's oder (nach Chang-kien) Fow-too (s. Thorntou). 



on abamboopole for the Yahanda, who would conie Ihrougli the air to take it, Nata- 
poke, the teacher of the heretics (Satliattara) made a show, as if iiitending to 
fly up, but bis disciples had order to keep liiin back preteiidlng that a wooden 
rice-pot was not worth flyiug for it. Maukalau, hearing of it, took a great rock 
between bis toes aud stood with it for seven days in the air over the place and 
then Splitting it (frighteniiig the people) took the rice-pot. On bis return to the 
monastery, Gautama broke the pot and said ,,Be careful you do not make aiiy 
more display of your power." The heretics hearing of this defeuce, called it a 
cunning devise, and boasted now all over the country of their ruiraculous powers. 
On the kings wish, to have their mouth stopped, Gautama was ready to perform 
the wonders (althougt forbidden to bis disciples) himself and did so in Thawuthee- 
country (having a building of mango-trees, opposite to the shed of the heretus, 
erected with posts of the Sha-tree), Walking along the sky (half Are, half water), 
and (because nobody could ask him questions) causing the appearance of a former 
Boodh to converse with. When he asked questions, the apparent Boodh would 
answer. When the appearance walked, Gautama laid down and the reverse after 
that, Gautama spent bis lent in Tawadeingta-Nat-country , from where he was 
brought back by Maukalan, who (having pierced the earth) ascended to the Nat- 
couutry and conducted him to the multitude in Thaawuthee, wich would not des- 
perse, until having worshipped the Boodh. The Pouah of king Azalathat in 
Magadha, being received by the Weiksa-king (in Waythalee) at bis pretensions of 
being unjustly banished, sowed discord amongst them and then sent secretly 
for the army of his master. In the erowd of people at Tharepoketara's death, 
his (by him converted) mother Yawadee, who was not seen, was thrown down and 
troddeu to death, but was immediately seen in Tawadeingta-Nat-country in a 
golden palace. Gautama extolliug the virtues of Tharepoketara (the disciple, who 
had asked permission to go and die) caused a pagoda to be built to his memory, 
exclusing his relics. Sitting down at Zapala, Gautama said to (the shikooing) 
Ananda: .,Ananda, Waythalee country ' is a place for much enjoyment. The 
Odayna-Nat resides in a pleasant place. The pagoda, where a Nat named Gau- 
tama resides is a pleasant place. Zapala pagoda, where the Zapala Nat resides 
is a pleasant place. A priest ought to increase in the four laws of Eikdeikbat 
and persevere in practising them over and over again. It is suistable to be 
very diligent in it. If a priest had such a mind and desired, he might live a 
hundred years or an innumerable nuraber of ages. I have persevered and have 
practised over and over again these four laws and if I pleased could remain as 
long as I wished." This he repeated three times. Though Gautama in this 
manner gave Ananda the hint, he being blended by pride, did not think to ask 
Gautama to remain for the benefit of mankind, but remained silently shekooing. 
Having sent Ananda away for a short time , the Boodh (left alone), assailed by 



78 Zweites Kapitel. 

Ein Gemälde von Laotse zeigt auf einer Terrasse (auf der 
Spitze eines Berges) Laotse, von Gefährten umgeben, im Lien- 
kwoa-kwan (dem Pallast des Lotus), über den acht Göttern des 
Taouismus, die, auf Wolken reitend, in verschiedenen Stellungen 
erscheinen , seitlich und in den Schluchten des Gebirges Han- 
tchang-li (der Kriegsgott) reitet aut einem Fabellöwen, Chiau- 
kwoa-lau (der Gott des Greisenthums) auf einem weissbärtigen 
Pferde, Tsau-kwo-tchion , der Gott der Theatervorstellungen, er- 
hebt sich mit ausgebreiteten Händen, Nanschungleh (der Gott der 
Musik) spricht mit einem eine Flöte haltenden Begleiter, Chägoli 
(der Gott des Rauschtrunkes oder Chiuh) erscheint in schwarzem 
Gesicht, Lötungpin (der Gott der Arzneikunst) erhebt seine Hände 
in lehrende Stellung, Hoschienkuh (die Blumengöttin) trägt 
Blumenbüsche. Hanschi angsUh (in der Gestalt eines laufenden 
Knaben) war eine niedrige Persönlichkeit, die durch ihre tugend- 
hafte Aufführung unter die Götter erhoben wurde. Der Taouis- 
mus*) wird Laou-Taou (alte Vernunft) genannt. Tae-shang ist 



Maha-Nat with the question aboiit bis going to Neigbau , sent forth a violent 
respiration and there was such an earthquake that it was sufflcieut to make tbe 
hairs of oue's bead to rise up. Ananda at liis return, asked Gautama to stay 
(for the benefit of men , Nats and Brahmaiis) for the time of one Ayukat, but 
Gautama answered, that it was too late now. „When I conversed with you, you 
did not ask me. At this time I have with exertion respired and it will be 
improper for me to return to my former State." The bones of men are joined 
by touchiug at the ends, the bones of a Semi-boodh are joined by hooks, one 
hanging on the other, but the bones of a Boodh are joined like the links of an 
iron-chain, therefore if he desires to look behind him, he must turn his body 
like au elephant. When Gaudama thought to look at Waythalee, as there is no 
reason, why a Boodh who is perfect in viitue should trouble himself to turn 
round, the earth turned round like a potters wheel and placed the face 
of Gautama towards Waythalee. The reason why he looked at the country 
was that in a little more, than three years, the people would be destroyed and 
in the place, where he looked, there would be built a pagoda (Nagapa lauketa) 
for worship. In the grove (presented with a monastery previous to Gautama) of 
Songda (a goldsmith's son) Gautama eat the rice and pork, which gave him the 
fatal diarrhoea. The Bongmaso Nats, who reside near the Engyen trees, shook 
their flowers upon the sick Gautama. Thongh the Nats can see through common 
men, they cannot see through the priests because of their great glory. 

*) Der Sohn des nach Westen gereisten Laotse nahm den Namen Fo an und 



Peking. 79 

das höchste Wesen (in der Tao-Seete), von Thae (schlüpfrig\ was 
gross und alldurchdring-eiid bedeutet, sowie shang- aufsteigend. 
Kea bedeutet in Familie oder im Haus und Tao-kea ist die Seete 
derTao. Schih-keh bedeutet das Verschlucken und Unterdrücken 
des Athems, wie bei den Taou gebräuchlich. 

Das Uer-du-mai-zwuen (gesammelte Erzählungen) betitelte 
Buch enthält im ersten Bande Legenden über die Götter (Shen), 
im zweiten Auszüge aus dem Buche Jwa, im dritten Kriegs- 
beschreibungeu , im %äerten Abhandlungen über Gemälde und 
Gewerbszweige, im fünften Sentenzen des Confucius und im 
sechsten Mittheilungen über die hundert Stämme und das ßegie- 
rungswesen Chinas. Kangsi's Dictionär Kangsi-sye-yen besteht 
in 6 Bänden (jeder in 6 Abtheilungen) von Worterklärungen. 

Die Gestalt der alten Buchstaben (Gou-sze) ist verändert. 
Hankow bezeichnet den Eintritt der Chinesen (Han), Kwantung 
(Canton) den grossen Osten, Tounjo den Durchbruch der Provinz, 
Ziaman (Aminay) das Thor des Sommers, Shan-si die Berge des 
Westens, Shensi the far west. Die Bewohner Shansis, durch 
eine alte Mauer von Cheli geti-ennt, werden Lao-Si-Urh (die alten 
Söhne des Westens) genannt. Leute mit viereckigen Augen*) 
(Yeu-fang) werden 1000 Jahre alt. Shin sind Wesen, die stets 
ihre Gestalten wechseln und zum Himmel aufsteigen. Drei Mo- 
nate nach der Geburt beginnt der Säugling zuerst mit den Augen 
zu beobachten. Pferde haben Nachtaugen, die auf ihren Kuieen 



baute anf der Sterbestätte seines Vaters den Tempel von Pirna (500 li ä l'occideut 
de Knthian ou Kotan). Mohammed liess die pfeilertragende Fignr des Abraham in 
Mekka zerstören, da der arabische Schech nichts mit Pfeilern zu thun hat. Als 
Nimrod alle neugeborenen Knab* n tödten liess , da ein anderer, Sterne Ter- 
schlingender Stern die ihm unheilvolle Geburt verkündete, wurde Abraham heim- 
lich in der Höhle geboren. Les premiers Hindous dont parle l'histoire des Han, 
dans la description des contrees occidentales, sont nommes Yuntou, et entiere- 
ment assimiles aux Tartares dont ils habitaient le pays et imitaient la vie 
nomade. 

*) Petherick hörte die Erzählung eines Negers, der Menschen mit vier Augen 
besucht hatte, dann solche mit einem Auge unter dem Arme, dann geschwänzte 
Leute, Zwerge mit langen Ohren. Nach Fräser gleicht das turcomanische Pferd 
mehr als ein anderes in Asien dem englischen. The greyhound (in Media) is 
supposed to have been introduced into this part of Asia by the Macedonians. 



80 Zweites Kapitel. 

angebracht sind, so dass sie bei nächtlichen Reisen den Weg 
finden. Beim Eidesleistcn erschlägt der Chinese das Opfer und 
beschmiert sich mit dem Blute desselben, die Götter davon be- 
nachrichtigend und sie zu bitten, mit ihm ebenso zu verfahren, 
wie er mit jenem Thier, sollte er meineidig sich erweisen. Ein 
Musikant heisst Ku (Blinder), weil früher als solche Blinde ver- 
wandt wurden. Yuh-ku sind die kaiserlichen Musikanten.*) 



*) Den Aegyptern galt die verhasste Trompete (die aus der Zeltwolke über 
dem Tabernaculum der Juden erschallte) als die Erfindung des feindlichen Esel- 
gottes Seth. Erce, rüdes asini rerum fastigia seandunt (Cor.). Dem Franken- 
steiner Eselslehen gemäss forderten die Stadtschreiber von Darmstadt (als einige 
Weiber ihre Männer zu schlagen unterfangen) die Frankensteiner auf: „dem 
alten Herkommen gemäss den Esel zu schicken, auf dass des übermüthigen, 
stolzen und bösen Weibes Gewalt noch unterdrückt wird und nicht weiter ein- 
reisst (indem man sie zur Strafe darauf reiten lässt) 1536—1538 p. d. [Negerclubs. ] 
Der redende Bileams-Esel wird mit des Selenos Esel zusammengestellt. Shiloh 
bindet seinen Esel an den Weinstock. Der dreibeinige Opferesel, den die Bak- 
trier im Abgrund, in der Luft, im Himmel anschauen, ist ein Gegenstück zum 
einbeinigen und dreibeinigen Opferbock der ältesten cephemischen Gandharven, 
der arischen Marutas und Rudrasah. In indischen Volksmärchen erscheinen 
Gandharven oft in der Eselshülle oder Eselshaut. Dem hyperboräischen Gotte 
wird der Esel als feindlich geopfert. Saturn war in Südindien Shanaishtscharah, 
der Eselsgott, dem die brahmanischen Asier fluchen (s. Eckstein). Nach Er- 
mordung des Apis Hess der Perserkönig Ochis den Esel vergöttern (s. Adian). 
Der böse Geist, den die Mutter demjenigen in den Leib geflucht hatte, der von 
dem sauren Käse gegessen, hatte unter der Zunge gesessen, während die Magd 
das Sacrament nahm (1529) in Stralsund (nach Sastrow). Bei der Procession am 
Palmsonntag (in St. Gallen) sprechen die vor der Figur auf den Esel knienden 
Schüler lateinische Sentenzen. Indras führt eine kreuzförmige Waffe (Vajrah oder 
Donnerkeil), mit welcher er den Ahis, Vritras und andere Dämone schlägt. When 
the schismatic disputant in Magadha was asked to explain the ,,meaning conveyed 
in the braying of an ass" and was confuted by the Thero, called Rewato, he 
inquired, hearing of a passage from the Abhidhammo, whose manto it was , aiid 
hearing that it was Buddha's manto, entered the sacerdotal order, becoming 
famous as Buddhaghoso (the voice of Buddha) and translating (in Ganthakaro 
wiharo at Anuradhapura in Ceylon) the Atthakatha (after the dewas had miracn- 
lously produced three books on his first attempt) according to the grammatical 
rules of the Magadha, which is the root of all language (according to the Maha- 
wanso). Zu dem zaubernden Oboth im Dienste des dämonischen Ob (bei den 
Juden) gesellte sich der Yidonim (s. Eckstein). Die Rudrasah (Diener des 
feurigen Rudra) martern sich ab und purgiren sich , ihre Leiber ausleerend 



Peking. ^\ 

Räuber sollen die schlafbringeudeu Eigensehafteu einer Stra- 
monium-Art ver\A'enden, um durch das Verbrennen des Krautes 
die Insassen des zu bestehlendeu Hauses einzuschläfern. Hwau 
(schmutzige Kleider waschen) bezeichnet eine Dekade, weil die 
Alten alle zehn Tage ein Bad nahmen. Chaou (früh) kommt 
von Radual Yueh (Mond). Ko, der Fruchtbaum mit seinen Kronen, 
bedeutet ausnehmend und überschreitend. Chingko (kwo) ist 
das Erreichen der Vollkommenheit in der buddhistischen Religion. 
Yin-ko ist die Absorption im Buddhathum. 

Acht Arten des Grusses*) werden unterschieden (nach de 



(ririkvansas tanvah). Die Sonne macht die Bewohner der ihrem Scheitelpunkt 
zunächst liegenden Länder, die Aethiopen (in der ersten Erdzone) ganz ver- 
brannt und schwarz, die Bewohner der weit von ihrem Scheitelpunkt abliegenden 
Länder, die Skythen und Russen, lässt der scli wache Grad ihrer Hitze unreif, 
roh und weiss (nach Kazwini). Der Saturn heisst (nach Ibn Abbas) der hell- 
leuchtende Stern, weil sein Licht eine Tiefe von sieben Himmeln durchdringt, 
ehe es zu uns gelangt. Savitar oder Saturn, als Sonne , den Sternhaufen neben 
dem grossen Bär, nennen die Araber Elhulba, das struppige Haar (das Haar der 
Berenice). According to Ribeiro, the Passes (on the Amazon) possessed a Cosmo- 
gony, believing the sun a flxed body, with the earth revolving arround it. In the 
ceremonial dances of the Tucuna-Indians (on the Amazon) the biggest and ugliest 
mask represents the Jurupari or demou (s. Rates). The Muras (on the Amazon) 
used formerly to wear tusks of the wild bog. 

*) In der ptolemäischen Hoftitulatur heisst jede Königsgemahlin dSsX^^, 
auch wenn sie dem Manne nicht in diesem Grade oder gar nicht verwandt ist 
(s. Bachofen). Tatenii's Mutter verlangt von Armai (im memphitischeu Serapeum) 
das Geld ihrer Tochter, weil diese bereits in dem Alter stehe, nach ägyptischer 
Sitte beschnitten (Tts^iTS/uveaSai) zu werden (nach den papiri Gr.). Während die 
übrigen Arkaderstädte sich damit begnügten, jeden (wegen Vernachlässigung der 
Musik rohen; Cynaetheuser aus ihren Mauern fortzuweisen, veranstalteten die 
Mantineer Lustrationen der Stadt. Die Schnauzbarte sind ein charakteristisches 
Zeichen der tributären Kaste bei den Indianern Mexicos. Die von den Neger- 
sclaven abstammenden Kasten sind von den Gesetzen für ehrlos erklärt und 
müssen Tribut zahlen (nach Fray Antonio) in Mexico (s. Humboldt). Bei den 
Angelsachsen bildeten die Ersten des Standes den Micelgemot, auch in der Ver- 
sammlung der Shire kamen die Vornehmsten, nur in der Hundertschaft alle ferneren 
Grundbesitzer zusammen. Alemannen und Longobarden legten Eide auf geweihte 
Waffen ab. Vergehen hatten (bei den Germanen) den Verlust der Freiheit un- 
mittelbar zur Folge , indem derjenige , der die verwirkte Busse nicht zahlen 
konnte, dem Verletzten als Knecht übergeben wurde. Ebenso zog die Zahlungs- 
Bastian, Reise VI. 6 



82 Zweites Kapitel. 

Courcy), als Kong-chao^ Tso-yih, Ta-tsien, Tsien, Kotao, Sau-kao, 
Lou-kao und San-kouei-kiou-tao. 

Die chinesische Kochkunst liebt die Mischung verschiedener 



Unfähigkeit die Schuldknechtschaft nach sich (s. Pfahler). Die Lechen waren in 
Polen die Besitzer des unmittelbaren Besitzthums, die Kmethen (oder niedere 
Klasse) des mittelbaren. Mit der Christianisirung Polens entstand der Adel 
(Szlachta). Bei den Kmethen (in Polen) erbte der jüngste Sohn der Famüie. 
MassalsM und Polubinski wurde (in Polen) der Fürstentitel bestritten, da sie nur 
Kniazien (aus dem Geschlechte der Herren) waren. Ptoleni. erwähnt die Chuni 
zwischen den Roxolanern und Bastarnern. Als sich das unterjochte slawische Volk 
(Sarmatae servi) gegen die Jazygen (Sarmatae liberi) empörte (334 p. d.), wurde 
ein TheU des Landes vom Joche befreit. Die grossen Mogylen (Grabhügel) und 
die (an Flüssen oder in Wäldern gefundenen) Erdwälle in Podlachien erinnern 
an die Kämpfe der Jatwjeser (nach Swiecki). Le titre Patrice, qui etait celui 
de la plus haute dignite des Empires d'Occident et d'Orient, et que les Rois 
Rourguignons avaient regu des Romains, s'etait conserve dans leur royaume apres 
que les enfants de Clovis en eurent fait la conquete, on le donnait aux Seigneurs, 
qui etaient nommes pour gouverner les Provinces de ce Royaume voisines de 
ritalie (s. Dunod). Nachdem Ingiald (nach Ausrottung der Fylkiskönige) die 
gesammten schwedischen und gothischen Reiche unter seine alleinige Herrschaft 
gebracht hatte, Hess er Wiger Spa, den Landrichter in üpland, ein nach den 
upländischen Gebräuchen und Gerichtssprüchen eingerichtetes Gesetzbuch an- 
fertigen (das auch den zu König Birger's Zeit verfassten Gesetzen untergelegt 
wurde). Als aber Ifvar Vidfadmi (Sohn des dänischen Königs Halfdau der 
Schnelle) Schonen, als sein Erbtheil (vom Brudersohn) in Besitz genommen und 
zur Rache heranrückte, tödtete Ingiald sich selbst (775 p. d.) und sein vom Volke 
verbannter Sohn Olaf zog westwärts über die Marken nach der nördlichen Seite 
des Wener zu der Berggegend des Wärmeland hin (wo er die Felder ausrodete). 
Als Ifvar Vidfadmi streng und unumschränkt in Schweden zu regieren anfing, 
wanderten Viele aus nach Wärmeland (zu dem Spross ihres alten Königs- 
geschlechts). Als wegen Uebervölkerung Theurung ausbrach, wurde Olaf dem 
Odin als Brandopfer gebracht (780 p. d.). Sein Sohn Halfdan (von Sölva, der 
Tochter des Fylkiskönigs Halfdan Gullt und auf Solöjar in Norwegen geboren) 
wurde zum König erhoben und suchte sich (das enge Land zu erweitern) mit ge- 
waffneter Hand nach der norwegischen Seite zu durch Eda-skog Platz zu machen. 
Das Land des erschlagenen Königs auf Solöjar (Sölve) wurde seinem Tochter- 
gohn gegeben, der sich auch das Rauma-Reich unterwarf, und den ersten 
Grund zu der norwegischen Monarchie legte. Von ihm stammte Harald 
Harfagr, der (als Monarch über ganz Norwegen) das Ynglinger Geschlecht auf 
den norwegischen Thron setzte. Ingiald (Halfdan's Bruder) folgte in der Re- 
gierung Wärmelands, das aber nach seinem Tode durch Halfdan besetzt und von 
Jarlen regiert wurde. Asa (Olaf's Tochter) war an Olaf Fräken (König von 



Peking. 83 

Fleischsorten in den Ragouts und schreibt das Holz vor, mit dem 
sie zu kochen sind, Maulbeerbaumholz für Hühner, Akazienholz 
für Schweine, wogegen Theewasser mit Fichtenholz zu sieden ist. 
Das Fleisch weisser Hammel wird vorgezogen. Als Arznei- 
mittel *) werden besonders Rhabarber, Gentian, Ginseng, Campher, 



Däuemark) vermählt. Ifvar Vidfadnii (nach seiner Königswahl in Schweden) 
suchte auch die Fylkiskönige in Dänemark zu vereinigen, und trat deshalb (während 
des Krieges mit Wittekind) in Verhandlungen mit Carl M. Esharddon (bei der 
Einweihung des neuen Palastes in Niniveh) assembled the great men of the Em- 
pire (s. Talbot). „On lofty chairs they caused them to sit and they counted their 
numbers." Moehtar bewahrte Aly's Sessel als Reliquie, woriu der heilige Geist 
(Sakynah) wohne. The bilingual inscription (the decree of Canopus) speaks of 
„the couutry of Kaft," translated in the Greek 0oivixj] (s. Talbot). In Jes. „high 
and low or noblemen and common people" are poetically called Kaft u Agmou, 
the palmtree and the rush [die Nachkommen des Agenor, als Bruder des Belus, 
musste vor der jüngeren Aristokratie des Kepheus, Sohn des Belus, weic*hen]. 
The persian stool-bearer [Sif^o^o^os) assisted the king as he mounted his chariot 
or dismouuted from it (carryiug a golden stool and following the royal chariot 
closely [in Dahomey zum Sitzen] ). Der persische König ass allein (nach Herakl.) und 
durfte ausserhalb der Palastmauern nicht zu Fuss gehen (s. Athen). A favourite 
royal amusement (in Persia) was carving or planing wood, when sitting in his 
carriage (according to Aeliau) or (according to Ctesias) in the palace [Yankee, 
slicing]. 

*) Zimmt (Ceylons) ist Cassia (s. Herodot). Casii bedeutet Abkömmlinge 
der Cani in der Handelsstadt Cane (der Chna oder Phönizier) zwischen Weihrauch- 
und Myrrhenlande in Arabien (s. Brehmer). Daden in Tyrus Handel (s. Ezechiel) 
wird auf die Bahrain-Inseln bezogen. Pulo Komo Bazae Lacho (Sri Prakrama 
Rahu Raja) wurde von den Chinesen in Ceylon eingesetzt. Die Handelsstrasse 
von Serra vereinigte sich in Idicara mit der ägyptischen und phönizischen. Auf 
tyrischer Charte führt die Insel Awal den Namen Icara (zusammengezogen aus 
Idicara), die Insel Samaharad heisst Tharra (s. Brehmer). Nach Strabo fand sich 
auf der schmälsten Stelle des Isthmus von Korinth eine Einrichtung zum üeber- 
ziehen der Schiffe {d-ioly.os). In Calecut beschiffen (nach Barthema) die Götzen- 
diener (Hindus) nicht das Meer, sondern überlassen dies Geschäft den Muha- 
medanern (Arabern). Das Reich der (105 a. d.) in Ceylon (mit einem Brahmanen) 
landenden Damillos wurde (90 a. d.) durch Walagambahu beendet. Nach der 
ceylonischen Gesandtschaft des Rachia (Raja) an Claudius hielt der König an der 
Kleidung des Vater Liber fest, das Volk an der der Araber (Herakles verehrend). Auf 
Kalakanatisso (der früher Priester gewesen) folgte (19 a. d.) sein Sohn Bhati- 
kabhayo, der die Priesterschaft begünstigte, und dann dessen Bruder Mahadathiko, 
der sich ganz den Priestern ergab (in Ceylon). II Regne di Ava se dice ancor 
Barma (nach Gio Maria Percoto). II fuime d'Ava (l'Ava) e chiamato in quel 

6* 



34 Zweites Kapitel. 

Quecksilberpräparate, Harze u. s. w. verwandt, dann die Aeu- 
piTuctur und Cong-fou, oder die Vorschrift bestimmter Körper- 
stellungen, um die Circulation in's Gleis zu setzen. 



lingnaggio Menamchiii (il Fiiime). Nach dem Mabharata lag der Himavan (Hima- 
vat oder Himalaya) südlich vom Mera. Nach den Zendschriften (s. Kleuker) kam 
Zoroaster aus Ariema oder Rumi in Aderhedjan (Atropatene). Persae, qui sunt 
originitus Scythae (Amm. Marcell.). Die Dahä (^«at oder zlay.at der Griechen) 
oder Ta-Hia (der Chineseu) wohnen (zu Alexander M.'s Zeit) jenseits des Oxus in 
Sogdiana und Strabo nennt sie am Nieder-Oxus bis zum kaspischen Meer. Die 
(nach Herodot) nördlich vom kaspischen Meere wohnenden Massageten (maha 
oder gross) sind die Ta-Yueti der Chineseu. Die Oi%ioi wohnten an der Quelle 
des Choaspes (als üsuin). Herodot nennt die Ovrtot neben Sarangern, Samauäern 
u. A. m. (am Flusse Akes). Klaproth vergleicht die Khu-te mit den Gothen. 
Selencus überliess seine Besitzungen jenseits des Indus dem Sandracottus oder 
Androcottus (Ghandragupta;, dem Könige der Gangariden, dessen Tochter er 
heirathete. Gange war (nach Ptolem.) Hauptstadt der Gangaridae in Kaiinga, 
(nach Plinius) neben den Prasii (nach Curtius) oder Gandaridae (Dionys Perier). 
[Missionäre der Ganga in Afrika als Sakyamuni.] Nach dem Mahabharata waren 
die Gandaridae für ihre Pferde berühmt (neben den Bahlika). Caspatyrus, TioXis 
FavSaQixf} Savd'äv dxzi]. (Steph. B.) Nach Herodot waren die Gandarii (in 
Xerxes' Heer) bewaffnet, wie die Baktrier. In der Schlacht bei Raphia oder Refa 
(bei Gaza) wurden die afrikanischen Elephanten des Ptolemäos Philopator von 
den asiatischen des Antiochus M. in die Flucht getrieben, obwohl schliesslich die 
Aegypter über die Syrer siegten (217 a. d.). Durch ihr Brüllen zeugt Va- 
sischtha's Kuh Kabodjas, der Sonne gleich, Warwaras aus der Brust (mit 
Schwertern) , Sakas aus den Zitzen , Javanas ans dem Leibe , die Mletschas, 
Karitas, Kiratakas aus der Haut (nach dem Ramayana). Die Engländer zer- 
störten das von den Franzosen (786) auf der Insel Borodo an der Mündung des 
Formosa gegründete Fort. There is one peculiarity in the productions of Java 
that is very puzzliug in the occurrence of several species or groups characteristir 
of the Siamese countries or of ludia, but which do not occur in Borneo or Su- 
matra (Wallace). Augiistus brachte nach Rom ein Rhinoceros (wie Tanierlan 
solche aus Delhi fortführte) mit Hippotamus und Crocodilen aus Aegypteu. Pin- 
dar erwähnt die dunkelfarbigen Colchier, die Herodot mit Aegypten in Beziehung 
setzt. Die schwarzen Handelsleute in Colchis waren aus Indien eingewandert, als 
Banianen (s. Brehmer). Unter den Bewohnern der Handelsstadt Khozar, in der 
Nähe der Wolga und Astrachans, führt Ebn Haukai (950 p. d.) eine Volksklasse 
mit dunkeln Gesichtern und schwarzem Haar auf, die von den Indiern gestammt. 
Der Fluss Gihon fliesst (bei Moses) um das ganze Land Cush oder (nach Luther) 
Mohrenland (als der Oxus Baktriens mit indischen Handelsleuten). Korea (Korai 
on Kaoli) est appelee Tsio Sen on beaute du matin (Jouan). Samaria oder Sa- 
markand (kand, Stadt oder Bnrg) entspricht dem Berge in Yemen Snmara. west- 



Pekiiifr. }^5 

In China imtersclieiclen sich die Mandarinen, Soldaten, Ge- 
lehrte, Geistliche, Ackerbauer, Arbeiter und Kaufleute (nach 
Girard). Die Ausgestossenen oder Tomin sind nach der Provinz 
Tchekiang- verwiesen und in der Stadt Chaohing- auf eine Strasse 
beschränkt, als Nachkommen der Edlen, die für die Song gegen 



lieh vom Königssitz Saphar. Kosmas Indic. wurde durch Brachmanen über den 
Weg nach Tzinitza (China) unterrichtet. Die Chinesen kannten seit 126 a. d. 
Thatsin. Maukiu, König der Ngansü (Syrier), schickte (101 p. d.) Geschenke nach 
China. Der König von Ngansü eroberte das Königreich Thiaochi , dessen Haupt- 
stadt auf einem Berge liegt. Lassen zählt die für die indischen Götter arbeitenden 
Ribhu zu Orpheus und Kuhn zu den Elfen. The Taurobolia became fashionable 
in the times of the Antoniues. According to the inscription in Singanfu the 
emperor presented a Paoli (vessel of glass) to the church and golden carpets, 
repairing churches. Tchampa ou Tchampapouri (le royaume de Tchen pho) est le 
nom de l'ancienne capitale de Karua, roi du pays d'Angadesa, frere aiue par sa 
mere, des princes Pandou. II y a un canton dans Ceylon (le royaume de Lion) 
qui produit (selon Fa-Hian) le joyau Mo-ni (Mani). Les anclens rois de Ceylon 
envoy&rent dans le royaume du Milieu (Madhyadesa ou l'Inde centrale, pour 
chercher des grains de l'arbre Pei-to (Bodhi). Fa-hiau, menace dans l'ouracan 
par les marchands, iuYoquait Kouan-chi-in (Avalokiteswara). Lao est la montagne 
du district de Lai tcheou fou dans le Chautou. Während Avareo , Bulgaren, 
Hunnen zur flunischeu Rasse gehörten, waren die Petcheueghen der erste Stamm 
der Türken, der (X. Jahrhdt. p. d.) die Wolga nach Europa passirte. Die Tchi- 
nas (bei Manu) oder Chini wohnen nordwestlich von Cashmir in den östlichen 
Theilen des Hindukusch, als Ghilgatti, Astori und Tchilasi (in Dardistan). Nach 
der Mandschu-Dyuastie (seit 1645 p. d.) heisst China das Reich des grossen 
Hauses Tsing (Ta-tsing-kue). Nach erlangter Geschlechtsreife treten bei den 
Chinesen die breiten Backenknochen hervor, wie der Prugnathismus beim Neger. 
Jumala (der finnische Name für Gott) ist mit dem tscheremissischen juma (lappisch 
jubmel) oder (im Samojedischen) num identisch (Himmel bedeutend). The Muti- 
bas and Pulindas are kuowu in the Aitareya-Brahmana as outcast natious ou the 
frontiers of Aryavarta, and as the cursed descendants of the sons of Visvamitra 
(M. Müller). Pulindas are found, where the Aravali mountains join the Pariyatra, 
uear Guzerate, and agaiu, where the Vindhya bends toward Pataliputra, betweeu 
the Keimur and Korair mountains. Prichard hält die Khond und Burton die 
Thakur (im Mahrattenlande) für wollhaarige ürneger Asiens. Einzelne negroide 
Stämme tlndet man bis Beludchistan, wie die Brahmis, und auch bei Muscat, wie 
die Gabas (s. Burton). Auf den Chatham-Inseln in der Pa-umotu-Gfuppe wohnten 
negroide Stämme (östlich von ihrer Gränzlinie) , sowie auf Neijgeeland vor den 
Maorii. Isidor von Sevilla beschreibt die rückkehrende Wurf «yaffe der Spanier als 
Bumerang. Nach Pruner-Bey ist das Gehirn des Fellah pchwer vorn Neger zu 
unterscheiden. 



,% Zweites Kapilel 

die mongolischen Yuen käm|)ften. Les etrangers, les esclaves, 
les crimiuels, les boiiiTeanx, les agents de police, les acteurs, 
les Jongleurs, les tailleurs, les mendiants, constituent la classe 
des hommes vils, a laqiielle appartienneut egalement les Tankias, 
issus des Miaotze, et les Toumiu, desceudants des anciens Kins, 
qui habitent les unes pres de Canton, les autres aiix environs 
de Ningpo (de Coiircy). Die Bettler in Peking haben ihren 
König, der sie in regelmässigen Anordnungen aussendet (wie in 
den Städten Mexicos). Das chinesische Gesetz verbietet einen 
höheren Zinsfuss*) als drei Procent im Monat und macht es 



*) Will sich Jemand (auf Borneo) als Orang ber ütang (verschuldeter Manu) 
eugagiren, so leiht er eine Summe Geldes, und bleibt als Pfand im Hause des 
Gläubigers (für denselben arbeitend), bis sie zurückgezahlt ist (s. v. Kessel). Das 
Lehen, das Jemand besass, konnte entweder des Reiches Gut sein, so dass von 
Stufe zu Stufe aufsteigend zuletzt der König als oberster Lehnsherr erschien, oder 
es war Eigen in der Hand des Lehnsherrn. Doch galt auf höchster Spitze der 
König als Richter über beide Arten von Lehen (s. Gaupp). Im* Sachsenspiegel 
werden die Lehngrafen von Thüringen als Franken bezeichnet. Da Schloss Ballen- 
städt, der Stammsitz der Familie Esico's (des ersten Grafen von Ballenstädt), in 
ein geistliches Stift, später in ein Benedictinerkloster verwandelt wurde, nahmen 
die Grafen ihren Sitz in dem Schlosse Anhalt im Selkethal, und als dieses zer- 
stört wurde, in Aschersleben, im mitteralterlichen Latein Ascaria genannt, welcher 
Name in Ascania corrumpirt wurde (s. Voigt). Die Nymphe Begoa theilt Aruns 
mit, was Jupiter über die Feldmessung bestimmt hat. La Vallaquie etait, depuis 
Dniester jusqu'ä l'Olto, occupee par une multitude de peuplades qui y vivaient 
eparses, isolees, sans liens sociaux, les unes fixes , les autres uomades. C'i'taient 
dans la plaine, les Colons de Trajanum, de Maximiui, les Urticani ceux de 
Lassi et de Burgus-Jatus, dans les montagnes, les Gallici, les Padani, les Cauiui, 
et ceux aussi de Theodoropolis, de Piatra, d'Argidava, de l'Olto ä l'embouchure 
du Thiss dans le Danube, des fractions du Cumans, de Vallaques et de patres 
Des Romains r^unies sous le nom de Bassiani, change bieiitot en celui de lloma- 
nati, vivaient sous les memes lois et sous un meme cbef (duc ou bau). Les 
autres chefs des Colons romains, de Vacaras, d'Omlas, et de Maremaris, par leur 
contact avec les Sclaves, avaient pris d'eux le nom de Voivade (dux belli ou 
chef militaire). Die 1239 Ungarns Gränzen überschreitenden Mongolen wurden 
durch Radu-Negru (den romanischen Fürsten von Vacaras und Omlas) nach 
Böhmen getrieben (von wo Wenzeslaus sie verjagte) 1241. Radu-Negru (Radulphe 
le Noir) franchit les montagnes ä la tSte des Vallaques et des Vent'tiens (Venetici) 
et vient s'emparer de tont le pays, qui descend au danube entre l'Olto , le Mel- 
cove et le Seret. C'est la Vallaquie (Vaillant). 



Peking. 87 

strafbar, wenn auf Schleiclnvcgeu die Zinsen zum Capital ge- 
sell lagen werden. Das chinesische Strafgesetzbuch *) umfasst 
ausser den allgemeinen Gesetzen (Ming-liei-li) die Gesetze Li-liu, 



*) Es geschiebt oft (klagt Biscliof Agobardus von Lyon bei Ludwig dem 
Frommen), dass fünf Menschen zusammen gehen oder sitzen , von welchen jeder 
nach einem andern Rechte lebt (s. Gaupp). Während das germanische Recht 
sich an einzelne Orte und Landschaften knüpfte, wurde das römische Recht (bei 
der neu aufblühenden Rechtswissenschaft) das allgemeine, so dass auch derjenige 
Theil des germanischen Reiches, der sich eine ähnliche Allgemeinheit errang, 
nämlich das liber feudorum, äusserlich selbst zu einem Gliede des römischen 
Rechtes erhoben wurde (s. Gaupp). Das professio juris wurde bei den Longo- 
barden bei der Mündigkeit (nach Savigny) gemacht, um zu erklären, nach welchem 
Rechte sie leben wollten. Die Frau nahm oft (bei den Longobardeu) das Recht 
des Mannes an, obwohl ihr nach der Geburt ein anderes Stammrecht zukam. 
Heinrich L von Schlesien ertheilte 1235 den Romani in Würben (bei Ohlau) 
deutsches Recht. Inter Romanos negotia cansarum Romanis legibus praecipimus 
terniiuari, bestimmt Chlotar 560. Die Akragalliden , die sich mit den Cyrenäeru 
im Heiligthume zu Delphi versündigt, wurden von den Amphictyonen zu Sclaven 
des Tempels gemacht. Die Yolas oder Floup des Fogni (in Republiken lebend) 
erben die Rache für Beleidigungen fort. In Fatatenda wird mit den Doulas (den 
hausirenden Kaufleuten des Innern) gehandelt. Das alte Festspiel der ludi tro- 
jani konnte seines religiösen Charakters wegen nur von edlen (patricischen) 
Jünglingen gefeiert werden. Omnes Gargangi (warengangi) , qui de exteris flni- 
bus in regni nostri flnibus advenerint , seque sub scuto potestatis nostrae sub- 
didefint, legibus nostris Longobardorum vivere debeant, nisi legem suam a pietate 
nostra meruerint, heisst es im Edict des Königs Rotharis. König Liutprand be- 
stimmte, dass alle Urkunden entweder nach lougobardischem oder nach römischem 
Recht abgefasst sein müssten, um Gültigkeit zu haben. Ueber Landstreitigkeiten 
wird im burgundischen Gesetzbuch nach römischem Recht entschieden. Das Buss- 
uud Wehrgeld-System, sowie die Eideshelfer wurde von den Germanen auch auf 
die Römer angewendet. Jewelk man mut ok antwerden vor me koninge in allen 
steden na sime rechte unde nicht na des Klegeres rechte (Sachsenspiegel). Als 
das früheste Beispiel eines aus römischem und germanischem Stoffe zusammen- 
gesetzten Landrechts ist das erhaltene westgothische Gesetzbuch zu betrachten 
(Gaupp). Indem das mit dem Lande inniger verwachsende Volk zum Staat wird, 
tritt das Landrecht an die Stelle des Stammrechtes. In dem früher westgothischen 
Theile von Gallien galt neben dem Breviarium Alaricianum für die Römer west- 
gothisches Recht (des Königs Eurich). Dictaverunt Salicam legem proceres ipsius 
gentis qui tunc temporis apud eandem erant rectores. Sunt autem electi de 
pluribus viri quatuor, his nominibus: Wisogast, Bodogast, Salogast, Windogast, 
in locis quibus uomen Salagheve, Bodogheve et Windogheve (nach dem Prolog 
der Gens Francorum inclyta). Hatten die Saporoger oder Wasserfallkosaken in 



Zweites Kapitel. 



Hou-li, Li-li, Ping-li, Hiiig-li, Koun^-li für das Tribunal derCivil- 
sachen, der Finanzen^ der Sitten, des Krieges, der Justiz und der 
öffentlichen Arbeiten. Dans l'ordre civil surtout, toutes les lois 
sont basees sur le principe de la piete filiale (Girard). Krank- 



der Beamten-Wahl nach Vertheiluug der Fischereien den neuen Koschewaj bestimmt, 
so mnsste sich dieser Anstands halber weigern, als nicht geeignet. Zwei Kameraden 
fassten ihn dann unter dem Arm , andere schoben hinten nach, und so wurde 
er unter allen möglichen Schimpfreden (Hund, Hundesohn u. s. w.) und selbst 
Faustschlägen, um seineu erheuchelten Widerstand zu besiegen, in die Versamm- 
lung zu seinen neuen Ehren geschleppt (s. Brix) und mit Lehm beschmiert. Hund 
oder chunn (Plur. hunda oder chunna) wurde ursprünglich im Begriff von decas 
gebraucht, wie in stammverwandten Sprachen viginti, triginta, sixoat (ysixovrt); 
TQiaytovra buchstäblich zwei Hunde, drei Hunde und ducenti, trecenti sind nichts 
als die später wiederholte und daher unverstümmelte Zusammensetzung derselben 
Wörtchen. Als man viginti u. s. w. bildete, gab es kein ducenti, und als dieses 
entstand, begriff man jenes nicht mehr (etymologisch). Später stand die Zählung 
bei 60 still (s. Müller). Muata (Herr) bedeutet König in der Bunda-Sprache, und 
bei den Jayas hiess der Kriegsoberste Muta-a-ita (Haupt des Krieges), [Muata 
später als Volk, und dann wieder Mono-Muata-pa.] Den Kaffern ist das Essen 
der Elephanten verboten , weil sie zu menschenähnlich und klug sind (Kay). 
Rudolfs Translatio S. Alexandri (bei Meginhart) lässt den austrasischen Theo- 
dorich (Thiotricus), der einen Krieg zweifelhaften Ausganges mit den Thüringern 
führte, Gesandte zu den in Hadeln gelandeten Sachsen (quorum dux erat Hadu- 
goto) senden und räumt ihnen nach dem Siege die gesuchten Wohnsitze ein. Qui 
terram Sorte dividentes, cum multi ex eis in bello cecidissent et pro raritate eorum 
tota ab eis occupari non potuit partem illius et eam quam maxime quae respicit 
orientem, colonis tradebant singuli pro sorte sua, sub tributo exercendam. Cetera 
vero loca ipsi possederunt. Saxones igitur possessa terra summa pace quieverunt, 
societate Francorum atque amicitia sui. Parte quoque agrorum cum amicis 
auxiliariis vel manumissis distributa, reliquias pulsae gentibus tributis coudemna- 
verunt, sagt Witichind nach Besiegung der Thüringer. Die Nordschwaben oder 
(nach Witichind) Suevi transbadani (von jenseits der Bode) boten den aus Italien 
(wohin sie mit den Longobarden gezogen waren) in ihre Heimath zurückkehrenden 
Sachsen erst ein Drittel des eingenommenen Landes, dann zwei Drittel, dann 
auch noch all' ihr Vieh zu friedlicher Vergleichung. Die sich weigernden Sachsen 
wurden in dem folgenden Kriege alle erschlagen (s. Greg. Tur.). Die Valvasini 
(valvasores minimi oder minores) oder Longobarden standen zwischen den valva- 
sores (des fünften Heerschildes) und den populäres. Der Hausbarde (Bardd 
Teulu) erhält von der Familie ein Thier aus jeder Kriegsbeute, bei welcher er 
gegenwärtig, und den Mannestheil, wie jeder Hausbediente (nach wälischen Ge- 
setzen). Wenn ein Kampf stattfindet, so hat der Barde vor der Schlachtordnung 
die Hymne Unbeueath Prydein (das Königreich Britannien) zu singen (Stephens). 



Peking. 89 

heitsfälle werden nicht aus dem Natnrlauf erklärt, sondern den 
verborgenen Einflüssen böser Geister*) zug-esclirieben. Ce genie 
chacini se le cree et se le fignre au gre de son imagination en 
delire, Fun le place dans teile idole, l'autre dans un vienx chene, 
celui-ci dans quelqiie haute montagne, celui-lä dans le corps 
d'un enorme dragon, qui habite au fond des mers. Pour quel- 
ques-uns, cette puissance enneniie est d'une autre nature, c'est, 
d'apres leur dire^ l'äme ou plutot la substance epuree et en quel- 
ques Sorte aerienne d'une bete, d'un renard, par exemple, d'un 
chat, d'un nuage, d'un tortue, d'une grenouille est. Ils assurent 
que ces animaux, apres s'etre depouillees des parties ter- 



*) The Rakhing(Yekkha orRekkhaik, Monstre or Ogre) iu Arräcau (according to 
tlie Portuguese pronuiiciation) are called (by the Bengalese) Mugs, (Magas, emigratiug 
to the eastward). Maga, the father of the Magas or Maigas, was the offspring of 
the sun , by Suveuuh , daughter of Twashta or Vulcan. His children caine to 
India from the west and taught the true worship of the sun, settling in the 
country called Magadha. Pliuy mentious them under the nanie of Macco Calingae 
or Magas, living on the sea-shores of Chittagong (s. Wilford). According to 
Buchauan, Maga was a name of Gautama. The Magas (worshippers of the sun) 
assumed in India the name of Rrahmans, settling in Magadha (the country of 
Brahmani, according to Pliny) , where the system of Buddhism was flist taught 
(Buchanan). According to the edict in the cuneiform inscriptions in Behistun, 
king Darius overthrew the Magash or Magi as an heretical sect and reestablished 
the primitive Persian worship (s. Rawlinson). According to Phayre, the Magash 
or Maga , like the Parsees in modern times , fled to India from persecution. 
Als Rama der in ihm verliebten Riesin Sorpanakhä (die ihn erst durch reizende 
Gestalt zu verführen, dann durch Dämonengestalt zu schrecken suchte) Nase und 
Ohren abgeschnitten, beklagte sie sich (der mächtigen Fürstenfamilie der Daitjas 
entsprossen) bei ihren Brüdern , König Räwanas von Lanka und Knmbhakarnas 
oder Kharas, welche Wiedergeburten der einst vou den Rischi's verwünschten Thür- 
steher Wischuu's (Hiranjäkschas und Hiranjaka(jipus) und jüngere. Brüder des Gottes 
Kuweras waren. Von den von Räwanas (da<;akanthas oder zehuhälsig) oder Panti- 
griwas (Kritikaras) mit der Mandodari erzeugten Söhnen wurde Räwanis oder 
Akschas (der dreiköpfige Riese oder Trigikhas) von Ramas erschlagen und In- 
draschit (der früher den Indras besiegt hatte) von Lakschmanas (Indradschi- 
widschaji oder der Besieger des Indrabesiegers). Ramas tödtet auch den Lawanas, 
Sohn der Kumbhinäsi (mit einer Nase wie ein Krug). Der Geier Dschatäpis, 
dem Räwanas den Kopf gespalten , theilt noch im Sterben Rama den Raub mit. 
Der Daitjas Maritschas lockte (iu eine Gazelle verwandelt) Rama und LakscU' 
mana iu die Einsiedelei fort. 



90 Zweites Kapitel. 

restres et grossieres qiii les composaient, sont devenus des 
essences inires et que dans cet etat ils se plaisent ä tourmeuter 
les hommes et les femmeS; ä deconcerter leurs projets, ä les 
gratifier des fie\Tes, de catarrhes, de pleuresies, enfin de toiites 
sortes de maladies. Scheint die Seele aus dem Sterbenden ent- 
fliehen zu wollen, so ruft man sie entweder zurück, oder scheucht 
sie zurück, oder sucht sie zu erschrecken, oder ihr'den Weg zu ver- 
speiTen (s. Huc\ Das chinesische Zeichen Haou (gut ist aus dem 
Symbol für Tochter und dem für Sohn zusammengesetzt, kind- 
liche Zuneigung ausdrückend, als Grundlage der Moral. Tjong be- 
deutet recht i geradeweg oder aufrecht), puh-tjong( nicht recht) wird 
mit weih (krumm oder schlecht) bezeichnet. Die Stelle des Grabes *) 



*) Während sich die den alten Russen angehörigen Sopki-Gräber längs 
der Flüsse im nördlichen Russland finden, trifft man in Süd-Russland 
und Sibirien die (Kupfer- und Kiseninstrumente der alten Tschuden neben 
den Knochenresten enthaltende) Mogila (den skythischen Gräbern von Tauris 
ähnlich, die Skelette von Pferden neben menschlichen enthalten) und die Kopa- 
Tumulus der Tschuden (mit steinernen und kupfernen Instrumenten), be- 
sonders im Ural zum Altai (s. Maury), in Verbindung mit den Bergwerken. Ueber 
den Mogila genannten Grabhöhlen findet sich oft die Erhebung eines Kurgan ge- 
nannten Hügels (mit kupfernen Hämmern, Gold- und Silberschmuck). Die Züge 
der Kupferstatuette (in der Mogila des Altai gefunden) gleichen (als den Tschuden 
angehörig) den der Baba (mit grossen Augen und Mund), mehr von türkischem als 
mongolischem Typus (nach Maury). Nach Eichwald sind die Baba theils männ- 
lich , theils weiblich. Ansbah (divi sivus) oder Ansbach wurde umgenannt in 
Onoldisbah (Unholdenbach) zur christlichen Zelt. Die vererbten inimicitiae (der 
Germanen) wurden (nach Tacitus) durch Wehrgeld beigelegt, unter den Issedonen 
befinden sich einäugige Menschen und Greife , die das Gold bewachten (nach 
Herodot). Brehmer leitet den Namen der Abier (Apii) von Ai oder Ail (als Ari, 
Asi, Ali, Abai). Die Abier genannten Skythen, die Alexander in Sogdiana besuchte, 
war (nach Curtius) frei (seit dem Tode des Cyrus). Das mäotische Meer hiess 
(nach Plinius) das Temerinder Meer. Saudracottus hatte sich ein wilder Ele- 
phant als Schützer und Träger zu Diensten gestellt (nach Justin). Die dänische 
Insel Imbria (b. Ad. Br.) ist der westliche Theil Seelands (s. v. Maack). The 
incisors (of the human remaius in the Maremma) presented the same deep wearing 
away, which, instead of being oblique, is perfectly horizontal, as in the Egyptian 
mummies (s. Meneghini), and among the Chinese, Tartar, Esquimaux , Peruvians. 
At Terra Masua (on the road to Salso Maggiore) the nations met to make their 
sacriflces, as the Ktruscans, Galli Anani, Galli Boi and afterwards the Romans 
(Gramizzi). Sambata war der alte Name Kiews (nach Constantin) oder (b. Adam 



Peking. 91 

niiiss durch den Nekromanteu aiiserwählt werden. Das neunte 
Jahr Tsching-Hoan's (reiner Anblick) ist das zweite des zehn- 
jährigen Cyclus (als weibliches Holz) und das achte des zwölf- 
jährigen Cyclus (des Schafes). Sung--yue (östlicher Berg) kommt 
von dem alten Worte Yue oder Berg (statt Shan)^ das jetzt im 
Colloquialdialekt nicht länger gebräuchlich ist. Thsen (Sohn) 
war in China ein Ehrentitel Kung bedeutet die Hände falten, 
so dass die beiden Daumen zusammentreffen, wäe die chinesische 
BegTüssung gemacht wird. Tha (prügeln oder schlagen) be- 
deutet schnell oder rasch und Thatje die Tataren. Tschi ching 
begreifen die sieben Anordnungen (der fünf Planeten mit Sonne 
und Mond). Tze bedeutet lieben (mu, Mutter), Tze mih die 
Buchstaben. Tze mu (die Buchstaben des Alphabetes), bezeichnen 
die Endungen der Worte, wenn in der chinesischen Buchstabir- 
weise verwandt, Tze thow die Initialen in der chinesischen 
Buchstabirweise. Pe ist klar und gütig, Peleu ein Name*) 



Brem.) Chiwe, während Helmold Russland Chunegard nennt und die tyriscbe 
Karte die Chunin bei Kiew setzt. Die Ostseestrecke Mentonomon ist (lettiscb) 
Mendaeniemi (Fichtenvorgebirge). Budini an den Danus genannten Flüssen. The 
majority of the marl-beds are remains of the bnrial-grounds of the Romans and 
remains of the cemeterles, funeral piles, and better, of the feasting places 
(kjökkenmödding) , meeting places or stations of the ages of bronze, or the 
most part remodelled by water (Gastaldi). Die ägyptische Legion stand einst 
in Aegypten, als sie später nach Mainz verlegt wurde, verpflanzte sie die 
ägyptische Gottheit Canopns hierher, deren Nachbildung in den Festungswerken 
gefunden wurde. Aus der Kreuzung der deutschen und ägyptischen Biene 
folgert Vogel, dass die italienische Biene eine Mischungsproduct beider 
Rassen ist. Nach Rüdemann Hessen die alten Deutschen ihre Steinkeulen im 
jungen Baume als Holzgriff festwachsen (Büsching). Adam Br. nennt die 
Tschuden, Jamen, Vessen, Mehren. Snorri Sturlesson kennt (in den Sagas) Finland 
oder Vinland. Nestor nennt die Tschuden, Vessen, Mouromier. Der Peipus-See 
heisst See der Tschuden (bei den Russen). Die Tschuden wohnten (nach Nestor) 
am Meer der Varägher, wo in einer Wüste bis zu den Anglen und weiter bis zu den 
Vlakh (Vlaschsky) die Varägher lebten. Bayer hält Czud für ipsum Scythicum 
nomen. Nach Potocki ist Tschud gemeinsamer Name der Finnen. Ptolem. stellt 
die Aorsi (neben den Xovvoi) zwischen Bastarner und Roxolaner (II. Jahrhdt.). 
Dionys Per. nennt die Ovvvoi am kaspischen Meer. 

*) The Chinese add to their surname an individual name. To preevent a blending 
with the Chinese, the Mantchus are forbidden by their sovereigns to have the 
initial syllable in consecutive generations the same, makiug it appear in Chinese 



92 Zweitem Kapitel. 

Buddhas. Das „Alterthümer Pekings'' betitelte Buch handelt 
von den früheren Monumenten und deren Merkwürdigkeiten. Die 
Peking umgebende Mauer wurde unter der Ming Dynastie um 
die innere (tatarische) Stadt gebaut, und später wurde dann die 
äussere (chinesischen) Stadt hinzugefügt, die nur an der Süd- 
seite beendet und nicht im ganzen Umkreis vollendet wurde. 
Zur Zeit der Kin-Dynastie lag die Yotscho unter den Han ge- 
nannte Stadt grössteutheils ausserhalb der jetzigen chinesischen 
Stadt, wo sich die unter den Tang erbaute Pagode Tien-nüng-se 
findet. Die kürbisartigen Pagoden dienen, die Begräbnissstelle 
eines Buddha anzuzeigen (und Reliquien). Das Tschan-huan- 
tschüh-leoh oder kurzer Bericht über Tschan-huan (die Kaiser- 
stadt des inneren Peking) giebt eine Beschreibung der Anti- 
quitäten Pekings mit Karten. Die Triumphbogen (Pei-lo oder 
Pai-leu) sind errichtet*) zur Erinnerung an merkwürdige Er- 
eignisse, zu Ehren von Mandarinen oder zum Andenken tugend- 
hafter Frauen (wie es aufgeschrieben steht). Die grosse Mauer 
heisst Gua-che (Soldaten-Station). 

as a surname. But in oue class of Mantchus (those closely related to the so- 
vereign, the initial syllable of the names is flxed for each generation, so as to 
show at once to what generation of the imperial family the person belongs. The 
imperial kindred (in China) are divided into two classes, the tsunghi (imperial 
liouse) and the Ghioro or members of the golden (Ghioro) tribe (the surname of 
the reigning family). 

*) Fung pe are blocks of wood, cut into the shape of pillars and flxed into 
the grouud at the four Corners of the outer shell of a coffln. Holes were then 
bored in the tops and provided with pulleys, to let down the coffin into its shell. 
On these posts, the ministers used to record the meritorious actions of their de- 
ceased prince and posterity without the same reason for it, have continued to set 
op such posts by the road side provided with iuscriptions, as pe or tablets (s. 
Medhurst). That the author of the Mala lengara has written about Dauna's 
distributiiig the relics and the Thegya stealing the right eye-tooth, is taken from 
the book, called Neigbana and what he has told of the depositing of the relics 
and obtaining them again is from the books Datuwau and Nelatadatu (s. Bennett). 
Azalathat made a road to carry the relics to his couutry and 80,00U heretics com- 
plaining about the delay, were punished with death and went to hell. When 
the Rahandas (hearing a repetitiou) asked the Thegya king to persuade Azalathat 
to hasten ou, he auswered , that the king would not listen, but that he would 
cause Nats to enter some people, and the king, hearing that the Nats and Beloos 
be angry, would hurry ou. 



Peking. 93 

In dem geographischen*) Buche Haikwotusehe wird gesagt, 
dass Kambodia (Knang-nan oder der breite Süden), südlich von 
Chiug-hoa (Provinz Cochinchinas) einen König aus der Familie 
der Youau hatte. Der alte Name war Yenan, Kaochin bildete 
die östliche und Kuang-nan die westliche Hauptstadt. Der Hof 
des Westens (Si-king) war mächtiger als der Hof des Ostens 
(Ton-king). Kuang-nan hiess Linyi oder Tschantchang während 



*) Of the seven great contiiieiits (accordiug to the Purauas) , Jambu is 
placed in the centre, theo follows Plaksha dwipa, encircliug the sea of saltwater 
(surrounded by the sea of sugar-cane juice). Then follow (in succession) Salmali, 
Kusa, Krauncha, Saka and Pushkara dwipas (with their respective seas). Beyond 
all these countries and seas , is placed the country of gold (Swarna Bhumi), 
whirh is surrounded by the mouiitaiii-chain of Loka-Loka. Then follow the land 
of darkness, encompassed in the shell of the mundane egg. Of king's Priya-Vrata 
(sou of Swayambhu), whose chariot-wheel divided the contineiits, children six 
embrared an ascetic life and the remaining seven ruled over the continents, Agnidhra 
in Jambu dwipa, Medhatithi in Plaksha, Vapushmat in Salmali, Jyotishmat in 
Kusa, Dyutimat in Krauncha, Bhavya in Saka and Savala in Pnshkara. Die Erde 
zerlegte der Nordländer in drei Theile, am Meeresstrande war Anssengart (uit 
gart) oder die Rieseriwelt. von ihm durch eine Landwehr burgartig geschieden; 
Mittelgart (mit gart) oder das Land der Menschen, und als kleinstes der drei 
coucentrischen Reiche asgart, die Burg der Götter, Das isländische Gesetzbuch 
(graue Gans) bestimmt das gegenseitige Erbrecht. Kar ist Stadt im Syrjänischen. 
Makenzie Hess sich von einem Indianer den Weg über drei Landseen und einen 
Fluss mit Kohle auf Birkenrinde zeichneu. Nach dem chinesischen Buche Daizyn- 
itun Dshi reicht das Gebirge Altai-alin (Gin-Schall) his über die Milchstrasse 
hinaus. Die (nicht von den Russen erbaute) Festung auf der Bären-Insel sah 
aus wie von Zähnen benagt, als mit steinernen und knöchernen Aexten ge- 
arbeitet, Persien (Po-zu oder Parsi) heisst Tiao-dji bei den Chinesen. Zum 
Zeichen ihrer vornehmen Geburt setzen die Pejeskoli Zierrathe aus Walross- 
zähnen in durchbohrte Unterlippen. Die bemalten Larven, in welchen die 
Kanagist am Jahresfeste tanzen (nach Beendigung der Fischerei), werden dann in 
abgelegenen Felsenhöhlen zum Aufbewahren fortgelegt. Die Bewohner von Attak 
setzen knöcherne Spitzen (wie Zähne) in die Einschnitte der Lippen. Auf der 
einheimischen Landkarte von Tetlama (aus vorspanischer Zeit) ä l'endroit oü est 
situe le raonumeut de Xochicalco, on trouve la figure de deux guerriers qui com- 
battent avec des masses, et dont Tun est nomme Xochicatli et l'autre Xicatetli 
(s. Humboldt). Le Majjhima-nikaya-thika (dans la collection des manuscripts 
palis de Ceylon) est le commentaire exegetique sur le Majjhima-nikayo (en 
langue palie) ecrit ä Ava en caractferes birmans. Nach Plato lag etwas Maje- 
stätisches und Königliches {ßaailmov) in einer grossen Nase. 



94 Zweites Kapitel. 

der Thsin-;, Tang- und Wuti-Dynastien. Cambodia im Speciellen 
wurde Linyi oder Limyib (die Weltstadt) genauut. Unter dem 
Namen Siang--lin (Elepbautenwald) war Cambodia von China ab- 
hängig gewesen, am Ende der Han-Dynastie legte sieh indess 
das Linyivolk den Titel eines Wang (Königs) bei. Der Linyi- 
König schickte unter den Thsin eine Gesandtschaft nach China. 
Im dritten Jahr des Kaisers Young-ho wurden zwischen Linyi 
und Cochinchina (Kiaochi oder Kuchin) Kriege geführt, und im 
fünften Jahre eroberte Banbiun (Fanwon), der König von 
Linyi (Cambodia), grosse Theile Cochinchinas , das Land ver- 
wüstend und die Körper der Erschlagenen als Opfer dem Himmel 
weihend. Während der Leang-Dynastie erwählten die Barbaren 
(Ih) in Linyi ihren eigenen König. Fan-Iu-ying, König von 
Linyi, verliess missvergnügt sein Land und begab sich nach In- 
dien, den Thron seinem Neffen cedirend. Auf die Ermordung 
dieses durch den ersten Minister folgte ein Usurpator (Bunlik 
oder Wonti), der durch den König von Siam (Funan) getödtet 
wurde. Das Reich fiel jetzt in grosse Unordnungen, bis der 
Minister Fan-tschu-nung die Ruhe herstellte und den Namen 
eines Königs (zur Zeit der Leang) annahm. Unter der Soung- 
Dynastie schickte Cambodia (Linyi) eine Geschenke tragende 
Gesandtschaft nach China. Der mit der Nanzi-Dynastie gleich- 
zeitige König von Linyi trug einen Kopfschmuck nach der Art 
Buddha's und war in ein Gewand duftenden Tülls gekleidet. In 
der Stadt Szüli (Kulik) fand sich eine Sonnenuhr mit einem 
Gnomou (8 Fuss hoch). Die Hauptstadt Linyi lag zwischen 
zwei Gewässern, man zählte 13 Thore in der Stadtmauer und 
1200 Räumlichkeiten im Palast. Zur Zeit des Kaisers Schanping 
überzog der König Cochinchinas Cambodia mit Krieg zur See 
und bei Lande. Die Hauptstadt Szünaus hiess Jüntschunkim- 
cbang (die goldene Wolkenstadt). Faubuin, König von Linyi, 
führte Krieg mit Szünan und Kaochi, beide Länder in grosse Be- 
drängniss bringend. Am östlichen Thore der Stadt Kulik (in 
der Nähe des Sees Kientayuen) fanden sich in den Charakteren 
der Barbaren (Ih-schu) abgefasste Steininschriften, den früheren 
König Houta preisend. Die zwei Hochdämme in der Nähe der 
Stadt wurden durch den König Wang-kung erbaut. Unter der 



Peking. 95 

Suay-Dynastie|verehrte das Volk von Linyi Buddha und gebrauchte 
im Schreiben die Schriftzüge *) Indiens. Funji, König von Linyi, 
besiegte das Heer Leophan's (des Feldhen-n des Kaisers Sanchai), 



*) According to the engraved letters iu the precious stone (found by Pien 
Ho) the imperial seal was made, as emblem of the empire, instead by the tripod 
used before. Chang kien (the navigator) travelled over foreign lands tili to the 
celestial ocean (where the cross of the south is seeii) and never retnrned, but as 
there feil down from the river of heaveu a skulling oar and nobody knew, what 
it was, a spirit descended to declare , that it was the oar of the navigator and 
that he rest of his ship wonld feil down, as it decayed. When Chukoh, general 
in Szechnen during the rule of the after Han dynasty (220 p. d.) returued from 
Pegu, he substituted bread-loaves , bearing the human flgure, instead of human 
sacriflces to dispell the fog on the river I.ushwui (caused by the dead, killed by 
the pestiferous waters , who could ouly pass safely at miduight). He invented 
(during the war) automaton cows and horses of wood, which moved by a twisting 
of the tonge (as muh-uiu-liu-ma), serving to couvey provisions (which they carried 
within their bodies). Wheu Yuen Shen wrote upon the non-existeuce of terrestial 
spirits, a spirit appeared, and showed itself to be one by not having a shadow. 
Tsi, Pwau ü (the fashiouable coucubine) had (500 p. d.) flowers carved npon the 
soles of her shoes, so that they left the impress of flowers , wherever she trod. 
Joo-lae (Tathagatha) means the expected comer, or he who is Coming as (has 
been espected). The tones of the voice (elsewhere the signs of emotions) are limited 
(iu China) to the mere multiplication of words so that there is little room left 
for pathos in the language (s. Brown). The Chinese letters were invented by 
Tsang-Kee. Titles of emperors (engraved in stone tablets) were placed in teraples 
(1122 a. d.). Combiuing the primitive (pictorial) Symbols in such a way as to 
represent sounds, the word ho (for instance) is composed of two characters he 
and shwuy. The first is an auxiliary particles, denoting „may, might, can, 
could" and the second represents „water". The name for a river having the 
sound ho, the character ho was taken, as indicative of the pronunciation, and the 
character shwuy to give a clue to the meaning and both together formed the new 
character ho, which is the written word for river. The Lieutenant General of 
Canton once issued an edict respecting the locusts, that were ravaging (rice-flelds, 
and having occasion to speak of the iusect in its chrysalis State, he found no 
written term for it and therefore invented one (Brown). The writiugs of the 
Shih Tsz (ten philosophers) are classical (in China). The first book, to he studied 
by the child in China, is the San-tsz-king (Trimetrical Classic). In the Japanese 
Romance (Forms of the Passing World in Six Folding-Screens), Tamoutara Kad- 
zuyosi is governor of the district Kuauto, possessing his palace in Kamakura. The 
idol in the mosque (at Ashnoo) is (not worshipped, but) respected as that of the 
founder of the race , Shoohun grow (grandson of Salomon or Noah). The 
Moorzoms worship sun and moon and respect idols. The khoo or khoo kraw (a 



96 Zweites Kapitel 

unterlag aber in der nächsten Schlacht, indem die Elephanten 
verdeckte Löcher gegraben hatten, in welche seine Elephanten 
hineinstürzten und so zu Grunde*) gingen. Bei Eroberung der 
Hauptstadt wurden 18 Goldbilder erbeutet. Seit dieser Zeit 
wurde der Tribut regelmässig bezahlt (unter der Suay-Dynastie). 
Während der Tang-Dynastie grenzt das Land Linyi (DJam-phu- 
xau oder Djam-bo-ghi genannt) an Tehinlap im Westen und an 
Punlang im Osten. Ausser den beiden Städten Kutchan (Alt- 
stadt) und ZikAvoa, in denen der König residirte, fand sich eine 
andere Stadt, Bungbishih. Verbrecher, die zum Tode verurtheilt 
waren, wurden von Elephanten zertreten oder nach den Bergen 



wanderlng thievish tribe) worship goats and sllver. Zai is the hero founder of 
the Khaioo tribe and son of Öol, the god üf Are. As an idol, he is worshipped 
as a human head, surrounded by Are (s. Gardiner). The Horsok (the no- 
mades in the northern parts of Tibet) comprise the races of the Hör or Horpa (iu 
the west) and of the Sok or Sokpa (in the East). Khokhonur and Tangnt are 
called by the Tibetans Sokyeul (Soklaud), as occupied by the Sokpa (s. Hodgson). 
The peoples of Sok-yeul, of Amdo, of Thochii, of Gyarung and of Manyak (bet- 
ween Khokhonur and Yunan), who are under Chiefs (Gyabo) of their own (kings 
or Wang), bear among the Chinese the common designation of Sifan or western 
aliens, and are often denominated by the Tibetans Gya rungbo or proper allens 
(Gya), to discriminate them from the Bodpa of Kam. The Takpa are Tibetans. 
The Sokpa call the sun Nara and the moon Sara. ^ The idols of Moh and his 
wife Mabuu at Mohzarkhala (in western Huzara) were (as the ancient gods) still 
revereuced by the half-converted Mahomedans. Some of the tribe of Therba make 
every new moon an offering before the cave of Zei (god of Are). The gold beads 
(found in Moh's treasure) are called Solyman dana (grain). 

*) Das an einem Seil zum Selbstopfer herabhängende Beil im Dorfe 
Caschipor wurde durch Auruugzeb weggenommen , aber in der Folge warf man 
sich mit einem Stein an den Hals iu den Ganges (Tieffenthaler). Gorecuath (Stifter 
der Zogier) war iu Gorecpor geboren. Meherkel (Sohn des Harantaz), König von 
Cashmir, kam über das Meer nach Slam und eroberte es. Bei der Rückkehr ver- 
brannte er sich in einer Krankheit. .,Die nackten Anachoreten (Beragier und 
Beragierinuen) in Mattra (Geburtsort des Krischna) schreien Tag und Nacht iu 
rohen Liedern die ekelhafte Liebesgeschichte des Krischua mit seiner Bei- 
schläferin Radha her" (mit Cymbeln und Klingbecken), in Strohzellen lebend. 
The Dopholas. who worship four Dewatas (deities), as Sorok deo (or Lord of Hea- 
ven), Mon deo, Siki deo and Lunto deo, came down from heaven by a bamboo 
ladder (and live therefore in houses with bamboo-floors). The Ahorn kings came 
down from heaven by a golden ladder. 



Peking. 97 

Pa-lao-tscha verbannt. Unter dem Kaiser Sclnmgkwang schenkte 
Dali, König von Liuyi, Elephanteu. Unter der Soung;-Dynastie 
führte die Hauptstadt von Tschan-tschang (Cambodia)« den Namen 
Tschan-tschan. Der König liess Rhinoceros nnd Elephanten*) 
für sich einfangen. Am 15. Tage des 12. Monats pflegte das 
Volk aus Baumzweigen Pagoden zu bauen, die, von dem König 
und Edlen mit Geschenken geschmückt, ausserhalb der Stadt 
verbrannt wurden, als Opfer des Feindes. Unter dem Kaiser 
Kiao-yo belästigte das Volk von Tschan-tschang (an den See 
Tchinlap und nordwestlich an Cochiuchiua grenzend) Cochinchina 
durch beständige Einfälle. Auf das Verlangen des chinesischen 
Mandarin, sich zu unterwerfen, schickte der König eine aut 
Holzblätter geschriebene Antwort, Die Kaufleute Fokieu's, die 
Tschan-tschang besuchten, lehrten den König die Kunst des Rei- 
tens und des Bogenschiessens und befähigten ihn so, seinen Feind 
Tschinlap zu besiegen. Unter dem Kaiser Tschu-hi wurde der 
König von Tschan-tschang, als er Tschinlap zur See angriff, be- 
siegt und getödtet. Das Land Tschan-tschang fiel dann in die 
Gewalt Tschinlap's. Als unter den Yuen der mongolische Kaiser 
Schiffe gegen Tschinlap sandte, wurden diese im Vorbeifahren **) 



*) Les jours de bataille on donnait aux ^l(iphants des boissons enivrantes 
et des drogues propres ä les echanffer (Amandi). Die in den Kriegen mit Gelon 
und Dionys, mit Timoleon nnd Agathokies von den Carthagern verwandten Streit- 
wagen \|urden seit den Kriegen mit Pyrrhus durcli Elepbanten ersetzt. Cyrus 
gebraucbte von Ochsen gezogene Wagen mit mehrstöckigen Thürmen für die 
Schützen (s. Freret). La Bucovine semble avoir toujours et<; repute pour ses chars 
de guerre (covini), appelös Carruboi et Bucovini (charuvoi des Pacenatzi on 
Picenati). Die vierrädrigen Wagen des Porus worden (nach Curtius) von vier Pferden 
gezogen. Die Sichelwagen der Notitia imperii sind von einem Führer gelenkt. 

**) Die von Asoka nach der Edelstein-Insel gesandte Kanfleute wurden durch 
die Meereswelleu erregenden Naga beraubt (nach Taranatha). Aliae (Inseln des 
n<)rdlichen Oceans), in quibus equinis pedilius homines nascuntur, Hippopodes 
appellati, Fanesiorum aliae, in quibus nnda alioquin corpora praegrandes ipsorum 
aures tota contegant (Plinius). Nach Julian warfen die Rhein-Anwohner die. Neu- 
geborenen auf das Wasser, da die unehelichen verschlungen wurden. Ein in Rom 
übliches Wirthshausschild, welches ein Fratzengesicht mit aufgeblasenen Backen 
und ausgestreckter Zunge darstellte, wurde scutum Cimbricum genannt (Künsberg), 
als Gallus. Cimbri et Celtiberi in proelis exsultant, lamentantur in morbo. 

Bastian, Reise. VI. 7 



98 Zweites Kapitel. 

von dem Volke von Tschan-tschang in der Nähe Hainans ge- 
nommen. Nach dem Hei-kwe-wan-sebiang vv^areu die Städte 



Ariovist war gewohnt, sich der gallischen Sprache zn bedienen (nach Cäsar). 
Romana pax (der unterworfenen Völker). Die Helvetier wurden durch Orgetorix 
zur Auswanderung veranlasst, unter Verbrennen der Dörfer und Fruchtvorräthe. 
Dicit (420 p. d.) St. Hieronymus: adolescentnlum in Gallia vidisse Scotos (Atta- 
cotos) gentem Britannicam humanis vesci camibus, et cum per silvas, porcorum 
greges et armentorum pecudumque reperirent, pastornm nates foeminarumque 
papillas abscindere solitos et eas solas delicias arbitrari. Serra mentionne un 
traite de l'an 1216 qui permettait aux n^ociants des Genois de trafiqner jusqu'ä 
l'extremitö du royaume de Barka (Primaudie). Die flüchtigen Sidonier gründeten 
das deshalb benannte Lebida im Gebiet der Benou Leoua oder Leouala (de la 
Primaudie). Die die Ernten zerstörende Mus dipodus (bei Lebida) ist auf einigen 
Medaillen Cyrenes unter einer Silphium-Pflanze dargestellt (nach Smith). Die 
Traditionen der Arowak sprechen von der untergegangenen Nation menschen- 
fressender Meyanow (verschieden von den Cariben). Schiltberger spricht von 
haarigen Waldmenschen (in Issibnr oder Sibirien) oder (nach Neumann) Ainos. 
The feef of the Warauan (in Guiana) are peculiarly formed, the toes spreadiug 
out in such a manner as to enable them to walk on the muddy shores, which 
they inhabit, where another person would sink (Schomburgk). Der spanische 
Mönch des XIV. Jahrhdts. fand am Goldfluss (südlich vom Cap Bugeder) gold- 
grabende Ameisen. Ha aqui huma animalia que parece em todo homem e he 
preto de corpo e cabello , eo rosto tem albo , anda em qnatro pees e em dous, 
he cousa mais falso do mundo e aguda , sagt Valeutyn Ferdinand bei Sierra 
Leone. Nach Noroff ist Cypern ein üeberbleibsel der Atlantis, die sich früher 
bis nach Sicilien erstreckte. In many instances Rainsford has heard reasoning 
and witnessed manners of acuteness and elegance, the relation of which could 
appear incredible from those , who were remembered in a State of ^ervitude 
(unter den Negern auf Haiti) 1799. Blemmyes (vix homines, magisque semiferi). 
Strabo setzt die Sintes zwischen Nasamonen und Byzacier. Saint Martin identi- 
ficirt Hanno's Theon Ochema mit dem Berg Souzos oder (nach Roussin) Sousou. 
So weit südlich als Bari, reissen alle Eingeborenen die oberen und unteren 
Schneidezähne aus, um nicht den Raubthieren zu gleichen (nach Werne). In 
Djimma sollen die Affen als Hausdiener verwandt werden (s. Wilkinson), indem 
die in Kriegen mit Djimma gefangenen Djandjaro oder (verächtlich) Gendjero 
(Affen) Sklavendienste thun (zwischen Enarea und Kaffa), südlich von Abyssinien 
(Beke). Ein abyssinischer Sklavenhändler erzählt Beke, dass jenseits Kaflfa sich 
eine Gegend finde, wo die Männer (Heerden hütend) hündische, die Frauen 
menschliche Form besässen. Werne hörte, dass östlich von Bari hundsköptige 
Menschen lebten, die auf allen Vieren krochen , aber (nach Lakono) Hessen sie 
nur die Zähne an ihren Menschenköpfen, und schlichen sich auf der Erde herum, 
um Menschen zu fressen. Nach den Indianern von Inzignanln hatten ihre Vor- 



Peking. 99 

Camboclias, die südwestlicli an Sienno (Slam) und nordwestlich 
an Mientien (Birma) g-renzten, von Wällen aus Dornenhecken ein- 
gefasst. 

Nachdem der in Hao (bei Si-ngan in Schensi) residirende 
König- Sching in Fuug (dem früheren Wohnsitz der Tscheu) die 
Erbauung einer Hauptstadt im Osten gemeldet, gründete er Lo 
in Schingtscheu (1109 a. d.) Fürst Hoan stellte (710 a. d.) die 
grossen dreifüssigen Gefässe des Landes Kao in das Ahnen- 
heiligthum des Fürsten von Tscheu (nach dem Geschlecht des 
Hauses Tscheu-kung). König Yeu Avurde (771 a. d.) von den 
westlichen Hunde-Fremdländern getödtet (Pfizmaier). DasRieseu- 
geschlecht *) der langen nördlichen Fremdländer (unter Yuen-sse) 



fahren zuweilen zur See Menschen mit einem unbeweglichen Schwanzanhäugsel 
(für die durchlöcherte Sitze nöthig waren) ankommen sehen (Ayllow). The ludiaus 
(in North Amerika) State, that the Red Men were furnished with long tails, but 
that, having offended the Great Spirit, he deprived them of these Ornaments 
(from which women were created), sending mosquitoes to tormeut them (s. 
Hunter). Wenn der König an einem Körpertheil verstümmelt ist, so muss nach 
äthiopischer Sitte (bei Meröe) seine nächste Umgebung das Nämliche leiden, und 
ebenso mit ihm sterben (s. Strabo). Die in Juba ausgebaute Hafenstadt Jol (bei 
Treton) wurde Caesarea genannt (s. Strabo). 

*) Die riesigen Ueberreste im Berge Kuaiki sollen die Gebeine des vom 
König Yü hingerichteten Fürsten Fang-fung sein. Als Tsin das von den „rothen, 
nördlichen Fremdländern" bewohnte Land Lu vernichtete (594 a. d.), wurde der 
Riese Fen-ju erlegt. Als die Bewohner von Seu-man einen Angriff auf Tsi 
machten (608 a. d.), wurde das Haupt des erlegten Riesen Ying-ju am nördlichen 
Thore der Hauptstadt begraben. Indem die Bewohner von Wei den Riesen 
Kien-ju erlegten, fand das Riesengeschlecht des Landes Seu-man seinen Unter- 
gang (s. Pfizmaier). Als (nach dem Geschlecht des Hauses Schao-kung) die west- 
lichen Fremdländer der Berge in Yen eingefallen (664 a. d.), kam Fürst Hoan von 
Tsi zu Hülfe. Als die westlichen Hunde-Fremdländer (nach dem Geschlecht des 
Hauses Khang-scho) den König Yen von Tschen tödteten (771 a. d.), wurden sie 
vom Fürsten Wu bezwungen. Les personnes, qui ont habite la Bretagne et qui 
vienuent en Algörie sont frappöes de la ressemblance qu'elles decouvrent entre 
les desceudants des anciens Armoricains et les Cabyles (Bodichon). Nachdem sie 
sich von den Tukiu unabhängig gemacht hatten, wählten die Yuen he (unter den 
Kaotsche oder Hoeihou) oder Thiele (Tchele) Chekien (Vater des Poussa) zum 
Kikin oder Fürsten am Flusse Solim. Die dem Thile (ausser einiger Sprach- 
verschiedenheit) gleichenden Payeku, die 629 p. d. in China huldigten, fuhren 
mit Hirschen (Rennthieren) auf dem Eise. Am weitesten nach Norden leben die 

7* 



IQO Zweites Kapitel. 

wurde bei dem Einfalle in das Land Sung- (765-748 a. d.) von 
Hoangfu geschlagen^ und (zur Zeit des Fürsten Wen) von Lu, 
indem Fu-fu-tschung-sen den nördlichen Riesen Kiao-ju (aus dem 
Lande Seu-man) tödtete (616 a. d.) Die Kian-kuen (die Vor- 
fahren der Kirgisen), als Hakas und Hia-ka-szu (röthliches Haar), 
trieben die Hoei-hu (846) zu den Sehy-g-oei (einem tungusischen 
Stamme).*) Die Bewohner des üsuri (der in den Amur fällt^, die sich 



Poukou, die den Tukiu unterworfen waren. Die Khololo oder Khorlo wohnten 
im Nordwesten des nördlichen Hoflagers der Tukiu, westlich von den Goldbergen 
(s. Visdelou). Die Khulikan wohnten (nach den Chinesen) so hoch im Norden, 
dass die Kürze der Nacht kaum erlaubt, in der Zeit zwischen unter- und Auf- 
gang der Sonne ein Huhn zu kochen. Das an das Eismeer stossende Land der 
Housie ist stets von Schnee bedeckt, ohne dass die Bäume ihre Blätter verlieren. 
Nördlich vom Lande der Kio wohnen die Ta-han (Riesen). Die Pesii tragen 
Lederkleider. Unter dem Dairi Kei ko ten o machten die Atsouma Yebis oder 
östlichen Barbaren (Jesso's) Einfälle in Japan (71 — 130 p. d.). Unter der Kaiserin 
Zai mei (658 p. d.) eroberte der General Abe-no Omi das Land der Yeso in 
drei Stämmen, als Tsougar , Arai Yeso (die wilden Yeso) und Tsika Yeso (die 
nahen Yeso). Die Festung Miya-ki bildete die Grenze des Yeso-Landes (756 p. d.). 
Unter dem Dairi Kwan-mou wurde eine siegreiche Expedition nach Norden unter- 
nommen und der Dairi Go fana sono in eroberte das Land der Yeso zu Matsmaye 
(1443). Der Dairi Zai mei ten o begründete (655 — 661 p. d.) einen Regierungs- 
sitz unter den Yeso zu Siri besi. Als (von Joritomo besiegt) Yosi tsoune nach 
Yeso flüchtete (1189 p. d.), wurde er Okigourou genannt (nach Rinsifee), die 
Tochter eines Häuptlings heirathend (und später verehrt). 

