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Full text of "Waldwertrechnung und Schätzung von Liegenschaften; dargestellt für Fachmänner und Studierende"

fi^i 



f/77 

Wald Wertrechnung 

und 

Schätzung von Liegenschaften 



dargestellt für Fachmänner 
D D D und Studierende d d d 



Von FRANZ RIEBEL 

Ober-Forstrat, techn, Konsulent für agrarische 
Operationen im k. k. Ackerbau-Ministerium 
und Honorardozent an der k. k. Hochschule 
für Bodenkultur 



DaDD Mit 2 Diagrammen pdod 



Zweite, verbesserte und erweiterte 
nnDaaaaaa Auflage aanDaaaan 



LIBRARY 



UNIVERSITY OF TORONTO 




.%\A 



Wien und Leipzig 1912 Kais. u. kön. Hof-Buchdruckerei und Hof- 
□ DDaDCDDüD Verlags-Buchhandlung Carl Fromme aaannaaoDa 




Alle Rechte vorbehalten. 



90 
561 



Verlags-Archiv Nr. 1285. 



K. u. k. Hofbucndruckerei Carl Fromme in Wi 



Vorwort der ersten Auflage. 



Destimmend für die Veröffentlichung dieses Buches war der 
Umstand, daß in Österreich seit dem Jahre 1862 nicht ein einziges 
Werk über diesen Gegenstand erschienen ist. 

Wohl sind in Deutschland in jüngster Zeit mehrere ganz vor- 
zügliche, das gleiche Thema behandelnde Lehrbücher erschienen; die 
Verhältnisse hierzulande, insbesondere die gesetzlichen Bestimmungen 
über die Vornahme der verschiedenen Wertschätzungen sind jedoch 
wesentlich andere und lassen daher eine selbständige Behandlung 
dieses Stoffes notwendig und zweckmäßig erscheinen. 

Das Buch zerfällt in zwei Teile: 

Der I. Teil desselben behandelt die Theorie dieses Gegenstandes 
nach dem Stande der heutigen Wissenschaft in Anlehnung an die 
bereits bestehende Literatur. 

Im II. Teile hingegen wird die Anwendung der theoretischen 
Wissenschaft auf die in der Praxis vorkommenden Fälle gelehrt und 
an zahlreichen Beispielen veranschaulicht. 

Von praktischem Werte erschien es uns auch, den einzelnen 
Abschnitten einen Auszug über die wichtigsten Bestimmungen der 
bezüglichen Gesetze und Verordnungen voranzustellen, weil der 
Praktiker nicht immer in der Lage ist, dieselben im Bedarfsfalle 
sich leicht und schnell zu verschaffen. 

Aus der forstlichen Statik wurden bloß jene Lehrsätze auf- 
genommen, deren Anwendung in der Praxis überhaupt von Bedeu- 
tung ist. 

Neben der eingehenden Behandlung der Reinertragslehre haben 
auch die sonstigen Näherungsverfahren Erwähnung gefunden, jedoch 
nur zu dem Zwecke, um durch Bloßlegung der Mängel derselben 
vor unrichtiger Anwendung zu warnen. 



V Vorwort. 

Eine eingehende Behandlung haben auch die agrarischen Opera- 
tionen erfahren, weil sie das ganze Gebiet der Bewertungen voll 
umfassen, und berufen erscheinen, als Maßnahmen zur Hebung der 
Land- und Forstwirtschaft eine bedeutendere Rolle zu spielen. 

Da es zweckmäßig erscheint, die zeitraubenden, ziffermäßigen 
Berechnungen von Boden- und Bestandeswerten zu vereinfachen, 
sind diesem Werke drei Diagramme beigegeben, deren ausgedehnte 
Verwendung den Herren Fachgenossen empfohlen sei. 

Wien, im Oktober 1904. 

Der Verfasser. 



Vorwort zur zweiten Auflage. 



L)ie günstige Aufnahme, welche mein Buch infolge seiner 
praktischen Richtung und Tendenz, die Theorie des Gegenstandes 
weiteren Kreisen durch zahlreiche Beispiele zu vermitteln, gefunden 
hat, veranlaßte mich, diese Richtung beibehaltend, dem Buche eine 
noch größere Zahl von Beispielen beizugeben. 

Eine Umarbeitung und Erweiterung des theoretischen Teiles 
ist, abgesehen von persönlichen Motiven, auch dadurch eingetreten, 
daß in demselben nunmehr alle wichtigeren Betriebsarten zur Be- 
sprechung kamen nnd auch das Wertzuwachsprozent als Vergleichs- 
größe für den Wirtschaftszinsfuß eine größere Würdigung fand. 

Neu kamen hinzu: Die Abschnitte über Wertzuwachs und Wert- 
zuwachsprozent, über die durchschnittliche und laufende Verzinsung, 
über die Ermittlung der Rauchschäden und über die Neuregulierung 
und Ablösung der bereits regulierten Weide- und Waldservituten. 
Außerdem wurden zu den Zinseszins- und Rententafeln neue hinzu- 
gefügt und die Nachwerttafel III in Zehntelabstufungen bis auf 10% 
erweitert, um mit Hilfe derselben auch die Ermittlung der ver- 
schiedenen Zuwachsprozente rasch vornehmen zu können. 

Wien, im Mai 1912. 

Der Verfasser. 



Inhaltsverzeichnis. 



Seite 

Vorwort IV 

Einleitung XV 

1. Begriff XV 

2. Benätzte Literatur XVI 



\ 



I. Theoretischer Teil. 

I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirt- 
schaft 3 

1. Die Produktion 3 

2. Wert, Kosten und Preis 4 

3. Wert und Preis 4 

4. Der Preis und die Produktionskosten 4 

5. Die Preisbestimmung durch Angebot und Nachfrage 5 

6. Einkommen und Ertrag 7 

7. Die drei Produktionsfaktoren . 7 

8. Das Kapital 8 

9. Der Boden . 9 

aj Der Boden und seine Eigenschaften 9 

hj Der Bodenertrag H 

cj Das Grundeigentum 12 

dj Die Grundrente 12 

e) Die forstliche Bodenrente 14 

Jj Die Arbeitsrente 16 

10. Der Kapitalzins 16 

a) Begriff 16 

hJ Der Zinsfuß und seine Bewegungen 16 

cJ Der forstliche Zinsfuß 17 

II. Die forstwirtschaftlichen Grundlagen 24 

1. Allgemeines 24 

2. Veranschlagung des Rohertrages, beziehungsweise der Einnahmen 25 
A. Abtriebsnutzung 25 

aJ Material- oder Naturalertrag 25 

h) Geldertrag 26 



VIII 



Seile 

B. Zwischennutzungserträge 27 

C. Nebennutzungen 28 

D. Die Holzpreise 28 

Übersicht der gegenwärtigen Holzpreise 34 

3. Die Veranschlagung der Ausgaben 33 

aj Die Erntekosten 33 

bj Die Kulturkosten 33 

ej Die Verwaltungskosten 36 

dj Die Steuern 36 

III. Die mathematischen Grundlagen 39 

1. Formeln der Zinseszinsrechnung 39 

aJ Die Bestimmung des Nachwertes 39 

ij Die „ der Zinseszinsen 40 

cj Die „ des Vorwertes 41 

dJ Die „ „ Prozentes jt 41 

eJ Die Rentenrechnung 43 

1. Immerwährende Jahresrenten 45 

2. Immerwährende Periodenrenten 47 

3. Aufhörende jährliche Renten 49 

4. Endwerte aufhörender periodischer Renten 61 

5. Anfangswerte aufhörender periodischer Renten 52 

6. Kombination der Zinseszins- und Rentenrechnung ..... 52 

IV. Die Methoden derWaldwertreehnung 56 

Ä. Die Ermittlung des Bodenwertes 56 

1. Der Bodenkostenwert 56 

2. Der Bodenverkaufswert 56 

3. Der Bodenertragswert 57 

A. Für den Kahlschlag- und Niederwaldbetrieb 57 

aJ Die Ermittlung der jährlichen Rohertragsrenten 58 

h) Die Ermittlung der jährlichen Ausgabenrenten 59 

Die Formeln des Bodenertragswertes 60 — 62 

cJ Die Größe des Bodenertragswertes 68 

dJ Die rechnerischen Grundlagen für den Bodenertragswert . . 74 

1. Der Abtriebsertrag 75 

2. Die Zwischennutzungen 76 

3. Die Kulturkosten 79 

4. Die Kosten für Verwaltung, Schutz, Steuern etc 80 

5. Die Beurteilung des Bodenertragswertes 82 

B. Für andere Betriebsformen 83 

1. Für den Schirmsehlagbetrieb 83 

2. Für den Femelschlagbetrieb 86 

3. Für den Mittelwaldbetrieb 87 

4. Für den Überhaltbetrieb 88 

5. Für den Plenterbetrieb 89 

Die Ermittlung des Bodenwertes nach Näherungsverfahren ... 90 

a) Das Verfahren nach Baur 91 

bJ „ „ nach Frey 91 



IX 

Seite 

cj Das Verfahren nach Martineit 92^ 

dj „ nach Srogl 92 

ej .. .. „ Riebel 93 

fj „ „ Hönlinger 94 

9j „ „ „ Schiffel 95 

JB. Die Wertermittlung von Einzelbäumen 97 

C. Die Ermittlung des Bestandeswertes 102 

1. Der Verkaufswert des Bestandes 102 

2. Der Bestandeserwartungswert 103 

aj Die Einnahmen 103 

bj Die Produktionskosten 104 

cJ Die Formel des Bestandeserwartungswertes 104 

d) Die Größe des Bestajideserwartungswertes 108 

e) Die Anwendung des Bestandeserwartungswertes 109 

3. Der Bestandeskostenwert 110 

a) Ableitung der Formeln 110 

bJ Die Größe des Bestandeskostenwertes 116 

cJ Das Verhältnis des Bestand eserwartungs- und Kostenwertes . . 11 

dJ Die Anwendung des Bestandeskostenwertes 119 

4. Näherungsverfahren 121 

aJ Das Verfahren nach dem Kostenwerte 121 

bJ „ n r, r> DurchschnittsertrEge 122 

cJ „ r, n Martineit 122 

dJ „ „ ,, dem Durchschnittspreise 123 

D. Wert des ein- und mehrjährigen Zuwachses 124 

E. Wertbestimmung des Normalvorrates 132 

1. Der Verkaufswert des Normalvorrates 133 

aJ Die Berechnung nach Geldertragstafeln 133 

bJ ^ „ „ der österreichischen Kameraltaxe ... 135 

2. Der Erwartungswert des Normalvorrates 138 

3. Der Kostenwert des Normalvorrates 141 

4. Der Rentierungswert des Normalvorrates 143 

5. Verhältnis der verschiedenen Normalvorratwerte zueinander . . . 146 

6. Die Anwendung des Normalvorratswertes 147 

7. Der Zuwachswert des Normalvorrates 147 

F. Wert des Holzvorrates beim Plenter- und Mittelwalde .... 152 

I. Für den Plenterwaldbetrieb 152 

1. Die Ermittlung nach dem Verkaufswerte 152 

2. „ „ „ „ Rentierungswerte 152 

3. „ „ „ kombinierten Verfahren 154 

II. Für den Mittelwaldbetrieb 156 

0. Die Ermittlung des Waldwertes 157 

I. Der Waldwert des Einzelbestandes 157 

II. Der Waldwert der normalen Betriebsklasse . 169 

1. Der Walderwartungswert 160 

2. Der Waldkostenwert 161 

3. Der Waldrentierungswert 163 

4. Der Waldwert eines größeren Wirtschaftskörpers 168 



X 



II. Angewandter Teil. ^«'*« 

I. Die Bestimmung des Wirtschaftszinsfußes und Bodenwertes . . 177 

1. Allgemeines 177 

2. Der forstliehe Bodenwert und dessen Verzinsung 179 

3. Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes . . 185 

4. Die Bestimmung des Wirtschaftszinsfußes für einen Wirtschafts- 
körper mit verschiedenen Holzarten 190 

II. Die Verzinsung des Wirtschaftskapitales 202 

1. Die Ermittlung des durchschnittlichen Verzinsungsprozentes . . . 202 

2. Die laufendjährige Verzinsung oder das Weiserprozent 204 

aj Das laufendjährige Verzinsungsprozent des Einzelbestandes . . 205 

bj Die laufendjährige Verzinsung der Betriebsklasse 207 

3 Weitere Formen des Weiserprozentes 212 

aJ Das Weiserprozent von Preßler 212 

*; „ r, . Kraft ■. 216 

cj „ „ „ Hönlinger 217 

4. Die Anwendung des Weiserprozentes 218 

III. Die Bestimmung der Umtriebszeit 219 

1. Die finanzielle Umtriebszeit 220 

2. Die Umtriebszeit des größten Waldreinertrages 224 

IV. Die Bestimmung der vorteilhaftesten Holzart 226 

V. Die Bestimmung der vorteilhaftesten Betriebsart 228 

VI. Die Bestimmung der vorteilhaftesten Kulturart 234 

VII. An- und Verkauf oder Tauseh von kleineren Waldteilen .... 236 

VIII. Die Ermittlung von Boden- und Bestandesentschädigungen . . . 247 

IX. Die Bewertung ganzer Landgüter 250 

A. Die Wertermittlung der landwirtschaftlichen Grundstücke . ... 250 

aJ Die Ermittlung nach dem Katastralreinertrage 250 

ij „ „ durch Einschätzung der Kapitals werte .... 251 

cJ y, „ durch Kapitalisierung des Reinertrages . . . 252 

B. Die Wertermittlung von größeren Waldgütern 257 

1. Die Ermittlung nach dem Rentierungswerte 260 

2. „ „ „ „ Verkaufswerte 262 

3. „ „ r, ■■ Bodenertragswerte und den Bestandes- 
erwartungswerten 263 

4. Die Ermittlung nach der Methode der Stückrenten 265 

X. Die Schätzung von Liegenschaften nach der Realschätzungsordnung 271 

XL Zwangsweise Abtretung von Grundstücken bei Expropriationen . 282 

Auszug aus den gesetzlichen Bestimmungen 282 

aJ Entschädigung für den dauernd abzutretenden Boden .... 289 

bJ „ „ zu frühen Abtrieb der Bestände 293 

cJ „ ,, Sicherheitsstreifen 296 

dj „ infolge Gefährdung durch Windbruch etc. . 299 

XII. Die Revision des Vermögensstandes bei Fideikommißforsten . . .301 

aJ Allgemeines 301 

h) Die Ermittlung der Vermögensdifferenz nach dem Normalvorrat 303 
cJ Die Ermittlung der Vermögensdifferenz nach den Grundsätzen 

der Waldwertreehnung . 305 



XI 

Seite 

1. Die Ermittlung des Bodenwertes . 307 

2. Die Ermittlung der Bestandes werte 307 

XIII. Waldschadenersatz nach dem österreichischen Forstgesetze . . . 320 

XIV. Die Berechnung von Waldwildschäden 331 

1. Schäden in Stangenhölzern 332 

2. Schäden in Kulturen und Jungwüehsen 334 

XV. Die Besteuerung der Wälder 336 

XVI, Die Entschädigung von Rauchschäden 338 

XVII. Die Ablösung und Regulierung der Waldservituten 346 

1. Die Ablösung 347 

2. Die Regulierung 348 

XVIII. Die agrarischen Operationen 357 

1. Allgemeines 357 

2. Die Ermittlung des Haus- und Gutsbedarfes 358 

A. Die Weidenutzung . . 359 

1. Die Feststellung des Verhältnisses der Vieharten zueinander . 359 

2. Die Bestimmung nach Nährwerteinheiten 362 

3. „ „ „ Mittelheu 363 

4. ^ „ „ Kuhweiden 364 

5. ^ , dem Haus- und Gutsbedarfe .... 365 

6. „ „ des Naturalertrages 369 

B. Die Grasschnittnutzung 370 

C. Die Streunutzung 372 

Z>. Die Holzbezugsrechte 376 

1. Das Bezugsrecht von Bauholz 376 

2. ,. y, „ Zeug- und Geschirrholz 379 

3. „ , „ Brennholz 380 

3. Die Bestimmung der Anteilrechte 382 

4. Die Bewertung der Nutzungen 384 

a) Der Geldwert der Weidenutzung 386 

h) „ ,. „ Grasschnittnutzung 387 

c) ^ y. „ Streunutzung 387 

dj ^ „ „ Holznutzung 388 

5. Die Bewertung der Grundstücke 392 

aj Der Kapitalwert der Äcker 392 

b) „ „ ,., Wiesen 397 

c) „ „ „ Weiden 399 

dj Der Wert der Wälder 399 

ej „ „ „ Nebennutzungen 405 

fj r » « Obstbäume 406 

6. Der Bodenwert bei einer Kulturumwandlung 411 

7. Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes nach dem Haus- und 
Gutsbedarfe 413 

a) Spezialteilung . 430 

b) General- und Spezialteilung 431 

cj Geheralteilung und Regulierung 433 

8. Die Neuregulierung und Ablösung der regulierten Weide- und Forst- 
servituten 435 



XII 

Seite 

1. Die Neuregulierung 435 

2. Die Ablösung 436 

1. Die Ermittlung: der nachhaltigen Ertragsfähigkeit 488 

aj Der Weidenutzung 438 

bj Der Grasschnittnutzung 440 

cj Der Streunutzung • 440 

dj Der Holznutzung . , 442 

2. Der Nutzwert der verschiedenen Bezugsrechte 443 

aJ Der Weidenutzung 444 

hj Der Grasschnittnutzung 446 

cJ Der Streunutzung 445 

dJ Der Holznutzung 446 

3. Der Kapitalwert der Bezugsrechte 447 

4. Die Ablösung in Grund und Boden 447 

aJ Der Weidenutzung 448 

hJ Der Grasschnittnutzung 460 

cJ Der Streunutzung 451 

dJ Der Holznutzungen 452 

1. Die Ermittlung des Bodenwertes 453 

2. Die Berechnung der Bestandeswerte 454 

3. Die Ermittlung des Wertes der Nebennutzungen . . . . • 457 

aJ Der Grasschnittnutzung 457 

hJ Der Streunutzung 458 

Tafel 1 Ertragstafel für Äcker nach Pabst , 462 

»2 „ „ Wiesen „ „ 464 

„ 3 Weideertragstafel für holzreinen Boden nach Pabst . . . . 465 

„ 4 Futtermitteltafel nach Nährwerteinheiten 466 

„ 5 Futterbedarf für landwirtschaftliehe Nutztiere 468 

„6 „ „ 1000 kg Lebendgewicht 469 

,, 7 Ertragstafel für Waldweide nach Dankelmann 470 

., 8 Streuertagstafel 471 

„ 9 Streubedarf für 1000 kg Lebendgewicht 472 

y, 10 Brennwerttafel 473 

„11 Transportkosten für 10 q Nutzlast 474 



Anhang. 

Anleitung für die Benützung der Diagramme 476 

Diagramm I zur Ermittlung des Wirtschaftszinsfußes 476 

., II „ „ der Boden- und Bestandeswerte 477 

Tafel I Geldertragstafel für 1 ha Fichte 479 

„ II „ „ 1 ha Buche . 480 

„ III Nachwerttafel für Faktor 1-0 p° 482 

., IV Vorwerttafel für Faktor 502 

10 p" 

„ V Periodenrententafel für Faktor 510 

" 1-Op" — 1 



XIII 



Tafel Via Vereinfachte Nachwerttafel für Faktor l'O p" 

1 



VIb 
VIc 
VId 
VIe 
Vif 



Vorwerttafel für Faktor 



10 p" 
Periodenrententafel für Faktor 

Rentenendwerttafel für Faktor 



1-0 p" — 1 
10 p" — 1 



Rentenanfangswerttafel für Faktor 
Amortisationsquotentafel für Faktor 



00 p 

1-Op' — 1 



0-0 p 10 p" 
00 p 1-0 p" 



VII Für den Faktor 



1-0 p" — 



lu p" — 
1-0 p"^ — 



1-0 p" — 
1-0 p"" — 



1-0 p" 
10 p" *- 
1-0 p" 



Seite 
618 



519 
520 
521 
522 
523 



10 p" — 1 

■ p = 2 und 2i/,''/o 524 

P = 30/p 525 

P = 3V2''/o 526 



P = 4 o/o 



527 



Einleitung. 



1. Begriff. 

Die Waldwertrechnung hat die Erörterung der einzelnen Ver- 
fahren, welche zur Ermittlung des Geldwertes vom Walde und seiner 
Bestandteile, seiner Produkte und Nebenprodukte u. dgl. dienen, 
zum Gegenstande. 

Solche Ermittlungen können notwendig werden: 

1. Bei An- und Verkauf, sowie Tausch von Waldungen und 
anderen Grundstücken. 

2. Bei freiwilligen oder zwangweisen Abtretungen von Grund 
und Boden und Holzbestand. 

3. Bei der Revision des Vermögensstandes der Fideikommißforste. 

4. Bei der Feststellung von Waldschadenersätzen. 

5. Bei der Feststellung der Waldwildschäden. 

6. Bei der Besteuerung der Wälder. 

7. Bei der Ablösung und Regulierung der Waldservituten. 

8. Bei der Durchführung der agrarischen Operationen. 

9. Bei der Feststellung der vorteilhaftesten Benützungsart des 
Bodens, der Betriebs-, Holz- und Kulturart, sowie der vorteilhaftesten 
Umtriebszeit. 

2. Benützte Literatur. 

Neurath, Elemente der Volkswirtschaftslehre. 

Brentannos, Agrarpolitik. 

Heyer, Anleitung zur Waldwertberechnung. 

Baur, Handbuch der Waldwertrechnung. 

Kraft, Zur Praxis der Waldwertrechnung und forstlichen Statik. 

Frey, Die Methode der Tauschwerte. 



XVI Einleitung. 

Wimmenauer, Grundriß der Waldwertrechnung und forstlichen: 
Statik nebst Aufgabensammlung. 

Marti neit, Anleitung zur Waldwertrechnung und Bonitierung 
von Waldungen. 

Stoetzer, Waldwertrechnung und forstliche Statik. 

Endres, Lehrbuch der Waldwertrechnung und forstlichen 
Statik. 

V. Guttenberg, Die Vermögensverhältnisse der Fideikommiß- 
forste. 

Dankelmann, Ablösung der Grundgerechtigkeiten. 

V. Wich, Gutsadministration und Güterschätzung. 

von der Goltz, Landwirtschaftliche Taxationslehre. 

Block, Veranschlagung und Rechnungsführung in der Land- 
wirtschaft. 



I. Theoretischer Teil. 



Kiebel, Waldwertrcchnnng. 2- Aufl. 



I. Theoretischer Teil. 



I. Die volkswirtsehaftliehen Grundlagen der 
Forstwirtschaft'). 

1. Die Produktion. 

Jede Wirtschaft ist ihrem Wesen nach die Verwaltung aller 
Angelegenheiten vom Standpunkte der Wohlfahrtserhaltung und 
Wohlfahrtsförderung. 

Hat diese Wirtschaftsführung den Wald zum Gegenstande, so 
bezeichnet man sie als Forstwirtschaft, welcher die Aufgabe zukommt, 
dem Grundsatze der Wirtschaftlichkeit möglichst zu entsprechen, 
d. h. möglichst viel Wohlfahrt oder Nutzen durch möglichst wenig 
Opfer an Wohlfahrt zu erzielen. 

Im Alltagsverkehre dreht sich die Wirtschaft hingegen darum, 
was mehr und was weniger Aufwand an Geld oder Geldeswerten 
erfordert, und was mehr und weniger Geld und Geldeswerte ein- 
bringt, kurz daß der Ertrag so weit als möglich über den Kosten- 
aufwand hinausreiche. 

Wieviel nun ein Ding zur Wohlfahrt, also zur Befriedigung 
der menschlichen Bedürfnisse beiträgt, ist dessen wirtschaftlicher 
Wert, dessen Nutzengröße oder dessen Gebrauchswert. 

Der Geldwert eines Gutes drückt hingegen aus, wieviel von 
Gütern aller Art man zur bestimmten Zeit, am bestimmten Orte mit 
jenem Gute eintauschen kann oder könnte, während der Tauschwert 
die Menge von anderen Güterarten ist, welche man mit einem be- 
stimmten Quantum einer gewissen Güterart eintauschen kann. 

Unter Produktion versteht man vom natürlichen Standpunkte 
aus das Werden, Forterhalten und Schaffen von Nutzen, Gebrauchs- 
wert oder Wohlfahrt. 



1) Wir folgen im allgemeinen dem volkswirtschaftlichen Teile von Dr. W. 
Xeuraths „Elemente der Volkswirtschaftslehre". 

1* 



4 I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 

Im geschäftlichen Leben und Verkehr spricht man von einer 
Produktion dort und dann, wenn Tausch- und Geldwert entsteht 
oder geschaffen wird. 

2. Wert, Kosten und Preis. 

Die Wirtschaftlichkeit fordert, daß möglichst viel Nutzen durch 
möglichst wenig Opfer an Wohlfahrt oder Aufwand erzielt werde. 
Ein Opfer soll also nur dann aufgewendet werden, wenn dadurch 
ein Vorteil erlangt wird, der das Opfer aufwiegt oder wettmacht; 
es muß also mehr Wohlfahrt gewonnen werden, als durch das Opfer 
verloren oder vernichtet wird. 

Das Opfer, durch welches ein Gut erlangt wird, sind die Kosten 
dieses Gutes, wenn man das Wort Kosten im natürlichen Sinne ge- 
braucht; sie sind der Preis, den man gleichsam an die Natur zahlte 
damit sie uns ein Gut gewähre. 

Der Wert des Gutes sagt hingegen, wieviel das Gut uns nützt, 
der Preis aber, wieviel Opfer es uns kostet; das ist der natürliche 
Sinn dieser Bezeichnungen. 

3. Wert und Preis. 

Jedes Gut soll seines Preises wert sein. 

Den Wert der Güter können die Kosten nicht richtig bestimmen, 
dies kann nur der Nutzen der Güter. 

Kosten im Sinne der Volkswirtschaft und im natürlichen Sinne 
sind Opfer an Wohlfahrt, die aufgewendet werden müssen, um Wohl- 
fahrt oder Güter fortzuerhalten oder zu erzeugen. 

Im geschäftlichen Sinne bezeichnet man als Kosten der Pro- 
duktion oder als Kosten eines Gutes den Ankaufs- oder Beschaffungs- 
preis des Produktes oder Gutes, d. h. jene Summe von Geld und 
Geldeswerten, oder jene Summe von Tauschwert, welche in das 
Geschäft oder Unternehmen, in die Produktion eingeschossen oder 
dazu verwendet wurden, um das Gut herzustellen oder herbeizu- 
schaffen. 

Kosten im geschäftlichen Sinne sind also nicht Opfer an Wohl- 
fahrt, sondern Vorschüsse oder Einschüsse an Geld- oder Tauschwert 
für die Produktion. 

Im allgemeinen besteht die Tendenz der Zeit, daß die natürlichen 
Kosten immer geringer, dagegen die geschäftlichen Kosten für die 
Produktion immer größer werden. 

4. Der Preis und die Produktionskosten. 

Eine Unternehmung, eine geschäftliche Operation und eine 
Arbeit wird nur dann als produktiv und wirts« haftlich berechtigt 
angesehen, wenn sie imstande ist, aus Tauschwerten mehr Tausch- 
werte, keinesfalls aber weniger Tauschwerte zu erzielen. 



Die Preisbestimmung durch Angebot und Nachfrage. 5 

Jene Menge von Tausch- und Geldwert, welche in die Produk- 
tion eingesetzt oder eingeschossen wird und von welcher man fordert^ 
daß sie vermehrt aus der Produktion hervorgehe, bezeichnet man 
geschäftlich als die Produktionskosten im weitesten Sinne. 

Soll eine Geschäfts- oder Wirtschaftsperiode ohne Verlust ab- 
schließen, so hat an Tauschwert in Form von Grundstücken, Gebäuden, 
Maschinen, Werkzeugen, Geldern mindestens wieder ebensoviel da 
zu sein, als zu Beginn der Wirtschaftsperiode da war und für die 
Produktion verwendet wurde. 

Zu den solcherart gemeinten Produktionskosten rechnet man in 
der Regel auch den Aufwand an Geld- und Geldeswert für den im 
Geschäfte tätigen Unternehmer, sowie den Betrag an Zinsen, welche 
für alle im Geschäfte mitwirkenden Kapitalien während der Geschäfts- 
periode berechnet werden, oder doch jenen Betrag, welcher als Zins 
für die kreditierten, im Geschäfte mitwirkenden Kapitalien ab- 
gegeben wird. 

Wenn nun eine Produktion durch einige Zeit hin weniger gibt 
als den Ersatz der genannten Produktionskosten, so zieht sich einer- 
seits das Kapital so rasch als möglich aus dieser Produktion 
zurück oder es wird der Versuch gemacht, die Produktionskosten 
durch Herabminderung der Gehalte, Löhne, der Ausgaben für Roh- 
stoffe, des Unterhaltes für den Unternehmer selbst zu verringern. 

Soweit dies möglich ist, gilt der Satz, daß der Preis der Waren 
nicht lange unter dem Stande der zu ihrer Herstellung und Zumarkte- 
bringung nötigen Kosten bleiben kann. Dies gilt insbesondere von 
Gütern, welche rasch verbraucht werden und für den bestehenden 
Bedarf immer von neuem hergestellt werden müssen. 

Wenn hingegen Produktionen und Geschäfte für einige Zeit einen 
Gewinn über die Produktionskosten ergeben, treten neue Unter- 
nehmungen hinzu, der Umfang der Produktion und das Ausgebot 
der Waren vermehrt sich in einem solchen Grade, daß die Preise 
abermals auf den Stand der nötigen Produktionskosten sinken. 

Daher ergibt sich der andere Satz, daß der Preis der Waren, 
welche leicht vermehrbar sind, beim Walten freier Konkurrenz und 
bei freiem, leichtem Zugang der Kapitalien oder Unternehmer und 
Arbeiter nicht lange über dem Stande der nötigen Produktions- 
kosten bleiben könne. 



5. Die Preisbestimmung durch Angebot und Nachfrage. 

Der Preis jeder Sache oder Dienstesart bestimmt sich im Tausch- 
verkehre durch die Größe des Angebotes und der Nachfrage. 

Je größer die Nachfrage und je kleiner das Angebot, desto 
höher der Preis. 

Die Größe des Angebotes besteht: 

1. In dem Umfange des Angebotes, der sich durch die Menge 
bestimmt, welche von der betreffenden Güterart zum Verkaufe oder 
für die Umsetzung in Geld verfügbar ist. 



6 I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 

2. In der Stärke des Angebotes, die sieh durch die Leichtigkeit 
oder Kleinheit des Opfers bestimmt, mit welchem jene Güterart 
hergestellt oder vermehrt werden kann. 

3. In der Dringlichkeit des Angebotes, die sich durch den Grad 
der Not oder Begierde bestimmt, mit dem die Anbieter sich gedrängt 
fühlen, ihre Ware in Geld umzusetzen. 

Dagegen besteht die Größe der Nachfrage: 

1. In dem Umfange der Nachfrage, die sich bestimmt durch 
die Menge, die man von der betreffenden Güterart zu erlangen nötig 
hat oder wünscht. 

2. In der Höhe der Nachfrage, die sich bestimmt durch die 
Menge Geldes, welche man für den Ankauf jener Güterart widmen 
kann. 

3. In der Dringlichkeit der Nachfrage, welche sich bestimmt durch 
den Grad des Bedarfes und der Begierde, diese Güterart zu erwerben. 

Auf dem gleichen Markte, zur selben Zeit hat Ware gleicher 
Art, z. B. Holz gleicher Güte, per Mengeneinheit im allgemeinen auch 
den gleichen Preis. Bei der Bildung des Marktpreises wird darauf 
keine Rücksicht genommen, daß von verschiedenen Produzenten, 
Gegenden und Ländern, welche die gleiche Ware, beispielsweise 
Holz, auf den Markt liefern, der eine Produzent diese Ware nur mit 
sehr hohem, der andere mit sehr niederem Kosten aufwände herstellt 
und zu Markte bringt. 

Wenn nun behauptet wird, daß der Preis der leicht vermehr- 
baren und rasch verbrauchbaren Waren sich durch die zu ihrer Her- 
stellung und Zumarktebringung nötigen Kosten bestimme, dann ist dies 
nur so gemeint, daß ein großer Teil der Ware oder daß ein großer 
Teil der Produzenten in dem Preise die Kosten ersetzt erhalte. Denn 
hat alle Ware gleicher Art den gleichen Preis, während der eine Teil 
mit hohen, der andere mit niederen Kosten hergestellt und zu Markte 
gebracht wird, so ist es unmöglich, daß alle Ware gleicher Art in 
dem Preise die nötigen Kosten ersetzt finde. Vielmehr werden manche 
Teile des gesamten abzusetzenden Vorrates der Ware und manche 
Produzenten in diesem einen Preise mehr als den Ersatz der Kosten 
erzielen, während andere wieder durch diesen selben Preis eine 
Einbuße erleiden, also nicht auf die geschäftlichen Kosten kommen. 
Manche jener Produzenten, deren hohe Produktionskosten durch 
den Marktpreis des Produktes nicht Deckung erhalten, werden, wenn 
sie mit viel kreditiertem Kapital arbeiten oder sonst mit Kapital- 
oder Zinszahlungspflichten stark belastet sind, wirtschaftlich ruiniert 
sein, bei einem Preise, der vielleicht anderen — mit sehr niederen 
Kosten arbeitenden Produzenten — hohe Gewinste verschafft. 

Wir sehen also, daß die Kosten allein den Preis nicht bestimmen, 
daß außer ihnen noch andere Faktoren bei der Preisbildung eine 
Rolle spielen, nämlich die Dringlichkeit des Bedürfnisses, die Brauch- 
barkeit, die Zahlungsfähigkeit, die anderweitige Beschaffungsmöglich- 
keit, die Notwendigkeit für den Verkäufer, zu verkaufen, der Tausch- 
wert des Zahlungsmittels und sonstige vom Käufer gebotene Vorteile, 
sowie die anderweitige Verkaufsgelegenheit. 



Einkommen und Ertrag. — Die drei Produktionsfakloren. 7 

Von allen diesen Momenten hängt die Bedeutung ab, welche 
einer bestimmten Menge eines Gutes in einem gegebenen Augenblicke 
für die Befriedigung des Bedürfnisses zuerkannt wird, mit anderen 
Worten: außer den Produktionskosten gibt es noch eine Reihe an- 
derer Momente, welche den Wert eines Gutes bedingen. Den Produk- 
tionskosten kommt also nur die Bedeutung der Minimalgrenze zu, 
unter welcher der Verkäufer dauernd nicht verkaufen kann. 



6. Einkommen und Ertrag. 

Das Einkommen ist die Summe aller wirtschaftlichen Güter, 
welche einem Wirtschaftssubjekte in den Wirtschaftsperioden regel- 
mäßig neu zukommen. 

Man unterscheidet Roheinkommen und Reineinkommen. Rein- 
einkommen ist das Roheinkommen nach Abzug der Gewinnungskosten, 
nach Abzug sämtlicher Kosten der Güterbeschaffung. 

Der Ertrag ist dagegen die Summe von wirtschaftlichen Gütern, 
welche in den Wirtschaftsperioden regelmäßig aus einer bestimmten 
Güterquelle neu gewonnen werden. 

Er unterscheidet sich von dem Begriffe des Einkommens dadurch, 
daß bei letztem die Summe der Wirtschaftsgüter auf die Person des 
Empfängers bezogen wird, während sich beim Ertrage diese auf 
die Quelle, aus der sie gewonnen wird, bezieht. 

Auch beim Ertrage unterscheidet man Rohertrag und Rein- 
ertrag; letzter ergibt sich dadurch, daß von dem Rohertrage die 
Gewinnungskosten in Abzug gebracht werden. 



7. Die drei Produktionsfaktoren. 

Je nach der Quelle, aus welcher das Einkommen stammt, unter- 
scheidet man ein Einkommen aus Arbeit und ein solches aus 
Besitz. 

Nach den beiden Ständen des Besitzes, den Grundbesitzern und 
Kapitalisten unterscheidet man wieder zweierlei Einkommen aus 
Besitz, und zwar die Grun^irente und den Kapitalsprofit. 

Man sagt sich: bei der Produktion lassen^die einen ihre per- 
sönliche Kraft und die anderen ihren Besitz mitwirken oder mit- 
arbeiten. Wie man für Waren einen je nach Wandel von Angebot 
und Nachfrage sich gestaltenden Preis bezahle, so werde sich auch 
für die Mitarbeit der persönlichen Kraft oder des Besitzes bei der 
Produktion ein durch Angebot und Nachfrage bedingter Preis 
bilden. Der Preis für mitwirkende persönliche Arbeit sei der Arbeits- 
lohn, der Preis für Mitarbeit des Bodens sei die Grundrente, der 
Preis für die Mitarbeit des Kapitales aber der Kapitalsprofit (wobei 
der Kapitalzins als Abart oder Teil des Kapitalsprofites gilt). 

Bei der Produktion wirken somit zusammen: Boden, Kapital 
und Arbeit. 



I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 



8. Das Kapital. 

Im volkswirtschaftlichen Sinne ist Kapital der Fond, Vorrat und 
Bestand an mittelbarem Reichtum, aus welchem immer wieder un- 
mittelbarer Reichtum und Genußreichtum entstammt oder sich ergibt. 
(Bestand von Produktivkräften.) 

Im geschäftlichen Verkehre gehören heute zum Kapital einer- 
seits alle Dinge, welche Tauschwerte oder Geld abwerfen und da- 
durch selbst zu Tauschwerten werden können, anderseits alle Tausch- 
und Geldwerte — das Geld mit inbegriffen — soweit sie sich durch 
Zuwachs in höheren Geldwert verwandeln können, also — sich im 
Werte forterhaltend — neuen Geldwert abwerfen. 

Ein Grundstück, ein Wald, ein Geschäft ist Kapital in dem Maße, 
als es dem Besitzer jährlich Geldwertsummen als Reinertrag bringt. 

Geld ist wieder Kapital, soweit es sich in mehr Geld umsetzt. 

Arten des Kapitales: 

Das Kapital kann wiederum sein ein flüssiges, umlaufendes und 
stehendes oder fixes Kapital. 

Im geschäftlichen Verkehre erscheint das Kapital in dreierlei 
Zustand, in dem flüssigen, halbflüssigen und festen. 

Flüssig bezeichnet man das Kapital, wenn es eine solche Form 
hat, daß es mit Leichtigkeit in beliebigen Geschäftszweigen und an 
beliebigem Orte gewinnbringend verwendet oder zinstragend angelegt 
werden kann. Das ist der Fall, wenn ein Kapital in der Form des 
Geldes zur Verfügung steht. Solange das Kapital noch keiner Ver- 
wendung zugeführt ist, bezeichnet man es als nicht investiertes 
Kapital. 

In der Forstwirtschaft besteht das flüssige Kapital aus dem 
Bargelde oder den Kassabeständen. 

Jenen Teil des Kapitales oder der Erwerbsmittel, welcher ver- 
möge der Natur des Geschäftes die Bestimmung hat, nach kurzer 
Zeit, nach Tagen, Wochen, Monaten oder nach ein oder mehreren 
Jahren seinem ganzen Werte, d. h. dem Tauschwerte nach, beziehent- 
lich um einen Gewinn vermehrt, wieder flüssig, wieder frei verfüg- 
bares Geld zu werden, nennt man umlaufendes; d. i. rasch durch- 
laufendes Kapital oder Betriebskapital im engeren Sinne oder 
Betriebskapital im Gegensatze zum Anlagekapitale. 

Zu diesem gehören die Werte der Rohstoffe, die sich in kurzer 
Zeit in fertige Ware verwandeln und die fertigen Waren selbst, sowie 
alle Ausgaben an Löhnen und Gehalten, welche während der Wirt- 
schaftsperiode gezahlt werden und nach geschehenem Absatz der 
Ware in Erlös als Geld wiederkehren. 

In der forstlichen Produktion gehören hierher: die ausgezahlten 
Löhne und Gehalte, die Ausgaben an Steuern und Umlagen, die Kultur- 
kosten und im gewissen Sinne vom Standpunkte der Reinertragslehre 
das Holzvorratskapital, wenn der Holzvorrat eines für den jährlich 
nachhaltigen Betrieb eingerichteten Waldes als eine Summe von Einzel- 
beständen gedacht wird, die im aussetzenden Betriebe stehen würden 



Der Boden. 9 

Der Unterschied liegt nur darin, daß wir es beim Holzvorrate mit 
langen Umlaufszeiten zu tun haben, die beim Hochwaldbetriebe sich 
bis zu 140 Jahren hinaus erstrecken können. Durch den Abtrieb eines 
haubaren Bestandes sollen ersetzt werden: Die Ausgaben für die 
Kultur, Pflege, Verwaltung und Schutz, Steuern und die Zinsen des 
Bodenkapitales, welche gleichsam im Umlaufskapitale der Forstwirt- 
schaft stecken. 

Jene Teile des Kapitales, welche, vermöge der Natur des Ge- 
schäftes oder infolge abgeschlossener Verträge normalerweise die 
Bestimmung haben, füf langehin oder bleibend eine Quelle von sich 
wiederholenden, periodischen, z. B. jährlichen Gelderträgen zu sein, 
oder sich nach und nach in Annuitäten, in Amortisationsquoten oder 
erst nach vielen Jahren auf einmal wieder in frei verfügbares Geld, 
in flüssiges Kapital umsetzen, bilden das stehende, fixierte oder fixe 
Kapital. 

Das Anlagekapital ist also ein fixiertes Kapital. Die Ausgaben 
für den Ankauf von Grundstücken, zur Herstellung von Gebäuden und 
Transportanstalten, zu dauernden Verbesserungen des Bodens, zum 
Ankauf von Maschinen sind für den Land- und Forstwirt Kapitals- 
fixierungen und Bestandteile seines Anlagekapitales ebenso wie der 
Grund und Boden selbst. 

Im Nachhaltsbetriebe kann nach dieser Auffassung das Holz- 
vorratskapital ebensogut als fixiertes Kapital und daher zum Anlage- 
kapital gerechnet werden. 



9. Der Boden. 
a) Der Boden und seine Eigenschaften i). 

Der Boden ist das wichtigste Produktionsmittel, das dem Menschen 
zur Betätigung seiner Arbeit zur Verfügung steht. 

Er ist dies vermöge seiner technischen Eigenschaften, der Trag- 
fähigkeit, der Baufähigkeit und der Nähi f ähigkeit. 

Vermöge der Tragfähigkeit liefert er den unentbehrlichen Stand- 
ort für alle menschliche Tätigkeit, vermöge seiner Baufähigkeit er- 
möglicht er den Pflanzen Wurzel zu fassen und von seiner Nähr- 
fähigkeit hängt es ab, in welchem Maße diese Pflanzen gedeihen. 

Vermöge dieser Eigenschaften ist er das wichtigste Produktions- 
instrument der Forstwirtschaft. 

Als Produktionsinstrument trägt der Boden einen doppelten 
ökonomischen Charakter: einmal monopolistischer Art, indem er nur 
in beschränkter Menge vorhanden und durch menschliche Tätigkeit 
gar nicht oder nur unerheblich vermehrt werden kann, sodann ver- 
möge seiner mechanischen und chemischen Eigenschaften, der Bau- 
und Nährfähigkeit, welche durch menschliche Tätigkeit produziert 
werden können. 



1) Wir folgen hier Dr. Lujos Brentanos Agrarpolitik. 



10 I- Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 

Der Boden ist ein Produktionsinstrument monopolistischen 
Charakters, insoferne er als Fläche und vermöge seiner geographischen 
Lage der Standort ist, ohne den die an sich freien Naturgaben, 
Licht, Wärme, Luft und Feuchtigkeit der Produktion nicht dienstbar 
gemacht werden können. Die Menge der dazu dienlichen Flächen- 
stücke ist der menschlichen Einwirkung entrückt, sie sind im Ver- 
gleich zu dem wachsenden Bedarf unvermehrbar. 

Ferner werden von der geographischen Lage der einzelnen 
Flächenstücke gewisse Vorteile und Nachteile von weittragender 
wirtschaftlicher Bedeutung bedingt. Diese sind die unentbehrliche 
Voraussetzung für die Betätigung des menschlichen Unternehmungs- 
geistes und für die Art seiner Betätigung. Auch sie sind überwiegend 
von der Natur gegeben. Doch können sie durch die fortschreitende 
Kultur, namentlich durch den Fortschritt in den Verkehrsmitteln 
vermehrt, beziehungsweise vermindert werden. 

Wenn nun auch in dieser Beziehung der monopolistische Cha- 
rakter des Bodens etwas vermindert werden kann, so tragen doch 
die jeweilig geschaffenen Verhältnisse regelmäßig für längere Zeit 
einen monopolistischen Charakter. 

Anders verhält es sich dagegen mit den mechanischen und 
chemischen Eigenschaften der Flächenstücke, von welchen ins- 
besondere deren Fruchtbarkeit abhängt. Sie sind nirgends von der 
Natur ein- für allemal gegeben, sondern stehen unter dem Einfluß 
des einzelnen Menschen und können durch sein Eingreifen gänzlich 
verändert, vermehrt oder vermindert werden. 

Manche Leistungen der Menschen zur Vermehrung dieser Eigen- 
schaften verbinden sich dauernd mit dem Fläch enstück: z. B. Ent- 
sumpfungen, Ent- und Bewässerungen. Andere Leistungen haben 
dagegen nur vorübergehende Wirkung, die durch sie geschaffenen 
Eigenschaften des Bodens bedürfen konstanter Erneuerung, z. B. 
Verbesserungen in der Bestellung. Alle zu dem einen wie dem 
anderen Zwecke erforderlichen Arbeits- und Kapitalanwendungen 
verbinden sich aber mit der ursprünglich von der Natur gebotenen 
Fläche derart, daß sie davon ununterscheidbar werden. 

Es ist unmöglich, auseinander zu halten, welche seiner Eigen- 
schaften ihm als Naturgabe, welche ihm als Folge menschlicher 
Tätigkeit zukommen. Beide sind in ihm zu einem untrennbaren 
Ganzen verbunden. 

Das ländliche Grundstück, das ursprünglich Naturgabe, ist durch 
die in dasselbe gesteckten Arbeits- und Kapitalsanwendungen ein 
Produkt geworden, das ebensogut ein Kapital ist, wie ein städtisches 
Grundstück, auf dem ein Wohnhaus errichtet worden ist oder wie 
ein beliebiger von der Natur gegebener Stoff, der durch gewerbliche 
Bearbeitung andere Eigenschaften als seine ursprünglichen und ver- 
mehrte Nutzbarkeit erlangt hat. 

Der Boden ist also heute Kapital. Allein er unterscheidet sich 
von anderen Kapitalien, insoferne er monopolistische Naturgabe ist, 
die nur in beschränkter Menge vorhanden ist. Es ist dies jedoch 
nicht nur der land- und forstwirtschaftlich benutzte Boden, sondern 



Der Boden. H 

ebenso der zu Wohnzwecken, zu industriellen Zwecken, einer Eisen- 
bahn u. dgl. benutzte Boden. 

Doch der Boden ist nicht bloß monopolistische Naturgabe, die 
in beschränktem Maße vorhanden ist, er ist auch Produkt menschlicher 
Tätigkeit, das sich mit der monopolistischen Naturgabe zu einem 
untrennbaren Ganzen verbunden hat. Auch dies gilt sowohl für den 
land- und forstwirtschaftlich, wie für Wohnzwecke oder zu indu- 
striellen Zwecken benutzten Boden. 

Und wie die Unübertragbarkeit der zu diesen Zwecken in den 
Boden fixierten Kapitalien, sowie die beschränkte Vermehrbarkeit 
des Bodens zur Folge hat, daß sich ihr Wert nicht nach ihren 
Produktionskosten, sondern nach ihrem Ertrage bemißt, so gilt dies I 
auch für den land- und forstwirtschaftlichen Boden. 

Ist der Boden also auch von den anderen Kapitalien, die beliebig ( 
vermehrbar und übertragbar sind, verschieden, so ist er doch nicht 
minder Kapital. Er ist dies ebenso, wie alle übrigen Kapitalien, die 
nicht vermehrbar und übertragbar sind und von denen der Wald- 
boden eben nur eines ist. 



h) Der Bodenertrag. 

Eine Steigerung des Ertrages einer gegebenen Fläche kann nur 
durch intensivere Nutzung bewirkt werden. 

Je größer die Bodenfläche ist, die erforderlich ist, um einen 
gegebenen Ertrag zu erzielen, desto extensiver, je geringer diese 
Bodenfläche ist, desto intensiver nennt man die Bodenwirtschaft. 
Je mehr Arbeit und Kapital auf eine gegebene Fläche verwendet 
werden, desto größer wird ihr Ertrag; je weniger Arbeit und Kapital 
verwendet werden, desto geringer. 

Man nennt daher intensive Bodenwirtschaft diejenige, bei der 
viel Arbeit und Kapital auf einer gegebenen Fläche Verwendung 
finden, und zwar unterscheidet man wieder arbeitsintensive und 
kapitalintensive Bodenwirtschaften, je nachdem mehr Arbeit oder 
mehr Kapital Verwendung finden. 

Umgekehrt spricht man von extensiver Wirtschaft, wenn in 
derselben wenig Arbeit und Kapital zur Anwendung kommen, und 
infolgedessen zur Erzielung eines bestimmten Ertrages auch eine 
größere Fläche notwendig ist. 

In dieser Beziehung besteht zwischen Land- und Forstwirtschaft 
ein nicht unerheblicher Unterschied, der darin besteht, daß eine 
extensive Bodenwirtschaft bei der Landwirtschaft durch Aufwendung 
von viel Arbeit und Kapital in viel höherem Maße intensiv gestaltet 
werden kann als bei der Forstwirtschaft, da bei dieser der mögliche 
Aufwand an Atbeit nur ein geringer ist und auch der Kapitals- 
aufwand nicht in eigentlichen Betriebskosten, sondern vielmehr in 
angesammelten Zinsen besteht. 

Die intensivere Nutzung einer gegebenen Fläche kann statt- 
finden : 



12 I Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 

1. Durch bessere Bestellung und Bewirtschaftung, durch Über- 
gang von einem extensiven zu einem intensiven Betriebssystem. 

2. Durch Meliorationen. 

Das Grundeigentum und die Grundrente sind als jene Mittel 
anzusehen, welche vornehmlich den Übergang vom extensiven zum 
intensiven Betrieb, sowie Meliorationen herbeiführen. 

c) Das Grundeigentum. 

Die Entstehung des Grundeigentums zeigt sich als die unent- 
behrliche Voraussetzung eines sorgfältigen Bodenbaues und der 
Steigerung seiner Intensität. 

Erst mit der Entstehung von Grundeigentum und seiner schär- 
feren Ausbildung wird ein Interesse an der Steigerung der zur 
intensiveren Wirtschaft nötigen mechanischen und chemischen Eigen- 
schaften des Bodens geweckt und ermöglicht. 

Die Ursache und der Rechtfertigungsgrund des Grundeigentums 
liegt also nicht darin, daß es das Produkt von Arbeit wäre, weil dies 
nur insoweit zutrifft, als hierdurch die chemischen und mechanischen 
Eigenschaften gesteigert worden sind, sondern darin, daß ohne Grund- 
eigentum diese Meliorationen und jene Steigerung der mechanischen 
und chemischen Bodeneigenschaften nicht stattfinden würden. 

Das Grundeigentum ist die Voraussetzung, daß sie stattfinden 
und das Mittel, um sie herbeizuführen. Den Beweis hiefür sehen 
wir nur zu oft bei gemeinschaftlichem Besitze, bei welchem dem 
einzelnen nur ein Nutzungsrecht, aber kein Eigentum zusteht; 
jeglicher Aufwand zur Verbesserung der Bodeneigenschaften und 
der Wirtschaft unterbleibt hier gänzlich. 

Das Grundeigentum ist somit das Mittel, um Verbesserungen 
hinsichtlich der Bodeneigenschaften und Meliorationen herbeizuführen. 

Die Art und Weise, wie es zu diesen Zielen führt, besteht in 
der Gewährung einer Rente, der sogenannten Grundrente. 

d) Die Grundrente. 

Grundrente ist die Nutzung, welche ein Grundstück an sich 
seinem Eigentümer abwirft, gleichviel, ob er dasselbe selbst bewirt-. 
schaftet oder verpachtet. 

Bewirtschaftet der Eigentümer das Grundstück selbst, so kommt 
vom erzielten Ertrage alles in Abzug, was als Ersatz der aufgewen- 
deten Arbeit (der gemieteten fremden oder eigenen), sowie der zur 
Bewirtschaftung aufgewendeten Kapitalien (Gebäude, lebendes und 
totes Inventar), ihrer Abnutzung und Nutzung anzusehen ist. Der 
danach verbleibende Unternehmergewinn enthält einen Teil, der als 
Ertrag des Bodens an sich anzusehen ist, die Grundrente. 

Verpachtet ein Eigentümer sein Grundstück, so tritt die Grund- 
rente noch klarer zutage, indem sie hier unvermischt mit landwirt- 
schaftlichem Unternehmergewinn auftritt. 



Der Boden. 13 

Die Pachtrente, welche der Pächter bezahlt, enthält außer dem 
Entgelt für etwa gleichzeitig überlassene Gebäude und Inventar- 
nutzungen auch den Entgelt für die Überlassung der Grundrente. 

Wie wir bereits gesehen haben, ist ein Grundstück insbesondere 
Träger mechanischer und chemischer Eigenschaften, welche den 
Ertrag des Bodens bestimmen. Diese sind teils von Natur gegeben, 
teils aber auch das Produkt menschlicher Tätigkeit. 

Je ausgezeichneter nun diese Eigenschaften des Bodens sind, 
desto größer ist die Grundrente. Denn der Geldertrag eines Grund- 
stückes wird bestimmt: einmal durch den Preis der hergestellten 
Frucht, sodann durch die Kosten, die zur Erzeugung der letzteren auf- 
gewendet werden mußten. Der Preis der Frucht muß so hoch sein, daß 
mindestens die Produktionskosten auf dem unergiebigsten Grundstück, 
dessen Anbau zur Deckung des Bedarfes noch notwendig ist, gedeckt 
erscheinen. Die Produktionskosten auf dem unergiebigsten Grundstück, 
dessen Anbau noch notwendig ist, bestimmen also die Minimalgrenze 
des Preises, der für die Frucht, gleichviel auf welchem Grundstück 
sie hergestellt worden sein mag, bezahlt werden muß. Dagegen sind 
die Kosten, die zur Erzielung einer bestimmten Menge Frucht auf- 
gewendet werden müssen, je nach der Ergiebigkeit der einzelnen 
Grundstücke verschieden. Da nun je nach der Ergiebigkeit der ver- 
schiedenen in Anbau genommenen Grundstücke von dem für eine 
bestimmte Menge Frucht erzielten gleichen Preise verschieden große 
Produktionskosten in Abzug kommen, entsteht für die ergiebigeren 
Grundstücke ein Überschuß über die aufgewendeten Kosten, die 
Grundrente, ein Überschuß, der um so größer ist, je ausgezeichneter 
die mechanischen und chemischen Eigenschaften des einzelnen Grund- 
stückes sind. 

Die Grundrente wird also bestimmt durch die Differenz in den 
mechanischen und chemischen Eigenschaften des unergiebigsten 
Grundstückes, dessen Anbau zur Deckung des Bedarfes noch not- 
wendig ist, und der ergiebigeren Grundstücke. 

Da nun die Erhaltung und Vermehrung dieser Eigenschaften 
von der menschlichen Tätigkeit abhängt, ist die Grundrente der 
mächtigste Sporn, durch Steigerung des Bodenertrages für deren 
Erhaltung zu sorgen. 

Die Grundrente bietet diesen Ansporn auch da, wo sie sich als 
Folge einer günstigen Lage, z. B. zum Markte ergibt und nicht als 
ein durch die mechanischen und chemischen Eigenschaften des Grund- 
stückes bedingtes Ergebnis erscheint. 

Sie wird hier einmal ein Ansporn, die Verkehrswege zum Markte 
zu verbessern, denn je besser die Verkehrswege, desto billiger die 
Transportkosten zum Markte, desto größer also der Überschuß des 
Preises über die Kosten und desto höher die Grundrente. 

Außerdem, aber führt sie zu dem Bestrebi n, auf den günstig 
gelegenen Grundstücken die mechanischen und chemischen Eigen- 
schaften des Bodens zu steigern. Denn je günstiger die Lage zum 
Markte ist, desto größer ist auch die Rente, welche infolge der 
Steigerung dieser Bodeneigenschaften dem Grundeigentümer zufällt. Je 



14 I- Die Tolkswirtachaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 

günstiger daher die Grundstücke zum Markte gelegen sind, desto 
mehr findet eine Steigerung der Intensität des Landbaues statt, 
ebenso wie hier die Meliorationen am frühesten und energischsten 
in Angriff genommen werden. 

Die Höhe der Grundrente hängt aber auch noch ab von dem 
Überschusse an Geld über die aufgewendeten Kosten, der aus dem 
Verkauf der hergestellten Produkte erzielt wird. Er hängt also nicht 
bloß ab von der Menge und Art der hergestellten Produkte, sondern 
auch von dem Verhältnis dieser Menge zur vorhandenen Bevölkerung. 

Selbst bei relativ abnehmendem Bodenertrag kann die Grund- 
rente steigen, wenn infolge des Anwachsens der Bevölkerung die 
Nachfrage nach Produkten zunimmt. 

Wird dann statt zu Meliorationen und besseren Betriebssystemen 
zum Anbau weniger ergiebiger und schlechter gelegener Böden ge- 
schritten, so muß der Produktenpreis steigen bis zum Betrag der 
Kosten, welche der Anbau auf dem unergiebigsten und am schlech- 
testen gelegenen Grundstück, dessen Anbau zur Deckung des Bedarfes 
noch nötig ist, erheischt. Dieser Preis wird dann auch für die auf 
den bisher schon angebauten fruchtbaren und besser gelegenen Grund- 
stücken erzielten Früchte gelöst. Da aber ihre Bestellungskosten gleich 
geblieben sind, wächst somit der Überschuß des Preises über die auf- 
gewendeten Kosten, den diese Grundstücke abwerfen: ihre Grund- 
rente. Schließlich kann es kommen, daß alle überhaupt anbaufähigen 
Flächenstücke in einem Lande, selbst die unergiebigsten und schlechtest 
gelegenen, angebaut sind. Steigt die Bevölkerung weiter, so werden 
auch die Fruchtpreise noch weiter steigen und dann kann es geschehen, 
daß selbst für die auf den schlechtesten Grundstücken erzielten Früchte 
Preise gelöst werden, welche nicht nur die darauf verwendeten 
Kosten decken, sondern noch einen Überschuß über diese abwerfen. 
Auf solche Weise gelangen auch schlechtere Grundstücke zu einer 
Grundrente. 

In diesem Falle ist also das Steigen der Grundrente nicht 
durch die Zunahme der chemischen und mechanischen Eigenschaften 
des Bodens bedingt, sondern eine Folge davon, daß er als Standort 
der land- und forstwirtschaftlichen Produktion nur in beschränkter 
Menge vorhanden ist und daß die Menge Boden, die schon von 
Natur mit ausgezeichneten mechanischen und chemischen Eigen- 
schaften ausgestattet ist, noch weit beschränkter ist. 

Diese Steigerung der Grundrente ist also eine Folge des 
Monopolcharakters des Bodens. 

e) Die forstliche Bodenrente i). 

Bei der forstlichen Bodenrente bestehen gegenüber jener der 
Landwirtschaft einige in sich begründete Eigenheiten. 

Im allgemeinen bleibt sie in bezug auf ihre Höhe gegenüber 
der Landwirtschaft zurück, was ja auch naheliegend ist, da der 



1) Endres Lehrbuch der Waldwertrechnung und Forststatik. 



Der Boden. 15 

Forstwirtschaft im Verhältnisse zur Landwirtschaft nur die schlech- 
teren Böden in den schlechteren Lagen zugewiesen sind. 

Dafür kommt der Forstwirtschaft aber der unzweifelhafte Vor- 
teil zu, daß sie den Böden von minderer Beschaffenheit und in 
ungunstiger Lage selbst dann noch eine Bodenernte abzuringen 
vermag, wenn dies im Wege der Landwirtschaft oder auf andere 
Weise nicht mehr möglich ist. 

Die Höhe der Bodenrente selbst wird der Hauptsache nach bedingt: 

1. Durch die verschiedene Ertragsfähigkeit des Bodens. 

Daß eine bedeutende Verschiedenheit in der Ertragsfähigkeit 
des Waldbodens besteht, darüber ist wohl kein Zweifel; es beweist uns 
dies nicht nur die tägliche Erfahrung bei der Abnutzung der ver- 
schiedenen Holzbestände ein und derselben Holzart gleichen Alters, 
sondern es geht dies auch aus den mannigfaltigen Ertragsabstufungen 
der Ertragstafeln in unzweifelhafter Weise hervor. 

2. Durch die unterschiedliche Lage zum Marktorte. 

Die günstigere oder weniger günstige Lage zum Marktplatze 
ist in der forstlichen Produktion für die Größe der Bodenrente in- 
soferne von besonderer Bedeutung, als die forstlichen Produkte 
keinen weiten Transport vertragen. Ausgedehnte Waldflächen liegen 
meist vom Holzmarkte sehr entlegen. Wenn diese nun mangelhaft 
und ungenügend durch Verkehrsmittel mit dem Marktplatze verbunden 
sind, so vermögen sie wegen der Ungunst dieser Lage entweder 
eine Bodenrente gar nicht oder nur eine sehr niedere abzuwerfen. 
Ebenso ist die vertikale Erhebung der Waldflächen von besonderer 
Bedeutung, weil die Bringungskosten durch diese sehr ungünstig 
beeinflußt werden. 

3. Durch die Zunahme der Bevölkerung und die Verbesserung 
der Verkehrsmittel. 

Wie an späterer Stelle gezeigt werden soll, erfahren die Holz- 
preise eine fortlaufende Steigerung infolge des vermehrten Absatzes 
und der vermehrten Nachfrage durch das Zunehmen der Bevölkerung 
in waldarmen Gegenden. Durch die erhöhten Preise ist eine Zufuhr 
aus weiteren Entfernungen aus waldreichen Gegenden möglich, 
namentlich wenn der Verkehr durch die Eisenbahnen vermittelt 
werden kann. Auf solche W^eise kann in ausgedehnten Gebieten, in 
welchen bisher aus Mangel eines Absatzes der Produkte eine Boden- 
rente nicht erzielt wurde, eine solche mit einem Schlage durch den 
Ausbau einer Eisenbahn erreicht werden. 

4. Bei einer besonderen Kategorie von Wäldern tritt dagegen 
die Erzielung eines Ertrages und einer Bodenrente gegenüber 
anderen Momenten in den Hintergrund. Es sind dies die sogenannten 
Wohlfahrtswälder, Schutz- und Bannwaldungen, bei welchen das 
allgemeine „öffentliche" Interesse infolge eines Wohlfahrtszweckes 
an der Spitze steht. 

Man wird bei dieser Art von Wäldern unter Umständen von 
der Erzielung einer Bodenrente ganz absehen können, wenn dies 
im Interesse der Erreichung des Hauptzweckes gelegen ist. 



16 I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 



f) Die Arbeitsrente. 

Die Arbeitsrente ist in der Forstwirtschaft insoferne nur von 
geringem Belange, als sie nur erreicht werden kann, wenn der Wald- 
besitzer seinen Wald selbst bewirtschaftet, was wohl nur beim Klein- 
besitze anzunehmen ist. Aber auch selbst in diesem Falle ist die 
Arbeitsrente von geringer Bedeutung, da — wie bereits an früherer 
Stelle hervorgehoben worden ist — die Waldwirtschaft arbeits- 
extensiv ist. 

10. Der Kapitalzins. 

a) Begriff. 

Der Kapitalzins oder die Kapitalrente ist der Ertrag, der vom 
Kapital als solchem bezogen wird, beziehungsweise das Einkommen, 
welches der Kapitalbesitzer als solcher bezieht. 

Das Verhältnis des Kapitalertrages zum Werte des Kapitales 
heißt Zinsfuß. 

Bezeichnet man mit J den Kapitalertrag, mit K das Kapital, 

so drückt der Quotient -^ den Zinsfuß aus, auf die Werteinheit 

K 

des Kapitales bezogen. 

Prozent nennt man den Ertrag (Zins) vom Kapital 100. 

Man bezeichnet dasselbe allgemein mit p. 

Es verhält sich stets: 

K:100 = J:p daraus p= — ^ . 

K 

Unter landesüblichem Zinsfuß versteht man den Durchschnitts- 
zinsfuß sicher angelegter Kapitalien. 

Der Kapitalzins wird bezogen entweder als ausbedungener, d. h. 
vertragsmäßig bedingter Kapitalzins, so als Darlehens-, Miet- und 
Pachtzins, oder vom selbsiwirtschaftenden Eigentümer als berech- 
neter, natürlicher Kapitalzins oder Kapitalertrag. Hier gewinnt der 
Unternehmer vom Kapital, welches er in seiner Unternehmung an- 
legt, einen Ertrag, den er sich aus dem Gesamtertrage des Unter- 
nehmens herauszurechnen hat. 

In der Forstwirtschaft sind demnach alle Kapitalzinsen berech- 
nete, natürliche Kapitalzinsen und nur dann, wenn von dem Wald- 
besitzer ein ganz bestimmter Wirtschaftdzinsfuß gefordert wird, 
besteht ein ausbedungener Zinsfuß. 

h) Der Zinsfuß und seine Bewegungen. 

Jedes Kapital zeigt die Tendenz nach Ausgleichung des Zuwachs- 
prozentes, d. h. nach einem einheitlichen Zinsfuße, indem die Kapi- 
talien den Anlagen mit schlechterer Verzinsung entzogen und solchen 
mit besserer Verzinsung zugeführt werden. 



Der Kapitalszins. 17 

Diese Ausgleichung begegnet jedoch wieder Hindernissen und 
Widerständen von Markt zu Markt und Land zu Land. Man bringt 
nicht immer Kapitalien aus dem Inlande ins Ausland oder umgekehrt, 
weil hier das Mißtrauen vor den fremden Rechten und Gewohn- 
lieiten einwirkt. Andere Hindernisse bestehen auf demselben Orte mit 
Rücksicht auf das Interesse der Gläubiger und Schuldner wegen der 
Sicherheit der Anlage und insbesondere auch mit Rücksicht auf den 
Termin des Darlehens. Daraus erklärt sich der Unterschied des 
landesüblichen vom kaufmännischen Zinsfuße und ebenso die Ver- 
schiedenheit des Zinsfußes bei Anlagen mit verschiedener Sicherheit. 
Es ist jedoch selbstverständlich, daß für diese Tendenz der Verall- 
gemeinerung des Zinsfußes nur der reine Zins entscheidet und daß 
die Kosten, die Wagnisprämien usw. dann immer noch zugeschlagen 
werden müssen. 

Beim stehenden oder fixen Kapitale sind die Schwierigkeiten, 
Kapitalien aus ihrer konkreten Anlage zu entziehen und für andere 
Anlagen zu verwenden, größer als beim flüssigen Kapitale, da sie nur 
langsam zurückgegeben werden, und darum sind auch die Hinder- 
nisse für die Einheitlichkeit des Zinsfußes ebenfalls größer. 

Vergleicht man den Zinsfuß von Land zu Land, so findet man 
in den reichsten Volkswirtschaften den geringsten Zinsfuß und um- 
gekehrt z. B. beträgt derselbe in England ^VgVo» bei uns 4%. 

Verfolgt man die Entwicklung des Zinsfußes von Zeit zu Zeit, 
so bemerkt man im allgemeinen eine Tendenz zum Fallen. 

Diese Tendenz wird immer dann aufgehoben, wenn es gelingt, 
neue Kapitals Verwendungen, besonders gewinnbringender Art, zu 
finden. So ist der Zinsfuß im vorigen Jahrhundert allgemein zur 
Zeit der Eisenbahnbauten gestiegen, da hier durch die Auffindung 
dieser neuen und großartigen Kapitalsanlagen eine große Nachfrage 
nach Kapitalien geschaffen worden ist. Erst wenn eine solche 
Kapitalsnachfrage entsprechend befriedigt, wenn die Kapitals- 
ansammlung nachgekommen ist und die Nachfrage überflügelt, tritt 
die fallende Tendenz des Zinsfußes wieder in Kraft. 

Das ist nun in Europa in letzter Zeit, seit mehr als zehn Jahren, 
wieder der Fall. 

Eine sehr verbreitete Meinung geht dahin, daß der Zinsfuß im 
Zusammenhange mit der Geldfülle stehe. Je mehr Geld zur Verfügung 
sei, desto geringer müsse der Zinsfuß sein. Das ist aber in dieser 
Allgemeinheit nicht richtig, denn die Vermehrung der Geldmenge 
drückt sich in einer Minderung der Kaufkraft des Geldes und nicht 
in einem Sinken des Zinsfußes aus. Geldmarkt und Kapitalsmarkt 
werden oft als gleichbedeutend angesehen, was aber nicht zutrifft, 
da auf dem Geldmarkte der Preis des Geldes, auf dem Kapitals- 
markte der Zinsfuß bestimmt wird. 

c) Der forstliche Zinsfuß. 

Der forstliche Zinsfuß ist der Ausdruck für die Rentabilität der 
in der Forstwirtschalt tätigen Kapitalien, Er kann daher keine be- 
stimmte, gegebene Größe bilden, sondern eine variable, welche von 

Hietel, Waldwertrechnung. 2. Aufl. 2 



18 I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 

der Betriebsart, Holzart und den sonstigen Wirtschaftsverhältnissen 
abhängt. Anderseits sind die Kapitalien in der Forstwirtschaft zum 
größten Teile den fixen zuzurechnen und darum ist die Ausgleichung 
des Zinsfußes von größerer Schwierigkeit, da die Kapitalien aus der 
Wirtschaft nicht beliebig zurückgezogen werden können. 

Auch kann der landesübliche Zinsfuß nicht unterstellt werden, 
weil alles, was die moralische Gewißheit vermehrt, den Bodenertrag 
zu beziehen, ein Sinken des Zinsfußes herbeiführt, und zwar: 

1. Die Sicherheit des Waldbesitzes. Sie ist gegenüber allen 
anderen Kapitalsanlagen und Unternehmungen ohne Übertreibung 
eine der größten, weil die Gefahren, welche dem Waldbesitze drohen, 
nur sehr geringe sind und keine solche Rückwirkung auf die 
Schmälerung des Ertrages ausüben, als es in ähnlichen Produktions- 
zweigen, beispielsweise der Landwirtschaft, der Fall ist. Diese Ge- 
fahren bestehen in Verheerungen durch Feuer, durch Insekten, 
durch Stürme, Schneebruch, Hagelschlag und Dürre. 

Wie gering der durch Feuer verursachte Schaden ist, zeigen 
uns am deutlichsten die statistischen Nachweisungen. 

Es betrug beispielsweise die durch Brand zerstörte Waldfläche 
in Preußen von 1882 bis 1892 0-01 6Vo, in Österreich von 1881 bis 
1890 0-01 35%, und zwar entfällt auf 7400ha 1ha Brandfläche mit 
einem Durchschnittsschaden von 88 K. Diese Schadensziffer ist so 
geringfügig, daß sie ohne weiteres unbeachtet bleiben kann. 

Ähnlich verhält es sich auch mit den übrigen Schäden, welche 
durch Sturm und Insekten dem Walde zugefügt werden. Sie 
sind womöglich noch unbedeutender, da wir bei sorgsamer Wirt- 
schaft diesen in weitestgehender Weise vorbeugen können. 

Zudem werden im Falle des Eintretens meist nur verwertbare 
und abständige Hölzer betroffen, die bei dem heutigen Stande der 
Verkehrsmittel ohne nennenswerte Einbuße verwertet werden können, 
weil das forstliche Haupterzeugnis, das Holz, nicht in dem Grade 
dem Verderben ausgesetzt ist, wie Erzeugnisse anderer Gewerbe, 
z. B. jene der Landwirtschaft. 

Die Spät- und Frühfröste, Hagelschäden werden bloß den 
Kulturen in fühlbarem Maße schädlich, sie treten aber nur in so 
geringem Umfange auf, daß sie nicht einmal statistisch nachgewiesen 
werden. 

Die Sicherheit des Waldbesitzes ist auch größer als jene der 
bestfundierten Kapitalsanlagen in Staatspapieren. Kursstürze zur 
Zeit von Kriegen oder politischen Unruhen, wie sie bei den Staats- 
papieren eintreten und den Wert der letzteren auf lange Zeit 
ungünstig beeinflussen, sind beim Waldvermögen nahezu ohne Ein- 
fluß, Wenn auch vielleicht eine Verwertung der erzeugten Produkte 
in dieser Zeit nicht möglich ist, so erleidet die Produktion durch 
derartige Umstände dennoch keine Einbuße, weil die Produkte für 
die Verwertung nach Eintritt besserer Zeiten aufgespeichert werden 
können. Dieser Sicherheit wegen werden darum gerne große Ver- 
mögen in den Bodenwirtschaften, hauptsächlich aber im Walde an- 
gelegt. Der Käufer rechnet mit der Tatsache, daß die Bodenwirt- 



Der Kapitalszins. 19 

Schäften hinsichtlich der Rentabilität (Verzinsung) gegenüber anderen 
Unternehmungen und Kapitalsanlagen zwar zurückbleiben, dafür aber 
an Sicherheit diese wiederum übertreffen. Der Besitzer einer Boden- 
wirtschaft begnügt sich in Erwägung dieses Vorteiles mit einer 
geringen Verzinsung und verzichtet daher von vornherein auf eine 
Verzinsung in der Höhe des landesüblichen Zinsfußes. Zudem be- 
dingt der Waldbesitz, insbesondere wenn er einen Großgrundbesitz 
bildet, was gerade beim Walde meist der Fall ist, auch noch 
andere angenehme Besitzfolgen, wie die Ausübung der Jagd, der 
Fischerei, des Wahlrechtes und das Bewußtsein des Besitzes an und für 
sich, welche für einen gewissen Zinsenentgang ebenfalls entschädigen. 

2. Das Sinken des Zinsfußes mit steigender Kultur. 
Diesem allgemeinen volkswirtschaftlichen Gesetze müssen wir in 
der Forstwirtschaft dann Rechnung tragen, wenn wir es mit langen 
Produktionszeiträumen zu tun haben, bei welchen die ersten Anlage- 
kosten weitab von den seinerzeit eingehenden Erträgen gelegen sind. 

Je länger dieser Zeitraum ist, desto mehr wird dem Zinsfuße 
eine Tendenz zürn Sinken beigemessen werden können. 

3. Das Steigen der Holzpreise. Die Preisstatistik bestätigt, 
daß die Holzpreise mit dem Fortschreiten der Zeit ebenso eine 
steigende Tendenz aufzuweisen haben, wie die Preise der übrigen 
Bodenprodukte, und zwar einerseits als Folge einer fortschreitenden 
Geldentwertung, anderseits als Folge eines verminderten Angebotes 
und einer vermehrten Nachfrage, bedingt durch die Erschließung 
neuer Verwendungszwecke sowie durch die Verbesserung der 
Transportmittel. So besteht heute ein Export von Holzstoff- und Holz- 
schnittware nach überseeischen Ländern; es herrscht demnach gegen- 
über der Landwirtschaft gerade das umgekehrte Verhältnis. Während 
diese von der überseeischen Konkurrenz durch Einfuhr der land- 
wirtschaftlichen Produkte mächtig zu leiden hat, hatte die Forst- 
wirtschaft von dieser Konkurrenz bisher wenig zu befürchten. 
Diese allmähliche Preissteigerung ist statistisch äußerst instruktiv in 
der „Vierteljahresschrift für Forstwesen "*, und zwar in den Jahrgängen 
1899 bis 1901 für die Zeitperiode von 1848 bis 1898 von Hofrat Prof. 
A. V. Guttenberg nachgewiesen. Sie beträgt nahezu ausnahmslos 
1 bis l'57o und geht in einzelnen Fällen selbst bis zu 2% und mehr, 
letzteres insbesondere in der Bukowina und in Galizien. (Siehe die 
folgenden Tabellen.) 

Aus diesen Preisnachweisungen geht auch hervor, daß die 
größte Steigerung des Preises bei den starken Sortimenten der 
Nadelhölzer eingetreten ist. Dagegen haben die geringeren Sortimente, 
wahrscheinlich wßil die allgemeinere Verbreitung der Durchforstungen 
und die herabgesetzten Umtriebszeiten ein vermehrtes Angebot be- 
dingen, zwar auch eine Preissteigerung zu verzeichnen, doch bleibt die- 
selbe gegenüber dem Starkholze zurück. Nahezu keine Preissteigerung 
ist dagegen beim Buchenbrennholze eingetreten, im Gegenteile ist 
seit dem Jahre 1878 ein Preisrückgang zu verzeichnen, wie aus der 
Nachweisung im Jahrbuche der Staats- und Fondsgüterverwaltung für 
das große Buchengebiet des k. k. Wienerwaldes markant hervorgeht. 



20 



I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 



Name der Domäne 



Nutzholz 



Brennholz 



'X'euei ungs- 
prozent= c 



Brenn- 
holz 



r I 



Anmerkung 



1. Niederösterreich. 
Wienerwald .... 

Wien (Markt) . . . 

Goldegg 

Walpersdorf .... 

Weitra (ebene Forste) ! 

„ (Gebirgsforste) < 

Sonnberg < 

Stixenstein l 

Gutenstein, Schwarzau j 

und Hohenberg . . \ 

2. Oberösterreich. 
Aurach ■! 

Attergau i 

Ebensee ..... | 

Gosau •! 

Kobernauserwald . . l 

St. Martin I 

3. Salzburg. 

Salzburg (loko Salzach) l 

Flachau, Hallein . . l 

Pongau, St. Johann . l 



1848| 
1898 i 

1848' 
1898 

1867 
1897 

1867 
1897 

1848 
1898 

1848 
1898 

1877 
1898 

1848 
1898 

1848 
1898 



1849 
1897 

1848 
1898 

1852 
1897 

1850 
1897 

1869 
1896 

1871 
1897 



1850 
1898 

1848 

189H 

1848 
1898 



9-32 
16-20 



22 — 
22 — 



I 22-26 
j 23-06 

i 4-— 

jio-~ 

2-50 
7-06 



8- 
1084 

5-84 
13-92 



13- 
13-50 



12-601 



6-96 
10 — 

936 
9-46 

3-56 
10-— 

3-56 
11-72 

1314 
14-22 

4-— 
8-20 

2-60 
6-60 



9-34 
11-70 

504 

11-98 

7-08 
9-12 

6-20 

7-88 

9-14 
12-56 

10-52 
10-26 



5-48 
6-20 

9-32 
lill — 

560 
6-60 

7-40 
4-70 

3-10 
6-70 

2-52 
7-40 

6-— 
6*94 

2-40 
4-70 

2 — 

3-— 



3-80 
6-40 

3-20 

3-80 

2-98 
3-40 

2-68 
3-92 

3-26 
5-fcO 

5-94 

6-28 



1150 
15 — 

5-30 
10-60 

6-20 
8-60 



9-10 

8 40 



4-74 
4-82 

6-20 
10 — 

3-80 
6-20 

6-68 
5-— 

1-92 

4-6d 

1-78| 
5-80 

4-10 
4-60 

2- 
2-10 

2- 

2-40 



2-68 
480 

2-70 
320 

1-64 
1-80 

1-80 
318 

2-08 

3-70 

4-98 
6- 



7- 
7-70 

2-40 
3-60 

1-90 
2-90 



1-1 



O'O 



02 



1-6 



2-1 



1-1 



3-4 



0-4 



0-3 

03 
0-5 
1-5 
20 
2-2 
0-7 
1-4 
0-8 

11 
0-3 
0-5 
1-6 
1-9 
0-2 



0-1 

10 
1-6 
10 
1-8 
24 
0-6 
Ol 
0-4 

1-2 
0-4 
0-4 
2 3 
2-2 
0-7 

0-2 
0-8 
0-8 



PreiBabnahme 



Der 'Kapitalszins. 



21 



Name der Dom&ne 



Brennhols 



Teuerungd- 
prozent = c 



Nutzholz 



Brenn- 
holz 



Kronen 



Anmerkang 



Pinzgau, Zell am See . v\ 
Lungau, Tamsweg . . |i 



1848 ij 
1898 1; 

1848 |i 
18981! 



4, Steiermark. 

Weyer .... 

Trautenfels . . . 
Landsburg . . . 
Neudau .... 



f\\ 1870 
ll; 1898 

fjj 1888 

ilj 1897 
i 
1848 
1898 

1856 
1898 



5. Kärnten, Krain und 
Küstenland. 

Tarris , 

Wolfs berg .... 

Gurk 

Idria 

Schneeberg-Krain . . 

Gottschee 

Haasberg 

Tarnowanerwald . . . 
Montona 

6. Böhmen. 

Erzgebirgestaatsforste . 

Prager Markt ... . 
Neuhaus . . . . . 



4-54 
910 

810 
1306 



3-80 
8 — 

3-80 
6-40 



1-80 1-60 
3-20|2-60 

1-50 
2-40 



1208 t4-80 
15-64 5-70 



18T5 
1898 

18611 
1898 !: 

1878!' 
18971 

1855 i 
1898 1! 

1848 
1897 

1848 
1897 

1875 
1897 

[1860 
|1898 

1855 
1898 



lll 1848 
\\\ 1898 

f; 1851 

\ 1900 

r!i i8§i 

11 1898 



1-40 
7-20 

0-50 
3-20 



20-90 
19-70 



3-60, 

7--~, 

312! 
8-10 

5-86 
10-40 



2-34 
4-24 

2-40 
6-- 



4-70 
6-62 

420 
6-40 

1-74 
3-80 

1-68 
4-40 



316 
17-40 



7-44 
11-60 

7-— I 
9-80 1 

5-52' 
6-90 

8-94 [! 4-10 
13-30 I 5-— 

3-— 11 0-60 
7-96 !l 3-57 

1-20 i| 0-43 
5-80 ' 0-85 

11-20 : 1-43 
13-50 1 1-40 

1110i|4-20 
13-92 ' 4-80 



2-3011-60 
5-— J2-30 

1-30 
2-50 

2-92 
4-— 



0-9 
i- 6-9 



1-5 



10 



1-4 
1-2 



0-47 
0-85 

2' 

3-40 



3-— — 
2-94 — 



3-04 j 2-24 
17-42 : 4-80 



9-44 i — 
— !22-24 



11-86 
19-— 



6-20 

7-— 



1-9 
1-4 

20 
0-9 
1-1 
0-9 



3-32-0 



3-8 



0-2 



214 ! — 
5-— ! 19 



5-^ 
6 — 






3-2 



09 



0-6 



11 

06 

1-2 
0-5 



21 



0-5 



3-7 



1-5 



0-4 



Ol 



10 
10 

1-2 
4-3 
1-6 
2-3 



1-5 



33 



0-9 



1-7 



0-3 



2-6 



1-4 



17 



0-5 



IF.reisabnahmc 



22 



I. Die volkswirtschaftlichen Grundlagen der Forstwirtschaft. 



Name der Domäne 







1 








l'eue 


nngs- 




o 


Nntzbolz 


Bren 


nholz 


Prozent = c 


Anmerkung 


1 


Nutzholz 


Brenn- 
holz 




1 




.a 


'S 


i 


'S 


1 


S 




Kronen 


1836 


5-54 


4-41 3-50 2 64 






] 




1 


1898 


20 50 


19 72 8-60 6-40 


21 


2-4 


1-4 


1-4 




1856 


— 


3-70 


4-18 2'60 
















1897 


— 


13-88 


5-60 6-70 

1 


— 


3-1 


0-4 


1-8 




1858 


— 


4-72 


3-50 2-80 







— 







1898 


— 


16-24 


7—16-40 




31 


1-8 


20 




1848 


5-54 


6-92 


2-24 








— 




1898 


16-84 


17-20 


6 — 


2-2 


1-8 


16 




1850 


29- 


15-80 


4-40 


3-44 















1898 


32-30 


26-26 


7-60 


6-80 


0-2 


1-0 


1-1 


1-4 




1848 


9 — 


7-— 


6-60 


4'50 







— 







1898 


24-60 


15-24 


9 — 


7-— 


1-6 


1-6 


10 


0'9 




1860 


8-86 


7-60 


4-60 


3-70 











— 




1898 


15-— 


16- 


9-- 


7-80 


1-3 


TS 


1-7 


1-8 




1848 


26-36 


5-40 


3-66 


2-68 











— 




1898 


26-60 


15-70 


7-40 


6-60 


0-2 


2-1 


1-4 


1-8 : 




1851 


12-20 


7-30 


2-76 


2-34 








— 


— 




1898 


26-— 


22-80 


6-40 


6 34 


1-6 


2-4 


1-7 


1-7; 




1861 


15-84 


8-34 


4-08 


3-30 








— 






1898 


26 — 


17-60 


6-- 


6-40 1-4 


21 


1-2 


r4l 




1848 


— 


4-20 


3 — 


2-72 











— 




1898 


— 


12-76 


5-74 


5-441 


— 


2-2 


1-3 


1-3 




1872 


19 — 


12-52 li 6-40 


5 — i 











1 




1898 


27-60 


18-40 


7-60 


6-20 ! 


1-4 


1-4 


13 


0-8 j 




1841 


4-48 


- 


0-80 


0-841 






■ 


_i 


■ 


1900 


10-88 


— 


4-74 


2-30 


1-5 


— 


2-8 


1-7 j 




1841 


4-38 





1-60 


0-90 








— 


_] 




1900 


13-68 


. — 


3-96 


1-62 


1-9 


— 


1-6 


1-0 i 




1841 








2-70 










— 


— 




1900 


— 


— 


7-20 


_ ':_ 


— 


1-6 


— 




1841 


— 


0-84 














— 


— 




1900 


— 


5-26 


— 


— 


— 


31 


— 


— 




1861 





0-64 


— 


i 


_ 


— 


— 


— 




1900 




464 


— 


, 


3-3 


~~ 


~ 




1850 


1 


38 


1- 


10 i 








i 




1895 


3 46 


3-62 1 


2-0 i 

1 


2-6 1 




1859 


1-861 0-60 


0-74|0-48 


1 


— 


— 1 




1897 


7-84 


2 74 


1-14 


0-62 


3-9 


4-6 


1-2 


0-6 ! 

t 





Eger I 

Bistritz i. Böhmerwald \ 
Bischof teinitz . . . . | 

Rothenhaus ! 

Weißwasser . . | 

Friedland . . . . | 

Landskron •!; 

Reichenau . . . . V 
Hofowitz •{ 

Dobfis ...... !i 

'I 

l' 
Pürglitz jl 

Stadt Pilsen . . . . || 

■ 
7. Bukowina. 

Forstbezirk Rewna . . { 

„ Franztal . | 

Stadt Czemowitz . . . | 

Domawatra \ 

Strazza \ 

8. Galizieir. 

Staatsforste \ 

Domäne Ealusz . . . | 





Der Kapitalszins. 




ttspreise betrugen: 






Scheiter hart 


Prügel hart 




Guld 


e n 


1848 


2-54 


1-60 


1858 


4-17 


2-50 


1868 


3-40 


1-65 


1878 


3-65 


1-80 


1888 


3-25 


1-30 


1898 


3-25 


1-30 



23 



In welcher Weise wirkt nun diese nachgewiesene Preissteigerung 
auf die Höhe des Zinsfußes? 

Ist der gegenwärtige Wert der jährlichen Abtriebsnutzung in 
der normalen Betrieb?klasse = Au und das Zunahmeprozent der 
Holzpreise = t%, ferner das gesuchte Prozent = x, so ist der Wert 
aller in Zukunft eingehenden Erträge: 

A„ _ ro^ , 10 1^ ^ 10t<» 



oox " i'Op ' " rop2 ' ^"^ rop°^' 

Au _ / 1-Ot VO^ J^Ot^\ 

oox ~" " viop"^ ropä»"^ — lOp'^^y' 

Für diese unendliche fallende Reihe ist der Summenwert 

1 — q 

, , 10 t ^ 1-0 1 

da ferner a = — tt— und q = —yr~ 

10 p ^ 1*0 p 

1-0 1 1-0 1 



S^ 10p _ 10 p 10 t 



1-0 t 10 p — 10 t 10 p — 10 t' 



10 p 1-0 p 

>** = i + I5o ■""* iOP = '+m 
1 -u-L 100 + t 

"^ 100 100 



"^ 100 100 100 

., A„ , 100 4- 1 
somit: — — = Au -4- 

X p — t 

1 ^ 100 + t 
0-0 X p — t ' 

00x= P~*^ 
100 + t' 



24 II- Die forstwirtsehaftlichen Grundlagen. 

_ 10Q<p — t) 
^~~ 100 -ft ■ 

Da t gegenüber 100 verschwindend klein ist, kann 



100 + 1 
gesetzt werden, und es ist sodann: 

x= p — t. 

Der gegenwärtige, geforderte WirtsehaftsZinsfuß muß demnach 
um den gleichen Prozentsatz vermindert werden, um welchen die 
Holzpreise im Verlaufe der Zeit steigen, wenn das gleiche Ergebnis 
erzielt werden soll wie mit Anrechnung der zunehmenden Holz- 
preise. Da gegenwärtig der Zinsfuß für sicher angelegte Kapitalien 
3'5Vo beträgt, so würde unter Berücksichtigung eines Preiszuwachs- ^ 
Prozentes von l^/o der forstliche Zinsfuß 2V2V0 betragen. Dieser 
forstliche Zinsfuß bewegt sich in den Grenzen zwischen 2% urid 
3%, was aber nicht ausschließt, daß bei sehr hohen Umtriebszeiten 
ein noch geringerer, bei niederen Umtriebszeiten ein höherer 
Zinsfuß den forstlichen Wertberechnungen unterstellt werden muß. 
Da aber das Preiszunahmeprozent nur bei den Holzerträgen zu 
berücksichtigen ist, folgt von selbst, daß bei den sonstigen Erträgen 
und Ausgaben der landesübliche Zinsfuß zugrunde gelegt werden muß. 



II. Die forstwirtsehaftlichen Grundlagen. 

1. Allgemeines. 

Jeder forstlichen Wert- und Rentabilitätsberechnung muß die 
örtliche Feststellung der Roherträge und der Ausgaben vorangehen; 
diese wird dort, wo eine geordnete Wirtschaft durch Aufstellung 
eines Einrichtungsoperates besteht, keinen Schwierigkeiten begegnen, 
weil durch die Evidenzhaltung der Forsteinrichtungswerke das 
Material für diese Erhebungen geliefert werden soll. — Wir sagen 
„soll", weil der Evidenzhaltung der Forsteinrichtungswerke selbst in 
geordneten größeren Haushalten oft eine ungenügende Sorgfalt 
gewidmet, in der Regel aber das auf solche Weise gesammelte 
wertvolle Materiale für lokale Wirtschaftszwecke, d. h. zur Aufstellung 
einer örtlichen Ertrags-, Kosten- und Preisstätistik nicht verarbeitet 
wird. 

In dieser Richtung als nachahmenswert stellen wir die Nach- 
weisungen zum Grundlagenprotokoll für die Waldrevisionen in der 
k. k. Staatsforstverwaltung hin, wie sie in dem Jahrbuche der k. k. 
Fondsgüter Verwaltung vom Jahre 1893 veröffentlicht sind. 

Tabelle I liefert für den Zeitraum eines Dezenniums den Aus- 
weis über die vorgekommenen Veiränderungen im Besitz- und Lasten- 
stande nach dem Kataster. 



Veranacblagungen des Rohertrages. 25 

Tabelle II eine Zusammenstellung der durchgeschlagenen Be- 
stände nebst Vergleichung der hierbei gewonnenen mit den geschätzten 
Holzmassen. Es erschiene uns wünschenswert, wenn hier bei den 
einzelnen Beständen noch der erzielte Gelderlös angegeben wäre 
behufs Ableitung der Qualitätsziffer pro 1 fm^ für die verschiedenen 
Standortsklassen und Altersstufen. 

Tabelle III eine Zusammenstellung der erfolgten gesamten 
Haubarkeits-, Zwischen- und außerordentlichen Nutzung, sowie der 
nach Haubarkeits- und Zwischennutzung gesondert ausgewiesenen, 
zufälligen Ergebnisse, getrennt nach Sortimenten unter Beifügung 
<ier bezüglichen Raummaße und des Festgehaltes, sowie des Geld- 
wertes. 

Tabelle IV. Vergleichung des Einschlages mit dem präliminierten 
Hiebssatze sowohl hinsichtlich der Holzmasse als auch der Ab- 
triebsfläche. 

Tabelle V. Zusammenstellung der vorgenommenen, nicht plan- 
mäßigen Nutzungen. 

Tabelle VI. Zusammenstellung der ausgeführten Kulturen, deren 
Kosten etc. 

Tabelle VII. Zusammenstellung der für die Bedeckung der 
Einforstungsgebühren präliminierten und wirklich abgegebenen Holz- 
und Streumassen. 

Tabelle VIII. Ausweis der Roherträge aus der Haupt- und 
Nebennutzung und den Nebenwirtschaften, sowie der Gesamtkosten 
und Reinerträge dieser Betriebszweige. 

Wie zu ersehen, liefern die Tabellen II, III, VI und VIII ganz 
vorzügliche und sichere Grundlagen für die Durchführung von Wert- 
berechnungen und wäre es daher angemessen, sämtliche Dezennal- 
nachweisungen gesammelt dem letzten Revisionsoperate beizu- 
schließen. 



2. Veranschlagungen des Rohertrages, beziehungsweise der 

Einnahmen. 

^. Abtriebsnutzung. 

Der Wert der Abtriebsnutzung ergibt sich aus dem Gelderlöse, 
welcher für die angefallene Holzmasse erzielt wird. 

aj Material- oder Naturalertrag. 

Soll derselbe für ganze Wirtschaftskörper oder für Waldflächen 
von größerer Ausdehnung ermittelt werden, so hat dies nach den 
Grundsätzen der Forstbetriebseinrichtung zu geschehen, und zwar: 

1. durch Erhebung des wirtschaftlichen Zustandes; 

2. durch die Ermittlung des Zuwachses und Holzvorrates; 

3. durch die eigentliche Ertrags- oder Etatsbestimmung. 



26 II. Die forstwirtschaftlichen Grundlagen. 

Liegt ein Einrichtungsoperat bereits vor, so sind die Ertrags- 
oder Etatsbestimmungen und deren Grundlagen vor ihrer Verwendung- 
auf die Richtigkeit zu prüfen. 

Kommen dagegen nur Flächen von geringer Ausdehnung in 
Betracht, so erfolgt die Bestimmung des Naturalertrages : 

1. durch Vergleich mit den Abtriebsergebnissen gleichartiger 
Bestände; 

2. durch direkte Massenermittlung mittels Auskluppierung; 

3. durch Benützung von Lokalertragstafeln oder, wo solche nicht 
bestehen, von allgemeinen Holzertragstafeln. 

Die verbreitetsten Holzertragstafeln sind in Österreich jene von 
Feistmantel, welche für die Holzarten: Fichte, Tanne, Lärche, 
Kiefer, Buche, Eiche, Pappel und Linde — in Abstufungen von 10 zu 
10 Jahren — die Holzmasse, den laufenden und den Durchschnitts- 
zuwachs für 9 Standortsklassen angeben. Als ein fühlbarer Mangel 
muß es jedoch bezeichnet werden, daß dieselben hinsichtlich der 
mittleren Bestandeshöhe als Charakteristik für die verschiedenen 
Unterklassen noch nicht ergänzt worden sind. 

Die Bestandestafeln setzen stets eine volle Bestockung = 10 
voraus. 

Ist die Bestockung keine volle, so wird sie in Zehnteln der 
vollen, also mit 0'9, 08, 07, 0'6 usw. angesprochen und in diesem 
Falle die Angabe der Tafeln entsprechend reduziert, z. B. : 

Die Bestockung wurde mit 0'7 eingeschätzt, die Ertragstafel 
weist bei dem gegebenen Alter 500 f m^ aus, so ist die Masse des 
Bestandes 500 fm^ X 0*7 = 350 fm'l Hiervon ist noch der Aufarbeitungs- 
verlust in Abschlag zu bringen, welcher im Durchschnitte mit 5 bis 
l07o? in Gebirgsforsten, wo das Reisig nicht verwertbar ist und im 
Schlage liegen bleibt, mit 20*^/,, und noch mehr veranschlagt werden 
kann. 

b) Geldertrag. 

Man unterscheidet einen Geldertrag aus den Hauptnutzungen 
und aus den Nebennutzungen. 

Erstere zerfallen wieder in Haubarkeits- oder Abtriebsuutzungen 
und in Zwischennutzungen, das sind die Durchforstungserträge. 

Der Geldwert der Abtriebserträge ergibt sich aus dem Ge- 
samtgelderlöse der angefallenen Holzmasse. Will man den Durch- 
schnittspreis pro 1 fm aus dem Abtriebsergebnis direkt oder die 
Qualitätsziffer ermitteln, so muß man den Gesamterlös durch die 
angefallene Gesamtmasse dividieren, z. B. : Das Abtriebsergebnis 
beträgt 500 fm^ der Gelderlös abzüglich der Hauer- und Bringungs- 
löhne 5000 K, so ist der Gesamtdurchschnittspreis oder die Qualitäts- 

oOO 

Hat man nun die Holzmasse eines gleichalterigen und gleich- 
artigen Bestandes mit 425 fm^ erhoben, so wäre analog dessen Ab- 
triebsertrag 425 X 10 K = 4250 K. 



16 — 


0-70 


15-30 X 0-70 = 


10-71 


6 — 


1-40 


4-60 X 0-15 = 


0-69 


— 


1-30 


3-70 X 0-10 = 


0-37 


3 — 


1-50 


1-50 X 0-05 = 


0-07 



Veranschlagungen des Rohertrages. 27 

Ist aus irgend einem Grunde die Ableitung der Qualitätsziffer 
auf diese Weise nicht möglieh, so kann dieselbe aus dem Verhält- 
nisse des Anfalles der einzelnen Sortimente zum Gesamtanfalle und 
dem Einheitspreise der Sortimente vorgenommen werden. 

Gibt z. B. ein Bestand: 

Kronen 
707o Nutzholz zu 
15 7o Scheitholz „ 
10% Prügelholz ., 
5% Reisigholz , 
so ist dessen Durchschnittspreis oder seine Qualitäts 
Ziffer Summa 1184 K. 

Selbstverständlich setzt die Benützung derartig abgeleiteter 
Durchschnittspreise pro 1 fm^ für andere Bestände voraus, daß sie 
den gleichen Wuchsgebieten und Preisklassen angehören. 

In der Regel beziehen sich die Preise des Brennholzes auf das 
Raummaß (Raummeter) und müssen dieselben erst mit den betreffen- 
den Reduktionsfaktoren auf das Festmeter reduziert werden. 

Für die Lösung vieler Fragen aus dem Gebiete der Waldwert- 
rechnung und forstlichen Statik ist die Aufstellung von lokalen 
Geldertragstafeln von besonderem Vorteil. Es geschieht dies im 
allgemeinen in der Weise, daß man die in den Ertragstafeln für die 
verschiedenen Altersstufen ausgewiesenen Massenerträge mit den 
zugehörigen Durchschnittspreisen pro 1 fm^ multipliziert. Die 
Schwierigkeiten für die Feststellung solcher Geldertragstafeln liegen 
jedoch in dem Umstände, daß sich die Absatz- und Preisverhältnisse 
innerhalb kurzer Zeiträume ändern können; aus diesem Grunde 
haben auch solche Geldertragstafeln in die Praxis wenig Eingang 
gefunden. Da die eingehendere Besprechung des Themas , Aufstellung 
von Geldertragstafeln" an dieser Stelle untunlich ist, verweisen wir 
auf das für praktische Zwecke äußerst instruktive Beispiel: „Die 
Aufstellung von Holzmassen- und Geldertragstafeln auf Grundlage von 
Stammanalysen von Prof. A. v. Guttenberg", veröffentlicht im IV. Heft 
des Jahrganges 1896 Österreichische Vierteljahrsschrift für Forstwesen. 

B. Zwischennutzungserträge. 

Im allgemeinen gilt für deren Wertbestimmung das gleiche 
wie für den Haubarkeitsertrag. 

Die Veranschlagung wird jedoch dadurch erschwert, 

daß sowohl der Beginn als auch die Wiederkehr der Durch- 
forstung, ferner deren Stärke und Wiederholung einerseits von 
wirtschaftlichen Momenten, anderseits von individuellen Ansichten 
abhängen, und 

daß auch die Preisbildung größeren Schwankungen unterliegt, 
je nach der Nachfrage und der Absatzfähigkeit dieser schwachen 



/■ 



28 IJ^- Die forstwirtschaftlichen Grundlagen. 

Sortimente. Es können oft die schwächsten Sortimente, z. B. Rechen- 
stiele und Zaunstecken, Preise erzielen, welche selbst jene der besten 
Sortimente übertreffen. 

Dessenungeachtet müssen sie bei den Wertermittlungen be- 
rücksichtigt werden, weil sie das Endergebnis vielfach nicht un- 
wesentlich beeinflussen. 

Man wird die Durehforstungserträge ebenfalls am besten durch 
Vergleich der Ergebnisse gleichartiger Bestände in den verschiedenen 
Bestandesaltern finden. Dabei wird man aber zur Vereinfachung der 
Rechnungen die Eingangszeiten entweder von 5 zu 5 Jahren oder 
von 10 zu 10 Jahren abrunden. Stehen indes keine anderen Er- 
fahrungen in dieser Richtung zu Gebote, so wird man ebenfalls 
seine Zuflucht zu Vorertragstafeln nehmen müssen. 

C. Nebennutzungen. 

Diese betreffen alle aus dem Walde gezogenen Nutzungen, welche 
jedoch nicht zur Holznutzung gehören, und zwar: 

Die Wald- und Waldmastweide, die Gewinnung von Waldgras, 
Futterlaub, Harz, Rinden, Knoppern, Waldfrüchten, Torf und Steinen, 
auch der Ertrag aus der Ausübung der Jagd und Fischerei ist hier- 
her zu rechnen, ebenso wie die Erträge aus dem landwirtschaftlichen- 
Zwischenfruchtbau. 

Für die Veranschlagung sind ebenfalls nur die örtlichen Durch-, 
schnittsergebnisse maßgebend. Im allgemeinen bewegen sich diese 
Erträge zwischen 2 bis höchstens 10% ^^^ Gesamtertrages. 

D. Die Holzpreise. 

Es ist bereits in dem früheren Abschnitte über die Preis- 
bildung darauf hingewiesen worden, daß die Preisbildung der Holz- 
produkte ebenfalls nach den allgemeinen volkswirtschaftlichen Ge- 
setzen erfolgt. 

Diese Ausführungen sollen bezüglich der Holzpreise hier dahin 
präzisiert werden, daß die Marktpreise insbesondere von dem An- 
gebote und der Nachfrage, die lokalen Preise hingegen von der Lage 
zum Marktorte beeinflußt werden. Hinsichtlich der Marktpreise ist 
auch bereits nachgewiesen worden, daß bei diesen eine allgemeine 
Preissteigerung stattfindet und ein Preisrückgang infolge der 
zunehmenden Nachfrage nicht zu erwarten steht. Es erübrigt somit 
nunmehr die Erörterung des Verhältnisses der lokalen Preise zu 
den Marktpreisen. 

In dieser Richtung kann gesagt werden, daß die lokalen Preise 
fast ausschließlich nur von den Transportkosten zum Marktorte 
beeinflußt werden und dieselben nahezu der Differenz zwischen 
Marktpreis und Transportkosten gleichkommen. . : . 

Die Verschiedenheit derselben kann somit nur durch die höheren 
oder geringeren Transportkosten verursacht werden. 



Veranschlagungen des Rohertrages. 



29 



Diese hängen wiederum ab einerseits von dem spezifischen 
Gewichte der Holzart, anderseits aber von der Güte des verfügbaren 
Transportmittels. 

Da das Gewicht für 1 fm^ lufttrockenes Holz nach Nördlinger 

für Buche und Eiche 740 kg 
„ Tanne „ Fichte 480 „ 

beträgt, so verhält sich das Gewicht des Nadelholzes zu jenem des 
Laubholzes annähernd wie 1 : 1*5. 

Mit einer zweispännigen Fuhre können im Durchschnitte verführt 
werden Festmeter: 



Holzart 



Flachland 



Stieße 



Weg 



Hügelland 



^t aße 



W.g 



Bergland 



S raBe 



Weg 



hart .... X = 
weich . . . . X = 



40 
60 



20 
3-0 



2-6 
40 



16 
2-4 



1-6 
2-4 



10 
1-5 



Die Anzahl der möglichen Fuhren = n in einem Tage, bei einer 
durchschnittlichen Arbeitsleistung von 15km in 8 Arbeitsstunden ist: 

„ 8 X 60 X g 480 X g 



2d-\- ga 2d-i-ga' 

g= die durchschnittliche Geschwindigkeit in einer Minute, 
a =: die Auf- und Abladezeit pro 1 fm^ in Minuten, 
d = die Verführungsdistanz in Metern. 

Für g = 66 m 



31-680 



2 d + 66 a 



15840 
d + 33a* 



Bezeichnet man weiters mit x die Anzahl der Festmeter einer 
Ladung, so ist die ei'forderliche Arbeitszeit = Z in Tagen ausgedrückt, 
für 1 fm^: 

d + 33 a X X 



Z 



1584UXX ■ 



Unter den früher angegebenen Ladungsverhältnissen kann bei 
Annahme einer Auf- und Abladezeit von a = 2U Minuten pro Ifm^ 
für die Verfrachtung pro Wagen folgende Tabelle abgeleitet werden: 



30 



11. Die forstwirtschaftlichen Grundlagen. 



,« o 



Laubholz 



Flachland Hflgelland 



Bergland 



■Straße Weg Straße "Weg IStraßf Weg St'aßel Weg | Straße Wec j| Straße Weg 



Flachland 



Hflgelland 



Bergland 



Zeitaufwand für ) fm in Arbeitstagen 



fltxt 
H 



18 
20 
25 
30 
40 
oO 
60 
70 
80 
90 



10 0' 
12 |!0 
14 j 

16 liO 



050 
058 
■073 
•089 
104 
•126 
139 
152 
•168 
•174 
•190 
231 
26S 
294 
•326 
'358 
•437 
516 
•674 
•832 
•990 
•148 
306 
•463 



100 1-621 



066 I 

072! 

0103 I 

0134 1 

0165 

0-196 1 

0-227 ' 

0-2Ö8 

0-289 1 

0-320 '■ 

0-351 

0-413 

0-475 ' 

0-537 

0-599 

0661 

0-816 

0-971 

1-281 

1-591 

1-901 

2-211 

2'.521 

2-831 

3141' 



0053 
0065 



OO^^l 
0-081 



0089i0-120 



0114 

o-i;s8 

0163 
0-187 
Olli 
0-235 
0-260 
0-284 
0332 
0-380 
0-428 
0-477 
0-525 
0-648 
0-767 
1-009 
1-251 
1-493 
1-735 
1-977 
2-219 
2-268 



0156 
0199 
0-239 
0-278 
0-318 
0-357 
0-397 
0-436 
0-515 
0-594 
674 
0-752 
0-831 
1027 
1-224 
1-619 
2014 
2-409 
2-804 
3-200 
3-594 
4-050 



0061 
0-081 
0-120 
0-156 
0199 
0239 
0-278 
0-318 
0-357 
0-397 
0436 
0-515 
0-594 
674 
0-752 
0-831 
1027 
1-224 
1-619 
2-014 
2 409 
2-804 
3-200 
3-594 
4050 



0-077 j,0' 
0-111 jiO' 

0-182 0' 
2f.0||0 
0-333 !i 
0-400 !! 



0-454 
0-526 
0-588 
0-666 
0-769 
0-910 
1-000 
1-111 
1-250 
1-428 
1-818 
2-174 
2-875 
3-571 
4-349 
5000 
5-555 
6-666 
7-142 



047 
052 
062 
073 
083 
094 
104 
115 
125 
136 
146 
167 
188 
209 
230 
251 
304 
356 
461 
556 
671 
776 
881 
986 
091 



0032 

063 
0-080 
0-104 
0-125 i 
0-146 
0167 i 
0-188 
0-209 : 
0-230 ; 
0-251 
0-293 
0-335 
0-377 
0-419 
0-461 
0566 
0-671 
0-881 
1091 
1-301 
1-511 
1-712 

1 931 
2141 



0-05010-054 
0058|0-067 
073 0093 



0-089 
0-104 
0-125 
0-139 
0-152 
0-168 
0174 
0-190 
0-231 
0-263 
0-294 
0-326 
0-358 
0-437 
0-516 
0-674 
0-832 
0-990 
1-148 
1-306 
1-463 
1-621 



0-119 
0-145 
0171 
0-197 
0-223 
0-249 
0-275 
0-301 
0-353 
0-405 
0-457 
0-509 
0-661 
0-691 
0-821 
1-081 
1-346 
1-601 
1-861 
2-121 
2-381 
2-641 



0054 

0-067 

0-093 

0-119 

i 0-145 

0171 

1 0-197 

i0 223 

0249 

0-275 

0-301 

0-353 

0-405 

0-457 

jl 0-509 

i 0-561 

ii 0-691 

0821 

1-081 

1-346 

1-601 

1-861 

2-121 

2-381 

2-641 



0-063 
0-083 
0126 
0167 
0-209 
0-251 
0-293 
0-335 
0-377 
0-419 
0-461 
0-546 
0-630 
0-714 
0-798 
0-882 
1-092 
1-302 
1-722 
2-142 
2-662 
2-982 
3-402 
3-822 
4-242 



V2 
1 

2 

3 

4 

6 

6 

7 

8 

9 

10 

12 

14 

16 

18 

20 

25 

30 

40 

60 

60 

70 

80 

90 

100 



Bei einem täglichen Fuhrlohn von 12 K würden sich demnach 
die Fuhrkosten im Flachlande auf der Straße pro 1 f m=^ Nadelholz 
berechnen für die 

Entfernung von 5km= 0*094 X 12 K = 112K 

„ 10 „ =0-14BX12 ,.=^1-75 „ 

„ 15 , = 0198 X 12 ., = 2-37 „ 

„ 20 „ =^0-251X12; =3-01 „ 

oder pro 1 fm^ und 1 km : 

1*12 K 
bei einer Entfernung von 5 km = — — — ^^ 0*26 K 

o 



« 10 „ = 
. 20 „ = 



1-75 K 

10 
^^7K 
~lo" 
301 K 



20 



= 017 
= 0-16 
= 0-15 



Veranschlagungen des Rohertrages. 



31 



Für dieselben Verhältnisse würden sich hingegen die Kosten 
der Verfrachtung auf einem einfachen Wege stellen: 

bei einer Entfernung von 5 km = 0*146 X 1^ K = 1*75 K 

. . . . 10 n =0-251 X 12 „ =3-01 „ 

. . . . 1& , =0-365 X 12 „ =4-27 „ 

. „ „ , 20 „ =0-461X12 „=5-53„ 

und pro 1 fm^ und 1km: 

bei einer Entfernung von 



^, 1-75 K ,, „. -.^ 

5 km = — ~ — = 0-3o K 
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20 



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10 
4-27^ 

15 
5-53 K 



= 0-30 



0-28 



20 



0-27 



Ungleich geringer stellen sich die Verfrachtungskosten mittels 
Eisenbahn, namentlich auf größere Entfernungen. 

Für die österreichischen Staatsbahnen besteht gegenwärtig 
folgender Lokalgütertarif ^). 



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Batfernung in 


Eileut 


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gewShn- 


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Stfickgrut 


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Heller für 100 kg 












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1-30 


1-30 


1-14 0-80 


0-62 


050 


0-62 


0-52 


0-48 




51 — 100 


1 3-40 


1-30 


1-30 


1 14 ;! 0-80 


0-62 


0-50 


0-62 


0-52 


0-30 




101—150 


1 3-30 


1-26 


1-26 


106 070 


0-52 


0-30 


0-48 


0-32 


0-24 




151-200 


3-30 


1-26 


1-26 


106 0-70 


0-52 


0-22 


0-48 


0-22 


0-24 




201—300 


3-20 


1-20 ' 


1-20 


0-98 0-62 


0-42 


0-22 


0-48 


0-22 


0-18 




301—400 


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1-16 t 


1-16 


0-70 li 0-62 


042 


022 


0-48 


0-22 


0-18 




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0-50 


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0-22 


0-17 








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16 


16 


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14 


12 


10 


12 


12 


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Zur Tarifpost Stückgut II zählt alles Holz unter 5000 kg pro 
Frachtbrief, hingegen zur Tarifpost A alles Holz ohne unterschied 
der Gattung und Sorte über 5000 kg pro Wagen. 

Bei ganzen Wagenladungen fällt hingegen in die Tarifpost 
Spezialtarif 2: Stamm- und Stangenholz, auch roh behauen, gespalten 
oder gerissen, sowie Scheitholz, Kloben und Kuppelholz, sämtliche 
über 25 m lang, jedoch unter 19m Länge, ferner Faßholz, Schuitt- 



1) Hufnagels Handbuch der kaufmännischen Holzverwertung und des 
Holzhandels. 



52 



II. Die forstwirtschaftlichen Grundlagen. 



holz, und zwar: Balken, Sparren, Latten und Leisten, ferner: Bohlen,. 
Planken, Borde und Bretter; in die Tarif post C: Stamm- und Stangen- 
holz, auch roh behauen, gespalten und gerissen, sowie Brennholz^. 
Scheitholz, Kloben- und Kuppelholz unter 2'5 m lang, Stock- und 
Wurzelholz, Reisig und Faschinen, Eisenbahnschwellen, Schleifholz 
bis zu 2*5 m Länge; über 2'5m Länge (bis 4 m Länge mit beliebigem 
Durchmesser und bis 6 m Länge und 25 cm Maximaldurchmesser) nur 
beim Bezüge an Zellulose- oder Holzpapierstot'fabriken und daher 
an diese Fabriken adressiert, endlich Holzpflasterpflöckel auch 
imprägniert und Holz zu Grubenzwecken, Stamm- und Stempelhölzer, 
Schwellen, Stege, Schwartenbretter, Schwartenpfähle; für Holzkohle 
gilt Spezialtar if post 3. 

Außer diesen Normaltarifen bestehen noch eine Reihe von Aus- 
nahmetarifen und ein Exporttarif, deren Angabe jedoch außer dea 
Rahmen dieses Buches fallen würde. 

Die Kosten stellen sich demnach auf den österreichischen Staats- 
bahnen für 1 fm^: 



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Hartes 


Weiches 


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Entfernung in 










En'fernung 19 | 




Kilometern 


Brennholz 


Ndtzholz 


Brennbolz 


Nutzholz 


Kilometern 




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0-78 


0-50 


0-50 


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0-92 


93 


0-59 


60 


5 




10 


1-11 


112 


0-72 


073 


10 




15 


1-29 


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0-84 


85 


15 




20 


148 


1-51 


0-96 


0-98 


20 




25 


1-66 


1-70 


1-08 


120 


25 




30 


1-85 


1-89 


116 


1-23 


30 




35 


20» 


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1-32 


1-35 


36 




40 


2-<!2 


2-28 


144 


1m7 


40 




50 


2-59 


2-66 


1-68 


172 


50 


60 1 


2-96 


305 


1-92 


1-97 


60 




70 


333 


3-4H 


2-16 


2-20 


70 




80 


370 


3-82 


240 


247 


80 




90 


4 07 


420 


2-64 


2-72 


90 




100 


4-44 


4-59 


2-H8 


2-97 


100 




120 


3-40 


3-58 


1-21 


2-:^2 


120 




150 


407 


4-V9 


2-64 


2-78 


150 




170 


350 


3-50 


2-27 


2 27 


170 




200 


3 98 


3 98 


2-48 


2-18 


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250 


4-79 


429 


3 10 


3-10 


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300 


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3-f3 


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300 




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6 31 


6 31 


4-15 


415 


350 




400 


7-22 


7 22 


4-68 


4- «8 


400 




500 


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8-84 


5 73 


5-73 


500 




600 


10-46 


10-46 


6-30 


6-30 


600 



Da man zu diesen Frachtkosten per Bahn noch die Fuhrkosten 
zu und von den Verladestellen iunzure<hnen muß, so ergibt sich, daß 
der Bahntransport gegenüber der Verfrachtung erst etwa bei einer 



Veranschlagung der Ausgaben. 33 

Entfernung von 15 km rentabler wird. Bei einer Strecke von 20 km 
betragen aber die Frachtkosten auf der Straße schon soviel, als 
bei einer Strecke von 200 km auf der Bahn. 

Bei größeren Betrieben kann man jedoch die Verfrachtungs- 
kosten per Wagen auf den Straßen und Wegen durch Anlage von 
Waldbahnen etwa um 30% bei dem Betriebe ohne Dampf und etwa 
um 507o bei dem Betriebe mit Dampf ermäßigen. 

Wesentlich günstiger als der Eisenbahntransport stellt sich bei 
weiteren Strecken noch der Wassertransport, welcher bei der Flößerei 
für 1 fm^ pro 100 km etwa mit 0-82 bis 10 K, bei der Schiffahrt mit 
etwa 025 K anzunehmen ist. 

Zum Vergleiche dienen noch die Durchschnittspreise einzelner 
Wirtschaftsbezirke in den verschiedenen Kronländeru aus jüngster 
Zeit. (Seite 34 und 35.) 

3. Veranschlagung der Ausgaben, 

a) Die Erntekosten. 

Das sind die Ausgaben für die Fällung und das Ausrücken, 
ferner für die Unterhaltung der Wege und Transportanstalten, weiche 
gleichzeitig beim Eingange der Naturalerträge erfolgen und deshalb 
direkt von dem Preise der Produkte in Abzug gebracht werden. 

Bei Waldwertrechnungen rechnen wir demnach in der Regel 
mit erntekostenfreien Erträgen. Als Preise werden die sogenannten 
Waldpreise in Anrechnung gebracht, d. h. der Geldbetrag, welcher 
am Erzeugungsorte gezahlt wird, weil der Verkauf meist loko Wald 
stattfindet und die Abfuhr dem Käufer überlassen bleibt. 

Wird dagegen die Abfuhr zu einem Lagerplatz von der Forst- 
verwaltung selbst besorgt, so sind von den erzielten Preisen noch 
die Transportkosten in Abzug zu bringen. 

Die Fällungskosten sind je nach dem Taglohne und der Betriebs- 
art verschiedene; bei einem mittleren Taglohne schwanken sie pro 
1 fm3 Nutzholz von 050 bis 100 K, pro 1 fm3 Brennholz von O'SO 
bfs 1-50 K. 

Die Rücker- und Zieherlöhne werden von der Entfernung, ins- 
besondere aber von den Terrainverhältnissen beeinflußt; im Mittel 
schwanken sie pro 1 fm^ in der Ebene und dem Hügelland zwischen 
0*10 bis l'OOK, im Hochgebirge zwischen 100 bis 5'OOK und darüber, 
je nach den Erschwernissen des Terrains. 

b) Die Kulturkosten. 

Die Höhe der Kulturkosten hängt in erster Linie von der zur 
Anwendung gelangenden Kulturmethode ab, ferner von den Preisen 
des Samens und der Pflanzen und den Arbeitslöhnen. 

Sie schwanken im allgemeinen zwischen 10 und 100 K pro 
1 ha und erreichen in besonderen Fällen auch noch höhere Beträge, 
namentlich bei der Nachzucht von edlen Laubhölzern. 

Biebel, Waldwertrechnang. 2. Aufl. 3 



34 



II. Die forstwirtschaftlichen Grundlagen. 



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Veranschlagung der Ausgaben. 



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3* 



36 II- DiG forstwirtschaftlichen Grundlagen. 

Die niedrigsten Kulturkosten erwachsen selbstverständlich bei 
der natürlichen Verjüngung oder beim Ausschlagwalde, da hier nur 
die Auslagen für Komplettierung und Einsprengung edlerer Holz- 
arten in Betracht kommen. 

c) Die Verwaltungskosten. 

Zu diesen zählt man die jährlichen Ausgaben für die Entlohnung 
des Verwaltungs- und Forstschutzpersonales, ferner für die Unter- 
haltung der Dienstwohnungen und die Kosten für Forsteinrichtungs- 
werke. Diese Ausgaben entfallen beim Kleinwaldbesitze, werden am 
größten beim kleinen Mittelbesitze, vornehmlich wenn er in einer 
stark bevölkerten Gegend mit hohen Holzpreisen liegt, und sind am 
geringsten beim Großbesitze in kulturell wenig vorgeschrittenen oder 
gering bevölkerten Gegenden. Sie schwanken im allgemeinen pro 
1 ha von 1 bis 10 K und darüber. 

d) Die Steuern. 

Dieselben betragen in Österreich an Grundsteuer 227% vom 
ICatastralr einertrage mit einem prozentuellen Nachlasse, der gegen- 
wärtig 15% beträgt; hiezu treten die Zuschläge zum Landesfond 
und zu den Bezirksfonden (Straßen-, Schul- und Armenfond) und 
■die Gemeindeumlagen, wo solche bestehen. 

Diese Zuschläge waren z. B. im Bezirke Oberhollabrunn in 
Niederösterreich im Jahre 1900 in Prozenten der Grundsteuer: 

Landesfond 25% 

Straßenfond 20% 

Schulfond 20% 

Armenfond 9% 

Summe . . . 747o 

Insgesamt betragen daher hier die Steuern samt Zuschlägen 
39'5% vom Katastralreinertrage. 

Die Grundsteuer ist in allen Ländern gleich, die Landes- und Be- 
zirkszuschläge, sowie die Gemeindeumlagen sind ortsweise verschieden. 

Im allgemeinen schwanken die Steuern, Zuschläge und Umlagen 
zwischen 30 und 45% des Katastralreinertrages. 

Rechnungsmäßig werden die . Ausgaben für Verwaltung, Schutz 
und Steuern gleich behandelt und ohne besondere Rücksicht 
auf die Boden-Bonität des Standortes gleichmäßig auf die Flächen- 
einheit bezogen. Wir halten es für notwendig, von dieser allge- 
meinen Regel abzuweichen, weil hierdurch insbesondere bei den 
niederen Bonitäten bezüglich der Höhe des Bodenwertes, der Ver- 
zinsung und finanziellen Umtriebszeit leicht unrichtige Begriffe 
entstehen können. Wenn auch das Prinzip der Gleichmäßigkeit der 
Besteuerung, d. h. daß die Steuer im gleichen Verhältnisse zum Er- 
trage zu bemessen sei, nicht überall eingehalten werden konnte. 



Veranschlagung der Ausgaben. 37 

weil eine solche minutiöse Steuereinschätzung ein Ding der Unmög- 
lichkeit ist, so muß doch an diesem Grundsatze festgehalten werden. 
Ebenso verhält es sich innerhalb eines bestimmten Wirtschafts- 
körpers auch bezüglich der Verwaltungs- und Forstschutzkosten, 
weil sie mit dem Ertrage gleichfalls im direkten Zusammenhange 
stehen; denn bei einem minderen Ertrage werden diesem Zwecke 
auch mindere Ausgaben zugewendet und umgekehrt. 

Wir bestimmen sonach diese Kosten im Verhältnisse: 

. , . = — - = br ; bezeichnen wir ferner die Flächen- 



dureh Umtriebszeit u 

anteile in den einzelnen Bonitätsklassen mit fi, (2, fs etc. und 

den Gesamtbetrag für Verwaltungskosten und Steuer mit Z" (v -)- s)^ 

setzen wir ferner , , , , — ^ — , „ — ■, = x, so ist (v -f s) 

brs fi + bra fa + br fa + 

pro 1 ha für die Bonitätsklassen 

I = X bri 

II = X brg 

III = X brs usw. 

Beispiel: 

Ein Wirtschaftskörper umfasse 2800 ha, wovon auf 

Buche in der III. Bonitätsklasse 

IV. 

V. 

VI. 

auf Fichte in der IV. „ 

V. 

VI. 

VII. 



. 700 „ 




. 400 „ 


= f, 


. 400 „ 


= f4 


. 100 „ 


= h 


. 300 . 


= U 


• 400 „ 


= f7 


. 200 „ 


= f8 



Summe . . . 2800 ha 



entfallen. Die Umtriebszeit sei für Buche 100, für Fichte 80 Jahre, 
die Gesamtausgaben für Verwaltung, Forstschutz und Steuern seien 
30.000 K, somit im Durchschnitte pro 1ha 1071 K. 

u 

Der Abtriebsertrag sei für Buche III. Klasse = 3096 K bri = 30-96 K 

IV. „ = 2622 „ bro = 26-22 „ 

V. , =2168 „ br3 = 21-68 , 

VI. ,. =-1746 ,. br4= 17-46 „ 

„ „ Fichte IV. , =5752 „ brg = 7190 . 

V. „ =4602 , br6= 57-52 , 

VI. „ =3476 „ br7= 43-45 „ 

VII. , = 2636 . br« = 3295 , 



38 



II. Die forstwirtschaftlichen Grundlagen. 



br2f2 
bra fa = 21-68 
br4f4 = l7-46 
br5f5 = 7r90 
bre fe = 57-52 
br7 f7 = 43-45 
brg fg = 32-95 



30-96 K X 300 
26-22 „ X 700 : 



X400 
X400 

Xioo 

X300 

X 400 

X200 



: 9.288 K 

18.354 „ 

8.672 „ 

6.984 , 

7.190 „ 

17.256 „ 

17.380 „ 

6.590 , 



Summe 



91.714 K 



30.000:91.714 = 0-33. 

(v + s) pro 1 ha Buche III. =- 3096 X 0*33 = 10-22 K 

IV. = 26-22 X 0-33 = 865 „ 

V. = 21-68 X 0-33 = 7-15 „ 

VI. = 17-46 X 0-33 = 5-76 „ 

Fichte IV. = 71-90 X 0-33 = 23-73 „ 

V. = 57-52 X 0-33 = 18-98 „ 

VI. = 43-45 X 0-33 = 14-34 „ 

VII. = 32-95 X 0-33 = 10-87 , 

gegenüber dem Durchschnitte von K 10-71. 

In den österreichischen Staats- und Fondsforsten betragen im 
Gesamtdurchschnitte die Kosten pro 1 ha Fläche: 



Für Verwal- 
tung u. Schutz 



K 



Wienerwald 666 

Salzkammergutforste .... 3-24 

Salzachauen 9-30 

Salzburg 2-60 

Steiermark 190 

Kärnten 3-80 

Krain 3-95 

Küstenland 6*40 

Tirol und Vorarlberg .... 2- 56 

Böhmen 6-60 

Galizien westl 3-15 

Galizien östl 2*20 

Bukowina (Staatsforste) . . . 5-10 

Dalmatien 1*76 

Im Gesamtdurchschnitte: 3- — 



An Steuern 
u. Umlagen 

r o n e 

11-16 
1-62 
7-70 
0-85 
1-12 
0-73 
1-12 
3-23 
0-47 
5-20 
1-50 
0-80 
2-80 
0-90 

1-50 



Zusammen 

17-82 
4-68 

17-— 
3-45 
302 
4-53 
5-07 
9-63 
3-03 

11-80 
4-65 
3-— 
7-90 
2-66 

3-50 



Formeln der ZinseBzinsrechnung. 39 

III. Die mathematisehen Grundlagen. 

(Zins es Zinsrechnung.) 

Werden die Zinsen eines angelegten Kapitales von dem 
Kapitalbesitzer nicht jeweils am Jahresschlüsse bezogen, sondern 
zu dem ursprünglichen Kapitale hinzugeschlagen, um neuerdings zu- 
sammen mit dem Kapitale verzinst zu werden, so wirbt dieses 
Kapital mit Zinseszinsen. 

1. Formeln der Zinseszinsrechnung. 

a) Bestimmung des Nachwertes eines Kapitales. 

(Prolongierung.) 

Ein gegenwärtig mit dem Zinsfuße von p7o angelegtes Kapital 
K erlangt nach n Jahren einen Wert von 

Kn = K10p'^ .1. 

K n 
Beweis: Die Zinsen des Kapitales K sind im I.Jahre = ' . 

Das Kapital samt Zinsen ist daher am Ende des ersten Jahres 

im zweiten Jahre sind die Zinsen K 1*0 p . t^ und die Zinsen und 

das Kapital 

Ko = K rOp + K 10 p j^ = K 10p (l 4- ^^ = K 1-Op . l-0p = K10p2 

ebenso im dritten Jahre 

K3 = Kl-0p»+Kl-0p«.i=Kl-0p2(l + ^-^) = Kl-0p3. 

K„=Kl-0p'>-i + Kl-0p-ij^ = Kl-0p-i(l + j^) = K10p-. 

Beispiel 1. Zu welcher Summe wachsen die am Anfange einer 
Umtriebszeit pro 1 ha verausgabten Kulturkosten von 60 K bis zum 
Ende einer 100jährigen Umtriebszeit an, wenn p = 2, 2V2 und 3% ist? 

Fürp= 2% Kn = 60 K. 1-02100 =60K. 7-244*)= 43464 K 
„ p = 2V270 Kn = 60 K. 1-025100 = 60 K. 11-831 = 708-78 „ 
, p= 3o/oKn = 60 K. 1-03100 =60 K. 19-218 = 115308 „ 



*) Faktor 7*244 aus Naehwertstatel III für p = 2% bei 100 Jahren. 



zweiten „ K 

dritten , K 



40 in. Die mathematischen Grundlagen. 

Beispiel 2. Ein TOjähriger Bestand besitzt eine Holzmasse pro 
1 ha von 450 fm^; welche Holzmasse wird er im 80. Jahre besitzen, 
wenn das Zuwachsprozent 22% beträgt? 

Mgo = M70 102210 = 450 f m» . l-022io = 450 fm^ . 1-2431 = 559 fm». 

Beispiel 3. Jemand entlehnt ein Kapital von 3000 K unter der 
Bedingung eines vierteljährigen Zinsenzuschlages und einer Verzinsung 
von47o- Auf welchen Betrag wächst dieses Kapital nach 15 Jahren an? 

Das Kapital beträgt am Ende des 

ersteip Vierteljahres: ^ + -^^ = K (^1 + ^J 

i 

vierten . ^(l + ^J ^^' 

am Ende des 2. Jahres: k(i4--%^^'^ = k(\4--^'^ 

\ ' 400y V ' 400/ 

Ki5 = 3000K (^1 + 4qqJ =3000KXl-01«o=3000KXl-8167=5450K. 
Faktor 1-8167 aus Nachwertstafel III. p = l'Oo/o- 

b) Die Bestimmung der Zinseszinsen. 

Dieselben ergeben sich aus dem Unterschiede des Kapitalsnach- 
wertes und des Anfangskapitales. 

Sie sind daher, wenn sie mit Z, bezeichnet werden: 

Z, = K10p'>-K=K(l-Op^ — 1) 2. 

Beispiel 4. Im Beispiele 1 wurde der Nach wert der Kultur- 
kosten von 60 K für einen Zinsfuß von 3% bei 100 Jahren Umtriebs- 
zeit mit 115308 K berechnet; welcher Betrag entfällt hievon auf die 
Zinseszinsen ? 

Z, = 1 153-08 K — 60 K = 1093-08 K. 

Beispiel 5. Der Wert eines 70jährigen Bestandes ist 2560 K und 
wächst innerhalb 10 Jahren also im 80. Jahre auf den Wert von 
3374 K an; wie groß sind die Zinseszinsen oder der 10jährige Zuwachs? 



Formeln der Zinseszinsrechnung. 41 

Z, = 3374 K — 2560 K = 814 K 
oder auch, da das Zuwachsprozent in diesem Falle 2 8% beträgt: 
2560 K (102810 — 1) = 2560 K X 0*318 = 814 K. 

c) Die Bestimmung des Vorwertes. 

(Diskontierung.) 

Ein mit einem Zinsfuße von p^/o angelegtes, nach n Jahren 
den Nachwert Kn erreichendes Kapital K hat gegenwärtig, wie aus 
Formel 1 unmittelbar folgt, den Wert: 

•^=ili= 3- 

Beispiel 6. Wie groß ist das Kapital, welches bei einer Anlage 
zu 4% nach 20 Jahren den Wert von 14.700 K erreicht? 

K = :' ^„ = 14.700 K X 0-4564 = 6709 K. 
1"04''" 

Beispiel 7. Wie groß ist der Jetztwert der innerhalb eines 
Zeitraumes von 100 Jahren auf den Betrag von 1053 K angewachsenen 
Kulturkosten, wenn p = 3Vo? 

K = 4^1^ = 1153 K X 0-0520 = 6000 K. 

Beispiel 8. Wie groß ist der Wert eines nach 80 Jahren ein- 
gehenden Abtriebsertrages von 5000 K zur Zeit der Bestandes- 
gründung, wenn p = 2V2%? 

K = -|^^^ = 5000 K X 0-1387 = 69350 K. 
l-02o^<^ 



d) Die Bestimmung des Prozentes p. 

Aus der Gleichung Kn = K l-Op° kann jede der vier enthaltenen 
Größen gefunden werden, wenn drei davon gegeben sind. 

iop''=-|^ ••••*• 



10p = ir^ == 1 I ^__ir^ 

r K ^ 100 - f K 



42 in. Die mathematischen Grundlagen. 



p = 10o|r-^-l 5. 

Für die Bestimmung von p genügt aber auch der Quotient -=^ 

für sich allein, da man aus Tafel III direkt das Prozent ablesen 
kann, mit welchem K innerhalb des Zeitraumes n auf Kn ange- 
wachsen ist. 

Die Bestimmung' des Zeitraumes n erfolgt auf logarithmischem 
Wege in folgender Weise: 

_ log . Kn — log . K 
logl'Op 

oder aber ebenfalls viel bequemer mittels der Tafel III. 

In vielen Fällen, namentlich bei kürzeren Zeiträumen, genügt 
für die Ermittlung von p und n auch die Näherungsformel von 
Preßler: 

Kn — K 200 

p==K7fK'-ir V ^• 

_ Kn — K 200 

"""" Kn + K- p • • • • 

Etwas genauere Ergebnisse als die Preßlerische Näherungs- 
formel liefert die Formel von Kunze: 

= (Kn — K) 100 ^ (Kn — K)200 ^ 

P (Kn-K) n + 1 ^ Kn(n — l)-K(ni-l) ' ' *' 

(Kn— K)^4-2Kn 

n- P 9 

Kn + K ^' 

Beispiel 9. Der Wert eines 70jährigen Bestandes von 2000 K 
wächst innerhalb eines Zeitraumes von 10 Jahren, also im 80. Jahre 
auf den Wert von 2688 K an ; wie groß ist p oder das Zuwachs- 
prozent? 

l-O nio — ?^iL — 1 .3440- 
^^P ~2000K -■^^4*^' 

nun sucht man in der Tafel III unter den Nachwertsfaktoren für 
10 Jahre die Zahl 13440 auf und liest am Kopfe der vertikalen 
Spalte das Wertzunahmeprozent in Zehntel ab, Hundertstel findet 
man durch Interpollation. In dem gegebenen Falle ist: 

P=3-OOo/o. 



Formeln der Zinseszinsreehnung. 43 

Ist dagegen p gegeben und soll man n ermitteln, so sucht man 
ebenfalls in der Tafel III den Quotienten 1*3440 in der Spalte für 
p == 30/q auf und liest in horizontaler Richtung das entsprechende 
Jahr 10 ab. 

Nach den Preßlerischen Näherungsformeln ist 

p = 2-93% 
n = 93 Jahre. 

Nach den Formeln von Kunze 

p = 2-987o 

n = 9-85 Jahre. 

c) Renten rechnung. 

Unter Renten versteht man Zinsenfrüchte oder Erträge, welche 
dem Besitzer eines Gutes in festgesetzten gleichen Zeiträumen in be- 
stimmter Höhe als Reineinnahmen zufließen. 

Man unterscheidet der Hauptsache nach jährliche Renten, wenn 
sie alle Jahre, periodische oder aussetzende Renten, wenn sie in 
periodischen Zwischenräumen eingehen, immerwährende oder ewige 
Renten, wenn ihr Aufhören in unendlicher Ferne gelegen ist, und 
endliche oder zeitliche Renten, wenn sie nur eine bestimmte Anzahl 
von Jahren eingehen und sodann aufhören. 

Man bezeichnet diese Renten als vorschüssige*), wenn der Bezug 
derselben am Anfange des Zeitabschnittes, als nachschüssige, wenn 
der Bezug am Ende des festgesetzten Zeitabschnittes, und als auf- 
geschobene Renten, wenn der Bezug erst nach Ablauf eines großen 
Zeitraumes beginnt. 

Diese Renten folgen im allgemeinen den Gesetzen der geo- 
metrischen Reihen, welche die Eigenschaft besitzen, daß man gleiche 
Quotienten erhält, wenn man jedes beliebige nachfolgende Glied 
durch das nächst vorhergehende dividiert. Man erhält demnach auch 
umgekehrt jedes nachfolgende Glied, wenn man das nächst vorher- 
gehende mit dem Quotienten der Reihe multipliziert. Hieraus folgt 
weiter, daß eine geometrische Reihe beliebig fortgesetzt werden 
kann, wenn zwei aufeinander folgende Glieder oder ein Glied und 
der Quotient bekannt sind. 

Ist der Quotient einer Reihe größer als 1, so heißt sie eine 
steigende, ist er jedoch kleiner als 1, so ist sie eine fallende geo- 
metrische Reihe. 

Hat eine Reihe eine begrenzte Anzahl Glieder, so heißt sie 
eine endliche, hat sie jedoch eine unbegrenzte Anzahl Glieder, so 
heißt sie eine unendliche Reihe. 

Bezeichnen wir mit a das Anfangsglied, den Quotienten mit q, 
so ist die allgemeine Form einer geometrischen Reihe 

a, aq, aq^, aq^, aq* aq'*-^ 



") Eraemer, Zins-, Zinseszins- und Rentenrecbnung. 



44 III- Die mathematischen Grundlagen. 

a ist das erste Glied der Reihe 

aq das zweite usw., aq^—^ das n*^ Glied. 

Das letzte Glied 1 einer solchen Reihe ist demnach: l = a.q"~i 
oder wenn wir a = r und q = 10 p setzen, wie dies der Gepflogen- 
heit bei den forstlichen Rentenrechnungen entspricht, so ist: 

l = rrOp'^-i 10. 

"==ro-p^^ ^^^ 

l-Op^-i = — '.12. 

r 

Sind in einer geometrischen Reihe das erste Glied a, der 
Quotient q und die Anzahl n der Glieder bekannt, so kann man mit 
Hilfe dieser drei Größen die Summe der Reihe bestimmen. Bezeichnen 
wir die Summe mit S, so ist: 

S = a -j- aq + aq^ -{- aq^ -f- aq''-^; 

diese Gleichung mit q multipliziert gibt: 

S q = aq -}- aq2 -f- aq^ -|- aq^ + aq°; 

subtrahiert man die erste Gleichung von der zweiten, so erhält man 
die Summenformel für die steigende endliche Reihe: 

Sq — S = aq° — a 

.S(q-l).-a(q--l) 

g_^(q--l^ ^^3^ 

q— 1 

Wird dagegen die zweite Gleichung von der ersten subtrahiert, 
so erhält man die Summenformel für die fallende endliche Reihe: 

S — Sq = a — aq'^ 

S(l-q) = a(l-q») 

g_^(l-^ ^^ 

1 — q 

Setzt man in der Formel 14, die Größe n = oo, so wird q^ = 
und man erhält die Summenformel für die fallende unendliche Reihe: 

g_a(l-q-) 



1-q 
1-q 1-q 



S^^<^-^"1 = ^^......... ..15. 



Formeln der Zinsesiinsrechnung. 45 

1. Immerwährende Jahresrenten. 

Sie entsprechen den jährlich am Jahresschlüsse erfolgenden 
und gleichbleibenden Einnahmen oder Ausgaben. Da man diese 
Renten (r) als die jährlichen Zinsen eines feststehenden Kapitales 
ansehen kann, so besteht das Verhältnis: 

K:r = 100:p 

K = -100= r jg 

p 0*0 p 

Man bezeichnet diese Formel als Kapitalisierungsformel und aus 
derselben unmittelbar hervorgehend, als Rentierungsformel: 

r = KO-Op 17. 

Zu dem gleichen Ergebnisse gelangt man auch, wenn man in 
Formel 15 für a = r und für q = l-Op setzt: 



K 



1 — rop 0-0 p" 



Der Beweis kann auch auf folgende Weise erbracht werden: 
Der Jetztwert aller am Ende eines Jahres fälligen oder nach- 
schüssigen Renten ist nach Formel 3 

T^_ ^ I ^ 1 ^^ I oo- 

i-Op~^iop2"^rop3^ ' 

da wir es mit einer fallenden, unendlichen Reihe zu tun haben, in 
welcher a = p^, q=j^ und 8 = 3-^, so ist 



K = 



r r 

TO^ 1-0 p r 



1 — 1-Op 10p — 1 0-0 p 
1-0 p 



Hätten wir es mit vorschüssigen, oder am Beginne des Jahres 
eingehenden Renten zu tun, so wäre der Summenwert: 

K = ^i^ 18. 

00p 

da aus der einfachen Überlegung folgt, daß die am Anfang 
des Jahres eingehende Rente r am Ende des Jahres den Wert von 
r.lOp erlangt, im übrigen aber die Formeln für die nachschüssigen 
Renten beibehalten werden können.. 



46 III- Die mathematischen Grundlagen. 

Tritt der erstmalige Rentenbezug nicht sofort, sondern erst 
nach einer Anzahl von n Jahren ein, so ist ihr Jetztwert 

K — = IQ 

OOp/l-Op«» 

Aus der Formel 16) K= , ., =r. folgt weiter, daß man 

00 p P 

das Kapital erhält, wenn man die Rente multipliziert mit: 
-— = 50 bei einer Verzinsung von 2% 

\ , 

« 2-5% 

y< » » ^ /O 

n » » »^*5 /o 

V » n 4 /o 

» 4-57o 
„ 5% usw. 



Beispiel 10. Die Verwaltungskosten für 1ha Wald betragen 
bei einem Gute jährlich 5 K; welches Kapital muß der Waldbesitzer 
zu 47o anlegen, um aus den Zinsen diese jährliche Ausgabe bestreiten 
zu können? 

K = -^ = 5 K X 25 = 125 K. 
0'04 



Beispiel 11. Ein Gut liefert jährlich einen gleichmäßigen 
Reinertrag (Einnahmen abzüglich der Ausgaben) von 24.000 K. 

Welchen Wert repräsentiert dieses Gut bei einer geforderten 
Verzinsung von 4%? 

K = ^^— = 24.000 K X 25 = 600.000 K. 



Beispiel 12. Wenn der im vorhergehenden Beispiele ange- 
gebene Ertrag aus einem Pachtzinse resultieren würde, der am 



100 
2-5 


= 40 „ 


100 
8 


= 33-33 „ 


100 
3-5 ■ 


= 28-57 „ 


100 

4 


= 25 


100 
4-5 " 


= 22-2 „ 


100 
5 ■ 


= 20 „ 



Formeln der Zinseszinsrechnung. 47 

Beginne jeden Jahres zu entrichten wäre, wie hoch würde sich unter 
den gleichen Verhältnissen der Wert des Gutes stellen? 

K ^Jf-0»OKX 1-04^ 624000 K. 
0-04 



Beispiel 13. Ein in Umwandlung begriffener Forst verspricht 
nach 60 Jahren einen anhaltenden gleichmäßigen jährlichen Rein- 
ertrag von 40.000 K; welchen Jetztwert repräsentieren diese auf- 
geschobenen Renten bei einem Zinsfuße von 3'5*^/o? 

Nach Formel 19: 

^ =owr535^» = *'-°°° ^ ^ ''■'' ^ "■'"''• 

K= 145.021 K. 



2, Immerwährende Periodenrenten. 

a) Der Kapitalswert einer von jetzt ab stets nach u Jahren 
eingehenden Rente ist: 

K=rö#^ '''■ 

Der Jetztwert der periodisch in u Jahren eingehenden Rente r ist 

r 

rö"p^ 

r 
der in 2 u Jahren eingehenden Rente 



l-0p2» 



3 u „- • „ , jtq-^, usw. 

r r r 

"^ "" rö p" ^ vöp^ ^ röp3^ ^ 

r 1 ^ a 



oo 



rOp-^' ^ 10 p^' 1— q 

r r 



^ 1-0 p« 1-0 p" 

Ji. = — — 



l'Op"— 1 lOp'^-1' 



10 p'^ 10 p-^ 

Beispiel 14. Ein Fichtenbestand liefert alle 80 Jahre einen 
Abtriebsertrag von 8000 K; welchen Kapitalswert repräsentieren die 
Nutzungen bei einem Zinsfuße von 3V27o? 



48 m* 1)^6 mathematischen Grundlagen. 



8000 TC 
K = 1 A ■». .0 i = 8000 K X 0-06814 = 545 K. 



Beispiel 15. Ein Eingeforsteter ist berechtigt, aus einem 
Herrschaftswalde das erforderliche Holz für den Neubau seiner 
Wirtschaftsgebäude zu beziehen. Wie hoch berechnet sich der Ab- 
lösungsbetrag dieses Bauholzservitutes bei einem Zinsfuße von 4%, 
wenn der jeweilige Holzbezug einen Wert von 2400 K repräsentiert, 
der Neubau eben erfolgt ist und die Notwendigkeit des Bezuges 
sich durchschnittlich alle 80 Jahre wiederholt? 

2400 K 
K = ^.Q^8o_i = 2400 K X 00454 = 109 K. 

b) Der Jetztwert einer immerwährenden aufgeschobenen Perioden- 
rente, welche das erstemal nach m Jahren, dann aber alle u Jahre 
eingeht, ist: 

r.lOp" _ rl-Op'^-'" 
■"l-Op'^CrOp"— 1)"~ lOp"^ — 1 

Der Jetztwert der aufgeschobenen, im Jahre m eingehenden Rente 

r 
ist ^ ; dieser Betrag wächst bis zur ersten Rotation im Jahre u 

I" 
an auf tt: — 10 p*^ und weil sich von da ab dieser Bezug alle u Jahre 

1-0 p™ *^ ° 

wiederholt: 

r 1-0 p« rlOp"-"" 



1-0 p"" rOp" — 1 1-Op' — 1' 

l'O D" 

da ^-^ = l-Op"-'" ist. 
10 p"" ^ 

Beispiel 16. Welchen Jetztwert besitzt ein Durchforstungs- 
ertrag von 80 K, zu p = 3Vo, der zum erstenmal nach 40 Jahren 
und dann alle 100 Jahre eingeht? 

^ 80K.1-031''0-^0 80KX 1-0360 oat^ vyn onir.v/Anr..n oP^o^-n^ 

^= i03»oo_i ==- l-03^o_i = 80 KX 5-8916 X 0-0549 = 25-87 K. 

Faktor 103«° = 5*8916 aus Tafel III 

1 



1-03100. 



0-0549 „ „ V. 



Beispiel 17. Wie hoch würde sich für das Beispiel 15 unter 
den gleichen Verhältnissen wie früher die Ablösung berechnen, wenn 
der erste Umbau bereits nach 20 Jahren stattfinden müßte? 



Formeln der Zinseszinsrechuung. 40 

K = !, ,.; f = 2400 K . 10-5196 . 0-0454 = 1146-62 K. 
104'" — 1 

c) Der gegenwärtige Wert einer zum erstenmal sofort, dann 
aber alle u Jahre eingehenden immerwährenden Rente ist: 

rl-Op" r ^ ( l \ 

^— l-Opu—i —""^ l-Op"^— 1 V "^ 10p''— 17 ' • ■ 

Da man es hier mit einer vorschüssigen Rente zu tun hat^ 
erlangt sie am Ende der ersten Periode den Betrag von r.lOp"; 
und da sich ferner dieser Betrag alle u Jahre wiederholt, ist der 
Jetztwert 

rl-Op'' 



K 



1-0 p'"—! 



Es ist aber auch weiters der Wert der sofort fälligen Rente= r; 

hiezu kommt noch der Jetztwert der alle u Jahre sich wiederholenden 

r r 

Renten = — ?r — , daher zusammen K 



•l-Op'^— 1' ' 10 p''— r 



Beispiel 18. Die Kosten für die Aufforstung einer Waldfläche 
betragen 80 K und wiederholen sich alle 100 Jahre; wie groß ist der 
Jetztwert aller dieser Ausgaben bei p = 2V27o? 

80 K V 1*025100 
^ = 1-025100 _ 1 = 8Q K X 11-8137 X 0'0925 = 87-40 K 

oder auch bequemer 

80 K 
K = 80K + p~^^--^ = 80E:+80K. 00925= 87-40K. 



Beispiel 19. Ein Gebäude erfordert alle 15 Jahre einen Betrag 
von 300 K für Reparaturen; welchen Jetztwert repräsentieren diese 
Ausgaben bei p = 4%, wenn die Reparatur unmittelbar bevorsteht? 

K = 300 K -{- ^1^^^ = 674-55 K. 



3. Aufhörende jährliche Renten (zeitliche Renten). 

Eine am Ende eines jeden Jahres, im ganzen n mal eingehende 
Rente r erhält samt den Zinseszinsen bei p% nach n Jahren den 
Summenwert oder Endwert: 

Riebel, Wuldwertreohnung. 2. Aufl. 4 



50 III. Die mathematiBohen Grundlagen. 

_ l -Op°-l 23 

^'-"^ 0-Op ^'^• 

Beweis: Der Wert der am Schlüsse eines jeden Jahres ein- 
gehenden Renten r im Jahre n ist: 

K = r + rl0p4-rl'0p2 + rl-0p3+ rl'Op'^-S 

da man es mit einer endlichen steigenden Reihe zu tun hat, ist: 

(qn 1) 

S = a — 3-^, a = r, q == 1*0 p, die Anzahl der Glieder = n 



rop — 1 00 p 

Sind die Renteneingänge vorschüssig oder am Beginne des 
Jahres eingehend, dann ist der Summenwert oder Endwert: 

Ke = rXl-Op^^^^ 24. 

Den Anfangswert oder Jetztwert dieser Renten aus den End- 
wertsummen erhält man durch einfache Diskontierung. Formel 23 
für nachschüssige Renten geht dann über in 

* ^OOpl-Op'' 0-0 p V 1-0 pV °* 

und Formel 24 für vorschüssige Renten 

^rl Op(l-Op"-l) _ rlOp / 1\ 

^' OOplOp» 00p V lOpV*'' 

Beispiel 20. Welchen Endwert erlangt ein jährlicher Jagdpacht 
von 200 K bei p = 47o, wenn er durch 12 Jahre am Ende eines 
jeden Jahres beglichen wird? 

K = 200K ^'^l'"?"^ =200KX 1 5-026 = 3005 K. 
0"04 

Würde er jedoch am Beginne eines jeden Jahres erlegt werden 
müssen, dann wäre sein Endwert nach 12 Jahren 

1-0412 — 1 
Ke = 200 KX 1-04 X 



004 
Ke = 200 K X 1'04 X 15'026 = 3125 K. 



Formeln der Zinseszinsrechnung. 51 

Wenn dieser Jagdpacht gleich zu Beginn der Jagdperiode auf 
einmal erlegt werden müßte, so wäre der Jetztwert im ersten Falle 

Ka= ~^^ = 3005 K X 0-6246 = 1877 K, 
1.0412 

im zweiten Falle: K^ = ?^|^ = 3125 K X 0-6246 = 1952 K. 

1.0412 — 1 
Faktor -^7^1 — aus Tafel VI. 
0*04 



4, Endwerte aufhörender periodischer Renten. 

Eine zum erstenmal nach m Jahren, im ganzen n mal in Zwischen- 
räumen von je m Jahren eingehende und verzinslich angelegte Rente r 
erlangte am Ende ihres Einganges den Summenwert: 

rClOp"» ° -l) 

^= iop--i •• • •^^- 

Es ist der Wert der einzelnen Renten: 

S = r4-rl-Op'" +rl-0p2'"+ r l-Op''('"-^>. 

Da dies eine steigende endliche Reihe ist, so ist: 

q° — 1 

8 = -^^ r-, a = r, q=10p™, die Anzahl der Glieder = nm 

q — 1 . 

1-0 pH» »»—l 
K = r ^ 

10p™- 1 



Beispiel 21, Ein Buchenbestand liefert bei langsamer Verjüngung 
in Perioden von 5 Jahren 4 mal jedesmal pro 1 ha 800 K; welchen 
Wert besitzt diese Einnahme bei p = 3% ^^ Schlüsse des Ver- 
jüngungszeitraumes von 20 Jahren? 

^ _ 8 0QK(l-03^-^-l) _ gQ^ ^ (10320- 1) 



1-03^ — 1 1035 — 1 

K = 800 K X 0-.806 1 X 6-2785 = 4049 K. 

Beispiel 22. Welchen Endwert erlangt eine Streunutzung, die 
vom 40. bis zum 70. Jahre jedes fünfte Jahr mit einem Werte von 
20 K pro 1 ha eingeht, wenn p==3-5%? 

4* 



52 III- Die mathematischen Grundlagen. 

^ = 20 K \r:':, --^ = 20 K X l -SOeS X 5-328 = 192-50 K. 

1-0350 — 1 ^^ 

Welchen Wert besitzt diese Streunutzung im Bestandesalter 
von 80 Jahren? 

K =; 20 K- ^ ,no-. 1 = 192-50 K X 1-4106 = 271-54 K. 

1-O3o5 — 1 



5. Anfangswerte aufhörender periodischer Renten. 

Den Anfangs wert dieser Renten erhält man abermals durch 
einfache Diskontierung des Summenendwertes auf die Zeit des 
Beginnes. Es ist demnach der Jetztwert einer nach m Jahren und 
im ganzen n mal erfolgenden Rente r: 

K= ,/('-OP°;-') =.„ -• ^/i-,,^! . . 28. 



(1-Op« — 1)1-0 p""»^ 1-Op'" — 1 



l-Opmny 



Hingegen erhält man den Jetztwert durch weitere Diskontierung 
mit dem Zeiträume, welcher bis zum Beginne des ersten Einganges 
liegt und mit a bezeichnet werden soll. 

rg-Op^-'^-l) 
(1-Op"" — 1)1-0 p'^'». 1-0 p"^ 

Beispiel 23. Welchen Anfangswert besitzt ein Streuertrag 
von 20 K, der alle 5 Jahre vom 40. bis zum 70. Jahre eingeht, wenn , 

p = 3-57o? 

Der Endwert ist nach Beispiel 22 im 70. Jahre 

K7o = 192-50 K, 

im 40. Jahre ist er daher 

K40 = 1 035^ = ^^2'^^ ^ X 0-2526 = 4862 K. 
Der Jetztwert ist 

K40 = 4?^^ = 48-62 K X 0-2526 = 12-28 K. 

6. Kombination der Zinseszins- und Rentenrechnung. 

a) Zu einem auf Zinseszins zu p^o angelegten Kapitale K erfolgt 
am. Schlüsse eines jeden Jahres durch n Jahre ein bestimmter Zu- 
schuß; welchen Wert besitzt diese Anlage im Jahre n? 



Formeln der Zinseszinsrechnung. 5^ 

Aus der einfachen Überlegung ergibt sich der Endwert des 
Kapitales K im Jahre n 

K„ = K10p , 
ferner der Wert der nmal erfolgenden Zuschüsse oder Renten 

00p 
daher Gesamtwert: : . 

1-0 ü« — 1 
K, = Kl-Op-4-r '^^PQp 30. 

Beispiel 24. Welchen Endwert erreicht ein Kapital von 5000 K 
bei p = 4% in 25 Jahren, wenn nachscliüssig jährlich ein Zuschuß 
von 100 K erfolgt? 

Ke = 5000 K X 1 042.^ - 100 K X ^^q.q^^ 

Ke = 5000 K X 2-6658 + 100 K X 41-6459 
Ke = 13.329 K + 4164 K 59 h = 1 7.493 K 59 h. 

b) Erfolgen aber anstatt der Zuschüsse durch n Jahre am 
Ende eines jeden Jahres Entnahmen, so ist der Endwert sinngemäß: 

Beispiel 25. Welchen Wert besitzt ein auf Zinseszins angelegtes 
Kapital von 5000 K bei p = 47o in 25 Jahren, wenn nachschüssig 
jedes Jahr ein Betrag von 100 K entnommen wird? 

1 04.25 1 

Ke = 5000K X 1-04^° — 100 K ^.^. (Siehe voriges Beispiel.) 
Ke = 13.329 K - 4164-59 K = 9164 K 41 h. 

c) Es sollen die Jahresraten oder Annuitäten r berechnet werden, 
wenn ein bestimmtes Grundkapital samt Zinseszinsen in n Jahren yoU- 
kommen gedeckt, also gleich Null werden soll. In diesem Falle muß 
die Gleichung bestehen: 

-iri A n 1-0 p'» r- 1 

hieraus .l />. ^i cJ . -•- .; 



54 in. Die mathematischen Grundlagen 

Kl-Opn _ K 1-0 p'^ 0-0 
l-Op°— 1~ 10p° — 1 



_ Kl-Opn _ Kl-O p'^O-Op 

T — ^ ^ ~ T" — — I — ^ zi z O-w. 



00 p 

Beispiel 26. Jemand entlehnt zu 4% jetzt ein Darlehen 
von 20.000 K; wie groß stellt sich die jährliche Annuität, wenn das 
Kapital samt Zinseszinsen in 20 Jahren getilgt sein soll? 

r = (20.000 K X 1-04^0) : l^^ - 

l-Opn_i 

(wir wählen diese Form, weil der Faktor — ~ direkt aus den 

0"0 p 

Tafeln entnommen werden kann) 

r = (20.C00 K X 2-1911) : 29-78 = 1471 K 52 h. 



Beispiel 27. Jemand erwirbt ein Wohnhaus um den Betrag 
Ton 50.000 K und erlegt sofort den Betrag von lO.OCO K, während 
der Rest von 40.000 K in jährlichen gleichen Raten samt Zinses- 
zinsen zu 4% in 15 Jahren getilgt werden soll. Wie hoch stellt 
sich die jährliche Tilgungsrate oder Annuität? 

1-0415 — 1 
r = (40.000 K X 10415) : ±±!^—-- 

0*04 

r = (40.000 K X 1-8009) : 20-023 = 3597 K 60 h. 

Beispiel 28. Die zu Beginn verausgabten Kulturkosten betragen 
60 K pro 1 ha und sollen innerhalb der Umtriebszeit von 80 Jahren 
in jährlichen gleich großen Raten getilgt werden. Wie hoch stellt 
sich dieser jährliche Betrag? 

1 -0^80 1 

r = (60 K X 1'03«^) : ^ - = (60 K X 10-6409) : 321-36 = 1 K 99 h. 

Beispiel 29. Jemand entlehnt ein Kapital von 10.000 K und 
verpflichtet sich außer der Verzinsung von 4% zu einer jährlichen 
Amortisation von VaVoi wie groß ist die jährliche Leistung, wenn 
der ganze Betrag in 20 Jahren getilgt sein soll ? In diesem Falle ist 
p = 4 4- V2 == 4^/2% zu nehmen. 

r = (10.000 K X 10452''): A^i^i = (10.000 K X 24117) : 31-37 
r = 768 K 79 h. 



Formeln der Zinseszinsrechnung. 55 

Beispiel 30. Der Abtriebsertrag eines 80jährigen Fichten- 
bestandes beträgt 5000 K. Wie groß müßte die jährliche Rente r 
sein, um diesen Betrag bei 80 Jahren und p = 3% zu erreichen? 

1 -0^80 1 

r = 5000K:^^^^^^r ^ = 5000 K: 321-36 

00 p 

r = 15 K 56 h. 

Jede aussetzende Rente läßt sich in eine jährliche gleich- 
bleibende zeitliche Rente umwandeln, wenn der Endwert entweder 

mit dem Faktor multipliziert oder aber durch den Divisor 

10 p» 1 

— ^ dividiert wird; n bedeutet in diesem Falle den ganzen 

00 p 

Zeitraum vom Anfang des ersten Jahres bis zum Jahre des Endwertes. 
Daher: 

^ KeXOOp _^ . l-Op°-l 33 



l-Op° — 1 ^' 0-Op 

Sollte jedoch eine solche Rente in eine immerwährende jähr- 
liche Rente verwandelt werden, so ist: 

'•=rfeo-op ^*- 

Bei sehr langen Zeiträumen liefern die Formeln 33 und 34 

nahezu die gleichen Ergebnisse, da die Faktoren , ,, „ und ttt-t, t 

6 ö > rOp° 1*0 p»^ — 1 

nur wenig voneinander verschieden sind. Bei kürzeren Zeiträumen 
weichen jedoch die Ergebnisse beider Formeln ganz bedeutend von- 
einander ab, wie aus den nachfolgenden Beispielen zu ersehen ist. 

Beispiel 31. Der Endwert einer Streunutzung im 70. Jahre 
wurde mit 189 K ermittelt. Wie hoch stellt sich bei dem gleichen 
Zinsfuße 1. die zeitlich begrenzte Jahresrente für die Zeit von 1 — 70 
Jahren, 2. die immerwährende Jahresrente? 

1. r, = 189 K : '^^^, = 189 K : 289 = 0-65 K 

OOöO 

2. Ti = ^^^f.^^Z^^^ = 6-61 K X 0-09 = 0-59 K. 

Beispiel 32. Der Endwert einer aussetzenden Rente beträgt 
im 10. Jahre bei p = 47o 500 K; wie hoch stellt sich 1. die zeitlich 
begrenzte und 2. die immerwährende Jahresrente? 



56 IV- I^iß Methoden der Waldwertberechnung. 



1. 500K: ^^, = 500 K; 12 = 41-66 K 
0'04 



l-O^io 



IV' Die Methoden der Waldwertbereehnung. 

/. Die Ermittlung des Bodenwertes. 
1. Der Bodenkostenwert. 

Der Bodenkostenwert stellt uns den Selbstkostenpreis oder 
Minimalpreis des Bodens dar, zu welchem der Besitzer den Boden 
ohne Verlust abgeben kann. 

Bei der Feststellung desselben hat man daher zu berück- 
sichtigen : 

1. Das Kostenkapital für die Anschaffung des Bodens; 

2. Die Kosten für die Urbarmachung und Kultivierung; 

3. Die aufgelaufenen Zinsen. 

Da in der Forstwirtschaft die Anschaffungskosten des Bodens 
nur selten bekannt sind, kann dem Bodenkostenwerte nur eine 
sehr geringe Bedeutung beigemessen werden, zumal nach erfolgter 
Kultivierung der zu erhoffende Ertrag für die Wertbestimmung des 
Bodens einen geeigneteren Maßstab bildet. 

Beispiel 33. Es sei 1 ha Waldboden um den Betrag von 
200 K erworben worden; wie hoch stellt sich dessen Kostenwert, 
wenn vor fünf Jahren die Aufforstung mit einem Aufwände von 
120 K erfolgte und die jährlichen Steuern und Umlagen 1*60 K be- 
tragen? p = 3V27o. 

Bk = (200 K X 1-0355) + (120 K X. 10355) + (1-60 K X (, 035 J 

Bk = (200 K X 1-1877) + (120 K X 1.1877) + (1-60 K X 5-362) 

K = 237-54 K + 142-52 K -1- 8-58 K = 388 K 64 h. 

2. Der Verkaufswert oder Verkaufspreis. 

Man versteht darunter denjenigen Wert, welcher sich aus dem 
Vergleiche von bekannten Boden verkaufen nach Maßgabe ähnlicher 
Beschaffenheit und Lage ergibt. 

Bei der Bestimmung desselben kommen die Produktionskosten 
des Bodens nicht in Betracht. An ihre Stelle tritt vielmehr die Er- 
wägung der Vorteile, auf welche der Verkäufer durch den Verkauf 



Die Ermittlung des BodenwerteB. 57 

verzichtet, also insbesondere der Vergleich des Reinertrages, den 
ihm das Grundstück bisher abgeworfen hat, mit dem Ertrage, welchen 
ihm das Kapital, das er als Kaufschilling erhält, abwirft. Ähnlich wie 
bei beliebig vermehrbaren Gütern deren Produktionskosten, so bildet 
bei Grundstücken ihr kapitalisierter Reinertrag die Minimalgrenze, 
unter die ihr Preis auf die Dauer nicht herabgeht. 

Auf Seiten des Käufers sind dagegen maßgebend seine Zahlungs- 
fähigkeit, die anderweit sich bietende Gelegenheit zum Erwerbe eines 
solchen Grundstückes, die Dringlichkeit seines Bedürfnisses, in den 
Besitz dieses Grundstückes zu gelangen, und die Eignung desselben, 
diesem Bedürfnisse zu dienen. Auch er wird die Brauchbarkeit be- 
messen, indem er den zu erwartenden Reinertrag des Grundstückes 
mit der Rente vergleicht, welche der zu zahlende Kauf Schilling in 
anderen gleich sicheren und gleich angenehmen Anlagen abwirft. 



3. Der Bodenertrags wert. 

Ä. Für den Kahlschlagbetrieb und Niederwaldbetrieb. 

Diese Bezeichnung ist an Stelle der früher üblichen des Boden- 
erwerbungswertes getreten, weil sie dem Wesen desselben besser 
entspricht. Grund und Boden kann nicht Kapital werden, da er in 
dem Werte der erzeugten Produkte nicht aufgeht, sondern in seiner 
Eigenart weiter bestehen bleibt. Es kann ihm deshalb kein Kapitals- 
wert, sondern nur ein Ertrags-, beziehungsweise Rentenwert zukom- 
men. Grund und Boden vermag deshalb auch nie Kapital zu produ- 
zieren, sondern nur Ertrag, nur Rente. Aus diesem Grunde halten 
wir es auch für logisch, zunächst die Bodenrente aus den Renten- 
ein- und -ausgängen abzuleiten und sodann den Bodenertragswert 
durch Kapitalisierung; der Bodenrente zu bestimmen, wenn man auch, 
wie sich zeigen wird, auf diese Weise zu dem gleichen Endergebnisse 
gelangt. 

Bei der landwirtschaftlichen Benutzung des Bodens liegt diese 
Ertragsermittlung ungleich klarer und einfacher, da sich hier 
die Produktion zumeist innerhalb eines Jahres abspielt und 
infolgedessen die jährlichen Ausgaben von den Einnahmen einfach 
abzuziehen sind, um den jährlichen Reinertrag oder die Bodenrente 
zu geben. 

Viel schwieriger gestaltet sich dies dagegen bei dem Wald- 
boden, da hier zwischen dem Anbaue und der Ernte ein weiter 
Zwischenraum liegt und außerdem die Einnahmen und Ausgaben 
in verschiedenen Zeitfristen stattfinden. 

Wenn für den Waldboden der jährliche Reinertrag ermittelt 
werden soll, ist man von vornherein gezwungen, der Rechnung ein 
bestimmtes Verzinsungsprozent zu unterstellen, da nur auf diese Weise 
die jährliche Reinertragsrente aus den periodisch stattfindenden 
Einnahmen und Ausgaben ermittelt werden kann. 



58 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 



a) Die Ermittlung der jährlichen Rohertragsrenten. 

Zur Vereinfachung wollen wir annehmen, daß normale wirt- 
schaftliche Verhältnisse vorliegen, somit Einnahmen und Ausgaben 
in den späteren Umtrieben die gleichen sind, wie im ersten Umtriebe. 

1. Wird der Nettoabtriebsertrag, somit der Holzerlös abzüglich 
der Erntekosten mit Au, das Alter des Bestandes zur Zeit des Ab- 
triebes mit u bezeichnet, so ist die entsprechende jährliche Rente 
nach Formel 38: 



1-Op" — 1 



2. Bedeuten ferner D», Db, . . . . Dq die Nettodurchforstungs- 

erträge, welche in den Zeitabschnitten a, b, q eingehen, so 

ist ihre jährliche Rente: 

D lOn-a OOp _ DarOp-OOp ^D.O-Opf. , 1 Y 

^ *rop" — 1 lOpMi-Op"— 1) 1-op* v "^ lOp'^ — ly' 

man muß den Betrag D» auf die Umtriebszeit prolongieren, weil 
bei der Anwendung der Formel j:7f^~^~i vorausgesetzt wird, daß 

der Ertrag Da alle a Jahre eingeht, was aber nicht zutrifft, da er 
nur das erstemal nach a Jahren erfolgt und späterhin sich bloß 
alle u Jahre wiederholt. 



Ebenso: 



Üb XKJ y -, .A _u 1 1 .A „h \ -"^ I 



DqlOp^- 



1-Op" — 1 1-0 pi» V ' 1-Op" — 1 
0-0 p Dq 00 p /, 1 



10 p" — 1 lOp'i V ' 1-Op" — 1 



3. Die eingehenden Nebennutzungen können zumeist als ein 
jährlicher und immerwährender Durchschnittsertrag veranschlagt 
werden; die jährliche Rente ist demnach dem jährlichen Betrage n 
gleich. Es ist dies der einfachste und gebräuchlichste Weg, der ohne 
Bedenken dann eingeschlagen werden kann, wenn die Rechnung für 
einen größeren Waldbesitz erfolgt und über die Eingänge • dieser 
Erträge Nachweisungen vorliegen. 

Wäre dies nicht der Fall, so müßte für jede verschiedenartig 
eingehende Nebennutzung die entsprechende jährliche Rente getrennt 
ermittelt werden. 

Für eine Grasnutzung (g), welche vom c. bis zum e. Jahre im 
ganzen n mal eingeht, wäre der Wert der jährlichen Rente 

10p"— 1 , A „ « OOp 



0-0 p *^ 'l-Op» — 1 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 59 

für eine Streunutzung (st) wäre der jährliche Rentenwert, wenn sie 
vom n. Jahre angefangen in Zeitabschnitten von m Jahren und im 
ganzen n mal bis zum i Jahre erfolgt: 

i.Opm.n_i l-0p"-i.0-0p 
r2 = st *^ ^ — 



10p°> — 1 • 10p" — 1 

(10pn>n_l)0 .Qp/ 1 N 

(10 p«» — 1) 10 pi V "^ 1-0 p« — ly • 

h) Berechnung der jährlichen Ausgabenrenten. 

1. Die Kulturkosten, 

welche bei der Gründung des Bestandes im Betrage c verausgabt 
werden und sich alle u Jahre wiederholen. 

Da der Endwert im Jahre u = c . lOp** ist, stellt sich die jährliche 
Rente auf: 

2. Jährlich gleichbleibende Kosten. 

Es sind dies die jährlichen Ausgaben für Verwaltung, Forst- 
schutz und Steuern etc. 

Bezeichnen wir die jährlichen Ausgaben für die Verwaltung 
mit V und jene der Steuern unc^ Umlagen mit s, so ist ihr Summen- 
wert im Jahre u 

10p« — 1 



S = (v + s) 



00 p ' 

lOp'^— 1 00 p 



dem ein jährlicher Rentenbetrag von r=(v-|-s) ^^ "i-n « 1 — 

= (v -j- s) entspricht. 

Die Nettobodenrente wird nunmehr nach erfolgter Umwandlung 
aller periodisch eingehenden Erträge und Ausgaben in jährliche 
Renten erhalten, wenn von der Summe der positisren Renten jene 
der negativen abgezogen wird. 

Au 00p , /Da 00p , DbO-op I y. I 1 ^ , " 
i-op°— i"^v rop» "^ lOp^ "^ • • vV "^1-op"— ly^ 

+ n-cO.Op(l + ^,^^)-(v + s) 



60 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

Da man weiters den Rentierungswert des Bodens durch 
Kapitalisierung der Bodenrente erhält, ist 

B.= ^' 



0-0 p 
R I -a . Db , Au «Vi , ' >| , n-(v + 8) „ 



.10 p« 10 p" •■JOp" W lOp" — ly^ 00 p 

oder auch: 

^^~ ^1-Op- + 1-Op^ + ••• ^" V V + 1-Op- - 1 ^" 



B 



^/^ Da , Db I _pVi j i '\ I Au , 

' vi-op»~^rop^~^ • ' • y V"^i-op"— ly "^1-üp" — 1^ 

n — (V + s) 



+ 



00 p 



Man kann hieraus ersehen, daß der Waldbodenwert tatsächlich 
ein Rentenwert ist, daß es jedoch bequemer ist, die Bodenrente aus 
dem berechneten Bodenwerte zu ermitteln, weil dadurch die Multi- 
plikation mit dem Faktor 00p einmal erspart wird. 

Deswegen begnügen wir uns weiterhin, bloß die Formeln für 
den Bodenwert anzugeben, da aus dem Bodenwerte die Bodenrente 
unmittelbar erhalten werden kann, weil B 0*0 p = br ist. Multipliziert 
man weiter in Formel II die einzelnen Glieder mit dem Faktor 

(14- —TT -r- ) aus, so ergibt sich für: 

V ' lOp"* — 1/ 

A, f 1 \ Au 10 p" ^ Au 

1-Op^V "T- i.Opa_iy/ 1-Op^l-Op« — 1 1-Op'^ — 1 



1-op" — 1/ rop" — 1 
Da ^^ , 1 ^_ Da(rop--i + i) ^Darop"^-* 



1-0 p^v ' i-op'» — ly Dai'OpMi'Op" — 1) lop"^ — 1 

usw. und es geht die Formel II über in die Faustmann'sche Formel: 

_ Au-c + DalOp"-^-i- .. .DqlOp" " n /^. , v + 8\ ,,, 
^' IOp"-l - + 0^01" V^ + ^^y' ■ ■ • '"^- 

oder auch: 

n Au+D alOp"-'^ + .-.DqlOp" "- clOp" , n , fv + 8\ ,,, 
^'- IOp"-l ^OOp • voop;"'"°- 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 61 

Wir selbst geben aber der Formel II gegenüber den beiden 
letzten Formeln den Vorzug, weil sie für die Rechnung bequemer 
ist, namentlich wenn der Bodenwert für verschiedene Abtriebszeiten 
ermittelt werden soll und weil, wie wir später sehen werden, die 
Formel II als die Grundformel bei allen anderen Betriebsarten An- 
wendung finden kann. Sollten zu den Formeln II und III außer den 
als jährliche Rente dargestellten Nebennutzungen noch die Gras- und 
Streunutzung in der früherenorts dargestellten Weise hinzukommen, 
so ist der Zuschlag hinsichtlich der Grasnutzung: 

lOp^ — 1 1-0 p'^-« 



1-Op" — 1 • 0-Op 
hinsichtlich der Streunutzung: 

1.0ptnn_i l-Öp"- 



st 



l-Opm_i l-Op«— 1 



Die vorstehend entwickelten Formeln II und III gelten für die 
Voraussetzung normaler Verhältnisse und zwar, daß die Erträge und 
Ausgaben immerwährend dieselben sind. 

Trifft diese Voraussetzung nicht zu und sind die Erträge der 
späteren Umtriebe von dem Ertrage des ersten Umtriebes ab- 
weichend, wie es bei neugegründeten Nieder- oder Mittelwäldern 
oder bei Umwandlungen der Holz- und Betriebsart der Fall ist, 
dann muß auch eine getrennte Ermittlung der Jetztwerte aus dem 
ersten Umtriebe und den späteren Umtrieben erfolgen. 

Die Jetztwerte des ersten Umtriebes sind: 

Au , Da , Db , D„ 

' — c 



1-0 p^ ' 1-0 p^ ' lOp" ' ■ ' ■ lOp'i 
diejenigen der weiteren Umtriebe: 

f A„i Dal , _^bl_ , _Dqi ^ 1 

V10p"i~^l-Op»i"^l-Op''i"^ ■ • • 1-0 pii vrOp'^i— 1 



somit zusammen: 



^«-(lOp""^ 

Dai , Dbi 


Da , Db , 

10 p^ ' 10 p"^ 

, Dpi 

"^" ■ ■ lOp"! 


^ • ■ • 10 p-i 


n — (v+s) 


lOp^i ' 10 p»! 


^VlOp"^- 


1 ' OOp 



r ,.Qpai-r j.Qpbi^ ■ ■ ■ |.Qpqi ''VlOp"^ — 1^ OOp 

Setzt man die Erträge in beiden Umtrieben einander gleich, so 
geht Formel IV unmittelbar in Formel II über, wenn man den ge- 
meinsamen Faktor ( —x^ — h ^ „ \ ) heraushebt, 
Vl-Op^ ' 1-0 p^y 



62 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

Alle die vorstehenden Formeln erleiden aber noch eine weitere 
Modifikation, wenn ein Holzzunahmeprozent in Rücksicht gezogen 
wird. Wie auf Seite 24 nachgewiesen wurde, ist der landesübliche Zins- 
fuß oder der Hypothekarzinsfuß um das Zunahmeprozent der Holz- 
preise zu vermindern, wenn das gleiche Ergebnis erzielt werden soll 
wie in dem Falle, daß den späteren Erträgen die erhöhten Holz- 
preise zugrunde gelegt würden. 

Wo daher ein solches Preiszunahmeprozent besteht, was nach 
dem heutigen Stande der Dinge die vorherrschende Regel bilden 
dürfte, ist der forstliche Zinsfuß, abgesehen von den sonstigen 
Gründen der Ermäßigung, gleich der Differenz zwischen dem landes- 
üblichen Zinsfuß und dem Freiszunahmeprozent, also p = g — t, 
wenn mit g der landesübliche Zinsfuß und mit t das Preiszunahme- 
prozent bezeichnet wird. 

Da aber das Preiszunahmeprozent selbstverständlich nur bei 
denjenigen Formelgliedern in Anschlag gebracht werden darf, bei 
welchen tatsächlich eine Preiszunahme stattfindet, nicht aber bei 
jenen Formelgliedern, welche eine solche nicht aufzuweisen haben, 
so folgt von selbst daraus, daß wir in diesem Falle verschiedene 
Zinsfüße der Rechnung unterstellen müssen, und zwar den forstlichen 
bei allen Formelgliedern, welche die Holzerträge betreffen, hingegen 
den landesüblichen bei allen übrigen Formelgliedern. 

Die früheren Formeln I und H würden daher übergehen in: 

B - r Da I Da_i ^A^Vi I „J—-")- 

In der gleichen Weise würden sich auch die Formeln IH und 
IV ändern. 

Eine Vereinfachung der vorstehenden Formeln läßt sich 
dadurch herbeiführen, daß man bei den Kulturkosten anstatt des 
landesüblichen ebenfalls den forstlichen Zinsfuß unterstellt, was 
nur von sehr geringem Einflüsse auf das Endergebnis ist. 

Professor Nossek geht noch einen Schritt weiter und berechnet 
auch die Durchforstungserträge mit dem landesüblichen Zinsfuße, 
was jedoch insoferne nicht zutreffend erscheint, als die Berück- 
sichtigung des Preiszunahmeprozentes bereits in dem forstlichen 
Zinsfuße ihren Ausdruck findet. 

Das gleiche gilt auch hinsichtlich des älteren Vorschlages von 
Professor Baur, bei der Prolongierung der Durchforstungserträge 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 63 

verschiedene, gegen die Abtriebszeit hin sinkende Zinsfüße zu unter- 
stellen. 

Beispiel 34. Ein Hektar Fichtenbestand liefert im Alter von 
30 40 50 60 70 Jahren Durchforstungserträge von 
80 95 105 120 125 K, ferner im Alter von 80 Jahren einen Ab- 
triebsertrag von 4600 K und einen jährlichen Nebennutzungsertrag 
von 2K;, während die Kulturkosten 80 K und die jährlichen Ausgaben 
für Verwaltung, Schutz, Steuern und Umlagen 13 K betragen. Wie 
hoch berechnet sich die Bodenrente und der Bodenertragswert für 
den Zinsfuß von p = 272^0? Nach Formel IL 

80 K 
j;Ö25F,= 80KX0-4767= 38'- K 

95 K 
rÖ25^= 95„X0-3724= 35-- , 

10^ K 
j:^^= 105„X0-2909= 30"- „ 

120 K 
pÖ25ro= 120„X0-2273= 27'-, 

125 K 
Y:^y^o= 125„X0-1776=: 22'- „ 

p^ = 4600 „ X 0-1387= 638- „ 

Summa . 790-— K 
hieven ab c = 80* — „ 

Differenz . 710 — K 



710K 



^0"^ 1025«o- l ) - 710 KX 1-161==^ ..... 824-- 



ab Differenz der Nebennutzungen und Verwaltungskosten 

1 Q TT' 2 TT 

0025 =ltKX40= ■ 440--„ 

^^^^ Be = 384-K 

b, = B 00 p = 384 K X 0025 = 9-60 K. 

Beispiel 35. Es soll für die Annahmen des früheren Bei- 
spieles die Bodenrente und der Bodenertragswert ermittelt werden, 
jedoch unter der Voraussetzung, daß der landesübliche Zinsfuß 
p = 3-5 0/^ und der forstliche Zinsfuß bei Berücksichtigung einer 
Preiszunahme von P/o P = 2V2% ist? 

1. Ermittlung der Bodenrente nach Formel V: 

^^W'+T^^i^^^*^^^^= ™-K 

790 k(i+ ^.^^^^^_J = 790KX 1-161= 917-20 „ 

Bodenbruttorente 917 K 20 hX 0-035= 32-10 K 



64 I^- I^iö Methoden der Waldwertberechnung. 



(v + s) = 2K — 13K= ll-_ I 14._K 



«'■ In 



Bodenrente br = ]810K 
2. Ermittlung des Bodenwertes nach Formel VI: 
der erste Teil der Glieder wie früher 917"20 » 



hievon 
ab 



" (} + l-035«o _ J - 80 K X 1-0638 = . 85-40 K 

n — v + s IIK 



0035 0-035 



3 14-- „ 399-40 K 



Be = 517-80 K 



gegenüber 384 K des Beispieles 34; ohne Annahme eines Preis- 
zunahmeprozentes 

b,. = Be . 0-0 )) = 517-8 K X 0035 = 18-1 K, 

wie früher. Auffällig ist es vielleicht, daß sowohl bei der Berech- 
nung der Bodenbruttorente aus dem Bodenbruttowerte, als auch 
der Nettorente aus dem Bodenertragswerte der landesübliche Zins- 
fuß unterstellt wurde. Es ist dies jedoch in der Sache selbst be- 
gründet, weil die gegenwärtigen Zinsen eines gegebenen Kapitales 
zweifellos nach dem landesüblichen Zinsfuße zu ermitteln sind. 

Beispiel 36 nach Formel IV. In einer Betriebsklasse erfolgt 
eine Umwandlung der Buche in Fichte. Wie hoch berechnet sich der 
Bodenerwartungswert unter Berücksichtigung beider Holzarten, wenn 
im gegenwärtigen Umtriebe die Buche pro 1 ha im Alter von 

30 40 50 60 70 Jahren 

Durchforstungserträge von 35 74 102 122 224 K 

und im 90. Jahre einen Abtriebsertrag von 3000 K liefert. Die Er- 
träge der Fichte im zweiten Umtriebe und in den späteren Um- 
trieben entsprechen jenen im Beispiele 34. Die Kulturkosten betragen 
80 K, die Kosten für Verwaltung, Schutz und Steuern abzüglich der 
Nebennutzungen jährlich 11 K, p = 2V2%- 

für Buche: -^^^ = 4000 K X 0-1084= . 434K 

1-025''*' 

= 35 „X 0-4767= 16 „ 



1-02530 

r--^^ 74„X0-3724= . . 27„ 

p^= 102„X0-2909= 29 „ 

122 
r-Ö25^= 122„X0-2273= 28, 



Die Ermittlung des Bodenwertea. 65 

^^= 224KX01776= • • 40K 

l^^o 574 K 

ab c = 80 „ 
Differenz 494 K 

für Fichte: :r-„^ = 4600 KX 01387 638, 

-=r=^ aus Beispiel 34 152, 

10 p™ 

Summe . 790 K 

a b c = 80 „ 

710K 

710KX i.Qpi_i =710KX0-161= .... 114, 

somit für Buche 494 , 

, Fichte ■ 114 , 

608 K 

ab^=:llKX40= . . ■ 440, 

daher Be= . . . 168 K 

Beispiel 37 nach Formel III b: 

Ein Hektar Schwarzkiefernbestand gibt im Alter von 
30 40 50 60 70 80 Jahren 
Durchforstungserträge von 70 85 95 100 100 90 K 
und im 100. Jahre einen Abtriebsertrag von 2400 K. 

Außerdem liefert derselbe im Alter von 90 bis 100 Jahren 
einen jährlichen Ertrag aus der Harznutzung von 100 K und vom 
40. bis einschließlich dem 90. Jahre alle 5 Jahre aus der Streunutzung 
einen Ertrag von 30 K. Die Kulturkosten belaufen sich auf 40 K, die 
jährlichen Ausgaben für Verwaltung, Schutz und Steuern etc. v = 730 K. 

Wie hoch berechnet sich der Bodenertragswert bei p = 2Y2%? 

Au= 2400 — K 

Dar0p'«= 70 KX 5-6321 394-25,, 

D„10pfo= 85, X 4-3997 373-97, 

DclOp^o= 95,. X 3-4371 . 32652 „ 

Da 1-0 p^o= 100 , X 2-6850 268-50, 

Del-0p3o= 100 , X 20975 20975, 

DfrOp2o= 90 „X 1-6386 14747, 

Summe . . . 4120*46 K 
Hievon ab c l-Op" = 40 K. 11 8137 . . . 472-55, 

Differenz . 3647-91 K 

3647-91 K X ^.Q25!oo_i = 3647-91 K X 0-0924 Jetztwert . . 337-07 „ 

V = 7-3 K X 40= . . . 292-—, 
Differenz . 4507 K 

Kiebei, Waldwertrceltnuni;. ^ Auü. 5 



QQ lY. Die Methoden der Waldwertberecbnung. 

Hiezu Kapitalswert der Harznutzung 
1-02^10 1 1 

Hiezu Kapitalewert der Streunutzung 

Bodenertragswert: Summe , . . 226 62 K 

Beispiel 38. Ein Hektar Niederwald (Ausschlagswald) liefert 
gegenwärtig bei einer Umtriebszeit von 20 Jahren einen Ertrag von 
250 K. Die Kosten für Verwaltung, Schutz und Steuern etc. betragen 
5 K; die Kulturkosten für Komplettierungen 10 K. 

Wie hoch berechnet sich der Bodenertragswert bei einem 
Zinsfuße von 3Y2*^/o» da ein Preiszunahmeprozent nicht zu ver- 
zeichnen ist? 

Au= 250-— K 

Hie von ab . . . 10* — „ 

Differenz . 240 — K 
240 K X |.Q352o_2 "" ^'^^^^ -^ ^^^ ^ Jetztwert . . 24247 „ 
ab^^i|^ = 5KX 28-57 + 10K = 142-85K + 10K= 152-85 „ 

Bodenertragswert: Differenz . 89'62 K 

Dieser Ausschlagswald soll in einen Fichtenhochwald umge- 
wandelt werden, wobei die Kulturkosten pro 1 ha 80 K betragen. 

Im Alter von 

30 40 50 60 70 Jahren verspricht er 
Durchforstungserträge von 60 80 100 120 120 K 
und einen Abtriebsertrag von 6000 K im Alter von 80 Jahren; wie 
hoch berechnet sich der Bodenertragswert, wenn mit Berücksichtigung 
eines Preiszunahmeprozentes von 1% der forstliche Zinsfuß p mit 
2V2V0 zu bemessen ist. 

Die Berechnung erfolgt nach Formel HL 

Erster Umtrieb Niederwald: 

^^^ = 240 KX 0-5026 120-62 K 

Die folgenden Umtriebe Hochwald: 

-A =6000 KX 0-1387 832-20 „ 

1-O2o8ö ^ 

r^o= 60„X04767 •. 28-60,, 

p^^-^= 80^X0-3724 . 29-79„ 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 67 

j^-= lOOKX 0-2909 2909 K 



Dd 



1-02560 

De 

1025^0 



120 „ X 0-2273 27-28 

120 „ X 0-1775 21-30 



Summe . . . 968-26 K 

Hievon ab c . . . 80' — „ 

Differenz . 888-26 K 



888-26K Xr-n-k r = 01610 X 888-26K= 143-01 „ 

l'O p"*' — 1 

Hiezu vom Niederwald . . . 12062 _ 



Summe . . . 26363 K 



ab V = ^^ = 5KX28-57 . .142-85, 
Bodenwert . . . 12078 K 

Beispiel 39. Für 1ha Fichtenhochwald betragen im Alter von 
Jahren 30 40 50 60 70 80 90 100 
die Durchforstungserträge 63 110 150 160 160 150 — — K 
„ Abtriebserträge — 1500 2280 3320 4540 Ö750 6700 7700 „ 

Wie berechnen sich die Bodenertragswerte bei einem Zinsfuße 
von 2V2%i wenn die Kulturkosten 80 K und die Verwaltungskosten 
abzüglich der Nebennutzungen 10 K betragen ? 

^^^ = 63 KX 0-4767 = 30K ^^ 



102580 

^|o = 110 „X 0-3724 = 41 

S = 150.x 0-2909 = 43 

^1^, = 160 «X 0-2273 = 36 

^^ = 160. X 0-1776 -28 

^^=150. X 0-1387 = 21 „ „ =199„ 

Alter 40 50 60 70 80 90 100 Jahre 

^5^= 30 71 114 150 178 199 199 K 
10p°» 

^■^ 558 663 755 806 797 726 652 



rOp"» 


= 30K 


V 


= 71, 


n 


= 114„ 


» 


= 150„ 


» 


-178, 



1-0 p" 




""- V 


Summe 
ab c 


588 734 869 956 975 925 
80 80 80 80 80 80 


851 K 

80 „ 



Differenz 508 654 789 876 895 845 771 K 



gg IV. Die Methoden der Waldwertberecbnung. 

Diff. X fl + , ^ ^ t) = 809 922 1019 1065 1039 948 842 K 
\ l'Op*^ — 1/ 

ab?v?^=10KX40= 400 400 400 400 400 400 400 , 

Be= 409 522 619 665 639 548 442 K 

p = 3 Vo Be= 252 313 361 367 330 250 169 „ 

p = 3V'>%Be= 143 174 192 181 138 74 10 ,. 

p = 4 % Be = 67 79 80 56 17 — 35—82 „ 

Die Verwaltungskosten allgemein mit 4% kapitalisiert 

p = 2V2Vo Be= 560 672 770 815 790 694 592 K 

p = 3 % Be= 335 396 444 454 413 333 252 , 

p = 8i/2VoBe= 179 210 228 217 174 110 46 „ 

p = 4 % Be = 67 79 80 56 17 — 35-82 „ 



c) Die Größe des Bodenertragswertes. 
Aus der Formel 

^" ^ \vö^ "^ rö^ "^ röp^J v^ "^ rop"— Ty^l^ "^ rop-— tJ"*" 

geht unmittelbar hervor, daß eine Zunahme in der Größe der 
positiven Glieder eine Erhöhung, hingegen eine Zunahme in der 
Größe der negativen Glieder eine Verminderung des Bodenertrags- 
wertes zur Folge hat. 

Mit der Zunahme der Abtriebserträge, der Zwischen- und 
Nebennutzungserträge steigt der Bodenertragswert und umgekehrt 
sinkt er bei einer Verminderung dieser Erträge. 

Die Kultur- und Verwaltungskosten verhalten sich naturgemäß im 
entgegengesetzten Sinne und bewirkt deren Vermehrung eine Abnahme, 
dagegen deren Abnahme eine Zunahme des Bodenertrags wertes. 

Den größten Einfluß auf die Größe des Bodenertrags wertes übt 
jedoch unstreitig der Zinsfuß aus und liefert ein niedriger Zinsfuß 
hohe, ein hoher Zinsfuß niedrige Bodenertragswerte. 

Wie aus der vorangestellten Formel unmittelbar zu ersehen 
ist, kommt der größte Einfluß auf das Endergebnis dem Faktor 

( 1 -f- T-K r ) zu, da er bei einem hohen Zinsfuße wesentlich 

V rOp" — 1/ 

kleiner ist als bei einem niederen Zinsfuße. 

p= 2 2V2 3 3V2 4 7o 
bei u = 70 Jahre ist er= 1-33 1*21 1-14 110 103 
bezogen auf den Ertrag 100.-= 133 121 114 110 103 K. 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 69 

Die Holzerträge werden jedoch noch weiter beeinflußt von den 
Diskontierungsfaktoren ^ , die ebenfalls bei zunehmendem Zins- 

fuße abnehmen, da sich der Nenner des Bruches vergrößert. 

für p= 2 2V2 3 31/2 40/0 

(a = 40 Jahre) ist ^4- = 045 037 030 025 021 
10 p 

bezogen auf den Ertrag 100= 45 37 30 25 21 K. 

Bei den Kulturkosten wirkt dagegen der Faktor ( 1 + ...^ „ -r) 

im entgegengesetzten Sinne wie bei den Erträgen, da dieselben sich 
bei höheren Zinsfüßen und längeren Wiederholungszeiträumen 
vermindern; desgleichen verursachen auch hohe Zinsfüße bei der 
Kapitalisierung der Nebennutzungen und Verwaltungskosten eine 
Wirkung im abnehmenden Sinne. 

Allgemein kann daher gesagt werden, daß das Zunehmen des Zins- 
fußes bei allen Faktoren, auf welche er Bezug hat, einen Einfluß in vermin- 
derndem Sinne ausübt, die Wirkung jedoch bei den positiven Gliedern 
stärker zum Ausdrucke gelangt, als bei den negativen Gliedern. 

Um diesen Einfluß noch näher zu veranschaulichen, wählen wir 
das Beispiel 34 und stellen die Resultate gegenüber, die sich für 
einen Zinsfuß von 2V2 und 3Vo ergeben: 

p = 2^/2 31/2 7o Änderung um 

Be = 384K 17 K 95% 

Der positive Teil der Formel nimmt daher bei Veränderung 
des Zinsfußes von 2^^2 auf 3V2% um 54%, der negative Teil dagegen 
nur um 25% ab. Daraus folgt, daß die Größe des Bodenertrags- 
wertes insbesondere von dem Faktor (14- zm r ) beeinflußt wird. 

V l'Op" — 1/ 

Außer dem Vorangeführten kommt aber auch noch der 
Abtriebszeit ein erheblicher Einfluß auf die Größe des Boden- 
ertragswertes zu. 

Bei ganz niedrigen Abtriebszeiten, wenn der Verkaufswert des 
Holzes noch ein geringer ist und die Ernte- und Kulturkosten noch 
nicht deckt, würden sich negative Bodenwerte ergeben. Mit zu- 
nehmender Höhe der Abtriebszeit steigt der Gebrauchswert des 
Holzes und der Ertragswert des Bodens wird positiv. Die Zunahme 
wird dann um so beträchtlicher, je mehr der Bestand aus dem Alter 
des minderwertigen, schwachen Holzes in jenes der gut verwertbaren 
und gangbaren Sortimente tritt. Er steigt hierauf weiter, erreicht mit 
fortschreitender Höhe der Umtriebszeit ein Maximum, von welchem 
aus er dann abnimmt, und zwar etwas langsamer als er gestiegen ist. 



70 IV- D^ö Methoden der Waldwertberechnung. 

Die Ursache dieser Erscheinung ist vor allem in dem starken 

Abnehmen des Faktors ^ ., „ — ^, welcher mit ( 1 + zr-p^ ^ ) -— — 

10p°— 1' V ^l-Op'*— ly 1-Op" 

identisch ist, bei höheren Abtriebsaltern begründet. 

—TT—- — -- bezogen auf das Kapital 100 nimmt für die früher 
l'Op'* — i ° 

gewählten Zinsfüße von 2V2 und 3V2% folgende Werte an: 

u Jahre p = 2V.>% P = 3V2% 
10 357 K 243 K 

20 156 , 101 , 



30 


91 


fl 


55 


40 


59 


jt 


34 


50 


41 


n 


22 


60 


29 


») 


14 


70 


21 


n 


10 


80 


16 


n 


7 


90 


12 


n 


5 


100 


9 


ji 


3 


110 


7 


» 


2 


120 


5 


n 


1-6 


130 


4 


n 


1 


140 


3 


v 


0-8 


150 


2 


j> 


0-6 



Es ist zu ersehen, daß z. B. der 100 jährige Abtriebsertrag bei 
S'/zVo nur dann den gleichen Bodenertragswert wie der 80 jährige 
geben kann, wenn sein Ertrag denjenigen des 80 jährigen mindestens 

um das Doppelte übersteigt, weil der Periodenfaktor ^r:;: - 

1*0 p" — 1 

im gleichen Verhältnisse abnimmt. 

Da aber gegenüber diesem Abnehmen der Faktoren — tt -r 

^ ^ 10p"— 1 

mit zunehmendem Alter gleichzeitig eine Zunahme der Abtriebs- 
erträge stattfindet, wird sich ein Zunehmen des Bodenertragswertes 
für einen bestimmten Zinsfuß nur insolange ergeben, als die Werts- 
zunahme des Abtriebsertrages den vermindernden Einfluß des Faktors 

( 1 -f 1 .r^ n — ^j noch überwiegt. Um dies rechnungsmäßig festzu- 
stellen, ermitteln wir, wie groß der Wertzuwachs des u -j- n jährigen 
Abtriebsertrages sein müßte, damit der Bodenertragswert gleich 
jenem des u jährigen Abtriebsertrages, also Ba = B„-i-n, sei. 

Unter Außerachtlassung der übrigen Faktoren wird diese Be- 
dingungsgleichung dann erfüllt werden, wenn: 

Au Au+n 

1-Op"— T~ I0p"+«— T 



Die Ermittlung des Bodenwerte«. 71 

Da ferner Aa+n = Au 1*0 x°, so kann für einen bestimmten 
Zinsfuß berechnet werden, wie groß das Zuwachsprozent x sein muß, 
um die Gleichung zu erfüllen. 

A« AalOx» 



lOp^^-l 10p" + °— 1 
10p« + '' — 1 



1-0 x° = 



10 p" — 1 



Der Bodenertragswert wird demnach noch zunehmen, so lange 

J.QpU + n — i 

10z'*> als tj — ; er wird den größten Betrag erreichen, wenn 

jOp^+n — 1 10p'*+» — 1 . - 

10z'' = —— ;— und abnehmen, wenn 10 z'* < -^ta^^ r— wird. 

lOp'» — 1 ' 1*0 p" — 1 

Wenn beispielsweise u = 70, u -[- n = 80 Jahre und p = 2V2"/o» 

so ist ]'^Kl ~ ] = 6-2096 X 0-2159 = 1-3406 
10 p''' — 1 

10 xio = 1-3406 

x = 2-97o/o (aus Tafel III). 

Bei einem Zinsfuße von 2\'2Vo wird daher das Maximum des 
Bodenertragswertes dann bei n = 80 Jahren liegen, wenn das Wert- 
zuwachsprozent noch rund 3% übersteigt. 

Diese Sollzuwachsprozente für die verschiedenen Zinsfüße ge- 
rechnet, geben uns somit durch Vergleich mit dem Wertzuwachs- 
prozente ein einfaches Mittel an die Hand, um sofort zu erkennen, 
welche Abtriebszeit bei der Ermittlung des Bodenertragswertes 
zugrunde gelegt werden muß, damit für den betreffenden Zinsfuß 
das Maximum des Bodenertragswertes erhalten werde. 

Da man den Zeitpunkt, in welchem der Bodenwert sein Maximum 
erreicht, mit Kulmination bezeichnet, hat man in dem Zuwachs- 
prozente X auch ein geeignetes Mittel für die Beurteilung und Be- 
stimmung derselben. Unter Berücksichtigung aller Faktoren ist: 

Ba ^-^ 



10p« — 1 ^^1-op™ V ' rop'^ — 1/ 



0-0 p' 



Bu + n = 



Au-f-n 



"^l-Op°» V ■^10p"+°— 1/ 



+ ° l-Op'' + '' — 1 ' l-Op°»V^ ' 10p" 

~°v^'^i-0p"+" — J^Wp"' 



72 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

B 



_ r> _ ^l L -^P"» Tl -4- — L__- 

A , 1 ^ A,10X° 21>m (. , 1 

iOp«+« — i ~ lOp" — 1 ' lOpm V "^Töp"^^/ 
+ '(^ + Top'^+'>-i)' 

1.0p"+« — 1 2: Dm A-Op"+"— 1-Op" 



ip" 
AulOx«^ Au , 2;D. 



/^^" rop" — 1 ' Aaiop«" V 1-op» — 1 

A„ V 10p" — 1 J 
'"^ - lOp" — I ^AulOp'"V lOp" — I 



c / IOp"+" — I _ A 
AuV IOp"-l V 



VII. 



Aus dieser Formel ist unmittelbar zu ersehen, daß das Prozent x 

l'Op"+" — 1 

in erster Linie von dem Faktor J{ z— abhängt, ferner daß 

1"U p" — 1 

die beiden weiteren Glieder einen nur ganz geringen Einfluß auf die 
Größe des Prozentes x ausüben, da ihr Wert nur ein verschwindend 
kleiner ist und daß diese beiden Glieder in ihrer Wirkung gerade 
entgegengesetzt sind, weil die Durchforstungserträge auf die Kulmi- 
nation beschleunigend, die Kulturkosten aber verzögernd wirken. 

Die Nebennutzungen und Verwaltungskosten üben keinen Ein- 
fluß, da sie eliminiert werden. 



Beispiel 40. Nach dem Beispiele 39 beträgt der Abtriebsertrag 
im 60. Jahre 3320 K, im 70. Jahre 4540 K, im 80. Jahre 5750 K, 

die Kulturkosten betragen 80 K, t^- =178K. Wie groß ist das 

& 10 p™ ^ 

Zuwaehsprozent z, in welchem Zeitpunkte tritt bei dem Zinsfuße 

p = 2V27o die Kulmination des Bodenertragswertes ein? 



Die Ermittlung des Bodenwerteg. 73 

Die Kulmination tritt dann ein, wenn das Zuwachsprozent z 
gleich ist dem berechneten Prozente x, also z = x. 

1. Ermittlung der Zuwachsprozente: 

1.0z» = ^ = |g^ = 1-2667. 
A70 4540 K 

aus Tafel III. 

z = 2-40%. 

2. Ermittlung von x nach Formel VII. 
10p« + n — 1 



lOp-^ — 1 



6-2096 X 0-2159 = -|- 1-3406 



^^"^ 0-3406 = 4^^14-. 0-3406= 4-00133 



AulOp»" 4540 K 

-^. 0-3406 = -|?^. 0-3406= —0-0067 

Au 4540 K 



1.0 XU -I 1-3406 
~\ +00133 



1-3539 
— 0-0067 

1-3472 aus Tafel III. 

x = 3-02% gegenüber z = 24%. 

Der 80jährige Bestand hat daher die Kulmination überschritten, 
weshalb sich für ihn ein kleinerer Bodenwert ergeben muß als das 
Maximum, da sein Wertzuwachsprozent schon kleiner ist als das 
Prozent x. 

Für das Jahr 70 gerechnet ist z = 3187o 

X = 3-10, 

somit erscheint die Kulmination noch nicht ganz erreicht. 

Werden die Durchforstungserträge und Kulturkosten vernach- 
lässigt, so ist 

l-Oz« = 1-3406 

x = 2-97% 

sonach nur um 005% geringer, woraus zu ersehen ist, daß man 
sich bei Ermittlung des Prozentes x lediglich auf den Faktor 

, X „ 7— beschränken kann. 

10 p" — 1 

Diese Werte für das Prozent x, von welchen wir noch an 

späterer Stelle Gebrauch machen werden, sind: 



"74 IV- Dio Methoden der Waldwertberechnung, 

u— u + n p= 2 2-5 3 3-5% 



20- 


- 30 Jahre 


x = 5-2 


5-5 


5-9 


6-2o/o 


30- 


- 40 


n 


x = 40 


4-4 


4-7 


5-0% 


40- 


- 50 




x = 3-4 


3-7 


4-1 


4-4Vo 


50- 


- 60 


n 


x = 30 


3-4 


3-7 


4-20/0 


60- 


- 70 


n 


x = 2-8 


31 


3-5 


3-9Vo 


70- 


- 80 


m 


x = 2 6 


30 


3-4 


3 8o/o 


80- 


- 90 


n 


x = 2-45 2-8 


3-3 


3-7% 


90- 


-100 


„ 


x = 2-4 


2-73 


32 


3-6o/o 


100- 


-110 


»• 


x = 2-3 


2-7 


315 


3-5% 


110- 


-120 


r. 


x = 2-2 


2-6 


31 


3-40/0 



Die Kulmination, d. i. der frühere oder spätere Eintritt des 
Maximums des Bodenertragswertes, ist aber weiters abhängig von 
■dem Zinsfuße, welcher der Rechnung unterstellt wird. Wie aus den 
vorangestellten Werten für x unmittelbar zu ersehen ist, wirkt ein 
niederer Zinsfuß auf die Kulmination hinausschiebend, hingegen ein 
hoher Zinsfuß vorschiebend, da die Werte für x bei zunehmenden 
Zinsfüßen ebenfalls größer werden und demnach für das gleiche 
Abtriebsalter ein höheres Wertzuwachsprozent erforderlich ist, als 
bei einem niederen Zinsfuße. 

Die vorstehenden Ausführungen können daher im folgenden 
kurz zusammengefaßt werden: 

a) Der Bodenertragswert ist um so größer: 

1. je kleiner der Zinsfuß, 

2. je größer der Abtriebsertrag, 

3. je größer die Zwischennutzungen sind und je früher sie 
eingehen, 

4. je kleiner die Kulturkosten und je länger die Frist ihrer 
Wiederholung, 

5. je größer die Eingänge aus den Nebennutzungen, 

6. je geringer die Kosten für Verwaltung, Schutz und Steuern. 

b) Der Bodenertragswert kulminiert um so früher: 

1. je größer der Zinsfuß, 

2. je geringer das Wertzuwachsprozent, 

3. je größer die Zwischennutzungen sind und je früher sie eingehen, 

4. je kleiner die Kultur kosten sind. 

Die Nebennutzungserträge, sowie die Kosten für Verwaltung, 
Schutz und Steuern üben auf die Kulmination keinen Einfluß aus. 

d) Die rechnerischen Grundlagen für die Ermittlung des Boden- 
ertragswertes. 

Nicht immer führen die theoretisch in ihrer Richtigkeit unan- 
tastbaren Formeln bei ihrer praktischen Verwertung zum Ziele, da 
ihre Anwendung eine gewisse Erfahrung in der Auswahl und Be- 
handlung der einzelnen Faktoren voraussetzt. 

Allgemein ist zu beachten, daß man bei der Ermittlung des 
Bodenertragswertes von den bestehenden konkreten Verhältnissen 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 75 

nur dann ausgehen darf, wenn diese als normale oder wenigstens als 
annähernd normale anzusehen sind. Liegen jedoch abnormale Ver- 
hältnisse vor, dann muß zunächst erhoben werden, ob eine Über- 
führung in entsprechende Ertrags Verhältnisse überhaupt möglich 
ist, auf welche Weise dies zu geschehen hat, welchen Aufwand an 
Zeit und Geld dies erfordert und welcher materielle Erfolg zu er- 
warten steht. 

Sind normale Verhältnisse vorhanden, die auch für die nach- 
folgenden Umtriebe als bleibend anzusehen sind, dann wird man die 
Formeln II, III und VI in Anwendung bringen; weichen jedoch aus 
irgend einem Grunde die Verhältnisse des ersten Umtriebes von 
denjenigen der folgenden Umtriebe ab, dann wird man die Formel IV 
anwenden. 

1. Der Abtriebsertrag. 

Der Abtriebsertrag wird immer erntekostenfrei in Rechnung 
gestellt, d. h. von dem Holzerlöse sind noch die Ausgaben für 
die Fällung und Bringung, die Kosten für die Unterhaltung der 
Wege etc. in Abzug zu bringen. 

Wird der Abtriebsertrag aus den Wirtschaftsergebnissen selbst 
erhoben, so darf man sich nicht mit einem Durchschnittsergebnisse 
pro 1 ha Fläche begnügen, sondern man muß ihn aus solchen 
Beständen ableiten, die in bezug auf Bodenbonität, Bestockung, 
Alter, Bestandesbonität entsprechend sind. 

Als Alter ist ein Zeitpunkt zu wählen, dem die Kulmination 
entspricht, oder wenigstens annähernd gleichkommt. Da in der 
Praxis zumeist das Abtriebsalter der Bestände jenes der Kulmination 
wesentlich übersteigt, so wird man den Abtriebsertrag aus typischen 
Beständen im Alter der Kulmination durch Erhebung der Masse, 
der anfallenden Sortimente und des Wertes derselben ermitteln 
müssen, wenn für diesen Zweck nicht geeignete Geldertragstafeln 
benützt werden können. In Österreich sind wir in dieser Beziehung 
noch sehr spärlich bedacht, was um so unbegreiflicher ist, als guten 
Lokalgeldertragstafeln zweifellos ein ganz bedeutender Wert in bezug 
auf Lösung von Waldwertrechnungs- und statistischen Fragen zukommt. 

Liegen abnormale Verhältnisse vor, die eine Umwandlung der 
Holz- und Betriebsart erfordern, dann muß die Erhebung der 
normalen Abtriebsertäge sowohl für die jetzt bestehenden Verhält- 
nisse, als auch für die später geänderten Verhältnisse stattfinden. 

Es wäre beispielsweise verfehlt, bei einem herabgekommenen, 
räumdigen Bauernwald, der zum Zwecke einer Arrondierung von 
dem Nachbargute erworben werden soll, für die Ermittlung des 
Bodenwertes den gegenwärtigen Abtriebsertrag der vorhandenen 
Bestände zugrunde zu legen, da der gegenwärtige Zustand der 
Bestände nur bei der Bewertung des Holzvorrates in Rücksicht zu 
nehmen ist, bei der Bestimmung des Bodenwertes jedoch lediglich 
die Ertragsfähigkeit in Betracht kommt. 

Man wird daher in einem derartigen Falle für die Ermittlung 
des Bodenertrags wertes solche Erträge unterstellen, welche nach 



76 IV. Die Methoden der Waldwertbereohnung. 

erfolgter Umwandlung bei einer geordneten Wirtschaftsführung zu 
erwarten sind, selbstverständlich unter Berücksichtigung des zur 
Erreichung dieser Erträge erforderlichen Geldaufwandes. 

Es ergibt sich dies aus der einfachen Erwägung, daß der 
Bodenertragswert eigentlich nichts anderes ist als das Entgelt für 
die Eigenschaft des Bodens, Güter zu produzieren. 



2. Die Zwischennutzungen. 

Bei der Bestimmung der Zwischennutzungserträge wird man 
sich vor allem darüber klar werden müssen, ob überhaupt solche 
Erträge erzielt werden können oder nicht. Können solche Erträge, 
sei es aus Mangel an Absatz des Materiales, oder aus Mangel 
geeigneter Transportanstalten nicht erzielt werden und ist eine Ab- 
hilfe in dieser Richtung ausgeschlossen, so wird man von der 
Veranschlagung derselben absehen. 

Werden hingegen solche Maßnahmen lediglich aus Unkenntnis 
oder wegen Verkennung ihres wirtschaftlichen Wertes unterlassen, 
dann wird man die Erträge in Anschlag bringen müssen, da man 
den betreffenden Mängeln sofort abhelfen kann. Den Ertrag wird 
man im Vergleichswege mit solchen Betrieben feststellen, wo bereits 
ein regelrechter Durchforstungsbetrieb besteht. 

Ein regelrechter Durchforstungsbetrieb bildet, abgesehen von 
seiner waldbaulichen Bedeutung, eine reiche Quelle für höhere Er- 
träge und infolgedessen auch für höhere Bodenertragswerte. 

Wenn bereits ein regelrechter Durchforstungsbetrieb besteht, 
kann man bei der Ermittlung des Bodenertragswertes rücksichtlich der 
Zwischennutzungen eine Vereinfachung der Rechnung dadurch er- 
zielen, daß man die prolongierte Endsumme der Durchforstungen 

oder die diskontierte Summe U , ^"^ derselben in einem Verhält- 

1-0 p" 

nisse zum Abtriebsertrage Au ausdrückt. 

Kraft hat dieses Verhältnis für die verschiedenen Holzarten 
und Altersstufen in bestimmten Zahlen angegeben. 

Da jedoch die Erträge bei den Durchforstungen von den ver- 
schiedenartigsten Verhältnissen abhängen und aus diesem Grunde 
in den verschiedenen Wirtschaftsbetrieben voneinander bedeutend 
abweichen, ist es angezeigter, sich diese Verhältniszahlen für den 
eigenen Wirtschaftsbetrieb selbst zu bestimmen. Bezeichnet man mit 
Da, Db, De die alle n Jahre sich wiederholenden Durchforstungs- 
erträge, und mit Ab, Ac, Ad die korrespondierenden Abtriebserträge, 
so ist der erste Durchforstungsertrag im Verhältnisse zum Abtriebs- 
ertrage Ab ausgedrückt: 

-^l-Op-.Ab, 

Ab 

hiezu den Abtriebsertrag Ab gerechnet gibt die Summe: 



Die Ermittlung des BodenwerteB. 77 

2;Da 



^ 10p- Ab + Ab = Ab fl -f -5^ 1-Op" 

Ab V Ab 

2;Db 



ebenso ( ^"'^+P' ) rO p" A. + A. = A. (^^^) l'Op" 

(^5^)l.0p.A. + A..A,(^'>-t^)r0p.usw. 
Wird die Summe der prolongierten Durchforstungsbeträge mit 



— j— . Au bezeichnet, so wird: 

Au 



. . Au ~p Au — Au l 1 — p . 

und ebenso j:^^- • A. + Au = A., (l + j-l^^) 

für die Summe des Abtriebsertrages und der diskontierten Durch- 
forstungserträge. 

Beispiel 41. 
Es sind in den 

Jahren 30 40 50 60 70 80 90 100 
die Durchforstungserträge 63 110 150 160 160 150 — — K 
die Abtriebserträge 1500 2280 3320 4540 5750 6700 7700 „ 
wie groß sind die Abtriebserträge und prolongierten Durchforstungs- 
erträge zusammen, wenn der Abtri ebs ertrag = 1 und p==2V2°/o an- 
genommen wird? 

Faktor 10 pi» = 1-280. 

u = 40 Jahre -?5^^ = 80-64: 1500 = 00537 -fl= . . . 10537 
1500 ' 

^_gQ » ^?^^^^iii5^^ = 243-9: 2280 = 0-1070 -}-l= 1-1070 
u = 60 „ -^?^ii^^i^ = 504: 3320 = 01519 4-1= . M519 

u = 70 „ ( ^^4540^^ ) ^'2^ = ^^^ • ^^^^ = 0*1^^2 -f 1 = . 1-1872 
u = 80 „ (-^^^^^) 1-28 = 1293: 5750 = 0-2248 + 1 



1-2248 



78 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

u = 90 Jahre [^ q-^q J l'^S = 1847 : 6700 = 0-2755 + 1 = 1-2755 

1847 4- 1'28 
u = 100 „ 7700 =^364: 7700 = 0-3070 4-1= . . . 1-307 

Für u = 90 Jahre ist sodann die Summe Au + 2^Dml Op''-™ = 
1-2755 X 6700 K = 8546 K. 

Die Ermittlung der Durchforstungsendwertsumme, insbesondere 
wenn die Rechnung mit verschiedenen Zinsfüßen ausgeführt werden 
soll, kann auch in folgender Weise vereinfacht werden: 

Dividiert man die einzelnen Durchforstungserträge durch das 

Eintrittsalter — -, -^, — ^ und bezeichnet man die Summe dieser 
ab c 

Quotienten mit dr = — ^-|~-i~H -\- > ferner DalOp"~*-f 

+ Dbl-Op"-^-i-Del-Op--- = (^^ + ^ + ^)u.x, so ist es kein 
allzu großer Fehler, wenn man annimmt: l-Op"^~*-|- l'Op""'' -f 
-j- l'Op"-*= ( ^-|-v--| ju.x und hieraus: 

_ 10 p'^-^ _j- 10 pu - b _|, l>0pu-c^ 



1.1,1, ^ 
r^¥ + T + ---> 

Die Formel für die Endwertsumme lautet demnach: 

„ /Da , Db , De , A , 

2^ = 1 '\- - — h....u.x=dr.u.x. 

V a ' b ' c / 

Die Werte für x wurden auf diese Weise für die verschiedenen 
Zinsfüße in Abstufungen von 5 zu 5 Jahren gerechnet und sind 
die Werte für x und ux für die verschiedenen Zinsfüße in dem 
Anhange angegeben. 



Beispiel 42: 

Die Durchforstungserträge betragen: 

Da 



dr 



a 

8H K 
bei 30 Jahren 86 K -kt^ = 2-86 K — K 
oO 

40 , 158 /-^ = 3-95 „ 2-86 „ 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 7^ 



21 ß fC 
bei 50 Jahren 216K -^ = 4-32K 6-81 K 

oO 

60 . 192/-^ = 3-20,, 1113, 



70 „ 203 

80 „ 230 

90 , 228 

100 , 



203 K 

70 
230 K 

80 

228K 

90 



2-90 „ 


14-33 „ 


2-87, 


17-23 „ 


2-53 „ 


20-10 „ 


» 


22-63 „ 



Die Endwertsumme 21 für u = 80, p = 2% 
daher 

dr.ux= 1 7-2 K. 86-64= 1490 K gegenüber 1504 K. 

(Faktor 86-64 aus Tafel VII5 bei p = 2% und u - a= 80—30= 50 Jahre> 

p = 2V2% ^ = 17-2 K. 101-36 = 1743 K gegenüber 1748K 
p = 3% 2= 17-2 „ . 118-96 = 2046 „ „ 2036 „ 

nach richtiger Rechnung also nahezu gleich. 

u= 100 Jahre p = 2» P = 2V2V0 P = 37o 
Näherungswert 2844 3568 4505 K 

soll 2854 3531 4309 „ 

Im allgemeinen gibt diese Ermittlungsweise für die höheren Um-^ 
triebszeiten und die höheren Zinsfüße etwas zu hohe Resultate, was 
aber insoferne von untergeordneter Bedeutung ist, als auch sonst bei 
höheren Umtriebszeiteh mit einem niedrigeren Zinsfuße gerechnet 
werden muß und überhaupt die Durchforstungserträge auf die Höhe 
des Bodenertragswertes nur einen untergeordneten Einfluß haben. Wie 
wir später zeigen werden, versetzt uns der Näherungswert dr in die 
Lage, in einfacher Weise bei gegebenem Bodenwerte das Verzinsungs- 
prozent p aus der Formel des Bodenertragswertes zu ermitteln. 

3. Die Kulturkosten. 

Sind die Kosten der Anpflanzung jetzt und in den folgenden 
Umtrieben als gleichbleibend anzunehmen, dann sind dieselben bei 
der Ermittlung des Bodenertragswertes mit dem Betrage von 

c l'O p" /^ 1 A 

1-Opu— 1 ""^(^^"^ l-Op'^— i J ^° Abschlag zu bringen. Sind sie 

aber in den folgenden Umtrieben von jenen des ersten Umtriebes 
verschieden und setzt man dieselben im ersten Umtriebe = c, in 
den späteren Umtrieben =: Ci, so sind diejenigen des ersten Um- 
triebes mit dem einfachen Betrage c, für die späteren Umtriebe aber 

mit — ^ , also zusammen mit c -f ^^ — - in Abzug zu 

bringen. 



80 • IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

Bei der Veranschlagung der Aufforstungskosten hat man außer 
den erstmaligen Kosten der Auspflanzung die noch späterhin not- 
wendigen Nachbesserungen, Komplettierungen entsprechend zu be- 
rücksichtiofen. 



4. Die Kosten für Verwaltung, Schutz, Steuern und Umlagen. 

Diese Kosten nehmen von allen Faktoren den größten Einfluß 
auf die Höhe des Bodenertragswertes, weil deren Kapitalswert von 
dem Bodenbruttowerte direkt in Abzug kommt. Eine Krone dieser 
Kosten vermindert beispielsweise den Bodenbruttowert 

beip = 2 2V2 3V2 7o 

um 50 40 33-30 K, 

während der Abtriebsertrag um die Beträge von 

310, 444 und 666 K 

abnehmen kann, um die gleiche Änderung hervorzubringen. 

Dieser große Einfluß der Verwaltungskosten auf die Größe des 
Bodenertragswertes veranlaßt uns eben, dieselben nicht nach einem 
Durchschnitte für alle Bonitätsklassen, sondern in einem Verhältnisse 
des Abtriebsertrages und des Flächenanteiles zu bestimmen. Wird 
diese Maßnahme unterlassen, so müssen bei den niederen Bonitäts- 
klassen sehr niedere Zinsfüße unterstellt werden, wenn negative 
Bodenertragswerte vermieden werden sollen. Anderseits wird hiedurch 
der Verzinsung der Waldkapitalien in den besseren Bonitäten eine 
höhere Bedeutung beigelegt, als ihr tatsächlich zukommt, oder es 
werden bei gleichbleibendem Zinsfuße in dem ersten Falle unverhältnis- 
mäßig niedrige, im anderen Falle aber zu hohe Bodenwerte ermittelt. 
Der Gegensatz im Unterschiede der Bonitätsklassen wird auf diese 
Weise ungerechtfertigt verschärft und werden die Umtriebszeiten 
bei den besseren Standorten herabgedrückt, bei den niederen Stand- 
orten dagegen hinaufgedrückt. Der Nichtfachmann wird infolgedessen 
nur zu leicht verleitet werden, solchen minderen Bodenbonitäten 
keine Aufwendungen zu opfern. 

Durch den vorgeschlagenen Weg werden diese Gegensätze ver- 
mindert, der Bodenwert der schlechteren Bonitäten wird wesentlich 
erhöht, hingegen jener der besseren Bonitäten nur unwesentlich 
vermindert. 

Das folgende Beispiel möge dies noch veranschaulichen: 

In einem k. k. Forstbezirke des Wienerwaldes betragen beispiels- 
weise die Kosten für Verwaltung etc. im Durchschnitte pro 1 ha 10'24 K. 

Wird hier der Bodenertragswert mit einem Zinsfuße von 27o 
für die vier vertretenen Bonitätsklassen berechnet, so erhält man 
folgende Bodenbruttowerte: 

_ Ag -[- Da 1-0 p'^ - ' + Db 1 p" - ^ — c 10 p" 



10 p" — 1 



Die ErmitÜung des Bodenwertes. gX 

I. Bonität = 854 K 

n. , =716, 

III. , ^588„ 

IV. „ =450„ 

10'24 K 
hievon V = — ^r^^ — = 512K in. Abzug gebracht, gibt die Boden- 



0-02 



ertragswerte : 



Be für die L Bonität: 854 — 512 = + 342 K 
IL „ 716 — 512= + 204 „ 

III. „ 588 — 512 = + 76 „ 

IV. „ 450 — 512 = — 62 „ 

Das Resultat ist sonach für die IV. Bonitätsklasse ein negatives. 

V Au 

Verteilen wir die Kosten -;r-r — ^ im Verhältnisse — ^ und nach Flächen- 

00 p u 

anteilen in der von uns vorgeschlagenen Weise, so ist 

für die I. Bonitätsklasse v = ll'O K, V = 550 K 

. « 11. . v = 100 „ V = 500 , 

r, r, in. » v= 90 „ V = 450, 

, , IV. „ v= 8-0 „ V = 400„ 

daher Br : für die I. Bonitätsklasse 854 — 550 = 304 K 
„ „ II. „ 716 — 500 = 216 „ 

„ , III. „ 588 — 450 = 108 „ 

„ „ IV. „ 450 — 400= 50 „ 

welche Werte der Wirklichkeit zweifellos näher kommen dürften 
als die vorangestellten. Hieraus ist aber weiters zu ersehen, daß bei 
einer solchen Abstufung der Verwaltungskosten insbesondere die 
schlechteren Bonitäten günstig, dagegen die besseren Bonitäten nur 
wenig beeinflußt werden. Wir halten es aber für gerechtfertigt, 
in dieser Richtung noch einen Schritt weiter zu gehen, nämlich 
die Abstufung nach, dem Ertrage nur auf die Steuern und Umlagen 
zu erstrecken, hingegen bei der Ermittlung des Bodenertrags wertes 
die Kosten für Verwaltung und Schutz überhaupt nicht in Anrechnung 
zu bringen. Einerseits bestehen solche Kosten tatsächlich nur bei einem 
größeren Besitze und wird durch diese Ausgaben der Besitzer einer 
persönlichen Müheleistung enthoben. Anderseits sind dieselben über- 
haupt schwer in Beziehung zum Bodenertrage der Einzelfläche zu 
bringen, da eine Verwaltung eine Menge anderer Vorteile zur Folge 
hat, wie die Vermeidung von Prozessen, Sicherung des Eigentums 
gegen fremde Übergriffe, bessere Verwertung der Produkte durch 
eine intensivere Ausnützung und Benützung der Handelskonjunkturen 
etc., Vorteile, welche diese unberücksichtigten Kosten von selbst 
bezahlt machen. Dazu kömmt aber überdies noch der weitere 
Umstand, daß die Ermittlung des Bodenwertes nur meist bei kleineren 
Flächen im Falle einer Erwerbung oder Abtretung notwendig wird 
und durch solche Veränderungen in der Fläche die Verwaltungs- 
kosten weder verringert noch vermehrt werden. Soll hingegen der 

Kiebel, Waldwertrechnunt;. 2. Aufl. 6 



82 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

Bodenwert ermittelt werden, um seine Wer.tgröße für die Lösung 
wirtschaftlicher Fragen festzustellen, oder für die Berechnung der 
Bestandeswerte u. dgl. m., dann bedarf es überhaupt nicht der 
Bestimmung des reinen Bodenwertes, sondern lediglich des Brutto- 
wertes Br = Be + V, da sich in jedem Falle der Bodenwert mit dem 
Verwaltungskapitale zur Größe von Br ergänzt. Die Verwaltungs- 
kosten wären daher nach dieser Anschauung nur dann in Berück- 
sichtigung zu ziehen, wenn es sich um die Bewertung eines ganzen 
Wirtschafts- oder Gutskörpers handelt, weil sich in diesem Falle die 
angemessene Wertung dadurch von selbst ergibt, daß von sämtlichen 
Einnahmen sämtliche Ausgaben in Abzug kommen. 

5. Die Beurteilung des Bodenertragswertes, 

Der Bodenertragswert stellt jenen Minimalpreis des Bodens 
dar, zu welchem der Waldbesitzer denselben bei einem bestimmten 
ausbedungenen Zinsfuße ohne Verlust verkaufen oder erwerben kann. 
Er gibt uns vor allem den wirtschaftlichen Wert an, der vom Ver- 
kehrswerte weit abweichen kann, da der erste von der Produktivität 
und dem Kostenaufwande abhängig ist, während letzter lediglich 
nach seinem Werte für den Käufer beurteilt wird. 

Die Methode der Bodenertragswertermittlung besitzt eine 
Schwäche, welche ihr in der Praxis schon viele Widersacher zu- 
geführt hat. Es ist dies die freie Wahl des Zinsfußes, welcher den 
größten Einfuß auf das Resultat der Rechnung nimmt. Bei zu hoch- 
gewähltem Zinsfuße, der noch immer ziemlich weit unter dem landes- 
üblichen stehen kann, werden leicht bei höheren Umtriebszeiten 
negative Bodenertragswerte erzielt, die rechnungsmäßig vollständig 
begründet, aber dennoch ein Widerspruch mit der Wirklichkeit sind. 

In einem solchen Falle ist eben das Gleichgewicht der Gleichung 

A^ + Da 1-0 p" - * = (B -f- V) (10 p»^ — 1) + c 1-0 p'^ 

gestört, da infolge des zu hoch bemessenen Zinsfußes eine solche Ver- 
zinsung der Kapitalien nicht mehr erreicht wird. 

Es tritt deshalb eine Reduzierung des Kapitales durch Verminde- 
rung des Bodenwertes ein. 

Wir haben schon bei den Kosten für Verwaltung und Schutz 
darauf hingewiesen, daß sie ebenfalls von großem Einflüsse auf 
die Höhe des Bodenertragswertes sind und daß auch vielfach durch 
ihre unrichtige Bemessung der Bodenwert negativ werden kann. 
Es ist daher nicht allein der Zinsfuß, sondern auch die richtige 
Bemessung der Verwaltungskosten von großem Einflüsse. 

Wir möchten in kurzem die Methode der Berechnung des Boden- 
ertragswertes dahin zusammenfassen, daß wir sagen: sie gibt uns den 
subjektiven Wert vom Standpunkte des Waldbesitzers vollkommen 
richtig und klar für den ausbedungenen Zinsfuß. Fordert dieser 
eine hohe Verzinsung, wird er sich mit einem geringeren Kapitale 
begnügen und umgekehrt, fordert er eine geringere Verzinsung, 
wird der Kapitalswert größer. 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 83 

Der Effekt im subjektiven Sinne ist für den Besitzer in beiden 
Fällen derselbe, selbst wenn sich ein negativer Bodenwert ergibt, 
weil der Ertrag sich gleichbleibt. 

Anders verhält es sich dagegen, sobald Änderungen in der 
Fläche durch Abtrennungen stattfinden, in welchem Falle eben der 
Zinsfuß und die Kosten für die Verwaltung, Schutz und Steuern so 
gewählt werden müssen, daß ein der Wirklichkeit entsprechendes 
Resultat erzielt wird. Wie dies zu erreichen ist, werden wir in dem 
angewendeten Teile zur Erörterung bringen. 

B) Für andere Betriebsformen. 
1. Für den Schirmschlagbetrieb. 

Bei dem Schirmschlagbetriebe geschieht die Abtriebsnutzung des 
Bestandes nicht auf einmal, sondern einem Vorbereitungshiebe folgt 
behufs natürlicher Verjüngung der Besamungshieb, nach welchem 
die vollständige Räumung in einem oder mehreren Nachhieben, je 
nach dem Bedürfnisse des Unterwuchses stattfindet. 

Die früher für den Kahlschlagbetrieb abgeleiteten FormelnllundIV 
für die Ermittlung des Bodenerwartungswertes können im allgemeinen 
auf den Schirmschlagbetrieb ebenfalls Anwendung finden. Namentlich 
wird man der Rechnung auch einen doppelten Zinsfuß unterstellen 
müssen, und zwar den forstlichen Zinsfuß den Erträgen, hingegen den 
landesüblichen Zinsfuß den übrigen Formelgliedern, wenn ein Zu- 
nahmeprozent der Holzpreise zu berücksichtigen ist. 

Als Abtriebszeit u hat man jedoch jenen Zeitpunkt zu nehmen, 
in welchen der Beginn der Wiederbegründung des neuen Bestandes 
fällt, also das Jahr des Besamungshiebes, da man annehmen kann, 
daß von da ab schon der Bestand des nächsten Umtriebes nachrückt. 
Theoretisch am richtigsten ist es zweifellos, alle vorher eingegangenen 
Nutzungen auf diese Abtriebszeit zu beziehen, im Gegensatze zu den 
nachfolgenden Räumungshieben, welchen die tatsächliche Abtriebszeit 
unterstellt werden müßte, da ihre periodische Wiederholung nicht alle 
u Jahre, sondern alle u -j- n Jahre stattfindet. Zieht man jedoch in Be- 
tracht, daß der junge Bestand des 2. Umtriebes bereits während der 
erfolgenden Räumungen im Wachsen begriffen ist und daß ferner bei der 
Ermittlung des Bodenerwartungswertes keine zu hohen, von der Kul- 
mination weit abliegenden Abtriebszeiten unterstellt werden dürfen, weil 
sonst zu geringe Bodenwerte ermittelt werden, so erscheint es aus 
praktischen Gründen gerechtfertigt, den Zeitpunkt des BesamuDgs- 
hiebes als einheitliche Umtriebszeit gelten zu lassen. Bezeichnet man mit 
Av den Ertrag des Vorbereitungshiebes 
Au „ „ „ Besamungshiebes 

Ar „ „ „ Räumungshiebes 



^(^ Da , Db 1 Ay Au ■ Ar 

' VIO p» "^ 10 p" ^ ■ • 10 p^ ^ 10 p" "^ 10 p"- W ^ 10 p"— I 



V 



00 p 



Vlil. 



84 



IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 



Beispiel 43. Ein Hektar Buchenhochwald liefert im Alter von 

30 40 50 60 70 Jahren 

50 74 102 122 124 K Durchforstungser träge 

ferner im 80. Jahre zum Zwecke der natürlichen Verjüngung aus 
einem Vorbereitungshiebe Ago = 760 K, im 90. Jahre aus einem Be- 
samungshiebe A90 = 1440 K, und im 100. Jahre zur Zeit der 
Räumung Aioo = 1900 K. 

Wie hoch berechnet sich der Bodenertrags wert, wenn die Kultur- 
kosten für die Komplettierung und Einsprengung von Nadel- 
hölzern 30 K, die jährlichen Ausgaben für Verwaltung, Schutz, 
Steuern und Umlagen, abzüglich des jährlichen Nebennutzungsertrages 
8 K betragen? p=272 %. 



D. 



1-0 pao 
Db 



= 50KX 04767= 24 K 

= 74 „ X 0-3724= 27 , 



1-0 p40 

T-^= 102 „ X 0-2909= 29 

^^ = 122 „ X 0-2273 = 28 

124 „ X 0-1776= 22 



1-0 p60 
De 



rop'o 

T^= 760 „X 0-1387 = 105 

Au 
1-0 p9« 

A. 



391 K 



l-Opioo 



= 1440 „ X 0-1084 = 156 
= 1900 „ X 0-0847 = 161 



Summe 552 K 
— c 30 . 



Differenz 522 



(1 + l-Op9^o_i ) 522 K = 1-1215 X 522 K = 585 „ 



0-0 p 



= 8KX40 = 



320 



Be = 265 K 



Würde man für die Kapitalisierung der Verwaltungskosten einen 
Zinsfuß von 4% unterstellen, dann wäre 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 85 

-^ = 8KX25 = 200K 
Be = 585K — 200K = 385 K. 

Würde man dagegen den Ertrag aus der Räumung auf das Jahr 100 

D A 

beziehen, so wäre t-/T^ -f- • • • bis ., ^ '\„ wie früher . . . . 391 K 

- c 30 „ 

Differenz 361 K 

405 , 



= 1900 KX 0-0925= 176 „ 



Ar 

1-0 pico _ 1 

Summe 581 K 

-w^*''^^''^ •''"• 

Be = 261 K 

beziehungsweise 381 K, wenn die Verwaltungskosten wie früher 
mit 4% kapitalisiert werden. 



2. Für den Femelschlagbetrieb. 

Die Formel für die Ermittlung des Bodenertragswertes ist voll- 
kommen identisch mit jener für den Schirmschlagbetrieb. Es sind 
ebenfalls alle Nutzungen, gleichgiltig ob Zwischen- oder Haubarkeits- 
nutzung, auf den Beginn des Umtriebes zu diskontieren und mit dem 

Faktor fl -j- ...^ ^ r-j der gemeinsamen Umtriebszeit zu multi- 
plizieren. 

Als gemeinsame Umtriebszeit u ist jener Zeitpunkt zu nehmeo, 
in welchem der nachfolgende junge Bestand etwa die Hälfte der zu 
verjüngenden. Fläche einnimmt. Bezeichnet man das Alter des Be- 
standes, in welchem der erste Anhieb erfolgt, mit m und die Ver- 
jüngungsdauer mit n Jahren so ist u^= m -j — -^ daher 

_( Da I Dt, Ai A, ^As >j 







'"^ lOp" — I ) 00 p ' '^■ 



Beispiel 44. Es sind in den Jahren 

30 40 50 60 70 

die Durchforstungserträge 63 110 150 160 160 K, 



86 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

außerdem ergeben sich vom 80. bis 100. Jahre aus deu verschiedenen 
Femelschlägen folgende Erträge: 

im 80. Jahre 1000 K, im 85. Jahre 800 K, im 89. Jahre HOOK, im 
93. Jahre 1000 K, im 97. Jahre 900 K und im 100. Jahre 800 K. Wie 
groß ist der Bodenertragswert, wenn die Kosten für Verwaltung, 
Schutz und Steuern 8 K betragen? 

m = 80 n = 20 Jahre 

• ' ' u = m + -|- = 90 „ 

^* = 63 KX 0-4767= 80 K 



1-0 p30 

Do 



= 110 „ X 0-3724= 41 



1-0 p40 

^^ 150 „ X 0-2909 = 43 „ 



1-0 p50 

= 160 „ X 0-2273= 36 „ 



Dd 



1-0 p60 

^" 160 „ X 0-1776= 28 „ 



1-0 p'o 



= 1000 „ X 0-1387 = 139 



1-0 p80 

= 800 „ X 0-1226 = 98 „ 



1*0 pS5 

= 1100 „ X0-llll = 122 „ 



A3 



rop**9 
A4 



1-0 p93 

A. 



= 1000 „ X 0-1060 = 101 



= 900 „ X 00911= 82 „ 



1-0 pä'' 

= 800 „ X 0-0847 = 68 



1-0 p^ 



Summe 788 K 

788 K (1 + ^.Qg^L _ J = 788 K X l'l^lS = 884 „ 

^ = 8KX40= ..... . .320 . 

Be =564 K 



Die Ermittlung des Bodenwertes. §7 

3, Für den Mittelwaldbetrieb. 

Bezeichnet man die Abtriebserträge bei u Jahren aus dem Unter- 
holze mit Au, aus den Oberholzklassen in der Reihenfolge ihres 
Alters mit A2, A3, A4, A5 usw. und sind ferner diese Erträge und 
die Kulturkosten c in den ersten Umtrieben bis zur Bildung aller 
Oberholzklassen verschieden von den späteren, so ist konform den 
früheren Betriebsarten: 

D _ f_hl— I ^2 , A3 , A4 , o^ 4- 

■"■2 I -"-S I •"•4 \ ' V 



"^ V 10 D" ^ 10 D^" "^ 10 d3" "^ 10 D*" J 



pu 1 |.op2u I lOpsu I 10 p*" V lOp" — I ■ ■ ■ ■ 

Sind jedoch die Erträge und Kulturkosten in allen Umtrieben gleich, 
dann werden die innerhalb der Klammern befindlichen Ausdrücke 
einander gleich und können herausgehoben werden; die Formel geht 
dann über in 



p I Au I A2 , A3 I A4 . 

" ~~ V 10 p" ~^ ro p2" "^ lops" ' lop^" ~^ 

U+ IOp"^l ) ■ • ■ 



XI. 



oder wenn die Kulturkosten verschieden bleiben 



, f Au I A2 I A3 A4 ^ 

'^ ~ V 1-0 p*» "^i-o'pS'^ "^ röp^ "^ i-Op*" J 



Zu den vorstehenden Formeln sind wir selbständig in konsequenter 
Anwendung der Formeln II und IV gelangt. Die von Professor 
Nossek in der „Österr. Viertel] ahrsschrift" für Forstwesen, Jahr- 
gang 1907, Heft I und jene von Professor Endres im „Forstwissen- 
schaftlichen Centralblatt" 1899 veröffentlichten Formeln können durch 
entsprechende mathematische Transformation auf die vorstehende 
Formel XI vereinfacht werden. 

Beispiel 45. Die Gründung eines Eichenmittelwaldes erfordert 
pro 1 ha 120 K Kulturkosten, wogegen die späteren Kosten für 
Komplettierungen nur 10 K betragen; der gleichzeitige landwirt- 
schaftliche Zwischenfeldfruchtbau gewährt durch 4 Jahre hindurch 
einen Ertrag von je 20 K. Wie hoch berechnet sich der Boden- 
ertragswert, wenn das Unterholz bei u = 20 Jahren einen Abtriebs- 
ertrag von 300 K, das Oberholz bei 2u 9 K, bei 3u 22 K, bei 4u40K, 
bei 5u 80 K und bei 6u 200 K liefert? Die jährlichen Ausgaben 
für V sind 6 K, p = So/o- 



S8 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

^"i^ = 300 KX 0-5537= 16611 K 

T^= 9 " X 0-3066= 2-76 , 

170^= 22 „ X0'1697= 3-73 „ 

'^^= 40„X0-0940= 3-76 „ 

1^^= 80„X0-0520= 4-16 „ 

200 TT 

|;^ = 200 „ X0-0288= 5-76 „ 

186-28 K 
186-28 k(i 4- -j:^g^---j-) = 186-28 KX 2-2405= 417-36 „ 

hiezu Nebennutzung 20 K \^^ ^ ^Z^ = 20 K X 3*7171 = . 74*34 „ 

OVO . l'Uo* 

Summe 491-70 K 

10 K 
ab Kulturkosten = 120K+ :r-7r5^r — - = 120K + lOK X 1-2405= 132-40 „ 

l'üo''" — 1 

Differenz 359-30 K 

^"^^=10!-= • ^Q»- » 

Be = 159-30 K 

Würde dagegen die vorstehenden Erträge ein bereits normaler 
Mittelwald bei jährlichen Kulturkosten von 10 K liefern, so wäre 
sein Bodenertragswert unter den sonst gleichen Voraussetzungen: 

Die diskontierten Erträge wie früher = 18628 K 

ab c = 10- — „ 

Differenz 176-28 K 

176-28k(^1 + ^.Qg,o_.^ )=176-28KX 2-2405= 394-95, 

V. V 6K „^^. 

^^^oX=ToX= • • • '^^ - " 

Be = 194-95 K 
4. Für den Überhaltsbetrieb. 

Ist der Wert der Überhälter beim Abtriebe im Jahre 2u = A2, 
so ist konform den früheren Betrieben: 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 89 

R — r_^^i_4-_P^ 4_ _PlL_4_ 

rcrp^~^Jv'+ lop" — iJ~¥oT * ■ ■ ^"' 

Beispiel 46. Ein Kiefernbestand liefert pro 1 ha: 

im 20. 30. 40. 50. 60. Jahre 

Durchforstungserträge von 24 30 35 40 45 K, 

im 70. Jahre einen Abtriebsertrag von 2800 K und die 140jährigen 
Überhälter einen solchen von 1200 K. Wie groß ist der Bodenertrags- 
wert, wenn die Kulturkosten 70 K und die Verwaltungskosten 8 K 
betragen ? 

p = 2Y27o beziehungsweise für v p = 4%. 
24. K 

^^= 24KX 0-6103= 14-64 K 

-lH^= 30 „ X0-4767== 14-30 „ 

-^= 35 „=0-3724= 1303 „ 

^^= 40 „=0-2909= 11-64 „ 

^^^ = 45 „ X0-2273= 10-23 „ 



1025«o 
2800 K 



2800 „ X0-1776= 497-28 

1200 „ X 0-0315= 37-80 



1-025^0 
1200 K 
1-02514» 

Summe 598-92 K 
ab c= 70— „ 

Differenz 52892 K 
528-92 K(^l + y;^^2^^--j) = 528-92 KX 1-2159= .... .643-26 „ 

-^ = 8KX25= 200- „ 

Be = 443-26 K 
5. Für den Plenterbetrieb. 

Der Plenterbetrieb unterscheidet sich von den sonstigen Be- 
trieben dadurch, daß auf derselben Fläche sämtliche Altersklassen 
vertreten sind. Vermöge dieser Eigenschaft ermöglicht er im Ver- 



90 IV". Die Methoden der Waldwertberechnung. 

hältnisse zu den übrigen Betrieben auf der kleinsten Fläche eine 
jährliche nachhaltige Nutzung. Um einem solchen Walde aus rer- 
schiedenen Gründen Ruhe zu gönnen, sowie auch im Interesse einer 
Verbilligung der Erntekosten führt man die Nutzungen auf derselben 
Fläche nicht jährlich, sondern in gewissen sich wiederholenden 
Zeitperioden (Umlaufszeit) aus. 

Bezeichnet man die Umlaufszeit mit u, die Nutzungen aus den 
verschiedenen Stärkestufen mit Aq, A4, A5, Aß, so ist der Boden- 
erwartungswert : 



j-0p3" ' 10 p^"' iop5" ' iop6"yv' ' rop"— 17 oop 



B, = (^.-^,:^. + ,:^.-\-,:^^^{\-]-r:,,,^:r-.)--K^ . XIII. 



Beispiel 47. Ein Tannenplenterwald liefert bei einer Umlaufs- 
zeit von u = 15 Jahren und einer Umtriebszeit von 90 Jahren jedes 
15. Jahr aus der 45jährigen Alterstufe 214 K, aus der 60jährigen 
321 K, aus der 75jährigen 628 K und aus der 90jährigen Alterstufe 
818 K; wie groß ist der Bodenertragswert, wenn v = 6 K, p = 3"/o ist? 

91 4 K . 

^1^ = 214 KX 0-2644= '. 56-58 K 

5^ = 321 „ X 0-1697= .....'.......... 54-47 „ 

628 K " 



628 „ X 0-1089 = 68-39 „ 

818 „ X0-0699= 57-18 „ 



1-03^5 
818K 
1-0390 

Summe 23662 K 



236-62 K 



(1 + 1-0315 _ -t) ^ ^^^'^^^ ^^ ^ ^'^^^^^ ^ • • • • '^^^'^^ " 

^^W=4lr= • • • • • ; ; • • • " • • • • ^^^'- - 

Be = 460-70 K 



Die Ermittlung des Bodenwertes nach Näherungsverfahren 
... aus der Nettowaldrente. 

Der erhebliche Einfluß des Zinsfußes und der Verwaltungs- 
kosten auf die Ermittlung des Bodenwertes nach den Formeln des 
Bodenertragswertes wurde zum Anlasse für die Entstehung anderer 
Berechnungsarten, welche der Vollständigkeit wegen in Kürze hier 
erwähnt werden sollen. 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 91 

a) Die Berechnung des Bodenwertes nach Baur. 

Diese besteht darin, daß von dem Waldwerte, d. h. von der 

r u 
kapitalisierten Waldrente -^^7^^ — der Wert des Normalvorrates in 

Abzug gebracht wird, da der Waldwert (W) sich aus dem Werte des 
Bodens (B) und des Normalvorrates (N) zusammensetzt. 

W = B + N;W = 5^, daher B = j^-N. 

Der Normalvorrat wird als eine endliche Jahresrente aufgefaßt, 
die nach einem Jahre eingeht und nach ^ Jahren aufhört. 

u 

ru lOp^— 1 

N = 



00 p ^ 

10p2 

Der Bodenwert daher: 

a 

ru ru 10 p^ — 1 ru 



B = 



00p 0-Op* ^ 00 p* 1. 

10p2 "^ 10p2 



Beispiel 48. 

Die jährliche Nettowaldrente eines- Fichtenwaldes im 100jährigen 
Umtriebe beträgt 71'6K. 

Bw'= -^^i^ . 0-2909 = 694 K. 

b) Berechnung des Bodenwertes nach Frey. 

Diese Berechnungsweise stimmt mit der vorhergehenden insoferne 

überein, als ebenfalls der Wert des Normalvorrates von dem Waldwerte 

r 
W= „^ in Abzug gebracht wird. Der Wert des Normalvorrates wird 

hier für die Betriebsklasse von u ha nach der Art der österreichischen 
Kammeraltaxe gefunden durch Summierung der arithmetischen Reihe, 
deren erstes Glied 0, deren letztes u . ru und deren Gliederzahl = u 

ist, als -^ u r, so daß sich für 1 ha der Betrag von ^ . r ergibt. 

Hienach ist der Bodenwert als Differenz zwischen Waldwert und 
Wert des Normalvorrates: 



92 ^^- Die Methoden der Waldwertberechnung. 






u 
00p 2 



wobei der Zinsfuß nicht höher als angenommen werden darf» 

weil sonst ein negativer Bodenwert sich ergeben würde. 

Die Kultur- und Verwaltungskosten sollen mit den Erträgen 
aus den Nebennutzungen kompensiert werden und außer Anschlag 
bleiben. 

Beispiel 49. 

Bleiben im vorhergehenden Beispiele die Kultur- und Verwaltungs- 
kosten gegen die Nebennutzungen unberücksichtigt, so beträgt 
r = 87-6K, p = l-8o/o 

B = 87-6 K Q^ — 50) = 87-6 K (55-5 — 50) = 87-6 K X 5-55 = 486 K. 



c) Die Berechnung des Bodenwertes nach Martineit. 

Diese Berechnungsweise ist von allen bisher aufgetauchten 
entschieden die einfachste, indem nämlich der Bodenwert aus der 
halben kapitalisierten Waldrente gefunden wird, wobei aber der 
Zinsfuß konstant mit SVaVo angenommen erscheint. 

Die Einfachheit dieser Formel entspringt aber leider aus der 
unrichtigen Voraussetzung, daß stets der halbe Waldwert als Boden- 
wert angenommen wird, während doch das Verhältnis zwischen 
Waldwert und Bodenwert ein variables ist und mit der Länge 
der ümtriebszeit bis auf Ve und mehr sinken kann. Bei An- 
wendung dieser Formel werden zwar, ebenso wie bei den früheren, 
negative Bodenwerte vermieden, im allgemeinen aber zu hohe Boden- 
werte gegenüber der Wirklichkeit, namentlich bei höheren ümtriebs- 
zeiten ermittelt. 

d) Die Berechnung des Bodenwertes nach Srogl. 

Hier wird von der Annahme ausgegangen, daß es bei einem 
beispielsweise devastierten Walde einer ganzen Ümtriebszeit bedürfen 
würde, um annähernd normale Ertragsverhältnisse zu erzielen, und 
daß die vorhandene Bestockung gerade nur dazu ausreichen würde, 
um die Verwaltungs-, Steuer- und Kulturkosten bis zum Jahre u zu 
decken. Berechnet man den Wert eines solchen Waldes durch Dis- 
kontierung der kapitalisierten Waldrente auf u Jahre, so erhält man 



Die Ermittlung des Bodenwertea. 93 

eine Größe, welche näherungsweise als reiner Bodenwert betrachtet 
werden kann. Die auf der Fläche vorausgesetzten Massen können in 
Anbetracht des Umstandes unberücksichtigt bleiben, daß nach u Jahren 
bei angemessener Wirtschaft ein übernormaler Vorrat dieselbe be- 
stocken wird. 

Die Näherungsformel für den Boden wert lautet dann: 

B__^ L_ 

00 p' 1-0 p"^ 

r = Waldrente, u = Umtriebszeit, p bedeutet den landesüblichen 
Waldzinsfuß = 3%. 

Für das frühere Beispiel ist der Bodenwert: 
B = ^'^^ . 00520 = 124 K. 

Unter allen bisher angeführten Berechnungsarten liefert diese 
Formel die kleinsten Resultate und kann das Ergebnis nur dann 
negativ werden, wenn es gleich r wird, d. h. wenn der Bestand die 
investierten Kapitalien auch nicht einmal unverzinst zurück gibt. 



e) Die Berechnung des Bodenw^ertes nach der Formel 

B = r(lB-^). 

Diese Berechnungsweise wird von dem Verfasser für jene Fälle 
empfohlen, wo ein der Wirklichkeit entsprechender reeller Wald- 
bodenwert ermittelt werden soll, der insbesondere mit dem Werte 
der minder ertragreichen landwirtschaftlichen Grundstücke, als 
Weiden, Äcker und Wiesen letzter Güte etc., übereinstimmen soll. Die 
Formel selbst fußt allerdings ebenso wie alle anderen Formeln, welche 
von der Waldrente ausgehen, auf der nicht ganz richtigen Voraus- 
setzung, daß B = ^ - = — — — — ist, d. h. dem Jetztwerte 

einer immerwährenden, periodischen Rente gleich ist, wobei die Aus- 
gaben direkt von den Einnahmen in Abzug gebracht werden. 

Werden die Werte für -r-7; r- für die verschiedenen Um- 

10 p" — 1 

triebszeiten mit abnehmendem Zinsfuße, ähnlich wie er für Diskon- 
tierungen in der Anleitung zur Waldwertberechnung vom kgl. preußi- 
schen Ministerialforstbureau bestimmt ist, berechnet, so erhält man: 

18-" 



10 p» — 1 10 



94 IV. Die Methoden der Waldwertbereohnung. 

bei 



u= 10 Jahren 


p = 4-75 = 17 


u= 20 


V 


p = 4-25 = 16 


u= 30 


n 


p = 3-80 = 15 


u= 40 


■n 


p = 3 50 = 14 


u= 50 


r> 


p = 3-20 = 13 


u= 60 


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p = 300 = 12 


u= 70 


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p = 2-90 = 11 


u= 80 


n 


p = 2-80 = 10 


u= 90 


n 


p = 2-70= 9 


u = 100 


n 


p = 2-60= 8 


u = 110 


j) 


p=:2-60= 7 


u = 120 


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p = 2-50= 6 


u 


a+i* 


mman o r\ tvi i f tvi i ' 



Die Faktoren von -tt;—^ r- stimmen somit mit 18 — -— überein. 

rOp^ — 1 10 

Neben dem Vorteile der großen Einfachheit ist diese Formel auch 
von dem Einflüsse der Verwaltungskosten auf die Höhe des Bodenwertes 
unabhängig und liefert insolange positive Bodenwerte, als die jähr- 
lichen Erträge die jährlichen Ausgaben übersteigen. Der auf diese 
Weise ermittelte Wert wird immerhin einen guten Näherungswert in 
vielen Fällen bieten, namentlich, wenn bezüglich des zur Anwendung 
kommenden Zinsfußes irgendwelche Bedenken oder Widersprüche 
obwalten. 



f) Die Berechnung des Bodenwertes für den Nachhaltsbetrieb 

nach. Hönlinger. 

Die Ermittlung des Bodenwertes erfolgt ebenfalls nach der 
Nettorente, jedoch unter der nicht ganz einwandfreien Annahme einer 
immerwährenden periodischen Wiederholung von u Jahren. 

-. Au + Da -f Db + . . . — c — u V 

i>e = 



10 p^ -1 

Diese Formel ist eigentlich identisch mit der von uns benützten 
Grundformel 



B« = 



R 



rop^ — 1 i-Op" — 1 

Der Faktor ^ „ „ — eignet sich zum Vergleiche mit den 

10 p'* — 1 ® ^ 

anderen angeführten Näherungsverfahren und kann seine Größe aus 

der nebenstehenden Tabelle ersehen werden. 



Die Ermittlung des Bodenwertes. 95 

g) Die Berechnung des Bodenwertes nach Schiffel. 

Unter der Voraussetzung, daß sich das Verhältnis zwischen 
Bodenwert und Waldwert bei gleicher Umtriebszeit mit der Variation 
des Zinsfußes nicht ändern darf, hat Schiffel aus den bekanntesten 
Ertragstafeln den durchschnittlichen Wertzuwachs einer durch- 
schnittlichen Bonität und daraus das Gesetz des Steigens der Wald- 
rente mit zunehmender Umtriebszeit abgeleitet. Hieraus bestimmte 
er den Faktor, mit welchem die Waldrente bei zunehmender Um- 
triebszeit multipliziert werden muß, damit dieser kapitalisiei-te Teil 
der Waldrente den Bodenwert ergibt. 

Es hat sich gezeigt, daß die Kurve, welche dieser Faktor 
als Funktion f der Umtriebszeit beschreibt, ein Stück eines Hyper- 
belastes ist, dessen Typus entweder durch 

f== — 7— c oder einfacher auch durch 

u-|-b 

f = — -r-r ausgedrückt werden kann. 

u -|-b 

Für mittlere Fichtenbonitäten wurde der Wert für den zweiten 

Fall mit: 

41 

f = : — TTT berechnet, somit 

u -}- 40 

Be == R 



40 + u 



00 p 



41 



Der Faktor 40-)-u bildet für einen bestimmten Zinsfuß eben- 

00 p 
falls konstante Größen, welche auch aus der umstehenden Tabelle 
zu ersehen sind. 

Abgesehen davon, daß die vorstehende Formel nur auf die 
Holzart Fichte anwendbar ist und die Werte von a und b für die 
übrigen Holzarten erst ermittelt werden müssen, kann sie selbst für 
die Holzart Fichte keine allgemeine Giltigkeit beanspruchen, wie 
Schiffel selbst hervorhebt, vielmehr müssen die Werte für a und b erst 
auf Grund der lokalen Verhältnisse ermittelt werden. 

Den sieben hier angeführten verschiedenen Methoden der Boden - 
Wertsermittlung kann lediglich der Wert von Näherungsformeln bei- 
gemessen werden, weil sie auf nicht einwandfreien Voraussetzungen 
aufgebaut sind. Alle haben die Waldrente (r) gemeinsam, weshalb 
die Ergebnisse nur von dem zweiten Teile der Formeln abhängig sind. 

Die nachstehende Gegenüberstellung dieser verschiedenen Fak- 
torenwerte zeigt, daß die geringste Übereinstimmung den Methoden 
nach Frey und Martin eit zukommt, die Methode nach Srogl 
gegenüber allen anderen Arten die kleinsten Bodenwerte liefert, 
dagegen unsere die Mitte zwischen jener von Baur und Srogl hält. 



90 



IV. Die Methoden der Waldwertbereehnung. 













































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Die Wertermittlung von Einzelbäumen. 97 



B. Die Wertermittlung von Einzelbäumen. 

1. Bäume, welchen bloß ein Holzwert zur Zeit des Aushiebes 
zukommt. Hieher gehören alle Laub- und Nadelholzbäume, die 
nach Eintritt der Hiebsreife einen einmaligen Holzertrag liefern. Ihr 
Wert richtet sich nach dem Gebrauchswerte der angefallenen Holz- 
masse zur Zeit der Hiebsreife. 

Bei der Wertermittlung hat man verschieden vorzugehen, je 
nachdem es sich um einen bereits hiebreifen oder noch nicht hieb- 
reifen Baum handelt. 

Bei den hiebreifen Bäumen, welche ihren vollen Gebrauchs- 
wert bereits erreicht haben, ist der Wert einfach nach dem Verkaufs- 
werte zu bestimmen. Es geschieht dies in der einfachsten Weise 
dadurch, daß man den Festgehalt des Baumes bestimmt und den- 
selben mit dem Durchschnittspreise pro 1 fm^ multipliziert oder aber, 
wenn über den Durchschnittspreis pro Raumeinheit keine Anhalts- 
punkte vorhanden sind, daß man den Wert nach der Menge der 
anfallenden Holzsortimente und den örtlichen Nettoholzpreisen dieser 
Sortimente bestimmt. Werden die Marktpreise benützt, so müssen 
die Transportkosten vom Walde bis zu dem betreffenden Marktorte 
in Abschlag kommen. Erstreckt sich diese Bewertung auf einen 
hiebreifen Baum, der jedoch für sich allein weder lieferbar noch 
sonst verwertbar ist, dann kann man im Falle einer Entschädigung 
seinen Wert aus dem Verkaufswerte zur Zeit der eigentlichen 
Nutzung durch Diskontierung auf die Jetztzeit bestimmen. Ist dieser 
Wert zur Zeit der gemeinsamen Schlägerung Au, ferner das Alter 
des in Frage kommenden Baumes m, so ist der Jetztwert: 

II ^" I 

Der auf diese W-eise berechnete Wert entspricht einem Kapitale, 
das auf Zinseszins angelegt, zur Zeit der Schlägerung die gleiche 
Größe erreicht, als der Wert des Baumes in diesem Zeitpunkte 
beträgt. Als Zinsfuß muß aber in einem solchen Falle der landes- 
übliche unterstellt werden, weil dieses Kapital außerhalb der Wirt- 
schaft zu diesem Zinsfuße nutzbringend angelegt werden kann. Für 
Bäume im vorgerückteren Alter ' kann man die Ermittlung des 
Wertes nach der vorstehenden Formel I ohne weiteres vornehmen. 
Für jüngere Bäume, namentlich bei niedrigen Umtriebszeiten, würden 
dagegen zu große Werte berechnet werden. Wie aus der Formel 

Au 10p™ 
selbst, und zwar dargestellt durch Hm = ° unmittelbar hervor- 

l'Op'* 

geht, wird als Wert des Baumes der Nachwert des auf einen Umtrieb 
bezogenen Anfangskapitales berechnet, welches sich jedoch zusammen- 
setzt aus dem Bodenwerte, den kapitalisierten Verwaltungskosten und 
den Anpflanzungskosten. Da uns aber der Holzwert des Baumes 
lediglich die Endsumme der auf Zinseszins aufgelaufenen Boden- 

Riebel, Wald-wertrechnnng. 2. Anfl. 7 



Ö8 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

bruttorenten darstellt, ist der eigentliche Wert des Baumes ohne 
Kulturkosten : 

„ _ Au 0p 10 p"»—! _ . 10 p*" — I ,, 

"•"-lop"— r 00p ~^"iop"— I • • "• 

Hingegen mit Berücksichtigung von Kulturkosten: 

j'O nm__ I 

"«• = (A»-c)^;^L^ + c III. 



oder auch: 



"m-Au,.Q ,i-C\^l |.Opu_|; ■ ■ . IV. 



/ 1-0 p«" — n 
Das Formelglied c 11 — TT?p^ t) S^^^ uns für jedes Baum- 

l-Op«» — 1 



alter die entfallende Quote der Anpflanzungskosten. 1 — . ^ 

1*0 p" — 1 
1-0 pm — 1 
ist die Ergänzung des Faktors ^ auf 1, der direkt aus der 

Tafel entnommen werden kann. 

Die Anpflanzungskosten des Einzelbaumes sind jedoch zumeist 
so geringe, daß man sie überhaupt vernachlässigen kann, wenn der 
Baum das Alter von etwa 20 Jahren überschritten hat. 

Für den 1jährigen Baum ist der Wert ohne Kulturkosten: 

also gleich der jährlichen Bodenbruttorente. 

Mit Kulturkosten dagegen nach Formel II und III: 

Wird das Alter des Baumes m gleich dem Abtriebsalter u, 
dann wird dessen Wert nach allen drei Formeln gleich dem Ab- 
triebsertrage, somit: Hu = Au. 

Beispiel 50. In einem Plenterwalde mit 90jährigem Umtriebe 
beträgt der Verkaufswert eines 

90jährigen Tannenbaumes 18* — K 
70 „ , 8--, 

50 „ „ 3-40 „ 

30 , „ liO . 



Die Wertermittlung von Einzelbäumen. 99 

Wie hoch stellt sich der rechnungsmäßige Wert dieser Bäume 
nach den Formeln I und II bei einem Zinsfuße von p = 3%? 

Der Wert des 70jährigen Baumes ist nach Formel I 
^^^ 18 KX 0-5537 = 9-97 K, 



1-0320 
nach Formel II 

18 K f^^- ^ = 1 8 K X 6-9178 X 0-0752 = 936 K. 

Die Ergebnisse für die anderen Bäume sind aus der nach- 
stehenden Gegenüberstellung zu ersehen: 

Berechneter Wert nach: 



Alter 


Verkaufswert 


Au 


Att(l'Op°i— 1) 




1-0 pu-m 


10 p«! — 1 


90 Jahre 


18-— K 


18-— K 


18 — K 


70 „ 


8--„ 


9-97 „ 


9-34, 


50 „ 


3-40 „ 


5-52 „ 


4-56 „ 


30 „ 


1-10 „ 


2-04 „ 


1-92 „ 


20 „ 


— 


1-67 „ 


1-08 „ 


10 „ 


. — 


1-24 „ 


0-46, 


5 „ 


— 


1-08, 


0-22 „ 


„ 


— 


Br = 0-93 „ 


Br = l-24„ 



1--K 




1-— K 


0-86 „ 




0-69 „ 


0-74 „ 




0-42, 


0-64 „ 




0-20 „ 


0-57 „ 




004 „ 


0-5d „ 


Bp 


= 1-24 „ 



Wie groß ist der Wert eines Baumes in den verschiedenen 
Altersstufen, wenn sein Verkaufswert bei 20 Jahren 1 K beträgt? 

20 Jahre 1-0 K 
15 . - 

10 „* - 

5 „ 

1 . - 

„ - Br 

Wie zu ersehen ist, weichen die nach den Formeln I und II 
berechneten Werte tatsächlich für eine höhere Abtriebszeit bei 
den älteren Bäumen weniger voneinander ab als bei den jüngeren 
Bäumen. Das gleiche Verhältnis besteht zwar auch für eine niedrige 
Abtriebszeit, doch sind die Abweichungen in diesem Falle erheblich 
größer. 

Um weiters noch den Einfluß der Kulturkosten auf die Höhe 

des berechneten Baumwertes zu zeigen, berechnen wir die Kosten- 

^ 1-0 p™ — 1 \ 

quote nach der Formel eil r-p^ ;- ) unter der Annahme, daß 

V 10 p" — IJ 

die Kulturkosten O'IOK pro Baum betragen. 



100 ^^- ^^® Methoden der Waldwertberechnung. 

Bei einem 80jährigen Umtriebe ist dieselbe: 

Für den 70jährigen Baum = 010 K(l - 0-7193*) = 003 K 

, „ 50 „ „ =0-10 „(1-0 3519) =006 „ 

, 20 . „ =0-10,(1— 0-0838) =0-09 „ 

„ 10 „ , =0-10 „(1-0 0357) =0-09 „ 

„ . 5 „ „ =0-10 „(1-0-0166) =010 „ 

. r, 1 « . =0-10 „(1-0-0031) =0-10„ 

Da die angenommenen Anpflanzungskosten von O'IO K pro Baum, 
namentlich bei den Nadelhölzern, als unverhältnismäßig hoch an- 
gesehen werden können, ist es, wie schon früher angedeutet worden 
ist, tatsächlich kein allzugroßer Fehler, wenn dieselben bei den 
Bäumen im vorgeschrittenen Alter vernachlässigt werden. 

2. Bäume, welche außer dem Holzertrage zur Zeit des Ab- 
triebes noch in der Zwischenzeit periodische Holzerträge liefern. 

Eine von der früheren Berechnungsart abweichende Wert- 
ermittlung erfordern die Bäume mit Kopfholz- und Schneitelholz- 
betrieb. 

Die Nutzung erfolgt etwa vom 10. Jahre angefangen bis zum 
Absterben des Baumes im Alter von etwa 60 bis 100 Jahren in 
Zeitintervallen von 5 bis 6 Jahren. 

Der Wert dieser Bäume setzt sich zusammen aus der Ertrags- 
quote der bis zum Abtriebe eingehenden periodischen Nutzungen 
und dem Verkaufsertrage des Baumes zur Zeit des Abtriebes. Nimmt 
man für die vom Alter m des Baumes bis zum Abtriebsalter u noch 
eingehenden periodischen Nutzungen einen durchschnittlichen gleichen 
Ertrag r an, werden ferner der Holz wert zur Zeit des Abtriebes mit 
Au und die Kulturkosten mit c bezeichnet, so ist der Wert eines 
Baumes im Alter m : 

r r(IOp" -"-!) - llOp"--! , f. \0r-\\ Y 

Wären dagegen die noch einoehenden periodischen Erträge 
ungleich und bezeichnet man dieselben mit An, Ao, Aq als in den 
Jahren, o, p und q eingehend, so ist der Wert: 

W. = (A„IOp"-'' + AolOp"-'' + AglOp''-''-r... Au) j-ppl li' + 



c fi _ [^TuS] VI 



Bei Bäumen im vorgeschritteneren Alter wird man das 2. Formel- 
glied c ( 1 TTpu 7" ) ebenfalls vernachlässigen können. 



*) Die Faktoren aus der Tafel VI. 



Die Wertermittlung von Einzelbäumen. 101 

Beispiel 51. Es ist der Wert eines 40jährigen Kopfholzfelbers 
zu berechnen, der jedes 5. Jahr bis zum 80. Jahre einen durch- 
schnittlichen Holzertrag von 2 K und beim Abtriebe einen Holzwert 
von IK liefert; p = 37o- 

2 K X VSt V- -f 1 K = 2 K X --262 X 6-278 ^r 1 K = 29*44 K. 

1.0^40*) 1 

W40 = 29-44 K X \:Q3,o_ ~r ^ ^^"^^ ^ ^ ^"^^^^ ^ ^'^^ ^• 

Wären überdies Anpflanzungskosten von 0*60 K zu berück- 
sichtigen, so käme noch der Betrag hiezu von: 

0-60 K (1-0-2352) = 0-60 K X 0-7648 = 0-46 K. 

Der Gesamtwert wäre dann für den 40jährigen Baum: 

6-92 K + 0-46 K = 7-38 K. 

3. Bäume, welche außer dem Holzwerte noch einen jährlichen 
Ertrag an Harz, Futterlaub, Streu u. dgl. liefern. Für die Ermittlung 
des Wertes eines solchen Baumes im Alter m kommen außer dem 
Holzwerte zur Zeit des Abtriebes ebenfalls wie früher nur die noch 
eingehenden jährlichen .Erträge in Betracht. Die bereits vor dem 
Zeitpunkte m eingegangenen Erträge haben außer Anschlag zu bleiben. 
Bezeichnet man die jährlichen Durchschnittserträge wieder mit r, so 
ist der Wert des Baumes im Alter m: 

^ _f\'0 p"-"" - 1 . ^ 10 p*" - i f. 10 p"»— 1>| 
"'■""V 00 p ^'^vi-op"- 1^^^' iop"-iy • • ^"• 

Beispiel 52. Ein Schwarzkiefernbestand liefert vom 80. bis 
100. Jahre pro Baum einen jährlichen Ertrag aus der Harznutzung 
von 0-20 K, ferner beim Abtriebe einen Holzertrag von 5K. Wie 
groß ist der Wert eines 85jährigen Baumes? p = 3Vo- 

1-0315—1 , ^ ^\ 1-038^ — 1 



W«, = (0-20 K X -^,3- + 5-0 k) ^.^3,,„ _ ^ _ 

= (0-20 K X 1 8-599 + 5-0 K) 0-6234 = 5-43 K. 
Weo == (^0-20 K X Q.Q3 + ö'O K j ^.^3,00 _i = 

= (0 -20 K X 26-87 + 5-0 K) 0-269 = 2-79 K. 
"To¥7 

1 -0^20 1 

W20 = 10-37 K X i.Q3xoo_i = ^0-37 K X 0-0443 = 0-46 K. 



•) Faktor aus Tafel VI. 



102 I^- Die Methoden der Waldwertberechnung. 



(7. Die Ermittlung des Bestandeswertes. 

Der Wert eines Einzelbestandes kann ermittelt werden: 

1. nach dem Verkaufs- oder Gebrauchswerte, 

2. nach dem Erwartungswerte, 

3. nach dem Kostenwerte, 

4. nach Näherungsverfahren. 



1. Der Verkaufs- oder Gebrauchswert des Bestandes. 

Hierunter versteht man den Wert, welcher einem Bestände, 
als Marktware betrachtet, zukommt, also gleichbedeutend dem Geld- 
erlöse ist, den man beim Abtriebe für die anfallenden verschiedenen 
Sortimente erzielen würde. 

Die Ermittlung besteht darin, daß die Holzmasse des Bestandes 
nach Maßgabe ähnlicher Verhältnisse in die einzelnen Sortimente 
zergliedert und mit den zugehörigen Einheitspreisen (abzüglich der 
Gewinnungskosten) multipliziert und alle Einzelsätze summiert 
werden. 

Für alle hiebreifen und angehend hiebreifen, somit für alle im 
vorgeschritteneren Alter befindlichen Bestände, die den eigentlichen 
Gebrauchswert voll oder nahezu voll erreicht haben, ist die Er- 
mittlung des Verkaufswertes bedingungslos allen übrigen Methoden 
der Wertberechnung vorzuziehen, da sie uns den tatsächlichen Wert 
des Bestandes insofern in unzweifelhafter und unanfechtbarer Weise 
angibt, als ihm der Erlös des jederzeit realisierbaren Verkaufes 
zugrunde liegt. Es ist dies der reelle Wert für den Besitzer, ohne 
Rücksicht auf den Produktionswert u. dgl. 

Bei den jüngeren Beständen kann jedoch hievon kein Gebrauch 
gemacht werden, da der Verkaufswert zu gering ausfallen, ja selbst 
zu negativen Wertergebnissen führen würde, wenn der Gebrauchs- 
wert des Bestandes noch geringer ist als die aufzuwendenden 
Gewinnungskosten. Dies ist auch der Grund, daß in den Geldertrags- 
tafeln die Angaben erst bei einem Bestandesalter von etwa 30 Jahren 
beginnen, weil ihnen ebenfalls die Bestandesverkaufswerte zugrunde 
liegen. 

Beispiel 53. 

Ein TOjähriger Fichtenbestand liefert pro 1ha 300 fm^ Holz- 
masse, und zwar: 



60% Nutzholz ä 12K pro 1 fm^ 

20o/o Scheiter ä 6 „ „ 1 „ 

lOo/o Frügl ä 4 „ „ 1 „ 

lOVo Bürtl ä 2 ., „ 1 , 



Der Bestandeserwartungswert. 103 



Es entfallen daher: 

auf Nutzholz 300 fm^ X 0*60 = 180 fm^ 
„ Scheiter 300 „ X0-20= 60 „ 
„ Prügl 300 „ X0-10= 30 „ 
„ Bürtl 300 „ X0-10= 30 „ 



ä 


12 K = 


2160 K 


ä 


6 „ = 


360 „ 


ä 


4 „ = 


120 „ 


ä 


2 „ = 


60 „ 



Summe . . . = 2700 K 



oder man bildet die Qualitätsziffer, wie es auf Seite 27 gezeigt 
worden ist: 

0-60 X 12 K 4- 0-20 X 6 K -[- 010 X 4 K + O'IO X 2 K = 9 K 

somit 300 fm ä 9K = 2700K wie früher. 

Da sich die Geldertragstafeln also ebenfalls auf die Verkaufs- 
werte stützen, werden sie zum Zwecke der unmittelbaren Wert- 
bestimmung gleichfalls nur für die älteren Bestände Verwendung 
finden können. 

2. Der Bestandeserwartungswert. 

Mit Bestandeserwartungswert bezeichnet man den Jetztwert der 
Summe aller noch zu erwartenden Einnahmen abzüglich des Jetzt- 
wertes der Summe der noch aufzuwendenden Produktionskosten. 

Zu den Einnahmen zählen: die Abtriebsnutzung, ferner die vom 
Jahre m bis zum Abtriebsalter u noch eingehenden Zwischen- 
nutzungen und eventuelle Nebennutzungen, wenn sie aus dem Be- 
stände selbst resultieren. 

Zu den Produktionskosten zählen dagegen: die in der Zeit von 
m bis u auflaufenden Bodenrenten und die jährlichen Ausgaben für 
Verwaltung, Schutz, Steuern und Umlagen. 

a) Die Einnahmen. 

Ist der Abtriebsertrag im Jahre u = Au, so ist sein Wert im 
Jahre m oder sein Jetztwert: . 

Au 



1-0 p"- 



Die Zwischennutzungen, welche bereits vor dem Jahre m ein- 
gegangen sind, haben auf den Bestandeserwartungswert keinen Einfluß, 
da nur alle jene Nutzungen in Anrechnung gebracht werden dürfen, 
welche nach dem Jahre m noch eingehen. 

Ein Durchforstungsertrag, der zwischen dem Jahre m und u 
im Jahre q eingeht, hat einen Jetztwert von: 



104 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

oder auf die Abtriebszeit u bezogen 

DqlQp"-q 

ebenso ist 

Drl-Op"-- 



10 p^- 



usw. 



h) Die Produktionskosten. 

Der Endwert der jährlich vom Jahre m bis zum Jahre u, also 
(u — m)mal fälligen Bodenrente BOOp ist: 

B 0-0 p ^,,^ = B (1-0 p"-«" — 1). 

0"0p 



Der Jetztwert: 



B(1.0pu-m_l) B 

= B 



l-Opu-m l-Opü-m. 

Die jährliehen Verwaltungskosten v erreichen vom Jahre m bis 
zum Jahre u einen Endwert von: 

V ^J— = V (10 p"-"' — 1) • 

00 p 

deren Jetztwert 

l-OpU-m 1-0 p"-'" 

Die Kulturkosten finden keine Berücksichtigung, da sie bereits 
vor dem Jahre m erwachsen sind. 

c) Für den m jährigen Bestand ist demnach der Erwartungswert: 
up _ Au + Dg 10 p"-q + D, 10 p"-»- — (B -}- V) (10 p"--" — |) 

oder da - (^ + ^j ^.^'^ P"-°° " ^) = - (B + V) + g+Il 

HP _ Au + Dg 10 P"" + Dr 1 P" --^ + B + V ,Dj_w. „ 

ntm— 1-0 pu-m — — iD-j-VJ ... II. 



Der Bestandeserwartungswert. X05 

, , , 1-0 p"-« 1-0 p" . 1 10 p" 

Oder auch da: j^-^ = ^^ ferner j,^-j^ = ^. 

"^" = (w + TB7 + W + w) '■'"'" -^' + ^^ • ■ '"■ 

Die Anwendung der Formeln I bis III hängt davon ab, in 
welcher Weise der Bodenertragswert ermittelt wird. Wird derselbe 
nach den Formeln III a und III b ermittelt, dann sind sinngemäß die 
Formeln I und II, hingegen ist bei der Benützung der Bodenwert- 
formeln II, VIII und IX die Formel III anzuwenden. Auf den 
Mittelwald- und Plenterwaldbetrieb sind die Formeln für den Be- 
standeserwartungswert nicht anwendbar und wird die Ermittlung 
der Bestandeswerte dieser Betriebe an späterer Stelle gezeigt werden. 

Bei dieser Art von Bestandesformen, welche auf der kleinsten 
Fläche alle Altersstufen vertreten haben, müssen an Stelle der 
Methoden für die Wertermittlung gleichartiger Bestände jene für 
die Wertermittlung des Normalvorrates beziehungsweise Holzvor- 
rates treten. 



Beispiel 54. Es ist der Erwartungswert eines 30, 40, 50 und 
60jährigen Bestandes zu ermitteln, wenn im 

30. 40. 50. u. 60. Jahre 
Durchforstungserträge von 63 110 150 160 K 

und ina 70. Jahre ein Abtriebsertrag von 4540 K zu erwarten stehen. 

1. Ermittlung von B-j-V: 

63 KX 1-025^" = 63 KX 2-685= 169 K 

110 „ X 1-02530 = 110 „ X 2097 = 230 „ 

150 , X 1-02520 = 150 , X 1-638 = 2*46 . 

160 „ X 1-02510= 160 „ X 1-280= 205 „ 

Au — c = 4540 K — 80 K = 4460 , 

Summe =: 5310 K 

^^^^ ^ 5310 K X 0-2159 = 1146 „ 



1 -025^0 _ 1 

— c= 80 



B 4- V = 1066 K 



2. Ermittlung der Bestandeswerte: 

Für den 30jährigen Bestand nach Formel I. Die im 40., 50. 
und 60. Jahre eingehenden Durchforstungen auf das 70. Jahr pro- 
longiert wie früher 



■[QQ IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

D3o= 169 K 

D4o= 230 „ 

D5o= 246 „ 

Deo = 205 , 

A n = 4540 , 

Summe 5390 K 

— (B -4- V) (1-025^0 — 1) = 1066 K X r685 1 = 1796 „ 

Differenz 3594 K 
qrS94. K 
WÄ^ = 3594 K X 0-3724 = 1 338 „ 

HE3o=1338K 

nach Formel II. 

Für den 403ährigen Bestand: 

D4o= 230 K 

D5o= 246 „ 

Deo= 205 „ 

Au = 4540 „ 

+ (B + V) = 1066„ 



Summe 6287 K 
"t;' „ = 6287 K X 0-4767 = 2997 „ 

ab BH- V = 1066 „ 
HE4o=1931K 

Für den 50jährigen Bestand: 

D5o= 246 K 

D6o= 205 „ 

A,. = 4540 „ 

+ (B + V) = 1066 „ 



Summe 6057 K 

^^ = 6057 K X 0-6103 = 3696 , 

_ (B + V) = 1066. 



HE5o = 2630K 
Für den 60jährigen Bestand: 

D6o= 205, 

A„=4540, 

+ (B + V) = 1066 „ 

Summe 5811 K 

^^ = 5811 K X 0-7812 = 4538 „ 

ab (B + V) = 1066 , 
HEeo = 3472K 



Der Bestandeserwartungswert. 107 

Für den 70jährigen Bestand: Au = 4540 K. 

Bei Unterstellung eines Zinsfußes von p = 3% und dement- 
sprechend B -j- V = 700 K berechnen sich dagegen diese Erwartungs- 
werte mit 

HE3o = 1197K 

HE4o = 1766 „ 

HE5o = 2468„ 

HEeo = 3357 „ 

HE,o = 4540„ 

Beispiel 55 nach Formel IIT. 

Ein Hektar Buchenhochwald liefert im Alter von 

30 40 50 60 70 Jahren 
Durchforstungserträge von 35 74 102 122 124 K 
ferner im 80. Jahre zum Zwecke der natürlichen Verjüngung aus 
einem Vorbereitungshiebe 760 K, im 90. Jahre aus einem Besamungs- 
hiebe 1460 K und im 100. Jahre zur Zeit der Räumung 1900 K. 
Die Kulturkosteu für Komplettierung betragen 30 K, die Verwaltungs- 
kosten und Steuern 9 K. Wie hoch berechnen sich die Bestandes- 
erwartungswerte bei einem Zinsfuße von 2V2%? 

Ermittlung des Bruttobodenertragswertes für u = 90 Jahre. 



35 K 



1-02530 
74 K 
1-02Ö40 
102 K 
1-02550 
122 K 
1-02560 

124 K 
1025^" 
760 K 
1 -02080 
1460 K 



1-02590 
1900 K 



= 35KX 04767= 17 K 547 K 

= 74 „ X 0-3724= 27 , 530 „ 

= 102 „ X 0-2909 = 29 „ 503 „ 

= 122 „ X 0-2273= 28 „ 474 „ 

= 124 „ X 0-1776= 22 „ 446 , 

= 760 „ X 0-1387 = 105 „ 424 „ 

= 1460 „ X 01084 = 158 , 319 , 



1-02O100 



= 1900 „ X 0'0847 = 161 „ 161 



Summe 547 K 
— c = 30 „ 



517 K 
B + V = 517 K (l + ^.^^^^^ _ J = 517 K X 1-1215 = 580 K 

-|i^ = 580 KX 0-1084= 63. 



108 IV- I^i^ Methoden der Waldwertberechnung. 

HE,o = (547 + 63) 1-02520 —580 = 610 X 1'6386 — 580 = 419 K 

HEg« = (530 + 63) 1-02530 — 580 ^ 593 X ^'0976 — 580 = 664 „ 

HE40 = (503 + 63) 1-025^0 _ 5^0 = 563 X 2-6851 — 580 = 932 „ 

HE50 = (474 + 63) 1-02550 —580 = 537 X 34371 — 580 = 1266 „ 

HEeo = (446 -f- 63) l-025«o —580 = 509 X 4*3998 — 580 = 1659 „ 

HE70 = (424 -{- 63) 1-025^0 _ 530 = 487 X 5-6321 — 580 = 2163 , 

HEso = (319 i- 63) 1-02580 —580 = 382 X 7-2090 — 580 = 2174 , 

HE90 = (161 4- 63) l-025''o —580 = 224 X 9*2290 — 580 ^ 1487 , 
H Eioo = (161 ^- 63) 1-025100 _ 580 = 224 X 11'8130 - 580 = 2066 „ 

Da den ermittelten Bestandeserwartungswerten vom 70. bis zum 
100. Jahre mehr oder minder nur eine theoretische Bedeutung zu- 
kommt, wird man dieselben zweckmäßiger nach dem Verkaufswerte 
bestimmen. 

d) Die Größe des Bestandeserwartungswertes. 

Den Einfluß der einzelnen Formelglieder und Faktoren auf 
die Größe und den Verlauf des Bestandeserwartungswertes erkennen 
wir wieder am besten aus den Formeln selbst. Im allgemeinen 
werden die Bestandeswerte um so größer werden, je größer der 
Unterschied der positiven und negativen Formelglieder ist. Bei 
gegebenen gleichen Erträgen werden für den gleichen Zinsfuß und 
das gleiche Abtriebsalter daher größere Beträge von (B -}- V) kleinere 
Bestandeswerte, hingegen kleinere Beträge von (B -|- V) größere 
Bestandeswerte geben. Da aber (B -{- V) bei gegebenem Ertrage eine 
abhängige Größe von der Abtriebszeit u und dem Zinsfuße p ist, weil 
die Bedingungsgleichung r 

^ , _. Au + Dal-Op— »^-f ...— cl-Op» ... 

B -f- V = ^-p: ■ — ; beziehungsweise 

10 p" — 1 

folgt von selbst aus dieser Erwägung, daß nicht ein beliebiger Boden- 
wert, sondern nur der Bodenertragswert Be der Berechnung des 
Bestandeserwartungswertes unterstellt werden darf. 

Bei gegebener Abtriebszeit u und variablem Zinsfuße p liefert 
ein größerer Zinsfuß kleinere Bestandeswerte als ein niedrigerer 
Zinsfuß, da bei einem höheren Zinsfuße nicht nur die in Abzug zu 
bringende Bodenbruttorente größer, sondern auch der Diskontierungs- 
faktor ^ ^ „ — kleiner wird. 
j^-Opu-m 

Werden die Bodenertragswerte eines gegebenen Zinsfußes für 
die verschiedenen Abtriebszeiten unterstellt, so liefert jene Abtriebs- 
zeit die größten Bestandeserwartungswerte, welche dem Maximum 
des Bodenertragswertes Bu entspricht, das heißt, welche mit der 
Kulmination zusammenfällt. Die auf solche Art ermittelten Bestandes- 
erwartungswerte sind vor dem Jahre der Kulmination stets größer 



Der Bestandeserwartungswert. 109 

als die Verkaufswerte, nach dem Jahre der Kulmination hingegen 
kleiner als die Verkaufswerte. Hieraus erklärt sich auch, warum die 
Bestandeserwartungswerte bei der Unterstellung einer niedrigeren 
Abtriebszeit kleiner ausfallen müssen als bei Unterstellung der 
Abtriebszeit zur Zeit der Kulmination, weil nämlich im letzten Falle, 
wie schon gesagt worden ist, der Bestandeserwartungswert größer 
als der Verkaufswert ist und im ersten Falle eben dieser niedrigere 
Verkaufswert als Abtriebsertrag unterstellt wird. 

Wird das Alter des Bestandes m dem Abtriebsalter u gleich, 
dann wird auch der Bestandeserwartungswert gleich dem Abtriebs- 
ertrage. Da in diesem Falle Zwischennutzungserträge nicht mehr 
eingehen, ist nach Formel II der Erwartungswert: 

HE. = ^" + g_t^^ -(B + V) oder da 

1 : 1*0 ?''_-, 



H Eu = Au 4- (B -f V) — (B -f V) = Aa 
oder nach Formel III: 

« ^" = (w + w) '"''' - «"^ + ^> = ^- 

Zu Beginn der Umtriebszeit, wenn also m = o wird, ist der 
Bestandeserwartungswert gleich den Kulturkosten c, denn es wird: 

„„ An + Da 10p"--+ ■ ■ - (B + V) (1-0 p„- 1) 

^^"^ voT- 

HEo= ^ 



HEo = 



lOp 
Au J- Da 1-0 p^-* - Au — Da 1-0 p«-* + c 1-0 p" 



1-0 p'^ 



_cl-Op'«_ 

"^''-Töp"^-''' 



e) Die Anwendung des Bestandeserwartungswertes. 

Die Ermittlung der Bestandeswerte nach der Methode der 
Erwartungswerte ist anzuwenden, wenn die Vergütung für einen 
vorzeitigen Abtrieb oder für eine Abtretung jüngerer Bestände, 
welche den vollen Gebrauchswert noch nicht erreicht haben, fest- 



IIQ IV, Die Methoden der Waldwertberechnung. 

gestellt werden soll. In einem solchen Falle ist der wahre wirt- 
schaftliche Wert dieser Bestände zu entschädigen, der größer ist 
als der augenblickliche Gebrauchswert. 

Dieser wahre wirtschaftliche Wert der jüngeren Bestände wird 
nur dann richtig erhalten, wenn der Rechnung das dem gegebenen 
Zinsfuße entsprechende Bodenertragswertmaximum und das diesem 
entsprechende Abtriebsalter (Zeitpunkt der Kulmination) unter- 
stellt wird. 

Wird hingegen ein beliebiger Bodenwert der Rechnung unter- 
stellt, so sinkt der ermittelte Wert zu einem bloßen Näherungswerte, 
der einfacher und bequemer mit gleicher Berechtigung, wie wir 
später sehen werden, auf andere Weise festgestellt werden kann. 

Unterstellt man aber der Berechnung der Bestandeserwartungs- 
werte die Bodenertragswerte, dann wird die Formel des Bestandes- 
erwartungswertes, wie im nachfolgenden Abschnitte gezeigt werden 
wird, identisch mit jener des Bestandeskostenwertes, 

3. Der Bestandeskostenwert. 
a) Ableitung der Formeln. 

Als Kostenwert eines m jährigen Bestandes bezeichnet man die 
Summe aller bis zum Jahre m aufgelaufenen Produktionskosten, 
vermindert um die Einnahmen, welche der Bestand bis dahin ge- 
liefert hat. 

Die Produktionskosten bestehen: 

1. Aus den Kulturkosten c und den bis zum Jahre m auf- 
gelaufenen Zinseszinsen derselben, somit zusammen aus 

c 1-0 pr 

2. Aus dem Endwerte der jährlich bis zum Jahre m auflaufenden 
Kosten v für Verwaltung, Schutz, Steuern und Umlagen 

2 -0 !>«> — 1 

3. Aus dem Endwerte der jährlich bis zum Jahre m fälligen 
Bodenrenten BOOp 

1-0 ü™ — 1 

BO-Op^^^^^f^^ = B(l-Op™— 1). 

00 p 

Als Einnahmen kommen hingegen nur jene Erträge in Betracht, 
welche bereits vor dem Jahre m erflossen sind, weil durch sie die 
Produktionskosten vermindert werden. Geht ein solcher Ertrag aus 
der Zwischennutzung im Jahre a ein, so ist sein Wert im Jahre m 

Dal-Op'"-^ 



Der Bestandeskostenwert. 111 

Werden nunmehr von der Summe der Produktionskosten die 
Einnahmen abgezogen, so ergibt sich für den Bestandeskostenwert 
folgende Formel: 

HK„, = (B + V)(IOp"'-l) + clOp"'-DalOp'"-a ... I. 

ferner durch weitere Transformation: 

HKm = (B + Y + c)IOp"'-(B + V) — DalOp"«-^ ... II. 

HKm==(B + V + c)(IOp'"-l) + c — DalOp-"-^ . . IM. 

Ebenso wie bei dem Bestandeserwartungswerte darf auch bei 
der Anwendung der vorstehenden drei Formeln für die Ermittlung 
der Bestandeskostenwerte kein beliebiger Bodenwert angenommen 
werden, sondern nur der dem unterstellten Zinsfuße und der 
betreffenden Abtriebszeit entsprechende Bodenertrags wert, weil sonst 
die Bedingungsgleichung 

^ , ,, Au + DalOp"-» — cl-Op", ., 

B -j- V = ■ TTTm 1 — '■ beziehungsweise 

ebenfalls nicht erfüllt wird und eine Ungleichung bestehen würde. 
Würde man einen größeren Bodenwert als den Bodenertragswert 
unterstellen, so würden zu große Bestandeskostenwerte und umge- 
kehrt bei einem kleineren Bodenwerte als dem Bodenertragswerte 
zu kleine Bestandeskostenwerte ermittelt werden. Wie zu ersehen 
ist, übt bei dem Bestandeskostenwerte die Größe des Bodenwertes 
gerade die entgegengesetzte Wirkung aus wie bei dem Bestandes- 
erwartungswerte. Ein gljeiches Verhältnis besteht auch hinsichtlich 
des Zinsfußes. Der Bezeichnung (B -j- V) ist daher lediglich die 
Bedeutung einer Abkürzung für 

Au4-Dal0p°-^+ ... — cl-Op-^ 
1-Op'» — 1 

und jener von (B -f V -[- c) die Bedeutung einer Abkürzung für 

An — c + DalOp"-''^-r ... 
1-0 p"— 1 

beizulegen. 

Setzt man den wahren Wert für 

j,,.r , „ Au — c + Da 10 p'^-'^ + Dg 10 P""'^ + . • > 

B + v-c = rö^:=l — —- — 



112 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

in Formel III ein, so geht sie über in: 

HK. = (Au-c + DalOp"-« + ...Dql'Op"-'')^'^ + c- 

— DalOp-^-a IV. 

durch weitere Reduktion: 

HK„ = (a,-c+-j;?^+...D,|-Op-)(;;^) + c- 



10 p" 

Diese Formel bietet eine größere Gewähr für eine zweckent- 
sprechende Ermittlung der Bestandeskosten werte als die früheren 
Formeln I bis III, weil bei ihrer Anwendung die hinsichtlich des 
Bodenwertes geforderte Bedingung stets erfüllt wird. Da außerdem 

10 p™— 1 
die Werte für den Faktor -zr-?^ r- für die verschiedenen Alters- 

10 p" — 1 

stufen direkt aus der Tafel VII entnommen werden können, ge- 
staltet sich auch die Rechnung nach dieser Formel zugleich bequemer. 
Eine weitere Vereinfachung kann man auch noch dadurch 
erzielen, daß man die Endsummen der prolongierten Durchforstungs- 
erträge nach dem auf Seite 78 angegebenen Verfahren ermittelt. 

Da , Dh , De , , 

a b c 

2JDa = drux beziehungsweise 
für die Abzugsposten dr mx. 

I'O pn> — I 

HKm = (Au — c + drux)|:ö^^— -|4-c — drmx . . VI. 

Beispiel 56 nach Formel II. 

Es sind die Bestandeskostenwerte zu ermitteln, wenn im 

30. 40. 50. 60. Jahre 
Durchforstungserträge von 63 110 150 160 K 

und im 70. Jahre ein Abtriebsertrag von 4540 K zu erwarten stehen, 
die Kulturkosten 80 K und die Verwaltungskosten 10 K betragen. 

P = 2 VaVü. 

Die in Abzug zu bringenden Einnahmen von D^lOp'""'' be- 
tragen : 



Der Bestandeskostenwert. 



113 



Im Jahre 40: 
Im Jahre 50: 



Im Jahre 60: 



63 KX 1-02510 
63 , X 1-0252": 



63 K X ^-280 = 80-60 K 
63 „ X 1'638 = 103-20 „ 



HO „ X 1-02510= 110 , >; 1-280 = 140-80 



63 „ X 1025^"= 63 
110 „ X 1-02520 = 110 
150 , V 1-02510 =150 



Summe 244-— K 

y 2-097= 131-50 „ 

X 1-638 = 180-10 „ 

X 1-280= 192-- „ 



Im Jahre 70: 63 „ X 1-025^0^ ^3 

HO 
150 
160 



HO „ X 1-02530 



150 „ Xl'0-<i52o 
160, X 1-02510; 



Summe 5U3-60 K 

X 2-685= 169-10 „ 

V 2-097 = 230-— „ 

X 1-638 = 245-70 „ 

X 1-280 = 204-80 „ 



Au — c = 4540K 



Summe 849-60 K 
- 80 K = 4460-— „ 
Summe 530960 K 



(B + V + c) 



5309-60 K 



1-025^0 — 1 



= 5309-60 K X 0-2159 = 1 146 K. 



(B + V + c)(l-Op'"— 1) 



m = 10 Jahre: 1146 (l025io — 1) = 1146 X 0-280= 321 

m = 20 „ 1146 (1-02520 _1) = 1146X0-638= 731 

m = 30 „ 1146(1-02530 — l) = l 146X1*097 = 1257 

m=40 „ 1 1 46 (1-025*0 _i) = 1146 ><^ 1-685 = 1931 

m=50 , 1146(1-02550 — 1) = 1146X2-437 = 2793 

m = 60 . 1146(r025«o -1) = 1146X3-400 = 3896 

m = 70 „ 1146 (1 025^0 _ 1)^1146X4-632 = 5309 

HKio= .... 321K4-80K= 401K 
■HK2o= ... . . 731 , +80 „ = 811„ 
HK3o-= .... 1257 „ -h 80 „= 1337 „ 
H K40 = 1931 — 81 = 1850 „ + 80 „ = 1930 „ 
H K50 = 2793 — 244 = 2549 , ^- 80 „ = 2629 „ 
H Kgo = 3896 — 504 = 3392 „ -^ 80 „ = 3472 „ 
H K70 = 5309 — 849 = 4460 „ -j- 80 „ = 4540 „ 



K 



Beispiel 57 nach Formel IV. 

Bei den in Abzug zu bringenden Durchforstungserträgen kann 
eine Vereinfachung gegenüber der vorstehenden Berechnungsweise 
dadurch eintreten, daß man die Prolongierungsfaktoren zerlegt, z. B. 
1-0 p2o in 1-Opio.l-Opio, 1-0 p3o in 1-Opio. l'Op^o usw. Man erhält auf 
diese Weise den Betrag der prolongierten Durchforstungssumme für 
die nachfolgende Zeitperiode aus der unmittelbar vorangegangenen 
durch Hinzurechnung des letzten Durchforstungsertrages und Multi- 
plikation mit lOpio, 

Riebe], Wald-wertrechnung. 2. Aufl- 8 



114 



IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 



Es ist daher Da TOp'"-'^ 

im Jahre 40 : 63 X l-025io = 63 X l'SS = 
„ 50: (80-6 4- HO) 1-28== . . 
„ 60: (244 -M50) 1-28= . . 
„ 70: (504 -1-160) 1-28= . . 
Au — c + 2; Da 1-0 p^-^ = 4460 K -f 850 K == 

1-0 p"! — 1 

Die Zahlenwerte für den Faktor -irr^ r 

1-0 p^ 1 

Tafel VI entnommen werden und betragen für: 

m=10 Jahre ^00604 

20 „ =0-1379 

30 „ =0-2370 

40 „ ^ 0-3638 

50 „ = 0-5261 

60 „ =0-7340 

70 „ =1-0000 

H Kio = 5310 X 0-0604 — 80 = . . . 
H K20 = 5310 X 01379 -1- 80 = . . . 
H K30 =- 5310 X 0-2370 4- 80 = . . . 
H K40 = 5310 X 0-3638 -- 80 — 81 = . 
H K50 = 5310 X 0-5261 -;- 80 — 244 = 
H Keo = 5310 X 0-7340 -r- 80 — 504 = 
H K70 = 5310 X 1-0 + 80 — 850 = . 

Diese Werte betragen bei einem Zinsfuße von 



= 80-60 K 

244-— , 

504-- „ 

850-- „ 
■ 5310-— „ 

können direkt aus 



401 K 

811 „ 
1337, 
1930 „ 
2629 „ 
3472 „ 
4540, 



H K20 = 
HK30 = 
HK40 = 
H K5o = 
HKeo = 
HK70 = 



p-20/0 
459 K 
924 „ 
1489 „ 
2102 „ 
2791 „ 
3581 „ 
4540, 



P = 37o 
336 K 
708 „ 
1113 „ 
1760 „ 
2458 „ 
3343 „ 
4540, 



Würde man dagegen den Bodenwert mit 400 K annehmen, dann 
ergeben sich folgende ßestandeskostenwerte für den Zinsfuß von 
21/2% und B -f V = 400 K + 500 K = 900 K: 



HKio = 


354 K 


Verkaufswert 


H K20 = 


706,, 


— 


H K30 = 


1155, 


— 


HK40 = 


1650, 


1500 K 


HK50 = 


2224, 


2280, 


HKßo = 


2516, 


3320 , 


HK70 = 


3609, 


4540, 


H Kgo = 


5077, 


5750 „ 


H K90 == 


6795, 


6700, 


H K] 00 = 


8790 „ 


7700, 



Der Bestandeskostenwert. 



115 



Beispiel 58. 

Es sollen die Bestandeskostenwerte für die verschiedenen Be- 
standesalter in 10jährigen Abstufungen bei einer Umtriebszeit von 
100, 80 und 60 Jahren ermittelt werden; p = 2%. 

Die Abtriebserträge sind 

bei u = 100 Jahre = 3093 K 
u = 80 „ = 2106 „ 
u= 60 „ =1120„ 

ferner gehen in den Jahren 30 40 50 60 70 80 90 
Durchforstungserträge ein von 22 47 70 82 82 79 79 K. 



Die Kulturkosten betragen 20 K 



dr 



ux 



bei 



Da 



drux 



30 Jahren ^ = 22 K: 30 = 0-73 073 Y 37-52= 27 

a ^^ 



40 „ 


^ = 47 „ :40 = 1-18 1-91 X 


47-25= 90 


50 „ 


— = 70 „ : 50 = 140 331 X 
c 


58-86 = 195 


60 „ 
70 , 
80 „ 
90 „ 
100 


= 82 „ : 60 = 1-36 4-67 X 71-47 = 334 
= 82 „ : 70 = 1-17 5-84 X 86-64 = 506 
= 79 , : 80 = 0-99 6-83 X 104-58 = 714 
= 79 „: 90 = 0-87 7-70X125-70 = 968 


■^" — c-j-drux , . ^„_ ^, 
102100 — 1 ^^^ lÖO Jahren 






A„ — c = 3093K — 20K= . . 


. 3073-— K 




drux= . . 


• 968-- „ 


^"^ 102100- 


— = 0-1601 X Summe . . 


'. 4041 — K 




Jetztwert Br= . . 


• 647 — „ 


bei 80 Jahren 


Aa-c = 2106K — 20K= . . 


. 2086-— , 




dr.ux=: . . 


. 506--„ 


"^^ l-Oi»- 


j- = 0-2580 X Summe . . 


. 2592-— K 




Br= . . 


• 669-- „ 


bei 60 Jahren 


Au — c = 1120K — 20K= . . 


• 1100-— „ 




dr . ux = . . 


■ 195--„ 


^^1 1-0260 _ 


y = 0-4384 X Summe . . 


. 1295-- „ 




B,= . . 


• 568-^ „ 



116 



IV. Die Methoden der Waldwertboreehnung. 



u = 100 Jahre 



X 



+ o 



u = 80 Jahre 



X 



+ 



u = 60 Jahre 



X 



+ o 



10 
20 
30 
40 
50 
60 
70 
80 
90 
100 



142 
314 
525 

782 
1094 
1476 
1941 
2507 
3198 
4540 



162 

334 

545 

802 

1114 

1496 

1961 

2527 

3218 

4060 



27 
90 
195 
334 
506 
714 
968 



162 

334 
545 
785 
1024 
1301 
1627 
2021 
2504 
3092 



146 

325 

543 

808 

1132 

1526 

2007 

2593 

3307 

4178 



166 

345 

563 

828 

1152 

1546 

2027 

2613 

3S27 

4198 



27 

90 
195 
334 
506 
714 
968 



166 

345 

563 

801 

1062 

1351 

1693 

2107 

2613 

3230 



124 

276 

461 

686 

961 

1296 

1704 

2201 

2808 

3547 



144 

296 

481 

706 

981 

1326 

1724 

2221 

2828 

3567 



27 

90 
195 
334 
506 
714 
968 



164 

296 

481 

669 

891 

1131 

1390 

1715 

2114 

2599 



Wird für die Ermittlung von (B -|- V) Formel II des Boden- 
A„ , Da , Db ^A , 1 



ertragswertes ( ^ '\, 



1 + 



benützt, dann 



pu . i-opa I lOpVV ' 1-Op" — 1 
kann ebenfalls eine Vereinfachung in der Berechnung der in Abzug 
zu bringenden Durchforstungserträge herbeigeführt werden u. zw. 
durch Transformation von (D rOp'"-* + Db 10p™-^ + De 10 p™-'^) in 

^ vi-Op ' rop^'^rop« 



b) Die Größe des Bestandeskostenwertes. 

Die Größe des Bestandeskosten wertes läßt sieh gleichfalls au» 
den abgeleiteten Formeln leicht beurteilen. 

Wird ein beliebiger Bodenwert der Rechnung zugrunde gelegt, 
so stehen die Bestandeskostenwerte bei gleichem Zinsfuße im direkten 
Verhältnisse zu den Bodenwerten; es geben hohe Bodeuwerte höhere 
Bestandeskosten werte als niedrigere Bodenwerte; dasselbe Verhältnis 
besteht auch hinsichtlich der Verwaltungskosten. Die Abtriebszeit 
hat jedoch in diesem Falle auf die Größe der Bestandeskostenwerte 
keinen Einfluß. 

Werden dagegen die Bodenertragswerte Bg der Rechnung zu- 
grunde gelegt, dann hängt die Größe der Bestandeskostenwerte im 
allgemeinen von den gleichen Bedingungen ab wie die Höhe des 
Bodenertragswertes. Da hohe Einnahmen gegenüber geringen Aus- 
gaben, ein niederer Zinsfuß und eine nicht allzu hohe Abtriebszeit, 
welche dem Maximum des Bodenertragswertes entspricht, einen 
größeren Bodenertragswert zur Folge haben, bedingen diese Umstände 
auch höhere Bestandeswerte. Bei gegebenem Zinsfuße und variabler 
Abtriebszeit liefert jene Abtriebszeit die größten Bestandeskosten- 
werte, welche dem Maximum des Bodenertragswertes entspricht. 

Für jede andere Abtriebszeit müssen sich bei Unterstellung des 
Bodenertragswertes geringere Bestandeskostenwerte ergeben, weil 



Der Bestandeskostenwert. 117 

die Bodenwerte unter und über dem Maximum kleiner sind und 
infolgedessen auch kleinere Bestandeskostenwerte bedingen. 

Aus dem gleichen Grunde wird auch ein hoher Zinsfuß auf 
die Bestandeskostenwerte verkleinernd, hingegen ein niedriger Zins- 
fuß vergrößernd einwirken, da sich bei hohem Zinsfuße kleinere 
Bodenertragswerte berechnen als bei niedrigem Zinsfuße. 

Unmittelbar nach der Gründung des Bestandes ist der 
Bestandeskostenwert gleich den aufgewendeten Kulturkosten c, denn 
es ist 

rOp° — 1 , 



HKo = (Au — c + D. 1-Op-- + . . .) 



10p' — 1 



Am Ende der Umtriebszeit ist der Bestandeskostenwert gleich 
dem Abtriebsertrage Au, wenn als Bodenwert der Bodenertragswert 
eingestellt und für die Berechnung des Bestandeskostenwertes 
dieselben Größen benützt werden, wie für die Bestimmung des 
Bodenertragswertes. 

HKu = (Au-c + Dal-Op— +...) I.'q^IZJ ^c-Da-Op— +... 

HKa = Au — c + Dal-Op«-*H- .. . -f c-Dal-Op'»-*-f .. . =Au. 

Das Verhältnis des Bestandeskostenwertes zum Verkaufswerte 
hängt in erster Linie von der Größe des Bodenwertes ab, den wir 
der Rechnung zugrunde legen. Wird der Rechnung das Bodenwert- 
maximum Bu oder ein größerer Bodenwert als dieses unterstellt, 
dann ist vor und nach der angenommenen Abtriebszeit u der 
Bestandeskostenwert größer als der Verkaufswert. 

Unterstellt man dagegen den der Abtriebszeit entsprechenden 
Bodenertragswert, dann ist der Kostenwert vor derselben größer als 
der Verkaufswert, wird im Jahre der Abtriebszeit u gleich dem 
Abtriebsertrage Au .und ist nach dem Jahre u kleiner als der 
Verkaufswert. 

Ein kleinerer Bodenwert als der kleinste Bodenertragswert 
liefert für alle Bestandesalter kleinere Kostenwerte, als der Verkaufs- 
wert beträgt. 

Bezeichnet man mit B^ den Bodenertragswert und mit B den 
angenommeneu Bodenwert, so ist der Unterschied der beiden Kosten- 
werte, wenn Be > als B ist: 

H Ku, =(Be + V -f c) (l-Op'"- 1) -r c — Da 1-Op™-» + . . . 
HK„,i = (B + V + c)(l-Op'"— l) + c + Da] Op'"-* -f . . . 

Diff. = (Be + V + c) (10 p- - 1) — (B + V + c) (1-0 p" — 1) 
Diff. = (10 p«" — 1) (Be + V + c — B — V — c) 
Diff . = (B„ — B) (10 p"' — 1). 
Ist dagegen B> als Be, dann wird: 
Diff. = (B — Be) (10 p'" — 1). 



118 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

c) Das Verhältnis zwischen dem Kosten- und Erwartungs- 
werte eines Bestandes. 

Beide Werte sind einander vollkommen gleich, wenn als 
Bodenwert der Bodenertrags wert Bc der gleichen Abtriebszeit unter- 
stellt wird. 

Der Beweis hiefür kann dadurch erbracht werden, daß die Formel 
des Bestandeserwartungs wertes in jene des Kostenwertes übergeht, 
wenn in dieselbe anstatt (Bc + V) der entsprechende Ausdruck 
Au — c + DalOp'^-* 



rOp" — 1 



eingesetzt wird. 



A„+D,i-op»-.+ J^"-°+°;^°C+--"-'' ^-c)(i-op--i) 

TTTT1 i \j y 1 

An + Dq ro p"-i ro p«" (1 -0 p'^ — 1 ) — 



HE„ 



l-0p«(l-0p"— 1) 
— [Au— c + Da 1-0 p"-*+.. Dq rOp"-i— c(10p^ - 1)] (l-Op"-«»— 1) 1-Op" 



l'OpMl-Op"-!) 

„„ _ (A„ + Dg 1-0 p'^--) (1-0 p"+'» - 1-0 p"-)- 
"~ l-Op'(l-Üp- — 1) 

— (A„ — c -}- Da 1-0 p"-^ + . . . Dq 10 p'^-q — c 1-0 p" + c) (1-0 p" — 1-0 p") 

rOp"(l-Op" — 1) 

Durch weitere Reduktion wird: 

(Au + DqlOp"-'^)(l-Op''+'°-l-Op'°)-(Au+DqlOplOp"-q(l-Op"-l-Op ^) _ 

rOp«(10p"— 1) ~ 

(A„ + Dq 10 p'^-'i) (1-0 p''+"' — 10 p'" — 1-0 p'^ + 1-0 p"») 



1-0 p" (l-üp" — 1) 

A 4-D l-0nu-o<^QP"-^) 
A. + DqlOp jL.^pu_i 



cl-0p"(l-0p° — 1-Op" ^) _ c(l-Op" — lOp» ") _ 
l-Op"(rOp^ — 1) — " 10 p"-^ ~^ 

_ lOp"— 1 

"'' "" 10p-- 1 



/ l-Op'n-l ^) _ 

V 10 p» — 17 



Der Bestandeskostenwert. 119 

Da 10 p»-» (10 p" — 1-0 p™) 



i-op'^(rop'' — 1) 

Da l-Op"^— 1 D 



Da / 1-Op'" — 1 ^ 

10p»V l-Op«^- 1 J 



1-0 p«^ 1-Op^ — 1 10 p*' 

he. = (a„-c-^. + ...d,i.Op-)A:^^ 



D. 



1-0 p' 



y i. u p" — 1 

H Km. 



Die Formel deö Bestandeserwartungswertes ist somit tatsächlich 
identisch mit der Formel V des Kostenwertes. 

Zwischen dem Bestandeskostenwerte und dem Bestandes- 
erwartungswerte besteht jedoch kein Zusammenhang, wenn ein anderer 
Bodenwert als der Erwartungswert unterstellt wird. In diesem Falle 
müssen beide Formeln zu verschiedenen Ergebnissen führen, weil 
die Größe des Bodenwertes in beiden Formeln gerade von entgegen- 
gesetzter Wirkung ist und — wie schon ausgeführt worden ist — ein 
größerer Bodenwert auf den Bestandeserwartungswert verringernd, 
dagegen auf den Bestandeskostenwert vergrößernd, und umgekehrt 
ein kleinerer Bodenwert auf den Bestandeserwartungswert ver- 
größernd und auf den Bestandeskostenwert verringernd einwirkt. • 

d) Die Anwendung des Bestandeskostenwertes. 

Wie gezeigt worden ist, sind der Bestandeskostenwert und der 
Bestandeserwartungswert vollkommen identisch, wenn der Rechnung 
der Bodenertragswert der gleichen Abtriebszeit unterstellt wird. Es 
ist deshalb ganz gleichgiltig, welche von beiden Methoden man für 
die Ermittlung des wirtschaftlichen Bestandeswertes anwendet, weil 
dieser wirtschaftliche Wert eben nur dann erhalten wird, wenn der 
Bodenertragswert der Rechnung zugrunde gelegt 'wird; in diesem 
Falle führen jedoch beide Berechnungsarten zu demselben Ergebnisse. 

Die Unterstellung eines angenommenen Bodenwertes ist daher 
verfehlt, weil hiedurch der Einklang der Formeln für die Ermittlung 
der Bestandeskostenwerte gestört wird; denn der Ausdruck B + V ist 
eine abhängige Größe von p und u und muß deshalb rechnungsmäßig 
im Wege der Ermittlung des Bodenerwartungswertes festgestellt 
werden. 

Die Ermittlung der Bestandeswerte nach dem Kostenwerte wird 
ebenfalls zur Anwendung gelangen, wenn der Wert jüngerer Bestände, 
welche ihren vollen Gebrauchswert noch nicht erreicht haben, aus 
Anlaß einer Entschädigung für einen vorzeitigen Abtrieb oder infolge 
einer Abtretung festgestellt werden soll. In diesem Falle gebührt 
dem Besitzer eine Vergütung in der Höhe des wahren wirtschaft- 
lichen Wertes, der stets größer ist als der Verkaufswert. 



120 ^^^- I^iö Methoden der Waldwertbereehnung. 

Bei der Ermittlung dieses wahren wirtschaftlichen Wertes hat 
man jene Abtriebszeit zu unterstellen, für welche sich das Maximum 
von (B -[- V) für den betreffenden Zinsfuß ergibt. Für alle Bestände, 
deren Alter unter diesem Abtriebsalter liegt, ist der Wert nach dem 
Kostenwerte zu berechnen, da sich derselbe höher stellt als der 
Verkaufswert; dagegen ist der Wert jener Bestände, welche dieses 
Abtriebsalter bereits überschritten haben, nach dem Verkaufswerte 
festzustellen, der in diesem Falle geringer ist als der berechnete 
Kostenwert. Die Vergütung des höheren Kostenwertes bei solchen 
Beständen dürfte nur dann gerechtfertigt erscheinen, wenn dem 
Besitzer durch den vorzeitigen Abtrieb tatsächlich ein Nachteil er- 
wächst, was gerade nicht immer zutrifft. 

Bezeichnet man mit Bu das Maximum des Bodenertragswertes, 
dann kann für den Bestandeskostenwert die allgemeine Formel: 

H K„ = (Bu + V -f c ) (1-0 p'" — 1 ) + c — Da 10 p-" - * 

aufgestellt werden, wobei die Größe B,, -\- V nach einer der ange- 
gebenen Formeln zur Bestimmung des Bodenertragswertes ermittelt 
werden muß. 

Wird ein beliebiger Bodenwert der Rechnung unterstellt, so 
sinkt der ermittelte Bestandeskostenwert ebenfalls zu einem bloßen 
Näherungswerte herab, der in keinem Zusammenhange mit dem 
wahren wirtschaftlichen Werte steht, wie leicht einzusehen ist, da Zins- 
fuß, Boden- und Verwaltungskapital voneinander abhängige Größen 
sind. Bei der Ermittlung der Bestandeskostenwerte für den Zweck 
von Vergütungen infolge zu frühzeitigen Abtriebes von Beständen 
oder bei Abtretung jüngerer Bestände dürfen wir die tatsächliche 
eingehaltene Umtriebszeit, ohne den Wahlbesitzer zu schädigen, nur 
dann unterstellen, wenn sie mit jener Abtriebszeit wenigstens an- 
nähernd übereinstimmt, für welche sich das Maximum des Boden- 
ertragswertes berechnet. 

Ob ein Waldbesitzer seine Bestände rechtzeitig zur Nutzung 
bringt oder es unterläßt, beziehungsweise ob er sie am besten fruk- 
tifiziert oder nicht, ist bei freiem Besitze doch mehr oder minder 
bloß eine persönliche Angelegenheit. Da es sonach im Belieben des 
Waldbesitzers steht, die Einzelbestände unabhängig von der Umtriebs- 
zeit in der für ihn vorteilhaftesten Weise zur Nutzung zu bringen, 
folgt hieraus von selbst, daß bei der Bewertung jüngerer Bestände 
nicht die etwa bestehenden ungünstigen Verhältnisse, sondern die 
erzielbaren günstigsten Verhältnisse zu unterstellen sind. Aus diesem 
Grunde halten wir daran fest, daß der Bewertung jüngerer Bestände 
das Bodenertrags Wertmaximum und die ihr entsprechende Abtriebs- 
zeit zu unterstellen ist. 



Näherungsverfahren für die Ermittlung der Bestandeswerte. 121 

4. Näherungsverfahren. 

a) Vereinfachte Ermittlung der Bestandeswerte nach dem 

Kostenwerte. 