*) Kaiser Yongti (und die Dynastie Sai) vereinigte (7. Jahrhdt ) die sieben 
Horden der Moho (ein Tungusenstamm, zu dem die Tataren gehörten). Die tun- 
gusische Nation der Khitan breitet (872 p. d.) ihre Eroberungen ans. Das Wort 
Mung (schwach oder aufrichtig) erhält unter den Kian die Bedeutung trotzig oder 
stark. Unter Apaokhi gründeten die Khitan (eine tuugusische Nation) das Reich 
der Khi-tan oder Liao (872 p. d.). Kao-tschang , König der Uighur , unterwarf 
sich (630 p. d.) den Chinesen. Die Uighuren schrieen bei Donner und schössen 
mit Pfeilen nach dem Himmel. Sche-y-Kien (Enkel des Thai-tsu) nahm (über 
die Sianpi auf Fu-kien herrschend) den Kaisertitel an (398 p. d.). Die Hoei-hu 
oder Hoei-he , die (bei den Sianpi) Kaotsche (hohe Wagenräder) und (bei den 
Türken) Tsche-le oder (nach den Chinesen) Thiele (Hojathelah oder Hephthaliten) 
heissen. schlugen unter Thu-mii-tu, Sohn des Pussaa (des Besiegers der Türken), 
die Sie-yen-tho (629 p. d.). Mo-yen-tschue, Sohn des Khu-li-fl-lo (mit dem 
Kaisertitel Khu-tu-lo-pi-kia-kuie-hzai-gin-chan), auf dessen Fahnen sich der Wolfs- 
kopf fand (als Fürst der Hoei-hu), unterstützte (758 p. d.) die Chinesen gegen 
die am Hoangho aufgestanden en Tum-lo-Rebellen. Die Kiankuen, die Vorfahren 



Peking. lOJ 

Cliodseuneh nenuen, kommen von den Golde oder Goldie*) (einem 
tungusischen Stamme) her (den Mandschuren verwandt). Unter 



der Kirgisen (Hakas oder Blondhaarigen), hatten mit den Hoei-hu oder Ost-Kighur 
dieselbe Buchstabenschrift und Sprache. Nachdem die Khitan von den Kin ver- 
drängt waren, erhob sich (zur Zeit des Temudshin) das Fürstenthum der Ckirckiz 
(Kirgisen). Die nicht nach Korea geflüchteten Khitan wurden (553 p. d.) von den 
Chinesen unterworfen. Das Reich der Tengckuten (Hosi oder Kaschin) in Tangut 
war von Li-ki-tsien, Fürst der tibetischen Nomaden Tang-hiaug, gestiftet (X. Jahrhdt). 
Sein Enkel Tschao-yuen-hao erhielt vom Kaiser der Sung den Titel König von 
Hya (1043). Ractra heisst (bei den Parsen) Bactra-bami oder oberes Balk. Bei 
den Ssuanen bezeichnet Ganges einen Fluss (s. Klaproth). Der Kaufmannssohu 
Mäan oder Titianus (macedonischer Abkunft) sandte (nach Marinus) Handelsleute 
vom Steinernen Thurm nach dem Sererlande. Die Hunnen, (unter König Balamir) 
von der Wolga an den Palus Maeotis vordringend, unterwarfen sich (374 p. d.) 
die Akatsiren. Die Chozaren heissen sabisirische Hunnen (als aus Sibirien einge- 
wanderte Türkenstämme) bei Procop. Die Utiguren vernichteten die Kutriguren. 
Die Abiren (Avaren) oder Sahiren (Sabir-ugor) verwüsteten (als westliche Hunnen) 
das Land der Anten (560 — 562 p. d.). Boris (Sohn des Bulgarenfürsten Presciam) 
wurde von den Serben geschlagen. Die Aorsen (Geräuschlosen) packten ihre 
Gegenstände auf Kameele (statt auf Wagen). Oguzalpes (Sohn des Duzalpes), 
König der Ughuzen, führte mit den Griechen Krieg. Die Patzinaken zerstreuten 
die Madschiaren am Don (894). Die Kumanen nannten sich Kiptschak. Die Mad- 
schiaren (Ugri) wurden (973 p. d.) Christen. Die Türken schickten (unter Ma- 
niach) eine Gesandtschaft an den byzantinischen Kaiser mit einem in skythischer 
(turanischer) Sprache verfassten Schreiben. Lisch unterscheidet die Hünengräber 
eines unbekannten vorgeschichtlichen Volkes (mit Steinwerkzeugen), die germani- 
schen Kegelgräber (mit Brouzegeräthen und Schmuck aus Gold), worin sich bald 
beerdigte, bald verbrannte Leichen finden, und die Wendengräber mit Urnen und 
Silberschmuck. Die Kuragassen (die in ihrer Sprache den Tungusen gleichen) 
ziehen mit Filzzelten umher (im Sommer fischend und im Winter jagend). Sie 
schlachten an ihrem Jahresfeste (das im December zur Bezahlung des Tributes 
abgehalten wird und Salguna oder Versammlung heisst) junge Pferde (durch dazu 
bestellte Priester, die im Beisein der Schamanen die Operation vornehmen) und 
hängen (nachdem zuerst das Herz herausgeschnitten und dann das Fleisch ver- 
schmaust ist) das Fell (mit dem Kopfe daran) in ihren Jurten auf, um vor dem- 
selben (als Repräsentation des guten Gottes) mit auf der Brust zusammengelegten 
Händen zu beten. In Krankheitsfällen geht der Schamane um den Patienten 
umher und bestreicht ihn mit einem Besen, der in das Feuer gelegt war. unter 
den Schamanen in Olehon (die alte Bücher ihrer Traditionen besitzen) herrscht 
die Ansicht, dass ihre Religion als ältere Form des Lamaismus aus Indien kam. 
*) Sie haben von den zwischen ihnen angesiedelten Chinesen die Religion 
des Confucius (wenigstens in den Aeusserlichkeiten) angenommen (ihie Götter 



102 Zweites Kapitel. 

der Dynastie Tsin wurden (277 p. d.) alle tatarischen Völker 
in Nordwest bis gegen den caspischen See hin von dem chine- 



verwerfend oder in die Wälder eutfernend). Auf den Tempeln in den Dörfern 
finden sich die Bilder chinesischer Götter gemalt. Von den Göttern erhalten die 
in Tiger- und Bärenform den Vorzug. Ein Tiger, der das Dorf Suadze heim- 
suchte, erhielt jede Nacht einen Hund hingeworfen (da keiner der Jäger ihn zu 
schiessen wagte). Nachdem alle Hunde verbraucht waren, dachte man den Tiger 
durch Hinwerfen eines Kindes so weit zu besänftigen, dass er nicht wiederkehren 
würde (1858 p. d.), aber ein Officier des usurischen Kosakenbataillons, der davon 
hörte, schickte einige Soldaten hin, den Tiger zu tödten (Brölkin). Nach der 
Ansicht der Chodzenen gehen die Seelen der Verstorbenen nach Westen, nach 
dem Reiche Djawa, wo sie ein ruhiges Leben führen werden. Die Strafe für 
Verbrechen erwarten sie nicht im küuftigt-u, sondern im jetzigen Leben. Ausser 
Faulheit haben sie keine Lister. Die Chodzenen nennen das Jahresfest (im 
Januar) Ania bia (Feiertag des Mondes). Ein reicher Chodzene ladet seine Nach- 
barn ein , um einen aufgefütterten Bären (unter bestimmten Ceremonien) todt 
zu schlagen und zu essen. Der Schädel wird auf einen Baum neben der Hütte 
aufgesteckt. Die Chodzenen machen ein Kissen zum Andenken an die Verstorbe- 
nen. Empereur Yang ti (pour ouvrir des relations avec les Si-yu ou les pajs ä 
l'ouest) envoya (605 p. d.) Fei tou pour engager les Si-fan (Thibefains) et autres 
peuples ä venir rendre hommage. II y eut beaucoup des princes, qui repondirent 
a son appel. Ceux de l*Inde furent les seuls, qui refuserent d'entrer en rapports 
avec la Chine et l'empereur en fut fort irrit^. Les rois de ITnde sont de la 
famille des Ki-li-tchi ou Tsa li (Kschattrya). On brüle les ossement des morts, 
on recneille leurs cendres et on les depose dans un so-tou (stüpa), mais quelque- 
fois on abandonne des morts au milieu d'un desert ou on les jettent dans un 
fleuve. Les Indiens posse'dent une ecriture et ils excellent dans les calculs 
astronomiques et la science du calendrier. Ils fönt usage des caracteres inveut^s 
par le dieu Fan (Fan-lan-mo ou Fan-mon) ou Brahma. Dans toutes les parties 
de rinde on montre les antique traces de Fo. Les habitans ont foi dans les 
serments solenneis, ils trausmettent des formules magiques qui peuvent faire venir 
les dragons et appeler la pluie. Les emissaires du magicien Nalomiporomei 
coururent dans tous les royaumes des Polomeus ou Brahmanes (pour trouver les 
herbs immortels dans la maladie de l'empereur chinois. La riviere Pandafa sort 
du milieu d'un äuge de pierre. Elle est gardee par des hommes en pierre. 
Nachdem Nebukadnezzar sieben Jahre lang als wilder Thiermeusch umhergestreift 
war (s. Daniel), wurde er wieder mit Ehren und Freudenbezeigungen auf den 
Thron zurückgeführt. Nebuchadenezzar heisst Rab-Mag auf den Ziegeln (Rawlin- 
son). Belteshazzar (Bei guards secrets) in Babylonien. De Lagarde deutet den 
armenischen Torgom auf der kleinasiatischen Landschaft Tograma {Tsvd'^aria). 
Tschingis-Chan (Sohn eines Chef der mongolischen Horde, die den Kin Tribut 
zahlte) flüchtete (aus dem Lande vertrieben) zu Togrnl (Chef der karaitischen 



Peking 103 

sischen Scepter abhängig,*) jedoch behielten sie ihre einheimischen 
Fürsten und Häuptlinge. Die barbarische Nation der Ki- 



Horde). Nachdem er später alle türkisch-tatarischen Stämme unterworfen, besiegte 
er die Altan-Chan (seine früheren Oberherren) und dehnte seine Eroberungen über 
Asien aus. Die Schineser nannten alle ausserhalb der grossen Mauer lebenden 
Völker Tata. Die Mogolen hiessen insbesondere Ta-dsi (Ta-dshe). Nach Ru- 
bruquius residirte Tschingis-Chan in Mancherule oder Onamcherule (an den Flüssen 
Onon und Kurulun oder Kerlou). Als die beiden Brüder Oelöt und Burät über 
eine Stute in Streit geriethen, musste Burät mit seinem Anhang das Land räumen 
(nach den Buräten). Die Schamanen heissen (bei Strabo) Germaner, (bei Clemens 
Alexandr.) Sarmaner, (bei Porphyr) Samanäer. Kara-Kitai war Kaschkar (b. Carpin 
und Rubruquius). En les instruisaut on se fera obeir les barbares (les Man et 
les Y), dit Chun (dans le Chouking). Selon Sse ma tching, l'empereur Hoangti 
a eu le Choui de la vertu de la terre, or, comme la couleur de la terre est 
jaune, on l'a surnomni^ l'empereur jaune; de meme que Chin noung, qui regnait 
par la vertu du feu, fut surnomme Yanti (l'empereur des flammes). Le peuple 
Chinois se trouve mentionne (dans le Chouking) tantot sous le nom de Min 
(peuple), tantot sous celui de Li-min (peuple noir), tantot sous celui de Pe sing 
(cent familles). U est defendu en Chine , aux membres d'une famille (Sing) de 
se marier entre eux, entant qu'ils porteut le meme nom. Selon le Chuntian, 
Sanmiao etait le nom d'un royaume, qui etait situe au sud du Klang. Chun 
divisa les Sanmiao et les chassa a Sanwei (les provinces de Kham, d'Oui et de 
Zsang). Les Tibetains descendent de l'aucien Sanmiao. Chun envoya Yu pour 
soumettre les Yeou-miao. Les tribus sauvages de Miao-tseu sont d'origine tibe- 
taine. Les San-miao, ä la cruaute et a l'a tyrannie, ajoutaient la superstltion, 
le faux culte et la divination. Selon le Lui ngao (Chouking) la victoire rem- 
port^e sur le roi de Chang procura une libre communication avec les 9 Y et les 
8 Man. The mountaineers (with high hooked noses) in the Yunnan and Kwei- 
chow provinces, called Lo-lo, who duriug the civil wars of the third Century lent 
essential assistance to the kingdom Shuh, revolted in the year 1821 p. d., but 
were subdued by Ne, the Commander en chef at Szechuen-province. 

*) Ein Aufstand der Hiongnu (die in Schensi angesiedelt waren) liess aber 
diesen Einfluss auf Mittelasien wieder verloren gehen. Das Haus der Topa-Ta- 
taren (Dynastie Wei), das im nördlichen China (398 — 534 p. d.) herrschte, blieb 
mit seinen sibirischen Stammesgenossen zwischen Baikal und Ob in Verbindung 
und dehnte seine Herrschaft ausserdem über einen grossen Theil Mittelasiens aus. 
Nach der Vorrede des Siyuwenkianlo (Beschreibung dessen, was von Siyu gesehen 
und gehört ist) durch Tschin-yuan (1778 p. d.) ist der Planet der Erde nur ein 
Kügelchen im Himmelsraume und China nur ein "Winkel auf der Erde. Unter 
den Slawen (von den Quellen des Dnepr zum schwarzen Meer) nehmen die des 
eigentlich russischen Gebietes (Rusj) oder des Knästhums Kiew den ersten Platz 
ein. Sakkanakku, the high priest (at Babylon), derived from Sagan (priest) and 



104 Zweites Kapitel. 

tan (alte Einwohner des Landes Leao-tung), sich aller Länder 
zwischen dem Königreich Kaschkar und Korea (wie auch der 



ukku (great). Daniel was appointed Rab Saganin or chief Sagan (s. Talbot). 
Auf der Birs Nimrud-Inschrift ist Ishakku Priester. Balat means a grant or gift. 
Askup or askupat (from iskibbu, cubile) is used for a flat stone lying down and 
coveriug an object. So we say in English : the sleepers of a railway(s. Talbot). 
Talbot erklärt Sanballat (in den Keil-Inschriften), als: The Moon gave him life 
(was Ms Creator). The Patizeithes of Herodotus is not a uame, but a title, as 
Patizi or high priest (s. Talbot). Yami, the sea (in den Keilschriften), yam in 
Hebrew. Mut: death (in den Keilschriften). Kuku : the Swan (iu den Keil- 
schriften). Mi (musu) : right (in den Keilschriften). In Dionysio legitur 
Aarivoi ol ytaXo/nevoi Ilqtay.oi,. Nach Rossi waren die Aborigines früher Casci 
genannt. Casnar senex Oscorum lingua (IVstus). Cacus, als Gesandter des phry- 
gischen Königs Marsyas nach Etrurien geschickt, ward von Tarchon, König der 
Tyrrhenier, gefangen (nach Solin). Hercules besiegt Cacus, der seine Rinder 
gestohlen (nach Dionys Hai.). Die Arba Lisnn (vier Zungen) der Kiprat-arbat 
oder vier Stämme, worüber die Könige des alten Chaldäa herrschten, zeigten Ver- 
wandtschaft (ausser mit den Mahra Arabiens, den Galla und Wolaitsa Abyssiniens) 
mit Aegyptisch, Tatarisch, Arisch und Semitisch (nach Rawlinson). The form 
Ra (the Cushite equivalent, which iu Egypt received a special application to 
tbe sun) represents the native Chaldaean uame of the deity, while II (Elohim 
or Allah) or (according to Diod. ^Hhos) is the Semitic equivalent (in Chaldäa 
als Krouos nach Diod.). Bil-Nipru (pursuing) is Nimrod (s. Rawlinson) with 
Kiffer as bis principality (sowie Kalah oder Nimrud und Duraba oder Akker kuf). 
Ai (Gula or Anunit) may be the same word (in Chaldäa) or the Agau (Abyssi- 
nian) awi or light (s. Rawlinson). Soest ist der römische Ruheort Amasia. Der 
Name Batavi wird auf iJati oder Battl zurückgeführt {Barroi bei Strabo). Nach 
Hupel bedeutet Kosak iu der tatarischen Sprache einen leicht bewaffneten Kriegs- 
mann, einen, der mehr durch Streiferei als durch wirkliehen Angriff dem Feinde 
zu schaden sucht, einen, der sich zum Kriege dingen lässt, einen, der mit ge- 
schorenem Kopfe [Agrippäer] einhergeht (s. Brix). Von den Kosaken (tatarischen, 
sarmatischen und slawischen Völkern) zogen sich iu der Folge einige von ihren 
Wohnorten in's Feld (w pole) oder (nach Ausdrucksweise der russischen Chro- 
nisten jener Zeit) in die Steppen, welche das Grossrussische Reich von der Krim 
und dem Kaukasus trennen (als Kosaken oder Herumtreiber), Während der be- 
ständigen Kriege der russischen Gross- und Theilfürsten mit einander und mit 
den Grerizvölkern wurden die Kosaken bald auf dieser Seite, bald auf jener iu 
Sold genommen und machten sich unter dem Namen der Polowzer (lowzy oder 
Jäger) als leichte Reiter geachtet und gefürclitet. Nach den Nachträgen zur 
Chronik in Hypatiew wählte das kriegslustige Volk (1516 p. d.) aus seiner Mitte 
einen Stareischin (Aeltesten), Namens Kosak, nach dem sie selbst den Namen 
Kosaken annahmen. 



Peking. 105 

nördlichen Provinzen Chinas) bemächtigend, stiftete den Re- 
gentenstamm Leao. *} Der Kaiser von Sin-ngan-fu unterwarf das 



*) Die 1114 abfallenden Njutsche besiegten die Kitan und stifteten den 
Stamm der Kin. Der von den Kin vertriebene Priüz aus dem Hause Leao (Namens 
Jelutasch) flüchtete nach Westen und wurde König der bis zum caspischeu Meer 
unterworfenen Länder, in Use-uaöltu (westlich von Kaschkar) residirend. Gur- 
oder Gaur-Chan (der den von Tschingis-Chan vertriebenen naimanischen Prinzen 
Kutschluk bei sich aufnahm und durch ihn vom Thron gestossen wurde) war der 
letzte Chan der westlichen Kitan (im Gegensatz zu den östlichen Kitan , die in 
Leaotang, als ünterthanen oder Kin, zurückgeblieben waren). Alle die von den 
westlichen Kitan unterworfenen Länder (von Turfan und Kaschkar bis an die 
Flüsse Ob, Irtish, Gihon und Sihen) hiessen Kara-Kitai, indem die Kitan (oder 
Kitai) schwarze (Kara) genannt wurden, weil sie ihren Ueberwindern einen Tribut 
bezahlen musste (Fischer). Die als Sclaven gehaltenen Wilden von Cambodia 
heissen nach dem chinesischen Gesandten (1296) Tsung (Hunde). Nach den 
Brahmanen stammen die Tschinas (Chinesen) von den Hindus aus der Krieger- 
kaste. Nach Dharma's oder Tamo's Tode erhob sich der unterdrückte Buddhismus 
(in Tibet) aufs Neue (X. Jahrhdt.). Nach dem Armenier Haiton geniessen die 
Jogur (Nigur) in dem Königreich Torsen weder Fleisch noch Wein, nichts 
Lebendiges tödtend. Nach Abulghasi nannten die Uiguren das erwählte Ober- 
haupt Idikut, als vom Geist (Cuth) gesandt (Idi), wie Devadatta. In the procla- 
mation (on the nestorian tablet of Segan foo) of the Chinese emperor Tae-tsung 
(638) it is said: the greatly virtuous Alopun, of the kingdom of Syria, has 
brought his sacred books and Images from that distant part and has presented 
them at the capital. Having examined the principles of this religion, we find 
them to the purely excellent and natural, investigating its originating source, we 
find it has taken its rise from the establishment of importaut truths, its ritual 
is free from perplexing expressions, its principles all survive, when the frame- 
work is forgotten, it is beneficial to all creatures, it is advantageous to mankind. 
Let it the published throughout the empire and let the proper authority build a 
Syrian church in the capital in the Ening Way, which stall he governed by 21 
priests. When the virtue of the Chow-dynasty declined, the rider on the azure 
ox ascended to the west, the principles of the great Tang becoming resplendent, 
the illustrious breezes have come to fan the east (s. Wyhe). When the burial 
spot for Hoa-seng (a little boy, who, endowed with acuteness, could walk from 
the beginning and always joined his hauds in supplication the Buddha) had 
been chosen by divination (according to Tsungching) the stone with the Tablet 
of the Propagation of the illustrious Religion was found at Segan (according to 
Lae Tsae). According to Katana kalpa prince Raja deva Nangpiyatisa sought 
(236 year after Buddha) for sacred knowledge of Maha Arigata Thera in Thupa- 
rama in Lauca dwipa. At the period of Mahasena's reign a tooth of Buddha 
was conveyed to Lanca (s. Low). According to the Milinda Raja, Buddh's vase 



106 Zweites Kapitel. 

Reich Tschan-tsching *) in CochincMna). Die Schiffe aus 
Canton landeten (nach Marco Polo) in Tsiampa. Kaiser Wu be- 



was (at bis Nirwan) carried to Ceylon (as relic). When the Peshkaras went to 
Ceylon (77 p. d.), it was overrun with demons. Mob (in Mohzarkhala of western 
Huzara) created tbe Earth and bis wife (Mabiin) created tbe wilderness, from them 
Sprung tbe flxst giant race. Tben tbe tbree sons rebelled, as Sheh (tbe life 
destroyer) , Zbei (the Are god) and Maul (tbe earth quaker) , wbo buried Mob 
beneatb the monntains. Moul was lost in tbe darkness of bis own creating. 
Sheh fled with bis family towards the sun, which so mucb enraged Zbei as 
to set the earth in Are, which was quenched by tbe spirit of Mabun (after the 
destruction of the giant race). Then Hersb and Lethram (originally slaves of 
Mob and great magicians) emerged from tbe north to settle in these mountains. 
The sons of Hersb (üz, Muz and All, ho gave tbe names to the Uztagb, Muz- 
tagh and Altai monntains) rei^ned bappily, tili Khoor (Cyrus) iuvaded the country. 
Having repulsed tbe invaders, as Khoorknsh (Cyrus killed) or Khirghiz, tbeir descen- 
dants remained undisturbed, tili Khoordroo (Alexander) invaded them (s. Gardiner). 
Valentyn sagt : dat dit Land (Cambodia) in ouden tyden zelfs onder de Chinesen 
gestaan heft. Nich Valentyn bekehrt sich der König von Cambodia (um mit 
Java und den Malayen in Feindschaft zu bleiben) zum Mohanimedanismus. Und 
weil Sr. Churfürstl. Durchlaucht Namen in aller Welt gross ist, also nannte ich 
auch den Berg (der Ansiedlung bei dem Dorfe Accode oder Acca au der 
gnineischen Küste) den Grossen Friedrichs-Berg (v. d. Groben). Die Neger am 
Cap Mesurado schwören beim Donner. Auf der höchsten Felsspitze des Gebirges 
Caff nistend, ersteht (nach dem Verbrennen) der Wundervogel Simorg, erneut aus 
der Asche. Auf den Zweigen des Baumes Gogard sitzend , ist er (Gutes und 
Böses verkündend) ein Orakel der Zukunft, Don Juan dharma Pala, king of 
Cotta (in Colombo), having no daugbter, substituted for tbe king of Pegu (wbo bad 
been told by tbe astrologers) tbat he would marry a princess of Ceylon) the 
daughter of bis minister, wbo (although Christian) bad fabricated from a stag's 
hörn, a holy tootb, preteuding it to be the real oue, which was secreted, wben 
the Portuguse carried off (1560) one from Jaffua. When Wikrama Babu, king of 
Candy, heard of it, he offered with bis real daughter a tooth, which would he the 
genuine one (1588). In Amarapoora was shown the depository of the tooth of 
Gotama and in the geegooug-pagoda at Nyoungoo a fac-simile of one of Gotama's 
teetb. Wben Khan Khubla sent to Ceylon, be obtained two large back teeth 
(with vessels of Porphyr) from tbe king (according to Marco Polo) 1281. De 
Couto, when describing tbe tootb of Buddha, which Brama, king of Pegu, received 
from Ceylon, calls it, „Dante do seu idolo Quijay,'" and in another place, „do 
Quiar," probably a corrupt spelling for the Birmese word for a Buddha, „Phra", 
or possibly a modiflcation of the Chinese name for Gotama .,Kiu-Fau'- (Tennet) 
the holy tootb (at Kandy) is a piece of discoloured ivory. 

*) Die Grenzen von Mabet schlössen Tscban-tscbing (mit den südlichen von 



Peking. 107 

lehnte die nach Tschao-sien (in Korea) geflüchteten Khi-tse mit 
der Herrschaft (nach dem Tai-ping-yü-lan), und (108 a. d.) wurde 



den Chiueseii Tscheu geüaniiten Felsenklippen) ein. Der bis Kuang-si in China 
vorgedrungene König von Kiao-tschi schickte (1078) Tribut. Als die chinesische 
Flotte (des Kublai-chan) sich der Hauptstadt Kotschin-chinas bemächtigte, floh 
die Partei des Königs in die Berge (s. KaeufFer). Nach Pri oder Prome (443 
a. d.) wurde Pugan (107 a. d.) Hauptstadt von Birma. Auf die (nach Panya 
folgende) Dynastie von Sagoing kam (1364) die von Ava. Marco-Polo erwähnt 
zwei (vergoldete und versilberte) Pyramidenthürme (mit Glocken), als Grabmal 
eines Königs, in der von den Chinesen eroberten Stadt Mien (Ava). Die Bir- 
mesen ehrten den heiligen Berg Gnowa im Lande der besiegten Kainer, die das 
Gesicht ihrer Frauen tättowirten. Bei der jährlichen Feier des Todtenfestes zu 
Ehren des Dagon (in Arracan) warfen sich die Gläubigen unter den Wagen des 
Götterbildes (s. Rückert). Prau heisst (von seiner Gründung) Tereketeri (einzelne 
Haut). Minderashi-Pra Hess die Gesetze der Hindus aus dem Englischen in's 
Birmesische übersetzen. Auf der südjyestlichen Seite des Tempels Sohomadu-pra 
(Schergumga-pra) in Pegu stehen die Phallus aus Mauerarbeit. Die Gotama in 
Tempeln verehrenden Singpho opfern dem Elementargott Ning-Deota oderNingschih, 
und durch die Deodhie (Priester) den Verstorbenen. Sigiami ist (nach den Bir- 
mesen) der Vorsteher der Elemente (Donner und Blitz beherrschend). Palli oder 
Kakus (halb Thier, halb Mensch) bewacht (als böser Geist) den Tempel (mit einer 
Keule). Maha-Sundora (die schaffende und zerstörende Macht) schützt das Weltall 
und wird es einst vernichten. Thasiami und Thori (mit Buch und Feder) 
zeichnen die Handlungen der Menschen auf. Bei den Alfuren verstopft die 
Hebamme jede Oeffnung (auch des Schlüssellochs), bindet den Hund und der 
Katze den Mund zu und erlaubt keinem Anwesenden, den Mund zu öffnen, damit 
die Seele des Neugeborenen nicht sofort bei Eintritt in die Welt verschwinde. 
Im Westen von Tschun-la (Kambodscha) lag (nach den Chinesen) das Königreich 
Tschhi-tha (rothe Erde oder Slam). Das Königreich Thsan-pan ist eng mit ihm 
verbunden. Mit Ling (Kotschin-China) liegt es in stetem Kriege. Thsan-pan 
heisst (bei Huien-thsong) Ma-ho-tschen-pho (Maha-tschampa) oder Tsiampa. Nach 
Ptolemäos war die Küste von Pegu durch Besyugiter (Menschenfresser) bewohnt. 
Der König in Kamarupa (wo die Geister des Himmels verehrt wurden) stammte 
(nach dem Si-yu-ki) vom Gotte Na-lo-yen (Näräyana deva), von der Rasse der Po- 
lo-men (Brahmanen) mit dem Titel Keou-mo-lo (Kumära). Der König war passionirt 
für das Studium, und obwohl er nicht an das Gesetz Buddha's glaubte, zeigte er 
doch eine grosse Achtung gegen die Q^ämanas, die von tieferem Wissen sind. 
Der König war abhängig von Silä ditja. Die Halbinsel Malacca heisst Malai (bei 
Edrisi). Tagoung wurde 100 a. d. zerstört. Die im 2. Jahrhdt. a. d. au- 
gesiedelten Brahmanen gründeten die von Ptolemäos in Hinter-Iudien erwähnten 
Städte. Die Brahmanen gelangten von Silhet nach Manipura und dann zu dem 
südlichen Gebiet von Kule. Darauf want'ten sie sich theils östlich nach Lao, 



108 Zweites Kapitel. 

Tschao-sien durch die Han erobert. Im Reiche Weimi (Korea) 
werden die Tiger verehrt. Personen von gleichem Familien- 
namen verheirathen sich nicht. Zum König von Schin nimmt 
man nur einen Eingeborenen von Mahan. Dadurch, dass der 
König von Han sich nicht selbst zum König einsetzen kann, 
deutet man an, dass das Volk aus Verbannten besteht (s. Pfiz- 
maier). Kamui oder Kamoi*} (bei den Aiuo) bedeutet Gott, 
Vornehme, oder auch für geisterhaft gehaltene Thiere. 

Yopitsoune (der vor seinem Bruder nach Yeso flüchtete) 



thells südlich nach Pegn, und von dort ans wurde Ajodh.ja in Siam und Vai(jali 
in Arakan gegründet (s. Käuffer). Samudraradscha herrschte (107 p. d.) in Pagan. 
Nach dem Periplus segelte der Schiffer von einem Hafen an der Ostküste Vorder- 
indiens nach Xovor] i]71eiqos (Pegu). Kaiser Tsiu-schi-Hoang-to schickte (214 a. d.) 
chinesische Colonisten nach Lin-y (Kotschin-China) uod Tongking (Kiao-tschi oder 
Nian-Kiao) oder Jue-tschang. Samudragupta (in dessen Inschrift zuerst die 
Namen Anamund Tsepala erwähnt werden) unterwarf (400-450 a. d) Samatata, 
Tadschavakra und Kamarnpa. Kamdotscha schickte (616) Tribut nach China. 
Hiuentsang erwähnt (640) einen König von Kamarnpa (Ünter-Anam) , welcher 
l^Kumara genannt) Brahmane war. 

*) Kamoi-fumbe (ein Steinkäfer) ist der Gütterwalfisch (bei den Aino). Schiumu- 
guru ist im westlichen, Menaschi-guru im östlichen Aino. Aino (in Aino) be- 
deutet, dass ein Wort sich auf einen Aino (einen Menschen) bezieht, als aino- 
korubu (Jemand hochschätzen), aino-konobnru (Jemand lieben), aino-seseku (als 
ein Aino erglühen oder zornig werden), aino-kiri (die Aino-Naht) oder Lebens- 
unterhalt. Les habitans de Yeso et autres tribus de meme origine sont encore 
anjourd'hui au meme degre de civilisation ou etaieut les peuples au commence- 
ment du monde (nach Rinsifee). Cependant tous les pays out ete de meme dans 
le commencement, sans excepter le Japon, la Chine, la Coree et l'Hollande 
(s. Klaproth), civilisirt durch Handel und Religion. Die Japaner heissen Samo 
(bei den Yeso). Mit Iware-biko-no mikoto, Sohn des U-gaja-faki-ajezuno mikoto 
(Sohn des Fo-wo-de-mi-no mikoto) beginnen die geschichtlichen Zeiten Japans 
(Pflzmaier). Der ältere Bruder Fo-fuseri-no mikoto hatte die Ausbeutung der 
Berge, der jüngere Bruder Fo-wori-no mikoto die Ausbeutung des Meeres (nach 
Taira-no owoflra). Die Sonnennachfulge des Himmels (ama-tsu-fi-tsugi) beruht (in 
Japan) darauf, dass theils aus den Edelsteinen der Sormeugottheit, theils aus den 
Schwertern des Gottes Su-sa-no Wo mehrere Söhne und Töchter entstehen, und 
zuletzt der als Enkel der Sonnengottheit bezeichnete Sohn des ersten dieser Söhne 
vom Himmel herabgesendet und zum Beherrscher des japanischen Reiches ernannt 
wird. Früher wurden einigen Göttern Menschen geopfert, sobald sie geboren 
waren, (nach Pfizmeier) in Japan. Der Gott Su-sa-no-wono mikoto stieg (wegen 
seiner Unthaten durch die Götter verbannt (in das Reich Sira-ki (Siam) hinab. 



Peking. 109 

wurde von dem japanisclien Priester Binke begleitet (nacli 
Rinsifee) und est alle jusqu'en Tartarie (s. Klaprotb). Die Kinder 
der Yeso*3 werden frühzeitig (mit einem Tau) im Springen 
unterrichtet (s. Rinsifee). Die Geehrte Izanami verfolgend, ge- 
langte der Geehrte Izanagi in das Reich der Wurzeln, wo Iza- 
nami (wegen des späten Aufstehens ihres Gemahls) bereits au 
dem Herde der Unterwelt gegessen, und von ihm verlangte, dass 
er sie beim Schlafen nicht anblicken solle. Als er durch Schaben 
des nämlichen Balkens des Baumes der hundert Fingernägel eine 
Fackel bereitet, sah er hinabblickend Eiter und Larven, und 
entfloh aus dem hässlichen unreinen Reich, wo die beim Auf- 



*) Les femmes (de Yeso) n'ont aucune honte de laisser voir leiirs charmes 
les plus secrets. mais elles cachent soigneosemeut leur sein avec im ruorceau de 
toile (Rinsifee). Beim Sake-Trinken (bei den Japanern in Matsmaye) bieten die 
Yeso den Riemenkampf an. Den Göttern oder Kamoi zünden die Yeso Feuer auf 
den Bergen an. Les Yeso ont les cheveux courts, crepus et rougeätres, mais 
ils ne les lieut pas, ni ne les coupent sur le somraet de la tete (comme ä Japon). 
Les hommes ont presque tons la barbe noire, tres epaisse'e et longue. Toute 
la face (ä l'exception des yeux et du nez) , est ordinairement couvert de poil. 
Ils sont en g^neral tres velus. Die Fische werden mit der Ottosei genannten 
Harpune getödtet (in Yeso). Chez les Yeso, un frere e'pouse sa soeur, et les 
proches parents se marient ensemble , pour empecher les unions avec d'autres 
familles (Rinsifee). Nachdem die Yeso einen Bären geschlachtet haben , weinen 
sie (nach Rinsif<^'e). Junge Bären werden aufgezogen und von den Frauen ge- 
säugt. Die Styx flaramea (Sima foukos) wird von den Y'eso für Pfeilfedern in 
Käfigen gehalten. Les fleches s'appellent Ai (plus courtes que celle des Japonais), 
la pointe est d'un bois dur et empoisonnee (bei den Yeso). Der im Zweikampf 
Besiegte wird mit dem seinem Gegner übergebenen Zousou geprügelt und dann 
(damit er nicht ohnmächtig wird) von seiner Fran im Gesicht mit Wasser be- 
spritzt. Da es entehrend sein würde, die Haut in offenen Striemen zu haben, 
so lernen die Yeso früh Schläge empfangen und pariren. Daus chaque hameau 
(des Yeso) le vieillard , le plus respectable , est le chef et a soin des affaires de 
la commune (nach Rinsife'e). Nergal, the Assyrian Abnerig, god of the starry 
sky, is conjectured, to have reference to the fire-worship or to that of the sun 
under the form of a cock (s. Ainsworth). Phree, the egyptian eagle. The idiotis 
or crietins (whose heads are numerons in the Tarsus-collection) had reverence paid 
to them, as being preternaturally endowed with sensual qualities (s. Abington). 
Fakirs are wonderfully so given. The revolted Chaldaean magi (defeated by 
Xerxes) fled to Asia Minor and flxed their central College at Pergamos, and 
took the palladium of Babylon, the cubic stone, with them (s. Ainsworth). 



110 Zweites Kapitel. 

wachen erzürnte Izauami die acht bässlicben Weiber der Unter- 
welt zu seiner Verfolgung schuf (s. Pfizmaier) — in japanesischer 
Version *) der Psyche- und Persephonesage. Als der Gott Susano 



*) Als der die Speisen bewahrende Gott (s. Japan) starb, verwandelte sich 
sein Scheitel in Rinder und Pferde, aus seiner Stirn entstand Hirse, auf seinen 
Augenbrauen Seidengespinnst, auf seinen Augen Haidekorn, auf seinem Bauche Reis- 
körner, auf seiner Weiche Weizen, dann Erbsen und Bohnen. Zum Himmel 
zurückkehrend, verblieb Izaiiagimikoto im Haus der Sonne. Izanaginomikoto und 
Izanaminomikoto (die letzten der acht Urgötter) standen auf der schwimmenden 
Brücke des Himmels, berathend, warum auf dem Boden unten kein Reich sein 
sollte. Mit dem Korallenberge des Himmels herabstossend, gerann das blaue 
Meerwasser abträufelnd zur Insel Ouogoro, wo die beiden urgötter hinabstiegen, 
sich zu vermengen, und durch Drehen des Balkens in der Mitte des Reiches erst 
einen Mann und dann durch Wiederholung (weil Izanaminomikoto's, des Weibes, 
erstes Reden von übler Vorbedeutung) eine Frau zeugte (nach dem Kami-zo-no- 
maki-no-asi-kabi). Anfangs gebaren die Menschen Zwillinge (s. Pflzmaier). Aus 
der Schwanzbewegung der Bachstelze lernten die Götter die Begattung. Nach 
dem Monde wurde (von den japanischen ürgöttern) der Blutigelsohn gezeugt, 
der (weil nicht auf den Füssen stehend) in ein Felsenkampherboot gesetzt wurde. 
Als I-za-nami-no mikoto den Feuergott Kagu-tsutsi geboren , ängstigte sie sich, 
und aus ihrem Erbrechen entstand der Gott Kaua-jama-flko, aus ihrem Haar der 
Gott Mitsu-wa-no-Me , aus ihrem Koth der Gott Fani-jama-fine. Aus I-za-nagi- 
no mikoto's Speichel entstand Gott Faya-tama-wono-Kami, ans seiner Reinigung von 
Schmutz der Gott Jomo-tsu-koto-saka-uo-wono-Kami. Während der Himmels- 
kaiser (Tenzin Sitsiday) in Japan, herrschte in China der Sanko genannte Kaiser, 
als Tayko-Foekji-Si, der das Alphabet, Jenten-Sienno-Si, der die Heilkunde, und 
Kote-Oeju-Si, der den Landbau erfand (s. Fischer). Dann folgten (mit Tensio 
Daison) die Erdengötter (Dsizin Goday) und geistlichen, bis Zimmoe Tenno (zur 
Zeit des Kaisers Taimwo-China) das japanische Reich begründet (660 a. d.). Die 
Einrichtung, dass das Gute und das Böse seinen Anfang nimmt, das Entstehen 
in dem Untergänge V\^urzelu treibt, ist zu vergleichen mit Tag und Nacht in 
einem einzige Tag, mit Hitze und Kälte in einem einzigen Jahre (s. Japan). Der 
Blutigelsohn ist ein gleich dem Blutigel gestalteter Sohn, der ohne Knochen und 
lahm ist (nach Taira-no Owoflra). Der den Schilfknospen gleichende Gegenstand 
(bei japanischer Schöpfung) stieg empor und wurde Himmel. Sumera mikoto 
oder Sume-ragi ist der Stammvater der jetzige Allgebieter Japans (von der 
Sonne her). Susano-wono mikato tödtete die grosse Schlange (von Wein berauscht). 
Unter dem Gott Owo-na-mudzi stieg Sukuna-fiko-na-no mikoto auf dem Stengel 
der Hirsenpflanze in das Reich der ewigen Geschlechtsalter (s. Pfizmaier). Beim 
Tode des Ame-wako-fiko , vom zurückgeworfenen Pfeil getödtet, wurden die 
Vögel mit Aemtern betiaut. Als der ihn in Zügen gleichende Gott Adzi-suki- 
taka-flko-ue (zur Trauer herabkommend) von den Verwandten als ihr Gebieter 



Peking. 111 

Wo Cder die achtköpfig-e Schlang-e getödtet) seinen Palast (in 
Suga) baute; stiegen auf seinen Gesang Wolken aus dem Boden, 
die Mauern zu bilden (nach dem Kami-yo-no maki-no asi-kabi). 
Als der Gott Fiko-fo-no Nini-gi (dritter König in Japan) seine 
Gemahlin*) trotz der Reinigung durch einer Feuerprobe in Ver- 



begrüsst wurde, hieb er zornig das Tranerhaas nieder. Das -weggeworfene Messer, 
mit dem Kono-fana-no saku-za-bime die Nabel ihrer Söhne abgeschnitten, ver- 
wandelte sich in einen Bambushaiu. Mit dem Allgebieter Iware-biko-uo mikuto 
wurde (660 a. d.) das Japanische Reich begründet. Der erhobene Balken (nach 
dem Izanagi, als Geehrter, genannt war) mag als Name ausdrücken, dass der 
Raum zwischen Himmel und Erde ausgefüllt, Himmel und Erde gestützt und 
festgehalten werden (nach Tairo-no Owo-flra). Hätte Izanami nicht am Herde 
der Unterwelt gegessen, so hätte sie schleunig in das sichtbare Reich zurück- 
kehren können (nach Taironoowofira). Foworiuomikato befolgte die Weissagungen 
des Meergottes. 

*) Als der Gott Fiko-wode-mi (vierte Regent Japans) seine Gattin (Tochter 
des Meergottes) bei ihrer Verwandlung in ein Krokodil beobachtet, kehrte sie in 
das Meer zurück. Im Kami-yo-no-masa-kata betrügt der Haase die zum Zählen 
aneinander gereihten Krokodile, die er als Brücke benutzt (aber vom letzten seines 
Felles beraubt wird), und räth den ihm helfenden Gotte Wo-wo-na-mudzi. Tschu- 
mung, der durch einen Sonnenstrahl empfangene Vorfahr der Ka kiu li, zog (zur 
letzten Zeit der Han) aus Fou-yu südwestlich naoh Korea und begründete in 
Khechung die Dynastie Kao li (nach dem Thoung tian), bis zur chinesischen Er- 
oberung (668 p. d.). Les Kie-kia-sse (visages jaune-rouges) oder Khienkouven 
(Kiekhou oder Kiuve) bewohnen die schwarzen Berge (Tfimcham). Les hommes 
(de grande taille) ont les cheveux blonds, le visage blanc et les yeux bleus. Die 
Schwarzhaarigen unter ihnen stammen von dem Geschlecht des Lilim (ihrem chi- 
nesischen Stifter). Les hommes (courgeux) fönt des marques ou stigmates aux 
mains (les femmes sur le cou). Mao-sse-ghai veut dire mois, Hs ont au cycle 
de douze ans. Age (Oge oder Ache) veut dire roi. Unter den Feldherren findet 
sich der Ta-kau. Die Priester (im offenen Felde opfernd) heissen Kau-hoen. In 
dem vom Flusse ausgeworfenen Eisen wird den Tukiu Tribut gezahlt. Zur 
Nahrung dient Fleisch und Pferdemilch. Die Häuser sind mit Bast bedeckt. Die 
Buchstaben gleichen denen der Hoeihou. Die von Kiekiu beherrschten Stämme der 
Tukiu (Toupo, Mie likho und Gho-tchi) fuhren mit Holzpferdeu auf dem Eise, 
Platten unter die Füsse der Pferde befestigend. Bei der Erscheinung der Dame 
mit den schwarzen Rindern verschwand die Kaiserin Chulu, als Erdenkaiseriu. 
Les Khitan donnaient ä Cybele ou ä la de'esse de la terre le titre de Matrone 
aux boeufs noirs (Visdelou). Two streng bamboo poles are fastened securely to 
-the sides of the load. If a coolie or porter at each end of the poles is not suffl- 
cient to bear the weight, two short bamboos are lashed across the extremities of 
each of the long side poles, By this means the poles being now doubled the 



112 Zweites Kapitel. 

dacht behielt; verliess sie ihn. Die Bewohner in Yeso lassen 
ihre Ahnen (Yelus und Ombi} durch einen Traum erfahren, 
dass sie den Schaum des Meeres mit ihren Rudern bewegen 
sollten, um die Nisin genannten Fische (Häringe) zur Nahnmg 
zu erlangen (worauf sie deificirt wurdenj. Als Than-cy-huai 
(erster König der Sianpi) in seinen Feldzügen das Ufer des 
Thsin choui erreichte, Hess er eine Colonie der im Fischen*) ge- 



extremities are bora iipon the Shoulders of eight uien, and by sLorter bamboos 
fastened upon others, the strenght of a large body of men may be applied ad 
inflnitum (s. Langdon) in China. In Djocjocarta wurden chinesische Münzen ge- 
funden aus der Dynastie Thang (713—741 p. d.), Sung (883—1125 p. d.). Pri- 
mitivement la Coree n'avait ni prince, ni chef. ün homme surnaturel descendit 
sous un arbre de Santal (Tlian-mou), les geus du pays en flrent leur prince. II 
re^ut le nom Than-kiun (Prince du Santal) et son royaume fut appele' Tchao-sian 
(du temps de Thang Yao, 23 siecles a. d.). Sa premiere r^sidence fut Pingjang 
(nach der Toung koue thoung kian), plus tard Peyo (s. Klaproth). 

*) Nach dem Songei-khio (zur Zeit der Han) les habitans de Yeso ou 
Momin ont tout le corps couvert de poils. Le fondateur du royaume (de 
Lieou khiou) fut de la race de Ten-son-si ou des neveux du Ciel. Le dernier 
des ses descendants fut assassine par un des An-zi ou nobles (revolt^s). Soou 
oura, un autre An-zi, punit l'assassin et fut place sur le troue, als Sohn des 
japanischen Fürsten Tame-tomo (Verwandte des Dairi), der 1165 p. d. bei Riou- 
Khiou landete. Les insnlaires de la province Orientale (d'Yeso) sont nommes 
Omi katta Yeso ou barbares qui tiennent le part imperial, parce qu'ils sont censes 
etre sous la domination du prince de Matsmaye. In China regierte Kaiser 
Hiouy-wang (Sohn Le's) von 676 — 651 a. d. Asura ist cultor (semitisch), Umnia 
die Mutter. Gott (sin-rei im Japanischen oder Geist) ist (in der Aiuo-Sprache) 
Kamoi und wird, wie die Variante Kamui, auch von Thieren, welche für geister- 
haft gelten , sowie von den höchsten Würdenträgern gebraucht (s. Pflzmaier). 
Greis ist (bei den Ainos) Schigai-guru, von guru (Mensch) und hekai (alt). 
Hexenmeister ist Tuschiu-guru von tuschiu (verwünschen) und guru (Mensch) bei 
den Ainos (s. Dawidow). Guru, als Mensch, ist bei den Ainos in den Zusammen- 
setzungen gebräuchlich. Les Thsiuan lo est l'ancien pays des Plan han, qui 
pour le langage , les mceur et les habitudes, ressemblaient aux Chiuhau. Le 
Kinchang est le pays des Chinhan. Tous les habitans ont la tete carre'e, les 
hommes et les femmes ressemblent aux Japonais (in Korea). Le Hianking est 
l'aneien patrie des Kaoli (nach dem Tai thsing y thoung tchi). Selon l'histoire 
des Haus posterieurs il y avait trois espfeces de Han, les Ma-hau , les Chin-han 
et les Pian-han (s. Klaproth). Les anciens des Chin-han pretendent desceudre 
des membres de la dynastie des Thsin, qui chasses de la Chine, arriverent dans 
les pays des Han (suivant le Ifouan yu ki). 



Peking. IIH 

schickten Japanesen (aus Yeso) holen und dort ansiedeln (178 
p. d.). Die von Hunden stammenden Tschugatscheu sind aus 
der Insel Kadjack*) nach Cook's Inlet and Prince William'« 
Sound gewandert. Unter den Mahan oder (weil die Sprache der 
Thsin redend) Thsin-han Hessen sich die aus Chin vertriebenen 
Chin-han nieder (aus der Thsin-Dynastie^ , die aber den Thron 



*) Die (wie die der Kadjackauer) Sprache der lukaliten ist ein Gemisch ans 
der iSprache der Kenayer, Unalaschken und Atuaer (am K wichpoch und Kuskok- 
wim). Die lukülüchlüaten werden als Galzaueu (am Kwichpoch) oder (wie die 
Chulitna) als Tutnen (von den Kenayeru) bezeichnet. Eine der kadjackischen 
ähnliche Sprache reden die Küstenbewohner wie Agolegmüten, Kijaten, Kuskok- 
winer u. s. w. Die Sprache der Kadjack gleicht der der Tschugatscher, die (nach 
Cook) zu den Eskimo gehören (als südliche). Die Aleuteu und ünalaschkaner 
gleichen den Asiaten, die Kadjaken den Amerikanern. Das im Jahre 1799 von 
Commerzienrath Boranow (der Compagnie) auf Kadjack im Sitka-Meerbusen an- 
gelegte Fort wurde von den Koloschen und Tlinkithen zerstört, aber 1804 wieder 
hergestellt, als Neu-Archangelsk. A being, which the Kaloshians represent to 
themselves as of human form and furnished with wings (called Crow) created 
flrst itself, then the world and finally the flrst two Tshingits (Kaloshians), male 
and female (formed of grass). Als die Welt dunkel wurde, weil ein mächtiger 
Tschin-git die Sonne gestohlen (und in der Insel Japan verborgen), erschien der 
Schöpfer als Rabe, sie zu befreien und hoch an den Himmel zu setzen, sowie er 
später bei der Fluth die Menschen auf einen Berg rettete (s. Fast). Das Vor- 
gebirge St. Elias (wo die Athapascan an der Küste in die Kenai- Völker treten am 
Atnah) bildet die Grenzscheide der See-Koloschen gegen Nordwesten. Weiter 
westwärts wohnen die Ugalenzen (verwandter Sprache). Die Atnaer am Kupfer- 
fluss jagen wilde Rennthiere. Wie Koloschen schreiben die Atnaer die Erschaffung 
der Welt dem Raben zu (von dem auch die Kenayer stammen). Die Indianer 
in Ober-Kalifornien bei Ross (als Bodegische , Steppen-Indianer, Nördliche und 
Entfernte) leiten sich von Wolf ab. Die Kolschonen oder Fremden (der Atnaer) 
an dem nördlichen und östlichen Zuflüsse des Atnah heissen (bei den Kenayern) 
Galzanen (Gäste) und hinter ihnen wohnen Menschen mit Schwänzen. Die Ke- 
nayer (Tnaina oder Menschen) bei Cook's Inlet handeln mit den Galzanen. Die 
Bewohner Neu-Caledoniens gehören (nach Harmon) zu den Athapascern. Icht, 
designating the being which brings death (and used for the principal being) is 
identifled (as a being) with all things and actions connected with death and (in 
the language of the Koloshians) Icht is employed for designating all such things 
and actions. They are therefore objects of the most anxious solicitude, and the 
least profanation thereof brings death (Fast). Sickness (as a mode of Operation 
of Icht, caused by the presence of the latter in the sick) was conjured by the 
medicine-man. 

Basti au, ReiüC. VI, 8 



114 Zweites Kapitel. 

mit Einem aus 4er Rasse der Mahau besetzten, weil die edeln 
Chin-hau Vertriebene waren. Das Tättowiren war im Gebrauch. 
Für die Buddhisten baute der Kaiser Chinas das Kloster des 
weissen Pferdes (68 p. d.). Um ihren Vertrag- zu ratificiren, 
tödteten Fou-yu-Loung (König in Petzi) und Kiu Fa Min (König 
von Sinlo*) ein- weisses Pferd in der Stadt von Hioung-tsin (s. 
Klaproth) (665 p. d.). 

Ta-shay sind die nationalen Sebutzgötter (oder Laren), Wang- 



*) Die Gründer des Königreichs von Sinlo (in Korea) stammten ans der 
Rasse der Chinhan (in sechs Stämmen). In every Aino-village, the oldest man 
or a Yery cid man is the Chief (Biokmore). Die Unruhen, die China nach dem 
Tode Pingwang's (unter welchem, nach Yiugkung, Fürst von Loo, Confncius 
seine Geschichte von Loo beginnt 722 a. d.) zerrütteten, wurden beendet (685 
a. d.), als Hwangkung, Fürst von Tse, seinen Minister Kwantse Ordnung her- 
stellen Hess. Bei dem Aufstande seines Bruders unter Kaiser Hwuy-wang (675 
a. d.) wnrden die Empörer (nach harten Kämpfen) vertrieben. Bei des Ministers 
Kwantse Tode erlangte der Fürst von Tsin das üebergewicht. Nach dem Tode 
Hwuy-wang's setzte Hwangkung den ältesten Sohn Seangwong (statt seine? Bruders 
Shootae) ein. The coast Indlans of Queen Charlotte Island look upon the interior 
(with the powerful tribe on the lake), as Mandeville did, when he came to a 
country he knew nothing about : „This lande is all füll of devills." Die Hydah 
zerfallen in die Skidegates, Laskeek, Clews, Kung-at-adi, Skitons, Massets, Gum- 
schaws. Die Grammatik der Aino-Sprache lässt sich an Einfachheit mit der der 
Mandschu vergleichen (Pflzmaier). Aino-Kotan (das Land der Aino) heisst (bei 
den Japanesen) Yezo-no-tsi. Die Ainos leiten sich aus Abasiri's Land oder Land 
(siri) der Thür (aba), von Schari auf der Nordostküste von Jesso nach Tokapptsi (im 
östlichen Jesso) siedelnd. Kanna-kamui ist (bei den Aino) der Donnerdrache 
(Kana, der Obere). Nach Pflzmaier steht das Aino zwischen dem Chinesischen und 
Mandschu. An die Stelle der Skythen traten die Geten auf dem rechten Ufer 
der Donau, und (bei Strabo) wohnen die Geten nach dem Pontus, die Daken 
nach Germanien zu (s. Lauriani). Nach Cäsar ist der hercynische Wald westliche 
Gränze der Daken. In the women of the Hydahs (on Queen-Charlotte-Islands) 
who are not much exposed to the weather, there is a mixture of red and white 
on theier cheeks, not seen in any other aboriginal American race (Brown). Ausser 
dem Knochen in der Unterlippe wird ein Silberring in der Nase getragen (von 
den Hydah). No member of a totem (arms of the Chippewas) can intermarry 
with on individual possessing the same one (among the Hydahs). Offen the figures 
in the „Illustrated London News" of the Assyrian sculptures , have been copied 
by the Hydahs in slate, and the ethnologist who hereafter flnds the „Man-bull of 
Niniveh" among the uorthern ludians, must be cantious before he builds any 
extensive theory on the event (Brown), 1866. 



Peking i^^ 

sbay die königlichen, Kwo-shay die des Staates, How-shay die der 
Fürsten. Che-sbay sind die vom Volke unter sich selbst auf- 
gestellten Laren, Sze-shay (Privatgötter) sind verboten. 2ö Fa- 
milien mögen zusammentreten, um ihre gemeinsamen Schutzgötter 
zu bekennen, aber nicht eine geringere Zahl. Shoo-shay (Laren 
der Gelehrsamkeit) sind für die Ehren des Confucius bestimmt. 
Ein frommes Kind, da es nicht über den genauen Platz gewiss 
ist, wo sich der Geist*) finden möge, opfert innerhalb des Thor 
weges, wo Gäste ein- und ausgehen. She oder Ke ist der ver- 
meintlich die Erde beseelende Geist, als Teh-ke (Erdengeist**). 
Li Pai Yeh ist Tag der Verehrung. Die Shin sind die himm- 
lischen Götter, die Alles hervorziehen und entwickeln. Der 
Himmelsgeist wohnt in der Sonne, wie der Geist des Mondes im 
Auge. Was keine Unterscheidung zwischen dem männlichen 
und weiblichen Princip ***) in der Natur zulässt, heisst Shin (gött- 



*) Ganz besonders gern erhielt (im Norden) der Enkel den Namen des Gross- 
vaters, der Neffe den des Oheims oder Vetters (Weinhold^. Yue-gnai (beloved 
of the moon) sent (408 p. d.) an embassy to China (from the Andra dynasty) 
Fergusson draws attention to „the practice of Indian kiugs to assume the uames 
of their grandfathers, when they have been illustrious." 

**) Von den Bergen Eddilain heisst der eine die Rippe der Banu Mälik, und 
diese bilden einen Stamm der Ginnen, und zwar als Muslims , der andere wird 
die Rippe der Banu Saiseban genannt, ebenfalls ein Stamm der Ginnen, aber 
Ungläubige. Auf dem Dil der Bann Saiseban darf weder gejagt noch gewandert 
werden, weil sonst Ungemach trifft (s. Kazwini). Indische Traditionen setzen in 
die Sumpfgegenden der Oxusquellen ein Geschlecht der Nädvaleyas (sumpfent- 
sprossene Menschen), von Sumpfpflanzen lebend. 

***) The Chinese make offerings direct to the Thay-pal-koong, without first 
presenting them to the Nioek-fong-thay-thing (the highest beings). A rieh mer- 
rhant dying on board a vessel was thrown overboard bot his corpse swam closely 
behind the vessel (as the captain had taken possession of his goods) tili to the 
arrival in Malacca, where the Captain out of fear prepared a splendid fiineral, 
and the worship of Jong-thay-pah-kooug spread amongst all the Chinese of India, 
as protector of merchants and seamen. Die Seelen der Ungläubigen findet Izrail 
in einem Pechgewande zu Slggin (in der Hölle), die der Gläubigen in Seide zu 
Illiyun (des Paradieses). Die Romanen geben dem Todten einen Para mit für 
Sanct Petrus. Die heidnischen Tempel des Jupiter Ammon und des Macedonier 
Alexander in der libyschen Stadt Augilas wurden von Kaiser Justinian zerstört 
und (883 p. d.) erhielt Borkum einen christlichen Bischof. Nach Marinus wurde 

8* 



Ij^ß Zweites Kapitel. 

lieh). Die bösen *) Einflüsse äussern sich als Fong-chai (Wind 
und Wasser), wenn nicht glücklich disponirt. Die Geister werden 



(V. Jahrhdt. p. d.) Isis noch auf der Insel Philae verehrt iiud (nach Letronue) 
reden die Inschriften (453 p. d.) von Opfern. Die von den Römern besiegten 
Nubier und Blemmyer (432 p. d.) bedungen sich im Frieden aus, dass sie da» 
Bild in Philae für Orakel besuchen dürften, bis Narses (Ö5S p. d.) die Priester 
einkerkerte und das Götzenbild nach Coustantinopel schickte. Die Bewohner 
Mainas (die Mainoten) , die (nach Constantin Porphyr) keine Slaven, sondern 
Römer (Griechen) waren, verehrten noch (11. Jahrhdt. p. d.) Venus und Neptun, 
und wurden erst unter Basilius den Macedonier zur Taute gezwungen. Das 
Concil von TruUo verbietet die Feste der Vota und der Brumalia, an denen für 
die Gesundheit des Kaisers Mahlzeiten gehalten wurden. In Folge des Edictes 
des Kalifen Yezid g«gen die Bilder zeigten sich auch Leo der Isaurier als Ikono- 
klast, sowie Const. Copr. und Michael, aus Rücksicht auf die Juden (nach Zonaras), 
die Verehrung der Bilder und Heiligen verboteu. 

*) On attribue dans les Pyrenees un pouvoir suruaturel aux Fees, Hados 
(eras heuuos des Dious). Die riesige Herodiade schweift, die Feen verfolgend, in 
den Pyrenäen (1860) , von Frauen (zu Auger de Montfaucon's Zeit) begleitet 
(1274 p. d.) neben Benzozia. Zahlreicher, als die Bourouches, sind die Hantaou- 
mos in den Pyrenäen . Frauen , die sich dem bösen Debrua ergaben. Celui que 
la flamme ne brüle pas, que l'eau ne fait pas surnager. doit etre reconnu comme 
veridique (dans le code de Manu). C'est exactemeut le water ordel, le Judicium 
aquae frigidae du moyen äge germanique (Pictet). Beltiue or biltine (lucky flres), 
are two flres, which used to be made by the lawgivers and druids (in Irelaud) 
with great iucantations and they used te drive the cattle between them , to 
guard against the diseases of each year, Or Bel-dine (Bei was the name of an 
idol-god). If was on tbat day , that the firstliug of every kind of cattle used to 
be exhibited, as in the possession of Bei (OConnell). According to Keating one 
color was used in the dress of a slave, two colors in that of a plebeian, three in 
that of a soldier or young iord, four in that of a brughaidh or public victualler, 
flve in that of a Iord of a tuath or cantred, and six in that of an ollamh or 
Chief Professor of any of the liberal arts and in that of the king and queen (in 
Ireland). Hiberui, principe Rieda seu Reuda duce, invaserunt prius insulas He- 
bridum et aliquas viciniores contineutis Albaniae regiones, quos aliquamdiu pos- 
jiderunt (Colgau). Als Firuz im Feuertempel (-unter Umarmung der Flamme) 
Gott gebeten , wenn das Verschlossensein des Regeus wegen seines schlechten 
Lebenswandels eingetreten, es ihm offen darzulegen, oder wenn wegen eines Misse- 
thäters, diesen wegzunehmen, zogen Wolken auf mit reichlichem Regen (Kazwini). 
Das zwerghafte Indiauervalk au der Quelle des Orineco waren (nach Humboldt) 
die Guaicas. Im ersten Fargard des Vendidad zeigte sich das dualistische System, 
das den Gallas des Zoroastrianismus auch fremd ist, da in diesem neben deni 
Ahura-mazda oder Lebensschöpfer und seinen als Asuren oder Ahureu ^ersouiflcirten 



(nach Kaiser Yong-tsching) nnr ang:erufen, als Mittler *) des Tien . 
Die durch die Begierde verwirrte Vernunft (ein Geschenk des 



Attributen (sowie die Geus urvä u. s. w.), und das vorwaltend freundliche Wirken 
der Devas (vom diu oder Himmel) beachtet wurde [wo der die Fetische belebende 
Wood an der Goldküste Yamkompong gegenübersteht]. Keresaspa (Sohn Thrita's) 
war von der schützenden Fee (pairika) Kuathaiti begleitet. Thraetona tödtet (im 
Ya^na) die menschenfressende Schlange mit drei Rachen, drei Köpfen, sechs 
Augen, tausend Kräften. Von den skythischen Wanderstämmen (östlich nnd süd- 
lich vom Caspi) nahmen die iranischen Völker die Religion der Magier (als Magis- 
mus oder Schamanismus) an, eine Elementar- Verehrung von Feuer, Wasser, Luft, 
und Erde. Das Feuer wurde durch Ausblasen entheiligt und Leichen würden 
sowohl Feuer, wie Wasser, durch Verbrennen oder Fortschwemmen, befleckt haben. 
Aus Weidenstämmen wurde geweissagt. Mit dem Khraf(;thraghna tödtete der 
Magier schädliche Thiere. Darius verfolgte die Magier, aber unter Artaxerxes 
Longimanus scheinen (nach Westergaard) die Magier Priester des Ormuzd ge- 
worden zu sein. Auf babylonischen Cylindern finden sich Hasen und Heu- 
schrecken auf Bäumen. Besonders kreisten die Gedächtnissbecher (minnisfull, 
minnishorn, minnisöl, minnisveigor) am Jul (Weinhold). In Jötunheim im Reiche 
des Königs Godmund lag ein Unsterblichkeitsfeld (Odainsacker), wer darauf kam, 
wurde sofort gesund und jung, ohne dass ihm der Tod etwas anhaben konnte 
(nach dem Hervarar). Neben Armaiti, der frommen Göttin der Erde, die umher- 
wandernd Wildnisse in Fruchtfelder verwandelt und die immerdauernden Gesetze 
verkündet [des Tages], kennt der Perser den im Innern der Erde weilenden Erd- 
geist (Seele der Kuh) G6us urvä, der zuerst beim Pflügen aufschrie und die Hülfe 
der Engel anrief, denen indess Ormuzd dieselbe zu gewähren verboten, weil Feld- 
bau sein sollte. Wenn völlig (durch Soma) berauscht, verkündete der Kavi Sieg 
(s. Wilson) bei den Hindu. The restoracion of a modifled Soma (Haoma) ceremony 
to the Iranian ritual is indicated in the younger Yagna (s. Rawlinson). Ogh 
(Ogyges) von Augha (Fluth) im Sanscrit. Bharma, bharman, ombilic de bhr, 
nutrire, sustentare (s. Pictet). Der litthauische Gott Pramzimas sendet Wandu 
und Wejas (Wasser und Wind), die Erde zu zerstören (Hanush) in der Fluth. 
Ogyges (Ayuga) stammt von Ayu (Vater des Nahusha). The legends ofthe Greeks 
seem to have designated the Medes under the two eponyms of Medea and Andro- 
meda (s. Rawlinson). Schleuderer finden sich unter Assyriern und Aegyptern. 
Der Raja von Lombock bestieg den Gipfel des Gunong Agong, um von dem Geist 
die Anordnung der zwölf Kris (nach den eingesandten Nadeln) zu empfangen. 
*) üpanishad (the philosophical chapiters) is explaiued by rahasya or guhya 
adesah, mystery, and according to an artiflcial etymology, would mean „destruction 
of passion or ignorance, by means of divine revelation". The original significa- 
tion of the word must have been that of sitting down near somebody in order 
to listen or in order to meditate and to worship (s. Müller). Rudraka , Als de 
Rama (Ramaputra), tondateur d'uue secte religieuse, vieut s'etablir ä Radjagrika, 



lj[8 Zweiteb Kapitel 

Himmels) empörte sich gegen die Hamionie des Bestehenden. 
Ausser den Karowar (Geistern der Familienglieder in Holzbildern) 
verehren die Papuas *) die Manuwen (denen jeder plötzliche Tod 



oü il gagne beaucoup des partisans. La base de sa doctrine est un stoicisme 
affecte (sanscrita) et force, en vertu duquel on doit arriver ä une el^vation mys- 
tique des pouvoirs de Täme (Naiva-sandjnänä sandjnäyatana-samäpattih). Bouddha, 
re^u sons ses disciples, arrive (par la saintet^ de sa vie aiiterienre) avec facilite 
ä l'etat, que Rudraka designe comme le deruier but de sa morale. Mais 11 de- 
clare ne pouvoir pas se contenter d'iin merite si facilement gagne et les Bhadra- 
Targiyas (les 5 meillenrs disciples de Rudraka) suivent les pas du nouveau pro- 
phete. Par l'ascese (principalment par Asphäuaka) Gautama ressemble tellement ä 
ou cadavre, que quelqu'ims des dieux Trayastrinsat rapportent la nouvelle de sa 
mort ä Mayadevl (sa mfere decedee). Durant la penitence, le manvais principe 
(Marahpapiyan) emploie en vain la force de son eloqnence, pour le degouter de 
8on stoicisme. En quittant sa solitude , Bouddha prend de la nourriture, ayant 
refuse' les dieux Luhadhimunta (prive de sang), qui s'offrent ä lui verser de 
l'essence vitale (odjas) dans le pores. En mangeant l'offraude de Sudjata (la Alle 
d'un habitant du village üruvilva), Bouddha est assis (dans la riviere Nairandjaua) 
sur on trone magniflque, erige pour lui par la deesse de la riviere, une nymphe 
de la race des Nägas (snivant le Lalita-vistara-pourana). Se rendant dans l'enceinte 
de la science parfaite (Bodhi-manda) , qui entoure l'arbre de la scieuce parfaite 
(Bodhivrikoha ou le flguier sacre), Buddha s'abime dans la meditation mystique, 
nomme'e Lalita-vyula ou Lalita-vistara (la multiplication de la beaute ou du bei 
individu). La terre se fend pour laisser paraitre ä mi-corps Sthavard, deesse de 
la terre , qui se döclare temoin de la verite des paroles de Bouddha (disputaut 
avec Mara), l'appellant maitre et bienfaiteur du monde. 

*) Die Papuas haben in den Waldungen längst der Küste verschiedene Plätze, 
die sie Taknik nennen, und denen sie sich zu nahen scheuen. Nach den Ein- 
geborenen am unteren Murray (in Australien) gab es nur Vögel und Thiere, 
während das Land ohne Sonne in Dunkelheit gehüllt war. In Folge eines 
Streites eines Emu mit seiner Gefährtin wurde ein Ei an den Himmel geworfen, 
wo es an einer Holzsäule zerbrach (die der gute Geist dorthin gestellt) und Licht 
ausströmen Hess, vrorauf die Sonne aufging und solche Thiere oder Vögel, die ihre 
Gefährten wohlwollend unterstützt hatten, in Menschen verwandelt wurden (Beveridge). 
Der Boalft (für Fremde) findet sich unter Baniauen bei den Manganye (nach Living- 
ston). Chez les tribus de l'Australie oü la circoncision n'est pas en usage, eile est 
remplacee par le rite Wharepin, dans lequel ou epile le pubis (suivant Eyre). 
Ce mode de circoncision rappelle celui qui est encore usite chez les Bedouins de 
l'Arabie et qui porte le uom de Salkh. H est fort distinct de la circoncision 
mahom^tane ou taharah, et son origine date si bien du paganisme antöislamique 
qu'il a <!t6 meme, au temps des Wahabites, interdit par les musulmans sous 
peine de mort. Dans le Salkh ou ^corche (suivant Burton) la pean depuig 



Pekin? 119 

zugeschrieben wird), die Mons (die grössere Unternehmungen 
beeiutlussen und auf den höchsten Spitzen der Bäume wohnen), 
sowie die Blis (die bösen Geister oder Iblis). Die Alfuren ver- 
ehren Empong (als höchstes Wesen), der Himmel und Erde ge- 
schaffen (im Himmel wohnend). Die Seelen der Verstorbenen 
sind (als Schutzgötter) Gehilfen*) des höchsten Empong. Zur 



Tombilic et le pubis jusqu'aux cuisses , en d^pouillant completement les parties 
sexuelles (s. Maury). La boisson iiommee Cyceon, qui jouait un rßle dans les 
mysteres d'Eleusis et dans la legende de C^rSs, conservait en Gr&ce le souvenir 
de l'antique aliment (des grains bouillis ou d^lay^s dans de l'eau) [als Bier, 
später durch den Wein des Dionysos in den Mysterien ersetzt]. Wie die hamaxo- 
bitiscben Skytben ziehen die Cosaken mit ihren Kibitken einher. Der Metatron 
des Talmud ist (s. Deutsch) Mithra. Der heilige Geist ist (nach dem Talmud) 
das der Begeisterung entströmende Wort. 

*) Nachdem der Priester das mit den Füssen des neugeborenen Kindes (das 
mit einem Huhn berührt und am Kopf gewaschen ist) berührte Schwein ge- 
schlachtet (bei den Alfuren), bestreicht er das Innere der rechten Hand mit Blut, 
er erklärt, nach Besichtigung des Herzens , dass nichts Böses darin war (in Ton- 
dauo). Bei dem Vosso ranmo-mak (Trauerfest bei Beerdigungen) bittet (unter den 
Alfuren) der Waliang (Priester), dass der Verstorbene nicht gestört werde in 
seiner Ruhe und die Hinterbliebenen lange noch im Besitz der Seele bleiben 
mögen. Sri Turie Bnwana (Sri Tudie Buwana), der (als Vasall Iskander Shah's) 
das Reich Johore stiftete, hiess (als von Alexander M. abstammend) Bedarah 
Putti (Sultan mit dem weissen Blut). Ein Priester von der Buddha-Secte Tshe- 
Yuet baute den (von den Chinesen in ihrem Hausaltare verehrten) Jossi in seinem 
Garten einen kleineu Tempel, mit den Namen Tsien-Tsow-Sze (Tempel von 1000 
Ernten), der nachher durch den Buddhapriester Oh-Tsze vergrössert wurde. Am 
Loya-Fest (des Loya, eines Schülers von Kung-Hu-Tse oder Confucins) spielen 
(mit den Chinesen auf Riouw) die vornehmsten Leute die Märtyrer-Rolle, indem 
sie (von Opium berauscht) über glühende Kohlen gehen oder sich unter Messern 
zerfleischen (s. Röttger). Der Chinese schreibt das Gelübde für den Tapikong 
(Götzen), um in ünternehmuugeu zu reussiren, auf rothes Papier. An dem Feste 
(Sang-te-kiaou oder Gottesanbetung) des Sang-te (höchsten Herrschers) opfern die 
Chinesen im Tempel. Neben dem Huang-Hieu (Kaisers des Himmels) haben die 
Chinesen die Hoh-Tnh (Kaiserin). Beim üerüssfest verbeugten sich die Kal- 
mükken durch dreimaliges Niederfallen vor der eben aufgehenden Sonne (s. Berg- 
mann). Das mongolische Buch Ueligärijudala (Parabelmeer) enthält Erzählungen, 
Die die Insel Putie (im Kusanarchipel) besuchenden Pilger beten nicht nur den 
Manipadma, sondern auch den Dhjani Bodhisattwa Vagrapani und Bodhisattwa 
Mandjusri an. In each Company of the Loorees (the Gipsies in Belutchistan) 
are always some members, who profess au insight in the divinatory sciences of 



120 Zweites Kapitel. 

Versöhnung der bösen Dämone gelobt man (bei Krankheitsfällen) 
dem Oberpriester (Waliang) das bacchantische Fest Posso zu 
feiern (Röttger). In Tyrol findet in der Walpurgisnacht ein 
allgemeines „Ausbrennen" der Hexen *) Statt ; unter entsetzlichem 



Ruml and Qooriia. The Brahooes (iu Belntschistau) all intermarry except tlie 
Kumbnranees (s. Pottinger). The dehwars (a colony of Gnebres) in Beloorhistan 
speak Persian. Arcording to the Brahooes (the aborigines of Beloochistan) whose 
language eontalns many Hindostanee words) the arabian prophet paid them a visit 
one night, mounted on a dove and left several Peers er Saints amongst them for 
their spIritual gnidance. The remains of 40 of there deifled preceptors are buried 
under the monntain Kohechihultun (monntain of 40 bodies) near Kelat. Sehwa» 
the last Rajah of the Hindii-Dynasty at Kelat, was dethroned by Kumbur (of 
Abyssinian descent). Quiokkosan sind die mit, Menschengesichter tragenden Pfählen 
umgebenen Begräbnissplätze nordamerikanischer Indianer. Quatsi ist die iu Brahma 
ruhende Kraft (im Gegensatz zur aussen vertretenden Saraswati) , Quietalis Bei- 
name des Pluto. La ville d'Ispahan avait ete originairement habit^e par des 
Juifs, et en memoire de leur colonie eile avait long temps port^. le nom de 
Jehondiah (la Juive). Sapor voulait introduire la religion de Zoroastre (la 
loi des Mazd^zants ou des serviteurs d'Ormouzd) ou Armenie. Mazdei^man 
veut dire (en persan) les adoratenrs d'Oromasdes (Ahora-masdao ou la grande 
lumierc). Les Grees de la Bactriane (separ(^s des autres Grees) ne purent r^siter 
anx offorts röunis des Parthes et des nations scythiques, que le roi Phrahates II 
avait appel^s ä son secours. Ils succomberent , leurs etats devinrent alors, 
entre les vainqueurs, les sujet de gnerre longnes et sanglantes. Deux roix des 
Parthes (Phrahates II et Artaban II) pörirent en combattant les Scythes, la vic- 
toire resta ä la fln anx Parthes sous Mithridate II, qui etablit dans ces regions 
nne brauche de la famille arsacide. Le royaume, connn des Armeniens et des 
Chinois sous le nom de Kouschan, eut pour capitale la ville de Balkh. Selon 
Moi'se de Khoren le royaume de Kouschan etait le seul entre tous les royaumes 
de rOrient, dans lequel on professät encore (anx X siecle) la religion de Man<?s. 
D'apres les Chtnois le royaume de Kouei-chouang (Kouschan) s'^^tcndait (vers le 
II siöcle a. d.) jusqu'an bonches de l'Indus (comme le royaume des Indo-Scythes, 
dont la capitale «-'tait Minnigara sur Tlndus). Als mit Antonius die Pest im 
Orient wüthete, wendete man sich an den Propheten Alexander den Paphlagonier, 
um seine Formeln an die Hausthür zu heften. 

*) Wenn eine Hexe Jemand besucht, nimmt sie vorher ihre Eingeweide 
heraus (in Schwaben). Der Teufel kann (in Tyrol und Schwaben) in Grashalme 
gebannt werden, oder fährt von Besessenen in sie, besonders in das Schmielen- 
gras oder Aira caespitosa, weil er von da in das Vieh und von diesem wieder in 
einen Menschen gelangen kann. Man darf daher Grashalme nicht als Zahnstocher 
gebrauchen, weil man sonst besessen werden kann (Wuttke) [ev&eos durch 
Daphne]. Der Storch oder (iu Norddeutschland) Adebar bringt die Seeleu der 



Peking. . 121 

Lärm mit Schellen, Glocken, Plannen, Hunden n. dgl. ni. werden 
Reisigbündel von Kien, Schlehdorn, Schierling, Rosmarin n. s. w. 
auf hohe Stangen gesetzt und angezündet, und mit diesen läuft 



Kinder aus dem Wolkensee. Witches are an article of faith (in Scilly). Fornierly 
tliey were said to swarm at Tresco (Whitfeld). Die Hauptstadt von Pomona (der 
Orkaden) wird von den Dänen Cracoviaca oder von den Schotten Kirkua ge- 
nannt (nacli Buchanau). Die Hexe heisst (bei Cadovius) thianster (die Dienerin)) 
in der Provinz Groeningen tioenster (der Zauberer tioender) und das Hexen in 
Ostfriesland torentien (s. Suur). Als Nyesvo, Gott der Grebo, unter den Menschen 
lebte, fiel We (Zauberei) in seine Hand und wurde von einer Frau aufgenommen, 
die zwar durch die Rinde des Gudu-Baumes entdeckt wurde , sie aber schon den 
Deyabo oder Dämonen-Menschen (die durch die Ku oder Dämone orakeln) ver- 
macht hatte (Payne). A woman steals a dead man's rib. over which she performs 
certain incantations and lays it on her breast; three times she goes to Communion, 
bot uses the wine to inject into the extremities of the bone, on the third time 
the „fetcher has acquired his füll life and strenght" (in Island). When she can 
no longer bear him on her breast, she makes a wound in her thigh and places 
him to it, and he dra-ws from thence his nourishment for the rest of his existeuce 
[Bacchus in Jupiter's Hüfte]. The fetcher becomes a kind of familiär to his mother, 
who employs him for the purpose of sucking the cows of other persona. Von 
den Hexen wird der Teufeln meist Hans (Junker Hans oder Federhans) genannt 
(Ans oder As). In Würtemberg werden Recepte (mit Anrufungen wie Jesus, 
Marie, Joseph) auf Papier geschrieben, das der Kranke mit Brot und Wein ver- 
zehrt, in Schlesien auf Butterbrot oder Honigkuchen durch einen weisen Mann 
oder eine weise Frau. Bruch wird geheilt, wenn man abgeschnittene Haare des 
Wirbels in eine aufgeschlitzte Wunde steckt, beim Zuwachsen derselben (im Voigt- 
lande). Bei Auszehrung spricht der Kranke zum Neumond: .,Das neue Licht, das 
ich sehe, nehme zu an Mark und Bein , an Fleisch und Blut'' (in Böhmen). Die 
Kraukheitsbenennung: oberdeutsch Gefraisch, Fraisen (Gichter oder convulsions) 
hat ihre Entstehung der Vorstellung von einem schädlich wirkenden mantisch- 
zauberhaften Spruch-Einfordem oder Besprechen zu verdanken, wie Wuth oder 
Gicht von vods. ein Besprochener (wiithig oder wuot im passiven Sinn). The 
Sikh has the quoit weapon or chakra , which skins through the air or ricochets 
/rom the ground and does frightful execution on the foe (s. Wood), Die Cimbri 
(in der jütischen Halbinsel) überbrachten in ihrer Gesandtschaft an Augustus 
einen heiligen Kessel. Die Chauci waren vom Habicht (haukr) genannt. Der 
(keltische) Gott Bacurdus ist eher ein Spruch- oder Zeichenwort (boc als Buch 
oder Zeichen), als ein Streitwort (bägan oder contendere), wie slavisches bog (s. 
Künsberg). Der Rabe auf der Kriegsfahne der Normannen prophezeite Sieg, wenn 
den Schnabel öffnend und mit den Flügeln flatternd, Missgeschick, wenn die 
Flügel herabhingen (durch den Wind"). Künsberg erklärt Tanfana (celebratissimuiu 
templum) als Tainfana oder 'ianfoiia (Zeinfalme mit den drei Aiilaiit-Kiiiieu auf 



122 Zweites Kapitel. 

man lärmend siebenmal um das Haus und um das Dorf, die 
Hexen hinaustreibeud (s. Alpenburg). Das Taufbekenntniss 
(worauf das Wort sacramentum oder Eid*) übertragen wurde) 



dem Fahnentuch) [Tannen-Tempel oder Fanum im Tannenwald, mit den profana 
zerstört]. Sylla schützte sich in der Schlacht bei Orchomenos gegen die Wagen 
des Mithridat durch Pallisaden, wie Cäsar gegen die der Gallier. Der von einer 
Fee Geliebte muss dieser treu bleiben, um sodann für immer der Krankheit und 
dem Tode zu entgehen (in den Pyrenäen). Als der Schäfer Lousaide die Fee 
Ontasuna für eine Schäferin des Thaies von Cize vergass , erlosch sogleich sein 
Leben und er ward seitdem von der Fee beweint. 