Bei der Berechnung der Bestandeswerte nach dem Kostenwerte 
kann eine Vereinfachung dadurch herbeigeführt werden, daß ebenso, 
wie dies bei der Wertermittlung der Einzelbäume geschehen ist, die 
vor dem Alter m eingegangenen Erträge nicht in Rechnung gezogen 
werden. Es ist auch ganz logisch, solche Erträge nicht mehr in 
Rechnung zu ziehen, wenn sie bereits erfolgt sind, namentlich bei Ver- 
gütungen und Abtretungen, da für die Beurteilung nicht die Ver- 
gangenheit sondern lediglich die Gegenwart und Zukunft maß- 
gebend ist. 

Die vereinfachte Formel würde demnach lauten 



HK. = (A„-c + D,IOp"-») ;.^^, ,'-t-c . . VII. 



lOji" — I 



oder auch 



1-0 D™ — 1 /" 1*0 p'" — 1\ 
H K„ = ( A„ + D„ 1-0 P-) jJ,-^ + c (l -^:j5|^3^). 

Nehmen wir an, es wären vor dem Jahre m bereits die Durch- 
forstungserträge Da und Db eingegangen, so begehen wir gegenüber der 
eigentlichen Bestandeskostenwertformel den Fehler, daß die Ergebnisse 
von dem Zeitpunkte der ersten Durchforstung bis zum Jahre u um 

Da , Db '\ 10p "-10p'° 

i-O pb -r 1-0 pby i-op" — 1 

zu groß berechnet werden. Es kommt aber diesem Fehler insoferne 

fOp" — 1-0 p"" 
keine besondere Bedeutung zu, als der Faktor „ — ^^ — j— einen 

sehr kleinen Wert besitzt und überdies auf die diskontierten Durch- 
forstungserträge verkleinernd wirkt. 

Beispiel 59. Es ist der Bestandeswert für einen 50- und 
60jährigen Bestand zu ermitteln, wenn im 50. und 60. Jahre Durch- 
forstungserträge von 150 und 160 K und im 70. Jahre ein Abtriebs- 
ertrag von 4540 K zu erwarten stehen. 

Die Kulturkosten sind 80 K, der Zinsfuß p -= 2V2Vo- 

102o60 1 

H Keo = (160 K X 1025W + 4540 K — 80 K) ^■q25,o_i + 80 K 

Heo = (160 K X 1-28 -f 4460 K) 0-734^+80 K = 3503 K 

H K50 = (160 KX 1-28 + 150 K) X 1638 + 4460 K) 0-5261 + 80 K = 2663 K 

gegenüber 3472 und 2629 K im Beispiele 56, Seite 113. 



j^22 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

b) W^ert der Bestände nach dem Durchschnittsertrage. 

Diese Ermittlungsweise wurde in früherer Zeit häufig bei 
zwangsweisen Abtretungen mit Vorbedacht angewendet, um infolge 
der höheren Ergebnisse in den Jungbeständen volle Entschädigung 
zu gewähren. 

Wird für die ortsübliche Umtriebszeit der jährliche Durch- 

Au 
Schnittsertrag — -^ ermittelt, so ist der Wert eines Bestandes im 
u 

Alter a gleich dem Produkte aus Durchschnittsertrag und Alter = 

= ^ a 
u 

Der Durchschnittsertrag wird entweder aus dem Abtriebsertrage 
allein oder auch mit Hinzurechnung der Durchforstungen gefunden. 

Beispiel 60. 

An = 3093 K, u = 100 Jahre. 

A„ 3093 K 



100 100 



30-93 K. 



Wert des 1jährigen Bestandes = 30*93 K 

2 „ . „ = 61-86 „ 

10 „ „ = 309-30 „ 

50 „ „ = 1546-50 „ 

80 „ „ = 2474-40 „ 

Frey verwendet als Durchschnittsertrag jenen des höchsten 
durchschnittlichen Reinertrages. 

Es ist klar, daß auf diese Weise für die jüngeren Bestände 
zu hohe Werte ermittelt werden und daß eine solche gleichmäßige 
Wertzunahme der Wirklichkeit nicht entspricht. 



c) Die Ermittlung der Bestandeswerte nach Martineit 
(Forstnutzungswerte). 

Der Abtriebsertrag der vorteilhaftesten Umtriebszeit wird hier 

a^ 
mit dem Faktor —- multipliziert, 
u^ 

a = Bestandesalter, u = Umtriebszeit, bei welcher sich noch 

eine dem landesüblichen Zinsfuße entsprechende Wertzunahme findet. 

Beispiel 61. 

Wenn 1 ha Buchenhoch\vald I. Bonitätsklasse im finanziell 
günstigsten Umtriebe von 70 Jahren einen Abtriebsertrag von 2705 K 
gewährt, so stellt sich der Forstnutzungswert des vollen Bestandes 
dieser Fläche 



Näherungsverfahren für die Ermittlung der Bestandeswerte. 123 

im 10. Jahre auf (^^J X 2705 K = 55 K 



221 



20. „ , (?5yx2705. 

30. , „ (^^y X 2705 , = 497 

40. „ , (^y X 2705 „ = 883 



7oy 

50 



50. , , [^) X 2705 „ = 1380 „ 
60. „ , (^~y X 2705 „ = 1987 , 

70. „ . (^yX2705 . = 2705„ 

Die auf solche Weise ermittelten Bestandeswerte, welche in den 
jüngeren Bestandesaltern etwas größer als die Verbrauchswerte, aber 
etwas kleiner als die richtig gerechneten Kostenwerte sind, liegen 
fast in der Mitte zwischen beiden. Unter Umständen können also 
diese Forstnutzungswerte ganz schätzenswerte Anhaltspunkte bieten, 
namentlich, wenn bezüglich der Erhebungen der Durchforstungen, 
der Kulturkosten etc., Schwierigkeiten bestehen und bezüglich des 
anzuwendenden Zinsfußes Bedenken vorhanden sind. 

Bei Betriebsarten mit niedrigen Umtriebszeiten ist die Formel 
nicht anwendbar, weil sie für die jüngeren Bestände zu geringe Be- 
standeswerte liefert. 

d) Ermittlung der Bestandeswerte nach dem Durchschnitts- 
preise zur Zeit der Haubarkeit. 

Diese Ermittlungsweise besteht darin, daß die Masse der Be- 
stände =: m in den einzelnen Altersabstufungen mit dem Durch- 
schnittspreise = P pro 1 fm^ multipliziert wird. 

H„, = m.P. 

Beispiel 62. 

Der Durchschnittspreis, abzüglich der Gewinnungskosten für 
1 fm^ Fichtenholz zur Zeit der Haubarkeit beträgt 8 K. 

Wie groß ist der Wert eines 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70jährigen 
Bestandes, wenn die Holzmasse der Reihe nach 40, 90, 135, 186, 265, 
371 und 407 fm^ beträgt? 

Der Wert des 10jährigen Bestandes = 40X8K= 320 K 

20 . , = 90 X 8 „ = 720 „ 

30 „ , = 135 X 8 „ = 1080 „ 

40 „ , = 186 X 8 „ = 1488 „ 

50 „ „ =265X8 , = 2120 „ 

60 „ „ =371X8 „=2968 „ 

70 „ „ =407X8 ,=3256, 



124 IV- ^^^ Methoden der Waldwertberechnung. 

Für die angehend haubaren Bestände liefert diese Berechnungs- 
weise ziemlich verläßliche Resultate, für die jüngeren Bestände da- 
gegen zu hohe Werte, welche wissenschaftlich nicht gerechtfertigt 
sind, da die Preisbildung auf solche Weise nicht erfolgt. 

d) Die Ermittlung nach dem diskontierten Durchschnittspreise. 

Diese Methode beruht auf der Annahme, daß der Durchschnitts- 

p 
preis = P eines Festmeters Holzes im Jahre a = ^ „ ^ — und der 

1-0 p"-* 

Pa 

Bestandeswert = -r-~^— — X ni ist. 
1-0 p" ^ ^^ 

P = Preis zur Zeit der Haubarkeit, m = Masse des Bestandes. 

Beispiel 63. 

Der Durchschnittspreis zur Zeit der Haubarkeit beträgt 8 K. 
Wie groß ist der Wert eines SOjährigen Bestandes mit 135 fm^? 

P = 3%. 

Bestandeswert = -^r^ X 135 = 1*01 K X 135 = 136-35 K. 

8 K 
Der Wert eines 40jährigen Bestandes mit 186 fm^ =-— -^ = 1-35 K. 

W = 1-35 K X 186 = 251-10 K. 

Diese Methode beruht auf der unrichtigen, in keiner Weise 
gerechtfertigten Annahme, daß die Preisbildung nach dem Gesetze 
der Zinseszinsenbildung erfolge, während sie vom Zinsfuße voll- 
ständig unbeeinflußt eine Folge des Verhältnisses von Angebot und 
Nachfrage, sowie der Lage zum Marktorte ist. 

D. Wert des ein- oder mehrjährigen Zuwachses. 

Der Wert des einjährigen Zuwachses ist gegeben in dem Unter- 
schiede der Bestandeswerte in den Jahren m -}- 1 und m, dagegen 
jener des mehrjährigen Zuwachses in dem Unterschiede der Bestandes- 
werte in den Jahren m -f n und m. 

Je nach der Art der Ermittlung der Bestandeswerte ist er dem- 
nach gleich entweder dem Unterschiede der Bestandeserwartungswerte 

Zw = H Ein-j-n — H E„i 

oder dem Unterschiede der Bestandeskostenwerte 

Zw = H Km+n — H Km 

oder dem Unterschiede der Bestandesverkaufswerte 



Der Wert des ein- und mehrjährigen Zuwachses. 125 

Die Unterschiede der Bestandeserwartungswerte und Bestandes- 
kostenwerte sind ebenfalls einander gleich, wenn der Bodenertrags- 
wert der gemeinsamen Abtriebszeit unterstellt wird. 

Ist beim Bestandesverkaufswerte das Wertzuwachsprozent z 
bekannt, so ist der Wert des Zuwachses auch 

Zw = Am+n — An, = Am (l'O Z"^ — 1) 

da Am+n = Am 10 z" ist. 
Der einjährige Zuwachs ist analog 

Zwi = Am (1-0 z -- 1) = Am 0-0 z: 
Das Zuwachsprozent z ist entweder nach der Formel: 

. = ioo(f^-i) 

zu ermitteln, oder aber weitaus bequemer nach der Formel 

l-Oz- = ^-±^, 

da für den Quotienten "''^° und die Anzahl Jahre (n) das Zuwachs- 

A. 

Prozent aus der Tafel III, die für diesen besonderen Zweck ent- 
sprechend ausgestaltet worden ist, direkt in Zehntelprozent und 
durch weitere Interpolation in Hundertstelprozent entnommen 
werden kann. 

Für den Einzelbaum ist derBestandeskostenwert im Jahre m-}-n: 

_ l-Op-Hn-l 

im Jahre m: . 

HK -Ä ^'Q P"-^ 

der Zuwachswert des Einzelbaumes ist daher: 

(rOp™+»^ — lOp"") 



H Km-fn H Km = An 



10 p'»- 1 



- H Km+n — H Km 10 p'"+- - 10 p«^ 

oder ^^—7 = — :^-— i—. 

Au 10 p" — 1 

Setzt man anstatt der Kostenwerte HKm+n und HK„, die Ver- 
kaufswerte Am+u und Am, so ist: 

Am+n — A m ^ l'O p'"-^" — l'O p"» 

Au ~ 10p" — 1 



126 IV- Diß Methoden der Waldwertberechnung. 

Diese Gleichheit wird jedoch nur in dem Zeitpunkte der 
finanziellen Hiebsreife bestehen; vor diesem Zeitpunkte wird 

Am+n — Am s^ 10 p'"+'^ — l'O p"» 



Aa "^ rop*^— 1 ' 

nach dem Zeitpunkte der Hiebsreife aber 

An.+u — An, ^ 1-0 p°^+" — 1-0 p«" 

ä:— < 1-0P--1 ^^^^- 

Das gleiche Verhältnis wird auch bei Beständen bestehen, 
welche keine Durchforstungserträge abwerfen, wie beispielsweise 
bei den Nieder- und Auwäldern. 

Für diese Art von Wäldern ist daher der Zuwachswert für 
n Jahre ebenfalls: 

Der einjährige Zuwachswert im Jahre m hingegen: 

da n = l und l'Op'^+i— lOp"^ = l'Op'^Cl-Opi— 1)= l'Op'^.O-Op ist. 

Da aber weiter - ^ „" — - O'O p gleich der Bodenrente br ist, 
l'Op" — 1 

so ist Zwi^^brl'Op"' 

A K ZWi 

und br = —p: — . 
I-Op" 

Da ferner Zwi auch = Am 00 z 

Am 00 z 



ist br = 
B + V 



10 p-" 

Au 00 z 



1-0 p^ 00p 

«=W f -^ •• "• 

Um jedoch einen angemessenen Bodenwert zu erhalten, muß 
abermals das Zuwachsprozent z in einer bestimmten Beziehung zu 
dem Zinsfuße p stehen. Diese Beziehung ist gegeben: 



Der Wert des ein- und mehrjährigen Zuwachses. 127 

■y _ 100 Zwi _ 10 p"» . p 



A. IOp"-l • • • • • '"• 



da Zwi 



Au . 0-0 p 10 p^ 
1-Op" — 1 



Die für die wesentlichen Zinsfüße und die verschiedenen 
Altersstufen gerechneten Werte für z, welche wir ebenfalls mit x 
bezeichnen wollen, sind: 

Prozent 









P = 


1-50 


200 


2-50 


3-00 


3.50 


4-00 


m = 


10 Jahre 


x = 


10-84 


1112 


11-41 


11-66 


11-98 


12-31 


m = 


20 


, 


X = 


5-82 


6-11 


6-38 


6-72 


7-03 


7-36 


m = 


30 


r> 


X:== 


4-14 


4-45 


4-77 


5-08 


5-29 


5-67 


m = 


40 




X = 


3-32 


3-64 


3-97 


4-32 


455 


504 


m = 


50 


V 


X = 


2-85 


318 


3-51 


3-87 


4-25 


4-62 


m = 


60 




X = 


2-52 


2-66 


3-23 


3-60 


3-98 


4-41 


m = 


70 


v 


X = 


2-29 


2-51 


302 


3-42 


3-89 


4-27 


m = 


80 




x = 


2-12 


2-40 


2-89 


3-28 


3-72 


414 


m = 


90 


^ 


X = 


200 


2-32 


2-78 


3-21 


3-63 


4-10 


m = 


100 


r> 


X ^= 


1-92 


2-25 


2-73 


316 


3-60 


408 


m ^= 


110 


» 


x=^ 


185 


2-20 


2-67 


312 


3-54 


4-37 



Im allgemeinen stimmen diese Prozente mit jenen auf Seite 74 
angeführten namentlich bei den älteren Altersstufen nahezu überein. 

Die Abweichungen rühren davon her, daß die vorstehenden Zu- 
wachsprozente sich auf das Jahr m beziehen, hingegen die auf 
Seite 74 angegebenen Zuwachsprozente auf Zeitperioden von je 
10 Jahren. 

Es ist jener Zinsfuß zu unterstellen, für welchen bei der ent- 
sprechenden Altersstufe das tatsächlich erhobene Zuwachsprozent z 
mit dem gerechneten Zuwachsprozent x übereinstimmt. 

Sind jedoch bei Hochwäldern Durchforstungserträ^e und Kuitur- 
kosten zu berücksichtigen, dann ist der Zuwachswert für n Jahre 
nach den Bestandeskostenwerten: 

H K„,+n = (Be + V + C) (10 p°^+" — 1) 4- C — Da TO p'^+'^-a 

H K„, = (Be -1- V + c) (10 p«" — 1) + c — Da 1-0 p«^-» 
H Kn^+n — H K^ = (Be+V+c)(10p'"+°-10p'")-Dal-0p'^-*(l-0p" — 1) 

H K.+„ - H K^ = ^^l:=1^±^'?P!I!(1 P-+- - 10 p™) - 

10 p"^ — 1 '^ r i- / 

— DalOp°'-»(10p'^- 1) 

Wird n = 1, so ist der 1jährige Zuwachswert 
H K„,+i — H Kn, = (Be + V + c) 1-0 p"» 00 p — Da 10 p"'-'' . 0-0 p, 
da weiters H Km+i = Au+i und 

H Km = Au , 



128 I^- J^iß Methoden der Waldwertberechnung. 

wenn der Bodenertragswert unterstellt wird, so ist auch 

Au+i — A„ = (B + V + c) 0-0 p 1-0 p" — Da 1-0 p"-* 00 p 

_ , ^_ , A„+, — Au + Dal-Op^-'^.OOp 
B-ry + o = u-Op.l-Op- 

Aa+i — Au = Au O'O z. 
D I V I -_ AuOOz + DarOp" '^■ OOp ,„ 

^ + ^ + ^- 00p 1-0 p" ■ . IV. 

(B + V + c)0-Op-=br (Bodenbruttorente) 

. ^ Au z + Da 10 p"-^ 00 p ^ 



10 p" 



Da weiters der Wert des Ausdruckes —^ f-^ — '- einen 

l'Op'^ 

unverhältnismäßig kleinen Betrag darstellt, der nicht viel von den 
Kulturkosten abweicht, kann er, ohne daß die Genauigkeit be- 
sonders beeinträchtigt wird, vernachlässigt werden; daher: 



br 



B-f V 



Au 00 z 
1-0 p^ 

Au z 



1-0 p'» p 



« = W7-' "• 

Da diese Formeln mit jenen von I und II identisch sind, 
können auch die früher für die verschiedenen Zinsfüße und Alters- 
stufen angegebenen Zuwachsprozente auf die Hochwälder Anwendung 
finden. 

Wie hieraus zu ersehen ist, sind wir durch die Ableitung des 
Zuwachswertes aus dem Bestandeskostenwerte zu einer einfachen 
Bodenwertformel gelangt, die scheinbar mit der Formel des Boden- 
ertragswertes keine Beziehung hat, tatsächlich aber in ihrem Er- 
gebnisse mit dem Bodenertragswertmaximum nahezu vollkommen 
übereinstimmt. Überdies besitzt sie aber den nicht unwesentlichen 
Vorteil, daß bei ihrer Anwendung die freie Wahl des Zinsfußes 
durch seine Beziehung zum Zuwachsprozente z eingeschränkt wird, 
indem nur jener Zinsfuß unterstellt werden darf, dessen Zuwachs- 
prozent z mit dem Prozente x übereinstimmt. Letztes muß noch 
einen gewissen Betrag über dem Zinsfuße liegen, wie aus dem Ver- 
gleiche der Beträge für x mit den Zinsfüßen zu ersehen ist. Sinkt 
das Zuwachsprozent herab, wird also z = p, dann muß ein zu kleines 
Ergebnis für den Bodenwert erhalten werden, weil die Kulmination 



Der Wert des ein- und mehrjährigen Zuwachses. 229 

Au 

bereits überschritten ist und B =: —7-^^^ v, also zu klein wird. Ist 

10 p" 

ein Preiszunahmeprozent zu berücksichtigen, so ist dieses dem Zu- 
wachsprozente hinzuzuschlagen. 

Obwohl das Zuwachsprozent in der Waldwertrechnung bisher 
keine Verwendung gefunden hat, möchten wir seiner Benützung 
doch einige Berechtigung beimessen, weil ihm unzweifelhaft als 
Vergleichsgröße eine viel engere Beziehung zum Zinsfuße zukommt 
als dem Abtriebsertrage. 

Beispiel 64. Die Abtriebserträge betragen pro 1 ha bei 

40 50 60 70 80 90 100 Jahren 

1500 2280 3320 4540 5750 6700 7700 K; 

1. Welche finanziell günstigste Abtriebszeit entspricht den Zins- 
füßen p = 2, 2V2 und 3%? 

2. Wie groß berechnet sich der Bodenwert, wenn die Ver- 
waltungskosten pro 1ha 10 K betragen? 

Um diese beiden Fragen lösen zu können, müssen zunächst 

die Zuwachsprozente z ermittelt werden nach Formel ""^° = 10 z"^ 

■A-u 

2280 
40— 50 Jahre ,r^ = 1-520 z = 4-3% 

1500 '" 

z direkt aus Tafel III bei n = 10 Jahre und 1520 

3320 
50— 60 Jahre ^^ = 1*456 z = 3-87o 

60-70 „ Üö^^'^^^ z = 3-20/0 

70- 80 „ ^ = '^-^^^ z = 2-40/0 

80-90 „ 1^ = 1-165 z = 1-50/0 

7700 
90-100 „ ^ = 1150 z = 1-40/0 

1. Für die Beurteilung der finanziell günstigsten Abtriebszeit 
können sowohl die auf Seite 74 angegebenen Werte für x als auch 
die voranstehend angegebenen Beträge für das Zuwachsprozent be- 
nützt werden. Sie ist gegeben durch den Zeitpunkt, in welchem die 
aus p gerechneten Zuwachsprozente x gleich dem tatsächlichen 
Zuwachsprozente z werden und ist solange noch nicht erreicht, als 
z noch größer erscheint als x, sie ist jedoch bereits überschritten, 
wenn z kleiner als x geworden ist. 

Für p = 20/0 liegt demnach die günstigste Abtriebszeit bei 
80 Jahren, da das Zuwachsprozent z = 2-4 und x = 2'4 beziehungs- 
weise 2-510/0 ist. 

Biebel, Waldwertrechnung'. 2. Aufl. 9 



]^30 ^^- D^® Methoden der Waldwertberechnung. 

Für p = 2V27o liegt sie dagegen bei 70 Jahren, da z == 3'2 und 
x = 3"l beziehungsweise 3'23 ist und für p = 3% bei 60 Jahren, 
da z = 3-87o und x = 3'7% beziehungsweise x= 3'877o ist. 

2. Ermittlung des Bodenwertes nach Formel IV. 

p = 27o u = 80 Jahre Au = 5750 K 

IHK 
ab V = ^^^ = 10KX50= 500„ 



Be= 915 K 
gegenüber 1086 K nach Beispiel 39. 

p = 2 VsVo u = 70 Jahre Au = 4540 K 

B + V = ^^.2| = 4540KX0-1776X1-28 = 103U 

1 0K 
ab V = ^^ = 10KX40:= ..... 400„ 



Be= 631 K 
gegenüber 665 K im Beispiele o9. 

p = 37o u = 60 Jahre Au = 3320 K 

B + V=^^^.|| = 3320KX 01697 X 1*266= 713 , 

1 0TC 
" 10KX33-33= 333 „ 



003 



B«= 380 K 

gegenüber 361 K im Beispiele 39. 

Wie im nachfolgenden Abschnitte gezeigt werden wird, besteht 

beim Normalvorrats- und Waldwerte eine ganz analoge Beziehung 

zwischen dem Zuwachsprozente, dem Zinsfuße und der finanziellen 

Abtriebszeit. Durch den Vergleich des Züwachsprozentes z mit dem 

für den gegebenen Zinsfuß entsprechenden Prozente x sind wir in 

die Lage versetzt, die finanzielle Hiebsreife in gleicher Weise wie 

mit dem Weiserprozente zu bestimmen, jedoch mit dem Vorzuge, 

daß wir weder den Bodenwert noch die Verwaltungskosten dabei in 

Betracht zu ziehen brauchen. Die finanzielle Abtriebszeit liegt in 

1-0 p"+° — 1 

jenem Zeitpunkte, in welchem Z = Xn oder Z = ---^- :r- oder 

*' l'Opu — 1 

, „ lOp^.p 
auch Z = ., ^ — ^ ist. 
l'Op'' — 1 

Zieht man für die Beurteilung der finanziellen Hiebsreife die 
Kosten in Betracht, welche zur Erzeugung des Wertzuwachses 
Am+n — Am aufgewendet werden müssen, so gelangt man zur Grund- 
gleichung des Weiserprozentes oder des laufendjährigen Verzinsungs- 



Der Wert des ein- und mehrjährigen Zuwachses. 131 

Prozentes. Diese Kosten bestehen in den Zinsen des Holzkapitales 
Am und des Bodenbruttokapitales B -|- V. 

Bezeichnet man das Prozent, zu welchem diese Kapitalien durch 
den Wertzuwachs verzinst werden, mit w, so muß die Gleichung 
bestehen: 

Am+„ — Am = (A„> + B + V)(10w-— 1) 
Hieraus für den njährigen Zuwachs 

l-nu/n— Am+n— Am ■ ._ Am+n+B+V y,. 

*"'*' -Ami-B + V + '- A„ + B + V • ■ ^"' 

Für den einjährigen Zuwachs 

(A„,+i— A„,)100 
w == -^ — — -■ 

A„» + B + V 

oder auch da Am+i = Am . O'O z 

A n,OOz.lOO _ An..z „,,, 

A. + B + V A„ + B + V • • • *'"• 

Als Bodenwert ist ebenfalls grundsätzlich der Bodenertragswert 
einzustellen; wird das Maximum desselben verwendet, so wird in 
• demselben Jahre, in welchem der Bodenertragswert kulminiert, das 
Weiserprozent w gleich dem Wirtschaftszinsfuße p. Vor dem Zeit- 
punkte der Kulmination ist das Weiserprozent größer, nach dem- 
selben ist es kleiner als der Wirtschaftszinsfuß. 

Beispiel 65. Wie hoch stellen sich die Weiserprozente für 
die Abtriebserträge des unmittelbar vorhergehenden Beispieles 64, 
bei dem Wirtschaftszinsfuße von 2V2%> wenn das Bodenbruttowert- 
maximum bei 70 Jahren 1065 K beträgt? 

A40 = 1500 K, . A50 = 2280 K 

1-0 w»o _ 2280 K + 1065 K _ 3345 K _ 
1500 K + 1065 K 2565 K 

aus Tafel HI w = 27 % 

in der gleichen Weise ergibt sich für die Zeitperiode von 

50— 60 Jahren w = 2-8o/o 
60- 70 „ w = 2-57o 
70— 80 „ w = 2-0% 
80— 90 „ w = l-3Vo 
90-100 „ w = l-2o/o 

Die finanzielle Hiebsreife fällt somit in die Zeitperiode von 
60-70 Jahren. 

9* 



132 IV. Die Methoden der Wald Wertberechnung. 

Nach dem einjährigen Zuwachse ist das Weiserprozent für das 
Jahr 50 

_ 2280 KX 3-8 _ 8664 K _ 
^ "■ 2280 K + 1065 K~ 3345 K~ '°' 

Das Ergebnis ist etwas geringer als für den 10jährigen Zeitraum, 
weil in Wirklichkeit das Zuwachsprozent bei 40 Jahren etwas größer 
sein muß, als das aus dem 10jährigen Durchschnitte von 50 — 60 Jahren 
gerechnete. Es erscheint deshalb gerechtfertigt, für das Zuwachs- 
prozent das Mittel aus der vor- und nachgelegenen Zeitperiode zu 
nehmen, da es beispielsweise in dem gegebenen Falle bei 49 Jahren 
4"3%, bei 51 Jahren aber nur mehr S'S^/o beträgt. 

4-2 -I- 3*8' 

Mit Benützung des Mittels —- = 4-05%. 

_ 2280 K X 4-05 ^ 9234 K ^ 
^ "~ 2280 K 4- 1065 K~ 3345 K~ '''' 



E. Wertbestimmung des Normalvorrates. 

Unter Normalvorrat versteht man jenen Holzvorrat, der in einem 
Walde mit normalem Altersklassenverhältnisse und normalem Zu- 
wachse vorhanden ist. Da jedoch die beiden letzten Voraussetzungen 
in Wirklichkeit nur sehr selten zutreffen, bedeutet die Erreichung des 
Normalvorrates in der praktischen Wirtschaft ein Ideal, das nur 
selten erreicht wird. Trotzdem kann der wirkliche Holzvorrat dem 
Normalvorrate an Größe gleich sein, auch wenn das Altersklassen- 
verhältnis und der Zuwachs nicht normal sind, wenn nämlich der 
Mangel an Masse einer Klasse durch den Überschuß einer anderen 
Klasse gedeckt wird, oder wenn die Abnormität des Altersklassen- 
verhältnisses nur in einer ungünstigen Verteilung der Klassen besteht 
der Zuwachs aber normal ist. Aus dem gleichen Grunde kann auch 
der Wert des Holzvorrates jenem des Normal Vorrates gleich sein, 
ohne daß die Voraussetzungen für die Normalität der Betriebsklasse 
erfüllt werden. 

Dem Normalvorrate kommt deshalb namentlich bei Hochwäldern 
nur eine untergeordnete praktische Bedeutung zu; das gleiche gilt 
auch von dem Werte desselben. Einigermaßen mehr Bedeutung 
hat er jedoch bei den Nieder-, Mittel- und Plenterwäldern, da hier 
die Normalität wegen der geringen räumlichen Verteilung und der 
rascheren Umlaufzeit leichter zu erzielen ist. Die nachfolgenden 
Ausführungen über die Bewertung des Normalvorrates besitzen daher 
mehr oder minder nur einen theoretischen Wert, weil in der Wirk- 
lichkeit der Wert des vorhandenen Holzvorrates und nicht der ab- 
geleitete Wert des Normalvorrates maßgebend ist. Ungeachtet dessen 
wird der Wert des Normalvorrates als Vergleichsgröße in einzelnen 
Fällen zur Umgehung von langwierigen und kostspieligen Erhebungen 
herangezogen werden können. 



Der Verkaufswert des Normalvorrates. 133 

Der Wert des Normalvorrates kann ebenfalls gefunden werden: 

1. Nach dem Verkaufswerte, 

2. nach dem Erwartungswerte, 

3. nach dem Kostenwerte, 

4. nach dem Rentierungswerte. 

1. Der Verkaufswert des Normalvorrates. 

Im allgemeinen können in dieser Beziehung die gleichen Wege 
wie in der Betriebseinrichtung für die Bestimmung des normalen 
Massenvorrates eingeschlagen werden. 

a) Berechnung nach Geldertragstafeln. 

Sie erfolgt durch Summierung der in den Geldertragstafeln 
ausgewiesenen Gebrauchswerte. Voraussetzung ist daher das Bestehen 
von geeigneten Geldertragstafeln, was nicht immer zutreffen wird. 

Da der Zuwachs je eine Reihe von Jahren hindurch sich nicht 
wesentlich verändert, kann man zur Vereinfachung der Rechnung 
die für einen solchen Zeitabschnitt sich ergebenden Vorräte zusammen- 
fassen und wie arithmetische Reihen erster Ordnung summieren. 

Ist die Zahl der Jahre einer Reihe gleich n, so ist 

^A=(Ao + A„)5iA+(An + A2n)5ii — A„ + (A3n — A2o)^^ — Aaa 

Ao = 
2:A = N = n(A„ + A2n + A3„4^...) + Au5^ . . I. 

Nach der Näherungsformel von Preßler ist der Wert des 
Normalvorrates : 

Für die Sommermitte: 

N = (A„ + A2„4-A3n+...+Y')lO ... II. 
Für den Herbststand: 



N = (A„ + A2„4-A3„-|-...-h4^)lO + -^ . . 
Für den Frühjahrsstand: 

N = (A„ + A2„-fA3„ + ...+^)lO-^ . . 
Die Formeln I und IV sind in ihren Ergebnissen gleich. 



III. 



IV. 



134 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

Ebenso einfach, in gewisser Beziehung sogar zutreffender, kann 
der Wert des Normalvorrates auch unter Benützung der periodischen 
Zuwachsprozente ermittelt werden. Bezeichnet man die Zuwachs- 
prozente der Perioden mit z, Zi, Z2, Zg . . ., so ist der Vorratswert für 
die Periode Aa bis A2n: 

An 1-0 Zl + An 10 Z2 + An l'O Z3 + . . . An 1-0 Z" 

2:An = An ^'^^ -, da ferner l-Oz« = ^ 

0*0 Z An 

y, . \An / Agn An 



0-0 z 00 z 

in gleicher Weise 2JA2a = -^Yw\ — ~ ^^^- d^^^^r 

U'U Zj 
Kl An Ao I A2n An i Asn A2n . A2n Asn 






00 z ' 00 Zi ' 00 Z2 00 z 

Die Formel V gibt den Vorratswert ebenfalls nach dem Früh- 
jahrsstande, welcher allein als eigentlicher Vorratswert in Betracht 
kommt, da der jedesmal im Herbste fällige Schlag die Materialzinsen 
der im Walde tätigen Kapitalien darstellt. 

Es folgt dies auch aus der einfachen Erwägung, daß bei 
10jährigen Perioden, beispielsweise für den Zeitabschnitt von 70 bis 
80 Jahren die 10 Glieder der Bestandesreihe bereits bei 79 Jahren 
voll sind und der 80jährige Bestand das überzählige 11. Glied bildet. 

Beispiel 66. Ein Fichtenbestand liefert im Alter 

von 20 30 40 50 60 70 Jahren 

Abtriebserträge , 200 780 1500 2280 3320 4540 K. 

Wie groß ist der Normal vorrats wert im Jahre 70? 
Nach Formel I: 

N = (200 K + 780 K + 1500 K + 2280 K + 3320 K) 10 + 4540 K X 
X-|-=10^-^30K, 

nach Formel II für die Sommermitte: 
N = (200K + 780K + 1500K4-2280K + 3320K + 2270K) 10 = 103.500 K, 

nach Formel III für den Herbststand: 

N = (200 K + 780 K + 1500 K -}- 2280 K + 3320 K + 2270 K) 10 -f 
+ 2270 K = 105.770 K, 



Der Verkaufswert des Normalvorrates. 135 

nach Formel IV für den Frühjahrsstand: 

N = (200 K + 780 K + 1500K + 2280 K + 3320 K + 2270 K) 10 - 
— 2270 K= 101.230 K, 

nach Formel V: 

780K — 200K 1500K-780K 2280K-1500K 
0-09 "^ 0-067 ~^ 0-043 "^ 

. 3320 K — 2280 K , 4540 K — 3320 K 



0038 ' 0032 

N = 6444 K -{- 10.666 K + 18.139 K -f 27.368 K -f 38.125 K = 100.742 K. 



b) Nach der österreichischen Kameraltaxe mittels 
HaubarkeitsdurchschnittszuTArachses. 

Betrachtet man den laufenden Zuwachs in allen Bestandesaltern 
als einen gleichen und zwar als einen solchen, der gleich ist dem 
Haubarkeitsdurchschnittszuwachse, so bildet der Massengehalt aller 
normal bestockten Bestände vom jüngsten bis zum höchsten Alter 
eine regelmäßig steigende arithmetische Reihe. 

Das erste Glied ist gleich dem in jedem einzelnen Bestände 
jährlich erfolgenden Zuwachse, dagegen das letzte u-jährige Glied 
gleich dem Produkte aus dem einjährigen Zuwachse eines Schlages 
und der Umtriebszeit u, oder der Summe des jährlich auf allen 
Schlägen erfolgenden Zuwachses Z, da u auch die Anzahl der Glieder 
bedeutet. 

Somit ist: 

Der Massengehalt des 1jährigen Bestandes = z 

7) r) V '^ 7) V ,= 2 Z 

n « « i> « « =^= O Z 



u , „ =uz = Z. 

Die Summe der ganzen Reihe ist: 

, , , u uz , uz 

oder da uz = Z 

ist der Wert des Normal Vorrates für den Herbststand: 



N 



=^+l=<-t-)- 



136 IV- Diß Methoden der Waldwertberechnung. 

Analog ergibt sich für den Frühjahrsstand nach Abtrieb des 
ältesten Bestandes: 



2 2 



= <V) 



und für die Sommermitte nach dem arithmetischen Mittel aus Früh- 
jahrs- und Herbstvorrat: 

uZ 



N = 



2 



Dem eigentlichen Materialkapitale entspricht auch hier nur der 
Frühjahrsvorrat. 

Da ferner der gesamte Haubarkeitsdurchschnittszuwachs Z 
dem normalen Abtriebsertrage des u-jährigen Schlages entspricht, 
ist der Wert des Normalvorrates nach dem Abtriebe des ältesten 
Bestandes: 

„_ Au.u Au_ . (u — I) „, 

■' — 2 2~ — "2 

Zweckmäßiger ist es aber, die ermittelten Maße des Haubarkeits- 
durchschnittszuwachses mit dem durchschnittlichen Nettopreise pro 
1 fm^ zur Zeit des Abtriebes zu multiplizieren. 

Beispiel 67. 

Im vorigen Beispiele ist: 

Ago = 5750 K, u = 80 Jahre 

für Sommermitte: 

N = 5750 K . ^ = 5750 K . 40 = 230.000 K, 

für den Frühjahrsstand: 

N = 5750K.40 —^1^— == 227.125 K, 

für den Herbststand: 

N = 5750K.40 + ^i^— = 232.875 K. 

Für den Femelschlag- und Schirmschlagbetrieb wird der 
Normalvorrat gefunden, indem man den Betrag der vollen Bestandes- 
reihe noch um den alten Vorrat in der Verjüngungsklasse Av ver- 
mehrt, wobei vorausgesetzt wird, daß in Av der betreffende Anteil 
des Jungholzes vollständig vorhanden ist. 



Der Verkaufswert des Normalvorrates. 13^7 

Die Rechnung für den Stand in Sommermitte durchgeführt, 
wobei angenommen wird, daß der Vorrat der Verjüngungsklasse der 
Hälfte des betreffenden Vollbestandes entspricht, gibt für den Vorrat 



m 

Y 



(u + |)z + (u-fm-^)z] 



2 
hieraus u z = Z 

und der gesamte Vorrat: 



f(z^^ 



N = -!^ + |(z + '^) = z(Mini) + 5li^. . VII. 

Der Wert ist daher gleich dem Produkte aus der Masse des 
Vorrates und dem Nettopreise von 1 fm^ zur Zeit des Abtriebes. 



Beispiel 68. 

Im 90. Jahre erfolgt eine Samenschlagstellung, der Verjüngungs- 
zeitraum m = 10 Jahre. 

Der Haubarkeitsdurchschnittszuwachs Z9o = 450fm3, der Preis 

für lfm3 = 608K, Z = -^ = 4-5 

N= [450 (^^4^)+ ^^'4^ ^ ] 6-08K==22.612f'»X 608K = 137.481 K. 

Einfacher und für viele Fälle genau genug kann der Normal- 
vorrat auch ermittelt werden, wenn man den Vorrat für den aus u 
Flächeneinheiten bestehenden Wald in der Weise berechnet, als ob 

derselbe aus u -|- -^ Einheiten bestehen und im u 4- -^ jährigen 

Umtriebe bewirtschaftet würde. 

Der Gesamtzuwachs ist dannZ = ( u + ö- ) z ^J^d der Normal- 
vorrat in Sommermitte N = Z ( u -j- -x- j . 

Für das frühere Beispiel: 
N = 4r>0fmM90 + 5) ^ g.^g ^ ^ 21.375 fms x 6-08 K = 129.960 K. 



138 



iv. Die Methoden der Waldwertberechnung. 



Die Methode der österreichischen Kameraltaxe besitzt zwar 
den außerordentlichen Vorteil der größten Einfachheit, dafür aber 
auch den großen Nachteil der Unverlässigkeit. Da ein gleichmäßiger 
Durchschnittszuwachs für alle Bestandesalter angenommen wird, 
sind die Ergebnisse für niedrige Umtriebe meist zu groß. Bei sehr 
hohen Umtrieben kann dagegen das Gesamtergebnis viel niedriger 
sein als die Summe der Verbrauchswerte nach früheren Methoden. 
In dem Zeitabschnitte zwischen der Kulmination des Durchschnitts- 
zuwachses und derjenigen des laufenden Zuwachses kann das Er- 
gebnis beider Berechnungsarten gleich sein, allerdings fällt die bei 
Hochwäldern eingehaltene Umtriebszeit selten in diesen Zeitraum. 



2. Der Erwartungswert des normalen Vorrates, 

Er entspricht der Summe der Erwartungswerte aller Bestandes- 
glieder von bis u — 1 Jahren. 

Unter der Annahme, daß nur die a-jährige Altersstufe einen 
Durchforstungsertrag liefere, ist der Bestandeserwartungswert nach 
Formel III: 



HE 



A, + B4-V , D, 






HE 



A„+B + V , D. 



10p. ■ iopOiop^-<ß+^> 



HEa = 



Au + B + V , D 



HE 



a+ 



1-0 p» 

_/- Au + B + V 
' V 1-0 p« 



J>^)l.Op._(B + V) 



j 10 p"+' — (B + V) 



HX- = (^4o^) 10 p.-. - (B + V). 

Durch Summierung erhält man: 

NE = ^"-i^±^(l-Op^ + 1.0p^ + ...10p-)+^(lOp^ 
+ l-0p2-f . . . 1-Op») — u(B + V) 



-t- 



Der Erwartungswert des Normalvorrates. 13& 

(A. + B + V) 1-0P--1 , D. (1-0P--1) .ß, V. 

^^- vor 00p +rö^~ö^ ^(B + v) 



NE = [(A„ + B + Y)(l-pi-) + Da(l- 



Opuy I -a\^" 1-0 pa 



' u(B + V) Ylll. 



0-0 p 



Soll der Wert der Flächeneinheit von 1 ha ermittelt werden, 
so ist vorstehende Formel durch u zu dividieren und man erhält: 



N 



E^ = [(A. + B + y)(l - jJ^) + D.(l - ^)] ^ - (B +V). 

Die Zahlenwerte für (l — ^ ^ „ ) und (1 — — ^^ — ) erhält man 
V l'OpV V 1-0 pV 

durch Subtraktion der Tafelangaben IV von der Zahl 1. 

Beispiel 69. Es ist der Erwartungswert des Normalvorrates 
einer Betriebsklasse im 70jährigen Umtriebe zu berechnen, wenn sie 
pro 1 ha im Alter von 

30 40 50 60 Jahren 

Durchforstungserträge von 63 110 150 160 K 

und im 70. Jahre einen Abtriebsertrag von 4540 K liefert, p = V2°/o- 
Nach Beispiel 54, Seite 105 ist B + V = 1066 K. 



Da(l— j:^)= 63 KX 0-5233= 33 — K 

= 110 „X 0-6276= 69-— „ 

= 150 „X 0-7091 = 106-30 „ 

, ' = 160 „ X 0-7727 = 123-70 , 



Summe 332-— K 

(Au + B + V) (l - y:^) = (4540 K -f 1066 K) . 0-8224 = 4610-40 „ 

Zusammen 4942-40 K 
4942-4K.-^r-^ = 4942-4KX40= 1 97696-— „ 

— u(B + V) = 70X1066 K= 74620-— „ 

NE= 123076-— K 

,^ 123.076K ,_„ 

pro 1ha ; ^^ = 17o8-— „ 

Im allgemeinen wird die Größe des Erwartungswertes beim 
Normalvorrate von den gleichen Umständen beeinflußt wie der 
Bestandeserwartungswert. 



140 I^- Die Methoden der Waldwertbereehnung. 

Prinzipiell darf deshalb bei Anwendung der Formel VIII eben- 
falls nur der Bodenertragswert unterstellt werden. 

Ein beliebig gewählter größerer Bodenwert verkleinert den 
Erwartungswert des Normalvorrates in weit höherem Maße als den 
Bestandeserwartungswert und umgekehrt übt ein kleiner Boden- 
wert einen vermehrenden Einfluß aus. 

Setzt man in die Formel für den Erwartungswert des Normal- 
vorrates den Bodenertragswert des Jahres u ein, so ergibt sich: 



^"i- l-Opa i---- l-Opq ^^^P 

(Ba + V) = ^ — ^P ^P 



l-Op'^-l 

xtp-Fa I ^^y 1-Qp- +••• lop-^ "^^py i-op"-i 

Da 1-0 p'* , DqlOp« 



NE^( ^^ + ^-+ 1-Qpa ^••' 1-Op. 

\ 1-0 p»^ — ! 



cl-Op" 



rOp"^— 1 , ^ Da , .^ Dq \ 1 m I TA 



(a 1-0 nu I P-^-QP" I ?ll:^-cl-OD--i-D 5f 

l^AulUp + ^.Q .^ +.... ^.^^^ Clüp -t-Da ^.^^ 

NE = ^^ 



1-0 p"^ 



10 p" 0-0 p 



u(B„ + V) 



NE= ^^ + ^Q+p-^'^~" -u(B» + V) 



Der Kostenwert des Normalvorrates. 141 



Oder da u(Bu + V) = uBu+ -^^ 



00 p 

NE- ^:^ uBu. 

Für die Flächeneinheit von 1ha: 

- uOOp 

Da die beiden letzten Formeln identisch sind mit dem Ren- 
tierungswerte des Normalvorrates, so ist zu ersehen, daß die Formel 
des Erwartungswertes in jene des Rentierungswertes übergeht, wenn 
der Rechnung der Bodenertragswert unterstellt wird. Wie im nach- 
folgenden Abschnitte gezeigt werden wird, besteht die gleiche Be- 
ziehung auch beim Kostenwerte des Normalvorrates. 



3. Der Kostenwert des Normalvorrates. 

Er wird ebenfalls durch Summierung der Bestandeskostenwerte 
aller Bestandesglieder von bis u — 1 Jahren erhalten. 

Unter der Voraussetzung, daß ebenfalls nur die a-jährige Alters- 
stufe einen Durchforstungsertrag liefere, ist der Bestandeskostenwert 
nach Formel II: 

HKa. = (B + V + c) l-Op"^ — Da 1-Op'^-^— (B + V) 

HKo =(B + V-f-c)l-OpO — (B + V) 
HKi ==(B-f V + c)rOpi— (B + V) 
HKa =(B + V + c)l-0p2— (B + V) 



HKa =(B + V + c)10p^ — Da — (B + V) 
HKa+i = (B + V + c)rOp^+i — Dar0pi-(B + V) 

H Ku_i = (B + V + c) rO p^-i - Da 1-0 p™-*-^ — (B + V) 
demnach 
N K = (B + V + c) (1-0 pO + 1-0 p^ + 1-0 p2 4- . . . 1-0 p'^-^) — Da (10 p" + 
-rl-0pi + l-0p2 + ... 1-Op'^-»-!) — u(BH-V) 

10 D"^ — 1 1'Od^-* — 1 



J42 IV. Die Methoden der Waldwertbereehnung. 

r 

Für die Flächeneinheit mittels Division durch u 

(B + V-fc)(fOp--- l )-2;Da(l-Op'---l) , 

NK^= —Q.fj^ (li+V). 

u '^ 

Beispiel 70. Wie groß ist der Kostenwert des Normalvorrates 
für die gleichen Verhältnisse wie im früheren Beispiele 69? 
(B + V) ebenso wie früher 1066 K, c = 80 K, 
daher B + V + c = 1146K. 

Dal-Op«-*— 1= 63 KX 1-6851 = 106-10 K 

= 110„ X 1-0976 = 120-70 „ 

= 150 „ X 0-6386 = 95-80 „ 

= 160„ X 0-2801 = 44-80 „ 

Summe 367-40 K 

N K = (1146 K X 4-321 — 367-4 K) 40 — (70 X 1066 K) 

N K = 197.640 K — 74.620 K = 123.020 K. 

Die geringe Abweichung gegenüber dem Ergebnisse des Er- 
wartungswertes ist in dem Einflüsse der Dezimalien gelegen. 

Setzt man in die Formel des Normalvorratskostenwertes eben- 
falls den Bodenertragswert Bu des Jahres u ein, so geht sie ebenfalls 
in den Rentierungswert über. 

" '+ VnT-Ti"^ • • ~'' (10p'-l)-D. 1-0P--+D. 
NK = i^L^ ^ u(B. + V) 

N K = ^^±^^±|l+^^-5 - u (B. + V) 

^^^A„ + D. + D> + ...-(c + uv)_^ 
O'Op 

und für die Flächeneinheit: 

. ^ A„ + D. + D.+ ..-(c + v)_ 

- u.üOp 

Da sowohl der Erwartungswert als auch der Kostenwert des 
Normalvorrates bei Einstellung des Bodenertragswertes derselben 
Umtriebszeit zu dem gleichen Ergebnisse, dem Rentierungswerte 
führen, ist die Identität dieser Formeln von selbst bewiesen. 



Der Rentierungswert des Normalvorratee. 143 

Die Unterstellung eines beliebigen Bodenwertes halten wir hier 
für noch gewagter als bei der Ermittlung der Bestandeswerte, da 
seine Größe auf den Wert des Normalvorrates einen noch erheb- 
licheren Einfluß ausübt. 

Bei Verwendung der drei Formeln hat man deshalb grund- 
sätzlich nur jenen Bodenertragswert zu benützen, welcher der Ab- 
triebszeit und dem Zinsfuße entspricht. 

4. Der Rentierungswert des Normalvorrates. 

Er wird erhalten, wenn von dem Waldrentierungswerte der Wert 
des Bodens abgezogen wird, da sich der Waldwert aus dem Werte 
des Normal Vorrates und jenem des Bodens zusammensetzt. 

Da der Waldrentierungswert durch Kapitalisierung des jähr- 
lichen Reinertrages erhalten wird, setzt dies eine gleichbleibende 
jährliche Rente voraus, die abermals eine Wirtschaft im strengen 
Nachhaltsbetriebe zur Bedingung hat. 

Werden die jährlichen Ausgaben von den jährlichen Einnahmen 
abgezogen, so verbleibt der jährliche Waldreinertrag als Überschuß. 

Diese Einnahmen . sind die Nettoerlöse aus der Haubarkeits- 
nutzung A„ und den Zwischennutzungen Da, Db, De . . . zusammen 
also A„ + Da + Db + Dc 

Die Ausgaben umfassen die jährlichen Kulturkosten, ferner die 
Kosten für Verwaltung, Schutz und Pflege also: c-j-uv. 

Der jährliche Waldreinertrag für u Flächeneinheiten ist sonach; 

R = Au + Da-f Db + ... — (c + uv) 

der Waldwert 

Au + Da + Dh..- — (c -f uv) 
0-Op 

Da ferner ' W = NJ-uBa 

M A„4-Da + Db+ •• — (c + uv) D Y 

ö^ö^ "^" • • • *• 

Für die Flächeneinheit 



oder auch 



A..-fD.-fD,. -{-... -(c + uv) 
i uOüp 



N. = - ^" + ^-+;^;; + --- i^-v-uB.. 

- u . 00 p 



Diese Formeln sind, wie schon angedeutet worden ist, voll- 
kommen identisch mit jenen des Erwartungs- und Kosten wertes, 



144 IV- Die Methoden der Waldwertberechnung, 

wenn als Bodenwert der Bodenertragswert unterstellt wird. Es folgt 
aber weiters daraus, daß auch der Rentierungswert nur dann richtig 
erhalten wird, wenn ebenfalls kein beliebiger, sondern der Boden- 
ertragswert vom Waldwerte in Abrechnung gelangt. 

Setzt man in die vorstehende Formel des Rentierungswertes 
die Formel des Bodenertragswertes ein, so geht sie über in: 

^^ Au + Da + Db + ->- -(c + uv) 



0-0 p 
(Au + Da 1-0 P-- -I- Db 10 p"-^ + . . . — c) 



10 p" — 1 



(c-tV) 



ö^-i:0i"-rJ(Au + Dal0p"-a + ...-c) + uc- 

Da (10 P"-'^- Da) y, 

00 p '^'■ 

Diese Formel besitzt gegenüber den früher abgeleiteten den 
Vorteil, daß die Voraussetzung, den Bodenertragswert zu unter- 
stellen, von selbst erfüllt wird und infolgedessen die Unterstellung 
eines iDeliebigen Bodenwertes von vornherein ausgeschlossen ist. 

Gehen keine Durchforstungserträge ein, so vereinfacht sich die 
Formel für die Betriebsklasse auf: 

" = (*"-'=>(o4].-W^)+"'' • • • *"■ 

Für die Flächeneinheit 

N 



T~ u Vo-Op 1-op" — ly"^ 



Bleiben weiters auch noch die Kulturkosten weg, wie es oft 
bei Niederwäldern der Fall ist, so ist 

N = Au ( 7T7^ TTT— t) ^ür die Betriebsklasse 

VOO p l'O p" — \J 

N 1 = — i-^TR T-PT-^ — t) für die Flächeneinheit. 

^ u Vo-Op l'Op" — 1/ 

Der Faktor (gi^-j^.-y) ist: 



Der Rentierungswert des Normalvorrates. 



145 



n Jahre 



Z i n 



fuß 



2% 



2V,7. 



3"/» 



3V,7. 



4V. 



n Jahre 



10 

20 

30 

40 

50 

60 

70 

80 

90 

100 

110 

120 



4-337 

8-844 

13-025 

16-889 
20-226 
23-696 
26-664 
29-357 
31-793 
33-986 
35-954 
37-714 



4-297 
8-682 
12-667 
16-237 
19-485 
22-354 
24-887 
27-120 
29065 
30-750 
32-212 
33-460 



4-256 
8-523 
12-315 
15-649 
18-558 
21-069 
23-211 
25 0.i7 
26-565 
27-843 
28 900 
29-769 



4 216 


4-177 '' 


8-365 


8210 


11-966 


11-626 


15055 


14-476 


17-666 


16-810 


19-847 


18-700 


21-650 


20196 


23120 


21-372 


24-308 


22-283 


25-259 


22-980 


26013 


23-509 ! 


26-606 


23-906 



10 
20 
30 
40 

50 
60 

70 

80 

90 

100 

110 

120 



Beispiel 71. Wie groß ist der Rentierungswert des Normal- 
vorrates, wenn bei 

30 40 50 60 Jahren 

Durchforstungserträge von 63 110 150 160 K 

und im 71. Jahre ein Abtriebsertrag von 4540 K eingehen? 

Die Kulturkosten betragen 80 K, die Verwaltungskosten 10 K, 
B„ = 666 K wie früher. 

1. Nach Formel X: 

R = 4540K-f 63K-i-110K-r 150K-^ 160K — SOK — 

— (70X10K)= 4243--K 

424RK 

'^=-Ömb'^^^^^^^^^= 169720-„ 

uBa=666KX70= 46620-— „ 

N= 123100 — K 
für 1ha Ni= 1758 — „ 



Aa 



2. Nach Formel XI: 
c = 4540K — 80K = 



4460 — K 



Dl-0p'^-»= 63KX 2-6851 = 169-16 K 
= 110 „ X 2-0976 = 230-73 „ 
= 150 „ X 1-6386 = 245-79 „ 
= 160 , X 1-2801 = 204-81 , 



Summe 483 K 



Summe 850-49 K . 

Zusammen 



850-49 



5310-49 K 



5310-49Kx(^- .^.Q J,^_ J = 5310-49 K X 24-887 = 132162-- 
+ uc = 80KX70= 



5600 — 



Summe 



Riebe', Waidwertrecbnang. 2. Aufl. 



137762- 

10 



K 



146 I^- D^^ Methoden der Waldwertberechnung. 

ab ^^^'^^J^~^^^^ =:36t-49KX40= 14700~K 

0025 

N= 125062-— K 

„.. ., 1 23.062 K .. ,_Q. 

Für 1ha jr: = Ni= . 1758'— „ 

i Beispiel 72. 

Ein Niederwald liefert bei 20jährigem Umtriebe pro 1 ha einen 
Abtriebsertrag von 500 K, an Kulturkosten für Komplettierungen 
werden jährlich 20 K, an Steuern und Forstschutzkosten etc. 8 K 
aufgewendet. 

Wie groß ist der Wert des Normal Vorrates, wenn p = 3% ist? 

N = (500 K — 20 K) X 8-523 -j- (20 K X 20) = 4491 K 
pro 1 ha N 1 = ^^— = 224-5 K. 



5. Verhältnis zwischen Erwartungswert, Kostenwert, 
Rentierungswert und Verkaufswert des Normalvorrates. 

a) Verhältnis zwischen Erwartungs-, Kosten- und 
Rentier ungswert. 

1. Alle drei sind einander gleich, wenn als Boden wert der 
Bodenertragswert der gemeinsamen Umtriebszeit unterstellt wird. 

2. Zwischen ihnen besteht keine Beziehung, wenn ein beliebiger 
von der Abtriebszeit unabhängiger Bodenwert unterstellt wird. 

Der Einfluß eines größeren oder kleineren Bodenwertes als der 
Ertragswert desselben ist beim Erwartungs- und Rentierungswerte 
des Normalvorrates gerade der entgegengesetzte als wie beim 
Kostenwerte. 

Ein großer Bodenwert vergrößert den Kostenwert des Normal- 
vorrates, verkleinert dagegen den Erwartungswert und den Ren- 
tierungswert, während umgekehrt ein kleiner Bodenwert den Kosten- 
wert vermindert, dagegen den Erwartungs- und Rentierungswert des 
Normalvorrates vergrößert. 

b) Verhältnis zwischen Erwartungswert, Kostenwert, 
Rentierungswert und Verkaufswert. 

1. Ist die angenommene Umtriebszeit die finanzielle und wird 
als ßodenwert das Maximum des Bodenertragswertes zugrunde gelegt, 
so ist der Erwartungs-, Kosten- und Rentierungswert stets größer 
als der Verkaufswert. 

2. Ist die angewendete Umtriebszeit u kleiner als die finanzielle 
und wird der dieser Umtriebszeit entsprechende Bodenertragswert 



Verhältnis der Normalvorratswerte zueinander. 147 

unterstellt, so sind bis zum Jahre u ebenfalls der Erwartungs-, 
Kosten- und Rentierungswert größer. 

3. Wenn dagegen die angenommene Umtriebszeit höher als die 
finanzielle ist, so sind unabhängig von der Größe des Bodenwertes 
der Erwartungs- und Kostenwert des Normalvorrates in den jüngeren 
Bestandesaltern größer, in den höheren dagegen kleiner als der 
Verkaufswert. 

6. Die Anwendung des Normalvorratswertes. 

Der Anwendung des Normalvorratswertes kommt, wie schon 
hervorgehoben worden ist, nur eine theoretische Bedeutung zu. Es 
hat dies darin seinen Grund, daß der Normalvorratswert vollständig 
normale Verhältnisse zur Voraussetzung hat, die bei größeren Wirt- 
schaftskörpern fast gar nicht anzutreffen sind. Außer diesen normalen 
Verhältnissen wird aber auch innerhalb der Betriebsklasse volle 
Gleichartigkeit in Bezug auf Boden- und Bestandesbonität, Bestückung 
etc. vorausgesetzt, was bei größerer Flächenausdehnung in Wirklichkeit 
noch weniger herbeizuführen ist, als wie das normale Altersklassen- 
verhältnis und der normale Zuwachs. 

7. Der Zuwachs wert des Normalvorrates. 

Der Wert des mehrjährigen oder einjährigen Zuwachses des 
Normalvorrates ergibt sich ebenfalls aus dem Unterschiede der 
Normalvorratswerte der betreffenden Altersstufen. Er kann ermittelt 
werden aus dem Unterschiede der Verkaufswerte, der Erwartungs- 
werte, der Kostenwerte und der Rentierungs werte. Da jedoch die 
letzten drei Methoden zu dem gleichen Ergebnisse führen, wenn der 
Bodenertragswert der gemeinsamen Umtriebszeit unterstellt wird, 
so muß sich unter dieser unerläßlichen Voraussetzung auch für den 
Zuwachswert bei allen • drei Methoden der gleiche Betrag ergeben. 
Es ist deshalb ganz gleichgiltig, welche von dieseli drei Methoden 
zur Anwendung gelangt, maßgebend für die Bevorzugung der einen 
Methode vor der anderen ist lediglich die Bequemlichkeit der 
Rechnung. 

Wir wollen uns daher bei den weiteren Ausführungen neben 
dem Verkaufswerte auf den Rentierungswert allein beschränken, da 
ihm in dieser Beziehung zweifellos der Vorzug einzuräumen ist. 

Beim Verkaufswerte ist der Zuwachswert für 1 Jahr: 

ttfi\ = Nu Nu— 1 = Au j 

der Wert des n-jährigen Zuwachses ist gleich dem Verkaufswerte der 
n Bestandesglieder. Wenn der Wert des ersten und des letzten Be- 
standesgliedes bekannt ist: 

ZWn = (Aa+a T ^-ii) A« 

10* 



]^48 iV- '^i® Methoden der Waldwertberechnung. 

•»u-)-n -A-u 



oder Zwn = 



00 z 



z = dem periodischen Wertzuwachsprozente. 

Beim Rentierungswerte ist der 3jährige Zuwachswert: 

N. - N„-. = ^" + ^ - + ^^ "-^ - u (B + V) A„_. + Da + D.-c , 



00p ' ' ' 0-Op 

+ (u-l)(B + V) 

N„-N,.,^ ^"~^-^ -(B + V) 
da aber An — Au_i = AaO'Oz 



da ferner 



Nu — Nu_i = Au 
so muß auch sein: 

Diese Relation besteht tatsächlich im Zeitpunkte der Kulmination 
des Bodenertragswertes und bei Unterstellung des Bodenertrags- 
wertmaximums. In diesem Falle ist nach Formel VII, Seite 72, der 
n-j ährige Zuwachs 

1-0 z° = ~—^ — . 

I-Op"— 1 

Die Durchforstungserträge und Kulturkosten werden zur Ver- 
einfachung des Beweises wie bei dem Bodenertragswerte unberück- 
sichtigt gelassen. 

Es ist daher für den einjährigen Zuwachs: 



lOp" — 1 



rop'^+i — 1 , i-Op^+i-i — iOp" + i 

O'O z = - ^ ^ .. 1 1 = ^ 



00 z 



1-Op" — 1 rop" — 1 

l'Op^.O-Op 



1-0 p»^- 1 



Der Zuwachswert des Normal Vorrates. • 149 

10p". p 



]-0p" — 1 

[ ist identi 
In die obisre Gleichung für 00z den Wert von 



die letzte Formel ist identisch mit Formel III auf Seite 127. 

10 p". 00 p 



10 p"— 1 

A,, 
und für (B 4- V) den Wert -^-j: — - — - substituiert, gibt 
\ ■ ' l-0p°— 1 

_ A„10p«.0-0p An _ Au 1-0 p'* Au 

Au 



0-0p(l-0p" — 1) lOp-^ — 1 l'Op"^ — 1 10p"— 1 
Au = Au(^l-r^.Qp^_y-^.Qp^_ J = A,. 

Dasselbe muß auch zutreffen, wenn bei 00z und beim Boden- 
ertragswerte die Zwischennutzungserträge und die Kulturkosten 
berücksichtigt werden. 

Diese Relation, daß der einjährige Zuwachswert beim Ren- 
tierungswerte des Normalvorrates gleich dem Abtriebsertrage A,i 
ist, besteht aber nur in jenem Zeitpunkte, in welchem das laufende 

10 p" p 
Zuwachsprozent z gleich ^ — -- ist. Da weiter für ein gegebenes 

Abtriebsalter das Zuwachsprozent eine gegebene Größe ist, an der 

nichts zu ändern ist, folgt von selbst, daß man den Zinsfuß so 

1*0 p" . p 
wählen muß, daß diese Übereinstimmung zwischen Z und ~ ^ 

hergestellt wird. 

Wählt man den forstlichen Zinsfuß, so fällt dieses Alter mit 
dem finanziellen Abtriebsalter zusammen. Für dieses Alter besteht 
aber noch eine weitere einfache Beziehung, von welcher in manchen 
Fällen Gebrauch gemacht werden kann. Bezeichnet man mit Z,t das 
Gesamtalters-Durchschnittsprozent, so ist nämlich der Wert des 
Normalvorrates auch gleich dem Rentierungswerte des Normal- 
vorrates 

N ^" 



00 z 



0-0 Zd 

Ai Zi 4- A2 Zg + A3 Z3 + . . . 

Ai + A2 + A3 + . . . 



Da ferner unter Hinweglassung der Zwischennutzungserträge 
und der Kulturkosten: 

._ Au Au 

N = -;r-x U 



00 p 10 p"— 1 



150 



IV. Die Methoden der Waldwertbereehnung. 
Au An Au U 



SO ist 



und 



0-0 Zd 



00 p 1-0 p'^ 

100 



1 



0-0 p 1-Op" — 1 



Hienach ergeben sich für die verschiedenen Zinsfüße und 
Altersstufen folgende normale Durchschnittsprozente für Wälder, 
welche weder Durchforstungserträge noch Kulturkosten aufzuweisen 
haben: 









z 


i n 8 f u 


ß 






























27o 


SV."/» 


£% 


3Vj7o 


4Vo 








10 


23-04 


23-31 


23-62 


23-75 


23-92 


10 






20 


11-31 


11-62 


11-73 


11-96 


12-18 


20 






30 


7-69 


7-82 


8-12 


8 33 


8-60 


30 






40 


5-92 


6-15 


6-39 


6-66 


6-91 


40 






ÖO 


4-94 


6-13 


5 38 


5-66 


6-97 


50 






60 


4-22 


4-47 


4-74 


5-03 


b-U 


60 






70 


3-75 


4-01 


4-31 


4-63 


4-95 


70 






80 


3-40 


3-68 


3-99 


4-32 


4-68 


80 






90 


3-14 


3-44 


3-79 


4-11 


4-48 


90 






100 


2-94 


3-25 


369 


3-95 


4-35 


100 






110 


2-78 


3-10 


3-46 


3-86 


4-27 


HO 






120 


2-65 


2-99 


3-35 


3-76 


4-18 


120 





Aus diesen abgeleiteten Durchschnittszuwachsprozenten ist 
zu ersehen, daß dieselben vom Zinsfuße in den jüngeren Alters- 
stufen in weitaus geringerem Maße beeinflußt werden als in den 
älteren. Infolgedessen können sie auch bei Wäldern mit Durch- 
forstungserträgen für die Ermittlung des Normalvorratswertes nach 

Au 
der Formel N = " für jene Zeit benützt werden, in welcher 
O'O Zd 

noch keine Zwischennutzungserträge eingehen, wenn der Erhebung 
des tatsächlichen Durchschnittsprozentes Schwierigkeiten im Wege 
stehen. 

Es ist aber weiters zu ersehen, daß die starke Abnahme des 
Verkaufswertes des Normalvorrates bei den jüngeren Altersstufen 
im entgegengesetzten Sinne eine starke Zunahme des Durchschnitts- 
zuwachsprozentes aufzuweisen hat. Diese Zunahme muß eine ver- 
kleinernde Wirkung auf den Normalvorratswert ausüben, weil 

"" "* bei der Kapitalisierung das Zunehmen 



N 



und 



des Pro- 



00 Zd 
zentes ein Abnehmen des Kapitalswertes zur Folge hat. 

Im allgemeinen muß daher das Durchschnittszuwachsprozent, 
welches uns in Wirklichkeit nichts anderes als das Verzinsungsprozent 



Der Zuwachswert des Normalvorrates. 151 

des Normalvorrates darstellt, noch erheblich größer sein als der 
Wirtschaftszinsfuß, wenn der Rentierungswert des Waldes gleich 
sein soll der Summe des Normalvorratswertes und des Bodenwertes. 
Umgekehrt setzt uns aber diese Beziehung auch in die Lage, bei 
bekanntem Bodenwerte und Durchschnittsprozente das Verzinsungs- 
prozent des Waldkapitales zu ermitteln. 

Au + Da4-I^b — c — UV^=:R 

R Aa 



0-0 p U-OZd ' 
100 R 



uB 



Au -TV 

uB 



0-0 z 



Beispiel 73. Wie groß ist der Wert des Normalvorrates bei 
u = 30 Jahren, wenn der Verkaufswert des 30jährigen Bestandes 780 K 
beträgt? 

_ 780 K _Q-p^j^ 

da das Durchschnittszuwachsprozent aus vorstehender Tafel im 
Mittel 87o beträgt. 

Beispiel 74. Wie groß ist der Normalvorratswert bei 70 Jahren, 
wenn das periodische Zuwachsprozent bei 30 — 40 Jahren 6'7*^/o, bei 
40—50 Jahren 4'37o, bei 50—60 Jahren 3-8o/o, bei 60-70 Jahren 
3'2Vo und bei 70 — 80 Jahren 2'4%, ferner der Abtriebsertrag bei 
30 Jahren 780 K bei 40 Jahren 1500 K. bei 50 Jahren 2280 K, bei 
60 Jahren i3320K und bei 70 Jahren 4540 K beträgt? 

Da die periodischen Zuwachsprozente mehrjährige Durchschnitte 
bilden und ihre Größen den Periodenmitten entsprechen, müssen 
zunächst die Zuwachsprozente für die Abtriebszeiten, beziehungsweise 
für den Anfang und das Ende der Perioden bestimmt werden. Es 
kann dies entweder auf graphischem Wege durch Darstellung mit 
Abszissen und Ordinaten, oder aber auch durch die Bildung der 
Mittel erfolgen. 

Die Notwendigkeit dieser Maßnahme geht aus der einfachen 
Erwägung hervor, daß beispielsweise das Zuwachsprozent von 39 
auf 40 Jahre nicht plötzlich von 6"7"/o auf 4"37'o überspringen kann. 

Der Wirklichkeit dürfte es weit eher entsprechen, daß das 
Zuwachsprozent bei 35 Jahren 6'7<'/o, bei 40 Jahren dem Mittel von 
6'77o und 4'30o = 5"57o und bei 45 Jahren 4'ö7o entspricht. 

Auf diese Weise ergeben sich folgende Zuwachsprozente: 

bei 30 Jahren 7-0"/o 
, 40 , 5-5o/o 



152 I^- ^^^ Methoden der Waldwertbereehnung. 

bei 50 Jahren 4-Oo/o 
» 60 „ 3-5o/o 
. 70 „ 2-8o/o 

_ 780 X 7 + 1500 X 5-5 + 2280 X 4-0 + 3320 X 3-5 + 4540 X 2-8 
^ ~ 780 + 1500 + 2280 + 3320 + 4540 

_ 47.202 K_ 

4540 K ,,n.^oT^ 
^- = -(PÖ38- = ^l^-^^^^- 

Nach dem Rentierungswerte beträgt der Wert 123.100 K; 

theoretisch müßten beide Ergebnisse gleich sein; die Abweichung 

rührt daher, daß das Durehschnittsprozent mit S'S^lo anstatt mit 
3*7 7o ermittelt worden ist. 



F. Wert des Holzvorrates beim Plenter- und Mitteiwalde. 

I. Für den Plenterwald. 

Die bisher abgeleiteten Formeln für die Wertbestimmung des 
Normalvorrates gleichartiger Bestände können beim Plenterwalde 
keine Anwendung finden, da bei diesem auf ein und derselben Fläche 
Bäume aller Altersklassen vorhanden sind. 

1. Nach dem Verkaufswerte. 

Der einfachste Weg wäre abermals die Feststellung des Ver- 
kaufswertes durch Auszählung der Bäume, durch Zerlegung der 
erhobenen Masse in die einzelnen Verkaufssortimente und Bestimmung 
des Wertes dieser Sortimente nach den zugehörigen Einheitspreisen 
abzüglich der Gewinnungskosten. 

Dieser Vorgang muß aber beim Plenterwalde entschieden zu 
geringen Ergebnissen führen, da hiebei die jüngeren Bäume, welche 
noch keinen Gebrauchswert besitzen, unberücksichtigt bleiben. Es 
wäre dies aber zweifellos ein Fehler, da der junge Nachwuchs die 
erste Voraussetzung für den nachhaltigen Bezug des Ertrages bildet 
und deshalb einen Wirtschaftswert besitzt, der in Rechnung gezogen 
werden muß. 

2. Nach dem Rentierungswerte. 

Bei gegebenem Zinsfuße und unter der Voraussetzung eines 
gleichmäßigen jährlichen Nutzungsertrages kann der Wert des Holz- 
vorrates ebenfalls am einfachsten nach dem Rentierungswerte er- 
mittelt werden. 



Der Normalvorratswert des Plenter- und Mittelwaldes. 153 

Bezeichnet man mit Au den Gesamtnutzungsertrag der Utnlaufs- 
fläche und mit u die Umlaufszeit, so ist der Waldrentierungswert 
für die Umlaufsfläche 

Für die Flächeneinheit 

Ni=— ^^^^ (B + V). 

- u.O'Op 

Der Wert des Bodens darf jedoch nicht beliebig angenommen 
werden, sondern ist nach Formel XIII, Seite 90, zu ermitteln. 

Nach den vorstehenden Formeln erhält man den Wert des 
Normalvorrates nach dem Stande unmittelbar vorEintritt der Nutzung. 
Der jährliche durchschnittliche Nutzungsertrag sowohl für die Um- 
laufsfläche als auch pro 1 ha — welcher bei vorhandener Normalität 
gleichzeitig den jährlichen Wertzuwachs repräsentiert — kann leicht 
aus den bisherigen Wirtschaftsergebnissen festgestellt werden. 
Weniger dürfte dies hinsichtlich der für die Ermittlung des Boden- 
wertes erforderlichen Grundlagen zutreffen, da für diesen Zweck 
eine Trennung der Erträge nach den einzelnen Altersstufen not- 
wendig ist. 

Die Anwendung dieser Methode setzt unbedingt vollständig 
gleichartige und gleichbleibende Verhältnisse voraus, was selten der 
Fall ist. 



Beispiel 75. Bei einer Umlaufszeit von 15 Jahren beträgt die 
Nutzung auf der Umlaufsfläche von 15 ha zusammen 1980 K, die 
Verwaltungskosten betragen pro 1 ha 6 K, der Bodenwert ist nach 
dem Beispiele 47, Seite 90, 460 K. Wie groß ist der Normalvorrats- 
wert bei einem Zinsfuße von p = 3%? 

V + B = 660 K u (V + B) = 660 K X 15 = 9900 K 

1 OQA V 

N = -TT^^ — 9900 K = 66.000 K — 9900 K = 56.100 K 

Ovo 

- 15 



J54 IV- ^^6 Methoden der Waldwertberechnung. 

3. Nach kombinierten Verfahren. 

a) Durch Bestimmung des Gebrauchswertes der bereits ver- 
wertbaren Stammklassen, sowie durch Bestimmung der noch nicht 
verwertbaren Stammklassen im Wege der Kapitalisierung mit dem 
Durchschnittsprozente. 

Man begeht aber auch keinen allzugroßen Fehler, wenn man 
als Durchschnittszuwachsprozeat das periodische Zuwachsprozent der 
beiden jüngsten verwertbaren Altersklassen verwendet. 

Beispiel 76. Für eine bestimmte Bonitätsklasse wurde im 
Wege einer Massenerhebung festgestellt, daß im Durchschnitte bei 
einer 15jährigen Umlaufszeit pro 1 ha unmittelbar vor der Nutzung 
vorhanden sind: 

45jährige Bäume 250 ä 214 K= 535 K 

60 „ „ 150 ä 6-42 „= 963 „ 

75 „ „ 100 ä 12-56 „ = 1256 „ 

90 « „ 50 ä 16-36 , = 818 , 



Summe 3572 K 
Das Zuwachsprozent der 45- bis 60jährigen Periode beträgt 

1-0 zi5 = 5^-1 = 3-00, aus Tafel III Z = 7-6Vo 
2-14 ' 

?^ = 7040K für 15 ha 
0-07d 

... _ 7040 K .„„_^ 

für 1 ha — — — = 469 K 

15 

Nv = 3572 K + 469 K = 4041 K. 
Zur Nutzung gelangen: 

45jährige Bäume 100 ä 214 K= 214 K 

60 . , 50 ä 6-42 , = 321 „ 

75 „ , 50 ä 12-56 „ = 628 „ 

90 . , 50 ä 16-36 , = 818 , 



A« = 1981K 

unmittelbar nach erfolgter Nutzung ist daher: 

Nv = 4041 K — 1981 K = 2060 K. 

Soll jedoch der Normalvorratswert für ein bestimmtes Jahr 
der Umlaufszeit ermittelt werden, so kann dies ebenfalls am ein- 
fachsten mit Hilfe des Zuwachsprozentes geschehen. 



Der Normalvorratswert des Plenter- und Mittelwaldes. 155 

Für die Umlaufszeit beträgt es: 

1-0 zi5_MLK_ 1.9619 
^""^ ~2060K -^^^^^ 

aus Tafel III Z = 4-6%; 

der Normalvorratswert ist daher im 10. Jahre nach erfolgter Nutzung, 
beziehungsweise im 5. Jahre vor der Nutzung: 

Nio = 2060 K X 1-04610 = 2O6O K X 1-5697 = 3230 K 
oder auch: 

Nio = 4041 K j:^. = 4041 K X 0-7990 = 3229 K. 

b) Nach dem Durchschnittsprozente : 

Ai + A2.-r A3+ ... 



N 



Zd 



00 Zd 

Ai Zi -p Ag Z2 -j- A3 Z3 -j 

Ä1-1-A2 + A3+.. 



Die periodischen Zuwachsprozente Zi, Zg, Zg etc. sind aus dem 
Werte der Einzelbäume zu bestimmen. Da dieselben Durchschnitts- 
größen repräsentieren, welche der Mitte der Perioden entsprechen, 
müssen sie zunächst auf den Zeitpunkt der einzelnen Altersstufen 
bezogen werden. Es geschieht dies ebenfalls am einfachsten durch 
graphische Interpollation, indem man die Altersstufen als Abszissen 
und die Zuwachsprozente als Ordinaten behandelt. Die ermittelten 
Zuwachsprozente sind den Mitten der Perioden entsprechend auf- 
zutragen; die aufgetragenen Punkte zu einer Kurve verbunden 
geben eine Zuwachskurve, aus welcher die Zuwachsprozente für 
die einzelnen Altersstufen abgelesen werden können,- 

Beispiel 77. Für das vorhergehende Beispiel ist: 

ß-42 
1-0 Z1I5 = -^^ = 3-000 Zi = 7-60» 
2'14 

rO Z2^5 _ 1^ _ 1-956 z, = 4-550 
1-0 Z3^^ = m|= 1-302 Z3 = r807o 

Zi bei 45 Jahren = 9-50% 
Z2 , 60 „ =5-75% 
Z3 „ 75 , =3-10% 
Z4 „ 90 , =r007o 



156 I^- Die Methoden der Waldwertberechnung. 

7 = ^^^ X ^'^ + ^^^ X ^ '^^ + ^^^ X ^'^ + ^^^ X 1-0 

'^~ 214 + 321 + 628-1-818 

für lhaNi=-5^— = 3954K. 

Am Beginne der Umlaufszeit 

Nv = 3954 K — 1981 K = 1973 K. 

Das Zuwachsprozent ist daher 

3954 K 
1-0 zi^ = -l|;^^ = 2-001, Z-.4-80/0 

Nio = 1973 K X 1-04810 = 1973 K X 1'598 = 3153 K. 

Wären wie im Beispiele 75 der Bodenwert mit 460 K, die 
Verwaltungskosten mit 6 K pro 1 ha gegeben, so kann nunmehr in 
einfacher Weise ermittelt werden, zu welchem Wirtschaftszinsfuße 
sich das Waldkapital verzinst. Der jährliche Reinertrag pro 1 ha ist: 

^_v=i5|lJ^_6K = 12606K 
u lo 

W = Ni + B = 3954 K + 460 K = 4414 K 

u 

100 r 12.606 K 



N^B 4414 K 



2-867o; 



wäre überdies noch ein Preiszunahmeprozent von 1% vorhanden, 
so wäre die Verzinsung 2'86 + 1 = 3-86% oder fast 4%, die sehr 
zugunsten eines solchen Betriebes spricht. 

IL Für den Mittelwald. 

Die Ermittlung des Nörmalvorratswertes beim Mittelwalde kann 
in analoger Weise wie beim Plenterwalde stattfinden. 

Bei der Ermittlung des Vorratswertes durch Kapitalisierung 
mit dem Durchschnittszuwachsprozente hat man jedoch eine geson- 
derte Ermittlung für das Oberholz und das Unterholz vorzunehmen. 
Beim Oberholze ist ganz in der gleichen Weise vorzugehen, wie dies 
für den Plenterwald in dem vorhergehenden Abschnitte gezeigt 
worden ist. 



Der Waldwert des Einzelbestandes. 157 

Der Vorratswert des Unterholzes ist entweder für sich nach 
dem Rentierungswerte oder ebenfalls durch Kapitalisierung mit dem 
Durchschnittszuwachsprozente zu bestimmen. Stellen sich der Er- 
mittlung des Durchschnittszuwachsprozentes Schwierigkeiten in den 
Weg, so können auch die auf Seite 150 theoretisch abgeleiteten 
Durchschnittszuwachsprozente der Rechnung unterstellt werden, ohne 
daß ein wesentlicher Fehler begangen wird, da bis zu einem Um- 
triebsalter von etwa 30 Jahren der Zinsfuß auf die Größe dieser 
Durchschnittszuwachsprozente nur einen ganz untergeordneten Ein- 
fluß nimmt. 

G. Die Ermittlung des Waldwertes. 

Der Waldwert ist gegeben in der Summe des Bodenwertes und 
des Bestandeswertes bei Einzelbeständen und in der Summe des 
Bodenwertes und des Normal vorratswertes für einen größeren nach- 
haltigen Wirtschaftskomplex, die Betriebsklasse. Alle früher l'ür die 
Ermittlung des Bodenwertes, des Bestandeswertes und des Normal- 
vorratswertes aufgestellten Formeln und Grundsätze können daher 
auch ohne weiteres auf den Waldwert Anwendung finden. 

I. Der Waldwert des Einzelbestandes. 

a) Bei ungleichartigen Verhältnissen, welche eine gesonderte 
Wertbestimmung des Bodens und des Holzbestandes bedingen. 

Solche Verhältnisse sind gegeben, wenn der Boden infolge 
seiner Eignung zu einem anderen Zwecke einen höheren Wert besitzt, 
als sein Wirtschaftswert beträgt, oder auch, wenn der Verkaufswert 
des Bodens größer ist als sein Wirtschaftswert. In diesem Falle 
wird man den Bodenwert nach seinem besonderen Gebrauchswerte, 
beziehungsweise nach dem Verkaufswerte bestimmen und zu diesem 
den Wert des vorhandenen Holzbestandes hinzuschlagen. Bei der 
Bewertung des Holzbestandes hat man abermals zu unterscheiden, 
ob es sich um einen älteren Bestand handelt, der seinen vollen 
Gebrauchswert bereits erreicht hat, oder um einen jüngeren Bestand, 
bei welchem dies noch nicht der Fall ist. 

Im ersten Falle wird man einfach in der bekannten Weise 
den Verkaufswert des hiebreifen Bestandes feststellen, im zweiten 
Falle aber die Bewertung entweder nach dem Bestandeserwartungs- 
werte oder nach dem Kostenwerte vornehmen. Da auch hier der 
Bodenertragswert der finanziellen Abtriebszeit unterstellt werden 
muß, ist es gleichgiltig, nach welcher Methode man rechnet, da 
beide zu dem gleichen Ergebnisse führen. 

Formelmäßig ist daher der Wert des Einzelbestandes, wenn 
der angenommene Bodenwert mit B bezeichnet wird, 

W = B ^ A„ 
W = B ^- H K„, 
W = B ^ H E.n 



158 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

oder in HK„, und HEa, für Be-f V den Wert - " "^ f ^ ^ ? ^"" ^^^ — c 

10 p" — 1 

eingesetzt (Formel V, Seite 112.) 

Da ^ ,.. „. \n-Op--n , Da 



W==Be+ A„_c-- 



'^^•■«p-OC^^^) 



ropa ' ■■■ ' ' yvi-op*^— ly ' i-Op» 



h) Bei gleichartigen Verhältnissen, wenn der Bodenwert nach 
seinem Wirtschaftswerte zu bemessen ist. 

In diesem Falle setzt sich der Wert des Einzelbestandes zu- 
sammen aus dem Maximum des Bodenertragswertes und dem Ver- 
kaufswerte des Bestandes, wenn ein älterer Bestand in Betracht 
kommt; dagegen aus dem Erwartungs- oder Kostenwerte, wenn es 
sich um einen jüngeren Bestand bandelt. Wenn das Maximum des 
Bodenertragswertes abermals mitB„ bezeichnet wird, ist der Waldwert: 

Wu-=Bu-A„ 

W„=Bu--HEa. 

W„=B,-i-HK„,. 

Da aber bei Unterstellung des Bodenertragswertes der gemein- 
samen Abtriebszeit die Formeln für den Bestandeserwartungs- und 
Bestandeskostenwert identisch sind, ergibt sich unter Benützung 
der Formel III a für den Bodenertrags wert und der Formel VI für 
den Bestandes wert für den Waldwert die einheitliche Formel: 

^_^ Au — c + Dal-Op^^---r...Dql-Op^-<i _, , 



w„ 

p 



Da ^ 



10 p 
da ferner: ""' <10P"+1' »' - ">■ 



1-Op lOp^ — 1 1-Op^ l-Op'^Cl-Op" — 1) 

«" = (*"-<=- W« + ••• ■"•» P"-') i-o'?^, - V ■ '• 

Hierin bedeuten Da die Zwischennutzungserträge, welche bereits 
vor dem Jahre m eingegangen sind, Dq dagegen jene, welche noch 
nach dem Jahre m zu erwarten stehen. 



Der Waldwert des Einzelbestandes. 159 

Beispiel 78. Es ist der Waldwert eines 50jährigen Fichten- 
bestandes zu ermitteln, wenn im 70. Jahre ein Abtriebsertrag von 
4540 K, ferner an Durchforstungserträgen im 30. Jahre 63 K, im 40. Jahre 
llOK, im 50. Jahre 150 K und im 60. Jahre 160 K zu erwarten 
stehen. Die Kulturkosten betragen 80 K, die jährlichen Verwaltungs- 
kosten 10 K. p = 2V2Vo- 

Au — c = 4540K — 80K= 4460K 

1^ = li|5 = 63 KX 0-4767= 30. 

ili^^rö^o^^o'^x 0-3^2*= ■ • ■ • ''' 

DqlOp"-i = 150KX10252o = 150KX 1-640= . 246 „ 
Dq l-Op'^-1 = 160K X l-025io = 160K X r280 = . 205 „ 

Summe 4982 K 

4982 K .^^^^ff"'" = 4982 K X 3 437 X 0*2159 = 3696 „ 
10 K 

Waldwert: W5o = 3296K 

Für dieselben Annahmen wurde im Beispiele 56 der Boden- 
wert mit 666 K, der Bestandeswert mit 2629 K, zusammen daher ein 
Wert von 3295 K ermittelt. 

Der vorstehenden Formel I kann für die praktische An- 
wendung nur eine geringe Bedeutung beigemessen werden, da sie 
infolge der gesonderten Ermittlung des Bodenertragswertes und 
des Bestandeswertes nicht nur keine wesentliche Vereinfachung auf- 
weist, sondern auch darüber im unklaren läßt, ob der Wert des 
Bodens im richtigen Verhältnisse zu dem Bestandeswerte steht. 

Hinsichtlich des Verlaufes und der Größe unterliegt der nach 
dieser Formel ermittelte Waldwert naturgemäß ganz den gleichen 
Bedingungen wie der Bestandeswert, wenn der Bodenertragswert 
unterstellt wird und ebenso hinsichtlich des Bodenertragswertes, 
wenn sein Maximum ermittelt werden soll. 

Da weiters der Bestandeswert bei Unterstellung des Boden- 
ertragswertes am Anfange der Umtriebszeit unmittelbar nach Aus- 
führung der Kultur gleich c ist, muß auch der Waldwert in diesem 
Zeitpunkte We = c — Be sein, hingegen vor der Bestandesgründung 
im Jahre ist We=Be und am Ende der Umtriebszeit, da dann 
der Bestandeswert = A„ ist, We = Au-|-Be. 



IL Der Waldwert der normalen Betriebsklasse. 

Mit Betriebsklasse bezeichnet man die Gesamtheit der inner- 
halb eines Wirtschaftsganzen derselben Betriebsart und Umtriebszeit 



160 I^- ^'6 Methoden der Wald Wertberechnung. 

sowie demselben Wirtschafts- oder Ertragszwecke zugewiesenen 
Waldteile*). 

Wenn eine Betriebsklasse ein normales Altersklassenverhältnis 
und einen normalen Zuwachs besitzt, ist sie normal; dies trifft 
indes in Wirklichkeit selten, höchstens bei gut bewirtschafteten 
Niederwäldern zu. Der Wert der Betriebsklasse setzt sich sinngemäß 
zusammen aus dem Werte des Normalvorrates und dem Werte des 
Bodens. Gegenüber den Berechnungsmethoden für den Waldwert des 
Einzelbestandes besteht aber der Unterschied, daß bei der normalen 
Betriebsklasse weder der Verkaufswert des Bodens noch der Ver- 
kaufswert des Normalvorrates in Rechnung gezogen werden kann, 
da der Bodenertragswert und der Erwartungs- oder Kostenwert 
des Normalvorrates zugrunde gelegt werden muß, weil es sich um 
größere Waldflächen handelt, bei welchen eine volle Gleichartigkeit 
nicht vorhanden ist. 



1. Der Walderwartungswert der normalen Betriebsklasse. 

Er ist gegeben in der Summe des Erwartungswertes des Normal- 
vorrates und des Bodenertragswertes. 

Man erhält ihn daher am einfachsten, wenn man zur Formel 
des Erwartungswertes des Normalvorrates den Bodenertragswert 
für u Flächenteile addiert. 



(A 



WE 



„ + B, + V)(l-jA^) + D.(l-j^) + 



0-0 p 

u (B H- V) 4- u B 



(A„ + Be + V)(l-pj|-)+Da(l- 



I 



WE = ^ '^^ ^ !^?P^^ uV 

00 p 

Für die Flächeneinheit 



^ (A„ + B.+V)(l-p^ „) + D.(l - i:Jp.) + ■■ • 
' u . 0-0 p 



WE,= ^^ ^P^4 ^ '^''^ V . . III. 



Beispiel 79. Es soll der Walderwartungswert unter den Vor- 
aussetzungen des vorhergehenden Beispieles 78 ermittelt werden; 
u = 70 Jahre. 



'') Guttenberg, die Forstbetriebseinriehtung 1903, Seite 173. 



Waldkostonwert der normalen Betriebsklasse. XQ'l 

A„=4540K 
B, 4- V = 1066 „ 

Summe 5606 K X 0*8224 = ......... 46100K 

d/i— -p^)= 63 KX 0-5233= 329 K 

D.(l-j:^) = 110, X 06276= 690. 

D a(l-j:^) = 150, X 0-7091= 106-3. 

Da(l-j:^) = 160, X 0-7727 = . . . . . 123-6 , 331 8 . 



4941-8 K 

^^^-^^ = 4941-8 KX 40= 197.6720, 

_uV = 70X400K= 28.000-0 . 

Waldwert 169.6720 K 

169.672 K ^,^,,^ 
Für lha= ^^ = 2424K. 



2. Der Waldkostenwert der normalen Betriebsklasse. 

Er ergibt sich ebenfalls durch Addition des Kostenwertes, des 
Normalvorrates und des Bodenwertes: 

^^^ (B. + Y + c)(10p»- l )-D.(l-Op.-»-l) _ 3 

00 p \ I / I 

0-0 p 

Bezeichnet man das Grundkapital (Be + V -f c) mit Q 

„,^_ G(IOp"-l)— Da(IOp"-'-l) „» ,„ 

WK- 00 p "^ .... IV. 

Für die Flächeneinheit 

WK = ^ ^''° P" ~ '^ ~ °« ^'Q P""' ~ '^ V V 

7 u.OOp 

Biebel, WaldweztrechnunK. ä. Aoif; H 



162 IV. Die Methoden der Waldwertberecbnung. 

Beispiel 80.' 

Nach Beispiel 56 ist: 

Be= 666K 

V = 400 „ 

c= 80 ^ 

G = 1146 KX 4-6321= 5308-4K 

Da(l-0p"-'' — 1)= 63KX1'6851=. 1061 K 
Da(rOp"-*— 1) = 110„ X10976=. 1207, 
Da (l-Op'^-- - 1) = 150 , X 0-6386 = . 95-8 , 
Da(10p"-'' — 1) = 160„ XQ'2801= . 44-8, 367-4 , 

Differenz 4941'0K 

4941 KX 40= 197.6400, 

_uV = 70X400K= 28.000-0 . 

Waldwert 169640-0 K 

... _ 169.640 K ^^^^. 

für 1 ha -^ = 2.4230 „ 

Beide Formeln haben vornehmlich nur einen theoretischen 
Wert, weil ihre Anwendbarkeit das Bestehen der vollen Normalität 
der Betriebsklasse zur Voraussetzung hat, was in Wirklichkeit nur 
sehr selten zutrifft. Anderseits gehen aber beide Formeln in die 
ungleich einfachere und bequemere Formel des Waldrentierungs- 
wertes über, wenn bei ihnen der Bodenertragswert unterstellt wird. 

Setzt man in die Formel III: 

WK^(BH-V-^o)l:^- °-<X'"' -"- ' 
den Bodenertragswert, 

■ A « I V I Au-C + DalOp" — 1 

SO wird: B + V + c = j^.Qpu_i 

„rx. (Au-e + Dal-Op" «-) lOp-^-l Da(10p--*-l) 

rOp-^-l 00p 00p 

Au-C + Dal-Op^^-^-DaCl-Op^-^-l) „y 

. ^~ 00p 

WK =;= — ^^ 7— — = dem Rentierungswerte. 

00 p 

Zu dem gleichen Ergebnisse gelangt man aber auch, wenn 
unter Benützung der Formel 1 

W„=(A.-c + ^ + ...D,l-0p..-.)^^5P;^-uV 



Waldrentierungswert der normalen Betriebsklasse. X63 

der Waldwert der Einzelbestände von bis u — 1 Jahren summiert 
wird. 

Man erhält auf diese Weise: 

w_^A _ ^ 1-Op» — 1 , D> f l-Oiß^—1 ^ 
W-(Au c>(i.0pu_i)00p "^1-Op^V 00p J~ 

10p« \ 0-Op ^^^'-^^i* \^ 00p J 

00 p 
daher ebenfalls den Rentierungswert. 

3. Der Waldrentierungswert der normalen ßetriebsklasse. 

Bezeichnet man mit R die jährliche reine Rente, den Wald- 
reinertrag, welchen der Wald nachhaltig zu liefern verspricht, so 
ist der Kapitalswert dieser Rente oder der Wald wert nach Formel 16 
Seite 41 

W =— -- 
■■ 0-0 p 

Der jährliche Reinertrag wird gefunden, wenn man von dem 
Rohertrage der Betriebsklasse oder des Wirtschaftskörpers die jähr- 
lich erlaufenden Kosten in Abzug bringt. Der jährliche Rohertrag 
setzt sich zusammen aus dem Haubarkeitsertage A« der ältesten 
Altersstufe, aus den Zwischennutzungserträgen Da, Db, De . . ., 
welche sich jährlich aus den übrigen Altersstufen ergeben, und aus 
den Nebennutzungen, Pachtzinsen, kurz allen Einnahmen. 

Als Ausgaben kommen in Abschlag die jährlichen Kulturkosten 
der ältesten Altersstufe nach dorn Abtriebe, sowie die Kosten der 
etwa sonst erforderlichen Nachbesserungen, ferner die jährlichen 
Auslagen für Verwaltung, Schutz, Steuern, die KostQu für Gebäude- 
und Wegerhaltung, für Betriebseinrichtung etc., welche auf sämtliche 
Altersstufen bezogen werden. Sind diese Kosten = v, so sind sie 
für sämtliche Altersstufen, wenn die Umtriebszeit mit u bezeichnet 
wird = u , V. 

Der jährliche Reinertrag ist daher für die Betriebsklasse : 



R = Aa-i-Da-f Db 


-^ Dq ~ (c -j- u v) 


und für die Flächeneinheit: 




R _ _ A„ 4- Da - 


f Db 4- • • ■ Dq — c 


u 


u 



und der Waldrentierungswert der Betriebsklasse 

^ R ^ An + D. + Db + -..Dq — (c-f uv) 
' 0-Jp 0-Op 



IV 



164 '^- ^^^ Methoden der Waldwertbereclinung. 

^^^A, + D. + D. + ...D,-c_^y 

Wird dieser Ausdruck durch u dividiert, so erhält man den 
Waldrentierungswert für die Flächeneinheit: 

W ^ Au + D, + Db + ...Dq-c y 
'^ u.O-üp 

Zu dem gleichen Ausdrucke gelangt man auch, wie schon ge- 
zeigt worden ist, wenn man in den Formeln des Walderwartungs- 
und Waldkostenwertes als Bodenwert den Bodenertragswert einsetzt. 

Dieser Waldrentierungswert hat für die gegebene Wirtschaftsart 
nur insolange Giltigkeit, als die Erträge, die Kosten und die ümtriebszeit 
unverändert bleiben. Da er dem Erwartungs- und Kostenwerte des Nor- 
malvorrates und dem Bodenertragswerte entspricht, sind in demselben 
die Verkaufswerte der Bestände und des Bodens nicht berücksichtigt. 

Die Größe des Waldrentierungswertes gibt keinen Aufschluß über 
die Rentabilität der Wirtschaft. Dieser Wert kann von bedeutender 
Größe sein, obwohl der Bodenertragswert vielleicht nahezu Null oder 
sogar negativ ist. 

Bei einem negativ ermittelten Bodenertrags werte besteht sodann 
die Anomalie, daß der Waldrentierungswert kleiner als der Wert des 
Normalvorrates ist, womit zum Ausdrucke kommt, daß die Verzinsung 
der Wirtschaftskapitalien jene des unterstellten Zinsfußes nicht erreicht 
und daher aus dem Bodenkapitale zum Teile gedeckt wird. 

Das richtige Verhältnis des Boden- und des Normalvorratswertes 
kann einzig und allein nur durch getrennte Rechnung nach den 
erörterten Formeln ermittelt werden. 

Annäherungsweise kommt es zum Ausdrucke auf folgende Weise, 
wenn man der Vereinfachung wegen nur vom Abtriebsertrage ausgeht: 

Der Waldwert ist: 

W. = B„ + N^=^ 

Au 
r = — 
u 

A„ r.u 



l-Op«^ — 1 10 p"^—! 

folglich: N^^ö^- i.Opu'L. ^Kö^-Töp^) 

Da nun in den Ausdrücken für den Waldwert, Bodenwert und 
Normalvorrat r gemeinsam ist, müssen sich deren Werte verhalten 



wie: 



Waldrentier ungswert der normalen Betriebsklasse. 155 

^_.__^i YJ 1 ^ 

oop'iop — i'voop rop — ly" 



Die Wertgrößen dieser Faktoren sind in der Tabelle auf S. 166 
angegeben. 

Die Anwendung des Wal drentierungs wertes empfiehlt sich ins- 
besondere für die Schätzung, beziehungsweise Wertermittlung von 
größeren Wirtschaftskörpern. Die Richtigkeit der Resultate ist jedoch 
an die Bedingung geknüpft, daß der Waldreinertrag gleichbleibend, 
jährlich und nachhaltig bezogen werden kann, was nur dann der 
Fall ist, wenn sich der Wald im annähernden Normalzustande be- 
findet. Besteht die Normalität nicht, dann führt diese Methode zu 
unrichtigen Resultaten ; sie liefert zu geringe Werte, wenn ein Vorrats- 
überschuß, dagegen zu hohe Werte, wenn ein Vorratsmangel vor- 
handen ist. Seine Anwendung erfordert deshalb eine genaue Über- 
prüfung aller auf den Ertrag einflußnehmenden Verhältnisse und 
Umstände, namentlich in Hinsicht auf die Möglichkeit des nachhaltigen 
Bezuges. Dabei wird man auch das Augenmerk darauf zu richten 
haben, ob an der bestehenden Umtriebszeit unbedingt festgehalten 
werden muß, oder aber von derselben abgegangen werden kann. 
Entspricht im letzten Falle die Umtriebszeit in finanzieller Richtung 
nicht und erscheint eine Herabsetzung derselben angezeigt und 
möglich, dann wird man den Reinertrag nach der geänderten Umtriebs- 
zeit bestimmen. Der Waldwert setzt sich sodann zusammen aus dem 
kapitalisierten Reinertrage der ermäßigten Umtriebszeit mehr dem 
Werte der hiedurch zur Nutzung frei werdenden älteren Holzbestände. 

Auch darf bei der Kapitalisierung des Waldreinertrages nicht 
unbeachtet gelassen werden, daß von dem landesüblichen Zinsfuße, 
wenn dieser gefordert wird, das Freiszunahmeprozent in Abschlag 
zu bringen ist, da sonst ebenfalls ein zu geringer Wert berechnet 
wird. Es ist dies eine Unterlassung, die in der Praxis ziemlich 
allgemein angetroffen wird und bei einem Verkaufe stets zum Nach- 
teile des Vorbesitzers führen muß. Kann jedoch aus zwingenden 
Gründen der gegebene Zinsfuß um das Preiszunahmeprozent nicht 
ermäßigt werden, so muß bei der Feststellung des Waldreinertrages 
dem Steigen der Holzpreise entsprechend Rechnung getragen werden. 

Etwas anderes ist es jedoch, wenn die Methode des Rentierungs- 
wertes für die Bemessung yon Erbgebühren angewendet werden 
soll. In diesem Falle darf man das Preiszunahmeprozent von dem 
landesüblichen Zinsfuße nicht in Abschlag bringen, sondern muß 
diese Gebühren nach dem gemeinen Werte der Gegenwart be- 
stimmen, da dem Steigen der Holzpreise bei den sich periodisch 
wiederholenden Gebührenbemessungen ohnehin von selbst Rechnung 
getragen wird. 

Die Methode des Rentierungswertes hat weiters den Nachteil, 
daß sie uns über den tatsächlichen Zustand des Waldbestandes 
vollkommen im unklaren läßt und daß sie gestattet, mit Zins- 
füßen zu rechnen, die weder mit der Umtriebszeit noch dem 
wirklichen Werte im Einklänge stehen. Vom Standpunkte einer 



166 



IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 



= w. 



= B 



0-0 p l-Op"— 1 



Zinsfuß 


1 


iVi 


2 


2V, 


3 


- SV. 


4 






P r 


o z e 


n t 







10 



20 



80 



40 



60 



60 



70 



80 



90 



100 



110 



120 



Ww 
B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv 

Ww 

B . 

Nv 

Ww 

B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv. 

Ww 
B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv 

Ww 
B . 

Nv 



100-00 I 66-66 

95'58 62-29 

4-42 4-37 



10000 

90-82 

918 

100-00 
86-25 
1375 

10000 
8180 
18-20 

10000 
77-56 
22-44 

100-00 
7H-46 
26-54 

10000 
69-53 
30-47 

10000 
66-76 
34-26 



66-66 

5766 

9 00 

6666 
53-28 
13-38 

66-66 
49-14 
17-62 

66 66 
45-24 
21-42 

66-66 
41-57 
2509 

66-66 
38-14 
28-52 

66-66 
34 93 
31-73 



100-00 


66-66 


62-10 


31-92 


37-90 


34-74 


100-0 • 


66-66 


58-66 


2914 


41-34 


37-52 


100-00 


66-66 


55-34 


26-54 


44-66 


40-12 


100 00 


66-66 


62-16 


24-14 


47-84 


42-52 



6000 

45-66 

4-34 

6000 
41-15 

8-85 

50 00 
36-98 
13-02 

5000 
33-11 
16-89 

50 00 
29-56 
20-44 

50 00 
26-30 
2370 

50-00 
2334 
2666 

50 00 
2064 
29-36 

50-00 
1821 
31-79 

50-00 
1601 
33-99 

50 00 
14-05 
39-95 

50-00 
1229 
3771 



4000 

35-70 

4-30 

4000 
31-32 

8-68 

40-00 
27-33 
12 67 

40-00 
23-74 
16-26 

4000 
20-52 
1948 

4000 
17-65 
22-35 

4000 
15-11 
24-89 

40-00 
12-88 
27-12 

40 00 
10-93 
29-07 

4000 

9-24 

30-76 

4000 

7-79 

3223 

40-00 

6-53 

33-47 



33-33 28-67 2600 

2904 24-36 2082 

4-29 4-22 4-18 



33-33 

24-81 
8-52 

33-33 
21-00 
12-33 

33-33 

17-68 
15-65 

33-33 

14-77 
18-56 

33 33 

12-26 
21-07 

33-33 
1011 
23-22 

33-33 

8-30 

26-03 

33-33 

6-76 

26-67 

33-33 

6-49 

27-84 

33-33 

4-43 

28-90 

33-33 

3-56 

29-77 



28-67 

20-20 

8-37 

28-67 
16-60 
11-97 

28-67 
13-52 
15-05 

28-67 
10-90 
17-67 

28-67 

727 

21-30 

28-67 

6-93 

22-64 



28 57 

3-79 

24-78 

28-67 

3-31 

25-26 

28-57 

2-56 

2601 

28-67 

1-97 

26-60 



26-00 

16-79 

8-21 

25-00 
13-37 
11-63 

25-00 
10-52 
14-48 

2600 

8-19 

16-81 

25-00 

6-30 

1870 

26-00 

4-80 

20-20 



28-57 2500 

4-77 3-63 

23-80 21-37 



25-00 

272 

22 28 

26-00 

202 

22-98 

25 00 

1-49 

23-61 

2600 

109 

2391 



Waldren tierungswert der normalen Betriebsklasse. Igl 

richtigen Berechnung des Wirtschaftswertes muß ebenfalls der forst- 
liche Zinsfuß und die ihm entsprechende finanzielle UmtViebszeit unter- 
stellt werden, in welchem Falle aber die Methode des Rentierungs- 
wertes zu den ganz gleichen Ergebnissen führt wie die getrennte 
Ermittlung des Bodenertragswertes und des Wertes der Holzbestände, 
nur mit dem Unterschiede, daß bei dem letzten Vorgange dem 
konkreten Waldzustande Rechnung getragen wird, die Methode des 
Waldrentierungswertes aber stets von der unzutreffenden Voraus- 
setzung der bestehenden Normalität ausgeht. 

Beispiel 81. Ein Hektar Fichtenhochwald liefert im 70. Jahre 
einen Abtriebsertrag von 4540 K und im Alter von 

30 40 50 60 Jahren 
Durchforstungserträge von 63 110 150 160 K, 

die Kulturkosten betragen 80 K, die Kosten für Verwaltung, Schutz, 
Steuern, Gebäude- und Wegerhaltung abzüglich der Nebennutzungs- 
erträge 10 K. Wie groß ist der Waldrentierungswert bei einem Zins- 
fuße von 2V27o? 

1. Waldreinertrag der Betriebsklasse: 

R = 4540 + 63 + 110 + 150 + 160 — 80— (70 X 10) 
R = Ö023 K — 780 K = 4243 K. 

2. Waldreinertrag der Flächeneinheit: 

R 4243 K _-, „ 
r = — = — ^^r — = 60-6lK. 
u 70 

3. Waldrentierungswert der Betriebsklasse: 

R 4243 K 

^'= 0^ = 7H)2^ = ^2^3 ^ X ^0 = 169.7J0 K. 

4. Waldrentierungswert der Flächeneinheit: 

^ 'i = ö^ = -^ = «"«1 ^ X "« = ''"^"-^"'^ 

oder auch W,^i69720K^^ 

u 70 

Wäre der vorstehende Zinsfuß von 2V2V0 in Berücksichtigung 
eines Preiszunahmeprozentes von 1% gewählt worden, so wäre die 
Berechnung des Waldrentierungswertes richtiger mit einem doppelten 
Zinsfuße durchzuführen, da das Preiszunahmeprozent nur bei den 
Holzerträgen in Rechnung gezogen werden darf. 

Es wäre sonach für die Kapitalisierung der Einnahmen aus 
den Holzerträgen ein Zinsfuß von 21/2%» ^ör die Ausgaben von 
3Vs"/o zu unterstellen. 



168 IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 

. ^ 4540 -f- 63 + HO + 150 + 160 80 + 700 

0-025 0035 

Wr = 200.920 K — 22.286 K = 178.634 K. 
Für die Flächeneinheit 

n 

oder man kapitalisiert den Waldreinertrag mit dem geforderten 
Zinsfuße und schlagt den aus der Preiszunahme resultierenden Be- 
trag dazu. 

Aus 1. Holzertrag 5023 K 

Ausgaben 780 „ 

Reinertrag 4243 K 



+ ^023k(^-^) 



' 0-035 



Wr = 4243 K X 28-75 + 5023 K (40-00 — 28-57) 

Wr = 121.222 K + 5023 K X 1 1-43 

W =121.222 K + 57.412 K= 178.634 K. 

4. Waldwert der abnormalen Betriebsklasse oder eines 
größeren Wirtschaftskörpers. 

Die Wertermittlung eines größeren Wirtschaftskörpers erfordert 
eine mögliehst genaue Erhebung aller auf den Ertrag einflußnehmenden 
lokalen Verhältnisse und Umstände. Im allgemeinen haben sich diese 
Erhebungen zu erstrecken auf den Wirtschaftszustand des Waldes 
und seine Wachstums Verhältnisse, auf die Absatzfähigkeit der Wald- 
produkte und die Holzpreise, die sonstigen Einnahmen aus Neben- 
nutzungen u. dgl. m.; ferner auf die Erhebung der Gewinnungs- 
und Transportkosten, sowie der sonstigen Ausgaben für Auf- 
forstung, Verwaltung und Schutz, für Gebäude- und Wegerhaltung, 
für Steuern und Umlagen und andere öffentliche Lasten etc. Die 
Erhebung des Wirtschaftszustandes erfordert die Anfertigung einer 
genauen Bestandesbeschreibung unter Angabe der Holzart und des 
Mischungsverhältnisses, des Alters, der Bestückung, der Bonitäts- 
klasse und der erforderlichen wirtschaftlichen Maßnahmen; für die 
jüngeren Bestände genügen diese Angaben, bei den angehend hau- 
baren und haubaren Beständen müssen aber überdies noch die vor- 
handenen Holzvorräte entweder durch vollständige Auskluppierung 
oder zumindest durch Probeflächen, unter Rücksichtnahme auf die 
anfallenden Sortimente und ihre Verwertbarkeit bestimmt werden. 



Waldwert der abnormalen Betriebsklasse. 109 

Liegt bereits ein Einrichtungsplan vor, so empfiehlt es sich 
dringend, die Angaben der Bestandesbeschreibung vor Benützung 
eingehend auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Auf Grund der Bestandes- 
beschreibung und unter Berücksichtigung des gegenwärtigen Alters- 
klassenverhältnisses wird man sodann an die Aufstellung eines 
Nutzungsplanes für die ganze Umtriebszeit schreiten. Als Um- 
triebszeit hat man, wenn die bestehende nicht entsprechend er- 
scheint, die zulässige günstigste zu unterstellen. Diesen Nutzungs- 
plan zerlegt man in die einzelnen Perioden, um für diese die Hau- 
barkeits- und Zwischennutzungserträge, beziehungsweise die Geld- 
erträge festzustellen. Es ist wohl selbstverständlich, daß hiebet 
insbesondere bei den ersten beiden Perioden mit größter Sorgfalt 
vorgegangen werden muß, weil Fehler sich schon nach kurzer Zeit 
bemerkbar machen und in ihrer Wirkung fühlbarer sind als in 
späteren Perioden. Die Art der Einreihung in die einzelnen Perioden 
ist ebenfalls von besonderer Bedeutung. Werden massenreiche und 
wertvolle ältere Bestände den späteren Perioden überwiesen, minder- 
wertige Bestände dagegen in die erste Periode vorgeschoben, so 
berechnen sich ungerechtfertigterweise geringere Werte. Maßgebend 
für die Einreihung in die ersten beiden Perioden ist nicht das 
gegenwärtige Bestandesalter, sondern das mutmaßliche Alter der 
Nutzung, unter Rücksichtnahme auf die notwendige Hiebsfolge. 

Auch die Massenbestimmung hat nach dem mutmaßlichen 
Nutzungsalter zu erfolgen. Die jüngeren Bestände werden nach 
ihrem gegenwärtigen Alter in Perioden zusammengefaßt in der An- 
nahme, daß sie zur Zeit der Nutzung normal genutzt werden. 

Die Länge der Perioden wird man bei Hochwäldern mit etwa 
20, bei Niederwäldern mit etwa 10 Jahren bemessen. 

Die beiden ersten Perioden wird man überdies, wenn besondere 
unregelmäßige Bestandesverhältnisse vorliegen, in Dezennien unter- 
teilen. Innerhalb jeder Periode müssen die Bestände getrennt nach 
Holzart, Bestandesverschiedenheit und Bestandesbonität ausgewiesen 
werden. Der Holzmasseriertrag jener Bestände, welche auskluppiert 
wurden, wird unter Zurechnung des entsprechenden Zuwachses ein- 
gestellt, derjenige der jüngeren Bestände nach dem mutmaßlichen 
Abtriebsalter entweder nach Ertragstafeln oder dem Haubarkeits- 
durchschnittszuwachse bestimmt. 

Die in den einzelnen Perioden ausgewiesenen Holzmassen mit 
den um die Gewinnungskosten verminderten Durchschnittspreisen 
multipliziert geben den Bruttoertrag der Periode; hieraus wird im 
Wege der Division durch die Anzahl der Jahre der Periode der 
jährliche Bruttoertrag gefunden. 

Wenn hinsichtlich der Holzpreise eine ständige Zunahme zu 
erwarten steht, ist diese nach dem Preiszunahmeprozente in An- 
schlag zu bringen. 

Von den auf solche Weise festgestellten jährlichen Brutto- 
erträgen innerhalb der einzelnen Perioden sind sodann die jährlichen 
Ausgaben in Abzug zu bringen. 

Der Wert des Wirtschaftskörpers kann sodann in der Weise 



J70 ^^' ^^® Methoden der Waldwertberechnung. 

berechnet \^erden, daß man die in den einzelnen Perioden ein- 
gehenden gleichen Erträge als Stückrenten auffaßt, für jede Periode 
den Endwert bestimmt und diesen auf die Gegenwart diskontiert. 
Ist der jährliche Ertrag in den einzelnen Perioden von n Jahren 
gleich 

1*1 , r2 , r3 , r4 , . . 

so ist der Endwert der n-mal eingehenden Erträge der 1. Periode: 

lOp'^-l 
^-"^^ 00p 

der Jetztwert: 

_ 10p° — 1 
•^"^-''MOp-OOp 

ebenso der Jetztwert der 2, Periode: 

l'Op° — 1 



1*2 



10p2°00p 

der Jetztwert der 3. Periode: 

10p" — 1 
^-^ = ^'l-0p3"0 0p "'''• 

Hiezu kommt noch der Jetztwert der folgenden Umtriebe. Da 
man die Erträge vom zweiten Umtriebe angefangen gemeinhin als 
normal annehmen kann, ist der Wert dieser immerwährenden Rente: 

00 p 
und ihr Jetztwert = 



10p5«00p* 
Der Waldwert ist daher: 
W-r 1QP°-1 , ^ 1-0P°-1 ■ ^ l-0p°-l , 



1-0 p" 00p ' M-0p2"00p ' "l-Ops^OOp ' ••■ 10p5°00p' 



Beispiel 82. Ein Gut besitzt eine Waldfläche von 1200ha, 
wovon 45% der Fläche mit Laubholz (Buche) und 557o mit Nadelholz 
(Fichte) bestockt sind. Die Umwandlung des Laubholzes in Nadel- 
holz findet bereits seit 40 Jahren statt und wird in weiteren 40 Jahren 
vollzogen sein. Die Umtriebszeit beträgt 80 Jahre. Nach den Ertrags- 
tafeln von Feistmantel entspricht die Buche im Mittel der V., die 
Fichte der VI. Standortsbonität bei einer erreichbaren Bestockung 



Waldwert der abnormalen Betriebsklasse. -.171 

von 08 zur Zeit der Haubarkeit. Der Holzertrag ist demnach zur Zeit 
der Abtriebsnutzung bei der Buche 240 fm^, bei der Fichte 350 fm^ 
pro 1 ha. Der Nettopreis pro 1 fm^, abzüglich der Gewinnungs- und 
Lieferungskosten beträgt derzeit für Buche 6K, für Fichte 8K; da 
bei dem Fichtenholze eine Preissteigerung (Teuerungszuwachsprozent) 
von VsVo zu erwarten steht, stellen sich die Preise in der I. Periode, 

1. Dezennium 8 K, 2. Dezennium 860 K, in der IL Periode 920 K, 
in der IIL Periode 1020 K und in der IV. Periode 11-40 K. 

Die Durchforstungserträge können zur Vereinfachung mit 10% 
des Haubarkeitsertrages bemessen werden. Die Ausgaben für Kulturen 
und Nachbesserungen, Verwaltung, Schutz, Steuer und Wegerhaltung 
etc. können abzüglich der Erträge aus den Nebennutzungen steigend 
angenommen werden, in der I. Periode, 1. Dezennium mit 16.000 K, 

2. Dezennium mit 17.000 K, in der IL Periode mit 18.000 K, in der 
III. Periode mit 20.000 K, in der IV. Periode mit 22.000 K. 

Wie hoch stellt sich der Waldwert bei dem Zinsfuße p = 37o? 

Nach dem generellen und allgemeinen Einrichtungsplane gelangen 
zur Nutzung: 



[1. Dezennium 1450ha Laubholz 
Inder I. Periode { 2. , f 1180 ha 

[2. „ { 32 0ha Nadelholz 

r 126-0 ha Laubholz 

" " ^^- " \ 1320 ha Nadelholz 

^j^ f 34 ha Laubholz 

" " ^^^- » \ 2270 ha Nadelholz 

^^ I 30-0 ha Laubholz 

" » ■^^- " •••... \ 2310 ha Nadelholz 



Ermittlung der periodischen Jahresreinerträge: 

I. Periode. 1. Dezennium: 

Abtriebsnutzung: 14-5ha X 240 = 3480fm3.*ä 6K = 20.880K 

Hiezu 107o an Durchforstungen . . . 2.088 „ 

Einnahmen . '. . 22.968 K 

ab Aus gaben . . . 1 6.000 K 

Jahresreinertrag . . . 6.968 K 

2. Dezennium: 

Abtriebsnutzung: 11-8 ha X 240 = 2832 fm' hart ä 6 K=l 6.992 K 
3-2 ha X 350 = 1120 fm3 weiche 86 „ = 9.632 „ 



Summe 
Hiezu lOVo für Durchforstungen 



Einnahmen 
ab Ausgaben 



Jahresreinertrag . 



26.624 K 
2.662 , 



. 29.286 n 
. 17.000 > 



12.286 K 



172 



IV. Die Methoden der Waldwertberechnung. 



II. Periode: 

Abtriebsertrag: 6-3 ha X 240 = 1512 fm» hart ä 60 K= 9.072 K 
6-6 ha X 350 = 2310 fm^ we ich „ 9-^ „ = 21.252 , 

. 30.324 K 
. 3.032 , 



Summe 
Hiezu 10% füi" Durchforstungen 



Einnahmen . 
ab Ausgaben . 



Jahresreinertrag 



33.356 K 
18.000 „ 



15.356 K 



III. Periode: 



Abtriebsertrag: 17 ha X 240= 408 fm^ hart a 60 K= 2.448 K 
11-35 ha X 350 = 3972 fm3 weich „ 10*2 „ =40.514 , 



Summe 
Hiezu 10<^/o für Durchforstungen 



Einnahmen . 
ab Ausgaben . 



Jahresreinertrag 



42.962 K 
4.296 , 



47.258 K 
20.000 „ 



27.258 K 



IV. Periode; 



Abtriebsertrag: 1-5 ha X 240= 360 fm' hart ä 60 K= 2.160 K 
11-55 ha X 350 = 4042 fm^ we ich „ 11-4 „ =46.079 , 

Summe . . . 48.239 K 
Hiezu 10% für Durchforstungen . . . 4.824 „ 



Einnahmen 
ab Ausgaben 



. 53.063 K 
. 22.000 , 



Jahresreinertrag . . 
K = R4 



Jährl. Reinertrag I. Periode, 1. Dezen. = 6.968 K = RJ 
I. , 2. „ =12.300 
II. , =15.350, =R3| 

III. „ =27.260 „ =R, in 

vf ! 



31.063 K 

10 Jahre 

20 « 



IV. „ =31.060 „=RJ 

weiterhin kann R5 = 31.060 K als gleichbleibend angenommen werden. 

Die Endwerte der Stückrenten sind: 

1-0^10 1 

6.968 K X n.no = 6.968 KX 11-464= 79.881 K 



12.300 „ X 
15.350 „ X 
27.260 „ X 



0-03 
1-0310 _1 

003 

10320 _ 1 

003 
1-0320—1 



0-03 



= 12.300 „ X 11-464 = 141.007 , 
= 15.350,, X 26-870= 412.454, 
= 27.260 „ X 26-870 = 732.476 „ 



Waldwert der abnormalen Betriebsklasse. 173 

31060 K X n^o = 31.060 K X 26-870 = 834.582 K 

31060 „ X -Q^ = 31.060 „ X 33-333 = 1,035.333 , 

Die Jetztwerte sind: 

79.881 KXj:^= 79.881 K X 0*7741 = 61.836 K 

141.007 „Xj:^o= 141.007,, X 0-5537= 78.075 „ 
412.464 „ X p^ = 412.454 „ X 0-3066 = 126.458 „ 

732.476 „ X j^öU = "^^^'^^^ " ^ ^'^^^^ ^ ^^^-^^^ " 
834.582 „ X 3;:^ = 834.582 „ X 0-0940 = 78.451 „ 

1,035.333 „ X j:^ = 1,035.333 „ X 0-0940 = 97.321 „ 



Waldwert: . . . Summe = 566.442 K 



IL Angewandter Teil. 



IL Angewandter Teil. 



I. Die Bestimmung des Wirtsehaftszinsfußes 
und Bodenwertes. 

1. Allgemeines. 

Während die Bodenreinertragslehre vor nicht allzulanger Zeit 
in der heftigsten Weise angefeindet und für die Anwendung in der 
Praxis als unbrauchbar hingestellt wurde, ist dieser Streit allmählich 
durch das allgemeine Sinken des Zinsfußes zum Schweigen gekommen 
und erst in jüngster Zeit wieder aufgenommen worden. 

Die Brauchbarkeit der Bodenreinertragslehre als der einzigen 
Methode, welche uns vollen Einblick in das finanzielle Wesen unserer 
Wirtschaft gewährt, ist wohl heute allgemein, namentlich für den 
aussetzenden Betrieb anerkannt; wenn sie trotzdem in der Praxis 
nicht in dem gebührenden Maße Anwendung findet, liegt die Ursache 
darin, daß die freie Wähl des Zinsfußes zu nicht unbegründeten 
Bedenken Anlaß bietet. 

Wie wir bereits in dem ersten Teile gesehen haben, übt der 
Zinsfuß den hervorragendsten Einfluß aus auf die Größe des Boden- 
ertragswertes sowie auf dessen Kulmination, welche als Maßstab für 
die Hiebreife dient. Da nun jeder Wirtschafter eine möglichst hohe 
Verzinsung seiner Anlagekapitalien fordert, wird meist schon dieses 
Bestreben allein Anlaß zur Wahl eines zu hohen Zinsfußes bieten 
und infolgedessen bei den mit einem solchen Zinsfuße ausgeführten 
Rechnungen zu Resultaten führen, welche mit der Wirklichkeit im 
Widerspruche stehen. 

Unser Ziel wird es daher sein, in diesem Teile der eben erwähnten 
Schwäche der Bodenreinertragslehre dadurch zu begegnen, daß wir 
die Wahl des Zinsfußes nicht dem persönlichen Ermessen des einzelnen 
überlassen, sondern denselben als Ausfluß der Rentabilität der Wirt- 
schaft, beziehungsweise der in der Wirtschaft tätigen Kapitalien an- 
sehen und ihn aus der Rentabilität der Wirtschaft ableiten. 

Riebel, Waldwertrechnung. 2. Aufl. 12 



178 Zinsfuß und negativer Bodenwert. 

Ebenso wie in den übrigen Unternehmungen eine verschiedene 
Rentabilität, respektive eine verschiedene Verzinsung der Anlage- 
kapitalien stattfindet, ebenso kann auch in der Forstwirtschaft §ine 
einheitliche Verzinsung nicht gelten, sie muß vielmehr nach Holzart, 
Bonität, Betriebsart und Wirtschaft verschieden sein. Wir haben 
bereits bei der Beurteilung des Bodenertragswertes betont, daß ein 
negativ ermittelter Bodenertragswert rechnungsmäßig zwar als richtig 
anerkannt werden kann, als Wertgröße aber mit der Wirklichkeit 
insoferne im Widerspruche steht, als es einen negativen Bodenwert 
in Wirklichkeit nicht gibt. Er kann nahezu wertlos oder ganz wertlos, 
also nahezu Null oder gänzlich Null sein, zu einem negativen Werte 
kann er aber schon aus dem Grunde nicht herabsinken, weil der Boden 
als das ursprünglichste Anlagekapital doch von einem bestimmten 
Werte sein muß, da die Verzinsung Und der Holzbestand erst eine 
sekundäre Folge desselben sind. 

Noch widerspruchsvoller erscheint uns aber jener Umstand, 
daß bei einem negativ ermittelten Bodenertragswerte der Wert des 
Normalvorrates sich höher stellt als der Waldwert, also ein Teil vom 
Ganzen einen größeren Wert besitzt als das Ganze selbst. 

Beispiel 83: 

Bu = — 86 K 

Nv = + 320 „ 

Der Waldwert W = B^ + N^ = — 86 + 320 = 234 K. 

Wenn nun gesagt wird, in einem solchen Falle bilde das Boden- 
kapital ein sogenanntes fressendes Kapital, welches gleichsam auf 
Kosten des Normalvorrates lebe, so erscheint uns diese Erklärung 
nicht maßgebend genug, denn auch hier ist das Bodenkapital Ursache 
und der Normalvorrat bloß Folge. 

Der Bodenwert gleicht einem Kapitale, das auf Zinseszinsen 
angelegt ist; bei der Berechnung der Zinseszinsen darf man daher 
das Kapital nicht zugunsten einer höheren Verzinsung verringern. 

In einem solchen Falle ist eben in der Bedingungsgleichung 

Au + Da 10 p'^-* -r DqlOp«-i=(B4-V)(10p" — l) + clOp" 

ein Faktor unrichtig und da alle Faktoren bis auf B und p gegebene 
Größen sind, kann dies nur der Zinsfuß sein, weil die Größe des 
Bodenwertes eine weitere Folge dieses Zinsfußes ist. 

Mit anderen Worten : in einem solchen Falle bleibt die Ren- 
tabilität, beziehungsweise die Verzinsung hinter dem der Rechnung 
unterstellten Zinsfuße zurück; sollen die Rechenresultate mit der 
Wirklichkeit übereinstimmen, so muß ein der Rentabilität der Wirt- 
schaft angemessener Zinsfuß unterstellt werden. 

Einen ebenso großen Einfluß wie der Zinsfuß üben aber auch 
die Kosten für Verwaltung, Schutz und Steuern aus, wie in dem 
nachfolgenden Absätze gezeigt werden wird. 



Der forstliche Bodenwert und dessen Verzinsung. 179 

2. Der forstliche Bodenwert und dessen Verzinsung. 

Hinsichtlich der Rentabilität müssen wir von vorneherein zwei 
verschiedene Wirtschaftskategorien unterscheiden. Den Kleinwaldbesitz, 
bei welchem Kosten für Schutz und Verwaltung nicht bestehen, und 
den Großwaldbesitz, wo diese Kosten unerläßlich sind. Unterstellen 
wir für beide Wirtschaftskategorien denselben Zinsfuß, so bekommen 
wir beim Kleinwaldbesitze mangels solcher Kosten bei der Ermittlung 
des Bodenertragswertes ungleich höhere Beträge als beim Großwald- 
besitze, da hier der Kapitalswert dieser Kosten von dem ermittelten 
Jetztwerte der Einnahmen in Abzug kommt. Für die Wirklichkeit bildet 
dieser Umstand einen Widerspruch, weil hinsichtlich ihrer Lage beide 
Besitzkategorien sich unmittelbar nebeneinander befinden können 
und daher naturgemäß den gleichen Bodenertragswert besitzen müssen. 

Zutreffender erscheint es daher, daß in beiden Fällen der 
gleiche Bodenwert unterstellt und den Kosten für Schutz und Ver- 
waltung nur ein Einfluß auf die Rentabilität beigemessen wird; 
der Großwaldbesitzer kann sich schon aus dem Grunde mit einer 
geringen Rentabilität oder Verzinsung seiner Produktionskapitalien 
begnügen, weil er dieser Arbeitsleistung, beziehungsweise der Mühe 
der Verwaltung und des Schutzes enthoben ist. Wir ermitteln daher 
den Bodenwert stets ohne Rücksicht auf diese Kosten mit einem 
Zinsfuße von 3%, welcher derzeit als landesüblicher Waldzinsfuß 
angenommen werden kann und der auch meist den gerichtlichen 
Schätzungen von Liegenschaften (Realschätzungsordnung) zugrunde 
gelegt wird, da man ziemlich allgemein mit einer Preiszunahme von 
P/o rechnen kann, die wie an früherer Stelle gezeigt worden ist, 
von dem Zinsfuße in Abzug zu bringen ist. 

Den Einfluß der Verwaltungskosten auf die Größe des Boden- 
ertragswertes, beziehungsweise auf die Rentabilität wollen wir an dem 
folgenden Beispiele zeigen, indem wir den Fall in Betracht ziehen, 
daß die beiden Wirtschaftskategorien unter sonst gleichen Verhältnissen 
unmittelbar nebeneinander liegen. Die Erträge entsprechen der am 
Schlüsse mitgeteilten Geldertragstafel für Fichte VL Bonitätsklasse; 
die Umtriebszeit sei 100 Jahre, die Kulturkosten pro 1 ha 70 K, die 
Ausgaben für Steuern beim Kleinwaldbesitze s = 3*30K, beim Groß- 
waldbesitze V -[- s = 10 K, inklusive Ausgaben für Schutz, Verwaltung 
und Instandhaltung der Gebäude und des Inventars; p = 3%. 

1. Für den Großwaldbesitz: 

Aa — c 4612--K 

drux = 9-74 KX 199= 1938— „ 

1.03ioo_i =0-05489 Summe . . 6550-— K 

Jetztwert . . 360 — , 

10K 
ab (V4-c)=-ö:^^ + 70K= . 403- „ 



Bodenertragswert = Diff. . — 43' — K 

12* 



180 ^^^ forstliche Bodenwert und dessen Verzinsung. 

2. Für den Kleinwaldbesitz: 

Jetztwert der Einnahmen 360' — K 

ab (S + c)=-^^^ + 70K=. 180- „ 



Bodenertragswert = ... -4- 180" — K 

Es ergibt sonach die im Geiste der Reinertragslehre vollständig 
richtig ausgeführte Rechnung in dem einen Falle einen negativen 
Wert von 43 K, in dem anderen Falle aber einen positiven Wert 
von 180 K, während in Wirklichkeit in beiden Fällen ein gleicher 
Wert vorhanden sein wird, der jenem für den Kleinbesitz ermittelten 
jedenfalls näher kommt als dem negativen Werte von 43 K. 

Wir haben hier immer nur den reellen Bodenwert im Verkehre 
bei Besitzveränderungen etc. vor Augen und sehen von dem subjek- 
tiven Wirtschaftswerte bei ausbedungenem Zinsfuße in unseren 
weiteren Ausführungen ganz ab, da diesem Werte nur eine persön- 
liche, aber keine allgemeine Bedeutung zukommt. 

Es liegt nun die Frage nahe: Wie groß ist im Großbesitze die 
Rentabilität bei gleichem Bodenwerte, beziehungsweise zu welchem 
Zinsfuße vollzieht sich hier die Produktion, wenn wir den Bodenwert 
unterstellen, wie er sich für den Kleinbesitz ergeben hat? 

Die durchgeführte Rechnung ergibt als Antwort 227o. 

Durch die Ausgaben für Verwaltung und Schutz wird also beim 
Großbesitze die Rentabilität gegenüber dem Kleinbesitze, wo diese 
Ausgaben in Wegfall kommen, von 3% auf 22% herabgemindert. 

Da nun aber in Österreich der Kleinwaldbesitz an der Gesamt- 
waldfläche einen bedeutenden Anteil nimmt und zwar 30% oder rund 
3,000.000 ha umfaßt, können wir aus dem leicht abzuleitenden Wirt- 
schaftswerte, beziehungsweise Verkehrswerte des Kleinwaldbesitzes 
auf die Rentabilität des Großwaldbesitzes einen Schluß ziehen und 
darum bei Unterstellung des gleichen Bodenwertes das Rentabilitäts- 
oder Verzinsungsprozent des wirtschaftlichen Gleichgewichtes ableiten, 
welches in der Wirtschaft dann vorhanden ist, wenn 

Aa-[-Da.l-Op"-»-l-...DqlOp''-^ = (B + V)(10p^— l) + c.l-Op'^ ist. 

Hiedurch ist schon insoferne eine bestimmtere Grundlage gegeben, 
als beim Kleinbesitze der mit dem landesüblichen Waldzinsfuße 
von 3% ermittelte Bodenertragswert leichter mit dem Verkehrswerte 
oder wirklichen Werte verglichen werden kann, da hier Verkäufe und 
Besitzänderungen zahlreicher eintreten als beim Großbesitze. 

Auch kann oft ein Vergleich mit den extensiv bewirtschafteten 
landwirtschaftlichen Grundstücken, den Weiden oder minderen Wiesen 
stattfinden, wodurch abermals ein Maßstab gegeben ist. 

Insoferne beim Kleinwaldbesitze eine natürliche Verjüngung im 
Vordergrunde steht und Kosten für die Aufforstung nicht aufgewendet 
werden, können auch noch diese Kosten bei Feststellung des Boden- 
wertes unberücksichtigt bleiben. 



Der forätliche Bodenwert und dessen Verzinsung. 181 

Die Ausgaben für die Steuern, Zuschläge und Umlagen sind 
auszudrücken entweder in einem Prozentsatze der Roherträge durch 
Feststellung des Verhältnisses des Gesamtrohertrages zum Gesamt- 
steuerbetrage, oder in einem Prozentsatze zu den Bodenbruttowerten. 

Die Roherträge in diesem Sinne bestimmen wir: 

Au — C-f-Da+Db 

u 

In der Regel wird es genügen, die Roherträge bloß durch —- 

auszudrücken. 

Der Gesamtrohertrag ergibt sich aus der Summe der Produkte 
aus den Roherträgen der einzelnen Bonitätsklassen und den zugehörigen 
Flächen. Wenn wir die Roherträge der einzelnen Bonitätsklassen mit 
1*1, Vo, T3, Vi ... . und die zugehörigen Flächen mit fi, fg, t^, f 4 . . . . 
bezeichnen, ist der Gesamtrohertrag F R = ri f 1 -}- r2 f2 + rg fg -(- 
-f- r4 £4 -j- • • • • und wenn ferner mit Fg der Gesamtsteuerbetrag be- 
zeichnet wird, ist der Faktor für die Ermittlung der Steuerbeträge: 

_ Fb 
^""FR- 

Die Steuerquote der einzelnen Bonitätsklassen ist sodann: 

si = ri a 

S2 = Tj a 

Sg = Ts a 

usw. 

Den Bodenwert als angemessenen Vergleichswert mit dem Ver- 
kehrswerte erhalten wir auf diese Weise in der Formel: 

Au -c 4- Da ■103"-'- -!-. ••• /o'> M 
Be = loS-^-i (S -r c) 

FS FS 

oder wenn wir den Quotienten =^ oder = a für die ganze 

r K ^ Dr 

Fläche festgestellt haben 

^ /Au — c-l-Dal-03"-* \ 

Au — c-f Da.l03"-» . . 
ß« = Toä^l (l-a)-c 

, . Da , Db , De ^ \ 

oder wenn wir h -; — 1 = dr setzen 

a b ' 



182 



oder 



Der forstliehe Bodenwert und dessen Verzinsung. 
Aq— c -}- drux 



Be = 



103«— 1. 



(S + c) 



-, Au — c + drux ,, - 

B« = ^-TTTT^ — , (1 — a) — c 



103" — 1 
ohne Kulturkosten und Durchforstungserträge: 

ß«=ro3«-i~^ 

mit Kulturkosten aber ohne Durchforstungserträge: 
Die Faktoren für mx, beziehungsweise ux sind: 



25 
30 
35 
40 
45 
50 
55 
60 
65 
70 
75 
80 



20 



23-12 
27-81 
3293 
38-60 
46 — 
52-20 
60-28 
6936 
79-70 
91-42 
104-77 
119-90 



35 
40 
45 
50 
65 
60 
65 
70 
75 
80 
85 
90 



30 



34-82 

40-44 

46-76 

53-76 

61-65 

70-50 

80-53 

9180 

104 56 

119-— 

135-22 

153 98 



45 


46-36 


50 


63-— 


55 


60-40 


60 


68-70 


65 


78-06 


70 


88-55 


75 


100-27 


80 


113-55 


85 


128-60 


90 


145-53 


95 


164-73 


100 


186-50 



56 

60 

66 

70 

75 

80 

85 

90 

95 

100 

105 

110 



» = 50 



57-97 

65-68 

74-03 

83-51 

94-20 

106 16 

11968 

134-82 

152 — 

171-40 

193-20 

218-02 



6f- 

70 

75 

80 

85 

90 

95 

100 

105 

110 

115 

120 



a = 60 



69-55 

7812 

87-67 

98-24 

110-33 

123-84 

139-08 

156-— 

175-24 

197-— 



a = Jahr der ersten Durehforstung. 



Als Zinsfuß ist, wie schon hervorgehoben wurde, der Waldzins- 
fuß von 3% zu wählen. 

Als Umtriebszeit ist die diesem Zinsfuße entsprechende finanzielle 
zu nehmen, damit stets das Maximum des Bodenwertes ermittelt werde, 
welches bei Nadelhölzern etwa bei 70, bei den Laubhölzern, soweit 
sie für den Hochwaidbetrieb in Betracht kommen, im Durchschnitte 
bei 80 Jahren gelegen ist. 

Man wird übrigens keinen allzu großen Fehler begehen, wenn 
man für die Feststellung dieses V,erkehrswertes allgemein eine Umtriebs- 
zeit von 80 Jahren unterstellt, wodurch die Beschaffung der Abtriebs- 
erträge wesentlich erleichtert wird. 



Der forstliche Bodenwert und dessen Verzinsung. 



183 



Entgegen der bisherigen Anschauung und Übung gehen wir von 
dem Gesichtspunkte aus, daß jedem Waldboden ein gewisser reeller 
Wert innewohnt, welcher — - wenn nicht auf andere Weise — durch 
das Maximum des Bodenwertes bei Unterstellung eines Zinsfußes von 
3% gegeben ist, und daß die Größe dieses Bodenwertes weder durch 
die Verwaltungskosten noch durch die Umtriebszeit, sondern lediglich 
durch dessen Verzinsung beeinflußt wird, die in dem W^irtschafts- 
prozente ihren Ausdruck findet, welches für jeden gegebenen Fall 
abgeleitet werden muß. 



Beispiel 84: 

Es ist der Bodenertragswert für die einzelnen Bonitätsklassen 
eines Wirtschaftskörpers zu berechnen, der aus 400 ha IV., 600 ha 
VI. und 500 ha VII. Bonitätsklasse Fichte besteht. Die Kulturkosten 
betragen pro 1 ha 80 K, die Steuern und Umlagen insgesamt jährlich 
3700 K. 

Die Abtriebserträge bei 80 Jahren sind 

in der IV. VI. 

An = 5752 3508 

an Durchforstungserträgen gehen ein 

im 20. 30. 40. 

IV. Bonitätsklasse 24 63 

VI. „ - 48 

VII. „ — — 



VII. Bonitätsklasse 
2636 K 



50. 60. 

110 150 146 

90 90 

64 60 



67 
49 



70. Jahre 
149 K 

88, 
82, 



Der Waldrohertrag ist: 



für die 



IV. Bonitätski. 
46 — 



VI. Bonitätski. 
42-80 



VII. Bonitätski. 
31-90 K 



IV. Klasse 400 X 46-0 K = 18.400 K 

VI. „ 600 X 42-8 „ = 25.680 ; 

VII. „ 5 00 X 31-9 „ = 15.950 „ 

Gesamtrohertrag 60.030 K 

^700 K 
gegenüber 3700K Steuern u. Umlagen, daher Steuersatz ^ = 0062 

bO.OoO K 

vom Rohertrage. 

s somit für die IV. Bonitätski. = 4600 K X 0062 = 2*85 K 
s „ „ „ VI. „ =42-80 „X 0062 = 2-65 , 

s , „ „ VII. „ =31-90 „X 0-062 = 1-98 „ • 



S für die IV. Klasse = 



VI. 



2-85 K 



0-03 
2-65 K 



= 95K 



0-03 



= 88 



184 



Der forstliche Boden wert und dessen Verzinsung. 



■j.QQ TT 

S für die VII. Klasse == -~p- = 66 K 

O'üo 



und B für die IV. Klasse = 470 — 95 = 375 K 
B „ »VI. , =369 — 88 = 281 „ 
B „ „ VII. „ =234 — 66 = 168 „ 

Zu den gleichen Ergebnissen gelangt man auch durch Auf- 
teilung des Steuerbetrages nach den Bodenbruttowerten. 



Es ist: 










für die IV. Bonitätski. 


VI. 


Bonitätski. 


VII. Bonitätski. 


^'-'^- 1-20 
a 20 










I>b_63 _ 210 
b 30 ^^^ 


Da 

a 


48 
30' 


= 1-60 




^=1°= "^ 


Db 
b 


67 
~40' 


= 1-67 


^^ = ^^= 1-22 
a 40 




De 

c 


90 
50 ' 


= 1-80 


b -50- ^^^ 


"•-"«- 2 43 
e 60 


Dd 
d 


90 
60' 


= 1-50 


c 60 


f 70 ^ ^^ 


De 

e 


88 
~70' 


= 1-26 


Dd 82 
d -70 


dr = 13-61 




dr = 


= 7-83 


dr= 4-67 


füra = 20,m = 80 


füra: 


= 30, 


m = 80 


füra = 40,m = 80 


ist aus Tafel 


ist 


aus Tafel 


ist aus Tafel 


mx= 119-9 


ms 


: = 119-0 


mx = 11355 


drmx= 119-9 X 13-61 
1632 K. 


drmx= 


: 119-0X7-83 
932 K. 


drmx = 113-55X4-67 
530 K. 




IV. 




VI. 


VII. 




Bonitätski. Bonitätski. 


Bonitätski. 


Au — c = 


3672 




3428 


2556 K 


drmx = 


1632 




932 


530 „ 


Summe . . . 


5304 




4360 


3086 K 


^ — 0-10^7 


550 




449 


S14 


1038« -1 "^"^^ 


o±'± „ 


ab c 


80 




80 


80 „ 


Br = 


470 




369 


234, 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 185 

Gesamtbödenbruttowert : 

IV. Bonitätsklasse 400 X 470 K = 188.000 K 

VI. „ . 600X369 „ =221.400 „ 

VII. „ 500 X234 „ ^117.000 , 

2:Br = Summe . . . 526.400 K 

FS = 3760 K X 33-33 = 125.320 „ 

2:b = 401.080 K 

_ FS ^ 125.320K ^ 
^ ~ 2; Br~ 526.400 K~ 

S = Br X a = Br . 0-24, B = Br (1 — a) = Br . 076 

s = Br X a X 003 = Br X 0072. 

Das Steuerkapital pro 1 ha ist demnach : 

für die IV. Bonitätski. S = 470 K X 024 = 1 13 — K s = S . 003 = 339 K 

VI. „ S = 369 „ X 0-24 = 88-— „ s = S . 003 = 2-64 , 

VII. „ S = 234 „X 0-24= 56-— „ s = S. 0-03 = 1-68 „ 

IV. Klasse B = 470— 113 = 357 K 
VI. „ B = 369 — 88 = 281 „ 
VII. „ B = 234— 56 = 178 „ 
oder 

IV. Klasse B« = 470 X 076 = 357 K 

VI. „ Be = 369X0-76 = 280 „ 

VII. „ Be = 234X0-76 = 178 „ 

3. Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtsehaftszinsfußes 

im allgemeinen. 

Wie wir bereits gesehen haben, muß dieser Bestimmung die 
Feststellung des Bodenwertes vorangehen und zwar im Vergleichs- 
wege entweder mit dem Verkehrswerte oder mit den landwirtschaft- 
lichen Grundstücken oder aber am einfachsten, wie gezeigt wurde, 
nach dem Ertragswerte unter Zugrundelegung des landesüblichen 
Waldzinsfußes von 3"/o mit Vernachlässigung der Kosten für Schutz 
und Verwaltung. 

Die Bestimmung des Wirtschaftszinsfußes bei also bekanntem 
Bodenwerte geschieht in einfacher Weise auf graphischem Wege 
mittels des Diagrammes I. 

Zum leichteren Verständnisse sollen vorerst die Durchforstungs- 
erträge unberücksichtigt gelassen werden. 

Die Formel für den Bodenertragswert ist sodann: 

^«-l-Opu-i 00 p 



186 Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 

Für die Konstruktion des Diagrammes verwandeln wir diese 
Formel in 

u lOp^-l 00 p ^' 



J^ c 

wobei wir weiterhin den Wert — mit br bezeichnen werden. 

u 

Der Ausdruck ( ■—- 00 p — r— ) 7--— eignet sich nun für 

vl-Op" — 1 br/OOp 

die graphische Darstellung. Zu diesem Zwecke sind die Zahlenwerte 

des Faktors 0*0 p für die Zinsfüße von 05% bis 57o 

10 p — 1 

gerechnet worden. 

Diese Werte auf einem Millimeterpapiere aufgetragen, wie es 
beim Diagramm I der Fall ist, geben Kurven, deren Maximalwert 
10 bei 0% gelegen ist und die mit zunehmendem Alter und Zins- 
fuße eine abnehmende oder fallende Tendenz besitzen. 

Die Horizontallinien der Millimetereinteilung entsprechen dem 

V 1 

Quotienten — , die geraden Diagonallinien dem Faktor „^^ . 

Vorausgeschickt muß noch werden, daß ans Zweckmäßigkeits- 
gründen die Wertbezifferung der äußersten linken und rechten 

Vertikallinie dem zwanzigfachen Werte von ^r— entspricht. 

Es ist 

V 



Bu = br I -pr-- ^ .00p , 

VlOp" — 1 ^ br 

Beispiel 85: 

Vorerst soll nun der umgekehrte Weg eingeschlagen und bei 
gegebenem Zinsfuße p der Bodenertragswert bestimmt werden. 
Es sei bei einem Niederwalde mit SOjährigem Umtriebe 

Au = 610K, c = 10K, v = 6K und p = 30/0- • 

20v 120K ^^ 

Trägt man jetzt bei der Vertikalen von 3Vo von der Nullinie 
AB den Quotienten -r-— = 6*0 auf, so ist die Ergänzung ab bis zur 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 187 

V ^ 



Kurve u = 30 gleich dem Faktor (^^.q n __ i^'^P — ^J ='^'^'^' 

wenn dieser Abstand ab auf dem Maßstabe für ^-7^— von der hori- 

ÜV p 

zontalen NuUiuie aus bei der Vertikalen von 3% »i bi abgemessen 

wird. 

Hieraus folgt: B„ = br X HO — c = 20K X H — 10 K = 210K. 

Ist nun umgekehrt der Bodenwert gegeben und soll der Zins- 
fuß gesucht werden, so geschieht dies in folgender Weise: 
Man bildet zuerst die beiden Quotienten: 

Ba-4-c-|-20v ^ 20 V 
und 



br br 

Ba-fc + 20v 210 + 10 + 120 340K 



br 20 20 K 



= 170 



20v 120K 

-bF = ^]^= ^'^- 

Den Quotienten 170 vertikal bei B auf dem Diagramme auf- 
getragen (Punkt d) und jenen von 6*0 ebenso bei A aufgetragen 
(Punkt c) und beide Punkte durch eine gerade Linie verbunden gibt 
im Schnittpunkte b mit der Kurve u = 30 den Zinsfuß p = 3%. 

Kommen Einnahmen aus jährlichen Nebennutzungen hinzu, so 
werden diese sofort von den Kosten v in Abzug gebracht, wodurch 
der übrige Vorgang nicht geändert wird. 

Treten dagegen die Erträge aus den Durchforstungen hinzu, so 
gestaltet sich der Vorgang selbstverständlich etwas umständlicher, 
immerhin ist er aber noch bequem und einfach genug, um leicht 
ausgeführt werden zu können. 

Bezeichnen Avir wieder (siehe S. 78) 

Da , Db , De -^ A 

\-- — [- — mit dr 

a b ' c 

und die Endsumme der prolongierten Durchforstungen mit dr.mx, 
so bilden die Werte für x ebenfalls Kurven, welche auf dem. 
Diagramme auf der rechten Seite dargestellt und mit u — a Jahren 
bezeichnet sind. 

Tritt z. B. die erste Durchforstung im 30. Jahre ein, so wird 
bei einer Umtriebszeit von 100 Jahren der Wert für x an der 
äußeren Bezifferung bei der Kurve u — a = 100 — 30 = 70 abgelesen, 
und zwar für 

p = 27o mit 1-260 

P = 2V27o » 1-575 

p = 3% ^ 1-990 usw. 



J^88 J^iß Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 

Analog der früheren Formel ergibt sich für den Bodenertragswert: 

B. = (br + drx) (-j—^i .00p- ^~^) ^ - « 

wobei der Ausdruck ( i.,, p" _ i 00 p - -^-g^) g:^ ebenso wie 

früher graphisch dargestellt werden kann. Die Formel ist mit der 
früher angegebenen bis auf das Hinzutreten des Ausdruckes drx 
vollkommen identisch. Die Ermittlung des Zinsfußes p stimmt des- 
halb auch mit der bereits vorgeführten Methode überein, nur muß 
sie doppelt stattfinden, das erstemal ohne Rücksicht auf den Faktor x, 
das zweitemal mit Berücksichtigung desselben für das zuerst er- 
mittelte Näherungsprozent p. 

Obwohl wir den Wert für p auf zwei Dezimalstellen genau er- 
halten, runden wir ihn dennoch auf eine Dezimalstelle ab, da wir 
mit Hundertstelprozenten mangels so weitläufiger Rententafeln nicht 
rechnen können. Die Rechnung nach Zentelprozenten halten wir 
jedoch für unerläßlich, weshalb unsere Rententafeln dementsprechend 
eingerichtet worden sind. 

Beispiel 86: 

Der Bodenwert sei pro 1 ha 250 K, die Kulturkosten 70 K, die 
Ausgaben für Verwaltung, Schutz und Steuern 10 K. 

Die Erträge entsprechen der Geldertragstafel der VI. Bonitäts- 
klasse Fichte, u = 100 Jahre. 

, A„ — c 4682K— 70K ..,„„ 

dr (aus der Geldertragstaf el) = 974 „ 



br-f dr= . . . 55-86 K 
Br + c + 20v 250K + 70K + 200K 520 K 



br + dr 55-86 K 5586 K 



9-3 



20 V 200K 

= -^ „„_ = 66. 



br-]-dr 5586 K 

Den Quotienten 9-3 vertikal bei B und jenen von 36 ebenso 
bei A aufgetragen und diese beiden Punkte verbunden, gibt im 
Schnittpunkte mit Kurve u = 100 das Näherungsprozent p = 2-l%: 

bei 2-1% und u — a = 70 Jahre x = 132 

daher drx = 9-74 K X 1 -32 = 12-86 K 

br = (wie früher) 4612 „ 

Summe . . . 5898 K 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 189 

B + c + v20_ 520K _ g.^ 

3-4 



br + drx 58-98 K 
20 V 200 K 



br-j-dr 5898 K 

am neuen Schnittpunkte p = 219 
abgerundet p = 22°/o. 

Beispiel 87: 

Bei u = 70 Jahre wurde für die gleiche Bonitätsklasse ein Boden- 
wert von 336 K ermittelt; wie groß ist p unter den sonst gleichen 
Verhältnissen? 

, A„-c 2667 K- 70 K .__^ 

br = = s^TT = 3 / 10 K 

u 70 

dr= 6-57 , 



br + dr = . . . 4367 K 
B-j-c4-20v_336K4-70K-L200K_ 601K _ .o.-g 



br-f dr 43-67 K 4367 K 

20 V _ 200 K 
43-67 K~"43-67"K 

p = 2-2, x = l-08 

drx =6-57 KX 108= 709 K 
br = 3710. 



= 4-40 



dr4-br = 44-19 K 

6Q1K_ 14-95 200 K 
4419 K~"^*^^' 4419 K~ ^^"^ ^ 

p = 2-22, rund 2-2%. 

Beispiel 88: 

Der Bodenwert von 336 K bei u = 70 Jahre stellt uns das 
Maximum dar; es soll nun festgestellt werden, zu welchem Zinsfuße 
sich dieser Bodenwert bei einer Umtriebszeit von 100 Jahren verzinst. 

br-f-dr (aus dem 1. Beispiel) = 55'86K 

B + c4-20v 601 K 



br 4- dr 55-86 K 

20 v 200 K 



br-f-dr 55-86 K 



10-76 



= 3-6 



190 Diö Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 

am Schnittpunkte der Kurve u = 100, p = 2% 

bei 2Vo (u — a = 70)x = l-26 

drx = 974 K X 126 = 10-47 K 
br = 4612 , 



br + drx = 5659 K 
601K ,^^. 200K 

106, f-n.rtMjr = 30 



56-59 K ' 56-59 K 

p = l-98 rund 2-OVo- 

Beispiel 89: 

Zu welchem Zinsfuße verzinst die Buche den Bodenwert von 
336 K, wenn die Erträge der IV. Bonitätsklasse entsprechen und 
wenn c = 20 K, v = 10 K und u = 100 Jahre beträgt? 

b,^A^_j^2622K-20K^ 26-02K 

dr (aus der Geldertragstafel II) = 6-16 „ 

br + dr = . . . 3218 K 

B4-c + 20v_336 + 20 + 200_ 556K ^ ^^.^ 



br + dr 3218 32-18K 

20 V 200K 



br + dr 32-18K 

p = 1-4 o/o, x = 0-97 

drx = 616 KX 097= 596 K 

br = 26-02 „ 

br-f dr = 31-98 K 

556K _.._ 200K ___ 



6-2 



3r98K ' 3r98K 

P = l-4o/o. 

4. Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtsehaftszinsfußes 
für einen Wirtsehaftskörper mit verschiedenen Holzarten und 

Bonitätsklassen. 

Ein Wirtschaftsbezirk bestehe aus 690 ha Fichtenhochwald und 
510 ha Buchenhochwald; davon entfallen in die 

II. III. IV. V. VI. VII. Bonitätsklasse 
von der Fichte ....— — 125 179 250 136 ha 
, „ Buche .... 28 146 172 132 32 — • 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtscliaftszinsfußes. 



191 



Die Erträge entsprechen den am Schlüsse mitgeteilten Geldertrags- 
tafeln; die Kulturkosten seien für Fichte 70 K, für Buche 20 K, die 
Kosten für Steuern und Umlagen insgesamt 3600 K, für Schutz und 
Verwaltung 12.000 K, daher pro 1ha im Durchschnitte s = 3K, 
v = 10K. 

Nach der früheren Darstellung wäre nun zunächst für die 
finanzielle Umtriebszeit von 80 Jahren und den Zinsfuß von 3% 
der Bodenwert für beide Holzarten und die verschiedenen Bonitäts- 
klassen unter Vernachlässigung der Verwaltungskosten zu be- 
rechnen und sodann für diese Bodenwerte das Verzinsungsprozent 
mittels des Diagrammes bei Unterstellung der durchschnittlichen 
Verwaltungskosten und der Kosten für Instandhaltung der Gebäude 
und des Inventars von 10 K pro 1 ha festzustellen. 

Vorerst müssen jedoch die Steuern und Umlagen auf die ein- 
zelnen Holzarten und Bonitätsklassen im Verhältnisse zum Wald- 
rohertrage aufgeteilt werden. 

Der Waldrohertrag ist in diesem Falle: 



somit 



Au — c + Da + Dt 



D. 











u 




für Fichte 
Au — c 

SDa 


IV. 

5682 
642 


V. 

4532 

545 


VI. 

3438 

383 


VII. Bonitätsklasse 
2566 K 

274 „ 


r = 


S'' 
'80~ 


6324 
80 


5077 
80 


3821 

80 


2840 
80^ 




r = 


7905 


63-46 


47-76 


35-50 , 



für Buche II. III. IV. V. VI. Bonitätsklasse 

Au — c 2415 2086 1664 1328 1077 K 

SDa 373 303 242 174 129 , 

^Sa^ 2788 2389 1906 1502 1206 " 

^ 80~ 80 80 80 80 80 

r = 34-85 29-86 23-82 1877 1507 , 



X 250 = 11.940 



und der Gesamtrohertrag: 

79-05 KX 125= 9.881 

63-46 „ X 179 = 11.359 

47-76 

35-50 

34-85 

29-86 

23-82 

18-77 

15-07 



X136 = 

X 28 = 
X146 = 
X172 = 
X132 = 
X 32 = 



4.828 
976 
4.360 
4.097 
2.477 
482 



Zusammen 



= 50.400 



— K 



K 



192 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 



Da die Gesamtsteuer 3 X 1200 = 3600 K beträgt, ist die Ver- 
hältniszahl für die Ermittlung der Steuer aus dem Waldrohertrage 



3600 K 



50.400 K 



= 0-0715. 



Die Verhältniszahl für die Ermittlung der Anteile an den Ver- 
waltungskosten ist 



1200 X 10 12.000K 



0-2385 



50.400 K 50.400 K 

jene für die Ermittlung der Steuern und Verwaltungskosten zusammen 
1200 X 13 15.600 K 



50.400 K 



50.400 K 



= 0-310. 



Die Steuerquoten sind daher: 



Für die Fichte 



für die Buche 



IV. 

V. 

VI. 

VII. 

II. 
III. 

IV. 

V. 

VI. 



Klasse = 7905 K X 0-0715 = 5-65 
„ =63-46 „ X 0-0715 = 4-53 



K 



= 47-76 
= 35-50 
= 34-85 
= 29-86 
= 23-82 
= 18-77 
= 15-07 



X 0-0715 = 3-41 
X 0-0715 = 2-54 
X 0-0715 = 2-50 
X 0-0715 = 2-13 
X 0-0715 = 1-70 
X 0-0715 = 1-34 
X 0-0715 = 1-08 



Der Bodenwert ist, wenn er nicht auf andere Weise im Ver- 
gleichswege festgestellt werden kann : 

Be = (Au — c + 120 dr) 0-1037 — (c + 33-33 s) 



daher für Fichte IV. 



V. VI. VII. Bonitätsklasse 



Au — c . 

drmx . 

Summe . 

Jetztwert . 

ab (c + S) . 

Bodenertragswert Be = 



5682 4532 3438 2566 K 
1633 1374 940 636 , 



7315 5906 4378 3202 K 
758 612 454 332 „ 
258 220 184 155 , 



500 392 270 177 K 



für Buche II. III. IV. V. VI. Bonitätsklasse 



Aa — C 

drmx 

Summe 

Jetztwert 

ab (c + S)_. 
Bodenertrags wert Be = 



2415 2086 1664 1328 1077 K 
854 700 562 381 282 . 



B . . . 3269 


2786 


2226 


1709 


1359 K 


t . . . 339 


289 


231 


177 


141 „ 


) . . . 103 


91 


77 


65 


56 „ 



236 198 154 112 85 K. 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtsehaftszinsfußes. 193 

Wie verzinsen sich nun diese Bodenertragswerte bei der gleichen 
ümtriebszeit und bei Unterstellung der durchschnittlichen Verwaltungs- 
kosten von 10 K pro 1 ha für sämtliche Bonitätsklassen und Holz- 
arten? 

Für die IV. ßonitätsklasse Fichte ist: 

, Au-c 5752 K- 7 K _._.„ 

br = = 57^ = 71 02 K 

u 80 

dr (aus der Geldertragstafel) 13 61 „ 



br -i- dr = 8463 K 



Be + c + 2 0v^ 500K4-70K + 200K ^ 770K _ 
br-t-dr ~ 84-63K ~84-63K~ 

20 V _ 200 K _ 
br 4- dr ~~ 8463 K ~ 

Den Quotienten 91 auf dem Diagramm I bei der Vertikalen B 
und jenen von 24 bei A aufgetragen und verbunden gibt am Schnitt- 
punkte dieser Linie mit der Kurve 80 das Näherungsprozent p = 263; 
nunmehr x bei der Durchforstungs kurve u — a = 80 — 20 = 60 für 
dieses Näherungsprozent 2'63 abgelesen, gibt 148, welche Zahl mit 
0"9 zu multiplizieren ist, da die erste Durchforstung nicht im 30., 
sondern schon im 20. Jahre eintritt, daher 

X = 1-48 X 0-9 = 1-33 

und drx = 13*61 K X 1*33 = 1810 K 

br = 7102 , 







br 4" dr — 


8912 K 


B 


4-C + 20V 


769 K 


= 8-6 




br-j-dr 


8912K 




20 V 


200 K 


= 2-3. 



br + dr 8912K 

Die beiden Quotienten abermals in der früheren Weise auf 
dem Diagramme aufgetragen und verbunden, gibt bei dem Schnitt- 
punkte der Kurve 80 das Wirtschaftsprozent p = 2*73, abgerundet 
2'7Vo; dieselben auch für die übrigen Bonitätsklassen ermittelt, gibt 

für die II. III. IV. V. \X VII. Bonitätsklasse 

für Fichte p = — — 27 26 235 2P/o 
. Buche p = 20 19 16 12 07 - % 

Es würde nun zu weit führen, innerhalb eines Wirtschaftskörpers 
mit solchen nach Holzart und Bonitätsklasse verschiedenen Zinsfüßen 

Bisbel, Waldwertrechnung. 2. Aufl. 13 



194 ^^^ Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 

rechnen zu wollen, obgleich ein derartiger Vorschlag für die An- 
wendung in der Praxis bereits erfolgt ist^). 

Wir erzielen — ohne das Ergebnis besonders zu stören — 
eine wesentliche Vereinfachung dadurch, daß wir diese verschiedenen 
Zinsfüße auf einen einheitlichen zurückführen, indem wir die Aus- 
gaben für Verwaltung und Schutz, für Instandhaltung der Gebäude 
und des Inventars, ebenso wie für die Steuern im Verhältnisse zu 
dem Rohertrage abstufen. 

Diese Abstufung halten wir insoferne für gerechtfertigt, als bei 
den Steuern und Umlagen dieses Prinzip ohnehin besteht und bei 
den übrigen Kosten ein größerer oder geringerer Aufwand ebenfalls 
durch die Größe des Ertrages bedingt wird. 

Die Größe des Ertrages hängt in erster Linie von der Intensität 
der Wirtschaft ab; je intensiver sie betrieben wird, desto größer 
werden auch diese Kosten sein und umgekehrt um so geringer, je 
extensiver gewirtschaftet wird. Diese Beziehung besteht aber auch 
innerhalb der einzelnen Bonitätsunterschiede, da es keinem Wald- 
besitzer einfallen würde, auf ein ertragloses Objekt mit nur geringen 
Bonitäten an Kosten ebensoviel aufzuwenden als auf ein anderes 
Objekt mit hohen Erträgen zufolge guter Bonitäten. 

Wir sehen, daß im gewählten Beispiele bei der Fichte die 
IV. Bonitätsklasse den Bodenwert von 500 K mit 2*77o? die VII. Boni- 
tätsklasse den Bodenwert von 177 K mit nur 2-1%, hingegen die 
VI. Bonitätsklasse Buche den Bodenwert von 85 K nur mit 07% 
verzinst. 

Würden wir bei der Ermittlung des Bodenwertes, wenn wir 
die Verwaltungskosten v mit 10 K für alle Bonitätsklassen gleich 
nehmen, das durchschnittliche Verzinsungsprozent der VI. Bonitäts- 
klasse Fichte p = 2'3^lo unterstellen, so würde sich für die IV. Boni- 
tätsklasse Fichte ein Bodenwert von 710 K, für die VII. Bonitäts- 
klasse ein solcher von nur 89 K und für die VI. Bonitätsklasse Buche 
ein negativer Bodenwert von 333 K ergeben. 

Stellen wir aber die Kosten für Verwaltung und Schutz in 
gleicher Weise wie für die Steuern nach dem Rohertrage abgestuft 
in Rechnung, so erhalten wir bei Anwendung des Durchschnitts- 
zinsfußes nahezu die gleichen Bodenertragswerte, wie wenn mit den 
verschiedenen Zinsfüßen gerechnet worden wäre. Die allenfalls zutage 
tretenden Abweichungen sind lediglich nur auf die Vernachlässigung 
der zweiten Dezimalstelle oder der Hundertstelprozente des Zins- 
fußes p zurückzuführen. 

Nach der früher ermittelten Verhältniszahl betragen daher die 
Verwaltungskosten : 

Für Fichte IV. Klasse = 7905 K X 0-2385 = 18-81 K 

V. „ = 63-46 „ X 0.2385 = 15-10 „ 

VI. „ = 47-76 „ X 0-2385 = 11*38 „ 

VII. „ = 35-50 „ X 0-2385 = 845 „ 



1) „Der forstliche Zinsfuß und Bodenwert" von Oberförster und Gutsverwalter 
Karl Sfogl, Wien 1899. 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 195 

für Buche II. Klasse = 3485 K X 02385 = 830 K 

III. , = 29-86 „ X 0-2385 = 7-11 „ 

IV. , = 23-82 „ X 0-2385 = 5-67 „ 
V. „ =18-77 , X 0-2385= 4-46 „ 

VI. , = 15-07 „ X 0-2385 = 358 „ 

An Verwaltungskosten und Steuern (v -f- s) entfallen : 

Auf Fichte IV. Klasse =5-65 K + 18-81 K = 24-36 K 

V. . =4-53 „ -I- 15-10 „ =19-63 „ 

VI. , =3-41 „ + 

VII. , =2-54 „-f- 

auf Buche II. , = 2-50 , -- 

III. , =213 „4- 

IV. , =1-70 „^ 
V. „ = 1-34 „ 4- 

VI. , = 1-08 „ + 

Nunmehr unter Zugrundelegung dieser Beträge für v-j-s das 
Verzinsungs- oder Wirtschaftsprozent mittels des Diagrammes für 
die einzelnen Bonitätsklassen ermittelt, gibt für Fichte IV. Klasse: 

Au — c 5752K — 70K 5682K .,, ^„,^ 
br = -^- = ^ = -gö- = 71-02K 

dr (aus der Geldertragstafel) = 1361 „ 



-1-38 . 


= 14-79 


8-45. 


= 10-99 


8-30, 


= 10-80 


7-lU 


= 9-24 


5-67 „ 


= 7-37 


4-46 „ 


= 5-80 


3-58, 


= 4-66 



br + dr = 84-63 K 
Be+c + 20(v + s) 500K4-70K + 487K 1057 K 



br-f-dr 8463 K 84-63 K 

20(v + s) 487 K 



br-f-dr 84 63K 



= 12-5 
= 5-8 



Die Verbindungslinie dieser beiden Quotienten gibt auf dem 
Diagramme I mit der Kurve 80 das Näherungsprozent p = l-95; 
X für u — a = 60 Jahre für dieses Prozent abgelesen, gibt 1-13, 
welche Zahl mit 09 multipliziert werden muß, da die erste Durch- 
forstung nicht im 30., sondern schon im 20. Jahre erfolgt, daher 
x = 1-13X0-9 = 1-017 

drx = 13-61 K X 1-017 = 13-84 K 

br = 7102 „ 

br + dr = 84-86 K 

B + c + 20(v + s) 1057K 



br + dr 8486 K 

20(v + s) 487 K 



= 12-4 
= 5-7 



br + dr 8486 K 
daher das Wirtschaftsprozent p = l-98%. 



13- 



196 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 



Für die sämtlichen übrigen Bonitäten ist, wenn die erste Durch- 
forstung 

im 20. Jahre eingeht x = 1-13 X 0*9 = 1-017 
30. , „ X = 1-07 X 10 =1-070 

40. , „ X = 1-01 X 1-1 = 1-1 10 



+ 



für Fichte IV. Kl. 7102 + 13-84 = 84-86 

V. „ 56-65 + 11-64 = 68-29 

VI. „ 42-97 -L 8-38 = 51-35 

VII. „ 32-07+ 5-99 = 37-74 

für Buche IL , 30-20+ 8-11 =3788 

III. „ 26-07+ 6-59 = 32-31 

IV. „ 20-80+ 5-30 = 25-82 
V. „ 16-60+ 3-53 = 20-13 

VI. „ 13-46+ 2-61 = 16-07 



+ ^ 

o + 

+ ^ 

o o 

+ " 

pq 

1057 487 

855 393 

636 296 

467 220 

472 216 

403 185 

321 147 

248 116 

198 93 



rj CO 
+ 

o 



+ 



12-4 
12-5 
12-4 
12-4 
12-4 
12-5 
12-4 
12-3 
12-3 



55 Ä 

"57 

5-8 
5-8 
5-9 
5-4 
5-7 
5-7 
5-7 
5-7 



l-970/o 
l-960/o 
l-980/o 
l-977o 
2-OOVo 
l-980/o 

1-97% 
2-OOo/o 
l-980/o 



Als das mittlere Wirtschaftsprozent wird daher ein Zinsfuß 
von 2% angesehen werden können. 

Wenn wir nun mit diesem Zinsfuße die Bodenertragswerte 
ermitteln, erhalten wir: 



für Fichte 

Au — c = 
drux = 

Summe . . . 

für Fichte 

Br = Jetztwert = 

V + S = 

Be + C = 
Be = 

gegenüber früher 

für Buche 

Att — c = 

drux 

Summe . . . 

Br = Jetztwert = 

V = 

Be + C 
ße 

o-esrenüber früher 



IV. V. VI. VII. Bonitätsklasse 

5682 4532 3438 2566 K 

1183 932 679 432 , 



6865 


5464 




4117 


2998 K 


IV. 


V. 




VI. 


VII. Bonitätsklasse 


1771 


1410 




1062 


773 K 


1218 


981 




740 


550 „ 


553 


429 




322 


223 K 


483 


359 




252 


153 „ 


500 


392 




270 


177 „ 


II. 


III. 


IV. 


V. 


VI. Bonitätsklasse 


2415 


2086 


1664 


1321 


1077 K 


622 


506 


407 


281 


208 „ 


3037 


2592 : 


2071 


1602 


1285 K 


784 


669 


534 


413 


331 „ 


540 


462 


368 


290 


233 „ 



244 207 
224 187 
236 198 



166 
146 
154 



123 
103 
112 



98 K 
78 „ 
85, 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 197 

Die geringen Differenzen zwischen diesen mit dem Dureh- 
schnittszinsfuße von 2% und jenen mit den verschiedenen Zinsfüßen 
ermittelten Bodenertragswerten rühren lediglich von der Vernach- 
lässigung der zweiten Dezimalstelle des Verzinsungsprozentes her 
und sind jedenfalls für die Zwecke der Praxis belanglos. 

Untersucht man nun weiter das Verhältnis des Verwaltungs- 
und Steuerkapitales (V -f S) zum Bodenbruttowerte bei den einzelnen 
Bonitätsklassen, so findet man, daß dieses ein nahezu konstantes ist 
und — ohne der Genauigkeit wesentlich Eintrag zu tun — als 
konstant angenommen werden kann. 

ES ist ^^ 

Br 

1218 
für die IV. Bonitätsklasse Fichte = = 0*688 

Q81 

V. „ . =1510 = 0««* 

740 
VI. . . =JÖ62 = 0-696 

VII. „ , =-^ = 0-711 



IL . Buche = ^^ = 0-688 



III. . . =4?l- = 0-689 



IV. . . =1?^ = 0-690 



290 
V. . „ =4f^- = 0-7Q2 



VI. , . =^^ = 0-704 



773 
540 
784 
462 
669 
368 
534 
290 
413 
233 
331 



Summe . . . 6263 
Mittel = ^^ = 0-696 



Ein gleich konstantes Verhältnis besteht auch bezüglich 
Be + c 



B, 



0-304 oder rund 030. 



Unter Benützung dieser Vereinfachungen wird sich nunmehr die 
Aufgabe der Ableitung des Wirtschaftsprozentes für das früher ge- 
wählte Beispiel in folgender Weise ausführen lassen: 



198 ^^^ Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtscbaftszinsfußes. 



1. Feststellung der Faktoren für die Ermittlung der Steuern und 
Yerwaltungskosten für die einzelnen Bonitätsklassen, Holzarten 

und Betriebsweisen. 

Zu diesem Zwecke wird man feststellen für den ganzen Wirt- 
schaftsbezirk : 

a) den Gesamtgeldertrag aus der Holznutzung, 

b) den Gesamtgeldertrag aus den Nebennutzungen, 

c) die Gesamtausgaben für Kulturen, 

d) die Gesamtausgaben für Steuern und Umlagen, 

e) die Gesamtausgaben für Schutz, Verwaltung und Instand- 
haltung des Inventars und der Gebäude. 

Die Erträge aus den Nebennutzungen können sofort von den 
Steuern und Umlagen in Abzug gebracht werden. 
In dem gegebenen Falle wäre nun: 

Der Gesamtertrag aus der Holznutzung 52.400 K 

Der Gesamtertrag aus der Nebennutzung 1.000 „ 

Die Ausgaben für Kulturen und Nachbesserungen . . . 2.000 „ 

Die Ausgaben für Steuern und Umlagen 4.600 „ 

Die Ausgaben für Schutz und Verwaltung, sowie Instand- 
haltung der Gebäude, Transportanstalten und des In- 
ventars 12.000 „ 

Der Faktor für die Ermittlung der Steuern aus dem Wald- 
ertrage weniger Kulturkosten (52.400 — 2000) ist demnach 

4600 K — 1000 K ^ 3600K ^ . 

50.400 K ~ 50.400 K"" 

jener für die Verwaltungskosten ^tttt^tt^ = 0*2380 

50.400 K 

,„ , .^ 15.600 K _^^^. 

für beide zusammen v7rT7r.T^=0"309o. 

50.400 K 



2. Ermittlung des Bodenvergleichswertes. 

Be = (Au - c + 120 dr) 0' 1037 — (c -|- 33-33 s). 

Als mittlere Bonitätsklasse kann bei der Fichte die VI., bei 
der Buche die IV. angenommen werden. 

Die Erträge sind bei 80 Jahren für Fichte Au = 3508 K 

„ Buche Au = 1684 „ 

ferner gehen ein: 

im 20. 30. 40. 50. 60. 70. Jahre 

Durchforstungserträge bei der Fichte — 48 67 90 90 88 K 

Buche — 19 39 54 64 66 „ 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 



199 



für Fichte 

48 K 

30 '' 
67 K 



D. 



40 
90K 



50 
90 K 



60 



1-60 K 
1-67 „ 
1-80, 
1-50. 



—- = 1-26 
70 



dr = Summe . . . 7 83K 



für Buche 



D. 



19K 



30 
39 K 



0-63 K 



40 
54 K 



50 
64 K 

60 
66 K 

70 



= 0-97 
= 108 



= 1-07 „ 
= 0-94 „ 



dr = Summe 



4-69 K 



Au — c-f Da + . 



= r 



für Fichte 



ab c 



3508 K 
48, 
67 „ 
90 „ 

90 „ 

88 „ 

3891 K 

70, 



für Buche 



1684 K 
19 „ 
39 „ 
54, 
64, 
66, 

1926 K 
20, 



r = 



3821 K 



80 



3821 K 



= 47-76 K 



1906 K 
80 



1906 K 



= 23-82 K 



für Fichte • s = 47-76 K % 00715 = 3-41 K 
„ Buche s = 23-82 „ X 0-0715 = 170,, 
, Fichte V = 47-76 „ X 2380 = 11-38 „ 
„ Buche V = 23-82 „ X 0-2380 = 5-67 „ 

für Fichte v + s = 14-79 K, für Buche v -{- s = 7-37 K. 



Für Fichte: 
An — c . . . = 3438 K 



Für Buche: 



drl20 



Summe 
Jetztwert Br 
, S = s33-33 



Diff. 
ab c 



= 940 



= 4378K 
= 454, 
= 114, 



340 K 
70, 



Au — c . 
drl20 . 




= 1664K 
= 562, 


Summe . 

Br. 

S . 




= 2226K 
= 231, 
= 57, 


Diff. . 
ab c . 




= 174 K 
20, 



Bodenvergleichs- 
wert . . . = 270 K 



Bodenvergleichs- 
wert . . . = 154 K 



200 ^iö Bestimmung des Rentabllitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 



3. Ermittlung des "Wirtschaftszinsfußes. 



ri- T?- u, Au — c , 3438K .„Q,^ 

Für Fichte = br = — ^7r— = 42-97 K 

u 80 

dr= 7-83, 



br + dr = 50-80 K 



B-f c-f-20v _ 270 + 70 4- (14-79 X 20) _ 636 K _ 
br+dr ~ 50-80 ~ ÖOSOK "~ 

20(v + s) 296 K 



br + dr 50-80 K 



= 5- 



Das Diagramm ergibt für den Schnittpunkt dieser beiden 
Quotienten mit der Kurve 80 das Näherungsprozent p == 1-95 
X für p = l-95 bei Durchforstungskurve 80 — 30 (= 50) = 1-065 

drx = 7-83 K X 1"065 = 8-34 K 
br = 42-97 , 





somit br -j- dr = 51-31 K 


636 K 
51-31 K 

296 K 
51-31 K 


= 12-4 
= 5-7 


> für Fichte daher p = l-987o- 


Für Buche . 


Au — C _1664K ,yf).ooTr 

u 80K ^^^^^ 




drx*= 4-69 K X 1*065 = 499 „ 




br + dr = 25-79 K 


B + 


c + 20(v-fs) 321K 
br + dr 25-79K 




20 


(v + s)__ 147K _ 



br + dr 25-79K 
für die Buche ist p = 1-98%. 

Das Wirtschaftsprozent beträgt daher in diesem Falle rund 27o. 

Wäre jedoch die Umtriebszeit mit 100 Jahren gegeben, so er- 
gibt sich auf gleiche Weise nur mehr ein Wirtschaftsprozent von 
1*77, für eine Umtriebszeit von 120 Jahren nur mehr ein Wirtschafts- 
prozent von 1-56. 



Die Bestimmung des Rentabilitäts- oder Wirtschaftszinsfußes. 



201 



4. Ermittlung der Bodenertragswerte mit dem Wirtschafts- 
zinsfuße p = 2%. 



Für Fichte: 


Für Buche 


Au — c = . . . 3438 K 


1664 K 


drmx= . . . 679 „ 


407 „ 


Summe . . . 4117 K 


2071 K 


Jetzt wert B^ = . . . 1062 „ 


534, 


+ 8 = 14-79X50= ... 740 


7-37 X 50 = 368 „ 


B -f c Diff. ... 322 K 


166K 


B = . . . 252 „ 


146 „ 


V 4- S 
Für Fichte . .' . J^ 

Br 


~1062K~"^^^^ 


V-l-S 
, Buche ... g 


=S='-''' 



Mittel . . 

V -h S = Br . 0-693 

Be 4- c = Br . 0-307 

Be = Br. 0-307 



0-693 



Br -wurde früher ermittelt: 







Für Fichte 


IV. 




V. 




VI. 


VII. Bonitätski 


B, 


+ c = 


Br = 

= Br X 0-307 = 
ab c = 


1771 
542 

70 


1410 

433 

70 




1062 

326 

70 


773 K 

237, 

70 „ 




Be = 


472 




363 




256 


167 K 






Für Buche 


11. 


III. 




IV. 


V. 


VI. Bonitätski 


Be 


+ C: 


Br = 

= Br X 0-307 = 
ab c = 


784 

241 

20 


669 

205 

20 




534 

164 
20 


413 

127 

20 


331 K 

102 „ 

20 „ 



Be 



221 



185 



144 



107 



82 K 



Diese Bodenwerte stimmen mit den früher ermittelten nahezu 
vollkommen überein; die Ermittlung der Bodenwerte und des Wirt- 
schaftsprozentes wird man daher auf dem letzten vereinfachten Wege 
vornehmen. Die geringen Abweichungen gegenüber jenen Boden- 
werten, welche mit dem landesüblichen Waldzinsfuße von 3% ge- 
rechnet wurden, betragen im Mittel 10 bis 20 K, welcher Umstand 
lediglich auf die empfindliche Beeinflussung der Resultate durch den 
Zinsfuß zurückzuführen ist. Um vollkommen übereinstimmende 
Resultate zu erreichen, müßte der Zinsfuß auf Hundertstel genau 
gerechnet werden, welche Forderung in der Praxis kaum gestellt 
werden dürfte, um so weniger als wir die mit dem landesüblichen 



202 Die Verzinsung des Wirtschaftskapitales. 

Zinsfuße von 3Vo ermittelten Bodenwerte nur zu dem Zwecke hier 
feststellen, um hieraus den Wirtschaftszinsfuß für eine gegebene 
Umtriebszeit ableiten zu können. Im übrigen erreichen wir mit 
diesem Vorgange den Vorteil, daß wir bei Ableitung des Wirt- 
schaftszinsfußes für die jeweils gegebene Umtriebszeit stets mit dem 
Bodenwertmaximum rechnen, mithin stets die wahren Wirtschafts- 
werte ableiten, welche außerdem mit jenen der Wirklichkeit im Ein- 
klänge stehen müssen. 



IL Die Verzinsung- des Wirtsehaftskapitales. 

Die Verzinsung der in der Wirtschaft tätigen Kapitalien gibt 
uns einen geeigneten Maßstab für die Beurteilung der Rentabilität. 
Es erweist sich diejenige Wirtschaft als rentabler, für welche sich 
ein größeres Verzinsungsprozent des Anlagekapitales ergibt und 
umgekehrt. 

In der Forstwirtschaft unterscheidet man eine durchschnittliche 
und eine laufendjährige Verzinsung und zwar erstreckt sich die 
durchschnittliche Verzinsung auf den ganzen Produktionszeitraum, 
die laufendjährige hingegen nur auf einen bestimmten Teil desselben. 

Diese Verzinsung auf das Kapital 100 bezogen gibt das Ver- 
zinsungsprozent. 



1. Die Ermittlung des dureiisehnittliehen Verzinsungsprozentes. 

Wenn wir als ursprüngliches Anlagekapital den Bodenwert von 
gegebener Größe ansehen, besteht die Bedingungsgleichung 

„ Au-|-DarOp"-- + D,l-Op'--^ + ----c .v-i-.\ 
B = I0p»-1 " ^^+'^' 

aus welcher das gesuchte Verzinsungsprozent p zu berechnen wäre. 
Da aber bei der Kompliziertheit dieser Gleichung die Ermittlung 
des Prozentes p erhebliche Schwierigkeiten bereitet, wurde dieser 
Weg bisher nur äußerst selten eingeschlagen. Weniger schwierig 
gestaltet sich indes die Lösung dieser Aufgabe mit Zuhilfenahme 
des Diagrammes I, wie in dem unmittelbar vorangehenden Abschnitte I 
sowohl für den Einzelbestand als auch für die Betriebsklasse in hin- 
reichend ausführlicher Weise gezeigt worden ist. 

Berechnet man den Bodenwert nach der Bodenertragswert- 
formel, so ist der angenommene Zinsfuß p ebenfalls nichts anderes 
als das Durchschnittsprozent, jedoch mit dem Unterschiede, daß in 
diesem Falle dieses Prozent konstant bleibt. Wählt man indes einen 
zu hohen Zinsfuß, so erhält man, wie schon wiederholt betont worden 



Durchschnittliche Verzinsung des Wirtschaftskapitales. 203 

ist, zu geringe Bodenwerte, bei zu niedriger Wahl desselben dagegen 
zu große Bodenwerte, weil sich in diesem Falle nicht die erwirt- 
schaftete Verzinsung dem Anlagekapitale, sondern nicht ganz ge- 
rechtfertigt der Kapitalswert der vorbedungenen Verzinsung anpaßt. 
Da bei Annahme dieses konstanten Prozentes das Anlagekapital für 
die verschiedenen Altersstufen variabel wird, ist man gezwungen, 
das Bodenwertmaximum als den entsprechenden Wert anzusehen. 
Uns erscheint es aber zutreffender, namentlich bei der Lösung 
statischer Fragen, umgekehrt den Bodenwert als Anlagekapital kon- 
stant und die Verzinsung desselben variabel anzunehmen, da die 
Größe der Verzinsung doch nur eine Folge der wirtschaftlichen 
Tätigkeit ist und in dem entsprechenden Verzinsungsprozente infolge- 
dessen die Rentabilität zum Ausdrucke kommen muß. 

Für die Einzelparzelle sowie den aussetzenden Betrieb erscheint 
diese Auffassung ohne weiteres zutreffend und anerkannt. 

Für die Wirtschaft im großen, beziehungsweise für die Betriebs- 
klasse wird dagegen eingewendet, daß das auf solche Weise ab- 
geleitete Verzinsungsprozent keinen geeigneten Maßstab für die 
Rentabilität abgeben könne, weil es bloß auf den Einzelbestand 
Bezug hat; vielmehr wird gefordert, daß das Verzinsungsprozent aus 
dem Verhältnisse des Waldreinertrages zum Waldkapitale abgeleitet 
werde. 

Es ist für die Betriebsklasse: 

Der Waldreinertrag R gleich dem Überschüsse der jährlichen 
Einnahmen über den Ausgaben, somit 

R = Au + Da + Db + ... — (c + uv). 
der Waldwert W entweder gleich dem kapitalisierten Reinertrage 

R 



W 



0-üp 



oder aber dem Bodenwerte der u Flächeneinheiten inehr dem Werte 
des Normalvorrates, beziehungsweise des Holzvorrates 

W = u B -f Nv. 

p 

Es ist sonach ir-^r— = u B 4- Nv 
00 p ' 

lOOR 
hieraus 



uB4- N, 



Stellt man nun in diese Formel den der Abtriebszeit u 
entsprechenden Bodenertragswert ein und unterstellt man ihn auch 
bei der Ermittlung des Normalvorratswertes, so bewegt man sich 
in einem Kreise, da in diesem Falle jenes Prozent erhalten wird, mit 
welchem der Bodenertragswert ermittelt worden ist. 



204 ^^^ laufendjährige Verzinsung. 

Von verschiedener Seite, insbesondere von Professor Martin 
und Hofrat Schif fei wird deshalb gefordert, daß bei der Ermittlung 
des Verzinsungsprozentes der Betriebsklasse nur der Verkaufs- oder 
Gebrauchswert des Normalvorrates in Rechnung gestellt werden 
soll, wobei der Erstgenannte die jüngeren Bestände, welche einen 
Gebrauchswert noch nicht besitzen, außer Anschlag läßt, der zweite 
hingegen diese entweder nach einem mäßigen Kostenwerte bewertet, 
oder aber den Geldwert der jüngsten Altersklasse, welche noch 
einen Gebrauchswert besitzt, im Verhältnisse des Alters ent- 
sprechend abstuft. 

Wie Hofrat Schiffel gezeigt hat (Centralblatt für das gesamte 
Forstwesen, Heft 3 und 4, Jahrgang 1908), führt diese Art der Er- 
mittlung des Verzinsungsprozentes allerdings zu größeren Ergeb- 
nissen, was jedoch darauf zurückzuführen ist, daß beim Normal- 
vorrate durch die Unterstellung des Verkaufswertes eine geringere 
Wertgröße als Grundlage genommen wird. 

Der praktische Wert dieser Art der Ermittlung des Verzinsungs- 
prozentes für die Betriebsklasse steht wohl außer jeden Zweifel. 
Allerdings gestaltet sich die Anwendung nur dann einfach und ver- 
läßlich, wenn gute Geldertragstafeln vorhanden sind. 

Leider sind wir in Österreich in dieser Richtung sehr spärlich 
bedacht, da bisher nur wenige lokale Versuche vorliegen und die 
forstliche Versuchsanstalt dieses Arbeitsfeld noch nicht betreten hat, 
obwohl die Aufstellung vou Geldertragstafeln ebenfalls in ihr 
Arbeitsprogramm gehört. 

Wir stimmen mit Hofrat Schiffel vollkommen überein, daß 
die Lösung der meisten statischen Fragen nur auf Grund einwand- 
freier und sorgfältig abgeleiteter Geldertragstafeln erfolgen könne 
und diese daher eine weit größere Bedeutung besitzen als gemein- 
hin angenommen wird. 

2. Die laufendjährige Verzinsung oder das Weiserprozent. 

Die Zinseszinsen eines Kapitales, welches in dem Zeiträume n 
von Km auf Km+n anwächst, ergeben sich aus der Differenz der beiden 
Kapitalswerte und betragen daher 

Da ferner Km-fn der Nachwert des Kapitales Km ist, . 

so ist Km+n=Kml-Op" 

oder l-Opn=?'"+^ 

Km 

woraus das Prozent p in der bekannten Weise mit Zuhilfenahme der 
Tafel III direkt oder nach der Formel 



Die laufendjährige Verzinsung. 205 



= 100]/ 



K 



m-|-n 



K. 



berechnet werden kann. (Siehe Seite 41 und 42.) 

Beträgt dieser Zeitraum bloß ein Jahr, ist somit u=l, so er- 
hält man in der Differenz der beiden Kapitalswerte 

Km+i Km 

die einfachen Zinsen und hieraus nach der Zinsenrechnung 

(K„+i — Km)100 
P= y • 

Da dieses laufendjährige Verzinsungsprozent in der Forstwirt- 
schaft in den verschiedenen Zeitabschnitten variabel ist, bezeichnet 
man es zum Unterschiede vom forstlichen Zinsfuße und dem durch- 
schnittlichen Verzinsungsprozente mit dem Buchstaben w anstatt p. 

a) Das laufendjährige Verzinsungsprozent des Einzelbestandes. 

Das Waldkapital des Einzelbestandes setzt sich zusammen aus 
dem Bodenwerte und dem Bestandeswerte. 

Es ist daher das Waldkapital eines Bestandes im Jahre m 

Wm = B + A„. 

hingegen im Jahre m -f- 1 

Wm+i = B + Am+i 

die einjährigen Zinsen daher 

' Wm+i — Wm = Am + i — Am 

oder da Am+i — Am = Am 10 z — 1 = Am 00 z 

■ Wm+i— Wm==Am00z. 

(z = Zuwachsprozent.) 

Da Am 0*0 z den Bruttozins des Waldkapitales B + Am bedeutet, 
müßten von demselben noch die jährlichen Ausgaben v für Ver- 
waltung, Schutz und Steuer in Abschlag kommen, um den jährlichen 
reinen Zins zu erhalten. 

Dieser ist somit Am 00z — v 

somit (B4-Am)0-0w = Am00z — V 

(An.OOz-v)IOO A„.z-I00v 

B + A„ - B + An, . . . la 

für den Periodenbeginn; 



2Q6 Die laufendjährige Verzinsung. 



v= *T.!7' - ....... 11» 

D -j- Am+n 



für das Periodenende; 



Am 10 Z 2 Z — 100 V , 

w = — — ...... IC 



AJOzT + B 

oder auch näherungsweise; 



100 V 



w = -^ j-^ — Id 



für die Periodenmitte. 

Aus der Grundgleichung: 

An.+i - An» = (An, -1- B + V) ( 1 -0 W - 1) 

wurde Seite 131, Formel VIII, das Weiserprozent mit 



w = 



B + V-j-An. 
abgeleitet. 

Wie zu ersehen ist, liegt der Unterschied der beiden Formeln 
lediglich in der verschiedenartigen Wertung der Verwaltungskosten. 

Wir geben aber der vorstehenden Formel la bis Id entschieden den 
Vorzug, weil sie den tatsächlichen Verhältnissen besser entspricht, 
weil in der Wirtschaft selbst ein Verwaltungskapital niemals vor- 
handen ist, sondern diese Kosten jährlich aus den Einnahmen be- 
stritten werden. Da bei ihr somit die Kapitalisierung der Verwaltungs- 
kosten entfällt, braucht man sich auch nicht von vorneherein 
für einen bestimmten Wirtschaftszinsfuß zu entscheiden. 

Das Zuwachsprozent z ist in der bekannten Weise aus rOz° = 

= ""^° mit Benützung der Tafel III zu ermitteln. 



Beispiel 90: Der Verkaufswert eines 60jährigen Bestandes betrage 
3320 K, jener im 70. Jahre 4540 K; wie groß ist das Weiserprozent, 
wenn der Bodenwert im Vergleichswege mit 500 K festgestellt wurde 
und die Verwaltungskosten pro 1 ha 10 K betragen ? 

1-0 zio — ^^'^^^ — l-.?674 
^^^ ~3320K""^^^^^ 



Die laufendjäbrlge Verzinsung. 207 

z = 3-2% (aus Tafel III bei 10 Jahren) 
zu Anfang der Periode im Jahre 60 ist 

_ 3320 X 3-2 — 10 X 100 _ 9624 K _ ^ ^^„ ^ 
^"'~ 3320 + 500 ~3820K~^'^^" 

zu Ende der Periode im Jahre 70 

_ 4540 X 3-2 — 10X100 _ 13528 K _ „ ^„. , 
^'' - ' 4540 + 5ÖÖ ~ "5040" K " ^'^^ '' 

für die Periodenmitte im Jahre 65 im Mittel 

2-52 + 2-68 __^-. 
W65 = ^ = 2-60% 

oder auch 

_ An.lOz5.z — lOOv 
^^^ ~" A„.l-Oz5 + B 

An. 10 z5 = 3320 K X 1-0325 = 3320 K X 11706 = 3886 K 

^ 3886 X 3-2 - 10 X 100 _ 11435 K _ 
*^ 3886 -}- 500 4386 K '° 

3320 + 454 loviOO 

2 .rf^-lUXiUU 3930x3-2-1000 

oder Wcc = = — — — 

'^ 3320 + 4540 , _ „ „ 4430 

2 r 

11576 K _-^„, 
^«^=-443Ö-K=2^1/° 

wie früher aus dem Mittel. 

h) Die laufendjährige Verzinsung der Betriebsklasse. 
Das Waldkapital der Betriebsklasse bei u Jahren ist: 
Wu = uB + Nva 
jenes bei u + 1 Jahren: 

Wu+i = (u + l)B + Nv„+i 
die Zinsen sind: 

Wu+l — Wa = B + NV„+1 — NVa 



208 Di^ laufendjährige Verzinsung, 

da aber " Nvu+i — Nvu = Au 

W„+i-Wu = B + Aa 

da ferner 

Au+i + Da + Db + • • > - [c + (u + 1) V] 
0-0 p 



Wu+l 



p variabel ist 



A„ + Da + Db4---» — (c + uv) 
^"~ 00p 

Wu+i — Wu = ""^^ ^^ " beziehungsweise da 

B4-A - ^"+' ~ AlZlZ- 

tJ-1-Au— Q.Q^ 

(Au+i — Au - v) 100 



w 



B + Au 

""" B + Au 

also vollkommen identisch mit der Formel I a für den Einzelbestand, 
wenn man anstatt u die Bezeichnung m setzt. 

Für den n-jährigen Zeitraum erhält man auf die gleiche Weise: 



^ (Am+n — Am — nV)IOO ||| 

nB 



Am+n An 



00 z 

da NVn.+n— NVn=: "'"t;°~ "° ist 



Am + n "-n 



Beispiel 91: Es soll für das unmittelbar vorhergehende Beispiel 
das Weiserprozent für die Zeitperiode von 60 auf 70 Jahren er- 
mittelt werden. 

Es ist Au,4-u = 4540K 

Am = 3320 K 

nv = 10X10K=100K 

nB = 10X500K=5000K 
-- -,, 4540K-3320K ^o.o^rr 
N70 — N6o = 0^032 = 38.125 K 



w 



Die laufendjährige Verzinsung. 

(4540 — 3320 — 100) 100 _ 1 12.000 K 
5000 + 38.125 ~ 43.125 K 



2-60O/0 



Die laufendjährige Verzinsung oder das Weiserprozent gibt 
uns ebenfalls einen Fingerzeig für die Beurteilung der finanziellen 
Hiebreife der Bestände. Insolange es noch größer ist als der Wirt- 
schaftszinsfuß, ist dieselbe noch nicht erreicht, sie ist jedoch bereits 
überschritten, wenn es kleiner als der Wirtschaftszinsfuß ist und 
sie entspricht dem Zeitpunkte der Kulmination des Bodenertrags- 
wertes, wenn es dem Wirtschnftszinsfuße gleich wird. 

Im Zeitpunkte der finanziellen Hiebreife wird sonach der 
Wirtschi ftszinsfüß gleich dem Weiserprozente, es ist somit 

p = w. 

In diesem Falle ist sonach auch 

B„=A„(|-l)-V ...... IVa 



für die Periodenmitte: 



B„ = ^"+" + ^" (^1-l^-V .... lYb 



oder auch 



_ Au(z-p)-IOOv * y 

P 

Wird nun das Zuwachsprozent z = p, so wird 

Ba = — V, 

woraus hervorgeht, daß das Zuwachsprozent noch um ein Erhebliches 
größer sein muß als der Wirtschaftszinsfuß p, wenn für den Boden - 
wert ein entsprechender positiver Betrag sich ergeben soll. Wenn 
nun der im Vergleich swege ermittelte oder der angenommene Boden- 
wert dem Maximum des Bodenertragswertes bei Zugrundelegung des 
Wirtschaftszinsfußes entsprechen soll, so muß, wie Seite 148 gezeigt 
worden ist, die Bedingung erfüllt werden, daß bei gegebenem Zinsfuße 

10 p"— 1 ' 

Biebe), Waidwertrechnung. 2 Aufl. 14 



210 Die laufendjährige Verzinsung. 

oder es muß bei gegebener Abtriebszeit p so gewählt werden, daß 

10p".p 



1-0 p" 



z wird. 



In diesem Falle entspricht sodann die Abtriebszeit der finan- 
ziellen Hiebreife, d. h. sie fällt mit dem Zeitpunkte der Kulmination 
des Bodenertrages zusammen und es entspricht somit auch der aus 
Formel 

B„ = A,(^--l)— V 

berechnete Bodenwert dem Ertragswertmaximum. Hat man ein 
Preiszunahmeprozent zu berücksichtigen und wird dieses bei der 
Bestimmung des Wirtschaftszinsfußes nicht in Abschlag gebracht, 
so ist es dem Zuwachsprozente hinzuzurechnen. 
Die Zahlen werte für 



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sind aus der nachstehenden Tabelle zu entnehmen. Dieselben setzen 
uns in den Stand, lediglich auf Grund des festgestellten Wert- 
zuwachsprozentes z den Zeitpunkt der finanziellen Hiebreife eines 
Bestandes festzustellen, beziehungsweise für ein bestimmtes Be- 
standesalter das dem Zuwachsprozente entsprechende Wirtschafts- 
prozent zu bestimmen. 

Beispiel 92: Der Bestandesverkaufswert betrage wie in dem 
früheren Beispiele bei 60 Jahren 3320 K, bei 70 Jahren 4540 K. 
Welchem Wirtschaftszinsfuße entspricht das Zuwachsprozent dieser 
Zeitperiode? 

^^^ ~ 3320K""^^^^* 
aus Tafel III bei 10 Jahren 

z==3-2o/o 

für die Periodenmitte von 65 Jahren. 

In der Tabelle bei 65 Jahren in der Horizontalen den Betrag 
von 32 aufgesucht, gibt in der Vertikalen das entsprechende Wirt- 
schaftsprozent von 267o- 

Es soll nun für diesen Wirtschaftszinsfuß von 2'6Vo nach der 
vorstehenden Formel IV der Bodenwert berechnet werden; v=;10K 
per ha. 



B„ = A„(^-l)-V. 



Die laufen dj ährige Verzinsung. 



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14* 



212 Diß laufendjährige Verzinsung. 

Zunächst müssen wir mittels des Zuwachsprozentes z = 3"27o 
den Bestandeswert bei 65 Jahren ermitteln. 

Aes = 3320 K X 1'0325 = 3320 K X 1'1706 = 3886 K 

Faktor 1-0325 aus Tafel III bei 5 Jahren und p = 3-2o/o 

B = 3886k(||-i)-^ 

B = 3886 K X 0-230 — 384 K = 
B = 893K — 384K = 509 K 

gegenüber 500 K im früheren Beispiele. 

Hätten wir mit einem Wirtschaftszinsfuße von 2-57o ^^ rechnen, 
dann wäre der 65jährige Bestand noch nicht finanziell hiebreif, 
weil dessen Zuwachsprozent von 3'2Vo noch größer ist als dasjenige 
in der Tabelle bei 65 Jahren und 2-5% angegebene, welches bloß 
3127o beträgt. 

Die in der Tabelle nicht angegebenen Zwischenstufen können 
leicht im Wege der einfachen InterpoUation bestimmt werden. 



3. Weitere Formen des Weiserprozentes. 

a) Das W^eiserprozent von Preßler. 

Die Bezeichnung des Weiserprozentes für die laufendjährige 
Verzinsung rührt von Preßler her. 

Derselbe geht nicht von den periodischen Zinsen oder dem 
Wertszuwachse der Bestände aus, sondern von den Prozenten, welche 
diesem entsprechen. 

Nach ihm ist das Weiserprozent: 

w = (a + b + c)g~;g VI. 

Es bedeutet: 

a das Quantitäts- oder Massenzuwachsprozent, 

b das Qualitätszuwachsprozent, 

c das Teuerungszuwachsprozent für die u-jährige Zeitperiode, 

H das mittlere Holzkapital der Bestandesverbrauchswerte in 

A 4. -4- A 
den Jahren m + n und m, demnach H = ~-'^^^~^ — -^ 

G das Grundkapital == Bu + V. 

Bu = das Bodenertragswertmaximum für normale Verhältnisse, 

V = -^. 

00p 



Die laufendjährige Verzinsung. 213 

Ursprünglich wurde von Preßler auch das Kulturkostenkapital 
in das Grundkapital einbezogen, was insoferne unrichtig war, als 
bei der laufendjährigen Verzinsung nur die künftigen Einnahmen 
und Ausgaben in Anrechnung gebracht werden dürfen; es entspricht 
somit das Grundkapital G dem Bruttobodenertragswertmaximum. 
Daher 

^ Aa-c + DalOp"-'^ + DbrOp'^-^+.... 

^ = l-Op-^-l ^- 

Die angegebene Weiserprozentformel VI veränderte Preßler 
weiter in: 

w = (a+b + c)^ VII 

H . . 

worm r = -7^- ist. 
G 

Die Prozente a, b und c werden nach der auf Seite 42 ange- 

Ku — K200 . , 

gebenen Naherungsformel p = ^ — r-^ ermittelt. 

Ku ~r -K. n 

Das Massenzuwachsprozent a ist demnach, wenn die Holzmasse 
eines Bestandes innerhalb des Zeitraumes u von m auf M zunimmt 

M — m 200 



M + m n 

Beispiel 93. Ein 60jähriger Fichtenbestand hat eine Holzmasse 
von 440 fm 3, im Alter von 70 Jahren 540 fm^; wie groß ist sein 
Massenzuwachsprozent? 



richtig aus 



;_ .540-440 200 

^~ 540 + 440- 10 -^^^/» 



fS40 
l-Oa"=|^, a==206%. 



Das Qualitätszuwachsprozent beträgt in der gleichen Weise, 
wenn der Wert eines Festmeters Holzes innerhalb des Zeitraumes von 
u Jahren von q auf QK steigt, 

, Q— q 200 
Q + q n 

Beispiel 94. Der Preis eines Festmeters Buchenholzes beträgt 
im 60. Jahre 7-55 K, im 70. Jahre 840 K; wie groß ist das Qualitäts- 
zuwachsprozent? 



214 ^^® laufend] ährige Verzinsung, 

8-40 — 7-55 200 



8-40 + 7-55 10 



l-060/o 



richtig aus 



l-0b-==m, b = l-08o/o. 



Das Teuerungsprozent ist, wenn infolge der allgemeinen Preis - 
zunähme der Holzprodukte innerhalb des Zeitraumes u der Preis 
eines Festmeters von t auf T steigt, 

_ T — t 200 

Beispiel 95: Ein Festmetef Buchenholz kostete im Durchschnitte 
vor 20 Jahren 615 K, während er jetzt 755 K kostet; wie groß ist 
das Teuerungsprozent? 

7-55 -615 200 . „„,, 
^^ 7-55 + 6-15 ^^^Q^/" 
richtig aus 

10c-=^^, c = l-02o/o. 

Einfacher und richtiger ist es jedoch, das Wirtschaftsprozent 
um das Teuerungsprozent zu ermäßigen und die beiden Prozente 
a und b aus dem Quotienten der Bestandesverkaufswerte im Jahre 

m und m -{- n unter Benützung der Tafel III aus 10 z'* = " zu 

ermitteln. 

Die früheren Formeln vereinfachen sich sodann in 

*=^HTG '""■ 

*===?TT "'■ 

Beispiel 96: Wie groß ist das Weiserprozent mit Benützung der 
vorstehend abgeleiteten Prozente a=2-04%, b = l-067o und c = l*007o> 
wenn das Grundkapital 900 K und der Wirtschaftszinsfuß 3% 
beträgt? 

Der Holzwert des 60jährigen Bestandes ist 
440 fm ä 7-55 K = 3322 K 
jener des 70jährigen Bestandes 



Die laufendjährige Verzinsung. 215 

540 fm ä 8-41 K = 4541 K 



a + b + c = 204 + 1-06 + 1 = ^'1% 
nach Formel VI. 

QQQ1 V 

- = ^'^><393TK + 90l)K = ^'^X 0-813 



w = 3-33% 



nach Formel VII. 



3931 K 

w = 41 X IUI = 4-1 X 0-813 = 3-330/0 
nach Formel VIII und IX. 

^^^ ~3322K~ "^^^^ 
aus Tafel III bei 10 Jahren 

z = 3-170/0 

und — j-— - wie früher 



H+G r+l 

» 

w = 3-17 X 0-813 = 2-570/0 
nach unserer Formel III Seite 209 wurde 2-6O0/0 ermittelt, 

b) Das Weiserprozent von Kraft. 

Das Weiserprozent von Preßler basiert auf der nicht ganz 
zutreffenden Annahme, daß sich das Grundkapital B -j- V mit dem 
Weiserprozente verzinst. 

Kraft hat deshalb eine Modifikation dahin eintreten lassen, 
daß er die Verzinsung des Grundkapitales mit dem Wirtschafts- 
zinsfuße in Rechnung stellt. 

Wenn der Bestandesverkaufswert Am nach n Jahren den Wert 
von Am+n erreicht, so fragt es sich, mit welchem Prozente w dann 
Am weiterwachsen muß, um die Größe Am+n — (B -f V) (lOp" — 1) 
aufzuwiegen. 



216 Die laufendjährige Verzinsung. 

Die Grundgleichung lautet daher: 

Am+n = Am 1*0 W^ + (B + V) (l'Ü p«^ - 1) 



daraus 



1-0 w" = A.+n-(B + V)(iOp" -I) 






IOw" = l-Oz" — ?i^(IOp"-l) .... XI. 

Mm 



Der Wert von 1*0 w"^ kann ebenfalls in der Tafel III direkt 
abgelesen werden. 

Wenn n = 1 wird 

w = z-t±^p XII. 



Beispiel 97: Es sei wie früher Aßo = 3322 K, A7o = 4541K, 
G = 900 K und p = 2Y2%- Wie hoch berechnet sich das Weiser- 
prozent? 

a) Nach Formel X. 

,^ ,„ 4541 — 900 (l-025io_l) 4541 — 900 X 0'280 

l'O w-'" = = 

3322 3322 

1-0 wio = ^— ^— = 1-2910 
3322K 

aus Tafel III bei 10 Jahren und 1-2910 

w = 2-6o/o. 
h) Nach Formel XII. 

4fS41 K 
^"^ -3322K~^^^^^ 

aus Tafel III bei 10 Jahren und 13669 

z = 3-17 

w = 3-17 — ^%^=3-17 — 0'67 = 2-500/o. 



Die laufendjährige Verzinsung. 217 

Es ist dies ebenso, wie Seite 206 gezeigt worden ist, das Weiser- 
prozent für den Periodenbeginn. Für die Perioden mitte m'uß auch 
der entsprechende Bestandeswert 

Aes = 3322 K X 1032^ = 3322 K X 1'170 = 3886 K 

oder näherungsweise das Mittel der Bestandeswerte 

An,+u+An, _ 4541K + 3322K _g^g^^ 



unterstellt werden. 

Im ersten Falle ist: 



9 00 X 2 -5 
3886 



w = 3-17 — oooJ^ = 3-17 — 0-57 = 2-60%, 



im zweiten Falle: 



w = 3-17 — - ^3^f ^ = 3-17 - 0-56 = 2-617o. 

Im allgemeinen liefern die Weiserprozentformeln nach Kraft 
genauere Ergebnisse als jene von Preßler. 

c) Das Weiserprozent von Höhnlinger. 

Im Wesen der Weiserprozentformeln ist es gelegen, daß bei 
ihrer Anwendung der Bodenertragswert nicht immer rechnerisch 
ermittelt, sondern oft nach Gutdünken angenommen wird. 

Wird nun der Bodenwert, beziehungsweise das Grundkapital 
zu groß gewählt, so resultiert ein kleineres, ist es dagegen zu gering 
gewählt, ein größeres Weiserprozent, als es als Maßstab dienen sollte. 

Diesem Übelstande suchte Höhnlinger dadurch zu begegnen, daß 
er aus seiner Weiserprozentformel das Grundkapital überhaupt 
elliminiert hat. 

Seine Formel lautet: 

w = z<!:^fi^ = z(i- ' ). . . . xm. 

I-Op"" V lOp""/ 

z = dem Wertzuwachsprozente 

m = dem Bestandesalter 

p =^ dem Wirtschaftszinsfuße. 

Beispiel 98: In dem unmittelbar vorhergehenden Beispiele 
wurde das Wertzuwachsprozent eines Bestandes von 60 auf 70 Jahre 
Z = 3- 170/0 ermittelt. 



218 Die laufend] ährige Verzinsung. 

Wie hoch stellt sich das Weiserprozent bei einem Wirtschafts- 
zinsfuße »von 2, 21/2 und 30/0? 
Für p = 20/0 

w =- 317 X 0-695 = 2-20% 

„ P = 2V2% 

w = 3-17 X 0-773 = 2-45% 
■p = 3V 

w = 3-17 X 0-830 = 2-637o 
„ den Periodenbeginn bei 60 Jahren. 
„ die Periodenmitte bei 65 Jahren: 
ü = 2"/ 

w = 3-17 X 0-724 = 2-30o/o 
„ p = 2V2% 

w = 3-17 X 0-799 = 2-53% 
. P = 3% . 

w = 3-17 X 0-853 = 2-707o. 
Wie aus diesem Beispiele zu ersehen ist, weisen die Ergebnisse 
die geringste Übereinstimmung mit den früher vorgeführten Bei- 
spielen auf. 

Der Nachteil dieser zwar einfachen Formel liegt darin, daß der 
Zinsfuß auf die absolute Größe der Ergebnisse einen ganz erheb- 
lichen Einfluß nimmt. Wo es sich jedoch nicht so sehr um die 
absolute Größe des Weiserprozentes, sondern mehr um einen relativeu 
Vergleichsmaßstab handelt, bietet die Formel nach Höhnlinger bei 
Unterstellung eines bestimmten Zinsfußes immerhin brauchbare Er- 
gebnisse, weil dieselben dann entweder gleichmäßig zu hoch, oder 
gleichmäßig zu niedrig ausfallen, das relative Verhältnis daher 
gewahrt bleibt. 

4 Die Anwendung des Weiserprozentes. 

Das Weiserprozent gibt uns einen geeigneten Maßstab für die 
Ermittlung der finanziellen Hiebreife der Bestände, somit für die 
vorteilhafteste Abtriebszeit derselben. Als finanziell hiebreif ist 
jener Bestand anzusehen, dessen Weiserprozent bereits unter den 
Wirtschaftszinsfuß gesunken ist. Solange das Weiserprozent noch 
größer ist als der Wirtschaftszinsfuß, ist die finanzielle Hiebreife 
noch nicht erreicht. In dem Zeitpunkte, in welchem das Weiser- 
prozent gleich dem Wirtschaftszinsfuße wird, herrscht wirtschaft- 
liches Gleichgewicht. 

Für die Lösung anderer wirtschaftlicher Fragen, wie zur Be- 
stimmung der Rentabilität der Holz- und Betriebsart, der Umtriebs- 
zeit kann das Weiserprozent nicht benützt werden. Auch darf das 
Weiserprozent nur für kurze Zeiträume bestimmt werden, da es in 
seiner absoluten Größe sehr veränderlich ist. 

Als Bodenwert soll prinzipiell nur das Maximum des Boden- 
ertragswertes der anzustrebenden vorteilhaftesten Wirtschaft unter- 
stellt werden. Wir ziehen aber die Feststellung des Bodenwertes im 



Bestimmung der Umtriebszeit. 219 

Vergleichswege der Ermittlung des Bodenertragswertmaximum vor, 
weil die Größe des Bodenertragswertes zu sehr von der Höhe 
des Zinsfußes beeinflußt wird und weil wir durch die auf 
Seite 211 angegebenen Tafelwerte in der Lage sind, aus dem Zu- 
wach sprozente sofort auf den Wirtschaftszinsfuß zu schließen, für 
welchen sich das Bodenertragswertmaximum in der Höhe des unter- 
stellten Bodenwertes ergibt. 

Wird ein größerer Bodenwert als das Maximum des Boden- 
ertragswertes, welches dem betreffenden Wirtschaftszinsfuße ent- 
spricht, unterstellt, so wird schon vor der finanziellen Hiebreife 
w = p und daher die Abtriebszeit verkürzt. Bei einem kleineren 
Bodenwerte tritt hingegen das umgekehrte Verhältnis ein, indem 
die Abtriebszeit hinausgerückt wird. Der Einfluß der Größe des 
Bodenwertes auf die absolute Größe des Weiserprozentes wird um 
so erheblicher, je mehr sich die Größe des Bodenwertes jener des 
Bestandeswertes nähert. 

Die absolute Größe des Weiserprozentes wird uns die Hieb- 
reife des Einzelbestandes in unserer Wirtschaft nur dann richtig 
angeben, wenn die dem Bodenertragswertmaximum entsprechende 
finanzielle Umtriebszeit auch tatsächlich eingehalten wird. De facto 
wird dies zumeist nicht zutreffen, da die gemein übliche Umtriebs- 
zeit gewöhnlich höher gelegen ist. 

Solchenfalls wird das Weiserprozent nur als Vergleichsgröße 
in Betracht kommen können, um zu beurteilen, welcher von zwei 
oder mehreren Beständen dem Abtriebe früher zuzuführen ist, also 
um die Reihenfolge des Abtriebes der Bestände festzustellen. 

Es ist jener Bestand zuerst in Nutzung zu nehmen, welchem 
das geringste Weiserprozent zukommt und umgekehrt. 



III. Die Bestimmung der Umtriebszeit. 

Unter Umtriebszeit versteht man den Zeitraum von der 
Gründung eines Bestandes bis zu seiner Nutzung. Das Ende dieses 
Zeitraumes, also das Alter des Bestandes bei seinem Abtriebe nennt 
man das Abtriebs- oder Haubarkeitsalter, welches durch Rücksichten 
auf Hiebfolge, Absatz etc. von der Umtriebszeit auch mehr oder 
minder abweichen kann. 

Man hat bisher unterschieden: 

1. Die finanzielle Umtriebszeit oder jene des größten Boden- 
reinertrages ; 

2. die Umtriebszeit des größten durchschnittlichen Waldrein- 
ertrages ; 

3. die Umtriebszeit des höchsten Massenertrages ; 

4. die technische Umtriebszeit; 

5. die physische Umtriebszeit. 



220 Bestimmung der Umtriebszeit. 

Von den angeführten Umtriebszeiten besitzen die drei letzt- 
genannten nur mehr historische Bedeutung; wir begnügen uns des- 
halb mit der bloßen Erwähnung derselben. 



1. Die finanzielle Umtriebszeit. 

Man versteht hierunter jene Umtriebszeit, welche bei Zugrunde- 
legung eines bestimmten Wirtschaftszinsfußes den höchsten Boden- 
reinertrag gewährt, das ist im Zeitpunkte des Bodenertragsmaximum. 

Die Ermittlung geschieht in der Weise, daß mit dem gegebenen 
Wirtschaftszinsfuße die Bodenertragswerte für die verschiedenen 
Altersstufen berechnet werden; jene Altersstufe, in welcher der 
Bodenertragswert sein Maximum erreicht, gilt als finanzielle Um- 
triebszeit. Sie ist daher auch denselben Gesetzen unterworfen wie der 
Bodenertragswert, weshalb auch der Zinsfuß den größten Einfluß auf 
ihre Höhe ausübt. Ein hoher Zinsfuß vermindert diese Umtriebszeit, 
hingegen schiebt sie ein niedriger Zinsfuß hinaus. Schon bei Unter- 
stellung eines Zinsfußes von ü% führt die Rechnung beim Hoch- 
waldbetriebe zu derart niedrigen Resultaten, wie sie in der Praxis 
nur ausnahmsweise Anwendung finden können. 

Dieser Umstand war es auch, welcher der Reinertragslehre so 
viele Gegner zugeführt hat. 

Ohne den Boden dieser Lehre zu verlassen, wollen wir eine 
Einschränkung in dem Sinne eintreten lassen, daß wir das Ver- 
zinsungs- oder Wirtschaftsprozent aus dem Bodenwerte ableiten, 
indem wir erst auf Grund des landesüblichen Waldzinsfußes von 
3% oder im Vergleichswege mit den landwirtschaftlichen Grund- 
stücken den Bodenwert feststellen und sodann nach der bereits be- 
kannt gegebenen Weise den Wirtschaftszinsfuß ermitteln, welchen 
wir bei der Bestimmung des Bodenertragsmaximum zugrunde legen. 

Selbstverständlich ist es nicht notwendig, innerhalb einer Be- 
triebsklasse für jede einzelne Bonität die finanzielle Umtriebszeit zu 
bestimmen, weil nur eine Umtriebszeit als Grundlage genommen 
werden kann. Man wird deshalb die Ermittlung für die vorhandene 
durchschnittliche Bonitätsklasse allein durchführen. 

Wenn wir abermals auf das frühere Beispiel Seite 196 zurück- 
greifen, bildet diese Durchschnittsklasse die VI. Bonitätsklasse Fichte, 
für welche der Wirtschaftszinsfuß mit 2 07o festgestellt worden ist. 

Werden nun mit diesem Wirtschaftsprozente die Bodenertrags- 
werte für die einzelnen Altersstufen berechnet, so stellt uns jener 
Zeitpunkt, für welchen sich das Maximum des Bodenertragswertes 
ergibt, die finanzielle Umtriebszeit dar. 

u = . . . 60 70 80 90 100 110 Jahre 

Au — c=. . .1944 2597 3438 4108 4612 5175 K 

drux = . . . 296 469 679 929 1176 1576 „ 

2240 3066 4117 5037 5788 6751 K 



1 



102" - 1 



Bestimmung der Umtriebszeit. 221 

Jetztwert ... 981 1021 1062 1018 926 857 K 

ab c = . . . 70 70 70 70 70 70 „ 

Br=. . . yil 951 992 947 856 787 K 



Die finanzielle Umtriebszeit liegt daher in diesem Falle bei 
80 Jahren. 

Die Kosten für Verwaltung, Schutz und Steuern üben auf die 
Höhe der Umtriebszeit keinen Einfluß aus und können daher unbe- 
rücksichtigt bleiben. 

In der gleichen Weise kann auch die Hiebreife des Einzel- 
bestandes bestimmt werden, da sie ebenfalls im Zeitpunkte des 
Maximum des Bodenertragswertes gelegen ist. Liegt dasselbe hinter 
dem Alter des fraglichen Bestandes, so ist er finanziell noch nicht 
hiebreif, liegt es dagegen vor. seinem Alter, so hat er bereits das 
Alter der Hiebreife überschritten. 

Wie jedoch schon früher gezeigt worden ist, läßt sich für 
den Einzelbestand die Hiebreife einfacher mittels des Weiserprozentes 
feststellen. Solange dieses noch größer ist als das ermittelte Wirt- 
schaftsprozent, ist der Bestand noch nicht hiebreif; dies ist erst 
dann der Fall, wenn das Weiserprozent dem Wirtschaftsprozente 
gleichkommt oder unter dasselbe gesunken ist. 

Wenn jedoch die Umtriebszeit von der finanziellen abweicht, 
wie es in der Praxis zumeist der Fall ist, so darf nur das für diese 
Umtriebszeit abgeleitete Wirtschaftsprozent mit dem Weiserprozente 
in Vergleich gesetzt werden. 

Für das frühere Beispiel ist: 

10 zi» z 

A„,o 2667K J.324 2-84o/o 



Au6o 20UK 
Au8o__3508K 
Aa7o ~2667K 
A„p„ 4178K 



Au8o 3508 K 
Aaioo 4682K 



= 1-316 2-78o/o 

= 1-191 l-770/o 



1-120 l-140/o 



A„9o 4178 K 

Für das abgeleitete Wirtschaftsprozent ist der Bodenwert nach 
Formel IV b für dje Periodenmitte: 
bei 65 Jahren 

^ 2014 + 2667/- 2-84 ,A 14-80 «».nwA.o ^.a o.q i^ 
B = :^ ^__ _lj ___ ^ 2340 X 0-42 - 740 = 243 K 

bei 75 Jahren 

B = ^?«^±^(^-l)-^ = 3087X0-39-740 = 468. 
bei 85 Jahren B = 0. 



222 Bestimmung der Umtriebszeit. 

Die Weiserprozente sind nach Formel I d 
bei 65 Jahren = 

20144-266 7 10 V 14-8 

2 -284-10X148 ^ 2340X2 -8 4-1480 _ . „,, 
2014 + 2667 , ,__ 2803 — 1 «^ /o 

—^ +463 

, . ._ ^ , 3087X2-78—1480 „_.. 
bei 75 Jahren = » ^ = 2*OOo/o 

, . ox T u 3834X1-77— 1480 , „^„, 
bei 85 Jahren = ^ = l-267o- 

Die finanzielle Hiebreife liegt somit in der Periodenmitte von 
75 Jahren und erstreckt sich bis auf das Ende der Periode bei 
79 Jahren, da das Zuwachsprozent von 2*78% sich ebenfalls von 
70 bis 79 Jahren erstreckt. Zu dem gleichen Ergebnisse gelangen 
wir aber ungleich rascher mit Benützung der Tabelle Seite 211. 

Der Bestand ist insolange noch nicht hiebreif, als die bei dem 
Wirtschaftszinsfuße von 2% für die verschiedenen Altersstufen an- 
gegebenen Tafelwerte für z noch kleiner sind als das wirkliche 
Wertzuwachsprozent z. 

Bei 65 Jahren z = 2-84o/o nach Tafel 2-76% 
„ 75 „ z = 278o/o , „ 2-58Vo 

„ 85 „ z = l-77o/o ■ „ „ 2-450/0. 

Die finanzielle Abtriebszeit liegt daher zwischen 75 und 85 Jahren, 
da das tatsächliche Zuwachsprozent bei 75 Jahren noch größer als 
der Tafelwert für z, hingegen bei 85 Jahren bereits kleiner ist. 

Nehmen wir nun weiters an, die Umtriebszeit wäre mit 100 Jahren 
gegeben, so wäre in erster Linie das Wirtschaftsprozent festzustellen 
für B = 270K, c = 70K und v = 14-80 K. 

br = ^^^ = 46-12 K 
u 

dr= 9-74« 



br +dr = 55-76 K 



B -h c + 20 V __ 270 + 70 + 296 636K _-,... 
br + dr ~ 55-76 ^ 55-76K ~ 



20 V 296 K 



= 5-3 



br + dr 5576 K 
p = 1*76, X bei (u — a) = 70 Jahren ist gleich 126 



Bestimmung der Umtriebszeit. 223 

drx = 9-74 K X 116 = H'SO K 

br = 4612 „ 

drx -f br = 57-42 K 

636 K 



57-42 K 
296 K 



57-42 K 



= 11-1 
= 5-1 



Das Wirtschaftsprozent p = 1-8%. 
Es ist sodann 

bei 65 Jahren w = 2-84 nach Tafel Seite 211 w = 2-62Vo 
75 „ w = 2-78 w = 2-44% 

85 „ w = l-77 w = 2-307o 

95 „ w = l'14 w = 2-207o 

Wie aus dem Beispiele für u = 100 Jahre zu ersehen ist, liegt 
die Hiebreife solcher Bestände ebenfalls bei 80 Jahren, da hier das 
Zuwachsprozent gleich wird den Tafelwerten auf Seite 211 für 
P = l'8%. 

Obzwar die Ermittlung des Verzinsungsprozentes durch das 
Diagramm an und für sich keine großen Schwierigkeiten bereitet, 
können wir eine Vereinfachung dadurch eintreten lassen, daß wir 
die Durchforstungserträge als einflußlos außeracht lassen. 

Für das frühere Beispiel u = 100 Jahre ist sodann 

, A„-c 4682 — 70 ._._„ 
br = = T7ZK = 46-12 K 



13-80 K 



u 


100 


B 4- c + 20 


V 636 


■ br 


■ 46-12 


20 V 


296K _ 


46-12 


46-12K ^^ 


P = 


= 1-5%. 



Da wir früher dieses Prozent mit 1*8 ermittelt haben, ersehen 
wir hieraus, daß die Durchforstungen den Wirtschaftszinsfuß um 
0'3% beeinflussen. 

Alle jene Bestände, deren auf gleiche Weise ermitteltes Ver- 
zinsungsprozent unter jenem von l'S^o gelegen ist, sind in unserem 
Sinne hiebreif. 

Beispiel 99: 

Ein 80jähriger Bestand der VI. Bonitätsklasse besitzt einen 
Abtriebswert von 3070 K. Sein Verzinsungsprozent beträgt: 



224 Bestimmung der Umtriebszeit, 



br = M^ = 38-4K 
63^^ = 16-5 



38-4 K 
296 K 



= 7-7 
38-4 K 

P = l-507o, 

daher gerade an der Grenze der Hiebreife, weil die Verzinsung 
noch jener von l'ö^o gleichkommt. 

Zum Vergleiche soll noch die finanzielle Umtriebszeit für die 
Buche bestimmt werden. Als Durchschnitts- oder mittlere Bonitäts- 
klasse ist die IV. Klasse anzusehen; beständen hierüber jedoch Zweifel, 
so müßte man die Durchschnittsklasse erst in der bekannten Weise 
feststellen. Würde sie zwischen zwei Bonitätsklassen zu liegen kommen, 
so wäre die Rechnung für beide Klassen durchzuführen und das 
berechnete Mittel beider als Durchschnitt zu wählen. 

Die Erträge entsprechen der mitgeteilten Geldertragstafel, die 
Kulturkosten betragen 20 K pro 1ha, der Wirtschaftszinsfuß wurde 
bereits in dem vorigen Abschnitte mit 2% festgestellt. 

Es ist daher: 



u = 

A„ — c = 

drux = 


70 

1218 
281 


80 

1664 
431 


90 

2090 
614 


100 
2602 

844 


110 

2918 

1113 


120 Jahre 
3187 K 
1432 „ 


Summe . . . 
Jetztwert = 
ab c = 


1499 

418 

20 


2095 

445 
20 


2704 

444 

20 


3446 

441 

20 


4031 

403 

20 


4619 K 
365 , 

20 „ 



Br= 398 425 424 421 383 345 K 

Die finanzielle Umtriebszeit ist ebenfalls bei 80 Jahren gelegen, 
obwohl die Bodenertrags werte bfs zum Jahre 100 nur unwesentlich 
voneinander verschieden sind. 

Aus den vorgeführten Beispielen ist zu ersehen, daß die Er- 
mittlung der finanziellen Umtriebszeit in der von uns angegebenen 
Weise einen wertvollen Fingerzeig für die Bewirtschaftung bietet 
und namentlich die untere Grenze der Umtriebszeit angibt, bis zu 
welcher wir herabgehen können, ohne einen Verlust zu erleiden 
oder Raubwirtschaft zu treiben, außer es würden lokale Rücksichten 
auf Absatz etc. ein Hinaufgehen über diese Grenze bedingen. 

2. Die Umtriebszeit des durehsehnittliehen größten 
Waldreinertrages. 

Die Umtriebszeit des größten jährlichen Waldreinertrages fällt 
in jenes Bestandesalter, in welchem der größte jährliche Waldrein* 
ertrag pro 1 ha erzielt wird. Sie fällt daher auf jenes Alter, in 



Bestimmung der Umtriebszeit. 225 

welchem der Quotient " — — ^— — v, der uns den iähr- 

u 

liehen Waldreinertrag darstellt, sein Maximum erreicht hat, oder mit 

anderen Worten gesagt, in welchem er kulminiert. 

Den jährlichen Waldreinertrag erhält man, wenn von den jähr- 
lichen Einnahmen einer Betriebsklasse die Ausgaben in Abzug ge- 
bracht und die Differenz durch die Umtriebszeit = u dividiert wird. 

Abgesehen davon, daß die Bestimmung der Umtriebszeit nach 
dieser Methode nur auf den jährlich nachhaltigen Betrieb anwendbar 
ist, bietet uns der Waldreinertrag auch keinen Maßstab für die Renta- 
bilität des Betriebes selbst. Er stellt zwar die Rente des Bodens und 
des Normalvorratskapitales zusammen dar, allein wir haben bereits 
gesehen, daß die Verzinsung dieser Kapitalien nur dann zu dem Wirt- 
schaftszinsfuße stattfindet, wenn die finanzielle Umtriebszeit oder 
jene des höchsten Bodenertragswertes eingehalten wird. 

Theoretisch fallt das Maximum des Waldreinertrages genau in 
jenen Zeitpunkt, in welchem derselbe mit dem laufend jährlichen 
Waldreinertrage gleich wird. Es besteht hier dasselbe Verhältnis 
wie zwischen dem laufend jährlichen und dem durchschnittlich 
jährlichen Holzmassenzuwachs. In analoger Weise, wie das laufende 
Zuwachsprozent zur Zeit der Kulmination des Durchschnittszuwachses 
dem Durchschnittszuwachsprozente gleich ist, muß auch das laufende 
Wertzuwachsprozent dem durchschnittlichen Wertzuwachsprozente 
gleich sein, und zwar 

p = , a = Bestandesalter. 

a 

Beispiel 100: Das Zuwachsprozent z wurde für die VI. Bonitäts- 
klasse Fichte ermittelt: 100 

a 

bei 70 Jahren z = 2 84% l-43o/o 

80 „. z = 2-787o l-250/o 

90 „ z = l-77»/o l-U«/o 

100 , z = l-15o/ü 1-00% 

110 „ z = l-14o/o O-990/o 

120 „ z = 0-50o/o O-820/o 

Berechnung des durchschnittlichen Waldreinertrages für die 
VI. Bonitätsklasse Fichte: 

u= 60 70 80 90 100 110 120 Jahre 
Au — c= 1944 2597 3438 4108 4612 5175 5444 K 
Summe der Durch- 

fo rstungen= 205 295 .383 467 545 615 666 „ 
Summe . . . 2149 2892 3821 4575 5157 5790 6110 K 

geteilt durch u 35-57 41-30 4776 5083 5157 5445 5091 „ 
ab (v + s) 14-80 14-80 14-80 14-80 14-80 14-80 14-80 „ 
Jährlicher Wald- 
reinertrag 20-77 26-50 3296 3603 3677 39-65 36-11 K 

Riabel, Waldwertrechnung. 2. Aufl. 15 



226 Bestimmung der vorteilhaftesten Holzart. 

Die Umtriebszeit des größten Waldreinertrages liegt sonach 
hier bei 110 Jahren. 

Berechnung des durchschnittlichen Waldreinertrages für die 
IV. Bonitätsklasse Buche: 

u= 70 80 90 100 110 120 Jahre 

A^ — c= 1218 1664 2090 2602 2918 3187 K 
Summe der Durch- 

fo rstungen= 176 242 304 367 417 457 „ 

Summe . . . 1394 1906 2394 2969 3335 3644 K 
geteilt durch u 19-91 2382 2660 2969 30-32 30-37 „ 
a b (v + s) 7-37 7-37 7-37 7-37 7-37 737 „ 
Jährlicher Wald- 
reinertrag 12-54 16-45 19-23 2232 22-95 2300 K 

Für die Buche liegt diese Umtriebszeit bei 120 Jahren, im Gegen- 
satze zur Fichte, für welche sie mit nur 110 Jahren ermittelt wurde. 

Wenn die finanzielle Umtriebszeit als die unterste Grenze der 
Umtriebszeit hingestellt wurde, ist jene des größten durchschnitt- 
lichen Waldreinertrages als die oberste Grenze anzusehen. Wer 
nach beiden Richtungen hin vorsichtig sein will, wird das 
arithmetische Mittel aus beiden als Umtriebszeit wählen, welchem 
auch die in der Paxis am häufigsten in Anwendung stehende Um- 
triebszeit entspricht. 

In intensiver bewirtschafteten Forsten mit gutem Absätze kann 
man unter allen Umständen der finanziellen Umtriebszeit den Vor- 
zug einräumen. Die Ermittlung derselben nach dem abgeleiteten 
Verzinsungsprozente in der bekannt gegebenen Weise verbürgt 
Resultate, welche ohne Bedenken in der Praxis Anwendung finden 
können. 



IV, Bestimmung der vorteilhaftesten Holzart. 

Sollen zwei oder mehrere Holzarten hinsichtlich ihres wirt- 
schaftlichen Effektes, beziehungsweise ihrer Rentabilität miteinander 
verglichen werden, so hat man in der bereits bekannten Weise zu 
bestimmen, welche von ihnen uns die größte Verzinsung unseres 
Anlagekapitales gewährt. Wir stellen also den Bodenwert fest und 
untersuchen, zu welchem Prozente die einzelnen Holzarten den- 
selben verzinsen. Jene Holzart, welche die größte Verzinsung 
liefert, ist am rentabelsten, beziehungsweise sie erzielt den größten 
wirtschaftlichen Effekt, da dieser in der Verzinsung seinen Aus- 
druck findet. 

Zu dem gleichen Resultate gelangt man auch, wenn man mit 
einem bestimmten Wirtschaftszinsfuße für jede Holzart das Maximum 



Bestimmung der vorteilhaftesten Holzart. 227 

des Bodenertragswertes ermittelt und diese Ergebnisse untereinander 
vergleicht. 

Jene Holzart, welche bei der ausbedungenen Betriebsweise den 
größten Bodenertragswert oder die höchste Bodenrente liefert, ist 
offenbar die einträglichste. 

Die Bestimmung nach dem Verzinsungsprozente ist natur- 
gemäßer, weil der Boden als Anlagekapital ursprünglich gegeben, 
hingegen die Verzinsung desselben erst eine Folge der Wirtschaft 
selbst ist. 

Beispiel 101: Aus den früheren Beispielen für Fichte und 
Buche zur Bestimmung der finanziellen Umtriebszeit sehen wir, daß 
die Fichte bei dem festgestellten Wirtschaftszinsfuße von 2'27o ©in 
Bruttobodenwertmaximum von 992 K, die Buche hingegen nur ein 
solches von 425 K erzielt. 

Würden wir den für Fichte mit p = 22% ermittelten Boden- 
wert von 252 K als Grundlage nehmen und die Verzinsung desselben 
bei der Buche unter sonst gleichen Verhältnissen ermitteln und 
zwar, wenn wir wie bei der Fichte v = 14'80 K, c = 20 K und 
u = 80 Jahre nehmen, so ist 

br = Al=ll = l^K_ 20-80 K 
u 80 

dr = 4-70 , 



br -i- dr = 2Ö-50 K 



B-f20vH-c ^ 2524- 296 + 20 ^ 568K _ gg.» 
br -}- dr ~ 25-5 ~ 25-5 K " 

20 V _ 296K _.. ~ 
br + dr~25-5K~ 

. y = 0-97o, x= 0-80 
drx= 3-76 K 
br ^ 20-80 , 
drx4-br = 24-56K 

568 K 



24-56 K 
296 K 



= 23-2 
12-1 



24-56 K 

P = 0-85%. 

Daraus ersehen wir, daß die Buche diesen Bodenwert nur mit 
0-85% verzinst und daher die Fichte einträglicher sein muß, weil sie 
einerseits eine größere Verzinsung bei gleich angenommenem Boden- 
werte liefert, anderseits aber bei gleich gewähltem Zinsfuße einen 
größeren Bodenertragswert gewährt. 



15* 



228 Bestimmung der vorteilhaftesten Betriebsart. 

V. Bestimmung- der vorteilhaftesten Betriebsart. 

Jene Betriebsart wird unter sonst gleichen Verhältnissen die 
einträglichste sein, welche die Anlagekapitalien zu dem höchsten 
Zinssatze verzinst, oder — wenn dieses Verzinsungsprozent gegeben 
ist — für welche sich bei Unterstellung dieses Prozentes der größte 
Bodenertragswert berechnet. 

Im allgemeinen wird der Niederwaldbetrieb als die vorteil- 
hafteste Betriebsart gelten können, weil er das geringste Betriebs- 
kapital erfordert und der Zinsfuß bei den kürzeren Zeiträumen auf 
die Verzinsung einen minderen Einfluß ausübt. 

Voraussetzung bleibt allerdings die Absatzmöglichkeit des minder- 
wertigen Materiales zu guten Preisen, was nur in hochkultivierten 
Gegenden der Fall sein wird und beim Großbetriebe seine Schwierig- 
keiten haben kann. 

Ihm am nächsten kommen dürfte sodann der Mittelwald- 
betrieb, welcher bei einer entsprechenden Auswahl und Verteilung 
des Oberholzes, namentlich bei guten Bodenverhältnissen, gegenüber 
dem Niederwalde den Vorzug verdient, da er nicht nur seine Renta- 
bilität zu übersteigen vermag, sondern der Wirtschaft auch mehr 
Sicherheit verleiht. Während der Ertrag des Niederwaldes ausschließ- 
lich von dem lokalen Bedarfe abhängt, also auch die Preise nur 
lokal gebildet werden, liefert das Oberholz Weltmarktwaren, deren 
Preis von dem Weltmarkte abhängig ist und daher weniger von den 
lokalen Schwankungen des Bedarfes beeinflußt wird. 

Herrscht dagegen das Oberholz vor, so wird bei langen 
Zeiträumen die Verzinsung hinter jener des Niederwaldes zurück- 
bleiben, ebenso wie die des Hochwaldbetriebes bei langen Umtriebs- 
zeiten hinter jener des Mittelwaldes zurücksteht. 

Die Ermittlung der vorteilhaftesten Betriebsart bietet sonach 
rechnungsmäßig keine besonderen Schwierigkeiten, viel schwieriger 
wird jedoch die Beurteilung der waldbaulichen Momente sein, 
namentlich hinsichtlich der zu gewärtigenden Erträge. 



Beispiel 102: 

Es soll festgestellt werden, welche der Betriebsarten: Eichen- 
niederwald, Eichenmittelwald oder Eichenhochwald sich am rentabel- 
sten erweist. 

1. Der Eichenniederwald liefert bei einer Unüaufszeit von 
20 Jahren pro 1ha einen Abtriebsertrag von 600 K; die Kosten für 
Komplettierungen können bei dem Vergleiche des Niederwaldes mit 
dem Mittelwalde unberücksichtigt bleiben, weil sie voneinander nicht 
besonders verschieden sind. 

A„ = 600 K. 
Jetztwert=600X j:öPnZT = l'2^^X600K = 744K Bodenbruttowert. 



•Bestimmung der vorteilhaftesten Betriebsart. 229 

2. Bei dem Mittelwaldbetriebe ist festzustellen: 

a) Die Schirmfläche der mittleren Oberholzstämme in den ein- 
zelnen Altersstufen; 

b) die durchschnittliche Ertragsschmälerung des Unterholzes 
infolge der Überschirmung und 

c) der durchschnittliche Wert der mittleren Oberholzstämme 
in den verschiedenen Altersstufen. 

In dem konkreten Falle wurde für die Eiche die Schirmfläche 
der Oberholzbäume ermittelt 



im 


20. 


40. 


60. 


80. 


100. 


120. Jahre 


mit 


5 


15 


32 


58 


90 


130 m2 



Die Ertragsschmälerung des Unterholzes innerhalb der Schirm- 
fläche mit 0*2 des sonstigen Ertrages ohne Oberholz und der Wert 
der Oberständer 



im 20. 40. 60. 80. lOO. 
mit —-40 3-— 7— 17— 33-— 


120. Jahre 
50-— K 


Als Oberholz wurden übergehalten in der 




IL Klasse 100 Stück 
in. „ 50 , 
IV. „ 25 , 

V. „ 10 „ 




Summe . . .185 Stück 





Die erste Klasse steckt noch im Unterholze und kommt deshalb 
nicht in Betracht. Zur Nutzung gelangen im 

40. Jahre 50 Stück ä 3K = 150K 

60. „ 25 „ ä 7„=175„ 

80. „ 15 , ä 17 , -- 255 „ 

lOa. 10 ^ ä 33 „ = 330 , 

Summe ... 100 Stück = 910 K 

Diesen Nutzungen entsprechen nach Formel X, Seite 87, Boden- 
bruttowerte von: 

Br 40 = 4^^ = 150 K X 0-3066 = 46-— K 

Br 60 = 4"^^ = 175 „ X 0-1697 = 29-70 „ 

255 K 
Br 80 = -j:^^ = 255 „ X 00940 = 2397 „ 

Brioo = iTÖS^W = 330 „ X 00520 = 17-16 „ 



Summe = 116-83 K 



116-83 K[\-\- ^.Q32o_ j ) = 116-83K X 2-24 = 261-7 K. 



230 Bestimmung der vorteilhaftesten Betriebsart. 

Wenn nun der Mittelwaldbetrieb gegenüber dem Niederwald- 
betriebe ein gewinnbringender sein soll, muß der Bodenbruttowert 
aus der Nutzung der Oberständer zumindest den Ausfall an Boden- 
wert des Unterholzes infolge der Ertragsschmälerung decken. Diese 
Ertragsschmälerung besteht einerseits in dem Ausfalle der ersten 
Oberholzklasse, anderseits in der Zuwachsschmälerung des Unter- 
holzes infolge der Beschirmung. 

Die Ertragsschmälerung durch die stehen bleibenden Ober- 
ständer ist 185 Stück ä 040K = 74K. Die Beschirmungsfläche ist 
in der Mitte der Umlaufszeit 

in der IL Klasse 100 X 10m2 = 1000 m^ 

III. „ 50X23 „ =1150m2 

IV. „ 25X45 „ =1125m2 
V. „ 10X74 , = 740 mg 

Summe . . . = 4015 m2 = 04015 ha. 

Die Ertragsschmälerung ist 0-4015 X 600 K X 0*2 = 48-18 K 
hiezu den Wert der I. Klasse Oberständer = 74" — „ 

Summe . . . 122-18 K. 

Bodenbruttowert B^ = 122-18 K X 1-0320 _ = 122-18 K X 124 = 
= 151 -50 K gegenüber 261-7 K. 

Ein Mittel waldbetrieb mit einer derartigen Verteilung der Ober- 
holzklassen würde demnach, abgesehen von sonstigen Vorteilen, 
welche der Mittelwald gegenüber dem Niederwalde besitzt, dem 
reinen Niederwalde entschieden vorzuziehen sein. 

Bei einer entsprechenden Verteilung der Oberständer kann aber 
in dem gegebenen Beispiele der Mittelwaldbetrieb noch vorteilhafter 
gestaltet werden. 

Wenn wir uns die finanzielle Umtriebszeit für die einzelnen 
Oberholzklassen ermitteln, finden wir, daß sie bei 100 Jahren gelegen 
ist, weil hier der Bodenbruttowert sein Maximum erreicht. 

Es ist: 

rop'^v ^lOp« — ly 



B 



in der I.Klasse bei 20 Jahren der Wert 040 K X 05537 X 2-24 = 050 K 
n. . „ 40 , „ „ 3-- „X 0-3066 X 2-24 = 206 „ 

III. „ „ 60 „ „ „ 7-— „X 0-1697 X 2-24 = 2-66 „ 

IV. „ „ 80 „ „ „ 17-— „X 0-0940 X 2-24 = 3-58 „ 
V. „ . 100 „ „ „ 33-- ,.X 0-0520 X 2-24 = 3-84 „ 

VI. „ „ 120 „ „ „ 50-- „X 0-0288 X 2-24 = 3-22 „ 

Der Bodenbruttowert aus dem Unterholzertrage der Schirm- 
flächen ist 

^ Ag X 0-8 X F — Laßreitel (0-40) 
' ~ 10320 — 1 



Bestimmung der vorteilhaftesten Betriebsart. 231 

in der IL Klasse = (0-0015 X 480 — 0-40) 124 = 040 K 

III. „ = (00032 X 480 — 0-40) 1-24 = 1*40 „ 

IV. , = (0-0058 X 480 — 0-40) 1-24 = 2-95 „ 
V. „ = (00090 X 480 — 0-40) 124 = 4*86 „ 

VI. „ = (0-0130 X 480 — 0-40) 124 = 724 „ 

zusammen für Ober- und Unterholz Br 

für die IL Klasse 206 -f 0-40= 246 K 

IIL „ 2-66 + 1-40= 4-06 „ 

IV. „ 3-58 + 2-95 = 6-53 „ 

V. „ 3-84 + 4-86 = 8-70 , 

VL „ 3-22 + 7-24 = 10-46 „ 

Beim bloßen Niederwalde berechnet sieh für die Schirmflächen 
ein Bodenbruttowert 

A,.XF 



Br = 



10320 



Br für die IL Klasse = (00015 X 600) 1-24 = 1-11 K 

IIL „ = (0-0032 X 600) 1-24 = 2-38 „ 

IV. „ = (0-0058 X 600) 1 -24 = 4*31 „ 

V. „ = (00090 X 600) 1-24 = 6-70 „ 

VI. „ = (00130 X 600) 1-24 = 9-67 . 

Wir sehen daher, daß in den Oberholzklassen der Bodenwert- 
verlust des Unterholzes reichlich durch den Qualitätszuwachs auf- 
gewogen wird ; daß ferner in den älteren Klassen eine immer größer 
werdende Annäherung stattfindet, bis endlich der Bodenwertverlust 
des Unterholzes den Bodenwertgewinn aus dem Oberholze über- 
schreitet. Als obere Grenze für das Alter des Oberholzes gilt jener 
Zeitpunkt, in welchem der Bodenwertgewinn aus dem Oberholze 
hinter dem Bodenwertverluste des Unterholzes zurückbleibt. 

Die Feststellung der Anzahl der Oberständer in den einzelnen 
Oberholzklassen ergibt sich am zweckmäßigsten aus dem Verhält- 
nisse der Schirmfläche der einzelnen Überständei? zur Gesamt- 
schirmfläche. 

Soll die Gesamtschirmfläche z. B. 0-5 pro 1 ha betragen, so 
entfällt beispielsweise bei drei Oberholzklassen auf eine derselben 
eine Schirmfläche von 0*5000 ha : 3 = 1666 m^. Da die mittlere Schirm- 
fläche der IL Klasse mit 10 m^, der III. Klasse mit 23 m^, der 
IV. Klasse mit 45 m^ berechnet wurde, beträgt die. Anzahl der 
Oberständer 

für die IL Klasse i|P = l66 Stück 



IIL . '-^=12 



IV. „ ^= 37 



10 

im 

23 

im 
45 



Zusammen 275 Stück 



232 Bestimmung der vorteilhaftesten Betriebsart, 

Es gelangen zur Nutzung 



bei 40 Jahren 


94 Stück ä 3K = 


282 K 


60 „ 


35 „ ä 7 , = 


245 „ 


80 . 


37 , ä 17 „ = 


629, 



Summe ... 166 Stück 1156 K 

Der Bodenbruttowert für das Oberholz ist daher 

282 K X 0-3066 X 2'24 = 193-67 K 
245 , X 0-1697 X 2-24 = 93-14 „ 
629 ^ X 0-0940 X 2-24= 132-42 „ 



Br = 419-23 K 
Die Beschirmungsfläche beträgt in der Mitte der Umlaufszeit 

in der II. Klasse 166 Stück ä 10m2= 1666 m^ 

III. , 72 „ ä 23m2= 1656 m2 

IV. „ 37 , ä 45m2= 1665 m^ 



Zusammen . . . 04987 ha 
daher Ertragsschmälerung 

0-4987 X 600 K X 0*2 = 59-84 K 

Wert der Laßreitel = 166 X 4K= 66-40 „ 



Summe . . . 126-24 K 



Bodenbruttowert = 126-24K X 1"24 = 156*54 K gegenüber dem 
Bodenbruttogewinn aus den Oberständern pro 419-23 K, woraus un- 
zweifelhaft hervorgeht, daß ein derartiger Mittelwald den Nieder- 
wald an Rentabilität bedeutend überragt. 

Anderseits können wir aber daraus ersehen, bis zu welchem 
Grade die Ertragsschmälerung des Unterholzes infolge der Be- 
schirmung durch die Oberständer reichen darf, wenn der Mittel- 
wald noch denselben Gewinn liefern soll wie der Niederwald. 

Der Bodenbruttowert des Oberholzes beträgt 41923 K, die Er- 
tragsschmälerung des Unterholzes könnte daher sein: 



419-23 K 


. . 338-— K 


1-24 




hievon ab den Wert der Oberständer . 


. . 66-40 , 


verbleibt Diff. . 


. . 271-60K 



als Ertragsschmälerung infolge der Beschirmung, oder 0-90 vom 
Ertrage des Unterholzes pro 300 K hinsichtlich der beschirmten 
Fläche oder 0-45 vom Gesamtertrage des Unterholzes. 

Nach dem Vorausgeschickten halten wir es für die richtige 
Beurteilung des Mittelwaldbetriebes als unerläßlich, daß genaue 
Erhebungen sowohl über die Schirmfläche des Oberholzes in den 
einzelnen Altersstufen, als auch über den Ertragsverlust infolge der 
Überschirmung gepflogen werden, weil sodann, wie eben gezeigt 



Bestimmung der vorteilhaftesten Betriebsart. 233 

worden ist, die richtige Verteilung des Oberholzes rechnungsmäßig 
leicht festgestellt werden kann. 

3. Der Eichenhochwaldbetrieb verspricht nach Maßgabe 
der lokalen Zuwachs- und Preisverhältnisse folgende Erträge: 

im 20. 30. 40. 50. 60. 70. 80. 90. 100. 110. Jahre 
Durchforstungs- 

erträge von 42 78 105 142 160 153 144 134 110 88 K 

im 60. 70. 80. 90. 100. 110. 120. Jahre 
Abtriebserträge von 2263 3045 4082 5117 6177 7258 8280 K 

Die Kulturkosten betragen pro 1ha 100 K. 

u — ^ = q dr ux drux 

a ^ 

4.2 TT 

20 -^^ = 2-10 K 

30 -~P- = 2-60 „ 2-10 K X 27-81 = 58*40 K 

oO 

40^^^ = 2-62 „ 4-70 „X 3864= 181-60 „ 

50-^^ = 2-84 „ 7-32 „ X 52-17= 382-— „ 

60^^^ = 2-66, 10-16 „ X 69-38= 705-— „ 

bO 

70-i^ = 2-18 „ 12-82 „ X 91-44= 1172-- „ 

144K 
80 ^!^^ = 1-80 „ 15-00 „ X 119-90 = 1798-— „ 

90-^- = 1-49 „ 16-80 „ X 156-76 = 2633"^ „ 

100 ^^^^ = 1-10 „ 18-29 „ X 204-70 == 3744- - „ 

110 -^- = 0-80 „ 19-30 „ X 267-17 = 5156— „ 
120 20-19 „ X 348-84 = 7043 — „ 

u= 60 70 80 90 100 HO 120 Jahre 
Au — c = 2163 2945 3982 5017 6077 7158 8180 K 
drux = 705 1172 1798 2633 3744 5156 7043 „ 



Summe . . 


. 2868 4117 5780 7650 9821 12314 15223 K 


Jetztwert 


585 593 599 575 540 496 450 „ 


ab c 


100 100 100 100 100 100 100 „ 



1-03'»- 

Bodenbruttowerte B^^ 485 493 499 475 440 396 350 K 



234 Bestimmung der Torteilhaftesten Kulturart. 

Der Hochwaldbetrieb würde sonach gegenüber den beiden 
anderen Betrieben die geringste Rentabilität gewähren, weil sich für 
ihn der geringste Bodenertragswert berechnet. Würden wir für 
u = 80 Jahre den Bodenwert des Niederwaldes von 744 K unter- 
stellen, so ergebe sich beim Hochwaldbetriebe nur eine Verzinsung 
von 2-b4P/o gegenüber 3% beim Niederwaldbetriebe. 

Es ist br = A^-^ =??^ = 49-77K 

u 80 

dr= 15— , 



br + dr = 6477 K 

br + dr 6477 

Den Quotienten 130 bei B auf dem Diagramm vertikal auf- 
getragen und mit A verbunden, gibt beim Schnittpunkte der Kurve 
u = 80 Jahre, das Näherungsprozent 2"3. 

X ist für dieses Prozent bei Durchforstungskurve u — a = 60 

1-30 X 0-9 = 1'17 

drx = 20-52 K X 1-17 = 24-— K 
br = 4977„ 



br -j- drx = 7377 K 
844 K 



7377K 
daher p = 2-54% 



11-40 



VI. Bestimmung' der vorteilhaftesten Kulturart. 

Jene Kulturart wird sich als die vorteilhafteste erweisen, welche 
uns die größte Bodenrente gewährt. 

Beispiel 103: 

Eine Waldwiese liefert aus dem Verkaufe des Grases jährlich 
einen Reinertrag von 15 K pro 1ha; die Aufforstung mit Fichte 
würde pro 1 ha einen Kostenaufwand von 80 K erfordern, wogegen 
die Ausgaben für Verwaltung, Schutz, Pflege und Steuern als gleich- 
bleibend unberücksichtigt gelassen werden können. Nach Maßgabe 
der Nachbarbestände sind die Erträge der VI. Bonitätsklasse zu 
erwarten; p = 37o- 



Bestimmung der vorteilhaftesten Kulturart. 235 

Das Maximum des Bodenwertes berechnet sich: 



u = 

Au — c = 
drux = 


60 

1934 

357 


70 

2587 
603 


80 

3428 

932 


90 

4098 
1367 


100 Jahre 
4602 K 
1940 „ 


Summe . . . 
Jetztwert = 
ab c 


2291 
467 

80 


3190 

459 

80 


4360 
451 

80 


5465 
411 

80 


6542 K 

358 „ 

80, 


Bodenbruttowert = 


387 


379 


371 


331 


278 K 



und die Bodenrente = 387 K X 003 = 11-61 K gegenüber 15 K bei der 
Bewirtschaftung als Wiese. 

Die Aufforstung würde sich demnach nicht rentieren, abgesehen 
davon, daß solche Waldwiesen auch noch manche andere Vorteile 
für den Wald, wie die Bildung von sturmfesten Waldmänteln etc. 
zur Folge haben können. 

Beispiel 104: 

Es soll festgestellt werden, ob sich die Umwandlung eines 
Fichtenhochwaldes der VI. Bonitätsklasse in Acker vorteilhaft er- 
weisen würde, wenn die Rodungskosten pro 1 ha 300 K betragen 
und ein jährlicher Ertrag von 18 K aus dem Acker zu erwarten 
steht; p = 3%. 

Die Bodenrente des Waldes wurde im vorhergehenden Beispiele 
mit 1161 K ermittelt. Bei der Bewirtschaftung als Acker kommen 
von dem jährlichen Ertrage die Zinsen des für die Rodung auf- 
gewendeten Kapitales pro 300 K X 003 = 9 K in Abzug; es verbleibt 
somit nur ein Reinertrag von 18 — 9 = 9K gegenüber dem Wald- 
ertrage von 1161 K, weshalb die Umwandlung in Ackerland sich 
nicht als vorteilhaft erweisen würde. 

Es ist auch jene Kulturart nutzbringender, welche bei ge- 
gebenem Bodenwerte die größte Verzinsung gewährt. . 

Beispiel 105: 

Es sei ein an das Waldland angrenzender Acker um den Betrag 
von 400 K pro 1 ha angekauft worden, welcher durch Verpachtung 
jährlich einen Ertrag von 12 K liefert; im Falle der Aufforstung 
würde nach Maßgabe der Nachbarbestände der Ertrag der V. Bonitäts- 
klasse Fichte bei 80 K Aufforstungskosten zu gewärtigen sein. 

aj Bestimmung des Verzinsungsprozentes für die Benutzung 
als Acker 

_100J_100J^_ 
P~ K "" 400 ~'^^'- 

h) Bestimmung des Verzinsungsprozentes für die Bewirt- 
schaftung als Wald, u = 80 Jahre. 



236 ■^"' ""'^ Verkauf kleiner Waldteile. 



br = Ai=^ = ^^«55 = 56-52 K 
u 80 

dr = 13-61 „ 



br+dr = 7013K 

B + c 4- 20 V _ 400 + 80 _ 480 K _ 
br + dr ~ 7013 ~ 70-13 K ~ 

p = 3-24% 

X = 1-88 X 0-09 = 1-69 

weil die erste Durchforstung schon im 20. Jahre erfolgt. 

drx = 13-61 K X 169 = 23-— K 
br = 56-52 , 



drx -f br = 79-52 K 
480 K 



= 6-04 



79-52 K 
p = 3-38% rund 3-4%. 
Die Aufforstung wäre demnach auch finanziell gerechtfertigt« 



VII. An- und Verkauf oder Tauseh von kleineren 

Waldteilen. 

Wenn es sich um den An- oder Verkauf von kleineren Wald- 
teilen oder kleinen isoliert gelegenen Waldparzellen handelt, wird 
stets eine getrennte Ermittlung des Boden- und Bestandeswertes 
vorgenommen werden müssen, weil bei solchen Besitzänderungen 
die Voraussetzung für eine weitere Beibehaltung der bisherigen 
Betriebsart nicht vorhanden ist. 

Bei der Feststellung des Bodenwertes wird in erster Linie zu 
erwägen sein, ob dem Boden eine Eignung zu anderen Zwecken, 
wie als Bauplatz, als Gewinnungsort für Baumaterialien oder Fossilien 
etc. zukommt, und es muß dann in jedem derartigen Falle der Wert 
des Bodens nach dieser besonderen Eignung für einen solchen 
Zweck auch besonders bemessen werden. 

Ist jedoch eine solche Voraussetzung nicht vorhanden, so wird 
man den wirtschaftlichen Bodenwert, d. i. den Bodenertragswert 
feststellen, welcher uns den Minimalpreis angibt, zu welchem der 
Verkäufer den Boden ohne Verlust abgeben kann. 



An- und Verkauf kleiner Waldteile. 237 

Als Bodenertragswert ist selbstverständlich das sich ergebende 
Maximum desselben bei Unterstellung des landesüblichen Waldzins- 
fußes von p = 3% anzunehmen. 

Die Kosten für Verwaltung und Schutz bleiben dabei außer 
Anschlag, weil so kleine Besitzänderungen eine Änderung des bis- 
herigen Standes nicht verursachen; denn bei einem Verkaufe bleiben 
sie unverändert weiterhin aufrecht, ebenso wie sie bei einem Zukaufe 
eine Erhöhung nicht erfahren. 

Würden wir aber diese Kosten in Anschlag bringen wollen, so 
müßte bei der Ermittlung des Bodenertragswertes nicht der Wald- 
zinsfuß von 30/0, sondern der abgeleitete Wirtschafts- oder Rentabili- 
tätszinsfuß unterstellt werden. 

Da jedoch beide Wege zu den gleichen Ergebnissen führen, 
geben wir der Ermittlung des Bodenertragswertes mittels des landes- 
üblichen Zinsfußes von p = 3% der größeren Einfachheit wegen 
den Vorzug. 

Es ist demach: 

„ Au— c + Dal-Op"-«' + ..DM-Op«-q / s 

Be = 



(ö^ + «) 



1-0 p"^ — 1 VO-0 p 

oder nach unserer vereinfachten Formel, wenn wir 

— ^ + -1 — 1- =dr setzen 

a ' b 



B. 



Au — c -f- drux 
lOp»» — 1 



(ö^+«) 



Für u ist ein der finanziellen Hiebreife der Bestände mög- 
lichst nahe gelegenes Alter zu unterstellen, daher für die Nadelhölzer 
etwa 70 Jahre, für die Laubhölzer etwa 80 Jahre. 

B70 = (Au - c -f drux) 01446 - (^ + c). 

Die Werte für ux sind für u = 70 Jahre, wenn die erste Durch- 
forstung im 

10. 15. 20. 25. 30. 35. 40. 45. 50. Jahre erfolgt, 
81-62 88-41 91-42 92-26 91-77 9037 8855 86-17 83-51. 



B, 



80 



= (Au - c + drux) 0-1037 - (^ + c). 



Die Werte für u = 80 Jahre sind, wenn die erste Durchforstung im 

10. 15. 20. 25. 30. Jahre erfolgt, 

108-56 116-72 119-84 12032 119-— 



238 ^^' "^^ Verkauf kleiner Waldteile. 

35. 40. 45. 50. Jahre erfolgt, 

: 116-56 113-52 HO-— 10616 

Die Formel für den Bestandeswert ist sodann 

HKm=(B + S-f c)aOp"' — l)-|-c — Dal-Op"»-» 

für die älteren Bestände, wenn schon mehrere Durchforstungserträge 
eingegangen sind. 

Nach unserem vereinfachten Verfahren geht die Formel über in 

H K^ = ^''~l:!^_^ j~ (1-0 p- - 1) + c - drmx, 

oder wenn wir —'\tk — ~~ — 7 — mit B,- bezeichnen, 

H Km = Br (10 p"^ — 1) + c — drmx. 

Hinsichtlich des Alters sind alle jene Bestände, welche unter 
dem Alter von u = 70 oder 80 Jahren (je nachdem das eine oder 
andere Alter für die Ermittlung des Bodenwertes benützt worden 
ist) gelegen sind, nach dem Kosten- und Erwartungswerte, alle jene 
Bestände aber, welche dieses Alter bereits überschritten haben, nach 
dem wirklichen Verkehrswerte auf Grund vorgenommener Massen- 
erhebungen zu ermitteln, kurz es ist stets der größere Wert von 
beiden in Anrechnung zu bringen. 

Bei allen Betriebsarten mit natürlicher Verjüngung durch Samen 
oder Ausschlag treten die Kosten der Verjüngung gegenüber den 
übrigen Kosten in den Hintergrund und können deshalb bei den 
Wertsermittlungen unberücksichtigt bleiben. Ein gleiches Verhältnis 
besteht auch bezüglich der Durchforstungserträge bei extensiven 
Wirtsehaftsbetrieben oder solchen mit niedriger Umtriebszeit. 

Zu diesen Arten von Wäldern rechnen wir: Die Gebirgswälder, 
Niederwälder, die Gemeinschaftswälder, endlich die Wälder des 
Klein waldbesitzes. 

Bei der Bewertung solcher Wälder vereinfacht sich die Formel 
des Bodenertrags wertes auf: 

BAu S 4 

e 



l-Op^ — l 00 p 

jene des Bestandeswertes auf: 

10 p'« — 1 



HKm = Au 



lOp»^— 1" 



Als Zinsfuß ist 37o, als Umtriebszeit jene des Bodenwertmaxi- 
mum, also bei Hochwäldern etwa 70 bis 80 Jahre zu nehmen. 



An- und Verkauf kleiner Waldteile. 239 

Da aber in der Praxis diese Umtriebszeit nur selten eingehalten 
wird und daher Erfahrungsdaten über die Abtriebserträge selten 
vorliegen, machen wir die Formel des Bodenertragswertes von 
der finanziellen Umtriebszeit dadurch unabhängig, daß wir den Zins- 
fuß mit zunehmender Umtriebszeit sinken lassen. In Übereinstimmung 
mit der Praxis gehen wir bei einer 1jährigen Umlaufszeit, welche 
in der Landwirtschaft eingehalten wird, von dem daselbst üblichen 
Zinsfuße von 4% aus und lassen ihn bei einer Umtriebszeit von 
30 Jahren auf SVsVo» bei 70 Jahren auf 3%, bei 100 Jahren auf 
2V2% herabsinken. 

1 1-Op" — 1 

Die Faktoren -r: und ., - „ für diese Zinsfüße 

l'Op" — 1 10 p'' — 1 

und die verschiedenen Altersstufen gerechnet, setzen uns in die 

Lage, das Diagramm III zu konstruieren, welches gestattet, die 

Boden- und Bestandeswerte für sämtliche Bestandesalter und Um- 

triebszeiten in einfachster Weise zu bestimmen. 

Beispiel 106: Es seien der Bodenwert und die Bestandeswerte 
für eine Umtriebszeit von 80 Jahren zu ermitteln, wenn der Abtriebs- 
ertrag Au = 3000 K und die Steuern s = 30 K betragen. 

Zu diesem Zwecke errichtet man bei der Ablesung 3000 auf der 
Horizontalen eine Senkrechte, bis die schiefe Linie u = 80 Jahre 
getroffen wird. Von diesem Schnittpunkte eine Horizontale gezogen, 
gibt uns auf der rechten oder linken Seite die Ablesung . . . 360 K 
für den Bodenwert. 

Hievon das Steuerkapital abgezogen 30 s = 90 „ 



Bodenwert . . . 270 K 
Durch die Schnittpunkte der Horizontalen mit den schiefen 

Linien der Bestandesalter erhalten wir sämtliche Bestandeswerte 

durch Projektion dieser Schnittpunkte auf die unterste Horizontale, 

wo sie abgelesen werden können. 

Wenn die Schnittpunkte in jüngeren Altersklassen undeutlich 

werden, liest man sie auf den entgegengesetzt laufenden Linien ab. 
Für das frühere Beispiel sind die Bestandeswerte 

bei 10 Jahren = 163 K 



20 




= 378 „ 


30 


II 


= 675 „ 


40 




= 1030 „ 


50 




= 1500 „ 


60 


•n 


= 1950 „ 


70 


ri 


-2470„ 


80 


■n 


= 3000 „ 



Ein Vergleich mit richtig gerechneten Boden- und Bestandes- 
werten zeigt, daß dieses Diagramm auch in jenen Fällen, wo Kultur- 
kosten und Durchforstungserträge in Betracht kommen, Näherungs- 
werte liefert, welche mit den Ergebnissen nahezu voll übereinstimmen, 
weil sich bei der Bodenwertsermittlung die Durchforstungserträge mit 
den Kulturkosten aufheben, wie folgende Gegenüberstellung zeigt: 



240 ^^' "^^ Verkauf kleiner Waldteile. 

Für Kiefer III. Bonitätsklasse nach Baur gibt die richtige 
Rechnung, mit 2V2% durchgeführt, folgende Bodenwerte: 

u= 40 50 60 70 80 90 100 110 120 Jahre 
102 235 305 335 288 236 183 131 70 K 
das Diagramm: 214 296 315 360 361 348 315 313 338 „ 

Die Werte nach dem Diagramme halten sich somit von 50 bis 
120 Jahren auf nahezu gleicher Höhe. 

Bei der Ermittlung der Bestandeswerte sind jedoch die Kultur- 
kosten solange in Anschlag zu bringen, als Durchforstungserträge 
noch nicht eingehen, also etwa bis zum 30. Jahre. 

Von da ab können diese Kosten mit Rücksicht auf die Ver- 
nachlässigung der bereits eingegangenen Durchforstungserträge außer 
Anschlag bleiben. 

Beispiel 107: 

Eine von einem Wirtschaftskörper abseits liegende Waldparzelle, 
bestehend aus einem 45jährigen Fichtenbestande der VI. Bonitäts- 
klasse, soll an einen zweiten Waldbesitzer zur Arrondierung seines 
Besitzes verkauft werden, wenn 

im 30. Jahre ein Durchforstungsertrag von 48 K 

, 40. , „ „ . 67 „ 

n öu. „ „ „ „ yu „ 

und im 70. Jahre ein Abtriebsertrag von 2667 K zu erwarten steht, 
ferner die Kulturkosten 80 K, die Kosten für Steuern 4K betragen. 

Wie groß ist deren Wert pro 1 ha? 

1. Ermittlung des Bodenertragswertes nach der Formel 



„ Au — c + Dal-Op«-^ + 
B70 = — 



)h + ') 



l-Op^ — 1 VOOp 

A„ — c= 2667 — 80= 2587 K 

Da . 1-0340 = 48 K X 3-262 = 156 K 
Db . 1-0330 = 67 „ X 2-427 =- 163 , 
De . 1-0320 = 90 „ X 1-806 = 162 „ 
Dd . 1-0310 _ 90, X 1-344 = 121 „ 

602 K 602 „ 

Summe . . . 3189 K 

3189 K X ;^.Q3,o_^ = 3189KX 0-1446= . . . 461 „ 

ab ^-f c = 133 + 80=. . . 213 „ 
B = . . . 248 K 



An- und Verkauf kleiner Waldteile. 241 

Aus dem Diagramme bei 2587 K und 70 Jahren 

Br = 478 K 

ab 213 , 

B = 265 K 

2. Ermittlung des Bestandeswertes 

HK45 = (B + S + c)(l-0p« — l) + c — DalOpis 

461 K X 2"781 = 1282 K 
c= 80„ 
Summe . . . = 1362 K 1362 K 

Hievon ab 

Dal-03« = 48KXlo58= 75 K 
DblOSs == 67 „ X 1-159 = 78 , 

Summe . . . = 153 K 153 „ 

Bestandeswert . Diff. . . . 1209 K 

Bodenwert 248 „ 

Gesamtwert . . . 1457 K 

Nach unserem Verfahren ist 

Au — c + drux / s \ 

Au — c = 2667 — 80 =r 2587 K 

drux = 6-57 KX 91-8= 603 „ 

Summe . . . 3190 K 
Jetztwert = Br . . 461 „ 

"^ö^+"= •'••••• ^^^" 

Boden wert Diff. ... 248 K 

Bestandeswert = Br (103^5 — 1) -|- c — drmx 

461 KX 2-781= 1282K 

c = 80 80, 

Summe . . . 1362 K 

ab drmx = 3-27 K X 4676 = 153 „ 

Bestandeswert Diff. . . . 1209 K 

Bodenwert 248 „ 

Gesamtwert . . . 1457 K 

nach dem Diagramme H6o = 1310K 

B = 265 „ 
Gesamtwert = 1575 K 

Riebe], WaldMertrechnung. 2. Aufl. 16 



242 An- und Verkauf kleiner Waldteile, 

Wenn diese Parzelle mit einem 26jährigen Bestände bestockt 
wäre, ergäbe sich ein Bestandeswert von 

HK26=Br(l-0326 — l) + c = 461 KX 1-156 + 80K= .... 613K 

nach dem Diagramme Hae = 565 -|- 80 = 645 K; 

wäre der Bestand hingegen 53 Jahre alt, so ergäbe sich ein Bestandes- 
wert von 

HK53 = B,(l-0353 — l)-f-c = 461 KX 3-799+ 80 K= . . . . 1827K 

hievon ab: drmx 

dr bei m = 50 Jahre = 5*07, x bei b = 50 Jahre = 1075 

m = 53, daher drmx = 5-07 K X 1'075 X 53 = 289 K 

HK53 = 1827 — 289= 1538K 

nach dem Diagramme H53 = 1710K. 

Sollte jedoch der Bestandeswert der eigenen Wirtschaft unter 
Berücksichtigung der Verwaltungskosten für eine bestimmte Um- 
triebszeit ermittelt werden, so müssen wir aus dem Bodenwerte erst 
das Wirtschaftsprozent ableiten, wie es im nachfolgenden Beispiele 
der Fall ist. 

Beispiel 108: 

Es soll der Bestandeswert pro 1 ha eines 53jährigen Fichten- 
bestandes der IV. Bonitätsklasse ermittelt werden, wenn die Kosten 
für die Steuern 4 K, jene für Schutz und Verwaltung 6 K und die 
Kulturkosten pro 1 ha 80 K betragen, der Bodenwert nach Maßgabe 
des Verkehrswertes oder im Vergleichswege mit den landwirtschaft- 
lichen Grundstücken mit 250 K pro 1 ha festgestellt worden ist und 
die Umtriebszeit 100 Jahre beträgt 

Die sonstigen Erträge entsprechen dem vorhergehenden Beispiele. 

In diesem Falle müssen wir vorerst mittels des Diagrammes 
das Verzinsungs- oder Wirtschaftsprozent in der bereits bekannten 
Weise feststellen, und zwar: 

, A u — c 4682 — 80 .„^_-^ 

br = = TT^K = 46*02 K 

u 100 

dr = 9-74 . 



br -h dr = 5576 K 



B -f c + 20 (V + s) ^ 250 + 80 + 200 ^ 530 K _ 

br + dr 5576 ~ 55-76K ~ ■ 

20(v4-s) 200 K 



br + dr 55-76 K 
Näherungswert p = 2-08<'/o 



3-6 



An- und Verkauf kleiner Waldteile. 243 

X bei u — a Jahren (100 — 30) = ISO 

drx = 9-74 X 130 12-86K 

br= 4602, 

br + dr = . . . 58-88 K 
530K 
58-88 K 
200 K ^ 
58-88K~" 

p = 2-14 rund 2-lo/o. 
Zur Probe mit diesem Zinsfuße den Bodenwert gerechnet, gibt: 



Au — c -f- drux /^v -(- s 

1-022100— r 



Bioo - ^.--n'n "\"- - (^102! + V 



A„ — c = 4682 — 80 = . 4602 K 

drux = 9-74 K X 131 6 = 1282 , 

Summe . . . 5884 K 
Br = 5884 KX 01431= 842 „ 

^^^21 + '' = ^^^ + ^^^ ^^^'' 

Bodenertragswert Diff. ... 286 K 

gegenüber 250 K, daher eine Differenz von 36 K, welche daher rührt, 
daß wir das ermittelte Prozent von 2*14 auf 2-P/o abgerundet haben. 
Für die Zwecke der Praxis ist diese Differenz jedenfalls belanglos 
um so mehr, als die Forderung, daß mit Hundertstel Prozent ge- 
rechnet werden soll, kaum gestellt werden dürfte. 

Bei Unterstellung dieses Zinsfußes von 2*] 7^ ist nun der Be- 
standeswert: 

H K53 = Br (1-0 p°» — 1) + c — drmx. 

Br(l-02253 — 1) -1-80 = 842 KX 2-168 -1-80 K= 1825K 

drmx = 5-07 K X 53 X 0-957 = 257, 

Bestandeswert Diff. . . . 1568 K 

gegenüber 1538 K, wenn wir u = 70 Jahre und p = 3Vo nehmen. 

Würden wir eine Umtriebszeit von 80 Jahren wählen, so ergäbe 
sich ein Wirtschaftsprozent von p =^ 2-4%. 

Der Bodenertrags wert ist sodann: 

An — c = . 3428 K 

drux = 7-83 KX 98= . . . 767, 

Summe . . . 4195 K 
Br = 4195 KX 0-1764= 740, 

^^ö^ + ^^= ^^^" 

Bodenwert . . . 244 K 

16* 



244 



An- und Verkauf kleiner Waldteile. 



ha 



0-80 
4-00 
2-50 
3-00 
2-00 



12-30 



Jalire 



Beispiel: 
Blöße 
Hut 

weide 

30 V 
IB 
75 
45 



V 
IV 



Be- 
Stockung 



M 



•2 « 

(CO 



0-8 
1-0 
10 
1-0 



Haubarkeitsertrag 
in Geld für 1 ha 



M o 



1750 
2339 
2339 
3264 



.2 " 






K 



2834 
2926 
2926 

4086 



78 



80 



:=3 a 



So 
^ s 

-P o 



t> o 



K 



20 
20 
20 
20 
20 



Berechnung des Bodenwertes 



348 
128 
160 
160 
222 



Podenwert 



c3PQ 



p<2 



327 
107 
140 
140 
201 



ropc. 



K 



261 
430 
360 
420 
403 



1866 



94 
32 
05 
06 
48 



Hiezu; 



Der Kapitalswert der Erträgnisse aus den Nebennutzungen und 

Nebenwirtschaften (jährlich 9 K zu 30/0) ^^^'~ ^ 

Der Jagdwert (Anteil vom Jagdpachtschilling jährlich 60 h 

zu 30/0) ^" •" " 



Zusammen . . 

Hievon ab: 

1. Der Kapitalswert der Holzservitut (jährlich 2K 40 h zu 30/0) 

2. Der Kapitalswert der Weideservitut (jährlich 4 K zu 30/0) . ■ 



320 — K 

80-— K 
134-— „ 



Zusammen . . ■ 214' — „ 
Rest . . . 106 — „ 

Anmerkung: 

Der Kapitalswert der jährlichen Steuern und Umlagen = 7 K 60 h (bei 
größeren Komplexen auch die Verwaltungs-, Schutz- und Kulturauslagen). 

7 K 60 h zu 30/0 kapitalisiert = 253 K 32 h oder pro 1 ha = 20 K 68 h 
wurde' bereits bei der Wertsberechnung der einzelnen Abteilungen in Rechnung 
genommen. 



An- und Verkauf kleiner Waldteile. 



245 





Bereohnimg des Bestandeswertes 




Waldwert 




o 

s 


7 

s 

1 

P 

+ 
n 




Bestandeswert 


pro Iha (11 + 15) 


0} CO 

•-3 


I 

o 

u 

p< 


.23 


13 


14 


15 


16 


17 


18 


K 


h 


K 


h 


K 


h 


K 


h 


K 


h 


K 


h 






















— 


261 


94 


261 


94 


220 


98 


112 


— 


108 


98 


435 


92 


216 


66 


866 


24 


295 


28 


147 


58 


147 


70 


369 


26 


287 


72 


719 


30 


1117 


32 


83 


90 


1033 


42 


3100 


26 


1173 


44 


3520 


32 


642 


34 


178 


58 


463 


76 


927 


52 


665 


50 


1331 


— 










' 




4832 


96 i 
Hi 


ezu . 




6698 
106 


80 










Re 


ner W 


aldv 


?^ert . 


i 


6804 


80 



Anmerkung 



Kurrentw. eines Joch. 
Hutweide = 20U K; 
daher pro 1 ha ^=348 K. 



Erläuterungen: 

V == die jährlichen Verwaltungskosten, Kultur- und Steuerauslagen. 

u ^= Umtriebszeit = 100 -Jahre, da dieser Zeitraum zur Erzeugung der für 
den Bedarf nötigen Starkhölzer hinreichend ist. 

D^ = gegenwärtiges Bestandesalter. 

Au .1 ( ^ \ 

T-r T = Au — r -; I— -I Faktor für die Periodenrente. 

l-Opu_i lOpu—i' VlOp«— 1/ 

Au , 1 / 1 \ „ 
-— r— -— - = Au vt: ; \^r-^ 1 Vor Wertsfaktor. 

1-0 pii— m 1-0 pu— m VlO pu— m/ 

(B + V)(10p"— '") , 1 

, n . 1 = (B + V) (1-0 pu-m — 1) -— ; (1-0 pu-m _ i) igt der 

l'O p'^ — ™ \ I / \ r- / j.Q pu — m' ^ *^ ' 

um 1 verminderte Nachwertsfaktor =: Zinsfaktor. 
1 



1 pu— m 



= Vorwertsfaktor. 



246 ■*•"' ""<^ Verkauf kleiner Waldteile. 

und der Bestandeswert = 

Br(l-0p53— 1)4- = 740 KX 2-5206 + 80 K= 1945K 

ab drmx = 5-07 K X 53 X 0-995=: ... 267 „ 
Bestandeswert Diff. . . . 1678 K 

gegenüber 1568 K, wenn u ^ 70 Jahre und p = 3% genommen wird. 

In der gleichen Weise ist auch bei Bewertungen für Tausch- 
zwecke vorzugehen. 

Man wird ebenfalls die Verwaltungs- und Schutzkosten am zweck- 
mäßigsten unberücksichtigt lassen und der Rechnung den landes- 
üblichen Waldzinsfuß von 3% unterstellen. Soll jedoch die Bewertung 
nach dem Wirtschaftszinsfuße erfolgen, so ist dieser in der bereits 
erörterten Weise erst abzuleiten, wobei aber nicht übersehen werden 
darf, daß die Kosten für Verwaltung und Schutz bei beiden Objekten 
gleich und in angemessener Höhe eingestellt werden müssen, wenn 
man Resultate erhalten will, welche für beide Besitzer gleich an- 
nehmbar sein sollen. Die Kosten für Steuern und Umlagen sind 
aber im wirklichen Betrage einzustellen, da sie fixierte Größen 
bilden, bei welchen eine willkürliche Änderung ausgeschlossen ist. 

Angezeigt dürfte es auch sein, hier in Kürze zu erwähnen, von 
welchen Gesichtspunkten auszugehen wäre, wenn solche Besitz- 
veränderungen landwirtschaftliche Grundstücke betreffen. 

In erster Linie wird man hier zu unterscheiden haben, ob 
diese landwirtschaftlichen Grundstücke zum Zwecke der Aufforstung 
erworben werden oder ob die bisher stattgefundene Benützung auch 
weiterhin beibehalten werden soll. Im ersten Falle wird man den 
Wert eines solchen landwirtschaftlichen Grundstückes nach dem 
Bodenertragswerte bei Benützung als Wald beurteilen, wobei die 
Verwaltungs- und Schutzkosten abermals außer Anschlag bleiben 
können, wenn wir den landesüblichen Zinsfuß von 3% der Rechnung 
unterstellen. Dieser Wert stellt uns im Falle der Erwerbung den 
Maximalpreis dar, wenn nicht noch besondere Vorteile wie zweck- 
mäßige Arrondierung und Vereinfachung der Grenzen etc. ein 
Hinausgehen über diesen Betrag rechtfertigen. 

Im zweiten Falle wird man den landwirtschaftlichen Wert da- 
durch feststellen, daß man den durchschnittlichen jährlichen Ertrag 
mit einem entsprechenden Zinsfuße, derzeit p := 4% kapitalisiert. Es 
würde nämlich zu weit führen, umständliche Reinertragsberechnungen 
anstellen zu wollen, vielmehr wird es meist genügen, diesen Rein- 
ertrag nach Maßgabe sonstiger Pachterlöse festzustellen. Auch der 
Katastralreinertrag kann für diesen Zweck benützt werden, nur muß 
erst sein Verhältnis zum wirklichen Ertrage ermittelt werden, da 
dasselbe gebietsweise verschieden ist. 

Nehmen wir beispielsweise an, der Katastralreinertrag des zu 
erwerbenden Grundstückes betrage pro 1 ha 30 K. Ein in der Nähe 
gelegenes anderes Grundstück liefere abzüglich der Steuern und 
Umlagen einen Pachterlös von 50 K gegenüber einem Katastralrein- 

ertrage von 40 K, so ist der wirkliche Ertrag = 1-25 vom Kata- 



Ermittlung von Entschädigungen. 247 

stralreinertrage, daher für unseren Fall der wirkliche Reinertrag 
30 K X 1"25 = 37-5 K und der Wert wenn p = 4% ist -k^ = 

= 37-5 K X 25 = 937-5 K. 

In gleicher Weise kann man auch an Stelle des Pachtertrages 
den Verkehrswert anderer in der Nähe gelegener Grundstücke, 
von den etwaigen subjektiven Liebhaberpreisen selbstverständlich 
abgesehen, in Vergleich ziehen. 

Z. B. der Verkehrswert eines solchen Grundstückes betrage 
1200 K bei einem Katastralreinertrage von 40 K. Der kapitalisierte 

Katastralreinertrag mit p = 4% ist t-^ = 1000K; somit der Ver- 
kehrswert , = l"20mal des kapitalisierten katastralen Rein- 
lUUO K 

ertrages; für das frühere Beispiel ist dann dieser Wert: 

= 30 K X 25 X 1'20 = 900 K. 

Anhangsweise bringen wir noch das Beispiel einer Waldwert- 
berechnung, welches vom k. k. Ackerbau-Ministerium im Jahre 1885 
den unterstehenden Ämtern der Staatsforstverwaltung zur Richt- 
schnur empfohlen wurde. (Siehe Tabelle auf S. 244 und 245.) 



VIII. Die Ermittlung von Boden- und Bestandes- 
entsehädig-ungen. 

Bei den Schadensermittlungen durch Feuer, Wind-, Eis- und 
Schneebruch, Hagelschlag, Wildschaden und Waldffe\rel und bei 
der Feststellung der Vermögensdifferenz anläßlich der Inventuren 
von Fideikommißforsten handelt es sich um die Erhebung von 
Differenzwerten, bei welchen die Kulturkosten sowie das Steuer- 
und Verwaltungskapital vernachlässigt werden können, weil sie sich 
gegenseitig aufheben; da ferner die Durchforstungserträge ebenfalls 
nur eine sehr geringe Wirkung auf das Endergebnis ausüben, können 
dieselben gleichfalls in den meisten Fällen außer Anschlag bleiben. 

Die Differenz zweier Bodenwerte beträgt daher, wenn die 
Summen der prolongierten Durchforstungserträge mit Z'Dal"Op"~* 
und UDs^i 10p''~*^ bezeichnet werden: 

^ __ Au + 2; Da 10 p-^-* — A„, — 2: Dal 1-0 p'^-^ 1 

■De -De. == 



lOp"^ — 1 
oder ohne einen nennenswerten Fehler zu begehen: 



248 Ermittlung von Entschädigungen. 

In analoger Weise ist die Differenz zweier Bestandeswerte: 

1-0 pm — 1 

Hm Hnii == (Au Aui) -j.Q „ -T 

und die Differenz der Zu wachs werte : 

l.Qpm+n_ 1-0 pm 



Zw, = (Au — A.) 



rop« — 1 



Als Abtriebszeit u ist prinzipiell nur die dem gewählten Zins- 
fuße entsprechende finanzielle Abtriebszeit zu nehmen. Soll jedoch 
eine hievon abweichende Abtriebszeit unterstellt werden, dann muß 
zunächst in der bereits bekannten Weise das entsprechende Ver- 
zinsungsprozent mittels des Diagrammes I gesucht werden. 

Für die meisten Fälle hinreichend genau können indes die 
vorstehenden Differenzwerte unabhängig von der Abtriebszeit und dem 
Zinsfuße mit Hilfe des Diagrammes H ermittelt werden (Siehe Seite 239). 

Der Vorgang selbst ist aus den nachfolgenden Beispielen zu 
ersehen, wobei nochmals bemerkt wird, daß den Ablesungen für die 
Bestandeswerte die Kulturkosten insolange hinzuzurechnen sind, als 
Durchforstungserträge noch nicht eingehen. 

Die Ermittlung dieser Differenzwerte nach den Formeln für 
den Bodenertragswert und für die Bestandeswerte kann als hin- 
reichend bekannt vorausgesetzt werden und wird daher lediglich 
auf die diesbezüglichen Beispiele an früherer Stelle verwiesen. 

Beispiel 109: 

Es ist die Entschädigung zu berechnen, wenn ein löjähriger 
Fichtenbestand durch Feuer vollkommen vernichtet und der Boden- 
wert um eine Bonitätsklasse verschlechtert wurde. Der Abtriebs- 
ertrag betrage bei u = 100 Jahren für die ursprüngliche Boden- 
bonität 4600 K, für die verschlechterte 3400 K. 

Die Bodenbeschädigung beträgt daher: 

Ablesung bei den Schnittpunkten der Vertikalen 4600 K und 

3400 K bei Linie u = 100 =368 — 266= 92K 

Wenn die Kulturkosten c = 80 K betragen, ergibt sich die 
Entschädigung für den vernichteten 15jährigen Bestand 
durch Ablesung auf dem Diagramme bei der Schnittlinie 
der Horizontalen mit der Linie u = 15 Jahre .... 270 „ 

Daher Gesamtentschädigung: 92 -}- 270 = 362 K. 

Beispiel 110: 

Durch Hagelschlag sei ein öjähriger Fichtenbestand zu zwei 
Drittel vernichtet worden; wie groß ist die Entschädigung, wenn bei 



Ermittlung von EntschädiguBgen. 249 

u = 100 Jahren ein Abtriebsertrag von 4600 K zu erwarten steht und 
die Kulturkosten c = 80 K sind ? 

öjähriger Bestandeswert aus Diagramm 80 K 

Hiezu die Kulturkosten c = 80 , 



Summe ... 160 K 
Entschädigung zwei Drittel von 160K = 107K. 

Beispiel 111: 

Es sei ein SOjähriger Bestand durch Hagel derart beschädigt 
worden, daß er zur Zeit des Abtriebes bei u = 80 Jahren nur Brenn- 
holz mit einem Ertragsausfall von 1000 K pro 1 ha liefert. 

Die Ablesung auf dem Diagramme bei 1000 K und der Linie 
u = 30 Jahre gibt als Entschädigung 223 K pro 1 ha. 

Beispiel 112: 

Durch Schnee oder Wind sei ein 40j ähriger Bestand zu ein 
Drittel gebrochen worden; wie groß ist die Entschädigung, wenn 
für das aufgearbeitete Holz abzüglich der Gewinnungskosten eine 
Einnahme von 200 K erzielt wurde und bei 80 Jahren ein Abtriebs- 
ertrag von 4000 K zu erwarten stand? 

Aus Diagramm H Km = 1365 K ein Drittel davon . 455 K 

ab Einnahmen 200 „ 

Entschädigung Diff. . . . 255 K 

Beispiel 113: 

Eine 5jährige Fichtenkultur ist durch Verbiß von Wild oder 
Vieh zur Hälfte vernichtet worden; wie groß ist die Entschädigung, 
wenn die Kulturkosten c = 80 K betragen und bei 80 Jahren ein Ab- 
triebsertrag von 4000 K pro 1 ha zu erwarten war ? 

Aus Diagramm HKm= 105 K 

Hiezu Kulturkosten 80 „ 



185 K 
Entschädigung = — - — = 92'5 K. 

Beispiel 114: 

Wie groß ist die Entschädigung pro 1ha, wenn durch den 
Verbiß ein 2 jähriger Zuwachs unter denselben Verhältnissen wie im 
voi'hergehenden Beispiele vernichtet worden wäre? 

Aus Diagramm H K5 = 105 + 80 = 185 K 

HK7 = 144 + 80= . 224, 

Entschädigung Diff. ... 39 K 



250 Bewertung ganzer Landgüter. 



IX. Die Bewertung ganzer Landgüter, 

Wenn es auch dem Zwecke des Buches ferne liegt, die Werts- 
ermittlung landwirtschaftlicher Güter in ausführlicher Weise zu er- 
örtern, kann dieselbe unseres Erachtens an dieser Stelle doch 
nicht ganz übergangen werden, da die Landgüter selten ausschließlich 
nur aus landwirtschaftlichen oder nur Waldgrundstücken, sondern 
in der Regel aus beiden zusammengesetzt sind. 

Bei der Wertsermittlung oder Schätzung solcher Landgüter 
wird man sich in erster Linie vor Augen halten müssen, zu welchem 
Zwecke sie erfolgen soll. Bei Schätzungen für den Zweck eines An- 
kaufes oder Verkaufes wird man eine genauere und eingehendere 
Ermittlung des Wertes vornehmen als für den Zweck einer bloßen 
Belehnung. In zweiter Linie wird ferner mit dem Auftraggeber der 
Zinsfuß vorerst festgestellt werden müssen, welcher der Werts- 
ermittlung zugrunde gelegt werden soll. 

A) Die Wertsermittiung der landwirtschaftlichen Grundstücke. 

Sie kann erfolgen: 

a) Durch Kapitalisierung des Katastralreinertrages ; 

b) durch direkte Einschätzung von Kapitalswerten und 

c) durch Kapitalisierung des Reinertrages. 

Allen drei Methoden der Wertsermittlung wird eine allgemeine 
Gutsbeschreibung unter Darlegung aller auf den Wert einfluß- 
nehmenden Momente vorangehen. 

a) Nach dem katastralen Reinertrage. 

Die Wertsermittlung nach dem Katastralreinertrage ist zwar 
von allen Methoden die einfachste, doch zugleich auch die unzu- 
verlässigste. Sie besteht darin, daß für die zu bewertenden Grund- 
stücke aus den Grundbesitzbögen der Katastralreinertrag zusammen- 
gestellt und mit dem anzuwendenden Zinsfuße kapitalisiert wird. Der 
Wahrheit näher wird man indessen kommen, wenn man anstatt des 
bloßen Katastralreinertrages dessen Verhältnis zum wirklichen Rein- 
ertrage nach Maßgabe von anderweitigen Pachterträgen etc. fest- 
stellt und den in Betracht kommenden Katastralreinertrag diesem 
Verhältnisse entsprechend erhöht oder erniedrigt. 

Beispiel 115: 

Die zu schätzenden Grundstücke bestehen: 

1. Aus 50 ha Acker mit einem Katastralreinertrage von 1000 K 

2. „ 30 „ Wiesen „ „ „ , 750 „ 

3. „ 20 „ Weiden „ , „ „ 100 „ 

4. „ 2 „ Gärten „ „ „ „ 100 „ 



Summe 102 ha mit einem Katastralreinertrage von 1950 K 



Bewertung ganzer Landgüter. 251 

es ist der Kapitalswert, wenn p^4<'/o ist: 

1QFS0K 

W = ^^^ = 1950 K X 25 = 48.750 K. 
0'Ü4 

Hätten wir jedoch erhoben, daß sich der wirkliche Ertrag 
zum Katastralreinertrag wie 1*2 : 1 verhalte, so wäre der Ertrag 
1950 K X 1'20 = 2340 K und der Wert: 

W = 2340 K X 25 = 58.500 K. 

Die Gebäude, soweit sie für die Wirtschaft notwendig sind, 
bleiben außer Anschlag. Die übrigen Gebäude werden nach dem 
Zinsertrage bewertet, wobei die Ausgaben für Steuern, Erhaltung, 
Assekuranz etc. in Abschlag kommen. 

Bei gerichtlichen Schätzungen, mit Ausnahme der Realschätzungen, 
wird für die landwirtschaftlichen Grundstücke der 70fache Betrag 
der Grundsteuer oder 15-9fache Betrag des Katastralreinertrages und 
bei den Gebäuden der 60fache Betrag der Hauszinssteuer als Wert 
genommen. 



b) Durch Einschätzung der Kapitalsw^erte. 

Die Kapitalswerte werden in diesem Falle nach Maßgabe der 
ortsüblichen Verkehrswerte für die einzelnen Kulturgattungen und 
deren Bonitätsklassen für die Flächeneinheit erhoben. Zur Be- 
gründung und Kontrolle dienen insbesondere die in den letzten 
Jahren in der Umgebung des Schätzungsobjektes vorgekommenen 
Verkäufe. 

Auf die Steuern, Verwaltungsauslagen etc. wird hiebei .keine 
Rücksicht genommen, hingegen muß das Gebäudekapital und der 
fundus instructus getrennt bewertet werden, da sie in, den Einheits- 
preisen pro 1 ha nicht inbegriffen sind. Der Wert der Gebäude darf 
aber nur gering veranschlagt werden, weil deren Verwertung ohne 
Grund und Boden in vielen Fällen zweifelhaft sein wird. Man wird 
bei einer solchen Einschätzung auch berücksichtigen müssen, daß 
größere Grundkomplexe beim Verkaufe in der Regel keine so hohen 
Preise erzielen wie kleine Parzellen und auch einen Käufer schwieriger 
finden. 

Beispiel 116: 

Die Verkaufspreise oder Verkehrs werte betragen ortsüblich für: 

besserer mittlerer minderer Beschaffenheit 

Äcker .... 800 500 300 K 

Wiesen ... 1000 700 500 , 

Weiden .... 200 100 50 „ 

Gärten .... 1500 1000 — . 



252 Bewertung ganzer Landgüter. 

Es entfallen in die 

bessere mittlere schlechtere Bonität 

von den Äckern .... 10 30 10 ha 

Wiesen .... 5 10 15 „ 

Weiden .... 5 8 7 „ 

Gärten . . . . 1 1 — „ 

21 49 32 ha 

> v^ ■ 

Zusammen . . . 102 ha 
Der Wert dieser Grundstücke ist daher ' 

für die Äcker . . . 800 X 10 = 8.000 K 
500 X 30 = 15.000 „ 

300 X 10 = 3.000 „ 

Summe ... 50 ha = 26.000 K 

Wiesen. . . 1000 X 5= 5.000 K 

700X10= 7.000 „ 

500 X 15 = 7.500 , 

Summe . . . 30 ha = . • 19.500 K 

Weiden . . . 200 X 5 = 1-000 K 
100 X 8 = 800 „ 
50 X 7 = 350 „ 

Summe. . . 20ha= 2.150K 

Gärten. . . 1500 X 1= 1.500 K 

1000 X 1 = 1.000 „ 

Summe . . . 2 ha = . . 2.500 K 

Zusammen . . . 50.150 K 
Hiezu kommt noch der Wert der Wirtschaftsgebäude mit . 30.000 „ 

Gesamtwert . . . 80.150 K 

c) Durch Kapitalisierung des Reinertrages. 

Beispiel 117: 

Unter Benützung der im späteren Abschnitte „agrarische Ope- 
rationen" angegebenen durchschnittlichen Erfahrungssätze hinsichtlich 
Arbeitsaufwand soll der Wert eines 20 ha großen Ackergrundstückes 
ermittelt werden, welches sich für den Anbau von Weizen, Korn, 
Gerste, Hafer, Kartoffel und Rotklee eignet. 

Die Durchschnittserträge lassen sich veranschlagen für 1 ha mit 

15 q Weizen 14 q Hafer 

17 „ Korn 100 „ Kartoffel 

15 „ Gerste 50 „ Kleeheu 

Die Durchschnittspreise am nächsten Marktorte betragen pro 
lq = 100 kg: 



Bewertung ganzer Landgüter. 253 



Weizen . 


. . 17-- K 


Hafer . . . 


. 13-40 K 


Korn . . 


. . 14-80 „ 


Kartoffel . 


. 4--„ 


Gerste . 


. . 1310 „ 







Das Grundstück liegt 18 km vom nächsten Marktorte entfernt, 
der Weg dahin ist eine gute ebene Bezirksstraße. — Die Transport- 
kosten betragen pro 1 q Getreide 040 h. 

Der Lokopreis beträgt daher 

für Weizen 17 00 — 0'40 = 16-60 K 

Korn 14-80 — 0-40 = 14-40 „ 

Gerste 1310 — 040 = 12-70 „ 

Hafer 1340 — 040 = 13-— „ 

Kartoffel 4-00 — 0-40= 360, 

Dem Roggenpreise entsprechend (siehe Tabelle IV agrarische 
Operationen) ist der Geldwert von Stroh pro 1 q zu veranschlagen 



für Weizenstroh . 
Kornstroh 
Gerstenstroh 
Haferstroh . 
Kleeheu . . 



ab Trans- 
portkosten 

14-8 X 0-19 = 2-81 — 0-40 = 2-41 K 
14-8 X 0-20 = 2-96 — 040 = 2-56 „ 
14-8 X 0-23 = 3-40 — 040 = 3-- „ 
14-8 X 0-23 = 3-40 - 040 = 3'— „ 
14-8 X 0-44 = 6-51 — 0-40 = 6-11 „ 



Der Strohanfall beträgt nach Tabelle III 

beim Weizen . .... . 15qX 2-20 = 33q 

Korn 17 „ X 2-57 = 43 „ 

Gerste . . . . . . 15 „ X 1'40 = 21 „ 

Hafer 14 „ X2-00 = 28, 

Die Kosten eines Pferdearbeitstages betragen 4K, der Arbeits- 
lohn eines Mannes 2K, eines Weibes 15 K. Der Wert von Iq Stall- 
dünger beträgt 272% vom Roggenpreise, wenn er nicht auf andere 
Weise festgestellt werden kann, somit 

14-4 K X 0-025 = 38 h. 

Den Verhältnissen des Bodens und des Absatzes entsprechend 
kann folgende Fruchtfolge angenommen werden: 

1. Brache 5. Klee 

2. Korn gedüngt 6. Weizen gedüngt 

3. Kartoffel 7. Hafer. 

4. Gerste 

Der Bedarf an tierischen Arbeitskräften berechnet sich auf 
Grund der vorstehenden Fruchtfolge für 7 ha Fläche in nachstehender 
Weise und zwar für Pflügen, Eggen und Walzen: 



254 Bewertung ganzer Landgüter. 

Brache 9.0 Pferdetage 

Korn 10-4 

Kartoffel 150 

Gerste mit Kleesaat . . 11'4 „ 

Weizen 10'4 „ 

Hafer ..... . . . 5-0 

Summe . . . 6l"2 Pferdetage 
für Unvorhergesehenes 10% • • . 6'1 „ 

Zusammen . . . 67 '6 Pferdetage 

Fuhren auf eine mittlere Entfernung von 1 km : 

Ausführen des Düngers 400 q = 40 X 030 = . . . 12-0 Pferdetage 

Einführen „ Roggens 60 

der Kartoffel 100 

, „ Gerste 36 

^ des Klees 50 

„ „ Weizens 48 

„ Hafers 42 



Summe . . . 336 q = 336 X 0-30 = . . . lO'l 

Summe . . . 221 Pferdetage 

für Unvorhergesehenes 10% . • > 2'2 „ 

Zusammen . . . 24'3 Pferdetage 

daher insgesamt Pferdetage 67*3 -f- 243 = 91'6 

Ermittlung der Handarbeitstage: 

Männertage Weibertage 

Säen des Kornes 0'4 

der Gerste mit Klee 1*0 

des Weizens . 0'4 

„ Hafers 0*4 

Kartoffellegen 4*0 

Mähen und Aufheben: 

Korn 20 .... 2-0 

Gerste 20 .... 2-0 

Weizen 20 .... 2-0 

Hafer 2 .... 2-0 

Klee (2 Schnitte) . . .40 

Binden, Aufstellen, Auf- und Abladen: 

Roggen 60 q 

Gerste 36 „ 

Weizen 48 „ 

Hafer 42 ,. 

Summe . . 186 q 



Bewertung ganzer Landgüter. 255 

18-6 X 0-76= 14-10 

18-6 X 0-65= 12-10 

100 q Kartoffel auflesen und abladen 400 2500 

50 „ Klee trocknen 2-5X5= 12Ö0 

50 „ Klee auf- und abladen 0-18 X 5 = l'OO l'OO 

Summe . . . 33-30 62-60 

für Unvorhergesehenes 10"/o . . • 330 620 

Zusammen . . . 3660 68-80 

Die Kosten der Gespann- und Handarbelt betragen demnach: 

91-6 Pferdetage ä4-0K= 3664 K 

37-0 Männertage ä 20 „ = 740 „ 

690 Weibertage ä 15 „ = 1035 „ 

Summe . . . 5439 K 

An Saatgut -wird verwendet: 

2-00 q Weizen ä 166 K = 3320 K 

1-80 „ Korn ä 144 ,. = 25'92 „ 

2-10 „ Gerste ä 12-7 „ = 2667 „ 

1-70 , Hafer ä 13-0 „ = 2210 „ 

15-00 „ Kartoffel ä 40 „ = 60-— „ 

0-30 „ Klee ä 1200 „ = 36-— „ 

Summe . . . 203-89 K 

Als Drescherlohn ist Vis des KörnerertrageS zu nehmen. 



Zusammenstellung des Rohertrages. 

15 q Weizen ä 16-60 K= 248*00 K 

17 „ Korn . . ' ä 14-40 „ = 24480 „ 

15 „ Gerste ä 12-70 „ = 190-50 „ 

14 „ Hafer a 1300 „ = 182-— „ 

Körnerertrag: Summe . . . 86530 K 



33 q Weizenstroh 
43 „ Kornstroh . 
21 „ Gerstenstroh 
28 „ Haferstroh 
50 „ Kleeheu , . 
100 „ Kartoffel . 



. ä 2-41 K = 79-55 K 
. ä 2-56 „ = 11008 „ 
. ä 3-— „ = 63-— „ 
. ä 3-- „ = 84-- „ 
. ä 6-11 „ = 305-50 „ 
. ä 3-60 , = 360 — „ 
Summe . . . 100213 K 
Somit Gesamtrohertrag 1867-43» 

Von dem Rohertrage sind 25% = 467 K an allgemeinen Kosten 
für Versicherung, Verwaltung, Amortisation, Steuern etc. in Abzug 
zu bringen. 



256 Bewertung ganzer Landgüter. 

Zusammenstellung der Wirtschaftskosten. 

1. Für tierische und menschliche Arbeitsleistungen . . 54390 K 

2. An Saatgut ... 203-89 „ 

3. An Drescherlohn Vis von 866 K 66-60 ^ 

4. Für 400 q Dünger ä OSS K 152-— „ 

5. Allgemeine Kosten 467- — „ 

Summe des Wirtschaftsaufwandes . . 1.433-39 K 

Rohertrag für 7 ha 1.868-43 „ 

Reinertrag Diff. . . 435-04 K 

Reinertrag für 1 ha ^ 62-15 „ 

Kapitalswert bei 4% 6215 K X 25 = 1.553-75 , 

Kapitalswert für 20 ha = 1553-75 K X 20 = 31.07500 „ 

Beispiel 118: 

Es soll der Wert einer mittelguten Wiese im Ausmaße von 
10 ha festgestellt werden. 

Der Ertrag für 1 ha ist: 

Heu und Grummet 30q ä 4K= 120-— K 

Weide auf Trockenfutter reduziert: 

30 q ä 2-70 K . . . 8-10 „ 

Summe . . 128-10 K 
Der Aufwand besteht: 

Pflege der Wiese 6" — K 

Zwei Schnitte ernten: 

Mähen 4 Männertage ä2K 8-— „ 

Trocknen 30 q X 025 = 7-5 Weibertage ä 150 K = : . . 11-25 „ 
Auf- ,und Abladen 30 q = 3 X 018 = 054 

0-54 Männertage ä 2-0 K = . 1*08 „ 

0-54 Weibertage ä 1-0 „ = . 0-81 „ 

Einführen 30q = 0-30 X 30 = 090 X 4 3-60 „ 

Allgemeine Kosten 25% 3201 , 

Gesamtaufwand . . 6275 K 

Rohe rtrag . . 12810 „ 

pro 1 ha Reinertrag 65"35 K 

Kapitalswert 65-35K X 25 = 1.634- -K 

Kapitalswert für 10 ha = 16.340-— „ 

Beispiel 119: 

Es soll der Wert einer Weide im Ausmaße von 15 ha be- 
rechnet werden. 

Der Ertrag an Heu ist mit 10 q zu veranschlagen. 

Da der Nutzwert von Weideheu um 1 Wertsklasse geringer ist 
als der von Mittelheu, beträgt der Wert 

4-0 K X 0-86 = 3-44 K. 



Wertermittlung größerer Waldgüter. 257 

Ferner kommen in Abschlag 20% für Düngerverlust und 25% 
an allgemeinen Kosten, zusammen 45%- 

Der Rohertrag ist daher: 
10X3-44K= 34-40K 

Aufwand = 45% vom Rohertrage : 

34-40 K X 0-045 = . . . 15-48, 

Reinertrag pro 1 ha Differenz . . . 18-92 K 

Kapitalswert pro 1 ha 18-92 K X 25 = 473-— , 

Kapitalswert für 15 ha 473 K X 15 = 7095-— „ 

B. Die Wertsermittlung von größeren Waldgütern. 

Bei der Bewertung größerer Waldkomplexe findet zumeist die 
Wertbestimmung durch Kapitalisierung des Waldreinertrages An- 
wendung. Die Richtigkeit der Resultate ist jedoch an die Bedingung 
geknüpft, daß der Waldreinertrag gleichbleibend jährlich und nach- 
haltig bezogen werden kann, was nur dann zutrifft, wenn sich der 
Wald mindestens annähernd im Normalzustande befindet. 

Ist der erwähnte Zustand nicht vorhanden, was meist der Fall 
ist, so führt diese Ermittlungsweise zu unrichtigen Resultaten. Der 
Anwendung muß deshalb stets eine Überprüfung des Waldreinertrages 
vorangehen, wobei insbesondere auch zu berücksichtigen ist, ob an 
der bestehenden Umtriebszeit festgehalten werden muß oder von 
derselben abgegangen werden kann. 

Da aber die Voraussetzung eines annähernden Normalzustandes 
mit Ausnahme bei den Niederwäldern nur selten zutrifft, kann 
eine verläßlichere Wertbestimmung überhaupt nur auf Grund einer 
sorgfältigen Bestandeserhebung und Bestandesbeschreibung erfolgen, 
mittels welcher die Erträge der einzelnen Perioden innerhalb einer 
Umtriebszeit zu bestimmen sind. Die Ermittlung des Holzertrages in 
den einzelnen Perioden geschieht nach den Grundsätzen der Betriebs- 
einrichtung und zwar am besten dadurch, daß speziell für diesen 
Zweck ein Nutzungsplan für die einzelnen Perioden aufgestellt wird. 

Den Ertrag für einen solchen Zweck nach der Methode der 
sogenannten österreichischen Kameraltaxe zu bestimmen, möchten 
wir entschieden abraten, da sie hinsichtlich des Normalzustandes und 
der Möglichkeit der Realisierung der Nutzungen keinen Aufschluß 
gibt und außerdem auch leicht große Irrtümer zur Folge haben kann. 

Wie bereits in dem ersten Teile gezeigt worden ist, führen bei 
vorhandener Normalität sämtliche Bewertungsverfahren zu dem 
gleichen Ergebnisse, wenn der Bodenertragswert bei der Ermittlung 
der Bestandeswerte, des Normalvorrates und des Waldwertes der 
Betriebsklasse unterstellt wird. Man wird deshalb bei bestehender 
Normalität der Berechnung nach dem Rentierungswerte gegenüber 
den übrigen Methoden wegen der ungleich größeren Bequemlichkeit 
den Vorzug geben. 

Hat man es jedoch mit abnormen Verhältnissen zu tun, was 

Kiebel Waldwertrechnung. 2. Anfl; 17 



258 Wertermittlung größerer Waldgüter. 

wohl in der großen Mehrzahl der Fälle zutreffen dürfte, dann muß 
zu anderen Methoden gegriffen werden, die den bestehenden kon- 
kreten Verhältnissen mehr Rechnung tragen, als jene des Ren- 
tierungswertes. 

Im allgemeinen können dabei drei verschiedene Wege ein- 
geschlagen werden. 

Der erste Weg ist der, daß man die Bodenwerte für sich, ge- 
trennt von den Bestandeswerten, ermittelt. Naheliegend wäre es, so- 
wohl die Bodenwerte als auch die Bestandeswerte nach den Ver- 
kaufswerten festzustellen, was jedoch bei der Bewertung größerer 
Güter aus dem Grunde nicht angezeigt erscheint, weil bei diesem 
Vorgange der Kapitalswert ohne Rücksicht auf die Verzinsung fest- 
gestellt, in der Regel aber eine bestimmte Verzinsung der Kapitals- 
anlage von vornherein gefordert wird. Die Anwendung der Verkaufs- 
werte wird deshalb lediglich auf den einen Fall beschränkt sein, 
wenn vom Standpunkte der Spekulation festgestellt werden soll, 
welche Kapitalswerte sich bei einer vollkommenen Zertrümmerung 
des Objektes erzielen lassen. Diese Art der Bewertung verdient 
daher kurz als die Methode der Güterschlächter bezeichnet zu 
werden, weil ihre Anwendung ein Aufgeben des Wirtschaftsbetriebes 
zur Voraussetzung hat. 

Soll jedoch das Wirtschaftsobjekt als solches erhalten bleiben 
und das erzielbare Erträgnis einer bestimmten Verzinsung des An- 
lage- oder Wirtschaftskapitales entsprechen, dann kann selbstredend 
von dieser Methode kein Gebrauch gemacht werden; angemessener 
ist es vielmehr, den Bodenwert nach dem Ertragswerte und die 
Bestände nach dem Erwartungswerte zu ermitteln. Wird eine be- 
stimmte Verzinsung gefordert und besteht ein Preiszunahmeprozent, 
so ist der geforderte Zinsfuß um das Preiszunahmeprozent zu ermäßigen. 

Muß jedoch an der beste,henden Umtriebszeit festgehalten 
werden, so kann bei hoher Umtriebszeit leicht der Fall eintreten, 
daß sich ein negativer Bodenwert ergibt, der mit der Wirklichkeit 
im Widerspruche steht und in dem Nichtfachmanne Bedenken hin- 
sichtlich der Richtigkeit des Ergebnisses erregen muß, weil in diesem 
Falle der Bodenwert vom Bestandeswerte in Abzug kommt und 
sonach für den Waldwert ein geringerer Wert sich ergibt, als für 
den Bestandeswert allein. 

Zweckmäßiger und für den Nichtfachmann einleuchtender ist 
es deshalb, keine Trennung des Boden- und Bestandeswertes vorzu- 
nehmen, sondern beide zusammen entweder für die Einzelbestände 
nach Formel I, Seite 158 

oder für den ganzen Wirtschaftskörper: 

W. = 2;(A.-c+j;?|. + ...D,IOp«-)-j;J|.fi^-£V . . I. 



Wertermittlung größerer Waldgüter. 269 

oder nach Formel III. Seite 105 für den Einzelbestand, wenn der 
Bodenwert hinzugerechnet wird: 

für den ganzen Wirtschaftskörper 

VrOp" 10 p"" rOp"/ 

zu berechnen. 

Bei Formel II ist jedoch B,- stets für den betreffenden Zins- 
fuß und die gegebene Umtriebszeit nach der Formel: 



B. 



1^ Da Db , Au \f 1 >^ 

ViOp^"^rop^^ "lOp" J\ ^1-Op»— ly 



zu ermitteln. 

Wir geben der vorstehenden Formel II den Vorzug, weil bei 
ihr mit geringeren Zahlengrößen operiert wird und sie daher für 
die Rechnung bequemer ist. 

Bei der Anwendung dieser Berechnungsart ist es keineswegs 
notwendig, den Waldwert jedes Einzelbestandes zu berechnen, sondern 
es genügt, die Einzelbestände nach Holzart, Alter, Bonität und Be- 
stockung in Gruppen von 10 Jahren Altersunterschied zusammen- 
zufassen und den Wert dieser Gruppen nach dem Durchschnittsalter 
zu bestimmen. Im übrigen sei auf das nachfolgende Beispiel ver- 
wiesen. 

Von allen bisher erwähnten Methoden verdient aber, namentlich 
bei größeren Wirtschaftskörpern, die auf Seite 170 beschriebene 
Methode nach Stückrenteri den Vorzug, weil sie auch für den Nicht- 
f achmann verständlich ist; denn sie beruht auf der Kapitalisierung 
der jährlich in den verschiedenen Perioden eingehenden Nettoerträge. 

Bezeichnet man die in 5 Perioden je n-mal eingehenden Erträge 
mit r^, ra, rs, r4 und r^, unter der Voraussetzung, daß von da ab 
der jährliche Ertrag normal ist, so ist der Waldwert: 

yj. _ 10 P" — I , lOp" — I 10 P" — I 10 P" - I , 

' 10 p" 00 p • •*' 10 p2" 00 p ^ •*' 10 p3" 00 p ^ •*' 10 p*" 00 p ^ 

, 1-0 p" — I rs ,,, 

-r'*5,.Qp5„Q.Qp4-,.Qp5„Q.Qp ..... IN. 

Dabei ist die Aufstellung eines allgemeinen Nutzungsplanes 
für die Feststellung der Periodenerträge wohl zweckmäßig, aber 
keinesfalls unbedingt notwendig; denn es genügt, die Bestände in 
10jährige Perioden zusammenzufassen und für diese die jährlichen 

17* 



260 Wertermittlung größerer Waldgüter. 

Nettoerträge festzustellen, weil der Verschiedenheit der Erträge in 
den einzelnen Perioden durch die Diskontierung auf die Gegenwart 
ohnehin Rechnung getragen wird. 

Beispiel 120: 

Für den Zweck eines Ankaufes soll der Wert eines 1000 ha 
großen Wirtschaftskörpers ermittelt werden, wobei von Seite des 
Käufers die Bedingung gestellt wird, daß sich das für den Kauf 
aufzuwendende Kapital zu 4% verzinse. 

Nach den Erhebungen entsprechen die Bestände der IV. Boni- 
tätsklasse für Fichte und liefern 

im 30. 40. 50. 60. 70. 80. 90. 100. Jahre 
Durchforstungs- 

erträge von 63 110 150 160 160 150 — - K 

von 800 1500 2280 3320 4540 5750 6710 7700 „ 

Die Kulturkosten betragen pro 1ha 80 K, die jährlichen Ge- 
samtkosten für Steuern, Umlagen, Schutz, Verwaltung etc. 12.000 K, 
die Einnahmen aus den Nebennutzungen 2000 K. Die in Abzug zu 
bringenden Ausgaben betragen daher 10.000 K oder pro 1 ha 10 K. 
Nach Maßgabe der Bestandesbeschreibung entfallen in die 
10jährigen Altersstufen: 

Blößen = 12 ha 
1— 10jährig= 68 „ 
11- 20 „ = 70 „ 
21— 30 „ = 140 „ 
31— 40 „ = 100 „ 
41— 50 , = 140 „ 
51— 60 , = 60 „ 
61— 70 „ = 120 „ 
71— 80 „ = 120 „ 
81— 90 „ = 90 „ 
91—100 „ = 80 „ 
Summe = 1000 ha 

Da weiters erhoben wurde, daß eine Zunahme der Holzpreise 
um 1% besteht, muß man entweder die Holzpreise für die ver- 
schiedenen Zeitperioden um dieses Prozent erhöhen, oder aber ein- 
facher den ausbedungenen Zinsfuß um dieses Prozent erniedrigen. 
Da der Effekt in beiden Fällen der gleiche ist, wählen wir der 
bequemeren Rechnung wegen den zweiten Weg, indem wir den 
Zinsfuß bei den Holzerträgen von 4 auf 3% ermäßigen. 