*) Ob hoc sacramenta vocantur, quia sub eorum specie visibili, qua videntur, 
secretius virtute divina caro consecratur, ut hoc sint interius in veritate , quod 
exterius creduntur virtute fldei (Ratbertus). Nach Hugo von St. Victor hat das 
Sacrament die Similitudo von Natur, die signiflcatio durch die Einsetzung, die 
efflcacia durch das Wort des Priesters. Todo lo que pertenece al santo del pueblo, 
inspira a los Indios (de las poblaciones Tapijnlapa, Ocsolotan y Pnzcatan) la 
mas profunda veneracion. Sirva de ejemplo el caballo de Senor Santiago en 
Tapijnlapa, la cual tienen los indios tal vez en mayor estima que al santo mismo 
(in Mexico). Bei den Maceniken in Paraguay wird von einer Jungfrau ein Sohn 
geboren, der nach Wunderthaten zum Himmel aufsteigt. Die drei Meyiar (Jung- 
frauen) werden in Scandinavien bei Geburten verehrt (wie die Mayr in Deutsch- 
land). Mediolanum (die Insulaner) von Maid (puella) und Lan (sanctuarium) im 
Celtischen (unter Verehrung der Minerva). Trois deesses Maires ä Metz (Mon- 
nier). Mütter-Cultus im Lande der Sequaner (Schreiber). Matra als Venus der 
Perser. Steinhaufen (der Maria-Mater) in Gestalt eines Menschenkopfes pres de 
la chartreuse de Meyria. Upper plalu of Cincinnati covered with low lines of 
embankments (Harrison). Llano estocado (line of road marked out by stakes) 
between New Mexico and Texas). On observait encore en 1814 ä la Fontaine 
de Sainte-Marie, pres de murs de Toulouse, et Ton y observe encore (1860) quel- 
ques ceremonies qui retracent, en partie, l'ancien culte des sources et les offran- 
des que nos ai'eux leur presentaient (du Mege'). La Hount-Santo (la fontaine 
Salute) de la vall^e, de Saurat, attire chaque annee un nombre considerable des 
croyaiits. Beim lac de las Navu Peyras (laco sans hound wegen seiner grossen Tiefe) 
findet sich ein Menhir. Ausser der Secte der Skopitzi oder Hämmlinge (deren 
Entmannte als Brüder in einem Hause zusammenleben ohne Frauen) findet sich 
(in der Moldan und Walachei) die Secte der (von Philipp Pustowjat) Philippo- 
waner oder Lippowaner genannten Origennisten, die (aus Kussland geflohen) sich 
in einem bestimmten Alter entmannen und ihre Frauen durch eine Eierstocks- 
Extraction steril machen. Der Geburt eines guten Kindes assistiren die Urbi- 
tellen, die es mit allen möglichen körperlichen Zierden uinl Geistesgaben be- 
schenken (in Moldan und Walachei). Am Scheidewege spukt um Mitternacht der 
Miasa-noptie, im Dunkeln der Isniian oder der neckende Trikulitscht. Wer um 



Peking. 123 

wurde als die Eidesformel angesehen, deren sich der Miles Christi 
bedient, um seinen Diensteid abzulegen (s. Hahn). Die Liven 
wuschen die fremde Taufe*) in dem Wasser ihres Flusses ab 



Mitternacht an einem Nenban vorbeigeht, wird von dem Strigoi ergriffen. Ver- 
fallene Häuser sind von den Stachia (Gnomen) bewohnt (Schätze bewahrend). 
Der Erkrankte muss durch Zauherformefn die Gunst des Dyskyntek zu gewinnen 
suchen (s. Derblich). Die aus Bulgaren, Croaten, Serbianern, Bosniaken, Sla- 
vouiern, Russen bestehenden Slaven (in Moldau und Walachei) heissen Serben. 
Unter Caracalla (212 p. d.) wurden die Colonisten Daciens als römische Bürger 
anerkannt. Mustapha, Sheikh of the Zauyah (and of the Achwan or devotees of 
the Zauyah) or Sidi Mustapha had joined the fanatical sect of El-Senoussy, during 
the late revival of Mussnlman bigotry (s. Smith and Porcher) 1864. Sous le nom 
des Petermannes on hommes de St. Pierre (homines Sancti Petri) on compreuait 
une multitude de personnes de condition libre , assuyetties ä payer un cens ä 
r^glise de Louvain. Elles avaient droit ä la protection sp<^ciale des ducs, ä qui 
elles formaient en qnelque sorte une milice devoue'e (nach Wauters). Zwischen 
dem Georgio lungo und Georgio corto als Heiligenbilder der Klöster bei Larnaka 
(auf Cypern) herrscht Rivalität (s. Unger). In der phönizischen Inschrift (von 
Cypern) widmet Bodo, Priester des Rus-Paschas (Sohn Ikunschelem's, Sohnes 
Eschmun-adon's) einen Feueraltar mit zwei Rauchpfannen unter dem König Tirjam 
von Kitti and Idalion, und Tamas, Sohn des Königs Malkijittan (nach Ewald). Zenon, 
Gründer der eleatischen Schule, stammte von Kition auf Cypern. Die Baid-oXmi 
heissen beseelte Steine Xid'oi sfiyjvxoi. Colonisten ans Lacedämon unter Praxander 
errichteten die Felsbauten von Lapithos auf Cypern (nach Strabo). 

*) Die Preussen empfingen an der Gränze (bei der Mündung des Pregel) 
Adalbert mit den Worten, dass sie am Eingange eines von seinem eigenen Gesetz 
beherrschten Reiches lebten und ihn, der einem fremden unterworfen sei, nicht 
zulassen würden. Die in Vergeltung ihrer vielfältigen Abfälle mehr und mehr 
decimirten Liven vermischten sich allmälig mit den Letten und sind bis auf 
wenige Gemeinden, die sich am dondangen'schen Strande in Kurland und um den 
Fluss Salis in Livland rein erhalten haben, gänzlich untergegangen (s. Rntenberg). 
Bei den gleichzeitigen Bekehrungsversuchen der Russen und Deutschen fragten 
die Letten ihre alten Götter um Rath, welche der beiden Religionen sie aunehmen 
sollten, und als das weisse Pferd für die abendländische Kirche entschied, wandten 
sie sich an den Bischof Albert von Riga. Martensen sieht in dem Taufact eine 
Einpflanzung der göttlichen Gnade in den noch nicht vom Bewusstsein ergriffenen 
Naturgrund, in die Leiblichkeit des Menschen, wodurch der Mensch nicht nur 
psychologisch, sondern auch organisch mit Christus verbunden, nicht nur bildlich, 
sondern auch wesentlich ihm einverleibt wird, der nicht nur der Erlöser der 
Sünden ist, sondern auch unseren erniedrigten Leib verwandeln wird, dass er 
gleich sei dem Leibe seiner Herrlichkeit. Finitum non est capax inflniti (Zwingli). 
The opinion (that man was made out of the dust of the earth) would necessitate 



124 ZwpitPs KapltPl. 

und hieben (nach Trinken von Zaubermitteln) das in den Baum 
geschnitzte Menschengesicht (den vermeintlichen Gott der Sachsen, 
der Ueberschwemmung und Seuche bringen würde', heraus, ihn 



the existence of alumina, as one of the elements of organised strncture, for no 
soll or earthly material oapable of being employed by agricultTirists caii be fonnd 
without alumina existiiig largely in its Constitution and clay canuot be found 
witiiout it. Therefore ohemistry protests against accepting the Mosaic record (nach 
Berapath) 1863. Humboldt hörte von dem Missionär in San Antonio , dass die 
Indianer von Inirida die Processionen in freier Luft liebten, indem der Christen- 
gott, als alt und schwach, sich in das Haus der Kirche einschliessen Hesse, 
der ihrige aber auf den Bergen Sipapu lebe, von wo der Regen komme. In Pa- 
tricius' Fegefeuer überschritt Nicolaus eine schlüpfrig schmale Brücke aus der 
Hölle nach der Stadt des Paradieses. Nach der Taufe der orthodoxen Kirche 
folgt (in Serbien) die Salbung aller Hauptglieder des Leibes mit heiligen Myrrhen 
durch den Priester. Vor dem Eintauchen ist der Leib mit Oel zu bestreichen 
(Kanitz). Als Miesko , Sohn des Zemomislaus (Urenkel des Piast) 965 p. d. in 
Polen getauft wurde, Hess er am Sonntag Lätare (dem Neujahr der Heiden) die 
Götzen (Thod) in's Wasser werfen , woher das Todaustreiben seinen Ursprung 
nahm (s. Hensel). Im Jahr 1845 a person pretending to be the Lord went into 
the inferior (of Guiana) with some deluded followers and established himself in 
the Upper part of the Masarnni , sending emissaries into the neighbourhood of 
all the missions, calling on the Indians to qnit their homes and provision-grounds 
and go to him (They were told , that they shonld possess lands which would 
yield a large crop of cassa^a from a Single stick). The Acawaios (in arriving) 
were led to a llttle enclosed hut, from which they heard a voice, commanding 
them to fetch their friends, as a great Are and water would come upon the whole 
World except that spot (The impostor remained concealed , his voice sounding 
like that of a white person). Seine Anhänger empfingen die Ankömmlinge mit 
Tanzen und Trinken (Brett). Hieroglyphen des Makonaiina (.allmächtigen) wurden 
von dem nur Nachts orakelnden Propheten denen gegeben, die gekommen waren 
„to see God." Johannavi, der Büsser, Hess den im Himmel verschluckten Ganges- 
fluss durch Einschnitte an der Hüfte und am Halse wieder hervorsprudeln. [Diony- 
sos' Geburt aus Zeus' Hüfte bedeutete eine Wiedergeburt aus der Gottheit im 
brahmanischen Sinne , wie sie sonst aus der Kuh erfolgt, und wie Zeus den bei 
Kronos' Verschlingen zum Brechmittel rathenden Metis selbst verschlingt, um 
.\thene zu gebären. Jonas wurde aus dem Seeungeheuer wiedergeboren , dem 
früher göttlichen Cannes in Dagon ] Die Jaiiias, Zauberer auf Florida, standen 
mit den Agotkon genannten Geistern in Verbindung. The religion of our Lord 
the old man of the Waraus (sayiug, that wheu the world was made that ridge, 
the sand reef and the heap of Shells on the Haimara-Cabura) said, was doubtless 
„good for the white meii, as they professed it, but not for the red meu, or they 
would have followed it tmui tlie begiuning" (Brett). In qua persecutione (des 



Peking. 125 

auf ein Brett gebunden in die Düua werfend, um ihn den 
Deutschen nach Gothland nachzusenden. Auf dem Opferplatz 
bei Pank, im Norden der Insel Oesel,*) Dagden oder (estnisch) 



sächsischen Herzogs Vitukrad) discipuli Saucti Villehadi, quidam Bremae, multi 
per Frisiam ceteri trans Albiam passi legimtiir. Ita effabilis, ita largus, ita hospi- 
talis, ita cupidus divinae pariter ac hnmauae gkiriae, ut parvula Brema ex illius 
virtute, instar Romae divulgata, ab omnibus terrarum partibus devote peteretur, 
maxime ab Aquilonaribus populis, Inter quos extremi veneraut Islaui , Gronlani 
et Orchadum Legati, petentes ut illuc praedicatores dirigeret, quod et fecit (Seve- 
rinus). Hades (uiiderneath the earth) is divided into two compartmeuts, the oue 
for the just and the other for the injust, so that while this region is the geueral 
receptaile of the dead , there is nevertherless a partition (Bartlett) l869. Der 
Aleniannenfürst Agenarich (Neffe des Chouodomar) erhielt von seinem Vater Mede- 
rich (der, als Geissei in Gallien lebend , in die griechischen Religions-Mysterien 
eingeweiht war) den Namen Serapio (nach Amm. Marc.). 

*) Toll, der frühere Beherrscher von Oesel, erhob sich (als muthwillig durch 
die Knaben gerufen) aus dem Grabe, sank aber dann erzürnt nur tiefer, worauf 
die Sachsen (Wennelaine oder Feinde) das Land eroberten. The dartiug-board of 
the Aleutians resembles the antrum of the ancient Romans. Im Wessebrunuer 
Gebet (VIIL Jahrhdt. p, d.) war, als Nichts war (Ende noch Wende), der 
Kino Almahtico Cot , Mauuo Miltisto und manche Mitmann (Manahe Mit-man). 
Coot lihhe Geista (s. Massmaun). Wie vor der Dreieinigkeit, Sonne und Mond, 
Feuer und Wasser u. s. w. , wird der Vehmad gesprochen „vor alle quecke 
Wichte (lebendigen Wesen oder Unholden). Bei den Normannen war eä allgemeine 
Sitte, Kindern die Namen ihrer Vorväter beizulegen. Am sanct Cyrillen-Tag 1594 
bekennt die Unholdin Barbara Schnyder von Hoclidorf, wie sie mit ihrem Buhlen, 
dem bösen Feinde, der sich Sathiau nannte, zum dritten Male in Hasengestalt ver- 
kehrt, und so im Dorfe Hochdorf herumgelaufen sei (s. Schneller), nach den Thnrm- 
büchern Lucerns. Les Roudras ou mulätres ä peau tres-foncee, sont veuus de 
l'Oued-Rir. Als die von Iwan Wasiljewitch (1535) gefangenen Tartaren ihrer ab- 
scheulichen Religion willen einen schnellen und nothwendigen Tod fanden, eilten 
ihre Frauen, wie aus einem bösen Traume erwacht, zn dem Erzbischof Makarij, 
bittend, dass er sie taufen liesse (s. Karamsin). Durch Wasser und den heiligen 
Geist neugeboren, beteten sie zu der heiligen Dreieinigkeit und erkannten, dass 
sie aus den Krallen des Teufels und dem flüstern Grunde der Hölle errettet 
waren. Worin liegt die Hoffnung der Kirche Britanniens, wenn St. Cuthbert und 
so viele Heilige nicht im Staude sind, sie zu schützen? schreibt Alcuin bei An- 
lass des normannischen Einfalls, wobei Gottes Heiligthum beschmutzt sei (794), 
wogegen Simeon (in Durham) sich tröstet, dass St. Cuthbert die Räuber bei der 
Abfahrt mit einem Unwetter strafte. Die Bewohner von Tours flüchteten mit der 
Leiche des heiligen Martin (die sie zur Fortscheuchung der Dänen auf die Mauer 
gebracht) nach Auxerre. 



126 Zweites Kapitel. 

Hioma gegenüber, wird am St. Margarethstage nach der Rede 
des Bauern ein Fass Branntwein in's Meer geführt (zum Besten 
des Fischfanges, um das Ungeheuer am Felsen zu sättigen) und 
dann folgt das Gelage (1839). Bei der Novizen-Weihe in den 
chinesischen Klöstern versetzen die Priester den Candidaten mit 
Räucherkerzen fjoss-stick) zwölf Brandmaale auf die Arme oder 
die »Stirn und lassen sie das Gelübde leisten, nicht zu heirathen, 
kein Fleisch zu essen, keine Rauschtränke zu geniessen. Von 
den Lamas werden die beiden letzten Gebote nicht beobachtet. 
Die buddhistischen Mönche Chinas gehen gelb, schwarz oder 
braun gekleidet. Hukieuma (König der Coromandelküste) bat 
Kaiser Tai-tsong um ein Bildniss der Laotse (648 p. d.). Der 
Hauptgott ist dreiäugig. *) 

In einem Bilderbuchs der chinesischen Buddhisten sitzt Fo in 
nachdenkender Stellung und sieht mit seinem göttlichen Auge 
den Drachen (Loung) auf sich zukommen, als Schützer der Re- 
ligion (Hou-fa). Auf einer andern Seite sitzt Buddha in Nach- 
denken versunken da, und die Tuen-sheng (Ursprungs-Seele) er- 
hebt sich aus dem Scheitel seines Hauptes in der Gestalt einer 
priesterlichen Figur, während sich die Schlange (mang) als Diener 
zu seinen Füssen aufrollt. Auf einer andern Seite reicht das 
schöne Mädchen (Loung-rü oder das Drachenmädchen genannt) 
aus dem Wasser heraus einem beistehenden Priester das Shuen- 
keh (die Sutra oder tugendhafte Kalpa) betitelte Buch.**) Die 



*) Von Staatswegen wird geopfert: dem Himmel, der Erde, dem Ahnen- 
tempel, den Göttern des Bodens und Korns, der Sonne, dem Mond, den früheren 
Kaisern, dem Weisen Confucius , dem Ackerbauschützer, dem Seidebereituugs- 
erfinder, Himmelsgeistern, Erdgeistern, Jahresgott, Heilgott, verdienten Staats- 
männern, Sternen, Wolken, Regen, Wind, Donner, Fünfbergen, Vierseen, Vier- 
flüssen, Hügeln, Strömen, Kriegsfahnen, Wagengott, Kanonengott, Thorgott, Erd- 
giittin, Nordpol u. s. w. (in China). Shinnong erfand den Ackerbau und Kaiser 
Wanti (179 a. d.) führte zuerst den Pflug. 

**) Bei den Kerala-Videha war die Lehre von der Nichtigkeit der Welt und 
damit in Verbindung das Leben von Almosen, als Praviajaha, Bhixu , durch 
Yajnavalkya und ihren König Janaka gründlich verbreitet, als Vorbereitung für 
den Buddhismus. The destruction of the Boodhist religion is of 5 kinds, the 
extinction of religions knowledge flrst and the extinction of the divine bones 



Peking. 127 

Mudra (conventiouellen Fiugerzeicben) können die Opfer ersetzen. 
Durch Verwandlung in die Gottheit wird die höchste Biddhi er- 



last. The Sacred Royal Mind perceives tbat if Pa-tl-we-tho-tham (the doctrine 
of nippau and its rewards) will vanish away, it is proper. But that Pa-ti-pa-ti- 
tham (the observance of the sacred laws of the priesthood) should be allowed to 
vanish along with it, is not proper yet, because those who would perpetnate the 
System, and would have the sacred religion shine forth , still live in great 
numbers (says the king of Slam in bis proclamation (1843). The offerings to the 
priesthood (on Pa-pa and ka-tin) are embraced as flne oportunities for seeing and 
talking with the sexes, as both attend in crowds (Bnell). Some of the priests, 
becoming avaricioos, bet on bird and cock fighting, ou the needle and biting 
fish. They cut durians, play at po and ipong, play at thua and draw hui, they 
name of hui and give it to another person to draw. They race buffaloes and 
cattle. They play sa ba. They ensuare wild fowls pigeons and the jambu-bird 
and they with ecstasy sail kites, play foot ball, box, restle and fence. They 
hold niock worship, quotiug Peguan and Laos, Mahai and Mahachai, preachiug 
from Mahachat for jest, contrary to the sacred Bali. Some go about begging and 
push and shove another (is said in the proclamation of the king of Slam 1844). 
The game with durians, is to bet on the number of lobes it contains before it is 
out (in Slam); he that guesses right, wins (s. Buell). The Bonzes of Laos (of 
the religion of Buddha, as in Slam and Camboge) have broken the law of ab- 
stinence. They leave this part of the rites to their brethern and eat indifferent 
all sorts of meat. They marry, without quitting the pagoda. Near the residence 
of the princes is generally a magnilied temple and a gilt Image, which each 
prince on asceuding the tliroue has regilt. Der Rodhisattwa muss seinen Zweck 
unausgesetzt verfolgen und deshalb nie ermüden in der Ausstellung der sechs 
grossen Tugenden, die an's andere Ufer führen, als den Päramitäs (Mitleid, 
Moralität, Geduld, Energie, Beschaulichkeit und Weisheit). Viuaya (Bescheideu- 
heit im brahmanischen Sinne) bedeutet (im buddhistischen Sinne) Unterdrückung 
der Zucht. Die Moral (^ila) bildet einen Theil der Disciplin. Das kanonische 
Compendium der buddhistischen Disciplin und Casuistik führt den Titel Präti- 
mokscha-Sütra (Sütra der Befreiung). Till Franciscus's reformation the monks 
were not allowed to exercise priestly functions. The Achelek was at Phra-Phuttha's 
time a sept, not wearing cloths, pretending to be Phra. Chakue dorje is called 
(in the Gyut) the ford of those who deal in mysteries. The peculiar religious 
System, called kala Chakra (derived from Shambhala) was introduced into Central 
India in the lO'h Century p. d. and afterwards, via Cashmir, found its way into Tibet 
(Csoma de Koros). In the astronomical works (Beidurya Karpo) of Tibet, symbolical 
names are nsed iustead of numerals . in all astronomical and arithmetical cal- 
culations. Les Qramananas de (Ceylon) Ratnadvipa (le royaume de Sinhala) au 
lieu de porter l'habit jaune, comme ceux de l'Inde, sont vetns de noir. Ils ap- 
partiennent penr la plnpart ä l'<^coIe du grand V^hicule et surtont ä celle des 



128 Zweites Kapitel. 

reicht. Die Nonnen dürfen das graue Kleid *) der Bonzen nicht 
vor dem 17. Jahre anlegen. Die Inseln des rDo-rDje-Phag-mo 



Sarvastivadas. The disciples of tlie Tirthaka Nigantha natha used oiily warm 
water, not to destroy life. 

*) The king of Anga (whose capital was Champa), having conquered Padma- 
chhen-po (king of Magadha) , collected taxes in Magadha, tili prince Vimbasara 
opposed, and having conquered liis enemy, took (at the time of Shakhya) bis 
residence in ßajahgriha (according to the dulva of the Tlbetans). According to 
tbe dulva, the disciples of Sliakhya are permitted to wear three pieces of religions 
clothing of a darkned colour (for distinction). Maugalyaua, directed by Shakkya 
(in the dulva) to teach the iuhabitauts of the Shakhya-race the origin and history 
of their nation (they enquired for), he addresses them, as descendants of Gautama 
(Gohutama-tag) and teil the renewal of the world down (through the universal 
sovereigns) to Sengehi-hgram, the grand-father of Shakhya. Katyayana, seut by 
Shakhya to couvert the king oi Hphags-royal (Stum-po-Rabsnang) meets, passing 
through Kanya-kubja, the daughter (with beautiful hair) of a Braham (who had 
just died) , he was acquainted with (according to the dulva) and causing her to 
be married to the king. Kun-dgah-vo (Ananda), the successor of Hod-srung 
(Kasyapa), dies in the midclle of Ganges (having appointed Shanahi-gos-chan bis 
successor) and his body is divided in two parts. The one is taken by the Li- 
chabyi-race at Yangs-pa-chan, who erect a Chaitya to contain it, the other part 
by the king of Magadha , who likewise builds a Chaitya at Skya-snar-lin (Pata- 
tiputra) over his sbare of relics. The sons (born from 32 eggs) of Sagama (a 
youug girl of Champa), married to an officer at Shravasti in Kosala), were destroyed 
by the king of Kosala, According to the dulva, Hphags-skyes-po, king of Kosala, 
at the investigation of Mala Onod conquers (after many attacks) the city of the 
Shakya race. Being dispersed , many fled to Nepal. During that war a certain 
Shakya, Shampaka. is banished from Capila. At his parting request, Shakya 
grants Mm, in an illusory mauner, some hairs of his head, some nail-parings 
and teeth. He goes to the country Bagud or Vagud, is made king there and builds 
a chapel for the relics. To interdict a person, the priests of Shakya upturued 
their alms dishes at Yangs-pa-chan (Vaishali or Allahabad) , the city of the Li- 
chabyi-race (according to tbe dulva). The scholarly statesman Madhava, the 
Vidyranya as belonging to the order of Gosains, founded by Ganharacharya) 
bullt with the treasure (pointed ont by the goddess Bhuvaneswari) Vidyauagara 
(the city of learning) or Vijayanagara (the city of victory), leaving the so- 
vereignty to a family of the Karma or Kuruba (shepherd race). According to 
others, he founded the city and installed as king Burka, a shepherd , who had 
waited on him in his devotions. A third account states, that it was founded by 
Bukka and Harihara (fugitives from Warankul, which had been conquered by 
the Mohamedans), who encountered the sage in the forest and had the city built 
for them. The fnurth Statement makes Rnkka and Harihara offlcers of Ala-nd-din. 



Peking. 129 

(heiliger Diamaut-Schnee) enthalten (bei Lhassa) den Tempel 
des weiblichen Chutuchtu, eine Incarnation des grossen Bären 
mit einer Schweineschnauze*) im Nacken, weil sie während der 



Being detached (after the conquest of Warankul) against the Belal Rajah of Mysore, 
they were defeated and fled into the woods, wbere they met Yidyaranya, -who 
(having furnished them money to gain victory) advised theui to establish a new 
kingdom. Nanda (son of the sovereigu of Bylemdis), who was descended (through 
Panda) from the moon, settled (driven from his patrimonial possessions by ene- 
mies) in Andhra er Telingana, where he founded Nandapuri (1034 p. d.), con- 
quering the Peniusula from the Godavery to Ramesvara. ßukka was succeeded is 
Vijayanagar by Harihara 1429 p. d. Kirti, Saraswati and Bhu Laxmi (the god- 
dess of fame, learning and of the earth) were created in form of an egg by the 
fonr-headed god Brahma. Buddha (wise as Mercury) was the son of Chandra 
Raya. Krishna, the son of devaki in his 5th incarnation as Vamana or the dwarf, 
sought alms from Bali, but king Bukka (in Vijayanagara) far surpassed Bali in 
dominion, glory and charity (accordiug to the iuscription of Krishna deva Maha 
Raya). According to the inscription (in canarese) in Vijayanagar, the deity called 
Vighneswara (Ganesa), the son of Sambhu, lost his head in battle. When on his 
mother (Parvati's) investigation , the father looked for him, he found only the 
body and substitated the head with that one of an elephant. Vighneshwara (pro- 
ficient on all languages aud sciences) was distinguished by the symbol of the moon 
on his head. The compilatiou of the Tibetau sacred books is called Ka-gynr (or 
Kangyur) or trauslation of commandment, as being translated from the Sanscrit 
or the ancient Indian language (of Magadha as the Pracrit). Besides the natural 
Nagas, illusory oues being in existence, Shakhya (in the dulva) prohibits to receive 
into religious Orders any illusory mau (Sprul-pa). 

*) According to M'Lauchlan the sow was the national emblem (Muc). Accor- 
diug to Skene the Picts belonged to the race of the Gwyddyl (Gael) and not to 
the Kymric race. Consfantiue, king of the Picts, founded the monastery at Dun- 
keid. Carn nam Fionn (in the county of Ross) means the Fingalian's mountain. 
Aber (according to Chambers) was British (Welsh) and not Gaelic [Iber] (Abhir 
or water to water). According to Armstrong, Don is an obsolete Gaelic word 
for water. Annat was an ancient deity of the Galedonian Gael. Baisagart (in 
the county of Air) is Baile-na-sagart (the priest's town). Ben is not the Welsh 
Pen , but the Gaelic word Beinn. The Brilons acquired the Strathclyde region 
(occupied by the Gael) at the period of the Roman invasion into Caledonia (78 
p. d.). The Irish Scots arrived in Argylshire VI Century p. d. The Caledonians 
became known (IV Century p. d.) by the name of Picts. Bai ist the english cor- 
ruption of the Gaelic baile, meaning a town, hamlet, farm, \illage or home 
(Robertson). If the son of a great leader equalled his father in bravery and skill, 
he might succeed to his power, if not, the Caribs would chose another to head 
them in any warlike undertaking. It was necessary for the candidates for such 

IJ.astian, Reise VI. " 



130 Zweites Kapitel. 

Unruhen in Gestalt eines Schweines entkam. Das zur Burchan- 
Würde (jenseits des Ortschilang- oder Wechsel) führende Mittel*) 
heisst Sätülgäktschi (hinüberführen). Nach den Buddhisten von 



an Office to possess more strenght and courage than their follnws aud to be per- 
fectly acqualnted wlth every art and stratagem of savage warfare (Brett). Fehlte 
bei den Aethiopen ein Erbe, so wählten sie den Schönsten und Streitbarsten 
(Stobaeus). 

*) um die gestörte Einheit des leeren Raumes wieder herzustellen, wird 
(^nnter Entvölkerung des Jirtintschii) der Ortschilang vernichtet. Die unbegränzte 
Einheit (der leere Raum oder Chagossun Aghar) ist keineswegs leerer Raum, 
indem sie Alles, was war, ist und zukünftig sein wird, in sich geschlossen hatte 
und wieder in sich vereinigen wird (s. Schmidt). Nach dem Uligerüu dalai 
(Demüthigung der sechs irrlehrenden Pandidas) wollte der Bruder des Durssutü 
Surakan Chan den Goodama nicht verehren. Indien heisst (bei den Tibetern) 
r ügagar oder r Dshagar und (bei den Mongolen) Anadkak oder Hindkak. Bei 
Godan's (Ugatai's Sohn) Krankheit wurde der Schagkia Paudida aus Tibet berufen 
(1244). S<bag-hia Paudida erhielt (nach Bekämpfung von sechs irrlehrenden Pau- 
dits) die Panditwürde in Indien. Die Namneten genannten Frauen auf der Insel 
an der Mündung der Loire dienen (nach Strabo) dem Bacchus. Nach Artemi- 
dorus wurde auf einer Britannien benachbarten Insel (des Ocean) Ceres und Pro- 
serpina (wie in Saniothrake) verehrt. Die Druiden heissen Semnotheoi (bei Laer- 
tius). Die gallischen Priester lehrten ausser der Unsterblichkeit der Seelen Vieles 
über die Gestirne, das Wesen der Erde, sowie der Götter (Cäsar). [Mysterien der 
Bassutos.] Die Gallier, die dem Theutates, Taranis, Hesus Menschen opferten, 
glaubten (nach Lucan), dass die Seelen andere Körper belebten. Nach Diod. Sicul 
hatten die Gallier die Unsterblichkeitsiehre des Pythagoras. Nach Appian fürchteten 
die Germanen (Gelten) den Tod nicht, weil sie in's Leben zurückkehren würden. 
Nach den Druiden (bei Mela) sind die Seelen ewig. Die Gallier leihen (nach 
Valer. Max.) für die andere Welt. Die Druiden verachteten (wie es Pythagoras 
lehrte) das Irdische für das Unsterbliche (Amm. Marc). Bei der Herabkunft der 
Ganga führen 33 Götter bei Brahma Klage über die Söhne des Sagara. Chor- 
musda (Kouschika oder Gouschiga im Tibetischen) ist von 33 Tägeri begleitet. 
Nach Kaempfer halten die Sabier den Jesus (den sie unter Johannes setzen) für 
das Wort und den Geist des Vaters. Rubruquius fand in einem Bethause die 
Bildnisse des Jesus, der Jungfrau, des Johannes des Täufers und zweier Engel. 
Auf Wunsch des Königs von Udajana erhob sich (während Bnikllia's .\bwesenheit) 
der Künstler Maha-Modgalwani (durch den Ridi Chubilghan) in den Himmel, ui« 
das Bild desselben zu verfertigen (nach den Ssudurs). Jamontaka und Mahakala 
sind Beinamen Siwa's. Nach den Jain war Vishnu ein Radja, der in Folge 
frommer Werke später nochmals als Radja unter dem Namen Rama geboren wurde, 
dann der Welt entsagte und ein Geistlicher, zuletzt ein Siddha oder Dschina 
wurde. Nach dem Nom Sharchoi Todorchoi Tolli zerflossen die Tliränen desNidu- 



Peking. 131 

Matura (in Ceylon) war Christus in früherer Existenz ein Gott, *) 
der in einem der sechs Himmel wohnte und, vom Wohlwollen 
beseelt, eine Geburt als Mensch wünschte. Maitreya (als König- 
in Tuschita thronend) wird oft mit herabhängenden Füssen**) 



bär Usäktschi zur zornigen Göttin. A la fete pour les morts (ä Macao) le bonze 
lache dans la mer un crabe (s. Desguignes). Nach Babek , der (zur Zeit des 
Mamum) die Seelenwanderung predigte, war die Seele des Bod (oder Buddha), 
eines Fürsten von Aderbygan, auf ihn übergegangen (s. Weil). 

*) Nach Davis findet sich der Name Jesus in der Reihe der chinesischen 
Gottheiten. Der V'adschra (Donnerkeil) Indra's ist in die Hände der buddhisti- 
schen Priester als Gebetscepter übergegangen. Der Jäma (im dritten Himmel) 
ist verschieden von dem Höllenfürsten Jama, als (chinesisch) Jema, (tibetisch) 
Hthab bral, (mongolisch) Baildaghan. Mära, als Käma, ist aus dem erstgebildeten 
Käma des Veda hervorgegangen, der (dem Hesiod'schen ilros vergleichbar), als 
Kern der Maja (Zeugung und Gestaltung verursachend) in das reine Sein eingeht 
(s. Koeppen). ,,Eines Jeden Meditation wird zur Geburt, indem ein Jeder das 
wird, worüber ex meditirt." Die Brahmakäyikas (die das Gefolge Brahma's bilden) 
sind (bei den nördlichen Buddhisten) identisch mit den Brahraaparichadyas. Die 
drei Stationen des ersten Dhyäna heissen (bei den Buddhisten) Wohnungen der 
drei I(;varas (der Trimurti), als Brahma, Vishnu und Qivas. Die Pratyeka-Buddha 
(Pratikavud) heissen Ovoro Torolkitu (die selbt sich Erzeugenden). Nach Berg- 
mann sind die fünf oberen Reiche des vierten Dhyana Sitze der Chutuktu (Ar- 
chats). The Gnostic believed himself to be neither in heaven, nor on earth, but 
to have entered iuto the pleroma. In der Bhadra-Kalpa (tugendhaften Kalpa) 
erscheinen fünf Buddhas. Es gilt als Ketzerei, zu glauben, dass die Welt ohne 
Ursache sei, weil sie vorher (au sich oder im latenten Zustande) in derjenigen 
Region der zweiten Welt, in welcher kein Bewusstsein ist (Asandjnisattvas) existirt 
habe. Das Erste, was über die Oberfläche der Erde (bei der Neubildung) sich 
erhebt und aus ihr emporsteigt, ist der Thron der Intelligenz und der Bodhi- 
baum bei Buddhagaya, neben welchem der Lotus durch die Zahl seiner Blütheu 
die Zahl der Buddhas anzeigt. Das Dreifache eines unteren, mittleren und höchsten 
Nirväna (Nirväna, Parinirväna und Mahaparinirväna) entspricht den drei Klassen 
von Heiligen, den Arhats oder ^rävakas, Pratyeka-Buddhas und den allerherrlichsten, 
vollendeten Buddhas. Das Sansara beruht nur in der Unwissenheit (Avidya). 
Fabian sah auf Ceylon die Transformation (des Buddha) en eclair jiicht als Wieder- 
geburt (Djätaka), sondern durch Wunderkraft (Riddhi). 

**) In Ceylon erhält das Bild seine Weihe und Göttlichkeit dadurch, dass 
eine Pupille eingesetzt wird. Nach Meinung der Lamaisten senkt sich bei der 
priesterlichen Weihe des Bildes der betreffende Heilige aus den höheren Regionen 
durch Ausstrahlung auf dasselbe herab [im Bodhisattwa, als der Wesenheit des 
Buddha, verbindet sich der himmlische Gott mit seiner irdischen Verkörperung, 
die sich wieder zum Dhyau erhebtj. Nach den Tibetern kam der zweite Augeu- 

9* 



132 Zweites Kapitel. 

sitzend dargestellt. Während der rechte Augenzahu*) Buddha's 
in Indra's Himmel verehrt wurde, wurde der linke, (den die 



zahn in die Stadt Yid-da-hongva (die köstliche Stadt). Der dritte Augenzahn 
Baddha's wurde durch die Priester Khema nach Dhautapura (Dschaggernath in 
Orissa) gebracht nnd von dort (als der raubende Pandu-Köuig ihn von Patali- 
putra, wo die Brahmanen vergeblich die Zerstörung versuchten, zurückschickte) 
durch die Tochter des Königs Guha^iva (IV. Jahrhdt. p. d.) nach Ceylon. Der 
erste Augenzahn Buddha's kam in den Himmel Indra's , der vierte zu den 
Schlangengöttern (Nagara). Vartagämani (89 — 77 a. d.) legte einen Zahn Buddha's 
in einer Stupa nieder. Die Kopferhöhung Buddha's wird in einem Kloster bei 
Fu-tscheu-t'u (in verschiedener Farbe) gezeigt. Ok roemen de Louwers, dat hun 
Godt grooter dan die van Siam en Cambodia is , en zy achten hunue Priesters 
byna as halve Godeu, gelyk zy her ook rykelyk van alles versorgen. Ook is het 
aammerkens waardig, dat dese Priesters jeder mar eene vrouw hebben, hoewel zy 
omsichtig en rein miBt de zelve moeten leven, daar dit nochtans den Cambodische 
Priesters ongeoorloft is vrouwen te hebben (s. Valentyn). Während Feridnn 
(des^en Mutter vor dem Araber Zohak, dem Besieger des Dschemsid, entflohen) in 
Schelab die Bergstämme um sich sammelte , erhob sich in Irak (zu Isfahan) der 
Schmied Kawe. Afrasiab suchte durch einen falschen Brief die Karinkawe, Feld- 
herrn des Menudschehr's, zu verdächtigen. Nach der Geburt Ki-yeu's hatte sein 
Vater, Fürst Hoan von Lu, hinsichtlich dieses Sprösslings die Schildkrötenschaale 
brennen lassen, und als Ergebniss erhalten, dass dieser Knabe sich zwischen den 
beiden Aufstellungen der Landesgötter (von Tscheu und Po) befinde (Pflzmaier). 
*) After the Manla-kings had enshrined the relics of Gautama, the king of 
Magadha (Azalathah), the Weiksa kiugs of Waythalee, the Shr.gawen-kiugs ot 
K.tppclawoot, the Bala-kings of Aulakappa, the princes of Yama-village, the Poiig- 
nas of Watliadeba and the Manla-kings of Pawa sent, to ask for a part of tliem. 
When war was threatening the proposition of the Pongna (Dauna) for a distri- 
bution was accepted. Dauna made 8 parts and secretly hid the right-eye-tooth 
in bis turban, from where the Thegya-king (foreseeing, that he would not duly 
worship itj took it away and carried it to Tawadeingtiia that country, enshrining 
it in the Sulamanee-pagoda. Dauna received so only the golden vessel, in which 
he had measured the relics. When all the relics had been distributed, the Mau- 
riyaklngs sent a message, but could only get the coals (Icft at the burning), over 
which they built a pagoda and reverently worshipped them (according to the 
Malalengara). Dauna built a pagoda over the golden vessel. Quand il ne pleut 
pas les habitants (de Denka) lancent des fleches contre le ciel (Godard). L'Asr 
est l'heure, ä laquelle l'ombre projetöe par un corps ä midi a ensuite atteint la 
longueur meme de ce corps abstraction faite de ce qu'etait la portee de cette 
ombre au monient oü eile etait le moins allong^e c'est-a-dire au midi vrai (bei 
Jen Mohamedanern). After Kathaba (fearing that evil might happen them) had 
recollectcd the relics (except tlieni in Yania village, which, being guarded by 



Peking 133 

Tibeter nach der köstlichen Stadt Yid-du-hongva gelangen 
lassen) durch den Presbyter Kheraa nach Dhantapiira gebracht und 



Nagas, were safe nntil their transfer to Ceylon) . king Azalathat enshrincd them 
(with precious stones and golden images) in a subterraneau Chamber (fllled with 
ever-biirning lamps and uever fading flowers), in which Kathaba wrote with gold 
letters: ..In after times the son of a king named Pyadatha will he created king. 
Thauka will he bis name. He will cause these relics to be spread over the face 
of the Sonth Island." The Wethägyon Nat (ordered by the Thegya king to place 
a guard around) created a machine on which revolved the flgurcs of most fright- 
ful beasts, he also created images holding swords, which were in appearance like 
glass, these he placed npon the marhine and the swords turned with the swift- 
ness of the wind ; he theu enclosed them with stones, placed a large slab on the 
top and erected a stone pagoda over them. When in after times Dama-Thauka 
sought for the relics (hid by a former king) and had in vain pulled down all 
pagodas (which he afterwards built up again) he at last, was led by an cid priest 
to the place where once a stone pagoda stood and on opening the earth found 
the enclosure of the machines and saw them whirling round. After having made 
offeriugs to the guardian Nats, Wethägyon (on the Thegya-king's command) assu- 
med the appearance of a little boy with flve knots of hair upon his head and, 
holding a bow and arrow , went to the king , promising to remove the images. 
Taking an arrow, he shot between the points of the images and seathered them in 
all directions. Having taken away the ruby (to be offered to the relics) sealing 
the doer, the king took away the relics (except a few which the left for future 
worship) and reerrected the stone pagoda, distributing the relics in the monasteries 
built by him (according to the Malalengara). In the Arabic Risaleh (by Khalid 
Ibn Zeid El Jufy) Amr or Word is the absolute deity (s. Salisbury). Stirbt der 
Grossköuig unter den rebellischen Königen Ceylons, so wird sein Körper zertheilt 
und die Frau verbrennt sich mit ihm (nach Kazwini). Sana wird aus den Dünsten 
des Berges Sibara (zu dessen Thor der König den Schlüssel bewahrt) bewässert. 
Nach der Nacht, in der das Leuchten des Berges Sekran erblickt wird, erscheint 
ein Pfau auf demselben. When Buddha seated himself on a stump of a tree (in 
Magadha), he was presented by his brother-in-law Ananda with fruit to eat, as 
haritaki (according to the Bali) or (according to the Siamese) lak sama (myra- 
bolauum phyllauthus emblical. In the courtyard ofNundha the mark ofCrishna's 
foüt is Seen and such marks at the hill Ghandragurus near the Jain statue Gomuta 
Iswara. Raghu erected pillars of conquest in each of the durpas. The Siamese 
aknowledge flve genuine Prabat or Pancha Pra Patha (Ha Phra Bat). According 
to the Milinda, Indra (while yet a holy personnage ou earth) was called Maghawa 
(his name Sokko relates to his benign disposition), his four consorts (on earth) 
were Sucheda (encouraging horticulture) , Sanantha (digging wells) , Suthamma 
(buildiug caravansaries) and Suchada (immortal by piety and virtue). The Milinda 
mentions Tuttila Khant happo, Sathenua Kaja, Nemi Kaja , Mauthatu Kaja as 



^34 Zweites Kapitel. 

dann nach Ceylon (als geglättetes Elfenbeinstück). Als Auanda's 
Körper beim Verbrennen in zwei Theile*) (wie eine Edelstein- 



persons taten to heaven (wlthout tasting death) and the princess Chencha Maiia 
Wika. king Phimmasan (Sappa Phutdha), Thevadhatta, Nanthama Napha (Nantlia- 
manop) Nantba Yakkha (Nantha Yak) and Utliakamaya Ohara as persons, who 
feil into hell throngh the yawning earth). Von der Grüne des aus Smaragd be- 
stehenden Weltberges Kaf rührt die Grüne (Bläue) des Himmels her. The Monde 
publishes a pastoral letter from the Archbishop of Spoleto to his flock relatiug 
to a series of „miracles", which he asserts have just been performed by an old and 
discoloured image of the Virgin Mary , standing in a niche in the open couutry 
near Spoleto. „Some months ago (he says) this venerable image to some extent 
revived its worship by means of a voice, which was several times heard by a 
child nnder five years of age, uamed Henry whom it called by its name. It also 
showed itself to this child in a manner which we cannot describe." Several 
villagers of a daugerous and painful affliction , especially persons labouring 
under rheumatic affections, feit themselves inspired to visit this image and wor- 
ship it and were restored to perfect health. A woman whom a malignaut spirit 
had tormented, stated in dying, that the Virgin was about to receive new houors, 
and that a temple would te bullt to her at the spot. A man, whose feet were 
crusbed by the wheels of a waggon, no sooner approached the image, than he was 
able to stand and walk as before. Moral miraculs also occurred. Scoffers who have 
gone to the spot, have, on drawing near, experienced a complete change of the heart. 
The exhibition has not been unproductive to the treasury of the church. Every 
visltor is expected to leave some deposit and the archbishop speaks indignantly 
of an attempt xnade by police-offlcer of the Italiau government, to procure a satis- 
factory account of the reeeipts. (Homes News, June 10, 1862.) In the Tafang- 
pienfopaoyenking, the indian fables about the louse (which not listening to the 
flea, was biting the priest out of time, is kUled) is translated in the Chinese 
(s. Stan. Jul.). Auf dem Berge Kilesian (nach dem Tnhfat elgaraib) ist eine Stelle, 
über welche Vögel nicht fortfliegen können und todt herabfallen. Die von 
buddhistischer Priesterschaft ausgeschlossenen Rhodias dürfen sich keinem Tempel 
nähern. 

*) We must either admit, that some of our circumspect forefathers were 
imposed upou, or that St. John the Baptist had more heads than that of which 
he was so cruelly deprived, as well as several of their favourite Saints having 
each kindly afforded them two or three skeletons of their precious bodies, circum- 
stances that frequently occurred , berause , says Father John Ferand of Auecy : 
God was pleased so to multiply and reproduce them, for the devotion of the 
faithful" (s. Brody). Der Name der Chariten findet sich in Schwurformeln (bei 
Euripid.). Xuqiov nomen anb rov %ai^Bi,v per antiphrasin formatum opiuatur 
Eustathius. Aglaija, die jüngste der Grazien, war (nach Hesiod) dem Hepliästos 
vermählt. Gboro, Eid schwören (bei den Vai), bod, Zauber (bezaubern). Seleucus 



Peking. I H5 

kiigelj zerfiel, nahmen den zum nördlichen Ufer getriebeneu die 
Bewohner von Vaisali; den südlichen Adjatasatru, Grabdenkmäler 
zu errichten (wie für Daniel). 

Fan*) ist ein in fremden Büchern gefundenes Wort des 
Westens, das Reinheit und Euhe bedeutet. Fan-gyen ist die 
Sanscritsprache , Fan-pei der Ton, in welchem Bücher gelesen 
werden. Fan-sang sind buddhistische Priester. Ho bedeutet 
gehorsam, einstimmig, folgen oder begleiten, Ho-shang ein 
buddhistischer Priester (schang, hinzutügen, schminken, ehren), 
kwan (vom Radical puh oder göttlich durch die Schildkröte) 
bedeutet den Haarkuoten,**) das aufgebundene Haar der Jungen 



Nicator führte die Verehrung des Blitzes in Seleucia ein (mit KsQavi'oyÖQOt, 
als Priester). Die Homines faidosi waren solche, die sich in Betreff eines ihnen 
schuld gegebenen Verbrechens nicht durch Eid und Eideshelfer zu reinigen ver- 
mochten, und dennoch die Zahlung von Wehrgeld nnd Busse verweigerten. Nach 
dänischem Recht wurde die Mannbusse oder Mandebod (das Wehrgeld eines Ge- 
tödteten) in drei Theile (sal) getheilt und so wie der Thäter, seine Schwert- und 
seine Spillmagen je einen Drittel büssten, so nahmen auch des Erschlagenen 
nächsten Erben, seine Schwert- und seine Spillmagen, je von jedem sal ein Drittel 
(Kolderup-Rosenvinge), üsque ad quintam generationem paterna generatio suc- 
cedat. Post quintam autem fllia ex toto, sive de patris sive matris parte in 
hereditatem succedat, et tunc demum hereditas ad fusum a lancea transeat (thü- 
ringisches Recht). Femina frenim faciens (im thüringischen Recht) wird erklärt 
als solche, die den im Wasser durchweichten Hanf bricht (frenim als Franzen 
oder frange). Ptolem. Soter empfing ehrenvoll Ezechias , den Hohenpriester 
Jerusalems, der Alexandrien besuchte. In den Eidschwüren auf Kreta nimmt 
Hostia die erste Stelle ein (Preuner). 

*) Nobis ver Fan (ut ostendit Verelius) Dominum et Deum notat, in novi 
testamenti versione Ulfhilas, quoties dei nomen lingua nostra reddendum fuerat, 
utut post invectam in haec loca religionem Christianorum, Satanae, mundi ant 
saeculi hujus Principi vel Domino idipsum tributum esse videamus (Rudbek). 
Fan Otinus id est Dominus Otinus. Rudbek erklärt Ottorocora oder ütigora für 
Russland, als Ostrogardia oder Ostergord (Ottowera). Etenim Othinus (Mars) 
lingua nostra veteri appellatur Arimader et milites Arimen ab Aur, telo, de quo 
videatur Edola in nominibus Aur; certe Auri et Aurf telum, sagittam notant 
(s. Rudbek). 

**) Fohi residirte in der Stadt Tchin (Si-ngan-fu) in Chensi (nach Desguignes). 
Maiila nennt Yeou-tsao-chi nnd Soui-gin-chi als Vorgänger Fohi's. Das Bambu- 
Buch (Tsou-chou) blieb vom Brande übrig und wurde unter Wuti (der westlichen 
Tsiu) gefunden (265 p. d,). Die chinesischen Auualen beginnen die Geschichte 



136 Zweites Kapitel. 

und auch der Alten. Kwang bezeichnet den Unterleib^ keang 
die Höhlung eines Knochens, kwang (Geisteskrankheit) irrsinnig, 
kwan eine Mütze, Kappe oder Hut. Kea-kwan bedeutet das 
Behüten eines Jünglings bei der Verheirathung. Kwan (blicken) 
kommt vom Kadical Tschaou (Gras). 

Das Stein-Scepter *j (Tsan) stand schräg, nach der Spitze zu 
gekrümmt, und war mit einem Löffel versehen, uni beim Gottes- 
dienst Libationen zu bringen. Shi (zehn) ist die Zahl der Voll- 
kommenheit. Schildpatt (pei) wurde in alter Zeit als Geld ge- 
braucht. Unter der Dynastie Tsin wurden die Bücher verbrannt. Fa- 
tsin-kwo ist der Name eines an das Westmeer grenzenden Landes, 
deren hohe und schlanke Bewohner den Chinesen ähneln (wie in 
Judäa oder Rom). Vigramaditja, **) als Esel in dem Hause eines 



mit Hoanti (Hoamti). Ssematsien schrieb die chinesische Geschichte unter Kaiser 
Han-Wnti (oder Han), Nachfolger des Hiao-wenti, der (176 a. d.) die Bücher 
wieder aufsuchte. Das Ifambu-Buch war (wie die Inschrift Yu's) in den Ko-teou- 
eu-Charakteren geschrieben. Nach dem Tode Shinnong's , den Fohi zum Nach- 
folger angenommen, proclamirten die aufgestandenen Fürsten Sionanyuen als 
Kaiser, unter dem Titel Hoangti (2698 a. d.), den Calender regelnd (als Gesetz- 
geber) und für den im Freien verehrten Shangti einen Tempel bauend. 

*) Der Dalai-Lama segnet mit dem Scepter Schaazeng, der am Ende in eine 
Seeblume (Baima Locho) ausgeschnitzt ist. Selenga bedeutet im Mandschurischen 
der eiserne Fluss. Lüge ist (nach der Inschrift des Darius) das Charakteristische 
der Deva's, dem wahren Ahuramazda feindlich. Jedem jungen Perser wurde 
(nach Herodot) gelehrt, Wahrheit zu reden, wie den Neger (nach Mungo Park). 
Bei Polachy in Coimbettore, östlich von den Ghauts, fand man mitten im Gebirgs- 
zweig (1800) einen Topf mit römischen Münzen (des Augustus und Tiberius) in 
der Erde (s. Zimmermann). Bei Nelore (unweit Madras) wurde unter einem Hindu- 
Tempel ein Topf mit römischen Münzen (des Trajan, Adrian u. s. w.) gefunden 
(nach Davidson) 1787. Muziris (Mangalore) leitet zur arabischen Handelsstadt 
Muza (s. ßrehmer). In den Malediven (nach den Muhamedanern) bildeten Schnecken- 
häuser (Kauris oder Cypraea moueta), die die Schatzkammer der Königin füllten, 
den Reichthum (IX. Jahrhdt. p. d.). Nach Chapel wird in dem, zehn Monate 
(um Greuzstreitigkeiten zu hindern) wüste liegenden, Landstrich zwischen Ava, 
Pegu und China ein jährlicher Markt abgehalten (s. Forrest). Die Thineser sammeln 
(nach dem Periplus) das von den Sesaten zurückgelassene Malabathrum. In einem 
unter Aurelian 1. erlassenen Gesetz werden die Gewürznelken zuerst (als Handels- 
artikel) erwähnt. 

**) Die Mädchen am Throne Vi^ramaditja's waren Apsarasen , die durch den 
Fluch Parvati's an Indra's Throne verwandelt waren. The Maurya are called fron) 



Peking. 137 



Töpfers (in Raepiir oder Mandavi); erhielt die Tochter des Königs 
(nachdem er die Mauern der Stadt in eherne verwandelt hatte), und 



Murä (one of Nanda's wives). In the Stupa of Mauikyäla (built by Kanishka) 
Koman coins (of 33 a. d.), were found. Rracbmaues, referunt Indorum sapientes 
posteri sunt unius viri (s. Strabo). Vi^ramaditja war Sohn des (Gandara) Ga- 
janta. Dans la Chine vivaient (selon les Persans des Indes) deux pauvres per- 
sonnes (Espintaman et Dodoo) sans enfans. Quand ,' ayant priö dien , dodoo fut 
grosse, eile \it en sommeil deux griffons attaquer l'enfant dans l'uterus , qui fut 
prot^gö par nn ange. Apres la naissance (ayantri), Zertoosht (aml du fen) se re- 
fugia (pers^cut^ par le roi de la Chine) ä la cour de Gustasp, roi de Perse. Zer- 
toosht, ayant pense sur les meehancetes des hommes (instigi^s par Lucifer) fut 
conduit (dans une montagne) par un Ange (qui lui avait purifle le corps) ä la 
face du dien, ou il tomba dans une defaillance. Ayant regu le feu du ciel et 
une livre, il fut reconduit par l'Ange Babamannishampou, et accoste par Lucifer, 
qu'il faisait disparaitre. Calomnie par les pretres, qui mettaient des os humains 
et un carcase d'un chien dans un lit, il fut mis en prison, mais re(;u dans la 
faveur de Gustasp, apres avoir eure son cheval. Des quatre d^sirs du roi, Gustasp 
re^ut le pouvoir d'ascendre au ciel et retourner, le pretre du roi rejut le pouvoir 
de connaitre le present et l'avenir, Pischiton (Als aine du Gustasp) re^ut le pou- 
voir de vivre toujours (vivant encore ä Demawando Cohoo, garde par ses hommes, 
afln que des autres ne s'approchent pas et ne devinrent immortels, comme ceux, 
qui y sont). Des trois traitez du livre de Zertoosht, le premier (sur l'Astrologie 
Judiciair?) ou Astoodeger (dont l'usage est de'fendu) fut donne aux Jesoopsou 
sages (mages), le second (sur la medicine) fut donn^ aux medecins, le troisieme 
(sur le loi) ou Zertoosht fut donn^ aux Daroes ou gens de l'eglise. Du feu, que 
Zertoosht apporta du ciel (le feu vivant que rien ne pouvait esteindre) on ido- 
lätre encore (ä Naurery) dans les Indes. Au bapteme des enfans, le Daroes verse 
de l'eau nette dans l'escorce d'un arbre , qui crolt ä Yezd en Perse et qu'ils 
appellent Holme , lequel est admirable en ce que le soleil ne lui fait Jamals 
d'ombre (s. Lord). Selon les Banianes, dieu (apres avoir cre'e les el^ments) souffla 
sur les eaux avec une grand Sarbatane, lesquelles l'enflerent aussitot et devinrent 
corame une grosse ampoulle ronde, de la flgure d'un oeuf. Apres le sediment 
de la terre, dieu travailla ä faire le premier homme (Pourous), auquel il donna 
la femme Parcoute'e. Ponr les quatres Als (Rrammou, Cuttery, Shuddery et Wyre) 
des femmes furent cr^ees dans les quatres parties du monde. Le monde ^tant 
detruit par un deluge (parceque les hommes ne suivaient pas le livre de Brammon), 
dieu (descendant sur la montagne Meropurbat^e) laissa sortir de la terre Bremaw, 
Wysteney et Ruddery qui l'adorerent, Wysteney demeura sur la terre deux 
fois autant de temps que son frere Bremaw (charge de faire les creatures), parce- 
que l'on avait plus long temps besoin de leur conservation. Et ä cause que le 
monde devait flnir par la d^struction, Ruddery fut conserve' sur la terre trois fois 
autant de temps, que Wysteney. Le deu\ gemeaux (Manow et Ceteroupa), sortj 



138 Zweites Kapitel. 

erzeugte (nach Befreiung von dem Fluche) mit einer Brahm-anen- 
tochter den Vriji, der in üggajini die Stelle eines Töpfers nahm, 
an den die Reihe gekommen war, König (und von den Vetala 
erschlagen) zu werden, und überwand durch den von einer 
Leiche geraubten Zauber den Vetala. Nach der Gesandtschaft 
Rachia's fRaja's) an Augustus durfte der König von Ceylon 
(vom Volke gewählt) keine Kinder haben, und legte die Würde 
nieder (wie in Tahiti), wenn er nachher Kinder zeugte (als 



de Bremaw, peupleereut le monde, qui (mis en ordre par Wysteney) fut afflige 
avec ses maladies par Rnddery. Pour enseigner les hommes, Bremaw re^ut sur 
la montagne le livre Shaster de dieu. A l'intercesslon de Wishnoo, dieu (quand 
Rnddery d(?truisit la terre par des tempetes) conserva quelques hommes et le 
premier n^ du ßrahmau prhiclpal (Docerat) fut destine pour roi (parceque toute 
la race des Cutteryes, pour lenr mechancete avait peri) et soustint (comme pro- 
tecteurs des Brahmanes) la religion (sous le nom de Ram). Comme les cboses 
commenraient s'emplrer de nouveau, dieu ordonna une autre destruction ä Rud- 
dery, et la terre (s'ouvrant) englontit tous les hommes ä la reserve de fort peu 
des quatres tribus, entre lesquels Kysteney fut uu roi illustre. Quand la derniere 
destruction arrivera, Ruddery transportera les ämes de tous les hommes dans le 
ciel (s. Lord). Selon les persans, qui (ä la chute d'Yzdegerd) se refngierent aux 
Indes, dieu, ayant cree les cieux (avec les astres) et l'enfer, precipita Lucifer 
(chef des anges\ qui s'etait revolte, dans l'enfer, garde par Sertan et Asud. Le 
premier roi Ouiomaras fut Als d'Aram, du petit-fils de Noah ou Adam Assery (le 
secoiid Adam). D'apres que les empereurs des Persans avaient defaits les Sacae, 
ils environnerent (selon Strabon) d'une muraille un rocher et (apres avoir bati 
des temples) constitu^rent les solemnites des Sacae. Selon les chroniques d'Orissa, 
les Javanas (Djaban) entrereiit dans l'lnde sous le regne de Radja-Bhodja (180 
a. d. bis 53 a. d.), mais effrayes par la puissance des son Als Sri Bickermadjit 
on Vi^ramaditja (Radja adhiradja ou roi supreme des rois) ils abandonnerent tous 
le pays. Salivahana, parti du dekkhan, attaqua Vi^ramaditja le mit ä mort, lui 
succedant dans la monarchie de l'lnde. Selon le Mandali Pandji plusieurs 
ann^es apres, Saca deo Brahma, Radja de Pratlsthanapoura , vint avec une graud 
armee attaquer le mabarädja Vicjramaditja et apres l'avoir vaincu, il e'tablit le 
siege de son empire ä Delhi. L'auteur du Vanshavali dit : Avec le secours des 
Yavanas, un personiiage nomme Nri Nikas Salivahana Saca Hara, apr^s avoir 
livre un grand nombre de combats au radja le deposa du trone de Delhi. C'est 
de lui que date Tere appel^e shakäbda. La denomination de TschoTingkoue 
(royaume du milieu) datait du temps de Tchhing wang) second empereur de la 
dynastie de Tcheou), qui regnait dans le milieu des autres royaumes, en lesquels 
la Chine etait alors divis^e (XII siecle). Thian-hia (ce qui est sans le ciel) au 
le monde est Tegriiu dozihn (eu Mongol) et Abkai fedfezghi (en Mandschou). 



Peking. 139 

dionysischer Biuldliist). *) Die Könige Mittelindiens regieren 
ohne Todesstrafe 7A\ verhängen (nach Fahian). Der göttergleiche 
König Piyadasi ehrt alleKeligionen .**) Die dem Kanerki (Herrscher 



*) Nach Ptolemäos wurden auf der Insel Maniolae die Schiffe mit hölzernen 
Nägeln gezimmert. Als die in dem Bereich des Götzen Fils auf dem Berge Aga 
geraubte Kameelin von Malik weggetrieben und der Eigenthümerin zurückgegeben 
war, ohne dass Böses über ihn hereinbrach, wurde Adi ben Hatim Christ (Kaz- 
wini). Der Berg Rawend heisst (in flamadaii) Arwend. Nach Otman, dem Naba- 
täer, lehrt der Einäugige in der Höhle des Berges Huwwir (zwischen Hadramaut 
und Oman) die Zauberkunst dem, der Mohammed verläugnet (s. Kazwini). Der 
Euphratkanal des Königsflusses wurde von Afkursah, dem Sohne des Belas, ge- 
graben, dem letzten der nabatäischen Könige, den Ezdesir, Sohn Babek's, tödtete 
und dann an seine Stelle trat (s. Kazwini). Ai (Abu oder Aei) scheinen (nach 
Brehmer) uralte Bewohner Bactriens gewesen zu sein (Ari-abii oder Arabii, von 
den Ai stammend). Charax Spasinu, ursprünglich durch Alexander M. eine Meile 
von der Küste gebaut, war zu Juba's Zeit 5ü Meilen entfernt und 120 Meilen zu 
Plinlos' Zeit. Cadamosto hörte in der Bucht Arguin von dem stummen Salz- 
handel zwischen Azanaghls und Negern von Melli, wie Hoest (XVIII. Jahrhdt.) 
von den Mauren Maroccos (und Herodot von den Carthagern jenseits der Säulen). 
Die Haarwilden oder Chimpanze auf Hanno's Insel am Notou Keras heissen (nach 
Bougainville) Taurallas bei den Mandingoe. Nach Thukydides lagen die ältesten 
Städte Griechenlands etwas im Lande (aus Furcht vor Seeräubern) und erst später 
dicht am Meer. In Hinsicht des Ursprungs des Nils, als ein vermutheter Ocean, 
der um die Erde flösse, bemerkt Herodot, dass diese geographische Hypothese 
nicht widerlegt werden könne, weil dadurch die Erörterung in das Gebiet des 
Unsichtbaren geführt würde (es dtpavhs tov ^ivd'ov dvsvsixas ovx exet eleyxov). 
Als Merodach-Baladan gefangen, wurde ein assyrischer Vicekönig, ^Aoy.eavos (Sar- 
gina oder Sarkina) oder Sargon (in Babylonien) eingesetzt (nach Ptolemäos). 

**) Freie (buddhistische) Gemeinden (who reject all that is miraculous and 
adhere only .to the moral teachings) bestehen seit einigen Jahren in Siam 
(s. Koeppen). Votre religion n'est pas la meme, que la notre, il Importe de 
savoir quelle est la v^^ritable. Nous les examinerons donc tous les deux atten- 
tivement et avec sinc^rite, sagte der Minister-Regent (in Tibet) zu Huc und 
Gäbet. Was den Buddhismus betrifft, so ist er durch so viele Fabeln und Un- 
gereimtheiten entstellt, dass ich an seinen baldigen Untergang glauben möchte 
(schreibt der König von Siam an Pins IX.). La coutume est que les freres aient 
en commune une meme femme. Si un mari n'a pas de frferes, sa femme porte 
sur la tete un bonnet, qui n'a qu'une seule corne, s'il a des freres, le bonnet a 
plusieurs oornes en proportions. Die Lamas entschuldigen die Polyandrie mit 
der geringen Anzahl der Mädchen. When the Three Precious Ones arrived at 
Tsimlo (Siam), the inhabitants worshipped demons, who entered npon a strife 
(completing a temple in towers in one night) wheu at dawu the temple of the 



l40 Zweites Kapitel 

der Jueitchi) als Geisse! von dem Fürsten im Westen des 
gelben Flusses) zugesandten Prinzensöbne erhalten ihre Woh- 



three Precious Ones was yet without roof . a wind blew the tower of the demons 
aslde and with hls cloth-cap roofed in the temple. To this day (1731 p. d.) the 
tower Stands oblique in the conrt yard of the temple of the Three Precions Ones. 
The decayed ropes still exist in the roof (according to the Tung-yang-ki). Tiger 
or alligators, which eat men iu Tsiemlo (Siam) are hound by the iucantations of 
the Sang. The Shiloman (with eyes withont pupils) transform their spirits into 
wolves and dogs. feeding on exerements, and towards dawn return to their soulless 
bodies (if the body is turned in its heavy sleep, the spirit rannot return). The 
men called Kung, who cannot be wounded by swords, (as enchanted) are em- 
ployed by the king as guards. The Hindu sages maintain , that Rajagnna (the 
qnality of passion) and not Tamas (darkness or vice) is the cause of transmigra- 
tion. To manifest bis bhawanan (sanctified State) Ananda, having attained ara- 
hafhood (to be able to visit the assembly of the priests) the foregoing night, dived 
in the earth and exhibited himself on the pulpit reserved for him. Anuradha 
(one of the follower of Wijeya) founded (in Ceylon) Anuradhapura (s. Knighton). 
The Hindu chakri is the Birmese tsakya or celestial weapon. The birmese Era 
(of the present) commenced at 638 p. d. Dese Afgoden-Dinaers (en het Louwen- 
Lant) maeken den Luyden wys, dat God van den Hemel in dit Laudt sich ver- 
toont heeft, waer nae alle haer Beeiden gepratoneert syn , daer op sy stout glo- 
zieren en seggen dat dienvolghende haer Godt haer boven die van Siam en Cam- 
bodia, als d'andere Landen, met soo en treffelycke uytmuntenheyt barer Kerkeii 
en meenighe heylighe mannen (soo sy haer selven noemen) als hooger Geleert- 
heyh , mede ghesegent heeft, t'Welck was blyckende , dat jaerlyks de Cambodia- 
sche en Siamse Papen hier 10 a 12 Jaren, tot dat die uyt-gestudeert syn, en 
Pzomotie bekomen blyven (s. Casteleyn) 1641. The people, who have settled 
uear the passes in the snowy mountains, although akuowledged as of the samc 
tribes with those nearer the piain and although they use the .same language and 
manners, are called Bhotiyas and are uo longer permitted to intermarry with the 
people who cau have uo intercoorse with these impure infldels (as contaminated 
by the Khas). On account of this strictuess, the Rajputs of the western districts 
are as much courted by those of the plains, as those east from the Kali are 
scouted (Buchanan). According to Sadu Kam the family of Ghorka (in Nepal) as 
of the Magar tribe. The cave of Dasaratha nenr Gya dates '2U0 a. d. It was 
intermediate between the death of Asoka and the dethronement of Vi^ramaditja 
by Salivahana, that the Andhra Usurpation took place, who ruled in Magadha 
500 years. According to the Pendet (learned iu the Sanscritt or language of 
the old Brahmaus) the Indians say, that God or Achar (immoveable or immutable) 
hath sent four books (Beths or Science). The four tribes (Brahmans, Quetterys, 
Bescue or Bauians and Scydra) must not kill or eat of any animal (as believing 
iu the trausmigratious of souls), but some of the secoud tribe may eat of them, pro- 



Peking. 'J4J 

uuugen in buddhistischen*) Klöstern. Die gatä des Kad- 
phises (oder sein Haarzopf) ist seine eigeuthümliche Haar- 



-vided it be neither Cows nor Peacock's flesh (as venerated). Among the philo- 
sophers of the ludians, there have principally been six very famous, who make 
10 many different sects, which causeth also a difference aud emulatiou among the 
Pendets or doctors, every one pretending his doctrine to be better aud luore con- 
form to the Beths. There is still another, a seventh sect, which is called Baute, 
whence do proceed twelve other different sects, but this is not so common as 
the others, the votaries of it being hated aud despised, as a Company of irreli- 
gious and atheistical people, nor do they live like the rast (s. Berniei). 

*) Nach der Prophezeiung Buddha's sollte sich (500 Jahre nach seinem Tode) 
seine Lehre in Kipin (nordöstliches Arachosien) verbreiten. Buddhistische Geist- 
liche (von den Asi in Bukhära) brachten (147 — 168 p. d.) dem chinesischen 
Kaiser Huenti die heilige Schrift zur Uebersetzung. Nach Clem. Alex, blähte 
(3. Jahrhdt.) bei den Samanäern in Bactrien die Philosophie. <Piloaofiu lot- 
vvv-TiakaL /.tev TJxfiaas Tia^ä ßa^ßagoZi, — 7t()0£orr^aav — y.at ^a/naväioi JBdy.- 
TQiov — 'IvScov re oi rvfivoaofiaruL (Clem. Alex.). UuQä IvSol^ aal Bdx- 
rgoie siai %ihdSes noXlai, rcov leyofie^'cov Bga/,f.tdvcop (Eusebios). Der König der 
Tukhara nahm (215) den Buddhismus an. Fabian fand (399 — 401 p. d.) den 
Buddhismus in Khotan, im Lande Shenshen (östlich vom Lop-See) und bei dem 
türkischen Volk der Ui oder Uiguren (westlich vom Lop-See). Zur Zeit Fahian's 
(399 — 401) wurde im Lande Shenshen das Hinayäna-Sutra studirt, in der Stadt 
Khotan (Kustaua oder Erdbrust) das Mahajäua Sutra. Bei dem Jahresfeste wurden 
goldene und silberne Götterbilder auf den Wagen nmhergefahren. In Khotan 
wurde der Buddhismus 300 eingeführt. Der König des Gebiets Hieuthu (nördlich 
von Khotan) nahm die Lehre Sakyamuni's 122 a. d. an. Der erste Verkündiger 
der Lehre Qakjasinha's in Khotan war der Arhat (Sambuddha) aus Ka^mira. Jar- 
kaud oder Jerkiang ist (sanscritisch) ^rikritati. Sambuddha war der Name eines 
Gaina-Heiligen. Im Lande Kieka (in Ballustan oder Klein-Tibet) fand sich ein 
Kopf und Zahn des Stifters des Buddhismus. Der Gesandte des Kaisers Mingti 
(65 p. d.) brachte aus Indien die Buddhisten Kaga-Matanga und Kufalan nach 
der Residenz Lojang. Kaga-Matanga übersetzte die I-alitavistara (aus Indien 
gebracht) in's Chinesische (70 p. d.). Unter Kaiser Huanti, der dem Buddha 
und dem Philosophen Laotseu opferte, übersetzte der Sramana Ansi (aus Bukhära) 
heilige Schriften in's Chinesische (147 — 168 p. d.). Nach deikTibetern bestanden 
schon unter den ältesten Schülern Buddha's vier Secten (durch Tracht und 
Lehre verschieden). Die erste (die der Vaibhäshika) zerfiel wieder in vier Ab- 
theilungen. Der Gründer der ersten war Rahula, der zweiten Ka^yapa, der dritten 
üpali (der Zusammensteller des Vinaja pitaka), der vierten Kätjajana. Die erste 
zerfiel wieder in vier Unterabtheilungen, das Dasein aller Dinge behauptend und 
die Sutra der Befreiung überliefernd (im Sanscrit). Die zweite Abtheilung (in 
sechs untergeordnete getheilt) wurde die der grossen Versammlung. Mah.'isängliika, 



142 Zweites Kapitel. 

tracht und der Halbmond ist Schmuck auf den Münzen.*) Im 

geuannt und überlieferte die Sntra der Befreiung in einer verdorbenen Mundart. 
Die Schüler des üpali (die Sutra in der Pai(;äki-Sprache überliefernd) wurden 
die Hochgeehrten (Sammata) genannt. Die Anhänger des Kätjäjana (die feste 
Wohnungen Habenden) trugen die Sutra in der Volkssprache vor. Es waren die 
Sthavira der vierten Synode und ihre Namen waren von den von ihnen bewohnten 
Vihära hergenommen, dem Makävihära, dem Jaitavana und dem Abhajagiri. Nach 
dem Commentar zum Abhidharmakischa hatten die Vaibhäschika (die an die 
Existenz des Aethers glaubten) ihre Namen, weil sie mit der Alternative spielten 
oder diese verstanden. Kätiäjaniputra ist der dem Kätjäjana nach seiner Mutter 
gegebene Name. Die Paiyäki-Sprache (von den Pi(;äka oder bösen Geistern) ist 
eine der rohesteu Mundarten des Präkrit, die verachteten Völker (Nepal, Pandyta 
u. s. w.) zugeschrieben wird. Mit Ausnahme der Folgerungen, welche aus den 
ersten Grundsätzen bei der Aufstellung eines Systems gezogen werden, sind in 
dem Pragnäpäramitä (dem Hauptwerk des Abhidharma) meistens nur Worte zu 
der Darstellung in den Sutra hinzugefügt (s. Lassen). Die erste Abfassung des 
Abhidharma wurde bei der ersten Synode vtm Kagyapa gemacht. Die Sauträn- 
tika genannte Secte wollte Alles durch Beweisstellen aus den heiligen Schriften 
beweisen. Die Därshtäutika bedienten sich zur Vertheidigung ihrer .Sätze der 
Beispiele und Gleichnisse. Nach ^^nkara's Angabe lehrten die Joyäkärja, dass 
Nichts wirklich sei, ausser dem ewigen Sein des Selbstbewusstseins, welches auch 
die Lehre des Pataujali, des Gründers der brahmanischen Joga-Schule, ist (mit 
dem Zusätze, dass das Selbstbewusstseiu Gott ist). Nach den Grundlehren des 
Buddhismus (in der Sutra) sind alle Erscheinungen inhaltsleer und ohne Sub- 
stanz (günja und anätmaka). In der Theorie der Ursache und Wirkungen wird 
avidjä (Nichtsein und Unwissenheit) als erste Ursache gesetzt. Nach den vier 
höchsten Wahrheiten, dass Alles den Schmerzen unterworfen ist, besteht das Mittel 
zur Vernichtung aus acht Theilen. 

*) Auf den Münzen des Kadphises findet sich ein Chaitja (Stupa). Der grosse 
Retter (Soter mega) und König der Könige (Basileus Basileon), der auf seineu 
Münzen (wie Azilises) als Reiter dargestellt ist, stammte von einem der freien 
Völker der Pentapotamie ab und wurde zum Anführer in dem Kampfe gegen die 
ludoskythen (unter dem Nachfolger des Kadphises) gewählt, den er überkam. 
Auf den Münzen des Kadphises befiudet sich Siva mit Brüsten, als Ardhanari 
(Halbfrau). Siva und seine Frau werden auf des Kadphises Münzen mit der 
Mundamala (Schädelkranz) dargestellt, doch ohne Keule. Das Monogramm des 
Swastika ist das mystische Zeichen eines heiligen Lehrers. Auf den Münzen des 
Amoghabutisa (mit einer dreifachen Stupa und dem heiligen Feigenbaume) findet 
sich eine gehörnte Gazelle (vor der eine weibliche Figur steht). Die ausführlichen 
Sutra (Mahajano-Sutra) werden vaipulja (entwickelt) genannt. Les Siamois ap- 
pellent les saintes, qui se brülent dans les temples (comme un Peguan, qui ^tait 
mecontent de sa familles quelques ans avant de l'arrivee de Loubere) Pra tian tee 
(true and veritabli-). Apres avoir fait uiie auniöne de tous ses biens , Summoria 



Peking. 143 

Norden wurde der Buddhismus zur Zeit des Asoka den Völkern 



Codom s'arracha les yeux et tua sa ferume et ses enfans pour las donner ä 
manger ou Talapoins de son siöcle (Loubere). Pra-Naratte , l'autre Sommona 
Codom, que les Siamois attendent, tuera deux enfans, qu'il aura et les donnera 
k manger aux Talapoins et ce fera par cette pieuse aumone qu'il consommera 
sa vertue (Loubere). Outre la force corporelle, Sommona Codom eut la puissance 
de faire toutes sortes de miracles. Par exemple il pouvait se rendre gros et 
aussi grand qu'il voulait, et au coutraire il se rendait si petit, quand il voiilut, 
qu'il se de'robait de la vue et se tenait sur la tete d'un autre homme sans etre 
senti, des lors il eut put s'aneantir lui-menie et mettre quelque autre homme ä 
sa place (Loubere). Mercure , qui estoit le dieu des scienccs, parait avoir est^ 
adore par toute la terre (in Hermes). On account of the iranic emblems the coins 
of the Turushka kings are called mithraic. On the indo-scythiau coins the title 
king of kings is given in the dialect as Rao-nano-rao. Mithra heisst der Tausend- 
ohrige und Zehntausendäugige (als Helios). Mithra (Mihiro) erscheint (auf den 
Münzen der Turushka) mit einem Nimbus (im engen Roi-k mit weitem Mantel), 
ein Schwert haltend. Die Gottheit Manao bago (Maonho bagho im Zend) auf den 
Turushka-Müiizeu meint den Mond. Nach Hiuen-Thsang war in Gandhara ein 
Tempel der Bhima (furchtbar) oder Parvati (Siva's Gattin). Siva, als (Okro or 
ügra) Ordagno (furchtbar) auf den Turushka-Münzen, hält einen Dreizack und 
eine Lanze (zuweilen eine Keule), mit der Gazelle daneben. Die Gazelle begleitet 
Pa^upati (Herr der Geschöpfe). Okro erscheint zuweilen dreiköpfig oder vierarmig. 
Kartikeja heisst (auf den Turushka-Münzen) Komaro (Kumara oder Jüngling) oder 
Skando. Der Kopf Odi-Bod (Adi-Buddha's), auf den Turushka-Münzen, ist mit 
Strahlen versehen. Ein Grad der in die Mithramysterien Eingeweihten hiess Bro- 
raios. Auf den Mithrasteinen findet sich die Inschrift Nama Sebesio (Heil dem 
Sabazios). Der PJinsiedler Hum überfällt (nach Firdusi) den Afrasiab in seiner 
Höhle (ihn zu binden). Der böse Geist schuf als grösstes seiner Geschöpfe eine 
Eidechse, um den Lebensbaum des uusterblicheu Hom (Haoma) zu verderben, der 
beschützt wurde durch einen umkreisenden Fisch, das grösste der Geschöpfe des 
Ormuzd. Hinc in regnum Sophitis pervectum est. Gens (ut barbari) sapientia 
fxcellit, bonisque moribus regitur. Geuitos liberos non parentum arbitrio tolluut 
aluntque , sed eorum quibus spectandi infantium habitum cura mandata est. Si 
quos segnes aut aliqua membrorum parte inutiles notaverunt , uecari jubent. 
Hujus gentis oppidum cui Alexander admoverat copias, ab ipso Sophite obtine- 
batur (Curtius). The kuttri says of himself that he is of one and the same race 
as the Khettri of Hindustan, but that to escape the great persecution of that 
race by Pursram Brahman, who had vowed to exterminate them, those living in 
the Punjaub renounced their birthright as Rajpootrees and became merchants. 
Brahman (ueuter), the self-existing, in his desire to create, produces, from all 
the pores of his body, sweat, which is changed in water. Seeing its shadow in the 
water, Brahman falls in love and begins the work of creation, which leads to the 
birth of Bhrigu and Atharvan (the real Prajapati or Lord of Creation). 



144 Zweites Kapitel. 

Kabulistaus, eleu Gandhara und Kamboga, verkündigt. *) Agoka, 
der adoptirte Sohn des Königs Nemita (mit sechs Söhnen) aus 



*) Die nördlichen Buddhisten erkennen die Synode, die (nach den südlichen 
Buddhisten) unter dem Vorsitz Maudgaljäjana's gehalten wurde, nicht an, indem 
nach ihnen die dritte erst später unter dem Könige Kanishka stattfand. Als 
Ueberlieferer des (Tripitaka oder) Vinaya folgte auf Upali, Däsaka, dann ^aunaka, 
dann Qighrava, dann Mandgaljäjana (Tishja). Das Land Sovarnabhumi (Gold- 
land) wurde von Räxasi bedrängt, als die Missionäre (Qona und üttara) ankamen. 
Der Javana Dharmaraxita wurde (durch die dritte Synode) als Missionär nach 
Aparäntaka (Grenzland) geschickt. Die Javana wurde (zur Zeit des A^oka) von 
dem Sthavira Mahäraxita gepredigt. Ajoka bestellte die Dharma-Mahämätra oder 
Gesetzesobern, um das Gesetz bei allen Päshanda (solchen, die weder die buddhisti- 
sche, noch die brahmanische Lehre anerkannten) zu verbreiten. A^oka Hess das 
Gesetz verbreiten bei den Javana, dann den Kamboga, Gaudhära, Eäshtrika u. s. w. 
Der Buddhismus wurde (im Füufstromlande) von König Amoghabhüta beschützt 
(Geb. C.) und dann von dem indoskythischen Herrscher Kanishka. Nägärjuna 
förderte den Buddhismus in Paukassada. Am Kailäsa wurde (137 a. d.) ein 
buddhistisches Kloster gegründet. Madlijantika begründete (von der dritten Synode) 
den Buddhismus in Ka^mira und Gandhara. Nach Alexander's Polyhistor fanden 
sich Samanäer und fromme buddhistische Stämme in Bactrien (80 — 60 a. d.). 
Nach Kyrillos laroQsZ yovv lAj^siavS^os o s7ii}<X?]v Uo/.ov'iaTco^ — sfü.ö^rjiav 
Ss — y.al iy. Bay-Tocou Tcöv Hsqaiy.cöv Za/navvioL y.al rca^a JJeoaais a Mäyoi 
y.al TiaQo. 'IvSoiä oi rvfivoaofiartcu. Megasthenes nennt die Brahmanen die 
Philosophen und theilt diese in zwei Klassen, die Brahmanen und die SaQfiävai 
Tons Se Ea^fidvas rovs fikf h'ziuoTaTOvs vloßiovs (fr,a\v ovoua^ead'ni, Va- 
nasprastha (Hylobios) meint Brahmanen (als Einsiedler). Bei Strabo heisseu die 
Brahmanen TTo/.iny.oi. Bei Arrian heissen die Brahmanen aofiarai (s. Lassen). 
Ein Gesandter der grossen Jueitchi brachte (2 a. d.) dem chinesischen Kaiser Aiti 
buddhistische Bücher. Der indische Samanäer Fo-thou-tchhing (Buddhaguddhi 
oder Reinheit Buddha's) , der (über 100 Jahre alt) mehrere Tage ohne Nahrung 
(nur von der Luft) lebte, verfügte (in Lojang) über die Dienste guter und böser 
Geister (310 p. d.). Aus dem Schalle der Glocken weissagend, bekehrte er den 
Kaiser Shile, der anfangs den Buddhismus verfolgt hatte (319 p. d.). Der fremde 
Priester Soughamitra (ein Anhänger der Sthavira der aus den ceylonesischen 
Klöstern vertriebenen Bhixu) führte (aus Kola im Dekkhan) die Anbetung der 
bösen Geister unter dem Namen von bhuta in Ceylon (bei seiner Rückkehr) ein 
und fand (ausser bei der Geistlichkeit) auch bei den Königen Goshthakäbhaja 
und Mahäsena (f 2ßl p. d.) Eingang. Bei der späteren Unterdrückung wurde die 
wahre Lehre wieder hergestellt. Zu den Irrlehren der Vaitulja-Ketzerei (in Ceylon) 
gehörte die Verehrung der bhuta oder bösen Geister, die der Priester Sangha- 
mitra aus Kola in Lanka eingeführt hatte. Die Dorfbewohner Lankas verehrten 
die Jaxa als schwarze Geister, die der Gesundheit der Mensclien scliadeten. 