1. Nach dem Rentierungswerte. 

a) Unter der Annahme, daß vollkommen normale Verhältnisse 
vorhanden wären, für die Umtriebszeiten von 70, 80, 90 und 
100 Jahren. 



Wertermittlung größerer Waldgüter. 261 

Die Zwischennutzungserträge sind für: 

u = 70 Jahre 63 + 110 -j- 150 + 160 = 483 K 
„=80 . 483 i- 160 = 643 K 
„=90 „ 643 + 150 = 793 „ 
„ = 100 „ =793» 

u= 70 80 90 100 Jahre 

Durchforstungserträge 483 643 793 793 K 

Abtrie bserträge 4540 5750 6710 7700 „ 

Einnahmen: 5023 6393 7503 8493 K 

, /Kulturkosten 80 80 80 80 K 

Ausgaben jverwaltu ngskosten 700 800 900 1000 „ 

Reinertrag: 4243 5513 6523 7413 K 
Auf die Fläche von 1000 ha bezogen: 

R für u = 70 Jahre = 4243 K X ^^ = 60.614 K 

„ „ „= 80 „ =5513 „X ^^ = 68.912 „ 

„ „ „= 90 „ =6523 „X ^ = 72.477 „ 

„ „ „ = 100 „ =7413 „X^^ =74.130 „ 

W^o =^^- = 2,020.466 K 

-.•TT Do. 912 K _ c^r\n t\nrt 

Wgo = Q.Q3 = 2,297.066 „ 
W90 ='^'^^3 =2,415.900 „ 
W,oo = ^^^- = 2,471.000 „ 

Würde man jedoch das Preiszunahmeprozent bloß bei den 
Holzerträgen in Rücksicht ziehen, so wären die Einnahmen mit 
einem Zinsfuße von 3Voj die Ausgaben dagegen mit einem solchen 
von 4% zu kapitalisieren. 

Für u = 70 Jahre wäre demnach der Waldwert : 

_ 5023K 780K_ 

^'» - nö^ö3 ö^öT - ^^^-^^^ ^- 

Auf die ganze Fläche von 1000ha bezogen: 

W,o = 147.933 KX-^ = 2,113.328 K. 



2g2 Wertermittlung größerer Waldgüter. 

In analoger Weise: 

Wgo = 2,388.750 K 
W90 = 2,506.666 „ 
Wioo = 2,561.100 „ 

b) Unter Annahme von abnormalen Verhältnissen und zwar, 
daß bei lOOjährigem Umtriebe innerhalb der nächsten 10 Jahre 
jährlich eine Fläche von 8 ha zur Nutzung gelangt. Da für u= 100 Jahre 
der jährliche Reinertrag pro 1 ha mit 7413 K ermittelt wurde, ist er 
für 8ha = 7413KX 8 = 59.304 K 

W,oo = ^^^^ = 1,976.800 K 

oder bei verschiedenen Zinsfüßen für die Einnahmen und Ausgaben: 

Wioo== 2,048.800 K. 

2. Nach dem Verkaufswerte. 

Der Verkaufswert des ganzen Wirtschaftsobjektes setzt sich 
zusammen aus dem Gebrauchswerte der Bestände und dem Verkaufs- 
werte des Bodens. Die Gebrauchswerte der Bestände für das mittlere 
Alter der 10jährigen Altersstufen können aus dem Mittel der Ge- 
brauchswerte der 10jährigen Altersstufen bestimmt werden. 

Der 35jährige Bestand besitzt demnach pro 1 ha einen Wert von 

J^ = 1150K; in der gleichen Weise ist der Wert des 

tu 

45jährigen Bestandes 1890 K 

55 „ „ 2800, 

65 „ „ 3930 „ 

75 „ „ 5145 „ 

85 „ „ 6230 „ 

95 „ „ 7200,, 

Der Wert der Bestände nach der zukommenden Fläche setzt 
sich somit zusammen: 



35jährig = 100ha 


ä 1150 K = 


1 15.000 K 


45 „ = 140 „ 


ä 1890 „ = 


264.600 „ 


55 „ = 60 , 


ä 2800 „ = 


168.000 , 


65 „ = 120 , 


ä 3930 „ = 


471.600 „ 


75 „ = 120 „ 


ä 5145 „ =- 


616.800 „ 


85 „ = 90 „ 


ä 6230 „ = 


560.700 , 


95 „ -= 80 „ 


ä 7200 „ = 


576.000 „ 



Summe = 2,772.700 K 
Hiezu den Wert des Bodens, welcher 
pro 1 ha mit 500 K festgestellt wurde 

500K X1Q0Q^ 500.000 K 
Gesamtwert = 3,272.700 K 



Wertermittiung größerer Waldgüter. 263 



3. Nach dem ßodenertragswerte und den Bestandes- 
erwartungswerten. 

Nach Formel II, Seite 60 und Formel III, Seite 105, beziehungs- 
weise der vorhergehenden Formel II, Seite 259: 

1 B-l- V 

a = 30 Jahre 63 X 412 = 26 K 555 + 26 = 581 K 

40 „ 110 X 0-306 = 34 „ 529 -p- 26 = 555 , 

50 , 150 X 0-228 = 34 , 495 -i- 26 = 521 , 

60 „ 160 X 0-170 -= 27 „ 461 + 26 = 487 „ 

70 „ 160 X 0126 -= 20 , 434 + 26 = 460 „ 

80 „ 150X0-094= 14 „ 414 + 26 = 440 „ 

90 400 + 26 = 426 „ 

100 , 7700 X 0-052 = 400 , 400 + 26 = 426 „ 
Summe 555 K 
— c = 80 „ 



Differenz 475 K 



B + V = 475 (l + ^.Q io_i ) = 475K X 1-0549 = 501 K 



333 



B = 168K 

Br 



501 KX 0-052 = 26 K. 



1-0 p 100 

Bestandeswerte für die 10jährigen Periodenmitten pro 1ha: 

SXl-Op" Br H„, 
H5 =581X 1.159= 673 — 501= 172 K 
Hi5 = 581X 1.558= 905 — 501= 404« 
H25 = 581X 2.094 = 1216 — 501= 715 „ 
H35 = 555 X 2.814 = 1562 — 501 = 1061 „ 
H45 = 521X 3.781 = 1970 — 501 = 1469 „ 
H55 = 487 X 5.082 = 2475 — 501 = 1 974 „ 
Heg = 460 X 6.830 = 3142 — 501 = 2641 „ 
H75 = 440 X 9.179 = 4039 — 501 = 3538 , 
Hgs = 426 X 12.335 = 5255 — 501 = 4754 „ 
H95 = 426 X 16-578 = 7062 — 501 = 6561 „ 



264 Wertermittlung größerer Waldgüter. 

Bestandeswert der partizipierenden Flächen: 

Hg -= 172 X 68= 11.696 K 

Hi5 = 404 X 70 = 28.280 „ 

H25= 715X140= 100.100 „ 

H35 = 1061 X 100 = 106.100 „ 

H4^ = 1469 X 140 = 205.660 „ 

H55 = 1974X 60= 118.440 „ 

Heg = 2641 X 120 = 316.720 „ 

H75 = 3538 X 120 = 424.560 „ 

Hgg = 4754 X 90 = 427.860 „ 

H95 = 6561X 80 = 524.880 „ 

Bestandeswert Summe 2,264.296 K 

Bodenwert 168 K X 10 00 = 168.000 „ 

Gesamtwert = 2,432.296 K 

Nehmen wir an, die • Verwaltungskosten würden pro 1 ha nicht 

10 K, sondern 18 K betragen, so ergibt sich ein negativer Bodenwert 

von — 100 K, da B + V = 500 K und V = 600 K ist. 

In diesemFalle wäre sodann der Bestandeswert wiefrüher 2,264.296 K 

der Bodenwert minus 100.000 „ 
der Gesamtwert daher nur 2,164.296 K 
somit um 100.000 K kleiner als der Bestandeswert für sich allein. 

Der früher ermittelte Wert von 2,432.296 K erscheint aber nur in 
dem Falle angemessen, wenn aus irgendwelchen zwingenden Gründen 
an der bestehenden Umtriebszeit von 100 Jahren festgehalten werden 
muß. Wäre dies nicht der Fall und das Holz auch bei einer Umtriebs- 
zeit von 80 Jahren gut absetzbar und verwertbar, dann stellt sich der 
Wert dieses Wirtschaftsobjektes bedeutend höher und zwar: 

■D 

Für u=80 Jahre ist wie früher: 27Da + v^^ = Summe 

1*0 p^" 

^^" — 63X0-412= 26 K 681 + 62 = 743 K 



1-0330 
D40 




1-0360 
D70 



110 X 0-306 = 34 „ 655 + 62 = 717 

150X0-228= 34 „ 621-4-62 = 683 

160X0-170= 27 „ 587 + 62 = 649 

150X0-126= 20 „ 560 + 62 = 622 



l-03'o 

= 5750 X 0-094 = 540 „ 540 + 62 = 602 



Aso 



.1-0380 



Summe = 681 K 
— c = 80 , 



1-0380 _i ) X Di«. = 601 K X 1-1037 = 663 K = B. 

— V = 333 „ 
B = 330K 



Wertermittlung größerer Waldgüter. 265 



10380 



= 663KX0094 = 62K. 



Bestandeswerte inklusive Bodenbrutto werte: 

Fläche 1 ha. 

öjährig = 743 X 1-159 = 861 X 68 = 58.548 K 

15 , = 743 X 1.558 = 1157 X 70 = 80.990 „ 

25 „ = 743 X 2.094 = 1556 X 140 = 217.840 , 

35 „ = 717 X 2.814 = 2018 X 100 = 201.800 „ 

45 „ = 683 X 3.781 = 2583 X 140 = 361.620 „ 

55 „ = 649 X 5.082 = 3298 X 60 = 197.880 „ 

65 , = 622 X 6.830 = 4248 X 120 = 509.760 „ 

75 „ =602X9-179=5526X120= 663.120 „ 

85 " =VerWswe?te)6230X 90= 560.700 „ 

95 - =Verka'ufswe"?te)7200X 80= 576.000 „ 



Summe = 3,428.258 K 
Hiezu Bodenbruttowert der Blößen 12X663K= 7.956, 



Zusammen = 3,436.214 K 
ab Kulturkosten der nach dem Verkaufs- 
werte eingestellten Bestände 170haä80K = | 13.600 K 

Verwaltungskosten etc. ^^5^r^;^—= ... .1 330.000 „ 

O'Oo 



Gesamtwert = 3,092.614 K 

somit um 660.318 K oder 27% mehr als wie für die 100jährige 
Umtriebszeit. 

Würde sich jedoch für die Blößen ein negativer Bodenwert 
ergeben, dann empfiehlt es sich, diesen entweder überhaupt außer 
Anschlag zu lassen, oder aber hiefür einen angemessenen Vergleichs- 
wert einzustellen. 



4. Nach der Methode der Stüekrenten. 
a) Ermittlung der periodischen Jahreserträge. 

Der Abtriebsertrag bei 100 Jahren ist pro 1ha .... 7.700 K 

Hievon ab Kulturkosten 80 „ 

N ettoertrag . . . 7.620 K 

Die Durchforstungserträge betragen für 100 ha 63-j-110-|- 

-|-150 + 160-f 160 + 150= 793 „ 

daher für 1000 ha 793KX10= 7.930 „ 

Die Verwaltungskosten sind pro 1 ha 10 K, daher für 

1000 ha 10.000, 



266 Wertermittlung größerer Waldgüter. 

1. Dezennium: 

Abtriebsertrag 8 ha ä 7620 K= 60.960 K 

Zwischennutzungsertrag 7.930 „ 

Einnahmen . . . 68.890 K 

Ausgaben für Verwaltung etc 10.000 „ 

Reinertrag . . . 58.890 K 

2. Dezennium: 

Abtriebsertrag 9 ha ä 7620 K= 68.580 K 

Zwischennutzungsertrag 7.930 „ 

Einnahmen . . . 76.510 K 

Ausgaben für Verwaltung etc 10.000 „ 

Reinertrag . . . 66.510 K 

3. Dezennium: 

Abtriebsertrag 12 ha ä 7620 K= 91.440 K 

Zwischennutzungsertrag 7.930 „ 

Einnahmen . . . 99.370 K 

Ausgaben für Verwaltung etc 10.000 „ 

Reinertrag . . . 89.370 K 

4. Dezennium: 

Abtriebsertrag 12 ha ä 7620 K=- 91.440 K 

Zwischennutzungsertrag 7.930 „ 

Einnahmen . . . 99.370 K 

Ausgaben 10.000 „ 

Reinertrag . . . 89.370 K 

In der gleichen Weise ergibt sich ein Reinertrag für das 

5. Dezennium von 43.650 K 

6. „ , 104.610 „ 

7. „ .......... 74.130 „ 

8. „ „ 104.610 „ - 

9. „ „ 61.270 „ 

10. „ „. 58.746, 

Die Jetztwerte dieser Renten sind 

l-Op° — 1 l-Op° — 1 10p°— 1 

/" 00p 1-0 p" ^ ^' 00p ro p2" + ^' 0-Op 10 p3'' ^^^• 

10 p" — 1 
Die Zahlenwerte für die Faktoren ^ „ ^ „ — usw. können direkt 

0-0 p 10 p" 
1-0 pn_ 1 
aus der Tafel für 1 = _ ^ ^ , _ — durch Bildung von Differenzen er- 
OOp.l'Op" ^ 

u 1. ^ ^ lOp"— 1 10p3" — 1 l-Op«"» — 1.^ 

halten werden, da ^l^^A ,, = r^r^ -, r^ «„ — /^r^ -. ^^ on ist usw. 
OOplOp° 00pl0p3° 00p 1*0 p^"» 



Wertermittlung größerer Waldgüter. 267 

Die Faktoren sind demnacli für das 1. Dezennium 85303, 
2. Dezennium 14-8775 — 8-5303 = 6*3472, für das 3. Dezennium 
19-6004—14-8775 = 4-7229, in der gleichen Weise für die weiteren 
Dezennien 3-5144, 26150, 19458, 1-4478, r0774, 08016, 0-5965. 

Es ist somit im ersten Umtriebe der Wert der Stückrenten 
für das 

1. Dezennium = 58.890 K X 85303 = 502.350 K 

2. „ = 66.510 „ X 6-3472 = 422.152 , 

3. „ = 89.370 „ X 4-2229 = 422.085 „ 

4. „ = 89.370 „ X 3-5144= 314.082 „ 

5. „ = 43.650 „ X 2-6150 = 114.144 „ 

6. „ = 104.610 „ X 1-9458 = 203.550 „ 

7. „ = 74.130 , X 1-4478 = 107.325 „ 

8. , =104.610 „ X 10774= 112.706 „ 

9. „ = 61.850 „ X 0-8016 = 49.579 „ 
10. „ = 58.746 „ X 0-5965 = 35.042 , 

Summe . . . 2,283.015 K 

Hiezu kommt noch der Wert der Erträge aus den späteren 
Umtrieben, welche weiterhin als normal angenommen werden können 
und zwar: 

Abtriebsertrag 10 ha ä 7620 K= 76.200 K 

Zwischennutzungsertrag . , . » 7.930 „ 

Einnahmen . . . 84.130 K 

Ausgaben • . . . 10.000 „ 

Reinertrag. . . 74.130 K 

Kapitalswert dieser immerwährenden jährlichen Rente 

u'öo 
Jetztwert ^'t^j;fl^^ = 2,471.000 K X 0'0520 = 128.490 K 

l'yJO " 

hiezu . . . 2,283.015 , 
daher Gesamtwert - . . 2,41 1.505 K 

vorausgesetzt jedoch, daß die 100jährige Umtriebszeit unbedingt bei- 
behalten werden mußte. 

Liegen jedoch die Verhältnisse derart, daß eine Herabsetzung 
der Umtriebszeit auf 80 Jahre zulässig erscheint, dann ist der Wert 
naturgemäß ein größerer, da mit den 80jährigen Beständen gleich- 
zeitig die 90 und 100jährigen Bestände zur Nutzung gebracht werden 
können. 

In diesem Falle stellen sich die jährlichen Reinerträge: 

1. Dezennium: 

Abtriebsnutzuns: An — c: 



268 



Wertermittlung größerer Waldgüter. 



8 ha 100jährigen Bestandes ä 7620 K= 60.960 K 

9 „ 90 „ „ ä 6630 „ = 59.670 „ 
12 „ 80 „ „ ä 5670 ,. = 68.040 „ 
Zwischennutzungserträge 6.430 „ 



Einnahmen 
Ausgaben 



195.100 K 
10.000 . 



Reinertrag 
2. Dezennium: 
Abtriebsnutzung 12 ha h 5670 K= . . . 
Zwischennutzungen 



185.100 K 



68.040 K 
6.430 „ 



Einnahmen 
Ausgaben 



74.470 K 
10.000 „ 



3. Dezennium: 
Abtriebsnutzung 6 ha ä 5670 K 
Zwischennutzungen 



Reinertrag 



64.470 K 

34.020 K 
6.430 „ 



Einnahmen 
Ausgaben 



40.450 K 
10.000 „ 



Reinertrag . . . 
in der gleichen Weise ergibt sich ein Reinertrag für das 

4. Dezennium von 75.810 K 

5. „ „ 53.130 „ 

6. „ ,. 75.810 „ 

7. „ „ 36.120 „ 

8. „ „ 41.790 „ 

Jetztwert dieser Reinerträge als Stückrenten aufgefaßt: 
1. Dezennium: 185.100 K X 8'5303 = 1,578.958 K 



30.450 K 



2. 
3. 
4. 
5. 
6. 
7. 



64.470 
30.450 
75.810 
53.130 
75.810 
36.120 
41.190 



X 6-3472 : 
X 4-7229 : 
X 3-5144 

X 2-6150: 
X 1-9458: 
X 1-4478 : 
X 1-0774 : 



409 
143, 
266, 
138, 

147, 
52, 
44, 



204 
812 
426 
935 
511 
294 
378 



Summe 



2,781.518 K 



Hiezu kommt noch der Wert der Erträge aus den späteren 
Umtrieben, welche weiterhin ebenfalls als normal angenommen werden 
können und zwar: 



Abtriebserträge 125 ha ä 5670 K 
Zwischennutzungserträge . . . . 



Einnahmen 
Ausgaben 

Reinertrag 



70.875 K 
6.430 „ 



77.305 K 
10.000 „ 
67.305 K 



Wertermittlung größerer Waldgüter, 269 

Kapitalswert dieser immerwährenden jährlichen Rente 
67.305 K 



003 



2,243.500 K 



Jetztwert ' T^o«! = 2,243.500 K X 0-094 = 210.890 K 

hiezu . . . 2,781.518 „ 



somit Gesamtwert . . . 2,992.408 K 

Zum Vergleiche soll noch nach der gleichen Methode der Wert 
für die Umtriebszeit von 80 Jahren derart ermittelt werden, daß der 
Zinsfuß von 4% beibehalten, dafür aber die Holzpreise um das 
Zunahmeprozent von 1% entsprechend erhöht werden. 

Auf die Perioden mitten bezogen, stellen sich die Abtriebs- 
erträge pro 1 ha : 

1. Dezennium: 
für den 100jährigen Bestand = 7700 X lOl^ = 7700 X 1*051 = 8093 K 
90 „ , = 6710 X lOP = 6710 X l'Oöl = 7052 „ 

80 „ „ = 5750 X 1015 = 5750 x 1051 = 6043 „ 



2. Dezennium: 


6043 


X 


1-01 w 


— 6.043 X 1-105= 6.677 K 


3. 








6.677 X 1105 = 7.378 „ 


4. 








7.378 X 1-105= 8.152 „ 


5. 








8.152 X 1105 = 9.007 „ 


6. 








9.007X1105= 9.952 , 


7. 








9.952 X 1105 = 10.996 „ 


8. 








10.996 X 1105 = 12.150 „ 



Die jährlichen Reinerträge sind im 

• 1. Dezennium: 

Abtriebsnutzung: 8 ha 100jährige Bestände ä 8093 K= 64.744 K 

9 „ 90 , „ ä 7052 „ = 63.468 , 

12 , 80 „ „ ä 6043 „ = 72.516 „ 

Zwischennutzungserträge 6430 KX 105= . 6.751 „ 



Einnahmen . . . 207.479 K 

ab Kulturkosten 29 ha ä 80 K = 2.320 „ 

ab Verwaltungskosten 10.000 „ 

Rei nertrag . . . 195.159 K 

2. Dezennium: 

Abtriebsnutzung 12 ha ä 6677 K= 80.124 K 

Zwischennutzung 6751 K X 1-105 = 7.460 „ 

Einnahmen . . . 87.584 K 

ab Kulturkosten 12haä80K= 960 „ 

ab Verwaltungskosten 10 K X 1000 = . . . 10.000 „ 

Reinertrag . . . 76.624 K 



270 Wertermittlung größerer Waldgüter. 

3. Dezennium: 

Abtriebsertrag 6 ha ä 7378 K = 44.268 K 

Zwischennutzungsertrag 7460 K X l'lOö = 8.243 „ 

Einnahmen . . . 52.511 K 

Kulturkosten und Verwaltungskosten 10.480 „ 

Reinertrag . . . 42.031 K 
Ebenso stellt sich der Reinertrag für das 

4. Dezennium auf 112.128 K 

5. „ „ 89.334 „ 

6. „ „ 139.328 „ 

7. „ „ 78.699 „ 

8. „ „ 100.137, 

Wert der Stückrenten p = 47o- 

1-0P--1 _^ 
^^OOpl-Op" 

1. Dezennium: 195.159 X 8110 = 1,582.740 K 

2. „ 76.624X5-480= 419.900, 

3. „ 42.031 X 3-702 = 155.598 „ 

4. „ 112.128X2-500= 280.320, 

5. , 89.334 X 1-689 = 150.885 „ 

6. . , 139.328 X 1-141 = 158.973 , 

7. , 78.699 X 0-771 = 60.677 , 

8. „ 100.137 X 0-521 = 52.171 , 

Summe = 2,861.264 K 

Hiezu kommt noch der Wert der Erträge in den weiteren 
Umtrieben; diese, ebenfalls als normal angenommen, sind: 

Abtriebsnutzung 12-5 ha ä 12.150 K= 151.875 K 

Zwischennutzungserträge 13.577 „ 

Einnahmen . . . 165.452 K 

ab Kulturkosten 125 ha ä 80K= 1.000, 

und Verwaltungskosten . . ' . . 10.000 „ 

Reinertrag. . . 154.452 K 

Kapitalswert 154.452 K X 25 = 3,861.300 K. 
Zuschlag infolge des Steigens der Holzpreise: 

165.452 k(^^-^^-^)= 165.425 KX 8-3333 

= 1,378.541 K 
Kapitalswert zusammen . . . 5,239.841 K 

Jetztwert 5,239.840K X 0-0434 = 227.409 K 



Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 271 

2,861.264 K 
227.499 . 



Gesamtwert 3,088.763 K 

gegenüber 2,992.408 K von früher, daher um 96.355 K größer. 

Dieser Unterschied rührt daher, daß früher die Ausgaben für die 
Kultur- und Verwaltungskosten anstatt mit 4% mit 3% kapitalisiert 
wurden. 

Es betragen die Verwaltungskosten jährlich 10 X 1000 = 10.000 K, 
die Kulturkosten im Durchschnitte jährlich 12-5 ha ä 80K=1000K, 
die Ausgaben somit zusammen jährlich 11.000 K; dieser jährlichen 
Rente entspricht für die verschiedenen Zinsfüße von 3 und 4% ein 
Wertsunterschied von: 

1 1.000 K 11.000 K oaaaaav o7f; r^nir qi «««ir 

— T^rTS T^pn — = 366.666 K — 275.000 K = 91.666 K, 

Oüd 00*4 

welcher der vorstehenden Wertdifferenz von 96.355 K ziemlich nahe 
kommt. 



Wir haben dem vorstehenden Beispiele mit Absicht einen 
breiteren Raum gewidmet, weil die Bewertung größerer Güter in 
der Praxis sehr häufig vorkommt und bei unrichtiger Wahl und 
Anwendung der verschiedenen Methoden große Fehler begangen 
werden können, wie die bedeutende Divergenz der vorhergehenden 
Ergebnisse erkennen läßt. Wie weiters zu ersehen ist, stimmen die 
Ergebnisse bei der Ermittlung nach Formel II, Seite 259 und jener 
nach Stückrenten nahezu vollkommen überein, wenn im letzten 
Falle die Holzpreise entsprechend um das Zunahmeprozent erhöht 
werden. 

Beide Berechnungsmethoden sind daher in ihrer Anwendung 
ebenbürtig. Die erste Methode nach Walderwartungswerten hat den 
Vorzug, daß sie den konkreten Bestandesverhältnissen mehr Rechnung 
trägt, die zweite Methode nach Stückrenten hingegen, daß sie für 
die Allgemeinheit klarer und verständlicher ist. 



X. Die Sehätzung von Liegenschaften für das 
Exekutions- und Konkursverfahren. 

(Realschätzungsordnung.) , 

Die Grundsätze für solche Schätzungen sind in der Verordnung 
der Minister der Justiz, des Innern und des Ackerbaues vom 
25. Juli 1897, R. G. Bl. Nr. 175, enthalten. Diese Bestimmungen über 
den Vorgang bei solchen Schätzungen sind derart mustergiltig, daß 
wir sie vollinhaltlich wiedergeben, weil sie unseres Erachtens für 
jede andere Wertschätzung ohne weiteres als grundlegend angesehen 
werden können. 



272 Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 

Die Bestellung der Schätzleute erfolgt: 

1. Für die Schätzung von Häusern und von mittleren und 
kleineren land- und forstwirtschaftlichen Besitzungen nebst den auf 
solchen bestehenden industriellen Anlagen durch die Bezirksgerichte, 
welche als Exekutiorisgerichte einzuschreiten berufen sind. 

2. Für die Schätzung von größeren land- und forstwirtschaft- 
lichen Gütern, von Realitäten des montanistischen Betriebes oder 
solchen mit größeren industriellen Anlagen durch die Oberlandes- 
gerichte. 

Bei der Schätzung zu beobachtende Grundsätze: 

§ 14. Wenn die zu schätzende Liegenschaft in einem öffent- 
lichen Buche eingetragen ist, hat die Schätzung stets den Wert 
eines Grundbuchskörpers anzugeben. 

Sind mehrere Grundbuchskörper zu schätzen, welche als ein 
Ganzes bewirtschaftet werden, so hat die Schätzung anzugeben, 
welchen Wert jeder Grundbuchskörper für sich allein und welchen 
alle zusammen als Wirtschaftsganzes haben. 

Ist die Liegenschaft in einem öffentlichen Buche nicht ein- 
getragen, so ist jede Liegenschaft für sich zu bewerten, welche nach 
dem vom Gerichte für zulässig erkannten Antrage des betreibenden 
Gläubigers ein selbständiges Verkaufsobjekt zu bilden hat. Werden 
mehrere Verkaufsobjekte als ein Ganzes bewirtschaftet, so ist nach 
Absatz 1 vorzugehen. 

§ 15. Die Wertsermittlung hat regelmäßig zu erfolgen entweder 
nach Feststellung des Verkaufswertes (Verkehrs-, Handels-, Marktwert) 
nach Flächenmaßeinheiten (bei Gebäuden nach Objekten) oder durch 
Kapitalisierung des jährlichen Reinertrages. 

§ 16. Die Wertsermittlung durch Feststellung des Verkaufs- 
wertes ist vorzugsweise anzuwenden: 

a) bei unverbauten Grundstücken, welche nach ihrer Lage als 
Baugrund zu verwerten sind, 

b) bei nicht der Hauszinssteuer unterliegenden Gebäuden, mit 
denen ein land- oder forstwirtschaftlicher oder Industriebetrieb nicht 
verbunden ist, 

c) bei mittleren und kleinen land- und forstwirtschaftlichen 
Besitzungen, 

d) bei einzelnen land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken, 
welche nicht als Bestandteil eines Wirtschaftsganzen zum Verkaufe 
gelangen sollen, 

e) bei Grundstücken, welche (wie z, B. Wälder in abgelegenen, 
vom Verkehre abgeschnittenen Gegenden, Fabriken außer Betrieb, 
noch nicht in Betrieb gesetzte Bergbaue, sowie solche, die seit 
längerer Zeit außer Betrieb gesetzt sind) zur Zeit der Schätzung 
einen Ertrag nicht liefern können, einen solchen aber voraussichtlich 
in früherer oder späterer Zukunft liefern werden (Zukunftswerte). 

Die Schätzung durch Kapitalisierung des Reinertrages hat vor- 
zugsweise zu erfolgen bei großen land- und forstwirtschaftlichen 
Gütern, dann solchen mit im Betriebe befindlichen montanistischen 
oder industriellen Unternehmungen. 



Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 273 

Gebäude, welche der Hauszinssteuer unterliegen, samt den dazu 
gehörigen unverbauten Flächen sind stets einer zweifachen Bewertung 
zu unterziehen, nämlich jener nach dem kapitalisierten Zinsertrage 
und jener nach dem Grund- und Bauwerte. Der Durchschnitt aus 
beiden Bewertungen ist als Schätzwert anzunehmen. 

Bei anderen Liegenschaften, sowie wenn von einer der im 
Absätze 1 und 2 bezeichneten Methoden abgegangen werden soll, 
haben die Schätzleute die Gründe für die Wahl der angewendeten 
Bewertungsart anzugeben. 

§ 17. Bei direkter Feststellung des Verkaufswertes ist auf die 
in der Gegend gangbaren Verkaufspreise für Liegenschaften gleicher 
Beschaffenheit, vorkommendenfalls auch auf die üblichen Pacht- 
zinse, bei Wäldern auf den Holzbestand Rücksicht zu nehmen. Der 
Gerichtskommissär soll sich nicht mit allgemeinen Angaben der 
Schätzleute hierüber begnügen, sondern darauf hinwirken, daß 
konkrete Fälle angeführt werden, nötigenfalls sich durch Erkundi- 
gungen bei Vertrauensmännern die Grundlage für die Beurteilung 
verschaffen, ob die Annahme der Schätzleute den tatsächlichen Ver- 
hältnissen entspricht. Stets sind dabei die Gebäude und die Grund- 
stücke abgesondert und die letzteren wieder nach Kulturgattungen, 
nötigenfalls nach Bonitätsklassen und Flächenmaßeinheiten zu be- 
werten. 

§ 18. Bei der Schätzung von land- und forstwirtschaftlichen 
Besitzungen durch Kapitalisierung des jährlichen Reinertrages ist 
der Bruttoertrag, den die einzelnen zu dem Schätzungsobjekte ge- 
hörigen Wirtschaftsteile liefern, festzustellen: davon sind die sämt- 
lichen mit der Bewirtschaftung verbundenen Auslagen, ferner die 
auf den Grundstücken haftenden Steuern und sonstigen öffentlichen 
Abgaben (mit Einschluß der Patronatslasten, Kirchen-, Schul- oder 
anderen Giebigkeiten und ähnliches) in Abzug zu bringen. Die mit 
dem Gute verbundenen Realrechte (z. B. Fischereirechte, verbücherte 
Bannrechte, Anteile an Alpenweiden oder anderen gemeinschaftlichen 
Gütern, radizierte Gewerberechte) sind nach ihrem Ertrage dem 
Gutsertrage zuzuschlagen. Die Gebäude sind, sofern sie zur Bewirt- 
schaftung nötig und wenigstens in mittlerem Bauzustande sind, 
nicht besonders in Anschlag zu bringen; die einem mittleren Bau- 
zustande entsprechenden jährlichen Erhaltungskosten bilden eine 
Abzugspost von dem Bruttoertrage; darüber hin ausreichende Her- 
stellungskosten, welche durch quantitative oder qualitative Mängel 
der Gebäude bedingt werden, sind von dem kapitalisierten Rein- 
ertrage in Abschlag zu bringen. Andere der Hauszinssteuer nicht 
unterliegende Gebäude sind nach ihrem Ertrage zu bewerten. Für 
Gebäude und Grundstücke, welche sich als reines Voluptuare dar- 
stellen, ist der bei eventueller Vermietung oder Verpachtung zu 
erzielende Ertrag abzüglich der Erhaltungskosten und sonstigen 
Lasten in Anschlag zu bringen. Wenn eine Vermietung oder Ver- 
pachtung untunlich erscheint, ist der Verkaufswert zu ermitteln und 
dem kapitalisierten Reinertrage zuzuschlagen. 

Bei Wäldern ist der Wert nach den allgemeinen Grundsätzen der 

Blebel, Wa'dwertrechnung. 2. Anfl. ig 



274 Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 

Waldwertberechnung zu ermitteln; der Reinertrag ist stets abgesondert 
zu kapitalisieren. 

§ 19. Nach welchem Zinsfuße der für land- und forstwirtschaft- 
liche Liegenschaften oder für Gebäude ohne land- und forstwirtschaft- 
lichen oder industriellen Betrieb ermittelte Reinertrag zu kapitalisieren 
ist, hat jedes Oberlandesgericht für seinen ganzen Sprengel oder für 
dessen einzelne Teile bis Ende 1897 und sodann alljährlich bis Ende 
Dezember für das nächstfolgende Jahr festzusetzen und im Amtsblatte 
der betreffenden Landeszeitung kundzumachen. 

Die Zinsfußbestimmung hat abgesondert für die Kapitalisierung 
bei Gebäuden, bei landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen 
Liegenschaften unter Berücksichtigung der durchschnittlichen Er- 
tragsfähigkeit jeder dieser drei Gruppen zu erfolgen. Bei der Be- 
stimmung des Zinsfußes ist das Gutachten der größeren Hypothekar- 
institute und im Wege der politischen Landesbehörde auch jenes 
der etwa in dem betreffenden Gebiete bestehenden land- und forst- 
wirtschaftlichen, beziehungsweise technischen Vereine oder Körper- 
schaften einzuholen. Wo kumulative Waisenkassen bestehen, ist auch 
auf deren Zinsfuß Bedacht zu nehmen. 

Eine Abweichung von dem festgesetzten Zinsfuße ist nur zu- 
lässig, wenn ihn die Schätzleute übereinstimmend unter Darlegung 
der Gründe als für den konkreten Fall zweifellos unrichtig erklären. 
Für Bergwerke hat die Kapitalisierung nach einem zehnprozentigen 
Zinsfuße zu erfolgen. 

Der bei Liegenschaften mit industriellen Anlagen — einschließlich 
von Urproduktionen, z. B. Steinbrüche, Ziegeleien, Erdölgewinnung 
— anzuwendende Zinsfuß ist von den Schätzleuten von Fall zu Fall 
festzustellen. 

§ 20. Der Grund- und Bauwert bei Gebäuden, welche der 
Hauszinssteuer unterliegen (§ 16, Abs. 3) setzt sich zusammen aus 
dem nach § 17 ermittelten Verkaufspreise der Grundfläche, auf 
welcher das Gebäude errichtet ist, samt unverbautem Zubehör und 
aus dem Werte der Baulichkeiten. In den Zinsertrag ist auch der 
für derzeit unvermietete Räumlichkeiten zu erzielende Zins einzu- 
beziehen. 

Von dem Bruttozinse sind die Jahresleistungen an Steuern und 
sonstigen öffentlichen Abgaben, die Brandschadenversicherungsprämie 
und der nach dem Bauzustande zu bestimmende Durchschnittsbetrag 
an jährlichen Erhaltungskosten in Abzug zu bringen. 

Die durch schlechten Bauzustand bedingten, die jährlichen Er- 
haltungskosten übersteigenden Herstellungskosten bilden eine Abzugs- 
post von dem endlich ermittelten Durchschnittswerte. 

Für Gebäude, welche die Befreiung von der Hauszinssteuer 
genießen, ist bei der Ertragsbestimmung auf die noch erübrigende 
Dauer der Steuerfreiheit entsprechend Rücksicht zu nehmen. 

§ 21. Bei der Schätzung von Liegenschaften ist anzugeben, 
welchen Wert die Liegenschaft bei Aufrechterhaltung der sie be- 
lastenden Dienstbarkeiten, Ausgedingen und anderen Reallasten, so- 
wie welchen Wert sie ohne diese Belastung hat; außerdem sind die 



Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 275 

auf der Liegenschaft lastenden Dienstbarkeiten, Ausgedinge und 
anderen Reallasten für sich zu schätzen und die ihnen entsprechenden 
Kapitalsbeträge im Schätzungsprotokolie anzugeben. 

Auf der Liegenschaft eingetragene Miet- und Pachtrechte sind 
bei der Bewertung der Liegenschaft selbst nicht in Betracht zu 
ziehen; dagegen ist der Wert des eingetragenen Bestandrechtes be- 
hufs Ermittlung der dem Bestandnehmer wegen der vorzeitigen 
Aufhebung des Bestandrechtes gebührenden Entschädigung zu 
schätzen. Eingetragene Wiederkaufsrechte sind bei der Schätzung 
nicht in Betracht zu ziehen. Wenn auf einer Liegenschaft Lasten 
haften, welche auf den Ersteher von Rechts wegen übergehen (z. B. 
Patronatslasten, Lasten aus der Mitgliedschaft in einer Wasser- 
genossenschaft, Meliorationsdarlehen, Notwegedienstbarkeiten), ist 
nur der Wert anzugeben, welchen die Liegenschaft bei Aufrecht- 
erhaltung der Last hat. Eine abgesonderte Schätzung des aus der 
Last entspringenden Rechtes entfällt. Zum Zwecke der Ermittlung 
des Wertes der Liegenschaft bei Aufrechterhaltung der vorbezeich- 
neten Lasten ist die daraus sich ergebende Ertragsminderung, wenn 
die Leistung oder Duldung eine immerwährende ist, von dem Jahres- 
ertrage in Abzug zu bringen; wenn sie aber auf eine bestimmte 
Anzahl Jahre oder auf die Lebensdauer der berechtigten Person 
beschränkt ist, im ersten Falle nach der Anzahl der noch er- 
übrigenden Jahre (in keinem Falle aber nach einer mehr als zwanzig- 
jährigen Dauer), im zweiten Falle nach einer zehnjährigen Dauer zu 
kapitalisieren und das Kapital von dem ohne Bedacht auf die Be- 
lastung ermittelten Liegenschaftswerte in Abzug zu bringen. Bei 
Schätzungen nach dem Verkaufswerte ist von diesem der Wert einer 
immerwährenden Last mit dem Zwanzigfachen der jährlichen Ertrags- 
minderung abzuziehen. 

Die Bewertung der aus den Lasten entspringenden Rechte hat 
nach dem Interesse des Berechtigten an der Aufrechterhaltung der 
Last, kapitalisiert bei zeitlich beschränkten Lasten, oder solchen auf 
Lebensdauer nach Vorschrift des Absatzes 1, bei immerwährenden 
Lasten nach dem vom Oberlandesgerichte für die betreffende Art 
von Liegenschaften kundgemachten Zinsfuße zu erfolgen. 

§ 22. Der Beschreibung des Zugehörs hat eine Feststellung der 
für die Fortsetzung des ordentlichen Wirtschaftsbetriebes erforder- 
lichen Vorräte, Viehstücke, Werkzeuge und Gerätschaften voranzu- 
gehen. Ein Abgang an dies3m Erfordernisse ist im Protokolle zu 
beurkunden. Bei großen land- und forstwirtschaftlichen Gütern kann 
eine gesonderte Beschreibung und Schätzung der vorhandenen Stücke 
unterbleiben, wenn der Anschaffungspreis der abgängigen oder wegen 
ihres schlechten Zustandes nachzuschaffenden von dem Ertragswerte 
in Abzug gebracht wird. 

Sind mehrere Liegenschaften gleichzeitig zu schätzen, so ist 
für jede abgesondert zu bewertende Liegenschaft (§ 14) das zu der- 
selben gehörige Zugehör besonders anzugeben. 

Außerdem bestimmt noch für das Verfahren selbst: 

§ 27, daß bei Gebäuden und Wäldern der Lokalaugenschein nie 

18* 



276 Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 

unterbleiben darf. Ergibt sich beim Augenschein hinsichtlich einer 
in einem öffentlichen Buche eingetragenen Liegenschaft eine Nicht- 
übereinstimmung des bücherlichen Standes mit dem Besitzstande 
oder ergibt sich hinsichtlich einer in einem öffentlichen Buche nicht 
eingetragenen Liegenschaft ein Streit über den Besitzstand, so ist 
das Streitobjekt durch Vernehmung der anwesenden Beteiligten und 
dritter Auskunftspersonen festzustellen, und wenn sich der Streit 
nicht beheben läßt, abgesondert zu bewerten. 

Den Schätzleuten sind die aus den Akten erhobenen Bewertungs- 
daten (Katastralflächenausmaß, Bonitätsklasse, Katastralreinertrag und 
jährliche Steuerschuldigkeit etc.) jeder zu schätzenden Parzelle, 
sonstige öffentliche Abgaben und Lasten etc. bekannt zu geben. 

§ 28. Das Schätzungsprotokoll hat die einzelnen Parzellen, 
deren Flächenmaß und eine Beschreibung der zu schätzenden Liegen- 
schaften nach den auf den Wert Einfluß nehmenden Momenten zu 
enthalten. Solche Momente sind: 

1. Bei Gebäuden die Angabe der verbauten Grundfläche, die Art 
des Gebäudes, Höhe nach Stockwerken, Zahl der Fensteröffnungen, 
Bau- und Bedachungsmaterial, Einteilung in Wohn-, Geschäfts-, Stall- 
und Kellerräume, Größe derselben, das Vorhandensein gewölbter 
Räume, der Bauzustand, die auf Feuersgefahr Einfluß nehmenden 
Momente, endlich die örtliche Lage (in größeren Ortschaften, ins- 
besondere auch in bezug auf Verkehrsze.ntren, Kommunikationsmittel 
u. dgl.). 

2. Bei land- und forstwirtschaftlichen Gütern die Lage der Be- 
hausung, von welcher aus die Bewirtschaftung stattfindet (einzeln- 
stehend oder in einer geschlossenen Ortschaft, Kommunikations- 
verhältnisse, mehr oder minder günstige Absatzverhältnisse), die 
Lage der Grundstücke im Verhältnisse zur Behausung und die daraus 
sich ergebende mehr oder minder leichte Bewirtschaftung, die Boden- 
verhältnisse der Grundstücke, vorhandene Kulturgattung und, falls 
diese richtigen Wirtschaftsgrundsätzen nicht entspricht, die Angabe, 
für welche andere Kultur sich die Liegenschaft offenbar besser 
eignen würde, Qualität der Bewirtschaftung, allfällige Meliorations- 
anlagen; bei Wäldern insbesondere der Standort und die Bestandes- 
verhältnisse, der Zustand der Aufforstung, die Bringbarkeit der 
Forstprodukte und deren Verwertung, die auf dem Waldbesitze 
lastenden Dienstbarkeiten, endlich vorhandene, den Waldbetrieb 
beschränkende, behördliche Verfügungen ; bei häufig wiederkehrenden 
Elementarereignissen deren mehr oder minder schädlicher Einfluß. 

3. Bei Grundstücken mit industriellen Anlagen oder montanisti- 
schen Betrieben in analoger Weise die vorhandenen Einrichtungen 
und die für den Betrieb maßgebenden allgemeinen und speziellen 
Bedingungen (insbesondere auch die Wasserkraft). Bei Bergbauen 
ist auch auf die geologischen Verhältnisse, Handelslage, Investitionen 
und auf die Menge des aufgeschlossenen Mineralquantums Bedacht 
zu nehmen. 

In welchem Umfange auf die bezeichneten Punkte im einzelnen 
Falle einzugehen ist, hat der Gerichtskommissär nach der Größe 



Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 277 

und dem Werte des Schätzungsobjektes zu beurteilen. Es ist strenge 
darauf zu sehen, daß das Schätzungsoperat nicht einen Umfang 
gewinnt, vermöge dessen der Zeit- und Kostenaufwand für die 
Schätzung außer Verhältnis zu dem Ergebnisse steht. 

§ 29. Das Schätzungsgutachten hat in möglichst leicht verständ- 
licher Weise die angewendete Bewertungs- und Berechnungsmethode 
und die durch diese bedingten Grundlagen für den ermittelten Wert 
anzugeben. Nötigenfalls sind die erforderlichen Anleitungen hiezu 
den Schätzleuten von dem Gerichtskommissär zu erteilen. 

Trägt der Gerichtskommissär Bedenken gegen das abgegebene 
Schätzungsgutachten, die durch Erinnerungen an die Schätzleute 
nicht zu beseitigen sind, so hat er seine Äußerung im Protokolle 
beizufügen. 

Die übrigen Bestimmungen sind rein judizieller Natur und 
können daher übergangen werden. 

Hinsichtlich des anzuwendenden Zinsfußes sei bemerkt, daß 
derselbe in Niederösterreich derzeit für die Schätzung von land- 
wirtschaftlichen Grundstücken 4%, für forstliche Werts er mittlungen 
3% beträgt. 

Angezeigt erscheint es uns auch, hier den Unterschied zwischen 
Hauszins- und Hausklassensteuer festzustellen, da nach dem Unter- 
schiede dieser Besteuerungsarten ein verschiedener Schätzungsmodus 
einzuhalten ist. 

1. Bei der Hauszinssteuer sind die Gebäude entweder absolut, 
bedingt oder fallweise steuerpflichtig. 

a) Absolut hauszinssteuerpflichtig sind alle Gebäude in Wien 
samt Umgebung, Baden bei Wien, Linz samt Urfahr, Salzburg samt 
Vorstädten und Umgebung, Innsbruck samt Wilten, Graz samt Vor- 
städten, Klagenfurt samt Vorstädten, Triest als Stadtgebiet, Görz, 
Zara, Prag samt Wyschehrad, die Badeorte Teplitz, Schönau, Karls- 
bad, Marienbad und Franzensbad, Brunn samt Vorstädten, Olmütz, 
Troppau die innere Stadt, Lemberg, Krakau und Czernowitz die 
innere Stadt. 

b) Bedingt hauszinssteuerpflichtig sind alle Gebäude, welche in 
Orten gelegen sind, in denen sämtliche Gebäude oder wenigstens 
die Hälfte derselben und außerdem die Hälfte der Wohnungsbestand- 
teile einen Zinsertrag durch Vermietung abwerfen. 

c) Fallweise hauszinssteuerpflichtig sind die Gebäude, welche 
außer den sub a und b angeführten Ortschaften gelegen sind und 
ganz oder teilweise durch Vermietung benützt werden; doch haben 
von diesen Gebäuden diejenigen, welche nicht mehr als drei 
Wohnungsbestandteile besitzen und teilweise vom Eigentümer be- 
wohnt und nur zum Teil vermietet werden und bisher in eine der 
drei untersten Klassen des Haussteuerklassentarifes eingereiht waren, 
in der Hausklassensteuer zu verbleiben. 

Die Grundlage für die Bemessung der Hauszinssteuer ist der 
einbekannte Zins und bei unvermieteten Gebäuden in absolut haus- 
zinssteuerpflichtigen Orten der durch Parifizierung ermittelte Zins- 
ertrag. 



278 Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 

Von diesem Zinsertrage, beziehungsweise Zinswerte kommen 
als Erhaltungs- und Amortisationskosten für alle unter 1 a genannten 
Orte mit Ausnahme von Zara und Czernowitz Ib^lo in Abschlag. Für 
Zara und Czernowitz, sowie für die sub 1 b angeführten Orte und 
für die sub 1 c angeführten Gebäude kommen für Erhaltungs- und 
Amortisationskosten 30% in Abzug. Als Hauszinssteuer kommen von 
dem Restbetrage für die sub 1 a angeführten Orte SöVsVo, für die 
sub 1 b genannten Orte und die sub 1 c angeführten Gebäude 20% 
in Vorschreibung mit Ausnahme von Tirol und Vorarlberg, wo nur 
15% als Hauszinssteuer in Vorschreibung kommen. 

Für die direkte Ermittlung der Hauszinssteuer aus dem steuer- 
pflichtigen Einkommen ergeben sich folgende Schlüssel: 

22%% für Gebäude mit 26^/3 o/^ Hauszinssteuer und 15% Abzug 
für Erhaltung, 

ISVsVo für Gebäude mit 26%% Hauszinssteuer und 30% Abzug 
für Erhaltung, 

147o für Gebäude mit 2O0/0 Hauszinssteuer und 30% Abzug 
für Erhaltung. 

2. Der Hausklassensteuer unterliegen jene Wohngebäude, welche 
nicht hauszinssteuerpflichtig sind. Über die hausklassensteuer- 
pflichtigen Gebäude wird von der Steuerbehörde ein Hausklassen- 
steuerkataster geführt. 

Die Höhe der Hausklassensteuer richtet sich nach der Anzahl 
der Wohnungsbestandteile, respektive nach der Anzahl der bewohn- 
baren Räume (Zimmer und Kammern) und beträgt: 

Anzahl der Wohnungs- 
bestandteile Steuerklasse Steuerbetrag 

40 — 36 I. 440 — K 

35 — 30 H. 360 — „ 

29 — 28 . III. 300- „ 

27 — 25 IV. 250- „ 

24 — 22 V. 200-— , 

21 — 19 VI. 150 — „ 

18 — 15 VII. 100- „ 

14 — 10 vni. 60- „ 

9—8 IX. 40-- , 

7 X. 30-— , 

6 XL 20 — „ 

5 xn. 11 — „ 

4 XIII. 9-80 „ 

3 XIV. 4-20 „ 

2 XV. 3-40 „ 

1 XVI. 3- „ 

ohne 150 „ 

Für Alpenhütten und Weingartenhäuser ist, insoweit sie nur 
zeitweise als Wohnstätten für das Wirtschaftspersonal dienen, eine 
Hausklassensteuer nicht zu entrichten. 



Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 279 

Für die Schätzung der verschiedenen Gebäude gibt die nach- 
folgende Tabelle mittlere Erfahrungssätze über Neuwerte, Dauer, 
Entwertung oder Abnutzung und Erhaltungskosten. Alle angesetzten 
Beträge sind Mittelwerte und für den Bereich der ganzen Monarchie 
im Durchschnitte berechnet. Wenn durch Zeitablauf der Neuwert 
eines Gebäudes mit der in der Rubrik „Abnutzung" enthaltenen 
Amortisationsquote bis zu zwei Drittel erschöpft wird, muß das 
Gebäude einer Rekonstruktion oder gründlichen Erhaltungsarbeiten 
unterzogen werden, wodurch es eventuell wieder nahezu den Neu- 
wert erreichen kann. Bei der Schätzung ist daher auf diesen Umstand 
gebührend Rücksicht zu nehmen. 

Die jährlichen Erhaltungskosten sind in der nachfolgenden 
Tabelle in Durchschnittsprozenten vom Neuwerte berechnet eingesetzt 
und sind daher zu modifizieren um: 

Vs für die Zeitdauer bei — 10"/o von der ganzen Bestandperiode 

1/ 11 9FS0/ 

V2 , . . . 26- 40Vo . . r, 

'U . . . ,41— 60% , , , 

Vi , . , .61— 8O0/0 , „ „ 

'I2 r, . •, , 81— 100»/o , , , 

weil sie nicht ganz gleichmäßig auflaufen. 

Wenn D die ganze Dauer 

A das zeitige Alter 
d die künftige Dauer 
W den Neuwert 

E die Entwertung oder Abnutzung 
w den zeitigen Wert 

bedeutet, dann ist unter der gewöhnlich Platz greifenden Voraussetzung, 
daß die Bauwerte im einfachen Verhältnisse der Zeitdauer abnehmen : 

_ DE ^_ Dw 

^ WA Wd 

^=-Dr ^ = "D- 

Wenn jedoch bei den Bauobjekten ein stets gleichmäßig guter 
Bauzustand durch Nachbesserungen eingehalten wird, so tritt der Grad 
der Abnutzung nicht im proportionalen Verhältnisse der Zeitdauer 
zur Bestandesdauer ein und sind daher die Resultate der früheren 
4 Formeln zu multiplizieren mit 

Vg wenn die Zeitdauer bis 4^o der Bestandesdauer beträgt 

/lO n V V 

IT n n 1 

16 V V V 



Vs 



5 


•? 


10% 


11 


"? 


20% 


21 


-j 


30% 


31 


•7 


40% 


41 


1 


700o 


71 


V 


807o 



280 



Schätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 



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Sehätzung von Liegenschaften nach dem Exekutionsverfahren. 281 

V2 wenn die Zeitdauer 81 bis 90% der Bestandesdauer beträgt 
Vi . » . . 91 . lOOVo . 

Die jährliche Amortisationsquote (r) kann nach Formel 

_ K.O-Op 

^ "" röp«» — 1 

gerechnet werden, wobei K das zu amortisierende Kapital, p den 
Zinsfuß und n die Anzahl Jahre, innerhalb welcher das Anlagekapital 
zur Amortisation gelangen soll, bedeutet. 

Das zu amortisierende Kapital umfaßt jedoch nur den Bau- 
neuwert ohne Grundwert. 

Eine annähernde Wertbestimmung kann bei Gebäuden auch 
nach dem Steuerwerte erfolgen, welcher bei den der Hauszinssteuer 
unterliegenden Gebäuden das 16fache des nach Abzug der Er- 
haltungs- und Amortisationskosten erübrigenden steuerpflichtigen 
Nettozinses, hingegen bei den der Hausklassensteuer unterliegenden 
Wohngebäuden das SOOfache und bei den dieser Steuer unterliegenden 
Bauernhöfen oder Wohn- und Wirtschaftsgebäuden das TOOfache der 
für ein Jahr bemessenen Hausklassensteuer beträgt. 

Der Vorgang bei der Schätzung der Wälder ist dahin gekenn- 
zeichnet, daß in zutreffender Weise ein verschiedenes Verfahren für 
die Einzelwaldparzellen im aussetzenden Betriebe gegenüber den 
Wäldern im nachhältigen Betriebe mit einem jährlichen Ertrage vor- 
geschrieben wird. 

In diesem Sinne wird man daher im ersten Falle bei den 
Einzelwaldparzellen im aussetzenden Betriebe den Bodenwert und 
die Bestandeswerte für sich berechnen und zwar den Bodenwert 
nach der Formel des Bodenertragswertes, die jüngeren Bestände 
nach den Formeln für den Kosten- oder Erwartungswert, die älteren 
Bestände hingegen nach dem Verkaufswerte. Als Abtriebsalter (u) 
ist prinzipiell nur das dem gegebenen Zinsfuße entsprechende 
finanzielle Abtriebsalter zu unterstellen, damit das Bodenertrags- 
wertmaximum ermittelt wird. 

Dagegen ist im zweiten Falle bei größeren Betrieben, welche 
einen jährlichen nachhaltigen Ertrag liefern, der Gesamtwert des 
Objektes durch Kapitalisierung des jährlichen Reinertrages, also 
nach dem Waldrentierungswerte zu bestimmen. Hiebei darf jedoch 
nicht der jährliche Ertrag als Normalertrag unterstellt, sondern es 
muß der Ertag für die einzelnen Perioden festgestellt und der 
Kapitalswert dieser Periodenerträge nach Stückrenten, wie dies im 
vorhergehenden Abschnitte bei der Wertsermittlung größerer Wald- 
körper in ausführlicher Weise gezeigt worden ist, bestimmt werden. 

Da der Zinsfuß in allen Fällen ein gegebener ist, hat man 
in jenem Falle, wo dieser mit dem landesüblichen Hypothekarzinsfuß 
übereinstimmt, bei dem Vorhandensein eines Zunahmeprozentes der 
Holzpreise entweder den Zinsfuß um dieses Zunahmeprozent zu er- 
mäßigen, oder aber wenn dies nicht angeht, bei den Zukunftserträgen 
die erhöhten Holzpreise in Rücksicht zu nehmen. 



282 Zwangsweise Abtretung von Wald. 

XI. Zwangfsweise Abtretung* von Wald- oder 
anderen Grundstücken im Wege der Expro- 
priation oder Enteignung*. 

Die allgemeine rechtliche Grundlage des Enteignungs Verfahrens 
bilden der § 365 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches mit 
dem Wortlaute: „Wenn es das allgemeine Beste erheischt, muß ein 
Mitglied des Staates gegen angemessene Schadloshaltung selbst da» 
vollständige Eigentum einer Sache abtreten", ferner der Artikel 5 
des Staatsgrundgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger 
vom Dezember 1867, R. G. Bl. Nr. 142, lautend: „Das Eigentum ist 
unverletzlich. Eine Enteignung gegen den Willen des Eigentümers 
kann nur in den Fällen und in der Art eintreten, welche das Gesetz 
bestimmt." 

Die Zulässigkeit solcher Enteignungen wurde gesetzlich zu- 
erkannt : 

1. Für die Herstellung und Erhaltung der Ärarialstraßen, für 
die Stein- und Schottergewinnung für diese, wie auch für die Lan- 
des-, Bezirks- und Gemeindestraßen; 

2. behufs Errichtung der zur Landesverteidigung erforderlichen 
Fortifikationsgebäude ; 

3. bei der Katastralvermessung behufs Herstellung von Wald- 
durchhauen; 

4. behufs Bringung von Forstprodukten; 

5. beim Bergbaue; 

6. zu Schulbauten; 

7. behufs Ausnützung der Wasserkraft und Abwehr der Ge- 
wässer, behufs Ausführung von Schutz- und Regulierungsbauten und 
Werksvorrichtungen durch die zeitweise Überlassung der erforder- 
lichen Grundstücke; 

8. beim Eisenbahnbaue und -betriebe, dann zu Vorarbeiten für 
diesen; 

9. behufs Anweisung von Militärübungs- und Schießplätzen, 
Reitschulen, Badeplätzen und Ff erdeschwemmen; 

10. bei Vorkehrungen zur unschädlichen Ableitung von Gebirgs- 
wässern; 

11. behufs Errichtung von öffentlichen Lagerhäusern etc. 

Das Gesetz vom 18. Februar 1878, R. G. Bl. Nr. 30, betreffend 
die Enteignung zum Zwecke der Herstellung und des Betriebes der 
Eisenbahnen behandelt das Verfahren am ausführlichsten, weshalb 
wir die wichtigsten Bestimmungen aus demselben hier mitteilen 
wollen, da es auch häufig bei Enteignungen zu anderen Zwecken 
sinngemäße Anwendung findet. 

L Gegenstand und Umfang der Enteignung. 

§ 1. Die Ausübung des Enteignungsrechtes steht in dem vollen 
durch § 365 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches zugelassenen 
Umfange jedem Eisenbahnunternehmen insoweit zu, als die Gemein- 



• Zwangsweise Abtretung von Wald. 283 

nützigkeit des Unternehmens von der hiezu berufenen staatlichen 
Verwaltungsbehörde anerkannt ist, 

§ 2. Das Enteignungsrecht kann zum Zwecke einer dauernden 
oder vorübergehenden Enteignung nur insoweit ausgeübt werden, 
als die Herstellung und der Betrieb der Eisenbahn dies notwendig 
machen. 

Dasselbe umfaßt insbesondere das Recht: 

1. Auf Abtretung von Grundstücken; 

2. auf Überlassung von Quellen und anderen Privat wässern ; 

3. auf Einräumung von Servituten und anderen dinglichen 
Rechten an unbeweglichen Sachen, sowie auf Abtretung, Einschrän- 
kung oder Aufhebung derartiger und solcher Rechte, deren Ausübung 
an einen bestimmten Ort gebunden ist; 

4. auf Duldung von Vorkehrungen, welche die Ausübung des 
Eigentumsrechtes oder eines anderen Rechtes an einem Grundstücke 
oder an einem Bergbaue einschränken. 

Die Ausübung des Enteignungsrechtes kann auch in Beziehung 
auf das Zugehör eines Gegenstandes der Enteignung stattfinden. 

§ 3. Unter der im § 2 bezeichneten Voraussetzung kann die 
dauernde oder vorübergehende Abtretung von Grundstücken inso- 
weit begehrt werden, als es zur Herstellung der Bahn, der Bahn- 
höfe, der an der Bahn und an den Bahnhöfen zum Zwecke des 
Eisenbahnbetriebes zu errichtenden Gebäude oder zu sonstigen An- 
lagen, deren Herstellung der Eisenbahnunternehmung obliegt, dann 
zur Unterbringung des beim Baue zu entfernenden Erdmateriales 
und Schuttes, endlich zur Gewinnung des notwendigen Schüttungs-, 
Rohstein- nnd Schottermateriales erforderlich ist. 

Das Recht, die Abtretung eines Grundstückes zu einer vorüber- 
gehenden Benutzung zu begehren, erstreckt sich nicht auf Gebäude 
und Wohnungsräume, noch auf solche Grundstücke, deren Substanz 
durch die beabsichtigte Benützung voraussichtlich wesentlich und 
dauernd verändert wird. 

Der Eigentümer eines zur vorübergehenden Benützung über- 
lassenen Grundstückes ist berechtigt zu begehren, daß die Eisen- 
bahnunternehmung das Grundstück an sich löse, wenn die Benützung 
länger als sechs Monate nach dem Zeitpunkte der Betriebseröffnung 
oder, falls die Abtretung zur Benützung erst nach der Betriebs- 
eröffnung stattfand, länger als zwei Jahre dauert. 

H. Gegenstand und Umfang der Entschädigung. 

§ 4. Die Eisenbahnunternehmung ist verpflichtet, dem Enteig- 
neten für alle durch die Enteignung verursachten vermögensrecht- 
lichen Nachteile Entschädigung zur Bewirkung der dem § 365 des 
allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches entsprechenden Schadloshal- 
tung zu leisten. 

Als Enteigneter ist derjenige anzusehen, welchem der Gegen- 
stand der Enteignung gehört oder welchem an einem Gegenstande 
der Enteignung ein mit dem Eigentume eines anderen Gegenstandes 
verbundenes dingliches Recht zusteht. 



284 Zwangsweise Abtretung von Wald. ' 

§ 5. Bei der Ermittlung der Entschädigung ist auch auf die- 
jenigen Nachteile Rücksicht zu nehmen, welche Nutzungsberechtigte, 
Gebrauchsberechtigte, Bestandnehmer durch die Enteignung erleiden 
und deren Vergütung dem Enteigneten obliegt, sofern der als Ersatz 
für den Gegenstand der Enteignung zu leistende Betrag nicht zur 
Befriedigung der gegen den Enteigneten zustehenden Entschädi-* 
gungsansprüche zu dienen hat. 

§ 6. Wird nur ein Teil eines Grundbesitzes enteignet, so ist bei 
der Ermittlung der Entschädigung nicht nur auf den Wert des ab- 
zutretenden Grundstückes, sondern auch auf die Verminderung des 
Wertes, welche der zurückbleibende Teil des Grundbesitzes erleidet, 
Rücksicht zu nehmen. 

§ 7. Bei der Ermittlung der Entschädigung ist auf diejenigen 
Verhältnisse keine Rücksicht zu nehmen, hinsichtlich deren erhellt, 
daß sie in der Absicht hervorgerufen wurden, um sie als Grundlage 
für die Erhöhung der Ansprüche auf Entschädigung zu benützen. 
Der Wert der besonderen Vorliebe, dann eine Werterhöhung, 
welche der Gegenstand der Enteignung infolge der Anlage der Eisen- 
bahn erfährt, bleiben bei der Berechnung der Entschädigung außer 
Betracht. 

§ 8. Die Entschädigung ist in barem Gelde zu leisten. 

Sie erfolgt bei dauernder Enteignung durch Zahlung eines 
Kapitalbetrages, bei vorübergehender Enteignung durch Zahlung 
einer Rente. 

Wenn jedoch infolge einer vorübergehenden Enteignung eine bei 
der Bestimmung der Rente nicht berücksichtigte Wertverminderung 
eintritt, so ist für dieselbe nach dem Aufhören der vorübergehenden 
Enteignung durch Zahlung eines Kapitalbetrages Ersatz zu leisten. 

§ 9. Insoweit die Ermittlung eines zu leistenden Kapitals- 
betrages nicht vollständig erfolgen kann, weil der abzuschätzende 
Nachteil sich nicht im vorhinein bestimmen läßt, ist jede Partei 
berechtigt, in angemessenen Zeitabschnitten von mindestens einem 
Jahre die Feststellung der für die in der Zwischenzeit erkennbar 
gewordenen Nachteile gebührenden Entschädigung zu begehren. 

Nach Ablauf eines vom Zeitpunkte des Vollzuges einer dauern- 
den Enteignung zu berechnenden Zeitraumes von 3 Jahren, be- 
ziehungsweise nach dem Aufhören einer vorübergehenden Enteig- 
nung kann die endgiltige Feststellung des zu leistenden Kapital- 
betrages begehrt werden. 

§ 10. Die Eisenbahnverwaltung ist verpflichtet, für alle Ent- 
schädigungen, welche sie nach dem Vollzuge einer Enteignung zu 
leisten hat (§§ 8 und 9), auf Verlangen des zur Forderung der Ent- 
schädigung Berechtigten Sicherheit zu leisten. 

Auf Ansuchen einer Partei wird die Art und Höhe der zu be- 
stellenden Sicherheit von dem zur Ermittlung der Entschädigung zu- 
ständigen Gerichte nach Vernehmung beider Parteien bestimmt. Das 
Gericht kann vor seiner Entscheidung Sachverständige vernehmen. 
Die Zulänglichkeit der Sicherheit beurteilt das Gericht nach seinem 
Ermessen. 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 285 

III. Enteignungsverfahren. 

Die weiteren Paragraphe 11 bis 21 enthalten die Bestimmungen 
für die Feststellung des Gegenstandes und Umfanges der Enteig- 
nung, welche bei der politischen Begehung erfolgt. Vor dieser hat 
die Eisenbahnunternehmung der politischen Behörde ein Verzeichnis 
der Namen und Wohnorte der Enteigneten zu überreichen. Dieses 
Verzeichnis, sowie die Grundeinlösungspläne und -Verzeichnisse sind 
wenigstens 14 Tage vor der Begehung in der betreffenden Gemeinde 
zur allgemeinen Einsicht aufzulegen. Zugleich ist diese Auflegung 
sowie die Frist zur Einbringung von Einwendungen bei der politi- 
schen Bezirksbehörde ortsüblich bekannt zu geben. 

Diejenigen, welche solche Einwendungen rechtzeitig bei der 
politischen Bezirksbehörde erhoben haben, sind insbesondere zur 
Kommission vorzuladen. 

Jedem Beteiligten steht frei, bei den Erhebungen zu erscheinen 
und Einwendungen gegen die begehrte Enteignung vorzubringen. 
Über diese Einwendungen fällt die politische Landesbehörde Enteig- 
nungserkenntnisse, gegen welche binnen acht Tagen ein Rekurs bei 
der politischen Landesbehörde anzubringen ist, über welchen das 
Ministerium des Innern im Einvernehmen mit dem Handelsministe- 
rium entscheidet. 

Die Betretung des Zivilrechtsweges über die Frage, welcher 
Gegenstand und in welchem Umfange derselbe zu enteignen sei, ist 
unzulässig. 

Nach dem Eintritte der Rechtskraft eines Enteignungserkennt- 
nisses sind die Personen, gegen welche die Enteignung wirksam 
ist, verpflichtet, sich jeder über die Fortsetzung des ordentlichen 
Wirtschaftsbetriebes hinausgehenden Veränderung an dem Gegen- 
stande der Enteignung zu enthalten, sofern nicht etwas anderes ver- 
einbart wurde, oder soweit es sich nicht um zur Erhaltung des 
Gegenstandes der Enteignung notwendige und unaufschiebliche Ver- 
fügungen handelt. » 

IV. Ermittlung der Entschädigung. 

§ 22. Die infolge einer Enteignung zu leistende Entschädigung 
ist, sofern sie nicht durch ein zulässiges Übereinkommen zwischen 
der Eisenbahnunternehmung und dem Enteigneten bestimmt wird, 
gerichtlich festzustellen. 

Als zulässig ist ein solches Übereinkommen nur dann anzu- 
sehen, wenn es an dritten Personen fehlt, denen ein Anspruch auf 
Befriedigung aus der Entschädigung auf Grund ihrer dinglichen 
Rechte zusteht, oder wenn diese dritten Personen ihre Zustimmung 
zu dem Übereinkommen in einer öffentlichen oder legalisierten Ur- 
kunde erklärt haben. Die Notwendigkeit der Erklärung dieser Zu- 
stimmung entfällt, wenn es sich um die teilweise Abtretung eines 
Grundbuchskörpers handelt und wenn ungeachtet der Abtretung 
eine Hypothek die im § 1374 des allgemeinen bürgerlichen Gesetz- 
buches entsprechende gesetzliche Sicherheit behält, andere dingliche 



286 Zwangsweise Abtretung von Wald. 

Rechte aber eine Gefährdung ihrer Sicherheit offenbar nicht erleiden 
können. 

Das Grundbuchsgericht ist berufen, auf Ansuchen einer Partei 
eine Bestätigung über den Bestand der erforderlichen Sicherheit 
auf Grund der durch eine vorgenommene Untersuchung gewonnenen 
Überzeugung zu erteilen. 

§ 23. Die gerichtliche Feststellung der Entschädigung erfolgt 
auf Ansuchen der Eisenbahnunternehmung; doch ist auch der Ent- 
eignete berechtigt, darum anzusuchen, wenn die Eisenbahnunter- 
nehmung dieses Ansuchen nicht innerhalb eines Jahres nach Rechts- 
kraft des Enteignungserkenntnisses stellt. Zur Feststellung der Ent- 
schädigung ist das Bezirksgericht zuständig, in dessen Sprengel die 
Enteignung zu vollziehen ist. Dem Gesuche um diese Feststellung 
ist das Enteignungserkenntnis nebst den zur Identifizierung des 
Gegenstandes der Enteignung erforderlichen Behelfen beizulegen. 
Das Gesuch kann hinsichtlich aller in dem Sprengel einer Katastral- 
gemeinde gelegenen Gegenstände der Enteignung in einer einzigen 
Eingabe gestellt werden. 

§ 24. Das Gericht hat alle für die Feststellung der Entschädi- 
gung maßgebenden Verhältnisse nach den Grundsätzen des Ver- 
fahrens (außer Streitsachen) an Ort und Stelle unter Zuziehung von 
drei Sachverständigen zu erheben. 

Die Sachverständigen hat das Gericht aus einer von dem Ober- 
landesgerichte nach Einvernehmen der politischen Landesbehörde 
jährlich aufzustellenden und kundzumachenden Liste der in Ent- 
eignungsfällen zuzuziehenden Sachverständigen zu wählen und einen 
davon als Obmann zu bestellen. 

Die Parteien können Einwendungen gegen die Eignung der 
Sachverständigen bis zum Beginne der Erhebungen vorbringen. 
Diese Einwendungen sind, wenn sie dem Gerichte glaubwürdig er- 
scheinen, von Amts wegen zu berücksichtigen. 

§ 25. Die Sachverständigen sind vom Richter aufzufordern, 
nach der Besichtigung des Gegenstandes der Enteignung ihr Gut- 
achten über die zu leistende Entschädigung abzugeben. 

Jeder Sachverständige ist verpflichtet, die tatsächlichen Vor- 
aussetzungen, auf denen sein Gutachten beruht, sowie die übrigen 
Grundlagen seiner Wertberechnung anzugeben. 

Insbesondere haben die Sachverständigen in den Fällen, in 
denen nur ein Teil des Grundbesitzes enteignet wird, die Berech- 
nung des Betrages, welcher als Ersatz für die Verminderung des 
Wertes des zurückbleibenden Teiles des Grundbesitzes zu leisten ist, 
abgesondert anzugeben. 

Erstreckt sich die an die Enteigneten zu leistende Entschädi- 
gung auch auf die Vergütung solcher Nachteile, welche dritte Per- 
sonen erleiden, deren Ansprüche nicht aus dem für ein enteignetes 
Grundstück zu leistenden Ersätze zu befriedigen sind (§ 5), so ist 
insbesondere der auf die Vergütung dieser Nachteile entfallende 
Betrag anzugeben. 

Wenn hinsichtlich der tatsächlichen Voraussetzungen ein Streit 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 287 

entsteht, so ist, falls es von einer Partei begehrt wird, auf Grund- 
lage jeder streitig gewordenen Annahmen ein besonderes Gutachten 
über die zu leistende Entschädigung abzugeben. 

§ 26. Auf Begehren kann die Feststellung der Entschädigung 
auf solche Objekte ausgedehnt werden, welche nicht Gegenstand 
«ines Enteignungserkenntnisses bilden, wenn beide Parteien einver- 
standen sind, diese Objekte der Enteignung zu unterziehen. 

§ 27. Erachtet die Eisenbahnunternehmung, daß durch Aus- 
führung einer oder der anderen Anlage, zu deren Herstellung sie 
nicht verpflichtet ist, der Anspruch auf Entschädigung erheblich 
herabgemindert würde, so kann die Eisenbahnunternehmung sich 
die Auswahl unter mehreren Arten der Ausführung dieser Anlage 
vorbehalten und begehren, daß die Entschädigung mit Rücksicht 
auf jede der von ihr bezeichneten Arten der Ausführung festge- 
stellt werde. 

§ 28. Der Leiter der Erhebungen hat in allen Fällen, in denen 
von Seite des Enteigneten eine Forderung gestellt oder von Seite 
der Eisenbahnunternehmung ein Anerbieten gemacht wird, dies zu 
protokollieren; ferner das Gutachten der Sachverständigen, die tat- 
sächlichen Voraussetzungen und die Grundlagen, auf denen dasselbe 
beruht, und die allfälligen Erinnerungen und Einwendungen der 
Parteien zu Protokoll zu bringen. 

§ 29. Wenn die Eisenbahnunternehmung und der Enteignete 
sich über die zu leistende Entschädigung einigen, so ist diese Ver- 
einbarung, falls die im § 22 bezeichneten Voraussetzungen eines zu- 
lässigen Übereinkommens eintreten, zu Protokoll zu nehmen. 

Treten die im § 22 bezeichneten Voraussetzungen nicht ein, so 
kann die Protokollierung der Vereinbarung nur dann stattfinden, 
wenn der vereinbarte Betrag nicht hinter demjenigen zurückbleibt, 
.welcher von den Sachverständigen angegeben wird, oder welcher im 
Falle einer Verschiedenheit der Gutachten den Durchschnitt der 
angegebenen Beträge bildet. 

Eine mit Beobachtung der vorstehenden Bestinjmungen pro- 
tokollierte Vereinbarung hat die Wirkung eines gerichtlichen Ver- 
gleiches. 

§ 30. Kommt ein Vergleich nicht zustande, so hat das Gericht, 
ohne an Beweisregeln gebunden zu sein, über die zu leistende Ent- 
schädigung zu entscheiden, und wenn die im § 25, Absatz 4, be- 
zeichnete Voraussetzung eintritt, den auf die Vergütung der Nachteile 
dritter Personen entfallenden Betrag insbesondere zu bestimmen. 
Diese Entscheidung kann innerhalb der Rekursfrist von 14 Tagen 
mittels Rekurses angefochten werden. 

§ 31. Wenn eine Partei dafür hält, daß die für die Feststellung 
der Entschädigung maßgebenden tatsächlichen Verhältnisse bei den 
nach § 24 vorgenommenen Erhebungen nicht vollständig oder nicht 
richtig dargestellt wurden, so kann sie vor dem Ablaufe der für den 
Rekurs gegen die gerichtliche Entscheidung über die Entschädigung 
bestimmten Frist bei dem Gerichte, welches diese Erhebungen ange- 
ordnet hat; um die Vornahme eines Augenscheines ansuchen. Dem 



288 Zwangsweise Abtretung von Wald. 

Gesuche ist, wenn in demselben die festzustellenden Tatsachen oder 
Zustände genau angegeben sind, stattzugeben. 

Bei der Anordnung und Vornahme des Augenscheines ist nach 
den Bestimmungen über die Beweisaufnahme zum ewigen Gedächtnis 
vorzugehen. 

Wird das Ansuchen vor dem Ablaufe von 8 Tagen nach der 
Zustellung der die Entschädigung betreffenden Entscheidung ange- 
bracht, so kann das Gericht auf Ansuchen dem Besitzer des in 
Augenschein zu nehmenden Gegenstandes auftragen, sich jeder die 
Vornahme des Augenscheines erschwerenden Veränderung bis zur 
Beendigung desselben zu enthalten. Ein gegen die Anordnung des 
Augenscheines oder gegen die Erteilung des oben erwähnten Auf- 
trages ergriffener Rekurs hat keine aufschiebende Wirkung. 

Die weiteren Bestimmungen der §§ 32 bis 48 haben auf dia 
Feststellung der Entschädigung keinen Bezug und können daher als 
außerhalb des Rahmens des Buches gelegen, übergangen werden. 



Wie aus den mitgeteilten Bestimmungen zu entnehmen ist,^ 
kann jedes Grundstück, wenn es einem bestimmten öffentlichen 
Zwecke dienen soll, enteignet werden. Umgekehrt läßt das Gesetz 
aber auch in dieser Richtung Gerechtigkeit walten, indem der Eigen- 
tümer eines solchen Grundstückes vollständig entschädigt wird, und 
zwar nicht nur für den abgetretenen Grund und Boden, sondern 
auch für alle mit der Abtretung desselben verbundenen direkten 
und indirekten Nachteile, 

Außer der Entschädigung für das abzutretende Objekt oder 
Grundstück gebührt dem Enteigneten daher auch die Schadloshaltung 
für die Wertverminderung des zurückbleibenden Teiles des Grund- 
besitzes, welche durch erschwerte Bewirtschaftung infolge Kleinheit, 
ungünstiger Konfiguration, der erschwerten Zufahrt durch Wegum- 
legung oder aus anderen Umständen eintreten kann. 

Ferner gebührt dem Enteigneten Entschädigung für Anbau, 
Düngung, Ernteentgang, für besonderen Aufwand, z. B. Be- oder 
Entwässerung. 

Erstreckt sich die zu leistende Entschädigung auch auf die 
Vergütung solcher Nachteile, welche dritte Personen erleiden, § 5, 
deren Ansprüche nicht aus dem für ein enteignetes Grundstück zu 
leistenden Ersätze zu befriedigen sind, z. B. Entgang des Nutzens 
für einen Pächter, so ist der auf die Vergütung dieser Nachteile 
entfallende Betrag getrennt zu ermitteln. 

Keine Rücksicht wird aber bei der Enteignung genommen auf 
diejenigen Verhältnisse, hinsichtlich deren erhellt, daß sie in der 
Absicht hervorgerufen wurden, um sie als Grundlage für die Er- 
höhung der Ansprüche auf Entschädigung zu benützen. 

Ebenfalls außer Betracht bleibt der Wert der besonderen Vorliebe, 
dann die Werterhöhung, welche der Gegenstand der Enteignung infolge 
der Anlage der Eisenbahn oder des sonstigen Unternehmens erfährt. 

Beim Walde wird behufs Feststellung solcher Entschädigungen 
von folgenden Gesichtspunkten auszugehen sein: 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 289 

a) Berechnung der Entschädigung für den dauernd abzu- 
tretenden Boden. 

Ähnlich wie bei einem Verkaufe wird in erster Linie beurteilt 
werden müssen, ob der Boden sich vermöge seiner Lage, Frucht- 
barkeit oder sonstigen Eigenschaften für andere Verwendungszwecke, 
z. B. als Baugrund, landwirtschaftliches Gelände, für Steinbrüche etc. 
eignet; dem Waldbesitzer muß in einem solchen Falle der orts- 
übliche Preis, welcher dieser außerforstlichen Benützung entspricht, 
vergütet werden. 

Ist eine solche Eignung nicht vorhanden, handelt es sich also 
um absoluten Waldboden, der nach menschlichem Ermessen in ab- 
sehbarer Zeit anderweitig nicht benützt werden kann, so ist dessen 
Wert nach dem Ertragswerte zu bestimmen, wobei jedoch die Ver- 
waltungs- und Schutzkosten außer Anschlag bleiben, weil sie trotz 
einer solchen Flächenverminderung unverändert weiter bestehen, 
beziehungsweise der verbleibende Teil damit mehr belastet wird. 

Wenn wir p = 3% nehmen, gibt uns das ermittelte Boden- 
wertmaximum den Mindestbetrag, welcher dem Eigentümer ent- 
schädigt werden muß. 

Als Umtriebszeit ist die finanzielle, demnach bei den Nadel- 
hölzern etwa 70 bis 80, bei den Laubhölzern etwa 80 Jahre im Hoch- 
waldbetriebe zu nehmen. Die finanzielle Umtriebszeit behufs Er- 
mittlung des Bodenwertmaximums ist aus dem Grunde zu wählen, 
weil bei einer höher gelegenen Umtriebszeit nach unserer An- 
schauung nicht der Bodenwert, sondern lediglich dessen Verzinsung 
geringer wird. 

Handelt es sich aber nur um geringe Teile, welche zudem aus 
der Mitte eines geschlossenen Besitzes herausgeschnitten werden, so 
wird es infolge der eintretenden Wirtschaftserschwernis oder sonsti- 
ger erwachsender Nachteile unter Umständen sogar gerechtfertigt 
erscheinen, nicht den Zinsfuß von 37o, sondern jenen von 2"5% der 
Rechnung zu unterstellen. Als angemessene Umtriebszeit wird in 
diesem Falle ein Zeitraum von 80 Jahren zu wählen sein. 

Bei Wäldern, welche eine Umwandlung in eine ertragreichere 
Betriebs- oder Holzart erfordern oder schon in einer solchen Um- 
wandlung begriffen sind, ist der Bodenertragswert nach der ren- 
tableren Wirtschaftsweise zu berechnen. 

Wäre z. B. ein Buchenhochwald in der Umwandlung in einen 
Fichtenhochwald begriffen, so ist der Bodenertragswert auch für die 
noch bestehenden Buchenbestände nach der Fichte zu berechnen. 

Beispiel 121: 

Eine Waldparzelle, bestehend aus einem 40jährigen Fichten- 
stangenholze der V. Bonitätsklasse liege in einem Talgrunde an- 
grenzend an Wiesen, deren Wert pro 1 ha 2000 X^ beträgt. 

Wie hoch stellt sich deren landwirtschaftlicher Wert nach Um- 
wandlung in Wiese? 

Riebel, Waldwertrechnung. S. Anfl. \Q 



290 Zwangsweise Abtretung von Wald. 

Dieser Wert ergibt sich aus der Differenz zwischen dem land- 
wirtschaftlichen Zukunftswerte, in diesem Falle 2000 .K", und dem 
Aufwände für die Umwandlung, d. i. Rodung und Planierung, z. B. 
im Betrage von ÖOOK; der landwirtschaftliche Wert dieser Wald- 
parzelle wäre daher in dem gegebenen Falle 2000 — 500 = 1 500 K. 

Beispiel 122: 

Wäre der Boden für diese Kulturumwandlung nicht geeignet, 
so würde als Bodenwert das Maximum des forstlichen Bodenertrags- 
wertes in Betracht kommen, welches für die V> Bonitätsklasse Fichte 
bei u = 70 Jahren gelegen ist. Nach der am Schlüsse beigegebenen 
Geldertragstafel ist 

Au = 3424 K, D2o = 16K, D3o = 57K, D4o = 86K, D5o = 140K, 

Deo = 122K, 

c = 70K, s = 3K, p = 3%. 

_ Au — c + Da . 1-0 p "-'^ s 

^"^~ l-Op^-l OT7 + '' 

Au — c = 3354 K 
D2o= 16 KX 4-3839= 70 „ 
D3o= 57 „ X 3-2620= 186 „ 
D40 = 86 „ X 2-4273 = 209 „ 
D50 = 140 „ X 1*8061 = 253 „ 
Dßo = 122 „ X 1-3439= 164 . 
Summe . . . 4236 K 
1 



= 0-1446 



1-0370 —1 
Jetztwert 01446 X 4236 K= . . .612 

ab 7r^ + c = 3K X 33-33 + 70K . . .170 
OVo 



Bodenertragswert = . . . 442 K 

nach unserer Näherungsformel: 

P = 3o/o 
u = 70 Jahre 
Bu = (Au — c + 90 dr) 01446 — (33-33 s -f c) 
u = 80 Jahre 
B = (Au — c + 120 dr) 01037 — (33-33 s + c) 

P = 2V27o 

u = 70 Jahre, Bu = (A« - c + 80 dr) 0-216 — 40 s -{- c 

u = 80 Jahre, B« = (Au — c + 80 dr) 0-161 — 40 s + c 

, 16K , 57K , 86K , 140K , 122K ^^„,, 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 291 

Aa-c= 3354K 

90 X dr = 90 X 9'68 K . . . 868 „ 

Summe . . . 4222 K 

Jetztwert = 4222 X 01416 . . . 611, 



Bodenertragswert = . . . 441 K 

Beispiel 123: 

Es ist der Bodenwert eines 40jährigen Buchenbestandes der 
III. Bonitätsklasse einer Betriebsklasse, welche in Umwandlung in 
einen Fichtenwald begriffen ist, unter der Voraussicht zu berechnen, 
daß nach erfolgter Umwandlung die Erträge der VI. Bonitätsklasse 
Fichte zu erwarten stehen. 

In einem solchen Falle erfolgt die Berechnung des Boden- 
ertragswertes nicht nach den Erträgen der Buche, sondern nach 
jenen der Fichte. 

Nach der am Schlüsse beigegebenen Geldertragstafel ist für 
die VI, Bonitätsklasse Fichte bei u = 70 Jahren 

Au = 2667 K, c = 70K, p = 3%, s = 3K 
D3o = 48K, D4o = 67K, D5o = 90K, D6o = 90K. 

A ß = 2597 K 

Dgo 1-03*0 = 48 K X 3^2620 = 156 , 
D40 1-0330 = 67 „ X 2-4273 = 163 „ 
D50 1-0320 = 90 „ X 1-8061 = 162 „ 
Deo 1-0310 = 90 „ X 1-3439= 121 „ 
Summe . . . 3199 K 
1 



01446 



1-0370 _ 1 

Jetztwert = 0-1446 X 3199 K . . . 462 
ab 33-33 s + c . . . 170 



Bodenertragswert = . . . 292 K 
oder nach unserer Näherungsformel 

Ba = (Au — c + 90 dr) 01446 — (3333 s + c) 

, 48K , 67K , 90K , 90K ^-.^ 
^^ = W + ^ + -5^^-6^ = ^'^^^ 

dr X 90 = 6-57 K X 90 = 591 K 

A„ — c= 2597 „ 

Summe . . . 3188 K 

Jetztwert X 0-1446 ... 461 „ 

ab 33-33 s + c = . . . 170 „ 



Bodenertragswert = . . . 291 K 

19* 



292 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 



Wäre für den Fall eintretender Wirtschaftserschwernisse der 
Rechnung ein Zinsfuß von 2V2V0 zu unterstellen, so ist 

Au — c= 2597K 

D30 1-025^0 = 48 K X 2-6851 = 129 , 

D40 1-02530 = 67 „ X 2-0976 = 140 „ 

D50 1-02520 = 90 „ X 1-6386 = 147 „ 

Dßo 1-02510 = 9 „ X 1-2801= 115 „ 

Summe . . 3128 K 

Jetztwert = 3128 KX 0-2159 . . . 675 „ 

ab 40 s + c = . . . 190 „ 



Bodenertragswert = . 



485 K 



oder nach unserer Näherungsformel 

Bu = (Au — c + 80 dr) 0-2159 — (40 s + c) 



80dr = 80X6^57K = 



Jetztwert 



Summe 

: 0-2159 X 3123 K 

ab 40 s 4- c 



Bodenertragswert 



. 2597 K 
. 526 „ 



3123 K 
674 „ 
190, 



484 K 



Beispiel 124: 

Es ist der Bodenwert eines 40jährigen Buchenbestandes der 
IV. Bonitätsklasse zu ermitteln, bei welchem eine Umwandlung in 
eine ertragreichere Holzart nicht möglich ist. 

u = 80jährig, c = 20K, s = 3K, p = 37o. 

Nach der am Schlüsse beigegebenen Geldertragstafel ist 

Au = 1684, D3o = 19, D4o = 39, D5o = 54, Deo = 64, 0^0 = 66 K. 



A„— c= 

D30 10350 = 19KX 4-3839 = 
D40 1-03^0 = 39 „ X 3-2620 = 
D50 1-0330 = 54 „ X 2-4273 = 
Deo 1-0320 = 64 „ X 1-8061 = 
D70 1-0310 = 66 „ X 1-3439 = 


. 1664 K 
= 83 „ 
= 127 „ 
= 131 „ 
= 115 . 
= 89 „ 


Summe . . 

B, = 2209 KX 0-1037 . . 

ab 33-33 s + c = . . 


. 2209 K 

. 229 „ 
• 120 „ 



Bodenertragswert = . , . 109 K 
Nach der Näherungsformel 

BS = (A« — c + 120 dr) . 0*1037 — (33-38 s + c) 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 



293 



^19K 39K , 54K , 64K 

30 "*" 40 



50 



60 



^^ = 4-69 
70 ^ 



dr X 120 = 4-69 K X 120 = 
A„ — c = 



Summe 

Br = 2227 K X 0-1037 

ab 33'33s + c = 



Bodenertragswert ^ 

P = 2V2% 

Bu = (Au — c + 100 dr) 0-161 

j^j Q 

100 . dr = 100 . 4 69 K = 



. 563 K 
. 1664 „ 



2227 K 
231 „ 
120 , 



Summe 

Br = 2133KX 01610 = 

ab 33-33s + c = 



Bodenertragswert = 



IHK 



(33-33 s -f c) 

. 1664 K 
. 469 „ 



. 2133 K 
. 343 , 

. '120. 



223 K 



h) Berechnung der Entschädigung für zu frühen Abtrieb 

der Bestände. 

Handelt es sich um liiebreife Bestände, das sind solche, welche 
ein der finanziellen Umtriebszeit entsprechendes Alter erreicht oder 
bereits überschritten haben, so entfällt in der Regel eine Entschädi- 
gung, weil deren wirklicher Wert in dem Verkaufspreise zum Aus- 
drucke gelangt. Eine Entschädigung würde allenfalls nur dann be- 
ansprucht werden können, wenn der erzielte Verkaufspreis infolge 
des außerplanmäßigen Abtriebes oder wegen anderer ungünstiger 
Umstände die Höhe des sonst in der Wirtschaft üblichen Verkaufs- 
preises nicht erreicht. 

Der Betrag einer solchen Entschädigung ist dann gleich der 
Differenz aus dem wirklich erzielten Verkaufspreise und dem sonst 
erzielbaren Verkaufswerte. 



Beispiel 125: 

Nach Maßgabe der bisherigen Wirtschaft wurde für 1 fm' 
Buchenholz der V. Bonitätsklasse ein Verkaufspreis von 8K erzielt. 
Wie groß ist der Entschädigungsbetrag bei einem Anfalle von 150 fm^, 
wenn infolge vorzeitigen Abtriebes, sei es infolge der Sommerfällung 
oder des schwierigen Transportes nur 6 K pro 1 fm^ beim Verkaufe 
erzielt wurden? 

Die Entschädigung für 1 fm^ beträgt 8 — 6 = 2K, somit für 
150 fm» = 300 K. 



294 Zwangsweise Abtretung von Wald. 

Würde dieses Holzquantum von dem Unternehmen selbst über- 
nommen werden, so würde die Entschädigung dem sonst erzielbaren 
Verkaufspreise gleichkommen, somit 150 X 8 = 1200 K betragen. 

Kommen dagegen Bestände in Betracht, welche die Hiebreife 
noch nicht erreicht haben, so hat der Besitzer des Waldes Anspruch 
auf Entschädigung in der Höhe des Bestandeskosten- oder Er- 
wartungswertes, wenn das Holzmaterial von dem Käufer übernommen 
wird, sonst in der Höhe der Differenz zwischen dem berechneten 
Bestandeskosten- oder Erwartungswerte und dem wirklich erzielten 
Verkaufspreise. 

Als Umtriebszeit ist stets die finanzielle zu wählen. 

Wir ziehen der größeren Einfachheit wegen die Formel des 
Bestandeskostenwertes vor 

H K. = ^" - llp^ -^1^ ^'^"^ (1-0 pn> _ 1) + c - Da . 10 p— 

oder nach unserer Formel, da die finanzielle Umtriebszeit in der 
Regel 70 oder 80 Jahre beträgt, 

H Km == Br (l'O p"' — 1) 4- c — drmx 

oder wenn bis zum Jahre m noch keine Durchforstungserträge ein- 
gegangen sind, 

HKm = Br(l-Op-— l)-f c. 

_ j u = 70 Jahre B^ = (Au — c + 80 dr) 0216 

P— /2/o|^^gQ ^ Br = (Au — c 4-100 dr) 0-161 

_ ^ I u = 70 „ Br = (Au — c-1- 90dr)0-1446 
P = 37o I u _, 80 „ Br = (Au — c + 120 dr) 0-1037 

Wir wählen obige Formel, um von vorneherein auszuschließen, 
daß ein anderer Bodenwert als das sich für die betreffende Holzart 
ergebende Maximum des Bodenertragswertes der Berechnung des 
Bestandeswertes unterstellt wird, weil nur dieser Wert den wahren 
Wirtschaftswert darstellt. Derselbe ist insolange größer als der 
Gebrauchs- oder Verkaufswert des Bestandes, als das Bestandes- 
alter noch unter der finanziellen Umtriebszeit gelegen ist. 

Beispiel 126: 

Wie groß ist der Entschädigungsbetrag für einen 45jährigen 
Fichtenbestand, wenn er der V. Bonitätsklasse angehört, von der 
Bahnunternehmung übernommen wird und c = 70 K, s = 3 K, 
p = 37o ist? 

A p _1_ T~) 1-0 n»— * 

Aus Beispiel 122 ist Br= " ^-r^a.-iup — _6i2K. 

l'Op" — 1 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 295 

Br(103« — 1) = 612KX 2-7816= 1702-34K 

hiezu c = 70 70 — „ 

Summe . . . 1772-34 K 
ab Da 10320= 16. 2-0938 = 33-50 
Db 10315 =- 57 . 1-5580 = 88-80 

De 1-03^ =86 . 1-1593 = 9969 221-99 , 

zu entschädigender Bestandeswert . . . 155035 K 

oder nach unserer Formel 

Br = (A„ - c -j- 90 dr) . 0*1446 
Er = [3354 K + (90 X 9-68 K)] 0-1446 = 61 1-— K 

Br (1-03^5 — 1) = 611 K X 2-7816 = 169956 „ 

hiezu c = 70- — „ 



Summe . . . 176956 K 1769-56 

,,..._, 16K , 57K , 86K .„„.^ 

dr bei 4o Jahren: -2Ö"^~3Ö~^~W =^'^^^ 

mx = 45-0 
ab drmx = 4-85KX45= 218-25, 



Bestandeswert . . . 1551-31 K 

Würde der Bestand von der Bahnunternehmung nicht über- 
nommen und von dem Besitzer bei der Veräußerung abzüglich der 
Erzeugungs- und sonstigen Kosten nur ein Betrag von 1000 K erzielt 
werden, so müßte die Ergänzung auf den Kostenwert von 1550-35 K 
im Betrage von 550*35 K dem Besitzer vergütet werden. 

Beispiel 127: 

Es ist der Wert eines 10-, 20- und 40jährigen Buchenbestandes 
festzustellen, wenn er der IV. Bonitätsklasse entspricht und c = 20K, 
s = 3 K, u = 80 Jahre, p = 3Vo ist. Nach der am Schlüsse mitgeteilten 
Geldertragstafel ist 

Au = 1684, D3o = 19, D4o = 39, D5o = 54, D6o = 64, 0,0 = 66 K. 
Br aus Beipiel 124= 229 K. 
Nach unserer Formel ist 

, 19K , 39K , 54K , 64K , 66K , ^^,, 

Br = (A„ — + 120 dr) 01037 = 231 K 



296 Zwangsweise Abtretung von Wald. 

Der Wert des 40jährigen Bestandes ist 

Br(103^o— 1) = 229 KX 2-262= 518 — K 

hiezu c = 20' — „ 

Summe . , . 538 — K 
Hievon ab den Nachwert der bereits eingegangenen Durch- 

forstungser träge, und zwar 19 K X lOSi» = 1 9KX1'344= 25-53 „ 

Bestandeswert . . . 512'47K 

Wäre der Durchforstungsertrag von 39 K bereits im 40. Jahre 
eingegangen, so müßte auch dieser Betrag noch in Abzug kommen, 
der Bestandeswert wäre daher in diesem Falle 

538 — (25-53 + 39) = 538 K — 64'53 K = 473-47 K. 

Der Wert eines 20jährigen Bestandes ist 

Br (1-0320 — 1) 4- c = 229 K X 0806 + 20 K = 204-57 K. 
Der Wert eines 10jährigen Bestandes ist 

Br ( 103^0 — 1) + c = 229 K X 0-344 + 20 K = 98*77 K. 

Würde in dem gegebenen Falle nur ein Zinsfuß von 2V2% zu 
unterstellen sein, so wäre 

Br = (Au — c + 100 dr) 0*161 = (1664 K + 100 . 469 K) . 0161 = 343 K 

und der Wert eines 20jährigen Bestandes 

Br (1 02520 — 1) + c = 343 K X 0-638 + 20 K = 238.83 K 

und der Wert eines 10jährigen Bestandes 

Br (1-02510 — 1) + e = 343 K X 0-280 + 20 K = 116-04 K. 

Bei der Ermittlung der Bestandeswerte darf im Gegensatze zur 
Ermittlung der Bodenwerte auf den Umstand, ob die Umwandlung 
des Betriebes oder der Holzart in eine andere vorteilhaft ist oder 
nicht, keine Rücksicht genommen werden, d. h. für den Bestandes- 
wert ist der Bodenbruttowert Br stets nach der bestehenden Holzart 
und Betriebsweise zu ermitteln. 

c) Berechnung der Entscbiädigung für die Sicherheitsstreifen. 

Zur Verhinderung von Feuersgefahr, sowie zum Schutze der 
Bahnlinie gegen abgebrochene Äste oder Bäume und entwurzelte 
Stämme, welche bei Stürmen über dieselbe geworfen werden könnten, 
werden auf beiden Seiten des eigentlichen Bahnkörpers mehr oder 
minder breite Streifen je nach der Bodenbeschaffenheit und der 
Baumhöhe abgeholzt, welche man als Sicherheitsstreifen bezeichnet. 

Geht nun ein solcher Sicherheitsstreifen in den Besitz der Bahn 
selbst über, so gebührt dem Waldbesitzer einerseits eine Entschädi- 
gung für die Abtretung des Bodens nach den unter Punkt 1 aul- 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 297 

gestellten Grundsätzen und eine solche für zu frühen Abtrieb des 
Bestandes nach dem 2. Absätze dieses Kapitels. 

Verbleibt jedoch dieser Sicherheitsstreifen im Besitze des Wald- 
eigentümers, so gebührt ihm einerseits eine Entschädigung für den 
zu frühen Abtrieb des Bestandes, anderseits eine Entschädigung für 
die Einschränkung in der freien Bewirtschaftung, weil er in Zukunft 
auf solchen Streifen nur Laubniederwald, Acker- oder Wiesenbau 
betreiben kann. 

Die letzte Entschädigung wird relativ um so größer sein müssen, 
je schmäler solche Streifen sind, weil die auf denselben wachsenden 
Kulturen durch die Beschattung der angrenzenden Holzbestände zu 
leiden haben und die Bearbeitung, Düngung und Ernte umständ- 
licher, zeitraubender und somit kostspieliger wird. Es tritt in der 
Regel eine Schmälerung des bisherigen Nutzungsertrages ein und 
kann daher von dem Waldbesitzer als Entschädigung die Differenz 
zwischen dem forstlichen Bodenertragswerte und dem Kapitalswerte 
aus der Bodenrente der aufgezwungenen Benützungsweise bean- 
sprucht werden. 

Beispiel 128: 

Der zu bildende Sicherheitsstreifen sei derzeit mit einem 
55jährigen Buchenbestande der IV. Bonitätsklasse bestockt. Es ist 
erstens die Entschädigung für den zu frühen Abtrieb des Bestandes 
zu ermitteln, wenn die gegenwärtigen Kulturkosten pro 1ha 20 K 
und die Ausgaben für Steuern 3 K betragen, zweitens die Ent- 
schädigung für die Einschränkung, daß in Zukunft dieser Streifen 
nur als Niederwald bewirtschaftet werden kann, welcher bei einer 
angemessenen Umtriebszeit von 20 Jahren einen Abtriebsertrag von 
200 K pro 1 ha verspricht. 

Die ersten Aufforstungen betragen 120 K, die späteren Kosten 
für Komplettierung 10 K pro 1 ha ; die Ausgaben an Steuern be- 
tragen 3 K, p = 37o. 

a) Ermittlung der Entschädigung für den zu frühen Abtrieb 
des Bestandes. 

Aus Beispiel 124 ist Br=229K. 

Der Bestandeskostenwert 

HK^ = Br(l-Op'°-l) + c — D .l-Op°'-» 

B,(10355 — 1)^229 K. 40821= 935 K 

+ c= 20 „ 

Summe . . . 955 K 
ab Da 1-035^30 = 19 2-0938 = 3980 

Do 103^5-« = 39 . 1-5580 — 6070 

Dt 1 0355-50 ^ 54 11593 = 62-60 .... 163 , 

HK55 = Diff. . . . 792 K 
Nach unserer Näherungsformel aus Beispiel 124: 

Ba = 231 K. 



298 



Zwangsweise Abtretung von Waid. 



Br (1-0355 — 1) = 231 K . 4-0821 
+ c= 



Summe 



ab drmx = 2-68 K. 55. 1-12 



Bestandeswert = Dif f. 



943 K 

20. 



963 K 
165 „ 



798 K 



Wenn nun bei dem Verkaufe abzüglich aller Regiekosten für 
Erzeugen, Ausbringen, Unkosten beim Verkaufe etc. ein Über- 
schuß von 520 K erzielt worden ist, beträgt die Entschädigung 
792 — 520 :^ 272 K, beziehungsweise 278 K, wenn die Berechnung des 
Bestandeswertes nach unserer Näherungsformel erfolgte. 

b) Ermittlung der Entschädigung infolge Verminderung des 
Wirtschaftswertes des Bodens. 

Der gegenwärtige Wirtschaftswert des Bodens ist (nach 
Beispiel 123) 292 K, wenn eine Umwandlung der Buche in Fichte in 
Aussicht genommen ist; 109 K nach Beispiel 124, wenn eine Umwand- 
lung in eine andere ertragreichere Holzart nicht möglich ist und 
der Bodenertragswert nach den Erträgen der Buche berechnet wird. 

Der Bodenwert des aufgezwungenen Niederwaldbetriebes ist 



Bu 



Au — Ci 



1-0 p" — 1 00 p 



+ c 



wenn Ci die ersten Kulturkosten, c die späteren Kosten für Komplet- 
tierungen bedeutet. 



80 K 



1-0320 — 1 

s 



ab 



00 p 



Au — c = 200 — 120 = 80 K 

= 80 KX 1*8061= 144-50 K 

c = 3KX 33-33 -f-20K= . . . 120'— „ 



Bodenwert . 



24-50 K 



daher Entschädigung im ersten Falle 292 — 2450 = 267'50 K, im 
zweiten Falle 109 — 2450 = 8450 K. 

Wenn im gegebenen Falle in Zukunft auf dem Sicherheits- 
streifen nur ein Ertrag aus der Grasnutzung im Betrage von 6K 
erzielt werden könnte, so wäre der Bodenwert 



r— s 6—3 



0-0 p 

und die Entschädigung daher 
109 — 100 = 9 K. 



003 



100 K 



292 — 100 = 192 K, beziehungsweise 



Zwangsweise Abtretung von Wald. 299 

d) Entschädigung für die Gefährdung der Randbäume durch 
Windbruch und Sonnenbrand. 

Die Ermittlung dieser Entschädigungen unterliegt insoferne 
größeren Schwierigkeiten, als neben der Ertragsschmälerung durch 
den Nutzholzausfall und den vorzeitigen Abtrieb auch festzustellen 
ist, welchen Umfang diese Schäden bis zum normalen Abtrieb des 
Bestandes erreichen werden. 

Auf Grund der örtlichen Erfahrungen wird man daher zuerst 
die gefährdete Fläche feststellen, für welche eine Entschädigung er- 
folgen soll, sodann den mutmaßlichen Verlust am Abtriebsertrage, 
welcher in der Regel in Prozenten desselben ausgedrückt wird. 

Für Bestände, welche dem finanziellen Haubarkeitsalter nahe 
sind oder dasselbe bereits überschritten haben, wird man einfach 
die Ertragsschmälerung infolge des Nutzholzausfalles etc. feststellen, 
welche zu entschädigen ist. Bei den jüngeren Beständen wird man 
dagegen die Bestandeskostenwerte des intakt gebliebenen Bestandes 
und jene des beschädigten Bestandes berechnen; die Differenz 
zwischen beiden bildet sodann die Entschädigung. 

Außerdem wären noch alle indirekten Nachteile, wie Störung 
des Betriebsplanes, weitere Gefahr des Windwurfes etc. zu berück- 
sichtigen. 

Beispiel 129: 

Infolge des Aufhiebes der Bahnstrecke sind in einem benach- 
barten 85jährigen Fichtenbestande 250 Bäume mit einem Festgehalte 
von 130 m^ geworfen und gebrochen worden; beim Verkaufe wurde 
infolge Splitterbruches und vermehrter Aufarbeitungskosten gegen- 
über dem normalen Nettoverkaufspreise von 12 K nur ein Netto- 
erlös von 9 K pro 1 fm^ erzielt. 

Da der Mindererlös pro 1 fm^ 3K beträgt, ist die Gesamt- 
entschädigung 130 X 3 = 390 K. 

Hiezu käme noch die Entschädigung für die indirekten Nach- 
teile, wofür nach der Bestimmung des österreichischen Forstgesetzes, 
Beilage D, der IV2- bis 2fache Betrag des direkten Schadens als 
Ersatz in Anspruch genommen werden kann. 

Beispiel 130: 

Ein jetzt 50jähriger Fichtenbestand wird infolge des Aufhiebes 
der Bahnlinie vom Winde derart gebrochen und geworfen, daß sein 
Abtrieb veranlaßt werden mußte; beim Verkaufe wurde ein Netto- 
erlös von 1450 K erzielt. 

Im finanziellen Haubarkeitsalter von 80 Jahren steht zu er- 
warten ein Abtriebsertrag von 4600 K, 

ferner im 20. 30. 40. 50. 60. 70. Jahre 

einDurchforstungsertragvon 16 57 86 140 122 124 K; 

die Kulturkosten betragen 70 K, die Steuern 3 K pro 1 ha, p = 3"/o. 



300 Zwangsweise Abtretung von Wald. 

Wie groß ist die Entschädigung? 

In diesem Falle ist sie gleich der Differenz zwischen dem er- 
zielten Nettoverkaufswerte und dem Bestandeskosten- oder Er- 
wartungswerte. Der Bestandeskostenwert ist 

H Kn, = Br (1-0 p"'— 1) — Da. 1-0 p'°-''+ C 

Pj _ Au — c-f D,.l-Op"-^ 
^'•- 1-Op^-l 

Au — c= 4530 — K 

D2o.l03«o= 16 K. 5-8916= 9426 „ 

D3o.V03^o= 57 „.4-3839= 249-88 „ 

D40 . 1-03^0 = 86 „ . 3-2620 = 280-53 „ 

D50 . 1-0330 = 140 „ . 2-4273 = 339-82 , 

D«o. 10320 = 122 „ .1-8061= 220-34 „ 

D70 . 103.10 = 124 , . 1-3439 = . .... 16664 „ 

5881-47 K 

1^0— 1-01037 

Br = 5881 K X 0-1037 = 610 K 

B,(10350 — 1) = 610 KX 3-3839= .... 2064*14 K 
D20 10330= 16 K. 2-4273= 3884 K 
Dso 1-0320 = 57 „ . 1-8061 = 102-95 „ 
D40 103^0 = 86 „ . 1-3439 = 11557 , 

— 257-36 K 
c= . . ■ + 70-- . 

Diff. . . — 187-36 K 187-36 „ 

Bestandeskostenwert . . . 1876-7Ö K 

daher Entschädigung 187678 — 1450 = 42678 K. 
Nach unserer Formel: 

Br= (Au - c -f 120 dr) 01037 
16K , 57K , «6K , 140 K , 122K , 124K ,, ,^,^ 

^"=To-+Tö-+-4r+^ir+-iiö-+-7ö-=^^'^^^ 

Br = (4600 — 70 -f 120 X 11-45) . 0-1037 = 612 K. 
H K„j = Br (1-0350 — 1) _|- c — drmx 

Br (1-0350-1) = 612 KX 3-3839= . . . 2070 94 K 

c= • • • ■ 70-- „ 

Summe . . . 2140-94 K 
16K , 57K , 86K , ^. 
^^ = -20"-^-3r + -40- = ^"'" 

ab drmx = 4-85K. 52-17 . 253-02 „ 

Bestandeskosten wert . . . 188792 K 



Die Revision des Yermögensstandes. 301 

Beispiel 131: 

Außer der Windwurfsfläche des vorigen Beispieles ist in dem 
angrenzenden 50jährigen Fichtenbestande im Ausmaße von 8 ha ^e 
gebrochen worden. Wie groß ist hier die Entschädigung? 

Nach dem vorhergehenden Beispiele beträgt die Entschädigung 
für den Bestand, wenn er voll zum Abtriebe gelangt, 42678 K pro 
1 ha; in unserem Falle beträgt sie daher für 1 ha 42678 K : 6 = 71-13 K 
und für 8 ha 71-13 K X 8 = 56904 K. 



XII. Die Revision des Yermögensstandes bei 
Fideikommißforsten. 

a) Allgemeines, 

Die bezüglichen Bestimmungen sind in dem allgemeinen bür- 
gerlichen Gesetzbuche (§§ 618 bis 645) und in dem allerhöchsten 
Patente vom 9. August 1854, R. G. Bl. Nr. 208, enthalten. 

Die wichtigsten derselben können im folgenden kurz zusammen- 
gefaßt werden: 

Ein Familienfideikommiß ist eine Anordnung, kraft welcher ein 
Vermögen für alle künftigen oder doch für mehrere Geschlechts- 
nachfolger als ein unveräußerliches Gut der Familie erklärt wird. 

Die Fideikommisse zerfallen in Real- und Geldfideikommisse. 

Die Realfideikommisse können aus unbeweglichen Objekten 
(Liegenschaften) oder aus beweglichen Objekten (Bildersammlungen, 
Familienschmuck, Silber etc.) bestehen. 

Die Errichtung und Vergrößerung eines Fideikommisses er- 
fordert ein Reichsgesetz. Dies ist auch in dem Sinne einer oberst- 
gerichtlichen Entscheidung erforderlich, wenn Grundstücke aus Fi- 
deikommißkapitalien zugekauft werden; bei Grundtäuschen jedoch 
bedarf es bei unerheblicher Wertdifferenz der Tauschobjekte keines 
Gesetzes. 

Bei Errichtung eines Fideikommisses ist ein beglaubigtes Ver- 
zeichnis aller zu dem Fideikommisse gehörigen Stücke (Haupt- 
inventar) zu verfassen, w^elches bei jeder Besitzveränderung und 
Absonderung des Fideikommisses von dem freien Vermögen (In- 
ventur und Separation) als Richtschnur zu dienen hat. 

Das bei dem Tode eines jeden Fideikommißbesitzers zu errich- 
tende Inventar hat den Zweck festzustellen, welche Forderung oder 
Schuld das Fideikommißvermögen an den Allodnachlaß hat. Ist im 
Hauptinventar das Zubehör eines unbeweglichen Gutes (Normal- 
beilaß) nicht genau bestimmt, so hat das Gericht nach Einvernehmen 
der Kunstsachverständigen und Beteiligten nach den Bestimmungen 



302 I^iö Revision des Vermögensstandes. 

des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches zu entscheiden (In- 
ventur). 

Nach § 296 ist das auf einem unbeweglichen Gute befindliche 
Getreide, Holz, Gras etc. als eine unbewegliche Sache und als Zu- 
behör, mithin als Bestandteil des Gutes selbst zu betrachten, inso- 
ferne dasselbe zur Fortsetzung des ordentlichen Wirtschaftsbetriebes 
erforderlich ist. 

Unabhängig, ob die Erbfolge in das Allod- und in das Fidei- 
kommiß vermögen verschiedenen Personen oder nur einer zufällt, ist 
gleichzeitig zu berechnen, wieviel der unmittelbare Fideikommiß- 
nachfolger wegen stehender und erhobener Früchte, wegen ver- 
fallener und eingegangener Zinsen und Renten, wegen rückständiger 
Fideikommißschulden oder anderen Gründen an die Alloderben zu 
zahlen oder zu fordern hat (Separation). 

Der Fideikommißbesitzer hat alle Rechte und Pflichten eines 
Nutzungseigentümers. Ihm gehören alle Nutzungen von dem Fidei- 
kommißgute und dem Zuwachse, aber nicht die Substanz desselben. 
Er trägt dagegen auch alle Lasten, für die ohne sein Verschulden 
erfolgte Verminderung der Substanz hat er aber nicht zu haften. 
Für wesentliche Verminderungen des Holzvorratskapitales infolge 
von Elementarereignissen oder Insektenbeschädigungen ist der Fidei- 
kommißbesitzer also nicht haftbar. 

Ein Fideikommißbesitzer kann die Früchte des Fideikommisses 
oder das Fideikommißgut selbst verpfänden, die Verpfändung gilt 
aber nur für denjenigen Teil der Früchte, welchen er einzusammeln 
berechtigt war, nicht aber für das Fideikommißgut oder den Teil 
der Früchte, welcher dem Nachfolger gebührt. 

Der Fideikommißinhaber kann unter Genehmigung der Ge- 
richtsbehörde das unbewegliche Fideikommißgut in ein Kapital ver- 
wandeln, er kann Grundstücke gegen Grundstücke vertauschen oder 
gegen angemessenen Zins verteilen oder auch in Erbpacht geben. 

Er kann mit Genehmigung der Gerichtsbehörde ein Dritteil des 
Fideikommißgutes verschulden oder, wenn es in Kapitalien besteht, 
ein Dritteil davon erheben. In dieses Dritteil sind alle, unter was 
immer für einem Namen auf dem Fideikommißgute haftenden Lasten 
dergestalt einzurechnen, daß zwei Dritteile ganz frei bleiben. Eine 
höhere Einschuldung kann nur von dem Obersten Gerichtshofe be- 
willigt werden, wenn sie zur Erhaltung des Fideikommisses unab- 
weislich notwendig ist. Die Rückzahlung einer Fideikommißschuld 
ist so zu bestimmen, daß jährlich fünf von Hundert an der Schuld 
getilgt werden; eine Verlängerung kann nur aus erheblichen Ur- 
sachen gestattet werden. 

Die durch Umwandlung eines Realfideikommisses oder eines 
seiner Teile entstandenen Kapitalien werden als „Surrogatkapitalien" 
bezeichnet. Sie sind durch pupillarmäßige Anlage zu fruktifizieren, 
und zwar durch Ankauf von pupillarmäßigen Papieren oder in Form 
von Hypotheken. 

Aus den hier kurz wiedergegebenen Bestimmungen geht somit 
hervor, daß es sich bei der Revision der Fideikommisse vom Stand- 



Die Revision des Yermögensstandes. 303 

punkte des zugezogenen Forstsachverständigen in erster Linie um 
folgendes handelt: 

1. Um die Erhebung des dermaligen Standes des Waldver- 
mögens und den Vergleich desselben mit dem im Hauptinventar 
ausgewiesenen Stammvermögen. 

2. Um die Feststellung der eingetretenen Vermehrung oder Ver- 
minderung des Vermögens und 

3. Um die Bestimmung des Ersatzbetrages, welchen das Allo- 
dialvermögen an das Fideikommiß eventuell zu leisten oder von ihm 
zu fordern hat. 

Als Stammvermögen sind anzusehen alle dem landwirtschaft- 
lichen und forstlichen Betriebe gewidmeten Grundstücke samt den 
darauf stockenden Holzvorräten und den dazugehörigen Gebäuden, 
eventuell auch den forstwirtschaftlichen Industrien. 

Vermehrung des Stammvermögens, somit Forderungen des 
Allodnachlasses an das Fideikommiß bilden: 

1. Wesentliche Verbesserungen der Gebäude, für deren Be- 
streitung der Fideikommißbesitzer das Fideikommiß zu onerieren 
berechtigt war und zu deren Zahlung der Fideikommißnachfolger 
das Fideikommiß belasten darf. 

2. Überschüsse über den fideikommissarischen Beilaß. 

3. Überschüsse aus der Fruktifizierung von Surrogatkapitalien. 
Verminderungen, somit Forderungen des Fideikommißgutes an 

den Allodnachlaß entstehen : 

1. Aus dem Titel der Verschlechterung der Gebäude infolge 
schlechter Instandhaltung. 

2. Aus dem Titel der Verschlechterung der land- und forst- 
wirtschaftlichen Grundstücke infolge Vernachlässigung oder fehler- 
hafter Bewirtschaftung. 

3. Infolge Überholzung oder mangelhafter Aufforstung. 

4. Aus dem Titel der mangelnden Obsorge für Realrechte, wo- 
durch diese ganz oder zum Teil verloren gingen. 

5- Aus dem Umstände, daß der Normalbeilaß ganz oder zum 
Teil nicht vorhanden ist. 

6. Aus nicht erfolgter Fruktifizierung von SurrogatkapitaKen. 



h) Die Ermittlung der Vermögensdifferenz nach dem 
Normalvorrat. 

Bei der Ermittlung der Vermögensdifferenz wird in der Praxis 
zumeist folgender Vorgang eingehalten. 

Zunächst wird ein Flächenverzeichnis nach den Katasterope- 
raten zusammengestellt und dieses mit dem früheren Besitzstande 
verglichen, wodurch der Flächenzuwachs oder -abgang unter der 
Voraussetzung, daß die Katasteroperate fehlerfrei sind, zweifellos 
richtig erhalten wird. 

Für die forstlichen Erhebungen selbst werden die Flächen der 
einzelnen Bestände, wenn Forstaufnahmen vorhanden sind, diesen 



304 -D*® Revision dea Vermögenastandes. 

entnommen; sind solche aber nicht vorhanden, so müssen die 
Flächen durch Schätzung erhoben werden. 

Sodann wird wohl eine kurze Bestandesbeschreibung und auch 
eine Zusammenstellung der Altersklassen angelegt, für das Verfahren 
der Vermögensermittlung aber nicht weiter benützt. Die Haupt- 
sache bilden die in einer besonderen Tabelle bestandesweise einge- 
tragenen Daten des gegenwärtigen und des bis zur Hiebreife „auf- 
gewachsenen" Holzmassen Vorrates aller Bestände, woraus die Größen 
des gesamten durchschnittlichen Zuwachses und des Normalvorrates 
abgeleitet werden. Alle diese Ziffern werden nur schätzungsweise 
und nicht auf Grund wirklicher Messungen angesetzt, da diese 
einen viel zu großen Zeitaufwand in Anspruch nehmen würden. Der 
Normalvorrat wird nach der älteren Formel der Kameraltaxations- 

methode Nv = — ermittelt. 

Ist nun der wirklich vorhandene oder „gegenwärtige Holz- 
vorrat" kleiner als der sogenannte Normalvorrat, so wird die durch 
einen bestimmten Zeitraum zu leistende Ersatzrente in der Weise 
ermittelt, daß der Vorratsabgang mit dem Durchschnittspreise des 
haubaren Holzes pro 1 fm multipliziert und dieser Gesamtersatz- 
betrag durch die angenommene Zeit des Ausgleiches dividiert wird. 
Gleichzeitig wird der von den Fideikommißerben innerhalb dieses 
Zeitraumes au3 dem Walde zu beziehende Massenertrag um den 
gleichen Massenbetrag vermindert, um hiedurch den ausgerechneten 
Vorratsmangel zu beheben. Der Alloderbe hat somit dem Fidei- 
kommiß wegen der Herstellung jenes gedachten Normalvorrates den ent- 
sprechenden Ersatz für die Verminderung der Jahresrente zu leisten. 

Wir unterlassen es, ein Beispiel für diese Art der Ermittlung 
der Vermögensdifferenz zu bringen, weil diesem Vorgange einerseits 
jede rechtliche Begründung mangelt, anderseits derselbe genügend 
Anlaß zu Vorstellungen und Beschwerden gegeben hat. Wir ver- 
weisen diesbezüglich nur auf die Kongreßverhandlungen in den 
Jahren 1887 und 1893 und auf die vorzügliche Abhandlung „Die 
Revision des Vermögensstandes in Fideikommißforsten" von Adolf 
Ritter v. Guttenberg 1894. 

Da die eingangs genannte Methode auf bloßen Schätzungen der 
Vorrats- und Zuwachsgrößen beruht, bei welchen nicht einmal auf 
die vorhandenen Bestandeserhebungen und Betriebspläne Rücksicht 
genommen wird, darf es nicht verwundern, wenn die daraus berech- 
neten Größen des Vorrates und des Ertrages nicht selten viel zu 
hoch oder aber auch viel zu niedrig ausfallen, abgesehen davon, 
daß der Formel der Kameraltaxationsmethode und noch dazu der 
älteren schwerwiegende Mängel anhaften, welche sie für die Fest- 
stellung des Vermögensstandes unbrauchbar machen. 

Es ist daher Zeit, endlich mit dieser veralteten Schablone, wie 
sie in Kürze beschrieben worden ist, zu brechen und an deren Stelle 
ein Verfahren zu setzen, welches im besseren Einklänge mit den be- 
züglichen gesetzlichen Bestimmungen und auf streng wissenschaft- 
lichem Boden steht. 



Die Revision des Vermögensstandes. 305 

cj Die Ermittlung des Vermögensstandes nach der Rein- 
ertragslehre. 

Der § 627 des allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuches sagt: 
,Bei Errichtung eines Fideikommisses ist ein ordentliches, beglau- 
bigtes Verzeichnis aller zu dem Fideikommisse gehörigen Stücke 
zu verfassen und gerichtlich aufzubewahren. Dieses Inventar dient 
bei jeder Besitzänderung und bei Absonderung der Fideikommisse 
von dem freien Vermögen zur Richtschnur." 

§ 224 des allerhöchsten Patentes vom 9. August 1854 ordnet 
an: „Bei dem Tode eines jeden Fideikommißbesitzers ist ein neues 
Inventar zu errichten und darin zuerst das Fideikommißvermögen 
nach dem Zustande, in welchem er es hinterlassen hat, zu beschrei- 
ben, sodann, wenn das Fideikommiß an die Allodialverlassenschaft 
wegen Vermehrung oder Verminderung des in dem Hauptinventar 
angegebenen Stammvermögens einen Ersatz zu leisten oder zu fordern 
hat, derselbe auszuweisen und als Forderung oder Schuld des Fidei- 
kommisses anzuführen." 

Es erscheint unbegreiflich, wie diese beiden klaren Bestim- 
mungen anders aufgefaßt werden konnten, als daß unter dem „be- 
glaubigten Verzeichnisse aller zu dem Fideikommisse gehörigen 
Stücke" hinsichtlich des Waldes ein genaues Verzeichnis aller Be- 
stände in bezug auf Holzart, Ausdehnung, Alter, Mischung und Be- 
stockung, Bestandesgüte, also eine genaue Bestandesbeschreibung zu 
verstehen ist, welche wir in diesem Sinne auch mit Bestandesinventar 
bezeichnen wollen. 

Bei dem Tode eines jeden Fideikommißbesitzers ist das neue 
Bestandesinventar (Bestandesbeschreibung) dem Zustande entspre- 
chend festzustellen, wie er es hinterlassen hat, welche Erhebung 
allgemein mit dem Ausdrucke „Inventur" bezeichnet wird. 

Die Vergleichung dep übernommenen Bestandesinventars mit 
dem hinterlassenen und die Feststellung der Vermehr\ing oder Ver- 
minderung des ursprünglichen Stamminventars in Geldwert bildet 
sodann den Gegenstand der Separation. 

Bei Errichtung eines jeden Waldfideikommisses wäre daher in 
erster Linie, um dem Gesetze zu genügen, strenge darauf zu achten, 
daß ein genaues Bestandesinventar, d. h. eine auf einer genauen 
Forstaufnahme basierte Bestandesbeschreibung verfaßt und gericht- 
lich aufbewahrt werde. Wenn auch zugegeben werden muß, daß 
diese Bestandesbeschreibung die größten Opfer an Zeit und Geld 
erfordert, so gewährt sie aber auch den erheblichen Vorteil, daß sie 
gleichzeitig die Aufstellung eines rationellen Betriebsplanes ermög- 
licht, auf Grund dessen unzweifelhaft am besten und sichersten die 
jährlich zulässige Nutzung sichergestellt werden kann. Jede andere 
Schätzung ohne Zugrundelegung einer auf einer Forstaufnahme ba- 
sierenden Bestandesbeschreibung ist eine einfache Gefühlssache, daher 
unsicher und anfechtbar. Die Urteile von zwei verschiedenen Sach- 
verständigen können auch sehr verschieden ausfallen und der letzte 
Befund kann dennoch ebenso falsch wie der erste sein. Tritt nun 

Biebel Waldw«Ttreclmuiig. 2. A«fl( 20 



306 ^i® Revision des Vermögensstandes. 

die Notwendigkeit einer Inventur ein, so wird man die frühere Be- 
standesbeschreibung mit dem jetzt vorhandenen Zustande in Ver- 
gleich ziehen können. 

Für die Aufstellung der neuen Bestandesinventur wird es ge- 
nügen, wenn die genauen Erhebungen auf die älteren und ganz 
jungen, kurz auf jene Bestände eingeschränkt werden, in welchen 
bedeutendere wirtschaftliche Eingriffe während des Benutzungszeit- 
raumes stattgefunden haben. Bei allen Stangen- und Mittelhölzern 
dürfte es genügen, allgemein festzustellen, ob die früher ausgewiesene 
Bestandesbonität durch Verschulden des Nutznießers zurückgegangen 
ist. Ist dies zur Genüge klargelegt, so wird es in den meisten Fällen 
hinreichend sein, den neuen Zustand dieser Bestände durch Alters- 
zuschlag zu bestimmen. 

Die Erhebungen anläßlich einer solchen Inventur werden sich 
daher zu erstrecken haben: 

1. Auf die Feststellung des Flächenabfalles und Richtigstellung 
des ersten Bestandesinventars hinsichtlich der abgefallenen Flächen. 

2. Auf die Feststellung des Flächenzuwachses infolge Ankaufes etc. 
und dessen Beschaffenheit. 

3. Auf die Feststellung der Blößen. 

4 Auf die Feststellung der Jungbestände hinsichtlich Holzart, 
Mischung, Alter, Bestockung und Bestandesbonität, soweit sie in 
dem abgelaufenen Zeiträume aus Verjüngungen, Aufforstungen her- 
vorgegangen oder in denselben Nachbesserungen vorgenommen 
worden sind. 

5. Auf die genaue Erhebung der Altholzbestände hinsichtlich 
Holzart, Mischung, Alter, Bestückung und Massenvorrat. 

6. Auf die Überprüfung der Bestandesbonität und Bestockung 
in bezug auf ihre Richtigkeit in den Stangen- und Mittelhölzern 
gegenüber der ersten Inventur und auf die Erhöhung des ursprüng- 
lich angegebenen Alters um den Benutzungszeitraum. 

7. Auf die Feststellung aller jener Verschlechterungen des 
Waldzustandes, welche dem Fideikommißnutznießer zur Last fallen, 
d. h. Verschlechterungen infolge schlechter Wirtschaft oder Nach- 
lässigkeit. 

8. Auf die Erhebung derjenigen Verschlechterungen, welche 
dem Fideikommißnutznießer nicht zur Last fallen, verursacht durch 
Elementarereignisse, Insektenkalamitäten etc. 

Sind alle diese Verhältnisse untersucht, so tritt nun die Auf- 
gabe heran, zu bestimmen, in welcher Weise das Stammvermögen 
und der neue Vermögensstand des Waldes ermittelt werden soll. 
Wir wissen bereits, daß die Wertsvermehrung infolge des Steigens 
der Holzpreise oder umgekehrt die Wertsverminderung infolge des 
Sinkens der Holzpreise dem Stammvermögen zugute kommt oder 
zur Last fällt, nicht aber dem Nutznießer. Die Ermittlung des Ver- 
mögensstandes muß daher in der Weise erfolgen, daß diesem Um- 
stände vollauf Rechnung getragen wird; dies erreichen wir dadurch, 
daß wir behufs Ermittlung des ursprünglich hinterlassenen Ver- 
mögensstandes ebenfalls die Holzpreise der Gegenwart zugrunde legen. 



Die Revision des Yermögensstandes. 307 

Auch hinsichtlich der Ausgaben für Ve^-waltung, Schutz, 
Steuern etc. besteht eine ähnliche Beziehung. Da der kapitalisierte 
Betrag dieser Ausgaben von dem sonstigen Gesamtwerte in Abzug 
kommt, würde eine Erhöhung derselben, wie sie im Laufe der Zeit 
von selbst eintritt, eine ungerechtfertigte Verminderung des Stamm- 
vermögens zur Folge haben. Diese Unzukömmlichkeit kann dadurch 
vermieden werden, daß wir ebenfalls ausschließlich nur die Kosten 
der Gegenwart unterstellen. Aus den gleichen Gründen sind auch 
die Kulturkosten der Gegenwart maßgebend. 

Der richtige Wert eines Wirtschaftskörpers setzt sich aus dem 
Bodenwerte und der Summe der Bestandeswerte zusammen. Wissen- 
schaftlich unanfechtbar und allein richtig wird dieser Wert nur dann 
erhalten, wenn der Bodenwert im Sinne der Reinertragsformel als 
Bodenertragswert und die Bestände nach dem Erwartungs- oder 
Kostenwerte berechnet werden. 

1. Die Ermittlung des Bodenwertes. 

In den meisten Fällen wird man von der Ermittlung des Boden- 
wertes absehen können, wenn Änderungen in der Flächenausdehnung 
nicht vorgekommen sind, da der Fideikommißbesitzer nur die Ver- 
pflichtung hat, die übernommene Fläche im gleichen Umfange und 
Zustande zurückzugeben. 

Man wird deshalb die Ermittlung des Bodenwertes bloß dann 
vornehmen, wenn entweder wesentliche Verschlechterungen oder 
Flächenänderungen durch Zuwachs oder Abfall während der Nutz- 
nießung eingetreten sind, die zur Abrechnung gelangen sollen. 

Die Ermittlung selbst ist nach den in dem I. Teile angegebenen 
Formeln vorzunehmen bei Unterstellung der finanziell vorteilhaf- 
testen Abtriebszeit, für welche sich das Bodenwertmaximum ergibt. 

Handelt es sich jedoch bloß um die Feststellung der Wert- 
differenz zwischen Flächenzuwachs und Flächenabfall, dann genügt 
es wohl auch, den Bodenwert im Vergleichswege festzustellen. 

2. Die Ermittlung der Bestandeswerte. 

Als Abtriebszeit ist ebenfalls die finanzielle oder eine derselben 
nahekommende anzunehmen, also etwa 80 Jahre. Für alle über 
diesem Alter gelegenen Bestände ist der Wert nach dem Verkaufs- 
werte, für alle unter diesem Alter gelegenen Bestände hingegen der 
Wert nach dem Erwartungs- oder dem Kostenwerte zu bestimmen. 

Bezeichnet man 



Au + Da 10 p»-* + 



1-Op» — 1 
so ist der Bestandeserwartungswert 



c mit Br 



^^^^ Au + Dql-Op-q + B. ^ 



10 p' 

20* 



3Q8 Die Revision des Vermögensstandes. 

und der Kostenwert: 

HK„ = (Br+c) (1-Op"»— l) + c— Dri-Op«»-^ 

Da beide Formeln zu dem gleichen Ergebnisse führen, ist für 
die Anwendung derselben lediglich die Bequemlichkeit der Rechnung 
entscheidend, und zwar ist für die jüngeren Bestände, insolange 
Durchforstungen noch nicht eingegangen sind, die Benützung der 
Kostenwertformel, bei den sonstigen Beständen hingegen die Be- 
nützung der Erwartungswertformel für die Rechnung bequemer. 

Die Ermittlung der Er wartungs werte nach der angegebenen 
Formel gestaltet sich insoferne ziemlich einfach, als die prolongierten 
Durchforstungserträge gleichzeitig für die Ermittlung des Boden- 
bruttowertes B und der Bestandeswerte benützt werden können, 
wie wir in dem nachfolgenden Beispiele zeigen werden. 

Als Zinsfuß ist ein solcher zu nehmen, wie er gegenwärtig der 
Verzinsung gut fundierter Kapitalien entspricht, also 37o' Als 
Abtriebszeit ist, wie schon eingangs erwähnt, die finanzielle oder 
eine ihr nahekommende, also etwa 80 Jahre zu nehmen. 

Soll eine höhere Umtriebszeit zugrunde gelegt werden, so ist 
das Verzinsungsprozent für dieses Umtriebsalter mittels des Dia- 
grammes I erst zu bestimmen. Der Bodenwert ist in einem solchen 
Falle 

(Au — c + 120 dr) 0-1037 — 33-33 s. 

Da es sich hier nur um die Bestimmung der Vermögens- 
differenz handelt, übt der Zinsfuß nicht jenen Einfluß aus wie bei 
den sonstigen Wertsermittlungen, weil eine Erhöhung oder Vermin- 
derung des Wertes infolge eines höheren oder niedrigeren Zinsfußes 
eben beiden Werten im gleichen Sinne zugute kommt und daher 
die Vermögensdifferenz nicht besonders beeinflußt wird. 

Ebenso verhält es sich auch mit den Kulturkosten und Durch- 
forstungserträgen, weshalb die Boden- und Bestandeswerte auch 
allein aus dem Abtriebsertrage unter Benützung des Diagrammes III 
ermittelt werden können. Wie gezeigt werden wird, weicht die so er- 
mittelte Vermögensdifferenz nur um Geringes von jener der rich- 
tigen Ermittlungsweise ab. Bei Benützung des Diagrammes kann 
auch, ohne das Resultat ungünstig zu beeinflussen, die tatsächliche Um- 
triebszeit, ohne Rücksicht auf die finanzielle, zugrunde gelegt werden. 

Eine wesentliche Vereinfachung in der Rechnung selbst erzielen 
wir dadurch, daß wir aus der Bestandesbeschreibung eine Zusammen- 
stellung der Bestände nach gleicher Holzart, Bonität und Alter in 
Abstufungen von etwa fünf zu fünf Jahren für den ursprünglichen 
und jetzigen Stand anfertigen und den Wert des ursprünglichen 
sowie des neuen Standes ermitteln. 

Zur weiteren Vereinfachung ist die Verschiedenheit des Be- 
stockungsgrades dadurch zu beheben, daß die Flächen auf die volle 
BeStockung durch Multiplikation mit den Bestockungsziffern redu- 
ziert werden. 



Die Revision des Vermögensstandes. 



309 





20. 


30. 


40. 


50. 


60. 


70. Jahre 


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VII. 




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Beispiel 132: 

Nehmen wir an, der in Betracht kommende Wald sei 400 ha 
groß und nur mit Fichten der V., VI. und VII. Bonitätsklasse nach 
Feistmantel bestanden. 

Die Nettodurchforstungserträge sind im 



in der 



Der Nettopreis pro 1 fm zur Zeit der Hiebreife beträgt 

für die V. Bonitätsklasse 85 K 

VI. „ 7-8 „ 

VII. „ 71 „ 

Der Abtriebsertrag im 80. Jahre ist daher in der 
V. Bonitätsklasse = 527 X 85 K = 4480 K 
VI. „ =439X7-8, =3424 „ 

VII. „ =362X7-1 „=2570 „ 

Die Kulturkosten betragen inklusive der Nachbesserungen pro 
1 ha 100 K, die Steuern und Umlagen 2 K, die übrigen Kosten für 
Verwaltung, Schutz etc. 3 K, somit zusammen 5 K pro 1 ha, p = 3%. 



1. Berechnung des Bodenbruttowertes B,. 



Für die V. Bonitätsklasse: 



Dj, 1-0360 = 5-89 X 16 = 
Da 1 -0350 = 4-38 X 57 = 
Da 10340 = 3-26 X 86 = 
Da 1-0330 = 2-43X140 = 
Da 1-0320 = i-gi X 122 = 
Da 1-0310 = 1-34X124 = 



2: Da 1-0 p" 


94K . 


. 1351 K 


250, . 


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280, . 


. 1007 , 


340 „ . 


. 727,, 


221 , . 


. 387 „ 


166 , . 


. 166 „ 



Summe 
Aa — c = 



,1351K 
4380 „ 



Jetztwert = 



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Zusammen . . .5731K 

X5731K=0-1037X5731K= 594 , 

ab c = . . . 100 „ 



B.= 



494 K 



In der gleichen Weise berechnet sich Br 



für die VI. Bonitätsklasse mit 341 K 
, . VII. „ „ 220 „ 



310 Die Revision des Vermögensstandes. 

2. Ermittlung der Bestandeswerte für die V. Bonitätsklasse. 

a) Nach dem Kostenwerte: 

H^ =.(Br4-c)(10p,n-l) + c 
Hg = 594KX 0-1593 + 100K= 195 K 
Hio = 594 „ X 0-3439 -f 100 „ = 302 „ 
Hi5 = 594 „ X 0-5580 + 100 „ =- 430 „ 
Häo = 594 „ X 0-8061 + 100 „ = 580 , 

h) Nach dem Erwartungswerte: 

Hn, = (Au + 2:Da rO p"-- -t- Br) JT^^ " ^^ 

H25 = (4480 + 1257 + 494)0179 — 494= 734K 
H30 = (4480 + 1257 + 494) 0*228 — 494 = 927 „ 
H35 = (4480 + 1007 + 494) 0-264 — 494 = 1085 „ 
H40 = (4480 + 1007 + 494) 0306 — 494 = 1336 „ 
H45 = (4480 + 727 i- 494) 0-355 — 494 = 1530 „ 
H50 = (4480 + 727 + 494) 0-412 — 494 = 1855 „ 
H55 = (4480 + 387 + 494) 0-477 - 494 = 2063 „ 
Heo = (4480 -4- 387 + 494) 0-554 — 494 = 2476 „ 
Heg = (4480 + 387 + 494) 0-642 - 494 = 2806 , 
H70 = (4480 + 166 + 494) 0744 — 494 = 3330 „ 
H75 = (4480 + 166 + 494) 0863 — 494 = 3799 „ 
H8o= 4480+ 494 — 494= 4480,, 

In der gleichen Weise erhält man auch für die übrigen zwei 
Bonitätsklassen folgende Bestandeswerte: 

für die VI. für die VII. Bonitätsklasse 

H5 = 171 K 151 K 

Hio= 250, 210 „ 

H,5 = 344 „ 277 „ 

H2o= 457 „ 359 „ 

H25 = 583 „ 451 „ 

H3o= 729, 557 „ 

H35= 843, 657 , 

H40 = 1031 , 797 , 

H45 = 1173 „ 903 , 

H5o= 1417 „ 1083, 

H55 = 1589 , 1215 „ 

Heo= 1900 „ 1447, 

Hes = 2152 , 1642 „ 

H70 = 2548 „ 1938 , 

H75 = 2908 „ 2188 „ 

H8o= 3424,, 2570, 

Es soll nun die Wertsveränderung der Vereinfachung wegen 
für einen 20jährigen Benutzungszeitraum ermittelt werden. (Siehe 
die Tabellen S. 311 bis 317.) 



Die Revision des Vermögensstandes. 



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Die Revision des Yermögensstandes. 



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3J^ Die Retision des Vermögensstandes. 

In dem gegebenen Falle ist somit innerhalb des Zeitraumes 
von 1882 bis 1901 (Siehe Seite 317) eine Vermögensvermehrung von 
17.183 K eingetreten. 

Wäre jedoch die Bodenbonität des Bestandes 2 a im Ausmaße 
von 5"91 ha durch Verschulden des Besitzers von der V. in die 
VII. Klasse verschlechtert worden, so müßte er die Differenz der 
Bodenwerte (B^ — Bri) = 494K — 341 K= 153K X 5"91 = 904 K er- 
setzen; dieser Betrag per 904 K wäre daher von dem vorstehenden 
Betrage per 17.183 K in Abzug zu bringen, d. h. die Vemögens- 
vermehrung würde auf 16,279 K herabsinken. 

Flächenabfälle innerhalb des Benutzungszeitraumes sind am 
besten sofort von dem ursprünglichen Inventarstande in Abzug zu 
bringen, weil dadurch eine getrennte Bewertung entfallen kann. Aus 
dem gleichen Grunde ist ein eventueller Flächenzuwachs in den 
neuen Inventarstand sofort aufzunehmen. 

Anders verhält es sich dagegen, wenn die richterliche Auf- 
fassung dahin geht, daß die Holzmassenvorräte, so lange sie noch 
am Stocke sind, zu den Friichten nicht gerechnet werden können, 
auch wenn sie aus den Überschüssen unterlassener Nutzungen 
stammen. In diesem Falle handelt es sich somit lediglich um die 
Ersatzpflicht bei einer Vermögens Verminderung, da auf eine Ver- 
mehrung aus Vorratsüberschüssen keine Rücksicht genommen wird. 

Gegenstand des Ersatzes durch den Fideikommißnachfolger bildet 
aber ein Zuwachs aus angekauften Flächen und Beständen, weshalb 
die Bewertung dieses Zuwachses getrennt vorgenommen werden muß. 
Es ist auch hier am einfachsten, den Wert des Bodens und Bestandes 
in der früher angegebenen Weise zu berechnen; ,von dem ermittelten 
Werte ist jedoch der kapitalisierte Betrag der Steuern in Abzug zu 
bringen. Die Verwaltungskosten dürfen nicht mehr in Abzug kommen, 
weil sie durch die andere Fläche gedeckt werden und bei der Wahl 
des Zinsfußes schon berücksichtigt sind. 

Es wäre z. B. aus Gründen der Arrondierung eine Waldwiese 
im Ausmaße von 216 ha erworben worden, welche derzeit aus einem 
10jährigen Fichtenjungbestande der VI. Bonitätsklasse besteht. Die 
Steuern betragen 3K pro 1ha; daher 

und pro 1 ha der Bodenwert = Br — S = 341 — 100 = 241 K 
Bestandeswert Hm = 210 » 

Zusammen . . . 451 K 

somit Guthaben für die ganze Fläche 451 K X 216 = 974 K; wäre die 
Wiese noch Blöße, so würde der Ersatz pro 1 ha Bi- — S = 341 — 
— 100 = 241 K, daher für 216 ha 520 K betragen. 

Zum Vergleiche soll nun auch die Wertsänderung nach der bisher 
üblichen Normalvorratsmethode ermittelt werden. 

Zur Zeit der ersten Inventur wurde die jährliche Haubarkeits- 



Die Revision des Vermögensstandes. 



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318 Die Revision des Vermögensstandes. 

nutzung nach der Formel der Kameraltaxe bestimmt und während 
des in Betracht kommenden Benutzungszeitraumes strenge eingehalten. 
Das Altersklassenverhältnis war 







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: 40-57 ha 


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: 66-40 ha 


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: 60-87 ha 


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: 79-78 ha 


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: 52-18 ha 




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Zur Zeit der neuen Inventur ist das Altersklassenverhältnis: 

Blößen = 7-60 ha 

1- bis 20jährig= 103-91 ha 
21- „ 40 „ = 66-30 ha 
41- „ 60 „ = 98-90 ha 
61- „ 80 „ = 62-17 ha 

über 80 , = 6112 ha 



Summe . . . 400-00 ha 



Infolge der Aufforstung sämtlicher Blößen stellt sich der Hau- 
barkeitsdurchschnittszuwachs auf 1916 fm^, somit ist der Normalvorrat 

Nv = %- = 1916 fms X 40 = 76.640 fm^ 

der gegenwärtige Vorrat Gv = 70.790 fm^ 
daher Abgang = 5.850 fm^ 

deren Wert ersetzt werden muß. 

Da von der Gesamtfläche 10742 ha auf die V., 22303 ha auf die 
VI. und 69'55 ha auf die VII. Bonitätsklasse entfallen, ist der mittlere 
wert pro 1 f m = (107-42 X 85) + (223^3X7-8) + (69-65 X 7-1) ^ ^.^^ ^ 

daher Ersatz 5850 X 786 K = 45.981 K gegenüber einer tatsächlichen 
Vermögensvermehrung von 17.183 K bei richtiger Rechnung. 

Die widerspruchsvollen Mängel der Normalvorratsmethode 
kommen bei dem gewählten Beispiele so recht zum Ausdrucke, da 
dem Nutznießer im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen zufolge der 
Aufforstung der Blößen entschieden eine Vergütung gebührt, während 
sie ihm durch die Steigerung des Normalvorrates gerade zum Nach- 
teile gereichen und eine Ersatzpflicht zur Folge haben würde. 

Anderseits ist es aber auch ungerechtfertigt, daß dieser Ersatz 
aus der Differenz zwischen Normalvorrat und gegenwärtigem Holz- 
vorrat mit dem Holzpreise zur Zeit der Haubarkeit berechnet wird, 
weil der Normalvorrat sämtliche Altersklassen umfaßt und daher einen 
geringeren Wert besitzen muß. 

Allein selbst wenn wir den Wert des Normalvorrates in richtiger 



Die Revision des Yermögensstandes. 319 

Weise berechnen würden, wäre dies von ebenso geringem praktischen 
Erfolge, da der Normalvorrat eine ideale Größe ist, die sich in 
Wirklichkeit fast niemals vorfindet und daher auch für die Wert- 
veränderung des Waldvermögens keinen Maßstab bieten kann, abge- 
sehen davon, daß bei der vorangegangenen Inventur keineswegs der 
Normalvorrat vorhanden war. 

Soll daher die Auseinandersetzung bei der Revision des Ver- 
mögensstandes richtig und gerecht erfolgen, so darf nicht der Wert 
des Normalvorrates in Vergleich gezogen werden, sondern lediglich 
der Wert des ursprünglichen und des gegenwärtigen Holzvorrates. 

Wie noch nachstehend gezeigt werden soll, liefert das Diagramm III 
der Wahrheit ziemlich nahekommende Wei?te, weil es sich ja um 
die Ermittlung von Differenzwerten handelt, welchen, ebenso wie 
dem Zinsfuße, den Kulturkosten und den Durchforstungserträgen 
nur ein geringer Einfluß auf das Endresultat zukommt. 

Für die Abtriebserträge: 4480 K in der V. Bon.-Kl. 

3424 „ „ „ VI. „ 
2570 , „ „ VIL „ 

lesen wir bei den Schnittpunkten der Linie u = 80 

die Bodenbruttowerte: 538 K für die V. Bon.-Kl. 

410 „ „ „ VI. „ 
308 „ „ „ VII. „ 

ab und bei den Schnittlinien mit den Horizontalen der Bodenbrutto- 
werte die Bestandeswerte 





V. 


VI. 


VII. Bon -Kl, 


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430 


325 „ 


25 „ 


760 


500 


436 „ 


30 „ 


1005 


770 


580 „ 


35 „ 


1240 


950 


710 „ 


40 , 


1525 


1175 


880 „ . 


45 „ 


1850 


1420 


1060 „ 


50 „ 


2225 


1700 


1280, 


55 „ 


2540 


1950 


1460 „ 


60 „ . 


2885 


2210 


1660 „ 


65 „ 


3260 


2500 


1880 „ 


70 , 


3660 


2810 


2100 „ 


75 „ 


4030 


3100 


2280 „ 


80 „ 


4480 


3424 


2570 „ 



Diese Werte mit den zugehörigen Flächen multipliziert, gibt 
für den ursprünglichen Inventarbestand einen Bestandeswert 



320 Der Ersatz von Waldschäden. 

von 605.412 K 

für den gegenwärtigen Stand .... 620.685 „ 
daher Wertsmehrung = . . . -j- 15.273 K 

gegenüber 17.183 K von früher, also auf 1% genau. 

Die Anwendung des Diagrammes III kann demnach für solche 
Zwecke ebenfalls als hinreichend angesehen werden. 



XIII. Die Bestimmungen über den Waldsehaden- 
ersatz nach dem österreichischen Forstgesetze. 

Nach § 72 des genannten Gesetzes hat jeder, der sich einer 
strafbaren Handlung gegen die Sicherheit des Waldeigentumes 
schuldig machte, dem beschädigten Waldbesitzer vollen Ersatz zu 
leisten, daher nicht bloß den Wert des etwa entwendeten Forst- 
produktes, sondern auch den mittelbaren Verlust zu vergüten, 
welcher durch Störung oder Minderung der Erzeugungsfähigkeit 
des Waldes allenfalls verursacht worden ist. 

§ 73. Damit die Behörden den Betrag des Schadens mit Zu- 
verlässigkeit entnehmen können, haben die Forstbediensteten die Art 
und Weise, sowie die Größe der Beschädigung nach den in Beilage D 
enthaltenen Grundsätzen zu beurteilen, und zwar: 

§ 1. Das Holz ist bei der Bestimmung des Waldschadenersatz- 
tarif es zu unterscheiden als: 

1. Feuerholz (Brenn-, Brand-, Kohl-, Rost-, Flammholz) und 

2. Bau- und Werkholz (Stamm-, Rund- und Klotzholz, Nutz- 
holz, Zeugholz, Maschinenholz etc.). 

Die beiden Hauptsorten sind ferner nach den örtlich berück- 
sichtigungswerten Holzarten, von welchen jedoch alle jene, die nahezu 
gleiche Werte haben, in eine Abteilung zusammenzufassen kommen, 
zu unterscheiden und nach ihrer weiteren Beschaffenheit wieder in die 

a) beste, 

b) mittlere, 

c) geringste Sorte 

aufzulösen. Für jede dieser Unterabteilungen sind sodann die Wald- 
durchschnittspreise, und zwar einmal für ein oder bei sehr geringen 
Holzpreisen auch für mehrere Zehntel des Kubikmeters solider Holz- 
masse nach Abzug der Aufarbeitungs- und Fällungskosten und das 
zweitemal für die örtlichen Raummaße anzusetzen. Die erstgenannten 
Preise haben für stehendes und überhaupt als Rundholz leicht zu ver- 
anschlagendes Holz unter Zurechnung etwaiger Bearbeitungskosten in 
Anwendung zu kommen. Die zweitgenannten gelten für das bereits 
gefällte und aufgearbeitete Holz, insoferne dieses wegen seiner Um- 



Der Ersatz von Waldschäden. 321 

formung und der sich dabei ergebenden Abfälle auf Rundholz nicht 
mehr leicht zurückgeführt werden kann. Holz, welches während der 
Aufarbeitung und Zurichtung entfremdet wurde, ist so zu betrachten, 
als wäre es bereits gänzlich aufgearbeitet oder zugerichtet. 

§ 2. Die Walddurchschnittspreise der übrigen Forstprodukte sind, 
falls dieselben örtlich um bestimmte Preise veräußert werden, des- 
gleichen für die gebräuchlichen Maße, und zwar sowohl mit als ohne 
Gewinnungskosten anzusetzen. 

Die Tarife haben ferner den gemeinüblichen Taglohn des ge- 
wöhnlichen Arbeiters, die bestehenden Fuhrlöhne und den Wert 
eines Hektars Hutweide nach den vorkommenden Hauptgüterklassen 
zu enthalten. 

§ 3. Bei Entwendungen von Holz, vorausgesetzt, daß nicht 
Gipfel, Äste oder Zweige hiebei abgehauen oder abgerissen, oder 
junge Pflanzen entnommen oder beschädigt werden, ist der Schaden- 
ersatz stets nach den tarifmäßigen Preisen. zu leisten. 

Diese Preise siijd zu bezahlen: 

1. Einfach für 

aj bereits gefälltes oder aufgearbeitetes oder zur alsbaldigen 
Fällung bestimmtes oder zufällig am Boden liegendes oder ge- 
brochenes Holz, 

b) dürre oder gänzlich unterdrückte, dann für wachsbare Bäume 
und Stangen, falls sie aus dem geschlossenen Stande vereinzelt hin- 
weggenommen werden und nicht besonders wertvollen, nur einge- 
sprengt vorkommenden Holzarten angehören. 

c) Stockrodungen, wenn die hiedurch veranlaßten Löcher wieder 
geebnet worden sind, die Stöcke nicht etwa als Schutzmittel notwendig 
gewesen wären und von ihnen keine Wiederausschläge erwartet wurden. 

2. Ein- und einhalbfach für 

a) wachsbare Bäume und Stangen, falls zwei oder mehrere neben- 
einander und aus dem geschlossenen Stande, ohne hiedurch mehr als 
eine lichte Stelle zu veranlassen oder einzelne aus dem lichten Stande 
hinweggenommen werden, 

bj zerstreut übergehaltene Laßreitel und Oberhölzer oder be- 
sonders wertvolle, in geschlossenen Beständen nur eingesprengt vor- 
kommende Hölzer von minder entsprechender Beschaffenheit, 

c) Stockrodungen, wenn die unter 1. aufgezählten erleichternden 
Umstände in keiner Hinsicht statthaben. 

Für Bau- und Werkhölzer dürfen übrigens die tarifmäßigen 
Preise nur bei den einfachen Zahlungen in Anwendung kommen. 
Bei Zahlungen im ein- und einhalbfachen oder doppelten Betrage 
sind die Mehrbeträge für dieselben nur nach dem Preise der besten 
Brennholzsorte zu veranschlagen. Allfällige Bringungskosten sind dem 
Waldbesitzer jedesmal insbesondere zu vergüten. 

§ 4 Bei Beschädigungen, die durch das Anhacken und Anplätzen 

. stehender Bäume und Stangen, das Anbohren derselben, das Einhauen 

von Kerben, Besteigen mittels Steigreifen, die Weiterbeförderung 

von Holz und Steinen, das Beklopfen und Anschlagen an dieselben, 

sowie durch die Entblößung von Baumwurzeln veranlaßt werden, ist 

iebel, Waldweitreclumng. 2. Aufl. «1 



322 ^^^ Ersatz von Waldschäden. 

der Ersatzbetrag mit einem Zehnteile des Wertes der gesamten 
Schaftholzmasse zu berechnen. 

Dieser Ersatzbetrag ist ferner dem Werte eines Vierteiles der 
gesamten Schaftholzmasse gleich zu setzen, wenn stehende Bäume 
und Stangen wie immer entrindet werden. 

Werden Beschädigungen durch das Abhauen, Abschneiden oder 
Abreißen von Gipfeln, Ästen und Zweigen veranlaßt, gleichviel, ob 
sich an denselben Laub oder Nadeln befinden oder nicht, so ist der 
Ersatzbetrag mit dem Preise, welcher der Sorte und dem doppelten 
Kubikinhalte des gefrevelten Holzes entspricht, zu bemessen. 

Lassen jedoch diese Beschädigungen ein allgemeines Zurück- 
bleiben im Holzzuwachse der verwundeten Stämme befürchten, so 
sind die gedachten Ersatzbeträge ein- und einhalbfach, und wenn 
das Absterben der verwundeten Stämme besorgt wird, zweifach zu 
bezahlen. 

Besenreis, Gerten, Wieden, Stöcke, schwache Reifstangen etc. 
sind, falls sie dem liegenden Holze entnommen werden und für 
dieselben nicht besondere Preise bestehen, als Reisig, wenn sie von 
stehenden Stämmen und Stangen genommen werden, wie abgehauene 
Äste und Zweige, und wenn junge Stämmchen dazu benützt werden, 
gleich jungen Holzpflanzen anzurechnen. Stärkere Reifstangen sind 
als Werkholz zu betrachten. 

Wurde bei Entrindungen die Rinde den Frevlern nicht ab- 
genommen, so ist sie abgesondert zu vergüten. Bestehen keine be- 
stimmten Rindenpreise, so ist für jedes Kubikmeter zu besonderen 
Zwecken verwendbarer Rindenmasse oder für Bruchteile dieser Menge, 
sie mag stehenden oder liegenden Hölzern entnommen sein, der 
doppelte Wert von einem Kubikmeter, beziehungsweise vom ent- 
sprechenden Bruchteile bester Brennholzsorte der betreffenden Holz- 
art anzunehmen. 

§ 5. Für jedes Quadratmeter Bodenfläche, auf welcher irgend- 
eine Entfremdung oder Beschädigung junger Holzpflanzen stattfand, 
ist, und zwar bei Pflanzen bis zum vollendeten zweijährigen Alter, 
der Preis von 0*005 m^, bei Pflanzen über dem zweijährigen bis ein- 
schließlich dem vollendeten sechsjährigen Alter von 0-008 m^ und 
bei Pflanzen über dem sechsjährigen Alter von 0-01 m^ solider Masse 
der mittleren Brennholzsorte und nacJa dem Tarife für stehendes 
Holz als Ersatzbetrag zu entrichten. 

Bruchteile von Quadratmetern und Bruchteile von Hellern sind 
hiebei als ganze anzunehmen. Dieser Ersatzbetrag ist einfach in 
Rechnung zu bringen, wenn die jungen Pflanzen vereinzelt entfremdet 
oder beschädigt wurden, und die zurückgebliebenen, unbeschädigten 
Pflanzen sich noch immer in einem ziemlich befriedigenden Schlüsse 
befinden und wenn die Kultur, in welcher die Beschädigung statt- 
gefunden hatte, nicht Ungewöhnliche Auslagen verursachte; er ist 
dagegen mit dem ein- und einhalbfachen oder mit dem doppelten 
zu berechnen, je nachdem die gedachten, den Schaden mindernden 
Umstände nur zum Teile oder gar nicht obwalten. 