Peking. 145 

dem Sonnengeschlecht *) (in Tschamparna) folgte als König-, 
während des Krieges mit den Bralimanen^ GambbiraQÜa in Ma- 



*) Piyadasi obtint la science complete de Bodhi ou la connaissance de ce 
qii'enseigne le Buddha. lu the Bliabra inscription Piyadasi prociaims bis respect 
placed in Buddha, in the law and in the Assembly. In the Vaipulja Buddha 
preaches to the Bodhisattwa (composed in Kachmir and the Punjaub in a con- 
fused grammar of Sauscrit, Pali and Prakrit). The edict addressed to the Maha- 
matra of Tosali must be read to promote the interests of the Sangha (assembly). 
The heads of Vyaya and his companions were shaved. Nagabodhi oder Naga- 
buddha (Schlangenheiligkeit oder -Weisheit) war Sehüler des Nagardshu. The 
old Piudola (pontemporay of Buddha) was still seen by Dharmasoka. Xandra- 
nies (Aggramen) reigned at Alexandre's time and after him (according to 
Plutarch) Sandracottus. In dem Dhätugarbha oder Reliquienbehälter (in Dush- 
tagämani's Tempel) stand, auf der einen Seite Buddha's, Mahäbrahmä (mit 
Sonnenschirm) , auf der andern ^akra (mit Muschel) , dann noch Pancha^ikha 
(mit Laute), Kälanäga (mit Tänzern) und der hundertarmige Mära auf dem 
Elephanten, von Dämonen umgeben. Der zum Buddhismus bekehrte König von 
Chola suchte den Buddhismus nach dem Süden zu verbreiten (aber vergebens). 
Viele Bewohner von Mähisha und Maharashtra nahmen (zur Zeit des Ai^oka) den 
Buddhismus an. Phra-In's heaven is called Su-lalai from lalai (a place) and su 
(happy). Phia-In is called in Pali Sakko or he who gives himself (not leaving 
it to his sersants to answer the prayers of people, who come to ask him). 
Amongst his Pali names is Intho (designating his greatness). When living on 
earth (before he became Phra-In), he was called Makkhamanoph (the youth Makha) 
and from there is derived another of his names, Maggavano. Buddha starb in 
Folge von Schweinefleisch , das er bei dem Goldschmied Tschunda in der Stadt 
Pava gegessen. Nach den nördlicben Buddhisten erfolgte Buddha's Tod in Folge 
eines ihm von Jugend an quälenden Rückenleidens. Als der herbeigekommene 
Kayyapa noch einmal die heiligen Füsse gesehen, entzündet sich der Scheiter- 
haufen von selbst, indem die Flamme der Beschauung aus der Brust des Leich- 
nams schlägt. Adja^atru öffnete später die Stupen der acht Fürsten und ver- 
einigte alle die Reliquien (mit Ausnahme der Asche in dem Kohlenthurrae) in 
einer Stupa zu Radjagriha. Von Aijoka wurden sie später über Indien verbreitet. 
Das singale^ische Werk des Tiiupavanso handelt von der Errichtung der Denk- 
mäler. Als das Mädchen am Brunnen dem durstigen Anandah erwiederte, dass 
sie eine Tschandali wäre, und ihm kein Wasser geben könnte, antwortete er, dass 
er nicht auf die Kaste sähe, und bekehrte sie. When Maredatta Maharaja (in 
Rajamapur) was going to sacrifice to the Goddess Chendra Mari, he ordered to 
seize a male and a female , but was converted by Abhaya ruchi and Abhaya- 
mati, the disciples of a Ludhatachari, who had undergone many sufferances in 
metamorphoses (for having killed a fowl of flower) and only had come out of the 
State of a fowl. The attainment of Buddhi eudows its possessor with aiswara 
Bastian, Reise. VI. 10 



146 Zweites Kapitel. 

gadha (Täranätha). Der aus der buddhistischen*) Gemeinde 
gestossene Bhikschu (Mathara genannt) verbarg sein Werk in 
dem Königreich Schulik^ wo ein von einer Jungfrau geborener 
Knabe nach dem Heranwachsen Alle zu bedrängen anfing, indem 
er sagte, dass er gar keiner Kaste angehöre. Er fand das von 
Mathara verborgene Werk, und nacl^dem er ihn selbst getroffen, 
kam er in die Nähe**) von Makha (Mekka), wo er seine Lehre 
predigte, unter dem Namen von Paichamba in Ardo (Ardeshir). 



(snpernatural powers), derived by the Brahmins from Iswara (those, who attained 
it, being called Isis or Rishis). 'i'o enable Binibisara of Magadliha to return the 
present of Rudrayana, kiiig of Roruka, Buddha ha"d bis shadow drawn on clothes 
and the formula of refuge written beneath. Buddha meditating on the coutest 
with the Tirthakas iii Kosala produced by bis inteusity a flame, setting the buil- 
ding in Are, but then extingui^hing by itself. Buddlia set out from the Vihara 
on the Yulture-mountain near Rajagriha for bis last voyage. The Arhats received 
bis death with indifference, but Auanda not yet perfected in knowledge of transi- 
toriness, feit appalbd and sad with the others. 

*) In the city of Tibet dwelleth Lo Abassi, in their tongue the Pope, 
the head of all the Idolaters (s. Odoric). The Khalif Emir-al-Mumenin Al- 
Abanny, the chief of the Mohamedan religion, holds the sanie diguity over them 
which the Pope enjoys over the Christians (Beujanün de Tudela) Obossum in 
Feta. Abassy, Gott am Calaber , Abosa, Teufel in Guinea. Nach Rubruquius 
pflegten die Tibeter früher ihre Eltern zu essen und machten noch Trinkgescliirre 
aus ihren Schädeln. Nach Strabo wurden die im Tode von den Vögeln Gefresse- 
nen von den Caspii für gesegnet gehalten. Nach Odoric ass der Sohn in Tibet 
den Kopf seines Vaters nach Zerstückelung des Leichnams. Das Land des Alten 
vom Berge, als Ballad-ul-Jibal oder Hügelgegeud (in Irak-Agami), südlich vom 
Caspischen Meer, hiess Mulhet oder Mulchet (der Assassinen). Mulahidah bezeicii- 
net (im Arabischen) Atheisten oder Gottlose. Kettle drums (Nakkaras) heard in 
Hamade (Wallin). Burnes describes the sounds heard (in the Kwaja Regruwan) 
as lond and hollow, very like those of a large drum, whilst Sultan Balier speaks 
of the sounds of drums, and nagarets, the very Instruments specified by Odoric 
(s. Yule). The Jibal Nakus (hill of bells) in the Sinai desert (Newbuld). 

**) Der von Novairi zum Zeitgenossen des Königs Gustasp oder Hydaspes 
gemachte König (der Himyariten) Chammir-Yerach, Vater des (Tobba-el-Aoran 
zeugenden) Aban Malik (f 90 p. d.) ging (nach der Eroberung von Samarcand 
oder Chammircand) auf dem Feldzi.ge gegen China (durch Zopyrus List) zu 
Grunde. Pomonia insula, aliter (the Mainland) sie dicta quasi (the Middle of 
the Apple, because it lies betwixt the North and South Isles). Haec insula 
contiuet multas parochias (Jo. Ben) 1529 (Orkney). Als der Syrer Faymiyouri 
zur Zeit magischer Lehren (nach Ibn Ishak) das Christeuthum im Nedjran ver- 



Peking. 147 

Acoka*) Hess in allen Orten, wo Jina gelebt hatte ; Chaitja 
erbauen uiul preist die Vorschriften des Dharma, als die allein 



kündete, wnrde auf sein Gebet der verehrte Palmbanm durch einen heissen Wind 
vertrocknet. 

*) Als ätisserste westliche Völker des Reiches des Agoka werden die Gau- 
dhära, Kamboga und Javana genannt. Magas (f 258), als König von Kyrene, 
wird erwähnt (249 p. d.). Um die vom, gelbe Traclit annehmenden, Thirthya 
oder Tirthika veränderten Lehren Biiddha's festzusetzen, hielt MaudgaljAjana (im 
72. Jahre seines Lebens) als Schüler P)Uddha's, die dritte Synode (246 a. d.), 
A^.oka Hess fünfjährige Versammlungen der buddhistischen Priester halten. The 
wise man by the observance of sila, continually enlarges his mental faculties and 
bis wisdom (lehrt Buddha) and is freed from the perturbation, produced by evil 
desire (s. Hardy). Ignorance is the source of almost every real or fancied 
misery, and right knowledge of the nature of things is the true way to emanci- 
pation, therefore they who desire to be freed from the miseries of future traiis- 
niigrations, must acquire true knowledge of the nature of divine and human 
things (Csoma Körösi). Bakkula, der, als Kind iu's Wasser fallend, von der 
Prinzessin von Beuares aus dem Irisch geschnitten war, was declared by Buddha 
to be the chief of that class of his disciples, who were free from disease and 
become rahat. At the time of Khakusanda-Buddha, Adam's Pik was called 
Dewiyakuta (peak of God). When Konagamma-Buddha visited it (2100 a. d,) the 
name was Samantkuta or peak of Saman (the brother of Rania). After Rawana's 
death, Ceylon was partially inundated (Forbes). From Samantakuta or Samanella 
(Adams peak) on Ceylon (Waradwipa) Kouagamma (2099 a. d.) visited the capital 
Wadhamanika Kasyapa (1014 a. d.), and haviug paciflced the rebellion ofSamiddho 
(the crown-prince) agaiust king Jayanta of Mada-dwipa (Ceylon) ascended Subha- 
kuta (Adam's peak). Gautama visited Ceylon three times (Forbes). At the 
commencement (3101 a. d.) of the present (Maha Bhadra Kalpa) age of the 
World, Kakusanda Buddha, appearing in Magadha (under king Kshema in Kshema- 
wattiuuwara) visited Ojadweepia (Ceylon). When (according to the Tibetans) at 
Buddha's death. the priests and ministers in Rayagriha were afraid to teil the 
king Ajata Satru (lest he should faint from the shock), it was suggested by Maha 
Kashyapa, that the Mahamantra (chief priest) should have paintings of the princi- 
pal incidents of his life executed in the gardens. After the funeral obsequies of 
Buddha had been performed at Kusiiiara, the disciple Khemo thero was com- 
missioned (according to the Dathadhatuwanso) to take his left cauine tooth to 
Dantapura, the capital of Kaiinga (s. Turnour). Als während vieler Jahrhunderte 
das Tüdten lebender Wesen und die Verletzung (vihinsa) der Geschöpfe zunahm, 
sowie die Geringschätzung gegen Verwandte und die Nichtachtung der Brahmanen 
und ^ramaua, liess Afoka (Prijadargin oder der liebevoll Gesinnte) mit dem Bei- 
namen Deviinäm prija die Silastambhu (Tugendsäulen) oder Linhastambhu (Löwen- 
säuleu) aufrichten. Sariputra war nach seiner Mutter Sarika und Upatisha nach 

10* 



148 Zweites Kapitel. 

heiligenden für alle Verhältnisse des Lebens. Die unter dem 
König von Piildegungrgyal (in Tibet) entstandene Bon-pa- 
Seete (Keumtuzonbo oder Kiintubzangpo als dreiköpfigen AUer- 
gUtigsten verehrend) wurde unter König Khri-srong-lde-btsan 
(VIII. Jahrhdt.) von der Buddlialehre verdrängt.*) Die Zauber- 
geister der Murmi oder Sunvars (im Himalaya) heissen Bonpo 
(s. Schlagintweit). Penn temba sendra (bei Hogdson) ist, als 
Löwe der Lehre von Yung-Symbol (dTe-gyungbstan-pa-senge) 
mit Sakhyasinha **) identisch. Im chinesischen Roman Choui-hou- 



seinem Vater Tisha genannt. Vor Buddha starb 543 a. d. Maudgalayana. Deva- 
datta verbot seinen Schülern Salz zu essen. 

*) In der Periode der Unterdrückung -wurde die Buddhalehre (nach dem 
Gyelrap) von den vier brahmanischen Tirthikas nicht mehr zum Vehikel genom- 
men. Quibus fontibus praesul est Minerva numen, in cujus aede perpetui ignes 
nunquam canescunt in favillas, sed ubi ignis tabuit, vertit in globos saxeos (Soli- 
nus). Nach Al-Kazwini fand Mahmud die Götzen zu Soniuat durch Magnet 
schwebend gehalten. The Hindus used to go on pilgrimage to it, whenever there 
was an eclipse of the moon and would then assemble there, believing that the 
souls of men used to meet there after separition from the body and that tiie 
Idol used to incorporate them at its pleasure in other bodies, in accordance 
with their doctrine of transmigration. The ebb and flow of the tide was con- 
sidered to be the worship paid to the idols. Die adniiiiistrirenden Brahmanen 
(neben Täuzeriuneu) wuschen den Tempel täglich mit herbeigebrachtem Ganges- 
Wasser (Al-Kazwini). Der Rebell Yaiichou eroberte die von Chinesen, Musul- 
manen, Juden, Magiern und Chriften bewohnte Stadt Khankou (auf deren Fluss 
die Schiffe aus Basrah, Giraf, Oman, Indien, Zabedj und Sinf heraufkamen) und 
zwang den König, den Irkhan um Hülfe zu bitten (Masudi). Der König von 
China hat den Titel Bagbour (Sohn des Himmels) oder Tamgana djaban. Der 
Chogan ist König der Geugen. 

**) They are in continual expectation of the arrival of the Latins (in India), 
which they say is clearly predicted in their books. And moreover they are 
continually praying the Lord, after their manuers to hasten this wished-for arrival 
of the Latins (Jordanus) 1323. Tuin was used among the Uigurs for a Buddhist 
priest. Der dem Papst gleiche Bischof Cathay's (mit rothem Hut) heisst der 
grosse Trntius (bei Johann de Cora) 1330. In Cathay wurde ein Bild des ver- 
brannten Todten aufgestellt (nach Cora). The air is so impure (in Tibet) that 
if they ate their diuner after noon they would all die (according to Kaschid). 
Karajang (Karain) is Yunan. It is usual in Cathay, when any contract is entered 
into, for the outline of the flngers of the parties to be traced upon the document 
(s. Raschidaddin), The Nestorians were called Arkaun (Argon or half breed) by 
the Mongols. Nach Wallbaum wurde Java erst durch die Umschiffung der Rng- 



> 



Peking. 149 



tscliouen wendet sich der Jün^-liiig gleichzeitig an die Gebete 
buddhistischer*) Mönche und der Geistlichen Tao-sse, um die 



läuder und Holländer als Insel erkannt , da es sonst für ein Stück des Süd- 
landes galt. 

*) The Yogis, who have completely emancipated themselves from all deflling 
iiecessities of uature, effect tliis by living entirely on milk, which, after retaining 
a short time in tlie stomach, they throw up by swallowing a ball fasteued to a 
string and maintain the aninial expeiiditure solely through tbe uutrinient, iinbi- 
bed by the system diiring the continnance of the liquid in the stomach, which 
conseqiiently leaves no residiiuui to desreud in the bowels (s. King). Lorsqu'on 
avale la pilule perpetuelle (aus metallisciieni Autimon), eile est entraiude par sa 
pesanleur, et eile purge par bas, on la lave, et on la redonne comme devant et 
aiusi perpetuellement (Lemery). Wie man unter Mathematicus einen Zauberer 
verstand (IV. Jabrhdt. p. d.), wurde Medicamentorii (Pharmacopolae) als Gift- 
mischer (im Codex Theodosiauus) bezeichnet. Die Nestorianer, die sich (V. Jahr- 
hundert) in Arabien niederlicsseu, legten (als Leibärzte der Khalifen) zuerst Apo- 
theken au (nach Leo Africanus), die mit den Arabern nach Süd-Italien kamen, 
worauf Constautin von Carthago die erste Apotheke in Salerno anlegte (XL Jahrhdt). 
Der Branntwein, dessen Gebrauch noch im XIV. Jahrhd. nur in der Medicin 
stattfand, wurde bereits im folgenden ein unter dem Volke viel verbreitetes Ge- 
tränk (s. Kopp). In Schweden wurde er 1570 zuerst als Praeservativ gegen die 
Pest bekannt. Das vorher geheimnissvoll betriebene Verfahren, Eisen in Stahl 
zu verwandeln, wurde (1722) von Reaunmr in Frankreich gelehrt. Les droguistes 
(nach de Courcy) arrivent ä fabriquer par des methodes presque toujours im- 
parfaits, mais souvent delirates et parfois pe'rilleuses, des ingredients pbarma- 
ceutiques tres-ntiles (in China). Gessner's (1564) Ansicht (dass die verschiedenen 
Krystalle derselben Substanz nicht allein durch die verschiedene Grosse der 
Flächen, sondern auch durch die der Winkel, folglich in der ganzen Figur, ver- 
schieden seien) blieb (zweite Hälfte des XVIII. Jahrhdt.) bei vielen Mineralogen 
die herrschende, obwohl schon 16H9 Steno die Constanz der Winkel bei dem 
Bergkrystall und 17U7 Gulielmini dasselbe als ein für alle Krystalle gültiges 
Priucip ausgesprochen hatte (s. Kopp). Galin bemerkte, dass Kalkspathkrystalle, 
die eine von den rhomboedrischen sehr verschiedene Gestalt haben, sich auf diese 
durch Spaltung zurückführen lassen. Die Winkel jedes Krystalles sind von un- 
veränderlicher Grösse, welches auch die Veränderung in der Form sein mag, 
welche durch die verschieden grosse Ausbildung der Seitenflächen hervorgebracht 
wird (nach de l'Isle), und die Unveränderlichkeit der Winkel bezieht sich nur 
auf die primitive Gestalt des Krystalles, von welcher sich aber die secundären 
Formen durch mannigfaltige Umgestaltungen ableiten lassen (1783). Hauy schreibt 
den Molecules inte'grantes, aus welchen die Körper beständen, die Primitivform 
zu. Hauy's Ansicht, dass jede wesentliche Veränderung in der Krystallgestalt 
eine wesentliche Verschiedenheit in der Zusammensetzung anzeige, wurde durch 



j^50 Zweites Kapitel. 

Seele seiucd Vaters aus dem Fegefeuer zu befreien. Die drei 
Keligioueu Tao-Kiao (der Tao-sse), You-Kiao (der Gelehrten) und 
Chi-Kiao (der Buddhisten) bilden eine. Die Bayanos-Indianer 
haben für Gott keinen andern Namen, als den spanischen, in 
Diose entstellt. Mit dem Dämon *) (Butara) verkehren die Priester 



Mitscberlich's Entdeckung der Isomorpbie (1819) widerlegt. Im Rothgültigerz war 
bald Arsenik, bald Antimon als wesentlicher Bestandtheil gefunden (s. Kopp). 
Die einäugigen Scbutzgeister der Häuser (Tontut aus dem Schwedischen) können 
ein Haus arm oder reich machen (bei den finnischen Ishoren). Die Flnssgeister 
(Nakki, aus dem Schwedischen) sind weiblich, der Waldgeist (Metsan haltia) männ- 
lich. Die Steinhaufen an den heiligen Räumen (die der lutherische Geistliche 
umschlagen Hess) waren (bis dahin) durch die am Petritage zugefügten Steine ver- 
grössert (in der finnischen Gemeinde Serebetha). Abou Bekr-el-Mourouzi, parlaut 
au pere d'Abd Allah des avantages des clysteres, lui posa cette question : .,Prendre 
iin lavement est ce rompre le jeüne ou non?'- X ce sujet les jurisconsultes 
different dopinion. Le premier etre animal qui pratiqua le lavement fut un 
oiseau (s. Perron). 

*) Ertrunkene oder an der Wassersucht Gestorbene wurden begraben in 
Mexico , andere dagegen verbrannt mit einem Haushund (Techichi) und unter Mit- 
geben von Lebensmitteln und Geräthschaften (Minutoli). In Aegypten peitschten 
sich die Priester zu Ehren der Götter (Her.), legten sich (nach Epiphanius) 
eiserne Halsbänder um und durchbohrten die Nase, um Ringe daran zu hängen. 
Accordiug to Masudi, the population of Tibet is in great part composed of Hi- 
myarites mixt with some descendants of Tobba. Of the kings of Yemen, Mal- 
kikarit (son of Tobba al Akran) overran various countries of the East, such as 
Kherasan, Tibet, China and Sejestan. Die himyaritische Inschrift soll die 
Gründung Samarkand's durch den Tobba bezeugen. The kingdom of Cathay has 
towards the north the desert of Belgian (according to Hayton). Die Cathayer 
verehren (nach Hayton) Götzen oder die pflügenden Ochsen, oder Bäume, oder 
die Gestirne oder Sonne und Mond. The Greeu-caps (in Bochara und Samar- 
cand) flglit with the Sofi (in Persia), who wear red caps (nach Hajji Mahomed) 
bei Ramusio (s. Yule). Shah Abbas verlegte die Residenz von Sultaniah, erbaut 
(1305) durch Oljaitu (Sohn Argon's) nach Ispahan. Die Magier kamen von Ka- 
shan (zwischen Ispahan und Teheran nach Jerusalem. Die Kamschadalen ver- 
ehrten ihre Götter, wenn ihre Wünsche erfüllt waren, und verhöhnten sie bei 
Fehlschlagen derselben (nach Kotzebue). Die von den Missionären auf den Fiji- 
Inseln eingeführte Druckerpresse wurde für einen Gott erklärt. Nach den Toupi- 
nambas gingen solche, die viele Feinde getödtet und gegessen, zum Himmel, die 
Schwachen zum Teufel (Aygnan), der sie quälte (s. Freycinet). Nach Regnard 
zogen die Lappen zur Vermählung ein Mädchen vor, das von einem Weissen ge- 
schwängert war, da sie geheime Gaben besonderer Anziehung besitzen müsse, 
weil eine so hoch über sie erhabene Person ihr Gunstbezeigungen gegeben. 



Peking. 151 

(Lere) oder Eingeweihten (s. Wagner). Der in Tunis verehrte 
Heilig-e *) Ssayydy bii Ssayd bekehrte einen christlichen Capitän 



Nach Gordon ist es untt^r deu Kiiigebornen des Cap eine Ehre, von einem Weissen 
ein Kind zu haben (für die Mädchen). Einige der Afrilianer hielten du Chaillu 
für ein höheres Wesen, Die Südsee-Insulaner verehrten Cook als Gottheit. Even 
when they had killed him and cut him into small pieces the inhabitants of Owhy- 
hee fnlly expected him to reappear and freqneutly asked, -what he would do to 
them on his return. The Ksquiniaux tattoo from principle, the theory being, 
that the lines thus made will he regarded in the next world as a sign of good- 
ness (Hall). Weil sie sonst nicht in den Himmel einziehen würden, werden die 
Frauen auf den Fiji tättowirt an den Fingern, Mundecken und den vom Liku be- 
deckten Körpertheilen. Das Götzenbild zu Tiahuanaco wurde den Indianern als 
Gott der Diebe (El Santo de los Ladroues) verehrt (s. Tschudi.) Die Insel Titi- 
caca war der Sonne, Coato dem Monde geweiht. 

*) Superstition peoples nearly every house (in Cochin) with ghosts of va- 
rious forms and shapes. Even the protestant church is said to be hauuted by 
an old woman. who is sometinies seated disconsolately in one spot, sometimes in 
another, but niost commouly on the sides of the old well close by, on the pa- 
rade ground. On being approached she is said to assume the shape of a pig, 
which on being pursued, disappears in the form of a number of small grunters 
(s. Day). Die Schriften des Badolema in der arabischen Uebersetzung waren im 
Mittelalter viel früher bekannt, als die griechischen Originale des Ptolemäus. 
In der Gestalt einer feurigen Lufterscheinung (Ismeau oder Hismo) begiebt sich 
der Teufel durch die Rauchfänge in die Häuser, wo sich verliebte Weibspersonen 
finden. In allen Dörfern kann man eine Menge Mädchen nicht nur, sondern 
auch betagte Frauen sehen, die sich über die Besuche beklagen und dabei ganz 
mager, erdfarben und närrisch reden (s. Müller.) The flgure of the Man, Seir- 
Anpin consists of 247 numbers, the numerical value of the letters in the name 
Abram, signifying the different Orders in the celestial hierarchy (in the Kabala). 
The original was taken from the Hiudoo flgure of Brahma and the various castes 
typifled by the several parts of his body, the names Abram and Brahma being 
equivalent in numerical value (s. King). Er (in his visiou) compares the spheres 
to a set of the hemispherical bowls used by jugglers, fitting loosely one within 
the other (b. Plato). Nach Manes erfand, der in der Welt (znr Erlösung der 
Menschen) geborne Sohn eine aus 12 Gefässen (Gadi) zusammengesetzte Ma- 
schine, die (mit den Sphären rotirend) die geretteten Seelen in sich zieht (Ma- 
hayana). The only period during which the laws in the Senchus Mor were 
aknowledged over the whole of Ireland was from the preparation of de Code 
under St. Patrik's auspices in the V Century, until the invasion (792 p. d.) of 
the Pagan Danes (s. Hancock). About sixty years ago, theero was in America a 
universal superstition (not an euliglitened belief) that the world. was about to 
close. They believed that the world was abuut to end, because a total eclipse of 



152 Zweites Kapitel. 

durch Schnüre, die gegen Ertrinken schützten (s. v. Maltzan). 
Die Bewohner von El Mahdiya führten (nach Edrisi) ihre Todten 
zur See nach Mistyr. Die Chaitya-Fusstapfeu (Buddha's)*) 



tbe suu took place at noonday. It happenec^ that tbe Cougress of the United 
States was asseiubled at this hour, Laif tlie membres of tbe Congress believed 
tbat tlie deuse night was really tbe darkiiess tbat preceded tbe usberiiig in tbe 
jui gement and anotber State and world (Cumming 1859). L'Elglise acrorde des 
indulgences applicables aux morts, donc eile croit que les morts peuvent etre sou- 
lages par ce moyen. Cette raison seule suffirait pour operer eu uous une en- 
tiere couviction, car vouloir contester ce que l'Eglise croit ou pratique dans l'üni- 
vers, serait le comble de la folie (Bouvier, tiveque du Mans) 1855. Als die 
Tscheremissen den Pogost Turowetz an der Dwina angegriffen (153ii) und das von 
den Recbtgläubigen gegenübergestellte Bild der Gottesmutter mit einem Pfeile am 
Auge trafen, so dass eine Tbräne floss, wurden sie mit Bliiidbeit geschlagen, bis 
sie sieb zum Christentbum bekrhrt. Caspar Gorrea nannte den König von Benin 
oder (nach Barro) seinen nach Portugal kommenden Gesandten einen Kaffer. With 
the early Pörtuguese Caffre means simply a negro, tbey took the uame from the 
Arabs ou tbe Atlantic coast (s, Stanley). In jedem grösseren Asyl kann man 
Frauen finden, die glauben, jede Nacht von ihrem Geliebten besucht oder im 
Scblaf geuotbzücbtigt zu werden, und bei manchen (wie z. B. der h. Catbarina 
de Sienna oder St. Theresa) ist mit diesen wollüstigen Wahnvorstellungen 
religiöse Extase verbunden (s. Maundsley). 

*) You deny, that there is an atma, that tbe being possesses a seif, yon say 
that tbe flve Khandas are auätma, unreal, without a seif, wirft (im Amawatura) 
der Tirtbaka Sachaka dem Buddha ein, der ihn widerlegte, as Sachaka was 
brought to confess tbat the flve Khandas are inipermanent, connected witli sorrow, 
unreal, not the seif (s. Hardy). Thus a living being flows on (wird Milinda 
von Nagasena erklärt), one is conceived, another born, anotber dies, flows on as 
being neither the preceding nor the succeeding, it is not the same, or yet ano- 
tber, and so proceeds to the last of consciousness (Gogerley). Such in the pro- 
cession of all things iiito existence from awidya or delusion, and in the iuverse 
Order to that of their procession, tbey retrograde into non-existence. And tbe 
egress and regress are botb Karmas, wherefore tbis system is called Kärmika, 
erklärt (nach den nepalesischen Buddhisten) Sakya in der Kacha Bhagavati 
(llodgsou). Everything, but especially tbe human soul. depends for its existeiu-e 
ou tbe causal concatenation (Körösi). Upon death ensues departure to another 
world (in the brahminical accounts of the Buddhist system). That is followed 
by return to this world. And the course of error, with its train of conse- 
quences, recommences (s. Colebrooke). Die Wände des Dolmen (zwischen Loc- 
moriaker und Bannes) waren mit celtischen Hieroglyphen bedeckt (Ringe mit 
oder ohne Puucte, Schlangenlinien, kreuzende Striche u. s. w.). Die druidischeu 
Tempel bei Sligo haben einen oder mehr Cromlecbs (oder Kristraius) im luneru 



Peking. 153 

werden weder durch Tliiere, Wind noch Regen verwischt (s. Ro- 
gers), Zur Erlangung der Bodhi*) werden die, welche das 



(s. Potrie). The main characler of the Menbir seems to be sepulcbral, as bu- 
raan remains have been frequently fouud at the foot of tbem (Twiss). 

*) All niomeut du lever de l'aurore, ä l'iustaut, oü Ton est le plus eudoriui, 
et comme le disent les Tibetains, ä l'instaut, oü l'ou bat le tambour, le Boddhis- 
sattva, s'etant revetu de la qualite de Bouddha parfaitemeut accomplie, il atteignit 
la triple science (Barthelemy St. Hilaire). Chacun des 5 Bouddha Celestes regelt 
avec sou existence les vertus du Djnyana et du Dhyaaa pour l'exercice desquels 
par Adl-bouddha, il est redevable ä sou existence et par uue pratique seuiblable 
il produit un Dhyani Bodhisattva. Ceux-ci soiit Tun apres l'autre et successive- 
meut les auteurs actifs et tertiaires de creatious. Celles-ci sout perissables et 
depuis le commeucement des teiups trois out passes. Aiusi le preseut uioude est 
l'ouvrage du quatrietne Bodhisattva, qui est maintenaut seigueur de la marche 
des choses et au Nepal ses adorateurs sont accoutumes ä l'iuvestir de toutes les 
forces d'un Dieu supreme et uuique. Dans le Samadhi radja, Sarvartha siddha 
(Sbakya) (interrogc par Maitreya et par Vadjrapani sur la maniere dout il a ob- 
teuu le Samadhi djnyana) commence, dans sa re'ponse, par noninier 12Ü Tatha- 
gata qui le lui out euseigue dans ses existences prece'deuts. Parmi les Bouddha 
de nature mortelle, il y a les trois d'^'gres de Pratyeka-bouddha, de Shravaka 
bouddha et de Mahayanika bouddha. Les tribus de Ta-tsiau-lou habitent dans 
des tours eu briques (tiao leou). II y fout aussi des monceaux de pierres qui 
representent les Bouddhas, les hommes montent et descendent sur des echelles 
et les defeiident. En rencontrant uu niagistrat, les peuples de Ng^eri et de 
Sartou tüucheut le frout et disent la priere: ,,Aum maui dje san." From Awi- 
chi tu the brahma-loka called Abhassara the whole space becomes a dark void in 
the destructioü called Tejo-sangwartta (s. Hardy). On the reproduction of the 
World, for the most part, those living creatures dyiug in the Abhassara-brahma- 
loka, return to this world (according to the Agganna-Suttan, addressed by Sakya in 
Sawatthipura to the descendants of the brahman Wasettho). After the electiou 
(Sammato), Maha-sanimato, being also the Lord of (Kettaui) cultivated lands, 
was called Khattiyo and as rendering (raugeti) mankiud happy, was called raja. 
To a portion of the people the thought oceured, that theft, degradation, fraud, 
punishment, expulsiou haviug appeared, it would be proper, they should sup- 
press (bhaheyana) wicked and impious acts and they accordingly did it, so recei- 
ving the name of brabmana (suppressers or eradicators). The Wissutakaminante 
(distiuguished and skilful workmen and artiücers) were called Wessa, the huu- 
ters (ludda) were called Sudda. Sonie, abaudouning their habitations, becauie 
ascetics or priests (Sumano). Out of regard for ßarauasi, Bhagawad tarried the 
flrst year at the Iripatanau, an ediflce, near which no liviug creature could be 
deprived of live, establishing the supreniacy of bis faith aud administeriug to the 
18 Kotiyo of brahmaus the heaveuly drought (nibahau). Kakusaudho, aftur ha^. 



154 Zweites Kapitel. 

höchste Verdienst haben, vollendete Buddhas werden, die näch- 
sten Pratyeka-Buddhas und die anderen Priester werden. Als 
wesentliche Bedingung-en des Bodhi sind zu unterscheiden die 
37 begleitenden Bedingungen der Bodhi (Bodhi pakschita dharma), 
die 18 Bedingungen der Unabhängigkeit (Avenika dharma), die 
vier Vertrauen oder Unerschrockenheiten (Vaigäradya) , zehn 



\ing attained the wlsdom of tlie teu powers (Buddhaliood) nnder tlie udaaibaro 
tree risiug aloft in the air, descended at tlie Isipatanan near Sudassano (Be- 
nares) to proclaiai his faith (s. ,,Tournour"). As the world is at flrst prodiioed by 
the power of tbe united merit (punya bala) of all the various Orders of beings 
in existence, so its destruction is cansed by the power of their demerit (papabala). 
Tho power, that contracts the universe is Karma (action), consistiiig in Kusala 
and Akiisala. Whilst Brahma formerly, in the beginning of the Kalpa, was me- 
ditating a creation, there appeared a creation beginning with ignorance and con- 
sisting of darkness. From the great being appeared flvcfold ignorance (aocordiug 
to the Vishnu-Purana. In the honse, pnt up by the Nats west from the Banyan-tree 
(at Mayadee) Gautama (in a cross legged posture) meditated the seven Abedama- 
books. While he was considering the flrst of the books, the six glories did 
not emauate from his body. He then considered the book, called Weben and 
after that the Datubata, then the Poga-lapegnyat, then the book of merit, then 
the books of the Dama then ganee, after all which the six rays of glory went 
not ypt forth from his body. He then considered the most excellent Pa-dan, in 
which he displayed his infinite wisdom (as the great fishes Temeya and Ta- 
beiuggala find room to sport and enjoy tbemselves only in the great ocean, so 
the Boodh found depth for his mind in this law) while he was considering, the 
purple, gold, red, brown, glittering and white rays of glory proceeded from his 
divine body, peuetrating the earth, the water, the air and ascendiug througb the 
Nat-countries , the Brahman-countries, the higher Brahman-countries, tili (passing 
matter and spirit) they entered vacuity, snrpassing sun, moon, stars and planets. 
This great glory was not in consequence of his vowing, nor of his rigid devotion 
to conteniplation, nor was it in consequence of his meditation of the law, but 
it was in consequence of the clearness and pureness of his blood, spirit and 
skin. The place, where he spent the seven days, is called Yadanagara-pagoda 
(according to the Malalengara-Woottoo). When at the place, where the Bodhi- 
tree has to appear, the Lotus Springs up, the ruler of de Brahma loka called 
Awiha desceuds to the earth, in order that he may see, whether a Buddho will 
be born in that Kalpa or not. Some of the Brahmas from the Loka called Ab- 
hassara are then born here by the apparitioual birth, with shining bodies, able 
to pass throngh tbe air and their age is an Asankhya. At the destruction by 
Are, Sekra and the rest of the devas, throngh the power of the rite called Wa- 
yahasina, are born in llie Parittarubha and other Brahuia-lokas (Uardy). 



Peking. 155 

Kräfte des Buddha (Bala).*) Die Vadschra Atchäriya, die jetzt 
in Ne paul fiingirende und dominirende Weltpriester sind, scheinen 
anfangs nur Upäsaka (Laienbruder) gewesen zu sein. Als der 
Atscharja Nagardschuna das Madlijamika-Systeni**) verbreitete; 



*) Dem Novizen werden bei seiner Aufnahme vom geistlichen Vater zehn 
Gebote (Da^a^ila) übergeben. Die zehn Arten von Sünden (Dugts-charitra oder 
schlechte Handlungen) gehören dem Leibe, der Zunge und dem Herzen an. Neben 
den zehn Tugenden (Erfüllung der zehn Gebote) werden die fünf Werke (Paut- 
schaflla) angeführt Die allgemeine Wesenliebe (Maitri) ist der positive Kern 
der buddhistischen Moral (s. Koeppen). Nach dem Dhammapadam (Fusstapfen 
des Gesetzes) ist Wachsamkeit der Weg der Unsterblichkeit, Trägheit der Weg 
des Todes. Bouchel hörte von einem Brahmanen, que c'etait par pure malice que 
les singes ne voulaieut point parier, weil sie fürchteten, zur Arbeit gezwungen 
zu werden. A la vue du missionnaire (P. Saignes) le serpent (d'une pagode) se 
dressa de la hauteur de deux coudees en poussant d'affreux sifflement (dans 
rinde). On avait coutume de lui offrir des agneaux, de la volaille et des 
oeufs qu'il devorait ä l'instant. Nach den Esthen können die Thiere reden, thun 
es aber nicht wegen der Bösartigkeit der Menschen (s. Willigerod). Die Wasser- 
geister heissen Nekkid (in Esthland). 

**) Naga, Stifter der Mahasanghika-Schule, heisst Lung (Drache) Siang- (Ele- 
phant) tschung, als Ta-ku-tschung (Parthei des grossen Königreichs) bei den fünf 
Sätzen (s. Wassil.jew). Ausser dem Sankhya-Lehrbuch des Kapila übersetzte Al- 
biruni das Yoga-System des Patandschali in das Arabische. Der Cuflsmus bildete 
sich seit dem XH. Jahrhdt. aus .Das Symbolum Athanasianum ist das Symbolum 
Quicunque (Quicuuque vult salvus esse in Bayern) der dritten ökumenischen 
Synode, in Gallien (VH. Jahrhdt.) anerkannt. Hitto ist ein böses Wesen (bei den 
Ishoren), Knippana Epithel des Waldgeistes, Sämsa ein Genius, der Bäume 
pflanzt (s. Sjögren). Der böse Geist Para (bjära im Schwedischen) trägt Milch 
im Ueberfluss zu (bei den Finnen). Die Familien Rosspik stammen aus der 
Provinz Roslagen bei Stockholm in Ingermanland (s. Sjögren). Viele finnische 
Bauern tragen shwedische adlige Familiennamen. Ingria in päpstlicher Bulle 
(Alexander's IH.), lugari von Ingaria (b. Heinr. Lett.). Tina als etruskischer Ju- 
piter, schleudert den Blitz (unter den Dii fulgurales). ^Juno (der Etrusker) heisst 
(b. Strabo) Cupra (Thilna). Varro leitet die etruskische Minerva von den Sa- 
binern. Nerthus (die Erde) war (nach Hofmann) von der Rundung genannt (weil 
Nartus auch Wurm und Tänzer bedeutet). Parthivi, als Erdgöttin (in den Vedas). 
Norci (Noreja), an der Niederung gelegen, stand im Gegensatz zu Torci (Taurisci). 
Nach Ilwof kamen die uorischen Tayrier aus der Krim. Noreja, als slavische 
Erdgöttin (s. Terstenjak), Primut, als slavischer Gott (in der Knytlinga-Saga). 
Zu Parva (Berg, sanscr.) stimmt das slowen. parm, methatetisch pram, durch 
Lautschwächung perm, prem, prim, daher die slovenischen Berg- und Höheunamen : 
Perm, Prera, Primsko, Permut, Primut, Primska gora u. s. w. (s. Tersteujak). 



156 Zweites Kapitel. 

erkannten ihn alle Schulen als ihren Herrn an (nach Taranatha). 
Ausser in Ali hat sich die Gottheit auch in einer Reihe von 
Ali's*) Nachkommen (den i2 Imamen) offenbart, bevor sie sich, 



From Asiah the soul gets tbe Nephesch or seal of the physical appetlte, froin 
Jezirah the Ruach the seal of the passions, from Briah, Neshamah or reason, from 
Aziluth it obstaius Chaiah, the principle of spiritual life (s. King) in der Ka- 
bala., Bei den Nen-Platouikern bekleidet sich die Seele im Herabsteigen aus den 
verschiedenen Planeten. Pliuius unterscheidet die ältere Schule der Chaldäer oder 
Magier (durch Zoroaster und Osthanes gestiftet) von der jüngeren des Moses und 
Jambres [Imbramus, der theuthische EFermes, in Brahma und Abram]. Die Etrusker 
führen die weibliche Linie in ihren Inschriften auf (s. Dennis). Die Lycier 
nannten sich (nach Ilerod.) mütterlicherseits Lydius ediderat Tyrrhenae gentis 
aruspex (Cicero). Feminae cum viris cubantibus sedentes coeuitabaut (und so in 
den Lectisternien). In Etrurien erwerben sich die Mädchen durch ihre Reize 
die Mitgift (Plautus). Mit dem Zwölf-Städtebuud nach Erbauung von Tarqui- 
uium durch Tarchon beginnt die Geschichte Etruriens (1044 a. d.) 

*) Mohamed erlaubte seinen Anhängern, Allah auch Rahman (Barmherziger 
oder Abraham, als Ab-Ram, der Vater der Höhe, zu nennen. Nach Sharistani 
folgten alle Könige Persiens der Religion Ibrahim's. Der früher von den Frauen 
auf dem Wirbel festgesteckte Haarkuoten hiess (im Westerwald) Schnatz (s. Schmidt). 
Hott, die oberste Schale von Nüssen (auch die Nisse in den Haaren), dient als 
Schimpfwort (Läus-Hott). Hottern wird von den reihenweis wühlenden Maulwürfen 
gebraucht (auch hotterig), hotten oder vorwärts gehen. Tott ist ein in kegeliger 
Spitze zusammengedrehtes Papier [wie Hütten der Hottentotten], totteln, stottern 
oder stammern (L. Schmidt). Unter den niederen Klassen Ceylons herrscht 
Vielmännerei. Brahma (zu Pushkara in Rajputana verehrt), hatte sich als 
Schildkröte und Eber incarnirt (wie später Vishnu). Fafnir weissagt sterbend. 
Nach Oberleitner ist Schweden über dem Mälar der eigentliche Stammort der 
Runensteine. Nach Pflzmaier stammen die Runen aus dem lateinischen Alphabet. 
Nach Krause wird das ^d'og jedes Stammes, jedes Volkes in seiner äusseren Ge- 
stalt und Erscheinung durch klimatische Verhältnisse, besondern Charakter, her- 
kömmliche Sitten , fromme Gebräuche bedingt. Was bei dem einen Volke 
gegen den bestehenden ro/«/<« ist, hat bei dem andern im Bereiche nationaler 
Sitten seine Stelle gefunden. Das Verhältniss des Anax zum Demos ist im All- 
gemeinen aristokratischer Natur. Menelaos will für Odysseus und seine Leute 
eine Stadt ausräumen. Siebzehn Tage und Nächte beweinen Sterbliche und 
Unsterbli(;he den Tod des Peliden (in der Odyssee). Das Bärengestirn hiess (nie- 
derländisch) Woenswagen (Wodans-WageiO- Von der günstigen Vorbedeutung 
in den Auguren wurde besonders der Adler in den römischen Zeichen bevorzugt 
bei den Legionen, die ausserdem den Eber, Wolf, Sphinx und andere Thiere 
führten, bis zu der Zeit des C. Marcius, der den Adler zum alleinigen Signum 
machte (nach Pliuiusj. Die Miijatschit (vor SchrecUea siuulos werden) genannte 



Peking. 157 

in einen blauen Mantel gehüllt^ in die Sonne zurückzog. Die 
Seele jedes Nasairiers, deren Se'cte (nach Braun), von Karmat 
(Haupt der Karmaten) gestiftet wurde (später im Gebirge zwischen 
Mittelmeer und Orontes), wird (wenn durch Wiedergeburt gereinigt 
in der Gemeinde) zu einem Stern am Himmel. Wie die Lotus- 
blume*) durch den Stengel das Wasser wieder hinauf einzieht, 



Aufregbarkeit der Jakuten (und Kamschadalen) ist durch Versrhwägerung und 
Vererbung auch auf die Russen übergegangen (s. Erman). Aehnlich der Scanto 
oder Spodento hei den sicilianischen Hirten (nach Swinburue). La cere'monie 
du de Than chü (en Aiinam) doit rattacher l'äme du mort. ä la famille par d'in- 
dissolubles liens (Bourchet). Les Thamou dites ou Thamou (des Pharaons) se 
sont maintenus meK-s ä leurs congeneres de la famille berbere (Aucapitaine). 

*) Das kleine sündenlose Haus des Höchsten, die Lotusblume, mitten im 
Leibe weilend (als Herz), darin ist ein feiner, schmerzeuloser Aether, was in dem 
wieder ruhet, das ist anzubeten, nach dem schwarzen Yajus-Veda (s. Weber). 
Padma Karpo (Lama du Bhoutau) fixe (XVL siecle) la date de l'e'poque oü 
naquit Bouddha ä 1058 a. d. Les ecrivains du septieme siecle adoptaient les 
dates 2420, 2146, 2133, 2137 a. d. pour Bouddh, mais ä present on adopte ä 
Lassa la date 835 a. d. La date des Chinois se rapporte ä un plus ancien 
Bouddha, appele Bouddhagan tang Khas-pa (Bouddha nn ancien et sage person- 
nage). Les Mougoles adopterent (XIII. siecle) IV'criture des Oigours. Perception 
is defined (in the Nyaya) to be the knowledge derived from the contact of the 
senses with their objects. To attain the chief end of mau (paramapurushartha) 
deliverance from evil can be reached only through knowledge of the truth (accor- 
ding to Gotama's Nyaya). Accordiug to the Nyaya birth is a calamity. Zanma 
(birtii) and pravritti (actiyity) are placed among evils. According to the orthodox 
Gotama (of the Niyaya) the only remedy for the perils of life is apavarga or the 
complete cessation of effort and activlty , and Separation from body aud miud. 
Rama, disgusted with the evils of life, pants after makti or emancipatiou. In 
the Yoga vasishtha (of Valmiki) the buddhistical terms of jara, maranam, trishna 
(for old age, death and desire) are used. By Karma or the merits of works are 
living creatures born, by Karma again they enter into dissolution. Pleasure, pain, 
fear, bliss, all proceed from Karma (according to the Bhagavata). D'apres le 
Ma-teng-kia-king le mot sanscrlt weitho (Vedas) signifies discours de science. 
Die Vorträge Buddha's über das System der buddhistischen Transceudeutal-Philo- 
sophie (Pradschua paramita) sind besonders an den allersubtilsten Doctor 'Subhuti 
gerichtet. Als Buddha (zum Unterricht seiner Mutter) in den Himmel der 33 
Götter (Trayastrim^ats) sich erhoben, Hess Praseuadschit (König von Kogala) durch 
seine wunderkräftigen Jünger ein Bild aus dem Ochsenkopf (Go^'ircha) genannten 
Sandelholz schnitzen. Ein anderes heiliges Bild wurde für König Vatsa üdäjana 
von Kau^ämbi angefertigt. Bei Buddha's Rückkunft er"hielt es die Verheissung, 



j^58 Zweites Kapitel. 

ebenso ziehe der Yogin in den Zustand der Andacht versunken, 
die Luft (vayum) ein (heisst es* im Dhyänavindu-Upanishad des 
Atharvan). Die halbe Matra (des Lautes aum, der 3'/2 Mäträ 
hat) als Seil ausstreckend, während die Lotusblume (im Nabel) 
der Brunnen ist, ziehe er die Luft ein mittelst des Stengels und 
bringe sie zwischen die beiden Augenbrauen (an der Nasenwurzel) 
zur Ruhe. Zwischen den beiden Brauen aber ist die Stirne, in 
der Nase aber an der Wurzel erkenne er den Sitz des Unsterb- 
lichen (Brahm), den grossen Ruheort des Alls (s. Weber). 

Alle empfindenden Wesen werden von ihrer Geburt an durch 
das Vergnügen zufrieden gestellt, durch den Schmerz in ihrem 
Dasein gestört (nach Epikur).*) Die höheren Wesen der Götter 



dass es dem Nordlande Heil brijgen werde (s. Koeppen). 11 fit sculpter une 
tete de boeuf eu bois de saiital (s. Fabian). Die sechs Irrlehrer Tirthyas 
(die Buddha besiegte) gehörten dtn Lokayatika, sowie den Nirgranthas an. Die 
tibetischen Kothmiitzen werden von ihren Gegnern als Bekeniier Devadatta's be- 
zeichnet. Nach dem Dabehurlik Erdeni that der erhabene Devadatta dem wahrhaft 
erschienenen Buddha nur darum üebel an, um ihn desto mehr zu verherrliclien. 
When Fuen-Vic-Couil (Fingall) ate the flrst piece of tlie Salmon, he fried for the 
giant, he obtained the knowledge of future events (according to irish lere). 
Brahma-roi , actuellement dominatenr des cieux de la deuxieme conteniplation, 
devieudra, ä la consommation des siecles, que doit durer son existence divine, 
seigueur du Savalokadhatou, grand Brahma-roi, ä la tete oruee du Sikhi on 
tubercule divin, souverain de grand chiliocosme. 

*) Epikur (dessen indolentia der Nevritti entspricht) weist der in der Ruhe 
bestehenden Lust (xaraaTrjfiaTtHi] ^Sovj] , dra^a^ia y.al aTiovia) den Rang des 
-höchsten Gutes an. Aristipp setzt die Lust nur in die Geoiüthsbeweguiigen. 
Nicol. Dam. sah die Selbstverbrennung des Brahmanen Zamanos Chegau in Bar- 
gosa (Haroche). Die Preussen wunderten sich anfangs über die Massen, wie 
Jemand einem Abwesenden durch Briefe könne seine Meinung zu verstehen geben 
(Duisburg). Der Vornehme wird es (nach den Preussen) auch nach der Auf- 
erstehung sein, und die deslialb mit ihm (wie mit dem Geringen die seinigen) 
verbrannten Sachen wieder mit ihm auferstehen und wie früher dienen (Duis- 
burg) 132(j. Die Preussen entsagten (1249) dem als Gott verehrten Curche und 
den Visionären (Tilnssonen und Linguschouen), die die Todten auf seinem Rosse 
mit einem verzierten Degen in der Hand zum Himmel fahren sahen. Die Russen 
heissen bei den Letten (in Livland und Kurland) Kreewi. Die Budlasa (gericht- 
liche Vorladung) geschah (in Schweden) durch den Rotschaftsstab (s. Stiernhöck). 
Vor der Empörung circulirte (1609) zwischen Ostjäken und Wogulen ein Pfeil 
(mit eingeschnittenem Götzen). Der Cruwe oder (uacli Grünau) Cyrwaite sandte 



Peking. 159 

leben (mit durchsichtigem Scheiuleib bekleidet) in dem Zwischen- 
räume zwischen den Welten in ewig vollkommener Glückseligkeit 
und Unthätigkeit. Wer sich nicht rächt^ ist nicht gerecht (wird 
nicht geheiligt), heisst es im Sprichwort der Morlakeu.*) Im 
Illyrischen bedeutet Osveta Rache und Heiligung zugleich (s. Fortis). 



seinen Stab als Botschaft. The soul on its departure from the body liad to pass 
through the regions of the Seven Powers, which it cannot do unless fully ini- 
pregnated wilh knowledge (Guosis) , otherwise it is seized and swallowed up by 
the dragon fornied rnler of thls world and is voided through liis tail back agaiii 
upon earth, whore it aniniates a swine or other brnte, and repeats it career once. 
more. But if filled with knowledge it escapes the Seven Powers , trauiples upon 
the head of Sabaoth (of whom they say he has the hair of a woaiau) and ascends 
to the eight heaven the abode of ßarbelo, the universal Mother (s. King). Nach 
dem Evangelium St. Philip hatte der Todte den Gewalten zn beweisen , dass er 
sich allseitig gesammelt hatte (durch völlige Enthaltsamkeit), oder musste, wenn 
Nachkommen zurückgeblieben waren, warten, bis er sie wieder angezogen hatte. 
Elias (obwohl keusch) wurde im Thor des Himmels zurückgewiesen , da eine 
Dämonin aus dem ihm entfallenen Samen Kinder gebildet hatte. Die Priester- 
schaft des Belinus oder Tibelinus, als Tifel (nach Masius) oder böse Gottheit, 
erbte (nach Ausonins) in einer druidischen Familie fort. Der im Schaum- 
burgischen von den Mähern angerufene Woold (s. Kreussler) heisst Häwenhüne 
(Himmelsriese). Als die Pagoden des Abgottes Hercules bei Jettenburg zerstört 
(durch Karl M.), verehrte der Graf von Arnum (in Arnd) Sonne und Mond (mit 
Schweine-Opfern). Wenn die Bauern nicht gethan haben, was man ihnen geboten, 
so hat man den Leuten das Feuer ausgegossen, oder sie gefänglich eingezogen 
(im Amt Trittau) 1561. Montaigne sah (15SU) neben der (vor 100 Jahren ent- 
weihten) Hostie (als Beweis der Transsubstantiation) ein fleischfarbenes Stück 
(nn lopin de rougeur de eher). 

*) Die morlakischen Hexen nehmen den Kühen die Milch weg und essen 
gebratene Herzen (s. Fortis). Den von den Zauberinnen (Vjestizc) angerichteten 
Schaden heilen (bei den Moriachen) die Bahornize. Wer zweifelt, hat es mit 
Beiden zu thun. Die Morlaken (Mohr-Ulassen) nennen sich (na<-h Fortis) Ulassen 
(vom Meer her). „Die geographischen Namen der lateinischen Schriftsteller zeigen, 
dass schon zur Zeit der römischen Republik die slavonische Sprache in lUyrien 
galt (Promona, Stlupi, Uscaua, Carpatius, Dardani, Zagora, Jadera u. s. w.)." Der 
Morlache rechnet den Rest der Nation in die Klasse der Bodolo (Pudel), be- 
sonders die am Kanal von Zara und auf den grösseren Inseln Wohnenden. Die 
Freunde; die am Altar geweiht werden, nennen sich (bei den Morlachen) Pro- 
batimi, die Freundinnen Posestrime (Halbbrüder und Halbschwestern), ähnlich den 
Fratelli guirati in Italien. Die Moriachen durchschneiden dem Vampyr (Vudko- 
dlak) die Kniekehlen, uud ein Sterbender verlangt es oft von seinen Erben, weil 
er die Lust voraussieht, das Blut der Kiuder zu saugen. Die früher Varaler 



160 Zweites Kapitel. 

Auf die Frage des Königs von Sägal (wben water is boiled, 
it makes a uoise, as if it said chicbita^ cliitichita, is this on ac- 
coimt of tbe sufterings endured by living beings, who are in 
tbe water '?) antwortete Nägasena: „Tbe water is not alive, nor 
in tbe water is tbere any tbing tbat is alive/^ und auf den Ein- 
wand: „But tbe seeptics say, tbat tbere is life*) in tbe water, 



genannten Ardejer, die am Flusse Maro wohnten, neben Daorisier und Pleoejer, 
wurden durch die Römer vom Meer in's Gebirge getrieben (Strabo). Italiener- 
Treue (Lanzmanzvaviro) gilt als Bezeichnung der Unredlichkeit bei den Moriachen. 
Paramutz (bei den Slawen) trug ein Gesicht auf der Brust. Memel, als Rupeda, 
■von ruba oder Grenze (lith). In Schamaitien verehrte man serpentes (s. Psendo- 
Guagnini), Givojitos patria lingua dictos, tanquam Peuates. Serpentem quadru- 
pedem siib nomine Givosit divino houore prosequuutur (Counor) die Lithauer. 
Protrimpos oder (nach Strykorski) Patrimpos wurde in Romowe verehrt. Willebrod 
zerstörte (in Walchern) die Statue Wodan's (s. Eyndius). Mercury, the giaut, that 
is Woden, the god, erfand die Buchstaben (s. Kemble). Nach dem Siege über die 
Thüringer opferten die Sachsen einer Gottheit nomine Martern effigie columpua- 
rum imitantes Ilerculem, loco Solem, quem Graeci appellant Appollinem (Widu- 
kiud). Die angelsächsicheu Priester (zur Heidenzeit) durften nur Stuten reiten 
und keine Waffe führen (Beda). Gerion, moustruo de tres cuerpos que alimen- 
taba sus bueyes cou carne humana, ediflco un castillo enfrente de Cadiz, y le 
dio el nombre de Gerondo, despues de haber subyugado ä los Espanoles (Chri- 
stobal. Fernandez). El rey Abides, libertado muchos vezes de un modo prodigioso 
de la saiia y persecucion de su äbuelo Gargoris, y heredando su Corona, se 
propuso reuuir ä los Espanoles en sociedad. Darius verlangte von den Char- 
tbagern, dass sie, die Menschenopfer unterlassend, die Todten verbrennen, statt 
sie begraben sollten (s. Justin). Der Erde wurde geopfert. 

*) Karma includes both Kusala and Aknsala (merit and demerit), It is that, which 
Controls the destiny of all sentient beings, nach buddhistischer Ontologie (Hardy). 
The reward of good actions is received by the deceased parents, but the reward 
of evil actions is not, weil (wie Nägasena erklärt) the reward of merit may be di- 
vided and a portion of It imparted to another, but that of demerit cannot. Demerit 
nn account of its littleness cannot be received by another, whilst merit, because 
of its greatness, admits of participation (Hardy). The crime is committed (nach dem 
Sadharmmarat nakara) not only, when life is actually taken, but also when there is 
the iudulgence of hatred or anger (s. Hardy). In der südlich von Herthum lie- 
genden Holzung Mahle befand sich ehedem eine s. g. Hexenpfütze, ein alter ge- 
grabener Brunnen, zu welchem ein Hexenpfad genannter Weg führte (J.H.Müller). 
Die bei Nordheim gefundenen Stirnzapfen eines Bos priscus scheint (nach von 
Seebach) durch Menschenhand abgeschnitten. Quaud l'äme est uue fois tomb^e 
dans raltcrnative de la vie et de la mort, st eile veut obtenir la doctrine, eile 



Peking. 161 

they tlierefore forago tlie use of cold water and use it only, 
when it is warni;" weiter : „It is an account of the fierceness of 
tlie fire alone, that these noises are heard" (Hardy). Die Gottes- 
kiiider genannten Schwärmer (in Norwegen) predigen mit lest 
znsammengepressten Augenlidern, lieisse Zährenströme ver- 
giessend, unter convulsivischen Zuckungen (s. Etzel) und eigen- 
thümlichem Klang der Stimme. Den Leib in die Erde, die Welt 
ist zu schlimm für dich, sangen die Tater an der Grube, worin 
sie Alte begraben (s. Etzel).*) Nach dem Lütticher Mönch 



doit interrompre l'amour et eteindre et snppriuier les passions et les desirs, nach 
den chinesischen Buddhisten (Klaproth). A man from one lamp's lights another 
lamp, without by so doing to exstinguish the light of the first lamp (erklärt Na- 
gasena). In like manner the Kaya (the body, put as a synonyme for dtma- 
bhawa), though it does not pass away from the place, where it is, is neverthe- 
less prodiiced in another place (Hardy). The wind causes fowls to conceive 
(nach buddhistischer Ontologie) and the sotind of rain has the same eflfect npon 
cranes (Hardy). According to the Nyaya-system the distinct sorts of body are 
1) ungenerated, as the gods and demigods ; '2) uterine or viviparous; 3) oviparous; 
4) engendered in fllth, as Worms, nits, maggots etc.; 5) vegetative or germina- 
ting (Colebrooke). The sceptics thaught, that some living thiugs are generated 
from fire, as the cricket of the hearth, some from stagnant water, as the gnats, 
some from sour wine, as scripes, some from slime, as frogs, some from mould, 
as worms, some from ashes, as beetles, some from plants, as caterpillars, some 
from fruits, as maggots, and some from putrifled flesh, as bees from cattle and 
wasps from horses (Hardy). Wenn der Königsstuhl (in Corveischen Feldgerichten) 
zu messen war, wurde von den Frohnboten und jedem der Freirichter eine Hand 
voll Asche, ein Kolben (Klump Erde) und ein Stück Ziegelstein geworfen. Wurde 
ein Freirifhter von dem (bis Heinrich des Löwen Zeit fortdauernden) Feldgericht 
einer schlechten Handlung überwiesen, so musste er vierfache Strafe zahlen. 
*) Manius (Mania, als Larenmutter der Etrurier), qui mane natus (Varro) 
von manare (Festus) oder (bei Servius) manum (gut) euphemistisch. Kruup unner, 
kruup unner, de Welt is di gram. Waren die Warnungen des heimlichen Gerichts 
(bei Wölpe im Braunschweigischen) vergeblich gewesen, so mussten Alle unter 
dem Himmel erscheinen. Dann kamen die Richter und Schoppen mit ihren 
Stricken zn ihnen, gingen dreimal im Kreis herum und sprachen: Wer ein 
frommer Mann ist. der sitze still. Wer sich nun einer Missethat schuldig ge- 
wusst, der hat wohl aufstehen und daven gehen mögen, und durfte ihm Niemand 
folgen; dann hat er aber damit sein Gut verwirkt; bleibt er aber sitzen und 
Richter oder Schoppen kommen zum dritten Mal, so werfen sie ihm den Strick 
um den Hals und henken ihn an dem nächsten, dazu bestimmten Baume. Es 
weiss aber Niemand, wer unter den Schoppen der Nachrichter ist, darum darf 
Bastian, Reise. VI. 11 



;l^ß2 Zweites Kapitel. 

kamen riesenhafte Weiber ans Ungarn nach Deutschland (1369), 
die sich entkleideten und mit Ruthen oder scharfen Geissein 
schlugen, geistliche Lieder singend.*) Die siamesischen Mön- 



und kann man es ancb Niemand aufrücken und zumessen. Wie die Juristen den 
Hexenprocess veranlasst haben sollen, so das Institut der Leibeigensehaft (Ratjen). 
Die Juristen von Mevius und Balthaser wandten einzelne Stellen des römischen 
Rechts über die Interdicte auf die Leibeigenen an, indem sie diese, als an den 
Boden gefesselt, zu den unbeweglichen Sachen rechneten. Nicht minder folgerten 
sie aus dem römischen Colonat auf die deutsche Leibeigenschaft" (Vorschlag zur 
Ä.ufhebung in Schleswig und Holstein (1656). Jede der Töverschen oder Zaube- 
rinnen (Ordell is de straffe des Vueres) in Heiligenhofen (s. Brinkmann) hatte 
ihren Abgott (Bliff-dar-nicht , Caisches, Lucifer, Saturnus) 1578 — 1583. Im ger- 
manischen Krieg durchbrach Tiberius die Grenzwälle (aperit limites). Die Stein- 
wälle der Oberlausitz sind an vielen Stellen verglast oder verschlackt (s. Schuster). 
Der Gratenberg heisst (XVI, Jahrhdt.) Teut (Peucker). Qnando Saturni Stella 
quam Graeci <Pau'ovra quasi lucidam, ipsi Nvy.rovQov seu noctis custodem ap- 
pellant, in Taurum ingreditur, quod trigesimo quoque fit anno, wird auf der 
jenseits des cronischen Meeres von Britannia aus (nach den Carthagern) beschifften 
Gegenerde von denen , die Hercules und neben ihm Saturn verehren, ein Fest 
gefeiert (s. Plutarchj. Wegen des gegenseitigen Hasses der Götzen kam es bei 
den Wenden selten zum Schwur, da wer beim Schwur einen Gott anriefe, damit 
einen andern abschwöre (s. Wigger). Radigast oder Radihast wird (Mater Ver- 
borum) mit Mercur verglichen (als Zuasarici). Gerowst wurde in Wolgast ver- 
ehrt, Prowe im Oldenburger Lande (im Eichenhaine), dessen Priester mit dem 
König richteten. Goderac war Gott der Kiziner (in Mecklenburg) zu Kessln. 
*) In honour of Anna Perenna (Dido's sister) who had placed herseif as 
Nymph nnder the waters of the river Mumicius , the Romans celebrated (with 
iudecent dances) festivals for long life (annare et perennare). Anna Purna devi 
er the goddess of abundant (purna) food (anna) is represented (at Benares) with 
füll breasts, feeding the Infant Seva with a golden ladle. Of the three Assoras, 
which Soandu Comaura conquered, the eldest divided himself into two parts under 
two different shapes, as the peacock, serving to ride on, and the fowl, forming 
bis Standard. In Gerhwal (in Kumaon) the superstition of Bedh Hona (becoming 
a mark to) exists, as where a new house becomes a prominent object, the 
houses overlooked are Struck (bedh luga) and cause their inmates to sick and die. 
In cases of flts, the devil is driven out (in Kumaon) either by flogging the pos- 
sessed with nettles er by fumigation with some horrible odour (s. Trail). Accor- 
ding to the Irish sneezing is caused by some of the aerial spirits attempting to 
effect on entrance into the body, which can ouly be prevented by pronouncing 
a blessing on the person thus affected. The scottish Water-Kelpie often takes 
the form of a horse. Some of the Pretta (spirits) live (according to the Milinda) 
on the outskirts of the country of Racha Khalia (Raja Gahu) and other in the 



Peking. 163 

che*) müssen sich messiDgener (statt eiserner) Rasirmesser be- 
dienen. 



Wide ocean (half under water). The third kind abide in the submarine palace 
of Wimane Kapret, the fourth on an island the fifth are Devatas (or happy 
spirits) while the moon is on the increase, and evil spirits on the waue, the 
sixth are devils during the increase and Devatas during the wane , the seveuth 
are happy duiing the day aud miserable duriug the night. Chalatahana con- 
ceived by drinking the water, which was used by the holy priests Asucha Pana 
or Isi Lengkha Tapana for bis absolutions. A cow drinking of bis urine brought 
forth a raonstre (resembling the Richis) with a front of horns (performing wonder- 
ful thiugs among mankind). According to Fuh's Instruction to the disciple Onan, 
the male childreu turn (in the 9th month), to the left (in the womb) and the female 
children turn to the night. Airi, the ghost of a person killed in hunting, is belie- 
ved to haunt the forests (of Kumaon), in which the accident may have occurred 
and is heard from time to time hallowing to its dogs (Trail). The Acheri or 
fairy (the ghosts of young children) cast their spells (Chaya) to make children 
sick (in Kumaon). The word brou, which in Tibet, corresponds to the Marong 
of the Siamese (in the Zodiacal names of the yearly circles) siegnifies thunder, 
meaning the fabulous animal, which causes the eclipses of the sun and moon by 
eating parts of them. 

*) When Buddha went abroad with bis attendant Ananda that he might 
bless the world, he appeared like the füll moon, accompauied by the planet 
(Jupiter) Guru (according to the Sadharmmalankare). Buddha is called a moon 
to the three worlds. Having beeu cursed by his father-in-law , the moon was 
pardoned on the intercession of his wives. But not being able to recall his 
words, he could only mitigate the sentence, sayiug: „Thou shalt not die, but 
shalt alternately increase or deerease in perpetual rotation" (in India). The 
fixed Stars are styled (in the Hindu-Shastras) Nakshatraloka, that is, a race of 
celestial beings, who are supposed to come down, and be born again in human 
frames. after a flxed period of their airy residence. By the breathing of Kurma 
Kaja (the king of tortoises) on whose back the mountain Mandara was supported 
at the churning of the ocean, the water began to flow aud ebb. Buddha is the 
Participle of the root budh (meaning: sciens). Bauddhya (in Guua) is the noun 
(sciencia). Bodhi is the adjective, joined in the word Bodhisattwa, as the being 
kuowing by excellence. Gautama's golden cup, when (being thrown in the river) 
Struck the golden cups of the last three Buddhas, the Naga king (hearing the 
noise) said : „Yesterday there was one Boodh, to-day there is another" and 
(arising from his sleeping place) repeated stauzas in graise to the Boodh (according 
to the Malalengara-Woattoo). When Maha-Nat (on the Elephant Goremaygala) 
with his army of warriors approached the Banyan-tree, the Naga-kiug disappeared 
in the earth and covering his face with both hands went to sleep, the king of 
Tawadeingtha (swinging his shell, in which he had blown the praises, of Buddha, 

n* 



164 Zweites Kapitel. 

Der Urgrund des wirkliehen Daseins *) ist Sein und Thun, 
ruhender Stoff und bewegende Kraft des (durch die Erde oder 



over bis Shoulder) fled to the edge of the world, the Brahraan-king (holding the 
white iimbrella by the end of the handle, as if still over the priest) made oflf 
directly to his own country and the Nats all fled. Buddha, left alone arnied 
himself with the ten virtues and (the earth having born witness to the ofiferings 
made only in the State Wathandria) defeated the army. Then the Nats shouted 
victory to the Nagas, the Nagas to the Galongs and the Galongs to the Brahmans 
and all assembled to sing praises. Under a Leuluntree, Gautama enjoyed him- 
self with the prospect of annihilation. Of the two sons (Gotama and Bhara- 
dhwaja) of Karna, king of Potala, Gotama, accused of the murder of a harlot, 
was unjustly impaled, and Baradhwaja followed his father (according to the Ka- 
gyur). As he dies without issue , the twoo sons of Gotama (born in a preter- 
natnral manner) inherit and their desrendants are called by different names (An- 
girasa, Surya Vansa, Gautam;- , Jkshwaku). When Amba gave the kingdom of 
Benares to Santa (the son of a low cast wife) the four princes of the ükkaka- 
race emigrated (with their sisters) to found the town of Kapilawastu (Kim- 
bulwat). 

*) Tschuhi sucht aus der Zweiheit den Handlungen des Sein, eine frühere 
Einheit dadurch zu entwickeln, dass er die Urkraft aus der nebengeordneten 
Stellung zur Urmaterie höher hinaufrückt zu einer übergeordneten. Zuerst ist 
die ürkraft, dann, aus ihr, der ürstoff. Das Absolute oder Taiky (die Urkraft 
oder Ly) ward bewegt, und es entstand das bewegende Princip (Yang), sie ward 
ruhig, und es ward das ruhende Princip (Yn). Aus dem Taiky (den höchsten 
Spitze) entstehen alle lebenden Wesen , alle leben durch dieselbe. Das ICins ist 
der Lebensgrund , das Zwei die Ursache des Werdens. Yn (Zurückgehen und 
Beginnen) und Yang (Vorwärtschreiten und Vollenden), durch den Gürtel des 
Paiking eingeschlossen, bilden die Tao (Ordnung). Der Himmel Tien, als der 
vorzugsweise göttliche Urgrund, wird gewöhnlich Schang-ti (der erhabene Herrscher, 
der höchste Herr) genannt. Der Begriff der Urkraft kann nicht definirt werden. 
Der Himmel ist unbeschränkt erkennend (tsong-ming). Die Geister der Ahnen- 
halle sind Zeugen von Allem. Des Menschen Schicksale hängen nach Confutse 
von seinem freien Thun ab. Die alten Kaiser schon schrieben die Verehrung der 
Geister vor, besonders die der Ahnen, und stellten besondere Beamte für die 
Besorgung des Cultus an. Alle Menschen sind von Natur durchaus gut, und 
Tugend und Frömmigkeit entspringen ans der menschlichen Natur ganz von selbst, 
ohne Absicht und Anstrengung. Der Mensch kann nicht anders, als das Gute 
lieben. Nach Kongtse hat der Mensch freien Willen und ist verantwortlich. Da 
die Tugend, nach Meng-tse, auf dem Bewusstsein ruht, und die Erkenntniss des 
Wahren manchem Menschen etwas schwer wird, so kann er, wenn er nicht sorg- 
fältig ist, irren, und die irrende Erkenntniss bewirkt dann auch die irrende That 
und das Bewusstsein verwirrt sich inimerniehr. Tschuhi (dem das bewegende 



Peking. 165 

die versinnlicliten) Yn (der Urstoff, das ruhende, passive Sein), 
das durch die gebrochene und schwarze Linie in den Kua dar- 
gestellt wird, und des (durch den Himmel und den Vater ver- 
sinnlichten) Yang (die Urkraft, das bewegende, active Sein), 
das durch die ungebrochene und weisse Linie dargestellt wird. 
Nach den Saturnsdienern im Norden stammt die ipvxr] vom Mond, 
der vovg von der Sonne. Durch Demeter (mit dem irdischen 
Hermes) vom Körper getrennt steigt die gereinigte Seele (im 
Schatten der Erde) während der Eclipsen zum Monde auf, 
dessen schreckliches Gesicht die noch Ungereinigten zurück- 
scheucht. Die im Monde weilenden Guten wachen (in dcui^iovsg 
verwandelt) über die Menschenangelegenheiten und geben Orakel, 
bis sie gänzlich absorbirt werden (in träumerischer Existenz, 
aber bei Fehltritten neu eingekörpert).*) Leidenschaftliche Seelen 



Princip das Gute, das ruhende das Böse ist) .»^chliesst die Freiheit des mensch- 
lichen Willens (den er nicht von den Natiirdingen unterscheidet) aus. Wenn die 
Tugend herrscht (nach Kitse im 12. Jahrhdt. a. d.), so kommt der Regen zur 
rechten Zeit, wenn gut regiert wird, so ist das Wetter heiter; wenn die Sünde 
herrscht, so regnet es ohne Ende oder tritt Dürre ein. Confutse schweigt über 
die Unsterblichkeit, aber später stellte man wenigstens für die Tugendhaften ein 
künftiges Leben als einen Lohn, und für die Kaiser als ein Recht hin. Die 
Ahnen sorgen als Schutzgeister, für die Ihrigen und es wird mit ihnen durch An- 
rufungen und Spenden ein enger Verkehr unterhalten. Wenn ihr meinem Willen 
nicht gehorcht (sagt ein Kaiser des 14. Jahrhdt. a. d.), so wird unser alter Herr 
(ein früherer Kaiser) euch strafen. Eure Vorfahren werden euch verlassen. In 
China wird durch die Sünde nicht eine persönliche Gottheit beleidigt, sondern 
die allgemeine, unpersönliche Weltharmouie. 

*) Die Lamas haben den Tag, an dem die heidnischen Leptchas dem Geiste 
des Kintschindschanga opferten, als öffentlichen Festtag in ganz Sikkhim aner- 
kannt. Kartikeya (whose germ was nourished in the Ganges) having been 
nursed by 6 females (as son of Siva), slew the giant Tarika. According to Ba- 
nyezid Ansauri (Piri Tawreek or apostle of darkness) founder of the Rosheniah 
or lUuminati (in Afghanistan), the great mauifestations of divinity ar Pirs or 
religious teachers, who are forms of divinity or rather the deity himself. Als 
der Mond, von den Nakschatra bei Daksha % erklagt (weil er nur der Rohini oder 
Aldebaran beiwohnte), die Schwindsucht angeflucht erhielt, verdarben mit seinem 
Verschwinden alle Pflanzen und Thiere, bis er, durch Baden in Saraswati für 
einen halben Monat erfrischt, sie mit neuer Kraft durchgoss. Als Indra, nachdem 
er wegen des Mordes Wertra'a, des siegreichen Asnren (mit dem er Frieden ge- 
schlossen), geflohen und sich in einem Lotosstengel im Wasser verborgen, durch 



166 Zweites Kapitel. 



wandern in der Zwischenzeit in den» mittleren Raum und (als 
Tityi oder Typhoues) stören die Orakel (wie Typhon in Delphi). 



das Pferdeopfer der Rishi von der Blutschuld gesühnt war, nahm er seinen von 
König Nahuscha, der zur Schlange verflucht war, becetzten Thron wieder ein. 
Das Feuer ist aus Wasser geboren, wie die Kshatryer von Brahmaneru. Die 
sieben Hishi sind (im Bären oder Rikscha) am Himmel zu sehen, wo sie den 
Wagen des (als Drache herausstürzenden Nahuscha ziehen), drei an der Deichsel, 
zwei auf jeder Seite (s. Holtzmatin). The Bhotans, whose inroads into Assum 
are now checked by the Abors, obey one temporal and oue spiritual chief If the 
Mismis come down to Assam they worship the large Caoutschuk trees. The good 
principle, adored, besides the bad principle or Poetgoet, in Tana Boemboe, is 
called Batara and lives on the mountain Haulau-Halau. The inhabitants of the 
Mentawei-islauds adore an evil spirit, whom they call Sinetoe. The inscription 
of Patoe-tulis refers (955) to processions of the Lord of the kingdom Pakoean 
Padjadjavan. On the tombs of the Batas stand figures in attitudes of guardians 
with arms in their hands. The people of Nyas declare the rain to be tears of 
a god above, who in thunder is angry with the god below. The regalia of 
England consist of 1) St. Edwards staff, 2) the Sceptre with the dove, 3) the 
Sceptre with the cross, 4) the queen's ivory Sceptre, 5) the queens Sceptre with 
the cross, 6) a pointless sword of mercy, 7) the two other swords of State, 8) the 
Supertuuica, 9) the inner-dress, 10) the Surcoat of Crimson Satin, 11) the open 
Pall, 12) the AmpuUa and golden Eagle, 13) the Orb with the cross, 14) the 
king's golden spurs, 15) the hose, 16) the Armilla or bracelets, 17) the Sandais, 
18) the Spoon for the oil, 19) the queen's Ring, 20) the king's ring, 21) St. Ed- 
wards crown, 22) the queen's crowu, 23) Imperial State crown of Queen Victoria, 
24) the queens circle. Madhava, after stating, who bis father, mother and brothers 
were, what Sakha he foUowed, what Sutra he had adopted, added hat bis family des- 
cended from Bharadvraya. According to Asvalayana mariage takes place with per- 
sons, who have not the same Pravara, that is, who do not invoke the same Rishis, 
as their aucestors. According to Apastamba marriage in the same gotra (family) 
are forbidden. The name of Charana applies to those ideal successions or fellow- 
ships, to which all belonged, who read the name Säkhä. Gotra (or Kula) or fa- 
milies existed among Kshatryas and Vaisyas, as well as among Brahmans. Cha- 
ranas were couflued to the priestley caste. Gotras depeuded on a real or ima- 
ginary Community of blood and thus correspond to families. Charanas depended 
on a Community of sacred texts. They were the living depositaries of the most 
sacred heir-looms and with the exstiuction of a Charana, the words which were 
believed to be the breath of God, would have been lost without the hope of 
recovery. Members of different Gotras might belong to the same Charana. Wben 
a member of a Gotra became the founder of a new Charana, the new Charana 
might bear the name of its founder and thus became synonymous, but not iden- 
tical with a Gotra. All Brahmanic families, who keep a sacred Are, are suppo- 



Peking. 167 

Da die theorematischeu Träume sogleich iu Erfüllimg*) gehen, 
bedürfen (nach Artemidorus) nur die allegorischen einer Aus- 
legung (Büschenschütz), Sei gegrüsst, neuer Mond, dass du alt 
werdest und ich jung bleibe (bei den Esthen),**) als Begrüssung 

sed to descend from the Seven Richis (Bhrigu, Angiras, Visvamitbra, Vasishtha, 
Kasyapa, Atri, Agasti). The real ancestors however are eight (Janiadagni, Gau- 
tama and Bharadvaja, Visvamitbra, Vasishtha, Kasyapa, Atri, Agasti). The eight 
Gotras, which descend from the Richis, are again subdivised into 49 Gotras and 
tbese branch off into a farther number. Die Kounama (ShanguUa oder Baza) ver- 
ehren Anna als höchstes Wesen (Halevy). Die Seele (Achilma) geht beim Tode 
nach dem Sennaar. 

*) Above the lunar constellations (according to the Puranas is the planet 
Budha (Mercury). Then follows Siikra (Venus) and then Mangola or Angaraka 
(Mars). Still above is Vrihaspati (Jupiter), the flrst of gods, and farther above 
Sani (Saturn). Above is Ursa Major (the sphere of the seven Rishis) and still 
above is Dhruva (the polar-star). Above is the sphere of Mahar-loka (where they 
dwell one kalpa or day of Brahma) then follows Jana-loka (the dwelling of the 
pureminded sons of Brahma), then Tapo-loka (the sphere of penances of the 
Vaibhrajao, inconsumable by Are) and then follows Satya-loka (the sphere of 
truth, whose inhabitants never die). Tempore Gasnevidarum regem quendam 
Buddhae addictum ipsam urbem Benares possedisse docet inscriptio (1021 p. d), 
regis Gaudae (Bhnpalae) filios Sthirapalam et Mandapalam obeliscum in honore 
Buddhae erexisse. Selon l'Abhinichkramana sutra, Rahula (Als de Sakya) <?tait ainsi 
nommt? parce qu'il etait venu au monde an moment d'une eclipse de lune (chef 
d'une des premieres sectes qui se formerent des la mort de Sakyamuni). In the 
flrst quarter of the Treta Yuga, the daughters of Daksha were born, of whom he 
gave 27 to the moon, who became the 27 lunar Asterisms. From this union 
were born the 4 planets, Mercury or Rohiiii (therefore called Rohineya), Venus 
(Magheba) or Magha, Mars (Ashadhababa) or Ashadha, Jupiter (Purvaphalguni- 
baba) or Purvaphalguni. Saturn originated from the shadow of the earth at the 
time of the churning of the ocean or the war between Gods and giants. Accor- 
ding to the Vedas the sun is born of fire, in which he enters at setting and is 
reproduced every morning. Dodnnaeum Jovem etiam Bodonaeum appelarunt 
(Steph. Byz.). Selon Pausanias, il y avait un autel de Baut^s dans l'antique 
sanctaaire d'Erecht^e ä Athenes, et on ne sacrifiait rien de vivants sur l'autel 
du parvis (du grand Jupiter). Bauta (!tait un hardi navigateur, qui avait voyag^ 
par toute la terre. Tsi-tien (the vomitor) vomited up the, statue of Buddha, wan- 
ting one leg, as the strength of vomiting failed. Kinling or Chang-yu in pain- 
ting two dragons on the wall, did not touch the centre of the eye, because the 
dragon would live and destroy the world. 

**) Die Insel Dagoe hiess von den heiligen Hainen (Hio) Hio Maa (Hain- 
land). Kou murristab, der Altvater, donnerte (bei den Estheii). Der jüngste 



168 Zweites Kapitel 

des neuen Mondes. Bei Mondfinsternissen*) lärmen die Chinesen 
um den Drachen zu verscheuchen. Nach Tsing-lai ist der Himmel 



Sohn erhielt die liegenden Gründe (hei den Esthen). Störkodr war ein 
Esthe (nach Saxo). Als während des Aufenthalts des Missionar Dietrich in 
Esthen eine Sonnenflnsterniss stattfand, wurde er beschuldigt, die Sonne zu 
fressen, und seilte geopfert werden. Die königliche Salbung wurde in Con- 
stantiuopel durch die Lateiner eingeführt, indem Constantin Manasses von der 
Carl Martell's als einer jüdisch fremdartigen und sonderbaren Ceremonie spricht. 
The Baboon, Cynocephalus, denotes the Moon, because he has a certaiu sym- 
pathy with that himinary and during her dark quarter sits without eatiug, 
his eyes flxed upon the ground, as though mourning for her loss. Also he 
denotes the priesthood, beiug by nature circumcised and abhorriug fish and 
fishermen (nach Horapollo). Der Mithra- und der Serapisdienst bildeten de Re- 
ligion des römischen Kaiserreiches. Commodus wurde in die Mithraica ein- 
geweiht (nach Lampridlus). Mithra, als Führer der Amschaspands (mit Ormuzd) 
in der Sonne. Im Anfang des XV'llI. Jahrhdt. war unter den Hirten der Mor- 
laken das in Venedig mit cyrillianisrh-bosnischeu Characteren gebrauchte Buch 
Di'vkovich's verbreitet; da sie aber oft den Pfarrer unterbrachen, wenn er eine 
biblische Erzählung am Altar verstümmelte, so wurden alle Exemplare aufgesucht 
und vernichtet. Die Brüder der Jagua von Temeswar bieten dem Woywoden 
Janko von Sebigne (zur Zeit Scanderbeg's) die Braut, wenn er einen auf eine 
Stange gesetzten Apfel durchschlesst, verlangen aber sonst sein Haupt (bei den Mor- 
iachen). Die Handgemenge der Moriachen, die oft bei Hochzeiten stattfinden, sind 
auf Grabsteinen (z. B. zwischen Liubusky und Vergoraz) eingehauen. Der Braut 
wird (vom Bariactar) ein Apfel auf einer Stange vorgetragen, unter des Ciajus' 
Gesang, und Breberi, Davori, Dobra, Frichia, Jara, Pico, als alte Schutzgötter der 
Moriachen. Die Römer erhielten den persischen Adler durch die Etrusker. Ludi 
a Lydis (Tertull.). Auf die von den Moriachen zum Anbinden an ihre Mützen 
oder Ochsenhörner als Amulette gekauften Zettelchen (Zapize) pflegen die Priester 
auf eine erkünstelte Art Namen der Heiligen zu schreiben, oder Copien der älteren 
mit neuen Erfindungen (s. Fortis). Anständige Familien erlauben ihren uuver- 
heiratheten Mädchen keine anderen Schuhe zu tragen, als die um den Fuss ge- 
wundenen Opanken, die oben über den Knöcheln zuschliesen. 

*) Die Capeen frassen (nach den Tawasten) den Mond , bei Finsternissen 
(Sigfrid Aron). Rongotheus bescheerte den Carelen den Roggen, Pelleupecko die 
Gerste, Wierankannos den Hafer, Egres Erbsen, Bohnen, Rüben , Kohl und Hanf 
(s. Aron). Weden Ema (Mutter des Wassers) schützte die Fische (bei den 
Carelen). Die Esthen suchten den Frass der Sonne oder des Mondes durch 
gewisse Worte und Beschwörungen zu hindern (Hiärn). Der Mond, der Sitz der 
Gottheit bei brasilischen Indianern ist den Hottentotten das Symbol des Fort- 
lebens (wie anderswo). In Finnland wird Käkne angerufen (nach Güldenstlop). 
Die Esthen begleiten alle Neujahr den Struhgötzen Metziko (der das Vieh vor 



Peking. 169 

aus zehn halbdurchsichtigen und concentrischen Hohlscheiben 
gebildet; von denen die neunte die acht ersten, die die Ge- 



wilden Thieren bewahrt und die Grenzen hütet) aus dem Dorfe hinaus und setzen 
ihn an ihrer Grenze auf den nächsten Baum. Der Finnen Tontus entspricht dem 
Pertmes oder Kouken (bei den Esthen), dem gedient wird, damit er durch fleissiges 
Zutragen von fremden Getreide die Kasten füllen möge (s. Hiäru). Fatali nunc 
igne, Signum coelestis irae datum, et possessionem rerum humanorum Transalpinis 
gentibus portendi, superstitione vana Druidae canebant (Tacitus), beim Brande 
des Capitols (I. Jahrhdt.). Quare autem solis sacriflcio eligendns esset verres ex 
Edda cognosci poterit. Nempe, ut solls currum equis trahi aliis gentibus creditura, 
ita Septentrionales verrem currui ejus junxisse, nomine GuUinbuste, hoc est, 
setarum aurearum, qui ex pelle suilla in fornace per pigmeum esset fabrefactus, 
„Freyo verrem donavit per aera et aquam nocteque dieque velocius longiusque 
equo cursuum, nee tantas unquam noctis tenebras, ut eo praesente neu rol- 
lustreutur circumjecta, tantus Setarum fulgor erat." Friggae, itidem quae et 
Venus et Magna Mater sive terra, verrem eam ob causam immolatum fuisse, veri- 
simile est, quod rostro suo arationem montalibus mostraverit. Frigga porro desl- 
derabile niortalibus nomen dlcta est a Frigan, h. e. amare, deligere, verbo 
apud Ulphilam usitatissimo, cujus contrarium apud eundem Scriptorem est figan 
(odisse). ünde flgande, hostis. Dicta est Freja sive Fröja, a Frö, h. e. semen 
sive virtus seminalis et proUflea, rerum quippe viventium haec alma parens, 
eodemque nutrix, ut propterea Odini sive solis conjux merita credita est(Verelius). 
In tbe islandes of Maluco onlie is found the bird, which the Portingales call 
Passaros de Sol that is fowle of the sunne, the Italians call it manu codiatas 
and the Latinists paradiseas (van Linschoten). Bei der Eroberung Oesels wurde 
das Bild des Tarapilla (in der Gestalt eines Vogels oder Drachens) zerstört. Als 
Anno von Sangerhausen zum Ersatz der Memelburg heranzog, hatten sich die 
Samen in einem Verhau aus dicken Bäumen (ein vil grozer Hagen) verschanzt 
(nach Alnpeke). Ottokar von Böhmen zerstörte (1255) ein zweites Romowe am 
Pregelfluss, Hess die Eiche mit den drei Götzen umhauen und zerstörte die 
Wohnung des Kriwe (Mangolo), sowie der "Wadelotten. Nach der päpstlichen 
Bulle (1252) wurden alle in den Bann Gethanen oder sonst Bestraften von Bann 
und Strafe erlöst, wenn sie (zur Bekehrung der Liven und Preussen) in den 
Orden traten. Der Bluotekirl (Blutkerl oder Priester) der Sameiten warf (vor 
dem Kriege gegen Kurland) das Loos (nach Alnpeke). Der Landmeister krönte 
den getaufteu Mindowe zum König von Lithauen (1252). Aleps, der letzte 
Kriwe, wurde in Königsberg getauft. Der Ritter Licbenzell rerstörte (1294) das 
Romowe genannte Heiligthum der Sameiten (mit heiligem Walde). Nach seinen 
Eroberungen in Russland baute der lithauische König Gedimin in einem heiligen 
Walde Wilna zu seiner Hauptstadt (1320). Die Lilhauer verbrannten (133(?) die 
von den Heidenfahrern belagerte Burg Pillene (oder Gunjan) nach gegenseitiger 
Ermordung. Als Jagello (Wladislaus) als Hedwig's Gemahl König von Polen 



170 Zweites Kapitel. 

stirue *) einschliessen, umfasst, und im zehnten das Weltlieer, von 
Göttern und Weisen umgeben, in ewiger Ruhe thront. Als glück- 
bringendes Vorzeichen hängen die Chinesen das Bild eines Man- 
darin auf, mit einem fächelnden Knaben hinter sich, der im 
Siegel-Character eine Rolle trägt, mit der Inschrift : „Der Himmels- 
beamte (Tien-Kouan) verbreitet Glückseligkeit."**) Das Ver- 
nunftgeld (aus Papier) wurde im XIII. Jahrhdt. verbreitet. 



geworden, wurden alle Lithauer getauft und das ewige Feuer zu Wilna aus- 
gelöscht (1386). Das Königreich der Quiches in Guatemala wurde (1054) djarch 
Balam-quitze gegründet (s. Ximenez), der den Gebrauch der Menschenopfer für 
den Gott Tohil einführte. Die in Palenque zusammentreffenden Nationen sym- 
bolisirten sich als Bäume, woher der Name Quiche (viele Bäume) abgeleitet 
wurde. Badhbh is an Irish name for any bird of prey particularly the raveu. 
It is also a name for a witch or enchautress, and in modern times it has been 
applied to a scolding woman or virago (s. Cury). The prohibited Mondays in 
the year (according to an Irish Manuscript) : The flrst Monday in April on which 
day Cain was borri and bis brother slain. The secoud Monday in August, ou 
which day Sodom and Gomorrha were destroyed. The thirteeuth (the third 
Monday of) December, on which day Judas was born, that destroyed Christ. 
Erat quoque quidam mos apud illos per edictum omnibus intimatus, ut quicumque 
in cunctis regionibus sive procul, sive juxta, in illa nocte incendisseut ignem, 
ante quam in domu regia id est, in palatio Temoriae, surcenderetur, periret 
anima ejus de popnlo suo, berichtet Mocutenius aus dem Leben des heiligen 
Patrick. Le genie (sticheion) se manifeste (chez les Greco-Slaves) de diverses 
manieres dans les lieux, qu'il prot^ge, tantot il apparait sous la forme d'un serpent, 
tautot uu Souffle aerien, une lumiere nocturne, re'velent sa presence (Robert). 
Les figures de la Romaika (des th^ories helleniques) rappellent les d^tours du 
Labyrinthe. Les Slaves ont modifle, sous le nom de Kolo, cette antique danse 
athe'nienne (s. Robert). 

*) Die Geburt Christi wurde wegen des gleichzeitigen Festes auf den Ge- 
burtstag der Sonne oder Mithra's gelegt (nach Chrysostomos), als erste Emanation 
des Ormuzd. Vacca beschreibt einen vierflügigen Löwengott (mit Schlangen), der 
St. Vitale gegenüber gefunden werde. Hactenus multi villani, velut pagani, hie 
latices seu ignes colit, iste lucos et arbores aut lapides adorat, ille montibus sive 
collibus litat (Cosm.) in Böhmen. Nach Helmold wurde den Wagriern das 
Schwören bei Bäurfien, Quellen und Steinen untersagt. Der Brief des Bischof 
Johannes wurde dem Radegast dargebracht. 

**) Die Blindschleiche heisst Schiessotter (im Hessischen) weil, sie ein Blatt 
in's Maul nimmt und damit nach den Menschen schiesst, sie zu tödten (s. Hoff- 
meister). Unter den (egyptischen) Ruinen von Bembe (südlich von Limpopo) 
fände sich ein Thierkopf in Stein, ans dem Wasser fliesst, in den Ruinen der 



Peking. 171 

Die Braut schickt einem sie nur aus den Beschreibungen 
der Kupplerin kennenden Geliebten den Schuh des verkrüppelten 
Fusses als Zeichen der Schönheit (von der Kaiserin Takya ein- 
geführt). Von den Städten Yongschewfu, Suschewfu und Kiang- 
non werden die dort erzogenen Schönheiten überall hin verkauft. 
Die Hosen werden über dem Knöchel zusammengebunden, wo- 
•gegen die langen Aermel die Hände (mit vorstehenden Nägeln) be- 
decken. Ausser falschem Haar (das natürliche zu verlängern) 
tragen die Damen die Figur des Vogels Fong-whang als Kopf- 
schmuck. Nach Confucius' Bestimmung muss die Kleidung der 
niederen Stände von dunkler Farbe (in Eoth oder Blau) oder 
schwarz sein. Nach Theodectes tragen die Völker in der Farbe 
die Kleidung der von ihnen bewohnten Erdgegenden. Die Aende- 
rung des Sommer- und Winter-CostUms*) wird durch den Vor- 
gang des Mandarinen bestimmt. Bei der vorwiegenden Reis- 



stadt BuDJaai (am Salis-FUiss) Pyramiden , Sphinxe, Marmortafeln mit Hiero- 
glyphen, sowie ein unterirdischer Gang. Uie umliegende Gegend ist von 
den Kwarri-Kwarri bewohnt, die Entfernung von der Station Vitalatlolu sechs 
Wochen. Den Unterthanen Serabanes war es bei Todesstrafe verboten, Weisse zu 
den Ruinen zu führen, vor denen sie grosse Furcht haben (Cape and Natal News, 
2. August 1865) nach dem Eastern Province Herald (wie Rev. M. Dohme bei 
Durban von einem deutschen Missionär der Berliner Gesellschaft hörte). Thnla- 
Fluss in Ost-Afrika (bei den Schamba). Goldfelder bei Manica zwischen Limpopo 
und Zambese. Marappo Berg bei Mosilikatse's Reich. In Mani fütterte der 
Priester Uxmals die Schlange mit Zwergen. Um eine Mauer aufzuführen, muss 
man hinabgraben, bis man festen Boden findet, und dort eine sichere Stütze 
gründen (nach Vitruv). 

*) .,Ich habe gut gewaschen" bedeutet in Californien: „ich habe gut ver- 
dient,*' „ich habe kein Scheu,'' „ich habe keine Aussicht" (s. Whymper). Hortu- 
lanus (XI. Jahrhdt. p. d.) veröffentlichte die tabula smaragdina (des Alchemisten 
Hermes). Wie Osthanes (über Alchemie) richtete Olympiodor von Theben 
(V. Jahrhdt. p. d.) einen Brief an den armenischen König Petasios. Da die 
Metallverwandlung besonders in der Färbung beruhe , rieth Synesius das Innere 
des Metalls wiederholt herauszukehren, und sich nicht mit oberflächlicher Färbung 
zu begnügen (s. Kopp). Zink giebt dem Kupfer eine goldgelbe, Arsenik eine 
silberweisse Farbe. Der Stein der Weisen wirkt als Ferment zur Gährung in den 
Metallen (nach Hortulanus). Mare tingerem (würde auch in Gold verwandelt) si 
Mercurius esset, sagt Lullus, indem die köstliche Medicin (des Steins der Weisen, 
der zugleich als Panace der Verjüngung dient) bei forgehender Verdauung immer 
kräftiger wirkt [wie die Dosen in der Homöopathie]. 



172 Zweites Kapitel. 

Diät g-ilt Hautgout in den Fleischspeisen (oder halbausgebrütete 
Eier) meist als pikant. Die Rückenschaale des Lung--mai (Drachen- 
pferd), das dem Fu-ki sein Kua überbrachte, erinnert an die 
(zum Loosen und Wahrsagen gebrauchte) Schildkröte,*) die dem 



*) Nacli dem Pentsao-kang-mu ist die gewölbte und gefleckte Rücken- 
schaale der Schildkröte das Symbol des Himmels, die flache und gestreifte Bauch-* 
schaale das der Erde. Wasserschildkröten hiesseu früher (in China) shiu-kuei 
(göttlich). Muni, der Beiname Sakya's, meint den, der durch Busse und Kasteiungen 
die Welt überwunden hat, wie tub-pa oder Mächtiger (im Tibetischen). Säkya- 
muni heisst Schi-schi oder aus dem Geschlecht (schi'j des Schi (Schi-kia oder 
Shakya). Die über die Gebeine der heiligen drei Könige gestrichenen Zettelchen 
heilen Krankheiten (wie darauf gedruckt ist) bei festem Glauben. Für die Wunder- 
kräfte eines musulmanischen Gebetes ist (nach den Türken) fester Glaube noth- 
wendig (emma möhkim iti gad gerekdir). Buddha kann alle Wesen retten, aber 
Keinen, dem der Glaube fehlt (nach den Sutra). Ausser den periodischen Spen- 
den beim Cultus der Vorväter opferte Kungtsee (nach altem Brauch) etwas von 
jedem Mahl. Amitäbhä bewohnt eine der höchsten Buddha-Sphären, die Sphäre 
der Akanishta (Nicht-Jüngster oder Aeltester), genannten Sukawati. Les Tolteques- 
Caraibes, qni (sous le chef Cara) s'emparerent de l'empire des Vitznahuas ou 
Qquichuas (qui, conservant les traditions de la civilisation des Chichimeques, 
avaient fondee la ville de Tiahuanaco, pres du lac de Titicaca) et fonderent la 
ville de Tapacri (pres de Cuzco), introduisirent les rites d'anthropophagie, jusqu'ä 
la revolution de l'Inca Manco-Capac, qui restitua en part les croyances solaires 
des Chichimeques. Die Tananas gleichen (nach Whymper) den amerikanischen 
Indianern des Ostens. Die Indianer am Chilchal-Fluss (in russisch Amerika) 
wandern bis nach dem Jukon (znm Fort Selkirk). Die Ratten-Indianer am Por- 
cupiue-Fluss) verkehren (durch den Mackenzie-Fluss) mit den Küsteustämmen. 
Die Natter-Indianer besuchen die Eskimo der Seeküste. Apres que Tamoui avait 
enseigne aux Guarinis du Paraguay la culture du Mais, il remonta ensuite au 
ciel, accompagne de legions d'anges, qui frappaient en cadence la terre de lourds 
pilon de bois (servant dans les travaux d'agriculture). Die von der Hitze auf 
der Schildkrötenschaale entstehenden Bilder (im Pu befragt) spiegeln den Natur- 
zastand im Himmel. Der weise Einsiedler Wifwämitras hatte (um mit Brahma 
zu wetteifern) versucht, Menschen zu formen und zu beseelen, hatte es aber nicht 
weiter, als bis zu einem unförmlichen Kopfe gebracht, aus welchem ein Kokos 
(Kau^ikas) ward. Ramas (Makhaträtä oder Opferbefreier) tödtete (in der Ein- 
siedelei des Wi^wämitras) die Dämonen Subähus und Maritschas , die den from- 
men Einsiedler stets belästigten, indem sie denselben bei seinen Gebeten Tind 
Opfern störten. Kinderlosigkeit wird von den Indiern als das grösste Unglück 
betrachtet, indem durch die Kinder die Sünden der Eitern getilgt werden können. 
Der abgehauene Kopf des Sainhikejas (Sohn der Sinhika und Bharani, eine ver- 
körperte Coustellation) oder Rähus heisst Tamäs oder der Dunkle (Grahas oder 



Peking. 173 

Erfinder der Schreibekimst die ersten Schrift-Elemente bi'achte. 
Die peruanischen Priester weissagten aus sprechenden Idolen, 
aus Worten der Todten, aus Tabaksblättern, aus Cocoasamen, 
aus Maiskörnern, aus Thierkoth, aus den Zeichen des Rauches^ 
aus dem Verbrennen der Opfer, aus dem Kriechen der Spinne, 
aus Gesichtern in der Trunkenheit, aus dem Vögelfiug-, aus der 
Fallrichtung der Früchte u. s. w. (s. Baiboa).*) Sollte Tatha- 



der Verschlinger) oder Dewatädas (der Götterquäler) , der Schweif oder Körper 
heisst Mundas (der Kahle) oder Ketus. Wie der im Kampfe für den Islaiu 
sterbende Gläubige gehört (nach Djaber) auch die im Kindbette sterbende Frau 
zu den Märtyrern. Mohamed wollte (nach Asma) den Railah (le coi't du mari 
avec sa femme enceinte ou nourrice) verbieten, als er hörte, dass die Rumier und 
Perser ihn ohne Schaden übten (s. Perron). Mohamed erlaubte die Beschwörungen, 
wenn sie (ohne heidnische Zuthaten) dem Koran entnommen seien. Nach den 
Arabern zeigen sich die männlichen Geschlechtszeichen im Foetus früher, als die 
weiblichen. Und her satzite de krüzevart üfife sente Marcus tac. Do wart ein 
engel gesehen üffe der Sorseuburg mit eime blutigen swerte und du di krüzevart 
getan wart, de stiz er iz in und für enweg, an di selben stat liz sancte Gregorins 
setzen ein bilde von eime mermelsteine alse ein engel gehowen, und wer daz 
ane sihit der hat hundert tage apläzis, also dicke her ize ane sihit (Herman von 
Fritslar). 

*) Im Stande der Aufregung muss der indianische Priester in den Arm des 
Begegnenden beissen, um durch Blut befriedigt zu werden. Few ofthe natives arouud 
Milbank Sound are without the sears, the result of this custora (Brinton). Hex 
vomitoria (cassina) and Iris versicolor waren die hauptsächlichsten von den hei- 
ligen Pflanzen der Creek (s. Hawkins). Tobacco, the maguey, coca, the chucuaco 
(in California), the snake plant, ollinhiqui or coaxihuitl (among the Mexicans), 
the cassire yupon and iris versicolor (among the southern tribes of the Union) 
were used, as intoxicating, and uarcotic herbs (s. Brinton): Die Frauen in Nica- 
ragua, die bestimmt waren, in den Crater des Vulcans geworfen zu werden, 
hofften dadurch auf Erlösung (nach Andagoya). Die Priester, als Gebete spre- 
chend, heissen (bei Homer) d^rjrrj^ES (Schoemanu). Bauchredner werden Pythone 
genannt (bei den Griechen). Als Ali unter dem Felsstein des Brunnen Derwan 
das Querholz nebst einer Sehne mit elf Knoten gefunden, wodurch Mohamed 
(nach Aussage des Engels) von dem Juden Lebid ben Elasam behext war, so 
offenbarte Gott die Zufluchts-Suren, aus elf Versen bestehend, nach der Zahl der 
Zauberknoten (s. Kazwini). Unter Zemzema versteht man den brummenden Ton 
der Parsen beim Recitiren ihrer Gebete und das Beumreiben ihrer Speise; und 
der Brunnen Zemzem wird so genannt, weil der persiche König Sapor, als er nach 
der Kaaba gewallfartet, von oben auf ihn niederschaute und in ihn hnieinbrummte 
(peupema). Die Rechtfertigung Aischa's hörend, wurde Moliamed von einer 



174 Zweites Kapitel. 

gata *j Jemand wie seines Gleichen behandeln, so würde ein 
Solcher seineu Kopf verlieren (s. Gogerley). Wenn nicht auf 



Ohnmacht ergriffen, die den Ofifenbarungen vorherzugehen pflegte. Man hüllte 
ihn in seinen Mantel, während des Schreckens der Eltern, die möglicherweise 
eine Bestätigung des anf ihre Tochter geworfenen Verdachtes fürchtete. Als 
aber der Prophet wieder zu sich kam (den Schweiss von der Stirne wischend), 
tröstete er Aischa, das ihn ihre Unschuld von Oben enthüllt sei. Ueber die 
Wasservertheiluug des aufgefundeuen Brunnens Zemzem (durch Abdelmottalib) 
sollte die Cahina (Sibylle) der Kinder des Sad, Sohn des Hodhaym (aus der 
Rasse Codhaa) befragt werden. Cette femme, regardee comme inspiree, habitait 
avec ses pareuts, daus une des bourgades de Syrie, couiprises sous la denomination 
de Mechärif-el-chäm (Caussin de Perceval). Als Abdelm(*tallib, seinem Schwur 
gemäss, sich verpflichtet glaubte, seinen Sohn Abdallah vor den Idolen Iijaf und 
Naila opfern zu müssen, rieth ihm die befragte Walirsagerin (Arrafa), die in 
Khaybar Umgang mit einem Geiste führte, Kameele zu subituiren. Fridlevus 
(bei Saxo) vernimmt Nachts aus der huft .,sonum trium olornm superne clangen- 
tium," die ihm weissagen und einen Gürtel mit Runen herabfallen lassen. Ei- 
nige der Wahrsager (in Fez) bedienen sich der Geomantie (Punctirkuust), andere 
blicken in eine Schüssel mit Oel oder Wasser (die sie auch einem Kinde in die 
Hand geben), andere reden durch in sie gefahrene Teufel, besonders die Sahakat 
(Fricatrices) genannten Frauen (s. Leo Africanus). Die Muhazzimim (Beschwörer) 
exorcisiren Besessene. Die Einwohner von Gualata (in Nigritien) verehren das 
Feuer (Leo). Durch ein mit Stechapfel (der durch Zigeuner aus dem nördlichen 
Hiudostan nach Deutschland gebracht wurde) bereitetes Rauschmittel schien es 
Kaempfer, als ob er mit seinem Pferde durch die Wolken flöge. Die (XV. Jahrhdt.) 
verfolgten Hexen meinten nach Einreibung mit einer Salbe durch die Lnft die 
Teufelsgelage zu besuchen. Solaneengift erzeuge das Gefühl des Fliegens (s. 
Wuttke). Die Kischiiisi-Zauberer sind Dabre; der Kranke, vor dem eine Schaale 
steht (in deren Wasser sich Beeren bewegen), antwortet: Eh. 

*) No such thiug, as an immaterial or immortal spirit is recognised by the 
Buddhists. At the death of any one being, the Karma or influencing fate of 
that being, is transferred to another, then produoed, and in fact caused by that 
Karma. And tili nirvana or extinction is attained, there is this repeated trausfer 
of the merit and demerit accumulated during an unknown period by an almost 
endless succession of similar beings, all distinct from each other, never contem- 
poraneous, but all bound by this singular law of prodnction to every individual 
in the preceding link of the chain, so as to be liable to suffer for their crimes 
and to be rewarded for their virtues (Hardy). Anitya, Dukha, Anatta, tran- 
sience, pain, unreality (so the devout Buddhist mutters as he teils his beads) 
these are the characters of all existence and the ouly true good is exemption 
from these in the attainment of nirvana (Yule). Ipse ego (nam memimi) Tro- 
jani tempore belli Pauthoides Euphorbus eram, sagte Ovid von Pythagoras. Om- 



Peking. 175 



Tsongkapa's Schüler zurückgefUbrt; ist die Incarnation im Dalai- 
Lama*) der geistige Sohn der in Rin-po-tchsse. Der Character 



nia mutantur nihil interit, lehrte Pythagoras. I am Gotomo Buddho, the Saviour 
of being men, sagte Sakya in dem Buddhavansonr (Turno). Le roi Chi-lo-y-to 
(Qiläditya), levant uiie nonibreuse armee, chätia les rois de quatre parties de 
rinde (sous le titre de roi de Mokietho on Magadha) et ayant appris par le le- 
ligienx bouddhiste Hiouenthsang le chant guerrier (pour celebrer les couquetes 
de Tennpereur de Thsiii) il eiivoya iine lettre ä l'empereur, qui ordoniia a Liaiig- 
houi-king de se rendre aupres de lui et de l'inviter ä la soumission. ^iläditya 
fiit rempli d'etonnement: depuis l'antiquite (demanda-t-il) est-il jamais venu ici un 
ambassadeur du Moho Miutan (Mahatchinasthärä) „Jamais," repondirent ils tous 
ensemble. ^iläditya viut lui-raeme ä la tete de ses niinistres et re(;ut le decret 
imperial, le visage tourue vers l'orieut. 11 ofifrit de nouveau de l'hotsi (mica 
laminaire) du parfum yokin et l'arbre pou-ti-chou (bodhi droumas on l'arbre de 
riutelligence). Apres la mort de (^liläditya, l'ambassadeur Ouang-hiauen-tse 
(646 p. d.) combattit l'usurpateur Nafoti-a-la-na-chun avec les troupes des rois 
de Toufan (Tibet) et du Ni-polo (Nepal). Les rois des 5 Indes presentaient leur 
hommages (663 p. d.) des ambassadeurs arriverent (713 — 714) de l'Inde centrale 
et de l'Inde du midi. Ils demandereut des troupes pour chätier les Ta-chi (Tazi 
au Arabes) et les Tou-fan (Tibetains). La Chine ayant perdu le pays de Ho- 
loDg (668 — '670 p. d.) les rois de l'Inde cesserent de venir ä la cour. 

*} Le Buddha vivaut de Hlassa est une incarnation diviue son pere est 
appel^ pere de Buddha, sa mere mere de Buddha. Les Tibe'tains ne fönt en 
brouze que les flgures des Buddhas, qui ont quitte le monde, tandis que Celles 
des Buddhas, qui vivent eucore, sont en tsanpalou pate de fariue. Ou coupe 
un petit morceau de ce drogue, Tsul-mou (mere des enfants) et ou le place 
dans un Ghadhak (monchoir) et daus l'espace d'une heure il grandit peu ä peu 
et forme une autre Tsu-mou. Pendant ce temps-lä on pense au Dalai-Lama en 
recitant interieurement des priores mysterieuses-adresse'es ä Buddha et on forme 
son Image en päte de tsonpa. Elle devient ainsi saiute et miraculeux (Hyacinthe). 
Dans la salle occidentale de mouastere de Baläla on voit sur du beurre l'em- 
preinte de pieds et de mains, qu'on dit proveuir de Zzong Khaba fondateur des 
lamas de la secte jaune. Depuis son temps ses empreintes ne se sont pas d^- 
truites. On y conserve aussi des armes (epees et fusils) des grauds arcs et de 
longues fleches. Le tribus Ko-lo inhabite le pays des Klang (Tubetains) entre 
Nitheou et Linkheou. Les Lamas ä bonnet rouge (Siamar djaba) se marient. Le 
Dalai-Lama descend d'un rayou de lumiere, qui c'est detache du corps du graud 
maitre Kouanguo et s'est incarne daus la personne de Srongbzzan gambo, qui 
^pousa une princesse de la maison de Thang. Im Toledoth Jeschu wird Christus, 
der alles Holz beschworen hat, an einen Krautstengel aus Juda's Garten gehängt. 
Ohne das günstige Omen der Eulenart Bakeker wird auf Celebes nichts vorge- 
nommen. Gunputty or Sree Ganesa vouchsafed to appear (in a vision at 



176 Zweites Kapitel. 

für Wahrsager,*), Wu, bezeichnet (nach dem Schue-wen) die 
verdrehten Geberden oder Gesticulationen einer "Wahrsagerin, 
durch welche sie die Geister herabkommen lässt. Das Wort Wu 
mit einem andern Character geschrieben heisst auch tanzen und 
allerlei Gesticulationen dazu machen. Einen Monat nach der 
Geburt erhält **) der Chinese den Jouming (Milchnamen) , dann 



night) to the pious Bramin (Mooraba Gosseyu) of Paona (1640 p. d.) at Chiiich- 
oor. desiring him to arise and bathe and while in th«- act of ablution to seize 
and hold sacred to the godhead, the flrst tangible substance that his band encoun- 
tered. The God covenanted that a portion of his holy spirit should pervade 
the person thus favoured and be continued as far as the seventh generation to 
his seed, who were to become surcessively hereditay guar dian of the sarred 
substance (a stone, in which the God was to be iinderstood as mystically typifled). 
His flrst successor (1650) was his son Ghinto Miin deo (Moor). At the yearly 
festival the deo is carried in a palkee and the Peschwa, nieetiiig hira, at Gun- 
niskunda (between Chiuchoor and Poona) alights from his elepliants and kisses 
his feet (after prostrating himself). By divine impulse the deo Orders a certain 
quantity of rice to be cooked and if it sufflces for the crowd assembled, the 
year will be fertile. Gabajee deo prophezied (1800) that in tlie war with France 
in 6 months England woiild be the Victor. Elliu Menschen sint verlorn, sie 
werden dristunt geborn (Vrid). Wenn die Menschen nicht dreimal geboren sind, 
so sind sie verloren. Imp, a shoot of a tree, a cutting, freqnently used for 
yonng offspring (s. Halliwell). Lockbands, binding-stones in masonry (Halli- 
well). Vane, dwelling, home. Went from wende, to go. X^vaovv eSacpoe (Ari- 
stides), goldene Binde (Canopus). Cauopus heisst ein Amykläer. 

*) An der Spitze der Geisterbeschwörer steht der Ssewn (nach dem Tscheu-li). 
Die Nan-wii genannten Geisterbeschwörer opfern den entfernten Geistern , um sie her- 
beiziehen und durch ihre Ehrennamen, oder mit langen Büscheln zu rufen. Die 
weiblichen Geisterbeschwörer (Niu-wu) rufen bei Dürre Regen herbei (s. Plath). 
Bei Verträgen, denen der Sseyo vorsteht, haben die Eidesleistersich mit dem Blut des 
Opferthieres die läppen zu bestreichen. In der Wurzel Gen^eng steckt ein 
Menschenleben. Die Menschen mit Geduld und Milde zu belehren, für unver- 
ständiges Thiin keine Rache zu nehmen, das bildet die Tapferkeit des Südens, 
und ist die Gewohnheit Solcher, denen höhere Tugend beiwohnt. In den Waffen 
zu liegen und furchtlos dem Tode entgegengehen, das ist die Tapferkeit des 
Nordens und die Eigenschaft kühner Männer (nach Confucius) Fremde (Kwei- 
tsi oder Teufel) heisseu Fran-kwei (ausländische Teufel) im Canton-Dialekt. 
Chang-pau-tsai, der Führer der den Handel unterbrechenden Piraten (1809), er- 
hielt (1812) eine militärische Mandarinenstelle und stellte die Ordnung her. 

**) Heissen die Kinder Pandavas (oder Pandus), so mnss die Mutter (Drau- 
padi, als Tochter des Königs von Paukala) entsprechend Paudaia (Tochter des 



Peking. 177 

den Clioiiming (Schulnamen), bei der Verheiratlmng den (bürg-er- 
licben) Tze, nach der Examination den Kouanmiug, nach fH) 



Herakles) genannt werden (s. Bachofen). Die Perlen, mit denen Herakles seine 
Tochter schmückte, führen auf Taprobane und die gegenüberliegende Küste des 
Dekkhan (die Perlenfischereien im Golf von Mauar der indischen Kolchier). Nach 
den Babyloniern fielen die Blitze von den Planeten Saturn, Mars und Jupiter 
(s. Plinius). Das Licht ist (nach Aristoletes) eine Bewegung (KivrjOis). Nach 
Manilius brachte der Adler die geschleuderten Blitze an Jupiter zurück. Une 
aigrette electrique brille quelqnefois ä la pointe du bec des corbeaux par un 
temps orageux (s. Martin). Der Prester ist ein zündender Blitz, der verbrennt. 
Nach Michel Atal. hielten die Byzantiner (XI. Jahrdt.) den Blitz für einen Drachen. 
Zur Zeit des arrianischen Periplus beherrschte der König Pandion das Reich der 
Kolchier in Süddekkhan [Gemahlin des Vyaya in Ceylon]. MoSov^a, ßaailsior 
LlavSiovos (Ptol). Krishna herrschte in Mathura am oberen Ganges [als schwarzer, 
im Gegensatz zu Arjuna, als glänzend weissj. Alexander brachte den Reit-Ele- 
phanten des Porus der Sonne dar , als Sohn des Jupiter [Suryavansa in Lahor]. 
Inde moutes. Daedalos regnaque Cleophidis reginae petit. Quae quum se de- 
disset ei concubitu, redemptum regnum ab Alexandre recepit; illecebris coose- 
cuta quod virtute non potuerat, flliumque ab eo genitum Alexandrum nominavit, 
q\ii postea regno Indorum patitus est. Cleophjs regina propter prostratam pu- 
dicitiam scortum reginm ab Indis appellata est (Justin). [Sandracottus oder Is- 
hander-kol aus dem Geschlecht Alexanders, mit den Hörnern des Mondes in 
Dhulharneim oder Chandragupta]. The head-dress of the Persian genius at Parsa- 
gadae is a striped cap, closely fittiug the head ; overshadowed by an elaborate 
Ornament, of a character purely Egyptian. First there rise from the top of the 
cap two twisted horns, which spreading right and left, become a sort of basis for 
that other forms to rest upon. These consist of two grotesque, human headed 
flgures, one at other side, and of a complex triple ornameut between them 
(Acinlus) Monstres (representing evil spirits) on Persian gems or cylinders. Pan- 
dion-Kota (Kesideuz des Pandioniden-Geschlechts) liegt in der Nähe des Tempels 
Kalliar-Koil in den Wäldern von Sheva Gonga. Die Pandae wohnten in Guzerat 
(zu Megasthene's Zeit). ITavSovoi am Hydaspes (b. Ptol.). Oppidum Panda in 
Sogdiana. Gens Pandae, sola Indorum regnata feminis (Plin.). Ilm'Saia^ als 
Tochter des Herakles (b. Polyaen) und nach Megasthenes (b. Arrian). Pandaea 
gensa feminis regitur (Solin.). Pandaean gentem femiuae tenent (Mart.). Die 
Gens (quae appellatur Pandore) wird (b. Klesia) neben die Marobier (nach Aga- 
tharchides) gesetzt (s. Plin.), als Mandorum (Pandorum) gens in Calinga. Die 
Die Stadt Sikyon oder Mekone (seit Agamemnon im Besitz der Pelopiden) war 
von Sikyon genannt, Bruder des Metion (Grossvater der Metiadusa, die dem 
Cecrops den von den Metioniden oder Söhnen des Metion vertriebenen Pandion 
gebar). Die Dorier unter den Herakliden stürzten die Pelopiden. Auf die Prasier 
(Palibrothas) folgten die Megaller, Asanger, Pander, Horter (zwischen Guzerat 
Bastian, Rii.vc VI. 12 



178 Zweites Kapitel 

Jahren einen Ehrennamen und beim Tode den auf den Tafeln 
gebrauchten. Mit dem zwölften Lebensjahr gehörten die ohne 
Untergewand, nur mit dem Mantel bekleideten Knaben *) (rauher 



und dem Abfall der Ghauts). Die Serer (östlich vom Ganges) hielten (nach 
Strabo) 5000 Elephanten kriegsbereit. Polyandrie in Tibet (Turner), bei den 
Bhotias, in Nepal. Nach Ritter wird durch ganz Koorg in Hoclidekhan die Sitte 
der Polyandrie und sporadisch auf dem Hochlande Dekhaus bis gegen Cap Ko- 
morin angetroffen (sowie bei mongolischen Stämmen). Uxores habeut deni duo- 
denique inter se communes (Caesar). Ehenmischungen in Hibernien (s. Strabo), 
wie im Kaukasus (nach Megasthenes) und bei Kalatiern. Nach Polyblus wählten 
bei den Lacedämoniern drei oder vier Brüder eine Frau [dorischer Hercules in 
Indien, als Panduj. Ein Nair mag sämmtliche Schwester eines ihm nicht ver- 
wandten Hauses heirathen (wie die Irokesen). Freyja (Yandis oder nympha Va- 
norum) ist Herrin (Fraujo oder domina), als Tochter des Niörd , mit Skades 
vermählt. Als der Panis (pani oder Kaufmann) oder Dämon Bala der alten 
Priesterfamilie Angirasidan die Kühe gestohlen und in einer Höhle verborgen 
habe, findet sie Indra durch die göttliche Hündin Sarama. 

*) Durch ihre grössere Gewandheit in der Gymnastik besiegten die Böotier 
(bei Leuktra) die Spartaner, bei denen alles Künstliche in der Gymnastik (wie 
es die Böotier verwandten) ausgeschlossen blieb. Philopomen verwarf die _reine 
Athletik (und damit verbundenen Ringkampf^ , weil die dafür geforderte Diät 
unheilsam sei. Die grosse Schule zu Mykalessos 'Wurde von den Thraciern (nach 
Thukydides) zertört. Themistocles lernte Persisch, um sieh bei dem Perserkönig 
vorstellen zu können. Dentes tantum invicti sunt ignibus, nee cremantur cum 
reliquo corpore (Plinius). Nach Lucian war die Seele unsterblich wie alles 
Andere. Die deutsche Jugend verdirbt transcendirend (nach Herder). Nach 
Krause ist in der Erziehung besonders die dyyjpoia zu berücksichtigen, als die 
augenblicklich richtige Erfassung des betrelfeudeu Gegenstandes , die rasche Auf- 
r.issung des Gi-istes, besonders in schwierigen, momentan sich darbietenden Ver- 
hältnissen, da schnelle Auffindung des rechten Mittels zum Zweck, überhaupt die 
psychische und somatische Eutrapelie, mehr als bisher zu berücksichtigen und 
zu erstreben sein. Dans les auciens monuments, la figure du ve'nerable Fohi 
participe autant de Celle du singe que de celle de l'homme in Tschong-Koue 
(Tho) ou le royaume du centre. Nach Mengtseu erstand früher in 800 Jahren 
immer ein grosser König (Wong) und in der Zwischenzeit gab es berühmte Ge- 
schlechter (Ming-schi). Nach Plath hat man bis zum ersten Jahre der Regent- 
schaft Kuug-ho (841 a. d.) eine sichere Chronologie und der Anfang der dritten 
Dynastie lä.sst sich (nach Gaubil) 1111 a, d. einsetzen. Hoang fumi setzt vor 
Yao die Regierungen Fuhi's, Schinnung's, Hoangti's und Schaohao u. s. w. Die 
(iuanchos nannten den ersten Niederlassungsort (des Sartorius auf Teneriffa) Icod 
(Alxanxiquian oder Hacxerax) oder Abcana. Später wnrde unter dem van- 
ilalischen Könige Abis in Betica eine Colonisation auf Palma versucht. Vor den 



Peking. 179 

Lebensweise) zu einer ßova naidiov (mit mehreren T/.ai) unter Auf- 
sicht eines ßovccyog (bis zum j 6. Jahrhdt., wo sie Iiösvvai wurden 
und MekXsiQevTeg , als Aelteste). Bei der Vermählung*) muss 



Römern fliehende Afrikaner schifften nai'h Fuerteveutura (s. Minutoli). Leicht 
gebogene Nasenform findet sich am Golf von St. Blas und unter den Indianern 
der Provinz Imbabura (von Quito). Zu Athen wurden die Gesetze des Charondas 
bei Trinkgelagen abgesungen (nach Hermippus). "Wie auf Kreta (nach Aelian) 
lernten die römischen Kinder die Gesetze im Gesang. In Athen waren die Eumol- 
piden die Wächter des religiösen Elements im Staate, während die Eupratiden 
das politische sich aneigneten. Nach Plato sollte das "Windeln (aito^yavov) der 
Kinder zwei Jahre dauern. War der Schuldner ausser Stande zu zahlen , so 
wurde er (in Böhmen) der Gewalt seines Gläubigers übergeben, prodan (s. Jirecek). 
*) Hatte sich das Finnenmädchen bei dem gemeinsamen Bade am Sonnabend- 
Abend des aus fünf Birkenbäumen gebundenen Strausses (durch Zaubersprüche 
geweiht) zum Peitschen ihres Körpers bedient, so konnte sie ihr Jawort nicht 
versagen, und der Bräutigam säete Roggen, um, wenn das erste Bier daraus ge- 
braut war, die Hochzeit zu halten. Thomas von Westen predigte (1716) den 
Lappen (bei Drontheim). Der Indianer auf Vancouver schneidet sich aus dem 
Bauche des Fisches hervor, der ihn mit seinem Canoe verschlungen (Whymper). 
Manche der Masken der Aht (in Vancouver) sind mit Schnüren versehen, um die 
Augen aufzuschlagen, den Schnabel zu öffnen u. s. w. Die den Eskimo ähnlichen 
Malemuten oder Kaveak-Indianer reinigen sich mit Urin (Whymper). Die Co- 
Yukon-Indianer bewahren die Thierknochen in Verstecken auf (s. Whymper). Ihr 
Dialekt gleicht dem der Ingelete. Am Inkon sind Kiuderstühle aus Birkenrinde 
im Gebrauch. Die Tanana bemalen sich das Gesicht. Die Wolwerene wird von 
den Indianern in dem von den Kotch-a-Kutchin umwohuten Fort am Jukon (wo 
die Dentalia als Werthschätzung im Austausch gilt) besonders geschätzt, weil sie 
selten ist, während die Pelze im Handel (der Hudsons-Compagnie) sich werthlos 
zeigen (Whymper). Der Missionär Macdonald predigte in dem Handel-Kauder- 
welsch. Die Lieder des Gesanges am Jukon sind den jetzigen Indianern unver- 
ständlich. Markham lässt die Eskimo aus Asien stammen. Die Kreisform der 
Hostie ist (nach Aphonsus de Spira) ein Bild der Sonne und derselben als 
Opfer gebracht. Nach den Talmudisten waren Abraham und die Propheten vom 
Genius des Saturn (gut und rein) begeistert, Jesus dagegen vom böswilligen 
Mercur. Bei den Macrosiern liess der Magus den in Farbe veränderten Wein 
sich vermehren (s. Epiphanius). Die Perser hatten Venus Urania oder Mylitta 
als Mithra aufgenommen [Mitra in männlicher Wandlung tödtet die Ochsen, wie 
Durga in weiblicher die Büffel]. Serapis (mit Proserpina) wurde für Jupiter Dis 
(Aidoneus) gehalten. Dem Nicocreon (König von Cypern) erklärte sich Serapis 
als das All. Im Cultus trugen die egyptischen Priester die KakavTiy.u genannte 
Kopfbedeckung (Yama , als Kal-antika oder Zeitzerstörer). Mithras (Pileatu.s) 
wurde für christlich ausgegeben (nach August). Nach Hadrian waren die Ver- 

12* 



^80 Zweites Kapitel 

das Brautpaar (der Skoier) um einen Wachholderbuscli laufen 
(in Norwegen). In der Sonne ist das Antlitz Gottes oder Krist- 
junilia's (nach den Fanten in Norwegen). Als helfend, und mit 
Zaubermacht begabt, treten die Taterweiber (in Norwegen) eher 
befehlend, als bettelnd auf (s. Etzel). Einem Laga war unter 
den Samojeden nur erlaubt, aus den Geschlechtern des Wanajita- 
Stammes zu heirathen und umgekehrt.'"-') 



ehrer des Serapis in Alexandria zugleich Christen (b. Vopiscus). The proper 
title (of Isis) Domina (Isi im Sansrr.) siirvives in the modern Madonna (Mater- 
Domina. By a singnlar permutatiou the flower borri by eaeh, the lotus, ancient 
emblem of the Sun and fecundity, now renamed the lily, is iuterpreted as signi- 
flcaut of the opposite quality (s. King). The crnx ausata, testifying the union 
of the Male and Female principle and denoting fecundity and abundance (in the 
god's band in Egypt) is t.ansformed by a simple inversion into the Orb sur- 
mounted by a cross and the ensign of royality. In classicai Greek the original 
Cneph becomes Canopus and the Canopic Vase is often figured cutt two serpents 
as heraldic supporters (s. King). Nechepsos war (nach Ausonius) Erfinder der 
Magie. Die Iberier verehrten die Sonne als Balsamus (Bai-Samen) oder Himmels- 
gott und Barbelus oder Sohn des Herrn (s. Hieron.). Abraxas oder Abrasax, als 
höchster Gott der Rasilides. Die Samaritaner sprechen den heiligen Namen Jave 
aus, die Juden als Jao (nach Theodoret). Mit dem Mond (Aah oder Joh) identi- 
flcirt zeigt Thoth neben dem Ibis (Joh) den Crescent. Mercur begleitet den 
Mond, wie Herakles die Sonne (s. Plut.). 

*) Some females (of the Nut.) are always set apart for regulär mariage. 
They are not thaught Performances of any kind, but their duty to the tribe is 
to bear as many children as possible (Kay). Members of the sanie tribe (aniong 
the Arnaouts) do not intermarry (Mackenzie). Die Skythen bezahlten dem (.tdin 
jährlich eine Kopfsteuer, jeder von einem Denar, damit er sie gegentheils gegen 
ihre Feinde schützen und den Dienst ihrer Götter erhalten mögen (s. Krenssler). 
Wigerns, Bischof von Brandenburg, zerstörte das wendische Götzenbild Triglav 
(1139 p. d.). Bischof Burkhard nahm den Wenden in der Lausitz (1068) das 
weisse Pferd, das ihnen heilig war. Dem Ostar (Monde) wurden Ochsen geopfert 
(Paulus), als Irun mit Hörnern. Das Juelschwein (b. Arnkiel) war der Hertha 
geopfert. Der Freigraf (des Vehmgerichts) richtet unter Kiinigs Panne. Itsif, 
Sohn des Kotbeddln (Statthalter der persischen Seldschukken unter Barkjarok und 
Sandjar) machte sich unabhängig in Chuaresm, und sein Urenkel, der ihm folgte, 
Alaeddin Tekesch (in Kriegen mit den persischen Seldschukken und den Herrschern 
von Karachta) pflanzte den Halbmond auf seine Fahnen und Zelte (s. Hammer). 
In der blutrothen Fahne der Jnni-Tscheri strahlte der silberne Halbmond und 
das zweigeschlizte Schwert Omar's. Die Kleiländer oder Nudejander (unter den 
Samojeden) Leissen Malozenieljskije l.aptandery (Laptiuuicr oder Bewohner der 



Peking. lyj 

In China wächst die Ehrfurcht mit dem Alter, und Kieulung 
(1785) bestimmte, dass Alle über 60 Jahre (der „beschlossene 
Kreislaut", wann bei den Tolteken das Betrinken erlaubt war) 
fünf Schetfel Eeis und ein Stück Tuch, über 80 („Eingerostetes 
Gesicht") zehn Schetiel und zwei Stück, über 90 („Hinschleppung") 
30 Scheffel und zwei Stück Seide, über 100 („den Alters Ende") 
50 Schetfel und ein feines Stück Seide nebst einem andern zu 
zahlen. He ordered all the eiders to be enumerated who were 
at the head of tive generations, of whom there were 192 and in 
„gratitude to Heaven" summoned 5000 of the oldest men of the 
empire to receive Imperial presents (Bowring). Das Alter von 
50 Jahren ist der „erkannte Irrthum", von 40 „die politische 
Geeignetheit", von 30 „Stärke und Heirath", doch werden Ehen *) 



Kbenen). Die Samojeden nennen sich (im Osten) Hasowa (Mensch) und (im 
Westen) Nenezj, die Russen heissen bei ihnen Lutze, die Ostjäken aber Habig. 
Kinen sterbenden Liven, der für sich beten lassen wollte, taufte Bruder pietrich, 
und dessen Seele sah ein anderer Neubekehrter (sieben Meilen davon) von Engeln 
in den Himmel tragen (s. Gruber). Abt Berthold sah (1188) die Seelen der von 
den Saracenen ermordeten Mönche von Engeln nach dem Himmel tragen. Der 
jüngste Sohn ist (in der Pfalz) der geborene Erbe des bäuerlichen Anwesens 
(s. Brenner -Schaeffer). Während die Thiere des Hauses den Neckereien der Hexen 
verfallen, quält der Drude den menschlichen Bewohner (in der Pfalz). Der Pflälzer 
Bauer uimmt am liebsten ein greifbares Object (Würmer oder Krebse) als P^nd- 
ursache der Krankheiten an (s. Brenner-Schaeffer). 

*) Die. Verheirathung und Begattung der Australier findet meistens während 
der wurmen Jahreszeit statt, wo die in der Natur gebotene Nahrung in reicher 
Fülle vorhanden und der Körper zu wollüstigen Regungen disponirt ist. Die 
Watschandies feiern während der Begattung in der warmen Jahreszeit das Fest 
Kaaro (s. F. Müller). Nach den Ehegesetzen darf ein bestimmter Mann nur eine 
bestimmte Frau heirathen, und zwar nur aus einer bestimmten Kaste. Die ans 
der Ehe entsprungenen Kinder werden in eine ebenso bestimmte Kaste gesetzt 
(in Australien). Wenn während des Schlafs der Novizen in der Hütte des 
ürossvaters die Glieder sich nach einwärts strecken, wird die Weihe vollzogen 
(in Neuseeland). Im Süden Neuseelands besitzen manche Stämme eigene Stöcke, 
in welche von Geschlecht zu Geschlecht Einschnitte gemacht werden. In Java 
nennt sich der Vater nach dem Erstgeborenen, wie Papa Ramu (Pa Rama), 
Vater des Rama. Unechte Kinder heissen (nach Wilda) ünflathkinder oder 
Hurenkinder (von horan, der Sumpf). Mit Einführung des Christenthums wurde 
der heidnische Gebrauch der Letten, die Braut gewaltsam zu entführen, bei 
Todesstrafe verboten (s. Einhorn). Nach Valerius Maximus durfte sich der Schwie- 



189 Zweites Kapitel. 

meist schon bei 20 Jahren („die beendete Jugend" auf die 
„öffnende Stufe" in zehn Jahren folgend) geschlossen (zwischen 



gervater nicht mit seinem Schwiegersohne baden, sowie nicht mit den anderen 
Söhnen. Die Frauen wurden von Männern in den Bädern bedient (nach Mar- 
tialis) und Juvenal spricht von den daraus folgenden Obscoenitäten : ..Callidus et 
cristae digitos impressit aliptes, Ad summun» domijiae femur exclamare coegit.'* 
Am Fest des Johann von Luz waren die Opferkränze der Frauen (1602) au 
einem Kuchen in Phallusgestalt befestigt (nach De Lancre). Phallovitraboli, als 
Flasche in Phallusgestalt. Irony was cousidered a falschood (on Pitcairn). They 
could not See the propriety of uttering what was not strictly true for any pur- 
pose whatever. (Beechey. 1825). Als Thierry die Pitcairn-Insulaner mit einer 
Stimmgabel singen lehrte, zeigten Alle gutes Gehör (s. Brodle). Refibulavit tur- 
gidum faber penem (Mart.) Cutis, quae super glandem est, acu filum ducente 
transsuitur, später mit Einfügung eiues Ringes (nach Celsus). Juno fuit pro 
üanymede Jovi (Mart.). Nach den Statuten des serbischen Zaren Duschau 
(1347 p. d.) konnte ein Reisender, dem Nachquartier bei einem Grundbesitzer 
verweigert war, sich Irgendwo im Dorfe einlogiren, und etwaiger Verlust war 
dann nicht vom Wirtb zu ersetzen, sondern von dem, der die Aufnahme ver- 
weigert hatte. Bei den britischen Schriftstellern des Mittelalters (Gildas, Nan- 
nius, Giraldus u. s. w.) wird unter sinistralis der Norden, unter dextralis der 
Süden verstanden (s. San Marthe). Der Wassailer's Song wird am Neujahrs- 
abend in Gloucestershire gesungen unter Zutrinken (s. Talvj). Pro certo autem 
novimus, Saxones his regionibus navibus adventos, et loco primum applicnisse 
qui usque hodie nuncupatnr Hadolaun (Widukind). The Oriental naturalists 
universally agree, there are forty days of winter, during which all Vegetation 
whatever is suspended. This period commences in December and ends in Ja- 
nuary and is called Chehallet or .,the Forty" (Brydges) The celebration of 
the Nurooz and the celebration of the Passover take place precisely at the same 
period (Brydges). The Belt of wampun, delivered by the Lenni Lenape Ga- 
cheins to Penn (1662), consisted of eighteen strings of wampum formed of 
white and violet beads worked upon leather thongs. In some places the ani- 
mals (of Wisconsin) are represented not in relief, but in incaglio, not by a mound, 
but by an excavation (s. Lapham). Wie denn sie ahnfangs ohne gelt, so dieser 
ohrt noch nicht gewesen, die wahren mit einander vorfahren, auch anstatt ihrer 
Muutze die Oehrlein an dem grawergk, so man Rehen nennet, gebraucht, haben 
derwegen die teutschen kaufleute mit dieser völker nachlass und willen, eine 
Capelle oder Kirchlein (Kergkholm) erbawet (s. Grefenthaln). In Kordofan wird 
eisernes Geld gebraucht (nach Holroyd). Nach Castren heirathen die Finnen 
nicht innerhalb desselben Stammes, sondern nur ans fremden Stämmen. Nach 
Athanarit lebten die in Felle gekleideten Finnen von der Jagd, wie nach Diaconus 
die\Skride-Finnen (die auf Schlittschuhen das Wild verfolgten) und die Rene- 
Finnen. Die,^von dem höchsten Gott Wainämöinen nach der Gestalt des Bären- 



Peking. 183 

20—16 Jahren). Mandarinen zalilen gewöhnlich 60CK) Taels für 
eine Frau fs. Osborn). Arme entnehmen oft ein Mädchen den 
Findelhäusern, um es im Hause als künftige Ehefrau des Sohnes 
aufziehen zu lassen. Confucius spricht das Kind, das zum Besten 
seiner Eltern eine Lüge*) sagt, von Sünde frei. Der Sarg, den 



gestirnes gebildete Geige (Kaudele) bezauberte die Waldthiere, Vögel und Fische. 
Nach den Finnen war von der Seele der Thiere nur die der Bären unsterblich. 
Die Permier oder Barmeser besassen das Heiligthum des Gottes Jomali. Die 
Sprachen der Ungarn und Türken gehören zum finnischen Stamm. An intelligent 
Kandyan chief, with whoiQ Mr. Bailey visited tlie Veddahs, was perfectly scan- 
dalised at the utter barbarism of living with only one wife and never partiug 
until separated by death. It was, he said, just like the wanderoos (monkeys). 
On being shown a large coloured engraving of an aboriginal New-HoUander, one 
declared it to be a ship, another a kangaroo and so on, not one of a dozen 
identifying the portrait or having any connection with himself (Oldfleld). A 
Kafifer ou being shown a well-execnted portrait of a man, has been known to 
assert, that it was a llon (s. Wood). Unter dem Volk der Kesam in dem Pa- 
lembangschen Oberlande auf Java dürfen Mitglieder desselben Stammes nicht 
unter einander heirathen (um die Poyang oder Schatten der Vorfahren nicht zu 
erzürnen). Die unter der Erde im mühseligen Leben weilende Seele nimmt (bei 
den Papuas) zeitweilig ihren Aufenthalt in dem Karoswar (ein missgestaltetes 
Ilolzbild). Die Manawen (unteren Geister) verursachen plötzliche Todesfälle. In 
Australien gilt Verwandtschaft auf weiblicher Seite als Ehehlnderulss. im Central- 
Asien und China auf männlicher. Was immer dem Munde der Eltern ehrfurchts- 
voll dargebracht wird, das geniesst Wishnn selbst, denn Hari nimmt die Gestalt 
der A-hnen an (nach der Krijajogasaras). Die Nichtverehrung der Vorfahren ist 
ein schwereres Verbrechen, als selbst Brahmanen-Mord. In Brandenburg muss das 
Brautpaar über einen auf die Schwelle gelegten Feuerscheit treten. 

*) It is said by the bramans, that it is not a crime to teil a lie on behalf 
of the guru or on account of cattle or to save the person's own life a to gaiu 
victory in any contest. but this is contrary to the precept. From the time, that 
Gotama became a Budhisat, through all his births, until the attainment of the 
Budhaship, the never t'old a lie ; and it were easier for the sakwala to be blowu 
away than for a supreme Budha to utter an untruth. To take that, wich be- 
longs to the associated priesthood or to to supreme Budha is (in theft) the highest 
crime. Scepticism is (nach dem Säleyya-nftra-sanne) the root or cause of succes- 
sive existence, there is no release for the sceptic, he can not enter the paths, 
neither can he enter a dewa-loka (Hardy). Though a mau be ever so wise, when 
he drinks, he becomes foolish (nach dem Päjäwaliya) and like an idiot. The- 
refore it is the greatest crime (Hardy). The idle man will be deprived of all means 
of existence. It is right (nach den Ethics of Budhism) that children should re- 
spect their parents and perform all kinds of officer for them (Hardy). Der 



|y4 Zweites Kapitel. 

die Cliiuesen gewöhnlich schon bei Lebzeiten *) kaufen oder sich 
schenken lassen, wird in der Grube nach der Compasslinie ge- 



Mond war (bei den Egyptern) zweigeschlechtlich. Im mythischen Sinne ist der 
Mond bei den Egyptern männlich und weiblich. Das jüdische Fest der Laub- 
hütten wnrde auf den Dionysos-Dienst bezogen. Eins der Füsse des Aunbis 
zeigt den Huf. Zacharias erschrak, im Tempel eine eselstöpflge Gottheit se- 
hend (nach Epiphanius). Die Juden verehrten den Esel, weil er sie in der Wüste 
zu Wasser geleitet (nach Paut). Der Esel war dem Bacchus heilig, weil deu (bei 
Wein nützlichen) Fenchel liebend, der anderen Thieren Gift ist (nach Plinius). 
Das böse Auge abzuwenden, setzte Pisistratus die Figur einer Heuschrecke auf 
die Akropolis (nach Hesychins). Der mit Neid auf Schönheit geworfene Blick 
iuflcirt die Luft und zeugt dann, die Knochen durchdringend, Krankheit (s. He- 
liodor). Buddha Avatar trat in den Leib der Mahamaya, der Gattin des Suntah 
Danua, Raja von Kailas (nach der Inschrift in Islamabad). 

*) Die Fastenzeit (In Lithauen) zeigt sich nachtheilig, da in ihr die meisten 
schwer Kranken vorkommen und kaum vor Reeidiven der Nachkrankheiten zu 
bewahren sind (von Beuningen.) Pythagoras nannte den transcendeutalen Theil 
seiner Lehren Fvioais riov dvxcov (nach Diogi. Laert). Die t« TtsQieQya verwendenden 
Convertiteu in Ephesus verbrannten ihre Bücher (als Megabyzae und Essener). Die 
langen und verwirrenden Genealogien, vor denen St. Paul warnt, bezogen sich (nach 
Matter) auf guostische Emanationen. To the Godhead or Supreme deity (the au- 
known father) the Gnostus attributed the creation of the intellectual world, the 
Intelligences Aeons and Angels, whilst to the Demiurgus they refered merely 
the creation of the world of matter, subject to imperfectiou from its very nature 
(s. King). The religion of Zoroaster was a reformed version of the aucient doc- 
trines held by the inhabitants of Esitene. The Pharisee (Pharsi oder Persiau) 
or Interpreters set forth their doctrines in the Kabala (traditions). Nach Ammian 
traf Julian in Persien eine ganz von Juden bewohnte Stadt. The king of Light 
(the Ancient of il days) is the infinite (Eusoph) in the Kabala. Dass Gläubige 
sterben, war Paulus ein Räthsel, und er kann den Grund imr in einem Mangel 
an Energie des christlichen Lebens finden. Er selber hofft deshalb nicht erst 
sterben zu müssen, sondern „überkleidet" zu werden. Wie vom Tod, so musste 
der Gläubige, für welchen Gott „den, der von keiner Sürwie wusste, zur Sünde 
gemacht hat," auch von der Sünde frei sein. Aber diese Consequeuzen, die das 
Denken zog, scheiterten zu offenbar an der Erfahrung. Darum muss Paulus das, 
was der Tod Jesu nicht an sich leisten konnte, von der Wiederkunft Jesu er- 
warten, wo dann Sünde und Tod realiter überwunden sein werden (s. Lang). 
In der Opfer- und Satisfactionslehre ist der Tod (die nothwendige Folge der 
Endlichkeit) Folge der Sünde. Meraßaipstv eh trs^of aiöjua im pharisäischen 
Auferstehungsglaubcn (nach Josephus). Jesus kehrte, auferstehend, sx rcöv re- 
XQtJjv zurück beim Einzüge in Jerusalem hatten die Jünger Jesu ein plötzliches 
Üffenbarwerden des Gottesreiches erwartet. Wenn der Mensch die Vollkommen- 



Peking. 185 

richtet. Die Trauernden setzen dann Schüsseln mit Gerichten, 
sowie Theenäpfe in zwei Reihen auf das Grab, wie später vor 
die Ahnentafel. Sobald ein Todesfall eintritt, verlassen die 
Lappen die Hütte (weil die Reste der zurückbleibenden Seele*) 

heit der Tugend erreicht, steht er höher, als die Engel selbst (nach dem Talmud). 
Der Talmud gebraucht das Wort Satan (Sammael oder ürschlauge) für Leiden- 
schaft, die reizt (in proteusartigen Gestaltungen). Der Mensch wurde allein er- 
schaffen, und so hat jegliches Individium das Recht, zu sagen, die Welt ist meinet- 
wegen erschaffen (nach dem Talmnd). Gottes Name ist unaussprechlich (nach dem 
Talmud) und er wird deshalb nach seinen Eigenschaften als der Barmherzige (Rachmau 
oder Rahmau), der Heilige u. s. w. bezeichnet. Die Seele am Throne Gottes kennt 
Alles, aber in der Stunde, wo sie im menslichen Körper geboren wird, berührt 
ein Engel des Kindes Mund, das Alles vergisst, was gewesen ist (nach dem Talmud). 
*) Ad augendam autem in daemones -vel natnras spirituales auctoritatem, 
necesse ducebatur sacerdoti, ut insitum sibi spiritum atque animum ad summum 
eveheret extaseos Stadium (tulla intoon), vel potius spiritis suo tutelari, daemoue 
suo, qui quemvis hominem per totam vitam credebatur comitari totus caperetur, 
quod tulla haltioihin appellabant (Rein). De simulacris de pännis factis, von den 
Alrunen (auf dem Concil zu Lesdain). Es war bei den heidnischen, unver- 
heiratheten Weibern ein Aberglaube, dergleichen Puppen so lange zu behalten, 
bis sie sich verheiratheten, worauf sie der Venus geopfert wurden (s. Kreussler). 
De ligneis pedibns vel manibus pagano ritu. Unde stoketin ere Swert in di erdiu, 
uude swuriu darauf (XII. Jahrhdt.), als Ludwig der Springer sich den Warberg 
bei Eisenach zuschwor (s, Roth). Nach dem Vorfest (am Montag) begann das 
Fest (den Aufgang der Sonne am Hain zu erwarten) am dritten Wochentag, der 
der Erdtag heisst (bei den Sachsen). Winnfried, der Angelsachse, berichtet vom 
Tütsfest und Versöhnungsfest in Rom , wo 1237 Fegefeuer und Seelenmesse ein- 
geführt wurde (in Thüringen). Of the 18 Brahma heavens in the flrst Dhyana 
(Shan) are three : 1) Fan Chung (Brahma Kagika), 2) Fan In (Brahma Parohita 
3) Tai Fan (Maha Brahma). In the second Dhyana are 3: 1) the Shan Kwong 
(Parittabha), 2) Moleung Kwong (Apramanabha) , 3) Kwong yin (whose glory is 
as it were a voice. The third Dhyana has three heavens, 1) Shan Tsing Paritta- 
subha), 2) Moleung Tsing (Apramana subha), 3) Pien Tsing (Subhakritsna). The 
fourth Dhyana has 9 heavens : 1) Fuhsing (Anabhraha or happy birth), 2) Fuh- 
ugai (happy love or Punyaprasava), 3) Kwang Kwo (extensiv reward or Vrihat- 
phala), 4) Moseung (absence of cares or Avriha), 5) Mofau (absence of trouble 
or Atapa, 6) Moh Jeh (absence of heat or Rudrisa), 7) Shen-Iu (virtuous appea- 
rance or Suelassana), 8) Shen Kin (virtuous right or Sumukha), 9) Shikankeng 
(termination of former Akanishtha). Bischof Benno traf (1066) in Meissen auf 
Abgötterei unter den Wenden. Wegen der Heiden (1074) wurde das Kloster in 
Saalfeld gestiftet. Die Böhmen holten ihre Geistlichen oft aus Magdeburg, wo 
in einem Kloster Wendiseh gelehrt ward. Obwohl der heilige Wald des Zutibuv 



|(Sf> Zweites Kapitel. 

schaden könnten) und kehren erst später zurück (Acerbi). Mo- 
liesin (mit breiter Mütze) ist der Gott der Kiudestug-cnd. Soe- 
Koue (die drei Brüder) werden durch drei Figuren unter einem 
Baume dargestellt. Tsang-ta-ti (der Gott der Schiffbrüchigen) 
hat Schuppen auf der Kleidung. Koueti (der General) sitzt 
zwischen seinem Sohn zur Linken und dem Krieger Tou-tsong 
zur Rechten. Tiefi (Göttin der See) wird von einem Fisch ge- 
tragen. Yan-se-tea, der Todtenrichter, *) trägt auf seinem Sitz 



umgehauen war, tau d Bischof Werner noch Götzendieust bei Merseburg (1070 p. d.). 
De auguriis, vel avium, vel equornm vel boum, stercone vel stermitatioue wurde 
(743) das Wahrsagen verboten (s. Kreussler). De simulacro de cousparsa fariua 
(nach dem Concil von Lesdain), wobei die am Julfest gebrachten Hörner oder 
Trinkgeschirre in den Bretzeln nachgeahmt wurden, oder die Hornaffen des närri- 
schen Monates Februar. 

*) Der Bonze wird in der Sterbestunde zugezogen, da sich dann die Trans- 
mutation bestimmt. Um Falkenstein nimmt die Seelnonne während des Leichen- 
zuges das Stroh, worauf die Leiche gelegen, und zündet es an dem Feuer au, 
welches in einem alten Hafen bereit gehalten wird, damit die Seele des Ver- 
storbenen zur Ruhe komme (Lammert). Beim Abholen einer Kindesleiche wird 
im Eichsfeld ein Eimer Wasser nachgegossen, damit nicht noch ein anderes Kind 
stirbt (s. Waldmann). Nach den Falasha's darf Niemand im Hause sterben, weil 
sonst die Seele nicht frei zum Himmel schweben könnte (Flad). Nach Wulflstau 
(900 p. d.) bleibt der Todte (bei den Esthen) unverbrannt bei den Verwandten 
für ein bis zwei Monate unter Festgelagen liegen, und wenn man ihn znm 
Scheiterhaufen bringt, werden seine Habseligkeiten beim Wettreiten den Gewinnern 
auf den raschesten Pferden zuertheilt. Die Körper der Märtyrer von Lyon wurden 
durch die Heiden in die Rhone geworfen, damit sie nicht wiederkehren könnten 
(s. Blant), als abgeschiedene Seelen. Unter Peter Simeonovic (f 967 p. d.) lehrte 
der Pope Bogumil die Ketzerei bei den Bulgaren (nach Kosmos) und diese 
dualistische Ketzerei der Bogumiliten nahm bald zu. Armenien war im IX. Jahr- 
hundert der Mittelpunkt der Anhänger des Manichäischen Dualismus bei den 
Paulikianern (mit Massilianern und Euchitern). Nach Petrus Siculus trafen die 
armenischen Paulikianer (864 p. d.) Vorbereitungen zur Absendung von Predigern 
nach Bulgarien (s. Hilferding). Zimischi verpflanzte gefangene Paulikianer oder 
Manichäer aus Kleinasieu nach Philippopolis. Im XII. Jahrhdt. bildeten die 
Bogumilen (mit dem die abendländischen Häretiker der Kathaner oder Keimen 
verwandt waren) die Mehrheit der Bevölkerung der Eparchie, wie die Moglen im 
mittleren Macedonien. Aus der bulgarischen und dregovicischeu Kirche waren 
(nach Sacconi) auch die Albigenser genannten Katharer entsprungen. In der 
bulgarischen Kirche herrschte die neue Dualismustheorie mit der Annahme des 
einen guten Gottes (und seiner ßöhne Satanael und Christus), in der dregovici- 



Peking 1 <S7 

eine viereckige Mütze. Fou-^in (Gott der Feucrsbriinst) hält 
einen Discus an's Feuer. Tiehoe (die Scbutzgöttin der Matrosen) 
wird auf ihren Wegen von zwei Dämonen begleitet. Zinhonel, 
der Alles sieht, und Tschilghe, der Alles hört. Kuan-hong (die 
Flussgöttin) sitzt auf dem Wasser. Man-tse-ang (unter einer 
Fahne sitzend) schützt die Ackerbauer. Yeu-the (mit Gorgonen- 
Kopf und Kleidung) schützt das Geschick. Houlousezin (Gott 
des Reichthums) sitzt mit Spitzbart, Lomwong (Gott des Wassers) 
mit einem Stabe, Fou-lou-se (die drei Propheten) stellen drei 
Figuren dar, worunter einer weissbärtig. Pie-chei (die acht 
Propheten) stellen acht Figuren dar, auf einer Terrasse. Hou- 
Jain (die fünf Heiligen, die über die Dörfer wachen) sind fünf 
Damen in einer Halle. Fouzin, Gott der Blumen, sitzt vor einem 
Busch. Kin-won-zee (Gott der Schätze, steht mit den Händen 
in den Aermeln. Ze Kouon (die Sonne) wird dargestellt durch 
eine Figur, die die Sonne im Schoss hat. Tie ist eine bärtige 
Figur mit Heiligenschein, Di (die Erde) eine Figur mit Glorie. 
Peo-the (die Sterne des Nordens) bilden sieben Figuren in einer 
Wolke, die Verstorbenen regierend (rechts). Ne-the (die seclis 
Sterne des Mittags, die die lebenden Menschen beherrschen) sind 
sechs Figuren in den Wolken (links). Yeu-Kouon (der Mond) 
trägt einen Mond auf der Mütze. Zwischen Gefährten steht Noue- 
tse (Gott der Sklaven), und mit Flachmütze Koue-yin (Gott der 
Armen). Koue-sin, der grosse Weise des Alterthums (dessen 
Bild auf den Pavillon des Confucius gesetzt ward) wird dar- 
gestellt durch einen eine Feder haltenden Dämon. Ya-wong 
(Gott der Medicin) zeigt sich dickbäuchig *) (unter einem Baum). 



sehen aber (bei Thessalonich) die alte Lehre des wirklichen und unendlich 
bösen Wesens neben dem guten (s. Schmidt). The islanders of Flanninan (in the 
Hebrides were wout to make three long prayers to their saint naked are they 
started in their fowling expeditious (Cooper Dendy). 

*) Le Portrait ideal, qu'on trace du fondateur des Saougatas est celui d'uii 
liomme d'un embonpoint considerable, avec nne petita tßte. Selon le Chan-hai- 
king (livre des mers et des montagnes), aux extr^mitös des mers de l'orient et 
du midi, et an milieu du Kanchoui (fleuve d'eau douce), il y a le royaunie des 
Hi et Ho. C'est lä qu'il y a de jeunes filles, nommees Hi et Ho, lesquelles se 
baignent dans l'abime de l'eau douce, lorsque les soleil est brulant. Hi et Ho 



188 Zweites Kapitel. 

Se-vee-ve (die drei Buddha) begreifen Zuleve (auf Lotus), Zekave 
(links), Me-ngi-ve (rechts). Tea-tsan-to-keun , ein Greis auf 
Felsen, ist der Gott religiöser Lehren. Theniou (der Krankheiten 
heilende Gott) sitzt auf einem von Schweinen gezogenen Wagen, 
achtarmig, die Sonne und den Mond, sowie Waffen tragend. 
Wong-lien-kue (der Feuergott) führt ein Schwert. Ti-seu (Gott 
der Jahre) ist eine sitzende Frau (mit Begleitmädchen) in Hoch- 
niütze. \ ing-tsang (Gott der Gelehrten) sitzt unter einem Baume 
mit Aufwärtern, deren einer eine Pergamentrolle trägt. Con- 
futse ist von zwei Schülern begleitet. Tetsou (Gott des Donners) 
mit einem in einem Lotus endenden Schwert. Tora hau tea ti 
sitzt unter einem Baume, die Todten und Lebenden zu richten, 
und über ihn wird ein Schirm ausgebreitet. Zou-ze (Gott der 
Vorrathshäuser) ist rotY gekleidet, Ly-ze (Gott der Buden) grün. 
Louthe sind sechs Figuren, die essend und trinkend um einen 
Tisch sitzen und Lebeusgenuss gewähren. Sein-kwon-pan (Gott 
der Schwätzer) reitet auf einem Pferde. Zii-i, Gott der Glück- 
lichen, hält einen Zweig. Kin-Ien (Gott des Goldes) hat seine 



sont les etres qui, au commencement du oiel et de la terra, ont produit le soleil 
et la luue, et qui les gouverneut. 11s demeurent dans le ciel de Khioung saug 
et ä l'extremitt^ des huit termes. Ils pr^sident au soleil et a la lune et ils 
prennent soiu que ces astres se levent et se couchent tour ä tour pour produire 
le jour et la nuit. Si l'on observe le ciel avec attention, on remarquera que les 
enfants de Hi et Ho sortent de la vallee lumineuse, une fois le matin et uue 
fois le soir, C'est ce que Yao avait observe, lorsqu'il institua le tribunal Hi et 
Ho pour presider aux quatre Saisons. Selon le Chin-i-tian (traite des esprits et 
des merveilles) Yan ti chin noung (predecesseur de Hoang ti) est le premier qui 
a sacrifle au soleil levant, en elevant des collines entonrees de murs. Selon le 
Lon sse de Lopi , Ti ko kao sin chi eleva des tertres et des collines aux fron- 
tieres meridionales de son empire pour y sacrifler au Cbang ti, au soleil, ä la 
lune, aux etoiles fixes et aux planetes. Parmi les sacriflces faits sur le Kiao, 
celui d'aller au-devant du soleil etait le plus conside'rable. Selon le romau 
(georgienne) de Tariel, le Soleil (Mze) est l'astre des rois, Saturne (Zwalou Zohra) 
celui des afflige's, Jupiter (Mouchthari) doune les lois au monde (comme astre 
des juges). Mars (Marikhi) pre'side aux combats et aux veugeances, Venus 
(Aspiroz ou Zohal) est l'astre des medicines, Mercure (Otbarid) celui des öcri- 
vains, la lune (Mthware) celui de la couiparsion (protegeant les amants malheureux 
la litterature classique du Tibet est comprise en deux compilations, le Kah-gyur 
(tradutioü des commandements) et Stau-gyur (traduction des Instructions). 



Peking. 189 

Hände erhoben. Tikokounia ist das Mädchen^ das sich stets im 
Hauswinkel findet uud durch eine aufstehende Kopftracht be- 
merkt. Ting-zie (Gott der Brunnen) steht vor'einem Brunnen, Pean- 
chie (Gott der Districte) ist violett gekleidet, Pean-fou (Gott der 
Provinzen) grün. Tea-po (Gott der Polizisten) rennt mit einer 
Flagge einher. Zin-wong (Gott der Dörfer) schreitet über eine 
Brücke. Houhe (zwei Prophetenkinder) sitzen lächelnd da, mit 
einem Lotus in der Hand. Tso-ka (Gott der Küche) sitzt auf 
einem mit Schüsseln vollgestellten Tragbrette, Lo-zin ist Haus- 
gott. Tschang-sie ider Prophet, der die Kinder in die Welt 
setzt) ist stehend dargestellt mit einem Kind zu seiner Seite. 
The-see (Gott der Blattern) ist roth gekleidet, Tsan-tsin-tse ist 
Gott der Teufel,*) U-tse-kouon und Tsun-su-peo sind die Götter 
der Lastträger (im Laotse-Tempel). 