§ 6. Für entfremdete Baumsäfte (Harz, Terpentin, Birken- und 



Der Ersatz von Waldschäden. 323 

Ahornsaft), für Waldfrüchte (Holzsamen, Waldobst, Beeren), für 
Schwämme oder Baummoder sind stets nur einfache Ersatzbeträge 
zu leisten. Wurden sie den Frevlern nicht abgenommen oder be- 
stehen für dieselben keine, bestimmten Preise, so ist für jede ein- 
zelne bei der Sammlung betretene Person, sowie nach Mai3gabe der 
Menge des gesammelten Produktes, und zwar für Harz und Terpentin 
der zwei- bis achtfache gemeinübliche Taglohn, für anderweitige 
Baumsäfte, Waldfrüchte, Schwämme und Baummoder ein Vierteil bis 
ein ganzer gemeinüblicher Taglohn als Ersatzbetrag anzunehmen. 
Hat bei der Entfremdung von Baumsäften, Waldfrüchten, Schwämmen 
und Baummoder eine Beschädigung der Bäume durch Anbohren, 
Anhauen u. dgl. stattgefunden, so ist hiefür insbesondere Ersatz zu 
leisten. 

§ 7. Für abgestreiftes Laub, für Bodenstreu, Erde, Torf, Stein, 
Gips, Rasenstücke, ausgegrabene Wurzeln, Waldgras und Kräuter 
ist, insoferne diese Produkte den Frevlern nicht abgenommen wurden 
und nicht bestimmte Preise dafiir bestehen, jene Traglast oder jene 
Menge, welche eine mittelstarke, erwachsene Person ohne übermäßige 
Anstrengung durch Tragen aus dem Walde zu schaffen vermag, mit 
dem Werte eines Vierteiles des gemeinüblichen Taglohnes zu be- 
rechnen. Werden die gedachten Produkte mittels Fuhrwerkes weiter- 
geschafft, so ist die bezügliche Last nach Tragen abzuschätzen. 

Der tarifmäßige oder nach dem Vorstehenden bemessene Er- 
satzbetrag ist ferner: 

a) Bei abgestreiftem Laube, wenn es von liegenden Stämmen 
oder von einzelnen Ästen stehender älterer Bäume entnommen wird, 
einfach; wenn ein großer Teil der Krone älterer Bäume, jedenfalls 
aber weniger als die Hälfte der Verzweigung, oder einzelne Äste 
junger Stämmchen abgestreift werden, mit dem ein- und einhalb- 
fachen, und wenn stehende ältere Bäume bis zur Hälfte oder darüber 
und junge Stämmchen über ein Dritteil entlaubt werden, doppelt; 

h) bei Entfremdung von Bodenstreu, wenn diese an keiner Stelle 
gänzlich hinweggenommen wird, wenn keine eisernen Rechen oder 
Hauen oder andere scharfe Instrumente zur Sammlung benützt werden, 
wenn der Holzbestand nicht mehr im jugendlichen Alter und auch 
nicht zur alsbaldigen Verjüngung bestimmt ist, wenn in demselben 
kurz vorher keine Durchforstung statt hatte und wenn der Boden 
von besserer Beschaffenheit ist oder das Streumateriale in über- 
großer Menge vorkommt, einfach; wenn ein oder zwei dieser Beding- 
nisse nicht erfüllt sind, ein- und einhalbfach, und wenn mehrere 
Bedingnisse unerfüllt erscheinen, doppelt, und 

c) bei Entwendung von Erde, Torf, Lehm, Steinen, Gips, Rasen- 
stücken, Gras und Kräutern und bei unerlaubtem Wurzelgraben, 
wenn keine nachteilige Veränderung des Grund und Bodens dadurch 
veranlaßt wurde, einfach; wenn jedoch eine solche Veränderung ver- 
ursacht wird, je nachdem sie von geringerer oder größerer Bedeutung 
ist, ein- und einhalbfach oder doppelt zu entrichten. 

§ 8. Für jedes Quadratmeter Waldgrund, das durch die Bildung 
neuer und die Benützung außer Gebrauch gesetzter Wege und Stege, 

21* 



324 ^^^ Ersatz von Waldschäden. 

durch die Anlage von Erdrinsen (Erdgefährten u. dgl), die unbefugte 
Ableitung von Wässern, die Anlage von Kohlstätten etc. nachteilig 
verändert wird, kann der Preis eines Quadratmeters Hutweide von 
einer Beschaffenheit, wie sie der Waldboden vor seiner nachteiligen 
Veränderung besaß, als Ersatzbetrag gefordert werden. Ist eine 
weitere Verbreitung der dadurch veranlaßten üblen Folgen mit 
Grund zu besorgen, so ist jedoch dieser Betrag, je nachdem die 
Besorgnis von geringerer oder größerer Bedeutung erscheint, ein- 
und einhalbfach oder doppelt zu bezahlen. 

Beschädigungen an stehenden Bäumen und jungen Holzpflanzen, 
welche bei derlei nachteiligen Veränderungen des Waldgrundes oder 
durch die im § 7 aufgezählten Entfremdungen statthaben, sind ins- 
besondere zu vergüten. 

§ 9. Für jedes Stück Vieh, welches ohne Berechtigung oder 
mit Überschreitung der festgesetzten Zahl, Gattung oder Altersklasse, 
oder in verhegte Orte und zur unerlaubten Zeit in fremde Wälder 
getrieben wird, können nachstehende Beträge als Ersatz angesprochen 
werden, der Preis vom: 

Für 1 Pferd, 1 Maultier oder 1 Esel, 

die wenigstens halb erwachsen sind 0'25 

die noch nicht halb erwachsen sind 0*20 

Für 1 Stück Hornvieh, 

das wenigstens halb erwachsen ist 013 

das noch nicht halb erwachsen ist 0*10 

Für 1 Ziege (Geiß oder Bock) 

ohne Unterschied 006 

Für 1 Schwein 003 

Für 1 Schaf 003 

Für 1 Stück Federvieh 001 

Kubikmeter am Stocke befindlicher Holzmasse mittlerer Brennholzorte 
der in der betreffenden, oder bei allfälligen Blößen in dem angren- 
zenden Holzbestande vorherrschenden oder berücksichtigungswerteren 
Holzart, vorausgesetzt jedoch, daß der fragliche Holzpreis nicht 
weniger als 11h für VioJ3i^ solider Holzmasse betrage. Würde dieser 
noch weniger betragen, so könnte statt je eines Zehntels Kubikmeter 
solider Holzmasse 11 h als Entschädigungsbetrag in Anspruch ge- 
nommen werden. 

Diese Ersatzbeträge sind ferner dann, wenn die verhegten Orte 
noch ganz junge natürliche Nachwüchse oder Kulturen sind, oder 
wenn ohnehin schon so viel Weidevieh in den Wald getrieben wird, 
als wirtschaftlich zulässig ist, oder wenn Bodenbeschaffenheit und 
Witterung, sowie eine nachgewiesene längere Dauer oder Wieder- 
holung eines solchen unberechtigten Eintriebes eine größere Be- 
schädigung begründen, ein- und einhalbfach und wenn zwei oder 
mehrere dieser erschwerenden Umstände statthaben, doppelt zu 
bezahlen. 



Der Ersatz ron Waldschäden. 325 

Eine besondere Vergütung für die beschädigten jungen Pflanzen 
und verdorbenen Kulturen kann nebst den gedachten Ersatzbeträgen 
nicht angesprochen werden. Es steht jedoch dem Kläger frei, eines 
oder das andere in Anspruch zu nehmen. 

§ 10. Bei Beschädigungen, die im vorstehenden nicht nament- 
lich berücksichtigt sind, hat die Anschätzung einer ein- oder mehr- 
fachen Vergütung nach jenen Anhaltspunkten zu geschehen, welche 
die aufgezählten ähnlichen Beschädigungen an die Hand geben. 

§ 11. Sind die entfremdeten Forstprodukte den Waldeigentümern 
wie immer zurückgestellt worden, so kann nur jener Ersatzbetrag 
gefordert werden, welcher außer dem bezüglichen einfachen Betrage 
zu entrichten ist. 

Als Beispiel für einen Waldschadenersatztarif wählen wir jenen 
des politischen Bezirkes Scheibbs, welcher dortselbst seit dem 
Jahre 1898 in Wirksamkeit steht und von dem k. k. Oberforst- 
kommissär Julius Syrutschek entworfen worden ist. (Siehe Tabelle 
S. 326 und 327.) 

Wie aus den vorstehenden Bestimmungen zu ersehen ist, findet 
die Ermittlung der Ersatzbeträge vollkommen unabhängig von der 
Umtriebszeit und dem Zinsfuße statt. Sie besitzt daher den Vorteil 
der großen Einfachheit, der um so höher zu veranschlagen ist, als 
solche Ermittlungen in den meisten Fällen von dem untergeordneten 
Personale besorgt werden, welchem die Rechnung der Bestandes- 
und Kostenwerte nach den Regeln der Waldwertrechnung Schwierig- 
keiten bereiten würde; allerdings ist sie in wissenschaftlicher Be- 
ziehung nicht ganz einwandfrei. 

Beispiel 133: 

1. Fall: In einem 40jährigen Fichtenstangenholze der I. Wert- 
klasse wurde ein unterdrückter Baum in einer Stockstärke von 15 cm 
entwendet; die Entschädigung beträgt nach dem Tarife a) I, 10, 
wenn die Entwendung am Stocke, 050 K und wenn sie im bereits 
gefällten Zustande erfolgte, 0*62 K. 

2. Fall: Es wäre aus dem gleichen Bestände ein wachsbarer 
Baum vom 20 cm Stockdurchmesser mit einem Festgehalte von 
018 fm^ entwendet worden; wenn 70% = 0126 fm^ auf Nutzholz und 
30% = 0054 fm^ auf Brennholz entfallen, beträgt die Entschädigung 
nach dem Tarife 

cj 1,6 = 4-80 K X 0-126 = 060 K 

c) 1,2 = 2-— , X 0054 = 0-11 „ 

zusammen daher 071 K 

3. Fall: Es wären zehn solcher Stämme entwendet worden, 
ohne daß jedoch eine Lücke, sondern nur eine Lichtung entstanden 
ist; der Ersatz beträgt nach Tarif b) 1,2 (mittlere Brennholzsorte) 
pro Ifm^ einfach 340 K und 1^ gfach 540 K, daher für 10 Stämme 
(10 X 0-18 fm3 = 1-8 fm3) 

1-8 X 5'40 K = 9-72 K. 

4. Fall: Sie wären dagegen von einer Stelle entnommen worden 



326 



Der Ersatz von Waldschäden. 









































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328 ^6^ Ersatz von Waldschäden. 

und dadurch eine Lücke entstanden ; in diesem Falle ist der Ersatz 
betrag dopppelt zu rechnen, daher 3-40 K X 2 = 6-80 K für 1 fm^ 
für 1-8 fm» also 6-8 K X 1"8 = 12-24 K. 

Zum Vergleiche seien die Ersatzbeträge für die wachsbaren 
Bäume unter der richtigeren Voraussetzung berechnet, daß jener 
Betrag ersetzt werden muß, welcher bei dem angemessenen Zins- 
fuße von 3°/o auf Zinseszins angelegt ein ebenso großes Kapital 
ergeben würde, als der Nettoerlös dieser Stämme zur Zeit der Hieb- 
reife bei 80 Jahren beträgt. Nach Maßgabe der analogen Wachstums- 
verhältnisse wird ein solcher Stamm bei 80 Jahren einen Stock- 
durchmesser von 32 cm und eine Höhe von 18 m, somit einen Kubik- 
inhalt von 068 fm^ besitzen, wovon 70% = 0"48 fm"^ auf Nutzholz 
und 30% = 0'20 fm^ auf Brennholz entfallen. Der Wert ist nach 
Tarif 

b) 1,6 = 0-48 X 7-60 K = 365 K 

b) 1,2 = 0-2 X 3-40 „ = 0-68 , 
Zusammen . . . 4*33 K 

Der Wert eines 40jährigen Stammes ist somit 

i^^ = i^l^ = 4-33 K X 0-3066 = 1-44 K 
nach Diagramm HI = 1-80 K 

gegenüber 0-71 K im 2. Falle, für 10 Stämme 14*40 K gegenüber 
9-72 K und 12-24 K im 3. und 4. Falle, daher im 2. Falle um 073 K^ 
im 3. Falle um 468 K und im 4. Falle um 2*18 K zu wenig. 

Ein ähnliches Verhältnis besteht auch bezüglich der Tarifsätze 
für vernichtete Kulturen. Nach § 5 werden pro 1 ha Fläche vergütet 

für 1- bis 2jährige Pflanzen 50 fm^ 

3- , 6 „ „ 80fm3 

über 6 „ „ 100 fm^ 

der mittleren Brennholzsorte (Tarif b). Für Fichtenpflanzen ist somit 
der Ersatzbetrag: 

in der I. Wertklasse pro 1 ha pro 1 m^ 

für 1- bis 2jährige Pflanzen =: 50 X 3-40 = 170 K 1-7 h 

3- . 6 „ „ = 80 X 3-40 = 272 „ 272 „ 

über 6 „ „ = 100 X 3-40 = 340 „ 3*40 „ 
In der H. Wertklasse 

für 1- bis 2jährige Pflanzen = 50 X 2'40 = 120 K 1-2 h 

3- „ 6 „ „ = 80X2-40 = 192 „ 1-92 „ 

über 6 „ „ = 100 X 2-40 = 240 „ 2-40 „ 
in der HI. Wertklasse 

für 1- bis 2jährige Pflanzen = 50X160= 80 K 0-8 h 

3- „ 6 „ „ = 80X1-60 = 128 „ 1-28,, 

über 6 „ „ = 100 X l'ßO = 160 „ 160 „ 
Diese Beträge werden einfach in Anrechnung gebracht, wenn 



Der Ersatz von Waldschäden. 329 

die jungen Pflanzen nur vereinzelt beschädigt oder entfremdet 
wurden, beziehungsweise die zurückgebliebenen unbeschädigten 
Pflanzen einen noch immer befriedigenden Schluß besitzen und 
die Kultur nicht ungewöhnliche Auslagen verursachte; mit dem 
l^ofachen, wenn diese mildernden Umstände nur teilweise; mit 
dem doppelten Betrage, wenn sie gar nicht in Betracht kommen. 

Im allgemeinen wird die Entschädigung nach dem Tarifwerte 
eine größere sein, als der wirkliche Schaden beträgt, was auch voll- 
auf gerechtfertigt erscheint, da außer dem Werte der entfremdeten 
oder beschädigten Pflanzen auch der mittelbare Verlust durch Stö- 
rung oder Minderung der Erzeugungsfähigkeit des Waldes ersetzt 
werden muß. 

Immerhin möchten wir aber darauf verweisen, daß auf die 
näheren Umstände, welche die Kosten einer Kultur bedingen, wie 
die Pflanzweite, natürliche oder künstliche Verjüngung, die Kosten 
des Pflanzenmateriales etc. keine Rücksicht genommen wird, sowie 
daß die Ersatzbeträge von den Wertklassen beeinflußt werden, ob- 
wohl die Kulturkosten mit diesen in keinem Zusammenhange stehen 
und deren Höhe von ganz anderen Momenten, wie der besseren 
oder schlechteren Bringbarkeit und der größeren oder kleineren 
Entfernung vom Absatzorte bedingt wird. 

Gerade in der niedersten Wertklasse mit den geringsten Holz- 
preisen können die Kulturkosten bedeutend größer sein als in der 
höchsten Wertklasse. 

Alle diese Verhältnisse kommen nur dann in richtiger Weise 
zum Ausdrucke, wenn die Ersatzbeträge nach der Formel der Be- 
standeskostenwerte ermittelt werden, da außer den aufgewendeten 
Kulturkosten auch deren Verzinsung, sowie jene des Bodenbrutto- 
kapitales in Anrechnung gebracht werden muß. 

Da hier die Durchforstungserträge außer Betracht bleiben, weil 
solche noch nicht eingegangen sind, lautet die Formel 

HK„,= (B + V+ c) (l-Op'" — 1) -i- c =B,(l-Op'" — 1) + c 

Au — c + Dal-Op"-» + .. 



B, = B+V+c 



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Als Umtriebszeit ist die finanzielle oder eine derselben nahe- 
liegende, also etwa 80 Jahre, als Zinsfuß 37o zu nehmen. 

Der W^ert der einzelnen Pflanzen wird gefunden, wenn die Be- 
standeskostenwerte pro 1 ha durch die Anzahl der ausgepflanzten 
Bäumchen dividiert werden. 

Beispiel 134: 

Die Kosten der Kultur betragen bei einer Auspflanzung von 
5000 Stück für das Materiale, die Zufuhr, Auspflanzung etc. ins- 
gesamt 100 K pro 1 ha. 

Nach Maßgabe der Nachbarbestände stehen in der I. Wertklasse 

zu erwarten im 30. 40. 50. 60. 70. Jahre 

Durchforstungserträge von 40 56 75 75 74 K 



330 ^^^ Ersatz von Waldschäden. 

im Jahre 80 ein Abtriebsertrag von 440 fm^, und zwar 

70o/o Nutzholz ä 7-60 K und 
30% Brennholz ä 3-40 „ 

somit Nutzholz 440 fms X 70 = 308 fm^ ä 7-60 K = 2341 K 
Brennholz 440 fm^ X 30 -= 132 f m» ä 340 . ^ 449 „ 

A„ = 2790 K 

Da.l-035° = 40KX4-38= 175 K 
Da.l-034<' = 56„ X3-26= 182 „ 
Da. 1-0330 = 75 „ X 2-43= 182 „ 
Da. 1-0320 = 75, X 1-81= 136 „ 
Da . 1-0310 = 75 „ X 1-34 = 99 , 
Summe . . . 774 K 
A„ — c = 2690 „ 



Jetztwert = 3464 X , nol , = 3464 X 01037 

B-fV-fc= 360 K 

In analoger Weise berechnet man für die 

II. Wertklasse B+V-f- c = 294K 
III. „ B+v4-c = 233„ 

In der I. Wertklasse ist somit der Wert der 

Ijähr. Pflanz. = 360 (103i — 1 ) + 100 = 360 X 0300 + 100 = llOSOK 

2 „ „ = 360(1 -032 -1)4- 100 = 360X0 0609 + 100 = 121-92 „ 

3 „ „ =360(1-033 — 1) + 100 = 360X0-0927 + 100 = 133-37 „ 

4 „ „ = 360 (1-034 — 1) + 100 = 360 X 0-1255 + 100 = 145-18 „ 

5 „ „ = 360 (1-035 - 1) + 100 = 360 X 01593 + 100 = 15735 „ 

6 „ „ = 360 (1-036 _ 1) + 100 = 360 X 0-1941 + 100 = 169-87 „ 

usw. 

Nach dem Diagramme III ergeben sich für Br + c folgende 
Werte: 120, 128, 143, 158, 173 und 185 K. 

In analoger Weise ergeben sich folgende Werte für die 





I. Wertklasse 


II. Wertklasse 


III. Wertklasse 




pro 1 ha 


pro Pflanze 


pro 1 ha 


pro Pflanze 


pro 1 ha 


pro Pflanze 




K 


h 


K 


h 


K 


h 


Ijähr. = 


110-80 


2-2 


108-82 


2-1 


107-— 


2-1 


2 „ = 


121-92 


2-4 


117-90 


2-3 


114-19 


2-2 


3 „ = 


133-37 


2-6 


127-25 


2-5 


121-60 


2-4 


4 . = 


14518 


2-9 


136-75 


2-7 


129-12 


2-6 


5 r, = 


157-35 


3-1 


146-75 


2-9 


13705 


2-7 


6 „ = 


169-87 


3-4 


157-03 


31 


145-20 


2-9 


7 . = 


182-76 


3-6 


167-62 


3-3 


153-59 


30 


8 „ = 


196-12 


3-9 


178-50 


3-5 


162-21 


3-2 


9 r, = 


209 80 


4-2 


190-87 


3-8 


171-06 


3-4 


„ = 


223-84 


4-5 


201-14 


4-0 


18015 


3-6 



Der Ersatz von Wildschäden. 331 

Nehmen wir nun an, aus einer 2 Jahre bestehenden Ficliten- 
pflanzung wären 100 Stück Bäumchen vereinzelt entfremdet worden, 
für welche der Ersatzbetrag einfach in Anrechnung kommt; der- 
selbe beträgt, da eine Pflanze einen Standraum von 2 m^ besitzt, 
in der 

I. Wertklasse 17 X ^ X 100 = 3-40 K 
II. „ 1-2X 2 X 100 = 2-40 „ 

III. „ 0-7 X 2 X 100 = 1-40 „ 

gegenüber den Bestandeskostenwerten in der 

I. Wertklasse =2-40K 

IL „ = 2-30 „ 

III. „ =2-20 „ 

Wäre diese Pflanzung schon vor 10 Jahren ausgeführt worden, 
so würden die Ersatzansprüche betragen: 

nach dem Bestandes- 
nach dem Tarifwerte kostenwerte 

in der L Wertklasse 6-80 K 450 K 

IL , 4-80 „ 4- , 

III. , 2-80 „ 3-60 „ 

Während die tarifmäßigen Ersatzbeträge jene nach dem Kosten- 
werte ermittelten in den beiden ersten Wertklassen übersteigen, 
bleiben sie in der dritten Wertklasse wesentlich zurück und wird 
daher in diesem Falle dem Grundsatze des § 72, dem beschädigten 
Waldbesitzer den vollen Ersatz zu leisten, nicht entsprochen. 



XIV. Die Berechnung von Waldwildsehäden. 

In allen jenen Fällen, in welchen die Jagd nicht von -dem Eigen- 
tümer des Waldes ausgeübt wird, gebührt demselben voller Ersatz 
für den vom Wilde an seinem Walde angerichteten Schaden, aus- 
genommen der Waldeigentümer verzichtet vertragsmäßig von vorn- 
herein auf die Vergütung des Wildschadens. Ein solcher kann statt- 
finden : 

1. In Stangenhölzern durch Schälen, Verbiß und Fegen, d. h. 
durch ein verschiedenartiges Entrinden der Stämme. 

2. In Jungwüchseii oder Kulturen und Selbstanflügen durch 
Verbeißen, Abrinden, Abgipfeln der Triebe und Knospen von den 
Haupt- und Nebenzweigen, sowie durch Vertreten und Ausrupfen 
der Pflanzen. 

Selbstverständlich muß bei jeder derartigen Waldschadens- 
ermittlung eine genaue Erhebung der Art und Größe des Schadens 
im Walde selbst erfolgen. Die Entschädigung muß zwar den Schaden 
voll ersetzen, ein Anrecht auf Entschädigung über dieses Maß hinaus 
besteht jedoch nicht, da hier das erschwerende Moment der vor- 
sätzlichen Schädigung nicht vorliegt. 



332 "^^^ Ersatz von Wildschäden. 

1. Die Ermittlung des Wildsehadens in Stangenhölzern infolge 

Sehälens, Fegens ete. 

Man wird an Ort und Stelle entweder pro 1 ha oder im Ge- 
samten das Verhältnis der beschädigten zu den unbeschädigten, be- 
ziehungsweise die Anzahl der beschädigten und unbeschädigten 
Stämme getrennt nach wachsbaren und unterdrückten feststellen, 
sodann ebenso den zu erwartenden Zuwachsverlust infolge der Be- 
schädigung an der Gesamtmasse, getrennt nach Haupt- und Zwischen- 
nutzung, sowie den Verlust bezüglich der Qualität durch Verringerung 
des Nutzholzprozentes ermitteln. 

Nach Maßgabe der gleichen Bestandesbonität wird man ferner 
den Ertrag feststellen, welchen ein gleichartiger Bestand zur Zeit 
der finanziellen Hiebreife, etwa bei 80 Jahren ergibt. Als Holzpreise 
können, wenn keine lokalen Erfahrungsdaten vorliegen, jene des 
bestehenden Waldschadenersatztarif es zugrunde gelegt werden. 

Die Ausscheidung der unterdrückten von den sonstigen wachs- 
baren Stämmen erscheint uns sehr wichtig, da bei den erstgenannten 
infolge der Beschädigung ein Verlust nicht eintritt und . ein solcher 
daher auch nicht entschädigt zu werden braucht. 

Die Ermittlung des zu ersetzenden Schadens erfolgt sodann 
rechnungsmäßig nach der Formel des Bestandeswertes. 

Der Ersatzanspruch ergibt sich aus der Differenz der rechnungs- 
mäßig festgestellten Bestandeswerte unter Zugrundelegung des Normal- 
ertrages und des infolge der Beschädigung verminderten Ertrages. 
Die Durchforstungserträge können zumeist in Wegfall kommen, weil 
sie sich bei der Subtraktion der beiden Formeln mehr oder minder auf- 
heben, da die Ertragsschmälerung bei den Zwischennutzungserträgen 
in einem weitaus geringeren Maße eintritt als bei der Abtriebs- 
nutzung. 

Bezeichnet man den Bestandeserwartungswert im Jahre m bei 
normalen Erträgen mit: 

HE„= A„ + ^D l-Op.-. + (B+V) _ 

1-0 p'*-"" ^ ' 

(27Dq l"Op°-<i bedeutet die Summe der prolongierten Zwischen- 
nutzungserträge, welche noch nach dem Jahre m eingehen.) 

Ebenso den Bestandeserwartungswert im Jahre m für die ab- 
normalen Erträge mit: 

so ist die Entschädigung gleich der Differenz beider Erwartungs- 
werte, daher nach entsprechender Kürzung: 

HF HP A„ + Dg 10 P"-" — Au, 4- Dq> 10 P"-" , 

HLm — nL,m — [.Q pu-m • * '* 

oder, wenn die Zwischennutzungserträge außer Anschlag bleiben: 



Der Ersatz von Wildschäden. 333 

Au — Au 

HEm — HE,m= |.Qpu-m' ■.■■.. H- 

Die Wertgröße für B,. = B -{- V entfällt, weil auch für den Be- 
standeswert der abnormalen Erträge das den normalen Erträgen 
entsprechende Br unterstellt werden muß. Ein weiterer Vorteil ist 
auch der, daß man die Kulturkosten nicht zu ermitteln braucht, welche 
bei Beständen im 30- und 40jährigen Alter oft nicht mehr hinreichend 
sicher nachgewiesen werden können. 

Beispiel 135: 

Der beschädigte 40jährige Fichtenbestand gehöre nach dem 
früheren Tarifsatze der I. Wertklasse an. In 80 Jahren liefert ein 
Bestand der gleichen Bestandesbonität einen Abtriebsertrag von 
440 fm^, und zwar 

70% Nutzholz ä 7-60 K 

30% Brennholz ä 340 „ 

ferner im 30. 40. 50. 60. 70. Jahre 

einen Durchforstungsertrag von 40 56 75 75 74 K 

Die Kulturkosten betragen 100 K. 

Nach den örtlich vorgenommenen Erhebungen sind pro 1 ha 
1600 wachsbare Stämme vorhanden, von welchen 960 durch Schälen 
beschädigt wurden. Das Verhältnis der beschädigten Stämme ist 
daher zur Gesamtzahl 06 : 1. Ferner wurde ein Ertragsverlust bei 
den Zwischennutzungserträgen von 10%, beim Hauptbestande von 
207o zur Zeit der Nutzung festgestellt. 

Es ist daher für den normalen Bestand: 

A„ = 0-70 X 440 X 7-60 K = 2341 K 

0-30 X 440 X 3-40 , = 449 „ 

Summe . . . 2790 K 

2:Dql-0p'^-'i = 
56 K X 1-03^0 = 56 K X 3-26 = 182 K 
75 „ X 1-0330 = 75 „ X 2-43 = 182 „ 
75 „ X 1-0320 = 75 „ X 1-81 = 136 „ 
74 „ X 1-0310 = 74 „X 1-34^ 99 „ 
Summa . . . 599 K 

Für den beschädigten Bestand: 

Aul = Au 0-8 = 2790 K X O'S = 2232 K 
2;Dq 1-0 p«-<i = 599 „ X 0-9 = 539 „ 

2790 -I- 599 — (2232 + 539) 



somit HE40 — HE, 40 = 



103*0 



QQQO 9771 

HE40 - HE,4o = 1.0340 - = 618 X 0-3066 
HE4o — HE,4o = 189-47 K 



334 ^®'" Ersatz von Wildschäden. 

daher Ersatzbetrag 

189-47 KX 0-6 = 113-68 K 

oder im Durchschnitte pro beschädigten wachsbaren Baum 

113-68 K _ 
-^g^— -012K 

nach dem Diagramme IL 

HK„. — HKn,, = (960 — 760) . 06 = 200 X 0-6 = 120 K 
oder pro Stamm ebenfalls 012 K. 

2. Die Ermittlung des Wildsehadens in Pflanzungen, Selbst- 
anflügen und Jungwüehsen. 

Der Schaden, welcher vom Wilde in derartigen Waldorten zu- 
gefügt wird, kann entweder eine volle Vernichtung der jungen Wald- 
pflanzen oder aber nur eine Zuwachsschmälerung durch Abäsung 
der Knospen und Triebe zur Folge haben. Im ersten Falle, wenn 
eine volle Vernichtung der Waldpflanzen selbst stattfindet, muß 
nach dem Anteile der vernichteten Pflanzen zur Gesamtfläche der 
volle Bestandeskostenwert, im zweiten Falle aber der bloße Zuwachs- 
entgang entschädigt werden. 

Der Bestandeskosten wert ist 

HK„» = Br(l-Op„, — l) + c 

_ Au — c + 2;Dal-0p'^-'^ 
'~ l-Opu-l 

der Zuwachswert ist 

HKn.+n — HK„. = Br(l-Op'"+" — l) + c — B, (l-Op-~l) — c 
Z^ =^ Br (10 p'"+'» — 1-0 p""). 

Beispiel 136: 

In einer 3 Jahre bestehenden Fichtenpflanzung, in welcher pro 
1 ha 5000 Pflanzen mit einem Gesamtkostenbetrage von 100 K aus- 
gepflanzt worden sind, wurden 1000 Pflanzen, d. i. 0*2 der gesamten 
Anzahl durch das Wild ganz, und bei 3000 Pflanzen, d. i. 06 der 
Gesamtheit der Zuwachs auf 2 Jahre hinaus durch Verbiß vernichtet. 

Wie groß ist .der Ersatzanspruch, wenn die Bestandesbonität 
jener des vorigen Beispieles gleichkommt und die in demselben an- 
gegebenen Erträge liefert? 

Au — c= 2690 K 

D30 = 40 Xl-03'« = 40X4-38= 175 „ 
D40 = 5B X 1 •03^0 = 56 X 3-26 = 182 „ 
D50 = 75 X 1-0330 = 75 X 2-43 = 182 „ 
D60 = 75X1-0320 = 75'X1-81= 136 „ 
D70 = 74 Xl-34^" = 74X1-34= 99, 
Summa . . 3464 K 



Der Ersatz von Wildschäden. 335 

Br = 3464 K X iQ38o_i = ^^^^ ^ X 0-1037 = 360 K 

Der Bestandeskostenwert im 3. Jahre ist HK3 = 360(1033 — 1) 
+ 100 = 360X0-0927 + 100= 133-37 K (nach Diagramm IIistBr + c = 
= 143' — K), daher Entschädigung für die vernichteten 1000 Pflanzen 
133-37 K.0-2 = 26-67 K. 

Der Wert des Zuwachses ist: Zw = 360(1 -035— 1033) =360 
(1-1593 — 1-0927) = 360 K. 00666 = 23-98 K, sonach Entschädigung für 
den Zuwachsverlust bei 3000 Pflanzen = 23-98 X 06 = 2039 K, daher 
insgesamt pro 1 ha 26-67 K + 20*39 K = 47 06 K (nach Diagramm II 
ist der Zuwachsverlust = HKm — HK„,i = 173 K — 143 K = 30 K). 

Beispiel 137: 

In einem Auwalde, welcher im 30. Jahre einen Abtriebsertrag 
von 500 K pro 1 ha liefert, sind vom 5jährigen Ausschlage 05 der 
Bestückung vernichtet worden. Wie groß ist die Entschädigung, wenn 
überdies infolge dieser Beschädigung bei dem sein erzeitigen Abtriebe 
50 K an Kulturkosten für Komplettierungen erforderlich werden ? 

P = 3Vo. 

Entschädigt werden muß der Bestandeskostenwert für das Alter 
von 5 Jahren und der Jetztwert des Kulturkostenbetrages 

E = Br(rOp5— 1) ■ ^ 



l-OpSO-o 

A 500 K 

^^= T0-^^^ = T033-^:ri =500KX0700=350K. 

Die Entschädigung für den 5jährigen Bestand = 350 X 0-1593 X 
0-5 = 27-88 K, die Entschädigung an Kulturkosten = 50 X 0-4776 = 
23-88 K, daher Gesamtentschädigung 5176 K. 

Beispiel 138: 

Es wäre in dem 5jährigen Jungmais des früheren Beispieles ein 
2jähriger Zuwachsverlust infolge Wildverbisses durch Sachverständige 
erhoben worden; wie groß ist die Entschädigung? 

Zw = Br (103°>+'' — 1-03'») = Br ( . 1-03' — 1033) 
Zw = 350 K (1-2299 — 1-1593) --= 350 K . 0706 = 2471 K. 

Die Wildschadenermittlung bei Obstbäumen siehe im Abschnitte 
über agrarische Operationen. 



336 ^^^ Besteuerung der Wälder. 



XV. Die Besteuerung der Wälder. 

Die Grundlage für die dermalige Besteuerung der Wälder in 
Österreich bildet das Grundsteuerregulierungsgesetz vom 24. Mai 1869. 

Ebenso wie in den meisten Staaten Deutschlands findet die 
Bemessung dieser Grundsteuer nach dem Waldreinertrage statt, es 
wird also beim Walde nebst dem Grund und Boden auch das Holz- 
vorratskapital mit der Grundsteuer belegt. 

Diesem Umstände wurde dadurch Rechnung getragen, daß die 
Ermittlung des Waldreinertrages unter Außerachtlassung des Nutz- 
holzanfalles nur nach dem Ertrag an Brennholz berechnet ist. 

Der § 29 des genannten Gesetzes bestimmt: 

Den Tarifsätzen für die Waldungen wird der Naturalertrag in 
n. ö. Klaftern von 30" Scheiter Länge für das harte und weiche 
Holz pro n. ö. Joch ohne Rücksicht der Verwendung einzelner 
Stämme zu Werk- und Zeugholz nach dem Durchschnitte der Ab- 
triebsperiode in einem Jahre zugrunde gelegt. Die Kosten des Forst- 
schutzes und Kulturaufwandes sind bei Aufstellung der Tarifsätze 
angemessen zu berücksichtigen. Der Wert des zurzeit der Ab- 
schätzung vorgefundenen Holzbestandes bleibt unberücksichtigt. 

Die Ermittlung des Durchschnittsertrages, beziehungsweise des 
Waldrein ertrages ist demnach bei der Grundsteuerregulierung nur 
nach dem minderwertigen Brennholze erfolgt. 

Infolgedessen wird bei einer Gruppe von Wäldern, und zwar 
jenen mit Brennholzwirtschaft die Steuer nach dem vollen Durch- 
schnittsertrage bemessen, während bei der ungleich größeren Gruppe 
der Wälder mit Nutzholzwirtschaft nur ein Teil des wirklichen Durch- 
schnittsertrages zur Besteuerung gelangt. 

Die Besteuerung der Wälder in Österreich entspricht somit in 
keiner Weise dem ersten Grundsatze einer gleichmäßigen Bemessung, 
weil allerdings in voller Übereinstimmung mit dem Gesetze die 
ertragreicheren Nutzholzforste geringer besteuert werden als die 
ungleich ertragärmeren Brennholzforste, zu welchen vor allem die 
Laubholzhoch-, Mittel- und Niederwälder zu rechnen sind. 

Diese Ungleichheit und Verschiedenheit in der Steuerbemessung 
soll an einigen Beispielen der Praxis, welche wir dem Gebiete der 
Staatsforstverwaltung entnehmen, gezeigt werden. 

Für den Forstbezirk Purkersdorf im politischen Bezirke Hietzing 
— Umgebung in Niederösterreich, welcher ausschließlich mit Buche 
bestockt ist und daher als Repräsentant eines Brennholzforstes gelten 
kann, berechnet sich der Waldreinertrag bei einem mittleren Hau- 
barkeitsdurchschnittszuwachse von 5 fm pro 1 ha und einem mittleren 

Brennholzwerte von 7K pro lfm mit 5 X 7 K ^= 35'- -K 

hievon ab die Kulturkosten 0*20 „ 

die Forstschutzkosten 2'50 „ 

verbleibt als steuerpflichtiger Waldreinertrag . . 32*30 K 
gegenüber einem derzeitigen Katastralreinertrag von 36 K. Der Kata- 



Die Besteuerung der Wälder. 337 

stralreinertrag ist demnach höher als der gegenwärtige wirkliche 
Ertrag, weil seit dem Jahre 1869 die Preise des harten Brennholzes 
einen Rückgang infolge Überhandnehmens der Kohlenfeuerung er- 
fahren haben. 

Für den Forstbezirk Platten im politischen Bezirke Joachimstal 
im Böhmen, der ausschließlich mit Fichte bestockt ist und als Re- 
präsentant eines Nutzholzforstes angesehen werden kann, berechnet 
sich dagegen der wirkliche Waldreinertrag bei einem gleichen Hau- 
barkeitsdurchschnittszuwachse von 5 fm und einem mittleren Durch- 
schnittswerte von 12 K pro 1 fm mit 5 X 12 K = 60' — K 

hievon ab die Kulturkosten 1* — „ 

die Forstschutzkosten 250 „ 

gibt einen wirklichen Waldrein ertrag von . . . 5650 K 

gegenüber 26'40K, wenn der Reinertrag unter Außerachtlassung des 
Nutzholzwertes nur nach dem Brennholze berechnet wird. Tatsächlich 
ist aber der Katastrali einertrag hier nur mit 17 K bemessen, also 
noch um ein Drittel geringer als jener nach dem Brennholze be- 
rechnete. 

In Wirklichkeit werden in dem Forstbezirke Purkersdorf an 
Steuern und Umlagen 52*'/o, in dem Forstbezirke Platten 10° o vom 
tatsächlichen Waldertrage entrichtet. 

Noch greller ist aber diese Ungleichheit der Steuerbemessung 
bei einer großen Anzahl von Wäldern Galiziens und der Bukowina. 

In diesen Ländern sind 610.000 ha, d. i. fast 10% der Gesamtwald- 
fläche Österreichs mit einem katastralen Reinertrage von 3 bis 18 h 
pro 1 ha eingeschätzt, während der wirkliche Reinertrag 5 bis 10 K 
und mehr beträgt. In diesen Gebieten findet eben fast ausschließlich 
nur eine Nutzholzverwertung statt, da das Brennholz nahezu wertlos 
ist. Werden daher im Sinne des Grundsteuerregulierungsgesetzes 
die Waldreinerträge nur nach dem Brennholzwerte berechnet, so 
ergeben sich Werte, welche kaum 1% von dem wirklichen Rein- 
ertrage betragen. 

Diese wenigen Hinweise dürften genügen, um zu zeigen, daß 
in Österreich in der Steuerbemessung der Wälder eine Ungleichheit 
besteht wie kaum auf einem anderen Steuergebiete, da in dem einen 
Falle vom wirklichen Waldreinertrage 507o und mehr, in dem 
anderen Falle kaum 17o an Steuern und Umlagen bezahlt 
werden. 

Da diese Ungleichheit aus den bezüglichen gesetzlichen 
Bestimmungen selbst entspringt, erscheint eine Abänderung in 
dieser Richtung dringend geboten und wäre hiezu in den alle 
15 Jahre vorgesehenen Revisionen die Möglichkeit gegeben gewesen, 
wenn nicht mittlerweile durch die Bestimmungen des Gesetzes vom 
12. Juli 1896. betreffend die Revision des Grundsteuerkatasters, für 
diese vorzunehmenden Revisionen alle Aussicht benommen worden 
wäre. Durch die Anordnungen dieses Gesetzes wird sowohl von der 
Aufstellung neuer Klassifikationstarife, als auch von einer neuen 
Einschätzung für die Zukunft Umgang genommen und eine Änderung 

Riebel, Waldwertrechnung. 2. Aufl. oo 



338 ^^^ Entschädigung von Rauchschäden. 

lediglich nur hinsichtlich der klar zutage liegenden Schätzungsfehler 
vorgesehen. 

Außerdem wurde mit dem Personalsteuergesetz vom 25. Ok- 
tober 1896 eine Doppelbesteuerung des Grundbesitzes geschaffen, 
da seither neben der Grundsteuer auch noch die Personaleinkommen- 
steuer von dem gesamten Einkommen des Steuerpflichtigen ent- 
richtet werden muß. 

Wir glauben uns mit diesen kurzen Andeutungen begnügen 
zu können, da die Frage, ob die Boden- oder die Waldrente zu 
besteuern, ferner in welcher Weise der Wald mit sonstigen Ersatz- 
steuern zu belegen sein würde, nicht in das Gebiet der Waldwert- 
rechnung, sondern in jenes der Finanzwissenschaft und der Steuer- 
lehre gehört. 

Wer sich in dieser Richtung weiter informieren will, der sei 
auf das ausführliche Spezialwerk „Die Besteuerung der Wälder" 
von Dr. Heinrich Weber verwiesen. 



XVI. Die Entschädigung von Rauehsehäden. 

Mit Rauchschäden im weiteren Sinne bezeichnet man die schäd- 
liche Einwirkung der in dem Rauche und den Abgasen industrieller 
Anlagen enthaltenen Bestandteile auf die Vegetation. 

Beim Walde äußert sich dieser Schaden zunächst in einer Er- 
krankung der Blätter, beziehungsweise der Nadeln, dem ein früh- 
zeitiges Absterben derselben folgt und wodurch ein Rückgang in 
dem Stärken- und Längenwuchse der Bäume verursacht wird. In 
intensiven Fällen führt diese schädliche Einwirkung oft sogar ein 
vorzeitiges Absterben der Bäume and Bestände herbei. 

Im allgemeinen sind die Laubhölzer in dieser Beziehung weniger 
empfindlich als die Nadelhölzer, unter welchen wieder die Fichte 
am rauchempfindlichsten ist. Zumeist liegt die Ursache eines solchen 
Schadens offenkundig zutage; ist dies jedoch nicht der Fall oder 
werden gegen diese Annahme Einwendungen erhoben, dann muß 
der Nachweis hiefür im Wege einer chemischen Analyse der Blätter, 
beziehungsweise der Nadeln erbracht werden. 

Hinsichtlich des Grades der Beschädigung hat man sich im 
allgemeinen für folgende Abstufungen geeinigt: 

0. Ohne Beschädigung. 

1. Schwache Beschädigung: Bestände mit beschädigten Blatt- 
organen. 

2. Mittlere Beschädigung: Bestände mit beschädigten Blatt- 
organen und einzelnen vom Rauche getöteten Zweigen und Baum- 
spitzen. 

3. Starke Beschädigung: Bestände, welche einzelne Individuen 
eingebüßt haben und lückig geworden sind. 



Die Entschädigung von Rauchschäden. 339 

4. Rauchblößen: Flächen ohne jeden Holzwuchs, höchstens mit 
einzelnen verkrüppelten, vom Bestände übrig gebliebenen Bäumchen. 

Diese vier gut unterscheidbaren Schädigungsgrade sind später 
von Oberförster C. Reuß für Nadelhölzer in folgender Weise er- 
weitert worden: 

0. Nadeln und Stämme gesund. 

1. Nadeln, namentlich die älteren, fahl, schmutziggrün, kränklich. 

2. Nadeln älterer Jahrgänge getötet und abgefallen; dünne 
Benadelung. 

3. Zweige vereinzelt entnadelt und abgestorben. 

4. Zweige in größerer Zahl trocken, Baum im Absterben. 
5 Bäume, vereinzelt abgestorben. 

6. Bäume, in größerer Zahl abgestorben, Bestand lückig. 

7. Bestand mehr oder weniger ganz getötet. Bildung von Rauch- 
blößen. 

8. Bodenvegetation teilweise getötet. 

9. Bodenvegetation völlig tot. 

10. Bodenkrume der Blöße abgewaschen oder verweht. 

In den meisten Fällen dürfte das erste Schema mit bloß vier 
Unterscheidungsgraden vollkommen ausreichen. Das erweiterte zweite 
Schema wurde hier bloß deshalb angeführt, weil es einerseits die Arten 
der verschiedenen Beschädigungen und deren Beschädigungsgrade 
genauer charakterisiert, anderseits aber auch deutlich zum Aus- 
drucke bringt, daß sich die Erhebungen bei einer derartigen Schadens- 
feststellung nicht allein auf die Bestände, sondern auch auf den 
Boden zu erstrecken haben. 

Hinsichtlich der Vornahme der lokalen Erhebungen ist es wohl 
selbstverständlich, daß sie mit der größten Sorgfalt und Gewissen- 
haftigkeit zu erfolgen haben, weil sie die Grundlage für die spätere 
Bemessung der Entschädigung bilden und deshalb einwandfrei und 
unanfechtbar sein müssen, wenn vermieden werden soll, , daß etwaigen 
Anfechtungen Folge gegeben werden muß. 

Je nach der Art der Beschädigung ist zu erheben: 

1. Hinsichtlich des Bodens: Die ursprüngliche Bodenbonität, 
beziehungsweise deren Ertragsfähigkeit für die vorhandene Holzart, 
ferner ob eine Verschlechterung der Bodenbonität eingetreten ist 
oder nicht, ferner ob ein Wechsel der Holzart vorgenommen werden 
muß oder nicht, weiters die erforderlichen Aufforstungskosten und 
die zukünftig zu erwartenden Erträge. 

Der Entschädigungsanspruch bei einer Verschlechterung des 
Bodens ergibt sich aus dem Unterschiede der Bodenertragswerte, 
wenn dieselben unter Zugrundelegung der finanziellen Abtriebszeit 
einmal aus den normalen, das anderemäl aus den verminderten Er- 
trägen gerechnet werden. 

Bezeichnet man den Bodenertragswert aus den normalen Er- 
trägen mit: 

_ An — c + DalOp"-'^ V 

^«- 10p" — 1 ^ 00p 



340 



Die Entschädigung von Rauchschäden. 



jenen aus den abnormalen Erträgen mit: 

_ Aiu — Ci + Dail-Op '^-" 
^«1- 1-Op- — 1 

so ist die Entschädigung E 

A„-c-f Dal-Op'^-'^ 



c, — 



0p 



E=Be — Bei = 



c — 



Alu— Ci + DailOp"-^ 



1-Op" — 1 ^ V 10p« — 1 

bei gleicher Abtriebszeit, bei ungleicher Abtriebszeit dagegen: 
Au — c + Da 1-0 p"-'* ^ /-Aul — ci 4- Dai l-0p"i-=^ 



E = 



-0 



oder auch, wenn 

und 
bezeichnet wird, 



l-Op'^— 1 

Aa" c + Dal-Op'»-^ 



10 p" — 1 

Aul— Ci + Dail-Op"^-'^ 
10p"i— 1 

E = Br Bri, 



1-0 p" 1—1 
c mit Br 

Ci mit Bn 



da das Steuer- und Verwaltungskapital hiebei in Wegfall kommt, 
weil es sich bei der Differenzbildung gegenseitig aufhebt. 

Beispiel 139. 

Durch die langjährige Raucheinwirkung ist ein Boden derart 
verschlechtert worden, daß dessen Ertragsfähigkeit für die vor- 
handene Holzart Fichte von der IV. auf die VI. Bonitätsklasse her- 
abgesetzt wurde und die Aufforstungskosten außerdem von 80 K 
auf 120 K vermehrt werden. Wie groß ist der Entschädigungs- 
anspruch? 

Unter Benützung der Angaben der am Schlüsse mitgeteilten 
Geldertragstafel (Tafel I) berechnen sich folgende Werte für B,. und 
Bri für die finanziell günstigste Abtriebszeit von 80 Jahren : 

a) für die normalen Erträge der IV. Bonitätsklasse 



Jetztwert = 7276KXT; 



Au -— c = . 




5672 K 


D2oXl-03«0: 


= 24 KX 5-891= . . 


141. 


DsoX 1-0350: 


= 63 „X4'384= . . 


276 „ 


D4oXl-03^'^ = 


= 110 „X 3-262= . . 


359 „ 


D50X 1-0330. 


= 150 „X 2-427 = . . 


364 „ 


DeoX 1-0320. 


= 146 „X 1-806 = . . 


264 „ 


D,oX 1-031«: 


= 149 „X 1-344 = . . 


200, 




Summe . . 


7276 K 


1 


7276 K X 0-1037 = . . . 


7o6 


l-03«o - 1 


<UU „ 


ab c= . 




80 . 




Br = B+V== . . 


676 K 



Die Entschädigung von Rauchscbäden. 



341 



h) für die verminderten Erträge der VI. Bonitätsklasse 



^ g 






5388 K 


D,3o X 1-035» = 48 K X 4-384 =- 
D,4oXl-03*" = 67 „X 3-262 = 
D,5oX 1-0330 = 90 „X 2-427-^ 
D,6oXl-03-^°=90 „X 1-806 = 
D,7oX 1-0310 = 80 „Xl-3-44 = 






210 „ 
218 „ 
218 „ 
162 „ 
107, 


Summe 
Jetztwert = 6303 K X 0-1037 = 
ab Ci 






6303 K 
654, 
120 „ 


Bri= . 
daher Entschädigungsanspruch 

Br — Bri = 676K — 534K = 142K 




534 K 



2. Hinsichtlich der Jungbestände bis etwa zum 30. Jahre, welche 
einen Gebrauchswert noch nicht besitzen, werden ebenfalls die nor- 
malen Erträge für die finanziell günstigste Abtriebszeit, das Alter, 
die Zeitdauer und der Grad der Beschädigung zu erheben sein. 

In letzter Beziehung wird man einerseits genau feststellen, ob 
die BeStockung durch die Beschädigung gelitten hat und in welchem 
Ausmaße ein Absterben der Bäume bereits erfolgt ist, anderseits 
in welchem Umfange innerhalb der konstatierten Schadensperiode 
der Zuwachs an dem verbliebenen Bestände zurückgegangen ist. 

Der Entschädigungsanspruch ergibt sich sodann aus dem Ver- 
hältnisse der aus den normalen Erträgen unter Zugrundelegung der 
finanziell günstigsten Abtriebszeit berechneten Bestandeskostenwerte 
zu dem Grade der Beschädigung. 

Der Bestandeskostenwert ist unter Beibehaltung der Größe für 
Br, wie unmittelbar vorhergehend: 

HK„. = (Br -h c) (10 p™ - 1) + c. 

Beispiel 140. 

Bei einem 15jährigen Fichtenjungbestande sei infolge der schäd- 
lichen Einwirkung des Rauches ein Drittel der Bäume ganz abgestorben, 
bei dem Reste während einer 5jährigen Schadensperiode der Zu- 
wachs auf die Hälfte zurückgegangen. Wie groß ist die Entschädigung, 
wenn die Normalerträge der IV. Bonitätsklasse Fichte entsprechen 
und die Kulturkosten 80 K pro 1ha betragen? 

Aus dem vorhergehenden Beispiele ist: 



Br 

c ■ 



676 K 

80, 



Br 



c = 756 K 



Der Bestandeskostenwert des 10jährigen Bestandes ist 

HKio = 756 K (103 10 — 1) ^ 80 K = 756 K X 03439 4- 80 K 
= 260 K 4- 80 K = 340 K 



342 ^i® Entschädigung von Rauchschäden. 

jener des 15jährigen Bestandes 

HKi5 = 756 K (1-0315 — 1) + 80 K = 420 K -f 80 K = 500 K 

der Wert des normalen Zuwachses während der 5jährigen Schadens- 
periode ist 

HKi5 — HKio = 500 — 340 K = 160 K. 

Der Entschädigungsanspruch beträgt daher 

aj für die bereits abgestorbenen Bäume 

55|J^ = 166K 67 h. 
o 

bj für die 5jährige Zuwachsschmälerung am Reste 

160Kxlx-^ = 53K 33h 
o 2 



Zusammen . . 220 K — h. 

3. Bei den über 30 Jahre alten Beständen hat man dagegen 
außer den allgemeinen Erhebungen über das Alter des Bestandes, 
die Bestandesbonität früher und jetzt, die Bestückung, die Erträge 
und Ausgaben für die finanziell günstigste Abtriebszeit bei normalen 
Verhältnissen etc. insbesondere auch den Zuwachsrückgang inner- 
halb der Schadensperiode zu erheben. Hiebei kann ein doppelter 
Weg eingeschlagen werden, indem man den Zuwachsrückgang ent- 
weder durch Vergleich der erhobenen Bestandesmassen der ge- 
schädigten Bestände mit jenen der normalen Bestände bestimmt, 
oder aber die Massenzuwachsprozente der geschädigten Bestände 
mit jenen der normalen Bestände in Vergleich zieht. Unseres Er- 
achtens gebührt dem letzten Wege insoferne der Vorzug, als er ein- 
facher zum Ziele führt, da bei ihm in vielen Fällen von der zeit- 
raubenden Massenermittlung bei jüngeren Beständen ganz abgesehen 
werden kann. 

Die Ermittlung dieser Massenzuwachsprozente selbst erfolgt 
am einfachsten mittels Zuwachsbohrers am stehenden Bestände. 

Nach Preßler ist das Massenzuwachsprozent je nach Höhen- 
wuchs und Kronenansatz dem 2V3- bis SVsfachen Betrage des auf 
Brusthöhe bezogenen Stärkezuwachsprozentes gleich zu setzen. 

Wie jedoch Forstrat Gerlach in dem V. Hefte der Sammlung 
von Abhandlungen über Abgase und Rauchschäden von Wiliscenius 
unter dem Titel „Beiträge zur Ermittlung des Holzmassenverlustes 
von Rauchschäden" gezeigt hat, weichen die auf solche Weise er- 
mittelten Zuwachsprozente ganz erheblich von den eigentlichen 
Zuwachsprozenten ab und sind daher für die Zwecke der Ermitt- 
lung der Entschädigung von Rauchschäden unzureichend. Infolge- 
dessen wurde von ihm ein anderer einfacher Weg gezeigt, wie die 
Massenzuwachsprozente nicht nur in eine engere Beziehung zu den 
Stärkezuwachsprozenten gebracht werden können, sondern auch wie 



Die Entschädigung von Rauehschäden. 343 

man den Zusammenhang zwischen den im Walde ermittelten 
Massenzuwachsprozenten mit jenen der zur Ermittlung der Normal- 
massenerträge verwendeten Ertragstafel herstellen kann. 

Ob nun das Massenzuwachsprozent auf die eine oder andere 
Weise ermittelt wird, unter allen Umständen hat man das Zuwachs- 
prozent des gesunden Bestandes am Beginne der Schadensperiode 
sowie jenes des kranken Bestandes während dieser Zeit festzustellen, 
um den Massenzuwachsverlust während der Schadensperiode be- 
rechnen zu können. 

Bezeichnet man die Holzmasse des gesunden a Jahre alten 
Bestandes am Beginne der Schadensperiode mit Ma, ferner mit z 
das Massenzuwachsprozent des gesunden und mit z^ jenes des rauch- 
kranken Bestandes, so ist der Massenzuwachs des gesunden Be- 
standes 

jährlich = Ma 00 z 
periodisch = M» l'O z° 

des rauchkranken Bestandes 

jährlich = Ma 00 z^ 
periodisch = Ma 10 Zj'' 

und der Massenzuwachsverlust (V) 

jährlich Vi = Ma(00z — OOzO 
periodisch V„ = Ma (l'O z«» — 1-0 Zy^). 

Bei der weiteren Ermittlung des Entschädigungsanspruches für 
den erlittenen Massenzuwachsverlust innerhalb der Schadensperiode 
hat man sodann den normalen Zuwachswert aus den berechneten 
Bestandeserwartungs- oder. Kostenwerten festzustellen und hieraus 
den Wert pro 1 fm Zuwachs abzuleiten. 

Die Anzahl der Festmeter des Massenverlustes mit dem er- 
mittelten Durchschnittswerte pro 1 fm multipliziert, gibt den Ersatz- 
anspruch. Formelmäßig läßt sich dieser Vorgang folgendermaßen 
darstellen: 

Der Zuwachswert für die Periode n ist gleich dem Unter- 
schiede der beiden Bestandeserwartungswerte 

HEa-f-n HEa 

der Massenzuwachs ist 

Ma+n — Ma = Ma(10z"-l) 

da Ma+n = Ma 10 z» 

folglich der Zuwachswert 1 fm ist 

HEa+n — HEa 
MaU-Oz^'-l) 



3^^ Die Entschädigung von Rauchsehäden. 

un d der Zuwachswert des periodischen Massenzuwachsverlustes oder 
der Entschädigungsanspruch (E) 

und nach Kürzung von Ma 

(HEa+nj:^HEa) 

^- (l-Oz^-l) ^^^^ ^^^^^* 

Längere Schadensperioden sind aus Zweckmäßigkeitsgründen 
in mehrere kürzere Perioden zu zerlegen, welche für sich zu be- 
handeln sind. 

In ähnlicher Weise ermittelt auch Preßler den Ersatzanspruch 
nur mit dem Unterschiede, daß er den mittleren Bestandeserwartungs- 
wert mit der Differenz der beiden Zuwachsprozente multipliziert. 

E = H Ea+ ^ (00 z — 0-0 Zi). 

Von anderer Seite wird dagegen anstatt des mittleren Bestandes- 
erwartungswertes der Bestandesverkaufswert eingestellt, beziehungs- 
weise, was dasselbe ist, der erhobene Zuwachsverlust mit der Quali- 
tätsziffer des betreffenden Bestandesalters vervielfacht, auf welche 
Weise aber etwas zu geringe Ergebnisse erhalten werden. 

E=Am(00z — OOzi). 

Beispiel 141. 

Es ist die Entschädigung für einen 50jährigen Fichtenbestand 
zu ermitteln, der ursprünglich der IV. Bonitätsklasse angehört hat 
und bei dem während einer 10jährigen Schadensperiode das Zuwachs- 
prozent auf 2% zurückgegangen ist. Die Kulturkosten betragen 
80 K. Die normalen Erträge für die finanziell günstigste Umtriebszeit 
von 80 Jahren entsprechen der am Schlüsse mitgeteilten Geldertrags- 
tafel I, p = 3o/o- 

a) Berechnung des Massenverlustes in Festmetern: 

Nach der Ertragstafel beträgt die Holzmasse des gesunden 
40jährigen Bestandes 260 fm, jene des 50jährigen Bestandes 348 fm. 

Das normale Zuwachsprozent z ist, da 

aus Tafel III bei 10 Jahren 

z = 2'967o 
der jährliche Massenzuwachsverlust ist daher 

Vi = 260 f m (0-0296 — 0-02) = 260 fm X 0*0096 = 2-50 f m 



Die Entschädigung von Rauchachäden. 345 

der 10jährige Massenverlust 

Vio = 260 fm (10296'o — 1-02 '<>) ^ 260 fm (1-3384— 1-2190) 
Vio = 260 fm X 0-1194 = 3104 fm. 

Nach einfachen Zinsen berechnet sich dieser Verlust bloß 
mit 2-50 fm X 10 = 25 f m. 

h) Die Ermittlung des Ersatzanspruches: 

Für diesen Zweck müssen zunächst die normalen Bestandes- 
werte nach einer der im I. Teil für die Kosten- oder Erwartungs- 
werte angegebenen Formeln berechnet werden. Wir wählen der ein- 
fachen Rechnung wegen Formel IV, S. 112. (Siehe auch Beispiel 57, 
S. 114.) 

Es ist Da 1-0 p»-'* 

im Jahre 30 = 24 X l-03i" = 24 X 1-344 = 32 K 
„ 40 = ( 32 -f- 63)1-344 . . =128« 



50 = ( 128 4-110)1-344 
60 = ( 320+150)1-344 
70 =( 631 + 146)1-344 
80 = (1044 + 149) 1-344 



= 320 
= 631 
= 1044 
= 1603 



Au — c + 2; Da 10 p-^-* = 5672 + 1603 = 7275 „ 

F 
betragen: 



1-0 p™ — 1 

Die Faktoren ^-pr^^ zr sind aus Tafel VI zu entnehmen und 

1*0 p"^ — 1 



m= 40 45 50 Jahre 

^ = 0-2352 0-2892 03519 



1-0380 — 1 

HE40 = 7275 X 0-2352 + 80 — 128 = 1663 K 
HE45 = 7275 X 0-2892 + 80 — 128 = 2056 „ 
HE50 = 7275 X 0-3519 + 80 — 320 = 2^20 „ 

Zuwachs wert HE^o — H E40 = 2320 K — 1663 K = 657 K. 

Ersatzanspruch : 

(-[ -oPQfiio 1 •0210'k 

E = 657 1029610 ZIT"- = ^57 X 01194 X 2-9534 

E = 231-68 K. 

Zu demselben Ergebnisse gelangt man auch auf folgende Weise: 
Der normale Massenzuwachs der 10jährigen Periode ist 

348 - 260 = 88 fm 

die Qualitätsziffer oder der Wert dieses Zuwachses 

?S5 = 7-46K 



346 I5i® Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 

folglich der Wert des Zuwachsverlustes von 31"04 fm = 31*04 X ^'4:6 K = 
= 231K 55 h. 

Nach Preßlers Berechnungs weise wäre der Wert des jähr- 
lichen Zuwachsverlustes 

E = 2056 K (0-0296 — 0-02) = 2056 K X 0-0096 
E = 19K 73 h, 

der 10jährige Zuwachsverlust bloß 

Eio = 197K 35 h, 

ferner nach der Qualitätsziffer des Bestandes Verkaufs wertes H40 == 
= 1502 K 

1502 K ._^ 

^6(r = ^"^^^ 
E = 31-04 X 577 K = 179 K 10 h, 

welcher Betrag entschieden als zu gering anzusehen ist, da dem Zu- 
wachse jüngerer Bestände ein Zukunftswert innewohnt, der ent- 
sprechend nur aus dem normalen Abtriebsertrage abgeleitet werden 
kann. 



XVII. Die Ablösung und Regulierung der Wald- 
servituten. 

Im allgemeinen kommt diesem Gegenstande nicht mehr jene 
Bedeutung zu als vor Zeiten, weil die Ablösung und Regulierung der 
Forstservituten als nahezu beendet angesehen werden kann. 

Die für diesen Zweck geschaffenen Behörden sind bereits 
im Jahre 1889 aufgelöst worden; seither fallen diese Agenden in 
die Kompetenz der politischen Behörden, und zwar kommt als 
I. Instanz die k. k. Statthalterei, als II. Instanz das Ministerium des 
Innern im Einvernehmen mit dem Ackerbauministerium in Betracht. 
Die erforderlichen Erhebungen werden über Auftrag der k. k. Statt- 
halterei von jener Bezirkshauptmannschaft gepflogen, zu deren Gebiet 
die belastete Liegenschaft gehört. 

In jüngster Zeit wurden diese Agenden in jenen Ländern, in 
welchen agrarische Operationen zur Durchführung gelangen, den 
Agrarbehörden übertragen. 

Die gesetzlichen Bestimmungen über diesen Gegenstand sind 
in dem kaiserlichen Patente vom 5. Juli 1853, R. G. Bl. Nr. 130 und 
in der bezüglichen Instruktion zur Durchführung, Ministerialverord- 
nung vom 31. Oktober 1857, R. G. Bl. Nr. 128, niedergelegt. 

Den Bestimmungen dieses Patentes unterliegen nach dem gegen- 
wärtigen Stande alle Beholzungs- und Bezugsrechte für Forstprodukte, 
Weiderechte und sonstigen Servituten, ferner alle Einforstungen, 



Die Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 347 

Waldnutzungs- und Weiderechte, welche in den dem Landesfürsten 
zufolge Hoheitsrechtes zustehenden Wäldern verliehen oder aus 
landesfürstlicher Gnade gestattet wurden, und zwar auch dann, 
wenn sie nach Maßgabe der über die Ausübung des Forsthoheits- 
rechtes bestehenden Gesetze und Vorschriften als widerruflich an- 
gesehen werden. 

Hinsichtlich der Art der Durchführung wird unterschieden: 
Die Ablösung, d. i. die Aufhebung solcher bestehenden Rechte 
gegen Entgelt. 

Die Regulierung, wenn die Ablösung nicht stattfinden kann, 
d. i. die Feststellung dieser Rechte in allen Beziehungen, also hin- 
sichtlich des Umfanges, des Ortes und der Art ihrer Ausdehnungen, 
der Zeit, der Dauer und des Maßes, des Genusses usw. in der 
Weise, daß hiedurch die möglichste Entlastung des Bodens erreicht 
werde. 

1. Die Ablösung, 

Diese findet nur dann statt: 

a) wenn und insoweit durch die Ablösung und die Art der- 
selben der übliche Hauptwirtschaftsbetrieb des Berechtigten oder 
des verpflichteten Gutes nicht auf eine unersetzliche Weise gefährdet 
wird; 

h) wenn und insoweit nicht überwiegende Nachteile der 
Landeskultur herbeigeführt werden, und 

c) wenn nicht die gegenseitig Berechtigten und Verpflichteten 
sich in der zulässigen Art einverstanden erklären, statt der Ab- 
lösung die Regulierung der in Frage stehenden Berechtigungen ein- 
treten zu lassen. 

Sie kann stattfinden entweder in Geld oder Geldeswert oder 
in Grund und Boden. 

A. Die Ablösung in Geld oder Geldeswerten. 

Sie findet statt, wenn die Ablösung überhaupt zulässig ist und 
von dem Verpflichteten die Ablösung durch Grund und Boden nicht 
begehrt wird. 

B. Durch Abtreten von Grund und Boden. 

1. Über Begehren oder mit Zustimmung des Verpflichteten, 

2. gegen den Willen des Verpflichteten. 

a) Im Falle das Erträgnis des belasteten Grundes zeitlich oder 
bleibend unzureichend ist, die ermittelten Gebühren aller Nutzungs- 
berechtigten zu decken, und wenn das Bezugsrecht nicht bloß eine 
Nebennutzung des belasteten Grundes betrifft; 

b) wenn der Verpflichtete das Ablösungskapital binnen der 
festgesetzten Frist nicht erlegt und eine Ablösung sonst zulässig ist. 

Wenn nun feststeht, daß und inwiefern, dann auf welche Art 
die Ablösung einzutreten habe, ist die Aufhebung der Rechte 



348 Die Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 

und das aa deren Stelle tretende Entgelt durch ein eigenes Er- 
kenntnis der I. Instanz auszusprechen. 

Zum Zwecke der Ablösung sind die derselben unterliegenden 
Nutzungsrechte nach dem Jahreswerte zu bewerten, welcher sich 
entweder aus der nach diesem Patente bereits vorgenommenen Re- 
gulierung ergibt oder welcher sich hienach ergeben würde, wenn 
bloß die Regulierung zulässig wäre. 

Die Wertbestimmung des Jahresertrages hat, falls kein Über- 
einkommen der Parteien erzielt wird, durch Sachverständige nach 
dem über Abschlag des zur Ausübung erforderlichen Aufwandes 
sich hienach ergebenden, den Berechtigten verbleibenden reinen 
Betrage, unter Zugrundelegung der zwischen den Parteien ver- 
glichenen oder der Lokaldurchschnittspreise zu geschehen. Fehlen 
solche Lokalpreise oder bestehen begründete Bedenken dagegen, 
so sind die Preise in der Regel durch Sachverständige zu be- 
stimmen. 

Von dem Werte des Jahresertrages der abzulösenden Nutzung 
ist der nach den vorhergehenden Bestimmungen zu bewertende 
Jahresbetrag der Gegenleistungen in Abzug zu bringen, der ver- 
bleibende Rest bildet den Wert, welcher im zwanzigfachen An- 
schlage zum Kapital geschlagen, das auf Geld zurückgeführte Ab- 
lösungskapitäl des aufzuhebenden Rechtes darstellt. 

Der Wert des abzutretenden Geländes ist nach dessen nach- 
haltiger Ertragsfähigkeit, also nach dem Mittel des gegenwärtigen 
und künftig davon zu erwartenden durchschnittlichen Naturalertrages 
durch Übereinkommen oder durch Sachverständige festzusetzen. 

Die Abtretung von Grund und Boden, wobei der Arrondierung 
des Grundbesitzes der Interessenten die tunlichste Rücksicht ge- 
tragen werden soll, ist nur soweit zulässig, als noch eine zweck- 
entsprechende Bewirtschaftung möglich ist. Eine unvermeidliche 
Verschiedenheit zwischen dem Kapitalswerte des Nutzungsrechtes 
und des an dessen Stelle tretenden Grundes ist, wenn die Parteien 
sich nicht auf andere Art einigen, durch Geld auszugleichen. 

Die Abtretung von Wald hat in der Regel nur ortschafts- 
oder gemeindeweise oder an die Gesamtheit der Berechtigten statt- 
zufinden. Solche Waldungen sind in forstpolizeilicher Beziehung den 
Gemeindewaldungen gleichzuhalten. 

Die in Grund und Boden ausgemittelte Ablösung sowie die 
aus einem der Gemeinde zugewiesenen Walde entfallende Nutzung 
bildet ein Zugehör des bezugsberechtigten Gutes. 



2. Die Regulierung. 

Wenn die Benutzungsrechte ganz oder teilweise oder auch nur 
auf eine bestimmte Zeit reguliert werden müssen, sind unter Berück- 
sichtigung der bei der Definition der Regulierung angeführten Grund- 
sätze urkundlich in folgender Anordnung festzusetzen: 

Alle Holzungs- oder Holzbezugsrechte müssen, insoferne sie 



Die Ablösung und Regulierung von Wald Servituten. 349 

nicht bloß Raff- und Klaubholz oder Stock- und Wurzelholz be- 
treffen, auf eine bestimmte jährliche oder periodische Holzangabe 
unter Bezeichnung des Bezugsortes und mit Rücksicht auf den 
gegenwärtigen oder künftigen Bezugswert reguliert werden. 

Die Gebühr an Brennholz (Feuerholz, Flammholz,. Rostholz, 
Kohlholz) ist hiebei stets als eine jährliche Abgabe in Wiener Klaftern 
oder deren Bruchteilen bestimmter Schnittlänge und nach dem orts- 
üblichen Sortiment (Schnittholz, Astholz, Ausschuß, Mischling etc.), 
das Bauholz und Zeugholz (Stammholz, Nutzholz, Werkholz etc.) aber 
in einer dem Zwecke der Berechtigung entsprechenden Qualität 
(z. B. in Kubikschuhen Holz von gewisser Länge und Stärke oder 
in einer bestimmten Anzahl von Stämmen, Blöcken, Klötzen, Stangen 
mit festgesetzten Abmessungen), und zwar nach Erfordernis für 
jedes einzelne Jahr oder für längere Zeiträume, innerhalb welcher 
dann die Gebühr partienweise oder auf einmal in Anspruch ge- 
nommen werden kann, auszudrücken. 

Das Recht zum Bezüge des Raff- und Klaub- oder Stock- und 
Wurzelholzes ist nur dann auf eine jährlich zu verabfolgende, nach 
Wiener Klafter, Maß und Sortiment bestimmte Brennholzquantität 
zu regulieren, wenn es der Verpflichtete begehrt. 

Der Ausspruch über die Regulierung des Weiderechtes muß 
die Gattung des Treibviehes, dessen Anzahl, die Triftzeit und das 
Maß des Genusses bestimmt festsetzen und auch die mit der Weide- 
nutzung allenfalls verbundenen Servituten des Viehtreibens, der Vieh- 
tränke, ferner der allenfalls nötigen Umzäunung oder Bezeichnung 
der Weideplätze, der aufzustellenden Hüter usw. regeln. 

Die Regulierung der Weide im Walde auf zur Waldkultur ge- 
widmetem Boden muß insbesondere die Größe der jährlich anzu- 
weisenden Weidefläche, die der Beweidung unterliegenden Waldteile, 
die Zeit, wann, und die Art, wie die Anweisung der Weideplätze 
geschehen muß, enthalten. 

Bei Regulierung der wie immer benannten Streümaterial- oder 
sonstigen Forstproduktenbezüge muß die Gattung derselben, sowie 
die den Berechtigten hieran gebührende jährliche Quantität, der 
Ort und die Zeit des Bezuges genau bestimmt werden. 

Ist das Erträgnis des belasteten Grundes zeitlich oder bleibend 
unzureichend, die ermittelten Gebühren aller Nutzungsberechtigten 
zu decken, so müssen sich dieselben, wenn nicht ein anderes Über- 
einkommen getroffen wird, nach Sicherstellung derjenigen Gebühren, 
für welche etwa ein Vorzugsrecht erwiesen wird, einen verhältnis- 
mäßig zeitlichen oder bleibenden Abzug gefallen lassen. 

Ansprüche auf Schadenersatz wegen des eintretenden Abzuges 
sind im ordentlichen Rechtswege auszutragen. 

Die Regulierung muß auch die genaue Bestimmung der von 
dem Bezugsberechtigten dem Besitzer des belasteten Grundes zu 
verabreichenden Gegenleistungen umfassen, insoferne diese Leistungen 
nicht schon nach den Grundentlastungsvorschriften bei deren Durch- 
führung ihre Berücksichtigung zu finden haben. 



350 ^i^ Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 

Die Gegenleistungen müssen als fixe Jahresrente nach den- 
selben Grundsätzen, nach welchen der Umfang der Leistung fest- 
gesetzt wurde, ermittelt werden und können in Geld oder in Natural- 
abgaben bestehen. Bei Naturalabgaben kann der Besitzer des be- 
lasteten Grundes, insoweit nicht Verträge entgegenstehen, die Um- 
wandlung derselben in Geld nach dem Durchschnitte der am Orte 
der Leistung bestandenen Preise aus den letzten 10 Jahren ver- 
langen. 

Aus den bekannten Marktpreisen ist es sodann unschwer, die 
Durchschnittspreise aus den letzten Jahren zu bestimmen, ebenso 
können die Fällungskosten etc. leicht festgestellt werden. 

Beispiel 142: 

Eine Pfarrei ist zum jährlichen Bezüge von 30 rm Buchen- 
scheiterholz gegen Rückersatz des Fällerlohnes berechtigt; wie groß 
ist das Ablösungskapital? 

Der Durchschnittspreis der letzten Jahre wurde pro 1 rm loko 
Wald mit 9 K, die Fällerlöhne mit 1 K ermittelt. 

Als weitere Aufwandkosten kommen der Fuhrlohn aus dem 
Walde in die Wohnung in Betracht, welcher pro 1 rm 2 K beträgt. 

Der reine Nutzen für den Berechtigten ist demnach pro 1 rm 

9-0 — (1-0 + 2-0) = 6-0 K, 
somit für 30 rm 30 X 6K = 180 K; das Ablösungskapital beträgt daher 

180 K X 20 = 3600 K. 

Beispiel 143: 

Schwieriger und umständlicher ist jedoch die Ermittlung des 
Ablösungskapitales, wenn das jährliche Bezugsquantum nicht fixiert 
ist, sondern erst aus dem Haus- und Gutsbedarfe in gleicher Weise 
wie für eine Regulierung abgeleitet werden muß. 

Das nachstehende Beispiel bringt den Vorgang zum Ausdrucke, 
wie er tatsächlich eingehalten worden ist, und entstammt einer im 
Sinne der gesetzlichen Bestimmungen durchgeführten Regulierung, 
beziehungsweise Ablösung in Krain aus dem Jahre 1868. 

Der bezügliche Sachverständigenbefund lautet: 

In Gemäßheit des Erkenntnisses vom 19. Jänner 1866, Z. 4049, 
stehen den Insassen von Fleckdorf auf den Grundstücken der Herr- 
schaft Loitsch zu: als den Realitäten Haus-Nr. 1, 2 etc. bis 70 der 
Bau-, Brenn-, Werk- und Zaunholzbezug, das Weiderecht, der sub- 
sidiarische Streubezug, sowie das Recht zum Bezüge des erforder- 
lichen Holzes für die von den zwei Quellen nach der Ortschaft 
Fleckdorf führende Wasserleitung, dann für die drei auf der Hut- 
weide „Obere Haid" befindlichen Wassertröge. 

Die Jahresgebühr über diese Nutzungsrechte wird in folgender 
Weise festgestellt: 



Die Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 351 

A. Bauholz. 

Behufs Feststellung des Bauholzbedarfes wurden die sämtlichen 
zu den berechtigten Realitäten gehörigen Wohn- und Wirtschafts- 
gebäude nach ihrem Umfange erhoben, sohin von den ausgewählten 
Mustergebäuden alle hölzernen Bestandteile abgemessen, die zur 
Herstellung derselben erforderliche Rundholzmasse berechnet, deren 
mittlere Dauer festgestellt und danach das durchschnittlich auf 
1 Jahr des Bauturnus entfallende Bauholzquantum ermittelt. 

Der auf diese Weise ermittelte Jahresbedarf aller berechtigten 
Güter beträgt 148 fm Tannen- und Fichtenholz und bl fm Buchen- 
holz. 

B. Brennholz. 

Dasselbe wird erfordert: 

a) Zur Erwärmung der Wohnungen; 

bj zum Kochen, Backen und Waschen; 

cj zum Brühen des Viehfutters; 

d) zum Hanf- und Flachsrösten und Obstdörren. 

ad a) In den Muster- und Aufnahmsgebäuden wurde der Raum- 
inhalt jener Lokalitäten, welche bewohnt und unter Rücksicht auf 
den Umfang und den Wirtschaftsbetrieb der berechtigten Realitäten 
zur Unterbringung des Gesindes notwendig sind und geheizt werden 
müssen, durch Abmessung bestimmt und das Erfordernis zur Er- 
wärmung von je 1 m^ Stubenraum mit Rücksicht auf das hier herr- 
schende Klima und auf die Beschaffenheit der Feuerungsanstalten 
mit 0*1 rm Buchenholz festgesetzt. 

ad b) Der Bedarf zum Kochen, Backen und Waschen stellt sich 
in größeren Wirtschaften, in welchen über 10 Personen verköstigt 
werden, für jede Person auf 14 rm, in kleineren Wirtschaften dagegen 
auf 1-7 rm Buchenholz. 

Der Personen- oder Fainilienstand wird mit Einschluß der Dienst- 
boten und ständigen Taglöhner und bei Gleichstellung von je zwei 
Kindern einer erwachsenen Person, dann mit Rücksicht darauf, daß 
bei den berechtigten Gütern der Grundbesitz überwiegend aus 
Wiesen besteht, deren Bewirtschaftung geringere Arbeitskräfte er- 
fordert als Ackerland, festgesetzt und zwar bei Wirtschaften: 

mit einem Acker- und Wiesenbesitze von 



3 ha 




mit 


4 Perso 


3 ha bis 


1 8 ha 


» 


5 




8ha „ 


11ha 


u 


6 


» 


11ha „ 


14 ha 


V 


7 


» 


14 ha , 


17 ha 


n 


8 


n 


17 ha „ 


20 ha 


n 


9 


7) 


20 ha „ 


25 ha 


» 


10 


» 


über 


25 ha 


n 


11 


n 



ad c) Das Brühen des Viehfutters erfordert einen Aufwand von 
02 rm Buchenholz im Durchschnitte für jedes Stück Vieh, dessen 
Anzahl nach dem Winterfutterstande festgestellt wurde. 



352 Diß Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 

ad d) An Röstholz endlich wechselt der Bedarf je nach dem 
Umfange der berechtigten Güter von 0*3 bis 4'2rm Buchenholz. 

Der nach diesen Faktoren berechnete Brennholzbedarf beträgt 
für die sämtlichen Berechtigten jährlich durchschnittlich 1800 rm 
Buchenholz. 

G. Werkholz. - 

Der Werk- und Geräteholzbedarf beträgt jährlich im Durch- 
schnitte 13 fm an weichem und 105 fm an hartem Holze. 

D.. Zaunholz. 

Zum Zwecke der Feststellung des Zaunholzbedarfes wurden 
bei den Realitäten Haus Nr. 5, 20, 32 und 44 die sämtlichen Zäune 
abgemessen und die darin enthaltene Holzmasse berechnet; es stellt 
sich heraus: 

BeiHaus-Nr. 5 eine Zaunlänge v. 1530 m mit einer Holzmasse v. 31 rm 
. „ „ 20 „ „ „ 1400m „ „ „ „ 22 rm 

„ „ „ 32 „ „ „ 2300m „ „ „ „ 19-3rm 

„ . 44 „ „ 760m „ „ 153 rm 

Zusammen . . . 5990m mit einer Holzmass^ v. 876 rm 

für 100 m Zaunlänge daher 1*47 rm. Nach diesem Verhältnisse be- 
trägt die Holzmasse für die mit Zuhilfenahme der Katastral-Indi- 
kationsskizzen erhobene Gesamtlänge der Zäune per 65.700 m, 
966 rm und bei der festgesetzten mittleren Dauer des Zaunholzes 
von 8 Jahren ergibt sich für die Gesamtheit der Berechtigten eine 

966 rm 
Jahresgebühr von — ^ — ^= 120*8 rm. 

o 

E. Wasserleitungen und Wassertröge. 

Die Wasserleitung von der einen Quelle hat eine Länge 

von 670 m 

die Zuleitung der zweiten Quelle 309 m 

Zusammen . . . 979 m 

Die Wasserrohre müssen eine durchschnittliche Stärke 

von 26 cm haben, es werden daher zur Herstellung dieser 

Wasserleitungen 57 fm Rundholzmasse benötigt und da 

die mittlere Dauer der Rohre mit 12 Jahren angenommen 

werden kann, beträgt die Jahresgebühr ^ 4*70 fm 

JlAi 

Bei der Wasserleitung der ersten Quelle bestehen noch 
drei Tröge ä 4m lang und 86cm stark; dieselben enthalten 
7*7 fm Rundholzraasse, es entfällt somit bei der festgestellten 
25jährigen Dauer derselben eine Jahresgebühr von. . . . 0*30 fm 

Die drei Tröge auf der Hutweide „Obere Heid" 62 cm 
stark und 47 cm lang, enthalten 4*3 fm Rundholzmasse und 

beträgt die Jahresgebühr 020 fm 

Zusammen . . . 520 fm 



Die Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 353 

F. Weiderecht. 

In Betreff des Weiderechtes ist in Gemäßheit des Erlasses vom 
7. März 1867, Z. 651, lediglich der Weideviehstand auf Grund des 
Winterfutterstandes festzustellen. 

Infolgedessen wurde der Futterertrag der berechtigten Güter 
auf Grund des zu jeder Realität gehörigen Besitzstandes an Äckern 
und Wiesen ermittelt, wobei die Durchwinterungszeit mit 9 Monaten 
und der Futterbedarf mit 9 kg Heuwert pro 1 Tag für jedes Stück 
Vieh angenommen worden ist. 

Insgesamt stellt sich der Weideviehstand auf 460 Stück Horn- 
vieh. 

Selbstverständlich können in größeren Wirtschaften 1 bis 2 Stück 
Hornvieh durch Pferde substituiert werden, was im Futterbedarf 
keinen wesentlichen Unterschied macht. 

G. Streubedarf. 

Außer dem bereits festgestellten Weideviehstande können 
bei der Realität Haus-Nr. 11, 12 Stück, bei Haus-Nr. 5, 18 und 
34 je 10 Stück, bei Haus-Nr. 6, 19 bis 33 je 5 Stück etc., insgesamt 
220 Stück Schweine gehalten werden. 

Demnach ist der Streubedarf festzustellen, und zwar 

rücksichtlich 460 Stück Großvieh und 
„ 220 „ Schweinen 

und da für 1 Stück Großvieh 18 q ä 50 kg 

„1 „ Schwein 4 q ä 50 kg 

Einstreu benötigt werden, ergibt sich ein jährlicher Streubedarf von 

460X18 q 8280q 

220X4 q ' . . . . ■ ■ ■ 880 q 



Zusammen . . . 9160 q 



Da das Streunutzungsreeht nur subsidiarisch ist, kommt der 
nachhaltige Streuertrag von den Eigengrundstücken der Berechtigten 
in Abzug, und zwar: 

1. Von der Waldparzelle 419 = 050 ha ä 10 q = . 5 q 

2. Von 205 ha Gemeinde -Hutweiden das Farren- 

• kraut ä 3 q im Durchschnitte 615 q 

3. Laub von den auf den eigenen Grundstücken 

der Berechtigten befindlichen Bäu men .... 180 q 

Zusammen . . . 800 q 

Nach Abzug dieses Betrages verbleibt somit eine 

Jahresgebühr von 9160 — 800= 8360 q 

In Betreff des Bau- und Werkholzes wird noch bemerkt, daß 
bei der Berechnung des Bedarfes die Holzmasse nicht in un- 
mittelbar nutzbarem Zustande, nämlich als abgezimmertes Bau- 

Riebel, Waldwertreclmung. 2. Anfl. 90 



354 ^^^ Ablösung und Regulierung von Waldservitulen, 

holz, als Brett, Latte, fertiges Gerät etc. angenommen, sondern 
die zur Herstellung der Gebäudebestandteile erforderliehe Rund- 
holzmasse angesetzt wurde, und weil die bei der Bearbeitung 
derselben sich ergebenden Abfälle als Brennholz zu verwenden sind, 
vermindert sich um eben dieses Quantum die Brennholzgebühr. 
Die bei der Zurichtung des Bau- und Werkholzes sich ergebenden 
Abfälle betragen im Durchschnitte 30'^/o der Rundholzmasse, und 
insoweit dieselben aus weichem Holze bestehen, welches eine 
geringere Heizkraft als Buchenholz besitzt, muß deren Reduktion 
auf hartes Brennholz im Verhältnisse von 10 : 8 geschehen. 
Von dem weichen Bau- und Werkholz pro 

148 -f 13 = 161 fm» betragen die Abfälle . . 48-30 f m 

und auf hartes Holz reduziert 3864 fm 

vom harten Bau- und Werkholze 57 + 10'5 =^ . 486 fm 

Zusammen . . 4350 fm 

auf Brennholz reduziert 43"5 : 08 = 54*40 rm 

um welches Quantum sich die Brennholzgebühr pro 1800 rm ver- 
mindert; sie beträgt daher nur 1745'6rm. 



Rekapitulation der festgestellten Jahresgebühr. 

Weiches Bauholz 148-0 fm 

Hartes Bauholz . 5-7 fm 

Hartes Brennholz 1745-6 rm 

Weiches Werk- oder Zeugholz 130 fm 

Hartes Werk- oder Zeugholz 10*5 fm 

Zaunholz 1208 rm 

Wasserleitungen und Wassertröge .... 52 fm 

Einstreu 83600 q 

Weideviehstand 460 Stück Hornvieh. 



Ermittlung des Ablösungskapitales. 

Die Durchschnittspreise sind für: 

1 fm Bau- und Geräteholz, hart 4- — K 

1 fm „ „ „ weich 3* — „ 

Irm Brennholz, hart 2 — „ 

1 q Laub- und Hackstreu 010 „ 

1 q Grasnutzung, 1/5 q Heuwert 020 „ 

' daher pro 1 Stück 33 X 0*2 -= 6 60 K. 

Der Erzeugungslohn beträgt für: 

1 fm Nutzholz 0-70 K 

1 rm Brennholz 060 „ 



Die Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 



355 



Der Wert der Jahresgebühr stellt sieh demnach 

für weiches Bauholz 148 X 3 = 

hartes Nutzholz 6'7 'X4, = 

Brennholz 17565 X 2 = 

weiches Werkholz 13 X 3 = 

hartes Werkholz 10'5 X "^ = 

Zaunholz 120-8 X 2 = 

Wasserleitungen 52X3 = 

Einstreu 8360 X 010 = 

Weidenutzung 460 X 6'6 =^ 



Summe 
Hievon kommt in Abzug: 

Die Regie für Nutzholz 1877 fm äO-70K = 

„ „ Brennholz 18931 fm ä 0-60 , = 

An Gegenleistungen im Gel de 

„ „ in Naturalien im Werte von 

Ferner die Ausgaben für den Viehhirten . . . 



444-— K 

22-80 „ 

3513 — „ 

39—, 

42-- „ 

241-60 „ 

1550 „ 

836-— „ 

3036-— „ 



8189-90 K 



131-39 K 

1135-86 „ 

15-20 , 

1574-40 „ 

1200-— , 



Summe . . . 405685 K 
daher reiner Wert der Jahresgebühr 

8189-90 — 4056-85 = 413305 K 
und dessen Kapitalswert 

4133-05 K X 20 = 82.661-— K 

welcher Betrag in Geld oder Geldeswert von den Verpflichteten ge- 
zahlt werden müßte. 

Da aber die Ablösung in Grund und Boden erfolgt, ist 
nunmehr der Äquivalentwert pro 1 ha Fläche des abzutretenden 
Waldes zu ermitteln, welcher eine nördliche Lehne bildet, die ge- 
schlossen mit einem 40- bis 50jährigen Buchenbestand bestockt ist. 

Der Boden ist mäßig tiefgründig, örtlich auch etwas steinig, 
die durchschnittliche Anschätzung ist 

dermalen 1'81,,.^^ , ^ ^ . •••, ,. . 
künftig 30/^^**^1 2"^^°^ ]ahrhcher 

Massenertrag, wovon Ol als Gerät- und Bauholz ausgeschieden wird. 
Es ist demnach: 

0-24 fm Nutzholz ä 4-— K 

2-16 fm Brennholz ä 280 „ 

4q Streu ä 010 „ 

1 q Gras ä 020 „ 

Jagdnutzung h 010 „ 





. 0-96 K 




. 6-05 , 




. 0-40 , 




• 0-20 „ 




. 0-10 „ 


Summe . 


. 7-71 K 


Hievon ab die Steuern . 


. 0-61 , 


Reinertrag . . 


. 7-10 K 



23=' 



356 l^iö Ablösung und Regulierung von Waldservituten. 

daher Kapitalswert pro 1 ha = 

7-lKX20 = 142K 

und die abzulösende Fläche = 

82.661 .Q^,^, 
■, .^ = o82'12 ha. 
142 

Wie aus diesem Beispiele zu ersehen ist, besitzt das Verfahren 
zur Ermittlung des Ablösungskapitales sowohl in Geld als auch in 
Grund und Boden zwar den Vorteil großer Einfachheit, allein es 
darf nicht übersehen werden, daß es mit ebenso großen Mängeln 
behaftet ist. Allerdings muß in Betracht gezogen werden, daß diese 
Bestimmungen aus einer Zeit stammen, wo die wissenschaftliche 
Lehre der Waldwertberechnung noch wenig Boden gefunden hatte 
und auch noch nicht in der Weise ausgebildet war, wie dies heute 
der Fall ist. 

Ebenso verhält es sich mit dem Zinsfuße, welcher mit 5"/o oder 
dem 20fachen Betrage des Jahreswertes behufs Bestimmung des 
Kapitalswertes aus dem Jahreswerte der Nutzungen fixiert ist. Dieser 
Zinsfuß stimmt mit dem landesüblichen Zinsfuße der Gegenwart nicht 
mehr überein und würde daher eine kapitalisierte Rente mit diesem 
Faktor zumeist ein Kapital ergeben, welches zum landesüblichen 
Zinsfuße angelegt, nicht soviel Zinsen liefert, als erforderlich wären, 
um den betreffenden Berechtigten die Möglichkeit zu bieten, sich 
die Dinge ihrer Berechtigung zu kaufen, was doch der Fall sein 
müßte, wenn eine Schädigung der Berechtigten durch die Ablösung 
nicht eintreten soll. 

Hat eine Ablösung in Grund und Boden zu erfolgen, so ist 
der Wert des abzutretenden Waldes nach dessen nachhaltiger Er- 
tragsfähigkeit, also nach dem Mittel des gegenwärtigen und künftig 
zu erwartenden durchschnittlichen Naturalertrages festzusetzen, mit 
anderen Worten : Die Wertbestimmung erfolgt durch Kapitalisierung 
mit 5% des Mittels aus der gegenwärtigen und zukünftigen Wald- 
rente. 

Abgesehen davon, daß ein solcher Zinsfuß für die Wertbe- 
stimmung des Waldes in der Gegenwart ganz unzutreffend ist, bildet 
aber auch die sonstige Wertbestimmung nach der Waldrente keine 
Gewähr für den tatsächlichen Wert des Waldes, weil er in jün- 
geren Beständen immer zu hoch ermittelt wird. 

In welcher Weise in solchen Fällen diese Wertsermittlung beim 
Walde erfolgen soll, wollen wir in dem folgenden Abschnitte über 
die agrarischen Operationen zeigen. 



Die agrarischen Operationen. 357 

XVIII. Die agrarischen Operationen. 

1. Allgemeines. 

Die agrarischen Operationen stehen mit der Ablösung und der 
Regulierung der Forstservituten insoferne in direktem Zusammen- 
hange, als bis zur Erlassung des bezüglichen Reichsgesetzes „über 
die Teilung gemeinschaftlicher Grundstücke und die Regulierung 
der hierauf bezüglichen gemeinschaftlichen Benutzungs- und Ver- 
waltungsrechte " im Jahre 1883 diese Angelegenheiten durch das 
kaiserl. Patent vom Jahre 1853 über die Ablösung und Regulierung 
der Forstservituten geregelt wurden. 

Dem Rahmengesetze vom Jahre 1883 sind nunmehr bezügliche 
Landesgesetze für Mähren, Kärnten, Niederösterreich, Krain, Salzburg, 
Schlesien, Galizien, Tirol, Steiermark und Oberösterreich gefolgt. 

Der Sammelbegriff „Agrarische Operationen" umfaßt einerseits 
die Teilung gemeinschaftlicher Grundstücke und die Regulierung 
der hierauf bezüglichen gemeinschaftlichen Benutzungs- und Ver- 
waltungsrechte, anderseits die Zusammenlegung, welche sich bei den 
älteren Landesgesetzen bloß auf die landwirtschaftlichen Grund- 
stücke erstrekte, bei den jüngeren Landesgesetzen sich aber auch 
auf die Wälder ausdehnt. 

Hinsichtlich der Teilung werden wieder unterschieden: 

1. Die Generalteilung gemeinschaftlicher Grundstücke, d. i. die 
Auseinandersetzung : 

a) zwischen gewesenen Obrigkeiten einerseits und Gemeinden 
oder ehemaligen Untertanen anderseits; 

h) zwischen Ortsgemeinden oder Gemeindeabteilungen; 

c) zwischen der Ortsgemeinde oder Gemeindeabteilung einer- 
seits und einer agrarischen Gemeinschaft (Klasse der Bauern, Be- 
stifteten usw.) anderseits. 

2. Die Spezialteilung gemeinschaftlicher Grundstücke, d. i. die 
weitere Teilung des bei der Generalteiluog entfallenen gemeinschaft- 
lichen Anteiles oder des gemeinschaftlichen Grundbesitzes überhaupt: 

a) zwischen den ehemaligen Untertanen oder 

b) zwischen den Mitgliedern einer agrarischen Gemeinschaft. 
Sowohl die General- als auch die Spezialteilung erfolgt nur über 
Provokation, entweder durch den Landesausschuß oder die Be- 
teiligten. 

3. Die Regulierung der auf gemeinschaftliche Grundstücke be- 
züglichen Benutzungs- und Verwaltungsrechte, welche von Amts 
wegen stattzufinden hat: 

a) Wenn dieselbe bei Waldgrundstücken aus forstwirtschaft- 
lichen oder forstpolizeilichen Rücksichten oder bei anderen Grund- 
stücken in einem durch die ungeregelte Benutzung oder Verwaltung 
gefährdeten öffentlichen Interesse von der politischen Landesbehörde 
als notwendig erkannt wird; 



358 ^^^ agrarischen Operationen. 

bj bei Generalteilungen, insoferne die weitere Spezialteilung 
nicht stattfindet. 

Außer diesen Fällen hat die Regulierung nur auf Grund einer 
Provokation zu erfolgen. 

Als Behörden kommen in Betracht: Der k. k. Lokalkommissär 
als Erhebungs- und Vollzugsorgan mit der ihm beigegebenen tech- 
nischen Abteilung, die k. k. Landeskommission bei den politischen 
Landesbehörden und die k. k. Ministerialkommission im k. k. Acker- 
baurainisterium als entscheidende Instanzen. 

Diesen Behörden obliegt außer der Durchführung der agrari- 
schen Operationen auch noch die Neuregulierung und Ablösung der 
im Verfahren auf Grund des kaiserlichen Patentes vom 5. Juli 1853 
regulierten Holz-, Weide- und Forstproduktenbezugsrechte, sowie 
die Sicherung der Rechte der Eingeforsteten in jenen Ländern, 
in welchen bereits solche Gesetze zu Recht bestehen. Bei allen 
diesen den Agrarbehörden übertragenen wirtschaftlichen Maß- 
nahmen handelt es sich im allgemeinen zunächst um die genaue 
Feststellung des Gebietes, auf welches sich diese Maßnahmen zu er- 
strecken haben, sodann um die Feststellung der Beteiligten und 
ihrer Nutzungsrechte sowie die Feststellung der Größe der Be- 
anteiligung. 

Die Größe der Beanteiligung hat nach dem ermittelten Haus- 
und Gutsbedarfe dann zu erfolgen, wenn sie auf andere Weise nicht 
festzustellen ist. Außerdem bedarf es für die weitere Auseinander- 
setzung in den meisten Fällen einer genauen Bewertung der in 
Betracht kommenden Grundstücke, ausgenommen bei den Regulie- 
rungen, bei welchen in der Regel an die Stelle der Bewertung die 
Erhebung der nachhaltigen Ertragsfähigkeit tritt. 

Die besondere Bedeutung, welche sowohl der richtigen Er- 
mittlung des Haus- und Gutsbedarfes, als auch der richtigen Be- 
wertung der Grundstücke und der Nutzungsrechte bei der Durch- 
führung der agrarischen Operationen zukommt, veranlaßt uns, diese 
Gebiete eingehender zu behandeln, zumal die Lösung solcher Auf- 
gaben meist den Forstsachverständigen zufällt und daher ebenfalls 
in das Gebiet der Waldwertrechnung gehört. 

2. Die Ermittlung des Haus- und Gutsbedarfes. 

Die Ermittlung der Anteilrechte nach dem Haus- und Guts- 
bedarfe hat nach folgenden Grundsätzen zu geschehen: 

1. Bei Bemessung des Hausbedarfes sind zum Familienhaus- 
halte die vorhandenen Eltern und Kinder, sowie jene im Haushalte 
lebenden Dienstpersonen zu rechnen, welche im Wirtschaftsbetriebe 
dauernd erforderlich sind. 

2. Behufs Ermittlung des Haus- und Gutsbedarfes an der Weide-, 
Streu- und Grasschnittnutzung bildet der Bedarf einer Kuh orts- 
üblicher Rasse während der Sommerszeit den Maßstab. Handelt es 
sich um diese Nutzungen auch bezüglich anderer Viehgattungen, so 
ist das Verhältnis des Bedarfes für jedes Stück dieser Viehgattungen 



Die Ermittlung des Haus- und Gutsbedarfes. 359 

zu dem Bedarfe einer Weidekuh festzustellen, desgleichen hinsicht- 
lich des Bedarfes für Jungvieh. 

Ist die Ermittlung jener Viehzahl vorzunehmen, welche mit 
dem Futterertrage der zur Erzeugung von Winterfutter geeigneten 
Grundstücke durchwintert werden kann, so wird für jeden einzelnen 
Familienhaushalt der Teilgenossen von vorneherein eine Kuh orts- 
üblicher Rasse gerechnet. 

Zu dieser Kuh ist bei jenen Teilgenossen, welche zur Erzeugung 
von Winterfutter geeignete Grundstücke besitzen, jene Viehzahl, welche 
mit dem Futterertrage dieser Grundstücke durchwintert werden kann, 
insoweit hinzuzurechnen, als die für selbe erforderliche Sommer- 
fütterung nicht aus anderen Weide- oder Grasschnittrechten der be- 
treffenden Teilgenossen oder aus ihnen gehörigen Weideflächen be- 
schafft werden kann. Diese Ermittlung kann in der Regel nach dem 
Rohertrage geschehen; wurden aber diese Grundstücke bonitiert 
und ist festgestellt, daß der Bonitätswert derselben mit dem Roh- 
ertrage in den verschiedenen Klassen im gleichen Verhältnisse steht, 
so kann die Ermittlung der zu durchwinternden Viehzahl auch auf 
Grund des Bonitätswertes erfolgen. 

3. Hinsichtlich des Bezuges von Schilfplaggen und Rinden- 
nutzung für Streuzwecke, sowie Laub- und Nadelstreu ist die vor- 
stehend ermittelte Viehzahl zugrunde zu legen, wenn nicht die durch- 
schnittlich von jedem Teilgenossen gehaltene Viehzahl oder der Wert 
der Grundstücke einen geeigneteren Maßstab für die Bemessung 
des Bedarfes ergibt. 

4. Der Bedarf an Nutzholz ist nach Maßgabe der notwendigen 
Erhaltung des Wohnhauses und der Wirtschaftsgebäude des ein- 
zelnen Teilgenossen bei ortsüblicher Bauart und hinsichtlich des 
Brennholzes oder Torfes nach dem durchschnittlichen ortsüblichen 
Bedarfe für den Haushalt einer Familie zu bemessen. Sind hinsicht- 
lich der Wohn- und Wirtschaftsgebäude verschiedene Bauarten vor- 
handen, so ist für jede derselben eine entsprechende Type zu wählen 
und für diese der Normalbedarf festzustellen und danach das er- 
forderliche Quantum für jeden einzelnen Teilgenossen zu berechnen. 
Hiebei kann hinsichtlich der Ausmittlung der zum Wirtschaftsbetriebe 
notwendigen Räume der Ertragswert der Grundstücke zum Anhalts- 
punkt genommen werden. Gleichzeitig mit der Ermittlung des Haus- 
und Gutsbedarfes ist bei Regulierungen die Ermittlung der nach- 
haltigen Ertragsfähigkeit des gemeinschaftlichen Grundstückes hin- 
sichtlich der einzelnen Nutzüngsarten vorzunehmen. 



A. Die Weidenutzung. 

1. Die Feststellung des Verhältnisses der einzelnen Vieharten 
und Altersstufen zueinander. 

Wie aus den vorstehenden Bestimmungen zu ersehen ist, bildet 
für die Ermittlung des Haus- und Gutsbedarfes bei der Weide-, 
Streu- und Grasschnittnutzung der Bedarf einer ortsüblichen Kuh 



360 ^i^ agrarischen Operationen. 

den Maßstab. Für die übrigen Viehgattungen und Altersstufen ist 
das Verhältnis zu dem Bedarfe dieser Kuh festzustellen. 

Für die Feststellung dieses Verhältnisses können die Ergeb- 
nisse der neueren Fütterungslehre, nach welcher der Wert der ein- 
zelnen Futtermittel durch die in denselben verdaulichen Stoffe, und 
zwar an Kohlehydraten, Fett und Eiweiß, deren Wertverhältnis wie 
1:4:6 angenommen werden kann, herangezogen werden. 

In der Tafel 4 sind die Nähreinheiten der wichtigsten Futter- 
mittel angegeben, sowie deren Wert im Verhältnisse zu Mittelheu 
ausgedrückt. Da jedoch in vielen Fällen, namentlich wenn es sich 
um eine Bewertung handelt, der Roggenpreis eine sichere Grundlage 
bietet, ist in dieser Tafel auch das Verhältnis der einzelnen Futter- 
mittel zum Roggenpreise angegeben, wozu bemerkt wird, daß bei 
den sogenannten marktlosen Futtermitteln der rechnungsmäßige 
Roggenwert um 40% herabgemindert wurde. 

In der Tafel 5 ist der tägliche Bedarf an solchen Nährwert- 
einheiten für 1000 kg Lebendgewicht der verschiedenen Vieharten 
und Viehaltersstufen angegeben und unter Benutzung dieser Angaben 
der tägliche Futterbedarf für 1000 kg Lebendgewicht für die ver- 
schiedenen Heusorten pro Jahr und Tag abgeleitet. 

Bei der Wertreduktion der einzelnen Futtermittel auf den Heu- 
wert wurde nicht der physiologische Futterwert, der für die ver- 
schiedenen Vieharten keinen Vergleich zuläßt, sondern der Geldwert 
der in den Futtermitteln enthaltenen Nährstoffe zugrunde gelegt, 
bei welchem Vorgange es zulässig erscheint, auch den Futterbedarf 
der Schweine, die kein Rauhfutter (Heu und Stroh) fressen, in Heu- 
wert auszudrücken. Tafel 6. 

Beide Tafeln sind in erster Linie dazu geeignet, das Verhältnis 
des Futterbedarfes der einzelnen Viehgattungen und Altersstufen 
untereinander festzustellen, der je nach Gattung, Rasse (Schlag), 
Nutzzweck, Alter und Gewicht sehr verschieden ist. 

In dieser Richtung ist es vor allem notwendig, das mittlere 
Lebendgewicht der in Betracht kommenden Viehgattungen und 
Altersstufen zu bestimmen. 

Wenn Erfahrungen hierüber nicht vorliegen und eine direkte 
Gewichtsbestimmung nicht möglich ist, kann sie am einfachsten 
nach der Methode von Preßler durch Körpermessung stattfinden, 
bei welcher der Brustumfang (B) als Durchmesser einer Walze an- 
gesehen wird, deren Länge (L) den Leibesumfang bildet. 

Der sich hieraus ergebende Walzeninhalt muß noch mit der 
bezüglichen Formzahl multipliziert werden, um das Körpergewicht 
zu erhalten. 

Diese Formzahlen sind im Mittel 

für Kühe 043 

Ochsen 0*40 

Jungvieh 0*41 

Schweine 0*35 



Die Ermittlung des Haus- und Gutsbedarfes. 361 

Die Formeln für die Bestimmung des Lebendgewichtes sind 
daher: 

für Kühe G = B^ L . 0-337 

Ochsen .... G^B^L.O'SU 
Jungvieh . . . G^B^L. 0-322 
Schweine . . . G = B2L.0-273 

Beispiel 144: 

Bei einer Kuh beträgt der Brustumfang 170 cm, der Leibes- 
längsumfang 340 cm. 

G = 1702 X 340 X 0-337 = 331 kg oder 331 q. 

Die Nährwerteinheiten für die verschiedenen Viehgattungen er- 
geben sich, wenn die Angaben für 1000 kg Lebendgewicht der Tafel 5 
mit dem bezüglichen Gewichte multipliziert und das Produkt durch 
1000 dividiert wird. 

Beispiel 145: 

Welchen täglichen Bedarf an Nährwerteinheiten hat eine Milch- 
kuh von 300 kg Lebendgewicht? 

1000 kg Lebendgewicht erfordern 291 NE, 

daher 300 kg = ^^'\^^^^ = 8-73 NE; 

ein Pferd von 400 kg Lebendgewicht 

24-4 X 400 _ 

1000 -9 7^ NE, 

ein Ijähriges Schwein von 50 kg Lebendgewicht 

Sollen die einzelnen Viehgattungen und Altersstufen auf Kühe 
als Normalvieh reduziert werden, so muß vorher das mittlere Gewicht 
jeder einzelnen Gattung und Altersstufe festgesetzt werden, sodann 
wird der Bedarf an Nährwerteinheiten für diese Gewichte ermittelt 
und von diesen das Verhältnis zu den Nährwerteinheiten der Normal- 
kuh abgeleitet. 

Beispiel 146: 

Das Lebendgewicht wurde festgestellt für 

1 Kuh 300 kg 

Jungvieh 150 „ 

1 Ochsen 350 „ 

1 Schaf 35 „ 

1 Pferd 400 „ 

1 Schwein 50 „ 



362 D^® agrarischen Operationen. 

Der tägliche Bedarf an Nährwerteinheiten ist für 

. xr u 291X300 o^oxTo 
1 Kuh = ^^ — =873 NE 

T • V. 26-6X150 .„ 
Jungvieh = j^qq — "^ ^^ " 

1 r^ 1. 22-1 X 350 ._ 
1 Ochsen = ^^^ — =7-7 „ 

1 Schaf =^^><^ = 0-6 „ 

1 Pferd ^ 24-4 X 400 _ 

1 c u • 31-2 X 50 , ^ 

1 Schwein = — :^ — = 1-6 „ 

Wenn daher der Futterbedarf der Normalkuh pro 300 kg Lebend- 
gewicht = 1 ist, so ist jener 

für Jungvieh = 0*46 der Normalkuh 

Ochsen =0*89 „ 

Schafe =0-07 „ 

Pferde = 111 „ 
Schweine = 0*19 



2, Die Bestimmung der Weidenutzung nach Nährwerteinheiten. 

Ist der jährliche Futtervorrat gegeben, so kann der zulässige 
Viehstand nach Nährwerteinheiten in der Weise ermittelt werden, 
daß die Gesamtsumme der Nährwerteinheiten dieser Futtermittel 
durch den jährlichen Bedarf an Nährwerteinheiten einer Normalkuh 
dividiert wird. 

Beispiel: 

In einer Wirtschaft steht an Jahresfutter zur Verfügung: 



50 q Kornstroh 


ä 


NE =43 . . 


. 2150NE 


30 „ Gerstenstroh 


ä 


„ =50-4 . . . 


. 1512 „ 


25 „ Haferstroh 


ä 


, =51-3 . . . 


. 1283 „ 


200 , Futterrüben 


ä 


„ =17-0 . . . 


. 3400 „ 


8" , Kleeheu 


ä 


„ =960 . . 


. 7680 „ 


120 „ Mittelheu 


ä 


. =77-4 . . 


. 9288 „ 




Summe NE = 


. 25313 NE 



eine Normalkuh von 300 kg Lebendgewicht benötigt nach dem 

früheren Beispiele pro 1 Tag 8*7 Nährwerteinheiten, daher pro 

1 Jahr 8'7 X 365 = 3175 NE, es können somit mit diesem Futter- 

25 313 
Stande ' - = 8 Normalkühe bei ausschließlicher Stallfütterung 

gehalten werden. 



Die Ermittlung des Haus- und Gutsbedarfes. 363 



3. Die Bestimmung der Weidenutzung nach Mittelheu. 

Als Grundlage für diese Bestimmung dient der Futterbedarf 
an Wiesenheu mittlerer Beschaffenheit (Normalfutter) einer mittleren 
Kuh als Normalviehart. In der Tafel 4 (Futtermitteltafel) sind in der 
letzten Spalte die Verhältniszahlen für die einzelnen Futtermittel zur 
Reduktion auf Mittelheu angegeben. 

Wie aus dieser Tafel selbst hervorgeht, entsprechen diese 
Reduktionszahlen ebenfalls der neueren Füttemngslehre, indem sie 
aus dem Verhältnisse der Nährwerteinheiten zueinander abgeleitet 
wurden. Der Bedarf für 1000 kg Lebendgewicht für die einzelnen 
Viehgattungen und Altersstufen an Normalfutter ist für die ver- 
schiedenen Heuqualitäten in Tafel 6 angegeben. Hieraus kann aber- 
mals sowohl der Futterbedarf für das Normalvieh (Kuh), sowie das 
Verhältnis des Bedarfes der einzelnen Vieharten zur Normalkuh ab- 
geleitet werden. 

Beispiel 147: 

Unter Beibehaltung der Gewichtszahlen des vorhergehenden 
Beispieles berechnet sich der tägliche Futterbedarf an Mittelheu in 
Kilogrammen: 

Für 1 Kuh =^^^ = ll'4kg 

T • u 34 X 150 . , 

Jungvieh . . . . = — = 5-1 , 



1 ochsen. . . .=^^0=n-9 

1 Schaf. .'. . ■=^%^= 0-8 

i T>* ^ 31 X 400 

'^^''^ • • • •=-3UÖÖ- = ^'-^ 

1 a i, • 40 X 50 ,, - 

1 Schwein. . . .= — ^^^r^, — = 20 



1000 
'X3c 

1000 
cX S 

1000 
-X4C 

lUOO 
)X 5 

1000 

Wenn daher der Futterbedarf der Normalkuh = 1-0 ist, so ist 
jener 

für Jungvieh = 046 rund 050 

Ochsen ...... .=0-89 „ 090 

Schafe = 007 „ 010 

Pferde = 111 „ 110 

Schweine =019 „ 020 

Ohne Rücksicht auf eine etwa vorhandene Weidenutzung be- 
rechnet sich für den im vorhergehenden Abschnitte angegebenen 
Futterstand nach dem Mittelheubedarfe folgender zulässige Viehstand 
nach Normalkühen ä 300 kg 



364 



Die agrarischen Operationen. 



50 q Kornstroh 
30 „ Gerstenstroh 
25 „ Haferstroh 

200 „ Futterrüben 
80 „ Kleeheu 

120 „ Mittelheu 



Red. Zahlen 

X 0-55 = 
X 0-65 = 
X0-66 = 
X 0-22 = 
Xl-34 = 

xio = 

Summe 



Mittelheu 
27-5 q 
19-5 „ 
16-5, 
44-0, 
107-2 „ 
120-0 « 



334-7 q 



Da eine Normalkuh von 300 kg Lebendgewicht pro 1 Tag 11-4 kg, 
daher pro 1 Jahr = 11 -4 kg X 365 = 41*6 q Mittelheu bedarf, können bei 
ausschließlicher Stallfütterung mit dem angegebenen Futtervorrate 

— — ~- = 8 Normalkühe gehalten werden. 
4rb 



4. Die Bestimmung der Weidenutzung nach Kuhweiden. 

Unter einer Kuhweide versteht man eine Weide, welche den 
gesamten Futterbedarf für eine Kuh während der vollen Weidezeit 
liefert, in gleicher Weise unter einer Schaf-, Pferde-, Schweineweide 
diejenige Weide, welche den gesamten Futterbedarf für ein Schaf, 
Pferd, Schwein im ausgewachsenen Zustande während der vollen 
Weidezeiten für diese Viehgattungen deckt. 

Zur Bestimmung der Kuhweiden dient sowohl die Futtermenge 
in Mittelheuzentnern = 100 kg als auch die Flächengröße, 

Die Futtermenge ergibt sich als Produkt aus dem täglichen 
Futterbedarfe und der Dauer der Weidezeit. 



Beispiel 148: 

Wenn der tägliche Futterbedarf in Mittelheuwert für eine Kuh 
ll'4kg, für ein Schaf 08 kg und die volle Weidezeit für Rindvieh 
190 Tage, für Schafe 210 Tage beträgt, so muß eine Kuhweide einen 
Futterwert von 



eine Schafweide 



11-4 kg X 190 = 2166 kg = 21-66 q 
0-8 kg X 215 = 172 kg = 1-72 q 



Mittelheu liefern. 

Die Flächengröße ergibt sich als Quotient aus dem Futter- 
bedarfe während der vollen Weidezeit und dem Futtererträgnisse 
von 1 ha während einer Vegetationszeit. 

Beispiel 149: 

Wenn bei den vorstehend angenommenen Futterbedarfssätzen 
und Weidezeiten 1ha Weide jährlich einen Futterertrag von 15 q 
Mittelheu wert liefert, so werden zu einer 



Die ErmitÜung des Haus- und Gutsbedarfes. 365 

Kuhweide — r^— = 144 ha Weidefläche benötigt 

1"72 
Schafweide .,■. =0114 ha „ „ 

15 

oder auch umgekehrt 

15 
1 ha dieser Weide ist „^ a^ = 069 Kuhweiden 

2l0D 

15 
1 ha „ „ „ - = 87 Schafweiden 

Die Reduktion der Schaf-, Pferde- und Schweineweiden auf 
Kuhweiden und umgekehrt erfolgt nach dem Verhältnisse der Weide- 
flächen für je 1 Stück dieser Vieharten. 

Nach dem vorhergehenden Beispiele würde eine 

Schafweide ^ , , = 008 Kuhweiden 
144 



oder eine 



1-44 
Kuhweide tt-— — - = 126 Schafweiden 
0114 



gleichwertig sein. 

Die Bestimmung der Weidenutzung nach Kuhweiden ist von 
den drei angeführten Arten die älteste und bisher gebräuchlichste; 
da jedoch die beiden anderen Er mittlungs arten nach dem Futter- 
gewichtsbedarfe einen sicheren Maßstab liefern, weil der Wert des 
Heues zufolge Kaufes oder Verkaufes bekannter ist als jener der 
Kuhweiden, so verdienen sie den Vorzug, wenn die Wahl der Er- 
mittlungsart freisteht. 



5. Die Bestimmung der Weidenutzung nach dem Haus- und 

Gutsbedarfe. 

Wenn das Weiderecht ein unbestimmtes ist und die Viehzahl 
nach den durchschnittlichen Ergebnissen der letzten 10 Jahre (Ver- 
gangenheitsmaßstab) nicht festgestellt werden kann, ist die Er- 
mattlung des Viehstandes nach dem Haus- und Gutsbedarfe vor- 
zunehmen. 

Der Hausbedarf ist ohne Rücksicht auf die Familienzahl von 
vorneherein mit einer Normalkuh fixiert, wenn nicht durch Sach- 
verständige die Notwendigkeit einer Erhöhung dargetan wird. 

Der Gutsbedarf ist dagegen nach dem Durchwinterungsmaß- 
stabe zu bestimmen, d. h. nach dem Futterertrage der zur Erzeugung 
von Winterfutter geeigneten Grundstücke. 

Die Durchwinterungsviehzahl ergibt sich einerseits aus dem 
Winterfuttererträgnisse der berechtigten Grundstücke nach Futter- 
art und Futtermenge und anderseits aus dem Winterfutterbedarfe 



366 Die agrarischen Operationen. 

für 1 Stück Vieh der weideberechtigten Vieharten. Winterfutter- 
vorrat und Winterfutterbedarf müssen, um miteinander verglichen 
werden zu können, in Nährwerteinheiten oder Mittelheu ausgedrückt 
werden. 

Für die Veranschlagung des Futtervorrates ist die landesübliche 
oder örtlich die seit den letzten 10 Jahren eingehaltene Wirtschafts- 
art maßgebend. Nur derjenige Futtervorrat, welcher nach Maßgabe 
dieser Bewirtschaftungsart zur Winterfütterung aufgespeichert wird, 
kommt in Betracht, während das Streustroh und das während der 
Weidezeit etwa zu verabreichende Beifutter unberücksichtigt bleibt. 

Als Anhaltspunkt für die Ermittlung kann die Tafel 3 dienen. 
Aus dem Körnerertrage von 1 ha wird man leicht auf die betreffende 
Klasse schließen und aus der letzten Spalte den Weideertrag in Mittel- 
heu entnehmen können. Sicherer wird derselbe jedoch erhalten 
werden, wenn die Winterfuttervorräte direkt bestimmt und auf Mittel- 
heu reduziert werden. 

Für die Ermittlung des Anfalles an Stroh bietet der Körner- 
ertrag, welcher den einzelnen Nutzungsberechtigten am besten be- 
kannt ist, den geeignetsten Ausgangspunkt und sind in der Rubrik 
die Verhältniszahlen für die Ermittlung des Strohanfalles aus dem 
Körnerertrage pro 1 q und pro 1 ha angegeben. Für die Beurteilung 
des Heu- und Weideertrages der Wiesen kann die Tafel 2 benutzt 
werden. 

Die Veranschlagung des Winterfutterbedarfes kann abermals 
auf Grund der Tafel 5 und 6 erfolgen. Seine Größe ist abhängig 
von dem täglichen Futterbedarfe und von der Dauer der Zeit, 
während welcher das Vieh über Winter im Stalle gehalten wird. 

Die Schweine bleiben hiebei unberücksichtigt. 

Der tägliche Futterbedarf ist abhängig von Gattung, Rasse, 
Nutzzweck, Alter und Gewicht des Viehes und von der Beschaffen- 
heit des Futters. 

Die Stallzeit ist verschieden nach Klima, Viehgattung und Orts- 
gewohnheit. Der durch den täglichen Weidefutterbedarf für 1 Stück 
Vieh durch Viehstand und Weidezeit bestimmte Gesamtweidebedarf 
des Berechtigten erleidet nach den bezüglichen Bestimmungen eine 
Kürzung durch Anrechnung des Bedarfes, welchen der Berechtigte 
aus anderen Weide- oder Grasschnittrechten oder ihm überdies 
gehörigen Weideflächen deckt. In einem solchen Falle besteht 
der Weideanspruch in dem Überschusse des Gesamtweidebedarfes 
über diesen Nebenbedarf. 

Beispiel 150: 

Es soll der zulässige Viehstand nach der Überwinterung für 
ein Besitztum, das 10 ha Äcker und 2 ha Wiesen umfaßt, ermittelt 
werden. Der Durchwinterungszeitraum beträgt (bei einer Weidezeit 
von 180 Tagen) 185 Tage, das Gewicht der Normalkuh sei 300 kg. 

Die bisherige Bewirtschaftung des Gutes erfolgte nach der 
ortsüblichen Dreifelderwirtschaft und entfallen von der Gesamtfläche: 



Die Ermittlung des Haus- und Gutabedarfes. 367 

lOVo auf Brache = 1*0 ha 

30% V Winterkorn = 3'0 „ 

15% „ Sommergerste = 15 „ 

30% . Hafer = 30 „ 

3% „ Kartoffel = 03 „ 

30/0 n Futterrüben = 03 „ 

2Vo r, Mais = 0-2 , 

70/0 „ Rotklee = 0-7 „ 



Summe . . . = 100 ha 



Für den Winterfuttervorrat kommen nicht in Betracht der Er- 
trag an Getreidekörnern und die Kartoffel, weil deren Überschuß 
nur an die Schweine verfüttert wird. 

Für die Ermittlung des Strohertrages wurde festgestellt, daß im 
Durchschnitte 1 ha Fläche 20 hl Korn, 23 hl Gerste und 26 hl Hafer 
liefert. Der Boden entspricht somit der VII. Klasse der Tafel 3, 
welche für die Feststellung der übrigen Feldfrüchte benutzt wird. 
Es entspricht somit einem Körnerertrage pro 1 ha von 

20 hl Korn ein Strohertrag von 20 X 1"80 = . . . 36-0 q 
23 hl Gerste „ „ „ 23 X 090 = . . . 207 „ 

26 hl Hafer „ „ „ 26 X 0-90 = . . . 23-4 „ 

Ertrag an Fütterrüben 2500 „ 

„ „ Kleeheu 350 „ 

„ „ Wiesenheu 250 „ 

Summe . . . 3901 q 

Die Winterfuttervorräte sind demnach, wenn von dem Winter- 
kornstroh noch 10% für den sonstigen Hausgebrauch in Abschlag 
kommen, der übrige Teil aber ganz zur Verfütterung gelangt, da aus- 
schließlich zur Einstreu Waldstreu verwendet wird: 

Kornstroh 32*4 X 30 == 97*2 q 

Gerstenstroh 20-7Xl"5= 31-0 „ 

Haferstroh 23-4 X S'O = 702 „ 

Futterrüben 2500 X 3 = 75-0 „ 

Kleeheu 350 X 07 = 245 „ 

Wiesenheu 25-0 X 2-0= 500 „ 

Der Futterstand besitzt Nährwerteinheiten: 

Kornstroh 97-2X43= 4180 NE 

Gerstenstroh 31-0X50= 1550 „ 

Haferstroh 70-2X51= 3580 „ 

Futterrüben 750X17= 1275 „ 

Kleeheu 24-5X96= 2352 „ 

Wiesenheu 500X77= 3850 „ 

Summe . . .16787 NE 

Da eine Kuh von 300 kg Lebendgewicht an Nährwerteinheiten 



368 



Die agrarischen Operationen. 



täglich 



291X300 
1000 



87 und für 185 Tage 87 X 185 = 1609 NE be- 



16 787 
darf, so ist der zulässige Viehstand ^ ' „ „ =11 Normalkühe. 

Ibüy 

Werden hingegen die verschiedenen Futterarten auf das Normal- 
futter „ Mittelheu " reduziert, und zwar: 



Kornstroh 

Gerstenstroh 

Haferstroh 

Futterrüben 

Kleeheu 

Wiesenheu 



97-2 X 0-55 = 
31-0 X 0-65 = 
70-2 X 0-66 = 
75-0 X 0-22 = 
24-5 X 1'34 = 
50-0 X 100 = 

Summe 



Mittelheu = 



53-46 q 
20-15 „ 
46.33 „ 
16-50 „ 
32-83 „ 
50-00 . 



219-27 q 



• AT ,1 u .-. r u 38X300 ,, ,, 

so können, wenn eine Normalkuh täglich — = lr4kg und m 

185 Tagen 11*4 kg X 185 = 21 q bedarf, ebenfalls überwintert werden: 

219*3 

— ^-j — =11 Stück Normalkühe. 

Würde dieser weidenutzungsberechtigte Besitzer neben der Be- 
rechtigungsweide noch eine Weide mit einen Mittelheuertrage von 
50 q, ferner anderweitige Grasschnittrechte im Nutzwerte von 34 q 

84 
Mittelheu besitzen, so würden von dem obigen Viehstande -— -=:4 

lux. 

Stück Normalvieh in Abschlag kommen und sein Weideanteil nur 
mit 7 Stück Normalvieh bemessen werden. 

Die anrechenbare Viehzahl wäre demnach nach dem 

Hausbedarfsmaßstabe 1 Normalkuh 

nach dem Durch winterungsmaßstabe 7 Normalküh^ 



daher zusammen 



8 Normalküh 



In gleicher Weise ist der Normalviehstand der sämtlichen Be- 
teiligten zu ermitteln. 

Wenn mit einer Teilung gleichzeitig eine Zusammenlegung der 
Grundstücke verbunden ist, kann als Maßstab für die Bestimmung 
des Viehstandes auch der Bonitätswert der Grundstücke, welche für 
die Erzeugung des Wintervorrates in Betracht kommen, genommen 
werden. 

In einem derartigen Falle muß festgestellt werden, welcher 
Bonitätswert für die Durchwinterung von 1 Stück Normalvieh er- 
forderlich ist, wobei jedoch eine Unterscheidung zwischen Wiesen 
und Äckern gemacht werden muß, da beiden eine verschiedene 
Durchwinterungskraft eigen ist. 

Am einfachsten wird man den Bonitätswert aus der mittleren 
Wiesen- und Ackerklasse und dem Heubedarfe einer Normalkuh 
während der Winterszeit ableiten. 



Der Naturalertrag der Weidenutzung. 369 

Nach dem früheren Beispiele bedarf eine Normalkuh von 300 kg 

Lebendgewicht zur Durchwinterung 21 q; bei einem Ertrage von 25 q 

21 
pro 1 ha Wiesen sind demnach für 1 Stück Normalvieh -^ = 0*8 ha 

an Fläche und 560 K Bonitätswert erforderlich, wenn dieser pro 1ha 
700 K beträgt. 

Für die Äcker ergibt sich bei einem durchschnittlichen Mittel- 
heuertrage von 169 q für 1 Stück Normal vieh eine Fläche von 

21 
zr^TT^ = 125 ha, mit einem Bonitätswerte von 625 K, wenn derselbe 

pro 1 ha 500 K ist. 

Wenn nun ein Berechtigter einen Bonitätswert 

an Äckern von . 6000 K 

„ Wiesen „ 1200 , 

besitzt, so ergibt sich für ihn ein Durch winterungs viehstand von 
6000 



625 
1200 
560 



96 Stück Normalkühe 
21 . 



Summe . . . 117 Stück Normalkühe 

6. Die Bestimmung des Naturalertrages. 
Ä. Die Weidenutzung. 

Der Ertrag der Weiden in Mittelheuzentnern (1 q = 100 kg) ist 
nach einzelnen Bonitätsklassen anzuschätzen. Zur Richtschnur kann 
die Weideertragstafel für holzreinen Boden Tafel 3 dieijen, in welcher 
für VII Bonitätsklassen der Mittelheuertrag angegeben ist. 

Zur ungefähren Beurteilung des Waldweideertrages dient die 
Tafel 7, wozu jedoch bemerkt wird, daß sie in jedem besonderen 
Falle auf Grund der örtlichen Erhebungen neu aufzustellen ist. Bei 
ihrer Anwendung ist zunächst der Weideertrag in Mittelheuzentnern 
für die Blößen nach Maßgabe der nächstgelegenen Weiden oder 
Waldwiesen zu bestimmen, sodann für jeden Einzelbestand mit der 
Unterscheidung „geringes Stangenholz", „starkes Stangenholz" und 
„Baumholz" nach dem Bestockungsgrade die Ertragsquote zu ermitteln. 

Beispiel 151 : 

Wenn die Waldweide in einem 50- bis 60jährigen Kiefernbestande 
(Stärkeres Stangenholz) stattfindet, welcher eine durchschnittliche 
Bestockung von 08 besitzt und der holzleere Boden pro 1ha 20 q 
Mittelheu liefert, so ist der Weideertrag 

pro lha = 127o oder 20 q X 012 = 24 q Mittelheu. 

Biebel, Waldwertreclmaas. 2. Aufl. 2^ 



370 ^*® agrarischen Operationen. 

Wenn in einem derartigen Walde eine Vermessung für die Auf- 
stellung eines Einrichtungsplanes noch nicht erfolgt ist, muß eine 
Aufnahme der Bestandesabteilungen und Bonitätsausscheidungen den 
eigentlichen Erhebungen vorausgehen. Sodann erfolgt eine Standort- 
und Bestandesaufnahme für jede Bestandesabteilung unter Angabe der 
Standortskl^sse und Holzart des Bestandesalters und der Bestockung. 
Auszuscheiden sind hiebei die dauernd oder vorübergehend von der 
jährlichen Beweidung ausgeschlossenen Flächen, wie schroffe, felsige 
Hänge etc., sowie die Schonungen nach Maßgabe der forstgesetz- 
lichen Bestimmungen, insoweit sie Aufforstungen und Verjüngungen 
betreffen. 

§ 10 des Forstgesetzes bestimmt diesbezüglich: 

„Die Waldweide darf in den zur Verjüngung bestimmten Wald- 
teilen, in welchen das Weidevieh dem bereits vorhandenen oder erst 
anzuziehenden Nachwüchse des Holzes verderblich wäre (Schonungs- 
flächen, Hegeorte) nicht ausgeübt und in die übrigen Waldteile 
nicht mehr Vieh eingetrieben werden, als daselbst die erforderliche 
Nahrung findet. 

Die Schonungsflächen sollen in der Regel bei dem Hochwald- 
betriebe mindestens ein Sechstel und bei dem Niederwald- und 
Mittelwaldbetriebe mindestens ein Fünftel der gesamten Waldfläche 
betragen. 

B. Die Grassehnittnutzung. 

Die Grasschnittnutzung unterscheidet sich von der Weidenutzung 
dadurch, daß das Futter mittels Schnittes gewonnen und dem Vieh 
im Stalle verabreicht wird. 

Als Maßstab für die Ermittlung des Gesamtbedarfes dient, 
wenn das Bezugsrecht ein unbestimmtes ist, ebenfalls der Bedarf 
für 1 Stück Normalvieh für denjenigen Zeitraum, für welchen das 
Futter durch' die Grasschnittnutzung beschafft werden soll. 

Die Ermittlung des Gesamtbedarfes erfolgt daher nach dem 
Haus- und Gutsbedarfe, und zwar, wenn die Viehzahl nicht nach dem 
Viehstande der letzten 10 Jahre festgestellt werden kann, nach dem 
Durchwinterungs vermögen. 

Es ist zweckmäßig, den für eine Normalkuh festgestellten Bedarf 
an Schnittgras auf Mittelheu zu reduzieren, weil selten Anhaltspunkte 
für den Wert des Grases aus Verkaufspreisen vorliegen und derselbe 
daher aus dem Heuwerte, der zumeist aus den Verkaufspreisen be- 
kannt ist, abgeleitet werden muß. Da aus Tafel 4 der Reduktions- 
faktor auf Mittelheu 0'34 beträgt, ist das Nährwertsverhältnis von 
Mittelheu zu Schnittgras 1 : 3 bis 1 : 4 (Gewichtsverhältnis zirka 1 : 4). 

Für die Reduktion der einzelnen Viehgattungen und Altersstufen 
und die Ermittlung des täglichen Futterbedarfes einer Normalkuh 
dient die Tafel 6. 

Beispiel 152: 

Eine Normalkuh im Lebendgewicht von 250 kg bedarf 



Der Naturalertrag der Grasschnittnutzung. 371 

^^^000^^^ ^ ^^ ^^ Mittelheu, somit 9-5X3 = 285 kg Schnittgras, 

da 1000 kg Lebendgewicht täglich 38 kg Mittelheu bedürfen. 

Von dem festgestellten Gesamtgrasschnittbedarfe, ausgedrückt 
in Mittelheu, ist in Abzug zu bringen jenes Futterquantum^ welches 
der Berechtigte sich anderweitig entweder aus seinen eigenen Grund- 
stücken oder sonstigen Grasschnittrechten beschaffen kann. 

Das Produkt aus täglichem Futterbedarf und Ernährungszeit, 
abzüglich des Quantums der anderweitigen Futtermittel, gibt den 
gesuchten Schnittgrasbedarf. Die Ertragsermittlung an Schnittgras 
in Meterzentnern geschieht durch Schätzung, wobei Frobeschnitte 
gute Anhaltspunkte liefern. 

Bei diesen Schätzungen sind in erster Linie diejenigen Flächen 
zu erheben, auf welchen eine solche Nutzung ausgeübt wird. Ist das 
Nutzungsgebiet ein Wald, so gehören zur Grasnutzungsfläche die 
graswüchsigen Nichtholzbodenflächen, die graswüchsigen Holzboden- 
blößen, die der Grasnutzung geöffneten An- und Aufwüchse, die 
wegen lichter Bestandesbeschaffenheit grasefähigen älteren Holz- 
bestände, endlich die schnittgrasefähigen Lücken und Blößen in 
nicht grasefähigen Beständen. Die Schätzung selbst kann erfolgen 
nach Mittelheuzentnern im holzreinen Zustande oder durch Bestim- 
mung der wirklichen Heuerträge, unter Rücksichtnahme auf die Er- 
tragsverminderung in Menge und Güte, welche durch die Be- 
schirmung und Seitenbeschattung verursacht wird. 

Von dem Mittelheuertrage kommen ferner in Abschlag die Er- 
tragsausfälle durch Weide, Wild, Streu- und Plaggenberechtigungen. 
Der verbleibende Mittelheuertrag wird sodann in den Grasertrag nach 
dem Gewichtsverhältnisse von Heu zu Gras = 1:3 umgewandelt. 

Der reine erntekostenfreie Geldwert des Schnittgrases wird 
erhalten, wenn von dem Bruttogeldwerte die aufgewendeten Kosten 
in Abzug gebracht werden. 

Da Gras selten einen Verkaufsgegenstand bildet, so wird, wie 
schon hervorgehoben wurde, der Bruttowert am zweckmäßigsten 
nach dem Verkaufspreise für Mittelheu abgeleitet. 

Von diesem Werte sind jedoch die Kosten der Heubereitung in 
Abschlag zu bringen. (1 q Trocknen erfordert Vs bis Vs» i°i Mittel 1/4 
weibliche Tagesschicht.) 

Der Bruttowert von 1 q Gras beträgt sodann ein Drittel dieses 
reduzierten Heupreises, wovon abermals die Transportkosten des 
Schnittgrases vom Gewinnungsorte bis zum Verbrauchsorte in Ab- 
zug zu bringen sind. Zur Veranschlagung der Gewinnungskosten 
kann als Anhalt dienen, daß ein Mann bei lOstündiger Arbeitszeit 
auf 04 bis 05 ha das Gras abmähen kann. Das Sicheln auf zusammen- 
hängenden reinen Grasflächen kann aber ebensogut von Frauen wie 
von Männern erfolgen; es können in 10 Frauenarbeitsstunden 02 
bis 0*25 ha gesichelt werden. 

Beträgt z. B. in einem gegebenen Falle die Zeitversäumnis durch 
den zerstreuten Stand des Grases zwischen dem Holze 50% und der 
Grasertrag pro 1 ha 50 q, so erfordert 1 ha einen Zeitaufwand von 

24* 



372 I*^® agrarischen Operationen. 

rund 100 Frauenarbeitsstunden und 1 q Gras einen Gewinnungs- 
aufwand von 2 Frauenarbeitsstunden. 

Die Transportkosten ergeben sich für die Gewichtseinheit aus 
dem Gewichte der Transporteinheit (Traglast, Wagenlast) und aus 
der Entfernung zwischen Mitte des Berechtigungsobjektes und dem 
Wohnorte des Nutzungsberechtigten; für die Beurteilung kann 
Tafel 11 benützt werden. 



C. Die Streunutzung. 

Streubezugsrechte aus dem Walde werden insbesondere dann 
bestehen, wenn der Bedarf an Streustroh aus dem Feldbaue nicht 
gedeckt werden kann, was namentlich in Wein- oder Gebirgsgegenden 
der Fall sein wird. 

Sind solche Streübezugsrechte unbestimmter Natur, so wird 
man, wenn aus einem 10jährigen Zeiträume der durchschnittliche 
jährliche Bezug nicht festgestellt werden kann, das Bezugsrecht aus 
dem Haus- und Gutsbedarf e ermitteln. 

Den Bedarfsmaßstab bildet abermals 1 Stück Normalvieh. Kann 
die Viehzahl nicht aus dem Besitzstande der letzten 10 Jahre fest- 
gestellt werden, so wird man sie nach dem Durchwinterungsvermögen 
ermitteln. 

Es ist zweckmäßig, den Bedarf einer Normalkuh an Streustroh 
in der Regel in Roggenstroh festzustellen, weil dieses wohl am 
meisten als Streumittel verwendet wird und sein Wert am leichtesten 
festgestellt werden kann. 

Der Streustrohbedarf beträgt für 1 Stück Vieh im Durchschnitte 
ein Viertel der konsumierten Trockensubstanz. Da nach Tafel 4 
Mittelheu im lufttrockenen Zustande 86% vom Gesamtgewichte 
an Trockensubstanz besitzt, ergibt sich für eine Normalkuh von 
300kg Lebendgewicht ein Streustrohbedarf von: 

Täglicher Futterbedarf an Mittelheu aus Tafel 6 für 

1000 kg Lebendgewicht = 38 kg 

A i. f onni 38kg X 300 ,. ., 
daher für 300 kg = —-- = 11-4 kg 

Trockensubstanz = 11-4 kg X 0-86= 9-8 kg 
Streubedarf 9-8kg:4= 24 kg 

Der Streustrohbedarf während der ganzen Weidezeit wird nach 
dem Verhältnisse der Weide- und Stallzeit ermittelt. 

Der Gesamtbedarf ergibt sich aus dem gesamten auf Normal- 
vieh reduzierten Viehstande. 

Wird das Vieh auf die Weide getrieben, so ist die Dauer der 
Weidezeit und der Stallzeit festzustellen und nach Maßgabe des ver- 
schiedenen Streubedarfes der Gesamtbedarf zu ermitteln. 



Der. Naturalertrag der Streunutzung. 373 

Von dem auf solche Weise berechneten Gesamtbedarfe sind in 
Abschlag zu bringen: Die Waldstreu und Blattabfälle aus Waldungen 
und von Bäumen des Beteiligten, sowie der nicht zur Fütterung 
erforderliche Strohertrag. 

Die Umrechnung aus Streustroh in lufttrockene Waldstreu ge- 
schieht nach dem Wertverhältnisse beider. Die Ermittlung dieses 
Wertverhältnisses erfolgt entweder aus den örtlichen Verkaufs- 
preisen beider Produkte oder aber nach Maßgabe der chemisch- 
physikalischen Eigenschaften der Streumittel selbst. Der erste Weg 
führt wohl zu einem brauchbaren Resultate, kann aber nur selten 
eingeschlagen werden, weil die Verkaufspreise nur in den wenigsten 
Fällen bekannt sind. Es muß daher zumeist die zweite Ermittlungs- 
weise gewählt werden, indem das Verhältnis der Streumittel aus 
ihren für die Einstreu und Düngung maßgebenden physikalischen 
und chemischen Eigenschaften abgeleitet wird. 

Dieses Verhältnis beträgt 



für 100 


Gewichtsteil 


Streustroh (Winterroggenstroh) 


2-00 


n 


Buchenlaubstreu 


3-30 


j» 


Kiefernnadelstreu 


2-85 


n 


, Fichtennadelstreu 


1-2Ö 


» 


Moosstreu 


0-62 


n 


Farrenki-autstreu 


4-00 


V 


Heidestreu. 



Unter Benützung dieser Verhältniszahlen wurde der tägliche 
Streubedarf für 1000 kg Lebendgewicht für die verschiedenen Vieh- 
arten und Altersstufen abgeleitet und in Tafel 9 zusammengestellt. 

Die Ermittlung des Streubedarfes einer speziellen Viehgattung 
geschieht dadurch, daß dessen Lebendgewicht ins Verhältnis zu 
jenem von 1000 kg gesetzt wird. 

Beispiel 153: 

Es soll der tägliche Bedarf an Kiefernadelstreu für eine Normal- 
kuh von 250 kg Lebendgewicht gesucht werden. 

Für 1000 kg beträgt derselbe aus Tafel 9 25 kg, daher für 250 kg 

Lebendgewicht "^^^fq^^^^ = 625 kg. 

Die Ermittlung des Naturalertrages an Waldstreu erfolgt am 
besten durch Anfertigung einer Bestandesbeschreibung, in welcher 
alle Verhältnisse, die auf die Höhe des Streuertrages von Einfluß 
sind, angegeben werden müssen. Ferner ist zu bestimmen: 

Die Flächengröße der zulässigen Streubetriebsfläche und jene 
der Streuausschlußfläche. Zur Ausschlußfläche gehören die wegen 
dauernd erforderlicher Schonung von jeder Streunutzung auszu- 
schließenden Abteilungen oder Teile derselben infolge Steilheit, 
Flachgründigkeit, Steinigkeit etc. 

Ferner die Standortsbeschaffenheit unter Angabe der Merkmale 
für die Zulässigkeit oder den Ausschluß der Streunutzung, sowie 



374 Di® agrarischen Operationen. 

die Bodenklasse und die Art des Bodenüberzuges (Heide, Beeren- 
kräuter, Moose, Farren); der Holzbestand in Bezug auf Alter, Be- 
stockung; die seitherige Benützung unter Angabe, ob bereits eine 
Streunutzung stattgefunden hat oder nicht. 

§ 11 des Forstgesetzes bestimmt hiezu: 

„Die Bodenstreu darf, insoferne sie aus abgefallenen Blättern 
(Laub und Nadeln) und Moos besteht, nur mit hölzernen Rechen 
gesammelt werden, und es ist keineswegs gestattet, mit demselben 
auch die Erde (den Boden selbst) aufzukratzen und zu sammeln. 
Heide, Heidelbeeren, Ginster und andere derlei Gewächse, welche 
als Streumateriale benützt werden, dürfen nur mit Schonung der 
inzwischen befindlichen Holzpflanzen abgeschnitten werden. 

In Durchforstungsschlägen hat die Gewinnung der Bodenstreu 
gänzlich zu unterbleiben. Ebenso in Verjüngungsschlägen, wenn da- 
durch die Wiederanzucht des Holzes gefährdet würde." 

Die periodische Streunutzungsfläche umfaßt diejenige Fläche, 
welche innerhalb einer Streuumlaufszeit zur Nutzung gelangt. Sie 
ergibt sich aus der Streubetriebsfläche, Holzumtriebszeit, Dauer der 
Jugend- und Verjüngungsschonung. 

Beispiel 154: 

Bei 500 ha Streubetriebsfläche und lOOjähriger Umtriebszeit, 
50jähriger Jugendschonung und lOjähriger Verjüngungsdauer beträgt 
die periodische Streunutzungsfläche: 500 — (250 -|- 50) = 200 ha oder 
40 Jahresschläge. 

Bestehen verschiedene Umtriebszeiten, so ist die periodische 
Streunutzungsfläche für jede Umtriebszeit besonders zu berechnen. 

Da jene Flächen, welche zum ersten Male zur Streunutzung 
gelangen, größere Erträge liefern als jene, welche bereits öfters 
genutzt worden sind, müssen diese beiden Flächenkategorien bei 
der Ermittlung der periodischen Streunutzungsfläche unter Berück- 
sichtigung der Streuumlaufszeit getrennt behandelt werden. 

Nach dem vorhergehenden Beispiele beträgt die periodische Streu- 
nutzungsfläche 40 Jahresschläge ä 5ha = 200 ha; bei einer 5jährigen 

Streuumlaufszeit müssen die zum ersten Male zur Streunutzung ge- 

5 
langenden Flächen -^ X 200 = 25 ha, die bereits öfters genutzten 

Flächen || X 200 = 175 ha betragen. 

Die Einschätzung des Streuertrages erfolgt mit Benützung 
von Streuertragstafeln für Normalbestände unter Berücksichtigung 
des Bestockungsgrades durch Abzug eines entsprechenden Betrages. 
Aus dem Gesamtstreuertrage der zur Schätzung gelangten Flächen 
ergibt sich mittels Division dieser Summe durch die Jahre der 
Streuumlaufszeit der durchschnittliche jährliche Streunaturalertrag. 

Für die Schätzung kann die Tafel 8 benützt werden, wobei es 
sich jedoch empfiehlt, die Tafelergebnisse mit jenen von Probeflächen 
aus noch nicht berechneten Normalbeständen zu vergleichen, eventuell 
richtigzustellen. 



Der Naturalertrag der Streunutzung. 375 

Die Ermittlung des Nettogeldwertes für 1 q Streu: Der Netto- 
geldwert ergibt sich aus dem Bruttogeldwerte, wenn von diesem die 
Gewinnungs- und Transportkosten in Abzug gebracht werden. 

Der Streubruttowert kann entweder aus den Rechstreuverkaufs- 
preisen oder mittelbar nach den gegendüblichen Streustrohverkaufs- 
preisen ermittelt werden. Im ersten Falle sind von dem Bruttowerte 
nur die Gewinnungskosten, im zweiten Falle aber außer diesen auch 
noch die Streutransportkosten in Abzug zu bringen. 

Um den Preisschwankungen Rechnung zu tragen, sind die 
Durchschnittspreise aus einer längeren Reihe von Jahren zu nehmen, 
hiebei aber Extreme infolge Überfluß oder Mangel nicht zu berück- 
sichtigen. 

Wo aus regelmäßigen Waldstreuverkäufen der Preis pro Raum- 
oder Gewichtseinheit bekannt ist, verdient die Benützung dieser Preise 
den Vorzug, weil der Wert des Strohes durch seine anderweitige, 
vielseitige Verwendbarkeit wesentlich beeinflußt wird. 

Bei Verkauf von Raummaßen sind aus dem Raummeterpreise 
jene für 1 q lufttrockener Streu unter Benützung der in Tafel 8 
angegebenen Gewichtszahlen zu berechnen. 

Beispiel 155: 

Der Verkaufspreis für 1 rm lufttrockener und gedrückter Fichten- 
nadelstreu beträgt 1 K, das Gewicht von 1 rm beträgt 165 kg, daher 

1*0 K 
ist der Bruttowert von 1 q = -^-^^^ = 0-60 K. 

165 

Bei der Ermittlung des Waldstreubruttowertes aus dem Streu- 
strohpreise bei Lufttrockengewicht geht man von dem Wertverhält- 
nisse aus, welches, wenn der, Wert des Streustrohes mit 10 ange- 
nommen wird, 

für Buchenlaubstreu . 0*50 

Kiefernnadelstreu 0*30 

Fichtennadelstreu 0*35 

Moosstreu 0*80 

Farrenkrautstreu 1*60 

Heidestreu 0*25 ist. 

Als Strohpreis ist jener des Streustrohes (Krummstroh, Wirr- 
stroh) zu benützen; wenn jedoch dieser nicht bekannt ist, wäre von 
den Langstrohpreisen ein entsprechender Abzug von ungefähr 20% 
zu machen. 

Beispiel 156: 

Wie hoch berechnet sich der Wert für 1 q Buchenlaubstreu, 
wenn der Preis für Iq Langstroh 160 K beträgt? 

Ab 207o für Minderwert des Streustrohes = l'SO K. 

Wert Verhältnis von Stroh- und Buchenstreu = 0*5. 

Der Wert von Iq Buchenstreu daher 1*30 K X 05 = 0*65 K. 



376 ^^^ agrarischen Operationen. 

Zur Werbung oder Gewinnung werden gerechnet: 

Das Abrechen, das Zusammenbringen in Haufen bis zu den 
Ladestellen. 

Zu dem Transporte: 

Das Aufladen, die Fortschaffung an den Verbrauchsort und 
das Abladen. 

An Gewinnungs- und Transportkosten sind abzurechnen: 

Von dem nach den Verkaufspreisen ermittelten Bruttowerte im 
Walde die Kosten des Rechens und Zusammenbringens und, wenn 
der Bruttowert nach Raummeterpreisen berechnet worden ist, auch 
die Kosten für das Aufmetern; wenn hingegen der Bruttowert nach 
Strohpreisen ermittelt wurde, die Gewinnungskosten für Abrechen 
und Zusammenbringen und die Transportkosten für Aufladen, Fort- 
schaffung und Abladen. Die Transportkosten können ebenfalls nach 
der Tafel 11 beurteilt werden. 

1 rm frischer Buchenstreu erfordert für Abrechen und Zu- 
sammenbringen 3'3, Aufmetern 0"4 Arbeitsstunden, während 

1 rm Kiefernstreu 37 für Abrechen und Zusammenbringen, 
0*4 Stunden für das Aufmetern in Anspruch nimmt. 

Das Ladegewicht einer zweispännigen Fuhre beträgt je nach 
dem Zustande des Abfuhrweges 3 bis 6rm. 

1 Traglast Waldstreu faßt 0"4rm. 

1 Schiebkarren Waldstreu faßt 0*8 q. 



D. Die Holzbezugsreehte. 

Je nach dem verschiedenartigen Verwendungszwecke können 
unterschieden werden :- 

Bezugsrechte für Bauholz, Geschirrholz und Brennholz. 

1. Das Bezugsrecht von Bauholz. 

Als Bauholz ist dasjenige Holz anzusehen, welches teils zur 
Konstruktion und zum Ausbau von Gebäuden, teils zu solchen Bau- 
lichkeiten, Vorrichtungen und Geräten erforderlich ist, die zur 
Sicherung und Benützung der Gebäude notwendig sind. 

Zu den Gebäuden gehören sämtliche Wohn- und Wirtschafts- 
gebäude (Scheunen, Ställe, Schupfen etc.) sowohl für den Wirt wie 
für den Ausgedinger. 

Konstruktionsholz sind: Schwellen, Säulen, Riegel-, Wand- und 
Dachrahmen, Balken, Sparren und Latten. 

Zum Ausbau werden gerechnet: Fensterrahmen und Fenster- 
läden, Türen, Holzbekleidungen, Dielen, Deckenhölzer, Dachstöcke, 
Treppen, Bohlen zu Ställen, Krippen und Raufen. 

Zu den Baulichkeiten, welche die Sicherung und Benützung 
der Gebäude vermitteln, gehören Hofumzäumungen mit Toren und 
Türen, Räume mit den Tränktrögen etc. 



Die Holzbezugsrechte. 377 

Ist der Umfang des Bezugsrechtes ein unbestimmter, so muß 
derselbe nach dem Haus- und Gutsbedarfe ermittelt werden, wozu 
§ .78 der Ackerbau-Ministerialverordnung vom 8. Februar 1887 fol- 
gendes bestimmt: 

„Bei Ermittlung des Bedarfes an Nutzholz für Wohn- und Wirt- 
schaftsgebäude sind, insoferne hinsichtlich der Bauart derselben 
verschiedene ortsübliche Verhältnisse obwalten, die denselben ent- 
sprechenden Typen mit dem für jede erforderlichen Normalbedarfe 
festzustellen und ist danach das erforderliche Quantum für jeden 
einzelnen Teilgenossen zu berechnen. Hiebei kann hinsichtlich der 
Ausmittlung der zum Wirtschaftsbetriebe notwendigen Räume der 
Ertragswert der Grundstücke zum Anhaltspunkt genommen werden." 

Hinsichtlich der Bauart wird man bei den Gebäuden unter- 
scheiden: Gebäude mit massivem und nichtmassivem Bau, hinsichtlich 
ihrer Benützung: Wohngebäude, Stallungen, Schupfen, Schüttböden 
etc., weil die Dauer der einzelnen Holzbestandteile für diese ver- 
schiedenen Bauwerke gleichfalls eine verschiedene ist. Zweckmäßig 
ist auch, bei der Ermittlung des Bauholzbedarfes durch Abmessung 
der Dimensionen und Abzahlung der Stückzahl diese Bestandteile 
nach der gleichen Dauer zu gruppieren und den Holzinhalt dieser 
Gruppen in Rundholz im unbearbeiteten rohen Zustande zu be- 
stimmen, wie es nachfolgend der Fall ist, wobei Erfahrungszahlen 
für die durchschnittliche Dauer beigesetzt sind. 



a) Massivbau. 

1. Bei Wohngebäuden: 

Für Wände und Fundament 150 bis 200 Jahre 

Balken, Sparren, Säulen u. dgl 80 „ 100 

Dielen, Fenster, Türen, Treppen ..... 35 „ 40 

Ziegeldächer 50 „ 60 

Schindeldächer 25 „ 35 „ 

2. Bei Stallungen (Pferde-, Rindvieh-, Schafstallungen): 

Für Wände 120 bis 150 Jahre 

Sparren, Säulen, Balken u. dgl 65 „ 75 

Türen, Tore, Decken, Balkenlagen .... 30 „ 40 

Ziegeldächer 40 „ 50 „ 

Schindeldächer 20 „ 30 

3. Für Schupfen, Schüttböden und sonstigen Bauten, in welchen 
weder Vieh noch Feuer unterhalten wird: 

Für Wände und Fundament 150 bis 200 Jahre 

Balken, Sparren, Säulen u. dgl 80 „ 100 „ 

Tore, Türen, Fenster u. dgl 50 „ 60 

Schindeldächer .... 25 „ 35 „ 

Ziegeldächer . 35 „ 45 „ 



378 ^^^ agrarischen Operationen. 

b) Beim nichtmassiven Bau. 

1. Bei Wohngebäuden: 

Für Wände, Balken, Schwellen, Säulen, Sparren . 80 bis 100 Jahre 

Fenster, Türen, Dielen, Treppen, Latten . . 35 „ 45 „ 

Schindeldach 24 „ 30 

Strohdach 20 „ 22 „ 

2. Bei Stallungen: 

Für Wände 45 bis 50 Jahre 

Balken, Säulen, Schwellen, Sparren .... 60 „ 70 „ 

Fenster, Türen, Latten, Decken u. Balkenlagen 30 „ 40 „ 

Schindeldach 20 „ 25 

Strohdach 18 „ 20 „ 

3. Bei Scheuern, Schüttböden, Schupfen etc.: 

Für Wände, Balken, Schwellen, Säulen . . . . 80 bis 100 Jahre 

Türen, Tore, Dielen, Fenster, Treppen . . 40 „ 50 „ 

Schindeldach 25 „ 30 

Strohdach 18 „ 20 „ 

4. Bei Rohrleitungen aus Kiefernholz: 

Im Tonboden 20 bis 25 Jahre 

Sandboden 10 „ 25 „ 

Wenn die Abnützung der einzelnen Bestandteile als gleichmäßig 
angenommen wird, ergibt sich der jährliche Bedarf, indem man 
den Festgehalt der Holzbestandteile der bezüglichen Gruppe durch 
die Jahre der Dauer dividiert. 

Beispiel 157: 

Beträgt bei einem Wohngebäude (Massivbau) der Festgehalt 
der Balken, Sparren, Säulen etc. 50 fm, so ist der jährliche Bedarf 

bei einer Dauer von 90 Jahren = 0*55 fm. 

Ist ferner der Festgehalt der Dielen, Türen, Treppen, Verscha- 
lungen 10 fm, so beträgt bei einer Dauer von 38 Jahren der jähr- 
liche Bedarf — ^r^ — = 0*26fm; zusammen daher 08lfm. 

oo 

Der jährliche Nutzwert oder Reinertrag wird erhalten, wenn 
das jährliche Bauholzquantum mit dem Nutzwerte der Einheit 
multipliziert wird; der Nutzwert der Einheit ist gleich dem Durch- 
schnittspreise weniger den Gestehungskosten. 

Für den früheren Fall ist daher der jährliche Nutzwert 
081 X 8 K = 648 K, wenn der Nutzwert von 1 fm Bauholz dem Durch- 
schnittspreise von 10 K weniger 2 K Gestehungskosten = 8 K ent- 
spricht. 



Die Holzbezugsrechte. 379 

Für die einzelnen Typen wird man den Bedarf für 1 m^ ver- 
bauter Grundfläche ermitteln und für die übrigen Gebäude der 
gleichen Type den Bedarf nach Maßgabe dieser Fläche berechnen 
und die Dimensionen für die Ermittlung der verbauten Fläche ent- 
weder direkt abmessen oder auch bloß aus der Katastralkarte ab- 
greifen; falls es sich nur um die Bestimmung des Anteilrechtes für 
den Zweck einer Teilung oder Regulierung handelt, kann diese Art 
der jährlichen Nutzwertermittlung ihrer Einfachheit wegen immerhin 
Anwendung finden, bei Ablösungen eines solchen Bezugsrechtes ist 
sie aber ihrer Unrichtigkeit wegen unbedingt verwerflich. 

2. Das Bezugsrecht von Zeug- oder Geschirrholz. 

Unter Zeug- oder Geschirrholz ist jenes Holz zu verstehen, 
welches zur Herstellung der Geräte für die Erzeugung, Umformung, 
Fortbewegung, Aufbewahrung und Verzehrung von Stoffen dient. 

Bei einem landwirtschaftlichen Betriebe gehören hiezu die 
Ackergerätschaften, wie Pflüge, Eggen, Walzen, Wägen, Schlitten, 
Schiebkarren, Hacken-, Spaten-, Schaufelstiele, Rechen, Sensen, 
Dreschflegel, ferner das Holz zu sonstigen Wirtschaftsgeräten, wie 
Schwingen, Schaffei, Futterladen, Windfegen, Milch- und Tränk- 
eimer etc. 

Die Bedeutung dieser Bezugsrechte ist nur mehr eine unter- 
geordnete, da einerseits viele Bestandteile dieser Geräte gegenwärtig 
durch Eisen ersetzt, anderseits dieselben meist im fertigen Zustande 
angeschafft werden. 

Der Bedarf an Geschirrholz ist in gleicher Weise wie beim 
Bauholze durch Feststellung der Dimensionen, der Stückzahl und 
der Dauer zu ermitteln, wenn nicht aus dem tatsächlichen Bezüge 
der letzten 10 Jahre auf den Bedarf geschlossen werden kann. 