*) In allen übrigen Gliedern wie ein Mensch geformt, verräth den Teufel 
Bocksohr, Hörn, Schwanz oder Pferdefuss. Von einem Valant heisst es: „ev 
hat viel der Hende, an des Libes Ende einen vreisliohen Zagel" (s. Grimm). 
Wie der slavische Triglav Ziegenhäupter hatte, erscheint (in deutschen Mytheu) 
Huldra geschwänzt, Bertha mit dem Gansfuss, der Nix mit geschlitztem Ohr, 
die Nixe mit nassem Kleidzipfel, der Held mit den .'«Nchwanflügelu (wie Hermes 
mit geflügelten Füssen), die Wasserfrau mit dem Schweif einer Schlange oder 
eines Fisches. „Selbst den Riesen bleibt ein Finger und eine Zehe über die ge- 
wöhnliche Zahl hinaus" (in Neuseeland zu wenig). Der Antichrist wurde sieben- 
häuptig gebildet mit Pferdefuss (s- Jappert), wie Röpke mit sine seveii köpp. 
Der teuflische Pferdefuss kann (nach Grimm) an die halbrossigeii CVntauren und 
an die altn. nennir erinnern. Der Schwanritter Hellas kehrt auf dem Schiff, 
dass ihn hergeführt, wieder zurück. Die Gestalt der Bergfrau Hulla oder Huldra 
(in Norwegen und Dänemark) wird durch einen Schwanz enstellt, den sie 
sorgsam zu verbergen trachtet (als Königin des Huldrefolks. Nach den Eskimo 
haben alle lebenden Wesen die ^Seelenbegabiing (Tarrak), besonders aber die 
Vögel (s. Sgede). Wie alle Dinge und Thiere, hat auch der Mensch (nach von 
Karen) sein Kelah, die Nachts den Körper verlassen kann. Gute und böse 
Handlungen werden der Thah zugeschrieben. The kelah is supposed to possess 
seven separate existences, excits of white seeks the destruction of the person to 
whom they belong (seven in one). The first seeks to render the person insane 
or mad, the second produced reckless folly, the third produces shamelessness and 
seem to be the origin of the libidiuous passions, the fourth produces anger and 
the passions, like which result in cruelty and acts of violence, murders etc. Die 
Kelah hönnen indess keinen Schaden thun, so lange der Tso seinen Sitz auf dem 
Scheitel des Hauptes bewahrte, (s. Gross), unter den Druiden erscheinen die 



190 Zweites Kapitel. 

Der Verstorbene/-') „der die Welt gegrUsst bat/' wird, mit 
seinen besten Gewändern beiileidet, in dem weiss ausgescblagenen 



Senani als eine besonders erhabene und geweihte Srhaar oder Institution (auf 
den Volksstamm der Senones übergehend), am lieiligen Sena-Flusse (und Sem- 
nonum silva) sitzend (s. Eckstein). Im irischen Druidismus und Bardismus wird 
der Seannacha oder Kanuacha als der Alte aufgefasst. Nach Ktesias hatten 
die Pygmäen Indiens langes Haar und grossen Bart. Die 21 Verwandlungen, 
die der Barde in dem Mabinogi aufzählt, werden von Davies für den Kreislauf, 
der Seelenwanderung oder für die Stufen der Einweihung gehalten. Nach Segura 
(XIII. Jahrhdt.) Hess sich Alexander in einen Glaskasten hinab, um die Lebens- 
weise der Fische zu erforschen. Merddin, Sohn des Morvryn. oder Merddin der 
Wilde (der wälschen Barden) wird identiflcirt mit Merddin Emrys odea Merlin 
Ambrosius (bei Nennius oder Gottfried von Monmouth). Merdin Emrys ercheint 
(480) als Knabe zu Vortigern und (57U) Merddin ab Morvryn am Hofe des 
Rhydderoh Hael als alter Mann, Laloi kan (llallogan oder Zwilling genannt. 
Wie Merddin seine Schwester Gwenddydd berichtet, sollen nach Kadwaladr's 
glänzender Herrschaft Kyndav und Katrav kommen. Dann wird der Himmel 
auf die Erde fallen, es wird keine Könige mehr geben nnd das Ende der Welt 
ist nahe (nach Llwyd). Die wunderbare Geschichte Arthurs und seiner Tafel- 
runde wurden (1077) durch die Nachkommen Howel des Guten aus der Bre- 
tagne nach Südwales gebracht. Kradwaladr's Tod wird dem Schlage des Barden 
Golydann zugeschrieben. Bei Nimiki, king of the gods, als Titel des von Sargina 
angerufenen Gottes. Nimiki does not mean the gods themselves, but their divine 
and mysterious nature (in the praises of Ashurbanipal). The gods are called 
Children of the Abyss (binut tzuab). Sar tzuab or king of the Abyss (s. Talbot). 
Abari, the celestials (in the prayer of Sargina). In Hebrew poetry the word 
Abari signifled the deity. Hias of Greka oder von Rinzen ist der Ilija von Murom 
der russischen Sage, der Hauptheld unter den Wunderhelden Wladimir's des Grossen. 
Der alttestamentliche Name Elias wurde nur im Munde der Slaven, nicht der 
Deutschen, zu Ilija, Hias, und der grosse Prophet und Kirchenheilige Elias ist 
nicht nur bei den Serben, sondern auch bei den Russen an Stelle des Donner- 
gottes getreten, der Ilya der Heldensage aber scheint nur eine epische Umbildung 
des nach dem Propheten benannten Gottes zu sein (s. Müllenhoff). In Oestereich 
neckt man einen Tölpel, der den Hut tief in die Stirne drückt, mit dem Zurufe 
Wut (s. Vernaleken). 

*) From its resemblance to a skeletou (larva) and spectre-like habits and 
habitations, the locust (employed in medecine for aflfections of the genitals) was 
accounted a powerful charm against the evil eye (s. King). Der Frosch diente 
den Griechen (und später den Christen) als Symbol der Unsterblichkeit, in Folge 
der von ihnen durchlaufenen Umwandlungen. Die Säule, auf der der schwarze 
Kater bei den Versaninilnufren der Waldenser sitzt (und bei den Hexen) ist 
(iiacli Schreiber) in Menkir. Als die Soess (Selbst) genannte Diala das F'edre 



Peking. 191 

Saale in seinem Sarge ausgestellt und empfängt die Huldigungen 
aller Verwandten, ehe man ihn zur Grabstätte begleitet. In den 
Provinzen Kiang-uan und Tche-kiang werden die Todten (zur 
Aufbewahrung der Asche in Urnen) verbrannt, weil (nach Van 
Braam) der Boden für das Begraben zu feucht sei. Wenn der 
Mensch stirbt,*) heisst er Kuei (Liki). Das, wodurch die Ver- 



fitte (Pierre fitte) in Unter-Engadin, beim Hiiiaufladeu helfend, mit den Bauern 
in Streit gerieth und mit der Heugabel in's Auge gestossen wurde, meinten auf 
ihr Schreien die anderen Dialas: ,,Selbst gethan, selbst gebüssf' (s. Schreiber). 
Von Willelmus deus durus wurde der Witteflew (Vittefleur oder fluv. Quiteflede) 
Dardent genannt (zur Zeit Kollo's). Von der untergegangenen Stadt Durdent 
erscheinen zuweilen die Knochen. Die Höhle Gnipa hütet der Höllenhuud 
Gnipa oder (nach Stepb. Byz.) Germara (Kerberos). Pauli bezieht Jötnav auf 
Japhetnav (JsTphetsöhne) Der Alp feish also (incubus pedit). Walhalla, als 
aula occisorum. Im pontischen Zela theilte die Göttin Emoua ihre Verehrung 
mit dem Gotte Amanus oder Omanus Krak (Gründer von Krakau), dem slavischen 
Sonnengott (s. Terstenjak). Die Wurzel der (slovenischen) Liebesgöttin Emona 
ist (sanscr.) kam, amore (nach Davorius Terstenjak). Im Niebeluugenliede wett- 
eifern die Königsbräute vor der Hochzeit durch Wettläufe (im Brautlauf). Berue 
bedeutet Mutter der Gewässer in der Sprache der Batta, (den Marghi verwandt), 
Die Sklaven aus Mafum (in Adamana) nach Alt-Calabar (s. Anderson), ^leyvas 
(Sohn des Ares und der Kryse), der auf Eteokles in der Herrschaft über Or- 
chomeuos folgte, wurde von Appollo, dessen Tempel er wegen Schwängerung 
seiner Tochter Koronis (Schwester des Ixion) angezündet, in die Unterwelt ge- 
bannt (unter einen Einsturz drohenden Felsen). Die zu den Minyern gehörenden 
Phlegyer nahmen (von Orchomenos aus) Besitz von Phokis. Auf der Pokis 
Stelle von Avh^eii wurde Phlegya gegründet, m oia itefaXt], syxsfaXov ovx Mxec, 
sagt der Fuchs (bei Aesop.) in Mo^fcoXvxsiov staminirend. Nu awerst is (ehrlich 
Kloster) des Düwels Pinke Panke (der Chanoiuessen in Itzehoe) 1602 (s. Brink- 
mann). 

*) Wenn der Mensch geboren wird, hat er ein Rhi, hat er ein Pe, der Khi 
ist des Geistes (Shin) Erfüllung (Tsching). Alle, die geboren werden, sterben 
gewiss. Was stirbt, kehrt zur Erde zurück, das heist Kuei. Der Hoankhi aber 
kehrt zum Himmel zurück, und dieser heisst Schin. Die Vereinigung des Kuei 
mit dem Schin, um ihnen zu opfern, ist das Höchste des Unterrichts. Knochen 
und Fleisch, die todt niederfallen, werden in Erde verwandelt, ihre Lebenskraft 
(Khi) aber breitet sich nach oben aus, und das ist des Geistes (Shin) Manifestation 
(Tschu), sagt Confucius. Die Geister erkennen Wen-wang, als König (nacii dem 
Schuking. Wer sich gegen den Himmel vergangen hat, ruft vergebens die 
Geister (nach Confucius). Die bösen Geister wurden durch die Ceremonie No 
vertrieben. Nur bei reinem Herzen nehmen die Geister Opfer an (nach dem 



192 Zweites Kapitel. 

änderungen und Umwandlungen vollendet werden, sind die Knei- 
Schin (nach dem Iking). Auf dem Hausdache wird die Seele 
des Verstorbenen eingeladen^ zurückzukehren (nach dem Tscheuli). 
Was den thierischen Stufengrad*) anlangt, der dem Menschen 



Schuking), Po (der Dämon der Dürre) wiithet wie Feuer (in Schiking), als 
einäugiger Zwerg iu Süden (nach dem Schin-i-king). Der Director der Stutereien 
opfert im Winter dem Pu (Mapn) oder dem Geist, der den Pferden schadet, der 
Ton der Erdtrommel vertreibt die Tschong (Wasserwürmer). Beim Tode steigt 
der Geist (Hoan) aufwärts, die Seele (Pe) abwärts (nach dem Scholiast). Die 
Lebenskraft (Hoankhi) kehrt zum Himmel, die Körperform (Hing-Pe) zur Erde 
zurück (nach dem Liki). Der Khi (Lebensodem) geht überall ein. Wenn der 
Hoan zum Himmel aufsteigt, heisst es Thsu, wenn der Pe zur Erde zurückkehrt, 
heist es Lo. Den Geistern, deren Aufenthalt man nicht kennt) wird immer 
nur ausserhalb der Pforte geopfert. Kein Tugendhafter stirbt (nach Confucius). 
Die Ahnen nehmen die Spenden gern entgegen (nach den Schiking). Tsenkung's 
Frage, ob die Todteu von den Lebenden wüssten, wich Confucius aus. Die 
Ahnen seien gewiss vernichtet (wird im Schi-king geklagt), da die in der Dürre 
an sie gerichteten Gebete nichts nützten. Der Sonne wird auf einem Altar, dem 
Mond in einer Grube geopfert (nach dem Xi-ki). Die Pa-tscha (acht Geister) 
nützen oder schaden den Erdengütern (s. Amiot). Unter den vier Schutzgeistern 
des Hauses (U-sse) steht der des Schlafgemaches höher, als der des Heerdes. 
Der Kaiser verehrt sieben Generationen (ausser den sechs nächsten auch noch 
den Stifter), die Fürsten fünf, die Ta-fu (Grossen) drei (unter den Tsu der 
Ahnen), 

*) Die die Geisteswelt beständig vor Augen haben (und nicht nach der 
Wonne der irdischen Welt begehren), gehören schon zu den Gattungen der 
Engel, trotzdem ihre Geschlechtsgenossen Menschenkinder sind. Thsongkhaba 
(geboren in Anido 13^1) galt für eine Verkilrperung des Dhjäni Buddha Ami- 
tabha (des Bodhisattwa Mangu^ri oder Vajrapäni) oder des Mahakala (^'iva). 
Indem Buddlia nach seiner dreifachen Natur einen dreifa(^hen Körper besitzt 
einen des Gesetzes, in der höchsten Herrlichkeit und Vollkommenheit und einen 
der Verwandlungen), geht er (bei den Verkörperungen) mit dem Körper der Ver- 
wandlungen (s. Prulpa oder Khubilghan) in den menschlichen Leib über. Der 
Dalai Lama ist eine Verkörperung des Dhjäni Bodhisattwa Avalokiteasvra (Sohn 
des Dhjäni Budda Amitabha), der (als Beschützer und Patron Tibets) politiscl,e 
Bedeutung verleiht, wogegen die Pantschhen Rin po tschhe (der Buddha der 
Beschauung) für eine Verkörperung des Dhjäni Buddha Amitabha gilt. Durch 
den von den Mongolen in Tibet gefangenen Lama Arik (Aschik. Lama) wurde 
zur Einführung des Buddhismus eine Versammlung an dem am Kukunoor er- 
bauten Tempel (1577 p. d.) gehalten. Nach der Vai-Fabel lässt sich die Tod 
simulirende Spinne (bei Hungersnoth) von ihrer Frau begraben, um in einem 
reicheren Lande von einer wegen Unfruchtbarkeit Mediciu wünschenden Frau 



Peking. 193 

am nächsteu kommt, so sind das die Aflfen. Die Form ihres 
Leibes kommt der des Menschen nahe, und ihre Seele ahmt die 
Thätigkeiten der menschlichen Seele nach. Ebenso auch die 
trefflichste Pferdeart, denn diese hat Geistesschärfe, treffliche 
Sitten und einen edlen Charakter, und bisweilen mistet ein Pferd 
gar nicht, so lange ein König auf ihm reitet oder in seiner 
Gegenwart. Auch besitzt es kühnen Muth im Kampf und Aus- 
dauer in Anstrengungen. Ebenso auch der Elephant, denn er 
versteht die Anrede, und ebenso Befehl und Verbot, gerade wie 
der verstandbegabte Mensch (Kazwini). Der Greis,*) der den 



mit verbundenen Augen getrunken und von ihr geboren zu werden, bis das Reh 
durch Ruthenschläge darthut, dass es kein Kind, sondern fein Wechselbalg] 
die Spinne sei, die fortläuft, aber jetzt von der Frau nicht erkannt und für 
einen Betrüger gehalten wird. Der Tempel von 13 Wadschras (Diamanten) ist 
(bei den Mongolen) ein buddbaischer Tempel (Tschaitja in Sanscrit), über welchen 
sich ein pyramidaler Thurm von 13 Abtheilungen (die 13 ßhuwauas oder Götter- 
regionen der zweiten Welt bis zur immateriellen buddhaischen Monas bedeutend) 
erhebt. Nach Ssatiaug Ssetsen waren in der Verwandschaft des Burchan (Buddha) 
drei Herrscher, als Jakä Schagkia, Schagkia Lidsai Ori und Schagkia Agholana 
Bada Jabuktschi, welches letzteren Nachkomme (Itagäl Arnalan Chaghan, Sohn 
des Mandagholuktschi Chaghan) Vater des von einem fremden Barbarenheere 
besiegten Königs war, dessen jüngster Sohn (übadi) sich in das Schneegebirge 
flüchtete, als Satmmvater der tibetischen Fürsten von Jarlung. Der dem Orogho- 
lukschi Chaghan des Volkes Badssala geborne Knabe wurde wegen böser Augurien 
auf dem Sangastrom ausgesetzt und gelangte (von einem Ackermann in Waissali 
erzogen) zum Himmelslager, wo er, dem Debschin Bonbo des Himmels und Jaug 
Bonbo (Bonbo der Herr) der Erde begegnend, von den Hirten als der Tägrisohn 
Maha begrüsst und zum König erhoben wurde. Der Dsanbo Dharma oder Tamo 
suchte (unter Ausrottung des Buddhismus) die schwarze Religion in Tibet einzu- 
führen (X. Jahrhdt.). Der allwissende Lama wird mit Schagkiamuni und der 
Chaghan mit Chormusda (bei den Mongolen) verglichen. Est enim omnium 
Getliarum (Jatwgeser) communis dementia, exutas corpore animas nascituris denuo 
infundi corporibus (Kadlubek). De illis quos nostrates appellant beeldwit et 
blinde bellen (Voetus). Kiliaan verklaart Beelewitto deor Lamia. „Bille-witte- 
wits Wiens goed is dal" met de mythe van den Pilwitz in de naauwste betrek- 
king (Kist). Pilwil ist ein guter Geist (bei den Slawen). Erka oder Herka 
(F.tzpl's Gattin) als manu fortis Ospiria (göttliche Bärin). Der krainische Ritter 
Pegam (Beheim) ist Pogan (Heide). Neben der Göttin Nehelennia findet sich der 
Hund Woden, qui Mercurius dictus (Alberich). Paene omnibus barbaris Gothi 
sapientiores semper exstiterunt, Graecisque paene consimiles (Jornandes). 

*) Die Caspier tödteten (nach Strabo) die Siebziger (bei den Massageten die 
Bastian, Reise. VI. 13 



194 Zweites Kapitel. 

Wanderungen der Horde nicht länger folgen konnte, musste 
sich bei den troglodytischen Megabariern erdrosseln (nach Diod. 
Sic). Wenn man im Ahnensaale den Vorfahren Feierlichkeiten 
(durch Waschungen und Fasten vorbereitet) anstellte, wurde 
der Hauptahn durch ein lebendes Kind, als Schi (Verstorbener) 
oder Kung schi (ehrwürdiger,*) berühmter Todter) repräsentirt. 



Söhne ihre Eltern). Tandis qua dans le Grece et l'Italie antiques, la famille est 
circonscrite ä certain degres, chez les Gaulois o.orame chez les Ecossais, eile se 
prolongeait indeflniment et les lieues originaires de parentö n'^taieut jamais 
oublies, de lä les Clientes et les Ambacti existant dans la Gaule au temps de 
C^sar, de lä les clans d'Ecosse. Unter gewissen Einschränkungen wurden Fremde 
(wenn sie sich der Beschneidung unterwarfen) nationalisirt und erhielten das 
israelitische Bürgerrecht, die Edomiter und Aegypter im dritten Gliede (s. Wiener). 
Harun-Al-Raschid's Statthalter Ibrahim Ben Aglab stiftete (908) die Dynastie der 
Aglabiten im mittleren Magrab, und sein Nachfolger verlegte die Residenz von 
Kairwan nach Tunis. Edris ben Edris gründete ein eigenes Reich in Fez (788), 
das bis zur Hälfte des zehnten Jahrhunderts bestand. Die Fatimiden verdrängten 
die Aglabiten und eroberten (941) Fez, wo sie (980) den Zairiden erlagen, in 
Aegypten die Dynastie Ikhschid's stürzend (1171). Gegen Ende der Herrschaft 
der Muahedin (1269) erhob sich in Magrab das Reich der Meriniden, dann die 
jüngere Linie der Oalazen (bis Horuk und Schereddin Barbarossa den Grund zur 
türkischen Herrschaft legten). In Tunis entstand (1206) die Dynastie der Abu- 
hassier. Nach der Eroberung Karthago's (429) erlagen die Vandalen (534 Justi- 
nian). St. Johannes Minne ward in ganz Schwaben getrunken (Birlinger). Ambra 
oder Ambräsch ist (in der rheinischen Volkssprache) Getöse, Lärm, Uraschweif 
(s. Kehrein). Amer (Aive) oder Ame ist Grossmutter. Nach Basilius Valentinus 
begründete die Beimischung edler Metalle in einigen unedlen , wie die letzteren 
im Handel vorkommen, die Täuschung vieler falscher Alchemisteu, welche daraus 
das edle Metall nur abscheiden und den Process dann für eine Transmutation 
ausgeben (s. Kopp). Das äyiov evayysliov des Scythiaiius entspricht den evay- 
yeliov y.ara Ocofiär der Manichäer. Die Ehesitte der Nayren in Malabar (nach 
dem Mabharata) wird von Strabo im glücklichen Arabien erwähnt. Der Indien 
erobernde Jen-kao-tschin, Sohn des Juetshi-Königs Kieou-tsieou-kio (Kanishka) 
machte Asvagosha, als Geissei der Magadhaer, zum Gefangenen. Buddha guhja, 
von Khri-srong-lde-btsan nach Tibet eingeladen , wurde unsichtbar (Taranatha). 
Die (buddhistischen) Beschwörer verwenden besonders mit Frauenblut befleckte 
Lappen, da die Geister nicht über etwas Unreines hinüberkommen können (s. Was- 
siljew). Unter dem Turushka-König Mahasammata (gleichzeitig mit Gambhira- 
pokscha in Pantschala) bannten die das Pradschnaparanuta studirenden Bhikschu 
die Tathagata herbei (Taranatha). 

*) Christenthum ist Tientschu Kiao (Lehre des Herrn vom Himmel). Nur 



Peking 195 

Das Kind hielt sich unbeweglich, während man ihm Fleisch, 
Früchte und Speisen darbrachte. Nach den Worten, die ihm 
entschlüpften, deutete man auf Glück oder Unglück, indem die 
Verstorbenen durch seinen Mund redeten. Später wurden die 
Tabletten eingeführt, statt des Kindes. Als Arjasanga (Bruder 
des Vasubandhu) sich Wadentleisch abschnitt, um die unten von 
Würmern angefressene Hündin zu erleichtern, ohne die Würmer *) 



die Mathematiker durften von den Europäern zurückbleiben, aber weder mit 
Mandsehu, noch Chinesen verkehren (1812). In Kautoner Mundart heisst Kuh: 
Kuh (wie im Deutschen und Sanscrit), nicht (wie im Hochchinesischen) Nieu 
(Neu mann). Nach dem speculativen System des Fürsten Hoai-nau-tse werden in 
einer sumpfigen Gegend vorzüglich Kinder weiblichen, in einer gebirgigen männ- 
lichen Geschlechts geboren. Neben den San-Tsai unterscheiden die Chinesen 
Schang, höhere Geister, und Hia, niedere Geister, als Schin, dann Thian , himm- 
lische (Sonne, Mond, Sterne, Planeten), Ti, irdische (Berge, Wälder, Hügel, 
Thäler, Flüsse u. s. w.), Jin, menschliche (in den A.hnen), und alle diese bilden 
die Peschin (ICO Geister) oder Küin-Schin (Schaar der Geister), denen der Kaiser 
(Tliian-tseu) Uimmelssohn opfert. Die Wahrsager (ü oder Wu) waren erblich. 
Der Yang und Yn schafft. Das Ritual ist im Liki und Tscheuli bestimmt. 
Der Menschengeist steht zwischen Himmel und Erde. Die Geister des Himmels, 
der Erde und des Menschengeschlechts bilden die drei göttlichen Gew jlten (San- 
Zai). Das Gleichgewicht im Leben des Menschen und Weltalls, durch sittliche 
Kraft des Mensclien aufrecht erhalten, der als Weiser (Sching-Jin) in seiner 
selbst errungenen Vollkommenheit standhaft ausharrt in der rechten Mitte und 
den Zustand der Vollkommenheit auch ausser sich verbreitet. Gestört wird das 
Gleichgewicht durch die Sünde des Menschen und seine Abweichung von der 
rechten Mitte. Des Himmels Anordnung (Ming) ist die Natur (Sing), die Natur 
herstellen,, das ist der Weg (Tao), heisst es im Tschung-yung. Tod und Leben 
hat seine Bestimmung (Yeu-ming), sagt Confucius. Der Yn und der Yang ist 
der Geist (Khi) der Bewegung, das Ordnende darin (Lhi) nennt man Tao (nach 
dem Scholiasten des Iking). Der Himmel redet nicht, sondern giebt sich durch 
den Hergang der Begebenheiten zu erkennen (Mengtseu). Des Himmels Weg 
(Thian Thao) bringt dem Guten Glück, dem Lasterhaften Unglück (im Schuking). 
Himmel und Erde vereinigen sich, und die lOÜO Dinge sind in Bewegung (nach 
dem Ihking). 

*) The measles (sweeping large numbers into the grave) were brought to 
Aueiteum by the schooner Hierondelle, belonging to one of the sandal-wood 
establishments on the Island (s. Murray) 1H61. Die Syphilis heisst in Indien 
Phirangiroga (Franken-Krankheit). Für die Aswins wird eine Hymne verfertigt, 
als ein Wagen, wie ihn die deshalb "Wagenmacher (bhrigus) genannten Bhrigus 
verfertigen (nach dem Rigveda). Hymnen und Gebete werden einem Ruder- 

13* 



196 Zweites Kapitel. 

ZU tödten, und dann den ihm erscheinenden Maitreya in die 
Stadt trug-, wurde er am Zipfel seines Gewandes in die Tushita- 
Region erhoben, das Mahajana-Gesetz zu hören, und besass bei 
der Rückkehr das Klarwissen fremder Gedanken. Als sich im 
zweiten Jahrhundert in natürlicher Eutwickelung ein Majorats- 
Adel bildete, wurde von Kaiser Wuti die Einrichtung von 
Majoraten verboten und dem ältesten Sohne nur die Hälfte des 
Vermögens zugestanden. Die 600 a. d. versuchte Eintheilung 
in vier Kasten misslang. Als es 200 a. d. erlaubt (obwohl später 



schiffe gleich gemacht. Mag das Gebet glänzend aus uns hervorgehen, wie ein 
von Rennern gezogener Wagen (Rigveda). We coutemplate that Purusha and we 
meditate Mahadeva, may tbat Rudra stimulate us (s. Muir) in dem Linga Purana. 
We have drunk the soma, we have become immortal, we have entered iuto liglit, 
we have known the gods (Muir) nach den Ath. Ved. Der trunkene Polypheni 
sieht im Drehen der Erde und des Himmels den Thron des Zeus und den 
schauervolleu Götterglanz (b. Euripid). Hesiod wurde durch die olympischen 
Musen (Zeus' Töchter) durch einen Lorbeerzweig zum Sänger der Zukunft und 
der Vergangenheit begeistert. In der Odysee regt die Muse die Dichter zum 
Sang an. The gods fearing lest the sun and the hea\en should fall down, tliey 
prorped them up by prayers (Rigveda). Atri discovered the sun (by his prayer) 
concealed by an unholy darkness (Rigveda). Belona erfand die Nähnadel. In 
the condition of transcendental knowledge the saint has then no relation either 
to merit or to sin (nach dem üpanishad) s. Muir. Aqua benedicta ne daeuioues, 
qul multum eam timent, ad corpus accedant, solent namque desaevire in corpora 
mortuorum, ut quod requiescunt in vita saltem post mortem agant (Durande). 
Watlinga-Strät wurde oft vertragsmässig für die Grenze zwischen dem dänischen 
und angelsächsischen Königreiche anerkannt (s. Worsaae). Unter den (angel- 
sächsischen und dänischen) Outlaws in den Wäldern Nordeuglauds (zur Zeit 
Wilhelm's des Eroberer) schoso Wilhelm von Cloudesley seinem Sohne einen Apfel 
vom Kopfe. Das Getränk für den König und seine Rupack stellte (aus 
Holz) einen Vogel vor, dessen Rücken als Deckel abgenommen wurde (in den 
Pelew-Inseln). The daggers (made of the sting of the Rayfish, which is jagged 
all upwards from the point) were (on the Pelew-islauds) sheathed in a bainboo. 
Tlie best knives were formed of a piece of the large mother of pearl oyster shell, 
ground narrow, and the outward side a little polished. The sort more common 
was made of a piece of some muscle shell, or of a split bamboo, which they 
sharpen to an edge (in the Pelew-islands). The blade part (of their liatchets) 
was made of the strengest part of the large Kima-Cockle, ground to a sharp edge 
(Keate). They had also another kind of hatchet which was formed in a manner 
to move round in a groove , that the edge might act longitudinally or trans- 
versely, by which it would serve as a hatched ur an adze, as occasion required. 



Peking. 197 

wieder verboten) wurde ; dass Eltern ihre Kinder verkauften, 
mehrte sich die Zahl der Privatsclaven. Im XII. Jahrhdt. a. d. 
kamen zuerst zu den Freien Sclaven hinzu, als verurtheilte 
Verbrecher, dann auch Kriegsgefangene. Die Mongolenherrschaft 
markirte die Unterschiede zwischen Freien, Fi'eidienenden und 
Sclaven. Unter der Song-Dynastie (950 p. d.) wurde das Laternen- 
fest eingerichtet, mit Freiheit für Jeden, Nachts auf den Strassen 
zu promeniren (als Sakäenbelustigung). In Dahomey fällt die 
Polizeistunde bald nach Dunkelwerden. Die Besuche der Gräber 
sind (in China) im Frühjahr und Herbst angeordnet. Das 
Drachenfest soll dazu dienen, durch die in Drachenform auf- 
steigenden Papiere, die Luft von bösen Geistern zu reinigen. 
I)ei der Vorbereitung zum Himmelsopfer ist der Genuss von 
Zwiebeln und Wein, der Besuch von Kranken, das Trauern um 
Verstorbene untersagt. Nach Beendigung der Ceremonie liest 
der Kaiser seine auf Atlas geschriebenen Sünden dem Himmel *) 
vor, die dann unter Weiuspenden verbrannt werden. Der erste 
Lehrsatz der geheimen Wissenschaft, der Summipa oder Tater- 
frau (bei den weisen Finnen belehrt) ist der, dass jeder Unglücks- 
fall, jede Krankheit des Viehes eine übernatürliche Ursache 
habe, den Einwirkungen der bösen Mächte, des Neides, der Miss- 
gunst oder des bösen**) Blickes ihr Entstehen verdanke. Ge- 
nügt (zur Heilung) nicht die Drabbescke-matki (Gift-Büchse), so 



*) Being set above the iiine Orders, the mother of Yay-soo (Jesus) became 
the Koiprpss of heaven and earth and the protectress of human beings (according 
to Tseu). The Sect of Jews at Kaefungfoo (in Yunan) is called Teaou-kia-keaou 
(the sect, which plucks out the sinews from all the meat the eat). According 
to Indrajia (in Malacra) Jehovah formed the earth with seven stories. 

**) In der Mark wird von einem krampfhaften Kinde gesagt, dass es den 
Rock (Bog) habe, und an der Oder, den Zornebog (Czemebog). La premiere 
classe des Samradiens, dont le fondateur Fartosh est cense avoir v6cu sous le 
regne de Zohak, ne regarde comme une ide'e ou uue Illusion qne ce moude 
eJementaire, tout le reste, cieux, substance simples, leur parait avoir une veri- 
table existence. La se'conde classe (de Farschid) ne regard comme reel que les 
substance simples et compte parmi les illusions le ciel et les astres. La troisieme 
classe (de Fariradj) abandonne aussi les substances simples, telles que les cieux 
et les pures intelligeuces et ne conserve ä la re'alit^ que les attributs necessaires 
de dieu. La quatrieme classe (de Faramand) n'excepte rien de l'idealisme, pas 



198 Zweites Kapitel. 

werden Zaubersprüche (Ragusta) verwandt^ und weiter der Bu- 
Stein (Cong'lomerate in den Eingeweiden des Viehes oder er- 
härtete Tangknospen des Golfstroms) oder das Rückgrat der 
weissen Schlange (Zahnreihe des Rachens), indem der Tatare 
auf blossen Füssen durch das zischende Gewimmel eines Schlan- 



meme les attributs divins. Dien est tout ce qiii est, et dien n'est qu'iine id<^e 
(s. Franck) iianh dem Dabistan. D'apres le niobed Akbshi (de la sectes des Ahk- 
scbiens) dien est l'essence de tous les elements. Sarakka heisst bei den Lappen die 
Schöpferin (von sarel, schaffen), als Glücksgöttin, während (bei den Finnen) dem 
(alten) Dunnergott Ukko seine Frau Akka (die Alte) zur Seite steht. Le feu et 
les auimaux ont leiirs feroners (des formes divines, les types immortels des 
differents etres), comme Thomme, les nations, les villes, les provinces aussi bien, 
que les individus. II y a des ftirouers des aiiges, de la loi , d'Ormnzd et du 
Verbe d'Ormuz, du Honover (s. Franck). Le fe'rouer est la re'union de toutes 
les id^es, qui forment, en quelque sorte, sa substance intelligible. Zoroaster ver- 
bietet das Fasten und Kasteinngen , als körperlicher und geistiger Gesundheit 
schädlich. Les Sipasiens (adorateurs) preunent pour base de leurs croyances le 
Desatir et les propheties des Abad (s. Franck). Le premier de tons etres sortis 
du sein de dien se nomme Azad-Bahman. Die über die 8ternen-Region zum 
Aether aufgestiegene Seele geniesst die Betrachtung des höchsten Lichtes (Miue- 
nivanminou). Dieu est le seul etre, dont les Djemschaspiens au Yekasiahbinan 
reconnaissent l'existence. Schidrang (an temps de Zohak) ne recr.nnaissait pas 
d'autre dieu, que la nature ou la disposition et la Constitution (Khoy manish). 
Selon les Paikariens dien ne serait pas autre chose que le feu. Alar (unter den 
Persern) erkannte das Wasser für das erste Princip, Milan die Luft. Tonte la 
partie sensitive et intelligente de l'etre est conside'ree (selon le Sadder-Boun- 
Dehesch) comme la r^union de trois prlncipes distints, d'abord le Djan (le principe 
vital, qui conserve la force du corps et entrcticnt dans toutes ses parties l'ordre 
et l'harmonie , ensuite l'akko , principe divin et inalte'rable qui e'claire sur le 
bien qu'il faut faire et sur le mal qu'il faut eviter (annony.ant des cette vie une 
vie meilienre), comme la couscience ou plutot la raison morale, eufin l'äme propre- 
ment dite, la personne humaine, qui se compose a son tour de ces trois facultes 
1) l'intelligence, design<?e sous le nom de Boe, 2) le Rouan, qui parait tenir ä 
la fois du jugement et de l'imagination, Ü) le ferouer ou la substance meme du 
l'äme, qui apres avoir existe separement dans le ciel, a ete obligö de s'unir au 
Corps. Le principe vital n'cst qu'une sorte de vapcnr qui s'eleve du cceur et 
que la mort doit dissiper. La raison morale, Takko, retonrne au ciel d'oü eile 
est descendue; l'änie proprement dite formee par la rcunion des trois autres 
Clements, demeure seule responsable des bonnes et des mauvaises actions, est 
seule reservee aux recompenses du paradis et aiix chätimeuts de l'enfer (s. Franck). 
Le culte des Gahambars au des six epoques de la crf^ation est attribue ä 
Djemshid. 



Peking. 199 

g-en-Thiiigs schreitet und die Zauberschlange ergreift. Die neben 
den Singhaleseu (Singha-Hallee oder Löwen-Geblüt) Ceylon be- 
wohnenden Tamulen zerfallen*) in Pirama (Brahmanen), Waissja 
(Tschetti, Göwanse, Wellale) und Sutra (Szjudra). Die Maurer 
durchziehen als Hausirer die Insel. Die Veddah leben östlich 
von Kandy. Die schamanischen Buräten sind noch das Eben- 
bild ihrer wilden Vorfahren, sehr verschieden (nach Pallas) von 
lamaitischen Kalmyken und besonders Mongolen, in denen auch 



*) Nach Siebeiibürger Sagen war das Dorf Schimänd (1536) vou lauter Hin- 
kendeü, Bucklichteu, Lahmen bewohnt und Niemand wurde erlaubt, sich dort 
niederzulassen, damit der Schlag der Krüppel nicht verdorben wurde. Auch 
hatte sie ihre eigene Sprache, welche die Sprache der Blinden hiess (F. Müller). 
Die (nach Oviedo) auf Haiti als Maui bezeichnete Erdpistacie heisst (in Tupi) 
Man-dobi oder Man-ioca (s. Martins). Als Bischof Otto zu Stettin das Christen- 
thum predigte, antworteten die Wenden, dass hei den Christen, die sich glücklicher 
und besser zu sein rühmten, weit mehr Verbrechen begangen würden. Die 
bambergischeu Sendpriester verglichen den Wohlstand des schwedischen Pommern 
mit dem gelobten Lande (s. Sprengler). Innumerabiles Mexicani sinus insulas, 
quas uno nomine Jucaicas dicuut, cum caeteris majoribus, Aiti, Cuba, Jamaica, 
Borriqueu, uuam olim contineutem fuisse. Ita ex majorum antiquissima traditione 
ipsos incolas asserere. Labentibus saeculis avulsas vi tempestatis et exiguis fretis divisas 
in tantum uumerum excrevisse (Peter Martyr.) Im Buche der Maccabäer heissen 
die Spartaner Brüder der Juden, als vom Geschlecht Abraham's. Die in Ache- 
menys oder Edle und Arhicaxnas oder Gemeine getheilten Canarier lebten unter 
dem Oberpriester Faycas. Neben dem Hohenpriester (Xeke oder Scheik) erkannten 
die Muyscas das weltliche Oberhaupt Sak. Les Maures connaissaient les iles 
purpurines qu'ils nommaient Chaledat (s. Vander-Klst). Das nach East-Ouitland 
verschlagene Schiff der Faröer wurde von dem lateinische Bücher besitzenden 
Fürsten nach dem südlichen Lande Droceo oder Drogeo geschickt. Quetzalcoatl in 
Teuoechtitlan hiess Camaxtli in Tlascala Die amerikanischen Indianer ändern 
ihren Aufenthaltsort, so oft sie an dem alten von einem Unglück befallen sind 
(Haven). Umbras nesrio quas incorporales, inanimales et nomina de rebus effla- 
gilaut deosque sauciuut, sagt Tertullian von Statulinus, Statulina, Cuba, 
Cunina, Rumilia, Vagitanus und Vfigitana, Fatua, Fabulinus und Fabulana, Eana, 
Levana, Vitula, Potina, Edusa, Vitumnus, Sentinus und Sentina, Volumnus und 
Volumnia, Numeria, Ossipaga, Paventia und anderen Begriffswesen sorgfältiger 
Religiosität, die für das Gedeihen des Kindes angerufen wurden (s. Krause). 
Fabricius giebt ein Verzeichuiss der Stadtheiligen oder Opitulares. Die Cyniker 
des Diogenes trugen eine Keule (wie Hercules) neben ihrem Ranzen (s. Lucian). 
Luguo, Stammvater der Caraiben, schafft den Menschen aus Einschnitten in Schenkel 
und Nabel. Den Riesen war die Steinwaffe gemäss (Grimm). 



200 Zweites Kapitel. 

Huc die Nachkommen Djiugiskbaii's nicht zu erkennen vermag.*) 
In der Schlacht bei Liegnitz fiel, wie Heinrich der Fromme, 
auch Peta^ Anführer der Mongolen, die sich zu der Horde in 
Liegnitz zurückzogen.**) Während die halbnackten Heiden 



*) Am achten und fünfzehnten Tage jedrs Monats ist (in Siam) die Jagd 
(um die Thiere zu schonen) untersagt (Pallegoix). Die Taprobane nmgebpiiden 
Inseln heissen Maniolai (bei Moses von Adiile). Die Fulbe Adamana's zogen 
unter Buba nach Süden, durch die heidnischen Stämme und über eine wasserlose 
Ebene, wo sie unter einem das Heer beschattenden Baume bärtige Zwergmänuer 
fanden, die ünterthanen einer in einer (in zwei Tagen nicht umgehbaren) Stadt 
herrschenden Königin (s. Barth.) Por el fuero de Viscaya hereda el primo 
genito todos los bienes, dejando ä los deraas tan solo sus armas corao caballero, 
en arbol en signiflcacion de que estaba arraigado en el Infanzonado y una teja 
como originario de casa Solariega (Araqnistain). Liberio, Tochter des Espan, 
Sohn des Hispalus (Sohn des Hercules) vermählte sich mit den griechischen 
Fürsten Espero (Bruder der Atalante) oder Pirros (s. Monso), der (zum König 
von Spanien gekrönt) Iliberia (später mit Granada verbunden) gründete. Granada 
(in Iliberia) wurde Judenstadt genannt (nach Raix). At the eremitage of the 
ascetic Kapila (s. Hard). — The efforts of Chiuchi (feigning pregnancy) to accuse 
Buddha were like those of the vilest filth to pollute the purety of the nioon (Sud- 
dharmmaratnaka). Buddha forbade the priests to throw themselves down from 
precipices to take their life, as one priest, doing so, had unintentionally killed 
a wood-cutter falling on him. The most ancient Sutra of the Taittiriyas is said 
to have been that of Baudhäyana (s. Müller). Hizo echar (el Hercules Fenicio, 
hijo de Osiris) en el mar grandes piedras, con las que levanto de la una y otra 
parte del estrecho de Gibraltar dos montes (s. Morales). Auf Ibero (Sohn des 
Tubal) folgte Idumeda, y ä este Brigo, de qiiien se Hämo Castilla la vieja Brigia, 
palabra armenia que siguiflca alcaide o castellano (s. Morales). Auf seinen 
Nachfolger Tajo folgt Beto turdetano, unter welchem der phönizische Hercules 
(die Geriones) zu bekämpfen (nach Spanien kam, wo sein Sohn Uispals (i^249 a. d.) 
Sevilla gründete. 

**) Hilarius predigte (VHI. Jahrhdt.) den Slaven (in Böhmen und Schlesien), 
die neben Obogo (Bogoder Gott) den Pusch (oder Waldgott), Zita (Gott der 
Fruchtbarkeit) und den Thod verehrten. Wenn der Pathe den erhaltenen Pathen- 
brief nicht aufbricht, so lernt das Kind (in Lauban) nicht sehen, in Görlitz 
nicht reden (Ruhlandt). Die Wehrgelder des Freien und Edlen nach der ur- 
sprünglichen Lex Frisica steigern sich nach der additio Sapientum. Der Götze 
Reto (in monte Retornis) wurde von Bonifaz umgestürzt (Letzner), auf der 
Bielshöhe des Götzen Biel wurde die Cadanburg oder Cattenburg erbaut (799). 
Eisen ist deutsch, die Namen der anderen Metalle sind römisch. Les rois du 
nom d'Asiarathe choisirent la ville de Mazaca (en Gappadoce) pour leur residence 
ordinaire (Texier). Les g<^ants sont represent^s ayant le corps d'un homme, et 



Peking. 201 

unter den Eingeborenen*) mit Gier dem Gemisse des Tabacks 
und der berauschenden Gia ergeben sind (in Adamana), ent- 



pour jambes des serpents monstrueux, ils ont pour armes les pins dn mont 
P^lion, dont ils frappeut les divinites , auf dem Grabe von Aphrodisias (Ninoe) 
oder Lelegopolls in Karlen (s. Texier). Hamilton hielt den doppelköpfigen 
Adler auf dem Monument bei Euyuk für spätere Zuthat, mais voyant le meme 
embleme represente dans un etat de conservation parfaite sur le grand bas-relief 
de Bogliaz-Keui, il faiit modifler cette opinion et s'assurer, s'il existait en ce 
lieu quelque ruiue byzantine pour y placer la ville de Tavuim (Texier). Der 
Obelisk au dem Grabe von Yapul-dak perhaps alludes to the worship of the Sun 
(Steuart). Als ein Eingeborener der Fiji-Inseln nach den Freuudschafts-Inselu 
trieb, rüstete der Häuptling Tool Hata Fatas auf den Freundschafts-Inseln eine 
Expedition aus, die Fiji-Inseln zu suchen (Ende des XVHI. Jahrhdt.) Nach 
seinem Siege zwang Finow eineu Theil der Bewohner von den Inseln auf Cauoe 
auszuwandern. Marsdeu hält die Pelew-Inseln für die Grenze des Betelkaueu, 
das aber von Hunter (1791) auf Duke York's Insel beobachtet wurde. Auf der 
Osterinsel fand Cook dieselbe Rasse und Sprache, wie sonst in Polynesien (bei 
den Malayen). Centis anni temporibus non in urbibus sed in solitudine commo- 
rabantur sacerdotes, quibus et cibus erat parcus et ingenii exercitatio ad dis- 
cendum cursus astrorum carminaque et veterum historias continuare sagt Huni- 
bald von dem im Jupitertempel von Neomagus lebenden Priestern der Franken 
(s. Tritheim). Wenn sie (die Frauenzimmer in Helgoland) ihren Schmuck an- 
legen, tragen sie grosse weite Röcke von Violetlaken mit einen Gürtel um den 
Leib, welche mit Silber beschlagen und mit Steinen besetzt, von allerhaand 
Farben, so sie Kortelband nennen, und wenn dieses Kortelband losgemacht, sind 
die Röcke weit und gross genug, dass sie damit korteln können (Camerer) 1699. 
Ceterum neuiae, quae in ejusmodi ritu libatiornis fieri solents multiplices et inho- 
nestae ideoque melius reticendae (Ad. Br.) die effeminatos corporum motus sceni- 
cosque miuiorum plausus ac mollia nolarum crepitacula (Saxo) bei Upsala-Cultus. 
Bei dem terrea navis wird von den Weibern simplice tantum clamide circumdatae 
getanzt. Als die Dänen den Reval (Lindanissa) über die Esthen siegten, fiel der 
dänische Dannebrog vom Himmel (1219 p. d.). 

*) Of the seven casts of Indians, the Sakriya (from amnng whom the kings 
are choseu) are the most nobles. The Brahmans dress in skin of tigers and 
other animals. Sometimes one of them, taking s staff in his band, will assemble 
a crowd around him, and will stand from morn tili eve, speaking to his auditors 
of the glory and power of God , and explaining to them the events, which 
brought destruction upon the ancient people (upon Brahmans). Next to the 
Kastariya come the Sharduya (labourers and agricnlturers), then the Basya (ar- 
tizans and mechanics), then the Sandaliya (Sabdaliya) or singers and lastby the 
Zakya or jugglers (c. Idrisi). The inhabitants of the lit'tle town Bauia (near 
Mansura) are of mixrd blood and are rieh (c. Idrisi). The inhabitants of Rasak 



202 Zweites Kapitel. 

halten sich die gebildeten Eroberer (Fulbe) beider. Die älteste *) 
chinesische Chronik ist Confucius' Tschhünthsieu von seinem 



are schismatics. From Multan to the vicinity of Mansura the country is occu- 
pied by the warlike race of Nadha (c. Idrisi) in Kandail handelnd. Yeliu 
Taschi oder Fushi Taifu (prince of the Khitan dynasty of Leao) escaped froni 
northern China (on the ascendancy of the Kin) and (received by the Uigurs) 
fouuded (in Turkestan) the empire of Kara-Khitai, residing (as Gur-Khan or 
universal Khan) in Bela-Sagun and establishing the Buddhist faith (1125 p. c.) 
ünder his grandson the last Khan of the Christian, tribe of Naimau, sought 
shelter on the court of Kara-Khitai and afterwards displaced his benefactor, bnt 
was slain by the Mongols (under Chingis) in the mountains of Badakshan 
(1218 p. c). Der Metropolitan von Merw (in Khorasau) berichtete au den Pa- 
triarchen von Bagdad von der Bekehrung des Königs von Kerith im nordöstlichen 
Türkeulande (1001 — 1012). Die von den Khitan angegriffenen Keraiten (au den 
Quellen des Amur) zogen sich zum Theil nach den Inshan-Bergen nördlich vom 
Hoangho (im Ortu oder Tendue). Als Tuli oder Togrul, der Fürst (ünc oder 
Wang) der Keraiten, von dem nach seiner Usurpation geflohenen Onkel (Gur- 
Khan) vertrieben wurde, rettete er sich zu Yessugai (dem Vater des Chinghis), 
gerieth aber später mit Chinghiz-Chan (Temujin) in Streit und wurde, von ihm 
besiegt (1203), von den Naiman erschlagen. 

*) Probably at a remote period, the broad expanse of waters now forming 
the Tung-ting and several of the small neighbouring lakes was one immense in- 
land-sea. as it indeed now appears to be after or duriug the inundations, which 
are of frequent occurrence (Dickson). China (Thien-hia oder Unter-dem-Himmel) 
hiess Sschai (Sse-hai-tschi-nui) , als innerhalb der vier Meere. Das chinesische 
Wahlreich wurde (2000 p. d.) zur erblichen Monarchie. Nach alten Gesetzen ist 
der Staat das alleinige Eigenthum alles Bodens , er giebt den Einzelnen den 
Besitz nur lehnsweise. Jeder Familienvater erhält einen bestimmten Acker, von 
dem er dem Staat den Zehnten bezahlt, bei gemeinsamem Besitz wird ein quadra- 
tisch abgemessenes Stück Land in neun gleiche quadratische Theile getheilt, 
welche von acht Familienvätern bewirthschaftet werden, der mittelste oder 
neunte Theil gehört dem Staat und wird gemeinsam bearbeitet. Im neunten 
Jahrhdt. p. c. wurde Papiergeld eingeführt, das, als auf keine metallische Fonds 
gegründet, im fünfzehnten Jahrhdt. verschwand. The guaranty forms (by the 
general consent of the nation) the bond of mutual security in China, and auy 
man, who would venture deliberately to contemn it, would lose the good opinion 
of all classes of society and the fellowship of his own (Meadows). Nach Er- 
forschung des Alterthums (Ki-ku) bestimmte Thang und Yu (Yao und Schün) 
die 100 Beamten (nach dem Schuking). Der nach dem Sturze der Feudalherr- 
schaft unter Thsin Schi-hoang-ti verbrannte Schuking wurde (unter den Hau) aus 
einem Exemplar eines Nachkommen des Confucius (nach Sse-ma-tsien) oder aus 
dem Gedächtniss des Literaten Fu-seng hergestellt (s. Plath). Confucius giebt 



Peking. 

Vaterlande Lu in Scliantung, und (nach Mengtsin) gab es ähn- 
liche Chroniken vom Reiche Tsin nnd Tschu (s. Plath). Nach 
dem Tso-tschuen gab es (532 a. d.) alte Geschichtswerke, selbst 
aus der Zeit vor Yao. Mungula, auf einem Widder reitend, 
präsidirt*) über den Dienstag. Niao (Vogel), der im Frühling 



im SchTiking (eine iSammlnug alter Maximen, Actenstücke und Documente) nur 
Ueberüpferungen des Alten (s. Plath). Nach dem Tschen-li gab es in der dritten 
Dynastie Tschen Aemter von Annalisten und Historiographen (s. Plath). Die 
Regierung von Wen und Wu (Stifter der dritten Dyn.) vrar (nach Confucius) auf 
Bambu -Tafeln (Pu-tsai-fang) entfaltet (da es noch kein Papier gab). Seria is an 
Island in a recess of the Erythrean Sea (or formed by the River Ser). The Seres 
(of Ethiopic race) hold also the adjoining Islands Abasa and Sakaia (nach Pau- 
sanias). Justin schickte Zemarchus zu den früher Sacae genannten Türken, die 
die Ephthaliten unterjocht hatten (nach Menander). Der König der Axumiteu 
schickte durch den Agau nach Sas für Gold (nach Cosmas). Das Königreich 
Riihmi (Rahma) oder Rahman kriegte mit den Jurz und Balhara (nach den 
Arabern). Der Tempel in Bambanan wurde (nach Raffles) im VI — VII. Jahrhdt. ge- 
baut. In Tobbat was a city built of Reeds and a temple made of ox leather, 
covered with varuish. There is also an idol made of the horns of the musk oxen 
(nach Ibn Muhalhal). The Kirkhiz never put a light out (s. Yule). In Kalib is 
a colony of the Arabs of Yemen , who were left behind by the army of Tobba, 
after he had invaded the Chinese. They use the ancient Arabic language and 
the Hemyaritic character. They worship idols and make a drink from dates. 
The king pays tribute to the king of China (nach Ibn Muhalhal). 

*) um den Asuren Wertra zu besiegen, bat Indra den heiligen Dazitscha um 
Aufgebung seines Leibes, damit der Schmied Twaschter aus den festen Knochen 
den Donnerkeil schmieden könne. Die besiegten Danewer oder Kalakejer flüchte- 
ten auf den Grund des Meeres (von wo sie in nächtlichen Streifzügen die Brah- 
manen bei den Opferstätten raubten und verzehrten). Als Agastia das Wasser des 
Meeres austrank, rettete sich (von den Göttern verfolgt) der Rest der Danewer, 
indem sie sich durch die Erde, nordöstlich vom Meer, für ihre Flucht eine Bahn 
zum Hüllengrund (die Strasse Malakka) gruben. Als später das Opferpferd des (über 
viele Völker siegreichen) Königs Sagara (Sohn des Ikschwaku), in die Spalte des 
Meeresgrunds versunken, von den (aus den Kernen des von der Waidarfl geborenen 
Kürhiss entstandenen) gesucht wurde. Söhnen (die schon früher Götter, Menschen 
und Riesen bedrängt hatten) drangen diese unter der Erde zur Hölle hinab, wurden 
aber, als sie das bei dem Herrn des Feuers der Hölle (Kapila, dem Glänzenden) 
gefundene Opferpferd fortführen wollte, durch den Blick des Heiligen, den sie 
zu begrüssen vergessen hatten, zur Asche verbrannt, bis auf Sagara's Bitte die 
heilige Ganga (zur Wiederbelebung) aus dem Himmel herbeiströmte und das von 
Agastia verdaute Meereswasser durch heiliges ersetzte. Fredegar nennt seine Zeit 
das Greisenalter der Welt. In Salzburg faud Sa'uct Rupert nur waldbewachsene 



204 Zweites Kapitel. 

(zur Zeit Yao's) culminirende Stern*), ist das Herz der Hydra 
(der Stern Scbi-bo), der Stern Ho (des Sommers), als Central- 
stern des azurnen Drachens (Tsang-lung) das Herz des Scorpions, 



Rninen des alten Juva-vum , wilde Thiere hausten in den Räumen der Pracht- 
gebäude (s. Wattenbach). Servins erklärt Etruria von ire^a o^ia (alteri fines) 
als jenseits der Tiber gelegen. Les maitres du royaume (Koue-sse) ou maitres 
de l'empereur (Ti-sse) dans leur etablissement au Tibet, out donne naissance aiix 
grands Lamas (Remusat), als Nachfolger des buddhistischen Patriarchen in China. 
*) Nachdem der Fetial zum Verkünden des Krieges die Grenze überschritten, 
sprach er seine Formel erst dann aus, wenn ihm der erste Mann des betreffenden 
Volkes begegnete (quicunque ei primum vir obvins fuerit). rjQcos ist verwandt 
mit latein. vir und skyth. viras (s. Curtius) , also Viraj , Fürst der Madra und 
der (den Pandu verwandten) Kuru, mit Herakles, Vater der Pandaia. Alle Dinge 
wurzeln (Pen) im Himmel, der Mensch wurzelt (Pen) in seinem Ahn (nach dem 
Li-ki). Himmel und Erde heissen (im Schuking) Vater und Mutter aller Dinge. 
Der Mensch ist die Kraft (Te) von Himmel und Erde (nach dem Li-ki). Wenn 
der Weg (Tao) an's Licht tritt, geschieht es durch des Geistes Kraft (Shin-Te) 
nach dem Yking. Das Unergründliche (Pu-thse) des Yn und Yong heisst Geist. 
Nach dem Iking sind die Geister ohne Form (Fang). Im Tscheuli erscheinen die 
Geister unter Thierfiguren, und je nach dem Wechsel der Melodie ruft man die 
befiederten (der Flüsse), die nackten (der Wälder), die beschuppten (der Küsten), 
die haarigen (der Ebenen), die schaligen (des Bodens), die figürlichen (der 
Sterne) herbeizuziehen. Think of Fuh and you will become a Fuh-Boeda, Puru- 
ravas, Als de Bonddha. Une Institution propre ä la monarchie assyrienne «tait 
Celle des Eponymes, analogue ä ce qu'etait devenue l'institution des consuls ä 
Rome sous les empereurs. Tous les ans le roi designait un magistrat qui n'avait 
d'autre fouction que de donner son nom ä l'annee dans les fastes chronologiques. 
Le plus ancien (sous Teglathpalasars) etait un chef des esclaves du palais. Le 
roi se re'servait l'eponymie de la premiere arm^e apres son avenement (Lenor- 
mant). Aehnlich zählen die Chinesen nach Regierungen in ihrer Chronologie. Ob- 
wohl der Beamte Hirt und Pfleger der Stadt ist, steht der Schutzgeist (wenngleich 
unsichtbar) höher und muss bei Unglücksfällen zur Vermittlung beim Himmel 
(Tien) angerufen werden. Auf Tahiti ass der König das Auge des Geopferten. 
Der Tao ohne Namen ist Himmels und der Erde Anfang, mit Namen ist er aller 
Wesen Mutter (nach Lao-tseu). Des Menschen Gesetz (Fu) ist die Erde, der 
Erde Gesetz der Himmel, des Himmels Gesetz der Tao. Der Tao hat sein 
Gesetz in sich selber (Laotseu). Wenn der Fürst das Reich nach dem Tao regiert, 
werden ihre Kuei (Manen) keine Geister (Shin), und wenn ihre Manen keine 
Geister werden, so, verwunden ihre Manen die Menschen nicht. Wenn ihre Manen 
die Menschen nicht verwunden, die Heiligen (Schin-Jiu) die Menschen auch nicht 
verwunden, so verletzen beide gegenseitig nicht. Darum vereinigt sich ihre 
Tugend der Wirksamkeit zusammen (Laotseu). \u the northern provinces the 



Peking. 205 

der Stern Hüi (des Herbstes) iu der Mitte des Huienwu (dunkeln 
Kriegers) im Wassermann, das Sternbild Mao (des Winters) in 
Pehu (weissen Tiger) die Plejaden, Die Dynastie der Teenshiin 
auf den Lew-chew-Iuseln wurde gestürzt durch den Eroberer 
Shunteeu (1190 p. d.), in dessen Tempel ein Pfeil geweiht steht. 
Der Buddhismus wurde durch einen 1275 in einem Bote ange- 
triebenen Priester eingeführt. Die erste Beziehung*) mit China 
hatte statt unter dem König Chatoo (1390 p. d.). Zur Aus- 
gleichung**) ihres Mondjahres durch einen eingeschalteten Monat 



Chinese sleep on beds constnicted froffi bricks. Tiiey are kept warm by means 
of a smaU stove, placed on eacli side, iu wiiich a coal flne is lighted, witli a 
smaU funnel, tiiat rises above the roof, to carry off the moke. 

*) The first iutercourse bctween Japan and China took place after the coii- 
quest of Korea by Han Woo-te, Emperor of China (100 a. d.). The first embassy 
from China to Japan was sent from Wei (VI. Century). Nachdem der Geier 
Jatayoo die Entführung Sita's an Rama berichtet, starb er an den Wunden, die 
er im Kampf mit ßavana erhalten. Der Thorhüter, der durch Anzeige den 
Büsser Siva mit Parvati in Kelasa störte, wurde verdammt, als Riese wieder- 
geboren zu werden. The embryo of a son feil in the water, in which (the pious) 
Vevandaka (seeing the virgin Oerwase) was bathing. This a deer drank up and 
the prophet Rooshesroong (with a hörn) was born. A Brahmin from Teroopady 
came to Canjeveram and gave out that he was possessed by the god Vencatasa 
paroomal (to heal the sirk). Wenn gebeten, über ein Haus zu springen, fiel er 
nieder und verletzte das Bein. The Fung-shlouy (Geomancy) is necessary to fix 
the Site of a house and the posltiou of a grave. On s'etonnait fort ä Rome que 
les missionaires n'eussent pas encore reussi ä de'truire dans ces peuples certaius 
prejnges par exemple, l'horreur de la salive, qui genait une ceremonie dans 
Tadministration du bapteme , schreibt de Retz (17ofc>) an den Bischof von Maila- 
pur. Man war zweifelhaft, ob die Missionare in Indien die häufigen Bäder (als 
abergläubischen Gebrauch) erlauben dürften. Anibigatus war König der Biturigei 
(als herrschendes Volk in Gallien) zur Zeit des Tarquinius Priscus (s. Livius). 

**) Nach dem Ku-yen-wu wurden zui Bezeichnung dei*Jahre anfangs fremd- 
artig lautende Cykluszeichen und erst später die jetzigen angewandt. Nach der 
Vorrede zum Waiki wurde der sechzigjährige Cyklus unter dem Usurpator Wang- 
mang (9 — 22) eingeführt. Mengtseu (f 288 a. d.) rechnet über 16U0 Jahre von 
seiner Zeit bis Yao. Kaiser Wang-maug (der sich mit den westlichen Tataren 
zu seiner Stütze verband) erhielt von Hwang-che, dem Kaiser im Süden, ein 
Rhinoceros (f 23 p. d.) als Tribut (s. Thornton). A lie, in itself, is not abso- 
lutely criminal in the eyes of a Chinese and it may, on the contrary, be very 
meritorious (Meadows). In Britain there is no term that is considered so insuffe- 
rable as that of a liar. By their apathy for human misery , the Chinese eveu 



206 Zweites Kapitel. 

mit dem Laufe der Sonne bedienen sich die Chinesen eines (im 
bürgerlichen Leben nicht gebrauchten) Sonnenjahres. Die im 
Grabe des Fürsten von Wei (284 a. d.*) gefundene Chronik des 
Bambubuches (Tschu-schu-ki-nien) hat die Cykluszeicheu. Im 
Schuking wird der seclizigtheilige Cyklus nur zur Bezeichnung 
der Tage verwendet. Japanische*) Djonken scheiterten 1833 



seem in some measure , gratifled by the distress of others. Die chinesischen 
Gerichtshöfe kennen keinen Eid. Die Partheien selbst aber verlangen ihn oft, 
worauf er unter Verwünschungen in einem dunkeln Tempel gesprochen wird, 
indem der Schwörende den Kopf eines Huhnes abschneidet. 

*) The civil Mandarins (in Cochinchina) wear on the breast the Image of 
a stork and the military ones that of a boar. The Siamese wear mostley a girdle 
with some talisman (stone, glass etc.) round the waist, to make them iuvulne- 
rable. The Dyaks descend from Chinese, who sent by the Emperer to steal the 
precious talisman guarded by a serpeut in the interior of Borneo, were aut off 
from their ships by the dust , which the serpent raisend on awaking. If the 
Bugis go to the Papua-country , they carry a pass from the chief of Ceram (a 
piece of cloth , stamped with hisseal). Le Regent (der für den unmündigen 
Dalailama in Tibet regierte) n'admettait entre lui et nous que deux points de 
dissideijce, l'origin du monde et la transmigration de l'äme (Huc). „Votre religion 
est conforme ä la notre, les verites sont les memes uous ne differons que dans 
les explications." Sicut deus dedit manui diverses digitos, ita dedit hominibus 
diversas vias, bemerkte Möngke Chaghan im Ruysbroek. Der König von Siam 
wundert sich, dass Louis XIV. sich für eine Sache so sehr interessirt, die nur 
Gott angeht, der, wenn er gewollt, allen Menschen gleiche Gesinnung in Bezug 
auf Religion hätte geben können. Die freien Gemeinden (des Buddhismus in 
Siam) reject all that is miraculous and adhere only to the moral teachings 
(Büwriiig). Pallegoix erzählt, wie die 1834 in Siam erlaubte Gemeinde christ- 
licher Anuamiten sogleich eine Pagode zerstörte, deu Götzen der König deshalb 
lieber wegzunehmen rieth. In Japan wurden die portugiesischen Christen wegen 
Zerstörung einheimischer Tempel vertrieben. Die Nymphae nocturnae erscheinen 
in Stabulis, cum laminaribns cereis (Guiilaume d'Auvergtie) 1248. Die Maira 
nocturna ermüdet Nachts die Pferde (Canuegieter). Die Dieuerinnen der Haliauda 
lassen rothe Flecken von den Wachskerzen abgetropft auf die Krippen. Epona 
wird meist zwischen zwei Pferden dargestellt. In the southern pro\inces of 
India females devoted to idols are divided into Patars or those, who sing and 
dauce, and Moorlees, who form the lowest aud most aband oued class. The most 
use of the lowest castes in connection with Hindouism, and are devoted to Kali 
er Devi, uuder the denomination of Muriamma, Eilamma etc., when they become 
priestesses of pe.culiHr ceremonie? uiironne(;ted with Brahiiiinial Hindooism (remaius 
of the aucieut demon worsliip) Many of these women affect at such times to receive 



Peking. 207 

in der Nähe von Queen's Charlotte Islands (oder am Cap 
riattery) und auch der Sandwich-Inseln (in Waialea anlaugend). 
Wenn die Soldaten auf dem Marsche keinen Feuerstein bei 
sich hatten, rieben sie (nach Plinius) Hölzer, um Feuer*) zu 



the diviue afiflatus aud their mystic seutences (dancing and foamiug) are explained 
by a male priest. Nostro qnidem more cum parentibus puberes fllii, cum soceris 
generi non lavantur (Cicero). Die lex Cincia (204 a. d.) suchten den Realbestand 
der res familiaris. durch Beschränkung zu grosser Schenkungen, ausser an die 
nächsten Verwandten, zu sichern (s. Krause). Die als Knaben bei den Griechen 
Entmannten suchten sich später an dem Urheber der Entmannung zu rächen 
(s. Krause). Der würtembergische Geistliche (Andrea) schrieb (lfil6) als Satyre 
auf den theosophitischen Unsinn der Alchemisten die „Chymische Hochzeit des 
Christian! Rosenkreuz" (1378 im Orient reisend) nach den im Grabe aufgefunde- 
nen Manuscripten. und in Folge dessen bildete sich die Frateruitas roseae crucis 
[Joe Smith], 

*) Die bei Zargrad geschlagenen Krieger Igor's erzählten den Kiewern von 
den schrecklichen Blitzen der Griechen, denen sie nicht widerstehen könnten 
(s. Chmyron). Ebenso wurde durch die zerstörende Gewalt dieses Feuers (1043) 
die Flotille des Fürstensohnes Wladimir (Sohn Jaroslaw's) auf dem Schwarzen 
Meer auseinander geworfen (Brix). Der Chan der Polowzer führte in der Schlacht 
bei Chorol, die er gegen die vereinigten Fürsten Swjatoslaw von Kiew und Rurik 
von Belgorod (1185) verlor, einen Bessermenier der Chasarischen (Chiwaschen\ 
Türken bei sich, der mit „lebendem Feuer'' schoss. Die von den Russen ver- 
wendeten Stank-Kugeln (wonjutschija) waren von dem italienischen Apotheker 
Shreg erfunden. Durch die (neben der Bandschleuder gebrauchte) Stockschleuder 
wurde Goliath von David (der mit dem Stecken kommt) getödtet. Bandschleu- 
derer finden sich (nach Longperrier) auf griechischen Denkmälern und etrus- 
kischeu Vasen. Tribulus or spiked balls were strewn at Arbela on the ground, 
where Darius expected the Greek cavalry (s. Rawlinson). A la guerre on se 
servait (ä Rome) de lanternes sourdes, faites au moyen de peaux, dont un cote 
^tait blanc (s. Loriquet). Die in Rom gebrauchten Laternen aus durchsichtigem 
Hern wurden (nach Asser) durch Alfred in England eingeführt. Astyages führt 
aQfiara S^ETtavrjfOQa (Sichelwagen) gegen Cyrus (nach Nicol.) Die auf dem 
Wege nach Pasargadae vor den Medern fliehenden Perser wurden durch die Vor- 
würfe ihrer Mütter und Frauen wieder in den Kampf geführt, in dem sie siegten 
(Nicol. Damasc). Das Königreich des Astyages wurde den Medern und Persern 
gegeben (B. Daniel). In der Inschrift von Senkerah nennt sich Cyrus den Sohn 
des Kambyses (des mächtigen Königs). Nach Moses Chorenensis ist Cyrus ein 
unabhängiger Fürst neben Astyages. In Folge der göttlichen Berufung des Cyros 
wurde Astyages durch einen Gott {vtco d'scüv rov) seines Reiches beraubt (Nicol. 
Damasc). Unter dem medischen Reich übten die verschiedenen Nationen allein 
Gewalt, die Meder herrschten über Alle (als Mittelreich) und regierten die au- 



208 Zweites Kapitel. 

machen (teritur ligniim ligno). Der Aufstand des Rebellen 
Kaou-laou-woo wurde (11818) durch den Sieg der Chinesen am 
Lingan-Flusse *) unterdrückt. Als 1817 ein Verwandter des 
Kaisers mit einer geheimen Gesellschaft für revolutionäre Agi- 
tation verknüpft gefunden war, wurden in der Untersuchung 
verschiedene Namen solcher Orden**) aufgeführt, wie die grosse 



grenzenden Völker, diese wieder die weiterhin gelegenen Staaten, die dann 
ihrerseits über die anstossenden Stämme Macht hatten (v. Herodot), als ein in 
weiten Zügen eines Nomadenvolkes gegründetes Reich, wie das chinesiche durch 
die aus Eroberern entstandeneu Dynastien. Die Hussiten zogen bei der Con- 
struction der Wagenburg die Wagenlinien in der Form verschiedener Buchstaben 
(nach Baibin). 

*) Szechnen on the four rivers. The Polong (kept in an earth bettle with 
a neck) feed upou human blood. The keeper cuts the top of his foreflnger about 
once a week, tili blood comes out, and he then puts it into the vessel, whea 
the Polong sucks his All. If he is not fed regularly, he comes out of his hole 
and sucks the whole body to such a degree, that the skin becomes all over black 
and blue. If the keeper has a grudge against any one, he lets loose the Polong 
against him. The physician (takiug hold of the end of the thumb) tries to de- 
tect the spirit, feeling the body (of the possessed one) all over, for he lurks 
between skin and flesh. Sometimes he fiuds him in an arm, sometimes behind 
the ear, by the touch (amoug the Malays). The China Shay-shin, the god of 
the land, is always represented by a rüde stone. Die Peuggalan genannte 
Heye (bei den Malayeu) trennt sich mit dem Kopf und Eingeweiden ab. The 
Pih (anima) or animal soul is female, the Hwan (animus) or intellectual soul is 
male (among the Ghiuese). Jones identiflcirt Rama (den Chatriya) mit Raamah, 
dem Sohn Cush's. Adondai, Sohn des Chola, Königs von Taujore, brachte die 
bronzeneu Thore des Jaina-Tempels im eroberten Porel nach dem Tempel Swa's 
Die Esthen raubten die silbernen (eheruen) Kirchenpforten Sigtuua's (nach Now- 
gorod gebracht) 1187. Mohamed Gazni führte die Tempelthüren nach Afghanistan, 
die die Engländer zurückbrachten. Der Frosch ist Wappen der Batrachus, die 
Eidechse der Scaurus, der Elephant Caesar's, u. s. w. Der Pythagoräer Andocides 
probirt die Flamme mit einem Schwert zu schlagen. Als (zur Zeit Heinrich III.) 
das Grab des Riesen Pallas eröffnet wurde (in Rom), brannte die Lampe darin 
noch (nach Montfaucon). The principal deity of the Aneiteumese was Nugerain, 
a persouage held in such veneration that his name must not be prononced except 
by offlcial characters of the highest degree of sacredness (s. Murray). Auf 
Aneiteum erdrosseln sich die Frauen an den Leichen ihrer Gatten. Als den 
Makololo unterworfen werden Bahloekwa (Knopfnasen), Banyai und Makalaka als 
Machole (Sclaven) bezeichnet (s. Maucli). 

**) According to the Tsing-cha-mun-keaou or the pure tea-sect (makiug offe- 



Peking. 209 

Gesellschaft des Aufganges, die Gesellschaft des Glanzes und der 
Pracht, die Vereinigung der drei Mächte, die weissen Jacken, 
die Rothbärte, die Kurzschwerte, die weissen Wasserlilien u. s. w. 
Weil Kieutai (Nachkomme des Königs Tung-miug von Fu-yii), 
der die Tochter des Kung-sün-to (Han-Statthalter von Liaotung) 



rings of fine tea), the first progenitor of the Clan of Wang resides in heaven, 
The World is governed by 8 Fiihs in succession, Tbe reign of Yeutangfuh 
(Ometofnh) is past, Shelikeafuh iinw reigns and Melihfuh is yet to come, descen- 
diiig on eartb and carrying all that enter the sect into the regions of the west 
(persecuted in Peking iMß). The western nations, who accord with Fuh, con- 
sider Sliih-kea as the most lioiiorable of all. We in China, wbo follow the sa- 
cred sages, lock upon Yaon and Shnn, as the most honorable of all (Wang-yang- 
niing) lö^O. „The god Ometo rests on the top of the heads of those, who re- 
pt-at the Chinese prayer (for the nse of tiiose who are travelling to life). When 
a person has repeated it 200,000 times, then the intelligence of Poo-ta begins 
to biid within, when he has repeated it 3l 0,000 times over, he is at no distance 
from personal vision of the fare of the gad Ometo." The wife of a wealthy 
indi\idnal at Kanton, who by severe beating had occasioned the death of two 
slave girls, became insaue and in her ravings, personated the two slaves whose 
spirits possessed her and employed her mouth to declare her owu guilt and her 
reseiitnient (1811). When Adam was yet in hcaYen, the seventh story of which 
is calied Firdaiis or Paradise (with palaces or Maligei) the Lord forbade him the 
tree Gandom (wheat), for it will cause a violent pnrging ad flow of urine. If 
the persoll deceased were of some distinction, bis bones after burial for some 
inonths were cleaned by the wonien (of the Caribs) and carefully preserved iii 
tlieir houses (s. Rrett). This cnstom was practised by several of the tribes of 
Giii.'.na, some of which immersed the body in water, until the bones had been 
picked clean by the pirai and other fish, when they were carfully dried, tinged 
witli red and suspended in the roof of their habitation (nach Stedmann). Sa- 
r^ndip (at the foot of the Judi-monntain) is called (in the language of Hind) Sam- 
kada-dip (.Sinhaladip) or the sleeping place of the liou, becanse its appearance is 
ike a liou in repose (Kaschidnddin). The men are all Bnddhists, worshipping Images 
(s. Elliot). Die Menschenfleisch essenden Hacas in den Bergen Sumatras ver- 
goldeten ihre Zähne (nach Galvano). An der Grenze Tibets ist die Luft (nach 
Raschiduddin) so ungesund, dass Nachmittag nichts gegessen werden darf. Daru 
Samnndur (dwara Sanmdra) ist (nach Raschiduddin) die Hauptstadt des König- 
reiclis Deogir. Unter den 40 Secten Indiens nennt Idrisi die Verehrer des 
Schöpfers (ohne Propheten), während andere ihn läugnen. Some aknowledge the 
intercssory power of graven stones and others worship holy stones, on which 
butter and oil is poured. Some pay adoration to fire and cast themselves in the 
flames, others adore the sun. Some worship trees. Others adore serpents and 
keep tbem in stables, feeding them (IX centry). 

Bastian, Reise. VI. 14 



210 Zweites Kapitel 

geheirathet, mit hundert Familien das Wasser übersetzt hatte, 
nannte man das Reich der östlichen*) Fremdländer Pe-tsi oder 
das Uebersetzen der Hundert (nach dem Pe-sse), wo der Yti-lo- 



*) Die von dem im Osten gelegenen Reiche Tan-meu-lo rückkehrenden Flotten 
der Chinesen wurden (589 p. d.) bei ihrer Landung in Petsi dort von König 
Tsrhang geleitet. Während die altindische Sprache, besonders das Sanscrit, in 
Betreff der Verbindung sowohl der einzelnen Theile des Wortes, als auch der 
einzelnen Worte, aus welchen der Satz besteht, eine Reihe von Wohllautsregeln 
entwickelt hat, die von der Sprache mit grosser Consequenz gehaudhabt werden 
sind die Gesetze in der Bildung der Volkssprache mehr auf die Bequemlichkeit 
der Rede angelegt (s. F. Müller). Die Bewohner des Landes Mahan (in Korea) 
sind stark und muthig. Jünglinge ziehen beim Bau der Häuser einen Strick 
durch die Haut des Rückens und lassen sich von einem hohen Baume herab, laut 
ihre Stärke verkündend (s. Pflzmaier). An den südlichen Grenzen (Malians in 
Korea) bei den Stämmen der Wo, giebt es Einwohner, die sich farbig bemalen 
(in Pienhan). Im Reiche Schin-han (Koreas), wo Risen als Tausch mittel diente, 
werden die Kinderköpfe mit einem Steine flach niedergedrückt (s. Pflzmaier). Bei 
Leichenbegängnissen bedient man sich der Flügel grosser Vögel , damit der 
Todte aus dem Reich emporschwebe (nach dem Taipingyülau 985 p. d.). In 
Mahan werden (um die Geister dienstbar zu machen) Glockenthürme (mit Glocken 
und Trommeln behangen) für den zum Gebieter des Himmels erwählten Menschen 
gebaut. Die Morlacken enthalten sich des Kalbfleisches (s. Fortis), wie schon 
Hiernonymus sagt (scelus putant vitulos devorare). Nach Marnavich (XVU. Jahr- 
hundert p. d.) hielten die Dalmatier das Kalbfleisch für eine unreine Speise. 
Die Braut, mit entblösstem Kopf an der Tafel sitzend, muss von den Suaten 
(Brautführern) die gröbsten Zweideutigkeiten und unfläthigsten Beschuldigungen 
anhören (bei den Moriachen). Nach Fortis scheint es, dass den Morlackinnen 
eine kleine Züchtigung von ihren Männern oder von ihren Liebhabern zuweilen 
„eher angenehm, als zuwider sei " Auf dem Frieden zu Carlowitz schlug die 
österreichische Regierung der türkischen (zur Vermeidung von Grenzstreitigkeiten) 
vor. zwischen beiden Ländern eine herrenlose Einöde unbewohnt zu lassen, und 
wäre dieser Vorschlag ausgeführt (bemerkt von Maltzan), so würden sich dort 
bald räuberische Nomaden eingefunden haben, wie zwischen Tunis und Tripolis, 
von denen die Wohrqaraa die mächtigsten sind auf tunesischem Gebiet und auf 
tripolitanischem (von der Regierung entgegengestellt) die Nowayl. Les Yang- 
thung (ä l'occident des . Tibetains) n'ont pas d'ecriture, mais ils fönt des nceuds 
ä des cordes et des crans ä des morceaux de bois pour y suppleer (nach 
Matuanlin). Quand un de leurs princes vient ä mourir, ils lui utent la cervelle 
et remplissent le cräne avec des perles et des pierres pn'cienses, ils enlt^vent 
pareillement les entrailles, et mettentde l'or ä la place. Ils lui fabriquent un 
nez d'or et des dents d'argent (s. R^musat). Osiris or the „Old Man" (cut in 
Green Jasper) , zu dem the Baplionietic idol (of the Templars) bears a stroiig 



Peking. 211 

Ina betitelte König- liber das Volk (Kien-ke-tschi-bia) berrscbt. 
Bei Begrüssungen, am Hofe, bei Gottesdienst werden Flügel an 
die Mütze gesetzt. Als erster König der Chinesen*) residirte 



reseniblance (s. King), hat die Arme aus Schlangen von den Schultern herab 
(wie bei Zohak) gezeirhnet. 

*) Ce fut sous Aitnan, que les Chinois trouverent plusieurs de ces proced^s 
ing^iiieux, qui donnent tout de delicatesse ä leurs ouvrages. Sein Suhu Haratan 
rüstete Schiffe zum Handel aus (mit Sind, Hindostan , Babylon). Sein Sohn 
Toutal gab Gesetze (Masudi). Le culte des Chinois u'etait autre que de culte 
samaiieen. II avait beaucoup d'aiialogie avec les pratiques religieuses des Korei- 
chites avant l'lslamisme (lesquelles adoraient les images servant de Kiblah). Les 
Tagazgaz (manicheens, qui proclament l'existence simultanee des deux principes 
de la lumiere et des te'nebres) vivaient dans la simplicite et dans uue foi seni- 
blable ä celle des races turques, lorsque viut ä tomber parmi aux un demou de 
la secte dusliste. Seitdem ist der König von China nicht mehr ein König unter 
den Irkhan der Türken. Nach Grotius fanden die Spanier in der Magellanstrasse 
die Wraks von chinesischen Schiffen (Fey Cornise). La Perouse erwähnt die 
langen Barte der califoruischea Indianer. Zehn bis 20 Fuss vom Boden erhöht, 
frei auf Pfählen ruhende luftige Hütten, würden sicherlich für europäische Keisende 
in dieser Gegend (Adamaua) von unendlich wohltbätiger Wirkung sein (Barth). 
Nach Pausanias lag Homer's Beschreibung der Unterwelt die Topograplüe der 
Umgegend des Acheron und Kokytos in Thesprotia zu Grunde. Ephoros (bei 
Strabü) versetzt das Todtenreich nach Cumae. Die Hermonenser geben den Todten 
kein Fährgeld mit, da bei ihnen der Eingang sei (nach Strabo). Zu den Flüssen 
der Unterwelt fügte Simonides die Lethe (Vergessenheit). Statt des Elysion hat 
Hesiüd die Inseln der Seligen im Westen vom Uranos beherrscht, dreimaliger 
Ernte. Das elysische Feld, das spätere Dichter in die Unterwelt versetzen, liegt 
bei Homer im Westen (nicht vom dunkeln Aides, sondern) vom blonden Rha- 
damanthys beherrscht. Est et Arid'rjs fiuvius quidam (Steph.). Tb ItJ&tjs vSco^ 
(Luc.) dorice Ädd'a pro Äi^d"//. Les Ribhavas sont lies ä l'existence de Savitri, 
du diviu soleil, dont ils sont les rayons (Neve). Der Fluss Äifiaia (in Gallaecia) 
führt den Namen flumen ohlivionis (6 rrjs Ar^d'rjs)^ weil die Turduler und Gelten, 
dort ihren gemeinsamen Anführer verlierend, uneins wurden und ihre Unter- 
nehmung vergassen (weshalb die Soldaten des Callaicus die Ueberschreitung 
fürchteten). Der macedonische Flecken ATjTr'] heisst (bei Harpocr.) An^. Lethaeus, 
Fluss in Carlen, Fluss auf Creta. Unquestionably, the ordinary term of utero- 
gestation is that which we believe was kept in the womb of his mother by our 
Saviour Christ, of men, the most perfect (Tyler). The wife of the Lamb of God 
(Sheng Kao) is my heavenly sister sagt Huug (im Taiping-Christeuthum). Por- 
tentosos foetus extinguimus, liberos quoque , si debiles monstrosique editi sunt, 
mergimus (Seneca). Nach der Schule Mahasanghika empfangen die Bodhisattwas 
im Mutterleibe nicht den Zustand des Kalalam (Mischens oder der Unreinigkeit), 

14* 



212 Zweites Kapitel. 

Nostartas, Enkel des Modtedj (Enkel des Japhet) in Anmou 
(die wilden Thiere ausrottend). Sein Sohn Aoun (Vater des 
Aitdoun) stellte die goldene Statue seines Vaters auf den Thron 
(sie verehrend). Das bei den alten Dynastien in der Form sehr 
wechselnde Geld*) hat seit dem Ming die bestimmte Gestalt des 
Li oder Tsin angenommen, Viooo des Liang oder Tael in Silber 
(Milreis). Kaiser**) Wouty (140 a. d.), der für seine Kriege 



des Arbudam (der Blase), der Pe^i (Verdichtung im Ei) , Ghana (Verhärtuug). 
Dann folgt (nach der vierten Woche) die Periode Praraka, die Bildung der Hände 
und Füsse (s. Wassiljew). 

*) Seit 119 a. d. findet sich Papiergeld in China, in Kanibalu (zu Mano 
Polo's Zeit) ausgegeben. Die jetzige Dynastie bezahlt die Soldaten in Silber- 
münzen, mit „Soldatengeld" in chinesisch und Manschu. 10 cash (le , wovon 
1500 = 1 Dollar) == 1 candareen; 10 candareen (fun) = 1 mace; 10 mace 
(tseen) = 1 Tael (leang). Das Sycee-Silber wird unterschieden als Kwang-lieang 
(für den kaiserlichen Schatz), Fan-koo (zum Bezahlen der Landtaxe), Yuen paou 
(von Soochow) , Yen-heang (Salzsteuer), Wuh-tae (unrein). l.es cours varient 
frequemment de 50 ä 100 lis par liang, du jour au lendemain (de Courcy). 
Goldbarren circuliren im Werth von 180 — 220 Dollars. Pugnis et lapidibus de- 
pugnabant (im römischen Heere) die Accensi oder Velati. Pilum proprie est hasta 
Romanorum, ut gaesa Gallorum , sarissa Macedonum (Servius). Die Thracier be- 
dienten sich der Rhomphaea, die Belgier der Materis. Beurmann fand in den 
egyptischen Türkis-Minen Steininstrumente, die auch zum Behauen der Sculpturen 
gedient zu haben scheinen. Keystontt (Bruder Olgherd's) fut le dernier des princes 
lithuaniens dont les depouilles mortelles fussent brüle'es selon l'nsage paien 
(s. Ratsch). Als Dreiheit ist Odin (ausser mit Logi oder Logi) mit Haenir (so- 
dalis) verbunden, der, da er seine Schönheit nicht mit Geistesschärfe verband, bei 
den Wanen als Geisel verachtet wurde , und deshalb auch bei den Menschen die 
Verehrung verlor, aber in der Unterwelt mit Baldr und den (durch Wale zur 
Rache getödteten) Hödr die Erneuerung der Welt erwartet. Philemon ait flamman 
ab electro reddi. Die Oxioues (bei Tacit.) sind Ostjäken (s. Kruse). Zu Cosma>' 
Zeit (1125) wurde noch oft das Feuer verehrt und auf den Bergen geopfert. 
Bei Zwikowetz wurden Hufeisen und Sporen aus dem XVII. Jahrhdt. gefunden 
and (von Krolmus) Steinhämmer. Vor den Menschen lierrschten die Götter in 
Egypten, mit den Menschen (äfta roZoi avd'^cÖTtoiai) zusammenwohuend (Herodot). 
Nach Hesiod schmausten sterbliche Menschen mit den äd'avci.roiai d'eoloi Nach 
den Smriti verkehrte Vyasa und Andere mit den Göttern von Angesicht zu An- 
gesicht (s. Sankara). Wie in Deutschland schreibt man auch in England dem 
vierblätterigen Klee übernatürliche Kräfte zu, und in Griechenland werden damit 
(s. Landerer) Schätze gehoben, sowie Krankheiten geheilt (Seemann). 

**) Vor dem Kriege spaltet der Kaiser in geheimer Audienz mit dem General 



Peking. 213 

mit den Hiougnu Geld brauchte; sammelte in seinen Gärten weisse 
Hirsche, imd wenn die Fürsten am Hofe erschienen und Ge- 
schenke abgaben, erhielten sie als Gegengabe ein Stück einer 
Haut dieser Hirsche , das auf 400,000 Tsien geschätzt und Haut- 
geld (Psy-py) genannt wurde. Die schon früh in China einge- 
führten Posten*) wurden 230 a. d. geordnet. Bis zum dritten 
Kaiser der Han bediente man sich der Wagen. Die Verwaltung 
gehört, wie Alles, was sich auf Pferde und Wagen im Heere 
bezieht, unter das Tribunal Tsche-kia-thsing-li-sse. Ausser den 
Kanonen (ta-chen-tchong) bedienten sich die Chinesen des hundert 
Kugeln speienden Bienennestes, des Ty-lei oder Erddonners (mit 
Pulver gefüllte Eisenscheiben), des Tien-ho-kieou (Himmelsfeuer- 
kugel, als griechisches Feuer), des Ho-iao (verzehrendes Feuer), 
durch Papierdrachen gegen den Feind gesandt, des Hopao (Tschin- 



.icLt Holzstäbe mit Charakteren und giebt ihm die einen Hälften, um sie zur 
Correspondenz zu senden. Dreigetheilte Briefe mit drei Courieren. Das Schiff 
Oiikoimg (Tausendfuss) ist wegen seiner Schnelligkeit von den Fremden ange- 
nommen. „Du kennst den Zustand der Lebendigen nicht, wie willst du den der 
Gestorbenen kennen? Achte die Götter, aber halte dich fern von ihnen." Aus 
den hochgelegenen Stein-Altären (um dem Himmel näher zu sein), wo der Kaiser 
opferte, erwuchsen die Tan oder tliurmartige Stockwerk-Tempel. Die Krallen- 
Zeichen auf dem grossen Steine bei Hattlund rühren von dem Hasen her, den 
Joliann von Hagen (1513) jagte. Gänseopfer wurden in Griechenland für die 
egyptischen Gottheiten gebracht. Das älteste Geld war die Kowri-Muschel (Pei). 
Unter den Hia dienten Perlen, Gewebe und Blech, ähnlich den tungusischen 
Blechgötzen. Kaiser Ju (24U0 — 2300 a. d.), Stifter der Hia, führte bestimmtes 
Gewicht ein. Unter Tscheou (12. Jahrhdt. a. d.) waren Goldwürfel, dann Kupfer- 
stücke, Leinwand, Schildkröteuschalen, Seidenstoffe im Gebrauch. Als Tschin- 
chi-lioangti die verschiedeneu Königreiche (230 a. d.) vereinigte, führte er gleich- 
uiässiges Münzsystem ein, in Guld- (Y) und Kupfermünzen (Psien). Kupfer- 
blättchen oder Kie (Blätter) wurden verwendet mit der Inschrift Han-sching (Er- 
hebung des Han) statt der Poen-limg-Kupfermünzen. 

*) Die Römer verdankten die gepflasterten Strassen den Carthagern (Isid.). 
<jroni, den Donner, stellen die Siaven als Jüngling dar. Jovi dapali culignam 
viui quantum vis poUuceto (Cato). Yotis imbrem vocare bei Jupiter pluvius 
(verioi) des Imbramus oder Hermes. Funibima, durch Mallem Adama (Feldherr 
des Sultan Bello) mit Kokomi und anderen heidnischen Königreichen gegründet. 
Carier, Lydier und Mysier heisseu xaaiyrtjroi (b. Herodot). Bei den Etruriern 
wurde die Mitgift durch Prostitution erworben (Plant.). Die Dingding wohnen 
auf Bäumen (in Adamana). 



214 Zweites Kapitel. 

tien-lei) u. s. w. (s. Girard). In alter Zeit wurden denjenigen 
Opfer gebracht, die dem Volke Gesetze gegeben, die die Ver- 
waltung eines Districtes bis zu ihrem Lebensende geführt, die 
durch ihre Ausdauer staatliche Einrichtungen befestigt , die Un- 
glücksfällen vorgebeugt und drohendes Missgeschick abgewendet. 
Im Frühling opferte man an der inneren Thür, im Sommer 
in der Küche, im Herbst am Thorweg und im Winter auf der 
Strasse. Die Chinesen verbrannten diejenigen Gegenstände, die 
sie den Verstorbenen nachsenden wollten, und auch die alten 
Preussen Hessen die Opfergaben der Dahingeschiedeneu im Rauch 
emporsteigen. Nach dem mongolischen Werke Tonülchuin-tschi- 
maek (Verschönerung der Errettung) unterscheiden sich die Pra- 
tyeka-Buddha durch ihren Stolz und ihre Liebe zum einsamen 
Leben.*) Man soll don Nächsten schonen, indem man den 



*) Pratjeka wird bei den Mongolen als abgetheilt oder allein (selbst, für 
sich) übersetzt (Bobronikow). Das mongolische Buch von der mündlichen Lehre 
des Mandschusri wurde (1718) aus dem Tibetischen übersetzt, durch einen tibe- 
tischen Lehrer verfasst). Die grossen Schrawaka heissen Stawira oder (im Mon- 
golischen) startzem (die Festgestellten). Die Chinesen setzen die Geburt des 
Shakia auf 1027 p. d., wogegen bei den Tibeteru sich 14 verschiedene Daten 
finden. Buddha führte nicht seine göttliche Verehrung selbst ein, aber der 
Buddhismus erhielt seine spätere Ausbildung besonders durch die gelehrten 
Buddhisten Nagardjuna und Durböt-ugäi. Adischa (oder Jowo-Adischa) oder 
Djowo (Dju), geboren 98"2 p. d., ging von Indien nach Tibet und gründete das 
Kloster Ndjetan, wo er starb (1055 p. d.). Er verband die Lehren (die gelehrten 
Flüsse zusammenleitend) des Nargardjuna (Gründers der Madhyamika) und 
Durbäl-ugäi (Gründers der Jogatscharen) (Bobronikow). Die Wirklichkeit der 
Leiden, die Wirklichkeit des Ausflusses, die Wirklichkeit der Angrenzung, die 
Wirklichkeit der Weisheit bilden die vier Wahrheiten. Das aus dem Sanscri- 
tischeu übersetzte Attan-gäral (im Mongolischen und Kalmükkiscüen) ist in zwei 
Ausgaben erschienen. Nach den Buddhisten existiren 1,001,001,000 Weltalle, wie 
das unsere. Die über der Erde in Stockwerken aufsteigenden Himmel ei wei- 
tern sich nach oben in der Breite, so dass sie eine umgekehrte Pyramide dar- 
stellen (nach den Buddhisten). Unter der Erde findet sich die Hölle. Zu den 
geheimnissvollen Formeln (der Buddhisten), die Djirukänu tarki heissen, gehörte 
das Om mani padme chum, die geheimnissvollen Reden des Chonschim-Bodhi- 
sattwa genannt. Da es vollständig Om-a-ra-ba-za na-diT auszusprechen ist, so 
deutet das Wort dii auf die geheimnissvollen Sprüche des Mandschusri (Bobro- 
nikow). Der Zauberer von Bagdinskoi-uluss, die Zauberin von Jastinzkoi-uluss 
leiteten ihren Zauberstamm bis in das siebente Glied zurück, indem Vater und 



Peking. 215 

Schmerz*) bedenkt, den ein Mensch fühlt, wenn er sieht, dass 
er sterben muss (heisst es in Hitopadesa). Nachdem in den 



Grossinutter von demselben Handwerke waren (Gmelin). Als auf die Spränge 
des Zauberers bei Belyzkaja die Teufel durch das Rauchloch hereingekommen 
waren, spritzten die Tart;iren Wasser gegen die Thür der Jurte, um sie zu 
füttern (Gmelin). As the summit (of Olympus oder Elymbo bei Leake) rose 
above the clouds into the calme ether, it was believied, that there was an opening 
iiito the vaults of heaven, closed by a thick cloud, as a door (bei Homer). Die 
Olympeni wohnten am mysischen Olymp. Von den 1000 Buddhas, die gegen 
Ende des gegenwärtigen Weltalters zu erscheinen haben, ist der Erste Maidari, 
der sUh jetzt in Dushit befindet (das Rad der Lehre für die Himmelsbewohuer 
drehend), seit der Bestallung des zur Erde steigenden Shakia, der iu Indien 
erscheinen wird, beim Verfall der buddhistischen Lehre, um sie wieder herzu- 
stellen. Im Fortgange des menschlichen Geistes muss sich das Veraltende nicht 
dem Neuen entgegenstellen, und deshalb sagte Shakia den Untergang seiner Lehre 
nach einer bestimmten Zeit voraus, damit sie durch neue Lehrer dann wieder 
in frischem Gewände, den fortgeschrittenen Zeitideen entsprechend, begründet 
werden könne. Die buddhistische Lehre coucentrirt sich in den Gelübden des 
allgemeinen Wohlwollens, zum Verschwinden des Ich. Das abstracte Sein ist 
der Zustand des von fremden Einflüssen unabhängigen Buddha. Wenn in der 
materiellen Form erscheinend, besitzt der Buddha 32 Zeichen (als besondere 
Productionen seines Körpers) und 80 Auszeichnungen (um das Ideal indischer 
Schönheit darzustellen), doch da Erdeubewohuer solcher Vollkommenheiten nicht 
würdig seien, zeigt sie der Buddha nicht alle. 

*) Der Gott des Feuers muss geehrt werden von den Brahmanen, der Brahmane, 
die übrigen Wesen, der Gatte, die Frau, der Fremdling aber von einem Jeden 
(nach der Hitopadesa). Vasiiki, die Schlange, die sich um den Hals des Siva schlingt, 
lebt von der Luft. The peculiarity of the leafless trees, which appear as if 
every twig were on fire, is caused (on the Gambia) by the florescence of two 
species of trees, which bear uo leaves while blossoming, the one a tall shrub, 
called by the natives Tomborroh, which trows out sprays of fiery crimson petals, 
like a bright red acacia, and the other a tree, which bears a flower somewhat 
between a scarlet pirus japouica aud tulip (s. Hewett). According to Ferguson, 
prior to the advent of the present Buddha, brahminical religion existed in India, 
a deistical fire-worship, different from the present worship. Suivant la doctrine 
de ^äkya tous les hommes sont egaux eu principe, tous ils sont appeles, selon 
leur me'rite moral ä participer de la faveur (prasäda) des etres qui par leurs 
vertus sont parvenus ä la perfection morale et intellectuelle. II resulte pour eux 
le devoir de se traiter en freres avec une mutuelle bienveillance (maitri), de ne 
oommettre aucune action re'prehensible, de pratiquer la vertu, de maitriser en- 
tierement leurs pens^es, d'employer tous leurs e£forts pour arriver ä la perfection 
morale et intellectuelle de bodhi (s. Schoebel). Les Brahmanes nommaient le 



216 Zweites Kapitel. 

Südwestlichen Reichen König Karna die Lehre gestützt hatte, 
wurde sie, als Magadha von den Turuschka erobert war, durch 
Dschuanakaragupta und die Uebrigen verbreitet.*) Zur Zeit 



Bouddha le destructeur du sacrifice, Yadjnahaoa. Les Saces ou ^akas, pousses 
par les Youe cbi (165 a. d.) entrerent (sous le roi Azes) l'Inde (apres la morf 
du roi Svami Roudrasinha, Als de Raudradaman, qui s'etait oppose) et la con- 
quirent (68 a. d.), mais ils furent defaits par Vi(jramiditja , roi du Malva 
(56 a. d.). A l'invasion des Youetchi, les rois indigenes furent remplaces par 
des princes scythes, le roi Koueichouang ou Kadphises (de la religion bouddhiste) 
foudaut son empire (3 p. d.). [Das Geschlecht der ^äkya durch Verwandte be- 
siegt.] 

*) Jina, Sarvajnya and Bhagavat ocours in the dictionary of Amara, as a 
term for a Jina or Buddha. Vicramaditja, after an austere' tapasya, cut off his 
head and threw it before 'he feet of Kali-devi, when she, the head beliig re- 
placed by the familiär spirit or Vetala, granted undistnrbed sway over all the 
World for ICOO years, after which a divine child, born of a virgin and the son 
of the great Tacshara, carpenter or artist, would deprive him both of his kiug- 
doni and his life (according to the Vacraroa-charitra). Two of the Vicramaditja 
obtained the empire through the great Vetala devil. Vicramaditja pnuished the 
Vetala-deva (king of devils) and made him his slave, when he related stories to 
him. Samudra pala (wafted over the oceau) preached regeneration to the (9U years) 
cid Vicramaditja and having sent his soul in that of a young man, nccupiert 
the body of the king for 55 years more (giving 145 years, as the difference of 
the Eras). The Sakas or Indo-scythians were masters of Pattalene, subsequeiit 
to the Greek princes of Bactria (Koros). The records of the inhabitants in 
Telingana (Anctra) mention Vicrama and Salivahana amongst the earliest mo- 
narchs. The Chola Rajahs, who followed, were succeeded (515 p. d.) by a race 
of Yavans (458—953) tili the beginning of a family of Saiiapati-rajas (when the 
country, after wars with the Mahomedans feil to the mahomedan kingdoni of 
Golconda). A dynasty of Yavans reigned (8th and 9^^ Century) at Anagundi on the 
Tumbadra. — The reign of Vicramaditja and Salivahana in Orissa were followed 
by invasions of Yavans from Delhi, Babul (Persia) Cashmir and Sind (ith Cen- 
tury a. d (4tl> Century p. d.). The last Invasion was from the sea and in 
it the Yavans were successfull and kept possession of Orissa (for 140 years) tili 
expelled by Yayati Kesari (473 p. d.). After a reign of 35 Rajas of the Ke- 
sari family (650 — 1131) their capital, was taken by a prince of the house of 
Sanga Vansa (tili to the Mahomedan conqnest). Beugal and" Dekhan were cou- 
quered by a Teliuga chief 155". Maharashtra was iuvaded by the Mnsulmans 
from Delhi (1'294). Apr^s la mort (60 p- d.) du roi 0er (successenr de Balan 
des Indoscythes) ^älivähana (fils d'un Brahman dans le Dekhan) vainquit les 
^trangers au delä du Sntledj (78 p. d.). En combattant les royaumes brahma- 
niques du Dekhan, ^'älivähana (qui «^tait Buddhiste) perdit la vie dans uue ex- 



Peking. 217 

des Königs Devapala und des (J'rimant Dharraapala lebte im 
Lande Vareudra der geschickte Künstler Dbiman und sein Sohn 
Bitpalo, die gemeisselte und gemalte Werke, den Naga-Werken 
gleich, schufen (s. Täränatba). Von dem Verbleib des Sohnes 
in Bangala wurden die Gusswerke östliche Götter genannt. In 
der Malerei wurden die Nachfolger des Vaters östliche Malerei, 
die Nachfolger des Sohnes, weil sie vorzüglich in Magadha ver- 
breitet waren, Anhänger der Madhjadef;a-Malerei genannt. Auch 
in Nepal waren die früheren Kunstschulen*) ähnlich dem Westen, 

pedition contre un roi de la cote de Coromandel. Nach dem Tode des Vi^ra- 
maditja wurde seiu Heer von ^'alivähanä nach Ujjein verfolgt, wo bei dem 
Ueherschreiten der Narmada die thönernen Soldaten in Staub zerfielen und ^ali- 
vähanä verschied. 

*) According to Fabian, a merchant (Sinhala) having escaped (with his mer- 
chants) from the Iron-town of the demon-island (by the help of a wonderful 
horse), warned the king before the beautiful Ogress, who name to complain. Bnt 
being admitted notwithstanding in the palace, the ministers found it the next 
day closed and deserted, and shown the boiies by Sinhala made him king. 
Conquering the female deaions, he destroyed the Iren city and founded the 
kingdom called Sinhala. According to the Mahawanso, Vijaja was attacked by 
deraonesses. According to the Nipal book „Karunda Vyuha" (construction of 
the „basket of qualities") Sinhala (bejng Buddha in former existence) was saved 
from the female demons by the horse, called Avalokiteswara. According to the 
Mahabharata snakes (Nagas) were worshipped in Nordwest of India. The buddhist 
priests (in Tibet) are not allowed seal-rings or stamps of gold, bnt stamps of 
a baser metal they might liave, provided the designs were „a circle with two 
deers on opposite sides and below the name of the Vihara. A deer (or Theva) 
led Vyaya to the Thero. A^oka received a leaf informing him of the sickriess 
of his father. King Siwichay founded Nakhon Vat 200 p. d. The town in the 
present lake of Cambodia was drowned after the curse of the teacher, whose flies 
had been eaten by the spiders of the king. Like Ajatasatra, three succeeding kings 
of Magadha obtained the throne by murdering their fathers, tili the people re- 
belling, made the minister Susanaga (son of the courtezan of the Vriji in Vesali) 
king. His son Nalasaha, who removed the capital from Rajagriha to Pushpa- 
pura (Palatiputra) held, under the Sthavira Ravata (who had been urged on by 
Yasas) the second Council (at Vesali) to condemn the „ten indulgences" (443 a. d.). 
He was followed by the nine Nandas, the last of whom was deposed by Chan- 
dragupta (with Chanakya), whose son Rindusara was presented with A(;oka (whose 
rough skia had been washed smooth by the priests) instead of his eldest son 
(Susima) for his heir. During his governship of Oojein Acjoka had the children 
Mahendra and Sanghamitta with the daughter of a Setthi, and after becoming 



218 Zweites Kapitel. 

später mit dem Laufe der Zeit bildete sich eine eigene nepa- 
lesische Schule, welche in der Malerei und Giesskunst meist der 
östlichen Schule gleich ist; die späteren haben keinen besondern 
Charakter. In Kagmira*) gab es auch früher Nachfolger der 



king in Palatibutra, killed bis brother, bat Nigrodha, the sou of Susima, con- 
tributed afterwards to bis conversion. On account of many disorders in the 
monastery, the hierarch Mogalaputra retired to the mountain, and the ceremony, 
called üpasathas, could therefore not be performed, tili the king, begging for bis 
return, had bim held the Council to restore dharma to its purity (245 a. d.). 
When the princess of Madura arrived, king Vijeya (in Ceylon) dismissed bis 
native wife, promising her a maintenance of bali (offerings). 

*) The fonnh Buddhistic Council, held (in Kashuiere) under the presidency 
of Nagarjuna (Nagasena) repudiated many Sivaitlc compositions of Tantras (during 
the reign of king KanishkaV Nagarjuna was the friend and spiritual adviser of 
Kanishka. On some coins he sits (in the act of teachiug) upou suakes. Nagar- 
juna was worshipped like a Lama. Maudjusii of Nipal was born twice, once 
(200 a. d.) when be peopled Nipal and again (100 p. d.) when he taught the 
mystic formula (Om mani padma bum) which in Tibet is addressed to Padmasri 
(bearing lotus and a Jewel) or Avalokiteswara. Accordiug to the legend (the 
basket of the good qualities) the saint Avalokiteswara is shown to be the same 
with Padma-paui and declared to be the Buddha of this era (as in the Lama- 
doctrine of successive divine hierarchs). From the spirit of Adibuddha (Swayam- 
bbu as flame) emanated Avalokiteswara and also 5 Dbyana-Buddhas (white, yellow, 
red, blue, green). At Oude Fabian saw a little snake (naga) whose ears were 
edged with white, fed and worshipped daily. Fabian mentions a pillar with 
Afoka's donations iuscribed. An Image of blue Jasper (holding a pearl) was wor- 
shipped in Ceylon (according to Fabian). Sacred texts, engraved on copper sheets, 
were, enclosed in stone-cells at Kashmere (according to Hiouen Thsang). The 
Phra Keob (of Bangkok) had been found floating in the lake of Cambodia (carried 
to Müang Laos). Of A^oka's sous, Sampadiat Patua and Kuuiula and Taxila 
were Buddhists, but Jaloka in Kashmere adopted Siva worship. After a threate- 
ning apparition of a Goddess, the latter restored the destroyed building of the 
Buddhists, but after a victory gained over Euthydenius, he instituted again a 
festival of thanksgiving to Siva. The Greek kiugs of ßactria were dethroned 
(120 a. d.) by the Scythian, called Mayes (after long wars with Meiiander and 
otbers). At the same time (157 — 59 a. d.) the Sahs reigued in Surashtra or 
Gujerat. During Vicramaditja's reign the Brahmanism was in the ascendancy, 
but 24 a. d. Scythians (diflerent from the bords of king Ayes) again desceuded, 
called Yu-chi by the Chinese. Their coins exbibit signs of flre-worship to the 
God of Light (Ardethro) and on later coins Siva Nandi the coins of Oerki contain 
Adi-Buddha and at this epoch Buddba's Image is uften represented with flames 
at the Shoulder. Sometimes a head of Buddha with Miiikus is seeu. Upon tbe 



Peking. 219 

MadbjadeQa-Schule des alten Westens, und später gründete Ha- 
surädscha in der Malerei und Bildnerei eine neue Schule,*) 
welche jetzt die von Kacmira heisst (s. Schiefner). Die Buddha- 
Lehre rief geschickte Götterbildner hervor. In Pukam und den 
südlicheu Ländern dauert die Anfertigung von Götterbildern fort. 



coins of king Kauerki (Kanishka) the image of Sakya Sinha or Buddha is seen. 
According to tlie Brahminical Sanscrit-history (calied Rajah Tarangini) three kings 
of Turushka desceiit reigned in Kashmere, wbo (restoring Biiddhaism) fonnded 
Viharas and Chaityas. Arcording to the Chinese the Turushka princes were so 
formidable, that young princes from China were sent to them as hostages. These 
scythic kings united Mithraci worship, Saiva worship and Buddhism. Nagarjuna 
(Nagasena) born in Berar (Vidharba) composed the philosophical system of the 
Madhyamika , doubtiiig every thing (iu the wisdom arrived at the other shore). 
*) While the Buddha Eajas were ruling (in the commencement of the Sali- 
wahan Sakani), they built (according to Puduvole Gopuram) the temples near 
Nagapatam and carved the images to the Buddha Sastram, founding a town. 
As the Buddhas used to eat fish, Amukha Varashen Maharaja drove them to 
Kandy Desam (a foreigu country) or Ceylon. The flying Buddhas threw all 
their property into the wells and a Buddha Sanyasi (Kemawanta by name) hid 
his treasure in bran-pots , which he secured in the midst of the temple and 
placed a large Chakrani (wheel) on the top and by the virtue of his Mantrams 
it continually revolved with such a quick motion, that no person dared approach 
it. After the Jain-Government had been established, a brahmin priest (Terumen.je 
Albar) of the Vaishuava sect, was advised to travel to Khandy , to ask the 
Buddha Sanyasis about a mystery, and on his return planted plantain trees round 
the Chakram which thereby lost its virtue. During the government of the 
Buddha Rajas two stone images had been placed at the dewalam near the village 
of Nelapadi. When Vicrauiaditja (searching for the child, which would overcome 
bim) marched against Salivahaua, he was beaten and the clay-figures, (in- 
spired with life by the Snake) started up as warriors. After his victory, Sali- 
vahana threw the head of Vlijramaditja into Ujjein (to make his victory known 
to the World) and then retired as Muni to a desert place for contemplation. 
Mahabali occupied the imperial thronce of India from 355 — 327 a. d. Vicrama- 
ditja (with his confederates) was defeated by Nrisinha-nripa or Salivahana. To 
overcome the Mlechas (who oppressed the Brahmins) Tripurari or Mahadeva be- 
came incarnate in Ujjayni. as Vicramaditja, who conquered the world. The sister 
of two Brahmans (in Purandarpura) conceived by a Naga-cumara (or Tacshaca) 
and driven away by her brothers for this disgrace, brought forth her son (Sali- 
vahana) in the cottage of a potmaker. After having solved the lawsuit of the 
four pots Salivahana (with clay figures) fought with Vicramaditja, whose army 
was stupefled by the Naga-cumara, but revive^ by the amrit of the serpent 
Vasuci. 



220 Zweites Kapite' 

Nachdem dem Kaiser Tscheu Tchao wang (1027 a. d.) durch 
eine Lichtmasse im Südwest*) die Geburt eines g-rossen Mannes 
dort verkündet worden, sandte, nachdem der Lehrer**) in's 



*) La grand maitre San thsang fa szu (de Tchhin lieou) entrepilt un 
voyage (628 p. c.) dans les pays les plus öloignes de l'occident, pour rontempler 
las vestiges du Saint, 11 arriva (dans ses voyages) dans la villa de Mokiatho 
(Magada). Pendant 12 ans il admira la beaute dn trone du Saint Prince 
(Bouddha) et les forets de la niontagne du grand aigle (Garudha). 11 parviut 
encore au tombeau de Kia-ye-ku-tsy (Kasyapa) et ä l'arbra de la perfection de 
la doctrine des mille saints. La roi lui donnait le titre de maitre de la doctrine. 
Les Tonquinois appellent les Chinois (par nie'pvis) Ngo et leur royaume Nso- 
ek-ngo. Les Tubetains donnent ä la Chine le nom . de Joulban, et ä ses habi- 
tants calui de Djanag ou Ghianog idja ou Shia blancs) en Opposition avec les 
Dja gar ou Ghia gar (Dja ou Shia noirs), qui sont les Hindous. Depuis la 
dynastie de Han, les Chinuis portent le nom de Han jin (hommes de Han). 
Les Japonais le prononcent kan. Sous la dynastie des Thang le nom Thaug 
jin (hommes de Thang) fut en usage et il l'est enrore au Japon, ou on le tra- 
duit par Kara, qui (comme Thang en chinois) signifle glorieux et s'ecrit avec 
le meme charact^re. Sous la dynastie des Mandsclioux (Tha thung) les Chinois 
s'appellent Thsing jin. Quand Thsin shi hoang ti soumit la partie me'ridionale 
de la Chine avec la Tonquin, les Chinois portaient le nom de Thsin. Pour 
dacouvrir l'autenr du vol , les Chingulays se servent de Magie, proriongaut 
quelques mots sur una noix de Coco et l'enfilant dans un bäton, qu'ils mettent 
ä la porte ou an trou, par lequel le voleur est sorti. Quelqu'un tieiit le bäton 
au bout duquel est la nolx, qui poursuit les traces du larrou et ils suivent ce 
bäton [Tische der Schamanen], pronon^ant toujonrs les mots et ä la fln il les 
mene au lieu, ou le voleur s'est retire et mema tombe jusque sur ses pieds 
(Knox). Les griots croient que dien les a cree's pour les plaisirs terrestres, et 
qu'apres s'etre amusi's dans ce monde et avoir contribue ä la reproductiou d'autres 
hommes, ils doivent, apres leur mort, reposer d'ybord en paix jusqu'au jugement 
dernier, puis quand les bons et les m^chants auront re^u la retribution de leurs 
Oeuvres, revenir, eux, sur la terre, pour s'y amuser et danser pendaut tonte 
r^ternit^ (Boilat). Mr. Turttle in Ohio erhielt Mitthailungen über die Geschichte 
und die Gesetze des Schöpfungsvorganges von dem Unsichtbaren, über dem der 
grosse „Unbekannte" thront. 

**) Shakya (in Sanscrit) means (rendered in Chinese) afflcient virtue. Ka- 
pi-lo-su-to is (in Chinese) the city of preeminent virtue. According to Sangchan 
of the Tsin, what is called Ju-loi, is only that, which is the basis of the uni- 
verse (dharma datu or vrhat the heart is capable of knowing). The sanscrit 
Maha Maya (mother of Buddha) is equivalent to the Chinese Tai-Shuh (great 
Illusion), all connected with th^ miraculous births beiug mere flction. The Fan- 
flower (Tau-to-li or Paudarika) is tha white Lotus. At the tiuie whan the royal 



Peking. 221 

Nirwana eingegangen (948 a. d.); Kaiser Mingti (1013 Jahre 
später); der im Traum einen goldfarbenen Mann gesehen; den 
Minister Wangtsiin nach Süden und erhielt aus dem Königreiche 
Jueschi *) durch den Arhant Matangi und den Pandita Gobharana 



prince Kumararaja) was born, with one haud pointing to the heaven and one to 
the earth, he uttered the voice of a lion saying (according to the Yaiikwo 
Sutra): „Above and below heaven. I only am the honourable One" (Arya). 
Buddha -was in his own nature self-content (Ishwara and Swabava). Das westliche 
Tschu ist Tanggad, welches auch Tübet genannt wird (nach den Chinesen). 
Zur Zeit der Dynastie Thang, auch unter der Dynastie Sang wurde das Land 
Tupau (Tufan) genannt, zur Zeit der Dynastien Juan und Ming aber Uitsaug. 
Die Religion der Bewohner ist die Lehre Buddha's in zwei Abtheilungen (die 
rothen und gelben), die sich durch die Koptoedeckungen unterscheiden. By the 
actors in Malabar (1795) the oppressors of the country (represented by devils) 
were subdued by a Brahmin in deep meditation and (having assaulted him in 
vaiu) prostrated themselves (s. Dalrymple). At the procession (when Ptoleiijy 
Philadelphus was associated with his father in the imperial dignity), vases of 
gold, with d'vfuuorriQia (medicine of the soul) were carried before Bacchus, 
followed by a gigantic phallus (Athenaeus). The two Hang-ha warriors (Chin-ke 
and Chin-luiig) guard the eutrance in the buddhist temple. The palace of the 
four great celestial kings (Sze-tae-teen wong-teen) contains 32 pillars. The three 
precious Bouddhas (Sam pow fal;^ of the past, present and future are surrounded 
by the 14 disciples (Shap Pat lo han), placed hefore Ome to Fat (Amida 
Buddha). Opposite the recei\ing room is an image with many arms, called 
Tsat sow pat be (seven hands, eight arms). The bookroom (king fong) adjoius 
the printiüg office. An idol of the Taou sect, as the Ring of Hades (Te tsong 
woug hy name) was (before arriving at his dignity) called Lo-pok. Various 
idols are carried in' the pagoda (sha le tap). The goddess Koon-yam is considered 
Buddha (by the Chinese), as in Bengal Buddha is sometimes male and some- 
times female; according to the statues or images. The Banyans in India buy 
and seil by signs, assenting with a uodding, dissenting with a shake of the head. 
*) Auf den Münzen des indoskytischen Königs Kanerki erscheint Mithras 
wie die Sonne im Strahlenglanz. Les Yindes et les Obotrites se represeutaient 
sous la forme d'un lion rugissant le redoutable Czernohog (Maury). In der 
^atapatha-Brahmana heisst der Löwe I^a, der Herr (Weber). Plusieurs des in- 
scriptious, oü flgure Apollon Grannus, associent son nom ä celui de Sancta 
Sirona (une divinite des eaux minerales). Le culte de Grannus se liait en 
Gaule ä celui des fontaines. Sulis fut anoue par les Romains, dans la ■ Grand- 
Bretagne, ä Minerve (Maury). On reconnait dans cette epithete de Grannus le 
mot irlandais et gaelique grian, qui signifie soleil. In der Bhagavata-Purana er- 
muntert der schon armlose Vritra den durch seine Wunde an der Kinnlade ent- 
muthigten Indra, aufs Neue die Waffen zu ergreifen, da der in der Beschauung 



222 Zweites Kapitel. 

die Sutra der 42 Sätze auf einem weissen Ross (im Kloster*) 
zu Loyang niedergelegt). Die Bewohner der lydiscben (oder 



befreite Geist gleichgültig sein muss gegen Schmerz und Lust. Depuis les 
temps d'Alexandre, les villes de Seleucie, Babylone, Byzance et Carthage envoyerent 
des philosophes en Grece et en Egypte. Daraus bildete sich der Synkretismus. 
Aristobule essaya le premier d'introduire dans les systemes grecs nn principe 
incompatible avec ceux sur lesquels ils reposaient, c'est le supernaturalisme 
(H. Matter) in Alexandrien. Das Salomo zugeschriebeua Buch der Weisheit 
wurde in Alexandrien zusammengestellt. Cette eyx^drsia, qn'il recommande, 
est Celle des Esseniens et des Therapentes, während sich die Patriarchen vieler 
Kinder rühmten. On pourrait regarder comme une idee indienne celle que 
l'esprit de dieu remplit le monde et comprend l'uuivers (dans le livre de la 
Sagesse). Cette idee est en menie temps platouique (Matter). Tav Se rcä xoofico 
i^ivxar fisaod'ev s^dt/^as FTtdyaysr e^a> 7CB^iy.a).vipas avro oXov avrä (Plato). 
Le materialisme est peint par l'auteur d'une maniere tres frappante: „Notre 
pensee est une ^tincelle produite par le battement de notre ccenr." Tel est, 
dit-il, le langage des ennemis de la Sagesse (Sapient.) L'auteur de la Sagesse 
admet les pr^existences des ämes: ^tant d'une nature bonne, ayant une äme 
belle, j'entrais aussi dans un corps pur (Matter). Suidas bezeichnet den Stil 
des Demokrit als Stdlexros dßSrj^ixrj . In Alexandrien unterschied man die 
roTtiy.r] yXcöaaa (Localdialekte), xoivrj y/.cüaaa (AUgemeinsprache) und iSuörn; 
yXcöaaa (Volkssprache). Nach Timagenes war ^ie Musik der erste Gegenstand 
menschlichen Studiums gewesen. The exercise of Sensation is inimical to life 
(Hunter). According to Pythagoras the mind {d'v/uds) is distinct from soul 
{f^t'jv). Der Khalif Mamun nahm das von den Motaziliten verfochtene Princip 
an und liess als Staatsdogma erklären, dass der Koran geschaffen sei. Motawikkel 
(Watek's Bruder) kehrte aber zur Orthodoxie zurück (indem der Koran, als 
unerschaffeu, von Ewigkeit her bestanden habe und bestehen werde). In Bagdad 
fanden (im X. Jahrhdt.) Unterredungen zwischen Parsen, Materialisten, Atheisten, 
Juden, Christen mit orthodoxen und heterodoxen Mohamedanern in den Zusam- 
menkünften der Scholastiker statt (Dozy). Abu Hanyfah erlaubte die üeber- 
setzung des Koran in die Landessprachen. Hakk wird im Persischen, sowie 
auch bei den arabischen Mystikern in der Bedeutung Gott gebraucht (Rosenzweig). 
Nach Gobineau bestehen die Ansichten der Ehlihakk oder Göttesfreuude (in 
Persien) in einem indifferenten Theismus. Der Tod (in den Qualen der Agonie) 
ist grässlicher, als jede Tortur (nach Ghazzaly). Die Vorhölle, als Aufenthalts- 
platz der abgeschiedenen Seelen, die das Gericht erwarten, heisst (im Islam) 
Barzach oder Zwischenraum (Kremer). Nach Haines ist die volitional property 
of feeling Reine erworbene Eigenschaft. Nach Ruskin gehören zum beautiful or 
sublime diejenigen Sachen, die fähig sind, dem Geist eine oder mehrere Reihen 
von Gedanken zurückzurufen, die erheben oder entzücken. 

*) The Both (idolhouse) of Vat Bovoranivet (in Bangkok) lias the 8 Bai- 



Peking. 223 

carischen) Stadt Telmessus waren als Wahrsager*) berühmt 
und wurden oft von den lydischen Königen befragt. Als 



Sema flxed in the wall and the four corner pillars with a Singto (Hon) on it, 
as Sema. The outside of the door (inlaid v?ith Ornaments , has the figure of a 
Kahapati (who sees gold inside the earth), of a Pasinaijakasutanang (son of the 
Chakrapat, going 7 times round the world), of a Xang Keoh (precious elephant), 
of a Ma Keoh (precious horses) or Aksaratanang and of a Sattiratana Nang Keoh 
(precious lady). Sattrimahesi (with pali and thai inscriptious) flxed on it. The 
inside of the door is painted with two ferocious-looking giants in Chinese fashiou 
(Nguih) and the walls are covered with images, relating to buddhistic priests or 
foreigu countries. Behind (over the altar-tables , covered with flowers, glasses, 
vases etc.) sit two colossal flgnre's of Buddha, the smaller one of (the Victoriais) 
Phra-Xinnasi (the younger brother) for wards and a little lower down, the larger 
one of (the Jina) Phra-Xiunarat (the ekler brother) behind and higher up. 
On the sides of the larger flgure sit two Fhra-Anantha (with a that head) 
praying on the side of the smaller one stand two Phra-Anantha (with a üat 
head) standing. Two Thewada with storied umbrellas kueel sideways. The head 
of the Phra-Phutta-Rub (with the left band laid in the lap, the righ one stretched 
out backwards with its open palm upon the knee) rises in an elevation (between 
the tufts of cropped hair) , from which the flaming rays (of glory) issue in a 
twisted point. On a drawing Buddha Stands on a lotus upon the waters and 
the rays of glory, after haviug formed the twisted point of the flame, expand 
themselves again in undestinct immensity , beyond the world of clouds, which 
touches the head. L'eglise du Sineto est soumise ä un College superieur, nomme 
Sineto-no-Kashira (Montblanc). 

*) Hermippos, der zwei Millionen von Zoroaster herrührender Versreihen 
mit Inhaltsangabe seiner Werke erwähnt hat, führt Agonakes als seinen Lehrer 
(500U Jahre vor dem trojanischen Kriege) auf (nach Plinius). Dann werden ge- 
nannt die Meder Apusorus und Zaratus, die Babylonier Marmarus und Araban- 
tiphocus und die Assyrier Tarmoendas. Die Schule der Magie, welche von den 
Juden Moses, Jannes und Lotapeas herstammt, ist erst viele Jahrtausende nach 
Zoroaster aufgekommen, und ebenso viel jünger ist die kyprische (s. Plinius). 
In Europa verbreitet (bis Britannien) wurden die Lehren durch Osthanes (mit 
mystischen Gebräuchen vom Menschenopfer zu essen). Pases natura quidem 
mollis erat, omnes autem magia superavit, itaque incantationibus suis effecit, ut 
et roenae sumptuosae et miuistri quidam ad mensam conspicerentur, eademque 
rursus omnia evanescerent (Suidas). Nach Isigonus fanden sich unter den Tri- 
balleru Leute, die durch ihren Blick bezauberten (Plinius). In der Mitte von 
Skythien war (nach Jemandes) der grosse Philosoph Zamolxis (der auf Dikenens, 
den Nachfolger Zeuta's, folgte) König gewesen, darum sind die Gothen (wie 
Dio sagt), weiser als alle Barbaren und den Griechen fast gleich. Nach Dio 
herrschte Telephus (Schwpstorsohn des Priamus') in Möslen, und trieb (obgleich 



224 Zweites Kapitel. 

nach Regis ein Zwist unter den Lamas in Tibet entstand, 
ergriff ein Theil den gelben*) Hut^ um seine Anhänglich- 



von Achilles verwundet) die Danaer von den Grenzen zurück. Comosicus (zugleich als 
Oberpriester des Königs geltend) folgte auf Borvista, unter dem die Gothen die 
germanischen Länder (quam nunc Franci obtinent) verwüsteten (s. Joruandes). 
Nach Haeser war Heinrich von Pfolsprundt (der das „Buch der Bündth-Ertznei" 
abfasste) in dem thüringischen Dorfe Pfuhlsborn geboren, Pholesbrunnen in pro- 
viuciae Turingiae (bei Schannat), was Grimm an Phol (als Beinamen Balder's) 
anknüpft (1660). Sie haben (in Lieffland) eine Probe gehabt, die berüchtigten 
Zauberer zu erkennen, haben denselben Hände und Füsse kreuzweis übereinander 
bei dem grossen Daumen zusammengebunden und sie so auffs Wasser geworfen; 
wenn er unschuldig gewesen, ist er straks gesunken, ist er aber schuldig gewesen, 
so ist er auf dem Wasser schwimmend geblieben, wie ein Bund Stroh. Diese 
Probe haben die meisten Richter von ihnen gelernt und den Gebrauch bisher 
behalten (Nyenstädt). Einer der eigenen Könige von ihrem Geschleclit wohnt 
noch jetzt in Kurland jenseits Hasenpoth, genannt der kurische König. Dieser 
hat ein Haufen Gesindes und Katen noch in dieser Zeit (16Ü0) unter dem Herzog 
von Kurland, worüber er kurischer König genannt wird. Zum andern ist in dem 
Gebiet Kirchholm auch noch Einer, der König genannt wird, der vom Kaiser 
und Papste von Alters her besitzet 7 Hacken Landes, worüber er mit stattlichen 
Siegeln und Brieffen verlehnet ist (Nyenstädt). Die bremischen Schiffe (1180) 
brachten viele Kesseil, da die Heyden (in Lieffland) zuvor nur erdene Pötte zum 
Kochen gebrauchet. König Mendow der Mammelucke sammelte (in Litthauen) 
ein grosses Heer gegen den Ritter Hottes von Lieffland 1268 (Nyenstädt). Die 
Kesam in Java fürchten die Poyang (Schatten der Vorfahren). Sua (Milz, .Zau- 
berkraft) giebt sü-amo Zauberer (in Vai), süa-kai (Hexenmeister), siia-musu (Hexe) etc. 
(s. Steiuthal). W^hen Wilson's sbip was building the people of Pelew wished that 
the English would take out of it some particnlar wood, which was deemed to 
be of ill omen (s. Keates). Ein Fall Baker's wurde dieser Ursache zugeschrieben. 
Das Geschäft des Zauberns lag vorzugsweise in den Händen von Weibern 
(völur, späkonur), aber nicht ausschliesslich. Daneben treten Männer auf, die 
spämenn, vitkar, visindameun, seiddmenn, seiddberendir, galdramenn, und über- 
wiegen später (Weinhold). Der Giftherr in Esmeralda that Humboldt und 
Bonplaud die Ehre au, sie für Seifensieder zu halten, da ihm nächst der Be- 
reitung der Curare die der Seife für die schönste Erfindung des menschlichen 
Geistes galt. „Die Griechen haben an sittlicher Bildung alle Barbaren übertrofifen, 
weil sie den gemässigten Theil der Erde bewohnen. Die Skythen und Aethiopen, 
von denen die einen durch Kälte, die anderen durch Hitze gequält werden, sind 
eben deshalb von heftiger und leidenschaftlicher Natur." 

*) Tsongkaba (instruit par un etranger de l'Occident) ne changea rien aux 
bases premieres du bouddhisme, mais il s'efforga de re'former les mceurs et il 
fortifla la hierarchie cl^ricale et imposa une liturgie nouvellc. Les Lamas ä !a 



Peking. 225 

keit*) an die (in China regierende) Ftnmilic Taitsing, die von 
dem chinesischen Kaiser stets unabhängig**) gewesen, zu be- 



reclierclie de leiir cliabeioii, pieuiieiit les cüiiseils du TchurtcLun ou deviii (poiir 
troiiver le Bouddha vivaiit). Die Jakuten kommen von dem türkischen Stamme 
Sacliar, und wohnten früher an den Quellen des Jenisei, und dann am Baikal, 
von wo sie durch Tschingiskhan die Lena herunter getrieben wurden nach Ja- 
kiitsk, wo sie sicli auf den Wiesen und Flüssen zerstreuten. Sie begegneten dort 
den Tungusen, die den Jakuten den Namen Jecho oder Jacho gaben. Die Russen 
setzten Skut (skudney oder arm) hinzu, und daraus bildete sich das Wort Jakut. 
In der jakutischen Sprache heisst das Meer Baikal (wovon der Name des Sees 
Baikal) und auch das Eismeer wird Baikal geuaunt (Krapka). Von den Tungusen 
an der Lena ähnelt der Heerden haltende Stamm in Sprache und Aussehen den 
Jakuten, wogegen der mit Reunthieren umhervvandernde von den Mandschuren 
herkömmt. 

*) The Tan qui e (the tliree revertings) are Kwie Fuh (revertiug to Buddha), 
Kwie Fa (reverting to the laws), Kwie Sang (reverting to the bonzes). The 
Shih-ming-w^ng (the ten kings of the dark regions) judge the death (according 
to the Chinese Buddhists). Over the tenth hall of judgment (in the buddhist 
hell ot the Chinese) presides the king Cliuen-lun (king of the metempsychosis 
and of transformations). Lo-po, who had become a priest of Fuh, went to hell, 
to rescue his mother, Lew-she. „Mr. Leang-ta-suen, whose skill in geomancy is 
universally ackuowledged and every where attended by incontestable proofs, has 
visited Macao, in order to fix on a spot for the buildings, and declares, that a 
lofty Pavillon ought to be erected on the seaside, to the right of the temple of 
the goddess Matsoo near the new village and a high pagoda on the eastern arm 
of the great Ma-leu Island, and afflrms. that wealth and riches will be the re- 
sults, both to Chinese and to foreigners'' (according to a proclamation for sub- 
scription 1821 p. d.). 

**) Through the iufluence of Nagarjuna the people of Kashmir embraeed 
Buddhism in the time of the Turushka princes (Tatars). The questious of Mi- 
linda, king of Sagal , in the country of Jon , were solved by Nagasena (the in- 
carnate dewa Mahasena) of Kajangala (43 a. d.). The nobles of the king of 
(Sangala or Euthydemia) Sagal, born in Alasanda, are called Yons or Youikas. 
According to Turnour the words Yona or Yawana are mentioned in the aucient 
Pali-books, long anterior to Alexander's Invasion. The Singhalese authors place 
the Yon-country ou the banks of the Nirmmada or Nerbudda. According to the 
Tibetans , Nagasena is the author of the Madhyamika-school of Buddhism, ex- 
plaining the Prajna Paramita (in a middle course), According to Isiodorus 
Characenus the Town of Sangala belonged to the Sacae or Scythians. Sa- 
gaiah was inhabited at Alexander's time by the Kathai (Kshatriyas). Accor- 
ding to the Chinese Buddhists, l'origine des douze Nidana est l'ignorance 
(Klaproth). According to the Karmika System in Nepaul the being of all 

Bastian, Reise VI. 15 



22f) Zweites Kapitel. 

zeugen, der andere dagegen behielt den rothen Hut, als die 
gewöhnliche Farbe des grossen Lama.*) 

Die Dauer des menschlichen Lebens ist bei der Geburt des 
Menschen schon bestimmt, und es ist deshalb nutzlos, die Geister- 
welt (in Beschwörungen) um Verlängerung dieses Lebens zu 
bitten (sagt Schen-tao). Was sollen kleinere Genien helfen, wenn 
die von dem grossen Verhängniss bestimmte Frist abgelaufen 
ist? Die wahre Natur schliesst (von den Buddhas herab bis 
zum kriechenden Wurme) allen Geist in sich. Im Anfang war 
keine Verschiedenheit. Die Verschiedenheit ist nur ein W^erk 
der Täuschung (nach dem Ling-ien-kingj.**) Der Inbegriff' des 



tbings is derived from belief, reliauce pratyaya, going with falsa knowledge 
(b. Hodgsou). 

*) On distiugue deux sortes des Bonzes, les uus appeles Tao-tse ou sectaiies 
de Lao-knin , vivent en communaute (seuls ou- maries) et les autres nomme'es 
Hoschang ou bonzes de Fo (qui ne se marient pas). Sous les Song (1070 p. d.) 
plusieurs savants chercherent ä Interpreter les king. Un de ces philosopbes (de 
la Secte de Jukiao) nomme Chao-kang-tse , distingue par son Erudition , etablit 
que le monde a commence et qu'il aura une fln, qu'ensulte il reuaitra, se de'- 
truira et se reproduira snccessivement. La transmutation contient le Tayky. II 
produit le parfait et l'imparfait. Les deux qualites produisent quatre Images, 
qui, ä leur tour, produisent buit flgures (s. Desguignes). La pagode, dite de 
Cochinchine, est bätie dans la partie occidentale de la ville de Quanton. The 
Mahabbarat , oue of the most ancient books of the Hindoos, was translated into 
Persian (according to the Ayeen Akberi), as well as the Ramayon , an ancient 
Hindoo work. White specks on the forehead of elephants (of which tliere are 
four kinds) are very lucky (according to the Ayeen Akberi). L'honime pour les 
Aryens, c'est l'etre qui pense, le man, conserve dans les laugues germaniques, 
dans le manou Indien, dans le mens latin (s. Re'ville). L'etre Celeste (deva) est 
l'etre lumineux. Le vedique dieu Bhaga est congenere de slave Bogu (venerable 
et Tadorable). 

**) Die grosse Ueberfahrt (tä-sching oder jeke külgen) oder mabäjäna rettet 
aus dem Sansara an das jenseitige Ufer. Die Vergeltung (in-ko) oder Früchte 
(ko) der Ursachen (in) des künftigen Lebens richtet sich nach den vergangeneu 
Handlungen (nach den Sutras oder Kings). Krakutschhanda heisst (mongolisch) 
Ortschilanggiebdektsciii (der Vernichter der Seelenwanderung). Kanakamiini 
(Käntschana oder Gold bei den Jainas) heisst Altan Tschidaktschi (der goldene 
Einsiedler) im Mongolischen. Kä^yapa heisst (mongolisch) Gerel Ssakiktschi (der 
Lichthüter). Das Kloster des Buddha Kä^yapa in Dekkhan bestand (400 p. d.) 
aus einem Grotteiibau (nach Gellen), aus fünf Stockwerken (nach Fabian). 



Peking. 227 

völlig-en Anfliörens (Verschwindens) von der Farbe (Gestalt) an 
bis zum Erkennenden (oder Buddha) besteht in Folgendem: Mit 
dem völligen Aufhören der Gestalt (äusseren Erscheinung) hört 
das Vermuthen (Ahnen) auf, mit diesem verschwindet das Denken, 
dann das Thun (Wirken und Handeln), dann das Wissen, dann 
das Auge (der Gesichtssinn), dann das Ohr, dann die Nase, dann 
die Zunge (der Geschmackssinn), dann der Körper (Gefühl), dann 
der Wille (das Verlangen), dann das Erkennen, und mit dem 
Verschwinden des Erkennens ist dann Alles bis zum Alles und 
Jedes Erkennenden und Wissenden (bis zum Pradschna-paramita 
oder bis zu Buddha in der Abstractiou des wahren Seins) ver- 
schwunden. Es ist demnach kein Unterschied zwischen dem 
völligen Verschwinden des Willens und dem Alles und Jedes 
Erkennenden, es ist nichts Zweifaches oder in Zwei zu Trennen- 
des darin, es ist nicht als jedes für sich oder gegenseitig zu 
betrachten. In dieser Weise entsteht das Paramita der Hin- 
gabe, das der sittlichen Pflichten, das der Geduld, das der Vor- 
sicht, das des Dhjana und das der Weisheit, als die völlige 
Leere*) (nach der Satahastrika-pradschna paramita). 

Mit Einführung der chinesischen Literatur**) des Buddhis- 



*) Each of the 4 paths (margga) to Nirwana (Sowan, Sajiradagami, Aiia- 
gaiui, Arya) is divided into two grades, as the perception of the path and its 
fruition or enjoyment (margga ph'ala). The path sowan or srotapatti (the flrst 
stream that is entered before arrivipg at Nirwana) is divided into 24 seetions. 
The wisdom necessary for the reception of the paths is called gotrabhn-gnyana, 
the wisdom received is gnyana-dassana-sudhi. Hanc Taifalorum gentem turpem 
ac obscoenae vitae flagitos ita accepimus mersam. ut apud eos nefandi concubitus 
foedere copulentus maribus puberes, aetatis viriditatem in eorum pollutis usibtjs 
consumturi. Porro si qui jam adultus aprum exceperit solus, vel interemerit 
ursum imraanem, colluvione liberatur e incesti (Amm. M.). 

**) About four centuries after the time of Shakyamuni or Gaiitama, a great 
increase to the Sanscrit liberature of the Buddhist religion began to be made. 
The flrst founders of the System inculcated virtue and added some legends about 
Buddha, but remained within the limits of the populär Hiudoo universe, not 
inventing (for their transmigrations) new worlds. The northeru Buddhists howe- 
ver, about the beginning of the Christian Era, pushed the bounds of their System 
much farther. Men appeared at that time in northeru India, devoted to meta- 
physical discnssion, who aimed to develop the principles of Buddhism. In adding 
to the number of Buddhas and Bodhisattwas, they feit it necessary to frame new 

15* 



'22,^ Zweites Kapitel. 

mus wurde (in Japan) das Gesetzbuch Ritz Rio durch Fusi- 



worlds to serve , as siiitable abodes for theni, calling this systeni of flctitious 
Buddhas, tlie Maiiayana (ta-clieiig or great developtuent). Aniong these teactiers 
the leading niind was Lung-shu or Nagardjuiia, with whom originated in Thibet 
tlie Madiiyamika system in philosophy. He composed the Chinese Central Shastra 
(Chung Inn), on whirh is based the Tian-tai-sohool (giving a symbolical Inter- 
pretation to the mythology of the Buddhist books). The Sutra Hwa yauking was 
roDiposed by Lung diu. The Chinese preface says, that Lung-shu-pn-sa, haviug 
exhausted the study of all human literature, entered the Dragon palace, to 
exaniine the Buddhist Pitaka (san tsang). He there found three fornis of the 
Hwa-yan-king. The largest was divided iiito seetions innumerable. The next 
of 1'200 seetions and the sniallest (whirh he gave to the world) of 48 seetions. 
The works of the great developinent class contain niany new Buddha and Bodhi- 
sattwas, distiugusled by attributes of goodness, knowledge and magical power 
(with new wurlds to displa) their attributs), as symbolical explanations of Bud- 
dhist dogmas (as interpreted in the Tian-tai commentary as the Fahwaking). 
The Buddha are calied „surpassiug wisdom," .,self-possessed wisdooi" etc. The 
Bodhisattwas are calied „chief of the law", „chief in merit" etc. Each of the 
ten worlds is rulcd by a Buddha. To the East in the kingdom of the golden 
culoured world, the Buddha of „wisdoni nnmoved'" presides. Wen-chu (Mand- 
jusliril and a crowd of other Bodhisattwas, attend Ins instru' tions, as he sits on 
a lion dais, surrouuded by lotus-flowers. To the South, West and North, to 
the North-East, South-East, South-West, North-West, are other worlds. Towards 
the Zenith and Nadir two other worlds make up the number ten, each having a 
governing Buddha and countless Bodhisattwas, worshipping and listeniiig. Ananda, 
the nephew of Shakyamuni, compiled from memory all the works of the Buddhist 
Sutras. Among the fabled worlds, located in distant space, the niost prominent 
is the paradise of Amitabha. In the Wu-liang-sheu-king (Amitabha-sutra) Buddha 
speaks of a kiug in a former Kalpa, who adopting the monkish life (as fa tsang 
or treasure of the law), became by rapid growth of virtue and knowledge, a 
Bodhisattwa, utteriiig (to the Buddha, who was his teacher) 48 wishes (referring 
to the good he desired accomplished for living beings). Having become Buddlia. 
as Amitabha or 0-mi-to-fuh, he resides in a world far iu the west to fulfll his 
48 wishes for the beneflt of mankiud. In his beautiful paradise is neither hell, 
nor abode of hungry ghosts, nor fear to transmigrate in an animal, The lifetime 
of this Buddha is without limit, lasting through countless Kaipas and therefore 
he is calied Amitabha (Wu-liang-sheu or bouudless age). Two Bodhisattwas 
(Kwan-slii-yin and Ta-schi-chi), anxious to save multitudes of living beings are 
worshipped assiduously (with Amitabha) by the northern Buddhists (radiating 
liglit over 3000 worlds). In addition uine other worlds occupy Zenith, Nadir 
and the interniediate positions. Achobhya and other Buddhas rule in the East, 
nuraerous as the sands, each proclaiming the doctrine, that instructs and saves, 
to ilif inhabitants of his own kingdom. The Kwan-wu-liang-sheu-king belongs 



Peking. 229 

wava (1720 p. d.) vollendet.*) Im Jibushio oder Laipo (unter 
den Hatch Sio) ist Oata rio oder Ya-poli mit Aufsicht über 
Musik und Dichtkunst**) betraut (in Japan). Kaiser Zin-mu 
(der Eroberer Yamatos) gilt als früherer Gott. ***) Die Ein- 



to the text-büoks of the Tsing-tu (basing populär publicatiüiis oii tlie doctriiie 
of the Siitras. 

*) Merrure, fils de Jupi'er et de Maya , inveuta la lyre (testudo) formte 
d'ime ecaille de tortiie et la donna en echange ä Apolloii pour le radiict^e. Las 
Grecs l'appelaient Hermes, romme interprete des dieux. Mercure trismegiste 
(trois fois grand) ou Thot (Thaiit), conseiller d'Osiris, interpreta les caracteres 
hieroglypliiqnes et enseigua aux Egyptiens la niaiiiere de mesurer leiirs terres. 
Die SchamaDen der Biiräten beteu in einer Höhle (in der Nähe von Begeldek), 
seit auf Olrheu das Bild des heiligen Nicolans dnrc.h russische Priester auf- 
gestellt wurde. Die von den ßuräteu auf Oloheu angebetete Höhle erweitert siöh 
in der Spitze zu einer kegelförmigen Pyramide nach der Oberfläche des Berges. Le 
bouddhisme indieu on primitif, qui s'etait repandu en Thibet vers le VH siecle, 
ne pouvait re'sister aux coups du re'formateur Tsongkaba (XIV siecle). Le corps 
de Tsongkaba, conserve. ä la lamaserie de Kaidan, s'y tient miraculeusement 
suspendu ä deiix pieds au dessus du sol. Julian gedachte die Empfehlungs- 
schreiben (epistolae formatae), die die Christen von einer Provinz zur andern 
leiteten, auch bei den Heiden einzuführen (Sievers). 

**) Les Toolholos (des Mongols) chantent les sujets nationaux et dramatiques. 
(s. Huc). Le cheniin de la Alle de l'Empereur (Koutcheou-dchamt) qui traverse 
le fleuve Toula pres du Grand-Couren, fut trace pour le voyage d'uue princesse, 
que l'empereur de Chine donnait en marriage ä nn roi des Kalkhas. Quelquefois 
(en cas de maladies) le Lama se contente de dire (aux Mongols) qu'il n'est 
besoin ui de pilules, ni de priere, qu'il faut attendre avec patience, quc 
le malade gu(^risse ou succombe , suivant l'arret prononce par Hormoustha 
(Huc). C'est toujours un Tchutgour (diable) qui tourmeute (dans l'opinion des 
Tartars ou Mongols) la partie malade. Si le malade est pauvre, le Tchutgour 
est petit, mais pour faire partir, le grand diable (puissant et terrible) d'un richc 
homme, on doit lui prcparer de beaux habits, un beau chapean, une belle paire 
de bottes, et surtout un jeune et vigoureux chs'val. Du fond du sanctuaire du 
temple, le Guison-Tamba recoit (ä Kouren), les hommages perpetuels de la foule 
d'adorateurs, incessamment prosternes devant lui (s. IIuc). Aino means between 
(in refereree to the origin froni a dog). 

***) Sagala or Saugala (the capital of the Kathayans or Kshatriyas) between 
the Hydrastes and Hyphasis (Ravi and Pipasa) was destroyed by Alexander 
Magnus. It was rebuilt as Euthymedia or Euthydemia by king Euthydemus of 
Bactria (the present Hurrepati). It is mentioned, as Sakala (in the Mahabarat), 
the city of the Bahikas or Arattas, who lived without ritual or religious obser- 
vances (in coutradistinction to the orthodox Hindus of the Vedas). Accordiug 



230 Zweites Kapitel 

führimg des Buddhismus in Japan hatte die Abdankung*) der 
Mikado nach kurzer Regierung zur Folge, unter Erneunung des 



to Ferishta one of its Rajahs was assisted by Afrasiab against Kaikhusru or 
Cyrus. Acrording to Isidorus Characenus, it belonged to the 8acae or Scythiaus. 
The name of the city of Sagala occours in the western cave iiiscriptious (s. Bird). 
Nagardjuna's a Buddha hierarch 43 a. d. principaJ disciples, accurding to the 
Tibetan?, were Arya Deva and Buddlia Palita (s. Bird). Accordiug to the Tibe- 
tans Nagaseua is the author of the Madhyamika-school of Ruddhism, foiinded ou 
the Prajna-Paramita (s. Hardy). Accordiug to the Bstau-hgyiir, the Prajua Pa- 
ramita was taiiglit by Shakya aud the Madhyamika-systeni by Nagarjuna (Naga- 
sena), who lived 400 years after the death of Shakya, accordiug to his prophecy 
that he would theu explaiii his higher priucipies laid down iu the Prajna Para- 
mita. The Madhyauiika System takes a middle curse between the two extremes, 
either teaching a perpetual duration or a total aunihilation of the sonl (s. oma- 
koeroesi). The Huns (Ooiinoi) are called Hounk by Moses of Chorone (Yonika or 
Yens). In the South of ludia, Nagarjuna is the author of works on alchemical 
medicine and in the introduction to the almanacks of Benares he is commouly 
mentioned es the institutor of a Saka or era, yet to come, the last of the Kali-age 
(s. Wilson). In the Svetasvatara-Upanishad, delusioii or Maga is called the 
principle and the Great Lord himself, the deluded. There are tive antardhauas, 
decleusions or disappearances, in the couise of which all knowledge of the religion 
of Buddha (to last for 5000 years) will cease to exist. The flrst epoch (prati- 
wedha) extends to the period, when the attaiment of the paths (snargga) to 
nirwaua will no louger be possible. The secoud epoch (pratipatti) extends to 
the period, when the observances of the precepts by the priesthood will cease. 
The third epoch (pariyapti) extends to the period, when the understaiidiug of 
Pali (the language of the Baua) will cease. The fourth epoch (linga) extends 
to the period, when the reception of the priesthood will cease. The flfth epoch 
(dhat extends to the entire disappearance of the relics of Buddha. 

*) Accordiug to the Chiii-i-tian , the Taoszu , who greeted prince Sakya 
(wheu he was about assumiug the religious habit), had attained the flve super- 
iiatural faculties and completed the four coutemplatious (as a step towards the 
holiuess of Arham), but Sakya told them, that they (uotwithstanding their know- 
ledge) had yet to learn the supreme reason, Accordiug to Klaproth the doctriue 
of the Taosse (doctors of reason) was the ancient religion of Tibet, until the 
introduction of orthodox Buddhism (IX. Century). The mouastery near the tower, 
where Sakya's body was burnt, coutained the thrones of the four preceediug 
Buddhas (accordiug to Fabian). Of the relics, wheu Sakya had been burnt at 
Kusiiiagaia (town of Kusi grass), the Brahmans of the kingdom of Phineou got 
one of the eight shares. Fabian says, that it was at Vaisali (Allahabad) that a 
hegging priest (100 years after the death of Buddha) reduced his doctriue to 
writiiig. They were exaniiued the 700 ecclesiastics (dschaus and other priests) 



Peking. 231 

Nachfolgers (Dicksou). Die Feste (in Japan) werden von den 
Tempeln*) des Sineto geleitet; wogegen die Buddhisten die 
Ceremonien des Todteneultus versehen. Der Titel des Taikun 
(Sei Dai Shiogun) wurde als Bezähmer der Barbaren**) ge- 
geben, in der gegen die Ainos en-ichteten Markgrafschaft. Der 
Erdbebengott Compera (Kapira oder Kapila) ***) schützt (in 



and people afterwards built a tower on commemoration. The language of Sind 
(uearer to the Moslims) is different from that of India. The inhabitants of 
Maukir, the eapital of the Balhara, speak the Kiriya language (from the place 
Kira). Ou the coast (in Saimur, Subara, Tana and other towns) a language 
ralled Lariya (Lata) is spoken, which has its name from the Larawi-sea (Masud.). 
The idol of Multan (placed under a copula) has a hnman shape and is seated 
with his legs beut in a quadrangular posture on a throne made of brick and 
uiortar, its hands restiug upon its knees, with the flngers closed, so that only 
foür can be counted (Abu Ishak) 9öl. The king of the oountry (of Mansura) 
is one of the tribe of Kuraish and is said to be a descendant of Hubad, son of 
Aswad (Ihn Haukai). Kandabil is the chief city of Buddha. On the north (of 
Hind) lies Kashmir, the couutry of the Turks, and the raountain of Meru, which 
is extremely high and steuds opposite to the southern pole (Raschi dud-din). 

*) The obvenciones are one of the modes of obtaining money, which is 
practised under the Roman religion. They include benedictions, masses, festi- 
vities of Christ, of the Virgin and the Saints, processions, marriages, fuuerals and 
souls in purgatory, sagt Pazos (bei Crosby) in seinen Letters on the United 
Provinces of South America. To retain every thing obtaiued by theft or fraud. 
ist der Sinn der Bula de composicion nach Pazos (bei Crosby) in Süd-Amerika. 
**) Les habitants de la Kar^lie russe descendent ponr la plupart molns des 
Lapons et des Finuois qua des döbris des anciens Biarmiens, d(?signes sous le 
nom de Tschoude's au delä du Yolga, (dans la chronique russe). Les Permiaks 
s'appellent eux-memes (comme les Zyiianes) Komi. S'il survieut quelque mal- 
heur, les Votiaks (Oudmourte ou Ough-mourte) tuent une oie, un canard ou un 
veau. Ils le cuisent dans un chaudron, oü chaque assistant puisse quelques 
cuiller^es de bouillou, qu'il jette au feu, apres quoi on consomme la viande 
(s. Pauly). Le nom de Savakotes (Savako ou le singulier) provient (comme 
Savolax) de Savo (en Finnois). Le nom d'Ingrie (Ingermanlande ou Ijora) pro- 
vient d'Inghegherd, Alle d'Oloflf Shaekkonoung, roi de Suede, qui fut mariee (1019) 
an grand-duc Yaroslaw. Ausser Guandi (dem chinesichen General des III. Jahrhdt.) 
werden die auch von dem Lamaisten angebeteten Schigemuni und Bodhisattwo 
als Ongone verehrt (s. Boeler). 

***) Pour chasser le dlable des flevres intermittentes, le Lama doctenr (dans 
la Vall<?e des Eaux-Noirs) faisait iin manneqnin, qu'il brulait, en lisaut (au son 
de la musique) les livres des exorcismes et faisant tous les gens courir (avec de 



232 Zweites Kapitel. 

Japan) Sayson (Sakyamimi) gegen den Felssteiu Daivadatta's 
(s. Diekson). Als Brahma einst herabscbaute (wer unter allen 
lebenden Wesen die Fähigkeit zu einem küuftiuen Buddha in 
sieh trage), erkannte er in einem Jüngling (der aus dem Schiff- 
bruch auf einer Fahrt nach Suvarnabhumi seine Mutter auf dem 
Rücken durch die Wogen trug) die nüthige Kraft und Stand- 
haftigkeit für den Wunsch, dereinst Buddha zu werden.*) Der 



grands cris) au detour de la teute (pour effrayer et chasser le Tchutgour), apres 
laquelle ci^remonie la malade fut transporte'e (avec des torclies) ä une autre tente 
et guerit (s. Huc). Ponr garder les tresors eufouis daiis les Tombeanx des 
Cinq-Tours (Ou-Tay) les Mougols placent dans le caveau une espece d'arc pou- 
vant decoclier ui\e multitude de fleches ä la file les uues des autres, en les 
pla^ant de maniere ä ce qu'en ouvrant la porte du cavenii, le niouvement fasse 
d^cocher la premiere flache sar rhomme qui entre. 

*) Damit beginnt für die Erkorenen die Periode des Enschlusses, während 
welcher 125,000 Buddbas erschienen. Das zweite Stadium (die Erwartung) dauerte 
die Zeit von 387,000 Buddhas. Endlich gelingt es ihm, einem der AUerherr- 
lichst Vollendeten zu begegnen. Er sieht den Buddha Dipangkara (den ersten 
der 24 nächsten Vorgänger Sakjamuuis), opfert ihm Blumen (im Dschallalabad 
bei Nagara oder Nagarahara) und wird von ihm zum einstigen Buddha ernannt. 
Die Legenden der Wanderungsgeschichte sind in den Djätakamälas (Geburtskränze) 
oder DJätaken (Geburten) enthalten. Als König Tschan draprabha von Taxagila 
brachte Buddha das Almosen seines Hauptes. Maitreya oder der Mitleidige 
(Maitrl oder Wesensliebe) heisst Adjita (der Unbesiegbare). Mau zeigte zu Ta- 
xa^ila die Stellen, wo Buddha eiust als Prinz die hungrige Tigerin und ihre 
Jungen mit seinem Körper gespeist hatte, und wo er als König niedergekniet, 
um sich von den habgierigen Brahmanen das Haupt abschlagen zu lassen. 
Südlich davon war der Ort, wo er seine abgeschundene Haut als Schreibtafel, 
seine Knochensplitter als Griffel und sein Blut als Tinte gebrauchte, um eine 
fast verloren gegangene Strophe des 1 harma aufzuzeichnen. Die weissen Fettflecke 
von dem Marke, das auf die Steine träufelte (als er zu dem heiligen Zwecke 
seine Gebeine zerhackt hatte), waren (VI. Jahrhdt. p. d.) noch zu sehen. Rn 
descendant de la montague est le lieu ou le prince et la princesse flrent le tour 
d'un arbre sans se separer et ou les Brahmanes les flagellerent de maniere ä 
faire couler le sang h terre, in den Bericht (Sung-yun-tse's und Hoei-seng's) über 
das Land Udyäua, als sich auf die den Brahmanen gegebeneu Kinder des Königs 
Vessantara (Sudäna oder Su ta na) beziehend (s. Koeppen). Maitreya heisst 
(chinesisch) Tse-chir (tibetisch) Byamps pa (Dschaiüpa). Dipangkara, als Bodhi- 
sattwa, erhielt von einem älteren Dipangkara (Purana Dipangkara) die Verheissung 
der Buddha-Würde. Die Lelire von den 1000 Lenkern (Buddhas) des Bhadra- 
Kalpa entstand später bei den nördlichen Buddhisten, l'.rahnia (Fa la nia) heisst 



Peking. 238 

Jüngling, der, als frommer Gottesknechl unter den Israeliten 
lebend, von Elhidr zu Zeiten besucht wurde, brachte diesen 
zum König (auf dessen Befehl), er wollte aber sein Anerbieten, 
ihm zu folgen, nicht zulassen, sondern verwies ihn an den 
Jüngling (s. Kazwini).*) Wonin (von den Han-Kaisern stammend) 
führte aus Korea**) die Buchstaben in Japan ein. Kwan vom 
Radical ho oder Feuer***) bedeutet das Opferfeuer. Thin-sin 



(tibetisch) Thangspa oder (mongolisch) Esruwa (I(;vara). Nach Colebn'nke ist 
Dharnia, wenn es gute Werke (im brahmanischen Sinne) bezeichnet, Nentnitu, in 
der Bedeutung von Tugend MascuHnum. Der Mahavanso erwähnt die Träger der 
blauen Kleider als ketzerische Secte. Die vier Hauptabtheilungeu der Vaibhä- 
schika unterscheiden sich durch die Zahl der Lappen, aus denen sie ihr Mönchs- 
gewand zusammennähten. Von Ruddha"s oder seiner Schüler Tonsur wird nicht 
gesprochen. The vanquisher passing his band over bis head, bestowed on him 
a handful of his pure blue locks from the growing hair of his head (according 
tu the Mahavanso). Der Sramana vertauscht seinen Familiennamen mit einen) 
Geschlechtsnamen. 

*) Gott hat (nach den Gelehrten) immer in einem Zeiträume von je lOüO 
.Jahren einen Propheten geschickt (das Banner der festgestellten Religion zu er- 
heben und den Pfad auszudeuten), und seit der Sendung des (letzten) Propheten 
(Moharaed) tritt an der Spitze jedes Jahrhunderts ein grosser Gelehrter auf, das 
Bauner der Wissenschaft erhebend (s. Kazwitii). Beim Rukub elkausag (das Reiten 
des* Unbärtigem) am Ersten des Adermali (Feuer- oder Wärme-Monat) oder am 
Tage des Hormuz (Ormuzd) wurde der über Hitze (el harr) klagende Possen- 
reisser mit Wasser und Schnee beworfen, die Kleider derer, die ihui nichts schenkten, 
mit rothem Koth besudelnd (bei den Persern). Beten nennen die Ahts (in Van- 
couver) das Herz anstrengen. Der Name Siggo der altpreussischeu Priester deutet 
auf die Krtheilnng des Segens au das Volk (nach Voigt). Ob es im Himmel 
wohl so schön sein mag, wie in Madeira? meinte der Missions-Pfarrer H. Billrotli 
(I86.1) unter seinen Leiden. Tb yao vfuvsXv xoy.cäv fisyioroi^ ifaof.iay.ov voiii- 
Zerai (Euripides). 

**) Not seldom the Bracteate bears the Filfot or Gammadion or Crux Gothic« 
or Running Gross or flanged Thwarts which is the Swastika of the Buddhists, 
or the Gross and Gircle or Spike-wheel , or the Simple Gross or piain Thwarts 
or a Triskele or Threefoot etc. (Stephens). 

***) Les Basques, heritiers de la civilisation des Iberes, voient dans le feu 
central le principe creatif et l'agent renovateur de la terre, ils lui donnent le 
nom de Sougue (feu ou serpeut) , ils l'appellent encore Leheren , Lehenheren 
(premier-dernier). Ge mythe, embleme de la nation, est le ineme que le Lehe- 
reunus , le dien de la guerre des anciens Novempopnlaniers (bei Du Mege). 
Leheren-Sougue dormffit, rouie sur Ini-meme, dans le lac interieur, l'etang du 



234 Zweites Kapitel. 

(Himmels Herz) bezeichnet den Zeuitli (wie bei den Qiiitches die 
Gottheit). Nach Huc bestimmen die Chinesen Mittag nach den 



feu, soll respiratiou profonde faisait uiugir les eclios de Tombre. L'ceuf-nioiide, 
qul lui sollt d'enveloppe , semblait pret ä se briser aux mouvemeuts coDvulsifs, 
qui agitaient le monstre duraut sa lethargie. Kufln l"ange de Jao laissa tomber 
daiis rOcean la soixantieme goutte d'ean de Ja clepsydre, qui marque le temps, 
il proclania la flu et la cousomiuatiou des siecles au sou de sept troaipettes 
d'airain. A ce signal , Leberen , le grand ouvrier de dieu, se reveilla. Im De- 
partement du Gers kennt man die Vierges Blauches (Las Blanquettos). Beusozia 
est une copie de Venus Pyreneenne. Die Aulerci Eburvices wareu solche Aulerci, 
welche einen Eber (ahd. ebur) zum Staatssymbol hatten, der Staat der Tricorii ein 
solcher, welcher mit drei, der der Pttrocorii einer, welcher mit vier Symbolen 
oder Feldzeichen erschienen war. Wie die Ordovices von einer Lanzenspitze, 
führten die Cornavii in Britannien ihren Namen von einem Hörn (Künnssberg). 
Ati fond -des noirs alümes ou dans la profondeur des forets, le Basque place le 
Seigneur Sauvage ou Bassa-Jaon (sorte de monstre ä face humaine). Sa taille 
est haute, sa force prodigieuse, tont son corps est couvert d'un long poil lisse, 
qui ressemble ä une chevelure. II marche debout, uu bäton ä la maiu, et sur- 
passe les cerfs en agilite. Le voyageur qui precipite sa marche dans le vallou, 
le berger, qui ramene son troupeau, s'eutendent-ils appeles par leur nom, repete 
de colline en colline , c'est Basso-Jaon . des hurlements e'tranges vieunent ils se 
meler ou murmure des veuts, c'est encore Basso-Jaon. Un noir fantome, illumine, 
c'est Basso-Jaon (Chao). Next to God or Auyambia (possessiug the good and 
bad characteristics of the Mpongwe) there are two spirits, the good one (Omb- 
wiri) and (Onyambe) the bad one (s. Wilson). Holtschy, in Gestalt zweier 
Brüder die Bruderliebe personiflcirend , wurde von den Wenden (als Aires) ver- 
ehrt (bei Königshain). Yulcan wurde von den Römern (in Deutsc)iland) zu 
Bretzingen, Heddersheim, Murhard u. s. w. verehrt. Lado und Mano gelten (in 
der Moldau) als Beschützer hochzeitlicher Liebe, Dzina schenkt Schönheit. Als 
Dragaica wird beim Reifen der Saaten ein Mädchen ausgeputzt, als Papaluga 
wird (bei Dürre) ein Mädchen mit Wasser begossen, Doina wird bei Kriegsthaten 
angerufen, Ileoile in Trauerliedern. Die Riesin Stachia hütet verlassene Häuser. 
Die bösen Geister der Dracul-im-Thal leben im Wasser , die Urbitelle geuannten 
Jungfrauen prophezeien bei der Geburt, die Frumoasele genannten Luftiiymphen 
treffen schone Jünglinge mit Schlagfluss oder Gicht. Kyraleisa (Kyrie eleison) 
wird am Lichtmesstage verehrt, Colinda (Calendis) am Nenjahr. Dzoimaricele 
straft als umgehende Frau die am Gründonnerstag Träge. Zum Spott der Türken 
wird die bucklichte Larve Turca am Weihnacht umhergeführt. 'Das Zburatorull 
(Fliegendes) genannte Gespenst fällt neu verlobte Jungfern an. Das Miazanopte 
(Mitternacht) genannte Gespenst geht um Mitternacht um. Die Striga tödtet 
Neugeborene. Der Tricolitsch verwandelt .sich in reisseude Thiere. Durch die 
Legatura wird der Bräutigam bezaubert, wenn nicht durch Dislegatura befreit. 