Einen ungefähren Anhaltspunkt über die Dauer der Geräte bietet 
folgende Zusammenstellung: 

Getreidetruhen . .40 Jahre 

Ackerwalzen, Leitern, Schnitzelbank .... 20 „ 

Beschlagene Wägen 15 „ 

Schlitten, Eggen 12 „ 

Pflüge, Sand- und Schottertruhen, Handschlitten 

und Handwagerl 10 „ 

Sauerbottiche, Dengelstöcke, Mistbretter ... 8 „ 

Unbesohlagene Wägen, Wagenleitern, Wiesbäume 6 „ 

Ochsenjoche, Wasserfässer 3 „ 

Trag- und Futterkörbe, Hacken- und sonstige 

Stiele 2 „ 

Den Festgehalt der einzelnen Geräte in Rohholz durch die Jahre 
ihrer Dauer dividiert, gibt sodann den jährlichen Bedarf und dieser 
mit den bezüglichen Preisen, abzüglich der Werbungskosten multi- 
pliziert, den jährlichen Reinertrag oder die Nettogeidrente. 



380 ^^^ agrarischen Operationen. 



3. Das Bezugsrecht an Brennholz. 

Hinsichtlich des Bedarfes an Brennholz kann unterschieden 
werden : 

1. Der Haushaltsbedarf, d. i. der Brennholzbedarf zum Heizen, 
Kochen, Backen, Waschen, Bleichen, Schlachten, Obst- und Flachs- 
dörren. 

2. Der landwirtschaftliche Bedarf, welcher das Holz zur Be- 
reitung des Viehfutters (Kochen, Brühen und Dämpfen des Futters) 
umfaßt. 

Der Vollbedarf an Brennholz für beide Bedarfsarten ist ab- 
hängig vom Klima, von der Größe der Heizräume und dem Umfange 
der Landwirtschaft, ferner von der Bauart der Gebäude und der 
Einrichtung der Feuerungs- und Heizvorrichtungen. 

Die Veranschlagung erfolgt am zweckmäßigsten in Normal- 
sortimenten, d. h. Festmetern des gangbarsten, gegendüblichen Brenn- 
holzmateriales, und zwar entweder nach Kiefern-, Fichten- oder 
Buchenscheitholz. 

Der Bedarf an Brennholz für die Beheizung wird am zweck- 
mäßigsten nach der Größe des Beheizungsraumes bestimmt und 
hiebei kann als Anhaltspunkt dienen, daß zur Erwärmung von 1 m^ 
Heizraum pro 1 Jahr 015 fm^ Buchenscheiter bei Gebäuden mit 
Fachwerk und 010 fm^ Buchenscheiter bei Gebäuden mit Massivbau 
erforderlich sind. 

Der Bedarf zum Kochen, Backen, Waschen, Bleichen, Schlachten, 
wird am einfachsten nach der Personenanzahl bestimmt, wobei 
2 Kinder als eine Person zu rechnen sind. 

Der Bedarf an Arbeitskräften beträgt nach Pabst für 1ha 
Besitzfläche : 

1. Bei extensivem Betrieb u. geringem Boden 0'18bis0'27 Arbeitskräfte 

2. „ mittelmäßig extensivem Betrieb . . 0'29 „ 0"36 „ 

3. „ intensivem Betrieb und wenigstens 

mittelgutem Boden 0"38 „ 0*45 „ 

4. „ sehr intensivem Betrieb und gutem 

Boden 047 „ 0-60 

Hiezu kommen noch die nichtarbeitsfähigen Personen des Haus- 
haltes, Ausnehmer und Kinder, wobei 2 Kinder als eine Person zu 
rechnen sind. Der Bedarf an Brennholz beträgt im Durchschnitte 
für eine Person 1*2 bis 15 fm^ Buchenscheitholz und zwar gilt die 
kleinere Zahl für größere, die größere für kleinere Wirtschaften. 
Der Bedarf zum Obst- und Flachsrösten richtet sich nach der Aus- 
dehnung des Besitzes und zwar kommen auf 1 ha Fläche O'l fm^ 
Buchenscheiter; der Bedarf zur Bereitung des Viehfutters richtet 
sich nach der Viehzahl und beträgt derselbe 

für 1 Kuh 0"25 fni^ Buchenscheiter 

1 Kalbin 0-125 fm^ 

1 altes Schwein . . 0"125fm=* „ 



Die Holzbezugsrechte. 381 

Der Gesamtbrennholzbedarf beträgt für ländliche Wirtschaften 
im Durchschnitte an Buchenscheitholz in Festmetern: 

im Durchschnitte 
insgesamt p^^ ^ j^^ 

Bei Besitzern von 1 bis 3 ha 9 bis 11 fm^ 90 bis 36 fm^ 

4 „ 8ha 11 „ 13fm3 27 , TÖfm^ 

9 „ 15 ha 14 „ 18fm3 Ib „ 1-2 fm» 

„ 16 „ 30 ha 21 , 33 fm^ 1-3 „ ll fm» 

, 31 „ 60 ha 28 „ 42 fm^ 09 „ 0-7fm3 

bei Taglöhnern ohne Land pro erwachsene Person 30 fm^ 

Die Reduktion auf eine andere Holzart oder ein anderes Sortiment 
erfolgt im Verhältnisse der Brennkraft zum Buchenscheitholze und 
gibt hiefür die Tafel 10 (Brennwerttafel), welche ebenfalls Dankel- 
manns „Ablösung der Grundgerechtigkeiten" entnommen ist, die 
nötigen Anhaltspunkte. 

Von dem auf solche Weise ermittelten Haus- und Gutsbedarfe 
sind die anderweitigen Feuermittel des Berechtigten in Abschlag zu 
bringen, und zwar: 

1. Der jährliche Brennholzertrag aus eigenen Wäldern und 
Holzungen. 

2. Die Bauholzabfälle bei Neubauten oder Reparaturen, welche 
zirka mit 30% des Bauholzfestgehaltes veranschlagt werden können. 

3. Das Abgangholz, d. i. altes, abgenutztes Holz von Gebäuden, 
Zäunen, Brücken, Gerätschaften etc. 

Der nach Normalsortimentsfestmetern ermittelte Brennholzbedarf 
muß, wenn man seinen Geldwert ermitteln will, in Festmeter 
derjenigen Holzarten und Sortimenten umgerechnet werden, auf 
welche sich das Bezugsrecht erstreckt, beziehungsweise welche der 
belastete Wald liefert. 

Die Umrechnung geschieht durch Reduktionsfaktoren, welche 
entweder nach den Geldwerten oder nach den Gebrauchswerten der 
Vergleichssortimente abgeleitet werden. 

Den Vorzug verdient wegen seiner größeren Einfachheit und 
Sicherheit der Geldmaßstab und sind die lokalen Holzpreise oder 
jene der nächsten Umgebung zugrunde zu legen. 

Nur für Sortimente, welche keinen Absatz finden, wird man 
die Reduktionsfaktoren nach dem Gebrauchswerte und zwar nach 
Maßgabe des Brennholzwertes, welcher aus Tafel 10 entnommen 
werden kann, bilden. 

Preisermittlung des Brennholzes. 

Da die Aufarbeitung des Brennholzes nach Raummaß erfolgt, 
ist dieses unter Benützung der bezüglichen Reduktionsfaktoren 
in Festmaß umzurechnen, ebenso die Preise des aufgearbeiteten 
Holzes und die Werbungskosten. 

Die Preise jener Sortimente, von welchen die Marktpreise nicht 
bekannt sind, müssen nach dem Brennwertverhältnisse und den 



382 Die agrarischen Operationen. 

bekannten Preisen desjenigen Sortiments bestimmt werden, welches 
diesen am nächsten steht. 

Der jährliche Reinertrag oder die Nettorente eines solchen 
Brennholzbezugsrechtes ergibt sich aus dem Produkte von Holz- 
bezugsquantum und dem Nutzwerte der einzelnen Sortimente, d. i. 
dem Durchschnittspreise weniger den Gestehungskosten. 



3. Die Bestimmung der Anteilreehte. 

Die Verhältniszahl für das Anteilrecht jedes einzelnen Nutzungs- 
berechtigten ist gegeben durch den Quotienten aus dem ermittelten 
Bedarf des Einzelnen und dem Gesamtbedarfe. 

Bezeichnet man 

den ermittelten Gesamtbedarf mit B, 

den ermittelten Bedarf des Einzelnen mit b, 

den Gesamtnaturalertrag mit Nr, 

den Gesamtreinertrag mit R, 

den Gesamtwert des Nutzungsobjektes mit W, 
so ist das Anteilrecht: 



.Ni- am Naturalertrage 



b -^ ^ 

A = -5- . R am Remertrage 



. W am Werte. 



Beispiel 158: 



Der Haus- und Gutsbedarf wurde insgesamt bei der Weide- 
und Streunutzung mit 100 Stück Normalkühen und bei der Holz- 
nutzung mit 300 fm^ Holz ermittelt; die Verhältniszahl für einen 
Beteiligten, dessen Weide- und Streubedarf mit 10 Normalkühen 
und dessen Holzbedarf mit 20 fm^ festgestellt wurde, ist demnach: 

Für die Weide- und Streunutzung "TnfT 

20 
Holznutzung . „^^ 

und wenn der auf die Weidenutzung entfallende 

Kapitalswert 20.000 K 

jener auf die Streunutzung entfallende .... 7.200 „ 
„ „ „ Holznutzung „ .... 30.000 „ 

beträgt, ist der Wert des Anteilrechtes dieses Beteiligten: 



Die Bestimmung der Anteilrechte. 383 



A = an der Weidenutzung = -r^^ . 20.000 = 2000 K 



A= „ „ Streunutzung =-T^' 7.200= 720 

20 
A= „ „ Holznutzung =-^^.30.000 = 2000 



100 

10 

100 

20 

300 



Zusammen . . . 4720 K 



Bei der Durchführung von Teilungen genügt die Feststellung 
dieses Verhältnisses allein ohne Rücksicht auf die Zulänglichkeit oder 
nachhaltige Ertragsfähigkeit, weil sich der Abfindungsanspruch aus 
dem Kapitalswerte der einzelnen Nutzungsarten unter Zugrunde- 
legung der Verhältniszahl der Anteilsberechtigten direkt ergibt. 

Anders verhält es sich dagegen bei einer auszuführenden 
Regulierung, wo erst der ermittelte Gesamtbedarf auf seine Zuläng- 
lichkeit durch Erhebung der nachhaltigen Ertragsfähigkeit geprüft 
werden muß. Ergibt diese Gegenüberstellung des Bedarfes und der 
nachhaltigen Ertragsfähigkeit eine Unzulänglichkeit, so müssen sämt- 
liche Anteilrechte auf den nachhaltigen Ertrag im Verhältnisse zum 
Gesamtbedarfe reduziert werden. 

Wenn wir den nachhaltigen Ertrag mit E bezeichnen, ist das 

E 
reduzierte Anteilsrecht A = b . -:^. 

B 

Beispiel 159: 

Die Ertragsfähigkeit der Weidenutzung wäre nur mit 80 Stück, 
jene der Streunutzung mit 90 Stück Normalkühen und jene der Holz- 
nutzung mit 360 fm^ festgestellt worden; das Anteilrecht für den 
früheren Besitzer ist dann: 

80 
an der Weidenutzung 10 . -t?jk- = 8 Normalkühe 

90 
„ Streunutzung 10. ^^^ == 9 

«A 360 ^,^ , 
„ „ Holznutzung 20 . -kt^tt- = 24 fm^. 

Beispiel 160: 

Nehmen wir an, der Gesamtnormalviehstand für eine Weide- 
nutzung allein sei mit 204 Stück ermittelt worden, die Weidezeit 
betrage 180 Tage und der tägliche Mittelheubedarf einer Normalkuh 
von 300 kg Lebendgewicht 84 kg. Der Bedarf dieser Normalkuh 
während der Weidezeit ist daher 84kg X 180= 15*1 q und der Ge- 
samtbedarf für 204 Stück. 

151 q X 204 = 3080 q Mittelheu. 



384 ^^^ agrarischen Operationen. 

Wäre nun der Gesamtertrag der Nntzungsweide von den 
Sachverständigen mit nur 2000 q Mittelheu festgestellt worden, so 
müßte eine Reduktion der ermittelten Anteilrechte mit der Verhält- 

F" 2000 
niszahl ^5-=-^7r^7r = O'^^ stattfinden, weil dann der Futterertrag nicht 

i> oOoO 

für 204 Stück, sondern nur für ^^ = 132-6 Stück (204 X 0-65 = 

= 132*6) Normalkühe ausreichend ist. 

Die Anteilrechte der einzelnen Teilgenossen sind in allen 
Fällen einer Regulierung, bei welchen Änderungen in Geld aus- 
geglichen oder abgelöst werden sollen, zugleich mit ihrer Fest- 
stellung zu bewerten. Ebenso ist die Bewertung der zu teilenden 
Grandstücke nach Maßgabe der Ertragsfähigkeit vorzunehmen. 



4. Die Bewertung der Nutzungen. 

Die Bewertung der zu teilenden Grundstücke erfolgt entweder 
einverständlich oder auf Grundlage des Gutachtens von Sach- 
verständigen. 

Ausschließlich auf Grundlage des Gutachtens von Sachver- 
ständigen erfolgt die Bewertung anderer in die Teilung einbezogenen 
Liegenschaften oder Vermögenschaften, sowie die Bewertung der 
Anteilrechte der einzelnen Teilgenossen und die Feststellung der 
nachhaltigen Ertragsfähigkeit des Grundstückes bei Regulierungen, 

Die gesetzlichen Bestimmungen ordnen hierüber an: 

Die Sachverständigen haben bei Abgabe ihres erwähnten Gut- 
achtens im Wege der Bonitierung, das ist der Einschätzung in 
Wertklassen, vorzugehen, und zwar: 

1. Durch die Aufstellung des Bonitätsschemas, d. i. die Be- 
schreibung der Mustergründe oder -flächen der im Teilungsgebiete 
bestehenden Abstufungen der Ertragsfähigkeit der Grundstücke. 

2. Durch die Klassifikation, d. i. die Bestimmung und örtliche 
Abgrenzung derjenigen Teile des Teilungsgebietes, welche einer und 
derselben Klasse, beziehungsweise den einzelnen Klassen des Bonitäts- 
schemas zugezählt werden müssen. 

3. Durch die Tarifierung, d. i. die Ermittlung des Reinertrages 
jeder einzelnen Klasse des Bonitätsschemas. Von den Reinertrags- 
beträgen ist der 20fache Betrag als Kapitalswert in Ansatz zu 
bringen und auf ganze Kronen pro 1 ha abzurunden. 

Bei der Bonitierung ist darauf Rücksicht zu nehmen, daß jedes 
Grundstück, beziehungsweise jeder Grundstückteil zu demjenigen 
Ertragswerte abgeschätzt werden soll, welchen es nach seiner natür- 
lichen oder durch bleibende Investitionen herbeigeführten Boden- 
beschaffenheit, nach seiner Lage und dem zur Zeit der Abschätzung 
vorhandenen Zustande jedem Besitzer in der betreffenden Ortschaft 
bei gehöriger, den ortsüblichen Verhältnissen entsprechender wirt- 
schaftlichen Benützung gewähren kann, doch sind hiebei bisher 
unkultivierte Grundstücke und zur Rodung bestimmte Waldgründe, 



Die Bewertung der Nutzungen. 385 

welche sich zur Umwandlung in kultiviertes Land eignen, unter 
Anrechnung der hiezu nötigen Kulturkosten zu ihrem künftigen 
Werte als kultiviertes Land in entsprechenden Klassen einzuschätzen. 
Folgende Verhältnisse und Gegenstände haben bei der Ab- 
schätzung der Grundstücke außer Anschlag zu bleiben: 

1. Ein vorübergehender, ungewöhnlich hoher oder durch Ver- 
nachlässigung gesunkener Kultur- und Düngungszustand. 

2. Die noch nicht erschöpfte Ausnützung der neuesten Düngung 
und der auf periodische Nutzungen verwendeten Bestellungskosten. 

3. Die auf den Grundstücken befindlichen, einer besonderen 
Nutzung gewidmeten Pflanzungen, z. B. Obstbäume, Maulbeer- 
bäume etc. 

4. Die hauptsächlich zur Holzgewinnung bestimmten Bestände, 
mit der Unterscheidung, ob bereits schlagbar oder nicht. 

5. Besondere, bei dem Grundstücke befindliche landwirtschaft- 
liche Vorrichtungen, welche sich davon ohne erhebliche Werts- 
verminderung trennen lassen, z. B.: Zäune. 

Die Ausgleichung dieser Gegenstände erfolgt in Geld, wenn 
zwischen Übergeber und Übernehmer ein anderweitiges Überein- 
kommen nicht getroffen wird. 

Die bezeichneten Pflanzungen müssen von dem Besitzfolger auf 
Verlangen des Vertreters der Gemeinschaft oder des abtretenden 
Besitzers gegen Entrichtung des Schätzungsbetrages übernommen 
werden. 

Das letzte gilt auch bezüglich der nicht schlagbaren Holz- 
bestände, wogegen bereits schlagbare Holzbestände nach Wahl des 
für die abtretende Gemeinschaft bestellten Vertreters, beziehungs- 
weise des bisherigen Besitzers von demselben in angemessener Frist 
abzustocken oder von dem Besitzfolger gegen Entrichtung des 
Schätzungsbetrages zu übernehmen sind. 

Im Falle vorbehaltener Abstockung gebührt demjenigen, der 
das Abfindungsgrundstück erhält, die angemessene Entschädigung 
für den bezüglich der betreffenden Fläche ihm einstweilen entgehen- 
den gemeinschaftlichen Ertrag. 

Die übrigen bezeichneten Vorrichtungen sind nach Wahl des- 
jenigen, dem das Grundstück zugewiesen wird, entweder gegen Ent- 
richtung des Schätzungsbetrages beim Grundstücke zu belassen oder 
von dem Besitzvorgänger in angemessener Frist zu entfernen. 

Insoferne mit einer Teilung der Grundstücke andere Rechte 
oder Gegenleistungen zur Ablösung gelangen, sind diese auf Grund 
des Gutachtens der Sachverständigen im 20fachen Betrage des reinen 
Wertes der auf das Jahr entfallenden Abgaben oder Leistungen zu 
bewerten. 

Nach den vorstehenden Bestimmungen wird der Kapitalswert 
der Grundstücke, sowie jener der Nutzungsrechte durch Kapitalisierung 
der jährlichen Reinerträge oder Nettorenten mit einem Zinsfuße von 
5% gefunden. 

In den Gesetzen jüngeren Datums ist ein 25f acher Betrag oder 
eine Kapitalisierung mit einem Zinsfuße von 4% vorgesehen. 

Riebel, Waldwertrechnung. 2. Aufl. 25 



386 ' Die agrarischen Operationen. 



a) Die Bestimmung des Geldwertes der A^eidenutzung. 

Wenn nicht etwa aus den gezahlten Weidegeldern ein Schluß 
auf den Wert der Weidenutzung gezogen werden kann, wird man 
die Wertbestimmung nach dem auf Mittelheu reduzierten Futter 
vornehmen, welches sich das Vieh im Wege der Abweidung aneignet 
unter Rücksicht auf die Qualität und die Gewinnungsart. 

Entsprechen die Heupreise nicht der gegebenen Qualität, so 
sind sie bei geringerer oder besserer Beschaffenheit auf den Wert 
von Mittelheu nach den Heuwertreduktionsfaktoren aus der Futter- 
mitteltafel 4 umzurechnen. 

Hinsichtlich des Gewinnungsortes sind die Preise loko Weide- 
ort festzustellen; unter Umständen müssen daher die Transportkosten 
vom Verkaufsorte bis zum Weideorte in Abschlag kommen. 

Weiters sind an Kosten und Verlusten, welche dem Weide- 
berechtigten durch Ausübung des Weiderechtes erwachsen, in Abzug 
zu bringen: die Kosten der Hirtenhaltung, der Düngerverlust und 
die etwaigen Gegenleistungen. 

Die Kosten der Hirtenhaltung ergeben sich aus Weidezeit, 
Hirtenlohn und Größe der Viehherde; wenn keine anderen Er- 
fahrungsdaten vorliegen, können diese Kosten mit zirka SO^o des 
Rohertrages veranschlagt werden. 

Der Düngerverlust berechnet sich aus dem Düngerwert pro 
1 Tag für 1 Stück Normalvieh, der durchschnittlichen Dauer der 
Tageszeit, während welcher das Vieh sich auf der Weide befindet, 
und der Dauer der Viehweide, sowie der Viehanzahl. 

Im allgemeinen beträgt die Düngerproduktion das Doppelte der 
genossenen Trockensubstanz und deren Wert 2V2 bis 37o des 
Roggenpreises oder 7% des Mittelheupreises, daher 12% des Roh- 
ertrages; da auf dem Wege zur Weide ein größerer Düngerverlust 
eintritt, kann er mit 20 bis 25% bemessen werden. 

Beispiel 161: 

Es soll der Wert einer Weidenutzung für 1 Stück Normalvieh 
von 250 kg Lebendgewicht berechnet werden, wenn die Weidezeit 
180 Tage, der Preis des Mittelheues loko Weideort 40 K beträgt. 

Nach Tafel 6 benötigen 1000 kg Lebendgewicht pro 1 Tag 
38 kg Mittelheu, daher 

Qö \ra V 2^10 

1 Normalkuh von 250kg = - °^^ =9-5 kg 

und für 180 Weidetage 9-5 kg X 180 = ITl q. 

Vom Preise pro 4K gehen ab 30% für Hirtenlohn . 1*20 K 

Für Düngerverlust 20o/o O'SO „ 

Zusammen . . . 200 K 



Die Bewertung der Nutzungen. 387 

Daher Nutzwert pro 1 q = 4 — 2 = 200 K 
Reinertrag 171 X 2-00 K . . . . == 34-20 „ 
Kapitalswert 342 K X 20 . . . . = 684-00 „ 

b) Die Geldwertbestimmung der Grasschnittnutzung. 

Da Gras selten einen Verkaufsgegenstand bildet, wird der 
Wert ebenfalls am zweckmäßigsten aus dem Verkaufspreise des 
Mittelheues abgeleitet. Von diesem Werte sind die Kosten der Heu- 
bereitung (Trocknen) und zwar für 10 q 25 Weibertage in Abschlag 
zu bringen. 

Der Bruttowert von 1 q Gras beträgt dann ein Drittel dieses 
reduzierten Heupreises, wovon abermals die Gewinnungs- und Trans- 
portkosten bis zum Verkaufsorte in Abschlag kommen müssen. 

Beispiel 162: 

Es ist der Schnittgraswert für 1 Normalkuh von 250 kg Lebend- 
gewicht pro 1 Tag bei gänzlicher Stallfütterung zu bestimmen, wenn 
der Verkaufspreis loko Ort für 1 q Mittelheu 5 K und der Taglohn 
einer Frauensperson 1*5 K beträgt: 



Der Mittelheupreis pro 1 q = . . . . 
Hievon ab V4 Tagschicht fürs Trocknen 



Bruttowert für 3 q Gras 

n iq „ 
Ab Gewinnungs- und Transportkosten . . 



Nutzwert oder Nettowert = 



5-K 

0-37 . 



4-63 K 
1-54 „ 
0-50 „ 



104 K 



Da der Bedarf an Schnittgras das 3fache des Bedarfes an 
Mittelheu beträgt, ist der tägliche Bedarf pro 1 Kuh 

9"5 kg X 3 = 28*5 kg Schnittgras 

somit die Nettorente = 0-285 X 104 = 30 K 

und der Kapitalswert = 0-300 X 0-20 = 6-— „ pro 1 Tag oder, 

wenn die Fütterung mit Schnittgras 150 Tage dauert, pro 1 Jahr 
900 K. 

c) Die GeldAArertbestimmung der Streunutzung. 

Da die Verkaufspreise der Streu nur selten bekannt sind, ist 
man gezwungen, den Wert aus dem Verkaufspreise des Strohes und 
aus dem Wertverhältnisse der verschiedenen Streugattungen zum 
Strohe abzuleiten. 

Beispiel 163: 

Es ist der Wert einer Buchenlaubstreunutzung für 1 Normal- 
kuh von 250 kg Lebendgewicht zu ermitteln, wenn die Weidezeit 

25* 



388 D^^ agrarischen Operationen. 

180 Tage und pro 1 Tag 10 Stunden beträgt, der Wert des ge- 
wöhnlichen Strohes 1"6 K und die Gewinnungskosten für 1 q = 0'25 K 
betragen. 

Wert des Langstrohes pro 1 q == 1 "60 K 

Ab 207o für Minderwert 0-32 ,. 

Bruttowert des Streustrohes 1-28 K 

„ der Buchenstreu 1-28 K X O'ö = . 0*64 „ 

Ab Gewinnungskosten 0*25 „ 

Daher Nettowert . . . . 0-39 K 

täglicher Bedarf einer Normalkuh nach Tafel 6 

15-2 kg X 2 50 

— löoo — = ^^^^ 

daher für 185 Tage volle Stallzeit 703 q. 

Während der Weidezeit ist der Streubedarf nach Maßgabe der 
Stunden des Aufenthaltes im Stalle 

pro 1 Tag = ?^5^^ = 2-21kg 

für 180 Tage . . . = 00221 XI '80= 3-98 q 
daher jährlich . . = 7-0300 + 3-98 = ll'Ol q 

und die Nettorente . = 11-0100 X 039 = 4-29 K 
der Kapitalswert . = 4-2900 X 20 = 85-80 .. 

d) Die Geldwertbestimmung der Holznutzung. 

Wenn der jährliche Bezug an Holz bestimmt ist, ergibt sich 
dessen Reinertrag oder die jährliche Nettorente, indem man das 
Quantum mit dem Nutzwerte der Einheit multipliziert. 

Bei Nutzholz ist das Bezugsquantum mit dem Nutzwerte der 
Nutzholzeinheit, bei Brennholz mit dem Nutzwerte der Brennholz- 
einheit zu multiplizieren. Der Nutzwert der Einheit ist gegeben durch 
den Verkaufspreis abzüglich der Gestehungskosten für Erzeugung, 
Bringung und Transport, welche der Bezugsberechtigte auf- 
wenden muß. 

Wenn z. B. der Verkaufspreis von 1 fm-^ Nutzholz 10 K beträgt 
und der Berechtigte 2 K an Gestehungskosten zu tragen hat, so ist 
der Nutzwert pro 1 fm^ 8K; desgleichen ist, wenn der Verkaufspreis 
von 1 rm Brennholz 4 50K und die Gestehungskosten 1*50 K be- 
tragen, der Nutzwert von 1 rm 3*0 K oder von 1 fm^ Brennholz 
30 K X 1-43 = 4-30 K (1-43 Reduktionsfaktor von Raummeter in Fest- 
meter). 

Zweckmäßig ist es auch, beide Sortimente nach dem Nutzwerte 
entweder in Nutzholz oder in Brennholz auszudrücken: in dem ge- 



Die Bewertung der Nutzungen. 389 



gebenen Falle ist 1 fm^ Nutzholz = -^^^ = 266 rm Brennholz; 

lfm3 „ =_|_ = 1.86fm3 

3 
oder 1 rm Brennholz = -^ = . . 0"88fm' Nutzholz 

o 

lfm» , =-^= . . 0-54 fm=5 



Beispiel 164: 

Ein Berechtigter hat das jährliche Bezugsrecht von 5 fm^ Nutz- 
holz (Bau- und Geschirrholz) und 40 rm Brennholz; wie groß ist der 
Kapitalswert dieses Bezugsrechtes unter Geltung der früheren Nutz- 
werte, und zwar für 1 f m^ Nutzholz 8 K, für 1 rm Brennholz 3 K ? 

Es ist die jährliche Nettorente des 

Nutzholzbezuges :=5X8K= . . . . 40 K 
Brennholzbezuges = 40 X 3 „ ^ . . . . 120 „ 

Zusammen . . . 160 K 

Daher Kapitals wert 160 K X 20 = 3200 K; oder das 
Nutzholz in Raummeter Brennholz umgewandelt 

5X2-66= 13-3rm 

Brennholz 400 rm 

Zusammen . . . 533X3 K =160K 

oder das Brennholz in Festmetef Nutzholz 

umgewandelt 40 X 038 15*2 fm» 

Nutzholz 50fm3 

Zusammen . . . 20-2 X8K =160 K 

Kapitalswert wie früher 160 K X 25 = 4000 K. 

Wenn es sich um die Ablösung eines Nutzholzbezugsrechtes 
handelt, dessen Quantum nicht jährlich bestimmt ist, sondern erst 
nach dem Haus- und Gutsbedarfe bestimmt werden soll, führt die 
einfache Kapitalisierung zu einem unrichtigen Resultate. 

Beispiel 165: 

Wenn der Bedarf an Nutzholz zur Zeit des Aufbaues beträgt: 

a) Für Balken, Sparren, Säulen 20 fm», Durchscbnittsdauer 
100 Jahre. 

h) für Fenster, Dielen, Latten, Treppen, Türen 20 fm» Durch- 
schnittsdauer 40 Jahre, 

c) für das Dach 12 fm^ Durchschnittsdauer 30 Jahre, so ist der 
jährliche Bedarf 



390 



Die agrarischen Operationen. 




^ /20fm3 

"^«^ 100 = 


. 0-20 fm3 


^^ '^ 40 - 


. 0-50 fm3 


. , 12 fm» 
"^ ^^ 30 -~ 


. 0-40 fm» 



Summe = . . . TlOfm^ 

Wenn der jährliche Nutzwert pro 1 fm^ 10 K beträgt, ist der 
jährliche Reinertrag 110 X 10 = H K und der Kapitalswert 
11*0 K X 25 = 275 K, ohne Rücksicht auf das Alter des Gebäudes, 
welches auf den Ablösungsbetrag von wesentlichem Einfluß ist, wie 
im folgenden zu ersehen ist. 

Die Neuwerte (Nw) betragen: 

ad a) alle 100 Jahre N^ =20fm ä 10K = 200K 
, b) „ 40 „ N„i = 20 „ ä 10 „ = 200 „ 
„ c; „ 30 „ N.2 = 12 „ ä 10 , := 120 „ 

Summe . . . 520 K 

Diese Beträge, ohne Rücksicht auf das Alter des Gebäudes als 
immerwährende Periodenrenten aufgefaßt, geben folgende Jetztwerte 
oder Ablösungskapitalien (AK): 

200 K 
ad «; AK = j .Q Joo _ j^ = 200 K X 0-0202 = 4-04 K 

200 K 
" bJ AK,=-:n7T7is T = 200 KX 0-2631= 52-62 „ 



1-0440 _ 1 

120 ; 
1-0430 



1 20 K 
„ c) AK2= .r,Z , =120KX 0-4458= 53-50,, 



Summe . . . 110-16K 



Für die Holzbestandteile ad a) wächst der Betrag von 404 K 
in 100 Jahren auf 204-04 K an, es kann sonach der Betrag von 200 K 
für die Neuherstellung benützt werden, da der Rest von 4*04 K in 
weiteren 100 Jahren wiederum auf 20404 K angewachsen ist usw. 

Dasselbe ist auch bei den übrigen Bestandteilen der Fall, da 
der Betrag ad bj von 52-62 K alle 40 Jahre auf den Betrag von 
25262 K und bei den Bestandteilen ad cj der Betrag von 53'50K 
alle 30 Jahre auf den Betrag von 173'50K anwächst, somit die er- 
forderlichen Beträge von 200 K, beziehungsweise 120 K ebenfalls alle 
40, beziehungsweise alle 30 Jahre zur Verfügung stehen. Wesentlich 
anders stellt sich jedoch dieses Ablösungskapital, wenn das Alter 
des Gebäudes dabei berücksichtigt wird. 

Bezeichnet man die Neuherstellungsperioden der verschiedenen 



Die Bewertung der Nutzungen. 391 

Holzbestandteile mit u, Ux und Uj, das Alter des Gebäudes mit m, 
so muß allgemein das Ablösungskapital für das Alter m sein: 

wenn die Periode u länger bemessen ist, als das Gebäude alt ist, 
also u > m. 

Ist hingegen die Periode der Neuherstellung oder Auswechslung 
kleiner als das Alter des Gebäudes, also Ui und U2<^m, dann ist: 

^^"^~10p". — l^P lOp-^^-l^P 

somit beim Faktor 10 p"" vom Exponenten m die Bauperiode Ui 
oder ein Vielfaches von ihr in Abschlag zu bringen. 

Beispiel 166: 

Wie groß ist das Ablösungskapital für die Annahmen des 
früheren Beispieles, wenn das Alter des Gebäudes 10, 45, 65 und 
95 Jahre beträgt? 

A Kio = 11016 K X 10410 = 11016 K X 1-4802 = 16303 K 

A K45 = 404 KX 10445 +52-62KXl-04^ i-53-5KX I04i5 = 

AK45 = 4-04 „ X 5-8412 4-52-62 „ X 1-2167 + 53-5 „ X 1-8009 = 1 83-97 K 

AK65 = 4-04 „ X 1-0465 +52-62 „ X 1-04^5 -f- 53-5 „ X 1-045 

AK6, = 4-04 „ X 12-7987 + 52-62 „X 2-6658 + 53-5 „ X 12167 = 257-06 „ 

AKo5 = 4-04 „ X l-04«5 +52-62 „ X l-04i5 +53-5 „ X 1-04^ =327-00 „ 

In der Praxis zieht man es jedoch vor, das Ablösungskapital 
in der Weise zu ermitteln, daß man anstatt der Dauer der einzelnen 
Holzbestandteile die Dauer des Gebäudes selbst unterstellt, dafür 
aber jährliche Erhaltungskosten (e) in Prozenten des Neuwertes an- 
nimmt. 

Die Durchschnittsgröße dieses Prozentes für die Erhaltungs- 
kosten kann aus der auf Seite 280 mitgeteilten Tafel entnommen 
werden. Weitergehende Daten in dieser Richtung sind in Jungs 
, Wiener Bauratgeber" enthalten. 

Im allgemeinen kann man die Erhaltungskosten für die Holz- 
gebäude im Durchschnitte mit etwa 17o veranschlagen. 

AK.„= ,.,5u^ , l-Op"' + 



10p- — 1^ ' 0-Op 
e^ jährliche Erhaltungskosten. 



392 I^i® agrarischen Operationen. 

Beispiel 167: 

Nach dem Beispiele 165 betragen die Neuherstellungskosten 
der Holzbestandteile eines Gebäudes 520 K. Wie groß ist der Ab- 
lösungsbetrag;, wenn die Erhaltungskosten jährlich l^o vom Neu- 
werte betragen, die Bauperiode 100 Jahre und das Alter des Gebäudes 
65 Jahre ist? 

AK 520 K 5-20 K 

= 520 K X 0-0202 X 12799 + 5-20 K X 25 = 276-42 K. 

5. Die Bewertung der Grundstücke. 

a) Die Ermittlung des Reinertrages und Kapitalswertes der Äcker. 

Der Wert der landwirtschaftlichen Grundstücke wird gefunden 
durch Kapitalisierung des jährlichen Reinertrages, welchen sie jedem 
Besitzer bei zweckmäßiger Bewirtschaftung zu gewähren ver- 
mögen. 

Der Reinertrag wird gefunden durch Abschätzung des gesamten 
Rohertrages der Hauptfrüchte und der etwaigen Nebennutzungen, 
sowie durch Ermittlung der aufzuwendenden Wirtschaftskosten und 
Abrechnung derselben von dem Rohertrage. 

Die Roherträge und Wirtschaftskosten sind besonders abhängig 
von Bodenart, Tiefe, Untergrund, Lage, Kulturart und dem Kultur- 
zustande der Grundstücke. 

Bei dem Ackerlande ist eine den ortsüblichen und wirtschaft- 
lichen Verhältnissen entsprechende Fruchtfolge und Bestellung zu- 
grunde zu legen. 

Der Rohertrag eines Hektars Fläche an Körnern, Stroh, Wurzel- 
früchten, Futtergewächsen etc. ist für den Umlauf der angenommenen 
Fruchtfolge in Meterzentnern = 100 kg zu veranschlagen und der 
Geldwert derselben nach den festzustellenden Mittelpreisen zu be- 
rechnen : 

Von den auf solche Weise ermittelten Roherträgen sind die 
Wirtschaftskosten abzuziehen, und zwar: Das Verführen und Aus- 
streuen des Düngers, das Pflügen und Eggen, das Walzen, das Aus- 
säen des Getreides, Klees etc., das Pflanzen der Kartoffel etc., das 
Reinigen der Wasserfurchen, das Hacken und Behäufeln der Kartoffel 
und Rüben, der Wert des Düngers, die Kosten des Saatgutes, das 
Ernten des Getreides, Futters etc., das Ernten der Kartoffel und 
Rüben, die Kosten der Aufbewahrung, der Drescherlohn, die Abfuhr 
der verkauften Früchte an die Verkaufsstelle, zur nächsten Bahn- 
station oder Zuckerfabrik, die Zinsen des Betriebskapitales und die 
Aufsichtskosten, die Steuern und Umlagen, welche man zu einem 
bestimmten Prozentsatze als Zuschlag zu den sonstigen Ausgaben 



1ha Getreide mähen und aufnehmen erfordert . \ 



Die Bewertung der Grundstücke. 393 

ZU verrechnen pflegt, und zwar im Betrage von 16 bis 20''/o des 
Rohertrages. 

Als mittlere Durchschnittssätze können hieböi in Anwendung 
kommen: 

1 ha pflügen erfordert 40 Pferdetage 

1 ha eggen „ 10 Pferdetag 

1 ha walzen „ 04 „ 

1ha säen mit der Hand 25 Männertag 

1ha „ „ „ Maschine . . . . . 025 Pferdetag 

1A T^" üi 1 j 1 •. fOlO Männertag 

10 q Dunger aufladen und breiten . . |q.-^q Weibertag 

Die Anzahl der Pferdetage, welche die Verfrachtung von 10 q 
Nutzlast an Dünger, Getreide oder Heu erfordert, ist aus Tafel 11 
zu entnehmen. 

20 Männertage 

2'0 Weibertage 

10 q Getreide binden, zusammentragen, aufstellen, 

j , , , , , . / 076 Männertag 

auf- und abladen erfordert j Q.g5 Weibertay 

1 ha Klee oder Heu mähen pro Schnitt ... 20 Männertage 

10 q Klee trocknen 2V2 Weibertage 

-,r, « 1 1 , T 1 , , f 018 Männertag 

10 q auf- und abladen und nachrechen . . . . s O'IS Weiberta»- 

1 ha Kartoffel sortieren, schneiden und legen . 40 Weibertage 

10 q auflesen nach dem Pfluge 25'0 „ 

10 q auf- und abladen 04 Männertag 

1 ha Rüben Reihenziehen 0'5 „ 

zweimal haindeln und vereinzeln .... 700 Weibertage 

10 q ausnehmen, putzen und zudecken .... 10 Weibertag 

10 q aufladen 02 Männertag 

Die Brache erfordert bei zweimal pflügen und einmal 

eggen 90 Pferdetage 

Roggen zweimal pflügen, zweimal eggen, einmal 

walzen 104 „ 

Kartoffel dreimal pflügen, zweimal eggen .... 150 „ 
Gerste zweimal pflügen, dreimal eggen, einmal 

walzen 11*4 „ 

Weizen zweimal pflügen, zweimal eggen .... 104 „ 

Hafer einmal pflügen, einmal eggen 90 „ 

Als Düngerwert ist, wenn er nicht anders ermittelt werden kann, 
ein Betrag von 2V2 bis 3% des Kornpreises oder 7% des Mittelheu- 
preises anzunehmen. 

Der Strohanfall im Verhältnisse zum Körnerertrage ist aus der 
Tabelle 1 zu entnehmen, der Wert des Strohes, wenn er nicht anders 
festgestellt werden kann, aus der Tabelle 4. 



394 



Die agrarischen Operationen. 



Dieser Strohwert beträgt pro 1 q 



018 von dem Weizenpreise 

0"20 „ „ Winterkornpreise 

0*26 „ „ Gerstenpreise 

0*26 ^ „ Haferpreise 

oder aber er beträgt 

040 vom Körnerertrage beim Weizen 
0-52 „ „ „ Korn 

0*30 „ „ bei der Gerste 

0"52 „ „ beim Hafer 

Der Gesamtrohertrag (Körner- und Strohertrag zusammen) be- 
trägt daher 

für Weizen = 1"40 

Korn = 1-52 

Gerste = 1-30 

Hafer = 1-52 

Für die einzelnen Bodengattungen kann man beim Ackerlande 
hinsichtlich der einzelnen Bonitätsklassen unterscheiden: Gleich- 
bleibende und variable Kosten. 

Als gleichbleibende Kosten können angenommen werden die 
Ausgaben für Dünger, Saatgut und Bearbeitung inklusive Mähen; hin- 
gegen als variable Kosten die Ausgaben für das Binden, Zusammen- 
tragen, Aufstellen, Auf- und Abladen, Dreschen und die allgemeinen 
Kosten. Zur Vereinfachung der Rechnung empfiehlt es sich, die Kosten 
für das Binden, Auf- und Abladen und Einführen ebenfalls im Prozent- 
verhältnisse zum Körnerertrage auszudrücken. 

Nehmen wir an, der Lokokornpreis betrage pro 1 q 15 K, die 
Kosten eines Pferdetages zum Selbstkostenpreise 3 K, eines Männer- 
arbeitstages 2 K, eines Weiberarbeitstages 1'6 K. 

Wie hoch stellen sich diese Kosten für einen Körnerertrag von 
20 q und eine mittlere Entfernung von 1km? 

Der Strohertrag ist pro 1 q Körnerertrag 26 X 20 = 52 q 

zusammen = 72 q 

binden, zusammentragen, auf- und abladen 

0-76 X 7-2= 5-47 Männertage 

0-65 X 7-2 = 4-68 Weibertage 

0-3 X 7-2= . . . . . . . 2-16 Pferdetage 

daher Kosten 

5-47 X 2-OK = 10-94 K für Männerarbeit 
4-68 X 1-6 „ = 7-49 „ „ Weiberarbeit 
216 X 3 -0 „ = 6-48 „ „ Pferdearbeit 
Zusammen. . . ^^ 2491 K 

Körnerertrag 20 X 15 K = 300 K. 



Die Bewertung der Grundstücke. 395 

Die veriablen Ausgaben betragen somit 807o 

Der Drescherlohn 80°/o 

zusammen . . . 160% 
vom Körnerertrage, desgleichen bei einer mittleren Entfernung von 

2 km 17-40/ü 

3 km 18-07o 

4 km 18-7% 

5 km 19-50/y 

es kommt somit in diesen Verhältniszablen der Einfluß der mittleren 
Entfernung auf den Ertrag deutlich zum Ausdrucke. 

Die allgemeinen Kosten sind mit etwa IS^Iq von dem Rohertrage 
zu bemessen. 

Beispiel 168: 

Das herrschende Wirtschaftssystem sei eine Dreifelderwirtschaft 
mit Weizen als Hauptfrucht. Jedes 4. Jahr erfolge eine Düngung mit 
480 q Stalldünger ä 50 Heller pro 1 ha. Wie groß ist der Kapitals- 
wert für 1 ha Fläche, wenn der Körnerertrag 20, 19 und 18 q ist 
und der Preis von 1 q Weizen 166 K, von Iq Stroh 250 K beträgt? 

1. Rohertrag: 

20 q Weizen ä 1660 K = 33200 K 

44 q Stroh ä 250 „ . . . . . =^ 11000 , 
Summe . . . = 442U0 K 

Produktionsaufwand: 

a) Kosten der Düngung: 

480 q ä 0-50 K= 24000 K 

48 Fuhren ausführen: 8 Pferdetage ä 6K= 4800, 

48 „ aufladen und breiten: 12 Weibertag e ä 1-60 K = 1920 . 

Summe . . . = 30720 K 

4jähriger Düngerturnus =.7680K pro Jahr. 

4 

b) Kosten der Bestellung: 
2spännige Pferdearbeit: 

2maliges Ackern = ... 6 Tage 
4 „ Eggen = . . . 2 , 
2 „ Walzen = . . . 1 Tag • 
Samenunterbringung samt 

Einwalzen im Frühjahr . 1 „ 

Summe ... 10 Tage ä 6 K = 6000 K 

Handarbeiten 1 Männertag . . . ä 200 K 
„ 3 W^eib ertage ä 160 K = 480 , 

Summe . . . 680 K= . 680 K 
Zusammen . . . 6680 K 



396 



Die agrarischen Operationen. 



c) Kosten des Saatgutes: 
2q ä 16-60 K= . . . . 



dj Erntekosten : 

Mähen, Aufraffen und Binden 2 Männertage k 2-00 K = 

4 Weibertage ä 1"60 „ = 

Aufstellen und Nachrechen 5 , ä r6Ü , = 



Summe 
Stabile Kosten a) bis dj 

e) Einfuhr der Ernte. 
6 Fuhren einführen: 

1 Pferdetag ä 6" - K 

1 Männertag ä 2: — ., 

1 Weibertag ä 1-60^ 



f) Drescherlohn: 
87o vom Körnerertrage 



g) Allgemeine Regie: 

Steuern und Abgaben, Hagel- und Feuer- 
versicherung, Verzinsung und Amortisation 
des Betriebskapitales 20% vom Roh- 
ertrage 442 K X 0-2 ■ . 

Veriable Kosten . . 



. . Summe 
somit 28-27o vom Rohertrage. 



Aufwand 



Stabile Kosten . 195-20 K 

Variable „ . 124-60 „ 

Summe . . . 319-80 K 
Rohertrag ........ 442- — „ 

Reinertrag . . . .~ 7~. '. 122-20 K 

Kapitalswert: 122-20 K X 25= 



33-20 K 



4-— K 
6-40 „ 



18.40 K 
195 20 „ 



9-60 K 
26-60 K 



88-40 K 



124-60 K 



3055 00 K 



hievon ab: 



2. Rohertrag: 

19 q Weizen ä 1660 K= . . . 315-40 K 
42 q Stroh ä 2-50 „ = . . . 10500 ,. 



Summe 



420-40 K 



Stabile Kosten 19520 K 

Variable „ 28-207o vom Roh- 
ertrage = 420-40 X 0-282 = . 118-60 K 



Summe 
Reinertrag 



313-80 K 



Kapitalswert = 10660 K X 25 = 



420-40 K 



313-80 K 



106-60 K 
2665-— K 



hievon ab: 



Die Bewertung der Grundstücke. 397 

3. Rohertrag: 

18 q Weizen ä 16-60 K= . . . 298-80 K 
40 q Stroh h 2-50 „ = . . . lOü-- „ 

Summen . . . 39880 K 398-80 K 

Stabile Kosten 195-20 K 

Variable „ 28-2"/o vom Roh- 
ertrage 398-80X0- 282= . . 112-50 K 

Summe = . . . 3l)7-70K 307-70 K 

Reinertrag— 91-10 K 

Kapitals wert : 91-10 KX 25= 2277-— K 



b) Ermittlung des Reinertrages der Wiesen. 

Zu veranschlagen ist in erster Linie der Rohertrag an Heu und 
Grummet, sowie die etwaige Weidenutzung. Von dem Rohertrage 
kommen iq Abzug die Ausgaben für das Mähen, Trocknen, Aufladen, 
Einführen, Unterbringen, für das Reinigen und Ebnen der Wiesen, 
für Scheunenmiete, etwaige Düngung und die Steuern und Umlagen. 

Wenn die Marktpreise des Heues benützt werden, sind die Trans- 
portkosten bis zum Marktorte in Abzug zu bringen. 

Wo der Verkaufspreis nicht bekannt ist, empfiehlt es sich, den 
Geldwert des Heues nach dem Futterwerte desselben im Vergleiche 
mit dem Futterwerte und dem Durchschnittspreise der Roggenkörner 
aus Tafel 4 festzustellen. Die Transportkosten bis zum nächsten Markt- 
orte sind dann noch abzuziehen, falls nicht gleich der lokale Durch- 
schnittspreis des Roggens, sondern der Marktpreis zugrunde gelegt 
wird. Ebenso ist der Wert der verschiedenen Heusorten nach dem 
Nährwertsverhältnisse (Tafel 4) 1 : 1-18 : 1-33 für besseres und 
1 : 074 : 086 für minderes Heu festzustellen. 

Wenn z. B. der Wert des Roggens loko 1437 K beträgt, so ist 

der Wert des Mittelheues nach Tafel 4 . . . 0-35 X 14-37 = 5-03 K 
der Wert der besten Sorte ist sodann . . . 5-03 X 1'33 = 669 „ 
jener der mindesten Sorte 5-0^ X 074 = 3-72 „ 

Auch hier können die Kosten für die einzelnen Ertragsklassen 
in gleichbleibende und mit dem Ertrage variable unterschieden 
werden. 

Zu den gleichbleibenden Kosten gehören: 

Die Ausgaben für die Düngung, das Mähen, Reinigen und 
Ebnen der Wiesen. Zu den variablen Kosten dagegen gehören die 
Ausgaben für das Trocknen, Auf- und Abladen, Einbringen, Ein- 
wintern, Scheunenmiete sowie die Steuern und Umlagen. 

Zu den bereits auf Seite 393 mitgeteilten Erfahrungszahlen sei 
noch hinzugefügt, daß bei Bewässerungswiesen im Durchschnitte 10 
bis 12 Männertage für die Instandhaltung und Reinigung der Gräben 



398 Die agrarischen Operationen. 

und zum Beeggen der Wiesen im Durchschnitte 0*4 Pferdetage pro 
1 ha erforderlich sind. 

Für eine Wiese ohne Bewässerung mit Mittelheu und einem 
Rohertrage von 50 q Heu und Grummet berechnen sich daher die 
ständigen Kosten: 

Mähen, 2 Schnitte, 4 Männertage, ä 2 K = 8-— K 

Eggen, 0-4 Pferdetage ä 3K= 1-20 „ 

Stabile Kosten . . . Summe . . . 9-20 K 

Die variablen Kosten betragen: 

Trocknen 5 X 2o = 12-5 Weibertage ä 1-6 K = 20 — K 

Auf- und Abladen 5 X 018 = 0-9 Männertage ä 2-0 „ = 1-80 „ 

5 X 0-18 = 0-9 Weibertage ä 1-6 „ = 1-44 „ 

Einführen 1 km weit 0-32 X 5"0 = l'ß Pferdet age ä 3-0 „ = 4-80 „ 

Variable Kosten . . . Summe . . . 2804 K 

Der Rohertrag ist 50 X 5'03 K = 251-5 K. 

Zu diesen variablen Kosten kommen für Scheunenmiete und 
allgemeine Auslagen noch 18% hinzu; dieselben betragen daher zu- 
sammen 29% vom Rohertrage bei einer mittleren Entfernung von 1 km. 

Für 2km= 30% 

3km= . . ... . . . 31% 

4km= 32% 

5 km = 33%- 

Der Reinertrag r ergibt sich aus dem Rohertrage durch Abzug 
der gleichbleibenden und variablen Kosten, 

Gleichbleibende Kosten 9-20 K 

Variable Kosten 29% von 251-5 K 72-93 „ 

Summe der Ausgaben . . . 82-J3K 82-13 K 

Rohertrag . . . 251-50 , 

Reinertrag . . . 16937 K 

Kapitalswert = 169-37 K X 25 = . . . 4234 K. 

Für beste Sorte: 

Rohertrag = 50 X 6-69 K = 334-50K 

Stabile Kosten 9-20 K 

Variable Kosten 297o von 334-50 K = ^ . . . . . 97-— „ 

Summe der Ausgaben . . . 106-20 K 
Reinertrag . '. '. 228-30 K 

Kapitalswert = 228-30 K X 25 = . . . 5707 K. 



Die Bewertung der Grundstücke. 399 

Für mindeste Sorte: 

Rohertrag = 50 X 372 K = . 186 — K 

Stabile Kosten 920 K 

Variable Kosten 29% von 186 — K = 5394 „ 

Summe der Ausgaben . . . 6314 K 
Reinertrag . . . 122-86 K 
Kapitalswert = 122-86 KX 25= .... 3071 K. 

c) Ermittlung des Reinertrages und des Wertes der Weiden. 

Der Natural-Rohertrag ist in der Weise zu berechnen, daß man 
feststellt, wie viel Heu das erzeugte Weidegras repräsentiert. Es 
muß also bei den Weiden ebenso wie bei den Wiesen der Ertrag 
in Meterzentnern lufttrockenen Heues eingeschätzt werden. Der Wert 
für 1 q lufttrockenes Heu wird ebenso wie bei den Wiesen nach 
dem Verkaufspreise oder dem Nährwertverhältnisse zum Roggen 
bestimmt. 

Von dem Rohertrage sind die Ausgaben für den Hirten, die 
Steuern und, wenn das Vieh abends nicht eingetrieben wird, der 
Düngerverlust in Abzug zu bringen, welcher im Gewichte 1-72 des 
Heuquantums und im Werte 7% vom Heupreise beträgt. Der 25fache 
Reinertrag gibt den Kapitalswert. 

Beispiel 169: 

Der Heuertrag einer Hutweide wurde mit 5 q pro 1 ha an 
Mittelheu angeschätzt; wie groß ist der Kapitalswert, wenn der Preis 
des Mittelheues loko mit 6 K pro 1 q, die Steuern und Umlagen mit 
2K pro 1ha festgestellt wurden? 

Rohertrag = 5X6K= \ 30.— K 

Ab Steuern und Umlagen 2- — „ 

Düngerverlust, wenn die Weidezeit 10 Stunden 

beträgt, 10Xl-72X^ = 7-lq 

ä 7% vom Heuwerte = 6 K X 0-07 = 0*42 K 

Wert des Düngerverlustes ^ 71 X 0'i2K= . . . 3' — „ 



Daher Reinertrag 25- — K 

Kapitalswert = 25 K X 25 = . . . 625 K. 

d) Die Ermittlung des Reinertrages und Wertes der Wälder. 

Für die Ermittlung des Waldreinertrages ist es vor allem not- 
wendig, die Erträge aus den Durchforstungen und die Abtriebs- 
erträge für die einzelnen Bonitätsklassen festzustellen und von diesen 



400 ^i^ agrarischen Operationen, 

die Ausgaben für Aufforstung, Steuern und Umlagen in Abzug zu 
bringen, kurz es ist der Waldreinertrag für die Flächeneinheit von 
1 ha nach der Formel 

Au-fDa + Db — C — US 

K = 

U 

ZU ermitteln, dessen Kapitalswert pro 1 ha 

W — ^'' 4- Da + Dl' — c U S 

u.OOp ~ 

oder nach den diesbezüglichen Bestimmungen 

W = A „ + D.+ D.>-c-us 2. .^^_ 



Beispiel 170: 

Der Abtriebsertrag eines Fichtenbestandes bei einer Umtriebs- 
zeit von 80 Jahren ist nach Tafel I = 3508K. 

An Durchforstungserträgen gehen ein 

im 30. 40. 50. 60. 70. Jahre 
48 67 90 90 88 K. 

Die Kulturkosten betragen pro 1 ha 80 K, die Steuern und Um- 
lagen 4K. Wie groß ist der Reinertrag? 

„ 3508 + 48 + 67 + 90 + 90-^ 88 — 80-320 ,o^.t^ 
R = ~ = 4d-64 K. 

oO 

Der Kapitalswert = 43-64 K X 25 = 1091 K. 

Dieser Wert bedeutet aber nichts anderes als den Waldwert, 
welcher sich sowohl aus dem Bodenwerte, als auch aus dem Werte 
des Normalvorrates zusammensetzt. Es liegt somit in den Be- 
stimmungen über die Bewertung insoferne ein Widerspruch vor, als 
ja der Holzbestand bei der Bewertung nicht berücksichtigt und dessen 
Wert getrennt ermittelt werden soll. Dem Verfasser dieser Be- 
stimmungen dürfte in ganz richtiger Weise vorgeschwebt haben, 
daß die Teilungen der Wälder nur nach dem Bodenwerte ohne Rück- 
sicht auf den Holzbestand zu erfolgen haben und der Unterschied 
im Holzvorrate der einzelnen Teile durch Geldvergütung auszugleichen 
sei. Um dieser Forderung Genüge zu leisten, muß daher sowohl der 
Bodenwert, als auch der Bestandeswert der Bestände getrennt er- 
mittelt werden. Der Bodenwert ist unter Zugrundelegung der finan- 
ziellen Umtriebszeit nach den im ersten Teile für die Ermittlung 
des Bodenertragswertes angegebenen Formeln zu berechnen. 



Die Bewertung der Grundstücke. 401 

Für das frühere Beispiel würde sich der Bodenertragswert 
unter Zugrundelegung des vorgeschriebenen Zinsfußes von 4% be- 
rechnen mit: 

Aa — c 3428 K 

D30 10450 = 48 K X 7106 = 341 K 

D40 104^'^ = 67 „ X 4-801 = 321 „ 

D50 10430 = 90 „ X 3-243 = 292 „ 

Deo 1-0420 = 90,, X 2-191== 197 „ 

D,o 1-0410 = 88 . X 1-480 = 130 „ 1281, 



Summe . . . 4709 K 

Jetztwert = 4709 K . -^-^r-i ^ =4709 K .00454 . . . 214 K 

1'ÜD*'0 — 1 

ab c 4- ^ = 80 -r 100 = 180 , 



Be = 34 K 



Nun ist es aber klar, daß die vorgeschriebenen Zinsfüße von 
50/0 und 40/0 der Rechnung nicht zugrunde gelegt werden dürfen, 
da beim Hochwaldbetriebe sich für den Bodenwert zumeist ein zu 
geringer, oft auch sogar ein negativer Wert ergeben würde, welcher 
mit der Wirklichkeit im Widerspruche stünde. Dieser Zinsfuß 
stammt aus einer früheren Zeit und steht mit den Verhältnissen der 
Gegenwart nicht mehr im Einklänge, weil der landesübliche Zins- 
fuß mittlerweile bedeutend herabgesunken ist und höchstens mit 
3V2 bis 4Vo angenommen werden kann. Wenn daher bei Ablösungen 
der Reinertrag oder Nutzwert des Bezugsrechtes mit dem vor- 
geschriebenen Zinsfuße von 47o kapitalisiert wird, muß dies un- 
bedingt eine Schädigung des Bezugsberechtigten zur Folge haben, 
weil ihm dieses Kapital nicht soviel Zinsen abwirft,, als der Rein- 
ertrag seines Nutzungsrechtes betrug. 

Hiezu kommt noch die ständige Preissteigerung der meisten 
Waldprodukte, welche ebenfalls ein Herabgehen selbst unter den 
landesüblichen Zinsfuß erfordert, wenn der Nutzungsberechtigte bei 
einer derartigen Ablösung späterhin in der Lage sein soll, sich die 
zur Ablösung gelangten Waldprodukte aus den Zinsen des Ablösungs- 
kapitales erwerben zu können. 

Aus diesen Gründen wird man daher gegenwärtig bei derartigen 
Bewertungen nur für die landwirtschaftlichen Grundstücke den 
Zinsfuß von 4"/oj bei den Waldgrundstücken aber höchstens einen 
solchen von 30/0 der Rechnung zugrunde legen können. 

Bei der Ermittlung des Bodenwertes und des Bestandeswertes 
werden wir daher einen Zinsfuß von 30/0 unterstellen und den Boden- 
wert stets nach der finanziellen Umtriebszeit, d. h. stets das Maxi- 
mum des Bodenwertes bestimmen, welches bei Hochwäldern im 
Durchschnitte für Nadelholz bei etwa 70 und für Laubholz bei etwa 
80 Jahren gelegen ist. 

Kiebel, Waldwertrechnung. 2. Auf. 26 



402 Die agrarischen Operationen. 

Für das frühere Beispiel berechnet sich bei Unterstellung dieses 
Zinsfußes ein Bodenwert: 

Au~c= 3428 K 

D30 1-0350 = 48 K X 4-38 = 210 K 
D40 1-03^0 = 67 „ X 3-26 = 218 „ 
D50 1-0330 = 90 , X 2-42 = 218 „ 
Deo 1-0320 = 90 „ X l'Sl = 163 „ 
D70 1-0310 = 88 „X 1-34 = 118 „ 927,, 



Summe .... 4355 K 
Jetztwert Br = 4355 K . -^r— ^ = 4355 K . 0-1037 = 451 K 

ab c + ^ = 80 -f 133 = 213 „ 

yj'Kjo 



Bodenwert = 238 K 

Nach unserer Formel ist dieser Wert: 

Bgo = ( Au — c + 1 20 dr) 0-1037 — 33-33 s — c 
Bgo = (3508 — 80 + 120 X 7-83) 0-1037 — 183 = 453 — 213 =240K. 

Da die letzte Formel nahezu die gleichen Ergebnisse liefert, in 
der Rechnung aber einfacher und bequemer ist, kann sie ohne 
Bedenken zur Anwendung empfohlen werden. 

Den Bestandeswert wird man für alle jüngeren Bestände, bei 
welchen Durchforstungserträge noch nicht eingegangen sind, nach 
einer der Formeln des Kostenwertes, für die älteren Bestände nach 
einer der Formeln des Erwarty.ngswertes und für jene Bestände, 
welche das finanzielle Umtriebsalter bereits überschritten haben, 
nach dem wirklichen Verkaufswerte ermitteln. 

Da als Umtriebszeit stets die finanzielle und als Bodenbrutto- 
wert das Maximum des Bodenertragswertes zu nehmen ist, führen 
•die beiden Formeln für den Bestandeskostenwert und den Bestandes- 
erwartungswert zu denselben Ergebnissen und ist deshalb für deren 
Anwendung ausschließlich nur die bequemere Rechnung ausschlag- 
gebend. 

Ist die Ermittlung vieler solcher Bestandeswerte notwendig, so 
empfehlen wir die Anwendung unserer FormeP) 

H Kn, = Br (1-0 p^ — 1) + c — drmx 
B, 



dr 



Aa 


. — 


c4 


- drux 




1-0 


pu. 


-1 


D, 

a 


X ■ 


Db 
b 


, De 

-^ c 



1) Siehe auch Seite 455—457. 



Die Bewertung der Grundstücke. 403 

bei u = 70 Jahre ux = 90 
„ 11 = 80 „ ux = 120, 

wobei wir die einzelnen Bestandeswerte direkt aus dem Diagramme II 
entnehmen können. 

Beispiel 171: 

Es ist für Fichte der Wert der Bestände im 10., 15., 20., 
30., 35., 40., 50. und 60. Jahre zu berechnen, wenn der Abtriebs- 
ertrag bei 70 Jahren 3550 K beträgt, 

im 20. 30. 40. 50. 60. Jahre 
Durchforstungserträge von 16 57 86 140 122 K 

eingehen und die Kulturkosten 80 K betragen. 
Ermittlung von (B -f- V) 

Au — c . UD^ ....... 3470K 

Da 10350= 16 KX 4-39= 70 K 879 
Db 1-0340 = 57 „ X 3-26 = 186 „ 809 
De 1-0330 = 86 „ X 2-42 = 208 „ 623 
Dd 10320 = 140 „ X 1"80 = 252 „ 415 

De 1-0310 = 122 „ X 1- 34=163 ,163 879. 

Summe . . . 4349 K 

Br = 4349 KXT:ö^^r= 4349 KX0-1446B4-V-C = 629K 

Br 

ab c = - 80 K 

B -H V = Diff. . . . 549 K 

1. Ermittlung 10- bis 35jähriger Bestände nach dem Kostenwerte: 

Wert des lOjähr. Best. = 629 X 0344 + 80 = 296 K 

15 „ „ = 629 X 0-558 + 80 = 431 „ 

20 „ „ =629X0-806 + 80= 587 „ 

30 „ „ = 629 X 1-427 + 80 — 16 X 1-344 = . 953 „ 
35 „ „ = 629 X 1-814 + 80 — (16 X 1-558 + 

+ 57 .11-59)= 1130, 

2. Ermittlung der 40- bis 60jährigen Bestände nach dem Er- 
wartungswerte : 

Au + B + V = 4099 K 

Wert des 60jähr. Best. = (4099 + 163)0-744 — 549=. . . 2622 K 
50 „ „ =(4099 + 415)0-553 — 549=. . . 1947 „ 
40 „ „ =(4099 + 623)0-412 — 549=. . . 1396 „ 

Es ist aber keineswegs notwendig, die Summen der prolongierten 
Zwischennutzungserträge zu bilden, sondern es genügen für diese 

26* 



404 I^iß agrarischen Operationen. 

Berechnung auch diese Einzelbeträge allein, wie nachstehend zu 
ersehen ist: 

4262 



Der Wert des 60jähr. Best. = (4099 + 163) 0-744 — 549 = . . 2622 K 

4514 



„ 50 „ „ = (4262 + 252) 0-553 — 549 = . . 1947 „ 
4722 

„ „ „ 40 „ , = (4514 4- 208) 0-412 — 549 = . . 1396 K 
, 30 . „ = (4722 -f 186) 0306 — 549 = . . 953 K 

Zum Vergleiche seien die Bestandeswerte auch nach unserer 
Formel entwickelt: 

m drmx 

20 Jahre ^ = --|s— = 0-80 K. . . . — 
a 20 

30 „ ^ = ^1^^1-20, .... 0-80KX25-8= 21 K 
b 30 

D 86 K 

40 , -^ = -^^ = 215,. . . . 2-70 „X 370 = 100 „ 

50 „ ^ = J^?^ = 2-80, .... 4-85 „X 50-5=^ 245 „ 

T\ 1 OO TT 

60 „ :^ = -:^— = 2-03,, . . . . 7-65 „ X 67-6 = 517 „ 

70 „ 9-68 „ X 89-5 = 866, 

Br = ^" ~ ^ "^ ^y^^ = (3470 + 866) 0-1446 =627, 

10 p" — 1 

Wert des lOjähr. Best. = 627 (1-03 p'O-1) -4- c = 296 K 

15, „ =627(l-03p'5._i)4-80 = 430„ 

20 „ „ =627 (1-03 p20 — 1)4-80 2£^= 585 „ 

30 „ „ =627 (r03p3« — 1) + 80 21= 953 „ 

35 „ „ =627 (l-03p35 — 1) + 80- 89 = 1128 „ 

40 „ „ = 627 (1-03 p*o — 1) -f 80 — 100 = 1398 „ 

50 , , =--627 (1-03 p50-l)-f 80-245 = 1957 „ 

60 „ „ =627 (1-03 p60 — 1)4-80 — 517 = 2630 „ 

gegenüber den richtigen Werten von: 

Hio= 296 K 
Hi5= 431, 
H2o= 587, 
H30 = 953 „ 
H35 = 1130, 
H,o = 1396, 
H5o = 1947, 
H6o = 2622, 



Die Bewertung der Nebennutzungen. 405 

Mittels des Diagrammes II ergeben sich folgende Werte: 

m = 10 Jahre H K^ + c = 307 K 

m = 15 „ HK„.-t-c= 445„ 

m=:20 „ HK„,-{-c= 600, 

m = 30 „ HKn.4-c= 995 „ 

m = 35 „ H Km = 1157 „ 

m = 40 „ HK^ = 1420, 

m = 45 „ HKm = 1729 „ 

m = 50 „ HKn, = 2059, 

m = 60 „ HK„, = 2840, 



e) Ermittlung des Wertes der Nebennutzungen. 

Den Wert der Nebennutzungen beim Walde, wie Gras-, Streu- 
und Weidenutzung, wird man für sich berechnen und dem früher 
ermittelten Bodenertragswerte zuschlagen. Da diese Nebennutzungen 
einen jährlichen nachhaltigen Bezug bei derartigen Bezugsrechten 
zur Voraussetzung haben, kann man deren Ertrag als eine jähr- 

lieh eingehende Rente ansehen, deren Kapitalswert K = ist. 

Beispiel 172: 

In einem 80 ha großen Walde, bei welchem zur Vereinfachung 
bloß eine Bodenklasse angenommen wird, beträgt bei einer Um- 
triebszeit von 80 Jahren der jährliche Ertrag pro 1 ha: 

1. aus der Grasnutzung vom 1. bis zum 6. Jahre 5 q Mittelheu 
ä = 2K Nutzwert; 

2. aus der Weidenutzung vom 31. bis zum 80. Jahre 2K; 

3. aus der Streunutzung vom 40. bis zum 75. Jahre bei einer 
5jährigen Umlaufszeit 80 q pro 1 ha mit einem Nutzwerte von 030 K. 
Wie groß ist der Kapitalswert dieser Nutzungen? 

ad 1. Da die jährliche Schlagfläche 1 ha beträgt, ist die 
jährliche Grasnutzungsfläche 5 ha und der jährliche Ertrag = 
5X5X2K = 50K. 

Der Kapitalswert insgesamt 50 K X 25— = 1250 K p = 47o 

für 1ha =-i^^^i^ = 15-62 K 

ad 2. Da die Weidenutzung auf 50 Jahresschlägen gleichzeitig 

stattfindet, ist der jährliche Ertrag = 50 X 2 K= 100 K. 

Der Gesamtkapitalswert = lOOK X 25 = 2500 K. 

2500 K 
Der Kapitalswert im Durchschnitte pro 1 ha = — qTS — ^= 3125 K. 

oO 

ad 3. Da die Gesamtstreunutzungsfläche 35 Jahresschläge 
im Ausmaße von 35 ha umfaßt, beträgt die jährliche Streunutzungs- 

fläche ^— = 7 ha und der jährliche Reinertrag 7 X 80 X 030 K = 168 K. 



406 Die agrarischen Operationen. 



Der Kapitalswert = 168 K X 25 = 4200 K. 

Der Kapitalswert pro 1 ha = — ^rr — = 52'5 K. 

oO 



fj Die Bewertung der Obstbäume^). 

Die wichtigste und allgemeinste Grundlage für die Bestimmung 
des Wertes der Obstbäume bildet ebenfalls der Ertrag. 

Für die Feststellung desselben wird man zu erheben haben: 
Die Obstgattung und Sorte, das Alter des Baumes, den Eintritt der 
Ertragsfähigkeit innerhalb der einzelnen Ertragsperioden, das Ende 
der Ertragsfähigkeit, das erreichbare Höchstalter, die Tragbarkeit 
des Baumes selbst, wie oft und wie viel er trägt; ferner den Wert 
der Sorte, ob Frühobst, Spätobst, Marktfrucht, Mostobst etc. sowie 
den Erlös des Obstes abzüglich der Erntekosten und endlich den 
Holzwert des Baumes. 

Bei den jüngeren Bäumen müssen außerdem noch erhoben 
werden: die Anlagekosten, bestehend aus den Anschaffungskosten 
des Baumes und Pfahles, den Kosten der Bodenvorbereitung und 
des Aussetzens, ferner die Kosten für Pflege, Schutz und Erhaltung. 

Hinsichtlich der Tragfähigkeit unterscheidet man fünf ver- 
schiedene Perioden und zwar die 1. Periode, in welcher der Baum 
noch keinen Ertrag liefert, die H. Periode der beginnenden Trag- 
barkeit, die in. Periode der zunehmenden Tragbarkeit, die IV. Periode 
der anhaltenden vollen Tragbarkeit und die V. Periode der ab- 
nehmenden Tragbarkeit. 

Der Beginn und das Ende der Tragbarkeit fällt bei 

Äpfeln etwa in das 10. bis 60. Jahr 

Birnen „ „ „ 8. „ 80. „ 

Süßkirschen „ „ „ 6. „ 40. „ 

Sauerkirschen « „ ^ 5- n 30. „ 

Zwetschken und Pflaumen „ „ „ 5. „ 30. „ 

Aprikosen „ „ , 4. „ 20. „ 

Walnüssen „ „ „ 20. „ 100. „ 

Weiters kann angenommen werden, daß im Durchschnitte eine 
Mittelernte (E) erfolgt bei 

Äpfeln alle 3 Jahre 

Birnen • • « 2V2 — 2 „ 

Süßkirschen „ IV2--2 „ 

Sauerkirschen „ 172;^ 

Zwetschken und Pflaumen „ 2 „ 

Aprikosen „ 2V2 » 

Walnüssen „ 3 



1) Die Wertermittlung der Obstbäume etc. von Forstrat Fr. Riebel. 



Die Bewertung der Obstbäume. 



407 



Der jährliche durchschnittliche Ertrag beträgt daher: 
für Äpfel 



Birnen 
Süßkirsche 



3 

E 
275 

E 
1-75 



usw. 



Wenn nun das jährliche Erträgnis zur Zeit der anhaltenden 
vollen Tragbarkeit = 1 gesetzt wird, beträgt jenes in den sonstigen 
Ertragsperioden : 

für Äpfel von 



für Birnen 



für Süßkirschen 



für Sauerkirschen 



für Zwetschken und Pflaumen 



für Aprikosen 



für Walnüsse 



1—9 Jahrer 


1 = 000 r 


10—19 


» 


= 0-33 r 


20—29 


1» 


= 0-66 r 


30—49 


» 


= 100 r 


50—60 




= 0-66 r 


1— 7 


T> 


= 000 r 


8-19 




= 0-44 r 


20—29 


•^ 


= 0-66 r 


30—59 




= 1-00 r 


60-80 


^ 


= 0-66 r 


1— 5 




= 000 r 


6—14 


Ti 


= 017 r 


15-19 


V 


= 0-50 r 


20—29 


n 


= 1-00 r 


30—40 


n 


= 0-66 r 


1— 4 


n 


= 000 r 


5-11 


V 


= 0-22 r 


12—14 




= 0-42 r 


15-24 


n 


= 100 r 


25—30 


^ 


= 0-50 r 


1— 4 


V 


= 000 r 


5—11 


V 


= 0-32 r 


12—14 




= 0-73 r 


15—24 




= 100 r 


25—40 


„ 


= 0-66 r 


J— 3 


n 


= 000 r 


4— 5 


77 


= 0-21 r 


6- 9 


7) 


= 0-62 r 


10—14 


7) 


= 100 r 


15-20 


7) 


= 0-50 r 


1-19 


71 


= 000 r 


20—29 


77 


= 0-33 r 


30—39 


77 


= 0-66 r 


40-89 


77 


= 100 r 


90-100 




= 0-70 r 



408 ^i^ agrarischen Operationen. 

Diese in den einzelnen Perioden eingehenden jährlichen Er- 
träge als zeitliche Stückrenten aufgefaßt, geben zur Zeit des Höchst- 
alters n für Äpfel folgende Ertragsendsummen: 

für die V. Periode: 

1-Opio-l 

00 p 
für die IV. Periode: 

2;E = 0-66r ^ +r ^ lOpSo-so usw. 

O'Op 00 p 

Die Endsummen als immerwährende Renten aufgefaßt geben 
ein Anfangskapital: 

für die V. Periode: ^ /^ ,n -. 

1-Opio— 1 
0-66 r — ~ 

P _^ QOp 

10p«o — 1 

für die IV- Periode: 

1-0r)i" 1 1-0 üi*^ — 1 

0-66 r ^ - +r ^ ^10pi*> 

00p ^ 00p ^ 

G^- = i-Op^^- -ri "^"- 

Da aber der Ertragswert des Obstbaumes in den Zinseszinsen 
dieser Grundkapitale verkörpert erscheint, ist der Wert im 

1-0 D^O 1 10ü''<> - 1 

10p'» - 1 , _ lOpW-1 ,.„^„^ 1-Op'«^ 



40. „ w„ = ( 0-66 r-^ljj^+r^^^j^p- 10p. ^,.gp,,j 
40. , W„ = r ( 0-66 iO£:;:^- + i:0|;::;=i 10p.» ^l•0''"^l- 



0-Op ' 00p ^ J l-Op««-l 

usw. 

Allgemein daher für das Baumalter m 

^ (lOpio— I),^ 1-0 p'"—! 

p l'O p" - 1 

Da aber in dieser Formel bloß r variabel ist, können für 
die verschiedenen Altersstufen die Konstanten für den sonstigen 
Ausdruck der Formel berechnet werden. Bezeichnet man allgemein 
diese Konstanten mit a, so ist der Ertragswert für das Baumalter 

Wn, = r . a. 

Hiezu kommt noch der Holzwert des Baumes 

1-0P --1 
^"~^- 10p" — 1 



Die Bewertung der Obstbäume. 



409 



H ist der Holzwert zur Zeit des Höchstalters des Baumes, wenn 

der Aushieb erfolgt. |.q m -j^ 

Die gerechneten Konstanten für ^ „ j- mit b bezeichnet 

10 p" — 1 



H. 



H .b. 



Hiezu kommt noch die Quote der verausgabten Anpflanzungs- 
kosten K, für deren Ermittlung ebenfalls die Konstanten b benützt 
werden können, da hiefür die Ergänzung derselben auf 1 in Betracht 
kommt : 

somit Km = K (1 — b). 



Der Gesamtwert des Baumes ist daher: 
W„, = r . a -f H . b + K (1 - 



b). 



Die Konstanten für a und b betragen bei Unterstellung eines 
Zinsfußes von 4%: 



Alter 



Jabre 



Für Zwetschken 
und Pflaumen 



Für Sauerkirschen 



2 

4 
6 
8 
10 
12 
14 
16 
18 
20 
22 
24 
26 
28 
30 



1066 
2-215 
3-338 
4-377 
5-396 
6-386 
6-823 
6-908 
6-566 
5-958 
5-086 
3-931 
2-822 
1-837 
0-660 



00366 
0-0758 
0-1181 
01646 
0-2140 
2679 
,0-3260 
0-9893 
0-4574 
0-5309 
0-6110 
0-6971 
0-7903 
0-8921 
0-1000 



0-88K 
1-870 
2-835 
3-759 
5-686 
5-617 
6-268 
6-496 
6078 
5-397 
4 437 
3-191 
3-137 
1-391 
0-500 



0-0366 
0-0758 
0-1181 
01645 
214O 
0-2679 
0-3260 
0-3893 
0-4574 
0-5309 
06110 
0-6971 
0-790Sf 
0-8921 
10000 



Alter !l Für Sößkir«che.i 



Jahre 



Fflr Aprikosen 



2 

4 
6 
8 
10 
15 
20 
25 
30 
35 
40 



0-820 
1-709 
2-664 
3-664 
4-527 
7022 
8-516 
7-495 
6213 
3365 
0-660 



0-0213 
0-0444 
0692 
0968 
1284 
0-2093 
3112 
0-4353 
(»•5861 
0-7698 
10000 



1027 
2-142 
3154 
3-753 
4-094 
2-223 
0-600 



0069 
143 
0-222 
0-310 
0-403 
0-672 
1-000 



410 



Die agrarischen Operationen. 



Alter 



Jahre 



Für Apfel 



2 

4 
6 
8 
10 
12 
15 
20 
25 
30 
35 
40 
45 
50 
66 
60 
65 
70 
75 
80 



0-870 

1-812 

2-814 

3-917 

5-071 

6-097 

7-560 

10-180 

11-685 

12-890 

12-273 

10-924 

8'753 

5-705 

3-513 

0-660 



Für Birnen 



00086 
00179 
00278 
00387 
0-0504 
0-0631 
0-0841 
01251 
0-1749 
0-2355 
0-3093 
0-3991 
0-5083 
0-6412 
0-8028 
1 0000 



1-031 

2-146 

3-344 

4-737 

5-812 

6-769 

8-370 

11146 

13-225 

14186 

15-506 

15-296 

14-676 

13-428 

11-600 

9-106 

7-104 

5-881 

3-714 

0-660 



00037 
00077 
0-0120 
00168 
0-0218 
00273 
00364 
0-0541 
0-0756 
0-1018 
01337 
0-1726 
0-2198 
02773 
0-3471 
0-4322 
0-5357 
0-6616 
0-8147 
1-0000 



Beispiel 173: 

Es soll der Wert eines 12jährigen und eines 40jährigen Apfel- 
baumes ermittelt werden unter der Annahme, daß die Anpflanzungs- 
kosten zusammen 3 K, der jährliche Vollertrag 5 K betragen und zur 
Zeit des Aushiebes bei 60 Jahren ein Holzerlös von 15 K erzielt wird. 



Bei 12 Jahren ist: 



a =- 6097 
b = 0-0631 
b = 0-9369 



Der Ertragswert . . . 
„ Holzwert .... 
Anpfianzungskosten-Quote 



= 6-097 X 5K = 30.48 K 
= 0-0631 X 15 „ = 0-95 „ 
= 0-9369 X 3 «= 2-81 „ 



Gesamtwert = 34-24 K 



Bei 40 Jahren ist: 



Der 



a = 10-924 
b= 0-3991 
.b= 0-6009 



Ertragswert . . . =10-924 X 5K = 54-62K 
„ Holzwert . . . . = 0-3991 X 15 „ = 5-98 „ 
Anpflanzungskosten-Quote = 0- 6009 X 3 „ = 1-80 „ 

Gesamtwert = 62-40 K 

Weitere Beispiele, sowie eine detaillierte Angabe der Berechnungs- 
faktoren a und b für die verschiedenen Obstgattungen und Alters- 
stufen sind in der bereits zitierten Spezialabhandlung: „Die Be- 
wertung der Obstbäume und anderer Einzelbäume" enthalten. 



Der Bodenwert bei einer Kulturumwandiung. 411 

6. Die Ermittlung des Bodenwertes, wenn eine Kultur- 
umwandlung erfolgt. 

Nach den bezüglichen gesetzlichen Bestimmungen ist bei den 
Hutweiden-, Wald- und außer Kultur stehenden Grundflächen, welche 
zu Äckern oder Wiesen geeignet sind, nach der Beschaffenheit des 
Bodens zu ermitteln, welchen Reinertrag dieselben nach Aufwand 
der hiezu notwendigen Kulturkosten als Ackerland oder Wiesen er- 
geben werden. 

Der Wert solcher Grundstücke ist sodann gleich dem 25fachen 
Reinertrage, vermehrt um die bis zum Eintritte dieses Reinertrages 
eingegangenen Nettoerträge und vermindert um die Umwandlungs- 
kosten nebst den bis dahin aufgelaufenen Zinsen derselben. 

Die Bestimmung des Bodenwertes erfolgt somit nach einfachen 
Zinsen, was dann gerechtfertigt erscheint, wenn der Umwandlungs- 
zeitraum nur von kurzer Dauer ist. 

Bei der Umwandlung der Hutweiden in Ackerland sind meist 
die Umwandlungskosten sehr gering, da sie durch die Ersparung 
an Dünger vollkommen aufgewogen werden. Die vermehrten Kosten 
bestehen überhaupt meist nur in einer öfteren Bearbeitung, ebene 
Lage vorausgesetzt. Anders verhält es sich dagegen beim Walde, 
bei welchem erst eine Rodung der Wurzelstöcke vorgenommen 
werden muß, was ganz bedeutende Kosten verursacht. Im Durch- 
schnitte können dieselben veranschlagt werden für 1 ha Eichen- und 
Buchenhochwald mit 800 bis 1000 K, für Nadelholzhochwald mit 
500 bis 700 K, für Niederwald mit 300 bis 500 K. 

Beispiel 174: 

Ein Niederwald wird mit 300 K Rodungskosten in Acker um- 
gewandelt, welcher 

im I.Jahre einen Nettoertrag von . . . 15K 

■^- n n rt » • • • '^0 „ 

und vom 3. „ an „ „ „ . . . 30 „ gibt. 

Außerdem wird im 4. Jahre noch ieine Düngung im Werte von 
60 K erspart. 

Wert des 25fachen fortdauernden Reinertrages = 30 K X 25 = 750 K 
Hiezu Nettoertrag im 1. Jahre 15 „ 

2. „ 20, 

3. r, 30, 

Düngerersparnis ,4. „ 60 , 

Summe . . . 875 K 

Hievon ab das Kulturkostenkapital 300 

Zinsen für 3 Jahre 15 K X 3 = . . 45 

345 345, 

Kapitalswert . . . 530 K 



412 Die agrarischen Operationen. 

Bei richtiger Rechnung mit Zinseszinsen werden die Einnahmen 
und Ausgaben bis zum Eintritte der gleichbleibenden Rente hier 
auf das 4. Jahr prolongiert. 

K = 15 X 1043-f 20 X 1-042 + 30X 1041-1-60 + ^^ — 300 X. 1043 = 

15 X 1-12 + 20 X 1-08 + 30 X 1-04 -r 60 -}- 30 X 25 — 300 X 1-12 = 

879-6 — 336 = 543-6 K 

gegenüber 530 K bei einfachen Zinsen. Diese Differenz wird, wie 
schon betont worden ist, um so größer ausfallen, je länger der Zeit- 
raum der Umwandlung andauert. 

Solche Kulturumwandlungen treten insbesondere bei der Durch- 
führung von Zusammenlegungen ein, weil zur Erzielung einer zweck- 
mäßigen Feldeinteilung vereinzelt zwischen landwirtschaftlichen Grund- 
stücken liegende oder in dieselben einspringende Wald-, Busch-, 
Au- oder zur Aufforstung bestimmte Parzellen, soferne gegen eine 
Umwandlung nicht ein öffentliches Interesse spricht, auch gegen den 
Willen des bisherigen Besitzers, also zwangsweise abgetreten werden 
müssen. Wenn nun aber solche Waldteile von nur geringer Boden- 
beschaffenheit sind, kann die Möglichkeit eintreten, daß der nach 
erfolgter Umwandlung sich ergebende Bodenwert geringer als sein 
forstlicher Wirtschaftswert ist. 

In einem solchen Falle, wenn eine zwangsweise Abtretung der- 
artiger Waldteile stattfindet, gebührt dem Waldbesitzer eine Ent- 
schädigung nach der rentableren Wirtschaftsweise. Man wird daher 
neben dem Bodenwerte nach der Umwandlung auch den forstlichen 
Bodenertragsv/ert rechnen, der größere Wert von beiden muß dann 
dem Waldbesitzer entschädigt werden. 

Beispiel 175: 

Es gelange ein Niederwald zur Rodung, welcher im 20jährigen 
Alter einen Abtriebsertrag von 600 K liefert; die Kulturkosten pro 
1 ha seien 20 K, die Ausgaben für Steuern und Umlagen 4 K und 
der Waldzinsfuß p = 3%; der Bodenertrags wert ist: 

Au — c = 580 K. 

= 580 K X 1-24 = 719 K 

— = 4KX 33-33 + 20K= . . 153 „ 




Bodenertragswert = Dif f. . . . 566 K 

während nach dem vorhergehenden Beispiele der Wert nach er- 
folgter Umwandlung in Acker nur 543 K beträgt. Das gleiche Ver- 
hältnis besteht auch hinsichtlich der Entschädigung des abzutretenden 
Bestandes und muß dem Waldbesitzer ebenfalls dessen Wirtschafts- 



Beispiel der Ermittlung des Anteilrechtes. 413 

wert voll entschädigt werden. Dieser Wert ist, wie schon erwähnt, 
nach dem Kosten- oder Erwartungswerte zu ermitteln; bei allen 
jüngeren Beständen, welche unter dem Alter der finanziellen Umtriebs- 
zeit gelegen sind, wird derselbe größer sein als der Gebrauchs- 
oder Verkaufswert. 



7. Beispiel für die Ermittlung des Anteilreehtes nach dem 
Haus- und Gutsbedarfe. 

Die Gemeinschaftsgründe der Baumgartner Insassen umfassen 
die Parzellen Nr. 468, 469, 470, 512, 513, 514 im Gesamtausmaße 
von 324-2400 ha der Katastralgemeinde Baumgarten. 

Der Kulturgattung nach bestehen diese Grundstücke zum größten 
Teile aus einem Buchenhochwalde, zum geringeren Teile aus Hutweiden. 
Sämtlichen Insassen steht das Recht der gemeinsamen Weide-, Streu- 
und Brennholznutzung zu, dessen Umfang unbestimmt ist; da über 
den faktischen Bezug dieser Nutzungen weder aus der gesetzlichen 
10jährigen Periode Daten vorliegen, noch aus Urkunden erhebbar 
sind und auch ein Übereinkommen nicht zu erzielen war, ist das 
Anteilrecht nach dem Haus- und Gutsbedarfe zu ermitteln gewesen. 

Die Weidezeit beträgt 180 Tage; für die Bewertung wurden 
mit den Beteiligten folgende Durchschnittspreise vereinbart: 

Iq Mittelheu ^ 3 — K 

1 q Laubstreu := 0'50 „ 

Gewinnungskosten für 1 q = 020 K, daher Nutzwert 030 K. 



1 rm Buchenscheiter 
1 rm „ ausschuß 
1 rm „ prügel 
1 rm „ reisig 
für 1 rm Erzeugerlohn 



5 — K 

4-25 „ 

1-25 „ 
0-80, 



ferner wurde das Lebendgewicht einer mittleren Kuh als Normalvieh 
mit 250 kg, dasjenige eines Schweines mit 50 kg festgesetzt. 



1. Bewertung der Grundstücke. 

Bei den Hutweiden wurden 3 Klassen unterschieden und zwar 
mit einem Naturalertrage an Mittelheu von 12, 10 und 8q, bei dem 
Walde zwei Klassen, welche der III. und IV. Klasse der Ertragstafel 
nach Feistmantel entsprechen. 

Der Nutzwert für 1 q Weideheu ist um eine Wertsklasse geringer 
als jener von Mittelheu, 'ferner kommen für Düngerverlust 20"/o und 
für Hirtenlohn 30% in Abzug, 



414 I^ie agrarischen Operationen. 

(aus Tafel 4) 086 X 3-00 K = . . 2-58 K 
ab Düngerverlust 258 X 0*20 „ = 0-51 
„ Hirtenlohn 2-58 X O' SO „ = 0-77 1-28 „ 

daher Nutzwert pro 1 q = . . 130 K 

Es ist sonach der Geldertrag 

Inder I. Klasse = 12 X 130 K = . . 15-60 K 
IL „ = 10 X 1-30 „ = . . 13 — „ 
III. „ = 8 X 1-30 „ = . . 10-40 „ 

Hievon abgezogen an Steuern 

für die I. Klasse = 260 K 

n. „ = 2— „ 

III. „ = 1-40 „ 

gibt einen Reinertrag 

für die I. Klasse = 1560 — 260 = . . 13-— K 
IL „ =13-00 — 2-00= . ". 11-— „ 
IIL „ =10-40 — 1-40=. . 9-— „ 

der Kapitalswert des Bodens ist demnach 

für die L Klasse = 13 K X 25 = . . . 325 K 

IL „ =11 „X25=.- . . 275 „ 
IIL „ = 9 „X5i5=. . . 225, 

Der Nutzwert für 1 rm Brennholz ist 

für Scheiter =500 — 0-80= .... 4-20 K 

Ausschuß = 4-25 — 0-80 = .... 3-45, 

Prügel =2-00 — 0-80= .... l-20„ 

Reisig =1-25 — 0-80= .... 0-45 „ 

Für 1 fm Brennholz, da der Reduktionsfaktor für Scheiter 
0-76, Ausschuß 0-72, Prügel 0-68 und Reisig 046 ist, beträgt der 
Nutzwert rund 

für Scheiter =4-20K:0-76= . . . . 550 K 

Ausschuß = 3-45 ,. : 0-72 = . . . . 4-80 „ 

Prügel = 1-20 „ : 0-68 = . . . . 1-80 „ 

Bürtel = 0-45 „ : 046 = . . . . 1-— „ 

Es fallen zur Zeit des Abtriebes bei 80 Jahren an in Prozenten 
der Gesamtnutzung in der 

III. Bonitätski. IV. Bonitätski. 

Scheiter . . . IT» o 107o 

Ausschuß . . 40Vo 407o 

Prügel . . . 330/0 * 307o 

Bürtel . . . lOVo 200/0 



Beispiel der Ermittlung des Anteilrechtes. 



415 



Bonitätskl. 


Ausschuß 


Prügel 


Bürtel 


{ '^: 





15 


85 




— 


5 


95 




{ \^: 


— - 


38 


62 




— 


27 


73 




1 III. 


— 


54 


46 




1 IV. 


— 


45 


55 


' 


f in. 


8 


56 


36 




l IV. 


— 


57 


43 




( III. 


15 


58 


27 




IV. 


5 


57 


38 





bei den Durchforstungen 
Jahre 

30 . 

40 . 

50 . 

60 . 

70 . 

Der Durchschnittsnettopreis für die Haubarkeitsnutzung ist 
daher für die 

IIL Bon.-Kl. 5-5 X 017 + 48 X 040 + 18 X 033 + l'O X 010 = 356 K 
IV. „ 5-5 X 0-10 + 4-0 X 0-40 + 1-8 X 30 + 1-0 X 0-20 = 3 20 „ 

jener der Zwischennutzung im 30. Jahre für die 

IIL Bonitätski. = 18 X 015 + 10 X 85 = 1-12 K 
IV. „ = 1-8 X 05 -f 1-0 X 0-95 = 1-04 „ 

In gleicher Weise ergibt sich der Nutzwert von 1 fm Zwischen- 
nutzung in der 

III. IV. Bonitätski. 

im 40. Jahre 1-30 K 121 K 

50. , 1-43 „ 1-36 , 

60. „ ...... 1-64 „ 1-45 „ 

70. „ 203 „ 1-65 „ 

Der Naturalertrag (Massenertrag) beträgt Festmeter in der 

III. IV. Bonitätsklasse 

im 30. Jahre ... 11 10 Zwischennutzung 

40. „ ... 21 18 

50. „ ... 27 23 

60. „ ... 28 24 

70. „ ... 25 22 

80. „ ... 362 318 Haubarkeitsnutzung 

An Gelderträgen gehen demnach ein: 
im 80. Jahre ein Haubarkeitsertrag: 

in der III. Bonitätsklasse 362 X 356 K = 128872 K, rund 1290K 
IV. „ 318X3-20 „ = 1017-60 „ „ 1020 „ 

Zwischennutzungserträge 

im Jahre 30 40 50 60 70 

in der III. Bonitätsklasse 12 27 39 46 50 K 

IV. , 10 22 31 35 36, 



416 Di6 agrarischen Operationen. 

Die Kulturkosten betragen pro 1 ha für Komplettierungen 20 K, 
die Steuern pro 1 ha 

für die III. Bonitätsklasse 2- — K 
IV. „ 1-40 „ 

Unter Zugrundelegung des entsprechenden Zinsfußes von 3% 
kann daher nach Maßgabe dieser Holzerträge der Bodenwert ermittelt 
werden. 

B = ^\~'',t^T'' - n^ = (Au - c + 119 dr) 01037 - c - 3333 s. 
1-0 p80 — 1 00 p 

Ermittlung von dr. 

III. Bonitätsklasse. 

m 

30 — = :^ = 0-40 dr= - -K 

a 30 

40^ = -7;^ = 0-67 dr= 0-40 „ 

b 40 

3Q 

50 =?-== 0-78 dr -= 1-07 „ 

oO 

60 =~- = 0-76 dr= 1-85 „ 

bO 

oO 
70 =:^^ = 0-72 dr= 2-61 „ 

80 = — = — dr= 3-33 „ 

IV. Bonitätsklasse. 

30^ = ^^ = 0-33 dr= . .... .--K 

a oO 

40^ = ?? = 0-55 dr= 0-33 „ 

b 40 

R1 

50 =^ = 0-62 dr= 0-88, 

60 =^ = 0-58 dr= 150 „ 

bO 

70 =^ = 0-51 dr= ...... 2-08, 

80 =_= — dr= 2-59. 



Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes. 417 

III. Bonitätsklasse. 

A„ — c = 1290K — 20K= 1270K 

119 dr = 119X3-33= 396, 

Summe . . . 1666 K 

Br = 1666 KX 0-1037= . . 173, 

ab c + ^=20 + (2X 33-33)= . . 87, 



Bodenertragswert ... 86 K 

IV. Bonitätsklasse. 

Au — c = 1020K — 20K= 1000 K 

119 dr= 119X2-59= 308, 

Summe . . . 1308 K 

Br = 1308 K X 0-1037 = . . . 136 , 



Bodenertragswert ... 69 K 

Zu diesem Bodenwerte kommt noch die Quote aus dem Er- 
trage der Weide- und Streunutzung. 

Die Ermittlung der Bestandeswerte erfolgt entweder nach der 
Formel der Bestandeskostenwerte 

H K„, = Br (1-0 p'" — 1) + c — drmx 

oder nach der Formel der Bestandeserwartungswerte. 

Unter Benützung der letzten Formel berechnen sich die Be- 
standeserwartungswerte : 



HE 


A„ + B + V + Da ] 

l-Opn-m 


LO p°-' 


--(B + V) 


III. Bonitätsklasse: 






m 






Nachwertssummen 


30 
40 
50 
60 
70 


D30 = 12 K X 4-384 = 
D40 = 27 , X 3-262 = 
D5o = 39 ,X 2-427 = 
D6o = 46 ,X 1-806 = 
D,o = 50 ,X 1-344 = 


52 K 

88, 

95,. 

83, 

67, 


385 K 
333, 
245, 
150, 
67, 


80 


Summe . . . = 


385 K 




IV. Bonitätsklasse: 






m 






Nachwertssummen 


30 
40 
50 
60 
70 


D30 = 10 KX 4-384 = 
D4o = 22 ,X 3-262 = 
D5o = 31 ,X 2-427 = 
D6o = 35 ,X 1-806 = 
D7o = 36 „X 1-344 = 


43 K 

72, 
75, 
63, 
48, 


301 K 

258, 
186, 

IIU 

48, 


80 


Summe . , . = 


301 K 




iebel, Waldwertrechnung. 2. Aufl. 




2T 



418 



Die agrarischen Operationen. 



III. Bonitätsklasse: 
Au— c . . =1270K 
Summe D . -^ 385 „ 
Summe . . = 1655 K 
Jetztwert . = 171 ^ 
ab c ^^. ■ = 20 „ 
. = 151 K 



IV. Bonitätsklasse: 
Au — c . . = 1000 K 
Summe D . ===^ 301 _ 



B + V 



Summe . 
Jetztwert 
ab c . . 
B-l-V~~ 



Au + B H- V = 1441 K für die III. 

HE7o = (1441+ 67)0-744 
H Eßo = (1441 + 150) 0-554 
H Ego = (1441 -f 245) 0-412 
HE4o = (1441 +333) 0-306 
HE3o = (1441 + 385) 0-228 
HE2o = (1441 + 385) 0-170 
HEio = (1441 + 385) 0-126 



Bonitätsklasse 

— 151 = 

— 151 = 

— 151 = 
-151 = 

— 151 = 

— 151 = 

— 151 = 



1135 K für die IV. Bonitätsklasse 
= (1135+ 48)0-744 — 115 



A„ + B + V = 

TT T*^ 

H Eeo = (1135 + 111) 0-554 - 115 
H Eso = (1135 + 186) 0-412 — 115 = 
H E40 = (1135 + 258) 0-306 - 115 = 
H E30 = (1135 + 301) 0-228 — 115 = 
HE2o= (1135 -t 301) 0-170 — 115 = 
H Eio -^ (1135 + 301) 0-126 — 115 = 



1301 K 
135 „ 
20. 



115K 



971 K 
730 „ 
544 „ 
392 „ 
265 „ 
159 „ 
79. 



754 K 
575 „ 

429 „ 

311 „ 

212 „ 

129, 

66. 



2. Einschätzung der gemeinschaftlichen Grundstücke. 

Da bei den Hutweiden 

40-00 ha in die I. Klasse 
6000ha , „ II. „ 
22-55 ha . „ III. . 



eingeschätzt wurden, ist deren Kapitalswert 



I. 


Klasse = 


= 40-00 X 325 = 


II. 


n 


= 60-00 X 275 = 


III. 


n 


= 22-55 X 225 =- 



13.000 K 

16.500 „ 

5.073 . 



Summe 



34.573 K 



Die Einschätzung des Waldes ist aus der folgenden ßestandes- 
tabelle zu ersehen. (Siehe Tabellen auf S. 420 u. 421.) 

Hienach entfallen auf die Holznutzung 201-69 ha, und zwar 

83-46 ha in die HL Bonitätsklasse 
118-23 ha . . IV. 



auf Weide- und Streunutzung 192-21 ha, 



Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes. 419 

da 948 ha von diesen Nutzungen des steinigen Bodens wegen aus- 
geschlossen sind. 

Der jährliche Gesamtnaturalertrag des Waldes an 

Weidenutzung beträgt 263 q ä ISO K . . 341-90 K 

der Kapitalswert = 341-9 KX 25= . . . 8547-- „ 

pro 1 ha = 44 K. 

Der jährliche Naturalertrag 

der Streunutzung 1062 q ä 030 K 

der Reinertrag daher = 1062 X 030 K = 31860 „ 

und der Kapitalswert = 3186 K X 25 . = 7965-— „ 

pro 1 ha = 41 K. 

Zu dem früher berechneten Waldbodenwerte kommt sonach noch ein 

Zuschlag für die Weidenutzung von .... 44 K 
und „ „ Streunutzung „ .... 41 „ 

Summe . . 85 K 
Hiedurch ergibt sich 

für die als I. Bonitätsklasse ein Bodenwert 

von 86 + 85 = 171 K 

„ „ IL Bonitätsklasse 69 -]- 85 = . . . . 154 „ 
. . in. „ 69 + -=.... 69 „ 

Auf die Weidenutzung entfällt insgesamt ein Kapitalswert von 

8547 + 34.573= 43.120 K 

„ ^ Streunutzung =...'.. 7.965 „ 

„ „ Holznutzung ein Bodenwert von 

83-46ha ä 86K= 7.177 K 

von 118-23 „ ä 69 „ = 8.158 „ 

„ ^ Holznutzung ein Holzbestandeswert . . 73.753 „ 

Wert der Holznutzung . . . Su mme . . 89.088 K 89.088 „ 

Gesamtwert . . 140.173 K 

Zur Bestimmung des Haus- und Gutsbedarfes wurden zunächst 
für die Ermittlung des Viehstandes aus den ämtlichen Grundbesitzbögen 
die Flächen der futterproduzierenden Grundstücke nach Kulturgattung 
und Bonität bei jedem Anteilberechtigten ausgeschieden und gestützt 
auf diese Flächen und den herrschenden Wirtschaftsbetrieb die mögliche 
Futterproduktion ermittelt und nach dem Überwinterungsmaßstab 
der Viehstand für jeden Anteilberechtigen bestimmt. 

Was den Wirtschaftsbetrieb betrifft, so ist derselbe in erster 
Linie auf die Viehzucht gerichtet, was durch den geringen Acker besitz, 
den ausgedehnten Besitz an Bergwiesen und in dem bedeutenden 
Weideterrain begründet ist. Wegen des kleinen Ackerbesitzes wird der 
Anbau von Halmfrüchten, wenn auch die Winterfrucht durch die hohe 
Lage etwas eingeschränkt wird, bevorzugt und auf zirka die Hälfte 

21* 



420 



Die agrarischen Operationen. 



Tabelle I. 



te 


tu 










S 




2e 


2 


*<!S 


0) 


SiS 


2 


•qP^ 


a 


b h 


t3 


a 'S 




a 


•o 






S5 




664 


a 




h 




c 




d 




e 


665 


a 




b 




c 




d 




e 


666 


a 




h 




c 


667 


a 




h 




e 




d 




e 




f 




9 




h 



Bodeo und Lage 



Holzarten und 

Mischungsverhältnis 

Bestandesform 



Nordöstliche Lehne mit 
mäßiger Neigung, ziem- 
>lich tiefgründiger Lehm- 
boden mit mäßiger Hu- 
musschichte 

n 

} Steiniger und felsiger Bo- 1 
den mit wenig Erdreich / 

)> 
Ziemlich tiefgründiger 
Lehmboden mit reich- 
licher Laub- u. Humus- 
decke 



Bod. berast, wenig Streu 



Buche 

geringes Stangenholz 

Baumholz 



starkes Stangenholz 

Baumholz 
starkes Stangenholz 

geringes Stangenholz 



Jungmais 

starkes Stangenholz 

Baumholz 



geringes Stangenholz 

Jungmais 
geringes Stangenholz 

n 

Starkes Stangenholz 



40 
30 
60 
80 

50 
70 
50 

20 



30 
10 
50 
80 
70 
90 
20 
10 
40 
30 
50 
30 
15 



IV 
IV 
IV 
III 

III 
IV 

IV 

III 

IV 
IV 
IV 
IV 

III 

IV 

III 
III 
III 

IV 
IV 
IV 

III 



0-8 
10 
0-8 
0-7 

0-8 
0-8 
0-9 

0-4 



10 
0-7 
0-6 
06 
07 
0-7 
0-8 
0-9 
0-9 
1-0 
0-8 
06 
0-4 



Summe 



Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes. 



421 



Tabelle I. 



Weidenutzung 



StreanutzuDg 



Naluralertrag 
In Mittelheu 



Sä» 



{ Nattiral- 
I ertrag 



BestandesTrert 



pro 1 ba 









1^ 



— 


— 


— 


4 


04 


8-36 


16 


2-2 


23-20 


4 


0-45 


2-40 


22 


3-3 


34-45 


12 


1-2 


23-16 


20 


30 


61-92 


16 


22 


34 93 


20 


2-0 


2084 


2 


0-3 


5-63 


2 


0-2 


0-88 


12 


12 


1200 


22 


3-3 


40-72 



347 

546 
601 

309 



72 



58 



849 
889 

450 
259 



811 

212 

575 

1290 

644 
754 
429 

169 

.212 

66 
429 

1020 
971 

1364 
159 
79 
392 
212 
429 
212 
116 













4250 
















V. 








263-39 


341 


90 


1 


1062 


318 


60 



249 
212 

460 
903 

411 
603 
386 

64 



1.350 
1.335 
3.864 
9.527 

2.190 
2.563 
2.019 

668 



212 1.323 
46 379 
257 4.960 
612 {12.632 
680 |l0.798 
955 9.952 



127 
71 
353 
212 
343 
127 
41 



2.342 
300 
2.206 
1.977 
1.530 
1.270 
568 



73.753 



Weide- u. Streunutzung | 
des steinigen Bodens 
wegen ausgeschlossen 



Nach dem Verkaufswerte 
379 fm ä 3-60 K 



Da die Streunutzung in 
4jährigen Perioden er- 
folgt, beträgt der jähr- 
liche Naturalertrag y^ 
dieser Summe 



422 Die agrarischen Operationen. 

der Anbaufläche ausgedehnt, um einerseits das notwendige Getreide zu 
erfechsen, anderseits durch das Stroh, welches insgesamt als Futter- 
mittel verwendet wird, den Wintert'utterbedarf zu decken. Die zweite 
Hälfte der Anbaufläche wird mit Vs Klee, Vs Erdäpfel und ^'3 Hirse 
und Kraut bestellt. 

Die Äcker sind je nach der Lage und Bodenbeschaffenheit 
verschieden ertragsfähig; hinsichtlich des Futterertrages konnten die 
n. und ni. Tarifklasse des Katasters zusammengezogen und der 
Ertrag mit 22 q, jener der IV. Klasse mit 20 q und jener der V. und 
VI. Klasse mit 17 q angenommen werden. 

Die Wiesen teilen sich nach ihrer Ertragsfähigkeit in 4 Kategorien, 
und zwar 1. in Wiesen der Talsohle, 2. in Wiesen, welche auf den 
ersten Erhebungen über dem Tale liegen, 3. in Bergwiesen ober jenen 
der 2. Kategorie gelegen und 4. in BergwiBsen minderer Qualität. Die 
Wiesen der ersten Kategorie, das sind die guten zweimähdigen Wiesen 
der Talsohle, welche im Kataster in die IL, III. und IV. Tarifklasse 
eingereiht sind, nehmen nur eine geringe Fläche ein und wurde deren 
Futterertrag für die IL Tarifklasse mit 22 q, für die III. und IV. Klasse 
mit 20 q eingeschätzt. Die Wiesen der 2. Kategorie bilden den Über- 
gang der Talwiesen zu den Bergwiesen; sie sind in der Niederung 
zwei-, über der Niederung einmähdig und wurden in diese alle Wiesen 
der V. Tarifklasse eingereiht und zwar mit einem Futterertrage von 14 q. 
Die Wiesen der 3. Kategorie nehmen den größten Teil der landwirtschaft- 
lichen Grundstücke ein, sind durchgehends einmähdige Bergwiesen, 
welche im Kataster in die VI. und VII. Tarifklasse eingeieiht sind und 
einen Futterertrag von 8 q besitzen. Die 4. Kategorie Wiesen hat ein 
geringes Flächenmaß, umfaßt die Wiesen der VIII. Tarifklasse und 
wurde der Heuertrag mit 7 q eingeschätzt. 

Die Gärten bestehen aus den meist bei den Wohn- und Wirt- 
schaftsgebäuden gelegenen, mit Obstbäumen bepflanzten Wiesen- 
flächen, welche im Kataster in die IL bis V. Tarif klasse eingereiht 
sind; ihren Erträgen nach gleichen sie den Wiesen der Tahlsohle, 
weshalb deren Futtererträge analog mit 25 q für die IL, mit 22 q 
für die III. und IV. und mit 18 q für die V. Tarifklasse ange- 
nommen wurden. 

Unter Benützung dieser Erträge und des Ausmaßes der bezüglichen 
Kulturflächen wurde im Ausweise A der Futterertrag bei jedem An- 
teilsberechtigten für die Überwinterung ermittelt und hieraus der 
Weideviehstand bestimmt. (Siehe Tabelle auf S. 424 u. 425.) 

Für 1 Stück Normalkuh im durchschnittlichen Lebendgewichte 
von 250 kg berechnet sich der tägliche Bedarf an Mittelheu aus 

Tafe.4..?20|-|P = 9-5kg. 

Somit für die Überwinterungszeit von 185 Tagen 95kgX 185=175q, 
da die Weidezeit 180 Tage beträgt. Zu dem aus dem Futterertrage 
abgeleiteten Viehstande wurde noch bei jedem Anteilberechtigten nach 
§ 72 des Teilungsgesetzes eine Familienkuh hinzugerechnet; eine Aus- 
nahme wurde nur bezüglich des Hauses Nr. 19 gemacht, da bei 
diesem Grundbesitze weder Haus noch Familie besteht und somit nur 



Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes. 423 

der aus dem Futterertrage resultierende Viehstand in Anrechnung 
kommen konnte. Die detaillierte Durchführung ist aus den bezüglichen 
Rubriken des Ausweises B zu entnehmen. 

Neben dem Weideviehstande kommt noch jener der Schweine 
in Betracht, jedoch nur rücksichtlich der Bemessung des Streu- und 
Brennholzbedarfes. Die Anzahl der Schweine wurde nach Maß- 
gabe der Größe der Ackergründe und der Wirtschaftsverhältnisse 
bestimmt, und zwar wurde für einen Ackerbesitz von je 04 bis 05 ha 
ein Schwein angenommen. Der bezogene Ausweis A gibt auch dies- 
bezüglich ziffermäßigen Aufschluß. 

Der tägliche Bedarf an Buchenlaubstreu stellt sich nach Tabelle 8 
für eine Normalkuh von 250 kg Lebendgewicht auf 

25 kg X 15-2 

Tööö = 38 kg. 

Für ein Schwein von 50 kg Lebendgewicht auf 
50 kg X 16 



1000 



0-8 kg. 



Der Jahresbedarf für eine Normalkuh beträgt, da während der 
Weidezeit nur die halbe Einstreu erforderlich ist, 

für eine Überwinterung 3 8 kg X 185= . . . 70 q 

^ die Weidezeit 1-9 kg X 180 = 3-4 q 

Zusammen . . . 104 q 

jener für ein Schwein, da ein Weideaustrieb nicht erfolgt, 

365 X 0-8' kg = 2-9 q, 

somit rund ein Drittel des Bedarfes einer Normalkuh. 

Der Brennholzbedarf zerfällt nach seiner Verwendung. 

1. zur Beheizung der Wohnräume; 

2. zum Kochen, Waschen, Backen; 

3. zum Futterkochen und Futterbrühen; 

4. zum Obstdörren. 

1. Der Brennholzbedarf zum Beheizen der Wohnräume ist in 
erster Linie von deren Größe abhängig, weshalb der Rauminhalt dieser 
Wohnräume abgemessen wurde. Nach Maßgabe des Klimas und der 
Bauart kann für 1 m^ Heizraum beim Massivbau 010 fm, beim Fach- 
werkbau 015 fm Buchenbrennholz angenommen werden. 

Dieser Brennmaßstab wurde bei den Haupt- oder Wohnstuben, 
die beständig geheizt werden, angewendet; bei jenen Wohnräumen, die 
nur zeitweise als Ausgeding, Schlafstätte benützt, daher nicht be- 
ständig geheizt werden, war nicht der Rauminhalt für den Bedarf 
maßgebend, sondern es wurde der Fauschalbedarf von 17 fm^ Buchen- 
holz festgesetzt. 

Alle Wohnräume, welche nicht beheizt werden, wurden un- 
berücksichtigt gelassen. 



424 



Die agrarischen Operationen. 



Au S- 

Ermittlung des Vieh- und Personen- 



Der Anteilberecbtigten 



Grundbesitz 



Hittelheuertrag 



Hektar 



Meterzentner 



Veith Franz 



Wenz Karl 



Weber Johann 



Hampel Franz id 



usw. 



Acker 



Wiese 



Garten 



Acker 



Wiese 



Garten 



Acker 



Wiese 



Acker 



Wiese 



Garten 



Summe 



III 

IV 

IV 

V 

VI 

VII 

III 

IV 

III 

IV 
V 
V 
VI 
VII 
IV 

III 

IV 
V 
V 
VI 

VII 

III 

IV 
VI 
V 
VI 
VII 

II 

IV 



0-3313 
1-0556 
0-2920 
2-66Ö2 
6-6200 
2-5018 
0-3294 
0529 

0-3428 
0-4319 
Ö-1852 
0-1497 
1-4714 
1-9613 
0-0723 

1-9837 
0-5060 
0-8948 
1-5444 
1-2887 
10-3630 

0-5625 
0-5456 
1-1074 
2-5069 
4-5569 
8-6064 
0-1601 
0-1547 



13-8482 



4-6146 



16-5796 



18-2005 



60-0000 



7-29 
21-11 

6-42 
37-31 
52-96 
2001 

7-25 

1-16 

7-54 
8-64 
2-78 
2-10 
11-77 
15-69 
1-59 

43-64 
1010 
9-42 
21-62 
10-31 
82-90 

12-37 
10-91 
16-61 
35-10 
36-45 
68-85 
4-00 
3-40 



153-51 



50-11 



177-99 



187-69 



175000 



Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes. 



425 



weis A. 

Standes aus dem Grundbesitze. 



Viehstand 



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ü OD 



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TS 

ja 



Normalkühe 



"0.2 

a 
a 

OS 



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Stück 



lAnzabl 



8-7 I 1 



2-8 i 1 



10-2 



10-7 I 1 



97 



3-8 



11-2 



11-7 



Für den Durchwinterungsmaßstab wurde als Be- 
darf für eine Normalkuh 175 q Mittelheu, für die 
Ermittlung der Schweinezahl pro 1 Stück eine 
Ackerfläche von 0"5 ha und für die Feststellung 
des Personalstandes aus der Fläche bis zu 3 ha 
4 Personen angenommen und für Je weitere 3 ha 
je eine Person hinzugerechnet. 



Gegenüber der nebenstehenden Ermittlung des 
Futterertrages kann eine Vereinfachung insoferne 
eintreten, als für einen mittleren Besitzer in der 
gleichen Weise der Viehstand erhoben und so- 
dann berechnet wird, welcher katastrale Reinertrag 

auf 1 Stück Normalvieh entfällt. 
Aus dem Verhältnisse dieses Reinertrages zur 
Summe der Katastralreinerträge der übrigen Be- 
teiligten ergibt sich deren Viehstand. 



9 ! 



10 



1000 i 50 ! 150-0 i 120 



300 



426 Die agrarischen Operationen. 

Der Ausweis B weist jeden Wohnraum nach seinen Dimensionen 
aus und macht jene Lokalitäten ersichtlich, deren Breunholzbedarf 
nach dem Rauminhalte ermittelt, welche pauschaliert wurden und 
welche ohne Bedarf unberücksichtigt blieben. (Siehe Tabelle auf 
S. 428.) 

2. Der Bedarf an Brennholz zum Kochen, Waschen und Backen 
hängt von der Personenzahl ab, welche wieder in erster Linie von 
der Größe des zu bearbeitenden Grundbesitzes beeinflußt wird. 

Je ausgedehnter ein solcher Besitz ist, desto mehr Gesinde, 
Taglöhner, überhaupt Arbeitskräfte bedarf der Haushalt. 

Die Zahl der Familienmitglieder gibt nur zeitlich den Personen- 
stand an, welcher für den größten Besitz sehr klein, für den kleineren 
Besitz sehr groß sein kann, weshalb es nicht zutreffend ist, aus der 
Familienzahl allein den mittleren Personenstand abzuleiten, weil ein 
Ausgleich auch insoferne stattfindet, daß bei großer Familie und großem 
Besitze die Zahl des Gesindes ersetzt und umgekehrt bei kleinerem 
Besitze und großer Familie die Familienzahl durch Verdingen ver- 
mindert wird. 

In dem vorliegenden Falle wurde der kleinste Personenstand 
bei einer Besitzfläche bis zu 3 ha mit 4 Personen bemessen und zwar 
bestehend aus dem Elternpaare, einem Ausgedinger und einem Kind. 
Da für jedes weitere Hektar Grundbesitzfläche für den obwaltenden 
Wirtschaftsbetrieb (Mittelökonomie) nach den Angaben Seite 380 
03 Arbeitskraft eriorderlich ist, stellt sich der Personenstand: 

bis 3 ha auf 4 Personen 

von 3 „ 6 ha ^ 5 „ 

6 „ 9 ha „ 6 

. 9 „ 12 ha „ 7 

„ 12 „ 15 ha „ 8 

, 15 , 18 ha „ 9 

. 18 „ 21 ha „ 10 

„ 21 , 24 ha „ ..... 11 

Der Bedarf an Buchenbrennholz für vorstehenden Zweck wurde 
pro Person mit 1*2 fm festgesetzt. 

3. Der Bedarf an Brennholz für das Kochen und Futterbrühen 
wurde durchschnittlich für 1 Stück Normalkuh mit 025 fm, für 
1 Stück Schwein mit der Hälfte hievon angenommen, so daß 
1 Stück Normalkuh gleich 2 Stück Schweinen zu rechnen ist. 

4. Der Bedarf an Brennholz zum Obstdörren wurde nach der 
Flächengröße bestimmt unter der Annahme, daß der Bedarf pro 1 ha 
Besitzfläche Ol fm Brennholz beträgt 

Der auf vorstehenden Grundlagen berechnete Brennholzbedarf 
ist ebenfalls in dem Ausweise B detailliert ausgewiesen. 

Laut Vereinbarung vom 17. Januar 1902, Z. 112, ist die Pfarr- 
pfründe auch in die Liste der Anteilberechtigten aufzunehmen und 
soll derselben das Anteilrecht einer halben Kaische zukommen. 

Da jedoch das Anteilrecht der Kaischenbesitzer sehr verschieden 



Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes, 427 

und im obigen Zugeständnisse jedenfalls eine mittlere Kaische zu 
verstehen ist, wurde nach dem Ausweise ß von sämtlichen Kaischen- 
besitzern mit Ausschluß des Hauses Nr. 19 der durchschnittliche Vieh- 
stand und Brennholzbedarf einer Kaische ermittelt, welcher sich auf 
3'68 Stück Rindvieh und 19"1 fm^ Brennholz oder für eine halbe 
Kaische somit auf 1"8 Stück Normalvieh und 955 fm^ Buchenbrenn- 
holz stellt. Die Anteilsquoten an dem Gesamtwerte der Gemeinschafts- 
gründe für die einzelnen Beteiligten wurden auf Grundlage des Haus- 
und Gutsbedarfes, wie er im Ausweise B festgestellt ist, im Ausweise C 
ermittelt. (Siehe nebenstehende Tabelle Seite 429.) 

Hinsichtlich der Nutzungen mußte eine Unterscheidung zwischen 
der Hutweide und dem Walde gemacht werden, weil die Teilung 
lediglich nach dem Bodenwerte ohne Rücksicht auf den Holzbestand 
erfolgt, da letzterer in Geld ausgeglichen wird. 

Der im Besitzstandsregister ausgewiesene Waldbodenwert besteht 
aus dem Werte der Weide- und Streunatzung, sowie dem Bodenwerte 
aus der Holznutzung. 

Die in dem Ausweise C ausgewiesenen Anteilsquoten ergeben 
sich aus dem Gesamtwerte der Nutzung, dividiert durch die Gesamt- 
zahl Normalvieh, multipliziert mit der Zahl des Normalviehs des bezüg- 
lichen Beteiligten. 

Analog ergibt sich auch die Quote für die Holznutzung aus dem 
Gesamtwert, Gesamtbedarf und Bedarf des betreffenden Beteiligten. 

Das Besitzstandsregister weist daher aus: 

Fläche Bonitätswert 

Hutweiden .... 122-55 ha 34.573 K 

Waldboden .... 20169 ha 31.847 „ 

Wert des Holzbestandes 73.753 , 



Gesamtwert . . . 140.173 K 



Nach diesen Feststellungen ist zur Abfindungsberechnung zu 
schreiten, d. i. die rechnungsmäßige Ermittlung des in Grund und 
Boden zu erfüllenden Abfindungsanspruches jedes einzelnen unmittel- 
bar Beteiligten. 

Der Bedarf für die Herstellung der gemeinsamen Anlagen ist 
im Verhältnisse des Nutzungswertes der einzelnen Teilgenossen auf- 
zubringen, umgekehrt auch ein etwaiger Überschuß in gleicher Weise 
aufzuteilen. In dem vorliegenden Falle ist für diesen Zweck bei der 
Hutweide eine Fläche von 145 ha mit einem Bonitätswerte von 
20580 K, bei dem Walde eine Fläche von 2*86 ha im Bonitäts- 
werte von 473*93 K aufzubringen. 

Für die Ermittlung des Abganges ergibt sich demnach eine Ver- 
hältniszahl bei der Hutweide; 

für die Fläche =^^ = 0011832, 



für den Bonitätswert =0005952, 



122-55 

205;80 
34-573 



428 



Die agrarischen Operationen. 



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Beispiel für die Ermittlung des Anteilrechtes. 



429 






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3 89-U = - 

tWMZXOH 



lilwzBiati^qjSA 



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H 96-9S = — 

8nnz}nii8p{3^ 
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H 0S08S = 



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OS P||5 



00 lO 



^2 '^ p 









^ 



W- 



^ 



430 Diß agrarischen Operationen, 

beim Walde: 

2'Sßon 
für die Fläche ^f^ = 0-014180, 

473 93 
für den Bonitätswert o-< o^-^ = 0'014881. 

ol'o47 

Zur Vereinfachung wird im weiteren das Beispiel nur bezüglich 
des Beteiligten lit. a durchgeführt. 



a) Spezialteilung. 
Bei der Hutweide entfällt auf ihn laut Ausweises C eine Fläche von 

— ^-£7T — X 9-7 = 7-9249 ha mit einem 

150 

Bonitätswerte von 223585 K. 

Für die gemeinsamen Anlagen kommt hievon in Abzug 

7-9249 ha X 0-011832 = 0-0938 ha 
2235-85 K X 0-005952 = 13-31 K 

sein Anspruch an der Hutweide ist daher 

7-9249 — 0-0938 = 7-8311 ha Fläche 
und 2235-85 — 1331 = 222254 K Wert. 

Beim Walde entfällt auf ihn nach dem Anteile 

an der Weidenutzung ein Wert von . . . 55251 K 

an der Streunutzung „ „ „ . . . 522-26 „ 

an dem Bodenwerte „ „ „ . . . 38381 „ 

Gesamtwert ohne Holzbestand . . . 145858 K 

Beitrag zu den gemeinsamen Anlagen 

1458-58 X 0014881 = 21-70 K 
daher Anspruch 1458-58— 21-70 == 1436-88 „ 

Der Flächenanspruch kann in folgender Weise ermittelt werden: 
Nach dem Besitzstandsregister ist der mittlere Waldbodenwert 

_3L847JK _ 
201-69 -^^^^"^ 

daher ist die Verhältniszahl für die Ermittlung der Fläche aus dem 
Bonitätswerte 

— 1-—. == 0-006333. 
Io7-90 



Beispiel einer Generalteilung und Regulierung. 431 

Der Flächenanspruch des Beteiligten lit. a ist daher 

1436-88 X 0"006333 = 9-0998 ha. 
Der Beitrag zu den gemeinsamen Anlagen 
9-0998 X 0-0141 8 = Ol 290 ha, 
daher Flächenanspruch 

9-0998 — 01290 = 8-9708 ha. 

Der Abfindungsanspruch des Beteiligten lit. a ist demnach 

Fläche Bonitätswert 

an der Hutweide . . 7-8311 ha 222-2-55 K 

am Waldboden . . . 8-9708 ha 1436-88 , 

Summe . . . 168019 ha 3659-43 K 

Holzbestand .... — 183604 K 

Abgefunden wurde dieser Beteiligte mit 

Hutweide I. Klasse . . . = 30000 ha ä 325 K = 975'— K Wert 

H. , . . . == 4-5200 ha ä 275 „ =1243'— „ , 

Wald I. , . . . = 2-0800 ha ä 171 , = 35568 , „ 

II. „ ... = 6-5000 ha ä 1.54 .. =1001-- , , 

Summe . . = 161000 ha = 3ö74-6ö K Wert 

gegenüber dem Ansprüche vo n 16-8019 ha = 3659-43 „ ., 

Diff. . . — 0-7019 ha — 84-75 K Wert 

An Holzbestand fiel ihm zu 

von 664 b = 4-7000 ha X 212 = 996-40 K 
664 c = 2-8000 ha X 460 = 1288-— , 
664 d = 1-0800 ha X 903 = 975-24 „ 



Summe . . . = 85800 ha 325964 K 

gegenüber dem Ansprüche von 183604 _ 

zu viel Differenz r 142360 K 

Abrechnung der Geldausgleichung: 

Empfang für unerhebliche Verschiedenheiten in der Zu- 
weisung des Bodens 8475 K 

Leistung für mehr zugewiesene Holzbestände . . . 142360 ., 

daher Leistung . . . 1338-85 K 



h) General- und Spezlalteilung. 

Das vorgeführte Beispiel bezieht sich auf die Durchführung einer 
Spezlalteilung, in welchem Falle das Eigentum der agrarischen 
Gemeinschaft bereits grundbücherlich zugeschrieben sein muß. 

Ist dies nicht der Fall, sondern ist das Eigentum grundbücherlich 



432 I^iß agrarischen Operationen. 

der Gemeinde zugeschrieben, so tritt das Verfahren der General- und 
Spezialteilung ein, indem die Gemeinde als Teilgenosse aus dem Titel 
des grundbücherlichen Eigentums, insoferne nicht besondere Um- 
stände ein anderes Verhältnis begründen, ein Anteilrecht erhält, 
welches in Niederösterreich gleich dem vierten Teile der bezüglich 
derselben Grundstücke festgestellten Anteilrechte aller auftretenden 
Teilgenossen ist. 

In dem früheren Beispiele wurde bei der Hutweide das Weide- 
recht aller nutzungsberechtigten Teilgenossen mit 150 Stück Normal- 
kühen ermittelt. Im Falle einer Generalteilung würde daher das 

150 
Anteilrecht der Gemeinde -— = 37'5 Stück Normalvieh betragen und 

die Summe der Anteilrechte wäre demnach 150 + 37*5 = 187'5 Normal- 
kühe im Werte von 34.573 K; somit das Anteilrecht 

375 
der Gemeinde . . . . = — — X 34.573 K = 6914-60 K 

187-5 

des Beteiligten lit. a . = :r|^ X 34.573 „ = 1788-57 „ 

. b . =^;?gX 34.573 „= 700-63 „ usw. 

Zu dem gleichen Resultate kommt man auch, wenn die bei der 
Generalteilung auf die Gemeinde und die agrarische Gemeinschaft ent- 
fallenden Wertquoten für sich behandelt werden. Wenn wir das 
Anteilrecht der Gemeinde mit x bezeichnen, so ist jenes der agra- 
rischen Gemeinschaft 4 x daher x -j- 4 x == W (Gesamtwert) 

5x = W 

_W 

5 

Das Anteilrecht der Gemeinde ist daher -^ = W 0-2 und jenes 

4 ^ 

der agrarischen Gemeinschaft -i^ = W 0-8. 

Für das frühere Beispiel entfällt daher: 

1. Bei der Generalteilung von dem Gesamtwerte x = 34.573 K 

auf die Gemeinde 4- = 6.91460 K 

5 4 

„ „ agrarische Gemeinschaft -^^ . . = 27.658-40 „ 

o 

2. Bei der Spezialteilung von dem Werte 27,658-40 K 
auf den Beteiligten lit. a ^^ = 178857 K 

. . . „ b ^ ..... = 700-63 , 

wie oben, auf welche Ansprüche den einzelnen Beteiligten Grund- 
stücke im gleichen Bonitätswerte zugewiesen werden. 



Beispiel einer Generalteilung und Regulierung. 433 



c) Generalteilung und Regulierung. 

Würde jedoch in dem gegebenen Falle an Stelle der Spezial- 
teilung eine Regulierung treten, so ist in erster Linie die nachhaltige 
Ertragsfähigkeit jener der Regulierung zu unterziehenden Grund- 
stücke zu ermitteln und hiernach das Anteilrecht der einzelnen Be- 
teiligten festzustellen. 

Bei der Generalteilung sind der agrarischen Gemeinschaft, 
beziehungsweise Weidegenossenschaft zugefallen: 

Fläche Wert 

Hutweide I. Klasse 300000 ha ä 325 K = 9.750— K 
II. . 600000 ha ä 275 , = 16.500— „ 
III. , 6-2600 ha ä 285 , = 1.408-40 , 

Summe . . . 96'2600 ha 27.658-40 K 

Da der Naturalheuertrag in Mittelheu pro 1 ha in der I. Klasse = 
12, in der II. Klasse =^ 10 und in der III. Klasse == 8 q ist, beträgt 
derselbe insgesamt: 

3000X12q= 360 q 

60-00 X 10 , = 600 q 

6-26 X 8 . = 50 q 



Summe . . 1010 q 

mit welchem = 59 Normalkühe ernährt werden können, da der 

Bedarf einer solchen Kuh während der Weidezeit mit 17-1 q ermittelt 

wurde. 

Gegenüber dem festgestellten Viehstande aus dem Haus- und 

59 
Gutsbedarfe tritt daher eine Reduktion nach dem Faktor ^^7, = 040 

loO 

rund ein. 

Das W^eiderecht des Beteiligten lit. a reduziert sich demnach 
von 97 auf 97 X 40 = 38 Normalkühe, jenes des Beteiligten lit. b 
auf 3-8 X 0-40 = 14 Normalkühe usw. 

In gleicher Weise ist die Feststellung .auch für die übrigen 
Nutzungsarten vorzunehmen. 

Hinsichtlich der Holznutzung muß bemerkt werden, daß ihre 
Feststellung in verläßlicher Weise nur auf Grundlage eines Wirt- 
schaftsplanes erfolgen kann, weshalb die Aufstellung eines solchen 
hiemit Hand in Hand gehen wird, um so mehr dies ohnehin im 
Teilungsgesetze angeordnet ist. 

Zweckmäßig ist es bei diesem Anlasse, die aus dem Haus- und 
Gutsbedarfe ermittelten Anteilrechte in aliquote Anteile zu regulieren, 
weil hiedurch Reduzierungen infolge Ertragsschmälerungen oder Er- 
tragssteigerungen in Hinkunft vermieden werden. Ohne Rücksicht 
auf eine Generalteilung entfallen bei der Regulierung nach dem 
früheren Beispiele nach dem Haus- und Gutsbedarfe an Brennholz 
auf den Beteiligten 

Riebel, Waldwertrechnung. 2. Awfl. 28 



434 



Die agrarischen Operationen. 



lit. a = 
. b = 

- f = 



2378 fm3 
16-36 fm3 
25-80 fm3 
28-64 fm3 
21-47 fms 
20-00 fm^ 



ba = 9-70 fm3 



Summe . 



950-00 fm3 



Diese Bedarfszahlen sprechen für eine Abrundung nach 5 fm^, 

950 
•wodurch sich insgesamt -^ = 190 aliquote Anteile mit einem Ge- 
samtwerte (Boden- und Holzwert zusammen) von 89.088 K ergeben, 

89 088 K 
daher ein Teil pro 5 fm^ = — 'j^^ — = 46842 K beträgt. 



190 
Nach dieser Regulierung entfallen auf 



Wert 



lit. a (25 fm3) jöQ 468-42 X 5 = 234210 K 

^ b (15 fm3)j|^ 468-42X3= 1405*26 „ 

„ c (25fm3)j|^468-42X5= 2342-10 „ 

„ d (30fm3)j|^468-42X6= 2810-52 , 

„ e (20fm3)^468-42X4= 1873-68 , 

„ f (20 fm3)j|^ 468-42X4= 187368 , 



„ ba (10 fm3) :r^ 468-42 X 2 = 936-84 
lyu 





190 




Summe 


• • 190-^ 


= 89.088-— K 


Die Geldausgleichung ergibt sich 


aus dem Verg 


Werte mit dem Ansprüche. 




Wert 


Anspruch aus Tab. C 




nach erfolgter 


Boden- u. Holzwert 


Zahlung 


Regulierung 


zusammen 




lit. a 2342-10 K 


2219-91 K 


12219 K 


, b 1405-26 „ 


1534-07 „ 




„ c 2342-10 „ 


2419-26 „ 




, d 2810-52 „ 


2685-57 „ 


124-95 „ 


, e 1873-68 „ 


2012-13 „ 


V 


„ f 1873-68 „ 


1875-06 „ 


" yj 



Empfang 



K 



128-81 
77-16 

138-45 
1-38 



ha 936-84 



909-57 



27-27 



Beispiel einer Generalteilung und Regulierung. 435 

Wir haben dem vorstehenden Absc nitte „Agrarische Opera- 
tionen" mehr Raum zugewendet, weil V7 r von der Überzeugung durch- 
drungen sind, daß diesen agrarpolitischen Reformen in nächster 
Zeit eine größere Bedeutung und Verbreitung zukommen wird, da 
sie die Verbesserung der landwirtschaftlichen Betriebe durch die 
Grundstückszusammenlegungen und jener der forstlichen Betriebe 
durch Regulierung der Benützungs- und Yerwaltungsrechte nicht 
nur zum Zwecke haben, sondern auch wirklich ermöglichen. 

8. Die Neuregulierung und Ablösung der bereits regulierten 
Weide- und Forstservituten. 

Nach dem Stande der gegenwärtigen Gesetzgebung können in 
den Ländern Steiermark, Tirol, Kärnten, Krain und Oberösterreich 
die auf Grund des kaiserlichen Patentes vom 5. Juli 1853 regulierten 
Forst- und Weideservituten auf fremdem Grund und Boden, soweit 
diese Rechte nicht seither erloschen sind, entweder einer Neuregu- 
lierung oder einer Ablösung unterzogen werden. 

1. Die Neüregulierung. 

Sie bezweckt mit Rücksicht auf mangelhafte Bestimmungen 
in den Regulierungsurkunden und auf die seit der Regulierung ein- 
getretene Änderung der Verhältnisse eine den wirtschaftlichen Be- 
dürfnissen des berechtigten und verpflichteten Gutes Rechnung 
tragende Anordnung der Art und Weise der Ausübung dieser 
Nutzungsrechte im Interesse der Sicherung der nachhaltigen Be- 
deckung. 

Diese Neuregulierung soll sich insbesondere erstrecken: 

a) bei Forstservituten auf die Angabe der Bezugsorte von Holz 
und Streu, auf die Zeit der Anmeldung bei der Anweisung und der 
Entnahme von Holz und Streu, ferner auf die Art der Bringung und 
auf die allfällige genauere Bestimmung der Menge und Beschaffen- 
heit der zu beziehenden Forstprodukte sowie des Preises derselben 
bei unentgeltlichem Bezüge, insoweit hierüber in den Regulierungs- 
urkunden keine oder doch nicht ausreichende Bestimmungen ent- 
halten sein sollten. 

b) Bei den Weideservituten auf die Anweisung der Weideplätze 
im allgemeinen sowie für den Fall, als das Weiderecht durch Auf- 
forstung eingeschränkt würde, auf die Zeit, Bezeichnung und Be- 
kanntmachung der Verhegung, auf Viehtränke und Durchtrieb, auf 
die Weidezeit, Viehzahl und Gattung — insoferne hierüber in den 
Regulierungsurkunden keine oder nicht ausreichende Bestimmungen 
enthalten sein sollten; auf die Errichtung von Zäunen und Bestellung 
von Hirten, auf die Anlegung und Erhaltung von Wegen, Ställen, Ent- 
wässerungen, Wasserleitungen, auf Rodungen und Verbesserungen 
der Weideflächen, sowie auf die Gestattung von Einständen. 

Außerdem ist die Beseitigung aller etwaigen in den Regulierungs- 
vergleichen enthaltenen Erschwernissen und Unklarheiten im gegen- 

28* 



436 I^iß agrarischen Operationen. 

seitigen Einvernehmen der Parteien anzustreben. In allen Fällen, in 
welchen es sich als zweckmäßig erweist, sind alle Holzungs- und 
Holzbezugsrechte sowie alle Streuentnahme- und Streubezugsrechte 
in eine bestimmte Holz- und Streuabgabe umzuwandeln, wobei der 
jeweilige Eigentümer der verpflichteten Realität verpflichtet ist, dem 
Berechtigten jährlich oder periodisch die festgesetzte Menge Holz 
und Streu an bestimmte Abgabsorte zu liefern. Die Feststellung der 
Menge des jährlichen Bezuges an Holz und Streu hat auf Grundlage 
des durch die Regulierungsurkunde bestimmten Ausmaßes nach Ab- 
zug der in billiger Weise in Anschlag zu bringenden dermaligen Auf- 
wendungen des Berechtigten zu erfolgen. Für die Abgabe sind jene 
örtlichkeiten in dem belasteten Objekte, beziehungsweise an der 
Grenze desselben zu bestimmen, welche sich für die Lagerung und 
Ausbringung durch die Berechtigten eignen. Dem Verpflichteten steht 
es jedoch frei, die Servitutsbezüge an einen für die Bringung des 
Berechtigten günstigeren Abgabsort oder zur berechtigten Realität 
selbst zu liefern. 

Die Ersetzung des Nutzholzes durch andere demselben Zwecke 
dienende Materialien ist nur dann zulässig, wenn hierüber zwischen 
dem Berechtigten und Verpflichteten ein Übereinkommen erzielt wird. 

Der Ersatz von Brennholz und Waldstreu durch andere Brenn- 
oder Streumittel kann auf Verlangen des Verpflichteten dann ange- 
ordnet werden, wenn der Wirtschaftsbetrieb der betreffenden Realität 
hiedurch nicht geschädigt wird und der Verpflichtete die einmalige 
Tragung der Kosten jener allfälligen Herstellungen übernimmt, welche 
die Benützung dieser Ersatzmittel ermöglichen. 

2. Die Ablösung. 

Sie kann stattfinden, wenn durch dieselbe der übliche Haupt- 
wirtschaftsbetrieb des Berechtigten und des verpflichteten Gutes nicht 
gefährdet wird, ferner wenn durch dieselbe nicht überwiegende Nach- 
teile der Landeskultur im allgemeinen herbeigeführt werden. Sie 
kann entweder in Geld durch Zahlung eines Ablösungskapitales oder 
aber durch Abtretung von Grund und Boden erfolgen. 

Die Ablösung hat insbesondere bei Weiderechten in Wäldern 
durch Abtretung von Grund und Boden immer dann einzutreten, 
wenn den Berechtigten für die Weideausübung geeignete und hin- 
reichende Weideflächen überlassen werden können. 

Die Ablösung hat auf Grundlage des in den Regulierungs- 
urkunden bestimmten Ausmaßes der Nutzungsrechte und der all- 
fälligen Gegenleistungen zu erfolgen. 

Die Kapitalsabfindung ist nur dann zulässig, wenn die Ablösung 
in Grund und Boden sich nicht in zweckmäßiger Weise durchführen 
läßt oder wenn die Bedürfnisse der Berechtigten, welche durch die 
Benützungsrechte ihre Befriedigung erlangen, in anderer Weise ge- 
sichert erscheinen. Sie hat insbesondere dann einzutreten, wenn das 
belastete Grundstück in seinem heutigen Kulturzustande zur Deckung 
der Servitutsbezüge überhaupt nicht geeignet ist. Bei der Ablösung 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstsenrituten. 437 

in Geld sind die Nutzungsrechte nach dem Jahresbetrage zu be- 
werten. 

Falls kein Übereinkommen der Parteien erzielt wird, hat diese 
Wertbestimmung durch Sachverständige nach dem reinen Betrage 
zu geschehen, der nach Abschlag des zur Ausübung erforderlichen 
Aufwandes dem Berechtigten verbleibt. Hiebei sind die zwischen 
den Parteien verglichenen Preise oder die Lokaldurchschnittspreise 
der der Einleitung der betreffenden Ablösung vorangehenden fünf (in 
manchen Ländern zehn) Jahre der Berechnung zugrunde zu legen; 
fehlen die Lokalpreise oder bestehen begründete Bedenken dagegen, 
so sind die Preise in der Regel durch Sachverständige zu bestimmen. 

Von dem Werte des Jahresbetrages der abzulösenden Nutzung 
ist der zu bewertende Jahresbetrag der allfälligen Gegenleistung in 
Abzug zu bringen; der verbleibende Rest bildet den Wert, welcher 
im 25fachen Anschlage zum Kapital erhoben, das auf Geld zurück- 
geführte Ablösungskapital des aufzuhebenden Rechtes darstellt. 

Findet hingegen die Ablösung in Grund und Boden statt, so ist 
das abzutretende Grundstück derart auszuwählen, daß nach dessen 
nachhaltiger Ertragsfähigkeit, also nach dem Mittel des gegenwärtig 
und künftig davon zu erwartenden durchschnittlichen Naturalertrages 
die abzulösenden Nutzungsrechte ihre Bedeckung finden. 

Jene Grundlasten, welche ihrer Natur nach auf dem abzutretenden 
Grunde haften bleiben oder aus Rücksichten der Bewirtschaftung 
neu eingeräumt werden, sind bei dessen Wertbestimmung in An- 
schlag zu bringen. 

Die Abtretung in Grund und Boden, bei welcher der Arron- 
dierung des Grundbesitzes der Interessenten die tunlichste Rücksicht 
zuzuwenden ist, ist nur insoweit zulässig, als noch eine zweck- 
entsprechende Bewirtschaftung des verpflichteten Gutes möglich ist. 
Eine unvermeidliche Ungleichheit zwischen dem Kapitalswerte des 
Nutzungsrechtes und des an dessen Stelle tretenden Gutes ist, wenn 
die Parteien sich nicht auf andere Art einigen, durch Geld auszu- 
gleichen. 

Die Abtretung von Wald und Weideland hat in der Regel un- 
geteilt an die Gesamtheit der Berechtigten stattzufinden und unter- 
liegen die auf solche Weise geschaffenen Gemeinschaftsbesitze den 
Landesgesetzen betreffend die Teilung der gemeinschaftlichen Grund- 
stücke, beziehungsweise die Regulierung der hierauf bezüglichen 
Benutzungs- und Verwaltungsrechte. 



Die Verfügungen über die Neuregulierung und Ablösung der 
bereits regulierten Weide- und Forstservituten stimmen in allen 
Ländern, abgesehen von ganz geringfügigen Abweichungen nahezu 
vollkommen überein. Die Wiedergabe derselben erfolgte im vor- 
stehenden jedoch bloß insoweit, als sie sich auf Aufgaben beziehen, 
welche in den Rahmen dieses Buches fallen. 

Wie unschwer zu erkennen ist, sind die hier auftretenden Er- 
mittlungen und Berechnungen vielfach identisch mit jenen Aufgaben, 



438 ^^^ agrarischen Operationen. 

welche bei der Durchführung von Teilungen und Regulierungen vor- 
kommen, was ja auch begreiflich ist, da hiebei ebenfalls Nutzungs- 
und Bezugsrechte zur Regulierung und Ablösung gelangen. 

Soweit daher derartige Fragen bereits in dem früheren Ab- 
schnitte „Agrarische Operationen" behandelt worden sind, soll von 
einer nochmaligen Besprechung abgesehen werden. Es gilt dies ins- 
besondere für die Bestimmung des Verhältnisses der einzelnen Vieh- 
arten zueinander, sowie hinsichtlich der Bestimmung des Bedarfes 
an Futter, Streu und Holz. 



li Die Ermittlung der nachhaltigen Ertragsfähigkeit. 

Abweichend von den agrarischen Operationen besteht hier 
ebenso wie bei der seinerzeitigen Ablösung und Regulierung der 
Weide- und Forstservituten die Vorschrift, daß die nachhaltige Er- 
tragsfähigkeit nach dem Mittel des durchschnittlichen gegenwärtigen 
und in Hinkunft zu erwartenden jährlichen Naturalertrages zu be- 
stimmen ist. Dieser Vorgang erscheint dann am Platze, wenn durch 
den Eintritt einer geregelteren Wirtschaftsführung, sowie durch vor- 
zunehmende Bodenmeliorationen sofort oder in kurzer Zeitfrist eine 
Steigerung des Naturalertrages möglich ist. Bedarf es aber hiefür 
langer Zeiträume, wie dies hinsichtlich des Streu- und insbesondere 
aber hinsichtlich des Holzertrages der Fall ist, dann mahnt dieser 
Vorgang zu einiger Vorsicht, wenn Übervorteilungen vermieden 
werden sollen. 

Im allgemeinen wird man dabei hinsichtlich der einzelnen 
Nutzungsarten folgendes zu beachten haben: 

aj Bei der Weidenutzung. 

Der Vorgang ist hier ein verschiedener, je nachdem es sich um 
eigentliche Weide- und Alpflächen oder um eine Waldweide handelt. 

Bei den Weide- und Alpflächen wird man alle jene Flächen 
ausscheiden, welche entweder überhaupt keinen Weideertrag liefern, 
oder aber aus anderen Gründen nicht beweidet werden können. 
Für die sodann verbleibende tatsächliche Weidefläche wird man 
weiters für die vorkommenden verschiedenen Ertragsklassen den 
Naturalertrag in Mittelheu abgestuft nach Meterzentnern (q) feststellen 
und die Einschätzung der Fläche in diese Ertragsklassen vor- 
nehmen. 

Die auf diese Weise für die einzelnen Klassen festgestellten 
Flächen mit den entsprechenden Naturalerträgen multipliziert, geben 
den gegenwärtigen jährlichen Naturalertrag. Ist jedoch der gegen- 
wärtige Ertrag durch eine geregeltere Wirtschaftsführung sowie 
durch Bodenverbesserungen steigerungsfähig, dann muß die Ein- 
schätzung in doppelter Weise, durch Erhebung sowohl des gegen- 
wärtigen als auch des künftigen erzielbaren Naturalertrages für jede 
einzelne Klassenfläche erfolgen. 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 439 

Beispiel 176: 

Es soll die nachhaltige Ertragsfähigkeit einer Alpe im Gesamt- 
ausmaße von 400 ha ermittelt werden. 

Bei der örtlichen Erhebung wurde festgestellt, daß auf die 
Weideausschlußfläche 40 ha, auf die eigentliche Weidefläche somit 
360 ha entfallen. Von diesen 360 ha liefern nach dem gegenwärtigen 
Wirtschaftszustande Mittelheu : 



100 ha 
100 ha 



ä 10 q=1000 q 

^ f ^ "" fnn ^ ^ i°*olg« Bodenverwil- 
a ö q = ööö q | derung durch Platz- 



60 ha . . . ä 5 q= 300 ql 
100 ha . . . ä 2 q = 200 q J ^räuber. 

Zusammen 2300 q 

als gegenwärtigen Naturalertrag. 

Bei ordentlicher Wirtschaftsführung und entsprechender Boden- 
verbesserung durch Säuberung etc. steht ein künftiger Ertrag an 
Mittelheu zu erwarten: 

120 ha .... ä 10q = 1200q 

200 ha .... ä 8 q = 1600 q 

40 ha .... ä 5 q = 200 q 

Zusammen 3000 q 

als künftiger Normalertrag. 

2300 4- 3000 
Die nachhaltige Ertragsfähigkeit beträgt daher ^ = 

2650 
= 2650 q Mittelheu oder im Durchschnitt pro 1 ha==-oF7Y- = "''36q. 

Handelt es sich hingegen um die Feststellung des Natural- 
ertrages einer Waldweide, dann hat ebenfalls zunächst eine genaue 
Feststellung stattzufinden, welche Flächen von der Weide auszu- 
schließen sind und welche Flächen beweidet werden können. Von der 
Weide auszuschließen sind alle dauernd nichtweidefähigen Flächen, 
wie schroffe felsige oder steinige Hänge etc., ferner alle Schonungen 
nach Maßgabe der forstgesetzlichen Bestimmungen (§ 10) insoweit 
sie Aufforstungen und Verjüngungen betreffen. Hierauf ist von der 
ganzen Waldfläche eine genaue Bestandesbeschreibung unter Angabe 
der Standortsklasse, der Bodenverhältnisse und des Bodenüberzuges, 
der Holzart, des Bestandesalters und der Bestockung anzufertigen. 
Hat eine Aufnahme der Bestandesgrenzen noch nicht stattgefunden, 
dann muß eine solche für die Feststellung der Bestandesflächen vor- 
genommen werden. 

Die Feststellung des Naturalertrages der vorhandenen Wald- 
blößen kann in analoger Weise wie bei den Weideflächen erfolgen. 
Für die Beurteilung des Weideertrages im Walde selbst kann die 
Tafel 7 verwendet werden, in welcher für die verschiedenen Holz- 
arten, Beständesalter und Bestockung der Weideertrag in Prozenten 
des vollen Ertrages der holzleeren Fläche angegeben ist. 



440 I^iß agrarischen Operationen. 

Bemerkt wird jedoch, daß es zweckmäßiger ist, die Prozent- 
verhältnisse in jedem besonderen Falle auf Grund der örtlichen Er- 
hebungen neu festzustellen. 

Beispiel 177: 

Wenn die Waldweide in einem 60 bis 80 Jahre alten Fichten- 
bestande (Baumholz) mit einer durchschnittlichen Bestockung von 
0*6 in einer Ausdehnung von 20 ha stattfindet und der holzleere 
Boden pro 1 ha einen Mittelheuertrag von 6 q liefert, so beträgt der 
Weideertrag nach Tafel 7 12% vom Vollertrage, somit 

für 1 ha = 6 q X 012 = 072 q 
„ 20 ha = 0-72 q X 20 = 144 q 

h) Bei der Grasschnittnutzung. 

Zunächst sind auch hier jene Flächen festzustellen, auf welchen 
eine solche Nutzung ausgeübt wird. 

Ist das Nutzungsobjekt ein Wald, so gehören im allgemeinen 
zur Grasnutzungsfläche die graswüchsigen Waldblößen, die der Gras- 
nutzung geöffneten Au- und Aufwüchse, die wegen lichter Bestockung 
grasschnittfähigen älteren Holzbestände, sowie die schnittgrasfähigen 
Lücken und Blößen in geschlossenen Beständen. Die Schätzung kann 
ebenfalls in Mittelheumeterzentnern pro Flächeneinheit oder aber 
auch durch Bestimmung des wirklichen Heuertrages unter Berück- 
sichtigung der Ertragsverminderung in Menge und Güte infolge der 
Beschirmung und Seitenbeschirmung erfolgen. 

c) Bei der Streunutzung. 

Die Ermittlung des jährlichen Naturalertrages der Streunutzung 
erfolgt ebenfalls am sichersten durch eine genaue Erhebung aller 
Verhältnisse, welche auf die Höhe des Streuertrages von Einfluß 
sind. Diese Erhebung hat sich zu erstrecken auf das Ausmaß 
der zulässigen Streubetriebsfläche und der Streuausschlußfläche, 
ferner auf die Standortsbeschaffenheit unter Angabe der Merkmale für 
die Zulässigkeit oder den Ausschluß der Streunutzung, auf die Boden- 
klasse und die Art des Bodenüberzuges (Heide, Beerenkräuter, Moose, 
Farne etc.), weiters auf den Holzbestand in bezug auf Alter, Be- 
stockung, endlich auf die seitherige Benutzung in der Richtung, ob 
bereits eine Streunutzung stattgefunden hat oder nicht. 

Zu den Streuausschlußflächen gehören einerseits die wegen 
dauernder Schonung ständig auszuschließenden Flächen infolge Steil- 
heit, Steinigkeit und Flachgründigkeit etc., anderseits die von gesetz- 
wegen auszuschließenden Flächen, wie die Durchforstungsschläge, 
ferner Verjüngungsschläge, wenn dadurch die Wiederanzucht des 
Holzes gefährdet würde. 

Als periodische Streunutzungsfläche ist diejenige Fläche anzu- 
sehen, welche innerhalb einer Streuumlaufszeit zur Nutzung gelangt. 
Sie ergibt sich aus der Streubetriebsfläche, Holzumtriebszeit und der 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 441 

Dauer der Verjüngungs- und Jugendschonung. Bestehen verschiedene 
Umtriebszeiten, so ist die periodische Streunutzung für jede Um- 
triebszeit gesondert zu berechnen. Da weiters Flächen, welche zum 
ersten Male zur Streunutzung gelangen, größere Erträge liefern als 
jene, welche bereits öfters genutzt worden sind, so müssen diese 
beiden Flächenkategorien ebenfalls getrennt behandelt werden. 

Für den Streuertrag selbst pro Flächeneinheit kann die Er- 
tragstafel 8 benützt werden. 

Beispiel 178:' 

Wie hoch berechnet sich die jährliche Streunutzungsfläche und 
der Streuertrag für die Holzart Kiefer auf gutem Boden,' wenn die 
Streubetriebsfläche 600 ha, die Umtriebszeit 100 Jahre und die Streu- 
umlauiszeit 4 Jahre beträgt, außerdem eine 40jährige Jugendschonung 

eingehalten werden muß? Ein Jahresschlag beträgt =6 ha, die 

Streunutzungsfläche beträgt: 

600 — (40 X 6) = 600 - 240 = 360 ha 

oder —^r- = 60 Jahresschläge, da die jährliche Schlagfläche 6 ha 

D 

beträgt. 

Bei einer 4jährigen Streuumlaufszeit müssen für die 4jährige 
Periode die zum erstenmal zur Streunutzung gelangenden Flächen 

^ X 360 ha = 24 ha, 
bO 

die bereits öfters genützten Flächen 

^X 360 ha = 336 ha 

betragen, hingegen jährlich eine Fläche von 

24ha nu u ■ u • 336ha .. , 

— -— = 6 ha, beziehungsweise — ^ — ^^ ^"^ ^^ 

zur Nutzung gelangen. 

Da weiters der Streuertrag nach Tafel 8 für die noch nicht 
genutzten Bestände 136 q, für die bereits genutzten Bestände 75 q 
beträgt, ist der jährliche Streuertrag: 



6X136q= 816 q 
82 X 7 5 q=: 6150 q 
Zusammen 6966 q Normalertrag. 



Wäre indes der gegenwärtige Naturalertrag infolge ab- 
normaler Bestandesverhältnisse geringer oder größer als der vor- 
stehend ermittelte Normalertrag, dann wäre als nachhaltiger Ertrag 
ebenfalls das Mittel aus beiden Ertragsziffern zu nehmen. 



442 Die agrarischen Operationen. 

d) Bei der Holznutzung. 

Die Ermittlung des jährlichen Holzertrages hat nach den Grund- 
sätzen der Forstbetriebseinrichtung für die Feststellung des jährlichen 
Hiebsatzes zu erfolgen. Besteht für den in Frage kommenden Wald- 
komplex bereits eine Forstaufnahme und ein Einrichtungsoperat, 
dann muß der Verwendung dieser Behelfe jedenfalls eine genaue 
Überprüfung insbesondere hinsichtlich der Richtigkeit der Bestandes- 
beschreibung vorangehen. Ist dies nicht der Fall, dann hat unbedingt 
vorerst eine Forstaufnahme und genaue Bestandeserhebung zu er- 
folgen, da nur auf diese Weise eine zuverlässige Grundlage für den 
jährlichen nachhaltigen Ertrag gewonnen werden kann. Für die 
Massen- und Zuwachsbestimmung der jüngeren Bestände können 
Ertragstafeln benützt werden, alle älteren Bestände sind dagegen 
für diesen Zweck auszukluppieren. Da bei der Bestimmung des jähr- 
lichen nachhaltigen Ertrages von einer bestimmten Umtriebszeit 
ausgegangen werden muß, ist zunächst festzustellen, ob an der Um- 
triebszeit der bisherigen Wirtschaft festgehalten werden muß oder 
nicht. Unseres Erachtens ist dieselbe ohne Rücksicht auf die bis- 
herige Umtriebszeit lediglich so zu bemessen, daß hiebei dem Be- 
dürfnisse und Verwendungszwecke der Berechtigten entsprochen 
wird, vorausgesetzt jedoch, daß dagegen keine forstpolizeilichen 
Bedenken obwalten. 

Den jährlichen Holzertrag nach der Methode der österreichischen 
Kameraltaxe zu bestimmen möchten wir entschieden abraten, da sie 
über den Normalzustand und die Realisierbarkeit der jährlichen 
Nutzungen keinen Aufschluß gibt und leicht grobe Irrtümer im 
Gefolge haben kann. Unbedingt muß aber, wenn sie dennoch zur 
Anwendung gelangt, das Altersklassenverhältnis für die Beurteilung 
des jährlichen Holzertrages mit in Rücksicht genommen werden, 
damit dem konkreten Waldzustande mehr Rechnung getragen wird. 

Noch weniger anzuraten ist aber die Bestimmung des jährlichen 
nachhaltigen Ertrages nach dem gegenwärtigen und dem künftigen 
Haubarkeitsdurchschnittszuwachse, wie es seinerzeit bei der ersten 
Regulierung und Ablösung der Forstbezugsrechte häufig geschehen 
ist, da eine Änderung im Haubarkeitsdurchschnittszuwachse erst nach 
Ablauf eines vollen ümtriebes möglich ist und dieser Vorgang daher 
unbedingt dem Berechtigten zum Nachteile gereichen muß. 

Wenn beispielsweise bei lOOjähriger Umtriebszeit der gegen- 
wärtige Abtriebsertrag pro 1 ha 180 fm, der künftige 300 fm wäre, 
ist der jährliche gegenwärtige Ertrag pro 1 ha 1"8 fm, der zukünftige 
3 fm, der jährliche nachhaltige Ertrag wäre daher für 

1-8 + 30 _ , , 
1 ha = ^ — = 2-4 fm 

oder für die Fläche von 

mnv, 180 + 300 „ .„ , 
100 ha = ?r— = 240 fm. 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 443 

Sollte dennoch aus irgend welchem Grunde der jährliche nach- 
haltige Holzertrag ermittelt werden müssen, dann ist allen anderen 
Methoden die Aufstellung eines allgemeinen Nutzungsplanes für 
etwa 10 bis 20jährige Nutzungsperioden innerhalb eines Umtriebes 
vorzuziehen. Es wird dies namentlich beim schlagweisen Hochwald- 
betriebe notwendig werden, da hier normale Verhältnisse am 
seltensten anzutreffen sind, namentlich wenn es sich um die Ab- 
tretung kleinerer Waldteile handelt. Hierin ist auch der Grund ge- 
legen, daß bei diesem Wirtschafts betriebe nur selten das Holzbezugs- 
recht eines einzelnen Berechtigten in Grund und Boden wird ab- 
gelöst werden können, weil in diesem Falle eine Störung des nach- 
haltigen Bezuges fast gar nicht zu vermeiden wäre. Eher dürfte dies 
beim Niederwald- und Plenterbetriebe möglich sein, da hier die 
Nachhaltigkeit auf viel kleinerer Fläche gegeben ist. Die Ablösung 
von Holzbezugsrechten in Grund und Boden im schlagweisen Hoch- 
waldbetriebe dürfte deshalb zumeist nur auf größere Gruppen von 
Berechtigten beschränkt sein. 