Peking. 235 

Allgen der Katzen, die sich bis dahin verengen, nach dem 
Uebergaug- der Sonne aber wieder erweitern. Der daheim und 
auswärts Gekannte ist eine bekannte Persönlichkeit. Wahrer 
Ruhm liegt begründet in Geradheit, in ehrlicher Aufrichtigkeit 
und Demuth, bemerkt Mencius. Neih (nah oder familiär j be- 
zeichnet den Tempel, in welchem verstorbene Vorfahren verehrt 
werden Die Ahnentempel sind mit Huhn, Vogel, gelbem Thier, 
Tiger, AÖen und einer Vase verziert. Chaou (die Helle der 
Sonne) bedeutet erleuchten oder entfalten, Chaou muh die An- 
ordnung von Vater und Sohn im Ahnentempel. Tze bedeutet einen 
Sohn, Erben, Philosophen. Pho (altes Weib) dient den Bud- 
dhisten langes Leben zu bezeichnen, Kung-pho sind Mann und 



Durch die Fariiiek genannte Bezauberuug ziehen die Frauen die Geliebten an, 
durch Deskyntek werden Krankheiten geheilt. Verdschelat ist ein in der Nacht 
vor dem ersten Januar aus hingelegten Rutben gezogenes Orakel (Kautemir). Von 
dem als Dragaica aufgeputzten Mädchen glaubt man in der Moldau, dass sie drei 
Jahre noch unverheirathet bleibt. Der von den Mädchen der Zulus erwählte 
Mädchenkönig wird nie ein Kiud lebendig aufbringen, weshalb die Eltern ihre 
Tochter nicht gern in diesem Rang sehen. Die Verehrung der Botokuden be- 
schränkt sich auf den Dämon Nianton, von dem alles Böse kommt (s. T.schudi). 
Ce qui frappe le plus l'enfant (quaud il commence ä penser), c'est la figure des 
betes. Les betes sout les premiers objets qu'il craint et qu'il aime. 11 croit les 
concevoir et des lors il les preud pour termes de coraparaison; de l'homme sau- 
vage ä l'enfant, la differeuce est petite (aussi les animaux tigurent dans les 
premieA symboles de presque tous les peuples). Ghez les iiations d'autrefois, 
Cduime chez les sauvages d'aujourdhui, les auimaux exprimaient teile peuse'e . tel 
evenement, tel iudividu, et eu absence, de l'animal, on en montrait la repre'sen- 
tation grossieremeut sculptee (Boucher de Perthes). A. de'faut de l'animal lui- 
meme ou de sou Image, on se bornait ä preseuter lidee. Die Letto-Lithauer 
verehrten den Schöpfer als Dievas oder Aux teia vis ghist (der allwissende Geist), 
sowie Perkunas oder (nach Watsou) Donner (im Lettischen), als Herrn des Donners. 
Die Russen entlehnten Perun vom Perkuu der Lithauer (s. Schnitzler). Dem 
Frühling stand (bei den Lithauern) Parnis vor, dem Herbst Vaisganta, dem 
Sommer Koupolas (der Liebesgott), der Freude Laimeh, dem himmlischen Feuer 
Znilch oder Pugnis, dem himmlischen Krieger Svintoroh, dem Erdboden (als 
Schutzgeist) Ziemennik (nach Eichhoff). Die Vaidelotteu besiegen die Helden. 
Der lettische Hohepriester Krive-Kriveito orakelte in Romove im preussischen 
Samland, wo sich (nach Vogt) das Dorf Rohmenen findet, und ausserdem gab es 
in Lithaueii einen Dievaltof (dei possessio) genannten Ort. Die Lithauer fiircjiten 
durch Eisen am K'fluge die Erde zu verletzen. 



236 Zweites Kapitel. 

Fran, als Patriarchen-Paar. Gaou (oder Van) bedeutet fAltfrau 
oder Mutter) den Erdgeist. Ku ist der Dämon verstorbener 
Kinder. Mu (Hebamme) ist eine Lehrerin. Ist eine Frau bis 
zu 50 Jahren kinderlos geblieben, so heirathet sie nicht wieder, 
sondern belehrt junge Leute und Frauen über ihre Ptiichteu. 
Kwan bezeichnet Mütze, Sarg, Nerv, Augenhöhle, Guan (Krone, 
Licht, Blick) Helle und Licht, choo kwang, den Tagesbeherrscher. 
Shu bedeutet „aufgesträubtes Haar". In der Wilduiss soll es (nach 
den Chinesen) eine Art wilden Mann geben, dessen Haar sich 
sträubt. Khuug (in Khung foo tze) bedeutet (gänzlich oder 
gross) eine Höhle oder ein Loch. Kwa ist der Name eines alten 
Geistlichen und einer heiligen Frau, die alle Dinge umgestaltete. 
Niu-Kwa ist eine* Frau des Alterthums, die die Pfeife erfand 
und Steine schmolz, um den Himmel auszubessern. Das Fe ist 
ein menschenähnliches Thier mit verstöbertem Haar, das rasch 
rennt und Menschen frisst. Seine Lippen hängen lang herunter, 
haarig schwarz ist sein Körper, mit rückwärtsgedrehteu Füssen, 
und wenn es Menschen sieht, so grinst es. Die grössten giebt 
es im Süden, Heaou-yang genannt. Paou ist ein Fabelthier mit 
Schafskörper, Menschengesicht, Augen in den Achselhöhlen, 
Tigerfüssen und Menscheufüssen. Es schreit wie ein Kind und 
frisst Leute. Kheih Laou sind verschiedene Barbarenstämme, 
die die Ehe nicht kennen und die Vorderzähne ausschlagen. 
Kheih hat als sein Radical Kheuen (Hund) mit drei Strichen 

*) Die Ganzohren (Paiiotae) oder Ohrenmäutler heissen (bei PHuiiis) Fa- 
nesier (FeiineTi oder Lappen), weil in langliälsige Rennthierfelle (mit herbhäiigendeii 
Ohren gewickelt) (s. Brehnier). Auf dein Kivik-Montiment kämpft der KiWiig 
allein (zu Wagen), Gefangene vor sich hertreibend. Das alle drei Jahre ans dem 
Gebirge kommende nnd (wenn nieht gehindert) die Ebenen (nach Adam Hrem.) 
verwüstende Volk (in Schweden) sind (nach Rrehmer) die Wanderhamster oder 
I.emuiinge (Mus Lemnns). Die Ulmerngier bewohnten die Insel (Holm) Rügen. 
Unter den 1710 in Bornholm gefundenen Goldbildern fanden sich (wie ein 
Handelsmann aus Samarkand) slavische Fürsten (nach Brehmer). Russische 
Künstler in Stahlniosaik zu Tula. Nach Strabo schickten die Cimbern einen 
heiligen Krater an Kaiser Augustus und Herodot erwähnt eines Riesenkraters bei den 
Skythen. Die Insulaner von Matabello hielten die Türken für eine unbesiegbare 
Rasse von Riesen, die ganz Russland zum Islam bekehrt hatte (s. Wallace). 
Kapala, bead man on the Kaivoa-islands. 



Peking 237 

und Laoii mit sechs Strichen. Die Chinesen unterscheiden drei 
Arten Hunde fKheuen), den Jagdhund (Teen-Kheuen), den Bell- 
hund (Fei-Khenen) und den Esshund (Shih-Kheuen), als essbar. 
Kow Kwo ist ein westlich vom Himalaya lebendes Volk mit 
menschlichen Körpern und Hundeköpfen, weder Kleider tragend, 
noch zu sprechen verstehend. Sang- ist ein Fabelthier, das einem 
gelben Hunde gleicht, mit Menscheng-esicht, sprechfähig und 
durch Schnelligkeit ausgezeichnet. Chuh teih ist ein zweiköpfiges 
Geschöpf, das östlich von der Wüste Chamo lebt. Wenn der 
She (ein fuchsähnliches Thier) hervorkommt, so bedeutet dies 
Anzeichen von Krieg. Die Erscheinung- des Eh (ein hunde- 
ähnliches Thier) vorbedeutet ein Unglück durch Feuer. Der 
Gaou-geh (ein weisser Ochse mit vier Hörnern) verschling-t Men- 
schen lebendig-. Tsang ist ein fünfschwänziger Leopard mit 
einem Hörn. Po-eh ist ein schafähnliches Fabelthier mit neun 
Schwänzen und vier Ohren, dem die Augen auf dem Rücken 
sitzen. Wer es trägt, braucht nichts zu fürchten. Yau-min ist 
ein Stamm von Wilden, die geschwänzt sind (in den Berg-en 
Kwangse). Laou bedeutet ein Jargon. In den Westländern 
wird Lob pae g:enannt. Ling- ist der Name einer Zwerg-Nation, 
unter der Geister wohnend, mit Menschenköpfen und thierischen 
Körpern. Neen ist ein stierköptiges Volk mit zwei Menschen- 
händen (fünf Finger an jeder), die unten aus dem Bauch hervor- 
wachsen. Unter der Dynastie Sung (9GU p. d.) versuchte man 
mit beweglichen Typen aus gebrannter Erde zu drucken. 

Das erste Pflücken (Ten Chun) des Thees (Ende April) giebt 
dicke, duftende und lieblich schmeckende Blätter, des zweite 
(Ul Chun), am Anfang*) Juni, schwarze, geruchlose, und das 
dritte (Hia Chy), Ende Juni, grüne und fade schmeckende. Die 



*) Die Chinesen bestimmten die Stellung des Mondes durch seine Beziehungen 
zu den Sternen in den Finsternissen. Les chronologistes modernes de la Chine 
ont forme du cycle de soixante ans, repete trois fois, une autre periode de cent 
quatre-viiigts annees, qu'ils nomment san-yuen ou triple principe. Ce tricycle, 
mnltipüe par le c\cle simple, donne une troisieme periode de dix niille huit 
Cents uns qui, multipliee elle-me.me par le cycle de douze, forme ce qu'on nppelle 
la grande periode, ou la revolution entiere au premier principe, laquelle se fait, 
Selon les Chinois, en cent vingt-neuf mille six cents ans (s. Girard). Tibet 



'J.IK Zweites Kapitel. 

chinesischen Soldaten tragen oftmals den chinesischen Charakter 
Yung (Tapferkeit) auf der Brust, zeigen aber (nach Davis) meist 
dem Feind, dass er auch auf dem Rücken steht. Die un- 
gesunde*) Lage Hongkongs wird der steten Durchnässung des 
brüchigen Granites zugeschrieben, und (nach Swiney) der ein- 
geschlossenen Umgebung der Insel. Für ausgesetzte Kinder 
bestehen die Findelhäuser, während bei Amoy ein Teich neben 
der Stadt von den dort ertränkten Mädchen den Namen hat. 
Nach Hoai-nan-tse werden in sumptigen Gegenden besonders 
Mädchen, in gebirgigen besonders Knaben geboren (wie in Tibet). 
Die in Athen erlaubte Aussetzung war in Theben bei Todes- 
strafe verboten. Die Athener Hessen die Ammen (tir-S'i]) oft von 
Sparta kommen (wie für Alcibiades). Den Kindern wurden 
TiQoßaoxdna (Amulette) angehängt. Die Kinderklapper war von 



(Rarantola der Tataren) heisst (in Kaschmir und den Städten jenseits des Ganges) 
Butan (Tsan bei den Chinesen). 

*) Na(;h Lancisi sind die Veränderungen, welche in den Gesundheitsverliält- 
nissen der meist reich bevölkerten, blühenden, jetzt wüsten, sterilen und fast 
menschenleeren römischen Campagna eingetreten waren, dadurch herbeigeführt, 
dass in Folge des Niederhanens der heiligen Haine unter der Regierung 
Gregor XIII. die Emanationen der pontinischen Sümpfe einen freien Zutritt nach 
der Campagna hin genommen hätten. Im christlich-abyssinischen Königreiche 
Schoa wird der aus den östlichen Nachbarländern Enara und Kaffa stammende 
Kaffeebanm (Bun) von den christlichen Populationen, wo er vorkommt, zerstört 
Tind ausgerissen, weil sie den bei den Mohamedanern allgemein verbreiteten 
Gebranch des Kaffees, als den Trank des falschen Propheten, sündlich für den 
Christen halten [während sich kaukasische Christen Schweinefleischessen und 
Weintrinken aus religiösem Hass zur Ehrensache machen.] Auf Gründler's An- 
frage, wie es zu halten sei, wenn die Heiden prätendiren , dass ihre Religions- 
bücher (die mit einem vor dem Feuer bewahrenden Oele bestrichen seien) vom 
Feuer nicht, wie die christlichen, verzehrt werden, antwortet (1711) die theolo- 
gische Facultät zu Halle, dass eine solche Herausforderung nicht anzunehmen sei. 
Durch den Entrados sucht der Franciscaner Seelen zu erobern für die Missionen 
am Orinoco. Die menschenfressenden Cabres kämpften mit den Caraiben, die 
inneren Kriege unter den Kapohn (s. Guiana) waren durch die Entführung einer 
schönen Frau veranlasst (s. Brett) In der von Johannes dem Täufer gelehrten 
Religion predigte Rore von Herta (auf St. Kilda) Eli, als Schutzpatron der 
Insel, und tödtete jedes Stück Vieh, das dem Busch auf seinem heiligen Hügel 
nahe kam (Buchanan). Bei den Uaupes wurde alle Excremente sorgfältig sogleich 
mit Erde bejeckt (s. Martins), wie bei den Essenern. 



Peking 239 

Archytas erfunden, dann folgte Kreiselspiel, Reiftreiben, Ball- 
spiel (s. Krause). Die kleinfüssigen *) Frauen Chinas lieissen 



*) In Java gilt Magerkeit für schön, weshalb Erde gegessen wird, während die 
Westafrikaner ihre Töchter mästen und die egyptischen Srlavenhändler mancherlei 
Proceduren anwenden, um ihre nubischen Sclavinnen in eine Venus Kallipygos zu 
verwandeln, und die von den Orientalen beliebte Fülle, herzustellen. Die Schön- 
heit der Chaymas wird dadurch bezeichnet, dass sie fett ist und eine schmale 
Stirn hat (Humboldt). Die Otomaken berauschen sich, indem sie das Pulver des 
Niopo oder Baumtabaks mit einem gegabelten Vogf-lknochen in die Nase auf- 
ziehen. Der Geophagie (in ihren pathologisch-speciflschen Eigenthümlichkeiteu 
unterschieden) ist fast ausschliesslich den Gefärbten oder speciell der Neger-Rasse 
eigenthümllch (s. Hirsch). Die von den Tamancas als Mapoje bezeichneten Qua- 
quas waren früher den Cariben verbündet. Die Legende Krishna's (Gopala oder 
Govinda) entspricht der von Apollo vöfiios, der gleichfalls als Hirtengott hei 
uns Sterblichen dient, die Nymphen verführend (wie Krislina die Schäferinnen) 
und die Schlange Python (statt des Drachen Kaliya) tödtend. Gleich der kin- 
dischen Spässe Krishu'as raubt Apollo's Bruder Hermes diesem die Heerden. Der 
Garten Osman's bei Benghazi gilt für den Platz der Gärten der Hesperiden 
(s. Smith). Grenuah ist der südliche Theil von Shahat (Cyrene). üne femme 
entretenait une autre femme (en Egypte). Toutes d'eux vivaient ensemble 
(comme Tribades). La premiere vint ä se marier. Au jour, en sortant des em- 
brassements de son mari, eile se livra ä ses plaisirs accoutumc's. quelque temps 
apres, sa maitresse passive lui dit, qu'elle etait enceinte (Godard). Die Ms/.lac 
oder MeliaSes sind (bei Kallim) Ammen des Zeus, entstanden (nach Hesiod) 
aus dem auf die Erde gefallenen Blute des Uranos (nebst Erinyen und Giganten). 
Mit der Okeanide Melia zeugte Inachus den Phoroueus und Phlegeus. Nach 
Möller sind die Elektrlcitäten Geschlechtsäusserungen der Atome. Der mit 
Tyro (Tochter des Salmoneus) vermählte Aeolus (Gründer von Joleus in Thessalien) 
zeugte Cretheus, Vater des Amythaon, dessen Sohn Melampus den Dionysosdieust 
aus Egypteu in Griechenland einführte. Dionysos gehörte (nach den Egyptern) 
zu dem jüngsten Götterkreis der Zwölfe. Isis war Demeter (nach Herodutj; der 
von Poseidon mit Libya (Tochter des Epaphus und der Memphis) gezeugte Agenor 
(Bruder des Belus) war Vater des Kadmus und der Europa. Im viereckigen 
Tempel des Perseus zu Chemmis (woher Danaus und Lynceus stammten) wurde 
ein riesiger Schnürschuh seines Fusses verehrt. Die Perserköuige führten Wasser 
aus dem Choaspes bei Susa zum Ge'tränk mit sich. Pallas Athene hatte den 
memphitischeu Tanz (in Bewaffnung) gelehrt. Der allegorische Tanz , die Irr- 
gänge des Labyrinths in Kreta nachzuahmen, wurde der Kranichstanz genannt, 
weil die Tänzer ihre Versuche nach einem Faden machten, welchem sie folgten, 
wie die Kraniche, wenn massenwais im Fluge ziehend (s. Voss). Bei römischen 
Leichenbegängnissen ging der Archimime in der Tracht des Verstorbenen voran, 
seine Handlungen und Stellungen nachahmend. Nach Voss haben die Franzosen 



240 Zweites Kapitel. 

Kien-lien (Goldlilien). Mit Yü, der von Schün (ang-eblich kein 
Nachkomme des Kaisers Hoangti) erst zum Pe-kuei, und dann 
zum Nachfolger ernannt wird, beginnt die Erblichkeit der ersten 
Dynastie Hia. Die neun Urnen (Ting), die YU giessen Hess 
(mit Karten der Provinzen), galten unter der Dynastie Tscheu 
(606 a. d.) als Palladien (s. Plath\ Nach dem Wörterbuch 
Schuewen ("aus der Zeit der Han) ist Ting ein Getäss mit drei 
Füssen und zwei Oehren (Eul). Nach dem Bambubuche (b. Legge) 
wurden die neun Urnen*) unter Kaiser Hienwang (325 a. d.) in 

den Cancan in Algier erlernt (wie die Spanier von den Maureu den Negertanz 
Chica). Le sanscr. täudi, art de danse, et tändava, sorte de danse avec des 
gestes violents, derivent de la rac tad, taiid, pulsare, verberare (s. Pictet), wie 
Tanz. Die mythische Leier der Sarasvati (Göttin der Beredsamkeit) hiess 
Kacchapi (\uu Kacchapa oder Schildkröte) und bei den Griechen (durch Mercur 
erfunden) £?.0a; wie in Mexico der Gott der Musik aus Schildkrötenschalen 
eine Brücke baute. Die von Hercules (Melarupygus oder Schwarzsteiss) der 
Omphale überlieferten Cercopen (Candulus und Atlas) waren Söhne der Oceanide Thia. 
Die Augen des Riesen Thiasse, der Iduna entführte, wurden von Thor an den 
Himmel geworfen. Dem in kostbarem Harze weinenden Myrrhenbaum, in den 
die von ihrem Vater Thias (Sohn des Relus und der Orithyia) geschwängerte 
Myrrha verwandelt war, entstieg der assyrische König Adonis, den die mit dem 
in ein Kästchen gelegten Knäblein betraute Proserpina nur ein Drittel des 
Jahres auf der Oberwelt für Aprodite zurückliess, die ihn zwar durch des Ares 
Eber verlor, aber von Zeus seinen halbjährigen Aufenthalt im Olymp bewilligt 
erhielt. Hercules erkannte den Tempel des Adonis zu Dium in Macedonien 
nicht als Heiligthum an. Von Hyperion gebar die Titanin Thia (Tochter des 
Uranus und der Gäa) den Helios, die Aurora und Selene. Von Thyia, die zuerst 
dem Bacchus Orgien feierte, hiesseu die Bacchantinnen auch Thyiaden. Thyestes 
(Bruder des Atreus) war Sohn des Pelops, Madyas (Sohn des Proto-Thyas) führte 
die Skythen nach Asien. Der Beginn der Geschichtsbücher (unter Alexander 
aus dem Chaldäischen in's Griechische übersetzt) in den Archiven von Nineveh, 
die Arsaces von Parthien dem Syrier Mar Apas Catina (Gesandter des armenischen 
Königs Valarsares) öffnete, handelte von Zerouan, Titan und Japhetos, als Ahn- 
herren. Die armenischen Könige residirten (zur Parther-Zeit) in Madzpine (Ni- 
sibis) , bis der christliche König Abgar die Residenz nach Edessa verlegte. 
Nachdem die Götter machtvoll gewaltet, trennte sich der Riese zum Bau des 
Thurmes, den die Götter zerstörten und dann vielfache Sprachen unter die 
Menschen verbreiteten (nach den Armeniern). 

*) Die von Yü auf dem Berge Heng in Hunan errichtete Stein-Inschrift 
in den Characteren Kho-teu, den Tschhuan (nach Klaproth) entsprechend, wurde 
unter den Sung in der Periode Kiafing (1208 — 1224 p. d.) abgeschrieben und 



Peking. 241 

den Sse-Fluss versenkt. Der am Ende des letzten Cyklus übrig 
gebliebene Mahabad wurde mit seiner Frau zum Ahn des gegen- 
Wcärtigen Menschengeschlechts und unterrichtet seine in Höhlen 
wohnende Nachkommenschaft im Pflanzen, in Bekleidung, im 
Schmieden (nach dem Dabistan).*) Von seinen 13 Nachfolgern 
zog sich der letzte (Azer-abad) in die Einsiedelei zurück. Die 
folgende Unordnung wurde beendet durch die Regierung des 
heiligen Jy-affram oder Jy (der Reine), aber die jyanische 
Dynastie endete mit dem plötzlichen Verschwinden des Jy-abad. 
Der einbrechenden Unordnung steuerte Shah Kuleev, unter dessen 
Nachfolgern Mababul die Krone niederlegte, und sein Nachfolger 
Yessan gründete die mit Yessan-Ajum endende Dynastie, worauf 



in dem Tao-sse-Kloster zu Kuei-men aufgestellt (die Wasser-Re^lung betreffend). 
Kaiser Puankong {f 1374 a. d.) verlegte die Residenz vom Norden des Hoangho 
nach "Vu, indem das Reich noch auf die Nähe des Hoangho (nach Legge) be- 
schränkt war. Die Insel Kanbalou war (nach Masudi) das Ende der arabischen 
Fahrten auf dem Meere Zendj , sowie das Land von Sofaiah und der Wakaak. 
an den Grenzen von Zanzebar. Dans l'annee 303 (de l'h^gira) un Brahme 
nomme Bania, regnait ä Cambaye au nom du Balhara, souverain de Mankir 
(Masudi). Les rois des Tagazgaz en Kouchan ou Kao-tschang (entre le Kho- 
ra^an et la Chine) portent le titre d'Irkhan, et seuls entre tous les peuples 
turcs, ils professent la doctriue de Maues. Nach der Zerstörung der Stadt Amat 
(in der Wüste Samarkands) hatten die Türken keinen Khakan (aus den Khoz- 
lodjen) mehr (zu denen der Türke Afrasiab, der Persien und Chaneh eroberte, 
gehört hatte). Die früher iinterworfenen Tibeter nannten dann ihren König 
Khattan. The king of the Bbutawariyas (speaking Turki) in Turkestan (of 
Gilgit, Asura, Salsas) is called Bhut-Shah (Raschid-uddin), durch dessen Einfälle 
die Kashmirier zu leiden haben (s. Elliot). In häc autem contrata Omnipotens 
deus fratribus miuoribus haue dedit gratiam magnam. Nam in magna Tartariä 
ita pro nihilo habent expellere demones ab obsessis, sicut de domo expellerent 
unum canem (Odoric). Die Bewohner Socotras, die ihre Priester oder Odambo 
jährlich wechselten , beteten (bei Dürre) zum Monde , nach Auslosung eines 
Opfers, dem die Hände abgehauen wurde. The Goths of the Crimea are called 
Saxons by Benedict the Pole. Der König Georg (aus dem Stamme des Priesters 
Johann zu Indien) ging von den Nestorianern zu dem römisch-katholischen 
Glauben Monte-Corvino's über (1300) in Cambalu. They go to Battle naked, 
with nothing but sword and dagger (in India). They have among them a few Sa- 
racen mercenaries, who carry bows (nach Montecorvino). The king is called 
Devan which means in the Maabar tongue : lord of Wealth (Rashideddiu). Apud 
Igures est fons et radix idiomatis Turci et Comanici (Rubruquis). 

Buslian, Reise. VI. 16 



242 Zweites Kapitel, 

Verwirrung einbrach, bis die (jottheiten Kajoinorth oder Gilsbali 
auf den Thron setzten. Nach dem Zeenut-ul-Tuarikh hiess Kajo- 
morth (Enkel des Noah) Hy-Natuek (lebendes Wort) im Syri- 
schen.*) Buddhaghosha, der unter König- Mahänäma nach Ceylon 



*) Jam mundo senescente, rerum atque hominum decrementa sunt (Gellius). 
Hearing of the longevity of mankind in the Days of Noah, the Hawaian chief 
compared it with the present period of human life, saviug: By ad by men will 
not live more, than forty years (Ellis). Nach Rono, des Urmenschen Zeit, sollen 
fünf weisse Menschen auf der Insel Whaihi gelandet sein, die für die Ge- 
sandten Rono's gehalten wurden, und wovon die Erih oder der jetzige Adel 
herstammt (Luken). Radien-Atze war der mächtigste Gott (Quelle der Macht) bei 
den norwegischen Lappen (s. Helms). Die finnischen Lappen verehrten Okko 
(Donner) und seine Frau Akka , die schwedischen Lappen beteten zu Jubmel, 
Perkel und Thor oder Tiermes. Die Stalle oder Jaton sind Waldteufel, die Ga- 
fitterahs sind an' J'"ieh reiche Geister, die Tzakka layack Zwerge unter der Erde, 
die Jättarasak Felsen bewohnende Riesen. Aimo (heim) ist Aufenthalt der Götter. 
Die Lappen Norwegens unterscheiden vier Götterklassen, die überhimmlischen 
(mit Radien Atzien. Vater des Radien Kidde), die himmlischen (mit Bauwe und 
den Ailekes-Olmak), die unterhimmlischen (Maderatza und seine Frau Maderakke) 
und die unterirdischen oder Saivo (durch die, Said genannten, Götter dargestellt). 
Durch Eintritt der Saivo und der Noidegadzars (Noide-Gefolge oder Geisterschaar) 
in den Kreis wurden die mit den Djelles (Noid-Schatten), Buoigen, Zanbergeisterii 
u. s. w. verkehrenden Neid (Opferpriester oder Blutmänner) geweiht. Die gött- 
liche Macht (den ganzen Kosmos nach Denkgesetzen aus dem indifferenten kicfta- 
yeXoi' gestaltend) Hess den Inhalt ihres Denkens, die ewig geistigen Urbilder sich 
in dem materiellen Stoffe ausprägen (nach Plato) und erzeugte hierdurch die der 
fortwährenden Veränderung anheim gegebenen stofflichen Abbilder der geistigen 
Urbilder. Anfangs (nach der allgemeinen Dunkelheit) gab es zwei Wesen, einen 
Bruder (den Himmel schaffend) und eine Schwester (die Erde schaffend), die alle 
Dinge hervorbrachten und zuletzt das menschliche Wesen Oi'öt (nach den Cali- 
forniern). Den ihn tödtenden Nachkommen erschien der Gott Chinigehinig, als 
Schöpfer, der aus dem Lehm eines Sees die wirklichen Menschen (mit den 
Califoruiern) schuf. Der demselben errichtete Tempel elliptischer Form dient 
als Asyl. Am Orte, wo Chinigehinig starb, finden sich prächtige Kleider, reiche 
Jagden und schöne Frauen (s. Duflot de Mofras). Die Knaben der Californier 
werden (durch Geisselung und Ameisen geprüft) im siebenten bis achten Jahre 
unter einen Gott gestellt, der meist aus den Thieren gewählt ist. En sus cantos 
dicen (los Mutsunes en California): „de la misma manera qiie la Inna muere y 
vnelve ä la vida , lo raismo renaceremos despues de la nnierte." Xamolxis zog 
sich in ein unterirdisches Haus {xaTäyaiov a'iy.t]fia) zurück, wo er von den Geten 
todt geglaubt wurde, bis er wieder erschien. Als Buddha ein Gefühl sich 
überkdinmen merkte , als ob die Zeit des Buddha Werdens nahe >;ei . verlangte 



Pekiiifr 241) 

kam, war in der Nähe der Terrasse des Bodhi-Baumes bei Ma- 
gadbas Hauptstadt (Pataliputra) geboren. Er war in allen 
Wissenschaften und Künsten (^ilpa) wohl bewandert und hatte 
gründlich die drei Veda erforscht.*) 

er eiu Zeichen und setzte sich auf den aus der Erde emporsteigenden Diamanten- 
thron (nach dem Oossathako-Lankaro). Kacchapa (tortue) de Kaccha (marais) 
et pa (qui garde , qui habite). Fisch von Piscis (flsk). Nach den Cudiin- 
chinesen hat Buddha aus den Haaren des Riesen Banio Pflanzen und Gewiiclise 
geschafi'eu. In den Hausmärclien der Kaffern wird erklärt, wie die Affen aus 
Mensche« entstanden sind. 

*) Von Geburt ein Brahmane, Hess er sich, nachdem er das ganze Gambud- 
vipa (zur Verfechtung seiner Ansichten) durchzogen, in einem Vihara nieder, wo 
er (beständig eine auswendig gelernte Rede wiederholend) von dem Mahasthavira, 
Namens Raivata, gefragt wurde, weshalb er wie ein Esel y-ane. und auf seine Frage den 
Sinn des Esely-anens durch einen Mantra (Spruch) Buddha's erklärt erhielt. Nach 
seiner Bekehrung in den geistlichen Stand tretend, erwarb er sich eine genaue 
Kenutniss des Pitakatraja und verfasste zwei Schriften, die Nandoda.ia (der Auf- 
gang der Freude) und die Anthagalini, die eine Erläuterung der Dharmasangini 
(eines Commentars zu dem Abhidharma) enthielt. Raivata, der einen allgemeinen 
Commentar (parittarthakatha) zu dem Tripitaka (weil nur der Text vorhanden 
war, während Abschriften der Arthakatha fehlten) und eine Uebersetzung der 
Vada (Darstellung der schismatischen Lehren) zu schreiben wünschte, bezeichnete 
die in der singhalesischen Sprache verfasste Arthakatha als die ächte , weil sie 
von Mahendra (A^oka's Sohn) ausgearbeitet sei, auf Grund von Buddha's Reden 
(die auf den drei Synoden festgestellt waren) und unter Benutzung der Beweis- 
führung ^ariputra's (Buddha's Schülers) und anderer Sthavira. In dem Kloster 
Mahavihara (in Anuradhapura) Buddhagosha, in der Mahapradha (Halle) die 
Reden der Sthavira und die Vorträge des Sthavira Sanghapali über die singha- 
lesische Arthakatha hörend (und dadurch in die Lehre Dharmaraga's oder Buddha's 
eingeweiht), schlug er der Priesterschaft vor, die Arthakatha in die Pali-Spraclie 
(Magadhas) zu übersetzen. Nachdem er in der Uebersetzung zweier Gathas seine 
Kenntuiss bewährt hatte , verfasste er den Commentar Vigudhimarga (Weg zur 
Reinigung). Da sich bei der Vorlesung eine völlige Uebereinstimmung mit dem 
Urtexte zeigte, -wurde er von den Priestern für den in Tushita verweilenden 
Maitreja erklärt und erhielt alle Handschriften des Pitakatraja nebst der singha- 
lesischen Uebersetzung der Artakatha eingehändigt, um in dem Kloster Granthakaia 
die singhalesische Artakatha in-dit. Pali-Sprache zu übersetzen. Diese Uebersetzung 
wurde eben so hoch als das Tripitaka selbst verehrt. Buddhagosha kehrte dann 
nach dem Dorfe Uruvilva in Magadha zurück, um die heiligen Bodhi-Bäume zu 
verehren (43i?). Nach den Inschriften von Kanheri (Kenneri) verweilte Buddlia- 
gosha in dem Kloster des Felsentempels bei Kanheri (auf der Insel Salsette) 
und verfasste dort Schriften. Bnddhagosha übertrug die Pali-Sprache zuerst nach 



244 Zweites Kapitel. 

Neben der Bezeichnung der jedesmaligen Regierung tragen 
die chinesischen*) Münzen die Worte Thouug-pao. Die auf 
Adibuddha bezogene Legende auf den Münzen der Torushka- 
Könige liest Weber als Bhagavat Samana. Unter dem Singular 
Bhagavant ist, wie bei den Buddhisten Buddha, so (in der 
Bhagavati) Mahavira zu verstehen, als Lehrer bei den Jaina.**) 



Arakan. Unter dem barmanischen König Pok-sam-lan reiste der barmanische 
Priester Buddhagosha nach Lanka (386) nnd kehrte mit einer Abschrift der 
heiligen Schriften zurück. 

*) Chinese seals (cubical portions of white porcelain), surmonnted by the 
flgure of an ape and embosed upon the undersurface with characters, which 
are proved to be a very ancient form of Chinese writing) have been found both 
in bogs and uplands, in the beds of rivers, uiider the roots of large trees, beside 
burial grounds and in the neighbourhood of modern human habitations (in Irland). 
Als in dem von der Pest heimgesuchten Samnium, Apollo dem Stenius Mettius im 
Traume erschien, damit ein heiliger Lenz gelobt würde, und nach zwanzig Jahren 
die Plage wiederkehrte, wurden auch die herangewachsenen Kinder ausgesandt, 
nach Taormina und dann nach Messina, als Mamertiner (nach Alflus). Die Sam- 
niter heissen (b. Strabo) Söhne des Mars (Mamers). Nach Polybius bemächtigten 
sich die campanischen Söldner Agathocles' Messinas. Wie in Grossgriechenland 
kommen die Namen Pandoria und Acheron auch in Epirus vereinigt vor (s. Grosser). 
Die Einwohner von Siris, die Choner, besassen (als trojanischen Ursprungs) ein 
hölzernes Bildniss der ilischen Athene. Nach Xenophanes erkannte Pythagoras 
an dem Heulen eines geschlagenen Hundes die Stimme seines Freundes wieder. 
Der Führer der spanischen Agarener (Saracenen), die, wegen Uebervölkeruiig des 
[>andes von ihrem Fürsten ausgesandt, nach Kreta kommen und sich unter kriegs- 
gefangenen Frauen niederlassen (bis von Andronikos besiegt), verbrennt die 
Flotte (823 p. d.). Auf dem byzantinischen Relief von St. Marcus in Venedig 
ist die Himmelfahrt Alexander M. dargestellt. Ihre Wirthe übermannend, machte 
sich die campanische .Schaar des Decius Vibilius zum Herrn von Rhegium. Die 
Mamertiner hatten zwei Medices an ihrer Spitze. In Tuscorum jure paene omnis 
Italia fuerat (Servius). Nach Gratiolet sind in den syrischen Statuen Typen der 
Schönheit dolichocephal, Typen der Kraft brachycephal. Die altgriechischen 
Schädel, die erhalten wurden, sind brachycephal. Bei den Franken wurde durch 
den Scabini, bei den Friesen durch den Asega Recht gesprochen. Die Herzöge 
von Aquitauien datirten (noch unter Capet) Dfb »regnante , rege expectante (ab- 
sente rege terreno). 

**) After the dacshin of Hiudustan was conquered by the Sabdapran^äns 
(believers on hearsay) or the followers of the Vedas, tlie kingdom was ruled by 
Pratap Rudja, Raja of Vorangall (according to the Jains). The Bramins (in 
tlie four castes of the .Jains) study tlie Pooranas and the Shastras (having no 



Peking. 245 

Europaeaus, who have lived in China tor years, feel the cold 
weather miich more peuetrating tlian what is experienced in 
Eiirope, wliich is accoimted for by the large quantities of 
nitre with which the earth is charged. The heat in summer 
causes, in the south, a dampness on the walls and pillars of 
most buildings (s. Martin). Den Söhnen des feuchten Al- 
bion erscheint das continentale Klima*) Ostasiens nothwendig 



Vedas). The Agama Sastra treats of prayers aud religlous dutles. The Are is 
worshipped in the ceremony of marriage and tbat of inidation (s. Mackenzie). To 
attain the rank of Anuvrata, the Jain forsakes his family, in the second rank 
(of Mahavrata) he is covered only with rags (still retaining the pot and fan), 
in the third degree (of Nirvana) he is quite naked (the hairs of the body pulled 
out on the roots by the disciples) and is worshipped as god of the tribe. 
According to the Jainas tlie ancient Nirvans or Gurns are not the likeness of 
God, because no one knows God, nor has seen his likeness, so as to describe 
it. However they adore these images of their Nirvänanäths as gods. The Jaius 
deny, that the world is wholly subject to destruction, for all things are born by 
the power of nature. God only is exenipt from Carma or the frailties and in- 
conveniences of nature. According to Paulinus the Bouddha of the Rahans is 
merely the spirit of the planet Mercury. Rhodes describes the doctrine of Thicca 
in Tonkin and Cochinchina , as that of Bouddha. The religion of Cochinchina 
(as that of But or That-daina) has been introduced in the reign of the Chinese 
eiuperor Minh-de (s. Boinet). According to the Zarada (in Ava) Godama is the 
only true and pure god, who knows the four laws, called Tizza aud who cau 
bestow Nieban. .\s the appearance of a god had been prophesied, six meu be- 
fore the Century of Gaudama, pretended to be god (according to the Zarada) 
teaching: 1) that the cause of all good and evil was a Nat of the woods; 2) that 
men were never changed in animals, nor animals into men; 3) that all living 
beings had their beginning in their mother's womb and would have their end in 
death; 4) that every thing happeuing arises from a fortuitous fate, denying that 
the lot of good and evil deeds is the efficient cause of all the good and evil 
that happeus to living beings ; 5) that Nieban consists in nothing more, thau 
the life of certaiu Nat and Biamma, who live for the duration of a world; 
6) that there existed a being, who had created the world and must be adored 
therefore. When Godama in the kingdom of Saulti near the tree of Manche 
gained the superiority (in the conflict), the false teacher drowned himself in a 
river with a pot round his neck (s. Buchanan). The art of constiucting an arch 
(as in Pougon and Gnaungoo) has been lost in Birma. 

*) Die Wärme wird als Bewegungsform der Materie aufgefasst (s. Naumann). 
Nach der mechanischen Vorstellung hat die in einem Körper enthaltene Wärme 
ihren Grund in der Bewegung seiner Bestandtheile (indem die Bewegung seiner 



246 Zweites Kapitel. 

hart und scharf. Die Metallbearbeitung wird auf Kaiser Hoang-ti 



Bestandtlieile , wpuii vermehrt, den Körper erwärmt, weiiu veriiiiijdert, ihn ab- 
kühlt. In der Bildungszeit des Grauwacke-Gesteins (aus den Niederschlägen von 
Schlamm, Saud und abgelösten Theilen des damaligen Grundes) entstiegen dem 
Urmeer die ersten Meerpflanzen und Meeithiere (M. H. Wagner). Mit der 
Tertiärzeit (dem Zeiträume der Säugethiere) verschwinden die fabelhaften Formen 
der Vorzeit, Nach der Tertiärzeit entstand aus der allgemeinen Fluth die Diluviäl- 
Rildung (mit dem Menschen). Die (bei Goldfundort erwähnten) Debai oder 
Dedebai-Araber wohnten am Vahr el Dhahab (s. Noack). Das Wasser wirkt be- 
ständig in der Tiefe, nachdem es dort unter Einfluss der Krdwärme mehr oder 
minder stark erhitzt worden. Seine Einwirkung ist au manchen Stellen eine 
offenbare, angezeigt durch Feuerberge, Erdbeben, Suffioni, warme Quellen, welche 
an der Oberfläche ausfliessen. an anderen Stelleu ist sie eine verborgene, wenn 
die warmen Quellen, angeregt durch Bewegung nach oben, sich in der Dicke 
der Schichten verlieren, oder wenn das den Gesteinsmassen ursprünglich eigen- 
thümliche Wasser allein auf sie wirkt und sie metamorphisirt (s. Daubree). Schon 
allein dadurch, dass eine Ablagerung in gemässigten Gegenden trocken gelegt 
wäre, und dass damit deren Oberfläche einige Grade mittlere Wärme gewinnen 
möchte, würden säinmtliche, auf einer und derselben senkrechten Linie liegenden 
Punkte gleichmässig eine höhere Wärme erlangen (Herschel). So hat die regel- 
mässige Fortpflanzung der Erdwärme auf ganze Gebiete wirken, nnd in ihnen 
^illgemach die von de Baumont als ächter Metamorphismus bezeichnete Umwand- 
lung herbeiführen können (s. Söchting). Das Luftmeer ist die Gegend, in welcher 
die Gesteine sich zersetzen, wonach ihre Trümmer sich auf dem Grunde des 
Wassermeeres aufhäufen. In dieser grossen Werkstätte werden die beweglichen 
Stoffe dann unter dem doppelten Einfluss des Druckes des Oceans und der 
Wärme mineralisirt und in krystallinische Gesteine umgewandelt, welche das An- 
sehen alter Gesteine haben, und erst später durch die Wirkung derselben inneren 
Wärme gehoben wurden , um endlich von Neuem zerfrört zu werden. Die Er- 
niedrigung eines Theils der Erde dient also beständig zur Wiederherstellung 
anderer Theile , und die fortdauernde Aufzehrung der unteren Lage liefert un- 
unterbrochen neue, geschmolzene Gesteine, welche mitten durch die abgelagerten 
Schichten emporgepresst werden können. Man hat also einen Wechsel von 
Zerstörung und Erneuerung vor sich, von welchem man weder Anfang noch Ende 
absehen kann. Gleichwie bei den Bewegungen der Planeten, in denen die 
Störungen sich immer wieder selbst ausgleichen, beobachtet man dauernde Ver- 
änderungen, welche in bestimmte Grenzen eingeschlossen sind, so dass die Erde 
keine Zeichen, weder von Jugend noch von Alter zeigt (Hutton). Nach Daubre'e 
scheint das schiefrige Gefüge eine Folge von Druck und Gleitungen zu sein, 
welche die Schichten unter den Einwirkungen starker Kräfte betroffen haben. 
Indem Daubre'e Holzstücke der Einwirkung überhitzten Wassers aussetzte, sind 
sie, mitten im Wasser, in Braunkohle, Steinkohle oder Anthracit umgewandelt. 
Je nach der Höhe der Wärme, unter Abgabe flüssiger und gasiger Körper. Wou- 



Peking. 247 

(2622 a. d.) zurückgeführt, der zwölf Glocken (für die fünf Miisik- 
töjie) giesseu Hess, sowie auf die ehernen Urnen (tin) des Kaisers 
Yu, der die Karte der neun Provinzen eingraviren Hess.*) Die 



wei c'est l'absolu l'etre pur, saus attributs, saus rapports, saus actioü, la pei- 
t'ection, I'esprit, le vide. le rien, le uon etre, en Opposition avec ce que coinpreud 
tüute la nature visible et invisible (Re'musat). In Oldenburg Prone , dea Polo- 
borum Sywe, Obottritorum Radegast, Zeghebercb, Boyperd, Rauoruin 8wantefütb 
(slavische Chronik von Eutin). Die Geschichte der Erde verwandelt das Neben- 
einander in ein Nacheinander, vergessend, dass die Natur nur Solches bietet, was 
herrlich, wie am ersten Tage, also von Ewigkeit vollendet war (nach Michelet). 

*) Les Iberes donnaieut au fer une durete extraordiuaire en enfouissaut les 
laiues de leurs epees en terre pendant plusieurs annees (d'apres Diod.). Ce 
procede se retrouve le meme au Japon pour les socs de charrue et les usteusils 
domestiques (v. Beckmann). Les epees iberiques, dout on faisait ä Rome le plus 
grand cas des le IV siecle a. d. ctaient ä deux tranchants, et coupaieut boucliers, 
casque et os sans que rien füt y resister (Rougemont). Le meilleur acier etait 
celui de Bilbilis, sur un affluent meridional de l'Ebre. „Le Saxonot flamand, uni 
au dieu Thor et ä Odin parait avoir ete une divinite saxonne, dout les Flä- 
mings, ou emigres de cette natiou, qui viurent au IV siecle s'emparer' des dunes 
de Dunkerque et donner au pays le uom de Flandre, et au rivage le nom de 
Littus Saxonicum avaient apporte le culte avec eux (de Ring). Dapres certaius 
versions ce serait Rhamses III, qui aurait eu le premier l'idee d'ouvrir un canal 
de commuuication entre la mer Mediterranee et la mer Rouge, en profltant de 
la brauche pelusiaque du Nil d'Araris ä Bubastis, en rendant navigable le canal 
dirrigatiou qui allait de cette dernier ville ä He'roopolis (Ritt). Der Kanal der 
Ptolemäer endete (nach Diod.) bei Arsiuoe (nördlich von Suez), au die Arbeit 
des Necho und Darius anschliessend. Der Trajanus amnis wurde durch Adrian 
verbessert. Amru, Gouverneur Egyptens, öffnete den Kanal in's Rothe Meer, um 
Omar in Mekka (639 p. d.) mit Getreide zu versorgen, aber der abassidische Khalif 
Abou Giaffar El Mansour Hess (767 p. d.) den Canal zuschütten, um seinen 
Onkel Mohamed Ben Abdallah in Mediuah auszuhungern. Bei Seiburg (indeu 
sich Riesenfussspnren (Jette fiah), wie in Schweden. Das Grab des Caupo bei 
Cremon enthielt nur Kohlen und Asche (s. Kruse). Sollte der Indianer den 
(mit Kräutern und a. m. vollgestopften) Medecinsack verlieren, kann er ihn nur 
durch den eines getödteten Feindes ersetzen. Die früher als Austausch dienenden 
Muscheln des Wampum wurden durch die Nachahmungen der Pelzhändler 
entwerthet. Ad. Br. erwähnt der Paliducolae in der Bremer Diöcese. Die bra- 
silischen Indianer befeuchten den Feuerstein, ehe sie ihn als Spitze zubereiten, 
unter Theoderich wird ein dux Raetici limiuis erwähnt (in Rätien) und der 
Name der unter die Breones (ßreuni) geschickten Colonie hat sich in Gosseusass 
(Gozzinsasse oder Gothensitz) erhalten (Steub). Die Grödner und Enneberger 
sind fast alle trilingues, ladiu, deutsch und italienisch sprechend (1843). Tbere 



248 Zweites Kapitel. 

Chinesen befestigten*) sich nach Vertreibung der Holländer auf 
Formosa, von wo sich die Japaner zurücTigezogen hatten. Auf 
dem Berge der Insel Pou-tou sind mehr als 50 Klöster**) (nach 



are instances of parents throwing their tender offspriiig to the huDgry Lioii, 
who Stands roaring before their ca-vern, refusing to depart tili soine peace-offe- 
ring be made to bim (Kicherer) among the Bnshmens, called Sab by the Hotteii- 
tots, Among the tribes of the Hottentots, one division (called Saap or San) always 
held a most conspicuoos position (s. A. Smith). According to tradition the Eiiro- 
paeaus besought Kora to give them as much laud as they eould Surround with 
an ox-hide cot Into thongs. This was granted, but soon the strangers began to en- 
croach and war was the consequence. Eikomo (surcessor of Kora) could not long 
resist and was ultimately driven back to the River Braak. Proceeding forther north, 
he arrived among a numerous tribe of Hottentots wandering on the banks of the 
Orange-river and called Baroas (Bushmen). He entered into a treaty with them, 
settled in their couutry and was succeeded by Kuebib, Kongap, Kuen onkeip, Mabute 
and Kaup (s. Arbousset). There is a Bushmen superstition, that many of their race 
are devoured by an amphibious animal with three legs (Moodie). Durch die vom 
Grab des heiligen Gallus genommene Erde zog ein Frommer wunderbare Früchte 
in seinem Garten (nach Gregor T.) 

*) Ludolf von Sachen aus Paderborn erwähnt (134U p. d.) die fortissima 
castra (in Achaiya) und die Fehden der Deutschritter mit den Ungläubigen und 
Barbaren (Griechenlands). Als das Fürstenthum Achaya in die Hände des Aben- 
teurers Don Pedro Bordo de S. Superan (Feldhauptmann der navarresischen 
Compagnie) fiel (1387 p. d.), schlössen sich ihm die Johanniter und Deutschritter 
an (s. Hopf). Als Marco I. Sanudo die Inseln des Archipels eroberte (1207), 
gelangte, bei der Vertheilung unter seine Kampfgenossen, Santorini an Jacopo I. 
Barozzi di S. Moise (als ersten fränkischen Herrn). Die friesische Sibylle Hertje 
in der Wiedingharde prophezeite nach der Verwüstung der Inseln durch Ueber- 
schwemmungen en gülden Rink (kostbaren Deich) 1400 p. d. Nehallenae dea, 
deren Figur (1647) auf der Insel Walchern gefunden wurde, steht auf der lu- 
BChrift (bei Nasso) als Deae Hludanae (s. Altiug). De uit Friesche en Neder- 
duitsche Stammen gemengde Nederlandes zijn aan beiden verwant en des te 
meer aan den Frieschen of den Nederduitschen stam, naar mate het eene of 
het andere element by hen overwegend is (Lnbach). Codri fllius Medon primus 
archon Athenis fuit. Ab hoc posteri apnd Atticos dicti Medontedae (Vellej. Pat.) 
**) Der König (Tchina Deva gotra) von Khiepouanto (Khavandha bei Kashgar), 
von der Han-Prinzessin (mit König Pohsse vermählt) stammend, baute ein Kloster 
für Thongcheou (Koumaralabdha) aus Takschila, zu der Zeit, als der Osten durch 
Maming (Asvagosha), der Süden durch Tipo, der Westen durch Longmeng (Na- 
garjuna) und der Norden durch Kumaralabdha (der die Sautrantika-Schule oder 
Kingpu gründete) berühmt waren, den der König aus Takshila weggeführt hatte. 
Die auf die vollkomene Rasse der Mahabadier folgende Rasse der Djyan (nach 



Peking 249 

Huc) vereinigt (in Parkanlagen). Als der Brahmane Kulika 
(im Südwesten in Saurasehtra) gehört^ dass der im Lande Anga 
geborene Sthavira und Arhant Nanda die M ah ajana*) -Lehre 



dem Desatir) ist uutergeorduet, obwohl die nächste noch übertreffend, der Shaysao 
(und dann die Yasan). Der Narr will die ganze Kunst Astronomie umkehren, 
aber wie die heilige Schrift anzeigt, Hess Josua die Sonne stille stehen und 
nicht das Erdreich, bemerkt Luther über Kopernikus, dessen Lehren Melauchton 
für Possen erklärt. Die gläubigen Menschen erwürgen die Vernunft (nach 
Luther), die über Gottes Wort Richteriu sein will. The Wafer (Mizid in tbe 
Mithraic sacraments) has ever been styled the Hostia (the victim) or Messah 
(s. Hebrew). Mithra (Mihr or flne), as feminine of Mithras is Anahid (s. King). 
Der (durch den im Kloster zu Palermo gestorbenen Gaetano) Geheilte (ein schief- 
beiniger Junge, der früher nicht ohne Krücken hatte gehen können) war elend 
und hülflos, wie zuvor, und trieb ihn der Wunsch gesund zu werden und sein 
Glaube an die Wunderkraft des Heiligen zu einer übernatürlichen Anspannung 
aller seiner Kräfte, so dass er auf eine Weile vermochte, was er noch uie mit 
aller Anstrengung versucht hatte (s. Bartels). Das Wirken Rupprecht's, der die 
nordische Welterneuerung (nach Ragneröckr) mit dem Christenthum verband, wurde 
in Rom ketzerisch aufgefasst und er an eine Aufsichtsbehörde nach Baiern geschickt. 
Ecce columba coelitus elapsa ampullam chrismati» in rostro detulit (Stephanus 
Malen) bei der Krönung des Chlodoveus (f 1322). The Kafflrs were never ad- 
mitted into the church (of the white settlers) because the peculiarity of dark 
men is objectionable to the olfactory nerves of a Christian cougregation. It is 
presumed, that there is a purgatorial process between this world and the next 
which may enable us to sit together in heaven, or what will become of 
the poor Kafflrs (s. Hamilton). According to Hamilton „the Dntch Boer is 
little eise than a white Kafflr.'" Als bei der Bekehrung Otto's in Bamberg in 
Pommern eine Pest ausbrach, schoben es die Priester auf die Götter und be- 
gannen die Kirche des heiligen Märtyrer Adalbert zu zerstören (Helmold). Der 
gekrümmte Stern war die drohende Ruthe Gottes (nach Pastor Krohn auf Sylt), 
die (14 — 15. März 1744) den Schiffbruch Theide Bohn's bewirkte. 

*) According to the Puja Khaud, ,,all that the Bauddhas have said, as con- 
tained in the Maha Yan Sutra, and the rest of the Sutras, is Dharma Ratna" 
first reduced to writing by Sakja Sinha (s. Hodgson). Inanimate forms are held 
to belong to Pravritti and therefore to be perishable, but animate forms are 
deemed capable of becoming by their own efforts innovated to the eternal State 
of Nirvritti. The Rawal or chief priest, who administers in the shrine of Bada- 
rinath (dedicated to Vishnu) in the Mana pau (of the Himalaya) is invariably a 
Brahmin from the Carnatic or Malabar coast, no other description ( f Brahmin 
being allowed to touch the idol (Trait). According to Ananda, by the creators 
are meant Manu and others, by virtue Yama, by the great one (Mfhat) intelli- 
gence or Bnddbi), the first prodaction of Prakriti or self-existing naturo, according 



250 Zweites Kapitel 

ergriffen, lud er ihn zu sich ein. Ausser den vom grossen 
Brahmanen (Öaraha oder Rahulabhadra) und Nagardschuna,*) 
als Vater und Sohn und den übrigen verfassten Anuttarashastras 
und den Commentaren zu den anderen Anuttaramantra sind keine 
mehr bekannt geworden (nach Taranatha). Brahmanische**) 

to the Sankhya System. According to Knlluka Rhatta (a commentator of Manu) 
however Bramha is the Bramha with four faces, the creators Marichi and the 
others, Mahat and Avyakta (uumanifested), two of the causes of the Sankhya 
System, here the tutelary deity of the same, virtue the embodied virtue (s. Roer). 
*) The distinction of Mahayana (ta-sheng or great development) and Hi- 
uayana (sian sheng or lesser development) runs through the three divisions of 
the buddhistic books. The works of the lesser development are the original 
works of Buddha, fixed at the flrst Council, whereas the books of the Mahayana 
were composed in Cashmire, in the reign of Kanishka (king of northern India 
or Cabul). A Council beinjr called to decide, what books should be canonical, 
these extensive additions to the Trepitaka or three collections were agreed upon. 
Among the buddhistic authors of the Ta-sheng were : 1) Manung or Ashwagosha, 
the 12th Patriarch, who wrote Ki sin lun the Shastra for awakening faith ; 
2) Long-shu or Nagadkrojuna, the M'^ patriarch, author of Vibhasha-lun, Chong- 
lun, Ta-chi-tu-lun, Pradjna-teng-lun, Shih-ri-men-lun, and others, as the Hiva- 
yan-king; o) Tian-tsin or Basubandu, who (when flrst becoming monk) was a 
great enemy of the Mahayana books, but changed his views by the influence of 
his eider brother Asengha; 4) Wu-cho or Asengha; 5) Hu-fah or Dharmapara (the 
protector of the law) who wrote the Shastra Cheng-wei-shih-lun ; 6) Maitreya ; 
7) Deva; 8) Sheng-tian (all being Bodhisattwas). The flrst subdivisioo of the 
Sutras or king (in the Ta-sheng or great development) is that of Pradjna (po-je) 
containing the work of Mahadpradjna paramita. These are follow^d by books 
coutaining the legend of Amitabha and Achobhya, the western and easteru 
Buddhas. These with others compose the Pau-tsih subdivision. After this comes 
that called Ta-tsih or great collection. Then succeed those called Hwayan The 
flfth comprise books ou the Nirvana. After theses chief subdivisions foUow 
others (makiug in all 536 Sutras of the great development class, 25 works in 
the Vinaya and 93 in the Abhidharma) of the smaller development school 228 
are contained in the collection, the chief of them belongiug to the Agama sub- 
division (others being added in Song the and Yuan-dynasties). In the Vinaya 51) 
works belong to the lesser development class and in the Abhidharma 37 works 
(others belüg afterwards added) 76 various works of western authors contaiu 
directious and biographies of Hindoo Buddhists. Of the Chinese authors many 
were added in the Ming-dynasty. A corresponding virtue to the vice of murder 
is fan sheng (to save life). The Chinese see in every misfortune a close con- 
uection with sin (tsni). 

**) Im Königreich (iatidhara (Kientolo) traf Hiuensthaug Stupas, die vom 



Peking. 251 

Sentenzen finden sich im Sanscrit in den alten Büchern Chinas. 
Die nach Norden (nach dem Hasam genanntem Lande) geflüch- 
teten Tirthja, die (von bösen Sramaneros beleidigt) die buddhis- 
tischen Tempel in Sri Nalanda verbrannt, kamen um in Folge 
ihrer sündhaften *) Thaten durch Feuer, das aus ihrem eigenen 



Gott Fan (Brahma) und Thienti (Himmelskönig oder Indra) aufgerichtet worden. 
Der zur Zeit des Kanichka nach Polotoulo (in Gandhara) kommende Olohaii 
(Arhat) erkannte in dem Sohn des Fan-tschi (Brahmatchari) den ketzericheu 
Rischi Panini (der die ■von den Göttern Brahma und Indra erfundene Grammatik 
mit Hülfe des Tseu-thsai oder Isvara-Deva verbesserte) und bekehrte ihn (sich 
im Möncbsleben den drei Kostbarkeiten Joulai's oder Tathagata's zuwendend) nach 
der, das Vibhacha Sastra zusammenstellenden, Synode. Bei den alten Lateinern 
wurde Manum durch Bonum ausgedrückt, Manen bezeichnend (s. Valesius). 
Bei den steten Kriegen müssen ungeheure Massen von Leder verbraucht sein, 
und zwar nicht nur für das Schuhwerk, die Sattlerei, die Harnische und Schilde, 
sondern auch für das Fuhrwesen, wie Carl M. vorschreibt, alle Transportwagen 
mit Leder dicht zu bedecken, damit sie Flüsse passiren können (s. Gfröer). 
Oft wurden Zinsen in Leder geleistet (wie Graf Ansbert an das Kloster Lorsch 
863 p. d.). Zum Neubau des Stifts St. Gallen war (unter Ludwig dem Frommen) 
ein Bauriss auf einer Thierhaut entworfen (Annal. Weing.). Für die Bauwerke in 
Aachen berief Carl M. Baumeister und Werkleute aus allen Ländern diesseits 
des Meeres (nach dem Mönch von St. Gallen). Post exsilium (sagte ArgyropuluSj 
die Erklärung des Thucydides durch Reuchlin hörend) Graecia transvolavit Alpes 
(s. Jovius). Dagegen, dass die zweite Lautverrückung zu gleicher Zeit über alle 
Theile Süddeutschlands sich erstreckt habe, spricht der Umstand, dass die alt- 
hüchdeutschen Denkmäler ihre Sprache selbst nicht gleichmässig behandeln, bald 
Lautverschiebung aufnehmen, bald unterlassen, überhaupt ein unsicheres Schwanken 
in Behandlung der stummen Laute kund geben (s. Birlinger). Tertius est Fricco 
pacem voluptatemque largiens mortalibus, cujus etiam simulachrum flnguut in- 
genti priapo (Ad. Br.) in Belgien. Exigua statua cui ingens fascinum praetentum 
(Bec.) über dem Steenport in Antwerpen. Der heiige Photinus (der erste Bi- 
schof von Lyon) wurde als Vermittler des Ehesegen verehrt. Dass der Laut 
([u zur Zeit des Ulfilas einfacher Laut war, geht daraus hervor, dass er auslautend 
vorkommt, dass aber auch schon vor Ulfilas folgt daraus, dass ihm im gothischen 
Runen-Alphabet ein einfaches Zeichen zukommt (s. Weingaertner). 

*) According to the Buddhist all men have within them a good moral na- 
ture, and the principle of good is only prevented from making men virtuous 
and happy, by contact with the world and the delusions of the seuses. Shameu 
(Shramana) comes (according to the Chinese commeutator) from Shakamananga 
(diligence and cessation). The moral action is called yiu (cause) and its recom- 
pense Kwo (fruit) by the Buddhists. The decree by which men arc born into 
the six States of the metempsychosis, is merely that of fate , expressed in the 



252 Zweites Kapitel. 

Körper hervorbrach (s. Taranatha). Durch den sinnlichen Men- 
schen Mensch (der Sinne) geworden zu sein, ist die Erbsünde 
(N. Müller). Die Lebensmutter (halb Eva, halb Bhavani) ist 
Barbelo der Gnostiker. Nach Pseudo-Dyonysius giebt es kein 
schlechthin Böses,*) das Böse ist theilweise Beraubung, indem 



words, yin-kwo (canse and effect) or employing one factor only, yin-yiien, cau- 
sation or fate (karma). Good actions are also sometimes called yinyuen, because 
they ultimately bring happiness. Buddha (in the Titsang king) preached (in tbe 
beaven of ludra Shakra) tbat wbatever good man or woman beard the naine of 
Ti-tsang Bodhisattwa and in couseqnence performed an act of praise or worship, 
or repeated that Bodhisattwa's name or made an offering to him or drew a 
pictnre of him, such a person would certaiuly be boru in tbe beaven of Indra 
Shakra. Tbe Tsing-tu scbool Substitutes a buddhistic paradise for that of 
Hinduo mytbology, making birtb in the Western beaven, (the abode of Ami- 
tabha-Buddha) the reward of virtue. This sensual paradise is popularly regarded 
as real, but the founder of the Yon-tsi school in bis commentary on the Ami- 
tabha sutra explains it as flgnrative, the western beaven meaning the moral 
nature (conflrmed, pure and at rest), Amitabha meaning the mind clear and 
enlightened, the rows of trees meaning the mind cultivating the virtues, the 
lotus-flower meaning the mind pure and enlightened, the mnsic meaning the 
harmony of virtues in the mind, the flowers meaning the mind opening to eou- 
sciousness and intelligence, tbe birds meaning the mind becoming changed or 
renovated. In the contemplative school, founded by Bodhidharma, the distiuction 
of vice and virtue is lost. To the mind, that is given up to its own abstract 
meditations, tbe onter world becomes obliterated. Nirvana is sought to attain 
even in the present life. 

*) Weil Gott und Alle, die vor Gottes Angesicht sind in rechter Seligkeit, 
etwas an sich haben, was die von Gott Getrennten nicht haben, so ist es dieses 
nicht, was die Seelen in der Hölle mehr peinigt, als der Eigenwille oder irgend 
ein Feind (Eckhart). Eckhart vertheidigt gegen die Scotisheu den Satz Thomas', 
dass im Erkennen die Seligkeit liegt. Alles Denken geschieht unter der Kate- 
gorie der Zeit, das wahre Erkennen dagegen schaut er in einem ewigen Nu (nach 
Eckhart). Die durch Johann von Ochsenstein (Bischof von Strassburg) verdammten 
Lehrsätze der Begbarden (1317 p. d.) waren Eckhartischen Schriften entnommen 
(nach Lasson). Als der egyptische König, den tiefen Sinn der jüdischen Gesetz- 
gebung lernend, sich wunderte, dass griechische Geschichtsschreiber oder Dichter 
derselben nicht erwähnten, belehrte ihn Demetrios, dass die diese heilige Gesetz- 
gebung zu unheiligen Zwecken Gebrauchenden durch göttliche Fügung bestraft 
würden. Als Tbeopompus den jüdischen Gesetzgeber Moses in sein Geschichts- 
werk einflechten wollte, fiel er in Wahnsinn, bis er, durch ein Traumgesiebt 
gewarnt, seine Absicht aufgab. Ebenso wurde der Dramendichter Theodaktes, 
der Stelleu iles Gesetzes in die Sceneu einführen wollte, seiner Sehbraft beraubt, 



Peking. 253 

alles Seiende gut ist, obwohl es vollkommenes und unvoll- 
kommenes gutes giebt (s. Lasson). Nach Eckhart giebt es nichts 



bis er den Himnipl wieder versöhnte (nach Aristeas). Durch Anania wnrde 
Izates (Sohn des Monobazes und der Helena, die in Adiabene herrschten), der 
von König Abenerig (am Nordrande des persischen Meerbusens) seiner Techter 
vermählt wurde, zum Judenthum bekehrt und durch Eleasar zur heimlichen Be- 
schneidung (nebst seinen Verwandten) überredet. Die Eingangsthür des aus 
Stein gehauenen Grabmals der Königin Helena (in den sogenannten Königs- 
gräber), die bei einer Hungersnoth dem Volke Getreide ubd Feigen in Jerusalem 
vertheilte, öffnete sich zu einer bestimmten Stunde einmal im Jahre und schloss 
sich dann wieder. Knsrh est „le coeur et le centre," gux „dans la langue qni- 
ch^e," cux „le souffle qui est,'' qui, d'apres le cataclysme, exista ä l'ile de Turu- 
Queira est ensuite ä Haiti , au Cibao (Brasseur). The Delav?are use hieroglyphs 
on wood, trees and stoues, to give oaution, Information, communicate events, 
achievements, keep records (Loskiel). Bei Ankunft der Mexicaner in Cohuatl-y- 
Camac wurde zuerst die Verknüpfung der Jahre (molpi) vollzogen (nach dem 
nahuatl-Manuscript). Faron oder Baron in den Faren oder Geschlechtern. Als 
der nach Constantinopel geflohene Adalgis (Sohn des Desiderius) beim Festmahl 
im Königspalast zu Pavia die ihm heimlich von seinen Dienern zugetragenen 
Knochen gespalten (um das Mark zu speisen), und aus dem dann beim Weg- 
gehen aufgehäuften Fette, erkannte Kaiser Carl, dass dort ein starker Degen ge- 
sessen, der die Knochen zerbrochen, wie Hanfstengel. En las puertas de los 
cercados de los caciques se mantenian (mientras que duraban las flestas) dos 
Indios viejos (tocando ohoismia) y cubiertos solamente con una red de pescar 
6 attarraya que (entre los Chibchas) era el simbolo de la muerte, porque decian 
que no debia perderse esta de vista, sobre todo en tiempo de flestas y regocijos 
(nach Acosta) wie in Egypten. Si dixere (el hechicero) , que quando hab- 
laba ä la huaca que se tornaba loco, se le ha de preguntar, si era por la chicha 
que bevia, o por efecto del Demonio (de Villa Gomez). Der Astronom Schoner 
(1535) erklärte die von Cortez eroberte Stadt Temistitan (Mexico) für die von 
Marco Polo gerühmte Handelsstadt Quinsay (in China). Von Hnn-Ahpu und 
Xbalanque auf die Jagd geführt, klettern die Brüder Hun-Batz und Hun-Chouen 
auf die Bäume, worin die Vögel hängen geblieben. Bei Verlängerung und Ver- 
grösserung des Baumes können sie nicht zurückkehren und sind in Affen ver- 
wandelt (nach dem Popul-Vuh ) Dans le texte du Popul-Vuh , Xmucan^ • est 
toujours appelee Taieule, eile est Taieule du soleil et des createures r'Atit-gih, 
r'Atit-bit, noms , qui signiflent egalement Taieul de l'amolisseur, l'aieul du de- 
chireur. Brasseur zieht zur Vergleichung den Aditi (der Erde) in der Vedas- 
form [Atit als Sonne im Siamesischen]. Die rauhen Hände der Caracol dienten 
dazu (anf den Antillen) die glatten Mädchen festzuhalten. Die Burier oder Bo- 
joarier waren (nach Rückert) Boers (oder Bauern). Si Bora signifle le seigneur, 
le pere on l'ancien du Heu de la naissance, bor exprime aussi le travail force 



254 Zweites Kapitel. 

Böses als den bösen "Willen, dessen Erscheinungsform die Sünde 
ist. Verdienstvolle Staatsmänner und Krieger *) werden von dem 
Kaiser noch nach dem Tode befördert. Kaiser Osin (mit dem 



de l'esclave ou de rhomme attache ä la glebe, bo-ri, l'homme du seigneur, en 
langue haitienne d'oü le mot na-bori-a, ou laboria, qui s'echange avec labuyu, chez 
les Caraibes, le travailleur, l'esclave et la täche ä laquelle il est coudaran^ (Brasseur). 
Zak ist weiss im Quiche (s. Ximenes), Kau ein Eskimo "von Labrador (Richardson). 
Der priesterliche Prophet der Mayas führte den Titel Chilaii Balam (s. Lizana). 
The mythical ancestor of the Caribs created his ofiPspring by sowing the soll 
with stoues or with the fruit of the Mauritius palm, which sprouted forth into 
meu aud women. Alle Theologen, die mit Vernunft und Speculiren in gött- 
lichen Sachen umgehen, sind des Teufels (nach Luther). Vorsehung (bei Luther), 
als göttliche Gnadenwahl. Das ist die höchste Weisheit: die Welt verschmähen 
und nach dem Himmelreich trachten (Thomas a Kempis). 

*) Die Edlen, die in der Schlacht fallen, nimmt Odin in seine Hallen auf. 
das Geschlecht der Schalke findet seine Stätte bei Tlior (nach dem Harbardhs- 
Liede). Heimdal zeugt den Thräl (Schalk) mit Thyr verniählt, den Bauern (mit 
der Stammmutter der Liten) und den Jarl. Bei den Herulern baten Kranke und 
Greise ihre Verwandten, auf dem Scheiterhaufen erstochen zu werden (nach 
Procop.) Im Bette Sterbende gingen nach Nifleheim. Der das Land der Seelen 
besuchende Indianer ging durch Bäume und Berge hindurch, die nur die Seelen 
der Bäume und Berge waren. Beim Tode fangen die Algonquin einen Vogel, 
dass er die Seele zum Himmel trage. In magyarischen Märchen wird der 
Kutscher Lenard durch die sich öffnende Tulpe als Vater des von der Prinzessin 
geborenen Knaben erkannt (s. Gaal). Faiium dominarum des Mestrius Marinus 
in Vienne (Chorier). Vel heisst ein männliches kluges Frauenzimmer (Adler) wie 
Velleda. While the giaut Wade was building his Castle, he and his wife lived 
upon the milk of an enormous cow, which she was obliged to leave at pasture 
on the distaut moors, Wade made the causeway for her convenience, and she 
assisted bim in building the castle by bringing him quantities of large stones 
in her apxon (s. Wright) in Shropshire. Als gemeinsames Erkennungszeichen 
diente den Pythagoräern das Pentagramm (der Quinkuux), woran einst ein Py- 
thagoräer in einem fremden Wirtbshaus den dort stattgefundenen Tod eines 
Ordensbruders erkannte (s. Grosser). Die Deutschen opferten dem Monde (Hertha) 
die Schädel der Köpfe von Ochsen (Arnkiel). Bei den Egyptern wurde zur Sühne 
der Schädel der Ochsen dargebracht. Die Zwerge im Pfafl'enloch (im Canton 
Bern) sollen eine Kuh gehabt haben, welcher das zuweilen zum Verzehren be- 
stimmte Fleisch stets nachwuchs (Jahn). Dimostrata la esisteuza de Pelasgi 
convenir deesi che il nome di Enotri ivi ebbero, ed Enotria dessero la regione 
per motivo a noi igiioto. Ma non tutt' i Pelasgi serbarono la stessa appellazione, 
poich^ i Colli e gl'Itali quantuuque di razza enotria sebarouo particolar nome, che 
pur dettero alle regioni da essi abitate (Grimaldi). Les derniers mots (du trou- 



Peking. 255 

seine Mutter während des FeldzAiges in Corea schwanger war) 
wurde als Kriegsgott*) (Hatchimangdai-Bosats) vergöttert, re- 
presented as an incarnation of the Buddha of the eight banners 
(Dickson) in Japan. Die japanische Herrscherfamilie führt durch 
Zinmu auf die Götter**) zurück. Der König der Affen (die 



badour Pierre Vidal) sont des conseils donnees ä un Jongleur sur l'art de retenir 
sa langue, „la maneira de retirar sa lengua" (Closset). 

*) Kouangti (originaire de la province de Ssetchouen) apres de uombreuses 
et ^clatantes victoires, remportees sur les ennemis de l'empire, fut tue [Ul siecle) 
avec son Als Kouangping, dont il avait fait son aide de camps. La dynastie 
tartare-mantchoue , en montant sur le trone de la Chine fit l'apotheose de 
Kouangti et le proclama tutelaire de la dynastie; daus les temples 11 est repre- 
sente dans nne attitude calme, mais piein de fierte. Son fils Kouanpiug, arme 
de pied en cap se tient debout ä sa gauche, et ä sa droite on voit son Adele 
«ouyer, appuye sur nne large epee. frongant d'epaisses sourcils. Le culte de 
Kouangti appartient ä la religion officielle de rp>tat. Les mandarins militaires 
sont obliges de se prosterner dans les temples ä certaines jours fixes. A diverses 
epoques on a vu Kouangti planant dans les airs (dans les guerres des Mantohous) 
soutenant le courage des arme^s imperiales et accablant les eniiemis des traits 
invisibles (wie bei Jerusalems Eroberung durch die Kreuzfahrer). 

**) Anfangs speisten die Götter au einem Tische mit den Menschen (nach 
Hesiod), wie noch die Aethiopier von Zeus und dem Götterkreis zum Opfer- 
schmaus besucht werden (b. Homer). Die Merope (von mori, sterben) sind Sterb- 
liche (wie ßQoroi). Nestor aus Pylos (in Apia) hat mit den Helden verkehrt, 
die die in der Wiidniss lebenden 0r,QEs (Kentauren) vernichteten, als Lapithen. 
Der Abgrund des Tartarus liegt da, wo die Wurzeln der Erde , des Meeres und 
des Himmels zusammenstossen. Die Titanen sind die Geehrten , TtT«|, evri/ios 
ij SvvdaTrjs , rirrvat, ßaadiSeg (Hes.). Die Titanen auf dem Berge Othrys 
kämpfen mit den Göttern auf dem Olympus (nach Eumelos). Fig, tttäs xal yij 
y.al la^vs (Hes.). Die Athener feierten (nach Accius) Crouia (für den Sieg über 
die Titanen) als Saturnalien. Bei dem Ausschütten der %vrpoi wanderten die 
Geister umher. Der allein in der Sündfluth erhaltene König Nvxzifcos wurde 
von den Lykaonssöhnen geschlachtet. Nach Stlen wohnten die Meroper auf einer 
Insel draussen im Ocean neben dem frommen Geschlecht iind dem streitbaren 
an zwei Flüssen (s. Aelian). Der König Merops (Stifter der Religionen und 
Götterdienste) stieg als Adler zu Zeus im Himmel auf, während seine Gattin in 
den Tartarus hinabkam (Hygin.). Der König der Insel Kos {Ms^oTtlg ytj) war 
ein Gigante. Kcös drto Kiö, tj ris MeQonos yrjys^ovs d'vyärrjo (Steph. Byz.), 
welche Tochter Euripides TiraviSa xovQrjv nennt. Herakles erschlägt den König 
EvQVTtvXos auf Kos. Die Meroper ehren die Erde, als ihre Erzeugerin. Brahma 
heisst Sahasrapad (Tausendfuss). Tipo-pousa (Deva Bodhisattwa), Schüler des 
Sratapanna Nakiaolachounapousa (Nagarjuna-Bodhisattwa) in Süd-Indien , den er 



256 Zweites Ifapitel. 

Gabe des Ridi Chubilgban besitzend) wird durch Chutuktu Nidtl- 
bär Usäktschi als Einsiedler (mit den Pflichten eines Büssers) 
in das Schneereich geschickt und vermischte sich dort (nach der 
Erlaubniss der beiden Göttinnen Dara) mit einem weiblichen 
Manggus oder Rakschas (eine der wenigen dieser Wesen , , die 
nach der Bekehrung durch Nidübär Usäktschi übrig geblieben 
waren), um wenigstens ihre Vermischung mit einem männlichen 
Manggus (und so eine neue Fortpflanzung des feindseligen Ge- 
schlechts) zu vermeiden. Als die 500 Nachkommen der sechs 
Jungen (nachdem alles Obst im Walde aufgefressen) hungrig und 
heulend umherliefen, flehte der Affe*) zu Nidübär Usäktschi 



in der Vertheidigung der heretischen Ansicht widerlegte , stellte das durch die 
Heretiker widerlegte Kloster der Geistlichen zu PataHputra wieder in der Gunst 
des Königs her (nach Hiuenthsang). Maming (Asvagosha) widerlegte den von 
dem König geachteten Brahmanen , der hinter einem Vorhang mit Hülfe der 
Dämonen disputirte. Longmengpousa (Nagardjuna Bodhisattwa), der Tipo-pousa 
aus Sinhala oder Ceylon als Schüler aufnahm, wohnte bei den Stupa in Kosala 
(sein Leben durch Pillen verlängernd), vom König Sotopoho (Sadvaha oder In- 
tching) beschützt, dessen Sohn seinen Kopf erhielt (Hiuenthsang). Bnddenfeld 
als der Platz grausamer Hinrichtungen (s. Leo). Tchhenresi est le nom tlbetain 
d'une divinite, qui s'appelle en sanscrit Avalokiteshouara et en chinois Kouan-chi- 
yin (s. Re'mnsat). Telluris oraculum vetustissimum fuit in Olympia (Steph.). 
Pergameni ajunt, se ab Arcadibus oriundos, transisse autem in Asiani una cnm 
Telepho (Steph. N.). Lycios quidem Mysosque ac Poenos uumeri tantum causa 
ad Troiam venisse dictitabat (s. Philostratus). Boddharma weihte Tsouikho in 
China und dann folgten noch vier Patriarchen bis Souineng (f 713 p. d.). 

*) Seit der Umwandlung der Affen in Menschen wurde Tibet immer mehr 
bevölkert und angebaut' uud zählte bei der Ankunft des ersten Königs (Ssägär 
Ssandalitu) schon mehrere Städte. Während der König Totori Njan Schal eines 
Tages auf dem Dache, seines Hauses frische Luft schöpfte, fielen sechs heilige 
Gegenstände, unter denen sich (mit anderen Schriften) auch die Ssudtii (Ssutra) 
Szamadok befanden vom Himmel herab vor ihm nieder und wurden (weil Niemand 
sie erklären konnte) in die Schatzkammer fortgelegt. In Folge dieser Missach- 
tung entstanden Misswachs, Hungersnoth und Seuchen in Tibet, bis (4U7 p. d.) 
fünf fremde Männer vor dem Könige erschienen und ihm die Wichtigkeit der 
heiligen Gegenstände erklärten. Nachdem dieselben (an Fahnenspitzen befestigt) 
durch das Land umhergetragen und verehrt worden waren, hörten die Plagen 
auf (wurde üeberfluss und Freude) und wurde ein Tempel gebaut, in dem. die 
Heiligthümer (denen zeitweilig Opfer gebracht wurden) aufbewahrt wurden. In 
der Person des Königs Srong dsau Gambo, der (durch Tongsni Su»mbhoda) den 



Peking. 257 

(auf dem Berge Pudala) um Erbarmen und erhielt das Ver- 
sprechen, dass sein Geschlecht erhalten werden solle. Sich auf 
den Berg Sximeru erhebend, warf Nidttbär Usäktschi von der 
Spitze desselben fünf Gattungen Getreide in Menge herab, das 
nicht nur zur augenblicklichen Sättigung der verhungerten Affen 
diente, sondern grösstentheils aufwuchs und ihnen auch für die 
Zukunft einen Vorrath sicherte. In Folge des Genusses dieses 
Getreides fingen die Schwänze der Affen und die Haare ihres 
Körpers an, sich zu verkürzen, und verschwanden endlich ganz. 
Die Affen fingen an zu reden, wurden Menschen und bekleideten 
sich mit Baumblättern, sobald sie ihre Menschheit bemerkten. 
So waren ein Affe und eine Manggus die ersten Eltern des 
Volkes im Schneereiche Töböt. Der Titel der Siddhauta be- 
zeichnet ein Lehrbuch, in dem ein wissenschaftliches System*) 



Buddhismus (632 p. d.) über Tibet verbreitete, hat sich Chomschim Bodhisattwa 
verkörpert, um das angelobte Werk der Bekehrung Tibets zu vollbringen. So 
wurden auch die beiden Gemahlinnen des Fürsten, als Verkörperungen der beiden 
Göttinnen Dara, göttlich verehrt. Srongdsan Sambo (geboren 617) brachte das 
Bildniss des Amitabha an seiner Stirne mit auf die Welt, das er stets durch 
eine rothe Binde verdeckt hielt und nur bei ausserordentlichen Gelegenheiten 
zeigte. Beim Tode seines Vaters (gNamri Srongdsan) verlegte er seine Residenz 
(629) nach Hlassa und baute auf dem Berge Pudala (wo der Tempel mit den 
vererbten Ueiligthümern stand) einen Palast; um den Sinn der heiligen Schriften 
zu kennen, sandte er für das Studium der Schrift der reinen Geister (Dewana- 
garis) den Tongmi Ssambodha (Sohn des Tongmi Anu) nach Indien (632 p. d.), 
wo er durch den Pandida Tägrin Uchaghanu Arsachu in der Schrift Laiidsa un- 
terrichtet wurde und das tibetische Alphabet bildete. 

*) Der Titel Agama hat bei den Buddhisten die Bedeutung von überlieferten 
Lehren oder Vorschriften. Bei den Buddhisten werden vier Sammlungen von 
Schriftstücken so genannt, die sich auf die Sutra beziehen und von der Disciplin 
und ihr verwandten Gegenständen handeln. Nach KapUa wird durch vier Zu- 
stände die Befreiung des Geistes gehemmt, durch vier andere befördert, ein 
logischer Fortschritt vom niedrigsten zum höchsten, dem der Dharma (oder 
Tugend). Durch vollkommene Erkenntniss und strenge Befolgung der religiösen 
oder philosophischen Lehrsätze ist (nach den Buddhisten) die Befreiung der Seele 
von ihren Fesseln zu erreichen. Vimana (Paläste) werden die Wagen der Götter 
von den Brahmanen genannt. The chief of the Brahma-Lokas Sampati Maha 
Brahma) continually exercises 4 volitions: 1) of friendship, thus wishing : „May all 
beings, having received the same merit as myself, enjoy an equal reward" ; 2) of 
compassion : ,,.May all beings be released from the four hells and become happy"; 
Bastian, Reise. VI. 17 



258 Zweites Kapitel. 

durch Gründe bewiesen wird, besonders ein astronomisches. Bei 
seinen bei der Siddhi-Erreichung (durch Mandjusri) aufsteigenden 
Zweifeln erhielt der Atscharja Buddhaguhja*) von einer Jakschini 



3) of tenderness : „May all who be boru in the Brahmalokas retain their happi- 
ness throughout a long period"; 4) of equity : „May all beings receive the re- 
■ward of their own proper merit.'- 

*) According to Buddhaghosa's Attliakatha (calledthe Sumangala Wilasini of the 
Dighanikayo of the Suttapitako) in the Brahma jalan the conimencement (coamme 
satan) „it was so heard by me" is the Nidanan (explication) afforded by the 
venerahle Anaudo on the occasion of the (Pathama maha sangiti) first great con- 
vocation (Turnour). The words of the Nidanan „it is so said by him" spoken 
by üpali (in propounding the Winayo) at the flrst convocation, were admitted 
to be a quotation (Buddha not being t