Da es sich beim Walde meist um längere Zeiträume handelt, 
kann der für den Berechtigten allein maßgebende Jetztwert der 
Nutzungen nur im Wege der Zinseszinsenrechnung erfolgen, wozu 
es einer Bewertung des jährlichen Ertrages bedarf. Diese Bewertung 
wird aber auch noch weiters aus dem Grunde notwendig, weil beim 
Walde meist mehrere Nutzungen zugleich in Betracht kommen. 

2. Die Bestimmung des jährlichen Nutzwertes der verschiedenen 

Servitutsrechte. 

Den Nutzwert des betreffenden Bezugrechtes erhält man durch 
Multiplikation des Quantums mit dem Nutzwerte der Einheit. Der 
Nutzwert der Einheit ist wieder gegeben in dem Verkaufspreise ab- 
züglich der Gestehungskosten für Erzeugung, Bringung und Trans- 
port, welche der Bezugsberechtigte aufwenden muß. Hat der Be- 
rechtigte überdies Gegenleistungen zu entrichten, so sind diese 
ebenfalls in Abzug zu bringen. 

Nach den gegebenen Vorschriften sind die Preise sowie Ge- 
stehungskosten zwischen den Berechtigten und Verpflichteten zu 
vereinbaren. Erst wenn in dieser Beziehung eine Vereinbarung nicht 
zustande kommt, sind die lokalen Durchschnittspreise und lokalen 
Gestehungskosten zugrunde zu legen. Sind aber diese lokalen Durch- 
schnittspreise nicht bekannt, dann müssen dieselben aus den Durch- 
schnittspreisen des nächstgelegenen Marktortes abgeleitet werden, 
was in der Weise geschieht, daß von den Marktdurchschnittspreisen 
die Frachtkosten von dem betreffenden Orte bis zum Markte in 
Abschlag gebracht werden. Beziehen sich jedoch diese Bezugsrechte 
auf Dinge, welche entweder gar nicht oder nur sehr selten zum 
Verkaufe gelangen, dann müssen die Preise der Einheit im Ver- 
hältnisse des Gebrauchswertes solcher Dinge ermittelt werden, 
die dem gleichen Zwecke dienen, von welchen aber die Preise be- 



444 I^iö agrarischen Operationen. 

kannt sind, wie beispielsweise der Preis für Schnittgras nach dem 
Preise für Mittelheu, oder jener der Nadelstreu nach dem Preise 
von Streustroh etc. 

a) Der Nutzwert der Weidenutzung. 

Man ermittelt denselben nach dem Quantum Futter, welches 
sich das Vieh im Wege der Abweidung aneignet, durch Reduktion 
desselben auf Mittelheu mittels der in Tafel 4 angegebenen Re- 
duktionsfaktoren , 

Da die Preise für Mittelheu loko Weideort festzustellen sind, 
müssen die Transportkosten vom Weideorte bis zum Verkaufsorte 
von denselben in Abzug kommen, wenn die örtlichen Verkaufspreise 
angenommen werden. 

Weiters sind in Abzug zu bringen die Kosten für die Hirten- 
haltung, der Düngerverlust, sowie die etwaigen Gegenleistungen. 
Bei der Waldweide kommen weiters noch die Kosten für die Ver- 
hegungen, Wegfassungen u. dgl. dazu. 

Die Hirtenkosten, wenn sie nicht anders feststellbar sind, 
können etwa mit 30^0 vom Rohertrage angenommen werden. 

Bei der Feststellung des Düngerverlustes kann als Anhalt 
dienen, daß die Düngerproduktion etwa das Doppelte der genossenen 
Trockensubstanz beträgt. Die Menge der Trockensubstanz der ver- 
schiedenen Futtermittel ist in Tafel 4 angegeben. Der Wert des 
Düngers beträgt im allgemeinen etwa 2 bis 3% vom Roggenpreise. 

Beispiel 179: 

Es soll der Nutzwert einer Weidenutzung für 1 Stück Normal- 
rind von 300 kg Lebendgewicht ermittelt werden, wenn die Weide- 
zeit 120 Tage, der Preis des Mittelheus loko Weideort pro 1 q 
30 K beträgt. 

Nach Tafel 6 benötigen 1000 kg Lebendgewicht 38 kg Mittel- 
heu pro Tag. 

Der Bedarf des Normalrindes ist daher für 1 Tag: 

38J^X300_ 

1000 -^^^^^ 

hingegen für 120 Tage 11 -4 kg X 120 = 137 q. 

Vom Preise der Einheit q von 3 K gehen ab : 

307o für Hirtenlohn , 1-20 K 

ferner für Düngerverlust: 

Trockensubstanz aus Tafel 4 . . 0'85 
daher Düngerproduktion , . . 0"85 X 2= 17 q 

Düngerwert 17 X 0*40 K = 0-68 „ 



Zusammen . . . 1'88 K 

daher Nutzwert pro lq = 30 — 188 = 112 K, jährlicher Nutzwert 
für ein Normalrind = 137 q ä 1-12 K = 15-34 K. 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 445 

b) Der Nutzwert der Grasschnittnutzung. 

Da Gras selten einen Verkaufsgegenstand bildet, wird der 
Nutzwert der Einheit ebenfalls am zweckmäßigsten aus dem Ver- 
kaufspreise des Mittelheus abgeleitet, von welchem jedoch die 
Kosten der Heubereitung und zwar für 10 q etwa 25 Weibertage in 
Abschlag zu bringen sind. Der Bruttowert für 1 q Gras beträgt 
dann Vs bis V'g jenes reduzierten Heupreises, wovon abermals die 
Gewinnungs- und Transportkosten bis zum Verwendungsorte in Ab- 
schlag zu bringen sind. 

Das Verhältnis von Heu zu Gras wird ein umso geringeres, 
je mehr Blattpflanzen dem Grase beigemengt sind. 

Beispiel 180: 

Es ist der Nutzwert eines Schnittgrasbezuges von 50 q jährlich 
zu bestimmen, wenn der Verkaufspreis loko Ort für 1 q Mittelheu 
4*0 K und der Taglohn einer Frauensperson 16 K beträgt? 

Mittelheupreis pro 1 q 4' — K 

hievon ab 1/4 Tagschicht fürs Trocknen . . 040 ^ 

daher Bruttowert für 3 q Gras SöO K 

. 1 q « 1?0 „ 

ab Gewinnungs- und Transportkosten . . ♦ 0'50 ., 

Nutzwert von 1 q Gras 070 K 

jährlicher Nutzwert für 50 q ä 70 K^350 K. 

c) Der Nutzwert der Streunutzung. 

Wenn der Verkaufspreis der betreffenden Streugattung nicht be- 
kannt ist, so wird man denselben aus dem Verkaufspreise des Strohes 
und dem Wertverhältnisse beider zueinander ableiten. . 

Die verschiedenen Streumittel besitzen im Verhältnisse zum 
Streustroh folgende Wertabstufungen: 

Buchenlaubstreu 0"50 

Kiefernadelstreu 030 

Fichtennadelstreu 0*35 

Moosstreu 080 

Farnkräuterstreu 1'60 

Heidestreu 0-25 

Der Wert des Streustrohes beträgt etwa 20 bis 30% weniger 
als jener von Langstroh. 

Beispiel 181: 

Es ist der Nutzwert von einem Fichtennadelstreubezuge für 
1 Normalrind von 300 kg Lebendgewicht zu ermitteln, wenn die 
Weidezeit 180 Tage und pro Tag 10 Stunden beträgt, der Wert des 
gewöhnlichen Strohes 3 K und die Gewinnungskosten für 1 q 
025 K betragen. 



446 ^*® agrarischen Operationen. 

Bedarf eines Normalrindes nach Tafel 9 pro Tag 

21-66 X 300 kg _ 

1000 -^ökg 

daher für 185 Tage Stallzeit 65 kg X 185 = 12-02 q; für die Weide- 
zeit ist der tägliche Bedarf 

für 180 Tage 3-8 kg X 180= 6-84 q 

somit jährlicher Bedarf 12-02 q + 684 q = 1886 q 

Wert von 1 q Langstroh . . 30 K 
hieven ab 25*^/o Minderwert 075 „ 
Bruttowert für Streustroh . 225 K 

Bruttowert der Fichtennadelstreu . 225 K X 035 = 079 K 

ab Gewinnungskosten 025 „ 

Nutzwert von 1 q . . . 054 K 
Nutzwert des jährlichen Bedarfes = 1886 q ä 054 K = 10-18 K. 

d) Der Nutzwert des Holzbezuges. 

Je nach der Art des Bezuges, ob Nutzholz oder Brennholz 
ist das Bezugsquantum von Nutzholz mit dem Nutzwerte der Nutz- 
holzeinheit, jenes von Brennholz mit dem Nutzwerte der Brenn- 
holzeinheit zu multiplizieren. 

Um den Nutzwert der Einheit zu erhalten, müssen von den 
lokalen Holzverkaufspreisen die Gestehungskosten für Erzeugung, 
Bringung und Transport, welche der Bezugsberechtigte aufwenden 
muß, sowie die Gegenleistungen in Abzug gebracht werden. 

Beispiel 182: 

Ein Berechtigter hat das Bezugsrecht von 6 fm^ Nutzholz (Bau- 
und Geschirrholz) und 30 rm^ Brennholz; wie groß ist der jährliche 
Kapitalswert dieses Bezugsrechtes, wenn die örtlichen Durchschnitts- 
preise für Nutzholz 12 K, für Brennholz 50 K betragen, ferner die 
Gestehungskosten für Nutzholz mit 20 K, für Brennholz mit 150 K 
anzunehmen sind und vom Berechtigten eine Gegenleistung für 1 fm^ 
Nutzholz von 0-50 K, für 1 rm^ Brennholz von 0-27 K zu tragen ist? 

Nutzholzpreis für 1 fm^ 12 K 
hievon ab Gestehungskosten ... 2*0 K 

Gegenleistung 0-50 ,, 

Zusammen . . . 250 K 

daher hat 1 fm^ Nutzholz einen Nutzwert von 120 — 25 = 9*5 K. 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 44-7 

Brennholzpreis für lrm3 = 50K 

ab Gestehungskosten 1*50 K 

Gegenleistung 0'27 ,, 

Zusammen . . . 1*77 K 

daher hat 1 rm^ Brennholz einen Nutzwert von 5*0 — 177 = 3-23 K. 
Nutzwert des jährlichen Bezuges: 

6 fm3 ä 9-50 K = 57'— K 

30 rm3 ä 3-23 „ = 96-90 „ 

Zusammen . . 15390 K 

3. Die Bestimmung des Kapitalswertes der Bezugsrechte. 

Wenn der jährliche reine Ertrags- oder Nutzungswert der 
einzelnen Bezugsrechte bestimmt ist, bildet die weitere Ermitt- 
lung des Kapitalswertes an und für sich eine sehr einfache Aufgabe, 
da der jährliche Ertrags- oder Nutz.wert nur mit entsprechendem 
Zinsfuße zu kapitalisieren ist. Der Kapitalswert entspricht dem 
25 fachen Betrage des jährlichen Ertrags- oder Nutzwertes, wenn mit 
einem Zinsfuße von 4%, dem 20 fachen Betrage, wenn mit einem 
Zinsfuße von 5% und dem 333 fachen Betrage, wenn mit einem 
Zinsfuße von 3% kapitalisiert wird. 

Unter Zugrundelegung des vorgeschriebenen Zinsfußes von 4% 
berechnen sich für die im vorhergehenden Abschnitte abgeleiteten 
jährlichen Ertrags- oder Nutzwerte folgende Kapitals werte: 

a) für die Weidenutzung eines Normalrindes (Beispiel 179): 
15-34 KX 25 = 383-50 K; 

h) für die Grasschnittnutzung (Beispiel 180): 
35-0 KX 25 = 875 K; 

c) für die Streunutzung: 

1018KX 25 = 254 50 K; 

d) für den Holzbezug (Beispiel 182): 

153-9 KX 25 =3947-5 K. 
Soll nun eine Kapitalsabfindung stattfinden, so sind die auf 
solche Weise ermittelten Kapitalswerte einfach in Geldwert zu be- 
gleichen-, soll dagegen eine Ablösung in Grund und Boden statt- 
finden, dann ist ein Äquivalent an Grundstücken zu ermitteln, deren 
Wert dem Kapitalswerte der Bezugsrechte gleich ist. 

4. Die Ablösung in Grund und Boden. 

Etwas schwieriger wie die Ablösung in Kapital gestaltet sich 
die Ablösung in Grund und Boden namentlich, wenn als Äquivalent 
ein W^ald in Betracht kommt. In allen Fällen muß für den Kapitals- 
wert des Bezugsrechtes ein Äquivalent an Grundstücken ermittelt 
werden, deren Wert dem Kapitalswerte der Bezugsrechte bis auf 
kleine Unterschiede, welche in Geld auszugleichen sind, gleich ist. 



448 Die agrarischen Operationen. 

Die Kapitalswerte sowohl der Bezugsrechte als auch jene der 
Grundstücke sind durch Kapitalisierung der jährlichen reinen Nutz- 
werte der Bezugsrechte, beziehungsweise des jährlichen Reinertrages 
der Grundstücke mit dem Zinsfuße von 47o zu bestimmen. Bei den 
landwirtschaftlichen Grundstücken ist gegen die Kapitalisierung des 
jährlichen Reinertrages nichts einzuwenden, bei dem Walde führt 
jedoch dieser Vorgang nur in den seltensten Fällen zu einem an- 
gemessenen Ergebnisse, weil hier die Kapitalisierung des jährlichen 
Waldreinertrages nur dann einen richtigen Kapitalswert gibt, wenn 
volle normale Verhältnisse vorherrschen, was beim Hochwaldbetriebe 
nur äußerst selten zutrifft. 

Da bei dieser Art der Kapitalswertbestimmung der Zinsfuß auf 
die Größe des Kapitalswertes einen ganz erheblichen Einfluß nimmt, 
zumal der Kapitalswert bei einem Zinsfuße von 3% gleich dem 33*3, 
bei einem Zinsfuße von 4% gleich dem 25 und bei dem Zinsfuße 
von 57o gleich dem 20 fachen Betrage und der Zinsfuß keine fixe 
Größe ist, sondern im Wandel der Zeiten Veränderungen erfährt, 
so erscheint es zweckentsprechender, falls dies angeht, das Äquivalent 
unabhängig vom Zinsfuße nach dem Naturalertrage zu bemessen. 
Die an Stelle der Bezugsrechte tretenden Grundstücke müssen in 
einem solchen Falle einen jährlichen nachhaltigen Ertrag liefern, 
der den jährlichen Bezugsmengen entspricht. 

Wäre dabei eine Gegenleistung zu berücksichtigen, so muß um 
diese der Naturalbezug des Berechtigten entsprechend vermindert 
werden, vorausgesetzt jedoch, daß in der Regulierungsurkunde selbst 
über die Ablösung hierüber nichts Näheres bestimmt ist. 

In den Regulierungsurkunden des Landes Salzburg ist beispiels- 
weise sehr häufig folgende Bestimmung enthalten: „Dem Berechtigten 
wird gestattet, die Gegenleistungen im 20fachen Kapitalsanschlage 
ein für allemal abzulösen", welche Bestimmung jedenfalls einzuhalten 
ist, wenn nicht freiwillig hierauf verzichtet wird. 

Beim Walde ist die Ermittlung des Äquivalents nach dem 
jährlichen Naturalertrage allerdings auf den einen Fall beschränkt, 
daß es sich lediglich um die Ablösung eines Holzbezugsrechtes 
handelt und bei dem in Betracht kommenden Walde auch nur eine 
Holznutzung stattfindet. 

a) Die Ablösung einer Weidenutzung. 

Gewöhnlich ist in den Regulierungsurkunden entweder für den 
einzelnen Berechtigten oder aber für eine Gruppe von Berechtigten 
das Maß der Weidenutzung in Rindergräsern sowie der Schlüssel 
für die Umrechnung eines Rindergrases auf die sonstigen zur Weide 
zugelassenen Viehgattungen angegeben. Wenn die Anzahl der Rinder- 
gräser jedoch nicht fixiert und bloß der Überwinterungsmaßstab 
vorgesehen ist, dann muß für jeden Berechtigten jene Viehanzahl 
festgestellt werden, welche er auf seinem Gute mit dem selbst 
produzierten Futter überwintern kann. 

Fehlt außerdem auch der Schlüssel für die Umrechnung der 
Rindergräser rücksichtlich anderer Viehgattungen, dann kann der- 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 449 

selbe, wenn diesbezüglich keine Vereinbarung zustande kommt, nach 
dem Futterbedarfe in der Weise ermittelt werden, wie dies S. 361 
gezeigt wurde. 

Weiters hat man die Futterbedarfsmenge an Mittelheu in 
Zentnern für 1 Rindergras für die ganze Weidezeit und sodann für 
die Gesamtanzahl der Rindergräser zu ermitteln. Die Umrechnung 
dieser Futtermenge in Geldwert ist nur dann unbedingt notwendig, 
wenn eine Ablösung in Käpitalswert stattfinden soll. Stehen hingegen 
für eine Ablösung in Grund und Boden geeignete Weideflächen zur 
Verfügung, so genügt für die Bestimmung des Äquivalents auch die 
Kenntnis des nachhaltigen jährlichen Naturalertrages der betreffenden 
Weidefläche allein. Das Äquivalent muß in diesem Falle an Weide- 
fläche so bemessen werden, daß es jährlich und nachhaltig den 
Futterertrag liefert, welcher der Anzahl der Rindergräser entspricht. 
Die Bestimmung des Äquivalents nach dem Naturalertrage besitzt 
unzweifelhaft den Vorteil, daß auf diese Weise die Unsicherheit und 
Schwierigkeit der Preisbestimmung umgangen wird. 

Beispiel 183: 

Es soll ein Weiderecht von 100 Rindergräsern in Grund und 
Boden abgelöst werden, wenn die Weidezeit mit 120 Tagen und das 
Lebendgewicht eines Normalrindes mit 300 kg anzunehmen ist und 
die nachhaltige Ertragsfähigkeit der in Betracht kommenden Weide- 
fläche analog dem Beispiele S. 439 pro 1 ha 7-36 q Mittelheu 
entspricht. 

Da nach Beispiel 179, S. 444, der Bedarf an Mittelheu eines 
solchen Rindes pro Tag 114 kg und für die Weidezeit von 120 Tagen 
11-4 kg X 120 =13-7 q beträgt, entfallen auf 100 Rindergräser 
137 qX 100= 1370 q. Da weiters der Naturalertrag der Weidefläche 
pro 1 ha im Durchschnitte 736 q Mittelheu beträgt, muß somit auf 
das abzutretende Äquivalent im Durchschnitte eine Fläche von 

lf= 186-2 ha 

entfallen, welche von dem Weidekomplex des Verpflichteten ab 
zutrennen wäre. 

Wäre jedoch das Äquivalent nach dem Kapitalswerte zu be- 
stimmen, dann muß analog dem Beispiele 179, S. 444, noch der Preis 
und der Nutzwert pro 1 q Mittelheu bestimmt werden. 

Wird der in diesem Beispiele abgeleitete Nutzwert für 1 q 
Mittelheu von 1'12 K beibehalten, so hat ein Rindergras einen Jahres- 
wert von 13-7 X 1'12K^= 15-34 K, 100 Rindergräser einen solchen von 
15-34 K X 100 = 1534 K, dem ein Kapitalswert von 1534 K X 25 = 38.350K 
entspricht. Die in Frage kommende Weidefläche hat pro 1 ha einen 
jährlichen Ertragswert von 1-12 K X '7"36 = 8-24 K und einen Kapitals- 
wert pro 1 ha von 8-24 K X 25 = 206 K. Das Flächenäquivalent 
ist daher oo q;.A 

§|f|0 = 18616 ha. 

Riebel. Waldwertrechnang, 2. Aufl. Z9 



450 ^'ß Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 

Wäre jedoch eine Gegenleistung von l'O K pro Rindergras zu 

berücksichtigen, so wäre: 

der jährliche Ertragswert der 100 Rindergräser 

1534 K - 100 K = 1434 K, 

der Kapitalswert = 1434 K X 25 = 35.850 K, 

35.850 
das Flächenäquivalent daher bloß = - '^ = 17160 ha. 

b) Die Ablösung eines Grasschnittrechtes. 

Die Ablösung eines Grasschnittrechtes in Grund und Boden 
wird nur dann möglich sein, wenn für diesen Zweck geeignete Gras- 
schnittflächen, Wiesen oder bessere Weideflächen, zur Verfügung 
stehen. 

Zunächst ist das dem Bezugsrechte entsprechende Quantum 
Gras oder Grünfutter in Meterzentnern festzustellen, wenn es nicht 
fixiert ist, und auf Mittelheu zu reduzieren. 

Weiters ist die nachhaltige Ertragsfähigkeit der Äquivalent- 
fläche an Heu zu erheben, welches, wenn es eine andere Qualität 
besitzt, ebenfalls auf Mittelheu reduziert werden muß. Die Äquivalent- 
fläche ist sodann in der Weise zu bestimmen, daß der jährliche 
nachhaltige Ertrag derselben an Mittelheu ebenso groß ist als das 
in Mittelheu ausgedrückte Grasquantum des Bezugsrechtes. 

Beispiel 184: 

In einem Auwalde sind 10 Kleinbesitzer grasschnittberechtigt, 
von welchen nach den angestellten Erhebungen durch 40 Tage pro 
Tag je 3 Traglasten Grünfutter im mittleren Gewichte von 0*35 q 
nach Haus geschafft wurden. Das diesem Grünfutter entsprechende 
Heu entspricht der Qualität „gering". Die als Äquivalent in Betracht 
kommende Wiesenfläche liefert im Durchschnitte pro 1 ha einen 
Heuertrag von 20 q von der Qualität „sehr gut" und 10 q Grummet 
von der Qualität „gering". Wie groß muß die Äquivalentfläche sein? 
Das Grasbezugsquantum beträgt für einen Berechtigten: 

3X0-35qX40= 42 q Gras 
für 10 Berechtigte 42 q X 10 = 420 q „ 

Dürrfutter = — p- = 84 q Heu gering 

Mittelheu = 84 q X 0-86 = 722 q. 

Der Ertrag der Äquivalentfläche pro 1 ha auf Mittelheu ge- 
bracht ist: 

20 q X 118 = 23-6 q 

10 qX 0-86 = 8-6 q 

Summa 322 q 

die Äquivalentfläche muß daher betragen: 

72-2 

^=: 2-24 ha. 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 451 

Würde 1 q Mittelheu den Preis von 40 K besitzen, so stellt 
sich der Wert für 1 q Heu von der Qualität „gering" auf: 

4-0 K X 0-86 = 3-44 K 

.. ^ 3-44K ^_ 

jener für Gras: — ^ — = 068 „ 
o 

der Abzug für das Trocknen kommt nur bei einer Kapitalsablösung 
in Betracht, im gegebenen Falle aber nicht, da in beiden Fällen 
Gras in Relation gesetzt wird. 

Der jährliche Nutzwert von 420 q Gras entspricht: 

420 q ä 0-68 K = 285-60 K, 

der jährliche Nutzwert pro 1 ha der Äquivalentfläche ist, wenn der 
Preis des Mittelheues ebenfalls auf die Qualität sehr gut und gering 
reduziert wird: 

4-0 KX 1-18 = 472 K 

4-0 „ X 0-86 = 3-44 „ 

jährlicher Nutzwert: 4-72KX20= 944 K 

.3-44 „ X10 = 34-4 , 

Summa 1288 K 

daher Größe der Äquivalentfläche = ^i^^ = 2*22 ha. 

c) Die Ablösung einer Streunutzung. 

Die Ablösung einer Streunutzung für sich allein in Grund und 
Boden dürfte ebenfalls nur in dem Falle möglich sein, wenn als 
Äquivalent Flächen zur Verfügung stehen, bei welchen der Streu- 
ertrag die Hauptnutzung bildet, wie z. B. Streuwiesen, Moor- 
flächen etc. 

Soll eine derartige Ablösung stattfinden, dann hat man eben- 
falls einerseits das Bezugsquantum und die Qualität dieses Streu- 
mittels, anderseits den nachhaltigen Streuertrag der Äquivalent- 
fläche und ebenfalls die Qualität der Streu festzustellen. Die Er- 
mittlung der Äquivalentfläche kann sodann entweder im Verhält- 
nisse des Nutzeffektes beider Streumittel zueinander oder aber auch 
nach dem Kapitalsnutzwerte erfolgen. 

Beispiel 185: 

Eine Gruppe von Berechtigten sei in einem Nadelwalde auf 
300 q Fichtennadelstreu jährlich berechtigt. Wie groß muß die 
Äquivalentfläche sein, wenn hiefür eine Streuwiese mit einem jähr- 
lichen nachhaltigen Ertrage von 40 q Grasstreu pro 1 ha in Betracht 
kommt und der Nutzeffekt der Grasstreu 3mal so groß ist als jener 
der Fichtennadelstreu? 

300 q Fichtennadelstreu entsprechen einem Nutzwerte von : 

— -- = 100 q Grasstreu 
o 

29* 



452 I^iß Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 

die Größe der Äquivalentsfläche beträgt daher: 

-777- = 2'5 ha. 
40 

In Beispiel 181 wurde der Nutzwert für 1 q Fichtennadelstreu 
mit 0'54 K berechnet, der Kapitalswert für 1 q ist daher 054 K X 25 = 
= 13-50 K, für 300 q = 300 X 13-50 K = 4050 K. 

Wenn weiters der Wert von 1 q Grasstreu 1*8 K beträgt und 
hievon 020 K an Gewinnungskosten in Abschlag kommen, ist der 

Nutzwert für 1 q Grasstreu = 1-8 — 020= 1-60 K, 
somit der Kapitalswert für 1 q = l'ßO X 25 = 40-00 „ 

pro 1 ha = 40 X 40 = 160000 „ 

und die Größe der Äquivalentfläche: 

1600 ~'^^^^- 

Stünde jedoch nur eine Äquivalentfläche von 2 ha zur Ver- 
fügung, dann würde sich die Auseinandersetzung folgendermaßen 
gestalten : 

Anspruch 4050 K 

Abfindung in Grund und Boden 

2 ha ä 1600 K 3200 , 

daher Geldausgleichung .... 850 K 

d) Die Ablösung der Holznutzungen. 

Wie schon an früherer Stelle angedeutet wurde, kann beim 
Walde eine Ablösung in Grund und Boden in der großen Mehrheit 
der Fälle nur für eine größere Gruppe von Berechtigten gemein- 
sam stattfinden, da es nur auf diese Weise möglich ist, der Nach- 
haltigkeit des Holzbezuges Rechnung zu tragen. Ebenso dürfte es 
auch nur selten möglich sein, das Äquivalent nach dem Natural- 
ertrage allein zu bestimmen, weil in diesem Falle ein Ausgleich hin- 
sichtlich des verschiedenen Wertes der einzelnen Sortimente schwer 
stattfinden kann, eher dürfte dies wohl nach dem jährlichen Geldertrage 
möglich sein. Auch der nachhaltigen Ertragsfähigkeit kann beim 
Walde nicht in der vorgeschriebenen Weise Rechnung getragen 
werden, da hier eine Ertragssteigerung erst nach Ablauf längerer 
Zeiträume möglich ist und diese keinesfalls zutreffend nach dem 
Mittel des jetzigen und künftigen Ertrages bestimmt werden kann. 
Wenn daher als Äquivalent ein Wald in Frage kommt, wird die 
Ermittlung der Kapitalswerte wohl nur selten entbehrt werden 
können. Beim Walde kann außerdem der Kapitalswert nicht durch 
Kapitalisierung des jährlichen Reinertrages gefunden werden, weil 
der Kapitalswert auf diese Weise nur dann richtig erhalten wird, 
wenn vollständig normale Verhältnisse obwalten, also ein normaler 
Zuwachs und ein normales Altersklassenverhältnis vorhanden ist. 
Ausgenommen bei Nieder- und Flenterwäldern, muß beim Walde 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 453 

infolgedessen der Kapitalswert auf eine andere Weise, welche den 
konkreten Bestandesverhältnissen mehr Rechnung trägt, gefunden 
werden und zwar durch die getrennte Ermittlung des Bodenwertes 
und der Bestandeswerte. 

1. Die Ermittlung des Bodenwertes. 

Der Bodenwert ist nach einer der im I. Teile des Buches an- 
gegebenen Formeln für die Ermittlung des Bodenerwartungswertes 
zu bestimmen. Die Verwaltungskosten bleiben dabei außer Anschlag. 
Als Abtriebszeit ist ohne Rücksicht auf die bestehende Umtriebszeit 
die finanzielle, d. i. jenes Alter, für welches sich das Bodenwert- 
maximum ergibt, zu nehmen. Der Zinsfuß von 4% darf jedoch, 
wenn eine Benachteiligung des Verpflichteten vermieden werden 
soll, nur bei Wäldern mit einer sehr niederen Abtriebszeit unter- 
stellt werden, wie z. B. den Niederwäldern. Bei Hochwäldern würde 
dieser Zinsfuß selbst bei Unterstellung der finanziellen Abtriebszeit 
zu geringe Ergebnisse liefern, da die Rechnung mit Zinseszinsen 
für so lange Zeiträume einen so hohen Zinsfuß nicht verträgt; 
derselbe kann daher höchstens mit 3% angenommen werden. 

Der Zinsfuß von 3% ist aber auch dadurch gerechtfertigt, daß 
ziemlich allgemein mit einer Preissteigung der Holzprodukte von 
l^io gerechnet werden kann und der Effekt der gleiche ist, ob die Holz- 
preise um dieses Prozent erhöht, oder aber der landesübliche Hypo- 
thekarzinsfuß von 4% um dieses Prozent, also auf 3% verringert wird. 

Ferner sind die Zwischennutzungs- und Abtriebserträge ver- 
schieden zu nehmen, je nachdem der Boden entweder zur ausschließ- 
lichen Holzzucht, oder aber neben der Holzzucht auch zur Deckung 
anderer Wirtschaftserfordernisse, wie Weide, Streu, Gras etc. 
dienen soll. 

Im ersten Falle hat, ohne Rücksicht auf die tatsächlich be- 
stehenden Verhältnisse, die Ermittlung des Bodenerwartungswertes 
lediglich nach den Holzerträgen und zwar den normalen Erträgen, 
wie sie der Bodenbeschaffenheit entsprechen, stattzufinden, während 
im zweiten Falle, wenn die bisherigen Nutzungen aufrecht erhalten 
bleiben sollen, die Holzerträge nach dem bestehenden Wirtschafts- 
zustande zu bemessen sind, weil der Kapitalswert der Nebennutzungen 
getrennt zu berechnen und dem Erwartungswerte des Bodens zu- 
zuschlagen ist. 

Beispiel 186: 

Es sei der Bodenwert für 1 ha einer Äquivalentfläche zu er- 
mitteln, welche ausschließlich der Holzzucht gewidmet werden soll. 
Nach Maßgabe der Bodenbeschaffenheit und Lage wurde festgestellt 
bei 80 Jahren ein zu erwartender Nettoabtriebsertrag von 4600 K, 
ferner Zwischennutzungserträge : 

im 30. 40. 50. 60. 70. Jahre 

von 60 90 140 130 120 K, 

ferner 80 K Kulturkosten, 10 K Steuerumlagen. 



454 Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 

Au — c = 4520 K 

60X10350= 60 KX 4-384= ... 263 „ 

90X1-03*°= 90 „X 3-262= ... 293 „ 

140 X 1*03=^0 = 140 „ X 2-427 = . . . 340 „ 

130 X 10320 =, 130 „ X 1-806 = . . . 235 „ 

120 X 10310 ^ 120 „ X 1-344 = . . . 161 „ 



Summe . . . 5812 K 
5812 K X 1-03 io_ 1 = 5^1^ K X 0-J037 = . . . 603,, 



ab 



(<F53+'') = 33 + 80= ... 113 



Bodenwert = . . . 490 K 



Die gleiche Rechnung mit dem Zinsfuße von 40/o gibt bloß 
einen Bodenerwartungswert von 181 K. 

Beispiel 187: 

Es soll der Bodenwert für 1 ha Waldfläche eines Äquivalents 
ermittelt werden, wenn wie bisher weiterhin in Kulturen durch 
6 Jahre eine Grasschnittnutzung im Werte von 50 K, ferner vom 
40. bis zum 80. Jahre jedes 5. Jahr eine Streunutzung im Werte 
von 20-0 K und weiters vom 40. bis zum 80. Jahre eine Weide- 
nutzung im Werte von 30 K ausgeübt wird. Nach dem derzeit .be- 
stehenden Wirtschaftszustande beträgt der Nettoabtriebsertrag bei 
80 Jahren 2800 K, die Zwischennutzungserträge sind 

im 30. 40. 50. 60. und 70. Jahre 

50 70 90 90 80 K. 

Die Kulturkosten betragen 100 K, die Steuern und Umlagen wie 
früher 10 K. 

Au — c= 2700 K 

50 X 1-0350 = 50 K X 4-384 = ... 219 , 
70 X l'OS*" = 70 „ X 3-262 = ..." 228 „ 
90X10330 = 90 „ X 2-427= ... 218 „ 
90 X 10320 = 90 „ X 1-806 = . . . 162 „ 
80 X 1-03" = 80 „ X 1-344= . 107 „ 

Summe . . . 3634 K 

3634 KXj:ö3^Zrj; = 3634 KX 01037= ... 377 „ 



(ab^^-g)4-c = 33 + 100= . . . 133 



Bodenwert . . . 244 K 
gegenüber 102 K, wenn die Rechnung mit 4o/o durchgeführt wird. 

2. Die Berechnung der BestandesAArerte. 

Je nach dem Verschiedenen Alter der Bestände muß ein ver- 
schiedener Weg eingeschlagen werden. Bei allen älteren Beständen, 
welche die Hiebreife bereits erlangt haben oder bald erlangen werden, 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstserrituten. 455 

ist eine genaue Massenerhebung vorzunehmen und der Wert nach 
dem tatsächlichen Gebrauchs\v«^rte zu berechnen. Der Wert aller 
jüngeren Bestände, welche ihren vollen Gebrauchswert noch nicht 
erlangt haben, ist dagegen rechnungsmäßig festzustellen, was entweder 
nach dem Kosten- oder Erwartungswerte geschehen kann. 

Beide Formeln führen bekanntlich zu demselben Ergebnisse, 
wenn in dieselben der Bodenerwartungswert der gemeinsamen Ab- 
triebszeit eingestellt wird. 

Obwohl die theoretische Richtigkeit dieser beiden Methoden 
für die Ermittlung der Bestandeswerte nicht im mindesten an- 
gezweifelt wird, wollen wir bei der Waldablösung in Grund und 
Boden dennoch einen anderen Weg einschlagen, zumal es für den 
Laien doch schwer verständlich ist, daß beim Kostenwerte mit Ein- 
nahmen gerechnet wird, die längst bezogen sind, hingegen beim Er- 
wartungswerte die Zinsen des Bodenkapitales selbst dann noch in 
Abzug kommen, wenn der Bestand schon einen realisierbaren Ge- 
brauchswert erlangt hat. 

Da bei den Ablösungen sämtliche Kapitalswertbestimmungen 
auf der Kapitalisierung von jährlichen Renten beruhen, wollen wir 
auch bei der Wertbestimmung der jüngeren Bestände von folgender 
Erwägung ausgehend, einen ähnlichen Weg einschlagen. 

Der Abtriebsertrag Au, welcher nach u Jahren eingeht, in eine 
jährliche Rente r umgewandelt ist: 

AaO-Op . 
r = 



1-0 p'» — 1 



da bei einem Bestände im Alter m diese jährliche Rente m-mal 
aufgespart ist, ist der Wert 

„ A„00p 10 p™ — 1 , lOp"^ — 1 

um = ^T-^r 5" ^r-pr ^ Au 



10 p- — 1 00 p "10 p» — 1 

Ebenso entspricht ein Zwischennutzungsertrag, der im Alter 
q noch zu erwarten steht und auf die Umtriebszeit prolongiert wird, 
einer jährlichen Rente 



im Jahre m 



_ Dqr0p"-q.0-0p 
^1— lOp'» — 1 

lOp"* — 1 
r,=Dql.Op"-.j,J^-j 

somit der Bestandeswert zusammen 

IOd" — 1 
Hm = (Au ^ 2;D q 10 p— <i) ^.qP,__^ 

das Formelglied 

2;Dql'0p»-<' 



456 Die Neuregulierung und Ablösung der Forstserrituten. 

bedeutet die Summe der prolongierten noch eingehenden Zwischen- 
nutzungserträge. Die vor dem Jahre m eingegangenen Einnahmen 
und erflossenen Ausgaben finden keine Berücksichtigung. Der Be- 
standeswert wird daher gefunden durch Verwandlung der noch ein- 
gehenden Erträge in u jährliche Renten und Summierung dieser 
Renten bis zum Bestandesalter m. 

Damit tragen wir der vollkommen richtigen Anschauung des 
Besitznehmers Rechnung, daß für ihn nur alles das einen annehm- 
baren Wert besitzt, was von dem Zeitpunkte der Besitzübernahme 
zu erwarten steht, nicht aber dasjenige, was sich bereits längst ab- 
gespielt hat. 

Die Abtriebs- und Zwischennutzungserträge sind mit jenen Be- 
trägen in Rechnung zu nehmen, wie sie sich tatsächlich im Zeit- 
punkte der Nutzung ergeben werden. 

Für das Beispiel 186 berechnen sich die Bestandeswerte: 

^Dal'Op'^-''+ Au =Sa 
D;o = 120 X l'03i« = 161 K 161 -f 4600 = 4761 K 

Deo = 130 X 1-0320 ^ 235 „ 396 + 4600 = 4996 „ 

Dso = 140 X 10330 = 340 „ 736 + 4600 = 5336 „ 

D,o = 90 X l'03*o = 293 „ 1029 + 4600 = 5629 „ 

D30 = 60 X 1 0350 = 263 „ 1292 + 4600 = 5892 „ 

Bestandeswerte : 

H,o = 4600 X 1-0000 = 4600 K 
H:o= 4600X0-7193 ==3309 , 
Hßo = 4761 X 0-5086 = 2421 „ 
H50 = 4996 X 0-3519 = 1758 „ 
H40 = 5336 X 0-2352 = 1255 „ 
H30 = 5629 X 0-1484 = 835 , 
H,o = 5892 X 00838 = 494 „ 
Hio = 5892 X 0-0357 = 210 „ 
H 5 = 5892 X 0-0166 = 98 „ 

Die Zahlenwerte für den Faktor 

1-Qp'" — 1 
1-Op« — 1 

sind aus Tafel VII zu entnehmen. 

In der gleichen Weise berechnen sich für Beispiel 187 die 
Bestandeswerte: 

IJDal-Op^-'^-f Au =Sa 
D70 = 80 X 10310 = 107 K 107 + 2800 = 2907 K 

Deo = 90 X 1-0320 ^ 162 „ 269 i- 2800 = 3069 , 

D50 = 90 X 1-03^0 = 218 „ 487 + 2800 = 3287 „ 

D,o = 70 X 1-03^0 ^ 228 „ 715 + 2800 = 3515 „ 

D30 = 50 X 103-^0 = 219 „ 934 -f 2800 = 3734 „ 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 457 

Bestandeswerte: 

Hgo = 2800 X 1-0000 = 2800 K 
H-o = 2800 X 0-7193 = 2014 „ 
Hgo = 2907 X 0-5086 = 1478 „ 
H50 = 3069 X 3519 = 1080 , 
H40 = 3287 X 0-2352 = 773 „ 
H3o = 3515X01484= 552 „ 
H,o = 3734 X 0838 = 313 , 
H,o = 3734X00357= 133 „ 
H 5 = 3734X00166= 62 „ 

3. Die Ermittlung des Wertes von Bezugsrechten an Neben- 
nutzungen. 

Da hier ein Preiszunahmeprozent wie bei den Holzprodukten 
nicht vorhanden ist, hat man mit dem vorgeschriebenen Zinsfuße 
von 4% zu rechnen. Von der Kapitalisierung der jährlich ein- 
gehenden Erträge, wie dies an früherer Stelle gezeigt worden ist, 
kann bei der Abtretung von Wald nur dann Gebrauch gemacht 
werden, wenn ein gleichbleibender und jährlich sich wiederholender 
Bezug gegeben ist, was nur sehr selten der Fall sein dürfte. Häufiger 
dürfte es zutreffen, daß bei der Abtretung von Wald eine Störung 
in dem regelmäßigen und jährlichen Bezüge eintritt, da eine Störung 
des Altersklassenverhältnisses gar nicht zu vermeiden ist. Bei der 
Bewertung der Nebennutzungen wie Gras, Streu, Weide etc. muß 
unbedingt auf das Bestandesalter Rücksicht genommen werden, weil 
sie zu diesem in Beziehung stehen. 

Für das frühere Beispiel 187 berechnet sich der Wert der an- 
gegebenen Nebennutzungen : 

a) Für die Grasschnittnutzung. 

1. Für die normale Betriebsklasse unter der Voraussetzung, 
daß jährlich 1 ha zum Abtriebe und zur Aufforstung gelangt, durch 
Kapitalisierung des jährlichen Reinertrages. Die Grasnutzungsfläche 
ist in diesem Falle 6 ha, der jährliche Ertrag 6 ha ä 5 K = 30 K, 
der Kapitalswert für die ganze Fläche von 6 ha ist 

30 K X 25 = 750 K 

für lha = ^^- = 9-37K. 
oO 

2. Für die Blöße: 

Der Anfangswert des 6mal sich wiederholenden Ertrages ist 

5KX104«— 1 



004 X 1-046 



5K X 5-2421 = 26-21 K; 



da sich dieser Anfangswert alle 80 Jahre wiederholt, kommt noch 
dazu 

\ 



458 Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 

, ^" „ , = 26-21 K X 0-0454 = 1-19 K 

der Wert ist daher zusammen für 1 ha = 27'40 K. 

3, Wenn die Nutzung im gegenwärtigen Umtriebe nicht mehr voll, 
sondern nurmehr 2mal stattfindet, der Bestand also 4 Jahre besteht: 

5 X 1-04^ — 1 , 5 X 1046 _ 1 1 _ 

0-04 X 1042 -t" 0-04 XI "04« * 1-0480 — 1 ~" 

= 5 K X 1'8861 + 1-19 K = 10-62 K. 

4. Wenn im ersten Umtriebe keine Nutzung mehr stattfindet. 

Da der Wert der Nutzungen im zweiten und der späteren Um- 
triebe im 80. Jahre, wie früher bei der Blöße 27*40 K beträgt, ist 
dieser Betrag einfach auf das betreffende Bestandesalter zu diskontieren 

Der Wert der Grasschnittnutzung ist daher: 

für den 10 jahrigen Bestand = ^ .. . ^^ 



20 
30 
40 
50 
60 
70 
80 



27-40 K 

1-0460 

27-40 K 

1-0450 

27-40 K 

1-0440 

27-40 K 
1-0430 

27-40 K 
1-0420 

27-40 K 



1-0410 
27-40 K 



= 27-40 X 0-0642 == 


= 1-76 K, 


= 27-40 X 0-0951 = 


= 2-60 „ 


= 27-40 X 0-1407 = 


3-85 „ 


= 27-40 X 0-2083 = 


5-71 , 


= 27-40 X 0-3083 = 


^ 8-45 „ 


= 27-40 X 0-4564 = 


12-50 „ 


= 27-40 X 0-6756 = 


18-51 „ 


= 27-40X10000 = 


27-40 „ 



1-0 pO 

b) Für die Streunutzung. 

1. Für die normale Betriebsklasse beträgt unter der Voraussetzung, 
daß jährlich 1 ha Fläche zur Abtriebsnutzung gelangt, die ganze 
Streunutzungsfläche 40 ha, da sie in den 40- bis 80jährigen Beständen 
stattfindet, hingegen die jährliche Streunutzungsfläche: 

40ha _, 
— = — = 8 ha, 
5 

da sie sich jedes 5. Jahr auf derselben Stelle wiederholt. 
Der jährliche Ertrag ist: 8 ha ä 20 K = 160 K, 
der Kapitalswert für 80 ha== 160KX 25 = 4000 , 
„ lha = 50K. ^ 

2. Für die Blöße: 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstserrituten. 459 

2OK"V1-O4.40 1 1 

1^4ä_ 1 • 1-0480 _ T= ^^^X^'^^^ X '^•616X0-0454 = 15-92 K, 



oder auch 

20 K (104*0 — 1) 1 



= 20 K X 0-1726 X 4-616 = 1592 K 



1.0480—1 1-045 — 1 

was für die Rechnung bequemer ist, da der Faktor 

1-0 pm _i ^ 

10 p" — 1 

aus der Tafel VII entnommen werden kann. 

Würde der Streuertrag vom 35. bis zum 75. Jahre in der 
gleichen Weise eingehen, dann müßte der Endwert der eingehenden 
Erträge auf das 80. Jahr prolongiert werden. In diesem Falle wäre 
daher der Wert: 

90 K V 1 04.40 1 1 045 

. Ai«n -. • , ^, , =20KX01726X4-616 X 12167 = 19-38 K. 
10480 — \ 104= — 1 

3. Für den 70jährigen Bestand: 
/ 10410 — 1 1-04*0 — 1 1 \ 1 

15^92 

für den 60jährigen Bestand: 

/ I-O420— 1 \ 1 

(20 K X 1.04. _i + 15-92) i#ö = 57-39 , 

für den 50jährigen Bestand: 

/ I-O430 — 1 \ 1 

(20 K X 1.04» _i + 15-92} j^gjr. = 6818 , 

für den 40jährigen Bestand: 

/ 104*0 — 1 AI 

(20 ^ X 1045 - 1 + 1^-^^ J rö4^ = ^^-1^ " 

3o6l 
für den 30jährigen Bestand: 



für den 20jährigen Bestand: 



(350-1 4- 15-92) ^„ = 51-50 



(350-1 + 15-92)^^ = 34-81 



460 ^^6 Neuregulierüng und Ablösung der Forstservituten. 

für den 10jährigen Bestand: 

(3501 + 15-92) j:^ = 23-50 K 
für den 0jährigen Bestand (Blöße) : 

(350-1 + 15-92) pJ^= 15-92 „ 

c) Für die Weidenutzung. 

1. Für die normale Betriebsklasse unter der Voraussetzung, 
dai jährlich eine Fläche von 1 ha zur Nutzung gelangt; u = bO Jahre 
■wie früher. 

Die ganze Weidefläche beträgt pro Jahr 40 ha, da die Weide- 
nutzung vom 40. bis zum 80. Jahr stattfindet. 

Der jährliche Ertrag ist daher = 40 ha ä 3 K = 120 K 
der Kapitals-wert für die ganzen 80 ha = 120K X 25 = 3000 „ 

_ 3000 _ 

•n n 77 » » 1 na Q_ OT'O „ 

2. Für die Blöße: 

^■^ ^ ^ ^Top"^ ^ l-Op«^o-l = 3 ^ X ^^'^^^ X ö"045^ = 12'^^ K- 

3. Für den 70jährigen Bestand: 

/- 1-041'' — 1 \ i 

(3-0 K X 0.04 + 12-94 Kj jTöilS = ^2°^ ^ 

für den 60jährigen Bestand : 

/ 1-0420—1 \ 1 

(3-0 K X 0-04 + ^^'^^ VrÖ4S = *«'*3 " 

für den 50jährigen Bestand: 

/ 1-0430— i \ i 

(30 K X 004 + ^^'^^ '^J rÖi55 = ^^'^ ' 

für den 40jährigen Bestand: 

/ 1-0440 — 1 \ 1 

{^'^ ^ X 00 p + ^^'^^ V rsiis = "^'^^ " 

298^01 

OQQ.AI 

für den 30 jährigen Bestand = ^^f = 298-01 KX 01407 = 42*22 K 

, „ 20 „ „ =^^f = 298-01 KX 0-0951 = 28-34 „ 

. . 10 „ „ = ^^^ = 298-ÖlKX 00642 = 19-16 „ 

„ „ . • , = -?^ = 298-01 KX 0-0434 = 12-94 „ 

wie früher für die Blöße. 



Die Neuregulierung und Ablösung der Forstservituten. 



461 



Zusammenstellung: 



"3 
1 

S 
pq 




Berechneter 


Wert abgerandet 




C 

n 


■a 

O 

n 


Ig 
53-3 = 




Sgl 


der 
Welde- 
nutzung 


a 

a 
§ 


Jahre 


K 


K 


K 


K 


K 


K 


Blöße 


244 


— 


27 4 


15-9 


12-9 


300-2 


10 


244 


133 


1-8 


23-5 


19-2 


421-5 


20 


244 


313 


2-6 


34-8 


28-3 


622-7 


30 


244 


652 


3-8 


51-5 


42-2 


893-6 


40 


244 


773 


5-7 


761 


620 


1160-8 


50 


244 


1080 


8-4 


68-2 


55-8 


1466-4 


60 


244 


1478 


12-5 


57-4 


46-3 


1838-2 


70 


244 


2014 


18-5 


39-3 


330 


2348-8 


80 


244 


2800 


27-4 


15-9 


12-9 


3100-2 



Bei der Bildung des Äquivalents durch Zuweisung von ein- 
zelnen Bestandesflächen bis zur vollen Deckung des Anspruches 
wird man selbstverständlich bei den in Betracht kommenden Be- 
standesflächen nur die Kapitalswerte jener Nutzungen in Anrechnung 
bringen, welche nach Maßgabe der konkreten Boden- und Bestandes- 
beschaffenheit tatsächlich bezogen werden können. Es erfordert dies 
nicht nur eine genaue Ausscheidung der Bestände nach Holzart, 
Alter, Bonität und Bestockung, sowie eine genaue Ausscheidung 
aller Flächen, welche sich für die eine oder die andere Benutzungs- 
art weniger oder gar nicht eignen, sondern auch eine genaue Ein- 
messüng aller Ausscheidungslinien, weil nur auf diese Weise eine 
verläßliche Grundlage für die Bildung des Äquivalents gewonnen 
werden kann. 



462 



Ertragstafel für Äcker nach Fabst. 



Tafel 1. 
Ertragstafel für 



Bezeichnung 



Reduktionsfaktoren 
auf Meterzentner = q 



0-78 



0-65 



C-46 



Hektoliter 



I Sehr guter Niederungs- 
weizenboden .... 

II Sehr guter Niederungs- 
gerstenboden .... 

III Weizenboden I. Klasse 

IV „ II. „ 

V Gerstenboden I. „ 

VI „ II. „ 

VII Weizenboden III. „ 

VIII Gerstenboden III. „ 

IX Weizenboden IV. „ 

X Haferboden I, „ 

XI „ II. „ 

XII Kornboden I. 

XIII Mooriger Haferboden . 

XIV Ganz geringer Hafer- 

boden 

XV Kornboden II. Klasse 
XVI , III. . 



32—39 

- ') 
26—32 
19—23 
21—26 
15—19 
17—21 

13—16 



32—39 

26—34 
26—32 
21—26 
26—32 
19—26 
17—21 
15—19 
13—17 
13-15 

9-11 
11-13 

6—10 

9—11 
6-7 • 



36—43 

34-41 
32—38 
26—30 
30—40 
23—28 
19—24 
17—21 

13-15 

11—13 



45—53 

36—47 
38—47 
30-36 
32—38 
26-30 
24—28 
17—24 
17—22 
17-22 
13—17 
13—15 
15—19 

13-15 



•) Bei der Einschätzung der Stoppelweide rechnet man 10 bis 15%, bei der Brachweide 



Ertr&gstafel für Äcker nach Fabst. 



463 



Tafel 1. 

Äcker nach Pabst. 



075 



Hektoliter 



B u 

- 3 ® 
fl " SO 

»ho 

j< *<::> 




u 

HSV 

d ^ P 

S S.ä 

" « o 

o 



g 



Meterzentner = 100 kg 



Aumerkuni 



45—57 

45—53 
47—51 
41—44 
43—47 
36—41 
34—41 
30—34 

26—30 

24—26 



235—300 

214—267 
214—256 
171-214 
235—256 
192—224 
139—160 
150-161 

128—139 

107—118 

96—107 

96—118 

77—92 



348—434 

348—434 
348—417 
313—348 
313—382 
243-295 
243—278 



70—100 

62—78 

65—78 

47—61 

47—61 

38—49 

28—43 

28—356) 

19—30 

21—305) 

- *) 

- ') 



52—70*) 

43—66 
47—61 
35—45 
35—47 
28—39 
24—36 
19-18 
19—31 
19-28 
14—22 
10—17 
10—17 

10-16 
8—10 

4—7 



1) und 2) Buchweizen und 
Sommerkom. 

3) und *) trägt in günstiger 
Lage 17 bis 21 q Espar- 
settheu. 

*) Futterkräuter sehr un- 
sicher. 

6) Futterkräuter unsicher. 

'') Das Gedeihen hängt hier 
von der Lage ab. 

Strohanfall pr. 100 kff Kömer: 
Winterweizen 220 kg 
Sommerweizen 240 „ 
Winterkorn 250 „ 
Sommerkorn 270 „ 
Gerste 140 „ 

Hafer 200 „ 

Erbsen 170 „ 

Strohanfall pr. 10 hl Körner: 

Winterweizen 165 iff 

Sommerweizen 180 „ 

Winterkorn 180 „ 

Sommerkorn 182 „ 

Gerste 90 „ 

Hafer 90 „ 

Erbsen 130 „ 



SO bis 86*'« des Weideertrages, den das Grundstück als Dauerweide ergeben würde. 



464 



Ertragstafel für Wiesen. 



Tafel 2. 
Ertragstafel für Wiesen, 



Nähere Beschreibung der Beschaffenheit 



h X 



•9 " 

€9 m 






= o2 



® s a 



II 



III 



IV 



VI 



VII 



VIII 



IX 



Selten vorkommende, ganz vorzügliche 

Niederungs- und bewässerte Wiesen, die 

neben der Bewässerung auch gedüngt 

werden 

Vorzügliche Niederungs-, Strom- und 
bewässerte Wiesen 

Sehr gute Niederungs- und Tal wiesen, 
gute Bewässerungswiesen, sehr gut ge- 
düngte Höhenwiesen 

Gute und mittelgute Niederungs-, Tal- 

und Wasserwiesen, mittelgute gedüngte 

Höhenwiesen 

Mittelgute Wiesen in verschiedenen Lagen 
mit und ohne Bewässerung oder Düngung 

Geringere Wiesen verschiedener Lage 

mit unvollständiger oder gar keiner 

Entwässerung 



Ger. Wiesen verschiedener Beschaffenheit 



Sehr schlechte Wiesen, magere torfige 
Wiesen, schlechte Wald- und Bergwiesen 



mittelgut 



mittelgut 



mittelgut 
sehr gut 



mittelgut 
sehr gut 



mittelgut 
gut 

mittelgut 

gut 

gering 



Ziemlich geringe Tal-, Höhen- und Berg- mittelgut 
wiesen auch moorige und Waldwiesen gut 

ohne Bewässerung und Düngung gering 



gut 
gering 

' gut 
gering 



2—3 



1—2 



60—70 



50—60 



40—50 



30—40 



25—30 



29—25 



15-20 



10-16 



6—10 



*) Die Nebennutzung durch Weide kann im allgemeinen auf 10 bis 15% ^^i zweischurigen 
Wiesen, auf 20 bis 3CO/o bei einschurigen Wiesen yeranschlagt werden. 



Weideertragstafel für holzreinen Boden nach Pabst. 



465 





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4/ 


















^ 


















wertrechnuns. 2. 


Aufl. 












30 





466 



Futtermitteltafel nach Nährwerteinheiten. 



Tafel 4. 
Futtermitteltafel nach Nährwerteinheiten und Verhält- 



Fnttermittel 



In 100 kg sind 

an verdau- 
lieben Stoffen 
enthalten 



m 



Kilogramm 



Sich ergebende Nähr- 
werteinheiten = N E, 
wenn 1kg Kohlehydrat 
= 4 kg Fett = 6 kg 
Biweifi ist 



NE 



Verhältnis 



? = 



Verhältnis- 
zahl 



i. Körner. 

1 Roggen .... 

2 Weizen .... 

3 Gerste .... 

4 Hafer .... 

5 Erbsen .... 

6 Ackerbohnen . 

7 Wicken .... 



II. Heu. 

Wiesenheu, schlecht . 
9 „ gering . 

10 „ mittelgut 

11 „ sehr gut 

12 „ vorzüglich 

13 Rotklee, mittelgut . . 

14 Weißklee, mittelgut . 

15 Luzerne, mittelgut . . 

16 Laubfutter, Ende Juli 

17 Pappellaub 



III. GrUnfutter. 

18 Gras, kurz vor der Blüte 

19 Weidegras .... 

20 Fettweidegras . . 

21 Saftgräser im Mittel 

22 Futterroggen . . . 

23 Futterhafer . . . 

24 Weideklee, junger . 

25 Rotklee, vor der Blüte 

26 „ in voller Blüte 

27 Weißklee, in der Blüte 

28 Luzerne, ganz jung . 

29 Sandluzerne ..... 



65-4 


1-6 


9-9 


65-4 


6-4 


59-4 


643 


1-2 


11-7 


64-3 


4-8 


70-2 


58-9 


1-7 


8-0 


58-9 


6-8 


48-0 


43-3 


4-7 


9-0 


43-3 


18-8 


540 


54-4 


1-7 


20-2 


54-4 


6-8 


121-2 


50-2 


1-4 


230 


50-2 


6-6 


1380 


48-2 


2-5 


24-8 


48-2 


10-0 


148-8 


34 9 


0-5 


3-4 


34-9 


20 


20-2 


36-4 


06 


4-6 


36-4 


2-4 


27-6 


410 


10 


5-4 


41-0 


4-0 


324 


41-7 


1-3 


7-4 


41-7 


5-2 


44-8 


42-8 


1-5 


9-2 


42 8 


6-0 


54-2 


38-2 


1-7 


8-5 


38-2 


6-8 


51-0 


35-9 


20 


8-1 


35-9 


80 


48-6 


28-3 


10 


9-4 


28-3 


40 


56-6 


37-8 


2 4 


62 


37-8 


9-6 


37.2 


31-8 


6-9 


6-0 


31-8 


27-6 


360 


13-0 


04 


2-0 


13 


16 


120 


9-9 


0-4 


2-5 


9-9 


1-6 


15-0 


109 


0-6 


3-4 


10-9 


2-4 


20-4 


14-2 


0-5 


19 


14-2 


2-0 


11-4 


11-0 


0-4 


1-9 


11-0 


1-6 


11-4 


8-9 


0-2 


1-3 


89 


08 


78 


7-4 


6 


3-6 


7-4 


2-4 


21-6 


7-4' 


0-5 


2-3 


7-4 


20 


13-8 


8-7 


0-4 


1-7 


8-7 


'1-6 


10-2 


7-9 


0-5 


2-2 


7-9 


20 


13-2 


7-3 


0-3 


3-5 


7-3 


. 1-2 


21-0 


7-5 


0-3 


31 


7-5 


1-2 


12-6 



131-2 
139-3 
113-7 
1161 
182-4 
193-8 
207-0 



57- 
66- 
77' 
91' 
103' 
96 
92 
88' 
84' 
95 



26-6 
26-5 
33-7 
27-6 
23-0 
17-5| 
31-4 
23-2' 
20-5 
231 
29-5 
21-8 



1-00 


1-70 


1-06 


1-80 


0-87 


1-47 


0-88 


1.50 


1-39 


2-36 


1-48 


2-50 


1-58 


267 


0-26 


0-74 


0-30 


0-86 


0-35 


1-00 


0-42 


1-18 


0-47 


1-33 


0-44 


1.34 


0-42 


1-19 


0-41 


1-15 


0-36 


1-09 


0-44 


1-23 


012 


0-34 


0-12 


0-34 


0-15 


0-44 


0-13 


0-36 


0-11 


0-28 


0-08 


0-23 


0-14 


0-41 


0-11 


0-30 


0-09 


0-26 


0-11 


0-30 


0-13 


0-38 


0-10 


0-28 



Futtermitteltafel nach Nährwerteinheiten. 



467 



Tafel 4. 

niszahlen bezogen auf Winterroggen und Mittelheu. 





a 

s 
a 


Futtermittel 


In 100 kg Bind 

an verdau- 
lichen Stoffen 
enthalten 


Sich ergebende Nähr- 
werteinheiten = N E, 
wenn 1 kg Kohlehydrat 
= 4 kg Fett = 6 kg 
Eiweiß Ist 


Verhältnis 
sn 


n 
S 

Z 

s 

00 

% 

M 






X 






9 






g 










a 




'S 






? 









So 



2o 











m 
O 
O4 




, 1» 


9 


3 


M 


i 


C3 

'5 

m 


1 

a 


1« 


ja ■ 


^ 






Kilogramm 


NE 


Verh&ltnis- 
sahl 


% 






30 


Esparsette, in der Blüte 


i 8-0 


0-3 


2-1 


80 


1-2 


12-6 


21-8 


0-10 


0-28 


21-5 






31 


Futterwicke, i. d. Blüte 


6-7 


02 


2-5 


6-7 


08 


150 


22-5 


0-11 


0-29 


18-0 






32 


Kartoffelkraut .... 


8-3 


0-3 


1-0 


8:3 


1-2 


6-0 


15-5 


0-07 


0-20 


220 






33 


Runkelrübenblätter . 


4-0 


0-2 


1-2 


40 


0-8 


7-2 


12-0 


005 


016 


11-6 






34 


Distel, jung 


60 


0-6 


22 


60 


24 


13-2 


21-6 


010 


0-28 


13-3 






35 


Ginster, jung .... 


17-1 


0-8 


2-3 


17-1 


3-2 


13-8 


341 


016 


0-44 


48-6 






36 


Stechginster 


252 


0-6 


1-8 


25-2 


2-4 


10-8 


38-4 


018 


0-50 


61-0 






37 


Heidekraut 


15-6 


10 


1-9 


15-6 


40 


11-4 


31-0 


014 


0-40 


45-4 






38 


Futterlaub, Juli . . . 


24-5 


0-9 


3-8 


245 


3-6 


22-8 


50-9 


023 


0-66 


45-0 






39 


Pappellaub, Oktober . 

IV. Stroh. 

Winterweizen .... 


171 


3-6 


32 


17-1 


14-4 


19-2 


50-7 


0-23 


0-66 


45-0 






40 


35-6 


0-4 


0-8 


35-6 


1-6 


4-8 


420 


019 


0-54 


85-7 






41 


Winterroggen .... 


36-5 


0-4 


0-8 


36-5 


1-6 


4-8 


429 


0-20 


0-55 


85-7 






42 


Wintergerste .... 


31-4 


0-4 


0-8 


31-4 


1-6 


4-8 


37-8 


017 


0-49 


85-7 






43 


Sommergerste .... 


40-6 


0-5 


1-3 


40-6 


20 


7-8 


504 


0-23 


0-65 


85-7 






44 


Haferstroh 


401 


0-7 


1-4 


40-1 


2-8 


8-4 


51-3 


0-23 


0-66 


85-7 






45 


Futtererbsenblätter . 


31-9 


0-6 


3-4 


31-9 


20 


20-4 


54-3 


0-35 


0-70 


— 






46 


Erbsenstroh 

V. Spreu und Schoten. 


33-4 


0-5 


2-9 


33-4 


20 


17-4 


52-8 


0-24 


0-68 


85-7 






47 


Weizen 


32-8 


0-4 


1-4 


328 


1-6 


8-4 


42-8 


20 


0-55 


85-7 






48 


Roggen 


34-9 


0-4 


11 


34-9 


1-6 


6-6 


431 


0-20 


0-56 


85-7 






49 


Hafer 


36-6 


0-6 


1-6 


36-6 


2-4 


9-6 


48-6 


022 


0-63 


86-4 






50 


Gerste 


35-0 


0-6 


1-2 


35-0 


24 


7-2 


44-6 


0-20 


0-58 


85-8 






51 


Wicken 


34-3 


1-2 


4-2 


340 


4-8 


25-2 


64-3 


0-29 


0-83 


85-7 






52 


Erbsen 

VI. Knollen und Früchte. 


36-2 


1-2 


4-0 


36-2 


4-8 


240 


65-0 


0-30 


0-84 


8.0O 






63 


Kartoffeln 


21-8 


0-2 


2-1 


21-8 


0-8 


12-6 


35-2 


016 


0-45 


260 






54 


Futterrunkeln .... 


100 


0-1 


1-1 


10-0 


0-4 


6-6 


170 


0-08 


0-22 


10-4 






55 


Zuckerrübe 


16-7 


0-1 


1-0 


16-7 


0-4 


60 


23-1 


0-10 


0-30 


18-5 






56 


Kohlrübe 


106 


0-1 


1-3 


10-6 


0-4 


7-8 


18-8 


0-08 


0-24 


10-6 






57 


Eicheln, frisch . . . 


30-9 


1-5 


20 


30-9 


8-0 


12-0 


50-9 


0-23 


0-66 


44-7 






58 


„ halbtrocken . 


41-9 


2-2 


2-8 


41-9 


11-2 


16-8 


699 


0-32 


0-90 


62-3 


' 



30* 



468 



Über den Futterbedarf für landwirtschaftliche Nutztiere. 



Tafel 5. 
Über den Futterbedarf für landwirtschaftliche Nutztiere. 



NutzzTreck und Alter des Viehes 



TÄgl. Futterbedarf 
auf 1000 kg Lebend- 
gewicht 



ä S 



Verdauliche 
Stoffe 



Ui 



Kilogramm 



Tägl. Bedarf an 

Näbrwerteinheiten 

= N E 



1 kg Kohlehydrat = 
4 kg Fett = 6 kg Eiwei 



22 

23 
24 
25 
26 
27 
28 
29 



fü 



^\ 



Milchkühe 

Kälber 2 

3 

6 

Rinder 12 

18 



bis 



3 Monate . . 

5 „ . . . 

12 „ . . . 

18 

., 24 , . . . 

Arbeitsochsen bei mittl. Arbeit 

Mastochsen I. Periode . . . 

II. „ . . . 

III. „ . . . 



Wollschafe stärkere Rassen 

„ feinere „ 

Lämmer 5 bis 6 Monate 
M 6 ,, 8 -, 



Jährlinge 11 
15 
Mastschafe I. 
II. 



» 11 , 
„ 16 , 
„ 20 , 
Periode 



Pferde bei mäßiger Arbeit 
,, mittlerer ,, 



Schweine 8 bis 12 Monate 

Läufer 2 „ 3 „ 

» 3 „ 5 „ 

» 6 „ 6 „ 

n 6 « 8 „ 

Mastschweine I. Periode 

III. 



24-0 
220 
23-4 
240 
24-0 
24-0 
240 
27-0 
26-0 
250 



200 
22-5 
28:5 
250 
230 
22-5 
220 
260 
25 



21-0 
225 



21-0 
420 
340 
31-5 
270 
36-0 
31-0 
23-5 



12-5 
13-8 
13-5 
13-5 
130 
120 
11-3 
15-0 
14-8 
14-8 



10-3 
11-4 
15-6 
13-3 
11-4 
109 
10-4 
15-2 
14-4 



9-5 
11-2 



0-4 
2-0 
1-0 
0-6 
0-4 
0-3 
0-3 
0-5 
0-7 
0-6 



0-2 

0-25 

0-8 

0-6 

0-5 

0-4 

0-3 

0-5 

0-6 



0-4 
06 



16-2 
300 
25-0 
23-7 
20-4' 
27-5 
24 
17-5 



25 
40 
3-2 
2-5 
20 
1-6 
1-6 
2-5 
30 
2.7 



1-2 
15 
3-2 
2-7 

2-1 
1-7 
1-4 
30 
35 



1-5 
1-8 



2-6 
7-5 
50 
4-3 
3-4 
50 
4-0 
27 



12-5 


16 


15-0 


13-8 


80 


24-0 


13-5 


4-0 


19-2 


13-5 


2-4 


15-0 


130 


1-6 


12-0 


12-0 


1-2 


9-6 


11-3 


1-2 


9-6 


150 


2-0 


15-0 


14-8 


2-8 


18-0 


14-8 


2-4 


16-2 


10-3 


0-8 


7-2 


11-4 


10 


90 


15-6 


3-2 


19-2 


13-3 


2-4 


16-2 


11-4 


20 


12-6 


10-9 


2-4 


10-2 


10-4 


1-2 


8-4 


15-2 


2-0 


18-0 


14-4 


2-4 


21-0 


9-6 


1-6 


9-0 


11-2 


2*4 


10-8 


16 


"2 


15-0 


30 


•0 


45 


25 


•0 


20-0 


23 


•7 


49-5 


20 


•4 


20-4 


27 


•5 


30-0 


24 


•0 


240 


17 


•5 


16-2 



über den Futterbedarf von 1000 hg Lebendgewicht. 



469 



Tafel 6. 
Über den Futterbedarf von 1000 kg Lebendgewicht in Heu ausgedrückt- 



Natzzweck und Alter des Tiehes 



Qualität 



vor- 
zfi glich 



Bftar 
fax 



mittel- minder 
gut 



ac&lecht 



Bedarf 



kg 



kK 



kg 



kg 



a 

5 



J2\ 



li 



Milchkühe 1-00 28 



Kälber 2 bis 3 Monate . . 

n 3 „ 6 „ . . 

6 „ 12 „ 
Rinder 12 „ 18 „ 

y, 18 „ 24 „ 
Arbeitsochsen bei mittl. Arbeit 
Mastochsen I. Periode . . . 

n. , 
ni. „ ... 



Wollschafe stärkere Rassen 

„ feinere „ 

Lämmer 5 bis 6 Monate 

» 6 n 8 „ 

8 „ 11 
Jährlinge 11 „ 15 „ 

15 „ 20 
Mastschafe I. Periode . . . 
II 



Pferde bei mäßiger Arbeit 
„ „ mittlerer 



Schweine 8 bis 12 Monate 
Läufer 2 „ 3 „ 
n 3 „ 5 , 

n 5 „ 6 „ 

ri " n 8 „ 

Mastschweine I. Periode 

n. , 
. in. „ 



|l-57i 
1-26 
106 
0-91 
'0-78 
p-76 
1-10 
1-22 
ill4 



84 
068 



1-07 
257 

2-67 
2-61 
1-401 
1-97' 
1-64 
115 



•es; 

•73 
•30i 

•lo' 

•82| 
•8ll 
•68 
•21 34 
•29; 36 



1021 32 
160i50 
127140 
108|34 

93: 29 

80 



77 
112 
124 
116 



64120 

74 '23 

133 42 

112! 35 



84 
83i 
69 

123! 

1321 



109 
262 
262 
256 



39 1 143 

55 1201! 
46 11671 
32 117 



117 
184 
146 
124' 

loe! 

91 

89 

129 

143 

133 



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478 
467 
260 
366 
305 
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470 



Ertragstafel für Waldweide nach Dankelmann. 



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Recbstreuertragstafel für 1 ha Normalbestand. 



471 



Tafel 8. 

Recbstreuertragstafel für 1 ha Normalbestand nacb den Versuchen 

der Akademie Eberswalde. 



Bo'len- 
besphaffenbeit 



In der Alters- 
klasse 



bis 



Jsbren 



In bereits bisher berecben 
Beständen 



bei einer Umlaufzeit yon 
Jahren 



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1 q = 100 kg 



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und luft- 
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mäßiger Boden 

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mäßiger und 

geringer Boden 



guter bis mittel- 
mäßiger Boden 



Untermittel- 
mäßiger und 
geringer Boden 



guter bis mittel- 
mäßiger Boden 



Untermittel- 
mäßiger und 
geringer Boden 



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1 Heidekraut 
Moosstreu . 



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101 



40 

60 

80 

100 

101 

40 

60 

80 

100 

101 



35 
41 
46 
50 
45 
35 
37 
42 



33 
32 
32 
31 
30 
24 
23 
22 
20 
19 



30 
35 
43 
45 
36 
26 
30 
37 
39 
31 



59 
68 
77 
83 
76 
59 
62 
70 



54 
53 
63 
61 
50 
40 
38 
36 
33 
31 



63 
73 
82 
89 
80 
63 
66 
75 



80 
78 
78 
75 
73 
58 
66 
53 
49 
46 



3jährige 

66 
77 
94 
99 
79 
66 
65 
80 
84 
67 



70 
82 
92 
100 
90 
70 
74 
84 



102 
99 
99 
9ß 
93 
76 
71 
68 
62 
59 



89 
104 
128 
134 
107 

76 

90 
109 
114 

90 



81 

95 

107 

116 

104 

81 

86 

97 



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140 

140 

136 

131 

105 

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146 
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472 



Täglicher Streubedarf für 1000 kg Lebendgewicht. 



Tafel 9. 
Über den täglichen Streubedarf für 1000 kg Lebendgewicht. 



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Natzzweck und Alter des Viehei 






Yerhältniszahl 



1-0 2-0 3-3 2-85 1-25 0-62 40 



Kilogramm 



Milchkühe . • 

Kälber 2 bis 3 Monate . . 

„ 3 „ 6 „ . . 

6 „ 12 „ 
Rinder 12 „ 18 „ 

„ 18 „ 24 „ 
Arbeitsochsen bei mittl. Arbeit 
Mastochsen I. Periode . , . 

n. „ 

III. „ ... 



Wollschafe, stärkere Hassen 

„ feinere .... 

Lämmer 5 bis 6 Monate 

n 6 » 8 „ 

n 8 „ 11 „ 

Jährlinge 11 „ 15 „ 
15 „ 20 „ 
Mastschafe I. Periode . . 
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Pferde bei mäßiger Arbeit 
_ ,, mittlerer „ 



Schweine 8 bis 12 Monate 

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Mastschweine I. Periode . 

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38-94 

31-68 

26-4 

22-44 

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30-36 

28-38 



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20-46 



26-4 

6102 

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62-70 

34.98 

48-84 

40-92 

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21-66 

33-63 

27-36 

2280 

1938 

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16-5 

2337 

26-22 

24-51 



13-68 

15-96 

27-93 

23-37 

19-38 

17-1 

14-8 

25-65 

27-93 



14-8 
17-67 



22-8 

55-29 

55-29 

5415 

30-21 

4218 

35-34 

25-0 



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10-25 

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100 

24-26 

24-25 

23-75 

13-26 

18-50 

15-60 

11-0 



4-70 

7-72 

5-95 

4-96 

4-21 

3-60 

3-6 

6-08 

6-70 

5-33 



2-98 

3-47 

6-07 

5-08 

4-21 

3-72 

3-2 

5-58 

6-07 



3-2 

3-84 



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1203 

12-03 

11-78 

6-57 

9-17 

7-69 

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Brennwerttafel. 



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474 



Für die Ermittlung der Transportkosten für 10 q Nutzlast, 



Tafel 11. 

Für die Ermittlung der Transportkosten für 10 q Nutzlast bei 
lOstündiger Arbeitszeit ohne Auf- und Abladezeit. 



SM 



Flachland 



Straße Weg 



Pferdetage 



Hügelland 



StraSe 



Weg 



Pferdetage 



Bergland 



Straße 



Weg 



Pferdetage 



Anmerkung 



V2 
1 

IV2 

2 

2Vj 
3 

31/, 
4 

5 

6 

7 

8 

9 
10 
11 
12 
13 
14 
16 
16 
17 
18 
19 
20 
21 
22 
23 
24 
25 
26 
27 
28 
29 
30 



0-12 
O-lö 
0-18 
0-21 
0-24 
0-27 
0-29 
0-32 
0-35 
0-38 
0-44 
0-50 
0-55 
0-61 
0-66 
0-73 
0-80 
0-87 
0-90 
0-97 
100 
110 
116 
1-20 
1-26 
1-31 
1-38 
1-44 
1-50 
1-56 
1-61 
1-66 
1-75 
1-82 
1-88 



0-24 
0-30 
0-36 
0-42 
0-48 
0-54 
0-58 
0-64 
0-70 
0-76 
0-88 
100 
1-10 
1-22 
132 
1-46 
1-60 
174 
1-80 
1-94 
2-00 
2-20 
2-32 
2-40 
202 
2-62 
2-76 
2-88 
3-00 
312 
3-22 
3-32 
3-50 
364 
3-76 



0-18 
22 
0-27 
0-31 
0-36 
0-40 
0-43 
0-48 
0-52 
0-57 
0-66 
0-75 
0-82 
0-91 
099 
110 
1-20 
1-30 
1-35 
1-46 
1-50 
1-65 
1-74 
1-80 
1-91 
1-96 
207 
2 16 
225 
2-34 
2-41 
2-49 
2-62 
2-73 
2-82 



0-30 
0-37 
0-46 
0-52 
0-60 
0-67 
0-72 
0-80 
0-87 
0-95 
1-10 
1-25 
1-37 
1-52 
1-65 
1-82 
2-00 
217 
2-25 
2-42 
2-50 
2-75 
2-90 
3-00 
3-20 
3-27 
3-45 
3-60 
3-75 
390 
402 
415 
4-37 
4-52 
4-70 



0-30 
0-37 
0-45 
0-52 
0-60 
0-67 
0-72 
0-80 
0-87 
0-95 
110 
1-25 
1-37 
1-52 
1-65 
1-82 
2-00 
2-17 
2-25 
2-42 
2-50 
2-75 
2-90 
300 
3-20 
3-27 
3-45 
3-60 
3-75 
.H-90 
402 
4-15 
4-37 
4-52 
4-70 



0-48 
0-60 
0-72 
0-84 
0-96 
108 
116 
1-28 
1-40 
1-52 
1-76 
200 
220 
2-44 
2-64 
2-92 
3-20 
3-48 
3-60 
3-78 
400 
4-40 
4-64 
4-80 
5-04 
5-24 
5-52 
576 
6-00 
6-24 
6-44 
6-64 
7-00 
7-28 
7-52 



Bei 12 stündiger Arbeitszeit sind 
nebenstehende Zahlen mit 
0'8 zu nehmen. 



Anhang. 



Anleitung 

für die Benützung der Diagramme. 



Diagramm I 

dient zur Ermittlung des Wirtschaftszinsfußes bei gegebenen Ver- 
waltungskosten für jedwede beliebige Umtriebszeit. 

Ist der Bodenwert entweder nach den örtlichen Verkaufspreisen 
oder im Vergleichswege mit den landwirtschaftlichen Grundstücken 
niederer Kultur oder nach unserer Formel Be = (A„ — c -f 120 dr) 
01037 — 33*33 s -f c oder mittels des Diagrammes II bestimmt, so 
wird der Wirtschaftszinsfuß oder die Verzinsung der Wirtschafts- 
kapitalien in der Weise erhalten, daß die Quotienten — , _. bei 

der Linie B und z- — -. — r- bei der Linie A aufgetragen werden. 
br-j- dr 

Beide Punkte durch eine gerade Linie verbunden geben beim 

Schnittpunkte dieser mit der Kurve u das Näherungsprozent p; für 

dieses x bestimmt und die beiden Quotienten mit drx nochmals 

ermittelt und den früheren Vorgang wiederholt, gibt sodann den 

eigentlichen Wirtschaftszinsfuß p. 

Beispiel 188: 

Der Bodenwert sei pro 1 ha 250 K, die Kulturkosten 70 K, die 
Ausgaben für Verwaltung, Schutz und Steuern 10 K. 

Die Erträge entsprechen der Geldertragstafel I. Fichte VI, Bo- 
nitätsklasse; u = 100 Jahre. 

Au— c 4682 — 70 .«loir 

br = == TTTTT — 4bl2 K 

u 100 

dr (aus Geldertragstafel) 9'74 „ 

br + dr . . 55-86 K 



Anleitung für die Benützung der Diagramme. 477 

B, + c + 20v _ 250-i-70 + 200 ^ 520 ^ 

br + dr ~ 55-86 ~ 55-86 ~ 

20v ^ 200 ^ 
br-i-dr ö5-86 

Den Quotienten 9'B vertikal bei B und jenen von 3'6 ebenso bei 
A aufgetragen und diese beiden Punkte verbunden gibt im Schnitt- 
punkte von Kurve u=100 das Näherungsprozent p = 21%; x bei 
2-P/o und u — a = 70 Jahre ist 1-32 

daher drx = 9-74 K X 1*32 = . *. . 12-86 K 

br (wie früher) 46-12 ,. 

br + drx . . 58-98 K 
B + c + 20v _ 520 _ 

br+drx "~ 58-98~ 

20 V _ 200 ^ 
br + drx ~ 58-98 ~ 

gibt am neuen Schnittpunkte p = 218 rund = 2-2%. 
Die nähere Beschreibung siehe Seite 186. 



Diagramm II 

dient zur Ermittlung der Boden- und Bestandeswerte für jene Wälder- 
kategorien, bei welchen Kulturkosten und Durchforstungserträge 
nicht in Betracht kommen, wie Plenterwäldern, Gebirgswäldern, Nieder- 
und Mittelwäldern, Gemeinschaftswäldern und Wäldern des Klein- 
besitzes. Allgemein für alle Fälle, wo es sich um Ermittlung von 
Differenzwerten handelt, wie: Bodenverschlechterungen, Bestandes- 
und Baumbeschädigungen durch Feuer, Wind, Eis, Schnee, Hagel, 
Wild und Weidevieh etc. oder zur Feststellung der Vermögens- 
differenz bei der Inventur von Fideikommißforsten. 

Es ist B= zr-K^ — ^ — 30 s und 

10 p" — 1 

A (1-0 p™ 1) 

H Km = "rw — - — ; — - + c bei Beständen unter 30 Jahren und 
10 p" — 1 

H Km = ° } ^ — -^ bei Beständen über 30 Jahren. 



(10 p" — 1 



Beispiel 189: 

Es sei der Boden- und Bestandeswert für einen 20- und 30jährigen 
Bestand zu ermitteln, wenn der Abtriebsertrag bei u = 100 Jahren 
4600 K, die Kulturkosten 80 K und die Steuern 3 K betragen. 



478 Anleitung für die Benützung der Diagramme. 

Bei 4600 eine Vertikale errichtet, gibt beim Schnittpunkte der 
Linie 100 

eine Ablesung für Br = 363 K 

ab 30 s = 30 X 3 K = . . ....... 90 „ 

Bodenwert . . . 273 K 

Von dem früheren Schnittpunkte eine Horizontale gezogen, gibt 
mit den Schnittpunkten der Bestandeslinien auf der rechten Seite, 
weil jene links undeutlich sind, 

bei m = 20 eine Ablesung von 382 K 

hiezu c = 80 „ 

Bestandeswert . . . 462 K 

für m = 30 eine Ablesung von 683 K 

hiezu c = ........ . 80 „ 

Bestandeswert . . . 763 K 

für m =40 eine Ablesung für den Bestandeswert von = 1050 K usw. 



Tafel I. 



479 



Tafel I. 



Geldertragstafel für 1 ha Fichte nach Feistmantel. 

IV. Bonitätsklasse. 



Zwischennatzung 



Uauptnntzung 



Wert 



Weit 



Abtriebsertrag 



Für die Nach- 
werte der 
Zwischen- 
nutzangen 



Qao- 
tlent 



+ 



» e 



Jahr« 



fm 



20 

30 

40 

50 

60 

70 

80 

90 

100 

110 

120 



6 
15 
24 
30 
26 
24 
23 
19 
14 
10 
10 



4-0 
4-2 
4-6 
50 
6-6 
6-2 
6-8 
7-3 
7-8 
82 
8-2 



24 

63 

110 

150 

146 

149 

156 

139 

109 

82 

82 



236 
318 
417 
516 
615 
692 
769 
845 
889 



5-9 
6-7 
7-6 
8-5 
9-1 
9-5 
9-8 
9-9 
100 



1392 
2131 
3169 
4386 
5596 
6574 
7536 
8365 
8890 



260 
348 
443 
540 
638 
711 
783 
855 
899 



1502 
2281 
3315 
4535 
5752 
6713 
7645 
8447 
8972 



1-20 
210 
2-75 
300 
2-43 
2-13 
1-95 
1-54 
109 
0-74 
0-68 



1-20 

3-30 

6-05 

905 

11-48 

13-61 

15-56 

17-10 

18-19 

18-93 



1-518 
1-453 
1-368 
1-268 
1-167 
1139 
1-105 
1-062 



V. Bonitätsklasse. 



YI. Bonitätsklasse. 



4-26 
3-80 
3-18 
2-40 
1-56 
1-31 
1-00 
0-60 



20 


4 


4-0 


16 


— 


— 


— 


— 


— 


0-80 





— 


30 


14 


4-1 


67 


— 


— 


— 


— 


— 


1-90 


0-80 


— 


40 


20 


4-3 


86 


198 


5-5 


1089 


218 


1175 


2-16 


2-70 


— 


50 


25 


4-8 


140 


264 


6-3 


1663 


289 


1803 


2-80 


4-85 


1-534 


60 


23 


5-3 


122 


351 


7-1 


2492 


374 


2614 


2-03 


7-65 


1-449 


70 


21 


5-9 


124 


439 


7-8 


3424 


460 


3548 


1-77 


9-68 


1-357 


80 


19 


6-4 


122 


527 


8-5 


4480 


546 


4602 


1-52 


11-46 


1-297 


90 


16 


7-0 


112 


593 


8-9 


5278 


609 


5390 


1-24 


12-97 


1-171 


100 


12 


7-4 


89 


659 


9-1 


5997 


671 


6086 


0-89 


14-21 


1-129 


110 


8 


7-8 


60 


724 


9-2 


6660 


732 


6720 


0-54 


15-10 


1104 


120 


8 


7-8 


60 


763 


9-2 


7020 


771 


7080 


050 


15-64 


1-053 



4-36 

3-80 
3-10 
2-63 
1-60 
1-22 
1-00 
0-50 



30 


12 


4-0 


48 


— 


— 


— 


— 


— 


1-60 


— 




40 


16 


4-2 


67 


170 


5-1 


867 


186 


934 


1.67 


1-60 




50 


20 


45 


90 


225 


5-8 


1305 


245 


1395 


1-80 


3-27 


1-493 


60 ! 


18 


50 


90 


296 


6-6 


1924 


314 


2014 


1-50 


6-07 


1-443 


70 


16 


5-5 


88 


367 


7-3 


2579 


383 


2767 


1-26 


6-57 


1-373 


80 


14 


60 


84 


439 


7-8 


3424 


453 


3508 


1-05 


7-83 


1-268 


90 


12 


6-5 


78 


494 


8-3 


4100 


506 


4178 


0-86 


8-88 


1-191 


100 


10 


7-0 


70 


549 


8-4 


4612 


559 


4682 


0-70 


9-74 


1-120 


110 


7 


7-3 


61 


604 


8-6 


5194 


611 


5246 


0-46 


10-44 


1-120 


120 


5 


7-3 


36 


637 


8-6 


5478 


642 


6614 


0-30 


10-90 


1-051 



4-09 
3-73 
3-22 
2-40 
1-76 
1-16 
1-15 
060 



480 



Tafel II. 



Tafel I. 



Geldertragstafel für 1 ha Fichte nach FeistmanteL 

VII. Bonitätsklasse. 



Zwischenautzuug 



Wert 



HauptnutzuDg 



Wert 



Abtriebsertrag 



Für die Nach- 
werte der 
Zwiscben- 
nutzuDgen 



Quo- 
tient 



+ 



s " 

N 2 



Jahre 



fm 



30 

40 

50 

60 

70 

80 

90 

100 

110 

120 



6 

12 

15 

13 

16 

12 

9 

7 

4 

4 



3-8 
4-1 
4-3 
4-6 
51 
6-5 
60 
6-3 
6-6 
6-6 



19 
49 
(54 
60 
82 
66 
54 
44 
29 
29 



137 
181 
241 
302 
362 
401 
439 
477 
505 



4-7 
5-3 
60 
6-6 
7-1 
7-6 
7-8 
7-9 
8-0 



644 
959 
1446 
1993 
2670 
3048 
3424 
3768 
4040 



149 
196 
254 
318 
374 
410 
446 
481 
609 



693 
1023 
1506 
2075 
2636 
3102 
3468 
3797 
4069 



0-63 
1-22 
1-28 
1-00 
1-17 
082 
0-6Ö 
0-44 
0-26 
0-24 



0-63 
1-85 
313 
4-13 
5-30 
6-12 
6-72 
7-16 
7-42 



1-476 
1-472 
1-377 
1-270 
1-176 
1-118 
1-094 
1-072 



3-97 
3-94 
3-26 
2-42 

1-64 
112 
0-90 
0-70 



Tafel II. 



Geldertragstafel für 1 ha Buche nach Feistmantel. 

II. Bonitätsklasse. 



Zwischennutzung 



Wert 



Hauptnutzung 



Wert 



Abtriebsertrag 



Für die Nach- 
werte der 
Zwischen- 
nut Zangen 



Quo- 
tient 



+ 



Si 



Jahre 



fm 



fm 



30 

40 

50 

60 

70 

80 

90 

100 

110 

120 



i3 
24 

30 
32 
29 
26 
22 
18 
13 



2-10 
2-44 
2-76 
316 
3-44 
3-80 
410 
4-18 
4-26 
426 



27 

59 
83 
101 
103 
99 
90 
-36 
65 
34 



148 
209 
274 
340 
406 
477 
549 
604 
659 



2-84 
3 50 
4-28 
4-90 
5-44 
600 
6-32 
6-30 
6-34 
6-84 



250 
518 
895 
1343 
1884 
2436 
3015 
3459 
3829 
4178 



101 
172 
239 
306 
369 
432 
499 
667 
617 
667 



277 

577 
978 
1444 
1987 
2535 
3105 
3534 
3884 
4212 



0-90 
147 
1-66 
1-68 
1-47 
124 
100 
0-75 
0-60 
0-28 



090 
2-37 
4-03 
5-71 
7-18 
8-42 
9-42 
10-17 
10-67 



2-083 
1-727 
1-476 
1-376 
1-276 
1-224 
1136 
1098 
1-084 



6-61 
3-96 
3-24 
2-46 
204 
1-28 
0-94 
0-82 



Tafel II. 



481 



Tafel IL 



Geldertragstafel für 1 ha Buche nach Feistmantel. 

III. Bonitätsklasse. 



Z niscbtnnatznng 



Wert 



Uaaptnutzaog 



Wert 



Abtriebsertrag 



Für <lie Nach- 
werte der 
Zwischen- 
natzangen 



Quo- 
tient 



+ 






fm 



fm 



fm 



30 

40 

50 

60 

70 

80 

90 

100 

HO 

120 



11 
21 
27 
28 
25 
22 
20 
15 
11 
7 



2-00 
226 
2-60 
2-92 
3-28 
3-60 
3-90 
402 
410 
410 



22 

47 
70 
82 
82 
79 
78 
60 
45 
29 



77 
126 
176 
236 
296 
362 
428 
494 
544 
593 



252 

310 
3-72 
4-40 
5-04 
5-60 
5-96 
614 
6-20 
6-20 



194 


88 


391 


147 


655 


203 


1038 


264 


1492 


321 


2027 


384 


2551 


448 


3033 


509 


3373 


555 


3676 


600 



216 
438 
725 
1120 
1574 
2106 
2629 
3093 
3419 
3705 



0-73 
117 
1-40 
1-36 
117 
0-99 
0-87 
0-60 
0-41 
0-24 



lY. Bonitätsklasse. 



Y. Bonitätsklasse. 



0-73 
1-90 
330 
4-66 
5-83 
6-82 
7-69 
8-29 
8-70 



2027 
1-655 
1-645 
1-405 
1338 
1-248 
1176 
1-105 
1-084 



612 
4-45 
3 46 
2-97 
224 
1 64 
1-01 
0-82 



30 


10 


1-92 


19 


71 


2-28 J 


162 


81 


181 


0-63 


— 


— 


40 


18 


216 


39 


115 


2-80 


322 


133 


361 


0-97 


0-63 


2-000 


50 


23 


2-36 


54 


159 


3-42 


544 


182 


598 


108 


1-60 


1-656 


60 


24 


2-68 


64 


208 


4 00 


832 


232 


896 


1-07 


268 


1-498 


70 


22 


302 


66 


258 


4-54 


1171 


280 


1238 


0-94 


3-75 


1-382 


80 


19 


3-28 


62 


318 


6-10 


1622 


337 


1684 


0-77 


4-69 


1360 


90 


17 


3-70 


63 


379 


5-40 


2047 


396 


2110 


0-70 


6-46 


1-253 


100 


13 


3-86 


50 


439 


5-86 


2572 


452 


2622 


0-50 


6-16 


1-242 


110 


10 


3-96 


40 


483 


6-00 


2898 


493 


2938 


0-36 


6-66 


1-120 


120 


6 


3-96 


24 


627 


6-04 


3183 


633 


3207 


0-20 


7-02 


1092 



5-18 
4-13 
3-28 
3-12 
2-26 
2-19 
1-14 
0-89 



40 


15 


206 


31 


104 


2-60 


260 


119 


291 


0-78 






50 


19 


2-26 


43 


142 


3-14 


446 


161 


489 


0-86 


0-78 


1-680 


60 


20 


2-48 


50 


181 


3-68 


666 


201 


716 


0-83 


1-64 


1-464 


70 


18 


2-80 


50 


220 


4-24 


933 


238 


983 


0-71 


2-47 


1-373 


80 


16 


304 


49 


274 


4-74 


1299 


290 


1348 


061 


318 


1-371 


90 


14 


3-50 


49 


329 


3-20 


1711 


343 


1760 


0-64 


3-79 


1-306 


100 


11 


3-68 


41 


384 


6-44 


2127 


395 


2168 


0-41 


4-33 


1-232 


HO 


8 


3-80 


30 


423 


5-78 


2445 


431 


2476 


0-27 


4-74 


1-141 


120 


5 


3-80 


19 


461 


5-86 


2701 


466 


2720 


016 


601 


1-098 



5-32 
3-88 
3-22 
3-20 
2-70 
210 
1-34 
094 



Kiebel, Waldwertrecbiiting. 2. Aufl: 



31 



482 



Tafel III. 



Tafel III. Nachwerttafel. 



Jahr 



Prozente 



0-1 



0-5 



0-6 



0-7 



0-9 



9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 

31 
32 
33 
34 
35 

36 
37 

38 
39 
40 

41 
42 
43 
44 
45 

46 

47 



1-0010 
1-0020 
1-0030 
10040 
1-0060 

10060 
1-0070 
1-0080 
1-0090 
1-0100 

10111 
10121 
10131 
1-0141 
10161 

1-0161 
10171 
1-0182 
1-0192 
10202 

10212 
1-0222 
10232 
1-0243 
1-0253 

10263 
1-0274 
1-0284 
1-0294 
1-0304 

1-0315 
1-0325 
10335 
1-0346 
1-0366 

1-0366 
1-0377 

10387 
10398 
1-0408 

1-0418 
1-0429 
1-0439 
1-0450 
10460 

1-0471 
1-0481 



1-0020 
1-0040 
10060 
10080 
10100 

10120 
10141 
1-0161 
1-0181 
1-0202 

10222 
1-0243 
10263 
1-0284 
1-0304 

10325 
1-0345 
10366 
10387 
10408 

10428 
1-0449 
1-0470 
1-0491 
1-0612 

10533 
1-0554 
10575 
1-0597 
1-0618 

1-0630 
10660 
1-0681 
1-0703 
1-0724 

10746 
1-0767 
1-0789 
1-0810 
1-0832 

1-0853 
10875 
10897 
1-0919 
1-0941 

1-0963 
1-0985 



10030 
1-0060 
1-0090 
1-0121 
10151 

10181 
10212 
1-0243 
10273 
10304 

1-0335 
1-0366 ' 
1-0397 
1-0428 
10460 

10491 
1-0522 
1-0554 
1-0686 
10617 

1-0651 
10681 
1-0713 
1-0745 
1-0778 

1-0810 
10843 
10876 
1-0908 
1-0940 

1-0973 
1-1007 
1-1039 
1-1073 
1-1105 

1-1139 
1-1172 
11206 
1-1240 
1-1273 

1-1307 
1-1341 
1-1375 
1-1409 
1-1443 

1-1478 
11512 



1-0040 
1-0080 
1-0120 
10161 
10202 

1-0243 
1-0283 
1-0324 
1-0366 
1-0407 

10449 
1-0491 
1-0533 
1-0575 
10617 

1-0660 
1-0702 
1-0745 
1-0788 
10831 

1-0875 
1-0918 
1-0962 
1-1005 
1-1049 

1-1094 
1-1138 
1-1183 
1-1227 
1-1272 

1-1317 
1-1362 
1-1408 
11454 
1-1500 

1-1545 
1-1593 
1-1638 
1-1685 
1-1731 

1-1778 
1-1825 
1-1872 
1-1920 
11968 

1-2016 
12064 



10060 
1-0100 
1-0151 
1-0202 
1-0263 

1-0303 
10355 
1-0407 
10459 
1-0511 

1-0564 
10616 
1-0670 
1-0723 
1-0777 

10831 
1-0885 
10939 
10994 
11049 

11104 
11160 
i-1216 
1-1271 
11328 

1-1385 
11442 
1-1499 
1-1656 
1-1614 

1-1672 
1-1731 
1-1790 
11848 
1-1907 

1-1967 
1-2027 
1-2087 
1-2147 
1-2208 

1-2269 
1-2330 
1-2392 
1-2454 
1-2516 

1-2679 
1-2642 



10060 
1-0120 
10181 
1-0242 

1-0304 

10365 
1-0428 
1-0490 
1-0553 
10616 

1-0680 
1-0744 
10809 
1-0874 
1-0939 

1-1004 
1-1070 
11137 
1-1204 
1-1271 

1-1339 
1-1407 
1-1476 
1-1544 
11613 

1-1683 
1-1753 
1-1823 
1-1894 
1-1966 

1-2038 
1-2110 
1-2182 
1-2266 
1-2329 

1-2403 
1-2477 
1-2552 
1-2628 
1-2703 

1-2780 
1-2856 
1-2933 
1-3011 
1-3089 

1-31Ö8 
1-3247 



10070 
10140 
1-0211 
11)283 
1-0355 

10427 
10500 
1-0674 
1-0648 
1-0722 

1-0798 
1-0871 
10947 
11049 
11103 

1-1178 
1-1256 
1-1335 
11415 
1-1497 

1-1676 
1-1656 
1-1738 
1-1820 
1-1905 

1-1986 
1-2070 
1-2164 
1-2240 
1-2328 

1-2411 
1-2498 
1-2686 
1-2674 
1-2765 

1-2852 
12942 
1-3032 
1-3124 
1-3218 

1-3308 
1-3401 
1-3495 
1-3589 
1-3688 

1-3780 
1-3877 



1-0080 
10161 
1-0242 
1-0324 
1-0406 

10490 
1-0574 
1-0658 
1-0743 
1-0829 

10916 
1-1003 
1-1091 
1-1180 
1-1270 

1-1360 
1-1461 
1-1542 
1-3636 

1-1728 

1-1825 
1-1916 
1-2011 
1-2107 
1-2204 

1-2302 
1-2400 
1-2500 
1-2600 
1-2700 

1-2802 
1-2904 
1-3008 
1-3112 
1-3217 

1-3322 
13429 
1-3536 
1-3644 
1-3754 

1-3864 
1-3975 
1-4086 
1-4199 
1-4313 

1-4427 
1-4543 



1-0090 
1-0181 
10272 
1-0367 
1-0458 

1-0652 
1-0647 
10743 
1-0840 
1-0937 

1-1036 
1-1135 
1-1235 
11336 
11438 

1-1541 
11645 
1-1750 
11866 
1-1963 

1-2070 
1-2179 
1-2288 
1-2399 
1-2511 

1-2623 
1-2737 
1-2851 
1-2967 
1-3084 

1-3204 
1-3320 
1-3440 
1-3561 
1-3683 

1-3807 
1-3931 
1-4056 
1-4183 
1-4310 

1-4439 
1-4569 
1-4700 
1-4832 
1-4966 

1-5101 
1-5237 



Tafel III 



483 



ro p^ 



10110 
10221 
10334 
10447 
10562 

1-0680 
10796 
10914 
11035 
1-1156 

1-1279 
1-1403 
1-1528 
11655 
1-1783 

11913 
1-2044 
1-2177 
1-2310 
1-2446 

1-2683 
1-2721 
1-2870 
1-3011 
1-3146 

1-3290 
l-34ä6 
1-3684 
1-3734 

1-3886 

1-4037 
1-4192 
1-4348 
1-4506 
1-4665 

1-4827 
1-4990 
1-5155 
1-5321 

1-6490 

1-5660 
1-5832 
1-6007 
1-6183 
1-6361 

1-6541 
1-6723 



1-2 



10120 
10241 
1-0364 
1-0489 
10616 

1-0742 
1-0871 
1-1001 
1-1133 
11267 

1-1402 
1-1539 
11677 
1-1818 
1-1959 

1-2103 
1-2248 
1-2395 
1-2544 
1-2694 

1-2847 
1-3001 
1-3157 
1-3316 
1-3474 

1-3636 
13800 
1-3965 
1-4133 
1-4303 

1-4474 
1-4648 
1-4824 
1-5002 
1-5182 

1-5364 
1-5548 
1-6735 
1-6924 
1-6116 

1-6308 
1-6504 
1-6702 
1-6902 
1-7105 

1-7310 
1-7518 



Prozente 
1-5 



0130 
0262 
0395 
0530 
0667 

0806 
0946 
1089 
1233 
1379 

1527 
1676 
1828 
1982 
2138 

2296 
2455 
2617 

2781 
2948 

3116 
3286 
3459 
3634 
3811 

3991 
4173 
4357 
4544 
4733 

4924 
5118 
5315 
5514 
5716 

5920 
6127 
6336 
6549 
6764 

6982 
7203 
7426 
7653 

7882 

8115 
8350 



1-0140 
1-0282 
1-0426 
1-0572 
1-0720 

1-0870 
11022 
1-1176 
1-1333 
1-1492 

1-1662 
1-1816 
1-1981 
1-2149 
1-2319 

1-2491 
1-2666 
1-2843 
1-3023 
1-3206 

1-3391 
1-3578 
1-3768 
1-3961 
1-4156 

1-4354 
1-4555 
1-4769 
1-4966 
1-6176 

1-6388 
1-6603 
1-5822 
1-6043 
1-6268 

1-6496 
1-6727 
1-6961 
1-7198 
1-7439 

1-7683 
1-7931 
1-8182 
1-8436 
1-8694 

1-8966 
1-9221 



0160 
0302 
0457 
0614 
0773 

0934 
1098 
1265 
1434 
1605 

1779 
1956 
2136 
2318 
2502 

2690 
2880 
3073 
3269 
3469 

3671 
3876 
4074 
4295 
4509 

4727 
4948 
6172 
6400 
6631 

6866 
6103 
6346 
6590 
6839 

7091 
7348 

7608 
7872 
8140 

8412 
8688 
8969 
9253 
9542 

9836 
0133 



1-0160 
1-0323 
1-0488 
10656 
1-0826 

11000 
1-1175 
1-1354 
1-1536 
1-1720 

1-1908 
1-2098 
1-2292 
1-2489 
1-2688 

1-2891 
1-3098 
1-3307 
1-3520 
1-3736 

1-3966 
1-4180 
1-4406 
1-4637 
1-4871 

1-5109 
1-5361 
1-5696 
1-6846 
1-6099 

1-6357 
1-6619 
1-6886 
17155 
1-7429 

1-7708 
1-7991 
1-8279 
1-8572 
18869 

1-9171 
1-9478 
1-9789 
2-0106 

2-0428 

2-0764 
2-1087 



1-0170 
1-0343 
10619 
10698 
1-0879 

11064 
11262 
1-1444 
1-1638 
1-1836 

1-2037 
1-2242 
1-2460 
1-2662 
1-2877 

1-3096 
1-3318 
1-3614 
1-3775 
1-4009 

1-4248 
1-4490 
1-4736 
1-4987 
1-5241 

1-5500 
1-5764 
1-6032 
1-6304 
1-6582 

1-6864 
1-7150 
1-7442 
1-7738 
1-8040 

1-8347 
1-8658 
1-8976 
1-9298 
1-9626 

1-9960 
20299 
20644 
2-0995 
2-1352 

2-1715 
2-2084 



1-0180 
1-0363 
10550 
1-0739 
1-0933 

1-1130 
11330 
1-1534 
1-1742 
1-1953 

1-2168 
1-2387 
1-2610 
1-2837 
1-3068 

1-3303 
13643 
1-3787 
1-4035 
1-4287 

1-4545 
1-4807 
1-5073 
1-5344 
1-5621 

1-5902 
1-6188 
1-6479 
1.6776 
1-7078 

1-7385 
1-7698 
1-8017 
1-8341 
1-8671 

1-9007 
1-9349 
1-9698 
2-0052 
2-0413 

2-0781 
2-1165 
21536 
2-1923 
2-2318 

2-2719 
2-3128 



1-9 



1-0190 
10384 
1-0581 
1-0782 
1-0987 

1-1196 
1-1408 
1-1625 
1-1846 
1-2071 

1-2300 
1-2534 
1-2772 
1-3015 
1-3262 

1-3514 
1-3771 
1-4033 
1-4299 
1-4671 

1-4848 
1-5130 
1-5417 
1-5710 
1-6009 

1-6313 
1-6623 
16939 
1-7260 
1-7688 

1-7923 
1-8263 
1-8610 
1-8964 
1-9324 

1-9691 
2-0065 
20447 
20835 
2-1231 

2-1634 
2-2046 
2-2464 
2-2891 
2-3326 

2-3769 
2-4221 



8-0 



1-0200 
1-0404 
1-0612 
10824 
1-1041 

1-1261 
1-1486 
1-1716 
1-1960 
1-2190 

1-2433 
1-2682 
1-2937 
13194 
1-3459 

1-3728 
1-4002 
1-4283 
1-4568 
1-4859 

15167 
1-5460 
1-6769 
1-6084 
1-6404 

1-6734 
1-7069 
1-7410 
1-7758 
1-8114 

1-8476 
1-8846 
1-9222 
1-9607 
1-9999 

2-0399- 
2-0807 
2-1223 
21647 
2-2080 

2-2522 
2-2973 
2-3432 
2-3901 
2-4379 

2-4866 
2-5363 



Jahr 



1 
2 
3 
4 
5 

6 
7 
8 
9 
10 

11 
12 
13 
14 
15 

16 
17 

18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 

31 
32 
33 
34 
35 

36 
37 
38 
39 
40 

41 
42 
43 
44 
45 

46 

47 



31' 



4B4 



Tafel III. 



Tafel III. Nachwerttafel. 



Jahr 



48 
49 
50 

51 
62 
53 
64 
65 

56 
67 
58 
59 
60 

61 
62 
63 
64 
65 

66 
67 
68 
69 
70 

71 
72 
73 
74 
75 

76 
77 
78 
79 
80 

85 

90 

95 

100 

105 
110 
116 
120 
125 

130 
135 
140 
145 
160 



1-0491 
1-0502 
1-0512 

10523 
10534 
10544 
1-0555 
10565 

10576 
1-0586 
1-0597 
1-0607 
1-0618 

1-0629 
10639 
10650 
1-0660 
10671 

1-0682 
10693 
10703 
1-0714 
10725 

1-0735 
1-0746 
1-0757 
1-0768 
1-0778 

1-0789 
10800 
1-0811 
1-0822 
1-0832 

1-0887 
10941 
.1-0996 
1-1051 

11107 
11162 
1-1218 
1 1274 
11331 

1-1388 
1-1445 
1-1502 
1-1560 
1-1618 



02 



1-1007 
1-1029 
11061 

1-1073 
1-1095 
1-1117 
1-1139 
1-1162 

11184 
1-1206 
1-1229 
11251 
1-1274 

1-1296 
11319 
11341 
1-1364 
1-1387 

1-1410 
1 1432 
1-1465 
1-1478 
l-löOl 

1-1524 
1-1547 
1-1570 
1-1593 
1-1617 

1-1640 
11663 
11686 
1-1710 
1-1733 

1-1851 
11970 
1-2090 
1-2212 

1-2334 
1-2458 
1-2583 
1-2709 
1-2837 

1-2966 
1-3096 
1-3228 
1-3360 
1-3494 







P r o z 


e n t 


e 








0-3 


0-4 


ü'5 


0-6 


0-7 


0-8 


1 0-9 


1-0 


11647 


1-2112 


1-2705 


1-3326 


1-3974 


1-4659 


1-5374 


1-6122 


1-1681 


1-2161 


1-2768 


1-3406 


1-4072 


1-4776 


1-5512 


1-6283 


1-1616 


2-2209 


1-2832 


1-3487 


14173 


1-4894 


1-6652 


1-6446 


1-1651 


1-2258 


1-2897 


1-3567 


1-4273 


1-6014 


1-5793 


1-6611 


1-1685 


1-2307 


1-2961 


1-3649 


1-4373 


1-5134 


1-6935 


1-6777 


1-1721 


1-2356 


1-3026 


1-3731 


1-4473 


1-5255 


1-6078 


1-6945 


1-1756 


12406 


1-3091 


1-3813 


1-4674 


15377 


1-6223 


1-7114 


1-1791 


1-2455 


1-3156 


1-3896 


1-4677 


1-5500 


1-6369 


1-7285 


1-1826 


1-2505 


1-3222 


1-3979 


1-4779 


1-5624 


1-6516 


1-7458 


11862 


1-2665 


1-3288 


1-4063 


1-4883 


1-5749 


1-6665 


1-7633 


1-1897 


1-2605 


1-3355 


1-4148 


1-4987 


1-5875 


1-6815 


l-78ü9 


1-1933 


1-2656 


1-3421 


1-4233 


1-5092 


1-6002 


1-6966 


1-7987 


11969 


1-2706 


1-3489 


1-4318 


1-5197 


1-6130 


17119 


1-8167 


1-2005 


1-2757 


1-3556 


1-4404 


1-5304 


1-6259 


1-7273 


1-8349 


1-2041 


12808 


13624 


1.4490 


1-5411 


1-6389 


1-7428 


1-8532 


1-2077 


1-2860 


1-3692 


1-4577 


1-5519 


1-6520 


1-7585 


1-8718 


1-2113 


1-2911 


1-3760 


1-4665 


1-5627 


1-6652 


1-7743 


1-8905 


1-2150 


1-2963 


1-3829 


1-4753 


1-5737 


1-6785 


1-7903 


1-9094 


1-2186 


1-3014 


1-3898 


1-4841 


1-5847 


1-6920 


1-8064 


1-9285 


1-2222 


l-3"66 


1-3968 


14930 


1-5958 


1-7065 


1-8227 


1-9478 


1-2259 


1-3119 


.1-4038 


1-5020 


1-6070 


1-7192 


1-8391 


1-9672 


1-2296 


1-3171 


1-4108 


15110 


1-6182 


1-7329 


1-8599 


1-9869 


1-2333 


1-3224 


1-4178 


1-5201 


1-6295 


1-7468 


1-8723 


2-0068 


1-2370 


1-3277 


1-4249 


1-5292 


1-6409 


1-7607 


1-8892 


2-0268 


1-2407 


1-3330 


1-4321 


1-6383 


1-6524 


1-7748 


1-9062 


2-0471 


1-2444 


1-3383 


1-4392 


1-6476 


1-6640 


1-7890 


1-923» 


2-0676 


1-2481 


1-3437 


1-4464 


1-5669 


1-6756 


1-8033 


19407 


2-0883 


1-2519 


1-3490 


14636 


1-5662 


1-6874 


1-8178 


1-9681 


2-1091 


1-2557 


1-3544 


1-4609 


1-5756 


1-6992 


1-8323 


1-9767 


2-1302 


12594 


1-3599 


1-4682 


1-5852 


1-7111 


1-8470 


1-9935 


2-1515 


1-2632 


1-3663 


1-4756 


1-6946 


1-7231 


1-8617 


2-0115 


2-1730 


1-2670 


1-3708 


1-4829 


1-6041 


1-7351 


1-8766 


2-0296 


2-1948 


1-2708 


1-3762 


1-4903 


1-6138 


1-7473 


1-8916 


2-0478 


2-2167 


1-2900 


1-4040 


1-5280 


1-6628 


1-8093 


1-9685 


21417 


2-3298 


1-3094 


1-4323 


1-5666 


1-7132 


1-8735 


2-0485 


2-2398 


2-4486 


1-3292 


1-4612 


1-6061 


1-7663 


1-9400 


2-1318 


2-3424 


2-6736 


1-3492 


1-4906 


1-6467 


1-8189 


2-0089 


2-2185 


2-4497 


2-7048 


1-3696 


1-5207 


1-68^2 


1-8741 


2-0802 


2-3086 


2-6620 


2-8428 


1-3903 


1-5513 


1-7309 


1-9310 


21540 


2-4025 


2-6794 


2-9878 


1-4112 


16826 


1-7746 


1-9896 


2-2305 


2-5001 


2-8021 


3-1402 


1-4325 


1-6145 


1-8194 


20500 


2-3096 


2-6017 


2-9305 


3-3004 


1-4542 


1-6471 


1-8654 


2-1123 


2-3916 


2-7075 


3-0648 


3-4688 


1-4761 


1-6803 


1-9125 


2-1764 


2-4765 


2-8175 


3-2052 


3 6467 


1-4984 


1-7142 


1-9608 


2-2425 


2-5644 


2-932Ö 


3-3521 


3-8317 


1-5210 


1-7487 


2-0102 


2-3i06 


2-6554 


3-0512 


3-5056 


4-0271 


1-5439 


1-7840 


2-0610 


2-3807 


2-7497 


3-1752 


3-6663 


4-2326 


1-5672 


1-8199 


2-1130 


2-4530 


2-8472 


3-S043 


3-8342 


44484 



Tafel III. 



485 



Faktor =10 p°. 









E 


r z 


e n t e 










Jahr 




11 


1-2 


1-3 


1-4 


1-6 


1-6 


1-7 


1-8 


19 


20 




1-6907 


17728 


1-8589 


1-9491 


2-0434 


2-1424 


2-2460 


2-3645 


2-4681 


2-5871 


48 




1-T093 


1-7941 


1-8830 


19763 


2-0741 


2-1767 


2-2842 


2-3969 


2-5150 


2 6388 


49 




1-7281 


1-8156 


1-9075 


2-0040 


2-1062 


2-2115 


2-3230 


2-4400 


2-6628 


2-6916 


50 




1-7471 


1-8374 


1-9323 


2-0321 


2-1368 


2-2469 


2-3625 


2-4839 


2-6115 


2-7454 


51 




1-7663 


1-8595 


1-9574 


2-0605 


2-1689 


2-2828 


2-402 7 


2-5286 


2-6611 


2-8003 


52 




1-7857 


1-8818 


1-9829 


2-0894 


2-2014 


2-3193 


2-4435 


2-5741 


2-7116 


2-8563 


63 




1-8054 


1-9044 


2 0087 


2-1186 


2-2344 


2-3565 


2-4850 


2-6206 


2-7632 


2-9135 


54 




1-8252 


1-9272 


2 0348 


2-1483 


22679 


2-3942 


2-5273 


2-6677 


2-8157 


2-9717 


65 




1-8453 


1-9503 


2-0612 


2-1784 


2-3200 


2-4325 


2-5703 


2-7157 


2-8692 


30312 


56 




1-8656 


1-9737 


2-0880 


2 2088 


2-3365 


2-4714 


2-6139 


2-7646 


2-9237 


3-0918 


67 




1-8904 


19974 


2-1152 


22398 


2-3715 


25109 


2-6584 


2-8143 


2-9792 


3-1536 


68 




1-9069 


20214 


2-1427 


2-2711 


2-4071 


2-6611 


2-7036 


2 8650 


30358 


3-2167 


59 




1-9*278 


20456 


21705 


2-3029 


2-4432 


2-5919 


2-7496 


29165 


3-0935 


3-2810 


60 




1-9491 


2-0702 


2-1987 


2-3352 


24799 


2-6334 


2-7963 


2-9690 


3-1523 


3-3467 


61 




l-97n5 


2 0950 


2-2273 


23679 


2-5171 


2-6755 


2-8438 


3-0225 


3-2122 


3-4136 


62 




1-9922 


2-1202 


22563 


2-4010 


2 5648 


2-7183 


2-8922 


30771 


3-2732 


3-4819 


63 




20141 


21456 


2-2856 


2-4346 


2-5931 


2 7618 


2-9413 


3-1323 


3-3354 


36515 


64 




20362 


21714 


2-3153 


2-4687 


2-6320 


2-8060 


2-9913 


31887 


33988 


36225 


65 




20586 


21974 


2 3454 


2-5033 


2-6715 


2-8609 


3-0422 


3-2460 


3-4634 


3-6950 


66 




20813 


2-2238 


2-3759 


2-5383 


2-7116 


2-8965 


3-0939 


3-3046 


35292 


3 7689 


67 




2-1042 


2-2505 


2-4068 


2-5739 


2-7523 


2-9429 


31465 


3-3640 


3-5962 


3-8443 


68 




21273 


2-2775 


2-4381 


2-6099 


2-7935 


2-9899 


3-2000 


3-4245 


3-6645 


3-9212 


69 




2-1507 


2-3048 


2-4698 


2-6464 


2-8354 


3-0378 


3-2544 


3-4861 


3-7342 


3-9996 


70 




21744 


2-3325 


25019 


2-6835 


2-8780 


3-0864 


3-3097 


3-5469 


3-8051 


4-0796 


71 




21983 


2-3605 


2-5344 


27210 


2-9211 


3-1368 


3-3660 


3-6128 


3-8774 


4-1612 


72 




2-2225 


2-3888 


2-5674 


27591 


2-9650 


3-1860 


3-4232 


3-6778 


3-9611 


4-2444 


73 




1 2-2469 


2-4174 


2 6007 


2-7978 


3-0094 


3-2369 


3-4814 


3-7440 


4-0262 


4-3293 


74 




2-2716 


2-4465 


2 6345 


2-8369 


3-0546 


3-2887 


3-5406 


3-8114 


4-1027 


4-4158 


75 




2-2966 


24758 


2-6688 


2-8767 


3-1004 


33413 


3-6008 


3-8800 


4-1806 


4-5042 


76 




2-3219 


2-5055 


2-7035 


2-9169 


31469 


3-3948 


3-6620 


3-9498 


4-2600 


4-5942 


77 




2-3474 


2-5356 


2-7386 


2-9578 


3-1941 


3-4491 


3-7242 


4-0209 


4-3410 


4-6861 


78 




2-3733 


25660 


27742 


2-9992 


3-2420 


3-6043 


3-7875 


4-0933 


4-4235 


47799 


79 




2-3994 


2-5968 


28103 


3-0412 


3-2907 


3-5604 


3-8519 


4-1670 


4-5076 


4-8754 


80 




2-5343 


2-7564 


2-9978 


3-2601 


3-5450 


3 8545 


4-1907 


4-5668 


4-9523 


6-3829 


85 




2-6768 


2-9258 


3-1978 


3-4948 


3-8189 


4-1729 


4-5592 


4-9808 


5-4410 


5-9431 


90 




2-8-i72 


3-1056 


3-4111 


3-7464 


4-1141 


4-6175 


4-9602 


5-4455 


5-9779 


6-5617 


95 




2-9862 


3-2965 


3-6386 


4-0161 


4-4320 


4-8907 


5-3963 


5-9536 


6-5678 


7-2446 


100 




3-1541 


3-4991 


3-8814 


4-3052 


47746 


5-2947 


5-8709 


6-5091 


7 2159 


7-9987 


106 




3-3314 


3-7141 


4-1403 


4-6151 


5-1436 


57320 


6-3872 


7-1164 


7-9280 


8-8312 


110 




3-5187 


3-9424 


4-4165 


4-9473 


5 5411 


6-2056 


6-9489 


7 7803 


8-7103 


9-7503 


115 




3-7166 


41847 


4-7112 


5-3035 


5-9693 


6-7181 


7-5600 


8-5062 


9-5698 


10-7652 


120 




3-9255 


4-4418 


50255 


5-6853 


6 4306 


7 2730 


8-2248 


9-2998 


10-5142 


3 1-8857 


125 




4-1463 


4-7148 


5-3607 


6-0945 


6-9276 


7-8737 


8-9481 


101675 


11-6517 


13 1227 


130 




4-3794 


5-0046 


5-7183 


6-5333 


7-4629 


8-5241 


9-7350 


11-1161 


12-6916 


14-4886 


136 




4-6256 


53121 


6-0998 


7-0036 


8-0398 


9-2282 


10-6911 


121532 


13-9440 


15-9965 


140 




4-8867 


5-6386 


6-5067 


7-6078 


8 6610 


9-9905 


11-5225 


13-2271 


15-3200 


17-6616 


145 




5-1604 


5-9851 


6-9408 


8-0482 


9-3305 


108157 


12-5357 


14-5268 


16-8318 


19-4996 


160 





486 



Tafel III. 



Tafel III. Nachwerttafel. 













P r o z 


e n t 


B 










Jahr 


























2-1 


2-2 


2-3 


24 


25 


2-6 


27 


2-8 


2-9 


3-0 




1 


1-0210 


1-0220 


1-0230 


1-0240 


1-0250 


1-0260 


1-0270 


10280 


1-0290 


1-0300 




2 


1-0424 


10445 


1-0465 


1-0486 


1-0506 


1-0527 


1-0547 


10568 


1-0688 


1-0609 




3 


1-0643 


1-0675 


1-0706 


1-0737 


1-0769 


1-0800 


10832 


1-0864 


1-0895 


1-0927 




4 


1-0867 


1-0909 


1-0952 


1-0996 


1-1038 


1-1081 


1-1124 


1-1168 


1-1211 


1-1265 




5 


1-1095 


1-1149 


1-1204 


1-1259 


1-1314 


1-1369 


1-1425 


1-1481 


1-1537 


1-1593 




6 


1-1328 


1-1395 


1-1462 


1-1529 


1-1697 


1-1666 


1-1733 


1-1802 


1-1871. 


1-1941 




.7 


1-1566 


1-1645 


1-1726 


1-1806 


1-1887 


1-1968 


1-2050 


1-2133 


1-2215 


1-2299 




8 


1-1809 


1-1902 


1-1995 


1-2089 


1-2184 


1-2279 


1-2376 


1-2472 


1-2570 


1-2668 




9 


1-2057 


1-2163 


1-2271 


1-2379 


1-2489 


1-2599 


1-2710 


12822 


1-2934 


1-3048 




10 


1-2310 


1-2431 


1-2553 


1-2676 


1-2801 


1-2926 


' 1-3053 


1-3180 


1-3309 


1-3439 




11 


1-2568 


1-2705 


1-2842 


1-2981 


1-3121 


1-3261 


1-3405 


1-3650 


1-3695 


1-3842 




12 


1-2832 


1-2984 


1-3137 


13292 


1-3449 


1-3607 


1-3767 


1-3929 


1-4092 


1-4258 




13 


1-3102 


1-3270 


1-3439 


1-3611 


1-3785 


1-3961 


1-4139 


1-4319 


1-4501 


1-4685 




14 


1-3377 


1-3561 


1-3749 


1-3988 


1-4130 


1-4324 


1-4521 


1-4725 


1-4922 


1-6126 




16 


1-3658 


1-3860 


1-4065 


1-4272 


1-4483 


1-4696 


1-4913 


1-5132 


1-5354 


1-6580 




16 


1-3945 


1-4165 


1-4388 


1-4615 


1-4845 


1-6078 


1-6315 


1-6556 


1-5800 


1-6047 




17 


1-4237 


1-4477 


1-4719 


14966 


1-5216 


1-6471 


1-5729 


1-5991 


1-6258 


1-6528 




18 


1-4537 


14795 


1-5058 


1-6325 


1-6597 


1-5873 


1-6153 


1-6439 


1-6729 


1-7024 




19 


1-4842 


1-5120 


1-5404 


1-5693 


16987 


1-6248 


1-6590 


1-6899 


1-7214 


1-7635 




20 


1-5154 


1-6433 


1-5758 


1-6069 


1-6386 


1-6709 


1-7038 


1-7372 


1-7714 


1-8061 




21 


1-5472 


1-5793 


1-6121 


1-6456 


1-6796 


17143 


1-7498 


1-7869 


1-8227 


i-8560 




22 


1-5797 


1-6141 


1-6492 


1-6850 


1-7216 


1-7589 


1-7970 


1-8359 


1-8766 


1-9161 




23 


1-6128 


1-6496 


1-6871 


1-7254 


1-7646 


1-8046 


1-8455 


1-8879 


1-9300 


1-9736 




24 


1-6467 


1-6859 


1-7259 


1-7669 


1-8087 


1-8516 


1-8953 


1-9401 


1-9860 


2-0328 




26 


1-6813 


1-7229 


1-7656 


1-8093 


1-8639 


1.8997 


1.9465 


1-9945 


2-0435 


2-0938 




26 


1-7166 


1'7609 


1-8062 


1-8527 


1-9003 


1-9491 


1-9991 


20503' 


2-1028 


2-1566 




27 


1-7526 


1-7996 


1-8477 


1-8971 


1-9478 


1-9997 


20531 


2-1077 


2-1633 


2-2213 




28 


1-7895 


1-8392 


1-8902 


1-9427 


1-9966 


2-0618 


21085 


2-1717 


2-2260 


2-2879 




29 


1-8270 


1-8796 


1-9387 


1-9893 


2-0465 


2-1051 


2-1705 


2-2274 


2-2906 


2-3566 




30 


1-8654 


1-9210 


1-9782 


2-0371 


2-0976 


2-1598 


2-2239 


2-2898 


2-3676 


2-4273 




31 


1-9046 


1-9633 


2-0237 


2-0859 


2-1600 


22168 


2-2840 


2-3534 


2-4310 


2-5001 




32 


1-9446 


20065 


2-0702 


2-1360 


2-2038 


2-2736 


2-3456 


2-419H 


2-4967 


26761 




33 


1-9854 


2-0506 


2-1178 


2-1873 


2-2689 


2-3327 


2-4090 


2-4876 


2-5681 


2-6523 




34 


2-0271 


2-0957 


2-1616 


2-2398 


2-3153 


2-3934 


2-4740 


2-5572 


2-6425 


2-7319 




35 


20697 


2-1418 


2-2164 


22935 


2-3732 


2-4556 


2-5408 


2-6288 


2-7198 


2-8139 




36 


2-1131 


2-1889 


2-2674 


2-3486 


2-4325 


2-5195 


2-6094 


2-7024 


2-7980 


2-8983 




37 


2-1575 


2-2371 


2-3191 


2-4049 


2-4934 


2 5850 


2-6799 


2-7781 


2-8792 


2-9852 




38 


2-2028 


2-2863 


2-3729 


2-4626 


2-5669 


26522 


2-7522 


2-8559 


2-9627 


3-0748 




39 


22491 


2-3366 


2-4274 


2-5217 


2-6208 


2-7211 


2-8265 


2-9358 


3-0486 


31670 




40 


2-2963 


2-3880 


2-4833 


25822 


2-6851 


2-7919 


2-9028 


3-0180 


3-1377 


3-2620 




41 


2-3445 


2-4405 


2-5404 


2-6442 


2-7522 


2-8645 


2-9812 


3-1025 


32287 


3-3599 




42 


2-3938 


2-4942 


2-5988 


2-7077 


2-8210 


2-9390 


3-0617 


31894 


3-3223 


3-4607 




43 


2 4440 


2-5491 


2-6586 


2-7727 


2-8915 


3-0153 


3-1444 


3-2787 


3-4187 


3-6645 




44 


2-4953 


2-6052 


2-7197 


2-8458 


2-9707 


3-1009 


3-2299 


3 3705 


3-6178 


3-6714 




46 


2-5477 


2-6625 


2-7823 


2-9074 


30379 


3' 1742 


3-3164 


5-4649 


3-6199 


3-7816 




46 


2-6012 


27211 


28463 


2-9772 


3-1189 


32567 


3-4060 


3-5619 


3-7248 


3-8951 




47 


2-6559 


2-7809 


7-9117 


3-0486 


3-1917 


3-3414 


3-4980 


36616 


3-8328 


4-0119 



Tafel III. 



487 



Faktor = 10 p"" 



Prozente 



1-0310 
10630 
10969 
1-1299 
1-1649 

1-2010 
1-2382 
1-2766 
1-3162 
1-3570 

1-3991 
1-4424 
1-4871 
1-5331 
1-5808 

1-6297 
1-6802 
1-7323 
1-7859 
1-8415 

1-8984 
1-9572 
2-0179 

2 0806 
2-1452 

2-2114 
2-2800 
2-3507 
2-4235 
2-4990 

2-5764 
2-6563 

2-7387 
28256 
29111 

3-0013 
3-0943 

3 1903 
3-2892 
3-3912 

3-4962 
3-6046 
3-7163 
3-8315 
3-9504 

4-0727 
4-1990 



S-2 



0320 
0650 
0991 
1343 

1706 

2080 
2467 
2866 
3278 
3702 

4141 
4593 
5060 
5542 
6040 

16553 

1-7083 
1-7629 
1-8193 
1-8776 

1-9376 
1-9996 
2-0636 
2-1297 
2-1978 

2-2682 
23407 
2-4156 
2-4929 
2-5727 

2-6550 
2 7400 
2-8277 

2 9182 
3-0115 

3 1079 
3-2074 
3-3100 
3-4159 
3-5252 

3-6S80 
3-7545 
3-8746 
3-9986 
4-1265 

4-2586 
4-3949 



33 



1-0330 
1-0671 
1-1023 
1-1387 
1-1763 

1-2151 
12552 
1-2966 
1-3394 
13836 

1-4292 
1-4764 
1-5251 
1-5754 
1-6274 

1-6811 
1-7366 
1-7939 
1-8531 
1-9143 

1-9775 
20427 
2-1101 
2 1797 
22517 

2-3260 
2-4027 
2-4820 
2-5639 
2-6486 

2-7360 
2-8262 
29195 
3-0158 
31154 

3-2182 
3-3244 
3-4341 
3-5474 
36645 

3-7864 
3-9103 
40394 
4-1727 
4-3104 

4-4526 
4-5995 



3-4 

1-0340 
10692 
1-1056 
1-1431 
11820 

1-2221 
1-2637 
1-3067 
1-3511 
1-3970 

1-4445 
1-4936 
1-5444 
1-5969 
1-6512 

1-7074 
1-7654 
1-8254 
18875 
1-9517 

2-0180 
4-0867 
21576 
2-2310 
2-3068 

2-3852 
2-4663 
2-5502 
2-6369 
2-7266 

2-8193 
2-9151 
3-0142 
3-1167 
3-2227 

3-3322 

2-4455 
3-5627 
3-6838 
3-8091 

3-9386 
4-0725 
4-2110 
4-3542 
4-5022 

4-6553 
4-8135 



3-6 



1-0350 
1-0712 
1-1087 
11475 

1-1877 

1-2293 
1-2723 
1-3168 
1-3629 
1-4106 

1-4600 
15111 
1-5640 
1-6187 
1-6753 

17340 
1-7947 
1-8575 
19225 
1-9898 

2-0594 
2-1315 
2-2061 
2-2833 
2-3632 

2-4460 
25S16 
26202 
2-7119 
2-8068 

2-9050 
3-0067 
3 1119 
32209 
3-3336 

3-4503 
3-5710 
3-6960 
3-8254 
3-9593 

4-0978 
4-2412 
4-3897 
4-5433 
4-7024 

48669 
5-0372 



3-6 



10360 
10733 
1-1119 
1-1520 
1-1934 

1-2384 
1-2809 
1-3270 
1-3740 
1-4243 

14755 
1-5287 
1-5837 
1-6407 
1-6998 

1-7610 
1-8244 
1-8901 
19581 
2-0286 

2-1016 
2-1773 
22557 
2-3369 
2-4210 

2 5082 
2-5984 
2-6920 
2-7889 
2-8893 

29933 
3-1011 
3-2127 
3-3284 
3-4482 

3-5723 
3-7010 
3-8342 
3-9722 
41152 

4-2634 

4-4168 
4-5759 
4-7406 
4-9112 

5-0881 
5-2713 



3-7 



1-0370 
10754 
1-1152 
11564 
1-1992 

12436 
1-2896 
1-3373 
1-3868 
1-4381 

1-4913 
1-5465 
1-6037 
1-6630 
1-7246 

1-7884 
1-8547 
1-9233 
1-9945 
2-0681 

2-1448 
2-2241 
2-3064 
2-3918 
2-4801 

2-5720 
2-6672 
2-7659 
2-8682 
29742 

3-0844 
3-1986 
3-3169 
3-4396 
35666 

3-6986 
3-8354 
3-9774 
4-1245 
4-2771 

4 4354 
4-5995 
4-7697 
49461 
51292 

5-3189 
6-6167 



3-8 



10380 
1-0774 
1-1184 
1 1609 
1-2050 

12508 
12983 
1-3476 
1-3989 
14520 

1-5072 
1-5645 
1-6239 
1-6856 
1-7497 

1-8162 
1-8852 
1-9568 
20312 
2'1084 

2-1885 
2-2717 
2-3580 
2-4476 
2-5406 

2-6372 
2-7374 
2-8414 
2-9494 
30614 

31778 
3-2986 
3-4239 
35541 
3-6890 

3-8293 
3-9748 
4-1258 
4-2826 
4-4452 

4-6143 
4-7897 
4-9716 
5-1605 
5-3565 

5-6602 
5-7715 



4-0 



10390 
1-0795 
1-1216 
1-1654 
12108 

12680 
1-3071 

i-3ei2 

1-4110 
1-4661 

1-5232 
1-5827 
1-6444 
1-7085 
1-7751 

1-8444 
1-9163 
1-9910 
2-0687 
2-1494 

2-2332 
2-3203 

2-4108 
25048 
2 6025 

2-7040 
2-8094 
2-9190 
30328 
31511 

3-2740 
3-4017 
3-5344 
3-6722 
3-8164 

3-9642 
4-1188 
4-2796 
4-4464 
4-6198 

4-7999 
4-9871 
5-1816 
5-3837 
5-5937 

5-8118 
60385 



10400 j 
10816 

1 1249 I 
1-1699 I 
1-2167 

1-2653 I 
1-3159 
1-3686 I 
1-4233 I 

1-4802 1 

1-6395 ! 
1-6010 I 
1-6651 1 
1-7317 I 
1-8009 I 

1-8730 ■ 
1-9479 
20258 \ 
2-1068 ! 
21911 I 

2-2788 , 
2-3699 i 
2-4647 
2-5633 i 
2.6658 i 

2-7725 I 
2-8834 ! 

2 9987 i 
3-1186 

3 2434 : 

3-3731 
3-6080 
3-6484 
3-7943 
3-9461 

4-1039 

4-2681 
4-4388 
46164 
48010 

4-9930 
5-1928 
54130 
5-6165 
5-8412 

6-0748 
6-3178 



J a h t 



1 
2 

3 
4 
6 

6 

7 

8 

9 

10 

11 
12 
13 
14 
16 

16 
17 
18 
19 
20 

21 
22 
23 
24 
25 

26 
27 
28 
29 
30 

31 
32 
33 
34 
35 

36 
37 
38 
39 
40 

41 
42 
43 
44 
45 

46 
47 



488 



Tafel III. 



Tafel III. Nachwerttafel. 





J A h r 








P r z 


e n t < 


5 










2-1 


2-2 


2-3 


2-4 1 2-5 


2-6 


2-7 


2-8 


2-9 


8-0 




48 


2-7116 


2-8487 


2-9787 


3-1218 


3-2715 


3-4283 


3-5924 


3-7641 


3-9440 


4-1322 




49 


2-7686 


2-9047 


2-0472 


3-1967 


3 3533 


3-6174 


3-6894 


3-8696 


4-0584 


4-2562 




50 


2-8267 


2 9686 


31173 


32734 


3-4371 


3-6089 


3-7890 


3-9779 


4-1761 


43839 




51 


2-8861 


3-0339 


3-1890 


3-3520 


3-5231 


3-7027 


3-8913 


40893 


4-2972 


4-5154 




52 


2-9467 


3-1006 


3-2624 


3-4324 


3 6111 


3-7990 


3-9963 


4 2038 


4-4218 


4-6509 




53 


3-0086 


3-1688 


3-3 :n4 


3-5148 


3-7014 


3 8977 


4-1042 


43215 


4 5601 


4-7904 




54 


3-0718 


3-2385 


34142 


3-5992 


3-7939 


3 9991 


4-2151 


4-4425 


4-6820 


4-9341 




65 


3-1363 


3-3098 


3-4927 


36855 


3-8888 


4-1031 


4-3288 


4-5669 


4-8178 


60821 




56 


3-2021 


3-3826 


3-5730 


3-7740 


3-9860 


4-2097 


4-4457 


4-6948 


4-9575 


6-2346 




57 


3-2694 


3-4570 


3-6552 


3 8646 


4-0857 


4-3192 


45658 


4-8262 


51013 


5-3916 




58 


3-3380 


3-5331 


3-7392 


3 9573 


4-1878 


4-4315 


4-6890 


4-9613 


5-2492 


6-6634 




59 


3-4081 


3-6108 


3-8253 


4-0523 


4-2925 


45467 


4-8156 


51003 


6-4014 


5-7200 




60 


3-4797 


3-6902 


3-9132 


41495 


43998 


4-6649 


4-9457 


5-2431 


5-6581 


6-8916 




61 


3-5528 


3-7714 


4-0032 


42491 


4-5098 


4-7862 


60792 


63899 


67192 


6-0683 




62 


3-6274 


3-8544 


40953 


4-3511 


4-6228 


4-9106 


6-2163 


5-5408 


5-8851 


6-2504 




63 


3-7036 


3-9392 


4-1895 


44555 


4-7381 


6-0383 


6-3572 


6-6959 


60568 


6-4379 




64 


3-7813 


4-0259 


42859 


4-5625 


4-8566 


5-1693 


6-5018 


5-8554 


6 2314 


66310 




65 


3-8607 


4-1144 


4-3844 


46720 


4-9780 


5-3037 


5-6504 


60194 


6-4121 


6-8300 




66 


3-9418 


4-2049 


4-4853 


4-7841 


51024 


5-4416 


6-8029 


61879 


6-5981 


7-0349 




67 


4-0246 


4-2975 


4-5884 


4-8877 


6-2300 


5-5831 


6-9596 


6-3612 


6-7894 


7-2469 




68 


41091 


4-3920 


4 6940 


50165 


5-3607 


5-7283 


6-1205 


6-5393 


6-9863 


7-4633 




69 


4-1954 


4-4886 


4-8019 


5-1369 


-5-4948 


5-8772 


6-2858 


6-7224 


7-1889 


7-6872 




70 


4-2835 


4-5874 


4-9124 


5-2601 


5-6321 


6-0300 


6-4555 


69106 


7-3974 


7-9178 




71 


4-3735 


4-6883 


5-0254 


5-3864 


5-7729 


6-1868 


6-6298 


7-1041 


7-6119 


8-1553 




72 


4-4653 


4-7914 


51410 


5-5157 


5-9173 


6 3476 


6-8088 


73030 


7-8327 


8-4000 




73 


4-5591 


4-8968 


5-2592 


5-6481 


6-0652 


6 5127 


6-9926 


7-5075 


8-0598 


8-6520 




74 


4-6548 


5-0046 


5-3801 


57836 


6-2168 


6 6820 


7-1814 


77177 


8-2935 


8-9116 




75 


4-7526 


5-1147 


55039 


5-9224 


6-3722 


6-8568 


7-3753 


7-9338 


8-6340 


9-1789 




76 


4-8524 


5-2272 


5-6305 


6-0646 


6 5315 


7-0340 


7-5744 


81560 


8-7815 


94643 




77 


4-9543 


5-3422 


5-7600 


6-2101 


6 6948 


7-2169 


7-7789 


8-3843 


90362 


9-7379 




78 


5-0583 


5-4597 


5-8925 


6-3592 


6-8622 


7-4045 


7-9890 


8-6191 


9-2982 


10-030 




79 


5-1645 


5-5798 


6-0280 


6-5118 


7-0338 


7-5971 


8-2047 


8-8604 


9-5679 


10-331 




80 


5-2730 


5-7026 


6-1666 


6-6680 


7-2096 


7-7946 


8-4262 


91085 


9-8464 


10-641 




85 


5-8504 


6-3581 


6-9092 


7-5076 


8-1570 


8-8619 


9 6282 


10-4572 


11-35-^2 


12-3357 




90 


6-4910 


70889 


7-7411 


8-4527 


9-2289 


100752 


10-9986 


120055 


131036 


14-3005 




95 


7-2018 


7-9038 


8-6733 


9-5170 


10-4416 


114652 


12-6667 


13-7830 


15-1169 


16-5782 




100 


7-9904 


8-8123 


9-7176 


10-7150 


11-8137 


13 0239 


14-3562 


15-8238 


17-4397 


19-2186 




105 


8-8654 


9-8253 


10-8877 


12-0642 


133662 


148073 


16 4018 


18-1667 


20-1195 


222797 




110 


9-8362 


10-9547 


12-1988 


135830 


15-1226 


16-8350 


18-7389 


20-8566 


23-2110 


25-8282 




115 


10-9133 


12 2139 


13-6677 


15-2933 


17-1098 


191404 


21-409U 


239445 


26-7776 


29-9420 




120 


12-1083 


136178 


15-3134 


17-2180 


19-3581 


21-7615 


244596 


27-4898 


308921 


34-7110 




125 


13 4342 


15-1832 


17-1573 


19-3865 


21-9022 


24-7414 


27-9447 


31-6600 


35-6390 


40-2393 




130 


14-9053 


16-9284 


19-2233 


21-8270 


24-7801 


28-1295 


31-9266 


36-2329 


41-1152 


46 6486 




135 


16-5375 


18-8743 


21-5380 


24-5754 


28-0367 


31-9815 


36-4757 


416976 


47-4328 


64-0782 




140 


18-3484 


21-0439 


24-1315 


27-6690 


31-7206 


36-3610 


416731 


47-7567 


54-7213 


62-6969 




145 


20-3576 


23-4628 


27-0372 


31-1530 


35-8893 


41-3402 


47-6111 


54-8276 


63-1296 


72-6765 




150 


22-5868 


26-1598 


30-2928 


350750 


40-6050 


47-0013 


64-3951 


62-9456 


72-8300 


84-2527 

1 



Tafel III. 



489 



Faktor = 10 p°. 













P r z 


• Dt 


e 








Jahr 




3-1 


... 


3-3 


3-4 


»•5 


S-6 


3-7 


»•8 


3-9 


4-0 




43292 


4-5355 


4-7513 


4-9772 


5-2136 


5-4610 


5-7198 


6-9908 


6-6740 


6-5705 


48 




4-4634 


4-6806 


4-9081 


51464 


6-39«0 


5-6576 


5-9315 


6-2185 


6-5187 


6-8333 


49 




4 6019 


4 8304 


5-0701 


5-3214 


5-5849 


5-8612 


61509 


6-4546 


67729 


7-1067 


50 




4-7445 


4-9850 


5 2374 


5-5023 


5-7804 


60723 


6-3785 


6-6999 


7-0371 


7-3909 


51 




4-8916 


51445 


5-4102 


5-6894 


5-9827 


6-2909 


6-6145 


6 9545 


7-3115 


7-6866 


52 




50453 


5-3091 


5-5888 


5 8828 


6 1921 


6 5173 


6-8591 


7-2188 


7-6966 


7 9940 


63 




51996 


5-4790 


5 7732 


6-0828 


6-4880 


6-7520 


7-1130 


7-4931 


7-8929 


8-3138 


54 




5-3608 


5-6544 


5-9637 


6-2897 


6-6331 


6-9950 


7-3762 


7-7778 


8-2007 


8-6463 


66 




5-5270 


5-8353 


6-1605 


6 5035 


6-8653 


7-2468 


7-6491 


8 0734 


8-5206 


8-9922 


56 




5 6983 


60220 


6-3638 


6-7246 


7-1055 


7-5077 


7-9322 


8-3»01 


8-8528 


9-3519 


57 




5-8750 


6-2147 


65738 


6 9533 


7-3542 


7-7780 


82257 


8-6986 


9-1981 


9-7259 


58 




6 0571 


64136 


6 7907 


7-1897 


7-6116 


8-0580 


8-5300 


9-0291 


9-5568 


10 115 


59 




6-2449 


6-6188 


7-0148 


7-4341 


7-8780 


8-3481 


8-8456 


9-3723 


9-9296 


10 519 


60 




6-4384 


68306 


7-2463 


7-6869 


8-1638 


8-6486 


9-1729 


9-7284 


10-316 


10-940 


61 




66380 


70492 


7-4855 


7-9482 


8-4391 


8-9600 


9-6123 


10-028 


10-719 


11-378 


62 




6-8438 


7 2748 


7-7325 


8-2185 


8-7345 


9-2826 


9-8643 


10-457 


11-137 


11-833 


63 




70560 


7 5076 


7-9877 


8-4979 


90402 


96167 


10-229 


10-880 


11-571 


12-306 


64 




7-2747 


7-7478 


8-2512 


8-7868 


93566 


9-9629 


10-607 


11-293 


12-022 


12-798 


65 




7-5002 


7-9958 


8-5235 


9-0856 


9-6841 


10-321 


11-000 


11-699 


12-491 


13-310 


66 




7-7327 


8-2516 


8-8048 


9-3945 


10 023 


10-693 


11.407 


12-168 


12-979 


13-843 


67 




7 9724 


8-5157 


9-0954 


9-7139 


10-374 


11-078 


11-829 


12630 


18-485 


14-396 


68 




8-2196 


8-7882 


9-3956 


10-044 


10-737 


11-477 


12267 


13-110 


14-011 


14-972 


69 




8-4744 


90694 


9-7056 


10-385 


11-112 


11-890 


12-720 


13-608 


14-557 


15 571 


70 




8-7371 


9-3596 


10023 


10-739 


11-502 


12-318 


13191 


14-125 


15-125 


16-194 


71 




9 0080 


9-6591 


10-357 


11-104 


11-904 


12-761 


13-680 


14-662 


15-715 


16-842 


72 




9 2872 


9 9681 


10-698 


11-481 


12-321 


13-221 


14186 


15220 


16-328 


17-516 


73 




9-5751 


10-287 


11-052 


11-872 


12-752 


13-697 


14-710 


15-834 


16-997 


18-216 


74 




9-8719 


10-616 


11-416 


12-275 


13-198 


14190 


15-255 


16-372 


17-626 


18945 


76 




10178 


10-956 


11-793 


12-693 


13-660 


14-701 


15-819 


17021 


18-313 


19-703 


76 




10-493 


11-307 


12-182 


13-124 


14-138 


15230 


16-404 


17-668 


19-028 


20-491 


77 




10-819 


11-669 


12-584 


13 671 


14-633 


15-778 


17-011 


18-340 


19-770 


21-310 


78 




11-164 


12-042 


12999 


14 032 


15-146 


16346 


17-641 


19037 


20-541 


22-163 


79 




11-500 


12-427 


13-428 


14-509 


15-675 


16-935 


18294 


19-760 


21-342 


23-049 


80 




13-3964 


14-5470 


15-7952 


17-1491 


18-6179 


20-2108 


21-9381 


23-8111 


26-8415 


28-0436 


85 




15-6057 


17-02S4 


18-5792 


20-2696 


221122 


24-1203 


26-3083 


28-6923 


31-2892 


341193 


90 




181793 


19-9329 


21-8589 


23-9578 


26-2623 


287860 


31-5490 


34-5743 


37-8855 


41-5114 


95 




21 1793 


23-3330 


25-7057 


283172 


31-1914 


34-3642 


37-8338 


41 6620 


45-8722 


50-5049 


100 




24-6697 


27-3129 


30-2365 


33-4698 


39-0456 


40-9996 


45-3705 


50-2027 


55-5428 


61-4470 


105 




28-7380 


31-9718 


36-566^ 


39 5599 


43-9986 


48-9303 


54-4087 


60-4942 


67-2520 


74-7597 


110 




33-4773 


37-4253 


41-8345 


46-7582 


52-2565 


58-3952 


65-2472 


72-8956 


81-4296 


909566 


115 




38-9982 


43-8091 


49-2080 


55-2663 


62-0643 


69-6909 


78-2449 


87-8391 


98-5962 


110-6626 


120 




45 4295 


51-2817 


57-8812 


65 3225 


73-7119 


83-1716 


93-8318 


106-8761 


116-3816 


134-6364 


126 




52-9214 


600290 


68 0830 


77 2085 


87-5478 


99-2599 


112-62.37 


127-5446 


144-5490 


163 8076 


130 




61-6488 


70 2683 


80 0830 


91-2573 


103-9775 


118-4604 


134-9392 


152-6912 


176-0219 


199-2945 


135 




71-8855 


82-2642 


94-1981 


107 8624 


123 4919 


141-3748 


161-8199 


185-1979 


211-9191 


242-4753 


140 




83-6588 


962'*45 


110-8009 


127-4889 


146-6700 


168-7217 


194-0655 


223-1634 


256-5946 


296-0044 


146 




97-4552 


112-7081 


130-3302 


150-6867 


174-2017 


201-3686 


232-7127 


268-9119 


310-6884 


358-9227 


150 



490 



Tafel IIL 



Tafel III. Nachwerttafel 













F 


r z 


e n t « 










~ 




Jahr 




























4-1 


4-2 


4-3 


4-4 


4-5 


4-6 


4-7 


4-8 


4-9 


6-0 






1 


1-0410 


10420 


1-0430 


10440 


1-0450 


1-0460 


1-0470 


1-0480 


1-0490 


10500 






2 


1-0837 


1-0858 


1-0878 


1-0899 


1-0920 


1-0941 


1-0962 


1-0983 


1-1004 


11025 






3 


1-1281 


11314 


1-1346 


1-1379 


1-1412 


1-1443 


1-1477 


1-1510 


11543 


1-1676 






4 


11744 


1-1789 


1-1834 


1-1880 


1-1925 


1-1971 


1-2017 


1-2063 


1-2109 


1-2165 






5 


1-2253 


1-2284 


1-2343 


1-2402 


1-2462 


1-2521 


12581 


1-2642 


1-2702 


1-2763 






6 


1-2726 


1-2800 


1-2874 


1-2948 


1-3023 


1-3098 


1-3173 


1-3248 


1-3325 


1-3401 






7 


1-3248 


1-3337 


1-3433 


1-3518 


1-3608 


1-3700 


1-3792 


1-3884 


1-3977 


1-4071 






8 


1-3791 


1-3898 


1-4005 


1-4112 


1-4221 


1-4330 


1-4440 


1-4651 


1-4662 


1-4775 






9 


1-4357 


1-4482 


1-4607 


1-4733 


1-4861 


1-4989 


1-6119 


1-6249 


1-6380 


1-5513 






10 


1-4945 


1 5090 


1-6235 


1-5382 


1-5630 


1-5679 


1-6829 


1-5981 


1-6134 


1-6289 






11 


1-5558 


1-5723 


1-5890 


1-6058 


1-6229 


1-6400 


1-6673 


1-6748 


1-6925 


1-7103 






12 


1-6196 


1-6384 


1-6573 


1-6765 


1-6959 


1-7155 


1-7363 


1-7662 


1-7754 


1-7969 






13 


1-6860 


17072 


1-7286 


1-7503 


1-7722 


17944 


1-8168 


1-8396 


1-8624 


1-8856 






14 


1-7551 


1-7789 


1-8029 


1-8273 


1-8519 


1-8769 


1-9022 


1-9278 


1-9537 


1-9799 






15 


1-8271 


1-8536 


1-8805 


1-9077 


1-9353 


1-9632 


1-9916 


2-0203 


20494 


2-0789 






16 


1-9020 


1-9314 


1-9613 


1-9916 


2-0224 


2-0536 


2-0862 


2-1173 


2-1498 


2-1829 






17 


1-9800 


2-0126 


2-0457 


20793 


2-1134 


2-1480 


2-1832 


2.2189 


2-2552 


2-2920 






18 


2-0612 


2-0971 


2-1336 


2-1707 


2-2085 


2-2468 


2-2858 


2-3254 


23657 


2-4066 






19 


2-1457 


21852 


2-2254 


2-2663 


2-3079 


2-3502 


2-3932 


2-4371 


2-4816 


2-5269 






20 


2-2336 


2-2770 


2-3211 


2-3660 


2-4117 


2-4583 


2-5057 


2-6540 


2-6032 


2-6533 






21 


2-3252 


23726 


2-4209 


2-4701 


2-5202 


2-6714 


2 6235 


2 6766 


2-7308 


2-7860 






22 


2-4206 


2-4722 


2-5250 


2-5788 


2-6337 


2-6897 


2-7468 


2-8061 


2-8646 


2-9253 






23 


2-5198 


2-5760 


2-6335 


2-6922 


2-7522 


2-8134 


2-8759 


2-9465 


3-0049 


3-0716 






24 


2-6231 


2-6843 


2-7468 


28107 


2-8760 


2-9428 


3-0111 


3-0809 


3-1522 


3 2251 






25 


2-7307 


2-7970 


2-8649 


2-9344 


3-0054 


30782 


3-1526 


3-2287 


3-3066 


3-3864 






26 


2-8426 


2-9145 


29881 


3-0635 


3-1407 


3-2198 


3-3008 


3-3837 


3-4657 


3-5657 






27 


2-9592 


3-0369 


3-1166 


3-1983 


3-2820 


3-3679 


3-4559 


3-5461 


3-6386 


3 7335 






28 


3-0805 


3-1644 


3-2506 


3-3390 


3-4297 


3-5228 


3-6183 


3-7163 


3-8169 


3-9202 






29 


3-2068 


3 2973 


3-3904 


3-4859 


3-5840 


3-6848 


37884 


3 8947 


40039 


4-1161 






30 


3-3383 


3-4358 


3-6361 


3-6393 


37453 


38544 


3-9665 


4-0817 


4-2002 


4-3219 






31 


3'4751 


3-5801 


3-6882 


3-7994 


3-9139 


4-0317 


4-1529 


4-2776 


4-4060 


4-6380 






32 


3-6176 


3-7305 


3-8468 


3-9666 


4-090^ 


4-2171 


4 3481 


4-4829 


4-6219 


4-7649 






33 


3-7659 


3-8872 


4-0122 


4-1411 


4-2740 


4-4111 


4-5524 


4-6981 


4-8483 


5-0032 






34 


3-9203 


40505 


4-1847 


4-3233 


4-4664 


4-6140 


4-7664 


4 9236 


5-0859 


6-2633 






35 


4-0811 


4-2205 


4-3647 


4-5136 


4-6674 


4-8262 


4-9904 


5-1600 


53351 


6-5160 






36 


4-2484 


43978 


4-5523 


4-7121 


4-8774 


6-0483 


6-2260 


5-4076 


5-5965 


5-7918 






37 


4-4226 


4-5825 


4-7481 


4-9195 


5-0969 


5-2805 


5-4705 


5-6672 


5-8707 


6-0814 






38 


4-6039 


4-7750 


4-9523 


51383 


5-3262 


5-5234 


5-7276 


5-9392 


6-1594 


6-3855 






39 


4-7927 


4-9756 


5-1652 


6-3619 


5 5659 


6-7774 


5-9968 


6-2243 


6-4682 


6-7048 






40 


4-9892 


5-1845 


6-3873 


5-5978 


5-8164 


6-0432 


6-2786 


6-5231 


6-7767 


7-0400 






41 


5-1937 


5-4023 


5-6190 


5-8441 


6-0781 


6-3212 


66738 


6-8362 


7-1089 


7-3920 






42 


5-4064 


5-6292 


5-8606 


6-1013 


6-3516 


6-6120 


6-8828 


7-1643 


7-4571 


7-7616 






43 


5-6284 


5-8656 


6-1126 


6-3697 


6-6374 


6-9161 


7-2062 


7-5082 


7-8225 


81497 






44 


5-8591 


6-1119 


6-3754 


6-6500 


6-9361 


7-2343 


7-6449 


78686 


8-2068 


8-5572 






45 


6-0993 


6-3686 


6-6496 


6-9426 


7-2483 


7-5670 


78995 


8-2463 


8-6079 


8-9850 





Tafel III. 



491 



Faktor = 10 p°. 



&'■! 6:2 &-8 5*4 



10610 
1-1046 
1-1609 
1-2201 
1-28X4 

1-3478 
1-4165 
1-4888 
1-5647 
1-6445 

1-7283 
1-8165 
1-9091 
2-0065 
2-1088 

2-2164 
2-3294 
2-4482 
2-5731 
2-7043 

2-8488 
2-9872 
3-1395 
3-2996 
3-4679 

3-6448 
3-8307 
40260 
4-2313 
4-4472 

4-6740 
4 9123 
5-1628 
5-4262 
5-7029 

5-9937 
6-2994 
6-6207 
6'9583 
7-3132 

7-6862 
8-0782 
8-4902 
8-9232 
9-3782 



1-0520 
1-1067 
1-1643 
1-2248 
1-2885 

1 3565 
14260 
1-5001 
1-6781 
16602 

1-7465 
1-8373 
19329 
2-0334 
21391 

2-2504 
2-3674 
2-4905 
2-6200 
2-7562 

28995 
30503 
32016 



10530 

1 1088 
11676 
1-2295 
1-2946 

1-3632 
1-4355 
1-5116 
1-5917 
1-6760 

1 7648 
1-8584 
1-9569 
2-0606 
2-1696 

2-2848 

2 4004 
2-5334 
2-6677 
2-8091 

2-9580 
3-1148 
3-2798 



Prozente 



5-5 5-6 



10640 10660 

11109! 1-1130 

11709 1-1743 

1-2341 1-2388 

1-3008 1-3070 



3-3758 


3-4537 


3-5613 


3-636 J 


3-7360 


3-8295 


3.9303 


4 0324 


4-1347 


4-2461 


4-3497 


4-4712 


4-6759 


4.7082 


4-8138 


4-9577 


5-0641 


5-2205 


5-3274 


6-4971 


56045 


5-7885 


5-8959 


6-0953 


62025 


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